Eckdaten:
Für die 164. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 991 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Dr. Bartenstein: Na, schauen wir einmal! – Ah-Rufe bei der SPÖ
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die heutige Einwendungsdebatte ist kein bloßer oder billiger Aktionismus (Abg. Dr. Bartenstein: Na, schauen wir einmal! – Ah-Rufe bei der SPÖ), sondern begründet sich mit der tiefen Sorge darüber, was heute auf der Tagesordnung dieses Hohen Hauses platziert wurde und begründet sich mit der Sorge um unsere österreichischen Verfassungsgrundsätze, begründet sich mit der Sorge letztlich darum, dass die Freiheit und Souveränität Österreichs, aber auch unsere Budgethoheit in Gefahr ist. Und ich sage, im Gegensatz zur SPÖ, ÖVP und den Grünen wollen wir nicht den Großbanken oder Spekulanten dienlich sein, sondern wir haben einer Gruppe zu dienen, nämlich der österreichischen Bevölkerung und deren Interessenlagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die heutige Einwendungsdebatte ist kein bloßer oder billiger Aktionismus (Abg. Dr. Bartenstein: Na, schauen wir einmal! – Ah-Rufe bei der SPÖ), sondern begründet sich mit der tiefen Sorge darüber, was heute auf der Tagesordnung dieses Hohen Hauses platziert wurde und begründet sich mit der Sorge um unsere österreichischen Verfassungsgrundsätze, begründet sich mit der Sorge letztlich darum, dass die Freiheit und Souveränität Österreichs, aber auch unsere Budgethoheit in Gefahr ist. Und ich sage, im Gegensatz zur SPÖ, ÖVP und den Grünen wollen wir nicht den Großbanken oder Spekulanten dienlich sein, sondern wir haben einer Gruppe zu dienen, nämlich der österreichischen Bevölkerung und deren Interessenlagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das wäre die Aufgabe jedes einzelnen Parlamentariers hier: der österreichischen Bevölkerung dienlich zu sein. Wir fordern die Entfernung der Teile der Tagesordnung betreffend die Beschlussfassung über den ESM, den sogenannten Europäischen Stabilitätsmechanismus, von der Tagesordnung der heutigen Plenarsitzung, weil unserer Auffassung nach gerade in dieser entscheidenden Frage auch eine verbindliche Volksabstimmung notwendig wäre und Sie diese verweigern. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
De facto wäre der ESM, der Europäische Stabilitätsmechanismus, nämlich die Übertragung der österreichischen Souveränitätsrechte in Richtung eines Ermächtigungsgesetzes, einer diktatorischen Vollmacht, einer Exekutiveinrichtung namens Gouverneursrat im Rahmen des ESM-Gouverneursrats, der letztlich ohne Kontrolle durch die Legislative oder Judikative agieren können soll. Und das sind grundlegende Veränderungen, die unserer Auffassung nach nur mit einer verbindlichen Volksabstimmung durchsetzbar sein können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Diese durch einen Vertrag ermöglichte Ermächtigung – und das ist ein Ermächtigungsgesetz – bedeutet letztlich, dass die ureigene Kompetenz, die die Selbständigkeit eines Staates ausmacht, nämlich die parlamentarische Budgethoheit, in Zukunft abgetreten werden soll und man völlig unbeeinflusst von diesem Parlament in Zukunft von außen bestimmt bekommt, was mit Geldern des österreichischen Steuerzahlers zu geschehen hat. Und das ist ein schwerwiegender Eingriff in die Verfassung und daher unserer Auffassung nach selbstverständlich einer Volksabstimmung zu unterziehen. (Beifall bei der FPÖ.)
He- und Hallo-Rufe
Wenn heute Rot, Schwarz und Grün, diese drei Parteien, im Alleingang die Teilnahme Österreichs an einem ESM beschließen, so ist das nichts anderes – und man muss es so nennen – als ein Verfassungsputsch beziehungsweise auch ein kalter Staatsstreich (He- und Hallo-Rufe), dessen Ziel de facto die Abschaffung der Zweiten Republik darstellt zugunsten des Aufgehens Österreichs in einer zentralistischen europäischen bundesstaatlichen Struktur (Beifall bei der FPÖ), wie es ja jetzt schon der Herr Außenminister Spindelegger klar und offen definiert hat.
Beifall bei der FPÖ
Wenn heute Rot, Schwarz und Grün, diese drei Parteien, im Alleingang die Teilnahme Österreichs an einem ESM beschließen, so ist das nichts anderes – und man muss es so nennen – als ein Verfassungsputsch beziehungsweise auch ein kalter Staatsstreich (He- und Hallo-Rufe), dessen Ziel de facto die Abschaffung der Zweiten Republik darstellt zugunsten des Aufgehens Österreichs in einer zentralistischen europäischen bundesstaatlichen Struktur (Beifall bei der FPÖ), wie es ja jetzt schon der Herr Außenminister Spindelegger klar und offen definiert hat.
Beifall bei der FPÖ.
Das ist ein Weg in Richtung eines autoritären Systems, das eine Vorspiegelung demokratischer Grundprinzipien darstellt. Und über diesen schwerwiegenden Schritt in eine unheilvolle, aber auch sehr bedenkliche Zukunft darf nur der Souverän entscheiden, und der Souverän ist nun einmal die österreichische Bevölkerung. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Es kann nicht sein, dass Sie dem Souverän sein Recht nehmen wollen, über seine Gelder, nämlich Steuergelder, verfügen zu wollen, sodass der österreichische Souverän durch Sie heute – durch drei Parteien – gezwungen werden soll, sein Steuergeld in marode Bankensysteme und Pleitestaaten zu pumpen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), für die er keine Verantwortung trägt. Das sind unverantwortliche Vorgangsweisen, wo der österreichischen Bevölkerung auch das Recht zukommt, eine verbindliche Volksabstimmung gesichert zu bekommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es kann nicht sein, dass Sie dem Souverän sein Recht nehmen wollen, über seine Gelder, nämlich Steuergelder, verfügen zu wollen, sodass der österreichische Souverän durch Sie heute – durch drei Parteien – gezwungen werden soll, sein Steuergeld in marode Bankensysteme und Pleitestaaten zu pumpen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), für die er keine Verantwortung trägt. Das sind unverantwortliche Vorgangsweisen, wo der österreichischen Bevölkerung auch das Recht zukommt, eine verbindliche Volksabstimmung gesichert zu bekommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Das ist so!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der eine oder andere mag das als populistischen Akt betrachten (Abg. Dr. Moser: Das ist so!), aber ich glaube, meine sehr geehrten Damen und Herren von SPÖ, ÖVP und Grünen, Ihnen wird das Lachen noch vergehen!
Abg. Dr. Bartenstein: Teufelswerk?!
Ihnen wird das Lachen noch vergehen, wenn die ersten Staaten und die ersten Banken dann tatsächlich pleitegehen und kein Geld zurückfließt aus dem Teufelswerk, das Sie heute im Begriffe sind, zu beschließen. (Abg. Dr. Bartenstein: Teufelswerk?!) – Ja, ich sage ganz bewusst: Teufelswerk. Warum? – Weil es ja in den Reihen der Konservativen, weil es in den Reihen auch der Sozialdemokraten sehr viele gibt, die insgeheim genau wissen, dass das, was heute beschlossen wird, zum Schaden Österreichs ist. Sie wissen das! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Ihnen wird das Lachen noch vergehen, wenn die ersten Staaten und die ersten Banken dann tatsächlich pleitegehen und kein Geld zurückfließt aus dem Teufelswerk, das Sie heute im Begriffe sind, zu beschließen. (Abg. Dr. Bartenstein: Teufelswerk?!) – Ja, ich sage ganz bewusst: Teufelswerk. Warum? – Weil es ja in den Reihen der Konservativen, weil es in den Reihen auch der Sozialdemokraten sehr viele gibt, die insgeheim genau wissen, dass das, was heute beschlossen wird, zum Schaden Österreichs ist. Sie wissen das! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Kräuter: Hypo!
Den Wirtschaftern in der ÖVP sage ich: Wir haben das Geld nicht! Es gibt keinen geheimen Tresor, den die Frau Finanzministerin aufmachen kann, wo all diese Milliarden drinnen sind. Sie verpfänden die nächsten Generationen! (Abg. Dr. Kräuter: Hypo!) Es werden noch Generationen, die noch nicht einmal auf der Welt sind, für das zahlen müssen, was Sie hier heute beschließen, meine sehr geehrten Damen und Herren von ÖVP und SPÖ. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Den Wirtschaftern in der ÖVP sage ich: Wir haben das Geld nicht! Es gibt keinen geheimen Tresor, den die Frau Finanzministerin aufmachen kann, wo all diese Milliarden drinnen sind. Sie verpfänden die nächsten Generationen! (Abg. Dr. Kräuter: Hypo!) Es werden noch Generationen, die noch nicht einmal auf der Welt sind, für das zahlen müssen, was Sie hier heute beschließen, meine sehr geehrten Damen und Herren von ÖVP und SPÖ. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Schauen Sie heute nach Deutschland: Dort wird schon über Alternativen nachgedacht. Dort sagt beispielsweise Seehofer, der CSU-Chef aus Bayern, dass er diesen Weg, den die Frau Merkel da einschlägt, nicht mehr mitgehen möchte. Es kommt zu einem Umdenken in Europa, aber Österreich nimmt die Scheuklappen vor die Augen und geht mit dieser Bundesregierung blind in den Untergang. Dagegen wehren wir uns mit aller Kraft und allen Möglichkeiten, die wir vom BZÖ haben, weil wir auf der Seite der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und auf der Seite unseres Landes sind. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Ich sage Ihnen: Die Rechnung wird der österreichische Steuerzahler zahlen müssen, denn es ist noch kein Cent von Griechenland zurückgekommen. Es wird kein Cent von diesen über 40 Milliarden €, die Sie heute beschließen wollen, zurückfließen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.) Er kann auch nicht zurückfließen, Herr Kollegen Bartenstein (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein), weil Sie in einen Fonds einzahlen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), der nicht einmal aufgelöst werden kann. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein
Ich sage Ihnen: Die Rechnung wird der österreichische Steuerzahler zahlen müssen, denn es ist noch kein Cent von Griechenland zurückgekommen. Es wird kein Cent von diesen über 40 Milliarden €, die Sie heute beschließen wollen, zurückfließen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.) Er kann auch nicht zurückfließen, Herr Kollegen Bartenstein (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein), weil Sie in einen Fonds einzahlen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), der nicht einmal aufgelöst werden kann. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Ich sage Ihnen: Die Rechnung wird der österreichische Steuerzahler zahlen müssen, denn es ist noch kein Cent von Griechenland zurückgekommen. Es wird kein Cent von diesen über 40 Milliarden €, die Sie heute beschließen wollen, zurückfließen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.) Er kann auch nicht zurückfließen, Herr Kollegen Bartenstein (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein), weil Sie in einen Fonds einzahlen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), der nicht einmal aufgelöst werden kann. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Ich sage Ihnen: Die Rechnung wird der österreichische Steuerzahler zahlen müssen, denn es ist noch kein Cent von Griechenland zurückgekommen. Es wird kein Cent von diesen über 40 Milliarden €, die Sie heute beschließen wollen, zurückfließen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.) Er kann auch nicht zurückfließen, Herr Kollegen Bartenstein (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein), weil Sie in einen Fonds einzahlen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), der nicht einmal aufgelöst werden kann. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Somit ist das Geld, das wir nicht haben, heute schon verloren und damit die nächsten Generationen verpfändet! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja der Grund für die Einwendung! – Abg. Dr. Moser: Das ist ja Teil der Tagesordnung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich mache auf Folgendes aufmerksam: Ich habe jetzt nicht in Ihre Rede eingegriffen, aber wir diskutieren die Einwendungen gegen die Tagesordnung, und daher lege ich Wert darauf, dass auch Einwendungen vorgebracht werden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist ja der Grund für die Einwendung! – Abg. Dr. Moser: Das ist ja Teil der Tagesordnung!)
Abg. Kickl: Herdentrieb! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Skandal!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich halte die Einwendungen für nicht schlüssig, auch nicht für sinnvoll. Es wird jetzt in vielen europäischen Staaten genau das diskutiert, was wir heute auf der Tagesordnung haben – und es wird dann auch beschlossen werden, so wie es aussieht. (Abg. Kickl: Herdentrieb! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Skandal!) Aber die Wortmeldungen der beiden Oppositionssprecher von FPÖ und BZÖ waren eine Mischung aus Angstmacherei und Alternativenlosigkeit (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller), und davon hat der Bürger und die Bürgerin nichts. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Kitzmüller
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich halte die Einwendungen für nicht schlüssig, auch nicht für sinnvoll. Es wird jetzt in vielen europäischen Staaten genau das diskutiert, was wir heute auf der Tagesordnung haben – und es wird dann auch beschlossen werden, so wie es aussieht. (Abg. Kickl: Herdentrieb! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Skandal!) Aber die Wortmeldungen der beiden Oppositionssprecher von FPÖ und BZÖ waren eine Mischung aus Angstmacherei und Alternativenlosigkeit (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller), und davon hat der Bürger und die Bürgerin nichts. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich halte die Einwendungen für nicht schlüssig, auch nicht für sinnvoll. Es wird jetzt in vielen europäischen Staaten genau das diskutiert, was wir heute auf der Tagesordnung haben – und es wird dann auch beschlossen werden, so wie es aussieht. (Abg. Kickl: Herdentrieb! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Skandal!) Aber die Wortmeldungen der beiden Oppositionssprecher von FPÖ und BZÖ waren eine Mischung aus Angstmacherei und Alternativenlosigkeit (Zwischenruf der Abg. Kitzmüller), und davon hat der Bürger und die Bürgerin nichts. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Strache: Die Spareinlagen gehören ja gesichert! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Sie müssen ja die Szenarien zu Ende denken! Wenn Sie einfach die Banken krachen gehen lassen, dann frage ich mich: Denken Sie an die vielen Sparerinnen und Sparer nicht, die in den unzähligen Banken ihr Geld zusammengespart dort liegen haben? Ist Ihnen das gleichgültig, als Vertreter der kleinen Leute, wie Sie immer sagen? (Abg. Strache: Die Spareinlagen gehören ja gesichert! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Strache: bedient ja die Spekulanten und nicht die Sparer!
Also wir stehen auf der Seite derjenigen, die wirklich alles unternehmen wollen, dass diese Banken ein funktionierender Teil der Wirtschaft sind. Sie sollen ihren Obolus zahlen, sie werden eine Bankenaufsicht bekommen, sie sollen ein gewisses Eigenkapital haben. Wir sind bereit, dafür zu kämpfen, dass es dann eine Einlagensicherung gibt. (Abg. Strache: bedient ja die Spekulanten und nicht die Sparer!) Aber die Aufsicht soll dann auch bewirken, dass man hineinschaut, was in diesen Banken vor sich geht; und dort, wo Steuergelder sind, dort sollen auch die Eigentumsrechte übertragen werden. Na, was wollen Sie noch? Und wir wollen damit die Einlagen der Sparerinnen und Sparer sichern.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Guter Schmäh! – Abg. Strache: Ein Wahnsinn! – Abg. Kickl: Unglaublich!
Das Zweite ist, weil Sie sagen, es gibt die Notwendigkeit einer Volksabstimmung, also wir diskutieren da gerade einen Staatsvertrag: Das ändert an der österreichischen Verfassung gar nichts. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Guter Schmäh! – Abg. Strache: Ein Wahnsinn! – Abg. Kickl: Unglaublich!) Und beispielhaft für andere Parlamente in Europa werden wir hier ein Veto- und Mitwirkungsrecht dieses Parlaments beschließen: bei der Erhöhung, bei der Vergabe dieser Mittel im ESM. Das ist ganz entscheidend – ehrlich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.
Das Zweite ist, weil Sie sagen, es gibt die Notwendigkeit einer Volksabstimmung, also wir diskutieren da gerade einen Staatsvertrag: Das ändert an der österreichischen Verfassung gar nichts. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Guter Schmäh! – Abg. Strache: Ein Wahnsinn! – Abg. Kickl: Unglaublich!) Und beispielhaft für andere Parlamente in Europa werden wir hier ein Veto- und Mitwirkungsrecht dieses Parlaments beschließen: bei der Erhöhung, bei der Vergabe dieser Mittel im ESM. Das ist ganz entscheidend – ehrlich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Ich sage das deswegen, damit die Steuerzahlerin und der Steuerzahler in Österreich wissen, wir haben ein Auge darauf. Ehrlich gesagt, den ESM und das Geld, das dort hinkommen und für eine stabile Währung sorgen soll, das machen wir auch aus sehr eigensüchtigen Gründen, denn wir wollen, dass der Euro, der auch unsere Währung ist, weiter stabil ist, damit unser Standort gesichert ist und damit auch die wirtschaftliche Entwicklung abgesichert wird. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Zwischenruf beim BZÖ.
Wir brauchen das, denn eine halbe Million bis eine Million sind abhängig vom Export. Wir wollen, dass es in Europa – und nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt, aber jetzt vor allem in Europa, in der Eurozone – eine möglichst hohe Kaufkraft gibt, eine möglichst funktionierende Wirtschaft gibt, dass unsere Waren, die hier produziert werden und die hier für Wohlstand, für Sicherheit sorgen, dort gekauft werden können. (Zwischenruf beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Jury.
Wissen Sie, Sie müssen da ein bisschen in Zusammenhängen und weiträumiger denken und nicht sagen: Ich schaue gerade bis zu meinem Zaun, putze mir meine Brillen nicht, ich will gar nicht drüber schauen, mich interessiert nicht, was außerhalb vor sich geht. Und dieses Außerhalb ist gar nicht außerhalb, weil heutzutage in der globalen Wirtschaftsentwicklung nichts mehr außerhalb ist. (Zwischenruf des Abg. Jury.) Diese Sicht der Dinge ist ganz entscheidend, wenn wir das alles hier debattieren. (Ruf bei der
Abg. Bucher: Haben wir Ihnen ja schon gesagt! Wir haben ja Ausschussberatungen gehabt! Haben Sie nicht zugehört?!
Ich wäre dafür, dass Sie sich wirklich herstellen und sich auch dem Risiko einer Kritik einmal aussetzen. Sagen Sie uns, wie Sie sich das vorstellen in der End (Abg. Bucher: Haben wir Ihnen ja schon gesagt! Wir haben ja Ausschussberatungen gehabt! Haben Sie nicht zugehört?!) – Na schau: austreten aus der Europäischen Union, oder austreten aus der Eurozone. Sie träumen von irgendwelchen Übergängen und Hartwährungszonen und sonst was.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf bei der FPÖ.
Jeder wirklich seriöse Ökonom wird Ihnen sagen: Wenn man das macht, was Sie nicht aussprechen, weil Sie irgendwie Angst haben, es auszusprechen, aber was Sie meinen und was die Logik Ihrer Argumentation ist, da haut es uns einmal gleich das Wachstum um 10 Prozent runter. Es führt zu einer gigantischen Arbeitslosigkeit. Es führt zu einer Zerrüttung des österreichischen Sozial- und Gesundheitssystem und des österreichischen Pensionssystems. Das wollen wir nicht. Das wollen wir nicht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz
Für diejenigen, bis hin zu diesem kanadischen Opa, der gestern in der „ZiB 2“ aufgetreten ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz) – politischer Opa natürlich –, die ein bisschen davon schwärmen, dass wir wieder in Richtung Schilling gehen können: Wir alle wissen, Sie alle wissen, dass es den Schilling allein nie gegeben hat. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Dieser war immer in einem Konnex mit der D-Mark; das müssen Sie wissen. Deutschland ist da das entscheidende Land, und der Deutsche Bundestag hat das auch schon beschlossen. (Abg. Strache: Machen Sie immer das, was die Deutschen machen, Herr Cap?) Die werden bis zu 30 Prozent des Kapitals des ESM ausmachen, ganz entscheidend.
Zwischenruf bei der ÖVP.
Für diejenigen, bis hin zu diesem kanadischen Opa, der gestern in der „ZiB 2“ aufgetreten ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz) – politischer Opa natürlich –, die ein bisschen davon schwärmen, dass wir wieder in Richtung Schilling gehen können: Wir alle wissen, Sie alle wissen, dass es den Schilling allein nie gegeben hat. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Dieser war immer in einem Konnex mit der D-Mark; das müssen Sie wissen. Deutschland ist da das entscheidende Land, und der Deutsche Bundestag hat das auch schon beschlossen. (Abg. Strache: Machen Sie immer das, was die Deutschen machen, Herr Cap?) Die werden bis zu 30 Prozent des Kapitals des ESM ausmachen, ganz entscheidend.
Abg. Strache: Machen Sie immer das, was die Deutschen machen, Herr Cap?
Für diejenigen, bis hin zu diesem kanadischen Opa, der gestern in der „ZiB 2“ aufgetreten ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Strutz) – politischer Opa natürlich –, die ein bisschen davon schwärmen, dass wir wieder in Richtung Schilling gehen können: Wir alle wissen, Sie alle wissen, dass es den Schilling allein nie gegeben hat. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Dieser war immer in einem Konnex mit der D-Mark; das müssen Sie wissen. Deutschland ist da das entscheidende Land, und der Deutsche Bundestag hat das auch schon beschlossen. (Abg. Strache: Machen Sie immer das, was die Deutschen machen, Herr Cap?) Die werden bis zu 30 Prozent des Kapitals des ESM ausmachen, ganz entscheidend.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Daher muss ich sagen: Das ist ein Weg ins Ungewisse, der hier angesprochen wird. Das ist ein Weg ins Chaos. Ich bin dafür, dass wir auch deswegen den Weg gehen – nicht nur aufgrund der Argumente, die ich hier angeführt habe –, weil ich auch will, dass wir unseren Wohlstand absichern, da das im Interesse Österreichs ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Neubauer: Herr Cap hat eine Befürwortungsdebatte gemacht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Es ist meine Pflicht, noch einmal auf die Geschäftsordnung aufmerksam zu machen, nämlich dass wir uns in einer Einwendungsdebatte befinden. Zumindest die Begründung, ob Pro oder Contra, sollte in den Reden vorkommen. Ich werde von nun an bei dieser Frage nicht mehr in die Debatte eingreifen, mir allerdings eine Diskussion in der Präsidiale vorbehalten. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Neubauer: Herr Cap hat eine Befürwortungsdebatte gemacht!)
Beifall bei der FPÖ.
wird und auf Dauer einer nicht Österreich unterstehenden Kontrollinstanz zugewiesen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Im materiellen Sinn handelt es sich also um eine Beseitigung der parlamentarischen Kontrolle über ungefähr 20 Milliarden €, wobei weder dem österreichischen Parlament, aber auch nicht dem EU-Parlament eine Kontrollbefugnis zusteht, und auch dem EU-Kontrollgremium keine Kompetenz zur Kontrolle zusteht. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) Damit handelt es sich um eine erhebliche materiell-rechtliche Beseitigung wesentlichen österreichischen Verfassungsbestandes, sodass es gerechtfertigt ist, die Forderung zu reflektieren, darüber eine Volksabstimmung abzuhalten. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Im materiellen Sinn handelt es sich also um eine Beseitigung der parlamentarischen Kontrolle über ungefähr 20 Milliarden €, wobei weder dem österreichischen Parlament, aber auch nicht dem EU-Parlament eine Kontrollbefugnis zusteht, und auch dem EU-Kontrollgremium keine Kompetenz zur Kontrolle zusteht. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) Damit handelt es sich um eine erhebliche materiell-rechtliche Beseitigung wesentlichen österreichischen Verfassungsbestandes, sodass es gerechtfertigt ist, die Forderung zu reflektieren, darüber eine Volksabstimmung abzuhalten. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Krainer: Das geht ja gar nicht!
Mag wohl sein, dass nach dem jetzigen Verfassungsbestand die ganze Aktion, weil sie eben so gekleidet ist, dass man wohlweislich den Unterwerfungen, die sich aufgrund des Lissabon-Vertrages ergeben würden, von der österreichischen Bundesverfassung ganz abgesehen, den Ausweichweg eines Staatsvertrages gesucht hat, aber im materiellen Sinn berührt es Grundsubstanzen des österreichischen Staates, der österreichischen Bundesverfassung, und daher war unser Antrag bezüglich des ESM-Gesetzeswerkes oder des Staatsvertrages, also darüber eine Volksabstimmung durchzuführen, mehr als gerechtfertigt. (Abg. Krainer: Das geht ja gar nicht!) Wir haben dafür einen Antrag eingebracht, der im Verfassungsausschuss debattiert wurde, aber keine Mehrheit gefunden hat.
Abg. Dr. Bartenstein: Stimmt ja nicht!
Im Zusammenhang damit, dass wir auf Dauer ein Viertel des jährlichen Budgets der Republik Österreich außerhalb der parlamentarischen Kontrolle bringen, auf Dauer auslagern (Abg. Dr. Bartenstein: Stimmt ja nicht!) – Ja, selbstverständlich stimmt es. Sie können es abstreiten, aber es ist Faktum. Wenn Sie in der geordneten Geschäftsführung bilanzieren, so müssten Sie die Rückstellung für die Haftung, die wir hiermit beschließen, einbuchen. (Abg. Dr. Bartenstein: unglaublich!) Und damit ist der Pakt, der ESM-Pakt eine Verletzung des österreichischen Verfassungsstaates, und damit gehörte er einer Volksabstimmung unterzogen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: unglaublich!
Im Zusammenhang damit, dass wir auf Dauer ein Viertel des jährlichen Budgets der Republik Österreich außerhalb der parlamentarischen Kontrolle bringen, auf Dauer auslagern (Abg. Dr. Bartenstein: Stimmt ja nicht!) – Ja, selbstverständlich stimmt es. Sie können es abstreiten, aber es ist Faktum. Wenn Sie in der geordneten Geschäftsführung bilanzieren, so müssten Sie die Rückstellung für die Haftung, die wir hiermit beschließen, einbuchen. (Abg. Dr. Bartenstein: unglaublich!) Und damit ist der Pakt, der ESM-Pakt eine Verletzung des österreichischen Verfassungsstaates, und damit gehörte er einer Volksabstimmung unterzogen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Im Zusammenhang damit, dass wir auf Dauer ein Viertel des jährlichen Budgets der Republik Österreich außerhalb der parlamentarischen Kontrolle bringen, auf Dauer auslagern (Abg. Dr. Bartenstein: Stimmt ja nicht!) – Ja, selbstverständlich stimmt es. Sie können es abstreiten, aber es ist Faktum. Wenn Sie in der geordneten Geschäftsführung bilanzieren, so müssten Sie die Rückstellung für die Haftung, die wir hiermit beschließen, einbuchen. (Abg. Dr. Bartenstein: unglaublich!) Und damit ist der Pakt, der ESM-Pakt eine Verletzung des österreichischen Verfassungsstaates, und damit gehörte er einer Volksabstimmung unterzogen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Auch wenn man Tausend Mal die Wahrheit bestreitet, wird sie im Bestreitungsinhalt doch nicht richtiger. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) Und damit ist die Verfassungsverletzung offenkundig und die Einwendungsdebatte gerechtfertigt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Auch wenn man Tausend Mal die Wahrheit bestreitet, wird sie im Bestreitungsinhalt doch nicht richtiger. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) Und damit ist die Verfassungsverletzung offenkundig und die Einwendungsdebatte gerechtfertigt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es hat sich der Verfassungsausschuss noch einmal sehr intensiv mit diesem Thema und dem Tagesordnungspunkt, also insbesondere ESM, beschäftigt. Es gab im Budgetausschuss eine ausreichende Debatte darüber, und, meine Damen und Herren, wenn dann, nach einer ausreichenden, intensiven parlamentarischen Debatte in den Ausschüssen, im Hearing, die Tagesordnung derartig festgesetzt wird, sollte man das in der Demokratie auch zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Rot-weiß-rot! Ich glaube, Sie sind farbenblind! – Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Strache: Das ist das, was Sie aufgeben: die rot-weiß-rote Souveränität!
Gerade in diesem Bereich – das wurde bereits ausgeführt – gibt es eine parlamentarische Mitwirkung wie in kaum einem anderen Land in Europa. Auch das sei festgehalten. Ich gestehe ja dem BZÖ und der Freiheitlichen Partei zu, dass sie das Recht oder das Monopol auf Kritik sozusagen gepachtet haben. Das steht ihnen ja zu. Es war ja bemerkenswert: Die kleine Plakette „Genug gezahlt“, die wesentlich größere „Stoppt ESM“ in fast derselben Farbe. Da kommt man wieder drauf, die verfeindeten Brüder und Schwestern (Abg. Strache: Rot-weiß-rot! Ich glaube, Sie sind farbenblind! – Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Strache: Das ist das, was Sie aufgeben: die rot-weiß-rote Souveränität!) – Wir geben gar nichts auf, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Rosenkranz: Rot-weiß-rot würde Ihnen auch gut anstehen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Rot-weiß-rot würde Ihnen auch gut anstehen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Gerade in diesem Bereich – das wurde bereits ausgeführt – gibt es eine parlamentarische Mitwirkung wie in kaum einem anderen Land in Europa. Auch das sei festgehalten. Ich gestehe ja dem BZÖ und der Freiheitlichen Partei zu, dass sie das Recht oder das Monopol auf Kritik sozusagen gepachtet haben. Das steht ihnen ja zu. Es war ja bemerkenswert: Die kleine Plakette „Genug gezahlt“, die wesentlich größere „Stoppt ESM“ in fast derselben Farbe. Da kommt man wieder drauf, die verfeindeten Brüder und Schwestern (Abg. Strache: Rot-weiß-rot! Ich glaube, Sie sind farbenblind! – Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Strache: Das ist das, was Sie aufgeben: die rot-weiß-rote Souveränität!) – Wir geben gar nichts auf, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Rosenkranz: Rot-weiß-rot würde Ihnen auch gut anstehen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Oder man könnte auch festhalten, man hat im parlamentarischen Ablauf übersehen, dass heute die Möglichkeit für eine der beiden Fraktionen vorhanden gewesen wäre, eine Aktuelle Stunde einzufordern. Die hat man übersehen, nicht eingebracht, daher beginnt man mit der Einwendungsdebatte – auch eine Möglichkeit, steht Ihnen ja frei. (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Strache: Sie wissen es eh!
Aber Sie sollten auch in der Sache selber sagen, was Sie wollen. Was wollen Sie? Wollen Sie zurück zum Schilling? Wollen Sie einen „Süd-Euro“, einen „Nord-Euro“? (Abg. Strache: Sie wissen es eh!) Meine Damen und Herren, was wollen Sie? (Zwischenruf bei der FPÖ.) – Na ja, einen „Kärnten-Euro“ würde ich mir nicht wünschen. Der belastet uns durchaus auch. Außerdem ist es ein zu schönes Bundesland, um hier massive Kritik zu üben. Für die politische Führung ist man aber selber verantwortlich.
Zwischenruf bei der FPÖ.
Aber Sie sollten auch in der Sache selber sagen, was Sie wollen. Was wollen Sie? Wollen Sie zurück zum Schilling? Wollen Sie einen „Süd-Euro“, einen „Nord-Euro“? (Abg. Strache: Sie wissen es eh!) Meine Damen und Herren, was wollen Sie? (Zwischenruf bei der FPÖ.) – Na ja, einen „Kärnten-Euro“ würde ich mir nicht wünschen. Der belastet uns durchaus auch. Außerdem ist es ein zu schönes Bundesland, um hier massive Kritik zu üben. Für die politische Führung ist man aber selber verantwortlich.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Neubauer: Ihr seid die Brandstifter und dann holt ihr die Feuerwehr!
Meine Damen und Herren, dieser ESM hat eine Feuerwehrfunktion. Er bringt auch eine massive Kontrollverstärkung, damit die Fehler, die gemacht wurden, nicht mehr vorkommen. Und es ist unbestritten, dass es Fehler gegeben hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Neubauer: Ihr seid die Brandstifter und dann holt ihr die Feuerwehr!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen
Also ich würde bitten, bei aller Härte in der Auseinandersetzung, das Wort „Brandstifter“ zurückzunehmen, Herr Kollege. Es wäre dringend empfehlenswert (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen), denn wer in diesem Land die Sprache manches Mal an den Rand der Brandstiftung gebracht hat, mögen Sie selber beurteilen, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Also ich würde bitten, bei aller Härte in der Auseinandersetzung, das Wort „Brandstifter“ zurückzunehmen, Herr Kollege. Es wäre dringend empfehlenswert (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen), denn wer in diesem Land die Sprache manches Mal an den Rand der Brandstiftung gebracht hat, mögen Sie selber beurteilen, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf beim BZÖ. – Abg. Strache: Der erste Fehler war die Einführung des Euro!
Es ist ja unbestritten, dass Fehler gemacht wurden: bei der Gründung der Europäischen Union, bei der Sanierung der Probleme. Erster Fehler: die Aufnahme von Griechenland in die EU, wo man wusste, dass getrickst wird. (Zwischenruf beim BZÖ. – Abg. Strache: Der erste Fehler war die Einführung des Euro!) – Nein, ich glaube, dass die Euro-Einführung eine der größten Errungenschaften war, die es gegeben hat. Denken wir zurück, welchen Wohlstand uns der Euro gebracht hat, dass er eine harte Währung ist. Denken wir zurück, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es ist ja unbestritten, dass Fehler gemacht wurden: bei der Gründung der Europäischen Union, bei der Sanierung der Probleme. Erster Fehler: die Aufnahme von Griechenland in die EU, wo man wusste, dass getrickst wird. (Zwischenruf beim BZÖ. – Abg. Strache: Der erste Fehler war die Einführung des Euro!) – Nein, ich glaube, dass die Euro-Einführung eine der größten Errungenschaften war, die es gegeben hat. Denken wir zurück, welchen Wohlstand uns der Euro gebracht hat, dass er eine harte Währung ist. Denken wir zurück, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Sie wollen die Leute für dumm verkaufen! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Wollen Sie wirklich zurück? (Abg. Strache: Sie wollen die Leute für dumm verkaufen! – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.) Wollen Sie wirklich zurück zum Schilling? Wollen Sie
Abg. Mag. Stefan: Geh bitte, das stimmt doch nicht! Das hat doch mit dem Euro nichts zu tun!
das wirklich, meine Damen und Herren? Haben Sie vergessen, welche Chancen in der Wirtschaft, gerade im Exportbereich durch den Euro möglich geworden sind, durch eine gemeinsame Währung? Meine Damen und Herren, haben Sie das alles vergessen? (Abg. Mag. Stefan: Geh bitte, das stimmt doch nicht! Das hat doch mit dem Euro nichts zu tun!) – Schön. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
das wirklich, meine Damen und Herren? Haben Sie vergessen, welche Chancen in der Wirtschaft, gerade im Exportbereich durch den Euro möglich geworden sind, durch eine gemeinsame Währung? Meine Damen und Herren, haben Sie das alles vergessen? (Abg. Mag. Stefan: Geh bitte, das stimmt doch nicht! Das hat doch mit dem Euro nichts zu tun!) – Schön. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Wir werden daher an den Reformen nicht vorüberkommen, die sind dringend notwendig in Europa. Aber mit Ihrer Art der Politik werden wir die Probleme nicht lösen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Abg. Bucher: In der Raiffeisenbank !
Ich bedanke mich bei dir einmal, dass du uns hier zugestanden hast, dass es in Ordnung ist, dass wir darüber diskutieren und auch Einwendungen setzen. Ich sage es deshalb, da das ja leider nicht mehr selbstverständlich ist in diesem Hohen Haus. (Abg. Bucher: In der Raiffeisenbank !) Wir haben es ja das letzte Mal erlebt, wo die Koalition zwischen Rot, Grün und Schwarz eine derartige Debatte abgewürgt hat, meine Damen und Herren.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist nicht in Ordnung!
Es ist wichtig, dass wir darum kämpfen, mit allen geschäftsordnungsmäßigen Mitteln, mit allen politischen Mitteln, dass diese Option und diese Hypothek für die künftigen Generationen der Österreicherinnen und Österreicher nicht kommt, verhindert wird. Sie werden es beschließen, ist in Ordnung (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist nicht in Ordnung!), aber wir werden bis zum Schluss darum kämpfen, dass der Wahrheit hier zum Durchbruch verholfen wird, und daran werden Sie uns nicht hindern. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Es ist wichtig, dass wir darum kämpfen, mit allen geschäftsordnungsmäßigen Mitteln, mit allen politischen Mitteln, dass diese Option und diese Hypothek für die künftigen Generationen der Österreicherinnen und Österreicher nicht kommt, verhindert wird. Sie werden es beschließen, ist in Ordnung (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist nicht in Ordnung!), aber wir werden bis zum Schluss darum kämpfen, dass der Wahrheit hier zum Durchbruch verholfen wird, und daran werden Sie uns nicht hindern. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Frau Präsidentin, natürlich ist es aus unserer Sicht gerechtfertigt, diese Punkte abzusetzen und noch einmal ordentlich darüber zu diskutieren, ob nicht die Hypothek von 40 Milliarden €, nach oben offen, ein Fall für eine Volksabstimmung ist, dass man da die Bevölkerung entsprechend miteinbezieht, ob nicht die so gerühmten parlamentarischen Mitwirkungsrechte nicht doch ein bisschen schwach ausgefallen sind. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.
Und wenn der Kollege Kogler aus der letzten Reihe da herunterschreit, dann verstehe ich das, denn er war der Verhandler bei den Grünen, und wenn man vielleicht stundenlang mitverhandelt, dann hat man subjektiv das Gefühl, dass man etwas durchgesetzt hat. (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) Und ich höre da irgendwo im Ohr „die strengsten“ (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) – Ja bitte, wenn Sie sagen, das sind die besten Mitwirkungsrechte in Europa, dann bedaure ich wirklich die anderen europäischen Länder.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.
Und wenn der Kollege Kogler aus der letzten Reihe da herunterschreit, dann verstehe ich das, denn er war der Verhandler bei den Grünen, und wenn man vielleicht stundenlang mitverhandelt, dann hat man subjektiv das Gefühl, dass man etwas durchgesetzt hat. (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) Und ich höre da irgendwo im Ohr „die strengsten“ (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) – Ja bitte, wenn Sie sagen, das sind die besten Mitwirkungsrechte in Europa, dann bedaure ich wirklich die anderen europäischen Länder.
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.
Strache), darüber entscheidet, ob das Steuergeld der Österreicherinnen und Österreicher nach Brüssel und via Brüssel nach Madrid und nach Athen und nach Malta und nach Zypern geht, dann mag das für Sie ausreichend sein. Für uns ist das nicht ausreichend. Das sei Ihnen einmal ins Stammbuch geschrieben. (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.)
Abg. Dr. Wittmann: Das ist schlichtweg falsch!
Der Abgeordnete Kogler hat ja im Ausschuss schon ganz offen und interessant ge- sagt, wenigstens eine Zweidrittelmehrheit hätte man doch in diesem Ausschuss (Abg. Dr. Wittmann: Das ist schlichtweg falsch!), und wenn Sie immer sagen Alternativen: Warum haben Sie nicht eine Zweidrittelmehrheit als Erfordernis entsprechend eingebracht? Da hat der Kollege Kogler gesagt: Entschuldigung, was verlangt man das, das ist doch zulässig und verständlich, dass eine Regierung, die im Nationalrat die Mehrheit hat, dann auch in einem Ausschuss mit Mehrheit das beschließen können soll.
Beifall beim BZÖ.
Wenn das ein Regierungsvertreter sagt, verstehe ich das auch noch, aber von der Opposition ist das neu. Und ich verstehe auch, dass man, wenn man in einer Regierung ist, so wie die Grünen etwa in Wien, gegen alle vorigen Grundsätze stimmt und arbeitet. Aber dass man das schon eineinhalb Jahre vor einem beabsichtigten Regierungseintritt macht, ist einzigartig. Aber das werden Sie mit Ihren Wählerinnen und Wählern zu verantworten und diskutieren haben. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Alles war positiv: Der Euro wird so stark wie der Schilling und die D-Mark und der Holländische Gulden!, und alles ist wunderbar. Und jetzt sagt Kollege Stummvoll im Ausschuss: Es war blauäugig, dass man die Euro-Einführung so gemacht hat. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Jakob Auer: Wir brauchen nichts!
Kollege Auer ist ja auch Bankenvertreter, und es ist klar, dass er dafür ist, weil in Wirklichkeit die Banken europaweit von diesem Euro-Rettungsschirm als Einzige profitieren. (Abg. Jakob Auer: Wir brauchen nichts!) Kollege Auer sagt: Da sind Fehler gemacht worden! (Abg. Jakob Auer: Wir brauchen nichts!) Aber wer zahlt denn für die Fehler, meine Damen und Herren? – Zahlen Sie für die Fehler, die Sie damals bei der Euro-Einführung gemacht haben? – Nein, es ist der Steuerzahler! Es sind die Österreicherinnen und Österreicher, die dafür die Rechnung präsentiert bekommen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Jakob Auer: Wir brauchen nichts!
Kollege Auer ist ja auch Bankenvertreter, und es ist klar, dass er dafür ist, weil in Wirklichkeit die Banken europaweit von diesem Euro-Rettungsschirm als Einzige profitieren. (Abg. Jakob Auer: Wir brauchen nichts!) Kollege Auer sagt: Da sind Fehler gemacht worden! (Abg. Jakob Auer: Wir brauchen nichts!) Aber wer zahlt denn für die Fehler, meine Damen und Herren? – Zahlen Sie für die Fehler, die Sie damals bei der Euro-Einführung gemacht haben? – Nein, es ist der Steuerzahler! Es sind die Österreicherinnen und Österreicher, die dafür die Rechnung präsentiert bekommen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Kollege Auer ist ja auch Bankenvertreter, und es ist klar, dass er dafür ist, weil in Wirklichkeit die Banken europaweit von diesem Euro-Rettungsschirm als Einzige profitieren. (Abg. Jakob Auer: Wir brauchen nichts!) Kollege Auer sagt: Da sind Fehler gemacht worden! (Abg. Jakob Auer: Wir brauchen nichts!) Aber wer zahlt denn für die Fehler, meine Damen und Herren? – Zahlen Sie für die Fehler, die Sie damals bei der Euro-Einführung gemacht haben? – Nein, es ist der Steuerzahler! Es sind die Österreicherinnen und Österreicher, die dafür die Rechnung präsentiert bekommen. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wer hat den Euro an den Rand des Abgrunds gebracht? Waren das die, die damals gesagt haben, die Konvergenzkriterien sind nicht ausreichend? – Nein. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Es waren jene – so wie Sie –, die jede Kritik weggewischt und gesagt haben, es ist alles in Ordnung.
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen
So wird es auch in Zukunft sein, und man muss den Österreicherinnen und Österreichern sagen, dass dieser Beschluss, den Sie heute hier fassen (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), noch ihre Enkelkinder und deren Kinder belasten wird.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Sie werden dafür die Verantwortung zu tragen haben, aber wahrscheinlich nur mehr posthum. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: So, jetzt kommt der Regierungssprecher! Pressesprecher der Koalition! – Abg. Dr. Bartenstein: Ein vernünftiger Oppositionspolitiker!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Kogler. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: So, jetzt kommt der Regierungssprecher! Pressesprecher der Koalition! – Abg. Dr. Bartenstein: Ein vernünftiger Oppositionspolitiker!)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Und da verstehe ich Sie dann nicht mehr ganz. Ich sage das als jemand von einer Fraktion, die mindestens so sehr wie Ihre, wenn nicht intensiver, länger und stärker, hier immer dann alle Mittel ausschöpft, wenn es darum geht, gegen die Bundesregierung vorzugehen (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), wenn es zum Beispiel um klassischen Verfassungsbruch geht – Sie haben das heute hier erwähnt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Und da verstehe ich Sie dann nicht mehr ganz. Ich sage das als jemand von einer Fraktion, die mindestens so sehr wie Ihre, wenn nicht intensiver, länger und stärker, hier immer dann alle Mittel ausschöpft, wenn es darum geht, gegen die Bundesregierung vorzugehen (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), wenn es zum Beispiel um klassischen Verfassungsbruch geht – Sie haben das heute hier erwähnt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Als es darum ging, dass diese Bundesregierung ein Budget in verfassungswidriger Weise vorgelegt und durchgepresst hat, waren es die Grünen, die alle Mittel eingesetzt haben, die da an der Spitze gestanden sind. Ich darf das ein einziges Mal hier an diesem Pult für mich selbst in Anspruch nehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Kickl
Das war der Grund, warum ich 13 Stunden gegen diese Verfassungswidrigkeit gesprochen habe. Von der FPÖ hat man damals nicht so viel mitgekriegt (Zwischenruf des Abg. Kickl), aber es ist ja auch das Recht der Opposition, einmal so und einmal so zu qualifizieren.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Irgendwann wird auch dieses Parlament entscheiden müssen! Was ist denn Ihr Ziel? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Die Handlungsunfähigkeit in Europa? (Abg. Strache:
Abg. Strache: Reden Sie nie wieder von direkter Demokratie, Herr Kogler!
Volksabstimmung, die Sie verweigern, Herr Kogler!) Man kann unterschiedlicher Meinung sein, und dieser – wir werden es diskutieren – Europäische Stabilitätsmechanismus ist durch und durch ambivalent. (Abg. Strache: Reden Sie nie wieder von direkter Demokratie, Herr Kogler!)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Es ist meine Haltung, zu sagen – früher, als Sie das schon verstanden haben –, dass das richtig angewendet eine gute Waffe gegen Spekulation sein kann. Die Gefahr bleibt aber immer noch! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Petzner.
Bevor Sie von der ÖVP zu schnell applaudieren: Sie haben hier ganz lange in die falsche Richtung gewirtschaftet. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) Dieser ESM bleibt ambivalent, denn falsch angewendet kann er die Spekulation noch fördern! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt das schlechte Gewissen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt das schlechte Gewissen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Bevor Sie von der ÖVP zu schnell applaudieren: Sie haben hier ganz lange in die falsche Richtung gewirtschaftet. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) Dieser ESM bleibt ambivalent, denn falsch angewendet kann er die Spekulation noch fördern! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt das schlechte Gewissen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Strache.
Deshalb ist es unsere Aufgabe, hier zu schauen, was damit passiert. Aber Sie werden doch nicht den Ankauf eines Feuerwehrfahrzeuges verhindern wollen, nur weil es missbräuchlich eingesetzt werden kann! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall bei den Grünen.
Wissen Sie, was Sie seit Tagen verbreiten und sagen? – Ein Verfassungsputsch, ein Ermächtigungsgesetz, eine Finanzdiktatur. Ich erwarte mir auch von den Regierungsparteien, dass hier endlich einmal ganz anders aufgetreten und entgegengehalten wird, dass sie einmal aus ihrem Schlafwagen herauskommen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Ist ja wahr, was ihr da macht!
Es ist doch ein Witz, hier am Rednerpult des österreichischen Parlaments zu sagen, dass das ein Verfassungsputsch ist! (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Ist ja wahr, was ihr da macht!)
Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wissen Sie, was das war im Jahr 1933, das Ermächtigungsgesetz? (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Das war der Wegbereiter für die Diktatur. Da war der Reichstag schon angezündet. (Abg. Strache: Aushebelung der Demokratie und der Parlamentskontrolle, das machen Sie!) Da haben SA-Männer in illegaler Weise die Abgeordneten bedroht. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Da sind die ersten Abgeordneten, die Kommunisten, schon im KZ gesessen. Da waren die Sozialdemokraten schon bedroht. Und diese Sprache werden wir Ihnen hier nicht durchgehen lassen! (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Abg. Strache: Aushebelung der Demokratie und der Parlamentskontrolle, das machen Sie!
Wissen Sie, was das war im Jahr 1933, das Ermächtigungsgesetz? (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Das war der Wegbereiter für die Diktatur. Da war der Reichstag schon angezündet. (Abg. Strache: Aushebelung der Demokratie und der Parlamentskontrolle, das machen Sie!) Da haben SA-Männer in illegaler Weise die Abgeordneten bedroht. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Da sind die ersten Abgeordneten, die Kommunisten, schon im KZ gesessen. Da waren die Sozialdemokraten schon bedroht. Und diese Sprache werden wir Ihnen hier nicht durchgehen lassen! (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wissen Sie, was das war im Jahr 1933, das Ermächtigungsgesetz? (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Das war der Wegbereiter für die Diktatur. Da war der Reichstag schon angezündet. (Abg. Strache: Aushebelung der Demokratie und der Parlamentskontrolle, das machen Sie!) Da haben SA-Männer in illegaler Weise die Abgeordneten bedroht. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Da sind die ersten Abgeordneten, die Kommunisten, schon im KZ gesessen. Da waren die Sozialdemokraten schon bedroht. Und diese Sprache werden wir Ihnen hier nicht durchgehen lassen! (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Wissen Sie, was das war im Jahr 1933, das Ermächtigungsgesetz? (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Das war der Wegbereiter für die Diktatur. Da war der Reichstag schon angezündet. (Abg. Strache: Aushebelung der Demokratie und der Parlamentskontrolle, das machen Sie!) Da haben SA-Männer in illegaler Weise die Abgeordneten bedroht. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Da sind die ersten Abgeordneten, die Kommunisten, schon im KZ gesessen. Da waren die Sozialdemokraten schon bedroht. Und diese Sprache werden wir Ihnen hier nicht durchgehen lassen! (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Kogler: Und deshalb werden wir hier auf demokratische Art und Weise diskutieren und hinkünftig entscheiden! Nehmen Sie Ihre demokratischen Rechte wahr, aber missbrauchen Sie sie nicht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, Ihre Redezeit ist zu Ende. (Abg. Mag. Kogler: Und deshalb werden wir hier auf demokratische Art und Weise diskutieren und hinkünftig entscheiden! Nehmen Sie Ihre demokratischen Rechte wahr, aber missbrauchen Sie sie nicht!) Herr Abgeordneter!
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.
(Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ist ein Arzt im Haus? Dann sollten wir Vorsorge treffen !
Herr Abgeordneter Dr. Wittmann gelangt zu Wort. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist ein Arzt im Haus? Dann sollten wir Vorsorge treffen !)
Abg. Dr. Matznetter: Typisch!
Wir haben am 14. Juni die erste Lesung hier im Nationalrat beantragt und beschlossen, Sie sind ausgezogen und haben die Diskussion verweigert. (Abg. Dr. Matznetter: Typisch!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Wir haben am vorigen Donnerstag eine mehr als zehnstündige Sitzung (Zwischenruf des Abg. Scheibner) mit 20 Experten über den ESM und über den Fiskalpakt gehabt. (Abg. Strache: Da haben die Experten gewarnt davor!) 10 Stunden Diskussion! (Ruf bei der FPÖ: Was haben die Experten gesagt?)
Abg. Strache: Da haben die Experten gewarnt davor!
Wir haben am vorigen Donnerstag eine mehr als zehnstündige Sitzung (Zwischenruf des Abg. Scheibner) mit 20 Experten über den ESM und über den Fiskalpakt gehabt. (Abg. Strache: Da haben die Experten gewarnt davor!) 10 Stunden Diskussion! (Ruf bei der FPÖ: Was haben die Experten gesagt?)
Ruf bei der FPÖ: Was haben die Experten gesagt?
Wir haben am vorigen Donnerstag eine mehr als zehnstündige Sitzung (Zwischenruf des Abg. Scheibner) mit 20 Experten über den ESM und über den Fiskalpakt gehabt. (Abg. Strache: Da haben die Experten gewarnt davor!) 10 Stunden Diskussion! (Ruf bei der FPÖ: Was haben die Experten gesagt?)
Abg. Strache: Sie nehmen ja die Experten nicht ernst! – Abg. Dr. Matznetter: Plus Finanzausschuss!
Wir haben am Montag eine vierstündige Verfassungsausschusssitzung gehabt. Das heißt, insgesamt ist das mehr als 15 Stunden diskutiert worden. (Abg. Strache: Sie nehmen ja die Experten nicht ernst! – Abg. Dr. Matznetter: Plus Finanzausschuss!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Und wenn man den Finanzausschuss noch dazurechnet, ist das 18 Stunden diskutiert worden. Das rechtfertigt keine Einwendungsdebatte! Das ist ein Gesetz, das in diesem Haus gründlich und ordentlich behandelt wurde. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Hagen
Wir müssen diese Diskussion auch öffentlich führen (Zwischenruf des Abg. Hagen), wir müssen sie hier führen – und Sie wollen sie wieder verweigern. (Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung!)
Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung!
Wir müssen diese Diskussion auch öffentlich führen (Zwischenruf des Abg. Hagen), wir müssen sie hier führen – und Sie wollen sie wieder verweigern. (Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung!)
Ruf bei der FPÖ: Volksabstimmung!
Ich bin in der Analyse durchaus nicht weit weg von Ihnen, wir haben eine Krise in Europa, aber es gibt zwei Möglichkeiten, mit dieser Krise umzugehen (Ruf bei der FPÖ: Volksabstimmung!): Das eine ist (Abg. Strache: Mehr Demokratie! Machen Sie eine Volksabstimmung möglich! Verhindern Sie keine Volksabstimmung!), man bemüht sich, Instrumentarien zu finden, um diese Krise zu bekämpfen (Abg. Strache: Mehr Demokratie ist notwendig! Bürgereinbindung, das wäre es doch einmal!), oder man macht nichts und verschärft damit diese Krise. Und diese Richtungsentscheidung haben wir heute zu treffen!
Abg. Strache: Mehr Demokratie! Machen Sie eine Volksabstimmung möglich! Verhindern Sie keine Volksabstimmung!
Ich bin in der Analyse durchaus nicht weit weg von Ihnen, wir haben eine Krise in Europa, aber es gibt zwei Möglichkeiten, mit dieser Krise umzugehen (Ruf bei der FPÖ: Volksabstimmung!): Das eine ist (Abg. Strache: Mehr Demokratie! Machen Sie eine Volksabstimmung möglich! Verhindern Sie keine Volksabstimmung!), man bemüht sich, Instrumentarien zu finden, um diese Krise zu bekämpfen (Abg. Strache: Mehr Demokratie ist notwendig! Bürgereinbindung, das wäre es doch einmal!), oder man macht nichts und verschärft damit diese Krise. Und diese Richtungsentscheidung haben wir heute zu treffen!
Abg. Strache: Mehr Demokratie ist notwendig! Bürgereinbindung, das wäre es doch einmal!
Ich bin in der Analyse durchaus nicht weit weg von Ihnen, wir haben eine Krise in Europa, aber es gibt zwei Möglichkeiten, mit dieser Krise umzugehen (Ruf bei der FPÖ: Volksabstimmung!): Das eine ist (Abg. Strache: Mehr Demokratie! Machen Sie eine Volksabstimmung möglich! Verhindern Sie keine Volksabstimmung!), man bemüht sich, Instrumentarien zu finden, um diese Krise zu bekämpfen (Abg. Strache: Mehr Demokratie ist notwendig! Bürgereinbindung, das wäre es doch einmal!), oder man macht nichts und verschärft damit diese Krise. Und diese Richtungsentscheidung haben wir heute zu treffen!
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Sie sagen nicht, welche Mechanismen Sie zur Lösung dieser Krise anbieten, sondern Sie wollen diese Krise, damit Europa auseinanderbricht! Wir wollen das nicht! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Strache: O ja, dann entscheidet das Parlament von Fall zu Fall wie bisher! Das ist ja absurd! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es gibt momentan kein anderes Instrumentarium als den ESM. Beschließt man den ESM nicht, hat man daher nichts! Dann hat man nichts! (Abg. Strache: O ja, dann entscheidet das Parlament von Fall zu Fall wie bisher! Das ist ja absurd! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Dann ist diese Krise unbewältigbar, dann ist diese Krise nicht beherrschbar. Dann ist ganz klar, dass die Kräfte, die dann einwirken, dazu führen, dass Europa auseinanderbricht. (Abg. Kickl: zaubern etwas Neues aus dem Hut und nichts funktioniert!) Aber Sie bringen keine Lösung, Sie wollen keine Lösung!
Abg. Kickl: zaubern etwas Neues aus dem Hut und nichts funktioniert!
Es gibt momentan kein anderes Instrumentarium als den ESM. Beschließt man den ESM nicht, hat man daher nichts! Dann hat man nichts! (Abg. Strache: O ja, dann entscheidet das Parlament von Fall zu Fall wie bisher! Das ist ja absurd! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Dann ist diese Krise unbewältigbar, dann ist diese Krise nicht beherrschbar. Dann ist ganz klar, dass die Kräfte, die dann einwirken, dazu führen, dass Europa auseinanderbricht. (Abg. Kickl: zaubern etwas Neues aus dem Hut und nichts funktioniert!) Aber Sie bringen keine Lösung, Sie wollen keine Lösung!
Abg. Scheibner: Das glaubt ja keiner, aber ihr macht !
Ich denke auch, dass diese Mechanismen, wenn man sie sich selbst überlässt, so verstärkt werden, dass das unbeherrschbar wird. Und es ist doch nicht möglich, dass Sie glauben, dass dann, wenn Europa auseinanderbricht, Österreich allein das bewältigen kann. Das kann doch nicht wirklich Ihr Ansinnen sein! (Abg. Scheibner: Das glaubt ja keiner, aber ihr macht !) Sie müssen sich doch in die Diskussion einbringen mit Alternativen, mit Mechanismen, wie man das behandeln kann. Das tun Sie nicht! Es sind auch abenteuerliche Zahlen, die Sie hier nennen. (Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Ich denke auch, dass diese Mechanismen, wenn man sie sich selbst überlässt, so verstärkt werden, dass das unbeherrschbar wird. Und es ist doch nicht möglich, dass Sie glauben, dass dann, wenn Europa auseinanderbricht, Österreich allein das bewältigen kann. Das kann doch nicht wirklich Ihr Ansinnen sein! (Abg. Scheibner: Das glaubt ja keiner, aber ihr macht !) Sie müssen sich doch in die Diskussion einbringen mit Alternativen, mit Mechanismen, wie man das behandeln kann. Das tun Sie nicht! Es sind auch abenteuerliche Zahlen, die Sie hier nennen. (Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Zwischenruf des Abg. Neugebauer
Tatsache ist, dass Österreich 2,2 Milliarden € direkt bezahlen wird, und das in fünf Tranchen, in fünf Tranchen über drei Jahre. Das sind 400 Millionen im Jahr für die nächsten drei Jahre (Zwischenruf des Abg. Neugebauer), die bezahlt werden müssen, insgesamt fünf Tranchen.
Abg. Dr. Graf: Wo nehmen Sie das Geld her? – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir haben schon oft hier Beschlüsse gefasst, und zwar ohne Verfassungsrecht, über 400 Millionen €. Das heißt, das ist nicht diese Katastrophenaktion, die Sie hier sehen. (Abg. Dr. Graf: Wo nehmen Sie das Geld her? – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Eines noch zum Kollegen Fichtenbauer: Sie wissen sehr wohl, dass über Staatsverträge keine Volksabstimmung möglich ist! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren auf den Zuschauerrängen! Herr Kollege Wittmann, zur Einstimmung: Dieses Haus entscheidet, worüber eine Volksabstimmung möglich ist! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Verweigern tut er es!
Eine Volksabstimmung ist über das möglich, hinsichtlich dessen wir entscheiden, dass sie möglich ist. Über das, worüber wir eine Volksabstimmung anordnen, wird eine solche abgehalten. (Abg. Strache: Verweigern tut er es!) Das stimmt, Herr Kollege.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Notfalls wird man, wenn Sie dieser Ihrer Meinung sind, die Verfassung erweitern und ändern, aber wir entscheiden, ob es über etwas eine Volksabstimmung gibt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Natürlich schmerzt es, wenn im Zusammenhang mit der heutigen Diskussion Worte wie „Ermächtigungsgesetz“, „Verfassungsputsch“ und Ähnliches fallen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Natürlich schmerzt es, wenn solche Worte fallen (Abg. Strache: Die treffen genau den Nerv, die Realität!), aber zumindest von grüner Seite nie das Wort „Volk“ oder „Volksabstimmung“ fällt, denn Kollege Kogler hat eines nicht getan, er hat einen Begriff nicht verwendet: „Mitbestimmung des Volkes“, „Volksabstimmung“. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Die treffen genau den Nerv, die Realität!
Natürlich schmerzt es, wenn im Zusammenhang mit der heutigen Diskussion Worte wie „Ermächtigungsgesetz“, „Verfassungsputsch“ und Ähnliches fallen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Natürlich schmerzt es, wenn solche Worte fallen (Abg. Strache: Die treffen genau den Nerv, die Realität!), aber zumindest von grüner Seite nie das Wort „Volk“ oder „Volksabstimmung“ fällt, denn Kollege Kogler hat eines nicht getan, er hat einen Begriff nicht verwendet: „Mitbestimmung des Volkes“, „Volksabstimmung“. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Natürlich schmerzt es, wenn im Zusammenhang mit der heutigen Diskussion Worte wie „Ermächtigungsgesetz“, „Verfassungsputsch“ und Ähnliches fallen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Natürlich schmerzt es, wenn solche Worte fallen (Abg. Strache: Die treffen genau den Nerv, die Realität!), aber zumindest von grüner Seite nie das Wort „Volk“ oder „Volksabstimmung“ fällt, denn Kollege Kogler hat eines nicht getan, er hat einen Begriff nicht verwendet: „Mitbestimmung des Volkes“, „Volksabstimmung“. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Wer will ihnen noch etwas glauben?
Das Griechenlandpaket ist nur symbolisch zu verstehen, es dient ausschließlich zur Beruhigung der Märkte. Die ausgehandelten Mittel werden nicht ausgeschöpft werden. (Abg. Strache: Wer will ihnen noch etwas glauben?)
Abg. Dr. Graf: Wer hat das gesagt?
Die Eurozone wird niemals eine Schulden- oder Transferunion mit gemeinsamer Haftung für Schulden der Mitgliedsländer werden. – Ende der Zitate. (Abg. Dr. Graf: Wer hat das gesagt?)
Beifall bei der FPÖ.
Das muss man der Bevölkerung sagen, das ist eine ehrliche Diskussion, und dann können wir ehrlich darüber abstimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das bezieht sich auch, aber nicht allein auf die Institutionen der Europäischen Union. Und das, was wirklich traurig ist, ist, dass diejenigen, die gewählt wurden, nämlich wir, heute zusätzlich einen Schritt in die Richtung unternehmen, dass die Gewählten nichts zu sagen haben. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Ich möchte schon ganz gerne einmal die FPÖ und auch das BZÖ fragen: Was haben Sie an Alternativen anzubieten? Was wollen Sie den Menschen sagen? Wollen Sie zum Schilling zurück? Wollen Sie aus der Europäischen Union austreten? Oder welche Alternativen haben Sie? (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen Stabilität in Europa, und wir wollen die wesentlichen Punkte, nämlich Strukturreformen und Budgetkonsolidierung, auch in den Ländern der Währungsunion, aber natürlich auch im gesamten Gebiet der Europäischen Union. Und wir wollen Wachstumsimpulse schaffen. (Beifall bei der ÖVP.) Und darauf hat man sich jetzt auch im Europäischen Rat verständigt.
Abg. Neubauer: Österreich!
Wenn die Grünen heute kritisiert werden – ich bin ja nicht immer einer Meinung mit dem Herrn Kogler oder mit den Grünen –, dann muss man sagen, die Grünen haben Verantwortung übernommen, sie haben Verhandlungen geführt, sie haben Bedingungen gestellt. (Abg. Neubauer: Österreich!) Und wenn man Verantwortung übernehmen will und wenn man Verhandlungen führt, dann muss man (Zwischenrufe bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.) – Sie wollen die Verantwortung auf die Bevölkerung abwälzen. Sie sind gewählte Mandatare, Sie müssen hier Entscheidungen treffen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.
Wenn die Grünen heute kritisiert werden – ich bin ja nicht immer einer Meinung mit dem Herrn Kogler oder mit den Grünen –, dann muss man sagen, die Grünen haben Verantwortung übernommen, sie haben Verhandlungen geführt, sie haben Bedingungen gestellt. (Abg. Neubauer: Österreich!) Und wenn man Verantwortung übernehmen will und wenn man Verhandlungen führt, dann muss man (Zwischenrufe bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.) – Sie wollen die Verantwortung auf die Bevölkerung abwälzen. Sie sind gewählte Mandatare, Sie müssen hier Entscheidungen treffen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn die Grünen heute kritisiert werden – ich bin ja nicht immer einer Meinung mit dem Herrn Kogler oder mit den Grünen –, dann muss man sagen, die Grünen haben Verantwortung übernommen, sie haben Verhandlungen geführt, sie haben Bedingungen gestellt. (Abg. Neubauer: Österreich!) Und wenn man Verantwortung übernehmen will und wenn man Verhandlungen führt, dann muss man (Zwischenrufe bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.) – Sie wollen die Verantwortung auf die Bevölkerung abwälzen. Sie sind gewählte Mandatare, Sie müssen hier Entscheidungen treffen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Neubauer: V wie Flügel!
Was geschieht jetzt mit dem, was wir heute beschließen? Die Frau Finanzministerin, die künftig Österreich im Gouverneursrat des ESM vertreten wird, kann dort keine Entscheidungen treffen, ohne dass sie nicht hier im Hohen Haus einem Unterausschuss des Budgetausschusses Rede und Antwort stehen muss und dieser Budgetausschuss darüber abstimmt. Sagen Sie das einmal den Menschen! Und wenn Sie immer nach einer Volksabstimmung rufen: Die Politiker müssen auch einmal Verantwortung übernehmen. Herr Hübner hat gesagt, die, die gewählt sind, dürfen nicht entscheiden. (Abg. Neubauer: V wie Flügel!) Das stimmt überhaupt nicht. Wir entscheiden heute, und Sie können auch entscheiden, ob Sie zustimmen oder nicht.
Beifall bei ÖVP und SPÖ
In Wahrheit hat Österreich einen Kapitalbeitrag in Höhe von 19,5 Milliarden € zu leisten. Davon sind rund 17 Milliarden Haftungen. Hören Sie mir gut zu, dann werden Sie sehen, welche Dimensionen das hat! Allein das Land Kärnten hat für die Hypo Alpe-Adria fast 18 Milliarden Haftung übernommen. Und die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler mussten da einspringen (Beifall bei ÖVP und SPÖ) aufgrund von Misswirtschaft im Land Kärnten durch die Blauen und auch durch das BZÖ. Heute schieben Sie sich die Verantwortung wechselweise zu. (Abg. Kickl: Wer?) Die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben sie hier rausgerissen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl), die Verantwortungsträger in Kärnten. Und da geht es in etwa um diese Dimensionen.
Abg. Kickl: Wer?
In Wahrheit hat Österreich einen Kapitalbeitrag in Höhe von 19,5 Milliarden € zu leisten. Davon sind rund 17 Milliarden Haftungen. Hören Sie mir gut zu, dann werden Sie sehen, welche Dimensionen das hat! Allein das Land Kärnten hat für die Hypo Alpe-Adria fast 18 Milliarden Haftung übernommen. Und die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler mussten da einspringen (Beifall bei ÖVP und SPÖ) aufgrund von Misswirtschaft im Land Kärnten durch die Blauen und auch durch das BZÖ. Heute schieben Sie sich die Verantwortung wechselweise zu. (Abg. Kickl: Wer?) Die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben sie hier rausgerissen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl), die Verantwortungsträger in Kärnten. Und da geht es in etwa um diese Dimensionen.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl
In Wahrheit hat Österreich einen Kapitalbeitrag in Höhe von 19,5 Milliarden € zu leisten. Davon sind rund 17 Milliarden Haftungen. Hören Sie mir gut zu, dann werden Sie sehen, welche Dimensionen das hat! Allein das Land Kärnten hat für die Hypo Alpe-Adria fast 18 Milliarden Haftung übernommen. Und die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler mussten da einspringen (Beifall bei ÖVP und SPÖ) aufgrund von Misswirtschaft im Land Kärnten durch die Blauen und auch durch das BZÖ. Heute schieben Sie sich die Verantwortung wechselweise zu. (Abg. Kickl: Wer?) Die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben sie hier rausgerissen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl), die Verantwortungsträger in Kärnten. Und da geht es in etwa um diese Dimensionen.
Abg. Mag. Stefan: Sagen Sie Zahlen! Wie haben sich die Exportzahlungen entwickelt?
Oder: Wir haben als Republik 100 Milliarden Exporthaftungen übernommen, wir haben Zigtausende Arbeitsplätze daran hängen. Und, Herr Kollege Stefan, Sie haben zuvor gesagt, mit dem Euro sind jetzt nicht unbedingt mehr Arbeitsplätze gekommen oder unsere Exportwirtschaft ist jetzt deswegen nicht besser. – Das stimmt überhaupt nicht! Können Sie sich vielleicht daran erinnern, wie es früher mit den Wechselkursumrechnungen war und wie Unternehmen früher ? (Abg. Mag. Stefan: Sagen Sie Zahlen! Wie haben sich die Exportzahlungen entwickelt?) – Dann schauen Sie sich die Exportzahlen an. Unternehmer werden Ihnen sagen, dass es heute mit dem Euro im Vergleich zu früher, als wir noch den Schilling hatten, wesentlich leichter ist zu exportieren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Oder: Wir haben als Republik 100 Milliarden Exporthaftungen übernommen, wir haben Zigtausende Arbeitsplätze daran hängen. Und, Herr Kollege Stefan, Sie haben zuvor gesagt, mit dem Euro sind jetzt nicht unbedingt mehr Arbeitsplätze gekommen oder unsere Exportwirtschaft ist jetzt deswegen nicht besser. – Das stimmt überhaupt nicht! Können Sie sich vielleicht daran erinnern, wie es früher mit den Wechselkursumrechnungen war und wie Unternehmen früher ? (Abg. Mag. Stefan: Sagen Sie Zahlen! Wie haben sich die Exportzahlungen entwickelt?) – Dann schauen Sie sich die Exportzahlen an. Unternehmer werden Ihnen sagen, dass es heute mit dem Euro im Vergleich zu früher, als wir noch den Schilling hatten, wesentlich leichter ist zu exportieren. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich frage Sie noch einmal: Welche Alternativen schlagen Sie vor? Was wollen Sie? – Wollen Sie den Schilling? Wollen Sie aus der Europäischen Union austreten? Oder was wollen Sie? Ich hoffe, dass einer von Ihnen hier herausgeht und uns das heute noch mitteilt, ansonsten müsste man sagen, dass Sie als Politiker nicht in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen und den Menschen die Wahrheit zu sagen. Sie betreiben billigen Populismus, Angstmache und Hetze, und das lehnen wir kategorisch ab. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kollegen! Es war schon bezeichnend zu sehen, wie unangenehm dem Herrn Kollegen Kogler hier heute seine neue Funktion als hauptamtlicher Regierungssprecher eigentlich war. Es war Ihnen körperlich unangenehm, als Rot und Schwarz plötzlich begeistert zu Ihren Ausführungen geklatscht haben. Herr Kollege Kogler, Sie werden sich daran gewöhnen müssen, denn ab heute sitzen Sie im Boot mit Rot und Schwarz und haben Ihre Position als Oppositionspartei ein für alle Mal aufgegeben! Das ist die Wahrheit. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Mag. Musiol: Stimmt nicht!
Und wenn es besonders eng wird für die Grünen, wenn sie Argumentationsnotstand haben noch und nöcher – man hat das heute gesehen, wie Sie hier rausgeschrien haben –, dann kommt unwiderruflich der Griff zur Faschismuskeule. Sie sind heute entlarvt, Herr Kollege Kogler, mitsamt Ihrer Fraktion! Sie haben mit dem heutigen Tag aufgehört, als Oppositionspartei zu existieren. (Abg. Mag. Musiol: Stimmt nicht!) Sie haben heute mit der Zustimmung zu diesem Machwerk des ESM in Wahrheit für Posten, Macht, Einfluss in einer Regierungsbeteiligung die Seele Ihrer Partei verkauft. Das ist die Wahrheit. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Und wenn es besonders eng wird für die Grünen, wenn sie Argumentationsnotstand haben noch und nöcher – man hat das heute gesehen, wie Sie hier rausgeschrien haben –, dann kommt unwiderruflich der Griff zur Faschismuskeule. Sie sind heute entlarvt, Herr Kollege Kogler, mitsamt Ihrer Fraktion! Sie haben mit dem heutigen Tag aufgehört, als Oppositionspartei zu existieren. (Abg. Mag. Musiol: Stimmt nicht!) Sie haben heute mit der Zustimmung zu diesem Machwerk des ESM in Wahrheit für Posten, Macht, Einfluss in einer Regierungsbeteiligung die Seele Ihrer Partei verkauft. Das ist die Wahrheit. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Dutzende? – Machen Sie weiter!
Und so könnte ich Ihnen noch Dutzende aufzählen, die bereits in den Foren Ihr Auftreten kritisieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Dutzende? – Machen Sie weiter!) Ja, wen wollen Sie noch hören? Den Herrn Margulies kann ich Ihnen nennen. Wen wollen Sie hören? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Vernünftige Argumente!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Vernünftige Argumente!
Und so könnte ich Ihnen noch Dutzende aufzählen, die bereits in den Foren Ihr Auftreten kritisieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Dutzende? – Machen Sie weiter!) Ja, wen wollen Sie noch hören? Den Herrn Margulies kann ich Ihnen nennen. Wen wollen Sie hören? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Vernünftige Argumente!)
Abg. Dr. Cap: Absoluter Unsinn!
Es wird heute auch immer wieder die Unwahrheit gesagt, die SPÖ hat da ja schon Tradition. (Abg. Dr. Cap: Absoluter Unsinn!) Wenn der Herr Klubobmann Cap heute herausgeht und – es ist schon wieder nachweisbar die Unwahrheit – behauptet, es gibt ein Vetorecht für Österreich, was die Entscheidungen anbelangt, dann ist das hundertprozentig falsch und ein Unsinn, Herr Klubobmann Cap. Und das Schlimme ist, Sie wissen das auch! Sie wissen ganz genau, dass in besonders dringenden Fällen Kapitalabrufe, also Nachschusspflichten für Österreich, allein und unwiderruflich durch den Beschluss des geschäftsführenden Direktors erfolgen und auch dann bezahlt werden müssen. Unwiderruflich!
Abg. Strache: So ist es!
Da können Sie in den Sack fahren, nur Sie fahren nicht in den eigenen, sondern in den Sack der Österreicherinnen und Österreicher, und das kritisieren wir so bei Ihrer Politik, Herr Klubobmann Cap. Sie wissen, Österreich hat beim ESM einen Stimmrechtsanteil von ganzen 2,8 Prozent. (Abg. Strache: So ist es!) Daher gibt es kein Veto, gibt es kein Blockieren. Alleine können das nur Deutschland, Italien und Frankreich, die eine Sperrminorität haben. Sie haben heute hier vom Rednerpult die Österreicher angeschwindelt, Herr Klubobmann Cap, das muss man Ihnen ganz klar sagen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Da können Sie in den Sack fahren, nur Sie fahren nicht in den eigenen, sondern in den Sack der Österreicherinnen und Österreicher, und das kritisieren wir so bei Ihrer Politik, Herr Klubobmann Cap. Sie wissen, Österreich hat beim ESM einen Stimmrechtsanteil von ganzen 2,8 Prozent. (Abg. Strache: So ist es!) Daher gibt es kein Veto, gibt es kein Blockieren. Alleine können das nur Deutschland, Italien und Frankreich, die eine Sperrminorität haben. Sie haben heute hier vom Rednerpult die Österreicher angeschwindelt, Herr Klubobmann Cap, das muss man Ihnen ganz klar sagen. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Scheibner: Wo ist der Herr Edlinger?
Lüge! Lüge! Lüge hier in diesem Haus von einem sozialdemokratischen Finanzminister. (Abg. Scheibner: Wo ist der Herr Edlinger?)
Ah-Rufe beim BZÖ.
Antwort von SPÖ-Finanzminister Edlinger: „Die ‚unterschiedliche Wirtschaftskraft‘ der einzelnen Länder hat keine Auswirkungen“ auf eine Währungsunion. (Ah-Rufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Wo ist der Edlinger?
Lüge! Wieder eine Lüge hier im Hohen Haus, und das ist das Problem, das wir haben. Sie schwindeln die Österreicher von oben bis unten an, nehmen sie in Haftung, und das bei steigender Arbeitslosigkeit, bei steigender Armut, bei höheren Steuern und bei höherer Inflation. (Abg. Scheibner: Wo ist der Edlinger?) Dafür sollten Sie sich genieren, denn das ist keine redliche Politik, Herr Klubobmann Cap! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Lüge! Wieder eine Lüge hier im Hohen Haus, und das ist das Problem, das wir haben. Sie schwindeln die Österreicher von oben bis unten an, nehmen sie in Haftung, und das bei steigender Arbeitslosigkeit, bei steigender Armut, bei höheren Steuern und bei höherer Inflation. (Abg. Scheibner: Wo ist der Edlinger?) Dafür sollten Sie sich genieren, denn das ist keine redliche Politik, Herr Klubobmann Cap! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Was heute hier beschlossen wird, ist eine europäische Schuldenunion als Höhepunkt einer unfassbaren Misserfolgsstory einer gemeinsamen Währung, des Euro, einer unfassbaren Misserfolgsstory, letztlich eine Schuldenunion zur Rettung maroder Staaten und Banken. Und die Bevölkerung wird nicht gefragt, sie muss dafür bluten. Daher hat Klubobmann Josef Bucher einen Vertrag für eine Volksabstimmung vorgeschlagen. Das ist die einzige Chance, wie sich die Grünen noch aus ihrem Dilemma mit ihrer Basis retten können. (Beifall beim BZÖ.)
Rufe: Volksabstimmung!
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Diese Einwendungsdebatte ist ein Glanzstück von FPÖ und BZÖ. Sie ist natürlich zulässig, wenn man ein Problem mit der Tagesordnung hat. Es haben heute schon viele gesagt, was eigentlich der Sinn der Einwendungsdebatte ist, nämlich Verhandlungsgegenstände umzureihen, die nicht ausreichend diskutiert wurden oder die dem eigenen Vernehmen nach an der falschen Stelle auf der Tagesordnung stehen. Aber Sie haben auch schon in der Vergangenheit bewiesen, wie Sie mit Einwendungsdebatten umgehen und welchen parlamentarischen Zugang Sie dazu eigentlich haben. (Rufe: Volksabstimmung!)
Abg. Scheibner: Haben wir nicht gemacht!
Ich erinnere nur an die letzte Sitzung, bei der Sie eine Einwendungsdebatte gemacht haben (Abg. Scheibner: Haben wir nicht gemacht!) und damit das, was Sie jetzt gerade herausrufen, nämlich Volksabstimmung, direkte Demokratie, nach hinten verschieben wollten. (Abg. Scheibner: Die haben Sie abgewürgt, die Einwendungsdebatte!)
Abg. Scheibner: Die haben Sie abgewürgt, die Einwendungsdebatte!
Ich erinnere nur an die letzte Sitzung, bei der Sie eine Einwendungsdebatte gemacht haben (Abg. Scheibner: Haben wir nicht gemacht!) und damit das, was Sie jetzt gerade herausrufen, nämlich Volksabstimmung, direkte Demokratie, nach hinten verschieben wollten. (Abg. Scheibner: Die haben Sie abgewürgt, die Einwendungsdebatte!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Das stimmt ja nicht! Ich habe mich selbst zu Wort gemeldet! Ihre Klubobfrau war nicht da!
Was haben Sie damals gemacht? Auf der Tagesordnung stand laut Geschäftsordnung, weil es wichtig ist, prominent das Bildungsvolksbegehren, die Behandlung des Bildungsvolksbegehrens, der Abschluss. Und was haben Sie gemacht? – Sie haben hier eine Einwendungsdebatte gemacht, damit dieses Bildungsvolksbegehren nach hinten verschoben wird und Sie hier hysterisch Ihre Schmollwinkelpolitik betreiben können, sind dann ausgezogen und waren während der gesamten Debatte des Bildungsvolksbegehrens nicht anwesend. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Das stimmt ja nicht! Ich habe mich selbst zu Wort gemeldet! Ihre Klubobfrau war nicht da!) Und jetzt stellen Sie sich hier her und wollen sich zu den Meistern der direkten Demokratie machen? – Das ist absolut unglaubwürdig! Es ist absolut unglaubwürdig! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Was haben Sie damals gemacht? Auf der Tagesordnung stand laut Geschäftsordnung, weil es wichtig ist, prominent das Bildungsvolksbegehren, die Behandlung des Bildungsvolksbegehrens, der Abschluss. Und was haben Sie gemacht? – Sie haben hier eine Einwendungsdebatte gemacht, damit dieses Bildungsvolksbegehren nach hinten verschoben wird und Sie hier hysterisch Ihre Schmollwinkelpolitik betreiben können, sind dann ausgezogen und waren während der gesamten Debatte des Bildungsvolksbegehrens nicht anwesend. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Das stimmt ja nicht! Ich habe mich selbst zu Wort gemeldet! Ihre Klubobfrau war nicht da!) Und jetzt stellen Sie sich hier her und wollen sich zu den Meistern der direkten Demokratie machen? – Das ist absolut unglaubwürdig! Es ist absolut unglaubwürdig! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Unerhört! – Abg. Strache: Reden Sie nicht die Unwahrheit!
Der ESM-Vertrag ist schon lange bekannt, der Kollege Kogler hat das schon gesagt. Pro Tag eine Seite hätte gereicht, und dann vielleicht noch ein bisschen darüber nachdenken und es sich erklären lassen. Der Fiskalpakt ist lange bekannt. Und was machen Sie? – Sie gehen bei der letzten Sitzung hinaus in den Schmollwinkel und kommen vorgestern oder beim Hearing zurück und zünden jetzt eine Debatte an, obwohl Sie lange genug Zeit hatten, eine Expertise einzuholen und eine Diskussion zu führen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Unerhört! – Abg. Strache: Reden Sie nicht die Unwahrheit!)
Abg. Strache: Unsinn! Sie sind der Volksabstimmungsverweigerer!
Da Sie hier mit der Volksabstimmung kommen: Ich war beim Hearing; ich war die ganze Zeit anwesend. Nicht einmal Ihre eigenen Experten – Kollege Fichtenbauer, ich sehe ihn gerade nicht – haben da eine Volksabstimmung und eine Gesamtänderung in den Raum gestellt. Das ist eine Erfindung, eine populistische Erfindung, damit Sie hier wieder davon ablenken können (Abg. Strache: Unsinn! Sie sind der Volksabstimmungsverweigerer!), dass Sie unfähig sind, in europarechtlichen Fragen, in Fragen, die die EU betreffen, Diskussionen zu führen. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.) Sie haben sich hier nicht auf eine Diskussion eingelassen, sondern hysterisieren und polarisieren.
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Da Sie hier mit der Volksabstimmung kommen: Ich war beim Hearing; ich war die ganze Zeit anwesend. Nicht einmal Ihre eigenen Experten – Kollege Fichtenbauer, ich sehe ihn gerade nicht – haben da eine Volksabstimmung und eine Gesamtänderung in den Raum gestellt. Das ist eine Erfindung, eine populistische Erfindung, damit Sie hier wieder davon ablenken können (Abg. Strache: Unsinn! Sie sind der Volksabstimmungsverweigerer!), dass Sie unfähig sind, in europarechtlichen Fragen, in Fragen, die die EU betreffen, Diskussionen zu führen. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.) Sie haben sich hier nicht auf eine Diskussion eingelassen, sondern hysterisieren und polarisieren.
Abg. Strache: Die Alternative ist, das Parlament behält die Hoheit und entscheidet von Fall zu Fall!
Wir haben anderes gemacht: Wir sind in Verhandlungen gegangen, ja, und nicht nur die Basis, sondern auch ich bin ambivalent, weil es eben, wie Kollege Kogler gesagt hat, nicht so eindeutig gut ausgehen kann. Aber es ist im Moment die einzige Alternative. Und alle Ihre RednerInnen haben es nicht geschafft, hier andere Alternativen vorzubringen. (Abg. Strache: Die Alternative ist, das Parlament behält die Hoheit und entscheidet von Fall zu Fall!) Und auch das Volk wird keine anderen Alternativen vorbringen, sondern es ist einfach so, dass das jetzt unsere Möglichkeit ist. Das ist jetzt unsere Möglichkeit.
Abg. Scheibner: Bitte, Herr Präsident, was ist denn das!?
Sie haben sich dieser Diskussion absolut entzogen, und jetzt zicken Sie herum. (Abg. Scheibner: Bitte, Herr Präsident, was ist denn das!?) Verzeihen Sie mir den Ausdruck, aber anders kann man das, was Sie hier erledigen, nicht bezeichnen. – Große Buttons aufkleben, aber nichts Essentielles beitragen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie haben sich dieser Diskussion absolut entzogen, und jetzt zicken Sie herum. (Abg. Scheibner: Bitte, Herr Präsident, was ist denn das!?) Verzeihen Sie mir den Ausdruck, aber anders kann man das, was Sie hier erledigen, nicht bezeichnen. – Große Buttons aufkleben, aber nichts Essentielles beitragen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: So ein Unsinn! Wo ist die Finanztransaktionssteuer? Alles verraten und verkauft!
Wir haben nicht nur die ESM-Mitwirkungsrechte ganz klar verhandelt und mit den Regierungsparteien auch zu einem Abschluss gebracht, sondern auch inhaltlich viel weitergebracht: Finanztransaktionssteuer, Europa-Konvent. All diese Punkte sind wichtige Punkte, die es ohne diese Verhandlungen nicht gegeben hätte. Sie können weiter in Europafragen die Politik vertreten: Populismus, Redeverweigerung, Polarisierung. Aber Sie wissen ganz genau, dass uns das nicht weiterbringt. Das bringt Ihnen vielleicht viel mehr Stimmen und vielleicht weitere Abgeordnete, die dann die Kompendien von 60 Seiten trotzdem nicht lesen, aber es bringt Europa nichts und es bringt Österreich nichts. (Abg. Scheibner: So ein Unsinn! Wo ist die Finanztransaktionssteuer? Alles verraten und verkauft!)
Abg. Strache: Unsere Fraktion war beim Hearing geschlossen dabei!
Daher stehen wir absolut dazu, dass wir heute diesem ESM zustimmen, auch wenn wir hier ambivalente Zugänge haben. (Abg. Strache: Unsere Fraktion war beim Hearing geschlossen dabei!)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Anders ist es mit dem Fiskalpakt. Und auch da haben Sie beim Hearing nicht differenzieren können. Da sind wir absolut entschieden dagegen. Da gibt es massive verfassungsrechtliche Probleme, aber auch da gehen wir einen anderen Weg. Wir haben Geld in die Hand genommen. Wir haben ein Gutachten beauftragt. Wir gehen den Weg der Argumente. Das Gutachten wird am Ende der Woche vorliegen. Und dann werden wir es unter anderem auch dem Bundespräsidenten zur Verfügung stellen, der dann darüber entscheiden wird müssen, ob er diesen Argumenten folgt oder nicht. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Strache: Aber Sie verhindern die Volksabstimmung, wenn Sie das heute hier beschließen!
Dann wird es auch Diskussionen mit Ihnen geben, ob eine Verfassungsgerichtshofklage eingebracht werden soll. (Abg. Strache: Aber Sie verhindern die Volksabstimmung, wenn Sie das heute hier beschließen!)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Herr Kollege Strache, kurze Nachhilfe: Eine Volksabstimmung über Staatsverträge wie den Fiskalpakt gibt es nach derzeitigem Recht nicht. Das sollten Sie als Oberdirektdemokrat wissen! (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (ohne Klubzugehörigkeit): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Auch ich bin für diese Einwendung gegen die Tagesordnung, weil ich glaube, dass wir uns in vielen anderen Dingen wirklich beeilen müssten: ob das die Schulreform ist, die Verwaltungsreform, die Gesundheitsreform, die Pensionen. Bei diesen Dingen können wir uns sehr wohl beeilen. (Abg. Dr. Wittmann: Falsche Rede!) Aber in dem Punkt ESM, wo es darum geht, unsere Zukunft zu verspielen, da können wir uns ohne Weiteres mehr Zeit nehmen und intensiv darüber diskutieren. Und genau das will ich heute auch hier machen.
Zwischenrufe.
Die Frau Ederer hat uns damals einen Tausender versprochen. Jetzt warten wir schon seit zehn Jahren auf diesen Tausender, und wir haben ihn nicht bekommen. Und wenn man sich den internationalen Vergleich ansieht, wenn man sich jene Länder ansieht, die nicht dem Euro beigetreten sind, dann sieht man, dass dieser Tausender in diesen zehn Jahren nie gekommen ist. (Zwischenrufe.) Der Euro war keine Erfolgsgeschichte, ganz im Gegenteil.
Abg. Riepl: Das gibt es gar nicht!
Und jetzt ist er endgültig da, der Tausender. Jetzt bekommen wir den Ederer-Tausender. Aber wir bekommen ihn nicht in die Geldbörse. Wir müssen ihn zahlen! Und es ist auch kein Schilling-Ederer-Tausender, sondern es ist ein Euro-Ederer-Tausender, den wir schon bezahlt haben, an Griechenland. Und wenn dieser ESM-Vertrag kommt, dann wird es im besten Fall ein Ederer-Euro-Zehntausender, den wir noch zahlen müssen. Und das ist genau der Punkt. (Abg. Riepl: Das gibt es gar nicht!)
Abg. Dr. Cap: Jetzt kommt die Tauschwirtschaft!
Oder wenn man sich anschaut, was noch alles aufs Tapet gebracht wurde: Im Urlaub braucht man nicht mehr umzuwechseln, das ist dann eine große Erleichterung. Oder die Firmen haben kein Wechselkursrisiko mehr. – All diese Dinge sind angesprochen worden. (Abg. Dr. Cap: Jetzt kommt die Tauschwirtschaft!)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Deshalb: Wenn Sie von der SPÖ und auch von der ÖVP heute immer wieder alle von der Opposition auffordern, doch bitte an einem Strang zu ziehen, dann kann ich Ihnen nur eines sagen: Dieser Strang ist um den Hals der Bürger gewickelt – und ich weigere mich, daran zu ziehen! – Vielen Dank. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen eine Volksabstimmung! – Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung!
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Sehr verehrte Mitglieder der Regierung! Hochverehrte Abgeordnete! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abgeordnete des BZÖ entrollen ein Transparent mit der Aufschrift: „Ja zur Volksabstimmung. Nein zum ESM!“ – Die Abgeordneten der FPÖ halten geschlossen Tafeln mit der Aufschrift: „Stoppt ESM – Dem Volk sein Recht!“ in die Höhe.) Der Europäische Rat hat im richtigen Moment, wie ich meine, wesentliche Beschlüsse gefasst, nämlich in einer Situation, in der die Frage war: Sind wir stark genug, einen Schutzschirm zu bilden, der einmal ein Schritt im Voraus ist und der nicht wie in der Vergangenheit im allerletzten Moment zustande kommt? Sind wir stark genug, die Flexibilisierung des Schutzschirmes, die verstärkten Möglichkeiten, einander zu schützen, zu schaffen? (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen eine Volksabstimmung! – Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, warum machen Sie keine Volksabstimmung? Wir wollen eine Volksabstimmung!
mit dem Transparent. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, warum machen Sie keine Volksabstimmung? Wir wollen eine Volksabstimmung!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wovor fürchten Sie sich, Herr Bundeskanzler?
Wer Taferl in die Höhe hält, aber nicht zugibt, dass die Arbeitsplätze in Österreich davon abhängig sind, dass Exporte, dass die Wirtschaft in Europa, dass die Kaufkraft in Europa funktionieren, der zeichnet bei der Bevölkerung absichtlich ein falsches Bild dieser Europäischen Union. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wovor fürchten Sie sich, Herr Bundeskanzler?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Warum verweigern Sie die Volksabstimmung?
Es gäbe in Österreich kein so geringes Zinsniveau für unsere Staatsanleihen, für die wir im Moment deutlich weniger bezahlen, als wir noch in der Vergangenheit aufgewendet haben, es gäbe nicht die höchste Beschäftigung, wenn wir in diesem Europa nicht gemeinsam tätig wären, um einander zu schützen vor Spekulation, einander zu schützen dort, wo es notwendig ist, für eine gemeinsame soziale und wirtschaftliche Entwicklung Europas zu sorgen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Warum verweigern Sie die Volksabstimmung?)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Bundeskanzler Werner Faymann (fortsetzend): Man muss sich einmal durchdenken, was in Europa konkret passieren könnte, wenn niemand bereit wäre, jetzt unterstützend und schützend einzugreifen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.) Es wäre das Ziel der Spekulanten, ständig irgendein anderes Land mit dem Thema „Staatsanleihen“ vor sich herzutreiben – im Sinne der Spekulation, aber gegen ein menschenwürdiges Europa, ein Europa, in dem die Menschen, in dem die Politik, in dem die Demokratie Rahmenbedingungen setzen. Verzichten wir in dieser wichtigen Stunde nicht darauf, Europa zu gestalten! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Bundeskanzler Werner Faymann (fortsetzend): Man muss sich einmal durchdenken, was in Europa konkret passieren könnte, wenn niemand bereit wäre, jetzt unterstützend und schützend einzugreifen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.) Es wäre das Ziel der Spekulanten, ständig irgendein anderes Land mit dem Thema „Staatsanleihen“ vor sich herzutreiben – im Sinne der Spekulation, aber gegen ein menschenwürdiges Europa, ein Europa, in dem die Menschen, in dem die Politik, in dem die Demokratie Rahmenbedingungen setzen. Verzichten wir in dieser wichtigen Stunde nicht darauf, Europa zu gestalten! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Strache: Was ist mit der Volksabstimmung, die Sie versprochen haben?
Gestalten wir Europa und erteilen wir jenen eine Absage, die sich diebisch darauf freuen, dass irgendwelche Negativprognosen über Europa in den nächsten Jahren eintreten! (Abg. Strache: Was ist mit der Volksabstimmung, die Sie versprochen haben?) Wer nur Spaß an der Apokalypse hat, bringt nichts Konstruktives in diesem Land ein, und das hat Österreich und das hat Europa nicht verdient. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Sie brechen Ihr Versprechen gegenüber der Bevölkerung! Volksabstimmung! Volksabstimmung!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Sie brechen Ihr Versprechen gegenüber der Bevölkerung! Volksabstimmung! Volksabstimmung!
Gestalten wir Europa und erteilen wir jenen eine Absage, die sich diebisch darauf freuen, dass irgendwelche Negativprognosen über Europa in den nächsten Jahren eintreten! (Abg. Strache: Was ist mit der Volksabstimmung, die Sie versprochen haben?) Wer nur Spaß an der Apokalypse hat, bringt nichts Konstruktives in diesem Land ein, und das hat Österreich und das hat Europa nicht verdient. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Sie brechen Ihr Versprechen gegenüber der Bevölkerung! Volksabstimmung! Volksabstimmung!)
Abg. Strache: Volksabstimmung!
Mit welcher Freude, mit welchem Spaß an der Sache einzelne Redner der FPÖ im EU-Hauptausschuss erklärt haben, wie sie recht bekommen werden in diesem Zusammenbruch der Eurozone (Abg. Strache: Volksabstimmung!), wie sie meinen in ihren eigenen negativen Vorhersagen, wie sie sich schon einüben im Recht-behalten-Wollen zur Zerstörung Europas (Abg. Strache: Volksabstimmung!), damit haben wir nichts am Hut. Wir stehen zu diesem Europa (Abg. Strache: Volksabstimmung!), wir stehen zu dieser wirtschaftlichen Entwicklung, und wir erteilen all jenen Hetzern eine Absage! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Volksabstimmung, die Sie versprochen haben! – Abg. Dr. Jarolim: Herr Strache, nieder die Dummheit!)
Abg. Strache: Volksabstimmung!
Mit welcher Freude, mit welchem Spaß an der Sache einzelne Redner der FPÖ im EU-Hauptausschuss erklärt haben, wie sie recht bekommen werden in diesem Zusammenbruch der Eurozone (Abg. Strache: Volksabstimmung!), wie sie meinen in ihren eigenen negativen Vorhersagen, wie sie sich schon einüben im Recht-behalten-Wollen zur Zerstörung Europas (Abg. Strache: Volksabstimmung!), damit haben wir nichts am Hut. Wir stehen zu diesem Europa (Abg. Strache: Volksabstimmung!), wir stehen zu dieser wirtschaftlichen Entwicklung, und wir erteilen all jenen Hetzern eine Absage! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Volksabstimmung, die Sie versprochen haben! – Abg. Dr. Jarolim: Herr Strache, nieder die Dummheit!)
Abg. Strache: Volksabstimmung!
Mit welcher Freude, mit welchem Spaß an der Sache einzelne Redner der FPÖ im EU-Hauptausschuss erklärt haben, wie sie recht bekommen werden in diesem Zusammenbruch der Eurozone (Abg. Strache: Volksabstimmung!), wie sie meinen in ihren eigenen negativen Vorhersagen, wie sie sich schon einüben im Recht-behalten-Wollen zur Zerstörung Europas (Abg. Strache: Volksabstimmung!), damit haben wir nichts am Hut. Wir stehen zu diesem Europa (Abg. Strache: Volksabstimmung!), wir stehen zu dieser wirtschaftlichen Entwicklung, und wir erteilen all jenen Hetzern eine Absage! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Volksabstimmung, die Sie versprochen haben! – Abg. Dr. Jarolim: Herr Strache, nieder die Dummheit!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Volksabstimmung, die Sie versprochen haben! – Abg. Dr. Jarolim: Herr Strache, nieder die Dummheit!
Mit welcher Freude, mit welchem Spaß an der Sache einzelne Redner der FPÖ im EU-Hauptausschuss erklärt haben, wie sie recht bekommen werden in diesem Zusammenbruch der Eurozone (Abg. Strache: Volksabstimmung!), wie sie meinen in ihren eigenen negativen Vorhersagen, wie sie sich schon einüben im Recht-behalten-Wollen zur Zerstörung Europas (Abg. Strache: Volksabstimmung!), damit haben wir nichts am Hut. Wir stehen zu diesem Europa (Abg. Strache: Volksabstimmung!), wir stehen zu dieser wirtschaftlichen Entwicklung, und wir erteilen all jenen Hetzern eine Absage! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Volksabstimmung, die Sie versprochen haben! – Abg. Dr. Jarolim: Herr Strache, nieder die Dummheit!)
Abg. Strache: Volksabstimmung!
Ich halte das deshalb für so wichtig, dass wir auch Instrumente dafür schaffen, einzugreifen, wenn systemrelevante Banken in Schwierigkeiten kommen, weil die Leidtragenden im Falle von Schwierigkeiten oder gar Zusammenbrüchen einer systemrelevanten Bank irgendwo in Europa nicht jene sind, die in der Vergangenheit etwas damit verdient haben, sondern die Leidtragenden sind die Menschen, die Sparbücher haben, und die Wirtschaftstreibenden, die Wirtschaft des Landes. (Abg. Strache: Volksabstimmung!) Daher: Schützen wir die Sparbücher und schützen wir die Wirtschaft Europas mit einer ordentlichen Aufsicht! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Volksabstimmung! Warum verweigern Sie die?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Volksabstimmung! Warum verweigern Sie die?
Ich halte das deshalb für so wichtig, dass wir auch Instrumente dafür schaffen, einzugreifen, wenn systemrelevante Banken in Schwierigkeiten kommen, weil die Leidtragenden im Falle von Schwierigkeiten oder gar Zusammenbrüchen einer systemrelevanten Bank irgendwo in Europa nicht jene sind, die in der Vergangenheit etwas damit verdient haben, sondern die Leidtragenden sind die Menschen, die Sparbücher haben, und die Wirtschaftstreibenden, die Wirtschaft des Landes. (Abg. Strache: Volksabstimmung!) Daher: Schützen wir die Sparbücher und schützen wir die Wirtschaft Europas mit einer ordentlichen Aufsicht! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Volksabstimmung! Warum verweigern Sie die?)
Abg. Kickl: Sagen Sie einmal etwas zur Volksabstimmung!
Ein Teil ist innerhalb der Verträge möglich. Es wird bis Oktober neuerlich aufgelistet, welche Möglichkeiten es innerhalb der bestehenden Verträge gibt, auf rechtlich korrekter Basis diese verstärkte Entwicklung einzuleiten. (Abg. Kickl: Sagen Sie einmal etwas zur Volksabstimmung!)
Abg. Strache: Sie finden kein Wort zur Ihrem Volksabstimmungs-Versprechen!
Es wird andererseits jene Maßnahmen geben, die einen Konvent notwendig machen, und zwar unserer Meinung nach so früh wie möglich, wenn diese Parameter vereinbart sind, so früh wie möglich in ganz Europa (Abg. Strache: Sie finden kein Wort zur Ihrem Volksabstimmungs-Versprechen!), nämlich einen Konvent mit der Bevölkerung, mit all den Parteien, mit all den NGOs, mit all jenen, die auch mitdiskutieren müssen, weil am Ende einer derartigen Diskussion für eine Vertragsänderung eine umfassende Zustimmung notwendig ist. Diese umfassende Zustimmung heißt ja nicht nur Volksabstimmung, sondern diese umfassende Zustimmung zu einer Vertragsänderung setzt eine intensive Informations- und Überzeugungsarbeit im Vorfeld voraus.
Die Abgeordneten Kickl und Strache: Volksabstimmung! Volksabstimmung!
Wir haben viele Aufgaben. Wir haben die Aufgabe, kurzfristig das Richtige zu tun im Schutze Europas und zum Schutz Europas. Wir haben mittelfristig diese Instrumente weiterzuentwickeln, um die Aufgaben der nächsten Monate – wobei Ihnen niemand versprechen kann, dass es nicht weitere Risken geben kann –, um die Aufgaben der Zukunft ebenfalls wieder rechtzeitig mit Mitteln wie etwa einer Bankenkonzession für den Schutzschirm bewältigen zu können. Und wir haben langfristig die Aufgabe, die Akzeptanz dieser neuen Instrumente, die Akzeptanz dieser engeren Zusammenarbeit, dieses engeren Füreinander-Einstehens, mit einem neuen Vertrag auch dauerhaft abzusichern. (Die Abgeordneten Kickl und Strache: Volksabstimmung! Volksabstimmung!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Neubauer: Was ist mit der Volksabstimmung?
Das ist mehr als allgemeine Beteuerung, das ist ein richtiger, notwendiger Schritt im Interesse unseres gemeinsamen Beschlusses. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Neubauer: Was ist mit der Volksabstimmung?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Lassen Sie mich sagen, dass die Festsetzung eines konkreten Datums in der Vorbereitung für die Finanzmarktaufsicht, damit für Regelwerke, die dringend notwendig sind, weil sie das Leben und die Entwicklung der Bevölkerung in Europa direkt beeinflussen, genauso richtig war wie die 120 Milliarden €, die einerseits aus neuen, andererseits aus unverbrauchten Mitteln zusammengestellt wurden, um eine Reihe von Instrumenten und Möglichkeiten aufzubauen, stärker in Beschäftigung zu investieren. Beschäftigung ist eine Voraussetzung für ein faires Europa. – Das ist einer der wichtigen Schritte bei den Beschlüssen dieses Europäischen Rates gewesen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung! Volksabstimmung!
Diese Gestaltung Europas wird darüber entscheiden, ob unsere Kinder und unsere Enkelkinder in einem Europa aufwachsen, für das wir kämpfen (Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung! Volksabstimmung!), in einem sozialen, einem fairen, einem wirtschaftlichen und einem friedlichen Europa.
Lang anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Strache: Kein Wort zur Volksabstimmung! – Abg. Ing. Westenthaler: Gott schütze Österreich!
In diesem Sinne bitte ich Sie um die Zustimmung zu den Beschlüssen. (Lang anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Strache: Kein Wort zur Volksabstimmung! – Abg. Ing. Westenthaler: Gott schütze Österreich!)
Abg. Dr. Jarolim: Jetzt können Sie sich ein Beispiel nehmen, Herr Strache!
Als Erster zu Wort gemeldet ist Herr Klubobmann Dr. Cap. Redezeit: 11 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Jetzt können Sie sich ein Beispiel nehmen, Herr Strache!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist ein Veto?
Wenn wir heute hier diskutieren und es um die Souveränität Österreichs geht, dann möchte ich folgende These aufstellen (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist ein Veto?): Wenn man riskiert, dass es in Europa, aber auch in Österreich eine Entwicklung gibt, die zu wirtschaftlich desaströsen Situationen führt, die zu Chaos führt, zu Massenarbeitslosigkeit, zum Zusammenbruch der Währung – etwas, das der Herr Bundeskanzler mit den dreißiger Jahren schon angesprochen hat –, und wenn einzelne Länder in solch eine Situation kommen, dann sind sie so etwas von abhängig vom Internationalen Währungsfonds, dann sind sie so etwas von abhängig von mächtigen Kapitalgruppen, dann sind sie so etwas von abhängig von anderen politischen Entscheidungsebenen, und dann riskiert man die Souveränität des eigenen Landes. – Das verstehe ich nicht! Am liebsten würde ich einen Misstrauensantrag gegen FPÖ und BZÖ einbringen, nur leider sieht das die Geschäftsordnung nicht vor. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Wenn wir heute hier diskutieren und es um die Souveränität Österreichs geht, dann möchte ich folgende These aufstellen (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist ein Veto?): Wenn man riskiert, dass es in Europa, aber auch in Österreich eine Entwicklung gibt, die zu wirtschaftlich desaströsen Situationen führt, die zu Chaos führt, zu Massenarbeitslosigkeit, zum Zusammenbruch der Währung – etwas, das der Herr Bundeskanzler mit den dreißiger Jahren schon angesprochen hat –, und wenn einzelne Länder in solch eine Situation kommen, dann sind sie so etwas von abhängig vom Internationalen Währungsfonds, dann sind sie so etwas von abhängig von mächtigen Kapitalgruppen, dann sind sie so etwas von abhängig von anderen politischen Entscheidungsebenen, und dann riskiert man die Souveränität des eigenen Landes. – Das verstehe ich nicht! Am liebsten würde ich einen Misstrauensantrag gegen FPÖ und BZÖ einbringen, nur leider sieht das die Geschäftsordnung nicht vor. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Cap! Was ist mit dem Veto? Das würde mich interessieren!
Sie werden heute noch einen derartigen Entschließungsantrag einbringen, das ist Ihr gutes Recht, es fehlt aber jede sachliche Grundlage. (Abg. Ing. Westenthaler: Herr Kollege Cap! Was ist mit dem Veto? Das würde mich interessieren!)
Zwischenruf des Abg. Strache.
Weil hier so viele Kärntner sitzen, möchte ich eine ganz kleine Bemerkung machen: Es wäre viel kreativer gewesen, wenn Sie ein paar Transparente zur Landes-Hypo in Kärnten gehabt hätten. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Wenn ich mir das „WirtschaftsBlatt“ vom 8. Juni dieses Jahres anschaue, das davon spricht, dass die Hypo Alpe-Adria faule Kredite und hochriskante Geschäfte bis zu einem Volumen von 10 Milliarden € in eine Sondergesellschaft auslagern muss (Rufe bei der FPÖ: Was ist mit der Kommunalkredit?), was bedeutet, dass im Endeffekt mit Staatsgarantien und allem Drum und Dran der Steuerzahler den Kopf hinhalten muss, dann bedeutet das, dass für diese Misswirtschaft von Blau und Orange in Kärnten jede Österreicherin und jeder Österreicher mit 1 200 € den Kopf hinhalten muss. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Rufe bei der FPÖ: Was ist mit der Kommunalkredit?
Weil hier so viele Kärntner sitzen, möchte ich eine ganz kleine Bemerkung machen: Es wäre viel kreativer gewesen, wenn Sie ein paar Transparente zur Landes-Hypo in Kärnten gehabt hätten. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Wenn ich mir das „WirtschaftsBlatt“ vom 8. Juni dieses Jahres anschaue, das davon spricht, dass die Hypo Alpe-Adria faule Kredite und hochriskante Geschäfte bis zu einem Volumen von 10 Milliarden € in eine Sondergesellschaft auslagern muss (Rufe bei der FPÖ: Was ist mit der Kommunalkredit?), was bedeutet, dass im Endeffekt mit Staatsgarantien und allem Drum und Dran der Steuerzahler den Kopf hinhalten muss, dann bedeutet das, dass für diese Misswirtschaft von Blau und Orange in Kärnten jede Österreicherin und jeder Österreicher mit 1 200 € den Kopf hinhalten muss. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Weil hier so viele Kärntner sitzen, möchte ich eine ganz kleine Bemerkung machen: Es wäre viel kreativer gewesen, wenn Sie ein paar Transparente zur Landes-Hypo in Kärnten gehabt hätten. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Wenn ich mir das „WirtschaftsBlatt“ vom 8. Juni dieses Jahres anschaue, das davon spricht, dass die Hypo Alpe-Adria faule Kredite und hochriskante Geschäfte bis zu einem Volumen von 10 Milliarden € in eine Sondergesellschaft auslagern muss (Rufe bei der FPÖ: Was ist mit der Kommunalkredit?), was bedeutet, dass im Endeffekt mit Staatsgarantien und allem Drum und Dran der Steuerzahler den Kopf hinhalten muss, dann bedeutet das, dass für diese Misswirtschaft von Blau und Orange in Kärnten jede Österreicherin und jeder Österreicher mit 1 200 € den Kopf hinhalten muss. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Neubauer: Dann fragen Sie doch das Volk, wenn Sie so sicher sind!
Wenn wir heute hier über die 2,2 Milliarden € diskutieren, die in den ESM einfließen, und wenn wir noch die 17 Milliarden Haftungen dazunehmen, dann sind wir noch immer nicht bei den 22 Milliarden der Landes-Hypo Kärnten. Daher: Spielen Sie sich nicht so auf, als ob Sie die Vertreter der Interessen der Österreicherinnen und Österreicher wären – Sie sind es nicht! (Abg. Neubauer: Dann fragen Sie doch das Volk, wenn Sie so sicher sind!)
Abg. Neubauer: Wir fürchten uns nicht vor dem Wähler!
Sie spielen auf dem Rücken der Österreicherinnen und Österreicher ein ganz übles Spiel! Wenn Sie ihnen einreden, dass wir ab jetzt aus unseren Steuergeldern in den ESM einzahlen, ohne zu erwähnen, dass wir das tun, um auch Österreich zu schützen, um auch den österreichischen Standort zu schützen, um uns wettbewerbsfähig zu halten mit China, mit den USA, mit vielen anderen Ländern, wenn Sie das alles beiseitelassen, dann kann ich Ihnen nur sagen, das ist verantwortungslos! Das werden Sie noch einmal zu verantworten haben, wenn die Wählerin und der Wähler dazu eine Meinung abzugeben haben. (Abg. Neubauer: Wir fürchten uns nicht vor dem Wähler!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Strache
Sie wissen selbst (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Strache), weil Sie da immer diese Feindbilder ESM und Fiskalpakt errichten – übrigens, der Fiskalpakt kommt bei Ihnen gar nicht vor, also ich finde das interessant –: Das ist eine Einrichtung, wo man schaut, dass mit dem Steuergeld ja verantwortungsvoll umgegangen wird, dass das möglichst mit Zinsen und Zinseszinsen zurückgezahlt wird, dass Haushaltsdisziplin herrscht, dass der Haushalt ausgewogen ist – was beim Fiskalpakt übrigens jeder selbst entscheiden kann, ob das über Einnahmen oder Ausgaben gere-
Abg. Kickl: seit Monaten!
Wieso kommt das eigentlich bei Ihnen nicht vor? Das ist nicht bloß der ESM, den Sie mit Ihren zittrigen Händen und Ihren Täfelchen als anonymes Etwas darzustellen versuchen. Nein, das ist es nicht, sondern das ist eine Rettungseinrichtung, damit der Euro stabil bleibt, damit wir mit einem stabilen Euro Wirtschaft, Handel und Konkurrenzfähigkeit absichern. (Abg. Kickl: seit Monaten!) Oder wollen Sie, dass hier bei uns die Lohnniveaus und die Sozialniveaus von Südchina und Südindien gelten? Wollen Sie das? – Dann sagen Sie es (Zwischenruf bei der FPÖ), dann kommen Sie heraus und sagen Sie, Sie wollen eine andere Gesellschaftsordnung und ein anderes Sozialniveau. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Veto? – Zwischenruf des Abg. Strache.)
Zwischenruf bei der FPÖ
Wieso kommt das eigentlich bei Ihnen nicht vor? Das ist nicht bloß der ESM, den Sie mit Ihren zittrigen Händen und Ihren Täfelchen als anonymes Etwas darzustellen versuchen. Nein, das ist es nicht, sondern das ist eine Rettungseinrichtung, damit der Euro stabil bleibt, damit wir mit einem stabilen Euro Wirtschaft, Handel und Konkurrenzfähigkeit absichern. (Abg. Kickl: seit Monaten!) Oder wollen Sie, dass hier bei uns die Lohnniveaus und die Sozialniveaus von Südchina und Südindien gelten? Wollen Sie das? – Dann sagen Sie es (Zwischenruf bei der FPÖ), dann kommen Sie heraus und sagen Sie, Sie wollen eine andere Gesellschaftsordnung und ein anderes Sozialniveau. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Veto? – Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Veto? – Zwischenruf des Abg. Strache.
Wieso kommt das eigentlich bei Ihnen nicht vor? Das ist nicht bloß der ESM, den Sie mit Ihren zittrigen Händen und Ihren Täfelchen als anonymes Etwas darzustellen versuchen. Nein, das ist es nicht, sondern das ist eine Rettungseinrichtung, damit der Euro stabil bleibt, damit wir mit einem stabilen Euro Wirtschaft, Handel und Konkurrenzfähigkeit absichern. (Abg. Kickl: seit Monaten!) Oder wollen Sie, dass hier bei uns die Lohnniveaus und die Sozialniveaus von Südchina und Südindien gelten? Wollen Sie das? – Dann sagen Sie es (Zwischenruf bei der FPÖ), dann kommen Sie heraus und sagen Sie, Sie wollen eine andere Gesellschaftsordnung und ein anderes Sozialniveau. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Veto? – Zwischenruf des Abg. Strache.)
Rufe beim BZÖ: Wo? Wo?
Ja, das Veto gibt es, das Veto gibt es. (Rufe beim BZÖ: Wo? Wo?) Sie wissen, dass wir hier im Nationalrat die Möglichkeit haben, beim ESM mitzuwirken (Abg. Strache: Es gibt kein Veto!), Sie haben sich dagegen ausgesprochen. (Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Strache: Es gibt kein Veto!
Ja, das Veto gibt es, das Veto gibt es. (Rufe beim BZÖ: Wo? Wo?) Sie wissen, dass wir hier im Nationalrat die Möglichkeit haben, beim ESM mitzuwirken (Abg. Strache: Es gibt kein Veto!), Sie haben sich dagegen ausgesprochen. (Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Ja, das Veto gibt es, das Veto gibt es. (Rufe beim BZÖ: Wo? Wo?) Sie wissen, dass wir hier im Nationalrat die Möglichkeit haben, beim ESM mitzuwirken (Abg. Strache: Es gibt kein Veto!), Sie haben sich dagegen ausgesprochen. (Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht das Veto? Halten Sie doch die Leute nicht für dumm! – Zwischenruf bei der FPÖ.
Schauen Sie, Sie haben sich dagegen ausgesprochen, dass das Parlament mitredet, was mit dem Steuergeld im ESM geschieht. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo steht das Veto? Halten Sie doch die Leute nicht für dumm! – Zwischenruf bei der FPÖ.) Das nennen Sie Demokratie? Ich muss Ihnen sagen, Demokratie ist, wenn man versucht, dass man darauf Einfluss nimmt, was mit unserem Steuergeld geschieht. Genau das werden wir machen: wenn es zu einer Erhöhung kommt, Einsatz der Mittel; auch in dringlichen Fällen gibt es Mechanismen, wo wir hier nicht ausgeschaltet sind. Das möchte ich nur einmal mitteilen.
Ruf: Volksabstimmung!
Sie vereinfachen das alles, machen Angst, errichten Feindbilder und sagen: Die Lösung von allem ist – was? Es hat noch kein einziger Redner von Ihnen hier heute gesagt, was eigentlich seine Lösung und sein Modell ist. (Ruf: Volksabstimmung!) Ich finde, das ist ganz schön dürftig. (Abg. Strache: Volksabstimmung, Herr Cap! verweigern Sie die!)
Abg. Strache: Volksabstimmung, Herr Cap! verweigern Sie die!
Sie vereinfachen das alles, machen Angst, errichten Feindbilder und sagen: Die Lösung von allem ist – was? Es hat noch kein einziger Redner von Ihnen hier heute gesagt, was eigentlich seine Lösung und sein Modell ist. (Ruf: Volksabstimmung!) Ich finde, das ist ganz schön dürftig. (Abg. Strache: Volksabstimmung, Herr Cap! verweigern Sie die!)
Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Ursula Haubner: Bitte nicht! – weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ
Ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich habe jetzt versucht, das zu Ende zu denken, was Sie da gerade vorgeschlagen haben. Wie gesagt, das kann dazu führen, dass die Währung zusammenbricht, dass wirtschaftliches Chaos herrscht, dass Souveränitätsrechte dann wirklich gefährdet sind. Einer muss ja für Sie denken. Sie selber machen das nicht, also habe ich mich bereit erklärt, zu denken (Heiterkeit bei der SPÖ – Abg. Ursula Haubner: Bitte nicht! – weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ), und habe das alles jetzt sozusagen auch zu Ende gedacht.
Abg. Dr. Graf: Wissen das die Grünen auch?
Ehrlich gesagt, man muss sich dann auch bereit erklären, sich mit den Modellen auseinanderzusetzen, und der ESM und der Fiskalpakt, die gehören zusammen. Das hat eine bestimmte Logik (Abg. Dr. Graf: Wissen das die Grünen auch?), denn man soll eben mit diesen Geldern auch diszipliniert umgehen. Deswegen steht das heute auf der Tagesordnung, deswegen ist es auch wichtig, dass das heute in diesem Zusammenhang beschlossen wird.
Zwischenruf des Abg. Bucher
Wissen Sie, was noch wichtig ist? – Beim Pakt für Wachstum und Beschäftigung (Zwischenruf des Abg. Bucher) und bei der Diskussion beim Gipfel haben am Anfang noch alle gelacht (Zwischenruf bei der FPÖ), als Österreich, Bundeskanzler Werner Faymann der Einzige war, der gesagt hat, die Finanztransaktionssteuer muss her. Da war er noch der Einzige. Da haben wir schon einen Fünf-Parteien-Antrag gehabt, aber da war er noch der Einzige in Europa. – Jetzt ist plötzlich sogar mit einer Frist geplant, dass das auch wirklich kommt.
Zwischenruf bei der FPÖ
Wissen Sie, was noch wichtig ist? – Beim Pakt für Wachstum und Beschäftigung (Zwischenruf des Abg. Bucher) und bei der Diskussion beim Gipfel haben am Anfang noch alle gelacht (Zwischenruf bei der FPÖ), als Österreich, Bundeskanzler Werner Faymann der Einzige war, der gesagt hat, die Finanztransaktionssteuer muss her. Da war er noch der Einzige. Da haben wir schon einen Fünf-Parteien-Antrag gehabt, aber da war er noch der Einzige in Europa. – Jetzt ist plötzlich sogar mit einer Frist geplant, dass das auch wirklich kommt.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll. – Abg. Bucher: Selbstzweifel!
Warum stellen Sie sich nicht her, als selbstbewusste österreichische Abgeordnete, und sagen: Ja, wir sind stolz darauf, dass Österreich etwas durchgesetzt hat!? Wieso machen Sie das eigentlich nicht? Wieso gibt es so viel Selbstzweifel hier herinnen? Was ist da los? Wo ist Ihr Nationalbewusstsein eigentlich? Wo ist es? (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Stummvoll. – Abg. Bucher: Selbstzweifel!)
Abg. Bucher: Das opfert ihr alles!
Wer aber riskiert, dass wir uns selber schwächen, der muss doch wissen, dass das auch Auswirkungen hat – nicht bloß auf die von Ihnen so bezeichneten Bürokraten in Brüssel oder sonst wo, nein, auf das eigene Land und hier im Zentrum unserer Politik. Und wenn wir den ESM wollen, und wenn wir den Fiskalpakt mit dabei haben, dann ist das eigene Land – nämlich Österreich – im Mittelpunkt unserer Überlegungen, dann wollen wir erhalten, wofür Generationen gekämpft haben (Abg. Bucher: Das opfert ihr alles!) – gekämpft für dieses Pensionssystem mit dem berühmten Umlageverfahren, das sich ja als so toll herausgestellt hat gegenüber den Spekulationspensionsfonds, die man uns einzureden versucht hat; gekämpft für das Gesundheitssystem, wo Obama in den USA erst jetzt die ersten Schritte macht in die Richtung, wo Österreich schon seit Jahrzehnten ist – hier in Österreich gibt es dieses super Gesundheitssystem.
Abg. Kickl: Das setzen Sie aufs Spiel! – Abg. Strache: All das setzen Sie aufs Spiel !
Das sind keine Selbstverständlichkeiten. All das braucht eine funktionierende Wirtschaft, all das braucht ein funktionierendes Währungssystem, und all das braucht eine funktionierende Demokratie. (Abg. Kickl: Das setzen Sie aufs Spiel! – Abg. Strache: All das setzen Sie aufs Spiel !) Das ist der einzige Punkt, an dem wir uns treffen, wo ich sage: Für diesen Ausbau der Demokratie bin ich, nämlich indem die nationalen Parlamente und das österreichische Parlament primär einbezogen werden und wo wir dieses Modell der Mitwirkung im ESM-Bereich hier erreicht haben.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wieso sind Sie da schon wieder ohne Selbstbewusstsein? Wieso haben Sie schon wieder diese komischen Selbstzweifel? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wieso machen Sie das? Wir sollten stolz darauf sein und den anderen Ländern dieses Modell darstellen und den anderen Ländern dieses Modell zeigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wieso sind Sie da schon wieder ohne Selbstbewusstsein? Wieso haben Sie schon wieder diese komischen Selbstzweifel? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wieso machen Sie das? Wir sollten stolz darauf sein und den anderen Ländern dieses Modell darstellen und den anderen Ländern dieses Modell zeigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe beim BZÖ: Das BZÖ! – Abg. Grosz: Frau Unterrichtsministerin, !
Wissen Sie, ein bisschen kommen mir die FPÖ und die BZÖ vor (Rufe beim BZÖ: Das BZÖ! – Abg. Grosz: Frau Unterrichtsministerin, !) – das habe ich schon bei den Hearings gesagt; BZÖ oder FPÖ, mir ist das wurscht, in welcher Reihenfolge – wie jemand, der ein Feuer anfacht, nach der Feuerwehr ruft, aber die Zufahrt der Feuerwehr blockiert. Das ist die Verantwortungslosigkeit, die hier zum Ausdruck kommt.
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Da muss ich Ihnen sagen: Damit werden Sie Österreich nicht durch diese unsicheren Zeiten mitsteuern können. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Sie verweigern sich auch. Das ist das Positive an den Grünen: Bei allen Differenzen, die wir mit den Grünen haben und die Grünen mit uns – keine Frage; und die wird es auch in Zukunft geben (Zwischenruf beim BZÖ) –, haben sie signalisiert, dass sie Mitverantwortung tragen wollen. Wenn Sie von Blau und Orange das Wort „Verantwortung“ hören, ergreifen Sie die Flucht, und wir sehen von Ihnen nur mehr eine blaue oder orange Staubwolke. Das ist die Quintessenz dieser Verhandlungen und Gespräche der letzten Wochen und Monate. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Zwischenruf beim BZÖ
Da muss ich Ihnen sagen: Damit werden Sie Österreich nicht durch diese unsicheren Zeiten mitsteuern können. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Sie verweigern sich auch. Das ist das Positive an den Grünen: Bei allen Differenzen, die wir mit den Grünen haben und die Grünen mit uns – keine Frage; und die wird es auch in Zukunft geben (Zwischenruf beim BZÖ) –, haben sie signalisiert, dass sie Mitverantwortung tragen wollen. Wenn Sie von Blau und Orange das Wort „Verantwortung“ hören, ergreifen Sie die Flucht, und wir sehen von Ihnen nur mehr eine blaue oder orange Staubwolke. Das ist die Quintessenz dieser Verhandlungen und Gespräche der letzten Wochen und Monate. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Da muss ich Ihnen sagen: Damit werden Sie Österreich nicht durch diese unsicheren Zeiten mitsteuern können. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Sie verweigern sich auch. Das ist das Positive an den Grünen: Bei allen Differenzen, die wir mit den Grünen haben und die Grünen mit uns – keine Frage; und die wird es auch in Zukunft geben (Zwischenruf beim BZÖ) –, haben sie signalisiert, dass sie Mitverantwortung tragen wollen. Wenn Sie von Blau und Orange das Wort „Verantwortung“ hören, ergreifen Sie die Flucht, und wir sehen von Ihnen nur mehr eine blaue oder orange Staubwolke. Das ist die Quintessenz dieser Verhandlungen und Gespräche der letzten Wochen und Monate. (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
wir haben hier einen ganzen Tag lang ein Hearing mit Experten durchgeführt, es gab unzählige Ausschusssitzungen, Diskussionen, all das. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Sie können nicht sagen, dass da etwas überfallsartig gemacht worden ist. (Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung! Sie hören den Experten nicht zu!)
Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung! Sie hören den Experten nicht zu!
wir haben hier einen ganzen Tag lang ein Hearing mit Experten durchgeführt, es gab unzählige Ausschusssitzungen, Diskussionen, all das. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Sie können nicht sagen, dass da etwas überfallsartig gemacht worden ist. (Rufe bei der FPÖ: Volksabstimmung! Sie hören den Experten nicht zu!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das Einzige, was ich nicht verstehe, ist, dass Sie letzte Woche eine Sitzung chaotisiert haben, in der es darum gegangen ist, zu diskutieren, dass wir in Wirklichkeit die Mitwirkung des Parlaments schon frühzeitig hier debattieren wollen und das auch beschließen wollen, weil wir selbstbewusst sind. Also ich muss Ihnen sagen: eine erbärmliche Vorstellung von Ihnen, auch konditionell übrigens. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Klubobmann Kopf. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Rufe bei der FPÖ: Richtig! Bravo! – Demonstrativer Beifall des Abg. Neubauer.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es gibt in diesem Hohen Haus eine Partei, Herr Strache, die gerne plakatiert: „Unser Geld für unsere Leut’!“ (Rufe bei der FPÖ: Richtig! Bravo! – Demonstrativer Beifall des Abg. Neubauer.) Herr Bucher, es gibt in diesem Hohen Haus auch eine Partei, die gerne Anstecker trägt, auf denen steht: „Genug gezahlt!“ (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es gibt in diesem Hohen Haus eine Partei, Herr Strache, die gerne plakatiert: „Unser Geld für unsere Leut’!“ (Rufe bei der FPÖ: Richtig! Bravo! – Demonstrativer Beifall des Abg. Neubauer.) Herr Bucher, es gibt in diesem Hohen Haus auch eine Partei, die gerne Anstecker trägt, auf denen steht: „Genug gezahlt!“ (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Strache: Das war die Landesregierung, die das beschlossen hat! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Es ist noch gar nicht lange her, da haben in Kärnten hauptverantwortlich diese beiden Parteien – FPÖ und BZÖ –, das Land, gegenüber ihrer Landesbank Haftungen von über 20 Milliarden € übernommen (Abg. Strache: Das war die Landesregierung, die das beschlossen hat! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), meine Damen und Herren (Ruf bei der SPÖ: Wahrheit tut weh! – Rufe: Martinz! Birnbacher!), dann haben sie diese Bank ins Ausland verkauft, aber die Haftungen bestehen lassen. (Ruf: Birnbacher!) Und als diese Bank dann kurz vor der Pleite war und Kärnten das Schlagendwerden dieser Haftungen gedroht hat, musste der Staat, musste Österreich einspringen (Ruf bei der FPÖ: Ihr Finanzminister hat die Bayern außen vor gelassen!), diese Bank notverstaatlichen und diese hohen Risiken, die FPÖ und BZÖ da eingegangen sind, übernehmen. (Ruf bei der FPÖ: Volksabstimmung! – Abg. Petzner: Josef Martinz steht heute vor Gericht!)
Ruf bei der SPÖ: Wahrheit tut weh! – Rufe: Martinz! Birnbacher!
Es ist noch gar nicht lange her, da haben in Kärnten hauptverantwortlich diese beiden Parteien – FPÖ und BZÖ –, das Land, gegenüber ihrer Landesbank Haftungen von über 20 Milliarden € übernommen (Abg. Strache: Das war die Landesregierung, die das beschlossen hat! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), meine Damen und Herren (Ruf bei der SPÖ: Wahrheit tut weh! – Rufe: Martinz! Birnbacher!), dann haben sie diese Bank ins Ausland verkauft, aber die Haftungen bestehen lassen. (Ruf: Birnbacher!) Und als diese Bank dann kurz vor der Pleite war und Kärnten das Schlagendwerden dieser Haftungen gedroht hat, musste der Staat, musste Österreich einspringen (Ruf bei der FPÖ: Ihr Finanzminister hat die Bayern außen vor gelassen!), diese Bank notverstaatlichen und diese hohen Risiken, die FPÖ und BZÖ da eingegangen sind, übernehmen. (Ruf bei der FPÖ: Volksabstimmung! – Abg. Petzner: Josef Martinz steht heute vor Gericht!)
Ruf: Birnbacher!
Es ist noch gar nicht lange her, da haben in Kärnten hauptverantwortlich diese beiden Parteien – FPÖ und BZÖ –, das Land, gegenüber ihrer Landesbank Haftungen von über 20 Milliarden € übernommen (Abg. Strache: Das war die Landesregierung, die das beschlossen hat! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), meine Damen und Herren (Ruf bei der SPÖ: Wahrheit tut weh! – Rufe: Martinz! Birnbacher!), dann haben sie diese Bank ins Ausland verkauft, aber die Haftungen bestehen lassen. (Ruf: Birnbacher!) Und als diese Bank dann kurz vor der Pleite war und Kärnten das Schlagendwerden dieser Haftungen gedroht hat, musste der Staat, musste Österreich einspringen (Ruf bei der FPÖ: Ihr Finanzminister hat die Bayern außen vor gelassen!), diese Bank notverstaatlichen und diese hohen Risiken, die FPÖ und BZÖ da eingegangen sind, übernehmen. (Ruf bei der FPÖ: Volksabstimmung! – Abg. Petzner: Josef Martinz steht heute vor Gericht!)
Ruf bei der FPÖ: Ihr Finanzminister hat die Bayern außen vor gelassen!
Es ist noch gar nicht lange her, da haben in Kärnten hauptverantwortlich diese beiden Parteien – FPÖ und BZÖ –, das Land, gegenüber ihrer Landesbank Haftungen von über 20 Milliarden € übernommen (Abg. Strache: Das war die Landesregierung, die das beschlossen hat! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), meine Damen und Herren (Ruf bei der SPÖ: Wahrheit tut weh! – Rufe: Martinz! Birnbacher!), dann haben sie diese Bank ins Ausland verkauft, aber die Haftungen bestehen lassen. (Ruf: Birnbacher!) Und als diese Bank dann kurz vor der Pleite war und Kärnten das Schlagendwerden dieser Haftungen gedroht hat, musste der Staat, musste Österreich einspringen (Ruf bei der FPÖ: Ihr Finanzminister hat die Bayern außen vor gelassen!), diese Bank notverstaatlichen und diese hohen Risiken, die FPÖ und BZÖ da eingegangen sind, übernehmen. (Ruf bei der FPÖ: Volksabstimmung! – Abg. Petzner: Josef Martinz steht heute vor Gericht!)
Ruf bei der FPÖ: Volksabstimmung! – Abg. Petzner: Josef Martinz steht heute vor Gericht!
Es ist noch gar nicht lange her, da haben in Kärnten hauptverantwortlich diese beiden Parteien – FPÖ und BZÖ –, das Land, gegenüber ihrer Landesbank Haftungen von über 20 Milliarden € übernommen (Abg. Strache: Das war die Landesregierung, die das beschlossen hat! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), meine Damen und Herren (Ruf bei der SPÖ: Wahrheit tut weh! – Rufe: Martinz! Birnbacher!), dann haben sie diese Bank ins Ausland verkauft, aber die Haftungen bestehen lassen. (Ruf: Birnbacher!) Und als diese Bank dann kurz vor der Pleite war und Kärnten das Schlagendwerden dieser Haftungen gedroht hat, musste der Staat, musste Österreich einspringen (Ruf bei der FPÖ: Ihr Finanzminister hat die Bayern außen vor gelassen!), diese Bank notverstaatlichen und diese hohen Risiken, die FPÖ und BZÖ da eingegangen sind, übernehmen. (Ruf bei der FPÖ: Volksabstimmung! – Abg. Petzner: Josef Martinz steht heute vor Gericht!)
Zwischenrufe beim BZÖ
Hätten wir damals, meine Damen und Herren, nach dem Motto von FPÖ und BZÖ gehandelt, hätten wir Kärnten pleitegehen lassen müssen (Zwischenrufe beim BZÖ), nur: Haben Sie aus irgendeinem der Bundesländer in Österreich, die sogenannte Nettozahler sind – Vorarlberg, Oberösterreich –, eine solche Forderung gehört? – Und Sie erheben sich jetzt in Richtung Europa?! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das tut weh! – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das tut weh! – Zwischenruf bei der SPÖ.
Hätten wir damals, meine Damen und Herren, nach dem Motto von FPÖ und BZÖ gehandelt, hätten wir Kärnten pleitegehen lassen müssen (Zwischenrufe beim BZÖ), nur: Haben Sie aus irgendeinem der Bundesländer in Österreich, die sogenannte Nettozahler sind – Vorarlberg, Oberösterreich –, eine solche Forderung gehört? – Und Sie erheben sich jetzt in Richtung Europa?! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das tut weh! – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Volksabstimmung!
Meine Damen und Herren, was ist denn der Sinn von Gemeinschaften, Familien, Gemeinden, Ländern? – Der Sinn von Gemeinschaften ist (Abg. Neubauer: Volksabstimmung!), dass man versucht, Herausforderungen, die bestehen, die ein Einzelner nicht oder nur schwer lösen kann, gemeinsam zu bewältigen, auf der jeweiligen Ebene, auf der es am besten geht (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ) – und das aber im bestverstandenen Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe und nicht im Sinne von Aufhängen von Hängematten. Das ist der Sinn von Gemeinschaften, meine Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ
Meine Damen und Herren, was ist denn der Sinn von Gemeinschaften, Familien, Gemeinden, Ländern? – Der Sinn von Gemeinschaften ist (Abg. Neubauer: Volksabstimmung!), dass man versucht, Herausforderungen, die bestehen, die ein Einzelner nicht oder nur schwer lösen kann, gemeinsam zu bewältigen, auf der jeweiligen Ebene, auf der es am besten geht (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ) – und das aber im bestverstandenen Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe und nicht im Sinne von Aufhängen von Hängematten. Das ist der Sinn von Gemeinschaften, meine Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir sind für Gemeinschaft und für Solidarität in dieser Welt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Petzner: Martinz sitzt auf der Anklagebank! euer Parteiobmann!
Österreich ist eine solche Gemeinschaft zur Sicherung von Frieden und Wohlstand, und so wie Kärnten oder die Hilfe für Kärnten keine Misserfolgsgeschichte – wie das Ganze auf Europa übertragen gesagt wurde – ist und war, so ist auch Europa keine Misserfolgsgeschichte und ist auch der Euro keine Misserfolgsgeschichte, meine Damen und Herren (Abg. Petzner: Martinz sitzt auf der Anklagebank! euer Parteiobmann!), sondern es sind Instrumente zur Übung von Gemeinschaft und Solidarität im Sinne eines besseren Ganzen. Das ist der Sinn und Zweck des Ganzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Österreich ist eine solche Gemeinschaft zur Sicherung von Frieden und Wohlstand, und so wie Kärnten oder die Hilfe für Kärnten keine Misserfolgsgeschichte – wie das Ganze auf Europa übertragen gesagt wurde – ist und war, so ist auch Europa keine Misserfolgsgeschichte und ist auch der Euro keine Misserfolgsgeschichte, meine Damen und Herren (Abg. Petzner: Martinz sitzt auf der Anklagebank! euer Parteiobmann!), sondern es sind Instrumente zur Übung von Gemeinschaft und Solidarität im Sinne eines besseren Ganzen. Das ist der Sinn und Zweck des Ganzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der FPÖ
Meine Damen und Herren, vergessen wir doch eines nicht bei dieser ganzen Debatte: Österreich ist zwar Nettozahler in dieser Gemeinschaft (Zwischenruf bei der FPÖ), aber Österreich ist gleichzeitig einer der größten Profiteure in dieser Gemeinschaft. Wir haben durch die Teilnahme an dieser Gemeinschaft ein zusätzliches Wirtschaftswachstum erfahren. Wir haben durch die Teilnahme an EU und Euro zusätzlichen Wohlstand für die Menschen in Österreich schaffen können. Das alles sind Resultate, und zwar trotz der Nettozahlerposition, und ist per Saldo trotzdem für Österreich positiv. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren, vergessen wir doch eines nicht bei dieser ganzen Debatte: Österreich ist zwar Nettozahler in dieser Gemeinschaft (Zwischenruf bei der FPÖ), aber Österreich ist gleichzeitig einer der größten Profiteure in dieser Gemeinschaft. Wir haben durch die Teilnahme an dieser Gemeinschaft ein zusätzliches Wirtschaftswachstum erfahren. Wir haben durch die Teilnahme an EU und Euro zusätzlichen Wohlstand für die Menschen in Österreich schaffen können. Das alles sind Resultate, und zwar trotz der Nettozahlerposition, und ist per Saldo trotzdem für Österreich positiv. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ
So wie auch in Kärnten ein paar Fehler gemacht worden sind (Zwischenruf bei der FPÖ), so sind tatsächlich auch auf der europäischen Ebene bei der Gestaltung und bei der Vergrößerung der Europäischen Gemeinschaft Fehler gemacht worden, und auch bei der Einführung des Euro ist der eine oder andere Fehler gemacht worden, vor allem sind einige Länder zu einem Zeitpunkt aufgenommen worden, zu dem sie dafür nicht reif waren.
Abg. Kickl: Hinter Ihnen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wir dürfen jetzt aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, sondern wir müssen jetzt gemeinsam versuchen, diese sinnvolle Gemeinschaft davor zu bewahren, dass sie von destruktiven Kräften zerstört wird; Kräfte mit solchen Absichten sitzen auch in diesem hohen Haus. (Abg. Kickl: Hinter Ihnen! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Stefan: in den letzten zehn Jahren!
Das heißt, meine Damen und Herren, wir müssen jene Länder, deren Handeln zur Gefahr für den Euro und für die Europäische Gemeinschaft geworden ist, dazu zwingen – würde ich sagen –, ihre Defizite abzubauen, ihre Schulden abzubauen, ihre mangelnde Wettbewerbsfähigkeit zu beseitigen oder zu verbessern. (Abg. Mag. Stefan: in den letzten zehn Jahren!) Wir müssen auch die Mängel in den Regulierungen der Finanzmärkte beseitigen – keine Frage –, aber wir müssen vor allem mit dem Konzept „Wachstum auf Pump“ Schluss machen. Dieses Konzept ist gescheitert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Was machen wir denn ?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Was machen wir denn ?
Das heißt, meine Damen und Herren, wir müssen jene Länder, deren Handeln zur Gefahr für den Euro und für die Europäische Gemeinschaft geworden ist, dazu zwingen – würde ich sagen –, ihre Defizite abzubauen, ihre Schulden abzubauen, ihre mangelnde Wettbewerbsfähigkeit zu beseitigen oder zu verbessern. (Abg. Mag. Stefan: in den letzten zehn Jahren!) Wir müssen auch die Mängel in den Regulierungen der Finanzmärkte beseitigen – keine Frage –, aber wir müssen vor allem mit dem Konzept „Wachstum auf Pump“ Schluss machen. Dieses Konzept ist gescheitert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Was machen wir denn ?)
Zwischenruf des Abg. Kickl
Ich sage es einmal mehr, meine Damen und Herren: Unser Problem in Europa, in vielen Ländern ist die Verschuldung dieser Staaten. Griechenland wird wahrscheinlich nächstes, übernächstes Jahr einen Primärüberschuss erwirtschaften, aber das Land hat so hohe Schulden und eine so schlechte Bonität, dass es Kredite – wenn überhaupt noch – nur zu horrenden Zinsen bekommt. Es macht doch Sinn, dieses Land, das auf sehr bescheidenem Niveau, das muss man zugeben, die Chance hat, aus Eigenem sogar wieder Überschüsse zu erwirtschaften (Zwischenruf des Abg. Kickl), aber es nicht schafft, sich selber zu finanzieren, nicht aus unserer Gemeinschaft zu stoßen, wie es manche möchten, sondern dass wir diesem Land durch ein Instrument wie den ESM helfen.
Abg. Mag. Stefan: Was heißt „aus den Fängen der Kapitalmärkte“?
(Abg. Mag. Stefan: Was heißt „aus den Fängen der Kapitalmärkte“?), und Griechenland ist inzwischen zum Spielball dieser Märkte geworden. Dieses Instrument dient dazu, uns aus den Fängen der Kapitalmärkte und der Spekulanten wieder zu befreien, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
(Abg. Mag. Stefan: Was heißt „aus den Fängen der Kapitalmärkte“?), und Griechenland ist inzwischen zum Spielball dieser Märkte geworden. Dieses Instrument dient dazu, uns aus den Fängen der Kapitalmärkte und der Spekulanten wieder zu befreien, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Wo ist die Solidarität mit den Österreichern?
Den Staaten, mit denen wir Solidarität üben – aber durchaus auch eigennützig Solidarität üben, denn es würde ja auch uns schaden, ihnen nicht zu helfen –, ist natürlich auch einiges abzuverlangen. Solidarität ist keine Einbahnstraße. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Wo ist die Solidarität mit den Österreichern?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Auf diesen Zwischenruf hin – wo ist die Solidarität mit den Österreichern? –: Griechenland oder den Euro scheitern zu lassen, wäre ja ein Schaden für die Österreicherinnen und Österreicher, der deutlich größer wäre als das, was wir jetzt in diesen ESM an Finanzmitteln einbringen und was wir dort an Haftungen übernehmen. Sie wollen den Österreicherinnen und Österreichern durch Ihre destruktive Haltung schaden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Kickl: Nicht dass die Grünen !
Damit verantwortungsvolles Handeln jener Länder, denen wir jetzt unter die Arme greifen, auch gesichert ist, brauchen wir dieses zweite Instrument, das heute auch beschlossen wird, den Fiskalpakt. (Abg. Kickl: Nicht dass die Grünen !) Nur der Fiskalpakt kann sicherstellen, dass diese Länder die eingegangenen Verpflichtungen auch tatsächlich einhalten.
Ruf bei der FPÖ: Was denn sonst?
Meine Damen und Herren! Hier war die Rede vom Verlust von Souveränität. – Ja, aber doch nicht für uns. (Ruf bei der FPÖ: Was denn sonst?) Wir müssen dieses Instrument wollen, denn mit diesem Instrument können wir jene an die Leine nehmen und an die Leine legen, die bisher nicht so gehandelt haben, wie sie es versprochen haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache, Bucher und Mag. Stefan.) Das ist Einschränkung von Freiheit für jene, die Hilfe brauchen, aber doch nicht für uns, sondern im Gegenteil: In unserem Interesse ist die Einschränkung der Freiheit der anderen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Strache, Bucher und Mag. Stefan.
Meine Damen und Herren! Hier war die Rede vom Verlust von Souveränität. – Ja, aber doch nicht für uns. (Ruf bei der FPÖ: Was denn sonst?) Wir müssen dieses Instrument wollen, denn mit diesem Instrument können wir jene an die Leine nehmen und an die Leine legen, die bisher nicht so gehandelt haben, wie sie es versprochen haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache, Bucher und Mag. Stefan.) Das ist Einschränkung von Freiheit für jene, die Hilfe brauchen, aber doch nicht für uns, sondern im Gegenteil: In unserem Interesse ist die Einschränkung der Freiheit der anderen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Hier war die Rede vom Verlust von Souveränität. – Ja, aber doch nicht für uns. (Ruf bei der FPÖ: Was denn sonst?) Wir müssen dieses Instrument wollen, denn mit diesem Instrument können wir jene an die Leine nehmen und an die Leine legen, die bisher nicht so gehandelt haben, wie sie es versprochen haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache, Bucher und Mag. Stefan.) Das ist Einschränkung von Freiheit für jene, die Hilfe brauchen, aber doch nicht für uns, sondern im Gegenteil: In unserem Interesse ist die Einschränkung der Freiheit der anderen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Der ESM als ein Schutzschirm, der auch für die Österreicherinnen und Österreicher positiv wirkt, und der Fiskalpakt sind unverzichtbare Instrumente zur Stabilisierung der finanziellen Situation von in die Schieflage geratenen Ländern, sie sind aber auch Hilfe und Schutz für uns selber. Alle, die diese Instrumente jetzt ablehnen, alle, die diese Instrumente nicht etabliert sehen wollen, handeln letzten Endes zum Nachteil und zum Schaden der österreichischen Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der FPÖ
Wenn Sie Banken wie die Hypo Alpe-Adria ansprechen, dann erwähnen Sie bitte auch, dass eine SPÖ-ÖVP-Landesregierung damals diesen Haftungsrahmen beschlossen hat und per Antrag eingebracht hat (Oh-Rufe bei der FPÖ), und vergessen Sie nicht, dass es Ihre beiden Parteien in einer Kärntner Landesregierung waren (Zwischenruf bei der SPÖ), die damals mit diesem Antrag dieses Haftungsvolumen überhaupt erst
Zwischenruf bei der SPÖ
Wenn Sie Banken wie die Hypo Alpe-Adria ansprechen, dann erwähnen Sie bitte auch, dass eine SPÖ-ÖVP-Landesregierung damals diesen Haftungsrahmen beschlossen hat und per Antrag eingebracht hat (Oh-Rufe bei der FPÖ), und vergessen Sie nicht, dass es Ihre beiden Parteien in einer Kärntner Landesregierung waren (Zwischenruf bei der SPÖ), die damals mit diesem Antrag dieses Haftungsvolumen überhaupt erst
Beifall bei der FPÖ.
möglich gemacht haben. Das haben Sie heute wohlweislich verschwiegen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genauso haben Sie verschwiegen, dass es Finanzminister Pröll war, der die Bayern in unverantwortlicher Weise aus ihrer Verantwortung entlassen hat, denn die Bayern hätten für den Schaden, den sie angerichtet haben, auch aufkommen müssen und nicht die österreichischen Steuerzahler, wie Finanzminister Pröll im Auftrag des Herrn Bundeskanzler Faymann es verhandelt hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dann verschweigen Sie auch nicht, dass hinter mir eine der Verantwortlichen des größten Bankenskandals und Schadens, der angerichtet worden ist, sitzt, nämlich Frau Minister Schmied, die bis 2007 letztlich Vorstand und Finanzchefin der Kommunalkredit war, für die bis heute nicht 1 Milliarde €, sondern 4,5 Milliarden € von österreichischen Steuerzahlern aufgewendet werden mussten. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Dann verschweigen Sie nicht, dass die Österreichische Volksbank, die sich in Ihrem Nahebereich befindet, Herr Klubobmann Kopf, mit nahezu 1,35 Milliarden € auch eine Pleite hingelegt hat, für die die österreichischen Staatsbürger aufkommen mussten. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn es um die österreichischen Banken geht, wenn es um die Spareinlagen der Österreicher geht, ja, dann stehe ich dazu, diese Spareinlagen zu sichern und zu schützen, aber notfalls auch Banken zu verstaatlichen und dafür Sorge zu tragen, dass die Manager zur Verantwortung gezogen werden, was Sie bis heute nicht getan haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie sich, Herr Klubobmann Cap, heute hier herstellen und sagen, es wurde unglaublich toll und eingehend debattiert, dann erinnere ich Sie daran: Vor 14 Tagen oder vor knapp mehr als 14 Tagen haben Sie mit der Tagesordnungspunktergänzung im Sinne eines Handstreichs gearbeitet, um diese Punkte auf die Tagesordnung zu bringen. Dann hat es ein Hearing hier im Hohen Haus gegeben, das von der Opposition erzwungen wurde und bei dem wir Freiheitlichen geschlossen als Fraktion anwesend waren, weil es uns so wichtig ist und wir das Thema auch so ernst nehmen. Und dann gehen Sie her und sagen, das wäre ausreichend gewesen, und vergessen völlig – nicht einmal irgendein Wort haben Sie heute dazu gefunden –, dass Ihr Bundeskanzler, der Herr Faymann, den Österreichern zugesichert hat, bei einer Änderung von Verträgen eine Volksabstimmung durchzuführen, und dieses Versprechen heute selbst mit Füßen tritt und nicht bereit ist, es einzuhalten. Kein einziges Wort dahingehend wurde verloren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie sich heute herstellen und, wie immer wieder in den letzten Wochen, sagen, die Brandherde müssen gelöscht werden – was machen Sie denn in Wahrheit? Sie sorgen dafür, dass die Brandopfer noch einmal zur Kasse gebeten werden, damit die Brandstifter, die Bankspekulanten, das Geld der Brandopfer bekommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie haben als Dreierbande, als Koalition des Grauens – anders kann man das nicht bezeichnen – diametral gegen die österreichischen Interessen hier eine Entscheidung vor, und Sie zeigen einmal mehr, dass Ihr Politikverständnis darin besteht, über die eigene Bevölkerung drüberzufahren. Sie brauchen nie wieder den Begriff „direkte Demokratie“ in den Mund zu nehmen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.
Hier sitzen die Volksabstimmungsverweigerer von Rot, Schwarz und Grün! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hagen.) Sie verhindern permanent das Recht des Volkes auf Entscheidungsgewalt, Sie verhindern das Initiativrecht durch die Bevölkerung.
Beifall bei der FPÖ.
Aber vor allem sollten wir eines nicht vergessen: Die Finanzkrise und die Spekulationsmöglichkeiten wurden überhaupt erst durch den Euro möglich. Das verschweigen Sie. Er hat die Krise verursacht, indem er zusammenzwang, was nicht zusammengehört. Das ist die Wurzel des Problems, die Sie bis heute negieren, sondern immer wieder versuchen, sie schön und anders darstellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist das Unfassbare: Sie wollen einen Bruch legalisieren, einen Bruch letztlich auch der EU-Verfassungsverträge! Sie reden davon, mit dem Zusatz zu Artikel 136 geht es um eine klitzekleine Änderung des Lissabon-Vertrages. Das ist ja keine klitzekleine Regelung, das ist eine wesentliche Veränderung! Diese klitzekleine Änderung bedeutet einen Verfassungsputsch und – ich nenne es so – einen Staatsstreich, weil man die Prinzipien der Europäischen Union und der Währungsunion, die man vertraglich festgelegt hat, auf den Kopf stellt und grundlegend ändert. Alles, was wir nicht wollten, und alles, was uns versprochen wurde, haben Sie gebrochen, mehrfach gebrochen, und Sie sind heute dabei, genau diese Versprechen, die Sie gemacht haben, neuerlich zu brechen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Eine Währungsunion, die zu einer Schuldenunion, zu einer Bankenunion, zu einer Transferunion werden soll, ist ein unverzeihlicher Verrat an der österreichischen Bevölkerung! Das wird Ihnen die österreichische Bevölkerung nicht verzeihen! Ich sage daher: Die Volksabstimmung, die Sie heute verweigern, diese Volksabstimmung wird bei der kommenden Nationalratswahl stattfinden, bei der diese drei verantwortlichen Parteien auch von der österreichischen Bevölkerung zur Rechenschaft gezogen werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist das Versprechen, das wir gemeinsam mit den Österreichern sicherstellen können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört?
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete! Klubobmann Strache hat 11 Minuten Redezeit ausschließlich dafür verwendet, sich unendlich aufzuregen – aber hat keinen einzigen Satz dazu gesagt, wie er sich eigentlich die Zukunft Europas vorstellt und welche Alternativen er tatsächlich zur bestehenden Krise hat. Ich finde das schon extrem erstaunlich. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört?)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Wir haben ein klares politisches Ziel, und das heißt, die Spekulation in Europa zurückzudrängen. Das ist ein ganz klares politisches Ziel. Sie haben offensichtlich auch ein klares politisches Ziel: Sie wollen aus der Europäischen Union austreten, Sie wollen aus dem Euro austreten, denn der Euro ist für Sie offensichtlich die Wurzel allen Übels. Der Finanzmarkt interessiert Sie überhaupt nicht, die Regulation der Finanzmärkte interessiert Sie überhaupt nicht. Die Ursachen der Krise zu bekämpfen, interessiert Sie überhaupt nicht. Ich finde das schon bemerkenswert. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir haben andere Ziele. Wir haben jetzt vier Jahre lang europäische Gipfel erlebt, wo sich das, was wir uns an Kurswechsel oder Kursänderung vorstellen, in keinem einzigen widergespiegelt hat. In keinem einzigen der Schlussdokumente wurden die Ursachen der Krise ordentlich benannt und auch ordentlich bekämpft. Jetzt spürt man einen leichten Kurswechsel, eine leichte Änderung, die möglich geworden ist einerseits durch die Wahlen in Frankreich, durch den Machwechsel von Sarkozy zu Hollande, das ist unbestreitbar, aber auch dadurch, dass die deutsche Opposition, allen voran die deutschen Grünen gemeinsam mit den Sozialdemokraten, dort auch einen Kurswechsel der deutschen Kanzlerin erzwungen haben. Das ist im Moment eine ganz neue Voraussetzung für Europa, und da wäre es spannend, darüber zu diskutieren, was das auch für Österreich heißt, auch was es im positiven Sinne heißt. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Austritt aus der Euro-Zone!
Dazu fällt Ihnen nämlich überhaupt nichts ein. Bei aller Ambivalenz und bei allen Schwierigkeiten, Staaten in Wucherzinsen hineinzutreiben, sie in eine Negativspirale hineinzutreiben, noch einmal eine Umverteilung von Staatskapital, von Steuergeldern von Ländern hin zu den Finanzmärkten: Das alles ist Ihnen wurscht? (Abg. Strache: Austritt aus der Euro-Zone!) Glauben Sie, dass das keine Auswirkungen auf Österreich hat? Italien ist einer unserer wichtigsten Handelspartner. Reden Sie einmal mit Unternehmen, was ein Straucheln von Italien für uns bedeuten würde. Reden Sie mit den Leuten in Spanien, was es bedeuten würde, nicht nur jetzt Schwierigkeiten zu haben, sondern tatsächlich auch nicht mehr zahlungsfähig zu sein. Was bedeutet das für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, die uns allen gemeinsam in Europa ein Anliegen sein sollte. Es sollte unser aller Anliegen sein, hier Lösungen zu finden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Dazu fällt Ihnen nämlich überhaupt nichts ein. Bei aller Ambivalenz und bei allen Schwierigkeiten, Staaten in Wucherzinsen hineinzutreiben, sie in eine Negativspirale hineinzutreiben, noch einmal eine Umverteilung von Staatskapital, von Steuergeldern von Ländern hin zu den Finanzmärkten: Das alles ist Ihnen wurscht? (Abg. Strache: Austritt aus der Euro-Zone!) Glauben Sie, dass das keine Auswirkungen auf Österreich hat? Italien ist einer unserer wichtigsten Handelspartner. Reden Sie einmal mit Unternehmen, was ein Straucheln von Italien für uns bedeuten würde. Reden Sie mit den Leuten in Spanien, was es bedeuten würde, nicht nur jetzt Schwierigkeiten zu haben, sondern tatsächlich auch nicht mehr zahlungsfähig zu sein. Was bedeutet das für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, die uns allen gemeinsam in Europa ein Anliegen sein sollte. Es sollte unser aller Anliegen sein, hier Lösungen zu finden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
man schreit: Wo ist sie denn, wo ist sie denn?, sondern dass man politisch europäisch dafür arbeitet und dafür kämpft. Das heißt arbeiten, das heißt europäisch politisch arbeiten. Das ist Ihnen völlig fremd. Sie sind nämlich weder fähig noch willens, europäisch zu arbeiten! (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist offensichtlich unser Job. Wir haben gemeinsam mit der grünen Familie in ganz Europa die Finanztransaktionssteuer von einer Forderung von ATTAC und den Grünen mittlerweile auf die Ebene des Europäischen Rates gehoben. Das ist eine Leistung der grünen Familie in ganz Europa. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn Sie das nicht honorieren, ist mir unbegreiflich, was Sie überhaupt in der Politik wollen. Ich meine, als Oppositionspartei hätte ich mir schon von Ihnen erwartet, dass Sie beispielsweise auch stärkeren Widerstand leisten. Wenn ein Abgeordneter Werner Kogler Widerstand leistet, dann heißt das 13 Stunden Dauerrede im Ausschuss. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Im Übrigen frei, mit Argumenten, nicht irgendetwas vorgelesen. 13 Stunden Widerstand!
Beifall bei den Grünen.
Was war bei Ihnen im Ausschuss? Ich meine, Sie waren nicht einmal fähig, die Aktuelle Stunde zeitgerecht einzubringen. Also ich weiß nicht: Was ist das? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Das, was Sie immer meinen mit direkter Demokratie, das ist ausschließlich mobilisieren und blockieren. Ist das ein ernste Frage, die Sie stellen wollen: ESM, ja oder nein? – Nein, Sie wollen nur blockieren. Aber mit Blockadepolitik kommt man in Europa in einer Krise leider nicht weiter. Ich glaube, das sollten Sie anerkennen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Strache: Zum Beispiel Kommunalkredit!
Ich hätte überhaupt kein Problem damit gehabt, die Hypo Alpe-Adria in den Konkurs zu schicken. Und das muss auch in Zukunft geschehen. Das Prinzip für Banken: „Too big to fail, too connected to fail“, das sollte ausgedient haben. (Abg. Strache: Zum Beispiel Kommunalkredit!) Ja, auch Kommunalkredit.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Darüber hätte ich gerne einmal diskutiert und nicht nur – ich sage das jetzt einmal wirklich offen – diese Beschimpfungen und dieses Geplärre gehört. Das hat mit Politik überhaupt nichts zu tun. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Im Übrigen, Herr Kollege Westenthaler, bin ich der Meinung, dass rechtskräftig verurteilte Politiker zurücktreten sollten und in diesem Nationalrat nichts verloren haben. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Ironische Oh-Rufe bei der FPÖ.
Die Grünen gehen da sehr differenziert vor, und wir schauen uns alle diese Dinge sehr genau an. (Ironische Oh-Rufe bei der FPÖ.) Das ist bei Ihnen nicht der Fall. Sie schauen sich nichts differenziert an. (Ruf bei der FPÖ: Wollen Sie nur mehr regieren?)
Ruf bei der FPÖ: Wollen Sie nur mehr regieren?
Die Grünen gehen da sehr differenziert vor, und wir schauen uns alle diese Dinge sehr genau an. (Ironische Oh-Rufe bei der FPÖ.) Das ist bei Ihnen nicht der Fall. Sie schauen sich nichts differenziert an. (Ruf bei der FPÖ: Wollen Sie nur mehr regieren?)
Abg. Kopf: „Glaube ich nicht“! – Heiterkeit des Abg. Kopf.
Ich weiß gar nicht, ob Sie wissen, dass es einen Unterschied zwischen dem Rettungsschirm und dem Fiskalpakt gibt. – Glaube ich nicht. (Abg. Kopf: „Glaube ich nicht“! – Heiterkeit des Abg. Kopf.) Also mir wäre das jetzt noch nicht so aufgefallen, aber wurscht.
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
Den Fiskalpakt lehnen wir ab. Es gibt auf europäischer Ebene durch den Stabilitätspakt, durch die neuen Regelungen, Sixpack et cetera (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), sehr viele Vorgaben, die Sparen ohnehin schon sehr strikt festgelegt haben. Der Fiskalpakt ist eine reine Einbildung von Kanzlerin Merkel. Den brauchen wir nicht, und der ist im Übrigen auch wirtschaftspolitisch schädlich. – So, Klartext. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Den Fiskalpakt lehnen wir ab. Es gibt auf europäischer Ebene durch den Stabilitätspakt, durch die neuen Regelungen, Sixpack et cetera (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), sehr viele Vorgaben, die Sparen ohnehin schon sehr strikt festgelegt haben. Der Fiskalpakt ist eine reine Einbildung von Kanzlerin Merkel. Den brauchen wir nicht, und der ist im Übrigen auch wirtschaftspolitisch schädlich. – So, Klartext. (Beifall bei den Grünen.)
der Redner verweist auf die orangefarbene Jacke von Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Klubobfrau Glawischnig hat offenbar wirklich ein gespaltenes Sympathieempfinden, denn alleine aufgrund ihrer Kleidung (der Redner verweist auf die orangefarbene Jacke von Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) ist sie vom BZÖ nicht sehr weit entfernt, aber was ihre Ansichten betrifft, so sind diese den unsrigen diametral entgegengesetzt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie versucht, abzulenken!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie versucht, abzulenken!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Klubobfrau Glawischnig hat offenbar wirklich ein gespaltenes Sympathieempfinden, denn alleine aufgrund ihrer Kleidung (der Redner verweist auf die orangefarbene Jacke von Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) ist sie vom BZÖ nicht sehr weit entfernt, aber was ihre Ansichten betrifft, so sind diese den unsrigen diametral entgegengesetzt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie versucht, abzulenken!)
Abg. Riepl: Hat er recht gehabt! – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim
Lassen Sie mich gleich zu Beginn eines sagen, weil Herrn Kollegen Cap nie etwas Besseres einfällt, als uns in die Nähe der Kärntner Hypo Alpe-Adria zu bringen (Abg. Riepl: Hat er recht gehabt! – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim): Nehmen Sie, Herr Kollege Cap, einmal zur Kenntnis, dass weder die FPÖ noch das BZÖ jemals in Kärnten in einer Alleinregierung war. Es war immer so, dass die SPÖ in Kärnten alles mitbeschlossen hat, meine sehr geehrten Damen und Herren, weil sie ja auch an der Regierung beteiligt war. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Lassen Sie mich gleich zu Beginn eines sagen, weil Herrn Kollegen Cap nie etwas Besseres einfällt, als uns in die Nähe der Kärntner Hypo Alpe-Adria zu bringen (Abg. Riepl: Hat er recht gehabt! – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim): Nehmen Sie, Herr Kollege Cap, einmal zur Kenntnis, dass weder die FPÖ noch das BZÖ jemals in Kärnten in einer Alleinregierung war. Es war immer so, dass die SPÖ in Kärnten alles mitbeschlossen hat, meine sehr geehrten Damen und Herren, weil sie ja auch an der Regierung beteiligt war. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mayerhofer
Und übrigens noch eines, weil der Applaus von der ÖVP gekommen ist: Niemand vom BZÖ steht in Kärnten vor Gericht. Einzig und allein der ÖVP-Parteiobmann von Kärnten, Martinz, steht im Fall Hypo vor Gericht (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mayerhofer), weil es eine Anzeige gegen ihn gibt, meine sehr geehrten Damen und Herren. – Das bitte einmal zur Kenntnis zu nehmen.
Abg. Hörl: Lei-lei!
Herr Bundeskanzler, auch an Ihre Adresse: Nehmen Sie ein für alle Mal zur Kenntnis, dass wir vom BZÖ überzeugte Europäer sind! (Abg. Hörl: Lei-lei!) Wir wollen für Europa nur das Beste. (Beifall beim BZÖ.) Ihre Politik steht dem diametral entgegen. So, wie Sie auf europäischer Ebene versuchen, die Probleme aufzugreifen und zu lösen, ist das der falsche Weg, ist das ein Irrweg, ist das der Weg, der Europa direkt in den Abgrund führt.
Beifall beim BZÖ.
Herr Bundeskanzler, auch an Ihre Adresse: Nehmen Sie ein für alle Mal zur Kenntnis, dass wir vom BZÖ überzeugte Europäer sind! (Abg. Hörl: Lei-lei!) Wir wollen für Europa nur das Beste. (Beifall beim BZÖ.) Ihre Politik steht dem diametral entgegen. So, wie Sie auf europäischer Ebene versuchen, die Probleme aufzugreifen und zu lösen, ist das der falsche Weg, ist das ein Irrweg, ist das der Weg, der Europa direkt in den Abgrund führt.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da stellen Sie sich selber hin! – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Jarolim und Silhavy
Das wollen wir vom BZÖ verhindern. Daher haben wir andere Ansichten als Sie. Aber unsere Ansichten sind gute Ansichten, vor allem für die Europäerinnen und Europäer! Herr Bundeskanzler, stellen Sie uns nicht in das europafeindliche Eck (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da stellen Sie sich selber hin! – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Jarolim und Silhavy), nur weil wir Ihre Argumente nicht hinnehmen wollen, nur weil wir nicht alles das glauben, was Ihnen in Brüssel mit auf den Weg gegeben wird, sondern weil wir kritische Beobachter und selbstständige Denker sind und weil wir ein eigenes Konzept zum Wohl der Österreicherinnen und Österreicher entwickelt haben. Das sollten Sie auch einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das wollen wir vom BZÖ verhindern. Daher haben wir andere Ansichten als Sie. Aber unsere Ansichten sind gute Ansichten, vor allem für die Europäerinnen und Europäer! Herr Bundeskanzler, stellen Sie uns nicht in das europafeindliche Eck (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da stellen Sie sich selber hin! – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Jarolim und Silhavy), nur weil wir Ihre Argumente nicht hinnehmen wollen, nur weil wir nicht alles das glauben, was Ihnen in Brüssel mit auf den Weg gegeben wird, sondern weil wir kritische Beobachter und selbstständige Denker sind und weil wir ein eigenes Konzept zum Wohl der Österreicherinnen und Österreicher entwickelt haben. Das sollten Sie auch einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
nicht auf diesem gemeinsamen Weg mitnehmen? – Sie sind selbst nicht überzeugt von dem, was Sie beschließen. Sie haben Angst vor den Menschen, und das wissen Sie, denn sonst würden Sie den Weg hin zu einer Volksabstimmung gehen, so wie wir das auch immer wieder eingefordert haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie schützen daher nicht die Bürgerinnen und Bürger, Herr Bundeskanzler, Sie schützen auch nicht Österreich, so wie Sie das gesagt haben, sondern Sie schützen einzig und allein die Banken. Sie sind der Schutzpatron der Banken, Herr Bundeskanzler, und das bleibt an Ihnen picken, solange Sie Bundeskanzler sind. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Welche denn?
Ich bin überzeugt davon, dass da ganz andere Spielchen im eigentlichen Sinn umgesetzt werden sollen, und zwar auf dem Rücken der Bevölkerung. (Abg. Mag. Kogler: Welche denn?) Man will die Menschen nicht mit dabei haben, man will das Volk ausschließen – ansonsten würden Sie keine Angst haben, ansonsten würden Sie den Weg einer wirklich breiten Aufklärung in Österreich gehen. Das wollen Sie nicht. Sie wollen einzig und allein das mitbeschließen, was Ihre Bankenvertreter auf europäischer Ebene auch machen wollen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich bin überzeugt davon, dass da ganz andere Spielchen im eigentlichen Sinn umgesetzt werden sollen, und zwar auf dem Rücken der Bevölkerung. (Abg. Mag. Kogler: Welche denn?) Man will die Menschen nicht mit dabei haben, man will das Volk ausschließen – ansonsten würden Sie keine Angst haben, ansonsten würden Sie den Weg einer wirklich breiten Aufklärung in Österreich gehen. Das wollen Sie nicht. Sie wollen einzig und allein das mitbeschließen, was Ihre Bankenvertreter auf europäischer Ebene auch machen wollen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Deshalb werden wir Ihnen heute auch unser Misstrauen aussprechen, weil Sie nicht in der Verantwortung für unser Land handeln, sondern fremdbestimmt Beschlüsse herbeiführen und Ihre Abgeordneten missbrauchen – wobei ich davon überzeugt bin, dass diese gar nicht wissen, was sie hier heute mit diesem Europäischen Stabilitätsmechanismus tatsächlich mitbeschließen werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist Ihre Problemlösungskompetenz auf europäischer Ebene! Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, droht allen südeuropäischen Ländern in Zukunft, für die wir in Österreich, für die der Steuerzahler die Haftung übernehmen soll. Das wollen wir vom BZÖ nicht! Da stehen wir auf der Bremse und wollen ein anderes Modell Europa entwickeln. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist die Realität. Verschließen Sie sich diesen Fakten nicht, und hören Sie auf zu träumen, dass nur der Euro uns den Wohlstand bringt! Der Wohlstand ist auf Sand gebaut! Es sind Kredite draußen. An der Verdoppelung der Schulden sieht man, dass das alles künstlich geschaffen und nicht erwirtschaftet wurde. Das ist die Realität. Sie lügen der Bevölkerung immer etwas vor. Es ist nicht die Wahrheit, die da von der Regierungsbank getrommelt wird. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kopf: Von welchem Land reden Sie? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es ist auch nicht so, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass die Österreicherinnen und Österreicher in einem wachsenden Wohlstand leben: Das Nettoeinkommen ist zurückgegangen. Die Gewinne der Betriebe sind gesunken, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Kopf: Von welchem Land reden Sie? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Leistungsfähigkeit ist vorhanden, der Export funktioniert – das ist richtig. Wir haben aber auch schon vorher exportiert, meine sehr geehrten Damen und Herren, vor der Euro-Einführung. Es ist ein Irrglaube, dass erst mit dem Euro der Export eingesetzt hat.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Viel Spaß!
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass der deutsche Präsident der Exportwirtschaft gesagt hat: Wir brauchen den Euro nicht. Wir können auch rechnen. Und wenn es andere Währungen gibt, dann werden wir die Preise in diese Währungen umrechnen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Viel Spaß!) – Es ist nicht der Euro, der den Wohlstand schafft, sondern die Leistungsbereitschaft der Menschen! Und die wird mit den Maßnahmen, die Sie setzen, meine sehr geehrten Damen und Herren, untergraben. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass der deutsche Präsident der Exportwirtschaft gesagt hat: Wir brauchen den Euro nicht. Wir können auch rechnen. Und wenn es andere Währungen gibt, dann werden wir die Preise in diese Währungen umrechnen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Viel Spaß!) – Es ist nicht der Euro, der den Wohlstand schafft, sondern die Leistungsbereitschaft der Menschen! Und die wird mit den Maßnahmen, die Sie setzen, meine sehr geehrten Damen und Herren, untergraben. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Hypo und ESM sind gleich groß!
Sie haben ja überhaupt keinen Überblick mehr, um welche Summen es geht. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Hypo und ESM sind gleich groß!) Es geht ja längst nicht nur um diese 40 Milliarden €, sondern es geht im worst case um ein Zehnfaches davon, weil ja völlig klar ist, Herr Bundeskanzler – und ich hoffe, dass Sie das auch einmal zur Kenntnis nehmen –: Wenn andere Länder ausfallen, wenn sie Hilfsmaßnahmen in Anspruch nehmen vom Europäischen Stabilitätsmechanismus, dann wird unser Beitrag erhöht. Das heißt, wir, die noch keine Hilfsmaßnahmen in Anspruch nehmen, werden zukünftig noch stärker zur Kasse gebeten. (Abg. Dr. Van der Bellen: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Das stimmt ja nicht!
Sie haben ja überhaupt keinen Überblick mehr, um welche Summen es geht. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Hypo und ESM sind gleich groß!) Es geht ja längst nicht nur um diese 40 Milliarden €, sondern es geht im worst case um ein Zehnfaches davon, weil ja völlig klar ist, Herr Bundeskanzler – und ich hoffe, dass Sie das auch einmal zur Kenntnis nehmen –: Wenn andere Länder ausfallen, wenn sie Hilfsmaßnahmen in Anspruch nehmen vom Europäischen Stabilitätsmechanismus, dann wird unser Beitrag erhöht. Das heißt, wir, die noch keine Hilfsmaßnahmen in Anspruch nehmen, werden zukünftig noch stärker zur Kasse gebeten. (Abg. Dr. Van der Bellen: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Riepl: Was ist Ihr Vorschlag? – Sie haben keinen einzigen Vorschlag!
egal, welche Haltung wir einnehmen. (Abg. Riepl: Was ist Ihr Vorschlag? – Sie haben keinen einzigen Vorschlag!)
Beifall beim BZÖ.
Deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, möchte ich, dass alle von der FPÖ und auch von den Grünen mit uns einen Vertrag schließen, um durch ein Drittel der Abgeordneten eine Volksabstimmung in diesem Haus zu erzwingen, damit das Volk endlich zu seinem Recht kommt! (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der FPÖ: ... D-Mark ist in Ordnung!
Meine Damen und Herren! Das ist ein Argument, mit dem man sich auseinandersetzen muss, bei dem man aber auch klarmachen muss, was das denn eigentlich heißt. Eigenständigkeit Österreichs in der Währung, das klingt ja gut, aber ich frage Sie: Bevor wir den Euro hatten, waren wir da völlig eigenständig in unserer Währung? – Die Antwort ist: Nein! Wir haben uns als Österreicher immer ganz klar an die D-Mark angelehnt. (Ruf bei der FPÖ: ... D-Mark ist in Ordnung!) Sind wir damit schlecht gefahren? – Das Gegenteil war der Fall! Wir haben über viele Jahre eine Hartwährungspolitik gemeinsam mit Deutschland verfolgt. (Abg. Mag. Stefan: Freiwillig, oder?) Und Deutschland, meine Damen und Herren, hat heute den Euro, so wie wir. Daher bleiben wir auch beim Euro und gehen wir doch nicht das Risiko ein, jetzt für uns eine neue Währung zu schaffen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stefan: Freiwillig, oder?
Meine Damen und Herren! Das ist ein Argument, mit dem man sich auseinandersetzen muss, bei dem man aber auch klarmachen muss, was das denn eigentlich heißt. Eigenständigkeit Österreichs in der Währung, das klingt ja gut, aber ich frage Sie: Bevor wir den Euro hatten, waren wir da völlig eigenständig in unserer Währung? – Die Antwort ist: Nein! Wir haben uns als Österreicher immer ganz klar an die D-Mark angelehnt. (Ruf bei der FPÖ: ... D-Mark ist in Ordnung!) Sind wir damit schlecht gefahren? – Das Gegenteil war der Fall! Wir haben über viele Jahre eine Hartwährungspolitik gemeinsam mit Deutschland verfolgt. (Abg. Mag. Stefan: Freiwillig, oder?) Und Deutschland, meine Damen und Herren, hat heute den Euro, so wie wir. Daher bleiben wir auch beim Euro und gehen wir doch nicht das Risiko ein, jetzt für uns eine neue Währung zu schaffen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das ist ein Argument, mit dem man sich auseinandersetzen muss, bei dem man aber auch klarmachen muss, was das denn eigentlich heißt. Eigenständigkeit Österreichs in der Währung, das klingt ja gut, aber ich frage Sie: Bevor wir den Euro hatten, waren wir da völlig eigenständig in unserer Währung? – Die Antwort ist: Nein! Wir haben uns als Österreicher immer ganz klar an die D-Mark angelehnt. (Ruf bei der FPÖ: ... D-Mark ist in Ordnung!) Sind wir damit schlecht gefahren? – Das Gegenteil war der Fall! Wir haben über viele Jahre eine Hartwährungspolitik gemeinsam mit Deutschland verfolgt. (Abg. Mag. Stefan: Freiwillig, oder?) Und Deutschland, meine Damen und Herren, hat heute den Euro, so wie wir. Daher bleiben wir auch beim Euro und gehen wir doch nicht das Risiko ein, jetzt für uns eine neue Währung zu schaffen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stefan: ESM ist Europa?! – Das ist aber traurig! – ESM ist Europa, „bravo“!
Das dritte Argument, das heute von den Freiheitlichen hier plakatiert wird, lautet: Stoppt den ESM! – Ja meine Damen und Herren, „Stoppt den ESM!“, was heißt das inhaltlich? Gehört da nicht noch einiges dazu? „Stoppt den ESM“ heißt: Stoppt Europa! (Abg. Mag. Stefan: ESM ist Europa?! – Das ist aber traurig! – ESM ist Europa, „bravo“!), heißt: Stoppt den Wohlstand!, heißt: Stoppt die Arbeitsplätze!, heißt: Stoppt das Wachstum! – Meine Damen und Herren, das ist die Folge, die hinter diesem Slogan „Stoppt ESM“ steht. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das dritte Argument, das heute von den Freiheitlichen hier plakatiert wird, lautet: Stoppt den ESM! – Ja meine Damen und Herren, „Stoppt den ESM!“, was heißt das inhaltlich? Gehört da nicht noch einiges dazu? „Stoppt den ESM“ heißt: Stoppt Europa! (Abg. Mag. Stefan: ESM ist Europa?! – Das ist aber traurig! – ESM ist Europa, „bravo“!), heißt: Stoppt den Wohlstand!, heißt: Stoppt die Arbeitsplätze!, heißt: Stoppt das Wachstum! – Meine Damen und Herren, das ist die Folge, die hinter diesem Slogan „Stoppt ESM“ steht. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Höbart: Na, was denn?
Und um das nicht als ein „populistisches Argument“ stehen zu lassen: Dafür gibt es ja Beweise! Das deutsche Finanzministerium hat eine Untersuchung gemacht darüber, was es heißen würde, wenn jetzt Deutschland aus dem Euro rausginge und zum Beispiel mit uns eine Währungsunion tatsächlich errichten würde, was das für die Wirtschaft in Österreich bedeuten würde. (Abg. Ing. Höbart: Na, was denn?) Was wären die Folgen daraus? – Laut einer klaren Berechnung: Minus 10 Prozent Wirtschaftsleistung, plus 9 Prozent Arbeitslosigkeit. – Das sagt nicht irgendjemand, sondern das sagen die Experten im deutschen Finanzministerium. Und das will ich nicht, meine Damen und Herren! Es wäre ein entsetzliches Signal, wenn wir in diese Richtung gingen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Und um das nicht als ein „populistisches Argument“ stehen zu lassen: Dafür gibt es ja Beweise! Das deutsche Finanzministerium hat eine Untersuchung gemacht darüber, was es heißen würde, wenn jetzt Deutschland aus dem Euro rausginge und zum Beispiel mit uns eine Währungsunion tatsächlich errichten würde, was das für die Wirtschaft in Österreich bedeuten würde. (Abg. Ing. Höbart: Na, was denn?) Was wären die Folgen daraus? – Laut einer klaren Berechnung: Minus 10 Prozent Wirtschaftsleistung, plus 9 Prozent Arbeitslosigkeit. – Das sagt nicht irgendjemand, sondern das sagen die Experten im deutschen Finanzministerium. Und das will ich nicht, meine Damen und Herren! Es wäre ein entsetzliches Signal, wenn wir in diese Richtung gingen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Kickl: Sie werden das, was Sie nicht wollen, alles noch erleben!
„Stoppt ESM“ hieße, heruntergebrochen auf Österreich, jeder zehnte Österreicher verliert seinen Arbeitsplatz, hieße, Betriebe müssen in Konkurs gehen. Das will ich auf keinen Fall für Österreich, meine Damen und Herren! (Abg. Kickl: Sie werden das, was Sie nicht wollen, alles noch erleben!) Wir brauchen Instrumente, auch wie den ESM, um Wohlstand zu schaffen, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen, Wachstum zu initiieren in Österreich. Das ist unser Programm und ein gutes Gegenkonzept! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
„Stoppt ESM“ hieße, heruntergebrochen auf Österreich, jeder zehnte Österreicher verliert seinen Arbeitsplatz, hieße, Betriebe müssen in Konkurs gehen. Das will ich auf keinen Fall für Österreich, meine Damen und Herren! (Abg. Kickl: Sie werden das, was Sie nicht wollen, alles noch erleben!) Wir brauchen Instrumente, auch wie den ESM, um Wohlstand zu schaffen, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen, Wachstum zu initiieren in Österreich. Das ist unser Programm und ein gutes Gegenkonzept! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Was heißt daher „ESM“? – Allein der Name sagt es schon: ein Europäischer Stabilitätsmechanismus. Wer ist gegen Stabilität? Ich bin es sicher nicht! Wir brauchen ein wirksames Instrument, um eben Währungsturbulenzen abzufangen, um den Währungen, die in Schwierigkeiten geraten, kurzfristig unter die Arme zu greifen und damit insgesamt Stabilität zu erhalten. Wir brauchen zukünftig auch eine Sicherheit für österreichische Sparer, dass ihre Spareinlagen auch künftig gesichert sind, den Wert behalten. Das will aber jeder in Österreich, meine Damen und Herren. Und mit „Stoppt ESM“ wäre es das Beste, es nicht zu erreichen. – Das wollen wir nicht! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Der ESM, meine Damen und Herren, heißt auch, dass wir eigenständig unsere Währung ordentlich im Griff behalten. Ich finde es kein besonderes Zeichen, dass auch wir Europäer zum Internationalen Währungsfonds gehen müssen, dort versuchen müssen, Unterstützung zu erhalten für Länder in der Eurozone. Seien wir doch einmal selbständig! Schaffen wir ein Instrument wie den ESM, einen Rettungsschirm, der auch in der Lage ist, unsere gemeinsame Währung stabil zu halten! Wir brauchen nicht die anderen, wir müssen selber in der Lage sein, unsere Probleme auch ordentlich zu lösen, und der ESM ist ein Mittel dazu. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit des Abg. Dr. Stummvoll.
Ich möchte daher dorthin zurückkehren, wo konstruktive Auseinandersetzung stattfindet, wo wir durchaus auch jenen Sicherheit geben, die sich Sorgen machen um ihr eigenes Geld, um die Zukunft Österreichs und auch um die Zukunft Europas. Und es sind Schalmeientöne, wenn Herr Bucher uns erklärt, er sei ja der größte Europäer überhaupt. (Heiterkeit des Abg. Dr. Stummvoll.) Meine Damen und Herren, wer soll denn das glauben? (Abg. Scheibner: Sie brauchen es eh nicht glauben! – Null Profil, aber groß reden!) Jemand, der, wie das BZÖ, das auf seine Fahnen schreibt und andererseits mit Aktionismus hier versucht, Österreicher mit populistischen Argumenten zu überzeugen, der kann nicht sagen, er ist ein guter Europäer. Das ist wirklich nicht der Fall. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie brauchen es eh nicht glauben! – Null Profil, aber groß reden!
Ich möchte daher dorthin zurückkehren, wo konstruktive Auseinandersetzung stattfindet, wo wir durchaus auch jenen Sicherheit geben, die sich Sorgen machen um ihr eigenes Geld, um die Zukunft Österreichs und auch um die Zukunft Europas. Und es sind Schalmeientöne, wenn Herr Bucher uns erklärt, er sei ja der größte Europäer überhaupt. (Heiterkeit des Abg. Dr. Stummvoll.) Meine Damen und Herren, wer soll denn das glauben? (Abg. Scheibner: Sie brauchen es eh nicht glauben! – Null Profil, aber groß reden!) Jemand, der, wie das BZÖ, das auf seine Fahnen schreibt und andererseits mit Aktionismus hier versucht, Österreicher mit populistischen Argumenten zu überzeugen, der kann nicht sagen, er ist ein guter Europäer. Das ist wirklich nicht der Fall. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte daher dorthin zurückkehren, wo konstruktive Auseinandersetzung stattfindet, wo wir durchaus auch jenen Sicherheit geben, die sich Sorgen machen um ihr eigenes Geld, um die Zukunft Österreichs und auch um die Zukunft Europas. Und es sind Schalmeientöne, wenn Herr Bucher uns erklärt, er sei ja der größte Europäer überhaupt. (Heiterkeit des Abg. Dr. Stummvoll.) Meine Damen und Herren, wer soll denn das glauben? (Abg. Scheibner: Sie brauchen es eh nicht glauben! – Null Profil, aber groß reden!) Jemand, der, wie das BZÖ, das auf seine Fahnen schreibt und andererseits mit Aktionismus hier versucht, Österreicher mit populistischen Argumenten zu überzeugen, der kann nicht sagen, er ist ein guter Europäer. Das ist wirklich nicht der Fall. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Das ist ein absoluter Unsinn!
Es ist ja unglaublich, was Sie den Österreichern einzureden versuchen: Sie schreiben „Stoppt ESM!“ – und wollen damit jeden zehnten Arbeitsplatz in Österreich vernichten! (Abg. Strache: Das ist ein absoluter Unsinn!) Unglaublich: ein solches Programm für Österreich aufzustellen! Dagegen treten wir mit aller Vehemenz auf! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist ja unglaublich, was Sie den Österreichern einzureden versuchen: Sie schreiben „Stoppt ESM!“ – und wollen damit jeden zehnten Arbeitsplatz in Österreich vernichten! (Abg. Strache: Das ist ein absoluter Unsinn!) Unglaublich: ein solches Programm für Österreich aufzustellen! Dagegen treten wir mit aller Vehemenz auf! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Lebhafter Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren, kehren wir doch zurück zu einer nüchternen Betrachtung der Fakten! Tun wir das, was für Europa notwendig ist! Dann sind wir auch auf der sicheren Seite – im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher! (Lebhafter Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Wir haben ein sehr wichtiges Thema hier zu behandeln, ich möchte aber trotzdem – auch im Lichte der Situation im Murtal in der letzten Nacht, wo nach 180 Liter Regen pro Quadratmeter eine Katastrophensituation herrscht – jenen danken, die dort die ganze Nacht im Einsatz waren, wo Häuser brannten, Unterwaschungen da sind. Dort sind 20 freiwillige Feuerwehren im Einsatz. Das ist mustergültig, was dort unsere Einsatzkräfte leisten. Ein Dankeschön von dieser Stelle aus. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Herr Klubobmann Strache, wenn Sie sich hier herstellen und in Wahrheit fordern: Lasst die Probleme in diesen Ländern von Millionen Menschen deren Probleme sein, wir helfen nicht, nicht einmal mit Geld! (Zwischenrufe bei der FPÖ), dann sind Sie das ge-
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
naue Gegenteil von dem, was uns Vorbild sein kann: die einfachen Bürgerinnen und Bürger, die heute Nacht ausgerückt sind und vielleicht heute schon wieder in ihrem Job stehen, die für andere alles riskieren, weil sie wissen, nur dann, wenn Menschen sich gegenseitig helfen, können sie zusammen eine vernünftige Zivilisation haben. – Schämen Sie sich für dieses Ihr Verhalten und überlegen Sie sich, ob das richtig und angemessen ist! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Kickl
Aber kehren wir zur Frage der Intelligenz zurück! – Die Kollegin Glawischnig hat schon darauf hingewiesen. Es kann – und jetzt muss ich schon wieder aufpassen wegen eines Ordnungsrufs (Zwischenruf des Abg. Kickl), aber „das Gegenteil von intelligent“ darf ich sagen, Herr Präsident –, also es kann nur das Gegenteil von intelligent sein, wenn man gleichzeitig den ESM und den Fiskalpakt ablehnt. Denn: Wenn Sie schon diese schäbige Haltung haben: Denen helfen wir nicht, die sollen selber schauen, wie sie zurechtkommen! – in dem Sinne: unsere freiwillige Feuerwehr, die den Brand löscht, lassen wir nicht einmal einrichten, die wollen wir gar nicht unterstützen –, dann müssen Sie wenigstens dafür eintreten, dass sozusagen dort, in dem Haus, Brandschutzmaßnahmen gemacht werden, damit es zukünftig weniger brennen kann.
Abg. Scheibner: Aber wer hat es beschlossen?
die Europäische Zentralbank, die völlig unabhängig ist, was Sie selber hier immer lobend erwähnen. (Abg. Scheibner: Aber wer hat es beschlossen?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir sagen nein dazu und ein Ja zu einem starken Europa! – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Du hast es nicht verstanden!
Wenn ich den Freiheitlichen und dem BZÖ zugehört habe, dann habe ich vernommen: Die wollen zurück! Die wollen mehr Nationalstaatlichkeit. (Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Du hast es nicht verstanden!) In dieser Krisenzeit sind wir hier am Scheideweg. Wir glauben, dass wir ein Mehr an Europa brauchen, weil wir gemeinsam stärker sind als in einer Situation, wo jeder glaubt, allein das Heil zu finden, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn ich den Freiheitlichen und dem BZÖ zugehört habe, dann habe ich vernommen: Die wollen zurück! Die wollen mehr Nationalstaatlichkeit. (Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Du hast es nicht verstanden!) In dieser Krisenzeit sind wir hier am Scheideweg. Wir glauben, dass wir ein Mehr an Europa brauchen, weil wir gemeinsam stärker sind als in einer Situation, wo jeder glaubt, allein das Heil zu finden, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Denn: Bei all dem, was heute hier kritisiert worden ist, nennen Sie mir auf diesem Planeten Erde einen anderen Staat, in dem Sie Ihr Lebensmodell sehen? –Ich halte das „Europäische Modell“ für das beste weltweit – besser als das Modell in den USA oder in Japan oder wo auch immer in den reichsten Ländern dieser Welt! Wo gibt es für den Einzelnen so viel Freiheit? Wo gibt es ein solch abgesichertes Sozial-, Gesundheits- und Pensionssystem, wie auf dem europäischen Kontinent? Und Garant dafür ist die Europäische Union – und nicht kleinliches nationalstaatliches Denken! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher sage ich Ihnen: Grundvoraussetzung für sozialen Frieden, für den Wohlstand, den wir haben, und dafür, dass Österreich weiterhin an der Spitze dieser Europäischen Union bleibt, ist es, dass wir in Europa wieder die Stabilität gewinnen – und dazu dienen genau diese beiden Instrumente: der Fiskalpakt und der ESM! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist doch ein kompletter Unsinn, meine Damen und Herren, den Sie hier verzapfen! (Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, das ist eine Entwürdigung dieses Erbes, ausgesprochen von den Vertretern der ÖVP und der SPÖ! – So viel zur historischen Richtigkeit. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist also die Wahrheit dieser Prophezeiung, mit der wir es zu tun haben! Das ist die Vermutung, die hier in den Raum gestellt wird! – Aber nichts davon entspricht den Tatsachen! Es gibt keine guten Gründe, es gibt keine rationalen Überlegungen, und es gibt keine gesicherten Erkenntnisse, die das, was Sie hier dauern behaupten, auch nur annähernd belegen würden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie hier hergehen und sagen, Sie seien gute Europäer – insbesondere Sie von der Volkspartei –, dann sage ich Ihnen: Sie sind vielleicht gute Eurokraten, aber Sie sind mit Sicherheit keine guten Europäer! (Demonstrativer Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist dies ein europäischer Zentralstaat, eine wirtschaftliche Entmündigung, eine Besachwalterung, die hier stattfindet – und all das wird von Ihnen als der Weisheit letzter Schluss und als das große Instrument zur Rettung Europas angepriesen! Ja was ist das für ein Europa, das dann unterm Strich herauskommt? – Keines, glaube ich, das die Mehrheit der Österreicher haben will, meine Damen und Herren! Ein solches Europa, wo wir den Bankomaten befüllen sollen bis zu einer nach oben immer höher werdenden Grenze, ein solches Europa, wo die Haftungen schon von Woche zu Woche weiter erhöht werden, die wir übernehmen müssen, damit die anderen, die die Schulden gemacht haben, sich bedienen können, das ist nicht die Europäische Union, die die österreichische Bevölkerung haben will! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Etwas salopp formuliert: Das ist die Abstellkammer des Parlamentarismus (Beifall bei der FPÖ), das ist die politische Besenkammer, die Sie sich da jetzt als Feigenblatt zurechtgerichtet haben, wo doch die gleichen Vertreter drinnen sitzen! Und wenn es einer einmal wagt, aufzumucken, dann ist der ausgetauscht – so schnell können Sie gar nicht schauen! –, damit das durchgepeitscht wird, was für Sie beschlossene Sache ist: eine Schuldenunion und ein europäischer Zentralstaat.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Dann höre ich „primitiver Populismus“ vonseiten des Abgeordneten Kogler in Richtung der sogenannten Rechtsparteien. – Das kann ich Ihnen nicht schuldig bleiben, Kollege Kogler: Das, was Sie hier aufführen, ist eine primitive Kriecherei, und zwar eine primitive Kriecherei in zwei Richtungen: zum einen in Richtung Regierungsbeteiligung, wo die Schleimspur für ganz Österreich schon wahrnehmbar ist, und zum Zweiten in Richtung Europäischer Union, wo es Ihnen gar nicht schnell genug gehen kann, sich dort anzudienen, für was auch immer, meine Damen und Herren, aber sicherlich nicht im Interesse der österreichischen Bevölkerung. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Meine Damen und Herren! Helden waren Sie von SPÖ und ÖVP noch nie, aber jetzt kommt zur Feigheit auch noch der Verrat! Und das ist erbärmlich. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Den Unterausschuss, Ihr Feigenblatt!
Was aber nicht zu dulden ist hier herinnen – entweder wollen Sie es nicht lesen oder Sie können nicht lesen; ich kann Ihnen das nicht unterstellen, also gilt Ersteres –: Sie stellen sich hier heraus und lügen, und wir werden es Ihnen nicht durchgehen lassen, das Plenum des österreichischen Nationalrates als „Besenkammer“ zu bezeichnen. Es passt aber genau zu Ihren anderen Auftritten. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Den Unterausschuss, Ihr Feigenblatt!)
Abg. Dr. Strutz: Der Kogler weiß nicht, was er reden soll!
Die Erklärung des Bundeskanzlers zu europäischen Angelegenheiten ist ja eigentlich hier das Thema, noch nicht einmal so sehr der Europäische Stabilitätsmechanismus, der wird aber vielleicht auch noch eine Rolle spielen. (Abg. Dr. Strutz: Der Kogler weiß nicht, was er reden soll!)
Abg. Kickl: Wie die Atomkraft!
Jetzt noch einmal zur Spekulationsbekämpfung und zu dieser Zweischneidigkeit des ESM: Ja, er ist natürlich in seiner Wirkungsweise in jede Richtung verwendbar (Abg. Kickl: Wie die Atomkraft!), aber natürlich auch vernünftig einsetzbar. In Wahrheit ist es eine Überbrückungshilfe, dass Sinnvolleres geschehen kann.
Beifall bei den Grünen.
Viel wesentlicher für die Zukunft sind die Fragen der Finanztransaktionssteuer und der möglichen gemeinsamen europäischen Staatsanleihen. Darauf werden wir hinarbeiten, und darauf werden wir heute noch in den nächsten Debatten extra verweisen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Das frage ich Sie bei dieser Debatte heute einmal mehr. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Sie verstehen es nicht!
Entweder Sie verstehen es nicht, oder Sie wollen es nicht verstehen. Wenn Sie es nicht verstehen, ist es nicht charmant, sehr geehrte Damen und Herren von den Grünen. (Abg. Dr. Moser: Sie verstehen es nicht!) Wenn Sie es nicht verstehen wollen, dann erfüllt es den Straftatbestand des Hochverrats, des Hochverrats an den Österreicherinnen und Österreichern und des Hochverrats an der österreichischen Bundesverfassung. Das, was nämlich Sie tun (Abg. Silhavy: Die Sprache ist verräterisch!) – Hören Sie, bitte schön, auf mit Ihrer Stimme! Wirklich, Frau Kollegin Silhavy! (Hallo-Rufe bei SPÖ und Grünen.) Immer reden Sie dazwischen! Wenn man wirklich versucht, hier an diesem Rednerpult sachlich zu bleiben, zischelt’s immer von der linken Seite herüber. Das dulden wir nicht! (Beifall beim BZÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Silhavy: Die Sprache ist verräterisch!
Entweder Sie verstehen es nicht, oder Sie wollen es nicht verstehen. Wenn Sie es nicht verstehen, ist es nicht charmant, sehr geehrte Damen und Herren von den Grünen. (Abg. Dr. Moser: Sie verstehen es nicht!) Wenn Sie es nicht verstehen wollen, dann erfüllt es den Straftatbestand des Hochverrats, des Hochverrats an den Österreicherinnen und Österreichern und des Hochverrats an der österreichischen Bundesverfassung. Das, was nämlich Sie tun (Abg. Silhavy: Die Sprache ist verräterisch!) – Hören Sie, bitte schön, auf mit Ihrer Stimme! Wirklich, Frau Kollegin Silhavy! (Hallo-Rufe bei SPÖ und Grünen.) Immer reden Sie dazwischen! Wenn man wirklich versucht, hier an diesem Rednerpult sachlich zu bleiben, zischelt’s immer von der linken Seite herüber. Das dulden wir nicht! (Beifall beim BZÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Hallo-Rufe bei SPÖ und Grünen.
Entweder Sie verstehen es nicht, oder Sie wollen es nicht verstehen. Wenn Sie es nicht verstehen, ist es nicht charmant, sehr geehrte Damen und Herren von den Grünen. (Abg. Dr. Moser: Sie verstehen es nicht!) Wenn Sie es nicht verstehen wollen, dann erfüllt es den Straftatbestand des Hochverrats, des Hochverrats an den Österreicherinnen und Österreichern und des Hochverrats an der österreichischen Bundesverfassung. Das, was nämlich Sie tun (Abg. Silhavy: Die Sprache ist verräterisch!) – Hören Sie, bitte schön, auf mit Ihrer Stimme! Wirklich, Frau Kollegin Silhavy! (Hallo-Rufe bei SPÖ und Grünen.) Immer reden Sie dazwischen! Wenn man wirklich versucht, hier an diesem Rednerpult sachlich zu bleiben, zischelt’s immer von der linken Seite herüber. Das dulden wir nicht! (Beifall beim BZÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Beifall beim BZÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Entweder Sie verstehen es nicht, oder Sie wollen es nicht verstehen. Wenn Sie es nicht verstehen, ist es nicht charmant, sehr geehrte Damen und Herren von den Grünen. (Abg. Dr. Moser: Sie verstehen es nicht!) Wenn Sie es nicht verstehen wollen, dann erfüllt es den Straftatbestand des Hochverrats, des Hochverrats an den Österreicherinnen und Österreichern und des Hochverrats an der österreichischen Bundesverfassung. Das, was nämlich Sie tun (Abg. Silhavy: Die Sprache ist verräterisch!) – Hören Sie, bitte schön, auf mit Ihrer Stimme! Wirklich, Frau Kollegin Silhavy! (Hallo-Rufe bei SPÖ und Grünen.) Immer reden Sie dazwischen! Wenn man wirklich versucht, hier an diesem Rednerpult sachlich zu bleiben, zischelt’s immer von der linken Seite herüber. Das dulden wir nicht! (Beifall beim BZÖ. – Neuerliche Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich sollte das nämlich heute eigentlich verlesen, im Auftrag eines grünen Funktionärs, der mich in einem der Online-Foren angeschrieben hat und gesagt hat: Verlies das unserer Bundesvorsitzenden, denn sie verrät nicht nur Österreich, die Österreicherinnen und Österreicher, sondern vor allem ihre eigene Basis! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) – Ich gebe Ihnen dann Ihren eigenen Parteitagsbeschluss zum Nachlesen.
Abg. Mag. Schickhofer: Darum machen wir ja den Fiskalpakt! Das ist der Grund!
Dieses Gesetz zum ESM ist anachronistisch zur kaufmännischen Weisheit: Wer zahlt, schafft an! Österreich zahlt – aber wir schaffen nichts an. Das ist komplett konträr zu einer alten kaufmännischen Weisheit, denn wir haben keinerlei Einfluss. (Abg. Mag. Schickhofer: Darum machen wir ja den Fiskalpakt! Das ist der Grund!) Österreich, dieses Parlament hat keinerlei Einfluss auf die Gebarung jener Länder, die unser Geld bekommen. Das Geld wird von EU-Bürokraten verwaltet, die keinerlei demokratische Legitimation durch das Volk besitzen. Es handelt sich aber um Volksvermögen, sehr geehrte Herren Faymann, Spindelegger und sehr geehrte Frau Glawischnig, das Sie hier am Altar eines sinkenden Schiffs Europa opfern!
Beifall beim BZÖ.
heute hier die Äußerungen Ihrer Vorgänger in der österreichischen Bundesregierung von Rot und Schwarz zitiert. Sie haben die letzten 20 Jahre nichts gelernt! Sie haben nach wie vor die Schneid, sich hier hinzustellen und den Menschen von dem Pult der Republik die Unwahrheit zu sagen, die Unwahrheit über das Schicksal dieses zusammenbrechenden Europa, die Unwahrheit über den Wahnsinn, dass unser Steuergeld verpfändet wird und die Zukunft der Österreicherinnen und Österreicher und aller nachfolgenden Generationen verunmöglicht wird. (Beifall beim BZÖ.) Das ist weder ethisch noch moralisch vertretbar – und verfassungsrechtlich ist es überhaupt nicht konform!
Abg. Strache: Die Schweden, die Dänen, die Norweger! Die leben alle sehr, sehr gut!
Frau Kollegin Tamandl geht heute hier heraus und sagt: Der Euro hat uns Wohlstand gebracht! – Da frage ich schon: Lebt denn die Schweiz als Dritte-Welt-Land? (Abg. Strache: Die Schweden, die Dänen, die Norweger! Die leben alle sehr, sehr gut!) Vegetieren denn die ohne Wasser und Brot? Oder ist nicht die Schweiz mittlerweile der stärkste Finanzstandort und Wirtschaftsstandort dieses Europa, das zusammenbröckelt?!
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ
Zu den ÖVP-Rednern, die gesagt haben: Wir haben es doch immer gewusst, dass die Europäische Union Probleme hat. – Ja, hat das der Herr Franz Fischler von der Österreichischen Volkspartei auch gewusst? Der war, glaube ich, EU-Kommissar. Weiß das der Herr Johannes Hahn, der derzeitige EU-Kommissar der Österreichischen Volkspartei? Hat das Frau Benita Ferrero-Waldner als EU-Kommissarin der Österreichischen Volkspartei gewusst? Und hat jemals der Vorsitzende des Europäischen Rates – zwei Mal war er es! –, das ÖVP-Mitglied Wolfgang Schüssel in seinen Ratspräsidentschaften diese Probleme auf europäischer Ebene korrigiert? – Nein, weil Sie den Banken und den Spekulanten die Räuberleiter machen (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ) und dafür gemeinsam mit SPÖ und Grünen als Dreierbande das Geld der Steuerzahler den Bach hinuntergehen lassen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Zu den ÖVP-Rednern, die gesagt haben: Wir haben es doch immer gewusst, dass die Europäische Union Probleme hat. – Ja, hat das der Herr Franz Fischler von der Österreichischen Volkspartei auch gewusst? Der war, glaube ich, EU-Kommissar. Weiß das der Herr Johannes Hahn, der derzeitige EU-Kommissar der Österreichischen Volkspartei? Hat das Frau Benita Ferrero-Waldner als EU-Kommissarin der Österreichischen Volkspartei gewusst? Und hat jemals der Vorsitzende des Europäischen Rates – zwei Mal war er es! –, das ÖVP-Mitglied Wolfgang Schüssel in seinen Ratspräsidentschaften diese Probleme auf europäischer Ebene korrigiert? – Nein, weil Sie den Banken und den Spekulanten die Räuberleiter machen (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ) und dafür gemeinsam mit SPÖ und Grünen als Dreierbande das Geld der Steuerzahler den Bach hinuntergehen lassen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Grosz verliest den Antrag ohne Mikrophon und schließt mit: Der Antrag ist hiemit eingebracht! – Beifall bei Abgeordneten des BZÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege, den Misstrauensantrag muss ein nächster Kollege einbringen. Sie sind nicht mehr am Wort! (Abg. Grosz verliest den Antrag ohne Mikrophon und schließt mit: Der Antrag ist hiemit eingebracht! – Beifall bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Grosz: Es hat das Licht noch geblinkt, Herr Präsident!
Die Redezeit war abgelaufen. (Abg. Grosz: Es hat das Licht noch geblinkt, Herr Präsident!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Ich werde keine halbe Minute meinem Vorredner widmen, denn es wäre schade darum. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
beim öffentlichen Hearing, sei das hier im Plenum gewesen. Offen, lang und ausgiebig haben wir darüber gesprochen. Seit dem Europäischen Rat vorige Woche haben sich die Vorzeichen in dieser Debatte allerdings eindeutig verschoben, denn die EU hat bei diesem Gipfel eine Trendwende geschafft. Mittlerweile ist allen in Europa klar, dass Sparen allein nicht aus dieser Krise führt. Vielmehr braucht es eine Kombination von intelligenter Budgetkonsolidierung und Investitionen in Wachstum und Beschäftigung. Das haben wir Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen seit Beginn der Krise immer wieder betont, und daher bin ich auch sehr froh darüber, dass dieser Pakt für Wachstum und Beschäftigung jetzt beschlossen worden ist. Ich möchte das noch einmal betonen: Der Fokus liegt auf Wachstum und Beschäftigung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht einmal ein Lüfterl!
Das ist nicht zuletzt das Verdienst des Bundeskanzlers und seiner Hartnäckigkeit in Brüssel. Das ist aber auch auf die Unterstützung, die wir letztendlich durch den frischen Wind aus Frankreich bekommen haben, zurückzuführen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht einmal ein Lüfterl!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Mit dem neu eingeschlagenen Weg der EU sind wir in der Überwindung der Krise ein gutes Stück weitergekommen, und ich kann nur sagen, hier müssen wir weitermachen im Sinne eines friedlichen und sozial gerechten Europas. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Schwentner: Zur Geschäftsbehandlung!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Bartenstein. – Bitte. (Abg. Mag. Schwentner: Zur Geschäftsbehandlung!) – Zur Geschäftsbehandlung. – Bitte.
Abg. Mag. Wurm: „Kreischend“ hat er gesagt!
Die Stimme ist ein persönliches Merkmal, und ich empfinde es als persönliche Diskriminierung, zu jemandem zu sagen: Sie mit Ihrer Stimme! Oder: „Hören Sie, , auf mit Ihrer Stimme!“, haben Sie gesagt. (Abg. Mag. Wurm: „Kreischend“ hat er gesagt!)
Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war keine Geschäftsordnungsmeldung! – Abg. Scheibner: Das war aber kein Antrag!
Herr Präsident, ich würde Sie bitten, das zu kommentieren und nicht unkommentiert zu lassen! – Danke. (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war keine Geschäftsordnungsmeldung! – Abg. Scheibner: Das war aber kein Antrag!)
Abg. Grosz: Zur Geschäftsbehandlung!
Präsident Fritz Neugebauer: Zur Geschäftsbehandlung ist ein Antrag notwendig. Ich darf darauf hinweisen, dass ich bereits mit dem Kollegen gesprochen habe. Es ist eine Frage der Höflichkeit, und die Höflichkeit ist zwar einmal angeboren, man kann sie auch lernen, man kann sie erweitern. Aber ich sehe keinen Anlass, jetzt die Debatte bis 13 Uhr zu diesem Thema weiter zu verzögern. Ich biete mich gerne als Vermittler zwischen den beiden Abgeordneten an. (Abg. Grosz: Zur Geschäftsbehandlung!) – Gibt es einen Antrag, Herr Kollege? (Abg. Grosz: Ja!)
Abg. Grosz: Ja!
Präsident Fritz Neugebauer: Zur Geschäftsbehandlung ist ein Antrag notwendig. Ich darf darauf hinweisen, dass ich bereits mit dem Kollegen gesprochen habe. Es ist eine Frage der Höflichkeit, und die Höflichkeit ist zwar einmal angeboren, man kann sie auch lernen, man kann sie erweitern. Aber ich sehe keinen Anlass, jetzt die Debatte bis 13 Uhr zu diesem Thema weiter zu verzögern. Ich biete mich gerne als Vermittler zwischen den beiden Abgeordneten an. (Abg. Grosz: Zur Geschäftsbehandlung!) – Gibt es einen Antrag, Herr Kollege? (Abg. Grosz: Ja!)
Zwischenrufe bei Grünen und SPÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Die Kollegin unterstellt mir etwas. Ich ersuche Sie, Herr Präsident, ihr einen Ordnungsruf dafür zu erteilen. (Zwischenrufe bei Grünen und SPÖ.) Das ist nämlich auch der Antrag. Sie unterstellt mir etwas.
Beifall beim BZÖ.
Mein Ansinnen in meiner Rede war, dass die Präsidentin des Nationalrates in den letzten Tagen sehr oft darüber gesprochen hat, dass die Würde dieses Hauses „den Keller hinuntergeht“, weil es ständig Zwischenrufe gibt. Das nehme ich jetzt zur Kenntnis. In einer Tour wurden von dieser Abgeordneten während meiner Rede von mir als störend empfundene Zwischenrufe zu einem sehr wesentlichen Thema gemacht. Und das wollte ich zum Ausdruck bringen. Das hat nichts mit der Frau Kollegin Silhavy persönlich zu tun, sondern ich nehme einfach die Weisungen der Frau Präsidentin in Zukunft ernst. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Cap: Zur Geschäftsordnung!
Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Bartenstein. (Abg. Dr. Cap: Zur Geschäftsordnung!) – Bitte, Herr Klubobmann Cap.
Beifall bei SPÖ und Grünen.
sich zu entschuldigen. Ich finde, das war eine Frechheit, was er vorhin gesagt hat bezüglich der Stimme. Das ist unentschuldbar! (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Heiterkeit.
Präsident Fritz Neugebauer: Zu Wort gelangt nun doch Herr Abgeordneter Dr. Bartenstein. (Heiterkeit.) – Bitte.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Die Geschäftsordnung kann nicht alles. Sie kann die Kinderstube und gutes Benehmen nicht ersetzen, und mehr muss dazu eigentlich nicht gesagt werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Misstrauensantrag?
Und zur Würde des Hohen Hauses, meine Damen und Herren – des BZÖ im Allgemeinen und des Kollegen Grosz im Besonderen! Zu dem noch nicht eingebrachten, weil Ihr Wortschwall noch nicht zu Ende war und die Redezeit dann schon abgelaufen war, aber zu dem noch einzubringenden Misstrauensantrag des BZÖ gegen den Herrn Bundeskanzler: Gerade als jemand, der unserem Bundeskanzler nicht ganz kritikfrei gegenübersteht, sage ich: Auch da verletzen Sie die Würde des Hohen Hauses (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Misstrauensantrag?), und Sie äußern sich, wie das nun einmal Ihre Art ist, in rotziger Art und Weise zum Bundeskanzler und formulieren: „ da sein Horizont nur vom Ballhausplatz bis zur SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße reicht, stellen die unterzeichneten Abgeordneten “, und so weiter, und so fort.
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Würdelos, niveaulos, typisch BZÖ, typisch Grosz. Herzlichen Glückwunsch! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist da die Steigerung in Österreich, Herr Siebeng’scheit?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Meine Vorrednerin Muttonen – und sie möge recht haben – hat von der Trendwende gesprochen, die durch den Gipfel am letzten Wochenende ausgelöst wurde. Die Märkte scheinen im Moment mehr als ein Strohfeuer dessen abzuliefern, was Börsen, was Refinanzierungsmöglichkeiten, was Zinsniveaus anbelangt. Einige Silberstreifen am Horizont gibt es aber auch. Es wird heute berichtet, dass Spanien bei allen Problemen nicht nur die Fußball-Europameisterschaft souverän gewonnen hat, sondern auch im Juni einen Rückgang der Arbeitslosen um mehr als 100 000 zu verzeichnen hatte – besser, als alle Prognosen gewesen sind –, dass die Iren sich wieder auf die Finanzmärkte trauen können und dass die Griechen – man höre und staune!, es wurde schon gesagt – einen Primärüberschuss in Ihrem Budget haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist da die Steigerung in Österreich, Herr Siebeng’scheit?)
Beifall bei der ÖVP.
Die Alternativen, meine sehr verehrten Damen und Herren, sind wohl eher das, was „Chaos“ als Beschreibung gerade noch rechtfertigt. Wenn eher skurrile Wortmeldungen in einer Fernsehsendung in Österreich jetzt einem Schilling wiederum das Wort reden, wenn andere sagen, ein Nord-Euro gehört her, ein Auflösen der Eurozone wäre das Günstigere: Davor warnen nicht nur alle Experten, davor können auch politisch verantwortungsvoll Denkende nur warnen. Das ist mit Sicherheit der schlechtere Weg. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Ich will zweitens überhaupt nicht behaupten, dass die 20 Milliarden € – es sind nicht 40 Milliarden €, Herr Bucher; da ist er schlecht informiert –, die 20 Milliarden €, die wir zum ESM heute als maximalen Haftungs- und Kapitalisierungsrahmen beschließen, nicht sehr, sehr viel Geld sind. Das ist es. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Neubauer: 20 Prozent haben dagegen gestimmt!
Ein Schlusssatz, Herr Präsident: Man möge schon auch den Blick nach Deutschland wenden in diesen Stunden. (Abg. Neubauer: 20 Prozent haben dagegen gestimmt!) Das gesamte politische Establishment Deutschlands, nämlich nicht nur die Regierungsfraktionen, sondern auch SPD und Grüne stehen hinter ESM und Fiskalpakt. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) FPÖ und BZÖ müssen sich fragen, warum sie sich in einer ehrenwerten Gesellschaft auf Augenhöhe mit den Postkommunisten und den Linken begeben haben. Das sind nämlich die Einzigen, die in Deutschland da dagegen sind. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Ein Schlusssatz, Herr Präsident: Man möge schon auch den Blick nach Deutschland wenden in diesen Stunden. (Abg. Neubauer: 20 Prozent haben dagegen gestimmt!) Das gesamte politische Establishment Deutschlands, nämlich nicht nur die Regierungsfraktionen, sondern auch SPD und Grüne stehen hinter ESM und Fiskalpakt. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) FPÖ und BZÖ müssen sich fragen, warum sie sich in einer ehrenwerten Gesellschaft auf Augenhöhe mit den Postkommunisten und den Linken begeben haben. Das sind nämlich die Einzigen, die in Deutschland da dagegen sind. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Ein Schlusssatz, Herr Präsident: Man möge schon auch den Blick nach Deutschland wenden in diesen Stunden. (Abg. Neubauer: 20 Prozent haben dagegen gestimmt!) Das gesamte politische Establishment Deutschlands, nämlich nicht nur die Regierungsfraktionen, sondern auch SPD und Grüne stehen hinter ESM und Fiskalpakt. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) FPÖ und BZÖ müssen sich fragen, warum sie sich in einer ehrenwerten Gesellschaft auf Augenhöhe mit den Postkommunisten und den Linken begeben haben. Das sind nämlich die Einzigen, die in Deutschland da dagegen sind. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Zunahme der Exporte außerhalb, also in den Rest der Welt: 154 Prozent in den letzten zehn Jahren. In Europa außerhalb des Euro 116 Prozent Zunahme, innerhalb des Euroraums 89 Prozent Zunahme. Also das zeigt ja, dass sich die Entwicklung ganz woandershin bewegt, und man sollte uns nicht ständig diese Legenden erzählen, dass es auf den Euro ankommt, damit wir exportieren können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Auch die Importe aus den Südländern haben massiv abgenommen, weil ja denen die Exportmärkte weggebrochen sind, und in Wahrheit haben auch die Exporte in diese Länder abgenommen. Das heißt, es findet in Wirklichkeit eine Entflechtung statt. Also diese ganzen Legenden, dass der Euro dazu beiträgt, dass wir hier eine Friedensunion haben, sind durch überhaupt nichts zu belegen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!
Und wenn man das schon so sehen will: Der letzte Krieg in Europa war in einer Währungsunion, in Jugoslawien. Das nur so am Rande erwähnt. – Also die Währung kann es nicht sein, die zum Frieden beiträgt. (Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!) Das ist kein „Blödsinn“, das ist völlig richtig! Oder stimmt es nicht: Hatten die keine gemeinsame Währung? Oder wollen Sie allen Ernstes behaupten, dass die europäischen Staaten übereinander herfallen würden, wenn es keine EU gäbe? Das ist doch einfach eine Legendenbildung, und das geht bereits über in die Angstmache.
Beifall bei der FPÖ.
Was passiert, wenn wir dem ESM nicht zustimmen? Der ESM ist Europa, habe ich heute gehört. – Der ESM ist ein Hilfsprodukt, wo eigentlich alle Vertreter auch der Regierungsparteien und auch der Grünen gesagt haben: Naja, vielleicht hilft er uns. Wir können nicht garantieren, dass das wirklich funktioniert, aber es ist zumindest eine Notmaßnahme. – Das akzeptiere ich noch, wenn man das sagt. Aber wenn man sagt, der ESM ist Europa, so ist das ein Armutszeugnis. Das muss man schon sagen. Und genau dort geht es hin. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Solidarität wird eingefordert! – Ja, Solidarität für jemanden, der sich nicht selbst helfen kann, hat einen Sinn. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Aber Solidarität als Anreiz dazu, keine Reformen durchzuführen, keine schmerzhaften Änderungen durchzuführen, das ist Unsinn und führt genau zu dem, was wir ablehnen, nämlich eine Schuldenunion und letztendlich eine unbegrenzte Haftung für Schulden fremder Staaten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Solidarität wird eingefordert! – Ja, Solidarität für jemanden, der sich nicht selbst helfen kann, hat einen Sinn. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Aber Solidarität als Anreiz dazu, keine Reformen durchzuführen, keine schmerzhaften Änderungen durchzuführen, das ist Unsinn und führt genau zu dem, was wir ablehnen, nämlich eine Schuldenunion und letztendlich eine unbegrenzte Haftung für Schulden fremder Staaten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Im Übrigen, meine Damen und Herren von FPÖ und BZÖ: Diese „Besenkammern“ des Parlaments haben künftig Rechte, die sie bisher nicht hatten, denn wenn das alles über die EFSF liefe, dann hätten wir hier im Parlament, egal, von welcher „Besenkammer“ wir reden, nichts mitzureden. Das ändert sich entscheidend mit dem ESM-Vertrag. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Wie bitte?! Wie, Herr „Hofrat“?!
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Nach der Märchenstunde vom Kollegen Van der Bellen (Abg. Dr. Bartenstein: Wie bitte?! Wie, Herr „Hofrat“?!) und den Märchenstunden der Regierungsvertreter (Abg. Dr. Moser: Der Ausdruck ! Alles, was Sie nicht verstehen, ist „Märchen“!) darf ich zur Stimmungserweiterung gleich einmal den Misstrauensantrag gegen den Herrn Bundeskanzler einbringen, den Kollege Gerald Grosz bereits einzubringen versucht hat. (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Dr. Moser: Der Ausdruck ! Alles, was Sie nicht verstehen, ist „Märchen“!
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Nach der Märchenstunde vom Kollegen Van der Bellen (Abg. Dr. Bartenstein: Wie bitte?! Wie, Herr „Hofrat“?!) und den Märchenstunden der Regierungsvertreter (Abg. Dr. Moser: Der Ausdruck ! Alles, was Sie nicht verstehen, ist „Märchen“!) darf ich zur Stimmungserweiterung gleich einmal den Misstrauensantrag gegen den Herrn Bundeskanzler einbringen, den Kollege Gerald Grosz bereits einzubringen versucht hat. (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.)
Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Nach der Märchenstunde vom Kollegen Van der Bellen (Abg. Dr. Bartenstein: Wie bitte?! Wie, Herr „Hofrat“?!) und den Märchenstunden der Regierungsvertreter (Abg. Dr. Moser: Der Ausdruck ! Alles, was Sie nicht verstehen, ist „Märchen“!) darf ich zur Stimmungserweiterung gleich einmal den Misstrauensantrag gegen den Herrn Bundeskanzler einbringen, den Kollege Gerald Grosz bereits einzubringen versucht hat. (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
(Beifall beim BZÖ.)
ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Bartenstein
Denn nur, wenn man daran erinnert, was Frau Merkel gesagt hat – das Merkel-Märchen, M & M kann man das abkürzen (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Bartenstein) –, merkt man, was los ist. Sie sagt: Ohne Euro hat die EU keine Zukunft. – Kollege Bartenstein! Ja was ist denn das für ein Schwachsinn? Was ist denn das für ein Schwachsinn?
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was hätten Sie denn gern für eine Währung?
Also hören Sie auf mit dem Euro-Märchen: dass, wenn der Euro stirbt, dann auch Europa tot wäre! Ganz im Gegenteil: Der Euro in der jetzigen Konstruktion ist der Sargnagel für Europa! Das wissen Sie auch ganz genau. Denn: Nur 17 Länder von 27 Ländern, Kollege Bartenstein, haben den Euro. Was ist mit den anderen zehn Ländern? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was hätten Sie denn gern für eine Währung?)
Abg. Mag. Hakl: Sie schauen zu viel YouTube! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sinnerfassend lesen!
Artikel 10 im ESM: Das Grundkapital, derzeit 700 Milliarden €, kann ebenfalls jederzeit erhöht werden. – Bedingungslos, unwiderruflich! (Abg. Mag. Hakl: Sie schauen zu viel YouTube! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sinnerfassend lesen!)
Abg. Mag. Steinhauser: Stimmt ja nicht!
Die Immunität ist angesprochen worden. Ich habe das bereits diskutiert. Wenn dort Fehlentscheidungen getroffen werden, dann können Sie das seitens Österreichs nicht einklagen. Es gibt keine Kontrolle durch den Rechnungshof. Es gibt keine Kontrolle der EU. Das ist in Wirklichkeit ein zentralistisches Organ, das sich der Kontrolle entzieht. (Abg. Mag. Steinhauser: Stimmt ja nicht!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Steinhauser: Keine Ahnung! Völlig ahnungslos!
Kollege Van der Bellen, wenn Sie sagen, wir im Parlament hätten so viele Rechte, so frage ich Sie: Welche Rechte haben wir denn? – Wir haben zwei geheime Unterausschüsse, in denen wir drinnen sitzen dürfen, die kurzfristig von der Frau Finanzminister einberufen werden dürfen, wo wir keine Originalunterlagen haben, und dort können wir dann geheim diskutieren. Und im Nachhinein, wenn das Geld futsch ist, wenn das Geld weg ist, dann kommt es ins Plenum. – Na servus, wenn das die neue Auffassung der Grünen über Basisdemokratie ist, dann frage ich mich wirklich! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Steinhauser: Keine Ahnung! Völlig ahnungslos!)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Und ein Satz zu Griechenland. Griechenland hat seit 1981, seitdem es bei der EU ist, rund 133 Milliarden aus EU-Töpfen bekommen. 133 Milliarden! In den letzten zwei Jahren sind rund 130 Milliarden von den sogenannten Reichen, die ja die SPÖ besteuern will, zu den Banken abgeflossen, vorwiegend Deutschland, Frankreich. Das ist in etwa die Summe, mit der Europa bisher bereit ist, Griechenland zu helfen. Also ich frage mich, jetzt haben wir 30 Jahre EU-Mitgliedschaft Griechenlands und es gibt keine Reformen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Sonst verspielen Sie von der ÖVP die Zukunft der Bürger in Österreich. Sie von den Grünen haben dann kein Geld mehr für das Bildungssystem, und Sie von der SPÖ haben keine Chance mehr, den Jugendlichen eine entsprechende Ausbildung zu ermöglichen und den Pensionisten Pensionen zu zahlen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, dieser Weg ist für uns der richtige. Wir wissen, dass wir noch sehr, sehr viel zu tun haben, um vor allem die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schützen, haben aber in der Regierung einen guten Partner mit Handschlagqualität, der auf uns hört und der unsere Werte auch weiterträgt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir gehen den besseren Weg für Europa, für Österreich und für die Menschen in unserem Land. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Bartenstein: Stimmt ja nicht!
Ja, es gab dazu ein Hearing, was Sie aber verschweigen, meine Damen und Herren von SPÖ, ÖVP und von den Grünen, ist, dass sich die Mehrheit der Experten bei diesem Hearing gegen diesen ESM und gegen diesen Fiskalpakt ausgesprochen hat. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Bartenstein: Stimmt ja nicht!) – Lesen Sie doch die Protokolle nach!
Abg. Dr. Lopatka: Das stimmt ja nicht!
Ich habe nur wenig Redezeit. Die Österreicherinnen und Österreicher glauben Ihnen ohnehin nicht, denn Sie haben diese schon in der Vergangenheit über die Auswirkungen im Unklaren gelassen, Sie haben sie falsch informiert. (Abg. Dr. Lopatka: Das stimmt ja nicht!) Was haben Sie uns denn nicht alles versprochen?! Und da rede ich nicht einmal von den von der Frau Ederer behaupteten 1 000 Schilling an Ersparnis.
Abg. Dr. Lopatka: Keine Ahnung!
Sie haben versprochen, die Europäische Zentralbank werde kein Schuldnerland bevorzugen und die Regeln nicht ändern. – Versprechen gebrochen! Genau das wird nämlich jetzt gemacht! (Abg. Dr. Lopatka: Keine Ahnung!)
Abg. Dr. Lopatka: Redezeit!
Und Sie haben weiters versprochen, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, es werde keine Schulden- und Transferunion mit gemeinsamer Haftung für Staatsschulden geben. – Genau das aber machen Sie als Abgeordnete von SPÖ und ÖVP mit Hilfe der Grünen heute mit diesem Beschluss über den ESM und den Fiskalpakt! (Abg. Dr. Lopatka: Redezeit!)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
Das machen Sie gegen den Willen der österreichischen Bevölkerung! Das tun Sie zum Nachteil der österreichischen Bevölkerung! Und deswegen appellieren wir an Sie (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen): Es geht um das Geld der Österreicherinnen und Österreicher. Es geht um unsere Freiheit. Es geht um Österreich, daher: Sagen Sie ein Nein zu diesem ESM und zu diesem Fiskalpakt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das machen Sie gegen den Willen der österreichischen Bevölkerung! Das tun Sie zum Nachteil der österreichischen Bevölkerung! Und deswegen appellieren wir an Sie (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen): Es geht um das Geld der Österreicherinnen und Österreicher. Es geht um unsere Freiheit. Es geht um Österreich, daher: Sagen Sie ein Nein zu diesem ESM und zu diesem Fiskalpakt! (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Einen letzten Satz zu den Ausführungen des Kollegen Grosz: Ich kann diese Geschichte mit der Schweiz schon nicht mehr hören! Wie gut geht es der Schweiz und wie gut würde es uns gehen, wenn wir in der Situation der Schweiz wären? – Schauen Sie doch das „FORMAT“ an! Hier heißt es: „Ohne die EU wäre Österreich nicht eine zweite Schweiz, sondern ein wirtschaftlicher Zwerg.“ – Lassen Sie sich das gesagt sein! (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Das ist also keine Ansage für Österreich! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
kraft wird nicht gesteigert, sondern gesenkt, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Nach jeder Krise sollten wir in Europa alle zusammen helfen – auch wenn Sie das lustig finden, Herr Kollege Wittmann –, dass die Menschen in ihrer Heimat wieder Arbeit und ein wirtschaftliches Auskommen haben. Ja, das zu unterstützen, sind wir bereit, aber nicht, 700 Milliarden € als Schirm mit dem Steuergeld der Österreicherinnen und Österreicher zu finanzieren, damit die Spekulanten weiterhin ihr übles Geschäft machen können. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Genug gezahlt“!
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Die „Ernsthaftigkeit“ dieser neuen Koalition, dieser neuen rot-grün-schwarzen-Koalition, hat man am ja Montag im Budgetausschuss gesehen: Da wurde und wird nur gelacht, wenn man ernsthaft Themen anspricht, die man eigentlich ansprechen muss. Einzig und allein das BZÖ hat seit drei Jahren – und das geradezu gebetsmühlenartig – vor dieser Situation gewarnt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Genug gezahlt“!)
Abg. Dr. Lopatka: Der Seher!
Unser Klubobmann, unser Parteiobmann Josef Bucher hat geradezu gebetsmühlenartig – und das die letzten drei Jahre lang – auf die Gefahren hingewiesen. (Abg. Dr. Lopatka: Der Seher!) Von den Regierungsparteien hagelte es dafür nur Schelte; auch medial wurden wir nur mit Schelten belegt.
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Aber ich glaube, dieser ESM lähmt Österreich! Er lähmt Österreich jetzt die längste Zeit, statt dass man notwendige Investitionen in die Zukunft tätigen könnte. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Ruf bei der SPÖ: Da hat er recht!
Wenn heute Herr Klubobmann Cap sagt, dass wir alternativlos sind, dass wir nur Angst machen (Ruf bei der SPÖ: Da hat er recht!), dann muss ich sagen: Das ist ein unglaublicher Vorwurf, denn wir vom BZÖ, Josef Bucher und wir, sind die Einzigen, die Lösungen angeboten haben, die Lösungen diskutieren wollen. Es ist unsere Pflicht, dass wir in diesem Haus über Lösungen sprechen! (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Wenn heute Herr Klubobmann Cap sagt, dass wir alternativlos sind, dass wir nur Angst machen (Ruf bei der SPÖ: Da hat er recht!), dann muss ich sagen: Das ist ein unglaublicher Vorwurf, denn wir vom BZÖ, Josef Bucher und wir, sind die Einzigen, die Lösungen angeboten haben, die Lösungen diskutieren wollen. Es ist unsere Pflicht, dass wir in diesem Haus über Lösungen sprechen! (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Mit dieser Bundesregierung kann das so nicht gehen. Dieser Vertrag ist wirklich das Ende, und das ist die Aufgabe dieser Bundesregierung: Sie hört heute wirklich auf, für das österreichische Volk, für die österreichische Wirtschaft, für die österreichischen Privaten, für die Familien zu arbeiten. Den Banken, einzig und allein den Banken wird unter die Arme gegriffen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Einzig und allein eine vernünftige Diskussion über Lösungen, wie sie auch von den Experten – nicht nur von den Parteien, nicht nur von Josef Bucher und nicht nur vom BZÖ, sondern auch von den Experten – vorgeschlagen werden, ist sinnvoll, aber diese Diskussion verweigern Sie. Sie fahren schnurstracks in die Mauer hinein! Das ist der falsche Weg. Das werden wir nie zulassen, und dagegen werden wir mit allen Mitteln kämpfen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie ein Problem mit dem Styria-Konzern haben: Machen Sie es sich mit denen aus, aber nicht hier! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kopf: Und dann?
Genau das Gleiche verlange ich auch von den anderen Ländern wie Spanien oder Italien: dass sie endlich aufhören, neue Schulden zu machen. Natürlich werden sie pleitegehen! Natürlich, ein Land, das seine Schulden nicht mehr bedienen kann, geht pleite. Schauen Sie sich die Geschichte an! (Abg. Kopf: Und dann?) Schauen Sie sich die Geschichte an.
Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.
Somit haben alle, was sie wollen; das ist auch der Grund, warum ÖVP und SPÖ zustimmen. Die SPÖ will Umverteilung unseres Wohlstands dorthin, wo er gebraucht wird, um sozusagen das Elend gleichmäßig auf alle aufzuteilen. Und die ÖVP will die Banken raushauen, will ihre Klientel schützen, und deshalb ist es ihr auch lieber, dass der Bürger zahlt. Genau das ist der Hintergrund, und das ist das, was ich hier ankreide. (Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Brosz: Wie heißen die ...?
Dann werden es jene Eurokraten, die seit vierzig Jahren die Vereinigten Staaten von Europa anstreben, geschafft haben! Denn aus den Trümmern des gewaltigen Konkurses, der uns da bevorsteht, werden dann die Vereinigten Staaten von Europa entstehen, und dann haben es diese Eurokraten endlich geschafft. Der Preis dafür wird hoch sein! Er wird gewaltig hoch sein: Er wird uns unseren Wohlstand kosten, er wird uns ins Elend stürzen. (Abg. Brosz: Wie heißen die ...?) Genau das leiten Sie heute mit diesem ESM ein! Ich kann es nicht deutlicher sagen. (Abg. Brosz: ... Neurologen?)
Abg. Brosz: ... Neurologen?
Dann werden es jene Eurokraten, die seit vierzig Jahren die Vereinigten Staaten von Europa anstreben, geschafft haben! Denn aus den Trümmern des gewaltigen Konkurses, der uns da bevorsteht, werden dann die Vereinigten Staaten von Europa entstehen, und dann haben es diese Eurokraten endlich geschafft. Der Preis dafür wird hoch sein! Er wird gewaltig hoch sein: Er wird uns unseren Wohlstand kosten, er wird uns ins Elend stürzen. (Abg. Brosz: Wie heißen die ...?) Genau das leiten Sie heute mit diesem ESM ein! Ich kann es nicht deutlicher sagen. (Abg. Brosz: ... Neurologen?)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Der Stronach ...!
Letztlich ist dieser ESM, den Sie heute beschließen, ein Frevel: ein Frevel gegen die Österreicher, ein Frevel gegen unseren Wohlstand (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Der Stronach ...!) und ein Frevel gegen all jene, die sich mit harter Arbeit, mit einigermaßen Budgetdisziplin diesen Wohlstand erkämpft haben.
Beifall bei der FPÖ.
Es ist ein Wahnsinn, dass wir das jetzt jenen opfern, die das eben nicht getan haben, jenen Ländern, die sich nichts gepfiffen haben – wie den Griechen – und die in ihrer Historie immer wieder bewiesen haben, dass sie nicht wirtschaften können. Diesen Ländern schenken wir unseren Wohlstand, und wir werden dann mit ihnen gemeinsam im Tal des Elends verkommen. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Bleiben Sie seriös!
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man muss es vielleicht noch einmal herunterbrechen: Wenn der Verzicht Österreichs auf Freiheit (Abg. Dr. Jarolim: Bleiben Sie seriös!), Souveränität, Budgethoheit, parlamentarische Kontrollrechte, wenn das wirklich die Bedingung dafür ist, mit gleichzeitiger Schuldenübernahme der österreichischen Steuerzahler und der Bevölkerung, um für Bankspekulanten und deren verursachten Schaden aufzukommen, wenn das die Bedingung ist bei all dem, was wir heute vorliegen haben, dann sage ich: Ja, dann wollen immer mehr Menschen den Euro zu Recht nicht. Denn das ist einfach ein Weg, der in die Katastrophe führen muss. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man muss es vielleicht noch einmal herunterbrechen: Wenn der Verzicht Österreichs auf Freiheit (Abg. Dr. Jarolim: Bleiben Sie seriös!), Souveränität, Budgethoheit, parlamentarische Kontrollrechte, wenn das wirklich die Bedingung dafür ist, mit gleichzeitiger Schuldenübernahme der österreichischen Steuerzahler und der Bevölkerung, um für Bankspekulanten und deren verursachten Schaden aufzukommen, wenn das die Bedingung ist bei all dem, was wir heute vorliegen haben, dann sage ich: Ja, dann wollen immer mehr Menschen den Euro zu Recht nicht. Denn das ist einfach ein Weg, der in die Katastrophe führen muss. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist dann nicht zu rechtfertigen, und das kann man dann in Wirklichkeit nur als das bezeichnen, was der ESM offensichtlich wirklich ist, nämlich ein Sadomaso-Vertrag. Das muss man einfach wiederholen und herausarbeiten: ein Sadomaso-Vertrag, wo offenbar die Eurobürokraten-Elite den Sadisten spielen will und Sie mitspielen, dass wir die Entrechtungsrolle, die Versklavungsrolle als Masochisten erhalten sollen. Als Österreicher, die gar nicht mitentscheiden können, gar nichts kontrollieren können, aber zahlen dürfen, ohne jegliche Mitsprache zu haben und ohne, dass Sie ihnen eine Volksabstimmung überhaupt möglich machen und die eigene Bevölkerung darüber entscheiden lassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist Ihr „Erfolg“ des Euro – na, gute Nacht, was Sie da versuchen, in Ihrer persönlichen Erfolgsgeschichte schönzubeten! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es kommt noch schlimmer: Sie setzen mit Ihrer heutigen Zustimmung zum ESM, aber auch zum Fiskalpakt und zur Änderung des Lissabon-Vertrags unser gesamtes bisheriges demokratisches System aufs Spiel. Denn für die, die hier zustimmen, ist es genauso wie für die ganze EU und Währungsunion: Demokratie soll nur noch Ramsch sein. – Das ist der Skandal, dem wir heute entschieden entgegentreten. (Beifall bei der FPÖ.) Wie das auch zu Recht der Chefredakteur der „FAZ“, nämlich Frank Schirrmacher, angesichts der Euro-Diktatur sehr offen beschrieben hat.
Beifall bei der FPÖ.
Genau darum geht es. Ein Nein zum ESM würde uns heute die Chance geben, in jeder Krise neu und eigenständig hier im Parlament zu entscheiden und zu beschließen, ob wir bereit sind, Gelder für einen Rettungsschirm zuzuschießen oder nicht. Aber wir bewahren unsere Souveränität und die parlamentarische Hoheit, um die es uns geht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genau das bringen Sie heute auf den Punkt. Genau das ist Ihre Vorgehensweise von Rot, Schwarz und Grün. Aber ich garantiere Ihnen, dass die Menschen viel klüger sind, als Sie meinen. Die Menschen durchschauen das. Woher auch immer, und wem auch immer Sie dienen, aber Sie dienen heute nicht der österreichischen Bevölkerung und der österreichischen Interessenslage. Sie dienen nicht der Demokratie. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.) Wir wollen letztlich das, was auch ein Cameron im „Sunday Telegraph“ zu Recht gesagt hat: Es gebe nicht zu wenig Europa, sondern zu viel davon, zu viele Kosten, zu viel Bürokratie, zu viel Einmischung in Angelegenheiten, die den Nationalstaaten oder der Zivilgesellschaft oder dem Einzelnen überlassen werden müssen.
Beifall bei der FPÖ.
Wir wollen nicht, dass Österreich entsorgt wird, dass es am Ende im Moloch einer zentralistischen Vereinigten-Staaten-von-Europa-Konstruktion untergeht, wie sich das Herr Spindelegger wünscht. Nein, wir wollen unsere Freiheit, unsere Unabhängigkeit, unsere Souveränität und Selbstbestimmung bewahren. Das ist der Anker für den Wohlstand, den wir erhalten und sichern wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb beziehen wir klar Position gegen diesen ESM-Wahnsinn und den Verfassungsbruch, der heute begangen wird, den wir auch so nicht hinnehmen, denn es ist für uns einfach sittenwidrig, wie hier vorgegangen wird. Und da muss man einfach festhalten: Wohlstand und soziale Sicherheit sind heute in einigen Redebeiträgen vonseiten der SPÖ, der ÖVP und der Grünen bemüht worden. Schweden, Norwegen, Dänemark, die Schweiz und auch andere Länder in der Europäischen Union haben eine nationale Währung und eine gute und sichere Wohlstandsentwicklung ohne Inflation in der Art und Weise, wie sie heute die Eurozone erleben und in Zukunft befürchten muss. Das sind Realitäten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Bevor wir Demokratie, Souveränität und Eigenstaatlichkeit aufgeben, ist es vielleicht wirklich besser, darüber nachzudenken, zurück in eine nationale Währung zu gehen, angebunden an andere Hartwährungsländer, was natürlich sehr wohl auch Sinn ergeben würde, bevor wir in so einen Wahnsinn hineingeritten werden, den wir heute beschrieben haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Ein wenig Seriosität hätte gut getan! – Abg. Ing. Westenthaler: „Eurolim“!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Dr. Jarolim: Ein wenig Seriosität hätte gut getan! – Abg. Ing. Westenthaler: „Eurolim“!) – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.
Abg. Dr. Jarolim: Ein Antrag zum Stiftungspräsidenten wäre sinnvoll!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Auch das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Dr. Jarolim: Ein Antrag zum Stiftungspräsidenten wäre sinnvoll!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Der vergangene Gipfel in Brüssel hat an und für sich offenbart, worum es bei dem ESM in Wirklichkeit geht. Prof. Van der Bellen hat es ja schon angedeutet, dass, bevor dieser ESM beschlossen werden soll, er eigentlich durch die Beschlüsse vom vergangenen Wochenende letzten Endes schon gebrochen worden ist. Der Artikel 3 über den Zweck des ESM ist völlig sinnverdreht und umgekehrt worden. Es geht darum, dass das Geld der Steuerzahler letzten Endes direkt in den Bankensektor geht. Das heißt, der Umweg über die Regierungen ist abgeschafft worden. Das offenbart letzten Endes die Herrschaft der Banken über die Politik. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Politiker in Brüssel haben sich letzten Endes als Marionetten der Finanzwirtschaft geoffenbart. Die Banken haben sich in den letzten Jahren immer wieder verspekuliert. Wir wissen das ganz genau, von Griechenland angefangen, über Portugal, Irland und bis hin jetzt zu Spanien. Und immer wieder greift die öffentliche Hand auf Kosten der Steuerzahler ein und rettet das Bankwesen. Die spanische Immobilienblase ist nichts anderes als das, was schon Lehman Brothers in Amerika gemacht haben, nämlich eine reine Immobilienblase, und die Beteiligten sollen jetzt wieder gerettet werden. Und zahlen muss der kleine Mann, der kleine Steuerzahler und letzten Endes auch die österreichische Bevölkerung. Dieser ESM ist nichts anderes als eine Bad Bank auf Kosten der Völker Europas. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Bei der Installierung des ESM haben Sie im Ausschuss behauptet, dass dieser ESM vergleichbar mit dem IWF ist. Der IWF darf auf keinen Fall an Banken Kredite verteilen. Im Gegenteil: Der IWF darf nur Staaten finanzieren. Damit haben Sie letzten Endes schon Ihr eigenes Versprechen gebrochen, noch bevor das überhaupt beschlossen wurde. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mir ist schon klar, dass die europäischen Finanzminister sich freuen, dass jetzt das Geld gleich direkt zu den Banken fließt, denn sie brauchen jetzt nichts in Ihren Budgets zu verbuchen; sie brauchen die Schulden nicht zu erhöhen. Das, was Sie machen, ist letzten Endes jedoch nur sehr kurzfristig gedacht, denn im Gegenzug kaufen natürlich die Banken unverkäufliche Anleihen und helfen damit den Staaten. Das ist nichts anderes als ein Pyramidenspiel, ein Pyramidenspiel, das in der Privatwirtschaft auch als Wechselreiterei bezeichnet werden kann. Das führt letzten Endes zum Zusammenbruch, und Pyramidenspiele haben immer zum Zusammenbruch geführt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die wirtschaftlichen Kennzahlen, sei es die Exportrate oder auch die Wachstumsrate, haben ganz deutlich vor Augen geführt, dass die Armen in letzter Zeit immer ärmer geworden sind und die Reichen immer reicher. Sie können noch so viel Geld in die Euro-Rettung stecken und in den Finanzsektor, die Schere wird weiter auseinandergehen. Und was nicht zusammenpasst, werden Sie auch nicht zusammenfügen können. Dieses Puzzle ist nicht zu lösen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Ich sage das nicht aus Freude, sondern aus Sorge um unsere Heimat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Diese Handels- und Wirtschaftsungleichgewichte in einem Wirtschaftsraum werden bald dafür sorgen, dass man wieder ganz am Anfang steht. Übrig bleiben noch mehr Schulden, und die hat jeder Staatsbürger und Steuerzahler zu begleichen dank Ihrer Euro-Hörigkeit, weil Sie wider jede wirtschaftliche Vernunft an dieser Fehlkonstruktion des Euros festhalten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Das erledigt ihr jetzt lieber selbst!
Es mag schon sein, dass der ESM nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Niemand in Europa hat behauptet, dass der ESM das alles lösende Allheilmittel ist, aber es ist die einzige Möglichkeit, auf die derzeitige Krise zu reagieren, und wenn man auf diese Krise nicht reagiert, dann nimmt man fahrlässig den Zerfall Europas in Kauf, was auch bedeuten würde, dass man die Hilfe für Spanien, Italien, Griechenland, Irland nicht leisten könnte. Und der Bankrott dieser Länder bleibt doch nicht in diesen Ländern – Wer nimmt das an? Wer kann das ernsthaft behaupten? –, sondern er würde sich natürlich über die Abhängigkeiten der Finanzmärkte sofort auch weiter in die Länder ausbreiten, die von dieser Krise nicht betroffen sind. (Abg. Kickl: Das erledigt ihr jetzt lieber selbst!)
Abg. Bucher: Parallelwährung!
Daher ist es mir lieber, wir haben ein Instrumentarium, um diese Krise zu bekämpfen, als wir haben kein Instrumentarium, um diese Krise zu bekämpfen. Und das muss man sich einmal ins Stammbuch schreiben lassen: Wenn ich gegen jede Maßnahme zur Bekämpfung der Krise bin, lasse ich sie unbekämpft und ungehindert wirken. Und dass das nicht gescheiter sein kann, als etwas gegen ein Problem zu machen, das muss jedem einleuchten. Es nützt nichts, zu behaupten, das regelt sich von selbst. Es regelt sich nicht von selbst, und Sie bieten keine Alternativen. Sie wollen nur Angst erzeugen. Nennen Sie mir eine Alternative, die besser wäre! (Abg. Bucher: Parallelwährung!) Europa zerfallen zu lassen? Griechenland unbegleitet in Konkurs gehen zu lassen? Spanien in Konkurs gehen zu lassen, Italien? Sie werden doch nicht selbst allen Ernstes glauben, dass das dann keine Wirkung hätte, keine Auswirkung hier in Österreich. Wir haben so viele Handelsbeziehungen, so viele Finanzbeziehungen zu diesen Ländern, dass es unmöglich wäre, hier unbeschadet herauszukommen. (Abg. Mag. Stefan: Sterbebegleitung ESM! ESM als Masseverwaltung!)
Abg. Mag. Stefan: Sterbebegleitung ESM! ESM als Masseverwaltung!
Daher ist es mir lieber, wir haben ein Instrumentarium, um diese Krise zu bekämpfen, als wir haben kein Instrumentarium, um diese Krise zu bekämpfen. Und das muss man sich einmal ins Stammbuch schreiben lassen: Wenn ich gegen jede Maßnahme zur Bekämpfung der Krise bin, lasse ich sie unbekämpft und ungehindert wirken. Und dass das nicht gescheiter sein kann, als etwas gegen ein Problem zu machen, das muss jedem einleuchten. Es nützt nichts, zu behaupten, das regelt sich von selbst. Es regelt sich nicht von selbst, und Sie bieten keine Alternativen. Sie wollen nur Angst erzeugen. Nennen Sie mir eine Alternative, die besser wäre! (Abg. Bucher: Parallelwährung!) Europa zerfallen zu lassen? Griechenland unbegleitet in Konkurs gehen zu lassen? Spanien in Konkurs gehen zu lassen, Italien? Sie werden doch nicht selbst allen Ernstes glauben, dass das dann keine Wirkung hätte, keine Auswirkung hier in Österreich. Wir haben so viele Handelsbeziehungen, so viele Finanzbeziehungen zu diesen Ländern, dass es unmöglich wäre, hier unbeschadet herauszukommen. (Abg. Mag. Stefan: Sterbebegleitung ESM! ESM als Masseverwaltung!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Die Behauptung, dass die Inflation in Dänemark und Schweden geringer wäre als in Österreich, ist an den Haaren herbeigezogen. Die durchschnittliche Inflation von 2005 bis 2010 war in Dänemark 2,1 Prozent, in Schweden 2,1 Prozent und in Österreich 1,8 Prozent. Also diese Behauptungen sind schlichtweg falsch, die hier aufgestellt werden. Sie werden auch nicht besser, wenn sie öfter wiederholt werden. Sie werden ganz einfach falsch bleiben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Bucher: Ja, das ist absichtlich so konstruiert!
Zur Volksabstimmung: Auch da sollte man etwas ehrlicher in der Argumentation sein. Die Volksabstimmung, die der Herr Kanzler versprochen hat, bezog sich auf wesentliche Änderungen des europäischen Vertrags. Der ESM ist ein völkerrechtlicher Vertrag. Wenn wir uns schon auf der Ebene der Verfassungsjuristen bewegen: Der ESM ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der nichts mit europäischen Angelegenheiten zu tun hat, sondern zwischen 25 Staaten abgeschlossen wurde. (Abg. Bucher: Ja, das ist absichtlich so konstruiert!) Wir reden von der juridischen Betrachtungsweise, wenn man da nur die Ehrlichkeit haben würde. Herr Kollege Fichtenbauer! Ich führe gern diesen Disput, weil man weiß, dass das ein völkerrechtlicher Vertrag ist und kein Teil des EU-Vertrages. Über völkerrechtliche Verträge haben wir eine allgemeine Bestimmung, dass darüber keine Volksabstimmungen stattfinden können.
Abg. Bucher: Da hier herinnen?
Das heißt, es ist auf mehrere Jahre aufgeteilt, und die Haftung wird nur schlagend, wenn sie tatsächlich abgerufen wird. Die Abrufung der Haftung von nicht eingezahlten Kapitalbeträgen haben wir im Artikel 50b Z 2 oder 3 ausdrücklich so geregelt, dass die hier im Nationalrat beschlossen werden muss. (Abg. Bucher: Da hier herinnen?) Das heißt, jeder zusätzliche Haftungsabruf muss hier durch den Nationalrat, und dann muss die Frau Bundesminister oder der jeweilige Vertreter im Gouverneursrat dort jene Entscheidung vertreten, die hier getroffen wird. Wenn man das Eilverfahren heranzieht, ist es das Gleiche.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir haben daher in Kombination des ESM mit dem ESM-Begleitgesetz eine wirklich große Barriere und Transparenz, weil alle Risikofaktoren, die Änderung der Finanzinstrumente berücksichtigt ist. Da gebe ich Professor Van der Bellen recht, es wird zu einer Änderung kommen, weil das schon beim Gipfel beschlossen worden ist, aber es muss hier in den Nationalrat, weil wir es verfassungsrechtlich so geregelt haben. Das heißt, alle Risikofaktoren, eine Änderung der Finanzhilfe-Instrumente, eine Änderung der Abrufung des nicht einbezahlten Stammkapitals oder auch eine Erhöhung des Stammkapitals muss durch den Nationalrat, und der Vertreter im Gouverneursrat ist gebunden an die Entscheidung dieses Hauses. Wir geben daher keine Rechte ab, sondern wir entscheiden hier über die weitere Vorgangsweise. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Zunächst einmal herzlich willkommen (in Richtung Zuschauergalerie) BZÖ Salzburg, das hier bei uns im Hohen Haus auf Besuch ist! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Man darf von dort nichts hinaustragen und im Grunde genommen fällen Sie ja keine Entscheidungen mehr da drinnen. Und wenn Sie irgendwelche Entscheidungen treffen, dann gibt es keine Einstimmigkeit, sondern nur eine ganz normale Mehrheit von Rot und Schwarz. Das bedeutet, dass die Grünen da drinnen null Mitbestimmungsrechte haben. Sie können sich da drinnen vielleicht das eine oder andere anhören, aber dann können sie es gleich wieder vergessen, weil sie damit nichts anfangen können. Es ist alles geheim, wenn die Frau Bundesministerin Ihnen überhaupt Informationen weiterträgt in diesem sogenannten Unterausschuss. (Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das wirst du gleich hören!
Kollege Stummvoll, du schaust jetzt so betroffen; und ich verstehe das nicht, denn du bist an und für sich ein sehr respektabler Wirtschaftsfachmann. Wie kannst du das vertreten, was da auf europäischer Ebene passiert? (Abg. Dr. Stummvoll: Das wirst du gleich hören!) Und sagt jetzt bitte nicht, das sei alternativlos.
Abg. Dr. Bartenstein: Parallelwährung? Was ist das für ein Unsinn?!
Unsere Aufgabe sollte es sein, über Alternativen nachzudenken. Und es gibt diese Alternativen, und ihr werdet sie noch erleben. Es wird so weit kommen, dass Deutschland und die starken Volkswirtschaften des Nordens sich zusammenschließen in einer eigenen Währungsunion. Die werden dann eine Parallelwährung einführen, und es wird dann in Zukunft den Euro geben und eine zweite Währung, Krone, Mark, wie die auch immer heißen wird. (Abg. Dr. Bartenstein: Parallelwährung? Was ist das für ein Unsinn?!) Dass dieses Parallelwährungssystem funktioniert, haben wir hier im Ausschuss besprochen. Herr Professor Kerber hat von der Regierungsbank aus im Ausschuss dieses Konzept vorgestellt.
Beifall beim BZÖ.
Das ist zumindest eine Alternative, während ihr einfach in gutem Glauben und in der Hoffnung dem folgt, was euch auf europäischer Ebene vorgegeben wird – ohne darüber nachzudenken, welche Folgen das für unser Land, welche Konsequenzen das für die Steuerzahler hat. Das ist die Wirtschaftspartei ÖVP? – Na dann: Gute Nacht, ÖVP! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Krainer: Eure sind auch nicht gut!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Frau Finanzministerin! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Ich glaube, allein die Präsenz hier im Plenarsaal zeigt, wie intensiv wir in den letzten Wochen das Thema ESM und Fiskalpakt diskutiert haben. Allmählich sind wirklich alle Argumente ausgetauscht, meine Damen und Herren. Es fallen ja überhaupt keine neuen Argumente mehr! Nur die Stimme vom Herrn Klubobmann Strache und Herrn Klubobmann Bucher wird manchmal ein bisschen lauter, aber neue Argumente fallen ja überhaupt nicht mehr. (Abg. Krainer: Eure sind auch nicht gut!) Ich gebe aber gerne zu, die Thematik ist schon sehr komplex und für den normalen Staatsbürger wirklich schwer durchschaubar. (Abg. Scheibner: Das ist euer Glück! Mit dem spielt ihr ja!) Er hört einmal „EFSF“, dann hört er „ESM“, dann hört er „Fiskalpakt“, „Fiskalunion“, obwohl der Grundsachverhalt eigentlich sehr einfach ist.
Abg. Scheibner: Das ist euer Glück! Mit dem spielt ihr ja!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Frau Finanzministerin! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Ich glaube, allein die Präsenz hier im Plenarsaal zeigt, wie intensiv wir in den letzten Wochen das Thema ESM und Fiskalpakt diskutiert haben. Allmählich sind wirklich alle Argumente ausgetauscht, meine Damen und Herren. Es fallen ja überhaupt keine neuen Argumente mehr! Nur die Stimme vom Herrn Klubobmann Strache und Herrn Klubobmann Bucher wird manchmal ein bisschen lauter, aber neue Argumente fallen ja überhaupt nicht mehr. (Abg. Krainer: Eure sind auch nicht gut!) Ich gebe aber gerne zu, die Thematik ist schon sehr komplex und für den normalen Staatsbürger wirklich schwer durchschaubar. (Abg. Scheibner: Das ist euer Glück! Mit dem spielt ihr ja!) Er hört einmal „EFSF“, dann hört er „ESM“, dann hört er „Fiskalpakt“, „Fiskalunion“, obwohl der Grundsachverhalt eigentlich sehr einfach ist.
Abg. Bucher: Die sind gelockert worden!
Stabilitätshilfen ist an strenge Auflagen gebunden. (Abg. Bucher: Die sind gelockert worden!) Das ist das, was wir heute beschließen, Herr Kollege Bucher. Und „unabdingbar“ heißt: wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt.
Abg. Grosz: Wir haben keine Euro-Krise?! Das ist aber eine gewagte Aussage!
Lieber Kollege Bucher, du hast heute gesagt – und das wundert mich auch, weil einen gewissen wirtschaftlichen Sachverstand hast du ja –, der Euro ist eine Misserfolgsstory. Ich stelle dem gegenüber: Der Euro ist eine Erfolgsstory. Und wir haben auch keine Euro-Krise. (Abg. Grosz: Wir haben keine Euro-Krise?! Das ist aber eine gewagte Aussage!)
Abg. Bucher: Was ist mit der Arbeitslosigkeit? Was ist mit dem Wirtschaftswachstum?
Ich bringe drei Beispiele: Der Euro ist heute neben dem Dollar die zweitwichtigste Weltwährung, ein Viertel aller Weltwährungsreserven wird in Euro gehalten, der Euro ist ungefähr um 30 Prozent höher bewertet als der Dollar. Das ist eine Erfolgsstory, meine Damen und Herren! Es ist auch kein Zufall, nur um ein Beispiel zu sagen, dass seit Einführung des Euro – das weist die Notenbank ständig nach – die Inflationsrate geringer ist als in den letzten Jahren vor dem Euro. (Abg. Bucher: Was ist mit der Arbeitslosigkeit? Was ist mit dem Wirtschaftswachstum?) Die genauen Zahlen kannst du immer in der Notenbank abfragen.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die Exportquote, lieber Freund, war vor Einführung des Euro ungefähr 52 Prozent bei Waren und Dienstleistungen, heute liegt sie bei fast 60 Prozent. Warum? Kannst du dich noch daran erinnern, wie die Exportwirtschaft darunter gelitten hat, als über Nacht die Lira um 30 Prozent abgewertet wurde? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Unsere Exportwirtschaft – und 60 Prozent unseres Wohlstandes hängen vom Export ab – braucht verlässliche und stabile Rahmenbedingungen. Und die wollen wir erhalten. (Abg. Bucher: Ja, aber um welchen Preis?)
Abg. Bucher: Ja, aber um welchen Preis?
Die Exportquote, lieber Freund, war vor Einführung des Euro ungefähr 52 Prozent bei Waren und Dienstleistungen, heute liegt sie bei fast 60 Prozent. Warum? Kannst du dich noch daran erinnern, wie die Exportwirtschaft darunter gelitten hat, als über Nacht die Lira um 30 Prozent abgewertet wurde? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Unsere Exportwirtschaft – und 60 Prozent unseres Wohlstandes hängen vom Export ab – braucht verlässliche und stabile Rahmenbedingungen. Und die wollen wir erhalten. (Abg. Bucher: Ja, aber um welchen Preis?)
Abg. Bucher hält das Buch „Mehr Wettbewerb wagen“ in die Höhe.
Wenn Europa, das zusammen die stärkste Volkswirtschaft der Welt ist, gemeinsam auftritt, hat der ESM allein schon eine präventive Funktion. Wenn die Spekulanten wissen, im Zweifelsfall steht der ESM, steht Europa hinter diesem Land – egal, ob das jetzt Griechenland heißt, Italien oder Spanien –, dann schaut die Lage schon ganz anders aus. Also wir brauchen das an sich auf Grund einer Tatsache, die wir alle nicht wollen, aber wir haben eben die globale Finanzspekulation, und die kann jedes Land in den Konkurs treiben. (Abg. Bucher hält das Buch „Mehr Wettbewerb wagen“ in die Höhe.)
Abg. Bucher: Sag nicht, dass es das nicht gibt!
Und jetzt zu den Alternativen. (Abg. Bucher: Sag nicht, dass es das nicht gibt!) Lieber Freund, der harte Nord-Euro für Deutschland, Österreich, Holland, Luxemburg und Finnland – du weißt schon, was das heißt? Da sagen alle Studien, diese Währung würde ungefähr um 40 Prozent aufgewertet werden. (Abg. Bucher: Das sind eure eigenen Studien!) Jetzt stellen wir uns vor, was es bedeutet, wenn unsere Exporte um 40 Prozent teurer werden! Die Studien zeigen eindeutig: 10 Prozent Arbeitslosigkeit und 10 Prozent geringeres Bruttoinlandsprodukt.
Abg. Bucher: Das sind eure eigenen Studien!
Und jetzt zu den Alternativen. (Abg. Bucher: Sag nicht, dass es das nicht gibt!) Lieber Freund, der harte Nord-Euro für Deutschland, Österreich, Holland, Luxemburg und Finnland – du weißt schon, was das heißt? Da sagen alle Studien, diese Währung würde ungefähr um 40 Prozent aufgewertet werden. (Abg. Bucher: Das sind eure eigenen Studien!) Jetzt stellen wir uns vor, was es bedeutet, wenn unsere Exporte um 40 Prozent teurer werden! Die Studien zeigen eindeutig: 10 Prozent Arbeitslosigkeit und 10 Prozent geringeres Bruttoinlandsprodukt.
Abg. Bucher: Wettbewerbsfähigkeit! Wo stehen wir da?
Wir wollen das nicht! Wir wollen den bisherigen erfolgreichen Weg weitergehen. Nach den letzten Statistiken hat Österreich unter 27 EU-Staaten pro Kopf das dritthöchste Sozialprodukt, die geringste Arbeitslosigkeit und die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit. (Abg. Bucher: Wettbewerbsfähigkeit! Wo stehen wir da?) Diesen Weg wollen wir weitergehen, und die Instrumente, die wir heute beschließen, dienen dazu, dass wir diesen erfolgreichen Weg auch in den nächsten Jahren weitergehen werden, trotz aller Kassandrarufe der Opposition. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir wollen das nicht! Wir wollen den bisherigen erfolgreichen Weg weitergehen. Nach den letzten Statistiken hat Österreich unter 27 EU-Staaten pro Kopf das dritthöchste Sozialprodukt, die geringste Arbeitslosigkeit und die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit. (Abg. Bucher: Wettbewerbsfähigkeit! Wo stehen wir da?) Diesen Weg wollen wir weitergehen, und die Instrumente, die wir heute beschließen, dienen dazu, dass wir diesen erfolgreichen Weg auch in den nächsten Jahren weitergehen werden, trotz aller Kassandrarufe der Opposition. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Er ist es ja!
Aber Ihre Argumentation für das, was heute hier beschlossen wird, schlägt ja dem Fass den Boden aus. Sie sagen, wir beschließen heute nur: Wenn es unabdingbar nötig ist, kann die EU-Kommission oder wer auch immer diesen ESM einführen. Ja, aber wenn er nicht unabdingbar nötig ist, warum beschließen wir ihn dann heute? (Abg. Dr. Bartenstein: Er ist es ja!) Dann warten wir doch, bis es unabdingbar nötig wird! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber Ihre Argumentation für das, was heute hier beschlossen wird, schlägt ja dem Fass den Boden aus. Sie sagen, wir beschließen heute nur: Wenn es unabdingbar nötig ist, kann die EU-Kommission oder wer auch immer diesen ESM einführen. Ja, aber wenn er nicht unabdingbar nötig ist, warum beschließen wir ihn dann heute? (Abg. Dr. Bartenstein: Er ist es ja!) Dann warten wir doch, bis es unabdingbar nötig wird! (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Richtig!
Jetzt zu Ihrer Lüge, was beim Euro alles besser geworden ist – verzeihen Sie das Wort „Lüge“ –, zu Ihrer Unwahrheit, die Sie permanent behaupten. Sie sagen, durch den Euro geht es uns ausgezeichnet. Tatsache ist, dass in Österreich 1 Million Menschen an der Armutsgrenze leben und 250 000 unter der Armutsgrenze. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!)
Abg. Dr. Stummvoll: Da ist der Euro daran schuld?!
Jetzt komme ich zu Ihrem Export-Unsinn. Ich habe mir das angesehen. Wissen Sie, wir haben vor der Euro-Einführung auch exportiert, und wir waren damals auch gut im Export, und wir haben auch vor der Euro-Einführung über 30 Prozent nach Deutschland exportiert. (Abg. Dr. Stummvoll: Da ist der Euro daran schuld?!) Das war auch kein Problem, weil der Schilling an die D-Mark gekoppelt war. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt komme ich zu Ihrem Export-Unsinn. Ich habe mir das angesehen. Wissen Sie, wir haben vor der Euro-Einführung auch exportiert, und wir waren damals auch gut im Export, und wir haben auch vor der Euro-Einführung über 30 Prozent nach Deutschland exportiert. (Abg. Dr. Stummvoll: Da ist der Euro daran schuld?!) Das war auch kein Problem, weil der Schilling an die D-Mark gekoppelt war. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Hören Sie doch endlich auf, solche Märchen zu erzählen! Das stimmt ja alles nicht, was Sie sagen! Schauen Sie doch in der Statistik nach, das ist ja relativ einfach! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Das wird passieren!
Ich würde es aber für sehr schlecht halten, wenn ohne besondere Konditionen und Prüfungen direkt Banken bedient werden. Ich sage Ihnen das ganz offen, Frau Ministerin. Das wird eine harte Auseinandersetzung. (Abg. Scheibner: Das wird passieren!) Ja, das kann passieren. Über das können wir gleich reden. Es muss mindestens die Bedingung erfüllt werden, dass wir auf diesem Wege vorher eine europaweite Bankenaufsicht bekommen, die auch, wo auch immer angesiedelt, ernste Durchgriffsrechte bekommt. Ansonsten halte ich das insofern wieder für zweischneidig, als man dann ja jedenfalls nach dem Einzelfall unterscheiden muss.
Abg. Scheibner: Überbrückungshilfe?! Wofür?
Wenn es aber darum geht, Investmentbanken, wo man vorher lange zugeschaut hat, wie die Eigentümer das Geld vielleicht noch rechtzeitig auf die Seite räumen, wie die Gläubigerhaftung außer Acht gelassen wird, auch noch zu rekapitalisieren, das werden Sie politisch nicht aushalten und das deshalb nicht tun, und wenn, dann wird es einen anständigen Crash geben, und wenn auch nur einen politischen. Ich halte das für ganz wesentlich, aber ich sage, auch diese Gefahr ist unterm Strich kein Grund, den ESM abzulehnen, weil er richtig angewendet eine vernünftige Überbrückungshilfe für die- se durchaus schwierige Situation in einigen europäischen Ländern sein kann. (Abg. Scheibner: Überbrückungshilfe?! Wofür?)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage noch einmal: Es geht, wenn man es richtig macht, noch lange um keine Euro-Krise. Es geht um eine Krise von Staatsanleihen, von Volkswirtschaften und die dann sofort folgende und völlig überbordende Spekulation auf diese Staaten. Das ist das Problem, das ist der Kern des Problems! Und da können wir zumindest eine Zeit lang gegensteuern. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ja, ihr macht aber das Gegenteil!
Noch einmal: Das war der Grund, warum wir hier nicht für diese Art von Griechenlandhilfe gestimmt haben; und wir sind auch nach wie vor der Meinung, dass Griechenland pleite ist und dass das anders abgewickelt gehört. (Abg. Scheibner: Ja, ihr macht aber das Gegenteil!) Das ist einfach richtig, hat aber mit dem ESM hier gar nichts zu tun. Das ist ja für die Zukunft! Das ist für die Zukunft eine wesentliche Frage, und das sieht auch der Vertrag im Übrigen vor, nämlich diese Unterscheidung vorzunehmen und je nachdem die Instrumente zu schmieden.
Beifall bei Grünen, ÖVP und SPÖ.
Aber was sind die besseren Instrumente, die wirklich wichtigen? Das ist mit Sicherheit ein Einstieg in die Finanztransaktionssteuer, und der scheint insofern zu gelingen, als die allerwichtigsten und heftigsten Barrikaden aus dem Weg geräumt wurden. Der Ecofin hat es angegangen. Es ist eine gute Sache, und da darf man auch einmal der Frau Finanzministerin Fekter Respekt zollen und auch ein Lob aussprechen, weil es nachweislich so ist, dass die Initiative von Österreich, Deutschland und Frankreich diese Barrieren beseitigt hat! (Beifall bei Grünen, ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Ich halte das – zumindest, was die europäische Politik dieser Bundesregierung betrifft – für einen Durchbruch. Ich bin davon überzeugt, dass wir das in ein paar Jahren im Rückblick noch ganz anders bewerten werden als hier und heute und jetzt gerade in diesem Moment. Aber immer muss ein erster Schritt gemacht werden. Dieser Schritt ist ein durchaus großer, bedeutsamer und wichtiger, und davor sollten wir uns nicht verstecken, sondern, ganz im Gegenteil, das offensiv vertreten. Ich gehe davon aus, dass die Bundesregierung das macht, sonst werden wir Ihnen wieder Beine machen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das ist unglaublich!
Dieser Europäische Stabilitätsmechanismus ist eine internationale Finanzinstitution, so wie es der Internationale Währungsfonds ist, so wie es die Weltbank ist, so wie es beispielsweise auch die Europäische Entwicklungsbank ist, die Asiatische Entwicklungsbank ist oder die Investitionsbank ist. Auch dort sind wir überall Anteilseigner, und wir werden dann auch beim ESM Anteilseigner sein. (Abg. Scheibner: Das ist unglaublich!)
Abg. Podgorschek: Und wir sind das Löschmittel!
Der ESM ist kein Allheilmittel, es ist nur eine Institution. Es ist in etwa wie eine hochmoderne Feuerwehr, das hat heute schon Kollege Matznetter erklärt (Abg. Podgorschek: Und wir sind das Löschmittel!), die künftig bei einer Finanzkrise ausrückt und verhindert, dass sie zu einem Flächenbrand wird, soll heißen, zu einer Währungskrise, die unser aller Wohlstand bedroht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der ESM ist kein Allheilmittel, es ist nur eine Institution. Es ist in etwa wie eine hochmoderne Feuerwehr, das hat heute schon Kollege Matznetter erklärt (Abg. Podgorschek: Und wir sind das Löschmittel!), die künftig bei einer Finanzkrise ausrückt und verhindert, dass sie zu einem Flächenbrand wird, soll heißen, zu einer Währungskrise, die unser aller Wohlstand bedroht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Markowitz: Ja, genau!
Noch besser, als die Feuerwehr zu holen, ist es natürlich, Brände überhaupt zu vermeiden (Abg. Markowitz: Ja, genau!), und dafür haben wir in den vergangenen Jahren sehr viel Vorsorge getroffen. Wir haben zum Beispiel die Regeln des EU-Stabilitätspaketes verschärft. Wir können jetzt schon viel früher eingreifen, wenn in einem Land die Schulden aus dem Ruder laufen. Wir können auch strengere Strafen gegen uneinsichtige Defizit- und Schuldensünder verhängen, und wir können auch bei gefährlichen volkswirtschaftlichen Ungleichgewichten in einem Land einschreiten.
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben wirksame Vorbeugungsmaßnahmen im Fiskalpakt geschaffen. Man muss immer den ESM, das Finanzinstitut, natürlich mit den Disziplinierungsinstrumenten für Defizitsünder beziehungsweise Schuldenländer in einem betrachten, und der nächste Tagesordnungspunkt ist ja dann dieser Fiskalpakt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Er kann auf den Märkten für Staatsanleihen intervenieren und so Spekulanten das Wasser abgraben. Wer hier dagegen ist, spricht sich eigentlich für Spekulantentum aus und dafür, dass man den Spekulanten freien Lauf lässt. Wir wollen das nicht! Wir wollen diese Unsitten am Markt eindämmen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Sie können ja nicht einmal den Ausdruck „Apokalypse“ richtig werten!
Ich kann mir nicht vorstellen, warum man gegen solche geordnete Verhältnisse ist, warum man das nicht will, warum man nur apokalyptische Horrorszenarien von Anarchie hier zeichnet! Nein, das ist es nicht, es ist ein anderer Weg. Er regelt, wie man mit Krisen umgeht, und nicht, wie man vor der Krise den Kopf in den Sand steckt. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Sie können ja nicht einmal den Ausdruck „Apokalypse“ richtig werten!)
Abg. Neubauer: Ist es nicht!
Es gibt aber auch Ignoranz gegenüber diesem Instrument und eine Fülle von Angstpropaganda und falschen Äußerungen. Die Experten haben das im Hearing öffentlich ohnehin schon wieder auf den Boden des Faktischen gestellt. Es ist beispielsweise eine Unwahrheit, dass der Gouverneursrat dieses Stabilitätsmechanismus unbegrenzt Geld von Österreich abrufen kann und wir damit unsere Budgethoheit hier im Hohen Haus aufgeben. (Abg. Neubauer: Ist es nicht!)
Abg. Podgorschek: Schulaufsatz, gell?
Wir sind Anteilseigner. Unser Anteil beträgt insgesamt 2,2 Milliarden €, die wir in fünf Tranchen einzahlen müssen, und dann gibt es noch ein abrufbares Kapital, ausgerichtet auf die nächsten Jahrzehnte, von 17,2 Milliarden €. Dieses Eigenkapital kann nicht beliebig erhöht, sondern nur durch einen Beschluss des Parlaments angehoben werden. Ja selbst für das bereits beschlossene Kapital, wenn es abgerufen wird, muss hier im Hohen Haus wieder ein Beschluss gefasst werden. (Abg. Podgorschek: Schulaufsatz, gell?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Ich bedanke mich bei der breiten Mehrheit hier im Hohen Haus, bei jenen drei Fraktionen, die hiezu ihre Zustimmung geben, für diese vernünftige Vorgangsweise. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. – Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
und das ist immer das Perfide: wenn man die Art der Umsetzung eines Projektes kritisiert, sagen Sie sofort, man sei gegen das Projekt an sich –, sondern wir waren auch damals für eine gemeinsame Währung in Europa, wie wir das auch heute sind, nur die Art der Umsetzung haben wir kritisiert, weil wir damals genau das vorhergesehen haben, was jetzt eingetreten ist, dass nämlich Staaten mit dabei sind, die ganz einfach nicht fähig sind, in eine gemeinsame Währung einzutreten, weil damals die Kriterien nicht ausgereicht haben, weil der Kontroll- und Sanktionsmechanismus nicht ausgereicht hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da Sie immer von Feuerwehr-Aktionen et cetera sprechen: Ich sage Ihnen, wir wollen nicht leichtfertig ein morsches, ein renovierungsbedürftiges Haus abreißen. Da muss man schon schauen: vielleicht kann man daran arbeiten und es entsprechend sanieren. Aber wenn klar ist, dass das Haus nicht sanierbar ist – asbestverseucht, morsch, einsturzgefährdet ist –, dann ist es unverantwortlich, noch Geld hineinzupumpen, weil man weiß, es wird nicht funktionieren. Da ist der Abriss und der Neubau eines funktionierenden Gefüges die sicherere und die verantwortungsvollere Lösung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber da ist das genau der falsche Weg, weil der in Wahrheit wieder den Spekulanten den Atem freimacht für weiteres Agieren und die Banken entsprechend saniert. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das wäre ein Umdenken – und es wäre längst an der Zeit, das zu machen! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Huber: Herr „Professor“ Krainer!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Kollegen Scheibner muss man immer daran erinnern, dass die Aufnahme Griechenlands in die Eurozone von einem blauen Finanzminister auf europäischer Ebene beschlossen worden ist. (Abg. Huber: Herr „Professor“ Krainer!) – Ich weiß, Sie hören es nicht gern, aber es ist halt die Wahrheit. Ein blauer Finanzminister hat der Aufnahme von Griechenland in die Währungszone, zum Euro, zugestimmt. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Neubauer: Die wahre Schuld liegt bei Griechenland!)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Neubauer: Die wahre Schuld liegt bei Griechenland!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Kollegen Scheibner muss man immer daran erinnern, dass die Aufnahme Griechenlands in die Eurozone von einem blauen Finanzminister auf europäischer Ebene beschlossen worden ist. (Abg. Huber: Herr „Professor“ Krainer!) – Ich weiß, Sie hören es nicht gern, aber es ist halt die Wahrheit. Ein blauer Finanzminister hat der Aufnahme von Griechenland in die Währungszone, zum Euro, zugestimmt. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Neubauer: Die wahre Schuld liegt bei Griechenland!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Huber. – Abg. Scheibner: Hast du etwas anderes auch zu reden? Polemiker!
Ich sage auch immer dazu, wenn es ein roter Finanzminister gewesen wäre, lege ich nicht die Hand ins Feuer, dass er nicht dasselbe gemacht hätte wie der blaue, aber Sie sollten sich nicht von Ihrer eigenen Verantwortung permanent distanzieren, wie Sie das auch bei der Hypo und bei Kärnten die ganze Zeit machen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Huber. – Abg. Scheibner: Hast du etwas anderes auch zu reden? Polemiker!) – Das ist beschämend, wie Sie hier agieren und nicht die Verantwortung für Ihre eigenen Taten übernehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage auch immer dazu, wenn es ein roter Finanzminister gewesen wäre, lege ich nicht die Hand ins Feuer, dass er nicht dasselbe gemacht hätte wie der blaue, aber Sie sollten sich nicht von Ihrer eigenen Verantwortung permanent distanzieren, wie Sie das auch bei der Hypo und bei Kärnten die ganze Zeit machen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Huber. – Abg. Scheibner: Hast du etwas anderes auch zu reden? Polemiker!) – Das ist beschämend, wie Sie hier agieren und nicht die Verantwortung für Ihre eigenen Taten übernehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Haben Sie wieder nicht zugehört?
Der Herr Bundeskanzler hat es gesagt: Das ist noch nicht sicher, dass das jetzt das Ende aller Tage ist. Es kann sein, dass aufgestockt werden muss, es kann sein, dass die Sicherungsmaßnahmen nicht reichen. Das, was Kollege Scheibner sagt, dass immer gesagt wird, jetzt ist aber eh alles geregelt, jetzt ist eh alles erledigt, das ist heute gar nicht gesagt worden. (Abg. Scheibner: Haben Sie wieder nicht zugehört?) – Es ist heute ausdrücklich gesagt worden, das ist ein wichtiger Schritt, und es kann keiner sagen, ob in den nächsten sechs Monaten nicht zusätzliche Schritte notwendig sein werden. (Abg. Huber: Für die Pflege haben wir kein Geld!)
Abg. Huber: Für die Pflege haben wir kein Geld!
Der Herr Bundeskanzler hat es gesagt: Das ist noch nicht sicher, dass das jetzt das Ende aller Tage ist. Es kann sein, dass aufgestockt werden muss, es kann sein, dass die Sicherungsmaßnahmen nicht reichen. Das, was Kollege Scheibner sagt, dass immer gesagt wird, jetzt ist aber eh alles geregelt, jetzt ist eh alles erledigt, das ist heute gar nicht gesagt worden. (Abg. Scheibner: Haben Sie wieder nicht zugehört?) – Es ist heute ausdrücklich gesagt worden, das ist ein wichtiger Schritt, und es kann keiner sagen, ob in den nächsten sechs Monaten nicht zusätzliche Schritte notwendig sein werden. (Abg. Huber: Für die Pflege haben wir kein Geld!)
Abg. Mag. Stefan: Das stimmt nicht!
Das Erste ist: Der Euro sei so eine Wackelwährung und wäre nicht stabil. – Die Stabilität einer Währung misst man im Wesentlichen zweifach: entweder die innere oder die äußere Stabilität. Bei der inneren Stabilität geht es darum, wie hoch die Inflation ist. Die Inflation seit Einführung des Euro ist zirka halb so hoch, wie sie vor Einführung des Euro war. Das heißt, die innere Stabilität des Euro ist jedenfalls nicht schlechter, sondern besser, als die innere Stabilität des Schilling war. (Abg. Mag. Stefan: Das stimmt nicht!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Es war immer das Ziel, ein Verhältnis von etwa 1 : 1 zu haben. Wir sind jetzt bei 1 : 1,26 – also auch nicht gerade eine besonders schwache Währung, sondern deutlich stärker als der Dollar. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Deimek und Neubauer.
Reden Sie einfach mit Betrieben, die exportieren, und die werden Ihnen alle sagen, dass der Euro uns sehr, sehr geholfen hat, weil er hier sehr stabile Verhältnisse gebracht hat in unseren Außenbeziehungen und mit unseren Handelspartnern. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Deimek und Neubauer.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn die FPÖ hier sagt, es gibt keine Kontrolle, nicht einmal der Rechnungshof darf den ESM kontrollieren, so ist das, wie leider sehr oft, nicht die Wahrheit. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Es ist so, dass es eine interne Kontrolle, eine externe Kontrolle und dann noch einen Prüfungsausschuss gibt, wo der Europäische Rechnungshof drinnen sitzt und wo, jeweils immer rotierend, zwei nationale Rechnungshöfe drinnen sitzen.
Abg. Strache: Trotz 280 Milliarden € Staatsschulden!
Abschließend noch, nur damit wir wissen, wovon wir reden: Österreich hat ein BIP von zirka 300 Milliarden € und geht jetzt Kapital und Haftungen ein von unter 20 Milliarden €. (Abg. Strache: Trotz 280 Milliarden € Staatsschulden!)
Abg. Scheibner: Bei der BAWAG habt’s das aber anders gesehen!
Volksabstimmung durchgeführt, ob Kärnten bei 15 Milliarden € Bruttoinlandsprodukt mehr als 20 Milliarden € Haftungen eingehen darf? – Nein! Haben Sie nicht! (Abg. Scheibner: Bei der BAWAG habt’s das aber anders gesehen!)
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Dr. Bartenstein – in Richtung FPÖ –: Haben Sie Ihre Rolle in Kärnten vergessen?
Wissen Sie, was der Unterschied ist? – Es ist zirka das Zwanzigfache, was Sie in Kärnten für ein Risiko eingegangen sind, und es ist schlagend geworden. Denken Sie einmal über Ihre eigenen Fehler nach und übernehmen Sie doch endlich Verantwortung für das, was Sie hier getan haben! (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Dr. Bartenstein – in Richtung FPÖ –: Haben Sie Ihre Rolle in Kärnten vergessen?)
Beifall bei der SPÖ.
Spielen Sie sich nicht als Lehrmeister auf und reden Sie hier nicht von Volksabstimmungen, wenn Sie selber beim zwanzigfachen Risiko, das noch dazu schlagend geworden ist, das nicht gemacht haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich frage mich als Kaufmann immer wieder: Würden Sie von der SPÖ, Sie von der ÖVP und von den Grünen diesen Vertrag auch gutheißen und unterschreiben, wenn Sie selber dafür in die Haftung kommen könnten, also wenn Sie dafür verantwortlich gemacht werden könnten? – Ich denke, da würden Sie sich etwas schwerer tun, und Sie würden nicht so leichtfertig eine so weitreichende Entscheidung treffen! (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Trotz Grasser-Unterstützung?
Meine Damen und Herren, das Bild, das die EU und der Euro im Moment abgeben, das ist kein Zufall. Das hat so sein müssen. Ein Kommunist ist Ratspräsident. Ein Pleitestaat lenkt die Ratspräsidentschaft. Die größte zypriotische Bank ist pleite (Ruf bei der SPÖ: Trotz Grasser-Unterstützung?), braucht Geld vom ESM. Gestern ist im ORF in den Spätnachrichten durchgekommen, dass der größte EU-Betrugsskandal mit einem Schaden von 600 Millionen € aufgedeckt wurde.
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein. – Abg. Strache: Gauweiler ist kein Kommunist, Herr Bartenstein!
Das, was wir tun, ist wie „Schokolade für Zuckerkranke“ und führt ins Verderben. – Zitatende. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein. – Abg. Strache: Gauweiler ist kein Kommunist, Herr Bartenstein!)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, ich bin kein Ökonom, aber ich bin Kaufmann. Ich bin Kaufmann und bilde mir meine Meinung als verantwortungsvoller Mensch selber. Ich als Kaufmann würde einen derartigen ESM-Vertrag niemals unterstützen und unterschreiben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: „Wo woar mei Leistung?“ – Das hat ein Freiheitlicher gesagt, oder?
Für eine dem Untergang geweihte Währung verschleudert diese Regierung – mit Hilfe der Grünen – Vermögen und unsere demokratischen Rechte. Wo ist denn in diesem Vertrag, meine Damen und Herren, die Gegenleistung für Österreich? – Wir zahlen immerhin 2,23 Milliarden € ein, haften für fast 20 Milliarden €. Wo ist die Gegenleistung?! (Abg. Dr. Bartenstein: „Wo woar mei Leistung?“ – Das hat ein Freiheitlicher gesagt, oder?)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter
Das kommt mir so ähnlich vor wie diese russischen Puppen – Matroschka, glaube ich, heißen die (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter); „Matroschka“ steht im Duden, ich habe nachgeschaut –, Puppen also, bei denen man immer wieder die eine Hülle fallen lässt – und immer wieder kommt der nächste Rettungsschirm zum Vorschein. (Abg. Prähauser: Die werden immer kleiner!) – Immer kleiner, ja, ja, lieber Freund, das wäre so der Wunsch. Es ist das aber eine Insolvenzverschleppung, was hier gemacht wird, und nichts anderes.
Abg. Prähauser: Die werden immer kleiner!
Das kommt mir so ähnlich vor wie diese russischen Puppen – Matroschka, glaube ich, heißen die (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter); „Matroschka“ steht im Duden, ich habe nachgeschaut –, Puppen also, bei denen man immer wieder die eine Hülle fallen lässt – und immer wieder kommt der nächste Rettungsschirm zum Vorschein. (Abg. Prähauser: Die werden immer kleiner!) – Immer kleiner, ja, ja, lieber Freund, das wäre so der Wunsch. Es ist das aber eine Insolvenzverschleppung, was hier gemacht wird, und nichts anderes.
Beifall bei der FPÖ.
Darum sind wir der Meinung, da gehört das Volk befragt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Als Budgetpolitiker, der ich ja für unsere Fraktion, für die FPÖ, auch bin, stelle ich fest, dass wir uns nicht gerade rosig finanzieren. Österreich hat – Frau Bundesminister, Sie vergessen das offensichtlich immer wieder – 283 Milliarden € Staatsschulden und zahlen dafür Zinsen in der Höhe von 10 Milliarden € pro Jahr. Österreich geht jetzt weitere Schulden ein – fremdes Geld, das wir aufnehmen müssen –, die der Steuerzahler letztlich bezahlen muss. Das, meine Damen und Herren, ist grob fahrlässig, wie hier vorgegangen wird! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Ich möchte zum Schluss noch eines sagen, meine Damen und Herren: Am Mon- tag wurde in der ORF-Sendung „Thema“ über die Armut in Österreich berichtet – 250 000 Menschen in Österreich leben unter der Armutsgrenze. Es wurde über eine Betroffene berichtet, die in Österreich pro Woche 10 € fürs Leben zur Verfügung hat – 10 €! (Zwischenruf des Abg. Hörl.) Es wurde darüber berichtet, dass Kleinstschulen zugesperrt werden müssen, weil Geldmangel herrscht, sodass diese Schulen, die so wichtig sind für das Soziale in Österreich – in dem Fall in Oberösterreich – nicht gehalten werden können.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, ich komme zum Schluss: Wir brauchen keine Rettungsschirme für Banken, sondern Rettungsschirme für die Menschen dieses Landes. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dolinschek: Das haben wir eh gesagt!
Ja, meine Damen und Herren, dieser ESM ist kein Allheilmittel, das ist unbestritten, aber es ist die einzig sinnvolle Alternative derzeit. Sagen Sie etwas anderes, was besser sein könnte! (Abg. Dolinschek: Das haben wir eh gesagt!) – Das haben Sie nicht gesagt, meine Damen und Herren.
Bundesministerin Dr. Fekter: Die Kommunisten!
Ich halte fest, dass es offensichtlich doch möglich ist, dass drei Parteien staatspolitische Verantwortung zeigen. Und dann so zu tun, als ob diese drei Parteien nichts verstünden, keine Ahnung hätten, das Land an die Wand fahren würden? – Dann frage ich mich, warum in Deutschland vier Parteien im Wesentlichen derartige staatspolitische Verantwortung zeigen und nur eine einzige Gruppe in Deutschland, nämlich die Linken, dagegen ist (Bundesministerin Dr. Fekter: Die Kommunisten!) – nämlich, meine Damen und Herren, die Kommunisten! (Zwischenruf des Abg. Hagen.)
Zwischenruf des Abg. Hagen.
Ich halte fest, dass es offensichtlich doch möglich ist, dass drei Parteien staatspolitische Verantwortung zeigen. Und dann so zu tun, als ob diese drei Parteien nichts verstünden, keine Ahnung hätten, das Land an die Wand fahren würden? – Dann frage ich mich, warum in Deutschland vier Parteien im Wesentlichen derartige staatspolitische Verantwortung zeigen und nur eine einzige Gruppe in Deutschland, nämlich die Linken, dagegen ist (Bundesministerin Dr. Fekter: Die Kommunisten!) – nämlich, meine Damen und Herren, die Kommunisten! (Zwischenruf des Abg. Hagen.)
Bravo-Ruf sowie Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP in Richtung FPÖ und BZÖ: „Gratuliere!“ – Abg. Neubauer: Ihr haltet es mehr mit Gauweiler! – Gegenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Es mag, verehrte Damen und Herren von BZÖ und FPÖ, Ihre Sache sein, warum Sie sich auf die wirtschaftspolitische Ebene der Linken in Deutschland begeben wollen. (Bravo-Ruf sowie Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP in Richtung FPÖ und BZÖ: „Gratuliere!“ – Abg. Neubauer: Ihr haltet es mehr mit Gauweiler! – Gegenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Prähauser.
Abgeordneter Christoph Hagen (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Ministerbank! Hohes Haus! Es ist mir neu, Herr Kollege Auer, dass der Ministerpräsident der CSU in Bayern ein Kommunist ist, aber er ist genau auf jener Linie, die auch das BZÖ vertritt, und daran können Sie sich ein Beispiel nehmen. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Prähauser.)
Abg. Prähauser: Die Feuerwehr kann nichts dafür!
Meine Damen und Herren! Es wurde hier schon oft über das Thema Feuerwehr gesprochen. Die Feuerwehr wird hier für den ESM missbraucht. Jetzt möchte ich Ihnen, Frau Minister, ein Beispiel bringen, nachdem Sie so schön mit der Feuerwehr gekommen sind. (Abg. Prähauser: Die Feuerwehr kann nichts dafür!) – Die Feuerwehr kann eben nichts dafür, und jetzt frage ich Sie, was klüger ist, wenn das das Holzhaus des Nachbarn in Vollbrand steht und nicht mehr zu retten ist: Soll ich dann hergehen und meine Pumpe verwenden, die zu klein dimensioniert ist und meinen Löschteich leerpumpen, wenn ich den sich annähernden Flächenbrand sehe? (Abg. Jakob Auer: Ja, da muss ich aufpassen, dass ich ...!) Ich glaube, das ist nicht vernünftig. Ich glaube, da muss ich mir eine Reserve zurückhalten und mein Haus schützen. Das ist legitim und das wollen wir hier machen, meine Damen und Herren.
Abg. Jakob Auer: Ja, da muss ich aufpassen, dass ich ...!
Meine Damen und Herren! Es wurde hier schon oft über das Thema Feuerwehr gesprochen. Die Feuerwehr wird hier für den ESM missbraucht. Jetzt möchte ich Ihnen, Frau Minister, ein Beispiel bringen, nachdem Sie so schön mit der Feuerwehr gekommen sind. (Abg. Prähauser: Die Feuerwehr kann nichts dafür!) – Die Feuerwehr kann eben nichts dafür, und jetzt frage ich Sie, was klüger ist, wenn das das Holzhaus des Nachbarn in Vollbrand steht und nicht mehr zu retten ist: Soll ich dann hergehen und meine Pumpe verwenden, die zu klein dimensioniert ist und meinen Löschteich leerpumpen, wenn ich den sich annähernden Flächenbrand sehe? (Abg. Jakob Auer: Ja, da muss ich aufpassen, dass ich ...!) Ich glaube, das ist nicht vernünftig. Ich glaube, da muss ich mir eine Reserve zurückhalten und mein Haus schützen. Das ist legitim und das wollen wir hier machen, meine Damen und Herren.
Abg. Dr. Bartenstein: Eben! Genau!
„dass der Stabilitätsmechanismus den Kern des Problems der südeuropäischen Länder nicht erfasse: Dieses liege nicht in der Staatsverschuldung allein, sondern in der Verschuldung der Gesamtvolkswirtschaft aufgrund des anhaltenden Leistungsbilanzdefizits. Diesem könne nur durch realwirtschaftliche Reformen begegnet werden. Solche Reformen seien zwar in den vereinbarten Mechanismen vorgesehen, indem die Gewährung der Finanzhilfen an ,strenge Auflagen‘ geknüpft werden soll ...“ (Abg. Dr. Bartenstein: Eben! Genau!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Stefan.
Gerken verweist aber darauf, „dass diese Auflagen in der Praxis nicht mit der notwendigen Strenge durchgesetzt werden können, da die übrigen Euro-Staaten einem insolvenzgefährdeten Mitgliedstaat Finanzhilfen kaum versagen könnten und daher ihre Verhandlungsposition geschwächt sei.“ (Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Stefan.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Das Parlament ist nicht bloß eine Entscheidungs- und Gesetzgebungsmaschine, meine Damen und Herren. Wir haben eine Kommunikationsaufgabe hin zur Gesellschaft, derer müssen wir uns wieder bewusst werden! Wenn wir das nicht mehr erfüllen, ist unsere Legitimität als Abgeordnete und als Parlament verfallen und die Demokratie überflüssig geworden. So weit ist es mittlerweile, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Beifall beim BZÖ.
Wir vom BZÖ sagen ganz klar: Genug gezahlt! Eine Volksabstimmung ist hier der einzige Weg! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: ... sondern auch das deutsche Verfassungsgericht!
In diesem Zusammenhang zu sagen, es gehe in Richtung Diktatur, wie das einige Abgeordnete des BZÖ heute und auch gerade zuvor gesagt haben, ist nicht nur falsch, sondern infam! – Es ist ganz das Gegenteil der Fall, nämlich dass Österreich Vorreiter ist (Abg. Strache: ... sondern auch das deutsche Verfassungsgericht!), was die Mitbestimmung des Parlaments bezüglich Entscheidungen des ESM betrifft. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.
In diesem Zusammenhang zu sagen, es gehe in Richtung Diktatur, wie das einige Abgeordnete des BZÖ heute und auch gerade zuvor gesagt haben, ist nicht nur falsch, sondern infam! – Es ist ganz das Gegenteil der Fall, nämlich dass Österreich Vorreiter ist (Abg. Strache: ... sondern auch das deutsche Verfassungsgericht!), was die Mitbestimmung des Parlaments bezüglich Entscheidungen des ESM betrifft. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Das ist ein massiver Durchbruch! Ich kann mich noch erinnern, vor einem Monat hat jeder Journalist in Österreich gefragt: Glauben Sie wirklich, dass das kommt? – Diesbezüglich hat es Österreich mit einem Schulterschluss zwischen Regierung und der grünen Opposition geschafft, Europa in die Zange zu nehmen oder in Europa eine Diskussion voranzutreiben, nämlich auf verschiedensten Ebenen: über die Parteikontakte, über die Regierungskontakte, über die Parlaments- und Oppositionskontakte. Und das ist ganz, ganz wichtig und auch notwendig. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Damit ist wohl ein dauerhafter, verbesserter Schutz vor systemischen Krisen geschaffen worden. Das ist nicht nur für die Problemstaaten ein wichtiger Punkt, sondern auch für Österreich, denn diese systemischen Krisen können sich mittelfristig auch auf Österreich negativ auswirken. Schauen wir nur, was der Internationale Währungsfonds erst kürzlich in seiner Stellungnahme in seinem Österreich-Bericht gesagt hat, der sehr wohl sehr intensiv den Budgetkonsolidierungskurs in Österreich gelobt hat, den ausgewogenen Kurs, den Wachstumskurs, den wir in Österreich fahren. Gleichzeitig hat er aber in seinem Länderbericht auch gesagt, die größte Gefahr für Österreich ist der nicht existente Schutz vor systemischen Krisen. Und mit dem ESM schaffen wir auch ein Element für den Schutz vor solchen systemischen Krisen. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Der ESM basiert auf drei zentralen Elementen: Selbstverantwortlichkeit der betroffenen Länder durch strenge Auflagen, Solidarität der europäischen Partner und Beteiligung der privaten Gläubiger an der Sanierung. Gerade der letzte Punkt ist etwas, was alle vorherigen Konstruktionen nicht gehabt haben und was wir endlich mit dem ESM begonnen haben, hier durchzusetzen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Nicht zu vergessen ist auch: Der ESM ist ein Kriseninstrument, er ist als Antwort auf die Krise entstanden, er ist aber natürlich nicht die einzige Antwort auf die Krise. Wir brauchen auch Wachstum und Beschäftigung, wir brauchen eine Konsolidierung der Haushalte, wir brauchen eine Regulierung der Finanzmärkte, und wir brauchen letztlich auch eine gerechte Verteilung von Vermögen und wirtschaftlicher Schaffenskraft innerhalb Europas und innerhalb der einzelnen Staaten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jedenfalls ist der ESM ein wichtiger Zwischenschritt zur Stabilisierung in dieser schwierigen Krisenzeit. Weitere Schritte wie Finanztransaktionssteuer, Wachstumspakt und Regulierung werden und müssen noch folgen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Ein guter Redner nach dem anderen! Mir ist schon ganz schwindlig!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen zu Wort. – Bitte. (Abg. Mag. Wurm: Ein guter Redner nach dem anderen! Mir ist schon ganz schwindlig!)
Abg. Bucher: Dafür bin ich da, stellvertretend!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Der Kollege Scheibner ist im Moment nicht da – schade! In einigen Punkten konnte ich ihm nämlich durchaus folgen. (Abg. Bucher: Dafür bin ich da, stellvertretend!) Für mich ist der Euro auch nicht irgendeine heilige Institution, sondern das ist eine Währung – nicht mehr und nicht weniger. Und solange diese Währung ihre Funktionen erfüllt, ist es in Ordnung. Ihre Funktionen erfüllt, heißt, wir verwenden sie als Zahlungsmittel, wir verwenden sie als Tauschmittel gegenüber anderen Währungen, wir werden in dieser Währung bezahlt, et cetera.
Bundesministerin Dr. Fekter: Südafrika!
Herr Bucher, wenn ich Sie da schon sehe, vielleicht erklären Sie uns einmal, wie das mit dieser Parallelwährung gehen soll. (Bundesministerin Dr. Fekter: Südafrika!) Ich habe ja gesehen, dass Sie ein Büchlein vom Herrn Kerber haben. Herr Kerber ist ein Jurist von der Technischen Uni Berlin, war Ihr Experte beim Hearing – und ich hoffe, dass sein Buch besser ist als das, was er dort gesagt hat. Herr Kerber hat im Hearing gesagt – das habe ich mir genau gemerkt –, dass der ESM erst in Kraft treten würde, wenn und sobald der Fiskalpakt ratifiziert ist. Und er hat auch gesagt: Daher wird der ESM in absehbarer Zeit nicht in Kraft treten. (Abg. Mag. Stefan: Nein, nein! Hat er nicht gesagt! 90 Prozent !)
Abg. Mag. Stefan: Nein, nein! Hat er nicht gesagt! 90 Prozent !
Herr Bucher, wenn ich Sie da schon sehe, vielleicht erklären Sie uns einmal, wie das mit dieser Parallelwährung gehen soll. (Bundesministerin Dr. Fekter: Südafrika!) Ich habe ja gesehen, dass Sie ein Büchlein vom Herrn Kerber haben. Herr Kerber ist ein Jurist von der Technischen Uni Berlin, war Ihr Experte beim Hearing – und ich hoffe, dass sein Buch besser ist als das, was er dort gesagt hat. Herr Kerber hat im Hearing gesagt – das habe ich mir genau gemerkt –, dass der ESM erst in Kraft treten würde, wenn und sobald der Fiskalpakt ratifiziert ist. Und er hat auch gesagt: Daher wird der ESM in absehbarer Zeit nicht in Kraft treten. (Abg. Mag. Stefan: Nein, nein! Hat er nicht gesagt! 90 Prozent !)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Bucher: Aber nicht für das Land!
Das ist völliger Unsinn! Fiskalpakt und ESM haben gewisse Überschneidungen – ja, das ist wahr. Ein Land kann erst Hilfe erhalten, wenn es den Fiskalpakt unterschrieben, also ratifiziert hätte, aber das ist es auch. Wenn der Fiskalpakt überhaupt nicht in Kraft tritt, tritt der ESM trotzdem in Kraft, wenn ihn hinreichend viele unterschrieben haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Bucher: Aber nicht für das Land!) – Was heißt „nicht für das Land“? Wenn sie unterschrieben haben, dann haben sie unterschrieben.
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Worum geht es im Wesentlichen? – Ich glaube, Herr Staatssekretär Schieder hat es schon skizziert: Wenn auf irgendeinem Anleihemarkt, es kann auch einmal der österreichische sein, Hysterie auftritt, und Finanzmärkte tendieren zu hysterischen Reaktionen, und eine Flucht aus den Anleihen dieses Staates einsetzt – das kann man sich ruhig analog zum Run auf eine Bank vorstellen, so kann es einen Run aus Anleihen eines bestimmten Staates geben –, mit den entsprechenden Folgen: der Kurs fällt, die impliziten Zinsen steigen, dann ist jedes kleine Land heute in der Euro-Zone diesen hysterischen Reaktionen hilflos ausgeliefert. Und wenn Sie da keine Institution haben, die dem entgegentritt, dann stecken Sie wirklich in der – ich verwende das Wort jetzt nicht – Bredouille, sagen wir einmal, ernsthaft. (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Abg. Bucher: Können Sie das ausschließen?
Das einzige wirkliche Risiko, das ich beim ESM sehe, ist, wenn wir die Fehler, die wir im Falle Griechenlands gemacht haben, wiederholen. Der ESM ist ein Mechanismus, der illiquiden, aber nicht insolventen Staaten vorübergehend hilft. Und das ist extrem sinnvoll! Aber er darf nicht dazu führen, dass insolventen Staaten Geld sozusagen nachgeworfen wird, und es ist sinnlos, es ihnen nachzuwerfen. Das landet eh nicht in Griechenland, sondern bei den Banken und anderen Gläubigern. (Abg. Bucher: Können Sie das ausschließen?) Also, im Falle Griechenlands ist das alles schiefgegangen, seit zweieinhalb Jahren. Wir sind jetzt so weit wie vorher. Das darf bei der reformierten Institution ESM in dieser Form nicht wieder passieren.
Abg. Bucher: Das wissen wir schon!
Leider sind einzelne Vertragsbestimmungen in diesem Zusammenhang nicht klar genug. Es ist zum Beispiel eine Schuldentragfähigkeitsanalyse vorgeschrieben – das wissen Sie, das wissen wir alle –, aber es steht nicht ausdrücklich im Vertrag, was ist, wenn diese Analyse zu einem negativen Ergebnis kommt. (Abg. Bucher: Das wissen wir schon!) Darüber werden wir alle – das heißt Sie, ich bin dann nicht mehr hier im Haus, in dieser „Besenkammer“, wie die FPÖ das so abwertend bezeichnet (Abg. Podgorschek: Das war Grosz!) –, aber das werden Sie dann zu überlegen und zu befinden haben, welchen Rat Sie der Finanzministerin mitgeben, wie sie sich im Gouverneursrat zu entscheiden hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Podgorschek: Das war Grosz!
Leider sind einzelne Vertragsbestimmungen in diesem Zusammenhang nicht klar genug. Es ist zum Beispiel eine Schuldentragfähigkeitsanalyse vorgeschrieben – das wissen Sie, das wissen wir alle –, aber es steht nicht ausdrücklich im Vertrag, was ist, wenn diese Analyse zu einem negativen Ergebnis kommt. (Abg. Bucher: Das wissen wir schon!) Darüber werden wir alle – das heißt Sie, ich bin dann nicht mehr hier im Haus, in dieser „Besenkammer“, wie die FPÖ das so abwertend bezeichnet (Abg. Podgorschek: Das war Grosz!) –, aber das werden Sie dann zu überlegen und zu befinden haben, welchen Rat Sie der Finanzministerin mitgeben, wie sie sich im Gouverneursrat zu entscheiden hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Leider sind einzelne Vertragsbestimmungen in diesem Zusammenhang nicht klar genug. Es ist zum Beispiel eine Schuldentragfähigkeitsanalyse vorgeschrieben – das wissen Sie, das wissen wir alle –, aber es steht nicht ausdrücklich im Vertrag, was ist, wenn diese Analyse zu einem negativen Ergebnis kommt. (Abg. Bucher: Das wissen wir schon!) Darüber werden wir alle – das heißt Sie, ich bin dann nicht mehr hier im Haus, in dieser „Besenkammer“, wie die FPÖ das so abwertend bezeichnet (Abg. Podgorschek: Das war Grosz!) –, aber das werden Sie dann zu überlegen und zu befinden haben, welchen Rat Sie der Finanzministerin mitgeben, wie sie sich im Gouverneursrat zu entscheiden hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei Grünen und ÖVP: So ein Unsinn!
glaube ich, hätten Sie fairerweise dazusagen müssen: Liebe Jugend, das, was hier heute Rot, Schwarz und Grün beschließen, müsst ihr zurückzahlen, das wird von euch zu bezahlen sein, und versteht es, dass ihr bis zu eurem 70. Lebensjahr arbeiten müsst (Rufe bei Grünen und ÖVP: So ein Unsinn!), denn wir müssen den Griechen helfen, und es ist klar, dass ihr dafür bis 70 arbeiten und eine Steuerquote von mindestens 50 Prozent hinnehmen müsst. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.) Man sollte der Jugend gegenüber ehrlich und offen sein. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.
glaube ich, hätten Sie fairerweise dazusagen müssen: Liebe Jugend, das, was hier heute Rot, Schwarz und Grün beschließen, müsst ihr zurückzahlen, das wird von euch zu bezahlen sein, und versteht es, dass ihr bis zu eurem 70. Lebensjahr arbeiten müsst (Rufe bei Grünen und ÖVP: So ein Unsinn!), denn wir müssen den Griechen helfen, und es ist klar, dass ihr dafür bis 70 arbeiten und eine Steuerquote von mindestens 50 Prozent hinnehmen müsst. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.) Man sollte der Jugend gegenüber ehrlich und offen sein. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
glaube ich, hätten Sie fairerweise dazusagen müssen: Liebe Jugend, das, was hier heute Rot, Schwarz und Grün beschließen, müsst ihr zurückzahlen, das wird von euch zu bezahlen sein, und versteht es, dass ihr bis zu eurem 70. Lebensjahr arbeiten müsst (Rufe bei Grünen und ÖVP: So ein Unsinn!), denn wir müssen den Griechen helfen, und es ist klar, dass ihr dafür bis 70 arbeiten und eine Steuerquote von mindestens 50 Prozent hinnehmen müsst. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.) Man sollte der Jugend gegenüber ehrlich und offen sein. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Abg. Mag. Schickhofer: Eben nicht !
Im Gegenzug haben wir Länder wie Griechenland, wo Steuerzahlen keine Tradition hat, wo es dem griechischen Bürger völlig egal ist, wie der Staat zurechtkommt, er aber sehr wohl auf die Straßen geht, wenn er von Europa kein Geld bekommt. Ich glaube, nach all diesen Phasen, die wir im Lauf der Jahre miterlebt haben – versprochen, gebrochen –, es wurde zum Beispiel heute schon mehrmals erwähnt, dass das Griechenland-Hilfspaket nur symbolisch sein sollte, es wurde uns erklärt, der Euro wird eine harte Währung sein, dass kein Euroland für andere Mitgliedsländer haften muss, dass wir Zinsen verdienen werden bei der Griechenlandhilfe, ich glaube, ob all dieser gebrochenen Versprechen ist es für uns unerklärlich, dass Rot, Schwarz und Grün ganz bedingungslos den ESM fordern, in den ESM eintreten wollen, den ESM ratifizieren wollen. (Abg. Mag. Schickhofer: Eben nicht !)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn der Abgeordnete Matznetter sagt, es ist schäbig, nicht zu helfen, so sage ich hier ruhigen Gewissens: Schäbig ist es, wenn man Geld gibt und selbst keines hat, wenn wir unsere Bürger belasten müssen, Steuerquoten, Steuern und Abgaben von 45, 46 Prozent einführen! (Beifall bei der FPÖ.) – Aber wir müssen den anderen Ländern helfen. Ich glaube, wir sollten uns zuerst einmal auf unser Land besinnen, zuerst einmal schauen, dass es bei uns dem Bürger gutgeht.
Beifall bei der FPÖ.
Haben Sie den Mut, gehen wir den Weg einer Volksabstimmung und lehnen wir heute den ESM ab! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Stefan: BIP ist höher als bei uns!
Gleichzeitig ist das Einkommen aber nicht so eklatant viel höher, dass das keine Belastung wäre. (Abg. Mag. Stefan: BIP ist höher als bei uns!) Meine Damen und Herren, die Schweiz muss unglaublich viel Geld aufwenden, um mit Europa, mit dem Euro konkurrieren zu können. Durch die sogenannte Schwäche zum Franken waren die Exportmöglichkeiten der Schweiz in die Euroländer auf null gesunken. Die haben sehr viel Geld verwendet, um diese Notbremse bei 1,20 einzuziehen. In Wirklichkeit hätten sie von 1,35 geträumt, aber so viel Geld wollten die Schweizer, die auf dem Geld ja bekanntlich sitzen, doch nicht lockermachen. Sie wollten einmal abwarten, wie sich die Zukunft entwickelt.
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
nicht mehr zücken muss, und auch die bilateralen Verträge mit der EU, die die Schweiz unbedingt braucht, um wettbewerbsfähig zu sein, wird er ja wohl hoffentlich im Kopf haben. Nur sollte er das auch sagen und nicht gleichzeitig hier verkünden, es gibt keine Berührungspunkte mit der Schweiz. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren, wir haben keinerlei Vorteil, wenn einzelne Länder aus Europa herausgeschossen werden. Wir werden, wenn wir das gemeinsam bewältigen, die Kraft entwickeln, dass Europa in der Welt jenen Stellenwert in Zukunft einnehmen wird, der ihm auch zusteht. Europa hat eine unglaubliche Wirtschaftskraft und auch einen Willen, diese umzusetzen. Wir sollten unseren Teil dazu beitragen, dass auch schwächere Länder in die Lage versetzt werden, an diesem Kuchen zu partizipieren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf: Milliarden!
Aber ich frage Sie: Wie soll Italien seinen Anteil von rund 14,5 Millionen bezahlen (Ruf: Milliarden!), 14,5 Milliarden, und eine weitere Bereitstellung von 111 Milliarden garan-
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, von der ÖVP, aber auch von den Grünen! Ich nehme das zur Kenntnis: Sie wollen diese Schulden- und Inflationsunion, Sie wollen den ESM, Sie wollen eine EU-Zentralregierung durch das Direktorium ESM und Sie wollen dieses Fass ohne Boden weiter finanzieren. Aber dann erklären Sie, meine Damen und Herren, bitte den Österreichern, warum Sie die Förderungen im Bausparsektor und auch bei der Zukunftsvorsorge um 50 Prozent gekürzt haben! Erklären Sie, meine Damen und Herren, der österreichischen Bevölkerung, warum man bei den Pensionen und auf dem Arbeitsmarkt 7 Milliarden einspart! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Erklären Sie, meine Damen und Herren, den Österreichern und Österreicherinnen, warum man in Österreich Belastungspakete schnürt! Und vergessen Sie nicht, den Österreicherinnen und Österreichern auch zu sagen, dass Sie das Geld, das wir im Land brauchen – nämlich für Familien, Gesundheit, für den Wirtschaftsstandort Österreich, nicht zu vergessen: zur Bekämpfung der Armut in unserem Land –, dass Sie dieses dringend benötigte Geld lieber nach Luxemburg und nach Brüssel schicken. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenecker: 70 Prozent!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Wir leben im größten Wirtschaftsraum der Welt. Österreich ist mit dem Wirtschaftsraum Europa strengstens und engstens verbunden. Rund 56 Prozent unseres Bruttonationalproduktes erwirtschaften wir aus unserer Exportwirtschaft, den Großteil davon im Euro-Raum. (Abg. Dr. Lichtenecker: 70 Prozent!) – Sie haben das richtig erraten, es sind 70 Prozent. (Abg. Dr. Lichtenecker: Nicht erraten, wissen!) Das heißt, rund ein Drittel aller Arbeitskräfte ist eindeutig von unserer Exportwirtschaft in Europa abhängig.
Abg. Dr. Lichtenecker: Nicht erraten, wissen!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Wir leben im größten Wirtschaftsraum der Welt. Österreich ist mit dem Wirtschaftsraum Europa strengstens und engstens verbunden. Rund 56 Prozent unseres Bruttonationalproduktes erwirtschaften wir aus unserer Exportwirtschaft, den Großteil davon im Euro-Raum. (Abg. Dr. Lichtenecker: 70 Prozent!) – Sie haben das richtig erraten, es sind 70 Prozent. (Abg. Dr. Lichtenecker: Nicht erraten, wissen!) Das heißt, rund ein Drittel aller Arbeitskräfte ist eindeutig von unserer Exportwirtschaft in Europa abhängig.
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Man muss sich das vorstellen! Wir als Europa, als größte Wirtschaftsmacht der Welt, können all das bei einem Anteil von nur mehr 8 Prozent der Weltbevölkerung halten! Das heißt, wir stehen im Wettbewerb zu Amerika, wir stehen im Wettbewerb zu den asiatischen Ländern, und trotzdem erwirtschaften wir ein Viertel des weltweiten Bruttosozialprodukts und die Hälfte aller Sozialleistungen. Wenn wir das weiter erhalten wollen, dann müssen wir die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs stärken und Europa stärken und dann müssen wir auch die wechselseitige Unterstützung nicht nur akzeptieren, sondern sind auch dazu verpflichtet, sie durchzuführen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Meine Damen und Herren, wir brauchen daher einen Europäischen Stabilitätsmechanismus und einen Fiskalpakt, weil diese unwiederbringlich zusammengehören. Sie stellen nicht nur Gegenleistung und Leistung dar, sondern sie stellen aus meiner Sicht auch Zuckerbrot und Peitsche dar. (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Nur wer die entsprechenden Auflagen von Europäischem Stabilitätsmechanismus und Fiskalpakt erfüllt, hat auch die Chance, eine entsprechende Unterstützung zu bekommen, und er hat diese Auflagen konsequent umzusetzen.
Abg. Dr. Pirklhuber: In welches Gymnasium sind Sie gegangen?
Nur jene Länder bekommen Finanzhilfe, welche den Fiskalpakt auch unterzeichnen. (Abg. Dr. Pirklhuber: In welches Gymnasium sind Sie gegangen?) Daher ist es sehr wichtig, dass Sie, meine Damen und Herren von den Grünen, sich heute noch überlegen sollten, auch dem Fiskalpakt zuzustimmen, weil er die Grundlage für den Stabilitätsmechanismus ist, denn er legt fest, dass in Zukunft alle Staaten, die diesen Fiskalpakt unterschreiben, nur noch so viel Schulden machen sollen, wie sie auch zurückzahlen können. Und das ist die Grundlage dafür, dass der Stabilitätsmechanismus danach auch in Anspruch genommen werden kann und die Gelder zur Verfügung gestellt werden. Das ist der Punkt, warum es notwendig ist, dass wir Stabilitätsmechanismus und Fiskalpakt in einem sehen!
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Unser Ziel ist es, weiterhin zur wohlhabendsten, sichersten und friedlichsten Region in Europa und in der Welt zu gehören, und das ist auch das Ziel von ESM und Fiskalpakt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Josef Jury (FPÖ): Frau Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Vorab möchte ich mich einmal als glühender Europäer bekennen, der für die europäische Integration, für Frieden, Freiheit, Souveränität und für die Selbstbestimmung der Völker steht. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Das, meine sehr verehrten Damen und Herren, was Sie heute mit der Beschlussfassung des Europäischen Stabilitätsmechanismus und in weiterer Folge mit dem Fiskalpakt veranstalten, ist ein Verfassungsputsch und ein kalter Staatsstreich, wie wir es heute Vormittag schon gehört haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.) – Ja, ja, Kollege Bartenstein!
Abg. Dr. Bartenstein: Müssen sie ja!
Kollege Bartenstein, ich frage dich aber auch: Was machst du morgen, wenn der französische Präsident Hollande kommt und sagt: 33 Milliarden € gehen mir in meinem Budget für 2013 ab!? – Frankreich stimmt dem ESM zu, aber dem Fiskalpakt? Stimmt Frankreich dem Fiskalpakt zu? (Abg. Dr. Bartenstein: Müssen sie ja!) Frankreich
Abg. Dr. Bartenstein: Aber natürlich !
stimmt dem Rettungsschirm zu, aber Frankreich stimmt nicht den Kontrollmechanismen zu. (Abg. Dr. Bartenstein: Aber natürlich !)
Abg. Dr. Wittmann: Da haben Sie eine Informationslücke!
Das ist dieses Europa, das Sie zu verantworten haben, Herr Kollege Bartenstein, mit Ihrer Regierungspartei und mit Ihren Regierungspartnern, die einfach diese Krise nicht zur Kenntnis nehmen (Abg. Dr. Wittmann: Da haben Sie eine Informationslücke!) und die mit völlig falschen Mechanismen, Geld in eine Transferunion zu schicken, immer weiter in diese Krise hineinkommen, die ganz Europa in den Abgrund reißen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist dieses Europa, das Sie zu verantworten haben, Herr Kollege Bartenstein, mit Ihrer Regierungspartei und mit Ihren Regierungspartnern, die einfach diese Krise nicht zur Kenntnis nehmen (Abg. Dr. Wittmann: Da haben Sie eine Informationslücke!) und die mit völlig falschen Mechanismen, Geld in eine Transferunion zu schicken, immer weiter in diese Krise hineinkommen, die ganz Europa in den Abgrund reißen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Steinhauser: Selbsterkenntnis, das ist gut!
Wissen Sie, falsche Argumente werden nicht dadurch wahrer, dass sie immer wieder gepredigt werden (Abg. Mag. Steinhauser: Selbsterkenntnis, das ist gut!) von den Regierungsparteien und von der grünen Seite.
Beifall bei der FPÖ.
Ich will kein Europa mit 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Ich will kein Europa, wo Bürokratie, Zertifizierungen und Normierungen die Menschen in ihrer Freiheit behindern. Ein solches Europa lehnen wir ab! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir Freiheitliche stehen für Frieden, für Freiheit, für Selbstbestimmung und wollen nicht haben, dass dieses Europa auf dem Altar der europäischen Zentralisten geopfert wird! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Dann ist aber Ihr Abstimmungsverhalten sehr seltsam! Dann ist das Abstimmungsverhalten der Grünen sehr, sehr seltsam!
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege, Sie verwechseln da etwas im Zusammenhang mit Frankreich: Ein Staat kann den ESM-Schutzschirm nur in Anspruch nehmen, wenn er auch den Fiskalpakt ratifiziert hat. Das ist ein Faktum, und das sollten Sie in dieser Form auch zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Kickl: Dann ist aber Ihr Abstimmungsverhalten sehr seltsam! Dann ist das Abstimmungsverhalten der Grünen sehr, sehr seltsam!)
Abg. Grosz: Aber eher erfolglos!
Das ist nicht verständlich, und daher haben wir Grüne darauf gedrängt (Abg. Grosz: Aber eher erfolglos!), dass es in Österreich auch ein Bankeninsolvenzrecht geben soll und auch wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist nichts herausgekommen!) Entsprechende Maßnahmen werden auch gesetzt, Herr Kollege Grosz, nehmen Sie das zur Kenntnis! Wir arbeiten daran, das ist in Umsetzung.
Abg. Ing. Westenthaler: Ist nichts herausgekommen!
Das ist nicht verständlich, und daher haben wir Grüne darauf gedrängt (Abg. Grosz: Aber eher erfolglos!), dass es in Österreich auch ein Bankeninsolvenzrecht geben soll und auch wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Ist nichts herausgekommen!) Entsprechende Maßnahmen werden auch gesetzt, Herr Kollege Grosz, nehmen Sie das zur Kenntnis! Wir arbeiten daran, das ist in Umsetzung.
Beifall bei den Grünen
Meine Damen und Herren! Das wird künftig einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Steuerinnen –, dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – ja, die Gendergeschichte ist nicht immer einfach, wie Sie sehen, aber korrekt (Beifall bei den Grünen) – nicht die Last tragen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie eine Frau Grünin oder eine Frau Grüne?) Es ist gut so, dass wir da den nächsten Schritt setzen.
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie eine Frau Grünin oder eine Frau Grüne?
Meine Damen und Herren! Das wird künftig einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Steuerinnen –, dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – ja, die Gendergeschichte ist nicht immer einfach, wie Sie sehen, aber korrekt (Beifall bei den Grünen) – nicht die Last tragen müssen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie eine Frau Grünin oder eine Frau Grüne?) Es ist gut so, dass wir da den nächsten Schritt setzen.
Abg. Kickl: Eine Parteienförderung zum Beispiel!
Meine Damen und Herren! Was uns besonders wichtig ist zur Bewältigung der Folgen der Krisen, ist ein grünes Investitionspaket; ein grünes Investitionspaket deshalb, weil die Arbeitslosigkeit sowohl in Österreich als auch in Europa hoch ist. (Abg. Kickl: Eine Parteienförderung zum Beispiel!) Vergessen Sie nicht, dass zum heutigen Tag in Österreich nach wie vor 40 000 Menschen mehr arbeitslos sind als 2008, vor der Krise. Vergessen Sie das nicht! Auch wenn Österreich eine relativ niedrige Arbeitslosenquote hat, ist die Arbeitslosigkeit dennoch gestiegen.
Beifall bei den Grünen.
Genau in diesem Punkt haben wir eine entsprechende Initiative gesetzt, und auch diese ist beschlossen worden. Das ist gut so, damit sich Europa in die richtige Richtung bewegt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Was für eine blöde Frage!
Nun habe ich eine Frage: Haftet der Herr Bundeskanzler, haftet der Herr Vizekanzler, haften alle Minister, die Staatssekretäre, Herr Klubobmann Cap, haften alle Ihre Abgeordneten, auch die Abgeordneten von den Grünen und den Schwarzen, haften Sie alle privat bei diesem ESM mit? Warum machen Sie das nicht? (Abg. Kopf: Was für eine blöde Frage!) Wenn Sie das nicht machen, warum zwingen Sie dann den österreichischen Steuerzahler dazu? Das, glaube ich, ist kein Blödsinn. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nun habe ich eine Frage: Haftet der Herr Bundeskanzler, haftet der Herr Vizekanzler, haften alle Minister, die Staatssekretäre, Herr Klubobmann Cap, haften alle Ihre Abgeordneten, auch die Abgeordneten von den Grünen und den Schwarzen, haften Sie alle privat bei diesem ESM mit? Warum machen Sie das nicht? (Abg. Kopf: Was für eine blöde Frage!) Wenn Sie das nicht machen, warum zwingen Sie dann den österreichischen Steuerzahler dazu? Das, glaube ich, ist kein Blödsinn. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Cap: Blöde Frage!
Diese Frage stellt sich massiv. Und die Familien haben ein Anrecht darauf, eine Antwort zu bekommen. (Abg. Dr. Cap: Blöde Frage!) Die Meinungen aller Experten werden ignoriert. Die Bundesregierung fährt da einfach drüber. Auf die Hyperinflation, die kommen wird, gibt es keine Antwort. Es gibt keine Gegenmaßnahmen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Schauen wir uns kurz die Rolle des IWF an! Der IWF hat unlängst das Kapital erhöht. Der österreichische Staat zahlt 6 Milliarden ein, während Amerika nichts einzahlt. Amerika bezahlt null. Stimmen Sie überall so zu? Das sind keine Antworten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Ich fordere Sie auf, wir brauchen keinen Zentralstaat Europa. Wir, die Politiker, der Nationalrat haben die Rahmenbedingungen zu schaffen für den Bürger, für die Familien, für die Unternehmen, aber nicht für die Banken und die Großinvestoren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Schauen wir uns kurz die Rolle des IWF an! Der IWF hat unlängst das Kapital erhöht. Der österreichische Staat zahlt 6 Milliarden ein, während Amerika nichts einzahlt. Amerika bezahlt null. Stimmen Sie überall so zu? Das sind keine Antworten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Ich fordere Sie auf, wir brauchen keinen Zentralstaat Europa. Wir, die Politiker, der Nationalrat haben die Rahmenbedingungen zu schaffen für den Bürger, für die Familien, für die Unternehmen, aber nicht für die Banken und die Großinvestoren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
drei Dinge: Fehlinformation, Populismus und Sie verbreiten Unwahrheiten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Petzner – in Anspielung auf das Kleid der Rednerin –: Rot oder rosa?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, schauen wir uns das Ganze doch einmal etwas genauer an! (Abg. Petzner – in Anspielung auf das Kleid der Rednerin –: Rot oder rosa?)
Abg. Dr. Strutz: 14 Tage!
Sie behaupten, die Gesetzesvorlage würde vor dem Sommer durch das Hohe Haus durchgepeitscht werden. – Richtig ist, dass wir schon seit Monaten darüber verhandeln. (Abg. Dr. Strutz: 14 Tage!)
Beifall bei der SPÖ.
Werte Kolleginnen und Kollegen von BZÖ und FPÖ, Sie versuchen hier, wirtschaftliche Kompetenz auszustrahlen. – Tatsache ist: tarnen, täuschen und verunsichern. Das ist Ihr Motto, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Unser primäres Ziel ist es, dass wir den Euro für unsere Bürgerinnen und Bürger als stabile Währung erhalten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Steßl-Mühlbacher.
Abgeordneter Ing. Christian Höbart (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Frau Ministerin! Zu den Ausführungen meiner Vorrednerin möchte ich nicht viele Worte verlieren. Ich werde dann aber im Anschluss Kopien vorbeibringen, Frau Kollegin Steßl-Mühlbacher. (Zwischenruf der Abg. Mag. Steßl-Mühlbacher.)
Beifall bei der FPÖ.
wenn der Fiskalpakt ratifiziert wird. – Jetzt erklären Sie uns einmal die Logik der grünen Partei! Sie stimmen dem ESM zu, dem Fiskalpakt allerdings nicht. Diese Logik müssen Sie mir einmal erklären! Vielleicht verstehe ich es, aber eigentlich möchte ich auch darüber nicht viele Worte verlieren. Ich kann die Grünen nur als Kasperltruppe an der Seite von Rot und Schwarz bezeichnen, denn das, was Sie hier von sich geben, ist ja wirklich nicht nur unlogisch, sondern auch unverfroren. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kopf: Er hat sich schon ein paarmal getäuscht!
Es kann daher auch ein Europa ohne Euro geben! (Abg. Kopf: Er hat sich schon ein paarmal getäuscht!)
Beifall bei der FPÖ.
Daher sagen wir Freiheitlichen klipp und klar – und wie schon so oft –: Schluss mit dieser Voodoo-Ökonomie! Unser Geld für unsere Leute! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie im Kindergarten! Sie kassieren eh bald Geldstrafen!
So deutlich war die Aufforderung, der ich gerne nachkomme, noch nie und daher auch der Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie im Kindergarten! Sie kassieren eh bald Geldstrafen!)
Zwischenrufe des Abg. Scheibner.
Ein Chefredakteur heute in einer Zeitung. Sie können es nachlesen. Sie werden sich sicherlich darüber Ihre Gedanken machen. (Zwischenrufe des Abg. Scheibner.)
Abg. Mag. Stefan: Bundesstaat Europa!
Sowohl der Bundeskanzler als auch der Vizekanzler haben Ihnen heute in eindrucksvoller Weise unsere Position dargestellt. Es geht darum, Europa stabil zu halten. (Abg. Mag. Stefan: Bundesstaat Europa!) Es geht darum, Arbeit auch für die Zukunft zu sichern. Es geht darum, nicht wie Sie sagen, den Jungen die Zukunft zu nehmen, sondern auch der Jugend eine Chance, eine Entwicklungsmöglichkeit zu geben. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Sowohl der Bundeskanzler als auch der Vizekanzler haben Ihnen heute in eindrucksvoller Weise unsere Position dargestellt. Es geht darum, Europa stabil zu halten. (Abg. Mag. Stefan: Bundesstaat Europa!) Es geht darum, Arbeit auch für die Zukunft zu sichern. Es geht darum, nicht wie Sie sagen, den Jungen die Zukunft zu nehmen, sondern auch der Jugend eine Chance, eine Entwicklungsmöglichkeit zu geben. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, das größte Übel, das es für Menschen gibt, ist Arbeitslosigkeit. Das größte Problem, das es gibt, ist, wenn sie keine soziale Absicherung haben, wenn sie kein ordentliches Bildungssystem haben. Das alles haben wir uns gemeinsam auch in diesem Europa erarbeitet. Und das alles werden und wollen wir nicht aufs Spiel setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stefan: Genau!
Eine Fehleranalyse im Nachhinein ist keine besondere politische Qualität, sondern Fehlervermeidung heißt die Herausforderung (Abg. Mag. Stefan: Genau!), und da sind wir unterwegs, und zwar, wie ich meine, auch sehr gut. Und ich frage mich auch, warum Sie immer nach einer Volksabstimmung rufen. Trauen Sie sich doch als Parlamentarier das, was Sie denken, was Sie meinen, auch draußen vor den Bürgern zu sagen, und verstecken Sie sich nicht hinter einer Maßnahme, die in diesem Zusammenhang gar nicht durchführbar ist. (Abg. Neubauer: Sie selbst lesen alles runter!)
Abg. Neubauer: Sie selbst lesen alles runter!
Eine Fehleranalyse im Nachhinein ist keine besondere politische Qualität, sondern Fehlervermeidung heißt die Herausforderung (Abg. Mag. Stefan: Genau!), und da sind wir unterwegs, und zwar, wie ich meine, auch sehr gut. Und ich frage mich auch, warum Sie immer nach einer Volksabstimmung rufen. Trauen Sie sich doch als Parlamentarier das, was Sie denken, was Sie meinen, auch draußen vor den Bürgern zu sagen, und verstecken Sie sich nicht hinter einer Maßnahme, die in diesem Zusammenhang gar nicht durchführbar ist. (Abg. Neubauer: Sie selbst lesen alles runter!)
Beifall bei der ÖVP.
Auf den Punkt gebracht: ESM schützt zwar nicht vor politischem Aktionismus, soll uns aber vor Spekulationen schützen und mit dem Fiskalpakt eine Neuentwicklung wie zum Beispiel eine strengere europäische Bankenaufsicht bringen, nach der wir uns alle sehnen und die auch, wie ich meine, unserem Land guttun würde. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordnete Martina Schenk (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich muss jetzt, bald am Ende der Debatte, schon auch einmal auf das Kernthema zurückkommen. Denn wenn ich mir die Debattenbeiträge oder die Märchenstunde anhöre, die hier von Rot, Schwarz und auch von Grün zum Besten gegeben werden, dann kann ich Ihnen nur sagen: Das ist der komplett falsche Weg, und Sie gehen hier in eine Sackgasse. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das trifft auf Rot, Schwarz und Grün heute zu, wenn sie diesem ESM zustimmen. Das ist für Österreich das Schlechteste, was passieren kann. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Neugebauer: Ach!
Sie ignorieren die Menschen und Sie mutieren von Volksvertretern zu Volksverrätern. (Abg. Neugebauer: Ach!) Diesen Vorwurf müssen Sie sich hier heute gefallen lassen, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Beifall beim BZÖ.
Vor allem glaube ich auch, dass die Abgeordneten von Rot und Schwarz und auch von Grün teilweise gar nicht wissen, was wirklich in diesem Vertrag steht. Denn Sie, glaube ich, haben sich nicht einer derartigen Mühe unterzogen wie viele Bürgerinnen und Bürger, die uns Mails schreiben, massenweise Mails – ich glaube, ich habe noch nie so viele Mails bekommen wie zu diesem ESM heute –, die Bürger, die in den Foren ihre Bedenken äußern, die anrufen, die Angst haben, die nicht wollen, dass wir unsere Souveränität abgeben, dass Österreich völlig entmachtet wird und dass nur mehr Brüssel bestimmt und dass das Endziel die Weltherrschaft sein wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Was machen Sie mit all diesen Informationen? – Sie ignorieren sie einfach, meine sehr geehrten Damen und Herren von Rot, Schwarz und Grün, und das ist wirklich verwerflich! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Der ESM und der Fiskalpakt sind – noch einmal, abschließend – die gänzliche Abschaffung unserer Souveränität. Wir werden dem sicher nicht zustimmen. Sie haben noch etwas Zeit, sich das zu überlegen, wobei ich meine, dass das angesichts Ihrer Politik und Ihrer Ausführungen, die Sie heute hier getätigt haben, nicht mehr viel Sinn haben wird. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich glaube auch nicht, dass der ESM alternativlos ist. Ich hätte ja gerne mit Ihnen über Alternativen debattiert, nur haben Sie uns heute keine Alternativen präsentiert, über die wir hätten diskutieren können. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Kommen Sie mir nicht mit dem „Nord-“ und „Süd-Euro“! Sie wissen, dass ein „Nord-“ oder „Süd-Euro“ die Probleme von Spanien nicht löst. Das ist ein Zukunftsmodell – ich sagen Ihnen gleich: ein untaugliches –, gut, das kann man debattieren, aber Sie haben kein einziges Szenario als Alternative zum ESM gebracht, wie Sie die Probleme der Wirtschaftskrise, die jetzt schlagend sind, lösen wollen.
Beifall bei den Grünen.
ne, die in Europa Vermögen besitzen, auch ihren Beitrag dazu leisten müssen und nicht am Ende die kleinen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die Rechnung dafür bekommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Rufe bei der FPÖ: Geh, ist ja nicht wahr!
Es wird vieles von FPÖ und BZÖ behauptet, von „Finanzdiktatur“ ist die Rede. Ich hätte ja gerne mit Herrn Abgeordnetem Strache die Finanzdiktatur besprochen, denn er hat für heute zähen Widerstand angekündigt. Aber ich muss feststellen, offensichtlich findet dieser zähe Widerstand seit Stunden in der Cafeteria des Parlaments statt, denn Herr Abgeordneter Strache hat sich hier schon lange nicht mehr blicken lassen. (Beifall bei den Grünen. – Rufe bei der FPÖ: Geh, ist ja nicht wahr!)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Nehmen wir zur Kenntnis: Herr Abgeordneter Strache leistet Widerstand in der Parlamentscafeteria! Ich werde aber seiner Fraktion erklären, warum die grünen Verhandlungsergebnisse der Einbindung des Parlaments (Zwischenrufe bei der FPÖ) – Sie werden es ihm ausrichten, hören Sie zu! Schreien Sie nicht, Sie müssen es ihm dann erklären! (Abg. Dr. Rosenkranz: Sie dürfen sich ja nicht einmal raustrauen !) Ich mache es langsam für Sie.
Abg. Dr. Rosenkranz: Sie dürfen sich ja nicht einmal raustrauen !
Nehmen wir zur Kenntnis: Herr Abgeordneter Strache leistet Widerstand in der Parlamentscafeteria! Ich werde aber seiner Fraktion erklären, warum die grünen Verhandlungsergebnisse der Einbindung des Parlaments (Zwischenrufe bei der FPÖ) – Sie werden es ihm ausrichten, hören Sie zu! Schreien Sie nicht, Sie müssen es ihm dann erklären! (Abg. Dr. Rosenkranz: Sie dürfen sich ja nicht einmal raustrauen !) Ich mache es langsam für Sie.
Beifall bei den Grünen.
In diesem Sinne haben wir eine Abwägung getroffen und werden für den ESM stimmen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Argumente sind schon viele gebracht worden, ich möchte auch meinen Nachrednern nicht die Zeit nehmen, aber ich gebe Ihnen hiermit die Möglichkeit, dem zuzustimmen, und das gibt uns wiederum die Möglichkeit, eine Volksabstimmung abzuhalten. Das wäre der richtige Weg. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher ist es sinnvoll und notwendig, den ESM und auch den Fiskalpakt zu beschließen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Kollege Donabauer hat uns aufgefordert, hier herauszukommen und den Mut zu haben, unsere Position zu ESM und Fiskalpakt zu beziehen. Ich mache das gerne: Wir lehnen diesen ESM entschieden ab, und ich halte den Fiskalpakt für eine echte Katastrophe. Wir tun das aus Überzeugung im Sinne der Mehrheit der österreichischen Bevölkerung, denn ich sage Ihnen eines: Die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher will diesen ESM nicht und will diesen Fiskalpakt nicht (Beifall bei der FPÖ), weil das zulasten des österreichischen Staates, der österreichischen Sozialleistungen und der österreichischen Steuerzahler geht. (Abg. Mag. Schickhofer: Wie kommen Sie zu dieser Analyse?)
Abg. Mag. Schickhofer: Wie kommen Sie zu dieser Analyse?
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Kollege Donabauer hat uns aufgefordert, hier herauszukommen und den Mut zu haben, unsere Position zu ESM und Fiskalpakt zu beziehen. Ich mache das gerne: Wir lehnen diesen ESM entschieden ab, und ich halte den Fiskalpakt für eine echte Katastrophe. Wir tun das aus Überzeugung im Sinne der Mehrheit der österreichischen Bevölkerung, denn ich sage Ihnen eines: Die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher will diesen ESM nicht und will diesen Fiskalpakt nicht (Beifall bei der FPÖ), weil das zulasten des österreichischen Staates, der österreichischen Sozialleistungen und der österreichischen Steuerzahler geht. (Abg. Mag. Schickhofer: Wie kommen Sie zu dieser Analyse?)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.
Nicht ich bin es, der zu dieser Analyse kommt, sondern – wären Sie doch beim Hearing anwesend gewesen – das ist, und das ist auch das, was Sie von der SPÖ verschweigen, die Überzeugung namhafter Finanzexperten. Von zehn Experten, die hier auf der Regierungsbank gesessen sind, haben sich sechs Experten gegen den ESM und vor allem gegen den Fiskalpakt ausgesprochen. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.) Sie sind der Überzeugung, dass dieser Fiskalpakt die wirtschaftliche und die soziale Lage in Europa nachhaltig verschlechtern wird. Das haben die Experten gesagt. (Abg. Mag. Schickhofer: Welche sechs waren das? Zählen Sie sie auf! Das stimmt ja nicht! Wir waren ja alle da!)
Abg. Mag. Schickhofer: Welche sechs waren das? Zählen Sie sie auf! Das stimmt ja nicht! Wir waren ja alle da!
Nicht ich bin es, der zu dieser Analyse kommt, sondern – wären Sie doch beim Hearing anwesend gewesen – das ist, und das ist auch das, was Sie von der SPÖ verschweigen, die Überzeugung namhafter Finanzexperten. Von zehn Experten, die hier auf der Regierungsbank gesessen sind, haben sich sechs Experten gegen den ESM und vor allem gegen den Fiskalpakt ausgesprochen. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.) Sie sind der Überzeugung, dass dieser Fiskalpakt die wirtschaftliche und die soziale Lage in Europa nachhaltig verschlechtern wird. Das haben die Experten gesagt. (Abg. Mag. Schickhofer: Welche sechs waren das? Zählen Sie sie auf! Das stimmt ja nicht! Wir waren ja alle da!)
Abg. Mag. Schickhofer: Aber sollen sie sich jetzt weiter verschulden? Ist das die Position der FPÖ, dass sich diese Länder weiter verschulden?
Ich bin kein Finanzexperte, aber das erkläre ich Ihnen, das versteht auch ein Laie. Die Methode des kollektiven Sparens bewirkt nämlich genau das Gegenteil von dem, was eigentlich erreicht werden soll. Griechenland, Portugal, Spanien, Italien – das sind ja die besten Beispiele dafür: je höher die Sparpakete sind, je drastischer die Kürzungen von Löhnen, von Renten, von Sozialleistungen, je stärker die Einschränkungen von öffentlichen Investitionen sind, desto stärker schrumpft die Wirtschaft und desto stärker steigen die Zinsen. Das wird vielleicht auch Ihnen einleuchten. (Abg. Mag. Schickhofer: Aber sollen sie sich jetzt weiter verschulden? Ist das die Position der FPÖ, dass sich diese Länder weiter verschulden?) – Hören Sie einmal zu, vielleicht verstehen Sie das! Die Zinsen steigen stärker und in der Folge auch die Staatsverschuldung, während gleichzeitig den Banken Milliarden in den Rachen geschmissen werden.
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.
Jetzt denken Sie einmal darüber nach, wie die Auswirkungen sind! Lesen Sie nicht die Schlagzeilen? (Der Redner hält eine Ausgabe der Zeitung „HEUTE“ in die Höhe.) In Wien werden mittlerweile in den Krankenhäusern Operationen nicht mehr durchgeführt. Das sind die Auswirkungen genau dieses Sparpakets, das Sie den Österreichern verordnen. Wissen Sie, warum? – Die Sprecherin des Krankenanstaltenverbundes in Wien sagt, Kollege Cap: Wir bekommen einen Budgetrahmen, den wir einhalten müssen. Wir hantieren mit Steuergeld und müssen auf das Budget schauen. – Deshalb also die Verordnung, dass ab September keine Operationen mehr im orthopädischen Bereich angenommen werden. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.) – Lesen Sie es sich durch, bitte schön! (Der Redner überreicht Staatssekretär Mag. Schieder besagte „HEUTE“-Ausgabe.) Das sind Ihre Leute, die mit diesem Budget und mit diesen Sparvorgaben haushalten müssen.
Der Redner überreicht Staatssekretär Mag. Schieder besagte „HEUTE“-Ausgabe.
Jetzt denken Sie einmal darüber nach, wie die Auswirkungen sind! Lesen Sie nicht die Schlagzeilen? (Der Redner hält eine Ausgabe der Zeitung „HEUTE“ in die Höhe.) In Wien werden mittlerweile in den Krankenhäusern Operationen nicht mehr durchgeführt. Das sind die Auswirkungen genau dieses Sparpakets, das Sie den Österreichern verordnen. Wissen Sie, warum? – Die Sprecherin des Krankenanstaltenverbundes in Wien sagt, Kollege Cap: Wir bekommen einen Budgetrahmen, den wir einhalten müssen. Wir hantieren mit Steuergeld und müssen auf das Budget schauen. – Deshalb also die Verordnung, dass ab September keine Operationen mehr im orthopädischen Bereich angenommen werden. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.) – Lesen Sie es sich durch, bitte schön! (Der Redner überreicht Staatssekretär Mag. Schieder besagte „HEUTE“-Ausgabe.) Das sind Ihre Leute, die mit diesem Budget und mit diesen Sparvorgaben haushalten müssen.
Beifall bei der FPÖ.
Der Fiskalpakt mit dem vorgesehenen Regelwerk entmachtet uns als nationales Parlament und auch das EU-Parlament und ist ein schwerer Schlag gegen die Demokratie, bei dem wir nicht mitmachen wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: im Brief gestanden!
Abgeordneter Johann Singer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben heute schon sehr viel über die Fehler, die beim Konstrukt der EU und des Euro gemacht wurden, diskutiert (Abg. Neubauer: im Brief gestanden!), aber wir haben Gott sei Dank auch schon klare Bekenntnisse zum Euro und zur EU gehört.
Ruf beim BZÖ: Da bin ich mir nicht so sicher!
Kollege Scheibner hat heute gesagt, dass Kolleginnen und Kollegen heute mit Hurra dem ESM zustimmen werden. – Ich sage ganz klar: Nein, so ist es nicht; nicht mit Hurra, und keine Abgeordnete und kein Abgeordneter wird heute leichtfertig seine Stimme abgeben (Ruf beim BZÖ: Da bin ich mir nicht so sicher!), denn der finanzielle Anteil am ESM ist für Österreich ohne Zweifel sehr hoch. Unser Mittun ist aber nicht nur eine solidarische Aktion, sondern wir tun deshalb mit (Ruf beim BZÖ: Weil Sie nicht wissen, was Sie tun!), weil es in unserem Interesse, im Interesse Österreichs ist, und die Gründe dafür wurden heute schon vielfach diskutiert. (Zwischenruf des Abg. Hagen.)
Ruf beim BZÖ: Weil Sie nicht wissen, was Sie tun!
Kollege Scheibner hat heute gesagt, dass Kolleginnen und Kollegen heute mit Hurra dem ESM zustimmen werden. – Ich sage ganz klar: Nein, so ist es nicht; nicht mit Hurra, und keine Abgeordnete und kein Abgeordneter wird heute leichtfertig seine Stimme abgeben (Ruf beim BZÖ: Da bin ich mir nicht so sicher!), denn der finanzielle Anteil am ESM ist für Österreich ohne Zweifel sehr hoch. Unser Mittun ist aber nicht nur eine solidarische Aktion, sondern wir tun deshalb mit (Ruf beim BZÖ: Weil Sie nicht wissen, was Sie tun!), weil es in unserem Interesse, im Interesse Österreichs ist, und die Gründe dafür wurden heute schon vielfach diskutiert. (Zwischenruf des Abg. Hagen.)
Zwischenruf des Abg. Hagen.
Kollege Scheibner hat heute gesagt, dass Kolleginnen und Kollegen heute mit Hurra dem ESM zustimmen werden. – Ich sage ganz klar: Nein, so ist es nicht; nicht mit Hurra, und keine Abgeordnete und kein Abgeordneter wird heute leichtfertig seine Stimme abgeben (Ruf beim BZÖ: Da bin ich mir nicht so sicher!), denn der finanzielle Anteil am ESM ist für Österreich ohne Zweifel sehr hoch. Unser Mittun ist aber nicht nur eine solidarische Aktion, sondern wir tun deshalb mit (Ruf beim BZÖ: Weil Sie nicht wissen, was Sie tun!), weil es in unserem Interesse, im Interesse Österreichs ist, und die Gründe dafür wurden heute schon vielfach diskutiert. (Zwischenruf des Abg. Hagen.)
Zwischenruf bei der FPÖ
Ich gehe davon aus, dass diese Aussage wohl auch ein Argument im Deutschen Bundestag war, wo der ESM mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Interessant ist – auch das wurde heute schon angesprochen –, dass in Deutschland außer den Postkommunisten alle für den ESM eingetreten sind (Zwischenruf bei der FPÖ), auch die Liberalen.
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn wir uns zu Europa, wenn wir uns zum Euro bekennen, dann müssen wir auch zum Mechanismus für Stabilität und Sicherheit ein Ja sagen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
In meiner kurzen Zeit als Abgeordneter habe ich ehrlich gesagt noch nie so viele Reaktionen der Bevölkerung bekommen, und zwar nicht Reaktionen, die lauten: ja, weiter so!, sondern Reaktionen, die lauten: Bitte bremst diese Bundesregierung ein, denn sie trifft kontinuierlich Entscheidungen gegen das eigene Volk! – Und dieses Mal sind die Grünen mit dabei. Die Mitmach-Grünen, die bisher eher basisdemokratisch waren, sind dieses Mal mit an Bord. Ja, Frau Klubobmann Glawischnig, die Basis ist dahin, die Hälfte ist schon bei den Piraten, da hilft auch kein elegantes Lockendrehen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Beifall bei der FPÖ.
Erstens: Die Opposition hat ja keine Lösungen. – Na ja gut, über unsere 1 000 Anträge, die in den Ausschüssen immer wieder vertagt werden, reden wir nicht. Reden wir einmal von den echten Problemen, wie es auch Kollege Steinhauser gesagt hat, nämlich dass die Lösung für die spanische Immo-Krise natürlich unsere Zahlungen sind. – Herr Steinhauser, ich weiß nicht, welche Kinder Sie haben und wie viele Kinder Sie haben. Meine Kinder wehren sich dagegen, dass sie irgendwann einmal in ihrem Leben die spanische Krise auszubaden haben, und vielleicht kommen Sie auch einmal in diese Situation. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben heute auch schon Argumente, Wahrheitsargumente rund um den Euro gehört. – Diese Argumente hat Kollege Themessl schon sehr stark entkräftet. Was ich aber bodentief verachte, ist Polemik, ist Populismus und ist das Spiel mit der Angst. Wenn heute ein Herr Spindelegger den Leuten Angst macht und sagt, wir bräuchten den ESM, wir bräuchten das alle, weil sonst unsere Arbeitsplätze wieder einmal gefährdet seien, dann ist das genau die Angstmache, die wir hier herinnen nicht betreiben sollten, und Sie sollten das auch nicht machen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir brauchen keine Europäische Union, um zu sparen. Wir können selber sparen, wenn wir es wollen, aber diese Bundesregierung will nicht sparen. Sie will noch zusätzlich das Geld unserer Bürger in andere Länder schicken, und das lehnen wir ganz heftig ab! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, wenn es so weit kommen wird, dass wir alles so wie beim letzten Gipfel machen, dass Italien, dass Spanien über die Nordländer, die noch ein bisschen Geld haben, die noch ein bisschen Reputation haben, herfallen und sie erpressen, wenn es dann so weit ist, dass unsere Kinder das alles zahlen müssen, dann brauchen Sie sich über die schiefe Ebene, auf der Ihre Wahlergebnisse stehen, nicht zu wundern. Die ÖVP weiß es ja mittlerweile, sie kratzt schon erfolgreich am Zwanziger nach unten, und auch bei Ihnen von der SPÖ wird es noch so weit kommen. Wenn wir dann möglicherweise über 33 Prozent haben, dann wünschen Sie sich nicht, dass unsere Kinder Realität machen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: die Weltverschwörung sozusagen!
Die Ausstiegsängste werden von den Banken und von allen, die von Verlusten betroffen sind, geschürt. Dazu gehört auch Präsident Obama in Amerika, weil US-Pensionsfonds Anleihen südlicher Euroländer halten. Und Strafen und Sanktionen ziehen wieder den Hass der betroffenen Bürger nach sich. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: die Weltverschwörung sozusagen!)
Beifall bei der FPÖ
Wir haben es hier mit einer verkehrten Revolution zu tun. Normalerweise gehen Revolutionen von unten nach oben vor sich. Hier haben wir es mit einer Revolution von oben nach unten zu tun. Das ist ein Putsch – laut eines Leserbriefes –, ein Staatsstreich (Beifall bei der FPÖ), das entspricht einer Rätekonstruktion, und eine legitimierte Rätediktatur gibt es nicht, denn die Entscheidungen in der EU fallen in Komitees, Räten und in Kommissionen. (Ruf bei der SPÖ: Ist das die FPÖ?)
Ruf bei der SPÖ: Ist das die FPÖ?
Wir haben es hier mit einer verkehrten Revolution zu tun. Normalerweise gehen Revolutionen von unten nach oben vor sich. Hier haben wir es mit einer Revolution von oben nach unten zu tun. Das ist ein Putsch – laut eines Leserbriefes –, ein Staatsstreich (Beifall bei der FPÖ), das entspricht einer Rätekonstruktion, und eine legitimierte Rätediktatur gibt es nicht, denn die Entscheidungen in der EU fallen in Komitees, Räten und in Kommissionen. (Ruf bei der SPÖ: Ist das die FPÖ?)
Rufe bei der SPÖ: Bravo!
Ich zitiere – Schlusssatz, die Zeit ist aus (Rufe bei der SPÖ: Bravo!) –:
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Kollege Riemer! Gott schütze Österreich!
Ich bitte Sie, überdenken Sie die Situation, machen Sie sich ein gutes Gewissen! Es lebe Österreich! – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Kollege Riemer! Gott schütze Österreich!)
Allgemeiner Beifall.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, darf ich sehr herzlich den amtierenden Präsidenten des kroatischen Sabor, des kroatischen Parlamentes, Josip Leko mit seiner Delegation hier bei uns begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Tadler zu Wort. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Mehr als 180 Milliarden € sind ja bereits nach Griechenland geflossen, und jetzt zahlen die Griechen einen Teil dieses Geldes wieder in den ESM – wie soll denn das funktionieren? Sollte dann noch ein ESM-Mitgliedstaat die Beiträge und Haftungen nicht zahlen können oder wollen, wird der ausstehende Betrag den zahlungsfähigen und zahlungswilligen Mitgliedstaaten aufgebrummt. Das heißt also, wir können nicht sicher sein, dass nicht noch mehr Geld für marode Banken und Staaten zu berappen ist. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Die jüngere Geschichte hat uns gelehrt, dass wir das auch nicht ausschließen können.
Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Abg. Grosz: Hat er eh nichts angeschmiert?
Abschließend: Ich kann nur hoffen, dass der österreichische Wähler, der Souverän dieses Vorgehen der Regierungsparteien und der Grünen bei den nächsten Wahlen – nie und nimmer! – vergessen haben wird. – Danke. (Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Abg. Grosz: Hat er eh nichts angeschmiert?)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Mag. Lohfeyer und Franz werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Mag. Lohfeyer und Franz werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Mag. Lohfeyer und Franz werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Mag. Lohfeyer und Franz werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Mag. Lohfeyer und Franz werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Mag. Lohfeyer und Franz werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei der FPÖ.
nem österreichischen demokratisch legitimierten Organ und einem anderen nicht demokratisch legitimierten Organ – äußerst problematisch. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Gleiches trifft ja eigentlich auch für Österreich zu. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Beide Varianten, Rettung des Euro oder Abstellen auf eine neue Währung, wären in beiden Systemen mit unabschätzbaren Kosten verbunden. Bei den Experten, die wir hier gehabt haben, war eindeutig herauszuhören, dass die Variante Rettung des Euro durch eine neue Währung für die gesunden Länder tendenziell das billigere Modell wäre. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem Zusammenhang bitte ich zu verstehen, dass wir diesem Projekt keine Zustimmung geben können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, wir haben eine ganze Reihe von Maßnahmen, eine ganze Reihe von wichtigen Modulen, die jeweils einen Beitrag zur Lösung der Krise liefern sollen, ob das Finanzmarktregulierung ist, ob das Wachstum und Beschäftigung ist, ob das Fiskalpakt ist, ob das ESM ist. Das sind wichtige Bausteine, die dazu beitragen können, dass wir erfolgreich aus der Krise kommen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! – So wirklich begeistert klang das aber nicht, Herr Kollege Krainer! Kollege Matznetter hat ja schon darauf hingewiesen, dass es sich um ein politisches Paket handelt und dass der sogenannte Fiskalpakt halt auf Drängen der Deutschen zum ESM dazugekommen ist und die Bundesregierung – wie soll ich sagen? – keinen Weg gefunden hat, dieser Art von deutscher Nötigung auszuweichen. (Zwischenruf bei der FPÖ.) – Ja, nicht nur deutscher, aber speziell der Regierung Merkel, natürlich.
Beifall bei den Grünen.
Das ist nun einmal ein Grundprinzip in der Ökonomie, dass das, was ein Land macht – Lettland zum Beispiel in der großen Krise, Ungarn von mir aus vor einigen Jahren –, verkraftbar ist, wenn die Umwelt entsprechend wachstumspolitisch orientiert ist. Aber wenn die gesamte Union oder auch nur die gesamte Eurozone simultan, gleichzeitig dieses scharfe Konsolidierungsprogramm fährt, dann muss das zu einer weiteren Verschärfung der Rezession führen. Sorry! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grosz: Jetzt auf einmal!
Und drittens haben wir schwere verfassungspolitische Bedenken, die auch beim Hearing vor dem Verfassungsausschuss von Professor Griller schon vorgetragen wurden. Unserer Meinung nach ist es unzulässig, diesen Fiskalpakt in dieser Form mit einfacher Mehrheit zu beschließen. Dieser Fiskalpakt enthält Bestimmungen, die mit der österreichischen Verfassung nicht im Einklang stehen. (Abg. Grosz: Jetzt auf einmal!) Das heißt, damit sie mit einfacher Mehrheit diesen Vertrag ratifizieren können, hätten die Regierungsparteien vorher die entsprechenden Verfassungsbestimmungen ändern müssen, was ihnen natürlich schwerfiele, weil sie die Zweidrittelmehrheit schwer zusammenbekommen. Aber das hätten sie versuchen müssen. So laufen sie Gefahr, dass der Verfassungsgerichtshof früher oder später die Ratifizierung dieses Pakts wird aufheben müssen.
Beifall bei den Grünen.
Also ich finde, das ist ein Husch-Pfusch. Abgesehen jetzt von der inhaltlichen ökonomischen Problematik ist es legistisch ein Husch-Pfusch, was hier gemacht wird. Sorry! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich bin im Gegensatz zu Professor Van der Bellen der Auffassung, dass gerade der Fiskalpakt im Interesse Österreichs ist. Es ist der ESM ein Solidaritätsakt, ein sehr teurer Solidaritätsakt Österreichs, Deutschlands und anderer in Richtung der Club-Med-Länder. Und der Preis, den wir, die wir uns budgetär einigermaßen halten und sicher noch stärker halten werden mit der Schuldenbremse, der Preis, den wir dafür von den Club-Med-Ländern haben wollen, ist eben der Fiskalpakt, nämlich die Zusicherung und die Gewissheit, dass man sich dort in Zukunft zumindest budgetär ordentlich verhält. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit des Abg. Linder
sich ins Bett mit den Linken in der Bundesrepublik, mit den Postkommunisten, mit der SED (Heiterkeit des Abg. Linder), und ich freue mich, sehr geehrter Herr Abgeordneter Linder, in was für eine ehrenwerte Gesellschaft Sie sich da begeben mit den Postkommunisten gemeinsam. Wunderbar, das ist eine schöne Linie! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Neubauer: Sie stimmen mit den Linken den ESM ab und werfen den anderen die Linken vor!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Neubauer: Sie stimmen mit den Linken den ESM ab und werfen den anderen die Linken vor!
sich ins Bett mit den Linken in der Bundesrepublik, mit den Postkommunisten, mit der SED (Heiterkeit des Abg. Linder), und ich freue mich, sehr geehrter Herr Abgeordneter Linder, in was für eine ehrenwerte Gesellschaft Sie sich da begeben mit den Postkommunisten gemeinsam. Wunderbar, das ist eine schöne Linie! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Neubauer: Sie stimmen mit den Linken den ESM ab und werfen den anderen die Linken vor!)
Abg. Dr. Bartenstein: Haben die den Euro, lieber Josef Bucher?
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Lieber Kollege Bartenstein! Wir sind da in guter Gesellschaft mit Großbritannien und mit Tschechien, die stimmen dem Fiskalpakt auch nicht zu. Die brauchen das nicht, die wollen das nicht. Das weißt du hoffentlich, dass Großbritannien und Tschechien keinen Fiskalpakt haben wollen? (Abg. Dr. Bartenstein: Haben die den Euro, lieber Josef Bucher?) – Die brauchen ihn nicht, die sagen, dass das nicht notwendig ist.
Beifall beim BZÖ.
Und da schaue ich mir dann an, wie sich die ÖVP zu dieser Frage verhalten wird, zu den Eurobonds, denn das heißt in Wahrheit, dass unsere Zinsen nach oben gehen, auch die Zinsen der Deutschen nach oben gehen, was ja völlig klar ist. (Beifall beim BZÖ.) Wenn wir alle dann gemeinsam nur mehr eine Anleihe auf den Markt bringen, werden naturgemäß jene Länder bestraft, die eine sorgsame Haushaltsführung haben. Und das wollt ihr. Das ist für mich unverständlich! Das geht ja zu Lasten des eigenen Budgets, das geht zu Lasten der eigenen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.
Beifall beim BZÖ.
Warum haben wir in der Vergangenheit den Stabilitätspakt nicht eingehalten? Wir haben ihn nicht eingehalten, die Deutschen nicht, die Franzosen nicht – ja kein Land hat ihn im Grunde genommen eingehalten, und alle müssten ein Defizitverfahren haben. Das, was man sich hier vornimmt, nämlich nur mehr 0,5 Prozent Defizit zu haben, führt geradewegs in die Unglaubwürdigkeit, weil ja viele wissen, dass einerseits Mittel für die Rettung südeuropäischer Länder zur Verfügung gestellt werden müssen, andererseits soll man das Ziel von 0,5 Prozent Defizit erreichen. – Aus meiner Sicht völlig unmöglich, eine unrealistische Annahme, und wer sich solch unrealistischen Annahmen anschließt, der hat heute schon verspielt. Das ist nichts anderes als eine Beruhigungspille für die Märkte, die nicht wirken wird, und ihr werdet euch alle noch wundern, was da unterm Strich herauskommen wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Setzen wir die richtigen Schritte in die Richtung, Europa sozialer zu gestalten! Wir sind ein Teil Europas, also gestalten wir es auch mit. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe: Nicht da!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Kogler. – Bitte. (Rufe: Nicht da!) – Er ist nicht im Saal.
Beifall bei der ÖVP. – Staatssekretär Mag. Schieder: Ihr habt auch zweimal Budgets nicht geschlossen zugestimmt, obwohl es ÖVP-Minister waren!
Meine Damen und Herren! Der Fiskalpakt wird seit Monaten auf europäischer Ebene diskutiert und beschlossen, und wir beschließen ihn heute hier in Österreich im Sinne unseres Landes und natürlich auch im Sinne der Wirtschaft. Ich würde mich freuen, wenn auch die SPÖ entgegen anderslautenden Presseberichten geschlossen diesem Fiskalpakt zustimmen würde. Das wäre auch ein klares Signal der Regierungsparteien. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Staatssekretär Mag. Schieder: Ihr habt auch zweimal Budgets nicht geschlossen zugestimmt, obwohl es ÖVP-Minister waren!)
Abg. Peter Haubner: Das waren Wahlversprechen!
Dass die SPÖ dem jetzt auch freudig zustimmt, mag ja nicht verwundern, denn anscheinend sieht man seit der Wahl in Frankreich das irgendwie als neue Politik, als „Silberstreif am Horizont“, habe ich gehört vonseiten der Sozialdemokratie. Warum aber die ÖVP jetzt das „Modell Hollande“ will, frage ich mich wirklich, denn der Herr Hollande hat ja gezeigt, was er von all diesen Richtlinien hält: nämlich gar nichts. Er hat gleich gesagt: Wir sparen nicht ein im öffentlichen Sektor, sondern wir weiten einmal gleich die Zahl der Beamten aus, wir erhöhen das Pensionsalter nicht, sondern wir senken es wieder, und wir machen mehr Schulden. (Abg. Peter Haubner: Das waren Wahlversprechen!) Und um das alles zu finanzieren, sollen die Eurobonds kommen.
Abg. Dr. Matznetter: Für alle Länder !
Nein, nein, nein. (Abg. Dr. Matznetter: Für alle Länder !) Bitte, Herr Matznetter? Wie ist das? Das heißt also, wenn wir jetzt starke Länder, die niedrige Zinsen haben, vermischen, in einem Pott sozusagen, mit schwachen Ländern, die hohe Zinsen zahlen, werden die Zinsen also noch niedriger sein auch für die starken Länder?! Das ist eine interessante Mathematik. (Abg. Dr. Matznetter: Sie verstehen es nicht!) Wir haben jetzt hier am Tisch, was da versprochen wird. Und wir hoffen, dass, wenn diese Eurobonds kommen – ich hoffe nicht, dass sie kommen –, diese von Ihnen ebenso durchgesetzt werden wie der ESM und jetzt der Fiskalpakt. Dann werden wir uns das anschauen. Und dann werden Sie wieder sagen: Na ja, wir haben uns geirrt, und das war vielleicht ein bisserl blauäugig! (Abg. Dr. Matznetter: Das haben wir noch nie gesagt!), und Sie werden genauso wenig die Verantwortung für diese Falschinformation übernehmen, wie Sie sie vorher schon dafür übernommen haben, dass die Euro-Kriterien nicht eingehalten worden sind. (Abg. Dr. Matznetter: Sie haben keine Ahnung!)
Abg. Dr. Matznetter: Sie verstehen es nicht!
Nein, nein, nein. (Abg. Dr. Matznetter: Für alle Länder !) Bitte, Herr Matznetter? Wie ist das? Das heißt also, wenn wir jetzt starke Länder, die niedrige Zinsen haben, vermischen, in einem Pott sozusagen, mit schwachen Ländern, die hohe Zinsen zahlen, werden die Zinsen also noch niedriger sein auch für die starken Länder?! Das ist eine interessante Mathematik. (Abg. Dr. Matznetter: Sie verstehen es nicht!) Wir haben jetzt hier am Tisch, was da versprochen wird. Und wir hoffen, dass, wenn diese Eurobonds kommen – ich hoffe nicht, dass sie kommen –, diese von Ihnen ebenso durchgesetzt werden wie der ESM und jetzt der Fiskalpakt. Dann werden wir uns das anschauen. Und dann werden Sie wieder sagen: Na ja, wir haben uns geirrt, und das war vielleicht ein bisserl blauäugig! (Abg. Dr. Matznetter: Das haben wir noch nie gesagt!), und Sie werden genauso wenig die Verantwortung für diese Falschinformation übernehmen, wie Sie sie vorher schon dafür übernommen haben, dass die Euro-Kriterien nicht eingehalten worden sind. (Abg. Dr. Matznetter: Sie haben keine Ahnung!)
Abg. Dr. Matznetter: Das haben wir noch nie gesagt!
Nein, nein, nein. (Abg. Dr. Matznetter: Für alle Länder !) Bitte, Herr Matznetter? Wie ist das? Das heißt also, wenn wir jetzt starke Länder, die niedrige Zinsen haben, vermischen, in einem Pott sozusagen, mit schwachen Ländern, die hohe Zinsen zahlen, werden die Zinsen also noch niedriger sein auch für die starken Länder?! Das ist eine interessante Mathematik. (Abg. Dr. Matznetter: Sie verstehen es nicht!) Wir haben jetzt hier am Tisch, was da versprochen wird. Und wir hoffen, dass, wenn diese Eurobonds kommen – ich hoffe nicht, dass sie kommen –, diese von Ihnen ebenso durchgesetzt werden wie der ESM und jetzt der Fiskalpakt. Dann werden wir uns das anschauen. Und dann werden Sie wieder sagen: Na ja, wir haben uns geirrt, und das war vielleicht ein bisserl blauäugig! (Abg. Dr. Matznetter: Das haben wir noch nie gesagt!), und Sie werden genauso wenig die Verantwortung für diese Falschinformation übernehmen, wie Sie sie vorher schon dafür übernommen haben, dass die Euro-Kriterien nicht eingehalten worden sind. (Abg. Dr. Matznetter: Sie haben keine Ahnung!)
Abg. Dr. Matznetter: Sie haben keine Ahnung!
Nein, nein, nein. (Abg. Dr. Matznetter: Für alle Länder !) Bitte, Herr Matznetter? Wie ist das? Das heißt also, wenn wir jetzt starke Länder, die niedrige Zinsen haben, vermischen, in einem Pott sozusagen, mit schwachen Ländern, die hohe Zinsen zahlen, werden die Zinsen also noch niedriger sein auch für die starken Länder?! Das ist eine interessante Mathematik. (Abg. Dr. Matznetter: Sie verstehen es nicht!) Wir haben jetzt hier am Tisch, was da versprochen wird. Und wir hoffen, dass, wenn diese Eurobonds kommen – ich hoffe nicht, dass sie kommen –, diese von Ihnen ebenso durchgesetzt werden wie der ESM und jetzt der Fiskalpakt. Dann werden wir uns das anschauen. Und dann werden Sie wieder sagen: Na ja, wir haben uns geirrt, und das war vielleicht ein bisserl blauäugig! (Abg. Dr. Matznetter: Das haben wir noch nie gesagt!), und Sie werden genauso wenig die Verantwortung für diese Falschinformation übernehmen, wie Sie sie vorher schon dafür übernommen haben, dass die Euro-Kriterien nicht eingehalten worden sind. (Abg. Dr. Matznetter: Sie haben keine Ahnung!)
Abg. Dr. Matznetter: Sie verstehen es nicht!
Das ist das Problem, das wir mit Ihnen haben, und die Menschen glauben Ihnen das ganz einfach nicht. (Abg. Dr. Matznetter: Sie verstehen es nicht!) Was glauben Sie denn wirklich, was wir profitieren? (Abg. Dr. Matznetter: Nix verstehen, aber dagegen sein!) Wir sind gegen diese Voodoo-Ökonomie, gegen diese
Abg. Dr. Matznetter: Nix verstehen, aber dagegen sein!
Das ist das Problem, das wir mit Ihnen haben, und die Menschen glauben Ihnen das ganz einfach nicht. (Abg. Dr. Matznetter: Sie verstehen es nicht!) Was glauben Sie denn wirklich, was wir profitieren? (Abg. Dr. Matznetter: Nix verstehen, aber dagegen sein!) Wir sind gegen diese Voodoo-Ökonomie, gegen diese
Beifall beim BZÖ.
Nix verstehen, nix verstehen! Sie sagen immer, wir verstehen nichts. Wenn wir aber recht haben, und die Bevölkerung zahlt für Ihre falschen Entscheidungen, dann sollten Sie ruhig sein und nicht noch Ihre falschen Aussagen und Ihre Zwischenrufe weiter tätigen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir sagen Ihnen noch einmal, das ist die falsche Politik. Lassen Sie Ihre Ideologie im Nachtkasterl stehen und machen Sie endlich Politik für die Menschen! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Das werden wir uns dann anschauen!
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Mag. Andreas Schieder: Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vielleicht gleich zum Kollegen Scheibner, weil er mir ein Kopfschütteln schenkt – ich kann Ihnen das erklären –: Der Zinssatz von Eurobonds oder gemeinschaftlichen europäischen Anleihen ist ja kein Mischsatz, wie Sie sagen würden, kein Durchschnittssatz, wie es mathematisch heißt – das mathematisch gewichtete Mittel –, aus den nationalen Zinssätzen, sondern das ist ja ein neues Angebot an den Markt und damit auch abhängig davon, wer dieses Angebot legt, und die Größe des Angebotlegers determiniert den Zinssatz. Und da dieser Angebotleger dann bei den Größten der Welt ist, gibt es auch eine starke Evidenz in der Literatur, dass damit der Zinssatz für alle Beteiligten, auch wenn dann die Tendenz nach unten geht, durchaus nicht so stark nach oben geht. (Abg. Scheibner: Das werden wir uns dann anschauen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Lange hat es so ausgeschaut, als würde Europa einseitig vorangehen. Seit einigen Wochen geht Europa zum Glück vernünftig, auch mit der Inkludierung von Wirtschaftswachstums und Beschäftigungsinitiativen voran, was letztlich erst die haushaltstechnische Konsolidierung ermöglicht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Zanger: Wie Sie meinen, Herr Kollege!
Ich möchte nicht, dass von heute auf morgen aufgrund einer neuen Währung in Italien die ganzen Tourismusdestinationen um 40 Prozent günstiger sind und wir dann nicht mehr konkurrenzfähig sind, in Kärnten beispielsweise, aber auch in der Steiermark und insgesamt in Österreich. Also ich glaube, dass es der falsche Weg ist, Sanierungen über Abwertungen der südlichen Staaten zuzulassen. (Abg. Zanger: Wie Sie meinen, Herr Kollege!)
Abg. Grosz: Wir sind jetzt beim Fiskalpakt, nicht beim ESM!
Ich bekenne mich daher zu unserem Weg, dazu, dass wir gesagt haben, ja, wir müssen Mittel einsetzen, um diese Finanzmärkte zu stabilisieren (Abg. Grosz: Wir sind jetzt beim Fiskalpakt, nicht beim ESM!) – ganz klar im Artikel 3 –, wenn das insgesamt unabdingbar ist. Ich bin sehr froh darüber, dass wir klare demokratische Mitbestimmungsrechte durch die Begleitnovelle geregelt haben.
Abg. Neubauer: Aber sind verfassungskonform!
Nur: Wenn sich Staaten nicht an Regelungen halten, wenn wir Geld nach Griechenland, nach Spanien zahlen müssen, dann zu sagen, einen Fiskalpakt brauchen wir nicht, die brauchen sich nicht an die Regelungen zu halten (Abg. Neubauer: Aber sind verfassungskonform!), die müssen nicht Gefahr laufen, vom EuGH verurteilt zu werden, das verstehe ich von Ihnen überhaupt nicht. (Abg. Grosz: Das hat mit den Maastricht-Kriterien auch schon „super“ funktioniert!)
Abg. Grosz: Das hat mit den Maastricht-Kriterien auch schon „super“ funktioniert!
Nur: Wenn sich Staaten nicht an Regelungen halten, wenn wir Geld nach Griechenland, nach Spanien zahlen müssen, dann zu sagen, einen Fiskalpakt brauchen wir nicht, die brauchen sich nicht an die Regelungen zu halten (Abg. Neubauer: Aber sind verfassungskonform!), die müssen nicht Gefahr laufen, vom EuGH verurteilt zu werden, das verstehe ich von Ihnen überhaupt nicht. (Abg. Grosz: Das hat mit den Maastricht-Kriterien auch schon „super“ funktioniert!)
Abg. Mag. Kogler: Es ist nicht alles gut, was eine Regel ist!
Es ist natürlich auch eines klar: Auch wir haben uns an die Regeln zu halten. Wir können nicht sagen, wenn sich die anderen nicht an die Regeln halten, dann greifen wir durch, aber für uns ist das egal. Selbstverständlich muss dann der Fiskalpakt auch gegen uns und für uns wirken. (Abg. Mag. Kogler: Es ist nicht alles gut, was eine Regel ist!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Darum sage ich: Stabilisierung, klare demokratische Kontrolle, aber auch budgetäre Disziplin im Sinne eines erfolgreichen und nachhaltigen Europa. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Bartenstein: Wir haben die Rede vom Kollegen Kogler vermisst!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Musiol. – Bitte. (Abg. Dr. Bartenstein: Wir haben die Rede vom Kollegen Kogler vermisst!)
Abg. Grosz: Wenn er ausgeschlafen hat!
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Diese Rede kommt schon noch, Herr Kollege Bartenstein, die kommt schon noch. (Abg. Grosz: Wenn er ausgeschlafen hat!)
Abg. Grosz: Aber treffend!
Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Das war wieder einmal ein „qualifizierter“ Zwischenruf des Kollegen Grosz (Abg. Grosz: Aber treffend!), wie wir ihn gewohnt sind.
Abg. Dr. Rosenkranz: Schlechtes Gewissen heißt bei Ihnen „differenziert vorgehen“!
Zum Fiskalpakt. Wir haben heute viel über den ESM gesprochen, und bis vor Kurzem haben ja – das habe ich im Hearing an den Zwischengesprächen mit den KollegInnen von BZÖ und FPÖ bemerkt – diese KollegInnen nicht verstanden, dass die Grünen hier differenziert vorgehen, weil ihnen das fremd ist, dass wir bei EU-Fragen differenziert vorgehen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Schlechtes Gewissen heißt bei Ihnen „differenziert vorgehen“!)
Abg. Grosz: Genauso klar wie beim ESM! – Abg. Dr. Rosenkranz: Klar wie Kloßbrühe!
Anders verhält es sich – das sei hier auch noch einmal klar deponiert, und das hat Kollege Van der Bellen ja auch schon gesagt – mit dem Fiskalpakt, wo wir uns ganz klar positionieren und sagen, diesem Fiskalpakt können und werden wir nicht zustimmen. (Abg. Grosz: Genauso klar wie beim ESM! – Abg. Dr. Rosenkranz: Klar wie Kloßbrühe!)
Abg. Dr. Bartenstein: prüft nicht der österreichische Bundespräsident, Frau Musiol! Erkundigen Sie sich! – Ruf bei der FPÖ: Bei der Grünen Jugend vielleicht!
Ja, ich habe kein Problem damit. Ich lehne es jetzt ab und ich hätte es auch im Herbst abgelehnt, aber es hätte vielleicht die Möglichkeit gegeben, dass sich in Ihrer Fraktion noch so manche näher informieren, sich vor allem auch näher informieren über die Frage des verfassungsmäßigen Zustandekommens, um dann nämlich auch dem Bundespräsidenten den Job zu erleichtern, denn Tatsache ist – und das haben wir alle, die wir dort waren, im Hearing gehört –, dass es bezüglich des ESM, so wie vorher fälschlicherweise hier zwischengerufen wurde, keinerlei verfassungsrechtliche Bedenken der ExpertInnen gab, beim Fiskalpakt aber sehr wohl. Kollege Van der Bellen hat auch das schon angesprochen. (Abg. Dr. Bartenstein: prüft nicht der österreichische Bundespräsident, Frau Musiol! Erkundigen Sie sich! – Ruf bei der FPÖ: Bei der Grünen Jugend vielleicht!)
Beifall bei den Grünen.
Sie nehmen das in Kauf, bevor Sie das näher geprüft haben. Wir werden sehen, wer hier rechtlich recht behält. (Beifall bei den Grünen.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten des BZÖ.
Insgesamt hat auch Österreich sehr von dieser guten europäischen Entwicklung profitiert. Wir haben – ich darf das noch einmal in Erinnerung rufen – gerade unsere Exportquote in der Zeit der Euroeinführung verdoppeln können. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten des BZÖ.) Wir haben höchste Beschäftigungsstände in Österreich. Wir haben die geringste Arbeitslosigkeit in Europa. Wir haben Wohlstand auf sehr, sehr hohem Niveau und vor allem soziale Sicherheit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Geht ja!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Geht ja!
Insgesamt hat auch Österreich sehr von dieser guten europäischen Entwicklung profitiert. Wir haben – ich darf das noch einmal in Erinnerung rufen – gerade unsere Exportquote in der Zeit der Euroeinführung verdoppeln können. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten des BZÖ.) Wir haben höchste Beschäftigungsstände in Österreich. Wir haben die geringste Arbeitslosigkeit in Europa. Wir haben Wohlstand auf sehr, sehr hohem Niveau und vor allem soziale Sicherheit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Geht ja!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn wir das festhalten wollen, dann müssen wir auch in Europa diesen Schritt weiter verfolgen. Wir müssen die schwächeren Staaten, die in der Vergangenheit über zu billige Kredite vielleicht doch eher in die Schuldensituation ausgewichen sind, wieder wettbewerbsfähiger machen. Dazu helfen Regelwerke wie ein Fiskalpakt oder auch ein gemeinsamer Währungs- und Rettungsschirm. Das müssen wir mitnehmen und schauen, dass wir alle miteinander wettbewerbsfähiger werden. Dann können wir diesem Zukunftsprojekt Europa den Frieden erhalten und auch den nächsten Generationen den Wohlstand sichern. – Besten Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir als Volksvertreter sind dazu verpflichtet, die österreichische Verfassung zu respektieren, haben aber auch die Verpflichtung, die österreichischen Bürger zu schützen und deren Rechte zu wahren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn man sich vorgestern den „Teletext“ angeschaut hat, ist eine Headline auf jeden Fall aufgefallen: „Spindelegger: Kompetenzen an EU“. Meine Damen und Herren, nur jemand, der sich nicht zutraut, die eigenen Probleme im Land anzupacken, gibt Kompetenzen an die EU ab! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: So ist es!
Die wohl bekanntesten drei Worte Leopold Figls waren 1955 der Startschuss für die Zweite Republik: „Österreich ist frei!“ Sie (in Richtung ÖVP) treten das Erbe Leopold Figls mit Füßen, aber das werden Sie (Abg. Grosz: So ist es!) verantworten müssen. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die wohl bekanntesten drei Worte Leopold Figls waren 1955 der Startschuss für die Zweite Republik: „Österreich ist frei!“ Sie (in Richtung ÖVP) treten das Erbe Leopold Figls mit Füßen, aber das werden Sie (Abg. Grosz: So ist es!) verantworten müssen. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben zu verantworten, meine Damen und Herren, dass in den Geschichtsbüchern stehen wird: Das Ende der Zweiten Republik: Eintritt des Bundesstaates Österreich in die Vereinten Staaten von Europa! (Beifall beim BZÖ.)
Bundesministerin Dr. Fekter nickt
Vielleicht können Sie so lieb sein: Teilen Sie ihm den relativ einfachen Umstand mit, warum, wenn mehrere Personen zusammen einen Kredit aufnehmen, sie weniger Zinsen zahlen, als wenn es einer oder weniger tun. Das ist ganz einfach: Wir, alle Österreicher zusammen, nehmen derzeit um 2,05 Prozent, Frau Ministerin (Bundesministerin Dr. Fekter nickt), Kredite auf. Warum? – Weil am Ende des Tages wir alle und alle, die wir vertreten, das mit ihren Steuern notfalls zurückzahlen müssen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die acht Millionen Österreicher es nicht mehr zahlen können, ist bei acht Millionen viel geringer, als dass Herr Scheibner allein einen Kredit nicht zurückzahlen kann. Daher bekommt er keine 2,05 Prozent, sondern muss viel mehr als das zahlen.
Abg. Grosz: Eben, weil die Rückzahlungen von Griechenland so sicher sind! Und die Portugals!
Dieser einfache Umstand führt dazu, dass, wenn sich mehrere zusammentun, sie es gemeinsam billiger bekommen. (Abg. Grosz: Eben, weil die Rückzahlungen von Griechenland so sicher sind! Und die Portugals!) Gut, dieser einfache Hinweis auf die Realität, die jeder kennt, macht es ja einfach. (Abg. Grosz: Sind ja krisensichere Länder!)
Abg. Grosz: Sind ja krisensichere Länder!
Dieser einfache Umstand führt dazu, dass, wenn sich mehrere zusammentun, sie es gemeinsam billiger bekommen. (Abg. Grosz: Eben, weil die Rückzahlungen von Griechenland so sicher sind! Und die Portugals!) Gut, dieser einfache Hinweis auf die Realität, die jeder kennt, macht es ja einfach. (Abg. Grosz: Sind ja krisensichere Länder!)
Abg. Petzner: Ich habe gedacht, dass Sie auch heute irgendetwas zur Hypo sagen werden!
Die einen sagen, es sind nur 130 Milliarden. Man denke aber zurück, welche Wirkung allein die Marshall-Plan-Mittel in Österreich oder in Europa hatten. (Abg. Petzner: Ich habe gedacht, dass Sie auch heute irgendetwas zur Hypo sagen werden!) Diese Volumina, wenn ich 1 bis 2 Prozent, in dem Fall nicht des Inlands, sondern der gesamten Wirtschaftszone, einsetze und zusätzliche Stimulanz herstelle, extra finanziert über EIB und Förderungsmittel, die noch in den Kassen der Europäischen Union vorhanden waren, dann haben wir das Vernünftigste, noch vernünftiger als synchrones Handeln! Wir haben erstmals eine gemeinsame europäische Wirtschaftspolitik, die sagt: Ja, wir müssen Wachstumsimpulse setzen!
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Dieser Zustand ist demokratiegefährdend, daher ist der Fiskalpakt ein Beitrag dazu, innerhalb dieser Rahmenbedingungen, die wir hier haben, Europa auf den richtigen Weg zu führen. Ich kann daher mit gutem Gewissen – und ich darf das auch für meine Fraktion sagen – dem zustimmen. Dafür kämpfen, dass die Politik in Europa eine des Wachstums wird, werden wir weiterhin – und nicht mit Abfangjägern wie Herr Scheibner, das sowieso nicht! – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Petzner: Darabos hat 1 Milliarde Mehrkosten verhandelt, Herr Kollege Matznetter! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Ing. Windisch. – Bitte. (Abg. Petzner: Darabos hat 1 Milliarde Mehrkosten verhandelt, Herr Kollege Matznetter! – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Ing. Franz Windisch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesminister! Meine geschätzten Herren Staatssekretäre! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen hier im Nationalrat! Ich denke, für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Sie kennen alle dieses Sprichwort. Es ist natürlich ein spannender Moment für jeden Neo-Abgeordneten, sich hier das erste Mal positionieren zu können, hier im Plenum seine Stimme erheben zu können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wirtschaftsunion. Ich glaube, gerade im Interesse eines Nettozahlerlandes muss das eben so sein. Es gibt bis dato noch keine bessere Alternative dazu. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Petzner: Die Titanic ist auch untergegangen!
Gerade jetzt, wo Europa in diesen stürmischen Zeiten unterwegs ist, wollen wir eben genau nicht uns einfach abseilen und davonstehlen! Abseilen im wahrsten Sinn des Wortes in einem kleinen Rettungsboot, einem vermeintlichen Rettungsboot, das in einer stürmischen See sehr schnell zu einer kleinen Nussschale ohne Tiefgang wird. Da ist es mir doch viel lieber, unterwegs zu sein auf einem großen Schiff, wo Stabilität herrscht durch die Wasserverdrängung, durch den tiefen Schwerpunkt, und wo ich noch dazu (Abg. Petzner: Die Titanic ist auch untergegangen!) den anderen großen Schiffen ins Auge sehen kann, denen auch auf Augenhöhe begegnen kann. (Abg. Zanger: Das hat bei der Titanic auch nichts genützt!)
Abg. Zanger: Das hat bei der Titanic auch nichts genützt!
Gerade jetzt, wo Europa in diesen stürmischen Zeiten unterwegs ist, wollen wir eben genau nicht uns einfach abseilen und davonstehlen! Abseilen im wahrsten Sinn des Wortes in einem kleinen Rettungsboot, einem vermeintlichen Rettungsboot, das in einer stürmischen See sehr schnell zu einer kleinen Nussschale ohne Tiefgang wird. Da ist es mir doch viel lieber, unterwegs zu sein auf einem großen Schiff, wo Stabilität herrscht durch die Wasserverdrängung, durch den tiefen Schwerpunkt, und wo ich noch dazu (Abg. Petzner: Die Titanic ist auch untergegangen!) den anderen großen Schiffen ins Auge sehen kann, denen auch auf Augenhöhe begegnen kann. (Abg. Zanger: Das hat bei der Titanic auch nichts genützt!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg in diesem Österreich, auf dem richtigen Weg in diesem Europa. Last but not least lade ich Sie ein: Gehen Sie mit uns diesen Weg in Geschlossenheit und Entschlossenheit! Denn eines ist klar: Die Zukunft findet statt, mit und auch ohne uns! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Windisch hat hier zu Beginn irgendwie etwas sehr Sympathisches gesagt: dass er sich heute etwas Leichteres gewünscht hätte. Ich weiß gar nicht ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sympathisch, weil mir das so ehrlich zu sein scheint. Es ist allerdings dann auch wieder nicht die Aufgabe, sich tatsächlich Leichtes oder Schweres auszusuchen, sondern auch Entscheidungen zu treffen, in Verhandlungen abzuändern, vorzubereiten und jedenfalls nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden. Davor muss man sich nicht fürchten. Das haben Sie auch nicht gemeint, aber immerhin haben Sie eingestanden, dass das nicht immer ganz leicht ist.
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Dieses Abwägen führt bei uns zum Beispiel dazu, dass wir, auch schon mit bestimmten Kritikpunkten, bestimmten Veränderungen und Punkten dazu, dem ESM zugestimmt haben, insbesondere auch dem Art. 136 im Vertrag von Lissabon mit seinem neuen 3. Absatz. Aber beim Fiskalpakt tun sich viele Fragen auf – sie sind ja zum Teil schon erwähnt worden –, die von uns durchaus auch negativ beantwortet werden. Deshalb lehnen wir dieses Konstrukt ab. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Beifall bei den Grünen.
Was ist denn los in Griechenland? – Das ist doch unerträglich bis heute, dass dort zig Milliarden – zig Milliarden! – an Vermögen ins Ausland geschafft wurden und die Europäische Union und andere hier nicht in der Lage sind, Regeln zu erzeugen, dass dort besser zugegriffen werden kann! (Beifall bei den Grünen.) Die Behörden in Griechenland haben ja die längste Zeit überhaupt keine Absicht gezeigt, dem nachgehen zu
Beifall bei den Grünen.
Das ist der Grund, warum man ökonomisch nicht dafür sein kann, aber es gibt natürlich auch noch andere ökonomische Probleme. Über die haben wir am Vormittag schon diskutiert. Jetzt noch ein rechtliches: Ich verstehe nicht, und das ist auch ein Grund unserer avisierten Verfassungsklage, dass Sie einem Vertragswerk zustimmen, das eine derart offensichtliche Lücke hat. Nämlich: Wenn die Budgetregeln der Verträge nicht befolgt werden, legt die EU-Kommission den automatischen Korrekturmechanismus fest. Der steht jetzt noch nicht einmal fest. Sie wissen ja nicht einmal, worüber Sie abstimmen an der Stelle! Gerade jetzt ist einmal etwas gekommen, aber die Sanktionen stehen jetzt schon fest. Der Mechanismus nicht. Ich halte das von vornherein für eine äußerst merkwürdige Vorgangsweise, die auch unser rechtliches Misstrauen mitbegründet. Die anderen Argumente hat im Hearing hier Professor Griller vorgebracht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Da wäre es möglich, und deshalb ist auch der Europäische Konvent so wichtig, dass diese Fragen der integrierten Wirtschaftspolitik einmal zusammengefasst und unter einem gelöst werden. Und das wird auch die Voraussetzung für Eurobonds sein. Dort können wir dann über sinnvolle Regeln reden, wie die Haushalte zusammengeführt werden. Dass die natürlich nicht komplett auseinandergehen dürfen als Voraussetzung, ist klar. Das ist jedoch die falsche Regel, und deshalb sind wir dagegen. (Beifall bei den Grünen.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Mag. Lohfeyer und Franz werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Mag. Lohfeyer und Franz werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Jakob Auer und Zanger werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Jakob Auer und Zanger werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Abweichend von der Bekanntgabe des Stimmverhaltens durch Präsidenten Dr. Graf lautet das tatsächliche Abstimmungsergebnis wie folgt: abgegebene Stimmen: 163; davon „Ja“-Stimmen: 100, „Nein“-Stimmen: 63.
(Abweichend von der Bekanntgabe des Stimmverhaltens durch Präsidenten Dr. Graf lautet das tatsächliche Abstimmungsergebnis wie folgt: abgegebene Stimmen: 163; davon „Ja“-Stimmen: 100, „Nein“-Stimmen: 63.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Und vor allem, sehr geehrte Gäste aus Kroatien! Ich möchte Sie herzlich hier im Parlament begrüßen und wir freuen uns sehr, dass Sie dieser Debatte beiwohnen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Wenn Kroatien im Juli 2013 der Europäischen Union beitritt, dann ist das ein großer Erfolg für die Menschen in Kroatien, die hart daran gearbeitet haben und einen langen, aber auch eindrucksvollen Weg zurückgelegt haben. Der Weg in die Unabhängigkeit hat für Kroatien 1991 zunächst in der Zerstörung des Landes geendet. Der vier Jahre dauernde, blutige Krieg wurde mit über 10 000 Toten und über 200 000 Vertriebenen bezahlt. Was folgte, ist eine beeindruckende politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung, die Kroatien Schritt für Schritt an die EU herangeführt hat. Innerhalb kürzester Zeit hat Kroatien seine Politik, die Wirtschaft und Gesellschaft umgedreht: vom Krieg zur Demokratie, zur Rechtsstaatlichkeit und zum Frieden. Das hat den Menschen in Kroatien eine große Bereitschaft zur Veränderung abverlangt und das verdient unsere Achtung und unseren Respekt, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
(Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Abg. Petzner: Das war eben noch ein gescheiter Außenminister – im Gegensatz zum jetzigen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Österreich hat zu Kroatien historisch gesehen eine besondere Beziehung, besonders was die Staatswerdung betrifft. Ich darf hier schon sagen, dass es der damalige Außenminister Alois Mock war, der seinerzeit massiv schon zu einem Zeitpunkt für die Selbstständigkeit von Kroatien eingetreten ist, als das nicht unumstritten war, als das sehr umstritten war. Alois Mock musste sowohl innerhalb der österreichischen Regierung dafür kämpfen als auch bei den Großen dieser Welt. (Abg. Petzner: Das war eben noch ein gescheiter Außenminister – im Gegensatz zum jetzigen!)
Beifall bei der ÖVP.
Die USA waren zu diesem Zeitpunkt damals überhaupt nicht dafür, und es war nicht nur Alois Mock, sondern es war immer die Linie aller österreichischen Außenminister, hier Kroatien entsprechend zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Daher sage ich Ihnen, wir freuen uns, ab 1. Juli 2013 die schon jetzt sehr gute Zusammenarbeit mit Kroatien innerhalb der Europäischen Union mit dem 28. Mitgliedstaat fortsetzen zu können. Herr Präsident des kroatischen Parlaments, mich freut es, dass Sie das heute hier in Wien miterleben können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Sehr „mutig“!
Das ist auch der Grund, warum einige – vielleicht fünf oder sechs – Abgeordnete meiner Partei heute dem Beitritt Kroatiens nicht zustimmen werden. Und das ist auch der Grund dafür, warum etwa unser Parteiobmann bei der heutigen Abstimmung nicht anwesend ist. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Sehr „mutig“!)
Heiterkeit und Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herzlich willkommen, liebe Gäste aus Kroatien! Willkommen in der Europäischen Union! Wir werden noch genug Schwierigkeiten gemeinsam haben in der Europäischen Union. Das ist kein einfacher Klub. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Abg. Neubauer: Wenn Sie für Vertreibungen sind !
Jedenfalls freuen wir uns sehr, dass Kroatien in einem Jahr auch formell dabei ist. Wir haben keinerlei Einschränkungen, wie die Freiheitliche Partei. Ich hätte gedacht, dass wir hier im Nationalrat eine einstimmige Entscheidung fällen, aber das ist offenbar nicht ganz der Fall. Ich hätte mich gefreut. (Abg. Neubauer: Wenn Sie für Vertreibungen sind !)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Schauen Sie, dann müssten wir eine lange historische Diskussion darüber führen, was vor 1945 passiert ist oder vor dem Mai 1945. Das ist ja alles ein Paket. Es geht nicht an, dass Sie uns mit so einem Antrag hier überfallen und erwarten, dass wir da einfach mitgehen werden. Wir werden bei diesem Antrag sicher nicht mitgehen. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Ich mache es kurz: Sie werden sich sicherlich keine Illusionen darüber machen, wie lustig und einfach es in der Europäischen Union ist. Sie haben ja in den Verhandlungen einen Vorgeschmack bekommen. Aber insgesamt stehen wir sehr positiv zu dieser Entscheidung und würden uns freuen, wenn Serbien und die anderen Nachbarländer aus Ihrer Region, sage ich einmal, zu gegebener Zeit dann auch dem Klub beitreten werden. – Danke schön. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Weninger.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren aus Kroatien! Werte Delegation! Herr Präsident! Wir hatten ja heute zu Mittag nicht die Gelegenheit, uns persönlich kennenzulernen, weil meine Fraktion bei den Verhandlungen des ESM hier die geschlossene Anwesenheit im Plenum vorgezogen hat. (Zwischenruf des Abg. Weninger.)
Beifall beim BZÖ.
Seien Sie froh, dass Sie mit der Kuna eine Währung haben, mit der auch wir Österreicher uns angefreundet haben, aber machen Sie nicht den Fehler, den die österreichische Bundesregierung gemacht hat, denn sonst haben Sie die gleichen Debatten wie wir heute zum ESM, wo Sie nur zahlen, aber nichts aus diesem Europa herausbekommen werden. Ganz im Gegenteil, Sie werden für Pleiteländer mithaften. Und das kann nicht im Interesse eines stolzen Kroatiens sein, das seinen Stolz auch aus der Geschichte heraus bekommen hat und auch wirklich gut in die Zukunft blicken wird. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Das, was ich heute schon sagen möchte, ist: Wir können natürlich über Europa diskutieren und darüber, wie schön und wie toll denn das Ganze ist, wir müssen aber auch die Gefahren erkennen. Die finanziellen Gefahren dieses Europas erkennen wir seit einigen Jahren, seit 2008, und schmerzlich in den letzten Monaten. Es gibt aber auch andere Gefahren. Wenige Kilometer von Zagreb entfernt liegt Krško. Krško wird von Kroatien und Slowenien gleichermaßen betrieben. Wenn in Krško etwas passiert, ist an ein normales Leben in der kroatischen Hauptstadt nicht mehr zu denken. Wenn in Krško etwas passiert, ist an ein normales Leben, an ein friedliches Leben in Kärnten und in der Steiermark nicht zu denken. Krško wird zur Hälfte von Kroatien betrieben – ich muss den Kollegen Bartenstein aufklären, sie wissen es eben doch nicht alle, Kollege Bartenstein, großer Außenpolitiker – und zur anderen Hälfte von Slowenien. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Daher ersuchen wir anlässlich des Beitritts (Zwischenruf der Abg. Silhavy) einmal mehr, dass Kroatien alle seine Möglichkeiten ausnutzt, im eigenen Interesse und in unser aller Interesse, im Interesse eines gesunden Lebensraums Mittel- und Südeuropa, um dieses Kraftwerk endlich zu schließen.
Beifall beim BZÖ.
Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft in der Europäischen Union alles Gute! Behalten Sie Ihr Rückgrat, für das auch Kroatien bekannt ist – und lassen Sie es sich nicht von den Bürokraten der Europäischen Union verbiegen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich bin überzeugt davon, Kroatien wird als 28. Mitgliedsland der Europäischen Union seine Aufgaben auch in Zukunft erfüllen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP, Grünen und BZÖ.
Willkommen in der Europäischen Union! (Beifall bei SPÖ, ÖVP, Grünen und BZÖ.)
Lebhafter Beifall bei ÖVP, SPÖ, Grünen und BZÖ.
tovani gospodine ambasador Bakota! Srdacno Vas pozdravljam u Europi, našoj skupnoj domovini! (Lebhafter Beifall bei ÖVP, SPÖ, Grünen und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
In diesem Sinne, meine sehr geehrten Damen und Herren, freue ich mich, dass Kroatien mit 1. Juli 2013 der Europäischen Union beitreten wird. Abschließend möchte ich festhalten: I nadam se, da ćemo i dalje zajedno raditi na strukturi naše Europe! Herzlich willkommen! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wollen nicht den gleichen Fehler machen, der bei der Aufnahme Tschechiens gemacht wurde, wo man nämlich geglaubt hat, dann auf gleicher Augenhöhe ein Ergebnis erzielen zu können – was nicht passiert ist. In einem Europa, das immer mehr zusammenwächst, das sich nicht nur als wirtschaftliches Bündnis sieht, sondern sich auch als moralische Institution versteht, wäre es selbstverständlich, diese Frage der Restitution zu lösen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren von der Bundesregierung, Sie sind nun gefordert, eine Lösung für die leidgeprüften Altösterreicher zu finden und den Worten auch Taten folgen zu lassen. Einen besonderen Appell möchte ich hier an die Vertriebenensprecher der anderen Parteien richten. Den Vertriebenen, die ja für den Wiederaufbau Österreichs sehr viel geleistet haben und auch sonst sehr viel für Österreich getan haben, gebührt Dank und Anerkennung! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich ersuche, dass Sie sich auf den Weg dazu machen, dass wir eine Lösung gemeinsam finden und dass wir auch hier doch einmal zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen. Meine Bedenken dazu haben Sie gehört. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Ich kann mich noch sehr gut erinnern, und es war beschämend, als kroatische Freiheitskämpfer und Politiker in internationalen Gremien den Westen, Europa, die demokratische Staatengemeinschaft flehentlich um Hilfe gebeten haben, als es darum gegangen ist, sie in ihren Freiheitsbestrebungen zu unterstützen. Man hat damals auf Verhandlungen mit einem diktatorischen Regime gesetzt, man hat sie auf Zuwarten vertröstet. Man hat, und das war besonders bedauerlich, in Europa gesehen, dass die Wunden der beiden Weltkriege und die Grenzen und Paktsysteme der beiden Weltkriege in den neunziger Jahren noch immer Nachwirkungen gehabt haben. Das soll an diesem Tag auch erwähnt werden. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Grosz: Ja!
Wir freuen uns aber auch über die tolle Entwicklung, die Kroatien gemacht hat, und über die guten Beziehungen zu Österreich. Viele, viele Österreicherinnen und Österreicher fahren nach Kroatien (Abg. Grosz: Ja!); die kroatische Bevölkerung in Österreich, die Migranten haben sich gut integriert, da gibt es im Gegensatz zu anderen Gruppen kaum Schwierigkeiten; es ist also ein wirklich gutes Verhältnis zwischen den beiden Ländern und Nationen.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
Eines hoffen wir: Dass man mit dem Beitritt Kroatiens – und das ist eine Bitte an beide Seiten, an die Außenpolitik Österreichs, aber auch Kroatiens – innerhalb der Europäischen Union endlich eine stärkere Zusammenarbeit der kleinen und mittleren Länder unterstützt, dass nicht nur Deutschland, Frankreich und vielleicht noch einige wenige den Weg in der Europäischen Union vorgeben, und zwar zulasten der kleineren und mittleren Länder, sondern dass wir zeigen, dass an uns und an der Mitbestimmung unserer Länder kein Weg vorbeiführt. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Hübner: Geh bitte, Kollege!
Österreich konnte der Europäischen Union beitreten, ohne dass uns irgendjemand gefragt hat, ob wir Restitution betreiben. Wir haben erst nach dem Beitritt zur Union zu restituieren begonnen. (Abg. Dr. Hübner: Geh bitte, Kollege!)
Abg. Grosz: Das ist ein Blödsinn! – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Und wir sind erst in unserer Zeit, während wir in der Europäischen Union waren, dieses Thema angegangen und haben es auch für uns gelöst. (Abg. Grosz: Das ist ein Blödsinn! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Das ist aber so, und kein einziges europäisches Land hat bei unserer Ratifikation jemals irgendein Junktim an diese Frage geknüpft. Und das finde ich schade. Es ist ein historischer Akt, mit dem wir eigentlich eine solidarische Geste diesem Land gegenüber zeigen könnten, das es nicht leicht gehabt hat.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Im Übrigen wird Europa, wenn Kroatien beitritt, um 1 200 der schönsten Inseln der Welt reicher. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Ich darf von Alois Mock die besten Grüße an Sie und an die Kolleginnen und Kollegen in Kroatien überbringen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Herr Außenminister Dr. Spindelegger hat das Kapitel 23 angesprochen, wo es noch um Fragen der Justiz und der Grundrechte geht. Natürlich kann man auch das Thema der Restitution mit hereinspielen. Wer sich öfter in Kroatien aufhält, wer den Kontakt durch unsere Botschaften sucht, weiß, dass dieses Thema auf der Agenda, der Tagesordnung und in Diskussionen permanent ist, aber das hat mit dem heutigen Ratifizierungsakt überhaupt nichts zu tun. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Mit der heute mit überwältigender Mehrheit zu beschließenden Ratifizierung setzt das österreichische Parlament ein Zeichen, dass wir Sie in der EU herzlich willkommen heißen und zu einer weiteren, sehr fruchtbaren und erfolgreichen Zusammenarbeit bereit sind. – Herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt überhaupt kein Junktim. Daher stimmt der freiheitliche Klub gemäß den Aussagen, die im Verfassungsausschuss getroffen worden sind, mit überwältigender Mehrheit diesem heutigen Tagesordnungspunkt betreffend den Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union zu. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber es wäre nicht allzu schwer gewesen, seitens der kroatischen Diplomatie ein deutliches Zeichen bekannt zu geben, dass an den Anliegen, die nun einmal ein Kernstück der freiheitlichen Politik sind, nämlich die Fürsprache und die Verantwortung für die Vertriebenen ernst aufzugreifen und Signale ernster Natur zu übermitteln, dass also an diesem Problem konsequent positiv gearbeitet wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aus diesem Grund nehmen sich einige Abgeordnete unseres Parlamentsklubs die Freiheit, ihrem Gewissen zu folgen und nicht zuzustimmen. Mögen Sie es glauben oder nicht, das ist im Prinzip bedauerlich, aber es ist ein Teil der parlamentarischen Wahrheit. Kernpunkt ist aber, und ich wiederhole das, was ich im Verfassungsausschuss gesagt habe, dass Europa, zumal auch die österreichische Geschichte, ohne Kroatien nicht gedacht werden kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Kroatien ist seit dem 1. Jänner 1527 Bestandteil der habsburgischen Länder unter der habsburgischen Krone gewesen und ist aus diesem Staatsverband am 29. Oktober 1918 ausgeschieden. Alle österreichischen Kriege, in die das Land verwickelt war, sind unter hohem Blutzoll kroatischer Soldaten bestritten worden. Die kroatischen Armeen im österreichisch-ungarischen Soldatenkleid haben für unser Land höchste Ehre eingelegt, und das ist ein ewiges Erinnerungsgut, von dem wir uns nicht verabschieden werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher habe ich im Verfassungsausschuss auch zum Ausdruck gebracht, dass seitens Österreichs eine Verantwortung für Kroatien besteht und wir aus diesem Grund den Beitritt begrüßen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Kollege Fichtenbauer! Die Argumentation der FPÖ ist an Doppelbödigkeit und Kleingeistigkeit nicht zu überbieten. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
So etwas zu verschweigen in einer sicher heiklen Frage ist nicht korrekt, und daher werden wir diesem Antrag unsere Zustimmung nicht geben, was ja wohl klar ist. – Danke schön. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Eigentlich wollte ich die Ausführungen meiner Fraktion mit der sehr würdevollen, mit der Kroatien gegenüber sehr freundschaftlich gestimmten Rede meines Kollegen Dr. Fichtenbauer abschließen lassen, aber die mehr als unflätigen Äußerungen meines Vorredners haben mich meine Meinung ändern lassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Als eine Fraktion im österreichischen Parlament nehmen wir uns das Recht heraus, uns auf das freie Mandat zu berufen und kommen in einer Entscheidung mehrheitlich zu der Erkenntnis, ja, wir unterstützen diesen Beitritt, aber wir möchten angesichts gravierender Probleme auch ein Signal setzen – ein Signal setzen, das wichtig ist für die Vertriebenenproblematik –, und wir müssen uns dann das von Ihnen anhören, wo doch Ihre parlamentarische Schleimspur immer größer wird. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren aus Kroatien, ich möchte Sie seitens meiner Fraktion meines Wohlwollens versichern. Das kroatische Volk genießt unsere Freundschaft und unsere Wertschätzung. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Dennoch ist die Frage der Wertschätzung und der Freundschaft nicht losgelöst zu betrachten von der Frage, ob die Mitgliedschaft in einem bestimmten Verein unter bestimmten Voraussetzungen gegeben ist oder nicht gegeben ist. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Da werden wir uns auch weiterhin das Recht herausnehmen, auf Dinge wie die Vertriebenenproblematik aufmerksam zu machen, auch wenn Sie auf diesen Augen völlig blind sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dennoch ist die Frage der Wertschätzung und der Freundschaft nicht losgelöst zu betrachten von der Frage, ob die Mitgliedschaft in einem bestimmten Verein unter bestimmten Voraussetzungen gegeben ist oder nicht gegeben ist. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Da werden wir uns auch weiterhin das Recht herausnehmen, auf Dinge wie die Vertriebenenproblematik aufmerksam zu machen, auch wenn Sie auf diesen Augen völlig blind sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Krainer
Eines möchte ich dem kroatischen Volk an Überlegung mitgeben. Es steht mir nicht zu, trotzdem möchte ich als Angehöriger eines befreundeten Staates und als Vertreter dieses Hauses noch einen Gedanken äußern: Kroatien, das seine Unabhängigkeit genießt und schätzt, Kroatien, das ein sehr stolzer Staat ist, möge auch überlegen, ob Kroatien seine Freude daran findet (Zwischenruf des Abg. Krainer), Mitglied in einer Europäischen Union zu werden, wo 80 Prozent der Gesetze künftig nicht mehr (in Richtung Galerie) bei Ihnen beschlossen werden, sondern Ergebnis einer Richtlinienpolitik aus Brüssel sind (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ), wo Personen wie Barroso, Van Rompuy, Lady Ashton und Draghi einen Kurs festsetzen, wo Sie in weiterer Folge Ja und Amen sagen müssen und Ihre Parlamentarier dann dieselbe Problematik haben wie wir (Beifall bei der FPÖ), wo die Regierungsfraktionen sagen: Ja, da können wir nichts machen, das ist aus Brüssel so gewollt.
Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ
Eines möchte ich dem kroatischen Volk an Überlegung mitgeben. Es steht mir nicht zu, trotzdem möchte ich als Angehöriger eines befreundeten Staates und als Vertreter dieses Hauses noch einen Gedanken äußern: Kroatien, das seine Unabhängigkeit genießt und schätzt, Kroatien, das ein sehr stolzer Staat ist, möge auch überlegen, ob Kroatien seine Freude daran findet (Zwischenruf des Abg. Krainer), Mitglied in einer Europäischen Union zu werden, wo 80 Prozent der Gesetze künftig nicht mehr (in Richtung Galerie) bei Ihnen beschlossen werden, sondern Ergebnis einer Richtlinienpolitik aus Brüssel sind (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ), wo Personen wie Barroso, Van Rompuy, Lady Ashton und Draghi einen Kurs festsetzen, wo Sie in weiterer Folge Ja und Amen sagen müssen und Ihre Parlamentarier dann dieselbe Problematik haben wie wir (Beifall bei der FPÖ), wo die Regierungsfraktionen sagen: Ja, da können wir nichts machen, das ist aus Brüssel so gewollt.
Beifall bei der FPÖ
Eines möchte ich dem kroatischen Volk an Überlegung mitgeben. Es steht mir nicht zu, trotzdem möchte ich als Angehöriger eines befreundeten Staates und als Vertreter dieses Hauses noch einen Gedanken äußern: Kroatien, das seine Unabhängigkeit genießt und schätzt, Kroatien, das ein sehr stolzer Staat ist, möge auch überlegen, ob Kroatien seine Freude daran findet (Zwischenruf des Abg. Krainer), Mitglied in einer Europäischen Union zu werden, wo 80 Prozent der Gesetze künftig nicht mehr (in Richtung Galerie) bei Ihnen beschlossen werden, sondern Ergebnis einer Richtlinienpolitik aus Brüssel sind (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ), wo Personen wie Barroso, Van Rompuy, Lady Ashton und Draghi einen Kurs festsetzen, wo Sie in weiterer Folge Ja und Amen sagen müssen und Ihre Parlamentarier dann dieselbe Problematik haben wie wir (Beifall bei der FPÖ), wo die Regierungsfraktionen sagen: Ja, da können wir nichts machen, das ist aus Brüssel so gewollt.
Zwischenruf des Abg. Amon
Nichts wiegt schwerer, als das Gefühl, in Selbstbestimmtheit, in Freiheit über sein eigenes Territorium bestimmen zu dürfen, Teil einer europäischen Völkerfamilie zu sein (Zwischenruf des Abg. Amon), aber auf Augenhöhe miteinander, partnerschaftlich, auf Basis souveräner Staaten seine Zukunft gestalten zu dürfen, und nicht in einem Verein, der sich Tag für Tag weniger demokratisch legitimiert, nur mehr Befehlsempfänger sein zu müssen. Das ist etwas, das wir hier im Hohen Haus täglich erleiden müssen, was die Menschen quer durch Europa immer mehr beklagen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Nichts wiegt schwerer, als das Gefühl, in Selbstbestimmtheit, in Freiheit über sein eigenes Territorium bestimmen zu dürfen, Teil einer europäischen Völkerfamilie zu sein (Zwischenruf des Abg. Amon), aber auf Augenhöhe miteinander, partnerschaftlich, auf Basis souveräner Staaten seine Zukunft gestalten zu dürfen, und nicht in einem Verein, der sich Tag für Tag weniger demokratisch legitimiert, nur mehr Befehlsempfänger sein zu müssen. Das ist etwas, das wir hier im Hohen Haus täglich erleiden müssen, was die Menschen quer durch Europa immer mehr beklagen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ja, Sie wissen das nicht und deswegen vermeiden Sie auch jede Volksabstimmung in Österreich. (Beifall bei der FPÖ.) Deswegen wird in weiteren 26 Ländern dieser Europäischen Union eine Volksabstimmung verunmöglicht (Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser – Zwischenrufe bei der ÖVP): weil Sie wissen, dass die politische Nomenklatura völlig losgelöst ist von den Befindlichkeiten der Bevölkerung Europas.
Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser – Zwischenrufe bei der ÖVP
Ja, Sie wissen das nicht und deswegen vermeiden Sie auch jede Volksabstimmung in Österreich. (Beifall bei der FPÖ.) Deswegen wird in weiteren 26 Ländern dieser Europäischen Union eine Volksabstimmung verunmöglicht (Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser – Zwischenrufe bei der ÖVP): weil Sie wissen, dass die politische Nomenklatura völlig losgelöst ist von den Befindlichkeiten der Bevölkerung Europas.
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner
Ich komme zum Schluss: Kroatien genießt unsere Wertschätzung, Kroatien hat eine geschichtliche Verbundenheit mit Österreich, die wir schätzen, Kroatien wird von unserer Seite auch weiterhin Wertschätzung genießen können. Kroatien ist Teil des abendländischen Europa (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner), das heißt aber noch lange nicht, dass hier ein EU-Beitritt, ohne beide Augen zuzudrücken, von unserer Seite auch goutiert wird. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Ich komme zum Schluss: Kroatien genießt unsere Wertschätzung, Kroatien hat eine geschichtliche Verbundenheit mit Österreich, die wir schätzen, Kroatien wird von unserer Seite auch weiterhin Wertschätzung genießen können. Kroatien ist Teil des abendländischen Europa (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner), das heißt aber noch lange nicht, dass hier ein EU-Beitritt, ohne beide Augen zuzudrücken, von unserer Seite auch goutiert wird. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich freue mich dennoch (in Richtung Galerie) für Sie. Machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen! Wir haben sie bereits gemacht, und wir können nicht nur das Beste berichten. – Danke und alles Gute! (Beifall bei der FPÖ.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Lange anhaltender, stehend dargebrachter Beifall bei SPÖ, ÖVP, Grünen und BZÖ.
Ausdrücklich stelle ich die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit fest. (Lange anhaltender, stehend dargebrachter Beifall bei SPÖ, ÖVP, Grünen und BZÖ.)
Abweichend von der Bekanntgabe des Stimmverhaltens durch Präsidenten Dr. Graf lautet das tatsächliche Abstimmungsergebnis wie folgt: abgegebene Stimmen: 158; davon „Ja“-Stimmen: 150, „Nein“-Stimmen: 7, ungültig: 1.
(Abweichend von der Bekanntgabe des Stimmverhaltens durch Präsidenten Dr. Graf lautet das tatsächliche Abstimmungsergebnis wie folgt: abgegebene Stimmen: 158; davon „Ja“-Stimmen: 150, „Nein“-Stimmen: 7, ungültig: 1.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten ihren Stimmzettel in die Urne.)
Abg. Kickl: Wir werden es dann erklären!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir lehnen diese Vorlage ab. Nicht, weil wir es der irischen Bevölkerung nicht gönnen, dass sie im Wege eines Zusatzprotokolls Zugeständnisse zum Lissabon-Vertrag bekommen hat, weil die Volksabstimmung, die sie abhalten durften – im Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit der anderen Bürger in der Europäischen Union –, negativ ausgegangen ist. Auch nicht, weil dadurch das Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags ermöglicht worden ist. Ich persönlich begrüße das grundsätzlich. Sondern uns geht es darum, gegen die grundsätzliche Vorgangsweise, den grundsätzlichen Mechanismus in der Europäischen Union zu protestieren. Deshalb verstehe ich auch die Zustimmung der freiheitlichen Fraktion nicht ganz, die bis jetzt alles abgelehnt hat, was den Lissabon-Vertrag betrifft. Aber ich bin schon gespannt auf die Begründung. (Abg. Kickl: Wir werden es dann erklären!)
Beifall beim BZÖ.
Es kann nicht sein, dass ein negatives Votum in einem Land für alle anderen ein möglicherweise wichtiges Projekt unmöglich macht, aber auf der anderen Seite kann es auch nicht sein, dass man sich dann solche Speziallösungen herauspickt, damit das insgesamt funktioniert. Das ist der falsche Weg, und deshalb stimmen wir dieser Vorgangsweise nicht zu und sagen noch einmal: Wir brauchen ein neues Europa, ein anderes Europa, wo jeweils auch die Bevölkerung darüber entscheidet, welches Maß an Integration sie für sich selbst haben möchte. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Krainer!
Im Grunde weiß das Gros der Bevölkerung der EU, dass Europa teuer ist, dass Europa Verpflichtungen bedeutet, und in den Boulevardzeitungen werden vorwiegend Themen behandelt wie die Frage, ob es „Steirisches Kürbiskernöl“ noch weiter gibt oder ob die Marmelade weiterhin „Marmelade“ heißen darf. (Ruf bei der ÖVP: Krainer!) Es ist uns aber bis dato noch nicht gelungen, der Bevölkerung zu vermitteln, dass Europa ein Friedensprojekt ist und dass wir alle gemeinsam den europäischen Gedanken leben müssen und uns vor allem auch als Europäer fühlen müssen. Es ist wichtig, ein Gefühl für Europa zu haben, aber das wird wahrscheinlich noch über mehrere Generationen dauern.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Konrad Adenauer hat einmal gesagt: „Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.“ (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, das Protokoll, sofern bis zum 30. Juni 2013 diese Ratifikationsurkunde hinterlegt wird, soll mit diesem Zeitpunkt in Kraft treten. Die ÖVP stimmt diesem Protokoll zu. Ich lade alle anderen Fraktionen ein, das auch zu tun. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wie haben sie das bekommen? – Nicht durch die verhandelnde Regierung, denn die hat das alles bereits unterschrieben gehabt und zur Abstimmung vorgelegt, sondern durch das Volk, weil die Regierung in Irland gezwungen war oder so fair war, das Volk zu befragen. Deshalb und nur deshalb gibt es diese Klarstellungen und Korrekturen. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Da gibt es eine bis heute gültige und unübertroffene Definition von Abraham Lincoln über das, was Demokratie ist. Er hat gesagt: Demokratie ist die Herrschaft des Volkes, durch das Volk, für das Volk. – Das soll unsere Leitlinie sein. Wenn wir das machen, dann haben wir auch Kraft. Jede Regierung, die einigermaßen interessiert ist, Interessen des Volkes durchzusetzen, wird sich auf das Volk stützen und das Volk befragen, denn dann hat sie das beste Argument, das zu tun, was das Volk will, und nicht Erpressungsversuchen oder Druckversuchen zu erliegen – so wie alle Regierungen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
So wollen wir doch nicht handeln. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger: Früchte der Erde!
Wir stimmen daher selbstverständlich dem vorliegenden Gesetzentwurf und der Überlassung der Früchte, der wohlverdienten Früchte, an das irische Volk zu. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Wöginger: Früchte der Erde!)
Abg. Scheibner: Aber das System geht nicht in die Richtung!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Kollege Scheibner, ja, mehrere Geschwindigkeiten haben wir ohnehin in der Union, und wir hätten auch die Instrumente dafür, die verstärkte Zusammenarbeit zum Beispiel. (Abg. Scheibner: Aber das System geht nicht in die Richtung!) Es geht oft nicht in die Richtung, selbst da nicht, wo man es machen könnte, da bin ich schon bei Ihnen.
Beifall bei den Grünen.
Herr Kollege Hübner, Volksabstimmungen gut und schön, aber demnächst werden wir 28 sein, und was den Iren recht ist, müsste den anderen 27 ja auch recht sein. Ab nächstem Jahr hat die EU 28 Mitglieder mit 28 theoretisch möglichen Volksabstimmungen. Ich bin sehr dafür, große Vertragsänderungen mit einer Volksabstimmung abzusegnen, aber dann mit einer europaweiten Abstimmung. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Die grüne Fraktion stimmt natürlich diesem Anliegen zu, was das irische Protokoll betrifft, damit das endlich einmal weg vom Fenster ist. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das erste Mal an diesem Rednerpult zu stehen ist ein besonderes Gefühl – auch das letzte Mal hier zu stehen ist ein besonderes Gefühl. Und ich danke Ihnen allen, die Sie mir die Gelegenheit geben, den letzten Tag in diesem Hohen Haus wirklich bis zur letzten Minute auskosten und noch möglichst viele meiner Namensstimmzettel verwenden zu können. Herzlichen Dank dafür! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und FPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir diskutieren heute hier, wie schon gesagt wurde, über Irland und die Anliegen der irischen Bevölkerung zum Vertrag von Lissabon. Irland ist zweifellos ein schönes Land, aber, meine sehr verehrten Damen und Herren – und ich glaube, viele von Ihnen können mir da zustimmen –, für mich erreicht kein Land auf dieser Welt die Schönheit und Attraktivität unseres Heimatlandes, unseres Österreich. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Lausch.
Und für dieses Österreich, meine sehr verehrten Damen und Herren, für seine Bürgerinnen und Bürger, für deren Anliegen und Interessen zu arbeiten, sich einzusetzen und manchmal auch dafür zu kämpfen, das gehört für mich und wohl für uns alle zu den schönsten und spannendsten Aufgaben, die man sich vorstellen und wünschen kann. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Lausch.)
Allgemeiner Beifall.
Danken möchte ich allen Kolleginnen und Kollegen in diesem Hohen Haus, aber natürlich auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ÖVP-Parlamentsklubs, aber auch des Parlaments insgesamt und auch den parlamentarischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie alle unterstützen unsere Arbeit, machen sie erst möglich und erleichtern sie täglich. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP.
Stellvertretend für alle möchte ich namentlich meine eigene parlamentarische Mitarbeiterin, Gerti Kirchweger, nennen, die mich in diesen elf Jahren mit ungebremstem Engagement und Elan begleitet hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Nicht zuletzt, meine sehr geehrten Damen und Herren – auch das sei hier einmal erwähnt –, bedanke ich mich auch bei meiner Familie, insbesondere bei meiner Frau und meinen zwei Töchtern, die in diesen elf Jahren auf vieles verzichten mussten, für ihr Verständnis und ihre Unterstützung. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grünen.
Ich würde Sie ersuchen und bitten, auch die Meinung anderer zu respektieren und sachlich zu diskutieren und nicht persönliche Diffamierungen in den Vordergrund zu stellen, wie wir das leider auch hier in diesem Haus in letzter Zeit immer wieder bemerken müssen. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grünen.)
Allgemeiner anhaltender Beifall. – Die Abgeordneten der ÖVP spenden stehend Beifall.
Es lebe die Republik Österreich! Es lebe die österreichische Demokratie in einem gemeinsamen Europa! Es lebe dieses Hohe Haus! – Herzlichen Dank! Viel Erfolg! (Allgemeiner anhaltender Beifall. – Die Abgeordneten der ÖVP spenden stehend Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Ich hatte ja gestern schon die Gelegenheit, das eine oder andere zu erwähnen, daher jetzt nur noch: Viel Glück, viel Freude und ein weiteres Mal danke für die gute Zusammenarbeit! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Noch etwas auch zur Diskussion betreffend Volksabstimmung. Ich glaube, wir sind uns einig, dass wir, wenn es in einem Konvent zu wesentlichen Vertragsänderungen kommt – wir wissen alle, das dauert dann eine geraume Zeit –, diese auch einer Volksabstimmung unterwerfen wollen. Das ist schon oft gesagt worden und soll hier noch einmal betont werden. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir draufkommen, dass es eben nicht so ist, dann müsste man schauen, ob es vielleicht auch Möglichkeiten gäbe, diese Schieflage zu korrigieren oder eine vernünftigere Lösung zu finden. Daher werden wir dem anderen Antrag nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
passiert, sind solche Abkommen, wie wir sie heute mit Serbien abschließen werden, wichtig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist leider ein Wermutstropfen in der Sache. Und ich erkläre noch einmal für die Grünen, selbstverständlich sind wir für Sozialabkommen mit möglichst vielen Ländern, natürlich in Gegenseitigkeit, und selbstverständlich sind derartige Sozialabkommen eine sinnvolle Sache und nicht etwas, wogegen man sein kann. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir werden diesen Abkommen unsere Zustimmung geben, weil wir der Auffassung sind, dass die Voraussetzungen nach wie vor gegeben sind, auch mit dem seinerzeitigen Abkommen. Es ist wichtig, dass Fragen der Unfallversicherung, der Pensionsversicherung entsprechend geregelt sind. Daher werden wir auch das Abstimmungsverhalten, das wir im Ausschuss an den Tag gelegt haben, hier im Plenum bestätigen. Ich danke auch für jede Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
massive Bedenken. Wir werden den Abkommen in der vorliegenden Form zustimmen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Neubauer: Wer sagt das?
Um hier allen Vorurteilen vorzubeugen, meine Damen und Herren: Natürlich werden künftig auch kein Pflegegeld und keine Ausgleichszulage ins Ausland geschickt, wie oft behauptet wird. (Abg. Neubauer: Wer sagt das?) Natürlich wird es auch künftig keinen Gesundheitstourismus geben, wie behauptet wird, da auch aufgrund des neuen Abkommens nur jene Leistungen, die auch die eigene Krankenversicherung erbringen würde, erbracht werden. Dieses Abkommen baut nämlich auf dem Prinzip der Gleichbehandlung und der Konsequenz auf. Das Beispiel der Republik Kosovo zeigt deutlich, wie ernst wir es meinen, denn in der Republik Kosovo funktioniert der Sozialstaat nicht. Dort gibt es keine Pensionsversicherung, dort kann keine Gesundheitsvorsorge geleistet werden. Die ausführlichen Verhandlungen, die mit der Republik Kosovo vor Ort geführt wurden, haben gezeigt, dass das auch in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist.
Beifall bei der SPÖ.
Es ist nur richtig, auch wenn es traurig ist, dass wir dieses Abkommen suspendieren, damit endlich wieder Rechtssicherheit herrscht. Aber es ist zu hoffen, dass die Republik Kosovo so rasch wie möglich ihren Verpflichtungen nachkommen wird und somit ein neues Abkommen mit der Republik Kosovo abgeschlossen werden kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das sind viele Punkte, die gerade im Pflegebereich dringendst notwendig wären, Herr Bundesminister, hier sind Sie gefordert! Wir werden Ihrer Regierungsvorlage nicht die Zustimmung geben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben auch im Bereich der pflegenden Angehörigen wirklich etwas durchgesetzt, womit man diese eben entlasten kann. Die Krankenversicherungsbeiträge und Pensionsversicherungsbeiträge werden zur Gänze vom Bund übernommen. Auch das sind Errungenschaften, die in den letzten Jahren auf Initiative unseres Ministers hin durchgesetzt werden konnten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin wirklich der Meinung, dass wir noch Dinge zu erledigen haben. Es gibt eine Arbeitsgruppe im Ministerium, die sich dieser Dinge angenommen hat. Und bei all dem, was Herr Minister Hundstorfer schon auf den Weg gebracht hat, bin ich sehr optimistisch, dass wir tatsächlich diese große Herausforderung gemeinsam – und ich denke, das ist unser aller Anliegen – bewältigen werden, um eine ordentliche Pflege zu gewährleisten und – und das ist mir auch wichtig – um die Pflegerinnen und Pfleger in ihrem schweren Beruf gesund zu halten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Grünen und SPÖ.
Wir verhandeln ja jetzt nicht nur über diesen Antrag, sondern auch über ein paar im Ausschuss abgelehnte Anträge, von denen einer Gott sei Dank abgelehnt wurde, und zwar betreffend die Pflegelehre. Es ist einfach – das haben wir schon wiederholt betont – meines Erachtens der falsche Ansatz, dass man 14-jährige, 15-jährige Jugendliche in eine Pflegelehre schicken würde, die die Ausbildung dann mit 17 abgeschlossen haben und schon während dieser Zeit mit alten Menschen arbeiten – also im Alter von 15, 16, 17 Jahren – und, so vermute nicht nur ich, sondern vermutet auch die Pflegewissenschaft insgesamt, mit diesem Problem völlig überfordert werden. Das ist einfach eine interessante, schwierige Lebensphase, in der man nicht einfach auf alte Menschen losgelassen werden kann und auch nicht soll. Ich glaube, dass das wirklich kein Fortschritt wäre. (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Eine sinnvolle Sache, die Sie, so hoffe ich, unterstützen werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Markowitz: Bitte, machen Sie einen Vorschlag!
Ich bin auch der Meinung, dass das Modell der Pflegelehre nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann. (Abg. Markowitz: Bitte, machen Sie einen Vorschlag!) – Ich werde schon meine Vorschläge bringen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Markowitz: Wer sagt das?
Das Modell der Pflegelehre ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, die entsprechenden Argumente sind auch dargelegt worden, ich glaube aber – und das ist die Herausforderung –, wir müssen uns schon überlegen, wie wir die Jugendlichen nach Beendigung der Schulpflicht für die Pflegekarriere, für den Pflegeberuf gewinnen und sichern können. Es soll natürlich nicht sein, dass Jugendliche in andere Berufsgruppen abwandern, weil sie in den Pflegeberuf noch nicht einsteigen können. Ich meine, diesbezüglich braucht es mehr Denkprozesse und Maßnahmen, aber nicht das Argument, dass die Pflegelehre für Jugendliche aus fachlicher Sicht einfach nicht tragbar ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Markowitz: Wer sagt das?)
Beifall bei der ÖVP.
Generell sollten wir wirklich in den verschiedenen Bereichen ausreichend qualifiziertes Pflegepersonal haben, sowohl für die 24-Stunden-Betreuung als auch für die mobile Betreuung und auch die Betreuung im Heim. Wenn wir die Finanzierung dauerhaft lösen und uns wirklich anstrengen, das Pflegepersonal entsprechend sicherzustellen, werden wir die Pflege für die Menschen in Österreich auch nachhaltig absichern können. Populistische Vorschläge, die das Problem nicht lösen, sind nicht hilfreich! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Zum Pflegegeld haben wir einen eigenen Antrag. Das Pflegegeld, glaube ich, ist eine Einrichtung, an der nicht zu rütteln ist, die auch in Zukunft gewährleistet sein muss und gewährleistet ist. Ich fordere hier wieder ganz vehement die jährliche Wertanpassung ein, denn es kann nicht sein, dass wir zum Beispiel bei der Parteienförderung ganz automatisch die Wertanpassung machen, während bei dieser wichtigen Unterstützung für die zu Pflegenden jedes Jahr diskutiert wird: Kann man sich das leisten oder nicht? Das ist erbärmlich im Sozialstaat Österreich. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Markowitz: Wohl! Er sitzt da hinten !
Herr Kollege Hammer – er ist jetzt nicht da (Abg. Markowitz: Wohl! Er sitzt da hinten !), ah, da hinten ist er –, Sie sagen, Sie können dem nichts abgewinnen. Die Junge ÖVP in Oberösterreich fordert vehement die Ausbildung Pflege und Betreuung im dualen System (Zwischenruf bei der SPÖ), also sprechen Sie bitte einmal mit Ihren Kolleginnen und Kollegen.
Zwischenruf bei der SPÖ
Herr Kollege Hammer – er ist jetzt nicht da (Abg. Markowitz: Wohl! Er sitzt da hinten !), ah, da hinten ist er –, Sie sagen, Sie können dem nichts abgewinnen. Die Junge ÖVP in Oberösterreich fordert vehement die Ausbildung Pflege und Betreuung im dualen System (Zwischenruf bei der SPÖ), also sprechen Sie bitte einmal mit Ihren Kolleginnen und Kollegen.
Beifall beim BZÖ.
Ich bin guten Mutes, dass heute diesem Antrag zugestimmt wird. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Markowitz.
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mich ähnlich dem Kollegen Karl Öllinger der Frage der Pflegelehre widmen. Das ist ein Antrag, der – nachdem wir ihn jetzt wieder abgelehnt haben – unter Garantie im nächsten Ausschuss wieder eingebracht werden wird und den wir wieder diskutieren werden. (Zwischenruf des Abg. Markowitz.) – Abwechselnd, genau; einmal FPÖ, einmal BZÖ, kein Problem. Es wird sich an der Haltung, die die Sozialdemokratie zu diesem Thema hat, nichts ändern.
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, auch wenn der Antrag noch so oft eingebracht wird, wird das an der Meinung der Sozialdemokratie nichts ändern. Wir wollen 15- bis 17-jährige junge Menschen nicht in einer Pflegelehre sehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Von was?
Abgeordneter Rupert Doppler (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Entschuldigen Sie bitte meine Stimme, ich bin etwas heiser, aber das macht nichts. (Ruf bei der ÖVP: Von was?) – Nicht von dem, was du glaubst, Herr Kollege. (Abg. Markowitz: Klimaanlage!)
Abg. Markowitz: Klimaanlage!
Abgeordneter Rupert Doppler (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Entschuldigen Sie bitte meine Stimme, ich bin etwas heiser, aber das macht nichts. (Ruf bei der ÖVP: Von was?) – Nicht von dem, was du glaubst, Herr Kollege. (Abg. Markowitz: Klimaanlage!)
Beifall bei der FPÖ.
Es muss, meine sehr verehrten Damen und Herren, seitens der Politik alles unternommen werden, junge interessierte Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen, und dazu gehört selbstverständlich auch eine angemessene Bezahlung – während der Ausbildung und selbstverständlich auch nachher. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Minister, ich habe eine große Bitte an Sie, denn was den Umstieg in den Pflegeberuf betrifft, ist, glaube ich, auch das AMS gefordert. Es gibt viele Menschen, die sehr gerne in den Pflegeberuf oder in die Altenpflege einsteigen möchten, sich aber die Ausbildung in keinster Weise leisten können. Deshalb ist – das habe ich eingangs gesagt, meine sehr verehrten Damen und Herren – eine mutige Ausbildungsoffensive dringend notwendig. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf: Sie auch!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich weiß, dass Sie heute schon einen sehr langen Tag hinter sich haben (Ruf: Sie auch!) – na, ich bin es gewöhnt (ironische Heiterkeit bei der ÖVP – Ruf bei der FPÖ: Ja, wir auch!) –, aber ich habe eine Bitte an Sie, eine Riesenbitte: Machen Sie bitte, bevor Sie hier eine Rede halten, Recherchen!
ironische Heiterkeit bei der ÖVP – Ruf bei der FPÖ: Ja, wir auch!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich weiß, dass Sie heute schon einen sehr langen Tag hinter sich haben (Ruf: Sie auch!) – na, ich bin es gewöhnt (ironische Heiterkeit bei der ÖVP – Ruf bei der FPÖ: Ja, wir auch!) –, aber ich habe eine Bitte an Sie, eine Riesenbitte: Machen Sie bitte, bevor Sie hier eine Rede halten, Recherchen!
Abg. Doppler: Besser als Sie glauben, Herr Minister!
Wer sich hier herstellt und fordert, das AMS solle endlich einmal mit einer Ausbildungsoffensive anfangen, weiß nicht, dass wir pro Jahr 4 200 Menschen für die Pflege ausbilden. Haben Sie sich denn noch nie erkundigt, Herr Abgeordneter Doppler? (Abg. Doppler: Besser als Sie glauben, Herr Minister!) Haben Sie denn noch nie hingeschaut? Haben Sie mit Menschen, die diese Ausbildung machen wollen, gesprochen? Finden Sie einen, dem das nicht bezahlt wurde! Es ist eine Niveaulosigkeit, hier zu sagen, dass wir das nicht machen. Wir tun es! – Punkt eins. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wer sich hier herstellt und fordert, das AMS solle endlich einmal mit einer Ausbildungsoffensive anfangen, weiß nicht, dass wir pro Jahr 4 200 Menschen für die Pflege ausbilden. Haben Sie sich denn noch nie erkundigt, Herr Abgeordneter Doppler? (Abg. Doppler: Besser als Sie glauben, Herr Minister!) Haben Sie denn noch nie hingeschaut? Haben Sie mit Menschen, die diese Ausbildung machen wollen, gesprochen? Finden Sie einen, dem das nicht bezahlt wurde! Es ist eine Niveaulosigkeit, hier zu sagen, dass wir das nicht machen. Wir tun es! – Punkt eins. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ
Punkt zwei: Sagen Sie den Menschen, dass Sie die Menschen nicht lieben (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ), denn Sie haben hier behauptet, wir lehnen die Verlängerung der 24-Stunden-Betreuung ab. Was ist denn Ihre Alternative? – Ihre Alternative ist, die Menschen in Armut zu stürzen! Unsere Alternative ist der Pflegefonds, um den Menschen eine soziale Antwort zu geben. Genau darum geht es. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Punkt zwei: Sagen Sie den Menschen, dass Sie die Menschen nicht lieben (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ), denn Sie haben hier behauptet, wir lehnen die Verlängerung der 24-Stunden-Betreuung ab. Was ist denn Ihre Alternative? – Ihre Alternative ist, die Menschen in Armut zu stürzen! Unsere Alternative ist der Pflegefonds, um den Menschen eine soziale Antwort zu geben. Genau darum geht es. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie können Ihr Amt als Minister ! Ist ja unglaublich!) Wenn Sie Menschen lieben, dann müssen Sie für diese Verlängerung sein! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Das ist genauso, wenn es darum geht, hier zu sagen, die Schweiz ist das Beispiel bei der Pflegelehre. Ich lade Sie ein: Fahren Sie bitte einmal hin! Schauen Sie sich dieses Miniaturprojekt doch wirklich einmal in der Realität an! Reden Sie mit denen, die das gemacht haben! Schauen Sie sich das bitte einmal an, dann werden Sie sehen, dass das halt nicht das Gelbe vom Ei ist! Das ist genauso wie in Vorarlberg. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Ja, wenn Sie meinen, ich hätte überzogen, entschuldige ich mich gerne, Herr Abgeordneter. (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Riepl.) Ich habe überhaupt kein Problem damit. Ich habe nicht gewusst, dass Sie so empfindlich sind. Wenn ich mir Ihre Plakate anschaue (Heiterkeit bei der ÖVP) – ich habe das nicht gewusst. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Riepl.
Das ist genauso, wenn es darum geht, hier zu sagen, die Schweiz ist das Beispiel bei der Pflegelehre. Ich lade Sie ein: Fahren Sie bitte einmal hin! Schauen Sie sich dieses Miniaturprojekt doch wirklich einmal in der Realität an! Reden Sie mit denen, die das gemacht haben! Schauen Sie sich das bitte einmal an, dann werden Sie sehen, dass das halt nicht das Gelbe vom Ei ist! Das ist genauso wie in Vorarlberg. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Ja, wenn Sie meinen, ich hätte überzogen, entschuldige ich mich gerne, Herr Abgeordneter. (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Riepl.) Ich habe überhaupt kein Problem damit. Ich habe nicht gewusst, dass Sie so empfindlich sind. Wenn ich mir Ihre Plakate anschaue (Heiterkeit bei der ÖVP) – ich habe das nicht gewusst. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Heiterkeit bei der ÖVP
Das ist genauso, wenn es darum geht, hier zu sagen, die Schweiz ist das Beispiel bei der Pflegelehre. Ich lade Sie ein: Fahren Sie bitte einmal hin! Schauen Sie sich dieses Miniaturprojekt doch wirklich einmal in der Realität an! Reden Sie mit denen, die das gemacht haben! Schauen Sie sich das bitte einmal an, dann werden Sie sehen, dass das halt nicht das Gelbe vom Ei ist! Das ist genauso wie in Vorarlberg. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Ja, wenn Sie meinen, ich hätte überzogen, entschuldige ich mich gerne, Herr Abgeordneter. (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Riepl.) Ich habe überhaupt kein Problem damit. Ich habe nicht gewusst, dass Sie so empfindlich sind. Wenn ich mir Ihre Plakate anschaue (Heiterkeit bei der ÖVP) – ich habe das nicht gewusst. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Das ist genauso, wenn es darum geht, hier zu sagen, die Schweiz ist das Beispiel bei der Pflegelehre. Ich lade Sie ein: Fahren Sie bitte einmal hin! Schauen Sie sich dieses Miniaturprojekt doch wirklich einmal in der Realität an! Reden Sie mit denen, die das gemacht haben! Schauen Sie sich das bitte einmal an, dann werden Sie sehen, dass das halt nicht das Gelbe vom Ei ist! Das ist genauso wie in Vorarlberg. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Ja, wenn Sie meinen, ich hätte überzogen, entschuldige ich mich gerne, Herr Abgeordneter. (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Riepl.) Ich habe überhaupt kein Problem damit. Ich habe nicht gewusst, dass Sie so empfindlich sind. Wenn ich mir Ihre Plakate anschaue (Heiterkeit bei der ÖVP) – ich habe das nicht gewusst. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Riepl
Ich stehe nicht an, mich zu entschuldigen, kein Problem (Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Riepl), aber ich möchte hier Folgendes sagen: Warum ist denn das Vorarlberger Modell nicht multipliziert worden? – Weil es auch eine Augenauswischerei ist! Man macht eine kaufmännische Ausbildung, und nachher macht man das, was alle machen können: einen Pflegehelfer. Das können alle machen! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann machen wir es!) – Ja, das machen wir doch Tausende Male!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann machen wir es!
Ich stehe nicht an, mich zu entschuldigen, kein Problem (Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Riepl), aber ich möchte hier Folgendes sagen: Warum ist denn das Vorarlberger Modell nicht multipliziert worden? – Weil es auch eine Augenauswischerei ist! Man macht eine kaufmännische Ausbildung, und nachher macht man das, was alle machen können: einen Pflegehelfer. Das können alle machen! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann machen wir es!) – Ja, das machen wir doch Tausende Male!
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: für 15-Jährige!
Schauen Sie sich doch an, was wir zahlen! Schauen Sie sich doch an, was wir hineinpulvern! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: für 15-Jährige!) – Ja, entschuldigen Sie, 15-jährige Menschen! Wir sind uns, glaube ich, einig, dass es irgendwo auch Grenzen der Ethik gibt, dass es irgendwo auch Grenzen der Belastbarkeit gibt.
Abg. Ursula Haubner: Aber auch für !
Warum haben wir denn das Problem, dass wir im Pflegeheimbereich 18-jährige Jungdiplomierte nach zwei Jahren verlieren? Warum denn? – Weil es ganz einfach eine Belastung ist (Abg. Ursula Haubner: Aber auch für !), die junge Menschen nicht das ganze Leben lang machen wollen.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich war heute bei einer Diplomfeier in einer Fachhochschule für Gesundheits- und Krankenpflege – Sie haben nicht dabei sein können; kein Vorwurf! – und habe 50 jungen Menschen ein Diplom verliehen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Auch dort ist ganz genauso Thema: Wir wollen als 18-, 19-Jährige nicht in die Geriatrie. Wir wollen als 18-, 19-Jährige im Akutbereich sein. Das ist doch ein gesamtgesellschaftspolitisches Thema.
Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.
Frau Abgeordnete Haubner, verzeihen Sie mir das jetzt – Sie kommen ja aus dem Geschäft –: Warum ist die Umschulung im aufrechten Dienstverhältnis nicht ganz einfach? (Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) – Wir machen es ja dort, wo das Dienstverhältnis in einer Krankenanstalt ist. Wir schulen Hunderte Bedienerinnen pro Jahr zu Pflegehelferinnen um, wir schulen PflegehelferInnen zu diplomiertem Krankenpflegepersonal um – heuer in Salzburg 120, in Wien rund 160 und so weiter. Das geschieht doch tagtäglich. (Abg. Doppler: zu wenig! das Dreifache!) – Die dreifache Menge müssen Sie erst einmal finden, lieber Herr Abgeordneter (Zwischenruf bei der ÖVP), Sie müssen die Menschen einmal finden. – Punkt eins. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Doppler: zu wenig! das Dreifache!
Frau Abgeordnete Haubner, verzeihen Sie mir das jetzt – Sie kommen ja aus dem Geschäft –: Warum ist die Umschulung im aufrechten Dienstverhältnis nicht ganz einfach? (Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) – Wir machen es ja dort, wo das Dienstverhältnis in einer Krankenanstalt ist. Wir schulen Hunderte Bedienerinnen pro Jahr zu Pflegehelferinnen um, wir schulen PflegehelferInnen zu diplomiertem Krankenpflegepersonal um – heuer in Salzburg 120, in Wien rund 160 und so weiter. Das geschieht doch tagtäglich. (Abg. Doppler: zu wenig! das Dreifache!) – Die dreifache Menge müssen Sie erst einmal finden, lieber Herr Abgeordneter (Zwischenruf bei der ÖVP), Sie müssen die Menschen einmal finden. – Punkt eins. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Frau Abgeordnete Haubner, verzeihen Sie mir das jetzt – Sie kommen ja aus dem Geschäft –: Warum ist die Umschulung im aufrechten Dienstverhältnis nicht ganz einfach? (Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) – Wir machen es ja dort, wo das Dienstverhältnis in einer Krankenanstalt ist. Wir schulen Hunderte Bedienerinnen pro Jahr zu Pflegehelferinnen um, wir schulen PflegehelferInnen zu diplomiertem Krankenpflegepersonal um – heuer in Salzburg 120, in Wien rund 160 und so weiter. Das geschieht doch tagtäglich. (Abg. Doppler: zu wenig! das Dreifache!) – Die dreifache Menge müssen Sie erst einmal finden, lieber Herr Abgeordneter (Zwischenruf bei der ÖVP), Sie müssen die Menschen einmal finden. – Punkt eins. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Abgeordnete Haubner, verzeihen Sie mir das jetzt – Sie kommen ja aus dem Geschäft –: Warum ist die Umschulung im aufrechten Dienstverhältnis nicht ganz einfach? (Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) – Wir machen es ja dort, wo das Dienstverhältnis in einer Krankenanstalt ist. Wir schulen Hunderte Bedienerinnen pro Jahr zu Pflegehelferinnen um, wir schulen PflegehelferInnen zu diplomiertem Krankenpflegepersonal um – heuer in Salzburg 120, in Wien rund 160 und so weiter. Das geschieht doch tagtäglich. (Abg. Doppler: zu wenig! das Dreifache!) – Die dreifache Menge müssen Sie erst einmal finden, lieber Herr Abgeordneter (Zwischenruf bei der ÖVP), Sie müssen die Menschen einmal finden. – Punkt eins. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.
Punkt zwei: Jetzt wollen wir versuchen, ein Modell zu finden, denn es gibt viele, die sagen, sie seien irgendwo in der Verwaltung. So, wie machen wir das? – Den Theorieteil können wir im zweiten Bildungsweg anbieten, das ist überhaupt kein Thema. Aber finden Sie den privaten Dienstgeber, der sagt: Für das Praktikum gebe ich dir jetzt Karenzurlaub, und nachher kriegst du den Arbeitsplatz wieder! In welcher Welt glauben Sie denn zu leben? (Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.
Den Theorieblock kann man ohne Probleme im zweiten Bildungsweg anbieten, das ist überhaupt kein Thema. Das Problem ist der Praktikumsblock, das ist mein Thema. Ich würde auch liebend gerne vielen helfen, die mir sagen, dass sie irgendwo in der Verwaltung oder irgendwo Verkäuferin sind und sich umschulen lassen wollen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) Das werden wir in Modellen auch tun, aber das Praktikum kann nicht im aufrechten Dienstverhältnis gemacht werden.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend darf ich noch einmal festhalten: Der NAP wird in absehbarer Zeit im Ministerrat beschlossen werden, und wir werden selbstverständlich die Frau Präsidentin darüber informieren, wenn der NAP auf der Homepage veröffentlicht ist, um Ihnen das auch offiziell mitzuteilen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit bei der SPÖ.
Abgeordneter Johann Höfinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister – in voller Leidenschaft! (Beifall bei der ÖVP. – Heiterkeit bei der SPÖ.) Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir diskutieren die Vorlagen des Ausschusses, die Tagesordnungspunkte 12 bis 16, wo zwei verschiedene Bereiche vorkommen, die wir meiner Meinung nach auch wirklich trennen sollten. Das eine ist der Bereich, in dem wir uns über die 24-Stunden-Betreuung unterhalten, und das ist etwas wesentlich anderes als die Pflege, über die wir auch im Rahmen dieser Punkte diskutieren. Das sollten wir nicht vermengen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es gibt ja die Qualitätskontrolle, das Kompetenzzentrum Pflege, angesiedelt bei der Sozialversicherung der Bauern, und die Überprüfungen haben ergeben, dass in 99 Prozent der Fälle die Pflege wirklich ordnungsgemäß durchgeführt wird, nur 1 Prozent musste beanstandet werden, was diese Arbeit betrifft. Ein großes Dankeschön an alle, die sich wirklich aufopfernd um ihre Schützlinge kümmern! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das Zweite ist eben der Pflegebereich, und auch das Thema Pflegelehre sollten wir wirklich grundlegend diskutieren. Ich bin viel unterwegs, auch in Ausbildungsstätten, in Krankenhäusern und Altersheimen, und ich muss sagen: Allen Menschen, die Pflege in den verschiedensten Stufen durchführen, gilt mein größter Respekt, meine höchste Anerkennung für die aufopfernde Arbeit. Ich zolle vor allem auch den jungen Menschen meinen größten Respekt, und ich bewundere sie wirklich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher ist es auch meine Meinung, dass eine stufenweise aufbauende Entwicklung und Ausbildung hier mehr Sinn hat, als junge Menschen schon mit 15 Jahren – wie es gesagt wurde – in die Pflegelehre zu bringen. Das sind meine Ansätze, ich kann Sie nur bitten, diese auch zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Das wäre jetzt mutig, 12 Minuten zu reden!
Ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Neubauer: Das wäre jetzt mutig, 12 Minuten zu reden!)
Abg. Riepl: Das stimmt ja !
Abgeordnete Martina Schenk (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn man die launische und schwungvolle Rede des Herrn Ministers jetzt gehört hat, könnte man im ersten Moment glauben, es sei alles bestens und wir hätten gar keinen Pflegenotstand. Er hat alles in den schillerndsten und höchsten Tönen gelobt, hat belehrend gewirkt, hat hier auch seine Kompetenz zum Besten gegeben. (Abg. Riepl: Das stimmt ja !)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Herr Minister, wenn Sie aber davon sprechen, dass das Geld in die Pflege hineingepulvert wird, dann frage ich Sie, warum das Pflegegeld seit 1993 nur dreimal valorisiert wurde. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Wir haben da mittlerweile einen Wertverlust von bis zu 20 Prozent, Herr Minister. Da können Sie nicht sagen, dass im Pflegebereich alles in Ordnung ist, und die Argumente, die vorgebracht werden, einfach vom Tisch wischen. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Herr Minister, wenn Sie aber davon sprechen, dass das Geld in die Pflege hineingepulvert wird, dann frage ich Sie, warum das Pflegegeld seit 1993 nur dreimal valorisiert wurde. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Wir haben da mittlerweile einen Wertverlust von bis zu 20 Prozent, Herr Minister. Da können Sie nicht sagen, dass im Pflegebereich alles in Ordnung ist, und die Argumente, die vorgebracht werden, einfach vom Tisch wischen. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Vock.
Ich kann Ihnen da nicht ganz folgen, wenn Sie von oben herab immer alles abschasseln – das ist auch in anderen Ausschüssen so üblich. Das macht kein gutes Bild und ist eines Ministers eigentlich auch nicht würdig, würde ich einmal sagen. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Vock.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Wir sollten uns alle anstrengen, gemeinsam dem Pflegenotstand in Österreich entgegenzuwirken, denn die demografischen Entwicklungen zeigen, dass es in den nächsten Jahren noch viel, viel schlimmer werden wird. Da haben wir wirklich ein hartes Stück Arbeit vor uns, und das sollten wir alle gemeinsam angehen. – Danke. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden diesen Antrag unterstützen und auch weiterhin die Thematik im Auge behalten. Sie werden es in ein paar Jahren auch sehen: Dies wird in anderen Ländern auch so gehandhabt, dass es nämlich in Zukunft einen eigenen Pflegeberuf geben wird. Diesbezüglich sehen wir kein Problem. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Beide Regelungen schaffen Verbesserungen, die alle Parteien im Hohen Haus unterstützen, da sie einen wichtigen Beitrag darstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
können und damit Erwartungen, Wünsche oder Rechtsansprüche der Bürger auch bedienen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hier so zu tun, als wäre das für diese Mindestpensionisten kein Geld, das halte ich eigentlich gerade für Sozialdemokraten für unsozial. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
her einer Mindestpension verweigern Sie die entsprechende Adaptierung! Das, finde ich, ist unsozial. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neugebauer: Eigentlich Milchbubenrechnung! Wir müssen ja gendern!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Neubauer, wir haben ja das Thema schon ein paarmal diskutiert. Was Sie hier machen, ist natürlich eine Milchmädchenrechnung. (Abg. Neugebauer: Eigentlich Milchbubenrechnung! Wir müssen ja gendern!) Sie rechnen das Brutto, Sie tun nicht nachversteuern (Abg. Neubauer: Natürlich!) – aber überhaupt nicht –, Sie machen keine Nachverrechnung der Krankenversicherung, Sie berücksichtigen die Erbschaften nicht, die wir zwischenzeitlich drinnen stecken haben, Sie berücksichtigen die gesamten Verlassenschaften nicht. Sie wissen ganz genau, Sie streuen den Menschen irgendwie so – Salz würde ich nicht sagen, denn das würde ja brennen –, Sie streuen den Menschen irgendetwas in die Augen und glauben, Sie tun was Gutes.
Abg. Neubauer: Natürlich!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Neubauer, wir haben ja das Thema schon ein paarmal diskutiert. Was Sie hier machen, ist natürlich eine Milchmädchenrechnung. (Abg. Neugebauer: Eigentlich Milchbubenrechnung! Wir müssen ja gendern!) Sie rechnen das Brutto, Sie tun nicht nachversteuern (Abg. Neubauer: Natürlich!) – aber überhaupt nicht –, Sie machen keine Nachverrechnung der Krankenversicherung, Sie berücksichtigen die Erbschaften nicht, die wir zwischenzeitlich drinnen stecken haben, Sie berücksichtigen die gesamten Verlassenschaften nicht. Sie wissen ganz genau, Sie streuen den Menschen irgendwie so – Salz würde ich nicht sagen, denn das würde ja brennen –, Sie streuen den Menschen irgendetwas in die Augen und glauben, Sie tun was Gutes.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sagen wir doch den Menschen auch, was das, was Sie hier wollen, bedeutet! Denn: Wie erkläre ich diesen 25 000, die 10 € Pension haben – solche Menschen haben wir –, ich zahle euch jetzt 2 € nach? Der Verwaltungsaufwand war zirka 30 €. Wie wollen Sie den Menschen diese Geldverschwendung erklären? Lassen Sie es dabei bleiben! Es ist die sozial gerechteste Lösung. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Wöginger: Das hat er nicht gesagt!
chen hätten bei unserer Berechnung falsche Zahlen verwendet. (Abg. Wöginger: Das hat er nicht gesagt!) Der Herr Bundesminister hat gemeint, wir würden keine Krankenversicherungsbeiträge, keine Sozialversicherungsbeiträge und auch keine anderen Parameter in unserer Berechnung mitberücksichtigt haben. Das ist falsch!
Beifall bei der FPÖ.
Ich berichtige: Wir haben alle Parameter in unsere Berechnungen ganz bewusst mit einbezogen, die er uns bei der letzten Sozialausschusssitzung genannt hat! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Eigentlich waren damals alle der Meinung, ja, wir wollen diese Lösung, und es wird uns wohl nichts anderes übrigbleiben, als zu sagen, okay, wir sind einverstanden damit, denn das ist immerhin wesentlich mehr, als das Gericht zuerkannt hat, weil es ja nur denen, die die Klage eingebracht haben, diesen Vorteil zuerkannt hat, alle anderen hätten klagen müssen. Und wir alle wissen, es klagen nicht alle. Nie und nimmer! Eine Klage, bei der es in einem Fall um 2 € geht oder meinetwegen um 5 € und im anderen Fall um 50 € vielleicht – wer tut sich das an? (Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Neubauer: Sicher nicht!
Also ehrlich gesagt, vergessen Sie bitte, sowohl BZÖ als auch FPÖ, diese Anträge (Abg. Neubauer: Sicher nicht!), die versuchen, etwas wiederherzustellen auf dem Status von 2008, was so nicht mehr herstellbar ist – egal, mit welcher Lösung! Ich habe
Abg. Neubauer: Haben wir ja geliefert!
mir gedacht, ich schaue mir das an, ob Sie es bis zur heutigen Sitzung schaffen werden, einen Initiativantrag, der diesbezüglich einen Vorschlag beinhaltet, zu liefern. (Abg. Neubauer: Haben wir ja geliefert!) Das können Sie nicht, und das wissen Sie auch, dass Sie das nicht können. (Abg. Neubauer: Natürlich können wir das!) Das wissen Sie auch, dass Sie das nicht liefern können. Und der Vorschlag mit der Entschließung ist insofern ehrlicher, als man sagt: Herr Minister, tue du das jetzt, was wir nicht machen können! (Abg. Neubauer: Ich kann es nicht auszahlen! – Abg. Wöginger: Nein, du kannst es aber in den Initiativantrag hineinschreiben!)
Abg. Neubauer: Natürlich können wir das!
mir gedacht, ich schaue mir das an, ob Sie es bis zur heutigen Sitzung schaffen werden, einen Initiativantrag, der diesbezüglich einen Vorschlag beinhaltet, zu liefern. (Abg. Neubauer: Haben wir ja geliefert!) Das können Sie nicht, und das wissen Sie auch, dass Sie das nicht können. (Abg. Neubauer: Natürlich können wir das!) Das wissen Sie auch, dass Sie das nicht liefern können. Und der Vorschlag mit der Entschließung ist insofern ehrlicher, als man sagt: Herr Minister, tue du das jetzt, was wir nicht machen können! (Abg. Neubauer: Ich kann es nicht auszahlen! – Abg. Wöginger: Nein, du kannst es aber in den Initiativantrag hineinschreiben!)
Abg. Neubauer: Ich kann es nicht auszahlen! – Abg. Wöginger: Nein, du kannst es aber in den Initiativantrag hineinschreiben!
mir gedacht, ich schaue mir das an, ob Sie es bis zur heutigen Sitzung schaffen werden, einen Initiativantrag, der diesbezüglich einen Vorschlag beinhaltet, zu liefern. (Abg. Neubauer: Haben wir ja geliefert!) Das können Sie nicht, und das wissen Sie auch, dass Sie das nicht können. (Abg. Neubauer: Natürlich können wir das!) Das wissen Sie auch, dass Sie das nicht liefern können. Und der Vorschlag mit der Entschließung ist insofern ehrlicher, als man sagt: Herr Minister, tue du das jetzt, was wir nicht machen können! (Abg. Neubauer: Ich kann es nicht auszahlen! – Abg. Wöginger: Nein, du kannst es aber in den Initiativantrag hineinschreiben!)
Abg. Neubauer: Öllinger als Regierungssprecher!
Also ich finde das wirklich nicht sauber, und das auch im Sinne derer, die sich jetzt wieder Hoffnungen machen, dass sie durch irgendeinen Automatismus vielleicht 3, 4, 5, 10 oder 20 €, die diese Leute auch brauchen könnten, erhalten könnten. (Abg. Neubauer: Öllinger als Regierungssprecher!) Aber, Entschuldigung, so geht es nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Also ich finde das wirklich nicht sauber, und das auch im Sinne derer, die sich jetzt wieder Hoffnungen machen, dass sie durch irgendeinen Automatismus vielleicht 3, 4, 5, 10 oder 20 €, die diese Leute auch brauchen könnten, erhalten könnten. (Abg. Neubauer: Öllinger als Regierungssprecher!) Aber, Entschuldigung, so geht es nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, stimmen Sie unserem Antrag zu! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte jetzt nicht in die Vergangenheit schweifen. Entscheidend ist doch, was wir heute hier beschließen wollen. Und das ist – da nehme ich das Wort des Herrn Bundesministers auf – eine faire Lösung. Kollege Öllinger, glaube ich, hat gesagt, es ist die einzig machbare Lösung. Das heißt, es ist eine gute Lösung. Ich wünsche mir, dass viele Verbesserungen für ältere Menschen so gut, so unbürokratisch und vor allem so schnell über die Bühne gehen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn hier auch von vielen Hürden in der Verwaltung die Rede war: Herr Minister, all diese Hürden werden wohl zu überwinden sein! Wichtig ist schließlich das Ergebnis, nämlich eine faire und sozial ausgewogene Lösung! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt frage ich mich schon: Welchen Nachteil hat denn ein Lehrling überhaupt gehabt? Oder hat der Lehrherr einen Nachteil gehabt? – Also der Begriff passt eigentlich überhaupt nicht. Und ich weiß nicht, warum dieser Antrag so sehr der Lächerlichkeit preisgegeben wurde. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Einen Vorschlag, bitte!
Man könnte einfach auch sagen: ein Lehrlingsgehalt, ein Lehrlingsentgelt – es gäbe viele Möglichkeiten. Aber das gleich einmal so in das Reich der Lächerlichkeit zu verweisen, wie das der Kollege Öllinger gemacht hat – gut, das ist Ihre Meinung, Ihre Einstellung, ist in Ordnung. (Abg. Öllinger: Einen Vorschlag, bitte!) Aber Sie haben auch keine anderen Ansätze eingebracht zu der Frage, wie man den Lehrberuf wiederum ein bisschen aufwerten kann. Genau darum geht es doch letzten Endes!
Abg. Öllinger: Besser zahlen!
Und wir haben da tatsächlich ein Problem, das wissen wir doch alle. (Abg. Öllinger: Besser zahlen!) Viele Lehrherren klagen auf der einen Seite, dass sie zu wenig qualifizierte Lehrlinge bekommen (Abg. Öllinger: Besser zahlen!), auf der anderen Seite wollen auch viele Jugendliche gar nicht unbedingt in den Lehrberuf einsteigen. Das sind ja alles Tatsachen!
Abg. Öllinger: Besser zahlen!
Und wir haben da tatsächlich ein Problem, das wissen wir doch alle. (Abg. Öllinger: Besser zahlen!) Viele Lehrherren klagen auf der einen Seite, dass sie zu wenig qualifizierte Lehrlinge bekommen (Abg. Öllinger: Besser zahlen!), auf der anderen Seite wollen auch viele Jugendliche gar nicht unbedingt in den Lehrberuf einsteigen. Das sind ja alles Tatsachen!
Beifall bei der FPÖ.
Sie können schon hereinbrüllen und Sie können sich über alles lustig machen, aber bringen Sie einmal Vorschläge! – Das wäre ein Vorschlag gewesen, der nichts gekostet hätte und der ein Versuch gewesen wäre, das Image der Lehrberufe aufzupolieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Um in diesem Bereich jetzt noch stärker Menschen wieder in den Arbeitsprozess eingliedern zu können, wird mit diesem Antrag die vorhandene Summe auf 20 Millionen € aufgestockt. Das bedeutet, dass hier wesentlich mehr Menschen wieder ganz gezielt vom AMS und von sozialökonomischen Betrieben betreut werden können, damit sie wieder rascher in den Arbeitsprozess einsteigen können. Diese zusätzlichen 20 Millionen € sind eine gute Investition für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder für Menschen, die es ganz einfach nicht so leicht in ihrem Leben haben. Herzlichen Dank für diese Möglichkeit! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
überhaupt betrifft, so wird mein Kollege Markowitz dazu Stellung nehmen. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall des Abg. Neugebauer.
Ich halte das für eine sehr wichtige Maßnahme, damit wir die Aufrechterhaltung der Qualität unseres Arbeitsmarktstandorts auch in Zukunft so gut bewerkstelligen kön- nen und damit die Beschäftigung sich in Österreich auch weiterhin positiv entwickeln kann. Daher kann ich nur um Zustimmung zu diesem Antrag ersuchen. (Beifall des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend, meine Damen und Herren, ein Wort zu dem Antrag betreffend die Umbenennung der Lehrlingsentschädigung. Frau Kollegin, es ist natürlich legitim, dass man hier solche Anträge einbringt. Wir haben uns nur darüber gewundert, dass der Bundesminister aufgefordert wird, sich für die Umbenennung einzusetzen, aber dass nicht einmal ein Vorschlag gekommen ist, wie man denn die Lehrlingsentschädigung nennen sollte. Das ist das gewesen, was uns verwundert hat, und deshalb hat es auch im Ausschuss einiges an Überraschungen gegeben, einiges, was wir nicht verstanden haben. – Das wollte ich abschließend hier noch zum Ausdruck bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Zahntechniker!
Zum Ersten haben Sie im Zusammenhang mit meinem Antrag gesagt, es gibt kein einziges Lehrlingsgehalt, das unter der Geringfügigkeitsgrenze liegt. – Ich kann Ihnen zum Beispiel den Bäckerlehrling im ersten Lehrjahr nennen, der 417 € pro Monat verdient. (Abg. Öllinger: Zahntechniker!) Wenn ich jetzt die Sozialversicherungsbeiträge abziehe, dann sind wir bei 374 €, also unter der Geringfügigkeitsgrenze.
Beifall bei der FPÖ.
Abschließend möchte ich mich bei allen Lehrherren der betrieblichen Ausbildung bedanken, denn unsere Lehrlinge sind im internationalen Vergleich Welt- und Europameister. Hier kann unser schulisches Ausbildungssystem im internationalen Vergleich noch einiges lernen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall des Abg. Öllinger.
Meine Damen und Herren, es wäre wichtig, dass wir hier sehr viel mehr tun. Ich weiß, Herr Minister, Sie sind in vielen Fragen sehr engagiert, aber oft eher im Sinne von Löschen akuter Brände. Ich denke, wir brauchen hier eine grundlegende Reform. Es wäre wichtig, diese bald einmal anzugehen. – Danke. (Beifall des Abg. Öllinger.)
Beifall beim BZÖ.
In Zukunft erwarte ich mir, und zwar auch vom Minister, dass wir in Zusammenarbeit mit mehreren Ministerien ein Konzept erstellen, wo dafür gesorgt wird, dass es nicht mehr 4 000 offene Lehrstellen gibt, sondern in zwei Jahren vielleicht nur mehr 2 000. Da haben wir alle etwas davon. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Schatz: Nein!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Frau Präsidentin! Zuerst ganz kurz zur Kollegin Schatz: Ich gebe Ihnen recht, Frau Kollegin, es gibt sicher in der Berufsausbildung und in der Lehrlingsausbildung einiges zu tun, keine Frage, aber es stimmt nicht, wie Sie gesagt haben, dass überhaupt nichts geschehen ist. (Abg. Mag. Schatz: Nein!)
Abg. Öllinger: Das hat sie eh gesagt!
Sie haben gesagt, es sei in den letzten Jahren nichts geschehen. Ich glaube, es ist ganz schön viel geschehen: Lehre mit Matura, Modulare Ausbildung, Förderungen und so weiter. Ich will das jetzt gar nicht weiter ausführen, Sie wissen das ja genauso gut wie ich. Also: Ja, es ist etwas zu tun, da kann man sicher einiges noch diskutieren. (Abg. Öllinger: Das hat sie eh gesagt!) – Okay.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Bis jetzt ist diese Frage nicht klar beantwortet. Aber wenn da beide gemeint sind, wäre es vielleicht ganz interessant, zu erfahren, was das, wenn die öffentliche Hand das übernehmen soll, kosten würde. Diese Zahl sind sie uns nämlich schuldig geblieben. Haben Sie da eine Ahnung? Haben Sie sich das angeschaut? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Man kann leicht sagen, die öffentliche Hand soll Sozialversicherungsbeiträge übernehmen, aber es ist auch wichtig, zu wissen: Wie schaut das aus? Wie viel ist das?
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Ich sage Ihnen, wie viel es ist. – Es sind ungefähr 375 Millionen € – 375 Millionen €! –, wo Sie so locker sagen, das soll jetzt die öffentliche Hand übernehmen. Ich denke, so einfach wird es nicht gehen. Auch in diesem Bereich sollte man einen sparsamen Umgang mit Steuergeld pflegen. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.
Was ist diese „positive Bezeichnung“? (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.) Keine Antwort! Also Sie fordern etwas, wissen aber eigentlich gar nicht, was Sie wollen. Und wenn man Sie dann konkret fragt, sagen Sie, der Sozialminister soll nachdenken und einen Vorschlag machen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.
Was ist diese „positive Bezeichnung“? (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.) Keine Antwort! Also Sie fordern etwas, wissen aber eigentlich gar nicht, was Sie wollen. Und wenn man Sie dann konkret fragt, sagen Sie, der Sozialminister soll nachdenken und einen Vorschlag machen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.)
Beifall bei der SPÖ.
nen steht. Die Schulbücher in den Berufsschulen müssten geändert werden, weil überall dort auf die Lehrlingsentschädigung Bezug genommen wird. Viel Bürokratie würde dadurch entstehen. Also in Wirklichkeit das alles für nichts. Der Antrag ist zwar lustig zum Diskutieren, aber eigentlich nicht ernst zu nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Ing. Christian Höbart (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Minister! Na ja, Herr Kollege Riepl, Sie fragen: Wo kommt das Geld dafür her? – Wenn ich mir den ersten und den zweiten Tagesordnungspunkt nochmals hernehme, dann stelle ich fest: Wir sagen: Stoppt den ESM!, aber Sie überweisen so locker, flapsig 2,2 Milliarden € in den ESM! Wir sagen eigentlich schon jahrein, jahraus: „Unser Geld für unsere Leut!“ Das heißt: Eigentlich könnten wir das Geld viel punktgenauer für die eigenen Leute verwenden! – Das muss man an dieser Stelle schon sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Nun zum Blum-Bonus: Ich habe schon im Ausschuss gesagt, dass das leider ein bisschen eine Ideologie-Debatte ist, weil dies damals unter der schwarz-blauen Bundesregierung ins Leben gerufen wurde. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Oder am Rande. Egal. – Damals wurde der Blum-Bonus ins Leben gerufen, und es wurden rasch Lehrstellen geschaffen. Dann hat man den Blum-Bonus abgeschafft, und die Zahl der Lehrstellen ist zurückgegangen.
Beifall bei der FPÖ.
Was will ich damit sagen? – Wenn man Betriebe fördert, dann sind sie motivierter, Lehrstellen zu schaffen. – Das ist die eine Seite. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Schopf.
Und die andere Seite sind natürlich imagehebende Initiativen, die wir setzen müssen. (Zwischenruf des Abg. Schopf.) – Nein, das ist so, davon bin ich überzeugt! Und in diese Kerbe hat auch der Antrag des Kollegen Kickl hineingeschlagen.
Beifall bei der FPÖ.
ja irrtümlicherweise von der Wirtschaft auch immer wieder gefordert wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Höbart: Im Gegensatz zu Ihnen komme ich aus der Wirtschaft!
Herr Ing. Höbart, sich hier herzustellen und zu sagen, wir müssen die ÜBAs sozusagen runterfahren und die Betriebe fördern, ist einfach, denn wenn Sie wirklich von der Wirtschaft eine Ahnung hätten – verzeihen Sie diese persönliche Anrede! –, dann würden Sie (Abg. Ing. Höbart: Im Gegensatz zu Ihnen komme ich aus der Wirtschaft!) – Hören Sie mir jetzt eine Sekunde zu, ich habe Ihnen auch zugehört!
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ob wir wollen oder nicht, wir sind jetzt dabei, das erste Mal die 15 000er-Grenze zu überschreiten. Kollege Mitterlehner hat Ihnen das im Wirtschaftsausschuss auch dargestellt. Und es ist doch vollkommen klar: Wenn wir die Gesamtwirtschaftsleistung dieses Landes aufrechterhalten wollen, dann brauchen wir Migration. Ob Sie wollen oder nicht, ob es Ihnen Spaß macht oder nicht, wir brauchen Migration, wenn wir die Gesamtwirtschaftsleistung dieses Landes aufrechterhalten wollen! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.
Meine Damen und Herren, ich weiß, dass heute in diesem Haus schon sehr intensive Europadiskussionen gelaufen sind. (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.) – Nein, es geht ja nicht darum, junge Leute auszubilden, es geht darum – Sie verstehen es nicht, Herr Ing. Höbart, verzeihen Sie! –, wenn ich um 15 000 Menschen pro Geburtsjahrgang weniger habe, dann kann ich nicht mehr ausbilden, weil ich sie nicht habe! Und wenn sich die AHS-Oberstufe, die HTL, die HAK um denselben 15-Jährigen mit der Lehre streiten, die Krankenpflegeschule und auch die Kindergartenausbildung, ich aber um 15 000 15-Jährige weniger pro Jahr habe, dann habe ich ein Problem!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Lieber Herr Ing. Höbart! Machen Sie einmal diese Milchmädchenrechnung, und dann reden wir weiter! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist aktive Arbeitsmarktpolitik mit einer äußerst engagierten Wirtschaft. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
nicht nur in Europa, unser Präsident Leitl ist sogar in Übersee unterwegs und stellt dort unser duales, unser Topsystem für Jugendausbildung vor. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber nun zur Frage: Was glauben Sie, warum Unternehmerinnen und Unternehmer Jugendliche zu Fachkräften ausbilden? Weil sie Förderungen bekommen? – Mit Sicherheit nicht! Das ist sicher nicht der Grund dafür, warum wir Betriebe Lehrlinge ausbilden. Wir bilden Lehrlinge aus, weil wir Fachkräfte brauchen. Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte, um unseren Wirtschaftsstandort abzusichern, um wachsen zu können und um Arbeitsplätze zu sichern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Alle anderen Anträge sind ja schon entsprechend argumentiert worden. Wir werden diesen Anträgen nicht zustimmen, zumal mir bei diesen Anträgen auch das Positive für die Unternehmen fehlt. Es gibt ja genügend Überlegungen und ganz, ganz sinnvolle Vorschläge. Und ich bitte Sie, setzen wir uns einmal zusammen, gehen wir diese Vorschläge und Überlegungen durch! Dann werden wir sicher zu tollen Ergebnissen kommen, nicht nur für unsere Lehrlinge, sondern auch für unsere Ausbildungsbetriebe. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sozialversicherungsbeiträge sind Lohnnebenkosten, und diese Lohnnebenkosten sind jetzt schon viel zu hoch. Und wir von den Freiheitlichen sind überzeugt, dass hier das Geld viel besser eingesetzt wäre als für dubiose Rettungsschirme, wie wir sie heute schon beschlossen haben. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Defizit fängt viel früher an. Ab dem zehnten Lebensjahr fangen wir derzeit an, in unserem Bildungssystem Kinder zu trennen: die einen in die Hauptschule, die anderen in die höheren Schulen, und damit sind die Kinder ab dem zehnten Lebensjahr irgendwie schon abgestempelt. Und das ist der falsche Weg. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
die Hand nehmen müssen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Deswegen gibt es von der FPÖ keine Zustimmung zu dieser Gesetzesvorlage. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: UVP-pflichtig! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.
Deswegen bin ich sehr froh darüber, dass wir rasch und rechtzeitig – und da bedanke ich mich bei allen Kollegen, die konstruktiv mitgearbeitet haben – für Schiefergas in der Erkundung, und in der Förderung sowieso, eine eigene Kategorie in der UVP angefügt haben, damit auch dieses Thema geregelt und erledigt ist. (Ruf bei der ÖVP: UVP-pflichtig! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und Grünen.)
Abg. Mag. Brunner: Das heißt, wir wissen nur, wie es genehmigt wird!
Genau, es ist UVP-pflichtig! Genau so ist es, und das wollen wir, weil wir in Österreich einen hohen Standard bei den Umweltgesetzen haben (Abg. Mag. Brunner: Das heißt, wir wissen nur, wie es genehmigt wird!) und daher so eine Investition nur möglich wird, wenn sie ordentlich durchgeführt werden kann. Wenn das nicht beweisbar ist, wird es sie nie geben. Ich denke, diejenigen, die mit dem vielen Geld daherkommen, werden auch daran interessiert sein, dass sie es ordentlich machen. Und dann, wenn es ordentlich gemacht wird, werden nicht einmal mehr die grünen Kollegen etwas dagegen haben.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Meine Redezeit ist leider erschöpft; nicht das Thema, ihr werdet alle noch etwas dazu sagen. Ich höre fürs Erste auf und freue mich wirklich, dass wir dieses UVP-Gesetz durchgebracht haben. Herr Bundesminister, herzliche Gratulation, großes Dankeschön! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Was macht ihr denn? Die Grünen brauchen das Wort „Bürgerbeteiligung“ nie wieder in den Mund zu nehmen! Nie wieder! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
unserer Sicht nicht ausreichend, aber dort ist noch die beste Form der Bürgerbeteiligung gegeben. Und dann wundere ich mich gerade bei einer Partei wie der FPÖ, die direkte Demokratie plakatiert, aber im Ausschuss, wenn die Öffentlichkeit dann nicht so genau zuhört, sagt: Na ja, wir warnen vor zu viel Bürgerbeteiligung! Das hat ein bisschen Erklärungsbedarf. (Abg. Dr. Graf: Was macht ihr denn? Die Grünen brauchen das Wort „Bürgerbeteiligung“ nie wieder in den Mund zu nehmen! Nie wieder! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Die Bürgerbenachteiligungspartei sind die Grünen!
Noch einmal zum Grund des Zustandekommens dieses Gesetzes: Da die Bürgerbeteiligung im österreichischen UVP-Gesetz eben nicht ausreichend geregelt ist, gab es zahlreiche Beschwerden an die Kommission. (Abg. Dr. Graf: Die Bürgerbenachteiligungspartei sind die Grünen!) Die EU hat dem auch stattgegeben. Es gibt ein eindeutiges Mahnschreiben, dass wir hier Verbesserungsbedarf haben. Das betrifft eben das vom Vorredner angesprochene Feststellungsverfahren, wo es darum geht: Brauche ich für ein Projekt überhaupt eine UVP oder nicht?
Abg. Dr. Graf: ... eure eigenen Vereine!
Was in diesem Gesetz fehlt, ist auch die finanzielle Unterstützung für Bürgerinitiativen. Wir Grüne haben das! Wir haben einen Bürgerinitiativenfonds, der sehr gut angenommen wird, weil er auch gebraucht wird, weil das UVP-Verfahren nicht für die Wirtschaft die große Kostenbelastung ist, sondern für die Bürgerinnen und Bürger sehr wohl auch, die in ihrer Freizeit mit ihrem eigenen Geld Gutachter finanzieren müssen und sich das UVP-Verfahren antun müssen. (Abg. Dr. Graf: ... eure eigenen Vereine!) Ich denke mir, die vertreten genauso auch öffentliche Interessen. Umweltschutz wird in konkreten Fällen oft nur von engagierten BürgerInnen vertreten, daher wäre es auch hier Ihre Aufgabe, für finanzielle Unterstützung zu sorgen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was in diesem Gesetz fehlt, ist auch die finanzielle Unterstützung für Bürgerinitiativen. Wir Grüne haben das! Wir haben einen Bürgerinitiativenfonds, der sehr gut angenommen wird, weil er auch gebraucht wird, weil das UVP-Verfahren nicht für die Wirtschaft die große Kostenbelastung ist, sondern für die Bürgerinnen und Bürger sehr wohl auch, die in ihrer Freizeit mit ihrem eigenen Geld Gutachter finanzieren müssen und sich das UVP-Verfahren antun müssen. (Abg. Dr. Graf: ... eure eigenen Vereine!) Ich denke mir, die vertreten genauso auch öffentliche Interessen. Umweltschutz wird in konkreten Fällen oft nur von engagierten BürgerInnen vertreten, daher wäre es auch hier Ihre Aufgabe, für finanzielle Unterstützung zu sorgen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Weil es kein eigenes Umweltministerium gibt!
Es ist hier auch eine Verschwendung von Steuergeld passiert, weil aus Ihrem Haus einerseits Studien finanziert wurden, wie wir diese Konvention umsetzen können. Da ist dann herausgekommen, dass wir ein Umweltbehelfsgesetz brauchen. Gleichzeitig wird aber dann ein Experte – ein Jurist – engagiert, der sich dafür einsetzt, dass wir das nicht umsetzen müssen. Das, finde ich, ist ein bisschen eine Doppelbödigkeit, eine Verschwendung von Steuergeld und, ja, peinlich, dass Sie es in 14 Jahren nicht schaffen, eine Umweltschutzkonvention, eine Konvention, die Bürgerrechte gewährleisten wird, umzusetzen. (Abg. Dr. Graf: Weil es kein eigenes Umweltministerium gibt!) – Dazu werde ich noch kommen.
Zwischenrufe bei der ÖVP
Das Thema Schiefergas wurde schon angesprochen. Sie haben das jetzt in der UVP drinnen, die Ausnahme für Schiefergas ist gestrichen. Nur: Wenn Schiefergas im UVP-Gesetz drinnen ist, heißt das nicht, dass es keine Schiefergasbohrungen geben wird. Dann wissen wir nur, wie solche Projekte zu genehmigen sind. Ich wehre mich dagegen, dass diese Vorgangsweise dazu verwendet wird – alle anderen Parteien haben unseren Antrag auf ein Verbot von Schiefergas, auf ein Nein zu Schiefergas abgelehnt (Zwischenrufe bei der ÖVP) –, ich wehre mich dagegen, dass wir uns damit, Schiefergas in die UVP hineinzunehmen, davor drücken, die politische Entscheidung über Schiefergas zu treffen, denn die ist notwendig! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das Thema Schiefergas wurde schon angesprochen. Sie haben das jetzt in der UVP drinnen, die Ausnahme für Schiefergas ist gestrichen. Nur: Wenn Schiefergas im UVP-Gesetz drinnen ist, heißt das nicht, dass es keine Schiefergasbohrungen geben wird. Dann wissen wir nur, wie solche Projekte zu genehmigen sind. Ich wehre mich dagegen, dass diese Vorgangsweise dazu verwendet wird – alle anderen Parteien haben unseren Antrag auf ein Verbot von Schiefergas, auf ein Nein zu Schiefergas abgelehnt (Zwischenrufe bei der ÖVP) –, ich wehre mich dagegen, dass wir uns damit, Schiefergas in die UVP hineinzunehmen, davor drücken, die politische Entscheidung über Schiefergas zu treffen, denn die ist notwendig! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hornek: ... sagen zu allem und jedem Nein!
Wir müssen hier entscheiden: Wollen wir, dass in Zukunft Schiefergasbohrungen im Weinviertel oder überhaupt in Österreich stattfinden oder nicht? – Wir Grüne sagen ganz klar: Nein! Denn sollten die Versprechungen der OMV je erfüllt werden können – was ich nicht glaube –, sollte es tatsächlich ein umweltverträgliches Verfahren geben, ist es immer noch fossiles Gas, das wir nicht werden verbrennen können, außer, wir wollen unsere dramatische Klimabilanz noch weiter verschlechtern. Das können wir uns nicht leisten, finanziell nicht, umweltmäßig nicht. (Abg. Hornek: ... sagen zu allem und jedem Nein!) Wenn man die Energiewende ernst nimmt, wenn Sie das, was Sie plakatieren oder inserieren, ernst nehmen, dann muss man ein klares Nein zu Schiefergas sagen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Ich plakatiere das nicht!)
Abg. Neubauer: Das sagen Sie! Und was sagt die Frau Glawischnig?
Wir haben in unserem Antrag drei Möglichkeiten vorgeschlagen, die der Herr Umweltminister hätte, die der Herr Wirtschaftsminister hätte und die die Frau Finanzministerin hätte, für einen Stopp von Schiefergas zu sorgen. Das haben Sie alle abgelehnt. Gehen Sie nicht ins Weinviertel und sagen Sie den Leuten nicht, sie können ohnehin in der UVP alles sagen! Denn in der UVP geht es nicht mehr darum, ob Schiefergas kommen soll oder nicht, sondern nur noch, wie. (Abg. Neubauer: Das sagen Sie! Und was sagt die Frau Glawischnig?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Hörl: Na bitte!
Herr Minister, Sie haben gesagt, Sie glauben nicht an Schiefergas. Nur ist das leider keine Glaubensfrage, und ob Sie das glauben oder nicht, ist irrelevant. Sie sind Minister, Sie sind dazu da, etwas zu tun, egal, ob es um Schiefergas oder um andere Umweltthemen geht. Das vermisse ich sehr, deswegen: Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Hörl: Na bitte!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne ist dieses Gesetz für die nächste Zeit wieder ein strenges Umweltgesetz, das die Lebensqualität in Österreich wesentlich erhöhen wird, strenge Umweltauflagen bietet, aber trotzdem wirtschaftliche Entwicklung und den Weg der Energiewende ermöglichen wird. Herzlichen Dank an alle, die hier mitgewirkt haben! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Wir hätten noch warten und diese Novelle ordentlich machen können, damit alle Bereiche und die Komplexität dieser Materie mit behandelt werden können. Der Rechnungshof hat ebenfalls festgestellt, dass die Begutachtungsfrist viel zu kurz war, und hat dies auch kritisiert. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber wir sind auf dem richtigen Weg, und ich möchte mich hier bedanken für diese Novelle bei Hermann Schultes, ohne den das nicht gegangen wäre, auch bei Josefine Sinkovits, die für das Kabinett verhandelt hat, und bei Frau Petek. Auch Herr Weninger hat hier mitgeholfen. Ohne euren Einsatz, der sprichwörtlich war, wäre das alles nicht gegangen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Kollege Jannach – wo ist er denn? Er ist nicht da. Man kann natürlich auch sagen ... (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Lieber Freund, Sie sind hier. – Man kann natürlich auch sagen, das ganze Glas ist völlig leer, es ist alles umsonst, man kann hier nichts tun. Aber wir sehen es anders! Wir arbeiten daran, dass es besser wird, und ich glaube, wir sind ein gutes Stück weitergekommen.
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb, Frau Brunner, sage ich Ihnen eines: Dieser Umweltminister ist ein echter Umweltminister! (Beifall bei der ÖVP.) Ich als Wirtschafter bedauere das manchmal. Aber, Frau Brunner, wir haben ein tolles Umweltministerium! Mehr brauchen wir sicher nicht, auch deshalb nicht, weil wir den Standort Österreich schützen müssen vor Extremisten, wie sie auch in den Reihen der Grünen manches Mal zu finden sind. Dafür kämpfe ich! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Was ist denn das? „Extremisten“, wenn man eine andere Meinung hat? Herr Präsident!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Was ist denn das? „Extremisten“, wenn man eine andere Meinung hat? Herr Präsident!
Deshalb, Frau Brunner, sage ich Ihnen eines: Dieser Umweltminister ist ein echter Umweltminister! (Beifall bei der ÖVP.) Ich als Wirtschafter bedauere das manchmal. Aber, Frau Brunner, wir haben ein tolles Umweltministerium! Mehr brauchen wir sicher nicht, auch deshalb nicht, weil wir den Standort Österreich schützen müssen vor Extremisten, wie sie auch in den Reihen der Grünen manches Mal zu finden sind. Dafür kämpfe ich! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Was ist denn das? „Extremisten“, wenn man eine andere Meinung hat? Herr Präsident!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bedanke mich bei Kollegin Bures, dass wir diesen gemeinsamen Weg gegangen sind, mit Gesetzesmaterien in meinem Zuständigkeitsbereich und in ihrem Zuständigkeitsbereich, und ich bedanke mich stellvertretend für die Abgeordneten bei Abgeordnetem Schultes, Abgeordnetem Weninger für die gemeinsame Arbeit. Es ist dies eine wichtige Materie, wo wir wirklich vieles in Österreich voranbringen, eine ökologische Fortentwicklung, aber auch wirtschaftlichen Fortschritt haben können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Brunner: Sie haben den Antrag auf Verbot aber abgelehnt!
Selbstverständlich und zweifelsohne gibt es größte Bedenken, vor allem was die Methode der Exploration angeht. Wenn man bedenkt, dass größtes Risiko von Verunreinigungen des Grundwassers durch schweren Chemikalieneinsatz besteht, so kann das unmöglich in unserem Interesse, im Interesse des Landes sein. Wenn man bedenkt, dass wahrscheinlich der größte Schatz dieses Landes (Abg. Mag. Brunner: Sie haben den Antrag auf Verbot aber abgelehnt!) – Dazu komme ich noch!
Beifall bei der FPÖ.
Wie gesagt: Österreich hat größtes Interesse daran, gerade das Grundwasser und das Wasser, das ich als größtes Kapital des Landes sehe, zu schützen. Das Problem Ihres Antrages ist, dass ein generelles Verbot der Exploration gefordert wird. Das umfasst auch Probebohrungen und auch die Forschung. Damit verhindern wir – Sie haben das angesprochen – die Möglichkeit einer ökologisch verträglichen Exploration dieses Gases. Das ist für uns Grund genug, diesem Antrag nicht zuzustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
und auch keine behördliche Kompetenz am Flughafen – im Mediationsverfahren und in den vielen Verhandlungen hohe Standards im Hinblick auf Ökologie und Lärmschutz durchgesetzt werden können. Daher sind mir die Einführung einer transparenten Abbildung der Flugspuren, des Kurvenanfluges zur Entlastung von Essling sowie neuer Flugrouten bei Starts auf der Piste 29 ein unverzichtbares Anliegen. Dazu benötigt der Flughafen auch eine dritte Piste. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Dr. Susanne Winter (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Minister! Werte Kollegen! Grundsätzlich möchte ich einmal sagen, mich wundert sehr, dass niemand von den Grünen sich bis dato beklagt hat, wie rüde man eigentlich von Regierungsseite mit ihrer Fraktion im Ausschuss umgegangen ist, insbesondere nachdem Kollegin Moser von der ÖVP das Mikrofon abgedreht worden ist. Aber, und ich kann eine gewisse Schadenfreude da nicht verhehlen, so ist es halt, wenn man sich bei den Regierungsparteien anbiedert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie haben gemeint, wir würden uns davor fürchten, politische Entscheidungen zu treffen, insbesondere bezüglich der Schiefergasförderung, weil wir Ihren Antrag abgelehnt haben. – Nein, das ist es nicht, ganz im Gegenteil! Wir haben Ihren Antrag abgelehnt, weil wir diesen Ausschluss, dieses absolute Nein eben nicht wollen und weil wir für die Freiheit der Wissenschaft und der Forschung eintreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zur Aarhus-Konvention möchte ich noch sagen: Es stimmt nicht, dass sie nicht umgesetzt worden ist. Sie ist nicht vollständig umgesetzt worden. Immerhin ist es der einzige völkerrechtliche Vertrag, der einem einzelnen Menschen eine Durchsetzung und ein Mitspracherecht in Umweltangelegenheiten genehmigt. Das Einzige, was noch nicht durchgesetzt worden ist, ist die gerichtliche Klagsmöglichkeit. Ja, das kommt noch. Nur möchten wir auch verhindern, dass NGOs dann den Umweltgedanken zur Ultima Ratio machen und es praktisch keine andere Möglichkeit mehr gibt und die Wirtschaft so in erheblicher Weise behindert wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Das ist ungeheuerlich!
ordnung und den Umgang der Abgeordneten untereinander. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Das ist ungeheuerlich!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte Ihnen schon sagen: Infrastruktur ist wichtig. Frau Brunner, Sie waren selbst in Rio, und Sie könnten, wenn wir nicht den Flughafen in Schwechat hätten, wohl nur mit dem sprichwörtlichen Radl nach Rio fahren. Daher brauchen wir Investitionen in Infrastruktur für lebensfrohe und lebensaktive Regionen, für die Wirtschaft in Österreich, für die Sicherung der Arbeitsplätze und damit für die Sicherung des Wohlstands in unserer Republik. (Beifall bei der ÖVP.)
Unruhe im Sitzungssaal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Wenn wir nun die Aarhus-Konvention betrachten: Frau Kollegin Brunner, Sie wissen ganz genau, dass der Rechnungshof sich die Umsetzung der Aarhus-Konvention auf die österreichische Situation angesehen hat, mehrfach kontrolliert hat und zur Erkenntnis gelangt ist, dass diese gesetzeskonform in Österreich angewendet wird. Mehr ist dazu nicht zu sagen. (Unruhe im Sitzungssaal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Die oberösterreichische Landesregierung hat einen Beschluss gefasst, Ihnen hiermit den Auftrag zu erteilen, endlich ein Vertragsverletzungsverfahren bei der Erweiterung Temelίns auf die Reaktoren 3 und 4 einzureichen, da endlich tätig zu werden. Bis heute sind Sie dieser Aufforderung des Landes Oberösterreich nicht nachgekommen. Wir haben deshalb einen Antrag eingebracht, der Ihnen ein bisschen Unterstützung in diese Richtung gewähren soll. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Ganz genau, aber nicht von NGOs! – Abg. Dr. Graf: Sie haben es erkannt!
Mit dieser UVP-Novelle erreichen wir zwei Dinge: einerseits eine Beschleunigung der Verfahren und andererseits auch das nötige Maß an Einbindung der Bevölkerung. Und da wäre ich schon bei Äußerungen des Kollegen Jannach von der Freiheitlichen Partei. Sie haben heute ja nur erwähnt, dass Sie unter anderem dagegen sind, weil Sie eine Gefahr sehen für den Wirtschaftsstandort Österreich. Sie haben aber weggelassen, wie Sie das im Ausschuss gesagt haben, nämlich durch übertriebene Bürgerbeteiligung. Und diese Aussage spricht für sich. Was die Freiheitliche Partei unter übertriebener Bürgerbeteiligung versteht, das müssen Sie der Öffentlichkeit noch erklären, wo Sie doch auf der anderen Seite die Verfechter der direkten Demokratie auf Biegen und Brechen sind. (Abg. Neubauer: Ganz genau, aber nicht von NGOs! – Abg. Dr. Graf: Sie haben es erkannt!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Unterm Strich: Maßvolle Beschleunigung und das nötige Maß an Einbindung der Bevölkerung. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.
Geschätzte Damen und Herren! Lassen Sie mir noch zwei Sätze Zeit für eine kurze Anmerkung in Bezug auf den Ablauf des letzten Umweltausschusses. Ich bin verwundert über den Sturm im Wasserglas, der hier in Bezug auf meinen Kollegen Schultes stattgefunden hat. Er hatte sich zur Geschäftsordnung gemeldet, ich war nach vorne geneigt, er war aufrecht sitzend und konnte die Kollegin Moser nicht sehen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.) Sie hat eine Gedankenpause gemacht und er hat sich zu Wort gemeldet. Ich kann die Grünen schon verstehen, dass sie ein Problem damit haben, wenn ich im Untersuchungssauschuss erlebe, wie ein Kollege Pilz die Frau Vorsitzende Moser permanent dadurch brüskiert, dass er ihr das Mikrophon abdreht. Dieses Trauma ist von den Grünen verursacht worden.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Folgendes sei hier auch noch angemerkt: Ich sehe nur noch zwei grüne Abgeordnete, die sich für dieses Umweltthema heute interessieren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Prinz.
Ich denke, es ist aber auch wichtig, nicht nur für die Nachbarn, nicht nur für Anrainer, nicht nur für Betroffene, sondern vor allem auch für jene, die die verschiedenen Projekte betreiben, für Klarheit zu sorgen. Und diese Klarheit wird letztendlich durch dieses Verfahren herbeigeführt. Daher bekennen wir uns dazu und diese Novellierung ist wichtig. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Prinz.)
Beifall bei der ÖVP.
Damit wird eine wirtschaftliche Entwicklung bei gleichzeitiger Sicherung der hohen Qualität von Umweltschutz, Klimaschutz und Wasserschutz ermöglicht. Mit einer Zustimmung zur vorliegenden Novelle sind alle Parlamentsfraktionen eingeladen, ihre Verantwortung in diesem Bereich wahrzunehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Brunner: Sie machen es aber!
Heute kann es sich keine Gemeinde, liebe Frau Kollegin Brunner, und kein Bürgermeister leisten, irgendwelche Dreckschleudern in seiner Gemeinde gegen den Willen der Bevölkerung zu tolerieren oder auch bei Umweltsünden wegzuschauen. (Abg. Mag. Brunner: Sie machen es aber!) Das gibt es nicht mehr. Dieses Gesetz wird weiter dazu beitragen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Heute kann es sich keine Gemeinde, liebe Frau Kollegin Brunner, und kein Bürgermeister leisten, irgendwelche Dreckschleudern in seiner Gemeinde gegen den Willen der Bevölkerung zu tolerieren oder auch bei Umweltsünden wegzuschauen. (Abg. Mag. Brunner: Sie machen es aber!) Das gibt es nicht mehr. Dieses Gesetz wird weiter dazu beitragen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Brunner: Was machen Sie mit dem Gas?
Speziell für mich, als Abgeordneter vom Weinviertel, ist die UVP-Pflicht für die Förderung von Schiefergas von Bedeutung. Als Abgeordneter kenne ich natürlich diese Problemstellung auch von sehr vielen Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort im Wahlkreis und es freut mich, dass hier eine klare Regelung getroffen wurde. Hier geht es vor allem um die verpflichtende UVP, wo auf der einen Seite natürlich die korrekte Überprüfung durch diese UVP gewährleistet ist, aber auf der anderen Seite ist es auch sehr wichtig, dass man kein vollständiges Verbot hat. So behält man weitere Möglichkeiten in Forschung und Entwicklung, weil es sein könnte, dass wir umweltfreundliche Verfahren entwickeln, die die Förderung möglich machen. (Abg. Mag. Brunner: Was machen Sie mit dem Gas?) – Frau Kollegin Brunner! Hier geht es nicht um fossile Gase, die wir unbedingt verstärkt freisetzen wollen, sondern hier geht es um Gase, die wir vielleicht importieren müssen und nicht importieren müssen, wenn wir diese Förderung umweltfreundlich durchführen könnten. (Abg. Mag. Brunner: Sagen Sie das auch den Menschen im Weinviertel?)
Abg. Mag. Brunner: Sagen Sie das auch den Menschen im Weinviertel?
Speziell für mich, als Abgeordneter vom Weinviertel, ist die UVP-Pflicht für die Förderung von Schiefergas von Bedeutung. Als Abgeordneter kenne ich natürlich diese Problemstellung auch von sehr vielen Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort im Wahlkreis und es freut mich, dass hier eine klare Regelung getroffen wurde. Hier geht es vor allem um die verpflichtende UVP, wo auf der einen Seite natürlich die korrekte Überprüfung durch diese UVP gewährleistet ist, aber auf der anderen Seite ist es auch sehr wichtig, dass man kein vollständiges Verbot hat. So behält man weitere Möglichkeiten in Forschung und Entwicklung, weil es sein könnte, dass wir umweltfreundliche Verfahren entwickeln, die die Förderung möglich machen. (Abg. Mag. Brunner: Was machen Sie mit dem Gas?) – Frau Kollegin Brunner! Hier geht es nicht um fossile Gase, die wir unbedingt verstärkt freisetzen wollen, sondern hier geht es um Gase, die wir vielleicht importieren müssen und nicht importieren müssen, wenn wir diese Förderung umweltfreundlich durchführen könnten. (Abg. Mag. Brunner: Sagen Sie das auch den Menschen im Weinviertel?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin kein Bürgermeister einer Erdölgemeinde im Weinviertel, aber eines möchte ich festhalten: Die OMV ist ein großer Arbeitgeber, der seit über 60 Jahren in dieser Region tätig ist, und eines muss man schon sagen, wir haben einen sehr hohen Sicherheitsstandard für die Umwelt, aber auch für die Menschen erreicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluss, Herr Minister, möchte ich noch zwei Sätze bezüglich der Siedlungswasserwirtschaft, die mir selber sehr am Herzen liegt, sagen. Wir haben in den siebziger und achtziger Jahren zahlreiche Investitionen durchgeführt, zum Beispiel Kanal, Wasser und auch Kläranlagen. Jetzt ist natürlich wieder die Modernisierung notwendig. Sie haben ja auch schon im Ausschuss gesagt, dass Erhebungen durchgeführt werden und Sie auch mit der Finanzministerin Gespräche führen wollen. Wir werden Sie natürlich hier unterstützen, damit auch hier wieder ausreichend Budgetmittel bereitgestellt werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Unruhe im Sitzungssaal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Andrea Gessl-Ranftl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Minister! Hohes Haus! (Unruhe im Sitzungssaal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Die Änderung des UVP-Gesetzes 2000 für Fracking, welches auch Probe- und Erkundungsbohrungen beinhaltet, ist gerade für die geplanten Schiefergasbohrungen von größter Bedeutung. Die Verunsicherung der Bevölkerung bezüglich einer eventuellen Schiefergasförderung ist natürlich sehr ernst zu nehmen. Die derzeitig verwendete Abbautechnik in den USA lassen Umweltschäden befürchten,
Beifall bei der SPÖ.
Dies beschleunigt auch die weitere Projektierung. Ich denke, eine UVP ist nicht als Verhinderung zu sehen, sondern eine Maßnahme, unsere Menschen und deren Umwelt zu schützen und auch die Investoren vor späteren Unannehmlichkeiten zu bewahren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist mit dieser Sicherheit gegeben, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und dafür gilt es auch im Namen der vielen, vielen Beschäftigen in diesen Unternehmen und für die Chance, diese Unternehmen weiter zu forcieren, im Sinne auch der österreichischen Wirtschaft, des Tourismus und in vielen anderen Bereichen, ein herzliches Danke zu sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Abg. Dr. Graf: Keiner da?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Abg. Dr. Graf: Keiner da?)
Unruhe im Sitzungssaal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Frau Ministerin! Herr Minister! (Unruhe im Sitzungssaal. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Werte Kolleginnen und Kollegen! Frau Abgeordnete Winter hat hier gemeint, dass of-
Abg. Grosz: Das ist interessant! Nicht einmal die eigenen Abgeordneten sind da! – Zwischenruf des Abg. Scheibner
fensichtlich für viele NGOs die Umwelt die Ultima Ratio ist. Es ist nicht nur für die NGOs so, sondern es ist natürlich auch für die Grünen so, weil es eine klare Analyse gibt, nämlich eine Analyse (anhaltende Unruhe im Saal), dass wir nur einen Planeten zur Verfügung haben, dass unsere Ressourcen endlich sind (Abg. Grosz: Das ist interessant! Nicht einmal die eigenen Abgeordneten sind da! – Zwischenruf des Abg. Scheibner), und dass, wenn die Umwelt zerstört ist, auch keine Wirtschaft mehr möglich ist und die Bürgerinnen und Bürger und alle darunter leiden werden. Das ist ein Faktum, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
fensichtlich für viele NGOs die Umwelt die Ultima Ratio ist. Es ist nicht nur für die NGOs so, sondern es ist natürlich auch für die Grünen so, weil es eine klare Analyse gibt, nämlich eine Analyse (anhaltende Unruhe im Saal), dass wir nur einen Planeten zur Verfügung haben, dass unsere Ressourcen endlich sind (Abg. Grosz: Das ist interessant! Nicht einmal die eigenen Abgeordneten sind da! – Zwischenruf des Abg. Scheibner), und dass, wenn die Umwelt zerstört ist, auch keine Wirtschaft mehr möglich ist und die Bürgerinnen und Bürger und alle darunter leiden werden. Das ist ein Faktum, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grosz: Das ist eine Umweltdebatte und keiner von den Grünen ist da!
Daher ist es enttäuschend, an diesem Tag von ÖVP und SPÖ zu hören, dass es nur ausschließlich um Klarheit für Investoren geht. Keine Frage, das ist auch ein wichtiges Thema, aber ausschließlich dieses Thema haben Sie angesprochen. Kein einziges Wort hingegen ist über die Klarheit für die Bürgerinnen und Bürger gefallen (Abg. Grosz: Das ist eine Umweltdebatte und keiner von den Grünen ist da!), die Klarheit für die Anrainerinnen und Anrainer, die Klarheit für die betroffenen Menschen in unserem Land.
Zwischenruf.
Und das ist eigentlich wirklich ein Bekenntnis zu einem Scheitern, nämlich zu einem effektiven Scheitern. (Unruhe im Sitzungssaal.) Werte Kolleginnen und Kollegen, wer hat sich für das Hearing im Umweltausschuss eingesetzt? – Die Grünen! (Zwischenruf.) – Selbstverständlich haben Sie das unterstützt, wir haben das gemeinsam beschlossen.
Abg. Neubauer: Drei Grüne sind da!
Präsident Fritz Neugebauer (das Glockenzeichen gebend): Herr Kollege, bitte! Meine Damen und Herren! Bitte noch für den vorläufig letzten Redner Kondition aufzubringen! (Abg. Neubauer: Drei Grüne sind da!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (fortsetzend): Wenn Sie hier lautstark die Ernsthaftigkeit dieser Debatte zu untergraben versuchen oder irgendwelche formalen Dinge voranstellen, um uns hier hinzustellen, als würden wir nicht ernsthaft und massiv hinter dieser Sache stehen, dann muss ich Ihnen leider sagen: So wird es nicht gehen! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer
Wenn Kollege Hörl sogar zum Minister sagt – und das finde ich schon bezeichnend für die ÖVP-Position: Nein, die NGOs, das ist unglaublich, dass die im Verfahren eine Beschwerdemöglichkeit haben. Das ist, findet er, ein negatives Ergebnis (Zwischenruf des Abg. Neubauer), und das vor dem Hintergrund, dass die Europäische Union ein Klagsverfahren in Aussicht gestellt hat. Die FPÖ spricht sich genauso gegen die NGOs im Verwaltungsverfahren aus.
Abg. Neubauer: Das habe ich nicht gesagt!
Dann sage ich Ihnen, meine Damen und Herren: So geht es nicht. Wenn Sie die Bürgerinnen und Bürger nicht haben wollen in den Verfahren (Abg. Neubauer: Das habe ich nicht gesagt!) – Sie haben es gesagt, Herr Kollege Neubauer! Sie haben gesagt, Sie wollen keine NGOs im Verwaltungsverfahren. (Abg. Neubauer: NGOs sind etwas anderes!)
Abg. Neubauer: NGOs sind etwas anderes!
Dann sage ich Ihnen, meine Damen und Herren: So geht es nicht. Wenn Sie die Bürgerinnen und Bürger nicht haben wollen in den Verfahren (Abg. Neubauer: Das habe ich nicht gesagt!) – Sie haben es gesagt, Herr Kollege Neubauer! Sie haben gesagt, Sie wollen keine NGOs im Verwaltungsverfahren. (Abg. Neubauer: NGOs sind etwas anderes!)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, noch ein Punkt zum Thema Schiefergas, und das ist wirklich bezeichnend. Ein Minister, der in seiner Wortmeldung hier sagt: Wir müssen konsequent gegen fossile Energie vorgehen, wir lehnen sie ab (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich.) – Das haben Sie gesagt, Herr Minister. Sie reden ja permanent von der Energieautarkie in Österreich. Und Sie, als Umweltminister, sind dann nicht bereit, da für ein Verbot einzutreten? (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
stützen. Das ist ein Grund, warum wir für ein eigenständiges Umweltministerium eintreten. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Und wir werden dieses eigenständige Umweltministerium auch erkämpfen. Sie werden es sehen. Es wird kommen, eher, als Sie es vermuten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
stützen. Das ist ein Grund, warum wir für ein eigenständiges Umweltministerium eintreten. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Und wir werden dieses eigenständige Umweltministerium auch erkämpfen. Sie werden es sehen. Es wird kommen, eher, als Sie es vermuten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Unruhe im Sitzungssaal.
Daher braucht es ein eigenständiges Umweltministerium, ein effizientes. Das wird kommen. Das können wir Ihnen garantieren. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Unruhe im Sitzungssaal.)