Eckdaten:
Für die 66. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 687 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Dr. Günther Kräuter
Petition betreffend „Flüsse voller Leben“ (Ordnungsnummer 49) (überreicht vom Abgeordneten Dr. Günther Kräuter)
Beifall bei der SPÖ.
Die Frage ist, ob man ein Budget in Ordnung bringt, indem man sozusagen den Rasenmäher einschaltet und drüberfährt, oder ob man ein Budget in Ordnung bringt, indem man gewichtet, etwa zugunsten Bildung und Forschung, und indem man auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die verstärkte Bedeutung für bestimmte Bereiche anerkennt, sich das im Budget widerspiegelt und man in den Entscheidungen gewichtet, wie und wo man stärker sparen und mit welchen Maßnahmen man – sozial gerecht natürlich – für entsprechende Einnahmen sorgen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, das müssen Sie dem Mann neben Ihnen sagen, nicht uns! Der sitzt neben Ihnen, der die Steuern erhöht!
Der gleiche Einsatz ist aber notwendig, um die Lektionen aus der Krise zu lernen und dafür zu sorgen, Einnahmen zu erzielen, die nichts mit Massensteuern zu tun haben, und ich erwähne da als eine dieser Maßnahmen die Finanztransaktionssteuer. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Bundeskanzler, das müssen Sie dem Mann neben Ihnen sagen, nicht uns! Der sitzt neben Ihnen, der die Steuern erhöht!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Man soll und darf daher keinesfalls sagen: Was auf europäischer Ebene nicht funktioniert, braucht man im eigenen Land erst gar nicht zu überlegen! Ja, es gibt Maßnahmen, die nur auf internationaler Ebene möglich sind, es gibt Maßnahmen, die nur auf europäischer Ebene möglich sind, aber es gibt auch Maßnahmen, die auf nationaler Ebene möglich sind. – Wir brauchen alle drei Ebenen zur Bewältigung der Krise. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, was wäre die Alternative gewesen? – Die Wirtschaftsforscher sagen: Wenn der Euroraum auseinanderbricht und Europa unter Druck kommt, dann bedeutet das allein für Österreich einen Verlust an Exportqualität und Exporten von 20 bis 40 Milliarden € und einen Verlust von 50 000 bis 100 000 Arbeitsplätzen. Diese Krise geht dann sehr nah an die Menschen und an die Substanz des Landes, und dann muss nicht irgendwo irgendetwas gerettet werden, sondern das würde Österreichs Wirtschaft und Arbeitsplätze beinhart bedrohen beziehungsweise ruinieren und Hunderttausende Menschen direkt betreffen. Deswegen war und ist es notwendig, in Europa gemeinsam und auch in Österreich in der nationalen Umsetzung das zu tun, was notwendig ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
In den Reihen der FPÖ wird von Abgeordneten ein Transparent mit der Aufschrift gezeigt: „Was kümmert uns das eigene Land? Steuergeld nach Griechenland! – Die FPÖ sieht’s anders: Nein zu 17 Milliarden-Geschenk an Griechenland! Österreich zuerst!“ – Beifall bei der FPÖ.
reich schon geflossen. Aber wir haben noch mehr getan, und zwar mit dem Haftungsschirm, den wir gemeinsam in Europa aufgespannt haben, und es ist eine positive Nachricht, dass wir über das, was für Griechenland vorgesehen ist, hinaus keinen Haftungsrahmen für die Republik neu eingehen – kein zusätzliches, frisches Geld und kein erhöhter Haftungsrahmen für die Republik, sondern wir schichten intern entsprechend um. (In den Reihen der FPÖ wird von Abgeordneten ein Transparent mit der Aufschrift gezeigt: „Was kümmert uns das eigene Land? Steuergeld nach Griechenland! – Die FPÖ sieht’s anders: Nein zu 17 Milliarden-Geschenk an Griechenland! Österreich zuerst!“ – Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe und demonstrativer Beifall bei der FPÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Vizekanzler, einen Moment bitte. Die Freiheitliche Partei beziehungsweise der freiheitliche Klub hat sein Transparent hergezeigt. Ich ersuche, es nun wieder wegzuräumen! (Zwischenrufe und demonstrativer Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll (fortsetzend): Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Frage, wer sich um Österreich kümmert, kann ich wie folgt beantworten: Die Verantwortlichen sitzen hier auf der Regierungsbank und auch in den verantwortungsvollen Fraktionen der großen Koalition, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist eine Verhöhnung der Steuerzahler!
In einer der schwierigsten Phasen, die das Land seit 1945 gesehen hat, halten wir Kurs und geben die richtigen Antworten. Wir hetzen nicht auf, sondern führen zusammen und entscheiden die richtigen Dinge. Das sind die Momente, in denen es um Verantwortung geht und nicht um das Gegenteil, nämlich um Populismus, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist eine Verhöhnung der Steuerzahler!)
Zwischenrufe bei der FPÖ
Das drückt sich auch in den Maßnahmen aus. Wir werden von österreichischer Seite für den Haftungsschirm 15 Milliarden € zur Verfügung stellen müssen, aber ich bin nicht bereit, zusätzliche Haftungen für die Republik Österreich einzugehen, meine sehr geehrten Damen und Herren – und das ist Verantwortung für Österreich! (Zwischenrufe bei der FPÖ) –, sondern wir werden den Bankenhaftungsschirm um 15 Milliarden € reduzieren, was oftmals von Ihnen kritisiert wurde, und dafür diese 15 Milliarden ohne einen Euro zusätzlich für die Hilfe in Europa bereitstellen. Das ist eine intelligente Umschichtung, so soll es sein, und das wird auch eine entsprechende Wirkung erzielen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Das drückt sich auch in den Maßnahmen aus. Wir werden von österreichischer Seite für den Haftungsschirm 15 Milliarden € zur Verfügung stellen müssen, aber ich bin nicht bereit, zusätzliche Haftungen für die Republik Österreich einzugehen, meine sehr geehrten Damen und Herren – und das ist Verantwortung für Österreich! (Zwischenrufe bei der FPÖ) –, sondern wir werden den Bankenhaftungsschirm um 15 Milliarden € reduzieren, was oftmals von Ihnen kritisiert wurde, und dafür diese 15 Milliarden ohne einen Euro zusätzlich für die Hilfe in Europa bereitstellen. Das ist eine intelligente Umschichtung, so soll es sein, und das wird auch eine entsprechende Wirkung erzielen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, was ist auf dem Weg in die Zukunft als Lehre aus der Krise zu ziehen und was ist zu tun? – Es muss ein Paket mit verschiedenen Maßnahmen geben. Wir haben in Europa gerade auch in den letzten Stunden ganz klare Signale gesetzt. Die Krise, in der wir uns befinden, ist hauptsächlich eine Schuldenkrise in Ländern, in denen eine Ausgabenkultur geherrscht hat, als ob es kein Morgen gäbe. Das ist die Grundlage des Problems, das wir haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die gestrige Hedgefonds-Regelung war ein großer und wichtiger Schritt. Damit ist es erstmals gelungen, 2 000 Milliarden € – eine unglaubliche Summe! – an Fondsvermögen in Europa an die Leine zu nehmen. Das ist ein großartiger Erfolg, für den wir gekämpft haben. Das ist nun gelungen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich werde mich auch in der Task Force, die am Freitag das erste Mal tagt, dafür einsetzen, dass wir einen stärkeren Eingriff und Durchgriff im Bereich der Datenmaterialien durch Eurostat und durch andere Maßnahmen auf die Budgets sowie auf die wirtschaftliche Koordination in der Eurozone und in Europa bekommen. Es ist ein ganz wichtiger Punkt, dass die Europäische Kommission einerseits stärker mit Sanktionsmöglichkeiten ausgestattet wird und andererseits auch den Ein- und Durchgriff besser organisieren und in der Folge auch die entsprechenden Sanktionen vornehmen kann. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das wird uns noch fordern, meine sehr geehrten Damen und Herren, weil manche Länder das anders sehen, aber das ist notwendig. Ich bin der Meinung des Bundeskanzlers, wenn er sagt, dass wir nicht über die Maßnahmen in den Ländern einen europäischen Zwangsschirm zu spannen brauchen, aber wir müssen sehr wohl etwas tun, damit die unverrückbaren Eckpunkte der Budgetgestaltung – Zielsetzung, Defizit- und Schuldenplanung – auch in Europa stärker aus einer Hand kontrolliert, umgesetzt und begleitet werden. Ein solches Controlling-System brauchen wir, und das werden wir auch entsprechend einführen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Strache.
Wir haben die notwendigen, richtigen Dinge getan. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Das ist nicht für Griechenland geschehen, sondern für Europa, für Österreich und für die Menschen, die in diesem Land wirtschaften, arbeiten und Perspektiven haben wollen. Das ist die Grundbotschaft des Rettungsschirms, der heute im Parlament diskutiert und beschlossen werden soll. In diesem Sinne wurden viele Maßnahmen eingeleitet, und diese Maßnahmen auf dem richtigen Weg sind jetzt und in Europa zu beschließen und umzusetzen.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne danke ich für die Unterstützung und für die schnelle Ermöglichung der Koordination und der Diskussion mit allen Parlamentsparteien in diesem Land. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Oje!
Herr Abgeordneter Cap ist der Erste, der zu Wort gelangt. – Bitte. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Oje!)
Abg. Kickl: Ja, über Sie!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Meine Damen und Herren, ganz verstehe ich das Verhalten von Teilen der Opposition bei diesem ernsten Thema nicht: Es gab Gejohle, Gelächter und komische Zwischenrufe. (Abg. Kickl: Ja, über Sie!) Das ist Ihr Verhalten, anstatt dass Sie daran denken, wie man gemeinsam einen Beitrag leisten könnte! – Mein Rat an Teile der Opposition wäre: Denken Sie weniger an sich, denken Sie mehr an Österreich! Das wäre wichtiger. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Meine Damen und Herren, ganz verstehe ich das Verhalten von Teilen der Opposition bei diesem ernsten Thema nicht: Es gab Gejohle, Gelächter und komische Zwischenrufe. (Abg. Kickl: Ja, über Sie!) Das ist Ihr Verhalten, anstatt dass Sie daran denken, wie man gemeinsam einen Beitrag leisten könnte! – Mein Rat an Teile der Opposition wäre: Denken Sie weniger an sich, denken Sie mehr an Österreich! Das wäre wichtiger. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich verstehe schon, dass es für Sie gefühlsmäßig eine Belastung ist, wenn es eine Bundesregierung gibt, die – wie jetzt gerade – erfolgreich auf europäischer Ebene tätig ist! (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Denken Sie ein bisschen um und freuen Sie sich mit uns, dass es diese Bewegung gibt. Es ist dies im Interesse Österreichs, wenn auch vielleicht nicht in Ihrem Interesse. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Genauso verhält es sich damit, dass der Herr Vizekanzler jetzt bei den Finanzministern einen Schritt in die richtige Richtung betreffend Hedgefonds erreicht hat. Freuen Sie sich doch! (Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
In Wirklichkeit geht es darum, dass es da bei der Umsetzung ganz präzise Regelungen geben muss, damit man den Verursachern das Handwerk legt. Letztere plus diese superschlauen Investmentbanker haben nämlich dafür gesorgt, dass es diese Finanz- und Wirtschaftskrise gibt, und jetzt wollen sie sich aus der Verantwortung stehlen. Sie wollen abkassieren, das Risiko und die Kosten sollen hingegen die Steuerzahlerinnen und die Steuerzahler tragen. Dazu sagen wir Sozialdemokraten: Nein, so kann es nicht sein! Die Verantwortung muss eindeutig von denen getragen werden! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Schauen Sie: Erstens sind Sie nicht laut genug. Zweitens verstehe ich Sie nicht. Und selbst wenn ich Sie akustisch verstehen würde, würde ich trotzdem nicht verstehen, was Sie gerade sagen. Daher ist das sinnlos. Stellen Sie diese komischen Zwischenrufe ein! Das wäre sinnvoller. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Bucher: Sie tun genau das Gegenteil! – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es gilt daher, diese Transaktionssteuer umzusetzen, die – das sollte man jetzt einmal übersetzen – eine Antispekulationssteuer ist. Wir stehen auf der Seite jener, die sagen, dass die fleißigen Unternehmer und die fleißigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geschützt, unterstützt und gefördert werden müssen und nicht die Spekulanten. Daher ist es goldrichtig, dass jetzt von Österreich diese Initiativen auf allen Ebenen ausgehen, um gegenüber diesen Spekulanten hart aufzutreten und sich im Endeffekt durchzusetzen. (Abg. Bucher: Sie tun genau das Gegenteil! – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Was ist mit der Voves-Stiftung in der Steiermark?
glaube ich, dass es auch wichtig ist, gegen diese Steueroasen, etwa in der Karibik, auf den Cayman-Inseln oder in einzelnen kleinen europäischen Ländern, vorzugehen. Dazu zählt auch die Schweiz. (Abg. Strache: Was ist mit der Voves-Stiftung in der Steiermark?)
Abg. Kickl: Das ist eine ausländerfeindliche Rede!
Daher ist es mir ganz wichtig, in diesem Zusammenhang für eine Austrocknung aller Steueroasen zu plädieren. Es muss alles unternommen werden, um der globalen Steuerflucht entgegenzuwirken. Die Situation der nationalen Budgets wäre ganz anders, wenn es gelänge, hier mehr Fortschritte zu erreichen! (Abg. Kickl: Das ist eine ausländerfeindliche Rede!)
Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou zuerst! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich sage Ihnen etwas: Mir ist es völlig egal, von welcher Partei, es müssen diejenigen, die ... – (Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou zuerst! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Den Namen Karamanlis sollte man dabei nie vergessen. Er war zumindest mit seiner Untätigkeit nicht ganz unbeteiligt. (Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou ist Erster!) Ich sage nur, auch das ist ein Aspekt, der dazugehört.
Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou ist Erster!
Ich sage Ihnen etwas: Mir ist es völlig egal, von welcher Partei, es müssen diejenigen, die ... – (Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou zuerst! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Den Namen Karamanlis sollte man dabei nie vergessen. Er war zumindest mit seiner Untätigkeit nicht ganz unbeteiligt. (Abg. Ing. Westenthaler: Papandreou ist Erster!) Ich sage nur, auch das ist ein Aspekt, der dazugehört.
Abg. Bucher: Was sollen wir anerkennen?
Sie endlich einmal anerkennen und in Ihre künftigen Reden auch einbauen. (Abg. Bucher: Was sollen wir anerkennen?) Das ist ein ganz wichtiger Aspekt dabei.
Rufe bei FPÖ und BZÖ: Die Schweiz!
Aber es kommt noch etwas dazu, es geht nämlich auch um die Frage: Wer ist schuld an dieser Situation? – Das haben wir ja bereits aufgearbeitet: Das sind die Hedgefonds (Rufe bei FPÖ und BZÖ: Die Schweiz!), die Finanzwirtschaftskrise. (Abg. Strache: Sicher die Schweiz! Bei Ihnen wahrscheinlich die Schweiz!) – Nicht die Schweiz, so ein Unsinn. Die Schweiz schon gar nicht, die Schweizer Banken sind diejenigen, die die großen Geschäfte gemacht haben.
Abg. Strache: Sicher die Schweiz! Bei Ihnen wahrscheinlich die Schweiz!
Aber es kommt noch etwas dazu, es geht nämlich auch um die Frage: Wer ist schuld an dieser Situation? – Das haben wir ja bereits aufgearbeitet: Das sind die Hedgefonds (Rufe bei FPÖ und BZÖ: Die Schweiz!), die Finanzwirtschaftskrise. (Abg. Strache: Sicher die Schweiz! Bei Ihnen wahrscheinlich die Schweiz!) – Nicht die Schweiz, so ein Unsinn. Die Schweiz schon gar nicht, die Schweizer Banken sind diejenigen, die die großen Geschäfte gemacht haben.
Rufe bei der FPÖ: Wer sagt das?
Aber worum es wirklich geht, ist: Es wird gegeneinander ausgespielt! Es heißt plötzlich, der Sozialstaat wäre schuld, das Gesundheitssystem, ein funktionierendes Pensionssystem wären schuld. (Rufe bei der FPÖ: Wer sagt das?) Das wird plötzlich ständig behauptet. (Abg. Weinzinger: Wo hat das wer gesagt? Das hat kein Mensch gesagt! Sie sagen es!) Wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt, wird behauptet. (Abg. Dr. Graf: Der Androsch hat das gesagt!) – Etwas so Absurdes!
Abg. Weinzinger: Wo hat das wer gesagt? Das hat kein Mensch gesagt! Sie sagen es!
Aber worum es wirklich geht, ist: Es wird gegeneinander ausgespielt! Es heißt plötzlich, der Sozialstaat wäre schuld, das Gesundheitssystem, ein funktionierendes Pensionssystem wären schuld. (Rufe bei der FPÖ: Wer sagt das?) Das wird plötzlich ständig behauptet. (Abg. Weinzinger: Wo hat das wer gesagt? Das hat kein Mensch gesagt! Sie sagen es!) Wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt, wird behauptet. (Abg. Dr. Graf: Der Androsch hat das gesagt!) – Etwas so Absurdes!
Abg. Dr. Graf: Der Androsch hat das gesagt!
Aber worum es wirklich geht, ist: Es wird gegeneinander ausgespielt! Es heißt plötzlich, der Sozialstaat wäre schuld, das Gesundheitssystem, ein funktionierendes Pensionssystem wären schuld. (Rufe bei der FPÖ: Wer sagt das?) Das wird plötzlich ständig behauptet. (Abg. Weinzinger: Wo hat das wer gesagt? Das hat kein Mensch gesagt! Sie sagen es!) Wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt, wird behauptet. (Abg. Dr. Graf: Der Androsch hat das gesagt!) – Etwas so Absurdes!
Abg. Vilimsky: Was für ein Wachstum? Wo leben Sie?
Schauen Sie sich an, was in Wirklichkeit notwendig ist! Es muss diese Finanzmarktregelungen geben, dass es keine Wiederholung dieser Krisen gibt. Das ist das Entscheidende. Ganz wichtig dabei ist ein Ja zum nachhaltigen Sparen, ein Ja zum effizienten Sparen, selbstverständlich ein verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern, aber bestimmt kein Abwürgen der Konjunktur, kein Abwürgen des Wachstums, Beschäftigung und Wachstum weiterhin als Perspektive vor Augen zu haben, damit es Beschäftigung gibt. (Abg. Vilimsky: Was für ein Wachstum? Wo leben Sie?) Sie wollen immer eine soziale Partei sein – Sie sollten sich des Sozialen ein bisschen erinnern, wenn Sie einen Zwischenruf machen.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Das, was wir heute beschließen, ist in Wirklichkeit ein Beschluss, der primär Österreich nutzen wird, denn Griechenland ist ein Handelspartner, viele potenzielle andere Mitgliedsländer der Europäischen Union sind Handelspartner. Das sichert Beschäftigung in Österreich, das bietet die Möglichkeit, unsere Produkte weiter zu verkaufen. Das ist als ein Ganzes zu sehen: dass der gesamte Wirtschafts- und Währungsraum auch global wettbewerbsfähig ist, dass wir auf Augenhöhe sind mit den Amerikanern, dass wir auf Augenhöhe sind mit Asien, mit China. Das ist, glaube ich, entscheidend. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist entscheidend, und daher sind die Beschlüsse heute richtig. Die Perspektive der Regelungen und der Ordnung, die eingeführt werden, geht in die richtige Richtung. Wir werden Druck machen, dass das auch wirklich präzise umgesetzt wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Da kommt der Grasser ganz schlecht weg!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Bundeskanzler! Herr Finanzminister! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Josef Urschitz ist heute in einem Leitartikel in der „Presse“ dem Thema der jahrelang ignorierten Kritik an der Schuldenpolitik vieler Länder nachgegangen. (Abg. Mag. Stadler: Da kommt der Grasser ganz schlecht weg!) Er hat das Ganze unter den Titel gestellt: „Wie man durch Ignoranz eine Währung weichklopft.“ Ich meine, Urschitz hat recht, so wie auch viele Experten recht haben: Die Ursache der Finanzkrise, die wir derzeit – leider – diskutieren und beseitigen und bewältigen müssen, ist die massive Verschuldung vieler Staaten, nicht nur in Europa, sondern nahezu auf der ganzen Welt; und dazu gehört auch Österreich.
Abg. Weinzinger: Haben wir heute eine Schweiz-Debatte?
Herr Kollege Cap, es hat mich nicht überrascht, aber doch ein bisschen enttäuscht, dass du die Ursachen eigentlich nur bei den Spekulanten und beim Finanzmarkt und sogar noch bei der Schweiz und bei Steueroasen suchen willst. Zur Schweiz nur ein Wort: Führen wir eine seriöse Debatte über unseren Nachbarstaat! (Abg. Weinzinger: Haben wir heute eine Schweiz-Debatte?) Die Schweiz zahlt zwei Mal so viel wie wir in den IWF. Die Schweiz hat inzwischen zwei Drittel ihrer Devisenreserven in Euro, trägt also auch massiv zur Stabilisierung des Euro bei. Sie hat es nicht verdient, auf diese undifferenzierte Art und Weise behandelt zu werden. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Strache: Das ist richtig!) Aber natürlich sind auch die Spekulanten mit schuld. Sie sind zwar nicht die Ursache – das sind die Schulden –, aber sie sind als Verstärker dieser Krise aufgetreten und haben das Problem natürlich noch vergrößert.
Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Strache: Das ist richtig!
Herr Kollege Cap, es hat mich nicht überrascht, aber doch ein bisschen enttäuscht, dass du die Ursachen eigentlich nur bei den Spekulanten und beim Finanzmarkt und sogar noch bei der Schweiz und bei Steueroasen suchen willst. Zur Schweiz nur ein Wort: Führen wir eine seriöse Debatte über unseren Nachbarstaat! (Abg. Weinzinger: Haben wir heute eine Schweiz-Debatte?) Die Schweiz zahlt zwei Mal so viel wie wir in den IWF. Die Schweiz hat inzwischen zwei Drittel ihrer Devisenreserven in Euro, trägt also auch massiv zur Stabilisierung des Euro bei. Sie hat es nicht verdient, auf diese undifferenzierte Art und Weise behandelt zu werden. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Strache: Das ist richtig!) Aber natürlich sind auch die Spekulanten mit schuld. Sie sind zwar nicht die Ursache – das sind die Schulden –, aber sie sind als Verstärker dieser Krise aufgetreten und haben das Problem natürlich noch vergrößert.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn die FPÖ hier ein Plakat mit „Österreich zuerst!“ ausrollt, also bitte: Seien wir nicht so selbstgefällig! Erstens sind wir in der Eurozone, und wenn wir diese Rettungsaktion nicht gemacht hätten, würden wir genauso wie viele andere viel stärker darunter zu leiden haben als jetzt, wenn wir dazu beitragen müssen, das Ganze zu sanieren. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wenn Sie also sagen: „Österreich zuerst!“, dann ist das in Wirklichkeit ein ausgemachter Blödsinn. Denn nicht zu helfen, würde sich genau gegen Österreich und gegen die Österreicherinnen und Österreicher richten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ganz im Gegenteil! – Abg. Kickl: Völlig eindimensional!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ganz im Gegenteil! – Abg. Kickl: Völlig eindimensional!
Wenn die FPÖ hier ein Plakat mit „Österreich zuerst!“ ausrollt, also bitte: Seien wir nicht so selbstgefällig! Erstens sind wir in der Eurozone, und wenn wir diese Rettungsaktion nicht gemacht hätten, würden wir genauso wie viele andere viel stärker darunter zu leiden haben als jetzt, wenn wir dazu beitragen müssen, das Ganze zu sanieren. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Wenn Sie also sagen: „Österreich zuerst!“, dann ist das in Wirklichkeit ein ausgemachter Blödsinn. Denn nicht zu helfen, würde sich genau gegen Österreich und gegen die Österreicherinnen und Österreicher richten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ganz im Gegenteil! – Abg. Kickl: Völlig eindimensional!)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Zweites, meine Damen und Herren: Seien wir doch nicht so unehrlich! Auch die Budgetsituation und die wirtschaftliche Situation in Österreich sind nicht unproblematisch. 43 Prozent Steuern und Abgaben reichen in unserem Land nicht dazu aus, die Staatsausgaben zu bedecken! Da stimmt doch etwas nicht, und da müssen auch wir bei uns etwas ändern! Eine aufgeblähte Verwaltung, ineffiziente Staatsbetriebe wie die ÖBB oder auch, Kollege Cap, eine 30-prozentige Sozialquote – all das ist schön und gut, aber man muss es sich leisten können und nicht von unseren Kindern bezahlen lassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Rufe bei den Grünen: Was für ein Blödsinn!
Das heißt – seien wir doch so ehrlich! –, viele Staaten haben schon vor der Krise über die Verhältnisse gelebt, auch Österreich, und das, Kollege Cap, ist nicht, wie du kürzlich gemeint hast, zynisch, sondern schlicht und einfach wahr. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe bei den Grünen: Was für ein Blödsinn!)
Abg. Strache: Wer sind diese Experten?
Meine Damen und Herren! Wir beschließen heute einen Kreditrahmen für Griechenland, einen Haftungsrahmen zur Stabilisierung des Euro in einem Ausmaß, das sich viele Menschen gar nicht vorstellen können. Die Menschen haben auch Angst, die Menschen sind verunsichert. Alle Experten sagen uns aber, dass das, was wir heute hier tun, letzten Endes auch zur Sicherung unseres Wohlstandes notwendig ist. (Abg. Strache: Wer sind diese Experten?)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Welche Regelungen?
Meine Damen und Herren, wir müssen aber aus dieser Krise und diesen notwendig gewordenen Maßnahmen auch Lehren ziehen: harte Auflagen für die sogenannten Nehmerländer, wirksame Budgetkontrolle, der auch wir uns fraglos unterwerfen werden müssen – allerdings haben wir nichts zu befürchten –, Kontrolle der Finanzmärkte, eine starke europäische Finanzmarktaufsicht, eine Steuerung der Finanzmärkte. Ja, wir brauchen europäische Rating-Agenturen, die nicht von Banken und internationalen Unternehmen abhängig sind. Wir brauchen Regelungen für die Hedgefonds (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Welche Regelungen?), Gratulation Herr Finanzminister! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Welche Regelungen? Das ist ein Witz!) Wir brauchen zum Beispiel Verbote für Leerverkäufe, wie die Deutschen das schon beschlossen haben, und wir brauchen auch eine Entschleunigung der Finanzmärkte.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Welche Regelungen? Das ist ein Witz!
Meine Damen und Herren, wir müssen aber aus dieser Krise und diesen notwendig gewordenen Maßnahmen auch Lehren ziehen: harte Auflagen für die sogenannten Nehmerländer, wirksame Budgetkontrolle, der auch wir uns fraglos unterwerfen werden müssen – allerdings haben wir nichts zu befürchten –, Kontrolle der Finanzmärkte, eine starke europäische Finanzmarktaufsicht, eine Steuerung der Finanzmärkte. Ja, wir brauchen europäische Rating-Agenturen, die nicht von Banken und internationalen Unternehmen abhängig sind. Wir brauchen Regelungen für die Hedgefonds (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Welche Regelungen?), Gratulation Herr Finanzminister! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Welche Regelungen? Das ist ein Witz!) Wir brauchen zum Beispiel Verbote für Leerverkäufe, wie die Deutschen das schon beschlossen haben, und wir brauchen auch eine Entschleunigung der Finanzmärkte.
Beifall bei der ÖVP.
Eine Finanztransaktionssteuer, Herr Bundeskanzler, kann dazu selbstverständlich auch einen Beitrag leisten. Aber, Herr Bundeskanzler, wenn wir diese ausgestalten würden als – wie Sie einmal angedacht haben – reine Börsenumsatzsteuer, dann würde sie ihren Zweck verfehlen. Sie würde vielleicht Geld in die Kassa bringen, aber auf dem Finanzmarkt mit Sicherheit nicht jenen Lenkungseffekt erzeugen, den wir eigentlich brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber, meine Damen und Herren, es ist nicht seriös, die Menschen glauben zu machen, mit ein paar Maßnahmen gegen Spekulanten und gegen „G’stopfte“, wie man so gerne sagt, sei das Problem zu lösen und wir könnten dann so weitermachen wie vor der Krise. Nein! Wir müssen erkennen und zugeben, dass das ständige Über-die-Verhältnisse-Leben vieler Staaten, auch Österreichs, die Ursache der Krise ist. Wenn wir diese Ursache nicht beseitigen, dann landen wir schneller, als uns allen lieb sein kann, in der nächsten Krise. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Das hat man bei den Lehrern gesehen!
Das heißt, meine Damen und Herren, wir kommen gar nicht darum herum, jene strukturellen Probleme, die wir auch in Österreich haben und die auch vor der Krise schon da waren – im Gesundheitswesen, im Pensionssystem, in der Verwaltung, auch im Förderungswesen –, zu beheben und zu verbessern. (Abg. Mag. Stadler: Das hat man bei den Lehrern gesehen!) Professor Aiginger, der Parteipolitik wirklich unverdächtig, hat bei der SPÖ-Klubklausur ein paar gute Anleitungen gegeben. Es hat vielleicht in der SPÖ nicht allen gefallen (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Regiefehler!), aber er hat dafür plädiert, keinen Alleingang bei der Finanztransaktionssteuer zu machen, eine ausgabenseitige Sanierung des Budgets vorzunehmen, intelligente Privatisierungen durchzuführen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Regiefehler!
Das heißt, meine Damen und Herren, wir kommen gar nicht darum herum, jene strukturellen Probleme, die wir auch in Österreich haben und die auch vor der Krise schon da waren – im Gesundheitswesen, im Pensionssystem, in der Verwaltung, auch im Förderungswesen –, zu beheben und zu verbessern. (Abg. Mag. Stadler: Das hat man bei den Lehrern gesehen!) Professor Aiginger, der Parteipolitik wirklich unverdächtig, hat bei der SPÖ-Klubklausur ein paar gute Anleitungen gegeben. Es hat vielleicht in der SPÖ nicht allen gefallen (Abg. Ing. Westenthaler: Das war ein Regiefehler!), aber er hat dafür plädiert, keinen Alleingang bei der Finanztransaktionssteuer zu machen, eine ausgabenseitige Sanierung des Budgets vorzunehmen, intelligente Privatisierungen durchzuführen.
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine, das wäre eine Chance, um zum Beispiel Geld in einen Zukunftsfonds zu bekommen, das wir dringend bräuchten, um Offensiven bei Innovation, Bildung, Forschung, neuen Produkten, Exporten voranzutreiben. Das würde uns Wachstum bringen, und Wachstum würde uns Geld in die Kassa bringen, das wir anderenfalls unter Umständen durch Korrekturen bei Steuergesetzen hereinbringen müssten. Also legen wir doch lieber den Fokus auf verstärktes Wachstum in unserem Land, denn das bringt auch automatisch mehr Wohlstand in unser Land! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Wer ist in der Regierung?!
in ganz Europa und auf der ganzen Welt rasch in der nächsten Krise. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Wer ist in der Regierung?!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kann mich noch an die Sonderpräsidiale erinnern, die vergangene Woche stattgefunden hat, bei der eigenartigerweise der Herr Bundeskanzler nicht zugegen war. Er hat es offenbar nicht für wichtig genug empfunden, die Klubobleute und die Präsidenten des Nationalrates zu informieren über die Vorgangsweise, die letzte Woche auch in der Europäischen Union besprochen wurde, und hat somit zugelassen, dass ohne Debatte hier im Hohen Haus Zusagen erfolgen. Der Herr Vizekanzler war anwesend und hat – wortwörtlich – davon gesprochen, mit durchaus blassem Gesicht, dass wir uns in einer seit den Dreißigerjahren noch nie so ernsthaften Krise befinden. Wortwörtlich hat er das sozusagen zum Besten gegeben. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) – Ich sage, wenn man sich im Vergleich dazu Ihre Ausführungen von heute zu Gemüte führt, dann muss man zum Teil peinlich berührt sein.
Beifall bei der FPÖ.
Wenn dann Sie, Herr Klubobmann Cap, davon sprechen, dass Spiros Latsis, der reichste Grieche, der da spekulativ natürlich voll dabei war, jetzt – dank Ihnen, Herr Klubobmann Cap, dank der SPÖ! – Milliarden an österreichischen Steuergeldern bekommt, damit er seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann, dann ist das letztklassig. Letztklassig ist das, was Sie hier heute geboten haben! (Beifall bei der FPÖ.) Da ist die „SPÖ-Sektion Golfplatz“ unterwegs und nicht das, was Sie versuchen, vorzugeben!
Beifall bei der FPÖ.
Das, was sich derzeit rund um das Griechenland-Paket, das heute beschlossen wird, abspielt, dass Sie nämlich darum herumreden und gar nicht auf den Kern zu sprechen kommen, erinnert ein wenig an die Titanic. Das erinnert tatsächlich an die Titanic: Die Politiker von Rot und Schwarz tanzen auf dem Oberdeck und versuchen, sich als Retter feiern zu lassen, während das Medienorchester ein paar flotte Melodien spielt, aber den Passagieren unter Deck, sprich den österreichischen Steuerzahlern, das Wasser bis zum Hals steht aufgrund dessen, was Sie anrichten, indem Sie unser österreichisches Steuergeld in Banken- und Versicherungspakete stecken. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da baut die Europäische Union über die Köpfe der Bürger hinweg einen sogenannten Rettungsschirm im Ausmaß von 750 Milliarden €, an dem sich Österreich beteiligt, nämlich mit 2,3 Milliarden € aus dem Budget, mit weiteren 15 Milliarden € Haftungserklärungen, die – davon muss man ernsthaft ausgehen – bestimmt schlagend werden. Wir werden keinen einzigen Cent jemals wiedersehen, und auch die Staatsverschuldung wird natürlich weiter wachsen, obwohl wir jetzt schon dank dieser ÖVP/SPÖ-Bundesregierung unseren Kindern 13 Milliarden € im Jahr 2010 an weiteren Schulden aufbürden. Darüber hinaus gibt es auch noch ein kleines verstecktes 4-Milliarden-€-Paket über die Oesterreichische Nationalbank. Summa summarum 21,3 Milliarden € – und da stellen Sie sich hin und reden von einem großen Erfolg für die österreichische Bevölkerung?! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genau das spielt sich ab – und Sie sind der Handlanger dafür, Herr Cap! (Beifall bei der FPÖ.) Von Ihrer sozialen Verantwortung braucht man gar nicht mehr zu reden. Da ist eine asoziale Politik, die Sie zu verantworten haben.
Beifall bei der FPÖ.
Es ist kein Zufall, dass die Finanzinvestoren, die in Griechenland-Anleihen investiert haben, nun am lautesten nach einer Rettungsaktion gerufen haben. Sie wollen wieder einmal ihre Verluste auf die Allgemeinheit der europäischen Bürger abladen. Das aber darf sich nicht wiederholen. Da wären Sie in Ihrer politischen Verantwortung gefragt, anders zu handeln. (Beifall bei der FPÖ.) Und natürlich gibt es andere Wege und andere Möglichkeiten.
Beifall bei der FPÖ.
waren das, und wir haben leider recht behalten. Genau das ist der Punkt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie werden doch, bitte, den Bürgern heute nicht klarmachen wollen, dass mit dem Hilfspaket für Griechenland das Problem gelöst werden wird. Da stehen Spanien und Portugal als nächste Krisenländer vor der Tür. Mit welchen 100- und 1 000-Milliarden-€-Paketen werden Sie dann versuchen, das aufzufangen? Das können Sie doch niemandem erklären! (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir brauchen die Selbstverantwortung der einzelnen Staaten, und wir dürfen nicht den Fehler machen, zu einer Zentralplanung überzugehen. Alle Experten, von denen Sie heute gesprochen haben, sind genau jene EU-Experten, die uns in allen Bereichen in den letzten Jahren alles falsch vorausgesagt haben. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
tert. Sie sollten sich nicht auf diese berufen! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Klubobmann Strache, Sie sollten endlich einmal so ehrlich sein und sagen, was Sie wirklich wollen: Beantragen Sie den Austritt Österreichs aus der Europäischen Union, führen Sie die Grenzbalken wieder ein, den Eisernen Vorhang, machen Sie das endlich einmal deutlich, wofür Sie wirklich einstehen! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Aber geh!
Zur Bewältigung dieser globalen Krisen (Abg. Dr. Graf: Aber geh!), dieser schwierigen Situationen braucht man nicht weniger Europa (Abg. Dr. Graf: Die Freiheitlichen sind schuld an der Krise!, das ist offensichtlich das Grünen-Motto! – Zwischenruf des Abg. Amon), sondern mehr Europa und vor allem ein besseres Europa. (Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP und BZÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Dr. Graf.) Im Burgenland plakatieren Sie: Grenzen dicht! Wie soll man das sonst verstehen?
Abg. Dr. Graf: Die Freiheitlichen sind schuld an der Krise!, das ist offensichtlich das Grünen-Motto! – Zwischenruf des Abg. Amon
Zur Bewältigung dieser globalen Krisen (Abg. Dr. Graf: Aber geh!), dieser schwierigen Situationen braucht man nicht weniger Europa (Abg. Dr. Graf: Die Freiheitlichen sind schuld an der Krise!, das ist offensichtlich das Grünen-Motto! – Zwischenruf des Abg. Amon), sondern mehr Europa und vor allem ein besseres Europa. (Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP und BZÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Dr. Graf.) Im Burgenland plakatieren Sie: Grenzen dicht! Wie soll man das sonst verstehen?
Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP und BZÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Dr. Graf.
Zur Bewältigung dieser globalen Krisen (Abg. Dr. Graf: Aber geh!), dieser schwierigen Situationen braucht man nicht weniger Europa (Abg. Dr. Graf: Die Freiheitlichen sind schuld an der Krise!, das ist offensichtlich das Grünen-Motto! – Zwischenruf des Abg. Amon), sondern mehr Europa und vor allem ein besseres Europa. (Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP und BZÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl und Dr. Graf.) Im Burgenland plakatieren Sie: Grenzen dicht! Wie soll man das sonst verstehen?
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Gut, Sie wollen von uns heute die Zustimmung zu sehr, sehr heiklen und sehr schwierigen und komplexen Themen, nämlich das Euro-Rettungspaket und die Griechenland-Hilfe. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Hübner
Wir möchten uns jetzt sachlich in diese Diskussion einbringen, die wir vorher im Klub und in vielerlei Zirkeln sehr, sehr intensiv geführt haben, und ich möchte betonen, wie schwierig es ist, die zukünftigen Lösungswege zu beurteilen. Eines ist aber jedenfalls notwendig (Zwischenruf des Abg. Dr. Hübner): Man muss jedenfalls anerkennen, dass diese Euro-Rettungspakete notwendig waren, um wahrscheinlich einen bestimmten Flächenbrand zu vermeiden.
Beifall bei den Grünen.
Es ist unverzichtbar, Griechenland zu helfen, ja. Es ist unverzichtbar, auch schwierige Flächenbrandsituationen abzuwehren. Aber es ist auch unverzichtbar, endlich einmal die Versprechen wahrzumachen, die die Politik der europäischen Finanzminister, die europäischen Staats- und Regierungschefs seit Jahren immer wieder von Rednerpulten sozusagen herunterschwingen, aber bis zum heutigen Tag nicht eingehalten haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kickl: Verkehrt!
Wir stehen vor der Situation, hier reine Ursachenbekämpfung zu bewerten und nicht tatsächlich (Abg. Kickl: Verkehrt!), reine Symptombekämpfung, umgekehrt – Danke schön –, und nicht wirklich die Ursachen angehen zu können. Mittlerweile hat die Bevölkerung auch ein großes Vertrauensproblem, und ich möchte das anhand der jetzt schon geführten Diskussion um die Hedgefonds noch einmal erläutern.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!
Die ganz spekulativen Geschäftspraktiken, diese sehr extrem riskanten Unterfangen, die die Hedgefonds betreiben, sind in gar keiner Weise eingeschränkt, das ist alles noch zu erledigen. Da kommt dann das große Vertrauensproblem bei der Bevölkerung, wenn Sie sagen: Problem abgehakt! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!), aber das Problem besteht noch weiterhin. Das ist das Vertrauensproblem, das auch wir mittlerweile haben! (Beifall bei den Grünen. – Bundesministerin Dr. Fekter: Ja angehen müssen wir es einmal!)
Beifall bei den Grünen. – Bundesministerin Dr. Fekter: Ja angehen müssen wir es einmal!
Die ganz spekulativen Geschäftspraktiken, diese sehr extrem riskanten Unterfangen, die die Hedgefonds betreiben, sind in gar keiner Weise eingeschränkt, das ist alles noch zu erledigen. Da kommt dann das große Vertrauensproblem bei der Bevölkerung, wenn Sie sagen: Problem abgehakt! (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein!), aber das Problem besteht noch weiterhin. Das ist das Vertrauensproblem, das auch wir mittlerweile haben! (Beifall bei den Grünen. – Bundesministerin Dr. Fekter: Ja angehen müssen wir es einmal!)
Abg. Kickl: Das ist ein ... !
Was machen Sie jetzt als Bundeskanzler? – Das finde ich besonders bemerkenswert: keine Regierungsinitiative, aber eine Bürgerinitiative. Also das erwarten wir nicht von Ihnen. Was sind Sie denn eigentlich von Beruf, Herr Bundeskanzler? – (Abg. Kickl: Das ist ein ... !) Sie sind Regierungsvertreter, Sie sind Staats- und Regierungschef Österreichs, und Sie sollten die anderen Staats- und Regierungschefs Europas davon überzeugen. Die sind nämlich zu überzeugen! – die Bevölkerung brauchen Sie, glaube ich, nicht mehr zu überzeugen, die brauchen Sie auch nicht mehr zu fragen. (Beifall bei den Grünen.) Ich glaube, da ist ein einhelliges Bild da. (Abg. Krainer: Darauf müssen Sie schon eingehen! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) Also Regierungsinitiativen – keine Bürgerinitiativen!
Beifall bei den Grünen.
Was machen Sie jetzt als Bundeskanzler? – Das finde ich besonders bemerkenswert: keine Regierungsinitiative, aber eine Bürgerinitiative. Also das erwarten wir nicht von Ihnen. Was sind Sie denn eigentlich von Beruf, Herr Bundeskanzler? – (Abg. Kickl: Das ist ein ... !) Sie sind Regierungsvertreter, Sie sind Staats- und Regierungschef Österreichs, und Sie sollten die anderen Staats- und Regierungschefs Europas davon überzeugen. Die sind nämlich zu überzeugen! – die Bevölkerung brauchen Sie, glaube ich, nicht mehr zu überzeugen, die brauchen Sie auch nicht mehr zu fragen. (Beifall bei den Grünen.) Ich glaube, da ist ein einhelliges Bild da. (Abg. Krainer: Darauf müssen Sie schon eingehen! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) Also Regierungsinitiativen – keine Bürgerinitiativen!
Abg. Krainer: Darauf müssen Sie schon eingehen! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Was machen Sie jetzt als Bundeskanzler? – Das finde ich besonders bemerkenswert: keine Regierungsinitiative, aber eine Bürgerinitiative. Also das erwarten wir nicht von Ihnen. Was sind Sie denn eigentlich von Beruf, Herr Bundeskanzler? – (Abg. Kickl: Das ist ein ... !) Sie sind Regierungsvertreter, Sie sind Staats- und Regierungschef Österreichs, und Sie sollten die anderen Staats- und Regierungschefs Europas davon überzeugen. Die sind nämlich zu überzeugen! – die Bevölkerung brauchen Sie, glaube ich, nicht mehr zu überzeugen, die brauchen Sie auch nicht mehr zu fragen. (Beifall bei den Grünen.) Ich glaube, da ist ein einhelliges Bild da. (Abg. Krainer: Darauf müssen Sie schon eingehen! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm. – Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) Also Regierungsinitiativen – keine Bürgerinitiativen!
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Wir haben selbstverständlich die Notwendigkeit dieser Pakete anerkannt. Allerdings es gibt zwei ganz große Probleme. Das erste große Problem habe ich schon beschrieben. Es fehlen die Begleitmaßnahmen, und damit hat die Politik insgesamt ein großes Vertrauensproblem. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Die österreichische Politik, nämlich Sie, Herr Bundeskanzler, und Herr Vizekanzler als Finanzminister, aber vor allem auch die europäischen Staats- und Regierungschefs haben ein riesiges Vertrauensproblem.
Beifall bei den Grünen.
Es bröckelt zwar der Widerstand, aber man hat sich, wie ich das gestern gehört habe, nur darauf geeinigt, weltweit die Finanztransaktionssteuer nun zu befürworten. – Das reicht uns einfach nicht! Das ist uns zu wenig! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das alles sind offene Fragen, und das alles sind Fragen, auf die wir bis jetzt keine Antwort bekommen haben. Sie beschreiben das alles als Erfolg. Das ist eine sehr, sehr heikle und sehr schwierige Situation, und wir verlangen von Ihnen einfach mehr Einsatz und mehr Arbeit, um diese Probleme zu bewältigen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Bucher: Zwei bei zwei Tagesordnungspunkten!
Wir anerkennen, dass es notwendig war, deswegen erhalten Sie vom Grünen Klub jedenfalls zwei Zustimmungen. (Abg. Bucher: Zwei bei zwei Tagesordnungspunkten!) Sie können uns aber alle auch noch überzeugen, wenn Sie tatsächlich auch heute einem Entschließungsantrag zustimmen, in dem Begleitmaßnahmen noch verbindlich festgeschrieben sind. Wenn es nicht möglich ist, innerhalb eines überschaubaren Zeitraums eine europäische Finanztransaktionssteuer einzuführen, warum machen wir es dann nicht in Österreich? Warum machen wir es nicht so wie die Schweiz oder wie Großbritannien, die im Übrigen sehr, sehr hohe Steuersätze auf Finanztransaktionen haben.
Abg. Krainer: Vom eigenen Oppositionspartner?
Eine Börsenumsatzsteuer wäre das in Österreich. Der Finanzminister hat es, glaube ich, schon abgelehnt, der Bundeskanzler hat es gefordert. Jetzt können wir einmal sehen, wie durchsetzungsstark Sie sind, Herr Kollege Faymann, zumindest einmal gegenüber dem eigenen Oppositions... (Abg. Krainer: Vom eigenen Oppositionspartner?) dem eigenen Regierungspartner, das zumindest in Österreich zu machen.
Beifall bei den Grünen.
Also ein Vertrauensproblem – das ist der Kern der heutigen Debatte! Beweisen Sie, dass Sie es ernst meinen, und machen Sie endlich Nägel mit Köpfen! Sagen Sie: Okay, es geht im Moment auf der europäischen Ebene noch nicht, dann machen wir es zumindest in Österreich, dann machen wir hier einen Schritt vorwärts und lösen damit eine gewisse Dynamik aus! Aber nehmen Sie das endlich ernst! Wenn schon Notfallpakete unverzichtbar sind, dann sind Begleitmaßnahmen erst recht unverzichtbar – ansonsten schwächen Sie Europa! Sie stärken es nicht, sondern Sie schwächen es, und Sie schwächen vor allem das Vertrauen der Bevölkerung in ein extrem wichtiges Projekt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das war eine Fehlinformation!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Herr Vizekanzler Pröll war heute so gnädig, uns darüber zu informieren, dass auf europäischer Ebene ein „Paketerl“ geschnürt wurde in der Größenordnung von 750 Milliarden €. Herr Vizekanzler ... (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das war eine Fehlinformation!)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll
Ja, wenn Sie uns schon informieren, dann informieren Sie uns richtig, (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll) sprechen Sie nicht von 700 Milliarden €, sondern sprechen Sie vom tatsächlichen Betrag, der geschnürt wurde, nämlich 750 Milliarden €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind nur 50 Milliarden weniger!) Wenn Sie 50 Milliarden € so einfach unter den Tisch fallen lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz), meine sehr geehrten Damen und Herren, dann denken Sie daran, dass das österreichische Budget fast genauso hoch ist. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind nur 50 Milliarden weniger!
Ja, wenn Sie uns schon informieren, dann informieren Sie uns richtig, (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll) sprechen Sie nicht von 700 Milliarden €, sondern sprechen Sie vom tatsächlichen Betrag, der geschnürt wurde, nämlich 750 Milliarden €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind nur 50 Milliarden weniger!) Wenn Sie 50 Milliarden € so einfach unter den Tisch fallen lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz), meine sehr geehrten Damen und Herren, dann denken Sie daran, dass das österreichische Budget fast genauso hoch ist. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz
Ja, wenn Sie uns schon informieren, dann informieren Sie uns richtig, (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll) sprechen Sie nicht von 700 Milliarden €, sondern sprechen Sie vom tatsächlichen Betrag, der geschnürt wurde, nämlich 750 Milliarden €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind nur 50 Milliarden weniger!) Wenn Sie 50 Milliarden € so einfach unter den Tisch fallen lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz), meine sehr geehrten Damen und Herren, dann denken Sie daran, dass das österreichische Budget fast genauso hoch ist. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Ja, wenn Sie uns schon informieren, dann informieren Sie uns richtig, (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll) sprechen Sie nicht von 700 Milliarden €, sondern sprechen Sie vom tatsächlichen Betrag, der geschnürt wurde, nämlich 750 Milliarden €. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind nur 50 Milliarden weniger!) Wenn Sie 50 Milliarden € so einfach unter den Tisch fallen lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz), meine sehr geehrten Damen und Herren, dann denken Sie daran, dass das österreichische Budget fast genauso hoch ist. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Beifall beim BZÖ.
Wir haben mittlerweile schon ein wenig das Gefühl und die Sensibilität verloren, um welche Beträge es in der Zwischenzeit eigentlich schon geht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
750 Milliarden €! Herr „Schulden-Vizekanzler“, Sie haben die Schulden zu verantworten, die jetzt eingegangen werden, Sie sind ja auch als Finanzminister derjenige, der diese Schulden zeichnet. Ich möchte da schon von Ihnen verlangen, dass Sie den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern gegenüber ein wenig mehr Mitgefühl haben, denn die sind es im Endeffekt, die die Haftungen und Garantien übernehmen. Sie sind es, die im Endeffekt über ihre Steuern dafür bürgen, dass Sie überhaupt so großartige Versprechen in der Europäischen Union machen können, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Cap schüttelt den Kopf
Wenn sich Kollege Cap hier herausstellt und sagt: Denken wir doch in erster Linie an Österreich!, dann muss ich sagen: Wir, Herr Kollege Cap, denken wirklich an Österreich! Aber Sie denken an die Partei (Abg. Dr. Cap schüttelt den Kopf), und die ÖVP denkt an die Banken. Aber wir denken an die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler (Beifall beim BZÖ), indem wir für sie die Anwaltschaft übernehmen und uns dagegen aussprechen, dass man auf europäischer Ebene so großartig mit den Milliarden herumwirft, als hätte man das Geld abgeschafft, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Beifall beim BZÖ
Wenn sich Kollege Cap hier herausstellt und sagt: Denken wir doch in erster Linie an Österreich!, dann muss ich sagen: Wir, Herr Kollege Cap, denken wirklich an Österreich! Aber Sie denken an die Partei (Abg. Dr. Cap schüttelt den Kopf), und die ÖVP denkt an die Banken. Aber wir denken an die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler (Beifall beim BZÖ), indem wir für sie die Anwaltschaft übernehmen und uns dagegen aussprechen, dass man auf europäischer Ebene so großartig mit den Milliarden herumwirft, als hätte man das Geld abgeschafft, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Das war die logische Fortsetzung beim Bankenrettungspaket. Im Jahr 2008 hat es ja schon begonnen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Was war denn damals der Spruch der SPÖ, die gemeint hat – auch Cap wieder –: Die Steueroasen müssen trockengelegt werden!? – Jetzt haben wir 2010. Seit zwei Jahren dieselbe Leier, seit zwei Jahren dieselben Reden, nur blanke Worte, keine Taten. Nirgendwo auf europäischer Ebene haben Sie sich jemals dafür ausgesprochen, jemals dafür eingesetzt, dass die österreichischen Banken aus diesen Steueroasen abziehen und dass uns diese 2 Milliarden € an Steuern nicht mehr entgehen, sondern dem Budget zufließen. Das wäre Ihre Pflicht als Verantwortlicher gewesen, denn Sie sitzen ja in der Regierung! Daran muss man Sie tagtäglich erinnern, denn wenn Sie dastehen, halten Sie Oppositionsreden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das war die logische Fortsetzung beim Bankenrettungspaket. Im Jahr 2008 hat es ja schon begonnen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Was war denn damals der Spruch der SPÖ, die gemeint hat – auch Cap wieder –: Die Steueroasen müssen trockengelegt werden!? – Jetzt haben wir 2010. Seit zwei Jahren dieselbe Leier, seit zwei Jahren dieselben Reden, nur blanke Worte, keine Taten. Nirgendwo auf europäischer Ebene haben Sie sich jemals dafür ausgesprochen, jemals dafür eingesetzt, dass die österreichischen Banken aus diesen Steueroasen abziehen und dass uns diese 2 Milliarden € an Steuern nicht mehr entgehen, sondern dem Budget zufließen. Das wäre Ihre Pflicht als Verantwortlicher gewesen, denn Sie sitzen ja in der Regierung! Daran muss man Sie tagtäglich erinnern, denn wenn Sie dastehen, halten Sie Oppositionsreden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
chenland-Hilfe von Österreich 5,7 Milliarden €. Sprechen Sie von der Wahrheit, sprechen Sie endlich von den richtigen Beträgen und lügen Sie uns nicht immer wieder etwas vor! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Diese Hunderte Milliarden, meine sehr geehrten Damen und Herren, werden im Endeffekt die Steuerzahler Europas zahlen. Diese Hunderte Milliarden werden in den nächsten Monaten zu Steuererhöhungen führen. Schon im Herbst, wenn die Landtagswahlen vorbei sind, dann wird Rot und Schwarz ein Steuerbelastungspaket beschließen, angesichts dessen uns schwindlig wird, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das ist unredlich und unverantwortlich! Das hat sich der österreichische Steuerzahler nicht verdient! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Der österreichische Steuerzahler fragt sich in der Zwischenzeit: Wie kann es sein, dass man Hunderte Milliarden Euro über Nacht zur Verfügung stellen kann, aber es nicht schafft, seit Ausbruch der Finanz- und Bankenkrise im Jahr 2008, den Bankenmarkt endlich einmal zu regulieren und den Finanzmarkt auf europäischer Ebene unter Kontrolle zu stellen?! Seit zwei Jahren wird darüber geredet, die Hedgefonds endlich an die Leine zu nehmen. (Zwischenruf des Abg. Amon.) – Bis zum heutigen Tag ist nichts geschehen und nichts passiert. Immer nur Steuererhöhungen, immer nur Belastungen der Steuerzahler, niemals werden jene zur Kasse gebeten, die diese Finanzmarktkrise, diese Wirtschaftskrise zu verantworten haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Der österreichische Steuerzahler fragt sich in der Zwischenzeit: Wie kann es sein, dass man Hunderte Milliarden Euro über Nacht zur Verfügung stellen kann, aber es nicht schafft, seit Ausbruch der Finanz- und Bankenkrise im Jahr 2008, den Bankenmarkt endlich einmal zu regulieren und den Finanzmarkt auf europäischer Ebene unter Kontrolle zu stellen?! Seit zwei Jahren wird darüber geredet, die Hedgefonds endlich an die Leine zu nehmen. (Zwischenruf des Abg. Amon.) – Bis zum heutigen Tag ist nichts geschehen und nichts passiert. Immer nur Steuererhöhungen, immer nur Belastungen der Steuerzahler, niemals werden jene zur Kasse gebeten, die diese Finanzmarktkrise, diese Wirtschaftskrise zu verantworten haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie sind in dieser Bundesregierung und auch in Brüssel immer sehr vorschnell, wenn es darum geht, die kleinen, mittelständischen Betriebe mit Auflagen zu versehen: EU-Richtlinien dort, EU-Richtlinien da. Überall gibt es Reglementierungen, eine überbordende Bürokratie für die kleine und mittelständische Wirtschaft, sodass sie sich überhaupt nicht mehr bewegen kann. Die Banken und die Spekulanten können tun und lassen, was sie wollen. Sie sind diejenigen, die mittlerweile die Politik machen, meine sehr geehrten Damen und Herren – und das gehört abgestellt! Wir müssen dafür sorgen, dass die richtigen Entscheidungen auf der richtigen Ebene getroffen werden und dass nicht die Banken das Wort haben! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit diesem Paket von 15 Milliarden € bringen Sie einen Kreislauf in Gang, der nicht mehr zu stoppen ist! Das führt zu weiteren Verschuldungen, und zwar nicht nur Österreichs, sondern auch der gesamten Eurozone. Die Verschuldung steigt. Wir haben nicht die Situation, dass das Steueraufkommen das kompensieren kann, dass das Wirtschaftswachstum diese enorme Verschuldung kompensieren wird. Nein, meine sehr geehrten Damen und Herren, Europa und Österreich werden sich weiter verschulden. Wir werden, wenn wir jetzt nicht Reformen auf die Reihe kriegen, in zehn Jahren eine Verschuldung von 125 Prozent haben. Das ist neues, das ist frisches Futter für die Spekulanten in der nahen Zukunft. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Die werden dafür sorgen, dass nicht nur der Euro, sondern die ganze Europäische Union unter Zugzwang kommt. Die Spekulanten werden diesen Euro unter Beschuss nehmen, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Ing. Westenthaler: Auch beim Staatssekretär! Frühpensionist!
Wir brauchen endlich Mut zur Wahrheit, Herr Vizekanzler und Finanzminister. Sprechen Sie die Probleme wirklich an und lösen Sie sie auch! Zum Beispiel dann, wenn Sie heute davon sprechen, dass wir im Bereich der Pensionen Reformen brauchen. Die Pensionen sind nicht sicher. Wir haben bei den Pensionen einen Privilegienstadel, der nicht mehr haltbar ist; der ist nicht mehr finanzierbar. (Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Ing. Westenthaler: Auch beim Staatssekretär! Frühpensionist!)
Beifall beim BZÖ.
Daher sagen wir: Mut zu Reformen ist notwendig, bevor die Spielräume der Zukunft so eingeengt werden, dass sich die nächsten Generationen überhaupt nicht mehr rühren können! Die werden keine Pensionen mehr haben und werden sich kein so tolles, aufwendiges und gutes Gesundheitssystem mehr leisten können, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.
Es ist blanker Hohn, Herr Vizekanzler, wenn Sie auf Pump Inserate um 700 000 € schalten und dem Steuerzahler vorrechnen, wie hoch er verschuldet ist, wenn er auf die Welt kommt! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.) Stoppen Sie bitte diese Volksverhöhnung augenblicklich, sparen Sie das Geld und investieren Sie es in sinnvolle Maßnahmen, aber nicht zur eigenen Beweihräucherung, denn das ist Hohn, das ist Spott für den Steuerzahler! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es ist blanker Hohn, Herr Vizekanzler, wenn Sie auf Pump Inserate um 700 000 € schalten und dem Steuerzahler vorrechnen, wie hoch er verschuldet ist, wenn er auf die Welt kommt! (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.) Stoppen Sie bitte diese Volksverhöhnung augenblicklich, sparen Sie das Geld und investieren Sie es in sinnvolle Maßnahmen, aber nicht zur eigenen Beweihräucherung, denn das ist Hohn, das ist Spott für den Steuerzahler! (Beifall beim BZÖ.)
Anhaltender Beifall beim BZÖ.
Daher führt kein Weg vorbei an Reformen – aber lassen Sie die Finger von Steuererhöhungen! (Anhaltender Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Peinlich! – Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Kollege Bucher, ich bin ganz Ihrer Meinung: Die Verantwortlichen, diejenigen, die die Krise mit verantwortet haben, sollen zur Rechenschaft gezogen werden. Das gilt zum Beispiel auch in Kärnten, wo Sie und die jetzige FPK die dortige schwere Krise mit zu verantworten haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Peinlich! – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Von der BAWAG und vom „Konsum“ würde ich auch einmal reden! Über die wirtschaftspolitische Kompetenz der SPÖ! Über die „Lucona“!
Punkt eins: Wir brauchen dringend eine strenge Regulierung und Kontrolle der Finanzmärkte. (Abg. Grosz: Von der BAWAG und vom „Konsum“ würde ich auch einmal reden! Über die wirtschaftspolitische Kompetenz der SPÖ! Über die „Lucona“!) – Ich weiß, Sie können nur herausschreien. Aber vielleicht sind Sie jetzt einmal leise. Wäre das eine Möglichkeit? – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Weinzinger: Wie man in den Wald hineinruft, schallt es zurück!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Weinzinger: Wie man in den Wald hineinruft, schallt es zurück!
Punkt eins: Wir brauchen dringend eine strenge Regulierung und Kontrolle der Finanzmärkte. (Abg. Grosz: Von der BAWAG und vom „Konsum“ würde ich auch einmal reden! Über die wirtschaftspolitische Kompetenz der SPÖ! Über die „Lucona“!) – Ich weiß, Sie können nur herausschreien. Aber vielleicht sind Sie jetzt einmal leise. Wäre das eine Möglichkeit? – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Weinzinger: Wie man in den Wald hineinruft, schallt es zurück!)
Abg. Mag. Stadler: Umdrehen zum eigenen Vorsitzenden! Nicht uns sagen, wir wissen es schon lange!
Das Regelwerk für Hedgefonds, das gestern in der EU beschlossen wurde, ist ein erster Schritt. Es ist aber eben nur ein erster Schritt, wir brauchen noch viel, viel mehr. Notwendig sind zum Beispiel eine gemeinsame europäische Finanzaufsicht, eine Finanztransaktionssteuer, eine Bankenabgabe, ein Verbot spekulativer Geschäfte mit Kreditausfallsversicherungen, das Verbot von Leerverkäufen und dergleichen. (Abg. Mag. Stadler: Umdrehen zum eigenen Vorsitzenden! Nicht uns sagen, wir wissen es schon lange!) Hier muss die österreichische Regierung weiterhin mit Nachdruck auf EU-Ebene agieren, und die EU muss hier auch regulierend eingreifen und konkrete Beschlüsse fassen, und zwar rasch und ohne Aufschub. (Abg. Mag. Stadler: Seit zwei Jahren reden Sie davon! Das ist „rasch“? Seit zwei Jahren!)
Abg. Mag. Stadler: Seit zwei Jahren reden Sie davon! Das ist „rasch“? Seit zwei Jahren!
Das Regelwerk für Hedgefonds, das gestern in der EU beschlossen wurde, ist ein erster Schritt. Es ist aber eben nur ein erster Schritt, wir brauchen noch viel, viel mehr. Notwendig sind zum Beispiel eine gemeinsame europäische Finanzaufsicht, eine Finanztransaktionssteuer, eine Bankenabgabe, ein Verbot spekulativer Geschäfte mit Kreditausfallsversicherungen, das Verbot von Leerverkäufen und dergleichen. (Abg. Mag. Stadler: Umdrehen zum eigenen Vorsitzenden! Nicht uns sagen, wir wissen es schon lange!) Hier muss die österreichische Regierung weiterhin mit Nachdruck auf EU-Ebene agieren, und die EU muss hier auch regulierend eingreifen und konkrete Beschlüsse fassen, und zwar rasch und ohne Aufschub. (Abg. Mag. Stadler: Seit zwei Jahren reden Sie davon! Das ist „rasch“? Seit zwei Jahren!)
Rufe bei BZÖ und FPÖ: Wo? Wo? – Abg. Mag. Stadler: Drehen Sie sich um und sagen Sie es Ihrem Vorsitzenden! Sie sind jetzt am Rednerpult – sagen Sie, wo die Erfolge sind!
Herr Kollege Stadler, es gibt Erfolge. Wenn Sie sich das anschauen, werden Sie sehen, es gibt bereits erste Schritte. (Rufe bei BZÖ und FPÖ: Wo? Wo? – Abg. Mag. Stadler: Drehen Sie sich um und sagen Sie es Ihrem Vorsitzenden! Sie sind jetzt am Rednerpult – sagen Sie, wo die Erfolge sind!)
Beifall bei der SPÖ
Zweiter Punkt: Europa steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Die Europäische Union hat nicht nur ein Schuldenproblem, sondern – und dieser Aspekt ist viel zu kurz gekommen in der letzten Diskussion – sie hat auch ein Wachstumsproblem. Daher ist es ganz wichtig, dass die EU-Mitgliedstaaten Rücksicht auf Wachstum nehmen, Rücksicht auf Beschäftigung und vor allem auch auf Verteilungsgerechtigkeit (Beifall bei der SPÖ), denn unser Ziel kann nicht sein, den sozialen und europäischen Zusammenhalt nicht zu stärken, sondern unser Ziel muss sein, diesen Zusammenhalt auch tatsächlich zu stärken. Wir müssen Verantwortung im sozialen Bereich übernehmen. (Abg. Grosz: Auch im Steuersystem! Auch bei den Stiftungen!)
Abg. Grosz: Auch im Steuersystem! Auch bei den Stiftungen!
Zweiter Punkt: Europa steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Die Europäische Union hat nicht nur ein Schuldenproblem, sondern – und dieser Aspekt ist viel zu kurz gekommen in der letzten Diskussion – sie hat auch ein Wachstumsproblem. Daher ist es ganz wichtig, dass die EU-Mitgliedstaaten Rücksicht auf Wachstum nehmen, Rücksicht auf Beschäftigung und vor allem auch auf Verteilungsgerechtigkeit (Beifall bei der SPÖ), denn unser Ziel kann nicht sein, den sozialen und europäischen Zusammenhalt nicht zu stärken, sondern unser Ziel muss sein, diesen Zusammenhalt auch tatsächlich zu stärken. Wir müssen Verantwortung im sozialen Bereich übernehmen. (Abg. Grosz: Auch im Steuersystem! Auch bei den Stiftungen!)
Abg. Kickl: Ah!
Eine aktuelle Studie – vielleicht haben Sie sie gelesen – weist eindrucksvoll nach, dass Gesellschafts- und Wirtschaftsräume als Ganzes umso stärker sind, je gleicher die Einkommensverteilung ist. (Abg. Kickl: Ah!) Letztlich führt weniger Ungleichheit zu mehr Reichtum. Die nordischen Länder, wie Schweden, Finnland oder auch Dänemark, die zu Europas reichsten Regionen gehören, weisen gleichzeitig auch die kleinste Einkommensschere auf. Und ganz nebenbei: Sie haben die höchsten Frauenerwerbsquoten, die meisten Kinderbetreuungseinrichtungen und die höchsten Geburtenraten. (Abg. Kickl: Erdöl haben sie!)
Abg. Kickl: Erdöl haben sie!
Eine aktuelle Studie – vielleicht haben Sie sie gelesen – weist eindrucksvoll nach, dass Gesellschafts- und Wirtschaftsräume als Ganzes umso stärker sind, je gleicher die Einkommensverteilung ist. (Abg. Kickl: Ah!) Letztlich führt weniger Ungleichheit zu mehr Reichtum. Die nordischen Länder, wie Schweden, Finnland oder auch Dänemark, die zu Europas reichsten Regionen gehören, weisen gleichzeitig auch die kleinste Einkommensschere auf. Und ganz nebenbei: Sie haben die höchsten Frauenerwerbsquoten, die meisten Kinderbetreuungseinrichtungen und die höchsten Geburtenraten. (Abg. Kickl: Erdöl haben sie!)
Beifall bei der SPÖ.
Damit können wir auch dieses Instrument gut nützen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kickl: Was heißt: die EU 15?!
Nur: Was wäre die Alternative, hätten wir diesen Rettungsschirm nicht aufgespannt? – Alleine Österreich hat über 40 Milliarden € in den betroffenen Staaten – Griechenland, Spanien, Portugal und Italien – drinnen, die gesamten EU 15 2 000 Milliarden €. (Abg. Kickl: Was heißt: die EU 15?!) Meine Damen und Herren, in dieser Situation einen Domino-Effekt zu riskieren, das kann nicht verantwortet werden! Daher war es richtig, korrekt und transparent zu handeln. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Weinzinger: Nicht Österreich, die Banken haben es drinnen! Die Banken sind nicht Österreich! Unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Weinzinger: Nicht Österreich, die Banken haben es drinnen! Die Banken sind nicht Österreich! Unglaublich!
Nur: Was wäre die Alternative, hätten wir diesen Rettungsschirm nicht aufgespannt? – Alleine Österreich hat über 40 Milliarden € in den betroffenen Staaten – Griechenland, Spanien, Portugal und Italien – drinnen, die gesamten EU 15 2 000 Milliarden €. (Abg. Kickl: Was heißt: die EU 15?!) Meine Damen und Herren, in dieser Situation einen Domino-Effekt zu riskieren, das kann nicht verantwortet werden! Daher war es richtig, korrekt und transparent zu handeln. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Weinzinger: Nicht Österreich, die Banken haben es drinnen! Die Banken sind nicht Österreich! Unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Hagenhofer. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Ist so ein Kommentar hilfreich? – Eine solche Kakophonie ist natürlich nicht hilfreich. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Hagenhofer. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Dazu kann ich nur sagen, Freunde: Wer ist „die EU“? Ist das irgendwo in der Gegend Waterloo und Umgebung – oder sind nicht wir alle die Europäische Union: die Parlamentarier, die Regierungen, die öffentliche Meinung, die Bürger? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Seit Jänner 2010 wurden in der Eurozone 400 Milliarden € an Krediten aufgenommen – und noch einmal 600 Milliarden € werden bis Jahresende gebraucht. Wir brauchen daher die Märkte. Da dem aber so ist, müssen wir doch gemeinsam klare Signale abgeben. Mittlerweile sitzen die EU-Finanzminister jeden zweiten Tag beisammen – richtig in so einer Situation! –, und da muss doch möglich sein, dass man eine europäische Lösung für das Verbot von Leerverkäufen findet, dass nicht jemand, der eine Staatsanleihe gar nicht besitzt, damit spekuliert? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kickl: Cap, aufpassen!
Das Gleiche gilt auch, was die Schweiz betrifft. Ich sage ganz offen, die Schweiz ist genauso wie Österreich dem OECD-Kontext unterworfen; sie bekämpft genau wie wir Steuersünder und Steuerhinterzieher. (Abg. Kickl: Cap, aufpassen!) Die Schweiz hat in den letzten 18 Monaten Euro für 60 Milliarden Schweizer Franken gekauft, hat damit einen Buchverlust von mittlerweile 5 Milliarden Schweizer Franken – das ist nicht gerade wenig –, hält zwei Drittel, wie bereits Klubobmann Kopf gesagt hat, ihrer Währungsreserven in Euro. (Abg. Ing. Westenthaler: Schweiz-Lehrgang für Cap!) Das ist doch ein beachtliches Signal. Das ist jedenfalls beachtlicher als das, was die Briten tun, die sich als EU-Mitglied nicht einmal am Euro-Rettungsschirm beteiligen. Das Nicht-EU-Mitglied Schweiz kann nicht zu mehr verpflichtet werden als etwa die EU-Mitglieder selber. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Schweiz-Lehrgang für Cap!
Das Gleiche gilt auch, was die Schweiz betrifft. Ich sage ganz offen, die Schweiz ist genauso wie Österreich dem OECD-Kontext unterworfen; sie bekämpft genau wie wir Steuersünder und Steuerhinterzieher. (Abg. Kickl: Cap, aufpassen!) Die Schweiz hat in den letzten 18 Monaten Euro für 60 Milliarden Schweizer Franken gekauft, hat damit einen Buchverlust von mittlerweile 5 Milliarden Schweizer Franken – das ist nicht gerade wenig –, hält zwei Drittel, wie bereits Klubobmann Kopf gesagt hat, ihrer Währungsreserven in Euro. (Abg. Ing. Westenthaler: Schweiz-Lehrgang für Cap!) Das ist doch ein beachtliches Signal. Das ist jedenfalls beachtlicher als das, was die Briten tun, die sich als EU-Mitglied nicht einmal am Euro-Rettungsschirm beteiligen. Das Nicht-EU-Mitglied Schweiz kann nicht zu mehr verpflichtet werden als etwa die EU-Mitglieder selber. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Gleiche gilt auch, was die Schweiz betrifft. Ich sage ganz offen, die Schweiz ist genauso wie Österreich dem OECD-Kontext unterworfen; sie bekämpft genau wie wir Steuersünder und Steuerhinterzieher. (Abg. Kickl: Cap, aufpassen!) Die Schweiz hat in den letzten 18 Monaten Euro für 60 Milliarden Schweizer Franken gekauft, hat damit einen Buchverlust von mittlerweile 5 Milliarden Schweizer Franken – das ist nicht gerade wenig –, hält zwei Drittel, wie bereits Klubobmann Kopf gesagt hat, ihrer Währungsreserven in Euro. (Abg. Ing. Westenthaler: Schweiz-Lehrgang für Cap!) Das ist doch ein beachtliches Signal. Das ist jedenfalls beachtlicher als das, was die Briten tun, die sich als EU-Mitglied nicht einmal am Euro-Rettungsschirm beteiligen. Das Nicht-EU-Mitglied Schweiz kann nicht zu mehr verpflichtet werden als etwa die EU-Mitglieder selber. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und noch einmal: Das beste Rezept gegen Spekulanten ist: sichere und gesunde Staatsfinanzen und den Euro richtigerweise als Schutzschirm einsetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Zweitens: Es ist nicht richtig, dass wir Griechenland nicht helfen wollen. Griechenland muss geholfen werden, aber wir wollen dabei einen anderen Weg. Auch die „Financial Times“ schlägt in diesem Zusammenhang einen anderen Weg vor, indem sie sagt: Austritt aus der Eurozone, Abwertung der eigenen Währung und Schuldenerlass. Der Schuldenerlass ist der wesentliche Punkt. Aber da müssen eben die Banken zur Kasse gebeten werden – und genau das wollen Sie ganz offensichtlich nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hagenhofer: Das ist lachhaft!
und bekommt fast 100 Prozent seines Letztgehaltes bezahlt. (Abg. Hagenhofer: Das ist lachhaft!)
Abg. Hagenhofer: Das stimmt schon lange nicht mehr, weil die Durchrechnung auch bei den Beamten eingeführt wurde!
Was ist lachhaft, Frau Kollegin? (Abg. Hagenhofer: Das stimmt schon lange nicht mehr, weil die Durchrechnung auch bei den Beamten eingeführt wurde!) – Lesen Sie einmal die „Financial Times“, und dann werden Sie vielleicht sehen, was los ist!
Beifall bei der FPÖ.
Natürlich wäre ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone eine politische Niederlage – aber es wäre keine volkswirtschaftliche Katastrophe, meine Damen und Herren. Das wäre es nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Folgendes möchte ich auch noch betonen, weil heute von der SPÖ die Hedgefonds so hervorgehoben worden sind: Die BAWAG wurde von einem Hedgefonds gekauft, meine Damen und Herren von der SPÖ. Und das haben Sie zu verantworten! Das haben nur Sie ganz alleine zu verantworten! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Oder, weil Sie immer wieder auf Spekulanten und auf die sogenannten Reichen reflektieren: Es ist die SPÖ in der Steiermark, die sich Stiftungsprivilegien geleistet hat und dort versucht, Steuern zu sparen, und die noch dazu jetzt das gesamte Stiftungsvermögen in eine GesmbH einbringt – steuerschonend natürlich! Also Sie sind die Letzten, meine Damen und Herren von der SPÖ, die die Reichen und Privilegierten kritisieren sollten, denn die Oberspekulanten sitzen auch in Ihren Reihen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Folgendes möchte ich auch noch betonen, weil heute die der Bundesregierung sagt: Wir müssen Europa reformieren, wir müssen dieses und jenes tun! – Ja Sie schaffen es doch nicht einmal in Österreich, eine Verwaltungsreform durchzuführen! Wie wollen Sie dann Europa reformieren, meine Damen und Herren von der Bundesregierung?! Das möchte ich mir einmal genauer ansehen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Weil wir so oft mit der Unwahrheit konfrontiert wurden, etwa beim EU-Beitritt oder vor der Wahl, mit der Beteuerung, es werde keine neuen Steuern geben, glauben wir Ihnen nicht mehr, meine Damen und Herren von der Bundesregierung. Sie sind keine Troubleshooter, sondern Sie sind die Ursache des Problems! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hagenhofer: Genau! – Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer.
sachliche Beiträge zu liefern, aber heute hat er wieder einmal in einem Punkt danebengegriffen, nämlich, als er die BAWAG ins Spiel gebracht hat. (Abg. Hagenhofer: Genau! – Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer.)
Abg. Kickl: Rot-Schwarz!
Da muss ich Ihnen schon sagen: Unabhängig von der Eigentümerschaft der jetzigen BAWAG müssen wir schon feststellen, dass in die BAWAG-Rettung kein Steuerschilling geflossen ist. Da haben wir sogar noch an den Haftungsgeldern verdient. In Kärnten etwa wird genau das Gegenteil passieren. Sowohl was die Hypo betrifft, wo wir schon eineinhalb Milliarden hineinversenkt haben ... (Abg. Kickl: Rot-Schwarz!) – Ja, mit denen haben Sie fusioniert! Sie sind der Schuldenfusionierer! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Rot-Schwarz hat die 20-Milliarden-Haftung in Kärnten beschlossen!) – Ja, ja. Und das Land Kärnten hat Haftungen übernommen, die weit über die Verhältnisse dort gehen. Das heißt, es haften alle Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Strache: Von der rot-schwarzen Landesregierung sind die 20 Milliarden beschlossen worden!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Rot-Schwarz hat die 20-Milliarden-Haftung in Kärnten beschlossen!
Da muss ich Ihnen schon sagen: Unabhängig von der Eigentümerschaft der jetzigen BAWAG müssen wir schon feststellen, dass in die BAWAG-Rettung kein Steuerschilling geflossen ist. Da haben wir sogar noch an den Haftungsgeldern verdient. In Kärnten etwa wird genau das Gegenteil passieren. Sowohl was die Hypo betrifft, wo wir schon eineinhalb Milliarden hineinversenkt haben ... (Abg. Kickl: Rot-Schwarz!) – Ja, mit denen haben Sie fusioniert! Sie sind der Schuldenfusionierer! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Rot-Schwarz hat die 20-Milliarden-Haftung in Kärnten beschlossen!) – Ja, ja. Und das Land Kärnten hat Haftungen übernommen, die weit über die Verhältnisse dort gehen. Das heißt, es haften alle Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Strache: Von der rot-schwarzen Landesregierung sind die 20 Milliarden beschlossen worden!)
Abg. Strache: Von der rot-schwarzen Landesregierung sind die 20 Milliarden beschlossen worden!
Da muss ich Ihnen schon sagen: Unabhängig von der Eigentümerschaft der jetzigen BAWAG müssen wir schon feststellen, dass in die BAWAG-Rettung kein Steuerschilling geflossen ist. Da haben wir sogar noch an den Haftungsgeldern verdient. In Kärnten etwa wird genau das Gegenteil passieren. Sowohl was die Hypo betrifft, wo wir schon eineinhalb Milliarden hineinversenkt haben ... (Abg. Kickl: Rot-Schwarz!) – Ja, mit denen haben Sie fusioniert! Sie sind der Schuldenfusionierer! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Rot-Schwarz hat die 20-Milliarden-Haftung in Kärnten beschlossen!) – Ja, ja. Und das Land Kärnten hat Haftungen übernommen, die weit über die Verhältnisse dort gehen. Das heißt, es haften alle Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Strache: Von der rot-schwarzen Landesregierung sind die 20 Milliarden beschlossen worden!)
Beifall bei den Grünen.
Das hat Ihre blau-orange Truppe zu verantworten – und sonst niemand! (Beifall bei den Grünen.) Und das kommt heraus, wenn man Sie allein fuhrwerken lässt. Das muss man allen immer rechtzeitig erzählen. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen.
Das hat Ihre blau-orange Truppe zu verantworten – und sonst niemand! (Beifall bei den Grünen.) Und das kommt heraus, wenn man Sie allein fuhrwerken lässt. Das muss man allen immer rechtzeitig erzählen. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das täte Ihnen so passen, mir den Mund zu verbieten, Sie Pflichtverteidiger dieser Bundesregierung! Sie sind jener, der denen da oben die Mauer macht! Sie machen dieser Bundesregierung die Mauer für Ihr Versagen! Das ist der Punkt!
Weil Sie sich hier schon wieder vordrängen, Herr Klubobmann Strache: Ich habe Ihnen das letzte Mal eine kleine Rechenaufgabe mitgegeben, und zwar habe ich Sie gefragt, wo die durchschnittlichen Pro-Kopf-Schuldenstände höher sind: in Griechenland oder in Kärnten? Haben Sie nachgerechnet? Ich schon, und Ich darf Ihnen sagen: Sie sind in Kärnten höher, also halten Sie jetzt endlich den Mund! Wenn Sie so wenig von dieser Sache verstehen, dann lassen Sie sie doch einfach weg! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das täte Ihnen so passen, mir den Mund zu verbieten, Sie Pflichtverteidiger dieser Bundesregierung! Sie sind jener, der denen da oben die Mauer macht! Sie machen dieser Bundesregierung die Mauer für Ihr Versagen! Das ist der Punkt!) Machen Sie Ihre nationalistischen Aktionen woanders – nicht hier, wo es um derart wichtige Dinge geht!
Beifall bei den Grünen.
Ich mag das nicht so gern, denn gegen die habe ich nicht so viel, allenfalls gegen die Akteure, die dort unreguliert agieren. Aber warum agieren sie unreguliert? – Weil wir zu wenig tun. Das ist das Problem! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das zweite Problem ist: Wer wird es denn zahlen? – Wenn wir nicht die Gläubiger, und zwar auch die privaten, also Finanzinstitutionen, im Übrigen auch private Banken, mit hineinnehmen, dann wird das am Schluss nur mehr der Steuerzahler zahlen müssen, obwohl vorher andere, eben auch Private, daran verdient haben. Und dagegen wenden wir uns! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Rudas: Das stimmt nicht!
Herr Bundeskanzler, da würden wir uns halt von Ihnen etwas anderes erwarten als ein Volksbegehren. Sie sind ja in Regierungsverantwortung! Es ist gestern den ganzen Tag in Österreich der sogenannte Spin gelaufen: Jetzt haben wir die Deutschen auch überzeugt und mit ins Boot geholt! Gestern war ja der „Tag der Helden“ bei beiden Parteien. Man hat sich schon von Helden umzingelt gefühlt. Nur – um einen solchen Glaubwürdigkeitstest durchzuspielen –: Am Abend hat man, wenn man die deutschen Fernsehsender eingeschaltet hat, hören können – und man kann es auch heute nachlesen –, dass die deutsche Bundeskanzlerin Merkel Folgendes gesagt hat: Ja, die Finanztransaktionssteuer soll jetzt schon kommen, aber nur dann, wenn die USA dabei sind! (Abg. Mag. Rudas: Das stimmt nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Ja wissen Sie, was das heißt? – Das heißt, dass wir damit auf dem Punkt sind, wo wir nicht vor zwei Jahren, sondern vor sechs Jahren waren. Also da fühlt man sich wirklich „gerollt“. Und das verkaufen Sie als Heldentat?! Wir würden uns Heldentaten wünschen, aber wirkliche! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
(Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Unsere Hand bleibt ja ausgestreckt! Sie brauchen sich da keine Sorgen zu machen, wir werden die konstruktive Opposition bleiben. Aber mit großem Geplärre und Leserbriefen an Kleinformate wird das Problem nicht zu lösen sein. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
informierte und ganze 50 Milliarden sozusagen unter den Tisch fallen ließ, so nach dem Motto: In Wahrheit sind es 750 – macht ja nichts! (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Es sind ja „nur“ 50 Milliarden € – eine unvorstellbare Summe! Das wird einfach unter den Tisch fallen gelassen.
Beifall beim BZÖ.
Herr Bundeskanzler, wenn Sie heute überall plakatieren „Zeit für Gerechtigkeit“, dann frage ich mich wirklich, wie Ihre Auffassung von Gerechtigkeit ist, wenn ich mir anschaue, was Ihre sozialdemokratischen Parteimitglieder und Oberfunktionäre tun, wenn sie Verantwortung tragen. Was ist denn mit der Frau Ederer, einer Ihrer Vorzeigefunktionärinnen, die jetzt bei Siemens 2,5 Millionen € Jahresgage dafür kassiert, dass sie Hunderte Arbeitnehmer an die Luft setzt? Ist das die neue „Zeit für Gerechtigkeit“ der Sozialdemokratie, Herr Bundeskanzler? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Voves!
Oder: Was ist die neue „Zeit für Gerechtigkeit“, wenn einer ihrer Oberfunktionäre (Abg. Grosz: Voves!), nämlich Ruttenstorfer, in der OMV Hunderte Millionen an Gewinn einstreift, und zwar insgesamt 4 Milliarden Reingewinn in den letzten vier Jahren, und die Steuerzahler, in diesem Fall die Autofahrer, über die höheren Spritpreise und die Mineralölsteuer blechen dürfen. Ist das „Zeit für Gerechtigkeit“, Herr Bundeskanzler?! – Ich glaube, nein. Da sollten Sie für Ordnung sorgen, da sind Sie gefragt! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Der Herr Voves mit seiner Stiftung!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Der Herr Voves mit seiner Stiftung!
Oder: Was ist die neue „Zeit für Gerechtigkeit“, wenn einer ihrer Oberfunktionäre (Abg. Grosz: Voves!), nämlich Ruttenstorfer, in der OMV Hunderte Millionen an Gewinn einstreift, und zwar insgesamt 4 Milliarden Reingewinn in den letzten vier Jahren, und die Steuerzahler, in diesem Fall die Autofahrer, über die höheren Spritpreise und die Mineralölsteuer blechen dürfen. Ist das „Zeit für Gerechtigkeit“, Herr Bundeskanzler?! – Ich glaube, nein. Da sollten Sie für Ordnung sorgen, da sind Sie gefragt! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Der Herr Voves mit seiner Stiftung!)
Abg. Kopf: Uns selber!
Herr Vizekanzler und Finanzminister und Herr Bundeskanzler, jetzt heißt es, Sie wollen helfen. Der Hilfsgedanke steht jetzt im Vordergrund. Griechenland wollen Sie helfen (Abg. Kopf: Uns selber!), und wenn es möglich ist, vielleicht auch Spanien und Portugal. Wir helfen dem Euro, damit er durchkommt, damit er nicht stirbt. Europa wird geholfen. Den Banken helfen Sie.
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wir!
Ich stelle hier die Frage, Herr Finanzminister: Wer hilft den österreichischen Steuerzahlern (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wir!) vor dem Angriff in Form von Steuererhöhungen, die Sie für den Herbst planen? Wer hilft hier vor dem Angriff auf die Taschen der österreichischen Steuerzahler?
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es glaubt Ihnen niemand mehr, Herr Finanzminister, wenn Sie kurz über das Wochenende nach Brüssel fahren und dort in ein paar Stunden ein 750-Milliarden-Paket mit Ihren Kollegen schnüren, aber in Österreich den Bürgern weismachen wollen, dass Sie bis Mitte Oktober brauchen, bis Sie ein Budget zustande bringen! – Das ist der eigentliche Skandal! Das nimmt Ihnen niemand mehr ab, Herr Vizekanzler und Finanzminister! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist für Sie kein Problem, denn das ist ja nur Steuergeld, hart erarbeitetes Geld der Österreicherinnen und Österreicher. Aber was wir hier in Österreich erleben, das vergessen Sie: eine Million Menschen in Armut, 400 000 Arbeitslose, Einkommensverluste für die Menschen. Wir haben mittlerweile Arbeitnehmer, die ein halbes Jahr lang nur für den Fiskus arbeiten und dabei noch keinen einzigen Cent verdient haben. Genau das sind die Menschen, die Sie jetzt zur Kasse bitten! Und gleichzeitig schicken sie 2,3 Milliarden € für ein System der Korruption, der Abzocke und der Steuerhinterziehung nach Griechenland. – Das ist das, was wir kritisieren, Herr Finanzminister! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Sie wissen, Herr Finanzminister, noch nicht einmal, wie die Gesamtsituation in Griechenland ausschaut – das weiß niemand –, weil Eurostat erst in wenigen Wochen vorlegen wird, wie es wirklich ausschaut. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) – Nein, ich weiß es auch nicht, aber Sie noch weniger! – Deswegen haben Sie noch überhaupt keine Basis. Das ist wirklich ein Fass ohne Boden, wie unser Klubobmann seit Wochen trommelt beziehungsweise das völlig zu Recht sagt.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die ÖVP macht derzeit sowieso eine „Freischwimmerübung“ sondergleichen. Also was mit euch los ist, weiß wirklich niemand. Da muss ich dem Bundeskanzler zugestehen, dass er das zumindest noch halbwegs vernünftig macht: Er koordiniert sich, er überrumpelt euch. Das muss man ehrlicherweise sagen. Aber ihr wisst ja nicht, was bei euch die Linke und die Rechte tut. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was ist denn das bei der Bankensteuer: Im Ausschuss überstimmt ein Kollege den anderen und redet über ein anderes Gesetz? Was ist denn das bei der Transaktionssteuer: einmal ja, einmal nein? Da kennt sich ja kein Mensch mehr aus! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Faymann.
Wieder einmal hat Sie die ÖVP über den Tisch gezogen. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Faymann.) Sie von der SPÖ sollten sich genieren. Sie sind wieder einmal abgetreten. Es ist traurig, dass ihr euch immer so schnell über den Tisch ziehen lasst.
Beifall beim BZÖ.
Herr Finanzminister, sagen Sie uns in den nächsten Tagen, wie Sie Steuereinnahmen erzielen wollen – und nicht erst nach den Wahlen in der Steiermark und in Wien! Denn: Da werden Sie durchschaut werden, und dann werden Sie Ihr Wunder erleben! (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Wenn Sie, Herr Westenthaler, sich hier über die Form, wie Menschen Geld verdienen, beschweren, dann sollten Sie sich an solche Freunde erinnern: 8,7 Millionen € schwarz via Zypern, Delaware und Liechtenstein eingesteckt. – Das war die Gruppe! Da sollten Sie sich mehr aufregen als über unsere tüchtigen Managerinnen und Manager! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Die österreichischen Manager sind jetzt weltweit immer mehr gefragt, wo die Spekulanten weniger und nachhaltiges Wirtschaften gefragt ist. Da gratuliere ich allen unseren Managerinnen und Managern, insbesondere Brigitte Ederer, die in einem Weltkonzern in den Vorstand eingezogen ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Daher ist Ihre (in Richtung FPÖ) Ablehnung falsch. Aber das wundert mich überhaupt nicht, denn wo ist die FPÖ des H.-C. Strache angekommen? Wann schreien Sie denn Nein? Eine der letzten Vorlagen: Geldwäschereivorlage. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Wer sagt Nein, wenn es darum geht, zur Verfolgung von Drogengeldern, Terroristen, Schwarzgeldern hier Maßnahmen zu setzen, um aktiv Geldwäscherei zu bekämpfen, den Banken eine Meldepflicht aufzuerlegen, wo notfalls auch mit Gerichtsstrafe gedroht wird, wenn es misslingt? – Die FPÖ! Das reiht sich aneinander. Wer hat Nein gesagt, als es im Zusammenhang mit dem Bankgeheimnis darum ging, Auskunft über ausländische Steuerbetrüger auf Anfrage zu geben? – Die FPÖ. (Abg. Strache: Absoluter Unsinn, den Sie da verzapfen! Weil Sie das Bankgeheimnis ...!) Die FPÖ ist doch nur noch die Partei ausländischer Schwarzgeldbesitzer, Steuerhinterzieher, Drogengeldverteidiger und Bankgeheimnisverteidiger bei Terrorismusgeldern. Jetzt reicht es wirklich mit Ihren Schutzpatronanzen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Absolut absurd!)
Abg. Strache: Absoluter Unsinn, den Sie da verzapfen! Weil Sie das Bankgeheimnis ...!
Daher ist Ihre (in Richtung FPÖ) Ablehnung falsch. Aber das wundert mich überhaupt nicht, denn wo ist die FPÖ des H.-C. Strache angekommen? Wann schreien Sie denn Nein? Eine der letzten Vorlagen: Geldwäschereivorlage. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Wer sagt Nein, wenn es darum geht, zur Verfolgung von Drogengeldern, Terroristen, Schwarzgeldern hier Maßnahmen zu setzen, um aktiv Geldwäscherei zu bekämpfen, den Banken eine Meldepflicht aufzuerlegen, wo notfalls auch mit Gerichtsstrafe gedroht wird, wenn es misslingt? – Die FPÖ! Das reiht sich aneinander. Wer hat Nein gesagt, als es im Zusammenhang mit dem Bankgeheimnis darum ging, Auskunft über ausländische Steuerbetrüger auf Anfrage zu geben? – Die FPÖ. (Abg. Strache: Absoluter Unsinn, den Sie da verzapfen! Weil Sie das Bankgeheimnis ...!) Die FPÖ ist doch nur noch die Partei ausländischer Schwarzgeldbesitzer, Steuerhinterzieher, Drogengeldverteidiger und Bankgeheimnisverteidiger bei Terrorismusgeldern. Jetzt reicht es wirklich mit Ihren Schutzpatronanzen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Absolut absurd!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Absolut absurd!
Daher ist Ihre (in Richtung FPÖ) Ablehnung falsch. Aber das wundert mich überhaupt nicht, denn wo ist die FPÖ des H.-C. Strache angekommen? Wann schreien Sie denn Nein? Eine der letzten Vorlagen: Geldwäschereivorlage. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Wer sagt Nein, wenn es darum geht, zur Verfolgung von Drogengeldern, Terroristen, Schwarzgeldern hier Maßnahmen zu setzen, um aktiv Geldwäscherei zu bekämpfen, den Banken eine Meldepflicht aufzuerlegen, wo notfalls auch mit Gerichtsstrafe gedroht wird, wenn es misslingt? – Die FPÖ! Das reiht sich aneinander. Wer hat Nein gesagt, als es im Zusammenhang mit dem Bankgeheimnis darum ging, Auskunft über ausländische Steuerbetrüger auf Anfrage zu geben? – Die FPÖ. (Abg. Strache: Absoluter Unsinn, den Sie da verzapfen! Weil Sie das Bankgeheimnis ...!) Die FPÖ ist doch nur noch die Partei ausländischer Schwarzgeldbesitzer, Steuerhinterzieher, Drogengeldverteidiger und Bankgeheimnisverteidiger bei Terrorismusgeldern. Jetzt reicht es wirklich mit Ihren Schutzpatronanzen! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Absolut absurd!)
Abg. Strache: Sie sind ja nur mehr peinlich! Das ist ja nur mehr eine Peinlichkeit, was Sie zum Besten geben! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Da ist es ja dann kein Zufall, dass Sie mit der Schweiz kommen. (Abg. Strache: Sie sind ja nur mehr peinlich! Das ist ja nur mehr eine Peinlichkeit, was Sie zum Besten geben! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, Ihr Nein ist peinlich gewesen, Herr Klubobmann. Dann stimmen Sie doch morgen einmal mit Ja, dann ist es weniger peinlich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Da muss sich jeder Bürger auf den Kopf greifen, was Sie da zum Besten geben! Das ist absurd!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Da muss sich jeder Bürger auf den Kopf greifen, was Sie da zum Besten geben! Das ist absurd!
Da ist es ja dann kein Zufall, dass Sie mit der Schweiz kommen. (Abg. Strache: Sie sind ja nur mehr peinlich! Das ist ja nur mehr eine Peinlichkeit, was Sie zum Besten geben! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, Ihr Nein ist peinlich gewesen, Herr Klubobmann. Dann stimmen Sie doch morgen einmal mit Ja, dann ist es weniger peinlich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Da muss sich jeder Bürger auf den Kopf greifen, was Sie da zum Besten geben! Das ist absurd!)
Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Christoph, du hast recht, sie schreien so!
Sie brauchen sich nicht zu beschweren, stimmen Sie richtigerweise für das Land und für Rechtsstaatlichkeit und nicht für Steuerhinterzieher! (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Christoph, du hast recht, sie schreien so!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Jetzt ist alles beschlossen worden, was er uns vorwirft, und es hat nichts genützt!
In diesem Sinn ein Danke an den Bundeskanzler und an den Vizekanzler. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Jetzt ist alles beschlossen worden, was er uns vorwirft, und es hat nichts genützt!)
Rufe bei der FPÖ: Genau! – Abg. Strache: Dem Herrn Finanzminister zum Beispiel! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Frau Bundesministerin! Meine Herren Staatssekretäre! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wenn man die Debatte verfolgt, muss man sagen, es ist über weite Strecken eine durchaus spannende und interessante Debatte, aber bei manchen Beiträgen bekommt man den Eindruck, dass so manchem die Lage nicht wirklich bewusst ist. (Rufe bei der FPÖ: Genau! – Abg. Strache: Dem Herrn Finanzminister zum Beispiel! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Und da meldet sich schon die vor allem angesprochene Fraktion zu Wort, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Frau Bundesministerin! Meine Herren Staatssekretäre! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wenn man die Debatte verfolgt, muss man sagen, es ist über weite Strecken eine durchaus spannende und interessante Debatte, aber bei manchen Beiträgen bekommt man den Eindruck, dass so manchem die Lage nicht wirklich bewusst ist. (Rufe bei der FPÖ: Genau! – Abg. Strache: Dem Herrn Finanzminister zum Beispiel! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Und da meldet sich schon die vor allem angesprochene Fraktion zu Wort, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei der FPÖ.
Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass die FPÖ eine durchaus patriotische Partei ist. Man kann dazu stehen, wie man will, aber diesen Eindruck konnte man über weite Strecken gewinnen. Ich bin eigentlich auch sehr lange davon ausgegangen, dass die FPÖ eine Partei ist, der die Heimat ein großes Anliegen ist. (Demonstrativer Beifall bei der FPÖ.) Jedenfalls ist sie geneigt, das immer wieder zu plakatieren.
Abg. Strache: Ich habe das Bild verglichen, wenn der Herr Vizekanzler und der Herr Bundeskanzler agieren! Die führen Österreich gegen den Eisberg!
Aber ich frage Sie von der FPÖ, Sie, Herr Kollege Strache, schon: Was wollen Sie eigentlich zum Ausdruck bringen, wenn Sie das Bild Österreichs mit dem Bild der „Titanic“ vergleichen? (Abg. Strache: Ich habe das Bild verglichen, wenn der Herr Vizekanzler und der Herr Bundeskanzler agieren! Die führen Österreich gegen den Eisberg!) Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass die „Titanic“ untergegangen ist, Herr Kollege Strache? Ist das das Bild, das Sie von Österreich zeichnen wollen? Geht es nicht vielmehr darum, das Ruder rechtzeitig herumzureißen, damit es nicht zum Zusammenstoß mit dem Eisberg kommt, meine Damen und Herren?! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Aber ich frage Sie von der FPÖ, Sie, Herr Kollege Strache, schon: Was wollen Sie eigentlich zum Ausdruck bringen, wenn Sie das Bild Österreichs mit dem Bild der „Titanic“ vergleichen? (Abg. Strache: Ich habe das Bild verglichen, wenn der Herr Vizekanzler und der Herr Bundeskanzler agieren! Die führen Österreich gegen den Eisberg!) Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass die „Titanic“ untergegangen ist, Herr Kollege Strache? Ist das das Bild, das Sie von Österreich zeichnen wollen? Geht es nicht vielmehr darum, das Ruder rechtzeitig herumzureißen, damit es nicht zum Zusammenstoß mit dem Eisberg kommt, meine Damen und Herren?! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist aber nicht gelungen!
Es ist unserem Finanzminister, es ist Josef Pröll zu danken, dass er in der kritischen Sitzung am Sonntag vor einer Woche gemeinsam mit den europäischen Finanzministern jenen Schutzschirm gespannt hat, der den Euro stabilisiert hat, der Europa stabilisiert hat, der sichergestellt hat, dass die Spareinlagen und dass der Euro der Österreicherinnen und Österreicher sicher ist. Darum geht es, Herr Kollege Strache, und nicht um billigen Populismus! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist aber nicht gelungen!)
ironische Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Strache: „Erkämpft hat“?
Es ist sehr interessant – ich habe Ihre Debattenbeiträge sehr genau verfolgt –: Sie haben gesagt, Sie sind schon dafür, dass wir da etwas tun. Sie sind auch dafür, dass wir den Griechen helfen; auch das haben Sie gesagt. Und dann haben Sie einen Vorschlag gemacht, wie das zu machen wäre: nicht so, wie es unser Finanzminister erkämpft hat (ironische Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Strache: „Erkämpft hat“?), nämlich zu sagen, wir nehmen nicht gleich Geld in die Hand ... (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Es ist sehr interessant – ich habe Ihre Debattenbeiträge sehr genau verfolgt –: Sie haben gesagt, Sie sind schon dafür, dass wir da etwas tun. Sie sind auch dafür, dass wir den Griechen helfen; auch das haben Sie gesagt. Und dann haben Sie einen Vorschlag gemacht, wie das zu machen wäre: nicht so, wie es unser Finanzminister erkämpft hat (ironische Heiterkeit bei der FPÖ – Abg. Strache: „Erkämpft hat“?), nämlich zu sagen, wir nehmen nicht gleich Geld in die Hand ... (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Warum ist das gut ...?
Ja, Herr Kollege Strache, es war der österreichische Finanzminister, der im Verbund mit einigen wenigen Finanzministern durchgesetzt hat, dass wir zwar Haftungen übernehmen, aber nicht gleich Euros auf die Reise schicken. Und das ist richtig und gut so. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Warum ist das gut ...?)
Abg. Vilimsky: Dass die Banken zahlen!
Ihr Vorschlag, Herr Kollege Strache, ist ein anderer. Ihr Vorschlag jetzt zu diesem Zeitpunkt ist ein Schuldenerlass. Was heißt denn das? – Spielen wir das durch! (Abg. Vilimsky: Dass die Banken zahlen!) Ich weiß schon, was das heißt (Abg. Strache: Dass die Banken einmal zahlen und nicht die Bürger!), aber ich möchte es Ihnen auch erklären, weil Ihnen anscheinend die Konsequenz nicht ganz bewusst ist, wenn es heißt, dass die Schulden jetzt erlassen werden.
Abg. Strache: Dass die Banken einmal zahlen und nicht die Bürger!
Ihr Vorschlag, Herr Kollege Strache, ist ein anderer. Ihr Vorschlag jetzt zu diesem Zeitpunkt ist ein Schuldenerlass. Was heißt denn das? – Spielen wir das durch! (Abg. Vilimsky: Dass die Banken zahlen!) Ich weiß schon, was das heißt (Abg. Strache: Dass die Banken einmal zahlen und nicht die Bürger!), aber ich möchte es Ihnen auch erklären, weil Ihnen anscheinend die Konsequenz nicht ganz bewusst ist, wenn es heißt, dass die Schulden jetzt erlassen werden.
Abg. Vilimsky: Die Banken!
Jawohl, österreichische Banken sind mit rund 4 Milliarden € in Griechenland drinnen. Sie sind in jenen Staaten, die derzeit unter Beobachtung stehen, mit einem Engagement von etwa 40 Milliarden vertreten. (Abg. Vilimsky: Die Banken!) Ja, schon, die
Abg. Strache: Französische Banken zum Beispiel mit 50 Milliarden!
Banken, Herr Kollege Vilimsky. (Abg. Strache: Französische Banken zum Beispiel mit 50 Milliarden!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Ohne Kontrolle!
Herr Kollege Vilimsky, Sie haben es ja auch kritisiert, als wir etwa 15 Milliarden € den Banken in Österreich als Eigenkapitalstärkung zur Verfügung und in Aussicht gestellt haben. (Abg. Dr. Rosenkranz: Ohne Kontrolle!) Die österreichischen Banken haben nicht alles in Anspruch genommen. Aber was würde es denn für Österreich und die Stabilität in unserem Lande bedeuten, wenn österreichische Banken mit einem Schlag 40 Milliarden € verlieren würden? Glauben Sie tatsächlich, dass das keine Auswirkungen auf die Österreicherinnen und Österreicher und auf unseren Bundeshaushalt hätte? Das ist doch naiv! Streuen Sie den Leuten doch nicht Sand in die Augen! Es geht doch bei diesem Schutzschirm darum, Stabilität für Europa herzustellen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Herr Kollege Vilimsky, Sie haben es ja auch kritisiert, als wir etwa 15 Milliarden € den Banken in Österreich als Eigenkapitalstärkung zur Verfügung und in Aussicht gestellt haben. (Abg. Dr. Rosenkranz: Ohne Kontrolle!) Die österreichischen Banken haben nicht alles in Anspruch genommen. Aber was würde es denn für Österreich und die Stabilität in unserem Lande bedeuten, wenn österreichische Banken mit einem Schlag 40 Milliarden € verlieren würden? Glauben Sie tatsächlich, dass das keine Auswirkungen auf die Österreicherinnen und Österreicher und auf unseren Bundeshaushalt hätte? Das ist doch naiv! Streuen Sie den Leuten doch nicht Sand in die Augen! Es geht doch bei diesem Schutzschirm darum, Stabilität für Europa herzustellen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie sollten sich wirklich überlegen, wohin Sie wollen. Wollen Sie zurück zum Schilling? – Ich sage Ihnen, die Österreicherinnen und Österreicher wollen das nicht. Die Österreicher wollen einen stabilen Euro haben und nicht ein Zurück in die Vergangenheit. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stefan: Zum Beispiel in Österreich! Wie ist es denn bei uns, wenn wir 13 Milliarden Minus machen? Ist das über den Verhältnissen?
Aus diesem Grund ist es auch notwendig, pro futuro die Budgets in Ordnung zu halten, nicht über die eigenen Verhältnisse zu leben. (Abg. Mag. Stefan: Zum Beispiel in Österreich! Wie ist es denn bei uns, wenn wir 13 Milliarden Minus machen? Ist das über den Verhältnissen?) Da geht es nicht um einzelne Personen, Herr Dr. Cap, sondern um den Staatshaushalt. Wir können nicht auf Dauer mehr ausgeben, als wir einnehmen. (Abg. Strache: Warum machen Sie 13 Milliarden neue Schulden? Sie schaffen es bis heute nicht, ausgabenseitig zu sparen!) Kein Staat in Europa kann das. Das müssen wir auch jenen Ländern deutlich machen, die massiv über ihre Verhältnisse gelebt haben.
Abg. Strache: Warum machen Sie 13 Milliarden neue Schulden? Sie schaffen es bis heute nicht, ausgabenseitig zu sparen!
Aus diesem Grund ist es auch notwendig, pro futuro die Budgets in Ordnung zu halten, nicht über die eigenen Verhältnisse zu leben. (Abg. Mag. Stefan: Zum Beispiel in Österreich! Wie ist es denn bei uns, wenn wir 13 Milliarden Minus machen? Ist das über den Verhältnissen?) Da geht es nicht um einzelne Personen, Herr Dr. Cap, sondern um den Staatshaushalt. Wir können nicht auf Dauer mehr ausgeben, als wir einnehmen. (Abg. Strache: Warum machen Sie 13 Milliarden neue Schulden? Sie schaffen es bis heute nicht, ausgabenseitig zu sparen!) Kein Staat in Europa kann das. Das müssen wir auch jenen Ländern deutlich machen, die massiv über ihre Verhältnisse gelebt haben.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Prähauser.
In diesem Zusammenhang, Herr Kollege Strache, brauchen wir in Zukunft mehr Europa und nicht weniger Europa. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Prähauser.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wollen die Kollision verhindern, ehe es zu spät ist, und nicht nachher gescheit daherreden, so wie Sie das mit Vorliebe tun. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
wendig ist, das hat auch anders ganz gut funktioniert –, ist in die Hose gegangen. Das ist die Wahrheit, die Sie zur Kenntnis nehmen müssen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich erinnere nur an den wirklich unverantwortlichen Wegfall der Schutzbestimmungen für den Arbeitsmarkt mit 1. Mai kommenden Jahres. Wieder treiben Sie Europa in die falsche Richtung und werden danach hier stehen und irgendwelche Krisenpakete schnüren, um das, was Sie uns eingebrockt haben, ansatzweise auf Kosten der Steuerzahler wiedergutzumachen. Das kann ich Ihnen jetzt schon prophezeien. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie ehrlich wären, wenn Sie, Herr Vizekanzler, Herr Bundeskanzler, tatsächlich Führungsqualität hätten, wenn Sie tatsächlich Krisenmanager und nicht nur europäische Statisten wären, was nämlich in Wirklichkeit der Fall ist – Statisten in Brüssel, etwas anderes sind Sie nicht, die ihre PR-Reisen mit irgendeiner erfolgreichen Krisenfeuerwehr verwechseln –, hätten Sie heute hier dieses Eingeständnis des Scheiterns ausgesprochen. Das wäre notwendig gewesen, denn nur auf dieser Basis kommen Sie sinnvoll weiter. Dieses Eingeständnis ist die einzige Möglichkeit, jetzt, da es um unseren Wohlstand geht, da es um den sozialen Frieden geht, da es um das geht, was die ältere Generation mühsam angespart hat, da es darum geht, dass die junge Generation ihre Zukunft absichern möchte, da es darum geht, zu retten, was zu retten ist, die richtigen Konsequenzen zu ziehen; anders wird nichts daraus. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Dieser Amoklauf ist auch ein rechtlicher Amoklauf. Ich verstehe das nicht – jeder Österreicher kapiert, dass man, wenn man ein Auto betreiben möchte, dazu einen Führerschein als Nachweis der Legitimität für dieses Tun braucht. Aber wenn Sie unter dem Motto „Einmal um die ganze Welt und die Taschen voller Steuergeld“ in der Gegend herumfahren und 17 Milliarden € bis 22 Milliarden € – je nachdem, wie man es rechnet – auf gut Deutsch verheizen, dann erwarten Sie sich im eigenen Land noch Huldigungen dafür, dass Sie angeblich irgendetwas gerettet hätten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Ich sage Ihnen, das ist nichts anderes als ein großer Witz, den die Bevölkerung auszulöffeln haben wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dieser Amoklauf ist auch ein rechtlicher Amoklauf. Ich verstehe das nicht – jeder Österreicher kapiert, dass man, wenn man ein Auto betreiben möchte, dazu einen Führerschein als Nachweis der Legitimität für dieses Tun braucht. Aber wenn Sie unter dem Motto „Einmal um die ganze Welt und die Taschen voller Steuergeld“ in der Gegend herumfahren und 17 Milliarden € bis 22 Milliarden € – je nachdem, wie man es rechnet – auf gut Deutsch verheizen, dann erwarten Sie sich im eigenen Land noch Huldigungen dafür, dass Sie angeblich irgendetwas gerettet hätten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Ich sage Ihnen, das ist nichts anderes als ein großer Witz, den die Bevölkerung auszulöffeln haben wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist doch der Punkt: Wer kassiert das Geld? – Es kassieren dieselben Banken und dieselben Spekulanten durch die Abdeckung der Risiken, die genau mit diesen Risiken ihre fetten Profite gemacht haben, sich die fetten Prämien, die fetten Bonuszahlungen und all das, was wir nicht wollen, ausbezahlt haben. Das ist der Kreislauf, den Sie damit in Gang halten. (Beifall bei der FPÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ich bin nicht Vorsitzender der SPÖ!
Jetzt spreche ich Sie als Vorsitzenden der SPÖ an: Reden Sie bitte nie mehr davon (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ich bin nicht Vorsitzender der SPÖ!), dass Sie dagegen
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ich bin nicht SPÖ-Chef!
ankämpfen, dass Gewinne privatisiert und Verluste dem Steuerzahler übertragen werden! Es könnte Ihnen nämlich, wenn Sie das sagen, die Zunge im Hals stecken bleiben. Denn das, was Sie jetzt machen, ist genau dieses Prinzip in die Wirklichkeit umzusetzen und diese Maschinerie weiter voranzutreiben. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ich bin nicht SPÖ-Chef!) Reden Sie nicht mehr so daher! – Ich meine den Kollegen Faymann, aber viel Unterschied ist bei Ihnen ohnehin nicht. Richten Sie es ihm bitte aus. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
ankämpfen, dass Gewinne privatisiert und Verluste dem Steuerzahler übertragen werden! Es könnte Ihnen nämlich, wenn Sie das sagen, die Zunge im Hals stecken bleiben. Denn das, was Sie jetzt machen, ist genau dieses Prinzip in die Wirklichkeit umzusetzen und diese Maschinerie weiter voranzutreiben. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ich bin nicht SPÖ-Chef!) Reden Sie nicht mehr so daher! – Ich meine den Kollegen Faymann, aber viel Unterschied ist bei Ihnen ohnehin nicht. Richten Sie es ihm bitte aus. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf: Sie auch!
Sie von SPÖ und ÖVP waren mit dabei, als man aus der Börse ein Casino gemacht hat. (Ruf: Sie auch!) Da waren Sie mit dabei! Sie waren auch dann im Casino mit dabei, als es darum ging (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll), ohne Limits zu spielen und zu zocken, und Sie sind jetzt dabei, wenn es darum geht, diejenigen, die uns diese Suppe eingebrockt haben, nämlich die Banken und die Spekulanten, ein weiteres Mal zu decken. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Aus ist es!)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll
Sie von SPÖ und ÖVP waren mit dabei, als man aus der Börse ein Casino gemacht hat. (Ruf: Sie auch!) Da waren Sie mit dabei! Sie waren auch dann im Casino mit dabei, als es darum ging (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll), ohne Limits zu spielen und zu zocken, und Sie sind jetzt dabei, wenn es darum geht, diejenigen, die uns diese Suppe eingebrockt haben, nämlich die Banken und die Spekulanten, ein weiteres Mal zu decken. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Aus ist es!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Aus ist es!
Sie von SPÖ und ÖVP waren mit dabei, als man aus der Börse ein Casino gemacht hat. (Ruf: Sie auch!) Da waren Sie mit dabei! Sie waren auch dann im Casino mit dabei, als es darum ging (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll), ohne Limits zu spielen und zu zocken, und Sie sind jetzt dabei, wenn es darum geht, diejenigen, die uns diese Suppe eingebrockt haben, nämlich die Banken und die Spekulanten, ein weiteres Mal zu decken. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Aus ist es!)
Beifall bei der FPÖ.
Ein abschließendes Wort zu Griechenland: Ein gescheiter Mann, Sokrates war sein Name, hat gesagt: Ich weiß, dass ich nichts weiß. – Bei Ihnen habe ich den Verdacht, Sie wissen nicht einmal das. Das muss man sagen, wenn man sieht, wie Sie in dieser Phase agieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Petzner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist in Österreich auch so, die fürchten sich auch vor den Wahlen!
Aber abgesehen davon: Bundeskanzlerin Merkel – ich meine, bringen wir doch die Sache schonungslos auf den Punkt – hat innenpolitisch und vor allem europapolitisch in den letzten vier Monaten an Reputation, an Statur verloren, und zwar in einem atemberaubenden Tempo. Das kommt eben davon, wenn man vier Monate lang Europa hinhält, mit Rücksicht auf die Wahlen in Nordrhein-Westfalen. Dann bekommt man die Rechnung in doppelter Hinsicht dafür präsentiert. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Petzner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist in Österreich auch so, die fürchten sich auch vor den Wahlen!) Man verliert die Reputation auf europapolitischer Ebene und man verliert die Wahlen in Nordrhein-Westfalen. Die hätte sie sonst auch verlieren können, aber wenigstens mit fliegenden Fahnen. Da hätte sie nicht an Ehre verloren, und das hat sie. Also damit kann ich überhaupt nichts anfangen.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Euro fällt weiter!
(Abg. Ing. Westenthaler: Der Euro fällt weiter!) Die Prämien für CDS sind, wie ich annehme, zurückgegangen, falls überhaupt noch jemand einen Kredit versichert. Das sind alles gute Anzeichen. Aber wie es nun einmal in der Ökonomie so geht: Man löst ein Problem, und andere tun sich auf. Das muss man auch dazusagen. Sie haben ein neues Moral Hazard Problem sozusagen erster Güte aufgemacht. Kreditgeber aller Art, von den Banken angefangen bis zu den Pensionsfonds, glauben jetzt zu wissen, dass ein Staat nicht bankrottgehen kann. Das wird ein Irrtum sein, aber momentan ist es das, worin man sich in Sicherheit wiegt.
demonstrativer Beifall bei der FPÖ
Griechenland bekommt eine Atempause, mehr nicht. Damit bekommt der Rest Europas eine Atempause, mehr nicht. Ich mache gar kein Hehl daraus, dass ich der Meinung war – Jänner, Februar, bis in den März hinein –, dass ein Default Griechenlands die bessere Alternative gewesen wäre, und zwar aus dem schlichten Grund, dass dann die Gläubiger Griechenlands automatisch drangekommen wären, automatisch (demonstrativer Beifall bei der FPÖ), und zwar unabhängig davon, wer es ist, ob Banken, Pensionsfonds, andere Fonds, Stiftungen, egal wer, unabhängig von der Nationalität. Auch Mitglieder der Nicht-Eurozone, also alle Banken und sonstigen Finanzinstitute, die der Eurozone nicht angehören, wären auf diese Art drangekommen, sofern sie zu den Gläubigern gehören. Okay, es wäre auch nicht ohne Risiko gewesen, das muss man dazusagen.
Abg. Dr. Matznetter: Dann steigt der Kurswert!
Wenn jetzt Herr Ackermann gesagt hat – mit Recht, finde ich, in der Sache mit Recht –, er habe größte Zweifel daran, dass Griechenland nicht doch in den Default geschickt werden muss – auch meine Meinung –, dann fragt man sich als gelernter Zyniker schon: Wieso sagt Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, das öffentlich? Ich denke, es gibt zwei Gründe: Entweder ist die Deutsche Bank, verglichen mit anderen, in Griechenland viel weniger engagiert – dann kann es ihm nur recht sein, wenn die anderen drankommen –, oder die Deutsche Bank ist mit CDS versichert – dann kann es ihm egal sein, ob Griechenland zahlt oder nicht. (Abg. Dr. Matznetter: Dann steigt der Kurswert!) Vielleicht fällt jemandem noch eine dritte Alternative ein. – Also, da haben wir Zeit gewonnen. Es wird ein Restructuring geben, Schuldennachlass, Fristenerstre-
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Was mich mehr beunruhigt, ist, dass wir uns vor zwei Fragen drücken: Erstens einmal die Budgetfrage. Konsolidierung ja, selbstverständlich. Die Zinsen dürfen nicht aus dem Ruder laufen. Aber wo sind die wachstumspolitischen Impulse in Österreich, in Deutschland und anderswo? (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
In der „Süddeutschen“ war ein schöner Artikel: „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ Gemeint war, die Hütten heutzutage sind die Kindergärten, die Schulen, die Universitäten. Und wo die Paläste stehen, das braucht man sich ja nur mit offenem Blick anzuschauen, wenn man durch die Hauptstädte Europas und Amerikas zieht. (Beifall bei den Grünen.) Und, zweitens, die politischen Fragen sind völlig offen, meine Damen und Herren.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber was unterscheidet den Dollar vom Euro auf politischer Ebene? – Wir haben keine Wirtschaftsregierung auf europäischer Ebene. Wir haben keinen direkt gewählten Präsidenten wie Barack Obama. Wir haben eine Art Senat, wenn man so will, in Form des Europäischen Rates. Und wer ist das? – Das sind die nationalen Fürsten, die nationalen Ministerpräsidenten und Kanzler, die auf nationaler Ebene gewählt werden dafür, was sie auf europäischer Ebene tun oder in der Regel nicht tun. Das ist ein wesentlicher Strukturfehler, und dieser Frage müssen wir uns ohne Scheuklappen widmen. Und ich hoffe – das hoffe ich wenigstens –, dass das, was jetzt beschlossen wird, diese Pakete für Griechenland und die südeuropäischen Länder insgesamt, die ersten Schritte auf dem Weg dorthin sind, wo wir auf europapolitischer Ebene hinkommen müssen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler! – Er ist jetzt leider nicht da, aber sein „alter ego“ sitzt da, der Herr Staatssekretär. (Zwischenruf.) – Na der Staatssekretär, den er immer bei sich hat, der praktisch schon in seiner Hosentasche sitzt, der Herr Ostermayer. Ich habe geglaubt, ich höre nicht recht, als Herr Bundes-
Der Redner zeigt eine Broschüre. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Da steht aber „FPÖ“ drauf!
Wir unter Jörg Haider haben es damals beim Euro-Volksbegehren aufgelistet und haben gesagt, was das für ein Schwindel ist. (Der Redner zeigt eine Broschüre. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Da steht aber „FPÖ“ drauf!) Das macht nichts. Ich weiß nicht, was Sie so daran erheitert. Schwindel bleibt Schwindel, ob damals Jörg Haider unter FPÖ gesegelt ist oder nicht, es war ein Schwindel. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Ihren Humor möchte ich haben, der Zuseher hat den nicht. Ich sage Ihnen noch einmal: Das war der Schwindel, den Ihre Leute geleugnet haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Neuerliche Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Wir unter Jörg Haider haben es damals beim Euro-Volksbegehren aufgelistet und haben gesagt, was das für ein Schwindel ist. (Der Redner zeigt eine Broschüre. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Da steht aber „FPÖ“ drauf!) Das macht nichts. Ich weiß nicht, was Sie so daran erheitert. Schwindel bleibt Schwindel, ob damals Jörg Haider unter FPÖ gesegelt ist oder nicht, es war ein Schwindel. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Ihren Humor möchte ich haben, der Zuseher hat den nicht. Ich sage Ihnen noch einmal: Das war der Schwindel, den Ihre Leute geleugnet haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Wir unter Jörg Haider haben es damals beim Euro-Volksbegehren aufgelistet und haben gesagt, was das für ein Schwindel ist. (Der Redner zeigt eine Broschüre. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Da steht aber „FPÖ“ drauf!) Das macht nichts. Ich weiß nicht, was Sie so daran erheitert. Schwindel bleibt Schwindel, ob damals Jörg Haider unter FPÖ gesegelt ist oder nicht, es war ein Schwindel. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.) Ihren Humor möchte ich haben, der Zuseher hat den nicht. Ich sage Ihnen noch einmal: Das war der Schwindel, den Ihre Leute geleugnet haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Strache: Die Experten sind das heute!
Das war der Schwindel, den Herr Oberbanker Vranitzky geleugnet hat, den sein Nachfolger Viktor Klima geleugnet hat! Heute sind sie alle in wohlverdienten Positionen oder Ruheständen und richten der österreichischen Bevölkerung aus, was sie zu zahlen hat. (Abg. Strache: Die Experten sind das heute!)
Beifall beim BZÖ.
Das war der Hintergrund Ihrer Euro-Erfolgsgeschichte! Sie sind dafür verantwortlich! Er kommt heute heraus, hält eine Rede und tut so, als ob er es immer schon gewusst hätte – abgesehen davon, dass die Rede eben inhaltlich jetzt ja richtig war. Aber er hätte sie ihm vor zwei Jahren schon halten sollen, seinem eigenen Parteivorsitzenden, vor zwei Jahren, bei der ersten Finanzkrise, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.) Jetzt auf einmal wissen alle, was notwendig war.
Zwischenruf.
Das heißt also: Jene, die nicht in der Eurozone sind ... (Zwischenruf.) – Du hast auch dauernd die Schweizer zum Feindbild gemacht. Reden wir einmal über die Briten, über die bisher sozialdemokratisch regierten Briten, die nicht in der Eurozone liegen, aber bisher das große Geschäft gemacht haben mit den Ländern zu Lasten des Euro. Das ist es aber! Nicht eine kleinkarierte Anti-Schweiz-Rede halten: Der böse Schweizer Geldsack, der sozusagen alles einstreift! Nein, die großen Manager, die alles eingestreift haben, sitzen in London und haben ihre Firmen auf den Cayman Islands und den Bermudas, auch unter britischem, also angelsächsischem Einfluss. Also nicht die bösen Schweizer und Eidgenossen sind es, die sozusagen mit dem Rütli-Schwur den Euro umbringen. Nein, es sind schon eure Genossen gewesen, die das alles blockiert haben.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Herr Finanzminister Pröll, sind Sie so säumig? – Das war eine Kritik Ihres Parteifreundes Schüssel an Ihnen. Zwei Jahre lang haben Sie das alles nicht gemacht, was Herr Schüssel jetzt gescheit dahergeredet hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Eine Aufforderung Ihres eigenen Parteivorsitzenden. Nicht die Hände zusammenklappen! Sie sollten endlich handeln statt Hände falten, meine Damen und Herren, das wäre viel gescheiter! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Finanzminister Pröll, sind Sie so säumig? – Das war eine Kritik Ihres Parteifreundes Schüssel an Ihnen. Zwei Jahre lang haben Sie das alles nicht gemacht, was Herr Schüssel jetzt gescheit dahergeredet hat. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Eine Aufforderung Ihres eigenen Parteivorsitzenden. Nicht die Hände zusammenklappen! Sie sollten endlich handeln statt Hände falten, meine Damen und Herren, das wäre viel gescheiter! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Natürlich, schwarz auf weiß!
Daher sage ich Ihnen: Das ist erbärmliches politisches Versagen, das Ihnen vorzuwerfen ist, und zwar zahlt der Steuerzahler die Zeche dafür, und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Sagen Sie doch den Leuten die Wahrheit! Wenn Sie sagen, über dem Berg, da lachen doch die Hühner! Jeder weiß, dass das erst der Beginn ist, meine Damen und Herren. Er hat es übrigens während seiner Rede abgestritten, er hat gesagt, er hat das nie gesagt. Natürlich hat er es gesagt! (Abg. Bucher: Natürlich, schwarz auf weiß!) Ja, schwarz auf weiß haben wir das, aber bei der ÖVP muss man immer die Dokumente gleich parat haben, wenn man ihr etwas vorhält.
Beifall beim BZÖ.
Ihnen die angelsächsisch geführten Ratingagenturen bisher geliefert haben. Nicht einmal dagegen sind Sie in der Lage sich wirksam zu wehren, weil Sie keine eigene Agentur zustande bringen, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher wird es notwendig sein, gegen alle Verletzer der Stabilitätskriterien entsprechend vorzugehen. Auch da sind Sie säumig. Daher: Handeln Sie endlich, statt dauernd Erklärungen abzugeben, die nichts nützen! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: War es nicht der Kapitän, der zu schnell gefahren ist?
Herr Klubobmann Strache hat scheinbar vergessen, wer der eigentliche Verursacher des Untergangs der Titanic war. – Das war nämlich der Eisberg, der der Titanic im Weg gestanden ist, so wie die FPÖ und das BZÖ in diesen Tagen der Entwicklung Europas und den Interessen der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Weg stehen. (Abg. Strache: War es nicht der Kapitän, der zu schnell gefahren ist?) Sie, Herr Strache, sind der Eisberg, der verhindert, dass es positiv weitergeht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Klubobmann Strache hat scheinbar vergessen, wer der eigentliche Verursacher des Untergangs der Titanic war. – Das war nämlich der Eisberg, der der Titanic im Weg gestanden ist, so wie die FPÖ und das BZÖ in diesen Tagen der Entwicklung Europas und den Interessen der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Weg stehen. (Abg. Strache: War es nicht der Kapitän, der zu schnell gefahren ist?) Sie, Herr Strache, sind der Eisberg, der verhindert, dass es positiv weitergeht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
scheitert!) Auch der ist gescheitert, Kollege Amon. Der Kommunismus ist spätestens 1989 gescheitert, aber das konservative Dogma „Mehr privat, weniger Staat“ ist mit der Finanz- und Wirtschaftskrise endgültig gescheitert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Die Österreicherinnen und Österreicher schätzen Ihr Engagement bei der Bewältigung der Krise ebenso wie Ihr engagiertes Auftreten für die Regulierung der internationalen Finanzmärkte. Das österreichische Parlament steht mit der heutigen Debatte hinter dieser Position für ein soziales und gerechtes Europa. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Kolleginnen und Kollegen! Die FPÖ ist scheinheilig in dieser Frage. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das haben wir im Finanzausschuss auch schon sehen müssen. Wenn Ihnen die Österreicherinnen und Österreicher so wichtig wären, dann würden Sie den Österreicherinnen und Österreichern auch ganz klipp und klar sagen, was alles am Euro, unserer gemeinsamen Währung, hängt.
Abg. Kickl: Wo wird gespart?
Und obwohl meine Redezeit sehr kurz ist, möchte ich hier schon noch einmal eines betonen: Im Finanzausschuss oder im Budgetausschuss haben Experten der Oppositionsparteien betont, wir sollten uns doch Zeit lassen mit der Budgetkonsolidierung, sollten abwarten und noch investieren, damit wir noch andere Pakete schnüren können. – Also ich sage, wir müssen sparen, und zwar jetzt, das ist total notwendig. Wir können uns nicht mehr länger Zeit lassen, denn sonst wird es uns wirklich so gehen wie der Titanic, wenn wir nichts machen und die Schuldenstände nur weiter hinaufgehen. (Abg. Kickl: Wo wird gespart?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine Folgendes: Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Bundesregierung, die in der Krise richtig handelt und auch die Hilfe für Griechenland so gestaltet, dass die Österreicherinnen und Österreicher davon profitieren können! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Die beste Alternative wäre es, das zu machen, was international durchaus üblich ist, was auch in Konkursverfahren hier im Lande üblich ist, nämlich eine Art Gläubigerkonferenz zu machen und diese Gläubiger an einem Tisch zu versammeln, ihnen begreiflich zu machen: Freunde, ihr habt euch verspekuliert! Es kann nicht sein, dass ihr um 1 Prozent Geld bei der Europäischen Zentralbank aufgenommen habt, um 10 Prozent Geld veranlagt habt und jetzt, wo das Risiko schlagend wird, auf einmal die Garantie des Steuerzahlers einfordert. – Warum denn nicht die Banken zur Verantwortung ziehen? (Beifall bei der FPÖ.) Sie sind ins Finanzcasino gegangen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das wäre der übliche Weg.
Beifall bei der FPÖ.
einer Art und Weise unanständig, dass von der Freiheitlichen Partei mit Sicherheit keine Zustimmung zu dieser Vorgangsweise gegeben werden kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das genau ist das Problem, nämlich eine Alternative im Interesse der österreichischen Steuerzahler anzustreben, und nicht nur im Interesse der Banken – „Ihre“ Bankbosse sind in diversen ÖVP-Personenkomitees! – zu handeln, sondern die österreichischen Steuerzahler entsprechend zu vertreten. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Genau!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Natürlich gibt es unterschiedliche Betrachtungsweisen in einer derartigen Situation. Das ist ja nicht überraschend. Wenn es aber so etwas wie einen Grundkonsens gibt, dann besteht der wohl darin – so habe ich den Eindruck –: Es kann nicht so weitergehen wie bisher! (Abg. Dr. Graf: Genau!) Da sind doch alle einer Meinung.
Beifall bei der ÖVP.
Erster Punkt: Es muss die Politik des Augenzwinkerns und des Leserbriefschreibens in der Frage der europäischen Integration zu Ende sein. (Beifall bei der ÖVP.) Nur ein starkes Europa wird einen starken Euro bringen und wird Österreich entsprechend unterstützen, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stefan: Wo ist das?) Es muss doch klar sein, dass beispielsweise eine Hedgefonds-Regelung nur auf europäischer Ebene möglich ist. Es muss doch klar sein, dass eine Finanztransaktionssteuer nur auf europäischer Ebene möglich ist, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stadler: Macht es! – Abg. Ing. Westenthaler: Machen! – Abg. Mag. Stefan: Wer macht es denn?)
Abg. Mag. Stefan: Wo ist das?
Erster Punkt: Es muss die Politik des Augenzwinkerns und des Leserbriefschreibens in der Frage der europäischen Integration zu Ende sein. (Beifall bei der ÖVP.) Nur ein starkes Europa wird einen starken Euro bringen und wird Österreich entsprechend unterstützen, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stefan: Wo ist das?) Es muss doch klar sein, dass beispielsweise eine Hedgefonds-Regelung nur auf europäischer Ebene möglich ist. Es muss doch klar sein, dass eine Finanztransaktionssteuer nur auf europäischer Ebene möglich ist, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stadler: Macht es! – Abg. Ing. Westenthaler: Machen! – Abg. Mag. Stefan: Wer macht es denn?)
Abg. Mag. Stadler: Macht es! – Abg. Ing. Westenthaler: Machen! – Abg. Mag. Stefan: Wer macht es denn?
Erster Punkt: Es muss die Politik des Augenzwinkerns und des Leserbriefschreibens in der Frage der europäischen Integration zu Ende sein. (Beifall bei der ÖVP.) Nur ein starkes Europa wird einen starken Euro bringen und wird Österreich entsprechend unterstützen, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stefan: Wo ist das?) Es muss doch klar sein, dass beispielsweise eine Hedgefonds-Regelung nur auf europäischer Ebene möglich ist. Es muss doch klar sein, dass eine Finanztransaktionssteuer nur auf europäischer Ebene möglich ist, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stadler: Macht es! – Abg. Ing. Westenthaler: Machen! – Abg. Mag. Stefan: Wer macht es denn?)
Abg. Strache: Heißt das, auch der Herr Leitl?
Regelungsmechanismen über die Börse überhaupt nicht mehr greifen würden. (Abg. Strache: Heißt das, auch der Herr Leitl?) Darum kann die Antwort wohl nur sein: mehr Europa!
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Punkt, wo es wohl nicht so weitergehen kann – und das gilt für alle; ich nehme uns und ich nehme auch mich nicht aus –: Auch das Augenzwinkern in der Frage der Schuldenpolitik, meine Damen und Herren, können wir uns nicht mehr leisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Aber die wenigsten Schulden ...!
Wenn jemand einmal gesagt hat, dass ein paar Milliarden Schulden besser sind als ein paar tausend Arbeitslose, dann haben wir doch deutlich gesehen, wohin das geführt hat: Wir haben Schulden und Arbeitslose bekommen. (Abg. Mag. Gaßner: Aber die wenigsten Schulden ...!)
Abg. Strache: Die Banken rufen doch nach mehr Staatshilfe!
Herr Kollege Weninger, Sie sagen jetzt, die europäische Sozialdemokratie wird nach mehr Staat rufen. (Abg. Strache: Die Banken rufen doch nach mehr Staatshilfe!) Was hat denn das geheißen: „mehr Staat“? – „Mehr Staat“ hat doch immer geheißen: mehr Schulden!
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Jetzt wissen wir doch, wo die wirklichen Probleme sind: Die Probleme liegen in den Schulden der Staaten. Es geht um die entscheidende Frage: Wie bauen wir das ab? Wie bauen wir die Staatsschulden ab? Jene Länder, die in der Lage sind, mit viel Kraft und mit viel Mut tatsächlich ausgabenseitig die Schulden abzubauen (Zwischenruf der Abg. Silhavy), werden die Länder sein, die in Zukunft am stärksten sind. Das haben alle Beispiele international gezeigt.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Die ÖVP muss endlich in die Bundesregierung, damit sie das umsetzen kann!
Und jetzt wird es darauf ankommen – und das erwarte ich! –, dass schwerpunktmäßig ausgabenseitig saniert wird. Dann wird Österreich wirklich gestärkt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Die ÖVP muss endlich in die Bundesregierung, damit sie das umsetzen kann!)
Beifall bei der FPÖ.
Freuen können sich die Banken, denen das Risiko genommen wurde, freuen können sich die Spekulanten, die in den letzten Jahren gut verdient haben, die jetzt zur Sanierung nichts beitragen müssen, freuen können sich die griechischen Reeder, die die Staatsanleihen gegeben haben, die Angst um ihr Geld gehabt haben, die viel verdient haben, die jetzt nicht haften müssen, und freuen können sich auch die Verantwortlichen auf EU-Ebene, denen eigentlich die Rechenschaft genommen wird, die sie schuldig bleiben müssen. Die freuen sich, Kollege Cap! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Silhavy: Zynisch ist es, wenn das ein Kärntner sagt!
Aber ein trauriger Tag ist es heute für alle österreichischen Steuerzahler, ist es für alle Österreicher, die keinen Arbeitsplatz haben, ist es für die Jugend, ist es für all jene Menschen in Österreich, die die Suppe, die uns die Banken, die Spekulanten, aber auch diese Bundesregierung eingebrockt haben, jetzt auslöffeln müssen. Und deshalb ist es geradezu zynisch, wenn Sie ans Rednerpult kommen und sagen, wir sollten uns heute freuen. (Abg. Silhavy: Zynisch ist es, wenn das ein Kärntner sagt!) – Beruhigen Sie sich nur!
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Ich habe mir das Stenographische Protokoll aus dem Jahr 1996 herausgesucht. Da hat es im Hohen Haus eine heftige Debatte gegeben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Frau Kollegin, Sie und gerade die Vertreter Ihrer Fraktion haben nichts anderes getan, als die Österreicher über Jahrzehnte zu belügen, hinters Licht zu führen! Und jetzt müssen die Österreicher die Suppe auslöffeln, die Sie ihnen eingebrockt haben! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe mir das Stenographische Protokoll aus dem Jahr 1996 herausgesucht. Da hat es im Hohen Haus eine heftige Debatte gegeben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Frau Kollegin, Sie und gerade die Vertreter Ihrer Fraktion haben nichts anderes getan, als die Österreicher über Jahrzehnte zu belügen, hinters Licht zu führen! Und jetzt müssen die Österreicher die Suppe auslöffeln, die Sie ihnen eingebrockt haben! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.
Dann hat es geheißen: Der Euro wird eine harte, eine stabile Währung bleiben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) – So schaut es aus, Frau Kollegin! Schauen Sie sich an, was aus diesem Euro geworden ist! Von harter, von stabiler Währung, Frau Kollegin, ist da aber weit und breit nichts mehr zu sehen.
Abg. Dr. Matznetter: Ja, richtig!
„Ich versichere Ihnen, dass die Position der Bundesregierung, die von der Sozialdemokratie voll unterstützt wird, lautet: ,Das wird ein stabiler Euro werden!‘“ Und: „Wir werden ihn zu den entsprechenden Bedingungen bekommen. Die Europäische Währungsunion wird sowohl Preisstabilität als auch entsprechende beschäftigungspolitische Impulse bringen.“ (Abg. Dr. Matznetter: Ja, richtig!)
Beifall bei der FPÖ.
Fragen Sie einmal die Griechen, wo die Beschäftigungsimpulse sind! Fragen Sie die Österreicher, die jetzt auf der Straße stehen, wo die Beschäftigungsimpulse sind! (Beifall bei der FPÖ.) Das ist nicht die Aufgabe gewesen.
Beifall bei der FPÖ.
Griechenland hat sich mit falschen Zahlen in diese Eurozone hineingemogelt und jahrelang über die wirtschaftlichen Verhältnisse falsch informiert. Und es hat keine Sanktionen gegeben. Die zuständigen Finanzminister haben über diese Situation Bescheid gewusst, und wenn sie es nicht gewusst haben, dann hat jemand falsch gehandelt, dann ist er in Wirklichkeit fehl am Platz. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Ah, Schweiz!
Ich frage Sie einmal mehr: Von jenen, die in Wirklichkeit gut verdient haben, jenen, die in Wirklichkeit bei den Gläubigerländern mit dabei sind, die wir, der österreichische Steuerzahler, jetzt finanzieren, von den USA ist heute überhaupt noch nicht gesprochen worden und davon, wie viel griechische Anleihen in den amerikanischen Banken eigentlich stecken, oder in der Schweiz, aber auch in Großbritannien. (Abg. Dr. Matznetter: Ah, Schweiz!) Die sollen in Wirklichkeit dazu eigentlich nichts beitragen. Aber Österreich ist beim Rettungspaket mit dabei. Wen retten wir? – Die Banken, die Reeder, die Großverdiener. Und Österreich muss das bezahlen.
Beifall bei der FPÖ.
Wer vorher die erhöhten Zinsen kassiert und auf ein Risiko gesetzt hat, kann jetzt natürlich nicht die Sozialisierung seiner Verluste verlangen. Das ist unsere Position in dieser Sache. Es sollte auch eine Lehre aus der ersten Krise, aus der Banken-Krise gewesen sein, und das ist von der Europäischen Union versprochen worden, dass der Zusammenhang von Haftung und Verantwortung nicht durchbrochen werden darf. Wer an den Geschäften verdient hat, muss auch die Risiken tragen und für die daraus entstehenden Verluste haften. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ihr Inserat bezüglich Pro-Kopf-Verschuldung, das Sie noch vor wenigen Wochen geschaltet haben, können Sie zerreißen, eine Null anhängen und den Österreichern endlich reinen Wein einschenken. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.
Herr Bundeskanzler, Sie haben in Ihrem Eingangsstatement davon gesprochen, dass die Wirtschaftspolitik der Euroländer nicht unterschiedlicher sein könnte, als sie es ist. Da gebe ich Ihnen völlig recht. Aber, Herr Bundeskanzler, das wissen Sie erst seit heute? – Das wusste man schon, bevor die Einführung des Euro erfolgt ist, dass das wahrscheinlich nicht gut gehen kann. Denn wenn es dermaßen unterschiedliche wirtschaftspolitische Zielsetzungen in den Euroländern gibt, dann kann das auf Dauer nicht gut gehen – es sei denn, man schafft es, die wirtschaftspolitischen Ziele näher zueinander zu bringen. Das ist nicht der Fall. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Pröll, Sie haben gesagt, es gebe keine Alternative und es sei die richtige Entscheidung, weil die Experten das auch so sehen. Ich weiß nicht, wer diese Experten sind. Ich sagen Ihnen eines: Die Experten, die ich kenne – das sind der Gouverneur der Nationalbank, Herr Aiginger und Herr Felderer –, diese drei Herren haben in den letzten eineinhalb Jahren – seit dem Beginn dieser Finanz- und Wirtschaftskrise – ihre Meinungen so oft revidiert oder revidieren müssen, dass ich sagen muss, so oft hätte das Plenum im Hohen Haus gar nicht tagen können, um diese Zahl einzustellen. Nur so viel zur Glaubwürdigkeit dieser Experten und zur laufenden Revidierung der Aussagen, die sie getätigt haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
Wissen Sie, das kommt mir so vor: Wenn ich die Wirtschaftspolitik der ÖVP kritisiere und hier in diesem Hohen Haus wirtschaftspolitische Maßnahmen setzen will (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen) und dann Applaus von den Wirtschaftsbündlern der ÖVP bekomme, dann weiß ich, dass ich falsch liege. (Beifall bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Wissen Sie, das kommt mir so vor: Wenn ich die Wirtschaftspolitik der ÖVP kritisiere und hier in diesem Hohen Haus wirtschaftspolitische Maßnahmen setzen will (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen) und dann Applaus von den Wirtschaftsbündlern der ÖVP bekomme, dann weiß ich, dass ich falsch liege. (Beifall bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn die Manager der Hedgefonds jetzt schon applaudieren zu den Maßnahmen, die Sie gesetzt haben, um diese Spekulanten in den Griff zu bekommen, und das ohne Murren annehmen, dann müssen Sie doch nicht so leichtgläubig sein, auch noch zu meinen, dass Sie ein Hurra-Geschrei bei den Hedgefondsmanagern hervorgerufen haben, weil Sie so furchtbar böse Maßnahmen gesetzt haben. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Großer Tag für Österreich!
ren! Von der Tagesordnung her könnte der heutige Parlamentstag ein wirklich großer Tag sein. Wir beschließen den Schutzschirm für den Euro. (Abg. Strache: Großer Tag für Österreich!) Der Euro ist kein abstraktes Gebilde. Er ist unser Geld, unsere Löhne und Gehälter, unsere Pensionen, unsere Spareinlagen – alles in Euro. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Steuerzahler haftet!) Und im nächsten Tagesordnungspunkt beschließen wir das Bundesfinanzrahmengesetz, die Schuldenbremse für die nächsten vier Jahre. (Die Abgeordneten Mag. Stefan und Strache: Schuldenbremse!) Also: Da Schutzschirm für den Euro, da Schuldenbremse für die nächsten vier Jahre – das wäre ein wirklich großer Tag.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Steuerzahler haftet!
ren! Von der Tagesordnung her könnte der heutige Parlamentstag ein wirklich großer Tag sein. Wir beschließen den Schutzschirm für den Euro. (Abg. Strache: Großer Tag für Österreich!) Der Euro ist kein abstraktes Gebilde. Er ist unser Geld, unsere Löhne und Gehälter, unsere Pensionen, unsere Spareinlagen – alles in Euro. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Steuerzahler haftet!) Und im nächsten Tagesordnungspunkt beschließen wir das Bundesfinanzrahmengesetz, die Schuldenbremse für die nächsten vier Jahre. (Die Abgeordneten Mag. Stefan und Strache: Schuldenbremse!) Also: Da Schutzschirm für den Euro, da Schuldenbremse für die nächsten vier Jahre – das wäre ein wirklich großer Tag.
Die Abgeordneten Mag. Stefan und Strache: Schuldenbremse!
ren! Von der Tagesordnung her könnte der heutige Parlamentstag ein wirklich großer Tag sein. Wir beschließen den Schutzschirm für den Euro. (Abg. Strache: Großer Tag für Österreich!) Der Euro ist kein abstraktes Gebilde. Er ist unser Geld, unsere Löhne und Gehälter, unsere Pensionen, unsere Spareinlagen – alles in Euro. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Steuerzahler haftet!) Und im nächsten Tagesordnungspunkt beschließen wir das Bundesfinanzrahmengesetz, die Schuldenbremse für die nächsten vier Jahre. (Die Abgeordneten Mag. Stefan und Strache: Schuldenbremse!) Also: Da Schutzschirm für den Euro, da Schuldenbremse für die nächsten vier Jahre – das wäre ein wirklich großer Tag.
Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!
Warum es kein großer Tag ist, sagen wir ganz offen, liebe Freunde von der Opposition – ich sage bewusst Freunde, weil ich viele von Ihnen sehr schätze als Mitglieder des Finanzausschusses. Ich bin heute wirklich enttäuscht vom Verhalten der Opposition. Gar keine Frage, in jedem Land der Welt ist die Opposition in aller Regel anderer Meinung als die Regierung. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!) Aber das sind heute keine gewöhnlichen Punkte, Routinepunkte. Heute geht es um etwas, was die Menschen in unserem Land unglaublich berührt. (Ruf beim BZÖ: Konkret die Brieftaschen der Menschen berührt das, die Bankkonten!)
Ruf beim BZÖ: Konkret die Brieftaschen der Menschen berührt das, die Bankkonten!
Warum es kein großer Tag ist, sagen wir ganz offen, liebe Freunde von der Opposition – ich sage bewusst Freunde, weil ich viele von Ihnen sehr schätze als Mitglieder des Finanzausschusses. Ich bin heute wirklich enttäuscht vom Verhalten der Opposition. Gar keine Frage, in jedem Land der Welt ist die Opposition in aller Regel anderer Meinung als die Regierung. (Abg. Ing. Westenthaler: Gott sei Dank!) Aber das sind heute keine gewöhnlichen Punkte, Routinepunkte. Heute geht es um etwas, was die Menschen in unserem Land unglaublich berührt. (Ruf beim BZÖ: Konkret die Brieftaschen der Menschen berührt das, die Bankkonten!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
In den letzten Tagen war ich bei vielen Betriebsbesuchen und ‑eröffnungen. Jeden Tag habe ich vier-, fünfmal die besorgte Frage gestellt bekommen, wie es mit unserem Geld weitergehen wird. Ist unser Geld noch sicher? Also wir beschließen heute Dinge, die unmittelbar die existenziellen Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger betreffen, die Sorge um ihr Geld. Der Euro ist unser Geld. Da hätte ich mir schon einen Schulterschluss aller Parteien in diesem Haus erwartet. Ich muss ehrlich sagen, ich bin enttäuscht, dass der Schulterschluss heute nicht stattfindet, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Abg. Strache: Bei Fehlentscheidungen kann es keinen Schulterschluss geben!
Es wäre ein schönes Signal an die Bürgerinnen und Bürger gewesen. (Abg. Strache: Bei Fehlentscheidungen kann es keinen Schulterschluss geben!) Herr Kollege Strache, ich glaube, man kann mit diesen Themen kein politisches Kleingeld wechseln. Ich war selbst überrascht: Als ich vor wenigen Tagen bei einer Fernsehdiskussion war, hat die Moderatorin gesagt, dass laut einer Umfrage 81 Prozent der Österreicher für dieses Rettungspaket sind. Ich habe gesagt, das spreche für den gesunden Menschenverstand von Herrn und Frau Österreicher. Also versuchen Sie nicht, hier politisches Kleingeld zu wechseln. Die Menschen sind viel vernünftiger, als manche von der Opposition glauben. Wir machen das nicht den Griechen zuliebe.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da spricht ein großer Europäer!
Wir machen das nur im Eigeninteresse. Wir machen das im Interesse Österreichs, unseres Geldes. Es ist unser Geld. Es wurde bereits von unserem Klubobmann erwähnt: 7 Milliarden € österreichisches Investment nur in Griechenland. Da reden wir gar nicht von Portugal und Spanien. Bei einer Pleite Griechenlands hätten wir mit einem Schlag 5 Milliarden € verloren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da spricht ein großer Europäer!) Wir haben jetzt eine sehr intelligente Lösung gefunden, dank unseres Vizekanzlers und Finanzministers. Das ist gar keine Frage, das ist nachvollziehbar. Es stand in allen Zeitungen. (Abg. Strache: Deswegen lieber 21 statt 5 Milliarden verlieren!)
Abg. Strache: Deswegen lieber 21 statt 5 Milliarden verlieren!
Wir machen das nur im Eigeninteresse. Wir machen das im Interesse Österreichs, unseres Geldes. Es ist unser Geld. Es wurde bereits von unserem Klubobmann erwähnt: 7 Milliarden € österreichisches Investment nur in Griechenland. Da reden wir gar nicht von Portugal und Spanien. Bei einer Pleite Griechenlands hätten wir mit einem Schlag 5 Milliarden € verloren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da spricht ein großer Europäer!) Wir haben jetzt eine sehr intelligente Lösung gefunden, dank unseres Vizekanzlers und Finanzministers. Das ist gar keine Frage, das ist nachvollziehbar. Es stand in allen Zeitungen. (Abg. Strache: Deswegen lieber 21 statt 5 Milliarden verlieren!)
Ruf beim BZÖ: Vielleicht wollen’s noch ein Glaserl trinken gehen!
Die Mehrheit der Euroländer wollte zunächst bilaterale Kreditgewährungen, das hätte unser Budgetdefizit erhöht, die Staatsschulden erhöht. (Ruf beim BZÖ: Vielleicht wollen’s noch ein Glaserl trinken gehen!) Beschlossen wurde ein Schutzschild von Haftungen, und es wird kein Euro mehr an Haftung benötigt. Wir schichten einfach um, 15 Milliarden € aus dem Haftungsrahmen für Banken für diesen EU-Schutzschild – eine unglaublich intelligente Lösung, ohne einen Euro Haftung mehr zu brauchen. (Abg. Strache: Der Unterschied ist nur der, dass die Haftung schlagend werden kann!) Und trotzdem stimmen Sie nicht zu, Herr Kollege.
Abg. Strache: Der Unterschied ist nur der, dass die Haftung schlagend werden kann!
Die Mehrheit der Euroländer wollte zunächst bilaterale Kreditgewährungen, das hätte unser Budgetdefizit erhöht, die Staatsschulden erhöht. (Ruf beim BZÖ: Vielleicht wollen’s noch ein Glaserl trinken gehen!) Beschlossen wurde ein Schutzschild von Haftungen, und es wird kein Euro mehr an Haftung benötigt. Wir schichten einfach um, 15 Milliarden € aus dem Haftungsrahmen für Banken für diesen EU-Schutzschild – eine unglaublich intelligente Lösung, ohne einen Euro Haftung mehr zu brauchen. (Abg. Strache: Der Unterschied ist nur der, dass die Haftung schlagend werden kann!) Und trotzdem stimmen Sie nicht zu, Herr Kollege.
Abg. Dr. Graf: Das ist ja wie Monopoly, da werden 15 Milliarden verschoben!
Herr Kollege Strache, ich fürchte, Sie verkalkulieren sich hier, aber das ist nicht mein Problem, sondern Ihres. (Abg. Dr. Graf: Das ist ja wie Monopoly, da werden 15 Milliarden verschoben!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie inhaltlich auch was zu sagen?
Mir ist schon klar, die Opposition wird überall auf der Welt den Obergescheiten spielen, immer Kritik üben, gegen alles sein, aber in so existenziellen Fragen, die den Bürgern so unter die Haut gehen, wäre es wunderschön gewesen, wenn wir einen Schulterschluss erreicht hätten. Ich bedaure, dass es zu diesem Schulterschluss nicht kommt. Trotzdem: Danke dem Bundeskanzler, danke für Ihren Einsatz, danke auch dem Vizekanzler und Finanzminister. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie inhaltlich auch was zu sagen?) Was Sie in den letzten Tagen geleistet haben, wird vielleicht nicht von der Opposition anerkannt, aber ich glaube, von den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land wird es anerkannt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter. – Abg. Strache: Großer Tag für Österreich! – Ruf beim BZÖ: ... noch was trinken gehen zum Heurigen ...! – Ruf bei der FPÖ: Um 15 Milliarden ...! – Ruf: Gehen Sie gern zum Heurigen? – Jaja, das zeigt das Niveau ...!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter. – Abg. Strache: Großer Tag für Österreich! – Ruf beim BZÖ: ... noch was trinken gehen zum Heurigen ...! – Ruf bei der FPÖ: Um 15 Milliarden ...! – Ruf: Gehen Sie gern zum Heurigen? – Jaja, das zeigt das Niveau ...!
Mir ist schon klar, die Opposition wird überall auf der Welt den Obergescheiten spielen, immer Kritik üben, gegen alles sein, aber in so existenziellen Fragen, die den Bürgern so unter die Haut gehen, wäre es wunderschön gewesen, wenn wir einen Schulterschluss erreicht hätten. Ich bedaure, dass es zu diesem Schulterschluss nicht kommt. Trotzdem: Danke dem Bundeskanzler, danke für Ihren Einsatz, danke auch dem Vizekanzler und Finanzminister. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie inhaltlich auch was zu sagen?) Was Sie in den letzten Tagen geleistet haben, wird vielleicht nicht von der Opposition anerkannt, aber ich glaube, von den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land wird es anerkannt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Matznetter. – Abg. Strache: Großer Tag für Österreich! – Ruf beim BZÖ: ... noch was trinken gehen zum Heurigen ...! – Ruf bei der FPÖ: Um 15 Milliarden ...! – Ruf: Gehen Sie gern zum Heurigen? – Jaja, das zeigt das Niveau ...!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Mir ist nicht einmal das Argument bekannt, mit dem Sie das jetzt ablehnen. So einfach wird es auch nicht gehen, dass Sie – Herr Bundeskanzler, jetzt sind allen voran Sie angesprochen – hier Werbefeldzüge veranstalten von Frauenkirchen bis Berlin – und das war es dann – und dann europäische Bürgerinitiativen verkünden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Faymann.
Kommen wir noch einmal auf das zurück. Herr Bundeskanzler, ich weiß ja nicht, ob Sie jetzt schon in die außerparlamentarische Opposition übersiedelt sind mit dieser Sache. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Faymann.) Nur so viel: Es gibt natürlich auch die Möglichkeit für politische Parteien, diese Initiativen zu starten. Das ist ja keine Frage. Der Punkt ist ja, wie Sie Ihre Energien verwenden. Es wäre schon sinnvoller, wenn Sie sie auf eine sehr aktive Regierungspolitik verwenden würden. Jetzt wenden wir uns dieser zu und schauen uns diese einmal an – und damit auch den Beiträgen des Kollegen Stummvoll von vorhin.
Beifall bei den Grünen.
Deshalb ist es uns lieber, auch einmal ein Zeichen zu setzen, indem wir sagen: Wir sind nicht überall dabei, nur weil Kollege Stummvoll – oder Sie – zum Schulterschluss aufruft. Bei aller Wertschätzung, die wir vorhin zum Ausdruck gebracht haben: So kann es ja nicht sein, dass die Opposition dauernd für die Kronzeugenschaft dessen da ist, was die Regierung gerade tut, ungeachtet dessen, was sie gerade tut. Und Sie tun zu wenig. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf beim BZÖ: Herr Ackermann ...!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was machen wir heute? Wir schenken niemandem Geld, und es versickert auch nichts in der Erde, sondern wir borgen Griechenland Geld – echtes Bargeld –, weil sich das Land auf den Finanzmärkten das Geld nicht mehr zu vernünftigen Konditionen ausborgen könnte. Es müsste Zinsen ab 15 Prozent aufwärts zahlen. Wir verborgen das Geld um 5 Prozent, borgen es uns selbst zu einem niedrigeren Zinssatz aus, und wir gehen davon aus, dass dieses Geld auch zurückgezahlt werden kann. (Ruf beim BZÖ: Herr Ackermann ...!)
Abg. Bucher: Er ist zufällig der größte Banker in der EU!
Ja, Herr Ackermann – es ist schon erwähnt worden, wieso Herr Ackermann das sagt. (Abg. Bucher: Er ist zufällig der größte Banker in der EU!) Es gibt noch eine dritte Variante. Er hat nämlich nur CDS und gar keine Staatsanleihen. Er profitiert also noch mehr davon, wenn er Griechenland schlecht redet. Also, Herr Bucher, Sie sollten sich überlegen, wem das nützt, was er sagt. Es wird in aller Regel ihm selbst nützen, sonst würde er es nämlich nicht öffentlich sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ja, Herr Ackermann – es ist schon erwähnt worden, wieso Herr Ackermann das sagt. (Abg. Bucher: Er ist zufällig der größte Banker in der EU!) Es gibt noch eine dritte Variante. Er hat nämlich nur CDS und gar keine Staatsanleihen. Er profitiert also noch mehr davon, wenn er Griechenland schlecht redet. Also, Herr Bucher, Sie sollten sich überlegen, wem das nützt, was er sagt. Es wird in aller Regel ihm selbst nützen, sonst würde er es nämlich nicht öffentlich sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Bucher: Ob Griechenland das jemals zurückzahlen kann, ist auch eine Spekulation!
bürgt?) Das heißt, wir bürgen dafür, sollten andere Länder in Europa unter Druck kommen. – Das könnte auch Österreich treffen. Österreich ist auch unter Druck gekommen, als es diese Gerüchte gab, Osteuropa gehe es so schlecht. Bei uns sind die Spreads auch sofort in die Höhe gegangen. Die Realwirtschaft hat gezeigt, dass sie wieder nach unten gegangen sind, aber vor Spekulation sind auch wir nicht gefeit. (Abg. Bucher: Ob Griechenland das jemals zurückzahlen kann, ist auch eine Spekulation!) Aber wenn andere Länder unter spekulativen Druck kommen, dann bürgen wir quasi für Kredite, die diese bekommen, und nicht direkt mit Bargeld. Auch Kollege Kogler hat anerkannt, dass insgesamt das Haftungsvolumen des Bundes nicht ausgeweitet wird, weil das Haftungsvolumen bei den Banken genau um diese 15 Milliarden € gekürzt wird.
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Eine Diskussion, die wir in den letzten Tagen immer wieder führen, ist, dass jetzt viele sagen, der Grund sei, dass alle über ihre Verhältnisse gelebt hätten. Da schaue ich mir an, wer denn über seine Verhältnisse gelebt hat. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) War das die Kindergärtnerin? War das die Mindestrentnerin? War das der Elektriker? – Sie haben niemals über ihre Verhältnisse gelebt.
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Es stimmt, es gibt Teile unserer Gesellschaft, die über ihre Verhältnisse gelebt haben. Das ist vor allem der Finanzmarkt, auf dem viel zu hohe Gewinne eingefahren werden, viel zu hohe Gehälter bezahlt werden und teilweise nicht einmal Steuer bezahlt wird. Es gibt ja auch Menschen, die hier im Parlament waren – einer heißt Meischberger, glaube ich –, die das, wofür andere 30, 40, 50 Jahre lang arbeiten gehen, in ein paar Wochen unter sehr windigen Umständen verdienen und nicht einmal Steuern dafür zahlen. Ja, es gibt Teile der Gesellschaft, die über ihre Verhältnisse gelebt haben, aber das war sicher nicht die breite Masse, das ist auch sicher nicht der Sozialstaat. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Deshalb gibt es jetzt ...!
Die Schulden, die wir heute haben, haben wir, weil wir die Banken gerettet haben. Aufgrund der Wirtschaftskrise haben wir jetzt Finanzierungsprobleme des Staates, nicht weil wir über unsere Verhältnisse gelebt haben. Das ist eine völlig falsche Sicht der Welt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Deshalb gibt es jetzt ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Großer Tag!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Herr Präsident! Verehrte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Kollege Stummvoll! Langsam habe ich geglaubt, dass ich heute, am 19. Mai, im falschen Haus im falschen Film bin. Sie treten heute hier heraus – an einem Tag, an dem 15 Milliarden €, die unvorstellbare Summe von 15 Milliarden €, für ein Euro-Rettungspaket, für einen Spekulationssumpf, nach Brüssel geschickt werden (Abg. Ing. Westenthaler: Großer Tag!), an einem Tag, an dem 2,3 Milliarden €, die unvorstellbare Summe von 2,3 Milliarden € (Zwischenruf des Abg. Strache. – Ruf bei der ÖVP: Bei der Haftung wird nicht ...!), in den Schuldenturm Griechenland geschickt werden, zur Finanzierung der dortigen Korruption, zur Finanzierung der dortigen Straßenkämpfe, zur Finanzierung des dortigen Bankenpaketes, an dem österreichische Banken beteiligt sind – und Sie gehen heute hier heraus und sprechen von einem großen Tag für Österreich! Vielleicht hätten Sie sich gleich heraus stellen und einen Antrag einbringen sollen, dass der 19. Mai in Zukunft der neue österreichische Nationalfeier-
Zwischenruf des Abg. Strache. – Ruf bei der ÖVP: Bei der Haftung wird nicht ...!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Herr Präsident! Verehrte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Kollege Stummvoll! Langsam habe ich geglaubt, dass ich heute, am 19. Mai, im falschen Haus im falschen Film bin. Sie treten heute hier heraus – an einem Tag, an dem 15 Milliarden €, die unvorstellbare Summe von 15 Milliarden €, für ein Euro-Rettungspaket, für einen Spekulationssumpf, nach Brüssel geschickt werden (Abg. Ing. Westenthaler: Großer Tag!), an einem Tag, an dem 2,3 Milliarden €, die unvorstellbare Summe von 2,3 Milliarden € (Zwischenruf des Abg. Strache. – Ruf bei der ÖVP: Bei der Haftung wird nicht ...!), in den Schuldenturm Griechenland geschickt werden, zur Finanzierung der dortigen Korruption, zur Finanzierung der dortigen Straßenkämpfe, zur Finanzierung des dortigen Bankenpaketes, an dem österreichische Banken beteiligt sind – und Sie gehen heute hier heraus und sprechen von einem großen Tag für Österreich! Vielleicht hätten Sie sich gleich heraus stellen und einen Antrag einbringen sollen, dass der 19. Mai in Zukunft der neue österreichische Nationalfeier-
Beifall beim BZÖ.
tag wird. Das ist nämlich der Tag, an dem der Finanzminister, Ihr Parteikollege, das österreichische Steuergeld für ewige Zeiten und endgültig abgeschafft hat. Ich gratuliere Ihnen, Herr Stummvoll, zu Ihrer wirtschaftspolitischen Weitsicht! (Beifall beim BZÖ.)
Ruf beim BZÖ: Kriegen keine Kredite mehr!
Sehr geehrte Damen und Herren! Diese Diskussion, die wir hier unter dem Tagesordnungspunkt 1, 2 und mittlerweile 3 zusammengefasst führen, ist der Ausdruck der Perversion unserer Finanz- und Wirtschaftsmärkte. Worüber diskutieren wir? – Wir diskutieren ja nicht mehr darüber, dass in Österreich die Wirtschaft und das Einkommen der werktätige Mensch bestimmt – der Dienstleister, das Produkt –, dass die ArbeitnehmerInnen und die Arbeitgeber, beide gleichermaßen, in Österreich das Finanz- und Handelswesen bestimmen. Nein, wir diskutieren darüber und treffen ein Schuldeingeständnis, dass unsere Wirtschaft, unsere Bankenwelt und die Politik mittlerweile vom Virus der Spekulanten – jenen gierigen Personen, die halb Europa in den Untergrund mitreißen – geführt wird. Das ist die traurige Erkenntnis des heutigen Tages: Nicht mehr der Arbeitnehmer, die Arbeitgeberin, der Klein- und Mittelbetrieb stützen oder bestimmen Österreichs Finanzstandort. (Ruf beim BZÖ: Kriegen keine Kredite mehr!) – Nein, es sind die Banken mit ihren Handlangern, nämlich diese Bundesregierung, an der Spitze ein Finanzminister wie Josef Pröll.
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie, sehr geehrter Herr Bundesminister, in einem „Trend“-Interview davon sprechen, Sozialleistungen und überhaupt öffentliche Leistungen für Sicherheit, für den Sozialbereich, für Klein- und Mittelbetriebe – ich weiß ja nicht, wie Sie das eingrenzen – beschleunigen die Verdorbenheit der Menschen, dann möchte ich Sie eigentlich schon daran erinnern, dass Sie einmal in Demut Ihre eigene Verdorbenheit durchleuchten sollten, und auch die Ihrer Fraktion. Denn Sie sind die Biedermänner und Brandstifter, die heute zu diesem Thema an diesem Pult stehen und auf dieser Regierungsbank sitzen. – Sie, Ihre Fraktion, Ihr Herr Ikrath, Ihr Herr Maier, Ihre Kontakte zu den Banken, die Spekulanten, die in Ihren Reihen sitzen, die Mitglieder und Höchstfunktionäre Ihrer Partei, die daran verdienen, dass in Österreich Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt werden, Steuergeld verschwindet: Es wird in diesem Land eine Finanz- und Steuerpolitik gemacht, die unserem Land nachhaltig schadet! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kickl: Finger weg vom 13. und 14., Finger weg!
Sie nehmen einerseits das Geld der Steuerzahler, liefern es nach Griechenland für ein Bankenpaket 2 und um die Beteiligungen der österreichischen Banken zu stützen, um in diesem Land spätestens nach der steirischen und nach der Wiener Landtagswahl ein Steuererhöhungspaket von mehr als 4 Milliarden € zu schnüren. (Abg. Kickl: Finger weg vom 13. und 14., Finger weg!)
Abg. Kopf: Ausgerechnet du, ja!
Und da will ich nicht dabei sein (Abg. Kopf: Ausgerechnet du, ja!), mich nicht Ihrer Fraktion zurechnen und nicht Ihrer Politik, wenn Sie Banken- und Spekulationspolitik zum Nachteil Österreichs machen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und da will ich nicht dabei sein (Abg. Kopf: Ausgerechnet du, ja!), mich nicht Ihrer Fraktion zurechnen und nicht Ihrer Politik, wenn Sie Banken- und Spekulationspolitik zum Nachteil Österreichs machen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Falsch! Nein! Falsch!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Abgeordneter Grosz, für den Vorwurf Verlogenheit erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Grosz: Falsch! Nein! Falsch!)
Abg. Grosz: ...! – Zur Geschäftsordnung! – Abg. Scheibner: Es ist präsidial festgehalten, dass es keine Ordnungsrufe gibt ...!
Zu Wort gemeldet ist Herr Vizekanzler und Finanzminister Dipl.-Ing. Pröll. (Abg. Grosz: ...! – Zur Geschäftsordnung! – Abg. Scheibner: Es ist präsidial festgehalten, dass es keine Ordnungsrufe gibt ...!)
Rufe beim BZÖ: Na wer? Na wer? – Abg. Grosz: Weiß er es nicht, oder? – Was ist jetzt?
Wer möchte zur Geschäftsordnung sprechen? (Rufe beim BZÖ: Na wer? Na wer? – Abg. Grosz: Weiß er es nicht, oder? – Was ist jetzt?) – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abg. Kopf: Na, na, na, na, na!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich habe in meiner Rede gesagt, der Ausdruck „Verlogenheit“ – und ich habe das im Zitat geführt – wäre noch ein geringer Ausdruck. Das heißt, ich habe ihn erstens einmal nicht verwendet (Abg. Kopf: Na, na, na, na, na!), und zweitens, sehr geehrter Herr Präsident, ist in der Präsidiale vereinbart worden, dass Ordnungsrufe heute nicht in der Fernsehzeit zu erteilen sind. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich habe in meiner Rede gesagt, der Ausdruck „Verlogenheit“ – und ich habe das im Zitat geführt – wäre noch ein geringer Ausdruck. Das heißt, ich habe ihn erstens einmal nicht verwendet (Abg. Kopf: Na, na, na, na, na!), und zweitens, sehr geehrter Herr Präsident, ist in der Präsidiale vereinbart worden, dass Ordnungsrufe heute nicht in der Fernsehzeit zu erteilen sind. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich halte den Ordnungsruf aufrecht. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Mit Steuergeldern!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir diskutieren seit der Früh, seit den beiden Berichten von Kanzler und Vizekanzler zu Europa, ein sehr wichtiges Thema, und ich muss ganz ehrlich sagen: Jetzt bin ich natürlich auch dabei gewesen, im Zentrum der Lösungsnotwendigkeit in Brüssel, über Tage, Wochen in der letzten Zeit, und ich frage mich: Glaubt irgendjemand in diesem Hohen Haus, dass 16 Finanzminister der Eurozone, 27 Finanzminister im ECOFIN aus Jux und Tollerei Rettungspakete schnüren in einer Dimension, wie das in Europa noch nie gesehen wurde (Abg. Ing. Westenthaler: Mit Steuergeldern!), weil es halt so lustig ist – oder weil es unabdingbar notwendig ist? (Abg. Kickl: Weil Sie nicht bereit sind, in Alternativen zu denken!)
Abg. Kickl: Weil Sie nicht bereit sind, in Alternativen zu denken!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir diskutieren seit der Früh, seit den beiden Berichten von Kanzler und Vizekanzler zu Europa, ein sehr wichtiges Thema, und ich muss ganz ehrlich sagen: Jetzt bin ich natürlich auch dabei gewesen, im Zentrum der Lösungsnotwendigkeit in Brüssel, über Tage, Wochen in der letzten Zeit, und ich frage mich: Glaubt irgendjemand in diesem Hohen Haus, dass 16 Finanzminister der Eurozone, 27 Finanzminister im ECOFIN aus Jux und Tollerei Rettungspakete schnüren in einer Dimension, wie das in Europa noch nie gesehen wurde (Abg. Ing. Westenthaler: Mit Steuergeldern!), weil es halt so lustig ist – oder weil es unabdingbar notwendig ist? (Abg. Kickl: Weil Sie nicht bereit sind, in Alternativen zu denken!)
Abg. Kickl: Russisches Roulette!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bitte wirklich auch, trotz aller Regierungs- und oppositionellen Emotionen, einmal zu durchleuchten: Was steht denn da dahinter, wenn derartige Rettungsmaßnahmen auf Schiene gebracht werden müssen? Was steht da dahinter? (Abg. Kickl: Russisches Roulette!) – Und wenn die Experten heute zitiert werden und hinterfragt werden, meine sehr geehrten Damen und Herren, dann wissen Sie, dass selbst Ihre Experten beim Hearing hier im Parlament hinsichtlich der Umsetzung für Griechenland, aber vor allem hinsichtlich des Euro-Rettungspakets gesagt haben, es hat etwas gedroht, das in der Dimension vergleichbar ist – so etwa Trichet, EZB, Nowotny, Nationalbank – mit den dreißiger Jahren (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt tun wir wieder ein bisschen Panik machen!), aber jedenfalls die schwerste Krise nach 1945. (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst Menschen einschüchtern und ihnen dann das Geld wegnehmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt tun wir wieder ein bisschen Panik machen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bitte wirklich auch, trotz aller Regierungs- und oppositionellen Emotionen, einmal zu durchleuchten: Was steht denn da dahinter, wenn derartige Rettungsmaßnahmen auf Schiene gebracht werden müssen? Was steht da dahinter? (Abg. Kickl: Russisches Roulette!) – Und wenn die Experten heute zitiert werden und hinterfragt werden, meine sehr geehrten Damen und Herren, dann wissen Sie, dass selbst Ihre Experten beim Hearing hier im Parlament hinsichtlich der Umsetzung für Griechenland, aber vor allem hinsichtlich des Euro-Rettungspakets gesagt haben, es hat etwas gedroht, das in der Dimension vergleichbar ist – so etwa Trichet, EZB, Nowotny, Nationalbank – mit den dreißiger Jahren (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt tun wir wieder ein bisschen Panik machen!), aber jedenfalls die schwerste Krise nach 1945. (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst Menschen einschüchtern und ihnen dann das Geld wegnehmen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst Menschen einschüchtern und ihnen dann das Geld wegnehmen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bitte wirklich auch, trotz aller Regierungs- und oppositionellen Emotionen, einmal zu durchleuchten: Was steht denn da dahinter, wenn derartige Rettungsmaßnahmen auf Schiene gebracht werden müssen? Was steht da dahinter? (Abg. Kickl: Russisches Roulette!) – Und wenn die Experten heute zitiert werden und hinterfragt werden, meine sehr geehrten Damen und Herren, dann wissen Sie, dass selbst Ihre Experten beim Hearing hier im Parlament hinsichtlich der Umsetzung für Griechenland, aber vor allem hinsichtlich des Euro-Rettungspakets gesagt haben, es hat etwas gedroht, das in der Dimension vergleichbar ist – so etwa Trichet, EZB, Nowotny, Nationalbank – mit den dreißiger Jahren (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt tun wir wieder ein bisschen Panik machen!), aber jedenfalls die schwerste Krise nach 1945. (Abg. Ing. Westenthaler: Zuerst Menschen einschüchtern und ihnen dann das Geld wegnehmen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie dazu: aus Steuergeldern! – Seien Sie einmal ehrlich, Herr Finanzminister!
Als österreichischer Finanzminister ist es meine zentrale Aufgabe, in Brüssel dafür zu kämpfen, die bestmögliche Lösung auch für Österreich zu erzielen. Im Gegensatz zu Ihnen haben viele, auch internationale, Medien gemerkt, dass die Hauptauseinandersetzung um den Rettungsschirm war, ob wir in bilaterale Kredite – sofort schuldenwirksam für Österreich und für die anderen – gehen oder in ein Haftungssystem. Das hat uns lange getrennt von einer Lösung in Europa. Es war meine Verantwortung, für Österreich zu kämpfen, dass wir mit Haftungen durchkommen und nicht schuldenerhöhend Direktkredite geben. – Die zweite Verantwortung, die zu erfüllen war. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie dazu: aus Steuergeldern! – Seien Sie einmal ehrlich, Herr Finanzminister!)
Beifall bei der ÖVP.
Aber glauben Sie mir: Natürlich kann ich Entscheidungen in Brüssel nur so weit tragen, wie ich den Vorbehalt der nationalen Beschlussfassung habe. Aber wollen Sie allen Ernstes verlangen, dass ein österreichischer Finanzminister in der Verantwortung für Österreich in Brüssel einen derartigen Zug aufhält und ganz Europa und Österreich an die Wand fahren lässt, weil es keine parlamentarische Entscheidung gibt? – Da muss ich handeln und entscheiden! Dazu bekenne ich mich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bucher: Die Krise ist ja vorbei: „Wir sind über den Berg“!
Ich habe sofort das Parlament informiert, und wir werden heute die Beschlussfassung haben. In diesem Sinne lade ich Sie einfach ein, in einer sehr außergewöhnlichen Zeit, in einer sehr bedrohlichen Zeit (Abg. Bucher: Die Krise ist ja vorbei: „Wir sind über den Berg“!) auch für die Menschen, die das spüren, das Notwendige zu tun.
Abg. Strache: Aber Sie haben doch die Krise jetzt bewältigt! Sie haben doch mit dem Rettungspaket die Krise bewältigt!
Und die Krise, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist nicht die viel beschworene Krise des Finanzsektors, der Banken oder einzelner Staaten, sondern die Krise ist vor der Haustür jedes und jeder Einzelnen angekommen! (Abg. Strache: Aber Sie haben doch die Krise jetzt bewältigt! Sie haben doch mit dem Rettungspaket die Krise bewältigt!) Es geht um den geregelten Geldverkehr. Es geht um unsere Währung. Es geht um die Aufrechterhaltung unseres ökosozialen, marktwirtschaftlichen Wirtschaftsmodells in Europa und in Österreich. Wir stehen an der Substanz dieser Frage! (Abg. Strache: Aber Sie haben doch mit dem Rettungspaket die Krise bewältigt und verhindert! – Abg. Bucher: Sie haben gesagt, wir sind über den Berg! – Besser überlegen, was Sie reden!)
Abg. Strache: Aber Sie haben doch mit dem Rettungspaket die Krise bewältigt und verhindert! – Abg. Bucher: Sie haben gesagt, wir sind über den Berg! – Besser überlegen, was Sie reden!
Und die Krise, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist nicht die viel beschworene Krise des Finanzsektors, der Banken oder einzelner Staaten, sondern die Krise ist vor der Haustür jedes und jeder Einzelnen angekommen! (Abg. Strache: Aber Sie haben doch die Krise jetzt bewältigt! Sie haben doch mit dem Rettungspaket die Krise bewältigt!) Es geht um den geregelten Geldverkehr. Es geht um unsere Währung. Es geht um die Aufrechterhaltung unseres ökosozialen, marktwirtschaftlichen Wirtschaftsmodells in Europa und in Österreich. Wir stehen an der Substanz dieser Frage! (Abg. Strache: Aber Sie haben doch mit dem Rettungspaket die Krise bewältigt und verhindert! – Abg. Bucher: Sie haben gesagt, wir sind über den Berg! – Besser überlegen, was Sie reden!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit voller Hose ist leicht ...!
Deswegen lade ich Sie ein, die Dinge, die von Ihnen da sehr populistisch und lautstark vorgebracht werden, zu überdenken und sich der Verantwortung für Österreich zu stellen. Das ist der Auftrag, den wir heute zu organisieren haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Mit voller Hose ist leicht ...!)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Vizekanzler, das ist eben – davon sind wir fest überzeugt – der falsche Weg! Der richtige Weg wäre gewesen, in Form eines Insolvenzverfahrens mit Griechenland zu reden, die Griechen mit ihren Gläubigern zusammenzusetzen und einen Schuldennachlass zu erwirken. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Gott sei Dank!
Ich hätte mir vieles aufgeschrieben, aber eines möchte ich noch sagen: Herr Professor Van der Bellen, Sie wissen, dass ich Ihr Fachwissen sehr schätze, aber was Sie heute gesagt haben, das macht eben den Unterschied aus zwischen uns beiden und zwischen unseren Gedankengängen in diesen beiden Parteien. (Abg. Dr. Lichtenecker: Gott sei Dank!)
Beifall bei der FPÖ. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll – mit ironischer Heiterkeit –: „Die haben es leichter gehabt, weil sie die Urbevölkerung ausgerottet haben“!
Sie sagten – und Sie haben es auch wörtlich und namentlich genannt –, Sie wollen das System USA in Europa: United States of Europe. Und wir wollen das nicht! Wir wollen eine Vereinigung von europäischen Staaten, die Nationalstaaten bleiben, die souverän bleiben! – Die Amerikaner haben es leichter gehabt: Die haben zuerst einmal die Urbevölkerung ausgerottet und dann ihr System ausgebaut. Das wird in Europa nicht gehen. (Beifall bei der FPÖ. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll – mit ironischer Heiterkeit –: „Die haben es leichter gehabt, weil sie die Urbevölkerung ausgerottet haben“!)
Abg. Strache: Doch: „Mehr Europa“!
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Nein, Herr Kollege Weinzinger, wir wollen nicht die United States of Europe, jedenfalls nicht auf absehbare Zeit, aber wir wollen das Richtige und Notwendige zur Sicherung unseres Euro tun, und genau darum geht es hier und heute – um nicht mehr und auch nicht um weniger. (Abg. Strache: Doch: „Mehr Europa“!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens einer lobt den Finanzminister! Der Erste! Der Erste aus der eigenen Partei!
Übrigen, da kommt bei mir Optimismus auf, denn: Das, was nach der Rezessionskrise, nach der Krise der Banken lange Zeit nicht wirklich vorangegangen ist, das scheint sich jetzt zu bewegen. Und da gratuliere ich dem Finanzminister und auch den Regierungschefs, denn das, was jetzt an Regulierungsmaßnahmen konkret beschlossen ist in Sachen Finanzmarkt, in Sachen Hedgefonds, in Sachen dieser berüchtigten Credit Default Swaps, in Sachen Staatsanleihen und was man denn alles nicht tun kann in deren Umfeld – zum Beispiel Leerverkäufe –, geht in die richtige Richtung, da werden jetzt endlich Nägel mit Köpfen gemacht. Das ist eine absolut positive Entwicklung, gewissermaßen ein positiver Nebeneffekt der schädlichen Entwicklung der letzten Tage rund um den Euro. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens einer lobt den Finanzminister! Der Erste! Der Erste aus der eigenen Partei!)
Beifall bei der ÖVP.
Um Relationen hier auch wieder geradezurücken, gerade in Richtung Opposition, meine sehr verehrten Damen und Herren – zu den Grünen komme ich noch, aber nun in Richtung FPÖ und BZÖ –, darf ich Sie daran erinnern, dass wir heute einen Haftungsrahmen von 15 Milliarden € beschließen und 2,3 Milliarden an Krediten für Griechenland. Darf ich Sie daran erinnern, was denn die Rettungsmaßnahme für Ihre – politisch Ihre – Hypo Alpe-Adria ausmacht? – Zufällig auch etwa diese 17 Milliarden € für die vergleichsweise kleine Hypo Alpe-Adria im vergleichsweise schönen, aber kleinen Kärnten. Dieselbe Dimension! – Also, meine sehr verehrten Damen und Herren, streuen Sie Asche auf Ihr Haupt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines ist sicherlich der falsche Weg, nämlich hier ein Junktim aufzustellen und zu sagen: Führen wir in Österreich eine Börsenumsatzsteuer ein, und wenn wir alle dafür stimmen, dann stimmen auch die Grünen für die Griechenlandhilfe! – Das ist der falsche Ansatz. Sonst: ein hohes Maß an Verantwortung und Konstruktivität, das den anderen beiden Oppositionsparteien in dieser Frage absolut abgeht. Aber schade, wie gesagt, dass Sie es an diesem einen Punkt, der der falsche Punkt ist, scheitern lassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Weinzinger: Ich hoffe anders!
Sie haben auch recht damit, dass ich mich, wenn ich wählen müsste, für die Vereinigten Staaten von Europa entscheiden würde. Ich weiß aber ebenso gut wie Sie, dass ich das wahrscheinlich nicht mehr erleben werde. Aber man kann ja immerhin hoffen, nicht wahr? (Abg. Weinzinger: Ich hoffe anders!) Wenn man es sich genau überlegt, ist es ja nicht erstaunlich, wie viel auf europäischer Ebene schiefgeht und welche Entscheidungen nicht getroffen werden und wie viele falsch getroffen werden (Abg. Weinzinger: Wie viel geht auf amerikanischer Ebene schief!), sondern dass – hin und wieder, in den bekannten Schüben – überhaupt etwas weitergeht.
Abg. Weinzinger: Wie viel geht auf amerikanischer Ebene schief!
Sie haben auch recht damit, dass ich mich, wenn ich wählen müsste, für die Vereinigten Staaten von Europa entscheiden würde. Ich weiß aber ebenso gut wie Sie, dass ich das wahrscheinlich nicht mehr erleben werde. Aber man kann ja immerhin hoffen, nicht wahr? (Abg. Weinzinger: Ich hoffe anders!) Wenn man es sich genau überlegt, ist es ja nicht erstaunlich, wie viel auf europäischer Ebene schiefgeht und welche Entscheidungen nicht getroffen werden und wie viele falsch getroffen werden (Abg. Weinzinger: Wie viel geht auf amerikanischer Ebene schief!), sondern dass – hin und wieder, in den bekannten Schüben – überhaupt etwas weitergeht.
Abg. Kopf: Es ist jetzt schon schwierig genug!
Denn: Stellen wir uns doch einmal vor und überlegen wir einmal, wie Österreich strukturiert wäre, wenn wir die „Verfassungsstruktur“ – unter Anführungszeichen – der Europäischen Union hätten! Dann hätten wir einen Nationalrat, der ungefähr so aussehen würde wie jetzt, nur hätten die Abgeordneten weniger Rechte. (Abg. Kopf: Es ist jetzt schon schwierig genug!) Dann gäbe es eine österreichische Kommission aus neun Mitgliedern. Jedes Bundesland schickt ein Mitglied in die österreichische Kommission – vorzugsweise die, die man im Land nicht mehr braucht (Abg. Ing. Westenthaler: Wie jetzt!), so wie es Österreich zuletzt gemacht hat. (Abg. Kopf: Das war jetzt nicht fair! – Abg. Bucher: Die gescheiterten Politiker!) Hin und wieder schickt man auch einen guten Kommissar, wie zum Beispiel Herrn Fischler. – Aber das wäre das Modell auf österreichischer Ebene.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie jetzt!
Denn: Stellen wir uns doch einmal vor und überlegen wir einmal, wie Österreich strukturiert wäre, wenn wir die „Verfassungsstruktur“ – unter Anführungszeichen – der Europäischen Union hätten! Dann hätten wir einen Nationalrat, der ungefähr so aussehen würde wie jetzt, nur hätten die Abgeordneten weniger Rechte. (Abg. Kopf: Es ist jetzt schon schwierig genug!) Dann gäbe es eine österreichische Kommission aus neun Mitgliedern. Jedes Bundesland schickt ein Mitglied in die österreichische Kommission – vorzugsweise die, die man im Land nicht mehr braucht (Abg. Ing. Westenthaler: Wie jetzt!), so wie es Österreich zuletzt gemacht hat. (Abg. Kopf: Das war jetzt nicht fair! – Abg. Bucher: Die gescheiterten Politiker!) Hin und wieder schickt man auch einen guten Kommissar, wie zum Beispiel Herrn Fischler. – Aber das wäre das Modell auf österreichischer Ebene.
Abg. Kopf: Das war jetzt nicht fair! – Abg. Bucher: Die gescheiterten Politiker!
Denn: Stellen wir uns doch einmal vor und überlegen wir einmal, wie Österreich strukturiert wäre, wenn wir die „Verfassungsstruktur“ – unter Anführungszeichen – der Europäischen Union hätten! Dann hätten wir einen Nationalrat, der ungefähr so aussehen würde wie jetzt, nur hätten die Abgeordneten weniger Rechte. (Abg. Kopf: Es ist jetzt schon schwierig genug!) Dann gäbe es eine österreichische Kommission aus neun Mitgliedern. Jedes Bundesland schickt ein Mitglied in die österreichische Kommission – vorzugsweise die, die man im Land nicht mehr braucht (Abg. Ing. Westenthaler: Wie jetzt!), so wie es Österreich zuletzt gemacht hat. (Abg. Kopf: Das war jetzt nicht fair! – Abg. Bucher: Die gescheiterten Politiker!) Hin und wieder schickt man auch einen guten Kommissar, wie zum Beispiel Herrn Fischler. – Aber das wäre das Modell auf österreichischer Ebene.
Beifall bei den Grünen.
Und das, meine Damen und Herren, ist genau die Struktur, die wir in der Europäischen Union momentan haben. Und auf die Dauer wird das nicht so gehen, denn Österreich würde sich auf diese Art, na ja, schon durchwurschteln, aber schön und gut wäre es nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Urlaubsziele?!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Argentinien, Venezuela, Chile, Bolivien, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Russland (Ruf bei der ÖVP: Urlaubsziele?!) und viele, viele mehr – allein in den letzten 30 Jahren sind mehr als 30 Länder pleitegegangen. All diese Länder, darunter auch der Liebling aller Investoren, Brasilien, existieren noch. Und wie man an Brasilien sieht, war der Schritt in die Zahlungsunfähigkeit auch ein sehr heilsamer, weil grundsätzliche Überlegungen angestellt wurden.
Beifall beim BZÖ.
sche Zentralbank zu verkaufen, um letztlich wieder den Steuerzahler mit den Verlusten, die dabei auftreten, zu behelligen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich höre vom Herrn Finanzminister: Wir müssen die Banken an die Leine nehmen. – Nicht die Politik legt die Banken an die Leine, sondern die Banken legen die Politik an die Leine und beschaffen sich ihre Hilfspakete so, wie sie sie brauchen! – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf beim BZÖ: Ah geh!
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Mag. Andreas Schieder: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Kollege Lopatka! Sehr geehrte Damen und Herren! Seit über zwei Jahren befinden wir uns in Wirklichkeit im Auge des Orkans der Weltwirtschaftskrise, der Finanzkrise. (Ruf beim BZÖ: Ah geh!) Die Griechenlandproblematik ist ein weiterer Ausdruck ein und derselben Krise. Sie wurde – nicht nur vermutlich, sondern sicherlich – verstärkt durch Budgetschummeleien in Griechenland, durch Strukturprobleme, die die griechische Gesellschaft und die griechische Volkswirtschaft haben, ausgelöst, aber zusätzlich auch noch durch Spekulanten und Spekulation in den letzten Monaten angefeuert.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Die Rettung erfolgt für Griechenland durch Kredite, die auch wieder zurückgezahlt werden müssen – übrigens haben alle anderen Rettungsbeispiele der Geschichte, die der Kollege vorher gerade aufgezeigt hat, gezeigt, dass der Internationale Währungsfonds sein Geld auch wieder zurückbekommen hat –, und auch durch den Haftungsschirm für die gesamteuropäische Währung. Denn wir dürfen es uns als Europa nicht gefallen lassen und lassen es uns auch nicht gefallen, dass Spekulanten, Hedgefonds, CDS und wie sie alle ihre Instrumente nennen, gegen Europa, gegen unsere Gesellschaften und unsere Wirtschaften vorgehen. Dem schieben wir einen Riegel vor und antworten auch mit dem Haftungsschirm. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker
Ich meine aber, dass wir uns neben der Rettung auch an die Ursachenbekämpfung machen müssen. Wir brauchen daher umfassende Reformen, wenn man so will, in zwei Bereichen. Das eine ist Finanzmarktregulierung in Europa und in Österreich (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker), das heißt, Rating-Agenturen regulieren. Ein erster wichtiger Schritt ist auch gelungen. Ich hoffe, dass bei der Einigung zwischen Parlament und Europäischer Kommission auch noch die notwendige zusätzliche Schärfe bei Hedgefonds, bei der Finanztransaktionssteuer, die jetzt auf europäischer Ebene hoffentlich wirklich eingeführt wird, bei der CDS-Regulierung, beim Verbot von Leerverkäufen und wie alle diese Maßnahmen heißen, hineinkommt. Die Konzepte liegen auf dem Tisch. Es gibt genug Berichte. Es geht darum, sie umzusetzen.
Abg. Kickl: Aber ein Defizit haben Sie gehabt! Und in der Krise sollen wir jetzt sanieren! Super!
Wir müssen uns aber auch eingestehen, dass wir mehr Koordination in der europäischen Wirtschaftspolitik brauchen, mehr Koordination auch für mehr Wachstum in Europa. Wenn man so will, gibt es drei wichtige Punkte: Stabilität und Regulierung; Konsolidierung – ich muss aber auch sagen, dass die Schulden und unser Defizit nicht die Krisenursache sind, sondern durch die Krise verursacht wurden; wir haben vor der Krise noch 0,4 Prozent Defizit gehabt, und es ist im Jahr 2009 auf 3,4 und inzwischen auf 4,7 Prozent angewachsen (Abg. Kickl: Aber ein Defizit haben Sie gehabt! Und in der Krise sollen wir jetzt sanieren! Super!); auch das sind die Kosten der Krise, die wir aber trotzdem leider bewältigen werden müssen –; und wir werden koordinierte Maßnahmen für europäisches und österreichisches Wachstum brauchen.
Abg. Kickl: In dieser Form! Die EZB ist jetzt das Gegenteil dessen, was sie sein soll!
Lassen Sie mich aber zum Schluss den Kollegen – Kolleginnen haben sich keine gemeldet –, die versuchen, das Ende des Euros herbeizureden (Abg. Kickl: In dieser Form! Die EZB ist jetzt das Gegenteil dessen, was sie sein soll!), noch eines klar sagen: Bei der notwendigen Neuordnung der Weltwirtschaft und der europäischen Wirtschaft wird es kein Zurück in die alte Welt geben. Wir wollen auch keinen neuen Protektionismus und schon gar nicht den neuen Nationalismus, den Sie hier herbeireden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich aber zum Schluss den Kollegen – Kolleginnen haben sich keine gemeldet –, die versuchen, das Ende des Euros herbeizureden (Abg. Kickl: In dieser Form! Die EZB ist jetzt das Gegenteil dessen, was sie sein soll!), noch eines klar sagen: Bei der notwendigen Neuordnung der Weltwirtschaft und der europäischen Wirtschaft wird es kein Zurück in die alte Welt geben. Wir wollen auch keinen neuen Protektionismus und schon gar nicht den neuen Nationalismus, den Sie hier herbeireden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kickl: Einen Internationalismus brauchen wir schon gar nicht!
Was wir brauchen, sind gemeinsame Antworten auf europäischer und internationaler Ebene (Abg. Kickl: Einen Internationalismus brauchen wir schon gar nicht!), jetzt mehr denn je zuvor. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Was wir brauchen, sind gemeinsame Antworten auf europäischer und internationaler Ebene (Abg. Kickl: Einen Internationalismus brauchen wir schon gar nicht!), jetzt mehr denn je zuvor. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Gradauer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Jetzt wird’s eng! – Staatssekretär Dr. Lopatka: Schnell reden! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Für wen? – Abg. Gradauer: „Schnell reden!“ – Für mich!
Präsident Fritz Neugebauer: Für die letzte Rednerrunde stehen je Redebeitrag 2 Minuten zur Verfügung. Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Gradauer. – Bitte. (Abg. Gradauer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Jetzt wird’s eng! – Staatssekretär Dr. Lopatka: Schnell reden! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Für wen? – Abg. Gradauer: „Schnell reden!“ – Für mich!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Der Bundeskanzler unterstützt das sicher!
Ich bitte darum, abzustimmen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Der Bundeskanzler unterstützt das sicher!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker. – Ruf bei der FPÖ: Warum lebt die ÖVP dann auf Pump? – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Ich glaube auch, dass wir alle mit der Untugend des Konsums auf Pump Schluss machen müssen und eher zu den Tugenden Vernunft und Mäßigung zurückkehren sollten. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker. – Ruf bei der FPÖ: Warum lebt die ÖVP dann auf Pump? – Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Abg. Kickl: Wie bei der Homo-Ehe! – Abg. Dr. Lichtenecker: ... der Grünen!
Ich möchte an dieser Stelle auch sagen, dass die Finanztransaktionssteuer sicherlich nicht nur eine Erfindung der SPÖ war, sondern dass Sepp Pröll sie vor einigen Jahren in der Perspektivengruppe gefordert hat. (Abg. Kickl: Wie bei der Homo-Ehe! – Abg. Dr. Lichtenecker: ... der Grünen!) Wir haben vor vier Jahren – hier, wir alle –, genau im Mai 2006, einen Allparteienantrag abgestimmt und das einstimmig gefordert.
Beifall bei der ÖVP.
Jedenfalls hat sich unser Finanzminister in den letzten Tagen und Wochen als Krisenmanager in Österreich und in Europa bewährt. (Beifall bei der ÖVP.) Ich glaube, dass wir den Maßnahmen, die wir heute setzen, guten Gewissens zustimmen können. (Beifall bei der ÖVP. – Staatssekretär Dr. Lopatka: Das war dein Beitrag zur Landtagswahl! Jetzt haben wir’s!)
Beifall bei der ÖVP. – Staatssekretär Dr. Lopatka: Das war dein Beitrag zur Landtagswahl! Jetzt haben wir’s!
Jedenfalls hat sich unser Finanzminister in den letzten Tagen und Wochen als Krisenmanager in Österreich und in Europa bewährt. (Beifall bei der ÖVP.) Ich glaube, dass wir den Maßnahmen, die wir heute setzen, guten Gewissens zustimmen können. (Beifall bei der ÖVP. – Staatssekretär Dr. Lopatka: Das war dein Beitrag zur Landtagswahl! Jetzt haben wir’s!)
Abg. Mag. Molterer: Und was war vorher? Sie tun so, als hätten wir vorher keine Schulden gehabt!
Wenn Sie heute immer wieder, insbesondere die ÖVP-Kollegen, die Wichtigkeit des Schuldenabbaus erwähnen und das als die große Ursache der Krise nennen, dann, meine Kollegen, denken Sie daran, dass das eine Auswirkung der Krise und der Spekulationen auf den Finanzmärkten ist. Dort muss man ansetzen und handeln. (Abg. Mag. Molterer: Und was war vorher? Sie tun so, als hätten wir vorher keine Schulden gehabt!)
Abg. Mag. Molterer: Was war vorher? – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ein ÖVP-Finanzminister!
Die Krise, die aus den Finanzmärkten hervorgegangen ist, hat ja dazu geführt, dass Milliardenpakete für die Konjunktur, Milliardenpakete für die Banken gebastelt werden mussten. Das hat zur Explosion der Budgetdefizite geführt. Daher gilt es jetzt, genau in diesem Bereich zu handeln. (Abg. Mag. Molterer: Was war vorher? – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ein ÖVP-Finanzminister!)
Beifall bei den Grünen.
die Wahl, entweder jetzt die Reformen umzusetzen, auf Sicherheit zu setzen, oder die Menschen weiterhin in Unsicherheit zu belassen und das nächste milliardenschwere Paket zu schnüren. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das war der Faymann!
Abgeordnete Mag. Laura Rudas (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Herren Stadträte! – Entschuldigung, Staatssekretäre! (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das war der Faymann!) – Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Vizekanzler! (Abg. Strache: „Stadträte!“ – Der Herr Faymann ist nicht da!) – Über erwachsene Männer, die lachen, wenn man sich verspricht, können sich die Zuseher ohnehin ihr eigenes Bild machen.
Abg. Strache: „Stadträte!“ – Der Herr Faymann ist nicht da!
Abgeordnete Mag. Laura Rudas (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Herren Stadträte! – Entschuldigung, Staatssekretäre! (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das war der Faymann!) – Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Vizekanzler! (Abg. Strache: „Stadträte!“ – Der Herr Faymann ist nicht da!) – Über erwachsene Männer, die lachen, wenn man sich verspricht, können sich die Zuseher ohnehin ihr eigenes Bild machen.
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den guten und den bösen Steuern?!
Sehr geehrter Herr Vizekanzler, ich empfehle Ihnen, Ihren Vorgänger öfters ans Podium zu lassen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den guten und den bösen Steuern?!), denn alle Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten, die wir haben, verblassen neben der sichtlich ernsthaft gemeinten Analyse Ihres Vorgängers, dass der Sozialstaat und die Ausgaben für den Sozialstaat jetzt schuld an der Krise sind (Abg. Kickl: Das hat kein Mensch gesagt! Sie haben nicht aufgepasst! – weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP) – ich führe weiter aus, was mein Kollege Krainer gesagt hat –, dass die Ausgaben für den Kindergarten, Ausgaben für die Schulen der Kinder, Ausgaben für die Spitäler schuld an der Krise sind. Mit Verwunderung habe ich das gehört. (Abg. Kopf: Wer hat das gesagt? Welcher Sozialdemokrat hat das gesagt?!)
Abg. Kickl: Das hat kein Mensch gesagt! Sie haben nicht aufgepasst! – weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP
Sehr geehrter Herr Vizekanzler, ich empfehle Ihnen, Ihren Vorgänger öfters ans Podium zu lassen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den guten und den bösen Steuern?!), denn alle Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten, die wir haben, verblassen neben der sichtlich ernsthaft gemeinten Analyse Ihres Vorgängers, dass der Sozialstaat und die Ausgaben für den Sozialstaat jetzt schuld an der Krise sind (Abg. Kickl: Das hat kein Mensch gesagt! Sie haben nicht aufgepasst! – weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP) – ich führe weiter aus, was mein Kollege Krainer gesagt hat –, dass die Ausgaben für den Kindergarten, Ausgaben für die Schulen der Kinder, Ausgaben für die Spitäler schuld an der Krise sind. Mit Verwunderung habe ich das gehört. (Abg. Kopf: Wer hat das gesagt? Welcher Sozialdemokrat hat das gesagt?!)
Abg. Kopf: Wer hat das gesagt? Welcher Sozialdemokrat hat das gesagt?!
Sehr geehrter Herr Vizekanzler, ich empfehle Ihnen, Ihren Vorgänger öfters ans Podium zu lassen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das mit den guten und den bösen Steuern?!), denn alle Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten, die wir haben, verblassen neben der sichtlich ernsthaft gemeinten Analyse Ihres Vorgängers, dass der Sozialstaat und die Ausgaben für den Sozialstaat jetzt schuld an der Krise sind (Abg. Kickl: Das hat kein Mensch gesagt! Sie haben nicht aufgepasst! – weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP) – ich führe weiter aus, was mein Kollege Krainer gesagt hat –, dass die Ausgaben für den Kindergarten, Ausgaben für die Schulen der Kinder, Ausgaben für die Spitäler schuld an der Krise sind. Mit Verwunderung habe ich das gehört. (Abg. Kopf: Wer hat das gesagt? Welcher Sozialdemokrat hat das gesagt?!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Herr Stadtrat Faymann ist nicht da!
Natürlich waren die Spekulanten, die Gier und die unkontrollierten Finanzmärkte schuld an dieser Krise. Deswegen muss Europa jetzt selbstverständlich gemeinsam im Zuge des Griechenlandpakets für Stabilität sorgen. Genauso muss Europa aber einen Schulterschluss eingehen. Ich hoffe, alle Parlamentsparteien sind dabei, wenn es darum geht, den Sozialstaat Österreich, die Bürgerinnen und Bürger in Österreich und in ganz Europa genauso vor den Folgen der Krise, vor massiven Angriffen auf den Sozialstaat zu schützen. Es soll uns in Europa gelingen, die Finanzmärkte zu regulieren und zu kontrollieren, damit eine solche Krise nie wieder geschieht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Herr Stadtrat Faymann ist nicht da!)
Heiterkeit beim BZÖ
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nach den Erläuterungen der Zukunftshoffnung der SPÖ (Heiterkeit beim BZÖ) möchte ich Ihnen eine Frage stellen, Herr Finanzminister. Man tut immer so, als ob diese Krise plötzlich über uns hereingebrochen wäre und wir keine Zeit für Reaktionen gehabt hätten. Seit zwei Jahren wissen wir, was Hedgefonds und Spekulanten global anrichten können. All diese Dinge, über die wir jetzt diskutiert haben – Sie haben gesagt, dass jetzt eine Taskforce in der EU kommt und Sie heftig über Reglements der Finanzmärkte verhandeln werden –, hätte man in den letzten zwei Jahren umsetzen müssen. Selbstverständlich kann man das nicht auf nationalstaatlicher Ebene, keine Frage. Dazu wäre die Europäische Union notwendig.
Beifall beim BZÖ.
mit diesen Paketen und mit dem Steuergeld, das wir für die Haftungen einsetzen, absichern und ihre Gewinne garantieren. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll
Wenn man die einzelnen Maßnahmen kritisiert, dann heißt es, man darf nicht stören (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll) – ja natürlich, das haben wir heute ja auch wieder gehört –, weil das schadet. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Neuerliche Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.
Wenn man die einzelnen Maßnahmen kritisiert, dann heißt es, man darf nicht stören (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll) – ja natürlich, das haben wir heute ja auch wieder gehört –, weil das schadet. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Diese große Rettungsaktion war ja auch deshalb notwendig, weil die Spekulanten sich dann Portugal und Spanien als Ziel ausgesucht und amerikanische Banken ihre Kredite gegenüber diesen Ländern eingestellt haben. Das diskutiert man nicht, denn gegen Amerika, gegen Obama – hurra! – darf man ja nichts sagen: jenen Präsidenten, der dann noch bei Frau Merkel anruft und Maßnahmen einfordert. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) – Das sind die Probleme, über die wir diskutieren wollen!
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Und zum Schluss: Herr Vizekanzler, ich würde mir einen österreichischen Politiker – ob es Kanzler oder Vizekanzler ist – wünschen, der einmal in einem europäischen Gremium mit einem Veto droht, um vernünftige Regelungen durchzusetzen. (Zwischenruf des Abg. Bucher.) Ich hoffe, es wird irgendwann einmal – bald, aber doch – auch passieren; bis jetzt warten wir auf solch eine Maßnahme im Sinne Österreichs leider vergeblich. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Silhavy: ... ist auch kein Zeichen für Intelligenz!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Silhavy: ... ist auch kein Zeichen für Intelligenz!
Und zum Schluss: Herr Vizekanzler, ich würde mir einen österreichischen Politiker – ob es Kanzler oder Vizekanzler ist – wünschen, der einmal in einem europäischen Gremium mit einem Veto droht, um vernünftige Regelungen durchzusetzen. (Zwischenruf des Abg. Bucher.) Ich hoffe, es wird irgendwann einmal – bald, aber doch – auch passieren; bis jetzt warten wir auf solch eine Maßnahme im Sinne Österreichs leider vergeblich. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Silhavy: ... ist auch kein Zeichen für Intelligenz!)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Herr Präsident! Wir sehen, die Debatte um die Finanzmärkte ist sehr umfassend, und auch die Regierungsparteien haben sich ja schon vor einigen Wochen dazu bekannt, dass es notwendig ist, eine Bankenabgabe einzuführen. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Geschätzte Damen und Herren! Es ist mit Sicherheit auch in Ihrem Sinn, dass in dieser wichtigen Sache im Sinne der österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler schnell etwas weitergeht. – In diesem Sinne ersuchen wir Sie um Ihre Unterstützung. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Krainer.
Abgeordneter Ernest Windholz (BZÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Dies ist eine breite Debatte über eine extrem wichtige Entscheidung, denn es geht um viel – es geht um sehr, sehr viel! Manche sagen sogar, in Wahrheit geht es um eine Existenzgrundlage. Der Finanzminister erzählt uns, dass 16 Finanzminister nicht irren können – allein, mir fehlt der Glaube. (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Krainer.) Ich glaube, Sie haben diesbezüglich eine Entscheidung getroffen, Sie gehen einen Weg, aber das ist jedenfalls nicht der optimale Weg.
Beifall beim BZÖ.
Schon vor dieser Griechenland-Krise, vor dieser Euro-Krise war uns allen klar, dass Sie eine Belastungslawine lostreten. Aus parteitaktischen Überlegungen warten Sie eben die Landtagswahlen ab, aber auf die österreichische Bevölkerung wird einiges niederprasseln – und mit dem, was Sie hier vorbereiten, wird das alles nicht besser, sondern wird das alles wohl noch viel schlimmer werden. (Beifall beim BZÖ.) Das heißt, die Antworten, die Sie geben, sind für die österreichischen Steuerzahler jedenfalls eine sehr, sehr unbefriedigende Sache.
Beifall beim BZÖ.
extrem negative Entwicklung gibt; und es ist daher kein Wunder, dass wir Ihnen hier die Zustimmung verweigern müssen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Jetzt braucht es endlich Taten und nicht ein Gequake (Beifall beim BZÖ), denn dieses heutige Bundesrahmengesetz ist nichts anderes als ein neues Bankenförderungsgesetz. Die ganzen Zukunftsprognosen sind viel zu optimistisch! Sparen, wie gesagt, muss nur der Bürger, aber diese Taschenspielertricks der ÖVP und unseres Finanzministers werden auffallen, und der Bürger wird das zu schätzen wissen. (Abg. Neugebauer: Die Zeit der Faschingsreden ist schon längst vorbei!)
Abg. Neugebauer: Die Zeit der Faschingsreden ist schon längst vorbei!
Jetzt braucht es endlich Taten und nicht ein Gequake (Beifall beim BZÖ), denn dieses heutige Bundesrahmengesetz ist nichts anderes als ein neues Bankenförderungsgesetz. Die ganzen Zukunftsprognosen sind viel zu optimistisch! Sparen, wie gesagt, muss nur der Bürger, aber diese Taschenspielertricks der ÖVP und unseres Finanzministers werden auffallen, und der Bürger wird das zu schätzen wissen. (Abg. Neugebauer: Die Zeit der Faschingsreden ist schon längst vorbei!)
Abg. Grosz: Das glaube ich nicht!
Nun bringen wir, das BZÖ, erneut einen Antrag in diese Richtung ein, und ich bin mir sicher, dass diesmal die ÖVP und die Regierung mitgehen, dass man die Schuldenbremse endlich anzieht durch eine Begrenzung der Neuverschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden. (Abg. Grosz: Das glaube ich nicht!)
Beifall beim BZÖ.
(Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Schauen wir uns doch einmal die Kandidaten an: Wir haben Polen – viel Wachstum, viele Schulden –, wir haben Bulgarien – die Bulgaren haben gelogen, so klar muss man das sagen –, wir haben Lettland, wo ein zweistelliges Defizit droht, wir haben Litauen – dort sind Defizit und Neuverschuldung doppelt so hoch wie erlaubt –, wir haben Ungarn als eines der ersten Krisenopfer, wir haben Tschechien – das wird wahrscheinlich erst 2019 beitreten –, wir haben Rumänien – die Lage ist bekannt – und wir haben jetzt als konkreten Beitrittswerber Estland. Ich weiß schon, die Zahlen, die vorliegen, stimmen und sind durchaus in Ordnung, aber die EZB sagt auch hier, dass sie Zweifel an der Nachhaltigkeit der estnischen Inflationseindämmung hat. Und unter diesen Voraussetzungen einer Erweiterung der Eurozone zuzustimmen, das wäre unverantwortlich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bitte Sie, Herr Bundesminister, zeigen Sie hier Rückgrat und stimmen Sie diesem Beitritt – auch im Sinne des Euro, im Sinne Österreichs – nicht zu! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neugebauer: So ist es!
Und im Übrigen, Kollege Hofer: Estland wäre eines der ganz, ganz wenigen Länder, das die Kriterien der Währungsunion erfüllen würde. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neugebauer: So ist es!)
Abg. Krainer: Das soll mir wer erklären, wer da dagegen sein kann!
Wer diesem Antrag seine Zustimmung erteilt, den ersuche ich um ein bejahendes Zeichen. (Abg. Krainer: Das soll mir wer erklären, wer da dagegen sein kann!) – Das ist mit Mehrheit angenommen.
Ruf: Zwei Grüne!
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung für den vorliegenden Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Ruf: Zwei Grüne!) – Das ist die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen.
Abg. Riepl: Der Bucher fehlt!
Wir gelangen nunmehr zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Klubobmann Bucher, Kolleginnen und Kollegen betreffend Begrenzung der Neuverschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden. (Abg. Riepl: Der Bucher fehlt!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich vermisse hier den politischen Willen, dass endlich das Steuer herumgerissen wird, und ich ersuche darum, wirklich einmal darüber nachzudenken, ob wir in diesem Schlendrian weiterarbeiten können. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren, wenn man weiß, dass ein wesentlicher Teil des Wohlstandes in Österreich vom Export abhängig ist, dass nämlich die Arbeitsplätze von 2,1 Millionen Erwerbstätigen de facto durch den Export abgesichert werden und dass in Oberösterreich allein 349 000 Beschäftigte vom Export leben und durch den Export Beschäftigung finden, dann muss man, glaube ich, sagen, dass uns nichts Schlimmeres passieren soll als ein Euro-Kurs von 1,20 oder 1,21. Das hilft der Exportwirtschaft und letztlich auch der Absicherung österreichischer Arbeitsplätze. – Das sollte man auch einmal sagen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren, wir sollten ein bisschen selbstbewusster sagen, dass Österreich, was die Beschäftigung, was die Erwerbstätigkeitsquote, was die Sozialausgaben oder was die Gesundheitspolitik betrifft, durchaus ein sehr positives Land ist. Wir sollten es nicht schlechterreden, als es ist. Wir werden den Optimismus nämlich durchaus brauchen, meine Damen und Herren, denn Konjunktur ist auch eine Frage der Stimmung. Für eine negative Konjunktur bin ich aber nicht zu haben, und für negative, kritische Bemerkungen kriegt auf die Dauer niemand etwas bezahlt, meine Damen und Herren, sondern das bewirkt höchstens ein schlechtes Image und schlechte Zahlen. Wir sollten alles dafür tun, dass eine positive Aufwärtsentwicklung in Österreich möglich ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Sehr lang! – Abg. Mag. Kogler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das kommt mir jetzt auch so vor! – Abg. Dr. Lichtenecker – in Richtung ÖVP –: Irgendwer muss ja aufs Budget eingehen! Ihr habt es nicht gemacht!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Kogler. 8 Minuten Redezeit sind eingestellt. – Bitte. (Abg. Dr. Stummvoll: Sehr lang! – Abg. Mag. Kogler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das kommt mir jetzt auch so vor! – Abg. Dr. Lichtenecker – in Richtung ÖVP –: Irgendwer muss ja aufs Budget eingehen! Ihr habt es nicht gemacht!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Sehr gut!
so vorzugehen, auch mit dem Hearing. Das ist, glaube ich, schon ganz gut (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Sehr gut!) und war auch relativ offen.
Beifall bei den Grünen.
So, wie es auf den Unis jetzt steht, ist es einfach nicht gescheit und nicht sinnvoll, ihnen noch weniger zu lassen. Dass die an den Unis vielleicht auch noch effizienter sein könnten, ist eine andere Frage, das kann ich nicht beurteilen. Aber mit freiem Auge glaube ich zu erkennen, dass diese Einsparungen nicht zielführend sind. Da halte ich die österreichischen Rektoren durchaus für verantwortungsvoll genug, dass sie wissen, wovon sie reden, wenn sie sagen, dass das viel zu weit geht und dass das vor allem so steil nach unten geht, dass viele gescheite Dinge nicht mehr aufrechterhalten werden können. Genau deshalb ist es nicht gescheit und genau deshalb müsste da stärker differenziert werden. Insofern bleibt der Vorwurf der Rasenmähermethode aufrecht, auch wenn Sie da oder dort – wie die englischen Gärtner – millimeterweise die Schnitthöhe variieren. (Beifall bei den Grünen.)
Der Redner weist auf die Seite der Regierungsbank hinter sich, auf der Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll und Staatssekretär Dr. Lopatka sitzen. – Zwischenruf des Abg. Schopf.
In der Sache selbst ein Letztes: Es wird nicht helfen, wenn wir hier so tun, als ob wir zwei Bundesregierungen hätten. Die Sozialdemokraten werden besonders bis zum Parteitag, der ja schon im Juni stattfindet, ihre Schlagworte annoncieren. Was dann passiert, wissen wir nicht. In der Regel setzt sich eher diese Hälfte der Bank durch. (Der Redner weist auf die Seite der Regierungsbank hinter sich, auf der Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll und Staatssekretär Dr. Lopatka sitzen. – Zwischenruf des Abg. Schopf.) – Nein, da sollten Sie nicht so laut zwischenrufen. Außer Sie wissen schon wieder, dass Sie sich mit 90 Prozent Ihrer Forderungen nicht durchsetzen. Aber da sind gewisse Anliegen enthalten, die wir unterstützen, das ist ja keine Frage, und umgekehrt auch,
Beifall bei den Grünen.
Das soll eine Bundesregierung sein? – Jetzt einigen Sie sich einmal auf irgendetwas! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und dass dieses Theater bis nach den Landtagswahlen weitergeht, das sollten Sie den Leuten nicht zumuten. Wir Grüne werden danach trachten, dass Sie vorher die Karten auf den Tisch legen müssen. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit des Vizekanzlers Dipl.-Ing. Pröll. – Abg. Dr. Stummvoll: Ich glaube, er bleibt bei uns!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Ich glaube, vor mir hat gerade der Spitzenkandidat der Grünen für die steirische Landtagswahl gesprochen. Vielleicht muss man diese Rede auch so einordnen. Aber das ist ja okay. Viel Glück auf jeden Fall bei der Wahl! (Heiterkeit des Vizekanzlers Dipl.-Ing. Pröll. – Abg. Dr. Stummvoll: Ich glaube, er bleibt bei uns!)
Abg. Mag. Kogler: Was?
Was mich ein bisschen verwundert, ist die Kritik daran, dass die Regierung jetzt das macht, was wir hier einstimmig beschlossen haben. (Abg. Mag. Kogler: Was?) Wir haben einstimmig beschlossen, im Frühjahr soll die Regierung den Finanzrahmen vorlegen (Abg. Dr. Lichtenecker: Passt eh!), und im Herbst das Detailbudget. Und nichts anderes macht die Regierung jetzt. Sie legt jetzt den Rahmen vor (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) und sagt auch klar, in welchem Verhältnis die Konsolidierung einnahmenseitig und ausgabenseitig erfolgen soll. (Abg. Mag. Kogler: Wenn sie im Herbst da ist, regt sich keiner auf!)
Abg. Dr. Lichtenecker: Passt eh!
Was mich ein bisschen verwundert, ist die Kritik daran, dass die Regierung jetzt das macht, was wir hier einstimmig beschlossen haben. (Abg. Mag. Kogler: Was?) Wir haben einstimmig beschlossen, im Frühjahr soll die Regierung den Finanzrahmen vorlegen (Abg. Dr. Lichtenecker: Passt eh!), und im Herbst das Detailbudget. Und nichts anderes macht die Regierung jetzt. Sie legt jetzt den Rahmen vor (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) und sagt auch klar, in welchem Verhältnis die Konsolidierung einnahmenseitig und ausgabenseitig erfolgen soll. (Abg. Mag. Kogler: Wenn sie im Herbst da ist, regt sich keiner auf!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!
Was mich ein bisschen verwundert, ist die Kritik daran, dass die Regierung jetzt das macht, was wir hier einstimmig beschlossen haben. (Abg. Mag. Kogler: Was?) Wir haben einstimmig beschlossen, im Frühjahr soll die Regierung den Finanzrahmen vorlegen (Abg. Dr. Lichtenecker: Passt eh!), und im Herbst das Detailbudget. Und nichts anderes macht die Regierung jetzt. Sie legt jetzt den Rahmen vor (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) und sagt auch klar, in welchem Verhältnis die Konsolidierung einnahmenseitig und ausgabenseitig erfolgen soll. (Abg. Mag. Kogler: Wenn sie im Herbst da ist, regt sich keiner auf!)
Abg. Mag. Kogler: Wenn sie im Herbst da ist, regt sich keiner auf!
Was mich ein bisschen verwundert, ist die Kritik daran, dass die Regierung jetzt das macht, was wir hier einstimmig beschlossen haben. (Abg. Mag. Kogler: Was?) Wir haben einstimmig beschlossen, im Frühjahr soll die Regierung den Finanzrahmen vorlegen (Abg. Dr. Lichtenecker: Passt eh!), und im Herbst das Detailbudget. Und nichts anderes macht die Regierung jetzt. Sie legt jetzt den Rahmen vor (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) und sagt auch klar, in welchem Verhältnis die Konsolidierung einnahmenseitig und ausgabenseitig erfolgen soll. (Abg. Mag. Kogler: Wenn sie im Herbst da ist, regt sich keiner auf!)
Abg. Mag. Kogler: Ja eh!
Und das nämlich vor dem Hintergrund, den wir alle verstehen – zumindest habe ich bisher geglaubt, es haben alle verstanden, worum es beim neuen Haushaltsrecht geht (Abg. Mag. Kogler: Ja eh!) –, nämlich dass jetzt jeder Minister eine vernünftige Zeitspanne hat, darüber nachzudenken, wie er in seinem eigenen Ressort den Rahmen gescheit einhalten kann, damit er nicht unter Zeitdruck im Oktober, wie es bisher immer war, in der letzten Woche hektisch wird, dann mitunter ein bisschen eine Husch-Pfusch-Geschichte passiert und keine vernünftige und ressourcenschonende Politik stattfindet.
Abg. Mag. Kogler: Aber es wurde angekündigt, dass das Budget erst im nächsten Jahr kommt!
Da kommen jetzt die Rufe: Die schenken uns nicht reinen Wein ein! – Ich behaupte: Die schenken uns wesentlich mehr reinen Wein ein als früher. Früher hätten wir die Zahlen, die wir jetzt haben, überhaupt erst im Oktober bekommen. (Abg. Mag. Kogler: Aber es wurde angekündigt, dass das Budget erst im nächsten Jahr kommt!) Das ist gut so, das ist richtig so, und das unterstützen wir auch.
Abg. Mag. Kogler: Das ist immer gescheit!
Aber – und das ist ganz wichtig für die Detailarbeit im Herbst –: Die Experten haben uns drei Sachen mitgegeben. Das Erste ist, sie haben gesagt, so spät wie möglich beschließen – weil wir noch nicht wissen, wie die Konjunktur läuft. (Abg. Mag. Kogler: Das ist immer gescheit!) Wir werden das im Herbst beschließen, und die Experten sagen, so spät wie nur irgend möglich. Ich sage, so früh, wie es die Verfassung vorschreibt. Aber in diesem Spannungsverhältnis ist man.
Beifall bei der SPÖ.
Wir im Parlament sagen auch: Wenn wir jetzt den Deckel auch draufsetzen, bei diesen Sachen sind wir gesprächsbereit, bei Zukunftsinvestitionen sind wir dann auch flexibel, sofern der Gesamtdeckel bleibt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll schlägt die Hände zusammen.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! 5 000 Jahre brauchen Sie, Herr Finanzminister, um das Einsparungsziel des Rechnungshofes von 7 Milliarden € zu erreichen, wenn Sie in diesem Tempo weitermachen. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll schlägt die Hände zusammen.) Sie haben jetzt ... (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wer hat das ausgerechnet?) – Ich erkläre es Ihnen gerade. (Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Lopatka.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wer hat das ausgerechnet?
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! 5 000 Jahre brauchen Sie, Herr Finanzminister, um das Einsparungsziel des Rechnungshofes von 7 Milliarden € zu erreichen, wenn Sie in diesem Tempo weitermachen. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll schlägt die Hände zusammen.) Sie haben jetzt ... (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wer hat das ausgerechnet?) – Ich erkläre es Ihnen gerade. (Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Lopatka.)
Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Lopatka.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! 5 000 Jahre brauchen Sie, Herr Finanzminister, um das Einsparungsziel des Rechnungshofes von 7 Milliarden € zu erreichen, wenn Sie in diesem Tempo weitermachen. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll schlägt die Hände zusammen.) Sie haben jetzt ... (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wer hat das ausgerechnet?) – Ich erkläre es Ihnen gerade. (Ironische Heiterkeit des Staatssekretärs Dr. Lopatka.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja eben, also!
Sie haben jetzt in eineinhalb Jahren konkrete Verwaltungsreformschritte im Umfang von 2,1 Millionen € auf den Weg gebracht – in eineinhalb Jahren. Das heißt, wenn Sie so weitermachen, schaffen Sie die angestrebten 7 Milliarden in 5 000 Jahren. Und da sage noch einer zu mir, die Regierung denke nicht langfristig. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja eben, also!) Also wirklich sehr, sehr langfristig gedacht, nur ich glaube ... (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So haben Sie bei der Hypo Alpe-Adria ...!) – Herr Finanzminister, ich glaube, Sie sollten doch (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das ist Ihre Kärntner Rechnung!) etwas kurzfristiger denken und Ihren Eifer, den Sie bei Steuererhöhungen an den Tag legen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wo haben wir Steuererhöhungen?), vielleicht auch etwas auf Ihren Eifer übertragen, was die Ausgabenseite und die Steuerreform betrifft. (Abg. Krainer: ... Ausgaben ist größer, 60 : 40!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So haben Sie bei der Hypo Alpe-Adria ...!
Sie haben jetzt in eineinhalb Jahren konkrete Verwaltungsreformschritte im Umfang von 2,1 Millionen € auf den Weg gebracht – in eineinhalb Jahren. Das heißt, wenn Sie so weitermachen, schaffen Sie die angestrebten 7 Milliarden in 5 000 Jahren. Und da sage noch einer zu mir, die Regierung denke nicht langfristig. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja eben, also!) Also wirklich sehr, sehr langfristig gedacht, nur ich glaube ... (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So haben Sie bei der Hypo Alpe-Adria ...!) – Herr Finanzminister, ich glaube, Sie sollten doch (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das ist Ihre Kärntner Rechnung!) etwas kurzfristiger denken und Ihren Eifer, den Sie bei Steuererhöhungen an den Tag legen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wo haben wir Steuererhöhungen?), vielleicht auch etwas auf Ihren Eifer übertragen, was die Ausgabenseite und die Steuerreform betrifft. (Abg. Krainer: ... Ausgaben ist größer, 60 : 40!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das ist Ihre Kärntner Rechnung!
Sie haben jetzt in eineinhalb Jahren konkrete Verwaltungsreformschritte im Umfang von 2,1 Millionen € auf den Weg gebracht – in eineinhalb Jahren. Das heißt, wenn Sie so weitermachen, schaffen Sie die angestrebten 7 Milliarden in 5 000 Jahren. Und da sage noch einer zu mir, die Regierung denke nicht langfristig. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja eben, also!) Also wirklich sehr, sehr langfristig gedacht, nur ich glaube ... (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So haben Sie bei der Hypo Alpe-Adria ...!) – Herr Finanzminister, ich glaube, Sie sollten doch (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das ist Ihre Kärntner Rechnung!) etwas kurzfristiger denken und Ihren Eifer, den Sie bei Steuererhöhungen an den Tag legen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wo haben wir Steuererhöhungen?), vielleicht auch etwas auf Ihren Eifer übertragen, was die Ausgabenseite und die Steuerreform betrifft. (Abg. Krainer: ... Ausgaben ist größer, 60 : 40!)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wo haben wir Steuererhöhungen?
Sie haben jetzt in eineinhalb Jahren konkrete Verwaltungsreformschritte im Umfang von 2,1 Millionen € auf den Weg gebracht – in eineinhalb Jahren. Das heißt, wenn Sie so weitermachen, schaffen Sie die angestrebten 7 Milliarden in 5 000 Jahren. Und da sage noch einer zu mir, die Regierung denke nicht langfristig. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja eben, also!) Also wirklich sehr, sehr langfristig gedacht, nur ich glaube ... (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So haben Sie bei der Hypo Alpe-Adria ...!) – Herr Finanzminister, ich glaube, Sie sollten doch (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das ist Ihre Kärntner Rechnung!) etwas kurzfristiger denken und Ihren Eifer, den Sie bei Steuererhöhungen an den Tag legen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wo haben wir Steuererhöhungen?), vielleicht auch etwas auf Ihren Eifer übertragen, was die Ausgabenseite und die Steuerreform betrifft. (Abg. Krainer: ... Ausgaben ist größer, 60 : 40!)
Abg. Krainer: ... Ausgaben ist größer, 60 : 40!
Sie haben jetzt in eineinhalb Jahren konkrete Verwaltungsreformschritte im Umfang von 2,1 Millionen € auf den Weg gebracht – in eineinhalb Jahren. Das heißt, wenn Sie so weitermachen, schaffen Sie die angestrebten 7 Milliarden in 5 000 Jahren. Und da sage noch einer zu mir, die Regierung denke nicht langfristig. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ja eben, also!) Also wirklich sehr, sehr langfristig gedacht, nur ich glaube ... (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: So haben Sie bei der Hypo Alpe-Adria ...!) – Herr Finanzminister, ich glaube, Sie sollten doch (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das ist Ihre Kärntner Rechnung!) etwas kurzfristiger denken und Ihren Eifer, den Sie bei Steuererhöhungen an den Tag legen (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wo haben wir Steuererhöhungen?), vielleicht auch etwas auf Ihren Eifer übertragen, was die Ausgabenseite und die Steuerreform betrifft. (Abg. Krainer: ... Ausgaben ist größer, 60 : 40!)
Abg. Krainer: Das stimmt ja nicht!
Genau. Sie sagen, 60 : 40. Aber was machen Sie? Sie sagen, 60 : 40, ja, das ist richtig. Aber was passiert? – Zuerst kommen die Vorschläge zur Steuererhöhung, die sind ja schon sehr konkret, und auf der Einsparungsseite kommt nichts. (Abg. Krainer: Das stimmt ja nicht!) Dann wird sehr, sehr viel Zeit vergehen, die Steuererhöhungen sind da, dann kommen halt keine einsparungsseitigen Maßnahmen, und dann kommen die neuen Steuererhöhungen. (Abg. Krainer: Staatssekretär Lopatka ...!)
Abg. Krainer: Staatssekretär Lopatka ...!
Genau. Sie sagen, 60 : 40. Aber was machen Sie? Sie sagen, 60 : 40, ja, das ist richtig. Aber was passiert? – Zuerst kommen die Vorschläge zur Steuererhöhung, die sind ja schon sehr konkret, und auf der Einsparungsseite kommt nichts. (Abg. Krainer: Das stimmt ja nicht!) Dann wird sehr, sehr viel Zeit vergehen, die Steuererhöhungen sind da, dann kommen halt keine einsparungsseitigen Maßnahmen, und dann kommen die neuen Steuererhöhungen. (Abg. Krainer: Staatssekretär Lopatka ...!)
Abg. Krainer: Vor 30 Jahren haben Sie noch gar nichts erlebt! – Heiterkeit auf der Regierungsbank.
Wir haben das doch in den letzten 30 Jahren alles erlebt. (Abg. Krainer: Vor 30 Jahren haben Sie noch gar nichts erlebt! – Heiterkeit auf der Regierungsbank.) Man hat doch in den letzten 30 Jahren nichts anderes gemacht, als den Kopf in den Sand gesteckt, Steuern erhöht, um dann vor der Wahl ein Wahlzuckerl zu verteilen in der Hoffnung, dass erstens die Schulden die nachfolgenden Generationen zahlen und dass zweitens die Menschen die Grauslichkeiten, die Sie ihnen zugemutet haben, wieder vergessen. (Abg. Krainer: Kollege Lugar verdreht ...!)
Abg. Krainer: Kollege Lugar verdreht ...!
Wir haben das doch in den letzten 30 Jahren alles erlebt. (Abg. Krainer: Vor 30 Jahren haben Sie noch gar nichts erlebt! – Heiterkeit auf der Regierungsbank.) Man hat doch in den letzten 30 Jahren nichts anderes gemacht, als den Kopf in den Sand gesteckt, Steuern erhöht, um dann vor der Wahl ein Wahlzuckerl zu verteilen in der Hoffnung, dass erstens die Schulden die nachfolgenden Generationen zahlen und dass zweitens die Menschen die Grauslichkeiten, die Sie ihnen zugemutet haben, wieder vergessen. (Abg. Krainer: Kollege Lugar verdreht ...!)
Abg. Dr. Jarolim: Reden Sie von Kärnten?
Aber das muss jetzt aufhören, Herr Finanzminister. Es muss definitiv aufhören, wenn wir nicht ein Schicksal wie Griechenland erleiden wollen. In 10 bis spätestens 20 Jahren sind wir genau dort, wo Griechenland heute ist, mit einem aufgeblähten Beamtenapparat, mit einer Verwaltung, die ineffektiv ist, und so weiter. (Abg. Dr. Jarolim: Reden Sie von Kärnten?) Das heißt, wir brauchen jetzt einen Finanzminister, der die Probleme endlich angeht. Wir brauchen nicht wieder einen Finanzminister, der die Probleme in die Zukunft verlagert. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Tun wir nicht! – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Meischberger? Wen wollen Sie haben?)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Tun wir nicht! – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Meischberger? Wen wollen Sie haben?
Aber das muss jetzt aufhören, Herr Finanzminister. Es muss definitiv aufhören, wenn wir nicht ein Schicksal wie Griechenland erleiden wollen. In 10 bis spätestens 20 Jahren sind wir genau dort, wo Griechenland heute ist, mit einem aufgeblähten Beamtenapparat, mit einer Verwaltung, die ineffektiv ist, und so weiter. (Abg. Dr. Jarolim: Reden Sie von Kärnten?) Das heißt, wir brauchen jetzt einen Finanzminister, der die Probleme endlich angeht. Wir brauchen nicht wieder einen Finanzminister, der die Probleme in die Zukunft verlagert. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Tun wir nicht! – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Großruck: Meischberger? Wen wollen Sie haben?)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wie lange haben Sie sich vorbereitet? – Heiterkeit bei der SPÖ.
Diese gängige Praxis des Mauerns, des Blockierens, des Aussitzens funktioniert jetzt nicht mehr. Und dafür brauchen wir Sie auch nicht, Herr Finanzminister. Da können wir jeden hinsetzen. Dafür brauchen wir Sie nicht. Wofür wir Sie brauchen, Herr Finanzminister, ist, dass Sie endlich ... (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wie lange haben Sie sich vorbereitet? – Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit auf der Regierungsbank. – Abg. Dr. Jarolim: Wo ist der Herr Westenthaler? – Abg. Mag. Molterer: Da geben Sie auch etwas ... von sich! Das stimmt!
Herr Finanzminister, wenn Sie am Wort sind, dann können Sie alles Mögliche von sich geben, aber wenn ich am Wort bin, würde ich Sie bitten, dass Sie mir das auch zugestehen! (Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit auf der Regierungsbank. – Abg. Dr. Jarolim: Wo ist der Herr Westenthaler? – Abg. Mag. Molterer: Da geben Sie auch etwas ... von sich! Das stimmt!)
Heiterkeit des Abg. Mag. Kogler
Herr Finanzminister, ich traue Ihnen ja durchaus zu, dass Sie die Probleme in den Griff bekommen, ich sage ja nicht, dass Sie das nicht können. Ich sage nur, dass Ihnen der Mut fehlt. Es fehlt Ihnen der Mut, auch Ihren Onkel einmal ordentlich bei den Hörnern zu nehmen (Heiterkeit des Abg. Mag. Kogler) und gerade in der Föderalismusdebatte, in der Spitalsdebatte, bei der Verwaltungsreform etwas weiterzubringen. Nehmen Sie Ihren Onkel Erwin bei den Hörnern!
Abg. Krainer: ..., das ist unglaublich!
Stellen Sie die Interessen Österreichs vor die Interessen der Landeshäuptlinge – zu diesen gehört auch Ihr Onkel – und tun Sie das, was notwendig ist! (Abg. Krainer: ..., das ist unglaublich!) Deshalb brauchen wir einen Finanzminister, der anpackt, brauchen wir einen Finanzminister, der die Probleme löst. (Abg. Mag. Gaßner: ... Stier!) Und ich sage Ihnen ganz offen, Herr Finanzminister: Das, was Sie bisher gezeigt haben, ist eindeutig zu wenig!
Abg. Mag. Gaßner: ... Stier!
Stellen Sie die Interessen Österreichs vor die Interessen der Landeshäuptlinge – zu diesen gehört auch Ihr Onkel – und tun Sie das, was notwendig ist! (Abg. Krainer: ..., das ist unglaublich!) Deshalb brauchen wir einen Finanzminister, der anpackt, brauchen wir einen Finanzminister, der die Probleme löst. (Abg. Mag. Gaßner: ... Stier!) Und ich sage Ihnen ganz offen, Herr Finanzminister: Das, was Sie bisher gezeigt haben, ist eindeutig zu wenig!
Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit des Vizekanzlers Dipl.-Ing. Pröll.
Deshalb: Fassen Sie Mut, gehen Sie die Probleme an und strengen Sie sich vor allem mehr an! – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ. – Heiterkeit des Vizekanzlers Dipl.-Ing. Pröll.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Jetzt wird es wieder sachlich!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Jetzt wird es wieder sachlich!)
Abg. Mag. Gaßner: Wer ist „wir“?
Es ist übrigens auch ein Beispiel für Europa. Es hat in Brüssel große Beachtung gefunden. Der Herr Finanzminister wurde wiederholt gebeten, zu zeigen, wie dieses Budgetrecht funktioniert. Wir haben ein Best-Practice-Beispiel für Europa gesetzt. Und es ist, glaube ich, jenes Instrument, mit dem wir durch die Deckelung der Ausgaben auch jedem Minister die nötigen Hausaufgaben mitgegeben haben. Wir dürfen nämlich nicht länger über unsere Verhältnisse leben. Das haben auch wir gemacht. Wir sind von Griechenland zwar noch weit entfernt (Abg. Mag. Gaßner: Wer ist „wir“?), aber wir haben über unsere Verhältnisse gelebt.
Abg. Riepl: Schuld ist die Krise!
Auch Österreich hat jahrelang, über viele Jahre mehr ausgegeben, als es eingenommen hat. Daher haben wir jetzt die Notwendigkeit dieser Budgetkonsolidierung. (Abg. Riepl: Schuld ist die Krise!) – Herr Kollege Riepl, Sie wissen genau, auf Dauer kann das nicht gutgehen. Ich gebe Ihnen recht: Es hat Anfang der siebziger Jahre gut, unheimlich gut geklungen: „Ein paar Milliarden mehr Staatsschulden machen mir weniger schlaflose Nächte als ein paar hunderttausend Arbeitslose.“ – Hat wunderbar geklungen, und klingt auch heute vielleicht in manchen Ohren noch gut, aber irgendwann kommt die Stunde der Wahrheit. (Abg. Riepl: Zahlen sollen die, die schuld sind!)
Abg. Riepl: Zahlen sollen die, die schuld sind!
Auch Österreich hat jahrelang, über viele Jahre mehr ausgegeben, als es eingenommen hat. Daher haben wir jetzt die Notwendigkeit dieser Budgetkonsolidierung. (Abg. Riepl: Schuld ist die Krise!) – Herr Kollege Riepl, Sie wissen genau, auf Dauer kann das nicht gutgehen. Ich gebe Ihnen recht: Es hat Anfang der siebziger Jahre gut, unheimlich gut geklungen: „Ein paar Milliarden mehr Staatsschulden machen mir weniger schlaflose Nächte als ein paar hunderttausend Arbeitslose.“ – Hat wunderbar geklungen, und klingt auch heute vielleicht in manchen Ohren noch gut, aber irgendwann kommt die Stunde der Wahrheit. (Abg. Riepl: Zahlen sollen die, die schuld sind!)
Abg. Riepl: Die Reichen sollen auch zahlen!
Das Budget hat zwei Seiten: Einnahmen und Ausgaben. Wir haben uns auch darauf geeinigt – alles wird ausgabenseitig nicht gehen –, ein Teil, 40 Prozent, wird einnahmenseitig erfolgen. (Abg. Riepl: Die Reichen sollen auch zahlen!)
Abg. Riepl: Die Reichen gegen die Armen!
Das, was mich dabei ein bisschen stört, ist, dass intern, in den Ministerien an der Ausgabenseite gearbeitet wird, aber in der öffentlichen Debatte höre ich ständig nur neue Steuervorschläge. Das missfällt mir schon. Wir sind in einem einig: Wir, die Regierungsparteien, wollen gemeinsam eine Bankensteuer, wir wollen auf europäischer Ebene eine Finanztransaktionssteuer. – Sonst unterscheiden wir uns. Das ist keine Schande. Es sind zwei Parteien in der Regierung, die völlig unterschiedliche ordnungspolitische, gesellschaftspolitische und wirtschaftspolitische Standorte haben. Gar keine Frage. (Abg. Riepl: Die Reichen gegen die Armen!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riepl.
Für mich ist jede Steueridee daran zu messen: Ist sie wachstumsfördernd oder wachstumshemmend? Ich sage auch, man muss sehr vorsichtig sein. Der Herr Bundeskanzler hat den Ausspruch getätigt, er sei gegen Massensteuern. – Seien wir da sehr vorsichtig, meine Damen und Herren, denn eine Bankensteuer, wie er sie vorgeschlagen hat, nämlich auf Basis der Bilanzsumme, wo alle Sparguthaben, alle Kredite besteuert werden, ist für mich eine klassische Massensteuer. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Abg. Riepl: Dass die Reichen auch was zahlen – so einfach ist das!
Wir werden uns zusammenraufen, gar keine Frage, aber entscheidend ist, dass wir diese Deckelung haben, dass wir diese Schuldenbremse haben und dass wir damit jener Philosophie ein Ende bereiten, die jahrelang gegolten hat, nämlich die Philosophie: Ein Staat kann sowieso nicht in Konkurs gehen. Wir können dauerhaft auf Schulden leben. Wir können zu Lasten unserer Kinder und Enkelkinder leben. (Abg. Riepl: Dass die Reichen auch was zahlen – so einfach ist das!) – Schulden sind verbrauchte Zukunft, Herr Kollege Riepl. Ich weiß nicht, was Ihre Zwischenrufe sollen. Wollen Sie haben, dass unsere Kinder und Enkelkinder einmal das zurückzahlen, was wir nicht in Investitionen pumpen, sondern zum Teil in den Konsum pumpen?
Abg. Riepl: Seien Sie froh!
Was das heikle Sozialthema betrifft, muss ich ehrlich sagen – ich habe das bei der Enquete zum Transferkonto schon gesagt –: Wir haben eine Sozialquote von 30 Prozent, eine der höchsten in Europa (Abg. Riepl: Seien Sie froh!), und kämpfen trotzdem immer noch gegen die Armut. Was heißt das? Das heißt, dass offenbar die Treffsicherheit des Sozialsystems nicht gegeben ist. Eine solch hohe Sozialquote und trotzdem immer noch der Kampf gegen die Armut, da kann etwas nicht stimmen.
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Riepl, ich lade Sie ein, Sie sind ein Gewerkschafter: Denken wir gemeinsam nach: Wie können wir diese doppelte Zielsetzung, nämlich einerseits die Leistungsgerechtigkeit und andererseits die soziale Gerechtigkeit, auf einen Nenner bringen? – Ich sage immer, die Reihenfolge muss sein: zuerst Leistungsgerechtigkeit. Ich kann nur das verteilen, was ich zuerst erarbeitet habe. Das ist ein alter Grundsatz, den ein alter Gewerkschafter, Herr Benya, den ich hier noch erlebt habe, immer gepredigt hat. Zuerst muss man etwas erarbeiten, und dann kann man es verteilen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hagen: FPK!
Aber das, was heute hier gesagt wird, kann ich so nicht stehen lassen. Der Abgeordnete Lugar hat mir unterstellt – sehr spannend –, ich bräuchte 5 000 Jahre für die Umsetzung. – Die Grundrechnungsarten Kärntens hat man ja bei der Rettung der Hypo Alpe-Adria gesehen (Abg. Hagen: FPK!) – ich muss das noch einmal erwähnen –, nämlich wie weit das geführt hat. Und er unterstellt mir, die Bundesregierung, der Finanzminister, namentlich ich, seien untätig. Wenn man uns den ganzen Vormittag vorwirft, wir würden viel zu rasch Hilfe für den Euro leisten, das gehe alles nicht und warum es diese Aktivitäten gebe, dann frage ich mich, was in den paar Stunden dazwischen passiert ist.
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen noch etwas zu diesem Bundesfinanzrahmengesetz: Je mehr wir bis Herbst auf dieser Basis bei uns selbst sparen können – darum geht es, und dort muss der Schwerpunkt liegen –, desto weniger brauchen wir an Steuern und an Belastung für die Menschen. Mehr sparen heißt: weniger Steuern! Auch das ist ein klares Signal, das wir mit diesem Bundesfinanzrahmen – als erstem Punkt: ohne Einnahmen und Steuern – auf den Weg bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne lade ich Sie ein, diesem Bundesfinanzrahmengesetz mit den Daten, mit den Zukunftsperspektiven die Zustimmung zu geben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dieses Finanzrahmengesetz sieht vor, dass wir für 2011 80 Millionen € im Bereich Landesverteidigung einsparen, 2012 129 Millionen, 2013 151 Millionen und 2014 169,4 Millionen €. Insgesamt sind es 530 Millionen € in einem Bereich, der – und da sind sich mittlerweile fast alle Fraktionen in diesem Haus einig – das Geld dringend nötig hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir wollen, dass die Bundesheer-Slogans „Helfen, wo andere nicht mehr können“ und „Sicherheit für unser Land“ auch in Zukunft noch gelten sollen, dann bitte ich Sie um Unterstützung für diesen Antrag. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage: Nein, das ist weder über die Verhältnisse gelebt, noch ist es ein Kopf-in-den-Sand-Stecken, sondern es ist genau das, was alle Menschen brauchen, was unsere Kinder brauchen und was unsere Enkelkinder noch brauchen werden, nämlich eine Chancengesellschaft. Diese darf nicht Opfer der Krise werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Briefträger!
Was mir ganz wichtig erscheint, Herr Bundesminister – jetzt ist er nicht hier, aber ich nehme an, Kollege Lopatka wird es ihm ausrichten (Abg. Dr. Lichtenecker: Briefträger!): Er hat die europäische Tangente angesprochen. Es erscheint mir ganz wesentlich, wenn wir über unseren Haushalt reden, auch über die europäischen Maßnahmen zu sprechen, denn wenn überall gespart wird, wenn überall Investitionen zurückgefahren werden: Wo soll dann das Wachstum herkommen?
Beifall bei der SPÖ.
Dieser Kontext scheint mir also ein ganz wesentlicher Aspekt zu sein, und ich würde mir wünschen, dass das in Europa auch unter diesem Gesichtspunkt diskutiert wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Die Rednerin begibt sich zu ihrem Platz, um einen Antrag zu holen. – Heiterkeit und Zwischenrufe.
Jetzt muss ich mich kurz entschuldigen. (Die Rednerin begibt sich zu ihrem Platz, um einen Antrag zu holen. – Heiterkeit und Zwischenrufe.)
Ein erster Aushändigungsversuch vom Präsidium zum Rednerpult scheitert an dem zu großen Abstand. – Abg. Dr. Jarolim: Der Herr Staatssekretär kann sich auch einschalten! – Abg. Mag. Kogler: Wenn alle ein bisschen mithelfen!
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (zum Rednerpult zurückkehrend und fortsetzend): Das ist sehr freundlich! (Ein erster Aushändigungsversuch vom Präsidium zum Rednerpult scheitert an dem zu großen Abstand. – Abg. Dr. Jarolim: Der Herr Staatssekretär kann sich auch einschalten! – Abg. Mag. Kogler: Wenn alle ein bisschen mithelfen!) – Genau, und genau dazu laden wir Sie ein! Sie sehen, wenn alle ein bisschen mithelfen, dann kommen die richtigen Forderungen herein. (Beifall bei den Grünen.) Wir laden Sie ein, den folgenden Antrag zu unterstützen:
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (zum Rednerpult zurückkehrend und fortsetzend): Das ist sehr freundlich! (Ein erster Aushändigungsversuch vom Präsidium zum Rednerpult scheitert an dem zu großen Abstand. – Abg. Dr. Jarolim: Der Herr Staatssekretär kann sich auch einschalten! – Abg. Mag. Kogler: Wenn alle ein bisschen mithelfen!) – Genau, und genau dazu laden wir Sie ein! Sie sehen, wenn alle ein bisschen mithelfen, dann kommen die richtigen Forderungen herein. (Beifall bei den Grünen.) Wir laden Sie ein, den folgenden Antrag zu unterstützen:
Beifall bei den Grünen.
Das ist ein sehr engagierter Antrag, adaptiert auf die perspektivischen Wachstumsraten und konkret mit Ihrem Ziel verbunden – mit dem Ersuchen, dies in dieser Form im Sinne der Zukunft Österreichs auch zu unterstützen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Nicht nur!
für Wachstum und für Entwicklung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Nicht nur!)
Abg. Schönpass: Sie waren ja auch Finanzminister!
Faktum ist, dass wir heuer im Budget 10 Milliarden € nur für die Zinsen aufwenden müssen. Und jetzt frage ich Sie: Ist das gerecht, dass wir dadurch nicht den Spielraum haben, den wir alle miteinander wollen, etwa in der Bildungspolitik oder in der Arbeitsmarktpolitik? In Wirklichkeit schwächen uns die Schulden. (Abg. Schönpass: Sie waren ja auch Finanzminister!) – Ja, natürlich, darum sage ich das auch mit besonderer Überzeugung, Frau Kollegin, weil ich immer dafür gekämpft habe. Und jetzt sage ich auch einmal: In der Zeit, in der ich Finanzminister war, hat Österreich das erste Mal die Schuldenquote auf unter 60 Prozent gedrückt. – Damit das auch einmal gesagt sei. (Beifall bei der ÖVP.) Nicht alleine, sondern durchaus in einer gemeinsamen Anstrengung.
Beifall bei der ÖVP.
Faktum ist, dass wir heuer im Budget 10 Milliarden € nur für die Zinsen aufwenden müssen. Und jetzt frage ich Sie: Ist das gerecht, dass wir dadurch nicht den Spielraum haben, den wir alle miteinander wollen, etwa in der Bildungspolitik oder in der Arbeitsmarktpolitik? In Wirklichkeit schwächen uns die Schulden. (Abg. Schönpass: Sie waren ja auch Finanzminister!) – Ja, natürlich, darum sage ich das auch mit besonderer Überzeugung, Frau Kollegin, weil ich immer dafür gekämpft habe. Und jetzt sage ich auch einmal: In der Zeit, in der ich Finanzminister war, hat Österreich das erste Mal die Schuldenquote auf unter 60 Prozent gedrückt. – Damit das auch einmal gesagt sei. (Beifall bei der ÖVP.) Nicht alleine, sondern durchaus in einer gemeinsamen Anstrengung.
Beifall bei der ÖVP.
Warum? – Wenn wir die Abgabenquote noch weiter erhöhen, dann verlieren wir Wettbewerbsfähigkeit. Diesen Wahrheiten kann auch die Sozialdemokratie langfristig nicht ausweichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Der nächste Handstreich steht ja schon bevor. Abgesehen von all diesen Finanzmarktaufsichtskriterien und -regulierungen, die wir heute diskutiert haben, kennen Sie alle Basel II. Und Basel III steht vor der Haustür! Was ich von dieser Bundesregierung erwarte, ist, dass man nicht wiederum die Klein- und Mittelbetriebe knebelt, sondern diese endlich befreit und dafür umso mehr den Spekulanten, die mit unseren Geldern Politik und Geschäfte machen, endlich auf die Finger klopft und sie entsprechend stringent behandelt. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: 10 Milliarden!
Steigende Schulden sind nicht die Folge laxer Budgetpolitik, sondern Folgen der durch eine Finanzkrise ausgelösten Probleme. Wir haben also sehr viel Geld in die Hand genommen, um diese Probleme zu lösen. (Abg. Dr. Bartenstein: 10 Milliarden!) – Moment, Herr Kollege Bartenstein, ich sage schon noch etwas dazu! Die österreichische Abgabenquote – und das ist nicht meine Erkenntnis, sondern das ist auch eine Erkenntnis aus dem Hearing – ist ökonomisch kein Problem, ist dort gesagt worden, sondern – und jetzt kommt es – ist Ausdruck der politischen Entscheidung für ein gutes Sozialsystem.
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie so wollen, Herr Kollege Bartenstein, dann ist es eine Investition für die Absicherung der Menschen in Österreich, wenn sie krank werden, wenn sie keine Arbeit haben oder wenn sie eine entsprechende Bildung brauchen, für unsere Jugend da oben (die Rednerin weist in Richtung Besuchergalerie) und für uns, wie wir alle hier sitzen, nämlich für die, die eben schon etwas älter sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Weinzinger: Die Hälfte der Lohnsteuer kommt von den Beschäftigten in der Industrie!
Das sollten wir einmal wirklich genau so sagen, wenngleich ich auch nicht anstehe, zu ergänzen, das man sich natürlich alles anschauen soll. Natürlich gibt es immer wieder Dinge, die ausgenutzt werden – das gehört abgestellt –, aber auf der anderen Seite muss man auch so fair sein, Herr Kollege Bartenstein, und sehen, dass der Staatshaushalt von der Mehrwertsteuer und von der Lohnsteuer getragen und gespeist wird, also von uns allen, und es kommt ganz, ganz wenig im Vergleich von der Industrie und von der Großindustrie. Also die Verteilungsgerechtigkeit muss in Zukunft bei diesem Konsolidierungspaket sehr genau angeschaut werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Weinzinger: Die Hälfte der Lohnsteuer kommt von den Beschäftigten in der Industrie!)
Beifall bei der FPÖ
wesentlich mehr erwirtschaftet oder eingenommen, als geplant war. Im Gegenzug ist aber nichts davon auf die Seite geschafft worden, ist keine Reserve gebildet worden, die wir heute, in dieser Zeit, wo es notwendig wäre, heranziehen könnten (Beifall bei der FPÖ), um nicht selbst jetzt wieder in eine Schuldenfalle zu geraten. Das ist nicht passiert, und das ist Ihnen sehr wohl zum Vorwurf zu machen.
Beifall bei der FPÖ
Rund 7 Milliarden € – das hat eine Anfrage von mir ergeben – sind Steuerausstände, egal ob von Mehrwertsteuer oder Einkommensteuer. Hier kann man auch einmal ansetzen, denn jene, die arbeiten, die einen Lohn empfangen und denen die Steuer von Haus aus abgezogen wird, die sind die Blöden, wenn andere, die Einkommensteuer, Körperschaftsteuer oder Ähnliches zu zahlen hätten, das nicht abführen (Beifall bei der FPÖ) oder so lange aufschieben, bis das vielleicht gar nicht mehr einbringlich ist. Hier gehört angesetzt, hier gehört etwas getan! Und damit bin ich schon am Ende. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Rund 7 Milliarden € – das hat eine Anfrage von mir ergeben – sind Steuerausstände, egal ob von Mehrwertsteuer oder Einkommensteuer. Hier kann man auch einmal ansetzen, denn jene, die arbeiten, die einen Lohn empfangen und denen die Steuer von Haus aus abgezogen wird, die sind die Blöden, wenn andere, die Einkommensteuer, Körperschaftsteuer oder Ähnliches zu zahlen hätten, das nicht abführen (Beifall bei der FPÖ) oder so lange aufschieben, bis das vielleicht gar nicht mehr einbringlich ist. Hier gehört angesetzt, hier gehört etwas getan! Und damit bin ich schon am Ende. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Kuzdas: Da waren Sie ja auch dabei!
Eines ist aber heute auch ganz klar zum Ausdruck gekommen: dass die Schuldenbelastung, die Schulden, die wir in Österreich haben, natürlich eine Hypothek für die Zukunft sind. Wenn die Kollegin Hagenhofer von der Finanzwirtschaft spricht, dann müssen wir schon die Kirche im Dorf lassen, denn ich denke, von den 200 Milliarden € Schulden, die wir haben, sind 5 Prozent rezessionsbedingt, das sind zirka 10 Milliarden, die anderen sind Zug um Zug in den Jahren aufgebaut worden. (Abg. Mag. Kuzdas: Da waren Sie ja auch dabei!) Deshalb ist es, glaube ich, richtig, mehr zu sparen und natürlich auch entsprechend bei Reformen anzusetzen.
Beifall bei der ÖVP.
In der letzten Zeit gibt es aber fast nur einnahmenseitige Vorschläge, wie wir neue Steuern erfinden und wie wir neue Steuern aufsetzen können. Ich denke, wir sollten die gleiche Dynamik, die bei der Steuerdiskussion herrscht, auch bei den ausgabenseitigen Einsparungspotentialen einsetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Dann machen Sie es endlich! Sie sind ja in der Regierung!
Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass wir für unsere weltbekannte Lebensqualität, die wir in Österreich haben und die wir erhalten wollen, eine Aufgabenreform brauchen. Wir brauchen Strukturreformen, die unsere sozialen Systeme zukunftssicher machen, damit wir sie uns auch weiter leisten können (Abg. Dr. Gabriela Moser: Dann machen Sie es endlich! Sie sind ja in der Regierung!), und wir brauchen auch noch die Wachstumsimpulse. Meiner Meinung nach sollte „erneuern statt besteuern“ unsere Devise sein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass wir für unsere weltbekannte Lebensqualität, die wir in Österreich haben und die wir erhalten wollen, eine Aufgabenreform brauchen. Wir brauchen Strukturreformen, die unsere sozialen Systeme zukunftssicher machen, damit wir sie uns auch weiter leisten können (Abg. Dr. Gabriela Moser: Dann machen Sie es endlich! Sie sind ja in der Regierung!), und wir brauchen auch noch die Wachstumsimpulse. Meiner Meinung nach sollte „erneuern statt besteuern“ unsere Devise sein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hörl: Das ist aber drüben! Das ist in Amerika, nicht bei uns!
Sie sagen auch: Wir können nicht auf Dauer über unsere Verhältnisse leben! – Das stimmt, aber gerade im Umweltbereich tun wir das ständig. Ich denke, es wird uns jetzt ganz klar vor Augen geführt, dass unser System so nicht tragbar ist, wir sehen die immensen ökologischen Schäden, die unsere Energiewirtschaft vor der Küste Louisianas verursacht hat. (Abg. Hörl: Das ist aber drüben! Das ist in Amerika, nicht bei uns!)
Beifall bei den Grünen. – Bravoruf des Abg. Mag. Kogler.
Das ist die Umweltpolitik der ÖVP: Alles, was weit weg ist von uns, geht uns nichts an. – Das ist unsere Energiewirtschaft, zu der auch wir mit unserer Ölabhängigkeit einen Beitrag leisten. (Beifall bei den Grünen. – Bravoruf des Abg. Mag. Kogler.)
Zwischenruf des Abg. Hörl.
Und was tun Sie? – Das Umweltbudget wird massiv gekürzt. Es ist klar, wenn man sparen muss, muss man sich alle Bereiche anschauen, aber gerade das Umweltbudget, das ohnehin eines der kleinsten überhaupt ist, ist massiv betroffen, und gerade dort wird überproportional eingespart. (Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Abg. Mag. Kogler: Richtig!
Was wird noch aus diesem sehr kleinen Umweltbudget finanziert? – Nämlich der Emissionshandel, der Zertifikatekauf, das Freikaufen von unseren eigenen Klimaverpflichtungen. Ich sehe überhaupt nicht ein, warum dieses Freikaufen aus dem Umweltbudget finanziert werden muss, denn dort liegen die Ursachen unserer desaströsen Klimabilanz nicht! (Abg. Mag. Kogler: Richtig!)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Hörl: Doch, in der Bürokratie sind wir es!
Aus dem Umweltbudget sollen Maßnahmen finanziert werden, die in Richtung erneuerbare Energie, vor allem in Richtung grüne Arbeitsplätze für die Jugend gehen – weil die von Ihnen vorhin angesprochen wurde –, und es sollen Maßnahmen finanziert werden, die Österreich endlich wieder zum Umweltmusterland machen, denn das sind wir leider schon lange nicht mehr. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Hörl: Doch, in der Bürokratie sind wir es!)
Abg. Hörl: Wollt ihr es oder nicht?
Wenn es ums Sparen und ums Budgetlochstopfen geht, ist in letzter Zeit auch immer wieder die ökologische Steuerreform angesprochen worden. Das wundert mich jetzt schon ein bisschen, weil aus unserer Sicht ist es klar: Eine Ökologisierung des Steuersystems ist ganz dringend notwendig aus Umweltgründen, aus Klimaschutzgründen. Als wir das vor der Klimakonferenz in Kopenhagen ganz massiv gefordert haben, hatten Sie, die Bundesregierung, vor allem auch die ÖVP, kein Interesse daran, das wirklich anzugehen. Jetzt, wo es ums Budgetlochstopfen geht, kommt das auf einmal wieder auf die Tagesordnung. Da sieht man, was Ihr Interesse an der Ökologisierung des Steuersystems eigentlich ist, nämlich Budgetlochstopfen und nicht Ökologisierung. (Abg. Hörl: Wollt ihr es oder nicht?)
Abg. Hörl: Das wissen wir ja noch gar nicht!
Dafür ist dieses Projekt zu schade. Wir brauchen eine Ökologisierung des Steuersystems, aber sie muss sozial ausgewogen sein! Die Gefahr besteht, dass man, wenn man es so wie Sie angeht, Umweltabgaben macht, ohne den Leuten einen Ökobonus anzubieten. (Abg. Hörl: Das wissen wir ja noch gar nicht!)
Beifall bei den Grünen! – Abg. Hörl: Und das kostet auch wieder Geld!
In der Umweltpolitik muss viel vehementer vorgegangen werden, sie muss gestärkt werden, und deshalb bin ich nach wie vor der Meinung, Österreich braucht unbedingt ein starkes, engagiertes und eigenständiges Umweltministerium! (Beifall bei den Grünen! – Abg. Hörl: Und das kostet auch wieder Geld!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist auch eine wichtige zentrale Frage, bei allem Verständnis für den Föderalismus. Ich sage das in aller Deutlichkeit, weil leiden tun wir gemeinsam beziehungsweise unsere Bürgerinnen und Bürger. Das muss uns auch klar sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Lassen Sie mich abschließend noch Folgendes zum Sicherheitsbereich sagen: Ich glaube, dass wir alles unternehmen werden, dass das nicht auf dem Rücken unserer Bürgerinnen und Bürger passiert, aber ich lade auch ein: Wir haben seinerzeit im Hohen Haus einen einstimmigen Entschließungsantrag bei der Polizeireform beschlossen, in dem wir gesagt haben, dass wir auch eine Behördenreform brauchen. Da könnte man viele solche Punkte beschließen und umsetzen, die alle effizienzsteigernd sind, und ich glaube, die Zeit ist reif, Effizienz zu steigern. Ich lade Sie alle dazu sehr herzlich ein! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Pendl: Ich habe aber nicht vergessen, wer uns einiges eingebrockt hat!
Abgeordneter Christoph Hagen (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Kollege Pendl hat scheinbar vergessen, wer regiert (Abg. Pendl: Ich habe aber nicht vergessen, wer uns einiges eingebrockt hat!), weil er hat gerade gefordert, dass man eine Beamtenreform in dem Bereich machen soll, hat aber scheinbar vergessen, dass die SPÖ mit in der Regierung sitzt. So viel dazu.
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mayerhofer.
Ich habe von einer Kriminalabteilung in einem Bundesland in Österreich gehört – ich will nicht näher darauf eingehen, sonst kriegen die Kollegen Probleme –, dass man sage und schreibe über fünf Wege ein Handykabel nicht bekommen hat – es ging um eine festgenommene Einbrecherbande, die Handys dabeihatte, auf denen tatrelevante Nummern und verschiedene Informationen gespeichert waren –, das zur Übertragung der Daten auf den Computer benötigt wurde. Die Exekutivkräfte mussten dann bei der Handy-Firma in Schweden anrufen und haben dann von dort dieses Kabel zur Verfügung gestellt bekommen, Sachaufwand: 14 €. Dafür haben wir kein Geld. Meine Damen und Herren, da läuft doch etwas extrem schief. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Mayerhofer.)
Beifall beim BZÖ.
Ich möchte noch auf einen anderen Bereich eingehen. Sparen, alles gut und recht, aber wenn ich bei den Baumaßnahmen bei den ÖBB einspare, so sind viele Arbeitsplätze speziell von Kleinbetrieben gefährdet, die in diesem Bereich tätig sind. Ich weiß, die Bauwirtschaft leidet jetzt schon unheimlich, doch die effektiven Sparmaßnahmen kommen erst noch. Wo die Infrastruktur eigentlich ausgebaut werden sollte, setzt man jetzt den Sparstift an – auf Kosten von Arbeitsplätzen, auf Kosten der Wirtschaft, der Klein- und Mittelbetriebe und der Leistungsträger. Hier wird am falschen Fleck gespart. Sparen Sie doch besser – Herr Lopatka hat es auch schon angeschnitten, und es ist eine alte Forderung von uns –, sparen Sie bei den ÖBB-Pensionisten, die mit 53, 51 Jahren oder noch früher in Pension gehen! Hier wäre Sparpotential vorhanden, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Meine Damen und Herren, so kann es nicht gehen! Hier wird Geld an Personen verschleudert, die in Österreich nicht einmal einen aufrechten Wohnsitz haben. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Der Herr Finanzminister hat es groß angesprochen, der Nährboden für Schulden ist das, was man früher gemacht hat – wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt, heißt es immer. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich über meine Verhältnisse gelebt hätte, und ich kenne viele Leute, die nicht über ihre Verhältnisse gelebt haben. Da müssen Sie schon bei Ihren Bonzen anklopfen. Er ist leider nicht mehr da, aber ich würde es ihm trotzdem gerne mitgeben. Wenn ich bedenke, dass wir unter einem Finanzminister Pröll das höchste Defizit zu verantworten haben, das wir in Österreich je hatten, dann ist das eine mutige Aussage. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Kollege Hagen, das war Populismus pur! (Zwischenruf bei der FPÖ.) Wenn du sagst, über unsere Verhältnisse gelebt, dann möchte ich eines klarstellen: Wenn wir mehr ausgeben als einnehmen, dann leben wir über unsere Verhältnisse. (Abg. Mayerhofer: Ihr habt mehr ausgegeben!) Ich bin an und für sich generell d’accord damit, dass verschiedene Maßnahmen, die gesetzt worden sind, erforderlich und wichtig waren, das ist überhaupt keine Frage. Aber wenn man das im Gesamten sieht, dann muss man sagen, wenn man mehr ausgibt, als man einnimmt, dann lebt man über seine Verhältnisse. Das kannst du nicht machen, und das können auch wir nicht vonseiten des Parlaments. (Abg. Hagen: Ich habe mir ein Haus gebaut, das gehört mir!)
Abg. Mayerhofer: Ihr habt mehr ausgegeben!
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Kollege Hagen, das war Populismus pur! (Zwischenruf bei der FPÖ.) Wenn du sagst, über unsere Verhältnisse gelebt, dann möchte ich eines klarstellen: Wenn wir mehr ausgeben als einnehmen, dann leben wir über unsere Verhältnisse. (Abg. Mayerhofer: Ihr habt mehr ausgegeben!) Ich bin an und für sich generell d’accord damit, dass verschiedene Maßnahmen, die gesetzt worden sind, erforderlich und wichtig waren, das ist überhaupt keine Frage. Aber wenn man das im Gesamten sieht, dann muss man sagen, wenn man mehr ausgibt, als man einnimmt, dann lebt man über seine Verhältnisse. Das kannst du nicht machen, und das können auch wir nicht vonseiten des Parlaments. (Abg. Hagen: Ich habe mir ein Haus gebaut, das gehört mir!)
Abg. Hagen: Ich habe mir ein Haus gebaut, das gehört mir!
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Kollege Hagen, das war Populismus pur! (Zwischenruf bei der FPÖ.) Wenn du sagst, über unsere Verhältnisse gelebt, dann möchte ich eines klarstellen: Wenn wir mehr ausgeben als einnehmen, dann leben wir über unsere Verhältnisse. (Abg. Mayerhofer: Ihr habt mehr ausgegeben!) Ich bin an und für sich generell d’accord damit, dass verschiedene Maßnahmen, die gesetzt worden sind, erforderlich und wichtig waren, das ist überhaupt keine Frage. Aber wenn man das im Gesamten sieht, dann muss man sagen, wenn man mehr ausgibt, als man einnimmt, dann lebt man über seine Verhältnisse. Das kannst du nicht machen, und das können auch wir nicht vonseiten des Parlaments. (Abg. Hagen: Ich habe mir ein Haus gebaut, das gehört mir!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Vielleicht noch ein Wort zu Kollegen Zanger, er ist aber jetzt nicht da. Er hat gefragt: Was ist mit dem Geld passiert in den guten Zeiten? – Ich möchte schon eines sagen: Im Jahr 2000 hat Österreich eine BIP-Verschuldung von 65 Prozent gehabt, im Jahr 2007, als Molterer Finanzminister gewesen ist, waren wir bei 59 Prozent, also haben wir an und für sich die Zeit schon genützt und uns eine ganz andere Ausgangsposition für diese schwierige Zeit jetzt erwirtschaftet. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Schulden nehmen uns den Spielraum zum Wirtschaften und zum Investieren, und – das ist auch schon angesprochen worden – sie nehmen auch der Jugend die Zukunft. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns jetzt vorwiegend im Bereich der Ausgaben anschauen, wo wir Maßnahmen setzen und Einsparungen tätigen können. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Windholz: Nur keiner weiß es!
Man braucht sich nur die aktuellen Kriminalstatistiken anzuschauen. (Abg. Windholz: Nur keiner weiß es!) – Kollege Windholz, du bist weit weg von dem, wo du eigentlich sein solltest. Ich bin noch mitten drinnen im Geschehen, ich mache noch Dienst – du wahrscheinlich nicht mehr. Das ist das Problem bei dir.
Beifall bei der ÖVP.
Es heißt also intelligent Sparen auf der einen Seite, und wir werden natürlich – es ist schon angesprochen worden – die Bankensteuer und die Finanztransaktionssteuer im Auge haben. Ich glaube, wenn wir gemeinsam die Situation erkennen, gemeinsam, auch die Opposition, dann sind wir auf dem besten Wege, dieses Problem zu lösen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Eine zweite Sache noch in diesem Zusammenhang: Aufgrund einer Anfragebeantwortung der Frau Ministerin haben wir herausbekommen, dass es im März eine Konferenz in Budapest und in Wien zum Bologna-Prozess gegeben hat, wofür allein 438 000 € ausgegeben wurden. Ich denke, das zeigt, dass hier die Sparpolitik absolut nicht greift und die Mittel, die vorhanden sind, völlig falsch verwendet werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit. – Abg. Mag. Stefan: Falsche Rede! Zwei Stunden zu spät!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Meine Damen und Herren! Noch ein paar Worte in diese aufgeheizte Stimmung. (Heiterkeit. – Abg. Mag. Stefan: Falsche Rede! Zwei Stunden zu spät!)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Daher glaube ich auch, dass wir hier Prioritäten setzen müssen, Schwerpunkte setzen müssen, und genau überlegen müssen, wie die zur Verfügung stehenden Mittel wirklich bestmöglich eingesetzt werden können. Gerade was diesen Fall in Wiener Neustadt anlangt, auch dieses ORF-Verfahren, diese absurde Geschichte, die da losgetreten wurde, mit dem „Ed“, wo Kollege Strache dann mehrfach durch merkwürdige Auftritte aufgefallen ist, muss man sagen, das ist eigentlich auch eine völlige Vergeudung von Steuermitteln. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Daher meine ich, dass man hier wirklich nachdenken muss, welche Möglichkeiten es gibt, Verbesserungen zu schaffen.
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, es gäbe vieles umzusetzen, was nicht viel kosten und eine Verbesserung bringen würde, vieles, wo es nur um einen sinnvollen Mitteleinsatz geht. Das ist eine Aufforderung an jedes einzelne Ministerium, natürlich auch an das Justizministerium, sich wirklich zu überlegen, ob man nicht durch einfache Maßnahmen eine Effizienzsteigerung herbeiführen kann, die sich gewaschen hat. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Amon: Ja, sind wir auch!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär, vielleicht können Sie kurz Ihre Lektüre unterbrechen. Ich habe nämlich eine spezielle Anregung auch für Sie. Es geht ja schließlich darum, dass wir eine wirklich intelligente Balance zwischen sinnvollen Einsparungen und nachhaltigem Investieren schaffen. Von Ihnen liest man immer wieder in der Zeitung, Sie seien massiv gegen die Frühpensionierung der ÖBB-Mitarbeiter. (Abg. Amon: Ja, sind wir auch!) – Ja, ich bin auch dafür! Nur, das Problem ist: Wie sollen denn dann gleichzeitig die ÖBB die Zielvorgaben, sprich: Senkung des Personalaufwandes, erreichen, die Sie ihnen im gleichen Atemzug vorschreiben? (Staatssekretär Dr. Lopatka: Keine Neueinstellungen gleichzeitig!)
Staatssekretär Dr. Lopatka: Keine Neueinstellungen gleichzeitig!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär, vielleicht können Sie kurz Ihre Lektüre unterbrechen. Ich habe nämlich eine spezielle Anregung auch für Sie. Es geht ja schließlich darum, dass wir eine wirklich intelligente Balance zwischen sinnvollen Einsparungen und nachhaltigem Investieren schaffen. Von Ihnen liest man immer wieder in der Zeitung, Sie seien massiv gegen die Frühpensionierung der ÖBB-Mitarbeiter. (Abg. Amon: Ja, sind wir auch!) – Ja, ich bin auch dafür! Nur, das Problem ist: Wie sollen denn dann gleichzeitig die ÖBB die Zielvorgaben, sprich: Senkung des Personalaufwandes, erreichen, die Sie ihnen im gleichen Atemzug vorschreiben? (Staatssekretär Dr. Lopatka: Keine Neueinstellungen gleichzeitig!)
Staatssekretär Dr. Lopatka: Keine Neueinstellungen!
Ich bin für Ehrlichkeit. Ich bin für Offenheit. Ich möchte intelligente ... (Staatssekretär Dr. Lopatka: Keine Neueinstellungen!) – Ja, keine Neueinstellungen. Das Problem ist nur, die Neueinstellungen werden deshalb vorgenommen, weil das andere Dienstrecht dort gilt. Und das bringt ... (Staatssekretär Dr. Lopatka: Aha, jetzt auf einmal! Also das Dienstrecht ändern?) – Das ist das Problem, das wir sicherlich dringend diskutieren sollten – allerdings so, dass erworbene Rechte, auf die ganze Lebensplanungen abgestimmt sind, dann nicht über den Haufen geworfen werden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Man muss das wirklich realistisch angehen.
Staatssekretär Dr. Lopatka: Aha, jetzt auf einmal! Also das Dienstrecht ändern?
Ich bin für Ehrlichkeit. Ich bin für Offenheit. Ich möchte intelligente ... (Staatssekretär Dr. Lopatka: Keine Neueinstellungen!) – Ja, keine Neueinstellungen. Das Problem ist nur, die Neueinstellungen werden deshalb vorgenommen, weil das andere Dienstrecht dort gilt. Und das bringt ... (Staatssekretär Dr. Lopatka: Aha, jetzt auf einmal! Also das Dienstrecht ändern?) – Das ist das Problem, das wir sicherlich dringend diskutieren sollten – allerdings so, dass erworbene Rechte, auf die ganze Lebensplanungen abgestimmt sind, dann nicht über den Haufen geworfen werden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Man muss das wirklich realistisch angehen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich bin für Ehrlichkeit. Ich bin für Offenheit. Ich möchte intelligente ... (Staatssekretär Dr. Lopatka: Keine Neueinstellungen!) – Ja, keine Neueinstellungen. Das Problem ist nur, die Neueinstellungen werden deshalb vorgenommen, weil das andere Dienstrecht dort gilt. Und das bringt ... (Staatssekretär Dr. Lopatka: Aha, jetzt auf einmal! Also das Dienstrecht ändern?) – Das ist das Problem, das wir sicherlich dringend diskutieren sollten – allerdings so, dass erworbene Rechte, auf die ganze Lebensplanungen abgestimmt sind, dann nicht über den Haufen geworfen werden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Man muss das wirklich realistisch angehen.
Abg. Großruck: Weil das Fahrrad so eine große Sonderausstattung gehabt hat!
Zum Schluss noch ein Bonmot. Mein Fahrrad wurde gestohlen. Ich zeigte das bei der Polizei an. Was glauben Sie, wie viel Zeit der Beamte, ein voll ausgebildeter Beamter in Uniform, dann mit dem PC-Programm des Innenministeriums verbracht hat, das es für die Anzeige eines Fahrraddiebstahls gibt? Was glauben Sie? – 30 Minuten! 30 Minuten! Ich meine, das ist ja irrwitzig. (Abg. Großruck: Weil das Fahrrad so eine große Sonderausstattung gehabt hat!)
Staatssekretär Dr. Lopatka: Sie werden den verwirrt haben!
Ich habe mir das Programm dann angeschaut. (Staatssekretär Dr. Lopatka: Sie werden den verwirrt haben!) – Nein, überhaupt nicht! Im Gegenteil, ich habe ihm ja dauernd geholfen! (Staatssekretär Dr. Lopatka: Na ja, das war es ja! Das war ja das Problem! – Heiterkeit.) Ich habe ihm ja geholfen durch die einzelnen Masken und Menüfolgen des Innenressorts. Sie müssen sich vorstellen, wie kompliziert dieses Programm „Melden eines Fahrraddiebstahls“ ist! Der muss hundert Kasteln ankreuzen!
Staatssekretär Dr. Lopatka: Na ja, das war es ja! Das war ja das Problem! – Heiterkeit.
Ich habe mir das Programm dann angeschaut. (Staatssekretär Dr. Lopatka: Sie werden den verwirrt haben!) – Nein, überhaupt nicht! Im Gegenteil, ich habe ihm ja dauernd geholfen! (Staatssekretär Dr. Lopatka: Na ja, das war es ja! Das war ja das Problem! – Heiterkeit.) Ich habe ihm ja geholfen durch die einzelnen Masken und Menüfolgen des Innenressorts. Sie müssen sich vorstellen, wie kompliziert dieses Programm „Melden eines Fahrraddiebstahls“ ist! Der muss hundert Kasteln ankreuzen!
Staatssekretär Dr. Lopatka: Ja, gern!
Danke für die Möglichkeit, Ihnen dieses Beispiel nennen zu können. (Staatssekretär Dr. Lopatka: Ja, gern!) Ich hoffe, es ist anschaulich genug, dass Sie endlich einmal dort den Sparstift ansetzen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Staatssekretär Dr. Lopatka: Ich war jetzt sehr aufmerksam, Frau Kollegin! Wirklich!)
Beifall bei den Grünen. – Staatssekretär Dr. Lopatka: Ich war jetzt sehr aufmerksam, Frau Kollegin! Wirklich!
Danke für die Möglichkeit, Ihnen dieses Beispiel nennen zu können. (Staatssekretär Dr. Lopatka: Ja, gern!) Ich hoffe, es ist anschaulich genug, dass Sie endlich einmal dort den Sparstift ansetzen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Staatssekretär Dr. Lopatka: Ich war jetzt sehr aufmerksam, Frau Kollegin! Wirklich!)
Beifall bei der ÖVP.
Dass sich der derzeitige Landeshauptmann Franz Voves für steirische Interessen im Bildungsministerium nicht besonders stark macht, haben wir auch schmerzhaft erfahren müssen beim Schulentwicklungsplan. Da hat die Steiermark Millionen an wirtschaftsfördernden Maßnahmen verloren. Daher war es mir ein Anliegen, ein besonders dringliches Anliegen, das heute hier im Rahmen meines Redebeitrags anzubringen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Die Bürgerinnen auch!
In Wahrheit – es ist so viel Jugend heute auf der Galerie – wird das Ganze der Bürger bezahlen. (Abg. Öllinger: Die Bürgerinnen auch!) Der Bürger wird das Ganze bezahlen, weil auf der einen Seite bei den Ausgaben eingespart wird und auf der anderen Seite bei den Einnahmen, für die ja der Finanzminister zuständig ist, 12 Milliarden €
Beifall beim BZÖ.
veranschlagt sind, wobei aber noch keiner weiß, wie die Einnahmen zustande kommen werden. Es geht aus dem ganzen Strategiebericht nicht hervor, was die Länder und Gemeinden dazu beitragen werden. Das ist nicht erwähnt. Es werden verschiedene Steuern kolportiert. Ich sage auch, jene, die Steuerprivilegien haben, Bankmanager mit ihren Bonifikationen und so weiter, gehören besteuert, keine Frage, denn: Das Geld ist ein Vogerl, das fliegt halt von einem zum anderen. Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer. Und da muss man sich es wieder von denen zurückholen, die es jetzt haben. Das wäre der richtige Weg. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
In Sachen Verwaltungsreform, Bundesstaatsreform, die schon seit Jahren gefordert wird, wofür auch eine Kommission eingesetzt worden ist, die Vorschläge erarbeitet hat, geht überhaupt nichts weiter. Ich kann mir schon vorstellen, dass Rot und Schwarz in diesem Bereich überhaupt nicht tätig werden wollen, weil sie sich dann selbst amputieren müssten, weil sie Teil dieses Systems sind. Das ist das Problem, das wir haben. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Lopatka.
Eines noch, Herr Staatssekretär Lopatka: Sie haben bei den Pensionsprivilegien so manches angeprangert. Ich gebe Ihnen vollkommen recht, aber wenn man selbst ein Privilegierter ist, ist das halt nicht so gut. Wenn man wie Sie selbst eine Politikerpension aus Ihrer Zeit in der Steiermärkischen Landesregierung hat, dann schaut das nicht so gut aus, Herr Staatssekretär! (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Lopatka.) Auf jeden Fall gibt es Zeitungsberichte, Herr Staatssekretär, denen ich entnehme, dass das so ist. Sie können es ja richtigstellen (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das habe ich ja gemacht!), aber vorerst ist das halt einmal so. (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das habe ich gemacht! Ich habe um 8 Uhr eine Aussendung gemacht! Lesen Sie nach!) – Das habe ich noch nicht gesehen. Okay. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Staatssekretär Dr. Lopatka: Das habe ich ja gemacht!
Eines noch, Herr Staatssekretär Lopatka: Sie haben bei den Pensionsprivilegien so manches angeprangert. Ich gebe Ihnen vollkommen recht, aber wenn man selbst ein Privilegierter ist, ist das halt nicht so gut. Wenn man wie Sie selbst eine Politikerpension aus Ihrer Zeit in der Steiermärkischen Landesregierung hat, dann schaut das nicht so gut aus, Herr Staatssekretär! (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Lopatka.) Auf jeden Fall gibt es Zeitungsberichte, Herr Staatssekretär, denen ich entnehme, dass das so ist. Sie können es ja richtigstellen (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das habe ich ja gemacht!), aber vorerst ist das halt einmal so. (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das habe ich gemacht! Ich habe um 8 Uhr eine Aussendung gemacht! Lesen Sie nach!) – Das habe ich noch nicht gesehen. Okay. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Staatssekretär Dr. Lopatka: Das habe ich gemacht! Ich habe um 8 Uhr eine Aussendung gemacht! Lesen Sie nach!
Eines noch, Herr Staatssekretär Lopatka: Sie haben bei den Pensionsprivilegien so manches angeprangert. Ich gebe Ihnen vollkommen recht, aber wenn man selbst ein Privilegierter ist, ist das halt nicht so gut. Wenn man wie Sie selbst eine Politikerpension aus Ihrer Zeit in der Steiermärkischen Landesregierung hat, dann schaut das nicht so gut aus, Herr Staatssekretär! (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Lopatka.) Auf jeden Fall gibt es Zeitungsberichte, Herr Staatssekretär, denen ich entnehme, dass das so ist. Sie können es ja richtigstellen (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das habe ich ja gemacht!), aber vorerst ist das halt einmal so. (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das habe ich gemacht! Ich habe um 8 Uhr eine Aussendung gemacht! Lesen Sie nach!) – Das habe ich noch nicht gesehen. Okay. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Eines noch, Herr Staatssekretär Lopatka: Sie haben bei den Pensionsprivilegien so manches angeprangert. Ich gebe Ihnen vollkommen recht, aber wenn man selbst ein Privilegierter ist, ist das halt nicht so gut. Wenn man wie Sie selbst eine Politikerpension aus Ihrer Zeit in der Steiermärkischen Landesregierung hat, dann schaut das nicht so gut aus, Herr Staatssekretär! (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Lopatka.) Auf jeden Fall gibt es Zeitungsberichte, Herr Staatssekretär, denen ich entnehme, dass das so ist. Sie können es ja richtigstellen (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das habe ich ja gemacht!), aber vorerst ist das halt einmal so. (Staatssekretär Dr. Lopatka: Das habe ich gemacht! Ich habe um 8 Uhr eine Aussendung gemacht! Lesen Sie nach!) – Das habe ich noch nicht gesehen. Okay. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall beim BZÖ.
Der Strategiebericht für das Bundesfinanzrahmengesetz 2011 bis 2014 ist sehr ungenau. Wohin die Reise in Zukunft geht, bleibt offen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher, sehr geschätzte Damen und Herren: In Zeiten wie diesen bedarf es einer sozialen Absicherung und einer weiteren Verbesserung! Der Sozialstaat darf nicht in Frage gestellt werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das Ganze ist bezeichnend, wenn dann Rektorenchef Sünkel der Frau Ministerin noch ausrichtet: Die Regierung steht mit dem Rücken zur Zukunft! – Das, glaube ich, ist nicht ganz korrekt, denn zwischen Zukunft und Regierung ist noch eine Wand. Die Regierung steht vielleicht mit dem Rücken an der Wand und sollte etwas unternehmen, damit das nicht so weitergeht. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Auch die Kleinen!
Ich möchte zwei Beispiele dafür anführen, was ich meine, das vielleicht nicht richtig ist. Zum einen: die Großindustrie zu verteufeln, wie das gemacht worden ist, weil sie keine Steuern zahlt, weil sie transferiert. – Ich bin kein Vertreter der Industrie, ich bin Arbeitnehmer, und ich überlege, was diese Großindustrie an Arbeitsplätzen schafft, was sie an Arbeitsplätzen sichert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auch die Kleinen!) – Auch die kleinen Unternehmen, aber die Großindustrie ist verteufelt worden. Da muss ich schon sagen, man sollte gerecht sein und auch berücksichtigen, welche Leistungen hier erbracht werden. Seien wir froh, dass wir in Österreich Großindustrie haben, seien wir froh, dass wir eine Industrie haben, die auch viele Klein- und Mittelbetriebe als Zulieferer beschäftigt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte zwei Beispiele dafür anführen, was ich meine, das vielleicht nicht richtig ist. Zum einen: die Großindustrie zu verteufeln, wie das gemacht worden ist, weil sie keine Steuern zahlt, weil sie transferiert. – Ich bin kein Vertreter der Industrie, ich bin Arbeitnehmer, und ich überlege, was diese Großindustrie an Arbeitsplätzen schafft, was sie an Arbeitsplätzen sichert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auch die Kleinen!) – Auch die kleinen Unternehmen, aber die Großindustrie ist verteufelt worden. Da muss ich schon sagen, man sollte gerecht sein und auch berücksichtigen, welche Leistungen hier erbracht werden. Seien wir froh, dass wir in Österreich Großindustrie haben, seien wir froh, dass wir eine Industrie haben, die auch viele Klein- und Mittelbetriebe als Zulieferer beschäftigt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stefan: Ist das bei uns so?
Genauso ist es mit den Schulden. Es werden die Schulden verteufelt, es wird das Sparen verteufelt, je nach Sichtweise. Wenn man Investitionen tätigt, dann braucht man Kapital, und wenn man Kapital aufnimmt, dann heißt das auf Finanzmathematisch oder Fiskalmathematisch: Das sind Schulden. Aber ohne Schulden, ohne Kapitalaufnahme gäbe es viele Investitionen nicht. Kein Häuselbauer könnte sich sein Häusel leisten, würde er nicht Schulden machen. Es kommt nur darauf an, wofür Schulden gemacht werden, wofür man Geld braucht. Wenn man Geld braucht, um den laufenden Betrieb zu finanzieren, und deshalb Schulden macht, dann ist das falsch. Wenn man aber Geld aufnimmt, um Zukunftsinvestitionen zu tätigen, und es im Laufe der Zeit auch zurückbezahlt, dann ist das richtig. (Abg. Mag. Stefan: Ist das bei uns so?) Man sollte also die Kirche im Dorf lassen.
Abg. Weinzinger: Da haben Sie unserem Budgetsprecher nicht zugehört! Das haben wir ja gar nicht gesagt!
Jetzt komme ich zur Opposition, vor allem zu den Freiheitlichen und zum BZÖ. Erinnert euch, liebe Kollegen, als ihr an der Regierung wart! Heute ist alles schlecht, heute wird alles falsch gemacht. (Abg. Weinzinger: Da haben Sie unserem Budgetsprecher nicht zugehört! Das haben wir ja gar nicht gesagt!) – Ihr habt damals Verantwortung übernehmen müssen, und eure Leute haben euch in Knittelfeld eine Apokalypse beschert (Zwischenrufe beim BZÖ), weil ihr permanent gesagt habt: Das muss besser werden, wir sind dagegen, wir machen vieles besser! Dann habt ihr Verantwortung übernommen, und dann habt ihr normal regieren müssen. Dann habt ihr Verantwortung gehabt und habt zeigen müssen, dass nicht nur der Populismus regiert. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ
Jetzt komme ich zur Opposition, vor allem zu den Freiheitlichen und zum BZÖ. Erinnert euch, liebe Kollegen, als ihr an der Regierung wart! Heute ist alles schlecht, heute wird alles falsch gemacht. (Abg. Weinzinger: Da haben Sie unserem Budgetsprecher nicht zugehört! Das haben wir ja gar nicht gesagt!) – Ihr habt damals Verantwortung übernehmen müssen, und eure Leute haben euch in Knittelfeld eine Apokalypse beschert (Zwischenrufe beim BZÖ), weil ihr permanent gesagt habt: Das muss besser werden, wir sind dagegen, wir machen vieles besser! Dann habt ihr Verantwortung übernommen, und dann habt ihr normal regieren müssen. Dann habt ihr Verantwortung gehabt und habt zeigen müssen, dass nicht nur der Populismus regiert. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Jetzt komme ich zur Opposition, vor allem zu den Freiheitlichen und zum BZÖ. Erinnert euch, liebe Kollegen, als ihr an der Regierung wart! Heute ist alles schlecht, heute wird alles falsch gemacht. (Abg. Weinzinger: Da haben Sie unserem Budgetsprecher nicht zugehört! Das haben wir ja gar nicht gesagt!) – Ihr habt damals Verantwortung übernehmen müssen, und eure Leute haben euch in Knittelfeld eine Apokalypse beschert (Zwischenrufe beim BZÖ), weil ihr permanent gesagt habt: Das muss besser werden, wir sind dagegen, wir machen vieles besser! Dann habt ihr Verantwortung übernommen, und dann habt ihr normal regieren müssen. Dann habt ihr Verantwortung gehabt und habt zeigen müssen, dass nicht nur der Populismus regiert. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Momentan – und das ist Sache der Opposition – habt ihr logischerweise Forderungen, logischerweise sind populistische Forderungen da. Aber wenn man Verantwortung hat, so wie die Regierung, dann schaut die Sache etwas anders aus. Und daher muss man auch die Kirche im Dorf lassen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Optimismus ist angesagt und nicht Pessimismus. Wir als Österreichische Volkspartei stehen für Optimismus. Wir vertrauen darauf, dass unsere Verantwortlichen den Karren aus diesem Dreck, in den uns andere hineingefahren haben, wieder herausziehen werden. Das ist unser Zugang, und daran arbeiten wir, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Rund zwei Stunden!
Ich komme zum Schluss – das Licht leuchtet noch nicht, Frau Präsidentin, wie viel Zeit hätte ich gehabt? (Abg. Grosz: Rund zwei Stunden!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich ein guter!
Ein Vierzeiler zum Schluss, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich ein guter!) – Ja, lieber Kollege, ich hoffe, dass er gut ist. (Abg. Weinzinger: Aber noch einmal: Euer Budgetsprecher hat gesagt, dass bei uns Schulden gemacht werden für Konsumation und nicht für Investitionen!) – Okay, das besprechen wir nachher, Kollege Weinzinger.
Abg. Weinzinger: Aber noch einmal: Euer Budgetsprecher hat gesagt, dass bei uns Schulden gemacht werden für Konsumation und nicht für Investitionen!
Ein Vierzeiler zum Schluss, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich ein guter!) – Ja, lieber Kollege, ich hoffe, dass er gut ist. (Abg. Weinzinger: Aber noch einmal: Euer Budgetsprecher hat gesagt, dass bei uns Schulden gemacht werden für Konsumation und nicht für Investitionen!) – Okay, das besprechen wir nachher, Kollege Weinzinger.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das war der gespielte Witz von Didi Hallervorden!
Danke schön, liebe Griechen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Das war der gespielte Witz von Didi Hallervorden!)
Abg. Mag. Stefan: Das BZÖ hat keine Freunde! – Abg. Dr. Grünewald: Das war aber eine Apokalypse!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Der Herr Abgeordnete Großruck hat soeben in seiner Rede behauptet, dass die Freunde des BZÖ im Jahr 2002 in Knittelfeld eine Apokalypse erlebt hätten. (Abg. Mag. Stefan: Das BZÖ hat keine Freunde! – Abg. Dr. Grünewald: Das war aber eine Apokalypse!)
Abg. Grillitsch: Du warst da aber dabei!
Ich korrigiere tatsächlich: Das BZÖ wurde am 4. April 2005 in Wien gegründet. Das heißt, die Freunde des BZÖ konnten 2002 gar keine „Apokalypse erleben“ – und ich darf Herrn Abgeordneten Großruck bitten, sich bei ähnlichen Fragen vertrauensvoll an die Fraktion der Freiheitlichen Partei Österreichs zu wenden. (Abg. Grillitsch: Du warst da aber dabei!) Ich danke. (Beifall beim BZÖ. – Unruhe im Saal.)
Beifall beim BZÖ. – Unruhe im Saal.
Ich korrigiere tatsächlich: Das BZÖ wurde am 4. April 2005 in Wien gegründet. Das heißt, die Freunde des BZÖ konnten 2002 gar keine „Apokalypse erleben“ – und ich darf Herrn Abgeordneten Großruck bitten, sich bei ähnlichen Fragen vertrauensvoll an die Fraktion der Freiheitlichen Partei Österreichs zu wenden. (Abg. Grillitsch: Du warst da aber dabei!) Ich danke. (Beifall beim BZÖ. – Unruhe im Saal.)
Abg. Kickl: Das ist das, was man von Griechenland verlangt!
Ich habe weniger Geld und soll davon noch Rücklagen bilden?! – Das ist zweimal Sparen! (Abg. Kickl: Das ist das, was man von Griechenland verlangt!) Im Dialog werden Pläne gefasst, man spekuliert, man diskutiert, und die Handlungsspielräume der vielgepriesenen Autonomie der Universität werden so eng, dass da keine Schwerpunkte gesetzt und keine Strategien entwickelt werden können, die nicht der Jugend, den Studierenden und dem Forschungsstandort Österreich schaden. Ich finde das eigentlich ziemlich peinlich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich habe weniger Geld und soll davon noch Rücklagen bilden?! – Das ist zweimal Sparen! (Abg. Kickl: Das ist das, was man von Griechenland verlangt!) Im Dialog werden Pläne gefasst, man spekuliert, man diskutiert, und die Handlungsspielräume der vielgepriesenen Autonomie der Universität werden so eng, dass da keine Schwerpunkte gesetzt und keine Strategien entwickelt werden können, die nicht der Jugend, den Studierenden und dem Forschungsstandort Österreich schaden. Ich finde das eigentlich ziemlich peinlich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sogar Dr. Maria Schaumayer hat heute an der Akademie der Wissenschaften gesagt: Diese Budgets müssen stärker steigen, man darf nicht sistieren, diese Budget dürfen schon gar nicht gesenkt werden. Aber man hört auf nichts, man ist eben stur und bar jeder Vernunft. Leider! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Kassasturz!
Ich erinnere mich noch an Zeiten eines Nulldefizites eines Herrn Finanzministers. Wie hat er doch gleich geheißen? Der hat das Defizit des Budgets ordentlich reduziert, allerdings mit dem Ausverkauf sämtlicher Dinge, die Österreich irgendwann einmal besessen hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kassasturz!) Da frage ich mich schon, was klüger ist und was weniger klug ist.
Abg. Kickl: Hauptsache die Gewerkschaft zahlt mit!
Wir haben heute auch sehr viel darüber gehört, was uns bei der SPÖ-Klausur der Kollege Aiginger vom WIFO gesagt hat. (Abg. Kickl: Hauptsache die Gewerkschaft zahlt mit!) Kollege Aiginger vom WIFO hat den gleichen Teil der ÖVP erzählt, wie er ihn auch uns erzählt hat. Das finde ich sehr gut, denn letztendlich ist es eine Toolbox, aus der wir uns dann im politischen Diskurs heraussuchen können, was wir für sinnvoll halten und was wir nicht für sinnvoll halten. Da waren Dinge dabei, die wir nicht für sinnvoll halten. Das ist die Frage der Privatisierung, denn dann sind wir genau wieder dort, wo wir nicht hin wollten. Was er aber sehr wohl gesagt hat, ist, dass er glaubt, dass eine Budgetkonsolidierung nur dann stattfinden kann, wenn man einmal mit einer Anschubfinanzierung beginnt. Das heißt, dass man zuerst einmal Geld in die Hand wird nehmen müssen, aus dem einfachen Grund, weil Wachstum und Beschäftigung – etwas, was heute von vielen gekommen ist, auch von der ÖVP – das Ziel ist, um das Budget wieder zu konsolidieren, um die Binnenkaufkraft zu stärken und all diese Dinge zu machen.
Abg. Neubauer: Da hängen wir dann die 500 000 Arbeitslosen dran!
Da bin ich, wenn ich mich zum Beispiel auf das Kapitel Gesundheit beziehe, wo ich weiß, dass der Minister Stöger sehr eng die Handschellen angelegt bekommen hat, wirklich sehr froh, dass dieses Ressort in sozialdemokratischer Hand ist. Ähnlich geht es mir auch beim Ressort, über das die Renate Csörgits gesprochen hat, nämlich das Ressort für Arbeit und Soziales, und zwar aus dem einfachen Grund, weil es im Herbst darum gehen wird, Prioritäten zu setzen, zu schauen, was wir mit diesem engen Budgetrahmen machen. (Abg. Neubauer: Da hängen wir dann die 500 000 Arbeitslosen dran!)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt: Einsparen: ja!, aber von unserer Seite durchaus auch Überlegungen dahingehend, wie wir die Einnahmeseite des Staates soweit verbessern könnten, dass wir wieder Spielraum bekämen, um vernünftige Politik im Sinne der Menschen machen zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Heinzl: Hypo Alpe-Adria! Was ist mit eurer Bank dort?
Allen Warnungen zum Trotz – jedes Argument hat da herhalten müssen, was Sie gut erkennen können, wenn Sie heute die Folgen dem gegenüberhalten – sind Schulden gemacht worden, für den „Konsum“, für den Sozialbereich und für Investitionen. Es werden sich für jeden Teilbereich auch gute Argumente finden. (Abg. Heinzl: Hypo Alpe-Adria! Was ist mit eurer Bank dort?) Es werden sich auch gute Argumente finden. (Abg. Bucher: Der meint die Niederösterreichische! Er ist ein Niederösterreicher! – Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) – Er macht sich immer Sorgen um die Bank. Ja, endlich hat er das Trauma BAWAG los, jetzt hat er endlich eine andere Bank gefunden.
Abg. Bucher: Der meint die Niederösterreichische! Er ist ein Niederösterreicher! – Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.
Allen Warnungen zum Trotz – jedes Argument hat da herhalten müssen, was Sie gut erkennen können, wenn Sie heute die Folgen dem gegenüberhalten – sind Schulden gemacht worden, für den „Konsum“, für den Sozialbereich und für Investitionen. Es werden sich für jeden Teilbereich auch gute Argumente finden. (Abg. Heinzl: Hypo Alpe-Adria! Was ist mit eurer Bank dort?) Es werden sich auch gute Argumente finden. (Abg. Bucher: Der meint die Niederösterreichische! Er ist ein Niederösterreicher! – Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) – Er macht sich immer Sorgen um die Bank. Ja, endlich hat er das Trauma BAWAG los, jetzt hat er endlich eine andere Bank gefunden.
Beifall beim BZÖ.
Da geht es nicht um Banken, sondern da geht es um einen anderen Schuldenstand. Und als Niederösterreicher sage ich Ihnen: Ich kenne die Niederösterreichische Hypo. (Beifall beim BZÖ.) Aber da ist ja der Koalitionspartner zu fragen, da müssen Sie den Blick ein bisschen weiter nach links von Ihrem Platz aus richten!
Abg. Bucher: Über 800!
Da tut man sich leicht, da geht man in Richtung der Länder und auch in Richtung der Gemeinden. Wenn Sie sich allein die Situation der Gemeinden vor Augen führen, dann können Sie sehen: Fast 1 000 (Abg. Bucher: Über 800!) sind es mittlerweile, die keinen ausgeglichenen ordentlichen Haushalt mehr zuwege bringen. Das ist nicht durch – ich sage es einmal so – überbordendes Schuldenmachen zustande gekommen, sondern Faktum ist: Es sind einfach Ertragsanteile, die einbrechen, und es ist gleichzeitig der Sozialbereich, der nicht beeinflussbar ist, wo auch die Ausgaben steigen. Die Ge-
Beifall beim BZÖ.
Es ist eine alte ÖVP-Taktik: Machen wir es das nächste Mal! Es ist tatsächlich nie passiert, und heute haben wir die Situation, dass sich keiner drübertraut. Aber die Verwaltungs- und Staatsreform ist überfällig. Sie kommt, wenn sie überhaupt kommt, um viele Jahre zu spät. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall der Abgeordneten Mayerhofer und Jury.
Sie bereiten jetzt Reformen in den einzelnen Ministerien vor – und da spreche ich jetzt besonders die Sicherheitsfrage an beziehungsweise das Innenministerium –, und Kollege Kößl hat uns hier ja zum Besten gegeben: Es sind tolle Neuerungen, die dort passieren! Da sage ich Ihnen: Nehmen Sie das Gespräch mit den einfachen Polizisten auf der Straße auf! Sie werden überall die gleiche Antwort bekommen. (Beifall der Abgeordneten Mayerhofer und Jury.) Bei jeder Reform stellt sich nur mehr die Frage: Was wird jetzt noch schlechter? Geschont werden die Schreibtischtäter in den Ministerien, die einen direkten Draht haben (Beifall beim BZÖ), die mit einem Parteibuch ausgestattet sind, die erfahren volle Schonung.
Beifall beim BZÖ
Sie bereiten jetzt Reformen in den einzelnen Ministerien vor – und da spreche ich jetzt besonders die Sicherheitsfrage an beziehungsweise das Innenministerium –, und Kollege Kößl hat uns hier ja zum Besten gegeben: Es sind tolle Neuerungen, die dort passieren! Da sage ich Ihnen: Nehmen Sie das Gespräch mit den einfachen Polizisten auf der Straße auf! Sie werden überall die gleiche Antwort bekommen. (Beifall der Abgeordneten Mayerhofer und Jury.) Bei jeder Reform stellt sich nur mehr die Frage: Was wird jetzt noch schlechter? Geschont werden die Schreibtischtäter in den Ministerien, die einen direkten Draht haben (Beifall beim BZÖ), die mit einem Parteibuch ausgestattet sind, die erfahren volle Schonung.
Abg. Mag. Gaßner: Der Diebstahl ist sicher ... !
Es sind oft bürokratische Hürden, die aufgebaut werden. Zu diesem Thema haben wir jetzt gerade einen Beitrag von der Abgeordneten Moser gehabt. Die hat es selbst erlebt: 30 Minuten für einen Fahrraddiebstahl. (Abg. Mag. Gaßner: Der Diebstahl ist sicher ... !) Was sagt der Kößl von der ÖVP? (Abg. Höfinger: Kollege, wie lang hätte es denn gedauert, wenn die Moser dabei gewesen wäre?) Bei Kößl heißt es: Tolle Reformen, alles ist in Ordnung!, er kommt gar nicht auf den Gedanken, was wir besser machen könnten.
Abg. Höfinger: Kollege, wie lang hätte es denn gedauert, wenn die Moser dabei gewesen wäre?
Es sind oft bürokratische Hürden, die aufgebaut werden. Zu diesem Thema haben wir jetzt gerade einen Beitrag von der Abgeordneten Moser gehabt. Die hat es selbst erlebt: 30 Minuten für einen Fahrraddiebstahl. (Abg. Mag. Gaßner: Der Diebstahl ist sicher ... !) Was sagt der Kößl von der ÖVP? (Abg. Höfinger: Kollege, wie lang hätte es denn gedauert, wenn die Moser dabei gewesen wäre?) Bei Kößl heißt es: Tolle Reformen, alles ist in Ordnung!, er kommt gar nicht auf den Gedanken, was wir besser machen könnten.
Beifall beim BZÖ.
Hauptsache die Apparatschiks in den Ministerien werden weiterhin gut versorgt. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Windholz: Ohne Ergebnisse!
Sehr geehrte Damen und Herren! Im Strategiebericht werden auch die Länder und Gemeinden eingeladen, einen Konsolidierungsbeitrag zu leisten. Gestern fand in Linz ein Krisengipfel der Gemeindelandesräte aller Bundesländer mit dem Gemeindebund statt. (Abg. Windholz: Ohne Ergebnisse!) Gemeindebundpräsident Mödlhammer meinte, die finanzielle Lage der Gemeinden werde immer angespannter.
Abg. Mag. Gaßner: Ein gescheiter Mensch!
Der oberösterreichische Landesrat Josef Stockinger meinte, dass die Sozial- und Gesundheitskosten in Kürze für die Gemeinden schlichtweg unfinanzierbar seien. (Abg. Mag. Gaßner: Ein gescheiter Mensch!) Ja, die demographische Entwicklung stellt uns vor besondere Herausforderungen. Berechnungen aus Oberösterreich zeigen, dass die Kosten für die Pflege dramatischer steigen werden, als bisher angenommen. Die Gemeinden Oberösterreichs leisten heute schon 120 Millionen € für diesen Bereich; in zehn Jahren werden es wahrscheinlich bereits 175 Millionen € sein.
Beifall bei der ÖVP
Gott sei Dank werden 80 Prozent der betreuungs- und pflegebedürftigen Menschen heute von ihren Angehörigen betreut – unbezahlbare, unbezahlte Leistungen. Danke dafür! Andernfalls müssten wir eine Debatte über die Finanzierung der Pflege in einer wesentlich anderen Dimension führen. Die langfristige Finanzierungssicherheit ist Grundlage für die Absicherung unseres aufgebauten Pflegesystems. (Beifall bei der ÖVP).
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir müssen uns mit der künftigen Pflegefinanzierung auseinandersetzen und da eine andere Lösung finden, denn nur dann sind die Gemeinden in der Lage, ihre Aufgaben auch künftig zu erfüllen, und können ebenfalls einen Konsolidierungsbeitrag leisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
In diesem ist im ersten Punkt zu lesen: Hebung des subjektiven Sicherheitsgefühls. –Ich bin schon einmal darauf zu sprechen gekommen und habe folgende Meinung vertreten: Es geht bei der Sicherheitspolitik nicht um die Vermittlung von Gefühlen, sondern um die Schaffung von Fakten. (Beifall bei der FPÖ.) Im Bereich Sicherheit ist nun einmal erforderlich, dass wir Fakten schaffen, möglichst günstige Fakten für den Bürger – er entrichtet ja schließlich auch seinen Steuerschilling pünktlich.
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.
Nein, die österreichischen Polizisten wollen faktische, tatsächliche Sicherheit schaffen, Herr Staatssekretär! (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.) Ich darf Sie davon informieren, dass unsere Polizisten noch immer dazu bereit sind – nicht wegen der Sicherheitspolitik, die Sie machen, sondern trotzdem! Das muss man in Anbetracht der Tatsachen feststellen und auch die Ausführungen des Kollegen Windholz, der mehr als recht hat, und des Kollegen Christoph Hagen einmal mehr unterstreichen.
Beifall bei der FPÖ
Kein einziges Fahrzeug ist zu viel, kein einziger Drucker ist zu viel! Das möchte ich jetzt auch sagen, denn das ist draußen ohnehin bekannt (Beifall bei der FPÖ), dass in einem Stockwerk nur ein Drucker steht – ökonomisch, und damit die Kollegen nicht so
Heiterkeit bei der FPÖ.
viel Lärm haben, hat die Frau Minister so lieb gesagt. (Heiterkeit bei der FPÖ.) – Den Druckerlärm halte ich noch aus – wenn ich nur meine Anzeige endlich fertig habe!
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Wieso?
Übrigens, Frau Moser, herzlichen Dank für Ihre Ausführungen. Ein echter Tatsachenbericht übrigens, der traurig genug ist. Nur: Von Ihrer Seite ist er sonderbar; das sage ich auch dazu. (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Wieso?)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Wir Freiheitlichen glauben an Einsparungen und haben diese auch immer gefordert – immer! –, aber wir fordern sie nicht bei Mann und PC-Maus, sondern ganz einfach nur im Asylbereich. Der kostet 180 Millionen € im Jahr, und das ist kein Pappenstiel. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Herausforderungen zur Budgetkonsolidierung sind groß. Minister Mitterlehner und Staatssekretärin Marek stehen vor wichtigen, großen Aufgaben. Klar ist für uns, dass die notwendigen Sparmaßnahmen auf keinen Fall zu Lasten der Schwächeren, auf keinen Fall zu Lasten der Kinder umgesetzt werden dürfen. Effizienz, Qualität und Treffsicherheit stehen für uns im Vordergrund. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das, was Sie mit Bildung aufführen in diesem Staat, leider ohne wirkliche Gegenwehr der Frau Ministerin, ohne Gegenwehr der sozialdemokratischen Fraktion, ist eine Politik, die uns auf Dauer ins Hintertreffen führen wird, die garantiert, dass wir ein Dauerabonnement haben werden auf den hinteren Rängen der OECD. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Familie Zogaj?!
Die Volkspartei hat das Wohl des Kindes im Mittelpunkt, und es ist daher wichtig, auch den Eltern die notwendige Verantwortung zu belassen und zu geben. (Abg. Öllinger: Familie Zogaj?!) Und wir prüfen familienpolitische Maßnahmen natürlich auch darauf, wie weit das mit der Wahlfreiheit für die Eltern verträglich ist und dass die Wahlfreiheit gegeben ist. Denn die Eltern wissen am besten und sollen darüber entscheiden können, wie sie ihre Kinder betreuen wollen und welche Schulen sie besuchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Volkspartei hat das Wohl des Kindes im Mittelpunkt, und es ist daher wichtig, auch den Eltern die notwendige Verantwortung zu belassen und zu geben. (Abg. Öllinger: Familie Zogaj?!) Und wir prüfen familienpolitische Maßnahmen natürlich auch darauf, wie weit das mit der Wahlfreiheit für die Eltern verträglich ist und dass die Wahlfreiheit gegeben ist. Denn die Eltern wissen am besten und sollen darüber entscheiden können, wie sie ihre Kinder betreuen wollen und welche Schulen sie besuchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner – in Anspielung auf nur vereinzelten Applaus seitens der ÖVP –: Na, was ist?
finanziell diskriminiert werden. Es ist Pflicht und Aufgabe der Politik, mit geeigneten Rahmenbedingungen dafür zu sorgen, dass beides möglich ist. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner – in Anspielung auf nur vereinzelten Applaus seitens der ÖVP –: Na, was ist?) – Ruhig, Herr Kollege Gaßner, es wird schon.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.
Nutzen wir daher gemeinsam die nächsten Monate, um bis zum Herbst geeignete Maßnahmen zu finden, um das Budget für die Zukunft in Ordnung zu bringen. Ich glaube, wir sind ein geordnetes Budget auch unseren Kindern schuldig. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.)
Abg. Schenk begibt sich mit einer Reihe von schriftlichen Unterlagen zum Rednerpult. – Ruf: Jetzt haben wir Lesestunde! – Abg. Schenk – auf dem Weg zum Rednerpult –: Besser lesen als nichts wissen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Schenk. – Bitte. (Abg. Schenk begibt sich mit einer Reihe von schriftlichen Unterlagen zum Rednerpult. – Ruf: Jetzt haben wir Lesestunde! – Abg. Schenk – auf dem Weg zum Rednerpult –: Besser lesen als nichts wissen!)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordnete Martina Schenk (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! In der Debatte über das Bundesfinanzrahmengesetz 2011 bis 2014 wurden gerade von den Abgeordneten der Regierungsparteien, der ÖVP und der SPÖ, immer Vorschläge der Oppositionsparteien eingefordert. Es gibt aber Vorschläge von der Opposition, es gibt gerade von uns, vom BZÖ, viele Vorschläge, und wir sind eine der stärksten Oppositionsparteien. Das steht auch außer Streit in diesem Haus, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir wollen einsparen bei der Staats- und Verwaltungsreform, bei der Gesundheitsreform, zum Beispiel mit unserem Bonussystem in der Gesundheitsprävention. Unser Gesundheitssprecher hat diesen Antrag im Gesundheitsausschuss eingebracht, und Frau Abgeordnete Oberhauser hat diesen Antrag als „menschenverachtend“ bezeichnet, meine sehr geehrten Damen und Herren. Ich möchte wissen, was an diesem Antrag, der das Budget entlasten soll, menschenverachtend ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Weiters wollen wir einsparen mit einem Sparpaket für die Politik, mit der Halbierung der Anzahl der Abgeordneten der Landtage, des Nationalrates. Einsparen sollen auch die Ministerkabinette, vor allem auch, was die Inserate betrifft. (Jenes Inserat vorweisend, in dem eine Schwangere abgebildet ist und das besagt, dass bereits ein ungeborenes Kind 123 901 € Schulden hat.) Inserate wie dieses, die eine Menge von Geld kosten, bringen unseren Kindern, unseren Familien nichts! Diese hätten mehr davon, wenn sie dieses Geld direkt bekommen würden, statt dass es hier in teure Inserate gepulvert wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nicht nur ich und wir vom BZÖ sehen ein großes Einsparungspotential bei der Verwaltungsreform, sondern auch Bernhard Felderer vom Institut für Höhere Studien, der das auch in der „Pressestunde“ am 2. Mai im Fernsehen erwähnt hat. Er geht davon aus, dass eine Budgetkonsolidierung auch ohne Steuererhöhung stattfinden kann, und dieser Meinung schließen wir uns mit unseren Vorschlägen und mit unseren Forderungen an. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir wollen, dass Österreich aus der Krise geführt wird und in eine gute Zukunft geht. Ich glaube, darüber sind wir uns alle einig. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, dann brauchen wir vor allem Vertrauen in die Politik und Berechenbarkeit der Politik, meine sehr geehrten Damen und Herren – und dafür steht das BZÖ! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.
Zum Thema Bildung darf ich einleitend kurz bemerken: Es stimmt schon, was zwei meiner Vorredner, die ich sehr schätze, nämlich Dr. Grünewald und Dr. Walser, zum Bereich Bildung hier gesagt haben, als Sie meinten, dass man überall sparen soll, sparen kann und sparen muss, aber keinesfalls im Bereich Wissenschaft, Forschung und Bildung. – Das ist überhaupt keine Frage, aber ich bin sehr wohl der Meinung, dass man auch an Fragen der Bildung mit mehr Begeisterung und mehr Freude und auch mehr Innovationswillen herangehen soll, als das vorhin vom Abgeordneten Dr. Walser gemacht wurde, der hier eher eine Grabesstimmung verbreitete. Ich glaube, dass man auch aufzeigen muss, welche Möglichkeiten wir im Bildungsbereich haben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Die Abgeordneten Scheibner und Ursula Haubner: Abschaffen!
schulinspektor, einen Inspektor für Sportunterricht und für Musikunterricht, einen Bezirksschulinspektor und einen Landesschulinspektor, und bei allen gibt es noch übergeordnete Gremien, die das Ganze kontrollieren. Ich meine: So kommen wir nicht weiter! Da versickert immens viel Geld im „Bildungssand“, das wir für pädagogische Aufgaben unbedingt bräuchten. Daher halte ich diese Maßnahme für ganz wichtig. (Die Abgeordneten Scheibner und Ursula Haubner: Abschaffen!)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Dr. Walser.
Daher: Gehen wir weg von diesen sinnlosen mannigfachen Verwaltungsstrukturen, schaffen wir autonome Schulen! (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Dr. Walser.) Geben wir die Ressourcen dorthin, wo wir sie brauchen, nämlich direkt in die Schulen! (Abg. Scheibner: Nicht fordern, sondern umsetzen! Machen!) Die wissen am besten, was zu tun ist, wie die Ressourcen am effizientesten eingesetzt werden können. Die werden die Nagelprobe sicher bestehen.
Abg. Scheibner: Nicht fordern, sondern umsetzen! Machen!
Daher: Gehen wir weg von diesen sinnlosen mannigfachen Verwaltungsstrukturen, schaffen wir autonome Schulen! (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Dr. Walser.) Geben wir die Ressourcen dorthin, wo wir sie brauchen, nämlich direkt in die Schulen! (Abg. Scheibner: Nicht fordern, sondern umsetzen! Machen!) Die wissen am besten, was zu tun ist, wie die Ressourcen am effizientesten eingesetzt werden können. Die werden die Nagelprobe sicher bestehen.
Abg. Dr. Königshofer: Wir sind nicht in der Regierung, Sie sind in der Regierung!
Ein weiterer wichtiger Bereich ist jener, wo es um die Sekundarstufe 1 geht. Da appelliere ich vor allem an die ÖVP, vor allem an jene, die sagen, dass sie auch volkswirtschaftlich denken, ihre Meinung zu hinterfragen. Denn: Es ist vollkommener Nonsens, für die 10- bis 14-Jährigen vier verschiedene Schularten zu haben, sogar mit unterschiedlichen Ausbildungsformen. Denken Sie an all die Defizite, die sich daraus ergeben, und all die Kosten, die dadurch entstehen! Zu der Hauptschule, der „Neuen Mittelschule“ und den anderen Gesamtschulversuchen und der AHS-Unterstufe kommt auch noch die Sonderschule dazu, mit den vier Ebenen, die ich vorhin erwähnt habe. (Abg. Dr. Königshofer: Wir sind nicht in der Regierung, Sie sind in der Regierung!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich garantiere Ihnen, auch als Praktiker: Wenn es uns gelingt, dieses Geld effizient dort einzusetzen, wo wir es haben wollen, dann können wir für die 10- bis 14-Jährigen den besten Unterricht, den es überhaupt gibt, anbieten. Dafür wollen wir kämpfen und uns einsetzen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Das ist eine Grundsatzfrage: Wir brauchen uns nicht hier herzustellen, um über kleine Einsparungen zu diskutieren, wie es der Herr Kollege Hagen oder der Kollege Mayerhofer gemeint haben, als sie hier erwähnt haben, dass auf der einen Seite nicht einmal mehr ein Funkgerät der Polizei zur Reparatur eingeschickt werden kann, weil das Geld dafür nicht mehr da ist, aber auf der anderen Seite Milliarden und Abermilliarden österreichischer Steuermittel für EU-Hilfspakete bezahlt werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt eben nur einen Budgetrahmen, es gibt nur eine Einnahmenseite aus österreichischen Steuermitteln, und wenn diese falsch verteilt werden, wenn zu viel davon den Canale Grande der EU hinunterfließt, dann bleibt hier zu wenig übrig. Darüber sollten wir einmal nachdenken! Das wäre die grundsätzliche Aufgabe im Rahmen der österreichischen Budgetpolitik. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es bleibt zu hoffen, dass die Ministerin ihrem kulturpolitischen Auftrag auch in den Jahren 2011 bis 2014 nachkommt. Wir werden jedenfalls ein kritisches Auge darauf haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Weinzinger: Was?!
Ich möchte schon ganz anders als die Frau Kollegin Fuhrmann einmal a priori in Frage stellen, ob wirklich jetzt schon der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um all diese rigorosen Sparmaßnahmen, vor allem im Ausgabenbereich, zu setzen. (Abg. Weinzinger: Was?!) Denn: Das Dogma eines möglichst niedrigen Budgetdefizits ist definitiv etwas Neokonservatives, etwas Neoliberales. Und dass genau dieser wirtschaftspolitische Ansatz eigentlich nicht das Gelbe vom Ei ist, das müssten wir, meine ich, doch wirklich aus dieser Krise gelernt haben.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, wenn solch eine Maßnahme kommt, dann müssen Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass Sie das Budget wirklich am Rücken der Schwächsten unserer Gesellschaft konsolidieren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Für diese Menschen, die oft ein schlechtes Bildungsniveau haben und die genau die Gruppe bilden, die oft ihren Job wechseln muss, ist es nicht egal, wenn sie eine Einkommenslücke, ein Einkommensloch von ein paar Wochen – sagen wir einmal, im schlimmsten Fall von sieben bis acht Wochen – haben. Das ist nicht egal! Und wenn die oberwähnte Maßnahme Ihr Beitrag im Jahr des Kampfes gegen die Armut ist, dann muss ich sagen: Das ist wirklich ein Skandal! Ich hoffe, dass Sie diese Maßnahme nicht umsetzen werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Dieser Einsparungsvorschlag ist noch ein Gerücht, aber etwas anderes haben wir ja nicht vorliegen. Klar ist: Alle Einsparungen im Sozialbereich werden grauslich werden! Wir Grüne stimmen auch deshalb diesem Gesetz sicher nicht zu. Denn: Entweder Sie haben noch keinen Plan, oder Sie haben einen Plan und informieren weder den Nationalrat noch die Öffentlichkeit darüber, welche Maßnahmen Sie hier umsetzen werden. Beides ist für uns völlig inakzeptabel! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kickl – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kuntzl –: Sie können das mit der Arbeitslosigkeit gleich entkräften!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete Mag. Kuntzl gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Kickl – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kuntzl –: Sie können das mit der Arbeitslosigkeit gleich entkräften!)
Abg. Kickl: Können Sie es ausschließen?!
wesentlich enger geworden sind. Längerfristig Budgetentwicklung zu planen, Strategien zu entwickeln, zählt zu den zentralen, verantwortungsvollen Herausforderungen einer Bundesregierung und eines Parlaments. Ich denke, dass wir derartige Diskussionen nicht gerüchtebasiert führen, sondern uns auf die Fakten stützen sollten, die uns vorliegen. (Abg. Kickl: Können Sie es ausschließen?!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das endgültige Budget wird bis Herbst beziehungsweise im Herbst verhandelt. Ich würde mir wünschen, bis dahin eine Wissenschaftsministerin unterstützen zu können, die für eine bessere finanzielle Ausstattung der österreichischen Hochschulen kämpft. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Vock.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die ÖVP (auf leere ÖVP-Bankreihen deutend) hält offensichtlich gerade eine Budgetklausur ab. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Vock.) Ich hätte mich nämlich auch gerne noch mit Staatssekretär Lopatka unterhalten. Aber vielleicht
in Richtung von Staatssekretär Mag. Schieder
können auch Sie (in Richtung von Staatssekretär Mag. Schieder) Antworten darauf geben.
Staatssekretär Mag. Schieder: ... Finanzrahmen!
Oder, das ist die zweite Variante, das Ganze ist überhaupt ein Schmäh. Es hängt nämlich davon ab, von welcher Basis man diese Einsparungen hernimmt. Die jetzige Basis ist ja der Voranschlag aus 2009. Wenn man sich aber den Erfolg 2009 ansieht ... (Staatssekretär Mag. Schieder: ... Finanzrahmen!) – Ja, das weiß ich schon, aber trotzdem sind die Prozente ... (Neuerliche Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.) – Ja, der alte Finanzrahmen.
Neuerliche Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.
Oder, das ist die zweite Variante, das Ganze ist überhaupt ein Schmäh. Es hängt nämlich davon ab, von welcher Basis man diese Einsparungen hernimmt. Die jetzige Basis ist ja der Voranschlag aus 2009. Wenn man sich aber den Erfolg 2009 ansieht ... (Staatssekretär Mag. Schieder: ... Finanzrahmen!) – Ja, das weiß ich schon, aber trotzdem sind die Prozente ... (Neuerliche Zwischenbemerkung von Staatssekretär Mag. Schieder.) – Ja, der alte Finanzrahmen.
Beifall beim BZÖ.
Wenn dass das Einzige ist, was Sie dazu zu sagen haben, nämlich zu den Milliarden an Ausgaben, die man sinnvoller einsetzen könnte, wo man wirklich einsparen könnte, dann ist das traurig! Wenn Sie sich nicht trauen, mit den Ländern darüber zu verhandeln, dass sie nicht nur das Geld ausgeben sollen, das wir vom Bund hier einnehmen, sondern dass sie auch einen Beitrag zur effizienteren Mittelverwendung leisten müssen, dass sie auch ihre Strukturen hinterfragen müssen, dann ist das zu wenig zu einem Zeitpunkt, wo es darum geht, das Budgetdefizit zu reduzieren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Fuhrmann: Warum arbeiten Sie eigentlich nicht gratis?!
Frau Abgeordnete Fuhrmann hat gesagt, wir sollen bei uns selbst anfangen. Na, wunderbar! Verhandeln wir doch auch mit den Ländern! Fangen wir auch bei uns an, die Gremien zu verkleinern, die Landtage zu verkleinern, die Gemeinderäte. Sie wissen es, ich habe schon gesagt ... (Abg. Mag. Fuhrmann: Warum arbeiten Sie eigentlich nicht gratis?!) – Nein, sehen Sie, das ist wieder so, ich will nicht sagen „dumm“, aber das ist das Problem. (Abg. Grosz: Da sind wir wieder bei der Wurstsemmel-Diskussion!)
Abg. Grosz: Da sind wir wieder bei der Wurstsemmel-Diskussion!
Frau Abgeordnete Fuhrmann hat gesagt, wir sollen bei uns selbst anfangen. Na, wunderbar! Verhandeln wir doch auch mit den Ländern! Fangen wir auch bei uns an, die Gremien zu verkleinern, die Landtage zu verkleinern, die Gemeinderäte. Sie wissen es, ich habe schon gesagt ... (Abg. Mag. Fuhrmann: Warum arbeiten Sie eigentlich nicht gratis?!) – Nein, sehen Sie, das ist wieder so, ich will nicht sagen „dumm“, aber das ist das Problem. (Abg. Grosz: Da sind wir wieder bei der Wurstsemmel-Diskussion!)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, wir sind hier jetzt wirklich an einer Wende angelangt. Sie diskutieren über Steuererhöhungen, da sind Sie gescheit. Wenn es darum geht, wie man dem Bürger das Geld aus der Tasche zieht, da sind Sie kreativ. Aber wenn es darum geht, einmal eine wirklich verkrustete, veraltete Verwaltung, ein politisches System aufzubrechen, das vielleicht in den letzten 50 Jahren ganz gute Dienste geleistet hat, aber sicherlich nicht eine Antwort auf die Aufgaben eines modernen Staates der Zukunft gibt – und Sie sind hier auch noch Jugendvertreterin –, wenn Sie dann sagen: Wollen Sie gratis arbeiten?, dann tut es mir wirklich leid, dann brauche ich mit Ihnen darüber nicht mehr zu diskutieren, weil Sie den Horizont nicht haben, der dafür notwendig ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Wie lange waren Sie Minister?! – Abg. Scheibner – zu seinem Sitzplatz zurückkehrend –: Wir haben es auch gemacht!
Wenn das die Stimme der Regierung ist, dann wird, das sage ich Ihnen, der Bürger entscheiden müssen, ob das die Regierung ist, die er in Zukunft unterstützt – die zwar kreativ ist bei Steuererhöhungen, aber nichts dazu tut, um die Strukturen hier in Österreich zu modernisieren. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Wie lange waren Sie Minister?! – Abg. Scheibner – zu seinem Sitzplatz zurückkehrend –: Wir haben es auch gemacht!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Königshofer.
Ein Beispiel: Wenn bei den Österreichischen Bundesbahnen jährlich 2,1 Milliarden € an Steuergeldern für Pensionszuschüsse notwendig sind und dort nach wie vor Sekretärinnen – Sekretärinnen! –, die in anderen Abteilungen der ÖBB dringend gebraucht würden, nicht versetzt werden können und aus diesem Grund – soeben so geschehen – mit 45 Jahren in Pension gehen dürfen/müssen, dann haben wir in einigen Bereichen mindestens gleich viel Handlungsbedarf wie Griechenland. Ich gehe davon aus, dass ein stärkeres und massiveres Sparen in diesem Land möglich sein wird und möglich sein muss! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Königshofer.)
Abg. Mag. Gaßner: Das war schon in der Vergangenheit so!
Denn eines steht fest – das hat mir neulich jemand gesagt, ich habe den Spruch gut gefunden –: In der Zukunft werden wir nicht davon leben können, uns gegenseitig die Haare zu schneiden und uns gegenseitig unsere eigenen Feldfrüchte zu verkaufen; sondern das, was wir leisten müssen, ist, besser und schneller besser zu sein als andere Weltregionen, was heute schwieriger wird, denn die anderen werden auch besser. (Abg. Mag. Gaßner: Das war schon in der Vergangenheit so!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich gehe also davon aus, dass wir für diesen Bereich auch mehr Mittel, als im heutigen Finanzrahmengesetz ablesbar sind, in die Hand nehmen müssen. Ich kann mir vorstellen, dass man dafür etwas privatisiert. Wir werden hier kreativ sein müssen. Fest steht: Es muss da für die klügsten Köpfe und die besten Ideen mehr Geld her. Daran werden wir bis zum Herbst arbeiten – ich hoffe, gemeinsam. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich weiß schon: Wenn wir diese 1 Milliarde € für die thermische Sanierung ausgeben, wird nicht das Vierfache zurückkommen, aber der Betrag wird sicher verdoppelt, wenn nicht verdreifacht. Das Geld wäre also viel besser angelegt als in Griechenland. Daher würde ich als Bautensprecher der FPÖ mir zumindest wünschen, dass wir unser Steuergeld primär in die heimischen Wirtschaft investieren und nicht bei ausländischen Spekulanten. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Ich glaube daher, dass es diese einnahmenseitigen Maßnahmen geben wird müssen, die zur Finanzierung dieser wichtigen Aufgaben zusätzlich realisiert werden. Kollegin Hakl meinte, Privatisierungen seien eine Möglichkeit. Ich sehe da andere Möglichkeiten, zum Beispiel eine Stiftungssteuer, die für derartige Aktivitäten sozusagen zweckgebunden verwendet werden sollte. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne sehe ich das nicht so negativ, wie dies die meisten Kollegen von den Oppositionsfraktionen heute tun. Am Ende des Jahres werden wir mehr wissen und präziser kritisieren und berichten können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Ich erspare es mir, im Detail darauf einzugehen, weil meine Redezeit beschränkt ist, aber es ist doch klar: Wenn alle in Europa sparen und alle denselben Schmus daherreden – von wegen wir müssen Opfer bringen, wir haben über unsere Verhältnisse gelebt, mea culpa, mea culpa und sich dreimal geißeln –, dann wird es keinen Konjunkturanstieg geben. (Beifall bei Grünen und BZÖ.) Dann ist die nächste Krise schon vorprogrammiert, nämlich von Ihnen, die Sie alle eigentlich dasselbe Mantra nachbeten.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Das betrifft Frau Kollegin Hakl, die hier vom Rednerpult aus die ÖBB vorführt. – Frau Kollegin, Sie hätten die Möglichkeit, die Korruption, die bei Ihrem Tiroler Energieversorger TIWAG grassiert, zu beenden. Das wäre ein ordentlicher Sparvorschlag. Punkt eins. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.)
Ruf bei den Grünen: Kukacka!
Das, was Herr Staatssekretär Lopatka sagt, geht noch eine Spur darüber hinaus. Lopatka ist ebenfalls Kritiker der ÖBB-Pensionen. Aber jetzt frage ich, obwohl er nicht mehr anwesend ist, Herrn Lopatka: Wer war denn die letzten Jahre hindurch an verantwortlicher Stelle in der Regierung daran beteiligt, dass bei den ÖBB, bei der Telekom, im Bundesdienst Frühpensionierungsprogramme en masse durchgeführt wurden? War nicht die ÖVP gemeinsam mit der FPÖ daran beteiligt? (Ruf bei den Grünen: Kukacka!) – Kukacka, danke für das Stichwort, auch ein solch „berühmter“ Staatssekretär wie Herr Lopatka. Die hatten das federführend zu verantworten.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Also ich wäre anstelle der Personen, die mit Sparvorschlägen so vehement in Vorlage treten, aber beim Sparen immer nur die anderen und nie sich selbst beziehungsweise ihr eigenes Umfeld meinen, etwas vorsichtiger. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.
Sinnvoll sparen heißt intelligent sparen, heißt neue Wege gehen, heißt im Umweltbereich neue Wege gehen, heißt, sich täglich zu bemühen, die Effizienz zu steigern. Es geht letztendlich darum, auch in der Energieversorgung viel stärker auf eigene Beine, zu eigenen Ressourcen zu kommen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wenn wir in Zukunft weiterkommen wollen, bedeutet das: mehr Zusammenarbeit, mehr Kooperation, eine gemeinsame Energiepolitik, eine gemeinsame Umweltpolitik. Je stärker wir uns in Europa engagieren, desto mehr können wir aus weniger Geld machen und trotzdem unsere Ziele erreichen. Darum geht es, wir werden das gemeinsam durchsetzen, durchführen und die kommenden Monate intensiv nutzen, um dann an den richtigen Stellen die Maßnahmen vorzusehen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Akuter Sanierungsbedarf herrscht beispielsweise im Gesundheitsbereich. Das Gesundheitssystem ist sanierungsbedürftig. Die Zusammenlegung der 22 Sozialversicherungsträger ist zwingend notwendig und überfällig und ist ebenfalls eine uralte Forderung des BZÖ. Da wäre ein Einsparungsvolumen von mehr als 2,5 Milliarden € zu holen. Das wäre gutes Geld – sehr gutes Geld – für die Versorgung der Patienten mit der besten Medizin und gleichzeitig auch ein wesentlicher Beitrag zur Sanierung des Budgets. Ich würde die Sozialdemokraten ersuchen, das Ihrem Bundesminister Stöger auszurichten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Der ist eh da!
Geschätzte Damen und Herren! Insgesamt übersteigt das mögliche Einsparungsvolumen einer Verwaltungsreform locker den Geldbedarf des Bundes zur notwendigen Budgetsanierung. Leider gibt es derzeit aber niemanden in der Koalition – es ist niemand in Sicht, auch nicht in der Regierung –, der bereit wäre, diese Sparpotenziale zu nützen. Die Verwaltungsreform scheitert am Widerstand starker Interessengruppen. Dabei ist die ÖVP aber besonders im Dilemma – Herr Klubobmann Kopf, Sie wissen das –: Einmal blockiert der Onkel des Vizekanzlers aus Niederösterreich, Erwin Pröll, wenn es um Landesinteressen geht, und dann legt sich der eigene Gewerke Präsident Neugebauer quer, wenn sich Beamte oder andere betroffen fühlen. (Abg. Mag. Gaßner: Der ist eh da!) Da herrscht totaler Stillstand. Ihre eigene Regierung blockiert diese längst überfällige Staatsreform.
Beifall beim BZÖ.
Abschließend: Mit diesen Belastungen, geschätzte Damen und Herren, wird eine echte Chance auf eine sinnvolle Verwaltungsreform verscherbelt. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Und „Katastrophenregierung“!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege, ich bin der Überzeugung, dass Sie auch ohne Begriffe wie „Folterknechte“ und „angelogen“ Ihre Botschaft dem Plenum vermitteln könnten. (Abg. Mag. Gaßner: Und „Katastrophenregierung“!)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Lassen Sie mich klar sagen: Die arbeitenden Menschen in diesem Land haben die Wirtschaftskrise nicht verursacht. Das waren die internationalen Spekulanten mit ihrem Casino-Kapitalismus. (Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen die vorhandenen Mittel so einsetzen, dass sie Wachstum und zusätzliche Beschäftigung bringen – damit schaffen wir auch die Budgetkonsolidierung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Harald Jannach (FPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Wir diskutieren jetzt das Bundesfinanzrahmengesetz. Ein Bereich ist dabei am heutigen Tag komplett ausgeblendet worden: der Agrarbereich. Für den Agrarbereich sind aber in diesem Strategiebericht 500 Millionen € an Einsparungen vorgesehen. Ich muss mich daher der Kritik, die heute allgemein von der Opposition gekommen ist, nämlich dass man zwar so viele Milliarden nach Griechenland schickt, aber bei den heimischen Landwirten so massiv spart, anschließen. Wir als FPÖ werden das sicherlich nicht mittragen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Leider macht man es auch heute wieder so, wie man es schon bei den Einheitswerten gemacht hat: Man schenkt den Bauern nicht reinen Wein ein, man verhandelt hinter verschlossenen Türen. Wir als FPÖ verlangen, dass man den Bauern reinen Wein einschenkt, dass man sagt, wo die Kürzungen vonstattengehen sollen. Es gibt durchaus Bereiche, wo man im Agrarbereich sparen könnte: bei der Bürokratie, bei den überbordenden Kontrollen der Bauern durch die AMA und bei den Landwirtschaftskammern. Da könnte man sparen, aber nicht bei den notwendigen Unterstützungen für die heimischen Landwirte. Dafür sind wir als FPÖ nicht zu haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, meine sehr geehrten Damen und Herren, die Protestaktionen gestern in Wien und am letzten Freitag auf der Brenner Autobahn waren somit mehr als gerechtfertigt. Ein unverzüglicher Baubeginn ist daher ein Gebot der Stunde. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das Ziel lautet: Sozialer Ausgleich und Inklusion, und das für alle. – Ich danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf.
Herr Kollege Großruck, das ist mir nicht wurscht und das ist vor allem den Sozialdemokratinnen und -demokraten nicht wurscht, denn die Arbeitsplätze sind für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die dort hervorragende Produkte erzeugen, die dort Wertschöpfung betreiben, die aber durch ihre hervorragende Arbeit auch Erträge und Gewinne hereinbringen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen jeweils zum Letzten ihre Steuern pünktlich. Warum nicht auch die Unternehmerinnen und Unternehmer? Das ist gerecht, und das ist nicht wurscht. (Zwischenruf.) – So ist es. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Herr Kollege Großruck, das ist mir nicht wurscht und das ist vor allem den Sozialdemokratinnen und -demokraten nicht wurscht, denn die Arbeitsplätze sind für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die dort hervorragende Produkte erzeugen, die dort Wertschöpfung betreiben, die aber durch ihre hervorragende Arbeit auch Erträge und Gewinne hereinbringen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen jeweils zum Letzten ihre Steuern pünktlich. Warum nicht auch die Unternehmerinnen und Unternehmer? Das ist gerecht, und das ist nicht wurscht. (Zwischenruf.) – So ist es. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die finanzielle Situation der Gemeinden ist mehr als besorgniserregend, und ich denke, hier muss auch in den nächsten Monaten noch einmal darüber nachgedacht werden, wie wir unsere Gemeinden lebensfähig erhalten, denn bedenken Sie: Jeder Österreicher, jede Österreicherin lebt in einer Gemeinde, und alles, was dort gekürzt wird, trifft unsere Menschen draußen in den Gemeinden voll. Also das bitte ich zu berücksichtigen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser
Da heute schon so viele Schulden-Philosophen unter uns waren – wir dürfen Schulden machen, wenn wir investieren, wenn wir konsumieren, sollten wir jedoch keine machen und so weiter –, möchte ich Ihnen jetzt ein Beispiel für Schulden nenne, die gemacht werden müssen, für die aber niemand etwas kann. Meine Heimatgemeinde, das Meran des Mühlviertels, Schwertberg (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser) – nein, das ist kein Witz –: Ertragsanteile im Jahr 2010, Voranschlag, 2 981 000, fixe Leistungen, ohne dass diese von irgendjemandem in der Gemeinde beeinflusst werden könnten, 3 348 000. Unter dem Strich bedeutet das ein Minus von 366 000, also Schulden, weil ja die Kommunalsteuer auch eingebrochen ist und daher auch der übrige Haushalt schwindet – Schulden, für die niemand etwas kann.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Staatssekretär, ich hoffe, wir werden in den nächsten Monaten noch Gelegenheit haben, uns zu überlegen, wie wir vielleicht auch einen Konjunkturanstoß dadurch geben können, dass die vom Städtebund geforderten 1,5 Milliarden Investitionsanstoß und die vom Gemeindebund geforderte 1 Milliarde Investitionsanschub Wirklichkeit werden. Aber bevor wir investieren, müssen wir zuerst ausgleichen. Erst dann können wir wieder agieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir müssen darauf aufpassen, dass wir nicht zulasten der ersten Gruppe, nämlich der „normalen Menschen“, der Arbeitnehmer, der Leistungsträger der Gesellschaft, die dritte Gruppe, nämlich die Investmentbanker, ungeschoren davonkommen lassen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Weinzinger: Falsch!
Sparwille im gegenteiligen Sinne erlebte ich zum Beispiel am 24. September 2008. Ich kam nach einer Abendveranstaltung nach Hause, drehte den Fernseher auf, und es lief gerade die Live-Übertragung der Nationalratssitzung. Ich nenne die Themen völlig wertfrei: Frau Rudas forderte die Abschaffung der Studiengebühren, die FPÖ forderte die Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel – natürlich zur Freude der pauschalierten Landwirte. So viel nur zur FPÖ-Agrarpolitik. Dann kamen Vorschläge zugunsten der Hacklerregelung, die sich überschlugen, und die Pensionen wurden mit Höchstgeschwindigkeit erhöht. (Abg. Weinzinger: Falsch!) Es wurden sozusagen Wahlzuckerl verteilt, wenn ich das so nennen darf, und es herrschte Populismus pur.
Abg. Mag. Stadler: Was hat es gekostet?
Am Ende stellte ich mir die Frage: Wer soll denn das alles bezahlen? Die Antwort ist klar: Es sind die Jungen, es sind die Steuerzahler von morgen. (Abg. Mag. Stadler: Was hat es gekostet?) Ein Budget auf Kosten der Zukunft, das kann es in der Praxis nicht sein!
Abg. Mag. Stefan: 13 Milliarden Schulden! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Als einer der jüngeren Abgeordneten hier fordere ich mehr Sachlichkeit in der Spardebatte. Ich fordere eine faire Diskussion. (Abg. Mag. Stefan: 13 Milliarden Schulden! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Es wird sicher schwierig für die sensiblen Bereiche – ich nenne Landwirtschaft, Soziales, Gesundheit und Familie –, die Ziele zu erreichen, aber wir müssen uns auch überwinden, dass wir bei gewissen Dingen, die nicht notwendig sind, wo man auf Neudeutsch sagt: Nice to have!, den Hebel ansetzen.
Abg. Mag. Stefan: „Genau richtig!“
Ich finde es aber auch wichtig, dass wir die Bevölkerung über die derzeitige budgetäre Situation informieren und sie dafür sensibilisieren. Ich möchte hiermit bekräftigen: Die Infokampagne unseres Finanzministers ist genau richtig (Abg. Mag. Stefan: „Genau richtig!“), in der er spektakulär aufweist, wo wir finanziell stehen. (Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Zwischenruf des Abg. Zanger.
Ich finde es aber auch wichtig, dass wir die Bevölkerung über die derzeitige budgetäre Situation informieren und sie dafür sensibilisieren. Ich möchte hiermit bekräftigen: Die Infokampagne unseres Finanzministers ist genau richtig (Abg. Mag. Stefan: „Genau richtig!“), in der er spektakulär aufweist, wo wir finanziell stehen. (Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Abg. Weinzinger: Ja, wir wissen auch warum!
Ich möchte zum Schluss ein Beispiel aus meiner Heimatgemeinde deponieren. Ein Projekt, bei dem erneuerbare Energie und Wertschöpfung für die Region gefördert wird, ist angestanden. Es ist ein Windradprojekt mit vier Windrädern. Die Widmung wurde im Gemeinderat beschlossen. Nur eine Fraktion stimmte dagegen. Viele werden sagen: Ja, das waren sicher die Grünen, die sind ohnehin gegen solche Dinge, gegen größere Windparks! – Falsch, es war die FPÖ. (Abg. Weinzinger: Ja, wir wissen auch warum!) Wissen Sie, mit welchem Argument? – Hier könnte jemand etwas verdienen! Ich sage Ihnen: Mit Neidschüren werden wir diese Situation nicht meistern. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte zum Schluss ein Beispiel aus meiner Heimatgemeinde deponieren. Ein Projekt, bei dem erneuerbare Energie und Wertschöpfung für die Region gefördert wird, ist angestanden. Es ist ein Windradprojekt mit vier Windrädern. Die Widmung wurde im Gemeinderat beschlossen. Nur eine Fraktion stimmte dagegen. Viele werden sagen: Ja, das waren sicher die Grünen, die sind ohnehin gegen solche Dinge, gegen größere Windparks! – Falsch, es war die FPÖ. (Abg. Weinzinger: Ja, wir wissen auch warum!) Wissen Sie, mit welchem Argument? – Hier könnte jemand etwas verdienen! Ich sage Ihnen: Mit Neidschüren werden wir diese Situation nicht meistern. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
die Draufzahler sind der fleißige Bürger und die kleinen und mittelständischen Betriebe, die das Rückgrat der heimischen Wirtschaft bilden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Den Banken stopft man das Geld weiterhin in den Rachen, im gleichen Atemzug holt man dem Steuerzahler das Geld wieder aus der Hosentasche. Das ist keine Politik, die wir Freiheitlichen gutheißen. Vielmehr soll es so sein, meine sehr geschätzten Damen und Herren, dass es sich lohnt, fleißig und sparsam zu sein. Man soll es nicht so machen wie diese Bundesregierung, die ständig jene bestraft, die fleißig sind, und jene belohnt, die mit fremdem Kapital zocken und hart erwirtschaftetes Steuergeld den Finanzhaien ohne ausreichende Kontrolle zum Fraß vorwerfen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die österreichischen Steuerzahler, meine sehr geschätzten Damen und Herren, müssen für Schulden haften und aufkommen, die sie gar nicht gemacht haben, weil die Politiker in der EU, aber auch diese Bundesregierung nicht in der Lage sind, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass den Spekulanten ein Riegel vorgeschoben wird. Banken sollen sich wieder auf ihre Kernaufgabe besinnen und nicht ins Uferlose spekulieren, während der Bürger die Zeche dafür bezahlt. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich wünsche einer PolitikerInnengeneration nach uns, dass sie dann vielleicht die Instrumente in der Hand hat, wirklich mit dieser weitläufigen Flexibilität und weitläufigen Vorschau schon konkret umgehen zu können. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Daher wird es eine sehr wichtige Debatte sein, bei der Kürzung des Agrarbudgets darauf zu schauen, dass dort gekürzt wird, wo jetzt Privilegien bestehen – Privilegien von Großgrundbesitzern wie keine Obergrenzen bei Agrarinvestitionsförderungen zum Beispiel, wie es derzeit in der Agrarindustrie der Fall ist. Es gibt keine Obergrenzen! Da wird geschnitten, da werden massiv Millionen von Steuermitteln verschwendet. Das sind Steuermittel, auch wenn es EU-Mittel sind; ist ja selbstverständlich, wir sind ja Nettozahler, wir zahlen diese an die EU und bekommen sie von dort zurück. (Zwischenruf des Abg. Eßl.) – Bitte? (Abg. Eßl: Wir haben keine Agrarindustrie in Österreich!)
Abg. Eßl: Wir haben keine Agrarindustrie in Österreich!
Daher wird es eine sehr wichtige Debatte sein, bei der Kürzung des Agrarbudgets darauf zu schauen, dass dort gekürzt wird, wo jetzt Privilegien bestehen – Privilegien von Großgrundbesitzern wie keine Obergrenzen bei Agrarinvestitionsförderungen zum Beispiel, wie es derzeit in der Agrarindustrie der Fall ist. Es gibt keine Obergrenzen! Da wird geschnitten, da werden massiv Millionen von Steuermitteln verschwendet. Das sind Steuermittel, auch wenn es EU-Mittel sind; ist ja selbstverständlich, wir sind ja Nettozahler, wir zahlen diese an die EU und bekommen sie von dort zurück. (Zwischenruf des Abg. Eßl.) – Bitte? (Abg. Eßl: Wir haben keine Agrarindustrie in Österreich!)
Abg. Eßl: Das haben wir vor 14 Tagen gemacht!
Oh, wir haben keine Agrarindustrie! Herr Kollege Eßl, Ihre Vorstellung, was Industrie ist oder nicht – da werden wir einmal eine Exkursion machen. Das können wir gerne machen. (Abg. Eßl: Das haben wir vor 14 Tagen gemacht!)
Abg. Eßl: Das ist Agrarindustrie!
Sie waren in den USA, ich weiß. (Abg. Eßl: Das ist Agrarindustrie!) Die amerikanischen Verhältnisse sind ganz anders strukturiert, das ist amerikanische Agrarindustrie. Wir haben sie in Europa auch. Und wir kennen die Grafen, wir kennen die Königshäuser, die Agrarsubventionen abkassieren. Das wäre die Stunde der Wahrheit, das ist die Na-
Beifall bei den Grünen.
gelprobe für den Landwirtschaftsminister, ob er in der Krise bereit ist, auch die Gerechtigkeit der Verteilung der Agrarförderungen endlich einmal anzudiskutieren, diese in Europa einzufordern und im ersten Schritt sämtliche Agrarexportsubventionen, die nur wettbewerbsverzerrend sind, zum Schaden der Entwicklungsländer sind, die Millionen an Steuergeldern verbrauchen und verprassen, endlich abzustellen. Dort gehört gespart, Herr Kollege Eßl! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen eine nachhaltige Politik nach den Grundsätzen der ökosozialen Marktwirtschaft. Und ich vertraue dem Finanzminister, dass diese Ziele auch entsprechend kompetent umgesetzt werden. Daher ersuche ich um die Zustimmung zu diesem Gesetzentwurf. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
nicht mitstimmen. Das BZÖ hat die letzten eineinhalb Jahre sehr viele gute und konstruktive Vorschläge eingebracht, Sie haben aber nichts davon aufgegriffen. Nichtsdestotrotz: Auch der Rechnungshof hat im Jahr 2007 200 Vorschläge gemacht, wie klug man diese ganzen Reformen angehen könnte. – Nichts! Sie haben nichts davon umgesetzt, Sie haben nur Arbeitsgruppen eingesetzt und evaluieren. Wollen Sie mit diesen Arbeitsgruppen gegen die Arbeitslosigkeit ankämpfen? Da sind Sie aber auf verlorenem Posten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Exportsubventionen!
Ich möchte ganz kurz noch etwas zum Thema Landwirtschaft sagen. Es ist schon ein Wahnsinn, was da passieren soll – da bin ich beim Kollegen Pirklhuber –: Wie soll da eingespart werden? Aber eines, Kollege Pirklhuber: Die Agrarsubventionen wegtun, also da würden wir uns ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Exportsubventionen!) – Die Exportsubventionen wegtun, da würden wir uns massiv ins eigene Knie schießen. Das, glaube ich, kann so nicht gemeint gewesen sein.
Beifall beim BZÖ.
Aus der praktischen Erfahrung weiß ich, dass seit zirka zwei Monaten viele Leute von der Bank hergehen und ihre Guthaben von Euro in Dollar umwechseln. Dieses Alarmsignal müsst ihr doch alle mitbekommen haben, aber es gibt keine Taten. Deshalb bitte ich euch, dass ihr das noch einmal überdenkt. Was die Wirtschaftsprognose des Wifo vom Jänner 2010, auf welcher der Strategiebericht beruht, voraussagt, ist absolut alles passiert, aber die Krise von Griechenland ist nicht eingerechnet, und vor allem: Portugal, Spanien, eventuell Italien – da kommen noch Krisenfälle auf uns zu. Bitte, greifen Sie das sofort auf! Setzen wir Taten und hören wir auf mit Überschriften! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Anregung der ExpertInnen werden wir seitens der Sozialdemokratie bei den kommenden Verhandlungen mit Sicherheit beherzigen. Es wird auch darum gehen, die notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen verursachergerecht, sozial gerecht und zukunftsgerecht zu gestalten. Nicht zuletzt sollen auch diejenigen, die die Krise mit verursacht haben und jetzt durch Maßnahmen gerettet werden, einen Beitrag zur Konsolidierung leisten müssen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Tatsache ist – als Bürgermeister weiß ich, wovon ich spreche –, sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben führen dazu, dass in absehbarer Zeit kein Geld mehr für Investitionen vorhanden sein wird. Dass diese Gefahr äußerst realistisch ist, erkennen wir mit einem Blick auf die deutschen Kommunen: Hier ist die Krise schon zu einer manifesten Situation geworden. Lassen Sie uns daher gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, um den Gemeinden auch die entsprechende Hilfestellung zu gewährleisten! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.
Abschließend muss auch noch die Frage der Verhältnismäßigkeit von Ausgaben gestellt werden. Während die Republik Österreich Milliarden in der Ägäis versenkt, von denen wir absehbar keinen Cent mehr wiedersehen werden, müssen die Bedürftigen im eigenen Land darben und immer weitere Kürzungen von Unterstützungsleistungen ertragen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.
Meine Damen und Herren! Der österreichische Steuerzahler muss die Krise ausbaden, und die nächste kommt bestimmt. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Jury.)
Abg. Grosz: Er ist noch nicht eingebracht!
Abgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte mich kurz zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Grosz, Schenk und List zum Freilichtmuseum Stübing zu Wort melden. In diesem Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, die möglichen Maßnahmen zur Sicherstellung der Finanzierung des österreichischen ... (Abg. Grosz: Er ist noch nicht eingebracht!) – Autsch! (Abg. Grosz: Ich bin erst nach vier Rednern dran, aber ich bringe ihn ein, keine Sorge!) – Das machen wir dann freihändig.
Abg. Grosz: Ich bin erst nach vier Rednern dran, aber ich bringe ihn ein, keine Sorge!
Abgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte mich kurz zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Grosz, Schenk und List zum Freilichtmuseum Stübing zu Wort melden. In diesem Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, die möglichen Maßnahmen zur Sicherstellung der Finanzierung des österreichischen ... (Abg. Grosz: Er ist noch nicht eingebracht!) – Autsch! (Abg. Grosz: Ich bin erst nach vier Rednern dran, aber ich bringe ihn ein, keine Sorge!) – Das machen wir dann freihändig.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Das war aber jetzt eine kurvenreiche Ausführung!
Ich darf feststellen, dass wir das jedenfalls für ein wesentliches Anliegen halten, aber dazusagen, dass das BMUKK jedenfalls als verlässlicher Partner gilt und bisher das einzige Ressort war, das schon eindeutig gesagt hat, dass es auch weiterhin einen Beitrag in der Höhe von 73 000 € zur Verfügung stellen wird. Allerdings fällt es auch in den Aufgabenbereich der anderen Ressorts. In der morgigen Jahreshauptversammlung erwarten wir jedenfalls entsprechende Bekenntnisse, und auf Grund dieser Äußerungen stimmen wir diesem Antrag nicht zu. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Das war aber jetzt eine kurvenreiche Ausführung!)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Stefan Markowitz (BZÖ): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Zum Bundesfinanzrahmengesetz wurde heute schon einiges gesagt. Als Jugend- und Lehrlingssprecher habe ich mir natürlich die Themen Familie und Jugend angesehen, und ich stelle fest, dass hier extrem eingespart wird. – Im Jahr 2011 sind es 234 Millionen €, 2014 sind es schon 484 Millionen €. Das ergibt bis zum Jahr 2014 nicht weniger als 1,5 Milliarden € an Einsparungen. Es wird immer so sehr betont, dass die Jugend die Zukunft Österreichs ist oder dass die Jugend gefördert und unterstützt gehört, und gerade in diesem wichtigen Bereich setzt man den Sparstift so radikal an. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abschließend fordere ich die Bundesregierung auf, hier umzudenken, und erinnere sie gleichzeitig an ihr eigenes Zitat: „Wie sich ein Staat entwickelt, hängt von der Investition in seine Jugend ab.“ – Also nehmen Sie sich selbst bei der Nase, selbst beim Wort: Investieren wir in die Jugend, und sparen wir sie nicht zu Tode! – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Worüber man in den letzten Wochen nichts mehr gehört hat, das ist die Verwaltungsreform, das sind echte Strukturreformen. Ich spreche da nur die Krankenkassen an, davon hört man überhaupt nichts mehr. Es gibt neun Gebietskrankenkassen und sechs Betriebskrankenkassen. Vielleicht schafft es diese Regierung, aus den neun Gebietskrankenkassen vier zu machen – frei nach den Windrichtungen eventuell. Ich frage, ob das vielleicht möglich wäre. Würde man sich dadurch nicht sehr, sehr viel Geld für Verwaltung sparen? Man hätte eine einheitliche Verwaltung, und man könnte das Geld dem Bürger und der Bürgerin zugutekommen lassen, oder man stopft damit Budgetlöcher, das wäre auch eine Möglichkeit. All das ist jedenfalls sinnvoller, als diese Krankenkassen so zu belassen, wie sie jetzt sind. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Man wird sehen, was sich hier in den nächsten Wochen tun wird, wie die Bundesregierung das anlegen wird. Es wird gespart werden müssen, das sehen wir auch ein, aber für uns wäre es ganz, ganz wichtig, endlich einmal diese heißen Eisen anzugehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Sind Sie bei Seite 12 stecken geblieben?
Dann liest man sich den Strategiebericht durch und schaut sich die Seite 12 an – und dann schaut man sich die Seite 12 noch einmal an, dann schaut man sich die Seite 12 ganz genau an (Abg. Mag. Molterer: Sind Sie bei Seite 12 stecken geblieben?), und dann kommt man drauf, dass überhaupt nichts sinkt, Herr Kollege Molterer, sondern ganz im Gegenteil! In einzelnen Unterrubriken sinken die Ausgaben ein bisschen, aber in anderen Rubriken steigen sie dafür um das Mehrfache, Herr Kollege Molterer!
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Linder.
Ich habe mir daher erlaubt, meine sehr geehrten Herren Staatssekretäre, damit Sie nicht wieder horrende Summen an diverse Werbeagenturen „verbraten“ müssen, das neue Plakat mitzubringen, das Sie ab morgen – wenn Sie das heute abnicken – inserieren können (der Redner hält ein Plakat in die Höhe): „Und wenn ich in den Kindergarten komme, dann sind es 30 000 Euro geworden.“ Ich werde Ihnen das mitgeben. Das können Sie dem Herrn Finanzminister geben, dann können Sie sich die Kosten für die Werbeagentur sparen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Linder.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn sich der Herr Finanzminister Pröll heute auch wieder hierhergestellt und gepredigt hat: 60 Prozent Ausgabeneinsparung und 40 Prozent neue Steuern – nein, meine sehr geehrten Damen und Herren, von 60 Prozent Einsparung kann nicht die Rede sein! Wir werden im Herbst 100 Prozent neue Steuern erleben. Und das haben Sie mit diesem Beschluss heute zu verantworten. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Meine Damen und Herren, was ist Ihnen Österreich wert, was ist Ihnen der österreichische Steuerzahler wert? – Wenn wir uns das anhören und anschauen, dann müssen wir feststellen, er ist nichts wert (Zwischenruf bei der ÖVP) – auch Ihnen da oben anscheinend nicht.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, mit den wichtigsten Ressourcen unseres Landes, der Jugend, die bereit ist zu lernen, wird Schindluder getrieben. Nichts geschieht da. Sie ist ein Spielball in Ihren Machenschaften. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und dann noch die Meldung von Ihnen, Herr Kopf, wo Sie gesagt haben, Österreich soll nicht so selbstgefällig sein. – Ich sage Ihnen, ich bin selbstgefällig, wenn es um die österreichischen Steuerzahler und Bürger geht. Da bin ich selbstgefällig! (Beifall bei der FPÖ.) Ich bin auch selbstgefällig, wenn es um die österreichischen Familien und unsere Jugend geht und wenn es gilt sie zu unterstützen. Zuerst muss ich mich um
Beifall bei der FPÖ.
meine Bürger kümmern, und dann kann ich über den Tellerrand schauen und meine mildtätige und, weiß ich was, wohltätige Ader entdecken. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, zum Abschluss noch: Wenn Sie schon Geld aus Österreich, den österreichischen Staatsbürgern nehmen wollen, dann denken Sie doch einmal an die Altösterreicher, die noch leben, in den k. u. k. Nachfolgeländern. Es ist Zeit, auch dort einmal diese altösterreichische Bevölkerung zu unterstützen – und nicht mit Lippenbekenntnissen, wenn alles zu spät ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Unterreiner –: Bitte eine bessere Rede als Ihre Vorgängerin! – Abg. Mag. Unterreiner: Meine Vorrednerin war großartig, Herr Kollege! – Beifall bei der FPÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Unterreiner. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Unterreiner –: Bitte eine bessere Rede als Ihre Vorgängerin! – Abg. Mag. Unterreiner: Meine Vorrednerin war großartig, Herr Kollege! – Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Mag. Heidemarie Unterreiner (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Ganze sechs Sätze – nicht sechs Seiten, sechs Sätze! – stehen im Strategiebericht, und wir haben heute, wo es doch so eine wichtige Nationalratssitzung für die Zukunft wäre, wo wir die Weichen stellen, weder gehört, dass der Kanzler zur Kultur spricht, noch der Vizekanzler. Und da muss ich sagen, das ist eine Schande, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall des Abg. Kickl.
Für unsere Regierung ist also Kultur nur eine Verzierung, ein Ornament, vernachlässigbar, und nicht das, was sie unserer Meinung nach sein muss. Kultur muss nämlich das Fundament, auf dem unsere Gesellschaft steht und auf das sie baut, sein. – Ich sehe hier (in Richtung Regierungsbank) ein Nicken. Ich freue mich. (Beifall des Abg. Kickl.) Ich würde bitten, dass man das dem Herrn Vizekanzler weitersagt.
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Wir haben heute schon über das Freiluftmuseum Stübing gesprochen. Das ist ja sowieso ein Skandal der Sonderklasse. Wir werden eurem Antrag zustimmen, meine sehr geehrten Damen und Herren vom BZÖ. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Skandal!
Ein weiterer Skandal: Man hat Geld für eine Ausstellung im MAK – ich habe mir erlaubt, den Katalog mitzubringen (die Rednerin hält diesen in die Höhe) – unter dem Titel „Blumen für Kim Il Sung“ (Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Skandal!), mit einer Verherrlichung eines der brutalsten und menschenverachtendsten kommunistischen Diktatoren. (Abg. Grosz: Und dann erst die Nordkorea-Ausstellung vom – wie heißt er? Wie heißt der Landtagspräsident?)
Abg. Grosz: Und dann erst die Nordkorea-Ausstellung vom – wie heißt er? Wie heißt der Landtagspräsident?
Ein weiterer Skandal: Man hat Geld für eine Ausstellung im MAK – ich habe mir erlaubt, den Katalog mitzubringen (die Rednerin hält diesen in die Höhe) – unter dem Titel „Blumen für Kim Il Sung“ (Ruf bei der FPÖ: Das ist ein Skandal!), mit einer Verherrlichung eines der brutalsten und menschenverachtendsten kommunistischen Diktatoren. (Abg. Grosz: Und dann erst die Nordkorea-Ausstellung vom – wie heißt er? Wie heißt der Landtagspräsident?)
Abg. Grosz: ... Nordkorea-Ausstellung von Landtagspräsident Lobnig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich habe es mir angeschaut, und da fällt einem zum Beispiel ein Bild auf mit folgendem Wortlaut: „Mein Führer, dort vorne ist die Front.“ – Nur damit Sie wissen, wovon das handelt. Und in diesem Katalog, meine sehr geehrten Damen und Herren, hat unsere Bundesministerin ein regimeverherrlichendes ... (Abg. Grosz: ... Nordkorea-Ausstellung von Landtagspräsident Lobnig!) – Ja, ja. Er wird das schon wissen, nehme ich an.
Ruf bei der FPÖ: Das ist unglaublich!
Also: In diesem Katalog hat unsere Bundesministerin ein regimeverherrlichendes Geleitwort geschrieben. Für so etwas hat man Geld, meine sehr geehrten Damen und Herren – während man auf der anderen Seite, was das Völkerkundemuseum angeht, kein Geld hat, um sich einen Portier zu leisten. (Ruf bei der FPÖ: Das ist unglaublich!) Die Idee, die beiden Museen Volkskundemuseum und Völkerkundemuseum zusammenzulegen, ist völlig falsch. Es sind zwei gänzlich verschiedene Museen mit verschiedener Programmatik (Beifall bei der FPÖ), und wir sind der Meinung, dass beide zu selbständigen Bundesmuseen erhoben werden müssen.
Beifall bei der FPÖ
Also: In diesem Katalog hat unsere Bundesministerin ein regimeverherrlichendes Geleitwort geschrieben. Für so etwas hat man Geld, meine sehr geehrten Damen und Herren – während man auf der anderen Seite, was das Völkerkundemuseum angeht, kein Geld hat, um sich einen Portier zu leisten. (Ruf bei der FPÖ: Das ist unglaublich!) Die Idee, die beiden Museen Volkskundemuseum und Völkerkundemuseum zusammenzulegen, ist völlig falsch. Es sind zwei gänzlich verschiedene Museen mit verschiedener Programmatik (Beifall bei der FPÖ), und wir sind der Meinung, dass beide zu selbständigen Bundesmuseen erhoben werden müssen.
Ruf bei der FPÖ: Ein Funkgerät!
Aber man hat auch sonst genug Geld, zum Beispiel für die systemkonformen Künstler, die seit Jahren willfährige Kritiker der Opposition, vor allem der FPÖ, sind. Man hat sich sehr gut profiliert: zum Beispiel Norbert Gstrein, der einen Computer finanziert bekommt, Robert Menasse, der neben einem Werkstipendium ein Notebook auf Kosten der Steuerzahler kaufen darf. – Ich meine, das sind keine Lappalien, das ist ein echter Skandal, zumal wir heute vom Kollegen Mayerhofer gehört haben, dass die Polizei ja nicht einmal Geld hat, um – was war das? (Ruf bei der FPÖ: Ein Funkgerät!) – ein Funkgerät zu bezahlen. Also, meine sehr geehrten Damen und Herren, das muss man ablehnen.
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben auch eine Bundesministerin, die unsere Bundeshymne umschreiben lässt. Ich meine, das ist ein Skandal! Die Bundeshymne ist ein Symbol für unsere Identität, und da kann man nicht erlauben, dass man daran herumdoktert. Wir lehnen das ab. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen sind der Meinung, dass in Bildung und Wissenschaft, das wurde heute schon mehrmals erwähnt, aber – und ich sage das jetzt als Kultursprecherin der Freiheitlichen – vor allem auch in den Kulturbereich investiert werden muss. Wir sind hier die Einzigen im Haus, die dafür stehen, sowie dafür, dass das, was und wer wir sind, das, was uns ausmacht, eben unsere Kultur, geachtet und ausgebaut wird und damit auch noch spätere Generationen in unserem Land die Chance haben, in einem Kulturland zu leben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Beenden Sie also diese Politik, die Sie bisher betrieben haben, eine Politik, die sich nicht an den Interessen unserer Leute orientiert! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Herr Präsident! Verehrte Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mich wundert schon die Abneigung der Freiheitlichen Partei gegen Ausstellungen über Regime wie in China. Ich halte im Übrigen auch nichts davon, aber dann darf man nicht selbst oder mit Zustimmung des Kärntner Landtagspräsidenten von der FPÖ/FPK/FIK eine Nordkorea-Ausstellung über den großen Führer Kim Il Sung finanzieren, denn das ist inkonsequent. – Das nur zur Einleitung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir haben in der Steiermark eines der zehn größten Freilichtmuseen Europas, das größte Freilichtmuseum Österreichs, das Freilichtmuseum Stübing – ein Stück Heimat, eine Leistungsschau unserer österreichischen Tradition, ein Stück Erde. Dieses Freilichtmuseum, das seit den siebziger Jahren ein Anziehungspunkt ist, einen geschichtlichen Querschnitt durch Volkskultur, durch bäuerliche Kultur des südeuropäischen Raumes bietet, ist, wie wir heute durch mehrere Medien erfahren mussten, massiv in finanzieller Gefahr, weil fünf Ministerien – das Unterrichtsministerium, das Wissenschaftsministerium, das Landwirtschaftsministerium, das Finanzministerium und das Wirtschaftsministerium – sich nicht darauf einigen können, die, im Gegensatz zu den Milliardensummen, über die wir diskutiert haben, „erkleckliche“ Summe von 300 000 € zur Verfügung zu stellen, damit dieses Freilichtmuseum auch in Zukunft erhalten werden kann. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Staatssekretär Dr. Lopatka: Das ist viel zu wenig, ...! – Abg. Amon: 300 000 € reichen nicht! Das ist zu wenig!
Ich glaube, wir könnten hier auch einen Akt setzen, wir könnten hier ein Signal setzen, wir könnten das Thema schnell erledigen, und wir könnten dem Österreichischen Freilichtmuseum helfen. Ich habe Signale von einigen steirischen Abgeordneten der Regierungsparteien, dass sie das durchaus unterstützen, dass sie dem auch zustimmen könnten. Ich bitte daher auch die Fraktionschefs von Sozialdemokratie und ÖVP, ihren Klubzwang aufzuheben und im Interesse der Steiermark auch ein klares Zeichen hier im Nationalrat zu setzen. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ. – Staatssekretär Dr. Lopatka: Das ist viel zu wenig, ...! – Abg. Amon: 300 000 € reichen nicht! Das ist zu wenig!)
Abg. Grosz: Stübing, nicht Stüberl! Stübing!
Das Freilichtmuseum Stübing ist nicht nur österreichweit (Abg. Grosz: Stübing, nicht Stüberl! Stübing!) – das Freilichtmuseum Stübing, Herr kleiner Grosz (Heiterkeit bei
Abg. Grosz: Das ist ja kein Gesetz!
Eines muss man aber auch sagen: Ich glaube, dass wir wissen, dass es in unserer parlamentarischen Arbeit nicht darum geht, Anlassgesetze zu beschließen (Abg. Grosz: Das ist ja kein Gesetz!), dass es nicht um Horuck-Aktionen geht. Und es reicht auch nicht, auch wenn ich die „Kleine Zeitung“ schätze, wenn auf der Titelseite steht – was schlimm genug ist –, dass wir ein, zwei Stunden darauf etwas verhandeln sollen.
Abg. Grosz: Aber 800 000 € für die Inseratenkampagne des Herrn Pröll ausgeben – aber keine 300 000 € haben für ...!
Es ist mir ein Anliegen, auch im Namen unserer steierischen Abgeordneten zu sagen, dass wir seitens der ÖVP-Abgeordneten wissen, was es heißt, in einer Regierung Verantwortung zu tragen und einen Partner zu haben. Und ich möchte sagen, dass wir aus Koalitionsräson einen Antrag, den wir vorbereitet haben, nicht einbringen. Aber ich möchte kurz und bündig den Inhalt sagen: dass sehr wohl die zuständigen Ressorts, das Bundesministerium für Finanzen, das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, auch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (Abg. Grosz: Aber 800 000 € für die Inseratenkampagne des Herrn Pröll ausgeben – aber keine 300 000 € haben für ...!), entgegengekommen sind und sich sozusagen mit der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied einbinden wollten, nicht nur hinsichtlich einer gemeinsamen Federführung, sich das anzuschauen, zu evaluieren, zu schauen, welche Förderungen notwendig sind, sondern auch um Maßnahmen zu setzen. Es ist notwendig, klar zu verhandeln, wie schon gesagt, um nicht eine Horuck-Aktion zu bringen.
Abg. Grosz: 300 000 €!
Wenn ich mir den Antrag des Abgeordneten Grosz anschaue, dann muss ich Folgendes sagen: Es ist nicht klar, wie lange die Absicherung sein soll, denn darin heißt es, dass die Bundesregierung aufgefordert wird, so schnell wie möglich Maßnahmen zu setzen und 300 € fließen zu lassen. (Abg. Grosz: 300 000 €!) Das ist zu wenig, 300 000 €, danke vielmals. Es ist nicht genau gesagt worden, ob für 2011 oder 2012. Es geht nicht nur um 2010, sondern auch um die Folgejahre. (Abg. Grosz: Aber 800 000 € für den Finanzminister haben wir! Aber für ein Freiluftmuseum, für die Tradition ist nichts übrig!) Wir nehmen diese Sache ernst und werden sie gemeinsam angehen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Grosz: Aber 800 000 € für den Finanzminister haben wir! Aber für ein Freiluftmuseum, für die Tradition ist nichts übrig!
Wenn ich mir den Antrag des Abgeordneten Grosz anschaue, dann muss ich Folgendes sagen: Es ist nicht klar, wie lange die Absicherung sein soll, denn darin heißt es, dass die Bundesregierung aufgefordert wird, so schnell wie möglich Maßnahmen zu setzen und 300 € fließen zu lassen. (Abg. Grosz: 300 000 €!) Das ist zu wenig, 300 000 €, danke vielmals. Es ist nicht genau gesagt worden, ob für 2011 oder 2012. Es geht nicht nur um 2010, sondern auch um die Folgejahre. (Abg. Grosz: Aber 800 000 € für den Finanzminister haben wir! Aber für ein Freiluftmuseum, für die Tradition ist nichts übrig!) Wir nehmen diese Sache ernst und werden sie gemeinsam angehen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Wenn ich mir den Antrag des Abgeordneten Grosz anschaue, dann muss ich Folgendes sagen: Es ist nicht klar, wie lange die Absicherung sein soll, denn darin heißt es, dass die Bundesregierung aufgefordert wird, so schnell wie möglich Maßnahmen zu setzen und 300 € fließen zu lassen. (Abg. Grosz: 300 000 €!) Das ist zu wenig, 300 000 €, danke vielmals. Es ist nicht genau gesagt worden, ob für 2011 oder 2012. Es geht nicht nur um 2010, sondern auch um die Folgejahre. (Abg. Grosz: Aber 800 000 € für den Finanzminister haben wir! Aber für ein Freiluftmuseum, für die Tradition ist nichts übrig!) Wir nehmen diese Sache ernst und werden sie gemeinsam angehen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Wir werden in Zukunft über Körpergrößen reden!
Es geht um eine Institution, um ein Stück Volkskultur in meinem Bezirk Graz-Umgebung. Wir werden weiterverhandeln und sinnvolle Maßnahmen setzen, Herr Abgeordneter Grosz. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Wir werden in Zukunft über Körpergrößen reden!)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Stübing in Ehren, Herr Kollege, wir stimmen auch mit. Ich bin selbst aus der Steiermark, das ist ein schönes Museum. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Abg. Grosz: Die kleinen Dinge sind wichtig!
Aber ich würde den Fokus gerne wieder auf globalere Zusammenhänge legen. Ich denke, es geht in der Debatte nicht um Stübing und es sollte auch nicht um kleine Dinge gehen (Abg. Grosz: Die kleinen Dinge sind wichtig!) – das ist auch ein wichtiges Thema –, sondern ich würde gerne noch zur Zukunft überlenken, die heute schon mehrmals angesprochen wurde.
Beifall bei den Grünen.
Das, was uns bevorsteht, sind nicht Maßnahmen in den Bereichen, die für die Zukunft wichtig wären, nämlich für unsere Kinder und für die Umwelt. Weder in der Bildung noch im sozialen Sektor wird etwas getan. Die Familien sind mehrmals angesprochen worden. Das vermisse ich schon sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Österreich fühlt sich ganz offensichtlich für die globalen Zusammenhänge, die globalen Krisen, die Klimakrise, die Nahrungsmittelkrise und die Finanzkrise nicht zuständig. Ich halte es für höchst bedenklich, dass wir mit Ignoranz und Engstirnigkeit weitergaloppieren und einfach keine Rücksicht auf die wirklich globalen Probleme nehmen, die einfach kein Thema sind, und dass in einem Ressort eingespart wird, das ohnehin nichts hat und mit nichts weiterarbeiten soll. Vor allem in der Entwicklungspolitik bedeutet die Kürzung von nichts noch weniger, nämlich dass überhaupt nicht mehr agiert werden kann. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Eine kleine Erinnerung noch: Das Gender Budgeting wird 2013 verpflichtend eingeführt. Mir fehlen Maßnahmen beziehungsweise Überlegungen dahin gehend. Ich möchte das dringend einfordern. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Antrag des BZÖ wird von uns natürlich unterstützt. (Beifall beim BZÖ.) Auch wenn ich Frau Abgeordnete Steibl sehr schätze und sehr gerne mit ihr zusammenarbeite, finde ich es sehr interessant, welche Ausflüchte gesucht werden, um Oppositionsanträgen ja nicht zustimmen zu müssen.
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren und ganz besonders Josef Cap, das ist nicht der neue Parlamentarismus, den sich dieses Haus verdient. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Strache: Das wird sich noch ändern!
Wer diesen Entschließungsantrag unterstützt, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Strache: Das wird sich noch ändern!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Der Fachhochschulsektor in Österreich ist eine Erfolgsgeschichte, und der Rechnungshof gibt dieser Erfolgsgeschichte in seinem vorliegenden Bericht recht. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist tatsächlich eine Erfolgsgeschichte. Denn alleine in Krems gibt es nächstes Jahr erstmalig die universitäre und außeruniversitäre Forschung. Tür an Tür arbeiten sie gemeinsam im Campus Tulln. Am Campus Krems wurde ebenfalls ein neuer Schwerpunkt mit dem Bereich Life Science gesetzt, wo wir Forschungsprojekte zu diesem Thema ausloben. Wie gesagt, am Campus Tulln wird das Universitäts- und Forschungszentrum aufgebaut. Am Campus Klosterneuburg wird im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung das Krebsforschungs- und -behandlungszentrum eröffnet – auch in Wiener Neustadt. Wir sind hier in Niederösterreich und spannen einen Bogen von St. Pölten über Tulln nach Wiener Neustadt. Das ist ganz einfach eine Entwicklung, die wir parallel zur universitären Ausbildung brauchen, um dem breiten Spektrum der Herausforderung des beruflichen Alltags, des internationalen Wettbewerbs gewachsen sein zu können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Nur so wird es uns in Österreich möglich sein, in den Betrieben, in der Industrie Schritt zu halten und letztendlich auch Arbeitsplätze für unsere Jugend, für die nächste Generation zu schaffen. Das ist unsere Aufgabe. Und daher hoffe ich sehr, dass unsere Wissenschaftsministerin Beatrix Karl, so wie sie es bisher schon getan hat, auch in Zukunft sehr behutsam vorgehen und evaluieren wird und dort, wo es notwendig ist, zukunftsweisend und nachhaltig arbeiten wird. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich mag das Wort „Verwaltungsreform“ schon gar nicht mehr erwähnen, weil es irgendwie schon so eine Killerphrase ist, aber es ist anzugehen, es ist anzupacken. Aber offensichtlich fehlt der politische Wille. Wir geben lieber viele Milliarden nach Griechenland, bevor wir uns um die eigene Bevölkerung kümmern, wobei ich sagen möchte, dass der Rechnungshof Ideen hätte, wie es geht. Setzen wir es einfach um! (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch daran erinnern – das ist gleichfalls Ihrem Bericht zu entnehmen –, dass die Tatsache, dass Schülerinnen und Schüler an diesen Schulen um ein Jahr, um zwei Jahre zu spät in die Schule kommen – und zwar sind das die sogenannten Laufbahnverluste –, in Summe Mehrkosten in Höhe von 67 Millionen € verursacht. 67 Millionen € volkswirtschaftlich sinnlos eingesetztes Geld! Hier wäre wirklich Sparpotenzial vorhanden, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, wenn Sie endlich darangehen würden, diese Vorgaben auch umzusetzen. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
In diesem Zusammenhang sei noch einmal daran erinnert, was wir im Verfassungsausschuss in Richtung Verwaltungsreform besprochen haben: Hier ist der Hebel anzusetzen! Allein das Wiederholen von Klassen kostet – neben dem menschlichen Leid, das es den Schülerinnen und Schülern und den Eltern verursacht – den Steuerzahler 300 Millionen €. Also hier könnten Sie wirklich sinnvoll sparen, wenn Sie sich denn trauen würden, sich mit Ihren Landesfürsten anzulegen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
nicht lösen. Das sagen Ihnen in diesem Zusammenhang die Grünen und – lesen Sie den Rechnungshofbericht! – das sagt Ihnen auch der Rechnungshof. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordnete Martina Schenk (BZÖ): Herr Präsident! Herr Rechnungshofpräsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Auch ich darf mich eingangs herzlich beim Herrn Rechnungshofpräsidenten bedanken. Es ist ja schon beachtlich, wie oft der Herr Präsident respektive der Rechnungshof heute in der Debatte erwähnt wurden beziehungsweise wie oft auf den Rechnungshof hingewiesen wurde. Es wäre vielleicht auch einmal an der Zeit, dass die Empfehlungen von den Ministerien – und hier appelliere ich an die Regierungsparteien – umgesetzt werden. (Beifall beim BZÖ.) – Danke.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Frenetischer Applaus des Abgeordneten ...!
Sehr geehrte Damen und Herren! Dieser Bericht über den Status quo an zwei wichtigen heimischen Unis soll als Warnung verstanden werden: Auf Bundesministerin Karl wartet viel Arbeit! Es ist höchste Zeit, aktiv zu werden, denn die Budgetentwicklung macht es unmöglich, die Steigerung der Studierendenzahlen aufzufangen. Es herrscht dringender Handlungsbedarf, wie die Studentenproteste, die uns übrigens knapp 1,5 Millionen € gekostet haben, zeigen. Die Qualität der österreichischen Hochschullehre muss erhalten bleiben! – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Frenetischer Applaus des Abgeordneten ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Kräuter: In der Steiermark auch nicht!
Es war in den Protokollen auch erkennbar, dass immer wieder die Studiengebühren thematisiert wurden: dass auch für die Fachhochschulen keine Studiengebühren eingehoben werden sollten. – Wie wir wissen, ist das heute Geschichte, ich freue mich aber trotzdem, dass zumindest im Burgenland die Fachhochschüler keine Studiengebühren zu bezahlen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Kräuter: In der Steiermark auch nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, dass es den Fachhochschulen, dem Fachhochschulrat beziehungsweise den zuständigen Ministerien ein Anliegen sein muss, ihre Hauptklientel zu halten, und daher denke ich, dass die angesprochenen Probleme auch lösbar sein werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Präsident, auch von unserer Seite: Herzlichen Dank für Ihre korrekte Arbeit und, wie gesagt, für die korrekten Berichte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Mitdiskutiert werden sollte auch, dass 40 Millionen € jährlich allein für Journaldienste investiert werden und dass die Rolle des klinischen Mehraufwandes und die teilweise fast ausschließliche Verwendung von wissenschaftlichem Personal im klinischen Bereich für die Gesundheitsversorgung der Länder nach wie vor ein ungelöstes Problem sind. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es darf nicht sein, dass nur eine einzige Prüfung entscheidet, ob jemand nach der Studieneingangsphase sein Studium fortsetzen darf. Der Zugang zu den Universitäten muss offen und frei bleiben! Wir müssen den jungen Menschen in Österreich Chancen geben, anstatt sie durch Beschränkungen von den Universitäten fernzuhalten. Darum ersuche ich Sie alle. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Prähauser.
Insgesamt wäre es, glaube ich, wichtig, die Zusammenarbeit zwischen Unis und Fachhochschulen zu verbessern, klare Ziele zu formulieren und auch weiterhin die Dinge, die der Rechnungshof vorschlägt und die uns ja weiterhelfen, das Bildungssystem zu verbessern, umzusetzen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Prähauser.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte noch folgenden kleinen Punkt anmerken, den auch der Rechnungshof aufzeigt: Die Drop-out-Rate beträgt in manchen Bereichen nahezu 40 Prozent oder noch ein bisschen mehr. Damit sollten wir uns nicht zufriedengeben. Das sollte man analysieren, und da sollte man versuchen, begleitend, helfend einzuspringen, um die Erfolgsgeschichte FH noch erfolgreicher zu machen. – Danke für diesen Bericht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Inzwischen stellt sich aber heraus, dass da eine Informations- und Expertisenlücke besteht. Letztlich werden Einnahmen und Ausgaben für die Gemeinden erforderlich sein, und da wären eben Ratschläge des Rechnungshofes sehr, sehr wichtig. Entscheiden müssen schlussendlich ohnehin die politisch Verantwortlichen. Und dort, wo die SPÖ das Sagen hat, wird so entschieden werden – weil wir gerade bei der Bildungspolitik sind –, dass bei der Bildungspolitik auf keinen Fall gespart wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich danke Ihnen nochmals für die Unterstützung und für Ihre positiven Worte über die Tätigkeit des Rechnungshofes und werde diese natürlich an jene, denen sie gebühren, nämlich den Prüferinnen und Prüfern, weitergeben. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Allgemeiner Beifall.)