Eckdaten:
Für die 191. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 892 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ.
setzgeber, wissen soll, was sich hinter den Kulissen abspielt, damit in Zukunft hier etwas beschlossen wird, was den Namen „Spekulationsverbot“ auch wirklich verdient. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Das war eine sehr eigenartige Wortmeldung und es ist ein eigenartiges Begehren, das jetzt der Kollege Kogler vorgebracht hat, denn wir hatten gestern eine Verhandlungsrunde aller sechs Fraktionen dieses Hauses mit dem Finanzministerium und dem Rechnungshofpräsidenten, wo es just der Kollege Kogler war, der dort händeringend darum gebeten hat, diese Sache heute noch nicht zu beschließen, sondern weiterzuverhandeln. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Und genau das geschieht jetzt.
Zwischenrufe bei den Grünen
Also ich verstehe diese Schizophrenie nicht, die hier an den Tag gelegt wird (Zwischenrufe bei den Grünen), nämlich gestern zu fordern, wir mögen es verschieben (Abg. Mag. Kogler: Das ist falsch!), und jetzt den Antrag zu stellen, es auf die Tagesordnung zu nehmen! – Irgendetwas stimmt da nicht mit dem Kollegen Kogler. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist falsch!
Also ich verstehe diese Schizophrenie nicht, die hier an den Tag gelegt wird (Zwischenrufe bei den Grünen), nämlich gestern zu fordern, wir mögen es verschieben (Abg. Mag. Kogler: Das ist falsch!), und jetzt den Antrag zu stellen, es auf die Tagesordnung zu nehmen! – Irgendetwas stimmt da nicht mit dem Kollegen Kogler. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Also ich verstehe diese Schizophrenie nicht, die hier an den Tag gelegt wird (Zwischenrufe bei den Grünen), nämlich gestern zu fordern, wir mögen es verschieben (Abg. Mag. Kogler: Das ist falsch!), und jetzt den Antrag zu stellen, es auf die Tagesordnung zu nehmen! – Irgendetwas stimmt da nicht mit dem Kollegen Kogler. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann Kopf, ich möchte nicht die morgendliche Stunde bereits mit großen Zurechtweisungen beginnen (Zwischenrufe bei den Grünen), aber Krankheitsunterstellungen unterlassen wir (Zwischenruf des Abg. Grosz), und zwar nicht nur jetzt in der Früh, sondern während der gesamten Sitzung.
Zwischenruf des Abg. Grosz
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann Kopf, ich möchte nicht die morgendliche Stunde bereits mit großen Zurechtweisungen beginnen (Zwischenrufe bei den Grünen), aber Krankheitsunterstellungen unterlassen wir (Zwischenruf des Abg. Grosz), und zwar nicht nur jetzt in der Früh, sondern während der gesamten Sitzung.
Beifall beim BZÖ.
Das ist eine Täuschung der Bevölkerung durch Rot und Schwarz – und nichts anderes! Daher fordern wir, dass das heute behandelt und auch beschlossen wird. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Es macht schon einen Sinn!
Aber ich wundere mich schon, Herr Kollege Kogler: Der Herr Brosz war in der Präsidiale, wo wir einstimmig beschlossen haben, dass das dann als Punkt auf die Tagesordnung gesetzt wird, wenn es eine Einigung gibt und natürlich auch eine Zweidrittelmehrheit, um das Gesetz beschließen zu können, denn sonst macht es ja keinen Sinn. (Abg. Mag. Kogler: Es macht schon einen Sinn!) Das muss man schon auch anmerken.
Beifall bei der FPÖ.
Es ist daher vernünftig, die Regierung weiter voranzutreiben, keine Frage, weil dort letztlich jene sitzen, die das torpedieren und damit verhindern, dass das zur Umsetzung gebracht wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Dann geben wir es doch auf die Tagesordnung!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Das jetzt war zwar eine sehr bemühte Oppositionsmeldung, Herr Klubobmann Strache, aber sie geht ein bisschen an der Wirklichkeit vorbei. Denn: Was die sozialdemokratische Fraktion betrifft, haben wir zu 100 Prozent die Positionen, die Sie gestern noch formuliert haben, akzeptiert. Das steht so heute auch in den Medien. Also einer Zweidrittelmehrheit steht da nichts im Wege. (Abg. Scheibner: Dann geben wir es doch auf die Tagesordnung!)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wir haben das auch im Klub noch einmal diskutiert, und wir wollen von unserer Seite aus (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich rede jetzt von uns, ich bin ja nicht der Gesamt-Obmann, sondern ich bin der Obmann der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion, und daher kann ich nur in der Richtung Stellung beziehen.
Abg. Scheibner: Geben wir es doch auf die Tagesordnung!
Also es gibt die Übereinstimmung, die gestern notwendig war. Ich finde es bedauerlich, dass das nicht schon heute beschlossen wird. (Abg. Scheibner: Geben wir es doch auf die Tagesordnung!)
Abg. Scheibner: Richtig!
Wir glauben, dass man hier rasch agieren muss (Abg. Scheibner: Richtig!), weil die Bevölkerung will, dass wir diese Spekulationsverbots-Kriterien hier auch wirklich beschließen. – Das einmal grundsätzlich.
Abg. Mag. Kogler: Es soll das einmal hier diskutiert werden, damit Ihre Abgeordneten wissen, was !
Entschuldigung, Herr Kollege Kogler, was meinen Sie mit „hinter den Kulissen“? – Sie sitzen ohnehin die ganze Zeit dabei, Sie wissen, welche Diskussionen – auch kontroversieller Natur – in den letzten Wochen dazu stattgefunden haben. (Abg. Mag. Kogler: Es soll das einmal hier diskutiert werden, damit Ihre Abgeordneten wissen, was !)
Zwischenrufe bei den Grünen
Da gibt es immer so Sonntagsreden: Wir sind gegen die Spekulation!, aber wenn es dann um die Nagelprobe geht, dass man das hier herinnen auch gemeinsam beschließt (Zwischenrufe bei den Grünen), dann ist von Ihnen nichts zu hören. (Abg. Scheibner: Geben wir es doch auf die Tagesordnung!)
Abg. Scheibner: Geben wir es doch auf die Tagesordnung!
Da gibt es immer so Sonntagsreden: Wir sind gegen die Spekulation!, aber wenn es dann um die Nagelprobe geht, dass man das hier herinnen auch gemeinsam beschließt (Zwischenrufe bei den Grünen), dann ist von Ihnen nichts zu hören. (Abg. Scheibner: Geben wir es doch auf die Tagesordnung!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sind bereit! Wir stimmen zu! Wir wollen, dass das rasch auf die Tagesordnung kommt und rasch beschlossen wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! – Jetzt ist es aber genug! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wenn ich jetzt höre, dass eine Zweidrittelmehrheit möglich ist und dass Sie unserer Linie zustimmen, Herr Klubobmann Cap, dann sage ich Ihnen: Dann beschließen wir es doch heute!
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Nehmen wir es doch auf die Tagesordnung und beschließen wir heute das Spekulationsverbot! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es ist im Grunde genommen für ein so hoch entwickeltes Land wie Österreich und für ein so hochzivilisiertes Land wie Österreich, mit einer so riesengroßen Verwaltung, wie wir sie in Österreich haben, eine Armutszeugnis, dass es uns bis heute nicht gelungen ist, diesen Wünschen und diesen Forderungen der Konsumenten tatsächlich gerecht zu werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
gewährleistet ist, meine sehr geehrten Damen und Herren. Er hat vollkommen versagt, was die Kontrolle betrifft. Er ist aus meiner Sicht auch politisch verantwortlich für diesen Skandal, der sich da abgezeichnet hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir brauchen daher in Österreich wieder ein allgemein gültiges Gütesiegel – ein Gütesiegel, das wir schon einmal hatten, das die Gewähr und die Sicherheit gegeben hat, dass in den Verpackungen auch tatsächlich das drinnen ist, was draufsteht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir brauchen in Österreich wieder ein klares, transparentes Gütesiegel, das klarlegt, dass im Produkt 100 Prozent Österreich drinnen ist, wenn „Österreich“ draufsteht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher ist es so entscheidend, den Konsumenten klar zu sagen, was in den verschiedenen Fertigprodukten oder auch Wurstprodukten alles drinnen ist, denn niemand, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat Verständnis dafür, dass Tiere in Rumänien aufgezogen, in Spanien geschlachtet, in Holland vertrieben werden – und dann in Österreich in irgendeiner Wurst landen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
doch kein Mensch, dass gerade die ÖVP, jene Partei, die eigentlich den Bauernstand in unserem Land vertritt, kein Interesse hat, auf die Bauern und auf die heimischen Produzenten zu schauen, sondern dafür sorgt, dass sie Jahr für Jahr zugrunde gehen und immer weniger verdienen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Der Unmut der Konsumenten ist groß. Wir haben diesen Unmut schon einmal in das Parlament gebracht und in einem Entschließungsantrag am 18. November 2009 hier behandelt. Seit diesem Tag, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind jedoch keine Handlungen gesetzt worden, also fordern wir ein, dass wir nicht nur immer „Skandal!“ schreien, zur Veränderung auffordern und danach rufen, sondern dass wir hier in diesem Haus als Gesetzgeber auch endlich einmal Handlungen setzen, die diesen Missbrauch und diese betrügerischen Absichten von Lebensmittelproduzenten ein für alle Mal unterbinden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
endlich einmal Handlungen zu setzen und jenen, die auf betrügerischer Ebene unterwegs sind, das Handwerk zu legen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Themenverfehlung!
Bundesminister für Gesundheit Alois Stöger, diplômé: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Gut, dass der Titel der heutigen Aktuellen Stunde nicht „Pferdefleischskandal“ lautet. Warum? – Was kann denn das Pferd dafür (Zwischenrufe beim BZÖ – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Themenverfehlung!), dass skrupellose Um-Etikettierer aus seinem Fleisch Rindfleisch machen und dass das auch bei vielen Zwischenverarbeitern und -händlern mit Fertigprodukten in Würsteln und Burgern auftaucht? – Mittlerweile sind fast alle europäischen Länder und auch Drittländer von diesem Etikettenschwindel betroffen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, jetzt! Wo waren sie denn vorher?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, in allen europäischen Ländern arbeiten Lebensmittelbehörden, Polizei, Strafbehörden auf Hochtouren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, jetzt! Wo waren sie denn vorher?), um herauszufinden, wie betrogen, getrickst oder zumindest fahrlässig gehandelt worden ist. Lassen Sie mich feststellen: Es handelt sich dabei um ein europaweites Problem von bewusster Falschdeklaration und damit einer bewussten Täuschung von Konsumentinnen und Konsumenten, und das ist zutiefst kriminell und zu verurteilen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was tun wir jetzt dagegen?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was tun wir jetzt dagegen?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, in allen europäischen Ländern arbeiten Lebensmittelbehörden, Polizei, Strafbehörden auf Hochtouren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, jetzt! Wo waren sie denn vorher?), um herauszufinden, wie betrogen, getrickst oder zumindest fahrlässig gehandelt worden ist. Lassen Sie mich feststellen: Es handelt sich dabei um ein europaweites Problem von bewusster Falschdeklaration und damit einer bewussten Täuschung von Konsumentinnen und Konsumenten, und das ist zutiefst kriminell und zu verurteilen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was tun wir jetzt dagegen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: verstanden, worum es da geht!
Pferdefleisch, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist prinzipiell nichts Schlechtes. Im Wiener Raum gehört der Pferdeleberkäse sogar zu den Schmankerln der heimischen Küche. Mir geht es darum, dass Konsumentinnen und Konsumenten das Recht haben, zu wissen, was sie essen. Und es muss gegenüber den Konsumenten klargelegt werden, was Konsumentinnen und Konsumenten zu sich nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: verstanden, worum es da geht!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was passiert, wenn sie es nicht tun?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich darf aber darauf hinweisen, dass wir in Österreich 150 000 verschiedene Lebensmittel haben. Und jedes dieser 150 000 verschiedenen Lebensmittel muss korrekt gekennzeichnet sein, egal, ob es 99 Cent kostet oder 99 €. Jedes Lebensmittel muss in Österreich gekennzeichnet, und korrekt gekennzeichnet, sein. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und was passiert, wenn sie es nicht tun?)
Abg. Grosz: Der hat „super“ funktioniert! Der hat „tadellos“ funktioniert!
Dazu haben wir in Österreich einen Kontrollplan, den die Bundesländer umsetzen müssen (Abg. Grosz: Der hat „super“ funktioniert! Der hat „tadellos“ funktioniert!), und das stellen wir jedes Jahr anhand von Ergebnissen sicher. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und welche Konsequenzen gibt es dann?) Ich habe erstmals deutlich gemacht, dass es einen Lebensmittelsicherheitsbericht geben muss. Ich habe diesen eingeführt, weil mir Transparenz wichtig ist. Nur mit Transparenz gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten wird sich hier die Situation verbessern und es kann nachvollzogen werden, wie viele Betriebskontrollen machen. Und wenn Probleme auftauchen, habe ich auch Sonderkontrollen angeordnet. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und welche Konsequenzen gibt es dann?
Dazu haben wir in Österreich einen Kontrollplan, den die Bundesländer umsetzen müssen (Abg. Grosz: Der hat „super“ funktioniert! Der hat „tadellos“ funktioniert!), und das stellen wir jedes Jahr anhand von Ergebnissen sicher. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und welche Konsequenzen gibt es dann?) Ich habe erstmals deutlich gemacht, dass es einen Lebensmittelsicherheitsbericht geben muss. Ich habe diesen eingeführt, weil mir Transparenz wichtig ist. Nur mit Transparenz gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten wird sich hier die Situation verbessern und es kann nachvollzogen werden, wie viele Betriebskontrollen machen. Und wenn Probleme auftauchen, habe ich auch Sonderkontrollen angeordnet. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann?
Dazu haben wir in Österreich einen Kontrollplan, den die Bundesländer umsetzen müssen (Abg. Grosz: Der hat „super“ funktioniert! Der hat „tadellos“ funktioniert!), und das stellen wir jedes Jahr anhand von Ergebnissen sicher. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Und welche Konsequenzen gibt es dann?) Ich habe erstmals deutlich gemacht, dass es einen Lebensmittelsicherheitsbericht geben muss. Ich habe diesen eingeführt, weil mir Transparenz wichtig ist. Nur mit Transparenz gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten wird sich hier die Situation verbessern und es kann nachvollzogen werden, wie viele Betriebskontrollen machen. Und wenn Probleme auftauchen, habe ich auch Sonderkontrollen angeordnet. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wann?)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Lebensmittelpolizei überwacht in Österreich risikobasiert. Und eines muss uns deutlich werden und auch klar sein: Qualität muss man erzeugen. Mit Kontrollen erreicht man Qualität nicht. Wir müssen sicherstellen, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer, die Produkte in Verkehr bringen, diese nur in bester Qualität herstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum nicht?
Wenn Skandale auffliegen, dann liegt es daran, dass die Überwachung besser geworden ist, dass die Analysen genauer geworden sind. Und sie zeigen, dass man sich nicht ausruhen kann. Wir werden uns auch ganz sicher nicht ausruhen, sondern wir arbeiten daran, dass wir die Sicherheit weiter optimieren. Das bedarf vor allem einer Modernisierung der Kontrollsysteme auf europäischer Ebene, auch in Österreich, denn eines muss klar sein: Wir haben globale Warenströme, und wenn wir globale Warenströme haben, dann können wir diese nicht durch eine regionale Kontrolle überwachen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum nicht?) Der aktuelle Etikettenschwindel zeigt auf (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist Betrug, nicht ein „Schwindel“! Das ist groß angelegter Betrug!), und das wird deutlich, dass es einfach zu lange dauert, bis man die Warenströme nachvollziehen kann, sodass man die Verursacher findet.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist Betrug, nicht ein „Schwindel“! Das ist groß angelegter Betrug!
Wenn Skandale auffliegen, dann liegt es daran, dass die Überwachung besser geworden ist, dass die Analysen genauer geworden sind. Und sie zeigen, dass man sich nicht ausruhen kann. Wir werden uns auch ganz sicher nicht ausruhen, sondern wir arbeiten daran, dass wir die Sicherheit weiter optimieren. Das bedarf vor allem einer Modernisierung der Kontrollsysteme auf europäischer Ebene, auch in Österreich, denn eines muss klar sein: Wir haben globale Warenströme, und wenn wir globale Warenströme haben, dann können wir diese nicht durch eine regionale Kontrolle überwachen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Warum nicht?) Der aktuelle Etikettenschwindel zeigt auf (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist Betrug, nicht ein „Schwindel“! Das ist groß angelegter Betrug!), und das wird deutlich, dass es einfach zu lange dauert, bis man die Warenströme nachvollziehen kann, sodass man die Verursacher findet.
Ruf beim BZÖ: Betrug!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn man rasch handeln kann, schützt man auch die vielen – und beim Großteil handelt es sich um solche – österreichischen Betriebe, die redliche Qualität erzeugen und die redliche Unternehmen sind, auch in der Fleischbranche. Es leiden alle darunter, dass ein paar Schwindel betreiben. (Ruf beim BZÖ: Betrug!) Wenn wir eine europäische Datenbank haben, kann auch der zeitliche Aufwand von Kontrollen reduziert werden, und wir brauchen nicht Zettel zu sortieren, sondern wir können das tun, was wir wollen, nämlich die Kontrollfrequenzen im Sinne der Sicherheit erhöhen.
Beifall bei der SPÖ.
Fleisch in Rohprodukten umgesetzt worden ist. Wir haben 2010 durch Österreich eine Entscheidung zustande gebracht. Es ist uns auf Ebene der Europäischen Union leider nicht gelungen, dass wir das auch auf verarbeitete Produkte ausweiten. Ich verhehle nicht, in der Europäischen Union gibt es viele, viele Bremser. Es gibt Bremser, die hier gegen die österreichische Position aufgetreten sind. Es ist trotzdem gelungen, bei Fleisch die Herkunftskennzeichnung sicherzustellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte, vor allem, was die Straftatbestände betrifft, dass wir uns an das Arzneimittelrecht anpassen, dass wir dann, wenn Lebensmittel verfälscht werden, auch wieder gerichtliche Strafen einführen. Wir hatten das bis 2006. Ich bin dafür, dass wir diese Strafen wieder erhöhen. Fälschen und systematisches Tricksen, um Kosten zu sparen, um Gewinne zu machen, meine sehr verehrten Damen und Herren, darf sich nicht auszahlen. Daher werde ich auch dafür eintreten, dass es eine Abschöpfung des Gewinnes, des unredlich erworbenen Gewinnes gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Na machen Sie es! Legen Sie es vor!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Unser Kontrollsystem ist gut, es ist aber ausbaufähig. Vor allem müssen wir, damit wir im 21. Jahrhundert ankommen, ein paar Veränderungen setzen. Sie haben ja einen Auftrag gegeben, wie wir die Lebensmittelüberwachung auf zukunftsfähige Beine stellen können. Da geht es darum, eine Optimierung des Ressourceneinsatzes zu machen, zum Beispiel dass Profis die Spezialaufgaben übernehmen. Das bräuchte ein Bundesamt für Lebensmittel. Wir bräuchten auch eine schnelle Eingreiftruppe für rasches Handeln im Akutfall, eine sogenannte Krisen-Task-Force. Aber das braucht eine Verfassungsänderung, und diese Verfassungsänderung kann nur in diesem Haus beschlossen werden. (Abg. Dr. Moser: Na machen Sie es! Legen Sie es vor!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Im Gesetz müssten einige Eckpunkte festgelegt werden, die für alle Zeichen gleich gelten sollen, wie zum Beispiel die Grundkriterien, das Prozedere der Anerkennung, die Anerkennung von Gütezeichen durch den sachlich zuständigen Bundesminister, unabhängige Kontrollen, Transparenz hinsichtlich der Kriterien und den Anwendern und natürlich eine jährliche Berichtslegung. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wirklich? – Abg. Kickl: Aha!
Sicher und korrekt gekennzeichnet ist die EU-weit gesetzliche Mindestqualität. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind anzuheben. Das geht in 27 Mitgliedstaaten nur sehr langsam (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wirklich? – Abg. Kickl: Aha!), das ist immer der kleinste gemeinsame Nenner. Wenn wir die bessere österreichische Qualität auch auszeichnen könnten, dann könnten wir auch glaubhaft zu einer höheren Lebensmittelqualität kommen. Wir würden wettbewerbsfähig bleiben, und damit könnten wir den Bauern und den Betrieben mit staatlichen Gütezeichen helfen.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Trauen Sie sich! ... mehr Transparenz! – Abg. Scheibner: Wer ist dagegen? Machen Sie es!
Glaubhaft, transparent, unabhängig kontrolliert. – Ich möchte ein Gütezeichen für die Eigenschaften gentechnikfrei, für tierschutzgeprüft und ich möchte auszeichnen, was die gesündere Wahl an Lebensmitteln ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Trauen Sie sich! ... mehr Transparenz! – Abg. Scheibner: Wer ist dagegen? Machen Sie es!)
Abg. Scheibner: Machen Sie es!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn ich mir noch etwas wünschen darf: Ich wünsche mir, dass das AMA-Gütezeichen ein herkunftsorientiertes staatliches Gütezeichen nach altem Recht ist (Abg. Scheibner: Machen Sie es!) und dass es auch ausgedehnt wird auf verarbeitete Lebensmittel.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie haben ihnen wieder die Sicherheit gegeben!
Lassen Sie mich abschließend noch etwas festhalten: Ja, der aktuelle Skandal in Europa, ausgelöst durch Kriminelle, hat viele Konsumentinnen und Konsumenten irritiert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber Sie haben ihnen wieder die Sicherheit gegeben!) Er hat sie irritiert, weil die Menschen ein Recht darauf haben, das zu bekommen, was auf dem Lebensmittel auch angegeben ist. Die Hintermänner und Hinterfrauen, wenn es sie gibt, in diesem Betrug gehören bestraft – und sie gehören klar bestraft! –, aber gleichzeitig ist das auch eine Chance.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Der Skandal macht Druck auf die Verhinderer in Europa (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), macht Druck, dass es eine bessere Kennzeichnung gibt, macht Druck, mehr Qualität und mehr Informationen für Konsumentinnen und Konsumenten sicherzustellen. Da kann man sich nicht mehr querlegen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer sind die Verhinderer? – Abg. Bucher: ... die Verhinderer? – Abg. Strache: Können Sie die Verhinderer beim Namen nennen? Wer sind die Verhinderer? Wir würden gerne die Verhinderer mit Namen hören!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer sind die Verhinderer? – Abg. Bucher: ... die Verhinderer? – Abg. Strache: Können Sie die Verhinderer beim Namen nennen? Wer sind die Verhinderer? Wir würden gerne die Verhinderer mit Namen hören!
Der Skandal macht Druck auf die Verhinderer in Europa (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), macht Druck, dass es eine bessere Kennzeichnung gibt, macht Druck, mehr Qualität und mehr Informationen für Konsumentinnen und Konsumenten sicherzustellen. Da kann man sich nicht mehr querlegen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer sind die Verhinderer? – Abg. Bucher: ... die Verhinderer? – Abg. Strache: Können Sie die Verhinderer beim Namen nennen? Wer sind die Verhinderer? Wir würden gerne die Verhinderer mit Namen hören!)
Beifall bei der SPÖ.
Schieben wir gemeinsam diese Verhinderer beiseite und gehen wir den nächsten Schritt! Die Konsumentinnen und Konsumenten haben sich das auch verdient. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Maier –: Wieder eine neue Frisur? – Abg. Ing. Westenthaler: Der ehemalige Konsumentensprecher!
Als Erster gelangt Herr Abgeordneter Mag. Maier zu Wort. – Bitte. (Ruf – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Maier –: Wieder eine neue Frisur? – Abg. Ing. Westenthaler: Der ehemalige Konsumentensprecher!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Doch, das brauchen wir! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Bucher hält die Kopie einer Zeitungsseite hoch, auf der unter anderem „Made in Austria“ zu lesen ist.
Was brauchen wir nun auf europäischer Ebene, um eine Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern? Einen Teil dieser Maßnahmen hat der Herr Bundesminister bereits vorgeschlagen. Nur eines brauchen wir sicherlich nicht – und ich möchte da Klubobmann Bucher ansprechen; ich teile viele seiner Forderungen, nur eine Forderung teile ich nicht –: „Made in Austria“, Hohes Haus, brauchen wir in dieser Form nicht mehr! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Doch, das brauchen wir! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Bucher hält die Kopie einer Zeitungsseite hoch, auf der unter anderem „Made in Austria“ zu lesen ist.)
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Ich kann mich daran erinnern, als es vor Jahren eine Allianz der Grünen und der Freiheitlichen mit den Sozialdemokraten gegen „Made in Austria“ gegeben hat, und wissen Sie, warum? – Weil dafür nur eine Wertschöpfung von 50 Prozent in Österreich erforderlich war, und bei „Made in Austria“ hat es keine Regelung gegeben, woher die Rohstoffe kamen. (Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Beifall bei der SPÖ.
Und ich sage Ihnen allen eines: Damals gab es die großen Manipulationen. Hier im Plenum haben wir genau das aufgedeckt, und darum sage ich ganz klar: Eine derartige Regelung, wo eine Wertschöpfung in Österreich von 50 Prozent reicht, und dann steht „Made in Austria“ drauf, wobei die Rohstoffe aus dem Ausland kommen, brauchen wir hier nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Bucher: Genau!
Was benötigen wir daher? – Wir benötigen eine Erweiterung der EU-Informationsverordnung. Und ich möchte eines sehr klar sagen – ich beziehe mich auf den Antrag aus dem Jahre 2009 (Abg. Bucher: Genau!) –: Ich bedanke mich bei Herrn Bundesminister Alois Stöger, der bei den Verhandlungen die klare Position vertreten hat, die wir hier in diesem Haus einstimmig beschlossen haben.
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Strache: Stellt das Hin- und Herfahren ab!
Was brauchen wir noch? Wir brauchen eine EU-weite Rückverfolgbarkeitsdatenbank mit einer digitalen Reiseroute, damit wir herausfinden, wer die Verantwortlichen sind, wenn es zu Manipulationen kommt oder auch zu Sicherheitsproblemen bei Lebensmitteln. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein. – Abg. Strache: Stellt das Hin- und Herfahren ab!)
Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Und damit bin ich bei einem zentralen Punkt: 2005 wurde das LMSVG hier in diesem Haus teilweise von den damaligen Regierungsparteien vorbehaltlos akzeptiert – man kann die Reden auch von der freiheitlichen Seite nachlesen. Es war damals die Kollegin Rosenkranz, die die Meinung vertreten hat, dass genau mit diesem Gesetz die Konsumenten vor Irreführung und Täuschung geschützt werden – und wir sehen jetzt, dass das nicht der Fall ist. Kollege Krainer und ich, wir haben das 2005 hier genau und klar dargestellt. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Was benötigen wir? – Wir brauchen eine Informationsverpflichtung der Behörden. Die Konsumenten müssen informiert werden, wenn es zu Kennzeichnungsmängeln kommt! Und jetzt sage ich etwas, was ich 2005 auch gesagt habe: Nach der derzeitigen gesetzlichen Regelung muss die Behörde nicht einmal dann die Verbraucher informieren, wenn die Gentechnik-Kennzeichnungsverordnung nicht eingehalten wird. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall und Ruf bei der SPÖ: Bravo, Jacky!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir alle sind gemeinsam gefordert, nicht nur für sichere Lebensmittel zu sorgen, sondern auch sicherzustellen, dass Konsumenten durch Kennzeichnungsschwindel nicht betrogen werden. (Beifall und Ruf bei der SPÖ: Bravo, Jacky!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... verhindern!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren an den Fernsehschirmen, am Livestream im Internet und auf der Galerie! Ich denke, wir behandeln heute hier ein Thema, das sehr, sehr viele Menschen in unserem Land betrifft, nämlich die Konsumentinnen und Konsumenten, die ganz einfach nicht getäuscht werden wollen, die ehrliche Produkte bekommen wollen (Abg. Dr. Pirklhuber: ... verhindern!) und die ganz genau wissen wollen, dass das, was draufsteht, auch im Lebensmittel, in den Produkten drinnen ist.
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Moser und Dolinschek.
Betreffend das, was Sie hier immer wieder fordern, nämlich dass wir ein Gütezeichengesetz brauchen, sage ich Ihnen, das ist ein Ablenkungsmanöver. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Moser und Dolinschek.) Wir haben ein Gütezeichen. Wir haben ein sehr gutes Gütesiegel, nämlich das AMA-Gütesiegel, und dieser Skandal, von dem wir heute sprechen, das ist kein Gütesiegelskandal. Da geht es um Täuschung, da geht es um Betrug.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Grosz.
Auch da – ich habe das heute schon einmal gehört, aber ich möchte es noch einmal betonen – hat die Kontrolle versagt. Da hat Herr Landesrat Kaiser von der SPÖ in Kärnten versagt. Da hätte es Kontrollen geben müssen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Grosz.)
Zwischenruf des Abg. Tadler.
Nun zum Thema Qualitätskriterien, weil der Herr Bundesminister immer wieder versucht, sich in Richtung Qualitätskriterien zu positionieren. Natürlich, das ist ja sehr sympathisch. Konsumentinnen und Konsumenten wollen eine hohe Qualität, das ist ja überhaupt keine Frage. Aber wenn wir von einem Gütesiegel sprechen, und zwar von einem anerkannten Gütesiegel, das die Leute kennen, zu dem sie Vertrauen haben, dann – und Sie haben heute alles aufgezählt, was dieses Gütezeichen haben soll – sprechen wir genau vom AMA-Gütesiegel. (Zwischenruf des Abg. Tadler.) Und dann verstehe ich aber nicht, Herr Bundesminister, warum Sie ständig versuchen zu suggerieren, dass dieses Gütesiegel kein staatliches Gütesiegel ist. – Das ist ein gesetzlich verankertes, mit einer Zweidrittelmehrheit abgesichertes Gütesiegel. Es gibt unabhängige Kontrollen, und auch die Sozialpartnerschaft hat da einen sehr großen Anteil. Deswegen verstehe ich das nicht!
Zwischenruf des Abg. Huber
Ich möchte die Qualitätskriterien, die Sie vorhin angesprochen haben, hier noch einmal erwähnen, und dabei handelt es sich eindeutig um die Kriterien des AMA-Gütesiegels: nachvollziehbare Herkunft, Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung, Verarbeitung in Österreich – das ist ein Kriterium für das AMA-Gütesiegel (Zwischenruf des Abg. Huber) –, oder hohe Produktqualität, Hygiene, Naturbelassenheit et cetera – das sind Kriterien für das AMA-Gütesiegel.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Erdbeeren!
Wenn heute gesagt wird: Na ja, da gibt es auch andere Bestandteile drinnen, beispielsweise in einem Joghurt!, ja bitte, dann möchte ich auch gerne einmal wissen, wo unsere Bananen oder unsere Kiwis wachsen. Das ist doch auch eine Täuschung des Konsumenten, wenn man das dem Konsumenten suggeriert. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: ... Erdbeeren!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, Sie verhindern ja das Gütesiegel! Sie verhindern es ja! Lächerlich!
Herr Bundesminister, lenken Sie nicht ab! Werden Sie endlich tätig! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, Sie verhindern ja das Gütesiegel! Sie verhindern es ja! Lächerlich!) Wir brauchen für den Bereich, den Sie abzudecken haben, eine klare Rückverfolgbarkeit von Fleisch und anderen Produkten. Wir brauchen klare Herkunftsangaben für die gesetzlichen Regelungen und nicht für die über die gesetzlichen Regelungen
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch ein Witz! – Abg. Strache: Das ist doch der, der mit beiden Füßen auf der Bremse steht! – weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen
Ich möchte mich hier ausdrücklich bei Herrn Bundesminister Berlakovich bedanken (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch ein Witz! – Abg. Strache: Das ist doch der, der mit beiden Füßen auf der Bremse steht! – weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen), der im letzten Landwirtschaftsministerrat sehr wohl einen Reisepass gefordert hat, damit nachvollziehbar ist, wo das Produkt herkommt, wo das Fleisch herkommt, wo die Inhaltsstoffe herkommen.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ich würde mir eines wünschen: Es hat im Jahr 2011 an Herrn Bundesminister Stöger, den Minister, der hinter mir sitzt – weil er dafür verantwortlich ist, nämlich für die Lebensmittelkontrollen –, hier einen Fünf-Parteien-Antrag gegeben, dass er eine Neuordnung der Lebensmittelkontrollen vorlegen soll. Bisher ist das nicht geschehen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Herr Bundesminister, bitte werden Sie tätig! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich würde mir eines wünschen: Es hat im Jahr 2011 an Herrn Bundesminister Stöger, den Minister, der hinter mir sitzt – weil er dafür verantwortlich ist, nämlich für die Lebensmittelkontrollen –, hier einen Fünf-Parteien-Antrag gegeben, dass er eine Neuordnung der Lebensmittelkontrollen vorlegen soll. Bisher ist das nicht geschehen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Herr Bundesminister, bitte werden Sie tätig! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Minister Stöger! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Immer mehr Bürger sind wirklich grantig ob solcher Entwicklungen, und immer mehr Bürger sagen auch, es ist schon schlimm genug, dass Pferd in der Lasagne vorhanden ist, aber es ist auch schlimm, dass Esel in der Politik auf Ebene der Europäischen Union solche Betrügereien überhaupt möglich machen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Natürlich steckt dahinter auch Methode, auch System, auch eine Entwicklung, wo man sagen muss, da versagt man auf unterschiedlichsten Ebenen. Und wenn sich dann Frau Tamandl hier herausstellt und Minister Berlakovich lobt, dann war das der Witz des Tages, das muss man wirklich sagen. Der steht seit zwei Jahren beziehungsweise seit über fünf Jahren mit beiden Beinen auf der Bremse, wenn es darum geht, auch in dem Bereich Gütesiegel Verbesserungen sicherzustellen. Das muss man selbstverständlich schon beim Namen nennen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Heute stellt sich die Situation anders dar. Die ganze Europäische Union und mit ihr Österreich ist, wenn man so will, zu einem gewissen „Restlverwerter“ geworden, und die Nahrungsmittelindustrie ist nicht unbedingt mit einem guten Ruf behaftet. Und wir erleben auch, dass gerade die Europäische Union, wenn es um Lebensmittelentwicklung geht, gesetzliche Richtlinien dann doch immer so gestaltet, dass eben die Großkonzerne etwas davon haben, aber nicht unbedingt die Gesundheit und die Vernunft im Mittelpunkt steht. Das muss man auch einmal ganz klar und deutlich sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Selbstverständlich muss man auch die Lebensmittelindustrie und wie man in der Europäischen Union damit umgeht einmal kritisch ansprechen, wenn man da Lebensmittel Tausende Kilometer hin- und hertransportiert, zum Waschen und wieder zurück. – Ja, was ist denn daran vernünftig? Da frage ich mich schon, wo da der große Aufschrei ist, das einmal abzustellen. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Das sind doch die unvernünftigen Entwicklungen, die wir heute haben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim
Das wirklich Erstaunliche ist aber, dass dies alles unter den Augen der Europäischen Union passiert, einer Europäischen Union, die unterschiedliche gesetzliche Vorgaben macht, alle möglichen Verordnungen erfindet und auch uns alles Mögliche vorschreibt (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim) – wahrscheinlich demnächst, wie wir uns die Zehennägel zu schneiden haben und andere Unsinnigkeiten. Da wird ja überall, in den unterschiedlichsten Bereichen – auch bei den Glühlampen! –, permanent eine Verordnung nach der anderen zum Besten gegeben, aber in diesem Bereich ist man säumig und völlig falsch unterwegs.
Beifall bei der FPÖ.
Für die Europäische Union macht es keinen Unterschied, ob Lebensmittel, Kleiderschränke oder Fernsehapparate nach Europa gekarrt werden. Das ist ihr völlig egal! Und deshalb sage ich, wir müssen endlich den Umgang mit Lebensmitteln eindeutig verändern und auch gesetzlich strenger fassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Da braucht es ein Kontrollsystem, das ist zu verbessern, es braucht Strafrahmen für Betrüger, die entsprechend erhöht werden – aber nicht bei der Wiederholungstat, sondern wenn man betrügt, dann hat gleich bei der ersten Betrugstat eine entsprechend hohe Konsequenz angesetzt zu werden, damit man nach Möglichkeit präventiv schon den ersten Betrug verhindert. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Natürlich braucht es auch eine Kennzeichnungspflicht, ein Gütezeichengesetz, Herkunft und Inhalt müssen angegeben werden. Und da frage ich mich, warum die SPÖ so gegen „Made in Austria“ ist. Optimieren wir halt den Rahmen, damit dieser Rahmen auch entsprechend besser formuliert wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
„Made in Austria“ ist eine gute Werbung und mit Sicherheit kein Nachteil für Österreich. Natürlich ist es wichtig, die Konsumenten und die Bauern zu schützen, und da hat Herr Berlakovich in den letzten Jahren leider kläglich versagt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Tatsache ist, dass wir bei Fertigprodukten nicht die geringste Chance haben, zu erkennen, was uns hier tatsächlich vorgesetzt wird – und das gehört geändert! (Beifall bei den Grünen.) Sie haben gesagt, Pferdefleisch sei kein Problem. Ich hätte trotzdem gerne gewusst, ob meine Lasagne im Jahr 2008 beim Dressurreiten gewonnen hat oder nicht. Ich hätte das einfach gerne gewusst, und in diesem Sinne besteht auch Handlungsbedarf.
Abg. Kopf: Ich koche ganz selten!
Wenn man sich anschaut, wie im Moment das System funktioniert, dann sieht man, dass das System an sich schon unter diesem hohen Preisdruck zum Betrug einlädt. Wie funktioniert das im Moment bei Fertigprodukten – bei Lasagne, bei Faschiertem, bei Fleischsaucen, bei Gulasch, bei Chili con Carne? Auch wir kochen nicht alle immer frisch, oder? Herr Abgeordneter Kopf, auch Sie verwenden wahrscheinlich manchmal Fertigprodukte für Ihre Familie. (Abg. Kopf: Ich koche ganz selten!) – Sie kochen ganz selten, okay.
Beifall bei den Grünen.
In diesen Fertigprodukten sind Fleischteile drinnen, die aus Schlachthöfen in ganz Europa kommen, sie werden in Tiefkühlquader in der Größe von 1 x 0,5 x 0,1 Metern verarbeitet, und in diesen tiefgekühlten Fleischquadern sind Reste von bis zu 1 000 Tieren enthalten. Da hat man überhaupt keine Chance, zu erkennen, woher diese Fleischteile stammen. Zusammen mit der Philosophie, dass vor allem Fleischprodukte möglichst billig sein müssen – eine Philosophie, die auch in Österreich lange Zeit vertreten wurde –, führt das zu einem immensen Preisdruck und lädt geradezu zu Betrug ein. Und das ist eigentlich das System, das geändert gehört. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Hauses, des Parlaments, ein Gütesiegelgesetz, eine Reform vorzulegen, und wir alle wissen – Sie wissen, dass wir das wissen –, dass der Landwirtschaftsminister das blockiert – und das ist wirklich eine Unverschämtheit! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Wir wollen !
Ich glaube, beim Ziel sind wir uns einig: Es muss wieder zu einer Regionalisierung kommen. Wir alle wollen keine Lebensmittel, die Tausende Kilometer auf dem Buckel haben und Zutaten aus sieben, acht, zwölf Ländern. (Ruf bei der ÖVP: Wir wollen !) Wir wollen auch nicht unbedingt Reisepässe und Interrailtickets für Lebensmittel. Wir wollen wieder eine Regionalisierung, und das heißt, man muss sehr wohl auch bei der Entwicklung des ländlichen Raums ansetzen und schauen, dass wieder hochwertige Produkte aus der Region auch wirklich gut vermarktet werden. Auch das ist im Übrigen eine Aufgabe des Landwirtschaftsministers. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, beim Ziel sind wir uns einig: Es muss wieder zu einer Regionalisierung kommen. Wir alle wollen keine Lebensmittel, die Tausende Kilometer auf dem Buckel haben und Zutaten aus sieben, acht, zwölf Ländern. (Ruf bei der ÖVP: Wir wollen !) Wir wollen auch nicht unbedingt Reisepässe und Interrailtickets für Lebensmittel. Wir wollen wieder eine Regionalisierung, und das heißt, man muss sehr wohl auch bei der Entwicklung des ländlichen Raums ansetzen und schauen, dass wieder hochwertige Produkte aus der Region auch wirklich gut vermarktet werden. Auch das ist im Übrigen eine Aufgabe des Landwirtschaftsministers. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei den Grünen: 80 Prozent!
Wir haben gerade wieder einen Test gemacht, wir haben im Schweinefutter, im sogenannten Sojafutter fast 80 Prozent Gensoja gefunden. (Ruf bei den Grünen: 80 Prozent!) Das gehört raus aus dem Schweinefutter, aber da wehrt sich auch die ÖVP, und allen voran auch der Landwirtschaftsminister, dass wir das ändern können. Bei den Rindern ist es schon gelungen, bei den Schweinen muss es auch gelingen.
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Das berühmte AT – das ist ein Stempel, und jeder glaubt, das Produkt kommt aus Österreich – ist ein reiner Schlachtstempel. (Zwischenruf des Abg. Eßl.) Das sind genau die halbe Million Schweine, die importiert werden, die über 100 000 Rinder, die importiert werden, die dann in Salzburg oder irgendwo anders geschlachtet werden – und der Konsument und die Konsumentin glauben, das kommt aus Österreich, weil da ein AT-Stempel drauf ist. Mit diesen teilweise extrem irreführenden und auch nicht fairen Kennzeichnungsregeln gehört aufgeräumt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das berühmte AT – das ist ein Stempel, und jeder glaubt, das Produkt kommt aus Österreich – ist ein reiner Schlachtstempel. (Zwischenruf des Abg. Eßl.) Das sind genau die halbe Million Schweine, die importiert werden, die über 100 000 Rinder, die importiert werden, die dann in Salzburg oder irgendwo anders geschlachtet werden – und der Konsument und die Konsumentin glauben, das kommt aus Österreich, weil da ein AT-Stempel drauf ist. Mit diesen teilweise extrem irreführenden und auch nicht fairen Kennzeichnungsregeln gehört aufgeräumt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir wollen Lebensmittel aus der Region mit möglichst wenig Kilometern auf dem Buckel, wir wollen kein Interrailticket für Lebensmittel. Wir wollen, dass der Konsument, die Konsumentin überhaupt eine Chance hat, zu erkennen, was er oder sie isst. Und ich bin der Meinung, Tiertransporte gehören generell abgeschafft, denn wenn man Lebendtiere nur bis zum nächstgelegenen Schlachthof transportieren darf, dann lösen sich einige Probleme im europäischen Lebensmittelrecht von selbst. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf beim BZÖ: Minister auch versagt!
Qualität. Wir hatten den BSE-Skandal, wir hatten erst vor Kurzem die Listerien, da hat sich herausgestellt, dass im Hartberger Quargel überhaupt nichts drinnen war außer künstliche Produkte. (Ruf beim BZÖ: Minister auch versagt!) Und jetzt haben wir falsch deklariertes Fleisch, falsch deklarierte Eier, auch Teigwaren.
Beifall beim BZÖ
Wir haben derzeit kein österreichisches Gütesiegelgesetz, das klar regelt, welche Bezeichnung zulässig ist und wie mit Regionsbezeichnungen geworben werden darf. So sollte die Bezeichnung „Bauernwürstl“ ausschließlich bäuerlichen Direktvermarktern vorbehalten sein (Beifall beim BZÖ) – ist sie aber nicht, wie das Beispiel in Kärnten gezeigt hat. Bei den Fleischprodukten sagt zum Beispiel die rot-weiß-rote Fahne, das AMA-Gütesiegel, nichts über die Herkunft des Fleisches (Zwischenruf des Abg. Eßl), sondern nur über die Verarbeitung in Österreich etwas aus. – Und das ist genau das, was uns abgeht. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Eßl
Wir haben derzeit kein österreichisches Gütesiegelgesetz, das klar regelt, welche Bezeichnung zulässig ist und wie mit Regionsbezeichnungen geworben werden darf. So sollte die Bezeichnung „Bauernwürstl“ ausschließlich bäuerlichen Direktvermarktern vorbehalten sein (Beifall beim BZÖ) – ist sie aber nicht, wie das Beispiel in Kärnten gezeigt hat. Bei den Fleischprodukten sagt zum Beispiel die rot-weiß-rote Fahne, das AMA-Gütesiegel, nichts über die Herkunft des Fleisches (Zwischenruf des Abg. Eßl), sondern nur über die Verarbeitung in Österreich etwas aus. – Und das ist genau das, was uns abgeht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir haben derzeit kein österreichisches Gütesiegelgesetz, das klar regelt, welche Bezeichnung zulässig ist und wie mit Regionsbezeichnungen geworben werden darf. So sollte die Bezeichnung „Bauernwürstl“ ausschließlich bäuerlichen Direktvermarktern vorbehalten sein (Beifall beim BZÖ) – ist sie aber nicht, wie das Beispiel in Kärnten gezeigt hat. Bei den Fleischprodukten sagt zum Beispiel die rot-weiß-rote Fahne, das AMA-Gütesiegel, nichts über die Herkunft des Fleisches (Zwischenruf des Abg. Eßl), sondern nur über die Verarbeitung in Österreich etwas aus. – Und das ist genau das, was uns abgeht. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Eßl: Das ist Konsumententäuschung, was Sie machen! Das ist Konsumententäuschung!
Derzeit importieren wir in Österreich mehr als 500 000 Lebendschweine, mehr als 100 000 Lebendrinder, die zur Schlachtung und Verarbeitung nach Österreich gekarrt werden (Abg. Eßl: Das ist Konsumententäuschung, was Sie machen! Das ist Konsumententäuschung!), und die verarbeiteten Produkte, Fleischwaren werden dann als österreichische Qualitätsprodukte auf den Markt gebracht. Genau dort erfolgt diese Irreführung und die Täuschung der Konsumenten, und das muss sich in Zukunft ändern! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Eßl.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Eßl.
Derzeit importieren wir in Österreich mehr als 500 000 Lebendschweine, mehr als 100 000 Lebendrinder, die zur Schlachtung und Verarbeitung nach Österreich gekarrt werden (Abg. Eßl: Das ist Konsumententäuschung, was Sie machen! Das ist Konsumententäuschung!), und die verarbeiteten Produkte, Fleischwaren werden dann als österreichische Qualitätsprodukte auf den Markt gebracht. Genau dort erfolgt diese Irreführung und die Täuschung der Konsumenten, und das muss sich in Zukunft ändern! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Eßl.)
Abg. Eßl: Das, was Sie jetzt machen, ist Konsumententäuschung! Das, was Sie jetzt machen, ist Konsumententäuschung, Herr Kollege!
Bei den Fertigprodukten wie Tortelloni oder Lasagne ist das schon viel schwieriger. Wo ist das verarbeitet worden, woher kommt die Teigware, wo ist das Endprodukt gefertigt worden? Das wird schon sehr, sehr schwierig, aber wir müssen dort hinkommen, dass wir den Konsumenten erklären: Woher kommt dieses Fleisch, wo ist es dann verarbeitet worden? Das muss auch deklariert sein, denn sonst ist alles andere Falschinformation. Es kann nicht sein, dass die Konsumenten betrogen und getäuscht werden. (Abg. Eßl: Das, was Sie jetzt machen, ist Konsumententäuschung! Das, was Sie jetzt machen, ist Konsumententäuschung, Herr Kollege!)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Eßl: Das ist Konsumententäuschung, was Sie machen!
Herr Bundesminister, ich glaube, ich habe in einer Ihrer Aussendungen gelesen, was richtig gekennzeichnet ist, kostet nicht mehr. Derselben Meinung bin auch ich: Was richtig gekennzeichnet ist, kann nicht mehr kosten – nur den Betrügern muss das Handwerk gelegt werden, und das ist der Punkt! (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Eßl: Das ist Konsumententäuschung, was Sie machen!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir hatten im Jahr 2009 einen Fünf-Parteien-Antrag hier im Haus, im Konsumentenschutz-Ausschuss haben wir uns darauf geeinigt, dass die Bundesregierung dem Nationalrat eine Gesetzesvorlage zuleitet, „welche klare Regelungen betreffend Gütezeichen enthält, um nachhaltig erzeugte, und/oder anderwärtig hochwertige Produkte der Ernährungswirtschaft bzw. Dienstleistungen durch entsprechende Gütezeichen auszuzeichnen.“ (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Strache: Die Verantwortlichen gehören beim Namen genannt!
Bis heute ist nichts geschehen. Jetzt frage ich die beiden Parteien, die in der Regierung sitzen: Warum tun Sie da nichts, warum blockieren Sie sich gegenseitig? Machen Sie endlich Nägel mit Köpfen! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Strache: Die Verantwortlichen gehören beim Namen genannt!)
Abg. Eßl – in Richtung des Abg. Dolinschek –: Das war jetzt Konsumententäuschung, Herr Kollege!
Abgeordneter Erich Tadler (STRONACH): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Jetzt war es ein bisschen laut. (Abg. Eßl – in Richtung des Abg. Dolinschek –: Das war jetzt Konsumententäuschung, Herr Kollege!) – Kollege Eßl, beruhigst du dich wieder?
Abg. Strache: Beim Stronach gibt’s Pferdln aus Kanada! – Heiterkeit.
Uns vom Team Stronach ist es ja auch nicht egal – sprich: nicht wurscht –, was mit unserem Fleisch geschieht (Abg. Strache: Beim Stronach gibt’s Pferdln aus Kanada! – Heiterkeit.) – Sehr gut, Strache, sehr gut, sehr gut! (Zwischenrufe beim BZÖ.) Oder – jetzt wieder ein kleines Zitat, Herr Strache –, wie der Machtpolitiker Bismarck ganz offen meinte: „Gesetze sind wie Würste, man sollte besser nicht dabei sein, wenn sie gemacht werden.“ – Passt das? (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Uns vom Team Stronach ist es ja auch nicht egal – sprich: nicht wurscht –, was mit unserem Fleisch geschieht (Abg. Strache: Beim Stronach gibt’s Pferdln aus Kanada! – Heiterkeit.) – Sehr gut, Strache, sehr gut, sehr gut! (Zwischenrufe beim BZÖ.) Oder – jetzt wieder ein kleines Zitat, Herr Strache –, wie der Machtpolitiker Bismarck ganz offen meinte: „Gesetze sind wie Würste, man sollte besser nicht dabei sein, wenn sie gemacht werden.“ – Passt das? (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Uns vom Team Stronach ist es ja auch nicht egal – sprich: nicht wurscht –, was mit unserem Fleisch geschieht (Abg. Strache: Beim Stronach gibt’s Pferdln aus Kanada! – Heiterkeit.) – Sehr gut, Strache, sehr gut, sehr gut! (Zwischenrufe beim BZÖ.) Oder – jetzt wieder ein kleines Zitat, Herr Strache –, wie der Machtpolitiker Bismarck ganz offen meinte: „Gesetze sind wie Würste, man sollte besser nicht dabei sein, wenn sie gemacht werden.“ – Passt das? (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Noch einmal zurück – da sich Kollege Eßl so über die AMA aufgeregt hat –: Niemand weiß, was sie eigentlich tut. Würde die AMA ihre Aufgaben im Sinne der Transparenz kommunizieren oder klar offenlegen, wer was kennzeichnet, müsste der Herr Landwirtschaftsminister jetzt nicht verzweifelt nach einem Kontrollmechanismus suchen. Was soll eigentlich der Lebensmittel-Reisepass? – Die Frau Tamandl ist auch schon weg, von den Schwarzen ist niemand mehr da. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
reichische Herkunft garantiert. – Danke, Herr Landwirtschaftskammerpräsident! (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Wem soll man da noch glauben, oder wem soll man da trauen, wirklich trauen?
Beifall beim Team Stronach.
Meine Damen und Herren! Wir vom Team Stronach fordern die AMA jetzt wirklich noch einmal auf, sich für mehr Transparenz bei der Herkunftsbezeichnung der Lebensmittel einzusetzen und dafür zu sorgen, dass das Vertrauen der Konsumenten in heimische Produkte bestehen bleibt und wieder wächst. – Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Herr Klubobmann Bucher, wenn Sie heute hier anprangern, dass die Politik versagt hat, und einen höheren Strafrahmen einfordern, dann erlauben Sie mir den Hinweis, dass gerade Sie es waren – damals unter Schwarz-Blau vor acht Jahren –, der mehr als fahrlässig gehandelt hat, indem Sie damals das Lebensmittelrecht in Österreich entkriminalisiert haben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Das, was jetzt passiert, ist ja in Wirklichkeit die Auswirkung dieser verfehlten Klientelpolitik, wo man Betrügereien, Fälschungen und Tricks im Lebensmittelbereich als Kavaliersdelikt hingestellt hat – und das ist in Wirklichkeit der große Wahnsinn! (Abg. Grosz: Und sonst geht’s Ihnen noch gut – oder was?! Heute sagt ein Abgeordneter zu mir !)
Abg. Grosz: Und sonst geht’s Ihnen noch gut – oder was?! Heute sagt ein Abgeordneter zu mir !
Herr Klubobmann Bucher, wenn Sie heute hier anprangern, dass die Politik versagt hat, und einen höheren Strafrahmen einfordern, dann erlauben Sie mir den Hinweis, dass gerade Sie es waren – damals unter Schwarz-Blau vor acht Jahren –, der mehr als fahrlässig gehandelt hat, indem Sie damals das Lebensmittelrecht in Österreich entkriminalisiert haben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Das, was jetzt passiert, ist ja in Wirklichkeit die Auswirkung dieser verfehlten Klientelpolitik, wo man Betrügereien, Fälschungen und Tricks im Lebensmittelbereich als Kavaliersdelikt hingestellt hat – und das ist in Wirklichkeit der große Wahnsinn! (Abg. Grosz: Und sonst geht’s Ihnen noch gut – oder was?! Heute sagt ein Abgeordneter zu mir !)
Abg. Kickl: beim Spekulationsverbot auch der Fall sein!
Ich habe immer mehr den Eindruck, dass die Bundesländer in vielen Bereichen der Politik nur um des Blockierens willen vieles verhindern (Abg. Kickl: beim Spekulationsverbot auch der Fall sein!), und gerade beim Thema Lebensmittelsicherheit hört sich für mich der Spaß auf.
Beifall bei der SPÖ.
Verhindern Sie nicht ein modernes Lebensmittelrecht oder, so wie gestern im Ministerrat, sogar die gerichtliche Verfolgung solcher Gauner und Verbrecher! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen endlich mit dem Ruf nach noch mehr Kontrolle aufhören, denn ich glaube, die Kontrolle ist bereits enorm, stattdessen müssen wir schauen, wo kontrolliert wird. Wir müssen endlich damit beginnen, die Verhältnismäßigkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Ich bin ein überzeugter Anhänger des Rechtsstaates. Jedoch müssen wir schon mehr den großen Lumpen aufs Hirn hauen, statt permanent den Kleinen mit drakonischen Strafen zu verfolgen. Wenn heute ein Fleischer in seinem Laden irgendwo eine gesprungene Fliese hat, dann hat er ein größeres Problem als all diese großen Institutionen, die heute im Gespräch sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Weil Sie nichts tun! Die ÖVP blockiert nur!
Das Gütesiegelgesetz und das Fordern von höheren Auflagen als in anderen europäischen Ländern ist ein frommer Wunsch. Doch wie soll das funktionieren, wenn wir letztendlich auf dem Markt wieder gemeinsam auftreten? Wir bekennen uns zum freien Handel. Österreich ist Exportweltmeister in vielen landwirtschaftlichen Kategorien. Wir sind sehr gut, was unsere Produkte angeht, daher wollen wir auch den Freihandel, schließlich wollen wir mit unseren Produkten auch Handel betreiben. Der Skandal, den diese kriminellen Gestalten in der Verarbeitung und im Verkauf verursacht haben, darf nicht auf dem Rücken der Bauern ausgetragen werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Weil Sie nichts tun! Die ÖVP blockiert nur!)
Ironische Heiterkeit bei FPÖ und Grünen.
Herr Bundesminister Stöger, Sie haben vor zwei Jahren im Bereich der Schweineproduktion für Österreich wieder höhere Standards durchsetzen wollen. Wenn sich damals nicht der Landeshauptmann von Niederösterreich Dr. Erwin Pröll gegen Ihre Ideen gestellt hätte, dann wäre schon heute jedes zweite Schnitzel nicht mehr aus Österreich. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und Grünen.) Wir wären im Schweinebereich aus den Märkten gedrängt worden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister Stöger, Sie haben vor zwei Jahren im Bereich der Schweineproduktion für Österreich wieder höhere Standards durchsetzen wollen. Wenn sich damals nicht der Landeshauptmann von Niederösterreich Dr. Erwin Pröll gegen Ihre Ideen gestellt hätte, dann wäre schon heute jedes zweite Schnitzel nicht mehr aus Österreich. (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und Grünen.) Wir wären im Schweinebereich aus den Märkten gedrängt worden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Versündigen Sie sich nicht am Bauernstand! Diese Schäden sind irreversibel. Man kann einen Bauernhof nicht ein- und ausschalten, so wie es dem Markt gerade passt. Und nur eines kann unseren Konsumenten wirklich höchstmögliche Lebensmittelsicherheit bieten, und das ist die heimische Produktion. Hier wissen wir die österreichischen Bürger und Bürgerinnen an unserer Seite und können schon heute mit dem AMA-Gütesiegel auf ein staatliches Gütezeichen verweisen, das dem Konsumenten die österreichische Herkunft garantiert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Harald Jannach (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine Herren Bundesminister! Das Kontrollversagen in Österreich in Bezug auf Pferdefleisch lässt sich ganz einfach so beschreiben: Wenn nicht in Deutschland oder in Europa zufällig etwas gefunden worden wäre, dann hätten wir hier überhaupt keine Diskussion. Es gibt also ein absolutes Kontrollversagen in diesem Bereich. (Beifall bei der FPÖ.) Wir sind erst draufgekommen, als man in anderen EU-Ländern etwas gefunden hat. Herr Gesundheitsminister, auch da manifestiert sich dieses Kontrollversagen in Österreich.
Ruf bei der ÖVP: Die kauft der Stronach!
Wir haben auch eine Anfrage an Landwirtschaftsminister Berlakovich, an den Gesundheitsminister und an den Konsumentenschutzminister vorbereitet und haben auch einmal die Frage gestellt: Wo landen all die Pferde? In Österreich gibt es 120 000 Pferde. Es gibt keine Statistik darüber. Wir wollen jetzt endlich Auskunft darüber haben, was mit den Pferden in Österreich geschieht. Werden die exportiert, werden die verarbeitet? Auch da gibt es ein absolutes Kontrollversagen. (Ruf bei der ÖVP: Die kauft der Stronach!) – Die kauft nicht der Stronach, auch wenn du das gerne
Beifall bei der FPÖ.
Die Bauern werden bis ins Schlafzimmer kontrolliert. Aber hier in der Lebensmittelindustrie gibt es null Kontrollen. Es wird weder seitens der AMA noch seitens der AGES kontrolliert. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Strache: Da regen Sie sich auf!
Jetzt – die Redezeit ist ja beschränkt – komme ich zu eurem viel gepriesenen AMA-Gütesiegel. Ich habe es hier mitgebracht, das kennt jeder. (Der Redner hält Schriftstücke in die Höhe.) Rot-weiß-rot, so wie ihr das verlangt, rot-weiß-rot, wir brauchen nichts anderes. Und jetzt lese ich aus den Richtlinien des AMA-Gütesiegels für verarbeitete Produkte vor. Bei diesem Gütezeichen, rot-weiß-rot, heißt es: Rohstoffe aus Österreich, sofern sie dort herstellbar sind, maximaler Toleranzbereich ein Drittel. Sie können ein Drittel anderer Produkte unter dem AMA-Gütezeichen vermarkten. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Strache: Da regen Sie sich auf!)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Man kommt immer mit der Begründung, dass Pfeffer in Österreich nicht produziert werden kann. Nennen Sie mir ein verarbeitetes Produkt, in dem 30 Prozent Gewürze enthalten sind! Das gibt es nicht! AMA-Gütesiegel: 30 Prozent Fremdfleisch möglich! Das ist die Wahrheit, was dieses Gütezeichen betrifft! (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Gehen Sie dann heraus, Sie Lobbyisten für die Fleisch-Mafia, und nehmen Sie hier dazu Stellung! Aber nicht herausbrüllen! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall und Rufe bei der FPÖ: Unglaublich!
Und das kurioseste Gütezeichen, das sage ich Ihnen auch, was die AMA-Marketing betrifft, ist dieses Gütezeichen. AMA-Gütezeichen in Grau gehalten, das muss man einmal lesen. Der nicht kundige Konsument würde meinen, da gibt es einen Druckfehler, es ist halt nicht in Farbe gedruckt. Jeder Konsument geht davon aus, dass es sich dabei um ein österreichisches Produkt handelt, wenn es dieses Gütezeichen trägt. Und ich lese jetzt die Richtlinien für dieses AMA-Gütezeichen vor: Uneingeschränkter internationaler Rohstoffzukauf möglich, keine länderspezifische Be- und Verarbeitung. In einem Produkt, das unter diesem AMA-Gütezeichen verkauft wird, kann alles enthalten sein. Das sind die Richtlinien und das gehört abgestellt. (Beifall und Rufe bei der FPÖ: Unglaublich!)
Beifall bei der FPÖ.
muss 100 Prozent – und nicht 30 Prozent! – Österreich drinnen sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Gesundheitsminister, ich fordere Sie auf, dass Sie nach Brüssel gehen und dort die Interessen der Konsumenten und auch der Bauern vertreten, denn hier geht es um österreichische Produkte. Hier geht es um die österreichischen Bauern und hier geht es um Ehrlichkeit den Konsumenten gegenüber. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Der Herr Minister hat eines angesprochen, wo ich ihm recht geben muss, und da muss ich ihn auch vor falscher Kritik in Schutz nehmen. Der Lebensmittelsicherheitsbericht 2011 war ein Novum. Hier ist die gesamte österreichische Lebensmittelkontrolle in einem Bericht zusammengefasst worden – Kollege Maier nickt. Er hat sich auch wesentlich an dieser Debatte beteiligt und zu diesem Bericht beigetragen. Das möchte ich auch erwähnen, dass es hier auch Abgeordnete gibt, die seit Jahren kämpfen, gemeinsam kämpfen für ein österreichisches Gütesiegelgesetz, wie der Kollege Maier und ich. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ.
Wir haben 2009 auch einen Fünf-Parteien-Antrag zustande gebracht. Und jetzt besteht die Konsumententäuschung darin – und das ist der Skandal –, dass die Abgeordneten der ÖVP hier heruntergehen und so tun, wie wenn der Herr Minister alleine in der Regierung wäre und allein entscheiden könnte, während Sie hier herüben über Anträge abstimmen für ein österreichisches Gütesiegelgesetz und Ihre Minister alles tun, um das zu verhindern. Meine Damen und Herren, das ist ein politischer Skandal erster Kategorie, aber wirklich! (Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ.)
Beifall und Ruf des Abg. Strache: Das ist gescheit!
Weiters hat es konkrete Vorschläge des Kollegen Jannach gegeben und weitere. Herr Minister, Sie haben heute eine Schlüsselrede gehalten, und wir hoffen, dass Sie das bis Juni noch umsetzen werden. Das erwarten wir von der Regierung. Sie haben es auch im Regierungsübereinkommen festgelegt. Wir erwarten uns, dass Sie die Auslobung der Herkunft, des Tierschutzes und der Gentechnikfreiheit in einem österreichischen Gütesiegelgesetz regeln und dass Sie darin auch jährliche Kontrollen und Sanktionsmöglichkeiten festlegen (Beifall und Ruf des Abg. Strache: Das ist gescheit!), denn dann können die Konsumentinnen und Konsumenten mit Sicherheit davon ausgehen, okay, es gibt staatlich geprüfte Zeichen und ich muss mich nicht bemühen, stundenlang das Kleingedruckte zu lesen, denn wir wissen alle, dass das beim Einkaufen in der Regel nicht der Fall ist, sondern dass man das wirklich nur in Ausnahmefällen tut, wo man dann wirklich genau nachsehen möchte, falls man es noch lesen kann. Wir wissen, dass Bürgerinnen und Bürger, die beim Einkaufen halt nicht die Brille mithaben, wirklich überfordert sind, weil die Kennzeichnung so klein geschrieben ist.
Beifall bei den Grünen.
Man braucht die Zusammenarbeit mit den Länderbehörden – keine Frage! Wir wollen sie nicht abschaffen, wir haben dort vor Ort die lokale Kompetenz, aber wir wollen eine schnelle Eingreiftruppe, und Sie können mit unseren Stimmen rechnen, wenn Sie, nämlich die SPÖ, so einen Antrag einbringen. Wir werden uns jedenfalls bemühen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Grünen und FPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir sind für diesen Aufbruch im Lebensmittelsicherheitsrecht bereit. Schließen wir uns zusammen! Machen wir einen gemeinsamen Antrag! Wir haben unseren eingebracht und wir können ihn dann im Ausschuss diskutieren. – Danke. (Beifall bei Grünen und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
In einem, Herr Bundesminister, gebe ich Ihnen recht: Das Pferd ist nicht das Problem, sondern dass sich der Konsument seit dem Weinskandal – und Österreich hat seit dem Weinskandal in der Lebensmittelsicherheit nichts dazugelernt – nicht sicher sein kann, was in den Produkten des täglichen Lebens überhaupt enthalten ist. (Beifall beim BZÖ.)
Der Redner übergibt Bundesminister Stöger ein Schaukelpferd. – Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Stell es gleich auf den Sitz vom Bundeskanzler, das Pferd! Da gehört es auch hin! Das Schaukelpferd ist der neue Bundeskanzler!
Daher habe ich Ihnen heute ein Schaukelpferd mitgebracht – ich bin eigentlich gegen solche bildliche Sprachen –, das soll jedoch symbolisieren, dass nicht das Pferd das Problem ist, sondern die Verschaukelei, die Sie seit Jahren mit den österreichischen Konsumenten durchführen. (Der Redner übergibt Bundesminister Stöger ein Schaukelpferd. – Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Stell es gleich auf den Sitz vom Bundeskanzler, das Pferd! Da gehört es auch hin! Das Schaukelpferd ist der neue Bundeskanzler!)
Beifall beim BZÖ.
Sie, Herr Bundesminister Stöger, haben zugelassen, dass seit einigen Jahren die Überbeschau bei den Kontrolluntersuchungen der fleischverarbeitenden Betriebe nicht mehr die Tierärzte machen. In Österreich war es immer gute Sitte – und es war auch gut für das Kontrollsystem –, dass die Überbeschau in fleischverarbeitenden Betrieben durch vereidigte Veterinärmediziner gemacht worden ist. Jetzt macht sie die vielgerühmte „Frau Schmauswaberl“. Sie lassen es weiter zu, dass in Zukunft EU-weit Laienbeschauer – so nennt sich das – Lebensmittel und Fleischbeschau in Schlachthöfen durchführen und nicht wie bisher die vereidigten Tierärzte. Ja was wird denn dann noch alles im Bereich der Lebensmittelsicherheit auf uns zukommen? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich prophezeie Ihnen heute, dass wir hier in zwei, drei Jahren wieder zusammenkommen werden, wieder hier sitzen werden, wieder diskutieren werden, weil man in einem anderen Lebensmittelbereich in Europa draufkommen wird, dass gepanscht, Dioxin versetzt oder falsch gekennzeichnet wurde, dass die Lebensmittelkontrolle untergraben wurde, sich Tierkrankheiten in den Lebensmitteln finden und sich der Konsument in diesem Land einmal mehr nicht auf das verlassen kann, was Sie ihm mit Ihren Kontrolluntersuchungen vorgaukeln. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Es darf nicht sein, dass die ÖVP hier einfach sagt, der Konsument ist schuld, weil er ja weniger für das Fleisch zahlen will. Es ist das Mindeste, dass wir österreichische Qualität zahlen, wenn österreichische Qualität drinnen ist – wenn dem wirklich so ist! Dass da jetzt, wie wir vorher gehört haben, hinsichtlich der Herkunft zig verschiedene Wurst- und Fleischsorten drinnen sind, das ist eine Katastrophe. Also das Mindeste, was ich mir erwarte, ist eine saubere Kontrolle, Herr Minister. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Wenn die ÖVP weiterhin so blockiert, nur weil es um ein paar Posten geht, dann frage ich mich schon, worum es wirklich geht. Aber die Bevölkerung wird sich das merken! (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Bitte? (Abg. Hornek: Sie sind zum Stronach gegangen, um einen Posten zu haben!) – Na schauen Sie einmal, da oben, bitte, schauen Sie den Kollege da oben einmal an, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein Vertuscher hoch drei, von AMA-Gütesiegel – nur ein reiner Postenschacher da oben –, und der schreit jetzt da herunter! Dass Sie sich nicht schämen! Dass Sie sich nicht schämen, dass Sie die österreichischen Bauern zu Empfängern von Wohlfahrt und Subventionen gemacht haben. (Abg. Hornek: Unglaublich!) Sonst würde sich das Ganze nämlich nicht mehr ausgehen. Der Bauer kann nicht mehr überleben.
Abg. Hornek: Sie sind zum Stronach gegangen, um einen Posten zu haben!
Wenn die ÖVP weiterhin so blockiert, nur weil es um ein paar Posten geht, dann frage ich mich schon, worum es wirklich geht. Aber die Bevölkerung wird sich das merken! (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Bitte? (Abg. Hornek: Sie sind zum Stronach gegangen, um einen Posten zu haben!) – Na schauen Sie einmal, da oben, bitte, schauen Sie den Kollege da oben einmal an, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein Vertuscher hoch drei, von AMA-Gütesiegel – nur ein reiner Postenschacher da oben –, und der schreit jetzt da herunter! Dass Sie sich nicht schämen! Dass Sie sich nicht schämen, dass Sie die österreichischen Bauern zu Empfängern von Wohlfahrt und Subventionen gemacht haben. (Abg. Hornek: Unglaublich!) Sonst würde sich das Ganze nämlich nicht mehr ausgehen. Der Bauer kann nicht mehr überleben.
Abg. Hornek: Unglaublich!
Wenn die ÖVP weiterhin so blockiert, nur weil es um ein paar Posten geht, dann frage ich mich schon, worum es wirklich geht. Aber die Bevölkerung wird sich das merken! (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Bitte? (Abg. Hornek: Sie sind zum Stronach gegangen, um einen Posten zu haben!) – Na schauen Sie einmal, da oben, bitte, schauen Sie den Kollege da oben einmal an, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein Vertuscher hoch drei, von AMA-Gütesiegel – nur ein reiner Postenschacher da oben –, und der schreit jetzt da herunter! Dass Sie sich nicht schämen! Dass Sie sich nicht schämen, dass Sie die österreichischen Bauern zu Empfängern von Wohlfahrt und Subventionen gemacht haben. (Abg. Hornek: Unglaublich!) Sonst würde sich das Ganze nämlich nicht mehr ausgehen. Der Bauer kann nicht mehr überleben.
Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.
Denken Sie an all die Transporte, dass da, wie wir gehört haben, Tausende Kilometer durch Österreich und durch Europa gefahren wird, bis das Fleisch irgendwo ankommt. Warum produzieren wir das Fleisch nicht in Österreich? Warum wird nicht in Österreich geschlachtet? (Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Mein Onkel ist Fleischermeister (Abg. Hornek: Da haben Sie aber nichts gelernt!), und Sie da oben brauchen mir gar nichts zu sagen, nur weil Sie komplett ahnungslos sind und außer blöden Zwischenrufen bei der ÖVP überhaupt nichts drinnen ist. Es geht um den Konsumenten! Der Konsument in Österreich gehört geschützt. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Hornek: Da haben Sie aber nichts gelernt!
Denken Sie an all die Transporte, dass da, wie wir gehört haben, Tausende Kilometer durch Österreich und durch Europa gefahren wird, bis das Fleisch irgendwo ankommt. Warum produzieren wir das Fleisch nicht in Österreich? Warum wird nicht in Österreich geschlachtet? (Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Mein Onkel ist Fleischermeister (Abg. Hornek: Da haben Sie aber nichts gelernt!), und Sie da oben brauchen mir gar nichts zu sagen, nur weil Sie komplett ahnungslos sind und außer blöden Zwischenrufen bei der ÖVP überhaupt nichts drinnen ist. Es geht um den Konsumenten! Der Konsument in Österreich gehört geschützt. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Denken Sie an all die Transporte, dass da, wie wir gehört haben, Tausende Kilometer durch Österreich und durch Europa gefahren wird, bis das Fleisch irgendwo ankommt. Warum produzieren wir das Fleisch nicht in Österreich? Warum wird nicht in Österreich geschlachtet? (Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Mein Onkel ist Fleischermeister (Abg. Hornek: Da haben Sie aber nichts gelernt!), und Sie da oben brauchen mir gar nichts zu sagen, nur weil Sie komplett ahnungslos sind und außer blöden Zwischenrufen bei der ÖVP überhaupt nichts drinnen ist. Es geht um den Konsumenten! Der Konsument in Österreich gehört geschützt. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Es ist unsere Pflicht, dass wir das hier im Parlament so umsetzen, dass frische, saubere, ordentliche Ware auf den Speiseteller der Österreicherinnen und Österreicher kommt. Ich meine, dafür sind wir gewählt worden. Es geht hier nicht um Politik, Politik und sonst gar nichts! – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Markowitz, ich möchte Sie dringend ermahnen und Sie darum ersuchen, bei Ihrer Wortwahl sehr genau darauf zu achten, dass jenes Prinzip, das hier im Hause gilt, auch wirklich gewährleistet ist, nämlich die Würde des Hauses zu wahren. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.) – Dabei belasse ich es vorerst einmal. (Abg. Petzner: Mir hätten Sie einen Ordnungsruf gegeben!)
Abg. Petzner: Mir hätten Sie einen Ordnungsruf gegeben!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Markowitz, ich möchte Sie dringend ermahnen und Sie darum ersuchen, bei Ihrer Wortwahl sehr genau darauf zu achten, dass jenes Prinzip, das hier im Hause gilt, auch wirklich gewährleistet ist, nämlich die Würde des Hauses zu wahren. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.) – Dabei belasse ich es vorerst einmal. (Abg. Petzner: Mir hätten Sie einen Ordnungsruf gegeben!)
Abg. Scheibner: Wer kontrolliert denn? – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Erstens: Man braucht keine Angst zu haben, dass die Pizza das Dressurreiten gewonnen hat – nein. Pferde, die in Österreich oder in Europa geschlachtet werden, dürfen keine Sportpferde sein. Sportpferde sind dabei ausgeschlossen. Ich sage das ganz, ganz deutlich. (Abg. Scheibner: Wer kontrolliert denn? – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Scheibner: Machen Sie es doch! Machen! – Abg. Ursula Haubner: „Einladung!“ Eine Einladung ist !
Abschließend bedanke ich mich für die große Unterstützung in den Redebeiträgen, auch was die Weiterentwicklung der Kontrollen in Österreich betrifft. Ich bedanke mich auch ausdrücklich dafür, dass es große Unterstützung gibt, auch im Bereich der Gütezeichen mehr zu tun. – Danke dafür. Ich lade alle ein, auch den nächsten Schritt zu gehen, dass wir den Landwirten, den Betrieben die Chance geben, in Österreich ein Gütezeichen für das Thema „gentechnikfrei“ zu haben. (Abg. Scheibner: Machen Sie es doch! Machen! – Abg. Ursula Haubner: „Einladung!“ Eine Einladung ist !) Österreichische Betriebe können das vorbringen. Wir arbeiten besser im Tierschutzbereich. Auch da könnten wir ein Gütezeichen gebrauchen. Die gesündere Wahl auszuzeichnen wäre gut.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Insgesamt möchte ich aber darauf hinweisen, dass Österreich Lebensmittelsicherheit hat. Die Lebensmittel waren noch nie so sicher wie jetzt. Die 150 000 Lebensmittel, die kontrolliert werden, sind in Österreich in guter Qualität vorhanden, und ich bedanke mich bei allen ehrlichen Betrieben, die österreichische Lebensmittel in toller Qualität anbieten. Ich bedanke mich auch beim österreichischen Handel, der durch seine Einkaufspolitik auch dazu beiträgt, dass Tarner und Täuscher nicht mehr auf dem Markt erscheinen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kopf: Das war nicht meine Begründung!
Klubobmann Kopf hat eingewandt, wieso ausgerechnet ich das einmahne, da wir ja gegen dieses jetzt vorliegende und unserer Meinung nach tatsächlich viel zu wenig weitreichende und schwache sogenannte Spekulationsverbot seien. (Abg. Kopf: Das war nicht meine Begründung!) – Ich sage Ihnen, warum. Es muss möglich sein – und es ist sogar notwendig und sinnvoll –, dass wir als Verfassungsgesetzgeber in diesem Haus derart wichtige und wesentliche Materien debattieren, auch wenn sich an dieser Stelle noch keine Zweidrittelmehrheit abzeichnet, weil es nämlich auch gerade in Ihrem Interesse sein muss, meine Damen und Herren Abgeordnete, zu wissen, was sich überhaupt abspielt. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Klubobmann Kopf hat eingewandt, wieso ausgerechnet ich das einmahne, da wir ja gegen dieses jetzt vorliegende und unserer Meinung nach tatsächlich viel zu wenig weitreichende und schwache sogenannte Spekulationsverbot seien. (Abg. Kopf: Das war nicht meine Begründung!) – Ich sage Ihnen, warum. Es muss möglich sein – und es ist sogar notwendig und sinnvoll –, dass wir als Verfassungsgesetzgeber in diesem Haus derart wichtige und wesentliche Materien debattieren, auch wenn sich an dieser Stelle noch keine Zweidrittelmehrheit abzeichnet, weil es nämlich auch gerade in Ihrem Interesse sein muss, meine Damen und Herren Abgeordnete, zu wissen, was sich überhaupt abspielt. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Abg. Eßl: Aber geh!
Es war doch auch im Budgetausschuss so, dass die Debatte unter den Abgeordneten kaum geführt werden konnte, weil dauernd Unterbrechungen und Verhandlungen erfolgt sind (Abg. Eßl: Aber geh!) – tatsächlich! –, die darauf abgezielt haben – und auf die Rolle dieser Bundesländer wird noch einzugehen sein –, ständig die Wünsche und Begehrlichkeiten von – und ich sage es genau so, wie es ist! – weiterhin spekulationswütigen Landeshauptleuten mit auf die Agenda zu nehmen. Das ist der Hintergrund! Und das ist auch der Hintergrund dafür, warum eine an sich schwache und schlechte Regelung nicht einmal den Weg in die Tagesordnung findet, weil sogar das Schwache und Schlechte den Oberföderalisten von Rot und Schwarz immer noch zu viel ist, weil es offensichtlich so ist, dass die so weitertun wollen wie bisher. Und das gehört hier debattiert, denn wir sind der Verfassungsgesetzgeber! (Beifall bei Grünen und FPÖ.)
Beifall bei Grünen und FPÖ.
Es war doch auch im Budgetausschuss so, dass die Debatte unter den Abgeordneten kaum geführt werden konnte, weil dauernd Unterbrechungen und Verhandlungen erfolgt sind (Abg. Eßl: Aber geh!) – tatsächlich! –, die darauf abgezielt haben – und auf die Rolle dieser Bundesländer wird noch einzugehen sein –, ständig die Wünsche und Begehrlichkeiten von – und ich sage es genau so, wie es ist! – weiterhin spekulationswütigen Landeshauptleuten mit auf die Agenda zu nehmen. Das ist der Hintergrund! Und das ist auch der Hintergrund dafür, warum eine an sich schwache und schlechte Regelung nicht einmal den Weg in die Tagesordnung findet, weil sogar das Schwache und Schlechte den Oberföderalisten von Rot und Schwarz immer noch zu viel ist, weil es offensichtlich so ist, dass die so weitertun wollen wie bisher. Und das gehört hier debattiert, denn wir sind der Verfassungsgesetzgeber! (Beifall bei Grünen und FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Ich will nicht das billige Zitat bemühen, aber der Verfassungsgesetzgeber hat mehr zu tun, als rund um die sogenannten Feiertage auszurichten, wie toll wir nicht die neuen Verfassungsgesetze machen werden, sodass dieses „Nie wieder!“ auch wirklich Realität wird und nie wieder so etwas geschieht wie in Salzburg, wo man bis heute nicht weiß beziehungsweise lange nicht gewusst hat, wie viele Milliarden man überhaupt wohin gesteckt hat und wie das Geld veranlagt wurde – und das aber aufgrund einer Rechtslage, die wir hier mit zu verantworten haben! Die Länder selber werden es nicht machen, das ist doch evident! Die wollen nicht, die können vielleicht nicht einmal, aber wir müssen und können, hoffe ich wenigstens. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Abg. Strache: Rote und schwarze Landeshauptleute!
Deshalb ist es unsere Aufgabe, die Verfassungsgesetze hier so zu gestalten, dass das, wovon Sie selber behaupten, dass Sie es umsetzen wollen, und womit Sie vermutlich selber in Ihren Wahlkreisen herumlaufen – in der Sache selber zu Recht –, nämlich dass nie wieder auf Steuergeldkosten spekuliert wird, auch Realität wird – und das vor allem in den Bundesländern, denn der Bund tut es ja ohnehin nicht mehr. Wir haben ja vor vier Jahren die Konsequenzen gezogen; da hat es ja auch einen Skandal gegeben. Deshalb ist es so wichtig, dass diese Regeln, die es ja eigentlich gibt, auf die Länder und auf die großen Städte übertragen werden. Und jetzt lautet die Frage: Woran scheitert das? Woran scheitert es, dass hier nicht einmal eine halbherzige und schlechte Regelung durchzubringen ist? (Abg. Strache: Rote und schwarze Landeshauptleute!)
Beifall bei den Grünen.
Das wollen wir nachzeichnen, und da muss endlich der Gesetzgeber, der Verfassungsgesetzgeber aufwachen, und deshalb muss das heute hier debattiert werden, auch wenn wir am Schluss keine Zweidrittelmehrheit haben, und zwar zu Recht! Aber wenn wir es ausführlich und öffentlich diskutieren, wird weiterhin Druck entstehen, sodass wir in ein oder zwei Monaten einmal etwas Gescheites auf dem Tisch haben, ein Spekulationsverbot, das diesen Namen auch verdient, und nicht irgendein Larifari. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Strache.
Wir haben hier die Möglichkeit und die Kompetenz, da einfach Transparenz walten zu lassen, und diese Kompetenz müssen wir auch wahrnehmen, sonst versagen wir als Verfassungsgesetzgeber. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Strache.)
Beifall bei den Grünen. – Rufe bei der FPÖ: Nie wieder Wien! Das hast du vergessen!
Dann muss es wirklich heißen: Nie wieder Niederösterreich, nie wieder Kärnten, nie wieder Salzburg! – So geht es nicht weiter. (Beifall bei den Grünen. – Rufe bei der FPÖ: Nie wieder Wien! Das hast du vergessen!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): In einem Punkt sind wir uns völlig einig: Dass sich diese Vorfälle, die es in einzelnen Bundesländern gegeben hat, nie mehr wiederholen dürfen und dass dafür auch entsprechende Schritte gesetzt werden. Aber man kann nicht davon ausgehen, dass in den Landesregierungen der neun Bundesländer neun potenzielle Kriminelle sitzen, Herr Kollege Kogler! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Was Sie selbst hier gesehen haben, ist ein Faktum: dass hier mitgearbeitet wird und dass man an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten hat!
Abg. Strache: Was der Rechnungshof kritisiert, weil es eine bayrische Bank war! Das ist ein Skandal mit österreichischen Steuergeldern! Aber die Untersuchungsausschüsse ...!
Lassen Sie das einmal kurz Revue passieren, zum Beispiel diese berühmte Landes-Hypo in Kärnten, mit 20 Milliarden € Haftungsrahmen, wo der Steuerzahler bis jetzt 3 Milliarden € hineinzahlen musste. (Abg. Strache: Was der Rechnungshof kritisiert, weil es eine bayrische Bank war! Das ist ein Skandal mit österreichischen Steuergeldern! Aber die Untersuchungsausschüsse ...!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich hoffe, dass der Wähler und die Wählerin am Sonntag auf dies eine Antwort geben wird, sodass sich das nie wieder wiederholt. Das muss man am Sonntag vor allem dokumentieren, indem man die Partei, die dafür verantwortlich ist, in Kärnten abwählt. Das ist einmal der erste Punkt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Strache: Wie schaut das in Wien aus? Wie ist das in Wien?
Da komme ich gleich zu einem anderen Thema, was diese Veranlagung der Wohnbaugelder in Niederösterreich und die sehr kreativen Konstruktionen diesbezüglich betrifft. Das ist ja im Wahlkampf in Niederösterreich ausgiebig diskutiert worden. Man kann aber angesichts der Art und Weise, wie dort gearbeitet wird, nicht sagen, dass Niederösterreich der Hort der Transparenz ist. Da gibt es eine Verwechslung: Es wird Klarheit mit Intransparenz verwechselt. Das ist das Problem, das in Niederösterreich vorherrscht! (Abg. Strache: Wie schaut das in Wien aus? Wie ist das in Wien?)
Abg. Strache: AVZ-Stiftung in Wien! Spekulation in Wien! Cross-Border-Leasing in Wien! Die Schiene, den Kanal, alles habt ihr in Wien verspekuliert, und die Bürger dürfen es zahlen!
Auch daher, kann ich Ihnen sagen, wollen wir diese Regelung, damit in allen neun Bundesländern – und die sozialdemokratisch geführten Bundesländer haben schon längst begonnen, sich umzuorientieren und neue Regelungen zu finden ... (Abg. Strache: AVZ-Stiftung in Wien! Spekulation in Wien! Cross-Border-Leasing in Wien! Die Schiene, den Kanal, alles habt ihr in Wien verspekuliert, und die Bürger dürfen es zahlen!) – Sie sollen noch etwas wissen: dass wir auch dafür sind, dass es ein transparentes, möglichst einheitliches Rechnungswesen gibt. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das halten Sie nicht aus, dass das so ist, aber Sie sollten auch ein bisschen ein positiveres Verhältnis gegenüber positiven Entwicklungen haben. Ich kann mit Stolz vermelden, dass das in diesem Zusammenhang auch wirklich so ist und daher so umzusetzen ist.
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Auch daher, kann ich Ihnen sagen, wollen wir diese Regelung, damit in allen neun Bundesländern – und die sozialdemokratisch geführten Bundesländer haben schon längst begonnen, sich umzuorientieren und neue Regelungen zu finden ... (Abg. Strache: AVZ-Stiftung in Wien! Spekulation in Wien! Cross-Border-Leasing in Wien! Die Schiene, den Kanal, alles habt ihr in Wien verspekuliert, und die Bürger dürfen es zahlen!) – Sie sollen noch etwas wissen: dass wir auch dafür sind, dass es ein transparentes, möglichst einheitliches Rechnungswesen gibt. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das halten Sie nicht aus, dass das so ist, aber Sie sollten auch ein bisschen ein positiveres Verhältnis gegenüber positiven Entwicklungen haben. Ich kann mit Stolz vermelden, dass das in diesem Zusammenhang auch wirklich so ist und daher so umzusetzen ist.
Abg. Strache: Geh bitte, ich habe ja gesagt, es gäbe eine Zweidrittelmehrheit! – Abg. Mag. Kogler: Diskutieren werden wir doch noch dürfen hier herinnen!
Daher: Wenn es heute diese Zustimmung von Ihnen noch nicht gibt, dann wird das natürlich auch heute nicht auf der Tagesordnung stehen, aber wir werden nicht lockerlassen. (Abg. Strache: Geh bitte, ich habe ja gesagt, es gäbe eine Zweidrittelmehrheit! – Abg. Mag. Kogler: Diskutieren werden wir doch noch dürfen hier herinnen!) Wir werden nicht lockerlassen, auch nach dem 3. März werden wir dafür eintreten, dass es diese Regelungen gibt, und wir werden das auch durchsetzen, das
Abg. Bucher: Das müsst ihr dem Koalitionspartner sagen!
kann ich Ihnen heute auch schon in aller Deutlichkeit sagen. (Abg. Bucher: Das müsst ihr dem Koalitionspartner sagen!)
Abg. Mag. Kogler: Nein, niemals!
Was wir nämlich nicht wollen, ist, dass mit Steuergeldern spekuliert wird. Und da werden wirklich Maßnahmen gesetzt, dem entgegenzutreten. Da kann es kein Casino geben! Da kann nicht herumgezockt werden! (Abg. Mag. Kogler: Nein, niemals!)
Beifall bei der SPÖ.
Es gibt die Zustimmung zu den Forderungen des Rechnungshofpräsidenten als Basis für diesen Konsens. Und die sozialdemokratische Parlamentsfraktion trägt das auch voll mit. Und wir sind dafür, dass das auch wirklich beschlossen wird, damit der Steuerzahler und die Steuerzahlerin sehen, wir haben die Botschaft verstanden, wir als Gesetzgeber werden alles unternehmen, damit sich das nicht wiederholt, und wir treten für diese strengen Regelungen wirklich deutlich ein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Klubobmann Cap, Sie wissen ja, dass ich Sie persönlich sehr mag. Ich finde, Sie sind im privaten Gespräch ein ganz lässiger Kerl. Aber ich sage Ihnen eines, Herr Klubobmann: Wenn man mit Kärnten ein bisschen zu tun hat, dann weiß man, eines kommt in Kärnten gar nicht gut an, nämlich von Wien aus auf Kärnten zu schimpfen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Kollege Cap, Sie werden sehen, dass dieses Kärnten-Bashing, jetzt von Ihnen durchgeführt, leider auch von der ÖVP durchgeführt, zu keinem guten Wahlergebnis für Ihre Parteien führen wird. Und ich kann Ihnen garantieren, ganz Österreich ist eine Republik, auch Kärnten wird kein Kaiserreich werden, und der Herr Kaiser wird in Kärnten wahrscheinlich kein allzu gutes Wahlergebnis einfahren. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Oder: Wir haben jetzt in der Finanzverfassung den Grundsatz, dass für Derivate ohne Grundgeschäft keine finanzielle Grundlage mehr besteht. Auch das ist drinnen. Dann wurde noch erreicht – und das war auch der Kritikpunkt des Präsidenten des Rechnungshofes –, dass die strengen Grundsätze der OeBFA, der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur, für Länder und Gemeinden gelten sollen. Das ist ein riesiger Fortschritt und gibt Ländern und Gemeinden tatsächlich ein sehr enges Korsett. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Wasserrecht !
Also Sie können sich vorstellen, wie schwierig das für eine Oppositionspartei ist, die nicht mit einer Regierung verhandelt, sondern mit zwei Parteien, die unterschiedlicher Meinung sind, und auch innerhalb dieser Parteien gibt es dann noch unterschiedliche Strömungen. Es ist fast unmöglich, hier zu einem guten Ergebnis zu kommen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Wasserrecht !)
Abg. Strache: Es wird eh alles umgesetzt!
Nur höre ich dann heute von Herrn Klubobmann Cap (Abg. Strache: Es wird eh alles umgesetzt!), es gebe ja eh eine Zweidrittelmehrheit. Dann sage ich, na gut, dann behandeln wir das auch. Es hat Staatssekretär Schieder, der sich auch sehr in den Verhandlungen bemüht hat, heute um 8.57 Uhr noch ein E-Mail ausgeschickt, in dem er sagt, es ist alles klar, wir können das heute gemeinsam beschließen. Dann frage ich: Warum beschließen wir das dann heute nicht gemeinsam, um endlich ein Spekulationsverbot in der Verfassung zu verankern?! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nur höre ich dann heute von Herrn Klubobmann Cap (Abg. Strache: Es wird eh alles umgesetzt!), es gebe ja eh eine Zweidrittelmehrheit. Dann sage ich, na gut, dann behandeln wir das auch. Es hat Staatssekretär Schieder, der sich auch sehr in den Verhandlungen bemüht hat, heute um 8.57 Uhr noch ein E-Mail ausgeschickt, in dem er sagt, es ist alles klar, wir können das heute gemeinsam beschließen. Dann frage ich: Warum beschließen wir das dann heute nicht gemeinsam, um endlich ein Spekulationsverbot in der Verfassung zu verankern?! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Denn eines darf nicht sein, meine Damen und Herren: dass nicht die Bundesregierung regiert in Österreich, dass nicht das Parlament die Gesetze macht, sondern dass zwei Herrschaften der ganzen Republik auf der Nase herumtanzen – und die heißen Häupl und Pröll! Weil diese beiden Österreich in Wirklichkeit regieren! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir von den Oppositionsparteien, alle gemeinsam, haben uns sehr, sehr bemüht, abseits von allen parteitaktischen Überlegungen ein positives Ergebnis im Sinne der Steuerzahler einzufahren. Gescheitert ist es leider am fehlenden staatspolitischen Verständnis der Regierungsparteien. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Bucher: Nicht bei der ÖVP!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Es wiederholt sich hier bei uns im Haus in regelmäßigen Abständen immer dann, wenn irgendwo Wahlen vor der Tür stehen, dasselbe Schauspiel (Abg. Bucher: Nicht bei der ÖVP!): Es werden Dinge und Sachverhalte aus Bundesländern hier hereingetragen. Es wird versucht, den einen oder anderen Sachverhalt hier herinnen vor natürlich entsprechendem Publikum, auch vor den Fernsehschirmen, auszubreiten und Wahlkampf, der eigentlich dort hingehört, wo die Wahl stattfindet, in dem Fall am Sonntag nach Kärnten und nach Niederösterreich und nicht hier ins Hohe Haus, hier hereinzutragen. Jedes Mal dasselbe. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Es wiederholt sich hier bei uns im Haus in regelmäßigen Abständen immer dann, wenn irgendwo Wahlen vor der Tür stehen, dasselbe Schauspiel (Abg. Bucher: Nicht bei der ÖVP!): Es werden Dinge und Sachverhalte aus Bundesländern hier hereingetragen. Es wird versucht, den einen oder anderen Sachverhalt hier herinnen vor natürlich entsprechendem Publikum, auch vor den Fernsehschirmen, auszubreiten und Wahlkampf, der eigentlich dort hingehört, wo die Wahl stattfindet, in dem Fall am Sonntag nach Kärnten und nach Niederösterreich und nicht hier ins Hohe Haus, hier hereinzutragen. Jedes Mal dasselbe. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Verfassungsgesetzgeber sind aber schon noch wir, oder?
Genau in diesem Licht, Kollege Kogler, steht natürlich auch dein Antrag von heute. (Abg. Mag. Kogler: Verfassungsgesetzgeber sind aber schon noch wir, oder?) Ich plaudere normalerweise nicht aus Verhandlungen, weil die eine gewisse Vertraulichkeit behalten sollten (Abg. Mag. Kogler: Sagen Sie es!), aber jetzt herzugehen, einen Antrag zu stellen, man möge etwas auf die Tagesordnung setzen, wo du gestern bei den Verhandlungen noch gesagt hast, wir mögen uns mehr Zeit nehmen und weiterdiskutieren und es besser dann in einem oder zwei Monaten beschließen (Oh-Rufe bei der ÖVP), das ist unehrlich, das ist wirklich nicht in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist ein sehr durchsichtiges Manöver. (Abg. Mag. Kogler: Bei euch gilt: Hände falten, Goschen halten!, oder?)
Abg. Mag. Kogler: Sagen Sie es!
Genau in diesem Licht, Kollege Kogler, steht natürlich auch dein Antrag von heute. (Abg. Mag. Kogler: Verfassungsgesetzgeber sind aber schon noch wir, oder?) Ich plaudere normalerweise nicht aus Verhandlungen, weil die eine gewisse Vertraulichkeit behalten sollten (Abg. Mag. Kogler: Sagen Sie es!), aber jetzt herzugehen, einen Antrag zu stellen, man möge etwas auf die Tagesordnung setzen, wo du gestern bei den Verhandlungen noch gesagt hast, wir mögen uns mehr Zeit nehmen und weiterdiskutieren und es besser dann in einem oder zwei Monaten beschließen (Oh-Rufe bei der ÖVP), das ist unehrlich, das ist wirklich nicht in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist ein sehr durchsichtiges Manöver. (Abg. Mag. Kogler: Bei euch gilt: Hände falten, Goschen halten!, oder?)
Oh-Rufe bei der ÖVP
Genau in diesem Licht, Kollege Kogler, steht natürlich auch dein Antrag von heute. (Abg. Mag. Kogler: Verfassungsgesetzgeber sind aber schon noch wir, oder?) Ich plaudere normalerweise nicht aus Verhandlungen, weil die eine gewisse Vertraulichkeit behalten sollten (Abg. Mag. Kogler: Sagen Sie es!), aber jetzt herzugehen, einen Antrag zu stellen, man möge etwas auf die Tagesordnung setzen, wo du gestern bei den Verhandlungen noch gesagt hast, wir mögen uns mehr Zeit nehmen und weiterdiskutieren und es besser dann in einem oder zwei Monaten beschließen (Oh-Rufe bei der ÖVP), das ist unehrlich, das ist wirklich nicht in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist ein sehr durchsichtiges Manöver. (Abg. Mag. Kogler: Bei euch gilt: Hände falten, Goschen halten!, oder?)
Beifall bei der ÖVP.
Genau in diesem Licht, Kollege Kogler, steht natürlich auch dein Antrag von heute. (Abg. Mag. Kogler: Verfassungsgesetzgeber sind aber schon noch wir, oder?) Ich plaudere normalerweise nicht aus Verhandlungen, weil die eine gewisse Vertraulichkeit behalten sollten (Abg. Mag. Kogler: Sagen Sie es!), aber jetzt herzugehen, einen Antrag zu stellen, man möge etwas auf die Tagesordnung setzen, wo du gestern bei den Verhandlungen noch gesagt hast, wir mögen uns mehr Zeit nehmen und weiterdiskutieren und es besser dann in einem oder zwei Monaten beschließen (Oh-Rufe bei der ÖVP), das ist unehrlich, das ist wirklich nicht in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist ein sehr durchsichtiges Manöver. (Abg. Mag. Kogler: Bei euch gilt: Hände falten, Goschen halten!, oder?)
Abg. Mag. Kogler: Bei euch gilt: Hände falten, Goschen halten!, oder?
Genau in diesem Licht, Kollege Kogler, steht natürlich auch dein Antrag von heute. (Abg. Mag. Kogler: Verfassungsgesetzgeber sind aber schon noch wir, oder?) Ich plaudere normalerweise nicht aus Verhandlungen, weil die eine gewisse Vertraulichkeit behalten sollten (Abg. Mag. Kogler: Sagen Sie es!), aber jetzt herzugehen, einen Antrag zu stellen, man möge etwas auf die Tagesordnung setzen, wo du gestern bei den Verhandlungen noch gesagt hast, wir mögen uns mehr Zeit nehmen und weiterdiskutieren und es besser dann in einem oder zwei Monaten beschließen (Oh-Rufe bei der ÖVP), das ist unehrlich, das ist wirklich nicht in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist ein sehr durchsichtiges Manöver. (Abg. Mag. Kogler: Bei euch gilt: Hände falten, Goschen halten!, oder?)
Beifall bei der ÖVP.
Aber, meine Damen und Herren, selbstverständlich gibt es in diesem Hohen Haus niemanden, der Vorkommnisse wie in Salzburg noch irgendwann einmal erleben will. Das darf es nicht mehr geben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Aber er will kein Verfassungsgesetz! Sie haben keine Ahnung!
Aber es ist eine böswillige Unterstellung, gerade da den Namen von Landeshauptmann Wallner als derzeitigem Vorsitzenden der LH-Konferenz hier in den Mund zu nehmen, den Namen des Landeshauptmannes eines Bundeslandes, das seit über 20, ja 30 Jahren die doppelte Buchhaltung selbstverständlich hat, aber für die Meldungen an den Bund dann die Zahlen immer noch auf die Kameralistik umrechnen muss, da es eben noch kein einheitliches Recht gibt. Das kann man ihm doch nicht vorwerfen. Bitte, ganz im Gegenteil, da ist Vorarlberg Vorreiter! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Aber er will kein Verfassungsgesetz! Sie haben keine Ahnung!)
Abg. Mag. Kogler: Dagegen sind die Landeshauptleute, das ist das Problem!
Die Finanzministerin hat nach dem Skandal von Salzburg genau richtig reagiert. Sie hat die Länder an einen Tisch gebeten, hat mit ihnen eine Artikel-15a-Vereinbarung, gemeinsam mit Herrn Staatssekretär Schieder, verhandelt. Die ist von allen unterschrieben. Sie braucht aber eine verfassungsrechtliche Grundlage, und die müssen wir hier herinnen schaffen. (Abg. Mag. Kogler: Dagegen sind die Landeshauptleute, das ist das Problem!) Ich bekenne mich auch dazu, dass es nicht nur um eine verfassungsrechtliche Grundlage für diese Artikel-15a-Vereinbarung gehen kann, sondern darüber hinaus auch um in der Verfassung festgeschriebene Bestimmungen gehen muss, die künftig die Länder dazu zwingen, nach vereinheitlichten Spielregeln ihre Voranschläge, ihre Haushalte zu gestalten. Da kann es überhaupt keinen Zweifel darüber geben.
Beifall bei der ÖVP.
Aber, meine Damen und Herren, ich bekenne mich auch dazu, dass man einen Weg, den man gemeinsam begonnen hat in Verhandlungen mit den Ländern, mit einer Artikel-15a-Vereinbarung, auch jetzt, wo es darum geht, wie gestaltet man diese einheitlichen Regeln aus, auch gemeinsam mit den Ländern beendet. Das ist nicht mehr als fair. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein letzter Satz noch zu Herrn Staatssekretär Schieder: Was er mit diesem E-Mail heute früh gemacht hat, das ist nicht in Ordnung, da er ganz genau weiß, wo der Verhandlungsstand gestern war. Und das ist zu kritisieren. Ich weiß nicht, warum er es macht. Es ist ein sehr durchsichtiges taktisches Manöver von ihm. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Kopf –: Die Verfassung diskutieren wir schon noch in dem Haus, oder?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Bucher. – Bitte. (Abg. Mag. Kogler – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Kopf –: Die Verfassung diskutieren wir schon noch in dem Haus, oder?)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist die Sauerei!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Cap, Sie können noch hundertmal hier herauskommen und behaupten, dass die Republik Österreich Kärnten geholfen und gerettet hat. Sie wissen ganz genau, und der Rechnungshof hat es bestätigt, das ist ein völliger Schwachsinn, den Sie da gemacht haben, indem Sie den Bayern, der Bayerischen Landesbank die Hypo abgekauft haben und den österreichischen Steuerzahlern in die Tasche gegriffen haben. Das war ein grobes Vergehen! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist die Sauerei!) Und das wird noch ein Nachspiel haben. Über das werden wir in diesem Haus sicher noch das eine oder andere Mal diskutieren. Das verspreche ich Ihnen.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Strache: Die Verantwortliche dafür sitzt im Bildungsministerium, die Frau Schmied!
Mittlerweile weiß das auch die Bevölkerung in unserem Land ganz genau, dass das nicht notwendig war und dass das ein Unsinn war. Und wenn Sie von 3 Milliarden € Kosten sprechen, dann vergessen Sie dabei immer die Kommunalkredit, die mittlerweile den österreichischen Steuerzahler mehr als 5 Milliarden € gekostet hat, wo ausschließlich SPÖler dafür verantwortlich waren. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Strache: Die Verantwortliche dafür sitzt im Bildungsministerium, die Frau Schmied!) Und ich sage Ihnen das noch hunderte Male, damit das irgendwann einmal bei Ihnen einsickert.
Abg. Strache: Wie ist das bei der ÖVP: Hände falten, !?
So, jetzt zum Spekulationsverbot. Herr Kollege Kopf, Ihr letzter Satz war bezeichnend, ein Ausdruck der gekränkten Eitelkeit im Grunde genommen – nur weil der Herr Staatssekretär Schieder das Verhandlungsergebnis von gestern in einem Entwurf zusammengefasst und uns, und gleichzeitig Ihnen, zugesandt hat. Und da sagen Sie, das ist ein grobes Vergehen?! Wo wir doch alle eines wollen, nämlich die Spekulationen ein für alle Mal zu unterbinden. (Abg. Strache: Wie ist das bei der ÖVP: Hände falten, !?)
Abg. Strache: Wenn es so wäre! Die sind ja meilenweit davon entfernt in Wahrheit!
Jetzt gibt es schon seit vielen Monaten Bemühungen, aktive und intensive Bemühungen, dieses Spekulieren endlich zu untersagen, zu verbieten und alles zu unternehmen, dass solche Vorfälle wie in Salzburg nie wieder vorkommen. Das war das Bekenntnis von allen im Nationalrat vertretenen Parteien von Anbeginn der Verhandlungen an. Und jetzt kommen Sie im letzten Moment daher und sagen, wir haben in ein, zwei kleinen Teilbereichen keine Übereinstimmung gefunden. – Das könnten wir heute noch im Laufe des Tages machen! Wenn wir gestern schon knapp vor dem Verhandlungserfolg gewesen sind (Abg. Strache: Wenn es so wäre! Die sind ja meilenweit davon entfernt in Wahrheit!) und heute noch den ganzen Tag über Zeit haben zu verhandeln, könnten wir das in der Zuweisungssitzung noch beschließen. Das ist nur Ihre gekränkte Eitelkeit. Sie wollen das nicht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Jetzt gibt es schon seit vielen Monaten Bemühungen, aktive und intensive Bemühungen, dieses Spekulieren endlich zu untersagen, zu verbieten und alles zu unternehmen, dass solche Vorfälle wie in Salzburg nie wieder vorkommen. Das war das Bekenntnis von allen im Nationalrat vertretenen Parteien von Anbeginn der Verhandlungen an. Und jetzt kommen Sie im letzten Moment daher und sagen, wir haben in ein, zwei kleinen Teilbereichen keine Übereinstimmung gefunden. – Das könnten wir heute noch im Laufe des Tages machen! Wenn wir gestern schon knapp vor dem Verhandlungserfolg gewesen sind (Abg. Strache: Wenn es so wäre! Die sind ja meilenweit davon entfernt in Wahrheit!) und heute noch den ganzen Tag über Zeit haben zu verhandeln, könnten wir das in der Zuweisungssitzung noch beschließen. Das ist nur Ihre gekränkte Eitelkeit. Sie wollen das nicht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ein großes Lob einmal an Herrn Staatssekretär Schieder. Er hat eh noch nie von mir ein Lob gekriegt, aber das ist jetzt einmal angebracht. (Beifall beim BZÖ.) Ein Lob dafür, dass der Herr Staatssekretär alle Bedenken, die wir hatten, einmal in einem Entwurf zusammengefasst hat, auch die Bedenken des Rechnungshofs endlich einmal berücksichtigt hat. Und jetzt liegt es nur noch an der ÖVP, meine sehr geehrten Damen und Herren, ausschließlich an der ÖVP, über ihren Schatten zu springen und Herrn Pröll einmal zur Seite zu schieben und zu sagen: Hier geht es um ein nationales Interesse, Spekulationen sind nicht mehr erlaubt, weder in Städten, Gemeinden noch in Ländern oder auf Bundesebene! Um das geht es! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ein großes Lob einmal an Herrn Staatssekretär Schieder. Er hat eh noch nie von mir ein Lob gekriegt, aber das ist jetzt einmal angebracht. (Beifall beim BZÖ.) Ein Lob dafür, dass der Herr Staatssekretär alle Bedenken, die wir hatten, einmal in einem Entwurf zusammengefasst hat, auch die Bedenken des Rechnungshofs endlich einmal berücksichtigt hat. Und jetzt liegt es nur noch an der ÖVP, meine sehr geehrten Damen und Herren, ausschließlich an der ÖVP, über ihren Schatten zu springen und Herrn Pröll einmal zur Seite zu schieben und zu sagen: Hier geht es um ein nationales Interesse, Spekulationen sind nicht mehr erlaubt, weder in Städten, Gemeinden noch in Ländern oder auf Bundesebene! Um das geht es! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
dieses Fürstengehabe abzulegen, damit wir das Spekulieren auf Kosten der Steuerzahler unterbinden können! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! !
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wir sind der Meinung, dass die Tagesordnung, wie sie in der Präsidiale ausgemacht wurde, auch eingehalten werden sollte. Deshalb werden wir hier die Regierungsparteien unterstützen. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! !) Nein, es ist so ausgemacht worden, dass, wenn gestern kein Verhandlungsergebnis zustande kommt, es nicht auf die Tagesordnung kommt. Und dazu stehen wir. Ich glaube, sonst muss man im Vorfeld nichts ausmachen, sonst brauchen wir auch keine Präsidiale, meine Damen und Herren, denn es sollten eigentlich Richtlinien für alle gelten. Ich glaube, dass das schon wichtig ist.
Abg. Mag. Kogler: Ja, aber deshalb kann man es trotzdem hier diskutieren!
Grundsätzlich gilt es zu sagen, dass dieses Spekulationsverbot light, wie es bisher vorgelegen ist, natürlich nicht beschlussfähig ist. Kollege Kogler hat gestern selbst in den Verhandlungen – es ist hier schon angesprochen worden – darauf gedrängt, dass man sich wieder mit den Ländern hinsetzt und das Ganze noch einmal aufmischt, da nicht gut verhandelt worden ist. (Abg. Mag. Kogler: Ja, aber deshalb kann man es trotzdem hier diskutieren!) Da geben Sie mir doch recht, dass wir das wollten.
Abg. Mag. Kogler: Aber diskutieren sollen wir es! Diskutieren heißt nicht: beschließen!
Ich habe Sie dort unterstützt, da ich der Meinung bin, dass wir mit den Ländern Auge in Auge verhandeln sollten und jetzt nicht in einer Husch-Pfusch-Aktion irgendetwas einfach beschließen, damit man nach außen vor den Wahlen sagen kann, wir tun ja etwas gegen die Spekulation, obwohl es in Wirklichkeit nur eine halbe Sache ist. Das wollen wir nicht. (Abg. Mag. Kogler: Aber diskutieren sollen wir es! Diskutieren heißt nicht: beschließen!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Ing. Hofer. – Abg. Kickl: So ist es!
hart verdienten Steuereuros gekostet hat, meine Damen und Herren! (Demonstrativer Beifall des Abg. Ing. Hofer. – Abg. Kickl: So ist es!) Das sollte man sich einmal in die Bücher schreiben, denn das vergisst man dann immer wieder, da ist man dann auf einem Auge schnell blind.
Beifall der Abg. Kaufmann-Bruckberger.
Meine Damen und Herren! Wir sind aufgerufen, das gut zu überlegen, vernünftig anzugehen und nicht in einer Husch-Pfusch-Aktion umzusetzen! Ich verstehe natürlich die Situation, dass man noch vor den Wahlen dem Volk signalisieren will, dass man auf einen Weg kommt, dass man das Spekulationsverbot einführt. Ich verstehe, dass in Niederösterreich – wo spekuliert worden ist mit Steuergeldern, das ist ja Tatsache – vor den Wahlen noch etwas Stimmung gemacht werden soll, das verstehe ich, aber wir haben Grundlinien. Wir müssen miteinander reden, wir müssen versuchen, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, und das können wir nur in Verhandlungen, wie sie gestern stattgefunden haben, und nicht in einer hitzigen Plenumsdebatte, bei der der Wahlkampf überlagert wird. (Beifall der Abg. Kaufmann-Bruckberger.)
Abg. Mag. Kogler: Sag, dass zwischen „debattieren“ und „beschließen“ ein Unterschied ist!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Rossmann. – Bitte. (Abg. Mag. Kogler: Sag, dass zwischen „debattieren“ und „beschließen“ ein Unterschied ist!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Klubobmann Kopf, Herr Abgeordneter Werner Kogler ist weder schizophren, noch ist er unehrlich! Bleiben wir dabei, was gestern bei den Verhandlungen war: Wir von den Grünen haben gestern bei den Verhandlungen substanzielle Vorschläge eingebracht, um das, was hier vorliegt, entscheidend zu verbessern. Das betrifft insbesondere die Festlegung von Grundsätzen in der Verfassung, das betrifft aber insbesondere auch die Verbesserung des Rechnungswesens, die notwendig ist, die die Voraussetzung für die Kontrolle schafft, um ein Spekulationsverbot überhaupt umsetzen zu können. Aber mit dem, was jetzt vorliegt, einschließlich dessen, was gestern ausverhandelt wurde, werden sich Spekulationen nicht verhindern lassen – weder in Salzburg noch in Niederösterreich! Das „Casino Pröll“ wird nicht geschlossen werden können mit diesen Regelungen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kopf.
Was nützt es, wenn die Kontrolle dem österreichischen Koordinationskomitee übertragen wird, dem eine Kontrollgruppe zur Seite gestellt wird, wenn erst irgendwann einmal Form und Inhalt dessen, was in diesen Berichten stehen soll, durch das österreichische Koordinationskomitee beschlossen werden? Diese Dinge brauchen wir doch jetzt und sofort! Es reicht auch nicht, einzelne Finanzgeschäfte zu melden. Die 15a-Vereinbarung stellt aber nur ab auf das Melden von Finanzgeschäften. Das ist doch viel zu wenig! Was wir brauchen, ist, dass wir feststellen können, wie sich diese Finanzgeschäfte verändert haben. Das können wir nur dann feststellen, wenn wir wissen, wie die Marktwerte dieser Finanzgeschäfte sind, wie die Marktwertveränderungen dieser Finanzgeschäfte sind, und dazu braucht es Transparenz in Form eines modernen Rechnungswesens, das alles offenlegt, was es in diesem Zusammenhang offenlegen muss und sollte. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Beifall bei den Grünen
Es wurde zwar gestern ein Fortschritt in der Hinsicht erzielt, dass jetzt endlich die Frage von Form und Gliederung in Bezug auf die Regelung von Voranschlägen und Rechnungsabschlüssen aus der Finanzverfassung herausgenommen werden soll, aber auf der anderen Seite wurde das dann wieder in der Form abgeschwächt, dass das nun nicht mehr eine Verordnungsermächtigung der Bundesministerin für Finanzen in Zusammenarbeit mit dem Rechnungshof sein soll, sondern es wurde erneut auf eine 15a-Vereinbarung zurückgegriffen, und da weiß ich schon vorab genau, was dabei herauskommen wird. – Da wird gar nichts herauskommen (Beifall bei den Grünen), denn Sie, Herr Klubobmann Kopf, sind in der Geiselhaft Ihrer Bundesländer!
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Das ist auch der Grund dafür, dass die Ergebnisse, die gestern ausverhandelt worden sind, hier heute nicht beschlossen werden, was nicht heißt, dass ich dafür wäre, dass diese Regeln beschlossen werden. Sie sind viel zu schlecht und bringen viel zu wenig, um ein wasserdichtes Spekulationsverbot in diesem Lande durchzusetzen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie das „Casino Pröll“ schließen wollen, dann befreien Sie sich endlich aus der Geiselhaft der Landeshauptleute und machen wir eine wasserdichte Regelung! Das sind wir den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern schuldig. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Wo Rossmann sagt, das passt gar nicht für Niederösterreich!
Die einzigen Fragen, die gestern noch debattiert wurden, waren die Fragen in Bezug auf ein neues Haushaltsrecht für alle Gebietskörperschaften. Es gibt eine gewisse Bandbreite hier im Haus, nämlich jener, die die Unterwerfung verlangen, die sagen: Das, was wir hier einstimmig beschlossen haben für den Bund – das ich für richtig halte, was wir für den Bund beschlossen haben –, das muss jetzt für alle gelten! (Abg. Kopf: Wo Rossmann sagt, das passt gar nicht für Niederösterreich!) – Ich sage einmal, ob der Maßanzug, den wir für den Bund gemacht haben, wirklich von Bludenz bis Gramatneusiedl und von Zwettl bis Bleiburg das Richtige ist, weiß ich auch nicht.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Es gibt keine notwendige Zweidrittelmehrheit hier im Haus. Das bedeutet für mich aber nicht, dass es jetzt darum geht, zu sagen, wer schuld daran ist, dass das jetzt nicht auf der Tagesordnung steht. Man könnte sagen, die Grünen sind schuld, alle sind schuld, ich bin schuld – aber darum kann es doch nicht gehen, weil wir uns doch morgen oder übermorgen wieder ernsthaft zusammensetzen und ehrlich versuchen müssen, zu einer vernünftigen Lösung zu kommen, die eine Zweidrittelmehrheit hier im Haus findet. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb werde ich es unterlassen, zu sagen, wer schuld daran ist, dass wir uns heute noch nicht geeinigt haben. Ich glaube, nicht nur ich, sondern insgesamt die Vertreter der Sozialdemokratie haben bewiesen, dass wir konstruktiv eine Lösung suchen, auch unseren Beitrag leisten. Das hat bis heute noch nicht gereicht, wir werden aber trotzdem auch morgen unseren Beitrag dazu leisten, zu einer ordentlichen Lösung zu kommen, die eine Zweidrittelmehrheit findet, schon allein deswegen, weil wir gar nicht weit auseinander sind in den Kernfragen. Es tut mir leid, dass wir das heute nicht beschließen können, aber ich gehe davon aus, dass wir das in der nächsten Plenarsitzung sehr wohl werden beschließen können. Wir sind bereit, und wir leisten unseren Beitrag, dass das möglich wird. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Was ist aber dann geschehen? – Wir haben verhandelt, wir sind uns alle einig geworden. Heute hören wir von Klubobmann Cap, im Prinzip ist alles ausverhandelt, wir hören das auch von Vertretern der ÖVP. – Ja, warum beschließen wir es dann nicht? Ich kann Ihnen sagen, warum wir es nicht beschließen. Mir kommt es manchmal so vor, als würde ein Hendldieb als Erster schreien: Haltet den Dieb! Natürlich sind alle dabei, aber in Wirklichkeit will es niemand, weil alle in der Geiselhaft des Duo Infernale der österreichischen Innenpolitik stecken. Das Duo Infernale sind Pröll und Häupl, die das beide gar nicht wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin fest davon überzeugt, nach dem 3. April wird diese gesamte Gesetzesinitiative ein Begräbnis erster Klasse erleiden. Wir werden nicht mehr verhandeln, es wird nur mehr leere Worte geben – und auf der Strecke bleibt letzten Endes der österreichische Steuerzahler! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Bucher: Der Zerrissene!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. – Bitte. (Abg. Bucher: Der Zerrissene!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.
Was uns dazu noch fehlt, ist die verfassungsmäßige Ermächtigung, dass wir da auch die Gemeinden mit einbeziehen. Und in diesem Zusammenhang hat es in den letzten Wochen sehr gute, konstruktive Gespräche mit den Oppositionsparteien gegeben. Und ich habe immer gesagt, es trennt uns nicht sehr viel. Aber, meine Damen und Herren, nach dem, was ich in der heutigen Debatte hier gehört habe, wenn hier davon gesprochen wurde, Herr Kollege Bucher, dass sich die Länder zu unterwerfen haben, muss ich sagen: Da trennen uns ja Welten! (Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sie verweigern ja das Gespräch!
Ich sage Ihnen eines: Ich bin ein großer Anhänger jener politischen Kultur, die wir in diesem Land haben, von der Sozialpartnerschaft bis zum Finanzausgleich: miteinander zu reden. Das hat dem Land immer noch gutgetan, miteinander zu reden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sie verweigern ja das Gespräch!)
Abg. Mag. Kogler: Sie schwänzen ja jede Sitzung, was reden Sie denn?!
Ich verstehe die Bundesländer voll, wenn sie sagen: Eines geht nicht: Zuerst verhandelt ihr wochenlang mit uns, dann ist eine 15a-Vereinbarung von allen unterschrieben, und nachher legt ihr im Parlament noch etwas dazu! – Also, ehrlich gestanden, so geht es nicht! (Abg. Mag. Kogler: Sie schwänzen ja jede Sitzung, was reden Sie denn?!)
Abg. Mag. Kogler: Die sitzen ja nicht einmal am Verhandlungstisch!
Das heißt, wir sind gut unterwegs, aber natürlich verstehe ich die Länder, die sagen, dass sie da mit einbezogen werden wollen, wie das der politischen Kultur in unserem Land entspricht. (Abg. Mag. Kogler: Die sitzen ja nicht einmal am Verhandlungstisch!)
Abg. Mag. Kogler: Genau so schaut es auch aus!
Herr Kollege Kogler! Wir könnten die Mittelverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden – Finanzausgleich – völlig autonom beschließen, machen wir seit 1945 aber nicht. (Abg. Mag. Kogler: Genau so schaut es auch aus!) Wir halten uns an den Grundsatz des paktierten Finanzausgleiches. Das heißt, wir haben eine politische Kultur, die nichts mit Unterwerfen zu tun hat. Wir sagen auch nicht, die Opposition hat sich der Mehrheit im Parlament zu unterwerfen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Herr Kollege Kogler! Wir könnten die Mittelverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden – Finanzausgleich – völlig autonom beschließen, machen wir seit 1945 aber nicht. (Abg. Mag. Kogler: Genau so schaut es auch aus!) Wir halten uns an den Grundsatz des paktierten Finanzausgleiches. Das heißt, wir haben eine politische Kultur, die nichts mit Unterwerfen zu tun hat. Wir sagen auch nicht, die Opposition hat sich der Mehrheit im Parlament zu unterwerfen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler
Es ist ein Grundsatz unserer Politik, zu überzeugen, zu argumentieren. Und in der Politik, in einer Demokratie gilt halt der Grundsatz: Du kannst hundert Mal davon überzeugt sein, dass deine Meinung die richtige ist (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler), wenn du keine Mehrheit hast, hilft dir das nichts.
Abg. Mag. Kogler: Dann soll die ÖVP diese Milliarden !
Meine Damen und Herren! Ich sage nach wie vor (Abg. Mag. Kogler: Dann soll die ÖVP diese Milliarden !) – Herr Mag. Kogler, ich möchte auf Ihr Doppelspiel gar nicht eingehen. Sie wissen, ich habe es mehrmals gesagt, ich schätze Sie sehr, aber Sie und auch andere Oppositionsparteien haben noch vorige Woche im Budgetausschuss Anträge auf Vertagung eingebracht und auch gestern noch – und heute fragen Sie, warum wir es heute nicht beschließen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Debattieren!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Debattieren!
Meine Damen und Herren! Ich sage nach wie vor (Abg. Mag. Kogler: Dann soll die ÖVP diese Milliarden !) – Herr Mag. Kogler, ich möchte auf Ihr Doppelspiel gar nicht eingehen. Sie wissen, ich habe es mehrmals gesagt, ich schätze Sie sehr, aber Sie und auch andere Oppositionsparteien haben noch vorige Woche im Budgetausschuss Anträge auf Vertagung eingebracht und auch gestern noch – und heute fragen Sie, warum wir es heute nicht beschließen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Debattieren!)
Abg. Mag. Kogler: Kein Doppelspiel!
Heute noch hat ein Abgeordneter des Stronach-Teams gesagt: kein Husch-Pfusch! Daher muss ich sagen, das ist ein Doppelspiel. Das sind gezinkte Karten, Herr Mag. Kogler. Das muss ich wirklich sagen. (Abg. Mag. Kogler: Kein Doppelspiel!) Da bin ich wirklich enttäuscht. Wir haben gute Gespräche gehabt, auch wenn Sie einmal nicht dabei waren. Ich bin fest überzeugt davon, es handelt sich da nicht um Gespräche, die gescheitert sind, sondern um Gespräche, die wir weiter führen werden.
Abg. Mag. Kogler: Das heißt „Parlament“, weil man hier auch besprechen soll!
Ich möchte auch sagen, Herr Kollege Hofer hat auch sehr konstruktive Beiträge geleistet. Wir haben hier im Parlament die Regierungsvorlage wesentlich ergänzt. (Abg. Mag. Kogler: Das heißt „Parlament“, weil man hier auch besprechen soll!) Es trennt uns nicht sehr viel, aber, noch einmal, wir fahren bei unserem Föderalismusverständnis sicher nicht über die Länder drüber. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Ich möchte auch sagen, Herr Kollege Hofer hat auch sehr konstruktive Beiträge geleistet. Wir haben hier im Parlament die Regierungsvorlage wesentlich ergänzt. (Abg. Mag. Kogler: Das heißt „Parlament“, weil man hier auch besprechen soll!) Es trennt uns nicht sehr viel, aber, noch einmal, wir fahren bei unserem Föderalismusverständnis sicher nicht über die Länder drüber. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist ja die Wahrheit! – Abg. Kickl: Ein Fachausdruck!
Aber noch einmal: keine Unterwerfung der Länder, kein Länder-Bashing! Und wenn da Ausdrücke gefallen sind wie „Pröll-Casino“, „Geiselhaft der SPÖ“ im Zusammenhang mit Landeshauptmann Häupl und „Geiselhaft der ÖVP“ unter Landeshauptmann Pröll und Ähnliches, weise ich das energisch zurück. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja die Wahrheit! – Abg. Kickl: Ein Fachausdruck!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Herauskommt rein gar nichts!
Was Niederösterreich betrifft: Meine Damen und Herren! In wenigen Tagen werden die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher Ihnen die Antwort darauf geben, was es bedeutet, Verantwortung in einem Land zu haben. Und die Länder tragen große Verantwortung. Ich wende und wehre mich gegen dieses Länder-Bashing! Wir haben unsere Verantwortung, die Länder haben ihre Verantwortung. Wir müssen zusammenarbeiten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Herauskommt rein gar nichts!)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Das war jetzt wieder eine Vorführung, wie die ÖVP die Politik sieht: Schöne Worte hier im Parlament reden, aber nichts umsetzen! Es soll alles so bleiben wie bisher. Seit 40 Jahren hat jedes Land ein eigenes Haushaltsrecht, jede Gemeinde ein eigenes Haushaltsrecht, und der Effekt ist, dass der Steuerzahler für Milliardenverluste aufkommen muss, Kollege Stummvoll. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Brosz: Er will es diskutieren! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sagen Sie einmal, haben Sie etwas in den Ohren!?
Aber seitens der Opposition verstehe ich auch nicht alles. Zu den Grünen: Ihr wart beim Spekulationsverbot ein bisschen dabei, habt mitverhandelt, und dann wart ihr wieder ein bisschen weg – und jetzt seid ihr wieder dabei. Erst gestern noch hat Kollege Kogler gesagt, dass er es verschieben möchte, und heute sagt er wieder, dass er es beschließen möchte. Also was wollt ihr jetzt eigentlich? (Abg. Brosz: Er will es diskutieren! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sagen Sie einmal, haben Sie etwas in den Ohren!?)
Beifall beim BZÖ.
Ich möchte es endlich einmal fix machen, Frau Kollegin Glawischnig. Nicht nur reden, wie die Regierung das macht, sondern etwas tun, das ist das Gebot der Stunde in der jetzigen Situation! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Stronach will schon gar nicht diskutieren! Mit niemandem will der diskutieren!
Das Team Stronach war überhaupt nicht dabei. Gestern war es zum ersten Mal dabei und hat einen Halbsatz herausgebracht. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Stronach will schon gar nicht diskutieren! Mit niemandem will der diskutieren!) Da muss ich sagen, ihr seid ja wirklich nur noch der Steigbügelhalter dieser laschen Bundesregierung und genehmigt damit weitere Spekulationsmöglichkeiten seitens der Bundesländer. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das Team Stronach war überhaupt nicht dabei. Gestern war es zum ersten Mal dabei und hat einen Halbsatz herausgebracht. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Stronach will schon gar nicht diskutieren! Mit niemandem will der diskutieren!) Da muss ich sagen, ihr seid ja wirklich nur noch der Steigbügelhalter dieser laschen Bundesregierung und genehmigt damit weitere Spekulationsmöglichkeiten seitens der Bundesländer. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir wollen Transparenz, wir wollen Kontrolle, wir wollen einheitliche Regelungen für die Haushalte, sodass man nichts unter den Teppich kehren kann – das wollen Sie nicht. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Bequem sind die Sessel nicht!
Kommen Sie heraus, liebe Kollegen von der ÖVP, aus Ihren bequemen Ledersesseln (Abg. Mag. Gaßner: Bequem sind die Sessel nicht!), und gehen wir gemeinsam über die goldene Brücke, die wir Ihnen gebaut haben, und stimmen Sie für ein strenges Spekulationsverbot, ein strenges Haushaltsrecht, das die Haushalte der Länder und Gemeinden transparenter und kontrollierbar macht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Kommen Sie heraus, liebe Kollegen von der ÖVP, aus Ihren bequemen Ledersesseln (Abg. Mag. Gaßner: Bequem sind die Sessel nicht!), und gehen wir gemeinsam über die goldene Brücke, die wir Ihnen gebaut haben, und stimmen Sie für ein strenges Spekulationsverbot, ein strenges Haushaltsrecht, das die Haushalte der Länder und Gemeinden transparenter und kontrollierbar macht. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Aber wir haben eine politische Kultur!
Ich bin froh darüber, dass Herr Staatssekretär Schieder das heute in den Medien klargestellt hat: Wir sind eigentlich so weit. Und dieses spannende Wechselspiel, wie der Einfluss, sagen wir einmal, gewählter Landeshauptleute auf die Bundespolitik sein soll, wie Herr Abgeordneter Kogler begonnen hat, ist natürlich ein heikles Thema. Der Kern ist aber – und da stimme ich dem Kollegen Stummvoll zu –: Wir haben ein föderalistisches Prinzip, wir haben in der Bundesverfassung die Aufteilung der Kompetenzen und wir haben Landesgesetzgeber, aber – und da widerspreche ich dir, Kollege Stummvoll – das gilt nicht für Verfassungsgesetze. (Abg. Dr. Stummvoll: Aber wir haben eine politische Kultur!)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist formal richtig!
Wir sind Meta-Gesetzgeber als Verfassungsgesetzgeber, wir sind Meta-Gesetzgeber, das heißt, in diesem Teil hat dieses Haus mit Zweidrittelmehrheit bei Anwesenheit von mindestens der Hälfte der Mitglieder die Regeln vorzugeben. Und das gilt auch für die Bundesländer! (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist formal richtig!)
in Richtung des Abg. Dr. Stummvoll
Und ehrlicherweise – ich sage das, weil du (in Richtung des Abg. Dr. Stummvoll) aus diesem Bundesland kommst –: In Salzburg gibt es einen Untersuchungsausschuss, wird offen drüber diskutiert, wie das zustande gekommen ist, in Niederösterreich jedoch gibt es das nicht. Ich verstehe das nicht! Da stellen sich ein Landeshauptmann und ein Landesrat hin und sagen: Wir haben 800 Millionen Gewinn!, während der Rechnungshof schon eine Milliarde minus feststellt. Da gibt es Stiftungen in Irland und sonst wo. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Kaufmann-Bruckberger.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Kaufmann-Bruckberger.
Und ehrlicherweise – ich sage das, weil du (in Richtung des Abg. Dr. Stummvoll) aus diesem Bundesland kommst –: In Salzburg gibt es einen Untersuchungsausschuss, wird offen drüber diskutiert, wie das zustande gekommen ist, in Niederösterreich jedoch gibt es das nicht. Ich verstehe das nicht! Da stellen sich ein Landeshauptmann und ein Landesrat hin und sagen: Wir haben 800 Millionen Gewinn!, während der Rechnungshof schon eine Milliarde minus feststellt. Da gibt es Stiftungen in Irland und sonst wo. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Kaufmann-Bruckberger.)
Abg. Höfinger: Offener geht es gar nicht!
Macht etwas! Legt das offen! (Abg. Höfinger: Offener geht es gar nicht!) Nützt die Chance, vielleicht könnt ihr am nächsten Sonntag nach dem Verlust der Absoluten einen Generationenwechsel machen! Da kann man ja beide weggeben. Trauert ihr Ludwig noch nach? – Nein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Macht etwas! Legt das offen! (Abg. Höfinger: Offener geht es gar nicht!) Nützt die Chance, vielleicht könnt ihr am nächsten Sonntag nach dem Verlust der Absoluten einen Generationenwechsel machen! Da kann man ja beide weggeben. Trauert ihr Ludwig noch nach? – Nein. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Höfinger.
Setzt neue junge Leute ein! Schafft auch dort Offenheit, dann tun wir uns, denke ich, auch bei diesen Dingen leichter. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Höfinger.) Dem Land tut Pröll nicht gut. – Das zum Wahlkampf. (Abg. Höfinger: Ihr braucht ja nicht heute schon zittern!)
Abg. Höfinger: Ihr braucht ja nicht heute schon zittern!
Setzt neue junge Leute ein! Schafft auch dort Offenheit, dann tun wir uns, denke ich, auch bei diesen Dingen leichter. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Höfinger.) Dem Land tut Pröll nicht gut. – Das zum Wahlkampf. (Abg. Höfinger: Ihr braucht ja nicht heute schon zittern!)
Abg. Dr. Moser: Ja, bitte, machen wir gerne!
Wir haben einen Riesenfortschritt erreicht. Und meine Bitte und mein Appell an alle, die zur Zweidrittelmehrheit beitragen – wenn nicht heute, dann in drei Wochen –, ist: Nützen wir diese Gunst der Stunde, um zu einem einheitlichen öffentlichen Rechnungswesen zu kommen! (Abg. Dr. Moser: Ja, bitte, machen wir gerne!)
Beifall bei der SPÖ.
Mein Appell an den Regierungspartner: Nützt nach dem 3. März die Chance für neue Leute! In Richtung FPK, davon gehe ich aus, ist dieser Appell nicht mehr notwendig, da Herr Dörfler dann ohnehin weg ist. Dann könnten wir das nach diesem Sonntag unter neuen Rahmenbedingungen vielleicht in noch besserer Form machen. Ich bin zuversichtlich, denn die Wählerin und der Wähler sind oft gescheiter als so mancher Politiker. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das Nein kommt ausschließlich von der ÖVP. Wir haben eine Fünf-Parteien-Einigung, wir könnten heute das Spekulationsverbot beschließen. Und ich frage mich: Warum hindert Erwin Pröll den ganzen Nationalrat, Gesetze gegen Spekulation zu beschließen? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Nun sagt Erwin Pröll: Bilden wir eine Troika! – Und jetzt ist eine Troika gebildet worden, dieses Mal auf der anderen Seite, eine Troika aus Erwin Pröll, aus Finanzministerin Fekter und aus Klubobmann Kopf – eine Troika, die verhindern soll, dass Dr. Pröll sein systematisches Zocken mit Steuergeldern noch vor dem 3. März verboten wird! (Beifall bei den Grünen.)
Ruf: Heute!
Deswegen, meine Damen und Herren, ist es so wichtig, dass sich fünf Parteien in diesem Haus, die bereit sind, ein gesetzliches Spekulationsverbot für spielsüchtige Landeshauptleute wie Erwin Pröll durchzusetzen, dass sich diese fünf Parteien nicht mehr von einer einzigen Partei, nämlich der ÖVP, auf der Nase herumtanzen lassen! Wir wollen, dass das beschlossen wird (Ruf: Heute!), und vier Parteien – mit Ausnahme des Team Stronach, leider – wollen, dass das heute beschlossen wird, dass es heute diese Zweidrittelmehrheit, die es gegen „Pröll Casinos“ in diesem Haus bereits gibt, diesen Beschluss gibt, und es liegt nur an der Österreichischen Volkspartei und ein bisschen auch am Team Stronach, uns diese Möglichkeit zu geben.
Beifall bei den Grünen.
Wenn Pröll das aussitzt, werden wir schauen, dass wir vor der Nationalratswahl auch gegen die Österreichische Volkspartei in diesem Haus eine Zweidrittelmehrheit gegen Pröll-Spekulationen finden und beschließen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
den Verhandlungen rund um das Spekulationsverbot nie anwesend gewesen. – Kollege, Sie haben es ja selbst schon bestätigt: Wir waren bei jeder Sitzung dabei. (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.) – Bitte? (Abg. Mag. Widmann: Ihr seid nicht aufgefallen!) – Kollege Widmann, Sie sind wahrscheinlich genauso wenig aufgefallen.
Abg. Mag. Widmann: Ihr seid nicht aufgefallen!
den Verhandlungen rund um das Spekulationsverbot nie anwesend gewesen. – Kollege, Sie haben es ja selbst schon bestätigt: Wir waren bei jeder Sitzung dabei. (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.) – Bitte? (Abg. Mag. Widmann: Ihr seid nicht aufgefallen!) – Kollege Widmann, Sie sind wahrscheinlich genauso wenig aufgefallen.
Beifall beim Team Stronach.
Und in diesem Sinne hoffen wir auf weitere Verhandlungen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bei den Grünen kennt man sich heute wirklich nicht ganz aus. Herr Abgeordneter Kogler hat gesagt, es sei noch so viel offen, das zu verhandeln wäre, und Herr Dr. Pilz hat soeben gesagt, es sei eigentlich alles klar, man könnte zustimmen. – Was jetzt, meine Herren? (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: 824!
Da fragt man sich schon: Wie sieht denn die ÖVP das? Ist sie hier deshalb dagegen, weil der Herr Landeshauptmann Pröll ja immer behauptet, diese Spekulationen mit den Wohnbaugeldern hätten eine Milliarde Gewinn gebracht? (Abg. Dr. Stummvoll: 824!) Ist das vielleicht der Grund dafür, dass man heute nicht mittut, weil man weiterhin spekulieren will, Herr Dr. Stummvoll? Das kann es doch wirklich nicht sein!
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man weiß, dass das Budget 231 Milliarden € Schulden ausmacht und diese Spekulationen die Schulden immer weiter antreiben, so muss ich sagen: Ich kann es einfach nicht verstehen, dass Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und SPÖ, nicht bereit sind, diesen Gesetzentwurf, der letzte Woche vollständig klar ausverhandelt war, heute noch zu verabschieden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ja, ich muss auch sagen, dass sich zwar die Bundesregierung sehr positiv in die Verhandlungen eingebracht hat, aber die Landesfürsten das, wie schon erwähnt, verhindert haben. Es wird demnach dazu kommen, dass sich das „Casino Österreich“, wo weiterhin mit Steuergeld spekuliert werden kann, weiterdreht. Und das, meine Damen und Herren, ist verantwortungslos und aus meiner Sicht auch dumm und kurzsichtig. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Volkes Wille, meine Damen und Herren von der Koalition, ist das nicht. Es fehlt dieser Koalition wirklich an staatspolitischer Einstellung. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: Physisch, aber nicht psychisch!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Das ist hier wirklich eine gute Debatte. Wir haben heute eine Menge dazugelernt. Zum einen: Das Team Stronach war bei den Verhandlungen anwesend. Ich möchte das bestätigen. (Abg. Grosz: Physisch, aber nicht psychisch!) – Richtig, physisch, aber nicht inhaltlich, weil das Team Stronach gleich gesagt hat, sie werden auf keinen Fall zustimmen, egal, was herauskommt, weil sie auch noch andere Dinge haben wollen; ich glaube, eine Schuldengrenze und so weiter. – Das ist alles in Ordnung, hat aber mit der Sache nichts zu tun. Also von Haus aus, ihr wart anwesend und habt gesagt, aber mitarbeiten wollt ihr nicht.
Beifall beim BZÖ.
Und der Kollege Hagen hat heute gesagt, sie stimmen heute auf jeden Fall mit der Regierung mit. – Die Frage ist: Mit welcher Regierung? Denn wir haben heute zwei Fragen. Also anwesend sein ist schön, ein bisschen mitdenken wäre vielleicht noch die zweite Stufe des Parlamentarismus. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kopf: Ich sitze nicht in der Regierung!
Der zweite Punkt, der interessant gewesen ist: die Kultur innerhalb der Regierung. Kollege Kopf sagt zu Herrn Staatssekretär Schieder – ich glaube, Sie sind noch in der gemeinsamen Regierung –, dieses Mail war ein durchsichtiges taktisches Manöver. (Abg. Kopf: Ich sitze nicht in der Regierung!)
Abg. Kopf: Ich sitze nicht in der Regierung! Ich wollte das nur klarstellen!
Bitte? Nein? Die ÖVP sitzt nicht mehr in der Regierung? (Abg. Kopf: Ich sitze nicht in der Regierung! Ich wollte das nur klarstellen!) – Ach so, Sie nicht. Aber ich habe gemeint, dass Sie sich noch der ÖVP als Regierungspartei zugehörig fühlen. (Abg. Grosz: Das zum Thema Schizophrenie vom Anfang!) Aber wenn das nicht so ist, dann wäre das heute eine zusätzliche neue Erkenntnis. Aber bei den Wortmeldungen eben (Abg. Kopf: Nur zur Präzisierung!)
Abg. Grosz: Das zum Thema Schizophrenie vom Anfang!
Bitte? Nein? Die ÖVP sitzt nicht mehr in der Regierung? (Abg. Kopf: Ich sitze nicht in der Regierung! Ich wollte das nur klarstellen!) – Ach so, Sie nicht. Aber ich habe gemeint, dass Sie sich noch der ÖVP als Regierungspartei zugehörig fühlen. (Abg. Grosz: Das zum Thema Schizophrenie vom Anfang!) Aber wenn das nicht so ist, dann wäre das heute eine zusätzliche neue Erkenntnis. Aber bei den Wortmeldungen eben (Abg. Kopf: Nur zur Präzisierung!)
Abg. Kopf: Nur zur Präzisierung!
Bitte? Nein? Die ÖVP sitzt nicht mehr in der Regierung? (Abg. Kopf: Ich sitze nicht in der Regierung! Ich wollte das nur klarstellen!) – Ach so, Sie nicht. Aber ich habe gemeint, dass Sie sich noch der ÖVP als Regierungspartei zugehörig fühlen. (Abg. Grosz: Das zum Thema Schizophrenie vom Anfang!) Aber wenn das nicht so ist, dann wäre das heute eine zusätzliche neue Erkenntnis. Aber bei den Wortmeldungen eben (Abg. Kopf: Nur zur Präzisierung!)
Abg. Grosz: Aber Schizophrenie ist behandelbar!
Ja, danke für die Präzisierung, denn das bestätigt mich ja in der Meinung, dass ihr überhaupt nicht mehr das Gefühl habt, dass ihr in einer Regierung seid. (Abg. Grosz: Aber Schizophrenie ist behandelbar!)
Abg. Dr. Cap: Gestern!
Wenn das ein taktisches Manöver ist, ein durchsichtiges noch dazu, wenn ein Staatssekretär heute kurz vor 9 Uhr, kurz vor Sitzungsbeginn sagt, dass die SPÖ der Vereinbarung, dem Verhandlungsergebnis vollinhaltlich zustimmt (Abg. Dr. Cap: Gestern!) – Ja, aber das E-Mail ist von heute. Das E-Mail besagt, die SPÖ stimmt zu. Das heißt, der Widerstand von Landesgruppen, die der SPÖ zugehörig sind, ist überwunden. Wir können hier endlich das Spekulationsverbot in die Verfassung hineinschreiben.
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege Kopf! Das ist kein durchsichtiges taktisches Manöver, sondern das ist etwas Positives. Da hätten wir heute gerne mitgestimmt und hätten gerne dieses Spekulationsverbot in die Verfassung hineingebracht. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll nickt.
Ich frage Sie eines: Worum geht es denn hier? – Es geht hier um Steuergeld. Sind wir uns da einig, Herr Kollege Stummvoll? (Abg. Dr. Stummvoll nickt.) – Gut. Wer hebt denn diese Steuern ein? Ist es der Herr Landeshauptmann Pröll, der die Steuern einhebt? – Nein! Er gibt sie nur aus. Da sind wir uns auch einig. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Ich frage Sie eines: Worum geht es denn hier? – Es geht hier um Steuergeld. Sind wir uns da einig, Herr Kollege Stummvoll? (Abg. Dr. Stummvoll nickt.) – Gut. Wer hebt denn diese Steuern ein? Ist es der Herr Landeshauptmann Pröll, der die Steuern einhebt? – Nein! Er gibt sie nur aus. Da sind wir uns auch einig. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Abg. Dr. Stummvoll: Finanzausgleich !
So kann es ja wohl nicht sein. Der Bund hebt Steuergelder ein, und da wird nicht unterschieden, ob der Steuerzahler in Vorarlberg sitzt, denn dieser kann ja seinen Steuerbeitrag nicht widmen. Der Steuerzahler kann nicht sagen: Ich möchte als Wiener, dass mein Steuergeld nur in Wien verspekuliert wird! (Abg. Dr. Stummvoll: Finanzausgleich !) Das kann man nicht sagen, oder? Nein. Das kann man nicht sagen!
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache.
Herr Kollege Stummvoll, ich sage Ihnen eines: Wenn es Bundessteuern sind, die da eingehoben werden, dann werden wir hier auch die Verantwortung haben, per Verfas-sungsgesetz die Kontrolle über die Ausgaben zu verankern. Und das ist kein falsch verstandener Zentralismus, sondern das ist eine Selbstverständlichkeit. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Strache.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Es wird gesagt: Na ja, da muss man noch länger diskutieren! Aber Sie missachten ja in Wirklichkeit auch Ihre eigene Finanzministerin, denn es war so – und das möchte ich anerkennen –: Am 28. Jänner hatten wir eine sehr gute, konstruktive Sitzung, in der im Prinzip schon alles ausverhandelt war und man nur noch gesagt hat: Na gut, den Punkt betreffend einheitliches Rechnungswesen wollen wir noch mit den Ländern abstimmen! Das war vor einem Monat. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall und Bravorufe beim BZÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Sie machen den Spekulanten die Mauer! Sie machen jenen die Mauer, die sich nicht hineinschauen lassen wollen. – Wir wollen eine klare Verfassungsbestimmung, die wir heute hier beschließen wollen! (Beifall und Bravorufe beim BZÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Pröll spekuliert weiter!
Somit bleibt es bei der schriftlich mitgeteilten Tagesordnung für die heutige Sitzung. (Abg. Mag. Kogler: Pröll spekuliert weiter!)
Abg. Grosz: Die wird lustig!
Präsident Fritz Neugebauer: Die Abgeordneten Elisabeth Kaufmann-Bruckberger und Kollegen haben das Verlangen gestellt, die vor Eingang in die Tagesordnung eingebrachte schriftliche Anfrage 14090/J der Abgeordneten Kaufmann-Bruckberger, Köfer und Kollegen an die Bundesministerin für Finanzen betreffend Korruptionsverdacht im Netzwerk von ÖVP-Landespolitik, der niederösterreichischen Vermögensverwaltung fibeg, Raiffeisenlandesbanken, Hypo Banken und den Bundesagenturen OeBFA und FMA dringlich zu behandeln. (Abg. Grosz: Die wird lustig!)
Abg. Dr. Moser begibt sich zum Rednerpult und stellt dort einen blauen Sack mit fünf Linien auf. – Abg. Strache: Haben Sie einen Schlafsack mit? – Abg. Dr. Moser: Das ist der Pendlersack!
Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Moser. – Bitte. (Abg. Dr. Moser begibt sich zum Rednerpult und stellt dort einen blauen Sack mit fünf Linien auf. – Abg. Strache: Haben Sie einen Schlafsack mit? – Abg. Dr. Moser: Das ist der Pendlersack!)
Abg. Amon: Von der Lufthansa?
Dieser Sack (Abg. Amon: Von der Lufthansa?) – er ist von der KLM, glaube ich – zeigt Ihnen das Gesamtvolumen von einer Milliarde so, wie es verteilt wird. Ich habe extra auch die Striche genutzt, die dieser Sack aufweist. Über 60 Prozent dieser einen Milliarde, das sind 600 Millionen, gehen an Menschen, die mehr als 50 000 € Jahreseinkommen haben. (Bundesministerin Dr. Fekter: Die zahlen auch Steuer! 50 Prozent Steuer!) Über 50 000 € Jahreseinkommen, und 60 Prozent gehen an Menschen, die das zum Teil gar nicht brauchen.
Bundesministerin Dr. Fekter: Die zahlen auch Steuer! 50 Prozent Steuer!
Dieser Sack (Abg. Amon: Von der Lufthansa?) – er ist von der KLM, glaube ich – zeigt Ihnen das Gesamtvolumen von einer Milliarde so, wie es verteilt wird. Ich habe extra auch die Striche genutzt, die dieser Sack aufweist. Über 60 Prozent dieser einen Milliarde, das sind 600 Millionen, gehen an Menschen, die mehr als 50 000 € Jahreseinkommen haben. (Bundesministerin Dr. Fekter: Die zahlen auch Steuer! 50 Prozent Steuer!) Über 50 000 € Jahreseinkommen, und 60 Prozent gehen an Menschen, die das zum Teil gar nicht brauchen.
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig ungerecht! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum eigentlich?
Ich kann es Ihnen an noch einer Zahl verdeutlichen: 3 Prozent der PendlerInnen liegen bei einem Jahreseinkommen von über 100 000 €. Und diese 3 Prozent bekommen 30 Millionen € von Ihnen geschenkt, zurück als Werbungskosten, als Freibeträge, steuerlich absetzbar. (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig ungerecht! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum eigentlich?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ.
Das ist jetzt auf der anderen Seite – schauen wir die andere Seite der Medaille an! – ja der Skandal. 80 Prozent der Menschen in Österreich verdienen unter 45 000 € im Jahr, die liegen unter 45 000 €, diese 80 Prozent bekommen den Rest – das sind die 40 Prozent von der PendlerInnenpauschale –, und an diese 80 Prozent müsste man an sich mehr verteilen, müsste man umverteilen. Sie fördern die Reichen, die Speckgürtelbewohner und schaden den Menschen, die es wirklich notwendig haben, nämlich denjenigen, die weniger verdienen. Und die Geringstverdiener steigen bei Ihnen überhaupt ganz, ganz schlecht aus. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich meine, das ist der wahre Skandal. Das ist ein sozialpolitischer Skandal, ein steuerpolitischer Skandal und vor allem auch ein ökologischer Skandal. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wöginger: Das ist aber ein Blödsinn!
Ihr System, das Sie nicht ändern, Frau Ministerin, sieht vor, dass die Autopendler im Speckgürtel ab zwei Kilometern Distanz eine Entschädigung erhalten (Abg. Wöginger: Das ist aber ein Blödsinn!) – darüber reden wir ohnehin noch, Herr Kollege Wöginger –, die Öffi-Pendler bekommen erst ab 20 Kilometern eine. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum eigentlich?) Das ist völlig ungerecht.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum eigentlich?
Ihr System, das Sie nicht ändern, Frau Ministerin, sieht vor, dass die Autopendler im Speckgürtel ab zwei Kilometern Distanz eine Entschädigung erhalten (Abg. Wöginger: Das ist aber ein Blödsinn!) – darüber reden wir ohnehin noch, Herr Kollege Wöginger –, die Öffi-Pendler bekommen erst ab 20 Kilometern eine. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum eigentlich?) Das ist völlig ungerecht.
Abg. Wöginger: Das ist so ein haarsträubender Blödsinn! Es ist eine Schande, dass eine oberösterreichische Politikerin so etwas sagt!
Diejenigen, die sehr, sehr wenig verdienen, erhalten sowieso kaum Werbungskosten, die können es ja gar nicht geltend machen, die haben einen negativen Absetzbetrag. (Abg. Wöginger: Das ist so ein haarsträubender Blödsinn! Es ist eine Schande, dass eine oberösterreichische Politikerin so etwas sagt!) Aber das sind Peanuts, echte Peanuts. Wir wollen sozial und ökologisch umsteuern. Deswegen sind wir dafür, dass kilometergerecht gleich an Öffi-Fahrer und Autofahrer verteilt wird. (Bundesministerin Dr. Fekter: Cashcow der Nation entlasten!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Cashcow der Nation entlasten!
Diejenigen, die sehr, sehr wenig verdienen, erhalten sowieso kaum Werbungskosten, die können es ja gar nicht geltend machen, die haben einen negativen Absetzbetrag. (Abg. Wöginger: Das ist so ein haarsträubender Blödsinn! Es ist eine Schande, dass eine oberösterreichische Politikerin so etwas sagt!) Aber das sind Peanuts, echte Peanuts. Wir wollen sozial und ökologisch umsteuern. Deswegen sind wir dafür, dass kilometergerecht gleich an Öffi-Fahrer und Autofahrer verteilt wird. (Bundesministerin Dr. Fekter: Cashcow der Nation entlasten!)
Die Rednerin übergibt Bundesministerin Dr. Fekter ein kleines grünes Säckchen.
Jetzt komme ich zu Ihrem Zuckerl, ich stelle es nicht hintan. Frau Ministerin, ich finde es richtig, dass Sie endlich das Jobticket steuerlich gewährleisten, und dafür möchte ich Ihnen auch ein kleines grünes Packerl überreichen. (Die Rednerin übergibt Bundesministerin Dr. Fekter ein kleines grünes Säckchen.)
Abg. Wöginger: Da schau her, es geht ja doch!
Es ist nur ein kleines Packerl, weil diese Beträge, Frau Ministerin, für die Jobtickets, die Sie uns jetzt zugestehen, die Sie steuerlich geltend machen, Peanuts sind. Und, Frau Ministerin, es ist auch gut, dass jetzt endlich zumindest diese 2 € kommen, unabhängig vom Einkommen. (Abg. Wöginger: Da schau her, es geht ja doch!) Diese 2 € – einer fürs Hinfahren, einer fürs Zurückfahren – pro Kilometer, unabhängig vom Einkommen sind Peanuts, soziale Peanuts angesichts der Schräglage, angesichts des Ungleichgewichts.
Staatssekretär Mag. Schieder: Und dieses Packerl ist rot!
ministerin Dr. Fekter ein kleines rotes Säckchen.) Verteilen Sie die Steuergelder gerechter! (Staatssekretär Mag. Schieder: Und dieses Packerl ist rot!) – Ja, das ist rot. Es ist auch durchsichtig, weil zu wenig drinnen ist.
Beifall bei den Grünen.
Deshalb ist klar, meine Damen und Herren, dass wir trotz der positiven Ansätze, die ich auch erwähnt habe, prinzipiell gegen dieses System sind, weil es falsch ist und an die Reichen noch mehr verteilt und den Speckgürtel noch mehr fördert. Ich kann Ihnen nur noch einmal sagen, was Sie schon in einer PendlerInnen-Zeitung gelesen haben: „Pendler-Reform – Regierung verteilt erste Wahlzuckerl“. – Meines/unseres Erachtens leider an die Falschen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Heute ist ein guter Tag für die Pendlerinnen und Pendler. Wir beschließen heute die größte Pendlerreform seit der Einführung der Pendlerpauschale vor 25 Jahren durch Alois Mock. Es ist ein wichtiges Signal an die arbeitenden Menschen, die ihr Fahrzeug tagtäglich benötigen, um zum Arbeitsplatz zu gelangen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Sie unterstützen damit nur die besser verdienenden Pendler, verstehen Sie das nicht?
Wir hatten zum Beispiel im vergangenen Jahr eine Inflationsrate von 2,8 Prozent, die Spritpreise sind um 7,9 Prozent gestiegen. Daher ist es notwendig, hier einen Teuerungsausgleich für die Pendlerinnen und Pendler zu machen, und das beschließen wir heute mit dieser Reform im Bereich der Pendlerpauschale und im Bereich des Pendlereuro. (Abg. Mag. Kogler: Sie unterstützen damit nur die besser verdienenden Pendler, verstehen Sie das nicht?)
Abg. Dr. Moser: Das ist sehr wohl so!
Frau Kollegin Moser, das ist keine Speckgürtelförderung, und Sie wissen das. Ich weiß nicht, warum Sie diese Unwahrheit immer wieder auch hier vom Rednerpult der Bevölkerung kundtun. (Abg. Dr. Moser: Das ist sehr wohl so!) Sie sind eine oberösterreichische Abgeordnete, und es ist eigentlich sehr traurig, dass Sie Ihr eigenes Bundesland nicht kennen.
Abg. Mag. Kogler: Weil Sie den öffentlichen Verkehr ruinieren!
Österreichweit gibt es 800 000 Pendlerinnen und Pendler, die die große Pendlerpauschale beziehen, das heißt, ab zwei Kilometern, wenn ein öffentliches Verkehrsmittel nicht zumutbar ist, Frau Kollegin Moser. (Abg. Mag. Kogler: Weil Sie den öffentlichen Verkehr ruinieren!) Das sind die Menschen, die im ländlichen Raum leben und tagtäglich mit ihrem Fahrzeug zur Arbeitsstätte fahren. Für die setzen wir uns ein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sie sitzen in der sozialen Tiefkühltruhe, Sie haben doch keine Ahnung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sie sitzen in der sozialen Tiefkühltruhe, Sie haben doch keine Ahnung!
Österreichweit gibt es 800 000 Pendlerinnen und Pendler, die die große Pendlerpauschale beziehen, das heißt, ab zwei Kilometern, wenn ein öffentliches Verkehrsmittel nicht zumutbar ist, Frau Kollegin Moser. (Abg. Mag. Kogler: Weil Sie den öffentlichen Verkehr ruinieren!) Das sind die Menschen, die im ländlichen Raum leben und tagtäglich mit ihrem Fahrzeug zur Arbeitsstätte fahren. Für die setzen wir uns ein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sie sitzen in der sozialen Tiefkühltruhe, Sie haben doch keine Ahnung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Kriegen das alle? – Abg. Dr. Walser: Davon kann man gerade einmal volltanken!
Erstens, den Pendlereuro: Der Pendlereuro ist ein kilometerabhängiger Unterstützungsbeitrag, der jetzt gewährt wird. Das heißt, wenn jemand zum Beispiel eine Entfernung von 30 Kilometern von zu Hause zum Arbeitsplatz hat, dann bekommt er zukünftig 60 € pro Jahr zusätzlich ausbezahlt. (Abg. Ing. Westenthaler: Kriegen das alle? – Abg. Dr. Walser: Davon kann man gerade einmal volltanken!) Eine langjährige Forderung, die auch der ÖAAB immer gestellt hat, wird heute mit diesem Gesetz umgesetzt.
Beifall bei der ÖVP.
künftig zwei Drittel der Pendlerpauschale und auch des Pendlereuro. Pendelt jemand nur einmal in der Woche, bekommt er ein Drittel des zur Verfügung stehenden Betrages. Das ist eine Ausweitung, eine wesentliche Verbesserung, meine Damen und Herren, vor allem für Teilzeitkräfte und für Frauen. Hier setzen wir bewusst ein wichtiges Signal in diese Richtung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dritter wesentlicher Punkt: Wir verdoppeln den Pendlerzuschlag. Es gibt viele Teilzeitkräfte, vor allem auch viele Frauen, die unter 1 200 € brutto im Monat verdienen, die nicht lohnsteuerpflichtig sind. Sie haben bis dato maximal 141 € Pendlerzuschlag im Jahr erhalten. Sie bekommen jetzt bis zu 290 €. Das heißt, das ist mehr als eine Verdoppelung. Und mit den 110 € Negativsteuer kommen diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf bis zu 400 €. Das ist eine Verdoppelung in diesem Bereich. Das sind keine Peanuts, Frau Kollegin Moser, das sind wichtige Maßnahmen für Frauen und für Teilzeitkräfte. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Vierter Punkt, meine Damen und Herren: Wir setzen das Jobticket um. Das Jobticket gilt jetzt für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber können jetzt auf freiwilliger Basis den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel steuerfrei zur Verfügung stellen. Das heißt, die Unternehmen können die Aufwendungen steuerlich absetzen und für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist das Jobticket von der Lohnsteuer und der Sozialversicherung befreit. Das ist eine wichtige ökologische Komponente, Frau Kollegin Moser, daher verstehe ich nicht, wieso Sie diesem Paket nicht zustimmen können. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schönpass.
Es ist eine wichtige Maßnahme für die arbeitenden Menschen, die ihr eigenes Fahrzeug tagtäglich benötigen, um zum Arbeitsplatz zu gelangen. Daher bin ich wirklich sehr froh über diese Beschlussfassung für die Pendlerinnen und Pendler. Ich bedanke mich bei allen, die mitgewirkt haben, in erster Linie beim Finanzministerium, bei den Beamten, aber auch beim Koalitionspartner, dass diese wichtige Maßnahme heute umgesetzt werden kann. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schönpass.)
Abg. Tamandl: Es sind 400 €!
Das ist heute alles nicht mehr so, Herr Kollege. Heute ist es völlig anders. Heute bleiben genau jene, die am wenigsten verdienen, rund 1,5 Millionen erwerbstätige Österreicher, die unter 12 000 € im Jahr fallen, auf der Strecke. Sie kriegen zwar 140 € im Jahr vergütet, aber das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, wenn man hier bedenkt, dass (Abg. Tamandl: Es sind 400 €!) – Sie kriegen ja bis jetzt auch schon etwas, also 140 € zusätzlich durch diese Lösung. Ja, dann sind es eben 400 €, aber wissen Sie, was eine Frau
Rufe bei der ÖVP: Im Jahr!
Und jetzt bitte gut anschnallen, wenn ich Ihnen sage, was das Pendeln für diese Frau bedeutet. Das bedeutet laut Arbeiterkammer – Sprit plus Autokosten, inklusive der Entwertung, die natürlich dazugezählt werden muss, wenn ich jeden Tag pendeln muss – 3 204 € netto Belastung im Monat. (Rufe bei der ÖVP: Im Jahr!) – Im Jahr, richtig, im Jahr; Entschuldigung, ich korrigiere: nicht im Monat, im Jahr, das sind Jahreszahlen.
Abg. Wöginger: Das ist ohnehin das Gleiche!
Da steht dann unter Punkt vier der Pendlereuro. – Das ist ein Absetzbetrag, Herr Kollege. (Abg. Wöginger: Das ist ohnehin das Gleiche!) – Nein, das ist nicht das Gleiche, Herr Kollege, das ist eben nicht das Gleiche! Sie und Ihre Propaganda suggerieren andauernd, dass jeder anspruchsberechtigt ist für diesen Pendlereuro, und das ist eben nicht so, weil es ein Absetzbetrag ist. (Beifall bei BZÖ und Grünen.) Es ist ein Absetzbetrag, und wieder fallen die kleinen Einkommen durch den Rost, wieder fallen die Kleinen durch! Die kriegen ihn nicht! Das ist der Schmäh, den Sie und ihre FCGler hier verbreiten.
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Da steht dann unter Punkt vier der Pendlereuro. – Das ist ein Absetzbetrag, Herr Kollege. (Abg. Wöginger: Das ist ohnehin das Gleiche!) – Nein, das ist nicht das Gleiche, Herr Kollege, das ist eben nicht das Gleiche! Sie und Ihre Propaganda suggerieren andauernd, dass jeder anspruchsberechtigt ist für diesen Pendlereuro, und das ist eben nicht so, weil es ein Absetzbetrag ist. (Beifall bei BZÖ und Grünen.) Es ist ein Absetzbetrag, und wieder fallen die kleinen Einkommen durch den Rost, wieder fallen die Kleinen durch! Die kriegen ihn nicht! Das ist der Schmäh, den Sie und ihre FCGler hier verbreiten.
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Wenn einer heute 60 Kilometer fahren muss, einfache Strecke, kriegt er einmal im Jahr 120 € als Absetzbetrag, als Absetzbetrag. Das ist das, was auch der Frau Müller in Kärnten bleibt, wenn sie 14 Kilometer einfache Wegstrecke hat. Wissen Sie, was die im Jahr kriegt? – 28 € als Absetzbetrag! Wissen Sie, was sie da herauskriegt? – 3 oder 4 € kriegt sie da im Jahr heraus. Das ist in Wirklichkeit Ihre Lösung, und das ist ein Hohn und ein Skandal gegenüber den Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind und die Tausende an Euros zahlen müssen. Das muss man jetzt einmal sagen. (Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Und wie viel zahlen die an Steuern?
Das ist Ihnen bekannt, schreibt sie da. (Bundesministerin Dr. Fekter: Und wie viel zahlen die an Steuern?)
Beifall beim BZÖ.
Soziale Ungerechtigkeit, den Kleinsten, den lasst ihr im Stich, wo ihr immer sagt, ihr seid die Vertreter des kleinen Mannes, und die FPÖ macht die Räuberleiter! Ihr stimmt bei diesem Unfug auch noch mit! Erklärt das den Pendlern in Niederösterreich jetzt noch vor der Wahl! Das ist ja unglaublich, dass ihr heute auch abdankt, bei der Vertretung des kleinen Mannes. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: In Kärnten auch!
Und jetzt frage ich euch – weil Niederösterreich-Wahlkampf ist und ihr ja da auch antretet (Abg. Mag. Kogler: In Kärnten auch!) –: Was haben St. Pölten, Krems und Ybbs gemeinsam, und was trennt sie? – Ich sage euch, was sie trennt, nämlich die Entfernung von Wien. Wenn man von Wien pendelt, sind es nach St. Pölten 63 Kilometer, nach Krems 76 Kilometer und nach Ybbs 108 Kilometer. Und wissen Sie, was alle gemeinsam haben? – Denselben Abgeltungsbetrag bei der Pauschale.
Abg. Wöginger: Der Pendlereuro ist nicht gedeckelt!
Ähnliches im Burgenland: Wenn heute einer von Wien nach Wiener Neustadt pendelt, sind es 61 Kilometer, nach Oberwart 127 Kilometer. Das heißt, der, der jeden Tag nach Oberwart pendelt – und ich kenne selbst jemanden, der von Oberwart nach Wien und retour pendelt und der ganz wenig verdient –, kriegt für seine 127 Kilometer gleich wenig wie jemand, der nach Wiener Neustadt pendelt, 60 Kilometer. Das ist nicht zu akzeptieren, ungerecht und dafür gibt es auch keine Erklärung, Herr Kollege, deswegen sind wir dagegen. (Abg. Wöginger: Der Pendlereuro ist nicht gedeckelt!)
Beifall beim BZÖ.
Es kennt sich keiner mehr aus. Es ist ungerecht. Dieses System ist ein System der Vergangenheit und gehört auf neue Beine gestellt, und zwar wirklich kilometerabhängig, nicht mit einer Pauschalierung, sondern mit einer Abgeltung der tatsächlich gefahrenen Kilometer der Pendler. Dafür treten wir ein. Daher stimmen wir heute mit Sicherheit nicht zu. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Moser: Das ist ja das Entscheidende! – Abg. Mag. Kogler: Das ist ja das Problem, Entschuldigung! – Abg. Grosz: Das ist ja das Problem! Sie kennen sich ja null aus! Sie kennen sich nicht aus! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordnete Mag. Laura Rudas (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Es reichen leider die 4 Minuten jetzt nicht aus, um Kollegen Westenthaler den Unterschied zwischen Freibetrag und Absetzbetrag zu erklären. Aber vielleicht kann das ein Klubsekretär des BZÖ machen. (Abg. Dr. Moser: Das ist ja das Entscheidende! – Abg. Mag. Kogler: Das ist ja das Problem, Entschuldigung! – Abg. Grosz: Das ist ja das Problem! Sie kennen sich ja null aus! Sie kennen sich nicht aus! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... gute und böse Steuer! Wir haben da eine andere Sichtweise!
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Reform bringt wesentliche soziale und ökologische Fortschritte. Wenn gerade Sie vom BZÖ immer herkommen, sich aufregen und aufregen, dann müssen Sie schon auch ein bisschen Wertigkeiten reinbringen. (Abg. Ing. Westenthaler: ... gute und böse Steuer! Wir haben da eine andere Sichtweise!) Wenn Sie sich in Resteuropa umschauen, bei unseren Nachbarn umschauen, wo jetzt auch gerade niedrige Einkommensbezieherinnen und ‑bezieher von Kürzungen betroffen sind, schaffen wir unter anderem mit dieser Reform eine gerechte steuerliche Förderung der Kleinverdienerinnen und Kleinverdiener. Das ist auch einmal anzuerkennen!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
definitiv mehr Gerechtigkeit! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Und von seiner Steuerlast ...!
Wenn Sie, geschätzte Frau Vorrednerin, erschütternderweise sagen und dem Abgeordneten Westenthaler vorhalten, es sei eben der Unterschied zwischen einem Freibetrag und einem Absetzbetrag, den er offensichtlich nicht verstanden hätte, dann kann ich nur erwidern, dass, jedenfalls aus unserer Sicht, Sie offensichtlich etwas nicht verstanden haben – und das noch dazu bei einer sozialdemokratischen Partei, was es besonders beschämend macht. Es ist ja genau das Problem und nicht die Lösung, dass wir das als Freibetrag abhandeln! Bei einem Absetzbetrag – das sollten Sie ja wissen – hätte jeder die gleiche Möglichkeit, das in Anspruch zu nehmen, und zwar unabhängig von seinem Einkommen. Darum sollte es Ihnen ja gehen! (Bundesministerin Dr. Fekter: Und von seiner Steuerlast ...!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast ...!
Warum sollte jemand, der 60 Kilometer pro Tag pendelt (Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast ...!) – nehmen wir eben ein Beispiel –, besonders viel zurückbekommen, wenn er besonders viel verdient, und der, der besonders wenig verdient, bekommt wenig zurück, und der, der so wenig verdient, dass er keine Steuern bezahlt, kriegt überhaupt nichts: Das soll gerecht sein? Ja sind Sie noch zu retten? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Warum sollte jemand, der 60 Kilometer pro Tag pendelt (Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast ...!) – nehmen wir eben ein Beispiel –, besonders viel zurückbekommen, wenn er besonders viel verdient, und der, der besonders wenig verdient, bekommt wenig zurück, und der, der so wenig verdient, dass er keine Steuern bezahlt, kriegt überhaupt nichts: Das soll gerecht sein? Ja sind Sie noch zu retten? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Amon: Das ist doch falsch, was Sie behaupten!
Dieses ganze System gehört umgebaut, es gehört vom Kopf auf die Füße gestellt. Dass Sie weiter in der sozialen Tiefkühltruhe verharren wollen, wissen wir ohnehin. (Abg. Amon: Das ist doch falsch, was Sie behaupten!) Nein, das ist genau nicht falsch! Das ist sehr zutreffend. (Abg. Wöginger: Natürlich ist das völlig falsch!) Das ist eine Mittelstands- und Managerförderung (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), für die im Verhältnis zu dem, was sonst möglich wäre, wenn wir (Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast wird gemindert!) dieselbe Milliarde heranziehen würden und das so verteilen, dass jeder ... (Bundesministerin Dr. Fekter: Akzeptieren Sie, dass wir die Steuerlast gemindert haben?)
Abg. Wöginger: Natürlich ist das völlig falsch!
Dieses ganze System gehört umgebaut, es gehört vom Kopf auf die Füße gestellt. Dass Sie weiter in der sozialen Tiefkühltruhe verharren wollen, wissen wir ohnehin. (Abg. Amon: Das ist doch falsch, was Sie behaupten!) Nein, das ist genau nicht falsch! Das ist sehr zutreffend. (Abg. Wöginger: Natürlich ist das völlig falsch!) Das ist eine Mittelstands- und Managerförderung (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), für die im Verhältnis zu dem, was sonst möglich wäre, wenn wir (Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast wird gemindert!) dieselbe Milliarde heranziehen würden und das so verteilen, dass jeder ... (Bundesministerin Dr. Fekter: Akzeptieren Sie, dass wir die Steuerlast gemindert haben?)
anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP
Dieses ganze System gehört umgebaut, es gehört vom Kopf auf die Füße gestellt. Dass Sie weiter in der sozialen Tiefkühltruhe verharren wollen, wissen wir ohnehin. (Abg. Amon: Das ist doch falsch, was Sie behaupten!) Nein, das ist genau nicht falsch! Das ist sehr zutreffend. (Abg. Wöginger: Natürlich ist das völlig falsch!) Das ist eine Mittelstands- und Managerförderung (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), für die im Verhältnis zu dem, was sonst möglich wäre, wenn wir (Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast wird gemindert!) dieselbe Milliarde heranziehen würden und das so verteilen, dass jeder ... (Bundesministerin Dr. Fekter: Akzeptieren Sie, dass wir die Steuerlast gemindert haben?)
Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast wird gemindert!
Dieses ganze System gehört umgebaut, es gehört vom Kopf auf die Füße gestellt. Dass Sie weiter in der sozialen Tiefkühltruhe verharren wollen, wissen wir ohnehin. (Abg. Amon: Das ist doch falsch, was Sie behaupten!) Nein, das ist genau nicht falsch! Das ist sehr zutreffend. (Abg. Wöginger: Natürlich ist das völlig falsch!) Das ist eine Mittelstands- und Managerförderung (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), für die im Verhältnis zu dem, was sonst möglich wäre, wenn wir (Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast wird gemindert!) dieselbe Milliarde heranziehen würden und das so verteilen, dass jeder ... (Bundesministerin Dr. Fekter: Akzeptieren Sie, dass wir die Steuerlast gemindert haben?)
Bundesministerin Dr. Fekter: Akzeptieren Sie, dass wir die Steuerlast gemindert haben?
Dieses ganze System gehört umgebaut, es gehört vom Kopf auf die Füße gestellt. Dass Sie weiter in der sozialen Tiefkühltruhe verharren wollen, wissen wir ohnehin. (Abg. Amon: Das ist doch falsch, was Sie behaupten!) Nein, das ist genau nicht falsch! Das ist sehr zutreffend. (Abg. Wöginger: Natürlich ist das völlig falsch!) Das ist eine Mittelstands- und Managerförderung (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), für die im Verhältnis zu dem, was sonst möglich wäre, wenn wir (Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast wird gemindert!) dieselbe Milliarde heranziehen würden und das so verteilen, dass jeder ... (Bundesministerin Dr. Fekter: Akzeptieren Sie, dass wir die Steuerlast gemindert haben?)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast wird gemindert!
Schauen Sie, ich erkläre Ihnen das! Ich erkläre Ihnen das noch einmal ganz von vorn, bevor Sie sich aufregen. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast wird gemindert!) Das passt ohnehin alles zusammen, dass da ausgerechnet der Wirtschaftsbund mit dem ÖAAB – es fehlt nur mehr der ÖAMTC – sozusagen im Gleichton hereinheult. Das passt ja wirklich!
Abg. Wöginger: Ist das Kosmetik: 150 Millionen sind Kosmetik?
den, wenn für jede Pendlerin und jeden Pendler, für jeden Kilometer, der hier nun einmal verfahren werden „muss“ – unter Anführungszeichen –, gleich viel abzusetzen ist: Jeder Kilometer, jede Person! Aber Sie haben das in der falschen Systematik einfach verlängert, mit ein paar kosmetischen Korrekturen, denn offensichtlich haben Sie irgendwo hinter der Tiefkühltruhe noch einen stehen, der vielleicht doch ein soziales Gewissen hat. Das ist aber vernachlässigbar, so wenig ist das. (Abg. Wöginger: Ist das Kosmetik: 150 Millionen sind Kosmetik?)
Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, die haben eine geringere Steuerlast!
Also das Hauptproblem bleibt, dass bei Ihnen – und das ist genau zutreffend, wenn Sie endlich nur rechnen würden – die, die viel haben, mehr bekommen, die, die wenig haben, wenig bekommen, und die, die keine Steuer zahlen, ganz wenig bekommen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, die haben eine geringere Steuerlast!) Ja, aber das fällt ja nicht einmal ins Gewicht! (Beifall bei den Grünen. – Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast ...!) Sie sind Finanzministerin; konzentrieren Sie sich auf die Milliarden und nicht auf die Groschen! Das ist doch wirklich ärgerlich. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast ...!
Also das Hauptproblem bleibt, dass bei Ihnen – und das ist genau zutreffend, wenn Sie endlich nur rechnen würden – die, die viel haben, mehr bekommen, die, die wenig haben, wenig bekommen, und die, die keine Steuer zahlen, ganz wenig bekommen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, die haben eine geringere Steuerlast!) Ja, aber das fällt ja nicht einmal ins Gewicht! (Beifall bei den Grünen. – Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast ...!) Sie sind Finanzministerin; konzentrieren Sie sich auf die Milliarden und nicht auf die Groschen! Das ist doch wirklich ärgerlich. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Also das Hauptproblem bleibt, dass bei Ihnen – und das ist genau zutreffend, wenn Sie endlich nur rechnen würden – die, die viel haben, mehr bekommen, die, die wenig haben, wenig bekommen, und die, die keine Steuer zahlen, ganz wenig bekommen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, die haben eine geringere Steuerlast!) Ja, aber das fällt ja nicht einmal ins Gewicht! (Beifall bei den Grünen. – Bundesministerin Dr. Fekter: Die Steuerlast ...!) Sie sind Finanzministerin; konzentrieren Sie sich auf die Milliarden und nicht auf die Groschen! Das ist doch wirklich ärgerlich. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Wöginger: ... nicht so schwarzsehen!
Apropos Steuerpolitik: Das ist eine Verkomplizierung, die ihresgleichen sucht! Jetzt haben wir nämlich bald den Salat vollständig angerührt. Wir haben eine Freibetragsregelung und eine Absetzbetragsregelung, die es ja dann an anderer Stelle gibt. Deswegen regen Sie sich offensichtlich so auf. (Abg. Wöginger: ... nicht so schwarzsehen!) – Ja, weil das immer alles noch komplizierter und immer nur noch ungerechter wird! (Abg. Wöginger: Verstehst es nicht?)
Abg. Wöginger: Verstehst es nicht?
Apropos Steuerpolitik: Das ist eine Verkomplizierung, die ihresgleichen sucht! Jetzt haben wir nämlich bald den Salat vollständig angerührt. Wir haben eine Freibetragsregelung und eine Absetzbetragsregelung, die es ja dann an anderer Stelle gibt. Deswegen regen Sie sich offensichtlich so auf. (Abg. Wöginger: ... nicht so schwarzsehen!) – Ja, weil das immer alles noch komplizierter und immer nur noch ungerechter wird! (Abg. Wöginger: Verstehst es nicht?)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das ist das Problem, und von der Ökologie haben wir noch nicht einmal geredet. Das ist ja gegen jede Sonntagsrede, die Sie da dauernd vollführen, dass alles einfacher und nachvollziehbarer werden muss. Die ganze Steuererklärung soll auf einen Bierdeckel – der braucht ja allein für seine Pendlerpauschale schon ein ganzes Leintuch! Das ist doch unglaublich. Ich weiß nicht, wo Sie da denken. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Wöginger: Wenn es aber ...!
Die wesentliche ökologische Frage sollte ja in Zeiten wie diesen vielleicht nicht ganz unerheblich sein. Zur ökologischen Frage spielt das jetzt natürlich erst recht eine Rolle, dass eine weitere, im Übrigen auch soziale und individuelle Ungerechtigkeit hinzugefügt wird, dass nämlich das Fahren und Pendeln mit dem Auto Ihnen mehr wert ist als das Fahren und das Pendeln mit dem öffentlichen Verkehrsmittel. (Abg. Wöginger: Wenn es aber ...!) Auch das ist eine doppelte Sauerei, eine ökologische und schon wieder eine soziale! Es kann sich nämlich gar nicht jeder ein Auto leisten. Selbst in Ihrer autovernarrten Welt müssten Sie das einmal einsehen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die wesentliche ökologische Frage sollte ja in Zeiten wie diesen vielleicht nicht ganz unerheblich sein. Zur ökologischen Frage spielt das jetzt natürlich erst recht eine Rolle, dass eine weitere, im Übrigen auch soziale und individuelle Ungerechtigkeit hinzugefügt wird, dass nämlich das Fahren und Pendeln mit dem Auto Ihnen mehr wert ist als das Fahren und das Pendeln mit dem öffentlichen Verkehrsmittel. (Abg. Wöginger: Wenn es aber ...!) Auch das ist eine doppelte Sauerei, eine ökologische und schon wieder eine soziale! Es kann sich nämlich gar nicht jeder ein Auto leisten. Selbst in Ihrer autovernarrten Welt müssten Sie das einmal einsehen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Wöginger: ... Steuern!
Auch diejenigen, die auf das öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, werden von Ihnen doppelt und dreifach geschädigt: erstens, weil Sie so eine dumme Pendlerpauschale machen; zweitens, weil Sie den öffentlichen Verkehr nicht fördern, sondern aushungern; und drittens, weil Sie den Unfug dann noch lautstark verteidigen! Das ist doch nicht mehr hinzunehmen. (Abg. Wöginger: ... Steuern!)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Das sind Wahlzuckerl für Ihre Klientelen. Das ist ja noch logisch, deshalb schreit ja der ÖAMTC mit dem Wirtschaftsbund und mit dem ÖAAB in Tateinheit hier das Gleiche herum. Aber wieso die Sozialdemokratie da mitgeht und sich eine Generalsekretärin hält, die das noch nicht einmal versteht, aber hier die anderen belehren will, das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus! (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und deswegen stimmt ihr zu?
Daher sehe ich es durchaus ein oder verstehe ich es, dass die Regierung da Handlungsbedarf gehabt hat. Aber es ist, wie bereits erwähnt, viel zu spät, es ist kompliziert (Abg. Ing. Westenthaler: Und deswegen stimmt ihr zu?), und wie Frau Bundesminister Fekter selbst im Ausschuss gesagt hat: Es ist komplexer geworden.
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso stimmt ihr zu? Wieso macht ihr die Räuberleiter?
Lieber Kollege Westenthaler! Mach dir Sorgen um das BZÖ, aber sicherlich nicht um die FPÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso stimmt ihr zu? Wieso macht ihr die Räuberleiter?) Ich glaube, dass wir in einem Jahr sicher besser dastehen als ihr. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir ja am Sonntag sehen, wie es ausgeht! In Kärnten vor allem!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir ja am Sonntag sehen, wie es ausgeht! In Kärnten vor allem!
Lieber Kollege Westenthaler! Mach dir Sorgen um das BZÖ, aber sicherlich nicht um die FPÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso stimmt ihr zu? Wieso macht ihr die Räuberleiter?) Ich glaube, dass wir in einem Jahr sicher besser dastehen als ihr. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das werden wir ja am Sonntag sehen, wie es ausgeht! In Kärnten vor allem!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt der Blendgranate zu!
Aber – und jetzt, lieber Kollege Westenthaler, komme ich darauf zurück. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt der Blendgranate zu!) – wir sagen: Es ist eine schlechte Reform immer noch besser als gar keine Reform! Und dass die Leute ein bisschen Geld mehr bekommen, ist besser, als würden sie gar nichts bekommen. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist der Grund, warum wir letzten Endes auch zustimmen werden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber – und jetzt, lieber Kollege Westenthaler, komme ich darauf zurück. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt der Blendgranate zu!) – wir sagen: Es ist eine schlechte Reform immer noch besser als gar keine Reform! Und dass die Leute ein bisschen Geld mehr bekommen, ist besser, als würden sie gar nichts bekommen. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist der Grund, warum wir letzten Endes auch zustimmen werden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Aber – und jetzt, lieber Kollege Westenthaler, komme ich darauf zurück. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr stimmt der Blendgranate zu!) – wir sagen: Es ist eine schlechte Reform immer noch besser als gar keine Reform! Und dass die Leute ein bisschen Geld mehr bekommen, ist besser, als würden sie gar nichts bekommen. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist der Grund, warum wir letzten Endes auch zustimmen werden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der FPÖ.
Worum es letzten Endes wirklich geht – Frau Bundesminister, Sie haben es ja schon einmal zaghaft angedeutet –: Es geht einfach einmal darum, dass die Mittel- und Kleinverdiener per se entlastet werden. Es geht nämlich darum, dass in der Einkommensteuerprogression die Stufen angehoben werden und der Einstiegssteuersatz gesenkt wird. Das hätte einen Sinn, dass man unsere Wähler und Steuerzahler nachhaltig entlastet. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dabei geht es nicht darum, dass man wieder neue Steuern einführt – wie es die SPÖ in Form von Vermögenssteuern so gerne möchte –, sondern es geht darum, dass man vorher die Staatsausgaben senkt, damit man auch die Steuern wiederum senken kann. Dann hat die Bevölkerung wirklich etwas davon! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Mit den vorliegenden Änderungen im Einkommensteuergesetz wird sowohl die steuerliche Belastung, also die Steuerlast der arbeitenden Bevölkerung, die pendeln muss, gesenkt, aber auch jene, die keine Steuer zahlen, bekommen eine Förderung. Daher haben wir beide Teile berücksichtigt: Sowohl jene, die den starken Steuerrucksack zu schleppen haben, entlasten wir, aber sozial ausgewogen geben wir auch Negativsteuer und heben die Förderung an für jene, die nicht Steuern zahlen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Das glauben Sie doch selber nicht!
Wir haben das System nicht nur sozial ausgewogen gestaltet, sondern auch wesentlich gerechter gemacht (Abg. Dr. Moser: Das glauben Sie doch selber nicht!), nämlich für Teilzeitkräfte, die bisher keine Pendlerpauschale in Anspruch nehmen konnten. Auch wenn sie nur einen Tag pro Woche arbeiten, bekommen sie jetzt aliquot eine Pendlerpauschale.
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben weiters festgelegt, dass das Jobticket allen Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmern, die es bekommen, steuerfrei und auch sozialabgabenfrei zur Verfügung gestellt werden muss. Es muss also keine Steuer dafür bezahlt werden – was bisher der Fall war –, und es muss auch keine Sozialversicherung für diesen „Sachbezug“ – unter Anführungszeichen – abgeliefert werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen erhöhen Sie die Mineralölsteuer für alle gleich!
nehmerinnen und Arbeitnehmer von ihrer enormen Steuerlast gemäß ihrer Steuerlast entlastet (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen erhöhen Sie die Mineralölsteuer für alle gleich!), und das haben wir getan. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
nehmerinnen und Arbeitnehmer von ihrer enormen Steuerlast gemäß ihrer Steuerlast entlastet (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen erhöhen Sie die Mineralölsteuer für alle gleich!), und das haben wir getan. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Jetzt geben Sie es auch noch zu!
Wenn jemand mehr verdient, zahlt er überproportional sofort durch die Progression mehr Steuern. (Abg. Mag. Kogler: Jetzt geben Sie es auch noch zu!) Da ist es, Herr Westenthaler, gerechtfertigt, dass auch der Mittelstand (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch noch überzeugt davon, dass das gerecht ist!) von dieser Steuerentlastung profitiert. Ich bekenne mich dazu, dass die Leistungsträger, die uns die Steuern abliefern, damit wir überhaupt so etwas gestalten können (Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ), dass dieser Mittelstand, der diese Steuerlast trägt, auch entsprechend entlastet wird. Das ist gerechtfertigt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Kostet für den das Benzin mehr, der mehr Geld hat?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch noch überzeugt davon, dass das gerecht ist!
Wenn jemand mehr verdient, zahlt er überproportional sofort durch die Progression mehr Steuern. (Abg. Mag. Kogler: Jetzt geben Sie es auch noch zu!) Da ist es, Herr Westenthaler, gerechtfertigt, dass auch der Mittelstand (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch noch überzeugt davon, dass das gerecht ist!) von dieser Steuerentlastung profitiert. Ich bekenne mich dazu, dass die Leistungsträger, die uns die Steuern abliefern, damit wir überhaupt so etwas gestalten können (Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ), dass dieser Mittelstand, der diese Steuerlast trägt, auch entsprechend entlastet wird. Das ist gerechtfertigt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Kostet für den das Benzin mehr, der mehr Geld hat?)
Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ
Wenn jemand mehr verdient, zahlt er überproportional sofort durch die Progression mehr Steuern. (Abg. Mag. Kogler: Jetzt geben Sie es auch noch zu!) Da ist es, Herr Westenthaler, gerechtfertigt, dass auch der Mittelstand (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch noch überzeugt davon, dass das gerecht ist!) von dieser Steuerentlastung profitiert. Ich bekenne mich dazu, dass die Leistungsträger, die uns die Steuern abliefern, damit wir überhaupt so etwas gestalten können (Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ), dass dieser Mittelstand, der diese Steuerlast trägt, auch entsprechend entlastet wird. Das ist gerechtfertigt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Kostet für den das Benzin mehr, der mehr Geld hat?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Kostet für den das Benzin mehr, der mehr Geld hat?
Wenn jemand mehr verdient, zahlt er überproportional sofort durch die Progression mehr Steuern. (Abg. Mag. Kogler: Jetzt geben Sie es auch noch zu!) Da ist es, Herr Westenthaler, gerechtfertigt, dass auch der Mittelstand (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind auch noch überzeugt davon, dass das gerecht ist!) von dieser Steuerentlastung profitiert. Ich bekenne mich dazu, dass die Leistungsträger, die uns die Steuern abliefern, damit wir überhaupt so etwas gestalten können (Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ), dass dieser Mittelstand, der diese Steuerlast trägt, auch entsprechend entlastet wird. Das ist gerechtfertigt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Kostet für den das Benzin mehr, der mehr Geld hat?)
Abg. Mag. Kogler: Genau wegen dem ganzen Blödsinn ist unser Steuersystem kompliziert ...!
Daher bekenne ich mich dazu, dass wir hier die Pauschalierung im Hinblick auf Steuerlastminderung gestaltet haben, dass wir aber für jene, die keine Steuer entrichten, eine Anhebung der Negativsteuer auf das Doppelte vorgenommen haben, sodass insgesamt bis zu 400 € an Negativsteuer zustehen. Wir handeln sehr ausgewogen, sozial gerecht und ökologisch sinnvoll (Abg. Mag. Kogler: Genau wegen dem ganzen Blödsinn ist unser Steuersystem kompliziert ...!), weil wir das kleine und das große Pauschale beibehalten. Daher sind, glaube ich, die Argumente, die hier vorgebracht worden sind, sehr einseitig, da sie nicht alles berücksichtigt haben. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Daher bekenne ich mich dazu, dass wir hier die Pauschalierung im Hinblick auf Steuerlastminderung gestaltet haben, dass wir aber für jene, die keine Steuer entrichten, eine Anhebung der Negativsteuer auf das Doppelte vorgenommen haben, sodass insgesamt bis zu 400 € an Negativsteuer zustehen. Wir handeln sehr ausgewogen, sozial gerecht und ökologisch sinnvoll (Abg. Mag. Kogler: Genau wegen dem ganzen Blödsinn ist unser Steuersystem kompliziert ...!), weil wir das kleine und das große Pauschale beibehalten. Daher sind, glaube ich, die Argumente, die hier vorgebracht worden sind, sehr einseitig, da sie nicht alles berücksichtigt haben. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! 1,6 Millionen Menschen kommt diese Förderung für Mobilität, um zum Arbeitsplatz zu gelangen, zugute. 1,6 Millionen Menschen – das lassen wir uns nicht schlechtreden! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Hauptsächlich!
Frau Kollegin Moser, es ist nicht richtig, dass das eine reine Speckgürtelförderung ist. (Abg. Dr. Moser: Hauptsächlich!) Wir wissen aus den statistischen Materialien, dass die meisten Menschen in ihre Bezirksstädte oder in die umliegenden Städte pendeln und nicht zwangsläufig in den Speckgürtel von Linz, Graz oder Wien.
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Es ist falsch! Sie bleiben in der Region, und weil sie in der Region bleiben, gehören sie unterstützt! Und der Lebensraum im ländlichen Raum gehört nicht ausgetrocknet, so wie Sie sich das wünschen! Wir sind dafür, dass diese Menschen, die dort leben, unterstützt werden! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Dr. Moser: Dann brauchen wir Arbeit in der Region!
Es ist frivol, den Menschen zu erklären, sie sollen dort nicht pendeln, denn die meisten Menschen können es sich nicht aussuchen, erstens wo sie leben und zweitens wo sie den Arbeitsplatz finden. (Abg. Dr. Moser: Dann brauchen wir Arbeit in der Region!) – Da muss die Politik ihnen helfen, und wir tun das! Sie reden es nur schlecht! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es ist frivol, den Menschen zu erklären, sie sollen dort nicht pendeln, denn die meisten Menschen können es sich nicht aussuchen, erstens wo sie leben und zweitens wo sie den Arbeitsplatz finden. (Abg. Dr. Moser: Dann brauchen wir Arbeit in der Region!) – Da muss die Politik ihnen helfen, und wir tun das! Sie reden es nur schlecht! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abänderungsantrag in zweiter Lesung eine Einschleifregelung vorsehen. – Danke! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das ist nicht wahr!
Auf der Strecke bleiben die Wenigverdiener, die Teilzeitarbeitskräfte, jene, die keine Lohnsteuer zahlen. (Abg. Silhavy: Das ist nicht wahr!) – Frau Kollegin, jene, die unter der steuerlichen Freigrenze liegen, bekommen nur gewisse Almosen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Sie kennen sich nicht aus!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Sie kennen sich nicht aus!
Auf der Strecke bleiben die Wenigverdiener, die Teilzeitarbeitskräfte, jene, die keine Lohnsteuer zahlen. (Abg. Silhavy: Das ist nicht wahr!) – Frau Kollegin, jene, die unter der steuerlichen Freigrenze liegen, bekommen nur gewisse Almosen. (Bundesministerin Dr. Fekter: Sie kennen sich nicht aus!)
Beifall beim BZÖ.
Frau Bundesminister, wenn Sie tatsächlich etwas machen wollen für die Leute und eine Steuersenkung durchführen wollen, dann machen Sie eine Steuersenkung für den Mittelstand, denn dieser ist in Österreich extrem belastet! Das ist die Wahrheit! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist der Weisheit letzter Schluss, und das sollte auch so umgesetzt werden! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Alles in allem ist diese Reform ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist noch nicht perfekt, es ist eine Zwischenlösung, und daher werden wir auch den Entschließungsantrag des Kollegen Dolinschek, aber auch den noch einzubringenden des Kollegen Jannach unterstützen. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Sie sagen: Jene, die nicht Steuer zahlen. Sie sagen: Wenn jemand mehr verdient, zahlt er mehr Steuer. – Steuern zahlen wir aber alle. Wir zahlen nicht nur Lohn- und Einkommensteuer, Frau Finanzministerin, sondern wir zahlen auch viele andere Steuern. Es sei hier nur die Mineralölsteuer genannt, die zum Beispiel in diesem Zusammenhang von Relevanz wäre. Wir zahlen aber auch die Umsatzsteuer – eine der größten Steuern des Landes. Wir zahlen Sozialversicherungsabgaben. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) – Lassen Sie mich ausreden, Frau Finanzministerin!
Bundesministerin Dr. Fekter: Sie sind Umverteilungsweltmeister!
Und wenn wir alle Abgaben heranziehen und uns anschauen, was die Verteilungsstudien über die Verteilung der Steuerlast sagen, dann kommt heraus – Frau Finanzministerin, Sie wissen es genau –, dass unser Steuer- und Abgabensystem proportional wirkt. (Bundesministerin Dr. Fekter: Sie sind Umverteilungsweltmeister!) – Für unsere Zuseherinnen und Zuseher: Was bedeutet das? – Das bedeutet eben, dass jemand, der ein niedriges Einkommen hat, anteilsmäßig, relativ gesehen, gleich viel Steuern und Abgaben zahlt wie jemand, der sehr viel verdient. (Abg. Amon: Aber das stimmt ja nicht!) – Das ist die Verteilungsstudie des Wifo, Herr Amon. Lesen Sie sie und schauen Sie sich das einmal an! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Amon: Aber das stimmt ja nicht!
Und wenn wir alle Abgaben heranziehen und uns anschauen, was die Verteilungsstudien über die Verteilung der Steuerlast sagen, dann kommt heraus – Frau Finanzministerin, Sie wissen es genau –, dass unser Steuer- und Abgabensystem proportional wirkt. (Bundesministerin Dr. Fekter: Sie sind Umverteilungsweltmeister!) – Für unsere Zuseherinnen und Zuseher: Was bedeutet das? – Das bedeutet eben, dass jemand, der ein niedriges Einkommen hat, anteilsmäßig, relativ gesehen, gleich viel Steuern und Abgaben zahlt wie jemand, der sehr viel verdient. (Abg. Amon: Aber das stimmt ja nicht!) – Das ist die Verteilungsstudie des Wifo, Herr Amon. Lesen Sie sie und schauen Sie sich das einmal an! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und wenn wir alle Abgaben heranziehen und uns anschauen, was die Verteilungsstudien über die Verteilung der Steuerlast sagen, dann kommt heraus – Frau Finanzministerin, Sie wissen es genau –, dass unser Steuer- und Abgabensystem proportional wirkt. (Bundesministerin Dr. Fekter: Sie sind Umverteilungsweltmeister!) – Für unsere Zuseherinnen und Zuseher: Was bedeutet das? – Das bedeutet eben, dass jemand, der ein niedriges Einkommen hat, anteilsmäßig, relativ gesehen, gleich viel Steuern und Abgaben zahlt wie jemand, der sehr viel verdient. (Abg. Amon: Aber das stimmt ja nicht!) – Das ist die Verteilungsstudie des Wifo, Herr Amon. Lesen Sie sie und schauen Sie sich das einmal an! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Krainer: Wo er recht hat, hat er recht! – Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, hat er nicht!
Es ist keine Rede davon, dass jene, die ein hohes Einkommen haben, auch tatsächlich höhere Steuern zahlen. Das möchte ich in diesem Zusammenhang wirklich einmal klarstellen, Frau Finanzministerin, denn das empört mich bei der ÖVP immer wieder, dass Sie immer von jenen reden, die keine Steuern zahlen. Die zahlen natürlich brav ihre Steuern, wenn sie einkaufen gehen, wenn sie tanken gehen, sie zahlen ihre Sozialversicherungsabgaben und dergleichen mehr. (Abg. Krainer: Wo er recht hat, hat er recht! – Bundesministerin Dr. Fekter: Nein, hat er nicht!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Und wenn man jetzt ein bisserl herumtut und sagt: Naja, wir machen einen höheren Pendlerzuschlag und gestalten den Pendlereuro als Absetzbetrag aus!, dann korrigieren wir zwar ein bisschen in die Gegenrichtung, beseitigen aber deshalb noch lange nicht die soziale Ungerechtigkeit, machen aber das System extrem kompliziert. Aus der Sicht der Verwaltungsreform heraus ist das ein Schritt in die falsche Richtung. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Wöginger: Ich lade dich einmal ein ins Innviertel!
Da hat Frau Abgeordnete Moser schon recht, wenn sie sagt, diese Pendlerpauschale ist eine Förderung jener, die im Speckgürtel leben. Ich gehe noch einen Schritt weiter und sage: Diese Pendlerpauschale ist eine Zersiedelungspauschale, die noch weitere hohe Folgekosten für die soziale und technische Infrastruktur hat. (Abg. Wöginger: Ich lade dich einmal ein ins Innviertel!)
Zwischenruf der Abg. Tamandl.
Herr Abgeordneter Wöginger, wir haben schon im Ausschuss darüber debattiert, da haben Sie mir schon vorgeworfen, ich würde mich sozusagen nicht um das Land kümmern und das Land verkümmern lassen. Nein, das tue ich nicht! (Zwischenruf der Abg. Tamandl.) Ich glaube, da braucht man andere Instrumente dafür, und diese anderen Instrumente liegen im Finanzausgleich.
Abg. Wöginger: Das ist eine Zumutung!
Ich bin sehr dafür, dass man die Zentren im Raum fördert, aber das kann man um Himmels willen nicht mit dem falschen Instrument der Pendlerpauschale tun. (Abg. Wöginger: Das ist eine Zumutung!) Das geht nicht! Das geht über den Finanzausgleich, das geht über Förderungen von Betriebsansiedelungen, das geht über einen aufgabenorientierten Finanzausgleich, und das geht möglicherweise auch über die Zusammenlegung von Gemeinden, um diese am Land stärker zu fördern. (Abg. Wöginger: Das ist eine Verhöhnung des ländlichen Raums!) Denn wenn die Zentren am Land leben – eine alte finanzwissenschaftliche These –, dann lebt auch der Raum um dieses Zentrum. Das wäre eine Förderung des ländlichen Raums, aber nicht eine falsch verstandene Reform einer Pendlerpauschale, die nichts anderes ist als ein fahrlässiger Umgang mit Steuermitteln. (Abg. Linder: Du lebst schon zu lange in Wien! – Ruf bei der ÖVP: Wiener Hochmut!)
Abg. Wöginger: Das ist eine Verhöhnung des ländlichen Raums!
Ich bin sehr dafür, dass man die Zentren im Raum fördert, aber das kann man um Himmels willen nicht mit dem falschen Instrument der Pendlerpauschale tun. (Abg. Wöginger: Das ist eine Zumutung!) Das geht nicht! Das geht über den Finanzausgleich, das geht über Förderungen von Betriebsansiedelungen, das geht über einen aufgabenorientierten Finanzausgleich, und das geht möglicherweise auch über die Zusammenlegung von Gemeinden, um diese am Land stärker zu fördern. (Abg. Wöginger: Das ist eine Verhöhnung des ländlichen Raums!) Denn wenn die Zentren am Land leben – eine alte finanzwissenschaftliche These –, dann lebt auch der Raum um dieses Zentrum. Das wäre eine Förderung des ländlichen Raums, aber nicht eine falsch verstandene Reform einer Pendlerpauschale, die nichts anderes ist als ein fahrlässiger Umgang mit Steuermitteln. (Abg. Linder: Du lebst schon zu lange in Wien! – Ruf bei der ÖVP: Wiener Hochmut!)
Abg. Linder: Du lebst schon zu lange in Wien! – Ruf bei der ÖVP: Wiener Hochmut!
Ich bin sehr dafür, dass man die Zentren im Raum fördert, aber das kann man um Himmels willen nicht mit dem falschen Instrument der Pendlerpauschale tun. (Abg. Wöginger: Das ist eine Zumutung!) Das geht nicht! Das geht über den Finanzausgleich, das geht über Förderungen von Betriebsansiedelungen, das geht über einen aufgabenorientierten Finanzausgleich, und das geht möglicherweise auch über die Zusammenlegung von Gemeinden, um diese am Land stärker zu fördern. (Abg. Wöginger: Das ist eine Verhöhnung des ländlichen Raums!) Denn wenn die Zentren am Land leben – eine alte finanzwissenschaftliche These –, dann lebt auch der Raum um dieses Zentrum. Das wäre eine Förderung des ländlichen Raums, aber nicht eine falsch verstandene Reform einer Pendlerpauschale, die nichts anderes ist als ein fahrlässiger Umgang mit Steuermitteln. (Abg. Linder: Du lebst schon zu lange in Wien! – Ruf bei der ÖVP: Wiener Hochmut!)
Beifall bei den Grünen.
weil am Sonntag in Niederösterreich eine Wahl stattfindet, auf 200 Millionen € auf Dauer. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Amon: Sie schon, aber der Herr Rossmann nicht!
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Mag. Andreas Schieder: Herr Präsident! Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Gleich eingangs, weil der Zwischenruf „Wiener Hochmut!“ gefallen ist: Ich glaube, auch wenn man in Wien aufgewachsen ist, weiß man trotzdem, wie die Lebenssituation außerhalb der Großstadt ist. (Abg. Amon: Sie schon, aber der Herr Rossmann nicht!) – Sie ist aber auch in der Stadt oft nicht einfach. Aber darauf komme ich noch zurück.
Abg. Wöginger: Innviertel!
Es geht um die Leute im Lavanttal in Kärnten, im Waldviertel, im Mühlviertel (Abg. Wöginger: Innviertel!), wo auch immer, wo die Infrastruktur so dünn ist, dass die Leute oft sehr weit fahren müssen, um überhaupt zu einem Arbeitsplatz zu kommen. Auch in der Steiermark, in allen Bundesländern gibt es solche Regionen.
Abg. Dr. Moser: Das haben wir schon 2005 gesagt!
Daher ist es auch notwendig, wenn man solche Regeln einführt – die übrigens ja schon eingeführt worden sind unter der Regierung Bruno Kreisky –, immer wieder darauf zu schauen, ob die Treffsicherheit nach wie vor vorhanden ist. (Abg. Dr. Moser: Das haben wir schon 2005 gesagt!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Auch der Pendlerabsetzbetrag, der direkt wie Bargeld wirkt, bedeutet 2 € mehr pro gefahrenem Kilometer zwischen Arbeitsplatz und Wohnsitz pro Jahr. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist ein guter Tag, ein wichtiger Beschluss für die Menschen, die oft sehr mühsam und weit zur Arbeit fahren müssen, um ihrer Arbeit nachzukommen. Daher halte ich es auch für gerechtfertigt, dass wir diese Reform heute so beschließen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Das stimmt ja nicht!
Frau Kollegin Moser! Wir haben das im Finanzausschuss wirklich schon besprochen. Erstens: Das Jobticket ist ein Meilenstein, gerade auch für Leute in Wien, die bis heute auf ihren Kosten sitzen geblieben sind. Zweitens: Im Speckgürtel bekommt niemand eine große Pendlerpauschale, weil jedem ein öffentliches Verkehrsmittel zumutbar ist. (Abg. Dr. Moser: Das stimmt ja nicht!) Verbreiten Sie hier keine Unwahrheiten!
Abg. Ing. Westenthaler: Was habe ich denn gesagt?
Herr Kollege Westenthaler hat sich gerade verabschiedet. Ich möchte nur eine Unklarheit beseitigen, von der er gesprochen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Was habe ich denn gesagt?) Er hat gemeint, der Pendler-Euro sei gedeckelt, sei ein Absetzbetrag und man bekäme nur das zurück, was man gerade an Steuerpflicht hat. – Ich habe so einen Blödsinn, wie ihn mit dieser Aussage Herr Kollege Westenthaler heute geboten hat, in meiner ganzen zehnjährigen Laufbahn noch nicht gehört. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Westenthaler hat sich gerade verabschiedet. Ich möchte nur eine Unklarheit beseitigen, von der er gesprochen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Was habe ich denn gesagt?) Er hat gemeint, der Pendler-Euro sei gedeckelt, sei ein Absetzbetrag und man bekäme nur das zurück, was man gerade an Steuerpflicht hat. – Ich habe so einen Blödsinn, wie ihn mit dieser Aussage Herr Kollege Westenthaler heute geboten hat, in meiner ganzen zehnjährigen Laufbahn noch nicht gehört. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Sie sprechen immer davon, für die Teilzeitkräfte und die Minderverdiener hätten wir nichts gemacht. Also wenn es nichts ist, wenn jemand keine Lohnsteuer bezahlt, wenn sein Nettoeinkommen 11 000 € nicht übersteigt, und wenn er im Jahr 400 € an Negativsteuern zurückbekommt – 150 € mehr als jetzt –, dann weiß ich nicht, Herr Westenthaler, wie Sie darauf kommen. Bitte erkundigen Sie sich einmal! Sie können gerne zu mir kommen, ich erkläre Ihnen, was der Unterschied zwischen einem Absetzbetrag und einem Freibetrag ist. Sie wissen es offensichtlich nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Amon: Aber es sind vor allem die Grünen!
Ich freue mich, dass wir auch die Wochenpendler mit eingeschlossen haben. Meine FSG-Kollegen in der Wiener Arbeiterkammer sind sehr erbost darüber, dass sie die rot-grüne Stadtregierung im Regen stehen lässt, was das Ticket, das Parkpickerl für Wochenpendler betrifft. Selbst jene, die einen Zweitwohnsitz in Wien haben, nämlich Bauarbeiter – das ist gerade eure Klientel –, lasst ihr im Regen stehen, weil ihr dieses rot-grüne Parkpickerl-Chaos in Wien anrichtet. (Abg. Amon: Aber es sind vor allem die Grünen!) Lasst euch da etwas einfallen, denn so geht das nicht. Dafür müssen wir auch noch eine Lösung finden.
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.
Ansonsten ein Danke an die Frau Bundesministerin, auch ein Danke an Frau Mag. Baumgartner, die wirklich eine hervorragende Fachfrau auf diesem Gebiet ist. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Abg. Tamandl: Ja! Das haben Sie gesagt!
Frau Kollegin Tamandl hat soeben behauptet, ich hätte gesagt, dass der Pendler-Euro gedeckelt wäre. (Abg. Tamandl: Ja! Das haben Sie gesagt!) – Das habe ich nicht gesagt. Sie können dann gerne das Protokoll lesen.
Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der ÖVP: Aber den Pendler-Euro bekommt er trotzdem! – Bundesministerin Dr. Fekter: Und mehr!
Das entspricht auch dem, was im Gesetz steht. Das ist die Ungerechtigkeit: dass Menschen, die länger fahren müssen, die noch mehr auf sich nehmen müssen, nicht mehr bekommen, sondern gleich viel wie Menschen, die weniger fahren. Das ist eine Ungerechtigkeit. (Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der ÖVP: Aber den Pendler-Euro bekommt er trotzdem! – Bundesministerin Dr. Fekter: Und mehr!)
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Finanzminister versteht nicht einmal die Deckelung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Silhavy. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Finanzminister versteht nicht einmal die Deckelung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Genau so ist es!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Frau Kollegin Tamandl, man könnte die Frage des rot-grünen Pickerls, wie Sie es genannt haben, leichter lösen, wenn das Land Niederösterreich für entsprechende öffentliche Verbindungen nach Wien sorgen würde. Nur diesen einen Satz zu Ihrer Polemik, die Sie vorhin angebracht haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Genau so ist es!)
Abg. Dr. Moser: Nein! Ich habe es sogar herausgestrichen!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ein bisschen überrascht bin ich schon über den Verlauf dieser Diskussion. Frau Kollegin Moser, als Frau wirst du wissen, dass wir jahrelang gefordert haben, dass Teilzeitbeschäftigte – und das sind eben in der Mehrheit Frauen – auch in den Genuss des Pendlerpauschales und dieser neuen Lösung kommen. Heute redest du dagegen. (Abg. Dr. Moser: Nein! Ich habe es sogar herausgestrichen!) Ich bin ehrlich gestanden etwas baff darüber.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich verstehe beim besten Willen nicht, was aus eurer Sicht gegen diese Reform spricht. Es tut mir leid, aber ich empfinde es als reine Polemik, die vielleicht durch Landtagswahlen, die jetzt vor der Tür stehen, da ist. Aber das ist nicht sachlich begründet. Im Grunde genommen werden Forderungen von euch unterstützt, wenn auch nicht in dem Ausmaß, wie ihr es euch wahrscheinlich wünscht. Aber das mit der ganzen Problematik öffentlicher Verkehr oder nicht vorhandener öffentlicher Verkehr zu verbinden, empfinde ich persönlich als eine Ausrede, um eine gute Lösung negativ darzustellen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, dass diese Neuregelung sowohl für die ältere Generation als auch und vor allem für Frauen und NiedriglohnbezieherInnen eine gute Regelung ist. Ich würde mir sehr wünschen, dass die anderen Fraktionen, die momentan noch versuchen, etwas Negatives zu finden, diese positiven Regelungen für die Menschen in den Vordergrund stellen würden und diesen Vorlagen zustimmen würden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir ersuchen Sie, hier mitzugehen. Wir werden eine namentliche Abstimmung verlangen, so wie wir das beim Führerscheingesetz auch gemacht haben. Ich ersuche Sie um Zustimmung zu diesem Antrag. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Weil der Herr Pröll keine Arbeitsplätze schafft!
Gemeinde, in einen anderen Bezirk oder auch hunderte Kilometer fahren müssen. (Abg. Dr. Jarolim: Weil der Herr Pröll keine Arbeitsplätze schafft!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe es schon gesagt: Es profitieren nicht nur die Pendlerinnen und Pendler, sondern es profitieren ihre Familien. Darum geht es eigentlich. Mit dem heutigen Beschluss bringen wir eine wirkliche Verbesserung. Das heißt, der Pendler-Euro kommt und die Pendlerpauschale bleibt. Das haben wir zustande gebracht, und ich bedanke mich ganz herzlich bei dir, sehr geehrte Frau Bundesministerin! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, dass es eine gerechte und faire Lösung ist, der wir auch gerne zustimmen, und ich darf Sie ersuchen, diesen Antrag auch zu unterstützen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Wer sagt denn das?
Gerade das Weinviertel ist ein Pendlerbezirk. Wir haben mehrere Leistungszentren – wenn man so will –, die Bezirkshauptstädte, und einige Orte, wo es auch Industriebetriebe gibt, aber doch eine sehr starke Orientierung nach Wien. Wir hören heute von den Grünen, dass die Autofahrer gestraft gehören (Abg. Mag. Kogler: Wer sagt denn das?), dass es eine doppelte Sauerei ist und eine Zersiedelungspauschale – furchtbar, furchtbar, furchtbar. (Abg. Mag. Kogler: Völlig falsch! Hirn einschalten und rechnen!)
Abg. Mag. Kogler: Völlig falsch! Hirn einschalten und rechnen!
Gerade das Weinviertel ist ein Pendlerbezirk. Wir haben mehrere Leistungszentren – wenn man so will –, die Bezirkshauptstädte, und einige Orte, wo es auch Industriebetriebe gibt, aber doch eine sehr starke Orientierung nach Wien. Wir hören heute von den Grünen, dass die Autofahrer gestraft gehören (Abg. Mag. Kogler: Wer sagt denn das?), dass es eine doppelte Sauerei ist und eine Zersiedelungspauschale – furchtbar, furchtbar, furchtbar. (Abg. Mag. Kogler: Völlig falsch! Hirn einschalten und rechnen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann nur sagen: Bei den meisten Familien, die im Weinviertel leben, wo mehrere Kinder da sind, ein Elternpaar da ist und vielleicht Großeltern da sind, ist es so: Einer arbeitet in der einen Himmelsrichtung, der andere in der anderen Himmelsrichtung und der dritte wieder in einer anderen Himmelsrichtung. Die meisten brauchen ein Auto oder zumindest ein Fahrrad, um zum Bahnhof zu kommen. Das ist das Problem auf dem Land. Wir haben nicht nur einen Ort, an dem wir arbeiten. Wenn einer etwas leisten will, dann fährt er weiter. Ich glaube, das ist das, was man zu sagen hat: Pendler sind Menschen, die zeigen, dass sie etwas leisten wollen und deswegen auch die Mühe auf sich nehmen, um den für sie richtigen und passenden Arbeitsplatz zu haben. Deswegen verdienen Pendler einmal grundsätzlich Respekt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Riepl: Der Wöginger war das doch nicht allein!
Meine Damen und Herren! Auch wenn wir jetzt diese Anerkennung, diesen Respekt weiterentwickeln, so wissen wir trotzdem, dass wir noch immer ein Budget haben, wo man furchtbar unter Druck steht, und dass wir ein Budget haben, bei dem das Geld nicht nur so herausfließt. Trotzdem ist es August Wöginger gelungen, in guter Zusammenarbeit mit unserer Finanzministerin und den Regierungskollegen zu erreichen, dass wir da eine echte Weiterentwicklung zustande gebracht haben, die die Pendlerpauschale stärkt, den Pendler-Euro einführt und die Negativsteuer deutlich erhöht. (Abg. Riepl: Der Wöginger war das doch nicht allein!) Das heißt, wir haben jetzt ein System, das denen, die weniger verdienen und für die die Kosten des Pendelns doppelt belastend sind, mehr hilft als den anderen. Das ist richtig. Gerade für uns auf dem Land – und ich sage das auch als bäuerlicher Abgeordneter – ist das eine sehr wichtige Maßnahme, denn alle unsere Kinder müssen pendeln und so mancher Nebenerwerbslandwirt auch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Deswegen müssen wir den ländlichen Raum entwickeln!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Deswegen müssen wir den ländlichen Raum entwickeln!
Meine Damen und Herren! Auch wenn wir jetzt diese Anerkennung, diesen Respekt weiterentwickeln, so wissen wir trotzdem, dass wir noch immer ein Budget haben, wo man furchtbar unter Druck steht, und dass wir ein Budget haben, bei dem das Geld nicht nur so herausfließt. Trotzdem ist es August Wöginger gelungen, in guter Zusammenarbeit mit unserer Finanzministerin und den Regierungskollegen zu erreichen, dass wir da eine echte Weiterentwicklung zustande gebracht haben, die die Pendlerpauschale stärkt, den Pendler-Euro einführt und die Negativsteuer deutlich erhöht. (Abg. Riepl: Der Wöginger war das doch nicht allein!) Das heißt, wir haben jetzt ein System, das denen, die weniger verdienen und für die die Kosten des Pendelns doppelt belastend sind, mehr hilft als den anderen. Das ist richtig. Gerade für uns auf dem Land – und ich sage das auch als bäuerlicher Abgeordneter – ist das eine sehr wichtige Maßnahme, denn alle unsere Kinder müssen pendeln und so mancher Nebenerwerbslandwirt auch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Deswegen müssen wir den ländlichen Raum entwickeln!)
Abg. Jannach: Also wir stimmen dagegen!
Und ich sage dem Herrn Kollegen Jannach noch etwas: Er wird erst wirksam nach der nächsten Wahl. Es wird Regierungsverhandlungen geben, und die werden sehr viel mehr Punkte betreffen als nur die Agrardiesel-Vergünstigung. Da geht es um die Existenz der Bauern in den nächsten sieben Jahren, weil auch die ganze EU-Finanzierung auf dem Spiel steht. Bitte bleiben Sie, Herr Kollege Jannach, deswegen ein bisschen bei der Sache! (Abg. Jannach: Also wir stimmen dagegen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich verstehe, dass Sie jetzt Kärntner Wahlpolitik machen und gerne einen Luftballon steigen lassen, von dem Sie wissen, dass er nicht ernst gemeint ist. Das kommt vielleicht in Kärnten gut an, hat aber sachlich und politisch in dieser Koalitionsregierung keinen Rückhalt, weil wir zu dem stehen, was ausgemacht war. Wir wissen ganz genau, was uns bei dem Sparpaket an Sorgen und Problemen erspart geblieben ist, weil wir für ein Jahr den Agrardiesel ausgesetzt haben. Wir werden aber sicher über irgendeine Form dieser Produktionskostenvergütung reden müssen, aber erst zu gegebener Zeit. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Rossmann: Die hat so viele Fehler! Die ist so schlecht gemacht!
Zum Kollegen Rossmann in dem Zusammenhang: Er spricht von sozialer Ungerechtigkeit. Herr Kollege! Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind hier in Österreich an der Spitze, was die Verteilungsgerechtigkeit anbelangt, was die soziale Gerechtigkeit betrifft. Ich empfehle, die Keuschnigg-Studie zu lesen. Da ist eindeutig festgehalten, dass Österreich an der Spitze in Europa ist, was die soziale Gerechtigkeit betrifft. (Abg. Mag. Rossmann: Die hat so viele Fehler! Die ist so schlecht gemacht!) Mit dieser Reform gehen wir einen weiteren Schritt in diese Richtung, und die Pendler profitieren davon.
Abg. Mag. Kogler: Warum bekommen die Armen dann fast nichts?
Lungau. Da sind 75 Prozent der Bevölkerung darauf angewiesen, zu pendeln. Nur 25 Prozent haben den Arbeitsplatz im eigenen Ort. 25 Prozent müssen in einen anderen Bezirk pendeln. Das bedeutet Zeit und Aufwand, und da ist es notwendig, dass wir diese Leute auch entsprechend unterstützen. (Abg. Mag. Kogler: Warum bekommen die Armen dann fast nichts?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf mich bei Frau Bundesminister Fekter herzlich für diese Initiative bedanken, auch beim Kollegen Wöginger, der sich massiv eingesetzt hat, damit wir diese gute Regelung jetzt beschließen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dolinschek: Jetzt sind alle neugierig!
Abgeordneter Oswald Klikovits (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Dolinschek: Jetzt sind alle neugierig!) – Du kannst ruhig neugierig sein. Ich werde das loben, was gut ist.
Beifall bei der ÖVP.
Ich gebe all jenen Recht, die heute von einem guten Tag für die rund 1,6 Millionen Pendlerinnen und Pendler sprechen. Bei aller Kritik und bei aller Schwäche, die jedes Gesetz haben kann, möglicherweise auch dieses, glaube ich, sollten wir alle hier im Hohen Haus den guten Willen in den Vordergrund stellen, nämlich dass wir den schwer betroffenen Pendlerinnen und Pendlern, die tagtäglich viele Kilometer fahren und zusätzliche Belastungen auf sich nehmen, um ihrer Arbeit nachgehen zu können, auch die Unterstützung geben, die sie sich verdient haben, und ein bisschen von dem zurückgeben, was sie an Steuerleistung für diese Republik miteinbringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Das kann es vor allem besser geben!
Ich verstehe die Grünen einfach nicht, wenn sie hier mit Sozialromantik versuchen, das anders darzustellen. Es wäre gut, wenn auch Sie bei allen Schwächen, wie gesagt, die jedes Gesetz haben kann, den Pendlerinnen und Pendlern ein Signal und eine Wertschätzung entgegenbringen würden, indem Sie diesem Gesetz zustimmen. Es kann immer ein bisschen mehr geben, aber wir sind auf dem richtigen Weg. (Abg. Mag. Kogler: Das kann es vor allem besser geben!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Das Falsche verhindern! Das Bessere machen!
Danke, Frau Bundesministerin, dass du diesen Weg hier gemeinsam mit uns gehst! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Das Falsche verhindern! Das Bessere machen!)
Beifall bei der ÖVP.
Warum ist uns das so wichtig? – Bis jetzt ist es so, dass alle, die nur 1 € mehr Pension haben als die jetzige Grenze, den vollen Absetzbetrag verlieren. Das hat viele schlimm getroffen, und deshalb gibt es die Neuregelung. Solche Härten soll es jetzt nicht mehr geben. Das darf nicht mehr passieren. Die Neuregelung wurde den Seniorenvertretern in den Pensionsverhandlungen zugesagt. Herzlichen Dank, Frau Minister, dass Sie dieses Versprechen, diese Zusage einhalten. Herzlichen Dank, Frau Minister, dass Sie diesen Familien jetzt helfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Hier geht es um Familien, die oft mehrere Kinder großgezogen haben. Sie haben viel zum Gelingen des Generationenvertrages beigetragen. Allein das sollte diese Maßnahme schon außer Diskussion stellen. Alles in allem ist es eine weitere Hilfe für Seniorenfamilien, ein wichtiges Signal. Die Familie ist für uns ein wichtiger Wert im Erwerbsleben und genauso in der Pension. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter. – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Die Frau Finanzministerin stöhnt schon, wenn ich ans Rednerpult komme, und sagt, das ist schon die dritte Wortmeldung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zweite Wortmeldung: Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. 6 Minuten Redezeit. – Bitte. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter. – Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Die Frau Finanzministerin stöhnt schon, wenn ich ans Rednerpult komme, und sagt, das ist schon die dritte Wortmeldung!)
Abg. Neubauer: Pendl-Pauschale!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Ich halte fest, liebe Genossinnen und Genossen, Otto Pendl, Josef Cap, Kollege Wittmann, das kann der Bruno Kreisky in den siebziger Jahren nicht gemeint haben. Ich glaube auch, wenn ich da so die skeptischen Gesichter der Gewerkschafter anschaue, das kann nicht euer Begriff von sozialer Gerechtigkeit sein, was wir da heute beschließen, nämlich dieses System der Ungerechtigkeit bei der Pendlerpauschale. (Abg. Neubauer: Pendl-Pauschale!)
Abg. Mag. Kogler: Der Arbeiter muss den Gürtel enger schnallen?!
Ich glaube einfach nicht, dass das Bruno Kreisky in den siebziger Jahren gemeint hat, als er die Pendlervergütung für Bauarbeiter, die in die Ballungszentren fahren müssen, erfunden hat. Da hat er damals sicherlich nicht gewusst, dass seine Genossen 40 Jahre später im Parlament eine Regelung mit dem Grundsatz beschließen werden (Abg. Mag. Kogler: Der Arbeiter muss den Gürtel enger schnallen?!): Die, die mehr verdienen, sollen künftig eine höhere Pendlerförderung bekommen. – Das hat er damit sicherlich nicht gemeint, der Bruno Kreisky.
Abg. Wöginger: Das ändern wir gerade!
Ich halte noch einmal fest, dass es eine Deckelung der Pendlerpauschale gibt bei 60 Kilometer. (Abg. Wöginger: Das ändern wir gerade!) Das heißt, alle, die länger pendeln, die weiter fahren müssen, werden ein weiteres Mal bestraft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Alle, die mehr als 60 Kilometer pendeln, bekommen nicht mehr.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Ich halte noch einmal fest, dass es eine Deckelung der Pendlerpauschale gibt bei 60 Kilometer. (Abg. Wöginger: Das ändern wir gerade!) Das heißt, alle, die länger pendeln, die weiter fahren müssen, werden ein weiteres Mal bestraft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Alle, die mehr als 60 Kilometer pendeln, bekommen nicht mehr.
Beifall beim BZÖ.
Ich halte fest, dass heute ein Tagespendler, der 75 Kilometer einfache Wegstrecke fährt und 1 000 € im Monat verdient, mit 400 € entlastet wird, und ein Tagespendler, der 5 000 € im Monat verdient, mit ganzen 1 586 € entlastet wird. – Das ist die soziale Gerechtigkeit? Das ist ein Riesenunterschied in der Entlastung? Das lasst ihr zu, dass einer, der 5 000 € verdient, über 1 500 € an Pendlerbeihilfe kassiert und einer, der 1 000 € verdient, nur 400 € bekommt? – Das ist doch eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Das ist in Wirklichkeit doch nicht zum Aushalten, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Klikovits
Aber rechnen wir es weiter. Der mit 1 000 € hat zwar 400 € an Entlastung, darf aber keinen Pendlereuro beantragen, weil (Zwischenruf des Abg. Klikovits) er keinen Absetzbetrag bekommt. Der mit 5 000 €, der ohnehin schon 1 500 € Pendlerentschädigung bekommt, bekommt auch noch den Pendlereuro dazu, der bekommt bei 75 Kilometern, zweifacher Weg, auch noch 150 € dazu – wunderbar –, also noch einmal mehr. Der wird noch einmal belohnt, und der mit 1 000 € wird noch einmal bestraft.
Beifall beim BZÖ.
Jetzt kommt’s: Wissen Sie, wie viel das vorher war, bevor Sie heute Ihre tolle Reform beschlossen haben? – Es waren 25,6 Prozent. Das heißt der, der 1 000 € verdient und 75 Kilometer pendelt, hat jetzt eine pure Entlastung von 1,2 Prozentpunkten. Der wird sich bei Ihnen schön bedanken. Wunderbar! Der Großkopferte mit 5 000 € wird wesentlich besser entlastet, und das ist die Ungerechtigkeit, die wir hier sehen, und daher lehnen wir das auch entschieden ab. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Krainer: Die Legislaturperiode hat 2008 begonnen!
Jetzt noch eine Rechnung, damit Sie sehen, wie ungerecht dieses System ist – ich beziehe mich auf die Tätigkeit der Regierung in dieser Legislaturperiode –: Ihr habt in dieser Legislaturperiode zweimal die Mineralölsteuer erhöht, einmal im Jahr 2007 und einmal im Jahr 2011. (Abg. Krainer: Die Legislaturperiode hat 2008 begonnen!) Jetzt bin ich wieder bei unserem Beispiel, dem Pendler, der 1 000 € verdient und 75 Kilometer fährt. Er hat allein durch die Mineralölsteuererhöhung eine Mehrbelastung von 283,44 € im Jahr. Wissen Sie, wie viel Sie ihm jetzt mehr zurückgeben? – 149 €. Überspitzt formuliert könnte man sagen: Von den 149 €, die er heute mehr bekommt, unser Pendler mit 1 000 € Einkommen und 75 Kilometern einfacher Wegstrecke, muss er 283,44 € für die Mineralölsteuererhöhungen Ihrer Regierung bezahlen. Das geht sich nicht aus. Das ist ein Verlust von 134 €.
Abg. Strache: Die sind lieber für weniger! Ihr wollt lieber weniger Kilometergeld!
Das ist eine ungerechte Pendlervergütung, die den Namen gar nicht verdient, denn in Wirklichkeit ist sie nachweislich eine massive Belastung für die, die weniger verdienen, und die, die mehr fahren müssen. Ich verstehe überhaupt nicht, dass Sie das heute beschließen. Wir haben den Grundsatz, dass pro gefahrenem Kilometer ein echtes Kilometergeld bezahlt werden soll, immer, immer wieder propagiert. (Abg. Strache: Die sind lieber für weniger! Ihr wollt lieber weniger Kilometergeld!)
Beifall beim BZÖ.
Ich verstehe auch überhaupt nicht – das muss ich ehrlich sagen, Genossinnen und Genossen von der FPÖ –, warum Ihr da heute umfallt und der Regierung für diese soziale Ungerechtigkeit die Mauer macht. Das ist auch nicht toll, muss ich sagen, noch dazu vor dem großen Wahltag am Sonntag. Toll ist sie nicht, eure Vorstellung heute. (Beifall beim BZÖ.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Binder-Maier und Franz werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Binder-Maier und Franz werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei der FPÖ.
Der zweite Punkt: Es wird rückwirkend in Kraft gesetzt. Wir meinen, das ist verfassungswidrig und wird auch so aufgehoben werden. Und die größte Chuzpe bei der ganzen Geschichte ist, dass dieses Gesetz auch nur eine Gültigkeit von zwölf Monaten hat. Wir haben ein Wahljahr, meine Damen und Herren, und da macht man ein so wichtiges Gesetz für nur zwölf Monate gültig. Wir können davon ausgehen, dass in zwölf Monaten möglicherweise das Ganze wieder rückgeführt wird. Das ist eine Planungsunsicherheit, die eine Katastrophe ist, und zwar für alle Beteiligten in dem System, sowohl für die Studenten als auch für die Lehrenden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was ich damit sagen möchte: Wir werden mit diesem Gesetz schlechte Gewohnheiten einzementieren. Das, was wir wollen – der freie Zugang – wird abgeschafft werden. Wir werden diesem Gesetz nicht zustimmen. Wir fordern vielmehr eine Rücküberweisung an den Ausschuss, um es dort mit allen Stakeholdern in aller Ruhe noch einmal ordentlich diskutieren zu können. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Ein Pfusch von vorne bis hinten!
Abgeordnete Mag. Katharina Cortolezis-Schlager (ÖVP): Herr Vorsitzender! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Es liegt uns heute eine wichtige Novelle des Universitätsgesetzes vor. Sie ist lange geplant und vorbereitet worden. (Abg. Kickl: Ein Pfusch von vorne bis hinten!) Sie ist ein Schwerpunkt dieser Legislaturperiode und sie stellt die Weichen für ein neues Modell der Universitätenfinanzierung. Ich würde sagen, der Beitrag davor hat wenig auf das Gesetz Bezug genommen, daher werde ich das nun an dieser Stelle tun.
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister Töchterle, für diese Arbeit möchte ich dir und deinem Ressort ganz, ganz herzlich danken, denn diese große Umstellung hat viel Arbeit erfordert, viel Arbeit an Datenaufbereitung, an Systemumstellung in der gesamten Planung des Ressorts, und dafür ein herzliches Dankeschön auch von unserer Seite. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Äußerst spärlicher Applaus! Von euch ist ja kaum wer da!
Dieser Applaus gilt dem Bundesminister, gilt dem Ressort. (Abg. Grosz: Äußerst spärlicher Applaus! Von euch ist ja kaum wer da!) Auch Sie können applaudieren, denn die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Ressorts haben sich das verdient. (Abg. Grosz: Sollen wir euch helfen, weil ihr nur so wenige seid?)
Abg. Grosz: Sollen wir euch helfen, weil ihr nur so wenige seid?
Dieser Applaus gilt dem Bundesminister, gilt dem Ressort. (Abg. Grosz: Äußerst spärlicher Applaus! Von euch ist ja kaum wer da!) Auch Sie können applaudieren, denn die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Ressorts haben sich das verdient. (Abg. Grosz: Sollen wir euch helfen, weil ihr nur so wenige seid?)
Abg. Dr. Grünewald: Sind sie darum übergangen worden?
Abschließend: Was ist uns wichtig? – Herr Bundesminister! Dir herzlichen Dank für diesen wichtigen Schritt. Die Vorarbeiten der Universitätenkonferenz waren ganz, ganz wichtig. (Abg. Dr. Grünewald: Sind sie darum übergangen worden?) Wir möchten dich unterstützen, auf diesem Weg zu bleiben, die Modelle zu erproben und Schritt für Schritt das gesamte Modell der Universitätenkonferenz einzuführen. Dafür braucht es Budgetmittel. Wir sind eines der wenigen Länder Europas, die trotz Konsolidierung ihren Hochschulen mehr Budget gegeben haben. Dieses Budget mit 95 zusätzlichen Vollzeitäquivalenten soll die ersten Erprobungsschritte ermöglichen. Wir werden dich unterstützen, mit diesen Erprobungen Schritt für Schritt flächendeckend auch weitere Umsetzungsschritte einzuleiten.
Beifall bei der ÖVP.
Danke! Und wie eine Oppositionspartei gesagt hat: Dir ist damit die größte Novelle seit Firnberg gelungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hörl: Sie studieren gleich anderswo!
Sie wissen, dass sich der wissenschaftliche Nachwuchs aus den Studierenden und den AbsolventInnen ergibt. Sie lesen gestern und heute in den Zeitungen, dass fast 4 000 MedizinerInnen ins Ausland abwandern, da es hier keine Perspektiven gibt. Viele Leute, die im Ausland Stipendien haben, junge ForscherInnen, kommen nicht mehr zurück, da sie hier keine Perspektiven an den Universitäten haben. (Abg. Hörl: Sie studieren gleich anderswo!) Bitte? – Oder sie studieren irgendwo anders. Ja, das kann man so wollen. Ich will das nicht! Wenn Sie das wollen, sagen Sie es!
Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.
Darüber wird einfach nicht gesprochen, was mich ärgert. Früher wurden wir vielfach in den Dialog eingebunden, haben schon bei der Gesetzesentstehung mitdiskutiert. Und jetzt ist es so, dass es nicht möglich ist, mit Ihnen zu reden. Seit eineinhalb Jahren wird nicht mehr geredet. Wenn man im Ausschuss Fragen stellt, findet man immer einen Grund, sie nicht zu beantworten. Ich frage mich, wer hat die Entscheidungsgewalt, ob ein Minister ungestört und untangiert von lästigen Fragen bleibt oder nicht? Geht es darum, wie sein Empfinden ist? Wer verfügt darüber? Ich glaube, Abgeordnete haben ein Recht darauf! (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Spadiut.
Die uniko wie auch der Rat für Forschung und Technologieentwicklung – und ich geniere mich nicht, mit denen wirklich einer Meinung zu sein – sagen: Wenn man etwas verbessern will, muss man neues Geld in die Hand nehmen und nicht altes Geld immer aufs Neue als neu verkaufen. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Spadiut.)
Abg. List: So ein Blödsinn!
zeichen – „zugutehalten“, dass Sie dazu beigetragen haben, langfristige Weichenstellungen vorzunehmen, die sich jetzt sehr massiv auswirken auf die Rahmenbedingungen, die die Universitäten vorfinden. (Abg. List: So ein Blödsinn!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In Summe, denke ich, ist das ein Pilotversuch, der nach einer sehr verantwortungsvollen, langen und ausführlichen Diskussion gestartet wird und ein absolut herzeigbarer Kompromiss ist, zu dem wir sehr gut stehen können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ein Gesetz nicht ausreichend diskutieren zu können, ist eine Frechheit! Es jetzt aber von Rot und Schwarz mit aller Gewalt durchzupeitschen und noch rückwirkend zu beschließen, das ist unerhört! Das ist eigentlich der Skandal! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dieses Husch-Pfusch-Gesetz ermöglicht den Roten und Schwarzen nämlich sofort jede ideologische Änderung, wenn sie ihren Parteiinteressen dient und Sie danach verlangen. Damit verdient das Gesetz ein Nicht genügend und wird vom BZÖ abgelehnt. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Hervorragend, !
Abgeordnete Mag. Silvia Fuhrmann (ÖVP): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Wenn man ein Beispiel für eine pflichtgemäße Oppositionsrede sucht, dann, muss ich sagen, war dies soeben der Fall. (Abg. Grosz: Hervorragend, !) Wenn der Justamentstandpunkt den Inhalt Ihrer Politik ausmacht, dann ist das ein bisschen schade. Wenn Sie behaupten, Studierende würden aufgrund dieses Gesetzes gequält und seien deshalb frustriert (Ruf beim BZÖ: Das ist der Allgemeinzustand!), dann ist das kompletter Unsinn.
Ruf beim BZÖ: Das ist der Allgemeinzustand!
Abgeordnete Mag. Silvia Fuhrmann (ÖVP): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Wenn man ein Beispiel für eine pflichtgemäße Oppositionsrede sucht, dann, muss ich sagen, war dies soeben der Fall. (Abg. Grosz: Hervorragend, !) Wenn der Justamentstandpunkt den Inhalt Ihrer Politik ausmacht, dann ist das ein bisschen schade. Wenn Sie behaupten, Studierende würden aufgrund dieses Gesetzes gequält und seien deshalb frustriert (Ruf beim BZÖ: Das ist der Allgemeinzustand!), dann ist das kompletter Unsinn.
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb halte ich diesen Weg, so wie wir ihn jetzt beschritten haben, für richtig, nämlich mit der Festlegung von Kapazitäten, mit Aufnahmeverfahren, die die Universitäten autonom festlegen können, wo den Studierenden, wenn sie sich bewerben, klar sein muss, was man können muss, was das Ziel ist. Ich denke, das ist der Weg, wie wir zu gut ausgebildeten Akademikerinnen und Akademikern in Österreich kommen, die vom Studium begeistert sind – und nicht frustriert sind, wie das vielfach jetzt der Fall ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Neubauer.
Abgeordneter Stefan Markowitz (STRONACH): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Nach den Ausführungen meiner Vorrednerin muss ich sagen, dass man eines nicht vergessen darf: Studiengebühren hat es ja seinerzeit gegeben, sie wurden unter Schwarz-Blau eingeführt. Und was ist mit diesem Geld geschehen? – Mit diesem Geld ist nichts anderes geschehen, als dass irgendwelche Budgetlöcher gestopft wurden. Das ist das Hauptproblem. (Demonstrativer Beifall des Abg. Neubauer.) Es wäre gut gewesen, hätte man gemacht, was wir jahrelang gefordert haben, nämlich dass das Geld zweckgebunden ist für die Universitäten! Das fordern wir auch. (Abg. Höfinger: Wer hat das jahrelang gefordert?!) – Bitte?
Abg. Höfinger: Wer hat das jahrelang gefordert?!
Abgeordneter Stefan Markowitz (STRONACH): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Nach den Ausführungen meiner Vorrednerin muss ich sagen, dass man eines nicht vergessen darf: Studiengebühren hat es ja seinerzeit gegeben, sie wurden unter Schwarz-Blau eingeführt. Und was ist mit diesem Geld geschehen? – Mit diesem Geld ist nichts anderes geschehen, als dass irgendwelche Budgetlöcher gestopft wurden. Das ist das Hauptproblem. (Demonstrativer Beifall des Abg. Neubauer.) Es wäre gut gewesen, hätte man gemacht, was wir jahrelang gefordert haben, nämlich dass das Geld zweckgebunden ist für die Universitäten! Das fordern wir auch. (Abg. Höfinger: Wer hat das jahrelang gefordert?!) – Bitte?
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Höfinger.
Ich habe das jahrelang gefordert. Ich bin immerhin schon fünf Jahre hier. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Höfinger.) – Lieber Kollege, jetzt sage ich dir etwas: Das ist typisch ÖVP. Du läufst hinaus – wie immer. Zuerst bringst du eine blöde Meldung und dann gehst du wieder raus bei der Tür. So, passt. „Hände falten, Goschen halten!“, kenne ich von der ÖVP. (Abg. Grosz: Herr Präsident, !)
Abg. Grosz: Herr Präsident, !
Ich habe das jahrelang gefordert. Ich bin immerhin schon fünf Jahre hier. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Höfinger.) – Lieber Kollege, jetzt sage ich dir etwas: Das ist typisch ÖVP. Du läufst hinaus – wie immer. Zuerst bringst du eine blöde Meldung und dann gehst du wieder raus bei der Tür. So, passt. „Hände falten, Goschen halten!“, kenne ich von der ÖVP. (Abg. Grosz: Herr Präsident, !)
Beifall beim Team Stronach.
(Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Herr Minister, es ist immer wichtig, dass hier Projekte gefördert werden, nur ist in den letzten elf Jahren viel zu wenig geschehen. Deswegen gibt es auch vom Rechnungshof heftige Kritik. Daher würde ich Sie bitten, dass man das in Zukunft einfach umsetzt, damit die vielen Gelder, die ja richtig und für die Forschung wichtig sind, nicht irgendwie in anderen Projekten und falschen Kanälen versickern. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube in der Tat, wir haben einen wichtigen Schritt in Richtung einer neuen Finanzierung gesetzt. Die Superlativen, die hier genannt und kritisiert wurden, stammen nicht von mir. Was man aber sagen muss: Es ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer neuen Art der Universitätenfinanzierung. Und ich bin allen dankbar, die mir geholfen haben, diesen Schritt zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Elmar Mayer (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Wissenschaftsminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte an dem anschließen, was der Herr Minister eingangs gesagt hat, nämlich allen Beteiligten, die am Zustandekommen dieses Gesetzes mitgewirkt haben, meinen herzlichen Dank auszusprechen. Ganz besonders danken möchte ich, weil ich da direkten Kontakt habe und da am meisten erfahren habe, den Vertretern unseres Klubs, der Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl mit ihren Mitarbeitern. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Genauso wie es im Bereich der Bildung gilt, möglichst kein Kind auf der Strecke zu lassen und jedes Kind seinen individuellen Begabungen entsprechend zu fördern und zu fordern, muss es auch Ziel im Bereich der tertiären Ausbildung sein, dass jedem entsprechend Begabten ein Studium offensteht, und zwar unabhängig vom eigenen Einkommen oder vom Einkommen der Eltern. Das ist dann in einer weiteren Verhandlung über die Neuausrichtung der Studienförderung zu regeln. Ein Gesetz kann das nicht machen. Aber dafür kämpfen wir, und das ist auch gelungen. Daher: Danke schön! Ich gratuliere Ihnen zu diesem Ergebnis, Herr Minister. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Punkt eins: Sie scheinen nicht zu wissen, Herr Minister, dass es nicht Ihre Aufgabe als Bundesminister ist, die Argumente eines Oppositionspolitikers abzukanzeln. (Beifall bei der FPÖ.) Ihre Aufgabe, Herr Minister, ist es, ausschließlich den Ressortstandpunkt zu
Beifall bei der FPÖ.
Zitat: „() Die Mitglieder der Bundesregierung haben im Zuge parlamentarischer Debatten den Standpunkt ihres Ressorts und damit ihren Verantwortungsbereich zu vertreten und bei ihren Wortmeldungen eine gewisse Zurückhaltung zu praktizieren.“ (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall und Bravoruf bei der FPÖ.
Punkt zwei: Polemik als Vorwurf vorgebracht erscheint mir eines Altphilologen besonders unwürdig. Das altgriechische Wort „polemos“ heißt Streit. Polemik ist also ein Meinungsstreit im Rahmen politischer, religiöser, wissenschaftlicher, literarischer Diskussionen – also Streitkunst. Es ist nicht die Aufgabe eines Oppositionspolitikers, wie im Ausschuss des Abgeordneten Graf, den Konsens zu suchen, sondern im rhetorischen Wettstreit seinen Argumenten zum Durchbruch zu verhelfen. (Beifall und Bravoruf bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Es gab viele bekannte Polemiker. Ich zähle nur ein paar auf: Schopenhauer, Lessing, Heinrich Heine, Karl Marx, Karl Kraus, in der Politik Franz Josef Strauß, Hans-Dietrich Genscher, Kreisky. Also Martin Graf befindet sich in guter Gesellschaft. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Polemisch kann ich sagen: Sie können hier nicht den Herrn Professor spielen. Im edlen Wettstreit der Argumente kann ich sagen: Sehr geehrter Herr Minister, Sie sind als Regierungsmitglied hier im Parlament uns Abgeordneten verantwortlich und haben uns Rede und Antwort zu stehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Polemisch kann ich sagen: Steigen Sie herunter von Ihrem hohen Ross! Ich kann aber auch sagen: Sie verkennen das Wesen der Demokratie. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Novelle ist ein erster Schritt in Richtung Studienplatzfinanzierung an Österreichs Universitäten und bedeutet bessere und fairere Studienbedingungen, eine transparentere Finanzierung und damit mehr Qualität im tertiären Bildungsbereich. Das heißt gleichzeitig: Auch mehr Chancen für unsere Jugend! Und das ist gut so. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Zinggl macht eine verneinende Geste.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es stehen uns noch eineinhalb Minuten zur Verfügung. Herr Abgeordneter Dr. Zinggl, wollen Sie mit Ihrer Rede noch beginnen? (Abg. Dr. Zinggl macht eine verneinende Geste.) – Dann werde ich die Sitzung kurz unterbrechen und dann mit der Dringlichen Anfrage fortsetzen.
Ruf bei der ÖVP: 3,2 Prozent!
Diese 4 Milliarden € wurden also mit Genehmigung des Bundes vor elf Jahren veranlagt. Es hat ein Muss-Ziel von 5 Prozent gegeben. Die hat man nicht erreicht, sondern eine durchschnittliche Verzinsung von 2 Prozent. (Ruf bei der ÖVP: 3,2 Prozent!) – Zu den 3,2 Prozent komme ich dann noch.
Beifall beim Team Stronach.
Ich sage jetzt einmal, das hat nicht nur etwas mit Politikversagen zu tun, sondern das ist auch eine ganz klassische Misswirtschaft, die im Land Niederösterreich ganz einfach Fuß gefasst hat. Und es scheint wirklich, Frau Bundesministerin, dass Sie das decken, zumindest bis zum Wahltag am 3. März. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Frau Bundesministerin, Sie heißen Fekter, das ist vielleicht ein Glück, denn sonst hätte Pröll vielleicht vier S. So hat Pröll nur drei S: S wie Strasser, verurteilt wegen Bestechlichkeit; S wie Schneeberger, beschuldigt wegen Bilanzfälschung und Untreue; und S wie Sobotka – und ich sage jetzt einmal, auch das wird noch ein Fall werden für die Justiz, ein Fall für die SOKO St. Pölten. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Ich muss auch fragen: Warum hat man das ignoriert? Warum hat man nichts gegen diese Schuldenpolitik in Niederösterreich gemacht? Warum wurde nicht auch nach Niederösterreich eine sogenannte Experten-Troika geschickt? Im Fall von Salzburg hat man das ja sehr wohl gemacht. Ich kann auch nur hoffen, dass sich dieses niederösterreichische Desaster nicht auch noch in anderen Bundesländern abspielt beziehungsweise dort zum Vorschein kommt, denn sonst könnte es natürlich für uns alle ein massives Problem geben, und wir hätten dann auch Zustände wie in den Südländern Griechenland, Spanien, Portugal oder in sonstigen Pleitestaaten. Ich persönlich möchte nicht Österreich zu diesen Pleitestaaten zählen müssen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Wenn man jetzt mit 4,6 Prozent, wie man hört, abgezinst hat und eine jährliche Rendite von 1,8 Prozent laut Rechnungshof und 3,2 Prozent laut Landeshauptmann – ich persönlich glaube eher den Zahlen des Rechnungshofes – erzielt hat, dann ist es offensichtlich, dass es einen Verlust gegeben hat. Ein Gewinn kann erst dann entstehen, wenn nach Ende dieser Veranlagungszeit zumindest ein Plus von 8 Milliarden, oder besser gesagt, 8 Milliarden und ein Cent, da ist. Dass es so weit kommen wird, das wird sich – ich glaube, das wissen wir alle – nicht mehr ausgehen. Und auch wenn der Herr Landeshauptmann glaubt, dass mit Ende der Laufzeit, also mit Ende der Laufzeit von 20 Jahren, in puncto dieser Veranlagungen eine Durchschnittsverzinsung von 5 Prozent zu erreichen ist, dann muss ich ganz ehrlich sagen, ich glaube nicht an die Bankkenntnisse des Landeshauptmannes von Niederösterreich, denn dann würde das bedeuten, in den nächsten acht Jahren eine durchschnittliche Verzinsung von jährlich 11,7 Prozent erreichen zu müssen, und das scheint mir nicht wirklich machbar. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
In Wahrheit sind es dann die Menschen – und ich glaube, wir sind wirklich die Ersten, die sich trauen, ihnen das einmal zu sagen –, nämlich die Steuerzahler, die das tatsächliche Risiko tragen. Es ist nicht der Landeshauptmann, es ist nicht der Musikprofessor, es ist der Steuerzahler. Das ist in unseren Augen eine verantwortungslose Politik, das ist eine Misswirtschaft, und das ist eine Vergeudung von Volkseigentum. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Öllinger: „Staatsschuldenkrise“? Erklären Sie mir das, bitte!
Die Vergeudung von Volkseigentum, die kann man auch mit einem ganz klassischen Beispiel belegen. So war es zum Beispiel mitten in der Staatsschuldenkrise, kurz nachdem man Österreich das Triple A aberkannt hat (Abg. Öllinger: „Staatsschuldenkrise“? Erklären Sie mir das, bitte!), also ungefähr vor einem Jahr, als die Republik Österreich eine Anleihe in Höhe von 2 Milliarden € aufgenommen hat. Diese 2 Milliarden haben eine relativ überschaubare Verzinsung, nämlich 3,8 Prozent. Der Wahnsinn dabei ist nur, dass diese Anleihe über 50 Jahre läuft. Das heißt, für diese 2 Milliarden € müssen wir 4 Milliarden € allein an Zinsen bezahlen! – Das ist keine verantwortungsvolle Politik. Das wird den nächsten Generationen nicht helfen, die 300 Milliarden €, die wir derzeit an Schulden haben, die Haftungen von rund 160 Milliarden € abzubauen – beziehungsweise man muss ja auch ganz ehrlich sagen, dass die Staatsverschuldung jedes Jahr steigt.
Beifall beim Team Stronach.
Ich sage abschließend noch einmal: Diese Schuldenberge können wir den nächsten Generationen nicht hinterlassen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Öllinger: Das versteh ich sogar!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Minister! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Frau Abgeordnete, wenn Sie hier am Rednerpult sagen, der Kurs zum Staatsbankrott gehe munter weiter, dann ist das derart ein hanebüchener Unsinn, den ich ganz entschieden zurückweise! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Öllinger: Das versteh ich sogar!)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Das haben Sie bei Griechenland auch gesagt!
Wir haben von drei Ratingagenturen Triple A und sind damit eines der wenigen Länder in Europa mit Triple A. Wir haben bei einer Agentur AA1 mit stabilem Ausblick. Also ganz Europa schaut auf uns, wie wir das hinkriegen, weil wir nämlich erfolgreicher sind als alle anderen rund um uns. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Das haben Sie bei Griechenland auch gesagt!)
Abg. Dr. Jarolim: Bitte ein Mindestmaß an Objektivität!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Damit ist allen Parteien bewusst gewesen, dass Vorkommnisse, wie es sie in Salzburg gegeben hat, oder nach den Turbulenzen in einigen Städten wie beispielsweise Linz und St. Pölten, in Zukunft nicht mehr geschehen sollen und dass man anders vorgeht. (Abg. Dr. Jarolim: Bitte ein Mindestmaß an Objektivität!) Im Hinblick auf die Steuergeldverwendung ist es notwendig, dass man es nicht zum Spekulieren auf den Finanzmärkten verwenden darf. Und schon gar nicht darf man Schulden machen, um zu spekulieren.
Abg. Öllinger: Da waren Sie aber auch schon optimistischer! – Abg. Mag. Kogler: ... Steine in den Weg werfende Landeshauptleute ...!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin zuversichtlich, dass dieses Spekulationsverbot hier im Hohen Haus nach noch weitergehenden Verhandlungen in der nächsten Plenarsitzung verabschiedet werden kann und damit auch das Parlament die 15a-Vereinbarung ratifiziert. Denn erst, wenn das Parlament und alle Landtage diesen Staatsvertrag ratifiziert haben, können die Länder wieder Geld bei der OeBFA aufnehmen. Die Gespräche, die hier im Hohen Haus zwischen den Klubs geführt werden, werden mit Sicherheit zu einem Konsens führen. Ich glaube, der Konsens, dass wir keine Spekulationen wollen, der ist ja spürbar; der Weg dorthin ist noch nicht zu Ende gegangen, da brauchen wir noch etwas Zeit. (Abg. Öllinger: Da waren Sie aber auch schon optimistischer! – Abg. Mag. Kogler: ... Steine in den Weg werfende Landeshauptleute ...!)
Abg. Grosz: Ja!
Zu den Fragen 1 bis 10 (Abg. Grosz: Ja!):
Abg. Mag. Kogler: So eine Überraschung!
Die eingelangten Bewerbungen wurden unter Zugrundelegung der ausgeschriebenen objektiven Kriterien einer Prüfung durch eine weisungsfreie und unabhängige Begutachtungskommission, bestehend aus Vertretern der OeNB und des BMF, unterzogen. Mag. Klaus Kumpfmüller und Mag. Helmut Ettl wurden dabei als von allen Kandidaten am besten und im höchsten Ausmaß geeignet befunden. (Abg. Mag. Kogler: So eine Überraschung!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Krainer. – Abg. Mag. Kogler: Was gibt es da zu klatschen?
Der Herr Bundespräsident hat mit den jeweiligen Ernennungsdekreten vom 14. Februar 2013 die beiden genannten Herren zu Vorstandsmitgliedern der FMA für eine Funktionsperiode von jeweils fünf Jahren bestellt. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Krainer. – Abg. Mag. Kogler: Was gibt es da zu klatschen?)
Abg. Grosz: Jetzt wird es richtig lustig! Der neue Finanzexperte vom Team Stronach, seitdem er Geld vom Stronach kriegt!
Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Hagen. – Bitte. (Abg. Grosz: Jetzt wird es richtig lustig! Der neue Finanzexperte vom Team Stronach, seitdem er Geld vom Stronach kriegt!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Wer sagt das? Wissen Sie das schon?
Wie gut dieses Geschäft war oder ist, das wissen wir mittlerweile alle, wenn wir wissen – und das haben Sie ja bestätigt, Frau Finanzminister –, dass Griechenland dieses ausgeliehene Geld nicht mehr zurücküberweisen wird. (Bundesministerin Dr. Fekter: Wer sagt das? Wissen Sie das schon?) – Also dieses Geschäft geht in die Hose, das wissen wir. Und wenn man sieht, wie sich die Finanzsituation in Europa darstellt, dann muss man kein Prophet sein, um hier zu sagen, dass wir von dem Geld nie mehr etwas sehen werden. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Wie gut dieses Geschäft war oder ist, das wissen wir mittlerweile alle, wenn wir wissen – und das haben Sie ja bestätigt, Frau Finanzminister –, dass Griechenland dieses ausgeliehene Geld nicht mehr zurücküberweisen wird. (Bundesministerin Dr. Fekter: Wer sagt das? Wissen Sie das schon?) – Also dieses Geschäft geht in die Hose, das wissen wir. Und wenn man sieht, wie sich die Finanzsituation in Europa darstellt, dann muss man kein Prophet sein, um hier zu sagen, dass wir von dem Geld nie mehr etwas sehen werden. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.
Damit gehe ich weiter zum anderen Pröll, und zwar zu Erwin Pröll: Der verzockt die Wohnbaugelder und die Steuermilliarden. (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.)
Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ
Meine Damen und Herren! Die Kollegin (der Redner zögert) Kaufmann-Bruckberger hat ja zuvor schon einige Sachen gesagt (Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ), wie es in Niederösterreich zugeht. Ich möchte aber dazu vielleicht ein paar Kleinigkeiten mit ein paar Zahlen untermalen. (Abg. Grosz: Ich würde sagen: Setzen!)
Abg. Grosz: Ich würde sagen: Setzen!
Meine Damen und Herren! Die Kollegin (der Redner zögert) Kaufmann-Bruckberger hat ja zuvor schon einige Sachen gesagt (Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ), wie es in Niederösterreich zugeht. Ich möchte aber dazu vielleicht ein paar Kleinigkeiten mit ein paar Zahlen untermalen. (Abg. Grosz: Ich würde sagen: Setzen!)
Abg. Grosz: Das ist die erste Dringliche des Team Stronach, ein Gestotter!
Aus einem Bericht geht laut Bundesministerium für Finanzen hervor, dass in Niederösterreich bereits 3,2 Milliarden € in Schuldengesellschaften geparkt sind. (Abg. Grosz: Das ist die erste Dringliche des Team Stronach, ein Gestotter!) Die Gemeindeschulden werden in Niederösterreich mit 3,8 Milliarden € ausgewiesen und die Landesschulden mit 5,6 Milliarden €. (Abg. Grosz: Da redet ja der Stronach noch besser!) Wenn man das jetzt zusammenzählt, dann sind wir bei 12,6 Milliarden € Schulden in Niederösterreich.
Abg. Grosz: Da redet ja der Stronach noch besser!
Aus einem Bericht geht laut Bundesministerium für Finanzen hervor, dass in Niederösterreich bereits 3,2 Milliarden € in Schuldengesellschaften geparkt sind. (Abg. Grosz: Das ist die erste Dringliche des Team Stronach, ein Gestotter!) Die Gemeindeschulden werden in Niederösterreich mit 3,8 Milliarden € ausgewiesen und die Landesschulden mit 5,6 Milliarden €. (Abg. Grosz: Da redet ja der Stronach noch besser!) Wenn man das jetzt zusammenzählt, dann sind wir bei 12,6 Milliarden € Schulden in Niederösterreich.
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Grosz: Da redet ja der Stronach noch besser Deutsch!
Frau Minister, Sie haben vorhin auf die Artikel-15a-Vereinbarung zu Spekulationen hingewiesen. – Wir hatten heute in der Früh schon eine kurze Debatte dazu, Sie haben aber gestern auch die Kritik des Rechnungshofes in dieser Angelegenheit gehört, und zwar dahin gehend, dass da sehr vieles noch offen ist und dass hier mit den Ländern verhandelt werden muss. – Und wir alle wissen, wer da auf der Bremse steht: Das ist wieder einmal der liebe Erwin Pröll, der sich hier wieder nicht in die Karten schauen lassen will. Und wie die Zahlen beweisen, wenn man sich den Schuldenstand von Niederösterreich anschaut, hat er auch allen Grund dazu. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Grosz: Da redet ja der Stronach noch besser Deutsch!)
Abg. Krainer: Wann war das? Vor 20 Jahren? – Bundesministerin Dr. Fekter: Vor 23 Jahren, und er war ...!
Der Herr Kumpfmüller war früher Mitarbeiter bei der damaligen Frau Staatssekretärin Maria Fekter im Wirtschaftsministerium. (Abg. Krainer: Wann war das? Vor 20 Jahren? – Bundesministerin Dr. Fekter: Vor 23 Jahren, und er war ...!) Er war dann bei der HYPO Oberösterreich, bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich beschäftigt. (Abg. Krainer: Wie lange war er vor 23 Jahren beschäftigt? – Bundesministerin Dr. Fekter: Eineinhalb Jahre!) – Ja, dann ist es schon eigenartig, dass genau jetzt, wo in Niederösterreich der Hut brennt, diese Spitze in der Finanzmarktaufsicht ausgewechselt wird und da meiner Ansicht nach ganz klar eine nicht ganz unpolitische Besetzung stattgefunden hat. (Abg. Ursula Haubner: Nur deiner Ansicht nach!)
Abg. Krainer: Wie lange war er vor 23 Jahren beschäftigt? – Bundesministerin Dr. Fekter: Eineinhalb Jahre!
Der Herr Kumpfmüller war früher Mitarbeiter bei der damaligen Frau Staatssekretärin Maria Fekter im Wirtschaftsministerium. (Abg. Krainer: Wann war das? Vor 20 Jahren? – Bundesministerin Dr. Fekter: Vor 23 Jahren, und er war ...!) Er war dann bei der HYPO Oberösterreich, bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich beschäftigt. (Abg. Krainer: Wie lange war er vor 23 Jahren beschäftigt? – Bundesministerin Dr. Fekter: Eineinhalb Jahre!) – Ja, dann ist es schon eigenartig, dass genau jetzt, wo in Niederösterreich der Hut brennt, diese Spitze in der Finanzmarktaufsicht ausgewechselt wird und da meiner Ansicht nach ganz klar eine nicht ganz unpolitische Besetzung stattgefunden hat. (Abg. Ursula Haubner: Nur deiner Ansicht nach!)
Abg. Ursula Haubner: Nur deiner Ansicht nach!
Der Herr Kumpfmüller war früher Mitarbeiter bei der damaligen Frau Staatssekretärin Maria Fekter im Wirtschaftsministerium. (Abg. Krainer: Wann war das? Vor 20 Jahren? – Bundesministerin Dr. Fekter: Vor 23 Jahren, und er war ...!) Er war dann bei der HYPO Oberösterreich, bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich beschäftigt. (Abg. Krainer: Wie lange war er vor 23 Jahren beschäftigt? – Bundesministerin Dr. Fekter: Eineinhalb Jahre!) – Ja, dann ist es schon eigenartig, dass genau jetzt, wo in Niederösterreich der Hut brennt, diese Spitze in der Finanzmarktaufsicht ausgewechselt wird und da meiner Ansicht nach ganz klar eine nicht ganz unpolitische Besetzung stattgefunden hat. (Abg. Ursula Haubner: Nur deiner Ansicht nach!)
Abg. Grosz: Erzählen Sie uns etwas aus Vorarlberg! – Zwischenruf des Abg. List.
Schauen wir uns das (der Redner hält einen Ausdruck eines Zeitungsartikels in die Höhe) an: „70 Prozent der Gemeinden im Minus“. – Das ist nicht von mir erfunden. 70 Prozent der Gemeinden sind hoch verschuldet. (Abg. Grosz: Erzählen Sie uns etwas aus Vorarlberg! – Zwischenruf des Abg. List.) Das beginnt in der Steiermark, Bad Radkersburg; wenn wir dann weiter schauen, gibt es die Tiroler Gemeinde Gramais mit 34 000 € Pro-Kopf-Verschuldung.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich möchte da Vorarlberg erwähnen, bei dem immer sehr hervorgehoben wird, dass das Land eigentlich keine Schulden macht und das Land keine Schulden hat. Dort wälzt man sie nämlich auf die Gemeinden ab! Das ist der Trick, damit hat man ein ausgeglichenes Budget. Dort sind die Gemeinden extrem verschuldet. Schauen wir uns das an: Die mit 50 000 Einwohnern größte Stadt in Vorarlberg, Dornbirn, ist landesweit Spitze bei den Städten. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Dornbirn: Pro-Kopf-Verschuldung 2 777 €, dann gefolgt von Linz, St. Pölten, Graz, Eisenstadt. Am 6. Platz ist Bregenz – wieder eine Vorarlberger Gemeinde –, und so zieht sich das dann dahin. (Abg. Grosz: Sag’ ich ja: Aus Vorarlberger Sicht! – Abg. Krainer: Wo ist eigentlich Wien?)
Abg. Grosz: Sag’ ich ja: Aus Vorarlberger Sicht! – Abg. Krainer: Wo ist eigentlich Wien?
Ich möchte da Vorarlberg erwähnen, bei dem immer sehr hervorgehoben wird, dass das Land eigentlich keine Schulden macht und das Land keine Schulden hat. Dort wälzt man sie nämlich auf die Gemeinden ab! Das ist der Trick, damit hat man ein ausgeglichenes Budget. Dort sind die Gemeinden extrem verschuldet. Schauen wir uns das an: Die mit 50 000 Einwohnern größte Stadt in Vorarlberg, Dornbirn, ist landesweit Spitze bei den Städten. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Dornbirn: Pro-Kopf-Verschuldung 2 777 €, dann gefolgt von Linz, St. Pölten, Graz, Eisenstadt. Am 6. Platz ist Bregenz – wieder eine Vorarlberger Gemeinde –, und so zieht sich das dann dahin. (Abg. Grosz: Sag’ ich ja: Aus Vorarlberger Sicht! – Abg. Krainer: Wo ist eigentlich Wien?)
Abg. Grosz: Und was hat das mit Niederösterreich zu tun?
Und wenn wir bei den Gemeinden mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung weiterschauen, dann haben wir Warth in Vorarlberg mit 16 285 € an dritter Stelle bei den Gemeinden, Schröcken in Vorarlberg ist mit 14 793 € Pro-Kopf-Verschuldung am vierten Platz, und am neunten Platz, und damit bei den Top Ten auch noch dabei, liegt Bürserberg mit 9 351 €. (Abg. Grosz: Und was hat das mit Niederösterreich zu tun?) – Nur dass man einmal sieht, das sind schwarze Gemeinden, das sind schwarze Bundesländer, die beim Schuldenmachen an der Spitze sind. (Abg. Grosz: Ach so!)
Abg. Grosz: Ach so!
Und wenn wir bei den Gemeinden mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung weiterschauen, dann haben wir Warth in Vorarlberg mit 16 285 € an dritter Stelle bei den Gemeinden, Schröcken in Vorarlberg ist mit 14 793 € Pro-Kopf-Verschuldung am vierten Platz, und am neunten Platz, und damit bei den Top Ten auch noch dabei, liegt Bürserberg mit 9 351 €. (Abg. Grosz: Und was hat das mit Niederösterreich zu tun?) – Nur dass man einmal sieht, das sind schwarze Gemeinden, das sind schwarze Bundesländer, die beim Schuldenmachen an der Spitze sind. (Abg. Grosz: Ach so!)
Abg. Grosz: Könnte man jetzt die rote Lampe einschalten? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Und das war ja das große Problem gestern bei den Verhandlungen: dass hier die Gemeinden wieder einmal außen vor gelassen worden sind – der Herr Kogler wird mir das sicher bestätigen –, dass dieses Spekulationsverbot heute nicht auf die Tagesordnung gekommen ist. (Abg. Grosz: Könnte man jetzt die rote Lampe einschalten? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall beim Team Stronach.
aber während Kärnten diese Einnahmen zur Schuldentilgung verwendet hat, hat sie Niederösterreich wieder in Wertpapieren angelegt, also wurde da wieder gezockt, meine Damen und Herren. So schaut es nämlich aus, aber das darf man ja in diesem Österreich nicht sagen. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zum Abschluss möchte ich vielleicht auch noch die Menschen an den Fernsehschirmen aufklären, damit sie einmal wissen, wie das in den Gemeinden funktioniert. Man lagert nämlich auch dort die Schulden aus: Da bildet man irgendwelche Genossenschaften – Gemeindegenossenschaften oder Gemeindebetriebe –, die die Schulden dann übernehmen. Da kann man Schulen und alles Mögliche hineindrücken in eine Gebäudegesellschaft der Gemeinde, wohin die Schulden ausgelagert werden, damit sie nicht budgetrelevant sind. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Grosz: Der Stronach hat besser Deutsch gekonnt! – Abg. Krainer: Noch lebt er!
Diese Tricks werden immer wieder angewendet, und da, glaube ich, gehört ein Riegel vorgeschoben! Es wäre notwendig, dass hier einmal Klarheit geschaffen wird, dass die Gesetze dementsprechend sind, dass zum Schluss nicht wieder der Steuerzahler der Gelackmeierte ist und alles ausbaden darf. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Grosz: Der Stronach hat besser Deutsch gekonnt! – Abg. Krainer: Noch lebt er!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Kaufmann-Bruckberger. – Ruf bei der SPÖ: Ewald, war das 2003 war das, oder?
Sehr geehrte Damen und Herren! Dieser Substanzverlust beträgt zum heutigen Zeitpunkt weit über 1 Milliarde, und dafür trägt das Landesregierungsmitglied Finanzlandesrat Sobotka die alleinige Verantwortung. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Kaufmann-Bruckberger. – Ruf bei der SPÖ: Ewald, war das 2003 war das, oder?)
Heiterkeit bei den Grünen.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Minister! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die APA hat heute um 12.15 Uhr eine Aussendung zu dieser Dringlichen Anfrage gemacht. Sie begann sinngemäß mit den Worten: Im Parlament findet heute eine Premiere statt. Vier Tage vor der Landtagswahl macht das Team Stronach „erstmals so richtig auf sich aufmerksam“. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Zwischenruf beim Team Stronach sowie der Abg. Königsberger-Ludwig.
Damit ist alles gesagt über das Motiv der heutigen Dringlichen, meine Damen und Herren. Aber ich verstehe es natürlich: Wenn du einen Spitzenkandidaten hast, der zwar Millionen in die Werbung buttert, in Inserate buttert, aber gleichzeitigt sagt: Arbeiten will ich nachher nichts, in den Landtag gehe ich nachher nicht!, dann hat man ein Problem. (Zwischenruf beim Team Stronach sowie der Abg. Königsberger-Ludwig.) Wenn der Spitzenkandidat am 4. März in seinem Privatjet wieder nach Kanada fliegt, dann heißt es: Kana da! – Das ist sicherlich ein Problem; aber das ist ja nicht das einzige Problem des Team Stronach, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Damit ist alles gesagt über das Motiv der heutigen Dringlichen, meine Damen und Herren. Aber ich verstehe es natürlich: Wenn du einen Spitzenkandidaten hast, der zwar Millionen in die Werbung buttert, in Inserate buttert, aber gleichzeitigt sagt: Arbeiten will ich nachher nichts, in den Landtag gehe ich nachher nicht!, dann hat man ein Problem. (Zwischenruf beim Team Stronach sowie der Abg. Königsberger-Ludwig.) Wenn der Spitzenkandidat am 4. März in seinem Privatjet wieder nach Kanada fliegt, dann heißt es: Kana da! – Das ist sicherlich ein Problem; aber das ist ja nicht das einzige Problem des Team Stronach, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Ich habe gerade in den „NÖN“ nachgelesen: Das Team Stronach hat sich offensichtlich mit allen Künstlern in Niederösterreich angelegt, weil es den Vorwurf erhoben hat, das Personenkomitee, die Künstler in Niederösterreich, die für Erwin Pröll sind, wurden von Erwin Pröll unter Druck gesetzt, das zu machen. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Diese Künstler haben jetzt mit einer Petition darauf aufmerksam gemacht, was das für ein Schwachsinn ist, und Erwin Steinhauer hat einen schönen Ausspruch getan. Er hat zu dieser Aktion des Klubobmann Lugar vom Team Stronach gesagt: „Blöder geht’s nicht!“ (Abg. Petzner: Frau Präsidentin!) – Das hat er allerdings gesagt, bevor er von der heutigen Dringlichen Anfrage erfahren hat, meine Damen und Herren. Das hat er vorher gesagt: „Blöder geht’s nicht!“
Abg. Petzner: Frau Präsidentin!
Ich habe gerade in den „NÖN“ nachgelesen: Das Team Stronach hat sich offensichtlich mit allen Künstlern in Niederösterreich angelegt, weil es den Vorwurf erhoben hat, das Personenkomitee, die Künstler in Niederösterreich, die für Erwin Pröll sind, wurden von Erwin Pröll unter Druck gesetzt, das zu machen. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Diese Künstler haben jetzt mit einer Petition darauf aufmerksam gemacht, was das für ein Schwachsinn ist, und Erwin Steinhauer hat einen schönen Ausspruch getan. Er hat zu dieser Aktion des Klubobmann Lugar vom Team Stronach gesagt: „Blöder geht’s nicht!“ (Abg. Petzner: Frau Präsidentin!) – Das hat er allerdings gesagt, bevor er von der heutigen Dringlichen Anfrage erfahren hat, meine Damen und Herren. Das hat er vorher gesagt: „Blöder geht’s nicht!“
Abg. Krainer: Können Sie aus der Geschichte der Zweiten Republik einen Untersuchungsausschuss nennen, der nach einem Gerichtsverfahren war?
Das ist eine ganz klare Situation, bitte. In dieser Bank, in dieser AG gibt es Organe – wir alle kennen das Aktiengesetz –, diese Organe haben damit umzugehen. (Abg. Krainer: Können Sie aus der Geschichte der Zweiten Republik einen Untersuchungsausschuss nennen, der nach einem Gerichtsverfahren war?)
Abg. Krainer: Haben Sie da jetzt die Strafen mitgerechnet? Haben Sie da die Strafzahlungen mitgerechnet?
Das Zweite ist, meine Damen und Herren: Man muss schon ein bisschen unterscheiden. Wenn man „Hypo“ hört, denkt man gleich an die Hypo Kärnten – man denkt an die Hypo Kärnten. Wenn man von Banken redet, denkt man an die Kommunalkredit, an die Volksbanken. Der Unterschied ist nur, dass die Hypo Niederösterreich, meine Damen und Herren, bis jetzt keinen einzigen Steuer-Euro verwendet hat, sondern dem Steuerzahler in Niederösterreich in den letzten zehn Jahren insgesamt 105 Millionen € verdient hat. Das ist ein kleiner Unterschied zu den genannten anderen Banken, meine Damen und Herren. (Abg. Krainer: Haben Sie da jetzt die Strafen mitgerechnet? Haben Sie da die Strafzahlungen mitgerechnet?)
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Was die Veranlagungsstrategie betrifft: Das haben wir alle ja schon hundertmal gehört, meine Damen und Herren, und der Rechnungshof hat das fünfmal geprüft. Der Rechnungshof weist in seinem letzten Bericht von 6. Dezember des Vorjahres darauf hin, dass Niederösterreich sehr eng mit ihm kooperiert hat. Von 16 Empfehlungen hat das Land 15 umgesetzt. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) Eine konnte nicht umgesetzt werden, weil sich die Umstände inzwischen geändert hatten.
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig
Der Rechnungshof schreibt auf Seite 180 – ich habe es mir genau angeschaut, bitte nachlesen: Rechnungshofbericht, 6. Dezember 2012, Seite 180 (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig) –: Es geht hier nicht um einen Verlust, es geht um einen Minderertrag. – Das ist unbestritten. Prognostiziert, Erwartungshaltung war 5 Prozent Rendite, es waren in den letzten zehn Jahren aber nur 3,2 – ein Minderertrag, sagt der Rechnungshof; kein Verlust, ein Minderertrag. (Ruf bei den Grünen: Das ist unglaublich! – Abg. Mag. Kogler: Das ist ja Volksvertretungsverblödung, was Sie hier machen! Sie wissen es ja selber besser!)
Ruf bei den Grünen: Das ist unglaublich! – Abg. Mag. Kogler: Das ist ja Volksvertretungsverblödung, was Sie hier machen! Sie wissen es ja selber besser!
Der Rechnungshof schreibt auf Seite 180 – ich habe es mir genau angeschaut, bitte nachlesen: Rechnungshofbericht, 6. Dezember 2012, Seite 180 (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig) –: Es geht hier nicht um einen Verlust, es geht um einen Minderertrag. – Das ist unbestritten. Prognostiziert, Erwartungshaltung war 5 Prozent Rendite, es waren in den letzten zehn Jahren aber nur 3,2 – ein Minderertrag, sagt der Rechnungshof; kein Verlust, ein Minderertrag. (Ruf bei den Grünen: Das ist unglaublich! – Abg. Mag. Kogler: Das ist ja Volksvertretungsverblödung, was Sie hier machen! Sie wissen es ja selber besser!)
Zwischenruf bei den Grünen.
Der Rechnungshof schreibt auf Seite 177 – lesen Sie es nach! –, bis Oktober 2011 sei ein Positivsaldo von 408 Millionen € erzielt worden. (Zwischenruf bei den Grünen.) Inzwischen ist der Positivsaldo 824, weil in der Zwischenzeit weitere Gewinne gemacht wurden. – Also bitte, hören wir auf mit dem Gerede von Verlusten! Herr Rechnungshofausschussvorsitzender! Lesen Sie den Bericht vom 6. Dezember: ein Minderertrag, aber kein Verlust – da gibt es einen kleinen Unterschied, meine Damen und Herren!
Abg. Krainer: Nein! 8 Milliarden ist der Ausgangsbetrag! – Ruf bei den Grünen: 8 Milliarden!
Wenn man sich die Zahlen anschaut – ich habe es ja schon oft gesagt –, sieht man Folgendes: Ausgangsbasis war, veranlagt wurden 4,4 Milliarden (Abg. Krainer: Nein! 8 Milliarden ist der Ausgangsbetrag! – Ruf bei den Grünen: 8 Milliarden!) – lesen Sie den Rechnungshofbericht nach (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ); Rechnungshofbericht nachlesen, bitte! –; davon wurden 1,9 Milliarden entnommen, um das Sozialmodell Niederösterreich realisieren zu können. Das heißt, nach Adam Riese bleiben 2,5 Milliarden übrig; da sind aber 3,3 Milliarden, das heißt, es gibt einen Überschuss von 824 Millionen. Das ist im Rechnungshofbericht nachzulesen, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ
Wenn man sich die Zahlen anschaut – ich habe es ja schon oft gesagt –, sieht man Folgendes: Ausgangsbasis war, veranlagt wurden 4,4 Milliarden (Abg. Krainer: Nein! 8 Milliarden ist der Ausgangsbetrag! – Ruf bei den Grünen: 8 Milliarden!) – lesen Sie den Rechnungshofbericht nach (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ); Rechnungshofbericht nachlesen, bitte! –; davon wurden 1,9 Milliarden entnommen, um das Sozialmodell Niederösterreich realisieren zu können. Das heißt, nach Adam Riese bleiben 2,5 Milliarden übrig; da sind aber 3,3 Milliarden, das heißt, es gibt einen Überschuss von 824 Millionen. Das ist im Rechnungshofbericht nachzulesen, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.
Wenn man sich die Zahlen anschaut – ich habe es ja schon oft gesagt –, sieht man Folgendes: Ausgangsbasis war, veranlagt wurden 4,4 Milliarden (Abg. Krainer: Nein! 8 Milliarden ist der Ausgangsbetrag! – Ruf bei den Grünen: 8 Milliarden!) – lesen Sie den Rechnungshofbericht nach (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ); Rechnungshofbericht nachlesen, bitte! –; davon wurden 1,9 Milliarden entnommen, um das Sozialmodell Niederösterreich realisieren zu können. Das heißt, nach Adam Riese bleiben 2,5 Milliarden übrig; da sind aber 3,3 Milliarden, das heißt, es gibt einen Überschuss von 824 Millionen. Das ist im Rechnungshofbericht nachzulesen, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Abg. Krainer: Herr Kollege Stummvoll, wo bleiben die Fakten?
Und was die Verschuldung Niederösterreichs betrifft: Ich glaube, es ist bei uns allgemein anerkannt, im Budgetausschuss zumindest (Abg. Krainer: Herr Kollege Stummvoll, wo bleiben die Fakten?) – Gehen S’, hören Sie auf mit Ihren Zwischenrufen, Herr Kollege! Lesen Sie den Rechnungshofbericht nach! (Abg. Krainer: Fakten! Fakten! Fakten!) – Sie wollen die Fakten nicht zur Kenntnis nehmen. Auch Sie gehören zu jenen, die Ihre Parteifreunde haben nur ein einziges Ziel am 3. März: die absolute Mehrheit von Erwin Pröll soll gebrochen werden. (Zwischenruf des Abg. Tadler.) Alles andere ist Ihnen völlig egal. Es gibt kein Zukunftskonzept, das einzige Ziel ist, die absolute Mehrheit zu brechen.
Abg. Krainer: Fakten! Fakten! Fakten!
Und was die Verschuldung Niederösterreichs betrifft: Ich glaube, es ist bei uns allgemein anerkannt, im Budgetausschuss zumindest (Abg. Krainer: Herr Kollege Stummvoll, wo bleiben die Fakten?) – Gehen S’, hören Sie auf mit Ihren Zwischenrufen, Herr Kollege! Lesen Sie den Rechnungshofbericht nach! (Abg. Krainer: Fakten! Fakten! Fakten!) – Sie wollen die Fakten nicht zur Kenntnis nehmen. Auch Sie gehören zu jenen, die Ihre Parteifreunde haben nur ein einziges Ziel am 3. März: die absolute Mehrheit von Erwin Pröll soll gebrochen werden. (Zwischenruf des Abg. Tadler.) Alles andere ist Ihnen völlig egal. Es gibt kein Zukunftskonzept, das einzige Ziel ist, die absolute Mehrheit zu brechen.
Zwischenruf des Abg. Tadler.
Und was die Verschuldung Niederösterreichs betrifft: Ich glaube, es ist bei uns allgemein anerkannt, im Budgetausschuss zumindest (Abg. Krainer: Herr Kollege Stummvoll, wo bleiben die Fakten?) – Gehen S’, hören Sie auf mit Ihren Zwischenrufen, Herr Kollege! Lesen Sie den Rechnungshofbericht nach! (Abg. Krainer: Fakten! Fakten! Fakten!) – Sie wollen die Fakten nicht zur Kenntnis nehmen. Auch Sie gehören zu jenen, die Ihre Parteifreunde haben nur ein einziges Ziel am 3. März: die absolute Mehrheit von Erwin Pröll soll gebrochen werden. (Zwischenruf des Abg. Tadler.) Alles andere ist Ihnen völlig egal. Es gibt kein Zukunftskonzept, das einzige Ziel ist, die absolute Mehrheit zu brechen.
Abg. Krainer: Fakten!
Herr Kollege Krainer, lesen Sie nach! (Abg. Krainer: Fakten!) Und ich kenne Sie lange genug: Je lauter Ihre Zwischenrufe, umso schwächer sind Ihre Argumente, Herr Kollege Krainer (Beifall bei der ÖVP – Oh-Rufe bei der SPÖ), das kenne ich schon aus jahrelanger Erfahrung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Sacher und Krainer.)
Beifall bei der ÖVP – Oh-Rufe bei der SPÖ
Herr Kollege Krainer, lesen Sie nach! (Abg. Krainer: Fakten!) Und ich kenne Sie lange genug: Je lauter Ihre Zwischenrufe, umso schwächer sind Ihre Argumente, Herr Kollege Krainer (Beifall bei der ÖVP – Oh-Rufe bei der SPÖ), das kenne ich schon aus jahrelanger Erfahrung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Sacher und Krainer.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Sacher und Krainer.
Herr Kollege Krainer, lesen Sie nach! (Abg. Krainer: Fakten!) Und ich kenne Sie lange genug: Je lauter Ihre Zwischenrufe, umso schwächer sind Ihre Argumente, Herr Kollege Krainer (Beifall bei der ÖVP – Oh-Rufe bei der SPÖ), das kenne ich schon aus jahrelanger Erfahrung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Sacher und Krainer.)
Abg. Ing. Hofer: Das glaube ich auch!
Zum Abschluss, meine Damen und Herren: Alle, die mich kennen, wissen, dass ich mit Prognosen sehr vorsichtig bin. Ich wage heute eine Prognose, was den 3. März betrifft. Ich wage die Prognose, dass die Wählerinnen und Wähler in Niederösterreich klüger sind, als manche hier glauben (Abg. Ing. Hofer: Das glaube ich auch!), und dass ihr großer Wunsch, in Niederösterreich auch in Zukunft klare Verhältnisse zu haben, in Erfüllung gehen wird. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Sacher. – Abg. Krainer: Der Ausgangspunkt sind 8 Milliarden €, nicht 4,4! 8 Milliarden ist der Ausgangspunkt, das sind die Fakten! – Abg. Dr. Stummvoll verlässt mit einer Bemerkung das Rednerpult.)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Sacher. – Abg. Krainer: Der Ausgangspunkt sind 8 Milliarden €, nicht 4,4! 8 Milliarden ist der Ausgangspunkt, das sind die Fakten! – Abg. Dr. Stummvoll verlässt mit einer Bemerkung das Rednerpult.
Zum Abschluss, meine Damen und Herren: Alle, die mich kennen, wissen, dass ich mit Prognosen sehr vorsichtig bin. Ich wage heute eine Prognose, was den 3. März betrifft. Ich wage die Prognose, dass die Wählerinnen und Wähler in Niederösterreich klüger sind, als manche hier glauben (Abg. Ing. Hofer: Das glaube ich auch!), und dass ihr großer Wunsch, in Niederösterreich auch in Zukunft klare Verhältnisse zu haben, in Erfüllung gehen wird. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Sacher. – Abg. Krainer: Der Ausgangspunkt sind 8 Milliarden €, nicht 4,4! 8 Milliarden ist der Ausgangspunkt, das sind die Fakten! – Abg. Dr. Stummvoll verlässt mit einer Bemerkung das Rednerpult.)
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.
Abgeordneter Werner Herbert (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Stummvoll, Landeshauptmann Pröll hätte wahrlich seine Freude gehabt, wenn er Ihnen jetzt zugehört hätte, aber unrichtige Dinge werden nicht wahrer, auch wenn man sich noch so oft wiederholt! (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Warum wir das nicht geschafft haben, liegt, glaube ich, für alle auf der Hand: weil es einen mächtigen Landeshauptmann in Niederösterreich gibt, der all seine Macht und seinen Einfluss eingesetzt hat, um sicherzustellen, das eben dieses Spekulationsverbot nicht kommt – aber nicht so sehr, weil man dadurch nicht das verbergen kann, was er negativerweise mit den Spekulationen mit den Wohnbaugeldern in Niederösterreich schon zustande gebracht hat, sondern weil er wahrscheinlich nicht will, dass man ihm einmal mehr in die Karten schaut. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Abg. Mayerhofer: Ober-Croupiers!
Es gilt daher, diesen vorliegenden Kriminalfall – und es ist ein Kriminalfall, das steht fest – aufzuarbeiten. Die Verantwortlichen – und wer das ist, das steht auch fest; das sind Landeshauptmann Pröll und seine Verantwortungsträger (Abg. Mayerhofer: Ober-Croupiers!), die in verantwortungsloser Art und Weise gehandelt haben – sind klar in die Pflicht zu nehmen, das ist aufzuarbeiten. Ermittlungen vonseiten der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, aber auch der Finanzmarktaufsicht sind bereits eingeleitet, wie ich vernommen habe.
Beifall bei der FPÖ.
Was für den kleinen Mann, was für jede Niederösterreicherin und jeden Niederösterreicher gilt, das hat auch für Erwin Pröll zu gelten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Krainer: Was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht! – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Es gibt einen eklatanten Personalmangel bei der Exekutive in Niederösterreich. Es fehlen rund 500 Personalkräfte. Es gibt desolate Dienststellen, die, hätte das Arbeitsinspektorat etwas zu sagen, von heute auf morgen geschlossen werden müssten, da die Arbeitsbedingungen unter jedem gesetzlichen Rahmen sind. Und es gibt Mängel bei der Ausrüstung, sowohl im logistischen Bereich, im Ausstattungsbereich, als auch im Bereich der Sicherheit. (Abg. Krainer: Was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht! – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.)
Abg. Krainer: Schon bei der Sache bleiben !
Ich darf erinnern: Seit dem traurigen Vorfall in Hirtenberg ist mittlerweile ein Jahr vergangen; damals hat Landeshauptmann Pröll – aber auch Bundesministerin Fekter – versprochen, dass jeder Beamte eine persönliche Schutzweste zugewiesen bekommt. Bis dato ist das aber leider noch nicht erfolgt. (Abg. Krainer: Schon bei der Sache bleiben !)
Beifall bei der FPÖ.
Vielleicht gelingt es uns dann auch, die politische Mauer, die seitens der Pröll-ÖVP gemacht wird, aufzubrechen, und vielleicht können wir dann diesen Kriminalfall – nämlich diese Veranlagung der Wohnbaugelder – endgültig aufarbeiten und den Gerichten wie auch der politischen Klärung zuführen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Aus der Dringlichen lässt sich schon noch etwas machen. (Heiterkeit bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.) Wir werden auf den Niederösterreich-Skandal noch extra eingehen – auch wenn wir das schon ein paar Mal durchgeübt haben –, denn das, was Kollege Stummvoll hier wider besseres Wissen aufgeführt hat, ist ohnehin berichtigenswert – für das Protokoll –; dazu aber später.
Das Mikrophon rauscht. – Abg. Krainer: Das ist das Mikrophon bei der linken Schulter! – Abg. Haubner: Da wehrt sich sogar das Mikrophon!
Na selbstverständlich sagt die FMA, um diesen Beweis zu führen (Das Mikrophon rauscht. – Abg. Krainer: Das ist das Mikrophon bei der linken Schulter! – Abg. Haubner: Da wehrt sich sogar das Mikrophon!) Ich glaube, das ist die heimliche Verbindung des Landes Niederösterreich hier ins Parlament, jetzt haben wir die auch noch ausgehoben. (Beifall und Heiterkeit bei Grünen, SPÖ und FPÖ.) Aber es bleibt dabei, die Fragestellung ist vollkommen klar. Sie haben 8 Milliarden in die Hand genommen, die waren einmal da. Dafür haben sie vier bekommen – das muss man ja einmal herbekommen. Welche Hoffnung man da investiert hat. Ich finde es ja reizend, wenn die SPÖ sagt, um sich selbst für das, was damals passiert ist, zu rechtfertigen, dass der Landtagsbeschluss darauf abgezielt hat, das Geld quasi mündelsicher anzulegen.
Beifall und Heiterkeit bei Grünen, SPÖ und FPÖ.
Na selbstverständlich sagt die FMA, um diesen Beweis zu führen (Das Mikrophon rauscht. – Abg. Krainer: Das ist das Mikrophon bei der linken Schulter! – Abg. Haubner: Da wehrt sich sogar das Mikrophon!) Ich glaube, das ist die heimliche Verbindung des Landes Niederösterreich hier ins Parlament, jetzt haben wir die auch noch ausgehoben. (Beifall und Heiterkeit bei Grünen, SPÖ und FPÖ.) Aber es bleibt dabei, die Fragestellung ist vollkommen klar. Sie haben 8 Milliarden in die Hand genommen, die waren einmal da. Dafür haben sie vier bekommen – das muss man ja einmal herbekommen. Welche Hoffnung man da investiert hat. Ich finde es ja reizend, wenn die SPÖ sagt, um sich selbst für das, was damals passiert ist, zu rechtfertigen, dass der Landtagsbeschluss darauf abgezielt hat, das Geld quasi mündelsicher anzulegen.
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Das erzählt aber der Landeshauptmann, dass sich das am Schluss vielleicht noch ausgeht, genauso wie er den anderen Blödsinn erzählt – ich bitte Sie, ihm das auszutreiben; er hat immerhin auch ein Amt in dieser Republik –, dass man zur FMA gehen und einfach alle Daten einsehen kann. Das ist doch nicht nur hanebüchen, das ist die blanke Provokation. Das gehört zurückgewiesen, auch hier im Haus. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei Grünen, FPÖ und Team Stronach
Da sieht man auch wieder, wie dringend notwendig es wäre, dass Untersuchungsausschüsse und deren Einsetzung ein Minderheitsrecht werden, und zwar in ganz Österreich (Beifall bei Grünen, FPÖ und Team Stronach), weil es immer die Oppositionsparteien sind, die hier etwas weiterbringen. Das liegt ja in der Natur der Sache. Das ist völlig naheliegend. Aber nein, in Niederösterreich wird das halt noch länger dauern, auch wenn Sie auf irgendwelche Wahlergebnisse hoffen. Soll sein.
Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist nicht wahr!
möglich. Aber auch das ist Ihnen noch zu viel. Es darf jetzt überhaupt nichts sein. Und mit dieser Haltung, dass Sie den Landeshauptmann von Niederösterreich und diese Art von Spekulationen, die ärger und schlimmer sind als jene in Salzburg, weiter verteidigen (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist nicht wahr!) – selbstverständlich ist das wahr! –, ist auch völlig mit erklärt, warum die ÖVP im Besonderen jedes vernünftige Spekulationsverbot torpediert. Aber auch das werden wir Ihnen nicht durchgehen lassen. Wir werden die Verhandlungen neu starten und hoffentlich etwas Gescheites zustande bringen. Es muss in diesem Land möglich sein, eine Vernunft jenseits der ÖVP zu organisieren. Dort ist sie nicht mehr zu finden. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
möglich. Aber auch das ist Ihnen noch zu viel. Es darf jetzt überhaupt nichts sein. Und mit dieser Haltung, dass Sie den Landeshauptmann von Niederösterreich und diese Art von Spekulationen, die ärger und schlimmer sind als jene in Salzburg, weiter verteidigen (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist nicht wahr!) – selbstverständlich ist das wahr! –, ist auch völlig mit erklärt, warum die ÖVP im Besonderen jedes vernünftige Spekulationsverbot torpediert. Aber auch das werden wir Ihnen nicht durchgehen lassen. Wir werden die Verhandlungen neu starten und hoffentlich etwas Gescheites zustande bringen. Es muss in diesem Land möglich sein, eine Vernunft jenseits der ÖVP zu organisieren. Dort ist sie nicht mehr zu finden. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Des Weiteren darf ich darauf verweisen, dass es das BZÖ war, das durch eine Anzeige im Jahr 2009 der Abgeordneten Petzner und Stadler überhaupt erst die Ermittlungen in der Causa Hypo Niederösterreich ausgelöst hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Krainer: Das war jetzt schon ein bisschen lang!
Das soll zeigen, meine Damen und Herren, auf das BZÖ ist Verlass. Wir werden hier weiter für Aufklärung kämpfen. Das Team Stronach hat heute selbst bewiesen, dass diese Dringliche Anfrage völlig für die Fisch ist. Daher gibt es auch nicht mehr zu dieser Dringlichen Anfrage zu sagen. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Krainer: Das war jetzt schon ein bisschen lang!)
Beifall bei der SPÖ.
Auch die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, so meine ich, haben das Recht, genau über die Verwendung ihrer Steuergelder Bescheid zu wissen. Sie haben meines Erachtens das Recht, von unabhängigen Expertinnen und Experten Aufklärung und Information darüber zu erhalten, was mit ihren Wohnbaugeldern passiert ist, wie viel Geld tatsächlich in die Spekulation gesteckt worden ist, wie viel von diesem eingesetzten Geld noch vorhanden ist, wie sich der Zinsertrag in Euro errechnet und vor allem was in Zukunft mit diesem Spekulationsgeld geschehen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wohnbaugelder, geschätzte Damen und Herren, sollen dem Wohnbau dienen, sollen dem Wohnbau zur Verfügung gestellt werden, sollen den Menschen in Niederösterreich dienen und nicht den Spekulanten und Spekulationen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Oh-Rufe des Abg. Tadler
2001 haben wir veranlagt. Es ist jetzt mittlerweile einige Jahre her, auch wenn dies noch nicht so lange her ist. Wir stehen wenige Tage vor der Landtagswahl in Niederösterreich. Und da gibt es jetzt einen Herrn Stronach und seine gekauften Kandidatinnen und Kandidaten (Oh-Rufe des Abg. Tadler), die durchs Land ziehen. Es ist so! Das macht ja nichts, das ist ja nichts Böses. (Weitere Zwischenrufe beim Team Stronach.)
Weitere Zwischenrufe beim Team Stronach.
2001 haben wir veranlagt. Es ist jetzt mittlerweile einige Jahre her, auch wenn dies noch nicht so lange her ist. Wir stehen wenige Tage vor der Landtagswahl in Niederösterreich. Und da gibt es jetzt einen Herrn Stronach und seine gekauften Kandidatinnen und Kandidaten (Oh-Rufe des Abg. Tadler), die durchs Land ziehen. Es ist so! Das macht ja nichts, das ist ja nichts Böses. (Weitere Zwischenrufe beim Team Stronach.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
600 000 unselbständig Erwerbstätige – das ist eine enorme Zahl von Frauen und Männern, die in Beschäftigung sind. Das kommt nicht von ungefähr! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Königsberger-Ludwig: Es sind 5 000 Betreuungsplätze, die fehlen!
Meine geschätzten Damen und Herren, wenn wir schon fragen, was denn in Niederösterreich geschehen ist, was denn so schlecht gewesen ist, dann kann ich nur sagen: Sind es die 600 Millionen € für den Ausbau der Kindergartenplätze? (Abg. Königsberger-Ludwig: Es sind 5 000 Betreuungsplätze, die fehlen!) Sind es die zusätzlichen 1000 Pflegebetten, die geschaffen werden? Sind es die 3 500 zusätzlichen Wohneinheiten für betreutes Wohnen? Und da immer von den Wohnbaufördergeldern die Rede ist: Bleiben wir doch bei der Wahrheit! Wir wollen nichts als Fakten und Wahrheit. Wir brauchen nichts zu beschönigen. Wir brauchen keine Märchenerzähler im Land Niederösterreich.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Deimek.
Was bedeutet denn das für das Bundesland Niederösterreich und seine Wirtschaft? Das bedeutet, es gibt ein Investitionsvolumen von 9,3 Milliarden €. Das sichert Arbeitsplätze, das schafft Arbeitsplätze, das ist die Arbeit, die in Niederösterreich geleistet wird! Das macht der Herr Landeshauptmann Erwin Pröll und sein Team – und nicht jene, die das Land schlechtmachen, die das Land zerreden und glauben, dadurch auch noch Stimmen zu gewinnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Deimek.)
Ruf bei der SPÖ: Wer ist denn das?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir müssen ja auch noch sehen: Da gibt es jemanden, der herumläuft und sich sogar der Diskussion mit Spitzenpolitikern anderer Parteien – ich glaube, das war mit Frau Kollegin Glawischnig – verweigert. (Ruf bei der SPÖ: Wer ist denn das?) Ja, wovor fürchtet er sich denn? Er hat nicht einmal den Mumm, in einer großen Runde die Diskussion zu führen, Argumente zu hören. Er will die Argumente der anderen Parteien gar nicht hören! Und warum nicht? – Nicht nur deswegen, weil er nicht zuhören kann, sondern auch deshalb, weil er dann eigene Argumente auf den Tisch legen müsste, weil er sein eigenes Arbeitsprogramm auf den Tisch legen müsste – und er hat keines! Er hat nur einen Plot: alle zu beschimpfen, alles schlechtzumachen, selbst keine Leistung zu erbringen. – Das braucht er auch nicht, denn er geht ja nicht in den Landtag. Am 4. März sitzt Stronach im Superjet nach Kanada, und keiner is da. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinzl: Aber trotzdem fehlen 1,8 Milliarden €!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinzl: Aber trotzdem fehlen 1,8 Milliarden €!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir müssen ja auch noch sehen: Da gibt es jemanden, der herumläuft und sich sogar der Diskussion mit Spitzenpolitikern anderer Parteien – ich glaube, das war mit Frau Kollegin Glawischnig – verweigert. (Ruf bei der SPÖ: Wer ist denn das?) Ja, wovor fürchtet er sich denn? Er hat nicht einmal den Mumm, in einer großen Runde die Diskussion zu führen, Argumente zu hören. Er will die Argumente der anderen Parteien gar nicht hören! Und warum nicht? – Nicht nur deswegen, weil er nicht zuhören kann, sondern auch deshalb, weil er dann eigene Argumente auf den Tisch legen müsste, weil er sein eigenes Arbeitsprogramm auf den Tisch legen müsste – und er hat keines! Er hat nur einen Plot: alle zu beschimpfen, alles schlechtzumachen, selbst keine Leistung zu erbringen. – Das braucht er auch nicht, denn er geht ja nicht in den Landtag. Am 4. März sitzt Stronach im Superjet nach Kanada, und keiner is da. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Heinzl: Aber trotzdem fehlen 1,8 Milliarden €!)
Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „Tricksen wie die Griechen: So verspekuliert die ÖVP 10 000 günstige Wohnungen“ aufs Rednerpult, auf der eine Karikatur von Landeshauptmann Pröll zu sehen ist, der das Hütchenspiel mit drei Hütchen spielt, die die Aufschriften „Augustus“, „Aquarius“ und „Aurelius“ tragen.
Abgeordneter Ing. Christian Höbart (FPÖ): Frau Präsidentin! Liebe Kollegen! Frau Kollegin Schittenhelm! (Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „Tricksen wie die Griechen: So verspekuliert die ÖVP 10 000 günstige Wohnungen“ aufs Rednerpult, auf der eine Karikatur von Landeshauptmann Pröll zu sehen ist, der das Hütchenspiel mit drei Hütchen spielt, die die Aufschriften „Augustus“, „Aquarius“ und „Aurelius“ tragen.) Eigentlich kann ich – und das habe ich auch getan – die Rede, die ich letzte Woche hier gehalten habe, wieder 1 : 1 herausfischen.
Beifall bei der FPÖ.
„Bei den Landtagswahlen am 3. März könnte die absolute Mehrheit für Landeshauptmann Erwin Pröll von der ÖVP verloren gehen. Für die Demokratie in Niederösterreich wäre das ein Schritt in moderne Zeiten.“ (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Schittenhelm hält eine Wahlkampfbroschüre der ÖVP Niederösterreich in die Höhe, auf der Landeshauptmann Pröll abgebildet ist. – Oje-Rufe bei der FPÖ.
Akzeptieren Sie einmal diese Stellungnahmen von Medien, in diesem Fall vom „profil“! (Abg. Schittenhelm hält eine Wahlkampfbroschüre der ÖVP Niederösterreich in die Höhe, auf der Landeshauptmann Pröll abgebildet ist. – Oje-Rufe bei der FPÖ.) Das sind ja Tatsachen, die da vorgebracht werden, und wir haben während der letzten Minuten, aber auch bei der Plenarsitzung letzte Woche von mehreren Synonymen des Systems Pröll gehört. Wir haben vom „Casino Pröll“ gehört, wir haben vom „Cäsaren Pröll“ gehört, vom „absoluten Pröllismus“ haben wir gehört. Ich kann das alles nur unterstreichen.
Beifall bei der FPÖ.
Höhe.) Es wird getrickst, was das Zeug hält, und das hat das Land Niederösterreich nicht verdient. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kopf: Das muss sie sich eh demnächst, schon rechtlich!
Weitere Schmankerl – ich habe es ja letzte Woche schon auf den Punkt gebracht –: Die Hypo Niederösterreich wird als grundsolides Unternehmen dargestellt. – Die Justiz ermittelt, die Finanzmarktaufsicht ermittelt, es wurden Verluste eingefahren. Ich sage ganz offen: Es muss sich die Politik endlich aus diesen Landesbanken verabschieden, denn das ist ja eines der Grundübel. (Abg. Kopf: Das muss sie sich eh demnächst, schon rechtlich!)
Abg. Schittenhelm: Ja!
Zur Kollegin Schittenhelm, die sagt, es wurde investiert, da 100 Millionen, dort 400 Millionen: Haben Sie eigentlich auch so etwas wie einen gesunden Kaufmannsverstand? (Abg. Schittenhelm: Ja!) Man kann mittel- und langfristig nicht mehr ausgeben, als man einnimmt. (Abg. Schittenhelm: Mein Budget ist im Plus!) Das hat Herr Landeshauptmann Pröll leider vergessen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mayerhofer: Er kann seine Gehälter nicht mehr zahlen! – Abg. Schittenhelm: Ich bin seit ... Jahren im Plus!)
Abg. Schittenhelm: Mein Budget ist im Plus!
Zur Kollegin Schittenhelm, die sagt, es wurde investiert, da 100 Millionen, dort 400 Millionen: Haben Sie eigentlich auch so etwas wie einen gesunden Kaufmannsverstand? (Abg. Schittenhelm: Ja!) Man kann mittel- und langfristig nicht mehr ausgeben, als man einnimmt. (Abg. Schittenhelm: Mein Budget ist im Plus!) Das hat Herr Landeshauptmann Pröll leider vergessen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mayerhofer: Er kann seine Gehälter nicht mehr zahlen! – Abg. Schittenhelm: Ich bin seit ... Jahren im Plus!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mayerhofer: Er kann seine Gehälter nicht mehr zahlen! – Abg. Schittenhelm: Ich bin seit ... Jahren im Plus!
Zur Kollegin Schittenhelm, die sagt, es wurde investiert, da 100 Millionen, dort 400 Millionen: Haben Sie eigentlich auch so etwas wie einen gesunden Kaufmannsverstand? (Abg. Schittenhelm: Ja!) Man kann mittel- und langfristig nicht mehr ausgeben, als man einnimmt. (Abg. Schittenhelm: Mein Budget ist im Plus!) Das hat Herr Landeshauptmann Pröll leider vergessen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mayerhofer: Er kann seine Gehälter nicht mehr zahlen! – Abg. Schittenhelm: Ich bin seit ... Jahren im Plus!)
Abg. Schittenhelm: Schauen Sie in die Gemeinde Bisamberg!
Es wird das Geld einfach mit vollen Händen ausgegeben und aus dem Fenster geworfen. Das kann und darf nicht sein, und das muss man einmal eingestehen. (Abg. Schittenhelm: Schauen Sie in die Gemeinde Bisamberg!) Diese Schuldenmacherpolitik wirft ja die Österreichische Volkspartei der Sozialdemokratie immer vor. (Abg. Hörl: Klagenfurt!) Ihr seid, bitte, seit ich weiß nicht wie vielen Jahrzehnten in der Bundesregierung, dominiert – leider! – noch immer die Länder, und in Wirklichkeit seid ihr genauso große Schuldentreiber wie die Sozialdemokraten. Das muss man deutlich feststellen. Das ist ein Faktum, Frau Kollegin Schittenhelm! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Krainer: Nein, das ist keines! Das muss ich mir nicht ...!)
Abg. Hörl: Klagenfurt!
Es wird das Geld einfach mit vollen Händen ausgegeben und aus dem Fenster geworfen. Das kann und darf nicht sein, und das muss man einmal eingestehen. (Abg. Schittenhelm: Schauen Sie in die Gemeinde Bisamberg!) Diese Schuldenmacherpolitik wirft ja die Österreichische Volkspartei der Sozialdemokratie immer vor. (Abg. Hörl: Klagenfurt!) Ihr seid, bitte, seit ich weiß nicht wie vielen Jahrzehnten in der Bundesregierung, dominiert – leider! – noch immer die Länder, und in Wirklichkeit seid ihr genauso große Schuldentreiber wie die Sozialdemokraten. Das muss man deutlich feststellen. Das ist ein Faktum, Frau Kollegin Schittenhelm! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Krainer: Nein, das ist keines! Das muss ich mir nicht ...!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Krainer: Nein, das ist keines! Das muss ich mir nicht ...!
Es wird das Geld einfach mit vollen Händen ausgegeben und aus dem Fenster geworfen. Das kann und darf nicht sein, und das muss man einmal eingestehen. (Abg. Schittenhelm: Schauen Sie in die Gemeinde Bisamberg!) Diese Schuldenmacherpolitik wirft ja die Österreichische Volkspartei der Sozialdemokratie immer vor. (Abg. Hörl: Klagenfurt!) Ihr seid, bitte, seit ich weiß nicht wie vielen Jahrzehnten in der Bundesregierung, dominiert – leider! – noch immer die Länder, und in Wirklichkeit seid ihr genauso große Schuldentreiber wie die Sozialdemokraten. Das muss man deutlich feststellen. Das ist ein Faktum, Frau Kollegin Schittenhelm! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Krainer: Nein, das ist keines! Das muss ich mir nicht ...!)
Abg. Grosz: ... Salzburg?
Diese Schuldenpolitik habe ich bereits angesprochen. Lesen Sie das nach! Das alles sind Tatsachen. (Abg. Grosz: ... Salzburg?)
Ruf bei der ÖVP: Selbstverständlich!
Zu Ernst Strasser: Hören Sie gut zu, auch wenn Sie den jetzt nicht mehr kennen, vielleicht hat die Kollegin Schittenhelm den Herrn Ernst Strasser noch im Telefonbuch, auch wenn man den jetzt ... (Ruf bei der ÖVP: Selbstverständlich!) – Selbstverständlich? Interessant zu wissen! Sie wissen, was der Herr Kollege Strasser alles veranstaltet hat. Er ist ja doch der politische Ziehsohn des Landeshauptmannes und war ja immerhin Klubobmann der ÖVP Niederösterreich.
Abg. Krainer: Geh’n S’, hören S’ auf mit den Wahlkampfreden! Beim Thema bleiben! Bitte, Sicherheitspolitik ist Bundessache, keine Landesg’schichte!
Niederösterreich sagen klipp und klar: Wir müssen endlich unsere Grenzen wieder sichern. (Abg. Krainer: Geh’n S’, hören S’ auf mit den Wahlkampfreden! Beim Thema bleiben! Bitte, Sicherheitspolitik ist Bundessache, keine Landesg’schichte!) – Ja, ja, beim Thema bleiben. Das fällt ja alles ins System Pröll hinein. Ich weiß, dass es unangenehm ist, aber es ist halt so.
Beifall bei der FPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben jetzt gehört: Das System Pröll gehört abgelöst. Das Minimalziel ist es, dass wir am 3. März die Absolute brechen. Das ist unser aller Ziel – vor allem auch für uns als Freiheitliche Partei, damit auch dort endlich wieder vernünftige Kräfte ans Werk kommen. Ich bin guter Dinge. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Schultes: Wirklich? – Abg. Mag. Kogler: Ja, sicher!
Das ist ein Verlust, würde ich sagen. (Abg. Ing. Schultes: Wirklich? – Abg. Mag. Kogler: Ja, sicher!) Verzockt im Casino, in irgendwelchen Fonds mit wohlklingenden Namen von Augustus bis was weiß ich wohin! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mayerhofer.) – Das ist das eine.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mayerhofer.
Das ist ein Verlust, würde ich sagen. (Abg. Ing. Schultes: Wirklich? – Abg. Mag. Kogler: Ja, sicher!) Verzockt im Casino, in irgendwelchen Fonds mit wohlklingenden Namen von Augustus bis was weiß ich wohin! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mayerhofer.) – Das ist das eine.
Abg. Kopf: Ein nicht erzielter Gewinn ist ein Verlust, oder wie?
Wir lesen weiter. (Abg. Kopf: Ein nicht erzielter Gewinn ist ein Verlust, oder wie?) – Ja, Herr Klubobmann! Wir lesen weiter im Follow-up-Bericht des Rechnungshofes. (Abg. Mag. Kogler: Das war ja die Benchmark für ...!) Dort steht: Diese Verluste – nicht „Mindererträge“! – konnten bis heute nicht aufgeholt werden. Im Gegenteil, es ist mehr geworden. (Abg. Krainer: Die Wette war ja, ich muss 4,6 Prozent machen, damit ich nichts verliere!)
Abg. Mag. Kogler: Das war ja die Benchmark für ...!
Wir lesen weiter. (Abg. Kopf: Ein nicht erzielter Gewinn ist ein Verlust, oder wie?) – Ja, Herr Klubobmann! Wir lesen weiter im Follow-up-Bericht des Rechnungshofes. (Abg. Mag. Kogler: Das war ja die Benchmark für ...!) Dort steht: Diese Verluste – nicht „Mindererträge“! – konnten bis heute nicht aufgeholt werden. Im Gegenteil, es ist mehr geworden. (Abg. Krainer: Die Wette war ja, ich muss 4,6 Prozent machen, damit ich nichts verliere!)
Abg. Krainer: Die Wette war ja, ich muss 4,6 Prozent machen, damit ich nichts verliere!
Wir lesen weiter. (Abg. Kopf: Ein nicht erzielter Gewinn ist ein Verlust, oder wie?) – Ja, Herr Klubobmann! Wir lesen weiter im Follow-up-Bericht des Rechnungshofes. (Abg. Mag. Kogler: Das war ja die Benchmark für ...!) Dort steht: Diese Verluste – nicht „Mindererträge“! – konnten bis heute nicht aufgeholt werden. Im Gegenteil, es ist mehr geworden. (Abg. Krainer: Die Wette war ja, ich muss 4,6 Prozent machen, damit ich nichts verliere!)
Abg. Mag. Kogler: So schaut’s aus!
Schauen wir uns einmal an, was da passiert ist! – Aus 8 Milliarden sind durch den Verkauf etwas mehr als 4 Milliarden geworden, und um diese Anfangsverluste wieder wettzumachen, die da entstanden sind, muss man mindestens den Abzinsungsfaktor von 4,6 Prozent verdienen, um wieder auf die 8 Milliarden € zu kommen. (Abg. Mag. Kogler: So schaut’s aus!)
Abg. Mag. Kogler: So ist es!
Daher brauchen wir dringend ein Spekulationsverbot, aber ein solches, das diesen Namen auch verdient. Die Regelungen, über die wir gestern hier im Hohen Haus gesprochen haben, sind ja nicht geeignet, um das zu verhindern, was in Niederösterreich passiert ist. Warum sind sie nicht geeignet? – Erstens einmal ist keine Rede davon, dass Erlöse aus Veräußerungen, sei es von Wohnbauförderungsdarlehen, sei es von anderem öffentlichen Eigentum, nicht spekulativ veranlagt werden können (Abg. Mag. Kogler: So ist es!), wenn nicht das entsprechende Umfeld, die entsprechenden Grundsätze geschaffen werden, die entsprechenden Kontrollen geschaffen werden und das entsprechende Rechnungswesen dafür geschaffen wird.
Abg. Mag. Kogler: Ein „Würschtel, Senf und Kren“-Gremium!
Wenn wir uns die Regelungen, die gestern vorgelegt worden sind, aber den Weg bis hier her ins Plenum heute nicht geschafft haben, anschauen, so müssen wir wohl feststellen, dass es in dieser berühmten Artikel-15a-Vereinbarung – die Finanzministerin spricht immer vom „Herzstück“ dieses Spekulationsverbotes – nicht nur in Bezug auf die Grundsätze erhebliche Lücken gibt, sondern es ist auch die Kontrolle lückenhaft, denn diese wurde einem Komitee übertragen, dem österreichischen Koordinationskomitee, zu dem mir immer nur ein Vergleich einfällt, nämlich der Krenhobel. Dieses österreichische Koordinationskomitee hat nämlich bislang noch nichts zustande gebracht, was zur Koordination der Finanzpolitik, zu der es aufgerufen ist, beigetragen hat. (Abg. Mag. Kogler: Ein „Würschtel, Senf und Kren“-Gremium!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mayerhofer.
Solange wir kein transparentes Rechnungswesen haben, wird es auch nicht möglich sein, das Casino Pröll zu beenden oder aber auch die Spekulation in anderen Bundesländern, wo es diese Transparenz nicht gibt. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mayerhofer.)
Beifall bei den Grünen.
Daher, Frau Finanzministerin: Wirken Sie auf Ihre Landeshauptleute, auf Pröll und Co, ein, damit wir endlich ein Spekulationsverbot schaffen können, das diesen Namen verdient und das das Casino Pröll beendet, denn es geht um Steuergelder und es kann und darf nicht sein, dass Steuergelder auf den Finanzmärkten verzockt werden. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Tadler: Krank!
Die Dringliche Anfrage an sich ist ja gerechtfertigt. Die Kollegen vom Team Stronach muss ich aber auch noch fragen: Wo ist heute Ihr Klubobmann? (Abg. Tadler: Krank!) Am Sonntag gab es eine Wahlkampfauseinandersetzung zur Landtagswahl. Wo war da Ihr Spitzenkandidat? Also wenn Sie sich der Wahl stellen, dann sollten Sie sich auch mit Ihren Ideen und mit den Kandidaten der Wahl stellen, weil sonst die Gefahr besteht, dass Sie auch in den Gremien, in die Sie vielleicht – oder auch nicht – gewählt werden, die entsprechenden Mandate nicht besetzen werden, liebe Kollegen vom Team Stronach. – Das einmal zum Ersten. (Abg. Krainer: Wie soll ich jetzt die Rede vom Petzner und Ihre Rede in Gleichklang bringen?)
Abg. Krainer: Wie soll ich jetzt die Rede vom Petzner und Ihre Rede in Gleichklang bringen?
Die Dringliche Anfrage an sich ist ja gerechtfertigt. Die Kollegen vom Team Stronach muss ich aber auch noch fragen: Wo ist heute Ihr Klubobmann? (Abg. Tadler: Krank!) Am Sonntag gab es eine Wahlkampfauseinandersetzung zur Landtagswahl. Wo war da Ihr Spitzenkandidat? Also wenn Sie sich der Wahl stellen, dann sollten Sie sich auch mit Ihren Ideen und mit den Kandidaten der Wahl stellen, weil sonst die Gefahr besteht, dass Sie auch in den Gremien, in die Sie vielleicht – oder auch nicht – gewählt werden, die entsprechenden Mandate nicht besetzen werden, liebe Kollegen vom Team Stronach. – Das einmal zum Ersten. (Abg. Krainer: Wie soll ich jetzt die Rede vom Petzner und Ihre Rede in Gleichklang bringen?)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Die Unehrlichkeit besteht dann darin, wenn man sich als Landeshauptmann, als Finanzreferent Niederösterreichs hinstellt und sagt, wir haben 800 Millionen Gewinn gemacht. Diese 800 Millionen beziehen sich nämlich rein auf die Verzinsung des übriggebliebenen Kapitals von 4,4 Milliarden. Aber in Summe hatten Sie 8 Milliarden! Und da fehlen fast 4 Milliarden, die man in den Wind schreiben kann, die dem Steuerzahler letztlich abgehen werden. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Mayerhofer.
Was mich besonders empört, ist, wie man mit dem Geld der kleinen Häuslbauer umgeht. Das wäre eigentlich dafür gedacht gewesen, um für Familien in Niederösterreich langfristig günstigen Wohnraum zu beschaffen und zu organisieren. (Beifall bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Mayerhofer.) Diese Möglichkeit haben Sie damit den Menschen längerfristig genommen, denn das Geld fehlt dann an anderer Stelle.
Beifall beim BZÖ.
Wenn man das weiß, dann sollte man eines machen, dann sollte man das jetzt rasch beschließen, denn wer glaubt, dass es nach dem 3. März, wenn der Herr Pröll einen fulminanten Wahlsieg eingefahren hat, dann leichter wird, der träumt wohl wirklich von warmen Eislutschern. Weil wenn, dann müssen wir den Sack jetzt zumachen, dann müssen wir jetzt die Gunst der Stunde nutzen und hier ein entsprechendes Spekulationsverbot samt einheitlichen Haushaltsrichtlinien für alle Länder und für alle Gemeinden erlassen, denn nach dem 3. März ist es zu spät, wenn die ÖVP wieder mit Allmacht und Präpotenz weiterregiert. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich würde der Frau Kollegin Schittenhelm gerne eines mitgeben, leider ist sie nicht da, aber ich sage es trotzdem, vielleicht kann man es ihr ausrichten. Ich würde wirklich appellieren daran, dass die ÖVP in Niederösterreich einmal zur Kenntnis nimmt, dass es in Niederösterreich auch Menschen gibt, die nicht die ÖVP gewählt haben und trotzdem stolze Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sind und die vor allem auch keine Landesfeinde sind, denn nicht die ÖVP zu wählen bedeutet nicht automatisch, dass man Landesfeind in Niederösterreich ist. Darum würde ich wirklich bitten. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mayerhofer: Da sind aber auch 20 Jahre vorüber! Das muss man auch sagen!
Geschätzte Damen und Herren! Wenn Landeshauptmann Pröll in der „Pressestunde“ gesagt hat, es ist möglich, diese Verluste in den nächsten 20 Jahren aufzuholen, dann wissen wir auch, dass man in den nächsten Jahren Renditen von über 11 Prozent machen müsste, und das ist, das sei mit Verlaub gesagt, hoch riskant und hoch spekulativ. Und wir wollen in Zukunft keine Spekulationen mit Steuergeldern! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mayerhofer: Da sind aber auch 20 Jahre vorüber! Das muss man auch sagen!)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren, nicht zuletzt deswegen und weil nicht einmal die Verantwortlichen, die höchsten Verantwortlichen der ÖVP Niederösterreich mit den gleichen Zahlen an die Öffentlichkeit gehen, ist Aufklärung wirklich erforderlich und ist es notwendig, für Transparenz in diesem Bereich zu sorgen. Es geht uns dabei um Verantwortung. Es geht uns dabei um den verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld, und es geht uns auch um den verantwortungsvollen Umgang mit der Macht, den uns die Wählerinnen und Wähler geben. Ich hoffe sehr, dass nach dem 3. März andere Verhältnisse in Niederösterreich bestehen, damit tatsächlich Klarheit in diesem Land herrscht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mayerhofer: Das hängt aber mit deiner Interessenlosigkeit zusammen!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Geschätzte Frau Bundesminister! Geschätzter Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Ich stehe dieser Diskussion mit einer irgendwie distanzierten Lässigkeit gegenüber, denn selten war mir noch so fad bei einer Diskussion, die eigentlich Wahlkampf sein sollte. (Abg. Mayerhofer: Das hängt aber mit deiner Interessenlosigkeit zusammen!) Ich habe noch nichts Neues gehört. Das Einzige, was deutlich zu spüren war, war quer durch alle Fraktionen eine Bewunderung für unseren Landeshauptmann Erwin Pröll. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Geschätzte Frau Bundesminister! Geschätzter Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Ich stehe dieser Diskussion mit einer irgendwie distanzierten Lässigkeit gegenüber, denn selten war mir noch so fad bei einer Diskussion, die eigentlich Wahlkampf sein sollte. (Abg. Mayerhofer: Das hängt aber mit deiner Interessenlosigkeit zusammen!) Ich habe noch nichts Neues gehört. Das Einzige, was deutlich zu spüren war, war quer durch alle Fraktionen eine Bewunderung für unseren Landeshauptmann Erwin Pröll. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das finden Sie lustig, oder wie?
Es war wirklich ein Beweis von Respekt und Ehrfurcht, jeder hat es halt in seiner Art gezeigt. Die Kollegen von da hinten haben es halt probiert mit: Jessas na, wir sind auf dem Weg zum Staatsbankrott!, und ich weiß nicht was alles. – Herzig! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das finden Sie lustig, oder wie?) Das finde ich wirklich lustig, weil das, was die Kollegen vom Team Stronach da geboten haben, das war heute wirklich schwach, einfach schwach. Ich verstehe jetzt, warum man euch beim
Heiterkeit bei der ÖVP.
BZÖ nicht mehr gebraucht hat. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Aber ob Herr Stronach mit euch lange eine Freude haben wird, wird der Wähler beantworten, interessiert mich nicht so.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ist das das Niveau der ÖVP, oder was soll das jetzt? Das ist unfassbar!
Herr Kollege Kogler hat ja ab und zu lichte Momente, aber wenn ich mir anschaue, was er heute gebracht hat, dann muss ich ehrlich sagen, das war nicht das, was wir von ihm gewohnt sind. Das kann er, wenn er will, besser, aber heute hat er nicht wollen, er war einfach lässig und schmissig. Es war wirklich schade. Es ist so! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ist das das Niveau der ÖVP, oder was soll das jetzt? Das ist unfassbar!) Seien Sie mir nicht bös, ich muss das einfach feststellen! Sie haben es sich selber ja auch gedacht, Frau Kollegin Glawischnig. Sie sind heute ein bisschen enttäuscht gewesen von ihm. Aber macht nichts, lassen wir das! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Bleiben Sie zumindest höflich! Das ist ja eine Frechheit!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Bleiben Sie zumindest höflich! Das ist ja eine Frechheit!
Herr Kollege Kogler hat ja ab und zu lichte Momente, aber wenn ich mir anschaue, was er heute gebracht hat, dann muss ich ehrlich sagen, das war nicht das, was wir von ihm gewohnt sind. Das kann er, wenn er will, besser, aber heute hat er nicht wollen, er war einfach lässig und schmissig. Es war wirklich schade. Es ist so! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ist das das Niveau der ÖVP, oder was soll das jetzt? Das ist unfassbar!) Seien Sie mir nicht bös, ich muss das einfach feststellen! Sie haben es sich selber ja auch gedacht, Frau Kollegin Glawischnig. Sie sind heute ein bisschen enttäuscht gewesen von ihm. Aber macht nichts, lassen wir das! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Bleiben Sie zumindest höflich! Das ist ja eine Frechheit!)
Abg. Brosz: Waren Sie vorher in der Cafeteria?
Herr Kollege Sacher hat uns heute erklärt, er war ganz am Anfang eh dabei, aber irgendwann einmal hat er sich auf der Fers’n umdraht und gesagt: Ab jetzt geht es mich nichts mehr an! – Leutln, so kann man doch nicht wirtschaften! (Abg. Brosz: Waren Sie vorher in der Cafeteria?) Wirtschaften ist nämlich das Thema, um das es da geht, und wenn wir über Wirtschaften reden, dann ist das das eine, aber was das da heute sein hätte sollen, wäre ein Wahlkampfspektakel gewesen.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich muss euch ganz ehrlich sagen, die Niederösterreicher sehen das auch so. Die haben eine große Sympathie für unseren Erwin Pröll. Sie wissen, dass er 20 Jahre das Land mit seiner Persönlichkeit geführt hat. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie wissen auch, dass er mit jedem, mit dem kleinen wie mit dem großen Mann, in Augenhöhe reden kann, und sie wissen auch, dass er die Dinge wirklich ordentlich regelt. Wir wissen, dass die Bürgermeister in Niederösterreich mit Erwin Pröll einen guten Partner haben und, wenn sie etwas ausmachen, das auch hält. Darum geht es! (Abg. Mayerhofer: Dafür hat er die Bezüge um 150 Prozent erhöht!) – Nicht neidig sein, du lebst auch von der Gage!
Abg. Mayerhofer: Dafür hat er die Bezüge um 150 Prozent erhöht!
Ich muss euch ganz ehrlich sagen, die Niederösterreicher sehen das auch so. Die haben eine große Sympathie für unseren Erwin Pröll. Sie wissen, dass er 20 Jahre das Land mit seiner Persönlichkeit geführt hat. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie wissen auch, dass er mit jedem, mit dem kleinen wie mit dem großen Mann, in Augenhöhe reden kann, und sie wissen auch, dass er die Dinge wirklich ordentlich regelt. Wir wissen, dass die Bürgermeister in Niederösterreich mit Erwin Pröll einen guten Partner haben und, wenn sie etwas ausmachen, das auch hält. Darum geht es! (Abg. Mayerhofer: Dafür hat er die Bezüge um 150 Prozent erhöht!) – Nicht neidig sein, du lebst auch von der Gage!
Ruf bei der SPÖ: Aber nicht dank der ÖVP!
Meine Freunde, der Landeshauptmann hat in der Gemeinde ganz offensichtlich das Standing, das man braucht, dass man Projekte mittelfristig planen kann. Er hat das Standing, das man braucht, dass man als Bürgermeister im Vertrauen auf starke Partner selber Projekte angehen kann. Und das spüren die Bürger: Da gibt es Kindergärten. Da gibt es die Pflegeheime. Da gibt es die Versorgung unserer Senioren. Es funktioniert das Hilfswerk. (Ruf bei der SPÖ: Aber nicht dank der ÖVP!) Es ist eben einfach so, dass Niederösterreich eine Aufholbewegung macht, die funktioniert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mayerhofer: Fällt euch das gar nicht mehr auf, dass das kein Mensch mehr glaubt?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mayerhofer: Fällt euch das gar nicht mehr auf, dass das kein Mensch mehr glaubt?
Meine Freunde, der Landeshauptmann hat in der Gemeinde ganz offensichtlich das Standing, das man braucht, dass man Projekte mittelfristig planen kann. Er hat das Standing, das man braucht, dass man als Bürgermeister im Vertrauen auf starke Partner selber Projekte angehen kann. Und das spüren die Bürger: Da gibt es Kindergärten. Da gibt es die Pflegeheime. Da gibt es die Versorgung unserer Senioren. Es funktioniert das Hilfswerk. (Ruf bei der SPÖ: Aber nicht dank der ÖVP!) Es ist eben einfach so, dass Niederösterreich eine Aufholbewegung macht, die funktioniert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mayerhofer: Fällt euch das gar nicht mehr auf, dass das kein Mensch mehr glaubt?)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 80 Prozent Ihrer Rede ist Polemik! Jetzt kommen Sie zur Sache!
Meine geschätzten Damen und Herren! Allein die Behauptung vorher vom Kogler zur Frage der Berichte der fibeg an die FMA: Natürlich hat die FMA alle Berichte bekommen. Das war schlichtweg verwirrt, was Herr Kogler da gesagt hat, es war nicht wahr. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 80 Prozent Ihrer Rede ist Polemik! Jetzt kommen Sie zur Sache!)
Abg. Dr. Wittmann: Aber die größte Polemik war jetzt! Sind wir uns da einig?
Meine Damen und Herren! 100 Prozent der heutigen Anfrage waren Polemik – 100 Prozent! Die Kollegin (Abg. Dr. Wittmann: Aber die größte Polemik war jetzt! Sind wir uns da einig?) – Ich bemühe mich, Kollege Wittmann! Ich bemühe mich. Es ist sonst nicht meine Art, aber heute ist es (Abg. Dr. Cap: Halleluja! Halleluja! Halleluja!) Danke, auch Cap stimmt ein: Wir brauchen den Pröll! Das ist so. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Halleluja! Halleluja! Halleluja!
Meine Damen und Herren! 100 Prozent der heutigen Anfrage waren Polemik – 100 Prozent! Die Kollegin (Abg. Dr. Wittmann: Aber die größte Polemik war jetzt! Sind wir uns da einig?) – Ich bemühe mich, Kollege Wittmann! Ich bemühe mich. Es ist sonst nicht meine Art, aber heute ist es (Abg. Dr. Cap: Halleluja! Halleluja! Halleluja!) Danke, auch Cap stimmt ein: Wir brauchen den Pröll! Das ist so. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! 100 Prozent der heutigen Anfrage waren Polemik – 100 Prozent! Die Kollegin (Abg. Dr. Wittmann: Aber die größte Polemik war jetzt! Sind wir uns da einig?) – Ich bemühe mich, Kollege Wittmann! Ich bemühe mich. Es ist sonst nicht meine Art, aber heute ist es (Abg. Dr. Cap: Halleluja! Halleluja! Halleluja!) Danke, auch Cap stimmt ein: Wir brauchen den Pröll! Das ist so. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Klubobmann versteckt sich schon!
sen genau, was sie an diesem Erwin Pröll haben. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Klubobmann versteckt sich schon!)
Abg. Dr. Wittmann: Das ist Polemik!
Das Spannende ist das, ihr kommt immer mit „Arroganz“ und „Hochnäsigkeit“ und, und, und, mit Vorwürfen, die mir ganz deutlich zeigen, dass ihr schlichtweg aus dem Gespräch aussteigen wollt, weil ihr im Gespräch selbst unsicher seid, weil ihr nicht mit Argumenten kommen könnt. (Abg. Dr. Wittmann: Das ist Polemik!) Wenn ihr Argumente bringt, wird es kein Problem sein, aber euer Spitzenkandidat, der Herr Leitner, ist aus der Diskussion schon lange ausgestiegen und weiß nicht mehr so richtig, was er will.
Abg. Mayerhofer: „Alles im Griff“! – Abg. Mag. Gaßner: Es reicht! Es reicht!
Soll so sein, die Wähler werden es entscheiden. Der kommende Sonntag wird uns zeigen, wie es geht. Wir wissen jedenfalls, mit unserem Dr. Erwin Pröll sind wir gut unterwegs, und Niederösterreich wird einen starken Weg gehen. (Abg. Mayerhofer: „Alles im Griff“! – Abg. Mag. Gaßner: Es reicht! Es reicht!) Ich freue mich, dass der niederösterreichische Landtag auch hier in diesem Hohen Haus seine Würdigung findet. – Danke schön und alles Gute! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sacher: Hochmut kommt vor dem Fall!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sacher: Hochmut kommt vor dem Fall!
Soll so sein, die Wähler werden es entscheiden. Der kommende Sonntag wird uns zeigen, wie es geht. Wir wissen jedenfalls, mit unserem Dr. Erwin Pröll sind wir gut unterwegs, und Niederösterreich wird einen starken Weg gehen. (Abg. Mayerhofer: „Alles im Griff“! – Abg. Mag. Gaßner: Es reicht! Es reicht!) Ich freue mich, dass der niederösterreichische Landtag auch hier in diesem Hohen Haus seine Würdigung findet. – Danke schön und alles Gute! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sacher: Hochmut kommt vor dem Fall!)
Abg. Tadler: Doppelt hält besser!
Ich glaube, auch wenn diese Dringliche Anfrage von der Formulierung her nicht unbedingt optimal war und wir das Ganze eigentlich vor einer Woche schon diskutiert haben (Abg. Tadler: Doppelt hält besser!), zeigt es aber doch wieder ganz offen, wie die Politik in Niederösterreich läuft. Und es zeigt – und das tut mir fast schon leid; wir haben ja heute schon darüber diskutiert, Frau Bundesminister, und ich glaube, wir sind da wirklich eines Sinnes, ausnahmsweise einmal, aber heute schon –, wie sehr die ÖVP im Bund in Geiselhaft von Niederösterreich ist. Bis zu einem gewissen Grad bringe ich sogar Verständnis für das Verhalten auf, weil am Sonntag Wahl ist und ich nicht erwarten kann, dass jetzt der Landeshauptmann von Niederösterreich sagt: Mea culpa, ich habe 1 Milliarde verspekuliert! Dass er da natürlich mauern wird, dass er das bis zu einem gewissen Grad leugnet und die Schuld von sich weist, das ist letzten Endes alles verständlich. Aber trotzdem müssen wir uns den Realitäten stellen, und die Realitäten liegen einfach einmal auf dem Tisch. Ich vergleiche das einmal mit anderen Bundesländern oder Städten, zum Beispiel mit Salzburg.
Beifall bei der FPÖ.
hat gesagt, dass der Wähler klüger ist, als wir glauben; da müsste ich ihm eigentlich recht geben, weil ich meine, dass der Wähler wirklich klüger ist und das auch erkennen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Könige und Fürsten gehören entthront. Absolutistische Monarchien wie Pröllistan sind, wie ich meine, längst Gesellschaftsformen aus der Vergangenheit, die nicht mehr ins 21. Jahrhundert gehören. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich komme noch zu Faktum fünf: In Niederösterreich haben wir Verhältnisse – das Beispiel Wohnbauförderung, Veranlagung oder Verschwendung dieser Gelder beweist das ja –, die geprägt sind von Macht, von Macht einer absoluten Mehrheit. Diese Allmacht ufert aus zu einer Überallmacht, und diese Überallmacht gilt es am Sonntag zu brechen, schon allein deshalb, weil die Menschen in Niederösterreich wieder transparente Verhältnisse verdienen und das Geld in Niederösterreich bleiben soll, sei es für den Wohnbau, sei es für andere sinnvolle Projekte, sei es für einen günstigen öffentlichen Verkehr, für den Ausbau des Angebots von Bus und Bahn – aber nicht für Spekulationszwecke, zumal man jetzt schon weiß, dass dann unterm Strich weniger da sein wird, als man investiert und an die Börse gebracht hat! – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Nein!
Abgeordneter Ernest Windholz (BZÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Finanzministerin! Hohes Haus! Der Wahltag, der 3. März, rückt näher, und wir erleben jetzt gewissermaßen die Wiederholung der Dringlichen aus der letzten Sitzung. (Abg. Dr. Moser: Nein!) Im Zusammenhang mit der niederösterreichischen Landtagswahl hätte ich eher vermutet, dass man sich mit der Zukunft beschäftigt, mit innovativen Ideen, aber der Blick geht zurück bis zumindest vor zwölf Jahren. Ein Redner der SPÖ hat behauptet, damals gab es schon die Absolute. Tatsächlich gab es eine Koalition zwischen ÖVP und SPÖ, aber es herrschte breiter Konsens in Richtung der sozialen Modellregion. Insgesamt, muss man sagen, gab es damals gewissermaßen eine Goldgräberstimmung, ein Optimieren der Finanzen, um möglichst viele Projekte umzusetzen. In dieser Zeit war ich auch häufig bei Kindergarten-, bei Volksschulzubauten-Eröffnungen et cetera anwesend. Es waren da immer alle Parteien vertreten und auch recht stolz darauf, was in diesem Bundesland alles möglich gemacht wird.
Beifall beim BZÖ.
Zur Ehrenrettung von Niederösterreich: In diesem Bundesland ist sehr viel weitergegangen. Mit dieser Meinung stehe ich nicht allein da, es gibt sehr breit aufgestellt Menschen, die sagen, jawohl, das war in Ordnung. Ich glaube, jetzt ist es natürlich schon zu spät, aber ich möchte sagen, die letzten Wochen des Wahlkampfs sind in eine völlig falsche Richtung gegangen, und damit hat man das Bundesland schlechtgemacht, das haben sich die Menschen in Niederösterreich nicht verdient. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es dauert nur mehr ein paar Tage, am 3. März wird abgerechnet. Aus meiner Sicht ist Niederösterreich ein Bundesland, das es verdient, weiterhin gut geführt zu werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Hermann Lipitsch (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Kurz replizierend auf Herrn Schultes möchte ich nur sagen: Wenn man jemanden so hinaufhebt, sollte man auch dazusagen, dass immer ein Team kommt. Wenn Pröll kommt, kommt auch Sobotka, genauso wie in Kärnten, wenn Dörfler kommt, auch Scheuch kommt. Wir müssen uns über eines klar sein: Wenn wir Menschen so hinaufheben, die mit unserem Geld – ich sage ganz bewusst, mit unserem Geld, denn es ist das Geld, das die Österreicherinnen und Österreicher erwirtschaftet haben – versuchen zu spekulieren, so ist das zu verurteilen. Ich sage für unsere Fraktion: Es ist für uns klar, dass wir diesem Weg einen Riegel vorschieben müssen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Spitäler !
Ich möchte auch sagen – weil es ja immer heißt „unser Geld“, in Kärnten haben wir jemanden, der plakatiert sogar „unser Geld“ –, dass wir in Kärnten eigentlich alles verkauft haben, was zu verkaufen ist. Es ist auch in Kärnten die Wohnbauförderung verkauft worden, es sind die Kelag-Anteile verkauft worden, und es ist die Hypo verkauft (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Spitäler !) – und die Schulden sind höher als jemals zuvor! Auch die Haftungen, möchte ich nur anmerken, sind in immense Höhen gestiegen. Eines ist in Kärnten aber gelungen: Es wurde nicht spekuliert, sondern der Zukunftsfonds wurde von den Sozialpartnern – ich sage es noch einmal: von den Sozialpartnern – mit 500 Millionen aus dem Bereich der Hypo dotiert und konnte bis heute nicht angegriffen werden. Andernfalls hätten wir heute keinen einzigen Cent mehr in Kärnten, um für die Zukunft etwas zu machen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass, so wie Sie plakatieren, neue Werte wichtig sind, aber Ihre Werte sind Börsenwerte, Vermögenswerte und Grundstückswerte. Das sind nicht unsere Werte, denn unsere Werte sind jene, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen, und das wird die SPÖ in Zukunft in Kärnten beweisen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Abgeordnete Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (STRONACH): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich möchte jetzt nicht auf die Ausführungen der Kollegen Widmann oder Schultes oder Schittenhelm eingehen, aber Ihnen, Herr Lipitsch, sagen, wenn Sie Fragen an Herrn Frank Stronach haben, dann geben Sie mir sie, ich bin sicher, er wird sie Ihnen schnellstens beantworten. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Für das Wirtschaften mit Steuergeld zur Daseinsvorsorge fordern wir daher, die Gebarung ausschließlich in Inlandswährung zu führen, die Liquidität ist nur zur notwendigen Kassahaltung gestattet, und Überliquidität sollte binnen vier Wochen – längstens – zur Schuldentilgung verwendet werden. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Steibl: Die sind Ihnen aber anscheinend am wichtigsten!
Wir haben da Reaktionen bekommen, und Sie zitieren das in Ihrer Anfragebeantwortung auch, wo der zuständige Amtsführende Präsident allen Ernstes diese politische Informationskette zum Landeshauptmann uminterpretiert in eine „Arbeitsgemeinschaft zur Begabtenförderung“. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Welche Begabungen da gemeint sind, das überlasse ich der Phantasie jedes Einzelnen von Ihnen. Wir alle können uns vorstellen, welche „Begabungen“ in dieser politischen Informationskette gefordert sind. Aber warum man, wenn man eine „Arbeitsgemeinschaft zur Begabtenförderung“ einrichten möchte, von den Direktorinnen und Direktoren höchste Diskretion verlangt, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich nehme einmal an, dass auch die Zuseherinnen und Zuseher das Ganze nicht nachvollziehen können. (Abg. Steibl: Die sind Ihnen aber anscheinend am wichtigsten!)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden viel Arbeit haben, auch nach diesem Sonntag. Wir wissen das, und wir können eines versprechen: Wir Grüne bleiben dran! – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abgeordneten Haubner und Markowitz.
Oder, um es mit anderen Worten zu formulieren und die andere Personengruppe auch anzusprechen: Es gehört nicht zu den Aufgaben von Bediensteten des Bundes, im Rahmen ihrer Funktion und Amtsausübung für parteipolitische Informationsketten tätig zu werden beziehungsweise diese aufzubauen. Es gehören, wenn ich das jetzt ein bisschen flapsig formulieren darf, zwei dazu. Und ich glaube, es ist einfach wichtig, dass wir diese Dinge klar ansprechen und klar aussprechen: Parteipolitische Einflussnahme hat hier nichts verloren, schon gar nicht derartige parteipolitisch motivierte Informationsdienste. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abgeordneten Haubner und Markowitz.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abgeordneten Haubner und Markowitz.
Sie haben die Kompetenzlage angesprochen. Einmal mehr spreche auch ich mich für klare, eindeutige Bundeskompetenzen in Bildungsfragen aus, wiewohl ich gleichzeitig auf die Schwierigkeiten der Umsetzung hinweisen möchte. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abgeordneten Haubner und Markowitz.) Bis zum Unterausschuss des Verfassungsausschusses sind wir ja schon einmal gekommen – aber Sie kennen die Details. (Abg. Mag. Kogler: Wer hat es abgedreht? Die Landeshauptleute! Reformen ablehnen, aber spekulieren!)
Abg. Mag. Kogler: Wer hat es abgedreht? Die Landeshauptleute! Reformen ablehnen, aber spekulieren!
Sie haben die Kompetenzlage angesprochen. Einmal mehr spreche auch ich mich für klare, eindeutige Bundeskompetenzen in Bildungsfragen aus, wiewohl ich gleichzeitig auf die Schwierigkeiten der Umsetzung hinweisen möchte. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie der Abgeordneten Haubner und Markowitz.) Bis zum Unterausschuss des Verfassungsausschusses sind wir ja schon einmal gekommen – aber Sie kennen die Details. (Abg. Mag. Kogler: Wer hat es abgedreht? Die Landeshauptleute! Reformen ablehnen, aber spekulieren!)
Abg. Dr. Walser: Bundesbehörde!
Bei der von Ihnen angesprochenen Landesschulinspektorin handelt es sich um eine Bundesbedienstete. Für die Dienstaufsicht ist der Landesschulrat verantwortlich. Das heißt im konkreten Fall, für Frau Mag. Ronniger ist das der Landesschulrat für Niederösterreich, der hier die Dienstaufsicht wahrzunehmen hat. (Abg. Dr. Walser: Bundesbehörde!) Entscheidend ist dabei, dass in erster Instanz der Landesschulrat tätig wird.
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Was den Fall der Daten der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich betrifft, habe ich das jetzt vor 8 Minuten zum ersten Mal von Ihnen gehört, und ich werde der Sache natürlich nachgehen. – Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Präsident des Landesschulrates ist Landeshauptmann Pröll. Er hat zwar einen Amtsführenden Landesschulratspräsidenten, der auch oft tätig wird, aber wenn es zum Beispiel darum geht – auch das ist ein Auswuchs dieses Systems –, dass Landeshauptmann Pröll vor einer Wahl einen Turnsaal eröffnet, dann kriegt die Schule unterrichtsfrei. Das ist eindeutig – da gibt es keinen Zweifel – ein Rechtsbruch, eine Missachtung seiner Funktion als Landesschulratspräsident als Landeshauptmann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, für mich ist ganz, ganz wichtig: Bemühen wir uns weiter, dass das, was der Rechnungshof will, dass das, was alle Verantwortlichen, IHS und all die anderen wollen, passiert, dass wir tatsächlich unsere Kompetenzen wahrnehmen und die Schule dort hinbringen, wo sie hingehört. Wer zahlt, schafft an und soll auch die Verantwortung tragen. Daher müssen wir uns gemeinsam darum bemühen, dass wir alle Schulkompetenzen zentral in Bundeshand bekommen. Dann können wir auch entsprechende Maßnahmen setzen. Das brauchen wir. Dieser Fall zeigt das eindeutig. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Walser: Soll ich sie Ihnen weiterleiten? Sie können sie gerne haben! Ich kann sie Ihnen kopieren!
Abgeordnete Anna Höllerer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Heute werden Beispiele, die nicht nachvollziehbar sind, so wie Ihre E-Mails, die niemand außer Ihnen kennt, Sachverhalte aus Niederösterreich ins Parlament hereingetragen, die weder neu noch wirklich relevant sind. (Abg. Dr. Walser: Soll ich sie Ihnen weiterleiten? Sie können sie gerne haben! Ich kann sie Ihnen kopieren!) Damit wird versucht, längst bekannte und auch abgehandelte Situationen wieder neu aufzurollen, und das nur, weil in Niederösterreich Wahlen vor der Tür stehen. (Abg. Dr. Walser: Fragen Sie nach bei der ! Seit zwei Jahren!)
Abg. Dr. Walser: Fragen Sie nach bei der ! Seit zwei Jahren!
Abgeordnete Anna Höllerer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Heute werden Beispiele, die nicht nachvollziehbar sind, so wie Ihre E-Mails, die niemand außer Ihnen kennt, Sachverhalte aus Niederösterreich ins Parlament hereingetragen, die weder neu noch wirklich relevant sind. (Abg. Dr. Walser: Soll ich sie Ihnen weiterleiten? Sie können sie gerne haben! Ich kann sie Ihnen kopieren!) Damit wird versucht, längst bekannte und auch abgehandelte Situationen wieder neu aufzurollen, und das nur, weil in Niederösterreich Wahlen vor der Tür stehen. (Abg. Dr. Walser: Fragen Sie nach bei der ! Seit zwei Jahren!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Walser: „Unnötig“?! Das stimmt nicht!
Damit wird versucht, diesen Wahlkampf, der im Bundesland Niederösterreich stattfindet, in dieses Hohe Haus zu verlegen. Das ist unnötig, das ist auch so nicht in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Walser: „Unnötig“?! Das stimmt nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Walser: Haben Sie der Frau Ministerin zugehört? Könnten Sie darauf eingehen?!
Herr Abgeordneter Walser, Sie haben Vorwürfe gegen den niederösterreichischen Landesschulrat wiederholt in parlamentarischen Anfragen zum Ausdruck gebracht und umfangreiche detaillierte Antworten bekommen, die Sie einfach ignorieren, weil es Ihnen gerade so in den Kram passt, weil Sie sonst keine Handhabe gegen die hervorragende niederösterreichische Bildungspolitik haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Walser: Haben Sie der Frau Ministerin zugehört? Könnten Sie darauf eingehen?!)
Abg. Dr. Walser: Nein, nein! Das ist eine Unterstellung!
Sie beschuldigen mit Ihrer Vorgangsweise auch ganz pauschal alle Mitglieder des niederösterreichischen Landesschulrats (Abg. Dr. Walser: Nein, nein! Das ist eine Unterstellung!) und bezichtigen auch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur der Untätigkeit (Abg. Dr. Walser: Ich habe zwei namentlich genannt!) – lesen Sie Ihre eigene Anfrage, die Sie gestellt haben! –, und Sie diskriminieren damit sehr viele sehr engagierte Bedienstete der Schulaufsicht.
Abg. Dr. Walser: Ich habe zwei namentlich genannt!
Sie beschuldigen mit Ihrer Vorgangsweise auch ganz pauschal alle Mitglieder des niederösterreichischen Landesschulrats (Abg. Dr. Walser: Nein, nein! Das ist eine Unterstellung!) und bezichtigen auch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur der Untätigkeit (Abg. Dr. Walser: Ich habe zwei namentlich genannt!) – lesen Sie Ihre eigene Anfrage, die Sie gestellt haben! –, und Sie diskriminieren damit sehr viele sehr engagierte Bedienstete der Schulaufsicht.
Abg. Dr. Walser: Mit der Rede retten Sie Herrn Pröll nicht!
Derzeit findet eine Umstrukturierung im Bereich der Schulaufsicht Niederösterreich statt, das hat die Frau Bundesministerin bereits angesprochen. Das ist natürlich auch eine Herausforderung, eine zusätzliche Herausforderung für die Schulbehörde. Die Landesschulräte und Landesschulrätinnen haben ohnehin ein sehr breit gefächertes Aufgabengebiet, das sie voll fordert, wo sie selbstverständlich rasch, kompetent und vor allem auch effizient zu reagieren und Lösungsansätze anzubieten haben. (Abg. Dr. Walser: Mit der Rede retten Sie Herrn Pröll nicht!)
Abg. Dr. Walser: Von den Bediensteten schon! Es geht um die politische Verantwortung!
Die Dienstpflichten sind allen, die in diesen Bereichen tätig sind, bewusst, diese werden von den Bediensteten auch eingehalten. Das möchte ich hier wirklich festhalten. (Abg. Dr. Walser: Von den Bediensteten schon! Es geht um die politische Verantwortung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Walser: Das ist eine Unterstellung!
schen Fall – in Vorwahlzeiten politisches Kleingeld zu schlagen. Das ist ungehörig, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Walser: Das ist eine Unterstellung!)
Abg. Dr. Walser: Der Herr Quin missbraucht Daten!
Sie werfen damit alle Bediensteten der niederösterreichischen Landesschulbehörde in einen Topf. (Abg. Dr. Walser: Der Herr Quin missbraucht Daten!) Sie verunglimpfen sogar die Schuldirektorinnen und Schuldirektoren und versuchen, sie politisch anzupatzen. Das ist selbst Ihrer, Herr Abgeordneter Walser – Sie sind ja selbst Direktor einer Bundesschule oder waren es, Sie sind jetzt befreit –, einfach nicht würdig. Das ist einfach nicht würdig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie werfen damit alle Bediensteten der niederösterreichischen Landesschulbehörde in einen Topf. (Abg. Dr. Walser: Der Herr Quin missbraucht Daten!) Sie verunglimpfen sogar die Schuldirektorinnen und Schuldirektoren und versuchen, sie politisch anzupatzen. Das ist selbst Ihrer, Herr Abgeordneter Walser – Sie sind ja selbst Direktor einer Bundesschule oder waren es, Sie sind jetzt befreit –, einfach nicht würdig. Das ist einfach nicht würdig. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Walser: Genau Niederösterreich nicht! !
Die niederösterreichische Schulpolitik kann sich sehen lassen. Da sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Reformen auf den Weg gebracht worden, die Erfolge zeigen. Das fängt beim Bildungskompass an, geht über den Talente-Check, und selbstverständlich gibt es auch eine Begabtenförderung für Schülerinnen und Schüler. Da wurden zahlreiche schulische Maßnahmen gesetzt. Einer der wichtigsten Schritte war natürlich auch die Einführung der niederösterreichischen Mittelschule ins Regelschulwerk, deren Leitlinien sind auch in das Bundesgesetz übernommen worden. Darauf kann man auch als Bundesland durchaus stolz sein. (Abg. Dr. Walser: Genau Niederösterreich nicht! !)
Abg. Dr. Walser: Ein bisschen weg vom Manuskript! Auf die Diskussion eingehen! Auf die Argumente eingehen, Frau Kollegin! Das haben Sie gestern formuliert!
Investitionen in die Bildung sind ihm wichtig – und nur aus einem einzigen Grund: weil ihm die jungen Menschen in ihrer gesamten Persönlichkeit und damit auch ihre Berufs- und ihre Bildungschancen ein wichtiges Anliegen sind. (Abg. Dr. Walser: Ein bisschen weg vom Manuskript! Auf die Diskussion eingehen! Auf die Argumente eingehen, Frau Kollegin! Das haben Sie gestern formuliert!) Investitionen in die Bildung lohnen sich für die Menschen und für das Land. Aufgrund der hervorragenden Bildungsangebote auf allen Ebenen in Niederösterreich, vom Kindergarten beginnend über die Pflichtschulen bis hin zu den Fachschulen und den Unis, investiert Niederösterreich zu Recht in sein wichtigstes Zukunftspotenzial, und das sind die Kinder und die jungen Menschen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Walser: Schön vorbereitet!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Walser: Schön vorbereitet!
Investitionen in die Bildung sind ihm wichtig – und nur aus einem einzigen Grund: weil ihm die jungen Menschen in ihrer gesamten Persönlichkeit und damit auch ihre Berufs- und ihre Bildungschancen ein wichtiges Anliegen sind. (Abg. Dr. Walser: Ein bisschen weg vom Manuskript! Auf die Diskussion eingehen! Auf die Argumente eingehen, Frau Kollegin! Das haben Sie gestern formuliert!) Investitionen in die Bildung lohnen sich für die Menschen und für das Land. Aufgrund der hervorragenden Bildungsangebote auf allen Ebenen in Niederösterreich, vom Kindergarten beginnend über die Pflichtschulen bis hin zu den Fachschulen und den Unis, investiert Niederösterreich zu Recht in sein wichtigstes Zukunftspotenzial, und das sind die Kinder und die jungen Menschen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Walser: Schön vorbereitet!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Zu meiner Vorrednerin darf ich als doch schon in die Jahre gekommener Absolvent des Bildungssystems von Niederösterreich – ich bin Waidhofener Maturant, Waidhofen an der Thaya – sagen (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP): Si tacuisses (Abg. Dr. Walser: Philosophus!) – Nein, „philosophus“ ist ja männlich. „Philosopha“ oder „philosophica“, sagen wir so. (Abg. Brosz: Wir müssen Bundesminister Töchterle beiziehen!)
Abg. Dr. Walser: Philosophus!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Zu meiner Vorrednerin darf ich als doch schon in die Jahre gekommener Absolvent des Bildungssystems von Niederösterreich – ich bin Waidhofener Maturant, Waidhofen an der Thaya – sagen (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP): Si tacuisses (Abg. Dr. Walser: Philosophus!) – Nein, „philosophus“ ist ja männlich. „Philosopha“ oder „philosophica“, sagen wir so. (Abg. Brosz: Wir müssen Bundesminister Töchterle beiziehen!)
Abg. Brosz: Wir müssen Bundesminister Töchterle beiziehen!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Zu meiner Vorrednerin darf ich als doch schon in die Jahre gekommener Absolvent des Bildungssystems von Niederösterreich – ich bin Waidhofener Maturant, Waidhofen an der Thaya – sagen (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP): Si tacuisses (Abg. Dr. Walser: Philosophus!) – Nein, „philosophus“ ist ja männlich. „Philosopha“ oder „philosophica“, sagen wir so. (Abg. Brosz: Wir müssen Bundesminister Töchterle beiziehen!)
Abg. Höllerer: Es gibt ein laufendes Verfahren!
Sie ist es nicht wert! Wissen Sie, was die ist? – Die ist eine Art Querschnittmaterie der Kriminalität und des Disziplinarrechtes. Das ist sie nämlich! (Abg. Höllerer: Es gibt ein laufendes Verfahren!) – Ja, das ist ein laufendes Verfahren. Der Schriftsatz über ihre Widrigkeiten, die sie Jahre und Jahrzehnte machte, bis dass die betroffene Opferperson wegen Burn-out in Frühpension gehen musste, ist 32 Seiten lang. Keine Zeile konnte widerlegt werden. Ich spreche von Frau Dr. Evelyn Mayer.
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
ihrer nachhaltigen Bemühung, eine andere Kollegin, die halt zufällig eine Freiheitliche ist, jahrelang in Krems als Schulleiterin verhindert zu haben mit dem Schreckensruf: Das müssen wir verhindern. Die ist ja eine Blaue, die darf das nicht werden. – Das ist die Frau Dr. Hrubesch, inzwischen ist sie es geworden. Aber zehn Jahre lang ist es verhindert worden. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Und es ist wirklich eine Beleidigung, Frau Bundesminister, dass Sie dieser Frau das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich zumessen ließen. Hier im Saal sind ein paar Ehrenzeichenträger – ich auch. Ich fühle mich beleidigt. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Land, in dem wir im Jahr 2013 leben, und es ist echt traurig, dass Sie nach wie vor auf diesem Status unterwegs sind. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Höllerer.
Und um 17 Uhr kommt der ORF und macht eine Hochrechnung. Wunderbar! Ob der ORF die Daten vorher bekommt, das ist ein anderes Kapitel. Was die hochrechnen, wenn sie keine Daten haben, ist ja auch interessant. (Zwischenruf der Abg. Höllerer.) Also offenbar gehen wir immer weiter. Jetzt sind wir so weit, dass in einem Wahlverfahren – man kann sich auch schon auf die Nationalratswahl einstellen –, wenn die Hochrechnung veröffentlicht wird, alle offenbar noch nichts gesehen haben. Die Innenministerin steht da, hat die Daten, aber alle anderen Fraktionen haben die Daten nicht.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Das, was ihr in Niederösterreich aufzieht, ist wirklich unerträglich! Das ist eigentlich zum Genieren. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fichtenbauer: Da bin ich ja froh!
Ich wollte das nur klarstellen, denn es hat sich ein bisschen so angehört, als ob ich ihr den Orden gestern verliehen hätte. Also das liegt einige Zeit zurück. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fichtenbauer: Da bin ich ja froh!)
Abg. Neubauer: Überall gehört sie raus!
Da höre ich natürlich sehr gerne immer wieder, es muss in der Schulverwaltung eine Reform geben. Seit über drei Jahren liegen Reformvorschläge vor. Ich erinnere nur an unsere Diskussion beim Bildungsvolksbegehren, wo wir alle der gleichen Meinung waren, dass Parteipolitik aus der Schule, aus dem Schulsystem hinaus muss. (Abg. Neubauer: Überall gehört sie raus!) Ich denke – und ich meine jetzt im Besonderen das Schulsystem, weil es letztendlich auf Kosten unserer Kinder geht, wenn wir uns ständig mit solchen Dingen beschäftigen müssen und auch jene darunter leiden, die korrekte Arbeit leisten, die gute Arbeit leisten, ob das jetzt Beamte, Beamtinnen oder Pädagoginnen sind –, dass diese schwarzen Schafe wirklich ein Schulsystem ruinieren können.
Beifall beim BZÖ.
Ich glaube, dass es nur möglich ist, wenn wir grundlegende Reformen machen. Es ist schon angesprochen worden: Die Kompetenz gehört zum Bund, und nicht in die Länder. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. List: Nur solche!
Ich erinnere mich, gerade der Herr Landeshauptmann Pröll hat vor ein paar Monaten gesagt, er möchte, dass die Länder die Aufgaben zur Bildung übernehmen. Na, servas! Wenn wir das machen würden, dann hätten wir mehr solche Fälle oder viele solche Fälle (Abg. List: Nur solche!) oder nur solche Fälle. Ich bin auch dafür, dass Landesschulräte in der jetzigen Form ebenso wie Bezirksschulräte abgeschafft gehören. Es kann auch nicht sein, dass sich das Kollegium des Landesschulrates parteipolitisch je nach Ergebnis der letzten Landtagswahl zusammensetzt. Das gehört abgeschafft. Aus welchem Grund, mit welchem Recht soll das gemacht werden? (Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Ich erinnere mich, gerade der Herr Landeshauptmann Pröll hat vor ein paar Monaten gesagt, er möchte, dass die Länder die Aufgaben zur Bildung übernehmen. Na, servas! Wenn wir das machen würden, dann hätten wir mehr solche Fälle oder viele solche Fälle (Abg. List: Nur solche!) oder nur solche Fälle. Ich bin auch dafür, dass Landesschulräte in der jetzigen Form ebenso wie Bezirksschulräte abgeschafft gehören. Es kann auch nicht sein, dass sich das Kollegium des Landesschulrates parteipolitisch je nach Ergebnis der letzten Landtagswahl zusammensetzt. Das gehört abgeschafft. Aus welchem Grund, mit welchem Recht soll das gemacht werden? (Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Ich glaube, wenn wir nicht bald etwas machen, dann werden solche Praktiken weiter in unserem Schulsystem üblich sein und dann können wir nur davon träumen, dass wir irgendwann ein modernes Schulsystem haben. Aber das wollen wir nicht. Ich hoffe, dass es doch noch einiges an Bewegung geben wird, was diese Reformen angeht. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Höllerer: Ich habe sie nicht verteidigt!
Frau Kollegin Höllerer, ich verstehe wirklich nicht, wenn Sie jetzt herauskommen und versuchen, das zu verteidigen. (Abg. Höllerer: Ich habe sie nicht verteidigt!) – Sie haben sie nicht verteidigt, Sie kennen sie wahrscheinlich auch nicht mehr, so wie Ernst
Abg. Höllerer: Das habe ich nicht gesagt!
Strasser. Aber man darf jetzt eines nicht vergessen: Sie sind hier herausgekommen und haben gesagt, es ist alles längst bekannt, man braucht nicht darüber zu reden, vergessen wir das. (Abg. Höllerer: Das habe ich nicht gesagt!) Wir machen das sicher nur wegen der Niederösterreichwahl am Sonntag.
Der Redner hält ein Foto von der Verleihung eines Ehrenzeichens der Republik an die zuvor genannte Mag. Ronniger in die Höhe, auf dem unter anderem auch Landeshauptmann Dr. Pröll zu sehen ist.
Diese Dame ist ehrenwert. – Es gibt ein schönes Foto von der Verleihung des goldenen Ehrenzeichens der Republik, mit Ihrem Landesfürsten, vor dem Sie alle Ehrfurcht haben. (Der Redner hält ein Foto von der Verleihung eines Ehrenzeichens der Republik an die zuvor genannte Mag. Ronniger in die Höhe, auf dem unter anderem auch Landeshauptmann Dr. Pröll zu sehen ist.)
Beifall beim Team Stronach.
Nur, angesichts dessen, was mit dieser Dame schon alles passiert ist und wie oft wir darüber diskutiert haben, würde ich mir wirklich wünschen, Frau Minister – ich glaube, bei Ihnen ist das gut aufgehoben –, dass hier aufgeklärt wird und dass hier wirklich der Sache auf den Grund gegangen wird. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Es ist so viel passiert in Schulen. Man denke an die E-Mails, das ist eine Datenschutzgeschichte. Hier gehört auf alle Fälle aufgeklärt, und die Sache gehört angezeigt. Es kann nicht sein, dass eine Person einfach die E-Mail-Adressen stiehlt und dann Wahlwerbung betreibt. Das alles gehört raus aus unseren Schulen. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall beim Team Stronach.
Kollege Walser! Sie finden in uns einen Partner. Wir wollen, dass diese Missstände, vollkommen egal in welchem Bundesland, aufgeklärt werden, und wir wollen dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiert. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei den Grünen.
Ich bin neugierig, ob Sie diesem konkreten Vorschlag zur Einsparung zustimmen, und bedanke mich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein weiteres wichtiges Datum ist bereits der 31. März 2014. Bis dahin sollten die geplanten Leistungsvereinbarungen für die Periode 2016 bis 2018 bekannt sein. Bei vielen Stellungnahmen zum Entwurf werden, begründet durch sehr viele Fachargumente, eine Menge Fragen aufgeworfen. Das ist ein positives Indiz dafür, schon jetzt eine intensivere und breitere Diskussion mit den Betroffenen über die Weiterentwicklung zu führen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Kuntzl.
Zumindest für mich war es neu, dass es eine derartige Einigung gegeben hat. (Zwischenruf der Abg. Mag. Kuntzl.) Sie haben das sicher auch gewusst und mitgetragen. Ich weiß, wie schwierig es manchmal ist, wenn man in einer Regierung sitzt und die Parteichefs – Sie werden ja bei der Einigung nicht dabei gewesen sein – sich über etwas einigen und man das im Nachhinein erfährt und dann beginnen muss, zurückzurudern, Frau Kollegin Kuntzl. Das ist in diesem Punkt auch so gewesen.
Beifall bei der FPÖ.
Die Studieneingangsphase wird neu reformiert, nachdem sie schon in den letzten vier Jahren zweimal reformiert wurde. Die Universitäten stöhnen vor Administration, weil sie permanent neue Curricula schreiben müssen. Der Student kennt sich nicht mehr aus, befindet sich permanent in neuen Ordnungen. Sie werden jetzt neu geregelt, aber wenn sie nicht bis 31. Dezember 2014, also in einem Jahr, geändert werden, treten sie schon wieder außer Kraft. Das heißt ja, entweder kommen wieder neue, oder sie treten außer Kraft, dann kommt wieder das alte. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Kuntzl: Fünf Studienrichtungen!
Jetzt komme ich zum Einzelnen. Fünf Studienrichtungen sind betroffen? – Ich kann Ihnen versichern – Anfrage des Herrn Bundesministers, allen Ausschussmitgliedern zugegangen –, 28 Studienrichtungen sind betroffen. (Abg. Mag. Kuntzl: Fünf Studienrichtungen!) 28 Studienrichtungen! Sie können es schönreden. Wir haben bereits derzeit 70 Studienrichtungen, die Zugangsbeschränkungen haben. Ab jetzt haben wir einmal 98 – da beißt die Maus keinen Faden ab – von 237. 40 Prozent aller Studierenden sind davon betroffen. Das sind die nackten Zahlen.
Abg. Mag. Kuntzl: ... hat es keine gegeben?
Vor allem ist im Gesetz eines schon der ÖVP gelungen, ein Ziel, das die ÖVP seit 2000 verfolgt – wir haben es immer verhindert, Sie sind jetzt umgefallen –, nämlich dass Zugangsbeschränkungen nicht nur möglich sind, sondern dass sie vom Grundprinzip her vorhanden sind (Abg. Mag. Kuntzl: ... hat es keine gegeben?) und es in weiterer Folge vielleicht Ausnahmen geben kann. Heute ist es anders: Freier Hochschulzugang ist das Grundprinzip, und Ausnahmen sind geregelt.
Oh-Rufe bei der FPÖ.
Ich sage nur, wer alles da drinnen ist beim Dokumentationsarchiv. Das trifft nicht nur Freiheitliche, wie man gerne vermeinen mag. Es ist schon Harald Vilimsky drinnen oder Edith Haller, eine ganz gefürchtete Abgeordnete in Pension zum Beispiel. Das nenne ich jetzt einmal. Aber da finden sich auch Leute wie Christof Zernatto, die namentlich genannt werden. (Oh-Rufe bei der FPÖ.) Oder Landeshauptmann Leopold Wagner. Oder der Kameradschaftsbund generell und jeder Funktionär überhaupt, die da genannt und diskreditiert werden aufgrund ideologischer Wertung.
Beifall bei der FPÖ
Man kommt sehr leicht rein. Wir alle wissen, wie das ist, wenn eine „kommunistische Tarnorganisation“ – so darf man sie nennen, Urteil 1998, rechtskräftig ausjudiziert in Österreich –, eine „Art Privat-Stasi“ (Beifall bei der FPÖ), eingeschaltet wird, wo sich auch der damalige Leiter Neugebauer das Prädikat „Denunziant“ erarbeitet hat und aufgrund dieses Höchstgerichtsurteils auch so genannt werden darf. Und seine Nachfolger sind nicht anders, die natürlich einen akademischen Anspruch haben. Man sehe nur den Doktor oder Dozenten Peham – oder wie heißt er noch immer anders? –, der mit einem Tarnnamen in ganz Österreich herumläuft und ein riesiger Experte ist,
Beifall bei der FPÖ.
Dann bin ich lieber beim Prinzip des freien Hochschulzuganges. Wir haben einen freien Hochschulzugang, der schon eine Zugangsbeschränkung hat. Frau Kollegin Kuntzl, ich war immer der Meinung, wir haben die gleiche Ausgangsbasis in dieser Frage – und die SPÖ frage ich da besonders ab –, nämlich: Die Matura ist die Zugangsvoraussetzung zur Universität! (Beifall bei der FPÖ.) Vielleicht auch noch eine Studienberechtigungsprüfung oder Lehre mit Matura, gleichgelagerte Fähigkeiten, da sind wir schon dafür, das alles soll es geben, aber im Wesentlichen gibt es einen Zugang.
Abg. Dr. Fichtenbauer: Wie in der DDR!
Jetzt kommt eine neue, die allerdings bald wieder außer Kraft tritt, wenn sie nicht schon wieder geändert wird. Das Prinzip ist normiert und vieles andere mehr. Wer garantiert uns, bitte, dass nicht nach Gesinnung ausgewählt wird? Sie vielleicht? Die einzelnen Senate? Die Rektorate? Die sollen dann die Garantie abgeben, wenn sie unter Druck stehen? – Die holen vielleicht eine Expertise des Dokumentationsarchives ein, und dann darf man schon nicht studieren, wenn man nicht mehr würdig ist, und vieles andere mehr. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Wie in der DDR!)
Abg. Dr. Jarolim: ... miese Gesinnung!
Zumindest ist diese Gefahr nicht auszuschließen und kommt auch vor. Sie können mit dem Kopf nicken – in dem Fall, wo der erste Freiheitliche oder die ersten Sozialdemokraten in einem derartigen Verfahren durch den Rost fallen ob ihrer Gesinnung, werden Sie hier stehen, Ihre gesamte Fraktion, und sich natürlich aufregen. Zu Recht, und Sie werden dann einen Partner an der Seite haben. (Abg. Dr. Jarolim: ... miese Gesinnung!)
Beifall bei der FPÖ.
Ja, Sie können mir meine Gesinnung vorwerfen. Das tun Sie schon seit vielen, vielen Jahren. Es ist auch kein Problem, wenn Sie das tun. Ich sage nur eines: Ich habe vielleicht eine Gesinnung, die Ihnen nicht gefällt, und die nennen Sie vielleicht mies. Aber Sie werden eine Gesinnung nicht abtöten können. Da können Sie hier wie ein Stehaufmanderl agieren! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Kuntzl: Wie schaut es bei den Bewerbungen aus?
Da habe ich Sie aber nicht schreien gehört! Dort sind 80 Prozent der Erstinskribienten Frauen, die eben durchkommen. Wo ist da die Gleichgewichtung mit 50 zu 50? Wo ist da der Herr Bundesminister, der endlich fordert, dass es auch wieder gleich viele Männer geben muss, die in Zukunft Veterinärmedizin studieren dürfen wie Frauen, und vieles mehr? (Abg. Mag. Kuntzl: Wie schaut es bei den Bewerbungen aus?)
Abg. Mag. Kuntzl: Das ist ein Pilotprojekt!
Das macht niemand, und das macht mir Sorge, wenn man immer alles einseitig durch seine parteipolitische Brille sieht. Hier ist ein wirklich fauler Kompromiss, der am Ende ja auch ersichtlich ist, geschlossen worden, sonst hätten Sie ja keine Außerkrafttretungsbestimmungen! Wie viele Gesetze, Frau Kollegin Kuntzl (Abg. Mag. Kuntzl: Das ist ein Pilotprojekt!), haben Sie in diesem Haus schon mitbeschlossen oder bei wie vielen waren Sie dagegen, wo Sie lesen konnten: Wir lassen etwas in Kraft treten, und in einem Jahr tritt es, wenn wir es nicht wieder novellieren, automatisch außer Kraft!? Wie oft kommt das vor? Warum müssen die Universitäten diesen Probegalopp machen? Warum sind das Probierstuben? Warum müssen Sie diese zu Tode administrieren?
Beifall bei der FPÖ.
Sie gehen von irgendwelchen Zahlen von Studierenden aus, bedarfsorientiert und vieles andere mehr. Wer misst denn den Bedarf? – Betreuungsverhältnisse werden herangezogen. Wenn ich dann an den Herrn Bundesminister die Anfrage richte, wie es mit Nebenbeschäftigungen von Lehrpersonal auf Österreichs Universitäten aussieht, dann kann er mir keine Antwort geben! Wir wissen, dass in Teilbereichen von Studien das Lehrpersonal 50 Prozent Nebentätigkeiten in der Dienstzeit genehmigt bekommen hat und es auch ausübt, sehr viel im klinischen Bereich an den medizinischen Universitäten. Wenn Sie dort das Betreuungsverhältnis verbessern wollen, dann brauchen Sie nur diese Nebentätigkeiten zu streichen, und Sie haben ein zu hundert Prozent besseres Betreuungsverhältnis. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen, die Universitäten können nicht planen, die Studierenden können nicht planen. Es geht auf Kosten der Studierenden, es geht auf die Chancengleichheit aller Studierenden, und das ist nicht fair! Dieses Gesetz gehört daher weiterverhandelt, und deswegen haben wir auch einen Rückverweisungsantrag gestellt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie: Ich durfte über Ihre beiden Entschließungsanträge, einerseits mit der Qualitätsdatenbank- und andererseits mit der Qualitätsstandard-Bestimmung, unlängst bei einer Zusammenkunft von Studenten und Mittelschülern referieren. Ich muss sagen: Einer der Herrschaften ist dann aufgestanden und hat gesagt: Ah, Frau Mag. Schatz, ja, wie geht’s ihr denn? – Ich habe mir erlaubt, zu sagen, dass Sie Mutter werden. Ich soll Ihnen persönlich alles Gute ausrichten, und wir freuen uns sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Zusammenhang, Frau Mag. Schatz, möchte ich sagen, freut sich die FPÖ ganz besonders immer wieder darüber, wenn sie sieht, dass Menschen, die die Ideologie, das Mutterbild und das Frauenbild der FPÖ kritisieren, dann irgendwann einmal draufkommen, dass es vielleicht doch eine Facette des Frau-Seins ist, Mutter zu werden. Darauf sind wir alle sehr stolz. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist unser Auftrag an Sie, Herr Minister: nämlich hier entsprechende Regelungen einzuführen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb lehnen wir diese beiden Anträge ab. Das heißt aber nicht, dass nicht weiter daran gearbeitet werden muss, die Situation der Praktikantinnen und Praktikanten zu verbessern, dass zusätzliche Unternehmen gefunden werden müssen, dass Unternehmen dazu motiviert werden müssen, mehr Praktikumsplätze zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, da gibt es eine Diskrepanz zwischen den arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen und dem, was die Studienpläne wollen. Da wird deutlich: Wir haben einfach Handlungsbedarf. Wir haben auch den gesetzgeberischen Handlungsbedarf, für moderne Rahmenbedingungen zu sorgen, unter denen faire Praktika stattfinden können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Insofern: Gut, diese Anträge wurden von Ihnen jetzt einmal abgelehnt – zumindest von den Regierungsparteien –, aber ich denke, in der Sache, im Anliegen sind wir trotzdem einen Schritt weitergekommen. Und mit den nächsten Anträgen sage ich dann: Auf in die nächste Runde! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Im Sinne der Qualität der Ausbildung und der Nachhaltigkeit müssten sowohl an berufsbildenden Schulen als auch an Fachhochschulen und Universitäten mehr verbindliche Pflichtpraktika angeboten und durchgeführt werden. Das vor allem möglichst rasch nach Beginn eines Studiums, denn dadurch haben die Studierenden die Möglichkeit, nach der Studieneingangsphase in einem Praktikum schneller zu erkennen, ob die gewählte Studienrichtung für sie passend ist und haben unter Umständen noch eine gute Möglichkeit, rascher in eine andere Studienrichtung umzusteigen und zu wechseln. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Schatz
Das Sozialreferat der ÖH und die Arbeiterkammer haben das Gütesiegel Praktikum entwickelt. Es geht zukünftig darum, wie wir zu einer Verbesserung der Situation beitragen können. Ich denke, dass das Gütesiegel Praktikum der ÖH und die beiden Entschließungsanträge der grünen Fraktion ein Schritt in die richtige Richtung sind (Zwischenruf der Abg. Mag. Schatz), bei Weitem aber zu kurz gegriffen sind.
Beifall bei der SPÖ.
Kolleginnen und Kollegen! Das Praktikum ist ein wesentlicher, integrierender Bestandteil nicht nur der schulischen Ausbildung, sondern auch der Ausbildung im tertiären Bereich. Ich sehe unter anderem auch das Praktikum als einen wichtigen Schritt in Richtung Absicherung des Wirtschafts- und Forschungsstandortes Österreich. Wir wissen, dass die elitäre Ausbildung vor allem in den berufsbildenden Schulen und im tertiären Bildungsbereich vonstattengeht. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Jetzt hör auf!
Unverständlich ist deshalb, dass die Diskussion so mager ausfällt und eine mögliche Qualitätssteigerung von beiden Parteien blockiert wird. Die Debatte bestätigt wieder, so wie vorher beim Universitätsgesetz, SPÖ und ÖVP sind auch im Wissenschaftsbereich, und hier im Konkreten bei diesen beiden Anträgen, echte Arbeitsverweigerer. Schwarz und Rot sind in der Wissenschaftspolitik längst gescheitert. (Abg. Mag. Gaßner: Jetzt hör auf!)
Abg. Mag. Gaßner: Ach so?
Die logische Konsequenz, Herr Bundesminister, und das wissen Sie von Rot und Schwarz, ist natürlich die Pleite im Ranking der Universitäten. Die einzige Universität im Vorderfeld, die Uni Wien, büßte kürzlich gleich 23 Plätze ein. Das sind sehr, sehr schlechte Noten für Sie, Herr Bundesminister Töchterle, denn Sie sind für diesen Absturz hauptverantwortlich. Sie sind im Amt frustriert und lassen sich von der SPÖ am Gängelband vorführen. So ist es, das wissen Sie, geschätzte Damen und Herren. (Abg. Mag. Gaßner: Ach so?) – Keine Einwände, das ist nämlich wirklich so!
Beifall beim BZÖ.
Sie, meine Damen und Herren von Rot und Schwarz, rüsten sich nur mehr für die Nationalratswahl 2013. Im September wird Ihnen der Souverän, der Wähler, die Suppe kräftig versalzen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim Team Stronach.
Ich denke, wir sind alle gut beraten, eine saubere Lösung zu finden, damit dieser fahle Beigeschmack eines Praktikums, dass quasi die jungen Menschen ausgebeutet werden, in Zukunft einfach nicht mehr vorkommt. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die im Rechnungshofbericht enthaltenen Zahlen mit Sicherheit sehr ernüchternd sind. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Tätigkeitsbericht zeigt uns, dass in Österreich die Finanzkontrolle insgesamt funktioniert, dass man aber einiges verbessern und optimieren kann. Aber wichtig ist, dass dieser Bericht uns dazu anhält, die Beratung und Kontrolle im Staat weiter auszubauen und zu verbessern, um den Einsatz öffentlicher Mittel mit Ordnung zu gewährleisten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei FPÖ und Grünen.
Abgeordneter Ing. Heinz-Peter Hackl (FPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Der Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes bietet eine gute Gelegenheit, dem Rechnungshofpräsidenten und natürlich seinem Team für die hervorragende Zusammenarbeit und die hervorragende Qualität zu danken. (Beifall bei FPÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.
Wir schätzen die Arbeit des Rechnungshofes. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist diese Arbeit umso wichtiger, also liegt es an uns Parlamentariern, die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen, dass mit den Mehraufgaben des Rechnungshofes natürlich auch die Ressourcen sichergestellt werden. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der FPÖ.
Nachfrageverfahren zum Abschluss; wir haben auch davon bereits gehört. Was mich persönlich unheimlich stört, ist, dass von 1 288 Empfehlungen zumindest 1 259 in irgendeiner Art beantwortet wurden – durchgeführt oder wird durchgeführt oder geht nicht oder was auch immer –, nur 29 Geprüfte finden es nicht einmal der Mühe wert, dem Rechnungshof irgendeine Antwort zu geben. In diesem Zusammenhang wären vielleicht ein paar Zähne in der Rechnungshofgesetzgebung sinnvoll. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist zwar Wahlkampf in Niederösterreich, das ist richtig. Es ist nicht einmal sicher, dass sich die Absolute in diesem Fürstentum verhindern lässt. Auch das kann man nicht genau wissen. Aber eines ist trotzdem richtig: Wenn die Abgeordneten des Nationalrates endlich noch mehr tun, was die Kontrolle einzelner Länder betrifft, dann ist das gut und richtig, selbst wenn eine Wahl in Niederösterreich ist. Wir werden es dann gleich wieder angehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
weil es grundsätzlich richtig ist, auch bei der Ostöffnung et cetera, aber eines ist schon auch der Fall: Dieser ganze Mehrwert, der volkswirtschaftlich entsteht, verteilt sich völlig ungleich. Deshalb dürfen Sie sich nicht wundern, wenn die Leute narrisch werden. Uns werden die Trümmer um die Ohren fliegen, wenn wir nicht stärker gegensteuern. Das ist einfach so. Da müssen wir gar nicht nach Griechenland fahren, denn wir werden das auch bald haben, wenn wir nicht aufmerksamer gegensteuern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt ist es soweit, dass in Wirklichkeit die Ministerien, vor allem die Finanzministerin, die eigentlich vom Rechnungshof geprüft werden soll, diktiert, wie viele Ressourcen er noch haben darf. So wird es auf die Dauer nicht gehen. Da werden wir dagegen halten. Ich halte das einfach für eine Sauerei, auch mit diesem blöden Ding: Sparen müssen alle, und der Rechnungshof auch! Wissen Sie was? – Jeder Beamte, der halbwegs gut ausgebildet und auch entsprechend unabhängig gestellt ist, ist ein Riesengewinn für den Staat. In der Großbetriebsprüfung, im Finanzamt, beim Rechnungshof und bei anderen Betrugsbekämpfungen sind die Leute am besten eingesetzt. Das bringt immer noch einen Rückfluss für den Staat, und da sollte man hinschauen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
In Wirklichkeit weiß die Finanzministerin gar nicht, welche Berichte sie in die Europäische Union schickt. Ich glaube, da sind wir eines der letzten Länder in Europa, sie weisen jetzt immer öfter darauf hin. Der Finanzstatus der Republik ist nämlich nicht eruierbar. Das ist der wahre Zustand! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Fekter sagt es ja selbst. Sie verzweifelt an dem völlig falsch verstanden Föderalismus (Ruf bei der ÖVP: Schätzen Sie die Frau Finanzministerin nicht falsch ein!), denn Sie weiß mittlerweile, dass dieser ganze aufgesetzte Folklorewahnsinn ein paar Milliarden kostet. Das ist Ineffizienz. Das sollten Sie von der ÖVP sich ins Stammbuch schreiben lassen. Das werden wir verstärkt angehen, auch was die Kompetenzen des Rechnungshofes betrifft.
Ruf bei der ÖVP: Schätzen Sie die Frau Finanzministerin nicht falsch ein!
In Wirklichkeit weiß die Finanzministerin gar nicht, welche Berichte sie in die Europäische Union schickt. Ich glaube, da sind wir eines der letzten Länder in Europa, sie weisen jetzt immer öfter darauf hin. Der Finanzstatus der Republik ist nämlich nicht eruierbar. Das ist der wahre Zustand! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Fekter sagt es ja selbst. Sie verzweifelt an dem völlig falsch verstanden Föderalismus (Ruf bei der ÖVP: Schätzen Sie die Frau Finanzministerin nicht falsch ein!), denn Sie weiß mittlerweile, dass dieser ganze aufgesetzte Folklorewahnsinn ein paar Milliarden kostet. Das ist Ineffizienz. Das sollten Sie von der ÖVP sich ins Stammbuch schreiben lassen. Das werden wir verstärkt angehen, auch was die Kompetenzen des Rechnungshofes betrifft.
Beifall bei den Grünen.
Das ist der Zustand in dieser Republik! Jetzt ist die Steiermark angeblich ein Reformland – damit wir einmal wissen, wovon wir reden. Also, Niederösterreich, das Problem weitet sich aus, umso mehr ein Grund, dass wir da dahinter sind. Es geht wirklich darum, dass wir diese Republik sauberer gestalten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordnete Martina Schenk (BZÖ): Herr Präsident! Herr Rechnungshofpräsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben heute bei diesem Tagesordnungspunkt zwei Berichte: den Einkommensbericht und den Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes. Ich möchte mich auch namens meiner Fraktion beim Rechnungshofpräsidenten und bei seinen Mitarbeitern für diese beiden Berichte und für die hervorragende Arbeit bedanken. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Besorgniserregend ist meines Erachtens auch die Schere zwischen Arm und Reich. Aus diesem Bericht geht auch hervor, dass die Managergehälter doppelt so hoch gestiegen sind wie die Gehälter der normalen Beschäftigten. Das ist auch ein Punkt, der angesprochen werden muss und der angegangen werden muss, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Lapp: Ab 2015, Frau Kollegin!
Der Rechnungshofpräsident hat es nicht nur einmal gesagt, sondern er hat es schon mindestens zwanzig Mal gesagt, geändert hat sich bisher jedoch nichts. In den Ausschüssen hat es auch Zusagen von Rot und Schwarz gegeben, von der Frau Schittenhelm, von der Frau Lapp, dass man für den Rechnungshof budgetär noch etwas machen wird, dass es im Budgetbereich zu Nachbesserungen kommen wird, passiert ist meines Wissens bis dato aber noch nichts. (Abg. Mag. Lapp: Ab 2015, Frau Kollegin!) Auch im letzten Rechnungshofausschuss ist nicht darüber diskutiert worden respektive ist das nicht angesprochen worden.
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich halte die Aufgabe des Rechnungshofes für sehr wichtig. Er muss auch mit ausreichenden Budgetmitteln ausgestattet sein, vor allem auch, wenn wir zukünftig das Spekulationsverbot doch irgendwann einmal beschließen sollten – wenn die Wahl in Niederösterreich vorbei ist, schaut es ja vielleicht seitens der ÖVP gar nicht so schlecht aus. – Für diese Aufgaben, die dann weiter auf den Rechnungshof zukommen, um die Spekulationsgeschäfte in anderen Bundesländern zu vermeiden, braucht er auch die nötigen finanziellen Mittel, und die sollten wir ihm dementsprechend zukommen lassen. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Hörl: Hallo, hallo!
Abgeordneter Erich Tadler (STRONACH): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Von der ÖVP ist niemand mehr da, hopp, alle in Niederösterreich beim Wahlkampf. (Abg. Hörl: Hallo, hallo!) Macht ja nichts.
Zwischenruf des Abg. Hörl
Ich muss meinem Vorredner, dem Kollegen Kogler, in vielen Dingen recht geben. Er spricht uns ein bisschen aus der Seele, bei den Dingen, die er da angeschnitten hat, vor allem auch über die bei uns in Salzburg. Aber er hat auch erwähnt, dass der Rechnungshof in Österreich ein unabhängiges Organ des Nationalrates ist; das hat er am Vormittag erzählt. Dem Rechnungshof obliegt die Überprüfung der Gebarung, also der finanziell wirksamen Tätigkeit des Bundes respektive der Länder sowie der größeren Gemeinden (Zwischenruf des Abg. Hörl), Herr Bürgermeister a. D.!
Beifall beim Team Stronach.
Danke. (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es muss unser gemeinsames Ziel sein, in Bezug auf die im Bericht aufgezeigten unterschiedlichen Einkommensentwicklungen, vor allem was Männer- und Fraueneinkommen, aber auch was atypische Beschäftigungsverhältnisse betrifft, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die vorhandene Ungleichheit entschärft beziehungsweise abgebaut werden kann. Und da bin ich mit dem Abgeordneten Kogler einer Meinung: Wir brauchen da Gegensteuerungsmaßnahmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Warum?
Ich will die Fraueneinkommen generell von einer anderen Seite her beleuchten: Es gibt einen wesentlichen Grund, der unterschiedliche Einkommen mit sich bringt, nämlich die Tatsache, dass Frauen überwiegend in der Teilzeitbeschäftigung tätig sind. 28 Prozent sind generell teilzeitbeschäftigt (Abg. Mag. Wurm: Warum?), davon sind 86 Prozent Frauen. Warum, Frau Kollegin Wurm? – Das werde ich Ihnen sagen: Weil die Frauen und die Familien genau das wollen, nämlich dass die Mütter oder auch die Väter Teilzeit arbeiten können – überwiegend sind es die Frauen –, weil das ganz eindeutig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherstellt. Das ist der Grund, warum Frauen überwiegend an Teilzeitarbeitsplätzen tätig sind!
Abg. Mag. Wurm: Warum?
Wenn man sich die Statistik anschaut, dann sieht man ganz klar, dass sie sich – und das sind wieder die Frauen – ganz unterschiedliche Beschäftigungsausmaße zurechtlegen, von einigen wenigen Stunden (Abg. Mag. Wurm: Warum?) bis hin zu 35 Stunden. Warum? – Weil sie sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie so einrichten, dass sie die Familienarbeit leisten können, sich die Kinderbetreuung nach ihren Vorstellungen organisieren können und daneben am Erwerbsleben teilnehmen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn man sich die Statistik anschaut, dann sieht man ganz klar, dass sie sich – und das sind wieder die Frauen – ganz unterschiedliche Beschäftigungsausmaße zurechtlegen, von einigen wenigen Stunden (Abg. Mag. Wurm: Warum?) bis hin zu 35 Stunden. Warum? – Weil sie sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie so einrichten, dass sie die Familienarbeit leisten können, sich die Kinderbetreuung nach ihren Vorstellungen organisieren können und daneben am Erwerbsleben teilnehmen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
wollen die Kinderbetreuung in überwiegendem Maße selbst erbringen und sie nicht an den Staat delegieren. Deswegen ist es auch in diesem Zusammenhang sehr erfreulich, dass wir heute mit der Pendlerförderung – auch dank ihrer Mitwirkung! – eine Verbesserung für Teilzeitarbeitskräfte geschafft haben. Ein wichtiger und richtiger Schritt, dem weitere folgen müssen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Unterhaltspflichten von Männern und der Unterhalt der Kinder gehören da miteinbezogen. Mich würde sehr interessieren, wie sich eigentlich das Familieneinkommen in Österreich staffelt. Das wäre einmal ein interessanter Ansatz. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Und das alles bei wachsender Beschäftigung!
Es gibt ein absolutes Auseinanderklaffen zwischen der Entwicklung der Kapitaleinkommen, die zunehmen, und der Entwicklung der Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit, die insgesamt abnehmen. Und innerhalb des enger werdenden Topfes Einkommen aus unselbständiger oder selbständiger Tätigkeit wird der Anteil derer, die weniger verdienen, in den letzten Jahren immer größer, und der Anteil jener, die mehr verdienen, wird relativ gesehen kleiner. (Abg. Kickl: Und das alles bei wachsender Beschäftigung!) Wir sprechen über 20 Prozent der unselbständigen Arbeitnehmer, die mehr verdienen. Der Rest verdient gleich viel wie vor elf Jahren oder sogar weniger.
Beifall bei den Grünen.
Warum diskutieren wir nicht über das, was heute schon angedeutet wurde? – Natürlich eine Entlastung bei den niedrigen Einkommen, eine Entlastung, die sich nicht nur auf Steuern, sondern auch auf das bezieht, was eigentlich deren Problem ausmacht, nämlich auf die Abgaben. Ja, auch wir haben Vorschläge. Warum diskutieren wir in dieser Situation nicht, wie wir es schaffen können, zu ausreichenden Mindestlöhnen zu kommen, Mindestlöhnen, von denen man leben kann? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Ich hoffe, dass es da zu einem Umdenken kommt, denn der Einkommensbericht des Rechnungshofes ist mittlerweile ein Dokument, das in seiner Qualität, auch wenn es unterschiedliche Messmethoden gibt, fast an den Sozialbericht des Sozialministeriums heranreicht. Wir sollten diese Dinge angehen, sonst, fürchte ich, wird es an uns allen – egal, von welcher Partei – hängen bleiben. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der SPÖ.
Es liegt an uns, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, den vorliegenden Bericht nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern auch zu handeln. Gleiche Zugangschancen für Berufe, bessere Bewertung von frauendominierten Berufen, Ausbau hochwertiger und ganztägiger Kinderbetreuungsplätze, eine stärkere Beteiligung der Väter an der Kinderbetreuung und vieles mehr – all das könnten Antworten auf den vorliegenden Bericht sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ganz zum Schluss noch mein Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rechnungshofes für ihre Tätigkeit zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es geht nicht an, dass permanent Millionen, ja Milliarden € verschwinden und es dann keiner war. Daher ist es dringend notwendig, dass Zockereien mit Steuergeld verboten werden, dass es auch Haftung gibt, ganz persönliche Haftung. Es ist nicht ein Land oder eine Gemeinde, die Geld verzockt, es stehen immer Menschen dahinter, und genau diese Menschen sind auch bis hin zum Existenzminimum für die Schäden haftbar zu machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir wollen, dass die Glaubwürdigkeit der Politik wieder etwas steigt, dann wird es auch notwendig sein, wieder politische Verantwortung wahrzunehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Dieser Bericht bietet umfassendes Datenmaterial für Analysen, aber auch für zukünftige Gestaltungen. – Ich danke für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Unerhört!
Sehr geehrte Damen und Herren! Und sein Schirmherr, der Herr Landeshauptmann, hat sich gar zu der Aussage verstiegen: „Manche Herren im Glaspalast am Donaukanal sind offensichtlich zu wenig qualifiziert ().“ (Abg. Ing. Westenthaler: Unerhört!) Das ist nicht nur uneinsichtig, das ist überheblich, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Kogler und Mayerhofer.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Kogler und Mayerhofer.
Sehr geehrte Damen und Herren! Und sein Schirmherr, der Herr Landeshauptmann, hat sich gar zu der Aussage verstiegen: „Manche Herren im Glaspalast am Donaukanal sind offensichtlich zu wenig qualifiziert ().“ (Abg. Ing. Westenthaler: Unerhört!) Das ist nicht nur uneinsichtig, das ist überheblich, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Kogler und Mayerhofer.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Präsident! Da wird nach dem niederösterreichischen Landtagswahlkampf viel Arbeit auf Sie zukommen, denn wenn ich die Plakat- und Inseratenflut in den niederösterreichischen Medien sehe, dann komme ich zur Überzeugung: Das geht sich mit den vereinbarten 7 Millionen € Wahlkampfkosten sicher nicht aus. Wir werden überprüfen, wer das bezahlt und ob das alles auf gesetzlicher Basis erfolgt! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident des Rechnungshofes Dr. Josef Moser: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Gestatten Sie mir, dass ich mich einleitend bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rechnungshofes bedanke, die ein enormes Arbeitspensum auch im Jahr 2012 mit enormer Qualität abgewickelt haben. Ihnen gebührt Dank. Deshalb bin ich gerne bereit, den Dank, den Sie heute gegenüber der Arbeit des Rechnungshofes ausgesprochen haben, an diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch weiterzugeben. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Nochmals herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit und dafür, dass im Zusammenhang mit dem Spekulationsverbot Sie alle – zumindest alle Fraktionen – einbekannt haben, dass wir eine Weiterentwicklung des Haushaltsrechtes benötigen, um gesamthaft steuern zu können. Nochmals herzlichen Dank und auf gute Zusammenarbeit auch in diesem Jahr! (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Höfinger und Hörl.
Man merkt, es gibt kaum Aufregung über meine Aussagen, weil die meisten Abgeordneten ohnedies schon schlafen – und auch darüber gibt es keine Aufregung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Höfinger und Hörl.) Also, da kann man noch viel länger reden, offenbar ist um 20.30 Uhr die Aufmerksamkeit ohnedies gesunken.
Beifall beim BZÖ.
Sie kennen dort die Bankwege. Wenn man dann nach Amerika eine Rechnung zahlen muss, kann man sich nicht sicher sein, dass die Rechnung 24 Stunden nach der Einzahlung bereits auf dem amerikanischen Konto aufscheint; und nach dieser Richtlinie, die – und das ist einer der Kritikpunkte – hier überschießend umgesetzt wird, bringt das auch für Klein- und Mittelbetriebe, für die österreichische Wirtschaft nur Probleme. Wir sind die einzige Fraktion, die dem daher nicht zustimmt. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Kolleginnen und Kollegen! Kollege Grosz hat Entscheidendes übersehen – und das war meines Erachtens schon Gegenstand einer sehr umfassenden Aufklärung und Information im Justizausschuss –: dass wir mit dem gegenständlichen Gesetz eine EU-Richtlinie umsetzen und sich daher die Geltung dieser gesetzlichen Norm naturgemäß auf den EU-Raum erstreckt. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Für diese Unternehmensgruppe beschließen wir heute dieses Gesetz. Ich halte das für notwendig, richtig und wichtig und bitte daher um breite Zustimmung – und das BZÖ bitte ich noch einmal um Überlegung und ein In-sich-Gehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Scheibner ist dran!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Jarolim zu Wort gemeldet. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Scheibner ist dran!) – Sie haben wahrscheinlich eine alte Rednerliste. (Abg. Dr. Matznetter: Nein, er ist nicht da, der Scheibner!)
Abg. Dr. Matznetter: Nein, er ist nicht da, der Scheibner!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Jarolim zu Wort gemeldet. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Scheibner ist dran!) – Sie haben wahrscheinlich eine alte Rednerliste. (Abg. Dr. Matznetter: Nein, er ist nicht da, der Scheibner!)
Beifall der Abg. Mag. Wurm
Ich glaube auch, dass es sinnvoll ist. Es kostet wahrscheinlich vom Gesamtaufwand her ungefähr gleich viel. Ich glaube, es ist einerseits den Rechtspraktikanten mehr geholfen, wenn sie einen Monat länger tätig sein können, und der Justiz insgesamt natürlich auch, und zwar auch unter dem Aspekt, dass man aus der Gruppe der Rechtspraktikanten heraus ja auch die Qualifiziertesten für die Justiz selbst, für das Richteramt und das Staatsanwaltsamt, aussucht. Es ist also aus vielerlei Gründen hier eine Verlängerung der Dauer sinnvoll, noch dazu, wenn man die 100 € nimmt (Beifall der Abg. Mag. Wurm) – danke schön, Kollegin Wurm – und eine weitestgehende Kostenparität zustande bringt.
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin sehr überzeugt davon, dass wir eine vernünftige Lösung, die auch der Kollege Fichtenbauer mittragen wird, zustande bringen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Ich schließe gleich an: Wer hat euch angeschafft, beim Budgetbegleitgesetz vorvoriges Jahr der Verkürzung zuzustimmen, obwohl wir massiv dagegen Front gemacht haben? (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Das war natürlich eine Geschichte, die äußerst unzweckmäßig war und jetzt repariert werden muss.
Beifall der Abgeordneten Dr. Jarolim, Mag. Wurm und Mag. Stefan.
Im Übrigen wäre ich dafür, es wieder zumindest auf sieben oder acht Monate anzuheben, denn das ist ja nicht bloß ein Beschmeichelungsaspekt für die Rechtspraktikanten, sondern für die Justiz insgesamt. Es gibt keinen besseren Ort – und das ist schon seit 100 Jahren eingeübt gewesen –, die Praxis des absolvierten Studiums zu erlernen. (Beifall der Abgeordneten Dr. Jarolim, Mag. Wurm und Mag. Stefan.) Und es ist egal, ob er nachher Richter, Notar, Rechtsanwalt oder was weiß ich was wird, das ist ein Dienst an der Justizqualität selber.
Beifall bei der FPÖ.
Die aus dem Gesetz resultierenden Fälligkeitsbestimmungen – also Einlangen des geschuldeten Betrages am Konto des Gläubigers – sind im Bereich des Mietrechtes und des Konsumentenschutzrechtes hinlänglich abgefedert, sodass wir aus Vernunftgründen dieser Materie zustimmen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Aber das zeigt ein anderes Problem auf – und das ist ein anderes Lieblingsthema von mir, wie Sie wissen –, nämlich die Struktur des derzeit geltenden Mietrechtsgesetzes mit seinen völlig unterschiedlichen Schutzmechanismen. Das ist eine Großbaustelle, die politisch angegangen werden muss. Wir brauchen ein neues Mietrechtsgesetz, das möglichst alle Mietobjekte, die es gibt, umfasst. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Heinzl: Gerne!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Heinzl, darf ich Sie bitten, das Telefonieren einzustellen? (Abg. Heinzl: Gerne!) – Danke.
Beifall bei der ÖVP.
Es freut mich, dass diese Regierungsvorlage doch auf sehr breite Zustimmung stößt. Ich danke Ihnen dafür. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, dass Sie alle dieser Gesetzesvorlage Ihre Zustimmung erteilen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, da das Körberlgeld für die Banken ja eh schon seit längerer Zeit wegfällt, stünde es dem BZÖ gut an, wenn es diesem Gesetzentwurf auch zustimmen würde. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Also: Das Gesetz kommt zum richtigen Zeitpunkt, und wir haben die richtigen Maßnahmen gesetzt. Darüber freue ich mich und ersuche alle Parteien, dem zuzustimmen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Besonders wichtig für die Sozialdemokratie sind jedoch Neuerungen, die auch auf die Interessen der Mieter besonders Rücksicht nehmen; nämlich erstens, dass der Fälligkeitstermin zugunsten der Mieter einseitig zwingend gestellt werden kann. Das heißt, vertragliche Vereinbarungen über den Zahlungstermin, die diesen vor dem Monatsfünften festlegen, sind unzulässig. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
So erfreulich diese Bestimmungen, und das wurde schon erwähnt, für die Mieterinnen und Mieter, die dem Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes unterliegen, sind, oder auch – nach der Ausschussfeststellung – für jene, die in Wohnungen gemeinnütziger Genossenschaften wohnen, so ist es doch ein Wermutstropfen, dass es nicht für alle Mieter gilt, das heißt, im Teilanwendungsbereich diese Fälligkeitsfrage nicht gilt, wenn auch in den Erläuterungen angemerkt wird, dass diese neue Norm auf andere Segmente ausstrahlen wird. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin daher sehr glücklich darüber, dass mit dieser neuen gesetzlichen Regelung hier eine Unterstützung gerade für die Klein- und Kleinstbetriebe in diesem Land geschaffen werden konnte. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne hoffe ich und freue ich mich auch auf eine gute Zusammenarbeit im Nationalrat, dem ich ja jetzt vier Jahre lang nicht angehört habe. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Um sicherzustellen, dass der Geldbetrag auch rechtzeitig ankommt, ist es im Normalfall wahrscheinlich kein großes Problem, Überweisungsaufträge rechtzeitig – das heißt schon einen oder zwei Tage früher – zu geben. Aber es bedeutet natürlich für Österreich eine Änderung der gängigen Praxis, wobei von diesen Neuerungen des Gesetzes vor allem die öffentliche Hand am stärksten betroffen sein wird. Laut der jährlichen Umfrage betreffend die Zahlungsmoral lag nämlich die durchschnittliche Zahlungsdauer bei öffentlichen Stellen bei 42 Tagen – das heißt, in Einzelfällen lag man weit darüber. Unternehmen hingegen leisten ihre Zahlungen im Schnitt bereits nach 31 Tagen. Und die raschesten Zahler sind mit 18 Tagen die Privatpersonen, die, und das möchte ich hier noch einmal ausdrücklich festhalten, von den Regelungen dieser Gesetzesmaterie nicht betroffen sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Konkret fehlen also Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Und das ist auch eine der Schwachstellen dieses Jahreswachstumsberichts, der uns aber noch über einige Monate hier in diesem Haus begleiten wird. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit dem vom Bundeskanzler erreichten Fonds gegen Jugendarbeitslosigkeit, der mit 6 Milliarden € dotiert ist, steht jetzt endlich auch Geld zur Verfügung, das zur Umsetzung dieser Jugendgarantie notwendig ist. Das mögen zwar Tropfen auf den heißen Stein sein, aber sie sind wichtig. Noch besser wäre es, wenn wir so etwas wie Nägel mit Köpfen machen könnten und würden und eine Obergrenze für Jugendarbeitslosigkeit einführen würden. Warum soll das, was für Schulden funktioniert, nicht auch gegen Arbeitslosigkeit funktionieren? – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Am Schluss steht, meine ich, dass wir Europa stärken müssen. Eine sinnlose, nicht pragmatische Kritik löst keine Probleme. Wir alle müssen uns einbringen, um Europa nach vorne zu bringen, um es attraktiv zu machen für die Bürger und auch so stark zu machen, dass wir im Wettbewerb mit anderen Volkswirtschaften diesen in unserem Interesse steuern und auch gewinnen können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Donabauer
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, Kollege Donabauer, du hast natürlich vollkommen recht: Sinnlose Kritik stärkt niemanden – weder uns noch die EU noch unsere Arbeitskräfte (Zwischenruf des Abg. Donabauer) –, aber sinnlose Repetition der immer gleichen Phrasen hilft auch nichts. – Das ist kein Vorwurf gegen dich, sondern einer, der sich auf den Bericht bezieht. Ich bin schon beim Bericht. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Du hast nur einige sinnlose Phrasen vorgelesen, so zum Beispiel die Präambel, die ersten Sätze. (Abg. Wöginger: Das war eine ausgezeichnete Rede!) Das reiht sich nahtlos in die Aufzählungen des Berichtes ein.
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, Kollege Donabauer, du hast natürlich vollkommen recht: Sinnlose Kritik stärkt niemanden – weder uns noch die EU noch unsere Arbeitskräfte (Zwischenruf des Abg. Donabauer) –, aber sinnlose Repetition der immer gleichen Phrasen hilft auch nichts. – Das ist kein Vorwurf gegen dich, sondern einer, der sich auf den Bericht bezieht. Ich bin schon beim Bericht. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Du hast nur einige sinnlose Phrasen vorgelesen, so zum Beispiel die Präambel, die ersten Sätze. (Abg. Wöginger: Das war eine ausgezeichnete Rede!) Das reiht sich nahtlos in die Aufzählungen des Berichtes ein.
Abg. Wöginger: Das war eine ausgezeichnete Rede!
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, Kollege Donabauer, du hast natürlich vollkommen recht: Sinnlose Kritik stärkt niemanden – weder uns noch die EU noch unsere Arbeitskräfte (Zwischenruf des Abg. Donabauer) –, aber sinnlose Repetition der immer gleichen Phrasen hilft auch nichts. – Das ist kein Vorwurf gegen dich, sondern einer, der sich auf den Bericht bezieht. Ich bin schon beim Bericht. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Du hast nur einige sinnlose Phrasen vorgelesen, so zum Beispiel die Präambel, die ersten Sätze. (Abg. Wöginger: Das war eine ausgezeichnete Rede!) Das reiht sich nahtlos in die Aufzählungen des Berichtes ein.
Abg. Mag. Stefan: Haben Sie das gelesen, Frau Kollegin?
In Europa werden derzeit“ – in einigen Ländern – „mehrere ambitionierte Reformen durchgeführt.“ – In diesen Ländern – „wurden Maßnahmen ... zur Reduzierung der Abfindungen bei Beendigung normaler Arbeitsverträge und zur Vereinfachung von Einzel- und Massenentlassungen ergriffen. Darüber hinaus wurden“ – in diesen Ländern – „Schritte unternommen, um die Lohnfindung zu flexibilisieren, zum Beispiel durch Vereinfachung“ – bitte genau zuhören“ – „der Voraussetzungen, unter denen Unternehmen aus höheren Tarifabschlüssen ausscheren können“. – Also das ist interessant. (Abg. Mag. Stefan: Haben Sie das gelesen, Frau Kollegin?)
Abg. Mag. Stefan: Wahrscheinlich das Europäische Semester!
Und dann gibt es noch etwas: Es gibt eine Maßnahme (Abg. Mag. Stefan: Wahrscheinlich das Europäische Semester!), nämlich „die Besteuerung der Erwerbstätigkeit insbesondere im Niedriglohnsektor im Zuge umfassender Bemühungen, um eine steuerliche Entlastung des Faktors Arbeit zu begrenzen.“ – Also nur im Niedrigstlohnsektor. (Abg. Mag. Stefan: Bravo!)
Abg. Mag. Stefan: Bravo!
Und dann gibt es noch etwas: Es gibt eine Maßnahme (Abg. Mag. Stefan: Wahrscheinlich das Europäische Semester!), nämlich „die Besteuerung der Erwerbstätigkeit insbesondere im Niedriglohnsektor im Zuge umfassender Bemühungen, um eine steuerliche Entlastung des Faktors Arbeit zu begrenzen.“ – Also nur im Niedrigstlohnsektor. (Abg. Mag. Stefan: Bravo!)
Beifall bei der FPÖ.
Dass die Jugend es schwer hat, mit Einwanderern aus Mauretanien und Marokko und Algerien und Ecuador und Venezuela und so weiter – Sie können sich einmal die Herkunftsländer anschauen –, zu konkurrenzieren – die also aus Ländern kommen mit einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 150 € –, dass die Jugendlichen es somit schwierig haben und dass es für einen spanischen Jugendlichen nicht attraktiv ist, in den Erdbeerfarmen von Andalusien um 400 €, 500 € zu arbeiten – für diese Bezahlung wird nämlich dort von den Einwanderern gearbeitet –, ist auch klar. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Krainer: Irre ist in erster Linie Ihre Rede!
Es ist so, als ob wir in einer Parallelwelt lebten, als ob dramatische Dinge einfach nicht stattfänden, weil sie nicht stattfinden dürfen. Deswegen ist dieser Bericht komplett – ich sage ja nicht einmal schlecht oder falsch, sondern irre. Es ist wirklich so, als ob wir in einem anderen Universum lebten. (Abg. Krainer: Irre ist in erster Linie Ihre Rede!) –Herr Kollege, bitte schön! Habe ich das einmal zu Ihnen gesagt? Ich werde Sie das nächste Mal auch zensurieren. Also bitte! (Abg. Krainer: Also von Erdbeer-Pflückern ...!) – Der Herr Kollege legt Wert auf die Feststellung, dass meine Rede irre ist. Ja, dass meine Rede irre ist. (Abg. Mag. Stefan: Hören Sie doch zu!) – Ich will jetzt keine Konsequenzen, aber ich werde mir das merken.
Abg. Krainer: Also von Erdbeer-Pflückern ...!
Es ist so, als ob wir in einer Parallelwelt lebten, als ob dramatische Dinge einfach nicht stattfänden, weil sie nicht stattfinden dürfen. Deswegen ist dieser Bericht komplett – ich sage ja nicht einmal schlecht oder falsch, sondern irre. Es ist wirklich so, als ob wir in einem anderen Universum lebten. (Abg. Krainer: Irre ist in erster Linie Ihre Rede!) –Herr Kollege, bitte schön! Habe ich das einmal zu Ihnen gesagt? Ich werde Sie das nächste Mal auch zensurieren. Also bitte! (Abg. Krainer: Also von Erdbeer-Pflückern ...!) – Der Herr Kollege legt Wert auf die Feststellung, dass meine Rede irre ist. Ja, dass meine Rede irre ist. (Abg. Mag. Stefan: Hören Sie doch zu!) – Ich will jetzt keine Konsequenzen, aber ich werde mir das merken.
Abg. Mag. Stefan: Hören Sie doch zu!
Es ist so, als ob wir in einer Parallelwelt lebten, als ob dramatische Dinge einfach nicht stattfänden, weil sie nicht stattfinden dürfen. Deswegen ist dieser Bericht komplett – ich sage ja nicht einmal schlecht oder falsch, sondern irre. Es ist wirklich so, als ob wir in einem anderen Universum lebten. (Abg. Krainer: Irre ist in erster Linie Ihre Rede!) –Herr Kollege, bitte schön! Habe ich das einmal zu Ihnen gesagt? Ich werde Sie das nächste Mal auch zensurieren. Also bitte! (Abg. Krainer: Also von Erdbeer-Pflückern ...!) – Der Herr Kollege legt Wert auf die Feststellung, dass meine Rede irre ist. Ja, dass meine Rede irre ist. (Abg. Mag. Stefan: Hören Sie doch zu!) – Ich will jetzt keine Konsequenzen, aber ich werde mir das merken.
Beifall bei der FPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Stefan und Krainer.
Kollege, ich meine, wo Argumente fehlen, da stellt ein blödes Wort zur rechten Zeit sich ein, wie es so schön heißt. (Beifall bei der FPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Stefan und Krainer.)
Beifall bei der FPÖ.
Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Ja, lassen Sie sich das Protokoll kommen! Ich kann es Ihnen auch sagen! – Abg. Neubauer: Ich kann es Ihnen auch sagen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Da es mir unmöglich war, Zwischenrufe hier oben vom Vorsitz zu hören, werde ich mir das Stenographische Protokoll kommen lassen. (Abg. Kickl: Ja, lassen Sie sich das Protokoll kommen! Ich kann es Ihnen auch sagen! – Abg. Neubauer: Ich kann es Ihnen auch sagen!)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren! Die Bevölkerung verliert zusehends das Vertrauen in die EU. Wir brauchen endlich ein Europa für und nicht gegen die Bürger und österreichische Vertreter, die auf EU-Ebene die Interessen der Bürger vertreten und diese nicht verraten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall des Abg. Markowitz.
Das sage nicht ich, sondern das steht im AK-Positionspapier, verfasst im Jänner 2013. Die Arbeiterkammer ist nicht unbedingt eine Vorfeldorganisation des Teams Stronach, sondern wir wissen, dass die SPÖ da ganz stark drinnen steckt, und daher ist mir auch nicht ganz klar, warum Frau Muttonen hier sehr positiv über diesen Bericht gesprochen hat. Das finde ich schon etwas fragwürdig, da ja Ihre Positionen hier nicht wirklich mitgetragen werden. (Beifall des Abg. Markowitz.)
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Ich glaube, wir brauchen mehr Wahrheit, mehr Fairness und mehr Transparenz – und dies auch in der EU! (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hornek.
Ich denke, wir sollten alle miteinander alles daransetzen, dass diese Ziele möglichst erreicht werden, dass zumindest die grundsätzlichen Ziele erreicht werden. Wir sollten auch alles daransetzen, dass Europa und Österreich weiterhin so gut dastehen – ohne zu verschweigen, dass es seit der Finanzkrise im Jahr 2008 große Probleme gibt und da noch viel zu tun sein wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hornek.)
Abg. Scheibner: Aber der Weg ist ja !
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Herr Staatssekretär Ostermayer, du hast gerade ausgeführt, dass wir mit den Zielen, die in diesem Wachstumsbericht vorgeschlagen werden, einverstanden sind. Der Weg ist allerdings nicht immer identisch mit dem, was vorgeschlagen wird (Abg. Scheibner: Aber der Weg ist ja !) – und da bin ich schon bei Herrn Dr. Hübner.
Zwischenruf des Abg. Huber
Wir hatten letzten Dienstag im EU-Unterausschuss die Möglichkeit, mit dem Vertreter der Kommission hier in Wien, mit Mag. Kühnel als Experten zu diskutieren. Da in den verschiedenen Berichten – im Stabilitätsbericht, im Wachstumsbericht, in unterschiedlichen Berichten der Kommission (Zwischenruf des Abg. Huber) – immer wieder auch das Pensionsalter zur Debatte gestellt wird, und zwar die frühere Angleichung des Frauenpensionsalters, habe ich die Gelegenheit selbstverständlich ergriffen, das auch in diesem Ausschuss zu debattieren und die Meinung der Kommission zu erfragen. In diesem Punkt bin ich, sind wir von der SPÖ einfach anderer Ansicht als die Europäische Kommission, die diesbezüglich Vorschläge gemacht hat.
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Ich bin der Überzeugung, dass es sehr wohl darum geht, dass wir das faktische Pensionsalter von Frauen und Männern angleichen. Es sind ja de facto nur eineinhalb Jahre Unterschied zwischen dem unterschiedlichen Antrittsalter von Männern und Frauen. Hier wird aber vorgeschlagen, dass die Angleichung des unterschiedlichen Pensionsalters bereits vor der Zeit – also vor 2033, wie es in der Verfassung steht – erfolgen soll, und da bin ich einfach anderer Auffassung, weil die tatsächliche Gleichstellung in Österreich schlicht und einfach noch nicht stattgefunden hat, weil es da noch wichtiger Maßnahmen bedarf. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Abg. Wöginger: Wenn sie länger arbeiten ! – Zwischenruf der Abg. Steibl.
Wir brauchen zum Beispiel mehr Kinderbetreuung, wir brauchen bessere Anrechnungszeiten, und, und, und. Was wir in diesem Zusammenhang nicht brauchen, ist, dass wir sozusagen über diesen Weg mehr Abschläge für die Frauen haben und noch geringere Pensionen als jetzt schon. (Abg. Wöginger: Wenn sie länger arbeiten ! – Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wöginger: Das hat der Hundstorfer vorgeschlagen! – Ruf bei der SPÖ: Ah so?! Ist halt auch ein Mann! – Heiterkeit und Ruf bei der ÖVP: Ist aber euer Minister!
Daher: Da sollte man andere Wege gehen, den österreichischen Weg fortsetzen und faktische Maßnahmen setzen, um die Arbeitgeber auch mit Anreizen dazu zu bringen, mehr ältere Arbeitnehmer und vor allem Arbeitnehmerinnen anzustellen – das ist ein Punkt –, während der Arbeitszeit höhere Löhne zu bezahlen, aber nicht der Altersarmut Vorschub leisten, indem man Maßnahmen vorschlägt, wodurch die Abschläge noch größer werden und die Pensionen noch geringer. Da können wir von der SPÖ sicher nicht mitmachen, also: Hände weg von einer frühzeitigen Angleichung des Pensionsalters für Frauen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wöginger: Das hat der Hundstorfer vorgeschlagen! – Ruf bei der SPÖ: Ah so?! Ist halt auch ein Mann! – Heiterkeit und Ruf bei der ÖVP: Ist aber euer Minister!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Eine sehr kurze Rede war das!
Das ist etwas, woran wir in der Europäischen Union noch weiterarbeiten müssen, damit die Frage der Beschäftigung den Stellenwert bekommt, den sie in Österreich hat und den sie auch verdient. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Eine sehr kurze Rede war das!)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Wir vom BZÖ sind die Einzigen, die hier gegen diesen Wahnsinn sind. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) Wenn ihr heute zustimmt, dass die Republik Vietnam Produkte zollfrei nach Österreich einführen kann, dann ist das, glaube ich, wirklich bezeichnend.
Beifall beim BZÖ.
Fürs Protokoll: Der Kollege Hörl von der ÖVP kann nichts wie dumm reinschreien! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Cap: Sie sind ahnungslos!
Herr Kollege Cap, das versteht niemand. Wissen Sie, ob da Kinderarbeit dabei ist? Gibt es da irgendein Siegel, oder kontrolliert das irgendjemand? – Ich glaube, dass das der falsche Weg ist. Ich bin mir auch sicher, dass unsere österreichischen Betriebe, die europäischen Betriebe mindestens gleich gute Schuhe herstellen können. Und ein Herr Klubobmann und ein Herr Funktionär, ewig in der SPÖ, wird sich auch europäische, also österreichische Laufschuhe leisten können. (Abg. Dr. Cap: Sie sind ahnungslos!) Er sagt, ich bin ahnungslos, fürs Protokoll: ich bin ahnungslos. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Ich bin nicht ahnungslos! Wir brauchen unsere Arbeitsplätze! (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Herr Kollege Cap, das versteht niemand. Wissen Sie, ob da Kinderarbeit dabei ist? Gibt es da irgendein Siegel, oder kontrolliert das irgendjemand? – Ich glaube, dass das der falsche Weg ist. Ich bin mir auch sicher, dass unsere österreichischen Betriebe, die europäischen Betriebe mindestens gleich gute Schuhe herstellen können. Und ein Herr Klubobmann und ein Herr Funktionär, ewig in der SPÖ, wird sich auch europäische, also österreichische Laufschuhe leisten können. (Abg. Dr. Cap: Sie sind ahnungslos!) Er sagt, ich bin ahnungslos, fürs Protokoll: ich bin ahnungslos. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Ich bin nicht ahnungslos! Wir brauchen unsere Arbeitsplätze! (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Cap, das versteht niemand. Wissen Sie, ob da Kinderarbeit dabei ist? Gibt es da irgendein Siegel, oder kontrolliert das irgendjemand? – Ich glaube, dass das der falsche Weg ist. Ich bin mir auch sicher, dass unsere österreichischen Betriebe, die europäischen Betriebe mindestens gleich gute Schuhe herstellen können. Und ein Herr Klubobmann und ein Herr Funktionär, ewig in der SPÖ, wird sich auch europäische, also österreichische Laufschuhe leisten können. (Abg. Dr. Cap: Sie sind ahnungslos!) Er sagt, ich bin ahnungslos, fürs Protokoll: ich bin ahnungslos. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Ich bin nicht ahnungslos! Wir brauchen unsere Arbeitsplätze! (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.
Sie sind komplett weltfremd, Herr Klubobmann! Sie leben in einer falschen Welt. Es ist kein Wunder, dass wir heute solche Wirtschaftsdaten haben, dass wir solche Berichte auch von der Europäischen Union erhalten, wie wir sie gerade erhalten haben. Es ist ein Trauerspiel. Und Sie sagen, ich bin ahnungslos. Ja wer ist da ahnungslos? (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.)
Beifall beim BZÖ.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Handeln wir endlich einmal mit Hausverstand! Handeln wir doch endlich einmal solidarisch mit unserer Wertschöpfung, mit unserer Kaufkraft, solidarisch mit unseren Arbeitsplätzen! Herr Kollege Cap! Und eines sage ich Ihnen noch, ich habe Hinweise, dass sehr viele Anzüge heute in Vietnam von Kindern produziert werden. Das wollen Sie alles zollfrei reinlassen? Ich wünsche Ihnen viel Glück! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall und Jawohl-Rufe beim BZÖ.
Wenn wir uns heute hier als Abgeordnete zum Nationalrat keine Gedanken machen, wo unsere Kaufkraft hinfließt, wenn wir uns nicht endlich vor unsere österreichischen Betriebe stellen, vor die europäischen Betriebe, dann wird dieses Europa keine Zukunft haben und dieses Rot-Schwarz wird ausgedient haben. Fangen wir endlich an, dass wir unsere Arbeitsplätze und unsere Wertschöpfung schützen, und schauen wir, dass wir Laufschuhe in Österreich produzieren! Das wäre eine Initiative. (Beifall und Jawohl-Rufe beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Bravo!
Aber wir sollten nicht hergehen und sagen, wir fordern Laufschuhe aus Vietnam, die sehr billig sind. Das ist der falsche Weg. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Bravo!)
Rufe beim BZÖ: Na geh!
Im Übrigen, Herr Kollege Huber, würde ich wirklich empfehlen, dass du deine Funktion als Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit überlegst (Rufe beim BZÖ: Na geh!), denn das, was du hier in diesem Zusammenhang geboten hast, war nicht dieser Rolle entsprechend. (Beifall bei der ÖVP.) Okay, gut. Zurück zum Thema. (Abg. Huber: Das ist entwicklungspolitisch gut!)
Beifall bei der ÖVP.
Im Übrigen, Herr Kollege Huber, würde ich wirklich empfehlen, dass du deine Funktion als Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit überlegst (Rufe beim BZÖ: Na geh!), denn das, was du hier in diesem Zusammenhang geboten hast, war nicht dieser Rolle entsprechend. (Beifall bei der ÖVP.) Okay, gut. Zurück zum Thema. (Abg. Huber: Das ist entwicklungspolitisch gut!)
Abg. Huber: Das ist entwicklungspolitisch gut!
Im Übrigen, Herr Kollege Huber, würde ich wirklich empfehlen, dass du deine Funktion als Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit überlegst (Rufe beim BZÖ: Na geh!), denn das, was du hier in diesem Zusammenhang geboten hast, war nicht dieser Rolle entsprechend. (Beifall bei der ÖVP.) Okay, gut. Zurück zum Thema. (Abg. Huber: Das ist entwicklungspolitisch gut!)
Beifall bei der ÖVP.
Deswegen ist es für mich eigentlich etwas unwirklich und auch fast unglaublich, dass wir heute als Europäische Union und Österreich ein Rahmenabkommen über umfassende wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Vietnam beschließen. Das zeigt einerseits, dass es hier wirklich eine gute wirtschaftliche Entwicklung gegeben hat. Und daher glaube ich auch, dass es gut und richtig ist, dass wir dieses Abkommen unterzeichnen. Andererseits aber dürfen wir auch nicht vergessen, dass Vietnam nach wie vor eine Diktatur ist, geführt von einer kommunistischen Einheitspartei, und dass es deswegen wichtig ist, dass in diesem Vertrag auf die Menschenrechte und auf die Rechte der Personen und auch der einzelnen Unternehmen entsprechend Bezug genommen wird. Das wird mit diesem Abkommen unter anderem gewährleistet. Und ich glaube daher, dass es gut ist, vor allem auch für die Leute in Vietnam gut ist, dass dieses Rahmenabkommen heute unterzeichnet beziehungsweise ratifiziert wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Lesen Sie vor!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich darf gleich auf die Ausführungen meines Vorredners, des Herrn Huber, Bezug nehmen. Kollege Huber, ich glaube, es ist Ihnen entgangen, dass sich in diesem Abkommen auch ganz wichtige Bestimmungen im Zusammenhang mit der Beschäftigung, mit der sozialen Sicherheit und der Weiterentwicklung dieses Landes finden. (Abg. Scheibner: Lesen Sie vor!)
Abg. Huber: Es geht um die Laufschuhe des Kollegen Cap!
Ich halte es für ganz entscheidend und für ganz wichtig, dass die Vertragspartner sich auch dahingehend verstanden haben, dass die anerkannten Standards der Arbeitsorganisation, der ILO, künftig auch eingehalten, gefördert werden. Genau das ist ein wichtiger Punkt. (Abg. Huber: Es geht um die Laufschuhe des Kollegen Cap!)
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich auch noch auf ein paar andere Punkte eingehen, die in diesem Übereinkommen zwischen der Europäischen Union und der Sozialistischen Republik Vietnam enthalten sind. Es sind Übereinkommen im Zusammenhang mit der Entwicklungspolitik, mit Frieden und Sicherheit, Handels- und Investitionsfragen, Gesundheit, Beschäftigung und Soziales. Das sagte ich schon. Und was mir auch ganz wichtig ist, ist, dass auch Bestimmungen enthalten sind, wonach Maßnahmen zu treffen sind, damit die Situation der Frauen auf dem Arbeitsmarkt, am Arbeitsplatz und auch im Zusammenhang mit der Beteiligung am politischen Geschehen dort besser wird. Eine gute Maßnahme, ein gutes Übereinkommen, und ich hoffe, dass es in vielen Bereichen rasch realisiert wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Aus den genannten Gründen werden wir diesem Rahmenabkommen zustimmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grosz: Herr Kollege Heinzl, wir wollen etwas zu den Laufschuhen des Kollegen Cap wissen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Heinzl. – Bitte. (Abg. Grosz: Herr Kollege Heinzl, wir wollen etwas zu den Laufschuhen des Kollegen Cap wissen!)
Heiterkeit
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich glaube, dieser Versuch von scherzhaften Zwischenrufen des Herrn Abgeordneten Klein, Entschuldigung Grosz (Heiterkeit), ist im Rahmen dieser Debatte fast unerträglich. (Abg. Grosz: Da haben Sie jetzt Ihre ganze Intelligenz zusammengenommen!) Deshalb möchte ich wirklich zur Sache kommen.
Abg. Grosz: Da haben Sie jetzt Ihre ganze Intelligenz zusammengenommen!
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich glaube, dieser Versuch von scherzhaften Zwischenrufen des Herrn Abgeordneten Klein, Entschuldigung Grosz (Heiterkeit), ist im Rahmen dieser Debatte fast unerträglich. (Abg. Grosz: Da haben Sie jetzt Ihre ganze Intelligenz zusammengenommen!) Deshalb möchte ich wirklich zur Sache kommen.
Abg. Grosz: Billige Laufschuhe für Herrn Cap!
Was erwarten wir in Österreich, Herr Grosz, von diesem Abkommen? (Abg. Grosz: Billige Laufschuhe für Herrn Cap!) Wir erwarten uns vor allem eine Intensivierung der Beziehungen im Hinblick auf den Hi-Tech-Markt. Das österreichische Interesse liegt hier insbesondere im Bereich Energie, Umwelt und Bildung, Herr Grosz, und nicht nur im Bereich von Laufschuhen. Dies zu Ihrer Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Sehr gut, bravo!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Sehr gut, bravo!
Was erwarten wir in Österreich, Herr Grosz, von diesem Abkommen? (Abg. Grosz: Billige Laufschuhe für Herrn Cap!) Wir erwarten uns vor allem eine Intensivierung der Beziehungen im Hinblick auf den Hi-Tech-Markt. Das österreichische Interesse liegt hier insbesondere im Bereich Energie, Umwelt und Bildung, Herr Grosz, und nicht nur im Bereich von Laufschuhen. Dies zu Ihrer Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Sehr gut, bravo!)
Abg. Scheibner: Großartig, ist europäischer Standard!
Jetzt sind wir nicht hier, um Oberlehrer zu spielen, sondern ich glaube, dass es ein Menschenrecht und ein Gebot der Stunde ist, dass sich alle Länder an die internationalen Normen halten. Es ist in der Türkei schon viel geschehen, das darf man auch nicht verleugnen. Ich denke etwa an die Abschaffung der Todesstrafe (Abg. Scheibner: Großartig, ist europäischer Standard!), wobei es in vielen anderen Staaten, beispielsweise in den USA, die Todesstrafe noch gibt. In der Türkei wurde diese 2002 für Friedenszeiten, 2004 für alle Zeiten abgeschafft. Ich glaube, man muss auch anerkennen, dass es Fortschritte in der Entwicklung gibt, aber diese sind noch weit entfernt von Standards.
Beifall bei der ÖVP.
Darauf muss man auch hinweisen, wenn man exemplarisch über die Einhaltung von Menschenrechten in einem Land spricht. Wir sollten permanent den Finger in die Wunden legen und nicht aufhören, darüber zu reden, denn steter Tropfen höhlt den Stein. Ich bin überzeugt davon, auch hier wird der stete Tropfen den Stein höhlen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Der vorliegende Antrag fordert die österreichische Regierung dazu auf, die Friedensverhandlungen aktiv und nachhaltig sowohl bilateral als auch auf EU-Ebene und auf Europaratsebene zu unterstützen. Ich hoffe auf eine breite Zustimmung hier im Plenum. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Hübner: Ich verzichte auf die Wortmeldung! Es ist so schön geredet worden! – Beifall bei der SPÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Hübner. (Abg. Dr. Hübner: Ich verzichte auf die Wortmeldung! Es ist so schön geredet worden! – Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne danke ich für die Unterstützung dieser beiden Anträge. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Klikovits.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär Lopatka – ich wecke Sie nur ganz kurz, aber ich hätte schon ganz gern von Ihnen gewusst, wie Ihre ... (Zwischenruf des Abg. Klikovits.) – Das sage ich schon, lieber Freund! Du bist auch gerade munter geworden, aber da geht es jetzt wirklich um etwas Bedeutendes, und zwar um ein Versprechen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Klikovits und Eßl.) – Ich komme schon dazu, lieber Kollege! Es geht
Zwischenrufe der Abgeordneten Klikovits und Eßl.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär Lopatka – ich wecke Sie nur ganz kurz, aber ich hätte schon ganz gern von Ihnen gewusst, wie Ihre ... (Zwischenruf des Abg. Klikovits.) – Das sage ich schon, lieber Freund! Du bist auch gerade munter geworden, aber da geht es jetzt wirklich um etwas Bedeutendes, und zwar um ein Versprechen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Klikovits und Eßl.) – Ich komme schon dazu, lieber Kollege! Es geht
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Es hat da ein Versprechen gegeben. Herr Kollege Cap, kann ich mich noch erinnern, hat hier eindrucksvolle Reden gehalten, der damalige Abgeordnete Lopatka hat, glaube ich, auch mitgestimmt. Wir alle sind sehr skeptisch hinsichtlich der Möglichkeit, dass die Türkei Mitglied der Europäischen Union wird. Meiner Meinung nach ist es völlig verfehlt, diese Verhandlungen so zu führen. Gescheiter wäre es, eine maßgeschneiderte Partnerschaft mit dem strategisch sicherlich wichtigen Land abzuschließen, als jetzt einen Vollbeitritt zu verhandeln, der, wie ich glaube, nie realisiert werden kann. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Aber – und das ist jetzt wichtig – es gibt ein Versprechen dieses Hauses – nicht nur der Bundesregierung, weil Bundesregierungen kommen und gehen, sondern dieses Hauses, des Nationalrates –, dass in Österreich, sollten diese Beitrittsverhandlungen einmal zu einem Ende geführt werden, egal, wann das ist, verpflichtend eine Volksabstimmung darüber abgehalten wird. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Staatssekretär Dr. Lopatka: Was sage ich?
Herr Kollege Cap, da geben Sie mir recht? Meine Damen und Herren von der ÖVP, geben Sie mir auch recht? – So. Herr Staatssekretär Lopatka, in der morgigen Zeitung lese ich plötzlich ... (Staatssekretär Dr. Lopatka: Was sage ich?) – Das sage ich Ihnen jetzt. Sie werden hoffentlich selber wissen, was Sie gesagt haben. Die Überschrift lautet jedenfalls: „Jein zu Referendum über EU-Beitritt der Türkei.“ (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das sage ich nicht!) – Ja, aber was sagen Sie? (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das sage ich nicht!) – Sie loben die positiven Signale der Türkei, und dann sagen Sie:
Staatssekretär Dr. Lopatka: Das sage ich nicht!
Herr Kollege Cap, da geben Sie mir recht? Meine Damen und Herren von der ÖVP, geben Sie mir auch recht? – So. Herr Staatssekretär Lopatka, in der morgigen Zeitung lese ich plötzlich ... (Staatssekretär Dr. Lopatka: Was sage ich?) – Das sage ich Ihnen jetzt. Sie werden hoffentlich selber wissen, was Sie gesagt haben. Die Überschrift lautet jedenfalls: „Jein zu Referendum über EU-Beitritt der Türkei.“ (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das sage ich nicht!) – Ja, aber was sagen Sie? (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das sage ich nicht!) – Sie loben die positiven Signale der Türkei, und dann sagen Sie:
Staatssekretär Dr. Lopatka: Das sage ich nicht!
Herr Kollege Cap, da geben Sie mir recht? Meine Damen und Herren von der ÖVP, geben Sie mir auch recht? – So. Herr Staatssekretär Lopatka, in der morgigen Zeitung lese ich plötzlich ... (Staatssekretär Dr. Lopatka: Was sage ich?) – Das sage ich Ihnen jetzt. Sie werden hoffentlich selber wissen, was Sie gesagt haben. Die Überschrift lautet jedenfalls: „Jein zu Referendum über EU-Beitritt der Türkei.“ (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das sage ich nicht!) – Ja, aber was sagen Sie? (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das sage ich nicht!) – Sie loben die positiven Signale der Türkei, und dann sagen Sie:
Staatssekretär Dr. Lopatka: Nein, das sagen wiederum Sie!
„‚Unter Berücksichtigung neuer Entwicklung in der Türkei und im Beitrittsprozess muss die nächste Regierung den Stand der Verhandlungen bewerten. Das Prinzip der Kontinuität gibt es nicht‘, sagt Lopatka.“ – Und zwar Bezug nehmend auf die Frage, ob es eine Volksabstimmung vor einem Beitritt geben soll oder nicht. (Staatssekretär Dr. Lopatka: Nein, das sagen wiederum Sie!) – Nein, das sage nicht ich! Dann dementieren Sie es! Ich stelle ja nur eine Frage. Es ist wichtig für uns hier und, glaube ich, auch für die Österreicherinnen und Österreicher, dass hier nicht relativiert wird, was wir hier einstimmig beschlossen haben. Das ist auch wichtig für die Österreicher! Sollte es einen Abschluss dieser Beitrittsverhandlungen mit der Türkei geben, muss es in Österreich eine Volksabstimmung darüber geben! (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
„‚Unter Berücksichtigung neuer Entwicklung in der Türkei und im Beitrittsprozess muss die nächste Regierung den Stand der Verhandlungen bewerten. Das Prinzip der Kontinuität gibt es nicht‘, sagt Lopatka.“ – Und zwar Bezug nehmend auf die Frage, ob es eine Volksabstimmung vor einem Beitritt geben soll oder nicht. (Staatssekretär Dr. Lopatka: Nein, das sagen wiederum Sie!) – Nein, das sage nicht ich! Dann dementieren Sie es! Ich stelle ja nur eine Frage. Es ist wichtig für uns hier und, glaube ich, auch für die Österreicherinnen und Österreicher, dass hier nicht relativiert wird, was wir hier einstimmig beschlossen haben. Das ist auch wichtig für die Österreicher! Sollte es einen Abschluss dieser Beitrittsverhandlungen mit der Türkei geben, muss es in Österreich eine Volksabstimmung darüber geben! (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Da brauchen wir nicht Kleinigkeiten groß zu loben, sondern wir sollten ganz einfach zu diesen Grundsätzen und zu diesen Prinzipien stehen. Menschenrechte sind unteilbar, egal, ob etwa Amerika oder andere ein Land als wichtig oder nicht wichtig erachten. Für uns sollte dieses Prinzip gelten, und deshalb sind aus unserer Sicht diese beiden Anträge leider notwendig, aber europawürdig ist ein Land nicht, wenn solche Anträge notwendig sind. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Staatssekretär Dr. Lopatka: Der Zivilisationen!
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Erdogan ist heute in Österreich, wie man aus der morgigen Zeitung erfahren kann, und zwar anlässlich der Allianz der Zivilisation (Staatssekretär Dr. Lopatka: Der Zivilisationen!) – der Zivilisationen; ich habe mich verlesen, Entschuldigung.
Beifall beim Team Stronach.
Derzeit befinden sich in der Türkei 63 Journalistinnen und Journalisten in politischer Haft, kann man ganz klar sagen, weil sie ihre Meinungsfreiheit wahrgenommen haben. Das ist für mich ein totaler Skandal. Meine Damen und Herren, diese Anträge haben ihre Berechtigung, aber, wie gesagt, ich wundere mich, warum das hier erst jetzt behandelt wird, nachdem der Herr Erdogan ja wirklich in Österreich ist und die erste Ansprechperson wäre. Warum hat der Herr Bundeskanzler, warum hat der Herr Außenminister das heute nicht schon auf bilateralem Wege erledigt? (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Korun.
Wir brauchen die Stabilität in dieser Gegend, das ist ein wichtiger strategischer Punkt hier in Europa. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn dieses so große Land nach all diesen Jahren wieder Stabilität, Sicherheit und Frieden erleben könnte. Wir haben im Europarat ja auch immer wieder die Gelegenheit, mit den Vertretern und Vertreterinnen der Türkei, aber auch der Kurden zu reden, auch über die Haftbedingungen von Öcalan, die Befürchtungen und so weiter. Wenn dort Ruhe einkehrt, wenn wir als Vertreter Österreichs in bilateralen Gesprächen einen Beitrag dazu leisten können, dann, glaube ich, ist das ein sehr wichtiger Beitrag für unser Europa. Wenn die Gelegenheit ergriffen wurde – Sie werden vielleicht dazu Auskunft geben können, Herr Staatssekretär, was mit Erdogan besprochen wurde –, dann, glaube ich, ist das ein wichtiger Beitrag, ein weiterer Mosaikstein für Friedensverhandlungen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Korun.)
Abg. Scheibner: Also sind Sie jetzt für eine Volksabstimmung?
Wir haben das Prinzip der Diskontinuität, und ich gehe davon aus, dass das, was diese Bundesregierung festgelegt hat, bestehen bleibt. Da diese Bundesregierung erfolgreich arbeitet, werden auch bei den nächsten Regierungsverhandlungen diese Parteien wieder mit dabei sein und ihre Position nicht ändern. (Abg. Scheibner: Also sind Sie jetzt für eine Volksabstimmung?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher bitte ich Sie also, das so zu sehen, wie ich es gesagt habe. Ich bin froh, dass beim Tagesordnungspunkt zur PKK Einstimmigkeit herrscht. Es hat in der Vergangenheit Zehntausende Tote gegeben, und jetzt ist man auf einem Weg, um diese schwierigen Fragen friedlich zu lösen. Daher sage ich: Die Fortschritte anerkennen, aber nicht blauäugig sein, was die Türkei betrifft! Das ist mein Standpunkt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Die Verdienste, die die Türkei jetzt außenpolitisch vor allem im östlichen Mittelmeerraum erworben hat, indem sie dort ordnungspolitisch auftritt, seien ihr unbenommen, obwohl man da und dort auch durchaus kritische Positionen einnehmen kann. Die Menschenrechtsfrage allein ist allerdings nicht die entscheidende Frage, ob die Türkei beitritt, sondern es ist auch damit die Frage verbunden, ob ein Land wie die Türkei überhaupt beitreten soll. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.) Das sind 68 oder 70 Millionen, und es ist die Frage damit verbunden, was das wirtschaftlich von der Integrationsfähigkeit der Europäischen Union her bedeutet.
Abg. Öllinger: Du solltest zu Ungarn auch etwas sagen!
Also da gibt es eine ganze Liste von Fragen, die damit verbunden sind. Auf das lege ich allerhöchsten Wert, wenn wir das hier diskutieren. (Abg. Öllinger: Du solltest zu Ungarn auch etwas sagen!) Und daher muss man hier sehr genau unterscheiden zwischen dem, welche Rolle die Türkei spielt, und dem, dass wir an einer engen, maßgeschneiderten Zusammenarbeit mit der Türkei in höchstem Maße interessiert sind, und sich dann letztlich mit der Frage auseinandersetzen – so wie bei vielen anderen Beitrittsansuchen auch –, ob wir das überhaupt als sinnvoll erachten und ob es nicht generell für den Mittelmeerraum eine spezielle, andere Form der wirtschaftlichen Kooperation, auch für andere Länder, geben kann.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.
Die Frage stellt sich nämlich schon: Wieso reden wir so viel über die Türkei? Wir könnten genauso zum Beispiel über Algerien reden, das über 100 Jahre mit Frankreich als Kolonialgebiet verbunden war, oder über Marokko oder Tunesien. Diese Besonderheit der Türkei in diesem Zusammenhang konnte mir bis jetzt noch niemand erklären. Daher, finde ich, muss hier diese Grundsatzdebatte geführt werden, und im Außenpolitischen Ausschuss werden wir sicher auch in Zukunft Gelegenheit dazu haben. Aber nochmals danke für die Klarstellung. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich danke für die breite Unterstützung und Zustimmung im Ausschuss und hier im Plenum. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte um die Beschlussfassung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bayr: Dem Sie gratuliert haben zur Prozessführung in Straßburg!
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Ja, wir haben hier im Ausschuss noch zugestimmt, jetzt gibt es aber eine Änderung unserer Position. Grund war die letzte Woche veröffentlichte Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, die der Kollege Graupner für unbekannte Patienten gegen die Republik Österreich erwirkt hat. (Abg. Bayr: Dem Sie gratuliert haben zur Prozessführung in Straßburg!) – Der hat das sehr exzellent gemacht. Wir waren ja beide dort. Der hat das sehr gut gemacht und auch sehr erfolgreich, wie man an der veröffentlichten Entscheidung sieht, während unsere Vertreterin der Republik Österreich – ich will da niemanden nennen und schlechtmachen – suboptimal gewesen ist. Aber um das geht es nicht.
Beifall bei der FPÖ.
Es geht darum, dass wir jetzt eine Entscheidung haben, wo der Europäische Gerichtshof meiner Ansicht nach seine Kompetenzen missbraucht hat und unter dem Vorwand des Schutzes des Menschenrechtes auf Privatsphäre und Nicht-Diskriminierung unser Zivilrecht, und zwar unser Familienrecht, neu schreiben will und uns über eine Beschwerde der beiden Patientinnen des Kollegen Graupner vorschreiben will, wie wir das Adoptionsrecht zu gestalten haben. Und das kann nicht sein! Ein selbstbewusster Staat wird sich zumindest das Recht vorbehalten, sein Familienrecht autonom und nach den Wünschen seiner Bevölkerung, wie sie durch das Parlament repräsentiert ist, zu gestalten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Erste Überlegung: Muss die Europäische Konvention zum Schutz der Menschenrechte in Österreich auf Dauer im Verfassungsrang bleiben? In Deutschland beispielsweise ist sie es nicht. Ich lade daher alle ein, sich entweder dazu zu bekennen, dass wir Entscheidungen von außen willenlos und kritiklos umsetzen – dann müssen wir das alles unterstützen, was dann auf dem Tisch liegt (Beifall bei der FPÖ) –, oder zu überlegen, ob wir unsere nationale Souveränität in dieser zentralen Frage erhalten oder stärken wollen. Daher unsererseits im Plenum ein klares Nein zu diesem Antrag. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Erste Überlegung: Muss die Europäische Konvention zum Schutz der Menschenrechte in Österreich auf Dauer im Verfassungsrang bleiben? In Deutschland beispielsweise ist sie es nicht. Ich lade daher alle ein, sich entweder dazu zu bekennen, dass wir Entscheidungen von außen willenlos und kritiklos umsetzen – dann müssen wir das alles unterstützen, was dann auf dem Tisch liegt (Beifall bei der FPÖ) –, oder zu überlegen, ob wir unsere nationale Souveränität in dieser zentralen Frage erhalten oder stärken wollen. Daher unsererseits im Plenum ein klares Nein zu diesem Antrag. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Zweitens ist eine der angenommenen Empfehlungen, weitere Maßnahmen zur Bekämpfung aller Formen von Diskriminierung umzusetzen. Das würde bedeuten, dass im Gleichbehandlungsgesetz alle Diskriminierungstatbestände Berücksichtigung finden und dass Betroffene aller Formen von Diskriminierung den gleichen Schutz bekommen – Stichwort: homosexuelle Menschen. Genau dieses Vorhaben wurde aber aus der Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes wieder herausgestrichen. Auch da gehen wir davon aus, dass, wenn dieser Antrag jetzt mehrheitlich angenommen wird, an der Umsetzung dieser Empfehlung weitergearbeitet oder überhaupt gearbeitet werden wird. In diesem Sinne: volle Unterstützung auch für diesen Antrag von uns. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Herr Staatssekretär, ist es heute, im 21. Jahrhundert, noch notwendig, dass man Mord, Folter, Vertreibung amnestiert, dass man da Regierungen deckt, dass man nicht bereit ist, dieses Unheil anzuerkennen?! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Staatssekretär, ich ersuche Sie, dass Sie da auch in der Europäischen Union Druck ausüben, da ich weiß, gegen China kann Österreich allein nichts ausrichten. Aber wenn wir so wie davor bei Vietnam mit solchen Abkommen irgendwie in Abhängigkeiten kommen, können wir nie Menschenrechte verteidigen. Sprechen Sie das bei jeder Gelegenheit an, Herr Staatssekretär, denn die Bevölkerung hat es satt, dass Menschenrechte mit Füßen getreten werden! Setzen Sie für die Einhaltung der Menschenrechte endlich auch Taten! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Beide Anträge, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind weitere Schritte für eine noch bessere Situation der Menschenrechte in Österreich und in Europa und daher auch zu unterstützen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Franz Eßl (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Menschenrechte sind uns wichtig. Wir in Österreich sind eigentlich gut, aber auch wir arbeiten an Verbesserungen. Im Frühjahr 2011 hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen die menschenrechtliche Situation in Österreich im Rahmen einer universellen Staatenprüfung erstmals einer allgemeinen Prüfung unterzogen. Diese Prüfung war Teil einer vom Menschenrechtsrat für alle 192 Mitgliedstaaten der UNO verpflichtend durchgeführten periodischen Überprüfung ihrer Menschenrechtssituation. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit erspare ich es Ihnen, jetzt alle 161 Empfehlungen aufzulisten, ich darf aber noch sagen, dass wir mit diesem Entschließungsantrag in diese Richtung arbeiten, und ich bitte um Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ist ein international anerkanntes Instrument, um eine deutlich intensivere Vertretung der Menschenrechte zu den einzelnen Nationen zu bringen – im europäischen Raum mit immerhin 800 Millionen Menschen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
hervor, dass in Österreich Verstöße gegen Menschenrechte sehr ernst genommen werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind das auch den christlichen Minderheiten, der christlich-orthodoxen Kirche schuldig. Voriges Jahr war der Erzbischof von Aleppo, Gregorius Yohanna, hier im Parlament, und wir waren auch beim Wissenschaftsminister, denn es ist geplant, an der Universität Salzburg – da darf ich Sie auch um Ihre Unterstützung ersuchen – einen Lehrstuhl für syrisch-orthodoxe Christen einzurichten, der einzige auf der ganzen Welt. Das wäre eine große Chance für Österreich. Das wollte ich nur allgemein mitteilen, dass es diesbezüglich Bestrebungen gibt, um diese Religion, die Aramäisch spricht – das ist dieselbe Sprache, die auch Jesus Christus gesprochen hat –, beizubehalten und auch weiter zu pflegen. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
„Nathan der Weise“, Gotthold Ephraim Lessing lässt in diesem Sinn grüßen. Hundert Millionen Christen sind von Verfolgung bedroht. Es gibt genug Unterlagen von amnesty international, Hilfswerk Open Doors; ich möchte sie nicht alle zitieren, das würde eine Stunde dauern. Eine Schande für die zivilisierte Welt in Westeuropa, dass wir nicht mehr unternehmen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Darin sind wir uns einig, was uns als Grüne sehr freut. In diesem Sinne werden wir diesem Antrag selbstverständlich beitreten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Huber. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Kollege Hörl hat mich gerade mit seinem Geschrei auf eine Idee gebracht, eine Tatsache, über die man schon berichten muss. Über das Kloster Mor Gabriel haben wir schon sehr viel gehört. Es ist sehr, sehr alt, es ist eine alte Kulturstätte, und wir tun sicher alles, um es erhalten zu können. Gerichtlich geht es diesem Mor Gabriel gleich wie den Agrargemeinschaften in Tirol. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hörl.) Ich muss dir das ganz ehrlich sagen, mit deinem Geplärre hast du es so weit gebracht.
Beifall beim BZÖ.
Ich glaube, es ist schon verwerflich, es ist einfach nicht verständlich, und solange Christen in diesem Land verfolgt werden, solange Bischöfe, Priester ermordet werden, geistig rüstige Mörder scheinbar als geisteskrank eingestuft werden und solange der Islam das Christentum weltweit so bedroht, so lange, glaube ich, müssen wir einfach vorsichtig sein. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Geh, hör auf!
Zum Beispiel der Mörder von Bischof Luigi Padovese ist, wie könnte es anders sein, geisteskrank und kommt ein paar Jahre in eine Anstalt. Auch der Mörder von Santoro, einem katholischen Priester in Trabzon in der Türkei, ist als geistesgestört eingestuft worden. Es hat da viele Morde gegeben, deren Aufklärung nicht betrieben wird, daher sind wir es, meine ich, den Christen einfach schuldig, dagegen aufzutreten. Dass man heute Christen weltweit so verfolgt, ist zu einem großen Teil die Schuld der EU (Ruf bei der ÖVP: Geh, hör auf!), denn die EU müsste mindestens gleich stark auftreten, wie es umgekehrt die muslimische Welt macht.
Zwischenruf bei der ÖVP.
Eine Frau Merkel, eine österreichische Bundesregierung müssen in die Überlegung, mit wem sie verhandeln und mit wem nicht, dieses Gedankengut mit einbeziehen, denn da geht es um Menschenrechte. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Es kann nicht sein, dass wir, wenn Christen weltweit verfolgt werden, zuschauen, umgekehrt aber immer den Schwarzen Peter haben. Diesbezüglich erwartet sich unsere Bevölkerung etwas anderes! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Großruck: Aber mit Europa hat das wenig zu tun!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Großruck: Aber mit Europa hat das wenig zu tun!
Eine Frau Merkel, eine österreichische Bundesregierung müssen in die Überlegung, mit wem sie verhandeln und mit wem nicht, dieses Gedankengut mit einbeziehen, denn da geht es um Menschenrechte. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Es kann nicht sein, dass wir, wenn Christen weltweit verfolgt werden, zuschauen, umgekehrt aber immer den Schwarzen Peter haben. Diesbezüglich erwartet sich unsere Bevölkerung etwas anderes! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Großruck: Aber mit Europa hat das wenig zu tun!)
Beifall beim Team Stronach sowie der Abg. Mag. Unterreiner.
Wir werden dem Antrag der FPÖ, des Kollegen Riemer zustimmen. Ich glaube, das ist ein vernünftiger Antrag. Etwas, das 1 600 Jahre alt ist, gehört zum Weltkulturerbe, es ist eine der christlichen Wurzeln. Das kann man nur befürworten. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie der Abg. Mag. Unterreiner.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Dem Entschließungsantrag können wir nicht beitreten, und zwar deshalb, weil das Kloster Mor Gabriel bereits zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurde. – Das zum Ersten. So schnell kann man Wünsche erfüllen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt hat das Kloster angekündigt, dass es dieses Urteil beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wieder bekämpfen wird. Und da setze ich noch einmal auf Sie, Herr Staatssekretär, Sie führen ja die Gespräche – Sie haben auch damals in meiner Anfrage im Jahr 2009 bestätigt, dass Sie das machen werden –, dass die Menschenrechte eingehalten werden und dass das Kloster Mor Gabriel weiter bestehen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zusammenfassend kann man sagen: Wir kommen damit einem sehr wichtigen Auftrag nach, nämlich die Einhaltung der Menschenrechte weltweit einzumahnen und einzufordern, und es ist sehr stark zu hoffen, dass dieser Antrag wie auch andere ähnliche Anträge aus anderen Parlamenten die Argumentationslinie des Klosters beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte unterstützen und positiv beeinflussen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Großruck: Ist ja schon eines!
Wer für diesen Entschließungsantrag ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. – Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Großruck: Ist ja schon eines!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In dem zur Bürgerinitiative vorliegenden Entschließungsantrag aus dem Menschenrechtsausschuss wird die Regierung ersucht, dem Parlament alle Berichte in diesem Zusammenhang weiterzuleiten, sodass sichergestellt wird, dass dieses Thema Kampf gegen Kinderhandel weiterhin auf unserer Agenda bleibt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Dass die Berichte künftig auch dem Nationalrat automatisch zugeleitet werden, hier diskutiert werden, zielt darauf ab, dass auch wir künftig sensibel gemacht werden, und zwar sensibler als bisher. Und deswegen freue ich mich, dass es hier Einstimmigkeit bei diesem Entschließungsantrag gibt. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Josef A. Riemer (FPÖ): Zuerst einmal ein Dankeschön an die Kolleginnen und Kollegen, dass sie mich auf meinen Fehler aufmerksam gemacht haben. Es freut mich aber, dass ich in der Denkweise richtig gelegen bin, dass das ein Weltkulturerbe ist. Aber danke, gescheiter dürfen wir immer werden. Danke für den Hinweis. (Beifall bei der FPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Zeit! – Abg. Riepl: Schlusssatz, bitte!
Wer in der Öffentlichkeit in Österreich weiß überhaupt von diesen Aktivitäten? Wie haben wir das den Österreichern und Österreicherinnen bekannt gemacht? Wie schaut es denn bitte in Österreich aus, wenn sich Polizisten, wenn sich Journalisten zum Beispiel in diese sogenannte feine Gesellschaft näher verstricken lassen wollen? Wie schaut das aus? Ist das in Österreich risikolos? (Rufe bei der SPÖ: Zeit! – Abg. Riepl: Schlusssatz, bitte!)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist, bitte, wieder Papier! Wo ist der Inhalt? Wo sind die Taten? – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wir sind es den Opfern von Kinderhandel schuldig, dass sie zeitnah identifiziert werden können und dass sie auch die beste Betreuung und Begleitung bekommen, die sie als Opfer von Kinderhandel, von Menschenhandel brauchen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
dass wir strenge Gesetze machen, dass wir für funktionierende Instrumente sorgen und vor allem die notwendigen Mittel bereitstellen, damit man sich diesem Teil der organisierten Kriminalität wirklich widersetzen kann. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Kirchgatterer, bitte! – Rufe bei der ÖVP – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kirchgatterer –: Heute noch, bitte! Schneller!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Kirchgatterer. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Kirchgatterer, bitte! – Rufe bei der ÖVP – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kirchgatterer –: Heute noch, bitte! Schneller!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bedanke mich bei allen, die hier mit im Boot sind, dafür, dass die breite Zustimmung auch dazu führt, dass ein gemeinsamer Erfolg zu erreichen ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Kampf gegen dieses meiner Meinung nach abscheuliche Verbrechen kann man nie genug tun. Und deswegen will auch der Nationalrat hier mit diesem Antrag seinen Beitrag dazu leisten, die vielfältigen Aktivitäten gegen Menschenhandel und insbesondere gegen Kinderhandel zu unterstützen. Und das ist gut so! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, wenn Sie sich von Rot und Schwarz nicht einigen können, dann machen Sie halt zwei Notrufnummern: eine für das rote Ministerium und eine für das schwarze Ministerium, aber nicht vier verschiedene Notrufnummern. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn wir den Kinder- und Menschenhandel in Österreich eindämmen wollen, müssen wir uns endlich dazu entschließen, auch da härter vorzugehen. Denn: Es ist nämlich kein Menschenrecht, sehr geehrte Frau Kollegin Korun, dass arme, alte, kranke und behinderte Menschen oder schulpflichtige Kinder ausgebeutet werden, dass sie für einen Hungerlohn ihren nackten Hintern auf die Erde setzen und Dinge erbetteln müssen, die dann zu einem großen Teil an ihre kriminellen Hintermänner abgeliefert werden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Armut ist ein Verbrechen, oder was?!
Es entspricht nämlich nicht meinem Weltbild, auch nicht meinem humanen Weltbild, wie wir in Österreich Menschenrechte umsetzen, wo Sie in Städten wie Graz und Wien, wo Sie Verantwortung tragen, erfolgreich Maßnahmen gegen die Bekämpfung dieser Bettelkriminalität, dieser organisierten Bettelkriminalität setzen und sich damit zu Mittätern dieses Menschenrechtsverbrechens machen, dass wir es als zivilisierter Rechtsstaat des 21. Jahrhunderts zulassen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Armut ist ein Verbrechen, oder was?!)
Beifall beim BZÖ.
Da können Sie noch so schreien, Frau Kollegin Glawischnig, aber: Es ist ein Verbrechen, arme, alte, kranke und behinderte Menschen auszunutzen, damit sie 90 Prozent ihres Tageslohns an Hintermänner abgeben müssen. (Beifall beim BZÖ.) Und es ist kein Menschenrecht, Kinder auszubeuten.
Beifall beim BZÖ.
Daher warne ich heute, bei all der Euphorie über diese Sechsparteieneinigung und angesichts der Wortmeldungen von Regierungsvertretern und auch von Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren von den Grünen: In diesem Bereich werden wir Maßnahmen setzen müssen. Dazu verpflichtet uns auch der Verfassungsgerichtshof, der, volkstümlich gesagt, hoppertatschige Gesetze auf Länderebene reihenweise aufhebt, wie wir wissen. Im Kampf gegen den Menschen- und Kinderhandel wird es eine bundesgesetzliche Regelung geben müssen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich bei den Grünen, die hier die Initiative ergriffen haben und die Parteien geschlossen zusammengebracht haben. Es geht um ein sinnvolles gemeinsames Anliegen, bei dem wir Solidarität und Geschlossenheit zeigen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne herzlichen Dank für die gemeinsame Initiative und für die einstimmige Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir hätten diesem Antrag gerne im Ausschuss zugestimmt, aber Kollege Auer hat mit seinen Ausführungen unsere Fraktion im Ausschuss derart provoziert, dass er sie gezwungen hat, auszuziehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Umso mehr freut es uns, heute zustimmen zu können. Wir tragen diesen Antrag gerne mit. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: die österreichischen Eisbären schützen!
Ich erwarte mir schon, dass wir nicht nur bei internationalen Konferenzen entsprechend auftreten, sondern auch unsere Hausaufgaben machen. (Abg. Scheibner: die österreichischen Eisbären schützen!) Dazu gehört auch, dass österreichische Firmen, die auch nur irgendwie an Industrieprojekten in der Arktis beteiligt sind, keine Exportsubventionen bekommen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Gaßner: Jetzt habe ich schon gedacht, Sie haben darauf vergessen!
Eine weitere wichtige Maßnahme: Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Gaßner: Jetzt habe ich schon gedacht, Sie haben darauf vergessen!)
Abg. Mag. Rossmann: Wo ist denn da der Zusammenhang?
Aber den Grünen muss ich noch eines dazusagen: Diese Unverlässlichkeit setzt sich bei Ihnen ja fort, das haben wir heute beim Spekulationsverbot gemerkt. Da haben Sie ein bisschen verhandelt, dann waren Sie wieder weg, dann haben Sie wieder ein bisschen verhandelt, dann waren Sie wieder weg. Sie zögern letztlich auch das Spekulationsverbot hinaus. (Abg. Mag. Rossmann: Wo ist denn da der Zusammenhang?) Das verstehe ich nicht. – Das steht im Zusammenhang, Herr Kollegen Rossmann.
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Brunner und Mag. Rossmann.
Beim ESM haben Sie keine Skrupel gehabt, Milliarden auf den Tisch zu legen, auf dem Altar der Europäischen Union zu opfern, damit wir dafür zahlen müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Brunner und Mag. Rossmann.) Das war Ihnen völlig egal. Wenn es aber darum geht, auf die Steuergelder aufzupassen, dann verzögern Sie – das ist das Sittenbild der Grünen.
Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Mag. Korun: Was sagen die da?
Worauf will ich hinaus? – Sie sind nicht regierungsfähig, bestenfalls auf einer Eisscholle mit einem Eisbären, aber nicht hier in Österreich! (Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Mag. Korun: Was sagen die da?)
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie glaubwürdig bleiben wollen, wenn Sie in der Antiatompolitik Nägel mit Köpfen machen wollen, Kollege Gaßner, dann legen Sie die Anträge, die Sie ankündigen, auch vor und schleichen Sie sich nicht leichtfertig davon und machen nichts. Das kann so nicht sein, denn das BZÖ wird Garant dafür sein, dass auch in Zukunft die Atomkraft seitens des Parlaments aktiv und massiv bekämpft wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Unseren Kindern und Enkeln eine intakte Umwelt zu hinterlassen und zu erhalten, das ist unser aller Ziel. Ich glaube, das ist ein Ziel, für das es sich lohnt zu kämpfen, und ich weiß es bei unserem Umweltminister in guten Händen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich danke für diesen Antrag und für Ihre Unterstützung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bedanke mich auch namens meiner Fraktion für den großartigen Konsens. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Aber ich möchte auf den Umweltausschuss zurückkommen. Da war nicht der Bär los, da waren dann die Freiheitlichen nicht mehr da. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Es steht der Vorwurf im Raum, dass es eine Provokation von mir gegeben hätte. Also das ist wirklich wehleidig! Ich habe inhaltlich bei einem anderen Antrag erklärt, dass es wirklich unmöglich ist, wie immer mit uns verfahren wird, wenn wir einen Antrag vertagen. Vertagen ist nun einmal eine der drei Möglichkeiten; ich glaube, dass Sie von den Oppositionsparteien sich das endlich einmal sozusagen ins Gedächtnis rufen müssen.
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden auf alle Fälle in Zukunft so entscheiden, wie wir es für richtig halten. Es war keine Provokation meinerseits, und die Presseaussendung, die dann die FPÖ gemacht hat, strotzt nur so von Unwahrheiten. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und vielleicht ein bisschen mehr Humor – Frau Kollegin Brunner, vielleicht ein bisschen mehr Humor und nicht so viel Verbissenheit als Vorsitzende im Ausschuss, würde ich Ihnen auch raten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Gerade durch die Forcierung von Energieeffizienz und den schrittweisen Umstieg auf erneuerbare Energie können wir alle hier im Parlament einen wertvollen Beitrag vor unserer Haustür leisten. Schauen wir, dass wir hier energieeffizient arbeiten! Auch diese Bundesregierung unterstützt diesen Weg mit dem Ökostromgesetz. Dafür möchte ich mich recht herzlich bedanken. Vor allem auch in meiner Region wird die Windkraft in den nächsten Jahren stark ausgebaut, was ebenfalls einen wertvollen Beitrag zu mehr Energieeffizienz darstellt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Unruhe im Saal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! (Unruhe im Saal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Es ist ja schon vieles gesagt worden, aber noch nicht von allen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, das ist ein Problem. Daher ist viel zu tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Etwas Gehaltvolles zu sagen?
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Hohes Haus! Nach dieser eindrucksvollen Willenskundgebung und intensiven Rednerliste zu den Eisbären fällt es mir natürlich sehr schwer (Abg. Dr. Graf: Etwas Gehaltvolles zu sagen?), jetzt zum Immunitätsausschuss zu sprechen, wiewohl ich ja eigentlich vermisst hätte, dass sich vielleicht auch noch Kollege Pendl bei den Eisbären ordnungsgemäß bedankt. Aber das ist uns erspart geblieben.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Hohes Haus! Im März 2010 fand in der Stadtgemeinde Lienz die Gemeinderatswahl statt. Die Gemeinderatswahl 2010 wurde beim Verfassungsgerichtshof durch mehrere Einschreiter, unter anderen den Abgeordneten Gerhard Huber, bestritten. Der Verfassungsgerichtshof hat die Wahlen aufgehoben. Die Gemeinderatswahlen, sprich die Bürgermeisterwahlen, wurden ein weiteres Mal durchgeführt. Die Mehrheitsverhältnisse haben sich geändert, und eine sozialdemokratische Bürgermeisterin amtiert jetzt in einem Ort, der jahrzehntelang durch die Österreichische Volkspartei an der Spitze vertreten worden war. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Lentner!
Der Verfassungsgerichtshof hat massive Missstände bei der Durchführung dieser Gemeinderatswahl namhaft gemacht. Im März 2010 haben sich Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger von Lienz, unter anderen der Lienzer Gemeinderat Dr. Gerwald Lettner von der SPÖ (Abg. Mag. Wurm: Lentner!), Lentner von der SPÖ, an den Abgeordneten Huber gewandt mit der Bitte, dass sich der Abgeordnete in seiner Funktion als Mitglied der Bundesgesetzgebung dafür verwendet, dass die Gemeinderatswahl in Lienz aufgehoben wird. Nicht zuletzt deswegen – das sage ich hier auch dazu –, da der Abgeordnete Huber auch Kandidat einer wahlwerbenden Liste in Lienz war und der dort hauptwohnsitzansässige Regionalabgeordnete des Bezirkes ist.
Abg. Kopf: Ein bisschen eine Verdrehung!
Wir haben heute beim Zweiten Präsidenten des Nationalrates eine Diskussion über den Amtsverlust von Mandatsträgern gehabt. Da war ich mit dem Kollegen Cap übereinstimmend der Ansicht, dass wir es nicht zulassen dürfen, dass sich die Staatsanwaltschaft in Zukunft nach parteipolitischem Gutdünken und Belieben aussucht, wer in diesem Haus der Volksvertretung und der Gesetzgebung sitzt und wer nicht. Die klare Trennung zwischen Judikative und Legislative sollte es auch in Zukunft geben! Ich glaube, da stimmen wir alle überein, dass wir uns nicht sagen lassen, wer hier die Österreicherinnen und Österreicher vertritt. (Abg. Kopf: Ein bisschen eine Verdrehung!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Strache: Das ist absolut richtig!
Die Beschlusspraxis des Immunitätsausschusses ist nämlich zum Krenreiben! (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Strache: Das ist absolut richtig!) Es wird in diesem Ausschuss unter einer sehr willfährigen Vorsitzführung, einer Vorsitzführung, die sich mehr auf die Berater und weniger auf die eigenen Unterlagen verlässt, ausgeliefert oder auch nicht ausgeliefert, nach purer Willkür, aber nicht nach einer einheitlichen Urteilspraxis, wie wir sie uns vorstellen würden. (Abg. Strache: Nach politischer Motivation! So würde ich es nennen!)
Abg. Strache: Nach politischer Motivation! So würde ich es nennen!
Die Beschlusspraxis des Immunitätsausschusses ist nämlich zum Krenreiben! (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Strache: Das ist absolut richtig!) Es wird in diesem Ausschuss unter einer sehr willfährigen Vorsitzführung, einer Vorsitzführung, die sich mehr auf die Berater und weniger auf die eigenen Unterlagen verlässt, ausgeliefert oder auch nicht ausgeliefert, nach purer Willkür, aber nicht nach einer einheitlichen Urteilspraxis, wie wir sie uns vorstellen würden. (Abg. Strache: Nach politischer Motivation! So würde ich es nennen!)
Abg. Dr. Graf: Amon auch nicht!
Es hätte auch der Abgeordnete Zinggl nicht ausgeliefert werden dürfen! Der Abgeordnete Zinggl ist Kultursprecher der Grünen, er hat damals im Kunsthallenskandal etwas zur Anzeige gebracht, einen Missstand. Es hätten auch viele andere Abgeordnete, witzigerweise immer solche der Opposition (Abg. Dr. Graf: Amon auch nicht!), nicht ausgeliefert werden dürfen. (Abg. Strache: Amon hätte auch nicht ausgeliefert werden dürfen!) – Auch Kollege Amon hätte nicht ausgeliefert werden dürfen! Er ist in dem Fall sogar von der eigenen Fraktion ausgeliefert worden, das hat auch zu Unverständnis in der eigenen Fraktion geführt. (Abg. Strache: Zum Abschuss freigegeben!)
Abg. Strache: Amon hätte auch nicht ausgeliefert werden dürfen!
Es hätte auch der Abgeordnete Zinggl nicht ausgeliefert werden dürfen! Der Abgeordnete Zinggl ist Kultursprecher der Grünen, er hat damals im Kunsthallenskandal etwas zur Anzeige gebracht, einen Missstand. Es hätten auch viele andere Abgeordnete, witzigerweise immer solche der Opposition (Abg. Dr. Graf: Amon auch nicht!), nicht ausgeliefert werden dürfen. (Abg. Strache: Amon hätte auch nicht ausgeliefert werden dürfen!) – Auch Kollege Amon hätte nicht ausgeliefert werden dürfen! Er ist in dem Fall sogar von der eigenen Fraktion ausgeliefert worden, das hat auch zu Unverständnis in der eigenen Fraktion geführt. (Abg. Strache: Zum Abschuss freigegeben!)
Abg. Strache: Zum Abschuss freigegeben!
Es hätte auch der Abgeordnete Zinggl nicht ausgeliefert werden dürfen! Der Abgeordnete Zinggl ist Kultursprecher der Grünen, er hat damals im Kunsthallenskandal etwas zur Anzeige gebracht, einen Missstand. Es hätten auch viele andere Abgeordnete, witzigerweise immer solche der Opposition (Abg. Dr. Graf: Amon auch nicht!), nicht ausgeliefert werden dürfen. (Abg. Strache: Amon hätte auch nicht ausgeliefert werden dürfen!) – Auch Kollege Amon hätte nicht ausgeliefert werden dürfen! Er ist in dem Fall sogar von der eigenen Fraktion ausgeliefert worden, das hat auch zu Unverständnis in der eigenen Fraktion geführt. (Abg. Strache: Zum Abschuss freigegeben!)
Beifall beim BZÖ.
eigenen Mandatarinnen und Mandataren zu und wundern uns dann darüber, dass der Zustand der Politiker in diesem Land nach den Journalisten der schlechteste aller Berufsgruppen ist. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Über das Ansehen von Politikerinnen und Politikern wird ständig diskutiert, dramatisiert und traurig Bericht erstattet. Dann wundern wir uns, wenn wir für uns selbst kein Ansehen mehr haben, hier nach Willkürakten ausliefern und der Staatsanwaltschaft, von der wir wissen, dass sie parteipolitisch motiviert vorgeht in manchen Bereichen, Tür und Tor öffnen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Das begründen wir hier sehr ausführlich, auch zu später Stunde, warum wir der Aufhebung der Immunität des Abgeordneten Huber nicht zustimmen werden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Ich habe es übergeben!
Kollege Grosz ist gestern im Immunitätsausschuss mit einem Gutachten aufgetaucht, das übrigens niemand anderer im Immunitätsausschuss zu sehen bekommen hat. Sie haben es vorgelesen. Ich weiß nicht, an wen es im Parlament übersendet worden ist. (Abg. Grosz: Ich habe es übergeben!) Die Fraktionen haben es auf jeden Fall nicht bekommen.
Heiterkeit beim BZÖ.
kovich. Und: Umfang wie Tendenz lassen vermuten, dass der Tiroler Agraranwalt Bernd Oberhofer Ghostwriter des BZÖ-Abgeordneten ist. (Heiterkeit beim BZÖ.) Er hat offenbar die Anfragen des Herrn Huber geschrieben.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Justizputsch“?!
Herr Universitätsdozent Oberhofer hat übrigens momentan ein Disziplinarverfahren bei der Anwaltskammer laufen, weil er nämlich das Urteil des Verfassungsgerichts als einen „Justizputsch“ bezeichnet hat. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Justizputsch“?!) Momentan läuft ein Disziplinarverfahren wegen seiner diesbezüglichen Aussagen. (Abg. Strache: Wegen seiner Meinungsäußerung!) – Punkt eins.
Abg. Strache: Wegen seiner Meinungsäußerung!
Herr Universitätsdozent Oberhofer hat übrigens momentan ein Disziplinarverfahren bei der Anwaltskammer laufen, weil er nämlich das Urteil des Verfassungsgerichts als einen „Justizputsch“ bezeichnet hat. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Justizputsch“?!) Momentan läuft ein Disziplinarverfahren wegen seiner diesbezüglichen Aussagen. (Abg. Strache: Wegen seiner Meinungsäußerung!) – Punkt eins.
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Jetzt muss ich ein bisschen die ÖVP verteidigen und insbesondere bei dieser Gelegenheit auch sagen, dass ich die Vorbereitungen des Kollegen Epp für den Immunitätsausschuss als höchst nachvollziehbar erachte. Ich finde, dass die Vorlagen absolut korrekt sind. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Da brauchen wir keinen Ausschuss, fragen wir Epp!
Was steht denn in diesem Akt drin? – Das widerspricht nämlich völlig dem, was Kollege Grosz versucht hat darzustellen. Der Stand war der, dass in Lienz das BZÖ nicht genügend Stimmen erreicht hat, um in den Gemeinderat zu kommen. Herr Huber hat behauptet, es hätten viele Leute erklärt, das BZÖ gewählt zu haben, und zwar viel mehr als für ein Mandat notwendig gewesen wären, deshalb muss es falsch ausgezählt gewesen sein. (Abg. Dr. Graf: Da brauchen wir keinen Ausschuss, fragen wir Epp!)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Zum Beispiel: Der Herr G. hat gesagt, er habe an der Wahl gar nicht teilgenommen, aber laut Herrn Huber war das egal. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei Grünen, ÖVP und SPÖ.
Der Beste war der Herr G., der hat gesagt, erstens, die Unterschrift sei nicht von ihm, und zweitens, er sei kroatischer Staatsbürger und gar nicht wahlberechtigt. (Heiterkeit bei Grünen, ÖVP und SPÖ.) Er hat auch unterschrieben, dass er für das BZÖ die Stimme abgegeben hat, und somit wäre klar gewesen, dass das nicht dort ist.
Abg. Huber: Wer hat das gesagt?
Der Herr K. hat gesagt – so viel zum Thema, dass der Herr Huber dort quasi für die Bürger vorgetreten ist –, die Vordrucke habe Gerhard Huber zu ihm gebracht. (Abg. Huber: Wer hat das gesagt?) – Der Herr K., wahrscheinlich habt ihr den Akt nicht gelesen. Ich kann auch die Namen dann näher ausführen.
Abg. Dr. Graf: Wir prüfen nicht materiell!
Was sollen die machen, wenn das vorliegt? Sagen, das ist uns jetzt wurscht? Hat er uns eben irgendwie einen Schmäh aufgebunden und dann lassen wir das stehen? (Abg. Dr. Graf: Wir prüfen nicht materiell!)
Beifall bei Grünen und ÖVP.
Das ist der Grund, warum es dieses Auslieferungsbegehren gibt, und ich finde, dass der Herr Epp es völlig richtig vorbereitet hat, dass der Beschluss korrekt ist, und wir werden der Auslieferung des Herrn Huber natürlich zustimmen. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)