Eckdaten:
Für die 34. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 992 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht durch die Abgeordnete Erika Scharer
Petition betreffend „Handelsware Wasser“ (Ordnungsnummer 14) (überreicht durch die Abgeordnete Erika Scharer)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was sagt die Statistik Austria dazu? – Die Statistik Austria fasst das schon im Titel sehr gut zusammen. (Der Geräuschpegel im Sitzungssaal ist weiterhin hoch.) – Ich glaube, ich muss ein bisschen provokantere Dinge sagen, damit hier Ruhe einkehrt! Daran sieht man, wie wenig wichtig dieses Thema noch immer genommen wird, obwohl es letztlich entscheidend für uns alle sein wird. Jetzt sind wir jung, rüstig, sitzen hier im Parlament und beschließen Gesetze, auch über die Pensionsreform, aber irgendwann einmal werden wir diejenigen sein, die das zu erleiden oder sich an dem zu erfreuen haben, was wir hier machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
an und für sich eine Klage, die die eigene Altersversorgung in Frage stellt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es führt kein Weg daran vorbei, die Barrieren abzubauen, die Familien mit Kindern entgegenstehen. Es führt kein Weg daran vorbei, wenn wir unseren Sozialstaat, unsere soziale Sicherheit und die Identität unseres Landes bewahren wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Generationen spiegeln sich am besten in der Familie wider. Familie bedeutet für uns: der gesellschaftliche Zusammenhalt der Generationen in einem Verband – sei es das Kind, sei es die Frau, sei es der Mann, sei es die Generation der Senioren und Pensionisten. Die Familie bedeutet Schutz, soziale Sicherheit, sozialen Zusammenhalt für alle Generationen, daher hat diese Bundesregierung der Familie ihr besonderes Augenmerk gewidmet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
rung, über die Sicherung von Arbeitsplätzen in schwierigen Zeiten an der Spitze der europäischen Staaten bis hin zu den Rahmenbedingungen für zu pflegende ältere Mitmenschen – der Pflegehospiz – reicht die Palette der Maßnahmen, die diese und die vorangegangene Bundesregierung gesetzt haben. Wir haben in den letzten dreieinhalb Jahren gemeinsam viele Maßnahmen getroffen, die allen Generationen in unserem Lande soziale Sicherheit und mehr Sicherheit geben werden. Wir können auf einzigartige Leistungen im europäischen Vergleich verweisen: Ich behaupte, sehr geehrte Damen und Herren: Österreich ist das europäische Familienland der Musterklasse! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
All das sind wichtige Maßnahmen, die wir im Spitzenfeld der europäischen Gemeinsamkeit als Erste in Österreich umsetzen. Man sollte hier die Vorreiterrolle Österreichs im Bereich der Familienpolitik nicht gering schätzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe als Frauen- und dann auch als Generationenminister durchsetzen können, dass wir entscheidende Maßnahmen gegen Gewalt gegen Kinder, gegen Gewalt in den Medien endlich auch in der europäischen Agenda implementieren konnten und diesem verheerenden Weg, dass gegen Gewalt in unseren Medien und gegen Gewalt gegen Kinder zu wenig getan wird, nun Einhalt gebieten können. Wir sind für mehr Sicherheit in diesem Bereich, und wir werden das in dieser Bundesregierung mit aller Härte durchsetzen, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir senken mit 1. Jänner 2004 in einer ersten Etappe die Steuern: Bis zu einer Höhe von 14 000 € wird es keine Einkommensteuer und keine Steuerleistungen mehr aus dem Bereich der Lohnsteuer geben. Morgen wird hier im Parlament ein Antrag diskutiert, in dem man von 10 000 € Steuerfreiheit geträumt hat. Ab 1. Jänner 2004 wird das Gesetz umgesetzt und Realität werden. Die Bundesregierung ist Vorreiterin in diesem Bereich, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben gemeinsam mit den Sozialpartnern in der vergangenen Legislaturperiode die „Abfertigung neu“ geschaffen. Vorher hatten nur 20 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Anrecht auf Abfertigung und diese auch tatsächlich bekommen. Heute kann jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin die „Abfertigung neu“ in Anspruch nehmen. Das ist ein Meilenstein der Sozialpolitik, den die schwarz-blaue Regierung gemeinsam mit den Sozialpartnern verabschiedet hat. Sehr geehrte Damen und Herren! Man sollte das nicht gering achten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
letzten vier Jahrzehnten nicht möglich war. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Manches, was vor Monaten noch an unseren Vorschlägen kritisiert worden ist, liegt heute in Form von Modellen auf dem Tisch, die schlechter und für die Menschen bedeutend einschränkender wären als das, was die Bundesregierung verabschiedet hat. Ich glaube, sehr geehrte Damen und Herren, wir sind durch Ihre Modelle spät, aber immerhin, auch von unseren Kritikern in der österreichischen innenpolitischen Landschaft in der Umsetzung unseres Modells im Parlament bestätigt worden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Bundesminister für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Mag. Herbert Haupt: (fortsetzend): Ich möchte einen Schlusssatz sagen: Die österreichische Bundesregierung, das österreichische Parlament und die österreichische Öffentlichkeit erwarten sich, dass die Familie als Grundsäule dieses Staates auch in Zukunft für alle Generationen die grundsätzlichen Überlegungen des österreichischen Parlaments trägt. Wir von Seiten der Bundesregierung sind bereit, diese Überlegungen umzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinisch-Hosek: Wer hat die Kindergartenmilliarde abgeschafft? – Nicht die Sozialdemokraten, Sie waren das!
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Vertreter der Regierung! Meine Damen und Herren! Einen schönen guten Morgen! Es ist oberstes Ziel dieser Regierung, vor allem auch der ÖVP-Fraktion, im Interesse der jungen Menschen, im Interesse der älteren Menschen, im Interesse der Familien – der Herr Sozialminister hat es bereits ausgeführt – gerade durch familienfreundliche Maßnahmen den Generationenvertrag in Österreich zu sichern, ja in gewisser Weise auch neu zu schreiben. Auf das Kippen der Bevölkerungspyramide nicht rechtzeitig reagiert zu haben ist und bleibt das größte Versäumnis der Sozialdemokratie. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinisch-Hosek: Wer hat die Kindergartenmilliarde abgeschafft? – Nicht die Sozialdemokraten, Sie waren das!)
Abg. Heinisch-Hosek: Sie zerstören die Pyramide!
Über Jahrzehnte wurde übersehen, dass die Geburtenzahl ständig gesunken ist, dass die Menschen immer kürzer im Erwerbsleben stehen und auf Grund des frühen Pensionsantrittes und dank besserer medizinischer Versorgung – Gott sei Dank! – auch länger den Ruhestand genießen können, Frau Kollegin. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie zerstören die Pyramide!) Da braucht man gar kein Sozialexperte zu sein, um zu sehen,
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
dass hier Handlungsbedarf besteht. Das versteht heute jeder, nur die Sozialdemokratie versteht es leider noch immer nicht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wie groß der Erfolg ist, lässt sich auch leicht durch einen Blick über die Grenzen feststellen. In Deutschland haben die Versäumnisse in der Budgetkonsolidierung dazu geführt, dass auch die Pensionisten eine echte Rentenkürzung zu befürchten haben. Das ist die Wahrheit. Schauen Sie nach Deutschland, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nach einer aktuellen Umfrage befürchten 90 Prozent der Deutschen, dass ihre Altersversorgung nicht mehr sicher ist. In Österreich haben wir es besser gemacht, wie auch Pensionsexperte Universitätsprofessor Tomandl kürzlich festgestellt hat. Er meinte unter anderem: Man sieht überhaupt, dass wir es in Österreich besser gemacht haben. In Deutschland ist man Zickzack gefahren, in Österreich gibt es mittlerweile eine Reform, die tatsächlich in die Zukunft reicht. – Und darauf kommt es an, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Zehn Jahre Ambrozy ...!
Dieser österreichische Weg macht es auch möglich, dass wir mit der ersten Etappe der Steuerreform Entlastungen zu Gunsten der Menschen schaffen. Der Sozialminister ist schon darauf eingegangen. Ich freue mich über diese Steuerbefreiung für ein Jahreseinkommen bis 14 500 €, vor allem auch als Kärntner Abgeordnete, weil es in Kärnten ein niedriges Durchschnittseinkommen und einen hohen Anteil an Frauen gibt, die beispielsweise als ungelernte Arbeitskräfte in der Zulieferindustrie beschäftigt sind. Diese werden damit letztlich auch entlastet. Und das ist mir wichtig. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Zehn Jahre Ambrozy ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Das sind ganz wichtige Maßnahmen, Herr Kollege Posch. Auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, das sind ganz wichtige Maßnahmen für die Kärntnerinnen und Kärntner! (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.
Meine Damen und Herren! Zum Abschluss noch Folgendes: Es ist mir ein großes Anliegen, Kärnten aus der wirtschaftlichen Isolation zu führen. Ich sage Ihnen auch, warum: vor allem deswegen, weil wir die Chancen durch die neue Situation, durch die Öffnung nach Slowenien wirtschaftlich nutzen müssen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.) Das ist vor allem im Interesse der Jugend, für die wir in Kärnten Zukunftsperspektiven schaffen müssen, wofür wir zusätzliche sichere qualifizierte Arbeitsplätze brauchen. Kärnten wird prozentuell am stärksten an Bevölkerung abnehmen. Wir brauchen also die jungen Menschen in Kärnten und müssen alles tun, damit
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die ÖVP steht für eine umsichtige, die ÖVP steht für eine Generationen verbindende und die ÖVP steht auch für eine zukunftsfähige Politik, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Das ist für uns das Wichtigste. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Bundesminister Haupt, wenn man Sie heute die großartigen Erfolge der Freiheitlichen Partei in der Regierung darstellen hört, so fühlt man sich unweigerlich an den kleinen Buben erinnert, der vor Angst laut pfeifend durch den Wald geht. (Beifall bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Sie reden vom „Familienmusterland Österreich“. – Ja „wunderbar“: Wir sind bei den absoluten Schlusslichtern, was zum Beispiel die Kinderbetreuungseinrichtungen betrifft! (Widerspruch bei der ÖVP.) Und da nützt das Jammern nichts mehr, wenn Sie fragen: Warum bekommen die jungen Menschen keine Kinder? – Sie müssen etwas an den Rahmenbedingungen ändern, dann wird sich auch etwas ändern! Das Jammern im Parlament nützt überhaupt nichts. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie reden vom „Familienmusterland Österreich“. – Ja „wunderbar“: Wir sind bei den absoluten Schlusslichtern, was zum Beispiel die Kinderbetreuungseinrichtungen betrifft! (Widerspruch bei der ÖVP.) Und da nützt das Jammern nichts mehr, wenn Sie fragen: Warum bekommen die jungen Menschen keine Kinder? – Sie müssen etwas an den Rahmenbedingungen ändern, dann wird sich auch etwas ändern! Das Jammern im Parlament nützt überhaupt nichts. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Ich sage nur Wien, Arbeitslosigkeit in Wien!
In der vergangenen Nationalratssitzung haben wir über die Mikrozensus-Untersuchung diskutiert, die Frau Staatssekretärin Haubner vorgelegt hat. 90 000 Kinderbetreuungsplätze fehlen in Österreich! (Abg. Mag. Molterer: Ich sage nur Wien, Arbeitslosigkeit in Wien!) Ich habe damals gesagt, es sei gut, dass immerhin Konsens über diesen Mangel besteht.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak.
Dann veranstalten Sie einen Kinderbetreuungsgipfel, und auf einmal werden aus den 90 000 Plätzen, die die Frau Staatssekretärin selbst festgestellt hat, nur noch 50 000. Also nicht einmal darüber besteht noch Konsens. Und es gibt nicht die geringste Spur irgendeiner Maßnahme, dass sich das ändern würde. Nichts, nur ein Riesentheaterdonner, keine Maßnahmen! Es ist schade um die Zeit, vor allem schade um die Zeit, die wieder vergeht, in der nichts passiert, in der Kinderbetreuungsplätze und somit bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden könnten. Das wäre sinnvoller als zu jammern. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak.)
Zwischenruf der Abg. Rossmann.
Der nächste riesengroße Theaterdonner war das Recht auf Teilzeitarbeit. – Wunderbar, davon reden wir seit langem. Das wäre eine ganz wichtige Maßnahme. (Zwischenruf der Abg. Rossmann.) Zwei Tage später stellt sich heraus: ein reiner Bluff, eine Maßnahme, die nur ein Viertel derer, die sie bräuchten, in Anspruch nehmen kann. Das ist reine Pflanzerei, was Sie hier machen! (Abg. Großruck: Reden Sie über Lainz!)
Abg. Großruck: Reden Sie über Lainz!
Der nächste riesengroße Theaterdonner war das Recht auf Teilzeitarbeit. – Wunderbar, davon reden wir seit langem. Das wäre eine ganz wichtige Maßnahme. (Zwischenruf der Abg. Rossmann.) Zwei Tage später stellt sich heraus: ein reiner Bluff, eine Maßnahme, die nur ein Viertel derer, die sie bräuchten, in Anspruch nehmen kann. Das ist reine Pflanzerei, was Sie hier machen! (Abg. Großruck: Reden Sie über Lainz!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Hilfestellung von Ihnen, nichts, nur Bluff und Täuscherei! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Ellmauer: Ein Sinneswandel!
Beim Kindergeld gäbe es so viel zu tun! Das Modell des Kindergeldes könnte man wunderbar verbessern, ohne dass es viel kosten würde, wenn sich die Leute maßgeschneiderte Modelle machen könnten. (Abg. Ellmauer: Ein Sinneswandel!) Sie wollen aber nicht. Warum nicht? – Das würde Sie nichts kosten, das wäre eine sinnvolle Maßnahme und würde helfen! (Abg. Mag. Molterer: Sie haben es aber abgelehnt! Sie haben nein gesagt!)
Abg. Mag. Molterer: Sie haben es aber abgelehnt! Sie haben nein gesagt!
Beim Kindergeld gäbe es so viel zu tun! Das Modell des Kindergeldes könnte man wunderbar verbessern, ohne dass es viel kosten würde, wenn sich die Leute maßgeschneiderte Modelle machen könnten. (Abg. Ellmauer: Ein Sinneswandel!) Sie wollen aber nicht. Warum nicht? – Das würde Sie nichts kosten, das wäre eine sinnvolle Maßnahme und würde helfen! (Abg. Mag. Molterer: Sie haben es aber abgelehnt! Sie haben nein gesagt!)
Zwischenruf des Abg. Murauer
Nächster Punkt. Warum gibt es keine Mehrkinderfamilien mehr? – Dazu möchte ich Ihnen etwas sehr Interessantes sagen (Zwischenruf des Abg. Murauer): Ich habe eine Studie gelesen, in der Frauen gefragt werden, warum sie kein zweites Kind bekommen. Einer der ganz wesentlichen Punkte dabei ist das Verhalten des Vaters, nachdem das erste Kind da ist.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen
Eine Aufforderung an Sie, eine Aufforderung an uns ist: Wir sollten uns in diesem Zusammenhang mehr mit der Rolle der Väter auseinander setzen (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen), denn in den letzten Jahrzehnten haben sich die Frauenleben ganz massiv verändert, die Männerleben jedoch fast überhaupt nicht. Die meisten Männer leben heutzutage noch genau so wie ihre Großväter.
Abg. Großruck: Reden Sie über Lainz! Die SPÖ zeigt in Lainz, wie es geht!
Kommen wir zu den alten Menschen in unserer Gesellschaft! Das ist ein sehr wichtiges Thema. Dazu haben wir eine sehr oberflächliche Beschreibung der demographischen Entwicklung der Kollegin Rosenkranz gehört, da gäbe es noch sehr viele wichtige Dinge zu sagen. (Abg. Großruck: Reden Sie über Lainz! Die SPÖ zeigt in Lainz, wie es geht!)
Abg. Scheibner: Das zeigt sich bei Lainz!
Wenn Sie die Pensionsreform als Erfolg darstellen, dann finde ich das höchst überraschend, weil Sie da wirklich eingegriffen und kleinste Pensionen gekürzt haben. (Abg. Scheibner: Das zeigt sich bei Lainz!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.
Wenn ich mir vor Augen halte, dass die Hälfte der weiblichen Pensionistinnen in Österreich um 50 € – 50 €! – über der Armutsgrenze lebt, dann muss ich sagen, dass das eine Maßnahme ist, die ich nicht als Erfolg darstellen würde. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.) Aber Sie haben Recht, wir sollten nicht nur darüber reden, wovon wir im Alter leben werden, sondern auch darüber, wie, und dazu gäbe es sehr viel zu sagen. Da wären sehr viele Reformen notwendig, und in Wien gibt es diesbezüglich auch schon hervorragende Modellprojekte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich mir vor Augen halte, dass die Hälfte der weiblichen Pensionistinnen in Österreich um 50 € – 50 €! – über der Armutsgrenze lebt, dann muss ich sagen, dass das eine Maßnahme ist, die ich nicht als Erfolg darstellen würde. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.) Aber Sie haben Recht, wir sollten nicht nur darüber reden, wovon wir im Alter leben werden, sondern auch darüber, wie, und dazu gäbe es sehr viel zu sagen. Da wären sehr viele Reformen notwendig, und in Wien gibt es diesbezüglich auch schon hervorragende Modellprojekte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Vizekanzler! Herr Sozialminister! Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Kuntzl! Sie können hier nicht so tun, als ob Sie nicht wüssten, wer für die Kinderbetreuung in den Ländern zuständig ist. Das ist Ihr sozialdemokratischer Bürgermeister Häupl als Landeshauptmann der Stadt Wien! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie können hier auch nicht das – ich weiß schon: von Ihnen ungewollte – Kindergeld noch einmal schlecht machen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Mir leuchtet das insofern
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
ein, als Sie selbstverständlich von Lainz ablenken wollen. Sie wollen von Lainz ablenken, von dem Pflegeskandal sozialdemokratischer Politiker über viele Jahre hinweg. Für mich ist das wirklich ein Beispiel des Versagens sozialistischer Pflegepolitik, sozialistischer Sozialpolitik und ein exemplarisches Beispiel für Vertuschung und Freunderl-Wirtschaft. Das sei Ihnen hier gesagt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Mainoni: Pittermann müsste schon längst gehen!
Aber nun zu dem von uns gewählten Thema „generationenreiches Österreich“. (Abg. Mag. Mainoni: Pittermann müsste schon längst gehen!) Das Thema der Aktuellen Stunde wurde von uns gewählt, um einerseits das Miteinander der Generationen in Österreich zu dokumentieren und um andererseits unsere gezielte Politik, die damit verbunden ist, darzustellen. Herr Sozialminister Herbert Haupt hat schon einiges dargelegt. Das Miteinander der Generationen, Kinder, Jugend, Eltern und Großeltern, heißt für uns Freiheitliche, die Familie als das höchste Gut, als schützenswerten Wert ständig zu pflegen, und heißt für uns, Kindergeborgenheit, Nestwärme zu geben. Es heißt für uns aber auch, Jugendlichen Rückhalt zu geben und Zeit und Konfliktlösungen zu ermöglichen. Und es heißt für uns Freiheitliche auch, der älteren Generation Respekt und Dank zu zollen, nämlich Dank für den Wiederaufbau.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich komme aus einer Generation, deren Großeltern und Eltern noch am Wiederaufbau beteiligt waren, und ich habe oft die Bemerkung gehört: Unsere Kinder sollen es einmal besser haben! Hinter dieser Aussage ist Verzicht gestanden, Verzicht der älteren Generation. Und es ist jetzt an der Zeit, dass die jetzt am Ruder befindliche Generation dieser älteren Generation Würde zollt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb ist das tiefste freiheitliche Denken und Handeln all unserer Sozialpolitiker und Familienpolitiker – das reicht, wie wir gehört haben, auch in den Justizbereich bis hin zum Wirtschaftsbereich – darauf ausgerichtet, das Miteinander der Familien, der Generationen zu fördern und die Familien zu schützen. Das beginnt bei Fördermaßnahmen im Wirtschaftsbereich für Familienbetriebe, für Kleinbetriebe und geht über das Recht auf Teilzeit, das wir demnächst beschließen werden, über die Schüler- und Lehrlingsfreifahrt, die unter Herbert Haupt österreichweit eingeführt wurde, bis hin zur Erhöhung der Ausgleichszulage und zur Steuerbefreiung aller Einkommen bis 14 500 € im Jahr ab 1. Jänner. Und das trifft auch die ältere Generation, denn über 730 000 Pensionisten und 350 000 Alleinerziehende sind davon betroffen. Das ist auch ein Quantensprung in der Steuerpolitik. Es ist dies der erste Schritt zur Entlastung der unteren Einkommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: So ein Schwachsinn!
Daher wundert es mich schon, dass die sozialdemokratische Fraktion bei diesem Beschluss dagegen gestimmt hat, aber wir werden das noch veröffentlichen. Sie hat auch gegen die Abschaffung der Ambulanzgebühren gestimmt, das sei hier ebenfalls gesagt. (Abg. Dr. Jarolim: So ein Schwachsinn!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Wo leben Sie eigentlich?
Ursula Haubner den neuen Pflegescheck, um endlich auch den pflegenden Angehörigen eine Leistung zukommen zu lassen, um Älterwerden zu Hause leichter zu ermöglichen, damit Lainz nie passiert. Wäre Jörg Haider Landeshauptmann in Wien, wäre der Pflegescheck eingeführt und die Pflegepolitik in Wien anders als unter Häupl, das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Wo leben Sie eigentlich?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Mares Rossmann (fortsetzend): Ich komme zu meinem Schlusssatz: Sie werden sich wundern, der Pflegescheck wird auch von Kärnten aus seinen Weg über ganz Österreich nehmen, und er wird nicht zu verhindern sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie es wenigstens verstanden, diesen Vergleich!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Liebe Politikinteressierte! „Generationenreiches Österreich“ – ich weiß nicht, wie es Ihnen mit diesem Begriff gegangen ist. Das Erste, das mir dazu eingefallen ist, war die Bundeshymne. Diese bin ich dann im Geiste durchgegangen: Es ist zwar das „viel geliebte Österreich“, das „viel geprüfte Österreich“ und das „viel gerühmte Österreich“ enthalten, aber nicht das generationenreiche Österreich. (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie es wenigstens verstanden, diesen Vergleich!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ
Die zweite Idee, die mir dazu gekommen ist, war, ob die FPÖ damit das Thema behandeln will, wie viele Generationen von Ministern und Ministerinnen, wie viele Generationen von Parteivorsitzenden (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ) und Vizekanzlern sie mittlerweile in knapp vier Jahren Regierungstätigkeit schon verbraucht hat. (Abg. Scheibner: Das ist nicht Ihr Problem!) Es war mir aber dann klar, Herr Kollege Scheibner, dass es bei Gott wichtigere Dinge in Österreich gibt, als sich immer mit Ihrer zerbröselnden FPÖ auseinander zu setzen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Fangen Sie endlich mit dem Thema an, Sie haben nur 5 Minuten!)
Abg. Scheibner: Das ist nicht Ihr Problem!
Die zweite Idee, die mir dazu gekommen ist, war, ob die FPÖ damit das Thema behandeln will, wie viele Generationen von Ministern und Ministerinnen, wie viele Generationen von Parteivorsitzenden (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ) und Vizekanzlern sie mittlerweile in knapp vier Jahren Regierungstätigkeit schon verbraucht hat. (Abg. Scheibner: Das ist nicht Ihr Problem!) Es war mir aber dann klar, Herr Kollege Scheibner, dass es bei Gott wichtigere Dinge in Österreich gibt, als sich immer mit Ihrer zerbröselnden FPÖ auseinander zu setzen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Fangen Sie endlich mit dem Thema an, Sie haben nur 5 Minuten!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Fangen Sie endlich mit dem Thema an, Sie haben nur 5 Minuten!
Die zweite Idee, die mir dazu gekommen ist, war, ob die FPÖ damit das Thema behandeln will, wie viele Generationen von Ministern und Ministerinnen, wie viele Generationen von Parteivorsitzenden (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ) und Vizekanzlern sie mittlerweile in knapp vier Jahren Regierungstätigkeit schon verbraucht hat. (Abg. Scheibner: Das ist nicht Ihr Problem!) Es war mir aber dann klar, Herr Kollege Scheibner, dass es bei Gott wichtigere Dinge in Österreich gibt, als sich immer mit Ihrer zerbröselnden FPÖ auseinander zu setzen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Fangen Sie endlich mit dem Thema an, Sie haben nur 5 Minuten!)
Abg. Scheibner: Wir würden gerne einmal hören, was Sie zu den Generationen zu sagen haben, zu der Jugend, zu den Senioren! Dazu fällt Ihnen nichts ein!
Sie möchten gerne davon ablenken, das verstehe ich schon. (Abg. Scheibner: Wir würden gerne einmal hören, was Sie zu den Generationen zu sagen haben, zu der Jugend, zu den Senioren! Dazu fällt Ihnen nichts ein!) Ich meine, es bleibt trotzdem noch genug Zeit, und wenn Sie zuhören, dann hören Sie auch, worum es sonst im Bereich Generationen geht.
Beifall bei den Grünen.
Was tut die Regierung für die Generationen? – Herr Sozialminister Haupt hat vorher bekundet, wie wichtig der Regierung zum Beispiel die Menschen mit Behinderung seien, und hat sehr salbungsvoll erklärt, wie er sich für sie einsetzt. Die Realität ist: Sie haben in den letzten sieben Jahren das Pflegegeld für genau diese Menschen mit Behinderung um keinen Cent erhöht! Das heißt, die Menschen müssen mit immer weniger Geld auskommen. – Das ist Ihre Politik für Menschen mit Behinderung! Das ist der Unterschied zwischen dem, was Sie sagen, und dem, was Sie tatsächlich tun. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Kollegin Kuntzl hat es vorher schon angesprochen: Es gibt 48 000 Kinder in Österreich, die einen Betreuungsplatz brauchen, deren Eltern dringend darauf warten, dass es eine Möglichkeit gibt, ihr Kind in eine Kindergruppe, in einen Kindergarten, in eine SchülerInnenbetreuung zu geben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Untersuchen Sie, erheben Sie – das ist in Ordnung –, aber schaffen Sie sofort Kinderbetreuungsplätze in Österreich! 48 000 Kinder brauchen dringend einen solchen, und das werden für Sie wohl genug sein, um Sofortmaßnahmen zu ergreifen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich sage Ihnen eines: Ich bin jedes Mal zornig, wenn ich am Semesterbeginn die Studiengebühr für meine Töchter zahlen muss. Ich bin privilegiert, ich kann es mir mit meinem Gehalt leisten. Aber trotzdem: 1 450 € im Jahr zahlen zu müssen dafür, dass sie nicht einmal in den Hörsaal hineinkommen, dafür, dass sie Arbeitsgruppen mit 120 Studierenden haben, ist eine Sauerei, wirklich wahr! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (fortsetzend): Das nehme ich zurück. Ich denke es mir nur immer, ich habe also meine Gedanken zitiert, weil ich nicht anders kann. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Eder: Danke, Herr Präsident!
Präsident Dr. Andreas Khol: Die Gedanken sind frei. (Abg. Eder: Danke, Herr Präsident!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Sabine Mandak (fortsetzend): Danke. – Ihr letzter Streich: die Pensionsreform. Auf der einen Seite sprechen Sie immer über die Familie, aber mit Ihrer Pensionsreform strafen Sie all diejenigen, die sich für die Familie engagieren, die für die Familie arbeiten, und das sind die Frauen. Sie haben eindeutig Schritte dahin gehend gesetzt, dass Frauen noch mehr durch die Finger schauen und noch weniger Pension haben können. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es klingelt. – Herr Kollege Scheibner, Sie sehen, 5 Minuten sind trotz schneller Sprechgeschwindigkeit zu knapp, um Ihnen all das an den Kopf zu werfen, was Sie falsch machen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist der jüngste Vater dieses Hohen Hauses, Herr Abgeordneter Amon. (Beifall bei der ÖVP.) 5 Minuten Redezeit. – Bitte.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Das größte Problem, das wir im Zusammenhang mit der Debatte um die Generationen haben – die Ausführungen von Kollegin Mandak haben das gezeigt, aber in noch viel beeindruckenderer Art und Weise jene von Frau Kollegin Kuntzl –, ist die Realitätsverweigerung bei Rot und Grün. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wer angesichts dessen noch immer die Meinung vertritt, dass keine Maßnahmen notwendig seien, die das soziale Gleichgewicht auch zwischen den Generationen sicherstellen, der betreibt eine verantwortungslose Realitätsverweigerung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Frau Kollegin Kuntzl! Sie kritisieren die Bundesregierung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Es wäre besser – auch für Sie, Kollege Jarolim –, sich die Zahlen in Wien einmal genau anzusehen. Sie bekritteln das Problem der Jugendarbeitslosigkeit. Ich sage Ihnen eines: Jeder zweite Lehrstellensuchende in diesem Land ist in Wien (Ruf bei der SPÖ: Weil jeder vierte Arbeitende ...!), weil Ihre Politik in Wien mit einer absoluten SPÖ-Mehrheit schlichtweg falsch ist (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek), meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Weil jeder vierte Arbeitende ...!
Frau Kollegin Kuntzl! Sie kritisieren die Bundesregierung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Es wäre besser – auch für Sie, Kollege Jarolim –, sich die Zahlen in Wien einmal genau anzusehen. Sie bekritteln das Problem der Jugendarbeitslosigkeit. Ich sage Ihnen eines: Jeder zweite Lehrstellensuchende in diesem Land ist in Wien (Ruf bei der SPÖ: Weil jeder vierte Arbeitende ...!), weil Ihre Politik in Wien mit einer absoluten SPÖ-Mehrheit schlichtweg falsch ist (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek), meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek
Frau Kollegin Kuntzl! Sie kritisieren die Bundesregierung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Es wäre besser – auch für Sie, Kollege Jarolim –, sich die Zahlen in Wien einmal genau anzusehen. Sie bekritteln das Problem der Jugendarbeitslosigkeit. Ich sage Ihnen eines: Jeder zweite Lehrstellensuchende in diesem Land ist in Wien (Ruf bei der SPÖ: Weil jeder vierte Arbeitende ...!), weil Ihre Politik in Wien mit einer absoluten SPÖ-Mehrheit schlichtweg falsch ist (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek), meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Frau Kollegin Kuntzl! Sie kritisieren die Bundesregierung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Es wäre besser – auch für Sie, Kollege Jarolim –, sich die Zahlen in Wien einmal genau anzusehen. Sie bekritteln das Problem der Jugendarbeitslosigkeit. Ich sage Ihnen eines: Jeder zweite Lehrstellensuchende in diesem Land ist in Wien (Ruf bei der SPÖ: Weil jeder vierte Arbeitende ...!), weil Ihre Politik in Wien mit einer absoluten SPÖ-Mehrheit schlichtweg falsch ist (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek), meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Während in Wien die Arbeitslosenrate um 8 Prozent gestiegen ist, meine Damen und Herren, ist sie in Oberösterreich um 8 Prozent gesunken. (Beifall bei der ÖVP.) Nehmen Sie das zur Kenntnis! Sie können doch diese Zahlen, die dokumentiert sind und beweisen, dass Ihre Politik falsch ist, nicht negieren. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Während in Wien die Arbeitslosenrate um 8 Prozent gestiegen ist, meine Damen und Herren, ist sie in Oberösterreich um 8 Prozent gesunken. (Beifall bei der ÖVP.) Nehmen Sie das zur Kenntnis! Sie können doch diese Zahlen, die dokumentiert sind und beweisen, dass Ihre Politik falsch ist, nicht negieren. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Natürlich ist das ein wichtiger erster Schritt, aber es ist eine Antwort auf die Probleme der Zeit – eine Antwort, die Sie nicht geben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Da sind die Antworten dieser Bundesregierung deutlich die besseren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Sie wollen die Wahrheit nicht hören!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Kollege Amon, auf diese Antworten kann ich als sozialdemokratische Kinder- und Jugendsprecherin verzichten, denn das sind keine Antworten, sondern das, was du jetzt dargelegt hast, ist realitätsfern! (Abg. Dr. Stummvoll: Sie wollen die Wahrheit nicht hören!) Wenn ich bedenke, dass jeder vierte Arbeitsplatz in Wien angesiedelt ist, dann muss ich sagen, dass das, was du soeben geliefert hast, mehr als unseriös ist. – Das sei nur zur Einleitung gesagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Kollege Amon, auf diese Antworten kann ich als sozialdemokratische Kinder- und Jugendsprecherin verzichten, denn das sind keine Antworten, sondern das, was du jetzt dargelegt hast, ist realitätsfern! (Abg. Dr. Stummvoll: Sie wollen die Wahrheit nicht hören!) Wenn ich bedenke, dass jeder vierte Arbeitsplatz in Wien angesiedelt ist, dann muss ich sagen, dass das, was du soeben geliefert hast, mehr als unseriös ist. – Das sei nur zur Einleitung gesagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Mehr als in Wien!
Im Allgemeinen, meine Damen und Herren, möchte ich nur auf die Aussage von Herrn Bundesminister Haupt bezüglich Generationen eingehen, denn alle anderen Aussagen waren unseriös und nicht diskutabel. Der Herr Bundesminister hat gesagt: Der Zustand der Generationen ist wichtig für eine Gesellschaft. Jetzt frage ich mich: Wie schauen Sie auf diese Generationen? Wie viel sind Ihnen diese Generationen wert? Was machen Sie denn, Herr Kollege Scheibner, für die Generationen, die in Österreich leben? (Abg. Scheibner: Mehr als in Wien!) Wissen Sie, was Sie sich leisten, Herr Kollege Scheibner? – Sie leisten sich 240 000 Arbeitslose in Österreich. Das ist Ihnen das wert, 240 000 Arbeitslose? – Uns nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schauen Sie sich das einmal an! Was haben Sie gemacht für die Familien, was haben Sie gemacht für die älteren Menschen? – Nichts haben Sie gemacht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schauen Sie sich das einmal an! Was haben Sie gemacht für die Familien, was haben Sie gemacht für die älteren Menschen? – Nichts haben Sie gemacht!
Im Allgemeinen, meine Damen und Herren, möchte ich nur auf die Aussage von Herrn Bundesminister Haupt bezüglich Generationen eingehen, denn alle anderen Aussagen waren unseriös und nicht diskutabel. Der Herr Bundesminister hat gesagt: Der Zustand der Generationen ist wichtig für eine Gesellschaft. Jetzt frage ich mich: Wie schauen Sie auf diese Generationen? Wie viel sind Ihnen diese Generationen wert? Was machen Sie denn, Herr Kollege Scheibner, für die Generationen, die in Österreich leben? (Abg. Scheibner: Mehr als in Wien!) Wissen Sie, was Sie sich leisten, Herr Kollege Scheibner? – Sie leisten sich 240 000 Arbeitslose in Österreich. Das ist Ihnen das wert, 240 000 Arbeitslose? – Uns nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schauen Sie sich das einmal an! Was haben Sie gemacht für die Familien, was haben Sie gemacht für die älteren Menschen? – Nichts haben Sie gemacht!)
Abg. Scheibner: Das Wirtschaftswachstum ... gerettet, das Konjunkturpaket!
Der Herr Bundeskanzler hat gestern in der „ZiB 2“ angekündigt, dass es Mitte November das nächste Konjunkturpaket geben werde. Wenn das so greift wie das letzte Konjunkturpaket, dann sage ich: Gute Nacht, Österreich! – Es hat keinen einzigen Lehrplatz mehr gebracht, und von Monat zu Monat steigt die Zahl der Lehrstellensuchenden, anstatt dass sie sinkt. Herr Kollege Scheibner! Erklären Sie mir, was das Konjunkturbelebungspaket gebracht hat! (Abg. Scheibner: Das Wirtschaftswachstum ... gerettet, das Konjunkturpaket!) Na, ich bin schon neugierig, wenn Sie sich zu Wort melden.
Abg. Scheibner: Das werde ich Ihnen erklären!
Außerdem bezeichnen Sie Arbeitslosigkeit, Frau Kollegin Bleckmann, als Schönheitsfehler. Wir tun das nicht. Das ist aber typisch für Ihre neoliberale Politik. Wissen Sie, was neoliberale Politik ist? (Abg. Scheibner: Das werde ich Ihnen erklären!) – Den Menschen und seine Schicksale auszuklammern. Das ist Ihre Politik, die Sie seit dem Jahr 2000 betreiben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Außerdem bezeichnen Sie Arbeitslosigkeit, Frau Kollegin Bleckmann, als Schönheitsfehler. Wir tun das nicht. Das ist aber typisch für Ihre neoliberale Politik. Wissen Sie, was neoliberale Politik ist? (Abg. Scheibner: Das werde ich Ihnen erklären!) – Den Menschen und seine Schicksale auszuklammern. Das ist Ihre Politik, die Sie seit dem Jahr 2000 betreiben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Jungen werden sehr stark ausgeklammert. Ich erinnere beispielsweise nur an die Nicht-Einladung der Jugend zum Österreich-Konvent. Ein eigener Jugend-Konvent hat stattgefunden – mit sehr reifen, sehr tollen Entscheidungen. Ich möchte der österreichischen Bundesjugendvertretung von dieser Stelle aus herzlich gratulieren dazu. Vielleicht nehmen Sie die Ideen ernst. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Wieso waren Sie dann gegen das Kinderbetreuungsgeld? Wieso waren Sie dagegen? Sie waren dagegen!
Man kann nicht nur von Vereinbarkeit von Beruf und Familie sprechen, sondern man muss auch Maßnahmen setzen, die diese Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. (Abg. Scheibner: Wieso waren Sie dann gegen das Kinderbetreuungsgeld? Wieso waren Sie dagegen? Sie waren dagegen!) Das Kindergeld allein ermöglicht das nicht. Kollege Amon, du bist Vater geworden, ich weiß nicht, ob nicht auch für dich das Kind karrierehemmend ist wie für so viele Väter – weil immer noch unter 2 Prozent Männer in Väterkarenz gehen. (Abg. Neugebauer: Er tut etwas für den Generationenvertrag!) Vielleicht gehst du in Karenz, das wäre sicher nicht schlecht. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neugebauer: Er tut etwas für den Generationenvertrag!
Man kann nicht nur von Vereinbarkeit von Beruf und Familie sprechen, sondern man muss auch Maßnahmen setzen, die diese Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. (Abg. Scheibner: Wieso waren Sie dann gegen das Kinderbetreuungsgeld? Wieso waren Sie dagegen? Sie waren dagegen!) Das Kindergeld allein ermöglicht das nicht. Kollege Amon, du bist Vater geworden, ich weiß nicht, ob nicht auch für dich das Kind karrierehemmend ist wie für so viele Väter – weil immer noch unter 2 Prozent Männer in Väterkarenz gehen. (Abg. Neugebauer: Er tut etwas für den Generationenvertrag!) Vielleicht gehst du in Karenz, das wäre sicher nicht schlecht. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Man kann nicht nur von Vereinbarkeit von Beruf und Familie sprechen, sondern man muss auch Maßnahmen setzen, die diese Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. (Abg. Scheibner: Wieso waren Sie dann gegen das Kinderbetreuungsgeld? Wieso waren Sie dagegen? Sie waren dagegen!) Das Kindergeld allein ermöglicht das nicht. Kollege Amon, du bist Vater geworden, ich weiß nicht, ob nicht auch für dich das Kind karrierehemmend ist wie für so viele Väter – weil immer noch unter 2 Prozent Männer in Väterkarenz gehen. (Abg. Neugebauer: Er tut etwas für den Generationenvertrag!) Vielleicht gehst du in Karenz, das wäre sicher nicht schlecht. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie hätten sich den Kinderbetreuungsgipfel sparen können, wenn das Ergebnis nur lautet: Ich als Bund fühle mich nicht verantwortlich, Länder und Gemeinden, wenn ihr wollt, dann zahlt euch die Kinderbetreuungseinrichtungen, aber ich nehme diese Verantwortung nicht wahr! – Das ist nicht mein Verständnis von Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Bundesminister Mag. Haupt: Wir sind dort, wo wir 1998 bei Ihnen waren!
Die Generation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land wird von Ihnen von der Bundesregierung auch sträflich vernachlässigt. Es ist egal, ob man Single ist, ob man Familie hat, es ist Tatsache, dass die arbeitenden Menschen in Österreich durch die Abgaben und Steuern, die durch Sie das höchste Niveau seit vielen Jahren erreicht haben, eigentlich nichts herausbekommen. (Bundesminister Mag. Haupt: Wir sind dort, wo wir 1998 bei Ihnen waren!) Wo sind die Reformen, die genau diesen Bevölkerungsgruppen zugute kommen? Leistungen des Staates wurden zurückgeschraubt und nicht erhöht – und trotzdem macht Herr Grasser immer mehr Schulden. (Abg. Scheibner: Beim Schuldenmachen dürfen Sie nicht sehr laut reden!) Wir müssen uns daher schön langsam fragen, wohin das Geld gekommen ist. Vielleicht können Sie es mir sagen, Herr Klubobmann Molterer.
Abg. Scheibner: Beim Schuldenmachen dürfen Sie nicht sehr laut reden!
Die Generation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land wird von Ihnen von der Bundesregierung auch sträflich vernachlässigt. Es ist egal, ob man Single ist, ob man Familie hat, es ist Tatsache, dass die arbeitenden Menschen in Österreich durch die Abgaben und Steuern, die durch Sie das höchste Niveau seit vielen Jahren erreicht haben, eigentlich nichts herausbekommen. (Bundesminister Mag. Haupt: Wir sind dort, wo wir 1998 bei Ihnen waren!) Wo sind die Reformen, die genau diesen Bevölkerungsgruppen zugute kommen? Leistungen des Staates wurden zurückgeschraubt und nicht erhöht – und trotzdem macht Herr Grasser immer mehr Schulden. (Abg. Scheibner: Beim Schuldenmachen dürfen Sie nicht sehr laut reden!) Wir müssen uns daher schön langsam fragen, wohin das Geld gekommen ist. Vielleicht können Sie es mir sagen, Herr Klubobmann Molterer.
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Natürlich geht es auch um die Aufbaugeneration, um die älteren Österreicher, um die Pensionistinnen und Pensionisten. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, hinsichtlich der Wertschätzung und Unterstützung aller Generationen so weitertun, kann ich Ihre Politik nur als arm bezeichnen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Endlich einmal ein gescheiter Jugendsprecher!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Lichtenegger. Auch er spricht 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Scheibner: Endlich einmal ein gescheiter Jugendsprecher!)
Abg. Dr. Glawischnig: Aber das ist das größte Märchen überhaupt!
Es ist das Stichwort „Jugendarbeitslosigkeit“ gefallen. Wir in Kärnten konnten einen Beschäftigungsboom erreichen. (Abg. Dr. Glawischnig: Aber das ist das größte Märchen überhaupt!) Wir haben 6 500 Ausbildungsplätze. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bravo!) Frau Kollegin, wenn Sie einmal nach Kärnten kommen – nach Spittal, wo man Sie nicht so gerne hat; Sie bleiben besser in Wien –, werden Sie sehen, wie das in Kärnten ist.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bravo!
Es ist das Stichwort „Jugendarbeitslosigkeit“ gefallen. Wir in Kärnten konnten einen Beschäftigungsboom erreichen. (Abg. Dr. Glawischnig: Aber das ist das größte Märchen überhaupt!) Wir haben 6 500 Ausbildungsplätze. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bravo!) Frau Kollegin, wenn Sie einmal nach Kärnten kommen – nach Spittal, wo man Sie nicht so gerne hat; Sie bleiben besser in Wien –, werden Sie sehen, wie das in Kärnten ist.
Abg. Öllinger: Wo?
Wir haben in Kärnten auch eine Offensive gestartet, durch die es 10 000 neue Arbeitsplätze gibt. (Abg. Öllinger: Wo?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das müssen Sie der Frau Gehrer sagen!
Wir setzen uns auch dafür ein, dass es in diesem Bereich keine Pragmatisierung gibt, denn wir wollen, dass unsere Jugendlichen in eine Arbeitswelt geschickt werden, in der es keine Vorteile, keine Privilegien und keine Sonderrechte gibt – alle Jugendlichen sollen in der Arbeitswelt die gleichen Rechte haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Das müssen Sie der Frau Gehrer sagen!)
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Es ist auch das Thema Kinderbetreuungsplätze angesprochen worden. Es ist das Problem der Wiener, dass sie glauben, hinter dem Semmering sei es aus. Sie meinen, dass es überall so wie in Wien, wo Rot regiert, sei. Aber das Gros der Kinderbetreuungsplätze fehlt in Wien, das muss man auch einmal sagen. (Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Abg. Öllinger: Das sind ja Binsenweisheiten, was Sie da verbreiten!
Diese neue große Welt für unsere Jugendlichen bedeutet allerdings auch, dass sie die Sache selbst in Angriff nehmen müssen und lernen müssen, dass es in unserer Arbeitswelt schwieriger wird. Vor dem EU-Beitritt haben fast alle gesagt: Na ja, wenn die EU kommt, dann sind alle Probleme weg (Abg. Öllinger: Das sind ja Binsenweisheiten, was Sie da verbreiten!), alles wird günstiger, alles wird zentral gesteuert, jeder hat die Möglichkeit zum Arbeiten!, wir waren die Einzigen, die auf diese Probleme hingewiesen haben. Damals haben Sie alle gesagt: Schaut, wie EU-kritisch die von der FPÖ sind, die wollen das nicht!
Abg. Dr. Glawischnig: Wer geht auf die Straße? Wer geht schon wieder auf die Straße?
Ich glaube nicht, dass es eine verantwortungsvolle Politik ist – bei aller Freundschaft hier herinnen –, wenn man alles schlecht macht, wenn man auf die Straße geht und den Leuten sagt, dass alles, was gemacht wird, schlecht ist. (Abg. Dr. Glawischnig: Wer geht auf die Straße? Wer geht schon wieder auf die Straße?) Wir bemühen uns, und Sie täten gut daran, Konzepte vorzulegen und zu sagen: In dem einen Punkt haben Sie Recht, aber wir würden das gerne so machen! – Alles nur schlecht zu machen, das ist keine gute Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube nicht, dass es eine verantwortungsvolle Politik ist – bei aller Freundschaft hier herinnen –, wenn man alles schlecht macht, wenn man auf die Straße geht und den Leuten sagt, dass alles, was gemacht wird, schlecht ist. (Abg. Dr. Glawischnig: Wer geht auf die Straße? Wer geht schon wieder auf die Straße?) Wir bemühen uns, und Sie täten gut daran, Konzepte vorzulegen und zu sagen: In dem einen Punkt haben Sie Recht, aber wir würden das gerne so machen! – Alles nur schlecht zu machen, das ist keine gute Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Mein Vorredner hat in einem Satz eloquent zusammengefasst, was diese Bundesregierung auszeichnet, nämlich alles schlecht zu machen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: In der ÖVP-Fraktion schon!
Da hilft es auch nicht, wenn man in schönen Reden das generationenreiche Österreich beschwört. Ich darf nur als Detail am Rande festhalten: Dieser Generationenreichtum spiegelt sich zumindest in diesem Haus nicht wider. (Abg. Mag. Molterer: In der ÖVP-Fraktion schon!) Es ist schon fast merkwürdig, wenn die Erstrednerin, Abgeordnete Rosenkranz, eine Art „vorsorgenden Egoismus“ pflegt und uns auffordert, wir mögen doch hier dafür sorgen, dass das Schicksal der alten Menschen gut abgesichert wird, denn das werde uns alle ereilen. – Wenn das Ihr Zugang zur Jugend- und zur Generationenpolitik ist, dann danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben wieder überhaupt nichts verstanden! Wie immer!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben wieder überhaupt nichts verstanden! Wie immer!
Da hilft es auch nicht, wenn man in schönen Reden das generationenreiche Österreich beschwört. Ich darf nur als Detail am Rande festhalten: Dieser Generationenreichtum spiegelt sich zumindest in diesem Haus nicht wider. (Abg. Mag. Molterer: In der ÖVP-Fraktion schon!) Es ist schon fast merkwürdig, wenn die Erstrednerin, Abgeordnete Rosenkranz, eine Art „vorsorgenden Egoismus“ pflegt und uns auffordert, wir mögen doch hier dafür sorgen, dass das Schicksal der alten Menschen gut abgesichert wird, denn das werde uns alle ereilen. – Wenn das Ihr Zugang zur Jugend- und zur Generationenpolitik ist, dann danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben wieder überhaupt nichts verstanden! Wie immer!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Halten Sie nichts von Ehre?
Es kommt mir auch merkwürdig vor, wenn zwar gefordert wird, man möge der Aufbaugeneration die ihr gebotene Ehre erweisen – anständige Pensionen, insbesondere für die Frauen der Aufbaugeneration, gibt es aber nicht. Da hätte ich lieber eine gute Pension, als Frau eine eigenständige Pension, als diesen Appell an die Ehre. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Halten Sie nichts von Ehre?) – Am Konto habe ich lieber „Euros“ als „Ehres“. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ehre ist auch etwas Wichtiges, nicht nur Euro! – Abg. Scheibner: Seit wann sind die Grünen so materialistisch?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ehre ist auch etwas Wichtiges, nicht nur Euro! – Abg. Scheibner: Seit wann sind die Grünen so materialistisch?
Es kommt mir auch merkwürdig vor, wenn zwar gefordert wird, man möge der Aufbaugeneration die ihr gebotene Ehre erweisen – anständige Pensionen, insbesondere für die Frauen der Aufbaugeneration, gibt es aber nicht. Da hätte ich lieber eine gute Pension, als Frau eine eigenständige Pension, als diesen Appell an die Ehre. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Halten Sie nichts von Ehre?) – Am Konto habe ich lieber „Euros“ als „Ehres“. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ehre ist auch etwas Wichtiges, nicht nur Euro! – Abg. Scheibner: Seit wann sind die Grünen so materialistisch?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Junge Frauen zwischen 20 und 40 Jahren haben mit den allseits bekannten Problemen der fehlenden Kinderbetreuung, der fehlenden Mobilität, insbesondere auf dem Land, der fehlenden Arbeitsmarktchancen zu kämpfen. Sie verdienen weniger als gleich alte Männer, haben jedoch eine Doppel- und Dreifachbelastung zu tragen. Und was machen Sie in dieser Situation, die hinlänglich bekannt ist? – Sie appellieren, wie das zum Beispiel ein Tiroler Kollege von Ihnen einmal gemacht hat, dort an die Nachbarschaftshilfe, wo die Kinderbetreuungsplätze fehlen. Sie erklären – wie auch der Vorredner – die Wahlfreiheit zum Prinzip des Angebots, aber die Wahlfreiheit zwischen nichts und nichts ist leider keine große Hilfe! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Man dient als Frau dann allerdings noch dazu, Enkelkinder und Eltern zu pflegen – das wurde ja heute auch zur großen sozialen Errungenschaft der Regierung erhoben. Man sagt den Leuten, kümmert euch selbst um eure Familienangehörigen, denn der Staat hat nicht sehr viel zu bieten, wir haben vor, die private Pflege und Versorgung zum obersten Prinzip zu erheben. – Und das heißt in Wirklichkeit, Gratisfrauenarbeit noch sehr viel mehr einzufordern von Staats wegen. – Danke, diese Generationenpolitik brauchen wir nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Sehr geehrte Damen und Herren der Regierungskoalition! Erzählen Sie mir bitte nicht, dass es außerhalb von Lainz das vollkommene Leben in Würde, Selbstbestimmung und Freiheit für alte Menschen in Pflegeheimen gibt. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich komme zum Schlusssatz: Es braucht nicht nur einen Ausgleich – und zwar nicht einen rhetorischen, sondern einen realen Ausgleich – der Interessen zwischen den Generationen, sondern auch einen innerhalb der Generationen und zwischen Männern und Frauen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich darf Ihnen einen Wechsel in der Bundesregierung vorschlagen (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen): Hubert Gorbach übernimmt von Herbert Haupt die Verantwortung als Vizekanzler der Republik Österreich. Die Regierungsmannschaft und -frauschaft bleibt sonst unverändert.
Neuerliche ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich möchte an dieser Stelle Herbert Haupt ein Wort des Dankes sagen. Er bleibt natürlich Sozialminister. Er hat immerhin in schwierigen Zeiten die Freiheitliche Partei als Parteiobmann übernommen, und das bleibt er natürlich auch. (Neuerliche ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.) Er hat in einer sehr interessanten und spannungsreichen Zeit die gesamte Frage der Arbeit in der Pensionssicherungsreform, in der Sozialpolitik übernommen, und er hat seit Angelobung dieser Bundesregierung das Amt des Vizekanzlers innegehabt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Monaten einiges weitergebracht. – Ein großes Dankeschön für seine Leistung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Bei den Jahren wäre ich mir nicht so sicher!
Was er einbringt – und das hier festzuhalten ist, glaube ich, auch wichtig –, sind Nüchternheit, alemannische Trockenheit und Umsicht, Offenheit und Gewissenhaftigkeit in seiner Arbeit, Erfahrung und Einsatzfreude. – Ich wünsche ihm alles Gute für seine Arbeit in den kommenden Jahren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Bei den Jahren wäre ich mir nicht so sicher!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Freude und vor allem den Schwung, den Hubert Gorbach gestern und vorgestern bereits ausgestrahlt hat, brauchen wir alle, und er gibt uns auch die Sicherheit, nach unserem Motto „Mit ganzer Kraft für Österreich“ in den kommenden Jahren gut zusammenzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das heißt, wir haben in schwieriger Zeit bewiesen – ich will die Probleme überhaupt nicht negieren oder schönreden, nein! –, wir haben es zustande gebracht, in schwieriger Zeit die fiskalpolitische und stabilitätspolitische Balance zu halten, aber trotzdem Wachstumsimpulse zu halten und damit auch eine beachtliche Zahl von Arbeitsplätzen in Österreich zu sichern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es werden 200 000 Betriebe massiv entlastet, weil für den nicht entnommenen Gewinn, also für das Geld, das im Betrieb verbleibt, nur mehr der halbe durchschnittliche Steuersatz bezahlt werden muss; der 13. Umsatzsteuermonat entfällt. Damit haben wir mit den Konjunkturprogrammen ab Jänner netto eine Entlastung von rund 1 Milliarde €. Das heißt: die Steuersenkung, die Entlastung beginnt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nochmals: keine Lobeshymnen, aber eine realistische Betrachtung dessen, was ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In Deutschland denkt die rot-grüne Regierung jetzt laut darüber nach, das Pensionsantrittsalter auf 67 Jahre anzuheben. Die Rentner in Deutschland werden nächstes Jahr wahrscheinlich überhaupt keine Pensionserhöhung bekommen. Ich bin stolz darauf – ich sage das offen –, dass wir es in Österreich zustande gebracht haben, Ähnliches durch eine rechtzeitig angesetzte Pensionssicherungsreform zu verhindern. – Herbert Haupt gehört hier vor den Vorhang, denn er war und ist der verantwortliche Sozialminister und Generationenminister im wahrsten Sinne dieses Wortes, der dies durchgesetzt hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass dieser Weg durchaus kritisiert werden kann, aber er ist verantwortbar. Und ich stehe nicht an, mit meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Kraft auch die Richtigkeit dieses Kurses öffentlich zu vertreten, weil ich überzeugt bin davon, dass dies der Generationensicherheit und -gerechtigkeit, der Fairness des Sozialvertrages am besten dient und nützt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sehen wir uns die Situation rings um uns an! – Hubert Gorbach hat mit Recht darauf hingewiesen, dass wir hier ein ständiges Monitoring machen müssen: Wie schaut es mit den Steuersätzen, mit den Rahmenbedingungen rings um uns aus?, damit wir in Österreich die Standortvorteile im Herzen Europas optimal nützen können. Daher werden wir eine solche Ständige Arbeitsgruppe einrichten, die diese Bewertung macht, und wir werden natürlich auch darauf reagieren. Das wird notwendig sein, wenn wir die Chancen der Erweiterung für unsere Arbeitnehmer, für die Unternehmer, für die Bauern, für alle Berufsgruppen optimal nützen wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
turellen Erneuerung optimal genützt wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich bitte Sie, ich lade Sie ein: Begleiten Sie diese notwendigen Reformen! Prüfen Sie unsere Vorschläge, kritisieren Sie oder ergänzen Sie, aber verweigern Sie sich nicht! Machen wir diese Reformen gemeinsam, Schritt für Schritt – nachvollziehbar, transparent, für den Bürger verständlich. – Die Bundesregierung wird mit neuem Schwung und ganzer Kraft für Österreich arbeiten! (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Für seine Plauderstunde! Eine herzzerreißende Plauderstunde!
Präsident Dr. Andreas Khol: Ich danke dem Herrn Bundeskanzler für seine Ausführungen. (Abg. Dr. Jarolim: Für seine Plauderstunde! Eine herzzerreißende Plauderstunde!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich selbst war beim ersten wie beim zweiten Mal Mitglied des Verhandlungsteams und kann deshalb mit Fug und Recht behaupten – weil ich dabei war, weil ich es weiß –, dass wir sehr viele freiheitliche Ideen, sehr viel freiheitliche Politik in dieses Regierungsprogramm mit hineinverhandeln, mit hineinpacken konnten. Und ich bin nach wie vor sicher, meine Damen und Herren, dass es sich hier um ein Regierungsprogramm handelt, das für dieses Land exzellente Rahmenbedingungen schafft. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Wo denn?
Rahmenbedingungen, damit wir unseren Wirtschaftsstandort ausbauen und sichern können, Rahmenbedingungen, damit wir uns im internationalen Wettbewerb nicht nur behaupten, sondern in Zukunft noch besser bewegen können, Rahmenbedingungen, damit wir unsere und auch die Pensionen unserer Kinder sichern können, damit wir jungen Menschen helfen können, ihre Lebensmodelle umzusetzen, sei es mit einer guten Ausbildung – auch das ist ein Schwerpunkt dieser Regierungsarbeit (Abg. Dr. Glawischnig: Wo denn?) –, sei es mit Förderungen für Familien – das ist uns Freiheitlichen immer ein wichtiges Anliegen gewesen und auch dieser Bundesregierung –, oder sei es durch die Schaffung, nicht nur Erhaltung, sondern Schaffung, neuer, attraktiver, zukunftsorientierter Arbeitsplätze, Rahmenbedingungen, damit wir sicher in diesem Land leben können, und Rahmenbedingungen, dass die Gesundheitsvorsorge nicht gefährdet ist. Kurz: Dieses Reformprogramm ist ein Garant für eine nachhaltige hohe Lebensqualität der Österreicherinnen und Österreicher, eben für eine gute Zukunft in unserem Land. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Rahmenbedingungen, damit wir unseren Wirtschaftsstandort ausbauen und sichern können, Rahmenbedingungen, damit wir uns im internationalen Wettbewerb nicht nur behaupten, sondern in Zukunft noch besser bewegen können, Rahmenbedingungen, damit wir unsere und auch die Pensionen unserer Kinder sichern können, damit wir jungen Menschen helfen können, ihre Lebensmodelle umzusetzen, sei es mit einer guten Ausbildung – auch das ist ein Schwerpunkt dieser Regierungsarbeit (Abg. Dr. Glawischnig: Wo denn?) –, sei es mit Förderungen für Familien – das ist uns Freiheitlichen immer ein wichtiges Anliegen gewesen und auch dieser Bundesregierung –, oder sei es durch die Schaffung, nicht nur Erhaltung, sondern Schaffung, neuer, attraktiver, zukunftsorientierter Arbeitsplätze, Rahmenbedingungen, damit wir sicher in diesem Land leben können, und Rahmenbedingungen, dass die Gesundheitsvorsorge nicht gefährdet ist. Kurz: Dieses Reformprogramm ist ein Garant für eine nachhaltige hohe Lebensqualität der Österreicherinnen und Österreicher, eben für eine gute Zukunft in unserem Land. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich glaube an dieses Modell der bürgerlichen Regierung, ich habe das immer getan. Es hat der Herr Bundeskanzler schon gesagt, dass ich vorher zehn Jahre in einer Landesregierung war, ebenfalls in einer bürgerlichen Zusammenarbeit, und es wurde heute auch schon erwähnt, dass man sich auch einen Blick über die nationalen Grenzen erlauben muss. Und wenn ich einen Blick in das benachbarte Deutschland mache, wo bekanntlich Rot-Grün am Werk ist, dann überzeugt mich das noch mehr darin, dass ich immer schon richtig lag mit der Aussage: Eine bürgerliche Zusammenarbeit ist das beste für das Land heute und vor allem auch morgen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
zu sagen pflege, möglichst rasch beschlossen werden, um verkehrspolitisch etwas zu tun, nämlich die umweltfreundlichen Verkehrsträger wie etwa die Schiene zu forcieren. Auch da gibt es jahrzehntelangen Nachholbedarf, und ich werde mit großem Engagement daran arbeiten, diesen zu beseitigen. Ich hoffe mit Ihrer aller Unterstützung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Die Verkehrspolitik wäre so eine Frage, wo ich Sie zur Zusammenarbeit einlade, sei es, wenn es darum geht, die ÖBB neu aufzustellen, oder sei es, wenn es darum geht, die internationalen Verkehrswege in Europa gemeinsam zu forcieren und zu vertreten, wie es schon gesagt wurde, Stichwort „TEN“, „Transeuropäische Netze“. Ich lade Sie ein, auch in meiner neuen Funktion – ich bleibe gerne Verkehrsminister –, in diesen Fragen, die keine parteipolitische Punzierung haben sollten, mit mir gemeinsam das Beste für Österreich zu machen. Diese Herausforderungen, vor die uns Europa stellt, sollten wir gemeinsam annehmen, über Parteigrenzen hinweg, dann werden wir einen großen Schritt nach vorne machen und werden auch das Lob der heutigen Bevölkerung und der nachfolgenden Generationen bekommen. Es ist ein Gebot der Stunde! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Der Blick nach Europa erfordert auch, dass wir interne Aufgaben rasch lösen. Die heimische Wirtschaft, meine Damen und Herren, wird im Jahr 2003 um nur 0,7 Prozent wachsen – eine Konjunkturprognose, die uns zum Handeln zwingt, wie ich meine. Dass es überhaupt 0,7 Prozent sind, verdanken wir den Konjunkturpaketen I und II. Es wurde schon erwähnt, dass das Wirtschaftswachstum zwischen 0,5 und 0,75 Prozent das Resultat insbesondere der Förderung von Forschung und Entwicklung, aber auch der Investitionen in Infrastruktur in Österreich, die wir in den Konjunkturpaketen I und II verabschiedet haben, ist. Das heißt, Österreich hätte, so wie viele andere vergleichbare Länder, ein Nullwachstum oder sogar ein Minus, hätte man diese Entscheidungen nicht rechtzeitig getroffen. Deshalb ist es, glaube ich, gut und richtig, wenn wir, Herr Bundeskanzler, wie besprochen, intensiv ein Konjunkturprogramm III mit dem richtigen Inhalt verabschieden, um Arbeitsplätze zu sichern, um die Kaufkraft zu stärken und auch unseren Unternehmen in einer international schwierigen konjunkturellen Phase unter die Arme zu greifen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich habe das Jahr 2003 zum Jahr des Straßenbaus ausgerufen, weil wir erstmals in dieser Republik für das hochrangige Straßennetz – Autobahnen und Schnellstraßen – 1 Milliarde € ausgeben und das auch fortschreiben wollen – das Jahr 2004 wird das auf jeden Fall bringen. Ich habe auch dafür gekämpft, dass für den Ausbau der „Schieneninfrastruktur neu“ – Bahnhofsoffensive, Gleisanlagen, zusätzliche Gleise, Modernisierungen, Attraktivierung der Bahn – jährlich 1 bis 1,2 Milliarden € zur Verfügung stehen werden beziehungsweise eingesetzt werden können. Man sollte aber auch dazusagen, dass die Investition von 1 Milliarde € in Infrastrukturbereiche 16 000 bis 18 000 neue Arbeitsplätze schafft, und das ist eine Zahl, die man auch einmal erwähnen sollte. Es ist gut investiertes Geld, wenn wir in den Straßenausbau, in die Erhöhung der Sicherheit, vor allem in den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene mehr Geld investieren, jeweils 1 bis 1,2 Milliarden €. Das wird auch in den nächsten Jahren gut sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir brauchen eine international wettbewerbsfähige Bahn, wir brauchen eine Bahn, die wieder stolz macht und vor allem ein Stück österreichische Identität darstellt – das wird wichtig sein. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir werden auch noch viel Mut für Reformen brauchen, wenn es gilt, zum Beispiel das Gesundheitswesen zu reformieren, wenn es gilt, Maßnahmen für mehr Sicherheit der Bevölkerung zu treffen, wenn es gilt, die Pensionssysteme gerecht zu gestalten, sprich: zu harmonisieren, wenn es gilt, die Konjunktur durch gezielte Maßnahmen anzukurbeln. Ich habe in diesem Hohen Haus schon einmal gesagt: Wer Visionen hat, braucht Mut und die richtige Strategie. Und diese Bundesregierung hat Mut und auch die richtigen Strategien. Ich werde gerne in Zukunft einen noch größeren Beitrag leisten in meiner Funktion als Vizekanzler, Österreich diesen Schwung zu verleihen, der Jahrzehnte gefehlt hat, den Österreich aber verdient und nötig hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Da war der Haupt noch klar!
Deshalb freue ich mich sehr, dass der erste Schritt der großen Steuerreform, der größten in der Zweiten Republik überhaupt, mit 1. Jänner 2004 kommen wird: Einkommen bis 14 500 € jährlich werden künftig steuerfrei gestellt sein, gut 200 000 Österreicherinnen und Österreicher werden direkt profitieren, die Nettowirksamkeit wird immerhin 524 Millionen € ausmachen! (Abg. Mag. Kogler: Da war der Haupt noch klar!) Entlastet werden dadurch nicht weniger als 1,65 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, 730 000 Pensionisten und 60 000 Selbständige. Insgesamt mehr als 2,3 Millionen Österreicherinnen und Österreicher werden von diesem ersten Schritt bereits profitieren, und das in Zeiten, wo in Nachbarländern wie Deutschland ganz andere Dinge und Probleme diskutiert werden müssen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch etwas, meine Damen und Herren: Ich glaube, dass wir – abgesehen von der Höhe der Abgabenquote – auch daran denken müssen, unser Steuersystem zu vereinfachen, und deshalb greife ich auch eine alte Idee der Freiheitlichen Partei gerne wieder auf – der Herr Präsident nickt schon und weiß, was jetzt kommt –: Ja selbstverständlich werden wir auch das Modell der Flat-Tax, der einfachen Steuern, das wieder Transparenz herstellt und dafür sorgt, dass man sich auskennt, und das vor allem auch weniger Bürokratismus und Verwaltung bedeutet, wieder ins Auge fassen müssen. Das gehört bei mir zu einer Steuerreform mit dazu. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich könnte Ihnen noch einige freiheitliche Ansätze in diesem Regierungsprogramm erklären – wir werden das sukzessive beim Diskutieren der jeweiligen Punkte tun. Ich erkenne in Bundeskanzler Wolfgang Schüssel einen langjährigen politischen Wegbegleiter, wenn ich das so bezeichnen darf – er hat das selbst gesagt –, mit dem ich schon als kleiner Provinzpolitiker zu tun hatte oder verhandeln durfte. Ich sage Ihnen etwas: Ich habe mich immer fair behandelt gefühlt, Vorarlberg ist nie zu kurz gekommen, und jetzt hoffe ich, dass diese faire Behandlung weitergeht, obwohl wir jetzt natürlich in einer ganz anderen Partnerschaft sind, und auch der Regierungspartner nicht zu kurz kommt, was auch heißt, dass Österreich nicht zu kurz kommt. Das muss unser gemeinsames Anliegen sein: dass wir für die Österreicherinnen und Österreicher die optimale Zukunftspolitik machen – ich bin jedenfalls dazu bereit. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
dir, lieber Herbert, für deine Arbeit und deinen Einsatz als Vizekanzler dieser Republik bedanken. Unter deiner Führung ist es dem freiheitlichen Regierungsteam gelungen, freiheitliche Grundsatzpolitik in Österreich umzusetzen, zu verwirklichen, und, lieber Herbert, du weißt, du hast weiterhin eine ganz, ganz wichtige Aufgabe in den nächsten Wochen und Monaten, nämlich als Sozialminister. Ich danke dir für das bisher Geleistete und freue mich, dass du weiterhin mit viel Engagement und Freude ein guter Sozialminister dieser Republik sein wirst. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Mit dir, Kollege Haupt, und dem ganzen Regierungsteam werde ich insbesondere auch die Aufgaben als Infrastrukturminister sehr ernst nehmen und auch weiterhin mit viel Engagement verfolgen: die Verbesserung der nationalen und internationalen Schienen- und Straßeninfrastruktur, die bessere Anbindung an die internationalen Verkehrsnetze, die Stärkung des Forschungsstandortes Österreich sowie die Modernität der Infrastruktur im Bereich der Telekommunikation – um nur einiges zu nennen. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Lang anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube, jetzt geht es wieder aufwärts! – Heiterkeit bei der SPÖ.
Ich bin bereit, diese Verantwortung mit Freude und Engagement zu tragen. Unterstützen Sie mich dabei! (Lang anhaltender Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube, jetzt geht es wieder aufwärts! – Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die Erwartungshaltung nach einer derartigen Aussage war, dass entweder die dafür verantwortlichen Minister – Grasser und Bartenstein – wegen nachgewiesener Unfähigkeit ihrer Ämter entlassen werden oder dass ein Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik stattfindet oder dass die Regierung insgesamt die Verantwortung trägt. Aber nein! Weit gefehlt! Gerade derjenige, der als Einziger richtig festgestellt hat, dass dieser Kurs in der Wirtschaftspolitik gänzlich gescheitert ist, muss nun als Vizekanzler gehen. – Das ist der falsche Schritt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber auf all diese Fragen hat es keinerlei Antworten gegeben. All das, was Sie uns heute erzählt haben, war bereits altbekannt – altbekannt! Sie bezeichnen heute, wo Österreich seit acht Jahren Mitglied der Europäischen Union ist und es seit acht Jahren Mittel aus den Struktur- und Regionalfonds gibt, diese Strukturfonds als neue und spannende Möglichkeiten. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Strukturfonds hätte die Regierung zur Vorbereitung der EU-Erweiterung schon längst nützen sollen, nicht erst ab dem heutigen Tag! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Menschen „verbraucht“ man nicht!
Besonders bezeichnend war die Ansage: Wer sich nicht ändert, bleibt sich nicht treu! – Damit hat der Herr Bundeskanzler darauf hingewiesen, dass in immer kürzerer Zeit die Anzahl der Vizekanzler oder Vizekanzlerinnen, die er verbraucht, steigt. (Abg. Dr. Brinek: Menschen „verbraucht“ man nicht!) Daher stellt sich die Frage: Wann kommt die
Die Abgeordneten Dr. Brinek und Dr. Trinkl: „Verbrauchen“ Sie Menschen?
nächste Änderung, damit er sich treu bleiben kann? (Die Abgeordneten Dr. Brinek und Dr. Trinkl: „Verbrauchen“ Sie Menschen?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
In diesem Zusammenhang war die Antwort von Vizekanzler Gorbach bezeichnend: er hoffe auf eine faire Behandlung durch den Bundeskanzler. – Zeugt das von einer Zusammenarbeit von zwei gleichberechtigten Parteien in der Bundesregierung, oder winselt da eine Partei um Gnade und hofft bereits am ersten Tag der Amtsinhabe nur noch auf eine faire Behandlung? So, meine sehr geehrten Damen und Herren, werden Sie die Probleme nicht lösen können! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Aber das Problem war, dass die ÖVP auf jede einzelne Frage mit Njet geantwortet hat und die FPÖ auf Granit gebissen hat. Die heutigen Vorstellungen von Bundeskanzler Schüssel und Vizekanzler Gorbach versprechen in Bezug auf dieses zentrale Problem der Regierung überhaupt keine Verbesserung. Es ist die Fortsetzung derselben Politik mit anderen Personen, aber denselben Mitteln, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Rufe bei der ÖVP: Gibt es auch! – Zwischenbemerkung von Vizekanzler Gorbach.
In diesem Zusammenhang gibt es aber eine interessante Veränderung: Herr Minister Gorbach ist Mitglied einer Partei, die noch bis vor kurzem gemeint hat, mit dem 1. Jänner des Jahres 2004 müsse es eine Steuersenkung geben, damit die Wirtschaft angekurbelt wird. (Rufe bei der ÖVP: Gibt es auch! – Zwischenbemerkung von Vizekanzler Gorbach.) – Ihre Zufriedenheit hat sich rasch eingestellt. Bis vor kurzem war das, was die Regierung in Sachen Steuerpolitik gemacht hat, laut Ex-Vizekanzler Haupt gänzliches Scheitern!
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Sie haben eine große Steuersenkung mit 1. Jänner 2004 gefordert. – Was ist daraus geworden? Herr Vizekanzler Gorbach teilt uns mit, er habe sich bereits gnadenlos in der Regierung durchgesetzt. Man würde jetzt gemeinsam die Steuerentwicklung der anderen europäischen Staaten beobachten. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eine gnadenlose Ansage zur Veränderung der Steuerpolitik dieser Regierung durch den neuen Vizekanzler: er habe durchgesetzt, dass jetzt die Steuersätze beobachtet werden.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Soll es zu einer Steuersenkung kommen, die verhindert, dass Österreich im nächsten Jahr beim Wirtschaftswachstum Schlusslicht in der Europäischen Union ist, dann wird das Beobachten nicht ausreichen, sondern dann muss man noch in diesem Herbst eine Steuersenkung beschließen, die wirklich einen Beitrag für Wachstum und Beschäftigung leistet, und nicht nur beobachten! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie eine Zusammenarbeit bei der Bahn erreichen wollen, so können Sie diese auch erreichen, aber nicht nach dem Motto Ihres Staatssekretärs, der meint, zuerst müsse man dort alles zusammenschlagen, damit man dann alles neu aufbauen könne. Für diese Art von Kooperation werden wir Sozialdemokraten sicher nicht zur Verfügung stehen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Nein! Nein! ...!
Interessant, meine sehr geehrten Damen und Herren, war auch die Wortlosigkeit in der Frage der Weiterführung der Pensionsharmonisierung. Der Herr Bundeskanzler hat immer von zwei Etappen gesprochen: zuerst Pensionssicherung und im Herbst die große Pensionsharmonisierung, die bereits mit 1. Jänner des nächsten Jahres in Kraft treten soll. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Nein! Nein! ...!) – Heute kein Wort von dieser Pensionsharmonisierung, nur Polemik gegenüber anderen Mitgliedsstaaten. (Die Abgeordneten Dr. Brinek und Dr. Baumgartner-Gabitzer: Zuhören!)
Die Abgeordneten Dr. Brinek und Dr. Baumgartner-Gabitzer: Zuhören!
Interessant, meine sehr geehrten Damen und Herren, war auch die Wortlosigkeit in der Frage der Weiterführung der Pensionsharmonisierung. Der Herr Bundeskanzler hat immer von zwei Etappen gesprochen: zuerst Pensionssicherung und im Herbst die große Pensionsharmonisierung, die bereits mit 1. Jänner des nächsten Jahres in Kraft treten soll. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Nein! Nein! ...!) – Heute kein Wort von dieser Pensionsharmonisierung, nur Polemik gegenüber anderen Mitgliedsstaaten. (Die Abgeordneten Dr. Brinek und Dr. Baumgartner-Gabitzer: Zuhören!)
Abg. Dr. Brinek: Auch die Einkommen sind anders!
Ich sage Ihnen etwas: Ihre Vergleiche mit der Bundesrepublik Deutschland leben nur von Polemik und Unwissenheit! Wir wollen diese Probleme, die die Deutschen haben, nicht haben. Wenn Sie schon im Zusammenhang mit der Pensionsfrage Deutschland ansprechen, dann sagen Sie dazu, dass dort die durchschnittliche Pension pro Monat um 180 € höher ist als in Österreich und dass in Deutschland geringere Pensionsversicherungsbeiträge zu leisten sind als in Österreich! (Abg. Dr. Brinek: Auch die Einkommen sind anders!) Also wenn Sie schon Vergleiche durchführen, dann bitte gesamte und nicht nur polemische Einzelvergleiche! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich sage Ihnen etwas: Ihre Vergleiche mit der Bundesrepublik Deutschland leben nur von Polemik und Unwissenheit! Wir wollen diese Probleme, die die Deutschen haben, nicht haben. Wenn Sie schon im Zusammenhang mit der Pensionsfrage Deutschland ansprechen, dann sagen Sie dazu, dass dort die durchschnittliche Pension pro Monat um 180 € höher ist als in Österreich und dass in Deutschland geringere Pensionsversicherungsbeiträge zu leisten sind als in Österreich! (Abg. Dr. Brinek: Auch die Einkommen sind anders!) Also wenn Sie schon Vergleiche durchführen, dann bitte gesamte und nicht nur polemische Einzelvergleiche! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Was haben Sie heute für einen Vorschlag zur Gesundheitsreform gemacht? – Null! Welcher Vorschlag ist zur Wirtschaftsankurbelung gekommen? – Null! Welcher Vorschlag ist zur Pensionsharmonisierung gekommen? – Null! Welcher Vorschlag ist gekommen, um für die Lehrlinge Lehrplätze zu schaffen? – Wieder null! Absolute Inhaltsleere, was die zukünftigen Probleme betrifft, meine sehr geehrten Damen und Herren! Absolute Inhaltsleere! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Fasslabend: Zeigts ihn uns!
Der ÖVP – einer Partei, die oft, ohne etwas zu lesen, sagt, die anderen Parteien hätten keine Vorschläge – möchte ich sagen: Zur Frage Pensionsharmonisierung gibt es seit April dieses Jahres einen Vorschlag der Sozialdemokraten. (Abg. Dr. Fasslabend: Zeigts ihn uns!) Na wie oft soll ich Ihnen den noch zeigen? Sie lesen ihn ja wieder nicht! Herrn Fasslabend muss man ein Papier zehnmal geben, er wird das Lesen trotzdem nicht lernen, denn er hat es bis heute nicht gelesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der ÖVP – einer Partei, die oft, ohne etwas zu lesen, sagt, die anderen Parteien hätten keine Vorschläge – möchte ich sagen: Zur Frage Pensionsharmonisierung gibt es seit April dieses Jahres einen Vorschlag der Sozialdemokraten. (Abg. Dr. Fasslabend: Zeigts ihn uns!) Na wie oft soll ich Ihnen den noch zeigen? Sie lesen ihn ja wieder nicht! Herrn Fasslabend muss man ein Papier zehnmal geben, er wird das Lesen trotzdem nicht lernen, denn er hat es bis heute nicht gelesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Das stimmt nicht!
ausschuss auf. Von wem gibt es keine Vorschläge? – Von der ÖVP und von der FPÖ! (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt nicht!)
Abg. Dr. Brinek: Lesen Sie die Gesetze! Das Schulunterrichtsgesetz lesen!
Es gibt fertige Vorschläge von den Sozialdemokraten im Unterrichtsausschuss für eine zeitgemäße Bildungspolitik, damit die Ganztagsschule wahlweise wirklich für die österreichischen Kinder und Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden kann. Von wem gibt es keine Vorschläge? – Von der ÖVP und von der FPÖ! (Abg. Dr. Brinek: Lesen Sie die Gesetze! Das Schulunterrichtsgesetz lesen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
So lässt sich die Liste fortsetzen. Wir haben es in der Zwischenzeit mit einer österreichischen Bundesregierung zu tun, die keinerlei Vorschläge zu bieten hat, keinerlei Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit und deren Beweglichkeit sich auf das Sesselrücken in der Regierung beschränkt. Reichlich wenig, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ihre Ratschläge brauchen wir überhaupt!
Die Zeit wird schön langsam knapp – bis zum Jahresende sind es nur noch wenige Monate –, um die entscheidenden Maßnahmen zu treffen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn sich die FPÖ in der Zwischenzeit damit begnügt, die Steuerentwicklung zu beobachten, dann würde ich Ihnen Folgendes empfehlen (Abg. Scheibner: Ihre Ratschläge brauchen wir überhaupt!): Schließen Sie diesen Beobachtungszeitraum mit der nächsten Sitzung des Nationalrates ab, damit wir noch im November eine Steuersenkung beschließen können, die der österreichischen Wirtschaft und den österreichischen Arbeitnehmern tatsächlich mehr hilft als dieses Sesselrücken in der Regierung! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die Zeit wird schön langsam knapp – bis zum Jahresende sind es nur noch wenige Monate –, um die entscheidenden Maßnahmen zu treffen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn sich die FPÖ in der Zwischenzeit damit begnügt, die Steuerentwicklung zu beobachten, dann würde ich Ihnen Folgendes empfehlen (Abg. Scheibner: Ihre Ratschläge brauchen wir überhaupt!): Schließen Sie diesen Beobachtungszeitraum mit der nächsten Sitzung des Nationalrates ab, damit wir noch im November eine Steuersenkung beschließen können, die der österreichischen Wirtschaft und den österreichischen Arbeitnehmern tatsächlich mehr hilft als dieses Sesselrücken in der Regierung! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, möchte ich einen Gast aus Indien herzlich begrüßen, und zwar den Speaker der Himachal Pradesh Legislative Assembly G. R. Musafir. Herzlich willkommen in Wien! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Österreicherinnen und Österreicher haben sich jetzt wirklich überzeugen können: Die SPÖ hat genau jene Position, wo sie hingehört, nämlich in die Opposition. Es ist besser, wenn Sie dort verbleiben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Die Österreicherinnen und Österreicher haben sich auch davon überzeugen können, dass unser Land bei dieser Bundesregierung, die von der Österreichischen Volkspartei und der FPÖ gebildet wird, in guten Händen ist. Das ist wichtig für das Land, das sicher und ruhig geführt wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Österreicherinnen und Österreicher haben sich jetzt wirklich überzeugen können: Die SPÖ hat genau jene Position, wo sie hingehört, nämlich in die Opposition. Es ist besser, wenn Sie dort verbleiben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Die Österreicherinnen und Österreicher haben sich auch davon überzeugen können, dass unser Land bei dieser Bundesregierung, die von der Österreichischen Volkspartei und der FPÖ gebildet wird, in guten Händen ist. Das ist wichtig für das Land, das sicher und ruhig geführt wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Heiterkeit auf der Regierungsbank.
Ich möchte zunächst namens der Österreichischen Volkspartei Herrn Vizekanzler Hubert Gorbach herzlich in dieser seiner neuen Funktion begrüßen und ihn korrigieren: Herr Vizekanzler! Ein Mitglied einer Landesregierung ist grundsätzlich kein kleiner Provinzpolitiker! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Heiterkeit auf der Regierungsbank.) Heute möchte ich diese Aussage für alle Landesregierungsmitglieder machen – selbstverständlich für die Vorarlberger, und möglicherweise ist morgen auch Kollege Van der Bellen dieser Meinung, dass ein Landesrat grundsätzlich kein kleiner Provinzpolitiker ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ und den Grünen: „Tosender“ Applaus!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ und den Grünen: „Tosender“ Applaus!
Ich möchte zunächst namens der Österreichischen Volkspartei Herrn Vizekanzler Hubert Gorbach herzlich in dieser seiner neuen Funktion begrüßen und ihn korrigieren: Herr Vizekanzler! Ein Mitglied einer Landesregierung ist grundsätzlich kein kleiner Provinzpolitiker! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Heiterkeit auf der Regierungsbank.) Heute möchte ich diese Aussage für alle Landesregierungsmitglieder machen – selbstverständlich für die Vorarlberger, und möglicherweise ist morgen auch Kollege Van der Bellen dieser Meinung, dass ein Landesrat grundsätzlich kein kleiner Provinzpolitiker ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ und den Grünen: „Tosender“ Applaus!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
ist. Und ich möchte Sie als Vizekanzler begrüßen, der sich persönlich und für Österreich auf europäischer Ebene großen Respekt erarbeitet hat und auch für die europäische Dimension seiner Arbeit großen Respekt verdient. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Wittmann: Ist das der Nachruf?
Ich möchte mich namens der Österreichischen Volkspartei und des Klubs der Österreichischen Volkspartei an dieser Stelle auch bei Herbert Haupt bedanken. Seine Arbeit als Vizekanzler war nicht leicht – von den Umständen, unter denen er Verantwortung übernommen hat. Umso mehr hat es mir persönlich Respekt abverlangt, wie Herbert Haupt dieses Amt ausgefüllt hat. (Abg. Dr. Wittmann: Ist das der Nachruf?)
Ruf bei der SPÖ: ... ruiniert!
Meine Damen und Herren! Herbert Haupt hat sich vor allem dadurch Respekt verdient, dass er mit seinen sozialpolitischen Initiativen die Geschichte der Sozialpolitik der Zweiten Republik mit geschrieben hat. (Ruf bei der SPÖ: ... ruiniert!) – Herzlichen Dank, Herbert Haupt, und alles Gute für jene Funktion, die du ja weiter ausübst, nämlich als Sozialminister! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: ... VfGH-Urteile! Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: ... VfGH-Urteile! Das ist ja unglaublich!
Meine Damen und Herren! Herbert Haupt hat sich vor allem dadurch Respekt verdient, dass er mit seinen sozialpolitischen Initiativen die Geschichte der Sozialpolitik der Zweiten Republik mit geschrieben hat. (Ruf bei der SPÖ: ... ruiniert!) – Herzlichen Dank, Herbert Haupt, und alles Gute für jene Funktion, die du ja weiter ausübst, nämlich als Sozialminister! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: ... VfGH-Urteile! Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist die demographische Entwicklung heute schon angesprochen worden: Wenn wir wissen, dass es in den nächsten 25 bis 30 Jahren zu einer Verdoppelung der Menschen über 60 Jahren und zu einer massiven Reduktion des prozentuellen sowie des absoluten Anteils junger Menschen in der Gesellschaft kommen wird, dann müssen wir jetzt reagieren. Wer da nicht die Wahrheit sagt und den Menschen diese Wahrheit nicht zumutet, handelt unverantwortlich, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Prammer: Unsinn!
Wir dürfen nicht die Augen verschließen! Herr Kollege Gusenbauer, das ist auch der Kernvorwurf, den ich der Sozialdemokratie in Österreich mache: Sie sagen den Menschen nicht die Wahrheit darüber, welche Notwendigkeiten sich aus der zunehmenden Globalisierung und welche Notwendigkeiten sich aus der EU-Erweiterung ergeben. (Abg. Mag. Prammer: Unsinn!) Beides wird dazu führen, dass wir härtere Wettbewerbsbedingungen haben werden. Das müssen wir offen angehen, dieser Tatsache müssen wir offen ins Auge blicken, weil wir nur dann richtig darauf reagieren können.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
sichts deren es der fatalste Fehler wäre, Herr Präsident Verzetnitsch, auf Besitzständen zu beharren und nach hinten und nicht nach vorne zu schauen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Das ist Aufgabe der Politik, wie wir sie verstehen, meine Damen und Herren!
Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
Diese Bundesregierung, gebildet von ÖVP und FPÖ, geführt von Bundeskanzler Schüssel und Vizekanzler Gorbach, wird diesen Weg der verantwortbaren und notwendigen Veränderungen auf Basis einer klaren Wertorientierung und Zielvorstellung für unser Heimatland weitergehen. (Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir können auf soliden Staatsfinanzen aufbauen. – Meine Damen und Herren! Ich frage Sie: Welches europäische Land kann von sich sagen, in einer schwierigen Konjunktursituation die Staatsfinanzen erstens in Ordnung gebracht zu haben und zweitens in Ordnung zu halten? Österreich kann das sagen! Ich danke dieser Bundesregierung, ich danke dem Finanzminister Karl-Heinz Grasser für diese Perspektive der klaren, stabilen und soliden Finanz- und Budgetpolitik, die uns eine gute Zukunft sichert! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Ich lese sie ...! Lesen Sie sie selber!
Die Pensionssicherungsreform war umstritten, das weiß ich. Aber sie ist ein mutiger und ein richtiger Schritt. – Herr Kollege Gusenbauer, lesen Sie doch einmal internationale Zeitungen! (Abg. Dr. Gusenbauer: Ich lese sie ...! Lesen Sie sie selber!) Die europäischen Länder, die Industriestaaten beneiden uns, erstens um diese Bundesregierung, aber vor allem um die Erfolge etwa mit der Pensionssicherungsreform. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Andere Länder trauen sich das, was wir bereits gemacht haben, noch nicht einmal zu diskutieren!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Pensionssicherungsreform war umstritten, das weiß ich. Aber sie ist ein mutiger und ein richtiger Schritt. – Herr Kollege Gusenbauer, lesen Sie doch einmal internationale Zeitungen! (Abg. Dr. Gusenbauer: Ich lese sie ...! Lesen Sie sie selber!) Die europäischen Länder, die Industriestaaten beneiden uns, erstens um diese Bundesregierung, aber vor allem um die Erfolge etwa mit der Pensionssicherungsreform. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Andere Länder trauen sich das, was wir bereits gemacht haben, noch nicht einmal zu diskutieren!
Zwischenrufe bei der SPÖ
Selbstverständlich werden wir auch eine Steuerentlastung umsetzen. Eben das hat dazu geführt, dass wir heute auf einer soliden wirtschaftlichen Grundlage, auf Basis einer ausbalancierten, gerechten Verteilung (Zwischenrufe bei der SPÖ) zwischen Jung und Alt in die Zukunft, und zwar positiv in die Zukunft blicken können.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Gaál.
Ich kann Ihnen nicht ersparen, hier die Frage zu stellen, wie die SPÖ reagiert. Wer Erich Haider heute Nacht gesehen hat: so einen wehleidigen Verlierer habe ich überhaupt noch nicht erlebt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Gaál.) Offensichtlich hat er es verdient, letztendlich diese Antwort bekommen zu haben.
Abg. Gaál: 11 Prozent plus ist für Sie ein „Verlierer“?!
Aber wie reagiert die SPÖ? – Die SPÖ diskutiert in dieser Phase beispielsweise (Abg. Gaál: 11 Prozent plus ist für Sie ein „Verlierer“?!) die Aushöhlung und Aufhebung des europäischen Stabilitätspaktes.
Abg. Dr. Matznetter: Nein!
Meine Damen und Herren! Was heißt denn das? – Sie wollen schon wieder mehr Schulden machen! (Abg. Dr. Matznetter: Nein!) Die SPÖ diskutiert in dieser Situation
Abg. Dr. Matznetter: Im Gegenteil!
Ausgabensteigerungen, ohne auf die Budgetsituation Rücksicht zu nehmen, das heißt: Sie wollen schon wieder mehr Schulden machen. (Abg. Dr. Matznetter: Im Gegenteil!) Davon haben wir genug, denn für Ihre Schulden müssen wir heute noch viel, viel Geld zahlen (Abg. Dr. Matznetter: Nein! Das sind Ihre Schulden!), und das wollen wir nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Nein! Das sind Ihre Schulden!
Ausgabensteigerungen, ohne auf die Budgetsituation Rücksicht zu nehmen, das heißt: Sie wollen schon wieder mehr Schulden machen. (Abg. Dr. Matznetter: Im Gegenteil!) Davon haben wir genug, denn für Ihre Schulden müssen wir heute noch viel, viel Geld zahlen (Abg. Dr. Matznetter: Nein! Das sind Ihre Schulden!), und das wollen wir nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ausgabensteigerungen, ohne auf die Budgetsituation Rücksicht zu nehmen, das heißt: Sie wollen schon wieder mehr Schulden machen. (Abg. Dr. Matznetter: Im Gegenteil!) Davon haben wir genug, denn für Ihre Schulden müssen wir heute noch viel, viel Geld zahlen (Abg. Dr. Matznetter: Nein! Das sind Ihre Schulden!), und das wollen wir nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Reden Sie keinen Unsinn! Unsinn schmerzt!
Sie reagieren also damit, dass Sie Steuersenkungen verlangen. Aber was tun Sie dann? – Die konkreten Steuersenkungen hier im Parlament lehnen Sie ab! Eine Steuerbefreiung bis 14 500 € steht in Ihrem Forderungsprogramm. Wir haben es verwirklicht, Sie haben es abgelehnt! Diesen Widerspruch müssen Sie erst einmal aufklären. (Abg. Dr. Gusenbauer: Reden Sie keinen Unsinn! Unsinn schmerzt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Sie schlagen vor, Transferzahlungen zu kürzen. Also, Herr Kollege Gusenbauer, wenn Ihre Antwort darin liegt, die Wohnbauförderungsmittel, das Pflegegeld und die Familienbeihilfe zu kürzen, dann kann ich Ihnen nur sagen: Mit uns nicht! Sie haben schon den richtigen Platz in der politischen Landschaft. Wir werden diesen Weg nicht mitgehen, wir werden ihn verhindern, meine Damen und Herren (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), ebenso wie wir die von Ihnen vorgeschlagenen Beitragserhöhungen verhindern werden. Das ist offensichtlich Ihre einzige Antwort! (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie wollen nur Selbstbehalte! Sie wollen eine Zwei-Klassen-Medizin! Das Unmenschliche ist das Selbstverständliche für Sie!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Sie wollen nur Selbstbehalte! Sie wollen eine Zwei-Klassen-Medizin! Das Unmenschliche ist das Selbstverständliche für Sie!
Sie schlagen vor, Transferzahlungen zu kürzen. Also, Herr Kollege Gusenbauer, wenn Ihre Antwort darin liegt, die Wohnbauförderungsmittel, das Pflegegeld und die Familienbeihilfe zu kürzen, dann kann ich Ihnen nur sagen: Mit uns nicht! Sie haben schon den richtigen Platz in der politischen Landschaft. Wir werden diesen Weg nicht mitgehen, wir werden ihn verhindern, meine Damen und Herren (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), ebenso wie wir die von Ihnen vorgeschlagenen Beitragserhöhungen verhindern werden. Das ist offensichtlich Ihre einzige Antwort! (Abg. Dr. Gusenbauer: Sie wollen nur Selbstbehalte! Sie wollen eine Zwei-Klassen-Medizin! Das Unmenschliche ist das Selbstverständliche für Sie!)
Rufe bei der ÖVP: Leider!
Herr Präsident Verzetnitsch, ich sage Ihnen mit Bedauern, dass ich nach diesen Gewerkschaftstagen des ÖGB den Eindruck habe, dass sich der Österreichische Gewerkschaftsbund von der Überparteilichkeit verabschiedet (Rufe bei der ÖVP: Leider!) und entweder der verlängerte Arm der Löwelstraße oder die Löwelstraße der verlängerte Arm der Hohenstaufengasse ist. Das ist nicht unser Verständnis von überparteilicher Gewerkschaftsbewegung, Herr Präsident! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Präsident Verzetnitsch, ich sage Ihnen mit Bedauern, dass ich nach diesen Gewerkschaftstagen des ÖGB den Eindruck habe, dass sich der Österreichische Gewerkschaftsbund von der Überparteilichkeit verabschiedet (Rufe bei der ÖVP: Leider!) und entweder der verlängerte Arm der Löwelstraße oder die Löwelstraße der verlängerte Arm der Hohenstaufengasse ist. Das ist nicht unser Verständnis von überparteilicher Gewerkschaftsbewegung, Herr Präsident! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Und der Mitarbeiter!
Ich halte es zudem offen gesagt für bedenklich, dass der Österreichische Gewerkschaftsbund den Streik bei der AUA, also den Streik der Top-Verdiener unterstützt und dabei die Existenz des gesamten Unternehmens riskiert. (Ruf bei der ÖVP: Und der Mitarbeiter!) Und für ebenso bedenklich halte ich es, dass Sie im Bereich der Österreichischen Bundesbahnen offensichtlich das Besitzstanddenken zu Ihrem Prinzip erhoben haben, Herr Präsident Verzetnitsch. Das Besitzstanddenken in der ÖBB verhindert eine gute Zukunft für die Bundesbahn. Wir wollen Veränderung, damit die Bundesbahn in eine gute Zukunft geführt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Sie wollen zerstören! Das ist alles!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Sie wollen zerstören! Das ist alles!
Ich halte es zudem offen gesagt für bedenklich, dass der Österreichische Gewerkschaftsbund den Streik bei der AUA, also den Streik der Top-Verdiener unterstützt und dabei die Existenz des gesamten Unternehmens riskiert. (Ruf bei der ÖVP: Und der Mitarbeiter!) Und für ebenso bedenklich halte ich es, dass Sie im Bereich der Österreichischen Bundesbahnen offensichtlich das Besitzstanddenken zu Ihrem Prinzip erhoben haben, Herr Präsident Verzetnitsch. Das Besitzstanddenken in der ÖBB verhindert eine gute Zukunft für die Bundesbahn. Wir wollen Veränderung, damit die Bundesbahn in eine gute Zukunft geführt wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gusenbauer: Sie wollen zerstören! Das ist alles!)
Abg. Verzetnitsch: Jetzt sind wir wieder die Guten?!
Meine Damen und Herren! Für interessant halte ich den Diskussionsbeitrag des Gewerkschaftsbundes zur Harmonisierung. Das sage ich so. (Abg. Verzetnitsch: Jetzt sind wir wieder die Guten?!) Ich sage Ihnen offen (Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso haben Sie keine eigenen Vorschläge? Ihre Vorschläge sind nur Zerstörungsvorschläge! Harmonisierungsvorschläge machen Sie keine!), ich bedaure, dass Sie vor dem Sommer offensichtlich nicht in der Lage gewesen sind, diesen Schritt zu tun. (Abg. Verzetnitsch: ... das Angebot abgelehnt!) Wir werden Ihre Überlegungen selbstverständlich mit einbeziehen, wenn – und davon bin ich fest überzeugt – dieses Modell der Harmonisierung auf Basis der Eckpunkte 45 Beitragsjahre, 65 Lebensjahre und 80 Prozent tatsächlich konsequent durchgehalten wird und nicht durch die Hintertür Frühpensionierungsmöglichkeiten neuerlich eingeführt werden. Herr Präsident Verzetnitsch, da müssen Sie konsequenter sein. (Abg. Verzetnitsch: Durch die Vordertür! Wir machen nichts durch die Hintertür!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso haben Sie keine eigenen Vorschläge? Ihre Vorschläge sind nur Zerstörungsvorschläge! Harmonisierungsvorschläge machen Sie keine!
Meine Damen und Herren! Für interessant halte ich den Diskussionsbeitrag des Gewerkschaftsbundes zur Harmonisierung. Das sage ich so. (Abg. Verzetnitsch: Jetzt sind wir wieder die Guten?!) Ich sage Ihnen offen (Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso haben Sie keine eigenen Vorschläge? Ihre Vorschläge sind nur Zerstörungsvorschläge! Harmonisierungsvorschläge machen Sie keine!), ich bedaure, dass Sie vor dem Sommer offensichtlich nicht in der Lage gewesen sind, diesen Schritt zu tun. (Abg. Verzetnitsch: ... das Angebot abgelehnt!) Wir werden Ihre Überlegungen selbstverständlich mit einbeziehen, wenn – und davon bin ich fest überzeugt – dieses Modell der Harmonisierung auf Basis der Eckpunkte 45 Beitragsjahre, 65 Lebensjahre und 80 Prozent tatsächlich konsequent durchgehalten wird und nicht durch die Hintertür Frühpensionierungsmöglichkeiten neuerlich eingeführt werden. Herr Präsident Verzetnitsch, da müssen Sie konsequenter sein. (Abg. Verzetnitsch: Durch die Vordertür! Wir machen nichts durch die Hintertür!)
Abg. Verzetnitsch: ... das Angebot abgelehnt!
Meine Damen und Herren! Für interessant halte ich den Diskussionsbeitrag des Gewerkschaftsbundes zur Harmonisierung. Das sage ich so. (Abg. Verzetnitsch: Jetzt sind wir wieder die Guten?!) Ich sage Ihnen offen (Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso haben Sie keine eigenen Vorschläge? Ihre Vorschläge sind nur Zerstörungsvorschläge! Harmonisierungsvorschläge machen Sie keine!), ich bedaure, dass Sie vor dem Sommer offensichtlich nicht in der Lage gewesen sind, diesen Schritt zu tun. (Abg. Verzetnitsch: ... das Angebot abgelehnt!) Wir werden Ihre Überlegungen selbstverständlich mit einbeziehen, wenn – und davon bin ich fest überzeugt – dieses Modell der Harmonisierung auf Basis der Eckpunkte 45 Beitragsjahre, 65 Lebensjahre und 80 Prozent tatsächlich konsequent durchgehalten wird und nicht durch die Hintertür Frühpensionierungsmöglichkeiten neuerlich eingeführt werden. Herr Präsident Verzetnitsch, da müssen Sie konsequenter sein. (Abg. Verzetnitsch: Durch die Vordertür! Wir machen nichts durch die Hintertür!)
Abg. Verzetnitsch: Durch die Vordertür! Wir machen nichts durch die Hintertür!
Meine Damen und Herren! Für interessant halte ich den Diskussionsbeitrag des Gewerkschaftsbundes zur Harmonisierung. Das sage ich so. (Abg. Verzetnitsch: Jetzt sind wir wieder die Guten?!) Ich sage Ihnen offen (Abg. Dr. Gusenbauer: Wieso haben Sie keine eigenen Vorschläge? Ihre Vorschläge sind nur Zerstörungsvorschläge! Harmonisierungsvorschläge machen Sie keine!), ich bedaure, dass Sie vor dem Sommer offensichtlich nicht in der Lage gewesen sind, diesen Schritt zu tun. (Abg. Verzetnitsch: ... das Angebot abgelehnt!) Wir werden Ihre Überlegungen selbstverständlich mit einbeziehen, wenn – und davon bin ich fest überzeugt – dieses Modell der Harmonisierung auf Basis der Eckpunkte 45 Beitragsjahre, 65 Lebensjahre und 80 Prozent tatsächlich konsequent durchgehalten wird und nicht durch die Hintertür Frühpensionierungsmöglichkeiten neuerlich eingeführt werden. Herr Präsident Verzetnitsch, da müssen Sie konsequenter sein. (Abg. Verzetnitsch: Durch die Vordertür! Wir machen nichts durch die Hintertür!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Mit Hochdruck den Zerstörungsweg!
Meine Damen und Herren! Wir gehen den Reformweg mit Hochdruck weiter! (Abg. Dr. Gusenbauer: Mit Hochdruck den Zerstörungsweg!) Wir werden diese Reformprogramme für Österreich – für Vollbeschäftigung, für Wachstum, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, für Forschung und Entwicklung, für eine moderne Infrastruktur und moderne Infrastrukturunternehmen wie eine moderne, weil reformierte Bundesbahn – mit einem mutigen Harmonisierungsmodell für alle Pensionen, mit einer Strategie der Entlastung der Wirtschaft und der Bürger sowie einem offensiven Weg für eine sichere und hoch qualitative Gesundheitsversorgung fortsetzen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diesen Weg, meine Damen und Herren, gehen wir mit Entschlossenheit und mit Entschiedenheit. Die Menschen können sich darauf verlassen: Dieser Weg ist verlässlich und berechenbar. Mit ganzer Kraft für Österreich! Das ist unser Motto. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: ÖVP setzt Zerstörungskurs fort!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner – und damit wieder zurück am Rednerpult – ist Kollege Van der Bellen. Redezeit: 15 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Gusenbauer: ÖVP setzt Zerstörungskurs fort!)
Abg. Mag. Molterer: Gut betreut!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Meine Damen und Herren! Gestatten Sie mir zunächst eine persönliche Vorbemerkung! Ich war ja einige Wochen unfreiwillig im Allgemeinen Krankenhaus in Linz. (Abg. Mag. Molterer: Gut betreut!) – Gut betreut, sehr gut betreut! Anlässlich dieses Aufenthaltes beziehungsweise der Tage danach haben mich viele gute Wünsche erreicht, nicht nur von den Grünen – das hätte ich ja schon erwartet (Heiterkeit) –, sondern auch von den Sozialdemokraten, von der Volkspartei und von den Freiheitlichen, mit anderen Worten: von allen vier Fraktionen dieses Hauses. Dafür möchte ich herzlich danken, das freut einen schon persönlich! (Allgemeiner Beifall.)
Heiterkeit
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Meine Damen und Herren! Gestatten Sie mir zunächst eine persönliche Vorbemerkung! Ich war ja einige Wochen unfreiwillig im Allgemeinen Krankenhaus in Linz. (Abg. Mag. Molterer: Gut betreut!) – Gut betreut, sehr gut betreut! Anlässlich dieses Aufenthaltes beziehungsweise der Tage danach haben mich viele gute Wünsche erreicht, nicht nur von den Grünen – das hätte ich ja schon erwartet (Heiterkeit) –, sondern auch von den Sozialdemokraten, von der Volkspartei und von den Freiheitlichen, mit anderen Worten: von allen vier Fraktionen dieses Hauses. Dafür möchte ich herzlich danken, das freut einen schon persönlich! (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Meine Damen und Herren! Gestatten Sie mir zunächst eine persönliche Vorbemerkung! Ich war ja einige Wochen unfreiwillig im Allgemeinen Krankenhaus in Linz. (Abg. Mag. Molterer: Gut betreut!) – Gut betreut, sehr gut betreut! Anlässlich dieses Aufenthaltes beziehungsweise der Tage danach haben mich viele gute Wünsche erreicht, nicht nur von den Grünen – das hätte ich ja schon erwartet (Heiterkeit) –, sondern auch von den Sozialdemokraten, von der Volkspartei und von den Freiheitlichen, mit anderen Worten: von allen vier Fraktionen dieses Hauses. Dafür möchte ich herzlich danken, das freut einen schon persönlich! (Allgemeiner Beifall.)
Heiterkeit.
Da ich den Eindruck habe, dieser Tage verselbständigen sich bestimmte Gerüchte, sage ich gleich dazu: Unter diesen Schreiben und Blumensträußen befand sich auch einer des Herrn Landeshauptmannes Pühringer. Das war aber lange vor der Landtagswahl. (Heiterkeit.) Mit anderen Worten: Ich bin völlig unschuldig an dieser so genannten schwarz-grünen Vereinbarung in Oberösterreich. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber nichts Unanständiges!) – Eh nicht! Aber: Ehre, wem Ehre gebührt! Es sind in diesem Fall Rudi Anschober und die oberösterreichischen Grünen. (Abg. Scheibner: Das ehrt sie!) Und, Herr Molterer, Sie haben Recht: In Zukunft werde ich Landesräte noch wichtiger nehmen, als ich es ohnedies schon immer getan habe. (Allgemeine Heiterkeit sowie Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Erst wenn man Posten hat, nimmt man sie ernst!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist aber nichts Unanständiges!
Da ich den Eindruck habe, dieser Tage verselbständigen sich bestimmte Gerüchte, sage ich gleich dazu: Unter diesen Schreiben und Blumensträußen befand sich auch einer des Herrn Landeshauptmannes Pühringer. Das war aber lange vor der Landtagswahl. (Heiterkeit.) Mit anderen Worten: Ich bin völlig unschuldig an dieser so genannten schwarz-grünen Vereinbarung in Oberösterreich. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber nichts Unanständiges!) – Eh nicht! Aber: Ehre, wem Ehre gebührt! Es sind in diesem Fall Rudi Anschober und die oberösterreichischen Grünen. (Abg. Scheibner: Das ehrt sie!) Und, Herr Molterer, Sie haben Recht: In Zukunft werde ich Landesräte noch wichtiger nehmen, als ich es ohnedies schon immer getan habe. (Allgemeine Heiterkeit sowie Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Erst wenn man Posten hat, nimmt man sie ernst!)
Abg. Scheibner: Das ehrt sie!
Da ich den Eindruck habe, dieser Tage verselbständigen sich bestimmte Gerüchte, sage ich gleich dazu: Unter diesen Schreiben und Blumensträußen befand sich auch einer des Herrn Landeshauptmannes Pühringer. Das war aber lange vor der Landtagswahl. (Heiterkeit.) Mit anderen Worten: Ich bin völlig unschuldig an dieser so genannten schwarz-grünen Vereinbarung in Oberösterreich. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber nichts Unanständiges!) – Eh nicht! Aber: Ehre, wem Ehre gebührt! Es sind in diesem Fall Rudi Anschober und die oberösterreichischen Grünen. (Abg. Scheibner: Das ehrt sie!) Und, Herr Molterer, Sie haben Recht: In Zukunft werde ich Landesräte noch wichtiger nehmen, als ich es ohnedies schon immer getan habe. (Allgemeine Heiterkeit sowie Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Erst wenn man Posten hat, nimmt man sie ernst!)
Allgemeine Heiterkeit sowie Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Erst wenn man Posten hat, nimmt man sie ernst!
Da ich den Eindruck habe, dieser Tage verselbständigen sich bestimmte Gerüchte, sage ich gleich dazu: Unter diesen Schreiben und Blumensträußen befand sich auch einer des Herrn Landeshauptmannes Pühringer. Das war aber lange vor der Landtagswahl. (Heiterkeit.) Mit anderen Worten: Ich bin völlig unschuldig an dieser so genannten schwarz-grünen Vereinbarung in Oberösterreich. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber nichts Unanständiges!) – Eh nicht! Aber: Ehre, wem Ehre gebührt! Es sind in diesem Fall Rudi Anschober und die oberösterreichischen Grünen. (Abg. Scheibner: Das ehrt sie!) Und, Herr Molterer, Sie haben Recht: In Zukunft werde ich Landesräte noch wichtiger nehmen, als ich es ohnedies schon immer getan habe. (Allgemeine Heiterkeit sowie Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Erst wenn man Posten hat, nimmt man sie ernst!)
Abg. Scheibner: Da müssen wir uns noch sehr anstrengen!
Im Übrigen: Wenn ich mich nicht täusche, dann war sogar ein guter Wunsch des jetzigen Vizekanzlers, damaligen Bundesministers Gorbach dabei, und ich wäre auch unschuldig an Blau-Grün, was es ja nicht gibt. Ich wäre also hier ebenso wenig schuld wie im anderen Fall. (Abg. Scheibner: Da müssen wir uns noch sehr anstrengen!) – Ja! Da müssen wir uns noch viel anschauen, Herr Scheibner, sehr viel! (Abg. Scheibner: Anstrengen! – Abg. Mag. Stoisits – in Richtung Freiheitliche –: Ihr!) – Ja, ja.
Abg. Scheibner: Anstrengen! – Abg. Mag. Stoisits – in Richtung Freiheitliche –: Ihr!
Im Übrigen: Wenn ich mich nicht täusche, dann war sogar ein guter Wunsch des jetzigen Vizekanzlers, damaligen Bundesministers Gorbach dabei, und ich wäre auch unschuldig an Blau-Grün, was es ja nicht gibt. Ich wäre also hier ebenso wenig schuld wie im anderen Fall. (Abg. Scheibner: Da müssen wir uns noch sehr anstrengen!) – Ja! Da müssen wir uns noch viel anschauen, Herr Scheibner, sehr viel! (Abg. Scheibner: Anstrengen! – Abg. Mag. Stoisits – in Richtung Freiheitliche –: Ihr!) – Ja, ja.
Heiterkeit
Es gibt ja keine neuen Köpfe! Was tatsächlich passiert – und jetzt lassen wir einmal die internen Führungsfragen der Freiheitlichen Partei beiseite –, ist, dass auf Regierungsebene der Schraubenzieher genommen wird und das Schild, auf dem „Vizekanzler Haupt“ stand, abmontiert und das Schild „Vizekanzler Gorbach“ anmontiert wird. Das ist die magische Wirkung des Türschildes, die vollkommen neuen Schwung in diese Bundesregierung bringen und, wie schon mein Kollege Gusenbauer ironisch bemerkt hat, einen Neuanfang auf allen Ebenen geradezu garantieren wird. Ich meine das nicht – nur der Klarheit halber (Heiterkeit) –, dass das allein den Neuanfang garantiert. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt ja keine neuen Köpfe! Was tatsächlich passiert – und jetzt lassen wir einmal die internen Führungsfragen der Freiheitlichen Partei beiseite –, ist, dass auf Regierungsebene der Schraubenzieher genommen wird und das Schild, auf dem „Vizekanzler Haupt“ stand, abmontiert und das Schild „Vizekanzler Gorbach“ anmontiert wird. Das ist die magische Wirkung des Türschildes, die vollkommen neuen Schwung in diese Bundesregierung bringen und, wie schon mein Kollege Gusenbauer ironisch bemerkt hat, einen Neuanfang auf allen Ebenen geradezu garantieren wird. Ich meine das nicht – nur der Klarheit halber (Heiterkeit) –, dass das allein den Neuanfang garantiert. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer
Es ist uns allen natürlich schon aufgefallen, dass selbst dieser, wenn man schon davon sprechen will, kleine Neubeginn desavouiert wird, und zwar vom neuen Pressesprecher der Bundesregierung, einem gewissen Jörg Haider aus Klagenfurt, der zur selben Zeit, als Schüssel und Gorbach, Kanzler und Vizekanzler, beim Bundespräsidenten sind, um ihm dieses Revirement mitzuteilen (Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer) – Haupt und Schüssel, danke, Herr Molterer; Haupt und Schüssel waren bei Bundespräsident Klestil, um ihm das vorzutragen –, all das bereits über die Medien mitteilt.
Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Gratuliere! Nur so weiter! Das wird uns noch viel Freude bereiten. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auf der anderen Seite: Was probiert der Kärntner Landeshauptmann denn? – Er versucht einfach, sich neue Bühnen zu schaffen! Warum? – Weil die Kärntner Bühne für die Kärntner Landtagswahlen nach seiner eigenen Einschätzung offensichtlich nicht ausreicht. Und diesbezüglich teilen wir seine Einschätzung. Diese Einschätzung teilen wir tatsächlich. Die Kärntner Wirtschaftsdaten beispielsweise sind so verheerend, dass er sich sehr anstrengen wird müssen, um diesen Misserfolg seiner Zeit als Landeshauptmann zu überdecken! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Es ist also kein Wunder, wenn er alles versucht, um von seiner Performance in Kärnten abzulenken.
Bundesminister Dr. Schüssel und Abg. Mag. Molterer: Eurozone! Eurozone!
Wir werden einmal die anderen Bundesländer und die Kärntner Performance vergleichen, denn es scheint ja innerhalb der Bundesregierung Usus geworden zu sein, sich immer mit dem international jeweils schlechtesten Land zu vergleichen, um dann zu sagen: Aber Österreich ist eh besser! (Bundesminister Dr. Schüssel und Abg. Mag. Molterer: Eurozone! Eurozone!) – Eurozone, Durchschnitte! Vielleicht bin ich auch schon ein Romantiker der Vergangenheit! Wenn es so wäre, korrigieren Sie mich bitte in jeder Minute, Herr Kollege Molterer und andere! Aber ich bilde mir ein, dass es uns in der österreichischen Politik vor 10, 20, 30 Jahren oder noch länger beunruhigt hat, dass andere besser sind – nicht beruhigt hat, dass andere schlechter sind!
Beifall bei den Grünen.
Es ist keine Kunst, irgendein Land zu finden, das hinsichtlich Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit, Bildungsausgaben oder Analphabetentum schlechter ist als Österreich. Das ist wirklich keine Kunst! Da brauchen Sie nicht wie ein Gorilla herzugehen und sich auf die Brust zu trommeln: Wahnsinn, wunderbar, die Österreicher sind einfach großartig und einmalig! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Sie haben offensichtlich versäumt, dass es ein massives Aufholen und Positionsverbesserungen gab! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das war jetzt nicht persönlich gemeint, Herr Molterer, aber: Mit den Anführern, mit den Leadern – mit Finnland in der Bildungspolitik beispielsweise –, mit diesen Ländern sollten wir uns vergleichen und fragen, wieso wir nicht mit an der Spitze sind. (Abg. Mag. Molterer: Sie haben offensichtlich versäumt, dass es ein massives Aufholen und Positionsverbesserungen gab! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Darüber würde ich mit Ihnen gerne eine Auseinandersetzung führen, anstatt dass Sie immer wieder
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zur Sache!
Um auf Kärnten zurückzukommen: Das ist halt Ihr stiller Regierungspartner – ich schaue jetzt Sie von der ÖVP an –, das haben Sie sich seinerzeit so ausgesucht, das ist er immer noch, und er wird weiterhin täglich eine Show abziehen. Und wenn er am Wochenende frei hat, war er vielleicht vorher bei Saddam Hussein zum Tee. Ich weiß nicht, was ihm in Zukunft noch an außenpolitischen, den österreichischen Interessen sicherlich sehr „förderlichen“ Dingen einfällt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zur Sache!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das hat Sie sicherlich nicht gefreut!
Die Frage ist im Gegensatz zu früher: Wie viel verliert die FPÖ in Kärnten? – Früher haben wir gefragt: Wie viel wird die FPÖ gewinnen? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das hat Sie sicherlich nicht gefreut!) Jetzt ist die Frage: Verliert Haider weniger als der Durchschnitt der FPÖ in Tirol, in Oberösterreich, in Niederösterreich?, und so weiter. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Frage ist, wie viel die Grünen in Kärnten verlieren werden! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Frage ist, wie viel die Grünen in Kärnten verlieren werden! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Die Frage ist im Gegensatz zu früher: Wie viel verliert die FPÖ in Kärnten? – Früher haben wir gefragt: Wie viel wird die FPÖ gewinnen? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das hat Sie sicherlich nicht gefreut!) Jetzt ist die Frage: Verliert Haider weniger als der Durchschnitt der FPÖ in Tirol, in Oberösterreich, in Niederösterreich?, und so weiter. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Frage ist, wie viel die Grünen in Kärnten verlieren werden! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Auch ein Kärntner!
Zu Grasser (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Auch ein Kärntner!): Die ärgste Schwachstelle dieser Bundesregierung ist unserer Überzeugung nach der Finanzminister. Dieser Kopf, wenn Sie schon in diesen kriegerischen Tönen sprechen – ich tue es lieber nicht ... Es gibt dort kein Sesselrücken, kein Türschilder-Ab- und -Aufmontieren, sondern: Der Finanzminister bleibt, jener Finanzminister, der uns in seiner Budgetrede zu täuschen versucht hat (Widerspruch bei der ÖVP), und zwar mit seinen Daten über Bildung und Wissenschaft, die frei erfunden waren. (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist falsch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich habe den Verdacht, dass Sie bis heute daran glauben, dass diese Daten gestimmt haben – sechs Monate später! Das ist echt arg! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Herr Van der Bellen, das ist unter Ihrem normalen Niveau!)
Widerspruch bei der ÖVP
Zu Grasser (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Auch ein Kärntner!): Die ärgste Schwachstelle dieser Bundesregierung ist unserer Überzeugung nach der Finanzminister. Dieser Kopf, wenn Sie schon in diesen kriegerischen Tönen sprechen – ich tue es lieber nicht ... Es gibt dort kein Sesselrücken, kein Türschilder-Ab- und -Aufmontieren, sondern: Der Finanzminister bleibt, jener Finanzminister, der uns in seiner Budgetrede zu täuschen versucht hat (Widerspruch bei der ÖVP), und zwar mit seinen Daten über Bildung und Wissenschaft, die frei erfunden waren. (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist falsch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich habe den Verdacht, dass Sie bis heute daran glauben, dass diese Daten gestimmt haben – sechs Monate später! Das ist echt arg! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Herr Van der Bellen, das ist unter Ihrem normalen Niveau!)
Abg. Dr. Fasslabend: Das ist falsch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zu Grasser (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Auch ein Kärntner!): Die ärgste Schwachstelle dieser Bundesregierung ist unserer Überzeugung nach der Finanzminister. Dieser Kopf, wenn Sie schon in diesen kriegerischen Tönen sprechen – ich tue es lieber nicht ... Es gibt dort kein Sesselrücken, kein Türschilder-Ab- und -Aufmontieren, sondern: Der Finanzminister bleibt, jener Finanzminister, der uns in seiner Budgetrede zu täuschen versucht hat (Widerspruch bei der ÖVP), und zwar mit seinen Daten über Bildung und Wissenschaft, die frei erfunden waren. (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist falsch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich habe den Verdacht, dass Sie bis heute daran glauben, dass diese Daten gestimmt haben – sechs Monate später! Das ist echt arg! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Herr Van der Bellen, das ist unter Ihrem normalen Niveau!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Herr Van der Bellen, das ist unter Ihrem normalen Niveau!
Zu Grasser (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Auch ein Kärntner!): Die ärgste Schwachstelle dieser Bundesregierung ist unserer Überzeugung nach der Finanzminister. Dieser Kopf, wenn Sie schon in diesen kriegerischen Tönen sprechen – ich tue es lieber nicht ... Es gibt dort kein Sesselrücken, kein Türschilder-Ab- und -Aufmontieren, sondern: Der Finanzminister bleibt, jener Finanzminister, der uns in seiner Budgetrede zu täuschen versucht hat (Widerspruch bei der ÖVP), und zwar mit seinen Daten über Bildung und Wissenschaft, die frei erfunden waren. (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist falsch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Ich habe den Verdacht, dass Sie bis heute daran glauben, dass diese Daten gestimmt haben – sechs Monate später! Das ist echt arg! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Herr Van der Bellen, das ist unter Ihrem normalen Niveau!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Weiters: die steuerpolitischen Probleme, die der Finanzminister persönlich auf sich geladen hat mit der Finanzierung seiner Homepage durch die Industriellenvereinigung, mit uns immer noch unbekannten Gutachten, die diesen Verein sowie ihn persönlich reinwaschen sollten. Es ist das Verdienst des Kollegen Matznetter von der SPÖ, die Verfasser dieser so genannten deutschen Gutachten, mit denen Staatssekretär Finz von der ÖVP versucht hat, den Finanzminister reinzuwaschen, diese Verfasser sozusagen an Land zu ziehen, nach Österreich zu holen und uns bestätigen zu lassen: Nein, nein, diese Interpretation von Staatssekretär Finz ist geradezu abenteuerlich, das ist doch geradezu eine Einladung zu Steuerverkürzung und Steuerhinterziehung! Diese Interpretation ist mit Sicherheit unzulässig! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
(Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Eder: Die ist jetzt fort! Schon bei ihrem Bruder!
Früher haben wir uns ausgekannt: Haupt war der Parteichef. – Jetzt ist es Haupt irgendwie formal noch. Dann hat er eine geschäftsführende Parteichefin zur Seite bekommen, Frau Staatssekretärin Haubner. Sie ist im Moment nicht im Saal. (Abg. Eder: Die ist jetzt fort! Schon bei ihrem Bruder!) Es gibt praktisch einen dritten Parteichef, denn was soll ein Vizekanzler Gorbach sonst sein als ein impliziter dritter Parteichef? Und wir haben natürlich unseren Freund in Kärnten. (Abg. Parnigoni: Freund ist das nicht!) – Sicherlich habe ich den einen oder anderen jetzt noch übersehen.
Abg. Parnigoni: Freund ist das nicht!
Früher haben wir uns ausgekannt: Haupt war der Parteichef. – Jetzt ist es Haupt irgendwie formal noch. Dann hat er eine geschäftsführende Parteichefin zur Seite bekommen, Frau Staatssekretärin Haubner. Sie ist im Moment nicht im Saal. (Abg. Eder: Die ist jetzt fort! Schon bei ihrem Bruder!) Es gibt praktisch einen dritten Parteichef, denn was soll ein Vizekanzler Gorbach sonst sein als ein impliziter dritter Parteichef? Und wir haben natürlich unseren Freund in Kärnten. (Abg. Parnigoni: Freund ist das nicht!) – Sicherlich habe ich den einen oder anderen jetzt noch übersehen.
Abg. Wittauer: Ich glaub’s!
Dafür kann man, wie ich meine, ein gewisses Mitgefühl haben, aber dass das die neue Führung der FPÖ sein soll, der Regierungspartei FPÖ, das glaubt doch niemand in diesem Land! (Abg. Wittauer: Ich glaub’s!) Und das werden Sie uns auch heute nicht weismachen können, Herr Kollege Scheibner, der Sie, glaube ich, nach mir sprechen werden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Dafür kann man, wie ich meine, ein gewisses Mitgefühl haben, aber dass das die neue Führung der FPÖ sein soll, der Regierungspartei FPÖ, das glaubt doch niemand in diesem Land! (Abg. Wittauer: Ich glaub’s!) Und das werden Sie uns auch heute nicht weismachen können, Herr Kollege Scheibner, der Sie, glaube ich, nach mir sprechen werden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Erstes Problem: Erhöhung der so genannten Erwerbsquote der Frauen. – Das werden Sie von der ÖVP mit einem Regierungspartner – und vielleicht ist das auch Ihre eigene Ideologie –, der die Frauen lieber am Herd als in der Erwerbstätigkeit sieht, nicht schaffen. Aber das ist Ihre Entscheidung. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ich sage dazu nur: Das ist eine offene Flanke Ihrer Regierungspolitik – danke, Herr Präsident! –, und die zweite ist die: Die Antwort auf die Veränderung der Alterspyramide ohne ein Mindestmaß eines Konzepts zur Zuwanderung zu haben, das wird auch nicht gehen! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist kein guter Start für Oberösterreich, was Sie da sagen!) Mit diesem Regierungspartner, nämlich mit der FPÖ, werden Sie das ebenso wenig schaffen wie die Erhöhung der Erwerbsquote der Frauen. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist kein guter Start für Oberösterreich, was Sie da sagen!
Erstes Problem: Erhöhung der so genannten Erwerbsquote der Frauen. – Das werden Sie von der ÖVP mit einem Regierungspartner – und vielleicht ist das auch Ihre eigene Ideologie –, der die Frauen lieber am Herd als in der Erwerbstätigkeit sieht, nicht schaffen. Aber das ist Ihre Entscheidung. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ich sage dazu nur: Das ist eine offene Flanke Ihrer Regierungspolitik – danke, Herr Präsident! –, und die zweite ist die: Die Antwort auf die Veränderung der Alterspyramide ohne ein Mindestmaß eines Konzepts zur Zuwanderung zu haben, das wird auch nicht gehen! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist kein guter Start für Oberösterreich, was Sie da sagen!) Mit diesem Regierungspartner, nämlich mit der FPÖ, werden Sie das ebenso wenig schaffen wie die Erhöhung der Erwerbsquote der Frauen. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Erstes Problem: Erhöhung der so genannten Erwerbsquote der Frauen. – Das werden Sie von der ÖVP mit einem Regierungspartner – und vielleicht ist das auch Ihre eigene Ideologie –, der die Frauen lieber am Herd als in der Erwerbstätigkeit sieht, nicht schaffen. Aber das ist Ihre Entscheidung. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ich sage dazu nur: Das ist eine offene Flanke Ihrer Regierungspolitik – danke, Herr Präsident! –, und die zweite ist die: Die Antwort auf die Veränderung der Alterspyramide ohne ein Mindestmaß eines Konzepts zur Zuwanderung zu haben, das wird auch nicht gehen! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist kein guter Start für Oberösterreich, was Sie da sagen!) Mit diesem Regierungspartner, nämlich mit der FPÖ, werden Sie das ebenso wenig schaffen wie die Erhöhung der Erwerbsquote der Frauen. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Haben Sie nicht aufgepasst?
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Van der Bellen, bei allem Respekt – und wir alle freuen uns, dass Sie wieder genesen und hier bei uns sind –: Ich sage Ihnen, warum wir gelächelt haben. Ich habe mir gedacht, wie lange 15 Minuten sein können, wenn man darauf wartet, dass von Ihnen endlich einmal Alternativen zu dem kommen, was die Bundesregierung, was Bundeskanzler und Vizekanzler heute hier präsentiert haben. (Abg. Dr. Van der Bellen: Haben Sie nicht aufgepasst?)
Abg. Dr. Van der Bellen: Dann stimmen Sie dem Untersuchungsausschuss zu!
SPÖ und den Grünen.) Aber es ehrt uns Freiheitliche ja, Herr Abgeordneter Van der Bellen, wenn Sie weite Teile Ihrer Rede der Freiheitlichen Partei, dem Landeshauptmann von Kärnten und auch innerparteilichen Diskussionen und Strategien der FPÖ widmen, zeigt das doch, dass Meldungen, wonach man uns abschreiben würde und es bei uns ohnehin nur weitere Wahlverluste geben werde, nicht stimmen, sondern – ganz im Gegenteil! – dass Sie in Ihrem Inneren, Herr Abgeordneter Van der Bellen und Herr Abgeordneter Gusenbauer, ganz genau wissen, dass, wenn die FPÖ wieder zu dem zurückkehrt – und das wird so sein! –, was sie ausgezeichnet hat, wofür die FPÖ gewählt worden ist (Abg. Dr. Van der Bellen: Dann stimmen Sie dem Untersuchungsausschuss zu!), und zwar in immer stärkerem Maße, Herr Abgeordneter Van der Bellen, nämlich Inhalte zu präsentieren, Lösungen für die Probleme der Bevölkerung Österreichs nicht nur auszuarbeiten, sondern in einer Regierung auch umzusetzen, wir dann wieder ein sehr, sehr starker Faktor sein werden, mit dem Sie und alle anderen in Österreich zu rechnen haben werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
SPÖ und den Grünen.) Aber es ehrt uns Freiheitliche ja, Herr Abgeordneter Van der Bellen, wenn Sie weite Teile Ihrer Rede der Freiheitlichen Partei, dem Landeshauptmann von Kärnten und auch innerparteilichen Diskussionen und Strategien der FPÖ widmen, zeigt das doch, dass Meldungen, wonach man uns abschreiben würde und es bei uns ohnehin nur weitere Wahlverluste geben werde, nicht stimmen, sondern – ganz im Gegenteil! – dass Sie in Ihrem Inneren, Herr Abgeordneter Van der Bellen und Herr Abgeordneter Gusenbauer, ganz genau wissen, dass, wenn die FPÖ wieder zu dem zurückkehrt – und das wird so sein! –, was sie ausgezeichnet hat, wofür die FPÖ gewählt worden ist (Abg. Dr. Van der Bellen: Dann stimmen Sie dem Untersuchungsausschuss zu!), und zwar in immer stärkerem Maße, Herr Abgeordneter Van der Bellen, nämlich Inhalte zu präsentieren, Lösungen für die Probleme der Bevölkerung Österreichs nicht nur auszuarbeiten, sondern in einer Regierung auch umzusetzen, wir dann wieder ein sehr, sehr starker Faktor sein werden, mit dem Sie und alle anderen in Österreich zu rechnen haben werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: Der Wahlkampf findet woanders statt!
Dass Ihre Grünen in Kärnten offensichtlich so schwach sind – man weiß ja gar nicht, wer dort für die Grünen kandidieren wird –, dass Sie hier als Klub- und Parteiobmann eine wichtige Debatte über eine Regierungserklärung dazu verwenden müssen, um Kärntner Landespolitik schon für den Wahlkampf zu präsentieren, das zeigt auch ein bisschen die Probleme Ihrer Fraktion! (Abg. Dr. Glawischnig: Der Wahlkampf findet woanders statt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Gusenbauer und Herr Abgeordneter Van der Bellen, interessant ist: Offensichtlich muss in Österreich erst jemand zurücktreten, um eine gute Nachrede zu haben. – Ja, auch ich stimme Ihnen bei Ihrer positiven Beurteilung von Vizekanzler Herbert Haupt zu, und ich möchte mich hier namens meiner Fraktion all diesem Lob anschließen, aber: Es wäre jedoch schön gewesen, meine Damen und Herren von SPÖ und Grünen, auch von manchen Mitgliedern anderer Parteien, wenn es dieses Lob, wenn es diese Unterstützung Ihrerseits auch in den vergangenen Wochen und Monaten gegeben hätte. Herbert Haupt hätte sich das für seine Arbeit verdient, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie das nicht gehört? – Ohren waschen, Scheibner!
Von Ihnen, Herr Abgeordneter Gusenbauer, brauchen wir aber keine Ratschläge, auch nicht, was Inhalte anlangt – aber diesbezüglich ist ohnehin nicht viel von Ihnen gekommen (Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie das nicht gehört? – Ohren waschen, Scheibner!) –, denn Ihre Inhalte kennen wir ja: Krankenkassenbeiträge erhöhen, Wohnbauförderung abschaffen, all das haben Sie, Herr Abgeordneter Gusenbauer, in letzter Zeit präsentiert. Und das ist sicherlich nicht unsere Politik! Ansonsten haben Sie heute mit einem bemerkenswert akzentfreiem Russisch „njet“ gesagt zu all dem, was von der Freiheitlichen Partei und von der Regierung gekommen ist. Ich weiß nicht, warum das so akzentfrei kommt. Vielleicht ist das, Herr Abgeordneter Gusenbauer, irgendwo auch in Ihrer politischen, ideologischen Vergangenheit – oder auch Gegenwart – bedingt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Von Ihnen, Herr Abgeordneter Gusenbauer, brauchen wir aber keine Ratschläge, auch nicht, was Inhalte anlangt – aber diesbezüglich ist ohnehin nicht viel von Ihnen gekommen (Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie das nicht gehört? – Ohren waschen, Scheibner!) –, denn Ihre Inhalte kennen wir ja: Krankenkassenbeiträge erhöhen, Wohnbauförderung abschaffen, all das haben Sie, Herr Abgeordneter Gusenbauer, in letzter Zeit präsentiert. Und das ist sicherlich nicht unsere Politik! Ansonsten haben Sie heute mit einem bemerkenswert akzentfreiem Russisch „njet“ gesagt zu all dem, was von der Freiheitlichen Partei und von der Regierung gekommen ist. Ich weiß nicht, warum das so akzentfrei kommt. Vielleicht ist das, Herr Abgeordneter Gusenbauer, irgendwo auch in Ihrer politischen, ideologischen Vergangenheit – oder auch Gegenwart – bedingt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei den Freiheitlichen: Unglaublich, 20 Minister hat der Vranitzky verbraucht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ.
Da Sie, Herr Abgeordneter Gusenbauer, uns dann auch noch Ratschläge zu geben versuchten, wie man mit innerparteilichen Diskussionen, wie man mit einer Regierungsumbildung umgeht: Sie glauben doch nicht im Ernst, dass wir alle schon vergessen hätten, wie Sie von der SPÖ das damals gemacht haben! – Durchaus selbstkritisch sage ich Ihnen an einem Tag wie heute: Wir von der FPÖ führen Diskussionen zu sehr in der Öffentlichkeit. Aber so, wie Sie von der SPÖ das immer gemacht haben – dass nämlich die Betroffenen bei Regierungsumbildungen erst aus den Medien davon erfahren haben und etwa Bundeskanzler Vranitzky 20 Regierungsmitglieder verbraucht hat, so lange, bis er dann selbst in einer Nacht- und Nebelaktion weggeschoben wurde –, ist das sicherlich kein Vorbild für eine transparente, für eine konsequente Personalpolitik in einer Bundesregierung, Herr Abgeordneter Gusenbauer! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei den Freiheitlichen: Unglaublich, 20 Minister hat der Vranitzky verbraucht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Mit Erfolg!
Sie, Herr Abgeordneter Gusenbauer, haben gesagt, Sie sind nicht für ein Köpferollen. – Wunderbar, da finden wir uns, und das ist auch gar nicht notwendig, denn es sind ausgezeichnete Mitglieder in der Bundesregierung – und das wird auch in Zukunft so sein. Das, was wir aber nicht brauchen und wovon Sie, Herr Abgeordneter Gusenbauer, gesprochen haben, ist ein Kurswechsel, denn den Kurs in die Richtung, die Sie uns verordnen wollen, haben wir 30 Jahre lang in Österreich gehabt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Mit Erfolg!) Diesen Kurs haben die Österreicherinnen und Österreicher im Jahre 1999 abgewählt. Dorthin wollen wir nicht wieder zurück! Wir wollen nicht zurück zu einer Verschwendungspolitik, wo man auf Kosten künftiger Generationen Wahlzuckerln verteilt, wo man dann, wenn es notwendig ist, Einschnitte macht, so, wie Sie von der SPÖ das getan haben, nämlich bei den Ärmsten in unserem Lande, wo Sie, nämlich Ihr Parteivorsitzender Vranitzky, vor den Wahlen Pensionistenbriefe geschrieben und Versprechungen gemacht haben, jedoch nach den Wahlen genau zu Lasten dieser Generation dann das Budget wieder zu sanieren versucht haben!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist nicht der Kurs, den wir uns vorstellen, sondern wir wollen den Kurs, den wir im Jahre 2000 eingeschlagen haben, fortsetzen: Politik für Österreich, Politik für die Menschen in unserem Lande zu machen – nicht jedoch für Interessengruppen, nicht für die eigene Partei und nicht für persönliche Interessen, wie Sie von der SPÖ das über viele Jahre, ja Jahrzehnte gemacht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir sind stolz darauf, meine Damen und Herren von SPÖ und Grünen, dass wir solche Projekte und Abenteuer in Österreich auch in Zukunft verhindern werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Leistungen dieser Bundesregierung können sich sehen lassen: Familienförderungen wie nie in den letzten Jahrzehnten, eben mit dem Kinderbetreuungsgeld. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Sie waren dagegen; genauso wie bei der Verwaltungsreform, genauso wie bei den wichtigen Initiativen der Sicherheitspolitik, genauso, wie Sie auch lange Widerstand geleistet haben gegen die „Abfertigung neu“, wo dann aber Gott sei Dank die Sozialpartner auf diese unsere Linie eingeschwenkt sind.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ebenso sind Sie dagegen gewesen, dass das Budget saniert wird, um für die Zukunft wieder einen Spielraum zu bekommen, einen Spielraum, den wir jedoch Gott sei Dank jetzt nützen können. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Abgeordneter Gusenbauer, Sie haben 14 Jahre lang Zeit gehabt, Wahlniederlagen zu verkraften. Ich kann Ihnen sagen: Uns reicht ein Jahr! – Und jetzt geht es wieder in die Gewinnzone: mit einer aktiven Regierungspolitik und einer aktiven Freiheitlichen Partei. Auch diesbezüglich brauchen wir Ihr Beispiel nicht nachzuahmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Heinisch-Hosek: Ich war das!
Wir sind jetzt dabei, ein Konjunkturpaket zu schnüren. Da wurde jetzt von irgendeiner Rednerin vorhin gesagt (Abg. Heinisch-Hosek: Ich war das!) – ja, von Ihnen kam das –, diese Konjunkturpakete hätten nichts bewirkt. – Na selbstverständlich haben sie etwas bewirkt! Diese beiden Konjunkturpakete haben Österreich vor einer Rezession, haben das kleine Wirtschaftswachstum noch bewahrt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir sind jetzt dabei, ein Konjunkturpaket zu schnüren. Da wurde jetzt von irgendeiner Rednerin vorhin gesagt (Abg. Heinisch-Hosek: Ich war das!) – ja, von Ihnen kam das –, diese Konjunkturpakete hätten nichts bewirkt. – Na selbstverständlich haben sie etwas bewirkt! Diese beiden Konjunkturpakete haben Österreich vor einer Rezession, haben das kleine Wirtschaftswachstum noch bewahrt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Der liegt im Parlament!
Da wären Ideen von Ihnen gefragt, aber Sie bringen ja nicht einmal einen Antrag auf Steuersenkung zustande (Abg. Dr. Gusenbauer: Der liegt im Parlament!), sondern Sie haben ehemals eine Steuererhöhung beantragt. Also bringen Sie einmal gescheite Ideen ein, dann können wir auch darüber diskutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Antrag liegt im Parlament zur Bearbeitung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Antrag liegt im Parlament zur Bearbeitung!
Da wären Ideen von Ihnen gefragt, aber Sie bringen ja nicht einmal einen Antrag auf Steuersenkung zustande (Abg. Dr. Gusenbauer: Der liegt im Parlament!), sondern Sie haben ehemals eine Steuererhöhung beantragt. Also bringen Sie einmal gescheite Ideen ein, dann können wir auch darüber diskutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Antrag liegt im Parlament zur Bearbeitung!)
Abg. Dr. Glawischnig: ... mehr Sicherheit!
mer schon angesetzt hat. Einsparungen und Verwaltungsreform: ja, das ist notwendig, es ist auch durchgesetzt worden und muss weitergeführt werden; aber bei der Sicherheit zu sparen, das kann von uns und von mir keine Unterstützung bekommen! (Abg. Dr. Glawischnig: ... mehr Sicherheit!) Dort, wo die Exekutive und das österreichische Bundesheer ein Mehr an Personal und an Infrastruktur brauchen, um die Sicherheit der Bevölkerung auch in Zukunft zu garantieren, wird es notwendig sein, unter Einhaltung der Sparsamkeitskriterien zusätzliche Mittel zu geben. Wir werden dafür sorgen, dass da die Standards und Prinzipien eingehalten werden. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Drei Jahre habt ihr ...!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Drei Jahre habt ihr ...!
mer schon angesetzt hat. Einsparungen und Verwaltungsreform: ja, das ist notwendig, es ist auch durchgesetzt worden und muss weitergeführt werden; aber bei der Sicherheit zu sparen, das kann von uns und von mir keine Unterstützung bekommen! (Abg. Dr. Glawischnig: ... mehr Sicherheit!) Dort, wo die Exekutive und das österreichische Bundesheer ein Mehr an Personal und an Infrastruktur brauchen, um die Sicherheit der Bevölkerung auch in Zukunft zu garantieren, wird es notwendig sein, unter Einhaltung der Sparsamkeitskriterien zusätzliche Mittel zu geben. Wir werden dafür sorgen, dass da die Standards und Prinzipien eingehalten werden. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Drei Jahre habt ihr ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kollege Kummerer, weil du als Heeresexperte hier einen Zwischenruf machst, darf ich dir sagen: Es wird auch an euch liegen, dass in der Bundesheer-Reformkommission nicht darüber diskutiert wird, wie wenig Bundesheer man in Zukunft hat, sondern ganz im Gegenteil darüber – und zwar ohne ideologische Scheuklappen –, wie das österreichische Bundesheer mit seinen vielen Tausenden engagierten Soldaten auf die neuen, künftigen Herausforderungen ausgerichtet wird, sodass wir vermeiden und verhindern können, dass diese so wichtige Institution in Zukunft als Spielball der politischen Parteien und der Ideologien missbraucht wird. Da hättet auch ihr einiges zu arbeiten! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
regierung. Wir wissen, dass es keine Alternative zu diesem Projekt der bürgerlichen Reformpartnerschaft für Österreich gibt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Staatssekretär Mag. Schweitzer: ... zu viel für Cap!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Cap. Redezeit: 9 Minuten – bitte exakt einhalten. (Staatssekretär Mag. Schweitzer: ... zu viel für Cap!)
demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Bundesminister Dr. Bartenstein: Danke!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte vorerst einmal dem Herrn Bundeskanzler und der Bundesregierung gratulieren zu der tollen schauspielerischen Leistung, die sie vollbracht haben (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP – Bundesminister Dr. Bartenstein: Danke!), denn das muss man einmal zusammenbringen, dass man, wenn eine Regierung derart in den letzten Zügen liegt, wirklich nur noch keucht und eigentlich nichts mehr weiterbringt, hierher kommt und so tut, als ob es noch das Potenzial für einen Neubeginn und für einen Aufbruch gäbe, und diese Regierung als „Team“ bezeichnet. Das ist also eine ganz tolle schauspielerische Leistung.
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie scheinen allerdings einen Fehler im Sprechtext gehabt zu haben, Herr Bundeskanzler, als Sie dem neuen Vizekanzler alles Gute im kommenden Jahr gewünscht haben. Heißt das, in einem Jahr gibt es wieder einen neuen Vizekanzler? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Oder: Sie sind nicht mehr Bundeskanzler und erkennen vielleicht, dass es besser ist, einmal den Bundeskanzler auszuwechseln und nicht immer die Vizekanzler? – Bitte klären Sie uns endlich auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie scheinen allerdings einen Fehler im Sprechtext gehabt zu haben, Herr Bundeskanzler, als Sie dem neuen Vizekanzler alles Gute im kommenden Jahr gewünscht haben. Heißt das, in einem Jahr gibt es wieder einen neuen Vizekanzler? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Oder: Sie sind nicht mehr Bundeskanzler und erkennen vielleicht, dass es besser ist, einmal den Bundeskanzler auszuwechseln und nicht immer die Vizekanzler? – Bitte klären Sie uns endlich auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Jetzt sind Sie glücklich, oder was?
Heute sind Studien erwähnt und Zahlen verglichen worden, und Alexander van der Bellen hat wirklich sehr interessant darauf hingewiesen, dass man immer auf schlechtere Regierungen schaut und nicht auf bessere. Es hat am Montag die Präsentation einer interessanten Studie gegeben, worin acht vergleichbare Länder, Länder der Europäischen Union und die Schweiz, hinsichtlich wichtiger, zentraler Wirtschaftsdaten und anderer Kennzahlen untersucht worden sind – es handelt sich um Belgien, Dänemark, Finnland, Irland, Niederlande, Schweden, Österreich und die Schweiz –, und dabei hat sich bei insgesamt 24 wirtschaftlichen Indikatoren herausgestellt, dass Österreich in sieben Bewertungen besser, hingegen in 17 Bewertungen schlechter als der Durchschnitt war. (Abg. Mag. Molterer: Jetzt sind Sie glücklich, oder was?) Dazu muss man sagen, dass die Studie von der oberösterreichischen Industriellenvereinigung bei Professor Dr. Friedrich Schneider, Volkswirtschaftslehrer an der Johannes Kepler Universität Linz, in Auftrag gegeben wurde, und er hat auch diese Präsentation vorgenommen. (Abg. Mag. Molterer: Jetzt ist Cap glücklich: Er kann negativ sein!)
Abg. Mag. Molterer: Jetzt ist Cap glücklich: Er kann negativ sein!
Heute sind Studien erwähnt und Zahlen verglichen worden, und Alexander van der Bellen hat wirklich sehr interessant darauf hingewiesen, dass man immer auf schlechtere Regierungen schaut und nicht auf bessere. Es hat am Montag die Präsentation einer interessanten Studie gegeben, worin acht vergleichbare Länder, Länder der Europäischen Union und die Schweiz, hinsichtlich wichtiger, zentraler Wirtschaftsdaten und anderer Kennzahlen untersucht worden sind – es handelt sich um Belgien, Dänemark, Finnland, Irland, Niederlande, Schweden, Österreich und die Schweiz –, und dabei hat sich bei insgesamt 24 wirtschaftlichen Indikatoren herausgestellt, dass Österreich in sieben Bewertungen besser, hingegen in 17 Bewertungen schlechter als der Durchschnitt war. (Abg. Mag. Molterer: Jetzt sind Sie glücklich, oder was?) Dazu muss man sagen, dass die Studie von der oberösterreichischen Industriellenvereinigung bei Professor Dr. Friedrich Schneider, Volkswirtschaftslehrer an der Johannes Kepler Universität Linz, in Auftrag gegeben wurde, und er hat auch diese Präsentation vorgenommen. (Abg. Mag. Molterer: Jetzt ist Cap glücklich: Er kann negativ sein!)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Nun sagen Sie am Schluss, fast selbstverräterisch: Aber jetzt müssen wir die Ärmel aufkrempeln! – Das hörte ich bei der Präsentation des neuen Vizekanzlers. Was haben Sie dann bisher gemacht, dass Sie jetzt die Ärmel aufkrempeln müssen? – Sie müssen sich anscheinend in einem Tiefschlaf oder in gegenseitiger Blockade befunden haben! (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Dann werden Studien erstellt wie diese hochinteressante Studie, die einen Volkswirtschaftsvergleich bringt und in welcher herauskommt, dass da Österreich so schlecht zu liegen kommt!
Abg. Schöls: Eine gefährliche Drohung!
Da sage ich Ihnen, was besonders keck ist. Wir werden Ihnen unsere Konzepte einmal auf den Tisch legen, Herr Bundeskanzler (Abg. Schöls: Eine gefährliche Drohung!), und man wird es über die Fernsehkamera nicht mehr aufnehmen können, weil Sie dann nicht mehr sichtbar sein werden (Abg. Mag. Molterer: Weil sie nicht da sind!), denn so viele Konzepte haben wir bereits zu den wesentlichen Punkten: ob das die Pensionsharmonisierung ist, ob das den Gesundheitsbereich betrifft, ob das die Steuerreform ist, ob das ein Konjunkturpaket ist. Da liegen die Konzepte auf dem Tisch, die Sie nicht interessieren, weil Sie überheblich und arrogant in dieser Regierung sitzen und im Nichtstun verharren. Das ist in Wirklichkeit Ihre Haltung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Weil sie nicht da sind!
Da sage ich Ihnen, was besonders keck ist. Wir werden Ihnen unsere Konzepte einmal auf den Tisch legen, Herr Bundeskanzler (Abg. Schöls: Eine gefährliche Drohung!), und man wird es über die Fernsehkamera nicht mehr aufnehmen können, weil Sie dann nicht mehr sichtbar sein werden (Abg. Mag. Molterer: Weil sie nicht da sind!), denn so viele Konzepte haben wir bereits zu den wesentlichen Punkten: ob das die Pensionsharmonisierung ist, ob das den Gesundheitsbereich betrifft, ob das die Steuerreform ist, ob das ein Konjunkturpaket ist. Da liegen die Konzepte auf dem Tisch, die Sie nicht interessieren, weil Sie überheblich und arrogant in dieser Regierung sitzen und im Nichtstun verharren. Das ist in Wirklichkeit Ihre Haltung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da sage ich Ihnen, was besonders keck ist. Wir werden Ihnen unsere Konzepte einmal auf den Tisch legen, Herr Bundeskanzler (Abg. Schöls: Eine gefährliche Drohung!), und man wird es über die Fernsehkamera nicht mehr aufnehmen können, weil Sie dann nicht mehr sichtbar sein werden (Abg. Mag. Molterer: Weil sie nicht da sind!), denn so viele Konzepte haben wir bereits zu den wesentlichen Punkten: ob das die Pensionsharmonisierung ist, ob das den Gesundheitsbereich betrifft, ob das die Steuerreform ist, ob das ein Konjunkturpaket ist. Da liegen die Konzepte auf dem Tisch, die Sie nicht interessieren, weil Sie überheblich und arrogant in dieser Regierung sitzen und im Nichtstun verharren. Das ist in Wirklichkeit Ihre Haltung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was hat das mit einem Regierungsprogramm zu tun? Welche Arbeitsbasis ist das, um für Österreich zu arbeiten? – Daher habe ich gesagt, Ihnen gebühre der Iffland-Ring für eine besondere schauspielerische Leistung, wenn Sie dann mit einem treuherzigen Augenaufschlag sagen, das alles geschehe nur für Österreich. Da werden sich die Österreicherinnen und Österreicher aber bedanken für das, was hier geschieht, und vor allem für das, was hier nicht geschieht! Das erkennen viele in diesem Land. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig: Es ist schlechter geworden!
Jetzt möchte ich Ihnen nicht weiter schildern – und das ist ein besonderes Versäumnis –, was den gesamten Forschungs-, Wissenschafts- und vor allem auch Universitätsbereich betrifft. Da kann ich nur auf Veröffentlichungen in Magazinen und Zeitungen hinweisen: Studiengebühren werden gezahlt, aber für die Studenten hat sich nichts geändert – Schlange stehen, zur Prüfung kommt man nicht dran, es ist eine Katastrophe! (Abg. Dr. Glawischnig: Es ist schlechter geworden!) Manche Einführungsvorlesungen sind mit 1 200 Hörern begrenzt. (Abg. Mag. Molterer: Und Broukal will ...! „Zugangsbeschränkungen“ ist das deutsche Wort dafür!) Es gibt einen Investitions-Stopp, an der Technischen Universität können Stromrechnungen nicht bezahlt werden, in Salzburg steht an manchen Stellen das Wasser, es wächst der Schimmel und es bröckelt von den Decken. Das alles ist Ihnen gleichgültig. Ich kann Ihnen eine ganze Liste darüber aufzählen, was sich an den Universitäten an Mängeln ereignet, weil Ihnen die Bildungspolitik egal ist.
Abg. Mag. Molterer: Und Broukal will ...! „Zugangsbeschränkungen“ ist das deutsche Wort dafür!
Jetzt möchte ich Ihnen nicht weiter schildern – und das ist ein besonderes Versäumnis –, was den gesamten Forschungs-, Wissenschafts- und vor allem auch Universitätsbereich betrifft. Da kann ich nur auf Veröffentlichungen in Magazinen und Zeitungen hinweisen: Studiengebühren werden gezahlt, aber für die Studenten hat sich nichts geändert – Schlange stehen, zur Prüfung kommt man nicht dran, es ist eine Katastrophe! (Abg. Dr. Glawischnig: Es ist schlechter geworden!) Manche Einführungsvorlesungen sind mit 1 200 Hörern begrenzt. (Abg. Mag. Molterer: Und Broukal will ...! „Zugangsbeschränkungen“ ist das deutsche Wort dafür!) Es gibt einen Investitions-Stopp, an der Technischen Universität können Stromrechnungen nicht bezahlt werden, in Salzburg steht an manchen Stellen das Wasser, es wächst der Schimmel und es bröckelt von den Decken. Das alles ist Ihnen gleichgültig. Ich kann Ihnen eine ganze Liste darüber aufzählen, was sich an den Universitäten an Mängeln ereignet, weil Ihnen die Bildungspolitik egal ist.
Beifall bei der SPÖ.
Aber Sie kuscheln sich peinlich an den Arnold Schwarzenegger heran und tun so, als ob er quasi Ihr Kandidat gewesen wäre. Er hat gesagt: Wenn gespart wird, dann nicht auf Kosten der Bildung. – Schreiben Sie sich das in Ihr Stammbuch, zumal Kalifornien jetzt Ihrer Meinung nach schon das zehnte Bundesland ist! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig: Strasser will Außenminister werden!
Interessant war auch, was Frau Staatssekretärin Haubner in der „Presse“ vom 22. Oktober gesagt hat, nämlich, es sei jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für Köpferollen und dafür, dann neue Köpfe zu setzen. Da frage ich Sie: Wann ist es denn der richtige Zeitpunkt? Wie ist das in Ihrer Partei, in Ihrer Fraktion? Man hört ja, Ministerin Gehrer sei amtsmüde, Strasser wolle Außenminister werden. Was ist da los? Sind Sie vielleicht schon ein bisschen müde? (Abg. Dr. Glawischnig: Strasser will Außenminister werden!) Was steht hier wirklich im Hintergrund? Wann gibt es die nächste Regierungsumbildung?
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann Ihnen nur eines sagen: Mit Berechenbarkeit und Stabilität hat das nichts zu tun! Mit einer Partei, die sagt, dass sie die Partei der Mitte ist, hat das nur in einem Punkt etwas zu tun: Sie ist in der Mitte des Schlamassels, sie muss das verantworten, und Sie sind der Architekt dieser Regierungskonstruktion! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Unser Klubobmann Willi Molterer hat nach der Rede des Herrn Dr. Gusenbauer gemeint, seine Rede wäre der beste Beweis dafür gewesen, dass Dr. Gusenbauer die richtige Funktion in der Politik innehabe, nämlich die Oppositionsrolle. – Herr Kollege Cap, ich kann dazu nur eines sagen: Mit Ihrer Rede haben Sie das doppelt und dreifach bestätigt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es ist für mich immer erstaunlich, welch geballtes Ausmaß von negativer Energie man aufbringen kann, wie es möglich ist, auf einem Auge total blind zu sein, und wie wenig Vertrauen man, Herr Kollege Cap, auch in die Leistungsfähigkeit dieses Landes hat.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eines haben wir immer gesagt: Dass wir im Vorjahr eine positive Leistungsbilanz hatten, erstmals eine positive Handelsbilanz, das ist nicht nur der Erfolg der Regierung, sondern das ist vor allem auch der Erfolg von Tausenden Unternehmen und vielen, vielen Mitarbeitern in den Betrieben. Diese zeigen, wie groß die Leistungsfähigkeit dieses Landes ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Sie machen es schlecht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Gusenbauer und Herr Kollege Cap! Ich würde mir mehr Respekt vor der Leistungsfähigkeit von Millionen Erwerbstätigen in Österreich erwarten. Machen Sie das Land nicht schlecht! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Matznetter: Sie machen es schlecht! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gusenbauer: ... völliger Blödsinn!
Mir sind noch zwei Dinge aufgefallen. Erstens ist mir Folgendes aufgefallen – und auch da setze ich bei unserem Klubobmann fort –: Er hat kurz das Verhältnis zwischen ÖGB und SPÖ angesprochen. Meine Damen und Herren, ist Ihnen aufgefallen, was Herr Dr. Gusenbauer zu dem Vorwurf gesagt hat, dass die SPÖ kein Konzept der Pensionsharmonisierung habe? – Er hat gesagt, der ÖGB habe ohnehin ein Konzept vorgelegt. Da frage ich Sie: Sind SPÖ und ÖGB wirklich schon identisch, Herr Kollege Gusenbauer? (Abg. Dr. Gusenbauer: ... völliger Blödsinn!) Lesen Sie das Protokoll nach! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie haben hier gesagt, der ÖGB habe ohnehin ein Konzept vorgelegt. Herr Kollege Gusenbauer, Sie haben keinen einzigen konstruktiven Vorschlag gemacht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Das ist Ihre Methode: bewusst die Unwahrheit sagen!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Mir sind noch zwei Dinge aufgefallen. Erstens ist mir Folgendes aufgefallen – und auch da setze ich bei unserem Klubobmann fort –: Er hat kurz das Verhältnis zwischen ÖGB und SPÖ angesprochen. Meine Damen und Herren, ist Ihnen aufgefallen, was Herr Dr. Gusenbauer zu dem Vorwurf gesagt hat, dass die SPÖ kein Konzept der Pensionsharmonisierung habe? – Er hat gesagt, der ÖGB habe ohnehin ein Konzept vorgelegt. Da frage ich Sie: Sind SPÖ und ÖGB wirklich schon identisch, Herr Kollege Gusenbauer? (Abg. Dr. Gusenbauer: ... völliger Blödsinn!) Lesen Sie das Protokoll nach! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie haben hier gesagt, der ÖGB habe ohnehin ein Konzept vorgelegt. Herr Kollege Gusenbauer, Sie haben keinen einzigen konstruktiven Vorschlag gemacht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Das ist Ihre Methode: bewusst die Unwahrheit sagen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Das ist Ihre Methode: bewusst die Unwahrheit sagen!
Mir sind noch zwei Dinge aufgefallen. Erstens ist mir Folgendes aufgefallen – und auch da setze ich bei unserem Klubobmann fort –: Er hat kurz das Verhältnis zwischen ÖGB und SPÖ angesprochen. Meine Damen und Herren, ist Ihnen aufgefallen, was Herr Dr. Gusenbauer zu dem Vorwurf gesagt hat, dass die SPÖ kein Konzept der Pensionsharmonisierung habe? – Er hat gesagt, der ÖGB habe ohnehin ein Konzept vorgelegt. Da frage ich Sie: Sind SPÖ und ÖGB wirklich schon identisch, Herr Kollege Gusenbauer? (Abg. Dr. Gusenbauer: ... völliger Blödsinn!) Lesen Sie das Protokoll nach! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie haben hier gesagt, der ÖGB habe ohnehin ein Konzept vorgelegt. Herr Kollege Gusenbauer, Sie haben keinen einzigen konstruktiven Vorschlag gemacht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wittmann: Das ist Ihre Methode: bewusst die Unwahrheit sagen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gradwohl: Seien Sie froh, dass Sie keine Abstimmung ...!
Ich würde mir wünschen – und da spreche ich auch den Präsidenten Verzetnitsch an –, dass Sie nach diesem blamablen Abstimmungsergebnis, was den christlich-sozialen Vizepräsidenten betrifft, und nach der heutigen Aussage von Gusenbauer hier herauskommen und betonen, dass Sie wieder zur Überparteilichkeit des ÖGB zurückkehren werden. Herr Präsident Verzetnitsch, ich glaube, das wäre notwendig für dieses Land! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gradwohl: Seien Sie froh, dass Sie keine Abstimmung ...!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Lassen Sie mich zwei Worte zum Wechsel in der Bundesregierung sagen: Herr Vizekanzler Gorbach, Sie kennen meine Sympathie, meine Wertschätzung und mein Vertrauen in Ihre Person. Ich sage hier im Hohen Haus aber auch: Dieses Vertrauen und diese Wertschätzung gründet sich auf die charakterlichen Eigenschaften, die ich an Hubert Gorbach kennen gelernt habe: Geradlinigkeit, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Engagement, ständig bereit, das Beste zu geben – Herr Vizekanzler, das sind die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Regierungsarbeit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
sen Hauptcharakteristikum es ist, ein rotes Parteibuch zu haben und Gewerkschaftsmitglied zu sein. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Und dann soll man ihn austauschen?
Meine Damen und Herren! Solche Politiker braucht das Land – Politiker, die von sich sagen: Ich spüre die Verantwortung, die ich trage! (Abg. Dr. Glawischnig: Und dann soll man ihn austauschen?) – Herr Sozialminister, mein Respekt für diese geistige Einstellung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Solche Politiker braucht das Land – Politiker, die von sich sagen: Ich spüre die Verantwortung, die ich trage! (Abg. Dr. Glawischnig: Und dann soll man ihn austauschen?) – Herr Sozialminister, mein Respekt für diese geistige Einstellung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Das ist aber nicht schwer!
Ich kehre zurück zu den Ausführungen meines Vorredners, des Kollegen Cap. Er hat krampfhaft versucht, eine Statistik zu finden, in der etwas nicht so perfekt ist an der Performance dieses Landes und dieser Regierung. (Abg. Dr. Matznetter: Das ist aber nicht schwer!)
Abg. Dr. Matznetter: Schauen Sie sich doch einmal die Materialien des Europäischen Statistischen Zentralamts an!
Herr Kollege Cap, ich weiß, es ärgert Sie immer, wenn man den Vergleich Österreich-Deutschland anstellt. Ich sage Ihnen noch einmal, warum wir das tun. Erstens: Wir sind mit keinem Land der Welt wirtschaftlich so eng verflochten wie mit Deutschland, und was dort geschieht, hat für uns enorme Auswirkungen! (Abg. Dr. Matznetter: Schauen Sie sich doch einmal die Materialien des Europäischen Statistischen Zentralamts an!)
Abg. Dr. Glawischnig: Wen?
Egal, welche Statistik Sie zitieren, es gibt seit vielen Jahren drei wirtschaftliche Kennzahlen, wo sich alle Ökonomen einig sind, nämlich beim Wirtschaftswachstum, bei der Inflation/Preissteigerung und beim Arbeitsmarkt, und in all diesen drei Bereichen liegt Österreich an hervorragender Stelle. Während Deutschland stagnierte, hatten wir in den letzten zwei Jahren insgesamt ein Wachstum von 2 Prozentpunkten. Das ist zwar nicht viel, aber ohne diese Regierung – fragen Sie das WIFI! (Abg. Dr. Glawischnig: Wen?) – hätten wir nicht einmal dieses Wachstum gehabt. Das ist der Unterschied zwischen Rot-Grün in Deutschland und Schwarz-Blau in Österreich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Egal, welche Statistik Sie zitieren, es gibt seit vielen Jahren drei wirtschaftliche Kennzahlen, wo sich alle Ökonomen einig sind, nämlich beim Wirtschaftswachstum, bei der Inflation/Preissteigerung und beim Arbeitsmarkt, und in all diesen drei Bereichen liegt Österreich an hervorragender Stelle. Während Deutschland stagnierte, hatten wir in den letzten zwei Jahren insgesamt ein Wachstum von 2 Prozentpunkten. Das ist zwar nicht viel, aber ohne diese Regierung – fragen Sie das WIFI! (Abg. Dr. Glawischnig: Wen?) – hätten wir nicht einmal dieses Wachstum gehabt. Das ist der Unterschied zwischen Rot-Grün in Deutschland und Schwarz-Blau in Österreich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Die haben aber auch andere Aufgaben zu lösen!
Wir waren heuer im Sommer das preisstabilste Land in der EU, und was den Arbeitsmarkt betrifft, hat Deutschland eine doppelt so hohe Arbeitslosigkeit wie wir. Das deutsche Modell würde bei uns bedeuten, Herr Kollege Cap – ich wage es gar nicht auszusprechen –, dass wir 450 000 bis 500 000 Arbeitslose in diesem Land hätten. Unvorstellbar! In Deutschland ist es aber so, unter Rot-Grün! (Abg. Dr. Glawischnig: Die haben aber auch andere Aufgaben zu lösen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eine dritte Zahl, Frau Kollegin Glawischnig, und zwar eine Zahl betreffend die Budgetpolitik: Unter Federführung von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, den Sie mit einer Schmutzkübelkampagne zu diffamieren versuchen, und gemeinsam mit Staatsekretär Alfred Finz ist es gelungen, dass wir wie in den Jahren 2001 und 2002 auch heuer wieder de facto ein ausgeglichenes Budget haben werden. Wir hatten einen Überschuss von 0,3 Prozent im Jahr 2001, ein Minus von 0,1 Prozent im Jahr 2002, und ich wage bei aller nötigen Vorsicht die Prognose, dass wir heuer ein Budgetdefizit von weniger als 1 Prozent haben werden. Das ist erfolgreiche neue Finanz- und Wirtschaftspolitik dieser Bundesregierung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Vizekanzler Gorbach: Danke schön!
Herr Vizekanzler! Mich hat der Vorschlag sehr gefreut, gleichsam ein ständiges Monitoring durchzuführen, was unsere wichtigsten Konkurrenzländer im Bereich der Steuerpolitik unternehmen. Ich würde es fast noch ein bisschen ausweiten. Mein Wunschtraum war immer, eine Gruppe zu haben, die praktisch eine ständige Beurteilung der Standortsicherung macht, also nicht nur die Steuerpolitik, sondern noch erweitert um Flexibilität, Mobilität und Innovation. Wenn wir das erreichen könnten, dann hätten wir vielleicht ein objektives Kriterium für jene Politik, für die diese Bundesregierung steht: eine Politik der Zukunftssicherung, eine Politik der Standortsicherung, eine Politik, über die man sagen kann: Das Land ist bei dieser Regierung in guten Händen. Ich lade die Opposition ein, wegzugehen von einer Politik des Hickhack und sich einer Politik der Zukunftssicherung anzuschließen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Vizekanzler Gorbach: Danke schön!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Herr ehemaliger Vizekanzler! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Wir haben jetzt einiges sehr Positives über Herbert Haupt gehört. Beide Regierungsparteien haben dem ehemaligen Vizekanzler Rosen gestreut. Da frage ich mich: Warum haben Sie ihn dann eigentlich als Vizekanzler abgelöst? Warum eigentlich? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe noch eine andere Erklärung, die man vielleicht diskutieren könnte, und die hat mehr mit den Österreicherinnen und Österreichern zu tun, nämlich mit den Wahlen in Tirol und in Oberösterreich. Das Signal, das die Wählerinnen und Wähler dort ausgesandt haben, war sehr deutlich, nämlich dass der Kurs der blau-schwarzen Bundesregierung von den Wählerinnen und Wählern in Österreich nicht mehr gewollt wird, dass sich dieses Projekt totgelaufen hat und dass Bundeskanzler Schüssel massiv an Vertrauen verloren hat. Nur mehr 23 Prozent wollen ihn als Kanzler sehen. Sie versuchen jetzt in homöopathischen Dosen, nämlich mit Hubert statt Herbert, dieses tote Projekt wieder zu beleben. Ich meine, das kann nicht gehen, das kann nicht einmal mehr mit einer Herztransplantation mehr gelingen. Ich meine, Schwarz-Blau ist eindeutig gescheitert und Sie stehen nun vor dem Scherbenhaufen dieser Politik. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mit dieser Regierungsumbildung versuchen Sie, in irgendeiner Form die Situation wieder in den Griff zu bekommen, aber es ist der falsche Weg, denn Hubert statt Herbert reicht nicht. Im Wesentlichen ginge es um eine inhaltlich völlig andere Orientierung für Österreich, und Sie sollten ihren inhaltlichen Kurs überdenken und nicht Vornamen austauschen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Das machen wir!
Wenn ich dann höre, dass eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden soll, ein Arbeitskreis – und zwar nach dem Motto: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann gründe ich einen Arbeitskreis! –, der die internationale Entwicklung in Europa analysieren soll, und das schon als Erfolg verkauft wird, dann muss ich sagen: Das ist schon sehr wenig! Dabei muss ich dazusagen, dass das in der Regierung noch nicht einmal Konsens ist, weil der Bundeskanzler dazu nur gesagt hat, dass es ein sehr interessanter Vorschlag sei. Also nicht einmal mit diesem Arbeitskreis haben Sie sich durchgesetzt, Herr neuer Vizekanzler! (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Das machen wir!)
Abg. Wattaul: Falsch! Das heißt flache Steuern!
Aber das Dramatische daran ist, dass Sie wieder mit einem Konzept daherkommen, das Flat-Tax heißt und im Wesentlichen eines bedeutet: weniger Steuern für die Reichen! (Abg. Wattaul: Falsch! Das heißt flache Steuern!) Da frage ich Sie: Ist das tatsächlich Ihre Lösung, wo Sie doch noch vor wenigen Monaten gesagt haben, die untersten Einkommensbereiche, die Bezieher kleinster Einkommen müssten entlastet werden, die Steuerreform müsste eine Entlastung für diejenigen bringen, die jetzt am meisten draufgezahlt haben? Flat-Tax heißt 25 Prozent für alle, was wiederum das Gleiche heißt: weniger Steuern für die Reichen! So ist es, es tut mit wirklich Leid! (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht! Fragen Sie Professor Van der Bellen!) Ein sehr interessanter Vorschlag für eine Partei, die sich einmal für den „kleinen Mann“ und die „kleine Frau“ stark gemacht hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht! Fragen Sie Professor Van der Bellen!
Aber das Dramatische daran ist, dass Sie wieder mit einem Konzept daherkommen, das Flat-Tax heißt und im Wesentlichen eines bedeutet: weniger Steuern für die Reichen! (Abg. Wattaul: Falsch! Das heißt flache Steuern!) Da frage ich Sie: Ist das tatsächlich Ihre Lösung, wo Sie doch noch vor wenigen Monaten gesagt haben, die untersten Einkommensbereiche, die Bezieher kleinster Einkommen müssten entlastet werden, die Steuerreform müsste eine Entlastung für diejenigen bringen, die jetzt am meisten draufgezahlt haben? Flat-Tax heißt 25 Prozent für alle, was wiederum das Gleiche heißt: weniger Steuern für die Reichen! So ist es, es tut mit wirklich Leid! (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht! Fragen Sie Professor Van der Bellen!) Ein sehr interessanter Vorschlag für eine Partei, die sich einmal für den „kleinen Mann“ und die „kleine Frau“ stark gemacht hat. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber das Dramatische daran ist, dass Sie wieder mit einem Konzept daherkommen, das Flat-Tax heißt und im Wesentlichen eines bedeutet: weniger Steuern für die Reichen! (Abg. Wattaul: Falsch! Das heißt flache Steuern!) Da frage ich Sie: Ist das tatsächlich Ihre Lösung, wo Sie doch noch vor wenigen Monaten gesagt haben, die untersten Einkommensbereiche, die Bezieher kleinster Einkommen müssten entlastet werden, die Steuerreform müsste eine Entlastung für diejenigen bringen, die jetzt am meisten draufgezahlt haben? Flat-Tax heißt 25 Prozent für alle, was wiederum das Gleiche heißt: weniger Steuern für die Reichen! So ist es, es tut mit wirklich Leid! (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht! Fragen Sie Professor Van der Bellen!) Ein sehr interessanter Vorschlag für eine Partei, die sich einmal für den „kleinen Mann“ und die „kleine Frau“ stark gemacht hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Im letzten Hauptausschuss ist das alles erklärt worden!
Der Herr Bundeskanzler hat heute von EU-Reform und Verfassungsreform gesprochen, was er das letzte Mal auch schon getan hat. – Herr Bundeskanzler! Da möchte ich Sie auch einmal etwas fragen, denn Sie haben da viele wichtige Themen vergessen: Was ist mit EURATOM geworden? Ist es so wichtig, dass jedes Land einen eigenen Kommissar hat, dass man die inhaltlichen Fragen, nämlich die Neugestaltung der Verkehrspolitik, die Neugestaltung der Antiatompolitik, den europäischen Atomausstieg hintanstellt? – Ich habe dazu heute kein einziges Wort gehört. (Abg. Mag. Molterer: Im letzten Hauptausschuss ist das alles erklärt worden!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ansprechen möchte ich auch noch andere Themenbereiche, die für diese Bundesregierung vielleicht recht relevant wären, wenn schon über Generationengerechtigkeit und Jugendpolitik gesprochen wird und Herr Stummvoll immer wieder den Vergleich mit Deutschland bemüht, und Sie auffordern: Bitte richten Sie Ihre Augen auf Österreich und auf die Probleme, die wir hier haben! 38 127 junge Menschen zwischen 19 und 24 Jahren haben Ende Oktober – also zum jetzigen Zeitpunkt – keine Arbeit. Da frage ich Sie: Ist Ihnen das egal? – Ich würde Sie wirklich bitten: Hören Sie auf mit den unseligen Vergleichen, was in anderen Ländern gut, schlecht und so weiter läuft, sondern kümmern Sie sich um das, wofür Sie gewählt wurden – offensichtlich aber nicht mehr gewählt würden –, nämlich um die Probleme in Österreich zu lösen, schauen Sie sie zumindest an und nehmen Sie sie ernst! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Großruck: Falsch!
fung miteinander zu verbinden? (Abg. Großruck: Falsch!) – Nein, keine Neuorientierung, klassisch niederstimmen, das ist Ihr Weg!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Wattaul: Märchentante!
Ich weiß, der „erfolgreiche“ Reformkurs wird fortgesetzt, ja, aber sehr erfolgreich ist Ihr Erfolgskurs nicht, und ich denke, dass die Wählerinnen und Wähler das sehr gut verstanden haben, denn sie haben in Oberösterreich und in Tirol dieser Bundesregierung schon eine Absage erteilt, aber das werden die Wähler auch bei allen kommenden Wahlen tun. Hoffentlich kommt die nächste Nationalratswahl bald! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Wattaul: Märchentante!)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Es ist ja schön, dass sich die Kollegen der Sozialdemokratie Sorgen machen und sagen, es sei falsch, dass der Vizekanzler – der freiheitliche Vizekanzler – Herbert Haupt geht. Es ist ja schön, dass Sie sich solche Sorgen machen, nur, Sie vergessen eines: Er selbst hat diese Entscheidung als Bundesparteiobmann getroffen (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), er selbst übernimmt dafür auch die Verantwortung, und er ist bereit für Veränderung. Sie, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratischen Partei, stehen dagegen für Stillstand, für Blockade, für opponieren. Das ist das, wofür Sie stehen und wofür Sie sich einsetzen! Sie sind für Veränderungen nicht bereit! Doch die einzige Konstante und das einzig Stabile auf der Welt – und das wissen Sie –, das ist die Veränderung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Es ist ja schön, dass sich die Kollegen der Sozialdemokratie Sorgen machen und sagen, es sei falsch, dass der Vizekanzler – der freiheitliche Vizekanzler – Herbert Haupt geht. Es ist ja schön, dass Sie sich solche Sorgen machen, nur, Sie vergessen eines: Er selbst hat diese Entscheidung als Bundesparteiobmann getroffen (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), er selbst übernimmt dafür auch die Verantwortung, und er ist bereit für Veränderung. Sie, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratischen Partei, stehen dagegen für Stillstand, für Blockade, für opponieren. Das ist das, wofür Sie stehen und wofür Sie sich einsetzen! Sie sind für Veränderungen nicht bereit! Doch die einzige Konstante und das einzig Stabile auf der Welt – und das wissen Sie –, das ist die Veränderung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben mit dieser Regierungsumbildung unseren Willen zur Veränderung bekundet und wollen eine dynamische Erneuerung zur Optimierung der Reformarbeit durchführen. Ein Negativbeispiel für eine verabsäumte, notwendige, wichtige Regierungsumbildung zeigt uns das rote Wien, wo es eine Stadträtin gibt, die für den Lainzer Skandal verantwortlich ist, die verantwortlich dafür ist, dass sich diejenigen, die in Wien zu pflegen sind, nicht mehr sicher fühlen, dass sie Angst haben, die aber sagt, dass sie keinerlei Verantwortung und keinerlei Veranlassung sieht, zu gehen. Das ist wirklich nicht die Art und Weise, wie Sie Verantwortung übernehmen sollten! Sie sollten ihr auch sagen: Es wäre Zeit für eine Veränderung, es wäre wichtig, Verantwortung in Wien zu übernehmen, statt sich einzubunkern und zu sagen: Es ist alles bestens, es ist alles in Ordnung für die Leute, die in Wien zu pflegen sind! – Die SPÖ-Truppe bunkert sich ein, zementiert sich ein, die FPÖ mit ihrem FPÖ-Team stellt sich neu auf – das ist der Unterschied! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Niederwieser: Sie sagen immer das Gleiche!
Das, was Sie, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, machen, ist alte Politik mit alten langen Zöpfen. Sie sind – und das werden wir Ihnen sagen, auch wenn Sie es nicht mehr hören können – verantwortlich für die Schuldenpolitik, Sie sind verantwortlich dafür, dass es in Österreich sehr viele Schulden gegeben hat und auch heute noch gibt, denn solch einen riesigen Schuldenberg kann man nicht innerhalb kürzester Zeit wieder abbauen. (Abg. Dr. Niederwieser: Sie sagen immer das Gleiche!) Sie sind verantwortlich für eine Politik auf Kosten der Steuerzahler, auf Kosten der Jugend, auf Kosten der Österreicherinnen und Österreicher und auf Kosten der nächsten Generation. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das, was Sie, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, machen, ist alte Politik mit alten langen Zöpfen. Sie sind – und das werden wir Ihnen sagen, auch wenn Sie es nicht mehr hören können – verantwortlich für die Schuldenpolitik, Sie sind verantwortlich dafür, dass es in Österreich sehr viele Schulden gegeben hat und auch heute noch gibt, denn solch einen riesigen Schuldenberg kann man nicht innerhalb kürzester Zeit wieder abbauen. (Abg. Dr. Niederwieser: Sie sagen immer das Gleiche!) Sie sind verantwortlich für eine Politik auf Kosten der Steuerzahler, auf Kosten der Jugend, auf Kosten der Österreicherinnen und Österreicher und auf Kosten der nächsten Generation. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wir Freiheitliche machen Politik für Österreich und für eine gute Zukunft in Österreich, und zwar mit Reformen, die für eine positive Zukunft notwendig sind, und wir können da auf Erfolge verweisen. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ich wiederhole es, auch wenn Sie es nicht mehr hören können: Wir haben das Kinderbetreuungsgeld eingeführt und umgesetzt – etwas, das Sie heute nicht einmal mehr bestreiten und abschaffen wollen, sondern maximal verändern –, wir haben die „Abfertigung neu“ umgesetzt, die Gleichstellung der Arbeiter und Angestellten – etwas, wovon die Sozialdemokratie jahrzehntelang gesprochen hat und es nie umgesetzt hat, wir haben es umgesetzt –, und wir werden morgen ein neues Asylgesetz beschließen.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Sie scheinen es übersehen zu haben, dass es schon einen ersten Schritt der Steuerreform gibt, der ja hier in diesem Hohen Haus schon beschlossen wurde. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich betone: Die Steuerreform, der erste Schritt, wurde beschlossen, nämlich eine Entlastung für den kleinsten Einkommens- und Unternehmensbereich! Eine Entlastung von fast 1 Milliarde €! (Abg. Dr. Matznetter: Die größte Steuerbelastung!) Eine Entlastung, Herr Kollege Matznetter! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: Die größte Steuerbelastung!
Sie scheinen es übersehen zu haben, dass es schon einen ersten Schritt der Steuerreform gibt, der ja hier in diesem Hohen Haus schon beschlossen wurde. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich betone: Die Steuerreform, der erste Schritt, wurde beschlossen, nämlich eine Entlastung für den kleinsten Einkommens- und Unternehmensbereich! Eine Entlastung von fast 1 Milliarde €! (Abg. Dr. Matznetter: Die größte Steuerbelastung!) Eine Entlastung, Herr Kollege Matznetter! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie scheinen es übersehen zu haben, dass es schon einen ersten Schritt der Steuerreform gibt, der ja hier in diesem Hohen Haus schon beschlossen wurde. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich betone: Die Steuerreform, der erste Schritt, wurde beschlossen, nämlich eine Entlastung für den kleinsten Einkommens- und Unternehmensbereich! Eine Entlastung von fast 1 Milliarde €! (Abg. Dr. Matznetter: Die größte Steuerbelastung!) Eine Entlastung, Herr Kollege Matznetter! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Aber Sie haben anscheinend nicht mitbekommen, was das geheißen hat, denn in irgendeiner Forderung, die Sie aufgestellt haben, fordern Sie auf einmal 10 000 € jährlich steuerfrei! – Das ist eine gute Forderung , und wir haben diese mit dieser ersten Etappe der Steuerreform auch schon umgesetzt, nämlich 14 500 € steuerfrei. Das ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Steuerfrei ist ja netto für brutto, Kollege! Ich habe das auch studiert. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das ist ja brutto für netto, Kollege! Das heißt: jährlich 14 500 € steuerfrei! Wir haben umgesetzt, was Sie fordern. Das scheint Ihnen entgangen zu sein, denn Sie haben ja bei guten und sinnvollen Maßnahmen hier im Hohen Haus nicht mitgestimmt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Sie haben dagegen gestimmt! – Abg. Silhavy: Sie vergessen die Belastungen, die Sie beschlossen haben!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Aber Sie haben anscheinend nicht mitbekommen, was das geheißen hat, denn in irgendeiner Forderung, die Sie aufgestellt haben, fordern Sie auf einmal 10 000 € jährlich steuerfrei! – Das ist eine gute Forderung , und wir haben diese mit dieser ersten Etappe der Steuerreform auch schon umgesetzt, nämlich 14 500 € steuerfrei. Das ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Steuerfrei ist ja netto für brutto, Kollege! Ich habe das auch studiert. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das ist ja brutto für netto, Kollege! Das heißt: jährlich 14 500 € steuerfrei! Wir haben umgesetzt, was Sie fordern. Das scheint Ihnen entgangen zu sein, denn Sie haben ja bei guten und sinnvollen Maßnahmen hier im Hohen Haus nicht mitgestimmt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Sie haben dagegen gestimmt! – Abg. Silhavy: Sie vergessen die Belastungen, die Sie beschlossen haben!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Sie haben dagegen gestimmt! – Abg. Silhavy: Sie vergessen die Belastungen, die Sie beschlossen haben!
Aber Sie haben anscheinend nicht mitbekommen, was das geheißen hat, denn in irgendeiner Forderung, die Sie aufgestellt haben, fordern Sie auf einmal 10 000 € jährlich steuerfrei! – Das ist eine gute Forderung , und wir haben diese mit dieser ersten Etappe der Steuerreform auch schon umgesetzt, nämlich 14 500 € steuerfrei. Das ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Steuerfrei ist ja netto für brutto, Kollege! Ich habe das auch studiert. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Das ist ja brutto für netto, Kollege! Das heißt: jährlich 14 500 € steuerfrei! Wir haben umgesetzt, was Sie fordern. Das scheint Ihnen entgangen zu sein, denn Sie haben ja bei guten und sinnvollen Maßnahmen hier im Hohen Haus nicht mitgestimmt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Sie haben dagegen gestimmt! – Abg. Silhavy: Sie vergessen die Belastungen, die Sie beschlossen haben!)
Abg. Dr. Matznetter: Was?
Weiters müssen wir den Menschen in Österreich Sicherheit geben. Das ist ein wichtiger Schritt. Ferner müssen wir auch die Steuerreform mit dem Vorziehen von einzelnen Maßnahmen weiterführen. Wir haben am Anfang der Diskussion gesagt, dass wir Freiheitliche fordern, dass als nächster Schritt der Steuerreform einzelne Maßnahmen vorgezogen werden, und das werden wir umsetzen. Sie werden sehen: Das wird schneller gehen, als Sie glauben! (Abg. Dr. Matznetter: Was?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir wollen langfristig das Flat-Tax-System, nämlich eine flache, gerechte, faire Steuer, ein System, bei dem alle weniger Steuern zahlen. Darum geht es! Alle sollen in einem fairen und gerechten System weniger Steuern zahlen. Es geht darum, endlich das System, das Sie geschaffen haben, zu beseitigen und ein faires und gerechtes System in Österreich umzusetzen. Wir Freiheitlichen arbeiten an einer positiven Zukunft für ein lebenswertes und schönes Österreich. Jammern Sie nicht immer alles krank, sondern arbeiten Sie konstruktiv mit! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin nur froh, dass Frau Abgeordnete Bleckmann bei ihrer Passage über die Regierungsumbildung am meisten selbst gelacht hat, weil sie offenbar auch nicht ernst genommen hat, was sie uns erzählt hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Bleckmann.
Heute sind dem Herrn Sozialminister und ehemaligen Vizekanzler viele Rosen gestreut worden, und es wurde gesagt, dass er weiterhin Sozialminister bleibt. – Neuer Herr Vizekanzler, das kommt einer gefährlichen Drohung sehr nahe, was Sie da gesagt haben! (Zwischenruf der Abg. Dr. Bleckmann.) Auch wenn Sie es nicht hören wollen, Frau Bleckmann, werde ich trotzdem sagen, was Herr Sozialminister Haupt in seiner bisherigen Tätigkeit geleistet hat, und zwar im Telegrammstil.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Für den Hauptverband hat uns der ehemalige Vizekanzler Haupt eine neue sparsame und billige Struktur versprochen, aber dann waren er und die gesamte Regierung nicht einmal fähig, ein verfassungskonformes Gesetz dem Parlament vorzulegen. Die Regierungsparteien haben hier ein Gesetz beschlossen, bei welchem alles wieder aufgehoben wurde! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Abg. Scheibner: Das war nicht er!
Ich rufe seine Flops in Erinnerung: Ambulanzgebühr, Unfallrentenbesteuerung, massive Verschlechterung der Pensionen. (Abg. Scheibner: Das war nicht er!) Zum ÖGB-Modell kann ich nur sagen: Herr Haupt, bitte orientieren Sie sich an dem Leitspruch von Max Walch: Lesen, denken und dann reden! Das ÖGB-Modell kann Herr Haupt nämlich nicht gelesen haben beziehungsweise jedenfalls nicht so wie Herr Klubob-
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Nullen hinter dem Komma sind nicht so wichtig!
Meine Damen und Herren! Wissen Sie, was eine vernünftige Regierungsumbildung gewesen wäre? – Wenn uns der ehemalige Vizekanzler in aller Klarheit – wie er es immer so gerne formuliert hat – gesagt hätte, dass er von allen Ämtern zurücktritt! Wissen Sie, Herr Bundeskanzler, was eine wirklich innovative Regierungsumbildung gewesen wäre? – Sie haben einen Finanzminister, der ein riesengroßes Problem mit den Nullen hinter dem Komma hat. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Nullen hinter dem Komma sind nicht so wichtig!) Wenn Sie den Finanzminister ausgetauscht hätten und den Menschen in diesem Lande einen Finanzminister neu gegeben hätten, der sich mit Zahlen auskennt und rechnen kann, dann wäre das ein Dienst an Österreich gewesen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wissen Sie, was eine vernünftige Regierungsumbildung gewesen wäre? – Wenn uns der ehemalige Vizekanzler in aller Klarheit – wie er es immer so gerne formuliert hat – gesagt hätte, dass er von allen Ämtern zurücktritt! Wissen Sie, Herr Bundeskanzler, was eine wirklich innovative Regierungsumbildung gewesen wäre? – Sie haben einen Finanzminister, der ein riesengroßes Problem mit den Nullen hinter dem Komma hat. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Nullen hinter dem Komma sind nicht so wichtig!) Wenn Sie den Finanzminister ausgetauscht hätten und den Menschen in diesem Lande einen Finanzminister neu gegeben hätten, der sich mit Zahlen auskennt und rechnen kann, dann wäre das ein Dienst an Österreich gewesen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube viel eher, dass Sie wirklich keine Antworten hinsichtlich Ihrer Konzeptlosigkeit und Ratlosigkeit betreffend Ihre Vorstellungen von der Zukunft Österreichs finden! Ich glaube beziehungsweise bin überzeugt davon, dass diese Regierung auch in Zukunft Mut zu Reformen haben wird, um dieses Land zukunftsorientiert gestalten zu können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich sage auch: Diese Regierungsumbildung wird diesen mutigen Weg fortsetzen! Es ist dies in Wahrheit die Sicherung für den Zukunftsstandort Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube, dass wir gerade für die Zukunft und angesichts der Herausforderungen, vor welchen wir stehen – EU-Erweiterung, Harmonisierung der Pensionssysteme, Gesundheitsreform – das Wissen und die Kraft Herbert Haupts in dieser Bundesregierung brauchen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Sie können es gerne tun! Aber schauen Sie doch lieber auf die Probleme in Österreich! Diese blenden Sie jedoch aus!
Meine Damen und Herren! Wenn Frau Dr. Glawischnig sagt, man sollte keine Vergleiche mit anderen Ländern anstellen, dann erwidere ich: Ich muss es tun! Frau Dr. Glawischnig! Wissen Sie, warum ich es tun muss? (Abg. Dr. Glawischnig: Sie können es gerne tun! Aber schauen Sie doch lieber auf die Probleme in Österreich! Diese blenden Sie jedoch aus!) Nur anhand eines Vergleichs sehen Sie nämlich, dass
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
wir in Österreich eine stabile und berechenbare Politik für die Menschen machen. Sie werden es sehen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Ich bringe Ihnen einen Vergleich: Ländermatch Österreich – Deutschland betreffend Agrarinvestitionen: Ein österreichischer Durchschnittsbetrieb hat 17 Hektar Fläche. Die Nettoinvestitionen der österreichischen Betriebe sind von 2000 auf 2002 im Durchschnitt um 31 Prozent gestiegen. Frau Dr. Glawischnig, die Nettoinvestitionen beim durchschnittlichen bäuerlichen Betrieb betragen plus 31 Prozent! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Deutsches Beispiel: Deutschland hat bekanntlich eine rot-grüne Regierung, und im selben Zeitraum gab es auf Grund der rot-grünen Politik in Deutschland im Bereich der Nettoinvestitionen bei deutschen landwirtschaftlichen Betrieben ein Minus von 78 Prozent! – Ich danke unserer Bundesregierung, unserem Bundeskanzler und unserem Landwirtschaftsminister für deren stabile, kalkulierbare Politik für den ländlichen Raum und für die Konsumenten in unserem Lande! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (fortsetzend): Dr. Gusenbauer behauptet, die Steiermark sei ein Notstandsgebiet. – Offensichtlich hat er wirklich keine Informationen darüber, welch zukunftsträchtiger Wirtschaftsstandort die Steiermark ist! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: Das ist aber sehr tief!
Ich habe jetzt die ganze Zeit auf die Regierungsbank geschaut und mir gedacht: Was hat sich geändert? – Das Einzige, was ich feststellen kann, ist, dass nach 17 Jahren zum ersten Mal der Vizekanzler wieder einen Schnurrbart trägt. (Abg. Steibl: Das ist aber sehr tief!) Das ist das Einzige, was sich geändert hat! Wenn das ein Neubeginn ist, dann sage ich Ihnen: Meine Herren von der Regierungsbank, lassen Sie sich Bärte wachsen, dann hat Österreich endlich einen harmlosen Grund, über Sie zu lachen, und nicht immer die Gründe, die Sie uns sonst mit Ihrer Politik vorgeben! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ich fühle mich als Vollbartträger diskriminiert!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ich fühle mich als Vollbartträger diskriminiert!
Ich habe jetzt die ganze Zeit auf die Regierungsbank geschaut und mir gedacht: Was hat sich geändert? – Das Einzige, was ich feststellen kann, ist, dass nach 17 Jahren zum ersten Mal der Vizekanzler wieder einen Schnurrbart trägt. (Abg. Steibl: Das ist aber sehr tief!) Das ist das Einzige, was sich geändert hat! Wenn das ein Neubeginn ist, dann sage ich Ihnen: Meine Herren von der Regierungsbank, lassen Sie sich Bärte wachsen, dann hat Österreich endlich einen harmlosen Grund, über Sie zu lachen, und nicht immer die Gründe, die Sie uns sonst mit Ihrer Politik vorgeben! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ich fühle mich als Vollbartträger diskriminiert!)
Abg. Mag. Molterer: Ich erkläre mich mit Kollegen Van der Bellen solidarisch!
Wenn man einen Neuanfang verspricht, dann meint man normalerweise einen sachlichen und personellen Neuanfang. (Abg. Mag. Molterer: Ich erkläre mich mit Kollegen Van der Bellen solidarisch!) Sehen Sie, mit Rasieren dürfte ich wirklich einen wunden Punkt getroffen haben! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Steibl: Zur Sache!) Es gibt also doch noch etwas, was Sie wirklich interessiert, nämlich die Barttracht des regierenden Mannes! – Wenn Sie sich so für Politik und für die Anliegen der Österreicherinnen und Österreicher interessieren, dann wäre das ein wirklicher Fortschritt!
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Steibl: Zur Sache!
Wenn man einen Neuanfang verspricht, dann meint man normalerweise einen sachlichen und personellen Neuanfang. (Abg. Mag. Molterer: Ich erkläre mich mit Kollegen Van der Bellen solidarisch!) Sehen Sie, mit Rasieren dürfte ich wirklich einen wunden Punkt getroffen haben! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Steibl: Zur Sache!) Es gibt also doch noch etwas, was Sie wirklich interessiert, nämlich die Barttracht des regierenden Mannes! – Wenn Sie sich so für Politik und für die Anliegen der Österreicherinnen und Österreicher interessieren, dann wäre das ein wirklicher Fortschritt!
Beifall bei den Grünen.
Was wäre ein Reformneubeginn? – Einen Neubeginn würde etwa eine ökologische Steuerreform darstellen, nicht aber die Einführung einer Flachsteuer für Reiche! Eine ökologische Steuerreform wäre endlich ein Versuch, eine Grundsicherung für berufsmäßig in Probleme geratene junge Generationen einzuführen und neue Arbeitsmärkte sozial abzusichern. Es wäre dies ein Versuch, Einwanderung intelligent zu nützen und damit Pensionssysteme zu stützen. Es wäre dies ein ernsthafter Versuch, Armut in Österreich zu bekämpfen, anstatt einfach in Anbetracht dessen, dass im Sozialbericht zu lesen steht, dass mehr als 100 000 Kinder in Österreich, also mit Sicherheit Unschuldige, unter dieser Regierung unter der Armutsgrenze leben, zu resignieren. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Wehrpflicht abzuschaffen und endlich diesen sinnlosen Zwang für junge Männer zu beseitigen. – Das wäre ein sachlicher Neubeginn! Genau das haben sicherlich zumindest einige heute von Ihnen, Herr Bundeskanzler, erwartet! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Sie hätten heute nicht die Aufgabe gehabt, zu erklären, warum Sie Hubert nehmen und Herbert degradieren! Vielmehr hätten Sie die Aufgabe gehabt, zu erklären, wie ein sachlicher Neuanfang ausschaut und wie Sie mit einem neuen Finanzminister überzeugend neu beginnen wollen! Wenn Sie nicht in der Lage sind, die Regierung umzubilden, dann wird hoffentlich möglichst bald die österreichische Bevölkerung die Möglichkeit zu einer Totalumbildung dieser Bundesregierung bekommen. Ich hoffe, dass das eher früher als später der Fall sein wird! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Im Anschluss an die Rede des Abgeordneten Pilz muss ich sagen: Opposition bleibt Opposition! Diese Debatten über die Regierungsarbeit, die wir ja öfters führen, spielen sich immer ähnlich ab, nämlich: Die Opposition spult reflexartig ein Ritual ab, das Angstmachen, Miesmachen und noch dazu auch Lächerlichmachen zum Inhalt hat, statt endlich einmal anzuerkennen, was im internationalen Vergleich in Österreich positiv läuft! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Der Herr Bundeskanzler hat es schon gesagt: Wir haben eine der niedrigsten Inflationsraten, und wir haben einen Handelsbilanzüberschuss. Das ist etwas, was in der heutigen Zeit wirklich geradezu gigantisch ist! Wir haben gutes Wachstum. Wir haben bezüglich Budgetsanierung wirklich eine bessere Stellung als viele andere Länder. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition! Sie wurden immer wieder aufgefordert, an dem Reformkonzept mitzuarbeiten, auch heute wieder. So hat Ihnen der neue Vizekanzler Gorbach angeboten, mit Ihnen gemeinsam Regierungstätigkeiten zu besprechen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.) Sie lachen! Aber vielleicht ist es wirklich besser, wenn Sie Ihre Vorschläge gar nicht einbringen. – Ich zitiere jetzt einen Journalisten, der zur Methode der SPÖ Folgendes gemeint hat:
Zwischenruf des Abg. Marizzi.
Auf solch eine Mitwirkung verzichtet man wahrscheinlich wirklich besser! (Zwischenruf des Abg. Marizzi.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte Ihnen noch Folgendes sagen: Es wird immer bemängelt, dass die großen Reformen von der Regierung noch nicht in Angriff genommen worden sind. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Ich komme schon zum Schlusssatz.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Die großen Brocken haben Sie jahrzehntelang vor sich hergeschoben. Die Sanierung des Budgetdefizits, die Reformierung der Bundespensionen und des Gesundheitssystems, das haben Sie alles nicht in Angriff genommen, und deshalb gibt es solche Skandale wie beispielsweise im Pflegeheim Lainz, mit denen wir uns jetzt auch noch auseinander setzen müssen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Und die SPÖ-Abgeordneten?
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Es ist schade, dass es die Regierungsmitglieder offensichtlich nicht der Mühe wert finden, der weiteren Debatte zu folgen. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Und die SPÖ-Abgeordneten?) Es geht um die Regierungserklärung. (Abg. Scheibner: Wo ist die Klubführung? Aus Ihren eigenen Reihen wollen sie nicht zuhören! – Abg. Wittauer: Da wollen Sie uns einen Vorwurf machen? – Unruhe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich halte es für äußerst unhöflich, dass Sie mich am Rednerpult niederbrüllen. Das ist sehr unhöflich, meine Kolleginnen und Kollegen!
Abg. Scheibner: Wo ist die Klubführung? Aus Ihren eigenen Reihen wollen sie nicht zuhören! – Abg. Wittauer: Da wollen Sie uns einen Vorwurf machen? – Unruhe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Es ist schade, dass es die Regierungsmitglieder offensichtlich nicht der Mühe wert finden, der weiteren Debatte zu folgen. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Und die SPÖ-Abgeordneten?) Es geht um die Regierungserklärung. (Abg. Scheibner: Wo ist die Klubführung? Aus Ihren eigenen Reihen wollen sie nicht zuhören! – Abg. Wittauer: Da wollen Sie uns einen Vorwurf machen? – Unruhe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich halte es für äußerst unhöflich, dass Sie mich am Rednerpult niederbrüllen. Das ist sehr unhöflich, meine Kolleginnen und Kollegen!
Abg. Wittauer: Das ist gut, wenn die Regierung eine Erklärung abgeben will! Das ist die Zukunft von Österreich!
Wir haben heute von Ihnen die zweite Regierungserklärung in nur einem Jahr gehört, eine Regierungserklärung der Wunschkoalition des Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel. (Abg. Wittauer: Das ist gut, wenn die Regierung eine Erklärung abgeben will! Das ist die Zukunft von Österreich!) Wir haben heute die zweite Regierungserklärung erlebt, in der es keinen einzigen Ansatz zu einer Alternative im Bereich der für die Menschen wichtigen Zukunftsfragen gegeben hat. Sie haben heute leider keinen einzigen konstruktiven Ansatz dazu geliefert, obwohl es für Österreich so wichtig gewesen wäre. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben heute von Ihnen die zweite Regierungserklärung in nur einem Jahr gehört, eine Regierungserklärung der Wunschkoalition des Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel. (Abg. Wittauer: Das ist gut, wenn die Regierung eine Erklärung abgeben will! Das ist die Zukunft von Österreich!) Wir haben heute die zweite Regierungserklärung erlebt, in der es keinen einzigen Ansatz zu einer Alternative im Bereich der für die Menschen wichtigen Zukunftsfragen gegeben hat. Sie haben heute leider keinen einzigen konstruktiven Ansatz dazu geliefert, obwohl es für Österreich so wichtig gewesen wäre. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben heute nur erlebt, dass es innerhalb der FPÖ-Regierungsmannschaft offensichtlich einen Titelwechsel oder ein Sesselrücken gegeben hat. Die Bilanz von heute ist also leider nichts Neues: nichts wird klarer, in Wirklichkeit bleibt alles beim Alten. Das Traurige dabei ist, dass es von diesen acht Monaten schwarz-blauer Regierung eigentlich nur eine Bilanz des Scheiterns gibt. Ich rufe die Ambulanzgebühren in Erinnerung und die Tatsache, dass wir in Österreich einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen haben. Offensichtlich hat diese Regierung vor, diese Bilanz des Scheiterns zum Schaden von Österreich auch fortzusetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Wo denn?
Die Regierung zeichnet sich weiterhin durch Instabilität und Stillstand aus (Abg. Wittauer: Wo denn?), und wissen Sie, wer dafür verantwortlich ist? – Jener Herr, der eigentlich hier sitzen sollte, nämlich Herr Bundeskanzler Schüssel! Er ist dafür verantwortlich, dass wir eine instabile Regierung haben, weil er persönlich offensichtlich nicht in der Lage ist, Partnerschaft auch tatsächlich zu leben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Die Regierung zeichnet sich weiterhin durch Instabilität und Stillstand aus (Abg. Wittauer: Wo denn?), und wissen Sie, wer dafür verantwortlich ist? – Jener Herr, der eigentlich hier sitzen sollte, nämlich Herr Bundeskanzler Schüssel! Er ist dafür verantwortlich, dass wir eine instabile Regierung haben, weil er persönlich offensichtlich nicht in der Lage ist, Partnerschaft auch tatsächlich zu leben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen das deshalb, denn schauen wir uns die Partner von Bundeskanzler Schüssel in der Vergangenheit an. Wie hat sein erster Partner geheißen? – 1995: Franz Vranitzky. Nach nur sechs Monaten Partnerschaft mit Franz Vranitzky hat Wolfgang Schüssel mutwillig Neuwahlen vom Zaun gebrochen. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit und lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Fragen Sie den Nürnberger!
Wie hat seine zweite Partnerschaft ausgesehen? – 1999: Viktor Klima. Klima wurde von Wolfgang Schüssel getäuscht und hintergangen. (Ironische Heiterkeit und lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Fragen Sie den Nürnberger!) Der Herr Bundeskanzler hat seine schwarz-blaue Wunschkoalition gebildet.
Beifall bei der SPÖ.
Sie, Herr Vizekanzler Gorbach, werden das auch noch zu spüren bekommen. Es wird Kanzlerlob in der Öffentlichkeit geben, doch Sie werden null politischen Bewegungsspielraum haben. Das ist das böse Spiel, das Wolfgang Schüssel auch mit Ihnen spielen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Wo? Wo denn? Das ist nur Wählertäuschung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die SPÖ hat ein Reformkonzept, die SPÖ hat, weil Sie keine Alternativen haben, politische Alternativen anzubieten. (Abg. Wittauer: Wo? Wo denn? Das ist nur Wählertäuschung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir bieten das Projekt „Chance Rot-Weiß-Rot“ an und laden – im Unterschied zu Ihnen – die Bevölkerung zum Dialog ein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die SPÖ hat ein Reformkonzept, die SPÖ hat, weil Sie keine Alternativen haben, politische Alternativen anzubieten. (Abg. Wittauer: Wo? Wo denn? Das ist nur Wählertäuschung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir bieten das Projekt „Chance Rot-Weiß-Rot“ an und laden – im Unterschied zu Ihnen – die Bevölkerung zum Dialog ein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Welch ein Unterschied!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Steibl. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Welch ein Unterschied!)
Abg. Dr. Trinkl – in Richtung SPÖ –: Das ist ja lächerlich!
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Parlament! Wenn Abgeordnete Bures sagt, die Regierung hätte keine Zukunftsthemen, so frage ich, ob Sie welche haben. Ein Stück Papier reicht nicht aus. Es ist schlimm genug, wenn Abgeordneter Gusenbauer die Steiermark als Notstandsgebiet ausruft (Abg. Dr. Trinkl – in Richtung SPÖ –: Das ist ja lächerlich!), obwohl wir bestens dastehen, obwohl wir in vielen Dingen weit voraus sind. Ich kann Ihnen nur sagen: Die SPÖ verunglimpft Regionen und Menschen und hat keine Zukunftsthemen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Parlament! Wenn Abgeordnete Bures sagt, die Regierung hätte keine Zukunftsthemen, so frage ich, ob Sie welche haben. Ein Stück Papier reicht nicht aus. Es ist schlimm genug, wenn Abgeordneter Gusenbauer die Steiermark als Notstandsgebiet ausruft (Abg. Dr. Trinkl – in Richtung SPÖ –: Das ist ja lächerlich!), obwohl wir bestens dastehen, obwohl wir in vielen Dingen weit voraus sind. Ich kann Ihnen nur sagen: Die SPÖ verunglimpft Regionen und Menschen und hat keine Zukunftsthemen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
ist die Förderung der Familie und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dem wurde bisher mit der Einführung des Kinderbetreuungsgeldes für alle, der Anhebung der Familienbeihilfe und dem Kinderbetreuungsgeld auch für Mehrlingsgeburten Rechnung getragen. Mit Ihnen von der SPÖ wäre das nicht möglich gewesen. Sie haben weder bessere Modelle gehabt und schon gar nicht zugestimmt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen
Sehr geehrte Damen und Herren! Diese ÖVP/FPÖ-Regierung mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel an der Spitze ist der Garant für Stabilität, Verlässlichkeit (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) – jawohl – und Sicherheit. (Abg. Mag. Kogler: Das ist die Unwahrheit!) Das kann man nicht mit einem Lächeln abtun, sondern kann es ernst nehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist die Unwahrheit!
Sehr geehrte Damen und Herren! Diese ÖVP/FPÖ-Regierung mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel an der Spitze ist der Garant für Stabilität, Verlässlichkeit (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) – jawohl – und Sicherheit. (Abg. Mag. Kogler: Das ist die Unwahrheit!) Das kann man nicht mit einem Lächeln abtun, sondern kann es ernst nehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Diese ÖVP/FPÖ-Regierung mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel an der Spitze ist der Garant für Stabilität, Verlässlichkeit (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen) – jawohl – und Sicherheit. (Abg. Mag. Kogler: Das ist die Unwahrheit!) Das kann man nicht mit einem Lächeln abtun, sondern kann es ernst nehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Werte Kolleginnen und Kollegen von der Opposition! Dass Ihnen Österreich nicht wichtig ist, wissen wir aus der Zeit der EU-Sanktionen. (Widerspruch bei der SPÖ.) – Jawohl.
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Sehr geehrte Damen und Herren! Zur Erinnerung: Die SPÖ ist bei der Pensionssicherungsreform nicht mitgegangen, obwohl sie genau weiß, dass Reformbedarf besteht. Die deutschen Kollegen oder die Italiener zeigen das vor. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Kollegin Silhavy, ich habe schon lange darauf gewartet. Ich habe anscheinend wieder deinen Nerv getroffen, sprich die Wahrheit gesagt. Wir haben den besseren Weg gewählt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Zur Erinnerung: Die SPÖ ist bei der Pensionssicherungsreform nicht mitgegangen, obwohl sie genau weiß, dass Reformbedarf besteht. Die deutschen Kollegen oder die Italiener zeigen das vor. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Kollegin Silhavy, ich habe schon lange darauf gewartet. Ich habe anscheinend wieder deinen Nerv getroffen, sprich die Wahrheit gesagt. Wir haben den besseren Weg gewählt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Das merkt man bei den Kinderbetreuungseinrichtungen!
Meine Damen und Herren! Neustart heißt, zukunftsorientierte Politik zu machen. Familienthemen waren ausschließlich in dieser Regierung bisher schon in guten Händen und werden es in Zukunft noch mehr sein. (Abg. Silhavy: Das merkt man bei den Kinderbetreuungseinrichtungen!) – Die Kinderbetreuungseinrichtungen hätte auch eine sozialistische Frauenministerin Helga Konrad schon verändern können. Sie wissen das. (Abg. Silhavy: Kindergartenmilliarde!) Die Kindergartenmilliarde wurde nur eingesetzt, um Bauten auszuweiten, aber SPÖ-Landesrat Flecker hat nicht einmal dieses Geld ausgegeben. In der Steiermark liegen noch 200 000 S brach, die die SPÖ nicht verwendet hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Kindergartenmilliarde!
Meine Damen und Herren! Neustart heißt, zukunftsorientierte Politik zu machen. Familienthemen waren ausschließlich in dieser Regierung bisher schon in guten Händen und werden es in Zukunft noch mehr sein. (Abg. Silhavy: Das merkt man bei den Kinderbetreuungseinrichtungen!) – Die Kinderbetreuungseinrichtungen hätte auch eine sozialistische Frauenministerin Helga Konrad schon verändern können. Sie wissen das. (Abg. Silhavy: Kindergartenmilliarde!) Die Kindergartenmilliarde wurde nur eingesetzt, um Bauten auszuweiten, aber SPÖ-Landesrat Flecker hat nicht einmal dieses Geld ausgegeben. In der Steiermark liegen noch 200 000 S brach, die die SPÖ nicht verwendet hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Neustart heißt, zukunftsorientierte Politik zu machen. Familienthemen waren ausschließlich in dieser Regierung bisher schon in guten Händen und werden es in Zukunft noch mehr sein. (Abg. Silhavy: Das merkt man bei den Kinderbetreuungseinrichtungen!) – Die Kinderbetreuungseinrichtungen hätte auch eine sozialistische Frauenministerin Helga Konrad schon verändern können. Sie wissen das. (Abg. Silhavy: Kindergartenmilliarde!) Die Kindergartenmilliarde wurde nur eingesetzt, um Bauten auszuweiten, aber SPÖ-Landesrat Flecker hat nicht einmal dieses Geld ausgegeben. In der Steiermark liegen noch 200 000 S brach, die die SPÖ nicht verwendet hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Sie brauchen nur etwas Gescheites vorzulegen, dann haben Sie unsere Mitwirkung!
Ich denke, dass wir in Zukunft darauf schauen sollen, weitere Reformen umzusetzen, und die SPÖ ist wiederum herzlich eingeladen – natürlich auch die Grünen – mitzugestalten, zum Beispiel bei der Beschlussfassung über die Elternteilzeit, zum Beispiel beim Paket Bildung nach Maß. (Abg. Silhavy: Sie brauchen nur etwas Gescheites vorzulegen, dann haben Sie unsere Mitwirkung!) Wir haben auch bei der Elternteilzeit etwas sehr Vernünftiges vorgelegt, und wir sind bereit, ab 20 Mitarbeiter Teilzeit bis zum siebenten Lebensjahr des Kindes einzuführen; mit Rückkehrrecht trotz der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt. (Abg. Silhavy: Was ist mit denen, die unter 20 Mitarbeiter haben?)
Abg. Silhavy: Was ist mit denen, die unter 20 Mitarbeiter haben?
Ich denke, dass wir in Zukunft darauf schauen sollen, weitere Reformen umzusetzen, und die SPÖ ist wiederum herzlich eingeladen – natürlich auch die Grünen – mitzugestalten, zum Beispiel bei der Beschlussfassung über die Elternteilzeit, zum Beispiel beim Paket Bildung nach Maß. (Abg. Silhavy: Sie brauchen nur etwas Gescheites vorzulegen, dann haben Sie unsere Mitwirkung!) Wir haben auch bei der Elternteilzeit etwas sehr Vernünftiges vorgelegt, und wir sind bereit, ab 20 Mitarbeiter Teilzeit bis zum siebenten Lebensjahr des Kindes einzuführen; mit Rückkehrrecht trotz der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt. (Abg. Silhavy: Was ist mit denen, die unter 20 Mitarbeiter haben?)
Abg. Silhavy: Aber da muss man Geld auch in die Hand nehmen!
Sehr geehrte Damen und Herren von der Opposition! Mut zur Verantwortung ist gefragt (Abg. Silhavy: Aber da muss man Geld auch in die Hand nehmen!), denn nur so ist
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
zukunftsorientierte Politik machbar. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Jetzt musst du aber die Wahrheit sagen! – Abg. Mag. Kogler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wie immer!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Mag. Kogler zu Wort. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Jetzt musst du aber die Wahrheit sagen! – Abg. Mag. Kogler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wie immer!)
Abg. Wittauer: Die graue Krawatte gefällt mir!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Alt-Vizekanzler! Herr Neu-Vizekanzler! (Abg. Wittauer: Die graue Krawatte gefällt mir!) In einer nüchternen Zusammenfassung (Abg. Mag. Mainoni: Hoffentlich nüchtern!): Wo halten wir? – Die Titelrochade soll den Neubeginn eröffnen, wurde vom „Pressesprecher vom Wörthersee“ verkündet. Mehr war bis jetzt nicht zu erfahren. Das ist nichts Aufregendes, das ist nicht einmal aufregend, wenn die Opposition das feststellt. Die Frage stellt sich nur: Von welchem Neubeginn wird hier dauernd geredet? Welcher Neubeginn? (Abg. Wittauer: Ein Neubeginn mit freiheitlicher Reformpolitik!)
Abg. Mag. Mainoni: Hoffentlich nüchtern!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Alt-Vizekanzler! Herr Neu-Vizekanzler! (Abg. Wittauer: Die graue Krawatte gefällt mir!) In einer nüchternen Zusammenfassung (Abg. Mag. Mainoni: Hoffentlich nüchtern!): Wo halten wir? – Die Titelrochade soll den Neubeginn eröffnen, wurde vom „Pressesprecher vom Wörthersee“ verkündet. Mehr war bis jetzt nicht zu erfahren. Das ist nichts Aufregendes, das ist nicht einmal aufregend, wenn die Opposition das feststellt. Die Frage stellt sich nur: Von welchem Neubeginn wird hier dauernd geredet? Welcher Neubeginn? (Abg. Wittauer: Ein Neubeginn mit freiheitlicher Reformpolitik!)
Abg. Wittauer: Ein Neubeginn mit freiheitlicher Reformpolitik!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Alt-Vizekanzler! Herr Neu-Vizekanzler! (Abg. Wittauer: Die graue Krawatte gefällt mir!) In einer nüchternen Zusammenfassung (Abg. Mag. Mainoni: Hoffentlich nüchtern!): Wo halten wir? – Die Titelrochade soll den Neubeginn eröffnen, wurde vom „Pressesprecher vom Wörthersee“ verkündet. Mehr war bis jetzt nicht zu erfahren. Das ist nichts Aufregendes, das ist nicht einmal aufregend, wenn die Opposition das feststellt. Die Frage stellt sich nur: Von welchem Neubeginn wird hier dauernd geredet? Welcher Neubeginn? (Abg. Wittauer: Ein Neubeginn mit freiheitlicher Reformpolitik!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wittauer: Ein matter Applaus!
Das halte ich deshalb für sehr bemerkenswert, weil ich mich umgehend auch noch einmal mit der Problematik – man muss es ja leider schon so nennen – des Herrn Finanzministers auseinander setzen will. In Wirklichkeit könnte man ja meinen, das Ganze ist ein riesengroßes Ablenkungsmanöver. Eine durchgehende Skandalkette von mindestens fünf Skandalen soll davon ablenken, dass der Herr Finanzminister nicht einmal das tut, was er eigentlich tun sollte, nämlich Finanzpolitik machen. Auch hier geschieht nichts! Hier geschieht aussitzen und durchtauchen. Das haben Sie gemeinsam gelernt, das hat er noch von der FPÖ mitgebracht. Aber es ist auch ein Versagen der Wirtschafts- und Finanzpolitik, das diagnostiziert werden muss und das alleine schon den Rücktritt rechtfertigen würde. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wittauer: Ein matter Applaus!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Problem ist, dass er Sie und das ganze Parlament mehr oder weniger absichtlich falsch informiert hat. Und das kann nicht geduldet werden! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Arme Republik! Mit solchen Finanzministern werden wir wirklich nicht mehr weit kommen. Das ist auch eine Begründung. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Okay. Er soll es dem Parlament melden und nicht in die Unwahrheit abtauchen. Ich werfe ihm das vor, denn er verlässt einfach den Boden der Sachlichkeit mit dieser Art; und er soll nicht die Opposition knebeln, wenn sie das aufdeckt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Bösch –: Jetzt sagen Sie etwas dazu!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Dr. Bösch zu Wort. – Bitte. (Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Bösch –: Jetzt sagen Sie etwas dazu!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Wieso?
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben heute in der Früh eine Erklärung vom Herrn Bundeskanzler und vom Herrn Vizekanzler gehört, und diesen Erklärungen wird von Seiten der Opposition – ich entnehme das deren Redebeiträgen – erhebliches Misstrauen entgegengebracht. Doch gerade die Tatsache, meine Damen und Herren, dass dieser Regierungserklärung von Ihnen Misstrauen entgegengebracht wird, beweist, dass Hubert Gorbach und Wolfgang Schüssel auf dem richtigen Weg sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Wieso?)
Abg. Bures: Die liegen im Parlament!
Frau Kollegin Bures! Es reicht nicht, dass Sie hier heraustreten und nur mit Propagandabroschüren herumwinken. Wir hätten gerne von Ihnen inhaltliche Vorschläge gehört, aus denen wir eine klare Alternative erkennen können. (Abg. Bures: Die liegen im Parlament!) Diese Alternative der Opposition ist nicht erkennbar. (Abg. Bures: Unsere Vorschläge liegen im Parlament!)
Abg. Bures: Unsere Vorschläge liegen im Parlament!
Frau Kollegin Bures! Es reicht nicht, dass Sie hier heraustreten und nur mit Propagandabroschüren herumwinken. Wir hätten gerne von Ihnen inhaltliche Vorschläge gehört, aus denen wir eine klare Alternative erkennen können. (Abg. Bures: Die liegen im Parlament!) Diese Alternative der Opposition ist nicht erkennbar. (Abg. Bures: Unsere Vorschläge liegen im Parlament!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Nur durch den Beitritt von uns Freiheitlichen in die Bundesregierung ist diese neue Reformpolitik möglich geworden. All die Punkte, die wir bisher durchgesetzt haben, sind ja auch Punkte, die gerade Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, mittlerweile nur mehr halbherzig bestreiten. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Die hat schon einen Bart, diese Geschichte!
Diese Bundesregierung hat auch das Kindergeld beschlossen (Abg. Öllinger: Die hat schon einen Bart, diese Geschichte!), und ich habe heute verwundert gehört, dass es von Seiten der SPÖ, die eigentlich massiv dagegen aufgetreten ist, jetzt plötzlich Verbesserungsvorschläge zum Kindergeld gibt. Willkommen im Klub! Das hätten wir gerne früher von Ihnen gehört. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures.
Diese Bundesregierung hat auch das Kindergeld beschlossen (Abg. Öllinger: Die hat schon einen Bart, diese Geschichte!), und ich habe heute verwundert gehört, dass es von Seiten der SPÖ, die eigentlich massiv dagegen aufgetreten ist, jetzt plötzlich Verbesserungsvorschläge zum Kindergeld gibt. Willkommen im Klub! Das hätten wir gerne früher von Ihnen gehört. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Bures.)
Abg. Eder: Da habt ihr noch viel Arbeit vor euch!
Meine Damen und Herren! Wir haben im Rahmen dieser Koalition noch enorme Arbeit zu leisten. Diese Arbeit liegt vor uns und in diese Arbeit hinein wollen wir unsere Energie legen. Wir haben klar die Sanierung des Gesundheitswesens vor uns, eine wichtige Thematik, die diese Regierung in ihrer Gesamtheit fordern wird und die wir anpacken werden. (Abg. Eder: Da habt ihr noch viel Arbeit vor euch!) Wir haben die Harmonisierung der Pensionen durchzuführen, wir haben die Sicherheitspolitik auf einen neuen Weg zu bringen und auch im Sinne der Menschen das Land weiter zu modernisieren, wie wir es im Jahre 2000 begonnen haben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
All das sind Beschlüsse dieser Bundesregierung, die von uns Freiheitlichen mitgetragen worden sind und die eine klare Politik in die Zukunft hinein zeigen. Die Opposition ist eingeladen, sich zu diesen wichtigen Themen einzubringen in der Debatte hier im Nationalrat und nicht, wie es ihr großer Vorsitzender heute Morgen hier dokumentiert hat, einfach eine sozialdemokratische Njet-Politik an den Tag zu legen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn in der heutigen Debatte oftmals auch die Arbeitsplätze in Österreich in die Ziehung genommen worden sind, so ist, glaube ich, mit Hubert Gorbach nunmehr der richtige Vizekanzler in dieser Bundesregierung, denn sein Struktur- und Infrastrukturpaket hat im letzten Jahr nachweislich 0,7 Prozent des BIP-Zuwachses und damit Tausende Arbeitsplätze in Österreich gesichert, und das ist gut so. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren von den Oppositionsparteien! Ich glaube, Sie haben sich damit in den Augen der Österreicherinnen und Österreicher keinen guten Dienst erwiesen. Diese wünschen sich, dass alle in diesem Hohen Hause die Interessen aller Österreicher umsetzen und nicht wider besseres Wissen jemanden, der sein Amt antritt – und der ein schwieriges Amt antritt –, schon von vornherein madig machen. Sie werden dafür von den Österreicherinnen und Österreichern auch die Rechnung präsentiert bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie können ruhig darüber lachen. Ich weiß, gerade auch als Parteiobmann – und das sei mir auf Grund Ihres Lachens und Ihres Zwischenrufes auch zu sagen gestattet –, dass es uns und unserer Partei zurzeit nicht gut geht. Aber Kollege Kummerer wird mir auch Recht geben, wenn ich sage, dass es in dieser Regierung und in dieser Zukunftspartnerschaft auch so ist, dass sich das Erneuerungsferment im Rahmen der Erneuerung aufgerieben hat. Wir werden jetzt darangehen, das Ferment – die freiheitliche Handschrift – in dieser Erneuerungsgemeinschaft so stark zu machen, dass sie eine Zukunftspartnerschaft ist und im Interesse aller Österreicherinnen und Österreicher auch bleibt. Und das ist gut so, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Im Jahre 2002 in den Regierungsverhandlungen haben Sie es mit der Sperrminorität von 36 Prozent hier im Hohen Haus wieder abgelehnt, Verantwortung für Österreich zu übernehmen. Ich bin stolz darauf, dass meine Partei, obwohl sie bei den Wahlen deutlich schwächer geworden ist, die Verantwortung für Österreich übernommen hat, und ich gebe daher mit gutem Gewissen die Stafette an Hubert Gorbach als Vizekanzler weiter. Er wird für Österreich das umsetzen, was für diese Republik notwendig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Und was die Jugendbeschäftigung in Österreich betrifft, so haben wir in fünf Bundesländern den Turnaround erreicht: mehr Arbeitsplätze für Lehrlinge in der Lehrlingsausbildung als Lehrlinge, die Lehrstellen suchen. Nur in Wien und in drei anderen Bundesländern ist es anders. Machen Sie Ihre eigene Politik in Wien verantwortlich und plakatieren Sie nicht: Was mache ich mit 1 000 Lehrlingen?! – Zerbrechen Sie sich selbst den Kopf darüber, was Sie mit den Lehrlingen machen! Ein so hilfloses Plakat wie das von der Sozialdemokratie in Wien habe ich schon lange nicht mehr gesehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich werde mich in den nächsten Wochen und Monaten um das Schwerarbeitermodell für die Frühpensionierung kümmern. 50 Jahre hat es gebraucht, und kein Einziger aus dem Bereich der BUAK, der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse, ist als Arbeiter in den Genuss der Hackler-Regelung gekommen. Das muss endlich beendet werden, und darauf werde ich als Sozialminister hinarbeiten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich darf Sie schon auch darauf aufmerksam machen, dass Sie bei der Pensionsdebatte im Frühjahr dieses Jahres vollmundig für Ende September das Modell der Sozialpartnerschaft versprochen haben. Wir haben jetzt Ende Oktober und stehen knapp vor dem Nationalfeiertag unserer Republik. Ich hoffe, dass wenigstens zu diesem Tag die Sozialpartnerschaft mit uns gemeinsam in den Dialog zur Harmonisierung der Pensionen eintreten wird – so, wie es versprochen ist –, sonst wird diese Regierung für die Zukunft Österreichs auch dieses Problem im Eigenen lösen müssen. Aber Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der Opposition, werden keine Ausrede haben, dass Sie nicht eingeladen gewesen wären, mitzumachen und mitzugestalten. Das möchte ich heute hier auch in aller Klarheit feststellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Weil Sie mir in den letzten Tagen das Verfassungsgerichtshoferkenntnis zum Hauptverband vorgeworfen haben, darf ich dazu Folgendes sagen: Ich habe es mir nicht leicht gemacht. Wir haben wissenschaftliche Gutachten von renommierten Professoren österreichischer Universitäten eingeholt – im Übrigen auch von jenem, der bezüglich des morgen zur Debatte stehenden Vorhabens des Asylgesetzes meint, dass es nicht verfassungskonform sei; beim Hauptverband hat er die gegenteilige Meinung vertreten, nämlich dass die Reform verfassungskonform sei. Sie sehen daher: Eine Regierung ist gut beraten, sich nicht auf Gutachter zu verlassen, sondern auf den Rechtsstaat. Und in einem Rechtsstaat ist es gut, dass wir Gerichte haben, die dann judizieren, wenn es unterschiedliche Rechtsauffassungen gibt – und nicht die Sachverständigen über die Medien einmal die eine und einmal die andere Meinung vertreten. In einem Rechtsstaat ist es gut, dass es Höchstgerichte gibt. Wir werden auch mit Dieter Böhmdorfer dafür sorgen, dass dieser Rechtsstaat ausgebaut wird, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Bundeskanzler Dr. Schüssel reicht Bundesminister Mag. Haupt die Hand.
Ich darf mich auch beim Herrn Bundeskanzler und seinem Team in der Bundesregierung für die freundschaftliche Aufnahme und die gute Zusammenarbeit bedanken. Eines ist mir auch klar geworden, sehr geehrte Damen und Herren: Die Guten in dieser Republik sind nicht jene, die die Verantwortung ablehnen, sondern jene, die die Zukunft für Österreich gewinnen. Manchmal dauert es Jahre, bis die Bevölkerung erkennt, wer es gut mit ihr meint, aber ich bin mir sicher, dass die Verdienste in der Zukunft anders bewertet werden als gestern und vorgestern. – Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Bundeskanzler Dr. Schüssel reicht Bundesminister Mag. Haupt die Hand.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Na geh! – Abg. Wittauer: Schuld für Wien ist auch der Bund!
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich zum Herrn Sozialminister vielleicht ein Wort sagen, weil er sagt, derjenige ist gut, der Verantwortung übernimmt. – Herr Bundesminister! Wenn Sie sagen, das Problem der Arbeitsmarktpolitik in Österreich bestehe darin, dass in Wien so große Probleme bestehen, dann nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass die Verantwortung dafür dem Bund zukommt und nicht der Stadt Wien! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Na geh! – Abg. Wittauer: Schuld für Wien ist auch der Bund!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Es gibt genug Beispiele, wie die SPÖ mit Leuten umgeht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das, was man überall anders schon weiß, ist, dass dieses Tier nicht zu reiten ist, weil es nämlich nicht weiß, wer es ist und wo es hin will: Die einen wollen in Opposition, die anderen wollen in die Regierung. Und das, was Sie tun, ist: Sie tauschen den Reiter aus – und lassen bei dieser Gelegenheit auch noch den einzigen Tierarzt, der vielleicht geholfen hätte, gehen. Das ist das Problem, das wir heute diskutieren – und nicht eine Regierungserklärung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Es gibt genug Beispiele, wie die SPÖ mit Leuten umgeht!)
Abg. Wittauer: Der Gorbach braucht Ihre Verteidigung nicht!
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, die Tatsache, dass er jetzt in die Funktion des Vizekanzlers aufrückt und sich um die ganzen Querelen innerhalb dieser Regierung – und insbesondere seiner Partei – zu kümmern hat, führt notwendigerweise dazu, dass er die Zeit, die er benötigt, um für Österreich und die Menschen, die in diesem Lande leben, eine vernünftige Verkehrspolitik machen zu können, nicht mehr hat, und den Aufwand, den er dafür treiben muss, nicht mehr treiben kann. Und das ist das Problem, das wir heute zu beklagen haben. (Abg. Wittauer: Der Gorbach braucht Ihre Verteidigung nicht!)
Abg. Eder: Zeit hat er keine!
Das Gleiche gilt, wenn es darum geht, die österreichischen Interessen im Bereich einer Wachstumsinitiative der Europäischen Union aktiv zu vertreten. Und das ist notwendig, damit diese Projekte kommen und damit sie entsprechend gefördert werden. Dazu braucht es Zeit und Engagement des Verkehrsministers. (Abg. Eder: Zeit hat er keine!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Lassen Sie mich ein Allerletztes sagen: Herr Bundeskanzler, auch Sie tragen Verantwortung dafür, dass in diesem Verkehrs- und Technologieressort etwas weitergeht. Auch Sie tragen Verantwortung dafür, dass auch jetzt, da Verkehrsminister Gorbach Vizekanzler wird, dort weiterhin etwas weitergeht. Ich verstehe daher nicht, wieso Sie ihm einen Staatssekretär ins Haus setzen, der nur eines kann: bremsen oder verhindern. Mit einem Statthalter Kukacka wird im Verkehrsministerium überhaupt nichts mehr weitergehen, und daher war das eine schlechte Entscheidung, von der Sie uns heute in Kenntnis gesetzt haben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Kollege Einem, ich denke, eines ist nicht ganz fair: dass Sie Erfolge für Wien monieren, aber die Misserfolge, die durch die Wiener Stadtpolitik verursacht werden, an den Bund abgeben. Ich glaube, so geht es nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: ... Irak-Krieg!
Oder werfen wir überhaupt einen Blick über den Kontinent hinaus: Das Budgetdefizit der USA beträgt heuer 374 Milliarden US-Dollar. Das ist der höchste Stand, den es je in der Geschichte der USA gegeben hat. Krieg, schwache Konjunktur (Abg. Dr. Cap: ... Irak-Krieg!) und Steuerzuckerl, die die Regierung Bush in den letzten Jahren verteilt hat, sind ein Weg, der uns nicht als empfehlenswert erscheint.
Abg. Parnigoni: Aber nicht kaputtsparen!
Schauen wir nicht auf andere, sondern schauen wir auf uns selbst! Auch wenn die Maßnahmen dieser Regierung nicht immer populär sind, so sind sich doch die Österreicherinnen und Österreicher dessen bewusst, dass gerade im Sozialbereich, im Gesundheitswesen, in der Sicherheitspolitik, in der Finanz- und Steuerpolitik Änderungen herbeigeführt werden müssen, um den Standort Österreich attraktiv zu halten, die Lebensqualität für lange Zeit zu gewährleisten (Abg. Parnigoni: Aber nicht kaputtsparen!) und Standards zu sichern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Schauen wir nicht auf andere, sondern schauen wir auf uns selbst! Auch wenn die Maßnahmen dieser Regierung nicht immer populär sind, so sind sich doch die Österreicherinnen und Österreicher dessen bewusst, dass gerade im Sozialbereich, im Gesundheitswesen, in der Sicherheitspolitik, in der Finanz- und Steuerpolitik Änderungen herbeigeführt werden müssen, um den Standort Österreich attraktiv zu halten, die Lebensqualität für lange Zeit zu gewährleisten (Abg. Parnigoni: Aber nicht kaputtsparen!) und Standards zu sichern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Seit einigen Jahren hat sich die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich auf Grund unserer gezielten Standortpolitik deutlich verbessert. Im gesamten europäischen Wettbewerb und in einem Bericht der Europäischen Kommission, in dem nach 88 Kriterien bewertet wird, liegt Österreich klar vor Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Belgien, Frankreich, Spanien, Griechenland oder Italien. – Ein Beweis mehr, dass diese Regierung richtig arbeitet, denn Österreich ist ein sicherer Wirtschaftsstandort und ein Land der sicheren Arbeitsplätze! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Zum Abschluss möchte ich Ihnen einen Vergleich aus der Fußballersprache bringen: Meine Damen und Herren von der SPÖ! Mit Ihrer Politik spielen Sie in der Kreisliga. – Dank unserer Regierung spielt Österreich in der Champions League! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Kollege, ich glaube, da sollten Sie sich neu umschauen und nicht von der Champions League reden, sondern anstreben, dass bei uns wieder einmal eine Champions League auf die Regierungsbank kommt – und nicht das letzte Aufgebot. Darum geht es, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da erinnern Sie mich an etwas! Wer war denn da mit dabei, Frau Kollegin? Das sollten Sie besser nicht erwähnen!
Mit der vorgestrigen Regierungsumbildung ist deutlich geworden, dass jetzt nur mehr „Umgelobungen“ stattfinden. Angelobungen waren im Jahr 2000 ja praktisch nur über einen unterirdischen Gang möglich. (Abg. Scheibner: Da erinnern Sie mich an etwas! Wer war denn da mit dabei, Frau Kollegin? Das sollten Sie besser nicht erwähnen!) Die „Umgelobungen“ haben, wie gesagt, zu einer – wie soll man sagen? – Taferlwechslerei geführt. Es bleibt nicht viel übrig, als einen Herrn aus Vorarlberg als den der ÖVP angenehmsten Partner als Vizekanzler zu nehmen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Neuwahlen sind deshalb für mich nicht eine Sache des Jahres 2006, sondern Neuwahlen müssen möglichst bald stattfinden, denn mit diesem Aufgebot hat Österreich gerade auf der internationalen Bühne abgewirtschaftet. Und das haben die Österreicherinnen und Österreicher nicht verdient. Wir brauchen nicht einen anderen Vizekanzler, wir brauchen eine neue, andere Regierung! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sie von der Opposition sollten etwas vorsichtiger damit sein, die Regierungsarbeit, vor allem aber auch die Regierungsmitglieder so leichtfertig zu kritisieren und deren Arbeit herunterzumachen. Diese Bundesregierung ist angetreten, um diesen Staat zu reformieren, ist angetreten, um in diesem Staat die Schulden abzubauen, und ist angetreten, um den Österreicherinnen und Österreichern eine bessere Zukunft zu garantieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Da Herr Abgeordneter Einem es angesprochen hat: Hubert Gorbach, unser Vizekanzler, kommt aus der Wirtschaft. Er ist Exportmanager gewesen, hat berufliche Erfahrung, war langjähriger Prokurist eines großen Textilunternehmens, bevor er Landesstatthalter wurde, sich dem Straßen- und Hochbau widmete und sich auch da Kompetenzen angeeignet hat. Er gehört zu den Menschen, die Erfahrung haben, die wissen, worum es bei der Regierungsarbeit geht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Herbert Haupt ist seit 1975 Tierarzt, hat seinen Beruf in der Praxis ausgeübt. Er war seit 1986 im Nationalrat, seither auch Mitglied des Sozialausschusses. Ich glaube, es ist unzweifelhaft, dass er höchste soziale Kompetenz hat. Österreich kann sich keinen Besseren als Sozialminister wünschen als unseren Herbert Haupt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Im Turnsaal!
Karl Schweitzer – um weiter fortzufahren –: Es gibt doch niemanden, der geeigneter ist, in Sportangelegenheiten das Wort zu ergreifen, als Karl Schweitzer, der ebenfalls Professor ist (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Im Turnsaal!), aktiver Sportprofessor ist, der sich sowohl beim Breitensport als auch beim Spitzensport auskennt, beim Leistungssport und beim Schulsport. Wenn dieser Mann spricht, dann hat er höchste Kompetenz, weil er selbst weiß, worum es in diesem Metier geht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Karl Schweitzer – um weiter fortzufahren –: Es gibt doch niemanden, der geeigneter ist, in Sportangelegenheiten das Wort zu ergreifen, als Karl Schweitzer, der ebenfalls Professor ist (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Im Turnsaal!), aktiver Sportprofessor ist, der sich sowohl beim Breitensport als auch beim Spitzensport auskennt, beim Leistungssport und beim Schulsport. Wenn dieser Mann spricht, dann hat er höchste Kompetenz, weil er selbst weiß, worum es in diesem Metier geht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gaál: Hat keine Kompetenz!
Wir können natürlich auch auf Staatssekretär Reinhart Waneck zählen. Er ist seit 1971 aktiver Arzt, Universitätsprofessor und Direktor eines Krankenhauses, der weiß, was sich im Gesundheitswesen abspielt. (Abg. Gaál: Hat keine Kompetenz!) Das ist kein
Zwischenruf des Abg. Schieder.
Oder: Bundesminister Dieter Böhmdorfer. Ich glaube, wenn man 27 Jahre lang selbständiger Rechtsanwalt ist, dann kennt man sich im Justizbereich aus und weiß wirklich, wo die Probleme liegen und wo die Reformen anzusetzen sind. (Zwischenruf des Abg. Schieder.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Ausverkauf! – Abg. Dr. Cap: Räumungsverkauf!
Das sind unsere freiheitlichen Regierungsmitglieder – allesamt mit Erfahrung! (Abg. Dr. Gusenbauer: Ausverkauf! – Abg. Dr. Cap: Räumungsverkauf!)
Abg. Dr. Gabriela Moser: 20 Jahre ...!
Dieter Brosz ist wenigstens ein halbes Jahr lang Mietrechtsberater gewesen. (Abg. Dr. Gabriela Moser: 20 Jahre ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Österreich vertraut lieber berufserfahrenen Politikern, denn sie sind der Garant für Reformen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Wittauer – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Gisela, zeig es uns jetzt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin hat sich Frau Abgeordnete Mag. Wurm zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Wittauer – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Gisela, zeig es uns jetzt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Herr Abgeordneter Mainoni kann es drehen und wenden, wie er will: Das Menetekel über das Ableben der Regierung Schüssel II ist bereits an die Wand geschrieben. Der Zerfall schreitet voran, das Ende naht. Die Regierung liegt in ihren letzten Zügen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wittauer.) Das Errichten von Seilschaften und Freunderlwirtschaft gehört zum Tagesgeschäft. Einerseits wird Staatseigentum unter seinem Wert verkauft und andererseits taucht zum Beispiel Frau Ex-Ministerin Monika Forstinger, die aus der Regierung entlassen wurde, die abgedankt hat, wieder in einem Bereich auf, von dem sie vorher abgesetzt wurde. Auch das ist ein Zeichen des Abdankens dieser Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Wieso seid ihr wieder in die Regierung hineingegangen? Landesrat für Verkehr! Das ist doch eine Frechheit, was gesagt wird!
Die Liste der MinisterInnen für Verkehr und Technologie ist lang, Herr Bundesminister und jetzt Vizekanzler. Sie wissen das und Sie haben eine Hypothek, denn das Ergebnis der bisherigen Verkehrspolitik ist jämmerlich. Wir wissen, dass der Transitvertrag ausläuft, es ist keine Nachfolgeregelung in Sicht. (Abg. Wittauer: Wieso seid ihr wieder in die Regierung hineingegangen? Landesrat für Verkehr! Das ist doch eine Frechheit, was gesagt wird!) Es ist leider nichts in Sicht und vor allen Dingen die Tiroler und Tirolerinnen leiden darunter. Das ist ein trauriges Beispiel, das ist eine traurige Bilanz. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Liste der MinisterInnen für Verkehr und Technologie ist lang, Herr Bundesminister und jetzt Vizekanzler. Sie wissen das und Sie haben eine Hypothek, denn das Ergebnis der bisherigen Verkehrspolitik ist jämmerlich. Wir wissen, dass der Transitvertrag ausläuft, es ist keine Nachfolgeregelung in Sicht. (Abg. Wittauer: Wieso seid ihr wieder in die Regierung hineingegangen? Landesrat für Verkehr! Das ist doch eine Frechheit, was gesagt wird!) Es ist leider nichts in Sicht und vor allen Dingen die Tiroler und Tirolerinnen leiden darunter. Das ist ein trauriges Beispiel, das ist eine traurige Bilanz. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Also bitte!
Damit wir aber in Österreich den hohen Lebensstandard halten können, für den die Sozialdemokraten in diesem Staat verantwortlich waren, für den sie Verantwortung trugen, ist neben einer guten Infrastrukturpolitik auch noch eine effiziente Wirtschaftspolitik wichtig, die jedoch nicht vorhanden ist. Es wäre auch noch eine hervorragende Bildungs- und Forschungspolitik wichtig. In diesem Bereich, sehr geehrte Damen und Herren, wurde aber überhaupt alles verhunzt, was zu verhunzen ist. (Abg. Scheibner: Also bitte!)
Beifall bei der SPÖ.
Die zuständige Ministerin, Elisabeth Gehrer, übt sich immer mehr in Realitätsverweigerung und redet ihr Ressort schön, wo es schon lange nichts mehr zu beschönigen gibt. Die österreichischen Universitäten und auch Schulen leiden unter eklatantem Geldmangel. Vergangene Woche sind in Innsbruck 2 500 Schüler und Schülerinnen auf die Straße gegangen, weil sie um ihre Zukunft fürchten, weil die entsprechenden Mittel nicht vorhanden sind, weil sie Angst haben, dass sie bei dieser Politik schlicht und einfach keine Zukunft haben und nicht jene Bildung erlangen, die notwendig wäre. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was heißt das wieder?
Doch das rührt Frau Ministerin Gehrer nicht. Sie träumt von Nobelpreisen. Im Gegensatz dazu werden aber morgen Honoratioren wie der Star-Chirurg Professor Margreiter auf die Straße gehen, um sich dagegen zu wehren, was hier passiert, nämlich die Zerschlagung der Medizinischen Fakultät Innsbruck. All diese Professoren gehen morgen auf die Straße, können keine Menschenleben retten, weil sie der Meinung sind, da können sie nicht mehr zuschauen. (Abg. Scheibner: Was heißt das wieder?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das ist auch eine Absage an die Forschungspolitik. Das ist eine Absage an diese so genannte Scheinautonomie – und diese haben Sie zu verantworten! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Wittauer: Gisela, sag doch endlich einmal die Wahrheit!
Sehr geehrte Damen und Herren! In diesem Klima, in dem solche Zustände herrschen (Abg. Wittauer: Gisela, sag doch endlich einmal die Wahrheit!), kann auf der anderen Seite natürlich auch keine Spitzenforschung gemacht werden. Und das ist das Traurige! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! In diesem Klima, in dem solche Zustände herrschen (Abg. Wittauer: Gisela, sag doch endlich einmal die Wahrheit!), kann auf der anderen Seite natürlich auch keine Spitzenforschung gemacht werden. Und das ist das Traurige! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Unerträglich ist das!
Lassen Sie mich zum Schluss noch sagen: Diese Regierungsumbildung greift zu kurz – Strasser, Grasser, Gehrer hätten dazu gehört. Doch was bleibt dann? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Unerträglich ist das!)
Beifall bei der ÖVP.
Das dritte Konjunkturpaket ist in Vorbereitung. Das dürfte sich hoffentlich schon bis zu Ihnen durchgesprochen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gusenbauer: 11 Prozent!
Es ist schon klar: Herr Haider hat in Oberösterreich durchaus einen persönlichen Zugewinn erreicht (Abg. Dr. Gusenbauer: 11 Prozent!), aber Erster ist noch immer derjenige, der am weitesten springt, am höchsten springt oder als Erster die Ziellinie passiert. Und das ist noch immer Herr Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist schon klar: Herr Haider hat in Oberösterreich durchaus einen persönlichen Zugewinn erreicht (Abg. Dr. Gusenbauer: 11 Prozent!), aber Erster ist noch immer derjenige, der am weitesten springt, am höchsten springt oder als Erster die Ziellinie passiert. Und das ist noch immer Herr Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Auf einer SPÖ-Homepage – und das ist der Tiefpunkt an politischer Kultur, der Gipfel an Geschmacklosigkeit – erfolgt die Verunglimpfung der Politik des oberösterreichischen Landeshauptmannes durch die Darstellung von Exkrementen. Da bitte hört sich doch jede Dialogfähigkeit auf! Dann brauchen wir nicht von Beispielwirkung gegenüber der jungen Generation zu reden. Das ist ein untergriffiger Wahlkampfstil, das ist energisch zurückzuweisen und abzulehnen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Auf die Inhalte in einer Partnerschaft und darauf, wie die Menschen miteinander umgehen, kommt es an. Die Österreichische Volkspartei kann mit den Sozialdemokraten in Tirol, weil sie wahrscheinlich fair miteinander umgehen, die Österreichische Volkspartei kann mit den Grünen in Oberösterreich und die Österreichische Volkspartei kann mit den Freiheitlichen im Bund. – Auf eine gute Zukunft für unsere Republik! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Heinzl: Sie haben Ihre Aktien auch vergessen!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Werte Kollegen auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Ich habe den Eindruck, Herr Abgeordneter Gusenbauer, da Sie da einen polemischen Einwand machen, dass die Sozialdemokratie mit einem besonderen Kurzzeitgedächtnis in diese Debatte hineingegangen ist, denn Sie haben 30 Jahre lang gezeigt, was Sie in der Finanzpolitik zusammenbringen. (Abg. Heinzl: Sie haben Ihre Aktien auch vergessen!)
Abg. Gaál: ... Ihr Sanierungsfall!
Sie dürften vergessen haben, dass Sie es waren, die uns einen Sanierungsfall überlassen haben. Ihre Bilanz heißt: Sie haben uns Schulden in der Höhe von 133 Milliarden € hinterlassen, Sie haben uns eine jährliche Zinsbelastung in der Höhe von 6,6 Milliarden € hinterlassen. 6 600 Millionen € müssen die Steuerzahler alleine an Zinsen bezahlen! (Abg. Gaál: ... Ihr Sanierungsfall!) Sie haben uns außerbudgetäre Schulden in der Höhe von 19,5 Milliarden € hinterlassen. – Das ist die Bilanz, die Sie zu verantworten haben.
Abg. Parnigoni: Wieso sind Sie noch nicht zurückgetreten?
Diese Koalition ist – ganz im Unterschied dazu – angetreten, um mit ganzer Kraft für Österreich zu arbeiten. Und es hat sich ausgezahlt, meine Damen und Herren! (Abg. Parnigoni: Wieso sind Sie noch nicht zurückgetreten?)
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt, meine Damen und Herren: Es hat sich ausgezahlt für Österreich, und zwar nachweisbar. Die Daten und Fakten zeigen es. Das ist ein großer Erfolg dieser Bundesregierung in der Finanz- und Wirtschaftspolitik. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Sie haben Aktien geschaufelt!
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Sie haben Defizite von 3 Prozent, 4 Prozent, selbst noch von 5 Prozent in den neunziger Jahren gemacht. (Abg. Parnigoni: Sie haben Aktien geschaufelt!) Wir haben 2001 das erste Mal seit mehr als 30 Jahren einen Überschuss von 0,3 Prozent erwirtschaftet. (Abg. Dr. Cap: Was haben Sie zu verbergen?) Wir haben eine Wende in der Finanzpolitik geschafft. Sie haben uns darauf gesagt, das werde ein Einmal-Ereignis sein, das sei nur über die Einnahmenseite geschafft worden, wir würden das nicht noch einmal zusammenbringen.
Abg. Dr. Cap: Was haben Sie zu verbergen?
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Sie haben Defizite von 3 Prozent, 4 Prozent, selbst noch von 5 Prozent in den neunziger Jahren gemacht. (Abg. Parnigoni: Sie haben Aktien geschaufelt!) Wir haben 2001 das erste Mal seit mehr als 30 Jahren einen Überschuss von 0,3 Prozent erwirtschaftet. (Abg. Dr. Cap: Was haben Sie zu verbergen?) Wir haben eine Wende in der Finanzpolitik geschafft. Sie haben uns darauf gesagt, das werde ein Einmal-Ereignis sein, das sei nur über die Einnahmenseite geschafft worden, wir würden das nicht noch einmal zusammenbringen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.
Wir haben es auch geschafft, die Abgabenquote, die Steuerbelastung, deutlich zu reduzieren. Sie haben uns eine Abgabenquote von 44,6 Prozent hinterlassen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.) Die Abgabenquote ist bereits im letzten Jahr, 2002, auf 43,9 Prozent zurückgegangen, sie wird im nächsten Jahr das Ausmaß von 43,6 Prozent haben. (Abg. Dr. Cap: Wie geht es Ihren Aktien?) Das letzte Mal hatte Österreich eine so niedrige Abgabenquote im Jahr 1995. Diese Bundesregierung hat es also geschafft, die Abgabenbelastung für die Bevölkerung um 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, also um mehr als 2 Milliarden €, zu reduzieren. Und wir sind stolz darauf!
Abg. Dr. Cap: Wie geht es Ihren Aktien?
Wir haben es auch geschafft, die Abgabenquote, die Steuerbelastung, deutlich zu reduzieren. Sie haben uns eine Abgabenquote von 44,6 Prozent hinterlassen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Gusenbauer.) Die Abgabenquote ist bereits im letzten Jahr, 2002, auf 43,9 Prozent zurückgegangen, sie wird im nächsten Jahr das Ausmaß von 43,6 Prozent haben. (Abg. Dr. Cap: Wie geht es Ihren Aktien?) Das letzte Mal hatte Österreich eine so niedrige Abgabenquote im Jahr 1995. Diese Bundesregierung hat es also geschafft, die Abgabenbelastung für die Bevölkerung um 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, also um mehr als 2 Milliarden €, zu reduzieren. Und wir sind stolz darauf!
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben die erste Etappe der Steuerreform bereits beschlossen. Sie tritt am 1. Jänner nächsten Jahres in Kraft. All das senkt die Steuern und Abgaben. Das ist der richtige Weg für Österreich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Sie haben das auch selbst steuerschonend ...!
Meine Vorgänger im Amt des Finanzministers hatten die „Kreativität“, eine 13. Umsatzsteuervorauszahlung einzuführen. Sie haben damit die Wirtschaft belastet und haben sich einen Kredit in der Höhe von 1,7 Milliarden € geben lassen. Wir haben gesagt: Auch in Österreich hat das Jahr nur zwölf Monate. Daher: Diese Geldbeschaffungsaktion gibt es nicht mehr, wir haben die 13. Umsatzsteuervorauszahlung abgeschafft. (Abg. Parnigoni: Sie haben das auch selbst steuerschonend ...!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Parnigoni: Das ist eine gefährliche Drohung!
Wir sind keine Insel der Seligen, aber wir sind ein sicherer Hafen. Wir haben ein gutes Fundament geschaffen. Das Konjunkturbelebungspaket 3, die nächste Etappe der Steuerreform, wird einen ganz wichtigen Wachstumsimpuls, einen wichtigen Beschäftigungsimpuls für Österreich bringen. Stimmen Sie diesem richtigen Weg für Österreich zu! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Parnigoni: Das ist eine gefährliche Drohung!)
Abg. Scheibner: Seid froh, dass ihr diskutieren könnt!
Jetzt sind wir in einem Stadium, meine sehr geehrten Damen und Herren, in dem man sich die Frage stellen muss: Wird es nicht langsam etwas zu eng? – Jetzt sitzen Sie heute schon wieder da und machen eine Regierungserklärung. (Abg. Scheibner: Seid froh, dass ihr diskutieren könnt!) Jetzt kommen die Regierungserklärungen und die Stellungnahmen der Bundesregierung fast schon in einer Taktrate von einem Monat, in denen Sie sich zu den nächsten Vorhaben der Regierung immer neu erklären müssen. Es fällt Ihnen nichts ein als wieder der Verweis: Das Kindergeld haben wir für Österreich geschaffen – und jetzt nehmen wir uns vieles vor.
Abg. Dr. Cap: Null!
Aber wo sind die Antworten bezüglich Pensionsreform? Wo sind die Antworten bezüglich Steuerreform? (Abg. Dr. Cap: Null!) Wo sind die Antworten, meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, bezüglich der Frage Gesundheitsreform? (Abg. Dr. Cap: Nullen!)
Abg. Dr. Cap: Nullen!
Aber wo sind die Antworten bezüglich Pensionsreform? Wo sind die Antworten bezüglich Steuerreform? (Abg. Dr. Cap: Null!) Wo sind die Antworten, meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP, bezüglich der Frage Gesundheitsreform? (Abg. Dr. Cap: Nullen!)
Abg. Dr. Cap: Karl Schweitzer!
Es wird eng, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn etwa Herr Ex-Vizekanzler Haupt erklärt, er übergebe die Stafette. Herr Bundesminister Haupt! Sie haben vergessen zu erklären, wie viele Stafettenläufer von Seiten der FPÖ noch an diesem Stafettenlauf teilnehmen werden? Wer wird der Nächste nach Hubert Gorbach? Wer ist der nächste Vizekanzler, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Abg. Dr. Cap: Karl Schweitzer!) Das hätte uns interessiert. Wie lange soll dieses Spiel weiter betrieben werden?
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es wird aber auch in anderer Hinsicht eng, meine sehr geehrten Damen und Herren, nämlich dort, wo es um die persönliche Glaubwürdigkeit von Regierungsmitgliedern geht. Darum freut es mich, dass ich jetzt die Gelegenheit habe, mit dem Herrn Finanzminister einige Worte zu wechseln. Ich habe vor dem Sommer eine Pressekonferenz gemacht und darauf hingewiesen, dass entweder Grasser oder Finz die Unwahrheit sagt. Ich habe darauf hingewiesen, dass wir bessere Regelungen zur Unvereinbarkeit in Österreich brauchen. Die Antwort darauf war eine Klage des Herrn Finanzministers. Herr Finanzminister! Das werden wir uns noch anschauen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Wofür? – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Meine geschätzten Damen und Herren! Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Ich möchte als erster Kärntner Abgeordneter, der heute spricht, dem Kärntner Vizekanzler, der er ja war, sehr herzlich danken dafür, dass er die Freiheitliche Partei in einer schwierigen Zeit geführt hat, dass er die Freiheitliche Partei in der Regierung in einer schwierigen Zeit geführt hat und dass er bewiesen hat, dass Kärntner Abgeordnete wissen, wofür sie stehen, dass Kärntner Abgeordnete wissen, was gut für das Land ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Wofür? – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Abscheu ist erlaubt!
Ich möchte aber auch die Zeit dafür nutzen – Frau Dr. Glawischnig, zu Ihnen komme ich noch –, meinen Unmut – Abscheu darf man, so glaube ich, nicht sagen –, meinen großen Unmut darüber zu äußern, dass das, was heute hier in diesem Haus passiert ist, eigentlich sehr traurig war. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Abscheu ist erlaubt!) Es ist der neue Vizekanzler Hubert Gorbach ernannt geworden. Er ist ins Amt berufen worden. Es wurde ihm gratuliert. Die Koalitionsparteien haben applaudiert. Von der Opposition hat es niemand wert gefunden, zu applaudieren. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Ich möchte aber auch die Zeit dafür nutzen – Frau Dr. Glawischnig, zu Ihnen komme ich noch –, meinen Unmut – Abscheu darf man, so glaube ich, nicht sagen –, meinen großen Unmut darüber zu äußern, dass das, was heute hier in diesem Haus passiert ist, eigentlich sehr traurig war. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Abscheu ist erlaubt!) Es ist der neue Vizekanzler Hubert Gorbach ernannt geworden. Er ist ins Amt berufen worden. Es wurde ihm gratuliert. Die Koalitionsparteien haben applaudiert. Von der Opposition hat es niemand wert gefunden, zu applaudieren. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Von der Opposition!
Meine geschätzten Damen und Herren! Es sind wenig später dankende Worte an den Vizekanzler gerichtet worden. Niemand – ich betone: niemand! – hat es wert gefunden, zu applaudieren. (Abg. Scheibner: Von der Opposition!) Und abschließend – das ist wirklich traurig – hat sich der Herr Vizekanzler hier im Hohen Haus bei allen Abgeordneten für die Zusammenarbeit und für die Mitarbeit bedankt. Wissen Sie, was beschämend ist? – Ein einziger Abgeordneter der SPÖ hat geklatscht. Das ist beschämend für dieses Haus, beschämend für die Republik und beschämend für die Bürgerinnen und Bürger, die zusehen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die haben keine Manieren!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die haben keine Manieren!
Meine geschätzten Damen und Herren! Es sind wenig später dankende Worte an den Vizekanzler gerichtet worden. Niemand – ich betone: niemand! – hat es wert gefunden, zu applaudieren. (Abg. Scheibner: Von der Opposition!) Und abschließend – das ist wirklich traurig – hat sich der Herr Vizekanzler hier im Hohen Haus bei allen Abgeordneten für die Zusammenarbeit und für die Mitarbeit bedankt. Wissen Sie, was beschämend ist? – Ein einziger Abgeordneter der SPÖ hat geklatscht. Das ist beschämend für dieses Haus, beschämend für die Republik und beschämend für die Bürgerinnen und Bürger, die zusehen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die haben keine Manieren!)
Abg. Öllinger: Was wollen Sie uns damit sagen?
Ich bin da gesessen und habe mir gedacht, ich werde ihm eine Zigarette offerieren, denn vielleicht ist er deswegen so grantig, weil er zu rauchen aufgehört hat. Da jedoch Rauchen der Gesundheit schadet, habe ich das unterlassen, weil wir ihn ja lange gesund unter uns haben wollen. (Abg. Öllinger: Was wollen Sie uns damit sagen?)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Aber man sollte ihm schon ins Stammbuch schreiben, dass die Kärntner Grünen, von denen er in solch lobenden Worten gesprochen hat, bei weitem nicht dort sind, wo sie hingehören. Meine geschätzten Damen und Herren! Ich habe mir die Ergebnisse der Kärntner Grünen in den letzten 14 Jahren angeschaut. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Der Gipfel waren 3,9 Prozent. Es gibt im Internet die aktuellsten Termine der Grünen in Kärnten. Das Interessante ist, es gibt nur einen einzigen Termin. (Abg. Öllinger: Ich glaube, Sie fürchten sich!) Wenn man sich dann die Pressemeldungen der Kärntner Grünen anschaut, so bemerkt man, dass die aktuellste Pressemeldung drei Wochen alt ist, und die drittälteste stammt vom Juli dieses Jahres.
Abg. Öllinger: Ich glaube, Sie fürchten sich!
Aber man sollte ihm schon ins Stammbuch schreiben, dass die Kärntner Grünen, von denen er in solch lobenden Worten gesprochen hat, bei weitem nicht dort sind, wo sie hingehören. Meine geschätzten Damen und Herren! Ich habe mir die Ergebnisse der Kärntner Grünen in den letzten 14 Jahren angeschaut. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Der Gipfel waren 3,9 Prozent. Es gibt im Internet die aktuellsten Termine der Grünen in Kärnten. Das Interessante ist, es gibt nur einen einzigen Termin. (Abg. Öllinger: Ich glaube, Sie fürchten sich!) Wenn man sich dann die Pressemeldungen der Kärntner Grünen anschaut, so bemerkt man, dass die aktuellste Pressemeldung drei Wochen alt ist, und die drittälteste stammt vom Juli dieses Jahres.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Kommt noch! Keine Angst!
Ich glaube, Frau Dr. Glawischnig, sowohl Sie als auch Herr Dr. Van der Bellen sollten, wenn Sie schon Wahlkampf für Kärnten betreiben, diesen in Kärnten machen, denn meiner Meinung nach haben es Ihre grünen Kärntner Freunde dringend nötig. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Kommt noch! Keine Angst!) – Ich freue mich darauf!
Abg. Öllinger: Passen Sie auf Ihr Herz auf!
Abschließend: Wenn man in die APA, in die Zeitungen, schaut, dann kann man einen Tag nach Abschluss der schwarz-grünen Regierung in Oberösterreich lesen – ich zitiere –: Das schwarz-grüne Arbeitsabkommen stößt bei den Grünen auf heftigen Widerstand. Die Linzer Bezirksorganisation fordert eine Urabstimmung. Sie drohen mit dem Auszug aus der Parteizentrale. (Abg. Öllinger: Passen Sie auf Ihr Herz auf!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Einen Tag schwarz-grüne Regierung – und die Grünen liegen im Argen. Da lobe ich mir doch meine freiheitliche Regierungsmannschaft und meine freiheitlichen Freunde, denn wir werden es Ihnen zeigen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Weiß er etwas davon?
Herr Abgeordneter Neugebauer! Ich bin eines jener „roten Gfrießer“, die der Herr Präsident seinerzeit aus dem ORF entfernt haben wollte und habe daher über grobe Worte in der Politik eine eigene und auch sehr persönliche Anschauung. Ich finde sie immer deplatziert. Sollte Sie das, was Sie heute zitiert haben, beleidigt haben, dann entschuldige ich mich im Namen des Kollegen Ackerl oder zumindest im Namen meiner Person und vieler anderer. (Abg. Dr. Khol: Weiß er etwas davon?)
Abg. Wittauer: Das hat man im letzten Ausschuss gesehen!
Aber ich bitte Sie nur, Folgendes zu sehen: Wir alle sitzen hier in einem Glashaus, und wir alle sollten nicht mit Steinen werfen, sondern schauen, dass wir das Glashaus so gut es geht verlassen. (Abg. Wittauer: Das hat man im letzten Ausschuss gesehen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich möchte von dieser Stelle aus sagen: Wir, die Nationalratsabgeordneten der SPÖ, stehen zu den Eisenbahnern, wir stehen zum Unternehmen, und wir stehen zu ihren Familien! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Mainoni: Es vernadert niemand! – Der Redner stellt eine große ÖBB-Tafel auf das Rednerpult.
Sie sind zumindest für meine Verhältnisse – ich bin schon fast sechzig – ein junger Mann, und daher wissen Sie vielleicht nicht, wie die Bundesbahn vor Jahren die Eisenbahner angeworben hat, die Sie heute vernadern. (Abg. Mag. Mainoni: Es vernadert niemand! – Der Redner stellt eine große ÖBB-Tafel auf das Rednerpult.) Ich zeige zunächst Ihnen, und am Schluss dem Herrn Vizekanzler, gerne dieses Inserat der Österreichischen Bundesbahnen aus den achtziger Jahren mit folgendem Titel: „Seine Zukunft ist gesichert. Vati ist bei der Bahn.“
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Mit diesen Versprechungen hat man Menschen vor 20 Jahren zur Bundesbahn gebracht, und Sie bezeichnen das heute als erworbenes Unrecht! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Auf dass die Welt stehen bleibt!
Sie sagen heute diesen Menschen, ihren Frauen und Kindern: Wir brauchen euch nicht mehr! (Abg. Kopf: Auf dass die Welt stehen bleibt!) Wir bilden euch nicht aus! Wir schulen euch nicht um! Wir schieben euch ab! Wir haben einen Weg gefunden, euch zu kündigen! Wir sind nicht bereit, uns an das zu halten, was euch die Bahn vor 20 Jahren versprochen hat.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Gorbach, ich fordere Sie auf: Kehren Sie um auf diesem Weg, stehen Sie zu dem Wort, das die Bahn und die Republik Österreich diesen Eisenbahnern gegeben hat! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir bitten Sie, auch im Interesse Österreichs und der Bahn, um so wenig Störung wie möglich, das muss Ihr Ziel sein. Alles andere ist eine Gefahr für die Bahn, nützt nur der Straßenlobby. Österreich braucht die Bahn, die Eisenbahner brauchen unsere Hilfe! Ihre Experimente brauchen sie nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Staatssekretärin im Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Ursula Haubner: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kollegen auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren im Nationalrat! Ich bedaure es, dass Herr Nationalratsabgeordneter Broukal im Zusammenhang mit den ÖBB aus dem Zug der Fairness ausgestiegen ist (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), denn er behauptet Dinge, die einerseits aus der Vergangenheit stammen und andererseits nicht stimmen.
Abg. Scheibner: Und die Privilegien!
Der Herr Vizekanzler und Infrastrukturminister hat nie die Mitarbeiter und ihre Familien angegriffen, hat nie dahin gehend argumentiert, dass den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihren Familien Nachteile entstehen, sondern er hat immer nur das System angegriffen. (Abg. Scheibner: Und die Privilegien!) Und damit haben Sie, meine Damen und Herren, ein Problem, denn Sie haben jahrzehntelang dieses System gefördert
Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
und in diesem System gelebt, das letztendlich zu Dingen geführt hat, die wir in der Regierung, also Freiheitliche und ÖVP, reparieren müssen. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist bei der Pension und bei vielen anderen Sachen auch so. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Broukal: Wer hat Unrecht erworben? Wer?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Broukal: Wer hat Unrecht erworben? Wer?
und in diesem System gelebt, das letztendlich zu Dingen geführt hat, die wir in der Regierung, also Freiheitliche und ÖVP, reparieren müssen. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist bei der Pension und bei vielen anderen Sachen auch so. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Broukal: Wer hat Unrecht erworben? Wer?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir haben in den vergangenen Tagen mit der Neuaufteilung verschiedener Funktionen im freiheitlichen Regierungsteam für Emotionen gesorgt, und ich freue mich, dass gerade die Damen und Herren der Opposition so starken Anteil nehmen an der FPÖ und sich fragen, ob es der FPÖ gut geht. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich kann Ihnen versichern, dem freiheitlichen Regierungsteam geht es gut, denn wir müssen uns nicht ständig unserer Solidarität versichern, sondern wir haben Solidarität untereinander, und wir leben diese Solidarität mit dem Bundesminister für Soziales Herbert Haupt, mit Infrastrukturminister Hubert Gorbach, der jetzt Vizekanzler ist, mit Justizminister Böhmdorfer und mit den beiden Staatssekretären Karl Schweitzer und Reinhart Waneck.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir brauchen unsere ganze Kraft nicht für gegenseitige Bezeugungen von Solidarität, sondern wir setzen unsere Kraft für dieses Land und für Österreich ein. Dazu sind wir da! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das, meine Damen und Herren, ist Regierungspolitik, das ist nachhaltige Regierungspolitik, und das ist nachhaltige Arbeit für die Menschen in Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir setzen all unsere Kräfte ein, und ich bin optimistisch und positiv, dass die nächsten Schritte für dieses Land wirklich gute sein werden. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Die Brille!
Abgeordnete Christine Marek (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine Damen und Herren der Bundesregierung! Was passiert, wenn Rot regiert, meine Damen und Herren? – Ein Blick nach Wien: Der Vergleich macht uns sicher! (Abg. Dr. Cap: Die Brille!)
Abg. Dr. Cap: Wer sagt das?
Thema Wirtschaft: Wien hatte 2001 als einziges Bundesland eine Rezession zu verzeichnen. Die Wiener SPÖ-Alleinregierung hat es damit geschafft, Wien zum Schlusslicht unter allen Bundesländern zu machen. Die Arbeitsmarktdaten sind katastrophal. (Abg. Dr. Cap: Wer sagt das?) Auch hier ist Wien anders – im negativen Sinn. Seit 1985 hat sich die Arbeitslosigkeit in Wien mehr als verdoppelt, und auch sonst kann Wien mit der Bundesentwicklung nur mühsam – wenn überhaupt – Schritt halten.
Abg. Dr. Gusenbauer: Toll sind!
Während bundesweit die Zahlen der unselbstständig Erwerbstätigen (Abg. Dr. Gusenbauer: Toll sind!) ständig neue Rekorde erreichen, hatte Wien im Jahr 2002 nicht einmal den Beschäftigtenstand von 1965. Österreichweit konnte hier ein Zuwachs von über 35 Prozent verzeichnet werden. Wirklich ein tolles Renommee! Hut ab!
Abg. Krainer: Bundeskompetenz! – Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Wien hatte im vergangenen Jahr mit 9 Prozent die höchste Arbeitslosenquote, das sind über 2 Prozent mehr als der Durchschnittswert in Gesamtösterreich. Zwei Drittel aller Langzeitarbeitslosen befinden sich in Wien, und auch die Dauer der Arbeitslosigkeit ist in Wien beispielhaft schlecht. Im Jahr 2002 waren es durchschnittlich 154 Tage, während es in Tirol 67 und im Österreich-Durchschnitt 102 Tage waren. (Abg. Krainer: Bundeskompetenz! – Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Abg. Krainer: Bundeskompetenz!
Zur Lehrlingssituation: In Wien kommen auf eine Lehrstelle 7,7 Lehrstellensuchende, österreichweit sind es 2,6. Wien hat wirklich ein Herz für die Jugend! (Abg. Krainer: Bundeskompetenz!) Die Gebühren sind in Wien seit 2001 explodiert, zum Beispiel Müllabfuhr und Fahrpreise für öffentliche Verkehrsmittel. Die Preise für Kinderbetreuung sind in Wien am höchsten von ganz Österreich. (Abg. Mag. Lapp: Soziale Staffelung!) Wien hat es sogar geschafft, durch die Einführung einer so genannten Stromsteuer die Liberalisierung und die damit verbundenen Preissenkungen für die Konsumenten einfach zu boykottieren. (Abg. Mag. Lapp: Bla bla bla!)
Abg. Mag. Lapp: Soziale Staffelung!
Zur Lehrlingssituation: In Wien kommen auf eine Lehrstelle 7,7 Lehrstellensuchende, österreichweit sind es 2,6. Wien hat wirklich ein Herz für die Jugend! (Abg. Krainer: Bundeskompetenz!) Die Gebühren sind in Wien seit 2001 explodiert, zum Beispiel Müllabfuhr und Fahrpreise für öffentliche Verkehrsmittel. Die Preise für Kinderbetreuung sind in Wien am höchsten von ganz Österreich. (Abg. Mag. Lapp: Soziale Staffelung!) Wien hat es sogar geschafft, durch die Einführung einer so genannten Stromsteuer die Liberalisierung und die damit verbundenen Preissenkungen für die Konsumenten einfach zu boykottieren. (Abg. Mag. Lapp: Bla bla bla!)
Abg. Mag. Lapp: Bla bla bla!
Zur Lehrlingssituation: In Wien kommen auf eine Lehrstelle 7,7 Lehrstellensuchende, österreichweit sind es 2,6. Wien hat wirklich ein Herz für die Jugend! (Abg. Krainer: Bundeskompetenz!) Die Gebühren sind in Wien seit 2001 explodiert, zum Beispiel Müllabfuhr und Fahrpreise für öffentliche Verkehrsmittel. Die Preise für Kinderbetreuung sind in Wien am höchsten von ganz Österreich. (Abg. Mag. Lapp: Soziale Staffelung!) Wien hat es sogar geschafft, durch die Einführung einer so genannten Stromsteuer die Liberalisierung und die damit verbundenen Preissenkungen für die Konsumenten einfach zu boykottieren. (Abg. Mag. Lapp: Bla bla bla!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Lapp: Ja, weil da kennen Sie sich nicht aus!
Auch der Sozialabbau in Wien ist einzigartig, wo auf dem Rücken der Ärmsten gespart wird. Besonders die Heuchelei von Häupl und Laska finde ich dabei absolut unerträglich, wenn ihnen nichts anderes einfällt, als immer wieder reflexartig auf den Bund zu zeigen. Von Lainz möchte ich dabei gar nicht erst reden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Lapp: Ja, weil da kennen Sie sich nicht aus!)
Abg. Dr. Cap: Stimmt nicht!
Förderungen werden in Wien ideologisch motiviert vergeben. (Abg. Dr. Cap: Stimmt nicht!) Der zuständigen Stadträtin Laska war es nicht einmal zu blöd, den so genannten Warenkorb – eine ohnehin nicht allzu hohe Förderung für Schulen – für die konfessionellen Privatschulen von heute auf morgen einfach zu streichen. (Abg. Mag. Lapp: Der Warenkorb ist ...! – Abg. Dr. Glawischnig: Sind wir im Wiener Gemeinderat?)
Abg. Mag. Lapp: Der Warenkorb ist ...! – Abg. Dr. Glawischnig: Sind wir im Wiener Gemeinderat?
Förderungen werden in Wien ideologisch motiviert vergeben. (Abg. Dr. Cap: Stimmt nicht!) Der zuständigen Stadträtin Laska war es nicht einmal zu blöd, den so genannten Warenkorb – eine ohnehin nicht allzu hohe Förderung für Schulen – für die konfessionellen Privatschulen von heute auf morgen einfach zu streichen. (Abg. Mag. Lapp: Der Warenkorb ist ...! – Abg. Dr. Glawischnig: Sind wir im Wiener Gemeinderat?)
Abg. Mag. Mainoni: Genau!
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Bevor Sie jetzt wieder von Eliten sprechen, darf ich Sie darauf hinweisen, dass dort viele Kinder einfacher Familien hingehen. All das zeigt die Ideenlosigkeit der Wiener SPÖ beim Finden von echten Lösungen. Wirklich kreativ ist die SPÖ aber beim Finden von Ausreden, wer denn für all die Missstände in Wien zuständig und verantwortlich ist. (Abg. Mag. Mainoni: Genau!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die SPÖ versucht immer wieder krampfhaft, den Eindruck zu erwecken, als ob alle Probleme in Österreich erst in den letzten Jahren entstanden seien. Tatsache ist aber, dass diese Bundesregierung seit dem Jahr 2000 damit beschäftigt ist, das, was Sie über Jahrzehnte hinweg verschleppt haben, in Angriff zu nehmen und Reformen durchzusetzen. Und das werden wir auch in den nächsten Jahren, zusammen mit der FPÖ, für die Menschen in diesem Land und für Österreich weiter tun. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Keine war! – Heiterkeit bei der SPÖ
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Wir diskutieren heute eine Regierungsumbildung, die – ganz klar und ganz offen (Abg. Dr. Cap: Keine war! – Heiterkeit bei der SPÖ) – die falsche ist. Die Regierungsumbildung, die eigentlich notwendig gewesen wäre, hätte anders ausgesehen. (Abg. Mag. Mainoni: Sie hätten lieber Grüne auf der Regierungsbank, so gesehen ist es falsch!) In erster Linie sitzt noch immer jemand auf dieser Regierungsbank, der schon seit längerer Zeit überaus rücktrittsreif ist, nämlich Herr Finanzminister Grasser. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Die Basis wird euch in Oberösterreich einen Baum aufstellen!)
Abg. Mag. Mainoni: Sie hätten lieber Grüne auf der Regierungsbank, so gesehen ist es falsch!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Wir diskutieren heute eine Regierungsumbildung, die – ganz klar und ganz offen (Abg. Dr. Cap: Keine war! – Heiterkeit bei der SPÖ) – die falsche ist. Die Regierungsumbildung, die eigentlich notwendig gewesen wäre, hätte anders ausgesehen. (Abg. Mag. Mainoni: Sie hätten lieber Grüne auf der Regierungsbank, so gesehen ist es falsch!) In erster Linie sitzt noch immer jemand auf dieser Regierungsbank, der schon seit längerer Zeit überaus rücktrittsreif ist, nämlich Herr Finanzminister Grasser. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Die Basis wird euch in Oberösterreich einen Baum aufstellen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Die Basis wird euch in Oberösterreich einen Baum aufstellen!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Wir diskutieren heute eine Regierungsumbildung, die – ganz klar und ganz offen (Abg. Dr. Cap: Keine war! – Heiterkeit bei der SPÖ) – die falsche ist. Die Regierungsumbildung, die eigentlich notwendig gewesen wäre, hätte anders ausgesehen. (Abg. Mag. Mainoni: Sie hätten lieber Grüne auf der Regierungsbank, so gesehen ist es falsch!) In erster Linie sitzt noch immer jemand auf dieser Regierungsbank, der schon seit längerer Zeit überaus rücktrittsreif ist, nämlich Herr Finanzminister Grasser. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Die Basis wird euch in Oberösterreich einen Baum aufstellen!)
Abg. Mag. Mainoni: Ich habe das doch gerade erzählt und gesagt, dass dieser Mann Praxiserfahrung hat!
Nun hätte ich damit zunächst nicht so große Probleme, wüsste ich nicht, dass dieser Mann kein Verkehrspolitiker, sondern ein reiner Parteipolitiker ist, der all seine verkehrspolitischen Entscheidungen – und das hat Kukacka des Langen und Breiten bewiesen – in erster Linie aus einer parteipolitischen Rationalität heraus trifft. (Abg. Mag. Mainoni: Ich habe das doch gerade erzählt und gesagt, dass dieser Mann Praxiserfahrung hat!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ellmauer: 3 Milliarden Bundeszuschuss!
Ihm geht es nicht um die Zukunft der Bahn, vor allem nicht der Bahnkunden und schon gar nicht der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, ihm geht es um die Zerschlagung von Strukturen, die er als „rote Strukturen“ interpretiert. Das ist sein Hauptziel. Das ist keine Bahnpolitik, sondern Parteipolitik, die in dieser Art in diesem zukunftsweisenden Ressort überhaupt nichts zu suchen hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ellmauer: 3 Milliarden Bundeszuschuss!)
Beifall bei den Grünen.
In noch einem Punkt werden seine Kapazitäten auch enorm fehlen: Es wird von einer Investitionsoffensive geredet. Das ist aber aus der Sicht des Verkehrsministers – er hat es deutlich gesagt – eine reine Asphaltinitiative. Es wird nicht darüber geredet, dass die Europäische Union auch Projekte von Wissenschaft und Forschung von den Ländern haben will, denn das, meine Damen und Herren, wäre ein Zukunftsweg. Darüber redet in dieser Bundesregierung kein Mensch. Das interessiert offensichtlich niemanden, genauso wenig wie das drohende Transitdesaster auf den alpinen Strecken und auf den Verbindungsstrecken zu den Beitrittsländern. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Werte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Ich weiß nicht, warum die Grünen klatschen. Das, was da gesagt worden ist, haben wir schon sehr oft gehört. Hubert Gorbach wird seine Aufgabe wahrnehmen. Er hat das in der Vergangenheit bewiesen und wird es auch in der Zukunft beweisen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Da redet der Richtige!
Es grenzt schon an Lächerlichkeit, wenn sich die Damen und Herren der Opposition ausschließlich mit der Freiheitlichen Partei und deren Führung beschäftigen. Ich sage Ihnen: Die Freiheitliche Partei wird ihre Angelegenheiten innerhalb der Freiheitlichen Partei regeln und selbst bestimmen und braucht keine Zurufe von den Grünen, die in Oberösterreich, wo sie in die Landesregierung gegangen sind, nicht einmal am ersten Tag fähig sind, Verantwortung wahrzunehmen. Die sollten sich gefälligst zurückhalten! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Da redet der Richtige!)
Abg. Gradwohl: Der stottert aber ein bisschen!
Wir Freiheitlichen sind seit dem Jahre 2000 der Reformmotor dieser Regierung (Abg. Gradwohl: Der stottert aber ein bisschen!), und eine Garantie dafür, dass der Wirtschaftsstandort Österreich gesichert ist und ausgebaut wird, sodass wir uns – und das betrifft auch die ÖBB – im internationalen Wettbewerb behaupten können. Es wird von der Opposition immer polemisiert und alles schlecht gemacht. Die Zielsetzung ist, dass es besser wird und dass die Arbeitnehmer der ÖBB auch in Zukunft ihre Arbeit behalten, und nicht, dass diese ÖBB in den Graben gefahren wird. (Abg. Gaál: Wissen Sie, was in dem Reformpapier steht?)
Abg. Gaál: Wissen Sie, was in dem Reformpapier steht?
Wir Freiheitlichen sind seit dem Jahre 2000 der Reformmotor dieser Regierung (Abg. Gradwohl: Der stottert aber ein bisschen!), und eine Garantie dafür, dass der Wirtschaftsstandort Österreich gesichert ist und ausgebaut wird, sodass wir uns – und das betrifft auch die ÖBB – im internationalen Wettbewerb behaupten können. Es wird von der Opposition immer polemisiert und alles schlecht gemacht. Die Zielsetzung ist, dass es besser wird und dass die Arbeitnehmer der ÖBB auch in Zukunft ihre Arbeit behalten, und nicht, dass diese ÖBB in den Graben gefahren wird. (Abg. Gaál: Wissen Sie, was in dem Reformpapier steht?)
Abg. Gaál: Kennen Sie das Reformpapier? – Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.
Wir schauen auf die Familien. Wir haben das in der Vergangenheit mit dem Kindergeld bewiesen. Wir schauen auf die Kranken und auf die Alten. Wir beweisen es tagtäglich mit unserer Politik, und wir werden diese Politik weiterhin umsetzen. (Abg. Gaál: Kennen Sie das Reformpapier? – Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.) Ich sage Ihnen auch: Ich bin dankbar dafür, dass Kanzler Schüssel Hubert Gorbach viel Erfolg für die nächsten Jahre gewünscht hat. Wir wissen, dass er Erfolg hat. Für uns ist das aber auch die Garantie dafür, dass die Opposition – Rot-Grün, dieses Chaos – nicht in die Regierung kommt. Lernen Sie einmal, Ihre Oppositionsarbeit richtig zu machen, dann können wir einmal andenken, was es bedeutet, Regierungsarbeit zu machen. (Abg. Dr. Wittmann: Schau dir das Wahlergebnis in Tirol an!) 30 Jahre lang haben Sie eine falsche Politik betrieben, und bis heute haben Sie nicht daraus gelernt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Kennen Sie das ÖBB-Papier?)
Abg. Dr. Wittmann: Schau dir das Wahlergebnis in Tirol an!
Wir schauen auf die Familien. Wir haben das in der Vergangenheit mit dem Kindergeld bewiesen. Wir schauen auf die Kranken und auf die Alten. Wir beweisen es tagtäglich mit unserer Politik, und wir werden diese Politik weiterhin umsetzen. (Abg. Gaál: Kennen Sie das Reformpapier? – Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.) Ich sage Ihnen auch: Ich bin dankbar dafür, dass Kanzler Schüssel Hubert Gorbach viel Erfolg für die nächsten Jahre gewünscht hat. Wir wissen, dass er Erfolg hat. Für uns ist das aber auch die Garantie dafür, dass die Opposition – Rot-Grün, dieses Chaos – nicht in die Regierung kommt. Lernen Sie einmal, Ihre Oppositionsarbeit richtig zu machen, dann können wir einmal andenken, was es bedeutet, Regierungsarbeit zu machen. (Abg. Dr. Wittmann: Schau dir das Wahlergebnis in Tirol an!) 30 Jahre lang haben Sie eine falsche Politik betrieben, und bis heute haben Sie nicht daraus gelernt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Kennen Sie das ÖBB-Papier?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Kennen Sie das ÖBB-Papier?
Wir schauen auf die Familien. Wir haben das in der Vergangenheit mit dem Kindergeld bewiesen. Wir schauen auf die Kranken und auf die Alten. Wir beweisen es tagtäglich mit unserer Politik, und wir werden diese Politik weiterhin umsetzen. (Abg. Gaál: Kennen Sie das Reformpapier? – Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.) Ich sage Ihnen auch: Ich bin dankbar dafür, dass Kanzler Schüssel Hubert Gorbach viel Erfolg für die nächsten Jahre gewünscht hat. Wir wissen, dass er Erfolg hat. Für uns ist das aber auch die Garantie dafür, dass die Opposition – Rot-Grün, dieses Chaos – nicht in die Regierung kommt. Lernen Sie einmal, Ihre Oppositionsarbeit richtig zu machen, dann können wir einmal andenken, was es bedeutet, Regierungsarbeit zu machen. (Abg. Dr. Wittmann: Schau dir das Wahlergebnis in Tirol an!) 30 Jahre lang haben Sie eine falsche Politik betrieben, und bis heute haben Sie nicht daraus gelernt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Kennen Sie das ÖBB-Papier?)
Abg. Dr. Glawischnig: Schauen Sie einmal nach Tirol!
Ich möchte nicht wie in Deutschland ein rot-grünes Chaos auf der Tagesordnung haben, wo die Menschen in der Vergangenheitspolitik jeden Tag neu bestraft werden. (Abg. Dr. Glawischnig: Schauen Sie einmal nach Tirol!) Ich möchte mich den Worten von Hubert anschließen: Dieses Österreich braucht die Freiheitlichen (Abg. Nürnberger: Immer weniger!), denn wir waren es, die hergegangen sind, dieses Land mit Reformen in eine positive Zukunft zu führen. (Abg. Dr. Rada: Sie sind nicht wählbar! – Abg. Reheis: Die Wähler haben euch verlassen!)
Abg. Nürnberger: Immer weniger!
Ich möchte nicht wie in Deutschland ein rot-grünes Chaos auf der Tagesordnung haben, wo die Menschen in der Vergangenheitspolitik jeden Tag neu bestraft werden. (Abg. Dr. Glawischnig: Schauen Sie einmal nach Tirol!) Ich möchte mich den Worten von Hubert anschließen: Dieses Österreich braucht die Freiheitlichen (Abg. Nürnberger: Immer weniger!), denn wir waren es, die hergegangen sind, dieses Land mit Reformen in eine positive Zukunft zu führen. (Abg. Dr. Rada: Sie sind nicht wählbar! – Abg. Reheis: Die Wähler haben euch verlassen!)
Abg. Dr. Rada: Sie sind nicht wählbar! – Abg. Reheis: Die Wähler haben euch verlassen!
Ich möchte nicht wie in Deutschland ein rot-grünes Chaos auf der Tagesordnung haben, wo die Menschen in der Vergangenheitspolitik jeden Tag neu bestraft werden. (Abg. Dr. Glawischnig: Schauen Sie einmal nach Tirol!) Ich möchte mich den Worten von Hubert anschließen: Dieses Österreich braucht die Freiheitlichen (Abg. Nürnberger: Immer weniger!), denn wir waren es, die hergegangen sind, dieses Land mit Reformen in eine positive Zukunft zu führen. (Abg. Dr. Rada: Sie sind nicht wählbar! – Abg. Reheis: Die Wähler haben euch verlassen!)
Abg. Reheis: Das ist die Wahrheit! Ihr habt keine Wähler mehr!
Es ist immer schwierig, Reformen durchzuführen und den Menschen diese begreifbar zu machen, aber wir werden es diesen Menschen beweisen, und sie werden begreifen, dass diese Regierung ihre Verantwortung für eine positive Zukunft für Österreich wahrnimmt. (Abg. Reheis: Das ist die Wahrheit! Ihr habt keine Wähler mehr!) Für uns Freiheitliche hat immer gezählt: Österreich zuerst! Diesem Grundsatz werden wir treu bleiben. (Abg. Dr. Jarolim: Gibt es das auch auf Video?)
Abg. Dr. Jarolim: Gibt es das auch auf Video?
Es ist immer schwierig, Reformen durchzuführen und den Menschen diese begreifbar zu machen, aber wir werden es diesen Menschen beweisen, und sie werden begreifen, dass diese Regierung ihre Verantwortung für eine positive Zukunft für Österreich wahrnimmt. (Abg. Reheis: Das ist die Wahrheit! Ihr habt keine Wähler mehr!) Für uns Freiheitliche hat immer gezählt: Österreich zuerst! Diesem Grundsatz werden wir treu bleiben. (Abg. Dr. Jarolim: Gibt es das auch auf Video?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Diese Rede erklärt das Wahlergebnis in Tirol!
Wir Freiheitlichen werden diese Regierung auf alle Fälle unterstützen, wir brauchen auch keine Ratschläge von Rot-Grün. Wir werden keinerlei Misstrauensanträge oder Untersuchungsausschüsse unterstützen und bis 2006 durchregieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Diese Rede erklärt das Wahlergebnis in Tirol!)
Beifall bei der SPÖ. – Empörter Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Ich berichtige tatsächlich: Wien hat für sozial Schwache die allerniedrigsten Gebühren für Kindergartenplätze, nämlich null €. (Beifall bei der SPÖ. – Empörter Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist falsch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht! Da gibt es Bundesländer, wo es für sozial Schwache gratis ist!
Für Durchschnittsverdiener ist der Tarif durchschnittlich, und für Spitzenverdiener ist er hoch, weil die Tarife nämlich sozial gestaffelt sind. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht! Da gibt es Bundesländer, wo es für sozial Schwache gratis ist!)
Abg. Hornek: Das ist unrichtig!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Rechnungshof kritisiert massiv die Werbeausgaben der Bundesregierung, und das zu Recht (Abg. Hornek: Das ist unrichtig!), denn wozu teure Inserate für eine Bundesregierung schalten, die nur von 6 Prozent der Bevölkerung akzeptiert wird? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Der Edlinger hat um 40 Prozent mehr gebraucht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Der Edlinger hat um 40 Prozent mehr gebraucht!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Rechnungshof kritisiert massiv die Werbeausgaben der Bundesregierung, und das zu Recht (Abg. Hornek: Das ist unrichtig!), denn wozu teure Inserate für eine Bundesregierung schalten, die nur von 6 Prozent der Bevölkerung akzeptiert wird? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Der Edlinger hat um 40 Prozent mehr gebraucht!)
Abg. Mag. Wurm: Fesch ist er!
Meine Damen und Herren! Wie hält es eigentlich der Finanzminister? Ist er ein Vorbild? Ein Vorbild an Sparsamkeit? Ein Vorbild an Rechtschaffenheit? Ein Vorbild an Gesetzestreue? Und ganz grundsätzlich: Was kann er? (Abg. Mag. Wurm: Fesch ist er!) Was kann er nicht? Was leistet dieser Finanzminister? Was leistet er sich? Was kann er also nicht? (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Wie hält es eigentlich der Finanzminister? Ist er ein Vorbild? Ein Vorbild an Sparsamkeit? Ein Vorbild an Rechtschaffenheit? Ein Vorbild an Gesetzestreue? Und ganz grundsätzlich: Was kann er? (Abg. Mag. Wurm: Fesch ist er!) Was kann er nicht? Was leistet dieser Finanzminister? Was leistet er sich? Was kann er also nicht? (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Der Redner hält eine Tafel in die Höhe, auf der ein Inserat mit dem Titel „Unfallrenten ab 1.1.2004 steuerfrei“ und Fotos von Bundesminister Mag. Haupt und Staatssekretärin Haubner zu sehen ist.
Was kann die Konsequenz sein, wenn man etwas als schlecht empfindet? – Dann kann man es ja nicht noch ärger weitertreiben! Das ist doch der Punkt. Natürlich ist Regierungswerbung auch früher betrieben worden, aber, meine Damen und Herren, eine Verhöhnung der Bevölkerung per Inserat, das hat es vorher nie gegeben! (Der Redner hält eine Tafel in die Höhe, auf der ein Inserat mit dem Titel „Unfallrenten ab 1.1.2004 steuerfrei“ und Fotos von Bundesminister Mag. Haupt und Staatssekretärin Haubner zu sehen ist.)
Abg. Dr. Kräuter: Ich möchte nur den Satz zu Ende ...!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter! Wir sind jetzt um 15 Uhr angelangt. Ich unterbreche daher Ihre Rede, um die verlangte Behandlung einer Dringlichen Anfrage gemäß der Geschäftsordnung aufrufen zu können. (Abg. Dr. Kräuter: Ich möchte nur den Satz zu Ende ...!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
sich auf Kosten der Steuerzahler Haupt und Haubner jetzt in öffentlichen Zeitungen dafür loben, das ist wirklich das Letzte, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Kräuter: Es gibt noch viel zu sagen zum Zustand dieser Regierung!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Kräuter! Wünschen Sie nach der Dringlichen noch weiter das Wort? (Abg. Dr. Kräuter: Es gibt noch viel zu sagen zum Zustand dieser Regierung!) Ja oder nein? (Abg. Dr. Kräuter: ... viel zu sagen!) Ja? (Abg. Dr. Kräuter: Ja! ...!) – Dein Wort soll sein: ja, ja – nein, nein.
Abg. Dr. Kräuter: ... viel zu sagen!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Kräuter! Wünschen Sie nach der Dringlichen noch weiter das Wort? (Abg. Dr. Kräuter: Es gibt noch viel zu sagen zum Zustand dieser Regierung!) Ja oder nein? (Abg. Dr. Kräuter: ... viel zu sagen!) Ja? (Abg. Dr. Kräuter: Ja! ...!) – Dein Wort soll sein: ja, ja – nein, nein.
Abg. Dr. Kräuter: Ja! ...!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Kräuter! Wünschen Sie nach der Dringlichen noch weiter das Wort? (Abg. Dr. Kräuter: Es gibt noch viel zu sagen zum Zustand dieser Regierung!) Ja oder nein? (Abg. Dr. Kräuter: ... viel zu sagen!) Ja? (Abg. Dr. Kräuter: Ja! ...!) – Dein Wort soll sein: ja, ja – nein, nein.
Rufe bei der SPÖ: Rücktritt! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Wir sind immer davon ausgegangen, dass diese Meldungen ordnungsgemäß erfolgt sind. Wir hatten auch keinen Grund anzunehmen, dass es hier zu Unregelmäßigkeiten oder vielleicht sogar ungesetzlichen Handlungen durch Regierungsmitglieder gekommen ist. Erst als es den Hinweis gegeben hat, dass der Finanzminister mit YLine-Aktien besonders bemerkenswerte Aktien besessen hat, hat sich die Frage gestellt, ob er das dem Nationalrat ordnungsgemäß gemeldet hat. Die Antwort kennen wir inzwischen: Nein, er hat es nicht getan. (Rufe bei der SPÖ: Rücktritt! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.
Und jetzt wieder die Frage: Warum hat er das nicht getan? – Er sagt – zumindest war das bisher seine Stellungnahme –: Ich bin schlecht beraten worden. Ich habe schlechte Berater gehabt. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Eurofighter!
Jetzt frage ich Sie nur zwischendurch, Herr Finanzminister: Sind das die Berater, die Sie auch in Ihrer sonstigen Ressortführung beraten? Sind das die Berater, die Sie auch bei der Steuerreform beraten? Beim Nulldefizit? Bei der Voest-Privatisierung? Beim Bundesimmobilienverkauf? (Rufe bei der SPÖ: Eurofighter!) Und vielleicht bei der Eurofighter- – und das Gericht sagt mir, ich darf es sagen – -Schiebung?
Abg. Öllinger: Er zieht ja Konsequenzen: noch mehr Berater!
verkaufe ich jetzt weiter die Bundesimmobilien!? (Abg. Öllinger: Er zieht ja Konsequenzen: noch mehr Berater!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Und wenn die andere Perspektive die des Verdächtigen Böhm ist, warum setzen Sie sich für diese Perspektive ein und mobilisieren Ihre Pressesprecherin, um diese Sichtweise „profil“ nahe zu bringen? Stimmt das? Oder stimmt das nicht? Und wenn es stimmt, Herr Finanzminister, dann haben Sie auch in diesem Punkt Erklärungsbedarf, weil das dann der nächste Hinweis darauf ist, dass die Causa YLine auch für Sie persönlich und politisch längst nicht abgeschlossen ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Murauer: Sie wünschen sich Antworten, die es nicht gibt!
Das sind Fragen, Herr Finanzminister, die Sie bis heute nicht beantworten konnten. (Abg. Murauer: Sie wünschen sich Antworten, die es nicht gibt!) Sie konnten nicht beantworten, warum etwa im Vorwort des Rechnungshof-Rohberichtes, den der Verteidigungsminister irrtümlich so stolz präsentiert hat, drinsteht, dass eigentlich entscheidend für die Vergabe nicht das Votum des Verteidigungsministers, sondern jenes des Finanzministers war. Woher kommt dieses unglaubliche Interesse, genau dieses Flugzeug zu kaufen? Und können Sie uns über diese Hintergründe heute genauer Auskunft geben?
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir versuchen es jedenfalls mit diesen Fragen und gehen davon aus, dass Sie zumindest heute einen Versuch machen werden, einen Teil dieser Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es lohnt sich, nachzufragen, warum Sie der Meinung sind, dass unsere Fragen nicht das ureigenste Interesse und die Aufgabe der Opposition sind, sondern die Belästigung eines Finanzministers, der das Parlament für ein Theater hält und es öffentlich als solches bezeichnet hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Nein, den Misstrauensantrag!
Herr Abgeordneter Scheibner! Wir haben oft gemeinsam für Untersuchungsausschüsse argumentiert. In letzter Zeit erklären Sie öffentlich – und ich verstehe das nicht –, eine Regierungspartei könne das ja anders klären, sie brauche keinen Untersuchungsausschuss. (Abg. Scheibner: Nein, den Misstrauensantrag!) Sie haben das auch beim Untersuchungsausschuss gesagt!
Abg. Scheibner: Wenn was daliegt, dann stimmen wir dafür! Es liegt schon etwas da, aber nicht für einen Untersuchungsausschuss!
Das ist ein wichtiger Punkt, Herr Abgeordneter Scheibner, denn das heißt, solange das ein Mehrheitsrecht ist, kann es gar keinen Untersuchungsausschuss geben. (Abg. Scheibner: Wenn was daliegt, dann stimmen wir dafür! Es liegt schon etwas da, aber nicht für einen Untersuchungsausschuss!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich sage Ihnen aber zum Schluss eines dazu, unabhängig davon: Mit einer ÖBB-Reform, einer Postreform und insbesondere einem drohenden Billigverkauf der Bundesimmobilien an ganz bestimmte Interessengruppen in Sichtweite geht es für uns nicht nur darum, diese Fragen zu klären – das ist unsere erste wichtige Aufgabe –, sondern auch darum, weiteren Schaden von dieser Republik abzuwenden. Und das geht nur dann, wenn der Finanzminister nicht mehr Karl-Heinz Grasser heißt! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Schieder: „Infam“?! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Ich darf und muss – nicht zum ersten Mal, leider Gottes – auch heute die mehrfach infamen und unwahren Unterstellungen und Vorwürfe des Herrn Abgeordneten Pilz in aller Deutlichkeit zurückweisen. (Abg. Schieder: „Infam“?! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Öllinger: Mehrmalig!
Was den zweiten Punkt betrifft, nämlich die Meldung an den Unvereinbarkeitsausschuss, so ist es mir ein Anliegen, das Hohe Haus darüber zu informieren, wie sich das zugetragen hat und warum es zu dieser Nichtmeldung beziehungsweise Fehlmeldung gekommen ist. (Abg. Öllinger: Mehrmalig!) Ich beantworte damit auch gleichzeitig die Frage 7 Ihrer Dringlichen Anfrage.
Abg. Dr. Kräuter: Von wem genau? Wer hat Sie beraten?
Die Auskunft, die ich dann bekommen habe, war, dass ich diese Anteile nicht melden müsste, weil man von Seiten der Mitarbeiter meines Hauses (Abg. Dr. Kräuter: Von wem genau? Wer hat Sie beraten?) in Bezug auf § 3 des Unvereinbarkeitsgesetzes die Rechtsauffassung vertreten hat, dass er in eine Richtung abzielen würde, dass nur der Besitz jener Anteile zu melden ist, der eine bestimmte Höhe überschreitet (Abg. Öllinger: Stimmt ja nicht!) und dadurch die Einflussnahme auf ein Unternehmen ermöglicht. Das wurde mir gesagt.
Abg. Öllinger: Stimmt ja nicht!
Die Auskunft, die ich dann bekommen habe, war, dass ich diese Anteile nicht melden müsste, weil man von Seiten der Mitarbeiter meines Hauses (Abg. Dr. Kräuter: Von wem genau? Wer hat Sie beraten?) in Bezug auf § 3 des Unvereinbarkeitsgesetzes die Rechtsauffassung vertreten hat, dass er in eine Richtung abzielen würde, dass nur der Besitz jener Anteile zu melden ist, der eine bestimmte Höhe überschreitet (Abg. Öllinger: Stimmt ja nicht!) und dadurch die Einflussnahme auf ein Unternehmen ermöglicht. Das wurde mir gesagt.
Abg. Öllinger: 3a!
Ich will Ihnen nur erklären, wie es passiert ist. – Ich darf Ihnen sagen, mir ist das plausibel erschienen, weil „Unvereinbarkeitsgesetz“ schon von der Semantik her bedeutet: Wann kann etwas unvereinbar mit der Verantwortung und der Position eines Finanzministers sein? Wenn Sie weiter im § 3 des Unvereinbarkeitsgesetzes lesen (Abg. Öllinger: 3a!), dann wissen Sie, dass dort auch geregelt ist: Wenn ein Regierungsmitglied an einem Unternehmen beteiligt ist und diese Beteiligung an dem Unternehmen kleiner als 25 Prozent ist, dann darf zum Beispiel dieses Unternehmen, an dem beispielsweise das Regierungsmitglied mit bis zu 24 Prozent beteiligt sein könnte, bei öffentlichen Aufträgen und bei der Vergabe solcher Aufträge nicht diskriminiert werden.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Außerdem lege ich Wert auf die Feststellung, dass ich alle Aktien offen gelegt habe, dass ich die Meldung an den Unvereinbarkeitsausschuss nachgeholt habe, dass es letzten Freitag, wie Sie wissen, diese Sitzung des Unvereinbarkeitsausschusses gegeben hat. Dort hat man mein Aktienportefeuille zur Kenntnis genommen und damit sehr klar bestätigt, dass es keine Unvereinbarkeit dieser Aktien mit meiner Verantwortung als Finanzminister gibt. Darauf lege ich Wert, meine Damen und Herren, dass ich inhaltlich, was das Unvereinbarkeitsgesetz betrifft, die Vorgaben dieses Gesetzes stets eingehalten habe. Das ist aus meiner Sicht das wirklich Entscheidende! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Niemand Geringerer als unser Präsident Heinz Fischer hat das gesagt, wie Sie wahrscheinlich wissen, nämlich im Jahre 1991. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Damals hat es einen vergleichbaren Fall gegeben. (Abg. Dr. Jarolim: Sie sollten seriös bleiben!) Die Vorgangsweise, die damals von einem Regierungsmitglied gewählt worden ist, nämlich eine Nachmeldung von Beteiligungen vorzunehmen und eine Erklärung vor dem Nationalrat abzugeben, „hält Präsident Fischer für richtig“, wird er zitiert. „Er gehe mit einem Vertrauensvorschuss an“ diese Frage „heran.“
Abg. Dr. Jarolim: Sie sollten seriös bleiben!
Niemand Geringerer als unser Präsident Heinz Fischer hat das gesagt, wie Sie wahrscheinlich wissen, nämlich im Jahre 1991. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Damals hat es einen vergleichbaren Fall gegeben. (Abg. Dr. Jarolim: Sie sollten seriös bleiben!) Die Vorgangsweise, die damals von einem Regierungsmitglied gewählt worden ist, nämlich eine Nachmeldung von Beteiligungen vorzunehmen und eine Erklärung vor dem Nationalrat abzugeben, „hält Präsident Fischer für richtig“, wird er zitiert. „Er gehe mit einem Vertrauensvorschuss an“ diese Frage „heran.“
Abg. Öllinger: Nein, kein Formalfehler!
Zur Wertigkeit dieser ganzen Thematik: Ja, es war ein Formalfehler (Abg. Öllinger: Nein, kein Formalfehler!), aber ich lege Wert darauf: Der Inhalt des Gesetzes, die Substanz des Gesetzes wurde selbstverständlich immer eingehalten.
Abg. Dr. Pilz: Sie haben nichts gemeldet!
Hiezu darf ich auf meine Schreiben an den Vorsitzenden des Unvereinbarkeitsausschusses vom Oktober dieses Jahres und auf das Ergebnis der Beratungen dieses Ausschusses vom 17. Oktober 2003 verweisen. Daher nochmals auch im Sinne dieser vier Fragen: Es lag und liegt in keinem einzigen Fall eine Unvereinbarkeit mit meiner Funktion als Finanzminister vor. (Abg. Dr. Pilz: Sie haben nichts gemeldet!) Im Übrigen sind diese Beteiligungen wertmäßig auch in den laufenden Meldungen an den Prä-
Abg. Dr. Pilz: Ein Bekenntnis zur Gesetzesverletzung!
sidenten des Rechnungshofes enthalten. (Abg. Dr. Pilz: Ein Bekenntnis zur Gesetzesverletzung!)
Abg. Dr. Puswald: Wortklauberei!
Was die Frage 10 betrifft, so möchte ich ausführen, dass man an einer Stiftung – im Gegensatz zu Ihrer Fragestellung; schauen Sie sich das Gesetz an! – nicht beteiligt sein kann, sondern man kann im Sinne des Gesetzes bei einer Stiftung nur entweder Stifter sein oder als Begünstigter auftreten. (Abg. Dr. Puswald: Wortklauberei!) Ich habe keine derartige Funktion. Im Übrigen unterliegt auch diese Frage nicht dem Fragerecht gemäß § 90 Geschäftsordnungsgesetz. (Abg. Dr. Pilz: Warum geben Sie dann eine Antwort?) Weil ich mir gedacht habe, ich will Ihnen einmal etwas Gutes tun, Herr Abgeordneter, und Ihre Neugier befriedigen, weil ich überhaupt nichts zu verbergen habe. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pilz: Warum geben Sie dann eine Antwort?
Was die Frage 10 betrifft, so möchte ich ausführen, dass man an einer Stiftung – im Gegensatz zu Ihrer Fragestellung; schauen Sie sich das Gesetz an! – nicht beteiligt sein kann, sondern man kann im Sinne des Gesetzes bei einer Stiftung nur entweder Stifter sein oder als Begünstigter auftreten. (Abg. Dr. Puswald: Wortklauberei!) Ich habe keine derartige Funktion. Im Übrigen unterliegt auch diese Frage nicht dem Fragerecht gemäß § 90 Geschäftsordnungsgesetz. (Abg. Dr. Pilz: Warum geben Sie dann eine Antwort?) Weil ich mir gedacht habe, ich will Ihnen einmal etwas Gutes tun, Herr Abgeordneter, und Ihre Neugier befriedigen, weil ich überhaupt nichts zu verbergen habe. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was die Frage 10 betrifft, so möchte ich ausführen, dass man an einer Stiftung – im Gegensatz zu Ihrer Fragestellung; schauen Sie sich das Gesetz an! – nicht beteiligt sein kann, sondern man kann im Sinne des Gesetzes bei einer Stiftung nur entweder Stifter sein oder als Begünstigter auftreten. (Abg. Dr. Puswald: Wortklauberei!) Ich habe keine derartige Funktion. Im Übrigen unterliegt auch diese Frage nicht dem Fragerecht gemäß § 90 Geschäftsordnungsgesetz. (Abg. Dr. Pilz: Warum geben Sie dann eine Antwort?) Weil ich mir gedacht habe, ich will Ihnen einmal etwas Gutes tun, Herr Abgeordneter, und Ihre Neugier befriedigen, weil ich überhaupt nichts zu verbergen habe. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Das ist unrichtig, was Sie hier behaupten!
Herr Abgeordneter Pilz, ich ersuche Sie, dass Sie eine objektive Entscheidung in der Frage Eurofighter zur Kenntnis nehmen, eine Entscheidung, die auf der Grundlage eines nachvollziehbaren, transparenten, klaren und gesetzlichen Vergabeverfahrens zustande gekommen ist, eine Entscheidung, die mittlerweile, wie Sie wissen – auch auf Ihre Anregung hin –, durch ein unabhängiges Organ dieses Hauses, des Parlaments, nämlich durch den Rechnungshof, geprüft worden ist, eine Entscheidung, die in ihrer Summe bestätigt worden ist, wodurch Ihre Angriffe auf objektiver Basis entkräftet wurden! (Abg. Gradwohl: Das ist unrichtig, was Sie hier behaupten!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich kann Sie nur dringend darum ersuchen: Unterlassen Sie in Hinkunft derartige Unterstellungen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Im Übrigen, Herr Abgeordneter Pilz, habe ich Ihnen bereits an anderer Stelle, und zwar bei einer anderen Dringlichen Anfrage – man entwickelt ja eine gewisse Routine mit all diesen Dringlichen Anfragen –, gesagt: Egal, ob ich jetzt den Herrn Vorstandsvorsitzenden von Daimler-Chrysler Schrempp oder den Herrn Vorstandsvorsitzenden von Mercedes Jürgen Hubbert, von Porsche den Herrn Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking treffe, ob ich Verantwortliche von Audi oder von Opel wie etwa den Herrn Vorstandsvorsitzenden Carl-Peter Forster oder viele andere nationale und internationale Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Industrie treffe, so tue ich das im Interesse unseres Landes, im Interesse des Wirtschaftsstandortes Österreich, im Interesse von Investitionen und im Interesse der Beschäftigten unseres Landes. Das, Herr Abgeordneter Pilz, werde ich mir von Ihnen weder kriminalisieren noch verbieten lassen! Das ist gut für Österreich, was diesbezüglich an Treffen stattfindet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Bleiben Sie bitte am Boden! – Abg. Dr. Kräuter: Peinlich!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, abschließend: Frau Abgeordnete Helene Partik-Pablé hat einmal zu dieser Serie von Dringlichen Anfragen, zu dieser Hetzjagd auf meine Person, wie sie sich für mich darstellt, gesagt beziehungsweise dies so interpretiert, dass die Kritik die Steuer ist, die der Neid dem Talent auferlegt. (Abg. Dr. Jarolim: Bleiben Sie bitte am Boden! – Abg. Dr. Kräuter: Peinlich!)
Abg. Gaál: Halten Sie sich an die Gesetze, dann passiert Ihnen das nicht!
Casanova sagte, die Tochter des Neides ist die Verleumdung. (Abg. Gaál: Halten Sie sich an die Gesetze, dann passiert Ihnen das nicht!) Sie machen offensichtlich nichts anderes als das, was zum Beispiel der Politologe Filzmaier den Sozialdemokraten empfohlen hat, nämlich dass man ein negative campaigning machen soll – und Filzmaier hat damit nichts anderes gemeint als: Man soll beliebte Persönlichkeiten des politischen Gegners systematisch diskreditieren.
Abg. Öllinger: Ein Verfassungsgesetz haben Sie nicht eingehalten!
Ich sage Ihnen: Nichts davon ist wahr! Ich hatte einen Formalfehler gemacht, eine Nichtmeldung; dieser ist mittlerweile korrigiert. (Abg. Öllinger: Ein Verfassungsgesetz haben Sie nicht eingehalten!) Sonst habe ich mir überhaupt nichts vorzuwerfen!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Heute Vormittag wurde folgender Vergleich angestellt: Deutschland: null Wachstum, Rekordarbeitslosigkeit, Rekorddefizit. Österreich: Wachstum liegt um 50 Prozent über dem Wachstum des Durchschnitts der Europäischen Union, stabile Staatsfinanzen, sinkende Steuern und Abgaben. – Das ist eine Leistung, die sich sehen lassen kann, und daran wird die Bevölkerung den Finanzminister messen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich kann nur wiederholen, Herr Finanzminister: Dieses Ihr Verhalten – ganz egal, ob wir jetzt inhaltlich einer Meinung sind oder nicht –, diese Wortwahl einem Abgeordneten dieses Hauses gegenüber ist unerträglich. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Mit dem Herrn Pilz soll er sich auseinandersetzen!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, wenn Sie sich zur Geschäftsbehandlung zu Wort melden, dann haben Sie einen Antrag zu stellen. Ich würde bitten, dass Sie einen Antrag stellen. Allgemeine Ausführungen zur Rede erfolgen in Wortmeldungen am Rednerpult. – Bitte. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Mit dem Herrn Pilz soll er sich auseinandersetzen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind das Problem!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (fortsetzend): Okay, mein Kollege Kogler wird sicher noch weiter darauf eingehen. Es wundert mich, Herr Präsident, dass Sie es anscheinend für kein Problem halten (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind das Problem!), wenn ein Finanzminister hier möglicherweise offensichtlich die Unwahrheit spricht, nämlich was sein Verhalten im Ausschuss betrifft, und uns das Gegenteil von dem erklärt, was Wahrheit ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (fortsetzend): Okay, mein Kollege Kogler wird sicher noch weiter darauf eingehen. Es wundert mich, Herr Präsident, dass Sie es anscheinend für kein Problem halten (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind das Problem!), wenn ein Finanzminister hier möglicherweise offensichtlich die Unwahrheit spricht, nämlich was sein Verhalten im Ausschuss betrifft, und uns das Gegenteil von dem erklärt, was Wahrheit ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das alles?
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrter Herr Präsident! Selbst wenn man Ihrer Auffassung folgt, dass all diese Fragen betreffend die Erfüllung des Unvereinbarkeitsgesetzes hier nicht zu debattieren oder zu beantworten sind, stellt sich doch erstens die Frage, ob es erlaubt ist, von der Regierungsbank aus zu sagen, man hätte einem Ausschuss des Parlaments etwas vorgelegt, wenn es nicht stimmt, dass all das tatsächlich diesem Ausschuss vorgelegt worden ist. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das alles?) Von meinen Kollegen. (Abg. Scheibner: Das unterliegt der Vertraulichkeit!) Nein, die Tatsache, ob etwas vorgelegt wurde oder nicht, unterliegt nicht der Vertraulichkeit. Der Inhalt dessen unterliegt der Vertraulichkeit! Ich habe über die Tatsache gesprochen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das unterliegt der Vertraulichkeit!
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrter Herr Präsident! Selbst wenn man Ihrer Auffassung folgt, dass all diese Fragen betreffend die Erfüllung des Unvereinbarkeitsgesetzes hier nicht zu debattieren oder zu beantworten sind, stellt sich doch erstens die Frage, ob es erlaubt ist, von der Regierungsbank aus zu sagen, man hätte einem Ausschuss des Parlaments etwas vorgelegt, wenn es nicht stimmt, dass all das tatsächlich diesem Ausschuss vorgelegt worden ist. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das alles?) Von meinen Kollegen. (Abg. Scheibner: Das unterliegt der Vertraulichkeit!) Nein, die Tatsache, ob etwas vorgelegt wurde oder nicht, unterliegt nicht der Vertraulichkeit. Der Inhalt dessen unterliegt der Vertraulichkeit! Ich habe über die Tatsache gesprochen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrter Herr Präsident! Selbst wenn man Ihrer Auffassung folgt, dass all diese Fragen betreffend die Erfüllung des Unvereinbarkeitsgesetzes hier nicht zu debattieren oder zu beantworten sind, stellt sich doch erstens die Frage, ob es erlaubt ist, von der Regierungsbank aus zu sagen, man hätte einem Ausschuss des Parlaments etwas vorgelegt, wenn es nicht stimmt, dass all das tatsächlich diesem Ausschuss vorgelegt worden ist. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das alles?) Von meinen Kollegen. (Abg. Scheibner: Das unterliegt der Vertraulichkeit!) Nein, die Tatsache, ob etwas vorgelegt wurde oder nicht, unterliegt nicht der Vertraulichkeit. Der Inhalt dessen unterliegt der Vertraulichkeit! Ich habe über die Tatsache gesprochen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
welche Aufträge –, den Finanzminister auffordern, diese Fragen zu beantworten. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Schieder: Nicht über Inhalte! Über die Tatsache, ob er dem Ausschuss berichtet hat! Nicht über Inhalte!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich stelle jetzt wirklich geschäftsordnungsmäßig den Antrag, dass sich die Präsidiale in ihrer nächsten Sitzung noch einmal – und ich sage, anscheinend wird das leider notwendig sein – mit der Frage der Handhabung der Vertraulichkeit der im Unvereinbarkeitsausschuss getätigten Angaben, Diskussionen und Beschlüsse befasst. Wie wir sehen, berufen sich hier sogar Redner darauf, dass sie von Kollegen, anscheinend von Mitgliedern dieses Ausschusses, über Inhalte aus diesem Ausschuss informiert worden sind. (Abg. Schieder: Nicht über Inhalte! Über die Tatsache, ob er dem Ausschuss berichtet hat! Nicht über Inhalte!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Also wenn Sie diese Dringliche Anfrage gelesen haben, dann müssen Sie erkannt haben, dass es hier nicht nur darum geht, ob etwas gemeldet worden ist oder nicht, sondern auch um Inhalte. Daher ist es notwendig, dass wir über diese Vertraulichkeit noch einmal in der Präsidiale befinden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Schieder.
Erstens: Die Unvereinbarkeitsfrage ist keine Frage der Vollziehung, sondern ausschließlich eine Frage des Parlaments. (Zwischenruf des Abg. Schieder.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und viertens: Ich verweise auf § 91 der Geschäftsordnung, wonach es selbstverständlich dem Minister obliegt, eine Frage nicht zu beantworten, dann aber auch zu begründen, weshalb er das nicht tut. Insofern ist es vollkommen korrekt, wie Karl-Heinz Grasser hier geantwortet hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fischer – auf Abg. Scheibner weisend –: Das war ein Antrag?
Präsident Dr. Andreas Khol: Nachdem sich jetzt entsprechend unserer Praxis alle Klubobleute einmal zu Wort gemeldet haben, stelle ich zum Antrag des Herrn Abgeordneten Schieder fest, dass dies kein Antrag zur Geschäftsbehandlung ist, wie er unserer Geschäftsordnung entspricht. (Abg. Dr. Fischer – auf Abg. Scheibner weisend –: Das war ein Antrag?)
Abg. Schieder: Nein!
Dieser hat einen Antrag gestellt, der ausschließlich die Vollziehung des Unvereinbarkeitsgesetzes betrifft (Abg. Schieder: Nein!) und die Zulassung dieser Fragen durch mich sowie die Aufforderung an mich, dafür zu sorgen, dass der Minister sie beantwortet. (Abg. Schieder: Nein!) – Nun, welchen Antrag haben Sie gestellt?
Abg. Schieder: Nein!
Dieser hat einen Antrag gestellt, der ausschließlich die Vollziehung des Unvereinbarkeitsgesetzes betrifft (Abg. Schieder: Nein!) und die Zulassung dieser Fragen durch mich sowie die Aufforderung an mich, dafür zu sorgen, dass der Minister sie beantwortet. (Abg. Schieder: Nein!) – Nun, welchen Antrag haben Sie gestellt?
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich habe beantragt, dass, wenn Sie sagen, er muss Fragen im Hinblick auf das Unvereinbarkeitsgesetz nicht beantworten, er zumindest jene Fragen beantworten muss, die die Vollziehung des Bundes betreffen. Und das sind die Fragen 17 folgende, aber auch diese hat er nicht zur Gänze beantwortet. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Zweitens, Herr Präsident, würde ich gerne jenen Passus in der Geschäftsordnung sehen, auf den Sie sich bezogen haben, als Sie gesagt haben, man darf sich nur dann zur Geschäftsbehandlung zu Wort melden, wenn man einen Antrag stellt. Dieser Passus ist mir nicht bekannt, vielleicht können Sie ihn mir einmal zeigen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein Skandal, Herr Präsident!
Schlussendlich zur Frage, weshalb man zur Geschäftsbehandlung nur dann sprechen kann, wenn man einen Antrag stellt: Wir haben in der Präsidiale die Praxis festgelegt, dass wir eine Wortmeldung jeder Fraktion zulassen und dann die Debatte darüber schließen. Das ist die Praxis. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist ein Skandal, Herr Präsident!)
Rufe bei der ÖVP: Er hat sie beantwortet!
Es ist schon interessant, dass die Anregung – Antrag hin oder her – des Kollegen Schieder nicht weiterverfolgt wird. Diese hat nämlich mit Unvereinbarkeit oder Vereinbarkeit überhaupt nichts zu tun, denn er bezog sich auf die Fragen 17 bis 20, und darin geht es um Treffen des Herrn Finanzministers mit bestimmten Managern (Rufe bei der ÖVP: Er hat sie beantwortet!) – nein, nicht alle! –, von denen er selbst sagt, dass er solche Leute hauptsächlich deshalb trifft, weil das zu seinen Amtspflichten gehört. Trotzdem ist das nicht Gegenstand der Vollziehung? – Ich bitte um Aufklärung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Ich habe sie beantwortet!) Aber nicht alle! (Bundesminister Mag. Grasser: Na freilich!) Sie haben in Bezug auf Fragen ähnlichen Zusammenhangs teilweise darauf verwiesen, das sei Ihre Privatangelegenheit.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Ich habe sie beantwortet!
Es ist schon interessant, dass die Anregung – Antrag hin oder her – des Kollegen Schieder nicht weiterverfolgt wird. Diese hat nämlich mit Unvereinbarkeit oder Vereinbarkeit überhaupt nichts zu tun, denn er bezog sich auf die Fragen 17 bis 20, und darin geht es um Treffen des Herrn Finanzministers mit bestimmten Managern (Rufe bei der ÖVP: Er hat sie beantwortet!) – nein, nicht alle! –, von denen er selbst sagt, dass er solche Leute hauptsächlich deshalb trifft, weil das zu seinen Amtspflichten gehört. Trotzdem ist das nicht Gegenstand der Vollziehung? – Ich bitte um Aufklärung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Bundesminister Mag. Grasser: Ich habe sie beantwortet!) Aber nicht alle! (Bundesminister Mag. Grasser: Na freilich!) Sie haben in Bezug auf Fragen ähnlichen Zusammenhangs teilweise darauf verwiesen, das sei Ihre Privatangelegenheit.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das Interesse des Kollegen Pilz hat sich offensichtlich darauf gerichtet, welche Aktien oder – wie es einfacherweise im Gesetz heißt – sonstige Anteilsrechte oder Eigentümerschaft von Anteilsrechten Sie zu jenem Zeitpunkt gehabt haben, zu dem Sie gesetzlich schon verpflichtet gewesen wären, es zu melden. Und da besteht ein Riesenunterschied, was im Übrigen auch den Herrn Bundeskanzler betrifft, aber dieses Fenster lassen wir heute noch zu; es reicht die Zeit nicht. Es hilft nichts, wenn man am soundsovielten Oktober sagt: Ich habe jetzt keine Aktien mehr beziehungsweise ich habe diese und jene Aktien! Der Versuch der wirklichen Sanierung dieses, wie Sie sagen, Formfehlers, wie wir sagen, Verfassungsbruchs ist nie ehrlich unternommen worden. Das soll den Abgeordneten hier, die genauso betroffen gewesen sind von dieser Falschinformation, wie auch der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Das muss festgehalten werden! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Jetzt ist es natürlich von Interesse, wieso gerade Sie als Finanzminister ein paar Tage, bevor dieser Abschwung in Gang gekommen ist, noch mit Gewinn abgestoßen haben. Das ist die Frage und sonst gar nichts! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
immer den Bestbieter genommen haben. Als Sie dabei ertappt wurden, haben Sie wieder ein Gutachterkarussell in Gang gesetzt – auf Steuerzahlerkosten! –, um den Rechnungshof zu widerlegen. Das ist unglaublich, meine Herren und Damen! Ein Gutachten, das gegen die Vergabevorschriften bestellt wurde, ein weiteres Gutachten, das den Rechnungshof widerlegen soll – wo soll denn das noch hinführen? Das ganze Ressort wird in einer einzigen Gutachtertätigkeit aufgehen, und dann sind Sie immer noch so schlecht beraten?! – Also tauschen Sie sich selbst aus oder zumindest Ihre Mitarbeiter, entschließen Sie sich nur zu irgendetwas! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Da wir schon das Treffen mit Herrn Bischoff erwähnt haben, so ist es schon sehr verdächtig, wenn Sie bestimmte Dreierkonstellationen jetzt wieder abstreiten, unter anderem eine mit Herrn Feichtinger, Treuhänder in Vaduz. Wir werden jedenfalls der Sache nachgehen. Allerdings ist es noch kein Beweis, dass Sie hier sagen: Es war nicht so! Oft hat sich nämlich später herausgestellt, dass es dann doch so war. Also: Abwarten! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Was haben all diese Treffen mit diesen Managern mit den Vorgangsweisen und Einflussnahmen des Finanzministeriums zu tun? Auch wenn Sie das nicht aufklären, irgendwann wird es sich aufklären! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Fasslabend: Das ist unerhört!
Ich will jetzt gar nicht den Charakter bewerten, den man haben muss, um so etwas festzustellen (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist unerhört!), aber der Ärger über diesen vermeintlichen Fehler muss schon riesengroß sein – auch heute noch! –, sonst wäre es für mich nicht erklärbar, dass man gegen einen amtierenden Bundesminister eine derartige Schmutzkübelkampagne fährt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich will jetzt gar nicht den Charakter bewerten, den man haben muss, um so etwas festzustellen (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist unerhört!), aber der Ärger über diesen vermeintlichen Fehler muss schon riesengroß sein – auch heute noch! –, sonst wäre es für mich nicht erklärbar, dass man gegen einen amtierenden Bundesminister eine derartige Schmutzkübelkampagne fährt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Gaál: Das ist ein Verfassungsbruch! – Abg. Dr. Wittmann: Ist das so normal, was da passiert?
lichkeit, des gegnerischen Lagers offenbar, so lange mit Schmutz (Abg. Gaál: Das ist ein Verfassungsbruch! – Abg. Dr. Wittmann: Ist das so normal, was da passiert?), bis sie tatsächlich schmutzig ist, zeige dann mit dem Finger auf sie und rufe: Jö schau, ist der schmutzig!“ – Ich gebe Ihnen in Ihrer Analyse Recht: Karl-Heinz Grasser war und ist ein erfolgreicher Finanzminister. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
lichkeit, des gegnerischen Lagers offenbar, so lange mit Schmutz (Abg. Gaál: Das ist ein Verfassungsbruch! – Abg. Dr. Wittmann: Ist das so normal, was da passiert?), bis sie tatsächlich schmutzig ist, zeige dann mit dem Finger auf sie und rufe: Jö schau, ist der schmutzig!“ – Ich gebe Ihnen in Ihrer Analyse Recht: Karl-Heinz Grasser war und ist ein erfolgreicher Finanzminister. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Abgabenquote!
Zwei Nulldefizite, zwei Jahresabschlüsse ohne Neuverschuldung – so etwas haben wir seit vielen Jahren nicht mehr gekannt! (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Abgabenquote!) Gleiches gilt für die inzwischen wieder auf das Niveau von 1995 gesunkene Steuer- und Abgabenquote, die Durchführung der bereits beschlossenen ersten Etappe der Steuerreform, und zwar für Kleinstverdiener bis zu 14 500 € ebenso wie für die Unternehmen, für den Wirtschaftsstandort eine Halbierung der Besteuerung auf nicht entnommene Gewinne und einer Abschaffung der 13. Umsatzsteuervorauszahlung. Jetzt bereitet der Minister den zweiten Teil der wohl größten Steuerreform aller Zeiten in diesem Land vor – zur Standortsicherung, durch Senkung unserer Steuern.
Rufe bei der ÖVP: Schuldenpolitik!
Meine Damen und Herren von der Opposition! Es gibt, glaube ich, noch einen Grund dafür, warum Sie unseren Finanzminister so anschütten: Sie wollen natürlich von der Vergangenheit ablenken. Sie wollen davon ablenken, was alles sozialdemokratische Finanzminister dieses Landes in der Vergangenheit verursacht haben. Was war denn die große Überschrift über der Finanzpolitik der sozialdemokratischen Finanzminister? (Rufe bei der ÖVP: Schuldenpolitik!) – Schulden! Aber Schulden sind Zukunftsverbrauch, Schulden erzeugen Zinsbelastungen, welche uns wiederum den Handlungsspielraum für Zukunftsinvestitionen nehmen. Man könnte diese Liste leicht fortsetzen: Verstaatlichten-Debakel während der SPÖ-Regierungsverantwortung, „Konsum“-Pleite in Ihrem Verantwortungsbereich.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Experten sind sich längst darüber einig und haben geurteilt: Die SPÖ war mit dieser Politik auf dem Irrweg, Karl-Heinz Grasser ist mit seiner Politik auf dem richtigen Weg! (Beifall bei der ÖVP.)
Oh-Rufe bei der ÖVP
Und es gibt noch einen weiteren Grund für diese Schmutzkübelkampagne, ganz nach dem Motto „Haltet den Dieb!“ – Lieber Kollege Matznetter, du schaffst es, medial sehr viel an heißer Luft zu erzeugen. Diese Luft, heiß, wie sie ist, steigt auf und verursacht tatsächlich Aufmerksamkeit. Das gibt dir ein Mäntelchen von Wirtschaftskompetenz. In der Tat, du zeigst wirklich wirtschaftliche Kompetenz, nämlich bei der Verfolgung und Verquickung privater Geschäftsinteressen mit den geschäftlichen Interessen der Partei (Oh-Rufe bei der ÖVP), und das in einem recht undurchsichtigen Geflecht, das noch mit Insiderwissen optimiert wird und ... (Abg. Dr. Puswald: Ist das der Versuch ...?) – Nein, das ist nur eine Feststellung von Tatsachen! Dieses wirtschaftliche SPÖ-Netzwerk ist in weiten Teilen ein Matznetter-Netzwerk (Aha-Rufe bei der ÖVP), wenngleich der rote Faden, der sich da durchzieht, nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.
Abg. Dr. Puswald: Ist das der Versuch ...?
Und es gibt noch einen weiteren Grund für diese Schmutzkübelkampagne, ganz nach dem Motto „Haltet den Dieb!“ – Lieber Kollege Matznetter, du schaffst es, medial sehr viel an heißer Luft zu erzeugen. Diese Luft, heiß, wie sie ist, steigt auf und verursacht tatsächlich Aufmerksamkeit. Das gibt dir ein Mäntelchen von Wirtschaftskompetenz. In der Tat, du zeigst wirklich wirtschaftliche Kompetenz, nämlich bei der Verfolgung und Verquickung privater Geschäftsinteressen mit den geschäftlichen Interessen der Partei (Oh-Rufe bei der ÖVP), und das in einem recht undurchsichtigen Geflecht, das noch mit Insiderwissen optimiert wird und ... (Abg. Dr. Puswald: Ist das der Versuch ...?) – Nein, das ist nur eine Feststellung von Tatsachen! Dieses wirtschaftliche SPÖ-Netzwerk ist in weiten Teilen ein Matznetter-Netzwerk (Aha-Rufe bei der ÖVP), wenngleich der rote Faden, der sich da durchzieht, nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.
Aha-Rufe bei der ÖVP
Und es gibt noch einen weiteren Grund für diese Schmutzkübelkampagne, ganz nach dem Motto „Haltet den Dieb!“ – Lieber Kollege Matznetter, du schaffst es, medial sehr viel an heißer Luft zu erzeugen. Diese Luft, heiß, wie sie ist, steigt auf und verursacht tatsächlich Aufmerksamkeit. Das gibt dir ein Mäntelchen von Wirtschaftskompetenz. In der Tat, du zeigst wirklich wirtschaftliche Kompetenz, nämlich bei der Verfolgung und Verquickung privater Geschäftsinteressen mit den geschäftlichen Interessen der Partei (Oh-Rufe bei der ÖVP), und das in einem recht undurchsichtigen Geflecht, das noch mit Insiderwissen optimiert wird und ... (Abg. Dr. Puswald: Ist das der Versuch ...?) – Nein, das ist nur eine Feststellung von Tatsachen! Dieses wirtschaftliche SPÖ-Netzwerk ist in weiten Teilen ein Matznetter-Netzwerk (Aha-Rufe bei der ÖVP), wenngleich der rote Faden, der sich da durchzieht, nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.
Abg. Dr. Matznetter: Das muss der Herr Kollege Amon vor Gericht verantworten!
Herr Kollege Pilz! Wir wissen ja, Kollege Matznetter hat den Jahresabschluss bei YLine gemacht. Ich nehme doch wohl nicht an – ich halte das ausdrücklich fest! –, dass Sie mit dem Hinweis auf einen Betrugsfall gemeint haben, Kollege Matznetter hätte etwas damit zu tun. Ich sage ausdrücklich, ich nehme das nicht an. (Abg. Dr. Matznetter: Das muss der Herr Kollege Amon vor Gericht verantworten!)
Abg. Dr. Kräuter: Fällt dir nichts anderes ein?
Meine Damen und Herren! Österreichs Finanzpolitik unter Finanzminister Karl-Heinz Grasser ist eine Finanzpolitik der Stabilität und der Standortsicherung. Und wer es noch immer nicht glauben will, der mache den Vergleich mit Deutschland! (Abg. Dr. Kräuter: Fällt dir nichts anderes ein?) Budgetdaten: Um vieles besser! Exportquote: Um vieles besser! Arbeitsmarktsituation: Um vieles besser! Wachstum in Öster-
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich wandle einen Spruch von Edmund Stoiber ab, der gesagt hat: Die Österreicher sind nicht besser als die Deutschen – aber sie haben den besseren Finanzminister! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Habt ihr jetzt gearbeitet für diese Firma oder nicht?
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister für Finanzen! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Als Mastermind der YLine-Desaster und des roten Netzwerkes – wie es die ÖVP zumindest darzustellen hofft – nütze ich zwei Sekunden zur Klarstellung für diejenigen, die nicht einmal im Firmenbuch nachschauen können: Eine Firma YLine gibt es erst seit 1999. Es wird jedem Kollegen schwer fallen, für diese 1998 einen Abschluss zu machen. (Abg. Scheibner: Habt ihr jetzt gearbeitet für diese Firma oder nicht?)
Abg. Dr. Spindelegger: Abschluss gemacht oder nicht?
Aber vielleicht gehen wir einmal zu den Kernproblemen. Kollege Kopf hat uns die Frage der Wirtschaftsperformance gestellt. Na, da bin ich gleich fertig! (Abg. Dr. Spindelegger: Abschluss gemacht oder nicht?) Kollege Molterer sagt, wir sollen nicht irgendwelche Daten suchen. Wir gehen in die Statistik Austria und stellen fest: Wir sind mit dem heutigen Tag, 12.58 Uhr, laut Tabelle 16.1, im Jahre 2003 an viertletzter Stelle beim Wirtschaftswachstum, 2004 an letzter Stelle. Das ist die Performance von Karl-Heinz Grasser! (Beifall bei der SPÖ. – Der Redner übergibt dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Grasser schriftliche Unterlagen.)
Beifall bei der SPÖ. – Der Redner übergibt dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Grasser schriftliche Unterlagen.
Aber vielleicht gehen wir einmal zu den Kernproblemen. Kollege Kopf hat uns die Frage der Wirtschaftsperformance gestellt. Na, da bin ich gleich fertig! (Abg. Dr. Spindelegger: Abschluss gemacht oder nicht?) Kollege Molterer sagt, wir sollen nicht irgendwelche Daten suchen. Wir gehen in die Statistik Austria und stellen fest: Wir sind mit dem heutigen Tag, 12.58 Uhr, laut Tabelle 16.1, im Jahre 2003 an viertletzter Stelle beim Wirtschaftswachstum, 2004 an letzter Stelle. Das ist die Performance von Karl-Heinz Grasser! (Beifall bei der SPÖ. – Der Redner übergibt dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Grasser schriftliche Unterlagen.)
Ruf bei der ÖVP: Habt ihr nicht aufgepasst, oder was?
Ich komme aber jetzt wirklich zum Kern des heutigen Tages. Das eigentlich Entscheidende ist: Der Herr Finanzminister gibt uns hier in der Beantwortung von Anfragen Leermeldungen ab, dieselbe Art von Leermeldungen, wie er sie zu seinem Aktienbesitz gemacht hat (Ruf bei der ÖVP: Habt ihr nicht aufgepasst, oder was?), und hofft, dass auf diesem Wege die Aufklärung der aufklärungswürdigen Umstände nicht erfolgt.
Abg. Mag. Molterer: Dafür ist bekanntlich das Parlament zuständig, oder wie?
Es kommt die nächste unbeantwortete Frage: Herr Mag. Grasser ist nicht das erste Mal in einer Funktion, die dem Unvereinbarkeitsgesetz unterliegt. Wie war denn das als stellvertretender Kärntner Landeshauptmann? Auch da gilt das Unvereinbarkeitsgesetz. (Abg. Mag. Molterer: Dafür ist bekanntlich das Parlament zuständig, oder wie?) Wurde schon damals die Beratung von Dritten vorgenommen? Haben Sie damals alles ordentlich erklärt? Ich weiß es nicht. (Abg. Mag. Molterer: ... das Parlament zuständig!)
Abg. Mag. Molterer: ... das Parlament zuständig!
Es kommt die nächste unbeantwortete Frage: Herr Mag. Grasser ist nicht das erste Mal in einer Funktion, die dem Unvereinbarkeitsgesetz unterliegt. Wie war denn das als stellvertretender Kärntner Landeshauptmann? Auch da gilt das Unvereinbarkeitsgesetz. (Abg. Mag. Molterer: Dafür ist bekanntlich das Parlament zuständig, oder wie?) Wurde schon damals die Beratung von Dritten vorgenommen? Haben Sie damals alles ordentlich erklärt? Ich weiß es nicht. (Abg. Mag. Molterer: ... das Parlament zuständig!)
Abg. Dr. Fasslabend: Jetzt tun wir nicht schon wieder ...! Ein bisschen mehr Fairness! – Abg. Mag. Molterer: Nicht Fairness! Mehr Korrektheit!
Meine nächste Frage lautet: Ist es Aufgabe der von den Steuerzahlern bezahlten Beamten, die persönlichen Erklärungen in der Privatsache Karl-Heinz Grasser auszufüllen? Aber es war ja anders, er hat uns heute gesagt, er hätte es zuerst brav selbst ausgefüllt, dann musste er es wieder entfernen, weil er von diesen anders beraten worden sei. Haben die Beamten Ihres Hauses Ihre Erklärungen abgeändert, Herr Bundesminister? (Bundesminister Mag. Grasser: Habe ich nie gesagt!) – Ich hoffe nicht, dass das der Fall ist. Jedenfalls: Bekannt gegeben wurde es nicht. (Abg. Dr. Fasslabend: Jetzt tun wir nicht schon wieder ...! Ein bisschen mehr Fairness! – Abg. Mag. Molterer: Nicht Fairness! Mehr Korrektheit!)
Abg. Scheibner: Das ist ja nicht wahr!
der Flieger vornehmen hat lassen, lautete das Ergebnis nicht auf EADS-Eurofighter, sondern auf ein anderes Flugzeug. (Abg. Scheibner: Das ist ja nicht wahr!) Wir haben inzwischen festgestellt – und das war im Frühjahr dieses Jahres –, dass unter intensiver Mitwirkung des Mag. Grasser am 2. Juli eine andere Entscheidung getroffen wurde. (Ruf bei der ÖVP: Alte Hüte!)
Ruf bei der ÖVP: Alte Hüte!
der Flieger vornehmen hat lassen, lautete das Ergebnis nicht auf EADS-Eurofighter, sondern auf ein anderes Flugzeug. (Abg. Scheibner: Das ist ja nicht wahr!) Wir haben inzwischen festgestellt – und das war im Frühjahr dieses Jahres –, dass unter intensiver Mitwirkung des Mag. Grasser am 2. Juli eine andere Entscheidung getroffen wurde. (Ruf bei der ÖVP: Alte Hüte!)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Das wäre noch kein Problem, wenn nicht aus den Anfragebeantwortungen eben dieses Ministers hervorgegangen wäre, dass es sehr wohl Treffen diverser Natur gegeben hat. Er ist uns bis heute den Inhalt dieser Gespräche schuldig geblieben. Obwohl die Frage danach durch § 90 GOG zweifelsohne gedeckt ist, hat er sie nicht beantwortet. (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Mag. Wurm: Mehr privat, weniger Staat!
Nun kommen wir zu den nächsten Punkten: War es so, dass die Grünen oder die SPÖ in Erfüllung eines Ratschlags eines Masterminds den Herrn Finanzminister böswillig in die Falle gelockt haben, sodass er uns hier in diesem Haus, von diesem Platz aus, plötzlich erzählt, meine Homepage ist privat und von Sponsoren bezahlt? (Abg. Mag. Wurm: Mehr privat, weniger Staat!) Er hat doch die Fragestellungen selbst ausgelöst. (Abg. Dr. Fasslabend: Weil er ehrlich ist!) Er hat doch selbst, in dieser etwas hochnäsigen Art: Schaut her, wie gut ich bin, die Bilder meiner Homepage finanzieren mir sogar Sponsoren!, damit begonnen, den Faden aufzurollen.
Abg. Dr. Fasslabend: Weil er ehrlich ist!
Nun kommen wir zu den nächsten Punkten: War es so, dass die Grünen oder die SPÖ in Erfüllung eines Ratschlags eines Masterminds den Herrn Finanzminister böswillig in die Falle gelockt haben, sodass er uns hier in diesem Haus, von diesem Platz aus, plötzlich erzählt, meine Homepage ist privat und von Sponsoren bezahlt? (Abg. Mag. Wurm: Mehr privat, weniger Staat!) Er hat doch die Fragestellungen selbst ausgelöst. (Abg. Dr. Fasslabend: Weil er ehrlich ist!) Er hat doch selbst, in dieser etwas hochnäsigen Art: Schaut her, wie gut ich bin, die Bilder meiner Homepage finanzieren mir sogar Sponsoren!, damit begonnen, den Faden aufzurollen.
Abg. Mag. Molterer: Wie oft haben sich denn Sie schon mit den YLine ... getroffen, Herr Matznetter? Wie ist Ihre YLine-Connection?
Und ich will bei dieser Gelegenheit ein paar Dinge ... (Abg. Mag. Molterer: Wie oft haben sich denn Sie schon mit den YLine ... getroffen, Herr Matznetter? Wie ist Ihre YLine-Connection?) – Um diese Dinge auch noch, ganz nebenbei, anzuführen: Mir ist schon klar, warum mich die ÖVP in öffentlichen Aussendungen als den Verantwortlichen der Pleite sieht: Wenn man die Lohnverrechnung für diese Dienstnehmer macht, Dienstnehmer, die ja aus ÖVP-Sicht ein unnötiger Kostenfaktor sind, dann ist man, wenn diese auch noch einen Lohn bekommen, natürlich verantwortlich für die Pleite. Ich weiß schon: Sie wollen Löhne kürzen, Sie wollen die Leute hinausschmeißen. Wir haben diesbezüglich keine Interessen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: So weit reicht das rote Netzwerk?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: So weit reicht das rote Netzwerk?
Und ich will bei dieser Gelegenheit ein paar Dinge ... (Abg. Mag. Molterer: Wie oft haben sich denn Sie schon mit den YLine ... getroffen, Herr Matznetter? Wie ist Ihre YLine-Connection?) – Um diese Dinge auch noch, ganz nebenbei, anzuführen: Mir ist schon klar, warum mich die ÖVP in öffentlichen Aussendungen als den Verantwortlichen der Pleite sieht: Wenn man die Lohnverrechnung für diese Dienstnehmer macht, Dienstnehmer, die ja aus ÖVP-Sicht ein unnötiger Kostenfaktor sind, dann ist man, wenn diese auch noch einen Lohn bekommen, natürlich verantwortlich für die Pleite. Ich weiß schon: Sie wollen Löhne kürzen, Sie wollen die Leute hinausschmeißen. Wir haben diesbezüglich keine Interessen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: So weit reicht das rote Netzwerk?)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich komme, da die Redezeit schon zu Ende geht, zum wichtigsten Punkt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren von der FPÖ! Wenn Kollege Strutz von Ihnen einen U-Ausschuss fordert, so stimmen Sie heute zu! Wenn der Minister nichts zu verbergen hat, können wir einen Untersuchungsausschuss machen. Wenn der Obmann der Salzburger FPÖ den Rücktritt von Grasser fordert, sollten Sie das hier auch tun! (Abg. Jakob Auer: Wie hoch war Ihre Gage?) Kollege Walch hat gesagt: Wenn das alles stimmt, nämlich dass er Aktien nicht gemeldet hat, dann muss man überlegen, ob Grasser noch tragbar ist! – Sie haben Recht, Herr Kollege Walch. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Jakob Auer: Wie hoch war Ihre Gage?
Ich komme, da die Redezeit schon zu Ende geht, zum wichtigsten Punkt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren von der FPÖ! Wenn Kollege Strutz von Ihnen einen U-Ausschuss fordert, so stimmen Sie heute zu! Wenn der Minister nichts zu verbergen hat, können wir einen Untersuchungsausschuss machen. Wenn der Obmann der Salzburger FPÖ den Rücktritt von Grasser fordert, sollten Sie das hier auch tun! (Abg. Jakob Auer: Wie hoch war Ihre Gage?) Kollege Walch hat gesagt: Wenn das alles stimmt, nämlich dass er Aktien nicht gemeldet hat, dann muss man überlegen, ob Grasser noch tragbar ist! – Sie haben Recht, Herr Kollege Walch. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich komme, da die Redezeit schon zu Ende geht, zum wichtigsten Punkt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren von der FPÖ! Wenn Kollege Strutz von Ihnen einen U-Ausschuss fordert, so stimmen Sie heute zu! Wenn der Minister nichts zu verbergen hat, können wir einen Untersuchungsausschuss machen. Wenn der Obmann der Salzburger FPÖ den Rücktritt von Grasser fordert, sollten Sie das hier auch tun! (Abg. Jakob Auer: Wie hoch war Ihre Gage?) Kollege Walch hat gesagt: Wenn das alles stimmt, nämlich dass er Aktien nicht gemeldet hat, dann muss man überlegen, ob Grasser noch tragbar ist! – Sie haben Recht, Herr Kollege Walch. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zum Thema dirty campaigning empfehle ich Ihnen, das „profil“ zu lesen, in dem die Mitarbeiterin des Herrn Grasser versucht, gegen mich Schmutzkampagnen zu machen und Treffen mit dem Herrn Böhm zu veranstalten. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das sagt genug aus. Es kommt direkt aus dem Büro von Herrn Mag. Grasser. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Zum Thema dirty campaigning empfehle ich Ihnen, das „profil“ zu lesen, in dem die Mitarbeiterin des Herrn Grasser versucht, gegen mich Schmutzkampagnen zu machen und Treffen mit dem Herrn Böhm zu veranstalten. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das sagt genug aus. Es kommt direkt aus dem Büro von Herrn Mag. Grasser. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Großruck: ... ein richtiger Sympathieträger!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gelangt nunmehr Herr Abgeordneter Neudeck. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Großruck: ... ein richtiger Sympathieträger!)
Abg. Dr. Wittmann: Sie wissen aber schon, dass der Finanzminister Verfassungsbestimmungen missachtet! Das wissen Sie schon?!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die heutige Dringliche Anfrage der Grünen dient lediglich der Fortsetzung einer Menschenhatz, die meiner Meinung nach unwürdig ist. Ich betone, dass die Vorgangsweise der Nichtmeldung des Aktienbesitzes sicher nicht unsere Zustimmung findet; das wird jeder verstehen. Aber so eindeutig dürfte die Regelung nicht gewesen sein, da ja auch andere Regierungsmitglieder Aktienbesitz in kleinem Ausmaß nicht gemeldet haben. (Abg. Dr. Wittmann: Sie wissen aber schon, dass der Finanzminister Verfassungsbestimmungen missachtet! Das wissen Sie schon?!)
Abg. Dr. Wittmann: Sie wissen, was Ihnen passiert, wenn Sie ein Gesetz verletzen?
Herr Bundesminister Grasser hat heute mehrfach gesagt – und das hat keiner Ihrer Redner aufgegriffen –: Sie wollen nur skandalisieren. Er hat gesagt, dass er sein Gesamtvermögen dem Rechnungshofpräsidenten gemeldet hat, darin waren seine Aktien enthalten. Das zeigt durchaus, dass das eine Interpretationssache war, er aber keinen Wert verschweigen wollte. (Abg. Dr. Wittmann: Sie wissen, was Ihnen passiert, wenn Sie ein Gesetz verletzen?) – Kollege! Es ist immer eine Frage ... (Abg. Dr. Wittmann: Sie wissen das schon?!) – Ja, dann muss man aber auch die Regelung so treffen, dass derjenige, der sie einzuhalten hat, weiß, worum es geht. Und das wissen mehrere nicht, nicht nur er.
Abg. Dr. Wittmann: Sie wissen das schon?!
Herr Bundesminister Grasser hat heute mehrfach gesagt – und das hat keiner Ihrer Redner aufgegriffen –: Sie wollen nur skandalisieren. Er hat gesagt, dass er sein Gesamtvermögen dem Rechnungshofpräsidenten gemeldet hat, darin waren seine Aktien enthalten. Das zeigt durchaus, dass das eine Interpretationssache war, er aber keinen Wert verschweigen wollte. (Abg. Dr. Wittmann: Sie wissen, was Ihnen passiert, wenn Sie ein Gesetz verletzen?) – Kollege! Es ist immer eine Frage ... (Abg. Dr. Wittmann: Sie wissen das schon?!) – Ja, dann muss man aber auch die Regelung so treffen, dass derjenige, der sie einzuhalten hat, weiß, worum es geht. Und das wissen mehrere nicht, nicht nur er.
Abg. Dr. Wittmann: Wenn jemand als Minister die Verfassungsbestimmungen nicht beachtet!
Es bedarf daher weder eines Untersuchungsausschusses noch dieser Dringlichen Anfragen, denn wir haben gleich, nachdem diese Frage auf den Tisch gekommen ist, reagiert, es wurden die Aktien gemeldet. (Abg. Dr. Wittmann: Wenn jemand als Minister die Verfassungsbestimmungen nicht beachtet!) Und diese Aktien sind alle in einer Größenordnung, durch die es keinerlei Einfluss auf irgendein Unternehmen geben konnte.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und bei der ÖVP.
Jetzt aber ist alles gemeldet. Der Bundesminister hat auch gesagt, dass er dem Rechnungshofpräsidenten seinen Vermögensstand gemeldet hat und darin seien die Aktien enthalten gewesen. Es ist ja auch interessant, dass derartige Meldungen vom Rechnungshofpräsidenten noch nie an die Öffentlichkeit gelangt sind. Ich glaube daher, dass in Zukunft auch dieser Teil der Meldungen beim Rechnungshofpräsidenten angesiedelt werden soll, denn wenn mit diesen Meldungen und mit der Vertraulichkeit im Ausschuss so umgegangen wird wie hier im Unvereinbarkeitsausschuss, dann wird sich jeder überlegen, dort etwas zu melden, weil die Hatz, die hier betrieben wird, menschenverachtend ist und meiner Meinung nach dem Sinn dieses Gesetzes nicht entspricht. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Na geh, das Kabinett ist schuld! Das ist ein Witz!
Die Grünen haben die Jagdsaison gegen Karl-Heinz Grasser mit Hilfe der SPÖ eröffnet, ohne Fakten und ohne Inhalte. Eine lückenlose Aufstellung – das hat Karl-Heinz Grasser schon gesagt – wurde von ihm am 13. Oktober 2003 an den Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses weitergeleitet, und es sind darin alle Aktien enthalten. Die Meldung erfolgte verspätet – auch das hat der Herr Finanzminister schon gesagt –, da es in seiner Umgebung, in seinem Kabinett eine andere Interpretation dieses Textes gegeben hat. (Abg. Silhavy: Na geh, das Kabinett ist schuld! Das ist ein Witz!)
Abg. Silhavy: Das ist die allerletztklassige Argumentation, die Sie führen!
Man fragt sich irgendwann einmal: Wenn man Fachleute von außen hinzuzieht, ist es nicht recht, und wenn man sich nur auf das Ministerium konzentriert, ist es der Opposition anscheinend auch nicht recht. (Abg. Silhavy: Das ist die allerletztklassige Argumentation, die Sie führen!) Meine Damen und Herren, er hat mit seiner Meldung nachgewiesen, dass seine Aktienbeteiligung im zweiten oder dritten Kommastellenbereich hinter der Null liegt, somit also keine Unvereinbarkeit gegeben ist.
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Zu den Fragen eine persönliche Anmerkung; die Fragen sind in einer solchen Art und Weise gestaltet, dass ich sage: Wann haben Sie sich wo mit wem warum getroffen? – Wenn man dann hört, der Minister hat sich nicht in der Zusammensetzung oder überhaupt nicht getroffen, erwähne ich: Ich bin 1958 aus einem System geflohen – aus der DDR –, in dem derartige Fragen zur Tagesordnung gehörten. (Zwischenruf der Abg. Sburny.) Ich hoffe, sie werden in Österreich nicht zur Tagesordnung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zu den Fragen eine persönliche Anmerkung; die Fragen sind in einer solchen Art und Weise gestaltet, dass ich sage: Wann haben Sie sich wo mit wem warum getroffen? – Wenn man dann hört, der Minister hat sich nicht in der Zusammensetzung oder überhaupt nicht getroffen, erwähne ich: Ich bin 1958 aus einem System geflohen – aus der DDR –, in dem derartige Fragen zur Tagesordnung gehörten. (Zwischenruf der Abg. Sburny.) Ich hoffe, sie werden in Österreich nicht zur Tagesordnung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Eines wird hier auf jeden Fall klar, Herr Minister: Sie haben gegen ein Verfassungsgesetz verstoßen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist kein Formalfehler, das ist ein klarer Gesetzesverstoß. Da hilft es nichts, wenn Sie darauf hinweisen, dass Sie es dem Rechnungshof gemeldet haben. Das ist nicht die Sache; das haben Sie gemacht, und wir kreiden Ihnen auch gar nicht an, dass Sie da Verfehlungen begangen hätten. Nein, Sie kneifen dort, wo es um die Hauptsache geht. Die Hauptsache ist: Sie haben das Unvereinbarkeitsgesetz nicht eingehalten, Sie haben dagegen verstoßen, und dieses steht im Verfassungsrang. Herr Minister, das ist wirklich auch ein Verstoß gegen die Grundlagen der Republik! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
für solche Gutachter-Ausdeutungen halten muss, die wirklich windelweich und schwindlig von vorn bis hinten sind. Ehrlich gesagt, ich als Staatssekretär Finz hätte Ihnen schon längst den Sessel vor die Tür gestellt! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Mainoni: So eine Unkultur darf nicht einreißen! – Zwischenrufe bei den Grünen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Abgeordnete, „impertinent“ ist auch nicht die feine englische Art! (Abg. Mag. Mainoni: So eine Unkultur darf nicht einreißen! – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Heiterkeit.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (fortsetzend): Ich sage nur, der Vorgang ist impertinent zum Quadrat. Das ist vielleicht auf Grund meiner Emotionen etwas scharf gezeichnet, aber manchmal hat man auch das Recht auf Emotionen. Ich bitte um Gnade, Herr Präsident. (Heiterkeit.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Zurück zum internationalen Bereich: Ich habe heute Vormittag schon einmal darauf hingewiesen, dass Sie in der seriösen internationalen Presse jetzt wirklich schlecht beleumundet sind, Herr Minister. „Lichtfigur als Trickbetrüger“ titelt die „Süddeutsche Zeitung“ – ich habe es schon einmal gesagt –, Untertitel: „Der österreichische Finanzminister hat abgewirtschaftet“. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Nein, das ist die „Süddeutsche Zeitung“. – Die Beweisführung beziehungsweise die Argumentation, die hier angeführt wird, zeigt es eindeutig: Internetseite, Selbstdarstellung, Aktiengeschäfte, YLine et cetera.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister! Ich glaube, es wird Zeit, dass Sie selbst einmal für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses eintreten. Dann besteht für Sie die letzte Chance zur Weißwaschung der Weste, auf der öfter auch „KHG“ zu lesen ist. Nehmen Sie die Chance wahr, Herr Minister, seien Sie sozusagen Manns genug und schauen Sie, dass Sie wirklich einmal alle Ihre Dinge ganz konkret offen legen und sich da nicht herumschwindeln mit Sachen, die überhaupt nicht stimmen und bei denen die Rede von Verfassungsgesetzen und nicht von Rechnungshofberichten ist! Hier haben Sie sich bei Ihrer Antwort auf unsere Dringliche Anfrage leider selbst ein Armutszeugnis ausgestellt, vor allem mit den Nicht-Antworten, Herr Minister! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Wer weiß, warum!
Dringlichen der Grünen möchte ich zunächst bemerken, dass es mir Leid tut, dass Dr. Matznetter im Augenblick nicht im Plenarsaal ist. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer weiß, warum!) Ich glaube, es wird ihn interessieren, was ich hier sage; vielmehr wird es die Öffentlichkeit interessieren, was ich sage. Aber Dr. Matznetter ist ein viel beschäftigter Mann, ich werde in der Folge noch darauf eingehen.
Ruf bei den Grünen: Das ist aber unsere Dringliche!
Zunächst möchte ich bemerken, dass ich es eigentlich schade finde, dass sich die Grünen hier vor den Karren der SPÖ spannen lassen. (Ruf bei den Grünen: Das ist aber unsere Dringliche!) Es ist eigentlich eine Kampagne gegen den Finanzminister im Gang, die ihren Ursprung bereits vor der Nationalratswahl genommen hat, als die SPÖ – mein Kollege Karlheinz Kopf hat das ja heute schon zitiert; ich hatte bei anderer Gelegenheit bereits die Möglichkeit, darauf einzugehen – eine Geheimstudie in Auftrag gegeben hat, in der es wörtlich hieß, dass es Ziel sein muss, etwa Finanzminister Karl-Heinz Grasser nachhaltig politisch zu desavouieren. (Abg. Dr. Wittmann: Das hat er eh selber gemacht!) Nach der Wahl hat es dann in einer anderen Studie geheißen, dass es ein schwerer Fehler war, genau das nicht zu tun, und dass das letztlich auch möglicherweise wahlentscheidend war (Abg. Dr. Wittmann: Verschwörungstheorie!), sodass sich die SPÖ nunmehr auf dem zweiten Platz hinter der ÖVP befindet. (Abg. Dr. Wittmann: Ihre Verschwörungstheorie!)
Abg. Dr. Wittmann: Das hat er eh selber gemacht!
Zunächst möchte ich bemerken, dass ich es eigentlich schade finde, dass sich die Grünen hier vor den Karren der SPÖ spannen lassen. (Ruf bei den Grünen: Das ist aber unsere Dringliche!) Es ist eigentlich eine Kampagne gegen den Finanzminister im Gang, die ihren Ursprung bereits vor der Nationalratswahl genommen hat, als die SPÖ – mein Kollege Karlheinz Kopf hat das ja heute schon zitiert; ich hatte bei anderer Gelegenheit bereits die Möglichkeit, darauf einzugehen – eine Geheimstudie in Auftrag gegeben hat, in der es wörtlich hieß, dass es Ziel sein muss, etwa Finanzminister Karl-Heinz Grasser nachhaltig politisch zu desavouieren. (Abg. Dr. Wittmann: Das hat er eh selber gemacht!) Nach der Wahl hat es dann in einer anderen Studie geheißen, dass es ein schwerer Fehler war, genau das nicht zu tun, und dass das letztlich auch möglicherweise wahlentscheidend war (Abg. Dr. Wittmann: Verschwörungstheorie!), sodass sich die SPÖ nunmehr auf dem zweiten Platz hinter der ÖVP befindet. (Abg. Dr. Wittmann: Ihre Verschwörungstheorie!)
Abg. Dr. Wittmann: Verschwörungstheorie!
Zunächst möchte ich bemerken, dass ich es eigentlich schade finde, dass sich die Grünen hier vor den Karren der SPÖ spannen lassen. (Ruf bei den Grünen: Das ist aber unsere Dringliche!) Es ist eigentlich eine Kampagne gegen den Finanzminister im Gang, die ihren Ursprung bereits vor der Nationalratswahl genommen hat, als die SPÖ – mein Kollege Karlheinz Kopf hat das ja heute schon zitiert; ich hatte bei anderer Gelegenheit bereits die Möglichkeit, darauf einzugehen – eine Geheimstudie in Auftrag gegeben hat, in der es wörtlich hieß, dass es Ziel sein muss, etwa Finanzminister Karl-Heinz Grasser nachhaltig politisch zu desavouieren. (Abg. Dr. Wittmann: Das hat er eh selber gemacht!) Nach der Wahl hat es dann in einer anderen Studie geheißen, dass es ein schwerer Fehler war, genau das nicht zu tun, und dass das letztlich auch möglicherweise wahlentscheidend war (Abg. Dr. Wittmann: Verschwörungstheorie!), sodass sich die SPÖ nunmehr auf dem zweiten Platz hinter der ÖVP befindet. (Abg. Dr. Wittmann: Ihre Verschwörungstheorie!)
Abg. Dr. Wittmann: Ihre Verschwörungstheorie!
Zunächst möchte ich bemerken, dass ich es eigentlich schade finde, dass sich die Grünen hier vor den Karren der SPÖ spannen lassen. (Ruf bei den Grünen: Das ist aber unsere Dringliche!) Es ist eigentlich eine Kampagne gegen den Finanzminister im Gang, die ihren Ursprung bereits vor der Nationalratswahl genommen hat, als die SPÖ – mein Kollege Karlheinz Kopf hat das ja heute schon zitiert; ich hatte bei anderer Gelegenheit bereits die Möglichkeit, darauf einzugehen – eine Geheimstudie in Auftrag gegeben hat, in der es wörtlich hieß, dass es Ziel sein muss, etwa Finanzminister Karl-Heinz Grasser nachhaltig politisch zu desavouieren. (Abg. Dr. Wittmann: Das hat er eh selber gemacht!) Nach der Wahl hat es dann in einer anderen Studie geheißen, dass es ein schwerer Fehler war, genau das nicht zu tun, und dass das letztlich auch möglicherweise wahlentscheidend war (Abg. Dr. Wittmann: Verschwörungstheorie!), sodass sich die SPÖ nunmehr auf dem zweiten Platz hinter der ÖVP befindet. (Abg. Dr. Wittmann: Ihre Verschwörungstheorie!)
Ruf bei der ÖVP: Sich versteckt!
Zunächst möchte ich Ihnen sagen – warum er jetzt wahrscheinlich nicht da ist (Ruf bei der ÖVP: Sich versteckt!), da er eben, wie gesagt, ein viel beschäftigter Mann ist –, welche Funktionen Herr Dr. Christoph Matznetter alle ausübt. (Abg. Dr. Stummvoll: Welche?) Er ist Aufsichtsrat der Firma MERKUR Unternehmensbeteiligung, Vermögensverwaltung und Finanzierungsvermittlung GmbH – an der im Übrigen auch die SPÖ relativ stark beteiligt ist –, er ist Gesellschafter der Firma Matznetter Steuerberatungsgesellschaft m.b.H., er ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Firma STANDARD Wirtschaftsprüfungsges.m.b.H., er ist Vorstand der PYROR Privatstiftung, er ist Vorstand der Roma Privatstiftung, er ist Aufsichtsrat der Nord-Süd-Institut für Entwicklungszusammenarbeit-Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung, er ist Aufsichtsrat der Firma Prom Ocean Werbeartikel AG, und er ist Geschäftsführer der MERKUR-TREUHAND Wirtschaftstreuhand- und Steuerberatungsges.m.b.H. (Abg. Broukal: ... Kollegen haben noch einen Beruf! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Welche?
Zunächst möchte ich Ihnen sagen – warum er jetzt wahrscheinlich nicht da ist (Ruf bei der ÖVP: Sich versteckt!), da er eben, wie gesagt, ein viel beschäftigter Mann ist –, welche Funktionen Herr Dr. Christoph Matznetter alle ausübt. (Abg. Dr. Stummvoll: Welche?) Er ist Aufsichtsrat der Firma MERKUR Unternehmensbeteiligung, Vermögensverwaltung und Finanzierungsvermittlung GmbH – an der im Übrigen auch die SPÖ relativ stark beteiligt ist –, er ist Gesellschafter der Firma Matznetter Steuerberatungsgesellschaft m.b.H., er ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Firma STANDARD Wirtschaftsprüfungsges.m.b.H., er ist Vorstand der PYROR Privatstiftung, er ist Vorstand der Roma Privatstiftung, er ist Aufsichtsrat der Nord-Süd-Institut für Entwicklungszusammenarbeit-Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung, er ist Aufsichtsrat der Firma Prom Ocean Werbeartikel AG, und er ist Geschäftsführer der MERKUR-TREUHAND Wirtschaftstreuhand- und Steuerberatungsges.m.b.H. (Abg. Broukal: ... Kollegen haben noch einen Beruf! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Broukal: ... Kollegen haben noch einen Beruf! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zunächst möchte ich Ihnen sagen – warum er jetzt wahrscheinlich nicht da ist (Ruf bei der ÖVP: Sich versteckt!), da er eben, wie gesagt, ein viel beschäftigter Mann ist –, welche Funktionen Herr Dr. Christoph Matznetter alle ausübt. (Abg. Dr. Stummvoll: Welche?) Er ist Aufsichtsrat der Firma MERKUR Unternehmensbeteiligung, Vermögensverwaltung und Finanzierungsvermittlung GmbH – an der im Übrigen auch die SPÖ relativ stark beteiligt ist –, er ist Gesellschafter der Firma Matznetter Steuerberatungsgesellschaft m.b.H., er ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Firma STANDARD Wirtschaftsprüfungsges.m.b.H., er ist Vorstand der PYROR Privatstiftung, er ist Vorstand der Roma Privatstiftung, er ist Aufsichtsrat der Nord-Süd-Institut für Entwicklungszusammenarbeit-Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung, er ist Aufsichtsrat der Firma Prom Ocean Werbeartikel AG, und er ist Geschäftsführer der MERKUR-TREUHAND Wirtschaftstreuhand- und Steuerberatungsges.m.b.H. (Abg. Broukal: ... Kollegen haben noch einen Beruf! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Ich könnte jetzt noch eine sehr lange Liste darüber vortragen, was Herr Dr. Matznetter schon vorher ... (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) – Das Klatschen wird Ihnen gleich vergehen, wenn Sie noch einen Augenblick Geduld haben. (Beifall bei der ÖVP.) Hier wurde ja das Verhalten des Herrn Bundesministers für Finanzen im Zusammenhang mit der YLine-Affäre sehr scharf kritisiert. In diesem Kontext ist doch darauf hinzuweisen, wie tief SPÖ-Budgetsprecher Matznetter in diese so genannte YLine-Affäre verwickelt ist. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Das ist belegt durch ein Gutachten von Dr. Thomas Keppert in dem Strafverfahren im Zusammenhang mit der YLine, dem die Jahresabschlüsse 1998 bis 2000 zugrunde liegen.
Beifall bei der ÖVP.
Ich könnte jetzt noch eine sehr lange Liste darüber vortragen, was Herr Dr. Matznetter schon vorher ... (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) – Das Klatschen wird Ihnen gleich vergehen, wenn Sie noch einen Augenblick Geduld haben. (Beifall bei der ÖVP.) Hier wurde ja das Verhalten des Herrn Bundesministers für Finanzen im Zusammenhang mit der YLine-Affäre sehr scharf kritisiert. In diesem Kontext ist doch darauf hinzuweisen, wie tief SPÖ-Budgetsprecher Matznetter in diese so genannte YLine-Affäre verwickelt ist. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Das ist belegt durch ein Gutachten von Dr. Thomas Keppert in dem Strafverfahren im Zusammenhang mit der YLine, dem die Jahresabschlüsse 1998 bis 2000 zugrunde liegen.
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Ich könnte jetzt noch eine sehr lange Liste darüber vortragen, was Herr Dr. Matznetter schon vorher ... (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.) – Das Klatschen wird Ihnen gleich vergehen, wenn Sie noch einen Augenblick Geduld haben. (Beifall bei der ÖVP.) Hier wurde ja das Verhalten des Herrn Bundesministers für Finanzen im Zusammenhang mit der YLine-Affäre sehr scharf kritisiert. In diesem Kontext ist doch darauf hinzuweisen, wie tief SPÖ-Budgetsprecher Matznetter in diese so genannte YLine-Affäre verwickelt ist. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Das ist belegt durch ein Gutachten von Dr. Thomas Keppert in dem Strafverfahren im Zusammenhang mit der YLine, dem die Jahresabschlüsse 1998 bis 2000 zugrunde liegen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Im Jahresabschluss 1998, der von der Vorläuferfirma der YLine ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) – Ja, Sie haben mich richtig verstanden. Das freut mich, dass meine Stimme bis in die letzte Reihe verstanden wird. (Heiterkeit bei der ÖVP.) – Der Jahresabschluss 1998 der YLine-Vorläuferfirma wurde also von der MERKUR-TREUHAND Wirtschaftstreuhand- und Steuerberatungsges.m.b.H erstellt. Herr Matznetter ist einer der vier Geschäftsführer dieser Gesellschaft und persönlich mit Herrn Böhm, dem
Heiterkeit bei der ÖVP.
Im Jahresabschluss 1998, der von der Vorläuferfirma der YLine ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) – Ja, Sie haben mich richtig verstanden. Das freut mich, dass meine Stimme bis in die letzte Reihe verstanden wird. (Heiterkeit bei der ÖVP.) – Der Jahresabschluss 1998 der YLine-Vorläuferfirma wurde also von der MERKUR-TREUHAND Wirtschaftstreuhand- und Steuerberatungsges.m.b.H erstellt. Herr Matznetter ist einer der vier Geschäftsführer dieser Gesellschaft und persönlich mit Herrn Böhm, dem
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Gründer der YLine, bestens bekannt. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Denn Böhms Schwester Ursula hat in der MERKUR gearbeitet und die beiden zusammengebracht. (Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.
Gründer der YLine, bestens bekannt. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Denn Böhms Schwester Ursula hat in der MERKUR gearbeitet und die beiden zusammengebracht. (Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Aber probiert hat er es!
Die in der Gründungsversammlung vom 2. April 1998 – und da wird es jetzt wirklich interessant – beschlossene Prüfung des Jahresabschlusses 1998 durch die STANDARD Wirtschaftsprüfungsges.m.b.H. wurde erst nachträglich wegen Befangenheit abgelehnt, weil Herr Matznetter nicht nur in der MERKUR, sondern auch in der STANDARD Geschäftsführer ist. (Abg. Kopf: Aber probiert hat er es!) Er hätte damit sich selbst geprüft, meine Damen und Herren! (Oh-Rufe bei der ÖVP.) – So viel zur korrekten Vorgangsweise des Herrn Dr. Matznetter.
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Die in der Gründungsversammlung vom 2. April 1998 – und da wird es jetzt wirklich interessant – beschlossene Prüfung des Jahresabschlusses 1998 durch die STANDARD Wirtschaftsprüfungsges.m.b.H. wurde erst nachträglich wegen Befangenheit abgelehnt, weil Herr Matznetter nicht nur in der MERKUR, sondern auch in der STANDARD Geschäftsführer ist. (Abg. Kopf: Aber probiert hat er es!) Er hätte damit sich selbst geprüft, meine Damen und Herren! (Oh-Rufe bei der ÖVP.) – So viel zur korrekten Vorgangsweise des Herrn Dr. Matznetter.
Abg. Broukal: Was hat das mit der Anfrage zu tun?
Im Punkt 2.1.6, „Die Finanzbuchhaltung der YLine Internet Business Services AG“, kommt das Gutachten zu dem Schluss – das ist immer bestritten worden –, dass die Lohnverrechnung von der MERKUR-TREUHAND durchgeführt wurde, und zwar ohne zeitliche Beschränkung, das heißt vom Anfang bis zum Ende. (Abg. Broukal: Was hat das mit der Anfrage zu tun?) Und dort – das ist der letzte Punkt, den ich zitieren möchte – kommt das Gutachten auch zu dem Schluss, dass die MERKUR-TREUHAND mit Herrn Matznetter als Geschäftsführer der „steuerliche Vertreter der YLine“ war, und zwar auch ohne zeitliche Einschränkung, vom Anfang bis zum Ende. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Im Punkt 2.1.6, „Die Finanzbuchhaltung der YLine Internet Business Services AG“, kommt das Gutachten zu dem Schluss – das ist immer bestritten worden –, dass die Lohnverrechnung von der MERKUR-TREUHAND durchgeführt wurde, und zwar ohne zeitliche Beschränkung, das heißt vom Anfang bis zum Ende. (Abg. Broukal: Was hat das mit der Anfrage zu tun?) Und dort – das ist der letzte Punkt, den ich zitieren möchte – kommt das Gutachten auch zu dem Schluss, dass die MERKUR-TREUHAND mit Herrn Matznetter als Geschäftsführer der „steuerliche Vertreter der YLine“ war, und zwar auch ohne zeitliche Einschränkung, vom Anfang bis zum Ende. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das gibt’s ja nicht!
Meine Damen und Herren! Jetzt wird es besonders interessant, denn Herr Matznetter kaufte auch noch aus der Konkursmasse der YLine kräftig ein. (Abg. Dr. Stummvoll: Das gibt’s ja nicht!) Der SPÖ-Abgeordnete hat offenbar gewartet, bis die Firma YLine in Konkurs gegangen ist, und hat dann mit Hilfe seines Firmen-Netzwerkes den Unternehmensbereich „dvo“ aus der Konkursmasse gekauft.
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Broukal: Weil er, im Gegensatz zu Herrn Grasser, nichts zu verbergen hat!
Was besonders gescheit ist: Er veröffentlicht das selbst auf seiner eigenen Firmen-Homepage, meine Damen und Herren! (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Broukal: Weil er, im Gegensatz zu Herrn Grasser, nichts zu verbergen hat!)
Abg. Broukal: ... Fehlverhalten gibt!
Es ist also, mit einem Wort, sehr klar zu sehen, dass hier in Wirklichkeit ein großes Ablenkungsmanöver in Gange ist, dass man von eigenem Fehlverhalten ablenken will und hier eigentlich versucht, den Finanzminister zum Sündenbock zu machen. (Abg. Broukal: ... Fehlverhalten gibt!) Das weisen wir deutlich und scharf zurück. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist also, mit einem Wort, sehr klar zu sehen, dass hier in Wirklichkeit ein großes Ablenkungsmanöver in Gange ist, dass man von eigenem Fehlverhalten ablenken will und hier eigentlich versucht, den Finanzminister zum Sündenbock zu machen. (Abg. Broukal: ... Fehlverhalten gibt!) Das weisen wir deutlich und scharf zurück. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend, meine Damen und Herren, weil Herr Dr. Matznetter begehrt, dass ich aus meiner Presseaussendung etwas zurücknehme: Ich habe ihn als „Mastermind“ hinter der ganzen YLine-Problematik bezeichnet. Ich habe darüber nachgedacht. Ich muss das wirklich in aller Deutlichkeit und ganz offen zurücknehmen: Der Begriff „Mastermind“ ist zu positiv besetzt! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Puswald. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 7 Minuten. – Bitte. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Meine Damen und Herren! Hören Sie dem Redner zu!
Zwischenrufe bei der ÖVP
Hohes Haus! Es ist wirklich interessant, wenn man von Herrschaften, die offenbar nicht über ausreichende Informationen, möglicherweise auch nicht über ausreichende Bildung verfügen, Herr Kollege Amon (Zwischenrufe bei der ÖVP), von Ablenkungsmanövern hört. Das Einzige, was ich Ihrem Redebeitrag entnehmen kann, ist Folgendes: Erstens, lieber Christoph Matznetter – ich hoffe, du kannst mich hören –, ich bin stolz auf dich. Was du neben deiner Abgeordnetentätigkeit alles schaffst, ich gratuliere dir und bewundere dich! (Beifall bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Hohes Haus! Es ist wirklich interessant, wenn man von Herrschaften, die offenbar nicht über ausreichende Informationen, möglicherweise auch nicht über ausreichende Bildung verfügen, Herr Kollege Amon (Zwischenrufe bei der ÖVP), von Ablenkungsmanövern hört. Das Einzige, was ich Ihrem Redebeitrag entnehmen kann, ist Folgendes: Erstens, lieber Christoph Matznetter – ich hoffe, du kannst mich hören –, ich bin stolz auf dich. Was du neben deiner Abgeordnetentätigkeit alles schaffst, ich gratuliere dir und bewundere dich! (Beifall bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Abg. Amon: Das ist bei einem Abgeordneten aber auch problematisch!
Der zweite Punkt – das scheint mir noch viel wichtiger zu sein – ist der Punkt, in dem das „Ablenkungsmanöver“, Herr Kollege Amon, schon in sich zusammenbricht. Gegen die YLine und die sonstigen Machenschaften sind Strafverfahren beziehungsweise Voruntersuchungen anhängig. (Abg. Amon: Das ist bei einem Abgeordneten aber auch problematisch!)
Abg. Amon: Insider-Wissen ist, glaube ich, auch bei einem Abgeordneten problematisch, oder nicht?
Jetzt bitte Ihre Zwischenfrage, ich harre voller Interesse. (Abg. Amon: Insider-Wissen ist, glaube ich, auch bei einem Abgeordneten problematisch, oder nicht?) – Herr Kollege, ich stimme Ihnen zu, was es für furchtbare Dinge in der Juristerei gibt. Ich helfe Ihnen aber auch gerne auf die Sprünge. Fragen Sie einen Rechtskundigen, machen Sie eine Strafanzeige gegen Kollegen Matznetter, ich ersuche Sie darum – ich denke, ich sage das auch in seinem Namen –, und er wird auch von der Staatsanwaltschaft weißgewaschen werden.
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Finanzminister! Ich möchte aber auch eine persönliche Anmerkung machen, weil sie mir am Herzen liegt. Diese beliebte Persönlichkeit, die Sie selbst angesprochen haben, habe ich vor vielen Jahren in Kärnten, im Warmbaderhof kennen gelernt. Der damalige Noch-nicht-Finanzminister hat einen Vortrag gehalten, und ich muss ganz ehrlich sagen, ich war begeistert: ein junger Mensch, der Sachverstand hat, der sympathisch ist, der bodenständig ist, der wirklich wie ein richtiger Mensch auftritt und nicht wie ein Politiker. Ich stehe nicht an, das zu sagen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
das ist Ergebnis dessen, dass der Herr Finanzminister sich sukzessive selbst zur Zielscheibe der öffentlichen Kritik gemacht hat. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich heute angesichts dessen, dass auch die FPÖ in den Bundesländern lauthals den Rücktritt des Finanzministers fordert, erkennen muss, wie Sie unisono diesen wunderbaren Menschen verteidigen, dann kann das offenbar nur Schützenhilfe in einer verzweifelten Situation sein, und darum beneide ich Sie nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Dazu kommt als Letztes noch Herr Präsident Khol, der als eigentlicher Hüter der Verfassung in diesem Hause agieren müsste, der angesichts eines Verstoßes gegen ein Verfassungsgesetz, und ein solches ist das Unvereinbarkeitsgesetz, insbesondere die §§ 3 und 3a, von einem Formalfehler spricht. Der Präsident dieses Parlaments spricht von einem Formalfehler, wenn ein Verfassungsgesetz verletzt wird! Das ist ein Sittenbild, das wirklich nicht mehr erträglich ist. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich kann nur sagen, diese Sittenschilderung ließe sich noch lange fortsetzen, aber der Herr Präsident wird das dadurch verhindern, dass er so wie heute bei der Wortmeldung zur Geschäftsordnung der Herren Kollegen von welcher Fraktion auch immer jedenfalls nur Anträge zulässt, während er Klubobmann Molterer lange Ausführungen gestattet. Das ist eine Vorsitzführung eines Präsidenten, wie ich sie mir nicht wünsche. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Sburny. Redezeit: 5 Minuten. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.) – Meine Geduld hat Ursache, Herr Posch.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Kollege Neudeck schreckt nicht einmal davor zurück, ein Bespitzelungssystem, das es gegen Privatpersonen gegeben hat und teilweise, und zwar nicht nur in der DDR, gibt, mit der Kontrollarbeit der Opposition zu vergleichen. Mit den Kontrollaufgaben, die die Opposition hier wahrnimmt, vergleichen Sie ein privates Bespitzelungssystem! Das finde ich wirklich unter jeder Kritik. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es zeigt sich auch einmal mehr, dass Sie offenbar privat und Funktion nicht auseinander halten können, aber das sind wir beinahe schon gewöhnt. In den Fragen EADS, Homepage und jetzt eben auch von Aktienbesitz zeigt sich immer wieder, dass Herr Minister Grasser nicht wirklich in der Lage ist, einerseits zwischen privat und Funktion zu unterscheiden und andererseits gewisse Unvereinbarkeiten wahrzunehmen. Aus meiner Sicht ist das für einen Minister absolut untragbar. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Verfassungsrechtler Heinz Mayer meint, die Handhabung des Gesetzes in diesem Ausschuss sei eine Katastrophe. – Zitat Verfassungsrechtler Mayer. – Er nimmt quasi den Finanzminister in Schutz, indem er sagt: Wenn das dort schon seit Jahren üblich ist, muss man sich ja fragen, ob das wirklich so schlimm ist. Aber dass das Gesetz so gehandhabt wird, ist eine Katastrophe und das ist tatsächlich eine Angelegenheit der Regierungsfraktionen, die das offensichtlich seit Jahren zulassen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist eine Katastrophe, wie diese Regierung mit dem Gesetz umgeht, und das negative Aushängeschild in dieser Beziehung unter dem Schutz und auch mit Unterstützung der ÖVP ist Herr Minister Grasser. In diesem Sinne wäre es einfach sehr schön, wenn dieses negative Aushängeschild einfach abmontiert werden würde. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Was mich jedoch ganz besonders ärgert, ist der Umgang mit der Aufgabe des parlamentarischen Unvereinbarkeitsausschusses beziehungsweise diese Missachtung der parlamentarischen Arbeit an sich. Der springende Punkt ist nämlich meiner Meinung nach der, ob Sie es selber entscheiden, also die Mitglieder dieser Regierung, ob etwas mit einem Minister-, Ministerinnenamt, Staatssekretär-, Staatssekretärinnenamt vereinbar ist oder ob das Aufgabe des Unvereinbarkeitsausschusses ist, das zu entscheiden. Ich denke, es ist Aufgabe des Ausschusses, das zu entscheiden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Schuld geben, so wie Sie das heute wieder getan haben. Zuerst nehmen Sie die Arbeit dieser Beamten und Beamtinnen nicht ernst oder Sie nehmen sie nicht an, lagern die Arbeiten aus, und jetzt denunzieren Sie sie, dass Sie falsch beraten wurden. Das ist wirklich ein starkes Stück, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ja, das ist eine lange Liste von Verfehlungen, die dazukommen, und ich denke, Herr Minister, es handelt sich dabei nicht um Kavaliersdelikte, es sind keine kleinlichen österreichischen Streitereien, wie Sie bei einem Finanzministertreffen angegeben haben. Ich meine, Sie sollten auch nicht so handeln, wie Sie es erst am Sonntag wieder im Radio gesagt haben: Wenn man etwas ausgefressen hat, versucht man zu bezirzen. – Nein, Herr Minister, es geht um mehr: Erlösen Sie uns endlich und vor allem die Bevölkerung, halten Sie uns und die Bevölkerung nicht länger am Schmäh und ziehen Sie endlich die Konsequenzen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Präsident Khol! Ich darf vielleicht zu Beginn appellieren: Bei allem Verständnis für die Schwierigkeiten, die Sie vielleicht mit der unparteilicher Waltung Ihres Amtes hier im Haus haben, aber ich darf Sie doch ersuchen, und zwar wirklich im Interesse des Gesamten, wenn Sie den Vorsitz führen und wenn es sich um massive, offenbar parteipolitische Auseinandersetzungen handelt, zu versuchen, doch wenigstens ein Quäntchen Objektivität walten zu lassen, denn das, was wir heute hier erlebt haben, war, und das muss ich sagen, wirklich skandalös. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Posch: Da sind Sie aber gut beraten!
Sie sind am Wort und bekommen 1 Minute Redezeit mehr. (Abg. Mag. Posch: Da sind Sie aber gut beraten!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (fortsetzend): Danke, Herr Präsident. Ich darf Sie ersuchen, das wirklich nicht in erster Linie nur als Kritik aufzufassen, sondern es ist, meine ich, ein Appell, weil es nicht so sein sollte, dass wir uns derartige Debatten in der Form in Zukunft leisten. Es ist hauptsächlich ein Appell. Ich denke auch, die Dinge sind zu wertvoll und zu wichtig, als dass wir sie hier jetzt mit einem kleinen Sidestep erledigen könnten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Staatssekretär, es ist beschämend! Entweder sind Sie dazu gezwungen worden, oder Sie lassen offensichtlich wirklich jegliche Kompetenz vermissen. In beiden Fällen würde ich meinen, dass es sich gut machen würde, wenn Sie gemeinsam mit dem Finanzminister Ihren Rücktritt anbieten würden, weil das für dieses Land unzumutbar ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Es gibt auch noch eine Stellungnahme von Kapp, Ebeling & Partner. Herr Ebeling ist ebenfalls einer der großen Herausgeber von Kommentaren zu Schenkungen. Er sagt – das muss man auf der Zunge zergehen lassen –: „Die bisher von der österreichischen Finanzverwaltung vertretene Auffassung würde geradezu zu missbräuchlichen Gestaltungen herausfordern, wenn eine Vielzahl von Personen (zum Beispiel politische Anhänger) einen Kandidaten über die gesetzlich geregelten Spenden hinaus steuerfrei fördern will.“ – Wollen Sie es noch klarer haben? (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Sie haben gesagt, dass Sie Sachkompetenz wollen, Herr Minister! Sie haben gesagt, dass die Ideen hier in einen Wettbewerb treten sollen! Sie haben gesagt, Herr Staatssekretär, dass diese Personen die Rechtsstellung des Finanzministers und Ihres Modells als richtig bewiesen hätten! – Wir lesen hier Dinge, die eindeutig sind. Wir lesen hier Dinge, die in jedem anderen Land logischerweise dazu führen würden, was wir alle von Ihnen und vom Minister erwarten, nämlich Ihren Rücktritt! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Ihrer Argumentation folgend ist der Finanzminister mit seinen wissentlichen oder unwissentlichen Ablenkungsversuchen, indem er eine entweder private oder öffentliche Homepage einrichtet, indem er Gelder von der Industriellenvereinigung nimmt und sie nicht versteuert und indem er sich zahlreicher anderer Verstöße wissentlich oder unwissentlich schuldig gemacht hat, offenbar ein Komplize des Herrn Matznetter! (Zwischenruf des Abg. Amon.) Wissen Sie, wohin Sie sich verstiegen haben? Wissen Sie das wirklich, Herr Kollege Amon? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.) – Macht nichts, Herr Kollege Amon! Macht nichts! Beim nächsten Mal wird es besser! (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.
Ihrer Argumentation folgend ist der Finanzminister mit seinen wissentlichen oder unwissentlichen Ablenkungsversuchen, indem er eine entweder private oder öffentliche Homepage einrichtet, indem er Gelder von der Industriellenvereinigung nimmt und sie nicht versteuert und indem er sich zahlreicher anderer Verstöße wissentlich oder unwissentlich schuldig gemacht hat, offenbar ein Komplize des Herrn Matznetter! (Zwischenruf des Abg. Amon.) Wissen Sie, wohin Sie sich verstiegen haben? Wissen Sie das wirklich, Herr Kollege Amon? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.) – Macht nichts, Herr Kollege Amon! Macht nichts! Beim nächsten Mal wird es besser! (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Ihrer Argumentation folgend ist der Finanzminister mit seinen wissentlichen oder unwissentlichen Ablenkungsversuchen, indem er eine entweder private oder öffentliche Homepage einrichtet, indem er Gelder von der Industriellenvereinigung nimmt und sie nicht versteuert und indem er sich zahlreicher anderer Verstöße wissentlich oder unwissentlich schuldig gemacht hat, offenbar ein Komplize des Herrn Matznetter! (Zwischenruf des Abg. Amon.) Wissen Sie, wohin Sie sich verstiegen haben? Wissen Sie das wirklich, Herr Kollege Amon? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.) – Macht nichts, Herr Kollege Amon! Macht nichts! Beim nächsten Mal wird es besser! (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Beifall bei den Grünen.
Damit haben Sie das Treffen vom 23. April 2002, das Sie später zugeben mussten, wissentlich verschwiegen! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.) Herr Finanzminister, Sie können mir doch nicht erklären, dass Sie sich zwischendrin mit Herrn Bischoff, dem EADS-Aufsichtsratsvorsitzenden, getroffen und über Ihre Autovorlieben gesprochen haben! Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein, Herr Finanzminister! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Diese Bestimmung ist meines Erachtens noch viel zu milde, weil sie tatsächlich nicht vor diesen Unvereinbarkeiten, die uns immer wieder zu schaffen machen, schützt. Dass Sie aber hier § 3 und § 3a verwechseln und dann noch von Diskriminierung und Nichtdiskriminierung sprechen, das ist ein starkes Stück! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Jetzt haben wir das ganze „tolle“ Programm an Anschuldigungen von der SPÖ und den Grünen gehört. – Ich habe hier eine APA-Meldung in Händen, in der es unter dem Titel „Unvereinbarkeit: SPÖ-Landesrat meldet nachträglich Aktienbesitz“ (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen) unter anderem heißt:
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Na geh!
„Nachdem die SPÖ in den vergangenen Tagen den ungemeldeten Aktienbesitz von Regierungsmitgliedern heftig kritisiert hatte, meldete jetzt ein SPÖ-Landesregierungsmitglied aus Salzburg seinen Aktienbesitz nach.“ (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Na geh!)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Weiter heißt es in dieser Meldung: „Der Unvereinbarkeitsausschuss des Salzburger Landtags beschäftigte sich heute, Mittwoch, mit einer Meldung von Landesrat Othmar Raus ... Im Zuge dieser Diskussion sei er draufgekommen, dass von ihm die Meldung fehle, was er sofort nachgeholt habe. Er habe das einfach vergessen.“ (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Wie werden Ihre Spitzen in Wien und Salzburg und etwa Frau Burgstaller damit umgehen? Was fordern Sie für Salzburg und Herrn Landesrat Raus? Wir warten auf Ihre Antwort! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Lebhafte Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wir gelangen nun als Nächstes zu der Kurzdebatte über die Anfragebeantwortung der Frau Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit der Ordnungszahl 711/AB. Die erwähnte ... (Lebhafte Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin! Das ist meiner Auffassung nach eine Verweigerung von Bildungsverantwortung, und das weise ich wirklich aufs Schärfste zurück! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und der SPÖ.
Für mich ist allerdings die Tatsache besonders verwunderlich, dass 14 Tage später, nämlich am 24. September, wir alle gemeinsam, also auch wir von Seiten der SPÖ, eine Entschließung eingebracht und dieser geschlossen zugestimmt haben, die zum Inhalt hatte, dass – und das möchte ich jetzt vorlesen – der Nationalrat die Ankündigung der Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur begrüßt, bis zum Jahr 2006 das freiwillige Nachmittagsangebot für Schüler um 10 000 Betreuungsplätze zu erweitern, und ersucht, möglichst rasch eine österreichweite Bedarfserhebung für schulische Nachmittagsbetreuung durchzuführen. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und der SPÖ.)
Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Am Wort ist die Rednerin! – Bitte, Frau Kollegin. (Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin! Bitte beenden Sie einmal das Chaos innerhalb der ÖVP in Sachen Debatte um die Schule! Setzen Sie sich, bitte, mit diesen vernünftigen Menschen zusammen, damit wir gemeinsam zu dem Entschluss kommen können, diesem positiven Konzept der ganztägigen Schule – und zwar der Ganztagsschule mit einem pädagogischen Grundkonzept – zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Die Zwangstagsschule!
Eltern und vieler alleinerziehender Mütter, die ihre Kinder am Nachmittag sicher und gut betreut wissen wollen. (Abg. Dr. Fekter: Die Zwangstagsschule!) Frau Kollegin, reden Sie mit den Kollegen in der ÖPV in der Steiermark! Diese haben nämlich schon gesagt, dass es ein alter Zopf der ÖVP ist, dazu immer „Zwangstagsschule“ zu sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eltern und vieler alleinerziehender Mütter, die ihre Kinder am Nachmittag sicher und gut betreut wissen wollen. (Abg. Dr. Fekter: Die Zwangstagsschule!) Frau Kollegin, reden Sie mit den Kollegen in der ÖPV in der Steiermark! Diese haben nämlich schon gesagt, dass es ein alter Zopf der ÖVP ist, dazu immer „Zwangstagsschule“ zu sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Lehrer mit Kindern einen ganzen Tag arbeiten können, dann entsteht auch ein wesentlich positiveres Lernklima, in welchem soziale Kompetenz, Teamfähigkeit, Demokratiebewusstsein und Demokratiefähigkeit geschult, erlernt und erarbeitet werden kann. Auf diese Weise wird ein Klima geschaffen, das sowohl zum Nutzen der Kinder als auch zum Nutzen der Lehrer und somit sehr wohl zum Nutzen unserer Gesellschaft ist, Frau Bundesministerin! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin! In Anbetracht dessen meine ich, dass es an der Zeit ist, diese Chancengleichheit in Österreich herzustellen! Wohlhabende Eltern haben schon immer gewusst, dass sie, wenn sie ihre Kinder in Privatschulen schicken, die den ganzen Tag offen haben, den Kindern einen sehr guten Start in das Leben ermöglichen, weil dort alle Ressourcen für sie kaufbar sind. Ich möchte, dass diese Art von Schule für alle österreichischen Kinder möglich ist und dass sich das alle leisten können, denn unsere Kinder sind uns das wert! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.
das gesamte Bildungssystem, Frau Bundesministerin! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.)
Abg. Schieder: Wenn zwei Drittel dafür sind!
Das heißt: Es ist die gesetzliche Grundlage für jede Variation von Nachmittagsangeboten gegeben. Es kann an jedem Standort gemacht werden, und es braucht keine zentrale Verordnung von oben, die bestimmt, in jener Stadt und an jenem Ort müsse es gemacht werden. (Abg. Schieder: Wenn zwei Drittel dafür sind!) – Ich glaube, es ist wichtig, dass die Eltern mehrheitlich dafür sind, wenn man die ganze Klasse dazu verpflichte, den ganzen Tag in der Schule zu bleiben. (Abg. Schieder: Das ist mehr als die Mehrheit!) – Das Gesetz haben Sie beschlossen! (Abg. Schieder: Ja, aber es ist mehr als die Mehrheit!)
Abg. Schieder: Das ist mehr als die Mehrheit!
Das heißt: Es ist die gesetzliche Grundlage für jede Variation von Nachmittagsangeboten gegeben. Es kann an jedem Standort gemacht werden, und es braucht keine zentrale Verordnung von oben, die bestimmt, in jener Stadt und an jenem Ort müsse es gemacht werden. (Abg. Schieder: Wenn zwei Drittel dafür sind!) – Ich glaube, es ist wichtig, dass die Eltern mehrheitlich dafür sind, wenn man die ganze Klasse dazu verpflichte, den ganzen Tag in der Schule zu bleiben. (Abg. Schieder: Das ist mehr als die Mehrheit!) – Das Gesetz haben Sie beschlossen! (Abg. Schieder: Ja, aber es ist mehr als die Mehrheit!)
Abg. Schieder: Ja, aber es ist mehr als die Mehrheit!
Das heißt: Es ist die gesetzliche Grundlage für jede Variation von Nachmittagsangeboten gegeben. Es kann an jedem Standort gemacht werden, und es braucht keine zentrale Verordnung von oben, die bestimmt, in jener Stadt und an jenem Ort müsse es gemacht werden. (Abg. Schieder: Wenn zwei Drittel dafür sind!) – Ich glaube, es ist wichtig, dass die Eltern mehrheitlich dafür sind, wenn man die ganze Klasse dazu verpflichte, den ganzen Tag in der Schule zu bleiben. (Abg. Schieder: Das ist mehr als die Mehrheit!) – Das Gesetz haben Sie beschlossen! (Abg. Schieder: Ja, aber es ist mehr als die Mehrheit!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich sage ihnen: Es gibt Eltern, die wollen das nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Es gibt Eltern, die wollen, dass ihre Kinder in den Sportclub oder in die Musikschule gehen, und es gibt auch Eltern, die den Kindern am Nachmittag Ressourcen zur Verfügung stellen, damit die Kinder in einem Bereich in ihrem Grätzl aufgehoben sind, wo sie auch Freunde haben. Es gibt Eltern, die wollen nicht,
Abg. Dr. Jarolim: Sie wollen das nicht verstehen!
dass ihre Kinder den ganzen Tag in der Schule sind. (Abg. Dr. Jarolim: Sie wollen das nicht verstehen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich sage ganz deutlich: Die Frage der Betreuung und der Angebote für die Kinder ist keine ideologische Frage, sondern eine Frage der Notwendigkeit. Kinder brauchen unsere liebevolle Fürsorge, unsere Liebe und unsere Betreuung. Entweder ist das Elternhaus dazu imstande, ihnen das zu geben, oder es muss, wenn das nicht möglich ist, dem Bedarf entsprechend das Angebot vor Ort geschaffen werden. Dafür setze ich mich ein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich halte nichts von der Auffassung, dass Schule und Elternhaus vollkommen getrennt sein müssen, ich halte nichts vom schulfreien Elternhaus. Ich meine, Schulpartner müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Kinder die beste Betreuung haben, und Eltern, Schule, Gemeinde und Öffentlichkeit müssen diese Angebote miteinander schaffen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Lentsch – in Richtung von Vizekanzler Gorbach –: „Herr Vizekanzler!“ – Sie ist es noch nicht gewohnt! – Vizekanzler Gorbach: Ich auch nicht!
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! (Abg. Lentsch – in Richtung von Vizekanzler Gorbach –: „Herr Vizekanzler!“ – Sie ist es noch nicht gewohnt! – Vizekanzler Gorbach: Ich auch nicht!) Das Interesse bei der die Anfrage stellenden Partei ist gering. Ich füge ein paar Ergänzungen dem hinzu, was Sie, liebe Frau Bundesministerin, gesagt haben, und betone, dass für die ÖVP die Nachmittagsbetreuung kein ideologisches Thema ist.
Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.
Es geht um die Wahlmöglichkeit, die die Eltern haben sollten, und es geht um die Wahlmöglichkeit, die auch Schülerinnen und Schüler und vor allem Lehrerinnen und Lehrer haben sollten. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.) Das Schulorganisationsgesetz bietet die beste Basis dafür.
Abg. Dr. Jarolim: Aber nur angekündigt! Das ist das Problem!
Ich möchte auch noch in Erinnerung rufen, dass neben den angekündigten vermehrten Nachmittagsbetreuungsstellen – angekündigt durch die Frau Bundesministerin, unterstützt durch einen Entschließungsantrag hier im Parlament ... (Abg. Dr. Jarolim: Aber nur angekündigt! Das ist das Problem!) – Nein, Sie haben nicht zugehört, Herr Jarolim! Sie haben wieder einmal nicht aufgepasst. Es werden 10 000 Betreuungsplätze geschaffen, und es wird jetzt schon in den höheren Schulen – zum Beispiel in den AHS – in mehr als der Hälfte der Gymnasien eine Nachmittagsbetreuung angeboten.
Beifall bei der ÖVP.
Wogegen ich aber ganz sicher auftrete, ist die Hypothese, dass einzig und allein in einer Ganztagsschule pädagogische Qualität angeboten werde. Das stimmt nicht! Diese Behauptung ist unhaltbar. Das ist zwar eine Form, in welcher man Qualität anbieten kann, aber auch die verschränkte Form, wie sie die Tagesheimschule bietet, kann zu höchster pädagogischer Qualität führen. Machen Sie also nicht eine Schulform schlecht, wenn es nicht gerechtfertigt ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Wenn Sie sie haben! Das ist das Problem!
Ich gehe davon aus, dass wir in Zukunft sehr viel Phantasie in die Nachmittagsbetreuung werden investieren müssen (Abg. Dr. Jarolim: Wenn Sie sie haben! Das ist das Problem!) und dass in Kooperation mit den örtlichen Vereinen und mit den Verbänden unter Nutzung freier Raum- und Personalressourcen – etwa in den Kindergärten, in den Musikheimen und so weiter – Kinderbetreuungs-Einrichtungszentren oder -Cluster, wie immer Sie es nennen, geschaffen werden.
Abg. Krainer: Soziale Staffelung!
Noch ein kleines Aperçu für den Herrn Kollegen Jan Krainer, weil er zum beim letzten Tagesordnungspunkt gesagt hat, es stimme nicht, dass in Wien die Kinderbetreuungsgebühren am höchsten wären. – Ich zitiere aus ÖSTAT, Mikrozensus 2002 (Abg. Krainer: Soziale Staffelung!): „In Wien ist die Betreuung mit durchschnittlich 150 € pro Monat am teuersten.“ – Die Betreuung mit Mittagessen kostet in Wien im Schnitt 184 €, dann folgt Tirol, dann die Steiermark, dann Kärnten, und ganz zuletzt folgt dann Vorarlberg. (Abg. Dr. Jarolim: Es handelt sich um eine soziale Staffelung!) – Soziale Staffelung gibt es auch in anderen Ländern. Ich zitiere ÖSTAT, also das ist keine in irgendwelchen Kaderschmieden erzeugte Unterlage, sondern ... (Abg. Dr. Jarolim: Das ist Missbrauch von Datenmaterial! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Das ist kein Missbrauch, sondern das Resümee aus der Bearbeitung aller zur Verfügung stehenden Faktoren und Fakten. Ich wünschte mir auch, dass in Wien das letzte Kindergartenjahr kostenlos ist, denn ...
Abg. Dr. Jarolim: Es handelt sich um eine soziale Staffelung!
Noch ein kleines Aperçu für den Herrn Kollegen Jan Krainer, weil er zum beim letzten Tagesordnungspunkt gesagt hat, es stimme nicht, dass in Wien die Kinderbetreuungsgebühren am höchsten wären. – Ich zitiere aus ÖSTAT, Mikrozensus 2002 (Abg. Krainer: Soziale Staffelung!): „In Wien ist die Betreuung mit durchschnittlich 150 € pro Monat am teuersten.“ – Die Betreuung mit Mittagessen kostet in Wien im Schnitt 184 €, dann folgt Tirol, dann die Steiermark, dann Kärnten, und ganz zuletzt folgt dann Vorarlberg. (Abg. Dr. Jarolim: Es handelt sich um eine soziale Staffelung!) – Soziale Staffelung gibt es auch in anderen Ländern. Ich zitiere ÖSTAT, also das ist keine in irgendwelchen Kaderschmieden erzeugte Unterlage, sondern ... (Abg. Dr. Jarolim: Das ist Missbrauch von Datenmaterial! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Das ist kein Missbrauch, sondern das Resümee aus der Bearbeitung aller zur Verfügung stehenden Faktoren und Fakten. Ich wünschte mir auch, dass in Wien das letzte Kindergartenjahr kostenlos ist, denn ...
Abg. Dr. Jarolim: Das ist Missbrauch von Datenmaterial! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Noch ein kleines Aperçu für den Herrn Kollegen Jan Krainer, weil er zum beim letzten Tagesordnungspunkt gesagt hat, es stimme nicht, dass in Wien die Kinderbetreuungsgebühren am höchsten wären. – Ich zitiere aus ÖSTAT, Mikrozensus 2002 (Abg. Krainer: Soziale Staffelung!): „In Wien ist die Betreuung mit durchschnittlich 150 € pro Monat am teuersten.“ – Die Betreuung mit Mittagessen kostet in Wien im Schnitt 184 €, dann folgt Tirol, dann die Steiermark, dann Kärnten, und ganz zuletzt folgt dann Vorarlberg. (Abg. Dr. Jarolim: Es handelt sich um eine soziale Staffelung!) – Soziale Staffelung gibt es auch in anderen Ländern. Ich zitiere ÖSTAT, also das ist keine in irgendwelchen Kaderschmieden erzeugte Unterlage, sondern ... (Abg. Dr. Jarolim: Das ist Missbrauch von Datenmaterial! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Das ist kein Missbrauch, sondern das Resümee aus der Bearbeitung aller zur Verfügung stehenden Faktoren und Fakten. Ich wünschte mir auch, dass in Wien das letzte Kindergartenjahr kostenlos ist, denn ...
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (fortsetzend): ... Integration muss sein, und Nachmittagsbetreuung wird verbessert werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Brosz: Das kann morgen schon wieder anders sein! – Heiterkeit.
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Geschätzte Damen und Herren! Frau Bundesministerin! Herr Präsident! Herr Bundes... Herr Vizekanzler – Entschuldigung! (Abg. Brosz: Das kann morgen schon wieder anders sein! – Heiterkeit.) Ich möchte mich zunächst doch mit Ihrer Anfragebeantwortung beschäftigen. Man zitiert ja eine Ministerin nicht leichtfertig hier ins Hohe Haus, sondern wirklich nur dann, wenn eine Anfragebeantwortung absolut ungenügend ist.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich hätte alle PISA-Studien mitnehmen können, habe hier aber nur die letzte, die Sie selbst zitieren. Das Inhaltsverzeichnis würde Ihnen schon sagen: Diese PISA-Studie ist voll von Systemvergleichen! Das ist ja der Sinn dieser PISA-Studie: nicht nur die Qualität und den Stand in den einzelnen Ländern festzustellen, sondern auch zu fragen, warum das so ist und was die Gründe sind. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
müssen wir ziehen, und auch die Konsequenzen daraus. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim: Unglaublich ist das!
Zum Zweiten: Sie sagen, Frau Bundesministerin, die Pflichtschulen stünden nicht in Ihrer Kompetenz. – Ich habe mir gedacht, ich lese nicht recht! Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ist oberste Schulaufsichtsbehörde. Die Landesschulräte, die Bezirksschulräte sind Ihre Behörden, und Sie sind dafür verantwortlich, bis hinein in die Volksschulen. Sie zahlen ja auch die ganztägigen Formen, die Lehrer, die am Nachmittag unterrichten. Sie geben von Ihrem Budget das Geld aus, sagen aber, es gehe Sie nichts an, Sie wüssten nicht, wie viel das ist und für wie viele Personen? – Da kann man nur sagen: Das ist ja nicht zu fassen! (Abg. Dr. Jarolim: Unglaublich ist das!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Nürnberger: Das ist blöd, wenn die Bildungsministerin nichts weiß!
Wieso ist es möglich, dass das Unterrichtsministerium eine Menge Geld ausgibt, aber nicht weiß, wohin und für welche Schulen und zu welchem Zweck? – Das ist eine schlechte Führung eines Ressorts, als etwas anderes kann man das nicht bezeichnen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Nürnberger: Das ist blöd, wenn die Bildungsministerin nichts weiß!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Frau Bundesministerin! Sie haben bei dieser Zukunftskommission den Titel von Hartmut von Hentigs Buch „Die Schule neu denken“ verwendet. Es ist ein guter Titel, sie sollten aber auch noch den Satz dazunehmen, den Hartmut von Hentig genau zu diesen PISA-Studien schreibt: „Unter den Maßnahmen, auf die sich die Kultusminister geeinigt haben ...“ – auf Grund von PISA – „... ist darum sicher die Vermehrung von Ganztagsschulen die wichtigste.“ – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Niederwieser –: Du hast es wieder ins richtige Licht gerückt! – Abg. Dr. Brinek: Wir haben unseren Hentig selbst gelesen! – Abg. Dr. Jarolim: Das glaube ich nicht! – Abg. Dr. Brinek: Früher als Sie!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Rossmann. Gleiche Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Niederwieser –: Du hast es wieder ins richtige Licht gerückt! – Abg. Dr. Brinek: Wir haben unseren Hentig selbst gelesen! – Abg. Dr. Jarolim: Das glaube ich nicht! – Abg. Dr. Brinek: Früher als Sie!)
Abg. Parnigoni: Ganz klar? – Abg. Dr. Kräuter: In aller Klarheit!
Wir Freiheitliche sagen aber ganz klar (Abg. Parnigoni: Ganz klar? – Abg. Dr. Kräuter: In aller Klarheit!): Wir stehen zu einer freiwilligen Ganztagsbetreuung, und das ist schon ein wesentlicher Unterschied dazu, auch zu wollen, dass die Kinder ganztags zwangsunterrichtet werden, dass sie um 7 Uhr oder halb 7 Uhr Früh außer Haus gehen und um 19 Uhr nach Hause kommen – und das von Montag bis Freitag oder von Montag bis Samstag. Ist das das Österreich, ist das die Zukunft für unsere Kinder, die auch Sie sich vorstellen? – Ich kann es mir nicht vorstellen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Sburny: Wissen Sie, was Ganztagsschule ist?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Sburny: Wissen Sie, was Ganztagsschule ist?
Wir Freiheitliche sagen aber ganz klar (Abg. Parnigoni: Ganz klar? – Abg. Dr. Kräuter: In aller Klarheit!): Wir stehen zu einer freiwilligen Ganztagsbetreuung, und das ist schon ein wesentlicher Unterschied dazu, auch zu wollen, dass die Kinder ganztags zwangsunterrichtet werden, dass sie um 7 Uhr oder halb 7 Uhr Früh außer Haus gehen und um 19 Uhr nach Hause kommen – und das von Montag bis Freitag oder von Montag bis Samstag. Ist das das Österreich, ist das die Zukunft für unsere Kinder, die auch Sie sich vorstellen? – Ich kann es mir nicht vorstellen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Sburny: Wissen Sie, was Ganztagsschule ist?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Dass die Kinder dann vielfach keinen grammatikalisch richtigen Satz mehr sprechen können, das ist auch ein Problem. Sie sprechen teilweise bereits abgekürzt die Fernsehsprache. Von jenen, die im Lehrunterricht tätig sind – mir geht es als Bildungssprecherin so; ich bin jetzt mit vielen Lehrern unterwegs, fast wie in meiner Schulzeit, oft die einzige Nichtlehrerin, aber das macht diese Position umso interessanter –, höre ich immer wieder, was ich auch von meinen Kindern, vor allem von der Jüngeren, gehört habe. Etwa den Satz: Kann ich ein Joghurt? Statt: Kann ich bitte ein Joghurt haben? Kann ich ein Joghurt? Kann ich eine Schokolade? Sie werden das kennen. Das ist so eine gängige Redewendung unter Kindern. Sie kriegen das Prädikat nicht rüber. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin mir sicher, dass es uns, werte Frau Bundesminister, in konstruktiven Gesprächen gelingen wird, eine gemeinsame Lösung zu finden, damit wir diese 10 000 Plätze bis 2006 schaffen können. – Danke sehr. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Sehr charmant war das!
Kollege Jarolim hat jetzt, glaube ich, sein Zwischenrufkontingent bis 18 Uhr ausgeschöpft. (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Sehr charmant war das!) – Bitte, Kollege Brosz.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Schauen Sie Skandinavien an. Da sagt Ihnen Dr. Schleicher, Sie können in Finnland Ihr Kind in jede Schule schicken, die Bildungschancen werden gleich sein. Das ist es, wohin wir wollen. Wir wollen nicht, dass die sozialen Verhältnisse dermaßen ausschlaggebend sind, was die Schulen betrifft, wie das in Österreich nach wie vor der Fall ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher ist das als Zwischenschritt okay, als Zielvorstellung, glaube ich, dass ein Ganztagsschulsystem, das auf die soziale Segregation verzichtet, der Weg der Zukunft ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Welche?
Meine Damen und Herren! Ich beobachte Inserate natürlich generell (Abg. Mag. Molterer: Welche?), um Sie möglichst oft zu erwischen und Ihnen dann auf die Finger klopfen zu können (Abg. Mag. Molterer: Welche? Bestellte Inserate?), und da sehe ich ein Inserat „KHG“. Der Minister, Herr Molterer, hat sich am Sonntag noch so gefreut über die Marke „KHG“ und darüber, dass er Anstecker und Autogrammkarten hat. Da sehe ich „KHG“ (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe), aber, ein bisschen schockiert, sehe ich auf einmal eine Ratte. (Abg. Mag. Molterer: Wieso schockiert, Kräuter? Das ist Ihr Job!) „KHG“, „Direktanlage“, „Wertpapieranleger“.
Abg. Mag. Molterer: Welche? Bestellte Inserate?
Meine Damen und Herren! Ich beobachte Inserate natürlich generell (Abg. Mag. Molterer: Welche?), um Sie möglichst oft zu erwischen und Ihnen dann auf die Finger klopfen zu können (Abg. Mag. Molterer: Welche? Bestellte Inserate?), und da sehe ich ein Inserat „KHG“. Der Minister, Herr Molterer, hat sich am Sonntag noch so gefreut über die Marke „KHG“ und darüber, dass er Anstecker und Autogrammkarten hat. Da sehe ich „KHG“ (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe), aber, ein bisschen schockiert, sehe ich auf einmal eine Ratte. (Abg. Mag. Molterer: Wieso schockiert, Kräuter? Das ist Ihr Job!) „KHG“, „Direktanlage“, „Wertpapieranleger“.
Abg. Mag. Molterer: Wieso schockiert, Kräuter? Das ist Ihr Job!
Meine Damen und Herren! Ich beobachte Inserate natürlich generell (Abg. Mag. Molterer: Welche?), um Sie möglichst oft zu erwischen und Ihnen dann auf die Finger klopfen zu können (Abg. Mag. Molterer: Welche? Bestellte Inserate?), und da sehe ich ein Inserat „KHG“. Der Minister, Herr Molterer, hat sich am Sonntag noch so gefreut über die Marke „KHG“ und darüber, dass er Anstecker und Autogrammkarten hat. Da sehe ich „KHG“ (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe), aber, ein bisschen schockiert, sehe ich auf einmal eine Ratte. (Abg. Mag. Molterer: Wieso schockiert, Kräuter? Das ist Ihr Job!) „KHG“, „Direktanlage“, „Wertpapieranleger“.
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Was muss passiert sein, wenn sich Werbestrategen hinsetzen und sagen: KHG, Ratte und Aktien, das wäre eigentlich ganz gut für ein aktuelles Inserat! Wie muss es da um die Reputation und um die Glaubwürdigkeit eines Finanzministers bestellt sein, wenn solche Inserate geschaltet werden? Herr Molterer, schauen Sie sich das in aller Ruhe an! (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Ich glaube, tiefer geht es nicht Frau Kollegin. Ich lehne das zutiefst ab!
Staatssekretär Dr. Finz: Das ist ungeheuerlich!
Ist eine negative Steigerung möglich? – Ich fürchte ja, meine Damen und Herren. Staatssekretär Finz liebäugelt nämlich mit dem Amt des Rechnungshofpräsidenten. (Staatssekretär Dr. Finz: Das ist ungeheuerlich!) Er sagt jetzt, das sei ungeheuerlich. Ich weiß aus vielen Quellen, dass das der Republik Österreich droht. Aber, meine Damen und Herren, ein Rechnungshofpräsident, für den es im Zusammenhang mit der Steuercausa Grasser schallendes Gelächter unter den Journalisten in Österreich gegeben hat, ist undenkbar.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich fordere Sie auf – alle Fraktionen; das gilt für die ÖVP, für die FPÖ und auch für die Grünen –, heute hier ganz klar Stellung zu beziehen, dass so etwas nicht möglich ist. Das muss heute ausgeschlossen werden, und es wäre sehr hilfreich, Herr Staatssekretär Finz, wenn auch Sie selbst das tun würden, denn das kann nicht sein, nämlich, dass sich die Regierung hier ein Jahr später mit dem eigenen Personal zu kontrollieren beginnt. Sollten Sie das nicht tun und sich hier nicht ganz klar dazu äußern, meine Damen und Herren, dann steuern Sie einem neuen demokratiepolitischen Abgrund entgegen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Hermann Gahr (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Rechnungshofpräsident Fiedler ist momentan nicht anwesend, aber ich darf ihm von dieser Stelle aus im Namen der ÖVP-Fraktion – wir hatten in der letzten Zeit eine intensive Ausschusstätigkeit – für die konstruktive, offene, faire, aber auch kritische Zusammenarbeit danken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Im Jahre 2000 wurden 0,56 Millionen € eingesetzt, im Jahre 2001 waren es 2,45 Millionen €. Dies ist damit begründet, dass es eine Infokampagne zum Kinderbetreuungsgeld gegeben hat. Dies ist der Hauptanteil dessen, was hier für Werbe- und Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben wurde. Ich behaupte, dass diese Werbe- und Öffentlichkeitsarbeit sehr wohl berechtigt ist. Sie ist eine Investition in die Zukunft. Das Kinderbetreuungsgeld ist ein Meilenstein, und es ist ja wichtig, dass auch positive Dinge, welche von dieser Regierung umgesetzt werden, nach außen getragen werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Gaßner: Das ist seine Aufgabe!
Der Rechnungshof hat also geprüft, er hat analysiert und hat Verbesserungsvorschläge gemacht. Es gibt vier konkrete Vorschläge, welche von uns durchaus begrüßt werden, welche ernst genommen werden, welche dazu beitragen, die Effizienz zu verbessern. (Abg. Mag. Gaßner: Das ist seine Aufgabe!) Ja, der Rechnungshof hat seine Aufgabe, er soll kritisieren, er soll anregen, er macht Vorschläge, und wir werden uns auch bemühen, diese umzusetzen.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.
Fazit aus diesem Rechnungshofbericht ist, dass wir Werbe- und Öffentlichkeitsarbeit für politische Themen brauchen, um unsere Botschaft auch an den Bürger zu bringen. Fazit ist auch, dass der Rechnungshof seine Vorschläge klar dargestellt hat und wir den Auftrag haben, hier Verbesserungen vorzunehmen. Mir ist jedoch lieber, wenn Geld in Öffentlichkeitsarbeit und Werbung und in Positivkampagnen gesteckt wird als in Zinsen für alte Schulden. Unsere Politik wird es uns auch in Zukunft erlauben, für gute Arbeit Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zu machen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher.)
Beifall bei den Grünen.
So geht es sicher nicht! Wie kommt der Steuerzahler, die Steuerzahlerin dazu, quadratmeterweise – wenn man alle über das Jahr zusammenzählt – Bilder von Köpfen der Bundesregierung in Inseraten zu bezahlen? Wozu? Da bin ich ja gestraft in Kärnten und in der Steiermark, weil vorher moniert worden ist, dass dort 26 Prozent oder wie viel des Anteils des Werbebudgets eingesetzt werden, obwohl nur 22 Prozent der Bevölkerung darauf entfallen! Wie kommt mein Wahlkreis dazu, dass er sich auf Steuerzahlerkosten, auf seine Kosten dauernd besonders hervorgekehrte Lichtbilder von Regierungsmitgliedern anschauen muss? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Ich bin nur gespannt, was der Herr Anschober in Oberösterreich macht!
Das ist auch eine Frage der spezifischen Unvereinbarkeit. Und weil wir schon in diesem Wahlkreis sind: Ich muss sagen, in der Steiermark hat man ... (Abg. Steibl: Ich bin nur gespannt, was der Herr Anschober in Oberösterreich macht!) – Frau Kollegin Steibl, besser werden wir es natürlich machen, mit Ihrer Mithilfe – und wenn Sie sich quer legen, dann werden wir das hier auch noch zur Debatte bringen! Na selbstverständlich! Wenn Sie sich quer legen, werden wir das hier zur Debatte bringen! Was haben Sie denn erwartet? (Beifall bei den Grünen. – Heiterkeit des Abg. Neudeck.)
Beifall bei den Grünen. – Heiterkeit des Abg. Neudeck.
Das ist auch eine Frage der spezifischen Unvereinbarkeit. Und weil wir schon in diesem Wahlkreis sind: Ich muss sagen, in der Steiermark hat man ... (Abg. Steibl: Ich bin nur gespannt, was der Herr Anschober in Oberösterreich macht!) – Frau Kollegin Steibl, besser werden wir es natürlich machen, mit Ihrer Mithilfe – und wenn Sie sich quer legen, dann werden wir das hier auch noch zur Debatte bringen! Na selbstverständlich! Wenn Sie sich quer legen, werden wir das hier zur Debatte bringen! Was haben Sie denn erwartet? (Beifall bei den Grünen. – Heiterkeit des Abg. Neudeck.)
Abg. Steibl: Gott sei Dank!
Ich sage jetzt noch ein Letztes (Abg. Steibl: Gott sei Dank!), weil unsere Fraktion heute auch das Thema Forschungsförderung aufgreifen will und wird, nämlich dass wir hier nicht unbedingt in jeder Passage mit der Berichtslage des Rechnungshofes konform gehen. Ich füge nur – jetzt, wo der Präsident da ist – hinzu: Trotzdem danke für all die intensiven Arbeiten! Man kann ja auch einmal das eine oder andere anders sehen. Wir wollen jedenfalls die Gelegenheit nutzen, weil ja sonst sehr wenig Möglichkeit besteht – was ja bezeichnend ist –, hier im Plenum auch noch über die Forschungs- und Technologieförderung in Österreich zu sprechen. Dazu ist dieser Bericht ein guter Anlass. Auch dafür gebührt Dank! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage jetzt noch ein Letztes (Abg. Steibl: Gott sei Dank!), weil unsere Fraktion heute auch das Thema Forschungsförderung aufgreifen will und wird, nämlich dass wir hier nicht unbedingt in jeder Passage mit der Berichtslage des Rechnungshofes konform gehen. Ich füge nur – jetzt, wo der Präsident da ist – hinzu: Trotzdem danke für all die intensiven Arbeiten! Man kann ja auch einmal das eine oder andere anders sehen. Wir wollen jedenfalls die Gelegenheit nutzen, weil ja sonst sehr wenig Möglichkeit besteht – was ja bezeichnend ist –, hier im Plenum auch noch über die Forschungs- und Technologieförderung in Österreich zu sprechen. Dazu ist dieser Bericht ein guter Anlass. Auch dafür gebührt Dank! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Lapp: Ha, ha, ha!
Ich finde es nur ein bisschen unwürdig, wenn Kollege Kräuter – im Rechnungshofausschuss „Kräutler“ genannt (Abg. Mag. Lapp: Ha, ha, ha!) – jetzt fordert, dass man irgendjemanden von einer Funktion ausschließt. Ich habe nicht gewusst, ob Staatssekretär Finz großes Interesse hat und in den Rechnungshof zurück will oder den Präsidenten beerben will, aber hier jetzt zu verlangen, dass alle Fraktionen sagen, er darf es auf keinen Fall werden, das geht zu weit. Wenn gesetzliche Rahmenbedingungen das ermöglichen, dann wird das auch eine Möglichkeit sein. Ich möchte ihm jetzt nicht schaden, indem ich sage, er soll es werden, aber jemanden von vornherein auszuschließen, das wirkt schon so ein bisschen wie Sippenhaftung: Weil er im Grasser-Ministerium war, darf er irgendetwas nicht werden! – Das halte ich nicht wirklich für einen positiven Ansatz, aber es ist wahrscheinlich die Art und Weise, wie Sie versuchen wollen, Ihre Performance zu verbessern. Es wird Ihnen aber bei der kritischen Bevölkerung auch in dieser Art und Weise nicht gelingen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube schon, dass man da sagen muss, es ist jeder immer für seinen Bereich zuständig, und dass man sich da nicht auf den jeweiligen Koalitionspartner ausreden kann. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Ich war es ja nicht! Das war ja der Rechnungshofausschuss!
Eigennamen zu verunglimpfen und sie hier so ein bisschen in einem blöden Licht darzustellen. Ich würde Sie bitten, sich daran zu halten. – Zum einen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Ich war es ja nicht! Das war ja der Rechnungshofausschuss!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Weniger! Weniger! 20 Prozent ...!
Zum Zweiten: Herr Kollege Kräuter hat sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die Ausgaben damals durchaus hoch waren und zu kritisieren sind, dass sie aber von ÖVP und SPÖ gemeinsam getätigt wurden. Sie sind aber absolut kein Grund, zu entschuldigen, dass man jetzt wieder genauso viel Geld hinausschmeißt! Das ist doch lächerlich, oder? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Weniger! Weniger! 20 Prozent ...!)
Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Das sind noch die Zinsen von den alten Schulden!
Aber wenn ich dann noch die sieben Punkte der generellen Regelungen betrachte, dann würde ich meinen, dass da ein achter Punkt dazugehört, und genau bei dieser Werbemaßnahme kann man das sehr schön zeigen: „Österreich neu regieren“, das stimmt ja noch, denn wir haben alle paar Monate eine neue Regierung, okay, das mag so sein, aber „Zukunft ohne Schulden“ stimmt zumindest von 2000 bis 2003 gesehen nicht! (Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Das sind noch die Zinsen von den alten Schulden!) Und daher sollte man wirklich klar festlegen, dass es wahre Informationen sein müssen, die man weitergibt. – Jedes Jahr sind die Schulden mehr geworden, Herr Kollege! (Abg. Dr. Stummvoll: Das sind keine neuen Schulden! Das sind Zinsen der alten Schulden!) Nein, das sind neue Schulden! (Weiterer Ruf bei der ÖVP: Das sind Zinsen der alten Schulden!)
Abg. Dr. Stummvoll: Das sind keine neuen Schulden! Das sind Zinsen der alten Schulden!
Aber wenn ich dann noch die sieben Punkte der generellen Regelungen betrachte, dann würde ich meinen, dass da ein achter Punkt dazugehört, und genau bei dieser Werbemaßnahme kann man das sehr schön zeigen: „Österreich neu regieren“, das stimmt ja noch, denn wir haben alle paar Monate eine neue Regierung, okay, das mag so sein, aber „Zukunft ohne Schulden“ stimmt zumindest von 2000 bis 2003 gesehen nicht! (Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Das sind noch die Zinsen von den alten Schulden!) Und daher sollte man wirklich klar festlegen, dass es wahre Informationen sein müssen, die man weitergibt. – Jedes Jahr sind die Schulden mehr geworden, Herr Kollege! (Abg. Dr. Stummvoll: Das sind keine neuen Schulden! Das sind Zinsen der alten Schulden!) Nein, das sind neue Schulden! (Weiterer Ruf bei der ÖVP: Das sind Zinsen der alten Schulden!)
Weiterer Ruf bei der ÖVP: Das sind Zinsen der alten Schulden!
Aber wenn ich dann noch die sieben Punkte der generellen Regelungen betrachte, dann würde ich meinen, dass da ein achter Punkt dazugehört, und genau bei dieser Werbemaßnahme kann man das sehr schön zeigen: „Österreich neu regieren“, das stimmt ja noch, denn wir haben alle paar Monate eine neue Regierung, okay, das mag so sein, aber „Zukunft ohne Schulden“ stimmt zumindest von 2000 bis 2003 gesehen nicht! (Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Dr. Stummvoll: Das sind noch die Zinsen von den alten Schulden!) Und daher sollte man wirklich klar festlegen, dass es wahre Informationen sein müssen, die man weitergibt. – Jedes Jahr sind die Schulden mehr geworden, Herr Kollege! (Abg. Dr. Stummvoll: Das sind keine neuen Schulden! Das sind Zinsen der alten Schulden!) Nein, das sind neue Schulden! (Weiterer Ruf bei der ÖVP: Das sind Zinsen der alten Schulden!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Sburny.
So, meine Damen und Herren, sollte man mit dem öffentlichen Geld nicht umgehen, und vor allem in der Werbung nicht, denn es gibt da eine ganz interessante Erkenntnis der Werbewirtschaft, die nämlich besagt, dass, wenn das Produkt schlecht ist, à la longue gesehen der Werbeaufwand umsonst ist. – Danke schön, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Sburny.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Ergebnisentwicklung zeichnet sich bereits positiv ab – das hat auch Kollege Neudeck schon erwähnt –, sodass im Jahr 2003 ein Überschuss von rund 50 Millionen € zu erwarten ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es unerträglich ist, wenn von Abgeordneten der Regierungsfraktionen die Kontrollarbeit der Opposition mit Begriffen wie „Menschenhatz“ versehen wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Es gibt ja keine! Das steht ja im Bericht, dass es keine gibt!
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich beziehe mich auf den Teil „Ausgewählte Werbemaßnahmen der Bundesregierung“. Da das Bundeskanzleramt gemäß Bundesministeriengesetz die Öffentlichkeit über die Arbeit der Bundesregierung zu informieren hat, gibt es auch immer diese Werbemaßnahmen, die dann wieder von der Opposition kritisiert werden. Ich selbst habe in einer Aussendung gemeint, man müsse sich die Richtlinien, sofern es welche gibt, anschauen und man könne überlegen, welche zu machen. (Abg. Mag. Kogler: Es gibt ja keine! Das steht ja im Bericht, dass es keine gibt!) – Man kann sich ja überlegen, welche zu machen.
Abg. Dr. Kräuter: Wer sagt das?
Jeder, der im Rechnungshofausschuss war, hat ja gehört, dass die empfohlenen Grundsätze des Rechnungshofes ohnehin eingehalten werden. Das betrifft eben auch diese Maßnahmen. (Abg. Dr. Kräuter: Wer sagt das?) – Lieber Kollege! Das hat der Herr Staatssekretär gesagt. Glauben Sie dem Staatssekretär nicht, oder wie ist das? (Abg. Dr. Kräuter: Kein Wort!) – Sie glauben kein Wort? Das ist halt der Unterschied.
Abg. Dr. Kräuter: Kein Wort!
Jeder, der im Rechnungshofausschuss war, hat ja gehört, dass die empfohlenen Grundsätze des Rechnungshofes ohnehin eingehalten werden. Das betrifft eben auch diese Maßnahmen. (Abg. Dr. Kräuter: Wer sagt das?) – Lieber Kollege! Das hat der Herr Staatssekretär gesagt. Glauben Sie dem Staatssekretär nicht, oder wie ist das? (Abg. Dr. Kräuter: Kein Wort!) – Sie glauben kein Wort? Das ist halt der Unterschied.
Abg. Mag. Kogler: Dann zahlen Sie es selber!
Das ist auch das Problem in der Beurteilung, dass einfach Werbemaßnahmen von der Opposition anders beurteilt werden als von der Regierung. (Abg. Mag. Kogler: Dann zahlen Sie es selber!) Der Herr Staatssekretär hat aber auch gesagt, dass der zentrale Medieneinkauf über die Bundesbeschaffungs GmbH derzeit geprüft wird. Wenn die Prüfungsergebnisse vorliegen, wird man sich diese auch genauer ansehen müssen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn ich mir noch einmal die Vergleichsdaten anschaue: 10,3 Millionen € im Jahr 1998 stehen 2,8 Millionen € im Jahr 2002 gegenüber, dann braucht man, so meine ich, diese Richtlinien nicht. Diese Richtlinien, die im Jahr 1998 von der SPÖ-Regierung angewandt wurden, waren sicherlich schlechter als die Selbstbeschränkung, die es in der jetzigen Regierung gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Das wäre eigentlich ein Superinserat!
Dafür brauchen Sie umso größere Inserate und Werbemaßnahmen. Sie scheuen sich nämlich nicht, in diesen Inseraten die Unwahrheit zu sagen, sagen aber den Wählerinnen und Wählern nicht, dass sich das Kabinett Schüssel II, diese schwarz-blaue Regierung, bereits in den letzten Zügen befindet und dass Schüssel und Grasser einen falschen ... (Abg. Mag. Kogler: Das wäre eigentlich ein Superinserat!) – Ja, das wäre ein Superinserat und hätte natürlich auch den entsprechenden Wahrheitsgehalt. – Aber Sie bestätigen in den entsprechenden Inseraten auch nicht, dass Sie einen falschen Budgetkurs fortsetzen. Sie sagen nicht, dass die Bevölkerung stets weiter belastet und die Kaufkraft geschwächt wird, dass Sie Schulden machen, anstatt strukturelle Reformen durchzuführen. Sie setzen auch 2003 und 2004 keine Impulse für die Wirtschaft. Außer Budgetkosmetik und teuren Werbemaßnahmen hat in dieser Regierung nichts Gestalt. Daher ist diese Bundesregierung säumig und untätig.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Mit diesem Befund, meine Damen und Herren von der schwarz-blauen Regierung, nützen weder teure Inserate noch überhebliches oder unehrliches Selbstlob. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Abg. Reheis: Aber mit der Wahrheit!
Abgeordnete Edeltraud Lentsch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Reheis! Jede Politik muss beworben werden. Das ist eine Tatsache, die eigentlich jedem, der sich nur in irgendeiner Form mit Politik beschäftigt, bewusst sein sollte. (Abg. Reheis: Aber mit der Wahrheit!) Je besser eine Politik ist, umso intensiver muss sie beworben werden (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) beziehungsweise umso intensiver muss man darüber informieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Umso teurer!)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Abgeordnete Edeltraud Lentsch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Reheis! Jede Politik muss beworben werden. Das ist eine Tatsache, die eigentlich jedem, der sich nur in irgendeiner Form mit Politik beschäftigt, bewusst sein sollte. (Abg. Reheis: Aber mit der Wahrheit!) Je besser eine Politik ist, umso intensiver muss sie beworben werden (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) beziehungsweise umso intensiver muss man darüber informieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Umso teurer!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Umso teurer!
Abgeordnete Edeltraud Lentsch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Reheis! Jede Politik muss beworben werden. Das ist eine Tatsache, die eigentlich jedem, der sich nur in irgendeiner Form mit Politik beschäftigt, bewusst sein sollte. (Abg. Reheis: Aber mit der Wahrheit!) Je besser eine Politik ist, umso intensiver muss sie beworben werden (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) beziehungsweise umso intensiver muss man darüber informieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Umso teurer!)
Abg. Mag. Kogler: „Zukunft ohne Schulden“, das ist ein völliger Unsinn!
Wenn die Bürger beziehungsweise die Menschen zu wenig informiert werden, wenn sie zu wenig wissen, dann werden sie zu Recht skeptisch sein. (Abg. Mag. Kogler: „Zukunft ohne Schulden“, das ist ein völliger Unsinn!) Wir sehen es ja immer wieder: Bei allen Reformen, die wir in der letzten Zeit gemacht haben, war die Forderung der Bevölkerung da, die Regierung müsse noch mehr informieren, die Regierung müsse klarmachen, worum es geht. (Abg. Öllinger: Nein! Die halten sich schon die Ohren zu, wenn sie etwas von der Regierung hören!)
Abg. Öllinger: Nein! Die halten sich schon die Ohren zu, wenn sie etwas von der Regierung hören!
Wenn die Bürger beziehungsweise die Menschen zu wenig informiert werden, wenn sie zu wenig wissen, dann werden sie zu Recht skeptisch sein. (Abg. Mag. Kogler: „Zukunft ohne Schulden“, das ist ein völliger Unsinn!) Wir sehen es ja immer wieder: Bei allen Reformen, die wir in der letzten Zeit gemacht haben, war die Forderung der Bevölkerung da, die Regierung müsse noch mehr informieren, die Regierung müsse klarmachen, worum es geht. (Abg. Öllinger: Nein! Die halten sich schon die Ohren zu, wenn sie etwas von der Regierung hören!)
Ruf bei der SPÖ: Kürzer!
Bei den Pensionen hat diese Diskussion in Wirklichkeit Jahre, ja man kann fast sagen, Jahrzehnte gedauert. Hätten wir vor 20 Jahren diese so genannte Pensionssicherungsreform gemacht, als sie schon notwendig war, dann würden wir uns heute die Diskussion und das Werbebudget dazu ersparen. Aber die SPÖ-Bundeskanzler haben ja immer gemeint: keine Pensionsdiskussion vor Wahlen. Und die Wahlen kamen halt immer wieder sehr schnell, nämlich alle vier Jahre. (Ruf bei der SPÖ: Kürzer!) Da hat es auch ein Pensionistenbrief im Jahr 1995 getan, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bei den Pensionen hat diese Diskussion in Wirklichkeit Jahre, ja man kann fast sagen, Jahrzehnte gedauert. Hätten wir vor 20 Jahren diese so genannte Pensionssicherungsreform gemacht, als sie schon notwendig war, dann würden wir uns heute die Diskussion und das Werbebudget dazu ersparen. Aber die SPÖ-Bundeskanzler haben ja immer gemeint: keine Pensionsdiskussion vor Wahlen. Und die Wahlen kamen halt immer wieder sehr schnell, nämlich alle vier Jahre. (Ruf bei der SPÖ: Kürzer!) Da hat es auch ein Pensionistenbrief im Jahr 1995 getan, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, in der Zwischenzeit ist die Botschaft durch, jetzt weiß jeder Österreicher beziehungsweise jede Österreicherin, dass wir unsere Pensionen umgestalten müssen, damit dieses System, dieses gute System in Zukunft hält. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Reheis: Wie Grasser!
Bei der Voest-Debatte war es das Gleiche: Es gibt in Wahrheit keinen Grund, warum der Staat Stahl erzeugen soll. – Das ist ein Ausspruch, der auch Ihnen bekannt sein sollte, denn Ihr Bundesvorsitzender hat ihn unter anderem getätigt. Aus diesem Grunde musste oder sollte privatisiert werden, und darüber waren sich auch alle Verantwortlichen einig. Allerdings muss man das auch jenen Menschen erklären, die nicht täglich Aktien kaufen und keine Finanzexperten sind. (Abg. Reheis: Wie Grasser!) Wir haben die Menschen aufgeklärt, Sie haben Ihnen mit Parolen Angst gemacht, dass einem die Haare zu Berge stehen. Ich denke nur an den Ausspruch: Diese böse Bundesregierung möchte die Voest den Russen verkaufen. Das sagt sehr viel aus, geschätzte Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Dann sollten Sie richtig informieren und nicht falsch!
Daher muss die Politik informieren, das ist eine Bringschuld von uns und keine Holschuld der Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Dann sollten Sie richtig informieren und nicht falsch!) Wir tun es! Sie machen Angst. Wir informieren richtig.
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich finde die Verdächtigungen der Opposition einmalig. Sie unterstellen der Bundesregierung, dass wir angeblich einseitig informieren. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Hören Sie mir zu! Sie unterstellen uns, dass wir in Wahrheit Parteipropaganda machen, anstatt sachlich aufzuklären. Da wird sogar der Rechnungshof bemüht, obwohl die Dinge sehr klar und sehr transparent auf dem Tisch liegen.
Abg. Mag. Kogler: Es geht doch um Steuergeld!
Geschätzte Damen und Herren von der Opposition! Sie haben natürlich Ihre Rechte, und das ist gut so, denn wir leben in einer Demokratie. Aber die Regierung hat auch ihre Möglichkeiten, und dass die Regierung ihre Arbeit so darstellt, wie sie diese sieht, und nicht so darstellt, wie das die Opposition sieht, das darf Sie doch wirklich nicht überraschen. (Abg. Mag. Kogler: Es geht doch um Steuergeld!) Wenn ich mich an Ihre SPÖ-Kanzler erinnere, beginnend bei Kreisky bis über Vranitzky und Klima, dann muss ich sagen, waren sie alle nicht gerade Waisenknaben, was den Verkauf ihrer Politik betrifft. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Es geht um wichtige Informationen der Bevölkerung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Es geht um wichtige Informationen der Bevölkerung!
Geschätzte Damen und Herren von der Opposition! Sie haben natürlich Ihre Rechte, und das ist gut so, denn wir leben in einer Demokratie. Aber die Regierung hat auch ihre Möglichkeiten, und dass die Regierung ihre Arbeit so darstellt, wie sie diese sieht, und nicht so darstellt, wie das die Opposition sieht, das darf Sie doch wirklich nicht überraschen. (Abg. Mag. Kogler: Es geht doch um Steuergeld!) Wenn ich mich an Ihre SPÖ-Kanzler erinnere, beginnend bei Kreisky bis über Vranitzky und Klima, dann muss ich sagen, waren sie alle nicht gerade Waisenknaben, was den Verkauf ihrer Politik betrifft. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Es geht um wichtige Informationen der Bevölkerung!)
Abg. Mag. Kogler: Dazu bekommen Sie doch Parteiförderung für die Parteiwerbung! Kennen Sie den Unterschied nicht ...?
Da mussten sogar die so genannten Spin-Doktoren aus Amerika kommen ... (Abg. Mag. Kogler: Dazu bekommen Sie doch Parteiförderung für die Parteiwerbung! Kennen Sie den Unterschied nicht ...?) O ja, wir kennen ihn sehr wohl, nur Sie können das nicht unterscheiden, weil Sie noch nie in der Regierung waren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da mussten sogar die so genannten Spin-Doktoren aus Amerika kommen ... (Abg. Mag. Kogler: Dazu bekommen Sie doch Parteiförderung für die Parteiwerbung! Kennen Sie den Unterschied nicht ...?) O ja, wir kennen ihn sehr wohl, nur Sie können das nicht unterscheiden, weil Sie noch nie in der Regierung waren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, wenn man im Glashaus sitzt, sollte man nicht mit Steinen werfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Na, na!
Der Wahrnehmungsbericht des Rechnungshofes ist – Öllinger hält ihn in der Hand – in einem schönen blauen Buch gebunden, die Titelseite präsentiert den Bundesadler – sehr hehr –, aber wer sich nicht an Kritiken, Vorschläge und Analysen gebunden fühlt, das ist die Bundesregierung. Sie haben seit fast Jahrzehnten den Missbrauch ärztlicher Privathonorare im Sektor der Universitäten und im öffentlichen Bereich kritisiert – getan hat sich nichts! Sie haben kritisiert, dass keine Forschungskoordination zwischen den Ministerien stattfindet – getan hat sich nichts! Das heißt, all das, was in diesem Buch steht, ist eigentlich relativ unverbindlich, und der tapfere, stolze Bundesadler wird eigentlich so von der Bundesregierung zu einem harmlosen Kanarienvogel reduziert, wenn man nicht endlich einmal (Abg. Dr. Stummvoll: Na, na!) – na sicher, Herr Stummvoll! – diese Kritik ernst nimmt und in einen Dialog eintritt, damit sich etwas tut.
Abg. Dr. Stummvoll: Sie sagen, dass der Bundesadler ein Kanarienvogel ist!
Sogar Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung fangen schon an, in das Konzert einzustimmen, dass in der Forschung etwas nicht stimmen könne. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie sagen, dass der Bundesadler ein Kanarienvogel ist!) – Als ob, habe ich gesagt. Sie sollten den Konjunktiv gelernt haben. Wir befinden uns ja jetzt in der Bildungsdebatte. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Sogar Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung fangen schon an, in das Konzert einzustimmen, dass in der Forschung etwas nicht stimmen könne. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie sagen, dass der Bundesadler ein Kanarienvogel ist!) – Als ob, habe ich gesagt. Sie sollten den Konjunktiv gelernt haben. Wir befinden uns ja jetzt in der Bildungsdebatte. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was ich weiter kritisiere, ist, dass man dort mutig ist, wo trotz des Gefasels oder des Gesprächs über Autonomie immer wieder politischer Einfluss durchklingt. Wer wurde von der Bundesregierung in den Rat entsandt, der im wahrsten Sinne des Wortes die Universitäten regiert? Wenn man sich das anschaut, sind knappe 50 Prozent Leute, die bei der Nationalratswahl im Personenkomitee Schüssel waren. Ich frage Sie: Ist das noch Zufall? – Ein kleiner Rest kommt aus schlagenden Verbindungen, aber sich gegenseitig zu schlagen und Schnitte im Gesicht zuzufügen ist auch noch nicht das Kriterium der Intelligenz, das jemanden befähigt, eine Uni zu beraten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Reheis: Faschingsprogramm!
Dazu, was die Regierung immer ankündigt, und zu der unendlichen Diskrepanz zwischen dem, was vage in den Mund genommen wird, und dem, was dann real fehlt, muss ich schon etwas aus meinen Beobachtungen der letzten Monate auch dem Publikum sagen: Fast jedes Plenum wird nun mit irgendeiner Regierungserklärung begonnen. Man stellt ein Herbstprogramm vor, es werden das Winterprogramm, das Frühjahrs- und das Sommerprogramm folgen. Da es nur vier Jahreszeiten gibt und man dadurch eigentlich nicht pausenlos die Regierung und ihre Arbeit beschönigen und erklären kann, sucht man zur Abwechslung einen neuen Vizekanzler, und damit hat man dann die fünfte Jahreszeit durch ihn repräsentiert. (Abg. Reheis: Faschingsprogramm!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich frage mich wirklich: Die Neugründung der Medizinuniversität Innsbruck kostet – allein die Neuinstallierung – über 1 Million € an zusätzlichen Verwaltungskosten ad hoc. Eine Arbeitsgruppe der Rektorenkonferenz hat aber über 4 Millionen € pro Jahr Mehrkosten errechnet, wenn diese beiden früher geeinten Universitäten nun getrennt laufen sollen. Der Rechnungshof weiß, dass Innsbruck noch immer keinen Rektor hat, und ich könnte Ihnen durchaus ausführen, warum nicht. In einer morgigen Demonstration aller Beteiligten und aller Verantwortlichen der Universität in Innsbruck wird Gehrer des Rechtsbruches bezichtigt. Ich mache das jetzt hier nicht, kann aber sagen, sie hat nicht nach dem Recht gehandelt. Das noch mit Mehrkosten zu verbinden ist ein akrobatischer Akt, der mit Turnen viel, mit Wissenschaft und Forschung allerdings sehr wenig zu tun hat. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Schön gesagt!
Wir haben schon viel erreicht, aber ein großes Stück Weg liegt noch vor uns, und diesen Weg erfolgreich zu gehen wird uns unter der kompetenten Führung unserer Bundesregierung auch gelingen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Schön gesagt!) – Herr Kollege Öllinger, es ist nicht mein Problem, wenn Sie mit einer kompetenten Bundesregierung nicht können, darüber müssen Sie selbst nachdenken. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wo haben Sie eine kompetente Bundesregierung gefunden? Bitte sagen Sie mir die Adresse!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Wo haben Sie eine kompetente Bundesregierung gefunden? Bitte sagen Sie mir die Adresse!
Wir haben schon viel erreicht, aber ein großes Stück Weg liegt noch vor uns, und diesen Weg erfolgreich zu gehen wird uns unter der kompetenten Führung unserer Bundesregierung auch gelingen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Schön gesagt!) – Herr Kollege Öllinger, es ist nicht mein Problem, wenn Sie mit einer kompetenten Bundesregierung nicht können, darüber müssen Sie selbst nachdenken. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wo haben Sie eine kompetente Bundesregierung gefunden? Bitte sagen Sie mir die Adresse!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Die meisten Ausgaben hat Schüssel gehabt, da hast du Recht!
Meine Damen und Herren! Es sind schon einige Male Zahlen angesprochen worden. Kollege Kräuter hat die Ausgaben des Bundeskanzleramtes, der Regierung kritisiert; Kollege Gaßner ist auf derselben Schiene unterwegs gewesen. Ich möchte aber doch einen Zahlenvergleich bringen, der noch etwas weiter geht, als bereits angesprochen wurde, nämlich den Vergleich der Ausgaben unter einem ÖVP-Bundeskanzler und einem SPÖ-Bundeskanzler. Die Werbemaßnahmen des Bundeskanzleramtes betrugen im Jahr 2002 2,8 Millionen €. 2001 machten sie inklusive Euro-Einführung, was natürlich zusätzlich Kosten verursacht hat, 5,27 Millionen aus und 2 000 3,87 Millionen €. Im Vergleich dazu kosteten die Werbemaßnahmen von Bundeskanzler Klima – es ist eigentlich auf Grund der Nationalratswahl am 3. Oktober nur ein halbes Jahr zu werten – im Jahr 1999 5,24 Millionen €. Im Jahr 1998 machten die Kosten ohne Ausgaben für die Werbung, die Österreich auf Grund des Vorsitzes in der EU im zweiten Halbjahr hatte, sage und schreibe 10,3 Millionen € aus. Vielleicht sollten einige in diesem Hause den Balken im eigenen Auge sehen, bevor sie über den Splitter im Auge des anderen diskutieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Die meisten Ausgaben hat Schüssel gehabt, da hast du Recht!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch die x-te Regierungsumbildung wird an den mangelnden Inhalten und an der Konzeptlosigkeit der Bundesregierung nichts ändern. Eine wirkliche Veränderung ist angesagt, die aber nur über eine neue Regierung erfolgen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Murauer.
Meine Damen und Herren! Als absoluten Tiefpunkt empfinde ich es aber, wenn einem verdienten langjährigen Beamten und Mitarbeiter des Rechnungshofes, der nunmehr in seiner ruhigen, sachlichen und kompetenten Art die Arbeit als Staatssekretär in der Bundesregierung macht, nämlich Dr. Alfred Finz, die Qualifikation in Abrede gestellt wird für eine Position, die er nachweislich nicht angestrebt hat und für die es derzeit keinen Entscheidungs- und Handlungsbedarf gibt. Das finde ich in einer Art und Weise beschämend, dass mir beinahe die Worte fehlen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Murauer.) – Vom Rechnungshofpräsidenten ist keine Rede. Wir haben einen agierenden und sehr verlässlichen Rechnungshofpräsidenten, daher sind Spekulationen, die in die Welt gesetzt werden, ohne korrekten und fundierten Hintergrund.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Um es auf den Punkt zu bringen: Ressorteigene Software wurde ausgearbeitet. Es hat mit der Lagersoftware bereits große Fortschritte gegeben. Und ich höre aus dem Ressort des Ministers Platter, der wieder einen neuen Anlauf genommen hat, dass es keine Frage ist, dass die kompetenten, konstruktiven Anregungen des Rechnungshofes aufgegriffen und umgesetzt werden, nämlich die Materialstammdaten aller Wirtschaftsgüter zu erheben, als Resultat daraus dann die Auslastung des Wirtschaftspersonals – immerhin rund 3 300 Kadermitglieder und 1 000 Grundwehrdiener – zu prüfen, und selbstverständlich soll auch ein Projektcontroller im Haus bestellt werden. Insgesamt ein Modell, wie in konstruktiver Art und Weise die Weiterentwicklung eines wirklich interessanten Aufgabenbereiches bewältigt werden kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Finz sowie bei der ÖVP
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man Herrn Staatssekretär Finz beim Bericht des Rechnungshofes so still vor sich hin leiden sieht (ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Finz sowie bei der ÖVP), dann hat man manchmal den Eindruck, seine von der ÖVP so hoch gelobte Kompetenz kann sich in dieser seiner Funktion nicht so gut entfalten wie zu Zeiten, als er im Rechnungshof tätig war. (Abg. Dr. Stummvoll: Fröhlicher kann man nicht dreinschauen als der Staatssekretär! – Abg. Faul: Die Körpersprache kann man nicht verleugnen!)
Abg. Dr. Stummvoll: Fröhlicher kann man nicht dreinschauen als der Staatssekretär! – Abg. Faul: Die Körpersprache kann man nicht verleugnen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man Herrn Staatssekretär Finz beim Bericht des Rechnungshofes so still vor sich hin leiden sieht (ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Finz sowie bei der ÖVP), dann hat man manchmal den Eindruck, seine von der ÖVP so hoch gelobte Kompetenz kann sich in dieser seiner Funktion nicht so gut entfalten wie zu Zeiten, als er im Rechnungshof tätig war. (Abg. Dr. Stummvoll: Fröhlicher kann man nicht dreinschauen als der Staatssekretär! – Abg. Faul: Die Körpersprache kann man nicht verleugnen!)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Zweitens eine Anmerkung zu den Ausführungen der Kollegin Lentsch. Frau Kollegin Lentsch, wenn Sie uns hier das Leid und das bittere Los der Regierungsparteien so exemplarisch veranschaulichen, indem Sie Beispiele dafür anführen, wie dringend notwendig es ist, dass die Bundesregierung noch mehr Werbung macht, weil das, was dieser vermehrten Werbung zugrunde liegt, nämlich die Hinterlassenschaft und die bittere Arbeit ist, die die Bundesregierung zu bewältigen hat, weil Reformen schon 20 Jahre lang nicht gemacht wurden – und das ist ja bereits eine gefährliche Drohung, denn wenn sie 20 Jahre lang nicht gemacht wurden, dann ist das Leid dieser Bundesregierung noch größer und daher der Werbeaufwand umso höher! –, wenn Sie all das so herbeibeschwören, so kann das trotzdem nicht rechtfertigen – und nichts kann das rechfertigen! –, dass diese Bundesregierung, vor allem einzelne Mitglieder dieser Bundesregierung in einem Ausmaß unverantwortlich mit den Geldern für Information umgehen und diese tatsächlich missbräuchlich für Werbung verwenden, wie es bisher noch kaum gesehen wurde. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Kogler: Eingeführt haben sie es!
Wir haben als Oppositionspartei schon verschiedenste Schattierungen von Koalitionen erlebt, aber das, was sich in den letzten Jahren abgespielt hat, ist einzigartig. Ich bringe Ihnen ein Beispiel: Unfallrente. Es wird die Besteuerung der Unfallrente eingeführt – Jahr 2000, 2001. Dann gibt es ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes, durch das die Unfallrentenbesteuerung aufgehoben wird. Was macht die Bundesregierung, der Herr Sozialminister? – Obwohl er als Sozialminister diese Unfallrentenbesteuerung immer von hier aus vertreten hat – zwar nicht mit Überzeugung, aber doch –, macht er als Sozialminister ein Inserat, in dem er gemeinsam mit der Staatssekretärin sagt: Wir lösen unser Versprechen ein und heben die Unfallrentenbesteuerung auf! – Habe ich ein derartiges Versprechen jemals von der Bundesregierung gehört? (Abg. Mag. Kogler: Eingeführt haben sie es!) Gibt es dafür eine Grundlage, gibt es einen Beschluss des Nationalrates, die Unfallrentenbesteuerung aufzuheben? Das hätten wir ja gerne gehabt, wir haben es eingefordert, aber Sie und die Bundesregierung haben es verweigert. Und dann stellt sich Bundesminister Haupt mit seiner Staatssekretärin, die ihm jetzt in der Parteifunktion beigegeben oder „übergegeben“ ist, hin und sagt: Wir lösen ein Versprechen ein! – Welches Versprechen hat die Bundesregierung eingelöst? Die Unfallrentenbesteuerung aufzuheben? – Nein, die Bundesregierung hat sie eingeführt, aber nicht aufgehoben! Trotzdem, das steht im Inserat. Und da sagen Sie uns in diesem Haus, all das sei rechtens und okay?
Abg. Mag. Kogler: Mit Steuergeldern!
Nächster Punkt zu diesem einen Inserat (Abg. Mag. Kogler: Mit Steuergeldern!): Erstens: Die Unfallrentenbesteuerung wurde vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. Zweitens: Sie wurde für die Jahre 2001 und 2002 rückwirkend aufgehoben, für das Jahr 2003 nicht, ab dem Jahr 2004 schon wieder. Das heißt, die Information des Sozialministers ist auch noch sachlich unrichtig, sie hat eine Lücke, die man sich in der Funktion eines Ministers nicht erlauben kann. Es ist falsch, mit dieser Desinformation an die Wählerinnen und Wähler oder an die Bürgerinnen und Bürger heranzutreten und dann noch zu sagen: Wir Ärmsten, die Leute sind so uninformiert, aber das ist nicht unsere Schuld, und daher müssen wir noch mehr Geld ausgeben!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! Ihr Rezept: Wir schauen nicht hin, wir nehmen das hin, wir sind so arm, aber so unbedankt, und trotzdem machen wir weiter wie bisher, nämlich nicht hinzuschauen!, das kennen wir, und für dieses Rezept werden Sie mit Sicherheit noch eine Rechnung präsentiert bekommen, wenn schon nicht vom Rechnungshof, der es kraft seiner Funktion nicht kann – er kann nur Berichte erstellen –, so doch von den Wählerinnen und Wählern. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In unserem Land, meine ich, wird es wohl so sein müssen, dass in einem für uns berechenbaren Umlageverfahren die jüngere Generation für die Alterssicherung der älteren Generation aufkommt und sich der Staat, die Republik Österreich, auch dazu bekennt, einen Beitrag zur Alterssicherung zu leisten. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Erwin Kaipel (SPÖ): Hohes Haus! Die Grabreden der Regierungsredner des heutigen Vormittags haben einmal mehr und in geradezu beeindruckender Weise das Chaos in dieser Regierung, das ein nicht enden wollendes ist, aufgezeigt. Kontinuität gibt es bestenfalls bei den gebrochenen Wahlversprechen. Seit vier Jahren sind Sie nunmehr mit inneren Problemen beschäftigt und finden dabei keine Zeit, sich den Problemen des Landes zu widmen. Über die „Qualität“ Ihrer Arbeit hat ja sehr eindrucksvoll und wiederholt der Verfassungsgerichtshof entschieden. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim
durch noch so teure Werbung keine gute wird. 35 Millionen € haben Sie in dieser kurzen Zeit für Werbemaßnahmen ausgegeben, 23 000 € pro Tag (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim); das ist jener Betrag, den ein Arbeiter für schwere Arbeit in einem ganzen Jahr verdient – und das geben Sie Tag um Tag für Werbung aus!
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Da der Klubobmann der ÖVP heute Vormittag hier von diesem Pult aus gemeint hat, andere würden uns um diese Bundesregierung beneiden, sage ich diesen anderen: Ihr könnt sie haben! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Die Rednerin stellt eine Tafel in Richtung ÖVP auf das Rednerpult. – Abg. Grillitsch: Das habe ich schon gesehen! – Die sehen aber nicht alle!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! (Die Rednerin stellt eine Tafel in Richtung ÖVP auf das Rednerpult. – Abg. Grillitsch: Das habe ich schon gesehen! – Die sehen aber nicht alle!) Von einem meiner Vorredner ist gesagt worden: Eine Botschaft muss an die Bürgerinnen und Bürger gebracht werden! – Ich habe hier eine Botschaft mit, die an die Bürgerinnen und Bürger gebracht wurde, die man nur so umschreiben kann, dass es da offensichtlich einen „kreativen“ Umgang mit der Wahrheit gab, und zwar im Zusammenhang mit der Inseratenkampagne zur Unfallrentenbesteuerung.
Abg. Neudeck: Da sieht man, wie die Werbung wirkt ...!
Bei der Unfallrentenbesteuerung ist es so, dass die blau-schwarze Regierung, das Kabinett Schüssel I, diese für die Jahre 2001 und 2002 eingeführt hat, dass der Verfassungsgerichtshof dann diese Unfallrentenbesteuerung aufgehoben hat – hier (auf die Tafel zeigend) aber steht, das hätte diese Regierung gemacht. – Also solche „Botschaften“ brauchen die Bürgerinnen und Bürger sicherlich nicht! (Abg. Neudeck: Da sieht man, wie die Werbung wirkt ...!)
Beifall bei der SPÖ.
wonach zum Beispiel behinderte Menschen in unserer Gesellschaft gestützt und gefördert gehören, sind vehement abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Der Rechnungshof hat in sehr vielen Berichten und Darstellungen gezeigt, dass es sehr wesentlich und wichtig ist, sich immer genau an Vorgaben, an Themen, an Richtlinien zu halten. – Bei solch hohen Ausgaben für Werbung, für die von den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern 23 000 € pro Tag hineingebuttert werden müssen, können die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nur sagen: Gute Nacht, Regierung! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wattaul
Einige Details, einige wenige Schmankerln aus dieser wohl endlos langen Liste an möglichen Freundschaftsdiensten möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Auch wenn Sie das vielleicht nicht hören wollen – ich widme diese Zahlen ganz besonders den Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, die 23 Stunden 59 Minuten am Tag immer mit sehr scharfer Zunge formulieren und in der letzten Minute dann immer den großen Beißkorb umgehängt bekommen und plötzlich ganz ruhig werden (Zwischenruf des Abg. Wattaul) –:
Ruf bei der ÖVP: Sozialdemokrat!
145 000 € für den allseits bekannten wendigen und redseligen Pensionsexperten der Nation Dr. Bernd Marin – einen näheren Kommentar dazu möchte ich mir ersparen! (Ruf bei der ÖVP: Sozialdemokrat!)
Beifall bei der SPÖ.
508 000 € für die Kampagne „Wir sichern die Pensionen!“ – Eigentlich sollte es heißen: „Wir rauben Ihnen die Zukunft!“ – und dafür sind 500 000 € viel zu viel! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: War es! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Von einem „Saubartl“-Wahlkampf hat Herr Landeshauptmann Pühringer gesprochen. (Abg. Dr. Fekter: War es! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) Ja, das hat Herr Landeshauptmann Pühringer gesagt! Sie werden das doch wohl noch wissen! Und seine holprigen Versuche, diesen Ausspruch mit oberösterreichischen Fabeln und Legenden zu umschreiben, waren doch eine ein wenig schwache Angelegenheit. Aber man sagt ja immer: Seid nicht wehleidig, Sozialdemokraten, das müsst ihr aushalten!
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend kann ich sagen: Wer austeilt, muss auch einstecken können!, und das müsste doch gerade Kollege Neugebauer am besten wissen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Wattaul.
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! (Zwischenruf des Abg. Wattaul.) – Lieber Freund, ich grüße dich!
Abg. Scheibner: Vorsicht!
Aber nicht nur, dass hier einfache gesetzliche Normen verletzt werden, es geht ja noch weiter: Auch das Verfassungsrecht ist offenbar nicht unbedingt das Liebkind dieser unglückseligen schwarz-blauen Koalition. (Abg. Scheibner: Vorsicht!) Blau-schwarzen Koalition, wenn Sie möchten, Herr Klubobmann. (Abg. Scheibner: Glückseligen!) Unglückseligen!
Abg. Scheibner: Glückseligen!
Aber nicht nur, dass hier einfache gesetzliche Normen verletzt werden, es geht ja noch weiter: Auch das Verfassungsrecht ist offenbar nicht unbedingt das Liebkind dieser unglückseligen schwarz-blauen Koalition. (Abg. Scheibner: Vorsicht!) Blau-schwarzen Koalition, wenn Sie möchten, Herr Klubobmann. (Abg. Scheibner: Glückseligen!) Unglückseligen!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn vorhin die Abgeordneten Neudeck und Ledolter zumindest nicht widersprochen haben, dass man sich einen Staatssekretär Finz als zukünftigen Rechnungshofpräsidenten vorstellen kann, dann möchte ich diesen Herrschaften und auch den anderen Mitgliedern dieser Fraktionen ans Herz legen: Bitte, studieren Sie die Bundesverfassung, denn das wäre der nächste verfassungswidrige Akt, den Sie vorhaben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Um gleich bei den Verfassungswidrigkeiten zu bleiben: Dass der Herr Finanzminister das Verfassungsgesetz im Hinblick auf die Unvereinbarkeit nicht so ernst nimmt, ist eines. Aber dass mir im Unterausschuss Herr Kollege Tancsits, als ich auf die Verfassung hinweise, vorwirft, ich glorifiziere die Verfassung – ja, schlimmer kann man sich in einem Rechtsstaat wohl nicht mehr disqualifizieren, als wenn man jemandem, der sich auf die Verfassung beruft, eine Glorifizierung derselben vorwirft! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In dieses Bild passt dann auch der Herr Bundeskanzler, denn was macht er? – Er macht wie immer, in bewährter Manier, nichts. Er sitzt das aus – frei nach: Sitting Bull of Austria. – Wobei ich korrigiere: Von einem Bullen ist weit und breit nichts zu sehen. Dazu tut er zu wenig. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Mein Gott! Wer hat Ihnen denn das aufgeschrieben?
Abgeordnete Rosemarie Schönpass (SPÖ): Sehr geehrte Herren Präsidenten! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Dieser Regierung ist bekanntlich in manchen Bereichen nichts zu teuer, koste es, was es wolle. Sie gibt Steuergelder für die teuersten Kampfjets, die es auf dem Markt gibt, aus, obwohl diese mit gravierenden Mängeln behaftet sind, wie zuletzt vom deutschen Rechnungshof bestätigt. (Abg. Scheibner: Mein Gott! Wer hat Ihnen denn das aufgeschrieben?) Sie gibt Millionen Euro für Berater aus, die in vielen Fällen gegen Vorschriften des Vergabegesetzes lukrative Aufträge erhielten; Millionen Euro für Werbeagenturen, die entweder Regierungspropaganda verbreiten oder den Finanzminister – Marke KHG – vermarkten.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Liste der Mängel und Fehler innerhalb des Verantwortungsbereiches des Finanzministers ist lang und lässt sich im Rechnungshofbericht nachlesen. Man gewinnt den Eindruck, dass am falschen Ort gespart wird. Funktionierende interne Abläufe, die sowohl den Bürgerinnen und Bürgern als auch den Bediensteten nützen, haben offenbar keine Priorität. Der Widerspruch zwischen PR-Schein und bürgerferner Realität im Grasser-Ressort ist offenkundig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Den vorliegenden Rechnungshofbericht, für dessen ausgezeichnete Ausarbeitung ich Herrn Präsidenten Fiedler und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danke, nimmt die SPÖ nicht zur Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Der Herr Tancsits!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Der Abgeordnete Puswald hat mich als Verfassungssprecher meiner Fraktion mit seinen Ausführungen herausgefordert, weil er der Regierung einen etwas flapsigen Umgang, wenn ich frei interpretieren darf, mit der Verfassung bei der Gesetzgebung vorgeworfen hat. (Abg. Mag. Wurm: Der Herr Tancsits!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Diese Kritik, glaube ich, ist völlig fehl am Platz. Wir stehen zu unseren Gesetzen, und wir stehen auch zur Kontrolle dieser Gesetze durch den Verfassungsgerichtshof. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Man kann heute – und das bitte ich Sie, sich auf der Zunge zergehen zu lassen! – für eine Seilbahnanlage ebenso enteignen wie für eine Eisenbahn. Bei einer Eisenbahn kann man über eine Enteignung, auch wenn ich sie nicht für sinnvoll halte, eventuell noch diskutieren, wenn jemand sozusagen aus Bestemm, aus persönlichem Interesse eine Bahntrasse blockiert. Aber für eine Seilbahn, die in Österreich nicht öffentliche Mobilitätszwecke erfüllt, sondern ausschließlich in Gewinnabsicht als touristische Anlage zum Vergnügen der Menschen errichtet ist, kann man heutzutage in einem modernen Gemeinwesen nicht mehr enteignen, meine Damen und Herren. Das geht nicht! (Beifall bei den Grünen.) Das haben Sie aber in diesem Gesetz wiederum festgeschrieben.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich kann diesem Gesetz nicht zustimmen, denn es bedeutet eine unzulässige Privilegierung einer Machtclique, die in unseren Tälern herrscht – und die sich, so wie jede Staatsbürgerin und jeder Staatsbürger, dem normalen Rechtszug zu unterwerfen hat! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Firma Doppelmayr viel leichter, in die anderen Staaten zu exportieren. Wir haben also hier wirklich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
So bleibt mir als Letztes nur über, mich herzlich zu bedanken. Ich möchte mich beim Herrn Bundesminister und beim Herrn Staatssekretär für die wirklich ausgereifte und nach langen, langen Diskussionen einvernehmlich erzielte Vorlage sehr herzlich bedanken, auch bei den Beamten des Ressorts, besonders bei Ministerialrat Dr. Kühschelm, der eine positive und kompetente Anlaufstelle war und das Ganze zu einem guten Ende gebracht hat, sodass ich heute nur mehr sagen kann: Hohes Haus, ich bitte um die Zustimmung! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein letzter Hinweis, Herr Staatssekretär: Bei den vorliegenden Entwürfen zur ÖBB-Reform sollte auch der Sicherheitsaspekt ein großer und wesentlicher Punkt sein. Ich denke, die vorliegenden Entwürfe deuten auf nichts Gutes hin, eher auf eine Zerschlagung und Zerstückelung der Österreichischen Bundesbahnen, und das auf Kosten der Sicherheit. Und das lehnen wir Sozialdemokraten auf jeden Fall ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Sie kennen „Natura 2000“ nicht, Herr Kollege!
Vielleicht noch ein Satz zum Thema Umwelt. Ich weiß nicht, Frau Lichtenberger, haben Sie vergessen, dass es „Natura 2000“ gibt? Darin wird ganz genau geregelt, dass eben keine neuen Anlagen mehr gebaut werden dürfen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Sie kennen „Natura 2000“ nicht, Herr Kollege!) Da jetzt ein Feindbild zu schaffen, das ist nicht in Ordnung. Bei den Liftgesellschaften – meistens sind es ja Gesellschaften – ist es ja nicht eine Person, die sich da bereichert, es sind meistens Gemeinden beteiligt, die sich in Fremdenverkehrsverbünden zusammenschließen und dort für den Fremdenverkehr, für unsere Wirtschaft tätig sind. Und dass man die jetzt quasi als Kapitalmacher oder „Liftkaiser“ hinstellt, das sehe ich wirklich nicht ein. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Vielleicht noch ein Satz zum Thema Umwelt. Ich weiß nicht, Frau Lichtenberger, haben Sie vergessen, dass es „Natura 2000“ gibt? Darin wird ganz genau geregelt, dass eben keine neuen Anlagen mehr gebaut werden dürfen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Sie kennen „Natura 2000“ nicht, Herr Kollege!) Da jetzt ein Feindbild zu schaffen, das ist nicht in Ordnung. Bei den Liftgesellschaften – meistens sind es ja Gesellschaften – ist es ja nicht eine Person, die sich da bereichert, es sind meistens Gemeinden beteiligt, die sich in Fremdenverkehrsverbünden zusammenschließen und dort für den Fremdenverkehr, für unsere Wirtschaft tätig sind. Und dass man die jetzt quasi als Kapitalmacher oder „Liftkaiser“ hinstellt, das sehe ich wirklich nicht ein. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Ja, eben!
Als Tiroler Abgeordnete möchte ich mich nun auf die Rede meiner Kollegin Lichtenberger beziehen. Frau Kollegin Lichtenberger, Sie kritisieren, dass der Schutz der Umwelt und der Nachbarschutz nicht gegeben seien. Sie, Frau Abgeordnete Lichtenberger, waren einmal die für Umwelt zuständige Landesrätin in unserem Bundesland Tirol, aber offensichtlich haben Sie vergessen, mit welcher Sorgfalt Anlagen in Tirol bewilligt werden, dass nicht nur früher, vor dem neuen Seilbahngesetz, das Eisenbahngesetz dafür zuständig war, sondern dass es eine Reihe von Verfahren gibt, um den Bau einer Seilbahn- und Liftanlage überhaupt zu genehmigen, so zum Beispiel naturschutzrechtliche Verhandlungen, Rodungsbewilligungen, UVP und dergleichen – und das im gesamten Widmungsverfahren; es gibt also nur Sonderwidmungen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja, eben!) Haben Sie, Frau Abgeordnete Lichtenberger, das alles vergessen?
Abg. Dr. Lichtenberger: Weil er es gar nicht kann!
Und was mich noch mehr stört, ist, dass Sie als Tirolerin sagen, dass das Nachbarschaftsrecht verletzt werde, obwohl wir alle wissen, dass es, wenn ein Lift gebaut wird, nicht nur nachbarschaftliche, sondern auch regionale Zusammenschlüsse und Abkommen gibt. Kein einziger Nachbar hat sich noch beschwert, wenn ein Lift gebaut wird! (Abg. Dr. Lichtenberger: Weil er es gar nicht kann!) Ganz im Gegenteil: Jeder weiß, dass es wirtschaftlichen Erfolg bedeutet, wenn man in der Nachbarschaft eine Liftanlage hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und was mich noch mehr stört, ist, dass Sie als Tirolerin sagen, dass das Nachbarschaftsrecht verletzt werde, obwohl wir alle wissen, dass es, wenn ein Lift gebaut wird, nicht nur nachbarschaftliche, sondern auch regionale Zusammenschlüsse und Abkommen gibt. Kein einziger Nachbar hat sich noch beschwert, wenn ein Lift gebaut wird! (Abg. Dr. Lichtenberger: Weil er es gar nicht kann!) Ganz im Gegenteil: Jeder weiß, dass es wirtschaftlichen Erfolg bedeutet, wenn man in der Nachbarschaft eine Liftanlage hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Folgendes muss man, glaube ich, ganz klar festhalten: In den entlegenen Talschaften, wie wir sie in vielen Bundesländern, so auch in Tirol, haben, ist ein Wirtschaften nur mit dem Tourismus möglich. Und dazu sind eben Aufstiegshilfen notwendig. Ich glaube, dass Sie, Frau Kollegin Lichtenberger, den Menschen nichts Gutes tun, wenn Sie diese Kritik üben, weil die Menschen wissen, dass Arbeitsplätze vor Ort ein Wirtschaften im Tal bedeuten, und die Menschen wissen auch, dass ein Weiterführen der Landwirtschaft in den Talschaften nur möglich ist, wenn eben ein Arbeitsplatz vor Ort gegeben ist – und das verhindert auch ein größeres Auspendeln aus den Talschaften. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich lade Sie ein, meine Damen und Herren, einmal eine Almwanderung zu machen – und dann werden Sie merken, dass die Almen gut bewirtschaftet und gepflegt werden. Sie von der Opposition malen Szenarien, die jeglicher Grundlage entbehren – und das stört mich! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Weil auch gesagt wurde, dass der öffentliche Verkehr in Wintersportorten gefördert werden muss, darf ich auf Folgendes hinweisen: Es gibt nicht nur den öffentlichen Verkehr, sondern auch einen Wanderbusverkehr, einen Skibusverkehr, meistens zu Gratistarifen für alle. Das ist öffentlich, damit darf jeder fahren, es darf jeder auf einem Lift sitzen, jeder in einen Skibus beziehungsweise in einen Wanderbus einsteigen. Das heißt, durch die Finanzierung der Gemeinden, der Tourismusverbände und der Seilbahnbetreiber haben wir einen besseren öffentlichen Verkehr in den ländlichen Regionen – und nicht das Gegenteil ist der Fall! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Liebe Kollegin Lichtenberger, ich würde Sie einfach bitten, zu bedenken, wenn Sie das nächste Mal als Tirolerin eine solche Stellungnahme abgeben, dass Sie mit Ihrer Kritik nicht die Seilbahnbetreiber treffen, sondern die Menschen in den Talschaften und in den Regionen, die sich redlich darum bemühen, und zwar unter Berücksichtigung der Umwelt, weil diese ja ihre Zukunft ist, mit den Ressourcen der Landwirtschaft dieses Landes zu arbeiten und zu wirtschaften. Und ich glaube, das ist gut so – und das wird unsere Zukunft sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Der schaut aber nicht so überzeugt aus! – Abg. Mag. Hoscher – auf dem Weg zum Rednerpult –: Abwarten!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Hoscher. – Bitte. (Abg. Wittauer: Der schaut aber nicht so überzeugt aus! – Abg. Mag. Hoscher – auf dem Weg zum Rednerpult –: Abwarten!)
Ruf bei der ÖVP: Redezeit!
Beispielsweise der Stillstand der Bahn in Weißsee in Salzburg hat die dramatischen Auswirkungen aufgezeigt: Bereits im ersten Jahr waren 25 Prozent Nächtigungseinbußen zu verzeichnen. (Ruf bei der ÖVP: Redezeit!) – Das ist eine freiwillige Redezeitbeschränkung. Wenn Ihnen die Wirtschaft nicht am Herzen liegt, Kollege Maier, so kann ich nichts dafür, das ist bezeichnend für Sie. (Beifall bei der SPÖ.) Nächtigungseinbußen von 25 Prozent in Weißsee, wie gesagt, während die umliegenden Regionen einen Anstieg bei den Nächtigungen verzeichnen konnten.
Beifall bei der SPÖ.
Beispielsweise der Stillstand der Bahn in Weißsee in Salzburg hat die dramatischen Auswirkungen aufgezeigt: Bereits im ersten Jahr waren 25 Prozent Nächtigungseinbußen zu verzeichnen. (Ruf bei der ÖVP: Redezeit!) – Das ist eine freiwillige Redezeitbeschränkung. Wenn Ihnen die Wirtschaft nicht am Herzen liegt, Kollege Maier, so kann ich nichts dafür, das ist bezeichnend für Sie. (Beifall bei der SPÖ.) Nächtigungseinbußen von 25 Prozent in Weißsee, wie gesagt, während die umliegenden Regionen einen Anstieg bei den Nächtigungen verzeichnen konnten.
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, wir müssen optimale Betriebsgrößen in diesem Bereich erreichen. Dazu bedarf es auch der Koordinierungsfunktion des Staatssekretärs beziehungsweise des Ministers, der leider nicht anwesend ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Ist getrennt worden!
Dieses Gesetz wird mehr Sicherheit bringen, obwohl die Nachbarrechte von der Opposition kritisiert werden, was ich nicht verstehe. Frau Abgeordnete Lichtenberger müsste wissen, dass das im Eisenbahngesetz verankert ist. Das Seilbahngesetz hat eben mit dem Eisenbahngesetz zu tun, da müsste man es herausnehmen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ist getrennt worden!) – Nein! Das heißt, die Grundlage des Eisenbahnrechtes ist damit auch geändert worden, und deshalb ist diese Rechtsgebung natürlich auch gegeben. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja, aber es ist getrennt worden!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Ja, aber es ist getrennt worden!
Dieses Gesetz wird mehr Sicherheit bringen, obwohl die Nachbarrechte von der Opposition kritisiert werden, was ich nicht verstehe. Frau Abgeordnete Lichtenberger müsste wissen, dass das im Eisenbahngesetz verankert ist. Das Seilbahngesetz hat eben mit dem Eisenbahngesetz zu tun, da müsste man es herausnehmen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ist getrennt worden!) – Nein! Das heißt, die Grundlage des Eisenbahnrechtes ist damit auch geändert worden, und deshalb ist diese Rechtsgebung natürlich auch gegeben. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja, aber es ist getrennt worden!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Was hat das miteinander zu tun?
Tirol braucht den Tourismus. Wenn man weiß, dass Tirol heute mehr Nächtigungen hat als Griechenland, dann ... (Abg. Dr. Lichtenberger: Was hat das miteinander zu tun?) – Das ist ein wesentlicher Teil! Angesichts dieser Tatsache kann man nämlich nicht verallgemeinern und immer wieder versuchen, die Seilbahnkaiser, die Seilbahnbesitzer zu geißeln. Außerdem sind die Gemeinden zum größten Teil Mitfinanzierer, Mitteilhaber. Aber ich gebe Ihnen schon Recht, bei Einzelnen, die sehr viele Freiräume haben, sollte man schon nachschauen. Aber die Masse der Seilbahnbesitzer ist nicht so, das muss man einmal zur Kenntnis nehmen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben am Beispiel Kaprun gesehen, wie wichtig das ist. Ich denke, dass dieses Gesetz ein gutes Gesetz ist, und wir befürworten es. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und wie immer: Eine Handbreit unter dem Kiel, wo immer Sie sind! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Noch können Sie gegen diese Gesetzesvorlage stimmen. – Falls Sie es nicht tun, dann denken Sie daran: Der nächste Winter kommt bestimmt, und beim nächsten Schiurlaub erinnern Sie sich bitte an den heutigen Beschluss! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Was die Enteignungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit Seilbahnen betrifft, halte ich fest, dass wir es da mit dem Eisenbahnrecht zu tun haben – und dass das eben der gängigen Rechtslage entspricht. Weiters möchte ich darauf hinweisen, dass in der Praxis solche Enteignungen bisher gar nicht notwendig waren, aber die Möglichkeit, solche Enteignungen durchzuführen, ist angesichts der Bedeutung der österreichischen Seilbahnwirtschaft und des Tourismus voll gerechtfertigt. Seilbahnen sind Eckpfeiler der österreichischen Tourismuswirtschaft, und deshalb müssen wir diesbezüglich auf diese Rücksicht nehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir haben also tatsächlich alle Voraussetzungen dafür geschaffen, damit sich solch bedauerliche Katastrophen wie in Kaprun in Zukunft nicht mehr ereignen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bitte daher um Beratung und Beschlussfassung und gebe diesem Vorschlag gerne die Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Binder: Das schaue ich mir an!
Es ist sehr bedeutend und sehr wichtig, dass es durch dieses Übereinkommen zwischen der Schweiz, Österreich und vor allem der Bundesrepublik Deutschland endlich zu Alkoholkontrollen auf dem Bodensee kommt. Dennoch würde ich diese 0,8-Promille-Grenze nicht, wie es Vorredner gemacht haben, kritisieren, denn es ist einmal ein großer Fortschritt, dass man überhaupt kontrolliert. Auch glaube ich, dass, vor allem weil die Schweizer im Straßenverkehr immer noch die 0,8-Promille-Grenze haben, hier ein Vergleich zwischen Asphalt und Wasser gerechtfertigt ist. Diese 0,5-Promille-Regelung der StVO gründet sich auf die verminderte Reaktionsfähigkeit, die wiederum gerade beim Lenken eines Bootes oder eines Schiffes zu Wasser eine ganz andere ist als im Auto auf Straßenasphalt. (Abg. Binder: Das schaue ich mir an!) Deshalb ist dieser Kompromiss meiner Ansicht nach verständlich und ertragbar, ich sehe da keinen zusätzlichen Handlungsbedarf, auch weil, wie Sie selber, Frau Kollegin Binder, richtig gesagt haben, diese vielen Unfälle heuer in erster Linie auf technische Gebrechen der Boote zurückzuführen sind und nicht auf alkoholisierte – ich sage in diesem Fall nicht Lenker, sondern alkoholisierte Kapitäne. Und man kann auch nicht die Unfälle vor 17 Jahren mit jenen 1995 und heute vergleichen, da die Schifffahrt enorm zugenommen hat. Das ist ein Faktum.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Auch ich bitte um Ihre Zustimmung, Frau Kollegin. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.
Meine Damen und Herren! Dieses Abkommen, das Österreich neu ratifizieren wird, weist auch darauf hin, wie notwendig in Wirklichkeit die Reform der ÖBB ist. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.) – Nein, Frau Kollegin! Das haben Sie schon das letzte Mal gesagt. Es ist notwendig! Es kommen internationalen Standards auf uns zu, das heißt, neben dem Tatbestand der Liberalisierung der Schiene haben wir darüber hinaus einen internationalen Druck, einen generellen Standard im Eisenbahnrecht einzuführen, und da darf die ÖBB nicht säumig sein! Das wissen Sie ganz genau, und das ist auch eine Begründung dafür, dass die ÖBB ihren Zustand, den Zustand ihres Unternehmens, auf höchstes Niveau bringen muss.
Abg. Dr. Niederwieser: Das muss ja nicht stimmen, was du da erzählst!
Auf meine Frage, wer der Herr denn sei, hat mir dieser geantwortet, er sei der Betriebsrat der ÖBB in Graz! (Abg. Dr. Niederwieser: Das muss ja nicht stimmen, was du da erzählst!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Meine Damen und Herren! Was wollen wir mit den ÖBB erreichen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Wenn Sie das für richtig halten, so ist das Ihr gutes Recht. Ich persönlich glaube allerdings, Herr Kollege, dass das unmöglich der richtige Weg sein kann, wie sich ÖBB-Vertreter verhalten sollten. (Abg. Schieder: Versuchen Sie das einmal in einer Kaserne!) – Herr Kollege, das kann unmöglich der Weg sein! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.)
Abg. Schieder: Versuchen Sie das einmal in einer Kaserne!
Meine Damen und Herren! Was wollen wir mit den ÖBB erreichen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Wenn Sie das für richtig halten, so ist das Ihr gutes Recht. Ich persönlich glaube allerdings, Herr Kollege, dass das unmöglich der richtige Weg sein kann, wie sich ÖBB-Vertreter verhalten sollten. (Abg. Schieder: Versuchen Sie das einmal in einer Kaserne!) – Herr Kollege, das kann unmöglich der Weg sein! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.
Meine Damen und Herren! Was wollen wir mit den ÖBB erreichen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Wenn Sie das für richtig halten, so ist das Ihr gutes Recht. Ich persönlich glaube allerdings, Herr Kollege, dass das unmöglich der richtige Weg sein kann, wie sich ÖBB-Vertreter verhalten sollten. (Abg. Schieder: Versuchen Sie das einmal in einer Kaserne!) – Herr Kollege, das kann unmöglich der Weg sein! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Uns ist es ernst mit dem Unternehmen ÖBB! Wir müssen etwas tun, damit die ÖBB auf internationalen Standard kommen. Wir brauchen die Mitarbeiter der ÖBB. Die Regierung und das Parlament sind aufgefordert, zu handeln. Wir werden es tun! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich darf gleich an die Ausführungen des Kollegen Miedl anschließen. Natürlich ist uns das Schicksal der Österreichischen Bundesbahnen sehr ernst und sehr viel wert. Daher möchte ich heute von diesem Rednerpult aus an den Bundesminister, vertreten durch den Herrn Staatssekretär, appellieren, dass es klar sein muss, dass, wenn die Entwürfe, so wie sie jetzt seitens der Regierung ausgearbeitet wurden, durch den Ministerrat gehen, dann sind nicht die Eisenbahner an irgendwelchen daraus entstehenden Folgen schuld, sondern diejenigen, die diesen Entwurf in den Ministerrat bringen und mit Gewalt hier durchdrücken wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Weiters steht darin: „Es freut uns, wenn die Kunden von unserem Eigentümer verwöhnt werden.“ – Da sind nämlich ein paar Kipferln verteilt worden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wer ist denn der Eigentümer der Österreichischen Bundesbahnen? – Die ÖVP, wie das die bereits eingeschüchterte Unternehmensführung schreibt, oder sind das nicht doch immer noch die Österreicherinnen und Österreicher? Man muss da schon einmal klar zwischen einer politischen Aktion auf Bahnhöfen und der Eigentümerfunktion trennen! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Ihr wolltet ihn eh nicht wählen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, eine weitere APA-Aussendung – man braucht nur dauernd Aussendungen zu lesen und hat gleich eine wunderbare Rede –: „Für FCG-Chef Klein ist Dienstrechts-Eingriff ,Wahnsinn‘“ – Der ist aber bitte kein Sozialdemokrat, der ist bei der FCG, der Fraktion Christlicher Gewerkschafter. (Rufe bei der ÖVP: Ihr wolltet ihn eh nicht wählen!) – Vielleicht hat er sich am Gewerkschaftstag schwer getan, Herr Stummvoll, aber hier steht klar und deutlich: „Dienstrechts-Eingriff ,Wahnsinn‘“
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
hineingeraten, die man langsam auf das Land zukommen sieht. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber wir werden ja noch genug Gelegenheit haben, diese Debatte zu führen. Ich darf daher noch einmal ersuchen, Herr Staatssekretär – und Herr Bundesminister, der nicht da ist –, dass wir aus wirtschaftspolitischen, aus standortpolitischen, aber auch aus arbeitsmarktpolitischen Gründen wirklich gemeinsam versuchen sollten, das Projekt Bahn so zu lösen, dass der Wirtschaftsstandort Österreich gesichert bleibt, dass aber auch das Unternehmen gesichert bleibt und dass auch die Beschäftigten weiterhin eine ordentliche Beschäftigung haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Dort, wo ihr sie hingebracht habt!
Was mir auch sehr wichtig ist – ich habe mir das aufgeschrieben –: Parteipolitisch auf dem Rücken der ÖBB zu taktieren, ist absolut fehl am Platz! Bitte hören Sie damit auf! Wenn es der österreichischen Regierung und dem Vorstand der ÖBB nicht gelingt, den Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte standzuhalten, dann wird die Gefahr bestehen, dass es der ÖBB genauso geht, wie es dem Post-Paketdienst gegangen ist. Sie wissen, wo die heute sind! (Abg. Parnigoni: Dort, wo ihr sie hingebracht habt!)
Abg. Eder: Das war Forstinger!
Vielleicht noch ein Wort, weil du vom Entwurf gesprochen hast: Ich bin nicht sehr erfreut über Herrn Vorm Walde. Dieser Herr ist jetzt zwei Jahre ÖBB-Generaldirektor (Abg. Eder: Das war Forstinger!), er ist dabei gewesen, als dieser Entwurf entstanden ist, und er hat sich auch immer darüber beschwert, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen der ÖBB nicht gegeben sind, dass er nichts umstrukturieren kann. (Abg. Eder: Das war Forstinger, da kann der Herr Staatssekretär nichts dafür!) Jetzt kommt der Entwurf, an dem er mitgearbeitet hat, heraus, und dann sagt er: Jetzt müssen wir uns das einmal anschauen, und dann werden wir weitersehen; vielleicht bringen wir einen eigenen Vorschlag.
Abg. Eder: Das war Forstinger, da kann der Herr Staatssekretär nichts dafür!
Vielleicht noch ein Wort, weil du vom Entwurf gesprochen hast: Ich bin nicht sehr erfreut über Herrn Vorm Walde. Dieser Herr ist jetzt zwei Jahre ÖBB-Generaldirektor (Abg. Eder: Das war Forstinger!), er ist dabei gewesen, als dieser Entwurf entstanden ist, und er hat sich auch immer darüber beschwert, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen der ÖBB nicht gegeben sind, dass er nichts umstrukturieren kann. (Abg. Eder: Das war Forstinger, da kann der Herr Staatssekretär nichts dafür!) Jetzt kommt der Entwurf, an dem er mitgearbeitet hat, heraus, und dann sagt er: Jetzt müssen wir uns das einmal anschauen, und dann werden wir weitersehen; vielleicht bringen wir einen eigenen Vorschlag.
Abg. Eder: Man sagt dazu „frotzeln“!
Ich sage das jetzt hier als Steuerzahler: Ich fühle mich veräppelt – auf Deutsch – von diesem Herrn Vorm Walde. (Abg. Eder: Man sagt dazu „frotzeln“!) Für mich persönlich ist dieser Herr schon lange rücktrittsreif. (Abg. Broukal: Darf ich dazu klatschen? – Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Broukal.)
Abg. Broukal: Darf ich dazu klatschen? – Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Broukal.
Ich sage das jetzt hier als Steuerzahler: Ich fühle mich veräppelt – auf Deutsch – von diesem Herrn Vorm Walde. (Abg. Eder: Man sagt dazu „frotzeln“!) Für mich persönlich ist dieser Herr schon lange rücktrittsreif. (Abg. Broukal: Darf ich dazu klatschen? – Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Broukal.)
Ruf bei der ÖVP: Da geht es schon um eine Reform!
Herr Kollege Miedl! Eines muss, glaube ich, jedem Kenner und jeder Kennerin der Materie klar sein: Diese ÖBB-Reform, die Sie planen, hat mit der internationalen Vereinheitlichung von Bestimmungen im Eisenbahnwesen nichts zu tun! Das kann jegliche Struktur der ÖBB umsetzen, die Trennung von Infrastruktur und Betrieb ist dafür nicht der relevante Maßstab, meine Damen und Herren! Da geht es zum Beispiel um Gefahrengut-Bestimmungen. Es geht dabei um etwas ganz anderes, nämlich darum, wie und auf welche Art Gefahrgut auf der Bahn befördert werden kann. Da geht es um Sicherheitsbestimmungen, um Anpassungen im grenzüberschreitenden Verkehr. Da geht es nicht um die ÖBB-Reform! (Ruf bei der ÖVP: Da geht es schon um eine Reform!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Legen Sie doch Ihre Motive offen und tun Sie nicht so, als hätten Sie wirklich das Wohl der Bahnkunden im Auge! Davon sind Sie mit Ihren Vorschlägen Lichtjahre entfernt! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Christoph Kainz (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die heutigen Erklärungen des Herrn Bundeskanzlers und des Herrn Vizekanzlers haben die neuen Schwerpunkte der österreichischen Bundesregierung skizziert. Der Bogen spannt sich hier von der Gesundheitsreform bis hin zu Forschungsinitiativen – klare Zeichen und Ziele dieser Bundesregierung und dieser Koalition. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist der richtige Weg für Österreich! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich gratuliere daher an dieser Stelle sehr herzlich dem Herrn Vizekanzler und vor allem auch Herrn Staatssekretär Kukacka, dass es gelungen ist, sechs transeuropäische Projekte in der Europäischen Union für unser Heimatland Österreich genehmigt zu bekommen. Ich gratuliere auch und besonders unserem Heimatland Niederösterreich, hier allen voran unserem Landeshauptmann Dr. Pröll, dass drei dieser Projekte in Niederösterreich umgesetzt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, mit dem heutigen Beschluss beginnen wir damit, die Österreichischen Bundesbahnen auf ein modernes, internationales Gleis zu stellen. Mit dem Beschluss der Bundesbahnreform hat diese Bundesbahn dann auch grünes Licht für die Umwandlung in ein modernes Unternehmen, zum Wohle auch ihrer Mitarbeiter, vor allem aber zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger, die die Bundesbahn als Dienstleister, aber auch als Verkehrsinfrastruktureinrichtung nutzen wollen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das sagt uns jetzt ein Sozialdemokrat – das haben wir noch notwendig!
Leider, sehr geehrte Damen und Herren, haben Sie auf der Regierungsbank Sitzende mittlerweile vielfach bewiesen, dass Eigenschaften wie „unternehmerisch effizient“ und „zukunftsweisend“ auf Sie nicht zutreffen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das sagt uns jetzt ein Sozialdemokrat – das haben wir noch notwendig!)
Abg. Wittauer: Ist ja ein Blödsinn!
Sehr geehrte Damen und Herren! Anstatt die vorteilhafte Wettbewerbsposition der ÖBB zu nutzen, versuchen Sie das britische Katastrophenkonzept der Zerschlagung und der Privatisierung. (Abg. Wittauer: Ist ja ein Blödsinn!) Und als Draufgabe setzen Sie, Herr Kukacka, und Ihre Regierungskollegen den sozialen Frieden wiederholt aufs Spiel. Die aktuelle Diskussion über das Eisenbahnerdienstrecht wird ausgerechnet von Ihnen, Herr Verkehrsstaatssekretär Kukacka, geführt, der Sie – das ist mittlerweile schon bekannt – seit Ihrem ersten Tag als Staatssekretär, dem 28. Februar 2003, einen Pensionsanspruch von 13 134 €, vierzehn Mal im Jahr, haben. (Abg. Wittauer: Wenn ihr im Glashaus sitzt, sollt ihr nicht mit Steinen werfen ...!) Das, Herr Kukacka, ist pro Monat weit mehr, als ein durchschnittlicher Eisenbahnerpensionist oder ASVG-Pensionist im ganzen Jahr bekommt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Was hat der Herr Klima? Was hat ...? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Wenn ihr im Glashaus sitzt, sollt ihr nicht mit Steinen werfen ...!
Sehr geehrte Damen und Herren! Anstatt die vorteilhafte Wettbewerbsposition der ÖBB zu nutzen, versuchen Sie das britische Katastrophenkonzept der Zerschlagung und der Privatisierung. (Abg. Wittauer: Ist ja ein Blödsinn!) Und als Draufgabe setzen Sie, Herr Kukacka, und Ihre Regierungskollegen den sozialen Frieden wiederholt aufs Spiel. Die aktuelle Diskussion über das Eisenbahnerdienstrecht wird ausgerechnet von Ihnen, Herr Verkehrsstaatssekretär Kukacka, geführt, der Sie – das ist mittlerweile schon bekannt – seit Ihrem ersten Tag als Staatssekretär, dem 28. Februar 2003, einen Pensionsanspruch von 13 134 €, vierzehn Mal im Jahr, haben. (Abg. Wittauer: Wenn ihr im Glashaus sitzt, sollt ihr nicht mit Steinen werfen ...!) Das, Herr Kukacka, ist pro Monat weit mehr, als ein durchschnittlicher Eisenbahnerpensionist oder ASVG-Pensionist im ganzen Jahr bekommt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Was hat der Herr Klima? Was hat ...? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Was hat der Herr Klima? Was hat ...? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Anstatt die vorteilhafte Wettbewerbsposition der ÖBB zu nutzen, versuchen Sie das britische Katastrophenkonzept der Zerschlagung und der Privatisierung. (Abg. Wittauer: Ist ja ein Blödsinn!) Und als Draufgabe setzen Sie, Herr Kukacka, und Ihre Regierungskollegen den sozialen Frieden wiederholt aufs Spiel. Die aktuelle Diskussion über das Eisenbahnerdienstrecht wird ausgerechnet von Ihnen, Herr Verkehrsstaatssekretär Kukacka, geführt, der Sie – das ist mittlerweile schon bekannt – seit Ihrem ersten Tag als Staatssekretär, dem 28. Februar 2003, einen Pensionsanspruch von 13 134 €, vierzehn Mal im Jahr, haben. (Abg. Wittauer: Wenn ihr im Glashaus sitzt, sollt ihr nicht mit Steinen werfen ...!) Das, Herr Kukacka, ist pro Monat weit mehr, als ein durchschnittlicher Eisenbahnerpensionist oder ASVG-Pensionist im ganzen Jahr bekommt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Was hat der Herr Klima? Was hat ...? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Hetzkampagne der Regierung aus ÖVP und FPÖ gegen die Mitarbeiter der ÖBB ist unerträglich und verwerflich. Sie gehen hasserfüllt gegen die Eisenbahner und gegen deren soziale Rechte vor! Ausgearbeitet werden diese Grauslichkeiten gegen die Eisenbahner von Leuten, die von der Wirtschaftskammer, der Landwirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung entsendet werden und im Rahmen bestens und gut dotierter Sonderarbeitsverhältnisse in den Ministerien arbeiten. Oder sie sind Universitätsprofessoren wie ein Herr Mazal, der auf Grund des für ihn geltenden Dienstrechtes mit 100 Prozent seines Letztbezuges – und das ist kein geringer Bezug! – in Pension gehen wird. (Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.)
Ruf bei der ÖVP: Da kann man nichts mehr „verschlechtern“!
Unter dem Motto „Schwarz-Blau im Allgemeinen, und Gorbach im Besonderen“ zum Thema ÖBB-neu kann man kurz zusammenfassen: Verteuern, verbonzen, verschleudern und verschlechtern, sehr geehrte Damen und Herren! (Ruf bei der ÖVP: Da kann man nichts mehr „verschlechtern“!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren von den Regierungsparteien: „Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen!“ – Sie werden die Tragweite dieses Ausspruches am Ende des Tages vielleicht – diese Hoffnung habe ich – doch noch verstehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Heinzl: So ist es!
Abgeordneter Broukal hat vor kurzem gesagt: Wir alle sitzen im Glashaus, und da sollte man nicht mit Steinen werfen! – Wenn ich Abgeordnetem Heinzl zuhöre, so ist das, muss ich sagen, für mich eine Katastrophe: Er redet von „Bonzenwirtschaft“, „Parteibuchwirtschaft“ und so weiter. (Abg. Heinzl: So ist es!) – Das habt ihr doch in Reinkultur betrieben! Da aber hier zu sagen, wir würden das Gleiche machen, ist doch wohl lächerlich!
Der Redner deutet auf die rechte Seite des Sitzungssaales. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Wenn ich mir die ganze Gewerkschaftspartie da ansehe, die dann noch über Unternehmen redet, muss ich sagen: Von Unternehmen habt ihr überhaupt keine Ahnung! Da ist doch kein einziger dabei, der vielleicht erfolgreicher wäre wie manch andere auf dieser Seite. (Der Redner deutet auf die rechte Seite des Sitzungssaales. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Wir wissen, was wir tun, wir wissen, wie wir etwas reformieren, und wir wissen, wie wir mit diesem Privilegienstadel fertig werden. (Abg. Nürnberger: Das glaubst du ja wohl selbst nicht!) Ich muss sagen: Dass ein roter Abgeordneter vom Rednerpult aus dieser Regierung in diesem Zusammenhang Vorwürfe macht, das ist wirklich enttäuschend!
Abg. Nürnberger: Das glaubst du ja wohl selbst nicht!
Wenn ich mir die ganze Gewerkschaftspartie da ansehe, die dann noch über Unternehmen redet, muss ich sagen: Von Unternehmen habt ihr überhaupt keine Ahnung! Da ist doch kein einziger dabei, der vielleicht erfolgreicher wäre wie manch andere auf dieser Seite. (Der Redner deutet auf die rechte Seite des Sitzungssaales. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Wir wissen, was wir tun, wir wissen, wie wir etwas reformieren, und wir wissen, wie wir mit diesem Privilegienstadel fertig werden. (Abg. Nürnberger: Das glaubst du ja wohl selbst nicht!) Ich muss sagen: Dass ein roter Abgeordneter vom Rednerpult aus dieser Regierung in diesem Zusammenhang Vorwürfe macht, das ist wirklich enttäuschend!
Abg. Heinzl: Es geht um die soziale Umweltversuchung!
Ich weiß nicht: Habt ihr die Reden ausgepackt, welche die Freiheitlichen vor fünf oder sechs Jahren hier gehalten haben – oder habt ihr sie abgeschrieben? Die Vorwürfe, die Sie heute gebracht haben, betraf das, was sie in Reinkultur selbst gemacht haben. Die einzigen Sorgen, die Sie bei den ÖBB haben, ist Angst um Ihre Positionen, Angst um Ihr Klientel, Angst um Ihre Mitglieder in der Gewerkschaft! (Abg. Heinzl: Es geht um die soziale Umweltversuchung!) Hin und wieder höre ich ein positives Signal von sozialdemokratischer Seite, dass wir doch auch – da muss ich Abgeordnetem Eder recht geben – das Dienstrecht besprechen sollten und dass wir über solche Dinge in Ruhe miteinander reden sollten. Aber dann gehen Sie heraus und machen wiederum das Gleiche: Sie machen alles von vornherein schlecht, es kommen von vornherein wieder diese Art von Kampfansagen, die wir auf der Straße von euch ohnehin gewohnt sind. (Abg. Heinzl: Die Wahrheit können Sie nicht vertragen!)
Abg. Heinzl: Die Wahrheit können Sie nicht vertragen!
Ich weiß nicht: Habt ihr die Reden ausgepackt, welche die Freiheitlichen vor fünf oder sechs Jahren hier gehalten haben – oder habt ihr sie abgeschrieben? Die Vorwürfe, die Sie heute gebracht haben, betraf das, was sie in Reinkultur selbst gemacht haben. Die einzigen Sorgen, die Sie bei den ÖBB haben, ist Angst um Ihre Positionen, Angst um Ihr Klientel, Angst um Ihre Mitglieder in der Gewerkschaft! (Abg. Heinzl: Es geht um die soziale Umweltversuchung!) Hin und wieder höre ich ein positives Signal von sozialdemokratischer Seite, dass wir doch auch – da muss ich Abgeordnetem Eder recht geben – das Dienstrecht besprechen sollten und dass wir über solche Dinge in Ruhe miteinander reden sollten. Aber dann gehen Sie heraus und machen wiederum das Gleiche: Sie machen alles von vornherein schlecht, es kommen von vornherein wieder diese Art von Kampfansagen, die wir auf der Straße von euch ohnehin gewohnt sind. (Abg. Heinzl: Die Wahrheit können Sie nicht vertragen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
All dem erteilten wir und diese Regierung eine Absage. Diese Regierung, Hubert Gorbach und Staatssekretär Kukacka als auch wir im Nationalrat werden alles tun, um die ÖBB auf einen guten Weg zu bringen, auf einen Zukunftsweg zu bringen, damit deren Mitarbeiter auch in zehn, 20, 30 Jahren ihren Platz haben und in Österreich ihr Geld verdienen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Herr Kukacka auch?
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, es geht uns nicht, wie Sie immer wieder behaupten, um eine Zerschlagung der ÖBB. Ganz im Gegenteil! Und ich glaube, wir alle wollen eine bessere Bahn. (Abg. Gradwohl: Herr Kukacka auch?) Ich als Burgenländer möchte jetzt für alle Grenzgebiete sagen: Wir brauchen auch mehr Bahn, denn das, was wir an grenzüberschreitenden Bahnübergängen oder Bahngeleisen zurzeit haben, ist sehr, sehr dürftig.
Abg. Gaál: Seewinkel!
Im nördlichen Burgenland zum Beispiel haben wir die private Raab–Ödenburger–Ebenfurter-Eisenbahn. Bei dieser Raaber-Bahn versteht man es vorzüglich, den Bedarf der Pendler aus dem Neusiedler Bezirk und teilweise auch aus Eisenstadt zu decken. (Abg. Gaál: Seewinkel!) Dieses Bahnunternehmen hat aber zum Beispiel auch ein Übereinkommen mit dem Hamburger Hafen und wickelt den Containerverkehr privatwirtschaftlich ab. Diese Bahn besorgt von Wels nach Ödenburg die „rollende Landstraße“ und hilft der Wirtschaft viele Ökopunkte sparen. Mit einem Wort: Es ist dies ein Bahn mit modernen, flexiblen Strukturen; man ist in diesem Unternehmen ideenreich und hat es auch verstanden, die Unterstützung des Landes zu bekommen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube, dass genau hier der Unterschied liegt – im Burgenland sehen wir das ja geradezu klassische Beispiel dafür –: Mit neuen Ideen, neuen Strukturen und einer neuen Philosophie kann eine Bahn profitabel und vernünftig geführt werden. Darum geht es uns, und dieser Aufgabe müssen wir uns unterziehen! Ich darf Sie bitten und einladen, dass wir diesen Weg zu gehen versuchen! Dann werden auch diese internationalen Übereinkommen, die wir heute beschließen, einen Sinn haben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber anstatt diese Vorteile der Bahn zu nützen, zerstört diese Bundesregierung die ÖBB: Sie filetiert diese – und verteilt die lukrativen Filets an Regierungsgünstlinge! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ellmauer.
Unsere Bundesbahnen sollen nachhaltig und mutwillig zerstört werden – und damit schadet diese Regierung ganz bewusst der Umwelt und dem Erreichen des Kyoto-Zieles. (Zwischenruf des Abg. Ellmauer.) Sie alle wissen, dass wir gerade im Verkehrsbereich von unserem Minus von 13 Prozent CO2-Äquivalent, das wir erreichen sollen, meilenweit entfernt sind! Und mit dieser Politik werden wir diesem Ziel auch nicht näher kommen!
Beifall bei der SPÖ.
Diese Regierung schadet auch der Sicherheit des öffentlichen Verkehrs, denn wenn die Infrastruktur AG in Zukunft wirklich von Finanzministers Gnaden abhängig sein wird, dann kann ich nur hoffen, dass Herr Minister Grasser mit der Sicherheit der Fahrgäste wesentlich sorgfältiger umgeht als mit der Bekanntgabe seiner Aktienvermögen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Für die Verkehrspolitik in diesem Land sind die Weichen ganz eindeutig falsch gestellt! (Beifall bei der SPÖ.)
Staatssekretär Mag. Kukacka: Das war nicht der ÖVP-Pressedienst, das war die APA!
Wahr ist vielmehr, dass während der Sitzung des Verkehrsausschusses eine Meldung des ÖVP-Pressedienstes vorgelegt wurde, welche die Urheberschaft dieser Meldung Herrn Staatssekretär Kukacka zugeordnet hat. (Staatssekretär Mag. Kukacka: Das war nicht der ÖVP-Pressedienst, das war die APA!)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist jedenfalls nicht richtig, dass ich mit einer falschen Behauptung operiert hätte. Vielmehr schrieb der ÖVP Pressedienst falsche Urheber auf seine Aussendungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Nach heftigen Interventionen!
Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie Mag. Helmut Kukacka: Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Broukal, ich möchte mich nicht in diese Debatte der Abgeordneten einmischen, aber: Das, was Sie jetzt gesagt haben, war leider nicht ganz richtig! Es hat sich nicht um eine Aussendung des ÖVP-Pressedienstes gehandelt, sondern um eine Aussendung der APA, die mir etwas Falsches zugeschrieben hat. Die APA hat diese Berichtigung hinaus gegeben – und nicht der ÖVP Pressedienst. (Abg. Dr. Lichtenberger: Nach heftigen Interventionen!) Das möchte ich in diesem Zusammenhang klar und eindeutig festhalten. – Aber das nur nebenbei, meine Damen und Herren.
Abg. Mag. Mainoni: Das ist interessant!
Meine Damen und Herren! Das ist es, was auch diese österreichische Bundesregierung realisieren und umsetzen will! Damit treten wir auch sozusagen in die Fußstapfen sozialdemokratischer Verkehrsminister. Schon die Minister Streicher, Klima und Einem wollten die Bahn reformieren. Es ist ihnen aber nicht gelungen, und wenn es Ansätze gegeben hat, dann waren diese nur halbherzig. Und die Gegner waren nicht bei der Opposition und auch nicht beim damaligen Koalitionspartner ÖVP, sondern bei der Eisenbahnergewerkschaft, die verhindert hat, dass es zu umfassenden Reformen bei der Bahn gekommen ist, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Mainoni: Das ist interessant!) Das ist die Wahrheit, und das lässt sich auch anhand verschiedener Dokumente und Protokolle nachweisen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist es, was auch diese österreichische Bundesregierung realisieren und umsetzen will! Damit treten wir auch sozusagen in die Fußstapfen sozialdemokratischer Verkehrsminister. Schon die Minister Streicher, Klima und Einem wollten die Bahn reformieren. Es ist ihnen aber nicht gelungen, und wenn es Ansätze gegeben hat, dann waren diese nur halbherzig. Und die Gegner waren nicht bei der Opposition und auch nicht beim damaligen Koalitionspartner ÖVP, sondern bei der Eisenbahnergewerkschaft, die verhindert hat, dass es zu umfassenden Reformen bei der Bahn gekommen ist, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Mainoni: Das ist interessant!) Das ist die Wahrheit, und das lässt sich auch anhand verschiedener Dokumente und Protokolle nachweisen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.
Das, was diese Regierung will, wissen Sie alle doch so gut wie ich: Es ist dies sicherlich nicht die Zerschlagung der Bahn! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Wir wollen die Bahn neu strukturieren und organisieren, weil es zum einen betriebswirtschaftlich sinnvoll und notwendig ist und alle Managementgrundsätze dies verlangen und weil auf der anderen Seite die Europäische Union in ihren Bahnrichtlinien davon ausgeht, dass sich die Bahn in Zukunft dem Wettbewerb stellen und deshalb insgesamt neu aufgestellt werden muss. (Abg. Gradwohl: Das Problem dabei ist, dass Sie, wenn Sie so weiter tun, nichts mehr zum Aufstellen haben werden!) Das ist doch eine Tatsache, der wir uns stellen müssen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Das Problem dabei ist, dass Sie, wenn Sie so weiter tun, nichts mehr zum Aufstellen haben werden!
Das, was diese Regierung will, wissen Sie alle doch so gut wie ich: Es ist dies sicherlich nicht die Zerschlagung der Bahn! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Wir wollen die Bahn neu strukturieren und organisieren, weil es zum einen betriebswirtschaftlich sinnvoll und notwendig ist und alle Managementgrundsätze dies verlangen und weil auf der anderen Seite die Europäische Union in ihren Bahnrichtlinien davon ausgeht, dass sich die Bahn in Zukunft dem Wettbewerb stellen und deshalb insgesamt neu aufgestellt werden muss. (Abg. Gradwohl: Das Problem dabei ist, dass Sie, wenn Sie so weiter tun, nichts mehr zum Aufstellen haben werden!) Das ist doch eine Tatsache, der wir uns stellen müssen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das, was diese Regierung will, wissen Sie alle doch so gut wie ich: Es ist dies sicherlich nicht die Zerschlagung der Bahn! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Wir wollen die Bahn neu strukturieren und organisieren, weil es zum einen betriebswirtschaftlich sinnvoll und notwendig ist und alle Managementgrundsätze dies verlangen und weil auf der anderen Seite die Europäische Union in ihren Bahnrichtlinien davon ausgeht, dass sich die Bahn in Zukunft dem Wettbewerb stellen und deshalb insgesamt neu aufgestellt werden muss. (Abg. Gradwohl: Das Problem dabei ist, dass Sie, wenn Sie so weiter tun, nichts mehr zum Aufstellen haben werden!) Das ist doch eine Tatsache, der wir uns stellen müssen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Im Großteil der europäischen Staaten in der Europäischen Union sind die Reformen, die wir jetzt vor uns haben, schon längst vollzogen. Im Großteil der europäischen Staaten gibt es entweder bereits überhaupt eine Trennung zwischen Güter- und Personenverkehr auf der einen Seite und dem Infrastrukturbereich auf der anderen Seite. Da gibt es schon völlig unterschiedliche Unternehmen, die diese Geschäfte besorgen! Und in vielen anderen Staaten gibt es Holdingunternehmen – so, wie wir das planen. In nur mehr ganz wenigen Staaten gibt es noch das integrierte Bahnunternehmen, so, wie es die ÖBB sind. Und in all diesen Unternehmen denkt man auch schon längst an Änderungen, weil solche notwendig und sinnvoll sind, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Das stimmt doch nicht!
Wenn Sie kritisieren, dass wir Eingriffe beim Dienstrecht vornehmen, dann sage ich: Es ist weder die Volkspartei noch die Regierung noch die Freiheitliche Partei, die hier etwas fordert. Vielmehr ist es der Rechnungshof, der in vielen Berichten auf die Mängel und Defizite der Bahn hinweist und von der Regierung immer schon gefordert hat, dass endlich Konsequenzen daraus gezogen werden. Diese Regierung ist jedoch die erste, die versucht, daraus tatsächlich Konsequenzen zu ziehen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Das stimmt doch nicht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
All das, meine Damen und Herren, wollen wir reformieren. Wir vollziehen also nur das, was uns der Rechnungshof in vielen Berichten vorschreibt und von uns im Interesse der Steuerzahler und im Interesse einer wirtschaftlich gesunden Bahn fordert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Da müsst ihr aber einmal reden mit ihnen!
Wir nehmen also die Äußerungen von Alfred Gusenbauer gerne auf, ersuchen ihn aber, sich auch bei der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion und bei der SPÖ-Eisenbahnergewerkschaft dafür einzusetzen, dass sie diesen Veränderungen auch tatsächlich zustimmen, weil sie sinnvoll und notwendig sind. (Abg. Gradwohl: Da müsst ihr aber einmal reden mit ihnen!)
Abg. Gradwohl: Wollen Sie eine sinnvolle Reform? Dann treten Sie in Verhandlungen ein!
Ich fordere Sie auf, ich ersuche Sie, sich nicht länger immer nur als Bewahrer eines unhaltbaren Status quo aufzuspielen, sondern gemeinsam mit uns zu versuchen, eine sinnvolle Reform zustande zu bringen. (Abg. Gradwohl: Wollen Sie eine sinnvolle Reform? Dann treten Sie in Verhandlungen ein!) – Wir sind dazu bereit! (Abg. Gradwohl: Das ist ja völlig unrichtig!) Wir sind zu Gesprächen bereit, und ich ersuche Sie, hier auch jene, die eben unbedingt und auf alle Fälle den derzeitigen Zustand beibehalten wollen, zu überzeugen, dass das keine Perspektive für die Zukunft hat, sondern, dass im Interesse des Verkehrsträgers Bahn, im Interesse des österreichischen Verkehrssystems umfassende Neuerungen notwendig sind. Ich ersuche Sie, dabei mitzuwirken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Begeben Sie sich in die Wirklichkeit der Verhandlungen! – Abg. Nürnberger: Was wollt Ihr da verhandeln mit denen?)
Abg. Gradwohl: Das ist ja völlig unrichtig!
Ich fordere Sie auf, ich ersuche Sie, sich nicht länger immer nur als Bewahrer eines unhaltbaren Status quo aufzuspielen, sondern gemeinsam mit uns zu versuchen, eine sinnvolle Reform zustande zu bringen. (Abg. Gradwohl: Wollen Sie eine sinnvolle Reform? Dann treten Sie in Verhandlungen ein!) – Wir sind dazu bereit! (Abg. Gradwohl: Das ist ja völlig unrichtig!) Wir sind zu Gesprächen bereit, und ich ersuche Sie, hier auch jene, die eben unbedingt und auf alle Fälle den derzeitigen Zustand beibehalten wollen, zu überzeugen, dass das keine Perspektive für die Zukunft hat, sondern, dass im Interesse des Verkehrsträgers Bahn, im Interesse des österreichischen Verkehrssystems umfassende Neuerungen notwendig sind. Ich ersuche Sie, dabei mitzuwirken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Begeben Sie sich in die Wirklichkeit der Verhandlungen! – Abg. Nürnberger: Was wollt Ihr da verhandeln mit denen?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Begeben Sie sich in die Wirklichkeit der Verhandlungen! – Abg. Nürnberger: Was wollt Ihr da verhandeln mit denen?
Ich fordere Sie auf, ich ersuche Sie, sich nicht länger immer nur als Bewahrer eines unhaltbaren Status quo aufzuspielen, sondern gemeinsam mit uns zu versuchen, eine sinnvolle Reform zustande zu bringen. (Abg. Gradwohl: Wollen Sie eine sinnvolle Reform? Dann treten Sie in Verhandlungen ein!) – Wir sind dazu bereit! (Abg. Gradwohl: Das ist ja völlig unrichtig!) Wir sind zu Gesprächen bereit, und ich ersuche Sie, hier auch jene, die eben unbedingt und auf alle Fälle den derzeitigen Zustand beibehalten wollen, zu überzeugen, dass das keine Perspektive für die Zukunft hat, sondern, dass im Interesse des Verkehrsträgers Bahn, im Interesse des österreichischen Verkehrssystems umfassende Neuerungen notwendig sind. Ich ersuche Sie, dabei mitzuwirken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Begeben Sie sich in die Wirklichkeit der Verhandlungen! – Abg. Nürnberger: Was wollt Ihr da verhandeln mit denen?)
Abg. Eder: Der ist unvoreingenommen! Das sind wir auch!
Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Unser Vizekanzler, Infrastrukturminister Gorbach, hat ja heute Vormittag schon darauf aufmerksam gemacht, dass die ÖBB-Reform notwendig ist, und es ist ja auch durch die Ausführungen hier unbestritten, dass Herr Gusenbauer und Sie von der SPÖ genauso wie die Grünen dasselbe sagen. (Abg. Eder: Der ist unvoreingenommen! Das sind wir auch!) Diese ÖBB-Reform erfordert Mut, Mut auch deshalb – darüber müssen wir uns auch im Klaren sein –, weil diese Reform nicht überall populär ist. Wir von den Regierungsparteien gehen dieses Reformprojekt offen, behutsam, aber auch zügig an.
Abg. Eder: Weil es Züge sind!
Warum gehen wir es zügig an? (Abg. Eder: Weil es Züge sind!) Was ist die Ausgangslage? – Die Ausgangslage ist, dass der Infrastrukturbereich der ÖBB per Ende 2003 eine Verschuldung von 10 Milliarden € hat. Die Ausgangslage ist, dass der Einfluss der Gewerkschaft auch im operativen Bereich mit keinem anderen Unternehmen zu vergleichen ist. – Das ist halt auch Realität.
Abg. Gradwohl: Wir sind gegen diese Reform, nicht gegen eine Reform!
Ausgangslage ist weiters, dass die ÖBB mit der jetzigen Struktur international nicht wettbewerbsfähig sind. Leider Gottes ist noch etwas Ausgangssituation und Ausgangslage: dass die Gewerkschaft sehr gegen diese Reform ist und natürlich dadurch auch einen Verlust an Einflussnahme erwartet. (Abg. Gradwohl: Wir sind gegen diese Reform, nicht gegen eine Reform!)
Abg. Eder: Dem Minister muss das jetzt zu denken geben, nicht der Gewerkschaft! Nicht die Verantwortung der Gewerkschaft geben! Die Verantwortung haben die Herren von oben, nicht die Belegschaft!
Ich gebe aber jetzt Folgendes zu bedenken: Im morgigen „Kurier“ wird in einem Artikel zum Thema „Sanktus mit Vorbehalt für die ÖBB-Reform“ unter anderem berichtet, dass der Güterverkehr bereits gestört ist und erste Firmen auf die Straße wechseln. – Das sollte der Gewerkschaft zu denken geben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Eder: Dem Minister muss das jetzt zu denken geben, nicht der Gewerkschaft! Nicht die Verantwortung der Gewerkschaft geben! Die Verantwortung haben die Herren von oben, nicht die Belegschaft!)
Abg. Eder: Warum?
Wortwörtlich steht hier: „Die Industrie braucht beim Transport verlässliche Partner. Seit Wochenbeginn rollen verstärkt LKW über die Autobahnen.“ Die sind früher mit der Bahn transportiert worden. Insbesondere die Chemie verlagert Teile ihrer Tonnagen bereits auf die Straße. (Abg. Eder: Warum?) – Ja, das sage ich Ihnen, warum: „Die Aufträge sind Just-in-time-Geschäfte. Verspätungen sind da nicht drinnen.“ – Das heißt: der Markt ist sehr sensibel (Abg. Eder: Daher vorsichtig umgehen damit! Behutsam!), und wir müssen wirklich aufpassen, dass der gute Ruf und die Leistung der Österreichischen Bundesbahnen nicht dadurch geschmälert wird, dass die Gewerkschaft hier den Bogen überspannt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Eder: Aber warum, bitte?)
Abg. Eder: Daher vorsichtig umgehen damit! Behutsam!
Wortwörtlich steht hier: „Die Industrie braucht beim Transport verlässliche Partner. Seit Wochenbeginn rollen verstärkt LKW über die Autobahnen.“ Die sind früher mit der Bahn transportiert worden. Insbesondere die Chemie verlagert Teile ihrer Tonnagen bereits auf die Straße. (Abg. Eder: Warum?) – Ja, das sage ich Ihnen, warum: „Die Aufträge sind Just-in-time-Geschäfte. Verspätungen sind da nicht drinnen.“ – Das heißt: der Markt ist sehr sensibel (Abg. Eder: Daher vorsichtig umgehen damit! Behutsam!), und wir müssen wirklich aufpassen, dass der gute Ruf und die Leistung der Österreichischen Bundesbahnen nicht dadurch geschmälert wird, dass die Gewerkschaft hier den Bogen überspannt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Eder: Aber warum, bitte?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Eder: Aber warum, bitte?
Wortwörtlich steht hier: „Die Industrie braucht beim Transport verlässliche Partner. Seit Wochenbeginn rollen verstärkt LKW über die Autobahnen.“ Die sind früher mit der Bahn transportiert worden. Insbesondere die Chemie verlagert Teile ihrer Tonnagen bereits auf die Straße. (Abg. Eder: Warum?) – Ja, das sage ich Ihnen, warum: „Die Aufträge sind Just-in-time-Geschäfte. Verspätungen sind da nicht drinnen.“ – Das heißt: der Markt ist sehr sensibel (Abg. Eder: Daher vorsichtig umgehen damit! Behutsam!), und wir müssen wirklich aufpassen, dass der gute Ruf und die Leistung der Österreichischen Bundesbahnen nicht dadurch geschmälert wird, dass die Gewerkschaft hier den Bogen überspannt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Eder: Aber warum, bitte?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer
Das ist zwar nur ein Scherz (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer), aber es ist für einige Bereiche im Betrieb der ÖBB, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, durchaus exemplarisch zu sehen, wiewohl es dort auch wirkliche Workaholics und exzellente Mitarbeiter gibt. Selbstverständlich würde es jedes Management jedes Unternehmens – und da ist auch den Bemühungen von Draxler und auch dem jetzigen Management durchaus Anerkennung zu zollen – nahe legen, solche Missstände abzustellen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.
Dazu kam es aber jeweils nicht im erforderlichen Ausmaß, weil die Gewerkschaft mit politischer Unterstützung – so ein „Wir-trauen-uns-nicht“ zu SPÖ-Zeiten – sinnvolle Reformen, die ein Überleben der ÖBB im europäischen Konzert der Bahnen als eine der fittesten in Zukunft erst möglich machen, verhindert hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.) Eigentlich gehe ich davon aus, dass uns all diejenigen – auch Minister Einem, die Kollegen Eder und Parnigoni –, die etwas mehr Einblick haben, zustimmen werden, wenn wir jetzt diese sehr schwierige Aufgabe angehen und Sie es, da es Ihnen innerparteilich große Schwierigkeiten bereitet, nicht so sehr machen müssen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich hoffe also auf Ihre zumindest stillschweigende Zustimmung zu diesen Reformen und auf eine gute, sachliche Zusammenarbeit, um aus den ÖBB ein fittes europäisches Eisenbahnunternehmen machen zu können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Staatssekretär Mag. Kukacka: Weil wir nur bei den Lokführern zu viele haben!
Ich möchte das an zwei Beispielen festmachen. Herr Staatssekretär Kukacka, Sie kennen sicherlich das Urteil vom Ennstal, von diesem Lokführer: 14 Stunden mit kurzen Unterbrechungen im Führerstand verursacht er einen schweren Unfall. – Familie kaputt, Existenz kaputt. 14 Stunden! Und dann haben wir Millionen von Überstunden, und auf einmal haben wir um 6 000 Eisenbahner zu viel, meine sehr geehrten Damen und Herren! Jetzt frage ich mich ... (Staatssekretär Mag. Kukacka: Weil wir nur bei den Lokführern zu viele haben!) Ja, ja, Herr Staatssekretär! Ich weiß Ihre Argumente zu schätzen, aber Sie sind in diesem Fall falsch! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte das an zwei Beispielen festmachen. Herr Staatssekretär Kukacka, Sie kennen sicherlich das Urteil vom Ennstal, von diesem Lokführer: 14 Stunden mit kurzen Unterbrechungen im Führerstand verursacht er einen schweren Unfall. – Familie kaputt, Existenz kaputt. 14 Stunden! Und dann haben wir Millionen von Überstunden, und auf einmal haben wir um 6 000 Eisenbahner zu viel, meine sehr geehrten Damen und Herren! Jetzt frage ich mich ... (Staatssekretär Mag. Kukacka: Weil wir nur bei den Lokführern zu viele haben!) Ja, ja, Herr Staatssekretär! Ich weiß Ihre Argumente zu schätzen, aber Sie sind in diesem Fall falsch! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Schöls.
Impressum an den Bahnhöfen ausgeteilt werden?! (Der Redner hält eine Karte in die Höhe, auf der ein blau-weißes Bahnhofsschild im Stil der ÖBB mit der Aufschrift „Privilegienbahnhof“ zu sehen ist.) Da ist zu lesen, welche Privilegien diese Eisenbahner angeblich, was sie verdienen, wie viel sie eigentlich an Krankenständen haben, et cetera. – Und genau diese 48 000 Menschen wollen Sie dann gewinnen und dazu bringen, bei dieser Reform mitzuziehen? (Zwischenruf des Abg. Schöls.) Ich weiß schon, die christlichen Gewerkschafter in der Eisenbahn haben sich in Niederösterreich geweigert, diese Karten auszuteilen. – Das ist doch umso schlimmer für Sie! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Impressum an den Bahnhöfen ausgeteilt werden?! (Der Redner hält eine Karte in die Höhe, auf der ein blau-weißes Bahnhofsschild im Stil der ÖBB mit der Aufschrift „Privilegienbahnhof“ zu sehen ist.) Da ist zu lesen, welche Privilegien diese Eisenbahner angeblich, was sie verdienen, wie viel sie eigentlich an Krankenständen haben, et cetera. – Und genau diese 48 000 Menschen wollen Sie dann gewinnen und dazu bringen, bei dieser Reform mitzuziehen? (Zwischenruf des Abg. Schöls.) Ich weiß schon, die christlichen Gewerkschafter in der Eisenbahn haben sich in Niederösterreich geweigert, diese Karten auszuteilen. – Das ist doch umso schlimmer für Sie! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Machen Sie diese Reform mit den Menschen, die dort beschäftigt sind – und nicht gegen die Menschen! Das sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Sehr wesentlich und wichtig ist die Verringerung der Gefährdung von Fußgängern durch Radfahrer auf den Fußgängerflächen. Auch hiezu haben wir einen Punkt eingebracht, der dazu dienen soll, dass für alle Menschen, die sich im Verkehr und auf den öffentlichen Straßen bewegen, mehr Sicherheit gewährleistet ist. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich biete daher an, Frau Kollegin, überfraktionell in einer Art Brainstorming nachzudenken und nach einem solchen Nachdenkprozess gemeinsam die Straßenverkehrsordnung neu zu schreiben. Mein aktiver Beitrag im Sinne der Verkehrssicherheit und der Beitrag der ÖVP ist jedenfalls sichergestellt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube auch, dass es in diesem Antrag einige Punkte gibt, die man wirklich aufnehmen muss, insbesondere diese Dinge, was behinderte Menschen betrifft, meine aber, dass das auch noch in Begutachtung in die Länder gehen sollte. Ich glaube aber, wir sind da ohnehin einer Meinung, und wir werden im Verkehrsausschuss noch darüber reden. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich stehe Ihren Vorschlägen sehr positiv gegenüber, insbesondere was die Bestimmungen für bestimmte Gruppen von Behinderten, aber auch was das Vorbeifahren an Haltestellen und ähnliche Dinge betrifft. Ich glaube, darüber können wir eine sachliche Diskussion führen, und ich wäre sehr zufrieden, wenn wir ein Maximum dessen und auch noch einige ergänzende Bestimmungen zur Sicherheit durchbringen könnten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich ersuche Sie: Machen Sie eine Arbeitsgruppe im Verkehrsministerium, damit die Straßenverkehrsordnung so angepasst wird, dass auch Menschen mit Behinderung die Chance haben, geschützt am öffentlichen Verkehr teilzunehmen. Vor allem bezüglich der Situation auf Radwegen, auf Gehsteigen et cetera gibt es auch großen Handlungsbedarf. Das kann ich Ihnen heute nicht mehr erzählen, weil meine Redezeit zu Ende geht, aber ich denke, da werden Sie noch einiges erfahren und einige Wunder erleben, was uns tagtäglich passiert. Setzen Sie eine solche Arbeitsgruppe ein, wenn Sie tatsächlich vorhaben, die Situation zu verbessern! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn dem nicht so sein sollte – was auch zu befürchten ist –, dann sind wir auch auf diesem Gebiet europäisches Schlusslicht, und dazu – das muss ich Ihnen als Menschenrechtssprecherin der Grünen sagen – habe ich wahrlich keine Lust. – Danke. Laku noć! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der Antidiskriminierungsgesetzesvorschlag der Grünen beinhaltet in vielen Bereichen Punkte, die auch in das Gleichbehandlungsgesetz Eingang finden werden. Dennoch bin ich nach wie vor der persönlichen Überzeugung, dass ein neues Gleichbehandlungsgesetz die Aspekte der Antidiskriminierung, der Gleichbehandlung umfassender und vor allem übersichtlicher gestalten kann – und wird. Ich bin daher zuversichtlich, dass das Gleichbehandlungsgesetz nach dem Beschluss im Ministerrat und nach der parlamentarischen Behandlung und Beschlussfassung zu Beginn nächsten Jahres in Kraft treten kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Daher sind wir mit dieser Vorgangsweise nicht einverstanden. Wir fordern ein eigenes Antidiskriminierungsgesetz. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Regierungsparteien sind in Sachen Antidiskriminierungsrichtlinien sicher nicht säumig gewesen. Ich finde es einfach als eine überflüssige Fleißaufgabe der grünen Fraktion, dass sie hier einen eigenen Antrag stellt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das ist wirklich die Frage!
Warum bringen wir diesen Antrag wieder? (Abg. Scheibner: Das ist wirklich die Frage!) – In dieser Hinsicht gibt es einige Fälle aus der Vergangenheit, die auch hier diskutiert werden sollten. Wir hatten in Salzburg Lasalocid-Fälle. Im März 2003 wurden Proben genommen und Lasalocid festgestellt. Lasalocid ist als Futtermittel für den Einsatz bei Legehühnern ausdrücklich verboten. Nun, was ist passiert? – Betriebe mussten gesperrt werden.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Ich darf Sie daher einladen, unserem Antrag zu folgen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Abg. Mag. Johann Maier: Das ist vorgeschrieben!
Es gibt klarerweise gewisse Auffassungsunterschiede über die Form der Umsetzung. Sie fordern seitens des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft eine bessere Information der Öffentlichkeit. (Abg. Mag. Johann Maier: Das ist vorgeschrieben!) Aber bitte keine Panikmache – ich glaube, das ist ein sehr sensibler Bereich, und da sollte man auch dementsprechend vorgehen! (Abg. Mag. Johann Maier: Die europäische Verordnung ...!)
Abg. Mag. Johann Maier: Die europäische Verordnung ...!
Es gibt klarerweise gewisse Auffassungsunterschiede über die Form der Umsetzung. Sie fordern seitens des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft eine bessere Information der Öffentlichkeit. (Abg. Mag. Johann Maier: Das ist vorgeschrieben!) Aber bitte keine Panikmache – ich glaube, das ist ein sehr sensibler Bereich, und da sollte man auch dementsprechend vorgehen! (Abg. Mag. Johann Maier: Die europäische Verordnung ...!)
Abg. Mag. Johann Maier: Nein!
Sie fordern die Erstellung eines Probeplans für Futtermittel sowie die Einrichtung eines Informationszentrums und einer Dokumentationsstelle. Sie fordern, dass dieses Gesetz vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen zu vollziehen ist (Abg. Mag. Johann Maier: Nein!), teilweise – das steht im Antrag drin, bitte nachzulesen – seitens des Bundesministeriums für Justiz und Finanzen. Die Frage ist jetzt: Wer soll wirklich zuständig sein? Wer hat wirklich die Kompetenz? – Genau die Kompetenzfrage sollten wir klären, denn Futtermittel und Nahrungsmittel sind eine Querschnittsmaterie und daher kompetenzübergreifend.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich glaube, der Antrag ist von gestern. Österreichische Nahrungsmittel sind sicher und von guter Qualität. – Und: Für das morgige Frühstück wünsche ich Ihnen guten Appetit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Deshalb werden wir uns den Antrag, der ja dem Ausschuss zugewiesen wird, sehr genau anschauen. Wir werden uns sehr gut überlegen, was wir damit machen werden, und so gesehen damit ein Ende herbeiführen, was wahrscheinlich die Ängste der Bauern, aber auch die Ängste des Konsumentenschützers beseitigt und eine gute Lösung für Österreich zustande bringt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Pirklhuber schlägt Scheuch in der Kürze!
Präsident Dr. Andreas Khol: Als Nächster spricht Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber zu uns. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Molterer: Pirklhuber schlägt Scheuch in der Kürze!)
Abg. Preineder: Von vorgestern!
Auch Kollegem Preineder möchte ich als Bio-Bauer – Sie sind ja auch Bio-Bauer – ehrlich ins Stammbuch schreiben wollen: Der Antrag ist alles andere als von gestern! (Abg. Preineder: Von vorgestern!) Er ist zukunftsweisend, er zeigt in die richtige Richtung. Gerade Sie als Bio-Bauer sollten das hier auch wirklich ernst nehmen und sich genau damit auseinandersetzen. Das ist, glaube ich, ganz entscheidend. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch Kollegem Preineder möchte ich als Bio-Bauer – Sie sind ja auch Bio-Bauer – ehrlich ins Stammbuch schreiben wollen: Der Antrag ist alles andere als von gestern! (Abg. Preineder: Von vorgestern!) Er ist zukunftsweisend, er zeigt in die richtige Richtung. Gerade Sie als Bio-Bauer sollten das hier auch wirklich ernst nehmen und sich genau damit auseinandersetzen. Das ist, glaube ich, ganz entscheidend. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
sozusagen als vorgestrig abzuqualifizieren, weil die Materie zu wichtig ist, als dass Sie diese einfach nur parteipolitisch vom Tisch wischen sollten. Gerade auch im Interesse der Bäuerinnen und Bauern, Kollege Preineder, Kollege Scheuch, wäre es an der Zeit, diesen sehr guten Vorschlag ausführlich zu diskutieren und im Ausschuss auch positiv zu erledigen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Kollege Scheuch hat es angesprochen, die Skandale sind ja noch in jüngster Erinnerung. Es ist bei diesen Skandalen nicht um Panikmache, sondern um eine Gefährdung der Bevölkerung gegangen. Es ist daher mehr als notwendig, hier Maßnahmen zu setzen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Was haben Sie gesehen?
Zur Praxis hoffe ich nur, dass dieser Antrag, wenn er in den Ausschuss kommt, auch bald auf die Tagesordnung kommt und im Ausschuss behandelt wird – und dass dann nicht wieder der große Auftritt des Kollegen Schultes kommt: „Ich stelle den Antrag, zu vertagen“, und der Antrag geht in die Schublade, wie wir es leider gerade in Ihrem Ausschuss, Herr Vorsitzender, sehr oft gesehen haben. (Abg. Grillitsch: Was haben Sie gesehen?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche Sie eindringlich: Nehmen Sie diesen Antrag ernst und behandeln Sie ihn! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Mainoni: Die Abgeordneten auch!
Meine Damen und Herren! Die Tagesordnung ist erschöpft. (Abg. Mag. Mainoni: Die Abgeordneten auch!) Allerdings stehen noch zwei Beschlüsse aus.
Abg. Scheibner: Wo ist der Dr. Pilz?
Präsident Dr. Andreas Khol: Wir gelangen nunmehr zur Verhandlung über die Anträge der Abgeordneten Dr. Pilz, Kolleginnen und Kollegen beziehungsweise Dr. Gusenbauer, Kolleginnen und Kollegen auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses (Abg. Scheibner: Wo ist der Dr. Pilz?) betreffend Untersuchung der Vorwürfe gegenüber Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser beziehungs-
Heiterkeit.
Im Sinne des § 57a der Geschäftsordnung beträgt die Redezeit in dieser Debatte 5 Minuten, wobei die beiden Erstredner – von der grünen Fraktion und von den Sozialdemokraten – zur Begründung ihres jeweiligen Antrags eine Redezeit von jeweils 10 Minuten haben. Stellungnahmen von Mitgliedern der Bundesregierung oder zum Wort gemeldeten Staatssekretären sollen nicht länger als 10 Minuten dauern, sind aber angesichts der leeren Regierungsbank auch gar nicht zu erwarten. (Heiterkeit.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Es ist schon lustig: Im „Kurier“ und im Teletext des ORF ist ja nachzulesen, was die Regierungsfraktionen in einer halben Stunde getan haben werden, nämlich: den Antrag auf Untersuchung werden sie abgelehnt haben. Ich fürchte – und darum werde ich mich recht kurz fassen –, dass ich Sie nicht werde überzeugen können (Zwischenrufe bei der ÖVP), Frau Kollegin Fekter, aber ich werde Ihnen ganz kurz einen Spiegel vorhalten. (Abg. Mag. Mainoni: ... selbst einen Spiegel vorhalten!)
Abg. Mag. Mainoni: ... selbst einen Spiegel vorhalten!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Es ist schon lustig: Im „Kurier“ und im Teletext des ORF ist ja nachzulesen, was die Regierungsfraktionen in einer halben Stunde getan haben werden, nämlich: den Antrag auf Untersuchung werden sie abgelehnt haben. Ich fürchte – und darum werde ich mich recht kurz fassen –, dass ich Sie nicht werde überzeugen können (Zwischenrufe bei der ÖVP), Frau Kollegin Fekter, aber ich werde Ihnen ganz kurz einen Spiegel vorhalten. (Abg. Mag. Mainoni: ... selbst einen Spiegel vorhalten!)
Abg. Dr. Fekter: Und was ist mit dem Landesrat?
Einiges muss man nicht untersuchen, das steht ja fest, was den Finanzminister betrifft: Er hat Probleme beim Zusammenzählen, bei den Kommastellen – Sie kennen das alles, Kollege Scheibner –, bei Aktien macht er just das Falsche – das war ja heute wirklich tragisch-komisch (Abg. Dr. Fekter: Und was ist mit dem Landesrat?) –, Formulare kann er nicht ausfüllen, dazu braucht er Berater, mit Plus-Minus hat er so seine Sorgen, und vieles mehr. Das alles ist klar, Kollege Grillitsch, das brauchen wir nicht zu untersuchen. (Abg. Grillitsch: Und der Herr Raus?)
Abg. Grillitsch: Und der Herr Raus?
Einiges muss man nicht untersuchen, das steht ja fest, was den Finanzminister betrifft: Er hat Probleme beim Zusammenzählen, bei den Kommastellen – Sie kennen das alles, Kollege Scheibner –, bei Aktien macht er just das Falsche – das war ja heute wirklich tragisch-komisch (Abg. Dr. Fekter: Und was ist mit dem Landesrat?) –, Formulare kann er nicht ausfüllen, dazu braucht er Berater, mit Plus-Minus hat er so seine Sorgen, und vieles mehr. Das alles ist klar, Kollege Grillitsch, das brauchen wir nicht zu untersuchen. (Abg. Grillitsch: Und der Herr Raus?)
„Raus“-Rufe bei der ÖVP
Aber ohne Untersuchung ist vieles nicht klar, und das sollten Sie sich genauer anschauen („Raus“-Rufe bei der ÖVP): Abfangjäger, Verkauf der Bundeswohnungen, die Homepage-Sache, die Honorare, ÖIAG und vieles mehr.
Abg. Scheibner: Sagen Sie etwas zu Ihrem Landesrat! Wollen Sie dort auch einen Untersuchungsausschuss?
Meine Damen und Herren! Zum Verhalten der FPÖ lohnt es sich, noch ein bisschen etwas zu sagen. Sie haben Ihr Schema bestätigt: Draußen laut plärren, hier herinnen kleinlaut abstimmen und dann stumm die Presse ertragen. – Das ist Ihre Methode. (Abg. Scheibner: Sagen Sie etwas zu Ihrem Landesrat! Wollen Sie dort auch einen Untersuchungsausschuss?) – Ich komme gleich zu Ihnen, Herr Scheibner.
Abg. Grillitsch: Raus! Raus!
Ganz besonders ausgezeichnet hat sich ja Kollege Scheuch, der gesagt hat: Im Endeffekt wird der Finanzminister gut daran tun, diese Sache zu bereinigen, denn ansonsten muss womöglich Herr Staatssekretär Finz wieder Persil kaufen gehen, um sozusagen die Weste des Herrn Minister wieder rein zu waschen. (Abg. Grillitsch: Raus! Raus!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Herr Kollege Kräuter! Ich sage nur Raus!
Herr Scheuch! Wie Sie es zustande bringen, heute hier nicht mitzustimmen, ist mir unerklärlich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Herr Kollege Kräuter! Ich sage nur Raus!)
Abg. Scheibner – der nicht zu sehen ist, da drei Personen mit dem Rücken zum Redner vor seinem Platz stehen –: Da haben Sie nicht zugehört!
Herr Klubobmann Scheibner, Sie haben sich heute bis auf die Knochen blamiert, als Sie hier irgendetwas von sich gegeben haben, nämlich Ihre Rechtsstaat-Thesen zur Kontrolle. Faktum ist, dass Sie jegliche Kontrolle verhindern! (Abg. Scheibner – der nicht zu sehen ist, da drei Personen mit dem Rücken zum Redner vor seinem Platz stehen –: Da haben Sie nicht zugehört!)
Abg. Scheibner: Was sind das für Thesen ...? Sie haben nicht zugehört! Wie immer! Zuhören können Sie nicht!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (fortsetzend): Herr bis auf die Knochen blamierter Klubobmann Scheibner von der FPÖ: Sie haben heute irgendwelche Rechtsstaat-Thesen, irgendwelche Kontrollthesen von sich gegeben. Vergessen Sie das! Ihre Partei verhindert jegliche Kontrolle. Und die Öffentlichkeit weiß das längst. (Abg. Scheibner: Was sind das für Thesen ...? Sie haben nicht zugehört! Wie immer! Zuhören können Sie nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie, Herr Scheibner, und alle anderen FPÖ-Abgeordneten werden also diesen Untersuchungsausschuss ablehnen. Wollen Sie wirklich die Kontrolle Herrn Finz überlassen, meine Damen und Herren? – Das einzig Positive, wenn Finz in Österreich kontrolliert, ist ein gewisser Unterhaltungswert für Journalisten. Diese müssen nämlich schallend lachen, wenn Finz irgendetwas kontrolliert. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Den Antrag der Grünen auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses begründet Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Seine Redezeit beträgt ebenfalls 10 Minuten. – Bitte. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Fekter: Aber bitte neue Fakten!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Danke, Herr Präsident. (Abg. Dr. Fekter: Aber bitte neue Fakten!)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Grünen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Fekter, das gilt auch für Sie! (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Zwischenrufe sind doch erlaubt, Herr Präsident!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Die Aufgeregtheit steigt. (Abg. Dr. Fekter: Zwischenrufe sind doch erlaubt, Herr Präsident!) Es könnte uns ja eigentlich viel besser gehen, wenn Sie bedauern, dass Sie mich hier reden hören müssen. (Rufe bei der ÖVP: Nein!)
Rufe bei der ÖVP: Nein!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Die Aufgeregtheit steigt. (Abg. Dr. Fekter: Zwischenrufe sind doch erlaubt, Herr Präsident!) Es könnte uns ja eigentlich viel besser gehen, wenn Sie bedauern, dass Sie mich hier reden hören müssen. (Rufe bei der ÖVP: Nein!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Gerade vorhin haben Sie sich darüber beschwert, dass Sie ohnedies schon alles gehört hätten. Ich sage Ihnen: All das, was bis jetzt in der Liste gegen den Finanzminister vorgebracht wurde, würde für mehrere Untersuchungsausschüsse reichen. Wenn Sie wollen, rufe ich Ihnen ein paar Dinge in Erinnerung, um Ihnen anschließend ein Dokument – es hat ohnehin nur eineinhalb Seiten – voll zu Gehör zu bringen. Sie haben das herausgefordert. Dann steht es wenigstens einmal im Protokoll. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... die SPÖ zugestimmt ...!
In Österreich gilt offensichtlich die Finanzverfassung derart: Alle zahlen Steuer, nur Karl-Heinzi nicht! Möglicherweise ist auch das schon im Verfassungsrang. Das wäre auch interessant zu klären. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... die SPÖ zugestimmt ...!)
Abg. Scheibner: Nicht mehr viel Zeit!
Aber ich komme zu einem anderen Ernst der Sache. Ich habe es Ihnen angekündigt: Wenn wir uns auf die Eurofighter-Überlegungen einlassen und darauf, was da alles nicht zusammenpasst, so sollten Sie zur Kenntnis nehmen, was ich Ihnen jetzt chronologisch zum Vortrag bringe. (Abg. Scheibner: Nicht mehr viel Zeit!) – Das reicht leicht. (Unruhe im Saal.)
Abg. Scheibner: Welches Jahr?
Sieben Tage später, am 10. Juli, fordert Hillingrathner vom Finanzministerium alle Infos vom BMLV an. (Abg. Scheibner: Welches Jahr?) – 2001, habe ich Ihnen gesagt.
Abg. Scheibner: Sie wissen auch, was unsere Antwort darauf war?!
20. Juli: Der Bundesministerium für Finanzen moniert damals bei Ihnen, Herr Kollege Scheibner, Sie sollten berücksichtigen, dass die Angebotsfrist zu kurz ist. – Sie haben dann auch nachgegeben; diese Frist wurde verlängert. Damals hat das Finanzministerium schon 18 Flugzeuge nicht nur ins Spiel gebracht, sondern offensiv gefordert. (Abg. Scheibner: Sie wissen auch, was unsere Antwort darauf war?!)
Abg. Scheibner: Das brauchen Sie mir nicht vorzuschreiben, wann ich mich zurückhalte! Das ist wohl meine Sache! Nicht so oberlehrerhaft!
Ihre Antwort darauf war ein Willkommensgruß, denn wenn das Hochwasser ein Jahr später nicht gewesen wäre, hätten Sie einen anderen Schmäh erfunden. Sie wissen ganz genau, dass EADS niemals in der Lage war, zu Ihrem vorgegebenen Preis 24 Abfangjäger zu liefern. Darin liegt der Skandal begründet! Halten Sie sich zurück! Es wird ja vielleicht bei anderer Gelegenheit eine Stellungnahme diesbezüglich geben. (Abg. Scheibner: Das brauchen Sie mir nicht vorzuschreiben, wann ich mich zurückhalte! Das ist wohl meine Sache! Nicht so oberlehrerhaft!) – Na schon, das ist in Ihrem Interesse, bevor Sie jetzt zu Protokoll geben, dass Sie damals von all dem nichts
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Nur Schall und Rauch! Sonst gar nichts!
gewusst haben wollen. Das wird auf Sie zurückfallen, das wollte ich Ihnen nur mit auf den Weg geben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Nur Schall und Rauch! Sonst gar nichts!)
Abg. Scheibner: Zwei Jahre später!
Faktum ist, dass auf Intervention des Finanzministeriums diese Zahlungsvariante gewählt wurde, was dazu geführt hat – das wissen Sie ganz genau –, dass diese (Abg. Scheibner: Zwei Jahre später!) – das war ein Jahr später! – einzige Entscheidung, die überhaupt nichts mit der militärtechnischen Bewertung oder der Bewertung bezüglich Gegengeschäfte oder auch nur mit irgendetwas zu tun hatte, den Ausschlag gegeben hat.
Abg. Scheibner: Das sagt der Rechnungshof!
Nicht Ihr damaliges Ressort hat entschieden, dass der Eurofighter angeblicher Bestbieter war, sondern das Ressort des Finanzministers hat das mit dieser Intervention – Zahlungsvariante neun Jahre – getan. (Abg. Scheibner: Das sagt der Rechnungshof!) Das wissen Sie ganz genau.
Abg. Dr. Stummvoll: Weil es das Beste ist!
Und was war des Finanzministers Interesse? Warum musste das teuerste Gerät gekauft werden? Warum? (Abg. Dr. Stummvoll: Weil es das Beste ist!) – Das ist überhaupt nicht das Beste, da werden wir uns noch länger darüber unterhalten! Das Ding ist ja bis jetzt nicht einmal in der Lage, die technischen Kriterien zu erfüllen!
Abg. Mag. Molterer: Bei der Technik glaube ich Ihnen nichts!
Im Übrigen weise ich Sie darauf hin, dass die Ausschreibung allein deshalb schon in Ihrer Bewertung gebogen worden ist, weil die technischen Zertifikate, die angeblich bewertet worden sind, bis heute nicht vorliegen, Herr Molterer – egal, ob Sie es hören wollen oder nicht. Diese liegen nicht vor! (Abg. Mag. Molterer: Bei der Technik glaube ich Ihnen nichts!)
ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner
Aber insgesamt – das fasse ich zusammen – ist zu sagen: Die Beweise und die Verdachtsmomente sind derart erdrückend (ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner), dass kein Mensch mehr versteht, warum Sie dieser Sache nicht zustimmen. Das können Sie nur mehr aus der politischen Verflechtung von Schwarz und Blau her erklären, und zwar deshalb, weil die Mehrheit, die Sie vor einem Jahr erreicht haben, für beide Parteien im Moment völlig unerreichbar wäre. Für Ihre Fraktion (in Richtung Freiheitliche) sind 10 Prozent schon viel zu viel (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist auch etwas!), von 42 Prozent (in Richtung ÖVP) brauchen wir nicht zu reden. Das bindet Sie noch aneinander.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist auch etwas!
Aber insgesamt – das fasse ich zusammen – ist zu sagen: Die Beweise und die Verdachtsmomente sind derart erdrückend (ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner), dass kein Mensch mehr versteht, warum Sie dieser Sache nicht zustimmen. Das können Sie nur mehr aus der politischen Verflechtung von Schwarz und Blau her erklären, und zwar deshalb, weil die Mehrheit, die Sie vor einem Jahr erreicht haben, für beide Parteien im Moment völlig unerreichbar wäre. Für Ihre Fraktion (in Richtung Freiheitliche) sind 10 Prozent schon viel zu viel (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist auch etwas!), von 42 Prozent (in Richtung ÖVP) brauchen wir nicht zu reden. Das bindet Sie noch aneinander.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Deshalb darf kein Untersuchungsausschuss zustande kommen, obwohl die KollegInnen Ihrer Fraktion, Herr Scheibner, eigentlich dafür wären. Und das ist das Tragische, dass hier gegen den Willen der freien Mandatare vorgegangen wird! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Eigentlich wollte ich die Hauptantragsteller, Herrn Gusenbauer und Herrn Pilz, etwas fragen, aber sie sind beide nicht hier. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Deshalb kann ich die Frage nur allgemein stellen. Wissen Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, die wie vielte Dringliche Anfrage Sie heute in Sachen Karl-Heinz Grasser gestellt haben, den wie vielten Untersuchungsausschuss Sie heute in Sachen Karl-Heinz Grasser fordern und den wie vielten Misstrauensantrag Sie heute eingebracht haben? –Sie werden es wahrscheinlich nicht wissen, Sie werden wahrscheinlich nur sagen können, es waren sehr viele. (Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Eigentlich wollte ich die Hauptantragsteller, Herrn Gusenbauer und Herrn Pilz, etwas fragen, aber sie sind beide nicht hier. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Deshalb kann ich die Frage nur allgemein stellen. Wissen Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, die wie vielte Dringliche Anfrage Sie heute in Sachen Karl-Heinz Grasser gestellt haben, den wie vielten Untersuchungsausschuss Sie heute in Sachen Karl-Heinz Grasser fordern und den wie vielten Misstrauensantrag Sie heute eingebracht haben? –Sie werden es wahrscheinlich nicht wissen, Sie werden wahrscheinlich nur sagen können, es waren sehr viele. (Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Abg. Mandak: Stimmen Sie einmal zu!
Jawohl, meine Damen und Herren, es waren sehr viele. Sie haben hier eine Inflation von Anträgen auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen und von Dringlichen Anfragen. Sie wissen, was „Inflation“ heißt: „Entwertung“. (Abg. Mandak: Stimmen Sie einmal zu!) Sie entwerten also das strengste Instrumentarium der parlamentarischen Kontrolle durch Ihre permanenten Anträge. Und Sie wissen, dass es zu nichts führt. Das wollte ich Ihnen sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jawohl, meine Damen und Herren, es waren sehr viele. Sie haben hier eine Inflation von Anträgen auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen und von Dringlichen Anfragen. Sie wissen, was „Inflation“ heißt: „Entwertung“. (Abg. Mandak: Stimmen Sie einmal zu!) Sie entwerten also das strengste Instrumentarium der parlamentarischen Kontrolle durch Ihre permanenten Anträge. Und Sie wissen, dass es zu nichts führt. Das wollte ich Ihnen sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Das Groteskeste ist aber, wenn man sich den Antrag der Grünen anschaut. Folgen Sie nur kurz meinen Worten! Sie fordern einen Ausschuss zur Untersuchung der Vorwürfe gegen Karl-Heinz Grasser. – Sie wollen also die Vorwürfe untersuchen. Sie wollen die Vorwürfe, die Sie an Herrn Karl-Heinz Grasser machen, untersuchen, meine Damen und Herren! (Heiterkeit bei der ÖVP.) Das ist schon das Groteskeste und das Eigenartigste, was ich jemals gehört habe. Entweder haben Sie den Antrag wirklich so formuliert, wie Sie ihn glauben formuliert zu haben, nämlich ohnehin nicht ehrlich gemeint, oder Ihnen ist wirklich ein Fehler passiert. Wenn Sie die Vorwürfe untersuchen wollen, dann gehen Sie in Ihre eigene Fraktion und reden Sie einmal darüber. Dann können Sie die Vorwürfe, die Sie machen, untersuchen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das Groteskeste ist aber, wenn man sich den Antrag der Grünen anschaut. Folgen Sie nur kurz meinen Worten! Sie fordern einen Ausschuss zur Untersuchung der Vorwürfe gegen Karl-Heinz Grasser. – Sie wollen also die Vorwürfe untersuchen. Sie wollen die Vorwürfe, die Sie an Herrn Karl-Heinz Grasser machen, untersuchen, meine Damen und Herren! (Heiterkeit bei der ÖVP.) Das ist schon das Groteskeste und das Eigenartigste, was ich jemals gehört habe. Entweder haben Sie den Antrag wirklich so formuliert, wie Sie ihn glauben formuliert zu haben, nämlich ohnehin nicht ehrlich gemeint, oder Ihnen ist wirklich ein Fehler passiert. Wenn Sie die Vorwürfe untersuchen wollen, dann gehen Sie in Ihre eigene Fraktion und reden Sie einmal darüber. Dann können Sie die Vorwürfe, die Sie machen, untersuchen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Weil sie nicht stimmen!
Aber warum kommen diese Vorwürfe? – Es gibt zwei Gründe, das wissen wir. Der eine Grund ist die erfolgreiche Wirtschaftspolitik, die diese Regierung unter Wolfgang Schüssel mit Karl-Heinz Grasser macht. Wir haben heute Vormittag die Zahlen und Fakten gehört: Unsere Inflationsrate liegt unter jener von Deutschland, unsere Arbeitslosenquote ist sensationell niedrig, das Bruttoinlandsproduktwachstum ist doppelt so hoch, dreifach so hoch wie in Deutschland, das Budgetdefizit in Österreich ist das geringste. Das sind die Zahlen und Fakten, die Sie von der Opposition natürlich nicht hören wollen, weil (Abg. Öllinger: Weil sie nicht stimmen!) Sie gerne dramatisieren und damit dem Finanzminister durch Ihre Aktivitäten den Erfolg mies machen wollen.
Abg. Brosz: Ein Vierzeiler bitte!
„Bei seinen Erhebungen konnte der RH keinen Hinweis auf eine Manipulation der Bewertungsergebnisse und eine damit verbundene Geschenkannahme feststellen. Im Rahmen der Vergabeempfehlung bis zur Information an den Minister konnte eine versuchte Einflussnahme zugunsten des Produkts der Firma SAAB nicht ausgeschlossen werden. Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf die Entscheidung der Typenwahl. Die mit diesem Fall befasste Staatsanwaltschaft Wien legte das Verfahren gemäß § 90 Abs. 1 StPO zurück.“ – Zitatende. (Abg. Brosz: Ein Vierzeiler bitte!)
Abg. Öllinger: Das Gstanzl bitte! Den Vierzeiler!
Auch gerichtliche Verfahren haben nichts bestätigt. Ihre Vorwürfe sind haltlos, deshalb gibt es auch keinen Untersuchungsausschuss. Sie verlangen diesen, weil Sie den Finanzminister anschütten wollen, um ihn schlecht zu machen, weil er der beliebteste Finanzminister ist, den wir jemals hatten. Und das passt Ihnen nicht. (Abg. Öllinger: Das Gstanzl bitte! Den Vierzeiler!)
Abg. Mag. Posch: Bitte nicht!
Deshalb zum Schluss den Vierzeiler, der Ihre Politik hier genau demonstriert (Abg. Mag. Posch: Bitte nicht!):
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Der ist schon alt!
(Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Der ist schon alt!)
Ruf bei der ÖVP: Ein guter Mann!
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Herr Präsident! Kollegen und Kolleginnen! In aller Kürze zum Kollegen Großruck (Ruf bei der ÖVP: Ein guter Mann!): Wenn Sie nichts zu verstecken und zu verbergen haben, dann hält Sie niemand davon ab, und zwar im eigenen Interesse, einem Untersuchungsausschuss zuzustimmen, damit endlich Licht ins Dunkel kommt. Die Tatsachen sind aber andere. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Herr Präsident! Kollegen und Kolleginnen! In aller Kürze zum Kollegen Großruck (Ruf bei der ÖVP: Ein guter Mann!): Wenn Sie nichts zu verstecken und zu verbergen haben, dann hält Sie niemand davon ab, und zwar im eigenen Interesse, einem Untersuchungsausschuss zuzustimmen, damit endlich Licht ins Dunkel kommt. Die Tatsachen sind aber andere. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Genau! Richtig!
Erster Punkt. Nicht nur beim Kollegen Großruck, sondern auch anlässlich der Dringlichen Anfrage war insbesondere von den Rednern der ÖVP ununterbrochen die Rede von „Verunglimpfung“, „Menschenhatz“ oder „Skandalisierung“ durch SPÖ und Grüne gegenüber dem Finanzminister. (Abg. Mag. Molterer: Genau! Richtig!) – Sie nicken berechtigt, Sie wissen, worum es sich handelt, Herr Klubobmann der ÖVP.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es klatschen aber wenige!
Das ist eine klassische Täter-Opfer-Umkehrung, und dieses Spiel werden Sie nicht weiterspielen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Es klatschen aber wenige!)
Abg. Neudeck: Einige und andere?
Kolleginnen und Kollegen von ÖVP und FPÖ! Sie schweigen und Sie mauern hier! Draußen gegenüber von Medienvertretern geben sich allerdings einige von Ihnen und andere ziemlich redselig. (Abg. Neudeck: Einige und andere?) Jemand meinte, wenn man nichts zu verheimlichen hat, dann kann man sich problemlos einem Untersuchungsausschuss stellen, und wenn man doch etwas zu verheimlichen hat, sollte man ohnehin die Konsequenzen ziehen. Das ist einmalig und erstmalig. – Diese Auffassung des Mentors des derzeitigen Finanzministers Jörg Haider teile ich vollinhaltlich. (Abg. Neudeck: Jörg Haider ist Finanzminister?)
Abg. Neudeck: Jörg Haider ist Finanzminister?
Kolleginnen und Kollegen von ÖVP und FPÖ! Sie schweigen und Sie mauern hier! Draußen gegenüber von Medienvertretern geben sich allerdings einige von Ihnen und andere ziemlich redselig. (Abg. Neudeck: Einige und andere?) Jemand meinte, wenn man nichts zu verheimlichen hat, dann kann man sich problemlos einem Untersuchungsausschuss stellen, und wenn man doch etwas zu verheimlichen hat, sollte man ohnehin die Konsequenzen ziehen. Das ist einmalig und erstmalig. – Diese Auffassung des Mentors des derzeitigen Finanzministers Jörg Haider teile ich vollinhaltlich. (Abg. Neudeck: Jörg Haider ist Finanzminister?)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Grasser möge zurücktreten, Herr Klubobmann der ÖVP, fordert der Salzburger FPÖ-Obmann Karl Schnell. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Gleiches tut auch der Kärntner Landesparteiobmann der FPÖ, Martin Strutz. Für rücktrittsreif erklärt auch – ich nenne ihn ganz einfach den Diener zu vieler Herren – Uwe Scheuch den Finanzminister. Sigisbert Dolinschek assistierte, indem er meinte: Für mich wird die Sache für den Finanzminister immer enger, wir werden ihn nicht länger halten können!, so Dolinschek im Radio, und zwar im „Mittagsjournal“.
Abg. Scheibner: Sie kennen sich gut aus in der FPÖ!
Jetzt sage ich Ihnen, Herr Kollege Scheuch, was wir von Ihnen verlangen. (Abg. Scheibner: Sie kennen sich gut aus in der FPÖ!) Wir verlangen nicht, dass Sie kämpfen, wir verlangen nur ein Mindestmaß, ein bisschen Rückgrat und ein bisschen Übereinstimmung zwischen dem, was Sie vor Medienvertretern äußern, und der Art und Weise, wie Sie hier agieren wie Sie handeln und wie Sie nicht zustimmen. Das ist das Einzige, was wir von Ihnen verlangen, und zwar berechtigt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Bitten dürfen Sie, verlangen nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Bitten dürfen Sie, verlangen nicht!
Jetzt sage ich Ihnen, Herr Kollege Scheuch, was wir von Ihnen verlangen. (Abg. Scheibner: Sie kennen sich gut aus in der FPÖ!) Wir verlangen nicht, dass Sie kämpfen, wir verlangen nur ein Mindestmaß, ein bisschen Rückgrat und ein bisschen Übereinstimmung zwischen dem, was Sie vor Medienvertretern äußern, und der Art und Weise, wie Sie hier agieren wie Sie handeln und wie Sie nicht zustimmen. Das ist das Einzige, was wir von Ihnen verlangen, und zwar berechtigt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Bitten dürfen Sie, verlangen nicht!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Mein Verlangen hält sich in Grenzen!
Diese wenigen Zitate wollte ich bringen, und so viel sei zur „Menschenhatz“ der Opposition gegenüber dem Finanzminister gesagt. Ich denke, das ist somit klar gestellt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Mein Verlangen hält sich in Grenzen!)
Abg. Scheibner: Jetzt ist Schluss!
Frau Kollegin Scheucher und Kolleginnen und Kollegen der FPÖ! Es wird Ihnen ganz sicher noch das Lachen vergehen, denn wir werden uns nicht behindern lassen, weiter zu recherchieren und ans Tageslicht zu befördern, wo die Grasser-Connection Jandl und Medwed auch in Kärnten, in Klagenfurt umtriebig war. (Abg. Scheibner: Jetzt ist Schluss!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Letzter Punkt, der für Sie alle gilt: Schweigen bedeutet auch, sich mitschuldig zu machen. Das gilt auch für Sie, Frau Kollegin Scheucher und Kompagnon Scheuch. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei der SPÖ: Dann stimmt zu!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die beiden vorliegenden Anträge der Abgeordneten Gusenbauer, Cap, Kräuter und Genossen sowie Pilz, Kogler, Freundinnen und Freunde beinhalten interessante Fragen, die auch uns interessieren. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei der SPÖ: Dann stimmt zu!)
Zwischenruf des Abg. Gaál
Kollegin Trunk sagt: Dort, wo nichts zu verheimlichen ist, kann man einem Untersuchungsausschuss zustimmen. Dann haben wir ja nur mehr Arbeit, weil wir überall dort, wo nichts verheimlicht wird, untersuchen. Dort, wo alles auf dem Tisch liegt, wollen wir untersuchen. Untersuchen müssen Sie dort (Zwischenruf des Abg. Gaál) – da ist kein Sessel, ich kann mich nicht hinsetzen, Kollege Gaál –, wo etwas verheimlicht wird. Dort muss man untersuchen!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
In diesem Fall liegt alles auf dem Tisch. Daher wird meine Fraktion diesen Anträgen nicht zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)