Eckdaten:
Für die 171. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 818 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Scheibner: Gleichbleibend hoch!
Bundesminister für Inneres Mag. Karl Schlögl: Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Die Vielzahl von Demonstrationen, die von serbischen Gruppen in Österreich gegen die NATO-Angriffe auf Serbien stattfinden, ist nicht von zunehmender Aggressivität geprägt, sondern gerade in letzter Zeit zeigt sich, daß diese immer weniger und unbedeutender werden. (Abg. Scheibner: Gleichbleibend hoch!)
Abg. Wabl: Das ist ein Grundrecht, Frau Partik-Pablé! Was wollen Sie noch alles eindämmen, Sie Rassentheoretikerin?
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Meine Frage war aber, welche Möglichkeiten Sie sehen, sie einzudämmen. Herr Minister, diese Frage haben Sie nicht beantwortet. (Abg. Wabl: Das ist ein Grundrecht, Frau Partik-Pablé! Was wollen Sie noch alles eindämmen, Sie Rassentheoretikerin?) Ich verweise darauf, daß zum Beispiel in Vorarlberg Herr Sicherheitsdirektor Marent über Betreiben von ÖVP und FPÖ mit den Serbenverbänden gesprochen und erreicht hat, daß die Demonstrationen aufgehört haben. (Abg. Wabl: Dämmen Sie Ihre Rassentheorien ein!) Und jetzt möchte ich Sie gerne fragen, ob auch Sie solche Gespräche geführt haben.
Abg. Wabl: Dämmen Sie Ihre Rassentheorien ein!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Meine Frage war aber, welche Möglichkeiten Sie sehen, sie einzudämmen. Herr Minister, diese Frage haben Sie nicht beantwortet. (Abg. Wabl: Das ist ein Grundrecht, Frau Partik-Pablé! Was wollen Sie noch alles eindämmen, Sie Rassentheoretikerin?) Ich verweise darauf, daß zum Beispiel in Vorarlberg Herr Sicherheitsdirektor Marent über Betreiben von ÖVP und FPÖ mit den Serbenverbänden gesprochen und erreicht hat, daß die Demonstrationen aufgehört haben. (Abg. Wabl: Dämmen Sie Ihre Rassentheorien ein!) Und jetzt möchte ich Sie gerne fragen, ob auch Sie solche Gespräche geführt haben.
Demonstrativer Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Verbürgt ist es ja! – Abg. Wabl: Ihre Rassentheorien gehören eingedämmt!
Bundesminister für Inneres Mag. Karl Schlögl: Ich erlaube mir, nochmals auf Ihre erste Frage einzugehen, Frau Abgeordnete. Natürlich ist es das Bemühen des Innenministers, alles zu tun, um die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten. Natürlich steht es aber auch im Mittelpunkt des Handelns eines österreichischen Innenministers, alles daranzusetzen, damit das Recht auf Versammlungsfreiheit für alle Menschen in unserem Lande ein verbürgtes Recht ist. (Demonstrativer Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Verbürgt ist es ja! – Abg. Wabl: Ihre Rassentheorien gehören eingedämmt!) Und dieses Recht, meine sehr geehrten Damen und Herren, schließt meiner Meinung nach auch ein, daß ausländische Mitbürger ihre Meinung zu Vorgängen ... (Abg. Wabl: Herr Scheibner, das ist Ihr Einstandsgeschenk für dieses Haus! Mit Ihrer Rassentheoretikerin! – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Das sind unqualifizierte Zwischenrufe! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wollen Drogendealer schützen! – Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Wabl und Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Herr Scheibner, das ist Ihr Einstandsgeschenk für dieses Haus! Mit Ihrer Rassentheoretikerin! – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Das sind unqualifizierte Zwischenrufe! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wollen Drogendealer schützen! – Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Wabl und Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Mag. Karl Schlögl: Ich erlaube mir, nochmals auf Ihre erste Frage einzugehen, Frau Abgeordnete. Natürlich ist es das Bemühen des Innenministers, alles zu tun, um die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten. Natürlich steht es aber auch im Mittelpunkt des Handelns eines österreichischen Innenministers, alles daranzusetzen, damit das Recht auf Versammlungsfreiheit für alle Menschen in unserem Lande ein verbürgtes Recht ist. (Demonstrativer Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Verbürgt ist es ja! – Abg. Wabl: Ihre Rassentheorien gehören eingedämmt!) Und dieses Recht, meine sehr geehrten Damen und Herren, schließt meiner Meinung nach auch ein, daß ausländische Mitbürger ihre Meinung zu Vorgängen ... (Abg. Wabl: Herr Scheibner, das ist Ihr Einstandsgeschenk für dieses Haus! Mit Ihrer Rassentheoretikerin! – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Das sind unqualifizierte Zwischenrufe! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wollen Drogendealer schützen! – Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Wabl und Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Wabl – in Richtung der Abg. Dr. Partik-Pablé –: Dämmen Sie Ihre Rassentheorien ein!
Bitte, Herr Minister. (Abg. Wabl – in Richtung der Abg. Dr. Partik-Pablé –: Dämmen Sie Ihre Rassentheorien ein!) Ich bitte jetzt darum, den Herrn Minister antworten zu lassen!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie antworten aber nicht auf meine Frage!
Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, Frau ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie antworten aber nicht auf meine Frage!) Ja, ich versuche es, lassen Sie mich ausreden! (Abg. Scheibner: Das hat ja nichts mit Demonstrationsfreiheit zu tun! – Abg. Wabl: Sie haben sich als Rassistin qualifiziert, Frau Partik-Pablé – und sonst nichts! Herr Scheibner, Sie sitzen neben einer Rassistin!)
Abg. Scheibner: Das hat ja nichts mit Demonstrationsfreiheit zu tun! – Abg. Wabl: Sie haben sich als Rassistin qualifiziert, Frau Partik-Pablé – und sonst nichts! Herr Scheibner, Sie sitzen neben einer Rassistin!
Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, Frau ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie antworten aber nicht auf meine Frage!) Ja, ich versuche es, lassen Sie mich ausreden! (Abg. Scheibner: Das hat ja nichts mit Demonstrationsfreiheit zu tun! – Abg. Wabl: Sie haben sich als Rassistin qualifiziert, Frau Partik-Pablé – und sonst nichts! Herr Scheibner, Sie sitzen neben einer Rassistin!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Frage!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Herr Bundesminister! Die jugoslawischen Staatsangehörigen in Österreich demonstrieren ja nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil permanent Bomben auf ihr Heimatland fallen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Frage!) Wir sind ja – Gott sei Dank! – von kriegerischen Ereignissen verschont, aber bei uns gibt es sehr viele Flüchtlinge und Familien, Menschen in Not aus dem Kosovo, aber auch aus Jugoslawien. (Rufe bei den Freiheitlichen: Frage! Frage!) Ich bekomme immer wieder, täglich, Klagen darüber, daß die Aufnahme von Flüchtlingen schleppend vor sich geht, daß die Erteilung von ...
Rufe bei den Freiheitlichen: Frage! Frage!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Herr Bundesminister! Die jugoslawischen Staatsangehörigen in Österreich demonstrieren ja nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil permanent Bomben auf ihr Heimatland fallen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Frage!) Wir sind ja – Gott sei Dank! – von kriegerischen Ereignissen verschont, aber bei uns gibt es sehr viele Flüchtlinge und Familien, Menschen in Not aus dem Kosovo, aber auch aus Jugoslawien. (Rufe bei den Freiheitlichen: Frage! Frage!) Ich bekomme immer wieder, täglich, Klagen darüber, daß die Aufnahme von Flüchtlingen schleppend vor sich geht, daß die Erteilung von ...
Abg. Dr. Krüger: Aber wenn sie gar nicht gehandhabt wird, ist es notwendig! – Anhaltende Rufe bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete, bitte um die Formulierung der Frage – auch wenn ich dabei bleibe, daß die Geschäftsordnung nicht von einer Fraktion durch Zurufe gehandhabt wird, sondern hier vom Präsidium aus. Aber ich bitte Sie jetzt um Ihre Frage. (Abg. Dr. Krüger: Aber wenn sie gar nicht gehandhabt wird, ist es notwendig! – Anhaltende Rufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Wir brauchen keinen Oberlehrer!
Ich bitte um Ruhe! (Abg. Haigermoser: Wir brauchen keinen Oberlehrer!) – Herr Abgeordneter Haigermoser, ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf für Kritik am Präsidium!
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das heißt also, mein Resümee als Innenminister ist, daß die Zusammenarbeit zwischen den politisch Verantwortlichen, den Rettungsorganisationen und den Exekutivkräften eine sehr, sehr gute gewesen ist und dazu beigetragen hat, menschliches Leid zu lindern. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das heißt also, es wäre ein echtes politisches Versäumnis, wenn wir nicht ab nächstem Jahr auf das digitale Funknetz umstellen würden, und ich erwarte mir eigentlich, daß von den politisch Verantwortlichen diese Zusatzfinanzierung sowohl für das Innenministerium, als auch für das Verteidigungsministerium, das Justizministerium und das Finanzministerium bewilligt wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Gaugg: Die Qualität der Autos hat sich auch verbessert! Airbags!
Mit 963 Verkehrstoten haben wir den bisherigen Tiefstand in Österreich erreicht, und das, obwohl es gegenüber den siebziger Jahren zu einer Verdoppelung der Zahl der Kraftfahrzeuge in Österreich gekommen ist und auch zu einem deutlichen Ausbau des Straßennetzes. Das ist erfreulich, und darauf können wir stolz sein. (Abg. Gaugg: Die Qualität der Autos hat sich auch verbessert! Airbags!) Trotzdem muß uns bewußt sein, Herr Abgeordneter, daß wir im internationalen Vergleich nach wie vor nachhinken. (Abg. Gaugg: Eben!)
Abg. Gaugg: Eben!
Mit 963 Verkehrstoten haben wir den bisherigen Tiefstand in Österreich erreicht, und das, obwohl es gegenüber den siebziger Jahren zu einer Verdoppelung der Zahl der Kraftfahrzeuge in Österreich gekommen ist und auch zu einem deutlichen Ausbau des Straßennetzes. Das ist erfreulich, und darauf können wir stolz sein. (Abg. Gaugg: Die Qualität der Autos hat sich auch verbessert! Airbags!) Trotzdem muß uns bewußt sein, Herr Abgeordneter, daß wir im internationalen Vergleich nach wie vor nachhinken. (Abg. Gaugg: Eben!)
Abg. Dr. Petrovic: Öffentlicher Verkehr wäre die Antwort!
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Ich glaube, man sollte diese zwei Zielsetzungen auseinanderhalten. Es gibt auf der einen Seite Erfordernisse, die den Komfort der Bürger, den Komfort der Autofahrer, den Komfort der Wirtschaft ermöglichen sollen, auf der anderen Seite aber ökologische Zielsetzungen, bei denen wir sehen, daß wir durch neue Motorengenerationen und andere Treibstoffe einen erheblichen Beitrag zur Erreichung des Kyoto-Zieles leisten können. Ich glaube jedoch nicht, daß es möglich ist, durch große Staueffekte den Eindruck zu erwecken, daß wir damit irgendein umweltpolitisches Problem lösen könnten. (Abg. Dr. Petrovic: Öffentlicher Verkehr wäre die Antwort!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Eine Vignettenpreiserhöhung steht im Augenblick überhaupt nicht zur Diskussion. Bei einer Inflation von 0,1 Prozent und stabilen Baupreisen ist es schwer rechtfertigbar, den Konsumenten ohne zusätzlichen Komfort eine Erhöhung zuzumuten. – Erster Punkt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe diese Änderung im Hinblick darauf zurückgestellt, daß wir zuerst die Bundesstraßenfinanzierungsregelung treffen müssen. Natürlich kümmern wir uns um diese regionalen Fragen in besonderer Weise und haben uns dafür auch schon mit allen erforderlichen Mitteln und Zahlen gewappnet. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stoisits verzichtet auf eine Zusatzfrage.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Danke, Herr Minister. – Frau Abgeordnete Stoisits? (Abg. Mag. Stoisits verzichtet auf eine Zusatzfrage.) – Nein.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Lassen Sie mich an dieser Stelle ausdrücklich festhalten: Ich habe kein Verständnis dafür, daß sich manche durch Abgaben- und Steuerhinterziehungen, durch die Umgehung von arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften Vorteile verschaffen können. Dagegen werde ich weiterhin ankämpfen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Nun, nach dem ersten Jahr des Nationalen Aktionsplans und anläßlich der Anpassung des Plans für das Jahr 1999 an die weiterentwickelten Leitlinien, können wir eine Zwischenbilanz über die ersten Erfahrungen mit dem NAP als Grundlage für beschäftigungspolitische Zielsetzungen ziehen. Dabei zeigt sich deutlich, daß der Nationale Aktionsplan der Beschäftigungspolitik in Österreich wichtige neue Impulse gegeben hat und damit auch eine neue Ära in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit begonnen hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Diese Feststellung, sehr geschätzte Damen und Herren, läßt sich auch durch Fakten untermauern. Im ersten Jahr der Geltung des NAP konnte die Zahl der unselbständig Beschäftigten um 30 000 gesteigert werden. Daß dabei vor allem die Frauenbeschäftigung anstieg, ist ein weiterer positiver Aspekt. Immerhin konnten bereits Ende 1998 rund 16 300 unselbständig beschäftigte Frauen mehr gezählt werden als Ende 1997. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Böhacker.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.
In diesen zusätzlichen Beschäftigungsverhältnissen sind auch Teilzeitbeschäftigte enthalten, in der Vollzeitäquivalenz liegen wir aber an erster Stelle innerhalb der Europäischen Union. Ich bekenne mich durchaus auch zur Sinnhaftigkeit von Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen und möchte sie nicht stigmatisiert sehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Neuerungen gibt es weiters im Bereich des lebensbegleitenden Lernens. Wir haben uns für den Begriff des lebensbegleitenden Lernens entschieden, weil lebenslanges Lernen unter Umständen etwas Bedrohliches ist und nicht als etwas Positives empfunden wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Dafür ist es aber auch notwendig, daß wir, wie im Nationalen Aktionsplan vorgesehen, die Kapazitäten bereitstellen, um 20 Prozent der Arbeitsuchenden in aktive Maßnahmen zu bringen. Wenn das, nur weil es tagespolitisch opportun erscheint, als "Schönen der Statistik" oder gar als "Verstecken von Arbeitslosen" hingestellt wird, dann negieren diejenigen, die das tun, die nachhaltigen Vermittlungserfolge dieser Maßnahmen, sie negieren aber auch die Bedürfnisse von arbeitsuchenden Menschen und stehen auf der falschen Seite. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es zeigt sich daher, sehr geschätzte Damen und Herren, daß wir mit dem Nationalen Aktions-plan für Beschäftigung und der Gesamtheit unserer österreichischen Beschäftigungspolitik auf dem richtigen, erfolgreichen Weg sind. – Ich bedanke mich für die bisherige Unterstützung auf diesem Weg und bitte auch um Ihre Unterstützung in weiterer Folge. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Herr Präsident! Hohes Haus! Geschätzte Kollegin! Einige Bemerkungen zum gegenständlichen Tagesordnungspunkt aus der Sicht des Bundesministeriums für wirtschaftliche Angelegenheiten. Zunächst eine Feststellung zur soziologischen Wirkung des NAP: Er hat jedenfalls dazu geführt, daß die Kooperation zwischen den drei hauptbeteiligten Ministerien, nämlich dem Bundesministerium für Soziales und Arbeit, jenem für Unterricht und meinem Haus, in einer Art und Weise intensiviert und verbessert wurde, bei der wir froh gewesen wären, wenn wir sie immer gehabt hätten, um auch das vorweg zu sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.
Lassen Sie mich zu einigen Punkten konkret Stellung nehmen. Zur Frage der Unternehmer. Der Punkt ist, wer in Österreich mehr Arbeit haben möchte, braucht auch mehr Arbeitgeber. Wer mehr Arbeitgeber haben möchte, braucht mehr selbständige Unternehmer. – Das ist eine Formel, die, so glaube ich, heute allenthalben akzeptiert wird. Das war aber nicht immer so. (Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Daraus folgt aber auch – ich komme noch darauf zu sprechen –, daß wir bei Sektorenanalysen sehen, in welchen Bereichen wir mehr Selbständige brauchen. Ich greife vor: Das wird vor allem im Bereich neuer Dienstleistungen sein und in Dienstleistungen am und für den Menschen. Da sind wir gefordert! Ich wiederhole: Wir haben die Direktoren von Caritas, Volksfürsorge und vom Roten Kreuz dazu eingeladen, uns eine Wunschliste von Berufen aus ihrer Sicht vorzulegen, damit wir die entsprechenden Rahmenbedingungen für mehr Berufe am und mit dem Menschen schaffen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Gaugg: Mit Statistiken kann man trefflich streiten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte nochmals wiederholen, wir liegen im EU-Vergleich betreffend Schaffung neuer Unternehmensbilder außerordentlich gut. Im EU-Schnitt liegt das Wachstum der Zahl der Selbständigen bei 0,3 Prozent, Österreich liegt mit 1 Prozent Wachstum im letzten Jahr aber deutlich und vielfach über dem EU-Schnitt. (Abg. Gaugg: Mit Statistiken kann man trefflich streiten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: Warum wird sie von Fachleuten kritisiert und nicht von Zeitungen?
Ich biete Ihnen gerne an, mit den Studienautoren, die wir in beiden Bereichen eingesetzt haben, in einen Dialog zu treten, und rate Ihnen, nicht auf Zeitungsartikel zu hören. Die Studie der Wirtschaftsuniversität weist deutlich nach (Abg. Gaugg: Warum wird sie von Fachleuten kritisiert und nicht von Zeitungen?), daß es im letzten Jahr 20 400 echte Neugründungen gab. Die Studie "Synthesis" weist deutlich nach, daß es 37 000 neue Betriebsstätten, die Arbeitgeber wurden, gibt. Diese Zahlen kann man nicht negieren! (Abg. Haigermoser: Halleluja! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Halleluja! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich biete Ihnen gerne an, mit den Studienautoren, die wir in beiden Bereichen eingesetzt haben, in einen Dialog zu treten, und rate Ihnen, nicht auf Zeitungsartikel zu hören. Die Studie der Wirtschaftsuniversität weist deutlich nach (Abg. Gaugg: Warum wird sie von Fachleuten kritisiert und nicht von Zeitungen?), daß es im letzten Jahr 20 400 echte Neugründungen gab. Die Studie "Synthesis" weist deutlich nach, daß es 37 000 neue Betriebsstätten, die Arbeitgeber wurden, gibt. Diese Zahlen kann man nicht negieren! (Abg. Haigermoser: Halleluja! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir haben ein Beschäftigungswachstum zu verzeichnen. Wie die Frau Ministerin gesagt hat: Wir hatten noch nie mehr unselbständig Beschäftigte, und der Wachstumspfad ist klar vorgezeichnet. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, daß wir aus zwei Gründen eine Fortsetzung dieser Gründungswelle der Selbständigen erwarten können: Das erste ist die Erfüllung eines großen Anliegens, nämlich der Begünstigung der Betriebsübernahme. Die jetzt in der Steuerreform vorgesehene Regelung wird durch Erleichterungen bei der Betriebsübernahme zu einem großen Innovationsschub, einer neuen Unternehmergeneration führen, ich bin sicher, zu einer Unternehmergeneration, die weiß, was der Job Holder Value gerade für dauernd beschäftigte und gut bezahlte Mitarbeiter bedeutet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch eine letzte Bemerkung: Auch "better regulation", eine wirksamere Regulierung spielt eine Rolle. Ich möchte ausdrücklich erwähnen: Es wurde gestern auch die elektronische Gewerbeanmeldung für alle nicht auf Befähigungsnachweisen basierenden Gewerbe zur Begutachtung ausgeschickt. Das betrifft rund 800 Berufe. Diese können und sollen künftig, nach Inkrafttreten, von zu Hause aus gewerbemäßig angemeldet werden. Das ist eine Regelung, die an Deregulierung nicht mehr zu überbieten ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Hohes Haus! Ein zweiter Bereich, für den mein Haus die Verantwortung trägt, ist die wichtige Rolle des dualen Ausbildungssystems bei der Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit. Ich meine, aufgrund der Erfahrungen mit dem NAP, mit dem Auffangsystem, mit den neuen Lehrberufen und mit der Begünstigung für lehrlingsausbildende Betriebe wurden die Freibeträge und die vorgesehene Verbesserung im steuerlichen System sichergestellt, sodaß es mehrere Tausend junge Beschäftigte in neuen Berufen gibt. Ich darf Ihnen ankündigen, daß wir noch vor dem Sommer ein Bündel von neuen Lehrberufen in die Realität umsetzen werden, sodaß wir weiterhin den Pfad der Stabilisierung der Jugendbeschäftigung beschreiten werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Drittens: Wenn wir diese Vierjahresperspektive bieten, dann muß es auch möglich sein, vernünftigere Winterbauarbeitsprogramme zusammenzubringen, wodurch zum Beispiel im Innenbau die hohen saisonalen Arbeitslosenraten im Baunebengewerbe reduziert werden können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Hohes Haus! Es gibt viele Komponenten, bei denen wir uns gemeinsam anstrengen müssen, um der österreichischen Bevölkerung und jenen Österreichern, die auf Arbeit warten, sich in der Arbeit verändern oder sichere Arbeitsplätze haben wollen, Perspektiven zu bieten. Dazu dient der NAP, und ich glaube, daß er sich als ein sehr geeignetes Instrument erwiesen hat. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Sie sprechen gegen Prinzhorn! – Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Es wurde heute von Ihnen in Ihren Erklärungen gesagt, der Nationale Aktionsplan für Beschäftigung wäre eine neue Form der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Wenn es Ihnen genügt, Papier zu erzeugen, um Allgemeinplätze zu formulieren, dann mag das für Sie ausreichend sein. (Ruf bei der ÖVP: Sie sprechen gegen Prinzhorn! – Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Irritierend, Frau Bundesministerin, ist Ihre Aussage, daß Erwerbsarbeit die Voraussetzung für wirtschaftlichen Reichtum sei. – Frau Bundesministerin! Wenn das tatsächlich Ihre Überzeugung ist, dann muß ich sagen, Sie verschließen vor der Realität die Augen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn es geht den Beschäftigten in Österreich schon längst nicht mehr um das Schaffen von Reichtum, sondern um ihren täglichen Überlebenskampf aufgrund Ihres Versagens in der Sozial- und Einkommenspolitik der vergangenen Jahre. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Irritierend, Frau Bundesministerin, ist Ihre Aussage, daß Erwerbsarbeit die Voraussetzung für wirtschaftlichen Reichtum sei. – Frau Bundesministerin! Wenn das tatsächlich Ihre Überzeugung ist, dann muß ich sagen, Sie verschließen vor der Realität die Augen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn es geht den Beschäftigten in Österreich schon längst nicht mehr um das Schaffen von Reichtum, sondern um ihren täglichen Überlebenskampf aufgrund Ihres Versagens in der Sozial- und Einkommenspolitik der vergangenen Jahre. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie den Abbau von Zehntausenden Arbeitslosen in der Statistik zum Anlaß nehmen, von einer Trendwende zu sprechen, aber genau wissen, daß wir in Wirklichkeit ein rapides Ansteigen der Zahl der Arbeitslosen, der Zahl der Minderbeschäftigten und jener mit Mindereinkommen haben, dann wird es umso schwieriger, mit Ihnen darüber überhaupt noch zu diskutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesministerin Hostasch: Bitte?
Das stellt letztlich ein Versagen der Regierung dar, die seitens des Finanzministeriums 1995 den klaren Auftrag erhalten hat, daß das Sozialministerium Einsparungen in der Größenordnung von etwa 45 Milliarden Schilling vornehmen muß. Diese 45 Milliarden Schilling, Frau Ministerin, haben Sie weit verfehlt. Lediglich Leistungskürzungen gegenüber den Sozialempfängern wurden eingeführt, aber in Ihrem eigenen Bereich kommt es zu einer unsagbaren Personalvermehrung. (Bundesministerin Hostasch: Bitte?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Ministerin! Durch die Ausgliederung des Arbeitsmarktservices haben Sie keinen Arbeitsplatz weniger, Sie haben ihn nur nicht mehr in der Statistik! Bezahlen müssen die Steuerzahler in Österreich noch immer, was dort aufgeführt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Beim Job-Coaching schleusen Sie etwa 40 000 Arbeitslose durch. Das verschönt Ihre Arbeitslosenstatistik im Schnitt um 7 000 jährlich und kostet den Steuerzahler 342 Millionen Schilling. Sie haben in den letzten Jahren keinen einzigen echten Arbeitsplatz geschaffen, sondern die Arbeitsplätze, die heute zur Verfügung stehen, sind letztlich darauf zurückzuführen, daß es in den letzten Jahren ein Sozialdumping und ein Einkommensdumping bei den Arbeitnehmern gegeben hat, Frau Ministerin! (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Und all das bei der geringsten Inflation der jüngeren Geschichte, bei einem guten Wachstum von 2,5 Prozent und unter den Augen der sogenannten Arbeitnehmervertretung.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Kennst du unseren Kollektivvertrag? Kennst du unseren Kollektivvertrag? Kennst du unseren Kollektivvertrag?
Die Arbeiterkammer reduziert sich sowieso auf Gesetzesgutachten, und der Österreichische Gewerkschaftsbund schlummert vor sich hin, denn die Vertreter sitzen seit Jahrzehnten in der Regierung, und daher dürfen sie nicht angreifen und nicht attackieren. Lieber Kollege Nürnberger! Ich muß schon sagen, es ist eine einzige Enttäuschung, was der Österreichische Gewerkschaftsbund in den letzten Jahren für die österreichischen Arbeitnehmer erzielen konnte! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Kennst du unseren Kollektivvertrag? Kennst du unseren Kollektivvertrag? Kennst du unseren Kollektivvertrag?)
Abg. Koppler: Kennst du unseren Kollektivvertrag?
Wenn heute leitende Funktionäre von Ihnen ständig nur argumentieren, warum etwas schlechter ist, dann kann das nicht Gewerkschaftspolitik sein! Gehen Sie endlich einmal in die Offensive! Sie haben dazu die Möglichkeiten, Sie hätten die Möglichkeiten dazu! (Abg. Koppler: Kennst du unseren Kollektivvertrag?) – Koppler, nicht du! (Abg. Koppler: Du hast keine Ahnung! Du hast überhaupt keine Ahnung! Kennst du unseren Kollektivvertrag?)
Abg. Koppler: Du hast keine Ahnung! Du hast überhaupt keine Ahnung! Kennst du unseren Kollektivvertrag?
Wenn heute leitende Funktionäre von Ihnen ständig nur argumentieren, warum etwas schlechter ist, dann kann das nicht Gewerkschaftspolitik sein! Gehen Sie endlich einmal in die Offensive! Sie haben dazu die Möglichkeiten, Sie hätten die Möglichkeiten dazu! (Abg. Koppler: Kennst du unseren Kollektivvertrag?) – Koppler, nicht du! (Abg. Koppler: Du hast keine Ahnung! Du hast überhaupt keine Ahnung! Kennst du unseren Kollektivvertrag?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Koppler! Jeder andere in diesem Raum hat mehr Recht als du, denn ich kann nur eines sagen: Du bist ein großer Vorsitzender ohne Arbeitnehmer, denn letztlich sind deine Arbeitnehmer auf der Straße, aber du hast den Job des Betriebsratsvorsitzenden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Kennst du unseren Kollektivvertrag? – Abg. Dr. Krüger: Gib es zu! Ein Geständnis ist ein Milderungsgrund! – Abg. Koppler: Dann nehme ich mir dich als Anwalt!
Es wird jahrelang davon gesprochen, es muß zur Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau kommen. (Abg. Koppler: Kennst du unseren Kollektivvertrag? – Abg. Dr. Krüger: Gib es zu! Ein Geständnis ist ein Milderungsgrund! – Abg. Koppler: Dann nehme ich mir dich als Anwalt!) – Herr Abgeordneter Koppler! Gerade deine Partei ist es, die ständig die Forderung nach Gleichstellung von Mann und Frau erhebt. (Abg. Koppler: Kennst du unseren Kollektivvertrag?) – Natürlich, selbstverständlich!
Abg. Koppler: Kennst du unseren Kollektivvertrag?
Es wird jahrelang davon gesprochen, es muß zur Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau kommen. (Abg. Koppler: Kennst du unseren Kollektivvertrag? – Abg. Dr. Krüger: Gib es zu! Ein Geständnis ist ein Milderungsgrund! – Abg. Koppler: Dann nehme ich mir dich als Anwalt!) – Herr Abgeordneter Koppler! Gerade deine Partei ist es, die ständig die Forderung nach Gleichstellung von Mann und Frau erhebt. (Abg. Koppler: Kennst du unseren Kollektivvertrag?) – Natürlich, selbstverständlich!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber noch einmal: Die Gleichstellung von Mann und Frau beim Einkommen ist eine jahrelange Forderung der Sozialdemokratischen Partei. Wenn die Sozialdemokratische Partei in die Regierung kommen wird, dann wird sie all das umsetzen, so hat es immer geheißen. – Ich frage mich: Wozu sitzen Sie in der Regierung, wenn Sie nicht in der Lage sind, Ihre eigenen Forderungen umzusetzen? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da gibt es die OMV, die sich durch hohe Benzinpreise auszeichnet, in der man bis zu 100 und 120 Prozent mehr verdient als der durchschnittliche Arbeitnehmer in unserem Land. Auch da schaut die Sozialdemokratische Partei zu – natürlich zum Wohlgefallen des Koalitionspartners, weil man in einer Zwangsgemeinschaft hockt, die man nicht ohne weiteres auflösen kann, weil man Verpflichtungen eingegangen ist, aber nicht gegenüber den Staatsbürgern, nicht gegenüber den Beschäftigten, sondern ausschließlich zum Selbsterhalt dieser politischen Kaste, die Sie hier darstellen. Letztlich steht für Sie doch nur das Überleben im Vordergrund, statt daß Sie endlich einmal Initiativen setzen, die es ermöglichen, den Beschäftigten ein menschengerechtes Dasein zu sichern. Das würde ich mir von Ihnen erwarten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: So ein Schmarr’n! – Abg. Dr. Krüger – in Richtung des Abg. Koppler –: Heute kannst du dein Gewissen erleichtern! – Abg. Koppler: So ein Schmarr’n!
Es tritt nicht etwa deshalb eine Besserung ein, weil es zu einer wirtschaftlichen Besserstellung in unserem Land kommt. Eine wirtschaftliche Besserstellung in unserem Land ist nicht möglich, weil diese Regierung eine verfehlte Politik verfolgt. Das ist der Grund dafür, warum wir heute mit diesem Problem dastehen und krampfhaft nach neuen Lösungen suchen müssen! Sie drucken dicke Papiere, statt daß Sie in die Praxis gehen und für die Menschen Arbeit schaffen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: So ein Schmarr’n! – Abg. Dr. Krüger – in Richtung des Abg. Koppler –: Heute kannst du dein Gewissen erleichtern! – Abg. Koppler: So ein Schmarr’n!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Annemarie Reitsamer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es tut Ihnen von den Freiheitlichen schon sehr weh, mit den Erfolgen der Regierungsparteien umzugehen. Aber daß es Ihnen so weh tut, wie uns die vorige Rede gezeigt hat, hätte ich mir eigentlich nicht gedacht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg: Sogar das ist falsch! 9 132!
Der Nationale Aktionsplan für Beschäftigung hat ein Jahr Bewährungsprobe hinter sich. Die Arbeitsmarktlage in Österreich hat sich verbessert. Wir haben an die 30 000 Beschäftigte mehr, davon mehr als 16 300 Frauen. Die Anzahl der Arbeitslosen ist um 9 600 gesunken. (Abg. Gaugg: Sogar das ist falsch! 9 132!)
Bundesministerin Hostasch: Milliarden!
Ein Jahr Nationaler Aktionsplan für Beschäftigung, die Erhöhung der Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik um 36 Prozent auf 11 Millionen – immerhin hat die Vergangenheit gezeigt, daß die Wiedereingliederungsquote ... (Bundesministerin Hostasch: Milliarden!) – Entschuldigung, da habe ich mich versprochen. Natürlich: 11 Milliarden.
Abg. Dr. Kier: Das machen andere auch, das muß man zugeben! – Abg. Dr. Graf: So macht das die SPÖ!
Auch die verstärkte Integration älterer Arbeitnehmer wurde eingefordert. – Dazu kann ich nur sagen: "No na!" Oft wird von der Opposition dann, wenn von uns angekündigt wird, daß etwas kurz vor der Präsentation steht, das noch schnell gefordert, und man sagt hinterher: Dank unserer Forderung ist das so geschehen! (Abg. Dr. Kier: Das machen andere auch, das muß man zugeben! – Abg. Dr. Graf: So macht das die SPÖ!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Sie hat die Redezeit nicht ausgenützt, sie hätte ohnehin noch Zeit gehabt! Es ist ihr aber nichts mehr eingefallen!
Aus Zeitgründen kann ich mich leider nicht mehr mit der Novelle zum Arbeitslosenversicherungsgesetz beschäftigen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Sie hat die Redezeit nicht ausgenützt, sie hätte ohnehin noch Zeit gehabt! Es ist ihr aber nichts mehr eingefallen!)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sie werden sich nicht darüber wundern, daß wir in keinen Jubel ausbrechen, wenn wir mit dem sogenannten Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung konfrontiert sind. Dies nicht deswegen, weil wir es nicht für notwendig halten, daß in diesem Bereich etwas geschieht, sondern weil wir der Meinung sind, daß das, was als Nationaler Aktionsplan dargestellt wird und uns auch heute präsentiert wurde, strukturell und qualitätsmäßig daneben liegt. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Bundesministerin Hostasch: Er kommt gleich zurück!
Die beiden Erklärungen der Regierungsmitglieder haben das in ihrem Kontrast sehr deutlich gemacht. Ich möchte mich bei Herrn Bundesminister Farnleitner für seine Ehrlichkeit bedanken, weil er deutlich gesagt hat: "Es ist ein psychologisches Instrument." – Herr Bundesminister Farnleitner ist leider im Moment nicht da. (Bundesministerin Hostasch: Er kommt gleich zurück!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Stummvoll: Einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ist es daher redlich, einen Fernsehspot zu schalten, in dem der Bundeskanzler dargestellt wird? – Zuerst wird in diesem Spot eine arbeitslose junge Frau gezeigt – auf den Fernsehschirmen in grauen Tönen dargestellt –, dann hält der Bundeskanzler eine pastorale Rede – ich nenne es einmal so –, eine eher predigthafte Rede, und anschließend sieht man wieder diese junge Frau, nun in Farbe, an einem Arbeitsplatz in der Telekom-Branche. – Da sage ich: Wunderbar! Ich freue mich für diese Person, falls das nicht nur gestellt gewesen sein sollte, aber das ist nicht das Ergebnis des Nationalen Aktionsplanes für Beschäftigung, sondern der Liberalisierung im Bereich der Telekom! Das ist der Grund! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Stummvoll: Einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Sagen Sie einfach: "erfolgreiche Wirtschaftspolitik"! – Abg. Gaugg – in Richtung ÖVP –: Monopole, Monopole, wo immer man schaut! Nicht mit fremden Federn schmücken! Das ist eher der Zufallsgenerator! Privaten, Selbständigen wirft man nur Prügel vor die Füße!
Ja, aber das ist kein Element des NAP! Entschuldigen Sie vielmals, der Nationale Aktionsplan für Beschäftigung hat mit der Europäischen Union nur indirekt zu tun. Er ist dort auch implementiert, aber die Effekte einer Marktöffnung im Bereich des Telefonwesens sind kein Ergebnis des NAP! (Abg. Dr. Stummvoll: Sagen Sie einfach: "erfolgreiche Wirtschaftspolitik"! – Abg. Gaugg – in Richtung ÖVP –: Monopole, Monopole, wo immer man schaut! Nicht mit fremden Federn schmücken! Das ist eher der Zufallsgenerator! Privaten, Selbständigen wirft man nur Prügel vor die Füße!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Staatsfernsehen!
Daher finde ich diese Art von Öffentlichkeitsarbeit überhaupt nicht lustig. Sie hat nämlich noch eine zweite Seite, die Schattenseite: Das, was da passiert, kostet Hunderte Millionen! Doppelseitige Inserate in allen Zeitungen, Fernsehspots rund um die Uhr! (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Staatsfernsehen!) Das ist für die psychologische Befindlichkeit dem Grunde nach alles wichtig, aber ob das gleichzeitig in eine Selbstdarstellung von Regierungsmitgliedern umgewandelt werden muß, die höchstpersönlich – ich meine jetzt den Bundeskanzler – mit diesen Dingen ja nur peripher etwas zu tun haben – ich betone: nur sehr peripher! –, das weiß ich nicht.
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher kann ich nur sagen: Die Zahlen, die Sie genannt haben – die plus 100 000, Frau Bundesminister –, haben wir ja lange vor dem NAP durch eine Wifo-Studie kennengelernt. Das ist ja keineswegs ein Ergebnis des NAP, sondern der NAP hat sich auf diese Welle wie ein Wellenreiter draufgesetzt! Das Wifo hat prognostiziert: plus 100 000 an Beschäftigung. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Die Einverleibungsgebühr!
Es ist nämlich um die Frage gegangen: Wie hoch ist das Aufkommen aus den Eintragungsgebühren? – All die Leute, die ein Gewerbe haben, einen Betrieb gründen, müssen ja dafür eine Eintrittsgebühr bezahlen. Sie wissen das. Und die Wirtschaftskammer weigert sich bis heute, als ihren Beitrag zu einer Forcierung der neuen Selbständigen, der Gründungsmöglichkeiten, wenigstens die Eintragungsgebühr vorübergehend auszusetzen (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Die Einverleibungsgebühr!), die sogenannte frühere Einverleibungsgebühr auszusetzen, weil sie nach wie vor so tut, als ob sie ein nobler Golfklub wäre, bei dem man eine hohe Gebühr zahlen muß, damit man dort Mitglied sein darf.
Abg. Haigermoser: Unsere Anträge haben sie alle abgelehnt in der Kammer!
Zumindest das Aussetzen der Einverleibungsgebühr hätte ich mir gewünscht. Und ich hoffe, daß einer der Redner der Wirtschaftskammer, der heute hier das Wort ergreifen wird, uns heute vielleicht von diesem Pult aus das Versprechen zuruft: Wir sind bereits so weit, wir werden die Eintragungsgebühr zumindest aussetzen! (Abg. Haigermoser: Unsere Anträge haben sie alle abgelehnt in der Kammer!) Ja, aber vielleicht ist das in der Öffentlichkeit anders, denn wir haben ja von Bundesminister Farnleitner gehört, die psychologische Befindlichkeit ist wichtig. Ich sage Ihnen, die psychologische Befindlichkeit von Unternehmensgründern würde sich unglaublich verbessern, wenn sie sich diese Gebühr ersparen könnten. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zumindest das Aussetzen der Einverleibungsgebühr hätte ich mir gewünscht. Und ich hoffe, daß einer der Redner der Wirtschaftskammer, der heute hier das Wort ergreifen wird, uns heute vielleicht von diesem Pult aus das Versprechen zuruft: Wir sind bereits so weit, wir werden die Eintragungsgebühr zumindest aussetzen! (Abg. Haigermoser: Unsere Anträge haben sie alle abgelehnt in der Kammer!) Ja, aber vielleicht ist das in der Öffentlichkeit anders, denn wir haben ja von Bundesminister Farnleitner gehört, die psychologische Befindlichkeit ist wichtig. Ich sage Ihnen, die psychologische Befindlichkeit von Unternehmensgründern würde sich unglaublich verbessern, wenn sie sich diese Gebühr ersparen könnten. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn wir heute hier eine Debatte über den Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung führen, Herr Kollege Kier, dann – das sage ich Ihnen ganz offen – ist es mir völlig egal, ob die Erfolge der Wirtschafts- und Sozialpolitik in diesem Lande auf den NAP zurückzuführen sind oder generell auf eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik dieser Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Kier: Da wird aber der NAP bejubelt und nicht die sonstige Politik!
Da ziehe ich mich nicht auf Formalargumente zurück (Abg. Dr. Kier: Da wird aber der NAP bejubelt und nicht die sonstige Politik!), sondern ich werde Ihnen als einer, der in diesem Haus dafür bekannt ist, daß er gewisse Maßnahmen der Regierung sehr kritisch sieht, dafür bekannt ist, daß er nicht den Weihrauchkessel schwingt (Abg. Haigermoser: Du bist doch der Superministrant da! – Abg. Dr. Ofner: Das darf nicht wahr sein! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), Herr Kollege Haigermoser, werde ich Ihnen einige Daten und Fakten nennen, die beweisen, daß diese Bundesregierung eine durchaus erfolgreiche Wirtschafts- und Sozialpolitik betreibt. (Abg. Mag. Schweitzer: Wie kann man sich denn selbst so ein Zeugnis ausstellen?)
Abg. Haigermoser: Du bist doch der Superministrant da! – Abg. Dr. Ofner: Das darf nicht wahr sein! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Da ziehe ich mich nicht auf Formalargumente zurück (Abg. Dr. Kier: Da wird aber der NAP bejubelt und nicht die sonstige Politik!), sondern ich werde Ihnen als einer, der in diesem Haus dafür bekannt ist, daß er gewisse Maßnahmen der Regierung sehr kritisch sieht, dafür bekannt ist, daß er nicht den Weihrauchkessel schwingt (Abg. Haigermoser: Du bist doch der Superministrant da! – Abg. Dr. Ofner: Das darf nicht wahr sein! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), Herr Kollege Haigermoser, werde ich Ihnen einige Daten und Fakten nennen, die beweisen, daß diese Bundesregierung eine durchaus erfolgreiche Wirtschafts- und Sozialpolitik betreibt. (Abg. Mag. Schweitzer: Wie kann man sich denn selbst so ein Zeugnis ausstellen?)
Abg. Mag. Schweitzer: Wie kann man sich denn selbst so ein Zeugnis ausstellen?
Da ziehe ich mich nicht auf Formalargumente zurück (Abg. Dr. Kier: Da wird aber der NAP bejubelt und nicht die sonstige Politik!), sondern ich werde Ihnen als einer, der in diesem Haus dafür bekannt ist, daß er gewisse Maßnahmen der Regierung sehr kritisch sieht, dafür bekannt ist, daß er nicht den Weihrauchkessel schwingt (Abg. Haigermoser: Du bist doch der Superministrant da! – Abg. Dr. Ofner: Das darf nicht wahr sein! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), Herr Kollege Haigermoser, werde ich Ihnen einige Daten und Fakten nennen, die beweisen, daß diese Bundesregierung eine durchaus erfolgreiche Wirtschafts- und Sozialpolitik betreibt. (Abg. Mag. Schweitzer: Wie kann man sich denn selbst so ein Zeugnis ausstellen?)
Beifall bei der ÖVP.
Denn eines sage ich auch: Die Volkspartei – diese historische Anmerkung sei erlaubt – hat sich zu dem Grundsatz "Wirtschaft schafft Arbeit" schon zu einem Zeitpunkt bekannt, zu dem andere Fraktionen hier im Hohen Haus noch das Schuldenmachen als beste Arbeitsplatzsicherung bezeichnet haben, Herr Kollege Kier. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?
Daß die Herausforderungen im Bereich Arbeitsplätze und Beschäftigung so groß sind wie noch nie, Herr Kollege Kier, das wissen Sie selber auch. Wir haben drei große Megatrends: Es gibt eine politische Neugestaltung Europas. (Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?) Wir haben eine Explosion im Bereich der Telekommunikation. (Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?) Und wir haben eine totale Liberalisierung der Kapitalmärkte mit dem Ergebnis, daß das investive Kapital sehr rasch dorthin wandert, wo die günstigsten Voraussetzungen zum Investieren sind. (Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?) Das sind also drei gewaltige Trends. So weit, so gut.
Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?
Daß die Herausforderungen im Bereich Arbeitsplätze und Beschäftigung so groß sind wie noch nie, Herr Kollege Kier, das wissen Sie selber auch. Wir haben drei große Megatrends: Es gibt eine politische Neugestaltung Europas. (Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?) Wir haben eine Explosion im Bereich der Telekommunikation. (Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?) Und wir haben eine totale Liberalisierung der Kapitalmärkte mit dem Ergebnis, daß das investive Kapital sehr rasch dorthin wandert, wo die günstigsten Voraussetzungen zum Investieren sind. (Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?) Das sind also drei gewaltige Trends. So weit, so gut.
Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?
Daß die Herausforderungen im Bereich Arbeitsplätze und Beschäftigung so groß sind wie noch nie, Herr Kollege Kier, das wissen Sie selber auch. Wir haben drei große Megatrends: Es gibt eine politische Neugestaltung Europas. (Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?) Wir haben eine Explosion im Bereich der Telekommunikation. (Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?) Und wir haben eine totale Liberalisierung der Kapitalmärkte mit dem Ergebnis, daß das investive Kapital sehr rasch dorthin wandert, wo die günstigsten Voraussetzungen zum Investieren sind. (Abg. Dr. Kier: Was hat das mit dem NAP zu tun?) Das sind also drei gewaltige Trends. So weit, so gut.
Abg. Smolle: Was hat das mit dem NAP zu tun?
Erstes Beispiel einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik: Wenn gestern eine Inflationsrate von 0,3 Prozent bekanntgegeben wurde, die geringste seit Jahrzehnten, dann heißt das erfolgreiche Wirtschaftspolitik (Abg. Smolle: Was hat das mit dem NAP zu tun?), heißt das harte Währung, harter Euro – und das heißt Beschäftigungssicherung und wirtschaftliche Stabilität. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Erstes Beispiel einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik: Wenn gestern eine Inflationsrate von 0,3 Prozent bekanntgegeben wurde, die geringste seit Jahrzehnten, dann heißt das erfolgreiche Wirtschaftspolitik (Abg. Smolle: Was hat das mit dem NAP zu tun?), heißt das harte Währung, harter Euro – und das heißt Beschäftigungssicherung und wirtschaftliche Stabilität. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kier: Das hat es ja vorher auch schon gegeben, oder? Was hat das mit dem NAP zu tun?
Ich sage Ihnen als zweites Beispiel die Daten des Arbeitsmarktes – bei aller Problematik internationaler Vergleiche. Wenn wir eine halb so hohe Arbeitslosenrate wie der EU-Durchschnitt haben, Herr Kollege Kier, dann ist das das Ergebnis erfolgreicher Wirtschafts- und Sozialpolitik. (Abg. Dr. Kier: Das hat es ja vorher auch schon gegeben, oder? Was hat das mit dem NAP zu tun?) Das können Sie nicht leugnen, Herr Kollege Kier.
Abg. Dr. Kier: Es flüchtet hauptsächlich!
Viertes Beispiel: Ich habe vorhin davon gesprochen, daß wir heute in einer Zeit leben, in der das investive Kapital so mobil ist wie noch nie und sehr rasch dorthin wandert, wo es die günstigsten Voraussetzungen zum Investieren gibt. (Abg. Dr. Kier: Es flüchtet hauptsächlich!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kier
Schauen wir uns, Herr Kollege Kier, die Entwicklung der Auslandsinvestitionen in Österreich an. Ausländische Investoren investieren in Arbeitsplätze in Österreich: 1991 4 Milliarden (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kier) – machen Sie nicht dauernd unsinnige Zwischenrufe! –, 1996 40 Milliarden, 1998 73 Milliarden. Das ist ein neuer Rekordstand! Und die ausländischen Investoren, die in Österreich investieren, schauen sich genau die Standorte an, wo sie investieren wollen.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das sind Beweise einer überaus erfolgreichen Wirtschafts- und Sozialpolitik. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Meine Damen und Herren, daran können auch noch so laute Zwischenrufe nichts ändern. Ich kenne Ihre Haltung: Je schwächer die Argumente, desto lauter Ihre Zwischenrufe, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das sind Beweise einer überaus erfolgreichen Wirtschafts- und Sozialpolitik. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Meine Damen und Herren, daran können auch noch so laute Zwischenrufe nichts ändern. Ich kenne Ihre Haltung: Je schwächer die Argumente, desto lauter Ihre Zwischenrufe, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Der Redner stellt eine Schautafel vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Mag. Schweitzer: Wir sehen das nicht! – Abg. Haigermoser: Herr Generalsekretär, wir wollen das auch sehen!
Lassen Sie mich als fünfte Kennzahl die Anzahl der Unternehmensneugründungen in den letzten sechs Jahren nennen – ich habe sie auch graphisch darstellen lassen, meine Damen und Herren –, weil wir wissen, daß neue Unternehmer neue Arbeitsplätze schaffen. (Der Redner stellt eine Schautafel vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Mag. Schweitzer: Wir sehen das nicht! – Abg. Haigermoser: Herr Generalsekretär, wir wollen das auch sehen!) – Ich werde es Ihnen gleich erläutern, Herr Kollege Haigermoser. Sie können ja zuhören. (Abg. Dr. Kier: Je schwächer die Argumente, desto größer die Tafeln!)
Abg. Dr. Kier: Je schwächer die Argumente, desto größer die Tafeln!
Lassen Sie mich als fünfte Kennzahl die Anzahl der Unternehmensneugründungen in den letzten sechs Jahren nennen – ich habe sie auch graphisch darstellen lassen, meine Damen und Herren –, weil wir wissen, daß neue Unternehmer neue Arbeitsplätze schaffen. (Der Redner stellt eine Schautafel vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Mag. Schweitzer: Wir sehen das nicht! – Abg. Haigermoser: Herr Generalsekretär, wir wollen das auch sehen!) – Ich werde es Ihnen gleich erläutern, Herr Kollege Haigermoser. Sie können ja zuhören. (Abg. Dr. Kier: Je schwächer die Argumente, desto größer die Tafeln!)
Beifall bei der ÖVP
In den drei Jahren 1993, 1994, 1995 wurden im Durchschnitt rund 14 000 neue Unternehmen in Österreich gegründet (Beifall bei der ÖVP), in den letzten drei Jahren 1996, 1997, 1998 im Durchschnitt 20 000. Jedes Jahr 20 000 neue Unternehmen in Österreich! Das ist erfolgreiche Wirtschaftspolitik, meine Damen und Herren, gar keine Frage. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut die Pleitenstatistik aus?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut die Pleitenstatistik aus?
In den drei Jahren 1993, 1994, 1995 wurden im Durchschnitt rund 14 000 neue Unternehmen in Österreich gegründet (Beifall bei der ÖVP), in den letzten drei Jahren 1996, 1997, 1998 im Durchschnitt 20 000. Jedes Jahr 20 000 neue Unternehmen in Österreich! Das ist erfolgreiche Wirtschaftspolitik, meine Damen und Herren, gar keine Frage. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Wie schaut die Pleitenstatistik aus?)
Abg. Haigermoser: Da muß sogar der Herr Minister lachen!
Allein die ABA, die Austrian Business Agency, hat 72 Unternehmen nach Österreich gebracht, 72 Unternehmen mit hochqualifizierten 3 700 Arbeitsplätzen! Das ist erfolgreiche Wirtschafts- und Sozialpolitik, Herr Kollege Schweitzer. (Abg. Haigermoser: Da muß sogar der Herr Minister lachen!)
Abg. Dr. Kier: Das hat ja nichts mit dem NAP zu tun!
Ein sechstes Faktum, die Exportentwicklung: Jeder zweite Arbeitsplatz in Österreich hängt vom Export ab. Ich nenne nur als ein Beispiel die Exporte nach Osteuropa: Im Jahre 1997 gab es einen Handelsbilanzüberschuß von 37 Milliarden, im Vorjahr einen Handelsbilanzüberschuß von 30 Milliarden. Das heißt also: in zwei Jahren 67 Milliarden Schilling Handelsbilanzüberschuß mit Exporten nach Osteuropa! (Abg. Dr. Kier: Das hat ja nichts mit dem NAP zu tun!) Das ist erfolgreiche Wirtschafts- und Sozialpolitik, meine Damen und Herren. Diese Fakten und Daten lassen sich nicht widerlegen, auch nicht dann, wenn Sie noch so laute Zwischenrufe machen, Herr Kollege Kier. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Peter: Diese Lobhudelei wird schön langsam peinlich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Peter: Diese Lobhudelei wird schön langsam peinlich!
Ein sechstes Faktum, die Exportentwicklung: Jeder zweite Arbeitsplatz in Österreich hängt vom Export ab. Ich nenne nur als ein Beispiel die Exporte nach Osteuropa: Im Jahre 1997 gab es einen Handelsbilanzüberschuß von 37 Milliarden, im Vorjahr einen Handelsbilanzüberschuß von 30 Milliarden. Das heißt also: in zwei Jahren 67 Milliarden Schilling Handelsbilanzüberschuß mit Exporten nach Osteuropa! (Abg. Dr. Kier: Das hat ja nichts mit dem NAP zu tun!) Das ist erfolgreiche Wirtschafts- und Sozialpolitik, meine Damen und Herren. Diese Fakten und Daten lassen sich nicht widerlegen, auch nicht dann, wenn Sie noch so laute Zwischenrufe machen, Herr Kollege Kier. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Peter: Diese Lobhudelei wird schön langsam peinlich!)
Abg. Dr. Kier: Zur Sache! Zur Sache!
Der Umstand, daß das alles erfolgreiche Daten sind, hindert mich nicht daran, aufzuzeigen, daß wir noch gewaltige Herausforderungen für die Zukunft zu bewältigen haben: etwa im Bereich Bürokratieabbau oder im Bereich Lohnnebenkosten, gar keine Frage, auch im Bereich Bildung. (Abg. Dr. Kier: Zur Sache! Zur Sache!) Wir haben heute eine Situation – das muß man auch sagen, das ist eine Herausforderung für die Bildungspolitik –, daß Softwaretechniker gesucht sind wie noch nie. Bringen Sie mir Softwaretechniker, ich garantiere Ihnen, ich kann jeden davon in der Wirtschaft vermitteln. Die Wirtschaft sucht 5 000 bis 10 000 Softwaretechniker, meine Damen und Herren. Das ist eine Herausforderung für die Bildungspolitik, die wir noch zu bewältigen haben.
Abg. Dr. Ofner: Günter, du bist ja in der Regierung, du bist ja nicht ein kleiner Oppositioneller!
Also ich will hier gar nicht schönreden, aber die Daten und Fakten sind nicht widerlegbar. (Abg. Dr. Ofner: Günter, du bist ja in der Regierung, du bist ja nicht ein kleiner Oppositioneller!) Gleichzeitig bekennen wir uns dazu, daß wir auch neue Zukunftsstrategien entwickeln müssen. Für uns ist Politik Zukunftsgestaltung, Herr Kollege, und diese Zukunftsgestaltung liegt bei der Volkspartei in guten Händen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Also ich will hier gar nicht schönreden, aber die Daten und Fakten sind nicht widerlegbar. (Abg. Dr. Ofner: Günter, du bist ja in der Regierung, du bist ja nicht ein kleiner Oppositioneller!) Gleichzeitig bekennen wir uns dazu, daß wir auch neue Zukunftsstrategien entwickeln müssen. Für uns ist Politik Zukunftsgestaltung, Herr Kollege, und diese Zukunftsgestaltung liegt bei der Volkspartei in guten Händen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Leikam: Wurde alles gemacht!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Es ist ja ganz schön, daß wir einen neuen Aktionsplan für Beschäftigung gerade druckfrisch erhalten und uns vorab orientieren dürfen, was drinnen steht. Aber, Frau Bundesministerin, ich hätte eigentlich schon lieber gehabt, daß, bevor wir den Nationalen Aktionsplan 1999 hier diskutieren und bewerten, wir auch die Erfahrungen mit dem Nationalen Aktionsplan 1998 und das, was nicht gemacht wurde, diskutieren. (Abg. Leikam: Wurde alles gemacht!) Es wäre vielleicht ganz lohnenswert gewesen, sich einmal das anzuschauen, was vom Nationalen Aktionsplan 1998 nicht erledigt worden ist.
Abg. Dr. Stummvoll: Sie können dieses Land nicht krankjammern!
Es wäre vielleicht auch ganz lohnenswert, sich diesen Nationalen Aktionsplan 1999 daraufhin anzusehen, was an Versprechungen darin enthalten ist, von denen wir jetzt schon wissen, daß sie nicht eingehalten werden, weil es diesbezüglich keine Einigung zwischen den Regierungsparteien gibt. Das betrifft zum Beispiel das Schwarzarbeitsgesetz und die Abfertigungsregelung. Ja erklären Sie uns: Wann wollen Sie das machen? Wie wollen Sie das machen, wenn Sie sich nicht einig sind? (Abg. Dr. Stummvoll: Sie können dieses Land nicht krankjammern!)
Abg. Dr. Stummvoll: Haben Sie geschlafen?
Punkt eins: das Fehlen einer europäischen Beschäftigungspolitik. Auch unter der österreichischen Präsidentschaft hat es keine Initiativen gegeben, das, was von der österreichischen Bundesregierung immer wieder versprochen wurde und dessen Fehlen als Mangel angesehen wurde, nämlich eine koordinierte europäische Beschäftigungspolitik, durchzusetzen. (Abg. Dr. Stummvoll: Haben Sie geschlafen?)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Wo sind denn die sozialdemokratischen Regierungen auf europäischer Ebene, die das alle versprochen haben? Wo ist denn die Initiative der österreichischen Bundesregierung geblieben? (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Warum wandern Sie nicht aus, Herr Kollege? Aus so einem Land würde ich auswandern!
Punkt zwei: das Fehlen einer österreichischen Beschäftigungspolitik. Glauben Sie denn wirklich noch allen Ernstes, daß allein das, was die Frau Bundesministerin jetzt schon wieder gesagt hat, nämlich das Wachstum zu fördern, noch ausreichen wird, um Beschäftigung zu schaffen? Glaubst du das wirklich, Kollege Koppler, daß das Wachstum allein schon ausreichen wird, unabhängig davon, welches Wachstum es ist? – Nein! Die Wissenschafter – und das sind ja nicht solche, die Ihnen fernstehen – beurteilen das ganz anders. (Abg. Dr. Stummvoll: Warum wandern Sie nicht aus, Herr Kollege? Aus so einem Land würde ich auswandern!)
Abg. Dr. Stummvoll: Ich kann Ihnen 100 andere Zitate bringen, Herr Kollege!
Wachstum allein wird nicht ausreichen, schreibt er. (Abg. Dr. Stummvoll: Ich kann Ihnen 100 andere Zitate bringen, Herr Kollege!) Wo ist die Beschäftigungspolitik, die Sie vorlegen? Was legen Sie vor? Und da bin ich wieder bei Punkt zwei, falls Sie es notieren wollen, Herr Kollege Stummvoll: Es fehlt eine österreichische Beschäftigungspolitik.
Abg. Dietachmayr: Was ist denn Ihr Vorschlag?
Es geht um eine nachhaltige Ausbildung, um eine Qualifizierung! (Abg. Dietachmayr: Was ist denn Ihr Vorschlag?) Herr Kollege, ich kann Ihnen schon sagen, was unser Vorschlag ist. In Wien sind allein 50 Prozent der Arbeitslosen ohne jegliche Ausbildung. Wo sind denn die Angebote für diese Arbeitslosen, die Qualifizierungsangebote, die Bildungsangebote? Was machen Sie heuer? – Job-coaching. Es steht nichts drinnen von Qualifizierung, von Ausbildung.
Abg. Steibl: Aber die Langzeitarbeitslosen müssen auch wollen!
Die Arbeitslosen, die keine Ausbildung haben und von denen man weiß, sie werden keine Stelle finden, sollen sich um Stellen bewerben, und zwar schleunigst und oft bewerben. Die werden zu den Betrieben geschickt, wo man ihnen dann erklärt: Erstens bist du der vierzigste oder fünfzigste Anrufer, und zweitens haben wir keinen Job für dich. (Abg. Steibl: Aber die Langzeitarbeitslosen müssen auch wollen!)
Beifall bei den Grünen.
Und als Ausweis dieser Ausbildung im Job-Coaching-Programm kehrt dann der Arbeitslose zurück in das Programm, um zu zeigen, daß er sich bei 100 oder 200 Betrieben beworben hat. Das ist ein Zynismus, das ist eine Maßnahme, die den Arbeitslosen, besonders denjenigen, die schlecht qualifiziert sind, nicht hilft! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.
In 30 Stunden soll die Persönlichkeit entwickelt werden. Bitte, da lach‘ ich! In 30 Stunden wollen Sie die Persönlichkeit, das Selbstbild von jemandem entwickeln, der noch dazu in den Wochen dazwischen von einer Arbeitsstelle zur anderen pilgern soll und sich eine Absage nach der anderen holen muß?! Das wird furchtbar werden! Das ist Zynismus, und den werfen wir Ihnen vor! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Was heißt das auf deutsch? – Daß Österreich in Europa bekannt ist dafür, daß es eine hohe Spanne zwischen dem Niedriglohnbereich und den gutbezahlten Jobs gibt, daß Österreich seine Erfolge, die die Frau Bundesministerin jetzt ausweisen, darstellen und verkaufen will, nämlich die Ausweitung bei der Beschäftigung – die formelle Ausweitung, denn tatsächlich sind es ja viele Teilzeitjobs –, in den letzten Jahren vor allem dadurch erzielt hat, daß diese Ausweitung vor allem im Niedriglohnbereich erfolgt ist, also im Bereich jener Jobs, in denen Löhne gezahlt werden – der höhere Anstieg bei den Frauen ist also nicht zufällig und damit leicht erklärbar –, von denen man eigentlich nicht leben kann. Und das weisen Sie als Erfolg Ihrer Politik aus?! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Koppler: Wie machen das andere Länder?
Damit komme ich zum letzten Punkt. (Abg. Koppler: Wie machen das andere Länder?) Der siebente Kardinalfehler sind die Parteipolitik in diesem Bereich und der Nepotismus. Das, was hier aufzuzeigen ist, meine Damen und Herren und Frau Sozialministerin, ist ein gravierendes Problem. Ich fange bei einem einfachen Beispiel an.
Abg. Dr. Feurstein: Das stimmt nicht!
Vor allem, wenn man weiß, was nicht dazugesagt worden ist: daß beispielsweise diese Firma Hochegger, die den NAP bewirbt, auch in ihrer öffentlichen Kommunikation mit Zeitungen, Zeitschriften und überall dort, wo der NAP beworben wird, klare Vorgaben gemacht hat. Eine der Vorgaben in der öffentlichen Darstellung des NAP besteht darin, daß das Thema "Arbeitsmarkt und Behinderte" nicht auftaucht. (Abg. Dr. Feurstein: Das stimmt nicht!) Aha, warum nicht?
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Hostasch.
Ich kann Ihnen sagen, warum dieses Thema nicht auftauchen darf. Das ist sogar dem Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung zu entnehmen. Darin steht nämlich im Kapitel über Behinderte: "Ausgangslage ... Diese Entwicklung ist charakterisiert durch eine Verschlechterung der Arbeitsmarktchancen von behinderten Arbeitslosen in den Altersgruppe ‚40 – 59 Jahre‘ und ‚25 – 39 Jahre‘ und behinderter Jugendlicher von 15 bis 24 Jahren." – Das heißt, es gibt keine Behindertengruppe ... (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Hostasch.) Das steht drinnen, Frau Bundesministerin, das ist nicht meine Erfindung! Das steht drinnen unter Leitlinie 19.
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Es gibt keine Behindertengruppe, für die die Situation auf dem Arbeitsmarkt besser geworden wäre. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.) Für alle Gruppen von Behinderten ist sie schlechter geworden – laut offizieller Darstellung des Bundesministeriums! –, und deswegen darf selbstverständlich in der öffentlichen Kommunikation, in der Bewerbung des NAPs, "Arbeitsmarkt und Behinderte" nicht vorkommen. Frau Bundesministerin! Wenn das Ihre Form von ehrlicher und offener Auseinandersetzung mit dem Thema NAP ist, dann wird mir schlecht. (Abg. Steibl: Das wäre gut! Dann ist die Rede vorbei!)
Abg. Steibl: Das wäre gut! Dann ist die Rede vorbei!
Es gibt keine Behindertengruppe, für die die Situation auf dem Arbeitsmarkt besser geworden wäre. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.) Für alle Gruppen von Behinderten ist sie schlechter geworden – laut offizieller Darstellung des Bundesministeriums! –, und deswegen darf selbstverständlich in der öffentlichen Kommunikation, in der Bewerbung des NAPs, "Arbeitsmarkt und Behinderte" nicht vorkommen. Frau Bundesministerin! Wenn das Ihre Form von ehrlicher und offener Auseinandersetzung mit dem Thema NAP ist, dann wird mir schlecht. (Abg. Steibl: Das wäre gut! Dann ist die Rede vorbei!)
Beifall bei den Grünen.
Frau Bundesministerin! Sie werden uns in diesem Zusammenhang noch einige Erklärungen geben müssen. Aber wenn das die positive Entwicklung des Nationalen Aktionsplans sein soll, Frau Bundesministerin, dann werden wir diese Sache ganz sicher in einem Unterausschuß des Rechnungshofausschusses behandeln müssen. Denn es kann nicht die Konsequenz sein, daß sich Parteipolitik und Nepotismus in diesem Bereich breitmachen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was mir an dieser Entwicklung überdies leid tut, ist, daß leider nur bedingt Möglichkeiten bestehen, dem, was Sie in diesem Bereich an parteipolitischem Filz und Nepotismus entwickelt haben, durch eine offene Kontrolle des Parlaments etwas entgegenzusetzen, weil Sie selbstverständlich keine Bereitschaft zeigen – da sowohl SPÖ als auch ÖVP in diesen Bereichen gut verankert sind –, sich auf diesem Gebiet durch das Parlament kontrollieren zu lassen. Aber glauben Sie mir: Die Rechnung dafür wird Ihnen präsentiert werden! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir sind, wie alle modernen Staaten in Europa oder auch in Amerika, auf dem Weg in eine Dienstleistungsgesellschaft, bis zu einer Weiterentwicklung zu einem Quartärsektor, der durch Sozialdienste, durch Berufe im Gesundheits- und Sozialbereich, aber auch im Bildungsbereich beherrscht ist. Ich glaube, man muß hier die Gesamtzusammenhänge sehen und kann nicht einen Teil herausnehmen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Eine Beschäftigungspolitik!
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter Öllinger! Wenn ich Ihre Gedankengänge in der Kritik zur Arbeitsmarktpolitik fortsetze, dann schließe ich daraus, daß Sie die Aufgabe darin erblicken, Arbeitslose und Arbeitsuchende ausschließlich mit Arbeitslosengeld zu versorgen, damit sie eine existentielle Absicherung haben. (Abg. Öllinger: Eine Beschäftigungspolitik!) Das ist nicht mein Ziel. Ich will Arbeitslose und Arbeitsuchende aktiv halten, ich will sie aktivieren, ich will die aktiven Maßnahmen verstärken, und ich kann auch konkret beweisen, daß diese Politik erfolgreich ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter Öllinger! Wenn ich Ihre Gedankengänge in der Kritik zur Arbeitsmarktpolitik fortsetze, dann schließe ich daraus, daß Sie die Aufgabe darin erblicken, Arbeitslose und Arbeitsuchende ausschließlich mit Arbeitslosengeld zu versorgen, damit sie eine existentielle Absicherung haben. (Abg. Öllinger: Eine Beschäftigungspolitik!) Das ist nicht mein Ziel. Ich will Arbeitslose und Arbeitsuchende aktiv halten, ich will sie aktivieren, ich will die aktiven Maßnahmen verstärken, und ich kann auch konkret beweisen, daß diese Politik erfolgreich ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Kammerlander: Alles nur Zufall!
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Sie haben die Behauptung aufgestellt, daß mein Ressort eine Bevorzugung bei Vergaben von verschiedenen Aufträgen übt oder Subventionierungen vornimmt. Ich halte mit aller Deutlichkeit fest, daß keine solchen Bevorzugungen erfolgen (Abg. Mag. Kammerlander: Alles nur Zufall!), daß dann, wenn wir Aufträge erteilen – egal, wie das Unternehmen oder die Firma heißt –, auch entsprechende Leistungen erbracht werden, und daß wir uns genau darüber orientieren, von wem wir welche Leistungen im Sinne einer erfolgreichen Erfüllung in Anspruch nehmen. (Abg. Mag. Kammerlander: Ganz zufällig!) Das gilt für jetzt und auch in Zukunft. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.)
Abg. Mag. Kammerlander: Ganz zufällig!
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Sie haben die Behauptung aufgestellt, daß mein Ressort eine Bevorzugung bei Vergaben von verschiedenen Aufträgen übt oder Subventionierungen vornimmt. Ich halte mit aller Deutlichkeit fest, daß keine solchen Bevorzugungen erfolgen (Abg. Mag. Kammerlander: Alles nur Zufall!), daß dann, wenn wir Aufträge erteilen – egal, wie das Unternehmen oder die Firma heißt –, auch entsprechende Leistungen erbracht werden, und daß wir uns genau darüber orientieren, von wem wir welche Leistungen im Sinne einer erfolgreichen Erfüllung in Anspruch nehmen. (Abg. Mag. Kammerlander: Ganz zufällig!) Das gilt für jetzt und auch in Zukunft. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Sie haben die Behauptung aufgestellt, daß mein Ressort eine Bevorzugung bei Vergaben von verschiedenen Aufträgen übt oder Subventionierungen vornimmt. Ich halte mit aller Deutlichkeit fest, daß keine solchen Bevorzugungen erfolgen (Abg. Mag. Kammerlander: Alles nur Zufall!), daß dann, wenn wir Aufträge erteilen – egal, wie das Unternehmen oder die Firma heißt –, auch entsprechende Leistungen erbracht werden, und daß wir uns genau darüber orientieren, von wem wir welche Leistungen im Sinne einer erfolgreichen Erfüllung in Anspruch nehmen. (Abg. Mag. Kammerlander: Ganz zufällig!) Das gilt für jetzt und auch in Zukunft. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Ich darf aber in Erinnerung rufen, lieber Herr Abgeordneter Gaugg: Als du Schwierigkeiten mit deinem Dienstgeber, der Bank für Kärnten, gehabt hast, hast du gewußt, wo die Kammer ist, bist hingerannt und hast dir Rechtsschutz geholt. Das ist Doppelzüngigkeit! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.) Das ist Doppelzüngigkeit: Alles schlechtmachen, alles miesmachen, aber wenn ich selbst es brauche, bin ich der erste, der es konsumiert und weiß, wo es ist. (Abg. Gaugg: Ich muß ja Zwangsbeiträge zahlen!)
Abg. Gaugg: Ich muß ja Zwangsbeiträge zahlen!
Ich darf aber in Erinnerung rufen, lieber Herr Abgeordneter Gaugg: Als du Schwierigkeiten mit deinem Dienstgeber, der Bank für Kärnten, gehabt hast, hast du gewußt, wo die Kammer ist, bist hingerannt und hast dir Rechtsschutz geholt. Das ist Doppelzüngigkeit! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.) Das ist Doppelzüngigkeit: Alles schlechtmachen, alles miesmachen, aber wenn ich selbst es brauche, bin ich der erste, der es konsumiert und weiß, wo es ist. (Abg. Gaugg: Ich muß ja Zwangsbeiträge zahlen!)
Abg. Gaugg: Warum laufen sie euch davon?
Zum zweiten, zum ÖGB. Ich rufe folgendes in Erinnerung: Vor etwa einem oder eineinhalb Jahren wurde mit großem Tamtam und Trara eine eigene freiheitliche Gewerkschaft gegründet. Man müßte jetzt annehmen, daß ihr, wenn die Arbeitnehmer in Österreich mit dem ÖGB so unzufrieden sind, euch des Zulaufs von Mitgliedern nicht erwehren könnt. (Abg. Gaugg: Warum laufen sie euch davon?) Aber jetzt habt ihr vor einigen Tagen ganz verschämt euer Resümee gezogen und bekanntgegeben, daß ihr 14 000 Mitglieder in ganz Österreich habt. Lieber Kollege Gaugg! In der Metallergewerkschaft gibt es Ortsgruppen, die mehr Mitglieder haben als deine ganze Gewerkschaft! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Warum laufen sie davon?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Warum laufen sie davon?
Zum zweiten, zum ÖGB. Ich rufe folgendes in Erinnerung: Vor etwa einem oder eineinhalb Jahren wurde mit großem Tamtam und Trara eine eigene freiheitliche Gewerkschaft gegründet. Man müßte jetzt annehmen, daß ihr, wenn die Arbeitnehmer in Österreich mit dem ÖGB so unzufrieden sind, euch des Zulaufs von Mitgliedern nicht erwehren könnt. (Abg. Gaugg: Warum laufen sie euch davon?) Aber jetzt habt ihr vor einigen Tagen ganz verschämt euer Resümee gezogen und bekanntgegeben, daß ihr 14 000 Mitglieder in ganz Österreich habt. Lieber Kollege Gaugg! In der Metallergewerkschaft gibt es Ortsgruppen, die mehr Mitglieder haben als deine ganze Gewerkschaft! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Warum laufen sie davon?)
Abg. Gaugg: So ist es!
Eines wäre interessant, da die FPÖ immer für Glaubwürdigkeit, für Transparenz und für gläserne Kassen steht. (Abg. Gaugg: So ist es!) Legt einmal, wenn es so ist, die Kassen eurer freiheitlichen Gewerkschaft offen! Denn daß man diesen Aufwand mit 14 000 Mitgliedern finanzieren kann, ist unmöglich. Aber wahrscheinlich – und dazu gratuliere ich dir – waren deine Bettelbriefe, die du an die Arbeitgeber geschrieben hast, erfolgreich, und die Arbeitgeber finanzieren dich, lieber Freund! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Du hast ganz ähnlich in einer Unternehmerzeitung inseriert!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Du hast ganz ähnlich in einer Unternehmerzeitung inseriert!
Eines wäre interessant, da die FPÖ immer für Glaubwürdigkeit, für Transparenz und für gläserne Kassen steht. (Abg. Gaugg: So ist es!) Legt einmal, wenn es so ist, die Kassen eurer freiheitlichen Gewerkschaft offen! Denn daß man diesen Aufwand mit 14 000 Mitgliedern finanzieren kann, ist unmöglich. Aber wahrscheinlich – und dazu gratuliere ich dir – waren deine Bettelbriefe, die du an die Arbeitgeber geschrieben hast, erfolgreich, und die Arbeitgeber finanzieren dich, lieber Freund! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Du hast ganz ähnlich in einer Unternehmerzeitung inseriert!)
Abg. Gaugg: Die werden es entscheiden!
Aber, lieber Kollege Gaugg, man soll die österreichischen Arbeitnehmer, die Arbeiter und Angestellten nicht für dumm verkaufen. (Abg. Gaugg: Die werden es entscheiden!) Sie wissen, wer ihre Interessen in diesem Lande vertritt. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Wie war das beim "Konsum"?) Ich lade dich ein: Nenne mir eine Gewerkschaft in Europa, in der ganzen Welt – jetzt bin ich nicht überheblich, sondern das sind Fakten –, die in den letzten Jahren ein besseres Lohnergebnis erreicht hat als die Metaller und die Gewerkschaft der Privatangestellten in den letztjährigen Lohnverhandlungen. – Du wirst keine finden, lieber Kollege!
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Wie war das beim "Konsum"?
Aber, lieber Kollege Gaugg, man soll die österreichischen Arbeitnehmer, die Arbeiter und Angestellten nicht für dumm verkaufen. (Abg. Gaugg: Die werden es entscheiden!) Sie wissen, wer ihre Interessen in diesem Lande vertritt. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Wie war das beim "Konsum"?) Ich lade dich ein: Nenne mir eine Gewerkschaft in Europa, in der ganzen Welt – jetzt bin ich nicht überheblich, sondern das sind Fakten –, die in den letzten Jahren ein besseres Lohnergebnis erreicht hat als die Metaller und die Gewerkschaft der Privatangestellten in den letztjährigen Lohnverhandlungen. – Du wirst keine finden, lieber Kollege!
Beifall bei der SPÖ.
Eine Bemerkung zu Herrn Abgeordneten Stummvoll – er ist jetzt nicht da; man wird es ihm ausrichten –, die ich mir nicht verkneifen kann: Ich habe seiner Rede sehr aufmerksam zugehört und habe ihm auch sehr oft Applaus gespendet. Jetzt werde ich seine Rede kopieren, vervielfältigen – es sind nur noch ein paar Monate bis zur herbstlichen Lohnrunde –, und ich werde sie den Arbeitgebern zum Nachlesen geben! (Beifall bei der SPÖ.) Ich erlaube mir, darauf hinzuweisen, was er gesagt hat: Ausländische Firmen gründen bei uns alles, aber ein wichtiger Bestandteil sind die österreichischen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, daher sollen wir ihnen auch die gerechten Anteile als Lohn und Gehalt geben. Ich bin Herrn Abgeordneten Stummvoll für diese Rede sehr dankbar. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Ihr lebt nur vom System!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Ihr lebt nur vom System!
Eine Bemerkung zu Herrn Abgeordneten Stummvoll – er ist jetzt nicht da; man wird es ihm ausrichten –, die ich mir nicht verkneifen kann: Ich habe seiner Rede sehr aufmerksam zugehört und habe ihm auch sehr oft Applaus gespendet. Jetzt werde ich seine Rede kopieren, vervielfältigen – es sind nur noch ein paar Monate bis zur herbstlichen Lohnrunde –, und ich werde sie den Arbeitgebern zum Nachlesen geben! (Beifall bei der SPÖ.) Ich erlaube mir, darauf hinzuweisen, was er gesagt hat: Ausländische Firmen gründen bei uns alles, aber ein wichtiger Bestandteil sind die österreichischen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, daher sollen wir ihnen auch die gerechten Anteile als Lohn und Gehalt geben. Ich bin Herrn Abgeordneten Stummvoll für diese Rede sehr dankbar. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Ihr lebt nur vom System!)
Abg. Gaugg: Mit Geld von Gewerkschaftsangestellten! Das ist das Interessante!
Jetzt zum eigentlichen Thema, meine sehr geehrten Damen und Herren. Für den Österreichischen Gewerkschaftsbund, seine Gewerkschaften und die Sozialdemokratie war Beschäftigungspolitik immer ein wichtiges Instrumentarium zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. (Abg. Gaugg: Mit Geld von Gewerkschaftsangestellten! Das ist das Interessante!) Lieber Kollege Öllinger, bitte hör jetzt ganz genau zu, denn offensichtlich weißt du einiges nicht! Es gibt einen nationalen Plan für Beschäftigung nicht nur in Österreich, sondern diesem nationalen Beschäftigungsplan gibt es in allen Ländern der Europäischen Union. Daß es das heute gibt, lieber Freund, geht auf eine Initiative der österreichischen Bundesregierung zurück (Abg. Gaugg: Das ist Papier!), begonnen unter Kanzler Vranitzky und unter Kanzler Klima sehr intensiv verfolgt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg: Das ist Papier!
Jetzt zum eigentlichen Thema, meine sehr geehrten Damen und Herren. Für den Österreichischen Gewerkschaftsbund, seine Gewerkschaften und die Sozialdemokratie war Beschäftigungspolitik immer ein wichtiges Instrumentarium zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. (Abg. Gaugg: Mit Geld von Gewerkschaftsangestellten! Das ist das Interessante!) Lieber Kollege Öllinger, bitte hör jetzt ganz genau zu, denn offensichtlich weißt du einiges nicht! Es gibt einen nationalen Plan für Beschäftigung nicht nur in Österreich, sondern diesem nationalen Beschäftigungsplan gibt es in allen Ländern der Europäischen Union. Daß es das heute gibt, lieber Freund, geht auf eine Initiative der österreichischen Bundesregierung zurück (Abg. Gaugg: Das ist Papier!), begonnen unter Kanzler Vranitzky und unter Kanzler Klima sehr intensiv verfolgt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt zum eigentlichen Thema, meine sehr geehrten Damen und Herren. Für den Österreichischen Gewerkschaftsbund, seine Gewerkschaften und die Sozialdemokratie war Beschäftigungspolitik immer ein wichtiges Instrumentarium zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. (Abg. Gaugg: Mit Geld von Gewerkschaftsangestellten! Das ist das Interessante!) Lieber Kollege Öllinger, bitte hör jetzt ganz genau zu, denn offensichtlich weißt du einiges nicht! Es gibt einen nationalen Plan für Beschäftigung nicht nur in Österreich, sondern diesem nationalen Beschäftigungsplan gibt es in allen Ländern der Europäischen Union. Daß es das heute gibt, lieber Freund, geht auf eine Initiative der österreichischen Bundesregierung zurück (Abg. Gaugg: Das ist Papier!), begonnen unter Kanzler Vranitzky und unter Kanzler Klima sehr intensiv verfolgt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Kanzler Klima hat damals nicht einmal gewußt ...!
Ich erinnere an den Sondergipfel für Beschäftigung in Pörtschach. Das Wichtige war, daß sich die Europäische Union zum ersten Mal mit der Arbeitslosigkeit beschäftigt hat. (Abg. Öllinger: Kanzler Klima hat damals nicht einmal gewußt ...!) Das war ein Erfolg der österreichischen Präsidentschaft, der gesamten österreichischen Bundesregierung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich erinnere an den Sondergipfel für Beschäftigung in Pörtschach. Das Wichtige war, daß sich die Europäische Union zum ersten Mal mit der Arbeitslosigkeit beschäftigt hat. (Abg. Öllinger: Kanzler Klima hat damals nicht einmal gewußt ...!) Das war ein Erfolg der österreichischen Präsidentschaft, der gesamten österreichischen Bundesregierung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Aber welche!
Zu der – auch von dir – so heftig geübten Kritik an Schulungsmaßnahmen: Ich kann mich erinnern, daß viele Jahre hindurch in Diskussionen immer wieder Kritik geübt worden ist, daß zuwenig Schulungsmaßnahmen praktiziert werden. (Abg. Öllinger: Aber welche!) Ich selbst habe immer wieder die Gelegenheit dazu benützt, darauf hinzuweisen. (Abg. Gaugg: Das sind nur noch Verzweiflungsmaßnahmen!) Denn ein Drittel der Arbeitslosen hat leider nicht jene Qualifikation, die heute notwendig ist und die man in der österreichischen Wirtschaft braucht. (Abg. Öllinger: Ein einwöchiger Kurs ist keine Schulung!) Daher ist das für mich immer noch zuwenig, was in Schulung und Weiterbildung investiert wird. Es könnte mehr sein. Jeder Schilling, lieber Freund, der in die Weiterbildung eines Arbeitslosen investiert wird, ist eine gute Investition für die Zukunft, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg: Das sind nur noch Verzweiflungsmaßnahmen!
Zu der – auch von dir – so heftig geübten Kritik an Schulungsmaßnahmen: Ich kann mich erinnern, daß viele Jahre hindurch in Diskussionen immer wieder Kritik geübt worden ist, daß zuwenig Schulungsmaßnahmen praktiziert werden. (Abg. Öllinger: Aber welche!) Ich selbst habe immer wieder die Gelegenheit dazu benützt, darauf hinzuweisen. (Abg. Gaugg: Das sind nur noch Verzweiflungsmaßnahmen!) Denn ein Drittel der Arbeitslosen hat leider nicht jene Qualifikation, die heute notwendig ist und die man in der österreichischen Wirtschaft braucht. (Abg. Öllinger: Ein einwöchiger Kurs ist keine Schulung!) Daher ist das für mich immer noch zuwenig, was in Schulung und Weiterbildung investiert wird. Es könnte mehr sein. Jeder Schilling, lieber Freund, der in die Weiterbildung eines Arbeitslosen investiert wird, ist eine gute Investition für die Zukunft, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Ein einwöchiger Kurs ist keine Schulung!
Zu der – auch von dir – so heftig geübten Kritik an Schulungsmaßnahmen: Ich kann mich erinnern, daß viele Jahre hindurch in Diskussionen immer wieder Kritik geübt worden ist, daß zuwenig Schulungsmaßnahmen praktiziert werden. (Abg. Öllinger: Aber welche!) Ich selbst habe immer wieder die Gelegenheit dazu benützt, darauf hinzuweisen. (Abg. Gaugg: Das sind nur noch Verzweiflungsmaßnahmen!) Denn ein Drittel der Arbeitslosen hat leider nicht jene Qualifikation, die heute notwendig ist und die man in der österreichischen Wirtschaft braucht. (Abg. Öllinger: Ein einwöchiger Kurs ist keine Schulung!) Daher ist das für mich immer noch zuwenig, was in Schulung und Weiterbildung investiert wird. Es könnte mehr sein. Jeder Schilling, lieber Freund, der in die Weiterbildung eines Arbeitslosen investiert wird, ist eine gute Investition für die Zukunft, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zu der – auch von dir – so heftig geübten Kritik an Schulungsmaßnahmen: Ich kann mich erinnern, daß viele Jahre hindurch in Diskussionen immer wieder Kritik geübt worden ist, daß zuwenig Schulungsmaßnahmen praktiziert werden. (Abg. Öllinger: Aber welche!) Ich selbst habe immer wieder die Gelegenheit dazu benützt, darauf hinzuweisen. (Abg. Gaugg: Das sind nur noch Verzweiflungsmaßnahmen!) Denn ein Drittel der Arbeitslosen hat leider nicht jene Qualifikation, die heute notwendig ist und die man in der österreichischen Wirtschaft braucht. (Abg. Öllinger: Ein einwöchiger Kurs ist keine Schulung!) Daher ist das für mich immer noch zuwenig, was in Schulung und Weiterbildung investiert wird. Es könnte mehr sein. Jeder Schilling, lieber Freund, der in die Weiterbildung eines Arbeitslosen investiert wird, ist eine gute Investition für die Zukunft, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Mehr Arbeitslose sind herausgefallen, oder?
Der österreichische nationale Plan für Beschäftigung hat drei Schwerpunkte: Frauen, Jugend und ältere Menschen beziehungsweise ältere Arbeitslose. Ich greife jetzt in der Kürze der Zeit nur noch zwei Punkte heraus. (Abg. Öllinger: Mehr Arbeitslose sind herausgefallen, oder?) Für diejenigen, die älter als 50 Jahre sind und das Schicksal der Arbeitslosigkeit haben – oft auch schon etwas früher –, gibt es ein Bündel von Maßnahmen, die gesamthaft wirken werden. Ich rufe nur finanzielle Förderungen, neue Arbeitszeitmodelle, geförderte Altersteilzeit und Ausbildung in Erinnerung. Ich bin davon überzeugt, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß diese Maßnahmen greifen werden! (Abg. Öllinger: Wann?)
Abg. Öllinger: Wann?
Der österreichische nationale Plan für Beschäftigung hat drei Schwerpunkte: Frauen, Jugend und ältere Menschen beziehungsweise ältere Arbeitslose. Ich greife jetzt in der Kürze der Zeit nur noch zwei Punkte heraus. (Abg. Öllinger: Mehr Arbeitslose sind herausgefallen, oder?) Für diejenigen, die älter als 50 Jahre sind und das Schicksal der Arbeitslosigkeit haben – oft auch schon etwas früher –, gibt es ein Bündel von Maßnahmen, die gesamthaft wirken werden. Ich rufe nur finanzielle Förderungen, neue Arbeitszeitmodelle, geförderte Altersteilzeit und Ausbildung in Erinnerung. Ich bin davon überzeugt, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß diese Maßnahmen greifen werden! (Abg. Öllinger: Wann?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Blünegger: Da sind die Schulen eingesprungen!
Lassen Sie mich kurz noch ein paar Bemerkungen zum Jugendprogramm machen, die ich vor allem an die Adresse der Arbeitgeber und der Wirtschaft richte. Vorerst aber ein wirklich herzliches Dankeschön an diese Bundesregierung, und zwar dafür, daß es im letzten und im vorletzten Jahr gelungen ist, jedem jungen Menschen, der eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz wollte, ein Fangnetz zu bieten, sodaß er nicht auf der Straße steht, sondern etwas Sinnvolles lernen kann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Blünegger: Da sind die Schulen eingesprungen!) Wenn wir die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa haben, dann ist das ein Verdienst dieser Bundesregierung! (Abg. Gaugg: Da sind die Schulen eingesprungen!)
Abg. Gaugg: Da sind die Schulen eingesprungen!
Lassen Sie mich kurz noch ein paar Bemerkungen zum Jugendprogramm machen, die ich vor allem an die Adresse der Arbeitgeber und der Wirtschaft richte. Vorerst aber ein wirklich herzliches Dankeschön an diese Bundesregierung, und zwar dafür, daß es im letzten und im vorletzten Jahr gelungen ist, jedem jungen Menschen, der eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz wollte, ein Fangnetz zu bieten, sodaß er nicht auf der Straße steht, sondern etwas Sinnvolles lernen kann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Blünegger: Da sind die Schulen eingesprungen!) Wenn wir die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa haben, dann ist das ein Verdienst dieser Bundesregierung! (Abg. Gaugg: Da sind die Schulen eingesprungen!)
Beifall bei der SPÖ.
Es sind Ihnen einige Forderungen erfüllt worden: Lehrlinge sind billiger geworden, es gibt neue Lehrberufe. Also kommen Sie jetzt bitte Ihrer Verantwortung nach und schaffen Sie Ausbildungsplätze! Denn nur das ist ein gutes Fundament und ein Garant für die Zukunft, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg – in Richtung SPÖ –: Halleluja, und die Welt ist in Ordnung! – Abg. Koppler: Das hat niemand gesagt!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Haigermoser. 7 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. (Abg. Gaugg – in Richtung SPÖ –: Halleluja, und die Welt ist in Ordnung! – Abg. Koppler: Das hat niemand gesagt!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Da gibt es, jüngsten Datums, den Mittelstandsbericht des Herrn Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten. Hieraus zitiere ich jetzt nur folgenden Satz: "Die kleineren Betriebe verfügen über zu wenig Eigen- wie auch über zu wenig Risikokapital." – Genau das ist es, meine Damen und Herren! Herr Bundesminister, gerade die Ausstattung mit Eigenkapital ist zu gering! Und mit dieser geringen Ausstattung wollen Sie die kleinen Betriebe in die Osterweiterung hineinhetzen. Meine Damen und Herren, das ist eine Vernichtung von Arbeitsplätzen sonder Zahl! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fink: Sie haben vorher nicht zugehört!
Sie haben gestern einen billigen Schlagabtausch unter dem Titel "Außenpolitik" gemacht, meine Damen und Herren! (Abg. Fink: Sie haben vorher nicht zugehört!) Das war wirklich peinlich. (Abg. Steibl: Das hat euch geärgert, nicht?) Genauso peinlich ist heute diese wirtschaftspolitische Diskussion über den NAP unter dem Titel "Außer Spesen nichts gewesen".
Abg. Steibl: Das hat euch geärgert, nicht?
Sie haben gestern einen billigen Schlagabtausch unter dem Titel "Außenpolitik" gemacht, meine Damen und Herren! (Abg. Fink: Sie haben vorher nicht zugehört!) Das war wirklich peinlich. (Abg. Steibl: Das hat euch geärgert, nicht?) Genauso peinlich ist heute diese wirtschaftspolitische Diskussion über den NAP unter dem Titel "Außer Spesen nichts gewesen".
Abg. Fink: Das ist eine Feststellung!
Meine Damen und Herren! Wir sagen Ihnen: Arbeit für alle nur in gesunden Betrieben! Dazu gibt es Vorschläge zuhauf, die von freiheitlicher Seite auf den Tisch gelegt worden sind. Dann sagen Sie immer: Nein, die Freiheitlichen zerreden alles und machen alles schlecht. (Abg. Fink: Das ist eine Feststellung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was haben wir bis heute auf den Tisch bekommen? – Teure Expertisen mit No-na-Antworten! Das sagen nicht nur Freiheitliche. Denn wenn man liest, daß Sie 25 Millionen für die NAP-Informationskampagne ausgeben – das heißt, dafür, daß Sie Regierungspropaganda unter dem Titel "Was Österreich bewegt, beschäftigt Österreich" machen –, dann darf ich Ihnen sagen: Diese 25 Millionen wären besser für Lehrlingsfragen als für bunt bedruckte Papierchen eingesetzt gewesen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ja, das ist es: Sie werden nicht konkret, meine Damen und Herren! Sie geben Allgemeinplätze von sich, so wie Sie es heute von der Regierungsbank aus getan haben, aber konkrete Maßnahmen werden nicht gesetzt. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Kritik ist dergestalt, daß zum Beispiel die Arbeitsmarktexpertin des Wifo, Frau Gudrun Biffl, über den NAP sagt: "Es ist frustrierend", "nur blumige Rhetorik statt konkreter Maßnahmen". Das sagt sie über den Beschäftigungsplan!
Abg. Dr. Stummvoll: Das habe ich auch hier gesagt!
Auch in der Steuerfrage sind Sie auf frischer Tat ertappt worden. Zuerst beschließen Sie diese – unter Anführungszeichen – Steuerreform mit, und dann verkünden Sie über das "WirtschaftsBlatt" – ich zitiere –: Zuviel Bürokratie enthält die Steuerreform nach Ansicht des Herrn Stummvoll. – Zitatende. (Abg. Dr. Stummvoll: Das habe ich auch hier gesagt!) Sie haben das über die Gazetten verbreitet. Sie reden von diesem Rednerpult aus anders als draußen vor Ihren Mitgliedern, meine Damen und Herren von der ÖVP! Diese Doppelbödigkeit in Ihrer Politik ist ja genau das Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Puttinger und Dr. Stummvoll.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Puttinger und Dr. Stummvoll.
Auch in der Steuerfrage sind Sie auf frischer Tat ertappt worden. Zuerst beschließen Sie diese – unter Anführungszeichen – Steuerreform mit, und dann verkünden Sie über das "WirtschaftsBlatt" – ich zitiere –: Zuviel Bürokratie enthält die Steuerreform nach Ansicht des Herrn Stummvoll. – Zitatende. (Abg. Dr. Stummvoll: Das habe ich auch hier gesagt!) Sie haben das über die Gazetten verbreitet. Sie reden von diesem Rednerpult aus anders als draußen vor Ihren Mitgliedern, meine Damen und Herren von der ÖVP! Diese Doppelbödigkeit in Ihrer Politik ist ja genau das Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Puttinger und Dr. Stummvoll.)
Widerspruch des Abg. Dr. Stummvoll.
Das ist Ihre Stellungnahme, die der Wirtschaftskammer Österreich! (Widerspruch des Abg. Dr. Stummvoll.) Und nachher stimmen Sie aber anders ab! – Seien Sie endlich einmal ehrlich und geben Sie zu, daß Ihre Wirtschaftspolitik für die Klein- und Mittelständler gescheitert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist Ihre Stellungnahme, die der Wirtschaftskammer Österreich! (Widerspruch des Abg. Dr. Stummvoll.) Und nachher stimmen Sie aber anders ab! – Seien Sie endlich einmal ehrlich und geben Sie zu, daß Ihre Wirtschaftspolitik für die Klein- und Mittelständler gescheitert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Ein bißchen sachlicher! – Abg. Tichy-Schreder: Wenn Sie ein Mikrophon sehen, vergessen Sie Ihre Sachlichkeit!
Aber mit genau diesen Rezepten wollen Sie, wie schon erwähnt, die Klein- und Mittelständler ohne Wenn und Aber in die EU-Osterweiterung hineintreiben! (Abg. Dr. Stummvoll: Ein bißchen sachlicher! – Abg. Tichy-Schreder: Wenn Sie ein Mikrophon sehen, vergessen Sie Ihre Sachlichkeit!) Jüngst wurde in Mistelbach ein Flugblatt einer tschechischen Firma verteilt, auf dem zu lesen ist:
Abg. Seidinger: Du redest so einen Unsinn!
Das Deutsch in ein bißchen schwierig, aber es sollte auch Sie von der Sozialdemokratie interessieren, ob eine Osterweiterung sofort und ohne Wenn und Aber mit Stundenlöhnen von 90 S im mittelständischen Bereich nicht Lehrlingsausbildungsplätze vernichtet. Wir Arbeitgeber wollen das nicht! (Abg. Seidinger: Du redest so einen Unsinn!) Wir wollen die Kaufkraft in diesem Land erhalten, aber nicht mit solchen Aktionen, die Sie offensichtlich auch noch unterstützen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Deutsch in ein bißchen schwierig, aber es sollte auch Sie von der Sozialdemokratie interessieren, ob eine Osterweiterung sofort und ohne Wenn und Aber mit Stundenlöhnen von 90 S im mittelständischen Bereich nicht Lehrlingsausbildungsplätze vernichtet. Wir Arbeitgeber wollen das nicht! (Abg. Seidinger: Du redest so einen Unsinn!) Wir wollen die Kaufkraft in diesem Land erhalten, aber nicht mit solchen Aktionen, die Sie offensichtlich auch noch unterstützen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist peinlich!
Zu guter Letzt, meine Damen und Herren, noch eine Anmerkung in Richtung Wirtschaftskammer. Sie genieren sich nicht, Zwangsmitgliedsbeiträge für die Kammer zu Wahlpropagandazwecken für die Kandidaten der ÖVP einzusetzen. Jüngstes Beispiel dafür ist eine Einladung zum Tag der Wirtschaft. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist peinlich!) Eine bunte Aussendung – ich zitiere –: "Sichern Sie sich die kostenlose Teilnahme, reservieren Sie Ihr Wunschthema und genießen Sie vor Ort freien Zugang zum Imbiß." – Zitatende.
Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Da kommen wir natürlich auch hin, wir schauen uns das an, meine Damen und Herren! Es werden für den 1. Juni folgende Personen angeboten: Frau Ursula Stenzel tritt auf, Frau Martina Pecher, Frau Nationalratsabgeordnete Tichy-Schreder, Herr Ferdinand Maier – all diese schwarzen Kapazunder werden mit Zwangsmitgliedsbeiträgen für die EU-Wahl und für die Nationalratswahl beworben! (Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Sie haben bei der Art und Weise, wie Sie die Zwangsmitgliedsbeiträge einzusetzen haben, jegliche Contenance, jeglichen Genierer verloren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da kommen wir natürlich auch hin, wir schauen uns das an, meine Damen und Herren! Es werden für den 1. Juni folgende Personen angeboten: Frau Ursula Stenzel tritt auf, Frau Martina Pecher, Frau Nationalratsabgeordnete Tichy-Schreder, Herr Ferdinand Maier – all diese schwarzen Kapazunder werden mit Zwangsmitgliedsbeiträgen für die EU-Wahl und für die Nationalratswahl beworben! (Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Sie haben bei der Art und Weise, wie Sie die Zwangsmitgliedsbeiträge einzusetzen haben, jegliche Contenance, jeglichen Genierer verloren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Dabei ist er so ein netter Mensch, der Stummvoll! Aber er hat zwei Gesichter!
Auf der anderen Seite sind Sie nicht dazu bereit, Solidarität mit den älteren Arbeitnehmern zu üben, indem Sie bei der KU 2 für die über 50jährigen Arbeitnehmer 0,5 Prozent der Lohnnebenkosten einsparen. Das wäre eine ehrliche Politik! Sie sind einmal mehr dabei ertappt worden, nichts als den Regierungsweihrauchkessel zu schwenken. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Dabei ist er so ein netter Mensch, der Stummvoll! Aber er hat zwei Gesichter!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Haigermoser! Ich stimme Ihnen darin zu, daß Information nicht alles ist. Aber Information ist wichtig! Wir sind der Meinung, daß es sehr wichtig ist, daß man über die neuen Aktivitäten und Förderungsinstrumentarien, die der NAP, dieser Nationale Aktionsplan, bietet, gut informiert, damit die Unternehmer, aber auch die Arbeitnehmer, vor allem die jungen Leute, wissen, welche Möglichkeiten sich ihnen bieten. Es ist ganz wichtig, daß man über veränderte, besser gestaltete Rahmenbedingungen regelmäßig informiert wird. Darum ist diese Informationspolitik der Bundesregierung von uns zu unterstützen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Kiermaier und Mag. Peter.
Ich stimme auch mit der Aussage von Frau Ministerin Hostasch überein, wonach wir eine Wende in der Arbeitsmarktpolitik erreicht haben. Wir haben eine sehr deutliche Wende erreicht, und zwar in den Instrumentarien, die wir verwenden. Und jene soeben getätigte Aussage, daß wir aktive Arbeitslose wollen, signalisiert diese von uns gewünschte Wende. Wir wollen nicht Leute, die nur Notstandshilfe-Empfänger sind, die sich in der Arbeitslosigkeit zurücklehnen, sondern solche, die aktiviert werden können. Auch das ist eine ganz wichtige Maßnahme, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Kiermaier und Mag. Peter.)
Abg. Silhavy: ... Flexibilität der Unternehmer ...!
Erster Punkt: Wir brauchen mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Arbeitszeit. (Abg. Silhavy: ... Flexibilität der Unternehmer ...!) In der Veränderung und Weitergestaltung der flexiblen Arbeitszeiten geht mir die Wende zu langsam. Herr Abgeordneter Nürnberger hat bereits darauf hingewiesen, daß wir mehr Gestaltungsmöglichkeiten in der Arbeitszeit brauchen, auch im betrieblichen Bereich. Ich würde mir wünschen, daß es keine verordnete Arbeitszeitverkürzung, sondern mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei der täglichen Arbeitszeit der Arbeitnehmer gibt, wobei Schutzbestimmungen natürlich notwendig sind. Aber wir sollten auch dem Arbeitnehmer die Möglichkeit bieten, gemeinsam mit seinem Betrieb seine Arbeitszeit sinnvoll zu gestalten. Dies ist ein wichtiger Punkt, durch den die Chancen, die jemand auf dem Arbeitsmarkt hat, zweifellos verbessert und auch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Erster Punkt: Wir brauchen mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Arbeitszeit. (Abg. Silhavy: ... Flexibilität der Unternehmer ...!) In der Veränderung und Weitergestaltung der flexiblen Arbeitszeiten geht mir die Wende zu langsam. Herr Abgeordneter Nürnberger hat bereits darauf hingewiesen, daß wir mehr Gestaltungsmöglichkeiten in der Arbeitszeit brauchen, auch im betrieblichen Bereich. Ich würde mir wünschen, daß es keine verordnete Arbeitszeitverkürzung, sondern mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei der täglichen Arbeitszeit der Arbeitnehmer gibt, wobei Schutzbestimmungen natürlich notwendig sind. Aber wir sollten auch dem Arbeitnehmer die Möglichkeit bieten, gemeinsam mit seinem Betrieb seine Arbeitszeit sinnvoll zu gestalten. Dies ist ein wichtiger Punkt, durch den die Chancen, die jemand auf dem Arbeitsmarkt hat, zweifellos verbessert und auch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Letzter Punkt: Meine Damen und Herren! Wir brauchen mehr Gestaltungsmöglichkeiten in der Lehrlingsausbildung. Diesbezüglich haben wir – leider nur als Initiativantrag der ÖVP – einen ganz klaren Vorschlag unterbreitet, in dem es darum geht, jene erfolgreichen Lehrlingsstiftungen und Lehrgänge, die wir im letzten Jahr eingeführt haben, wodurch 4 000 neue Ausbildungsplätze für junge Menschen geschaffen wurden und die Jugendarbeitslosigkeit reduziert wurde, durch Berufsvorbereitungskurse, insbesondere durch die Vorlehre zu erweitern. Diese sollten zu den Lehrlingsstiftungen und Lehrgängen gleichwertig sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das ist keine Ausbildung!
Die Vorlehre, eine Lehre für lernschwache Jugendliche, muß kommen, und zwar mit gleichen Förderungsmöglichkeiten wie andere Lehrausbildungen. Wir müssen jenen jungen Menschen, die keine volle Lehre machen können – Herr Abgeordneter Öllinger hat schon darauf hingewiesen, daß 50 Prozent der Arbeitslosen keine Ausbildung haben –, die Chance auf eine Lehrlingsausbildung im Sinne unserer Vorlehre, die wir in Grundzügen schon im Berufsausbildungsgesetz beschlossen haben, bieten. (Abg. Öllinger: Das ist keine Ausbildung!) Das ist eine Ausbildung! Darin unterscheiden wir uns grundsätzlich, Herr Abgeordneter Öllinger. (Abg. Öllinger: Das ein Witz!)
Abg. Öllinger: Das ein Witz!
Die Vorlehre, eine Lehre für lernschwache Jugendliche, muß kommen, und zwar mit gleichen Förderungsmöglichkeiten wie andere Lehrausbildungen. Wir müssen jenen jungen Menschen, die keine volle Lehre machen können – Herr Abgeordneter Öllinger hat schon darauf hingewiesen, daß 50 Prozent der Arbeitslosen keine Ausbildung haben –, die Chance auf eine Lehrlingsausbildung im Sinne unserer Vorlehre, die wir in Grundzügen schon im Berufsausbildungsgesetz beschlossen haben, bieten. (Abg. Öllinger: Das ist keine Ausbildung!) Das ist eine Ausbildung! Darin unterscheiden wir uns grundsätzlich, Herr Abgeordneter Öllinger. (Abg. Öllinger: Das ein Witz!)
Abg. Haigermoser: Das haben wir gestern gesehen! So ein Schulterschluß? – Nein danke!
Der Weg, den wir gehen, ist vollkommen richtig. Er wird zwar von den Sozialdemokraten zu langsam beschritten, aber er ist richtig! Was wir brauchen, ist ein Schulterschluß! In der Regierung, Herr Abgeordneter Haigermoser, haben wir diesen Schulterschluß. (Abg. Haigermoser: Das haben wir gestern gesehen! So ein Schulterschluß? – Nein danke!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Da fällt mir nur mehr ein: Ja dürfen s´ denn des?
Im Bereich der Arbeitsmarktpolitik gibt es einen Schulterschluß. Wir brauchen aber auch hier in diesem Haus einen Schulterschluß, und es ist nicht gut, wenn Sie von der Freiheitlichen Partei immer dazwischenfunken und immer nur alles schlechtmachen! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Da fällt mir nur mehr ein: Ja dürfen s´ denn des?)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Auch Sie sollten einmal positiv an der Gestaltung der Arbeitsmarktpolitik in unserem Land mitwirken. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Jawohl, das würde ich mir wünschen, meine Damen und Herren! Positiv mitwirken! Ich erwarte auch vom Landeshauptmann von Kärnten, daß er einmal Konstruktives beiträgt und nicht nur dauernd dagegen schreit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch Sie sollten einmal positiv an der Gestaltung der Arbeitsmarktpolitik in unserem Land mitwirken. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Jawohl, das würde ich mir wünschen, meine Damen und Herren! Positiv mitwirken! Ich erwarte auch vom Landeshauptmann von Kärnten, daß er einmal Konstruktives beiträgt und nicht nur dauernd dagegen schreit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Damit hoffe ich, einen Appell an Sie von der Freiheitlichen Partei gerichtet zu haben, der nicht ungehört verhallt. (Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Stummvoll: Schwacher Einstieg!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Dem Abgeordneten Stummvoll ist leider eine peinliche Verwechslung passiert: Er hat als Generalsekretär der Wirtschaftskammer die Leistung der Mitglieder seiner Kammer und der Menschen dieses Landes mit den Leistungen der Bundesregierung verwechselt. – Herr Stummvoll! Es gibt den alten Satz: Tue Gutes und rede darüber! Aber daß Sie ihn so weit treiben, zu sagen: Laß andere Gutes tun und schmücke dich damit!, halte ich für ein bisserl übertrieben. Es wäre ganz gut, wenn Sie am Boden der Realität bleiben würden! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Stummvoll: Schwacher Einstieg!) Ich glaube, er war ganz gut. (Abg. Dr. Stummvoll: Nur drei haben applaudiert!)
Abg. Dr. Stummvoll: Nur drei haben applaudiert!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Dem Abgeordneten Stummvoll ist leider eine peinliche Verwechslung passiert: Er hat als Generalsekretär der Wirtschaftskammer die Leistung der Mitglieder seiner Kammer und der Menschen dieses Landes mit den Leistungen der Bundesregierung verwechselt. – Herr Stummvoll! Es gibt den alten Satz: Tue Gutes und rede darüber! Aber daß Sie ihn so weit treiben, zu sagen: Laß andere Gutes tun und schmücke dich damit!, halte ich für ein bisserl übertrieben. Es wäre ganz gut, wenn Sie am Boden der Realität bleiben würden! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Stummvoll: Schwacher Einstieg!) Ich glaube, er war ganz gut. (Abg. Dr. Stummvoll: Nur drei haben applaudiert!)
Abg. Silhavy: Wie ist das mit der Qualität der betrieblichen Ausbildung, Herr Kollege Peter?
Herr Nürnberger hat uns Unternehmern zugerufen, wir mögen doch mehr Ausbildungsplätze schaffen. Damit hat er recht, wir sollten das wirklich tun! Aber warum entdiskriminieren Sie, Herr Nürnberger und auch Sie von der Österreichischen Volkspartei, nicht die Lehre, wenn Sie wollen, daß wir mehr Ausbildungsplätze schaffen? Warum haben Sie nicht den Mut dazu, die Lehre auf eine neue Grundlage zu stellen? Warum erlösen Sie dieses faszinierende System der dualen Ausbildung nicht von seinem Ghettodasein und integrieren es in die sekundäre Bildungsstufe, und zwar gleichberechtigt neben der AHS und der BHS? Warum trennen Sie nicht die Schulzeit von der Ausbildungszeit im Betrieb und stellen das Ganze auf neue Beine? Was wir brauchen, ist nämlich eine gute ... (Abg. Silhavy: Wie ist das mit der Qualität der betrieblichen Ausbildung, Herr Kollege Peter?) Diese wird sicherlich auch verbessert werden müssen, das ist gar keine Frage! Diesbezüglich sind wir nicht kontradiktorisch!
Beifall beim Liberalen Forum.
Daß Sie aber am Grundsatz der Erwerbsorientierung in der sozialen Sicherheit festhalten, halte ich wirklich für einen gravierenden Fehler. Das soziale Netz, so unverzichtbar es ist, ist heute bereits unfinanzierbar geworden. Wenn man es in die Zukunft extrapoliert, wird es ein bürokratisches System mit einem Sicherheitsnetz sein, durch das immer mehr Menschen durchfallen werden. Sie werden sich mit der Frage der Grundsicherung auseinandersetzen müssen, so wie es immer mehr politische Kräfte in Europa und auch in Österreich tun. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Heiterkeit des Abg. Kiermaier.
Ich teile wiederum Ihre Ansicht, wenn Sie von der Bedeutung der Beschäftigungspolitik reden. Es war sicherlich auch ein Erfolg der österreichischen EU-Präsidentschaft, daß Sie versucht haben, diesen Gedanken im Rahmen unserer Präsidentschaft europaweit zu implantieren. Ich frage mich jedoch, wieso weder der Herr Wirtschaftsminister noch die Frau Bundesministerin für Soziales die Frage der EU-Osterweiterung positiv angeht. Daß unser Freund Haigermoser schon seinen dritten Kopfstand in der Europapolitik macht, erleben wir halt soeben und müssen es hinnehmen. Sein erster war der EU-Beitritt, der zweite der Euro, der dritte ist jetzt die Erweiterung. (Heiterkeit des Abg. Kiermaier.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das habe ich bitter vermißt! Ich hoffe, Sie holen das bei entsprechender Gelegenheit nach. Es wäre mir sehr recht, wenn Sie es vor den Europawahlen nachholen würden. Dazu gibt es kein Bekenntnis von Ihnen, Sie drücken sich ganz einfach davor, weil Sie glauben, dort und da Mehrheiten zu sehen, wo es eigentlich Informationsbedarf gibt, wo Sie Menschen überzeugen müssen, wo Sie den Menschen sagen müssen, welche Chancen in dieser Erweiterung der Europäischen Union liegen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Gaugg: Du kannst ja freiwillig mehr zahlen!
Die neue Selbständigkeit: Warum diskriminieren Sie weiter die Selbständigen in Österreich? – Wir wissen doch beide, daß die Arbeitswelt sich vollkommen neu strukturiert und die Grenze zwischen Selbständigkeit und Unselbständigkeit verschwimmen wird, sie wird immer undeutlicher werden. Warum aber besteuern Sie Selbständige anders als Unselbständige? Warum liegt der Grenzsteuersatz der gut verdienenden Nationalratsabgeordneten bei 43 Prozent? Diese Nationalratsabgeordneten verdienen weit mehr als zwei Drittel der Selbständigen in Österreich, haben aber einen Grenzsteuersatz von 43 Prozent, während die Selbständigen einen Grenzsteuersatz von 50 Prozent haben. Wieso denn? – Wenn Sie die Neue Selbständigkeit wollen, dann diskriminieren Sie sie nicht! (Abg. Gaugg: Du kannst ja freiwillig mehr zahlen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist doch der wahre Grund, warum die private Nachfrage in den Jahren 1995, 1996 und 1997 sehr stagniert hat: weil Sie über das Sparpaket zuviel Geld abgesaugt haben. Doch warum mußten Sie es machen? – Weil Sie damals denselben Fehler wie heute machen, nämlich nicht bereit sind, die Ausgaben des Staates insgesamt zu hinterfragen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Haigermoser: Flat Tax!
Es gibt ein Reengineering Government, es gibt ein New Public Management, auch die Ausgaben des Staates sind nicht sakrosant, und wenn Sie diese durch wirkliche Reformen nach unten drücken, dann haben Sie ein niedrigeres Steuern-Abgaben-Niveau, damit mehr Kaufkraft bei der Bevölkerung und können die gesamte kalte Progression letztlich weitergeben. (Abg. Haigermoser: Flat Tax!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wichtig ist auch die Senkung der Arbeitskosten. Unsere Mitarbeiter kosten zuviel, aber verdienen zuwenig. Sie haben in Ihrer zweiten Wortmeldung vorhin von der Chance des quartären Sektors gesprochen. Ja, richtig! Im sozialen Sektor, in der persönlichen Dienstleistung schlummert die Beschäftigungschance, meine Damen und Herren! Aber gerade da ist jedes Prozent Anhebung der Arbeitskosten eine Verteuerung der Endleistung um 0,4, 0,5, ja bis zu 0,8 Prozent. Da liegt der Hund begraben! Da liegt die Beschäftigung im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße! Es könnte diese Beschäftigung geben, wenn Sie sie nur zulassen würden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Eine abschließende Bemerkung: Sie wissen sehr gut, Herr Wirtschaftsminister und Frau Bundesminister, daß Sie heute viel an Arbeitslosigkeit nur in die Zukunft verlagern, indem Sie Beschäftigte in Frühpension schicken, indem Sie Arbeitnehmer in die Invaliditätspension schicken, indem Sie jetzt – die Regierung Kohl hat das in Deutschland auch gemacht – Arbeitslose über AMS-Schulungen auslagern, um die Statistik zu schönen. Das wissen Sie! Aber damit lösen Sie noch kein Problem. Das mag vor einer Wahl so sein, aber haben Sie einmal den Mut, auf die Finanzierbarkeit unseres Pensionssystems Antworten zu finden. Weit über 200 000 Menschen in Österreich sind in Frühpension, 230 000 Menschen sind arbeitslos. Wenn man das kumuliert, so kommt man auf eine Arbeitslosenzahl, die im wirklichen Drittvergleich, in der wirklichen Vergleichbarkeit gleich hoch wie in Deutschland oder sogar noch höher ist. Sie haben das Problem wirklich nur in die Zukunft verschoben! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Kier und Smolle.
Österreich ist mit fast 19 Prozent der Exporte und 12 Prozent der Importe das mit den neuen Ländern Osteuropas am intensivsten verflochtene Land. Ich gehe davon aus, daß wir bei den jetzigen Trends – wie in der Zwischenkriegszeit – gegen 30 Prozent in der Exportstruktur in den nächsten zehn, 15 Jahren kommen werden. Das Wachstumspotential unserer mittel- und osteuropäischen Nachbarn wird von allen Instituten, deren Gutachten ich kenne, mit etwa 700 Milliarden Euro eingeschätzt. Wir wissen, daß wir in der Zwischenzeit über 14 000 Joint-ventures – siehe jüngste Studie auch des Wifo – auf die Beine gestellt haben, und daß die Klein- und Mittelbetriebe – das repliziere ich auf die Ausführungen des Abgeordneten Haigermoser – , die Joint-ventures in Osteuropa im Laufen haben, dank dieser Joint-ventures in Österreich mehr Arbeitsplätze geschaffen haben, als sie geschaffen hätten, wenn sie nicht in den Osten gegangen wären. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Kier und Smolle.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Smolle.
Dieser Trend muß und wird anhalten. Ich glaube daher, daß da eine Angstphilosophie nicht gerechtfertigt ist. (Demonstrativer Beifall des Abg. Smolle.) Der Punkt ist, daß wir über Freihandelsverträge den ökonomischen Beitritt Mittel- und Osteuropas schon vollzogen haben – mit Ausnahme des Bereiches der Landwirtschaft; nur die Mitbestimmung und der Bereich der Landwirtschaft fehlen noch – und daß die Umsetzung jedes Stückes des Acquis Communautaire die österreichische Wirtschaft in die Lage versetzt, sich dort wie auf dem Heimatmarkt zu bewegen. Daher vertrete ich diese Osterweiterungs-Nutzungspolitik mit Augenmaß nachhaltig.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Smolle: Ist die Studie in Deutsch? Denn dann könnten Sie sie den Freiheitlichen einmal zum Lesen geben!
Es ist unbestritten – das ist schon mein letzter Satz –, daß wir aus der Ostöffnung bis heute etwa 60 000 Arbeitsplätze netto mehr gewonnen haben, als wir an schlechter bezahlten verloren haben, und ich sehe diesen Trend auch im Sinne der Ansiedelungspolitik, von der ich heute gesprochen habe, nicht gefährdet. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Smolle: Ist die Studie in Deutsch? Denn dann könnten Sie sie den Freiheitlichen einmal zum Lesen geben!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, Kolleginnen und Kollegen, daß wir unser international anerkanntes berufsbildendes Schulwesen flexibler machen und weiter ausbauen müssen, um den jungen Menschen ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend die beste Ausbildung für ihre Zukunft zu gewährleisten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kiermaier: Machen Sie sich darum keine Sorgen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Minister! Es liegt nahe, am Beginn meiner Ausführungen zu sagen, daß jetzt, zur Mittagszeit, das nicht nur in den Medien angekündigte zentrale Thema, mit dem sich der Nationalrat heute befaßt, zur Debattte steht, sondern daß eben dieses Thema, wie ich auch wieder den Medien entnehmen konnte, auch das zentrale Anliegen vor allem der SPÖ ist, nämlich die Beschäftigungspolitik, daß ich mich aber, obwohl ich verstehe, daß man bei zwei Plenarsitzungen, die pro Tag ungefähr 14, 15 Stunden dauern, nicht immer hier herinnensitzen kann – da geht es uns genauso –, in Anbetracht des Umstandes, daß das das zentrale Wahlkampfthema der SPÖ ist, schon wundere über deren Aktivitäten im Wahlkampf, wenn ich in ihre Reihen blicke! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kiermaier: Machen Sie sich darum keine Sorgen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Antoni: Wir betreiben im Parlament keinen Wahlkampf, sondern führen eine sachliche Diskussion!
Ich sage nur so viel: Von neun Abgeordneten sind vier da, und von 70 Abgeordneten sind gezählte zehn da. Das nur zum Vergleich! (Abg. Dr. Antoni: Wir betreiben im Parlament keinen Wahlkampf, sondern führen eine sachliche Diskussion!)
Abg. Dr. Antoni: Die steigende Beschäftigung und die fallenden Arbeitslosenzahlen!
Zur Sache zurückkommend: Frau Ministerin Hostasch, Sie haben gesagt, daß Sie die Arbeitslosen aktiv halten wollen. – Ich erkläre Ihnen nachher, was wir wollen, was wir unter Beschäfti-gungspolitik verstehen. Wir verstehen darunter sicher nicht, daß die Arbeitslosen weiterhin, vom Arbeitslosengeld sozusagen gespeist, unterstützt werden. Aber wenn Sie sagen, daß Sie die Arbeitslosen aktiv halten wollen, dann frage ich Sie: Was sind Ihre Erfolgsindikatoren dafür? Die Arbeitslosenzahlen und die Beschäftigungszahlen! (Abg. Dr. Antoni: Die steigende Beschäftigung und die fallenden Arbeitslosenzahlen!) Ich weiß ohnehin, was Sie darauf antworten werden. Nur: Das ist sehr mager und sehr enttäuschend! Das brauche ich Ihnen nicht zu sagen, denn das konnten Sie in den letzten Wochen nachlesen und wiederholt von ganz anderen Personen hören.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Antoni: Das ist eine eigenartige Interpretation!
Sie konnten es beispielsweise von Herrn Sallmutter hören – den kennen Sie doch wohl! –, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft für Privatangestellte. Sallmutter sagte: Höchste Vorsicht, bitte, halten Sie sich nicht an die Zahlen als Erfolgsmeldungen, diese stimmen so nicht, diese sind kein Indikator, diese sind kein Barometer für den Erfolg Ihrer Beschäftigungspolitik! Halten Sie sich an Ihre eigenen Politiker, wenn Sie mit mir über Indikatoren reden wollen, sage ich Ihnen da nur! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Antoni: Das ist eine eigenartige Interpretation!)
Abg. Dr. Niederwieser: Das ist völlig falsch! Buchinger hat von einer Trendwende auf dem Arbeitsmarkt gesprochen!
Ein anderer – er dürfte Ihnen auch nahestehen –, nämlich der Chef des AMS, Buchinger, sagte ähnliches. (Abg. Dr. Niederwieser: Das ist völlig falsch! Buchinger hat von einer Trendwende auf dem Arbeitsmarkt gesprochen!) Buchinger weist darauf hin, daß man mit sinkenden Arbeitslosenzahlen überhaupt nicht mehr argumentieren kann, weil heute Beschäftigte von einem Arbeitsverhältnis zum anderen wandern, dazwischen beschäftigungslos und kurze Zeit dann wieder in Beschäftigung sind. Sinkende Arbeitslosenzahlen sind kein Indikator.
Abg. Kiermaier: Womit argumentieren Sie dann?
Und ich kann Ihnen noch jemanden zitieren, der Ihnen vermutlich – soweit meine Farbenlogik stimmt; aber Sie können mich gerne korrigieren – auch nahesteht, nämlich den Chef des IHS, Felderer. Felderer sagt dasselbe. Felderer sagt, weder die Arbeitslosenzahlen noch die Beschäftigungszahlen sind Indikatoren. Im Gegenteil: Es ist höchste Vorsicht geboten, wenn man damit argumentieren will. (Abg. Kiermaier: Womit argumentieren Sie dann?)
Abg. Kiermaier: Das ist doch lächerlich!
Der Chef des IHS, Felderer, geht sogar noch weiter und kritisiert völlig zu Recht die Vorhaben, die im NAP enthalten sind und auf die Sie sich immer wieder berufen. (Abg. Kiermaier: Das ist doch lächerlich!) Er sagte folgendes: Das sind Sonderaktionen, die in der Summe viel Geld kosten und wenig bringen, die die Arbeitslosen beziehungsweise Beschäftigungslosen von einem Programm ins andere geradezu schieben und die nicht wirklich Beschäftigung vermitteln, auch wenn es um Beschäftigungsprogramme für Jugendliche geht. Dadurch werden zwar die Jugendlichen von der Straße weggeholt – das sehe ich schon und anerkenne es auch –, aber das ist kein Beschäftigungsprogramm. Das muß man dazusagen. (Abg. Dr. Antoni: Wenn man sie ausbildet, so ist das kein Beschäftigungsprogramm?)
Abg. Dr. Antoni: Wenn man sie ausbildet, so ist das kein Beschäftigungsprogramm?
Der Chef des IHS, Felderer, geht sogar noch weiter und kritisiert völlig zu Recht die Vorhaben, die im NAP enthalten sind und auf die Sie sich immer wieder berufen. (Abg. Kiermaier: Das ist doch lächerlich!) Er sagte folgendes: Das sind Sonderaktionen, die in der Summe viel Geld kosten und wenig bringen, die die Arbeitslosen beziehungsweise Beschäftigungslosen von einem Programm ins andere geradezu schieben und die nicht wirklich Beschäftigung vermitteln, auch wenn es um Beschäftigungsprogramme für Jugendliche geht. Dadurch werden zwar die Jugendlichen von der Straße weggeholt – das sehe ich schon und anerkenne es auch –, aber das ist kein Beschäftigungsprogramm. Das muß man dazusagen. (Abg. Dr. Antoni: Wenn man sie ausbildet, so ist das kein Beschäftigungsprogramm?)
Abg. Kiermaier: Was haben Sie gemacht?
Das ist kein Beschäftigungsprogramm! Es wird mit Ihren Programmen diesen Jugendlichen überhaupt keine Berufsausbildung gegeben. Überhaupt keine! (Abg. Kiermaier: Was haben Sie gemacht?)
Abg. Kiermaier: Machen Sie Vorschläge! Nicht nur kritisieren! Vorschläge!
Ich kann Ihnen weitere Beispiele nennen (Abg. Kiermaier: Machen Sie Vorschläge! Nicht nur kritisieren! Vorschläge!), aber es sind heute schon viele erwähnt worden, wie etwa das Job-Coaching, das New-Start-Programm, die Aktion "Come back". Alles immer dasselbe: Es beschönigt die Zahlen, und es hilft keinen Schritt weiter, wenn es um Beschäftigung geht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich kann Ihnen weitere Beispiele nennen (Abg. Kiermaier: Machen Sie Vorschläge! Nicht nur kritisieren! Vorschläge!), aber es sind heute schon viele erwähnt worden, wie etwa das Job-Coaching, das New-Start-Programm, die Aktion "Come back". Alles immer dasselbe: Es beschönigt die Zahlen, und es hilft keinen Schritt weiter, wenn es um Beschäftigung geht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Da traut sich der Wirtschaftsminister!
Hier steht als Empfehlungen für Österreich eine weitere Flexibilisierung, eine weitere Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten. – Ja, das gibt natürlich ganz andere Prioritäten her bei beschäftigungspolitischen Leitlinien. (Abg. Öllinger: Da traut sich der Wirtschaftsminister!) Kein Wunder, sage ich Ihnen darauf, daß die geringfügige Beschäftigung weiter steigt, denn das ist die logische Antwort auf die weitere Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten, das ist die logische Antwort auf die weitere Flexibilisierung der Arbeitszeitverhältnisse, ganz klar die logische Antwort. (Abg. Öllinger: Sonntagsarbeit! – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Sie können sich das überall in Europa anschauen!
Abg. Öllinger: Sonntagsarbeit! – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Hier steht als Empfehlungen für Österreich eine weitere Flexibilisierung, eine weitere Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten. – Ja, das gibt natürlich ganz andere Prioritäten her bei beschäftigungspolitischen Leitlinien. (Abg. Öllinger: Da traut sich der Wirtschaftsminister!) Kein Wunder, sage ich Ihnen darauf, daß die geringfügige Beschäftigung weiter steigt, denn das ist die logische Antwort auf die weitere Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten, das ist die logische Antwort auf die weitere Flexibilisierung der Arbeitszeitverhältnisse, ganz klar die logische Antwort. (Abg. Öllinger: Sonntagsarbeit! – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Sie können sich das überall in Europa anschauen!
Abg. Dr. Niederwieser: Qualifikation! Ausbildung! Weiterbildung!
Und ich sage Ihnen zum Schluß jetzt noch etwas zu den Beschäftigungsplänen: Die Beschäftigungspläne richten sich bei Ihnen auf eine reine Arbeitsvermittlung aus. Und das ist der Fehler. Sie begrenzen und beschränken es auf eine reine Arbeitsvermittlung, auf eine Verminderung der Arbeitslosenquote, wie ich Ihnen zuerst schon aufgezeigt habe, und auf eine Erhöhung der Beschäftigung. (Abg. Dr. Niederwieser: Qualifikation! Ausbildung! Weiterbildung!)
Abg. Dr. Antoni: Den Österreich eingeleitet hat!
Sie übersehen dabei – da noch ein Wort zu Herrn Kollegen Nürnberger –, daß Beschäftigungspolitik auf der europäischen Ebene etwas ganz anderes wäre. Herr Kollege Nürnberger hat natürlich mit der Geschichte völlig unrecht – aber ich will das jetzt da gar nicht korrigieren; es soll mir recht sein, soll ihm recht sein –, wenn er glaubt, daß Vranitzky das war. In der Tat war es eine Entwicklung auf der europäischen Ebene, und ich würde sagen, ein Meilenstein, wenn auch mit Ergebnissen unter der Erwartung, war der Beschäftigungsgipfel in Luxemburg. (Abg. Dr. Antoni: Den Österreich eingeleitet hat!) Und ob es Ihnen von der SPÖ paßt oder nicht, ob es zufällig ist oder nicht (neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ), das Verdienst für die Vorbereitungen ist in diesem Fall einem christdemokratischen Ministerpräsidenten zuzuschreiben, nämlich dem Luxemburger Jean-Claude Juncker. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Edler: Wir kümmern uns darum! Wir machen etwas! Sie verhindern nur!)
neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ
Sie übersehen dabei – da noch ein Wort zu Herrn Kollegen Nürnberger –, daß Beschäftigungspolitik auf der europäischen Ebene etwas ganz anderes wäre. Herr Kollege Nürnberger hat natürlich mit der Geschichte völlig unrecht – aber ich will das jetzt da gar nicht korrigieren; es soll mir recht sein, soll ihm recht sein –, wenn er glaubt, daß Vranitzky das war. In der Tat war es eine Entwicklung auf der europäischen Ebene, und ich würde sagen, ein Meilenstein, wenn auch mit Ergebnissen unter der Erwartung, war der Beschäftigungsgipfel in Luxemburg. (Abg. Dr. Antoni: Den Österreich eingeleitet hat!) Und ob es Ihnen von der SPÖ paßt oder nicht, ob es zufällig ist oder nicht (neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ), das Verdienst für die Vorbereitungen ist in diesem Fall einem christdemokratischen Ministerpräsidenten zuzuschreiben, nämlich dem Luxemburger Jean-Claude Juncker. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Edler: Wir kümmern uns darum! Wir machen etwas! Sie verhindern nur!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Edler: Wir kümmern uns darum! Wir machen etwas! Sie verhindern nur!
Sie übersehen dabei – da noch ein Wort zu Herrn Kollegen Nürnberger –, daß Beschäftigungspolitik auf der europäischen Ebene etwas ganz anderes wäre. Herr Kollege Nürnberger hat natürlich mit der Geschichte völlig unrecht – aber ich will das jetzt da gar nicht korrigieren; es soll mir recht sein, soll ihm recht sein –, wenn er glaubt, daß Vranitzky das war. In der Tat war es eine Entwicklung auf der europäischen Ebene, und ich würde sagen, ein Meilenstein, wenn auch mit Ergebnissen unter der Erwartung, war der Beschäftigungsgipfel in Luxemburg. (Abg. Dr. Antoni: Den Österreich eingeleitet hat!) Und ob es Ihnen von der SPÖ paßt oder nicht, ob es zufällig ist oder nicht (neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ), das Verdienst für die Vorbereitungen ist in diesem Fall einem christdemokratischen Ministerpräsidenten zuzuschreiben, nämlich dem Luxemburger Jean-Claude Juncker. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Edler: Wir kümmern uns darum! Wir machen etwas! Sie verhindern nur!)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage Ihnen folgendes: Jean-Claude Juncker hat damals schon gesagt, Beschäftigungspolitik, vor allem europäische Beschäftigungspolitik kann sich nicht allein auf Arbeitsvermittlung beschränken. Selbstverständlich müssen Steuerharmonisierungen die Grundlage, der Rahmen für eine Beschäftigungspolitik sein. Es müssen Überlegungen bezüglich der Arbeitszeit, bezüglich eines Mindestlohnes angestellt werden. All das, was eigentlich Ihr klassisches Feld wäre im Bereich der europäischen Gewerkschaftsbewegung, müßte hier einfließen und den Rahmen und die Grundlage für Beschäftigungspolitik bilden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Antoni: Was denn? – Abg. Kiermaier: Ihre Ratschläge brauchen wir nicht!
Und ein Letztes sei noch in das Stammbuch der Sozialdemokraten geschrieben, damit Sie sich das auch merken. (Abg. Dr. Antoni: Was denn? – Abg. Kiermaier: Ihre Ratschläge brauchen wir nicht!) Sie haben eine Chance gehabt in Europa, die – aus welchen Gründen auch immer; ich kenne sie nicht – vertan wurde, und die war mit Finanzminister Lafontaine gegeben. Er hat einen Entwurf für einen europäischen Beschäftigungspakt vorgelegt, der sehr wohl noch diese Elemente enthalten hat, der Elemente der Einführung von Energiesteuern, der Bekämpfung des unfairen Steuerwettbewerbs enthalten hat, der die Ansätze einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik beinhaltet hat. Das, Frau Ministerin, sind die Eckdaten für eine Beschäftigungspolitik! Das sind sie! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und ein Letztes sei noch in das Stammbuch der Sozialdemokraten geschrieben, damit Sie sich das auch merken. (Abg. Dr. Antoni: Was denn? – Abg. Kiermaier: Ihre Ratschläge brauchen wir nicht!) Sie haben eine Chance gehabt in Europa, die – aus welchen Gründen auch immer; ich kenne sie nicht – vertan wurde, und die war mit Finanzminister Lafontaine gegeben. Er hat einen Entwurf für einen europäischen Beschäftigungspakt vorgelegt, der sehr wohl noch diese Elemente enthalten hat, der Elemente der Einführung von Energiesteuern, der Bekämpfung des unfairen Steuerwettbewerbs enthalten hat, der die Ansätze einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik beinhaltet hat. Das, Frau Ministerin, sind die Eckdaten für eine Beschäftigungspolitik! Das sind sie! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Niederwieser: Die Sorge der Grünen ist wirklich rührend! – Abg. Dr. Graf: Mit dem Joschka Fischer!
Schauen Sie sich hingegen das Papier an, das jetzt für den Kölner Gipfel vorliegt. Von all dem ist keine Rede mehr. Die Sozialdemokratie in Europa mit ihren Regierungen hat es weit gebracht, sage ich Ihnen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Niederwieser: Die Sorge der Grünen ist wirklich rührend! – Abg. Dr. Graf: Mit dem Joschka Fischer!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Der nationale Beschäftigungsplan berücksichtigt in seinen Leitlinien grundsätzlich jene Personengruppen, die stärkere Unterstützung benötigen. Ich bin daher verwundert darüber – das konnte man hören, wenn man diese Diskussion aufmerksam oder auch nicht so aufmerksam verfolgt hat –, daß alle Oppositionsredner das nur negativ sehen und Miesmacherei betreiben. Da frage ich mich, warum dann so viele Menschen gerne nach Österreich kommen und hier arbeiten wollen, warum so wenige aus diesem Land hinaus wollen, warum so viele hier bleiben wollen. – Also, ich denke, daß man schon auch einmal von der anderen Seite verlangen kann, daß sie bei der Wahrheit bleibt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sollten darauf hinweisen, daß das die ersten Schritte sind und daß es erstens durch die Scheidungsreform und zweitens durch diese Form, die insbesondere aus der Ausschußbemerkung hervorgeht, auch eine sozialrechtliche und pensionsrechtliche Absicherung gibt. Daß in der Folge das Pensionssplitting, das wir seitens der ÖVP uns wünschen und das wir immer wieder forcieren, kommen muß, ist uns sicher allen klar. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Niederwieser: Kollege Haupt, kannst du ein Zitat vorlesen?
Ich gebe allen Vorrednern recht, die meinen, daß die Beschäftigungsfrage in der Europäischen Union und auch in Österreich die essentielle Frage für die Zukunft ist, ich gebe aber Kollegin Steidl nicht recht, wenn sie meint, daß die Opposition aus ihrer Sicht das zu negativ sieht und zusehr schwarzmalt, denn, sehr geehrte Frau Kollegin Steidl, ich darf Sie an etwas erinnern: Ich habe mir heute die Mühe gemacht, die Versprechungen, die der Herr Bundeskanzler in den letzten Jahren, und zwar in den Jahren 1996 bis 1999, einschließlich der Monate Jänner und Februar, vor der österreichischen Öffentlichkeit gemacht hat, zusammenzuzählen. Ich bin dabei nur auf jene Formulierungen eingegangen, in denen Klima in entsprechender Form die Vollbeschäftigung versprochen hat. Ich darf Sie darauf aufmerksam machen, daß er vor Parteitagen und in entsprechenden öffentlichen Erklärungen, vor Regierungssitzungen und bei anderen, auch internationalen Gelegenheiten insgesamt 49mal die Vollbeschäftigung für Österreich versprochen hat. Ich glaube jedoch, Sie, Frau Kollegin Steidl, und auch die Dame und der Herr auf der Regierungsbank werden mir recht geben, daß wir leider von der Vollbeschäftigung noch Welten entfernt sind. (Abg. Dr. Niederwieser: Kollege Haupt, kannst du ein Zitat vorlesen?)
Abg. Dr. Trinkl: Es gab noch nie so viele Arbeitsplätze!
Jeder hier im Hohen Hause würde sich Vollbeschäftigung wünschen, aber von der Vollbeschäftigung sind wir leider weit entfernt. Im Gegenteil: In den Jahren, in denen Herr Klima Bundeskanzler war, haben wir mit 1 475 251 Arbeitslosen einen Höhepunkt erreicht. Jeder zweite österreichische Arbeitnehmer war in der Zeit dieser Bundesregierung zumindest einmal von Arbeitslosigkeit betroffen. Ich darf Ihnen das hier vor Augen führen, damit Sie auch drastisch sehen, wie das ausgesehen hat in Ihrer rot-schwarzen Regierungszeit. (Der Redner hält eine Graphik in die Höhe.) Es darf auch nicht vergessen werden, daß es für die österreichischen Arbeiter, und hier besonders für die Frauen, nach der Arbeitslosigkeit beim Wiedereintritt in die Beschäftigung einen Einkommensverlust zwischen 10 und 30 Prozent gegeben hat. (Abg. Dr. Trinkl: Es gab noch nie so viele Arbeitsplätze!)
Abg. Steibl: In der Steiermark ist es nicht so! Denn wir verlangen das und machen es auch!
Gerade Sie, Frau Kollegin Steidl, als entsprechend engagierte Frauenpolitikerin aus der Steiermark sollten eigentlich um diese triste Situation gerade der Frauenbeschäftigung und der Einkommenssituation der Frauen wissen. (Abg. Steibl: In der Steiermark ist es nicht so! Denn wir verlangen das und machen es auch!)
Abg. Steibl: Steibl! Steibl! Wenn Sie Steidl sagen, sage ich: Kollege Haut!
Und wenn Sie den "Economist" der "Presse" vom gestrigen Tag lesen, so ist auch jene Zeitung, die Ihnen am nächsten steht, Frau Kollegin Steidl (Abg. Steibl: Steibl! Steibl! Wenn Sie Steidl sagen, sage ich: Kollege Haut!), zumindest der gleichen Meinung, nämlich daß wir im heurigen Herbst in entsprechender Form auch wieder die gleichen Probleme für die jugendlichen Beschäftigten bekommen werden, wie wir sie vor zwei Jahren gehabt haben und wie wir sie vermutlich, wenn der NAP 1999/2000 nicht weitergeführt wird, spätestens 2001 wieder haben werden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Hostasch! Sie sagen, er werde weitergeführt. Das ist derzeit richtig, aber da im Oktober Wahlen sind, wird das erst bei der Budgeterstellung für das Jahr 2000 feststellbar sein, weil auch Sie auf der Regierungsbank nicht sagen können, daß Sie dann wieder dafür zuständig sein werden, in entsprechender Form die Weichen für die Zukunft zu stellen und zu ent-scheiden, ob der NAP weitergehen wird oder nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Entscheidung wird nicht die Bundesregierung, die derzeit im Amt ist, treffen, sondern am 3. Oktober der österreichische Wähler. Und der österreichische Wähler ist es eigentlich schon müde geworden, die ewigen Versprechungen in diesem Bereich zu hören und dann im Endeffekt nur Peanuts von all diesen Versprechungen zu ernten. Mehr ist – in Neudeutsch ausgedrückt, das ja heute so modern geworden ist – nicht zu vererben und nicht zu verzeichnen gewesen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und wenn man sich in diesem Bereich anschaut, was Sie im Job-Coaching nunmehr von Mai bis November planen – nämlich jeden Monat 5 000 Arbeitslose aus der Statistik herauszunehmen und in Schulungsmaßnahmen unterzubringen, von denen sogar Ihre profunden Kenner der Arbeitsmarktsituation sagen, daß sie bezweifeln, daß diese Maßnahmen bei mehr als der Hälfte geeignet sein werden, einen Rückeinstieg und eine Zusatzqualifikation hervorzurufen –, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß hier Schönfärberei vor Wahlen betrieben und nicht das echte Anliegen der Bundesregierung umgesetzt wird, den Arbeitnehmern tatsächlich im Sinne des lebenslangen Lernens eine Zukunftschance zu eröffnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bitte Sie beide, im Interesse der jungen Menschen und im Interesse der österreichischen Wirtschaft und des Wirtschaftsstandortes Österreich auf den zuständigen Minister Einem dahin gehend einzuwirken, daß dort endlich die Handbremse gezogen wird und daß diese unglückselige Entwicklung, die der Fachhochschulrat eingeleitet hat, im Interesse der österreichischen Wirtschaft endlich aufgehoben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: Von euch! Von der Regierung! Von der Regierung, ja, ja! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin Hostasch! Herr Minister Farnleitner! Hohes Haus! Es ist schon bestürzend, wenn man hört, wie in diesem Haus mit Arbeitslosigkeit und mit von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen umgegangen wird. (Abg. Gaugg: Von euch! Von der Regierung! Von der Regierung, ja, ja! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Auch Ihre aggressive Reaktion darauf spricht Bände, meine Damen und Herren von der FPÖ! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin Hostasch! Herr Minister Farnleitner! Hohes Haus! Es ist schon bestürzend, wenn man hört, wie in diesem Haus mit Arbeitslosigkeit und mit von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen umgegangen wird. (Abg. Gaugg: Von euch! Von der Regierung! Von der Regierung, ja, ja! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Auch Ihre aggressive Reaktion darauf spricht Bände, meine Damen und Herren von der FPÖ! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Von Ihnen interessiert das niemand! Es ist ja keiner da! Es ist ja niemand mehr da!
Es ist zweifelsohne richtig, Herr Kollege Haupt, wenn Sie sagen, daß Bundeskanzler Klima für Vollbeschäftigung eintritt. Ob die 49mal, die Sie da genannt haben, stimmen, weiß ich nicht, aber daß Vollbeschäftigung nach wie vor eines unserer erklärten politischen Ziele ist, steht außer Frage. Das steht außer Frage für uns! (Abg. Dr. Graf: Von Ihnen interessiert das niemand! Es ist ja keiner da! Es ist ja niemand mehr da!)
Beifall bei der SPÖ.
Im Gegensatz zu einem gewissen Herrn Haider, der ja auch eine Zeitlang diesem Haus angehört hat und der jede Woche seine Meinung geändert hat – einmal war er für die EU, ein andermal gegen die EU; einmal war die Frau der dienende Teil und so weiter; wir kennen ja all diese Aussagen –, stehen wir zu einer Meinung und stehen wir zu den Menschen, die unsere Hilfe brauchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr erfreulich ist auch der Bereich des lebenslangen Lernens, vor allem weil ein Schwerpunkt jenen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen gilt, die bereits jahrelange Berufserfahrung haben, auf die die Wirtschaft heute aber gänzlich verzichtet, indem sie nicht mehr bereit ist, diese Menschen zu beschäftigen. Es ist ein ganz wesentlicher Punkt, zu versuchen, gerade für diese Gruppe von Menschen etwas zu tun, die jahrelang ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt, der Wirtschaft Wertschöpfung geliefert hat, gegenüber der die Wirtschaft aber dann sagt: Danke, nein!, und dann wird sie der Allgemeinheit übergeben. (Beifall bei der SPÖ.)
die Abgeordneten Steibl und Dr. Trinkl: Landeshauptmann-Stellvertreter!
Weiters freue ich mich über die Möglichkeit der territorialen Beschäftigungspakte, auch im Zusammenhang mit dem Jugendbeschäftigungsprogramm. Auch ich möchte hier besonders hervorheben, daß gerade wir in der Steiermark durch unseren Landeshauptmann DDr. Peter Schachner (die Abgeordneten Steibl und Dr. Trinkl: Landeshauptmann-Stellvertreter!) mit der Aktion "Job 2000" einen wesentlichen Beitrag für diese Gruppe, nämlich die jugendlichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, geleistet haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weiters freue ich mich über die Möglichkeit der territorialen Beschäftigungspakte, auch im Zusammenhang mit dem Jugendbeschäftigungsprogramm. Auch ich möchte hier besonders hervorheben, daß gerade wir in der Steiermark durch unseren Landeshauptmann DDr. Peter Schachner (die Abgeordneten Steibl und Dr. Trinkl: Landeshauptmann-Stellvertreter!) mit der Aktion "Job 2000" einen wesentlichen Beitrag für diese Gruppe, nämlich die jugendlichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, geleistet haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Nein! Nein! Das, was die Bundesregierung mit dem NAP macht, ist bedauerlich! Der NAP ist ein Nepp!
Ich bedauere es sehr, daß sich jemand wie Frau Kollegin Kammerlander, die ich seit vielen Jahren kenne, über Arbeitsmarktpolitik, die das AMS macht, dermaßen negativ äußert. (Abg. Wabl: Nein! Nein! Das, was die Bundesregierung mit dem NAP macht, ist bedauerlich! Der NAP ist ein Nepp!) – Hätten Sie zugehört, Herr Kollege Wabl, dann wüßten Sie, was sie gesagt hat.
Abg. Smolle: In meiner Firma!
Es geht nicht nur darum, Leuten Beschäftigung zu geben, sondern auch darum, daß die Menschen zusätzlich von der Wirtschaft geschult werden müssen, was nicht mehr der Fall ist. Lebenslanges Lernen – wo in der Wirtschaft gibt es noch lebenslanges Lernen? (Abg. Smolle: In meiner Firma!) Wo wird das von der Wirtschaft noch angeboten? Es muß gefördert werden, und es wird gefördert durch das AMS! – So schaut es doch in Wirklichkeit aus, nämlich daß die Allgemeinheit das übernehmen muß, was die Wirtschaft heute nicht mehr leistet! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.
Es geht nicht nur darum, Leuten Beschäftigung zu geben, sondern auch darum, daß die Menschen zusätzlich von der Wirtschaft geschult werden müssen, was nicht mehr der Fall ist. Lebenslanges Lernen – wo in der Wirtschaft gibt es noch lebenslanges Lernen? (Abg. Smolle: In meiner Firma!) Wo wird das von der Wirtschaft noch angeboten? Es muß gefördert werden, und es wird gefördert durch das AMS! – So schaut es doch in Wirklichkeit aus, nämlich daß die Allgemeinheit das übernehmen muß, was die Wirtschaft heute nicht mehr leistet! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.)
Abg. Steibl: Also, bitte!
Abschließend möchte ich noch einen Punkt zur Novellierung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes bringen – Kollegin Steibl hat sie ja bereits kurz angesprochen. Ich denke, daß unsere Ausschußfeststellung bereits ein Schritt in die richtige Richtung ist. Mir persönlich tut es leid – ich habe das auch schon im Ausschuß gesagt –, daß es am Widerstand der ÖVP gescheitert ist (Abg. Steibl: Also, bitte!), für diese Gruppe von Frauen bereits in der Eherechtsnovelle eine Lösung zu finden. Ich hoffe aber, daß wir vielleicht so weit kommen, heute noch einen Antrag einzubringen und eine entsprechende Konkretisierung in diesem Punkt vorzunehmen. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Steibl.) – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Weiterer Zwischenruf der Abg. Steibl.
Abschließend möchte ich noch einen Punkt zur Novellierung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes bringen – Kollegin Steibl hat sie ja bereits kurz angesprochen. Ich denke, daß unsere Ausschußfeststellung bereits ein Schritt in die richtige Richtung ist. Mir persönlich tut es leid – ich habe das auch schon im Ausschuß gesagt –, daß es am Widerstand der ÖVP gescheitert ist (Abg. Steibl: Also, bitte!), für diese Gruppe von Frauen bereits in der Eherechtsnovelle eine Lösung zu finden. Ich hoffe aber, daß wir vielleicht so weit kommen, heute noch einen Antrag einzubringen und eine entsprechende Konkretisierung in diesem Punkt vorzunehmen. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Steibl.) – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wabl.
Abschließend möchte ich noch einen Punkt zur Novellierung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes bringen – Kollegin Steibl hat sie ja bereits kurz angesprochen. Ich denke, daß unsere Ausschußfeststellung bereits ein Schritt in die richtige Richtung ist. Mir persönlich tut es leid – ich habe das auch schon im Ausschuß gesagt –, daß es am Widerstand der ÖVP gescheitert ist (Abg. Steibl: Also, bitte!), für diese Gruppe von Frauen bereits in der Eherechtsnovelle eine Lösung zu finden. Ich hoffe aber, daß wir vielleicht so weit kommen, heute noch einen Antrag einzubringen und eine entsprechende Konkretisierung in diesem Punkt vorzunehmen. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Steibl.) – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Abg. Wabl: Wenig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal im öffentlichen Bereich!
Nun zum Inhalt. Frau Ministerin! Wenn man Seite 24 – es geht um den Bereich Eingliederung von behinderten Menschen – anschaut, kann einem nur schlecht werden. Aber Sie haben jetzt zum ersten Mal zugegeben, daß die Behindertenarbeitslosigkeit gestiegen ist, im Zeitraum von drei Jahren von 60 000 auf 85 000 beschäftigungslose behinderte Menschen. Das stimmt! Gemacht haben Sie, Frau Ministerin, jedoch nichts! (Abg. Wabl: Wenig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal im öffentlichen Bereich!)
Abg. Steibl: Das können Sie vorher schon sagen?!
Ihr NAP wird auch in Zukunft uns behinderten Menschen nichts bringen (Abg. Steibl: Das können Sie vorher schon sagen?!), weil Sie hier schon festgeschrieben haben, daß die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt für behinderte Menschen so ausschaut, daß sie kaum Arbeitsplatzchancen haben – vom 15. bis zum 60. Lebensjahr. Frau Ministerin! Wollen Sie behinderte Menschen dann als Kinder zur Arbeit einsetzen oder erst, wenn sie sonst schon in Pension wären?
Ruf: Für alle! – Zwischenruf des Abg. Wabl.
Frau Ministerin! Sie haben in Ihrem Papier mit den Zahlen von hinten begonnen. Sie schreiben: Verschlechterung der Arbeitsmarktchancen von behinderten Arbeitslosen in den Altersgruppen 40 bis 59, 25 bis 39 und 15 bis 24 – so steht es in Ihrem Papier. Hätten Sie auf der anderen Seite begonnen, würde es heißen: Schlechte Arbeitsmarktchancen für Behinderte von 15 bis 24, von 25 bis 39 und von 40 bis 59. (Ruf: Für alle! – Zwischenruf des Abg. Wabl.) – Frau Ministerin! Mit welchem Zeitpunkt der Eingliederung in den Arbeitsmarkt dürften wir behinderte Menschen dann unter Umständen doch rechnen?
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Kugelschreiber stempeln!
Die Maßnahmen, die Sie mit dem NAP 1998 gesetzt haben, sind im wahrsten Sinne des Wortes voll danebengegangen. Sie wissen, daß es keine Beschäftigungs- und keine Qualifizierungsmaßnahme ist, Personen in Beschäftigungstherapieeinrichtungen der Länder unterzubringen. Glauben Sie ernsthaft, daß das Flechten von Körberln und das Malen von Seidentüchern eine Qualifizierung bringt, mit der man auf dem Arbeitsmarkt etwas anfangen kann? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Kugelschreiber stempeln!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die sinnvoll sind?
Glauben Sie wirklich, daß das Stempeln von Kugelschreibern, das Abschleifen von Kleiderbügeln, das Einsacken von Telefonkabeln Tätigkeiten sind, die der Arbeitsmarkt braucht? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die sinnvoll sind?) – Mit diesen Tätigkeiten rühmen Sie sich, obwohl Sie wissen, daß die Menschen in diesen Einrichtungen zwischen 75 und 350 S Taschengeld bekommen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Im Monat!) – im Monat! Die Eltern aber zahlen für diese Maßnahme 1 000 S und mehr. Das bedeutet, für diese Menschen ist das ein reiner Negativbereich.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Im Monat!
Glauben Sie wirklich, daß das Stempeln von Kugelschreibern, das Abschleifen von Kleiderbügeln, das Einsacken von Telefonkabeln Tätigkeiten sind, die der Arbeitsmarkt braucht? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die sinnvoll sind?) – Mit diesen Tätigkeiten rühmen Sie sich, obwohl Sie wissen, daß die Menschen in diesen Einrichtungen zwischen 75 und 350 S Taschengeld bekommen (Abg. Dr. Partik-Pablé: Im Monat!) – im Monat! Die Eltern aber zahlen für diese Maßnahme 1 000 S und mehr. Das bedeutet, für diese Menschen ist das ein reiner Negativbereich.
Beifall bei den Grünen.
Vergessen Sie diese Maßnahmen, die Sie da gesetzt haben, sie sind sinnlos, sie sind entwürdigend für behinderte Menschen! (Beifall bei den Grünen.)
Bundesministerin Hostasch: Stimmt ja nicht! – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Frau Ministerin! Ich frage Sie: Wie wollen Sie diese Maßnahmen finanzieren? – Sie wissen, daß im März 1999 die Agenda 2000 beschlossen wurde, und Sie wissen, daß die Mittel des Europäischen Sozialfonds in den Jahren 2000 bis 2006 von 43 Milliarden Euro auf 24 Milliarden Euro insgesamt gesenkt werden. (Bundesministerin Hostasch: Stimmt ja nicht! – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Ich wundere mich, in der Steiermark gibt es auf einmal 500 Millionen mehr aus diesem Titel!
Frau Ministerin! Schon jetzt bieten Sie nichts an, was den behinderten Menschen etwas bringt, und in Zukunft werden Sie das auch nicht können, weil Sie dann nicht einmal mehr jene geringen Mittel haben, die Sie jetzt noch verteilen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Ich wundere mich, in der Steiermark gibt es auf einmal 500 Millionen mehr aus diesem Titel!)
Ruf bei der SPÖ: Gehen Sie! Hören Sie auf! – Die Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Meisinger: Sie hat ja vollkommen recht!
Frau Ministerin! Wer ist denn schuld an der hohen Arbeitslosigkeit unter den Behinderten? – Ich sage es Ihnen: diese Bundesregierung! (Ruf bei der SPÖ: Gehen Sie! Hören Sie auf! – Die Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Meisinger: Sie hat ja vollkommen recht!) Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, sind dafür verantwortlich (Beifall bei den Grünen), daß die Ausgleichstaxe noch immer 2 000 S beträgt und nicht das Zehn- oder Zwanzigfache dieses Betrages. Sie sind dafür verantwortlich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kümmert euch einmal um die Behinderten!)
Beifall bei den Grünen
Frau Ministerin! Wer ist denn schuld an der hohen Arbeitslosigkeit unter den Behinderten? – Ich sage es Ihnen: diese Bundesregierung! (Ruf bei der SPÖ: Gehen Sie! Hören Sie auf! – Die Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Meisinger: Sie hat ja vollkommen recht!) Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, sind dafür verantwortlich (Beifall bei den Grünen), daß die Ausgleichstaxe noch immer 2 000 S beträgt und nicht das Zehn- oder Zwanzigfache dieses Betrages. Sie sind dafür verantwortlich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kümmert euch einmal um die Behinderten!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Kümmert euch einmal um die Behinderten!
Frau Ministerin! Wer ist denn schuld an der hohen Arbeitslosigkeit unter den Behinderten? – Ich sage es Ihnen: diese Bundesregierung! (Ruf bei der SPÖ: Gehen Sie! Hören Sie auf! – Die Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Meisinger: Sie hat ja vollkommen recht!) Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, sind dafür verantwortlich (Beifall bei den Grünen), daß die Ausgleichstaxe noch immer 2 000 S beträgt und nicht das Zehn- oder Zwanzigfache dieses Betrages. Sie sind dafür verantwortlich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kümmert euch einmal um die Behinderten!)
Beifall bei den Grünen.
Dieses Ergebnis und die Situation hinsichtlich der Beschäftigung von behinderten Menschen haben Sie, meine Damen und Herren von der Bundesregierung, zu verantworten! (Beifall bei den Grünen.) Sie haben zu verantworten, daß 100 000 behinderte Menschen arbeitslos sind und mindestens dieselbe Zahl nicht einmal als arbeitslos registriert ist! – Danke. (Anhaltender Beifall bei den Grünen.)
Anhaltender Beifall bei den Grünen.
Dieses Ergebnis und die Situation hinsichtlich der Beschäftigung von behinderten Menschen haben Sie, meine Damen und Herren von der Bundesregierung, zu verantworten! (Beifall bei den Grünen.) Sie haben zu verantworten, daß 100 000 behinderte Menschen arbeitslos sind und mindestens dieselbe Zahl nicht einmal als arbeitslos registriert ist! – Danke. (Anhaltender Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Blünegger.
Wir haben uns auch bei der Steuerreform durchgesetzt: Pauschalierung von Kleinbetrieben, Befreiung von Gebühren für Unternehmensgründer, Freibetrag bei Erbschafts- und Schenkungssteuer. – All das wird diesen positiven Trend weiter verstärken. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Blünegger.) – Das ist ein Blöd... – Entschuldigung.
Abg. Gaugg: Kollege Trinkl! Warum macht ihr es nicht, ihr fordert es nur!
Es ist aber auch mit allem Nachdruck zu fordern, keine neuen bürokratischen Belastungen auf die Wirtschaft niederprasseln zu lassen. (Abg. Gaugg: Kollege Trinkl! Warum macht ihr es nicht, ihr fordert es nur!) – Ich gebe Ihnen ja recht!
Abg. Gaugg: Warum tut ihr es dann nicht?
Wir tendieren dazu, bei EU-Umsetzungen immer wieder zu Umsetzungssiegern zu mutieren. Wir müssen da vorsichtig sein. Ich sage es ganz bewußt: Wir müssen auch im Betriebsanlagenrecht die weiteren Verhandlungen sehr vorsichtig führen, denn Bürokratie vernichtet Arbeitsplätze. Und das wollen wir nicht! (Abg. Gaugg: Warum tut ihr es dann nicht?)
Beifall der Abg. Tichy-Schreder.
Nächster Punkt: Auch die Lehrlingsoffensive war erfolgreich. Es gibt nun 49 neue Lehrberufe, und wir haben in diesen 49 neuen Lehrberufen 7 000 neue Lehrlinge unterbringen können. (Beifall der Abg. Tichy-Schreder.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Wir haben die Zahl der Lehrlingsbetriebe, Frau Kollegin Silhavy, von 40 300 auf 41 300 erhöhen können. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Sie können daher nicht sagen: Die Wirtschaft soll ihre Verpflichtungen wahrnehmen! – Sie tut es ohnehin! (Ruf bei der SPÖ: ... steirische Situation kennen!) – Ich kenne die steirische Situation.
Ruf bei der SPÖ: ... steirische Situation kennen!
Wir haben die Zahl der Lehrlingsbetriebe, Frau Kollegin Silhavy, von 40 300 auf 41 300 erhöhen können. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Sie können daher nicht sagen: Die Wirtschaft soll ihre Verpflichtungen wahrnehmen! – Sie tut es ohnehin! (Ruf bei der SPÖ: ... steirische Situation kennen!) – Ich kenne die steirische Situation.
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf Ihnen folgendes sagen: Lehrplätze wachsen nicht auf Bäumen, Lehrplätze wachsen nur in Betrieben, die dazu bereit sind und auch die entsprechenden Rahmenbedingungen vorfinden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Und die schlechten zu beseitigen!
Ich sage Ihnen noch etwas: Es gilt nicht, das duale System zu diskutieren und zu diskreditieren, sondern es geht darum, die Stärken dieses Systems auszubauen. (Abg. Silhavy: Und die schlechten zu beseitigen!) Man soll es nicht in Frage stellen.
Abg. Dr. Fekter: Restlos aufklärt!
Es war aber auch nicht dafür gemeint – auch das möchte ich heute hier andiskutieren –, daß bestimmte Firmen aus Mitteln der Lehrlingsoffensive Aufträge in Millionenhöhe lukrieren, wie der "NEWS"-Artikel "Karriere mit Lehre" darstellt. Ich bitte, Frau Bundesminister, daß man das wirklich aufklärt. (Abg. Dr. Fekter: Restlos aufklärt!) Ich bin überzeugt davon, daß es da Aufklärung geben wird. (Abg. Gaugg: Ihr seid in einer Koalition, ihr könnt euch ja befragen!) – Ich habe Sie auch nicht unterbrochen; es hätte sich auch nicht ausgezahlt. Lassen Sie mich bitte meine Ausführungen fortsetzen.
Abg. Gaugg: Ihr seid in einer Koalition, ihr könnt euch ja befragen!
Es war aber auch nicht dafür gemeint – auch das möchte ich heute hier andiskutieren –, daß bestimmte Firmen aus Mitteln der Lehrlingsoffensive Aufträge in Millionenhöhe lukrieren, wie der "NEWS"-Artikel "Karriere mit Lehre" darstellt. Ich bitte, Frau Bundesminister, daß man das wirklich aufklärt. (Abg. Dr. Fekter: Restlos aufklärt!) Ich bin überzeugt davon, daß es da Aufklärung geben wird. (Abg. Gaugg: Ihr seid in einer Koalition, ihr könnt euch ja befragen!) – Ich habe Sie auch nicht unterbrochen; es hätte sich auch nicht ausgezahlt. Lassen Sie mich bitte meine Ausführungen fortsetzen.
Abg. Gaugg: Weil ihr in der Regierung seid!
Wollen wir auf dem Arbeits- und Beschäftigungssektor erfolgreich sein, müssen wir dem Arbeitsmarkt die Fesseln nehmen. Unser Land, Österreich, ist das Land mit der größten Regulierungsdichte – Auflagen, Verordnungen, Richtlinien. (Abg. Gaugg: Weil ihr in der Regierung seid!) – Ich sage das ja durchaus selbstkritisch. Wir brauchen auch in der nächsten Periode noch Arbeit, Herr Gaugg. (Abg. Gaugg: Da werdet ihr aber keine Zeit mehr haben!) Wir wollen auch in der nächsten Periode noch etwas umsetzen. Die Politik hört ja mit den Wahlen nicht auf! (Abg. Marizzi: Wer ist Wirtschaftsminister? Wer ist Landeshauptmann in der Steiermark?)
Abg. Gaugg: Da werdet ihr aber keine Zeit mehr haben!
Wollen wir auf dem Arbeits- und Beschäftigungssektor erfolgreich sein, müssen wir dem Arbeitsmarkt die Fesseln nehmen. Unser Land, Österreich, ist das Land mit der größten Regulierungsdichte – Auflagen, Verordnungen, Richtlinien. (Abg. Gaugg: Weil ihr in der Regierung seid!) – Ich sage das ja durchaus selbstkritisch. Wir brauchen auch in der nächsten Periode noch Arbeit, Herr Gaugg. (Abg. Gaugg: Da werdet ihr aber keine Zeit mehr haben!) Wir wollen auch in der nächsten Periode noch etwas umsetzen. Die Politik hört ja mit den Wahlen nicht auf! (Abg. Marizzi: Wer ist Wirtschaftsminister? Wer ist Landeshauptmann in der Steiermark?)
Abg. Marizzi: Wer ist Wirtschaftsminister? Wer ist Landeshauptmann in der Steiermark?
Wollen wir auf dem Arbeits- und Beschäftigungssektor erfolgreich sein, müssen wir dem Arbeitsmarkt die Fesseln nehmen. Unser Land, Österreich, ist das Land mit der größten Regulierungsdichte – Auflagen, Verordnungen, Richtlinien. (Abg. Gaugg: Weil ihr in der Regierung seid!) – Ich sage das ja durchaus selbstkritisch. Wir brauchen auch in der nächsten Periode noch Arbeit, Herr Gaugg. (Abg. Gaugg: Da werdet ihr aber keine Zeit mehr haben!) Wir wollen auch in der nächsten Periode noch etwas umsetzen. Die Politik hört ja mit den Wahlen nicht auf! (Abg. Marizzi: Wer ist Wirtschaftsminister? Wer ist Landeshauptmann in der Steiermark?)
Weitere Zwischenrufe.
Wir entwickeln uns zur Dienstleistungsgesellschaft. (Weitere Zwischenrufe.) Lassen Sie mich folgendes sagen: Dienstleistungen brauchen ein anderes Arbeitsregime als die Industrie. Wir brauchen andere Arbeitszeiten, wir brauchen andere Entlohnungsarten, wir brauchen einfach mehr Flexibilität. (Abg. Aumayr: Wer ist der Wirtschaftsminister? Welche Partei stellt den Wirtschaftsminister?)
Abg. Aumayr: Wer ist der Wirtschaftsminister? Welche Partei stellt den Wirtschaftsminister?
Wir entwickeln uns zur Dienstleistungsgesellschaft. (Weitere Zwischenrufe.) Lassen Sie mich folgendes sagen: Dienstleistungen brauchen ein anderes Arbeitsregime als die Industrie. Wir brauchen andere Arbeitszeiten, wir brauchen andere Entlohnungsarten, wir brauchen einfach mehr Flexibilität. (Abg. Aumayr: Wer ist der Wirtschaftsminister? Welche Partei stellt den Wirtschaftsminister?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich weise in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die Volkspartei ein attraktives Modell für die Arbeiterabfertigung-Neu konzipiert hat, das sowohl Angestellten und Arbeitern als auch Unternehmern Vorteile bringt. Das ist der Weg, den wir gehen werden! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Gaugg.
Wir fordern, daß das AMS die Arbeitslosigkeit nicht nur verwaltet, sondern aktiv in die Arbeitsvermittlung eintritt. Was wir erwarten, ist ... (Zwischenruf des Abg. Gaugg.) – Lassen Sie mich bitte ausreden.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir erwarten, daß das Betriebsservice ausgebaut wird. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich rede davon, weil ich täglich damit zu tun habe, lieber Freund. Du mußt einmal hinausgehen und mit den Leuten reden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Brix.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Brix.
Wir erwarten, daß das Betriebsservice ausgebaut wird. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich rede davon, weil ich täglich damit zu tun habe, lieber Freund. Du mußt einmal hinausgehen und mit den Leuten reden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Brix.)
Beifall der Abg. Dr. Fekter.
Wir erwarten den Ausbau des Betriebsservices. Ich kann nicht Arbeitskräfte vermitteln, wenn ich den Betrieb nicht kenne, der den Arbeitnehmer angefordert hat. Ich muß mich dafür interessieren, was der Betrieb braucht. (Beifall der Abg. Dr. Fekter.)
Abg. Gaugg: Ihr seid ja in der Regierung!
Wir erwarten Qualifikationsprogramme für die Zukunft, sodaß man die Qualifizierungsprogramme vorausschauend startet, und nicht erst dann umschult, wenn der Bedarf gegeben ist. (Abg. Gaugg: Ihr seid ja in der Regierung!) Schließlich sei noch erwähnt, daß wir erwarten – und das möchte ich für die Steiermark ganz deutlich deponieren –, daß der parteipolitische Einfluß auf das AMS ein wenig zurückgenommen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ich weiß als Steirer, wovon ich rede, und die Betroffenen wissen es auch. (Neuerliche Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Wir erwarten Qualifikationsprogramme für die Zukunft, sodaß man die Qualifizierungsprogramme vorausschauend startet, und nicht erst dann umschult, wenn der Bedarf gegeben ist. (Abg. Gaugg: Ihr seid ja in der Regierung!) Schließlich sei noch erwähnt, daß wir erwarten – und das möchte ich für die Steiermark ganz deutlich deponieren –, daß der parteipolitische Einfluß auf das AMS ein wenig zurückgenommen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ich weiß als Steirer, wovon ich rede, und die Betroffenen wissen es auch. (Neuerliche Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Neuerliche Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir erwarten Qualifikationsprogramme für die Zukunft, sodaß man die Qualifizierungsprogramme vorausschauend startet, und nicht erst dann umschult, wenn der Bedarf gegeben ist. (Abg. Gaugg: Ihr seid ja in der Regierung!) Schließlich sei noch erwähnt, daß wir erwarten – und das möchte ich für die Steiermark ganz deutlich deponieren –, daß der parteipolitische Einfluß auf das AMS ein wenig zurückgenommen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ich weiß als Steirer, wovon ich rede, und die Betroffenen wissen es auch. (Neuerliche Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Volkspartei hat ein 10-Punkte-Programm für die Effizienzsteigerung des AMS vorgelegt. Wenn wir konsequent an die Verfolgung dieses Programmes gehen, werden wir auch da erfolgreich sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Gaugg: Trinkl, setzen! Nichtgenügend!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dolinschek. 4 Minuten Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Gaugg: Trinkl, setzen! Nichtgenügend!)
Abg. Dr. Trinkl: Warum ist die Rückmeldung so schlecht?
Das, was du forderst, nämlich ein Betriebsservice, fordere ich auch. Aber das ist immer nur so gut wie seine Rückmeldung, und die Rückmeldung von den Betrieben bei der Vermittlung von Arbeitslosen ist katastrophal. (Abg. Dr. Trinkl: Warum ist die Rückmeldung so schlecht?) Du solltest zur Kenntnis nehmen, daß beim Betriebsservice auch die Rückmeldung klappen muß. Aber du sitzt mit einem Koalitionspartner schon lange genug in der Bundesregierung und bist auch in der Sozialpartnerschaft verankert, ihr hättet das schon längst ändern können.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesminister! Sie sagen, daß all das negiert werde, wenn man von "verdeckten" Arbeitslosen spricht – Sie sprechen vom "Negieren der Bemühungen der Vermittlungsversuche". – Ich sehe das nicht so! Wenn man diesbezüglich Kritik äußert, so meine ich, daß diese Kritik durchaus auch befruchtend sein kann. Wenn Sie in der Opposition wären, würden Sie das auch kritisieren, und ich kritisiere das, weil wir in Österreich eben hintennachhinken in dem gesamten Beschäftigungsprogramm. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Den Ausbau eines Programmes für den Wiedereinstieg in den Beruf kann ich selbstverständlich befürworten. Der "forcierten" Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen ist, so glaube ich, im Ballungszentrum zwar möglich, aber sehr teuer. Für Kinder von null Jahren bis zum zweiten Lebensjahr gibt es das Karenzgeld; da geschieht auch etwas. Vom vierten bis zum sechsten Jahr gibt es die flexiblen Kindergärtenzeiten, die, glaube ich, zu teuer sind. Aber vom zweiten bis zum vierten Lebensjahr der Kinder gibt es fast nichts. Da gibt es gewisse Kinderkrippen und Tagesmütter, aber im ländlichen Bereich tut sich da überhaupt nichts! Dazu sind neue Ideen gefordert, aber solche kann ich in diesem Nationalen Aktionsplan einfach nicht finden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Tichy-Schreder: Ich glaube, ich träume! Sie reden wie der Blinde von der Farbe!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich komme abschließend zur Gründerwelle. Herr Bundesminister Farnleitner hat, Frau Kollegin Tichy-Schreder, gesagt, die Dienstleistung am Menschen müsse forciert werden. Eine Gründerwelle wird propagiert! Ihr in der Wirtschaftskammer verhindert das ja! (Abg. Tichy-Schreder: Ich glaube, ich träume! Sie reden wie der Blinde von der Farbe!) Ihr seid im Prinzip ein Selbstschutz vor der Konkurrenz für die eigene Klientel. Bürokratie, Hürdenlauf bei Unternehmensgründung, Einschreibegebühr und Hemmnisse bei der Gewerbeberechtigung – das ist die Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich komme abschließend zur Gründerwelle. Herr Bundesminister Farnleitner hat, Frau Kollegin Tichy-Schreder, gesagt, die Dienstleistung am Menschen müsse forciert werden. Eine Gründerwelle wird propagiert! Ihr in der Wirtschaftskammer verhindert das ja! (Abg. Tichy-Schreder: Ich glaube, ich träume! Sie reden wie der Blinde von der Farbe!) Ihr seid im Prinzip ein Selbstschutz vor der Konkurrenz für die eigene Klientel. Bürokratie, Hürdenlauf bei Unternehmensgründung, Einschreibegebühr und Hemmnisse bei der Gewerbeberechtigung – das ist die Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst dir ja nicht jeden Namen merken!
Wenn der Herr Kollege ... Den Namen habe ich schon vergessen. (Abg. Mag. Schweitzer: Du kannst dir ja nicht jeden Namen merken!) – Ja, ich habe ihn schon vergessen, er ist zu unbedeutend. Er sagt jedenfalls, im Vorjahr sind 37 000 Arbeitgeber geschaffen worden. Im ersten Quartal 1998 sind im Vergleich zum Vorjahr 12 Prozent weniger Betriebe registriert gewesen, 1 333 Firmen wurden gelöscht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben einfach zu hohe Steuern! Das Realeinkommen sinkt, die Kaufkraft sinkt, und weniger Kaufkraft heißt ganz einfach weniger Wirtschaftswachstum. Nur eine kaufkräftige Nachfrage kann unseren Wirtschaftsstandort, unsere Arbeitsplätze nachhaltig sichern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Winfried Seidinger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren! Wenn man die Debatte zu den Punkten 1 bis 10 verfolgt, dann kommt man darauf, daß es nur einen Hauptpunkt gibt: das ist der Nationale Beschäftigungsplan. Ansonsten ist bis jetzt dieses Rednerpult als Wahlkampfpult mißbraucht worden, weil Abgeordnete einzelner Fraktionen all das, was längst bekannt ist und immer wiederholt wird, von hier aus in den Saal gedonnert haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gaugg: Bist du der sozialdemokratische Theologe – oder wie? – Heiterkeit.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wollen wir doch endlich einmal vernünftig auch über das reden, was in Österreich passiert! (Abg. Gaugg: Bist du der sozialdemokratische Theologe – oder wie? – Heiterkeit.) Das darf man bei uns sein, denn ihr habt keine Ideologie. Ihr habt nur ganz andere Machtansprüche. So ist das nicht, und so lasse ich mit mir auch nicht umgehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wollen wir doch endlich einmal vernünftig auch über das reden, was in Österreich passiert! (Abg. Gaugg: Bist du der sozialdemokratische Theologe – oder wie? – Heiterkeit.) Das darf man bei uns sein, denn ihr habt keine Ideologie. Ihr habt nur ganz andere Machtansprüche. So ist das nicht, und so lasse ich mit mir auch nicht umgehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Gaugg. – Abg. Silhavy: Stefanella!
Daß Wahlkampf ist, das wissen wir, nur kann er nicht hier ausgetragen werden. Er kann nicht zwischen der Opposition und uns ausgetragen werden, und er kann auch nicht zwischen den Koalitionsparteien ausgetragen werden. Und wenn hier jemand beklagt, daß das AMS parteipolitisch im Sinne der Sozialdemokratie agiert: Wir haben längst eine Umwandlung vorgenommen, im Zuge dessen das AMS installiert worden ist. Man hat aus der alten Arbeitsmarktverwaltung eine ganz neue Einrichtung gemacht. (Zwischenruf des Abg. Gaugg. – Abg. Silhavy: Stefanella!) Lieber Kollege Gaugg! Kehr zurück zu deiner Buchstabiererei, das liegt dir mehr als die Zwischenruferei! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daß Wahlkampf ist, das wissen wir, nur kann er nicht hier ausgetragen werden. Er kann nicht zwischen der Opposition und uns ausgetragen werden, und er kann auch nicht zwischen den Koalitionsparteien ausgetragen werden. Und wenn hier jemand beklagt, daß das AMS parteipolitisch im Sinne der Sozialdemokratie agiert: Wir haben längst eine Umwandlung vorgenommen, im Zuge dessen das AMS installiert worden ist. Man hat aus der alten Arbeitsmarktverwaltung eine ganz neue Einrichtung gemacht. (Zwischenruf des Abg. Gaugg. – Abg. Silhavy: Stefanella!) Lieber Kollege Gaugg! Kehr zurück zu deiner Buchstabiererei, das liegt dir mehr als die Zwischenruferei! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Die sind schlecht genug dank Ihrer Politik!
Man kann ja auch bitte nicht sagen, daß wir eine Unzahl von Arbeitslosen haben, daß die Arbeitslosenzahlen immer nur steigen. Na freilich sind uns 230 000 Arbeitslose zuviel, aber es kann doch nicht die Politik allein für die Arbeitsplätze sorgen. Es werden Rahmenbedingungen geschaffen (Abg. Aumayr: Die sind schlecht genug dank Ihrer Politik!), und den Unternehmen werden sehr viele Möglichkeiten geboten, um hier auch einsteigen zu können.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es wird ganz vergessen, daß die letzte Zahl, die wir in bezug auf die Inflationsrate bekommen haben, 0,3 Prozent beträgt. Ja, ist das keine wirtschaftliche Leistung dieses Landes, wenn die Inflationsrate weit unter der aller anderen vergleichbaren Länder liegt? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Fraktion stimmt dem Antrag auf Änderung des GSVG im Sinne von Kollegin Reitsamer und Kollegen Feurstein zu. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist aber schon lange her!
Frau Ministerin! Vor einigen Jahren wurde von der Bundesregierung ein sogenannter NUP – kein NAP, sondern ein NUP! – erstellt, der Nationale Umweltplan. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist aber schon lange her!) Das ist schon einige Jahre her, ja.
Beifall bei den Grünen.
Der einzige Unterschied ist, daß Sie jetzt beim NAP der Europäischen Union etwas vorlegen müssen, das war beim NUP nicht der Fall. Das ist aber der einzige Unterschied! Vielleicht gibt es noch einen Unterschied: Der NUP wurde wenigstens ein einziges Mal hier im Haus beraten, im Fachausschuß, teilweise auch unter Beiziehung von Experten. Frau Ministerin! Wenn Sie es ernst meinen würden und das nicht nur ein Papier ist, das Sie hier einmal, vor allem auch in Wahlkampfzeiten, groß verkaufen, sondern wenn Sie wirklich die einzelnen Maßnahmen seriös umsetzen wollten, dann müßten Sie in diesem Haus auch mit kritischen Experten, mit Wissenschaftern einen Arbeitsplan für die Umsetzung entwickeln. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Reitsamer: Das haben wir beim NUP gehabt, beim NAP haben wir es nicht!
Denn alles, was ich auch heute in der Debatte gehört habe – auch von Ihnen –, ist doch nichts anderes als die Ansammlung von verschiedenen Vorschlägen. Und auch aus dem Papier geht überhaupt nicht hervor, welche Gesetzesmaterien aufgrund dieser vorgeschlagenen Maßnahmen bis wann umgesetzt werden müssen, wer zuständig ist, wo die Länder stehen, wo der Bund, welche Ministerien verantwortlich sind, wie andere Betroffene diesen Gesichtspunkt sehen. Warum kann es nicht endlich so sein, daß so ein angeblicher Schwerpunkt der Bundesregierung in einer, würde ich sagen, fortschrittlichen Weise diskutiert wird? (Abg. Reitsamer: Das haben wir beim NUP gehabt, beim NAP haben wir es nicht!) Frau Abgeordnete Reitsamer! Warum ist es nicht möglich, die Vorschläge in diesem Haus auch interdisziplinär zu behandeln? Genauso wie Sozialpolitik und Umweltpolitik betrifft das ja nicht nur ein Ministerium. Da muß man sich doch in den verschiedenen Bereichen ansehen, wo Fortschritte möglich sind, wo es Arbeitsplatzchancen gibt. (Abg. Reitsamer: Sie sind in diesen Bereichen nicht tätig, darum werden Sie es nicht wissen!)
Abg. Reitsamer: Sie sind in diesen Bereichen nicht tätig, darum werden Sie es nicht wissen!
Denn alles, was ich auch heute in der Debatte gehört habe – auch von Ihnen –, ist doch nichts anderes als die Ansammlung von verschiedenen Vorschlägen. Und auch aus dem Papier geht überhaupt nicht hervor, welche Gesetzesmaterien aufgrund dieser vorgeschlagenen Maßnahmen bis wann umgesetzt werden müssen, wer zuständig ist, wo die Länder stehen, wo der Bund, welche Ministerien verantwortlich sind, wie andere Betroffene diesen Gesichtspunkt sehen. Warum kann es nicht endlich so sein, daß so ein angeblicher Schwerpunkt der Bundesregierung in einer, würde ich sagen, fortschrittlichen Weise diskutiert wird? (Abg. Reitsamer: Das haben wir beim NUP gehabt, beim NAP haben wir es nicht!) Frau Abgeordnete Reitsamer! Warum ist es nicht möglich, die Vorschläge in diesem Haus auch interdisziplinär zu behandeln? Genauso wie Sozialpolitik und Umweltpolitik betrifft das ja nicht nur ein Ministerium. Da muß man sich doch in den verschiedenen Bereichen ansehen, wo Fortschritte möglich sind, wo es Arbeitsplatzchancen gibt. (Abg. Reitsamer: Sie sind in diesen Bereichen nicht tätig, darum werden Sie es nicht wissen!)
Abg. Reitsamer: Das kann ich ungebraucht zurückgeben, das Kompliment, weil Sie reden uns immer drein!
Frau Abgeordnete Reitsamer! Ich weiß nicht, warum Sie immer alles, was von der Opposition kommt, ablehnen. Sie haben offenbar seit Jahrzehnten die Weisheit mit dem Löffel in sich hineingeschlungen (Abg. Reitsamer: Das kann ich ungebraucht zurückgeben, das Kompliment, weil Sie reden uns immer drein!), und Sie sind überhaupt nicht in der Lage, nicht nur mit Kritik, sondern mit anderen Vorschlägen umzugehen.
Beifall bei den Grünen.
Warum ist es nicht möglich, daß auch einzelne Ressorts miteinander besser kommunizieren? Warum ist es nicht möglich, daß sich auch in diesem Haus einzelne Fachausschüsse zusammensetzen und jeder aus seinem Expertenwissen, aus seinem Fachbereich noch Ideen einbringt, und man dann wirklich versucht, aus so einer einmaligen Debatte und einer einmaligen Vorstellung etwas in die Umsetzungsphase zu bringen, unter Beteiligung all der verschiedenen Aspekte und Fachbereiche, die tatsächlich etwas zu einer Realisierung des Zieles Senkung der Arbeitslosenrate in Österreich beitragen könnten? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Nowotny: Mit höheren Arbeitslosenraten!
Es wäre gut, wenn man sich ein bißchen umschaute, um zu sehen, wie es anders ginge und ob man vielleicht am Ende dieses Jahrhunderts moderne Maßnahmen, auch Managementmaßnahmen einsetzen könnte, um so eine ... (Abg. Dr. Nowotny: Mit höheren Arbeitslosenraten!) Aber gehen Sie, da könnten wir noch lang über die Arbeitslosenstatistiken in Österreich diskutieren (Abg. Dr. Nowotny: Die OECD-Zahlen sind vergleichbar!), wie Sie das wunderbar immer machen, gerade auch in einem Wahljahr. Herr Professor Nowotny, ich kann mich leider nicht mehr mit Ihren Zwischenrufen auseinandersetzen, weil meine Redezeit zu Ende geht, aber Sie wissen weit besser als ich, wie Sie mit Statistiken umgehen und welches Problem es gerade in Österreich gibt.
Abg. Dr. Nowotny: Die OECD-Zahlen sind vergleichbar!
Es wäre gut, wenn man sich ein bißchen umschaute, um zu sehen, wie es anders ginge und ob man vielleicht am Ende dieses Jahrhunderts moderne Maßnahmen, auch Managementmaßnahmen einsetzen könnte, um so eine ... (Abg. Dr. Nowotny: Mit höheren Arbeitslosenraten!) Aber gehen Sie, da könnten wir noch lang über die Arbeitslosenstatistiken in Österreich diskutieren (Abg. Dr. Nowotny: Die OECD-Zahlen sind vergleichbar!), wie Sie das wunderbar immer machen, gerade auch in einem Wahljahr. Herr Professor Nowotny, ich kann mich leider nicht mehr mit Ihren Zwischenrufen auseinandersetzen, weil meine Redezeit zu Ende geht, aber Sie wissen weit besser als ich, wie Sie mit Statistiken umgehen und welches Problem es gerade in Österreich gibt.
Abg. Dr. Nowotny: Das verstehen Sie nicht!
Es ist seit Jahren bekannt, es geht durch einige Wirtschaftsblätter immer wieder, daß Österreich ... (Abg. Dr. Nowotny: Das verstehen Sie nicht!) Ja, Herr Professor Nowotny, das ist immer Ihr Totschlagargument, daß Sie der Gescheite sind und alle anderen nichts verstehen. (Abg. Dr. Nowotny: Das sind Fakten!) Faktum ist, daß es schön und wichtig wäre, wenn man endlich auch andere Fachausschüsse, andere Bereiche in diese Phase mit einbezöge und Sie endlich Ihre Scheuklappen ein wenig öffneten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Nowotny: Das sind Fakten!
Es ist seit Jahren bekannt, es geht durch einige Wirtschaftsblätter immer wieder, daß Österreich ... (Abg. Dr. Nowotny: Das verstehen Sie nicht!) Ja, Herr Professor Nowotny, das ist immer Ihr Totschlagargument, daß Sie der Gescheite sind und alle anderen nichts verstehen. (Abg. Dr. Nowotny: Das sind Fakten!) Faktum ist, daß es schön und wichtig wäre, wenn man endlich auch andere Fachausschüsse, andere Bereiche in diese Phase mit einbezöge und Sie endlich Ihre Scheuklappen ein wenig öffneten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist seit Jahren bekannt, es geht durch einige Wirtschaftsblätter immer wieder, daß Österreich ... (Abg. Dr. Nowotny: Das verstehen Sie nicht!) Ja, Herr Professor Nowotny, das ist immer Ihr Totschlagargument, daß Sie der Gescheite sind und alle anderen nichts verstehen. (Abg. Dr. Nowotny: Das sind Fakten!) Faktum ist, daß es schön und wichtig wäre, wenn man endlich auch andere Fachausschüsse, andere Bereiche in diese Phase mit einbezöge und Sie endlich Ihre Scheuklappen ein wenig öffneten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Persönlich glaube ich, daß wir das, was wir uns vorgenommen haben, nämlich ein Jahr nach Inkrafttreten des Nationalen Beschäftigungsplans aufgrund der gemachten Erfahrungen gemeinsam und partnerschaftlich Weiterentwicklungen vorzunehmen, uns auch für das nächste Jahr vornehmen können. Hoffentlich können wir im nächsten Jahr eine ähnlich erfreuliche Bilanz der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ziehen, wie das Gott sei Dank ein Jahr nach Inkraftsetzen des Nationalen Beschäftigungsplanes heuer schon möglich war. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Feurstein: Das habe ich nicht gesagt!
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Hohes Haus! Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Feurstein hat heute hier von diesem Rednerpult aus in etwa gesagt, er möchte keine Kritik von uns Freiheitlichen. (Abg. Dr. Feurstein: Das habe ich nicht gesagt!) Das war so lächerlich! Man kann nur sagen, Gott sei Dank gibt es uns Freiheitliche, die in diesem Hohen Haus Kritik an der Bundesregierung und an der Koalition üben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Hohes Haus! Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Feurstein hat heute hier von diesem Rednerpult aus in etwa gesagt, er möchte keine Kritik von uns Freiheitlichen. (Abg. Dr. Feurstein: Das habe ich nicht gesagt!) Das war so lächerlich! Man kann nur sagen, Gott sei Dank gibt es uns Freiheitliche, die in diesem Hohen Haus Kritik an der Bundesregierung und an der Koalition üben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es ist eine Tatsache: Wer älter als 45 Jahre alt ist, hat keine Chance mehr, einen ordentlichen Arbeitsplatz zu bekommen. 83 Prozent der über 45jährigen fürchten zu Recht, daß sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Frauen ab dem 30. Lebensjahr haben fast keine Chance mehr auf einen beruflichen Wiedereinstieg und müssen jedenfalls sehr lange darauf warten. Von der Arbeitslosigkeit in den Reihen der Behinderten möchte ich gar nicht reden. Das haben wir heute schon von der Behindertensprecherin gehört. Aber ich nenne Ihnen trotzdem einige Zahlen: Im Jahr 1993 haben sich rund 58 600 Personen mit physischer oder psychischer Behinderung an das Arbeitsmarktservice gewendet. Im Jahr 1997 waren es bereits 76 300 Behinderte. Diese Zahlen habe ich Ihrem Plan entnommen, Frau Ministerin. Aber eines ist in diesem Fall für mich ganz entscheidend: daß es sich um eine Steigerung um 30 Prozent handelt, was meiner Ansicht nach alarmierend ist. Da gehört etwas gemacht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bitte, diesem Entschließungsantrag zuzustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wir Sozialdemokraten geben dieser Regierungsvorlage gerne unsere Zustimmung, da jeder von uns weiß, wie wichtig eine Absicherung im Sozialbereich ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine der Möglichkeiten, wie Sie das schaffen wollen, wären Qualifikationsmaßnahmen für ältere Arbeitnehmer und auch ein intensiveres Nutzen der Gleitpension. Die Gleitpension ist ein Papiertiger, sie wird kaum in Anspruch genommen, weil sie nur etwas für Besserverdienende ist. Die Qualifizierung älterer Arbeitnehmer macht sich zum Teil gar nicht mehr bezahlt, weil sich in diesem Fall das Bonus-Malus-System, das diese Regierung für über 50jährige eingeführt hat, besonders negativ auswirkt. Ältere Arbeitnehmer werden jetzt schon ab 45 oder 48 Jahren arbeitslos. Darin zeigt sich wieder einmal ganz deutlich, wohin dirigistische Arbeitnehmerpolitik führt, nämlich ins Negative. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Diese Bundesregierung legt der Wirtschaft solche Fesseln an, daß diese nicht mehr frei agieren kann.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesminister! Sie kündigen wirklich immer nur an. Beim Durchsetzen sind Sie allerdings säumig! Sie verstecken die Arbeitslosen in Statistiken, wie es eben nur Profis auf diesem Gebiet können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesministerin Hostasch: Die lernen etwas!
Nun zu einigen Fakten. Wir haben angeblich die geringste Arbeitslosenzahl bei Jugendlichen. Im Jahr 1997 hat die Zahl der Lehrstellensuchenden in Schulungen oder mit Schulungen etwa 6 000 betragen. Zurzeit gibt es 17 000 in diesem Bereich. Wo? – Die sind alle nur versteckt in Statistiken. Sie beschäftigen die Jugendlichen, Sie verstecken die Arbeitslosen im ... (Bundesministerin Hostasch: Die lernen etwas!) Ja, sie lernen etwas: Erfolgsberufe oder neue Berufe, die Sie nicht in der Lage sind zu installieren. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Nun zu einigen Fakten. Wir haben angeblich die geringste Arbeitslosenzahl bei Jugendlichen. Im Jahr 1997 hat die Zahl der Lehrstellensuchenden in Schulungen oder mit Schulungen etwa 6 000 betragen. Zurzeit gibt es 17 000 in diesem Bereich. Wo? – Die sind alle nur versteckt in Statistiken. Sie beschäftigen die Jugendlichen, Sie verstecken die Arbeitslosen im ... (Bundesministerin Hostasch: Die lernen etwas!) Ja, sie lernen etwas: Erfolgsberufe oder neue Berufe, die Sie nicht in der Lage sind zu installieren. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weiters: Vorzeitiger Ruhestand. Über 200 000 Personen sind dort deponiert, diese scheinen in den Arbeitslosenzahlen nicht auf. Wenn gesagt wird, die nationale Arbeitslosenrate betrage etwa 7 Prozent, dann muß ich dem entgegenhalten, daß sie tatsächlich bei 11,5 Prozent liegt. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das sind 4 Prozent, die Sie der Bevölkerung vorenthalten. 4 Prozent! Wenn wir heute einen Arbeitslosenstand von 231 000 und etliches haben, dann darf ich Ihnen sagen, in Wirklichkeit ist die Arbeitslosenrate um das Doppelte höher, und das nach 30 Jahren sozialdemokratischer Regierung! Das ist das Zeichen dafür, daß Sie keine Arbeitnehmerpartei, sondern eine Arbeitsplatzvernichtungspartei sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weiters: Vorzeitiger Ruhestand. Über 200 000 Personen sind dort deponiert, diese scheinen in den Arbeitslosenzahlen nicht auf. Wenn gesagt wird, die nationale Arbeitslosenrate betrage etwa 7 Prozent, dann muß ich dem entgegenhalten, daß sie tatsächlich bei 11,5 Prozent liegt. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das sind 4 Prozent, die Sie der Bevölkerung vorenthalten. 4 Prozent! Wenn wir heute einen Arbeitslosenstand von 231 000 und etliches haben, dann darf ich Ihnen sagen, in Wirklichkeit ist die Arbeitslosenrate um das Doppelte höher, und das nach 30 Jahren sozialdemokratischer Regierung! Das ist das Zeichen dafür, daß Sie keine Arbeitnehmerpartei, sondern eine Arbeitsplatzvernichtungspartei sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister Farnleitner! Jetzt zu Ihnen. Wir haben in Linz ein Brückenprojekt, das bereits seit 27 Jahren auf die lange Bank geschoben wird. Früher war vom Ministerium kein Geld da, heute macht man es so, daß die UVP bereits sieben Jahre dauert. (Bundesminister Dr. Farnleitner: Das stimmt nicht!) Sagen Sie jetzt nicht, das ist nicht wahr! Ich bin informiert, Sie anscheinend nicht in diesem Bereich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie in Ihren Unterlagen schreiben, daß die Steuerreform Unternehmer stark entlasten wird, dann muß ich dem entgegenhalten: Die Belastung der Arbeitnehmer durch die Lohnsteuer ist in den letzten zehn Jahren von 90 auf 200 Milliarden Schilling gestiegen. Was machen Sie da dagegen? – Der Arbeitnehmer wäre ein guter Konsument. Sie tun nichts, Sie schauen zu, Sie lassen sich vom Bundeskanzler und seiner Regierung durch die Gegend führen und führen Österreich dadurch in die Arbeitslosigkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Smolle: Frau Kollegin Aumayr! Haben Sie schon etwas vom Strukturwandel gehört?
Durch die Agenda 2000 und durch die Osterweiterung der EU wird dieser Vernichtungsfeldzug gegen die landwirtschaftlichen Arbeitsplätze fortgeführt werden. Vor diesem Hintergrund spricht Kollege Schwarzböck von der Arbeitslosenproblematik in der Landwirtschaft. (Abg. Smolle: Frau Kollegin Aumayr! Haben Sie schon etwas vom Strukturwandel gehört?) Genau deswegen, Frau Ministerin, bringen wir heute folgenden Antrag ein:
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dazu kommt noch die Problematik der Nebenerwerbsbauern, und zwar dank Ihrer – unter Anführungszeichen –"sozialen" Politik, wonach diese zwar jahrzehntelang ihre Arbeitslosenbeiträge einzahlen können, aber dann, wenn sie arbeitslos werden, keinen Schilling Arbeitslosenunterstützung bezahlt bekommen, wenn der Betrieb einen Einheitswert von über 60 000 S hat. Zudem trifft sie jetzt auch noch in voller Härte, daß ein versicherungsfreier Tag genügt, damit sie sowohl kein Arbeitslosenentgelt bekommen als auch die Mitversicherung für die Ehegattin entfällt. Also ich finde, das ist eine soziale Ungerechtigkeit, und ich ersuche Sie, daß diese abgestellt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Meisinger: Was? Seit sieben Jahren läuft das schon!
Vor wenigen Wochen war der zuständige Straßenbaureferent des Landes Oberösterreich bei mir, und wir haben gemeinsam veranlaßt, daß nunmehr das UVP-Verfahren für die Brücke in Linz endlich eingeleitet wird. (Abg. Meisinger: Was? Seit sieben Jahren läuft das schon!) Das ist eine Fehlinformation, es tut mir leid. Es läuft kein UVP-Verfahren seit sieben Jahren, sondern es ist jetzt zum Projekt gemacht worden! (Abg. Aumayr: Es geht um die Finanzierung, Herr Minister!)
Abg. Aumayr: Es geht um die Finanzierung, Herr Minister!
Vor wenigen Wochen war der zuständige Straßenbaureferent des Landes Oberösterreich bei mir, und wir haben gemeinsam veranlaßt, daß nunmehr das UVP-Verfahren für die Brücke in Linz endlich eingeleitet wird. (Abg. Meisinger: Was? Seit sieben Jahren läuft das schon!) Das ist eine Fehlinformation, es tut mir leid. Es läuft kein UVP-Verfahren seit sieben Jahren, sondern es ist jetzt zum Projekt gemacht worden! (Abg. Aumayr: Es geht um die Finanzierung, Herr Minister!)
Abg. Aumayr: Wir werden das Ihrem Kollegen Pühringer ausrichten!
Zur Finanzierung, das ist mein zweiter Punkt: Ich kenne das Land Oberösterreich und seine Budgetzahlen hinreichend. Wenn es aus Bundesmitteln im Rahmen der Prioritätenreihung nicht vorschiebbar ist, würde niemand das Land Oberösterreich daran hindern, das vorzufinanzieren, wie auch Teile der Projekte etwa im Land Tirol vorfinanziert wurden, die später aus öffentlichen Mitteln refundiert wurden. (Abg. Aumayr: Wir werden das Ihrem Kollegen Pühringer ausrichten!)
Abg. Böhacker: Herr Minister, Sie wissen, daß es für den betroffenen Arbeiter völlig egal ist, welche Zahlen genannt werden! Er braucht einen Arbeitsplatz! Wer keine Arbeit hat, hat keine Arbeit!
Ein weiterer Punkt, den ich noch loswerden sollte: Ich würde meinen, es wäre klug, wir würden hin und wieder nur mehr von einem Arbeitslosigkeitsbegriff reden. Wir machen uns in unseren Diskussionen zusehends das Leben schwer. Wenn es uns gefällt, prunken wir mit der EU-Arbeitslosenrate. Da liegen wir gleich hoch wie die Vereinigten Staaten, und den Vereinigten Staaten attestieren die meisten einen Rekord an niedriger Arbeitslosigkeit und daher fast Vollbeschäftigung. Dann nehmen wir wieder den österreichischen Wert mit 7 Prozent, der ein eigenständiges österreichisches Maß ist, vergleichen die beiden Maßstäbe und bringen uns damit um jede realistische Relation in der internationalen Diskussion. (Abg. Böhacker: Herr Minister, Sie wissen, daß es für den betroffenen Arbeiter völlig egal ist, welche Zahlen genannt werden! Er braucht einen Arbeitsplatz! Wer keine Arbeit hat, hat keine Arbeit!) Sie verwenden beide Zahlen jeweils undifferenziert.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Viele meiner europäischen Kollegen wären froh, wenn sie auf Basis unserer Zahlen einen NAP diskutieren könnten und nicht vor dem Hintergrund von vier- und fünffach höheren Arbeitslosenzahlen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das bedeutet, 78 Prozent der Unternehmer haben keinen Arbeitnehmer beziehungsweise nur einen Arbeitnehmer. Dieser Sektor war doch bisher schon geregelt, denn es gab bereits bisher 15 000 S Freibetrag beim Dienstgeberbeitrag und 15 000 S Freibetrag bei der Kommunalsteuer, der bis zu einem Betrag in Höhe von 22 500 S in Abzug gebracht werden kann. Das ist für 78 Prozent bereits erledigt, Herr Bundesminister! Das können Sie nicht als Erfolg verkaufen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Punkt 2: Ich hätte von Ihrer Seite eher erwartet, daß Sie die Mindest-KöSt, jene 15 000 S für Unternehmensneugründungen im ersten Jahr, abschaffen, daß Sie die Kammerumlagen, die KU 1 und die KU 2 für die Unternehmensgründer abschaffen. Damit hätten Sie auch einen Beitrag geleistet! Aber das hier sind Dinge, die bereits realisiert wurden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nächster Punkt: Sie sagen, die Eigenkapitalstärke der Unternehmen sei sehr wichtig, damit sie nicht in Insolvenzen trudeln. Es findet sich jedoch auch im Wirtschaftsbericht ... (Bundesminister Dr. Farnleitner: Es geht auch um die Zahlungsmoral!) Ich meine – seien Sie mir nicht böse –, die Zahlungsmoral der Österreicher ist gut, aber die Zahlungsfähigkeit ist eine schlechte geworden. Und die Zahlungsfähigkeit der Klein- und Mittelbetriebe ist deshalb schlechter geworden, weil die steuerlichen Rahmenbedingungen, die Sie zu verantworten haben, die Unternehmer so ausgezehrt haben, daß sie einfach nicht mehr in der Lage sind, ihren Abgabepflichten rechtzeitig nachzukommen. Es wäre Ihre Aufgabe gewesen, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Diesen Betrag muß man nach dem neuen GesmbH-Gesetz hinterlegen!
Was ist denn bei der ganzen Unternehmenssteuerreform im Hinblick auf die Eigenkapitalbasis herausgekommen? – Eine Zuführung von zum Beispiel 500 000 S aus dem Gewinn zum Eigenkapital ergibt im Jahr eine steuerliche Begünstigung von 2 500 S. (Abg. Haigermoser: Diesen Betrag muß man nach dem neuen GesmbH-Gesetz hinterlegen!) Da kostet der administrative Aufwand mehr, als für den Unternehmer herauskommt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was die steuerlichen Rahmenbedingungen betrifft, die Sie jetzt so hochpreisen, muß ich Ihnen sagen: Ich meine, Sie bringen nicht einmal 1,5 Milliarden Schilling aus dieser Steuerreform zusammen, die den Unternehmern zugute kommen. Sie bringen nicht einmal diese 1,5 Milliarden Schilling zusammen, weil alle dort vorgesehenen Maßnahmen einfach nur Platitüden ohne Wirksamkeit und ohne Inhalt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Wer sagt das?
Ich darf die Aussendung des Herrn Arbeiterkammerpräsidenten aus Salzburg vorlesen, nachdem Sie die große Trendwende so gelobt haben, die auf dem Arbeitsmarkt stattgefunden hätte, sodaß wir derzeit weniger Arbeitslose hätten. Ich will gar nicht auf die Statistik eingehen, ich zitiere Herrn Böhm, der sagt: "Wenn in den Medien kürzlich von einer Trendwende bei der Arbeitslosigkeit die Rede war, so dürften sich die Arbeitnehmervertreter davon nicht besänftigen lassen: Diese Trendwende sei ,teuer erkauft‘, nämlich mit ,ungeschützten Arbeitsverhältnissen‘ und zahlreichen Programmen der öffentlichen Hand, die zwar im wesentlichen sehr lobenswert seien, doch keine regulären Arbeitsplätze ersetzen würden." – Zitatende. (Abg. Haigermoser: Wer sagt das?) Böhm aus Salzburg, Arbeiterkammerpräsident.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte Ihnen sagen: Schaffen Sie endlich die strukturellen Rahmenbedingungen für sichere Arbeitsplätze in Österreich, dann werden Sie uns als Partner haben, sonst nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Folgendes verstehe ich schon überhaupt nicht, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie: Wenn Ihnen schon der Koalitionspartner, die ÖVP, sagt – und sogar deren Klubobmann Kollegen Rasinger dafür lobte, als der davon sprach –, daß 40 000 Arbeitsplätze in den Gesundheitsberufen zu schaffen seien, dann muß ich fragen: Was wollen Sie denn als Sozialisten noch mehr, als in sozialen Berufen Arbeitsplätze schaffen? Das ist ja nun wirklich Ihre Aufgabe, aber es geschieht nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Dienstleistungssektor, Frau Minister, wird in der westlichen Welt als die Jobchance schlechthin gesehen. Ich bitte Sie, schauen Sie hin! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Und jetzt gäbe es die Möglichkeit, daß diese Unterhaltsregelung so gestaltet wird, daß sie für Verheiratete und Unverheiratete einigermaßen gleiche Bedingungen schafft. Aber das, was Sie jetzt in Fortsetzung einer alten, schlechten Tradition beschließen, ist nicht eine Gleichstellung von Verheirateten und Unverheirateten, sondern das ist eine ausdrückliche Benachteiligung jener Frauen, die auf diesen Unterhalt angewiesen sind und die nicht zu den Begüterten gehören. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie wissen ganz genau, Herr Abgeordneter Feurstein, daß das Frauen sind, die 8 000, 9 000 S Notstandshilfe erhalten würden, die 2 000, 3 000 S Unterhalt von ihrem Partner erhalten. Mit 9 000 oder 8 000 plus 3 000 S hat man noch immer kein Vermögen, hat man noch immer nicht soviel, daß man gut leben kann. Aber was machen Sie? – Sie halten es für legitim, daß von dieser ohnehin schon geringen Notstandshilfe die Unterhaltszahlung von 3 000 S auch noch abgezogen werden. Damit verurteilen Sie die Frauen zu weiterer Armut beziehungsweise Armutsgefährdung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Das ist eine Politik, die Sie zu verantworten haben und die mit Sicherheit wegen der angesprochenen Umstände auch vor dem Verfassungsgerichtshof enden wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Haigermoser: Mit Aufmerksamkeit!
Herr Abgeordneter Haigermoser hat gemeint, in dem vorliegenden Dokument – Nationaler Aktionsplan für Beschäftigung – seien keine konkreten Maßnahmen vorgesehen. – Herr Abgeordneter! Ich kann mir nur vorstellen, daß Sie bloß das Inhaltsverzeichnis gelesen haben und nicht den gesamten Text des Nationalen Aktionsplanes für Beschäftigung (Abg. Haigermoser: Mit Aufmerksamkeit!), denn es ist eine Fülle von ganz konkreten bereits beschlossenen oder in Diskussion befindlichen Maßnahmen darin beinhaltet. Ich bedanke mich ausdrücklich beim Hohen Haus, bei der Mehrheit des Hohen Hauses dafür, daß viele der Maßnahmen, die hier angesprochen wurden, in diesem Hohen Haus bereits beschlossen werden konnten, wie zum Beispiel das Jugendausbildungs-Sicherungsgesetz. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Abgeordneter Haigermoser hat gemeint, in dem vorliegenden Dokument – Nationaler Aktionsplan für Beschäftigung – seien keine konkreten Maßnahmen vorgesehen. – Herr Abgeordneter! Ich kann mir nur vorstellen, daß Sie bloß das Inhaltsverzeichnis gelesen haben und nicht den gesamten Text des Nationalen Aktionsplanes für Beschäftigung (Abg. Haigermoser: Mit Aufmerksamkeit!), denn es ist eine Fülle von ganz konkreten bereits beschlossenen oder in Diskussion befindlichen Maßnahmen darin beinhaltet. Ich bedanke mich ausdrücklich beim Hohen Haus, bei der Mehrheit des Hohen Hauses dafür, daß viele der Maßnahmen, die hier angesprochen wurden, in diesem Hohen Haus bereits beschlossen werden konnten, wie zum Beispiel das Jugendausbildungs-Sicherungsgesetz. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Petrovic: Warum präsentiert die Regierung nicht ein Modell?
Herr Abgeordneter Peter! Sie haben die Frage der Grundsicherung angesprochen. Ich befasse mich nicht erst seit heute mit Fragen der Grundsicherung, sondern habe mich auch schon in der Vergangenheit damit befaßt. Ich glaube aber, daß gerade Ihr Modell uns nicht die Chance bietet, die weitaus überwiegende Mehrheit der Bevölkerung am weiteren wirtschaftlichen Fortschritt (Abg. Dr. Petrovic: Warum präsentiert die Regierung nicht ein Modell?), an der Produktivität unserer gesamten Volkswirtschaft teilhaben zu lassen, und daß sich ein derartiges Modell insbesondere gegen die Erwerbstätigkeit von Frauen richtet (Abg. Dr. Petrovic: Wo ist das Modell der Sozialministerin?) und ein Rückschlag für jene Bemühungen wäre, die, wie ich doch glaube, den überwiegenden Konsens in unserem Land finden und durch die eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen erzielt werden soll. Daher geht mein Schwerpunkt in die Richtung einer bedarfsorientierten Mindestsicherung, jedoch mit einer klaren Konzentrierung, den weiteren Ausbau unserer Erwerbs- und Arbeitsgesellschaft anzustreben.
Abg. Dr. Petrovic: Wo ist das Modell der Sozialministerin?
Herr Abgeordneter Peter! Sie haben die Frage der Grundsicherung angesprochen. Ich befasse mich nicht erst seit heute mit Fragen der Grundsicherung, sondern habe mich auch schon in der Vergangenheit damit befaßt. Ich glaube aber, daß gerade Ihr Modell uns nicht die Chance bietet, die weitaus überwiegende Mehrheit der Bevölkerung am weiteren wirtschaftlichen Fortschritt (Abg. Dr. Petrovic: Warum präsentiert die Regierung nicht ein Modell?), an der Produktivität unserer gesamten Volkswirtschaft teilhaben zu lassen, und daß sich ein derartiges Modell insbesondere gegen die Erwerbstätigkeit von Frauen richtet (Abg. Dr. Petrovic: Wo ist das Modell der Sozialministerin?) und ein Rückschlag für jene Bemühungen wäre, die, wie ich doch glaube, den überwiegenden Konsens in unserem Land finden und durch die eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen erzielt werden soll. Daher geht mein Schwerpunkt in die Richtung einer bedarfsorientierten Mindestsicherung, jedoch mit einer klaren Konzentrierung, den weiteren Ausbau unserer Erwerbs- und Arbeitsgesellschaft anzustreben.
Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Dolinschek hat zu Recht kritisiert – ich sehe es genauso wie er, und die meisten von Ihnen sehen es auch so –, daß es nach wie vor keine ausreichende Zahl an Kinderbetreuungseinrichtungen für berufstätige Eltern und auch für die Eltern als Gesamtheit gibt. Es ist daher notwendig, weitere solcher Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Aber ein Kinderbetreuungsscheck, Herr Abgeordneter Dolinschek, dem keine Betreuungseinrichtungen gegenüberstehen, die in der Folge in Anspruch genommen werden können, ist eine Farce, ist eine Täuschung, ist ein ungedeckter Scheck (Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!), denn es geht ja darum, daß diese Einrichtungen ausgebaut werden, und nicht darum, daß ein Betrag zur Verfügung gestellt wird. Ich glaube daher, daß es ganz einfach wichtig ist, daß die Mittel, die wir aufbringen können (Zwischenruf der Abg. Madl), dafür eingesetzt werden, flächendeckend, elternorientiert und familiengerecht solche Kinderbetreuungseinrichtungen weiter auszubauen, damit man sich insbesondere in jenen Regionen, in denen eine schlechte Versorgung gegeben ist, voll auf ein umfassendes Angebot konzentriert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Madl: Das ist ja echt kommunistisch!)
Zwischenruf der Abg. Madl
Sehr geschätzte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Dolinschek hat zu Recht kritisiert – ich sehe es genauso wie er, und die meisten von Ihnen sehen es auch so –, daß es nach wie vor keine ausreichende Zahl an Kinderbetreuungseinrichtungen für berufstätige Eltern und auch für die Eltern als Gesamtheit gibt. Es ist daher notwendig, weitere solcher Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Aber ein Kinderbetreuungsscheck, Herr Abgeordneter Dolinschek, dem keine Betreuungseinrichtungen gegenüberstehen, die in der Folge in Anspruch genommen werden können, ist eine Farce, ist eine Täuschung, ist ein ungedeckter Scheck (Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!), denn es geht ja darum, daß diese Einrichtungen ausgebaut werden, und nicht darum, daß ein Betrag zur Verfügung gestellt wird. Ich glaube daher, daß es ganz einfach wichtig ist, daß die Mittel, die wir aufbringen können (Zwischenruf der Abg. Madl), dafür eingesetzt werden, flächendeckend, elternorientiert und familiengerecht solche Kinderbetreuungseinrichtungen weiter auszubauen, damit man sich insbesondere in jenen Regionen, in denen eine schlechte Versorgung gegeben ist, voll auf ein umfassendes Angebot konzentriert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Madl: Das ist ja echt kommunistisch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Madl: Das ist ja echt kommunistisch!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Dolinschek hat zu Recht kritisiert – ich sehe es genauso wie er, und die meisten von Ihnen sehen es auch so –, daß es nach wie vor keine ausreichende Zahl an Kinderbetreuungseinrichtungen für berufstätige Eltern und auch für die Eltern als Gesamtheit gibt. Es ist daher notwendig, weitere solcher Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Aber ein Kinderbetreuungsscheck, Herr Abgeordneter Dolinschek, dem keine Betreuungseinrichtungen gegenüberstehen, die in der Folge in Anspruch genommen werden können, ist eine Farce, ist eine Täuschung, ist ein ungedeckter Scheck (Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!), denn es geht ja darum, daß diese Einrichtungen ausgebaut werden, und nicht darum, daß ein Betrag zur Verfügung gestellt wird. Ich glaube daher, daß es ganz einfach wichtig ist, daß die Mittel, die wir aufbringen können (Zwischenruf der Abg. Madl), dafür eingesetzt werden, flächendeckend, elternorientiert und familiengerecht solche Kinderbetreuungseinrichtungen weiter auszubauen, damit man sich insbesondere in jenen Regionen, in denen eine schlechte Versorgung gegeben ist, voll auf ein umfassendes Angebot konzentriert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Madl: Das ist ja echt kommunistisch!)
Abg. Böhacker: Nein! Das ist ja nicht wahr!
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter Blünegger! Sie haben einen Antrag betreffend Luxemburger Modell eingebracht. Ich glaube, sehr geschätzter Herr Abgeordneter, Sie sollten noch dazusagen, was dieses Luxemburger Modell bedeutet. Es bedeutet nämlich, keine Wohnbauförderung zu haben. (Abg. Böhacker: Nein! Das ist ja nicht wahr!) Es würde bedeuten, daß jene Länder, die sich für ein derartiges Modell entscheiden, da wir ja im Sinne des Föderalismus die Wohnbauförderung verländert haben, damit eine Abkehr von der Wohnbauförderung vornähmen. (Abg. Dr. Graf: Das stimmt nicht!)
Abg. Dr. Graf: Das stimmt nicht!
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter Blünegger! Sie haben einen Antrag betreffend Luxemburger Modell eingebracht. Ich glaube, sehr geschätzter Herr Abgeordneter, Sie sollten noch dazusagen, was dieses Luxemburger Modell bedeutet. Es bedeutet nämlich, keine Wohnbauförderung zu haben. (Abg. Böhacker: Nein! Das ist ja nicht wahr!) Es würde bedeuten, daß jene Länder, die sich für ein derartiges Modell entscheiden, da wir ja im Sinne des Föderalismus die Wohnbauförderung verländert haben, damit eine Abkehr von der Wohnbauförderung vornähmen. (Abg. Dr. Graf: Das stimmt nicht!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Nein! – Abg. Dr. Graf: Finanzminister Edlinger will die Wohnbauförderung kürzen! Lesen Sie die heutige "Presse"!
Das Luxemburger Modell ist ein solches Modell, Herr Abgeordneter. (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein! – Abg. Dr. Graf: Finanzminister Edlinger will die Wohnbauförderung kürzen! Lesen Sie die heutige "Presse"!) – Nein, Herr Abgeordneter! Es bedeutet darüber hinaus, daß nur bis zu einem bestimmten Rahmen, der gar nicht sehr hoch ist, eine derartige Mehrwertsteuerreduzierung erfolgen würde. Es bedeutet weiters, daß auch nur ganz bestimmte Leistungen davon erfaßt werden würden. Es käme also zu einer deutlichen Verschlechterung (Abg. Böhacker: Nein, nein!) im Vergleich zu der jetzigen Form der Förderung auch im Rahmen des privaten Wohnbaus und der privaten Finanzierung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Böhacker: Nein, nein!
Das Luxemburger Modell ist ein solches Modell, Herr Abgeordneter. (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein! – Abg. Dr. Graf: Finanzminister Edlinger will die Wohnbauförderung kürzen! Lesen Sie die heutige "Presse"!) – Nein, Herr Abgeordneter! Es bedeutet darüber hinaus, daß nur bis zu einem bestimmten Rahmen, der gar nicht sehr hoch ist, eine derartige Mehrwertsteuerreduzierung erfolgen würde. Es bedeutet weiters, daß auch nur ganz bestimmte Leistungen davon erfaßt werden würden. Es käme also zu einer deutlichen Verschlechterung (Abg. Böhacker: Nein, nein!) im Vergleich zu der jetzigen Form der Förderung auch im Rahmen des privaten Wohnbaus und der privaten Finanzierung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das stimmt ja nicht!
Das Luxemburger Modell ist ein solches Modell, Herr Abgeordneter. (Rufe bei den Freiheitlichen: Nein! – Abg. Dr. Graf: Finanzminister Edlinger will die Wohnbauförderung kürzen! Lesen Sie die heutige "Presse"!) – Nein, Herr Abgeordneter! Es bedeutet darüber hinaus, daß nur bis zu einem bestimmten Rahmen, der gar nicht sehr hoch ist, eine derartige Mehrwertsteuerreduzierung erfolgen würde. Es bedeutet weiters, daß auch nur ganz bestimmte Leistungen davon erfaßt werden würden. Es käme also zu einer deutlichen Verschlechterung (Abg. Böhacker: Nein, nein!) im Vergleich zu der jetzigen Form der Förderung auch im Rahmen des privaten Wohnbaus und der privaten Finanzierung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Ja, ja!
Sehr geschätzte Damen und Herren! Ich möchte auch entschieden – absolut entschieden! – den Vorwurf zurückweisen, daß unsere Arbeitsmarktstatistiken, unsere Beschäftigungsdaten in irgendeiner Weise geschönt, manipuliert oder nicht korrekt seien. Sie sind transparent, nachvollziehbar und absolut ehrlich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Ja, ja!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Wenn die Opposition schon nicht das Programm der Bundesregierung, der Koalitionsparteien loben kann und will, könnte sie sich zumindest, so meine ich, mit den Betroffenen darüber freuen, daß diese wieder einen Zugang zum Erwerb gefun-den haben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Tichy-Schreder und Dr. Khol.
Erlauben Sie mir zum Schluß noch eine Bemerkung zu manchen Tendenzen zu machen, die aus verschiedenen Diskussionsbeiträgen betreffend die Situation in unserem Land erkennbar gewesen sind: Ich wünsche niemandem in diesem Haus und auch niemandem in unserem Land, je in einem Land leben zu müssen, das so ist, wie es heute von Ihnen teilweise skizziert wurde. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Tichy-Schreder und Dr. Khol.)
Abg. Dr. Khol – in Richtung der Freiheitlichen –: Ich würde gerne mit aufstehen!
Für den Fall Ihrer Zustimmung bitte ich um ein entsprechendes Zeichen. – Dies ist die Minderheit. Der Antrag ist damit abgelehnt. (Abg. Dr. Khol – in Richtung der Freiheitlichen –: Ich würde gerne mit aufstehen!)
Beifall bei den Grünen.
Im Bereich der Flugkontrollbehörde etwa hat man auch für lange und geblockte Arbeitszeiten gekämpft, weil es natürlich angenehmer ist, 12, 14 oder 16 Stunden im Block zu arbeiten. Man ist dabei aber zur Auffassung gelangt, daß es im Interesse der Sicherheit, um die es in diesem Zusammenhang auch geht, eigentlich richtiger wäre, nicht zu lange Arbeitszeiten einzuführen. Dem ist noch folgendes hinzuzufügen: Wenn man zu dem Ergebnis und zu der Überzeugung gekommen ist – aus medizinischen Gründen, aus arbeitsmedizinischen Gründen und aus humanwissenschaftlichen Gründen, was die Betroffenen anlangt –, keine derart langen Arbeitszeiten zu tolerieren, wie sie das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz noch immer vorsieht – obwohl sich schon etwas zum Besseren geändert hat –, dann kann man in diesem Punkt nur konsequent dagegen sein – trotz Respekt vor den Arbeitszeitwünschen so mancher, die davon betroffen sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Man soll die Patienten und die dort Tätigen nicht als Kostenfaktor auf zwei Beinen sehen. Wir werden alles daransetzen, um unser besonders vorbildliches Gesundheitswesen – wir sind international vorbildlich, sowohl was die Ausstattung der Spitäler als auch das Können und die Betreuung der Patienten betrifft – noch weiter zu verbessern und noch humaner zu gestalten. Diese Novelle ist ein Schritt dazu, und wir werden weitere folgen lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Gesetzesvorlage geben wir im Sinne des Abänderungsantrages unsere Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden daher dieser Regierungsvorlage, die in unserem Sinne ist, unsere Zustimmung geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesministerin Hostasch spricht mit einer Mitarbeiterin.
Was hat die Frau Ministerin gemacht? – Es ist Zeit, diesen Rechnungshofbericht, Frau Bundesministerin ... (Bundesministerin Hostasch spricht mit einer Mitarbeiterin.) – Es ist keine Sprechstunde, hat der Präsident einmal gesagt. Man kann einen späteren Zeitpunkt für eine Sprechstunde nützen.
Abg. Koppler: Das ist nicht so wie bei euch, beim Haider!
Es ist so, daß der Hauptverband alles vorgibt und das Gesundheitsministerium und Sie an der Spitze, obwohl Sie doch die oberste Aufsichtspflicht haben beziehungsweise hätten, schön brav und artig alles nachplappern, was Ihnen Herr Sallmutter vorgibt. (Abg. Koppler: Das ist nicht so wie bei euch, beim Haider!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weitere Ausführungen halten Sie dazu nicht für erforderlich. So geht das immer weiter! Sie lassen sich Ihre Arbeit vom Hauptverband und von den Krankenkassen abnehmen, Sie greifen in keiner Weise, wie es Ihre Pflicht wäre, in die Agenden des Hauptverbandes ein. Das aber wäre Ihre Pflicht als oberstes Aufsichtsorgan! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher sind wir der Meinung, die Patienten sollen sich ihren Heilbehelf selbst aussuchen können, selbst aufzahlen dürfen, wenn sie ein besseres Produkt haben wollen. Der Tarif, den die Krankenkasse zu leisten hat, wird sofort beim Bandagisten abgezogen. Der Patient muß frei entscheiden können. Das funktioniert bereits bei den Stützstrümpfen in wenigen Bundesländern. So muß es aber auch bei anderen Heilbehelfen sein, nämlich daß der Patient, wenn er ein besseres Produkt will, zumindest die Möglichkeit der Aufzahlung hat und nicht den Gesamtbetrag, wenn er sich für etwas Besseres entscheidet, aus der eigenen Tasche bezahlen muß. Das ist der Inhalt dieses Antrages, den ich Sie bitte zu unterstützen (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Franz Hums (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Dr. Pumberger! Sie haben die Sitzung vom 13. Juni 1996 zitiert. Ich bin für jede konstruktive sachliche und faire Kritik, ich bin aber auch dafür, daß man dann die Untersuchungsergebnisse zur Kenntnis nimmt. Unter anderem bitte ich Sie endlich zur Kenntnis zu nehmen, daß Sie damals völlig zu Unrecht Generaldirektor Dr. Probst und einen Verwandten der Frau Vranitzky gröblichst und völlig zu Unrecht diffamiert haben. Es wäre endlich an der Zeit, das von Ihrer Seite aus richtigzustellen. Das ist meine Bitte an Sie. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Wir haben damals, was Sie nicht geglaubt haben, in kürzester Zeit bei Aufrechterhaltung der vollen Qualität unseres Sozialsystems, bei Aufrechterhaltung der vollen Qualität unserer Gesundheitsvorsorge und unserer Krankenversicherung die Krankenversicherungen saniert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.) Das ist umso wichtiger, weil wir das in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit gemacht haben. Wir haben damit abgesichert, daß wir, obwohl die Menschen erfreulicherweise länger leben und das höhere Kosten in der Gesundheitsvorsorge bedeutet, obwohl die Medizin erfreulicherweise immer mehr Fortschritte macht, all diese Fortschritte in Österreich – im Gegensatz zu anderen Ländern – allen Menschen ohne Rücksicht auf Einkommen, ohne Rücksicht auf Alter zur Verfügung stellen. All das haben wir damals mit diesem Konsolidierungspaket gemacht.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Frau Dr. Povysil! Sie haben heute noch einmal die Gelegenheit, sich zu distanzieren. Ich schätze Sie fachlich sehr, aber Sie müssen sich nicht bemühen, ein klassisches Vorbild zu übertreffen. Das klassische Vorbild, das ich meine, ist nicht Hippokrates, sondern ein anderes klassisches Vorbild, das Sie offensichtlich immer übertreffen wollen, ist Kassandra. Sie haben damals immer wieder erklärt, die Versicherung gehe in Konkurs, dort sei alles kaputt und nicht sanierbar. Normalerweise müßten alle Beteiligten in der Krankenversicherung, im Hauptverband, in den Versicherungen, aber auch in der Ärztekammer ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.) Ich erinnere mich noch sehr gut an die konstruktiven Gespräche mit dem von mir sehr geschätzten, leider verstorbenen Präsidenten der Ärztekammer Dr. Neumann. Alle haben dazu beigetragen, daß wir unser gutes System erhalten.
Demonstrativer Beifall des Abg. Koppler.
Konstruktive Kritik ja, aber keine Diffamierungen! Anerkennen Sie endlich, daß wir in Österreich ein sehr gutes Gesundheitsvorsorgesystem haben, daß wir international in der Krankenversicherung keinen Vergleich scheuen müssen! (Demonstrativer Beifall des Abg. Koppler.)
Beifall bei der SPÖ.
Konstruktive Kritik ja, aber keine unqualifizierten Diffamierungen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Leider dient die Selbstverwaltung längst mehr nicht dem Schutz der Versicherten vor der Einflußnahme der Politik, sondern vor allem dem Schutz des Hauptverbandes vor öffentlicher Kontrolle. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abgeordneten Dr. Pumberger.
Frau Ministerin! Im Interesse der betroffenen PatientInnen besteht von Ihrer Seite erhöhter Handlungsbedarf. Ich fordere Sie zur völligen Neukonzeption in der Frage von Wettbewerb und staatlichen, in gewissen Bereichen auch notwendigen Regulierungsbestimmungen auf! Sie wissen, daß die staatlichen Preiskontrollen zu immer mehr Parallelimporten führen werden. Davor – das gebe ich zu – haben die seit Jahrzehnten in den geschützten Bereichen tätigen Innungen Angst. Doch die Lösung kann und darf nicht sein, Gesundheitskosten künstlich hochzuhalten – zur Stützung eines maroden und ineffizienten Systems. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abgeordneten Dr. Pumberger.)
Beifall bei den Grünen.
Ich wünsche mir, daß die Diskussion über Hilfsmittel und Heilbehelfe generell im großen Ausmaß geführt wird. Die ersten Gespräche mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und mit einigen Anstalten der Gebietskrankenkassen und der Sozialversicherungsverbände werden bereits geführt. Ich wünsche mir, daß es zu einer raschen Lösung kommt, aber nicht in diesem Sinne. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Es gibt nicht zuwenig Wohnungen, sondern zu viele Wohnungen, die man sich nicht mehr leisten kann. Das Thema "überhöhte Mieten im Bereich der gemeinnützigen Bauträgervereinigungen" ist nach wie vor ein Thema mit großer Aktualität und hoher Dringlichkeit für Millionen österreichische Staatsbürger. Es ist ein Thema, das angesichts von drei enormen Belastungspaketen und einer nur halbherzigen Steuerreform, die jetzt kommen wird, dringend nach Lösungen verlangt. Wir Freiheitlichen werden es daher nicht zulassen, daß die von uns seit Jahren geforderte Mietensenkung von den Koalitionsparteien auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Denn, Herr Kollege Eder und Herr Kollege Schwimmer, es genügt nicht, von Zeit zu Zeit ein paar selbstkritische Bemerkungen über die APA zu lancieren, ein paar Lippenbekenntnisse zu formulieren und in Wirklichkeit nur darauf zu hoffen, daß das Thema in der Öffentlichkeit wieder einschläft und man sich dadurch noch einmal bis über den nächsten Wahltermin hinaus ganz gut über die Runden retten kann. Dieser Eindruck besteht aber nicht nur bei uns, sondern vor allen Dingen bei den betroffenen Mietern, meine Damen und Herren! Ich muß das mit aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Denn seit 1995, also seit vier, bald fünf Jahren, besteht die Lösung wichtiger Fragen im Bereich des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes und der daraus resultierenden Reformen aus lapidaren Absichtserklärungen – meine Damen und Herren, nichts als Absichtserklärungen! Ich habe genug von Absichtserklärungen. Würden Sie nicht auch meinen, daß es endlich an der Zeit wäre, sich am Riemen zu reißen und diese Dinge, die Sie seit Jahren in Aussicht stellen, aber nicht umsetzen, endlich einmal umzusetzen? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Im Bereich des Mietrechtes hat es einige kleinere Änderungen, den Beschluß der Wohnrechtsänderungsgesetze gegeben. Das war aber insgesamt auch kein großer Wurf, denn, meine Damen und Herren, der Kernpunkt des Übels, der Kernpunkt der Mißstände, nämlich das gemeinnützige Wohnungswesen, wurde von diesen Reformen in keiner Weise tangiert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! So stellt sich das einfach dar. – Oder war es, Herr Kollege Schwimmer, an Ihre Adresse gerichtet, die berühmte Koalitionsräson? Wer will hier nicht, und wer darf nicht, ist zu fragen. Kollege Eder oder Kollege Schwimmer, oder wollen beide nicht? – Bitte äußern Sie sich, denn die betroffenen Mieter haben wahrlich das Recht, dies zu wissen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Wer?
Bei allem Hin- und Hertaktieren muß man dem SPÖ-Bautensprecher wenigstens zugute halten, daß es einen Antrag gibt. Doch was hat die ÖVP unternommen? – Außer ein paar Pressestatements nichts – aber "nichts" stimmt eigentlich nicht. Aus der Sicht der ÖVP sind die Hausmeister an den überhöhten Mieten schuld. (Abg. Haigermoser: Wer?) Die Hausmeister sind es, Herr Kollege Schwimmer, und das ist typisch: Die ÖVP-Hausherren geben die Schuld an ihre Hausmeister weiter!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte Ihnen mit aller Deutlichkeit sagen: Das ist nicht unsere Linie! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Diese Mätzchen wollen wir nicht mitmachen. Wenn das alles ist, was an ÖVP-Vorschlägen kommt, obwohl viel zu tun wäre, dann muß ich Ihnen sagen, das ist wahrhaft ein Armutszeugnis.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Am Thema schon, nur nicht an Ihrem Beitrag!
Meine Damen und Herren! Es geht um die nachhaltige Verbesserung der Situation der Mieter. Wir fordern daher zum wiederholten Male das ein, worum es uns in dieser Frage geht. Die Kollegen von der SPÖ scheinen an diesem Thema nicht sehr interessiert zu sein. Das macht aber nichts. Wir werden uns nicht davon abhalten lassen, diese Forderungen immer wieder zu erheben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Am Thema schon, nur nicht an Ihrem Beitrag!) – Herr Kollege, das weiß ich schon, es macht mir aber nichts aus. Es kratzt mich nicht, Herr Kollege Schieder! Ich werde es Ihnen trotzdem sagen.
Beifall bei den Freiheitlichen
Wir wollen ein Sieben-Punkte-Programm realisiert wissen, und zwar nicht irgendwann und irgendwie und auch nicht halbherzig, sondern jetzt, in dieser Legislaturperiode (Beifall bei den Freiheitlichen), auch wenn diese Legislaturperiode bald zu Ende geht. Ich darf nochmals daran erinnern, im Ausschuß liegen entsprechende Anträge.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt in Österreich 210 GBVs, die insgesamt eine Bilanzsumme von sage und schreibe 311 Milliarden Schilling in ihren Büchern haben und mittlerweile 434 000 Wohnungen verwalten. Von diesen GBVs sind 102 als Kapitalgesellschaften und 108 als Genossenschaften organisiert. Schon an diesen Zahlen sehen Sie, daß da ein Mißverhältnis entstanden ist, das immer mehr zunimmt. Denn die als Kapitalgesellschaften organisierten Gemeinnützigen sind keine Genossenschaften, sondern eben Kapitalgesellschaften. Daran sieht man, daß das Wort "Gemeinnützigkeit" mißbräuchlich verwendet wird, und das ist tägliche Praxis. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist natürlich interessant, wenn man sieht, daß solche Konstellationen in den Banken und Versicherungen einerseits die Kredite gewähren und andererseits von ihnen auch gleich die Polizze mitgeliefert wird: für Hausratversicherungen, für Elementarereignisse und so weiter. Das Ganze ist frei nach dem Motto organisiert: Nur ja kein Wettbewerb! Bezahlen tut das alles ohnedies der Mieter! – Meine Damen und Herren! Dieses System kontrolliert sich selbst, was im Klartext nichts anderes heißt, als daß es keine wirkliche Kontrolle gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zweiter Punkt. Die zweite Forderung der FPÖ lautet: Weg mit den politisch besetzten Aufsichtsfunktionen in den GBVs! Meine Damen und Herren! Nicht Politiker, nicht Banken- und Versicherungsdirektoren sollten in den Aufsichtsräten dieser GBVs sitzen, sondern die Mietervertreter. Meine Damen und Herren! Das wäre gerecht und wahrlich das einzig taugliche Kontrollinstrument. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben im Dringlichen Antrag eine Liste mit repräsentativen Beispielen, wie die Eigentümerstruktur, wie die sogenannte Aufsicht über das Wohnungswesen in der Realität ausschaut. Da gibt es sehr interessante Beispiele, meine Damen und Herren! Sie brauchen diese Liste nur zur Hand zu nehmen. Darin finden Sie einen Abriß der rot-schwarzen Prominenz, die überall in den Aufsichtsräten sitzt: von der BAWAG angefangen bis zur Sektion Bau-Holz, bis zur Frau Bundesministerin Hostasch, die auch Aufsichtsratsfunktionen innehat, und so weiter – mit einem Wort: ein Sittenbild dieser Republik, meine Damen und Herren! Ich kann dazu nur sagen: Weg damit, weg damit und nochmals weg damit! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Aus gutem Grunde!
All das ist mit den Grundsätzen der Wohnungsgemeinnützigkeit nicht vereinbar. Man hat nämlich im WGG, als es ursprünglich konzipiert wurde, das Baugewerbe ausgelassen. Das heißt, man hat dem Baugewerbe verboten, daß es irgendeine Art ... (Abg. Dr. Fekter: Aus gutem Grunde!) – Frau Kollegin, aus gutem Grunde hat man gesagt, das Baugewerbe hat darin nichts verloren. Das ist grundsätzlich richtig. (Abg. Dr. Fekter: ... FPÖ-Niederösterreich!)
Abg. Dr. Fekter: ... FPÖ-Niederösterreich!
All das ist mit den Grundsätzen der Wohnungsgemeinnützigkeit nicht vereinbar. Man hat nämlich im WGG, als es ursprünglich konzipiert wurde, das Baugewerbe ausgelassen. Das heißt, man hat dem Baugewerbe verboten, daß es irgendeine Art ... (Abg. Dr. Fekter: Aus gutem Grunde!) – Frau Kollegin, aus gutem Grunde hat man gesagt, das Baugewerbe hat darin nichts verloren. Das ist grundsätzlich richtig. (Abg. Dr. Fekter: ... FPÖ-Niederösterreich!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Tun Sie nicht "matschkern", Frau Kollegin! Hören Sie lieber zu! Ich glaube, es wäre gut, wenn Sie mir zuhören würden. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Frau Kollegin! Was ist aber dann passiert? – Dann sind die Banken und Versicherungen in diesen Bereich hineingegangen. Die Banken und Versicherungen (Zwischenrufe bei der ÖVP) sind aber ihrerseits an maßgeblichen Baufirmen beteiligt. Da wird also ein Prinzip, das gut gemeint war, das an und für sich ein guter Grundsatz war, mir nichts, dir nichts durchbrochen. Meine Damen und Herren! Das kann es nicht sein, das ist absurd! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Tun Sie nicht "matschkern", Frau Kollegin! Hören Sie lieber zu! Ich glaube, es wäre gut, wenn Sie mir zuhören würden. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Frau Kollegin! Was ist aber dann passiert? – Dann sind die Banken und Versicherungen in diesen Bereich hineingegangen. Die Banken und Versicherungen (Zwischenrufe bei der ÖVP) sind aber ihrerseits an maßgeblichen Baufirmen beteiligt. Da wird also ein Prinzip, das gut gemeint war, das an und für sich ein guter Grundsatz war, mir nichts, dir nichts durchbrochen. Meine Damen und Herren! Das kann es nicht sein, das ist absurd! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.
Tun Sie nicht "matschkern", Frau Kollegin! Hören Sie lieber zu! Ich glaube, es wäre gut, wenn Sie mir zuhören würden. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Frau Kollegin! Was ist aber dann passiert? – Dann sind die Banken und Versicherungen in diesen Bereich hineingegangen. Die Banken und Versicherungen (Zwischenrufe bei der ÖVP) sind aber ihrerseits an maßgeblichen Baufirmen beteiligt. Da wird also ein Prinzip, das gut gemeint war, das an und für sich ein guter Grundsatz war, mir nichts, dir nichts durchbrochen. Meine Damen und Herren! Das kann es nicht sein, das ist absurd! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ sowie bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Schauen Sie sich einmal an, wer da aller in diesen Gesellschaften drinnen sitzt! Unser Parteiobmann Dr. Jörg Haider hat das eindrucksvoll aufgezeigt. Da sitzen Leute ... (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ sowie bei den Freiheitlichen.) – Lachen Sie nur! Machen Sie das einmal nach, was Kollege Haider gemacht hat! Machen Sie das einmal nach, bevor Sie lachen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das Lachen wird Ihnen zumindest im Bundesland Kärnten sehr schnell vergehen! Es wundert mich, daß es Ihnen nicht schon vergangen ist. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Schauen Sie sich einmal an, wer da aller in diesen Gesellschaften drinnen sitzt! Unser Parteiobmann Dr. Jörg Haider hat das eindrucksvoll aufgezeigt. Da sitzen Leute ... (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ sowie bei den Freiheitlichen.) – Lachen Sie nur! Machen Sie das einmal nach, was Kollege Haider gemacht hat! Machen Sie das einmal nach, bevor Sie lachen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das Lachen wird Ihnen zumindest im Bundesland Kärnten sehr schnell vergehen! Es wundert mich, daß es Ihnen nicht schon vergangen ist. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Meine Damen und Herren! Schauen Sie sich einmal an, wer da aller in diesen Gesellschaften drinnen sitzt! Unser Parteiobmann Dr. Jörg Haider hat das eindrucksvoll aufgezeigt. Da sitzen Leute ... (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ sowie bei den Freiheitlichen.) – Lachen Sie nur! Machen Sie das einmal nach, was Kollege Haider gemacht hat! Machen Sie das einmal nach, bevor Sie lachen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das Lachen wird Ihnen zumindest im Bundesland Kärnten sehr schnell vergehen! Es wundert mich, daß es Ihnen nicht schon vergangen ist. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Abg. Dr. Fekter: Aber Mißwirtschaft gibt es doch nicht in dem Ausmaß wie bei der FPÖ! Die Mißwirtschaft gibt es nur bei euch!
Frau Kollegin! Sehen Sie sich einmal die Beispiele an: GEWOG, Neues Heim, Gemeinnützige WohnungsgesmbH – schauen Sie nach, wer da drinnen sitzt! Oder: die Wohnbauvereinigung für Privatangestellte: Mag. Heinz Vogler ist im Aufsichtsrat, ferner Frau Eleonora Hostasch, Herr Hans Sallmutter – lauter "Unbekannte"! (Abg. Dr. Fekter: Aber Mißwirtschaft gibt es doch nicht in dem Ausmaß wie bei der FPÖ! Die Mißwirtschaft gibt es nur bei euch!)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter – Abg. Dr. Mertel: Sie sind ein Glashaussitzer!
Aber, Frau Kollegin Fekter, Sie brauchen nicht zu glauben, daß die ÖVP ungeschoren davonkommt! Nehmen wir einmal eine andere Gesellschaft her, zum Beispiel die Gemeinnützige WohnungsgesmbH "Austria" AG. Folgende Personen sitzen im Aufsichtsrat: Dr. Wolfgang Ulrich – "Industrie" steht dabei – (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter – Abg. Dr. Mertel: Sie sind ein Glashaussitzer!), Dr. Alois Nussbaum, Bauwirtschaft, Mag. Siegfried Ludwig, ehemaliger ÖVP-Landeshauptmann, und Dipl.-Ing. Anton Kallinger-Prskawetz und so weiter, und so weiter. Sie brauchen sich nur diese Liste herzunehmen. (Abg. Dr. Mertel: Glashaussitzer!)
Abg. Dr. Mertel: Glashaussitzer!
Aber, Frau Kollegin Fekter, Sie brauchen nicht zu glauben, daß die ÖVP ungeschoren davonkommt! Nehmen wir einmal eine andere Gesellschaft her, zum Beispiel die Gemeinnützige WohnungsgesmbH "Austria" AG. Folgende Personen sitzen im Aufsichtsrat: Dr. Wolfgang Ulrich – "Industrie" steht dabei – (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter – Abg. Dr. Mertel: Sie sind ein Glashaussitzer!), Dr. Alois Nussbaum, Bauwirtschaft, Mag. Siegfried Ludwig, ehemaliger ÖVP-Landeshauptmann, und Dipl.-Ing. Anton Kallinger-Prskawetz und so weiter, und so weiter. Sie brauchen sich nur diese Liste herzunehmen. (Abg. Dr. Mertel: Glashaussitzer!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Wer’s glaubt, wird selig!
Nein, ich bin kein Glashaussitzer, Frau Kollegin! Wir haben unser Abenteuer auf dem Sektor Wohnungswirtschaft erfolgreich zu Ende geführt. Wir haben uns davon getrennt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Wer’s glaubt, wird selig!) Frau Kollegin! Dieser Schuß geht ins Leere, wir haben dieses Problem gelöst. (Abg. Dr. Mertel: Ein Glashaussitzer und Felsbrockenwerfer!) Aber was haben Sie gemacht? Ich bin schon gespannt, was dazu von Ihrer Seite kommen wird.
Abg. Dr. Mertel: Ein Glashaussitzer und Felsbrockenwerfer!
Nein, ich bin kein Glashaussitzer, Frau Kollegin! Wir haben unser Abenteuer auf dem Sektor Wohnungswirtschaft erfolgreich zu Ende geführt. Wir haben uns davon getrennt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Wer’s glaubt, wird selig!) Frau Kollegin! Dieser Schuß geht ins Leere, wir haben dieses Problem gelöst. (Abg. Dr. Mertel: Ein Glashaussitzer und Felsbrockenwerfer!) Aber was haben Sie gemacht? Ich bin schon gespannt, was dazu von Ihrer Seite kommen wird.
Beifall bei den Freiheitlichen.
4,5 Prozent ist sozusagen die Norm, der Satz am Markt derzeit, aber die Niederösterreichische Landesregierung schreibt: Es können 6 Prozent sein. Da frage ich Sie: Wer verdient daran? Meine Damen und Herren! Diese Praxis ist genant, und ich halte das wirklich für einen Skandal, weil ein solcher Schritt beweist, daß das Land Niederösterreich nicht im geringsten daran interessiert ist, eine nachhaltige Mietensenkung herbeizuführen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Kollege Firlinger! Ihre Argumentation vor einem Jahr war eine ganz andere!
Denn, meine Damen und Herren, es ist überhaupt nicht einzusehen, daß trotz vollständiger Kredittilgung weiterhin ungeniert in die Taschen der Bürger gegriffen wird. Ein Wegfall der Auslaufannuitäten (Abg. Dr. Fekter: Kollege Firlinger! Ihre Argumentation vor einem Jahr war eine ganz andere!) – hören Sie gut zu, Frau Kollegin! – bedeutet, daß die betroffenen Wohnungen um 2 000 bis 3 000 S billiger werden. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) – Hören Sie gut zu! – Aber was machen Sie? Sie machen nichts! Das ist das Problem: Sie machen nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Denn, meine Damen und Herren, es ist überhaupt nicht einzusehen, daß trotz vollständiger Kredittilgung weiterhin ungeniert in die Taschen der Bürger gegriffen wird. Ein Wegfall der Auslaufannuitäten (Abg. Dr. Fekter: Kollege Firlinger! Ihre Argumentation vor einem Jahr war eine ganz andere!) – hören Sie gut zu, Frau Kollegin! – bedeutet, daß die betroffenen Wohnungen um 2 000 bis 3 000 S billiger werden. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) – Hören Sie gut zu! – Aber was machen Sie? Sie machen nichts! Das ist das Problem: Sie machen nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Denn, meine Damen und Herren, es ist überhaupt nicht einzusehen, daß trotz vollständiger Kredittilgung weiterhin ungeniert in die Taschen der Bürger gegriffen wird. Ein Wegfall der Auslaufannuitäten (Abg. Dr. Fekter: Kollege Firlinger! Ihre Argumentation vor einem Jahr war eine ganz andere!) – hören Sie gut zu, Frau Kollegin! – bedeutet, daß die betroffenen Wohnungen um 2 000 bis 3 000 S billiger werden. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) – Hören Sie gut zu! – Aber was machen Sie? Sie machen nichts! Das ist das Problem: Sie machen nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: 30 Prozent haben wir erreicht durch das, was wir getan haben!
Fünfter Punkt. Bei den Erhaltungsbeiträgen wäre es auch hoch an der Zeit, das zu korrigieren, mit dem man vor einigen Jahren weit übers Ziel geschossen hat. Ich meine, daß Herr Kollege Tumpel von der SPÖ völlig recht hat, wenn er öffentlich fordert, den Erhaltungsbeitrag auf 11,20 S abzusenken. Man kann sehr gut nachvollziehen, wie sich das auf die Mieten auswirken würde. Es gibt im übrigen hier (der Redner hält eine AK-Broschüre in die Höhe) eine Reihe von Beispielen. Ich brauche gar nicht ins FPÖ-Repertoire zu greifen. Diese Broschüre der Arbeiterkammer ist sehr gut, und darin können Sie diese Beispiele alle nachlesen. (Abg. Dr. Fekter: 30 Prozent haben wir erreicht durch das, was wir getan haben!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sechster Punkt. Wir fordern: Weg mit den Kontrolldefiziten bei den Prüfungsverbänden! Das ist der nächste Punkt, Frau Kollegin, der Sie ins Mark trifft! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Ja, da treffen wir uns!
Siebenter und letzter Punkt, meine Damen und Herren: Weg mit den Behinderungen der Mieter, wenn sie Eigentum erwerben wollen, wenn sie schon eine Zeitlang dort wohnen! Wir möchten, daß diese Möglichkeit nicht mehr an den Errichtungszeitpunkt gebunden ist, sondern daß der Mieter diese Wohnung zu jedem Zeitpunkt käuflich erwerben kann. (Abg. Dr. Fekter: Ja, da treffen wir uns!) Im Gesetz steht dazu etwas anderes.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Wenn Sie eine erfolgreiche Wohnbaupolitik einleiten möchten, dann lade ich Sie dazu ein, einen Schlußstrich unter das bisherige Gemeinnützigkeitsunwesen zu ziehen und unseren Antrag zu unterstützen. Machen wir endlich Schluß mit den überhöhten Mieten, und geben wir den Bürgern zurück, was ihnen gehört, meine Damen und Herren! Ich möchte das mit aller Deutlichkeit sagen: Geben wir zurück, was den Mietern gehört! Lassen wir die Österreicherinnen und Österreicher nicht länger eine Zeche zahlen, die sie nicht verdient haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Lassen Sie diese Unterstellungen! – Abg. Dr. Graf: Wo ist der Herr Bundeskanzler? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie zitieren gerne die Mieterorganisationen und die Arbeiterkammern, wenn es darum geht, Verbesserungen für die Genossenschaftsmieter zu erreichen, ihre Kritik an den Zuständen im privaten Wohnungssektor wird von Ihnen aber völlig übergangen. Es ist ganz klar: Es geht Ihnen gar nicht um die Verbesserung der Wohnungssituation der Familien im allgemeinen, sondern es geht Ihnen im Gegenteil um politische Polemik. (Abg. Scheibner: Lassen Sie diese Unterstellungen! – Abg. Dr. Graf: Wo ist der Herr Bundeskanzler? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Was ist mit den Rücklagen?
In dem Dringlichen Antrag wird zum Beispiel auch behauptet, daß der überwiegende Teil des Förderungsvolumens von den gemeinnützigen Bauträgern verwaltet wird. Förderungsgelder werden aber nicht zur Verwaltung gegeben, sondern sie werden nur vergeben, wenn unmittelbare Bauleistungen damit finanziert werden. Ein großer Teil der Fördergelder wird außerdem zur Finanzierung des Baus von Eigenheimen verwendet oder an private Bauträger vergeben. Das wird von Ihnen schlicht und einfach übergangen. (Abg. Scheibner: Was ist mit den Rücklagen?)
Abg. Huber: Die FPÖ! – Heiterkeit.
Einen zweiten Punkt Ihres Antrages möchte ich auch noch ansprechen. Darin fordern Sie, den Ausschluß von Banken und Versicherungen aus der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft vorzunehmen. Ein Vorschlag, wer die neuen Eigentümer sein sollen, fehlt. (Abg. Huber: Die FPÖ! – Heiterkeit.) Es geht hier um eine schwerwiegende Frage. Wenn wir auch in Zukunft solide Verhältnisse in diesem Bereich wollen, dann brauchen wir die Partnerschaft von gesunden Unternehmen und auch Eigentümern. Es geht darum, ein verantwortungsbewußtes Vorgehen in den Mittelpunkt zu stellen und daß auch die Eigentümer ein entsprechendes Vertrauen der Bevölkerung genießen müssen, wie es eben diese Unternehmen in Österreich genießen. (Abg. Dr. Graf: So wie beim Konsum, oder? Da war die Eigentümerstruktur auch so "super"! – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Eine Säule der Sozialdemokratie! – Abg. Dr. Mertel: Rosenstingl!)
Abg. Dr. Graf: So wie beim Konsum, oder? Da war die Eigentümerstruktur auch so "super"! – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Eine Säule der Sozialdemokratie! – Abg. Dr. Mertel: Rosenstingl!
Einen zweiten Punkt Ihres Antrages möchte ich auch noch ansprechen. Darin fordern Sie, den Ausschluß von Banken und Versicherungen aus der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft vorzunehmen. Ein Vorschlag, wer die neuen Eigentümer sein sollen, fehlt. (Abg. Huber: Die FPÖ! – Heiterkeit.) Es geht hier um eine schwerwiegende Frage. Wenn wir auch in Zukunft solide Verhältnisse in diesem Bereich wollen, dann brauchen wir die Partnerschaft von gesunden Unternehmen und auch Eigentümern. Es geht darum, ein verantwortungsbewußtes Vorgehen in den Mittelpunkt zu stellen und daß auch die Eigentümer ein entsprechendes Vertrauen der Bevölkerung genießen müssen, wie es eben diese Unternehmen in Österreich genießen. (Abg. Dr. Graf: So wie beim Konsum, oder? Da war die Eigentümerstruktur auch so "super"! – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Eine Säule der Sozialdemokratie! – Abg. Dr. Mertel: Rosenstingl!)
Abg. Scheibner: Zur Sache fällt Ihnen überhaupt nichts ein!
Ein Beispiel sollte uns eine Lehre sein, nämlich das Beispiel "Freies Wohnen". Damit wollte man sicherlich einen neuen Weg gehen, dieser ist aber offensichtlich gescheitert. Wir vertrauen auf die Vertrauenswürdigkeit der großen österreichischen Institutionen in diesem Bereich. (Abg. Scheibner: Zur Sache fällt Ihnen überhaupt nichts ein!)
Abg. Scheibner: Sie haben gerade gesagt, daß die Mieten auch bei den Privaten überhöht sind!
Was brauchen wir in der Wohnungspolitik? – Die Ausgangslage, die wir heute vorfinden, ist nicht so schlecht, wie sie dargestellt wird. Im internationalen Vergleich hat Österreich eine der höchsten Wohnbauraten. Die tragenden Säulen dieser Wohnungspolitik sind: der Mieterschutz mit Mietzinsobergrenzen und Kündigungsschutz auch im privaten Wohnungssektor (Abg. Scheibner: Sie haben gerade gesagt, daß die Mieten auch bei den Privaten überhöht sind!), die Wohnbauförderung, der gemeinnützige und kommunale Wohnungssektor und ein funktionierendes Wohnungseigentumsrecht. Diese Säulen werden wir auch in Zukunft brauchen.
Abg. Scheibner: Da sind Sie gerade der Richtige!
Darauf müssen wir aufbauen, und wir werden es nicht zulassen, daß diese Säulen zerstört werden. Natürlich müssen wir gleichzeitig dafür Sorge tragen, daß die genannten Säulen tragfähig bleiben und daß Fehlentwicklungen korrigiert werden. Hiezu brauchen wir aber seriöse Vorschläge und keine Wahlkampfversprechen. (Abg. Scheibner: Da sind Sie gerade der Richtige!)
Abg. Dr. Fekter: Nein, das brauchen wir nicht!
Was wir tatsächlich brauchen, sind niedrigere Maklerprovisionen, eine Klarheit bei den Richtwertmieten, eine Eingrenzung der Befristungsmöglichkeiten (Abg. Dr. Fekter: Nein, das brauchen wir nicht!), eine Begrenzung der Miete bei entschuldeten Genossenschaftswohnungen und bei der Wiedervermietung älterer Genossenschaftswohnungen. (Abg. Scheibner: Wer hindert Sie denn daran, das zu machen? Das ist eine Forderung von Ihnen an sich selbst! Sie sind in der Regierung!) Wir brauchen aber auch mehr Mitsprache und Kontrolle bei der Einhebung von Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträgen.
Abg. Scheibner: Wer hindert Sie denn daran, das zu machen? Das ist eine Forderung von Ihnen an sich selbst! Sie sind in der Regierung!
Was wir tatsächlich brauchen, sind niedrigere Maklerprovisionen, eine Klarheit bei den Richtwertmieten, eine Eingrenzung der Befristungsmöglichkeiten (Abg. Dr. Fekter: Nein, das brauchen wir nicht!), eine Begrenzung der Miete bei entschuldeten Genossenschaftswohnungen und bei der Wiedervermietung älterer Genossenschaftswohnungen. (Abg. Scheibner: Wer hindert Sie denn daran, das zu machen? Das ist eine Forderung von Ihnen an sich selbst! Sie sind in der Regierung!) Wir brauchen aber auch mehr Mitsprache und Kontrolle bei der Einhebung von Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträgen.
Neuerliche Zwischenrufe und Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Das war kein Freund von Ihnen, der das aufgeschrieben hat! Diese Rede hat kein Freund geschrieben! – Abg. Scheibner: Die SPÖ ist seit 29 Jahren in der Regierung!
Mit diesen Maßnahmen können die Wohnungskosten tatsächlich gesenkt werden, kann den Mietern Wohnsicherheit und Leistbarkeit des Wohnens geboten werden. (Neuerliche Zwischenrufe und Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Das war kein Freund von Ihnen, der das aufgeschrieben hat! Diese Rede hat kein Freund geschrieben! – Abg. Scheibner: Die SPÖ ist seit 29 Jahren in der Regierung!)
Abg. Mag. Schweitzer: Selbst Andreas Khol schüttelt den Kopf!
Wie Sie sehen, ist gerade bei einem so wichtigen Thema wie dem Wohnbereich nicht nur das Formulieren von unerfüllbaren Wünschen und Forderungen gefragt, sondern solide Politik. (Abg. Mag. Schweitzer: Selbst Andreas Khol schüttelt den Kopf!) Wir sind dabei, diese Politik weiter fortzuführen. Wir sind dabei, mit dem Regierungspartner die entsprechenden Maßnahmen auszuverhandeln. Wir werden auch in Zukunft die diesbezüglichen Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst nehmen und eine Lösung finden. Sie kann aber nicht mit Polemik gefunden werden, sondern muß in handfesten Verhandlungen auf einer gemeinsamen und einvernehmlichen Basis erarbeitet werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kein einziges Wort zur Sache! Sie sind ein würdiger Vertreter für den Kanzler, das muß man schon sagen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kein einziges Wort zur Sache! Sie sind ein würdiger Vertreter für den Kanzler, das muß man schon sagen!
Wie Sie sehen, ist gerade bei einem so wichtigen Thema wie dem Wohnbereich nicht nur das Formulieren von unerfüllbaren Wünschen und Forderungen gefragt, sondern solide Politik. (Abg. Mag. Schweitzer: Selbst Andreas Khol schüttelt den Kopf!) Wir sind dabei, diese Politik weiter fortzuführen. Wir sind dabei, mit dem Regierungspartner die entsprechenden Maßnahmen auszuverhandeln. Wir werden auch in Zukunft die diesbezüglichen Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst nehmen und eine Lösung finden. Sie kann aber nicht mit Polemik gefunden werden, sondern muß in handfesten Verhandlungen auf einer gemeinsamen und einvernehmlichen Basis erarbeitet werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kein einziges Wort zur Sache! Sie sind ein würdiger Vertreter für den Kanzler, das muß man schon sagen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär! Zunächst einmal weise ich Ihre politische Polemik von der Regierungsbank aus auf das entschiedenste zurück. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und zweitens: Wer Ihnen diese Rede geschrieben hat, hat Ihnen mit Sicherheit keinen guten Dienst erwiesen. (Abg. Dr. Fekter: Die Arbeiterkammer wahrscheinlich!)
Abg. Dr. Fekter: Die Arbeiterkammer wahrscheinlich!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär! Zunächst einmal weise ich Ihre politische Polemik von der Regierungsbank aus auf das entschiedenste zurück. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und zweitens: Wer Ihnen diese Rede geschrieben hat, hat Ihnen mit Sicherheit keinen guten Dienst erwiesen. (Abg. Dr. Fekter: Die Arbeiterkammer wahrscheinlich!)
Abg. Scheibner: Aber das kritisiert man ja jetzt wieder!
Lassen Sie uns doch den ersten Schritt setzen in jenen Bereichen, in denen es eine unmittelbare Einflußmöglichkeit seitens der Politik gibt, wie sie es schon bei den privaten Vermietern mit der Festlegung von Zinskategorien getan hat. In diesem Bereich ist es ohne weiteres gegangen, die Mietzinskategorien einzuführen. (Abg. Scheibner: Aber das kritisiert man ja jetzt wieder!) Jetzt wird das wieder kritisiert. Ich verstehe diesen Wellengang innerhalb der Regierung, was die Wohnbaugenossenschaften betrifft, nicht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es kann doch nicht sein, daß ein und dieselbe Person, ein Bankdirektor, Kreditgeber für eine Genossenschaft ist und in dieser Genossenschaft als Vorsitzender im Aufsichtsrat sitzt. Das ist ein klassischer Mißbrauch der Funktionen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Wie war das beim "Freien Wohnen"?
Um den gemeinnützigen Wohnungsbereich in Österreich ein wenig zu durchleuchten, ist es notwendig, das Ganze ein bißchen historisch zu sehen. Angefangen hat es mit dem Wohnhaus-Wiederaufbaufonds, durch den in Österreich Wohnungen zahlreich vergeben wurden, in einem erheblichen Ausmaß. Der Vorteil war, daß die Menschen Wohnungen bekommen haben. Der Vorteil für die politischen Parteien SPÖ und ÖVP war, daß sie viele zahlende Parteimitglieder bekommen haben, weil über Jahrzehnte in Österreich die Bereiche Wohnen, Arbeiten und Gesundheit ausschließlich Parteipolitik waren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Wie war das beim "Freien Wohnen"?)
Abg. Schwemlein: In Salzburg sind die Mieten dramatisch gesunken! Sie haben keine Ahnung!
Das ist erledigt, aber Sie befreien sich nicht von Ihren Dingen. Sie verlangen bei Regierungsklausuren eine Senkung der Mieten, tun aber nichts. Ihre eigenen Genossen haben im Landtagswahlkampf in Kärnten bestritten, daß die Genossenschaften jemals irgendwo einen Handlungsbedarf gehabt hätten. (Abg. Schwemlein: In Salzburg sind die Mieten dramatisch gesunken! Sie haben keine Ahnung!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Das glauben Sie selber?
Ich kann Ihnen nur sagen, das hat letztlich Ihren Herrn Spitzenkandidaten Ausserwinkler den Kopf und Landesrat Haller letztlich auch seine Funktion als Regierungsmitglied gekostet, weil sich beide einbetoniert und gesagt haben, es bestehe überhaupt keine Notwendigkeit, hier Maßnahmen zu setzen. Aber siehe da, nach wenigen Wochen, unter dem Druck von Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, ist eine der ersten Genossenschaften, die eine Mietensenkung vorgenommen haben, die sozialistische Eisenbahn-Siedlungsgesellschaft gewesen. Das ist das Ergebnis. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Das glauben Sie selber?)
Abg. Schwemlein: Sie erzählen uns, was Sie wollen!
Sie können jetzt erzählen, was Sie wollen, Faktum ist, es ist jahrelang nichts passiert. (Abg. Schwemlein: Sie erzählen uns, was Sie wollen!) Es hat keine Reaktionen der Wohnbaugesellschaften nach dem Auslaufen von Krediten bei Altbauwohnungen gegeben. Kennen Sie ein einziges Beispiel, wo die Miete einer Genossenschaftswohnung gesenkt wurde, weil der dafür aufgenommene Kredit gänzlich zurückbezahlt wurde? Ich kenne kein Beispiel.
Abg. Schwemlein: Wie viele Beispiele wollen Sie hören? Vier kann ich Ihnen nennen!
Das zweite ist, daß seit Jahren der Zinssatz für langfristige Finanzierungen von den österreichischen Banken gesenkt wird. Kennen Sie ein Beispiel, wo eine Genossenschaft freiwillig, von sich aus diese Zinssenkung an die Mieter weitergegeben hat? Es ist der gelernte Österreicher von Ihnen so erzogen, wir reagieren nicht ... (Abg. Schwemlein: Wie viele Beispiele wollen Sie hören? Vier kann ich Ihnen nennen!) Sie können das ja dann später hier heraußen erzählen, Sie haben genügend Gelegenheit dazu, aber lassen Sie mich jetzt mit meinen Ausführungen fortsetzen! (Abg. Schwemlein: Ich zähle Ihnen vier auf!) Ja, zählen Sie sie auf, aber hier heraußen, damit es auch im Protokoll steht und nachvollziehbar ist. (Abg. Schwemlein: Salzburger Siedlungsgenossenschaft, GSWB, Bergland ...!)
Abg. Schwemlein: Ich zähle Ihnen vier auf!
Das zweite ist, daß seit Jahren der Zinssatz für langfristige Finanzierungen von den österreichischen Banken gesenkt wird. Kennen Sie ein Beispiel, wo eine Genossenschaft freiwillig, von sich aus diese Zinssenkung an die Mieter weitergegeben hat? Es ist der gelernte Österreicher von Ihnen so erzogen, wir reagieren nicht ... (Abg. Schwemlein: Wie viele Beispiele wollen Sie hören? Vier kann ich Ihnen nennen!) Sie können das ja dann später hier heraußen erzählen, Sie haben genügend Gelegenheit dazu, aber lassen Sie mich jetzt mit meinen Ausführungen fortsetzen! (Abg. Schwemlein: Ich zähle Ihnen vier auf!) Ja, zählen Sie sie auf, aber hier heraußen, damit es auch im Protokoll steht und nachvollziehbar ist. (Abg. Schwemlein: Salzburger Siedlungsgenossenschaft, GSWB, Bergland ...!)
Abg. Schwemlein: Salzburger Siedlungsgenossenschaft, GSWB, Bergland ...!
Das zweite ist, daß seit Jahren der Zinssatz für langfristige Finanzierungen von den österreichischen Banken gesenkt wird. Kennen Sie ein Beispiel, wo eine Genossenschaft freiwillig, von sich aus diese Zinssenkung an die Mieter weitergegeben hat? Es ist der gelernte Österreicher von Ihnen so erzogen, wir reagieren nicht ... (Abg. Schwemlein: Wie viele Beispiele wollen Sie hören? Vier kann ich Ihnen nennen!) Sie können das ja dann später hier heraußen erzählen, Sie haben genügend Gelegenheit dazu, aber lassen Sie mich jetzt mit meinen Ausführungen fortsetzen! (Abg. Schwemlein: Ich zähle Ihnen vier auf!) Ja, zählen Sie sie auf, aber hier heraußen, damit es auch im Protokoll steht und nachvollziehbar ist. (Abg. Schwemlein: Salzburger Siedlungsgenossenschaft, GSWB, Bergland ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Es sitzt kein einziger drinnen! – Abg. Dr. Mertel: Sagen Sie uns einen Namen!
Ich werde Ihnen sagen, warum Sie sich von diesen Genossenschaften nicht trennen können: damit Sie abgetakelte Politiker von Rot und Schwarz mit Posten versorgen können. Das ist die Situation. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Es sitzt kein einziger drinnen! – Abg. Dr. Mertel: Sagen Sie uns einen Namen!) Da gibt es genügend. Da zähle ich Ihnen zehn auf, nicht vier wie Sie. Schauen Sie sich das einmal an! Ich zeige Ihnen die Liste. (Abg. Schwemlein: Nennen Sie einen Namen!)
Abg. Schwemlein: Nennen Sie einen Namen!
Ich werde Ihnen sagen, warum Sie sich von diesen Genossenschaften nicht trennen können: damit Sie abgetakelte Politiker von Rot und Schwarz mit Posten versorgen können. Das ist die Situation. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Es sitzt kein einziger drinnen! – Abg. Dr. Mertel: Sagen Sie uns einen Namen!) Da gibt es genügend. Da zähle ich Ihnen zehn auf, nicht vier wie Sie. Schauen Sie sich das einmal an! Ich zeige Ihnen die Liste. (Abg. Schwemlein: Nennen Sie einen Namen!)
Abg. Schwemlein: Der ist schon lange in Pension!
Zum Beispiel Herr Medweschek in Klagenfurt, Vizebürgermeister außer Dienst, Direktor der Neuen Heimat! (Abg. Schwemlein: Der ist schon lange in Pension!) Ja, schon lang! Ein halbes Jahr lang ist er in Pension, mit einer satten Abfertigung und ähnlichem mehr. (Abg. Dr. Mertel: Drei Jahre!) Ja, ich weiß schon, es ist alles nicht wahr. Das findet alles nicht statt, aber leider nur in Ihren Köpfen nicht. (Abg. Dr. Mertel: Sie leben in der Vergangenheit!)
Abg. Dr. Mertel: Drei Jahre!
Zum Beispiel Herr Medweschek in Klagenfurt, Vizebürgermeister außer Dienst, Direktor der Neuen Heimat! (Abg. Schwemlein: Der ist schon lange in Pension!) Ja, schon lang! Ein halbes Jahr lang ist er in Pension, mit einer satten Abfertigung und ähnlichem mehr. (Abg. Dr. Mertel: Drei Jahre!) Ja, ich weiß schon, es ist alles nicht wahr. Das findet alles nicht statt, aber leider nur in Ihren Köpfen nicht. (Abg. Dr. Mertel: Sie leben in der Vergangenheit!)
Abg. Dr. Mertel: Sie leben in der Vergangenheit!
Zum Beispiel Herr Medweschek in Klagenfurt, Vizebürgermeister außer Dienst, Direktor der Neuen Heimat! (Abg. Schwemlein: Der ist schon lange in Pension!) Ja, schon lang! Ein halbes Jahr lang ist er in Pension, mit einer satten Abfertigung und ähnlichem mehr. (Abg. Dr. Mertel: Drei Jahre!) Ja, ich weiß schon, es ist alles nicht wahr. Das findet alles nicht statt, aber leider nur in Ihren Köpfen nicht. (Abg. Dr. Mertel: Sie leben in der Vergangenheit!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie nützen ein System, das in der Nachkriegszeit für den Wiederaufbau von Wohnungen durchaus seine Berechtigung gehabt hat, schändlich für parteipolitische Spiele und Versorgungsposten für ehemalige Politiker aus. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: War das in Niederösterreich auch so? – Weitere Zwischenrufe zwischen Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Was auch seit Jahren unwidersprochen im Raum steht, ist der Verdacht der Parteienfinanzierung. Das wurde nie widerlegt. Der Verdacht der Parteienfinanzierung steht im Raum, bleibt unwidersprochen. (Abg. Dr. Fekter: War das in Niederösterreich auch so? – Weitere Zwischenrufe zwischen Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich freue mich, daß wenigstens etwas Bewegung in diese Angelegenheit kommt. Wer immer dann glaubt, der Vater zu sein, es ist jedenfalls im Interesse der Mieter. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Ist uns gar nicht aufgefallen!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin mittlerweile auch schon einige Zeit in diesem Hause (Abg. Dr. Graf: Ist uns gar nicht aufgefallen!) und bin trotzdem immer noch überrascht und finde es eigentlich unfaßbar, mit welcher Unverfrorenheit hier von den Freiheitlichen Unwahrheiten und Halbwahrheiten vorgebracht werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin mittlerweile auch schon einige Zeit in diesem Hause (Abg. Dr. Graf: Ist uns gar nicht aufgefallen!) und bin trotzdem immer noch überrascht und finde es eigentlich unfaßbar, mit welcher Unverfrorenheit hier von den Freiheitlichen Unwahrheiten und Halbwahrheiten vorgebracht werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Wo denn? Wo denn? – Abg. Scheibner: Wo sind da Mieter zu Schaden gekommen? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Liebe Kollegen von den Freiheitlichen! Punkt 1 Ihres Programms lautet: Weg mit Verflechtungen. Wer steht hinter den Genossenschaften?, wird als Frage formuliert. – Ja, es hat Verfilzungen, es hat Freunderlwirtschaft zu Lasten der Wohnungssuchenden und der Mieter gegeben. Das war in der Wohnbaugenossenschaft "Freies Wohnen", einer gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Wo denn? Wo denn? – Abg. Scheibner: Wo sind da Mieter zu Schaden gekommen? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich weiß, es ist Ihnen unangenehm.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Keine Unterstellungen, die Sie nicht belegen können! Wo sind denn Mieter zu Schaden gekommen? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wer ist hinter dieser Wohnbaugenossenschaft "Freies Wohnen" gestanden? Abgetakelte Politiker: Schimanek, Schreiner, Gratzer – lauter Herren aus der Freiheitlichen Partei. Das sind Ihre Leute, die zu Lasten der Mieter versucht haben zu experimentieren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Keine Unterstellungen, die Sie nicht belegen können! Wo sind denn Mieter zu Schaden gekommen? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Warum sind Sie so nervös? – Abg. Mag. Trattner: Wo ist ein Mieter zu Schaden gekommen?
Das waren gescheiterte Schwimmversuche. Sie sind damit untergegangen, und es ist gut so, weil dadurch hoffentlich Schaden für die Zukunft abgewendet werden kann. (Abg. Mag. Schweitzer: Warum sind Sie so nervös? – Abg. Mag. Trattner: Wo ist ein Mieter zu Schaden gekommen?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo haben wir Mißerfolge?
Ich halte das heute für ein freiheitliches Ablenkungsmanöver. Sie wollen von Ihrer Unkenntnis, von Ihrer Erfahrungslosigkeit, von Ihren Mißerfolgen ablenken. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo haben wir Mißerfolge?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch, was Sie da behaupten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Aber was ist in der Steiermark und in Kärnten? Da sind Sie verantwortlich! Was ist dort? Dort müssen die Mieter für Darlehen bezahlen, die es gar nicht mehr gibt! Das ist in Kärnten und in der Steiermark unter freiheitlichen Wohnbaulandesräten der Fall! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch, was Sie da behaupten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich weiß, das regt Sie auf.
Abg. Scheibner: Sie waren doch immer dagegen, daß man die Subjektförderung ausbaut!
Was ist in jenen Bundesländern, in denen Sie die Wohnbaulandesräte stellen? (Abg. Scheibner: Sie waren doch immer dagegen, daß man die Subjektförderung ausbaut!) Was ist dort? Dort wollen Sie die Wohnbauförderung dafür verwenden, um einen "Kindergartenvernichtungsscheck" zu decken. Das ist Ihre Politik! Dort geschieht nichts, dort gibt es keine Subjektförderung (Beifall bei der SPÖ) und damit keine Unterstützung für junge Familien, die sie brauchen, um für ihre Wohnkosten aufkommen zu können. (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch etwas zu den überhöhten Zinsen!)
Beifall bei der SPÖ
Was ist in jenen Bundesländern, in denen Sie die Wohnbaulandesräte stellen? (Abg. Scheibner: Sie waren doch immer dagegen, daß man die Subjektförderung ausbaut!) Was ist dort? Dort wollen Sie die Wohnbauförderung dafür verwenden, um einen "Kindergartenvernichtungsscheck" zu decken. Das ist Ihre Politik! Dort geschieht nichts, dort gibt es keine Subjektförderung (Beifall bei der SPÖ) und damit keine Unterstützung für junge Familien, die sie brauchen, um für ihre Wohnkosten aufkommen zu können. (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch etwas zu den überhöhten Zinsen!)
Abg. Scheibner: Sagen Sie auch etwas zu den überhöhten Zinsen!
Was ist in jenen Bundesländern, in denen Sie die Wohnbaulandesräte stellen? (Abg. Scheibner: Sie waren doch immer dagegen, daß man die Subjektförderung ausbaut!) Was ist dort? Dort wollen Sie die Wohnbauförderung dafür verwenden, um einen "Kindergartenvernichtungsscheck" zu decken. Das ist Ihre Politik! Dort geschieht nichts, dort gibt es keine Subjektförderung (Beifall bei der SPÖ) und damit keine Unterstützung für junge Familien, die sie brauchen, um für ihre Wohnkosten aufkommen zu können. (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch etwas zu den überhöhten Zinsen!)
Abg. Dr. Krüger: Aber Vetternwirtschaft! – Abg. Scheibner: Aber überhöhte Zinsen!
Was man sagen muß – und daraus braucht man kein Hehl zu machen –, ist, daß es bei gemeinnützigen Wohnungen im Unterschied zu Wohnungen im privaten Althaus keine Befristungen, keine Spekulation, keine illegalen Ablösen, die von Vermietern verlangt werden, und keine Maklerprovisionen gibt. (Abg. Dr. Krüger: Aber Vetternwirtschaft! – Abg. Scheibner: Aber überhöhte Zinsen!) Mit diesen Problemen sind jene Menschen, die im privaten Althaus leben, konfrontiert. Ich weiß das aus meiner Tätigkeit in der Mietervereinigung. Diese Menschen sind leider mit den größten Problemen, mit den höchsten Mieten, mit all diesen Mißständen konfrontiert.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist das? Wo ist das? – Abg. Dr. Graf: Vorwurf der Lüge – Ordnungsruf!
Ich denke mir, daß die Menschen – und immerhin betrifft das die Hälfte der Wiener Mieterinnen und Mieter – auch wissen sollten, was die Forderungen der FPÖ hinsichtlich dieses Bereichs sind. Die Freiheitlichen sind in diesem Bereich gegen den Mieterschutz, gegen den Kündigungsschutz und für Mieten von 100 S pro Quadratmeter. Sagen Sie das den Leuten, und belügen Sie sie nicht permanent! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist das? Wo ist das? – Abg. Dr. Graf: Vorwurf der Lüge – Ordnungsruf!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte es auch für keinen Zufall, daß die Freiheitliche Partei, was den Bereich der privaten Vermieter betrifft, in ihrem Programm keine einzige Forderung hat, die zu einer Verbesserung der Situation und zur Lösung der Probleme dieser Mieterinnen und Mietern führen würde – keine einzige Forderung! Ich wäre sehr froh, wenn wir einmal dringlich behandeln könnten, was da eigentlich wirklich dahintersteckt, welche Verflechtungen es seitens der Freiheitlichen Partei zu Immobilienhaien und Immobilienmaklern gibt, welche Verbindungen die FPÖ zu diesen Kreisen hat, die ausschlaggebend dafür sind, daß sie die Mieterinnen und Mieter in diesem Bereich am liebsten auf der Strecke lassen möchte. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Krüger: Für Mieter, die von der SPÖ abhängig sind, dafür seid ihr!
Wir sind für eine klare Begrenzung der Mieten. Wir sind dafür, daß Mieterinnen und Mieter die Möglichkeit haben, zu überprüfen, ob das überhaupt in Ordnung ist, was sie an Miete bezahlen. Wir haben einen Richtwert, der im übrigen in Wien und im Burgenland am niedrigsten ist. In der Steiermark ist er am höchsten, in diesem Bundesland zahlen die Mieterinnen und Mieter am meisten. Wir wollen, daß der Richtwert klar festgelegt wird und es bei den Zuschlägen eine klare Obergrenze gibt. Wir wollen, daß es zu keiner Einschränkung des Kündigungsschutzes kommt, es muß beim Wohnen Sicherheit geben, das ist für Familien unbedingt notwendig. Das heißt, wir sind für Einschränkungen bei befristeten Mietverträgen, und wir sind für Rechtssicherheit bei den Auslaufmieten, für eine gesetzliche Änderung im Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz. (Abg. Dr. Krüger: Für Mieter, die von der SPÖ abhängig sind, dafür seid ihr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie haben kein Wort zu den überhöhten Zinsen gesagt! Dazu fällt Ihnen nichts ein!
Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, einen Appell an alle anderen Fraktionen als jene, die versucht hat, ein Ablenkungsmanöver, das ohnedies mißglückt ist, zu starten, richten, mit uns im Interesse der Mieterinnen und Mieter diese Forderungen und diese Anträge zu unterstützen. Ich ersuche vor allem auch den Koalitionspartner, die Interessen der Mieterinnen und Mieter nicht zu vergessen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie haben kein Wort zu den überhöhten Zinsen gesagt! Dazu fällt Ihnen nichts ein!)
Abg. Scheibner: Weil wir ihn nicht in einer Schublade verschwinden lassen wollen!
Abgeordneter Dr. Walter Schwimmer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die Dringlichkeit Dringlicher Anträge beziehungsweise Anfragen seitens der Freiheitlichen ist manchmal unergründlich. Das ist zwar nicht meine Sache, sondern die der Freiheitlichen, aber man fragt sich halt nur. Kollege Firlinger spricht von jahrzehntelangen Problemen. Am 21. April bringt die FPÖ einen Selbständigen Entschließungsantrag ein und heute den wortgleichen Antrag als Dringlichen Antrag. Was war am 21. April noch nicht dringlich, und was ist heute so dringlich? (Abg. Scheibner: Weil wir ihn nicht in einer Schublade verschwinden lassen wollen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Klubobmann Scheibner! Was hätte seit 21. April behandelt werden können? Aber das ist eine Nebensache. Was ich mich wirklich frage, ist: Warum hebt Abgeordneter Firlinger zur "Jahresfeier" des Auffliegens des Skandals um das versuchte Wohnbauimperium Rosenstingl, Holiday Home, Ing. Uher, Freie Zukunft, die angeblich gemeinnützige Wohnbaugesellschaft "Freies Wohnen" den Pflasterstein auf und schmeißt ihn gegen die Decke des Glashauses – allerdings von innen? Das soll man ja angeblich nicht tun: mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt. Warum macht er das? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich sage es Ihnen: weil der Schelm denkt, wie er ist.
Abg. Scheibner: Sie meinen, Sie können es besser?
Abgeordneter Gaugg hat von Parteienfinanzierung geredet. Sie haben die Parteienfinanzierung mit dem "Freien Wohnen" versucht – es ist Ihnen nicht gelungen. (Abg. Scheibner: Sie meinen, Sie können es besser?) Nein, Herr Abgeordneter Scheibner, ich kann Ihnen beweisen, daß Sie versucht haben, für die Partei 3 Millionen Schilling an Gewinn herauszuschlagen.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Kein Mensch war "panisch"!
Das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz verlangt mit gutem Grunde, daß Anteile an Gemeinnützigen nur zum Nominale verkauft werden können. Es soll sich niemand daran bereichern und daraus finanzieren können. Was lese ich aber am 15. Jänner 1999? – 1999, und nicht voriges Jahr, beim Rosenstingl; da wart ihr alle panisch, das verstehe ich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kein Mensch war "panisch"!) Am 15. Jänner 1999 lese ich in der "Presse", daß der Aufsichtsratsvorsitzende des "Freien Wohnens", Herr Mauritz – er wird Ihnen bekannt sein, er ist ein Funktionär der FPÖ –, die Genossenschaft "Freies Wohnen" nicht unter 6 Millionen Schilling verkaufen will. Das Nominalkapital beträgt allerdings 3 Millionen. (Abg. Dr. Fekter: Gesetzwidrig!) Also 3 Millionen Verdienst, 3 Millionen Gewinn, 3 Millionen Parteienfinanzierung! (Abg. Scheibner: So ein Unsinn!) Was Sie versucht haben, unterstellen Sie jetzt anderen, und das weisen wir ganz eindeutig zurück. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Gesetzwidrig!
Das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz verlangt mit gutem Grunde, daß Anteile an Gemeinnützigen nur zum Nominale verkauft werden können. Es soll sich niemand daran bereichern und daraus finanzieren können. Was lese ich aber am 15. Jänner 1999? – 1999, und nicht voriges Jahr, beim Rosenstingl; da wart ihr alle panisch, das verstehe ich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kein Mensch war "panisch"!) Am 15. Jänner 1999 lese ich in der "Presse", daß der Aufsichtsratsvorsitzende des "Freien Wohnens", Herr Mauritz – er wird Ihnen bekannt sein, er ist ein Funktionär der FPÖ –, die Genossenschaft "Freies Wohnen" nicht unter 6 Millionen Schilling verkaufen will. Das Nominalkapital beträgt allerdings 3 Millionen. (Abg. Dr. Fekter: Gesetzwidrig!) Also 3 Millionen Verdienst, 3 Millionen Gewinn, 3 Millionen Parteienfinanzierung! (Abg. Scheibner: So ein Unsinn!) Was Sie versucht haben, unterstellen Sie jetzt anderen, und das weisen wir ganz eindeutig zurück. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: So ein Unsinn!
Das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz verlangt mit gutem Grunde, daß Anteile an Gemeinnützigen nur zum Nominale verkauft werden können. Es soll sich niemand daran bereichern und daraus finanzieren können. Was lese ich aber am 15. Jänner 1999? – 1999, und nicht voriges Jahr, beim Rosenstingl; da wart ihr alle panisch, das verstehe ich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kein Mensch war "panisch"!) Am 15. Jänner 1999 lese ich in der "Presse", daß der Aufsichtsratsvorsitzende des "Freien Wohnens", Herr Mauritz – er wird Ihnen bekannt sein, er ist ein Funktionär der FPÖ –, die Genossenschaft "Freies Wohnen" nicht unter 6 Millionen Schilling verkaufen will. Das Nominalkapital beträgt allerdings 3 Millionen. (Abg. Dr. Fekter: Gesetzwidrig!) Also 3 Millionen Verdienst, 3 Millionen Gewinn, 3 Millionen Parteienfinanzierung! (Abg. Scheibner: So ein Unsinn!) Was Sie versucht haben, unterstellen Sie jetzt anderen, und das weisen wir ganz eindeutig zurück. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz verlangt mit gutem Grunde, daß Anteile an Gemeinnützigen nur zum Nominale verkauft werden können. Es soll sich niemand daran bereichern und daraus finanzieren können. Was lese ich aber am 15. Jänner 1999? – 1999, und nicht voriges Jahr, beim Rosenstingl; da wart ihr alle panisch, das verstehe ich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kein Mensch war "panisch"!) Am 15. Jänner 1999 lese ich in der "Presse", daß der Aufsichtsratsvorsitzende des "Freien Wohnens", Herr Mauritz – er wird Ihnen bekannt sein, er ist ein Funktionär der FPÖ –, die Genossenschaft "Freies Wohnen" nicht unter 6 Millionen Schilling verkaufen will. Das Nominalkapital beträgt allerdings 3 Millionen. (Abg. Dr. Fekter: Gesetzwidrig!) Also 3 Millionen Verdienst, 3 Millionen Gewinn, 3 Millionen Parteienfinanzierung! (Abg. Scheibner: So ein Unsinn!) Was Sie versucht haben, unterstellen Sie jetzt anderen, und das weisen wir ganz eindeutig zurück. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was war in Salzburg mit eurer Wohnbaugenossenschaft?
Das ist nachgewiesen, und Herr Mauritz kann es nicht leugnen. Ich sage das auch draußen, ohne Schutz der Immunität, im Gegensatz zu Ihnen! (Abg. Scheibner: Was war in Salzburg mit eurer Wohnbaugenossenschaft?) Er kann mich klagen, aber er wird den Prozeß mit Sicherheit verlieren. Er hat versucht, 3 Millionen daraus zu lukrieren.
Abg. Schwemlein: Hat Mentil da auch etwas verdient?
Schauen Sie, Ihr "Freies Wohnen" war die Karikatur einer gemeinnützigen Bauvereinigung. Sie hat binnen kurzem ihr Grundkapital verwirtschaftet, war insolvenzgefährdet, hat überhöhte Honorare an freiheitliche Firmen bezahlt – das ist vom Revisionsverband festgestellt worden –, hat das Gemeinnützigkeitsgesetz verletzt ... (Abg. Schwemlein: Hat Mentil da auch etwas verdient?)
Abg. Mag. Barmüller: Deshalb muß er jetzt extra sitzen!
Abgeordneter Mentil ist ein Opfer dieser Geschichte. Soviel ich weiß, ist das "Freie Wohnen" dem Abgeordneten Mentil – aber das kann er uns vielleicht selbst sagen – noch 1,3 Millionen Schilling schuldig. Es wurde ja gefragt, wer geschädigt wurde. Dazu gehört meiner Information nach unter anderen auch Abgeordneter Mentil. Aber Abgeordneter Mentil war, soviel ich weiß, nicht so wie andere an Gesetzesverletzungen beteiligt, weil nämlich ... (Abg. Mag. Barmüller: Deshalb muß er jetzt extra sitzen!) Darum sitzt er jetzt auf einem anderen Platz, genau! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mentil ist ein Opfer dieser Geschichte. Soviel ich weiß, ist das "Freie Wohnen" dem Abgeordneten Mentil – aber das kann er uns vielleicht selbst sagen – noch 1,3 Millionen Schilling schuldig. Es wurde ja gefragt, wer geschädigt wurde. Dazu gehört meiner Information nach unter anderen auch Abgeordneter Mentil. Aber Abgeordneter Mentil war, soviel ich weiß, nicht so wie andere an Gesetzesverletzungen beteiligt, weil nämlich ... (Abg. Mag. Barmüller: Deshalb muß er jetzt extra sitzen!) Darum sitzt er jetzt auf einem anderen Platz, genau! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Schwemlein: Der war als Experte geladen!
Da man hier von Unvereinbarkeiten bei den Eigentümern spricht: Man hat gleich einen bereits wegen Betrugs am Bau Verurteilten an einer Subgesellschaft beteiligt und ihn auch noch als Funktionär in der Gesellschaft "Freies Wohnen" eingesetzt, einen, der im Baugeschäft tätig war. (Abg. Schwemlein: Der war als Experte geladen!) Inkompatibel, Herr Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Wann sagen Sie etwas zu den überhöhten Mieten?) Alles nachzulesen, wenn Sie wollen, in den Revisionsberichten. Sie meinen ja, daß die Gemeinnützigen nicht entsprechend untersucht und revidiert werden. (Abg. Scheibner: Zur Praxis wissen Sie gar nichts!) Beim "Freien Wohnen" hat es, Gott sei Dank, eindeutig funktioniert. Dieses Abenteuer, diese Karikatur ist hoffentlich vorbei. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Marizzi: ... sich selber abschaffen! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Wann sagen Sie etwas zu den überhöhten Mieten?
Da man hier von Unvereinbarkeiten bei den Eigentümern spricht: Man hat gleich einen bereits wegen Betrugs am Bau Verurteilten an einer Subgesellschaft beteiligt und ihn auch noch als Funktionär in der Gesellschaft "Freies Wohnen" eingesetzt, einen, der im Baugeschäft tätig war. (Abg. Schwemlein: Der war als Experte geladen!) Inkompatibel, Herr Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Wann sagen Sie etwas zu den überhöhten Mieten?) Alles nachzulesen, wenn Sie wollen, in den Revisionsberichten. Sie meinen ja, daß die Gemeinnützigen nicht entsprechend untersucht und revidiert werden. (Abg. Scheibner: Zur Praxis wissen Sie gar nichts!) Beim "Freien Wohnen" hat es, Gott sei Dank, eindeutig funktioniert. Dieses Abenteuer, diese Karikatur ist hoffentlich vorbei. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Marizzi: ... sich selber abschaffen! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Zur Praxis wissen Sie gar nichts!
Da man hier von Unvereinbarkeiten bei den Eigentümern spricht: Man hat gleich einen bereits wegen Betrugs am Bau Verurteilten an einer Subgesellschaft beteiligt und ihn auch noch als Funktionär in der Gesellschaft "Freies Wohnen" eingesetzt, einen, der im Baugeschäft tätig war. (Abg. Schwemlein: Der war als Experte geladen!) Inkompatibel, Herr Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Wann sagen Sie etwas zu den überhöhten Mieten?) Alles nachzulesen, wenn Sie wollen, in den Revisionsberichten. Sie meinen ja, daß die Gemeinnützigen nicht entsprechend untersucht und revidiert werden. (Abg. Scheibner: Zur Praxis wissen Sie gar nichts!) Beim "Freien Wohnen" hat es, Gott sei Dank, eindeutig funktioniert. Dieses Abenteuer, diese Karikatur ist hoffentlich vorbei. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Marizzi: ... sich selber abschaffen! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Marizzi: ... sich selber abschaffen! – Weitere Zwischenrufe.
Da man hier von Unvereinbarkeiten bei den Eigentümern spricht: Man hat gleich einen bereits wegen Betrugs am Bau Verurteilten an einer Subgesellschaft beteiligt und ihn auch noch als Funktionär in der Gesellschaft "Freies Wohnen" eingesetzt, einen, der im Baugeschäft tätig war. (Abg. Schwemlein: Der war als Experte geladen!) Inkompatibel, Herr Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Wann sagen Sie etwas zu den überhöhten Mieten?) Alles nachzulesen, wenn Sie wollen, in den Revisionsberichten. Sie meinen ja, daß die Gemeinnützigen nicht entsprechend untersucht und revidiert werden. (Abg. Scheibner: Zur Praxis wissen Sie gar nichts!) Beim "Freien Wohnen" hat es, Gott sei Dank, eindeutig funktioniert. Dieses Abenteuer, diese Karikatur ist hoffentlich vorbei. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Marizzi: ... sich selber abschaffen! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Fekter: Was ist mit den Häuselbauern?
Sie wissen auch die Fakten nicht richtig darzustellen. Bereits im ersten Absatz Ihres Dringlichen Antrages steht etwas eindeutig Falsches. Sie wissen gar nicht, was Sie in einer uninformierten Öffentlichkeit anrichten können! Sie behaupten, daß die erforderlichen Mittel des Bauvolumens der Gemeinnützigen mit einem Betrag von jährlich 24,5 Milliarden Schilling aus dem Bundesbudget kommen. Das ist die gesamte Bundeswohnbauförderung, und Sie tun so, als ob die Gemeinnützigen die gesamte Bundeswohnbauförderung bekämen. (Abg. Dr. Fekter: Was ist mit den Häuselbauern?)
Abg. Dr. Fekter – in Richtung Freiheitliche –: Wollen Sie denen die Wohnbauförderung abspenstig machen?
Gott sei Dank müssen sich auch die Gemeinnützigen – ich bekenne mich dazu – der Konkurrenz, dem Wettbewerb stellen. Es gibt auch Wohnbauförderung für private Bauträger. (Abg. Dr. Fekter – in Richtung Freiheitliche –: Wollen Sie denen die Wohnbauförderung abspenstig machen?) Es gibt die Hunderttausenden Österreicher, die ihr Eigenheim selbst bauen und Wohnbauförderung in Anspruch nehmen. Wissen Sie, wieviel von den 24,5 Milliarden Schilling jährlicher Wohnbauförderung an die Gemeinnützigen geht? – Ganze 8 Milliarden sind es, weniger als ein Drittel! Also sagen Sie schon im ersten Absatz etwas völlig Falsches und nehmen in Ihren Behauptungen gleich eine Verdreifachung vor. Das entspricht ungefähr dem, wie ernst Ihr ganzer Antrag zu nehmen ist, Herr Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch noch etwas zum Thema?) Ich sage schon etwas dazu, denn wir brauchen Ihre Vorschläge wirklich nicht!
Abg. Scheibner: Sagen Sie auch noch etwas zum Thema?
Gott sei Dank müssen sich auch die Gemeinnützigen – ich bekenne mich dazu – der Konkurrenz, dem Wettbewerb stellen. Es gibt auch Wohnbauförderung für private Bauträger. (Abg. Dr. Fekter – in Richtung Freiheitliche –: Wollen Sie denen die Wohnbauförderung abspenstig machen?) Es gibt die Hunderttausenden Österreicher, die ihr Eigenheim selbst bauen und Wohnbauförderung in Anspruch nehmen. Wissen Sie, wieviel von den 24,5 Milliarden Schilling jährlicher Wohnbauförderung an die Gemeinnützigen geht? – Ganze 8 Milliarden sind es, weniger als ein Drittel! Also sagen Sie schon im ersten Absatz etwas völlig Falsches und nehmen in Ihren Behauptungen gleich eine Verdreifachung vor. Das entspricht ungefähr dem, wie ernst Ihr ganzer Antrag zu nehmen ist, Herr Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch noch etwas zum Thema?) Ich sage schon etwas dazu, denn wir brauchen Ihre Vorschläge wirklich nicht!
Abg. Dr. Fekter: Und nicht die Arbeiterkammer!
Ich möchte jetzt auch ein kurzes Wort zum Herrn Staatssekretär sagen. Herr Staatssekretär, auch Sie sind einer Verwechslung erlegen! Sie sollten hier – wenn ich den Antrag richtig im Kopf habe – die Bundesregierung vertreten, aber nicht den Vorsitzenden der Sozialistischen Partei. (Abg. Dr. Fekter: Und nicht die Arbeiterkammer!)
Zwischenruf der Abg. Reitsamer.
Frau Abgeordnete Bures hat zu Recht auf die laufenden Verhandlungen zwischen den Koalitionsparteien verwiesen. Diese sind meiner Ansicht nach erfolgversprechend, sie sind aber nicht von einer Rückkehr in den Dirigismus bestimmt. Ich möchte an die Adresse der FPÖ und der SPÖ ... (Zwischenruf der Abg. Reitsamer.) Oder des Staatssekretärs Wittmann! Entschuldigung, Kollegin Bures hat anders gesprochen! – Ich möchte an die Adresse der FPÖ und der SPÖ gerichtet in Erinnerung rufen, was die "Salzburger Nachrichten" am 12. Februar geschrie-ben haben: Der rotblaue Lösungsansatz eines staatlichen Eingriffs in den Wohnungsmarkt ist auch im Ausland anerkannt. Er hat sogar schon Eingang in ein internationales Standardwerk gefunden, veröffentlicht in München 1998, ins "Lexikon der populären Irrtümer". – Mit den staatlichen Eingriffen funktioniert es wirklich nicht, weder so noch so, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Und die überhöhten Zinsen?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Und die überhöhten Zinsen?
Frau Abgeordnete Bures hat zu Recht auf die laufenden Verhandlungen zwischen den Koalitionsparteien verwiesen. Diese sind meiner Ansicht nach erfolgversprechend, sie sind aber nicht von einer Rückkehr in den Dirigismus bestimmt. Ich möchte an die Adresse der FPÖ und der SPÖ ... (Zwischenruf der Abg. Reitsamer.) Oder des Staatssekretärs Wittmann! Entschuldigung, Kollegin Bures hat anders gesprochen! – Ich möchte an die Adresse der FPÖ und der SPÖ gerichtet in Erinnerung rufen, was die "Salzburger Nachrichten" am 12. Februar geschrie-ben haben: Der rotblaue Lösungsansatz eines staatlichen Eingriffs in den Wohnungsmarkt ist auch im Ausland anerkannt. Er hat sogar schon Eingang in ein internationales Standardwerk gefunden, veröffentlicht in München 1998, ins "Lexikon der populären Irrtümer". – Mit den staatlichen Eingriffen funktioniert es wirklich nicht, weder so noch so, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Und die überhöhten Zinsen?)
Abg. Dr. Petrovic: Bis jetzt erleben wir nur teurere Mieten!
Wir bekennen uns zur Fortsetzung der Reformen, die diese Bundesregierung, diese Koalition 1994 und 1997 mit Erfolg durchgezogen hat, und dazu, mehr Markt, mehr Eigentum und damit auch mehr Arbeit zu schaffen. (Abg. Dr. Petrovic: Bis jetzt erleben wir nur teurere Mieten!) Das ist überhaupt nicht wahr, Frau Petrovic! Sie leben in einer anderen Welt und lesen auch keine Zeitungen. Es ist ganz eindeutig, daß die Ziele erreicht worden sind und daß durch einen Angebotsmarkt auch die Mieten gedämpft werden.
Abg. Böhacker: Und übermorgen beginnen wir damit!
Die ÖVP hat in die Verhandlungen auch eingebracht – wir werden das auch gemeinsam durchziehen, ich glaube, da gibt es keine Schwierigkeiten, Frau Kollegin Bures –, daß gemeinnützige Wohnbauvereinigungen auch im nachhinein Kapital am Markt zugunsten ihrer Mieter entsprechend lukrieren müssen, daß sie die marktüblich besten Zinsen herauszuschlagen und den Vorteil an die Mieter weiterzugeben haben. (Abg. Böhacker: Und übermorgen beginnen wir damit!) Das ist ganz eindeutig – und ich bitte den Herrn Staatssekretär, das an den Herrn Finanzminister weiterzugeben –, auch im Bundessonderwohnbaugesetz, das 1982 und 1983 eine gute Sache war, allerdings bei Zinsen von 8 bis 9 Prozent. Wenn jetzt die Zinsen gesunken sind, dann sollten auch die Mieter von den gesunkenen Zinsen beim Bundessonderwohnbau profitieren, und das sollte nicht bloß in gekürzten Annuitäten zum Ausdruck kommen. (Abg. Scheibner: Ich warte noch immer auf die angekündigten Reformmaßnahmen bei Mieten und Zinszahlungen!)
Abg. Scheibner: Ich warte noch immer auf die angekündigten Reformmaßnahmen bei Mieten und Zinszahlungen!
Die ÖVP hat in die Verhandlungen auch eingebracht – wir werden das auch gemeinsam durchziehen, ich glaube, da gibt es keine Schwierigkeiten, Frau Kollegin Bures –, daß gemeinnützige Wohnbauvereinigungen auch im nachhinein Kapital am Markt zugunsten ihrer Mieter entsprechend lukrieren müssen, daß sie die marktüblich besten Zinsen herauszuschlagen und den Vorteil an die Mieter weiterzugeben haben. (Abg. Böhacker: Und übermorgen beginnen wir damit!) Das ist ganz eindeutig – und ich bitte den Herrn Staatssekretär, das an den Herrn Finanzminister weiterzugeben –, auch im Bundessonderwohnbaugesetz, das 1982 und 1983 eine gute Sache war, allerdings bei Zinsen von 8 bis 9 Prozent. Wenn jetzt die Zinsen gesunken sind, dann sollten auch die Mieter von den gesunkenen Zinsen beim Bundessonderwohnbau profitieren, und das sollte nicht bloß in gekürzten Annuitäten zum Ausdruck kommen. (Abg. Scheibner: Ich warte noch immer auf die angekündigten Reformmaßnahmen bei Mieten und Zinszahlungen!)
Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie noch immer nichts zu den Mieten gesagt!
Wir wollen in den Verhandlungen – weil es nicht nur um die Mieter geht – weiters den Schutz der zahlenden und zahlungswilligen Wohnungseigentümer gegenüber den zahlungsunwilligen oder zahlungsunfähigen Wohnungseigentümern erreichen. (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie noch immer nichts zu den Mieten gesagt!) Wir wollen, im Gegensatz zu Ihnen, daß die Mieten durch einen funktionierenden Markt überall sinken. (Abg. Dr. Graf: Sollen jetzt die Mieten sinken, ja oder nein?) Wir wollen, daß die Mieten auch durch die Zurücknahme überhöhter Betriebskosten sinken. Wir wollen nicht die Augenauswischereien, die zum Teil erst im Jahr 2005 wirksam werden würden. (Abg. Scheibner: Was ist mit den überhöhten Zinsen?) Wir wollen einen ...
Abg. Dr. Graf: Sollen jetzt die Mieten sinken, ja oder nein?
Wir wollen in den Verhandlungen – weil es nicht nur um die Mieter geht – weiters den Schutz der zahlenden und zahlungswilligen Wohnungseigentümer gegenüber den zahlungsunwilligen oder zahlungsunfähigen Wohnungseigentümern erreichen. (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie noch immer nichts zu den Mieten gesagt!) Wir wollen, im Gegensatz zu Ihnen, daß die Mieten durch einen funktionierenden Markt überall sinken. (Abg. Dr. Graf: Sollen jetzt die Mieten sinken, ja oder nein?) Wir wollen, daß die Mieten auch durch die Zurücknahme überhöhter Betriebskosten sinken. Wir wollen nicht die Augenauswischereien, die zum Teil erst im Jahr 2005 wirksam werden würden. (Abg. Scheibner: Was ist mit den überhöhten Zinsen?) Wir wollen einen ...
Abg. Scheibner: Was ist mit den überhöhten Zinsen?
Wir wollen in den Verhandlungen – weil es nicht nur um die Mieter geht – weiters den Schutz der zahlenden und zahlungswilligen Wohnungseigentümer gegenüber den zahlungsunwilligen oder zahlungsunfähigen Wohnungseigentümern erreichen. (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie noch immer nichts zu den Mieten gesagt!) Wir wollen, im Gegensatz zu Ihnen, daß die Mieten durch einen funktionierenden Markt überall sinken. (Abg. Dr. Graf: Sollen jetzt die Mieten sinken, ja oder nein?) Wir wollen, daß die Mieten auch durch die Zurücknahme überhöhter Betriebskosten sinken. Wir wollen nicht die Augenauswischereien, die zum Teil erst im Jahr 2005 wirksam werden würden. (Abg. Scheibner: Was ist mit den überhöhten Zinsen?) Wir wollen einen ...
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Keine Reformen!
Abgeordneter Dr. Walter Schwimmer (fortsetzend): Wir wollen einen funktionierenden Wohnungsmarkt, und wir werden deshalb die Reformen, die erfolgreich waren, weiterführen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Keine Reformen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Schau, schau, er gibt zu ...!
Ich stelle tatsächlich richtig: Das Gegenteil ist der Fall. Unter dem freiheitlichen Landesrat Schmid wurde ein Mietenbeihilfenmodell auch für nicht geförderte Wohnungen entwickelt, das ein eminenter Erfolg wurde, von den Mietern mit großer Begeisterung aufgenommen wurde und zu Mietpreisen führte, die jetzt in der Größenordnung von 37 S pro Quadratmeter liegen und bereits unter den Betriebskosten – da könnten Sie einiges dazulernen – zu liegen kommen. Da besteht Handlungsbedarf, da haben Sie Handlungsbedarf! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Schau, schau, er gibt zu ...!)
Abg. Scheibner: 37 S – zeigen Sie uns in Wien, wo es das gibt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Mag. Trattner gemeldet. – Bitte. (Abg. Scheibner: 37 S – zeigen Sie uns in Wien, wo es das gibt!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Richtig ist folgendes: Sie wissen ganz sicher, daß das Mindeststammkapital bei Gemeinnützigen 10 Millionen Schilling beträgt. Das wurde damals seitens der Stiftung "Freies Wohnen" auch eingebracht, und zum Zeitpunkt 15. Jänner 1999 lag das Eigenkapital bei 30 Millionen Schilling. Wenn Sie schon den Revisionsbericht in Händen haben, dann müssen Sie ihn auch richtig lesen und dürfen hier nicht falsche Meldungen verbreiten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das ist einmal ein Lichtblick! Der Regierung ist ja nichts eingefallen!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Krüger! Jetzt kommt ein Teil der liberalen Wohnbaupolitik. Aber Sie müssen sich nicht fürchten. Mit Ihrem Beitrag zu den KZ und "Straflagern" werde ich mich heute nicht auseinandersetzen. Denn wir wollen nicht zu weit vom Thema wegführen. (Abg. Scheibner: Das ist einmal ein Lichtblick! Der Regierung ist ja nichts eingefallen!)
Abg. Dr. Krüger: Das hat er nicht gesagt!
Aber wenn Herr Abgeordneter Firlinger hier heraußen meint, daß das freiheitliche Wohnbauabenteuer in Niederösterreich erfolgreich zu Ende geführt worden wäre (Abg. Dr. Krüger: Das hat er nicht gesagt!) – genau das hat er gesagt; er hat gesagt: Das haben wir erfolgreich zu Ende geführt! (Abg. Dr. Fekter: Ja, das hat er gesagt!) –, dann muß ich sagen: Das ist Realitätsverweigerung! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein "Erfolg" der FPÖ!)
Abg. Dr. Fekter: Ja, das hat er gesagt!
Aber wenn Herr Abgeordneter Firlinger hier heraußen meint, daß das freiheitliche Wohnbauabenteuer in Niederösterreich erfolgreich zu Ende geführt worden wäre (Abg. Dr. Krüger: Das hat er nicht gesagt!) – genau das hat er gesagt; er hat gesagt: Das haben wir erfolgreich zu Ende geführt! (Abg. Dr. Fekter: Ja, das hat er gesagt!) –, dann muß ich sagen: Das ist Realitätsverweigerung! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein "Erfolg" der FPÖ!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein "Erfolg" der FPÖ!
Aber wenn Herr Abgeordneter Firlinger hier heraußen meint, daß das freiheitliche Wohnbauabenteuer in Niederösterreich erfolgreich zu Ende geführt worden wäre (Abg. Dr. Krüger: Das hat er nicht gesagt!) – genau das hat er gesagt; er hat gesagt: Das haben wir erfolgreich zu Ende geführt! (Abg. Dr. Fekter: Ja, das hat er gesagt!) –, dann muß ich sagen: Das ist Realitätsverweigerung! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein "Erfolg" der FPÖ!)
Abg. Dr. Fekter: Nein, die Schulden sind noch da!
Meine Damen und Herren! Es ist unbestritten, daß man es zwar zu Ende gebracht hat – und zwar bis zur bitteren Neige –, aber erfolgreich ist das nicht gewesen. (Abg. Dr. Fekter: Nein, die Schulden sind noch da!) Von Erfolg ist nirgendwo etwas zu sehen. Es ist nur so, daß Rosenstingl der einzige ist, der daran reich geworden ist. Aber auch er muß Buße tun, und das tut er, wie wir wissen, in der schwülen Hitze von brasilianischen Gefängnissen. (Abg. Dr. Fekter: Er kommt bald wieder!)
Abg. Dr. Fekter: Er kommt bald wieder!
Meine Damen und Herren! Es ist unbestritten, daß man es zwar zu Ende gebracht hat – und zwar bis zur bitteren Neige –, aber erfolgreich ist das nicht gewesen. (Abg. Dr. Fekter: Nein, die Schulden sind noch da!) Von Erfolg ist nirgendwo etwas zu sehen. Es ist nur so, daß Rosenstingl der einzige ist, der daran reich geworden ist. Aber auch er muß Buße tun, und das tut er, wie wir wissen, in der schwülen Hitze von brasilianischen Gefängnissen. (Abg. Dr. Fekter: Er kommt bald wieder!)
Abg. Dr. Krüger: Ein Erfüllungsgehilfe der Regierung!
Meine Damen und Herren, daher ist eines klar herauszustellen, um die Motivation des Antrages zu verstehen: Es gibt in der Wohnbaupolitik der Freiheitlichen offensichtlich drei Phasen. Das war am Anfang die Phase des Aufzeigens und Kritisierens. Dann folgte die zweite Phase, in der man die Gelegenheit hatte, selbst Sünden zu begehen. Das hat man ausgiebig getan, in der zweiten Phase des Sich-Versündigens, nachdem man Gelegenheit dazu bekommen hatte. Wir erleben jetzt hier die dritte Phase, die Phase der ausgiebigen Läuterung. Eine Folge dieser Läuterung ist der Dringliche Antrag, den wir heute vorliegen haben. Daher darf man ihn nicht geringschätzen. (Abg. Dr. Krüger: Ein Erfüllungsgehilfe der Regierung!)
Abg. Dr. Krüger: Das einzige Regierungsmitglied, das freiwillig ...!
Denn Herr Abgeordneter Firlinger war ja selbst jemand, der sehr nahe daran war. Daher ist ihm hoffentlich zu glauben, daß er diesen Antrag wohl allein in dunkler Nacht an seinem Schreibtisch geschrieben hat, und zwar angesichts der Tatsache, wie stark er in diesem Zusammenhang in Niederösterreich nicht nur verwickelt war, sondern heute noch verwickelt ist. (Abg. Dr. Krüger: Das einzige Regierungsmitglied, das freiwillig ...!) Daher ist das, was hier das Produkt der Läuterung des Herrn Abgeordneten Firlinger ist, von der moralischen Kompetenz und von dem her, was er uns eigentlich auf moralischer Ebene sagen will, mehr als zwielichtig. Das ist unbestritten. (Beifall beim Liberalen Forum. – Rufe und Gegenrufe zwischen dem Abg. Leikam und Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Rufe und Gegenrufe zwischen dem Abg. Leikam und Abgeordneten der Freiheitlichen.
Denn Herr Abgeordneter Firlinger war ja selbst jemand, der sehr nahe daran war. Daher ist ihm hoffentlich zu glauben, daß er diesen Antrag wohl allein in dunkler Nacht an seinem Schreibtisch geschrieben hat, und zwar angesichts der Tatsache, wie stark er in diesem Zusammenhang in Niederösterreich nicht nur verwickelt war, sondern heute noch verwickelt ist. (Abg. Dr. Krüger: Das einzige Regierungsmitglied, das freiwillig ...!) Daher ist das, was hier das Produkt der Läuterung des Herrn Abgeordneten Firlinger ist, von der moralischen Kompetenz und von dem her, was er uns eigentlich auf moralischer Ebene sagen will, mehr als zwielichtig. Das ist unbestritten. (Beifall beim Liberalen Forum. – Rufe und Gegenrufe zwischen dem Abg. Leikam und Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Kindesweglegung bei Firlinger!
Aber es gibt auch eine inhaltliche Komponente dieses Antrages, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Kindesweglegung bei Firlinger!) Das ist keine Kindesweglegung. Es ist eine Adoption, und es wird schon seinen Grund gehabt haben, daß ihr ihn adoptiert habt. Er paßt ja gut zu euch, Kollege Scheibner, er paßt gut zu euch, wie man jetzt sieht. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Er hat euch durchschaut!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Er hat euch durchschaut!
Aber es gibt auch eine inhaltliche Komponente dieses Antrages, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Kindesweglegung bei Firlinger!) Das ist keine Kindesweglegung. Es ist eine Adoption, und es wird schon seinen Grund gehabt haben, daß ihr ihn adoptiert habt. Er paßt ja gut zu euch, Kollege Scheibner, er paßt gut zu euch, wie man jetzt sieht. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Er hat euch durchschaut!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber es ist unbestritten, meine Damen und Herren, daß der Antrag in seinem Inhalt, in den Punkten, die er inhaltlich anspricht, zu Recht besteht. Es ist unbestritten, daß es endlich zu einer Entflechtung von Wohnbauträgern auf der einen Seite und politischen Parteien auf der anderen Seite kommen muß. Das ist längst überfällig. Das betrifft die SPÖ genauso, wie es die ÖVP und wie es auch die Freiheitlichen betrifft. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Ihr solltet vielleicht nicht ... lesen! Das ist das einzige, was ihr kennt!
Wir brauchen im Bereich der Wohnbaugenossenschaften eine echte, eine wirksame, eine effiziente Kontrolle. Die gibt es bis heute nicht, und die ist wohl auch deshalb nicht gemacht worden, weil selbstverständlich nach wie vor Verschränkungen zwischen politischen Parteien und Wohnbauträgern gegeben sind. Es macht ja das gesamte Bild nicht besser, daß die Freiheitlichen nicht nur nicht erfolgreich, sondern gleich schlecht, wie das in vielen Bereichen von ÖVP und SPÖ gehandhabt worden ist, vorgegangen sind. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Ihr solltet vielleicht nicht ... lesen! Das ist das einzige, was ihr kennt!)
Abg. Dr. Fekter: Aber die Treffergenauigkeit wurde erhöht!
Der letzte Punkt, den ich ansprechen möchte, meine Damen und Herren: Die Wohnbauförderung ist insgesamt zu evaluieren, und sie ist in ihrer Struktur zu hinterfragen. Es ist zu fragen, ob weiterhin so viel Geld – 24 Milliarden – in diesen Bereich hineinfließen soll und ob das heute noch notwendig ist. Das Geld wäre in anderen Bereichen eventuell besser zu verwenden. Aber dafür braucht es einmal einen wirklichen Überblick. Denn die Wirksamkeit der Wohnbauförderung ist wegen der Verländerung heute in Wirklichkeit nicht mehr gegeben. Insbesondere der Überblick über die Wirksamkeit fehlt bis heute. (Abg. Dr. Fekter: Aber die Treffergenauigkeit wurde erhöht!)
Abg. Scheibner: Was sagt Kollege Moser zum Wohnbau? Er war damals in der FPÖ!
Als letzter Punkt und zusammenfassend, meine Damen und Herren: Wenn es darum geht, eine Entflechtung von Wohnbauträgern und politischen Parteien zu machen, dann werden die Liberalen mit auf Ihrer Seite stehen, wenn es um sachliche Lösungen geht. (Abg. Scheibner: Was sagt Kollege Moser zum Wohnbau? Er war damals in der FPÖ!) Wenn es darum geht, die Preistreiberkoalitionen zu beenden, dann werden die Liberalen hier mit auf Ihrer Seite stehen. Wenn es darum geht, Möglichkeiten des Wohnungskaufs für die Mieterinnen und Mieter zu verbessern, dann werden die Liberalen mit auf Ihrer Seite stehen. Wenn es eine echte, wirksame Kontrolle in diesem Bereich gibt und wenn die Wohnbauförderung evaluiert werden soll, dann sind das Maßnahmen, für die wir ebenfalls eintreten. Für all das stehen die Liberalen.
Abg. Schwemlein: Wir haben keine Fehler gemacht!
Wenn die Freiheitlichen heute aus einem Mangel an Gelegenheit zum Sündenfall Reformen einfordern, dann halten wir das durchaus für okay. Denn damit sind es hier mehr, die offenbar wirkliche Änderungen erreichen wollen. Wir sind davon überzeugt, daß man diese Änderungen schnell durchführen sollte, weil sonst die Fehler von den Sozialdemokraten weitergeführt werden, Herr Abgeordneter Eder! (Abg. Schwemlein: Wir haben keine Fehler gemacht!) Die Fehler werden auch von der ÖVP weiter so wie in der Vergangenheit gemacht werden. Und es besteht die eklatante Gefahr, daß die Freiheitlichen rückfällig werden. Daher muß man das Gesetz möglichst schnell ändern, damit genau das nicht stattfinden kann.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich meine deshalb, daß wir diesen Dringlichen Antrag vom Inhalt her positiv behandeln sollten. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Krüger: Schwemlein bedankt sich bei seinem Kollegen! Schwemlein bedankt sich bei Kollegen Barmüller!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Firlinger gemeldet. Die Bestimmungen sind bekannt. (Abg. Dr. Krüger: Schwemlein bedankt sich bei seinem Kollegen! Schwemlein bedankt sich bei Kollegen Barmüller!)
Abg. Schwemlein: Du hast nicht mitspielen dürfen!
Ich stelle richtig: Ich war nicht involviert! (Abg. Schwemlein: Du hast nicht mitspielen dürfen!) Ich war zu keinem Zeitpunkt in einem Aufsichts- oder Kontrollgremium. Ich habe mit der von Ihnen behaupteten Misere nichts zu tun. (Abg. Schwemlein: Du hast aber geschmollt, weil du nicht mitspielen durftest!) Dies ist eine schäbige Unterstellung, die ich auf das schärfste zurückweise! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Darüber hat er sich bei uns beschwert, daß er nicht hat mitspielen dürfen!)
Abg. Schwemlein: Du hast aber geschmollt, weil du nicht mitspielen durftest!
Ich stelle richtig: Ich war nicht involviert! (Abg. Schwemlein: Du hast nicht mitspielen dürfen!) Ich war zu keinem Zeitpunkt in einem Aufsichts- oder Kontrollgremium. Ich habe mit der von Ihnen behaupteten Misere nichts zu tun. (Abg. Schwemlein: Du hast aber geschmollt, weil du nicht mitspielen durftest!) Dies ist eine schäbige Unterstellung, die ich auf das schärfste zurückweise! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Darüber hat er sich bei uns beschwert, daß er nicht hat mitspielen dürfen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Darüber hat er sich bei uns beschwert, daß er nicht hat mitspielen dürfen!
Ich stelle richtig: Ich war nicht involviert! (Abg. Schwemlein: Du hast nicht mitspielen dürfen!) Ich war zu keinem Zeitpunkt in einem Aufsichts- oder Kontrollgremium. Ich habe mit der von Ihnen behaupteten Misere nichts zu tun. (Abg. Schwemlein: Du hast aber geschmollt, weil du nicht mitspielen durftest!) Dies ist eine schäbige Unterstellung, die ich auf das schärfste zurückweise! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwemlein: Darüber hat er sich bei uns beschwert, daß er nicht hat mitspielen dürfen!)
Rufe und Gegenrufe zwischen dem Abg. Leikam und Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Öllinger. (Rufe und Gegenrufe zwischen dem Abg. Leikam und Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Die denken sich, daß bei den ...! – Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich frage mich, was sich junge Leute denken und was sich WohnungswerberInnen denken müßten, wenn sie dieser Debatte folgen würden. Was denken sich die Leute oben auf der Galerie, die ja potentiell auch WohnungswerberInnen sind (Abg. Dr. Graf: Die denken sich, daß bei den ...! – Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger), wenn hier der Inhalt der Debatte eigentlich nur darin besteht, daß die eine Partei der anderen etwas vorrechnet, und wenn in der Gegenrechnung offensichtlich herauskommt, daß alle irgendwo Dreck am Stecken haben? Das kann es doch nicht sein, was Sie wirklich wollen und was Sie in der Sache erreichen wollen! Wenn etwa die sozialdemokratischen Vertreter – von Staatssekretär Wittmann bis zur Kollegin Bures – sagen: Das, was die Freiheitlichen da fordern, ist ja alles nicht richtig, das, was wir fordern, ist richtig!, vergessen sie dabei, daß sie diejenigen waren, die das, was sie jetzt geändert haben wollen, eingeführt haben. Wer hat denn all die Punkte, die Beschränkungen, deren Aufhebung jetzt gefordert wird (Abg. Dr. Fekter: Das war ein gutes Gesetz!), die Befristungen, Frau Kollegin Bures, eingeführt? Waren es die Freiheitlichen? Waren es die Liberalen? Waren es die Grünen? – Sie haben gemeinsam mit der ÖVP die Befristungen im Mietrecht eingeführt! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Bures.)
Abg. Dr. Fekter: Das war ein gutes Gesetz!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich frage mich, was sich junge Leute denken und was sich WohnungswerberInnen denken müßten, wenn sie dieser Debatte folgen würden. Was denken sich die Leute oben auf der Galerie, die ja potentiell auch WohnungswerberInnen sind (Abg. Dr. Graf: Die denken sich, daß bei den ...! – Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger), wenn hier der Inhalt der Debatte eigentlich nur darin besteht, daß die eine Partei der anderen etwas vorrechnet, und wenn in der Gegenrechnung offensichtlich herauskommt, daß alle irgendwo Dreck am Stecken haben? Das kann es doch nicht sein, was Sie wirklich wollen und was Sie in der Sache erreichen wollen! Wenn etwa die sozialdemokratischen Vertreter – von Staatssekretär Wittmann bis zur Kollegin Bures – sagen: Das, was die Freiheitlichen da fordern, ist ja alles nicht richtig, das, was wir fordern, ist richtig!, vergessen sie dabei, daß sie diejenigen waren, die das, was sie jetzt geändert haben wollen, eingeführt haben. Wer hat denn all die Punkte, die Beschränkungen, deren Aufhebung jetzt gefordert wird (Abg. Dr. Fekter: Das war ein gutes Gesetz!), die Befristungen, Frau Kollegin Bures, eingeführt? Waren es die Freiheitlichen? Waren es die Liberalen? Waren es die Grünen? – Sie haben gemeinsam mit der ÖVP die Befristungen im Mietrecht eingeführt! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Bures.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Bures.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich frage mich, was sich junge Leute denken und was sich WohnungswerberInnen denken müßten, wenn sie dieser Debatte folgen würden. Was denken sich die Leute oben auf der Galerie, die ja potentiell auch WohnungswerberInnen sind (Abg. Dr. Graf: Die denken sich, daß bei den ...! – Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger), wenn hier der Inhalt der Debatte eigentlich nur darin besteht, daß die eine Partei der anderen etwas vorrechnet, und wenn in der Gegenrechnung offensichtlich herauskommt, daß alle irgendwo Dreck am Stecken haben? Das kann es doch nicht sein, was Sie wirklich wollen und was Sie in der Sache erreichen wollen! Wenn etwa die sozialdemokratischen Vertreter – von Staatssekretär Wittmann bis zur Kollegin Bures – sagen: Das, was die Freiheitlichen da fordern, ist ja alles nicht richtig, das, was wir fordern, ist richtig!, vergessen sie dabei, daß sie diejenigen waren, die das, was sie jetzt geändert haben wollen, eingeführt haben. Wer hat denn all die Punkte, die Beschränkungen, deren Aufhebung jetzt gefordert wird (Abg. Dr. Fekter: Das war ein gutes Gesetz!), die Befristungen, Frau Kollegin Bures, eingeführt? Waren es die Freiheitlichen? Waren es die Liberalen? Waren es die Grünen? – Sie haben gemeinsam mit der ÖVP die Befristungen im Mietrecht eingeführt! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Bures.)
Abg. Dr. Fekter: Wir sind nicht für die Einschränkung! Das war ein gutes Gesetz!
Jetzt sagen Sie: Wir sind für die Einschränkung der Befristungen (Abg. Dr. Fekter: Wir sind nicht für die Einschränkung! Das war ein gutes Gesetz!), wir sind die einzigen, die für die Einschränkung der Befristungen kämpfen! – Nein, so kann man es nicht machen – im Interesse jener, die Wohnungen brauchen, meine Damen und Herren!
Abg. Dr. Krüger: Was ist denn dein Ansatz? – Abg. Leikam: Wohnen im Grünen!
Schon vor mehreren Jahren hat der damalige Bundeskanzler Franz Vranitzky ausgeführt: Wofür wir eintreten, das ist ein transparentes, ein durchschaubares, von jedem lesbares Mietrecht, das leistbare Wohnungen garantieren wird. – Ja wo sind die leistbaren Wohnungen? Wo ist das transparente Wohnrecht? – Das, was wir in diesem Bereich haben, ist eine Zersplitterung mit Zu- und Abschlagssystemen, die für keinen Mieter und für keine Mieterin mehr akzeptabel sind. (Abg. Dr. Krüger: Was ist denn dein Ansatz? – Abg. Leikam: Wohnen im Grünen!) – Ich komme schon noch dazu. (Abg. Dr. Fekter: Aber einen guten Markt haben wir dafür erreicht! Niedrige Mieten!)
Abg. Dr. Fekter: Aber einen guten Markt haben wir dafür erreicht! Niedrige Mieten!
Schon vor mehreren Jahren hat der damalige Bundeskanzler Franz Vranitzky ausgeführt: Wofür wir eintreten, das ist ein transparentes, ein durchschaubares, von jedem lesbares Mietrecht, das leistbare Wohnungen garantieren wird. – Ja wo sind die leistbaren Wohnungen? Wo ist das transparente Wohnrecht? – Das, was wir in diesem Bereich haben, ist eine Zersplitterung mit Zu- und Abschlagssystemen, die für keinen Mieter und für keine Mieterin mehr akzeptabel sind. (Abg. Dr. Krüger: Was ist denn dein Ansatz? – Abg. Leikam: Wohnen im Grünen!) – Ich komme schon noch dazu. (Abg. Dr. Fekter: Aber einen guten Markt haben wir dafür erreicht! Niedrige Mieten!)
Abg. Dr. Schwimmer: Ja!
Das, was wir im Bereich des Wohnrechtes tatsächlich bräuchten, wäre ein transparentes Wohnrecht. In diesem Zusammenhang sind Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, gefordert. Da nützt es uns überhaupt nichts – es ist eher eine gefährliche Drohung –, wenn Sie sagen: Wir sind in erfolgreichen Verhandlungen und werden das durchsetzen! Ich frage Sie: Wann wollen Sie es durchsetzen? – Noch vor dem Wahltermin? (Abg. Dr. Schwimmer: Ja!) Vor dem Wahltermin! Da staune ich, Herr Kollege Schwimmer. (Abg. Dr. Fekter: Wir arbeiten ja bis zum Schluß!) Mir schwant Übles, vor allem, wenn Sie "ja" sagen, denn von Ihnen, Herr Dr. Schwimmer, sind bei all diesen Veränderungen in den letzten Jahren nur die negativen Punkte an die Öffentlichkeit gekommen. (Abg. Dr. Petrovic: Die Sozialdemokratie weiß wieder von nichts! – Abg. Dr. Fekter: Das ist aber eine Unterstellung!) Sie waren einer derjenigen, die ganz groß für die Befristungen und für dieses intransparente Zu- und Abschlagssystem votiert haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schwimmer: Ja, weil es damit mehr Wohnungen gibt! Ich bekenne mich dazu!)
Abg. Dr. Fekter: Wir arbeiten ja bis zum Schluß!
Das, was wir im Bereich des Wohnrechtes tatsächlich bräuchten, wäre ein transparentes Wohnrecht. In diesem Zusammenhang sind Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, gefordert. Da nützt es uns überhaupt nichts – es ist eher eine gefährliche Drohung –, wenn Sie sagen: Wir sind in erfolgreichen Verhandlungen und werden das durchsetzen! Ich frage Sie: Wann wollen Sie es durchsetzen? – Noch vor dem Wahltermin? (Abg. Dr. Schwimmer: Ja!) Vor dem Wahltermin! Da staune ich, Herr Kollege Schwimmer. (Abg. Dr. Fekter: Wir arbeiten ja bis zum Schluß!) Mir schwant Übles, vor allem, wenn Sie "ja" sagen, denn von Ihnen, Herr Dr. Schwimmer, sind bei all diesen Veränderungen in den letzten Jahren nur die negativen Punkte an die Öffentlichkeit gekommen. (Abg. Dr. Petrovic: Die Sozialdemokratie weiß wieder von nichts! – Abg. Dr. Fekter: Das ist aber eine Unterstellung!) Sie waren einer derjenigen, die ganz groß für die Befristungen und für dieses intransparente Zu- und Abschlagssystem votiert haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schwimmer: Ja, weil es damit mehr Wohnungen gibt! Ich bekenne mich dazu!)
Abg. Dr. Petrovic: Die Sozialdemokratie weiß wieder von nichts! – Abg. Dr. Fekter: Das ist aber eine Unterstellung!
Das, was wir im Bereich des Wohnrechtes tatsächlich bräuchten, wäre ein transparentes Wohnrecht. In diesem Zusammenhang sind Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, gefordert. Da nützt es uns überhaupt nichts – es ist eher eine gefährliche Drohung –, wenn Sie sagen: Wir sind in erfolgreichen Verhandlungen und werden das durchsetzen! Ich frage Sie: Wann wollen Sie es durchsetzen? – Noch vor dem Wahltermin? (Abg. Dr. Schwimmer: Ja!) Vor dem Wahltermin! Da staune ich, Herr Kollege Schwimmer. (Abg. Dr. Fekter: Wir arbeiten ja bis zum Schluß!) Mir schwant Übles, vor allem, wenn Sie "ja" sagen, denn von Ihnen, Herr Dr. Schwimmer, sind bei all diesen Veränderungen in den letzten Jahren nur die negativen Punkte an die Öffentlichkeit gekommen. (Abg. Dr. Petrovic: Die Sozialdemokratie weiß wieder von nichts! – Abg. Dr. Fekter: Das ist aber eine Unterstellung!) Sie waren einer derjenigen, die ganz groß für die Befristungen und für dieses intransparente Zu- und Abschlagssystem votiert haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schwimmer: Ja, weil es damit mehr Wohnungen gibt! Ich bekenne mich dazu!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schwimmer: Ja, weil es damit mehr Wohnungen gibt! Ich bekenne mich dazu!
Das, was wir im Bereich des Wohnrechtes tatsächlich bräuchten, wäre ein transparentes Wohnrecht. In diesem Zusammenhang sind Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, gefordert. Da nützt es uns überhaupt nichts – es ist eher eine gefährliche Drohung –, wenn Sie sagen: Wir sind in erfolgreichen Verhandlungen und werden das durchsetzen! Ich frage Sie: Wann wollen Sie es durchsetzen? – Noch vor dem Wahltermin? (Abg. Dr. Schwimmer: Ja!) Vor dem Wahltermin! Da staune ich, Herr Kollege Schwimmer. (Abg. Dr. Fekter: Wir arbeiten ja bis zum Schluß!) Mir schwant Übles, vor allem, wenn Sie "ja" sagen, denn von Ihnen, Herr Dr. Schwimmer, sind bei all diesen Veränderungen in den letzten Jahren nur die negativen Punkte an die Öffentlichkeit gekommen. (Abg. Dr. Petrovic: Die Sozialdemokratie weiß wieder von nichts! – Abg. Dr. Fekter: Das ist aber eine Unterstellung!) Sie waren einer derjenigen, die ganz groß für die Befristungen und für dieses intransparente Zu- und Abschlagssystem votiert haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schwimmer: Ja, weil es damit mehr Wohnungen gibt! Ich bekenne mich dazu!)
Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Dr. Schwimmer.
Meine Damen und Herren! Die Vorschläge liegen klar auf der Hand. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Dr. Schwimmer.) Ich nenne hier nur das, was etwa die Sozialdemokraten und die sozialdemokratische Gewerkschaft in der Arbeiterkammer fordern: die Zuschläge zum Richtwertsystem auf höchstens 20 Prozent des Richtwertes begrenzen. – Warum machen Sie es nicht? Die Befristungsmöglichkeiten begrenzen oder abschaffen. – Warum machen Sie es nicht? (Abg. Koppler: Du bist ein Traummännlein, sei mir nicht böse!)
Abg. Koppler: Du bist ein Traummännlein, sei mir nicht böse!
Meine Damen und Herren! Die Vorschläge liegen klar auf der Hand. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Fekter und Dr. Schwimmer.) Ich nenne hier nur das, was etwa die Sozialdemokraten und die sozialdemokratische Gewerkschaft in der Arbeiterkammer fordern: die Zuschläge zum Richtwertsystem auf höchstens 20 Prozent des Richtwertes begrenzen. – Warum machen Sie es nicht? Die Befristungsmöglichkeiten begrenzen oder abschaffen. – Warum machen Sie es nicht? (Abg. Koppler: Du bist ein Traummännlein, sei mir nicht böse!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Kollege Koppler! Nicht ich bin das Traummännlein, du bist das Traummännlein, Kollege Koppler, mit deiner Stimme wurde das ja eingeführt! Nicht wir haben es eingeführt, wir waren damals schon dagegen. (Beifall bei den Grünen.) Die Traummännlein sind in den Fraktionen zu suchen, die das eingeführt haben und sich jetzt nicht mehr erinnern können. (Abg. Dr. Petrovic: Über den Tisch ziehen lassen, und dann noch schreien!) Aber vielleicht handelt es sich um eine Mischung aus Traummännlein und Sandmännlein, denn es geht ja auch darum, Sand in die Augen zu streuen. Kollege Koppler! Du hast offensichtlich mehrere Begabungen und Fähigkeiten.
Abg. Dr. Petrovic: Über den Tisch ziehen lassen, und dann noch schreien!
Herr Kollege Koppler! Nicht ich bin das Traummännlein, du bist das Traummännlein, Kollege Koppler, mit deiner Stimme wurde das ja eingeführt! Nicht wir haben es eingeführt, wir waren damals schon dagegen. (Beifall bei den Grünen.) Die Traummännlein sind in den Fraktionen zu suchen, die das eingeführt haben und sich jetzt nicht mehr erinnern können. (Abg. Dr. Petrovic: Über den Tisch ziehen lassen, und dann noch schreien!) Aber vielleicht handelt es sich um eine Mischung aus Traummännlein und Sandmännlein, denn es geht ja auch darum, Sand in die Augen zu streuen. Kollege Koppler! Du hast offensichtlich mehrere Begabungen und Fähigkeiten.
Abg. Dr. Fekter: Weil man auch Steuern zahlen muß, Herr Kollege Öllinger, Sie vergessen das!
Nächster Punkt: Die Mietzinsreserve sollte zur Gänze für Erhaltungsarbeiten zur Verfügung stehen. – Richtig, aber warum haben Sie vor einigen Jahren die Pauschale zur Einkommensteuer in der Höhe von 40 Prozent eingeführt, mit dem Körberlgeld für die selbständigen Kapitalgesellschaften? (Abg. Dr. Fekter: Weil man auch Steuern zahlen muß, Herr Kollege Öllinger, Sie vergessen das!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Steuern zahlen! Zahlen Sie keine Steuern?
Frau Kollegin Fekter, warum regen Sie sich denn so auf? Wir wissen doch, daß es Ihnen um das Körberlgeld für die selbständigen Kapitalgesellschaften geht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Steuern zahlen! Zahlen Sie keine Steuern?)
Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Dr. Fekter.
Das ist doch unerhört: Jeder private Wohnungseigentümer muß im Fall dieser Erhaltungsarbeiten die 40 Prozent Pauschale zahlen, aber jede selbständige Kapitalgesellschaft kann die Differenz zwischen Körperschaftsteuer und diesem 40prozentigen Satz einstreifen. 7 Prozent! (Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Dr. Fekter.) Wissen Sie, Frau Kollegin Fekter, daß das bei selbständigen Kapitalgesellschaften Millionenbeträge sind, die diese einstreifen können? Finden Sie das richtig? Sie haben es aber beschlossen, Frau Kollegin Fekter. Sie haben es zu verantworten.
Beifall bei den Grünen.
Es geht nicht darum, daß Sie hier zwischenreden, Frau Kollegin Fekter – Sie haben die Möglichkeit, auch eine Rede zu halten –, sondern es geht darum, daß Sie Verbesserungen machen, und auf diese warten wir. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Zwangswirtschaft! Sind wir wieder so weit?
Zweiter Punkt: Subjektförderung. Eine Subjektförderung macht nur dann Sinn, wenn es einen regulierten Wohnungssektor gibt. (Abg. Dr. Fekter: Zwangswirtschaft! Sind wir wieder so weit?) Sonst führt die Subjektförderung dazu, daß die Wohnungseigentümer dieses neue Körberlgeld über höhere Mieten einstreifen können, sozusagen marktgerecht abkassieren können. (Abg. Dr. Fekter: Tatsache ist, daß die Mieten sinken und die Subjektförderung eine Treffergenauigkeit hat! Sie ist sozial gerechter!)
Abg. Dr. Fekter: Tatsache ist, daß die Mieten sinken und die Subjektförderung eine Treffergenauigkeit hat! Sie ist sozial gerechter!
Zweiter Punkt: Subjektförderung. Eine Subjektförderung macht nur dann Sinn, wenn es einen regulierten Wohnungssektor gibt. (Abg. Dr. Fekter: Zwangswirtschaft! Sind wir wieder so weit?) Sonst führt die Subjektförderung dazu, daß die Wohnungseigentümer dieses neue Körberlgeld über höhere Mieten einstreifen können, sozusagen marktgerecht abkassieren können. (Abg. Dr. Fekter: Tatsache ist, daß die Mieten sinken und die Subjektförderung eine Treffergenauigkeit hat! Sie ist sozial gerechter!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.
Nächster Punkt – mit dem sind wir nicht einverstanden; ich halte das für problematisch –: daß nach erfolgter vollständiger Tilgung ein bloßer Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag kassiert werden soll. Es spricht vieles dafür, aber der entscheidende Punkt ist, daß der Förderungswerber in die Wohnung eintritt – möglicherweise mit einem niedrigen Einkommen – und danach niemand mehr prüft, wie hoch sein Einkommen ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.
Wir haben doch den klassischen Fall – wir haben schon oft Fragen in dieser Hinsicht gestellt –, daß nach 20 Jahren in einer geförderten Wohnung die Einkommenssituation völlig verändert ist. Jene Person, die ein hohes Einkommen hat, hat dann nicht nur die Verpflichtung, einen Beitrag zu leisten für die Förderung, die sie schon erhalten hat, sondern sie hat auch die Verpflichtung, für die kommenden Generationen einen Beitrag zu leisten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.) Wenn wir das auf das von Ihnen geforderte Ausmaß reduzieren würden, dann wäre dieser Beitrag für die nächsten Wohnungen und Wohngenerationen nicht mehr vorhanden.
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wir sollten eines tun, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen: nicht nur an die jetzt in den Wohnungen Befindlichen denken, sondern auch an die künftigen Generationen, die eine Wohnung suchen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Das ist das eigentlich Interessante an der Frage. Daher würde ich einer Diskussion über diesen Antrag durchaus zustimmen, ich würde auch in vielen Punkten folgen können, aber eben nicht in allen.
Beifall bei den Grünen.
Ich ersuche Sie, auch an die künftigen Wohngenerationen zu denken. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Schwimmer! Ich hoffe nicht, daß Ihre Aussagen im Zusammenhang mit den Geschädigten durch "Freies Wohnen" darauf zurückzuführen sind, daß nunmehr Ihr Mitglied Martin Höllriegl drinsitzt. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aufgrund der Erfahrungen im schwarz-roten Wohnbausektor würden wir durchaus erwarten, daß entsprechende Leistungen auch in diesem Bereich – so wie in Salzburg bei der EBW – von Ihnen erbracht werden.
Beifall bei den Freiheitlichen
Was ist dann geschehen? – Wahltag war in Kärnten tatsächlich Zahltag. Bei einer Wohnblockeröffnung der ESG im Osten der Stadt Spittal an der Drau gab es noch eine Rede des Geschäftsführers, in der es hieß, daß es keinesfalls zu einer Mietzinssenkung kommen werde, da es sich bei dieser Forderung um eine Wahlpolemik von vor dem 7. März gehandelt habe und die ESG ohnehin knapp kalkuliere. Das sei daher nicht möglich. Was passierte? – Zwei Tage später gab es für 3 000 Wohnungen eine Mietzinssenkung um 500 S! Man sieht: Es geht doch (Beifall bei den Freiheitlichen), aber nur dann, wenn sich die österreichische Bevölkerung, die betroffenen Mieter und die Interessierten dafür einsetzen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eines sollte auch klar und deutlich gesagt werden: Das, was für den Wohnungsmarkt in Wien passend und zutreffend ist, muß für den Wohnungsmarkt in den Bundesländern bei Gott nicht zutreffend sein, oftmals ist es geradezu eine Katastrophe. Daß roten und schwarzen Gemeinden mit roten und schwarzen Wohnbaugenossenschaften im ländlichen Gebiet Förderungsmittel zugeteilt werden, obwohl dort Landflucht herrscht, und dann neu gebaute Wohnungen dort leer stehen, während sich in den Zuzugsgemeinden, in die die jungen Menschen ziehen, weil sie dort Arbeit finden, weil sie sich ein Zweitauto aufgrund ihrer Einkünfte nicht mehr leisten können, der Wohnungsmarkt aufgrund einer solchen Politik verknappt, ist gesetzlich leider nicht verhinderbar und ist tägliche Praxis. Es handelt sich dabei um eine Verschleuderung von Förderungsmitteln, eine Verschleuderung von Steuermitteln, eine Verschleuderung der Ressourcen des Wohnungsmarkts, der ohnehin österreichweit mit überhöhten Mieten sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich zu kämpfen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Staatssekretär! Sie sind in der Regierung! Sie sollten nicht von der Opposition verlangen, daß sie reagiert. Vielleicht schaffen Sie es noch, daß Sie das, was Sie als Sozialdemokraten 30 Jahre hindurch nicht geschafft haben, in den letzten fünf Monaten dieser Legislaturperiode zum Wohle der jungen Familien noch über die Runden bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Firlinger: Das ist ein Abenteuer!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir diskutieren jetzt einen Dringlichen Antrag, den Sieben-Punkte-Katalog der Freiheitlichen Partei. Ich muß aus meiner Sicht als einer, der ständig mit Wohnungsproblemen befaßt ist, schlichtweg feststellen: Das ist eine abenteuerliche Darstellung der Probleme des österreichischen Wohnungsmarktes (Abg. Mag. Firlinger: Das ist ein Abenteuer!), und es ist schlichtweg eine Illusion, zu glauben, damit die Probleme lösen zu können.
Abg. Mag. Firlinger: Doch, doch!
Kollege Firlinger! Du hast es – im Gegensatz zum Kollegen Haupt – nicht verstanden, hier klar zu differenzieren. (Abg. Mag. Firlinger: Doch, doch!) Er hat genau darauf hingewiesen, daß es unterschiedliche Wohnungssegmente gibt, die auch unterschiedlich betrachtet werden müssen. Ich werde versuchen, in meinen Ausführungen im Detail auf jene Probleme einzugehen, die gerade die jungen Leute betreffen. Denn es geht um zwei Dinge: Es geht um Kosten – im Eigentumsbereich wie im Mietbereich –, und es geht um Rechtssicherheit.
Abg. Dr. Lukesch: Ich glaube auch! Ja, das glaube ich auch!
Zweitens: Beim Lesen dieses Antrages habe ich mir gedacht: Das ist ja ein Hilferuf aus Kärnten! Steckt da nicht dieser Jörg Haider dahinter? Ist das nicht eine Bankrotterklärung der Kärntner Wohnungspolitik? (Abg. Dr. Lukesch: Ich glaube auch! Ja, das glaube ich auch!) – Der Bund soll einschreiten, weil Haider seine wohnungspolitischen Versprechen nicht erfüllen kann. – Wie sieht es nun mit der Einhaltung des Demokratievertrages aus?
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Für mich ist es ganz einsichtig: Dieser Dringliche Antrag besitzt schlichtweg Handlangerfunktion für eine unlösbare Kärntner Wohnungspolitik! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Fekter: Warum tut der Haider nichts in Kärnten?
Ich erinnere an eine schriftliche Beantwortung einer Anfrage durch den Herrn Wirtschaftsminister, in der er klar schreibt, daß sowohl für die Gesetzgebung als auch für die Vollziehung der Wohnbauförderung eine alleinige Kompetenz der Länder vorliegt. – Warum geschieht dann in Kärnten nichts? (Abg. Dr. Fekter: Warum tut der Haider nichts in Kärnten?) In den anderen Bundesländern, beispielsweise in Salzburg und Oberösterreich, ist etwas geschehen. Die GSWB gibt bei Mieten nach, Sanierungsgelder und Kautionen werden besser verzinst. Gemeinnützige Bauvereinigungen reduzieren Mieten um insgesamt 20 Millionen Schilling im Bundesland Salzburg.
Abg. Dr. Krüger: Ihr seid aber noch nie aus der Schuld herausgekommen!
Die dritte Feststellung: Wir diskutieren heute über die verlorene Unschuld der Freiheitlichen Partei in Wohnungsangelegenheiten. (Abg. Dr. Krüger: Ihr seid aber noch nie aus der Schuld herausgekommen!) Ich möchte jetzt schon noch wissen: Um wieviel wurde "Freies Wohnen" tatsächlich verkauft? – Waren es 6 Millionen, waren es 10 Millionen, oder war es nur dieser eine Schilling? (Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.
Die dritte Feststellung: Wir diskutieren heute über die verlorene Unschuld der Freiheitlichen Partei in Wohnungsangelegenheiten. (Abg. Dr. Krüger: Ihr seid aber noch nie aus der Schuld herausgekommen!) Ich möchte jetzt schon noch wissen: Um wieviel wurde "Freies Wohnen" tatsächlich verkauft? – Waren es 6 Millionen, waren es 10 Millionen, oder war es nur dieser eine Schilling? (Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.)
Abg. Dr. Krüger: Ist euch leicht ein Schilling zu teuer? – Ruf bei der SPÖ: Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!
Kollege Firlinger, ich ersuche dich, uns, diesem Hause, mitzuteilen, um welchen Betrag es verkauft wurde. Das ist ja im Bundesparteivorstand der FPÖ beschlossen worden, wie ich einer Presseaussendung entnehmen konnte. Ich glaube, der Nationalrat hat ein Recht darauf, von Ihnen zu erfahren, um welchen Preis "Freies Wohnen" verkauft wurde. (Abg. Dr. Krüger: Ist euch leicht ein Schilling zu teuer? – Ruf bei der SPÖ: Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!)
Abg. Dr. Graf: Ein Schilling!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Erlauben Sie mir, daß ich die eigentlichen Probleme darstelle, um die es mir geht. (Abg. Dr. Graf: Ein Schilling!) Es geht um die Frage der Kosten bei der Miete. Wir im Bundesland Salzburg haben nämlich ein ganz anderes Problem. Wir haben ein Problem bei den vermieteten Eigentumswohnungen, bei denen es keine geregelte Mietzinsbildung gibt. Lesen Sie einmal die "Salzburger Nachrichten" am Wochenende und informieren Sie sich über die Mietpreise, die bei uns verlangt werden. Es wäre schön gewesen, wenn die Freiheitliche Partei genau zu dieser Problematik etwas gesagt hätte. (Abg. Dr. Krüger: Wie heißt denn der SPÖ-Bürgermeister, der sich eine Eigentumswohnung zukommen hat lassen? War das nicht der Herr Reschen?)
Abg. Dr. Krüger: Wie heißt denn der SPÖ-Bürgermeister, der sich eine Eigentumswohnung zukommen hat lassen? War das nicht der Herr Reschen?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Erlauben Sie mir, daß ich die eigentlichen Probleme darstelle, um die es mir geht. (Abg. Dr. Graf: Ein Schilling!) Es geht um die Frage der Kosten bei der Miete. Wir im Bundesland Salzburg haben nämlich ein ganz anderes Problem. Wir haben ein Problem bei den vermieteten Eigentumswohnungen, bei denen es keine geregelte Mietzinsbildung gibt. Lesen Sie einmal die "Salzburger Nachrichten" am Wochenende und informieren Sie sich über die Mietpreise, die bei uns verlangt werden. Es wäre schön gewesen, wenn die Freiheitliche Partei genau zu dieser Problematik etwas gesagt hätte. (Abg. Dr. Krüger: Wie heißt denn der SPÖ-Bürgermeister, der sich eine Eigentumswohnung zukommen hat lassen? War das nicht der Herr Reschen?)
Abg. Dr. Graf: Wer hat denn das Gesetz gemacht?
Oder ein anderes Problem: Schauen wir uns das Problem der anteiligen Haftung der Wohnungseigentümer an, wenn Wohnungseigentümer für fremde Schulden zahlen müssen! (Abg. Dr. Graf: Wer hat denn das Gesetz gemacht?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Der SPÖ-Bürgermeister von Salzburg hat’s sogar zurückgeben müssen!
Das ist eines der großen Probleme, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Und ich weiß, meine sehr verehrten Damen und Herren, warum die Freiheitliche Partei diesbezüglich nichts unternimmt. Ich halte sie für eine Makler- und Hausherrenpartei, die nicht dazu bereit ist, die Wohnungsprobleme im privaten Wohnungssegment anzusprechen. Sie haben daher – auch Sie, Kollege Krüger – in dieser Frage für mich jede politische Glaubwürdigkeit verloren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Der SPÖ-Bürgermeister von Salzburg hat’s sogar zurückgeben müssen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fischl: Das gilt für Sie! – Abg. Mag. Firlinger: Das sagt er, weil wir keine Kommunisten sind!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Erlauben Sie mir abschließend noch folgendes festzuhalten: Sozialdemokratische Wohnungspolitik ist eine Politik für Mieter und Wohnungseigentümer. Es geht um Preisschutz für Wohnungswerber und Mieter. Es geht um Fragen des Kündigungsschutzes, und es geht um die Stärkung der Mitbestimmungsrechte der Miteigentümer und Mieter gegenüber den Verwaltungen. Und Ihnen sei zum Schluß noch ein altes römisches Sprichwort ins Stammbuch geschrieben. Es heißt, Kollege Firlinger: Si tacuisses, philosophus mansisses! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fischl: Das gilt für Sie! – Abg. Mag. Firlinger: Das sagt er, weil wir keine Kommunisten sind!)
Abg. Dr. Graf: Betriebskosten! Sehr richtig!
Das Problem liegt also nicht primär und allein bei Maklergebühren und Mieten, sondern allem voran bei den Betriebskosten! (Abg. Dr. Graf: Betriebskosten! Sehr richtig!) Warum diese speziell für die Städte, und zwar für die großen Städte, meine lieben Kollegen von der sozialdemokratischen Fraktion, geltende Tatsache hier so dezent verschwiegen wird, weiß ich nicht. (Abg. Dr. Graf: Eine echte Oppositionsrednerin!)
Abg. Dr. Graf: Eine echte Oppositionsrednerin!
Das Problem liegt also nicht primär und allein bei Maklergebühren und Mieten, sondern allem voran bei den Betriebskosten! (Abg. Dr. Graf: Betriebskosten! Sehr richtig!) Warum diese speziell für die Städte, und zwar für die großen Städte, meine lieben Kollegen von der sozialdemokratischen Fraktion, geltende Tatsache hier so dezent verschwiegen wird, weiß ich nicht. (Abg. Dr. Graf: Eine echte Oppositionsrednerin!)
Abg. Fischl: Nein! Wir können es beweisen!
Ich möchte mich aber in meinem Redebeitrag vorwiegend mit der Dringlichen Anfrage der Freiheitlichen beschäftigen. – Werte Kollegen von der Freiheitlichen Partei, Sie prangern hier die Zusammenhänge zwischen Gemeinnützigkeit und Eigentümerstruktur im Banken- und Versicherungswesen an und unterstellen damit automatisch, daß da etwas nicht in Ordnung sei. (Abg. Fischl: Nein! Wir können es beweisen!) Nach den Revisionsberichten ist es aber eine Tatsache, daß die Mißwirtschaft ganz woanders passiert ist, nämlich beispielsweise in einem Bereich, in dem weder Banken noch Versicherungen, sondern politische Funktionäre der Freiheitlichen in Niederösterreich involviert waren.
Abg. Dr. Ofner: Zur Sache!
Haider sagte also, "übernommene Haftungen im Baugeschehen" würden, wenn sie schlagend werden, diese Größenordnung ausmachen. Was ist mit diesen Haftungen, meine Damen und Herren von der FPÖ? (Abg. Dr. Ofner: Zur Sache!) Oder gibt es keine Haftungen? Hat Haider hier nicht die Wahrheit gesagt? Hat Haider hier die Unwahrheit gesagt? Warum bekommen die Schuldner ihr Geld nicht? Warum wurden Wohnungskäufer geprellt und Baufirmen für ihre Leistungen nicht bezahlt? (Abg. Dr. Ofner: Es geht um die Höhe des Mietzinses bei euren Genossenschaften!) Über Generalunternehmer, Bauherren und Verschleierungskonstruktionen haben die gemeinnützigen Wohnbauaktivitäten der FPÖ Niederösterreich nur Geschädigte hinterlassen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Irgend etwas zum Thema vielleicht, Frau Kollegin!)
Abg. Dr. Ofner: Es geht um die Höhe des Mietzinses bei euren Genossenschaften!
Haider sagte also, "übernommene Haftungen im Baugeschehen" würden, wenn sie schlagend werden, diese Größenordnung ausmachen. Was ist mit diesen Haftungen, meine Damen und Herren von der FPÖ? (Abg. Dr. Ofner: Zur Sache!) Oder gibt es keine Haftungen? Hat Haider hier nicht die Wahrheit gesagt? Hat Haider hier die Unwahrheit gesagt? Warum bekommen die Schuldner ihr Geld nicht? Warum wurden Wohnungskäufer geprellt und Baufirmen für ihre Leistungen nicht bezahlt? (Abg. Dr. Ofner: Es geht um die Höhe des Mietzinses bei euren Genossenschaften!) Über Generalunternehmer, Bauherren und Verschleierungskonstruktionen haben die gemeinnützigen Wohnbauaktivitäten der FPÖ Niederösterreich nur Geschädigte hinterlassen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Irgend etwas zum Thema vielleicht, Frau Kollegin!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Irgend etwas zum Thema vielleicht, Frau Kollegin!
Haider sagte also, "übernommene Haftungen im Baugeschehen" würden, wenn sie schlagend werden, diese Größenordnung ausmachen. Was ist mit diesen Haftungen, meine Damen und Herren von der FPÖ? (Abg. Dr. Ofner: Zur Sache!) Oder gibt es keine Haftungen? Hat Haider hier nicht die Wahrheit gesagt? Hat Haider hier die Unwahrheit gesagt? Warum bekommen die Schuldner ihr Geld nicht? Warum wurden Wohnungskäufer geprellt und Baufirmen für ihre Leistungen nicht bezahlt? (Abg. Dr. Ofner: Es geht um die Höhe des Mietzinses bei euren Genossenschaften!) Über Generalunternehmer, Bauherren und Verschleierungskonstruktionen haben die gemeinnützigen Wohnbauaktivitäten der FPÖ Niederösterreich nur Geschädigte hinterlassen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Irgend etwas zum Thema vielleicht, Frau Kollegin!)
Abg. Dr. Ofner: Zur Sache!
Die FPÖ Niederösterreich ist zu 75 Prozent Gesellschafterin der "Freien Zukunft" Grundstücksverwertungs GesmbH, diese betreibt ein Bauträgerunternehmen. Die "Freie Zukunft" ist ihrerseits mit 25 Prozent beteiligt an der Holiday Home und die Holiday Home wiederum an der gemeinnützigen Gesellschaft "Freies Wohnen". Diese Kette diente einerseits zur Verschleierung, andererseits hat sie Wohnungseigentümer geschädigt. (Abg. Dr. Ofner: Zur Sache!) Durch diese FPÖ-Mißwirtschaft werden die gutgläubigen Wohnungskäufer hängengelassen. (Abg. Haigermoser: Ich habe den Verdacht, Sie haben sich die Rede selbst geschrieben!)
Abg. Haigermoser: Ich habe den Verdacht, Sie haben sich die Rede selbst geschrieben!
Die FPÖ Niederösterreich ist zu 75 Prozent Gesellschafterin der "Freien Zukunft" Grundstücksverwertungs GesmbH, diese betreibt ein Bauträgerunternehmen. Die "Freie Zukunft" ist ihrerseits mit 25 Prozent beteiligt an der Holiday Home und die Holiday Home wiederum an der gemeinnützigen Gesellschaft "Freies Wohnen". Diese Kette diente einerseits zur Verschleierung, andererseits hat sie Wohnungseigentümer geschädigt. (Abg. Dr. Ofner: Zur Sache!) Durch diese FPÖ-Mißwirtschaft werden die gutgläubigen Wohnungskäufer hängengelassen. (Abg. Haigermoser: Ich habe den Verdacht, Sie haben sich die Rede selbst geschrieben!)
Abg. Dr. Ofner: Sehr interessant, aber was hat das mit dem Thema zu tun?
Herr Kollege Trattner! Wegen Untätigkeit ist die Bezirkshauptmannschaft Baden bereits aktiv geworden, ein Vollstreckungsverfahren ist anhängig (Abg. Dr. Ofner: Sehr interessant, aber was hat das mit dem Thema zu tun?), damit die Wohnungseigentümer eurer gemeinnützigen Gesellschaften (Abg. Dr. Ofner: Thema, Maria!) zu Trinkwasser kommen, denn sonst hätten sie nicht einmal Trinkwasser! (Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Ofner: Thema, Maria!
Herr Kollege Trattner! Wegen Untätigkeit ist die Bezirkshauptmannschaft Baden bereits aktiv geworden, ein Vollstreckungsverfahren ist anhängig (Abg. Dr. Ofner: Sehr interessant, aber was hat das mit dem Thema zu tun?), damit die Wohnungseigentümer eurer gemeinnützigen Gesellschaften (Abg. Dr. Ofner: Thema, Maria!) zu Trinkwasser kommen, denn sonst hätten sie nicht einmal Trinkwasser! (Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Herr Kollege Trattner! Wegen Untätigkeit ist die Bezirkshauptmannschaft Baden bereits aktiv geworden, ein Vollstreckungsverfahren ist anhängig (Abg. Dr. Ofner: Sehr interessant, aber was hat das mit dem Thema zu tun?), damit die Wohnungseigentümer eurer gemeinnützigen Gesellschaften (Abg. Dr. Ofner: Thema, Maria!) zu Trinkwasser kommen, denn sonst hätten sie nicht einmal Trinkwasser! (Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Ofner: Zum Thema haben Sie nichts zu sagen?
Weit über ein Jahr ist seither vergangen. Die FPÖ hat versprochen, beschwichtigt und nicht gehandelt! Ich kann mich noch gut an die Aussage Haiders erinnern, daß er halt ein paar Festmeter aus dem Bärental zur Schadensbegrenzung zur Verfügung stellen werde. – Ist das passiert? Ist der Schaden begrenzt worden? Sind die Professionisten inzwischen bezahlt? (Abg. Dr. Ofner: Zum Thema haben Sie nichts zu sagen?) Ich habe hier eine Liste der geschädigten Professionisten, die im FPÖ-Wohnbaudebakel nicht zu ihrem Geld gekommen sind. Auf dieser Liste steht auch der werte Kollege Mentil. Vielleicht meldet er sich noch zu Wort. (Abg. Haigermoser: Da müssen Sie ihn selber fragen!) Hier steht, Herr Kollege Mentil bekommt noch 1,3 Millionen Schilling von diesem Firmengeflecht, das – ich habe diese Kette hier angeführt – das Geld nicht bezahlt. (Abg. Dr. Ofner: Zur Sache!)
Abg. Haigermoser: Da müssen Sie ihn selber fragen!
Weit über ein Jahr ist seither vergangen. Die FPÖ hat versprochen, beschwichtigt und nicht gehandelt! Ich kann mich noch gut an die Aussage Haiders erinnern, daß er halt ein paar Festmeter aus dem Bärental zur Schadensbegrenzung zur Verfügung stellen werde. – Ist das passiert? Ist der Schaden begrenzt worden? Sind die Professionisten inzwischen bezahlt? (Abg. Dr. Ofner: Zum Thema haben Sie nichts zu sagen?) Ich habe hier eine Liste der geschädigten Professionisten, die im FPÖ-Wohnbaudebakel nicht zu ihrem Geld gekommen sind. Auf dieser Liste steht auch der werte Kollege Mentil. Vielleicht meldet er sich noch zu Wort. (Abg. Haigermoser: Da müssen Sie ihn selber fragen!) Hier steht, Herr Kollege Mentil bekommt noch 1,3 Millionen Schilling von diesem Firmengeflecht, das – ich habe diese Kette hier angeführt – das Geld nicht bezahlt. (Abg. Dr. Ofner: Zur Sache!)
Abg. Dr. Ofner: Zur Sache!
Weit über ein Jahr ist seither vergangen. Die FPÖ hat versprochen, beschwichtigt und nicht gehandelt! Ich kann mich noch gut an die Aussage Haiders erinnern, daß er halt ein paar Festmeter aus dem Bärental zur Schadensbegrenzung zur Verfügung stellen werde. – Ist das passiert? Ist der Schaden begrenzt worden? Sind die Professionisten inzwischen bezahlt? (Abg. Dr. Ofner: Zum Thema haben Sie nichts zu sagen?) Ich habe hier eine Liste der geschädigten Professionisten, die im FPÖ-Wohnbaudebakel nicht zu ihrem Geld gekommen sind. Auf dieser Liste steht auch der werte Kollege Mentil. Vielleicht meldet er sich noch zu Wort. (Abg. Haigermoser: Da müssen Sie ihn selber fragen!) Hier steht, Herr Kollege Mentil bekommt noch 1,3 Millionen Schilling von diesem Firmengeflecht, das – ich habe diese Kette hier angeführt – das Geld nicht bezahlt. (Abg. Dr. Ofner: Zur Sache!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Kein Wort zum Antrag! Mein Gott, ist euch das unangenehm!
Ich spreche der FPÖ jegliche Kompetenz in Wohnungsfragen ab, denn schlechte Ratschläge brauchen wir von Mißwirtschaftern nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Kein Wort zum Antrag! Mein Gott, ist euch das unangenehm!)
Abg. Dr. Fekter: Ja! Das steht aber nicht in Ihrem Antrag drin!
Abgeordneter Dr. Martin Graf (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich fühle mich direkt angesprochen, Frau Kollegin Fekter, denn es stimmt, daß die Betriebskosten die Wohnungskosten unheimlich verteuern. (Abg. Dr. Fekter: Ja! Das steht aber nicht in Ihrem Antrag drin!) Und diesem Thema werde ich mich jetzt widmen und dabei auch auf die Ausführungen des Herrn Kollegen Maier eingehen, der das soziale Gleichgewicht und die politische Glaubwürdigkeit angesprochen hat.
Abg. Edler: Das war schon im "Kaisermühlen Blues"!
Kollege Edler aus meinem Wahlkreis kennt den Fall, den ich jetzt nennen werde. Und an diesem konkreten Fall wird man erkennen können, wie sich die Mietpreise gestalten, und wie auch die Betriebskosten zustande kommen. Ich möchte das "soziale Gleichgewicht" am Beispiel des sozialistischen Bezirksvorsteher-Stellvertreters Karl Dampier festmachen. (Abg. Edler: Das war schon im "Kaisermühlen Blues"!)
Abg. Edler: Ein tüchtiger Arbeiter!
Dieser Fall schaut, kurz geschildert, so aus: Als Polithausmeister – Hausmeister und Hausbesorger – im Gemeindebau Rennbahnweg, Wien-Donaustadt, 22. Bezirk (Abg. Edler: Ein tüchtiger Arbeiter!), hat er 70 000 S verdient. (Abg. Haigermoser: Wieviel hatte er da?) 70 000 S, neben 50 000 S brutto als Politfunktionär! Gearbeitet hat er dafür nichts, denn wir sind ihm im Jahre 1995 draufgekommen, daß er zwei Leute schwarz dafür beschäftigt hatte, daß sie seine Arbeit gemacht haben. Diese zwei Leute hat er mit einem Hungerlohn abgespeist. Daraufhin hat Stadtrat Faymann die Notbremse gezogen, es war nämlich tatsächlich so!
Abg. Haigermoser: Wieviel hatte er da?
Dieser Fall schaut, kurz geschildert, so aus: Als Polithausmeister – Hausmeister und Hausbesorger – im Gemeindebau Rennbahnweg, Wien-Donaustadt, 22. Bezirk (Abg. Edler: Ein tüchtiger Arbeiter!), hat er 70 000 S verdient. (Abg. Haigermoser: Wieviel hatte er da?) 70 000 S, neben 50 000 S brutto als Politfunktionär! Gearbeitet hat er dafür nichts, denn wir sind ihm im Jahre 1995 draufgekommen, daß er zwei Leute schwarz dafür beschäftigt hatte, daß sie seine Arbeit gemacht haben. Diese zwei Leute hat er mit einem Hungerlohn abgespeist. Daraufhin hat Stadtrat Faymann die Notbremse gezogen, es war nämlich tatsächlich so!
Rufe bei den Freiheitlichen: Na da schau her!
Dabei hat dieser Hausmeister auch noch Glück gehabt, denn er mußte sich nicht einmal einem sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsstrafverfahren unterziehen, wie es bei jedem anderen Bürger in diesem Land der Fall wäre, wenn er Schwarzarbeiter beschäftigt. (Rufe bei den Freiheitlichen: Na da schau her!) Bei ihm war dies nicht der Fall!
Abg. Dr. Ofner: Pro Wohnung!?
Ich habe hier eine Aufstellung jener Summen, die die einzelnen Mieter für die Tätigkeit dieses Hausbesorgers dort bezahlen müssen, nämlich durchschnittlich 1 193 S im Monat! (Abg. Dr. Ofner: Pro Wohnung!?) Pro Wohnung! Genau daraus aber setzen sich die Betriebskosten zusammen! Er hat dort insgesamt 115 Wohneinheiten zu betreuen (Abg. Haigermoser: Ausrechnen, Herr Edler!), und bei durchschnittlich 70 Quadratmeter pro Wohnung komme ich also immer noch – vorsichtig geschätzt – auf ein Monatseinkommen für den "lieben" Herrn Polithausmeister von 53 000 S brutto! (Abg. Edler: Was verdienen denn der Herr Stadler und der Herr Prinz?) Soviel verdient er dort, und damit steigen natürlich auch die Betriebskosten! Das muß man sich erst einmal leisten können!
Abg. Haigermoser: Ausrechnen, Herr Edler!
Ich habe hier eine Aufstellung jener Summen, die die einzelnen Mieter für die Tätigkeit dieses Hausbesorgers dort bezahlen müssen, nämlich durchschnittlich 1 193 S im Monat! (Abg. Dr. Ofner: Pro Wohnung!?) Pro Wohnung! Genau daraus aber setzen sich die Betriebskosten zusammen! Er hat dort insgesamt 115 Wohneinheiten zu betreuen (Abg. Haigermoser: Ausrechnen, Herr Edler!), und bei durchschnittlich 70 Quadratmeter pro Wohnung komme ich also immer noch – vorsichtig geschätzt – auf ein Monatseinkommen für den "lieben" Herrn Polithausmeister von 53 000 S brutto! (Abg. Edler: Was verdienen denn der Herr Stadler und der Herr Prinz?) Soviel verdient er dort, und damit steigen natürlich auch die Betriebskosten! Das muß man sich erst einmal leisten können!
Abg. Edler: Was verdienen denn der Herr Stadler und der Herr Prinz?
Ich habe hier eine Aufstellung jener Summen, die die einzelnen Mieter für die Tätigkeit dieses Hausbesorgers dort bezahlen müssen, nämlich durchschnittlich 1 193 S im Monat! (Abg. Dr. Ofner: Pro Wohnung!?) Pro Wohnung! Genau daraus aber setzen sich die Betriebskosten zusammen! Er hat dort insgesamt 115 Wohneinheiten zu betreuen (Abg. Haigermoser: Ausrechnen, Herr Edler!), und bei durchschnittlich 70 Quadratmeter pro Wohnung komme ich also immer noch – vorsichtig geschätzt – auf ein Monatseinkommen für den "lieben" Herrn Polithausmeister von 53 000 S brutto! (Abg. Edler: Was verdienen denn der Herr Stadler und der Herr Prinz?) Soviel verdient er dort, und damit steigen natürlich auch die Betriebskosten! Das muß man sich erst einmal leisten können!
Rufe bei den Freiheitlichen: Na da schau her!
Aber das ist noch nicht alles, denn der "liebe" Herr Bezirksvorsteher-Stellvertreter Dampier hat nämlich auch eine Gattin, und diese ist Hausbesorgerin in der benachbarten, allerdings schwarzen Siedlungsgenossenschaft! (Rufe bei den Freiheitlichen: Na da schau her!) Sie hat das gleiche Gehalt wie ihr Mann, verdient also noch einmal dieselbe Summe! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber das ist noch nicht alles, denn der "liebe" Herr Bezirksvorsteher-Stellvertreter Dampier hat nämlich auch eine Gattin, und diese ist Hausbesorgerin in der benachbarten, allerdings schwarzen Siedlungsgenossenschaft! (Rufe bei den Freiheitlichen: Na da schau her!) Sie hat das gleiche Gehalt wie ihr Mann, verdient also noch einmal dieselbe Summe! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter
Aber das ist immer noch nicht alles! Da er ja Erfahrungen als Unternehmer hat – allerdings nur mit Schwarzbeschäftigten –, hat Herr Bezirksvorsteher-Stellvertreter Karl Dampier ein Reinigungsunternehmen gegründet (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) und reinigt nun in der Erzherzog-Karl Stadt, an der mehrere Genossenschaften beteiligt sind, im Solde aller dortigen Hausbesorger die Stiegen und Anlagen und verdient sich damit ein weiteres Zubrot! Das ist jene "soziale Gleichgewichtung", die die Sozialisten immer wieder ins Treffen führen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Steibl: Zur Sache! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Steibl: Zur Sache! – Weitere Zwischenrufe.
Aber das ist immer noch nicht alles! Da er ja Erfahrungen als Unternehmer hat – allerdings nur mit Schwarzbeschäftigten –, hat Herr Bezirksvorsteher-Stellvertreter Karl Dampier ein Reinigungsunternehmen gegründet (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter) und reinigt nun in der Erzherzog-Karl Stadt, an der mehrere Genossenschaften beteiligt sind, im Solde aller dortigen Hausbesorger die Stiegen und Anlagen und verdient sich damit ein weiteres Zubrot! Das ist jene "soziale Gleichgewichtung", die die Sozialisten immer wieder ins Treffen führen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Steibl: Zur Sache! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Hervorragend aufgedeckt! – Abg. Kiss: So dick die Butter am Kopf ...! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war sehr treffend! – Abg. Edler: Der Prinz verdient das dreimal und der Gemeinderat Stadler!
Mit solchen Beispielen werden wir Sie nicht in Frieden lassen. Wenn Sie solche Polithausmeister auf Kosten der Mieter weiterhin im Amt lassen, dann sind Sie reif für die Ablöse, meine Damen und Herren von Rot und Schwarz! Es muß endlich Schluß sein damit, daß ein Wohnungsmieter 1 200 S pro Monat an einen Polithausmeister abzuführen hat. Das verteuert die Betriebskosten, und da kann man ansetzen. Diese Form ist die teuerste Möglichkeit für die Mieter, und dagegen verwahren wir uns! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Hervorragend aufgedeckt! – Abg. Kiss: So dick die Butter am Kopf ...! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war sehr treffend! – Abg. Edler: Der Prinz verdient das dreimal und der Gemeinderat Stadler!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das stört Sie, nicht?
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Kollege! Ich glaube, es ist relativ leicht durchschaubar, warum Sie diese Dringliche Anfrage heute eingebracht haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das stört Sie, nicht?) Und es nützt auch nichts, wenn Sie uns hier einige Geschichten aus Ihrem Wahlkreis erzählen und versuchen, damit von den eigentlichen Fragen abzulenken, wohl wissend, was alles in Ihren eigenen Reihen geschehen ist.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kiss: Das ist aber wirklich ein Unterschied!
Da Sie heute schon mehrfach darauf hingewiesen haben, wer nicht in diesen Organen sitzen darf, möchte ich Ihnen bei dieser Gelegenheit auch noch folgendes sagen: Jene Personen, die Sie hier angeführt haben, sitzen in Aufsichtsräten, diejenigen, die Sie dorthin entsendet haben, sitzen teilweise im Gefängnis, und das wünschen wir uns jedenfalls nicht, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kiss: Das ist aber wirklich ein Unterschied!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, daß es dann, wenn dieser Weg beschritten wird, nämlich daß die Mieter von sich aus kontrollieren können, wie die wirtschaftliche Gebarung dieser Unternehmen ist, eine tatsächliche und wirksame Möglichkeit gibt, um das zu verhindern, wovor Sie warnen. Es ist ein Weg, der realistisch und auch besser ist – um ein Wesentliches besser – als jene doch sehr merkwürdigen Vorschläge, die Sie heute insbesondere in den ersten Punkten Ihres Antrages hier vorgestellt haben. In diesem Sinne werden wir diesem Ihrem Antrag natürlich nicht zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit des Abg. Lafer.
Abgeordneter Hermann Kröll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Dieser Dringliche Antrag der Freiheitlichen Partei, der, wie schon erwähnt wurde, im Bautenausschuß am 21. April 1999 eingebracht wurde, weist in der Diktion bei einigen seiner Punkte, auf die schon sehr konkret von unseren beiden Hauptrednern Walter Schwimmer und Dr. Fekter eingegangen wurde, einige Dinge auf, die in Diskussion stehen, aber er kann generell nicht so hingenommen werden. (Heiterkeit des Abg. Lafer.)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Leikam. – Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Es ist vor allem die Dringlichkeit von damals heute nicht mehr gegeben, und das, was Ihr unter transparenter Wohnbaupolitik versteht, ist nicht ganz verständlich und daher auch nicht glaubwürdig. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Leikam. – Zwischenruf des Abg. Böhacker.)
Abg. Schwarzenberger: Flucht nach vorne!
Wenn es die Fälle in Niederösterreich nicht gegeben hätte, sie nicht geben würde und sie schon ausgeräumt wären, dann würde die ganze Geschichte ein anderes Gewicht haben, aber so schaut es ein bißchen danach aus (Abg. Schwarzenberger: Flucht nach vorne!), als wäre es eine Flucht nach vorne. Das ist der beste Weg der Verteidigung. Ich sage nur: In der Sache! (Abg. Dr. Ofner: Mehr in die Sache eingehen!) Wir gehen auch in die Sache ein.
Abg. Dr. Ofner: Mehr in die Sache eingehen!
Wenn es die Fälle in Niederösterreich nicht gegeben hätte, sie nicht geben würde und sie schon ausgeräumt wären, dann würde die ganze Geschichte ein anderes Gewicht haben, aber so schaut es ein bißchen danach aus (Abg. Schwarzenberger: Flucht nach vorne!), als wäre es eine Flucht nach vorne. Das ist der beste Weg der Verteidigung. Ich sage nur: In der Sache! (Abg. Dr. Ofner: Mehr in die Sache eingehen!) Wir gehen auch in die Sache ein.
Abg. Mag. Firlinger: Das ist okay!
Ich muß Ihnen aber folgendes ganz ehrlich sagen – das kann ich beurteilen, denn ich habe nämlich mit drei verschiedenen Genossenschaften unterschiedlicher Zuordnungen über lange Zeit zusammengearbeitet, und zwar durchaus zum Wohle der Leute, die auf eine Wohnung warten, und zum Wohle der Wirtschaft vor Ort, der Handwerker, der Bauwirtschaft, des Baunebengewerbes; als ich in einem Aufsichtsrat war und dann gleichzeitig Abgeordneter zum Landtag wurde, habe ich im selben Moment meine Funktion im Aufsichtsrat zurückgelegt (Abg. Mag. Firlinger: Das ist okay!) –: Ich sehe, Herr Kollege Firlinger, überhaupt keinen Sinn darin, daß die heimische Wirtschaft, ob es Versicherungen oder ob es heimische Banken sind, sich aus dieser wichtigen Bauinitiative, die auch noch sozialen Charakter hat und die sich regional in allen Orten positiv auf die Volkswirtschaft niederschlägt, überall zurückziehen soll. Wer soll denn dann an ihre Stelle treten? Da sind mir eure Beispiele zuwenig gut. Das muß ich ganz ehrlich sagen. Sie sind mir wirklich zuwenig gut, als daß ich dafür eintreten könnte. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Leikam.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Leikam.
Ich muß Ihnen aber folgendes ganz ehrlich sagen – das kann ich beurteilen, denn ich habe nämlich mit drei verschiedenen Genossenschaften unterschiedlicher Zuordnungen über lange Zeit zusammengearbeitet, und zwar durchaus zum Wohle der Leute, die auf eine Wohnung warten, und zum Wohle der Wirtschaft vor Ort, der Handwerker, der Bauwirtschaft, des Baunebengewerbes; als ich in einem Aufsichtsrat war und dann gleichzeitig Abgeordneter zum Landtag wurde, habe ich im selben Moment meine Funktion im Aufsichtsrat zurückgelegt (Abg. Mag. Firlinger: Das ist okay!) –: Ich sehe, Herr Kollege Firlinger, überhaupt keinen Sinn darin, daß die heimische Wirtschaft, ob es Versicherungen oder ob es heimische Banken sind, sich aus dieser wichtigen Bauinitiative, die auch noch sozialen Charakter hat und die sich regional in allen Orten positiv auf die Volkswirtschaft niederschlägt, überall zurückziehen soll. Wer soll denn dann an ihre Stelle treten? Da sind mir eure Beispiele zuwenig gut. Das muß ich ganz ehrlich sagen. Sie sind mir wirklich zuwenig gut, als daß ich dafür eintreten könnte. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Leikam.)
Abg. Mag. Firlinger: Das fordern wir auch nicht! – Abg. Dr. Ofner: Ein bißchen weniger schröpfen!
Daher muß ich sagen: Da gibt es einiges zu überdenken, da gilt es einiges transparent zu machen, da gilt es, wie auch Walter Schwimmer sagt, die Kontrolle der Mieter, der Partner, der logischen und der natürlichen, wie es die ÖVP am Bundesparteitag als klare Forderung wieder beschlossen hat, aufzumachen. Aber das heißt doch nicht, daß man deswegen die Wohnbauträger, die wir brauchen, eliminieren muß. (Abg. Mag. Firlinger: Das fordern wir auch nicht! – Abg. Dr. Ofner: Ein bißchen weniger schröpfen!) Das heißt aber auch nicht, daß die gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft und Wirtschaft obsolet ist, daß sie heute keine Bedeutung mehr hätte. Das heißt das alles nicht!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir sind sicher, daß die Verhandlungen, wenn sie ohne die große Bühne der Öffentlichkeit und ohne wahltaktische Manöver weitergeführt werden, viele Verbesserungen bringen werden, ohne dabei das Gute wegzuschmeißen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Wie immer!
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Frau Mag. Fekter und Herr Bürgermeister Kröll, was die Glaubwürdigkeit der Redner hier an diesem Rednerpult betrifft: Frau Mag. Dr. Fekter! Ist Ihr Gedächtnis so schlecht, oder verdrängen Sie die unangenehmen Dinge, die die ÖVP betrifft? (Ruf bei den Freiheitlichen: Wie immer!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sagen Ihnen WEB, IMMAG, Bautreuhand etwas? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Zum Beispiel: Wer war denn der Gründervater der WEB, der Bautreuhand, der IMMAG? – Hans Zyla, ÖPV-Stadtobmann in Salzburg. Eine klassische "schwarze Partie" – unter Anführungszeichen – mit roter Restbeteiligung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Bravo, Fekter!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Bravo, Fekter!
Sagen Ihnen WEB, IMMAG, Bautreuhand etwas? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Zum Beispiel: Wer war denn der Gründervater der WEB, der Bautreuhand, der IMMAG? – Hans Zyla, ÖPV-Stadtobmann in Salzburg. Eine klassische "schwarze Partie" – unter Anführungszeichen – mit roter Restbeteiligung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Bravo, Fekter!)
Abg. Murauer: Mit dem Wort "Betrug" ein bißchen vorsichtig sein! – Abg. Haigermoser: Nein, da sind wir nicht vorsichtig!
Frau Staatssekretärin! Weil Sie sich so Sorgen um die Unternehmer, die eventuell Forderungen abschreiben müssen, machen: Wie hoch waren denn die Schadenssummen bei WEB, IMMAG, Bautreuhand, bei dieser schwarzen Organisation? – 2 000 Millionen Schilling! Um 2 Milliarden Schilling wurden österreichische Steuerbürger geschädigt. 15 000 Menschen wurden betrogen – aus dem Bereich der Österreichischen Volkspartei heraus! (Abg. Murauer: Mit dem Wort "Betrug" ein bißchen vorsichtig sein! – Abg. Haigermoser: Nein, da sind wir nicht vorsichtig!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Maier.
Da gehen Sie noch hierher und sprechen von Glaubwürdigkeit und spielen den Moralapostel gegenüber der Freiheitlichen Partei! Schämen Sie sich, daß Sie in Ihren Reihen derartige Manipulationen haben: 2 000 Millionen Schilling! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Maier.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Banken haben es sich zum Großteil wieder gerichtet, die sind mit einer Milliarde dabei. Da hätte ich die Glaubwürdigkeit der Sozialdemokraten gerne eingefordert, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es sollte wirklich unser aller Bestreben sein, zu erreichen, daß das Wohnen in Österreich nicht zur Armutsfalle wird. Und es sollten alle – alle fünf Fraktionen dieses Hohen Hauses! – dafür eintreten, daß Wohnen wieder leistbar wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Koppler.
Lassen Sie mich einige Dinge relativieren, vor allem folgendes – Herr Dr. Jarolim, ich lasse es Ihnen in Kopie zukommen; ich weiß nicht, ob er da ist oder nicht da ist –: Der Staatsanwalt hat mir bescheinigt, daß es keine Verfehlungen gibt, daß es keinen strafbaren Tatbestand gibt. Sie sollten das einmal zur Kenntnis nehmen! Ich habe in dieser Angelegenheit den Persilschein ausgestellt bekommen. Nehmen Sie auch zur Kenntnis, daß Hermann Mentil Landesfinanzreferent der FPÖ Niederösterreich war und im Landesfinanzbereich die Dinge korrekt und in Ordnung waren. Es hat trotz versuchter medialer Hinrichtung – fast Hinrichtung! – keiner beweisen können, daß in diesem Bereich irgend etwas nicht in Ordnung ist. (Zwischenruf des Abg. Koppler.)
Abg. Leikam: Ganz rot wird Haigermoser!
Ich gehe aber weiter. Ich bin, Herr Kollege Schwimmer und Frau Kollegin Fekter, korrekt genug zu sagen, daß hier im FPÖ-Klub keine Mandatarin und auch kein Mandatar sitzt, der für dieses Wohnbaugesellschaftsdebakel in Niederösterreich etwas kann. Keiner von ihnen, die sie hier sitzen, kann etwas dafür, einschließlich meiner Person. Glauben Sie mir das! Aber Ihre Kritik, Ihre Überlegung oder Ihre Schadensfeststellung in einem Bereich stimmt, man müßte sie nur noch höher ansetzen. Aber ich bin nicht bereit, die Ideen des Herrn Kollegen Haigermoser aufzugreifen und etwas nach oben zu korrigieren oder zu berichtigen. (Abg. Leikam: Ganz rot wird Haigermoser!)
Abg. Kiss: Wer ist dann für das Wohnbaudebakel verantwortlich?
Noch einmal: Peter Rosenstingl hat mit den Wohnbaugesellschaften nichts zu tun gehabt! Im Zuge seiner Verfehlungen gegenüber dem niederösterreichischen Landtagsklub, gegenüber dem RFW Niederösterreich wurde ihm dieser Verdacht über die Medien und leider sehr stark von den politischen Mitbewerbern umgehängt. Da gibt es keinen Zusammenhang, außer dem Umstand, daß er mit Schreiner oder irgendwem anderen im FPÖ-Haus Eigentum erworben hat, und zwar rechtmäßig. (Abg. Kiss: Wer ist dann für das Wohnbaudebakel verantwortlich?) Du wirst von mir nicht erleben, daß ich da etwas sage, was für mich nicht nachvollziehbar ist und was nicht stimmt. Ich kann dir sagen, wer für das Wohnbaudebakel verantwortlich ist. (Abg. Kiss: Na wer?) Und da hat auch die Kollegin Fekter nicht recht, denn wenn beim Bauen Baudarlehen fällig gestellt werden und x Objekte errichtet werden, dann kommen Millionenbeträge in dementsprechender Höhe zusammen. Nur: Wie ist es dazu gekommen, daß sie fällig gestellt wurden?
Abg. Kiss: Na wer?
Noch einmal: Peter Rosenstingl hat mit den Wohnbaugesellschaften nichts zu tun gehabt! Im Zuge seiner Verfehlungen gegenüber dem niederösterreichischen Landtagsklub, gegenüber dem RFW Niederösterreich wurde ihm dieser Verdacht über die Medien und leider sehr stark von den politischen Mitbewerbern umgehängt. Da gibt es keinen Zusammenhang, außer dem Umstand, daß er mit Schreiner oder irgendwem anderen im FPÖ-Haus Eigentum erworben hat, und zwar rechtmäßig. (Abg. Kiss: Wer ist dann für das Wohnbaudebakel verantwortlich?) Du wirst von mir nicht erleben, daß ich da etwas sage, was für mich nicht nachvollziehbar ist und was nicht stimmt. Ich kann dir sagen, wer für das Wohnbaudebakel verantwortlich ist. (Abg. Kiss: Na wer?) Und da hat auch die Kollegin Fekter nicht recht, denn wenn beim Bauen Baudarlehen fällig gestellt werden und x Objekte errichtet werden, dann kommen Millionenbeträge in dementsprechender Höhe zusammen. Nur: Wie ist es dazu gekommen, daß sie fällig gestellt wurden?
Abg. Kiss: Wer waren die? – Abg. Dr. Fekter: Wer waren die Intriganten?
Zweiter Punkt – und da klammere ich wieder alle FPÖ-Abgeordneten aus –: Es war auch Intrige von einigen Herren, die sich auf diese Geschichte draufgesetzt haben, ihre Intrige herrlich geritten haben, und zwar bis zur Existenzvernichtung. Da gab es keinen Schongang! Es gab einige Herren, die sehr wohl diese Situation dazu verwendet haben, ihre Macht- und Richtungskämpfe auszutragen. In letzter Konsequenz hat aber auch die FPÖ Niederösterreich in Summe nichts dafür gekonnt, daß diese Eigendynamik entstanden ist. (Abg. Kiss: Wer waren die? – Abg. Dr. Fekter: Wer waren die Intriganten?)
Abg. Dr. Fekter: Ein Schreiner!
Das sollte man einmal festgestellt haben, weil es so war, und ich bitte wirklich darum, damit aufzuhören, das immer wieder der FPÖ ins Gepäck zu geben. (Abg. Dr. Fekter: Ein Schreiner!)
Abg. Kiss: Und wer waren jetzt die Intriganten?
Zuletzt: Es muß die Errichtungslogistik völlig geändert werden. Es ist nicht mehr sinnvoll, wenn ein Bürgermeister anruft und sagt: Dort habe ich ein Grundstück, und da möchte ich eine Wohnhausanlage errichten lassen. Man wird sich Gedanken machen müssen über den Standort sowie über Verkauf oder Vermietung, bevor noch zu bauen begonnen wird. Also die Auslastungsgarantie muß da sein. Die Objekte müssen einzeln als Kostenstelle gesehen werden und müssen projektspezifisch von den Errichtungskosten her, von den Betriebskosten her und von den Verwaltungskosten her bearbeitet beziehungsweise gestaltet werden. Nur so kommen wir wieder zu entsprechenden Relationen, nur so können wir wieder Wohnungen zu Preisen errichten, die verkraftbar sind. (Abg. Kiss: Und wer waren jetzt die Intriganten?)
Beifall der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Herr Staatssekretär! Nicht herummurksen! Reformen sind angesagt! Wir brauchen Neukonzeptionen. Die Schraube am Zinsensektor anzuziehen ist zuwenig. Wir brauchen eine allumfassende Veränderung und Erneuerung. Das ist meine Auffassung. (Beifall der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Abg. Mentil: Ich werde es dir beweisen! – Oh-Rufe bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Der Abgeordnete Mentil hat wahrheitswidrig behauptet, daß ich von den Malversationen Rosenstingls etwas gewußt hätte. (Abg. Mentil: Ich werde es dir beweisen! – Oh-Rufe bei SPÖ und ÖVP.) Dies ist unrichtig und falsch. Dies ist die übliche Schutzbehauptung eines mutmaßlichen Mitwissers, welcher selbst Mitglied des zuständigen Gremiums war. Die Mittäterschaft Mentils werden die ordentlichen Gerichte zu klären haben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wahr ist vielmehr, daß die Malversationen nach der Flucht Rosenstingls aufs Tapet kamen und bekannt wurden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Schwimmer: Das ist merkwürdig: Partik-Pablé applaudiert Mentil und Haigermoser! – Abg. Leikam – in Richtung des Abg. Haigermoser –: Das schaut nicht gut aus! Du bist die letzte Periode hier!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die nächste Wortmeldung ist jene des Herrn Abgeordneten Mag. Trattner. Die restliche Redezeit beträgt 3 Minuten. (Abg. Dr. Schwimmer: Das ist merkwürdig: Partik-Pablé applaudiert Mentil und Haigermoser! – Abg. Leikam – in Richtung des Abg. Haigermoser –: Das schaut nicht gut aus! Du bist die letzte Periode hier!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter – eine Liste in die Höhe haltend –: Haben Sie das schon gesehen!
Wenn Sie eine Kauffrau sind, Frau Kollegin Fekter, dann nehme ich doch wirklich an, daß Sie eine Bilanz lesen können und sich nicht nur die Passiva anschauen, sondern auch die Aktiva. Bei Wohnbaugenossenschaften, die sehr viel in Bau befindliche Liegenschaften haben, häufen sich aufgrund der Baukosten natürlich Verbindlichkeiten an, aber wenn man die gegenüberstellt und sich das Ganze null zu null ausgeht, dann ist das keine Überschuldung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter – eine Liste in die Höhe haltend –: Haben Sie das schon gesehen!) Sie haben ja keine Ahnung.
Abg. Dr. Fekter: Er hat das vorgeschrieben! Oder?
Wie es bei den Gemeinnützigen ist, wissen Sie auch ganz genau: Wenn es eine Überschuldung gibt, dann schreibt der Revisionsverband vor, daß es eine Eigenkapitalnachschußverpflichtung gibt (Abg. Dr. Fekter: Er hat das vorgeschrieben! Oder?), und dieses Eigenkapital wurde nachgeschossen. Der Revisionsbericht hat das bestätigt, und wir haben einen uneingeschränkten Prüfungsvermerk bekommen.
Abg. Bures: Sie sind gescheitert, und die Mieter sind geschädigt!
Wir haben auch eine mittelfristige Prognose gemacht, und wir haben vor kurzem diese Genossenschaft verkauft. (Abg. Bures: Sie sind gescheitert, und die Mieter sind geschädigt!)
Abg. Dr. Fekter: Haben die Mieter schon ihr Geld bekommen?
Jetzt kommen wir zum ersten Punkt: Es gibt keinen Geschädigten. (Abg. Dr. Fekter: Haben die Mieter schon ihr Geld bekommen?)
Abg. Dr. Fekter: Haben die Mieter schon ihr Geld bekommen?
Punkt zwei: öffentliche Gelder. (Abg. Dr. Fekter: Haben die Mieter schon ihr Geld bekommen?) Sie sollten ganz schön ruhig sein! Jetzt kommen wir zu den öffentlichen Geldern. (Abg. Bures: Sie sind gescheitert, und die Mieter sind geschädigt!) Kein einziger Schilling Wohnbauförderung ist bis dato in die Projekte von "Freiem Wohnen" geflossen.
Abg. Bures: Sie sind gescheitert, und die Mieter sind geschädigt!
Punkt zwei: öffentliche Gelder. (Abg. Dr. Fekter: Haben die Mieter schon ihr Geld bekommen?) Sie sollten ganz schön ruhig sein! Jetzt kommen wir zu den öffentlichen Geldern. (Abg. Bures: Sie sind gescheitert, und die Mieter sind geschädigt!) Kein einziger Schilling Wohnbauförderung ist bis dato in die Projekte von "Freiem Wohnen" geflossen.
Abg. Dr. Fekter: Für diese Projekte gibt es keine Wohnbauförderung!
Am 23. Februar gab es eine Besprechung gemeinsam mit zwei Herren der Aufsichtsbehörde beziehungsweise Vertretern der Wohnbauförderung im Beisein der Landeshauptmann-Stellvertreterin Prokop, wo im Beisein aller dieser Mitglieder zugesagt worden ist, daß für die zwei Projekte von Freiem Wohnen in Gars und in St. Pölten die Wohnbauförderung sofort zur Verfügung gestellt wird. Bis zum 30. April ist dieses Versprechen noch immer nicht eingehalten worden, obwohl seitens "Freien Wohnens" alle Bedingungen erfüllt sind. (Abg. Dr. Fekter: Für diese Projekte gibt es keine Wohnbauförderung!) Das ist das politische Spiel, das Sie in Niederösterreich betreiben – zum Schaden der österreichischen Mieter. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Hier ist also null Schaden entstanden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Am 23. Februar gab es eine Besprechung gemeinsam mit zwei Herren der Aufsichtsbehörde beziehungsweise Vertretern der Wohnbauförderung im Beisein der Landeshauptmann-Stellvertreterin Prokop, wo im Beisein aller dieser Mitglieder zugesagt worden ist, daß für die zwei Projekte von Freiem Wohnen in Gars und in St. Pölten die Wohnbauförderung sofort zur Verfügung gestellt wird. Bis zum 30. April ist dieses Versprechen noch immer nicht eingehalten worden, obwohl seitens "Freien Wohnens" alle Bedingungen erfüllt sind. (Abg. Dr. Fekter: Für diese Projekte gibt es keine Wohnbauförderung!) Das ist das politische Spiel, das Sie in Niederösterreich betreiben – zum Schaden der österreichischen Mieter. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Hier ist also null Schaden entstanden.
Abg. Dr. Fekter: Sie haben doppelt zahlen müssen!
Wenn Sie jetzt mit irgendwelchen Listen und mit der "Freien Zukunft" kommen – das war der freie Bauträger –, so sage ich Ihnen: Sämtliche unbebaute Liegenschaften, sämtliche in Bau befindliche Liegenschaften und sämtliche fertiggestellte Liegenschaften wurden mit allen Rechten und Pflichten letztes Jahr verkauft. Auch hier ist niemand zu Schaden gekommen. (Abg. Dr. Fekter: Sie haben doppelt zahlen müssen!) Die Eigentümer haben ihre Rechte bekommen, und sämtliche Käufer sind bonitätsmäßig derart in Ordnung, daß sie sämtliche Rechte und Pflichten erfüllen können, damit auch dort niemand zu Schaden kommt. (Abg. Dr. Fekter: Die Eigentümer haben doppelt zahlen müssen!)
Abg. Dr. Fekter: Die Eigentümer haben doppelt zahlen müssen!
Wenn Sie jetzt mit irgendwelchen Listen und mit der "Freien Zukunft" kommen – das war der freie Bauträger –, so sage ich Ihnen: Sämtliche unbebaute Liegenschaften, sämtliche in Bau befindliche Liegenschaften und sämtliche fertiggestellte Liegenschaften wurden mit allen Rechten und Pflichten letztes Jahr verkauft. Auch hier ist niemand zu Schaden gekommen. (Abg. Dr. Fekter: Sie haben doppelt zahlen müssen!) Die Eigentümer haben ihre Rechte bekommen, und sämtliche Käufer sind bonitätsmäßig derart in Ordnung, daß sie sämtliche Rechte und Pflichten erfüllen können, damit auch dort niemand zu Schaden kommt. (Abg. Dr. Fekter: Die Eigentümer haben doppelt zahlen müssen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Erkundigen Sie sich, bevor Sie hier herausgehen, sonst verbreiten Sie hier nur Unwahrheiten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident! Hohes Haus! Eines soll nicht unerwähnt bleiben in dieser Debatte, in der wir sehr eingehend über den Wohnbau diskutiert haben und in der wir unsere Perspektiven im vollen Umfang dargestellt haben: daß mit Applaus seitens der freiheitlichen Fraktion, zumindest von der Frau Kollegin Partik-Pablé, ein ehemaliges Mitglied der freiheitlichen Parlamentsfraktion erklärt hat, daß die Schuld an einem der größten Wohnbauskandale der letzten Monate, der letzten Jahre (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) freiheitliche Spitzenfunktionäre getragen haben und tragen, daß es diese Malversationen im politischen Zusammenhang gegeben hat und daß hier eine klare politische Verantwortung der freiheitlichen Fraktion vorliegt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Das wäre angenehm für Sie gewesen, aber das hat er nicht gesagt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Das wäre angenehm für Sie gewesen, aber das hat er nicht gesagt!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident! Hohes Haus! Eines soll nicht unerwähnt bleiben in dieser Debatte, in der wir sehr eingehend über den Wohnbau diskutiert haben und in der wir unsere Perspektiven im vollen Umfang dargestellt haben: daß mit Applaus seitens der freiheitlichen Fraktion, zumindest von der Frau Kollegin Partik-Pablé, ein ehemaliges Mitglied der freiheitlichen Parlamentsfraktion erklärt hat, daß die Schuld an einem der größten Wohnbauskandale der letzten Monate, der letzten Jahre (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) freiheitliche Spitzenfunktionäre getragen haben und tragen, daß es diese Malversationen im politischen Zusammenhang gegeben hat und daß hier eine klare politische Verantwortung der freiheitlichen Fraktion vorliegt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Das wäre angenehm für Sie gewesen, aber das hat er nicht gesagt!)
Abg. Böhacker: Sie werden sich dann entschuldigen müssen!
Es mag sein, daß die Gerichte hier noch entsprechende Klärungen vornehmen werden (Abg. Böhacker: Sie werden sich dann entschuldigen müssen!), eines ist aber mit Deutlichkeit jetzt schon sicher, meine sehr geehrten Damen und Herren von der freiheitlichen Fraktion: Sie haben zu diesen Ausführungen applaudiert, Sie haben ihnen zugestimmt.
Beifall bei der SPÖ.
Politik und Ihr Wohnbau sind etwas, was sich nicht vertragen hat. Sie haben versucht, sich am Wohnbau zu bereichern! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Nein!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Graf, haben Sie jetzt noch jemanden gemeldet? (Abg. Dr. Graf: Nein!) Danke.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier
Wenn es aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, in Österreich so ist, daß man gerade dann, wenn man in der Obhut der Polizei ist, einem größeren Risiko ausgesetzt ist, daß einem etwas passiert, als wenn nicht, und wenn von einem Minister – heute ist der 20. Mai, am 2. Mai haben wir das alle erfahren, er vermutlich am 1. Mai schon – 20 Tage dauernd so lavierend argumentiert wird, wenn erst 20 Tage danach ein erster Schritt gesetzt wird, daß Verantwortliche ausgemacht werden – jetzt nur auf der dienstrechtlichen Ebene, ich spreche da überhaupt nicht vom strafrechtlichen Aspekt –, dann, bitte schön, handelt dieser Minister nicht, sondern da wird gehandelt (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier): ein bissel mit der Gewerkschaft, ein bissel mit dem Disziplinarrecht. Da wird ein bissel damit gehandelt: Sollen wir sie jetzt außer Dienst stellen oder nicht? Auf wen wälzen wir die Verantwortung ab?
Abg. Kiss: Was hast du getan, um Einem zum Handeln zu bringen, der es gewußt hat?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einen Minister zu haben, der nicht weiß, was in österreichischen Polizeistuben Usus ist – ich sage nicht, daß es täglich vorkommt, sondern Usus ist; nicht weil wir es entdecken, nicht weil parlamentarische Kommissionen es entdecken, sondern weil internationale Organisationen das erstens feststellen, zweitens berichten, drittens die Bundesregierung zu handeln auffordern, insbesondere den Bundesminister für Inneres, aber da wird nicht gehandelt –, das, bitte schön, halte ich für einen nicht tragbaren Zustand. Und jener, meine Damen und Herren, der der oberste Leiter dieser Behörde ist (Abg. Kiss: Was hast du getan, um Einem zum Handeln zu bringen, der es gewußt hat?), und das ist der Herr Bundesminister für Inneres heute, hier und jetzt – denn Dr. Löschnak kann nicht mehr zurücktreten, der ist schon zurückgetreten worden (Abg. Kiss: Einem hat es gewußt!); Dr. Einem kann auch nicht zurücktreten, der ist auch schon zurückbeordert worden (Abg. Koppler: Schlögl muß auch nicht zurücktreten! Schlögl muß bleiben!) –, Herr Mag. Schlögl, ist im Amt und ist verantwortlich dafür, welches Bild über den Schutz von Bürger- und Menschenrechten sich uns in Österreich in den letzten 20 Tagen geboten hat; nicht nur uns, sondern der gesamten Welt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kiss: Einem hat es gewußt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einen Minister zu haben, der nicht weiß, was in österreichischen Polizeistuben Usus ist – ich sage nicht, daß es täglich vorkommt, sondern Usus ist; nicht weil wir es entdecken, nicht weil parlamentarische Kommissionen es entdecken, sondern weil internationale Organisationen das erstens feststellen, zweitens berichten, drittens die Bundesregierung zu handeln auffordern, insbesondere den Bundesminister für Inneres, aber da wird nicht gehandelt –, das, bitte schön, halte ich für einen nicht tragbaren Zustand. Und jener, meine Damen und Herren, der der oberste Leiter dieser Behörde ist (Abg. Kiss: Was hast du getan, um Einem zum Handeln zu bringen, der es gewußt hat?), und das ist der Herr Bundesminister für Inneres heute, hier und jetzt – denn Dr. Löschnak kann nicht mehr zurücktreten, der ist schon zurückgetreten worden (Abg. Kiss: Einem hat es gewußt!); Dr. Einem kann auch nicht zurücktreten, der ist auch schon zurückbeordert worden (Abg. Koppler: Schlögl muß auch nicht zurücktreten! Schlögl muß bleiben!) –, Herr Mag. Schlögl, ist im Amt und ist verantwortlich dafür, welches Bild über den Schutz von Bürger- und Menschenrechten sich uns in Österreich in den letzten 20 Tagen geboten hat; nicht nur uns, sondern der gesamten Welt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Koppler: Schlögl muß auch nicht zurücktreten! Schlögl muß bleiben!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einen Minister zu haben, der nicht weiß, was in österreichischen Polizeistuben Usus ist – ich sage nicht, daß es täglich vorkommt, sondern Usus ist; nicht weil wir es entdecken, nicht weil parlamentarische Kommissionen es entdecken, sondern weil internationale Organisationen das erstens feststellen, zweitens berichten, drittens die Bundesregierung zu handeln auffordern, insbesondere den Bundesminister für Inneres, aber da wird nicht gehandelt –, das, bitte schön, halte ich für einen nicht tragbaren Zustand. Und jener, meine Damen und Herren, der der oberste Leiter dieser Behörde ist (Abg. Kiss: Was hast du getan, um Einem zum Handeln zu bringen, der es gewußt hat?), und das ist der Herr Bundesminister für Inneres heute, hier und jetzt – denn Dr. Löschnak kann nicht mehr zurücktreten, der ist schon zurückgetreten worden (Abg. Kiss: Einem hat es gewußt!); Dr. Einem kann auch nicht zurücktreten, der ist auch schon zurückbeordert worden (Abg. Koppler: Schlögl muß auch nicht zurücktreten! Schlögl muß bleiben!) –, Herr Mag. Schlögl, ist im Amt und ist verantwortlich dafür, welches Bild über den Schutz von Bürger- und Menschenrechten sich uns in Österreich in den letzten 20 Tagen geboten hat; nicht nur uns, sondern der gesamten Welt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einen Minister zu haben, der nicht weiß, was in österreichischen Polizeistuben Usus ist – ich sage nicht, daß es täglich vorkommt, sondern Usus ist; nicht weil wir es entdecken, nicht weil parlamentarische Kommissionen es entdecken, sondern weil internationale Organisationen das erstens feststellen, zweitens berichten, drittens die Bundesregierung zu handeln auffordern, insbesondere den Bundesminister für Inneres, aber da wird nicht gehandelt –, das, bitte schön, halte ich für einen nicht tragbaren Zustand. Und jener, meine Damen und Herren, der der oberste Leiter dieser Behörde ist (Abg. Kiss: Was hast du getan, um Einem zum Handeln zu bringen, der es gewußt hat?), und das ist der Herr Bundesminister für Inneres heute, hier und jetzt – denn Dr. Löschnak kann nicht mehr zurücktreten, der ist schon zurückgetreten worden (Abg. Kiss: Einem hat es gewußt!); Dr. Einem kann auch nicht zurücktreten, der ist auch schon zurückbeordert worden (Abg. Koppler: Schlögl muß auch nicht zurücktreten! Schlögl muß bleiben!) –, Herr Mag. Schlögl, ist im Amt und ist verantwortlich dafür, welches Bild über den Schutz von Bürger- und Menschenrechten sich uns in Österreich in den letzten 20 Tagen geboten hat; nicht nur uns, sondern der gesamten Welt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Koppler: Die österreichische Bevölkerung sieht das anders!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein Minister, der das Grundrechtsbewußtsein seiner Beamten nicht dahin gehend schult, daß so etwas von der Praktik her unvorstellbar ist, ist meiner Ansicht nach untragbar. Das betrifft jetzt nicht nur den tragischen Tod von Marcus Omofuma allein, sondern das ist ja eingebettet in ein System. (Abg. Koppler: Die österreichische Bevölkerung sieht das anders!) Wenn Polizisten mit Leukoplast in der Hosentasche eine Abschiebung durchführen, wenn Polizisten jemanden wie eine Mumie verschnüren, da frage ich: Haben solche Menschen in der österreichischen Polizei einen Platz? – Nein! Denn die österreichischen Bürgerinnen und Bürger (Abg. Koppler: Sehen das anders! Die Bürgerinnen und Bürger sehen das anders!) und alle, die sich in diesem Land befinden, verdienen Polizisten, bei denen das Grundrechtsbewußtsein an erster Stelle steht und die in erster Linie den Rechtsstaat im Mittelpunkt ihres Bewußtseins haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Koppler: Sehen das anders! Die Bürgerinnen und Bürger sehen das anders!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein Minister, der das Grundrechtsbewußtsein seiner Beamten nicht dahin gehend schult, daß so etwas von der Praktik her unvorstellbar ist, ist meiner Ansicht nach untragbar. Das betrifft jetzt nicht nur den tragischen Tod von Marcus Omofuma allein, sondern das ist ja eingebettet in ein System. (Abg. Koppler: Die österreichische Bevölkerung sieht das anders!) Wenn Polizisten mit Leukoplast in der Hosentasche eine Abschiebung durchführen, wenn Polizisten jemanden wie eine Mumie verschnüren, da frage ich: Haben solche Menschen in der österreichischen Polizei einen Platz? – Nein! Denn die österreichischen Bürgerinnen und Bürger (Abg. Koppler: Sehen das anders! Die Bürgerinnen und Bürger sehen das anders!) und alle, die sich in diesem Land befinden, verdienen Polizisten, bei denen das Grundrechtsbewußtsein an erster Stelle steht und die in erster Linie den Rechtsstaat im Mittelpunkt ihres Bewußtseins haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein Minister, der das Grundrechtsbewußtsein seiner Beamten nicht dahin gehend schult, daß so etwas von der Praktik her unvorstellbar ist, ist meiner Ansicht nach untragbar. Das betrifft jetzt nicht nur den tragischen Tod von Marcus Omofuma allein, sondern das ist ja eingebettet in ein System. (Abg. Koppler: Die österreichische Bevölkerung sieht das anders!) Wenn Polizisten mit Leukoplast in der Hosentasche eine Abschiebung durchführen, wenn Polizisten jemanden wie eine Mumie verschnüren, da frage ich: Haben solche Menschen in der österreichischen Polizei einen Platz? – Nein! Denn die österreichischen Bürgerinnen und Bürger (Abg. Koppler: Sehen das anders! Die Bürgerinnen und Bürger sehen das anders!) und alle, die sich in diesem Land befinden, verdienen Polizisten, bei denen das Grundrechtsbewußtsein an erster Stelle steht und die in erster Linie den Rechtsstaat im Mittelpunkt ihres Bewußtseins haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dietachmayr: Das tut er auch!
Der Minister hat das Bewußtsein dieser Beamten dahin gehend anzuleiten und sie zu schulen. (Abg. Dietachmayr: Das tut er auch!) Er hat, tut er das nicht, keinen Platz. Denn auf wen soll die oberste Verantwortung fallen, wenn nicht auf den Behördenleiter?
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nach 20 Tagen und all dem, was wir miterleben, frage ich mich wirklich: Was ist für Österreich zuträglicher: Beamte, die nichts wissen, Beamte, die, obwohl sie oberste Chefs sind, nicht wissen, was Praktik in der Fremdenpolizei und in den Kommissariaten ist, oder Beamte, die das gewußt haben, aber nicht gehandelt haben, oder vielleicht Beamte, die alles gewußt haben, nicht gehandelt haben und bewußt noch ihren eigenen Minister hinters Licht führen? – Dies ist nämlich die Situation, in der wir uns befinden, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Koppler: Aber die Bevölkerung hat Vertrauen!
Deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben wir kein Vertrauen in die Amtsführung des Herrn Ministers Schlögl (Abg. Koppler: Aber die Bevölkerung hat Vertrauen!), deshalb der heutige Fristsetzungsantrag, daß der Antrag der liberalen und der grünen Fraktion, dem Herrn Minister das Mißtrauen auszusprechen, ihm das Vertrauen zu entziehen, endlich auch behandelt wird, und zwar behandelt wird im Argumentationsaustausch und nicht nur durch eine Abstimmung.
Beifall bei den Grünen.
Deshalb: Wenn Sie Interesse daran haben, daß im Mittelpunkt der Verfassungsstaat, der Rechtsstaat, das Grundrechtsbewußtsein und das Bekenntnis zu Menschenrechten und zur Menschenwürde stehen, dann sagen Sie ein Ja zur Fristsetzung! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kiss: Noch einmal Leikam! Einmal Leikam, immer Leikam! – Abg. Koppler: Sag, was die Bevölkerung meint! – Abg. Leikam: Das wissen sie ohnehin!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Leikam. – Bitte. (Abg. Kiss: Noch einmal Leikam! Einmal Leikam, immer Leikam! – Abg. Koppler: Sag, was die Bevölkerung meint! – Abg. Leikam: Das wissen sie ohnehin!)
Abg. Dr. Kier: Sie können ihn ja niederstimmen!
Es ist daher paradox, daß heute hier ein Fristsetzungsantrag gestellt wird, daß dem Minister bis 1. Juni dieses Mißtrauen ausgesprochen beziehungsweise dieser Antrag behandelt werden sollte. (Abg. Dr. Kier: Sie können ihn ja niederstimmen!) Das ist doch paradox! Sie haben doch die Chance gehabt! Sie haben eine Sondersitzung verlangt, Sie haben bei dieser Sondersitzung einen Mißtrauensantrag gestellt, allerdings keinen Unselbständigen Antrag, sodaß es dann zu einer Abstimmung im Parlament gekommen wäre. Heute stellen Sie einen Fristsetzungsantrag, denn Sie wollen, daß dieses Thema, dieser Mißtrauensantrag schön langsam und Stück für Stück weiterdiskutiert wird.
Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.
Denn eines muß schon festgestellt werden: Karl Schlögl, unser Innenminister, hat politische Verantwortung wahrgenommen. Frau Abgeordnete Stoisits! Wo waren Sie in den letzten 20 Tagen, die Sie so tun, als ob Sie nichts davon wüßten, was alles in dieser Richtung unternommen wurde? Ist Ihnen nicht bekannt, daß es neue Richtlinien für künftige Abschiebungen geben wird, daß es Karl Schlögl war, der wirklich mit allen in Frage kommenden Praktikern, die diese Arbeit machen, Gespräche darüber geführt hat, wie man verhindern kann, daß so etwas wieder passiert? Er war es, der diese drei betroffenen Beamten außer Dienst gestellt hat. Er war es, der nicht gewartet hat, bis die Novelle zum Sicherheitspolizeigesetz hier im Parlament beschlossen wird. Er will schon vorher den Menschenrechtsbeirat eingerichtet haben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.) Und Karli Schlögl war es, der für eine transparente, lückenlose Aufklärung dieses Falles von der ersten Minute an bis zum heutigen Tage eingetreten ist. Aber Sie sagen, er habe überhaupt keine Verantwortung wahrgenommen, dieser Minister müsse weg.
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage noch einmal: Ihr Spielchen ist ein wahltaktisches Spielchen. Sie hatten die Chance, bei der Sondersitzung diesen Mißtrauensantrag, den die Liberalen gestellt haben, hier zu einer Abstimmung zu bringen. Das wollten Sie nicht. Sie wollen dieses Spielchen weiter fortsetzen. Wir werden Ihnen allerdings diesen Wunsch nicht erfüllen, hier auf gar keinen Fall mitgehen und diesem Antrag natürlich nicht die Zustimmung erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich muß Ihnen aber sagen, daß das, was Sie hier jetzt seit der Sondersitzung vorbringen, eigentlich der Versuch ist, mit dem tragischen Tod, diesem tragischen Ereignis etwas ganz anderes zu bewirken, nämlich eine generelle Diffamierung der geltenden Schubhaftbestimmungen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Darum geht es, daß die Richtlinie klar ist, daß nicht der kleine Beamte übrigbleibt. Dieser darf hier nicht die Letztverantwortung aufgebürdet bekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Eines geht aber sicher nicht: Wir werden sicher nicht bereit sein, diesem Ziel der Grünen nachzukommen, die geltenden Asylbestimmungen und die Fremdengesetze in Richtung einer allgemeinen Einwanderungsmöglichkeit in Österreich aufzuweichen. Das kann sich unser kleines Land, das sich bei der Aufnahme von Flüchtlingen vorbildlich verhalten hat, in der Bereitschaft, diesen zu helfen, einfach nicht leisten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic.
Wenn es also um ein Oppositionsrecht geht, stimmen wir Fristsetzungsanträgen – gleich welchen Inhalts – auch zu. In diesem Fall jedoch ist es offensichtlich, daß hier ein Fristsetzungsantrag gestellt wird, um etwas ganz anderes zu bezwecken. Es handelt sich um einen Fristsetzungsantrag zu einem Mißtrauensantrag, obwohl zum Beispiel die Todesursache ja noch gar nicht hundertprozentig feststeht. (Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic.) Frau Kollegin Petrovic! Ich werde Ihnen beweisen, wieso dieser Fristsetzungsantrag von den Grünen und Liberalen gestellt wurde.
Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic.
Das ist der Beweis! Sie wollen aus dem Tod eines Schubhäftlings erstens einmal politisches Kleingeld über mehrere Monate sammeln, zweitens wollen Sie unbedingt gegen die Praxis der Schubhaft mit Ihren linken Medien – es sind ja immer nur gewisse einschlägige – trommeln und alle über Monate so lange weichklopfen, bis Sie glauben, daß es eine Einigung gibt. Eines kann ich Ihnen sagen: Der Geist ist nicht ein Geist, Frau Kollegin, wie Sie gesagt haben, der herumwandert, sondern ein Geist des politischen Kleingelds, das Sie schlagen wollen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic.)
Abg. Dr. Petrovic: Das ist eine große "Überraschung"!
Das kann ich Ihnen schon sagen: Dazu lassen uns wir Freiheitlichen durch Zustimmung zu diesem Fristsetzungsantrag sicherlich nicht mißbrauchen. (Abg. Dr. Petrovic: Das ist eine große "Überraschung"!) Das macht Sie natürlich fertig. Wenn Sie das Stenographische Protokoll lesen, dann werden Sie sehen, daß Sie beide, Liberale und Grüne, entlarvt sind. Sie benützen den Tod eines Häftlings für Ihre eigenen politischen Aktivitäten – und dem können wir nicht zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das kann ich Ihnen schon sagen: Dazu lassen uns wir Freiheitlichen durch Zustimmung zu diesem Fristsetzungsantrag sicherlich nicht mißbrauchen. (Abg. Dr. Petrovic: Das ist eine große "Überraschung"!) Das macht Sie natürlich fertig. Wenn Sie das Stenographische Protokoll lesen, dann werden Sie sehen, daß Sie beide, Liberale und Grüne, entlarvt sind. Sie benützen den Tod eines Häftlings für Ihre eigenen politischen Aktivitäten – und dem können wir nicht zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Aber die Interpretation ist unzulässig! Man will die Fristsetzung nicht!
Der Bundesminister zieht jetzt den Menschenrechtsbeirat hoch. Die betroffenen präsumtiven Teilnehmer haben davon in der Zeitung gelesen, sind aber durchgängig noch nicht einmal befragt worden. Es gibt noch kein Statut dazu und gar nichts. Daher komme ich zu dem Ergebnis: Der wahre Grund dafür, warum Kollege Leikam und die sozialdemokratische Fraktion dagegen stimmen, ist: Sie wollen das nicht in einem vorberatenden Ausschuß – der nicht öffentlich ist, möchte ich gleich einmal sagen – erörtern, und sie wollen offenbar auch nicht in einem vorberatenden Ausschuß, der das dann erledigen würde – unsere Ausschüsse sind vorberatende Ausschüsse und keine öffentlichen Ausschüsse –, dagegen stimmen, sonst müßten Sie ja sagen: Her mit dem Antrag, Ausschuß, auf die Tagesordnung, niederstimmen, weg ist er! Das wollen Sie anscheinend nicht. Was spektakulär daran wäre, wenn es in einem Ausschuß beraten würde, das würde ich gerne sehen. Die Ausschüsse sind nicht öffentlich, Herr Kollege Schieder! (Abg. Schieder: Aber die Interpretation ist unzulässig! Man will die Fristsetzung nicht!) Aber wenn er die Fristsetzung nicht will, heißt das, daß er möglichst lange nicht im Ausschuß darüber diskutieren will. (Abg. Schieder: Das meinen Sie! Das muß nicht die Wahrheit sein! Das glauben Sie! Das vermuten Sie! Das unterstellen Sie! Das ist unlogisch, was Sie sagen!) Aber das ist der Grund, sonst braucht er ja keine Fristsetzung abzulehnen. Oder er ist sich des Abstimmungsergebnisses doch unsicher. Vielleicht wankt der Koalitionspartner, ich weiß es nicht.
Abg. Schieder: Das meinen Sie! Das muß nicht die Wahrheit sein! Das glauben Sie! Das vermuten Sie! Das unterstellen Sie! Das ist unlogisch, was Sie sagen!
Der Bundesminister zieht jetzt den Menschenrechtsbeirat hoch. Die betroffenen präsumtiven Teilnehmer haben davon in der Zeitung gelesen, sind aber durchgängig noch nicht einmal befragt worden. Es gibt noch kein Statut dazu und gar nichts. Daher komme ich zu dem Ergebnis: Der wahre Grund dafür, warum Kollege Leikam und die sozialdemokratische Fraktion dagegen stimmen, ist: Sie wollen das nicht in einem vorberatenden Ausschuß – der nicht öffentlich ist, möchte ich gleich einmal sagen – erörtern, und sie wollen offenbar auch nicht in einem vorberatenden Ausschuß, der das dann erledigen würde – unsere Ausschüsse sind vorberatende Ausschüsse und keine öffentlichen Ausschüsse –, dagegen stimmen, sonst müßten Sie ja sagen: Her mit dem Antrag, Ausschuß, auf die Tagesordnung, niederstimmen, weg ist er! Das wollen Sie anscheinend nicht. Was spektakulär daran wäre, wenn es in einem Ausschuß beraten würde, das würde ich gerne sehen. Die Ausschüsse sind nicht öffentlich, Herr Kollege Schieder! (Abg. Schieder: Aber die Interpretation ist unzulässig! Man will die Fristsetzung nicht!) Aber wenn er die Fristsetzung nicht will, heißt das, daß er möglichst lange nicht im Ausschuß darüber diskutieren will. (Abg. Schieder: Das meinen Sie! Das muß nicht die Wahrheit sein! Das glauben Sie! Das vermuten Sie! Das unterstellen Sie! Das ist unlogisch, was Sie sagen!) Aber das ist der Grund, sonst braucht er ja keine Fristsetzung abzulehnen. Oder er ist sich des Abstimmungsergebnisses doch unsicher. Vielleicht wankt der Koalitionspartner, ich weiß es nicht.
Abg. Schieder: Oder die Nichtbeachtung der Bestimmungen!
Aber wenn man den Kollegen König gehört hat, kommt man nicht zu dem Ergebnis, daß der Koalitionspartner wankt, da Kollege König auch die Volte geschlagen hat, indem er gesagt hat: Wer sich darüber beschwert und wer einen Minister politisch für verantwortlich hält, wenn er etwas nicht gewußt hat, was er bei pflichtgemäßer Wahrnehmung seines Amtes hätte wissen müssen, der diffamiert irgendwelche Gesetzesvorschriften. Also: Ist das Ums-Leben-Bringen eines Schubhäftlings etwas, was in den Schubhaftbestimmungen vorgesehen ist oder nicht? Ich sage: Nein, es ist nicht vorgesehen. Wenn man daher die fehlerhaften Abläufe, die schweren Fehler kritisiert, kritisiert man nicht die Bestimmungen, sondern den Umgang mit den Bestimmungen. Daher ist Herr Kollege König in seiner Argumentation auch nicht sehr schlüssig gewesen. (Abg. Schieder: Oder die Nichtbeachtung der Bestimmungen!) Die Nichtbeachtung der Bestimmungen. Richtig, genau! Es ist der Umgang mit den Bestimmungen, die Art und Weise. Und das ist die Frage und das, was die abstrakte politische Verantwortung eines Regierungsmitgliedes ist.
Beifall beim Liberalen Forum und den Grünen.
Daher meine ich, daß die Positionen des Kollegen Leikam – Sozialdemokratische Partei –, des Kollegen König – ÖVP – und die der Kollegin Madl nur dann richtig sind, wenn Sie keinen Wert darauf legen, daß das wirklich ernsthaft in einem vorberatenden Ausschuß diskutiert wird. Ich meine, offenbar trauen Sie Ihren eigenen Argumenten nicht und haben Angst davor, daß in einem nichtöffentlichen Ausschuß vielleicht manches noch zur Sprache kommen könnte, was dann vielleicht die Mehrheit gefährden könnte. Daher ist es einfach unredlich, zu behaupten, es ist schlecht, wenn für die Behandlung einer derartigen Sache eine Frist gesetzt wird. Sie wollen offenbar selbst, daß der Mißtrauensantrag so lange wie möglich schwebend bleibt. Das kann ich, wenn ich Ihre Position einnehme, nicht nachvollziehen. (Beifall beim Liberalen Forum und den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Sie könnten ja sagen, Sie machen das, um uns einen Gefallen zu tun. Aber das glauben Sie ja wahrscheinlich selbst nicht. Sie trauen sich nicht, Sie wollen nicht, Sie haben keine Lust. Außerdem: Wenn irgendwelche Oppositionsparteien Anträge stellen, ist es offenbar so und so schlecht. Das ist kein guter Umgang mit dem Parlament. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Dem ist ja wohl wirklich nichts Klares mehr hinzuzufügen. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Die SPÖ allen voran hat sich dafür entschieden, daß ihr die Titelseite der "Kronen Zeitung" wichtiger ist als die Erklärung der Menschenrechte. Ich habe nicht gedacht, daß Sie diese Grenze in diesem Land überschreiten würden. Ich habe bis zum 1. Mai 1999 nicht gedacht, daß man sich auch in diesem Land wieder um jene Leute sorgen muß, die Minderheiten angehören, daß man sich ernsthafte Sorgen um deren Wohlergehen machen muß – bis hin zu der Frage, ob sie in Polizeigewahrsam eine Abschiebung überleben. Ich habe nicht gedacht, daß Österreich unter Deckung der Sozialdemokraten so einer Situation je wieder ausgesetzt sein wird, daß sich Leute mit anderer Hautfarbe in diesem Land fürchten müssen vor jenen, die eigentlich für die Sicherheit in diesem Land zuständig sind.
Beifall bei den Grünen
Wenn hier gesagt wird, das seien linke Medien, dann muß ich sagen: Das ist ja so absurd! In Ihren Augen, in den Augen der Mehrheit dieses Hauses ist ja schon jedes Medium links, das sich für Menschenrechte und für die Einhaltung der Verfassung einsetzt. Offensichtlich ist überhaupt jedes Medium in diesem Lande links, das eben nicht die "Kronen Zeitung" ist. (Beifall bei den Grünen) Das ist absurd! Das ist eine absurde Diskussion!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Sie werden sehen: Mit der Debatte in den letzten zwei, drei Wochen haben Sie jene Kräfte gestützt, die möglicherweise Sie in einigen Jahren noch ganz anders behandeln werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Kiss.
Abgeordnete Dr. Brigitte Povysil (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Meine Damen und Herren! Wieder zurück zu einem anderen Krimi der Innenpolitik, nämlich zum Heilmittel- und Heilbehelfekrimi. Das ist ein Drehbuch der Sonderklasse, gesponsert vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger, vom Rechnungshof geprüft, gerügt, verurteilt und von Ihnen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, bis jetzt fast stillschweigend geduldet – nicht vom Herrn Abgeordnetenkollegen Hums, der mir Drohrufe der Kassandra unterstellt hat. Darauf fällt mir als Vergleich nur ein: Er befindet sich dann wohl auf den Irrfahrten des Odysseus. Aber, Herr Kollege, Odysseus war ein Held, und ich bin frohen Mutes, daß Sie zum richtigen Weg zurückfinden werden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Kiss.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nun glaubt man als einfacher Bürger – und man erwartet es sich –, wenn einem der Rechnungshof als oberstes Prüforgan unserer Republik recht gibt, daß Law and Order nachfolgen. Das heißt, man erwartet sich nach einer massiven Kritik des Rechnungshofes auch ein effektives Einschreiten der dafür politisch Verantwortlichen. – Aber ganz im Gegenteil! Zwischen August 1997 und Februar 1998 breitete sich grenzenlose Stille im Bereich des Hauptverbandes und im Bereich des Bundesministeriums aus. Es erfolgte damals keine Stellungnahme von Ihnen, Frau Bundesminister, oder vom Hauptverband. Aber wenn man als Oppositionspartei eines lernt, dann sind es Ausdauer und grenzenlose Beharrlichkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Bei ihm schon!
Jetzt haben wir den 20. Mai 1999. Frau Minister, was hat sich geändert? Was ist für die Versorgung und Preisgestaltung im Sinne der Patienten wirklich getan worden? – Bei einer meiner letzten Reden zu diesem Thema hat mein Fraktionskollege Mag. Stadler in einem Zwischenruf am Ende gesagt: Es ändert sich nichts. (Abg. Schieder: Bei ihm schon!)
Abg. Schieder: Bei ihm hat sich schon etwas geändert!
Ich hoffe von Herzen, daß er diesmal – dieses eine Mal! –, Herr Kollege Schieder, in dieser Beziehung unrecht hat. (Abg. Schieder: Bei ihm hat sich schon etwas geändert!)
Zwischenruf der Abg. Reitsamer
Ich hoffe, Frau Minister, Sie halten es mit Konrad Adenauer, der in der Politik weise geworden ist und gesagt hat: Es kann mich nichts daran hindern (Zwischenruf der Abg. Reitsamer) – das lege ich auch Ihnen ganz besonders ans Herz, Frau Kollegin Reitsamer –, klüger zu werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich hoffe, Frau Minister, Sie halten es mit Konrad Adenauer, der in der Politik weise geworden ist und gesagt hat: Es kann mich nichts daran hindern (Zwischenruf der Abg. Reitsamer) – das lege ich auch Ihnen ganz besonders ans Herz, Frau Kollegin Reitsamer –, klüger zu werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pumberger: Wo steht das geschrieben?
Mein Thema ist einfach jenes, daß wir diese beiden Anträge auch im Ausschuß behandelt haben und wenig Grund zu Diskussionen hatten. Sie selber waren in dieser Sache kaum engagiert unterwegs. Denn was steht in diesen Anträgen? – Es steht darin, daß Sie eine allgemeine Beglückung wollen, daß Sie jedem alles gratis geben wollen. (Abg. Dr. Pumberger: Wo steht das geschrieben?) – Ich sage Ihnen: Diesen Wunsch dürfen Sie ruhig haben.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Uns geht es jedoch um etwas anderes. Uns geht es um die Qualitätssicherung. Heilbehelfe braucht nicht jeder, sondern brauchen nur jene Menschen, die gesundheitliche Probleme haben, und diesen müssen wir umfassend helfen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Zum zweiten faseln Sie dauern daher, daß Sie mit den Kosten irgendwelche Probleme haben. Sie haben ja auch im Jahre 1997 hier ein Riesentheater aufgeführt, indem Sie alle möglichen Produkte hierher an das Rednerpult getragen haben. Ich sage Ihnen folgendes – das wissen Sie ganz genau –: Auf dem Markt gibt es Produkte dieser oder jener Preiskategorie. Sie kommen auch verschiedentlich zur Anwendung. Dort, wo die medizinische Notwendigkeit gegeben ist, daß eben teure Produkte anzuwenden sind, dort darf sich der Bürger und Versicherte erwarten, daß er diese auch von seiner Sozialversicherung bezahlt bekommt. Das ist so. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Sie haben den Rechnungshofbericht nicht gelesen!
Ein Letztes: Zeigen Sie mir ein anderes Land, zeigen Sie mir andere Systeme, wo den Menschen so viel angeboten werden kann, wie wir es in Österreich bereits erreicht haben! Freuen wir uns darüber! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Sie haben den Rechnungshofbericht nicht gelesen!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Frau Bundesministerin! Wir warten gespannt auf den vielfach angekündigten Bericht Ihrer Arbeitsgruppe im Haus. Ich fürchte, er wird strukturkonservativ sein. Ich fürchte, er wird nicht das erbringen, was er erbringen müßte, nämlich einen Aufriß neuer Möglichkeiten, sondern er wird versuchen, das alte System fortzusetzen. Es werden sozusagen in die alten Schraubenlöcher neue Gewinde geschnitten werden, aber es werden die alten Schrauben hineingesetzt werden. Weil die alten Schrauben jedoch wackeln würden, wird man Silikon hineinschmieren und wird das dann Reform nennen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kier.
Meine Damen und Herren! Mit dieser Politik können wir uns nicht anfreunden. Ich möchte Ihnen am Beispiel Oberösterreich zur Sozialhilfe folgendes sagen: In Oberösterreich beziehen derzeit rund 1 800 Personen Sozialhilfe. Für eine alleinstehende Person beträgt sie rund 6 300 S im Monat, mit einem zusätzlichen Mietenzuschuß kann ein Sozialhilfeempfänger rund 7 500 S bekommen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kier.)
Abg. Gaugg: Aber immer öfter!
Es ist auch interessant, was die FPÖ dazu sagt. Obwohl ich sonst nicht immer einer Meinung mit dieser Fraktion bin (Abg. Gaugg: Aber immer öfter!) oder nur sehr selten, muß ich Herrn Abgeordnetem Haupt zugestehen, daß er in einem Punkt recht hat, und zwar dann, wenn er einer Grundsicherung eine klare Absage erteilt, denn der Anreiz, arbeiten zu gehen, würde dann gegen Null sinken. Da gebe ich ihm völlig recht. Die Zahl der Erwerbstätigen würde sinken, und die Schwarzarbeit würde zunehmen.
Abg. Dr. Kier: ..., Herr Kollege! Das wird nicht abgestimmt!
Die Vorschläge sind auch fiskalisch und arbeitsmarktpolitisch zumindest bedenklich, ganz zu schweigen von den zusätzlichen Kosten, die durch den Verwaltungsaufwand entstünden. (Abg. Dr. Kier: ..., Herr Kollege! Das wird nicht abgestimmt!) So würde etwa der Wechsel einer Lebenslage, beispielsweise verursacht durch die Erkrankung eines Arbeitslosen, auch zu einem Wechsel der zuständigen Behörde führen. Die Möglichkeit mehrerer Zuständigkeiten würde bei gleichzeitigem Vorliegen mehrerer Lebenslagen auch noch entsprechende Schwierigkeiten verursachen.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger.
Mein Vorredner hat gesagt, wir betreiben Schönwetter-Sozialpolitik. – Dazu muß ich sagen: Die Politik – zumindest wir verstehen sie so – hat dafür zu sorgen, daß, wenn Wolken aufziehen, die Menschen nicht im Regen stehen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger.)
Beifall bei den Grünen.
Der Bund – das betrifft den zweiten Antrag – sollte aufgrund seiner Kompetenz, die ihm kraft Verfassung gegeben ist, nämlich die Grundsatzgesetzgebung wahrzunehmen, diese tatsächlich wahrnehmen und – wie Kollege Kier schon ausgeführt hat – den bevorstehenden Finanzausgleich zum Anlaß nehmen, mit den Ländern das zu verhandeln, was absolut notwendig ist. Das sind ganz einfache Sachen. Wenn Sie dem nicht zustimmen können, dann ist das Ihr Problem. Aber das hat mit dem, was wir hier vorgeschlagen haben und fordern, relativ wenig zu tun. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir sollten nicht weiter nachforschen, wie wir ein arbeitsloses Grundeinkommen finanzieren können, sondern wir sollten darüber nachdenken, wie wir zusätzliche Arbeit finanzieren und damit zusätzliche Arbeitsplätze schaffen können. Das ist der beste Weg zu einer Grundsicherung! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kostelka: Jung ist der nicht mehr!
Es hat schon einmal einen Karl Marx gegeben, der gemeint hat, eine klassenlose Gesellschaft wäre das Ziel. Es hat vor einigen Jahren eine Gruppe um den Jungsozialisten Cap gegeben, die gemeint hat: Eigentum ist Diebstahl. (Abg. Dr. Kostelka: Jung ist der nicht mehr!) – Das war damals, da war er noch Rebell. – Er hat damit den Fraktionsvorsitzenden im Bundesrat, Konečny, in gewaltige innerparteiliche Schwierigkeiten gebracht.
Abg. Dr. Höchtl: Das ist Dichtung und Wahrheit!
Aber was ich besonders hinterhältig finde, ist das Verhalten der ÖVP, die vor einem Jahr (Abg. Dr. Höchtl: Das ist Dichtung und Wahrheit!) – ich werde euch sagen, warum! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – mit Begeisterung der Kürzung der Karenzdauer zugestimmt hat, aber jetzt, weil am 3. Oktober Wahlen sind, wieder die zweijährige Karenzzeit fordert. Das ist wirklich christlich-sozialer Glaube! Das ist geradezu abenteuerlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Aber was ich besonders hinterhältig finde, ist das Verhalten der ÖVP, die vor einem Jahr (Abg. Dr. Höchtl: Das ist Dichtung und Wahrheit!) – ich werde euch sagen, warum! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – mit Begeisterung der Kürzung der Karenzdauer zugestimmt hat, aber jetzt, weil am 3. Oktober Wahlen sind, wieder die zweijährige Karenzzeit fordert. Das ist wirklich christlich-sozialer Glaube! Das ist geradezu abenteuerlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber was ich besonders hinterhältig finde, ist das Verhalten der ÖVP, die vor einem Jahr (Abg. Dr. Höchtl: Das ist Dichtung und Wahrheit!) – ich werde euch sagen, warum! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – mit Begeisterung der Kürzung der Karenzdauer zugestimmt hat, aber jetzt, weil am 3. Oktober Wahlen sind, wieder die zweijährige Karenzzeit fordert. Das ist wirklich christlich-sozialer Glaube! Das ist geradezu abenteuerlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist die "ehrliche", offene" Politik der ÖVP: Vor einem Jahr stimmen wir dagegen, und jetzt stimmen wir wieder für die Erweiterung. Das ist typisch ÖVP! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit des Abg. Dr. Cap.
Die Überraschung war dann perfekt, als Kollege Cap, der Kultursprecher der SPÖ, bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Verbandes der bildenden Künstler zur Überraschung aller – möglicherweise auch unter dem Druck der dort Anwesenden – auf einmal erklärt hat, er sei jetzt auch für Kunstsponsoring. Es ist wirklich eigenartig, daß Kollege Cap in dieser Frage so wandelbar ist! (Heiterkeit des Abg. Dr. Cap.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Cap! Ich glaube, es ist noch nicht so lange her, daß du deine Dissertation geschrieben hast. Ich denke, das Thema dieser Dissertation muß geheißen haben: "Die politische Beliebigkeit." Anders kann ich mir das nicht erklären. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Dr. Cap! Was sagen Sie dazu?!
"Dr. Josef Cap, bereits seit 1983 als Vertreter für Sie im Nationalrat, sieht den Schwerpunkt seiner politischen Arbeit" – worin liegt der Schwerpunkt? – "in der Verhinderung eines weiteren Ausländerzustroms nach Hernals." – Zitatende. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Dr. Cap! Was sagen Sie dazu?!)
Beifall und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Kurze Zeit später, als er dann wiedergewählt wird, als er wieder in den Nationalrat gewählt wird, "vergißt" er natürlich das, was er seinen Wählern versprochen hat, dreht den Spieß um und sagt auf einmal: Die böse FPÖ betreibt auf dem Rücken der Ausländer Wahlkampf! – Das muß man sich einmal vorstellen! Zuerst nimmt er als Schwerpunktthema für seinen eigenen Wahlkampf das Ausländerthema, ist gegen den Zuzug, und dann sagt er, die FPÖ betreibe auf dem Rücken der Ausländer Politik. Widersprüchlicher geht es nicht mehr! (Beifall und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wäre ein Affront, meine Damen und Herren und insbesondere Herr Kollege Cap, den Herrn Staatssekretär damit im Regen stehenzulassen. Ich fordere ihn und selbstverständlich auch die Kollegen von der ÖVP daher auf, die Zustimmung zu diesem Entschließungsantrag zu erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und bei den Grünen.
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Ich habe das Gefühl, der Krüger mag den Cap nicht, aber es geht um den Kunstbericht. Ich möchte anschließen – das sollte man auch im Plenum noch sagen –, daß dieser Kunstbericht sehr vorbildlich ist. Er ist ausführlich, er enthält interessante Infos, er ist sehr komplex, und er ist sehr professionell. Man sollte auch die Namen der Herren erwähnen, die das ausgeführt haben: Das sind die Herrn Hofreither, Stocker und Unger. Ihnen sei für diesen hervorragenden Bericht einmal ein Danke gesagt. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Oder jemand erlaubt sich, obwohl das Projekt ganz freundlich klingt, einen Scherz! Denn wenn wir Arbeitslose haben, dann sollten wir uns vorerst einmal um unsere eigenen Arbeitslosen kümmern, aber nicht nach Berlin-Kreuzberg fahren und unser Know-how, das wir offensichtlich ohnehin nicht haben, dorthin exportieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Also entweder der Weinhändler verkauft nach Österreich nichts, oder der Bocciaplatz ist in der Zwischenzeit schon vergoldet. – Was ich damit sagen will, ist: Wir sind hier bei einem zentralen Problem der österreichischen Kunstförderung. Wenn wir die spärlichen Mittel, die wir in diesem Bereich haben, für die Kunstförderung einsetzen wollen, dann sollten wir das auch wirklich tun. Ich bin nicht gegen Sozialprojekte, um das klarzustellen, aber ich glaube, man sollte unterscheiden, daß es auf der einen Seite Profis gibt, die Sozialarbeit machen, die teilweise auch arbeitslos sind, und daß es auf der anderen Seite die Kunstkuratoren gibt. Erinnern wir uns daran, was der Kunstkurator eigentlich hätte tun sollen. Wir sollten diese Projekte evaluieren, und ich bin sehr daran interessiert, zu erfahren, ob es diesen einen Arbeitsplatz in Berlin-Kreuzberg noch gibt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei SPÖ und ÖVP.
Herr Staatssekretär! Gestatten Sie mir in eigener Sache noch folgende Bemerkung: Ich finde es großartig, wie Sie an die Reform der Salzburger Festspiele herangehen. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg dazu! (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei SPÖ und ÖVP.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Krüger.
Weil heute auch die Frage des Sponsorings angesprochen wurde, möchte ich sagen: Die Frage ist immer nur: Wie will man das verwirklichen? Wie soll die steuerliche Absetzbarkeit organisiert werden? Wie sollen die Schwerpunkte festgesetzt werden? Wie sollen die Begrenzungen erreicht werden? – In diesem Bereich könnte eben, wie ich meine, die Enquete einen Beitrag dazu leisten, daß wir wirklich noch mehr ins Detail gehen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Krüger.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Krüger.
Die kurze Redezeit erlaubt es mir nicht, auf einzelne Details einzugehen oder auch Korrekturen und andere Vorstellungen einzubringen. Das Weißbuch ist ja auch kein Programm, das vorgelegt wurde, sondern ein Kompendium, eine Arbeitsgrundlage, eine Unterlage, in die man sich hineinarbeiten muß und mit Hilfe derer wir dann versuchen müssen, Machbarkeiten von Zielsetzungen zu eruieren, vielleicht basierend auf den Erfahrungen des Kunstberichtes, in dem die unterschiedlichen Akzente und Nuancierungen angesetzt sind. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Krüger.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben in Hernals eine Gebietsbetreuung, und wenn Ihnen das ein Anliegen ist, dann können Sie gerne einmal vorbeikommen. Wir versuchen, in diesem Bezirk Integrationsmodelle zu entwickeln, aber verglichen mit anderen Bezirken, die nur fünf, sechs, sieben oder 8 Prozent Ausländeranteil haben, gibt es bei uns in Hernals andere Bedingungen. Daher war diese Aussage völlig korrekt, und ich stehe nach wie vor dazu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie der Abgeordneten Dr. Konrad und Fuchs.
Eine absolute Notwendigkeit ist meiner Ansicht nach der freie Zugang für Jugendliche, und zwar unabhängig von der Familie. Ich denke nicht an ein Familienticket oder an einen Ausflug der gesamten Familie. Es wäre auch ein Schritt der kulturellen Emanzipation junger Menschen, wenn sie den freien Zugang zu Kultureinrichtungen sichergestellt bekämen. Dann würde ich im Gegenzug, wenn es gar nicht anders geht – obwohl ich das nicht glaube –, akzeptieren, daß jeder Erwachsene eben um 2 S mehr bezahlt. Ich hielte das für ein gutes Prinzip. – Danke. (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie der Abgeordneten Dr. Konrad und Fuchs.)
Beifall bei der SPÖ.
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Zum Kunstbericht 1997: Ich nehme das Lob gerne stellvertretend für die Beamtenschaft an, darf aber schon auch feststellen, daß dieser neugestaltete Kunstbericht in meine Amtsperiode, in meinen Verantwortungsbereich fällt, und ich bin froh darüber, daß er entsprechend angenommen wurde. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder.
Frau Abgeordnete Petrovic! Wir haben zum ersten Mal in einem Kunstbericht auch versucht, den Frauenförderanteil anzureißen. Ich weise darauf hin, daß wir in diesem Bereich neue Wege gegangen sind, die natürlich noch nicht zufriedenstellend sein können, die aber immerhin einen Schritt in die richtige Richtung darstellen. Ich denke, daß wir auf diesem Weg auch weitermachen werden. Letztendlich darf ich auch mit Stolz festhalten, daß bei der Besetzung unserer Beiräte ein Verhältnis von 50 zu 50 hergestellt wurde, das heißt, daß in den Beiräten eine Frauenquote von 50 Prozent erreicht wurde. Wir versuchen da ganz bewußt, eine Parität herzustellen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kiss: Das heißt, Kunstpolitik ist in Zukunft Sozialpolitik!
Zu den Fragen des Abgeordneten Morak will ich schon Stellung nehmen, insbesondere was die zwei Vorwürfe betreffend Förderung der "WochenKlausur" betrifft. Sie gehen etwas ins Leere, denn nicht der Kurator hat das Projekt "WochenKlausur"/Kreuzberg gefördert, sondern das haben wir als Kunstsektion gefördert. Ich sage das durchaus bewußt, weil ich glaube, daß soziale Intervention ein Teil der Kunst sein muß. Um diesen Begriff hat sich der Kunstbegriff erweitert; wir können nicht abseits stehen und diesen Kunstbegriff negieren, sondern müssen ihn aktiv angehen, und wir müssen versuchen, diese sozialen Interventionen und die künstlerische Auseinandersetzung damit auch letztendlich zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kiss: Das heißt, Kunstpolitik ist in Zukunft Sozialpolitik!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, daß wir diesen Weg der Konzentration der Mittel weiter fortsetzen sollten. Viele Probleme sind noch offen, auch im steuerlichen Bereich gibt es noch das eine oder andere zu erledigen. Ich bin froh, daß wir den großen Brocken des Films untergebracht haben, aber schrittweise wird man auch die anderen Bereiche unterbringen, und ich bin überzeugt davon, daß wir in diesem Sinne auch nächstes Jahr einen sehr positiven Kunstbericht werden vorlegen können, der hoffentlich dem Standard dieses Hauses so angemessen sein wird wie der heurige. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben jedoch gezeigt, daß unter bestimmten Voraussetzungen mit bestimmten Partnern das Instrument des klassischen bilateralen Kulturabkommens weiterhin eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Auslandskulturpolitik erfüllen kann. Hier geht es erstens um west- und südeuropäische Staaten wie Frankreich, Italien, Portugal und Spanien, die wie Österreich eine aktive Auslandskulturpolitik betreiben und das Instrumentarium des klassischen bilateralen Kulturabkommens schon deswegen schätzen, weil es die institutionelle Möglichkeit zu einer periodischen Bestandsaufnahme mit dem Partnerland und zur Erörterung von operationellen Fragen – etwa betreffend die im Partnerland tätigen Kulturinstitute – bietet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zusammenfassend sei festgestellt, daß meine Fraktion das Abkommen als sinnvoll und nützlich ansieht und ihm zustimmen wird. In diesem Zusammenhang erhebt sich auch die Frage, ob es nicht doch zweckmäßig wäre, unter ganz bestimmten positiven Voraussetzungen das Netz der von Österreich abgeschlossenen bilateralen Kulturabkommen auf neue Partner – also auf solche, die nicht schon früher in ein Kulturabkommen eingebunden waren – zu erweitern. So könnte ich mir vorstellen, daß mit einem Staat wie der Volksrepublik China die bilateralen Kulturbeziehungen gefestigt und verstärkt werden könnten, wenn sie durch ein bilaterales Kulturabkommen strukturiert werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Also wie gesagt: Möglicherweise waren die künstlerischen Kriterien für die Verwaltung eines derartigen Budgets erfüllt, aber sicherlich nicht die wirtschaftlichen. Und ich glaube, daß es erforderlich ist, 30 Millionen auch richtig einzuteilen und zu verwalten. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wir sind ja gezwungen, die Sache einmal zu überprüfen und zu schauen, wo die Gelder hingeflossen sind.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn ich mir die Tätigkeit des Herrn Kurators anschaue – das rote Licht leuchtet schon wieder –, dann muß ich schon sagen, es ist mehr als merkwürdig, er bezeichnet sich als Ombudsmann der Künstler, als Kunstmanager für die Kunstvermittlung. Was tut er zum Beispiel? – Ich habe es schon im Kulturausschuß angesprochen: Er interveniert bei der Finanzstadträtin, um zu verhindern, daß Leute, die Graffitis auf irgendwelche Wände schmieren, dafür zur Verantwortung gezogen werden. Aber das geht nicht, daß wir unsere denkmalgeschützten Häuser und öffentlichen Gebäude mit teurem Geld zuerst abwaschen und dann wieder beschmieren lassen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Zweytick: Das ist aber schon interessant!
Vor 14 Tagen habe ich eine Fernsehsendung gesehen, in der Herr Huemer Herrn Zinggl gefragt hat, wieso er denn einen Greißler aus dem 4. Wiener Gemeindebezirk gefördert habe, der seine Waren nicht nur so wie üblich ausgezeichnet, sondern bei einer Ware auch dazugeschrieben hat, wieviel sie kosten würde, wenn man die Produktion und die Endverwertung, also die Endlagerung, mit einbezöge. Das wurde gefördert! (Abg. Zweytick: Das ist aber schon interessant!) Ich muß Ihnen ehrlich sagen, dazu fällt mir nur der Satz von Karl Kraus ein: "Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten."
Beifall bei den Freiheitlichen.
Soviel zu den Kuratoren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Helga Konrad (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Der vorliegende Kunstbericht und auch der Herr Staatssekretär sind heute schon vielfach gelobt worden. Ich möchte mich diesem Lob anschließen und wiederholen, daß dieser Kunstbericht wirklich eine gute, attraktive und taugliche Arbeitsunterlage für uns ist. Auch dem bereits geäußerten Dank an jene Beamtinnen und Beamten, die diesen Bericht verfaßt haben, kann ich mich nur anschließen, denn das ist viel Arbeit: Sobald er vorliegt, sagt man zwar, er ist gut gemacht, aber dem liegt sehr viel Arbeit zugrunde, für die auch ich mich herzlich bedanken möchte. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Kunstpolitik muß Räume und Situationen ermöglichen und fördern, in denen diese "anderen", neuen Visionen entwickelt werden können, die für eine lebendige Gesellschaft lebenswichtig sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Derzeit stimmt also die Qualität nicht mehr, wie sich durch den Rückgang der Besucherzahlen zeigt. Dies trifft vor allem auf das Burgtheater zu. Es stellt sich somit zum Abschluß die Frage: Wer wird in Zukunft noch für Staatsbühnen zahlen, wenn anzunehmen ist, daß die Besucher scharenweise ausbleiben? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger.
Es ist also einerseits erfreulich, daß wir uns im oberen Mittelfeld Europas befinden, und andererseits sicherlich interessant, daß es in Zukunft europaweit vergleichbare Analysen geben wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger.) – Ja, ja! Der Kulturausschuß beschränkt sich bei mir auf Kulturlandschaft, auf Lebenskultur, auf Lebensqualität, auf Weinkultur. Aber ich glaube, dafür ist hier und heute nicht der geeignete Augenblick – außer für die Freiheitlichen, die oft nur eine Kultur im Kopf haben, was sehr einseitig wirkt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger.) – Lieber Michael Krüger! Du möchtest auch zur Weinkultur kommen? Du bist herzlich dazu eingeladen. Kein Problem! Kollege Peter ist in diesen Dingen auch schon ein erfahrener Mann.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger.
Es ist also einerseits erfreulich, daß wir uns im oberen Mittelfeld Europas befinden, und andererseits sicherlich interessant, daß es in Zukunft europaweit vergleichbare Analysen geben wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger.) – Ja, ja! Der Kulturausschuß beschränkt sich bei mir auf Kulturlandschaft, auf Lebenskultur, auf Lebensqualität, auf Weinkultur. Aber ich glaube, dafür ist hier und heute nicht der geeignete Augenblick – außer für die Freiheitlichen, die oft nur eine Kultur im Kopf haben, was sehr einseitig wirkt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger.) – Lieber Michael Krüger! Du möchtest auch zur Weinkultur kommen? Du bist herzlich dazu eingeladen. Kein Problem! Kollege Peter ist in diesen Dingen auch schon ein erfahrener Mann.
Beifall bei der ÖVP.
Die Wien-Lastigkeit ist also nicht zu leugnen. Dem Vertreter der Tiroler Landesregierung, der im Beirat bei einer Debatte über das Kunstförderungsbeitragsgesetz kritisiert hat, daß die Bundesförderungen gegen Westen hin wie in einem Kapillarsystem immer dünner werden, ist also grundsätzlich recht zu geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Wien-Lastigkeit der Bundesausgaben für Kunst und Kultur und der Förderung der Kunstsektion wird damit argumentiert, daß zahlreiche, dem Bund zugewiesene Kompetenzen in Wien angesiedelt sind beziehungsweise in Wien konzentrierte Einrichtungen Aufgaben für den gesamten Bund wahrnehmen. – Herr Staatssekretär, Sie haben dies in Ihrem Redebeitrag noch zusätzlich erwähnt; ich bin jedoch der Meinung, daß diese regionale Aufteilung der Förderungen nicht nur als Initialzündungen gesehen werden darf, denn derart gravierende Unterschiede in der Aufteilung auf die Länder können Fehlzündungen bei den Künstlern und bei der Bevölkerung verursachen, wirken eher diskriminierend und haben alles andere als den Charakter einer sozialen Intervention. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sie reden doch allerorts von Dezentralisierung. Für den Bund besteht gerade in diesem Bereich, und zwar was die Länder betrifft, Handlungsbedarf. Handeln Sie, wenn es geht, noch vor der Wahl! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! In meinem überhaupt ersten Debattenbeitrag in diesem Hohen Haus als Mitglied dieses Hauses geht es um den Kunstbericht 1997, also um ein äußerst gelungenes Werk, das uns einen breiten Überblick über die Kunstförderung in Österreich und einen Vergleich mit der Kunstförderung in Europa ermöglicht. Übersichtlich und detailliert gestaltet erfahren wir durch ihn etwas über die Fülle von Förderungen und all das, was in Österreich in großer Vielfalt kulturell geleistet wird. Dafür möchte ich auch von meiner Seite aus den Verfassern dieses Berichtes Dank und ein Kompliment aussprechen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Während Frau Abgeordnete Höbinger-Lehrer gesprochen hat, ist mir folgendes Zitat eingefallen: Kunst muß uns auch das Geld wert sein, das wir dafür ausgeben, denn das dokumentiert die Toleranz und die Freiheit der Kultur! – Zitatende. Dafür stehe ich ein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bitte Sie, Herr Staatssekretär, diese Anliegen und Vorhaben in Ihren Meinungsbildungsprozeß aufzunehmen und, was die entsprechenden Ausbildungsstätten betrifft, sich mit der Frau Bundesministerin für Unterricht zu verständigen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Es haben sich nun sechs Bundesländer und der Bund dazu entschlossen, dem LIKUS-System beizutreten, und diese Berichte lassen sich daher prinzipiell sehr gut vergleichen, aber eben doch nicht ganz. Durch das LIKUS-System wird eine bisher nie dagewesene Übersichtlichkeit erreicht – und damit komme ich jetzt auch zum Lob. Das ist ja schon fast eine Lobhudelei, was heute zu diesem Kunstbericht zum Ausdruck gebracht wird. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Es ist wirklich etwas sehr Schönes und Gutes, was uns hier präsentiert wurde! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es haben sich nun sechs Bundesländer und der Bund dazu entschlossen, dem LIKUS-System beizutreten, und diese Berichte lassen sich daher prinzipiell sehr gut vergleichen, aber eben doch nicht ganz. Durch das LIKUS-System wird eine bisher nie dagewesene Übersichtlichkeit erreicht – und damit komme ich jetzt auch zum Lob. Das ist ja schon fast eine Lobhudelei, was heute zu diesem Kunstbericht zum Ausdruck gebracht wird. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Es ist wirklich etwas sehr Schönes und Gutes, was uns hier präsentiert wurde! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Morak: Wie bei Zinggl!
Tirol wiederum hat offensichtlich einen Beuysschen Kulturbegriff, möchte man fast meinen, denn Tirol subsumiert gewissermaßen nahezu alles unter Kultur. (Abg. Morak: Wie bei Zinggl!) Irgendwie ist es für mich nach wie vor unverständlich – es ist mir nicht erklärbar –, warum die Mensabon-Aktion, durch die es günstige Essen für Studierende gibt, im Kulturbericht zu finden und nicht im Sozialbudget eingeordnet ist. Das ist für Tirol Kultur; das ist, wie gesagt, der Beuyssche Kulturbegriff. (Abg. Morak: Wie bei Zinggl ist das! Wie bei Zinggl!) – Ja, das mag schon möglich sein, Herr Abgeordneter Morak. Auf diesen Unterschied ist vielleicht auch im Zusammenhang mit dem Redebeitrag von Herrn Abgeordnetem Zweytick hinzuweisen, der erwähnt hat, daß sich Landesrat Astl ein bißchen darüber beschwert hat, daß die Kulturförderung geringer wird, je weiter man nach Westen kommt. Dies ist, wie gesagt, auch eine Frage des Kulturverständnisses, das da angesprochen werden muß. (Abg. Böhacker – in Richtung der der Regierungsbank zugewandten Rednerin –: Kollegin, reden Sie ins Mikrophon, sonst verstehen wir nichts!) – Danke für den Hinweis!
Abg. Morak: Wie bei Zinggl ist das! Wie bei Zinggl!
Tirol wiederum hat offensichtlich einen Beuysschen Kulturbegriff, möchte man fast meinen, denn Tirol subsumiert gewissermaßen nahezu alles unter Kultur. (Abg. Morak: Wie bei Zinggl!) Irgendwie ist es für mich nach wie vor unverständlich – es ist mir nicht erklärbar –, warum die Mensabon-Aktion, durch die es günstige Essen für Studierende gibt, im Kulturbericht zu finden und nicht im Sozialbudget eingeordnet ist. Das ist für Tirol Kultur; das ist, wie gesagt, der Beuyssche Kulturbegriff. (Abg. Morak: Wie bei Zinggl ist das! Wie bei Zinggl!) – Ja, das mag schon möglich sein, Herr Abgeordneter Morak. Auf diesen Unterschied ist vielleicht auch im Zusammenhang mit dem Redebeitrag von Herrn Abgeordnetem Zweytick hinzuweisen, der erwähnt hat, daß sich Landesrat Astl ein bißchen darüber beschwert hat, daß die Kulturförderung geringer wird, je weiter man nach Westen kommt. Dies ist, wie gesagt, auch eine Frage des Kulturverständnisses, das da angesprochen werden muß. (Abg. Böhacker – in Richtung der der Regierungsbank zugewandten Rednerin –: Kollegin, reden Sie ins Mikrophon, sonst verstehen wir nichts!) – Danke für den Hinweis!
Abg. Böhacker – in Richtung der der Regierungsbank zugewandten Rednerin –: Kollegin, reden Sie ins Mikrophon, sonst verstehen wir nichts!
Tirol wiederum hat offensichtlich einen Beuysschen Kulturbegriff, möchte man fast meinen, denn Tirol subsumiert gewissermaßen nahezu alles unter Kultur. (Abg. Morak: Wie bei Zinggl!) Irgendwie ist es für mich nach wie vor unverständlich – es ist mir nicht erklärbar –, warum die Mensabon-Aktion, durch die es günstige Essen für Studierende gibt, im Kulturbericht zu finden und nicht im Sozialbudget eingeordnet ist. Das ist für Tirol Kultur; das ist, wie gesagt, der Beuyssche Kulturbegriff. (Abg. Morak: Wie bei Zinggl ist das! Wie bei Zinggl!) – Ja, das mag schon möglich sein, Herr Abgeordneter Morak. Auf diesen Unterschied ist vielleicht auch im Zusammenhang mit dem Redebeitrag von Herrn Abgeordnetem Zweytick hinzuweisen, der erwähnt hat, daß sich Landesrat Astl ein bißchen darüber beschwert hat, daß die Kulturförderung geringer wird, je weiter man nach Westen kommt. Dies ist, wie gesagt, auch eine Frage des Kulturverständnisses, das da angesprochen werden muß. (Abg. Böhacker – in Richtung der der Regierungsbank zugewandten Rednerin –: Kollegin, reden Sie ins Mikrophon, sonst verstehen wir nichts!) – Danke für den Hinweis!
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin viel Glück für diese Vorhaben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Prinzipiell bin ich aber wirklich begeistert von diesem Bericht. Ich bin auch überzeugt davon, daß der Weg, den Sie gehen, der richtige ist, und wünsche Ihnen auf diesem Wege weiterhin viel Glück! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es zeichnet sich ein einstimmiger Beschluß ab. Es ist schön und wichtig, wenn Integrationsschritte in politischer Harmonie gesetzt werden. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es können sich also durchaus auch kleinere Unternehmen, die nur eine nationale Bedeutung haben, in Österreich mit Hilfe des Europäischen Gerichtshofes gegen internationale Konzerne zur Wehr setzen. Allerdings ist zu beklagen, daß dieses Verfahren wirklich viel zu lange dauert, im konkreten Fall zwei Jahre. Wenn man bedenkt, daß das ja nur eine Vorabentscheidung im Rahmen eines vollständigen Gerichtsverfahrens ist und daß der Rechtsweg unter Einschluß des Vorabentscheidungsverfahrens dann insgesamt mehr als fünf, sechs Jahre dauert, dann ist das inakzeptabel. Man müßte sich hier etwas einfallen lassen, um das zu verkürzen, und den entsprechenden Druck auch in der Europäischen Union ausüben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube aber, daß wir uns in folgendem einig sein können: Es ist ein wichtiger Schritt, Menschen zu helfen, die benachteiligt sind, es ist ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit! Wir kommen damit auch als Gesetzgeber einer Verpflichtung nach, die wir haben. In diesem Sinne ist das, glaube ich, ein ganz wichtiger Gesetzesvorschlag. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, daß wir in diesem Sinne in den nächsten Jahren sehr gut miteinander arbeiten sollten und daß wir noch sehr viel zu tun haben. Wenn es gelingt, in diesem Sinne weiterzuarbeiten, dann wird es uns auch gelingen, unser Ziel zu erreichen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Schieder: Andere haben Beweise aus den siebziger Jahren! Dieser Streit führt zu nichts! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber man freut sich, wenn man es bringen kann!
Abgeordneter Franz Lafer (Freiheitliche): Sehr geschätzter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Es ist schön, wie Sie, Herr Kollege Schieder, gesagt haben – es ist wirklich ein bißchen Wahrheit daran –, daß wir dieses Gesetz heute gemeinsam beschließen. Ich habe mir, da es ein Fünfparteienantrag ist, die Mühe gemacht, einmal zu hinterfragen, von wann diese Initiative denn überhaupt stammt, und da kann ich auf eine Pressemeldung vom 28. März 1992 von meiner Kollegin Dr. Partik-Pablé verweisen, in der das schon gefordert worden ist. Aber das soll nicht dazu dienen, diesen Entwurf als unseren Erfolg zu reklamieren (Abg. Schieder: Andere haben Beweise aus den siebziger Jahren! Dieser Streit führt zu nichts! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber man freut sich, wenn man es bringen kann!), sondern es war nur interessant, auch in dieser Frage die eigentlichen Initiativen zu ergründen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Deshalb mein Appell an Sie: Arbeiten Sie etwas schneller und beständiger für die Blinden und Sehbehinderten! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wenn wir weiter mit dieser Methode verfahren und auch mit einem hohen Tempo unterwegs sind, dann werden wir dem Ziel immer näher kommen. Wir wissen natürlich, wo in manchen Bereichen, in denen wir dringend Diskriminierungen abbauen müssen, die Schwierigkeiten liegen. Nicht immer ist dies auch technisch so einfach zu lösen, wie es in diesem Fall Gott sei Dank doch eher sein dürfte. Um so überfälliger ist dieser Schritt, und daher freue ich mich, daß er heute zustande gekommen ist. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Wahllokale stehen in den Gemeinden zur Verfügung! Die achten sehr wohl darauf, daß sie behindertengerecht sind!
Das ist natürlich ein Erfolg, das ist unbestritten. Aber, meine Damen und Herren, das kann nur ein ganz kleiner Anfang in dieser Sache sein, denn, vergessen Sie nicht, mobilitätsbehinderte Menschen sind nach wie vor davon ausgeschlossen, von ihrem Recht, wählen zu gehen, Gebrauch zu machen. Sie sind deshalb ausgeschlossen, weil die Länder nicht bereit sind, Wahllokale zur Verfügung zu stellen, die auch barrierefrei erreichbar sind. Sie alle wissen, daß die Wahllokale in den Ländern meist nur über unüberwindbare Stufen und Wege erreichbar sind (Abg. Großruck: Wahllokale stehen in den Gemeinden zur Verfügung! Die achten sehr wohl darauf, daß sie behindertengerecht sind!) und deshalb von mobilitätsbehinderten Menschen nicht genutzt werden können, sodaß der Zugang zu den Wahlurnen für sie damit nicht möglich ist. Mobilitätsbehinderte Menschen werden in ihrem Recht, von der Wahl Gebrauch zu machen, weiterhin diskriminiert. Das wissen Sie alle. Die Länder haben anscheinend kein Interesse daran, daß auch wir mobilitätsbehinderten Menschen wählen gehen können.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Mock.
Es ist noch Zeit genug. Fordern Sie den Artikel 7 B-VG in den Ländern ein, und fordern Sie ein, daß am 3. Oktober alle österreichischen Wahllokale für alle Menschen barrierefrei zugänglich sind! Nur dann schaffen Sie in einem ersten Schritt die Voraussetzung dafür, daß die Chancengleichheit behinderter und nicht behinderter Menschen sichergestellt wird. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Mock.)
Beifall bei den Grünen.
Da ist noch sehr viel zu tun. Und ich glaube, in einem ersten Schritt müßte es möglich sein, daß alle diskriminierenden Bestimmungen, die bereits in den Bundesgesetzen gefunden wurden, sofort repariert werden, und zwar noch vor dem Sommer. Damit wäre zumindest ein erster Schritt gesetzt, und der nächste Schritt muß ein Antidiskriminierungsgesetz sein. Im Moment aber sind alle Bereiche, für die bereits Berichte erarbeitet wurden, entsprechend zu verbessern und diese Diskriminierungen auszuräumen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe, daß das bis zum Sommer gelingt, und ich hoffe, daß Sie es möglich machen, meine Damen und Herren, daß auch mobilitätsbehinderte Menschen am 3. Oktober wählen gehen können! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Dieses Thema bringt mich aber natürlich zur Briefwahl, zur Weiterentwicklung unserer Demokratie. Ich darf darauf hinweisen, daß man in Deutschland und in der Schweiz beste Erfahrungen mit der Briefwahl gemacht hat, dies aber anscheinend in Österreich nicht möglich ist und die Sozialdemokraten sich dagegen wehren, die Briefwahl hier einzuführen. Ich habe dann und wann den Eindruck, daß den Österreichern weniger an Demokratiereife zugetraut wird als den Bürgern in Deutschland, in der Schweiz oder anderen europäischen Ländern! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haidlmayr: Ich möchte im Wahllokal wählen!
Gerade die Behindertenverbände und die Senioren haben sich mit dem Wunsch an Nationalratsabgeordnete, an mich und an unser Haus gewandt, doch diese Briefwahl einzuführen, weil man der neuen Situation Rechnung tragen muß, daß die Gesellschaft mobiler geworden ist und viele aus Berufsgründen oder aus Studiengründen unterwegs sind. (Abg. Haidlmayr: Ich möchte im Wahllokal wählen!) Die Briefwahl, Herr Kollege Schieder, trägt dem Rechnung! (Abg. Schieder: Soll jeder, weil die Gesellschaft mobiler geworden ist, jetzt zu Hause bleiben und per Brief wählen?)
Abg. Schieder: Soll jeder, weil die Gesellschaft mobiler geworden ist, jetzt zu Hause bleiben und per Brief wählen?
Gerade die Behindertenverbände und die Senioren haben sich mit dem Wunsch an Nationalratsabgeordnete, an mich und an unser Haus gewandt, doch diese Briefwahl einzuführen, weil man der neuen Situation Rechnung tragen muß, daß die Gesellschaft mobiler geworden ist und viele aus Berufsgründen oder aus Studiengründen unterwegs sind. (Abg. Haidlmayr: Ich möchte im Wahllokal wählen!) Die Briefwahl, Herr Kollege Schieder, trägt dem Rechnung! (Abg. Schieder: Soll jeder, weil die Gesellschaft mobiler geworden ist, jetzt zu Hause bleiben und per Brief wählen?)
Abg. Haidlmayr: Ich will barrierefreie Wahllokale!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auch die Erfahrungen von Innsbruck haben das gezeigt. Frau Haidlmayr! Sie werden mir sicher recht geben: Die Wahlen werden komplizierter, vielfältiger, das Persönlichkeitswahlrecht kommt dazu, Abstimmungen kommen dazu, und viele ältere Menschen fühlen sich in dieser Streßsituation der Stimmabgabe – es ist dies eben ein ungewöhnlicher Vorgang – überfordert, und deswegen kommt es zu ungültigen Stimmen und so weiter. (Abg. Haidlmayr: Ich will barrierefreie Wahllokale!) Sie können mir also nicht recht geben, das tut mir sehr leid! Die Briefwahl würde dem entgegenkommen, daß jeder in Ruhe, zeitgerecht, persönlich und geheim seine Stimme abgeben kann.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Wähler und Wählerinnen in Österreich erwarten den Schritt zur Demokratieerweiterung und Weiterentwicklung der Nationalrats-Wahlordnung, zur längst fälligen Briefwahl! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum ersten: Es gibt hinsichtlich der EU-Wahl am 13. Juni im ganzen Land eine Diskussion darüber, daß mit der Stimmenauszählung erst um 22 Uhr begonnen werden kann. Wir haben uns die Rechtssituation angesehen: Es verhält sich nun einmal so! Dennoch müssen wir uns umso mehr darum bemühen, etwas zu erreichen, denn es ist den Leuten nicht zuzumuten, daß die Kommission, wenn das Wahllokal um 15 Uhr oder 16 Uhr schließt, bis 10 Uhr am Abend warten muß und erst dann die Arbeit fortsetzen kann. (Beifall bei der ÖVP.) Dafür muß es Lösungen geben, und es ist unsere Aufgabe, daß wir uns diesbezüglich innerhalb Europas engagieren!
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb meine ich, daß es wichtig wäre, dieses Thema zu diskutieren und eine bundesweite Regelung zu treffen, selbstverständlich gemeinsam mit den Ländern und Gemeinden. Diese Menschen leisten nämlich einen ganz wichtigen Beitrag zur demokratischen Willensbildung in unserem Land. An diesen Dingen kann man nicht vorbeigehen. Wenn es offene Fragen gibt, dann hat man sie anzusprechen, und wir haben die Aufgabe, darüber nachzudenken und Lösungen zu finden. Ich würde hoffen und erwarten, daß dieser Entschließungsantrag im Verfassungsausschuß Annahme und weitere Bearbeitung findet, damit wir irgendwann in der nächsten Zeit dafür eine Lösung finden können! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Sehr schlampig!
"Für die ersten fünf Jahre, die ihre Ratifikations- oder Beitrittsurkunden hinterlegt haben, ...", anstatt, wie es richtig heißen müßte: "Für die ersten fünf Länder, die ihre Ratifikations- oder Beitrittsurkunden hinterlegt haben, ..." und so weiter. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Sehr schlampig!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär! Bei allem Respekt: Wenn man drei Jahre Zeit für etwas Dringendes und Wichtiges braucht und das dann noch fehlerhaft ist, dann kann man das nicht überschwenglich loben, wenngleich wir im Hinblick auf die Verwaltungsvereinfachung, die die Erleichterung der internationalen amtlichen Recherche dieses Übereinkommens bringt, für diese Vorlage stimmen werden. – Ich danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wird daher dringend notwendig sein, daß Sie, Herr Staatssekretär, sich dafür einsetzen, daß ein dementsprechendes Äquivalent geschaffen wird, damit dadurch nicht die Trafikanten wieder einmal unter die Räder kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn ich nun vergleiche, daß etwa in der Bundesrepublik Deutschland die Ausstellung eines Reisepasses nur 350 S – und nicht 490 S wie in Österreich – kostet und es dazu noch die Möglichkeit gibt, dank einer jugendfreundlichen Gebührenverordnung in der Bundesrepublik Deutschland, die Ausstellung eines Reisepasses für Jugendliche bis zum 26. Lebensjahr um 175 S abzuwickeln, dann muß ich sagen: In diesem Zusammenhang sind der österreichische Gesetzgeber und der Staat wieder mit einer gewissen Gebührenraubritterei unterwegs, der wir sicherlich nicht die Zustimmung erteilen können! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn in der morgigen Ausgabe des "Kurier" steht: "2 Milliarden Schilling für das ,Nichtstun‘ der Behörde", dann wird es damit auf den Punkt gebracht. Herr Staatssekretär! Diese Zulassungssteuer beziehungsweise diese Gebühr ist meines Erachtens verfassungsrechtlich bedenklich, weil dafür keine Gegenleistung erbracht wird. Setzen Sie alles daran, daß diese Schröpfaktion der Autofahrer abgeschafft wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Langthaler: Kommentieren Sie lieber den Kommentar auf Seite 2!
Lieber Kollege Böhacker! Wenn Sie die morgige Ausgabe des "Kurier" zitieren, dann muß man sagen ... (Abg. Ing. Langthaler: Kommentieren Sie lieber den Kommentar auf Seite 2!) Ich zitiere einen anderen Kommentar, Frau Kollegin Langthaler!
Abg. Mag. Schweitzer: Sie nicht, das sind wir!
Schauen Sie sich den Bericht an: Er ist positiv und objektiv. Letztendlich war das Ziel von Staatssekretär Ruttenstorfer eine effiziente, schnelle Verwaltung. Das war das erste Ziel. Das zweite Ziel waren ein Service für die Bürger und eine wesentliche Verwaltungsvereinfachung. Natürlich war das eine Reform in kleinen Schritten. Ich weiß schon, daß das bei Ihnen vielleicht nicht so ins Gewicht fällt! Es ist dies keine Gebührenreform, das geben wir zu, sondern es ist eine Verwaltungsreform. Und es ist immerhin so, Frau Kollegin Langthaler, die Sie ja auch immer für die sogenannten kleinen Leute eintreten ... (Abg. Mag. Schweitzer: Sie nicht, das sind wir!) Sie sagt es immer!
Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Immerhin werden die Rechtsauskünfte in Zukunft gratis sein, und das ist ja auch nicht schlecht, oder? (Zwischenruf des Abg. Böhacker.) Ich weiß es nicht, ich meine, Kollege ... (Abg. Böhacker: Das dient doch der Verwaltung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich weiß schon, er will mir die Redezeit wegnehmen! Im Grunde genommen ist es wie im Ausschuß. Dort hat er nicht zugehört, und daher hält er jetzt die gleiche Rede wie im Ausschuß!
Abg. Böhacker: Das dient doch der Verwaltung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Immerhin werden die Rechtsauskünfte in Zukunft gratis sein, und das ist ja auch nicht schlecht, oder? (Zwischenruf des Abg. Böhacker.) Ich weiß es nicht, ich meine, Kollege ... (Abg. Böhacker: Das dient doch der Verwaltung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich weiß schon, er will mir die Redezeit wegnehmen! Im Grunde genommen ist es wie im Ausschuß. Dort hat er nicht zugehört, und daher hält er jetzt die gleiche Rede wie im Ausschuß!
Abg. Ing. Langthaler: Seite 2!
Herr Kollege Böhacker! Ich sage Ihnen folgendes: Staatssekretär Ruttenstorfer hat einige gute und wirklich soziale und gerechte Projekte gemacht und verfolgt natürlich das Ziel, in Österreich eine moderne Verwaltung innerhalb der Europäischen Union zu schaffen, und diese Vorlage ist in diesem Bereich ein erster kleiner Schritt dazu. Ich will Ihnen jetzt nicht die Studien der Konsumenteninformation zitieren, denn ich habe nur drei oder vier Minuten Redezeit. Diese Studien sind im Grunde genommen sehr, sehr positiv. (Abg. Ing. Langthaler: Seite 2!) Frau Kollegin Langthaler! Weil Sie sagen, daß ich einen Kommentar zitieren soll: Sie haben sicherlich auch den Kommentar von Herrn Ettinger in der Zeitung "Die Presse" gelesen, in dem von einer Revolution die Rede ist. Ich habe jetzt nicht die Zeit, das vorzulesen, aber ich sage Ihnen, daß er von einer Revolution spricht. – In Wirklichkeit ist es keine Revolution, aber es ist ein erster wichtiger Schritt, und wir sind auf die Arbeiten des Herrn Staatssekretärs Ruttenstorfer stolz! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Böhacker! Ich sage Ihnen folgendes: Staatssekretär Ruttenstorfer hat einige gute und wirklich soziale und gerechte Projekte gemacht und verfolgt natürlich das Ziel, in Österreich eine moderne Verwaltung innerhalb der Europäischen Union zu schaffen, und diese Vorlage ist in diesem Bereich ein erster kleiner Schritt dazu. Ich will Ihnen jetzt nicht die Studien der Konsumenteninformation zitieren, denn ich habe nur drei oder vier Minuten Redezeit. Diese Studien sind im Grunde genommen sehr, sehr positiv. (Abg. Ing. Langthaler: Seite 2!) Frau Kollegin Langthaler! Weil Sie sagen, daß ich einen Kommentar zitieren soll: Sie haben sicherlich auch den Kommentar von Herrn Ettinger in der Zeitung "Die Presse" gelesen, in dem von einer Revolution die Rede ist. Ich habe jetzt nicht die Zeit, das vorzulesen, aber ich sage Ihnen, daß er von einer Revolution spricht. – In Wirklichkeit ist es keine Revolution, aber es ist ein erster wichtiger Schritt, und wir sind auf die Arbeiten des Herrn Staatssekretärs Ruttenstorfer stolz! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Marizzi.
Was aber bleibt, schmerzt mich viel mehr. Denn wenn auch der "Gummiadler" stirbt, es bleiben die Gebühren. Warum bleiben diese Gebühren eigentlich? – Unser Herr Finanzminister ließ uns, weise, wie er ist, schon mehrfach wissen, daß jede Steuer eine lenkungspolitische, eine ordnungspolitische und eine fiskalpolitische Funktion hat. Ich bin mir ganz sicher, daß uns der Redner nach mir, Herr Stummvoll, erklären wird, welche ordnungspolitische Funktion die Gebühren haben. Ich glaube, Sie können uns das erklären, mir kann das sonst niemand erklären! (Zwischenruf des Abg. Marizzi.) Ist es ein Teil der Dienstleistungsgesinnung der modernsten Verwaltung in Europa, oder ist es schlicht und ergreifend eine Geldbeschaffung? (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.
Was aber bleibt, schmerzt mich viel mehr. Denn wenn auch der "Gummiadler" stirbt, es bleiben die Gebühren. Warum bleiben diese Gebühren eigentlich? – Unser Herr Finanzminister ließ uns, weise, wie er ist, schon mehrfach wissen, daß jede Steuer eine lenkungspolitische, eine ordnungspolitische und eine fiskalpolitische Funktion hat. Ich bin mir ganz sicher, daß uns der Redner nach mir, Herr Stummvoll, erklären wird, welche ordnungspolitische Funktion die Gebühren haben. Ich glaube, Sie können uns das erklären, mir kann das sonst niemand erklären! (Zwischenruf des Abg. Marizzi.) Ist es ein Teil der Dienstleistungsgesinnung der modernsten Verwaltung in Europa, oder ist es schlicht und ergreifend eine Geldbeschaffung? (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es wird Sie daher nicht wundern, daß wir dieses Gebührengesetz ablehnen. Den anderen beiden Vorlagen über das Staatsdruckereigesetz und über den Beitritt Österreichs, der Republik Finnland und des Königreichs Schweden zu dem Übereinkommen werden wir zustimmen. Ich schließe mit der Bitte an Herrn Stummvoll, mir zu erklären, welche ordnungspolitische Funktion Gebühren haben. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Böhacker: Wie weit reicht Ihr Auge, Herr Kollege, bis 2010?
Es gibt ganz konkret drei Zielsetzungen für diese vorliegende Novelle. Das Ziel einer Gesamtreform verlieren wir aber natürlich nicht aus dem Auge, Herr Kollege Böhacker! (Abg. Böhacker: Wie weit reicht Ihr Auge, Herr Kollege, bis 2010?) Wir wissen allerdings inzwischen, daß man gewisse Ziele schrittweise verwirklichen muß. Ich nenne nur ein Beispiel: Als wir vor einem Jahr den Lehrlingsfreibetrag von 20 000 S beschlossen, haben wir gesagt, daß das nur ein erster Schritt sein kann. Sie haben höhnisch darüber gelacht! Mit der Steuerreform beschließen wir jetzt dafür 60 000 S. Die Politik der kleinen Schritte ist also sehr erfolgreich und sehr wirkungsvoll! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt ganz konkret drei Zielsetzungen für diese vorliegende Novelle. Das Ziel einer Gesamtreform verlieren wir aber natürlich nicht aus dem Auge, Herr Kollege Böhacker! (Abg. Böhacker: Wie weit reicht Ihr Auge, Herr Kollege, bis 2010?) Wir wissen allerdings inzwischen, daß man gewisse Ziele schrittweise verwirklichen muß. Ich nenne nur ein Beispiel: Als wir vor einem Jahr den Lehrlingsfreibetrag von 20 000 S beschlossen, haben wir gesagt, daß das nur ein erster Schritt sein kann. Sie haben höhnisch darüber gelacht! Mit der Steuerreform beschließen wir jetzt dafür 60 000 S. Die Politik der kleinen Schritte ist also sehr erfolgreich und sehr wirkungsvoll! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Zum zweiten: Ich möchte zu Herrn Kollegen Peter sagen: Das Hohe Haus ist eigentlich nicht der geeignete Ort für Privatlektionen. Ich bin aber gerne bereit, ein Privatissimum über allfällige ordnungspolitische Funktionen abzuhalten. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.) Ich möchte dazu nur sagen: Ich bekenne mich dazu, daß Menschen, die Verantwortung in der Regierung und hier im Hohen Haus tragen, nicht leichtfertig auf 4,5 Milliarden Schilling verzichten können. Das allein bringen nämlich die Stempelgebühren!
Abg. Mag. Peter: Weil Sie bei den Ausgaben gespart haben!
Ich bekenne mich dazu! (Abg. Mag. Peter: Weil Sie bei den Ausgaben gespart haben!) Mir wäre es auch lieber, wir hätten das auf der Ausgabenseite zustande gebracht. Aber es geht eben nicht alles auf Knopfdruck, und es ist viel leichter, von außen zu kritisieren, als konkrete Maßnahmen tatsächlich umzusetzen. (Abg. Mag. Peter: Sie sind ja schon lange in der Regierung!)
Abg. Mag. Peter: Sie sind ja schon lange in der Regierung!
Ich bekenne mich dazu! (Abg. Mag. Peter: Weil Sie bei den Ausgaben gespart haben!) Mir wäre es auch lieber, wir hätten das auf der Ausgabenseite zustande gebracht. Aber es geht eben nicht alles auf Knopfdruck, und es ist viel leichter, von außen zu kritisieren, als konkrete Maßnahmen tatsächlich umzusetzen. (Abg. Mag. Peter: Sie sind ja schon lange in der Regierung!)
Abg. Mag. Peter: Eine schwache Leistung wird man schon beurteilen dürfen!
Herr Kollege Peter! Sie werden, fürchte ich, leider nie in die Situation kommen, daß Sie nicht nur von außen kritisieren können, sondern auch von innen umsetzen müssen. (Abg. Mag. Peter: Eine schwache Leistung wird man schon beurteilen dürfen!) Sie werden froh sein, wenn Sie in der nächsten Legislaturperiode überhaupt noch im Parlament vertreten sein werden. Ich würde mir wünschen, daß Sie einmal die Erfahrung machen, wie groß der Unterschied zwischen Kritik von außen und konkreter Umsetzung ist. Ich würde mir das wirklich wünschen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Peter! Sie werden, fürchte ich, leider nie in die Situation kommen, daß Sie nicht nur von außen kritisieren können, sondern auch von innen umsetzen müssen. (Abg. Mag. Peter: Eine schwache Leistung wird man schon beurteilen dürfen!) Sie werden froh sein, wenn Sie in der nächsten Legislaturperiode überhaupt noch im Parlament vertreten sein werden. Ich würde mir wünschen, daß Sie einmal die Erfahrung machen, wie groß der Unterschied zwischen Kritik von außen und konkreter Umsetzung ist. Ich würde mir das wirklich wünschen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Kier: Er hat die Frage nicht beantwortet! Er kennt sich nicht aus, der Stummvoll!
Ich fürchte nur, daß der Wähler diesen Wunsch, den ich habe, wahrscheinlich nicht erfüllen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Kier: Er hat die Frage nicht beantwortet! Er kennt sich nicht aus, der Stummvoll!)
Abg. Marizzi: Ich habe geglaubt, Sie sind schon zurückgetreten!
Abgeordnete Ing. Monika Langthaler (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! (Abg. Marizzi: Ich habe geglaubt, Sie sind schon zurückgetreten!) Herr Kollege Marizzi! Wenn natürlich ein Vertreter der SPÖ die schrittweise Abschaffung der Stempel-marke aus dem Jahr 1854 als Revolution darstellt (Abg. Marizzi: Sie sind noch da!), dann, mein Lieber, denke ich mir, ist es mit der SPÖ in Hinblick auf das Thema "moderne Verwaltung" nicht allzu gut bestellt. Denn da treffen wir uns ja, wenn es darum geht, die Verwaltung insgesamt zu modernisieren. (Abg. Marizzi: Sie sind ja schon vor einem Jahr zurückgetreten!)
Abg. Marizzi: Sie sind noch da!
Abgeordnete Ing. Monika Langthaler (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! (Abg. Marizzi: Ich habe geglaubt, Sie sind schon zurückgetreten!) Herr Kollege Marizzi! Wenn natürlich ein Vertreter der SPÖ die schrittweise Abschaffung der Stempel-marke aus dem Jahr 1854 als Revolution darstellt (Abg. Marizzi: Sie sind noch da!), dann, mein Lieber, denke ich mir, ist es mit der SPÖ in Hinblick auf das Thema "moderne Verwaltung" nicht allzu gut bestellt. Denn da treffen wir uns ja, wenn es darum geht, die Verwaltung insgesamt zu modernisieren. (Abg. Marizzi: Sie sind ja schon vor einem Jahr zurückgetreten!)
Abg. Marizzi: Sie sind ja schon vor einem Jahr zurückgetreten!
Abgeordnete Ing. Monika Langthaler (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! (Abg. Marizzi: Ich habe geglaubt, Sie sind schon zurückgetreten!) Herr Kollege Marizzi! Wenn natürlich ein Vertreter der SPÖ die schrittweise Abschaffung der Stempel-marke aus dem Jahr 1854 als Revolution darstellt (Abg. Marizzi: Sie sind noch da!), dann, mein Lieber, denke ich mir, ist es mit der SPÖ in Hinblick auf das Thema "moderne Verwaltung" nicht allzu gut bestellt. Denn da treffen wir uns ja, wenn es darum geht, die Verwaltung insgesamt zu modernisieren. (Abg. Marizzi: Sie sind ja schon vor einem Jahr zurückgetreten!)
Abg. Marizzi: Ich habe gedacht, Sie sind nicht mehr da!
Wenn zwei Regierungsparteien, die seit fast 40 Jahren und zumindest die letzten Jahrzehnte hindurch ununterbrochen eine gemeinsame Regierung bilden (Abg. Marizzi: Ich habe gedacht, Sie sind nicht mehr da!), dann statt von einer geplanten Gebührenreform von einer kleinen Verwaltungsreform reden, dann ist das nicht wirklich das, was Sie ursprünglich versprochen haben, liebe Kollegen von SPÖ und ÖVP! (Abg. Marizzi: ... sie ist noch immer da? – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Marizzi –: Dann kommt noch einmal ein Auftritt für die Presse!)
Abg. Marizzi: ... sie ist noch immer da? – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Marizzi –: Dann kommt noch einmal ein Auftritt für die Presse!
Wenn zwei Regierungsparteien, die seit fast 40 Jahren und zumindest die letzten Jahrzehnte hindurch ununterbrochen eine gemeinsame Regierung bilden (Abg. Marizzi: Ich habe gedacht, Sie sind nicht mehr da!), dann statt von einer geplanten Gebührenreform von einer kleinen Verwaltungsreform reden, dann ist das nicht wirklich das, was Sie ursprünglich versprochen haben, liebe Kollegen von SPÖ und ÖVP! (Abg. Marizzi: ... sie ist noch immer da? – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung des Abg. Marizzi –: Dann kommt noch einmal ein Auftritt für die Presse!)
Abg. Dr. Stummvoll: Ich selbst habe nur einen Hut! – Abg. Mag. Peter: Staatstragend!
Ich habe es schon im Ausschuß genüßlich zitiert, Herr Abgeordneter Stummvoll, und ich möch-te es hier für das Protokoll wiederholen: Herr Abgeordneter Stummvoll hat zwei Hüte: einen Hut als Wirtschaftskammerfunktionär und einen, den er als Abgeordneter der ÖVP aufsetzt. Heute haben Sie hier mit dem braven Abgeordnetenhut zu uns gesprochen. (Abg. Dr. Stummvoll: Ich selbst habe nur einen Hut! – Abg. Mag. Peter: Staatstragend!)
Abg. Mag. Peter: Da schau her!
Das klingt also ganz anders! (Die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe.) Das ist mit Ihrer Unterschrift versehen: Mit freundlichen Grüßen, Dr. Günter Stummvoll, Generalsekretär. (Abg. Mag. Peter: Da schau her!) – Auch Herr Abgeordneter Leopold Maderthaner hat sich diesem Text und diesen Worten angeschlossen. Aber offenbar sieht man das dann hier – als Abgeordneter, also in der anderen Funktion – etwas anders.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Peter.
Wir können die Zustimmung deshalb nicht geben. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Peter.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher wird mit dieser Maßnahme zwar ein Schritt in Richtung Verwaltungsreform gesetzt, aber es soll nicht behauptet werden, daß damit die gesamte Gebührenreform erledigt ist. Im Gegenteil, sie steht noch vor uns, und wir werden sie ebenso entschlossen beginnen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Langthaler: Ich habe 320 S verlangt!
Ich sehe es drittens als wesentlichen Vorteil, daß wir – auch wenn Kollegin Langthaler das so süffisant dargestellt hat – mit dieser Novelle die Gebühr für die Ausstellung des Mopedführerscheins – es handelt sich dabei um Jugendliche unter 16 Jahren, nämlich um Lehrlinge, die das Moped brauchen, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen – um 280 S ... (Abg. Ing. Langthaler: Ich habe 320 S verlangt!)
Abg. Böhacker: Ausgabeneinsparung, hat Kollege Peter gesagt!
Schön, wir können auch null verlangen! Ich glaube, darüber wären wir uns auch alle einig. Es wäre sehr schön, würden wir sozusagen auf alle Gebühren und Abgaben verzichten. Das wäre sehr populär, nur habe ich hier keinen Vorschlag dazu gehört, wie dann jene 4,5 Milliarden Schilling – das ist etwa das Volumen der Bundesstempelmarken ... (Abg. Böhacker: Ausgabeneinsparung, hat Kollege Peter gesagt!) Sehr schön! Das ist mir allerdings zu allgemein. (Abg. Böhacker: Ich bitte, die Vorschläge bei ihm einzuholen!)
Abg. Böhacker: Ich bitte, die Vorschläge bei ihm einzuholen!
Schön, wir können auch null verlangen! Ich glaube, darüber wären wir uns auch alle einig. Es wäre sehr schön, würden wir sozusagen auf alle Gebühren und Abgaben verzichten. Das wäre sehr populär, nur habe ich hier keinen Vorschlag dazu gehört, wie dann jene 4,5 Milliarden Schilling – das ist etwa das Volumen der Bundesstempelmarken ... (Abg. Böhacker: Ausgabeneinsparung, hat Kollege Peter gesagt!) Sehr schön! Das ist mir allerdings zu allgemein. (Abg. Böhacker: Ich bitte, die Vorschläge bei ihm einzuholen!)
Abg. Böhacker: Aber Sie werden schon eingestehen, daß er vorher zu teuer war!
Das heißt also, die Verbilligung um 280 S ist eine beachtliche, obwohl ich zugebe, daß wir auch über 320, über 200, über 100 oder über 0 hätten reden können. (Abg. Böhacker: Aber Sie werden schon eingestehen, daß er vorher zu teuer war!)
Abg. Böhacker: Vor allem vereinfachen!
Die Relation der Gebühren zueinander ist der nächste Schritt, und zwar ein wichtiger. Dieses Bekenntnis ist vom Herrn Staatssekretär gekommen, und es ist auch von allen verlangt worden, daß man selbstverständlich zu einer Gebührenreform kommen muß und daß die Gebühren gerechter – und damit für den Bürger auch einsichtiger – zu gestalten sind. (Abg. Böhacker: Vor allem vereinfachen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Die Gebührenreform muß ja keine Erhöhung mit sich bringen!
Trotzdem ist diese Novelle ein sehr wichtiger und richtiger Schritt zu einer modernen Verwaltung, einer Verwaltung, die als Service für den Bürger zu agieren hat. Wir werden dieser Novelle daher die Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker: Die Gebührenreform muß ja keine Erhöhung mit sich bringen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich halte es für eine Despektierlichkeit der allerersten Ordnung gegenüber den Managern, die sich bewerben könnten, wenn bereits vor der Ausschreibung die Positionen der beiden Generaldirektoren, die aus dem politischen Bereich kommen, feststehen. Das ist wirklich eine Mißachtung und ein unglaublicher Affront! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär! Ich verlange ja nicht den Ausschluß ehemaliger Politiker von hohen Ämtern in der Privatwirtschaft. Ich sage auch nicht, daß sie nicht geeignet sind, das ist überhaupt keine Frage. Aber dort bedarf es eines wirklich objektiven Ausschreibungsverfahrens und einer Kommission, die darüber zu befinden hat, nicht jedoch einer Vorabsprache in der Koalition. Das Ganze ist ein Skandal der allerersten Ordnung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Keine Revolution!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zugegebenermaßen ist diese Gebührengesetz-Novelle nicht der große Wurf. Das ist unbestritten. Es ist auch keine Gebührenreform, sondern es ist eine Zahlungsreform. (Abg. Murauer: Keine Revolution!) Ich meine, daß es durchaus praktikabel und anerkennenswert ist, wenn in einem ersten Schritt in Zukunft auch die modernen Zahlungsmittel verwendet werden können.
Beifall bei der ÖVP.
Nachdem im heutigen "Abend-Kurier" alle Punkte dargelegt worden sind und die Opposition erläutert hat, warum sie auch einem ersten notwendigen, durchaus vernünftigen Schritt nicht zustimmen kann – das ist Ihre Sache, meine Damen und Herren von seiten der Opposition –, nachdem also vor allem von seiten des Kollegen Peter beklagt wurde, daß trotzdem für jeden Vorgang Gebühren verlangt werden, möchte ich ihm die Frage stellen, warum in seinem Lokal für jede Art von Service und für jede Art von Produkt selbstverständlich etwas verlangt wird. (Beifall bei der ÖVP.) Nur beim Staat wäre man der Meinung, es sei alles nicht nachvollziehbar! (Abg. Böhacker: Ich bin nicht der Pflichtverteidiger von Peter – aber das "Weiße Rössl" lebt nicht von Steuern!)
Abg. Böhacker: Ich bin nicht der Pflichtverteidiger von Peter – aber das "Weiße Rössl" lebt nicht von Steuern!
Nachdem im heutigen "Abend-Kurier" alle Punkte dargelegt worden sind und die Opposition erläutert hat, warum sie auch einem ersten notwendigen, durchaus vernünftigen Schritt nicht zustimmen kann – das ist Ihre Sache, meine Damen und Herren von seiten der Opposition –, nachdem also vor allem von seiten des Kollegen Peter beklagt wurde, daß trotzdem für jeden Vorgang Gebühren verlangt werden, möchte ich ihm die Frage stellen, warum in seinem Lokal für jede Art von Service und für jede Art von Produkt selbstverständlich etwas verlangt wird. (Beifall bei der ÖVP.) Nur beim Staat wäre man der Meinung, es sei alles nicht nachvollziehbar! (Abg. Böhacker: Ich bin nicht der Pflichtverteidiger von Peter – aber das "Weiße Rössl" lebt nicht von Steuern!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Wißt ihr, Auer, an uns zahlt man keine Steuern! Das ist der Unterschied!
Meine Damen und Herren! Wir stimmen seitens der ÖVP dem ersten Schritt zu. Es ist aber notwendig, rasch einen nächsten Schritt zu setzen, denn es sollte nicht so sein, daß der nächste Schritt wiederum 145 Jahre lang dauert, Herr Staatssekretär! So lange hatte die Stempelmarke nämlich Bestand. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Wißt ihr, Auer, an uns zahlt man keine Steuern! Das ist der Unterschied!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie hätten damals im Rahmen der Strukturanpassungsgesetze die Möglichkeit gehabt. Wenn Sie so vorgegangen wären, die Ausgaben um zwei Drittel zu kürzen und die Steuerneinnahmen nur um ein Drittel, dann hätten Sie einen Spielraum gehabt, die Gebühren abzuschaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Deswegen wollen wir folgendes wissen: Es kann doch nicht sein, daß ich eine Änderung der Zahlungsmodalitäten vornehme, wenn ich die Absicht habe – und ich glaube Ihnen, Herr Kollege Stummvoll, daß Sie diese Absicht haben –, die Gebühren abzuschaffen. Dann hätten wir uns diese Reform ersparen können. Schaffen wir die Gebühren ab! Suchen wir Möglichkeiten, Reduktionen im Ausgabenpotential vorzunehmen, damit wir die Gebühren hereinbringen! Das wäre eine sinnvolle Lösung. Aber auf die jetzige Art kommt es nur zu Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der österreichischen Wirtschaft. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Trattner: Schon festgelegt!
Die Ausschreibung – das müssen Sie wohl zugeben – ist ordnungsgemäß nach dem Ausschreibungsgesetz erfolgt. Oder wissen Sie das nicht? – Die Ausschreibung ist erfolgt, und die Frist läuft noch. Das ist noch überhaupt nicht abgeschlossen, man weiß derzeit nicht einmal, wer sich beworben hat. Aber Sie wissen schon wieder, daß das alles falsch und furchtbar ist! (Abg. Mag. Trattner: Schon festgelegt!) Sie werden sehen, es wird geprüft werden. (Abg. Dr. Krüger: Eine Scheinausschreibung!) Daß Kandidaten in den Medien genannt werden, ist klar. Das gilt überall so, bei allen Posten, auch in der Privatindustrie werden Kandidaten genannt. Aber die Frist läuft noch, und das Verfahren ist nicht abgeschlossen. (Abg. Dr. Krüger: Wer glaubt, das noch ernst nehmen zu können? Das ist eine Blamage!)
Abg. Dr. Krüger: Eine Scheinausschreibung!
Die Ausschreibung – das müssen Sie wohl zugeben – ist ordnungsgemäß nach dem Ausschreibungsgesetz erfolgt. Oder wissen Sie das nicht? – Die Ausschreibung ist erfolgt, und die Frist läuft noch. Das ist noch überhaupt nicht abgeschlossen, man weiß derzeit nicht einmal, wer sich beworben hat. Aber Sie wissen schon wieder, daß das alles falsch und furchtbar ist! (Abg. Mag. Trattner: Schon festgelegt!) Sie werden sehen, es wird geprüft werden. (Abg. Dr. Krüger: Eine Scheinausschreibung!) Daß Kandidaten in den Medien genannt werden, ist klar. Das gilt überall so, bei allen Posten, auch in der Privatindustrie werden Kandidaten genannt. Aber die Frist läuft noch, und das Verfahren ist nicht abgeschlossen. (Abg. Dr. Krüger: Wer glaubt, das noch ernst nehmen zu können? Das ist eine Blamage!)
Abg. Dr. Krüger: Wer glaubt, das noch ernst nehmen zu können? Das ist eine Blamage!
Die Ausschreibung – das müssen Sie wohl zugeben – ist ordnungsgemäß nach dem Ausschreibungsgesetz erfolgt. Oder wissen Sie das nicht? – Die Ausschreibung ist erfolgt, und die Frist läuft noch. Das ist noch überhaupt nicht abgeschlossen, man weiß derzeit nicht einmal, wer sich beworben hat. Aber Sie wissen schon wieder, daß das alles falsch und furchtbar ist! (Abg. Mag. Trattner: Schon festgelegt!) Sie werden sehen, es wird geprüft werden. (Abg. Dr. Krüger: Eine Scheinausschreibung!) Daß Kandidaten in den Medien genannt werden, ist klar. Das gilt überall so, bei allen Posten, auch in der Privatindustrie werden Kandidaten genannt. Aber die Frist läuft noch, und das Verfahren ist nicht abgeschlossen. (Abg. Dr. Krüger: Wer glaubt, das noch ernst nehmen zu können? Das ist eine Blamage!)
Beifall bei der SPÖ.
Mir wurde gesagt, das ist eine Sozialkomponente, aber das ist nicht wahr. Denn diese wirklich qualifizierten Frauen könnten in Führungspositionen zeigen, was sie können. Das wäre ein Schritt, um zu zeigen, daß es ein Anliegen der Bundesregierung ist, im Zuge der Privatisierungsverfahren gewisse Förderungsmaßnahmen durchzusetzen, dort, wo es wirklich um etwas geht und "Spitz auf Knopf" ist. Diese Bitte ist bei der Staatsdruckerei perdu, aber ich hoffe auf Besserung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Das meiner Ansicht nach Wesentlichste an dieser Gebührenreform ist, daß nicht Menschen zweier Klassen entstehen, nämlich diejenigen, die schriftliche Anfragen über das Internet stellen können, das auch wollen und die Mittel dazu haben, und jene Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – keinen Zugang über das Internet haben und die Form der schriftliche Anfrage wählen müssen und dafür Gebühren zu zahlen haben. Das ist jetzt ausgeschaltet, die Bürger sind auch in diesem Bereich gleichgestellt. Das finde ich gut und bürgerfreundlich. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stoisits – auf die sich nicht von ihrem Sitz erhobene Abg. Dr. Petrovic deutend –: Nein!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dieser Vorgangsweise zustimmen, um ein Zeichen. – Diese Vorgangsweise wird einstimmig akzeptiert. Dies ist einstimmig angenommen. (Abg. Mag. Stoisits – auf die sich nicht von ihrem Sitz erhobene Abg. Dr. Petrovic deutend –: Nein!) Bitte, wer? – Entschuldigen Sie, Frau Dr. Petrovic! Kollege Dr. Stippel hatte Sie verdeckt. Ich habe das leider nicht gesehen. Aber ich korrigiere mich und stelle die mehrheitliche Annahme fest. Dieser Beschluß ist mehrheitlich gefaßt worden.
Abg. Öllinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: 2 Minuten!
Ich erteile als erstem Redner dem Antragsteller, dem Abgeordneten Öllinger, das Wort. Sie haben noch eine Redezeit von 12 Minuten. (Abg. Öllinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: 2 Minuten!) 2 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung soll ich einstellen. – Bitte.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Sie haben es nicht über die erste Lesung, aber später über die Arbeit im Ausschuß und danach über eine Beschlußfassung im Parlament in der Hand, zu entscheiden, ob Sie an der undemokratischen Tradition des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus in bezug auf die Demokratie in den Betrieben festhalten wollen oder ob Sie wieder an der demokratischen Tradition der Ersten Republik von 1919 anknüpfen wollen. Die Entscheidung über Demokratie oder Nichtdemokratie in den Betrieben liegt in Ihrer Hand, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube also, daß das, was Frau Minister Hostasch zur Begutachtung ausgesandt hat, absolut eine gute Grundlage wäre, die durchaus in dieser Form hier beschlossen werden könnte. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Ich freue mich auf die Verhandlungen im Ausschuß. (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir als Freiheitliche werden dieser Initiative nicht die Zustimmung erteilen, weil wir meinen, daß die Verantwortung der Arbeitnehmer in den Betrieben ausschließlich in österreichischen Händen bleiben soll. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eines möchte ich noch sagen: Für die Kriegsopfer gibt es eine ständige Valorisierung ihres Pflegegeldes seit 1967, während das für die Zivilinvaliden nicht der Fall ist. Ich bitte Sie daher, daß Sie diesem Gedanken nähertreten, weil Sie damit einer Gruppe von Personen, die nach wie vor finanziell wirklich nicht sehr gut gestellt sind, entscheidend helfen würden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Pumberger: Es hat sich schon etwas getan: Verschlechtert hat sich die Situation!
Es darf auch nicht vergessen werden, meine Damen und Herren, daß durch den bei der letzten Novelle zum Bundespflegegeldgesetz verbesserten Zugang zur Stufe 4 zirka 16 000 Begünstigte jeweils knapp 3 000 S monatlich mehr bekommen. Es ist also nicht so, daß sich im Bereich des Bundespflegegeldgesetzes nichts getan hat. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Pumberger: Es hat sich schon etwas getan: Verschlechtert hat sich die Situation!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, wenn wir das im Auge behalten, wenn wir uns Gedanken darüber machen, wie wir es finanzieren können, dann ist die Gesprächsbereitschaft über die Möglichkeit einer solchen Valorisierung sicherlich auch von seiten der ÖVP gegeben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Gaugg: Die Gatterer hat nichts damit zu tun!
Abgeordneter Harald Fischl (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Frau Kollegin Gatterer, als jemand, der mit dieser Materie auch beruflich unmittelbar befaßt ist (Abg. Gaugg: Die Gatterer hat nichts damit zu tun!), muß ich Ihnen schon ein bißchen widersprechen, wenn Sie davon reden, daß es darum geht, die Valorisierung so vorzunehmen, daß man die Inflation abgilt. Es geht darum, eine Anpassung des Pflegegeldes dahin gehend vorzunehmen, daß man den immer steigenden Tarifleistungen der sozialen Dienste und auch der Heimbetreiber gerecht werden kann (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gatterer: Das steht aber nicht in Ihrem Antrag!), denn die Grundsatzphilosophie des Pflegegeldes, Frau Kollegin Gatterer, war, daß sich der Anspruchsbedürftige diese Leistung überhaupt noch leisten, das heißt auch erkaufen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gatterer: Das steht nicht in Ihrem Antrag! Da müssen Sie Ihren Antrag ändern!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gatterer: Das steht aber nicht in Ihrem Antrag!
Abgeordneter Harald Fischl (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Frau Kollegin Gatterer, als jemand, der mit dieser Materie auch beruflich unmittelbar befaßt ist (Abg. Gaugg: Die Gatterer hat nichts damit zu tun!), muß ich Ihnen schon ein bißchen widersprechen, wenn Sie davon reden, daß es darum geht, die Valorisierung so vorzunehmen, daß man die Inflation abgilt. Es geht darum, eine Anpassung des Pflegegeldes dahin gehend vorzunehmen, daß man den immer steigenden Tarifleistungen der sozialen Dienste und auch der Heimbetreiber gerecht werden kann (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gatterer: Das steht aber nicht in Ihrem Antrag!), denn die Grundsatzphilosophie des Pflegegeldes, Frau Kollegin Gatterer, war, daß sich der Anspruchsbedürftige diese Leistung überhaupt noch leisten, das heißt auch erkaufen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gatterer: Das steht nicht in Ihrem Antrag! Da müssen Sie Ihren Antrag ändern!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gatterer: Das steht nicht in Ihrem Antrag! Da müssen Sie Ihren Antrag ändern!
Abgeordneter Harald Fischl (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Frau Kollegin Gatterer, als jemand, der mit dieser Materie auch beruflich unmittelbar befaßt ist (Abg. Gaugg: Die Gatterer hat nichts damit zu tun!), muß ich Ihnen schon ein bißchen widersprechen, wenn Sie davon reden, daß es darum geht, die Valorisierung so vorzunehmen, daß man die Inflation abgilt. Es geht darum, eine Anpassung des Pflegegeldes dahin gehend vorzunehmen, daß man den immer steigenden Tarifleistungen der sozialen Dienste und auch der Heimbetreiber gerecht werden kann (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gatterer: Das steht aber nicht in Ihrem Antrag!), denn die Grundsatzphilosophie des Pflegegeldes, Frau Kollegin Gatterer, war, daß sich der Anspruchsbedürftige diese Leistung überhaupt noch leisten, das heißt auch erkaufen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gatterer: Das steht nicht in Ihrem Antrag! Da müssen Sie Ihren Antrag ändern!)
Abg. Gatterer: Da müssen Sie Ihren Antrag ändern! Im Antrag heißt es: Valorisierung des Pflegegeldes!
Erkaufen aber kann ich mir etwas nur dann, wenn ich die Werthaltigkeit des Geldes für das, was ich kaufen will, auch erhalten habe, Frau Kollegin Gatterer. Aber Sie kommen ja von der ÖVP, und ihr habt von Wirtschaft keine Ahnung! (Abg. Gatterer: Da müssen Sie Ihren Antrag ändern! Im Antrag heißt es: Valorisierung des Pflegegeldes!)
Abg. Gatterer: Die haben ja eine viel schlechtere Lösung als Österreich!
Hohes Haus! Ich richte deswegen einen Appell an Sie: Wenn dieser Antrag im Sozialausschuß behandelt wird, dann nützen Sie bitte die Chance, die Pflegevorsorge insgesamt – alle Chancen, die darin liegen, aber auch alle Risiken, die damit verbunden sind – global zu diskutieren, um dann vielleicht zu einem neuen, zeitgemäßen System, das sich beispielsweise an dem in Deutschland praktizierten System orientieren könnte, zu gelangen (Abg. Gatterer: Die haben ja eine viel schlechtere Lösung als Österreich!) und damit letztlich das zu tun, worin unser Auftrag besteht: für unsere Österreicherinnen und Österreicher beste Rahmenbedingungen zu schaffen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Ich richte deswegen einen Appell an Sie: Wenn dieser Antrag im Sozialausschuß behandelt wird, dann nützen Sie bitte die Chance, die Pflegevorsorge insgesamt – alle Chancen, die darin liegen, aber auch alle Risiken, die damit verbunden sind – global zu diskutieren, um dann vielleicht zu einem neuen, zeitgemäßen System, das sich beispielsweise an dem in Deutschland praktizierten System orientieren könnte, zu gelangen (Abg. Gatterer: Die haben ja eine viel schlechtere Lösung als Österreich!) und damit letztlich das zu tun, worin unser Auftrag besteht: für unsere Österreicherinnen und Österreicher beste Rahmenbedingungen zu schaffen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Allein das wäre schon ein Grund, intensiv über eine Anpassung nachzudenken. Ob das dann gerade eine Automatik sein muß oder nicht, könnten wir im Ausschuß diskutieren. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Reitsamer: Das habe ich ja nicht gemacht!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Reitsamer! Ich habe von Ihnen nichts anderes erwartet, als daß Sie sich wieder und wieder gegen die Leistungen des Pflegegeldes stellen (Abg. Reitsamer: Das habe ich ja nicht gemacht!) und daß Sie nach wie vor nicht kapiert haben – und das finde ich so traurig (Abg. Schwemlein: Wer hat das Bundespflegegeld überhaupt gemacht? Habt ihr es gemacht, oder haben wir es gemacht?) –, daß das derzeitige Pflegegeld bei weitem nicht ausreicht, um sich adäquate Hilfe, Assistenz und Betreuung leisten zu können. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schwemlein: Wer hat das Bundespflegegeld überhaupt gemacht? Habt ihr es gemacht, oder haben wir es gemacht?
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Reitsamer! Ich habe von Ihnen nichts anderes erwartet, als daß Sie sich wieder und wieder gegen die Leistungen des Pflegegeldes stellen (Abg. Reitsamer: Das habe ich ja nicht gemacht!) und daß Sie nach wie vor nicht kapiert haben – und das finde ich so traurig (Abg. Schwemlein: Wer hat das Bundespflegegeld überhaupt gemacht? Habt ihr es gemacht, oder haben wir es gemacht?) –, daß das derzeitige Pflegegeld bei weitem nicht ausreicht, um sich adäquate Hilfe, Assistenz und Betreuung leisten zu können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Reitsamer! Ich habe von Ihnen nichts anderes erwartet, als daß Sie sich wieder und wieder gegen die Leistungen des Pflegegeldes stellen (Abg. Reitsamer: Das habe ich ja nicht gemacht!) und daß Sie nach wie vor nicht kapiert haben – und das finde ich so traurig (Abg. Schwemlein: Wer hat das Bundespflegegeld überhaupt gemacht? Habt ihr es gemacht, oder haben wir es gemacht?) –, daß das derzeitige Pflegegeld bei weitem nicht ausreicht, um sich adäquate Hilfe, Assistenz und Betreuung leisten zu können. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Reitsamer: Ich habe Ihnen gerade erklärt, was der Unterschied ist!
Frau Reitsamer! Ihre Pensionisten würden sich schön bedanken, wenn sie seit vier Jahren keine Valosierung der Pensionen mehr bekommen hätten (Abg. Reitsamer: Ich habe Ihnen gerade erklärt, was der Unterschied ist!), aber wir behinderten Menschen sollen lautlos zur Kenntnis nehmen, daß es für uns keine Valorisierung gegeben hat. Sie haben vergessen, daß wir de facto bereits mehr als 10 Prozent weniger an Pflegegeld haben als noch vor vier Jahren, weil es eben nicht angepaßt worden ist. Die Umstufungen in Stufe 3 und 4, Frau Reitsamer, werden Menschen in der Pflegegeldstufe 1, 2 und 3 herzlich wenig bringen – da können Sie sicher sein –, und das wird auch Menschen in der Stufe 7 herzlich wenig bringen.
Abg. Reitsamer: Aber der Grundansatz kommt von uns!
Seien Sie doch bereit, endlich einzusehen, daß die derzeitige Lösung des Pflegegeldes zwar ein guter Ansatz ist (Abg. Reitsamer: Aber der Grundansatz kommt von uns!), daß die Betroffenen aber bei weitem nicht jenen Betrag bekommen, den sie tatsächlich brauchen.
Abg. Reitsamer: Sie wissen ja nicht, wovon Sie reden!
Noch etwas, Frau Reitsamer – und damit komme ich wieder zu Ihnen –: Sorgen Sie dafür – und speziell in Salzburg –, daß die Stundensätze endlich heruntergehen und daß man nicht für das Sockenanziehen oder für das Kopfwaschen bis zu 270 S pro Stunde bezahlen muß und obendrein noch die Fahrtkosten. (Abg. Reitsamer: Sie wissen ja nicht, wovon Sie reden!) Sorgen Sie sich darum und treachten Sie danach, daß die Preise so gestaltet werden, daß sich die Betroffenen das auch wirklich leisten können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Reitsamer: Sie haben keine Ahnung! Keine Ahnung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Reitsamer: Sie haben keine Ahnung! Keine Ahnung!
Noch etwas, Frau Reitsamer – und damit komme ich wieder zu Ihnen –: Sorgen Sie dafür – und speziell in Salzburg –, daß die Stundensätze endlich heruntergehen und daß man nicht für das Sockenanziehen oder für das Kopfwaschen bis zu 270 S pro Stunde bezahlen muß und obendrein noch die Fahrtkosten. (Abg. Reitsamer: Sie wissen ja nicht, wovon Sie reden!) Sorgen Sie sich darum und treachten Sie danach, daß die Preise so gestaltet werden, daß sich die Betroffenen das auch wirklich leisten können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Reitsamer: Sie haben keine Ahnung! Keine Ahnung!)
Abg. Steibl: Das stimmt überhaupt nicht!
Ich bin sehr froh, daß es zusätzliches Geld für die Lehrlingsförderung gab. Das war schon okay. Dort soll man zwar auch kontrollieren, welche Firmen und wer das bekommt, in welche Kanäle das fließt, wie hoch der Verwaltungsanteil ist und wieviel Geld wirklich den Betroffenen zugute kommt. Aber grundsätzlich ist es richtig, für die Lehrlinge etwas zu tun. Eines allerdings wird dabei immer verschwiegen: Diese Bundesregierung hat das Geld für die Lehrlingsinitiative den Frauenprojekten weggenommen. Und das finde ich skandalös! (Abg. Steibl: Das stimmt überhaupt nicht!) Das kann nicht geduldet werden.
Beifall bei den Grünen.
Ich ersuche Sie, vor allem auch die KollegInnen in den Regierungsparteien, daher: Machen Sie sich dafür stark, daß wir dieses Gesetz im Sinne einer Frauenquotenregelung für das AMS noch vor dem Sommer, noch in dieser Legislaturperiode beschließen können! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Das ist ein "Argument"! Das ist ja furchtbar!
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Petrovic, da Sie sagen, das AMS hat einen skandalös niedrigen Frauenanteil: Zeigen oder nennen Sie mir einmal Firmen in Österreich, und zwar Dienstleistungsunternehmen, deren Beschäftigtenpotential sich zu rund 60 Prozent aus Frauen zusammensetzt! (Abg. Öllinger: Das ist ein "Argument"! Das ist ja furchtbar!) Nein, nein, Herr Kollege Öllinger! Nein, nein! Lassen Sie einmal die Kuh im Stall, denn 60 Prozent Frauenanteil bei einer Behörde, bei einem Dienstleistungsunternehmen, das muß erst einmal nachgewiesen werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Petrovic, da Sie sagen, das AMS hat einen skandalös niedrigen Frauenanteil: Zeigen oder nennen Sie mir einmal Firmen in Österreich, und zwar Dienstleistungsunternehmen, deren Beschäftigtenpotential sich zu rund 60 Prozent aus Frauen zusammensetzt! (Abg. Öllinger: Das ist ein "Argument"! Das ist ja furchtbar!) Nein, nein, Herr Kollege Öllinger! Nein, nein! Lassen Sie einmal die Kuh im Stall, denn 60 Prozent Frauenanteil bei einer Behörde, bei einem Dienstleistungsunternehmen, das muß erst einmal nachgewiesen werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: In den Schulen, in den Spitälern: Lauter weibliche Bedienstete, aber keine Direktorinnen! Das ist eine schwache Sache!
Zum zweiten: Sie sagen, das AMS beziehungsweise die Arbeitsmarktverwaltung wurde ausgegliedert. Das stimmt zwar, das war aber eine Änderung der Organisation und nicht eine Änderung des Personals, Frau Kollegin Petrovic! Es ist ja dasselbe Personal mitgegangen. (Abg. Öllinger: In den Schulen, in den Spitälern: Lauter weibliche Bedienstete, aber keine Direktorinnen! Das ist eine schwache Sache!) Hier müssen Sie also auch einmal ehrlich argumentieren.
Abg. Dr. Petrovic: Das ist tragisch, wenn Frauendiskriminierung ...!
Ich möchte Ihnen aber schon noch sagen, daß es nicht so ist, daß das AMS nichts macht. Das AMS bemüht sich sehr und folgt auch den Forderungen der Sozialministerin (Abg. Dr. Petrovic: Das ist tragisch, wenn Frauendiskriminierung ...!) und auch der Frauenministerin im Sinne (Abg. Dr. Petrovic: Wahrscheinlich 100 Prozent weibliche Bedienerinnen!) einer Gleichstellung von Frauen und im Sinne einer Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen. (Abg. Dr. Petrovic: Wahrscheinlich 100 Prozent Frauen bei den Bedienerinnen, aber null Prozent im Vorstand!)
Abg. Dr. Petrovic: Wahrscheinlich 100 Prozent weibliche Bedienerinnen!
Ich möchte Ihnen aber schon noch sagen, daß es nicht so ist, daß das AMS nichts macht. Das AMS bemüht sich sehr und folgt auch den Forderungen der Sozialministerin (Abg. Dr. Petrovic: Das ist tragisch, wenn Frauendiskriminierung ...!) und auch der Frauenministerin im Sinne (Abg. Dr. Petrovic: Wahrscheinlich 100 Prozent weibliche Bedienerinnen!) einer Gleichstellung von Frauen und im Sinne einer Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen. (Abg. Dr. Petrovic: Wahrscheinlich 100 Prozent Frauen bei den Bedienerinnen, aber null Prozent im Vorstand!)
Abg. Dr. Petrovic: Wahrscheinlich 100 Prozent Frauen bei den Bedienerinnen, aber null Prozent im Vorstand!
Ich möchte Ihnen aber schon noch sagen, daß es nicht so ist, daß das AMS nichts macht. Das AMS bemüht sich sehr und folgt auch den Forderungen der Sozialministerin (Abg. Dr. Petrovic: Das ist tragisch, wenn Frauendiskriminierung ...!) und auch der Frauenministerin im Sinne (Abg. Dr. Petrovic: Wahrscheinlich 100 Prozent weibliche Bedienerinnen!) einer Gleichstellung von Frauen und im Sinne einer Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen. (Abg. Dr. Petrovic: Wahrscheinlich 100 Prozent Frauen bei den Bedienerinnen, aber null Prozent im Vorstand!)
Abg. Dr. Petrovic: Aber warum kommen sie dann nicht in die Leitungsfunktionen?
Nehmen Sie das bitte anhand einiger Beispiele zur Kenntnis: Es ist im Bereich von Managing Equality sehr wohl Auftrag und Leitbild des AMS, auf die unterschiedlichen Befindlichkeiten der Frauen (Abg. Dr. Petrovic: Aber warum kommen sie dann nicht in die Leitungsfunktionen?), auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf entsprechend Rücksicht zu nehmen und diese entsprechend wahrzunehmen, zum Beispiel durch Programme für den Wiedereinstieg nach der Karenz. Es ist aber auch – und das dürfen Sie auch nicht übersehen – eine steigende Akzeptanz der Teilzeitarbeit festzustellen, das heißt, daß Frauen, sofern sie sich zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf vermehrt Teilzeitarbeit wünschen, eine solche auch annehmen können und daß es vermehrt Modelle von Arbeitszeitflexibilisierung gibt. All das wollen Sie nicht zur Kenntnis nehmen.
Beifall bei der SPÖ.
Nur so viel zur Richtigstellung. Das AMS ist sehr wohl bemüht, den Frauenanteil weiterhin zu heben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Wir von der ÖVP sind der Meinung, daß mit einer gesetzlichen Zwangsquotenregelung sicherlich nicht der richtige Weg eingeschlagen wird, den wir brauchen. Ich glaube nämlich, daß die Arbeit vor Ort wichtig ist. Qualität, wie wir sie wirklich brauchen, wird nicht, wie Sie meinen, allein deswegen so schnell gehoben, daß dort jetzt 50 Prozent Frauen sitzen. Qualität ist nötig für die Vermittlung, Qualität ist nötig für aktive Arbeitsmarktpolitik – insbesondere für Frauen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, daß man es sich manchmal zu leicht macht, wenn man einen Antrag stellt und sich dann über etwas lustig macht, wenn dieser Antrag nicht über die Bühne geht. Ich bitte darum, daß wir ernsthaft an diese Sache herangehen! Daß es eine Quotenregelung geben soll, ist klar, aber nur dann, wenn sie sinnvoll ist und wenn sie Qualität mit sich bringt. Zuerst beginnt man unten, und dann arbeitet man nach oben! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Petrovic: Nein, nein, nein!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Da-men und Herren Abgeordnete! Die Intention des Antrags selbst wird verstanden, das Problem beginnt bei der Quote. Wovon soll diese berechnet werden? Wenn wir hören, daß beim Arbeitsmarktservice 60 Prozent der Beschäftigten Frauen sind, dann ist die Quote nach Ihren Vorstellungen bereits erfüllt. (Abg. Dr. Petrovic: Nein, nein, nein! )
Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Dr. Petrovic.
Wenn es darum geht, die Hierarchien und die sogenannte Männerdominanz in den leitenden Positionen zu beurteilen, dann muß man doch etwas zurückblicken. Denn in den sechziger, siebziger und auch achtziger Jahren haben viele Frauen hinsichtlich der Frage der Ausbildung für qualifizierte Berufe den Schwerpunkt auf Familie und Kinder gelegt und waren deshalb vielfach in ihrer beruflichen Karriere gehemmt. (Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Dr. Petrovic.)
Abg. Dr. Petrovic: Glauben Sie, daß die Quotenmänner qualifizierter sind?
Liebe gnädige Frau Dr. Petrovic! Glauben Sie wirklich, daß es das Problem der arbeitenden Frauen in Österreich ist, ob sie Sektionschefin oder Direktorin eines Arbeitsamtes in den Ländern sind? Geht es nicht viel eher darum, daß die hohe Beschäftigungslosigkeit der Frauen im Mittelpunkt der Diskussion stehen sollte? Sie können qualifizierte Arbeit nicht durch Quoten regeln! Was machen Sie für den Fall, daß eine Funktion ausgeschrieben ist und Sie keine geeignete Frau finden? Lassen Sie die Stelle dann unbesetzt? Was wollen Sie? (Abg. Dr. Petrovic: Glauben Sie, daß die Quotenmänner qualifizierter sind?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dieses Hinschreiben von Quoten kann nur ein kleiner Teil im Hinblick auf Beschäftigung sein. Wesentlichere Punkte sind eine Angleichung der Einkommen zwischen Männern und Frauen. Das ist ein viel ehrlicheres Anliegen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Man sollte einmal dazu übergehen, jenen Punkt in Angriff zu nehmen, der seit Jahren gefordert wird und der leichter umzusetzen ist, nämlich gleiche Entlohnung für gleiche Tätigkeit. Da rührt sich im öffentlichen Dienst jedoch überhaupt nichts, und ich stimme Ihnen zu, daß gerade der öffentliche Dienst kein Vorreiter in der Frage der Führungspositionen bei Frauen ist. Das erleben wir in allen Bereichen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher meine ich, daß wir von alten Denkmustern weggehen müssen, ebenso wie Sie von den Quoten weggehen müssen. Es ist viel vernünftiger, die Qualifikation in den Vordergrund zu stellen – unabhängig vom Geschlecht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist, wie ich meine, ein Antrag, der durchaus dem entspricht, was einerseits von der EU und andererseits von der Wirtschaft gefordert wird, aber auch dem entspricht, was sich Umweltorganisationen vorstellen. Es würde uns Freiheitlichen natürlich große Freude machen, wenn sich dieser Antrag zumindest teilweise in der Arbeit der Re-gierung wiederfände, sollte diese endlich einmal in der Lage sein, einen entsprechenden Entwurf vorzulegen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich gehe völlig mit dir konform, daß wir uns bemühen müssen, eine Verfahrensbeschleunigung zu erreichen, und wir müssen uns bemühen, auch hier eine Unterstützung zur Verfahrensverwirklichung durchzusetzen. Dein gegenständlicher Antrag wird in den Ausschußberatungen sicherlich in diesem Sinn Beachtung finden! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Warum ist er nicht EU-konform?
Abgesehen davon, daß er nicht EU-konform ist und die Umsetzung der Richtlinien in manchen Fällen nicht vollzieht, ist er überaus bürokratisch und nach Einschätzung von Vollzugsbeamten in der Praxis in dieser Form kaum vollziehbar. (Abg. Mag. Schweitzer: Warum ist er nicht EU-konform?) Das Resultat einer Beschlußfassung deines Antrages wären, wie mir diese Vollzugsbeamten sagen, längere Verfahrensdauern. Vor allem die Einzelfallprüfungen für praktisch jedes Vorhaben sind vom Verwaltungsaufwand her einfach nicht zu bewältigen.
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube also, daß wir, wenn dein Antrag Gegenstand der Beratungen im Ausschuß sein soll, noch einiges zu tun haben werden, um das so hinzubringen, daß es dem Ziel der Verwaltungsvereinfachung und Verkürzung der Verfahren gerecht wird. Da verspreche ich mir von der Regierungsvorlage wesentlich mehr als von dem, was von dir hier eingebracht worden ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wenn Abgeordneter Kummerer sagt, daß Österreich säumig bei der Umsetzung der UVP-Richtlinien ist, so sage ich: Das stimmt nicht! Nicht Österreich ist säumig, die Bundesregierung ist säumig, die Koalitionsparteien sind säumig, aber nicht Österreich. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Der Vorschlag, der von Herrn Abgeordnetem Schweitzer vorgestellt worden ist, sollte am 10. Juni im Umweltausschuß mit zur Beratung stehen. Es gibt keinen Grund, daß man nicht auch in dieser Regierungsperiode und in dieser Legislaturperiode noch versucht, einen wesentlichen Schritt weiterzukommen, denn sonst liegt das ganze Gesetz mindestens bis zum Sommer nächsten Jahres. Das wäre gerade bei dieser Materie eine echte Fehlentscheidung, denn wir halten diese Materie für umsetzungsfähig. Wir meinen, Herr Abgeordneter Kopf, daß auch der Umweltausschuß hiezu einen wesentlichen Beitrag leisten kann und ihn am 10. Juni noch leisten sollte!. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Insgesamt hätte ich jedenfalls gehofft, daß wir das schon am 10. Juni 1999 debattieren können, natürlich einschließlich des Antrages der Freiheitlichen. Ich würde es bedauern, wenn das nicht am 10. Juni 1999 käme. Wir wissen, daß es nicht mehr sehr viele Möglichkeiten gibt, daß das noch in dieser Legislaturperiode beschlossen wird. Wenn das nicht im Juni stattfindet, gibt es nur mehr den Julitermin. Ich hoffe, daß die Umweltabgeordneten der beiden großen Parteien ein Interesse haben, daß wir die UVP-Novelle noch in dieser Gesetzgebungsperiode beschließen! – Danke. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)