Eckdaten:
Für die 113. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 583 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Ruf bei der SPÖ: Stadion Klagenfurt!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Die positive Wirkung der Ausdehnung des Vergaberechtsschutzes auf den Unterschwellenbereich des Vergaberechtes besteht zumindest aus heutiger Sicht nicht in der tatsächlichen Anfechtung der Vergabeverfahren (Ruf bei der SPÖ: Stadion Klagenfurt!), sondern hat vor allem präventive Wirkungen und führte bisher zu einer sorgfältigeren Planung und gesetzmäßigen Durchführung von Vergabeverfahren durch öffentliche Auftraggeber.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Also: Volle Unterstützung dafür, dass gerade auch im Bereich der Forschung Frauen jene Rolle einnehmen und jene beruflichen Chancen haben, die ihnen zustehen. Ich glaube, das wäre auch für unsere F&E-Leistungen, was den Output anlangt, sehr gut, weil die Ergebnisse dann wahrscheinlich besser würden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Der Redner hält demonstrativ eine Ausgabe des „stern“ in den Händen. – Ruf: Das ist der „Wachturm“! – Rufe: „Erwachet!“
Abgeordneter Franz Glaser (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Österreich ist wie in vielen Bereichen auch im Bereich der Forschung und Entwicklung Spitze. (Der Redner hält demonstrativ eine Ausgabe des „stern“ in den Händen. – Ruf: Das ist der „Wachturm“! – Rufe: „Erwachet!“) Neben dem Staat investieren auch Private sehr viel in den Bereich Forschung und Entwicklung.
Rufe bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Glaser –: Höher halten!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Was den privaten Sektor als solchen anlangt, so entwickelt sich die Beteiligung überproportional. Die F&E... (Rufe bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Glaser –: Höher halten!) – Das scheint, sehr geehrter Herr Abgeordneter Glaser, ein sehr interessanter Artikel des „stern“ zu sein. (Abg. Öllinger: Das ist der „Wachturm“!) Ich habe gestern in der APA eine Vorausmeldung dazu gelesen, Sie sollten diesen Artikel auch lesen. Es steht sehr viel Gutes über Österreich drinnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das ist der „Wachturm“!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Was den privaten Sektor als solchen anlangt, so entwickelt sich die Beteiligung überproportional. Die F&E... (Rufe bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Glaser –: Höher halten!) – Das scheint, sehr geehrter Herr Abgeordneter Glaser, ein sehr interessanter Artikel des „stern“ zu sein. (Abg. Öllinger: Das ist der „Wachturm“!) Ich habe gestern in der APA eine Vorausmeldung dazu gelesen, Sie sollten diesen Artikel auch lesen. Es steht sehr viel Gutes über Österreich drinnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Was den privaten Sektor als solchen anlangt, so entwickelt sich die Beteiligung überproportional. Die F&E... (Rufe bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Glaser –: Höher halten!) – Das scheint, sehr geehrter Herr Abgeordneter Glaser, ein sehr interessanter Artikel des „stern“ zu sein. (Abg. Öllinger: Das ist der „Wachturm“!) Ich habe gestern in der APA eine Vorausmeldung dazu gelesen, Sie sollten diesen Artikel auch lesen. Es steht sehr viel Gutes über Österreich drinnen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des Abg. Glaser –: Ist das der „Wachturm“?
Aber die konkreten Zahlen, sehr geehrter Herr Abgeordneter Glaser: Der durchschnittliche jährliche Zuwachs des BIP seit 1998 beträgt 3,5 Prozent, jener der Bruttoinlandsausgaben für F&E 7,9 Prozent. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des Abg. Glaser –: Ist das der „Wachturm“?) Ich habe jetzt Herrn Abgeordneten Jarolim nicht verstanden (Zwischenrufe bei der SPÖ – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen); ich darf mit den Zahlen fortfahren.
Zwischenrufe bei der SPÖ – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Aber die konkreten Zahlen, sehr geehrter Herr Abgeordneter Glaser: Der durchschnittliche jährliche Zuwachs des BIP seit 1998 beträgt 3,5 Prozent, jener der Bruttoinlandsausgaben für F&E 7,9 Prozent. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des Abg. Glaser –: Ist das der „Wachturm“?) Ich habe jetzt Herrn Abgeordneten Jarolim nicht verstanden (Zwischenrufe bei der SPÖ – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen); ich darf mit den Zahlen fortfahren.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die gesamten Ausgaben für F&E stiegen um 7,9 Prozent, durch den Bund um lediglich 6,8 Prozent, was auch bemerkenswert ist, also etwas darunter, der F&E-Finanzierung durch die Wirtschaft aber um 8,3 Prozent. Das heißt, der private Sektor hat seine Finanzierung überdurchschnittlich erhöht, sehr geehrter Herr Abgeordneter Glaser. Ich weiß aber nicht, ob der „stern“ diese Zahlen schon enthält. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Frage!
Abgeordneter Mag. Johann Moser (SPÖ): Zur Korrektur von Herrn Glaser: Im „World Competitiveness Scoreboard“ ist Österreich vom 13. auf den 17. Rang zurückgefallen. (Rufe bei der ÖVP: Frage!) Nur zur Information. Also hier helfen auch diese Watchdog-Sachen nichts.
Abg. Jakob Auer: Brigitte Ederer heißt sie!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Moser! Bezüglich präziserer Informationen durch die Siemens AG Österreich empfehle ich Ihnen, beispielsweise mit der Ihnen nicht ganz unbekannten, sehr verdienstvollen früheren Finanzstaatssekretärin Kontakt aufzunehmen, die ja dort Vorstandsverantwortung trägt (Abg. Jakob Auer: Brigitte Ederer heißt sie!) und die gemeinsam mit dem Siemens-Vorstand sicher mit ein Garant dafür ist, dass – wie auch immer – Siemens mit dem Standort Weiz verantwortlich umgehen wird.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bin es ja schon gewohnt, dass ich Konzerne wie Siemens oder auch Magna immer wieder gegen Kritik aus Ihren Reihen verteidigen muss. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: Das ist ja eine Rede, Herr Präsident!
Herr Minister, wie geht es Ihnen persönlich, wenn Sie entgegen dieser Ministerratsbeschlussfassung zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Einheit des Unternehmens nicht gewahrt ist? Siemens hat (Abg. Steibl: Das ist ja eine Rede, Herr Präsident!) diesem Bereich der EU-Kommission vor 14 Tagen klipp und klar mitgeteilt, dass man es abgeben wird. (Abg. Dr. Fekter: Lernen Sie die Geschäftsordnung!)
Abg. Dr. Fekter: Lernen Sie die Geschäftsordnung!
Herr Minister, wie geht es Ihnen persönlich, wenn Sie entgegen dieser Ministerratsbeschlussfassung zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Einheit des Unternehmens nicht gewahrt ist? Siemens hat (Abg. Steibl: Das ist ja eine Rede, Herr Präsident!) diesem Bereich der EU-Kommission vor 14 Tagen klipp und klar mitgeteilt, dass man es abgeben wird. (Abg. Dr. Fekter: Lernen Sie die Geschäftsordnung!)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Abgeordnete Edeltraud Lentsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister, wie beurteilen Sie die Bilanz der ÖIAG? (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei den Grünen: Dafür haben wir die ASFINAG!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Sofern ich das unzuständigerweise hier sagen darf – ich beziehe mich wiederum auf Informationen des hoch geschätzten Finanzministers Grasser, wie ich schon gesagt habe –, einige Daten, Frau Abgeordnete: Erinnern wir uns zurück: Anfang 2000 lag der Schuldenstand der ÖIAG bei 6,3 Milliarden €, heute ist sie de facto schuldenfrei. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei den Grünen: Dafür haben wir die ASFINAG!)
Abg. Mag. Moser: Milliarden wurden verschenkt!
Das wird Sie interessieren: In der vorhergegangenen Periode 1996 bis 1999 wurden lediglich, Herr Abgeordneter Moser, 1,2 Milliarden € an Privatisierungserlösen erzielt. (Abg. Mag. Moser: Milliarden wurden verschenkt!) – Verschenkt? (Abg. Mag. Moser: 50 Milliarden wurden verschenkt!) Sie sagten, 1,2 Milliarden € – das war damals „verschenkt“, eine interessante Stellungnahme, denn da haben Sie noch Verantwortung getragen!
Abg. Mag. Moser: 50 Milliarden wurden verschenkt!
Das wird Sie interessieren: In der vorhergegangenen Periode 1996 bis 1999 wurden lediglich, Herr Abgeordneter Moser, 1,2 Milliarden € an Privatisierungserlösen erzielt. (Abg. Mag. Moser: Milliarden wurden verschenkt!) – Verschenkt? (Abg. Mag. Moser: 50 Milliarden wurden verschenkt!) Sie sagten, 1,2 Milliarden € – das war damals „verschenkt“, eine interessante Stellungnahme, denn da haben Sie noch Verantwortung getragen!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In Richtung des Herrn Abgeordneten Moser kann ich nur sagen: Werden Aktien zu einem Wert abgegeben, werden Unternehmungen privatisiert, wo dann die Aktionäre – oft viele Österreicher, die Aktionäre sind – eine gewisse Kursphantasie haben und Kursgewinne lukrieren, dann sagen Sie: verschenkt. Werden Aktien so auf den Markt gebracht, dass sie danach unter Umständen sinken, würde Ihnen auch eine Argumentation einfallen, nämlich abgecasht zu Lasten der österreichischen Investoren. Ich kenne das, sehr geehrter Herr Abgeordneter Moser! – Danke, Frau Abgeordnete. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich darf Sie, Herr Bundesminister, fragen, wo Sie den Glaubwürdigkeitsgrad dieser Aussagen auf der nach unten offenen Schüssel-Bartenstein-Glaubwürdigkeitsskala im Vergleich zur Aussage einordnen wollen, dass die Bundesregierung die Abfangjäger aus einer Wirtschaftsplattform finanziert. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Kräuter: Stimmt ja gar nicht!
Was das Abfangjägerthema anbelangt, so kann ich Ihnen nur sagen, dass sich die Gegengeschäfte so entwickeln, dass man sagen kann: Es läuft gut! Es wurden hier Großaufträge vertraglich unterzeichnet, die in direktem Zusammenhang mit dem Abfangjägergeschäft stehen. (Abg. Dr. Kräuter: Stimmt ja gar nicht!) Der Airbus A 380 und andere Airbusmodelle werden mit wichtigen Teilen aus FACC ... (Abg. Dr. Kräuter: Das war ja schon vorher ...!) – Herr Kräuter, ich sage Ihnen jetzt gleich wieder, wer denn da alles an FACC beteiligt ist: Ihr Wirtschafts-Topberater und Ihr Wirtschafts-Mastermind Dr. Androsch insbesondere.
Abg. Dr. Kräuter: Das war ja schon vorher ...!
Was das Abfangjägerthema anbelangt, so kann ich Ihnen nur sagen, dass sich die Gegengeschäfte so entwickeln, dass man sagen kann: Es läuft gut! Es wurden hier Großaufträge vertraglich unterzeichnet, die in direktem Zusammenhang mit dem Abfangjägergeschäft stehen. (Abg. Dr. Kräuter: Stimmt ja gar nicht!) Der Airbus A 380 und andere Airbusmodelle werden mit wichtigen Teilen aus FACC ... (Abg. Dr. Kräuter: Das war ja schon vorher ...!) – Herr Kräuter, ich sage Ihnen jetzt gleich wieder, wer denn da alles an FACC beteiligt ist: Ihr Wirtschafts-Topberater und Ihr Wirtschafts-Mastermind Dr. Androsch insbesondere.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
700 Millionen € sind also an Aufträgen dort vertraglich unter Dach und Fach. Und nicht zu unterschätzen auch ein mehrere 100 Millionen € schwerer Auftrag für MAN-Lastkraftwagen, Militärtrucks, die an die Britische Armee gehen werden. Abgesehen von vielen kleineren Aufträgen geht es da also um Großaufträge. Das heißt, der private Sektor hat im Rahmen von Gegengeschäften hier eine ganz, ganz erhebliche Bedeutung schon gewonnen, sehr geehrter Herr Abgeordneter. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ: Höchste Arbeitslosigkeit!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Bundesminister, bitte. (Rufe bei der SPÖ: Höchste Arbeitslosigkeit!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Der steirische Brauch!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Dass Sie als steirische Abgeordnete mich als steirischen Minister zu einem steirischen Thema befragen, freut mich besonders. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Der steirische Brauch!) Ich habe auch beim Herrn Abgeordneten Moser auf seine steirischen Wurzeln hingewiesen – das sind ja nicht die schlechtesten.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Und Waltraud Klasnic!
Das sind für mich die Gründe für dieses gute Abschneiden, für diese gute Performance der Steiermark im letzten Jahr. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Und Waltraud Klasnic!)
Abg. Marizzi: Sollen wir den Weihrauch bringen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Bundesminister! Wie wirkte sich das Wirtschaftswachstum auf den steirischen Arbeitsmarkt aus? (Abg. Marizzi: Sollen wir den Weihrauch bringen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Herr Klubobmann Molterer hat noch mit einem Zwischenruf Waltraud Klasnic hier eingeworfen, und das kann ich mehr als nur bestätigen (Beifall bei der ÖVP), weil es natürlich für eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik auch immer die entsprechenden politischen Köpfe braucht, und das ist in der Steiermark fraglos Waltraud Klasnic. (Abg. Marizzi: Kann irgendwer den Weihrauch bringen? – Herr Präsident! Lassen Sie den Weihrauch bringen?)
Abg. Marizzi: Kann irgendwer den Weihrauch bringen? – Herr Präsident! Lassen Sie den Weihrauch bringen?
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Herr Klubobmann Molterer hat noch mit einem Zwischenruf Waltraud Klasnic hier eingeworfen, und das kann ich mehr als nur bestätigen (Beifall bei der ÖVP), weil es natürlich für eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik auch immer die entsprechenden politischen Köpfe braucht, und das ist in der Steiermark fraglos Waltraud Klasnic. (Abg. Marizzi: Kann irgendwer den Weihrauch bringen? – Herr Präsident! Lassen Sie den Weihrauch bringen?)
Abg. Marizzi: Weihrauch! – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten ... (Abg. Marizzi: Weihrauch! – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich stelle fest: zustimmende Zwischenrufe der Opposition. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten ... (Abg. Marizzi: Weihrauch! – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich stelle fest: zustimmende Zwischenrufe der Opposition. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was bemerkenswert ist, dass damit die Steiermark entgegen einer nicht besonders guten Tradition, nämlich in Sachen Arbeitslosigkeit über dem Österreichschnitt zu liegen, jetzt unter dem Österreichschnitt liegt. Das halte ich für einen besonders bemerkenswerten regionalen Erfolg der Steiermark. (Beifall bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Wir haben ja auch schon sehr zielgerichtet Gegenmaßnahmen eingeleitet. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: „GenossInnen“ haben wir keine!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Bundesminister! Vor dem Hintergrund der simplen Einsicht, dass Wachstumsraten dann immer besonders hoch ausfallen, wenn das Niveau der Bezugsgröße relativ gering ist, und vor dem Hintergrund, dass die Wirtschaftsleistung pro Kopf in der Steiermark zu den schlechtesten aller Bundesländer gehört, darf ich Sie fragen: Gibt es irgendeine Peinlichkeitsschwelle, im Vollzug solche Fragen von ParteigenossInnen zu beantworten? (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: „GenossInnen“ haben wir keine!)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Also, Peinlichkeit Numero eins. Ich spreche von Freunden und Freundinnen, wobei man bei Letzterem ja schon vorsichtig sein muss. Aber das sind Freunde und Freundinnen. Die Bezeichnung Genossen/Genossinnen überlassen wir anderen. Das gehört einer aus meiner Sicht längst vergangenen Zeit an. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Steiermark ist ein Land, das in mancherlei Beziehung aufzuholen hat. Aber wissen Sie, was sehr bemerkenswert ist? – Kein zweites Bundesland hat unter dem Verstaatlichten-Debakel der achtziger Jahre so zu leiden gehabt wie die Steiermark, wie gerade die Obersteiermark. Da war tote Hose, da war verbrannte Erde, da war fast nichts. In Oberösterreich konnte man sich da auf anderes stützen: eine etablierte Mittelbetriebsstruktur und, und, und. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dort war es vergleichsweise einfacher.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Der Großraum Linz ist aber mit der Mur-Mürz-Furche auch so nicht vergleichbar. Was hier strukturell gelungen ist, nämlich aus diesem Land ein blühendes Land zu machen, das in vielerlei Beziehung auf der Überholspur ist, das sollte uns gemeinsam freuen, alle steirischen Abgeordneten und auch Minister im Hohen Haus. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Mag. Johann Moser (SPÖ): Herr Bundesminister! Die steirische Industriegeschichte scheint nicht Ihre Stärke zu sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Die Strompreise sinken in der Steiermark!
Aber meine Zusatzfrage bezieht sich auf eine Tatsache: Vor kurzem hat der Generaldirektor von RHI angekündigt, dass er auf Grund der hohen Strompreise in der Steiermark keine weiteren Investitionen mehr tätigen wird. (Abg. Grillitsch: Die Strompreise sinken in der Steiermark!) Daher meine Frage an Sie:
Ruf bei den Grünen: Die Frau Steibl hat das auch gemacht! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, Sie sind aufgerufen, Ihre Frage wörtlich zu formulieren. Das ist die Regel beim Fragesteller. – Bitte. (Ruf bei den Grünen: Die Frau Steibl hat das auch gemacht! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Och-Rufe bei der SPÖ
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Sehr geehrte Frau Abgeordnete, zu Ihrer Eingangsbemerkung: Es ist Tatsache, dass wir nach wie vor die drittniedrigste Arbeitslosenquote der Europäischen Union aufweisen – das ist ein Spitzenplatz. Es ist Tatsache, dass wir ein relativ hohes Wirtschaftswachstum, auch im Vergleich zum Beispiel zum rot-grün regierten Deutschland (Och-Rufe bei der SPÖ), aufweisen: Für Österreich liegen die Prognosen über 2 Prozent, für Deutschland zwischen 0,7 und 1 Prozent. Dieser Unterschied war, soweit ich zurückdenken kann, nie so groß, dass wir um mehr als einen Prozentpunkt vor den Deutschen lagen.
Abg. Öllinger: Germanistisch war es richtig!
fertigt eine Frau für dieselbe Tätigkeit – oder die gleiche Tätigkeit, um es germanistisch richtig zu sagen – weniger bezahlt bekommt als ein Mann. Dem würde ich sehr, sehr schnell und sehr engagiert entsprechend nachgehen. (Abg. Öllinger: Germanistisch war es richtig!)
Beifall bei der ÖVP.
Präsident Dr. Andreas Khol: Damit ist die Fragestunde – um 10.02 Uhr – beendet. Die 60 Minuten sind abgelaufen. Ich danke dem Herrn Bundesminister. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte mich aber bei dieser Gelegenheit auch bei den Vertretungen der beiden Betriebskrankenkassen und den Belegschaftsvertretungen für ihre konstruktive und bereits im Vorfeld geleistete Arbeit bedanken. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Steibl: Na bravo! – Abg. Scheibner: Und was ist dann bei der dritten Lesung, Frau Kollegin?
Wir stehen auch nicht an, den geplanten Verbesserungen für Schwerversehrte im BSVG hinsichtlich der sozialen Komponente einen Gewinn abzuringen. – Ich möchte gleich hinzufügen, dass wir, um diese unsere Haltung zu dokumentieren, in der zweiten Lesung diese Punkte auch befürworten werden (Abg. Steibl: Na bravo! – Abg. Scheibner: Und was ist dann bei der dritten Lesung, Frau Kollegin?), damit klar und deutlich wird, welche Position wir in diesen Fragen einnehmen, Frau Ministerin.
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich noch festhalten, dass Sie leider wieder eine Chance vorübergehen haben lassen, eine wirksame Maßnahme gegen Schwarzarbeit zu treffen, nämlich die Anmeldung der Beschäftigten vor Arbeitsantritt. Ich möchte darauf hinweisen, dass sogar die Wirtschaftskammer Österreich das fordert, und zwar in einer Aktion namens „Bau fair“, die wir hiermit sehr herzlich unterstützen. Wir werden aber im Zuge dieser Debatte einen Antrag einbringen, und Sie können im Laufe der Parlamentsdiskussion beweisen, wie ernst Sie diese Sache, die Bekämpfung der Schwarzarbeit, tatsächlich nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Erstens: e-Card. Wie oft wurde das Nichtfunktionieren vorausgesagt! Wir sind heute dabei, in den größten Wiener Gemeindebezirken an die 100 000 e-Cards bereits bei den Versicherten zu haben. Wir haben auch unser Versprechen gehalten, dass es nicht teurer werden wird als die Krankenscheingebühr, sodass hier bei niemandem der Irrtum auftritt, das Entgelt für die e-Card wäre etwas Neues. Ich halte auch ausdrücklich fest – auch das steht im heute zu beschließenden Gesetzesvorhaben –, dass alle Ausnahmetatbestände für die Krankenscheingebühr identisch für die e-Card übernommen werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: ... sagen Sie zum Herrn Kampl?
Ich möchte weiters (Ruf bei der SPÖ: ... sagen Sie zum Herrn Kampl?) die Sanierung der Wochengeld-Angelegenheit erwähnen. Es ist schon richtig – das wurde auch gestern in einer Diskussion im Rahmen einer ersten Lesung angesprochen –, hier ist es zu Fehlberechnungen gekommen. Aber ich halte es für überhaupt nicht notwendig, daraus
Abg. Mandak: Das ist aber jetzt ... – na!
Aber so ist das nun einmal: Wenn man kein Kinderbetreuungsgeld hat, so wie früher, dann können auch keine Irrtümer bei der Berechnung auftreten. (Abg. Mandak: Das ist aber jetzt ... – na!) Wir werden das rückwirkend sanieren, sodass diese einmaligen Fälle, dass zwei Kinderbetreuungsgeldzeiten knapp zusammenfallen und nur eine kurze Bemessung für das Wochengeld zur Verfügung steht, in Zukunft – auch rückwirkend – nicht mehr auftreten.
Abg. Dr. Grünewald: Na, na, na!
Wäre man ein böswilliger Beobachter – das bin ich nicht, meine Damen und Herren –, dann könnte man fast der Meinung sein, es wären Teile der SPÖ und der SPÖ-Sozialbürokratie daran interessiert, die Unfinanzierbarkeit der Krankenversicherung herbeizuführen. (Abg. Dr. Grünewald: Na, na, na!) – Das wird Ihnen mit uns nicht gelingen, denn wir stehen für soziale Sicherheit und für sozialen Fortschritt. Daher kann man diesem Gesetz, dem Sozialrechts-Änderungsgesetz 2005, auch guten Gewissens seine Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wäre man ein böswilliger Beobachter – das bin ich nicht, meine Damen und Herren –, dann könnte man fast der Meinung sein, es wären Teile der SPÖ und der SPÖ-Sozialbürokratie daran interessiert, die Unfinanzierbarkeit der Krankenversicherung herbeizuführen. (Abg. Dr. Grünewald: Na, na, na!) – Das wird Ihnen mit uns nicht gelingen, denn wir stehen für soziale Sicherheit und für sozialen Fortschritt. Daher kann man diesem Gesetz, dem Sozialrechts-Änderungsgesetz 2005, auch guten Gewissens seine Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Unsere Position, Herr Abgeordneter Tancsits, als Grüne war immer: Die Unfallversicherung als eigene, aber durchgängige Sparte für alle Versicherten sollte hergestellt werden. Die gibt es noch nicht, aber das wäre unsere Variante: eine Spartenversicherung für alle. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Tancsits: Hoffentlich ...! – Wir werden schon wieder gewinnen!
Sie wissen auch genauso gut wie ich, dass dieser Eingriff jetzt in erster Linie deshalb passiert, damit man noch bis zu den Wahlen über die Runden kommt. Nach den Wahlen die Sintflut!, sozusagen. – „Sintflut“ ist etwas drastisch, ich weiß. (Abg. Mag. Tancsits: Hoffentlich ...! – Wir werden schon wieder gewinnen!) Es geht nicht um die „Sintflut“, aber Sie wissen genauso gut wie ich: Nach den Wahlen gibt es dann die neue Debatte um das Defizit der Krankenversicherungen, das man jetzt immer von einem Jahr zum anderen übertragen hat, und jetzt versucht man, mit diesem Eingriff von 100 Millionen € vor der Wahl das Schlimmste zu kaschieren.
Abg. Dr. Mitterlehner: Richtig! – Abg. Kopf: Haben sie aber ...!
Nun ist mir schon klar, Krankenversicherungen und Unfallversicherungen brauchen keine Überschüsse erwirtschaften. (Abg. Dr. Mitterlehner: Richtig! – Abg. Kopf: Haben sie aber ...!) Das ist richtig, aber es kann nicht die Perspektive sein, jetzt die Gleichheit im Defizit für die nächsten Jahre sicherzustellen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner
Der zweite Punkte – das sage ich auch ganz deutlich –: Es ist nicht einzusehen (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner), dass die privaten Krankenanstalten, die ohnehin schon aus Mitteln der Sozialversicherung gefüttert werden, Herr Kollege Mitterlehner, gerade in Zeiten eines steigenden Defizits der öffentlichen Sozialversicherung zusätzliche Mittel erhalten. Das aber stellen Sie sicher. (Abg. Kopf: Aber weit weiniger als die Steigerung bei den öffentlichen!) – Ja, aber es sind öffentliche Mittel! (Abg. Kopf: Privat ist schlecht, öffentlich ist gut, oder wie?)
Abg. Kopf: Aber weit weiniger als die Steigerung bei den öffentlichen!
Der zweite Punkte – das sage ich auch ganz deutlich –: Es ist nicht einzusehen (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner), dass die privaten Krankenanstalten, die ohnehin schon aus Mitteln der Sozialversicherung gefüttert werden, Herr Kollege Mitterlehner, gerade in Zeiten eines steigenden Defizits der öffentlichen Sozialversicherung zusätzliche Mittel erhalten. Das aber stellen Sie sicher. (Abg. Kopf: Aber weit weiniger als die Steigerung bei den öffentlichen!) – Ja, aber es sind öffentliche Mittel! (Abg. Kopf: Privat ist schlecht, öffentlich ist gut, oder wie?)
Abg. Kopf: Privat ist schlecht, öffentlich ist gut, oder wie?
Der zweite Punkte – das sage ich auch ganz deutlich –: Es ist nicht einzusehen (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner), dass die privaten Krankenanstalten, die ohnehin schon aus Mitteln der Sozialversicherung gefüttert werden, Herr Kollege Mitterlehner, gerade in Zeiten eines steigenden Defizits der öffentlichen Sozialversicherung zusätzliche Mittel erhalten. Das aber stellen Sie sicher. (Abg. Kopf: Aber weit weiniger als die Steigerung bei den öffentlichen!) – Ja, aber es sind öffentliche Mittel! (Abg. Kopf: Privat ist schlecht, öffentlich ist gut, oder wie?)
Abg. Kopf: ... unsachlicher Klassenkampf!
mit Ihren Ablieferungen an die privaten Krankenanstalten durchaus auch mit! (Abg. Kopf: ... unsachlicher Klassenkampf!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der wesentlichste Punkt ist: eine Sanierung der Krankenversicherung durch zusätzliche Belastung der Unfallversicherung. Das ist kein Konzept für die Zukunft! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Was!?
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Bundesminister Haubner! Frau Bundesminister Rauch-Kallat! Werte Kolleginnen und Kollegen! Natürlich, Kollege Öllinger, ist es für die Opposition nicht leicht, zuzugeben, was diese Regierung Positives macht. (Abg. Öllinger: Was!?) Ich weiß schon, man kann nicht alles auf einmal machen. Du hast auch vieles positiv dargestellt. (Abg. Öllinger – mit Daumen und Zeigefinger den Abstand von zirka zwei Zentimetern zeigend –: So viel!) Wenn man sich das anschaut: Wir sind angetreten, um Verwaltungsvereinfachung zu machen (Abg. Öllinger: Wo?), Einsparungsmaßnahmen, eine Zusammenlegung von Sozialversicherungsanstalten und vieles mehr. Und das will halt Kollege Öllinger einfach nicht wahrhaben! (Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.)
Abg. Öllinger – mit Daumen und Zeigefinger den Abstand von zirka zwei Zentimetern zeigend –: So viel!
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Bundesminister Haubner! Frau Bundesminister Rauch-Kallat! Werte Kolleginnen und Kollegen! Natürlich, Kollege Öllinger, ist es für die Opposition nicht leicht, zuzugeben, was diese Regierung Positives macht. (Abg. Öllinger: Was!?) Ich weiß schon, man kann nicht alles auf einmal machen. Du hast auch vieles positiv dargestellt. (Abg. Öllinger – mit Daumen und Zeigefinger den Abstand von zirka zwei Zentimetern zeigend –: So viel!) Wenn man sich das anschaut: Wir sind angetreten, um Verwaltungsvereinfachung zu machen (Abg. Öllinger: Wo?), Einsparungsmaßnahmen, eine Zusammenlegung von Sozialversicherungsanstalten und vieles mehr. Und das will halt Kollege Öllinger einfach nicht wahrhaben! (Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.)
Abg. Öllinger: Wo?
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Bundesminister Haubner! Frau Bundesminister Rauch-Kallat! Werte Kolleginnen und Kollegen! Natürlich, Kollege Öllinger, ist es für die Opposition nicht leicht, zuzugeben, was diese Regierung Positives macht. (Abg. Öllinger: Was!?) Ich weiß schon, man kann nicht alles auf einmal machen. Du hast auch vieles positiv dargestellt. (Abg. Öllinger – mit Daumen und Zeigefinger den Abstand von zirka zwei Zentimetern zeigend –: So viel!) Wenn man sich das anschaut: Wir sind angetreten, um Verwaltungsvereinfachung zu machen (Abg. Öllinger: Wo?), Einsparungsmaßnahmen, eine Zusammenlegung von Sozialversicherungsanstalten und vieles mehr. Und das will halt Kollege Öllinger einfach nicht wahrhaben! (Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Bundesminister Haubner! Frau Bundesminister Rauch-Kallat! Werte Kolleginnen und Kollegen! Natürlich, Kollege Öllinger, ist es für die Opposition nicht leicht, zuzugeben, was diese Regierung Positives macht. (Abg. Öllinger: Was!?) Ich weiß schon, man kann nicht alles auf einmal machen. Du hast auch vieles positiv dargestellt. (Abg. Öllinger – mit Daumen und Zeigefinger den Abstand von zirka zwei Zentimetern zeigend –: So viel!) Wenn man sich das anschaut: Wir sind angetreten, um Verwaltungsvereinfachung zu machen (Abg. Öllinger: Wo?), Einsparungsmaßnahmen, eine Zusammenlegung von Sozialversicherungsanstalten und vieles mehr. Und das will halt Kollege Öllinger einfach nicht wahrhaben! (Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger.)
Abg. Öllinger: Ja, das stimmt!
Ich weiß schon: Oppositionsarbeit – schwere Arbeit! (Abg. Öllinger: Ja, das stimmt!) Ein logischer Fall! (Abg. Öllinger: Nur nachplappern ist einfacher!) Aber wenn man sich dieses Sozialrechts-Änderungsgesetz anschaut, vom Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz, Bauern-Sozialversicherungsgesetz, Beamten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetz, Dienstgeberabgabegesetz und Arbeitslosenversicherungsgesetz bis zum Arbeitsmarktservicegesetz wird hier alles geändert.
Abg. Öllinger: Nur nachplappern ist einfacher!
Ich weiß schon: Oppositionsarbeit – schwere Arbeit! (Abg. Öllinger: Ja, das stimmt!) Ein logischer Fall! (Abg. Öllinger: Nur nachplappern ist einfacher!) Aber wenn man sich dieses Sozialrechts-Änderungsgesetz anschaut, vom Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz, Bauern-Sozialversicherungsgesetz, Beamten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetz, Dienstgeberabgabegesetz und Arbeitslosenversicherungsgesetz bis zum Arbeitsmarktservicegesetz wird hier alles geändert.
Abg. Öllinger: Geh bitte ...!
Sensationell!) Eine Zusammenlegung? Eine Verwaltungseinsparung? (Abg. Öllinger: Geh bitte ...!) Man hat dort dann wieder mehr Geld, diese Krankenkassen sind stärker, und das kommt wieder dem Versicherten zugute.
Abg. Mag. Gaßner: Hast du schon deine Chipkarte?
Kein Wort hast du zur Einführung der Chipkarte gesagt. 1997 ist sie beschlossen worden, sie bedeutet ebenfalls eine Verbesserung für die Versicherten. Ich brauche nicht im Betrieb anzurufen, um einen Krankenschein zu bekommen. Außerdem kommt dazu, dass die Chipkarte mit 10 € im Jahr billiger kommt. (Abg. Mag. Gaßner: Hast du schon deine Chipkarte?) Es ist sowohl für den Arbeitnehmer besser als auch für den Unternehmer eine Verwaltungseinsparung. Der Arbeitnehmer erspart sich noch dazu etwas, weil er früher 3,63 € pro Quartal gezahlt hat, wenn er einen Krankenschein gebraucht hat; das braucht er nun nicht mehr. (Abg. Mag. Gaßner: Hast du schon deine Chipkarte?) Um einen Urlaubskrankenschein braucht er auch nicht mehr anzusuchen, er nimmt einfach die Chipkarte, dreht sie um und zeigt die Rückseite; der Urlaubskrankenschein ist automatisch vorhanden. Und es gibt noch vieles mehr. (Abg. Mag. Gaßner: Kollege Walch! Hast du schon eine Chipkarte?) Zuhören! Zuhören! (Abg. Öllinger: Ich habe noch keine!)
Abg. Mag. Gaßner: Hast du schon deine Chipkarte?
Kein Wort hast du zur Einführung der Chipkarte gesagt. 1997 ist sie beschlossen worden, sie bedeutet ebenfalls eine Verbesserung für die Versicherten. Ich brauche nicht im Betrieb anzurufen, um einen Krankenschein zu bekommen. Außerdem kommt dazu, dass die Chipkarte mit 10 € im Jahr billiger kommt. (Abg. Mag. Gaßner: Hast du schon deine Chipkarte?) Es ist sowohl für den Arbeitnehmer besser als auch für den Unternehmer eine Verwaltungseinsparung. Der Arbeitnehmer erspart sich noch dazu etwas, weil er früher 3,63 € pro Quartal gezahlt hat, wenn er einen Krankenschein gebraucht hat; das braucht er nun nicht mehr. (Abg. Mag. Gaßner: Hast du schon deine Chipkarte?) Um einen Urlaubskrankenschein braucht er auch nicht mehr anzusuchen, er nimmt einfach die Chipkarte, dreht sie um und zeigt die Rückseite; der Urlaubskrankenschein ist automatisch vorhanden. Und es gibt noch vieles mehr. (Abg. Mag. Gaßner: Kollege Walch! Hast du schon eine Chipkarte?) Zuhören! Zuhören! (Abg. Öllinger: Ich habe noch keine!)
Abg. Mag. Gaßner: Kollege Walch! Hast du schon eine Chipkarte?
Kein Wort hast du zur Einführung der Chipkarte gesagt. 1997 ist sie beschlossen worden, sie bedeutet ebenfalls eine Verbesserung für die Versicherten. Ich brauche nicht im Betrieb anzurufen, um einen Krankenschein zu bekommen. Außerdem kommt dazu, dass die Chipkarte mit 10 € im Jahr billiger kommt. (Abg. Mag. Gaßner: Hast du schon deine Chipkarte?) Es ist sowohl für den Arbeitnehmer besser als auch für den Unternehmer eine Verwaltungseinsparung. Der Arbeitnehmer erspart sich noch dazu etwas, weil er früher 3,63 € pro Quartal gezahlt hat, wenn er einen Krankenschein gebraucht hat; das braucht er nun nicht mehr. (Abg. Mag. Gaßner: Hast du schon deine Chipkarte?) Um einen Urlaubskrankenschein braucht er auch nicht mehr anzusuchen, er nimmt einfach die Chipkarte, dreht sie um und zeigt die Rückseite; der Urlaubskrankenschein ist automatisch vorhanden. Und es gibt noch vieles mehr. (Abg. Mag. Gaßner: Kollege Walch! Hast du schon eine Chipkarte?) Zuhören! Zuhören! (Abg. Öllinger: Ich habe noch keine!)
Abg. Öllinger: Ich habe noch keine!
Kein Wort hast du zur Einführung der Chipkarte gesagt. 1997 ist sie beschlossen worden, sie bedeutet ebenfalls eine Verbesserung für die Versicherten. Ich brauche nicht im Betrieb anzurufen, um einen Krankenschein zu bekommen. Außerdem kommt dazu, dass die Chipkarte mit 10 € im Jahr billiger kommt. (Abg. Mag. Gaßner: Hast du schon deine Chipkarte?) Es ist sowohl für den Arbeitnehmer besser als auch für den Unternehmer eine Verwaltungseinsparung. Der Arbeitnehmer erspart sich noch dazu etwas, weil er früher 3,63 € pro Quartal gezahlt hat, wenn er einen Krankenschein gebraucht hat; das braucht er nun nicht mehr. (Abg. Mag. Gaßner: Hast du schon deine Chipkarte?) Um einen Urlaubskrankenschein braucht er auch nicht mehr anzusuchen, er nimmt einfach die Chipkarte, dreht sie um und zeigt die Rückseite; der Urlaubskrankenschein ist automatisch vorhanden. Und es gibt noch vieles mehr. (Abg. Mag. Gaßner: Kollege Walch! Hast du schon eine Chipkarte?) Zuhören! Zuhören! (Abg. Öllinger: Ich habe noch keine!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Nächster Punkt: eine Änderung des Bauern-Sozialversicherungsgesetz mit einer Anpassung der Ausgleichszulage im Falle einer Schwerversehrtenrente, Verbesserungen bei der Betriebsrente und einer Erhöhung der Schwerversehrtenrente von 40 auf 60 Prozent. So ehrlich muss man auch das Positive entsprechend hervorheben. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Weiters: Insolvenz-Entgeltsicherung und Arbeitslosenversicherungsgesetz werden dem EU-Recht angepasst, ein Abkommen über soziale Sicherheit zwischen Österreich und Bulgarien – auch etwas Positives für die betroffenen Arbeitnehmer – sowie eine Angleichung bei etwas, was ebenfalls diese Regierung ins Leben gerufen hat und ein Vorbild international ist, nämlich das Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Also: Alles in allem ist darin viel Positives! An die Opposition: Was Sie jahrzehntelang versäumt haben, holen wir jetzt nach. Aber wir können nicht alles über Nacht umstellen, das kostet Zeit, Kraft und Arbeit. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Jedenfalls schaut es gut aus für die Bevölkerung mit diesem neuen Gesetz. Ich ersuche um Zustimmung dazu. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Also: Alles in allem ist darin viel Positives! An die Opposition: Was Sie jahrzehntelang versäumt haben, holen wir jetzt nach. Aber wir können nicht alles über Nacht umstellen, das kostet Zeit, Kraft und Arbeit. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Jedenfalls schaut es gut aus für die Bevölkerung mit diesem neuen Gesetz. Ich ersuche um Zustimmung dazu. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Es geht nicht nur um die Ordenskrankenhäuser!
Wir haben in diesem Sozialrechts-Änderungsgesetz auch zwei Finanzierungspunkte. Die Sicherung der Fortführung der Fondslösung für private Krankenanstaltenträger durch Anhebung und Valorisierung der Pauschalzahlung an den PRIKRAF ist eine dringend notwendige Maßnahme, meine Damen und Herren! Österreich würde ohne die Privatkrankenanstalten in vielen Regionen eine Unterversorgung haben. Wir brauchen diese Krankenhäuser. Sie wissen, Orden sind dabei ganz wichtig. Sie haben auch einen Auftrag, bekommen weitaus weniger als die öffentlichen Krankenanstalten. Und zudem war das, was sie bekommen haben, nicht valorisiert. Ich denke, das ist im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit und der Fairness um die Valorisierung. (Abg. Öllinger: Es geht nicht nur um die Ordenskrankenhäuser!) – Nein, es geht nicht nur um die Ordenskrankenhäuser, da gebe ich Ihnen schon Recht! Nein! Privatkrankenanstalten! Aber auch eine Reihe von Privatkrankenanstalten leisten Hervorragendes. Denken Sie gerade auch an den Bereich der Kuren, der Rehabilitation, da passiert sehr viel Positives.
Abg. Öllinger: Da sind wir uns einig!
gehrlichkeiten jedes Einzelnen und den vorhandenen Mitteln zu finden. (Abg. Öllinger: Da sind wir uns einig!) Ich glaube, das haben wir in dieser Legislaturperiode geschafft.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich habe alle Krankenversicherungsträger, die gefährdet sind, mit besonderen Einschauen durchleuchten lassen. Wir sind in einem guten Restrukturierungsprozess, und ich bin guten Mutes, dass wir nicht nur Löcher stopfen, sondern sehr wohl in eine gute Phase auch der Finanzierung eines ausgezeichneten Gesundheitssystems eintreten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Walch: Und wer zahlt ein?
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Herr Kollege Tancsits! Herr Kollege Walch! Es gibt eine alte Lebensweisheit, die lautet: „Durch Schaden wird man klug!“ Diese Weisheit dürfte wirklich spurlos an Ihnen vorbeigegangen sein, denn wiederum erfolgt mit dieser Gesetzesvorlage ungeniert ein Eingriff in fremde Kassen. Diesmal wird die AUVA zur Kasse gebeten. (Abg. Walch: Und wer zahlt ein?) Sie wissen ganz genau, Herr Kollege Walch, es gibt ein kleines Problem bei diesem Eingriff: Es gibt ein Verfassungsgerichtshoferkenntnis, das den Spielraum für den Zugriff auf solche Gelder beträchtlich einengt. Ich kann aus diesem Abänderungsantrag nicht entnehmen, dass eine besondere Verwendung dafür vorgesehen ist. Es heißt lapidar, 100 Millionen sind zu überweisen.
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Meine Damen und Herren! Frau Bundesministerin! (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Herr Kollege Kopf, auch Sie wissen das, dass mit den 100 Millionen € nicht mehr erreicht werden soll, als das zu kaschieren, was gang und gäbe ist, nämlich die Unfähigkeit dieser Bundesregierung, eine nachhaltige Finanzierung der Krankenkassen herbeizuführen.
Abg. Steibl: Umdrehen! Umdrehen!
Wenn Sie sich die Entwicklung anschauen (der Redner hält eine Graphik in die Höhe) – Herr Kollege Kopf, du kennst das natürlich nur allzu gut – ... (Abg. Steibl: Umdrehen! Umdrehen!) Das kann man nicht umdrehen, weil nämlich genau während Ihrer Regierungszeit die Balken so beträchtlich nach unten gegangen sind. Und Sie haben kein Konzept gefunden, um dies zu ändern. Und darum geht es schlussendlich auch.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Kollege Walch, und da stellen Sie sich heraus und sagen, es schaut eh alles so gut aus!? Herr Kollege Walch, wie sagen Sie immer so schön: Lesen – denken – sprechen! – Genau! Sie verzichten aber immer auf die ersten beiden Dinge, Sie sprechen nur, und das ist bedauerlich in Anbetracht der Situation der Krankenkassen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Kopf: Schrecklich!
Etwas, Frau Ministerin, würde mich doch interessieren. Kollege Kopf hat sich im „WirtschaftsBlatt“ und in einer APA-Meldung sehr dafür ausgesprochen und stark gemacht, dass die AUVA-Spitäler zur Disposition gestellt werden sollen. Er hat sich ungeniert als Privatisierer deklariert, er hat das ganz ungeniert gesagt. Ich wäre Ihnen schon sehr verbunden, Frau Bundesministerin, ... (Abg. Kopf: Schrecklich!) – Nein, Herr Kollege Kopf, man sollte nur wissen, ob die Regierung das bevorzugt beziehungsweise beabsichtigt.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das ist nicht unser Ziel, Frau Bundesministerin, und deswegen werden wir dieser Regierungsvorlage auch nicht die Zustimmung erteilen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Wenn Frau Kollegin Gabriele Heinisch-Hosek von „schlampiger Arbeit“ spricht, dann kann ich nur sagen, Frau Kollegin, Sie haben meiner Meinung nach ein absolutes Desinteresse, wenn es darum geht, etwas positiv zu bewegen. Wir arbeiten nicht schlampig, wir arbeiten gut, effizient, exzellent, zum Wohle von Müttern und Vätern, zum Wohle unserer Familien. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) – Die SPÖ hat
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Dinge abgeschafft, hat zum Beispiel den Bezug von Kindergeld von 24 Monaten auf 18 Monate reduziert. Das wird bei uns nicht vorkommen, werte Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Über Arbeitslosigkeit von Frauen haben wir gesprochen, nicht über die Beschäftigung!
Ich möchte noch einmal auf die Fragestunde mit Minister Bartenstein zurückkommen, auf die Frage, welche Beschäftigungsquote es bei den Frauen gibt. Zur Erinnerung: Die Beschäftigungsquote bei Müttern mit zwei Kindern liegt bei uns bei 66,1 Prozent, in Deutschland bei 55,2 Prozent. Bei Müttern mit drei Kindern liegt sie bei uns bei 57,4 Prozent, in Deutschland bei 37,8 Prozent. (Abg. Öllinger: Über Arbeitslosigkeit von Frauen haben wir gesprochen, nicht über die Beschäftigung!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zum Schluss: Frau Kollegin Heinisch-Hosek, mehr Frauen in der Regierung bedeuten eine bessere Frauenpolitik. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Mehr Frauen in der Regierung bedeuten eine bessere Frauenpolitik! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) Es tut den Sozialistinnen natürlich weh, dass diese Bundesregierung in kurzer Zeit mehr erreicht hat als sozialdemokratische Frauenministerinnen in Jahrzehnten davor. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Zum Schluss: Frau Kollegin Heinisch-Hosek, mehr Frauen in der Regierung bedeuten eine bessere Frauenpolitik. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Mehr Frauen in der Regierung bedeuten eine bessere Frauenpolitik! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) Es tut den Sozialistinnen natürlich weh, dass diese Bundesregierung in kurzer Zeit mehr erreicht hat als sozialdemokratische Frauenministerinnen in Jahrzehnten davor. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zum Schluss: Frau Kollegin Heinisch-Hosek, mehr Frauen in der Regierung bedeuten eine bessere Frauenpolitik. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Mehr Frauen in der Regierung bedeuten eine bessere Frauenpolitik! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) Es tut den Sozialistinnen natürlich weh, dass diese Bundesregierung in kurzer Zeit mehr erreicht hat als sozialdemokratische Frauenministerinnen in Jahrzehnten davor. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: Schön, schön!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Kollegin Steibl, ich wollte das wirklich sachlich angehen, aber Sie reizen mich schon heftigst, sage ich Ihnen, aber allerheftigst. (Abg. Steibl: Schön, schön!) Nein, das ist nicht schön! Sie werfen uns eine ewige Schlechtrederei vor und sagen, dass Sie zum Wohle des Landes handeln, und Sie wüssten, was sich gehört. – So, jetzt schauen wir uns das einmal an.
Abg. Dr. Fekter: Darum reparieren wir es ja! – Ihnen ist es ja auch nicht aufgefallen bei der Beschlussfassung!
Jetzt wäre aus unserer Sicht das Logische, dass man erstens das Gesetz ändert – das werden wir tun – und dass man zweitens einmal schaut, was denn das für Auswirkungen gehabt hat. Kollege Tancsits sagt ganz locker, ah, wir wollen doch keine große Affäre daraus machen. – Wissen Sie, was das bedeutet hat? Das hat bedeutet, dass Frauen, die dazwischen erwerbstätig waren, zum Teil ein Wochengeld in der Höhe von zum Beispiel – ich will nicht das Extrembeispiel nehmen – 100, 150 € bekommen haben, statt 750 €. Und das ist keine große Affäre? (Abg. Dr. Fekter: Darum reparieren wir es ja! – Ihnen ist es ja auch nicht aufgefallen bei der Beschlussfassung!) Ich weiß
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
nicht, in welchen finanziellen Scheinwelten Sie leben, werte Kolleginnen und Kollegen. Aber für ganz viele Menschen ist das auch eine Existenzfrage in Österreich, ob sie 100 € oder 750 € im Monat haben. Merken Sie sich das einmal! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber eines sage ich Ihnen: Wer ganz bestimmt nicht verantwortlich ist, das sind die Frauen, die es betrifft. Und genau die sollen jetzt die Rechnung dafür zahlen, und das sehen wir nicht ein, absolut nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundesministerin Rauch-Kallat: Das stimmt nicht!
Jetzt stelle ich Ihnen eine Frage: Meinen Sie, dass es sinnvoll ist, hier noch mehr Geld zu investieren, während auf der anderen Seite Medikamente nicht mehr bezahlt werden – zum Beispiel hatten wir den Fall von Kindern, die an zystischer Fibrose erkrankt sind –, die den Kranken das Überleben halbwegs erträglich machen? (Bundesministerin Rauch-Kallat: Das stimmt nicht!) Das streichen Sie, das setzen Sie von der Liste
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
von Medikamenten ab, die bezahlt werden, und auf der anderen Seite zahlen Sie privaten Krankenhäusern Geld. Da müssen Sie sich fragen, wo Sie die Schwerpunkte in Ihrer Sozialpolitik und Ihrer Gesundheitspolitik setzen. Mit uns werden Sie das sicher nicht tun können! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte daher das, was Sie gesagt haben, ausdrücklich zurückweisen. Ich kann Ihnen garantieren: Sollte eine Krankenversicherung irgendein Medikament, das ein krankes Kind in Österreich zum Überleben braucht, nicht bewilligen, dann bin ich die Erste, die auf die Barrikaden steigt und bei dieser Krankenversicherung dafür sorgt, dass das bewilligt wird! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mandak: Aber wenn ich die Grundversorgung nicht sicherstellen kann! Das muss ich überall, wo ich einsparen kann!
Ich würde Ihnen empfehlen, einmal in die privaten Krankenanstalten in Wien zu schauen und die dortigen Leistungen zu evaluieren. (Abg. Mandak: Aber wenn ich die Grundversorgung nicht sicherstellen kann! Das muss ich überall, wo ich einsparen kann!) Ich denke etwa an das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder im 2. Wiener Bezirk, das die beste Augenabteilung in ganz Österreich hat, wo Leistungen erbracht werden, die weltweit einmalig sind, Leistungen, die Sie sonst nirgends in Europa bekommen. – Und dort wollen Sie keinen Bundesbeitrag zahlen?! Das wollen Sie für eine exklusive Gruppe von Wohlhabenden reservieren, anstatt einen breiten Zugang für alle Sozialversicherten zu schaffen?! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich würde Ihnen empfehlen, einmal in die privaten Krankenanstalten in Wien zu schauen und die dortigen Leistungen zu evaluieren. (Abg. Mandak: Aber wenn ich die Grundversorgung nicht sicherstellen kann! Das muss ich überall, wo ich einsparen kann!) Ich denke etwa an das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder im 2. Wiener Bezirk, das die beste Augenabteilung in ganz Österreich hat, wo Leistungen erbracht werden, die weltweit einmalig sind, Leistungen, die Sie sonst nirgends in Europa bekommen. – Und dort wollen Sie keinen Bundesbeitrag zahlen?! Das wollen Sie für eine exklusive Gruppe von Wohlhabenden reservieren, anstatt einen breiten Zugang für alle Sozialversicherten zu schaffen?! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mandak: Die sind aber nicht für alle zugänglich! Das können sich nicht alle leisten!
Frau Kollegin Mandak, Sie befinden sich mit Ihrer Argumentation am falschen Weg, und Sie sind praxisfern wie nur! Sie sollten sich einmal in der Praxis das ansehen, was die Privatkrankenanstalten leisten, welche Beiträge sie zur Grundversorgung leisten, welch exorbitante Leistungen sie erbringen, und dann sollten Sie die Kostentransfers in Relation stellen. Dann werden Sie sehen, dass Ihre Argumente mehr als nur hinken. (Abg. Mandak: Die sind aber nicht für alle zugänglich! Das können sich nicht alle leisten!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Gesetz ist eindeutig: Evidence-proved medicine und experience-proved medicine sind gleichrangig. Das ist endlich umzusetzen. Man soll nicht nur der Pharmalobby für neue Präparate und neue Studien Raum zur Forschung geben und bewährte Präparate vom Markt nehmen. Das wäre meiner Meinung nach ein Gebot der Stunde. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
überhaupt? Sind Ihre Aussagen überhaupt das Papier wert, auf dem sie stehen? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Drittens: Wenn ich meine eigenen Parteifreunde betrachte, welche eine Gefährdung der Unfallkrankenhäuser gemeinsam mit den Gewerkschaftern in den Raum stellen, so muss ich sagen: Das ist klassischer Unsinn. Ursprünglich waren 200 Millionen € als Transfersumme vorgesehen; diese wurde auf 100 Millionen € reduziert. Mit diesen 100 Millionen € und auch mit den 200 Millionen € war kein einziges Unfallkrankenhaus gefährdet, kein einziger Standort gefährdet, keine einzige präsumtive Leistung der AUVA im Bereiche der Prophylaxe, der Arbeitsmedizin und der Studien zur Verbesserung der Arbeitsmedizin gefährdet. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Entlastung jener 6 Millionen Steuerzahler in Österreich auf Kosten jener 2 Millionen, die arm genug sind, keine Steuern mehr zahlen zu müssen, ist sicherlich eine Transferleistung, die von mir weniger unterstützt wird als eine Transferleistung zwischen zwei Berufsgruppen, die Vorteile und Nachteile ausgleicht. Daher auch ein Ja zu dieser Maßnahme. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte hier noch einmal unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit anbieten und würde wirklich darum bitten: Schauen wir uns dieses Gesetz im Sinne der berufstätigen Frauen noch einmal an und versuchen wir hier, eine positive Weiterentwicklung zu ermöglichen, damit die Frauen nicht stärker, nämlich noch stärker aus dem Arbeitsprozess herausgedrängt werden! – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir stimmen diesen 100 Millionen € zwar schweren Herzens zu, glauben aber, dass das keine Dauerlösung sein kann. Wir brauchen eine Sanierung der Krankenkassen auf dauerhafter Basis. Und was wir auch machen sollten – Herr Kollege Öllinger ist nicht in Saal, aber da gebe ich ihm Recht –: Im Endeffekt müssen wir uns damit auseinander setzen, was mit den Unfallkrankenhäusern passiert. In Italien wurden sie in das öffentliche System eingegliedert. Die Frage ist: Macht man entweder eine Allspartenregelung, oder geht man den Weg, sie in das öffentliche System einzugliedern, aber dann auch die Beiträge irgendwo einzubinden? Die Diskussion, würde ich sagen, ist nicht nur erlaubt, sondern sie ist notwendig. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das scheint mir ein riesengroßes Problem zu sein. Daher wird kein Weg an einer grundsätzlichen Reformdebatte vorbeigehen, ungeachtet der in diesen Bereichen auch vernünftigen und guten Maßnahmen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Frau Präsident! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich freue mich über die Diskussion, die heute in einer Harmonie abläuft, wie das schon lange nicht mehr der Fall war. Es zeigt sich doch, dass die Reformarbeit dieser Bundesregierung in der Sozialpolitik langsam auch das Verständnis und die Zustimmung der anderen findet. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Tun wir so weiter! Es nützt dem Staat, es nützt den Bürgern, es ist ein toller Fortschritt, über den wir uns freuen sollten.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Nicht zur Kenntnis nehmen kann ich den Redebeitrag des Herrn Kollegen Pirklhuber. Lieber Herr Kollege Pirklhuber! Ich darf Sie einladen, einmal zu uns, in unser Haus, zu kommen. Wir würden Ihnen gerne – und wenn es zwei Tage dauert – Informationsunterricht geben. Sie sagen, dass das Beitragsrecht die Großen bevorzugt und die Kleinen benachteiligt. Lieber Herr Kollege Pirklhuber, Sie wissen nicht, wovon Sie sprechen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Sie können auch nicht sagen, dass die
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie zahlen weniger!
Leute ab einer gewissen Betriebsgröße keine Beiträge zahlen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie zahlen weniger!)
Zwischenruf des Abg. Riepl.
Nicht korrekt ist die Antwort irgendeines Kollegen aus der Sozialversicherung – wer auch immer – auf die Frage bezüglich der Liquiditätsprobleme: Wie stellen Sie sich die Lösung vor? – Seine Antwort, die am Fernsehschirm zu verfolgen war, war: Na ja, ich warte, bis eine andere Regierung kommt. – Das ist keine Antwort! Wir geben hier eine klare Sache vor. Dass das keine Dauerlösung ist, das weiß jeder! Dass es aber eine Lösung ist, mit der man leben kann, soll heute und hier auch gesagt werden. (Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Beifall bei der ÖVP.
beim „kleinen“ Versehrtengeld auf obligatorischem Weg ist ebenfalls eine positive Sache. Ich freue mich, dass es gelungen ist. – Herzlichen Dank allen, die uns geholfen haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend noch einmal zu dem Serviceentgelt, das Sie heute als so gerecht dargestellt haben, meine Damen und Herren. Wie schaut denn die Lage aus? – Die Dienstgeber werden sich in Zukunft durch die e-Card auf Grund des Wegfalls der Krankenscheinadministration 35 Millionen € im Jahr ersparen. Die ArbeitnehmerInnen zahlen das Serviceentgelt statt der Krankenscheingebühr. Sie zahlen 35 Millionen €. Und was ist die Lage? – Die Lage ist, dass die Arbeitgeber wieder dauerhaft entlastet werden und die ArbeitnehmerInnen weiterhin zahlen. Daher brauchen wir eine gerechtere Gesundheitspolitik. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Leutner: Es soll besser werden!
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte gleich dort anschließen, wo Herr Kollege Leutner aufgehört hat. Er hat gesagt, sein Wunsch wäre eine gerechtere Gesundheits- und Sozialpolitik. Wie schaut das aus? – Im Wesentlichen schaut das so aus, dass Sie nicht in der Lage oder nicht bereit sind, sich den erforderlichen Veränderungen zu stellen, sondern meinen, dass alles so bleiben soll wie bisher. (Abg. Dr. Leutner: Es soll besser werden!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Nehmen Sie nur die Beispiele! Schauen Sie sich an, wie sich die Liegezeit in den Spitälern im letzten Jahrzehnt verändert hat! Sie hat sich auf die Hälfte reduziert. Das hat sich nicht von alleine, sondern nur durch die Systemumstellung geändert, weil vorher die Tage des Aufenthalts der Patienten bezahlt wurden. Das hat sich total verändert, und wir haben heute ein effizienteres und besseres System mit geringeren Kosten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Haben Sie dem Kollegen Mitterlehner zugehört?
Da gehört dazu, dass auch die AUVA – Sie kennen die Situation sehr gut und können das, so denke ich, genauso gut beurteilen wie ich; es gibt dort ausreichend Kapazität – auf der einen Seite ihre Aufgaben bestmöglich erfüllt und dass wir auf der anderen Seite auch dem Gesundheitssystem helfen. Es gibt vielleicht schönere Lösungen, da bin ich mit Ihnen durchaus einer Meinung. Grundsätzlich ist das meiner Ansicht nach aber absolut wichtig. (Abg. Silhavy: Haben Sie dem Kollegen Mitterlehner zugehört?) – Es kann und soll jeder seine Interessen und seine Klientel bestmöglich vertreten. Da werde ich niemandem – egal, von welcher Seite er kommt – widersprechen. (Abg. Heinisch-Hosek: Entlarvt! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Nein, das werde ich nicht. Das ist seine Aufgabe, und das soll er auch tun.
Abg. Heinisch-Hosek: Entlarvt! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Da gehört dazu, dass auch die AUVA – Sie kennen die Situation sehr gut und können das, so denke ich, genauso gut beurteilen wie ich; es gibt dort ausreichend Kapazität – auf der einen Seite ihre Aufgaben bestmöglich erfüllt und dass wir auf der anderen Seite auch dem Gesundheitssystem helfen. Es gibt vielleicht schönere Lösungen, da bin ich mit Ihnen durchaus einer Meinung. Grundsätzlich ist das meiner Ansicht nach aber absolut wichtig. (Abg. Silhavy: Haben Sie dem Kollegen Mitterlehner zugehört?) – Es kann und soll jeder seine Interessen und seine Klientel bestmöglich vertreten. Da werde ich niemandem – egal, von welcher Seite er kommt – widersprechen. (Abg. Heinisch-Hosek: Entlarvt! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Nein, das werde ich nicht. Das ist seine Aufgabe, und das soll er auch tun.
Abg. Silhavy: Sie haben nicht zugehört! Sie hören nicht zu, Herr Dr. Fasslabend!
Was mir ein bisschen Sorgen macht – ich habe das auch im Ausschuss gesagt –, ist, dass Sie auch bei dieser Gesetzesnovelle in fast allen Punkten der Meinung sind: Ja, das gehört geändert, man müsste das tun, und das ist richtig!, dass Sie aber das trotzdem politisch nicht mittragen! (Abg. Silhavy: Sie haben nicht zugehört! Sie hören nicht zu, Herr Dr. Fasslabend!) Es ist dieses Njet, dieses ständige Njet, das Sie im Bereich der Sozialpolitik bringen. Das finde ich schade, denn so lange ist es gar nicht her, da war auch die SPÖ einmal eine sozialreformerische Partei.
Abg. Silhavy: Nein! Sie machen soziale Rückschritte in vielen Bereichen, Herr Kollege Fasslabend! – Abg. Dr. Einem: Die Arbeitslosigkeit steigt!
Sie predigen jetzt den sozialen Stillstand. (Abg. Silhavy: Nein! Sie machen soziale Rückschritte in vielen Bereichen, Herr Kollege Fasslabend! – Abg. Dr. Einem: Die Arbeitslosigkeit steigt!) Das ist etwas, was mich wirklich bedrückt, das muss ich sagen. Ich kann nur sagen: Wir haben es geschafft, dass die Sozialquote nach vielen Jahren wieder ansteigt. (Abg. Silhavy: Darauf brauchen Sie nicht stolz sein! – Abg. Dr. Einem: Steigende Arbeitslosigkeit!) – Sie können behaupten, was Sie wollen, aber wir sind wirklich stolz darauf, dass wir höhere Aufwendungen im Sozialbereich haben (Abg. Heinisch-Hosek: Darauf sind Sie stolz?), als das je eine sozialdemokratische Regierung in den letzten Jahren hatte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Darauf brauchen Sie nicht stolz sein! – Abg. Dr. Einem: Steigende Arbeitslosigkeit!
Sie predigen jetzt den sozialen Stillstand. (Abg. Silhavy: Nein! Sie machen soziale Rückschritte in vielen Bereichen, Herr Kollege Fasslabend! – Abg. Dr. Einem: Die Arbeitslosigkeit steigt!) Das ist etwas, was mich wirklich bedrückt, das muss ich sagen. Ich kann nur sagen: Wir haben es geschafft, dass die Sozialquote nach vielen Jahren wieder ansteigt. (Abg. Silhavy: Darauf brauchen Sie nicht stolz sein! – Abg. Dr. Einem: Steigende Arbeitslosigkeit!) – Sie können behaupten, was Sie wollen, aber wir sind wirklich stolz darauf, dass wir höhere Aufwendungen im Sozialbereich haben (Abg. Heinisch-Hosek: Darauf sind Sie stolz?), als das je eine sozialdemokratische Regierung in den letzten Jahren hatte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Heinisch-Hosek: Darauf sind Sie stolz?
Sie predigen jetzt den sozialen Stillstand. (Abg. Silhavy: Nein! Sie machen soziale Rückschritte in vielen Bereichen, Herr Kollege Fasslabend! – Abg. Dr. Einem: Die Arbeitslosigkeit steigt!) Das ist etwas, was mich wirklich bedrückt, das muss ich sagen. Ich kann nur sagen: Wir haben es geschafft, dass die Sozialquote nach vielen Jahren wieder ansteigt. (Abg. Silhavy: Darauf brauchen Sie nicht stolz sein! – Abg. Dr. Einem: Steigende Arbeitslosigkeit!) – Sie können behaupten, was Sie wollen, aber wir sind wirklich stolz darauf, dass wir höhere Aufwendungen im Sozialbereich haben (Abg. Heinisch-Hosek: Darauf sind Sie stolz?), als das je eine sozialdemokratische Regierung in den letzten Jahren hatte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie predigen jetzt den sozialen Stillstand. (Abg. Silhavy: Nein! Sie machen soziale Rückschritte in vielen Bereichen, Herr Kollege Fasslabend! – Abg. Dr. Einem: Die Arbeitslosigkeit steigt!) Das ist etwas, was mich wirklich bedrückt, das muss ich sagen. Ich kann nur sagen: Wir haben es geschafft, dass die Sozialquote nach vielen Jahren wieder ansteigt. (Abg. Silhavy: Darauf brauchen Sie nicht stolz sein! – Abg. Dr. Einem: Steigende Arbeitslosigkeit!) – Sie können behaupten, was Sie wollen, aber wir sind wirklich stolz darauf, dass wir höhere Aufwendungen im Sozialbereich haben (Abg. Heinisch-Hosek: Darauf sind Sie stolz?), als das je eine sozialdemokratische Regierung in den letzten Jahren hatte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Einem: Es wäre gut, wenn die Regierung in eine konstruktivere Phase ginge!
Ich würde Ihnen nur empfehlen, in eine konstruktivere Phase der Oppositionspolitik hineinzugehen. (Abg. Dr. Einem: Es wäre gut, wenn die Regierung in eine konstruktivere Phase ginge!) Ich denke, gerade im Sozialsektor würden es Ihnen die Leute auch abnehmen und würden Sie Ihre eigenen Mitglieder nicht dafür bestrafen, sondern es begrüßen, wenn Sie eine konstruktive Politik an den Tag legen (Abg. Dr. Einem: Die Regierung muss konstruktive Politik machen!), wenn Sie mithelfen, dass wir dieses hervorragende österreichische Gesundheitssystem so modernisieren, dass wir auch in der Zukunft weltweit an der Spitze sind und dass es trotzdem kostenmäßig für die Patienten und die Steuerzahler erträglich ist.
Abg. Dr. Einem: Die Regierung muss konstruktive Politik machen!
Ich würde Ihnen nur empfehlen, in eine konstruktivere Phase der Oppositionspolitik hineinzugehen. (Abg. Dr. Einem: Es wäre gut, wenn die Regierung in eine konstruktivere Phase ginge!) Ich denke, gerade im Sozialsektor würden es Ihnen die Leute auch abnehmen und würden Sie Ihre eigenen Mitglieder nicht dafür bestrafen, sondern es begrüßen, wenn Sie eine konstruktive Politik an den Tag legen (Abg. Dr. Einem: Die Regierung muss konstruktive Politik machen!), wenn Sie mithelfen, dass wir dieses hervorragende österreichische Gesundheitssystem so modernisieren, dass wir auch in der Zukunft weltweit an der Spitze sind und dass es trotzdem kostenmäßig für die Patienten und die Steuerzahler erträglich ist.
Abg. Silhavy: Sie sind in der Regierung!
Bis jetzt habe ich den Beweis dafür von Ihrer Seite leider vermisst. (Abg. Silhavy: Sie sind in der Regierung!) – Ja, wir tun das auch! Die Frau Bundesministerin tut das hervorragend! (Abg. Silhavy: Nein, Sie tun es eben nicht!)
Abg. Silhavy: Nein, Sie tun es eben nicht!
Bis jetzt habe ich den Beweis dafür von Ihrer Seite leider vermisst. (Abg. Silhavy: Sie sind in der Regierung!) – Ja, wir tun das auch! Die Frau Bundesministerin tut das hervorragend! (Abg. Silhavy: Nein, Sie tun es eben nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Setzen Sie Ihren Weg fort im Sinne einer modernen Sozialpolitik, im Sinne einer Sozialreform, denn die ständige Reform ist notwendig, um das hohe österreichische Leistungssystem auf Dauer zu sichern! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fasslabend schüttelt verneinend den Kopf.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Kollege Fasslabend, wer stolz darauf ist, dass er erhöhte Sozialausgaben deswegen braucht, weil er mehr Arbeitslosigkeit damit finanzieren muss, der sollte sich schämen und nicht stolz sein darauf! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fasslabend schüttelt verneinend den Kopf.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fasslabend: Völlig falsch! – Abg. Murauer: Machen Sie nur einen Vorschlag!
Zweiter Punkt: Hätten Sie die Herausforderungen angenommen, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, dann würden Sie der steigenden Arbeitslosigkeit anders begegnen, dann würden Sie Sofortmaßnahmen setzen, damit das Rad wieder in Schwung kommt. Wir haben in Österreich deswegen so wenig Wirtschaftswachstum, weil wir so viele arbeitslose Menschen in unserem Land haben, die sich nichts kaufen können, weil sie sich nichts mehr leisten können, und dafür tragen Sie die Verantwortung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fasslabend: Völlig falsch! – Abg. Murauer: Machen Sie nur einen Vorschlag!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak.
Das ist eigentlich kein guter Umgang mit qualitativ hochwertigen Inhalten, Ideen, Vorschlägen der Opposition, aber offensichtlich der Stil dieser Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak.)
Beifall bei der ÖVP sowie Bravoruf des Abg. Neugebauer.
Sehr geehrte Damen und Herren von der SPÖ! Wir reden nicht darüber, sondern wir tun etwas! Wenn die Berufswahl gut überlegt ist, dann sind die Lehrlinge auch motiviert, und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein Garant für gute Leistungen und für ein gutes gesundheitliches Wachstum in der Wirtschaft. Solch überragende Leistungen gehören vor den Vorhang. Die Ergebnisse der heurigen Berufsweltmeisterschaften in Helsinki zeigen uns das wieder sehr deutlich. Insgesamt stellten 20 österreichische Burschen und 6 junge Damen ihr Können unter Beweis, und unsere Mannschaft erreichte dabei drei Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille. (Beifall bei der ÖVP sowie Bravoruf des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der ÖVP.
Das zeigt, dass unser duales Ausbildungssystem ausgezeichnet ist, und mit der Schnupperlehre in den Ferien gibt es einen weiteren wichtigen Ansatzpunkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesministerin Rauch-Kallat: 35 Millionen €!
Zu diesem Aufwand für Bürokratie lautete Ihre Antwort, früher hätte man ein System der Einhebung angepeilt, das noch teurer gewesen wäre, das jetzige sei billiger. Das ist sicher korrekt und richtig, aber was jetzt wirklich von den 10 € übrig bleibt, wenn man diese Einhebungskosten wegrechnet, das konnten Sie im Ausschuss nicht sagen. (Bundesministerin Rauch-Kallat: 35 Millionen €!) Vielleicht besteht heute noch die Möglichkeit, dass Sie ein Wort dazu sagen.
Beifall bei der SPÖ.
Also besser wäre es gewesen, wenn wir den Weg gewählt hätten, keine 10 € Serviceentgelt einzuführen, die Karte herzugeben, in Verwendung zu bringen, also eine vernünftige Vorgangsweise zu wählen, sich viel Bürokratie und Aufwand und auch viel Ärger – den es, wie ich befürchte, geben wird – zu ersparen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Fragen Sie, bitte, die von Ihrer Fraktion geführten Krankenversicherungen, ob sie sich das leisten können! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Riepl: Ah! Danke!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Riepl! Ich war jetzt auch sehr „beeindruckt“ von Ihrem Vortrag (Abg. Riepl: Ah! Danke!), von dem Rechenvorgang, den Sie hier jetzt vorgeführt haben. Hat man beim „Konsum“ so gerechnet? (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Riepl! Ich war jetzt auch sehr „beeindruckt“ von Ihrem Vortrag (Abg. Riepl: Ah! Danke!), von dem Rechenvorgang, den Sie hier jetzt vorgeführt haben. Hat man beim „Konsum“ so gerechnet? (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Hier!
Betreffend die 30. Novelle zum BSVG wollte ich auf Aussagen des Herrn Abgeordneten Pirklhuber replizieren, er ist aber jetzt nicht im Saal. (Abg. Dr. Pirklhuber: Hier!) – Doch, er ist hier. – Es ist ein sehr eigenartiger Zugang, den Sie zu diesem Sozialrechts-Änderungsgesetz in Bezug auf die BSVG-Novelle haben, wenn Sie sagen, es seien sehr gute Dinge darin enthalten, wenn sie die Verbesserungen beim Versehrtengeld und bei der Betriebsrente und auch den Teilersatz für Ersatzarbeitskräfte im Falle eines verunfallten Bauern, damit die betriebliche Bewirtschaftung weitergehen kann, sehr loben, aber im nächsten Atemzug ankündigen, dass Sie diesem Gesetz nicht zustimmen werden (Abg. Dr. Pirklhuber: In dritter Lesung!), weil es da eine Reform geben müsse, und Dinge aufzählen, bei denen Sie ganz genau wissen, dass die Maßnahmen, die im BSVG angewandt werden, auch in den anderen Systemen zum Tragen kommen, dass es die Höchstbeitragsgrundlagen in allen Systemen gibt und dass selbstverständlich die Versicherten der Sozialversicherungsanstalt der Bauern diesem System unterworfen sind und dass da die gleichen Regeln gelten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: In dritter Lesung!
Betreffend die 30. Novelle zum BSVG wollte ich auf Aussagen des Herrn Abgeordneten Pirklhuber replizieren, er ist aber jetzt nicht im Saal. (Abg. Dr. Pirklhuber: Hier!) – Doch, er ist hier. – Es ist ein sehr eigenartiger Zugang, den Sie zu diesem Sozialrechts-Änderungsgesetz in Bezug auf die BSVG-Novelle haben, wenn Sie sagen, es seien sehr gute Dinge darin enthalten, wenn sie die Verbesserungen beim Versehrtengeld und bei der Betriebsrente und auch den Teilersatz für Ersatzarbeitskräfte im Falle eines verunfallten Bauern, damit die betriebliche Bewirtschaftung weitergehen kann, sehr loben, aber im nächsten Atemzug ankündigen, dass Sie diesem Gesetz nicht zustimmen werden (Abg. Dr. Pirklhuber: In dritter Lesung!), weil es da eine Reform geben müsse, und Dinge aufzählen, bei denen Sie ganz genau wissen, dass die Maßnahmen, die im BSVG angewandt werden, auch in den anderen Systemen zum Tragen kommen, dass es die Höchstbeitragsgrundlagen in allen Systemen gibt und dass selbstverständlich die Versicherten der Sozialversicherungsanstalt der Bauern diesem System unterworfen sind und dass da die gleichen Regeln gelten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Betreffend die 30. Novelle zum BSVG wollte ich auf Aussagen des Herrn Abgeordneten Pirklhuber replizieren, er ist aber jetzt nicht im Saal. (Abg. Dr. Pirklhuber: Hier!) – Doch, er ist hier. – Es ist ein sehr eigenartiger Zugang, den Sie zu diesem Sozialrechts-Änderungsgesetz in Bezug auf die BSVG-Novelle haben, wenn Sie sagen, es seien sehr gute Dinge darin enthalten, wenn sie die Verbesserungen beim Versehrtengeld und bei der Betriebsrente und auch den Teilersatz für Ersatzarbeitskräfte im Falle eines verunfallten Bauern, damit die betriebliche Bewirtschaftung weitergehen kann, sehr loben, aber im nächsten Atemzug ankündigen, dass Sie diesem Gesetz nicht zustimmen werden (Abg. Dr. Pirklhuber: In dritter Lesung!), weil es da eine Reform geben müsse, und Dinge aufzählen, bei denen Sie ganz genau wissen, dass die Maßnahmen, die im BSVG angewandt werden, auch in den anderen Systemen zum Tragen kommen, dass es die Höchstbeitragsgrundlagen in allen Systemen gibt und dass selbstverständlich die Versicherten der Sozialversicherungsanstalt der Bauern diesem System unterworfen sind und dass da die gleichen Regeln gelten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ja, ich weiß, im Ausschuss haben Sie auch darauf hingewiesen. Sie haben gemeint – wobei ich jetzt nicht sicher bin, ob Sie das waren oder ob das Kollegen und Kolleginnen von der SPÖ waren –, wie schlimm es ist, dass der Beitragszuschlag, der für die Nachmeldung von Nebentätigkeiten entrichtet werden muss, von 10 Prozent auf 5 Prozent heruntergesenkt wird. Weil es in den Bauernfamilien, die viele Nebentätigkeiten machen müssen, wirklich zu ganz schwierigen Situationen kommen kann, hat man sich jetzt darauf geeinigt, diesen Beitragszuschlag auf 5 Prozent zu senken, um Härtefälle zu vermeiden und diesen Menschen entgegenzukommen. Das wurde jedoch im Ausschuss heftig kritisiert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind gegen die bäuerliche Sozialversicherungspflicht bei der Direktvermarktung!
Herr Pirklhuber! Da geht es um die kleinen Bauernhöfe, um die kleinen Betriebe, um jene Bäuerinnen und Bauern, die Nebentätigkeiten machen müssen, um in der jetzigen Situation überleben zu können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind gegen die bäuerliche Sozialversicherungspflicht bei der Direktvermarktung!) Das sind die innovativen und kreativen Betriebe, und die brauchen unsere Unterstützung und unsere Hilfe, wenn es darum geht, Härtefälle zu vermeiden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Pirklhuber! Da geht es um die kleinen Bauernhöfe, um die kleinen Betriebe, um jene Bäuerinnen und Bauern, die Nebentätigkeiten machen müssen, um in der jetzigen Situation überleben zu können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind gegen die bäuerliche Sozialversicherungspflicht bei der Direktvermarktung!) Das sind die innovativen und kreativen Betriebe, und die brauchen unsere Unterstützung und unsere Hilfe, wenn es darum geht, Härtefälle zu vermeiden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich denke, dass mit diesem Gesetzentwurf ein Gesetz unterwegs ist, das viele Maßnahmen umfasst, die viele Versicherungsgruppen betreffen, und dass es einen weiteren Schritt darstellt auf dem Weg, die soziale Gerechtigkeit unter den Systemen herzustellen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Das ist eine alte Leier! Bringen Sie etwas Neues, bringen Sie Vorschläge!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Nationalrates! Herr Kollege Fasslabend, ich möchte ganz kurz auf Ihre Aussage, bei uns würde sozialer Stillstand herrschen, eingehen. Ich denke nicht, dass wir im sozialen Stillstand stehen, sondern meine, dass Sie sozialen Stillstand in Österreich zu verantworten haben, denn Sie geben keine Antworten auf die großen Herausforderungen der Zukunft, sei es im Gesundheitswesen, sei es bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit oder sei es bei der Bekämpfung der Armutsgefährdung. Sie sind in allen Bereichen die Antworten schuldig geblieben. (Abg. Wittauer: Das ist eine alte Leier! Bringen Sie etwas Neues, bringen Sie Vorschläge!) – Herr Kollege Wittauer, es tut mir Leid, aber es ist so! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Nationalrates! Herr Kollege Fasslabend, ich möchte ganz kurz auf Ihre Aussage, bei uns würde sozialer Stillstand herrschen, eingehen. Ich denke nicht, dass wir im sozialen Stillstand stehen, sondern meine, dass Sie sozialen Stillstand in Österreich zu verantworten haben, denn Sie geben keine Antworten auf die großen Herausforderungen der Zukunft, sei es im Gesundheitswesen, sei es bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit oder sei es bei der Bekämpfung der Armutsgefährdung. Sie sind in allen Bereichen die Antworten schuldig geblieben. (Abg. Wittauer: Das ist eine alte Leier! Bringen Sie etwas Neues, bringen Sie Vorschläge!) – Herr Kollege Wittauer, es tut mir Leid, aber es ist so! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren, mit diesem Gesetz schreiben Sie meiner Meinung nach eine Schieflage fort. Es gibt eine Umverteilung zugunsten derjenigen, die es sich leisten können, und zuungunsten aller anderen. Es ist in diesem Gesetz keine strukturelle Veränderung zu sehen. Man kann es einfach zusammenfassen: Auch da machen Sie Politik nach dem Motto „Rückenwind für die Reichen und Gegenwind für alle anderen“. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Was ist besser? Was ist besser geworden?
Abgeordneter Georg Keuschnigg (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Frau Kollegin Heinisch-Hosek hat, einige Reden vor mir, die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung sehr heftig kritisiert. Ich möchte sagen, so schlecht wird sie ja wohl nicht sein, wenn man sich an die verschiedenen Konjunkturprogramme erinnert, vor allem auch an die Steuerreform im Hinblick auf den Wirtschaftsstandort Österreich, oder auch an den jüngsten Reformdialog. (Abg. Heinisch-Hosek: Was ist besser? Was ist besser geworden?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Genau für diese Maßnahmen bekommen wir heute internationale Anerkennung und so schöne Schlagzeilen wie diese hier: „Warum Österreich Spitze ist“. (Der Redner hält eine Ausgabe der Illustrierten „stern“ in die Höhe.) Hier steht drin: Bei der Frage der Arbeitslosenquote – Österreich 4,5 Prozent, Deutschland 9,5 Prozent, EU-Durchschnitt 9,0 Prozent. Ganz so schlecht wird es daher nicht sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Er hat auch gesagt, dass die Gesundheit von der Arbeit entkoppelt werden soll! Da hat die Frau Ministerin ...!
Es hat bei diesem Reformdialog zum Thema Arbeitsmarkt einige ganz interessante Äußerungen gegeben. EU-Kommissar Verheugen, meines Wissens ein deutscher Sozialdemokrat, hat Österreich durchaus für seine Arbeitsmarktpolitik gelobt. Und Bert Rürup, auch Berater des deutschen Bundeskanzlers, hat sein Statement mit dem Zitat geschlossen: „Sie haben auch Probleme, aber auf einem ganz anderen Niveau.“ (Abg. Silhavy: Er hat auch gesagt, dass die Gesundheit von der Arbeit entkoppelt werden soll! Da hat die Frau Ministerin ...!)
Abg. Silhavy: Das hat Herr Rürup gesagt!
Frau Kollegin, beim Gesundheitssystem ist es nicht unähnlich. (Abg. Silhavy: Das hat Herr Rürup gesagt!) Es ist ja eines der schwierigsten Reformprojekte dieser Bundesregierung, Effizienz in dieses Gesundheitssystem zu bringen, diese Verwaltungsapparate flotter zu machen, sie sparsamer zu machen und auch gewisse Selbstbedienungs-Automatismen zu beseitigen, im Sinne der Solidargemeinschaft, im Sinne der Ver-
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber der Zug ist unterwegs und nicht zu bremsen: Chipkarte, Arbeit an den Trägerstrukturen, Umsetzung der Gesundheitsreform. Daher glaube ich, dass dieses Gesundheitssystem in wenigen Jahren gut dastehen wird und dass das Sozialrechts-Änderungsgesetz, das wir heute beschließen, dazu einen wertvollen Beitrag leistet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Doch von Harmonisierung, meine Damen und Herren, ist hier keine Spur. GSVG: 9,3 Prozent Zuschlag auf die normalen Beträge! Mich würde wirklich wundern, was die Kollegen Mitterlehner und Stummvoll dazu sagen und wie sie das ihrer Kundschaft verkaufen. Das Argument, dass eine solch hohe Strafe für den Kleinbauern nicht leistbar wäre, wird es nicht sein, was die klein- und mittelständischen Betriebe überzeugen wird, denn die werden ja dieselbe Höhe bezahlen müssen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Überhaupt zur ganzen Novelle: Es sind doch nicht die Kleinen, die Sie hier bevorzugen möchten! Vielleicht bevorzugen Sie damit den Bauer Schwarzböck, möglicherweise einen Bauern Grillitsch, das sind die wahren Adressaten Ihrer Regelung. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Großen, die sich juristische Hilfe leicht zukaufen können, sind es, die hier mit Ihrer knallharten Klientelpolitik ein nettes Zuckerl bekommen. Den Kleinen helfen Sie mit dieser Regelung ganz und gar nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Überhaupt zur ganzen Novelle: Es sind doch nicht die Kleinen, die Sie hier bevorzugen möchten! Vielleicht bevorzugen Sie damit den Bauer Schwarzböck, möglicherweise einen Bauern Grillitsch, das sind die wahren Adressaten Ihrer Regelung. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Großen, die sich juristische Hilfe leicht zukaufen können, sind es, die hier mit Ihrer knallharten Klientelpolitik ein nettes Zuckerl bekommen. Den Kleinen helfen Sie mit dieser Regelung ganz und gar nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das war zwar bekannt, aber warum habt ihr es dann nicht auch schon beschlossen? Das ist ja ein Widersinn!
Der Ministerin und uns war diese Problematik sehr wohl bekannt. Auch durch die konsequente Interessenvertretung seitens des ÖAAB können wir nun diese Gesetzeslücke schließen. (Abg. Silhavy: Das war zwar bekannt, aber warum habt ihr es dann nicht auch schon beschlossen? Das ist ja ein Widersinn!) – Es ist eine Verbesserung, Frau Silhavy, oder nicht? (Abg. Silhavy: Aber warum habt ihr es dann nicht schon längst beschlossen? – Abg. Mandak: ... ein Widerspruch, Herr Kollege!)
Abg. Silhavy: Aber warum habt ihr es dann nicht schon längst beschlossen? – Abg. Mandak: ... ein Widerspruch, Herr Kollege!
Der Ministerin und uns war diese Problematik sehr wohl bekannt. Auch durch die konsequente Interessenvertretung seitens des ÖAAB können wir nun diese Gesetzeslücke schließen. (Abg. Silhavy: Das war zwar bekannt, aber warum habt ihr es dann nicht auch schon beschlossen? Das ist ja ein Widersinn!) – Es ist eine Verbesserung, Frau Silhavy, oder nicht? (Abg. Silhavy: Aber warum habt ihr es dann nicht schon längst beschlossen? – Abg. Mandak: ... ein Widerspruch, Herr Kollege!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es sind also viele wichtige, gute Verbesserungen, die auf jeden Fall unsere Zustimmung finden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: Aber was für eine Qualität die haben, das ist eine andere Frage!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Ich muss den Vorwurf zurückweisen, dass die sozialdemokratische Fraktion in diesem Haus keinerlei Änderungsvorschläge zum Sozialrecht und zu anderen Bereichen hat. Sehr geehrte Damen und Herren, auch auf der Galerie! Das sind die Anträge, die wir einbringen (die Rednerin legt mehrere Schriftstücke auf das Rednerpult), die immer wieder vertagt werden und über die nicht verhandelt wird. (Abg. Steibl: Aber was für eine Qualität die haben, das ist eine andere Frage!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Das glaubt ihr wohl selber nicht!
Wissen Sie, welche Maßnahmen die Regierung setzt? – Außerdem, Frau Kollegin Steibl, muss ich Ihnen sagen: Hinsichtlich der Sozialkompetenz liegen wir in der Bevölkerung unangefochten an der Spitze. Und die Bevölkerung weiß, wovon sie spricht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Das glaubt ihr wohl selber nicht!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Tancsits.
Die höhere Sozialquote, von der die ÖVP immer freudig spricht, ist eigentlich ein Zeichen dafür, welche Mängel es gibt. Denn die höhere Sozialquote fußt darauf, dass viel mehr Menschen in Arbeitslosigkeit sind und dass dadurch die Sozialquote steigt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Tancsits.) Sie nehmen kein Geld in die Hand für arme Menschen in unserem Land und für arbeitslose Menschen in unserem Land! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die höhere Sozialquote, von der die ÖVP immer freudig spricht, ist eigentlich ein Zeichen dafür, welche Mängel es gibt. Denn die höhere Sozialquote fußt darauf, dass viel mehr Menschen in Arbeitslosigkeit sind und dass dadurch die Sozialquote steigt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Tancsits.) Sie nehmen kein Geld in die Hand für arme Menschen in unserem Land und für arbeitslose Menschen in unserem Land! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch der Privatkrankenanstaltenfonds, der mit dieser Vorlage eine automatische Valorisierung bekommt, wird wesentlich stärker ungleich behandelt als landesfondsfinanzierte Krankenanstalten. Wie schaut das bei den Privatkrankenanstalten aus? – Die können sich die Patienten aussuchen, bieten nicht alle Angebote an, wählen Behandlungsmethoden aus und stellen auch nicht alle Behandlungsmethoden zur Verfügung. Betreffend Personalkosten: Sie haben nur Wahlärzte beschäftigt. Sie haben also weniger Risiko, dafür werden sie von dieser Regierung stärker unterstützt, und das ist abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Josef Winkler (ÖVP): Geschätzte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Wenn Frau Kollegin Lapp meint, wir nähmen kein Geld in die Hand, dann hat sie offensichtlich nicht mehr in Erinnerung, wie viel in den letzten Jahren tatsächlich für geringer Verdienende getan wurde. Ich möchte nicht unterstellen, dass sich die Sozialdemokraten nicht bemühen, immer wieder auch sozusagen soziale Aspekte umzusetzen, aber eines steht fest: Sie machen alles schlecht, was die ÖVP im sozialen Bereich in vielerlei Hinsicht gemacht hat – und das ist sehr, sehr viel und mehr, als es je zuvor war! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Frau Bundesminister! Ich möchte daher heute die Gelegenheit wahrnehmen und Ihnen für Ihr unermüdliches Engagement und Ihre Beharrlichkeit zur Einführung der e-Card ganz herzlich danken! (Beifall bei der ÖVP.) Sie haben damit einen wesentlichen Beitrag zu einer einfacheren, effizienteren und moderneren Administration des Gesundheitssystems geleistet.
Abg. Riepl: Nicht für alle!
Ich darf auch noch kurz auf die Aussagen des Herrn Riepl replizieren, und zwar insofern, als er meint, man solle die Gebühren abschaffen. Faktum ist allerdings, dass gegenüber der Krankenscheingebühr die Gebühren mit der Bezahlung von 10 € niedriger geworden sind, und zwar um 25 Prozent günstiger. (Abg. Riepl: Nicht für alle!) Vier Krankenscheine haben 200 S gekostet, und 10 € sind 140 S. (Abg. Riepl: Jeder braucht ja nicht vier Krankenscheine!) Im Durchschnitt war es so. Und abgesehen davon: Es wird immer darüber gejammert, dass das Gesundheitssystem nicht finanzierbar ist – es sind 80 Millionen €, die das ausmachen würde, und wenn Sie darauf ohneweiters verzichten würden, frage ich Sie, woher Sie das Geld für die Administration dann wirklich nehmen würden.
Abg. Riepl: Jeder braucht ja nicht vier Krankenscheine!
Ich darf auch noch kurz auf die Aussagen des Herrn Riepl replizieren, und zwar insofern, als er meint, man solle die Gebühren abschaffen. Faktum ist allerdings, dass gegenüber der Krankenscheingebühr die Gebühren mit der Bezahlung von 10 € niedriger geworden sind, und zwar um 25 Prozent günstiger. (Abg. Riepl: Nicht für alle!) Vier Krankenscheine haben 200 S gekostet, und 10 € sind 140 S. (Abg. Riepl: Jeder braucht ja nicht vier Krankenscheine!) Im Durchschnitt war es so. Und abgesehen davon: Es wird immer darüber gejammert, dass das Gesundheitssystem nicht finanzierbar ist – es sind 80 Millionen €, die das ausmachen würde, und wenn Sie darauf ohneweiters verzichten würden, frage ich Sie, woher Sie das Geld für die Administration dann wirklich nehmen würden.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jedenfalls kann man feststellen, dass es billiger und effizienter geworden ist, und dafür danke ich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Den Schopf muss man bei der Gelegenheit packen ...! – Abg. Schopf – auf dem Weg zum Rednerpult –: So ist es!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Schopf. Wunschredezeit: 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Neudeck: Den Schopf muss man bei der Gelegenheit packen ...! – Abg. Schopf – auf dem Weg zum Rednerpult –: So ist es!)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Kritik von Kollegin Heinisch-Hosek zu Unrecht erfolgt sei, weil Kollegin Heinisch-Hosek die Regierung auf Grund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation kritisiert hat. Herr Keuschnigg meint, die Situation sei in Ordnung, es gebe eine beste wirtschaftliche Situation, eine beste Beschäftigtenzahl, eine niedrige Arbeitslosenquote. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Situation ist völlig anders, und Kollegin Heinisch-Hosek hat zu Recht diese Regierung kritisiert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir hatten Ende Mai fast 225 000 arbeitslose Menschen; das sind immerhin um fast 8 000 mehr als vor einem Jahr, die noch immer Arbeit suchen. Wir haben den Höchststand im Bereich der Frauenarbeitslosigkeit, wir haben den Höchststand im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit. Viele Landesregierungen, insbesondere jene von Oberösterreich, wo sich die ÖVP gemeinsam mit den Grünen massiv dagegen gewehrt hat, haben sich dagegen gewehrt, als die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten Initiativen für mehr Frauenbeschäftigung, für eine Frauenstiftung ergriffen haben.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es ist beschämend, wenn dann manche Redner der Regierungsparteien hier meinen, die Beschäftigungspolitik dieser Regierung sei in Ordnung. Sie ist nicht in Ordnung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte zum Schluss noch darauf hinweisen, dass die Regierung in dieser Regierungsvorlage auf nicht wenige Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vergessen hat. Herr Haupt! Es sind 55 000 Arbeitnehmer, die vergessen wurden! Es sind Arbeitnehmer in atypischen Dienstverhältnissen, es sind Arbeitnehmer in freien Dienstverhältnissen. Diese Gruppen sind in dieser Regierungsvorlage nicht berücksichtigt. Über 200 000 geringfügig Beschäftigte haben diese Gebühr ebenfalls zu bezahlen. Das ist der Grund, warum wir das nicht unterstützen, sondern ablehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich schließe mit einem Zitat aus der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: Denn ganz bestimmt nicht sozial ist, wenn keiner mehr die Chance hat, etwas zu bekommen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Anton Doppler (ÖVP): Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Sehr geschätzte Frau Ministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe vermehrt Wortmeldungen zur e-Card-Gebühr gehört. Ich möchte die Kolleginnen und Kollegen der Opposition daran erinnern, dass wir einmal eine Ministerin gehabt haben, die Hostasch geheißen und immer behauptet hat, dass die e-Card-Einführung sehr schwierig und, wenn überhaupt, dann nur mit Kosten verbunden umzusetzen sei. Man möge also diese Literatur lesen, bevor man unserer Umsetzungsministerin solche Vorwürfe macht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Von der Mitte weg!
Des Weiteren möchte ich noch kurz auf die Ausführungen von Frau Mag. Lapp zurückkommen, die uns eine neue Definition von Sozialkompetenz in Österreich gebracht hat. Dazu möchte ich feststellen: Die Sozialkompetenz, wie Sie sie vertreten, entspricht vielleicht Ihrem Parteiprogramm, aber nicht unbedingt der politischen Realität! Die Sozialkompetenz der Realität sitzt auf der rechten Seite in diesem Hause, und wir setzen diese auch um. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Von der Mitte weg!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! In diesem Sinne darf ich um Zustimmung ersuchen. Mit diesem Gesetz erhöhen viele positive Änderungen, notwendige Änderungen und Maßnahmen zum Wohle der Menschen in diesem Land die soziale Treffsicherheit. Ich bitte um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Abgeordnete Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Ich möchte dieser Vier-Parteien-Einigung einige grundsätzliche Worte voranstellen, indem ich die Haltung der ÖVP darstelle. Für uns waren und sind die Aussagen der beiden Bundesräte Gudenus und Kampl von Anfang an und auch jetzt immer noch unfassbar und unakzeptabel. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir erwarten auch, dass jeder Mandatar sowohl im Bundesrat als auch im Nationalrat persönliche Verantwortung hat, und diese persönliche Verantwortung auch wahrnimmt. Das gilt ausdrücklich für den Nationalrat und für den Bundesrat und ist in keiner Weise einzuschränken. Daher haben wir die politische Forderung aufgestellt und bleiben auch dabei, dass die beiden Mandatare zurücktreten sollen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Von einem Rücktritt sind wir auch sehr lange ausgegangen. Dass dies nun nicht der Fall ist, liegt an den beiden Mandataren, und wir nehmen das zur Kenntnis. Wir können das nicht ändern, weil wir davon überzeugt sind, dass es Grundlagen und Grundhaltungen in der österreichischen Demokratie gibt – den Rechtsstaat und die demokratischen Spielregeln –, die unantastbar sind. Eine der ganz wesentlichen demokratischen Spielregeln ist der Grundsatz des freien Mandats. Da gibt es keine Gesetzgebung mit Augenzwinkern, da gibt es kein Primat der Partei, da gibt es keine Abschwächung. Dies ist sowohl für die Bundesräte als auch für die Abgeordneten zum Nationalrat zu garantieren! Dafür stehen wir und werden wir immer stehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Der Vorschlag, den wir ursprünglich eingebracht haben, war verfassungskonform, und das für uns wichtige freie Mandat blieb unbeeinträchtigt. Im Gegensatz dazu hat die SPÖ einen ganz anders lautenden Vorschlag eingebracht; auch in einigen der Wortmeldungen hat sich für uns sehr, sehr eindeutig gezeigt, dass für sie nicht das freie Mandat an erster Stelle steht, sondern offensichtlich das Primat der Partei. Da können wir nicht mit, Herr Abgeordneter Cap! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Darabos: Sie bilden doch eine Koalition mit dieser Partei!
Was uns sehr betroffen gemacht und mich sehr nachdenklich gestimmt hat, waren die verschiedentlich im Zuge der sehr heftigen Diskussion über diese Aussagen unter anderem vorgebrachten Vorstellungen, der Herr Bundeskanzler möge doch ein Machtwort sprechen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben einen hervorragenden Bundeskanzler. Dieser Bundeskanzler macht einen sehr guten Job, aber hier im Nationalrat, im Bundesrat kann er kein Machtwort sprechen! (Abg. Mag. Darabos: Sie bilden doch eine Koalition mit dieser Partei!) – Ja, Sie waren das! Sie haben diese glorreichen Ausführungen getätigt. Das, Herr Kollege, lässt wirklich tief blicken, und das können Sie mit uns nicht machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Darabos: Bleibt die Regierung davon wirklich gänzlich unberührt?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Darabos: Bleibt die Regierung davon wirklich gänzlich unberührt?
Was uns sehr betroffen gemacht und mich sehr nachdenklich gestimmt hat, waren die verschiedentlich im Zuge der sehr heftigen Diskussion über diese Aussagen unter anderem vorgebrachten Vorstellungen, der Herr Bundeskanzler möge doch ein Machtwort sprechen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben einen hervorragenden Bundeskanzler. Dieser Bundeskanzler macht einen sehr guten Job, aber hier im Nationalrat, im Bundesrat kann er kein Machtwort sprechen! (Abg. Mag. Darabos: Sie bilden doch eine Koalition mit dieser Partei!) – Ja, Sie waren das! Sie haben diese glorreichen Ausführungen getätigt. Das, Herr Kollege, lässt wirklich tief blicken, und das können Sie mit uns nicht machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Darabos: Bleibt die Regierung davon wirklich gänzlich unberührt?)
Abg. Bures: Sie sitzen doch mit diesen Parteien in einer Regierung!
Der Ruf nach einem Machtwort, der Ruf nach einem starken Mann, das ist das, was Sie fordern. Und das ist Ihr Verständnis, Herr Kollege! (Abg. Bures: Sie sitzen doch mit diesen Parteien in einer Regierung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
So weit dieser Abänderungsantrag, und ich freue mich, dass alle zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ, der ÖVP, den Grünen sowie des Abg. Scheibner.
Wenn er gesagt hat, es habe damals eine brutale Naziverfolgung gegeben, sollte man hier auch in aller Deutlichkeit feststellen: Es war richtig, dass nationalsozialistische Verbrecher vor ein Gericht gestellt wurden, und ebenso, wenn erwiesen war, dass sie diese Verbrechen begangen haben, dass sie auch verurteilt wurden. Das muss man hier einmal ganz deutlich sagen. Es war richtig! (Beifall bei der SPÖ, der ÖVP, den Grünen sowie des Abg. Scheibner.)
Allgemeiner Beifall.
Es ist richtig: Dieser Krieg von Adolf Hitler war ein rassistisch motivierter Angriffskrieg. Es ist richtig: Der Nationalsozialismus war eine menschenverachtende und gegen die Demokratie gerichtete Ideologie und hat Millionen und Abermillionen Tote zu verantworten gehabt in den Konzentrationslagern, in Konzentrationslagern auf dem Gebiet des Dritten Reiches, in denen es Gaskammern gab. Noch immer gibt es hier im Haus einen Abgeordneten, der sagt, auf dem Gebiet des Dritten Reiches habe es keine Gaskammern gegeben. Daher ist es richtig, wenn die Staatsanwaltschaft hier gemäß dem Verbotsgesetz Ermittlungen führt, und wir hoffen, dass es hier endlich zu einer Verurteilung kommt. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Großruck: Da ist schon ein gewaltiger Unterschied!
Ebenso – auch wenn ich verstehen kann, wie verärgert Sie waren, Herr Tancsits; dafür habe ich Verständnis – kein Verständnis habe ich für Ihre Aussage, dass Sie dem Staat Österreich einen Bundesrat Kampl „vergönnen“. (Abg. Großruck: Da ist schon ein gewaltiger Unterschied!) Ich habe auch kein Verständnis dafür, dass der Herr Bundeskanzler Sie verteidigt hat. Das möchte ich auch noch dazusagen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ebenso – auch wenn ich verstehen kann, wie verärgert Sie waren, Herr Tancsits; dafür habe ich Verständnis – kein Verständnis habe ich für Ihre Aussage, dass Sie dem Staat Österreich einen Bundesrat Kampl „vergönnen“. (Abg. Großruck: Da ist schon ein gewaltiger Unterschied!) Ich habe auch kein Verständnis dafür, dass der Herr Bundeskanzler Sie verteidigt hat. Das möchte ich auch noch dazusagen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ, der ÖVP und den Grünen.
man sich bekennen soll und bekennen muss. Wir haben das sorgfältig diskutiert, es ging nicht immer konfliktfrei ab, aber der Entschluss war getragen von dem Ansinnen und von der Überzeugung, dass wir es der Republik, dem Parlament und Österreich schuldig sind, dass wir hier zu einem gemeinsamen Vorgehen finden. – Dazu haben wir gefunden, und das ist sehr, sehr gut so. (Beifall bei der SPÖ, der ÖVP und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher ist es so wichtig, dass es diesen klaren Beschluss dieses Haus gibt, dass wir klar auftreten, ein klares Signal senden: Wir sind die Demokraten, und wir werden alles daransetzen, dass das nicht mehr wiederkommt, auch durch diesen heutigen Beschluss! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Ich möchte meinem Vorredner Recht darin geben, dass wir wachsam sein müssen, dass es einen Konsens aller demokratischen und politischen Kräfte geben muss, dass wir ohne Augenzwinkern klar zum Ausdruck bringen müssen, dass jede Verharmlosung, ob sie jetzt so gemeint war oder nicht, jedes Relativieren der nationalsozialistischen Verbrechen auf das Schärfste zurückgewiesen werden muss – egal von wem es gemacht wird, egal aus welcher Motivation heraus, egal wo und egal wie! Diesen Konsens überall zu unterstützen ist unsere Verantwortung. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Diese Verantwortung sollten wir alle gemeinsam tragen – ein klares Signal für die Demokratie, ein klares Signal auch für die Verantwortung von Spitzenrepräsentanten, was sie sagen und wie sie es sagen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Dr. Fekter – in Richtung Freiheitliche –: Dann hat er nicht gelesen, was er gesagt hat!
Bei allem Respekt, Herr Scheibner – ich habe Ihnen aufmerksam zugehört und kann jetzt nicht ausschließen, dass ich auch anders darüber denken würde, wenn ich Herrn Kampl persönlich kennen würde; das tue ich aber nicht –, ich kann nur sagen, ich habe seine Äußerungen eben so verstanden, dass das eine Verharmlosung von Nazi-Verbrechen ist. Es tut mir Leid, aber da interessiert mich auch seine Familiengeschichte nur beschränkt. Wir schreiben jetzt das Jahr 2005 – und nicht 1945. (Abg. Dr. Fekter – in Richtung Freiheitliche –: Dann hat er nicht gelesen, was er gesagt hat!)
Abg. Scheibner: Der Landtag entsendet, Herr Kollege!
Freies Mandat. – Ja, Kampl und Gudenus sind Bundesräte, solange sie ihr Mandat nicht freiwillig zurücklegen, bleiben sie das auch bis zur nächsten Landtagswahl in Wien beziehungsweise in Kärnten. Dazu stehe ich auch, das müssen wir aushalten. Aber: Sind sie irgendwie vom Himmel dorthin gefallen? Es hat sie schon jemand dorthin entsandt, Herr Scheibner! Es ist schwer vorstellbar, dass es der FPÖ-Wien, die Gudenus entsandt hat, beziehungsweise der FPÖ-Kärnten, die Kampl entsandt hat, vollkommen unbekannt war, welches Geschichtsverständnis, welche Geisteshaltung hier vorherrscht. (Abg. Scheibner: Der Landtag entsendet, Herr Kollege!) Der Landtag entsendet auf Vorschlag der betreffenden Fraktion.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
In einem Punkt gebe ich Ihnen Recht: Ich werde mich jetzt nicht auf die Frage einlassen, wie viele andere Mitglieder des Wiener Landtages, wie viele andere Mitglieder des Kärntner Landtages hätten wissen müssen, wen sie hier entsenden, und rechtzeitig hätten aufschreien müssen. Aber dass das niemand gewusst hat, das widerspricht jeder Lebenserfahrung! Ich erinnere Sie an ein bekanntes Foto: Jörg Haider, 1986, Innsbrucker Parteitag, Sieg gegen Norbert Steger; Jörg Haider wird auf Schultern von zwei Personen aus dem Saal getragen. Ich erinnere mich sehr gut an dieses Foto: rechts auf dem Foto, also links von Haider, Gaugg und links Kampl. Dass man über 20 Jahre mindestens mit jemandem gut bekannt sein kann und dessen Geisteshaltung nicht kennt, das, entschuldigen Sie, finde ich, widerspricht tatsächlich jeder Lebenserfahrung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Das war der Rechberger von der SPÖ!
Ich erinnere nur daran, dass die Bezügereform 1997, die Bezügepyramide, die Änderung beziehungsweise Abschaffung der Politikerpensionen et cetera, et cetera – im Großen und Ganzen eine sehr gute, sehr richtige Reform, finde ich –, einen Anlass hatte. Der Anlass war damals ein Abgeordneter der ÖVP mit Mehrfachbezügen. (Abg. Neudeck: Das war der Rechberger von der SPÖ!) – Nein, das war nicht der Rechberger, er hieß ganz anders, aber Schwamm drüber. Ich weise nur darauf hin, dass das einen personenbezogenen Anlass hatte. Also das kann nicht der Punkt sein.
Beifall bei den Grünen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich erwähne das deswegen, weil der Vorschlag der Sozialdemokraten vom Montag für mich solch ein Kollateralschaden-Vorschlag war, dem ich meine Zustimmung nicht gegeben hätte. Durch Ihren Vorschlag wäre zwar wahrscheinlich Kampl als Präsident des Bundesrates verhindert worden, aber um den Preis der Aufgabe des freien Mandats im Bundesrat. Und so geht es nicht! (Beifall bei den Grünen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Da hätte ich zähneknirschend noch eher einen Präsident Kampl akzeptiert, als dem meine Zustimmung zu geben.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber ich meine, das bleibt unbefriedigend. Österreich bleibt die Blamage eines Präsidenten Kampl voraussichtlich erspart, das ist gut, aber unbefriedigend bleibt für mich, dass ein Gremium wie der Bundesrat – immerhin die zweite Kammer des österreichischen Parlaments – keinerlei Zustimmungs-/Ablehnungsrecht hat bei der Bestimmung des eigenen Vorsitzenden, des eigenen Präsidenten. Das kommt mir doch sehr merkwürdig vor. Der Bundesrat bleibt entmündigt, was die Person des Präsidenten betrifft. Diese Frage ist für mich nicht erledigt. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Cap, Herr Professor Van der Bellen, nichts trennt uns in der Beurteilung der beiden genannten Mandatare Gudenus und Kampl. Beide sind längst rücktrittsreif, das ist ganz klar für uns! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Lentsch: Er versteht es nicht!
Warum meine ich, dass das diesbezügliche Agieren der SPÖ in den letzten Tagen demokratiepolitisch bedenklich war? – Kollege Darabos, ich war jetzt verwundert über Ihren Zwischenruf während der Ausführungen meiner Vorrednerin, in dem Sie hier wieder ein Machtwort des Bundeskanzlers gefordert haben. (Abg. Lentsch: Er versteht es nicht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Eigentlich müsste jeder Parlamentarier mit Entsetzen auf einen solchen Ruf reagieren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wohin kommen wir, wenn sich ein Regierungschef die Bundesräte aussuchen kann? Wohin kommen wir da? (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.) – Sie verwechseln hier wirklich eines: Selbstverständlich sind wir in einer Regierung, in einer Koalition mit dem BZÖ, aber das gibt dem Regierungschef noch lange nicht das Recht, sich die Bundesräte auszusuchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.
Meine Damen und Herren! Eigentlich müsste jeder Parlamentarier mit Entsetzen auf einen solchen Ruf reagieren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wohin kommen wir, wenn sich ein Regierungschef die Bundesräte aussuchen kann? Wohin kommen wir da? (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.) – Sie verwechseln hier wirklich eines: Selbstverständlich sind wir in einer Regierung, in einer Koalition mit dem BZÖ, aber das gibt dem Regierungschef noch lange nicht das Recht, sich die Bundesräte auszusuchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Eigentlich müsste jeder Parlamentarier mit Entsetzen auf einen solchen Ruf reagieren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Wohin kommen wir, wenn sich ein Regierungschef die Bundesräte aussuchen kann? Wohin kommen wir da? (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.) – Sie verwechseln hier wirklich eines: Selbstverständlich sind wir in einer Regierung, in einer Koalition mit dem BZÖ, aber das gibt dem Regierungschef noch lange nicht das Recht, sich die Bundesräte auszusuchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos
Wir halten es für sehr, sehr heikel (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos), um kein anderes Wort zu verwenden, wenn Sie die Gewaltenteilung so in Frage stellen wollen. (Abg. Mag. Darabos: ... Moral!)
Abg. Mag. Darabos: ... Moral!
Wir halten es für sehr, sehr heikel (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos), um kein anderes Wort zu verwenden, wenn Sie die Gewaltenteilung so in Frage stellen wollen. (Abg. Mag. Darabos: ... Moral!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Nicht die Partei hat für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen, sondern jeder Mandatar für sich hat für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen, im Interesse seiner Partei. – Das ist unsere Einstellung! Nicht die Partei, jeder Mandatar für sich hat das zu tun! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir handeln heute – alle Fraktionen gemeinsam. Das ist notwendig, gut und richtig. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Meine Einschätzung hinsichtlich Anlassgesetzgebung und Bestellung der Bundesräte unterscheidet sich insbesondere von jener meines Vorredners dadurch, dass da schon eine gewisse Scheinheiligkeit zum Ausdruck gekommen ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Brinek: Aber dann sind sie freie Mandatare!
Wer bestimmt denn die Bundesräte? – Natürlich die Parteien! Auch Ihre Partei entsendet die Bundesräte, die hier im Parlament sitzen. Also ist doch ganz klar, dass die Parteien sehr wohl darüber bestimmen, wer hier sitzt. Die Bundesräte werden von den Parteien, die im Landtag vertreten sind, entsandt – auch Ihre Bundesräte! (Abg. Dr. Brinek: Aber dann sind sie freie Mandatare!) Natürlich spielen die Parteien bei der Bestellung der Bundesräte eine Rolle. Man hätte sich daher durchaus dazu durchringen können, die Möglichkeit zu schaffen, jene Bundesräte, die mit dem Grundkonsens dieser Republik wirklich nichts mehr zu tun haben, abzulösen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wer bestimmt denn die Bundesräte? – Natürlich die Parteien! Auch Ihre Partei entsendet die Bundesräte, die hier im Parlament sitzen. Also ist doch ganz klar, dass die Parteien sehr wohl darüber bestimmen, wer hier sitzt. Die Bundesräte werden von den Parteien, die im Landtag vertreten sind, entsandt – auch Ihre Bundesräte! (Abg. Dr. Brinek: Aber dann sind sie freie Mandatare!) Natürlich spielen die Parteien bei der Bestellung der Bundesräte eine Rolle. Man hätte sich daher durchaus dazu durchringen können, die Möglichkeit zu schaffen, jene Bundesräte, die mit dem Grundkonsens dieser Republik wirklich nichts mehr zu tun haben, abzulösen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Die Selbstverteidigung ist in die Hose gegangen!
Dieser Vorschlag hat also schon seine Begründung, denn es handelt sich um entsandte Mandatare und nicht hier im Hohen Haus, sondern auf einer anderen Ebene gewählte. (Abg. Neudeck: Die Selbstverteidigung ist in die Hose gegangen!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Ja, richtig!
Ich als Obmann des Verfassungsausschusses glaube, dass man den Grundsatz beibehalten sollte, Regelungen zu schaffen, die länger gelten als nur für einen Anlassfall und die letztendlich auch die Spielregeln für uns selbst bedeuten und dann möglichst konsequent eingehalten werden. (Abg. Dr. Van der Bellen: Ja, richtig!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Aber ich stehe voll und ganz dahinter, dass man in diesem Einzelfall so gehandelt hat, weil die Politik auch demonstrative Akte braucht, die zeigen, was sie nicht will. In diesem Fall ist der Grundkonsens aller Parteien gestört, und ich meine, da muss dieses Parlament einen demonstrativen demokratiepolitischen Akt setzen, auch wenn er viele andere Nachteile mit sich bringt. Der Vorteil, den dieser Akt bringt, ist letztendlich so enorm, dass man durchaus richtig handelt, wenn man hier eine gemeinsame Vorgangsweise zur Verhinderung derartiger Denkweisen in diesem Haus setzt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Großruck: Aber dass das ein Skandalurteil ist, ist schon ...!
Ich möchte auch sagen, dass auch die Ausführungen des Abgeordneten Tancsits nicht unbedingt hilfreich waren in einer Situation, in der alle um einen Konsens ringen und versuchen, einen demonstrativen Akt zu setzen. Da muss man ganz ehrlich sagen: Solche Wortmeldungen sind entbehrlich, sie haben nichts damit zu tun ... (Abg. Großruck: Aber dass das ein Skandalurteil ist, ist schon ...!) – Sie sprechen von Skandal, aber was war dann das, was Tancsits gesagt hat? Ich möchte es nicht einmal beurteilen, weil ich glaube, dass man heute den Grundkonsens in den Mittelpunkt stellen sollte.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist dies eine Entscheidung, die richtig ist, die nach außen wirkt und die letztendlich zeigt, dass es in Österreich bei Kernfragen einen demokratiepolitischen Konsens gibt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Brosz: Und was hat er danach gesagt in Interviews?
Herr Professor Van der Bellen, ich würde Sie trotzdem ersuchen, sich das Protokoll der Bundesratssitzung noch einmal genau anzusehen, nämlich jenes von der 720. Sitzung des Bundesrates vom 14. April 2005. Wenn Sie sich dieses Protokoll ansehen, werden Sie sehen, es kann keinen Zweifel geben, dass Kollege Kampl ausschließlich – ausschließlich! – von seinen persönlichen Erfahrungen, die er als Kind, in die Familie eines SS-Offiziers hineingeboren, gemacht hat, gesprochen hat. (Abg. Brosz: Und was hat er danach gesagt in Interviews?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Ich sage es auch so: Ich war immer dagegen, dass es auch nur für irgend jemanden in dieser Republik Sippenhaftung gibt. Aber es kann auch nicht übersehen werden, dass in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg oft auch die Kinder von Angehörigen der NSDAP oder der SS oder anderer Gliederungen oder Untergliederungen dieses verbrecherischen Systems mit in die Haftung für die Taten, nein, für die Untaten ihrer Eltern genommen wurden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Das in entsprechender Form aufzuzeigen, das muss in einem demokratischen Gremium auch möglich sein. (Abg. Mandak: Ja, aber das ist schon ein bisschen ein Unterschied!)
Abg. Mandak: Ja, aber das ist schon ein bisschen ein Unterschied!
Ich sage es auch so: Ich war immer dagegen, dass es auch nur für irgend jemanden in dieser Republik Sippenhaftung gibt. Aber es kann auch nicht übersehen werden, dass in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg oft auch die Kinder von Angehörigen der NSDAP oder der SS oder anderer Gliederungen oder Untergliederungen dieses verbrecherischen Systems mit in die Haftung für die Taten, nein, für die Untaten ihrer Eltern genommen wurden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.) Das in entsprechender Form aufzuzeigen, das muss in einem demokratischen Gremium auch möglich sein. (Abg. Mandak: Ja, aber das ist schon ein bisschen ein Unterschied!)
Abg. Öllinger: Darum geht es nicht!
In einem werden Sie mir Recht geben, Herr Professor Van der Bellen: Die Kinder können nichts dafür, in welche Familie sie geboren werden, und die Kinder können als Zwölfjährige nichts dafür (Abg. Öllinger: Darum geht es nicht!), dass ihre Eltern zu Recht für ihre Strafen zur Verantwortung gezogen werden.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte noch etwas zum Kollegen Gudenus sagen. Herr Dr. Haider hat ihn anlässlich einer Äußerung in gleichem Sinn aus dem Nationalrat entfernt. Es war die Autonomie der Wiener, ihn wieder zu wählen. Ich bitte, in der Diskussion nicht zu vergessen, dass es hier zwei unterschiedliche Maßstäbe gibt, denn hier geht es um einen Abgeordneten, der schon einmal diese Unsinnigkeiten, diese nicht akzeptablen Äußerungen im Zusammenhang mit den Gaskammern formuliert hat, dann sanft aus dem Nationalrat hinausgedrängt wurde, der damals die Konsequenzen gezogen hat, der aber heute, nahezu ein Jahrzehnt später, nicht mehr in der Lage ist, seinen Fehler von damals zu erkennen und die richtigen Konsequenzen zu ziehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ
Ich habe es auch als unerträglich empfunden, und es ist ein bisschen Bitterkeit auch bei dieser Freude dabei, dass das jetzt funktioniert und eine Einigung zustande gekommen ist, eine gewisse Bitterkeit, weil die Person Kampl den Fehler nicht selber erkennt und zurücktritt. Das ist das Traurige, und es ist beschämend, dass er die Opposition dafür verantwortlich macht, nicht zurücktreten zu können. Das ist eine Verwechslung von Täter und Opfer, die offensichtlich bei Kampl ein Denkmechanismus ist. Aber es ist nicht die SPÖ und es sind nicht die Grünen dafür verantwortlich, dass er nicht zurücktritt (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), und es ist illegitim zu sagen, es habe eine Hetzjagd auf den Kollegen Kampl gegeben. (Abg. Dr. Brinek: Wer hat das gesagt?) Das war der Parteichef des BZÖ, der gemeint hat, eine Hetzjagd hätte stattgefunden.
Abg. Dr. Brinek: Wer hat das gesagt?
Ich habe es auch als unerträglich empfunden, und es ist ein bisschen Bitterkeit auch bei dieser Freude dabei, dass das jetzt funktioniert und eine Einigung zustande gekommen ist, eine gewisse Bitterkeit, weil die Person Kampl den Fehler nicht selber erkennt und zurücktritt. Das ist das Traurige, und es ist beschämend, dass er die Opposition dafür verantwortlich macht, nicht zurücktreten zu können. Das ist eine Verwechslung von Täter und Opfer, die offensichtlich bei Kampl ein Denkmechanismus ist. Aber es ist nicht die SPÖ und es sind nicht die Grünen dafür verantwortlich, dass er nicht zurücktritt (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), und es ist illegitim zu sagen, es habe eine Hetzjagd auf den Kollegen Kampl gegeben. (Abg. Dr. Brinek: Wer hat das gesagt?) Das war der Parteichef des BZÖ, der gemeint hat, eine Hetzjagd hätte stattgefunden.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Es ist auch eine Bitterkeit in der heutigen Diskussion, weil nach wie vor ein großes Unrecht auch jetzt im Gedenkjahr noch immer nicht gelöst ist, und das ist die Frage der Wehrmachtsdeserteure. 22 000 Todesurteile hat es in der Wehrmacht gegeben, 15 000 sind vollstreckt worden. Das war in anderen Armeen ganz anders, dort waren es ein paar Dutzend. 22 000 Todesurteile, 15 000 Vollstreckungen! Jeder, der sich gegen diese Wehrmacht entschieden hat, hat das unter höchstem persönlichem Risiko getan. Und dass es bis zum heutigen Tag nicht möglich ist, dass diesen Personen, die unter Umständen im KZ für das Nein-Sagen zu dieser Wehrmacht gelitten haben, gefoltert worden sind, die Pensionszeiten dafür nicht anerkannt werden, während nach wie vor Wehrmachtszeiten von Waffen-SS-lern anerkannt wird, das ist eine unerträgliche Schieflage und eine unerträgliche Ungerechtigkeit, die bis heute fortwirkt. Es ist sehr schade und bedauerlich und beschämend, dass es nicht möglich ist, das in diesem Jahr zu lösen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sollen wir uns aus dem Parlament hinaus begeben, wenn es eine solche Garantie ...?
Sollen wir jedes Mal eine Verfassungsänderung machen, wenn das wieder irgendwo vorkommt? Diese Garantieerklärung können Sie nicht abgeben, und das ist der Preis, den dieses Parlament für diese Koalition zu zahlen hat. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sollen wir uns aus dem Parlament hinaus begeben, wenn es eine solche Garantie ...?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
KZ-Insassen sind Opfer nach dem Opferfürsorgegesetz, und jene, die hier ein Verfahren hatten, sind auf Grund der Wehrmachtsurteile durch die Amnestiegesetze 1945 und 1946 rehabilitiert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und dann ist da das Föderalismusprinzip. Und deswegen, Herr Dr. Van der Bellen, bin ich auch der Ansicht, dass der von Ihnen eingebrachte Vorschlag – sicher in gutem Glauben – keinesfalls der beste gewesen wäre, denn wenn ein Landtag und eine Mehrheitsfraktion im Landtag von Beschlüssen im Bundesrat überstimmt werden können, ist das etwas, was unserer Auffassung von Föderalismus widerspricht und nach unserer Verfassung widersprechen muss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Wo waren Sie auf der Liste?
Der Vorschlag der SPÖ zur Abschaffung des freien Mandates ist ja, Gott sei Dank, eigentlich relativ schnell wieder fast zurückgezogen worden. Da kommt natürlich auch immer wieder eine Grundgesinnung zum Tragen, die Altbundeskanzler Sinowatz einmal formuliert hat mit: Durch die Partei bin ich alles, ohne die Partei bin ich nichts – eine Haltung, die wir von der ÖVP nicht mittragen können. (Abg. Parnigoni: Wo waren Sie auf der Liste?) Ich glaube, das freie Mandat und die Verantwortung gegenüber allen Menschen, auch jenen, die nicht der eigenen Fraktion angehören, gehört jeweils zu einer unserer höchsten Verantwortungen als gewählte Mandatare in diesem Haus, und ich glaube, auch darüber sollten wir uns hier einig sein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Die „Liste Hakl“ oder die ÖVP?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Die „Liste Hakl“ oder die ÖVP?
Der Vorschlag der SPÖ zur Abschaffung des freien Mandates ist ja, Gott sei Dank, eigentlich relativ schnell wieder fast zurückgezogen worden. Da kommt natürlich auch immer wieder eine Grundgesinnung zum Tragen, die Altbundeskanzler Sinowatz einmal formuliert hat mit: Durch die Partei bin ich alles, ohne die Partei bin ich nichts – eine Haltung, die wir von der ÖVP nicht mittragen können. (Abg. Parnigoni: Wo waren Sie auf der Liste?) Ich glaube, das freie Mandat und die Verantwortung gegenüber allen Menschen, auch jenen, die nicht der eigenen Fraktion angehören, gehört jeweils zu einer unserer höchsten Verantwortungen als gewählte Mandatare in diesem Haus, und ich glaube, auch darüber sollten wir uns hier einig sein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Die „Liste Hakl“ oder die ÖVP?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat aber der Böhmdorfer das letzte Mal erklärt, Frau Kollegin!
Nur kurz zur Erklärung: Auch die jetzige Debatte zeigt, dass manchen immer noch nicht klar ist, dass Amnestie nicht gleichzusetzen ist mit Rehabilitierung. Das hat etwas mit politischer Kultur zu tun. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat aber der Böhmdorfer das letzte Mal erklärt, Frau Kollegin!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Das hat aber jetzt keiner verstanden! – Abg. Scheibner: Bis jetzt war es eine gute Debatte! Aber nur bis jetzt!
Es ist immer noch nicht klar, was der Bundeskanzler unter dem freien Mandat versteht. Ich erinnere in aller Kürze: BZÖ, FPÖ, Regierungsabkommen, Unterschriftenaffäre, einfordern, nicht bekommen und dergleichen. – So viel zum freien Mandat nach dem Verständnis von Bundeskanzler und ÖVP. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Das hat aber jetzt keiner verstanden! – Abg. Scheibner: Bis jetzt war es eine gute Debatte! Aber nur bis jetzt!)
Abg. Mag. Molterer: Frau Trunk, bitte! Das darf ja nicht wahr sein!
Und diese Aussage soll der Grund dafür gewesen sein, dass Herr Kampl nun doch bleiben wird?! – So viel zum Verständnis von politischer Kultur in anderen Parteien. (Abg. Mag. Molterer: Frau Trunk, bitte! Das darf ja nicht wahr sein!)
Abg. Dr. Lopatka: Das ist Ihre Koalition in Kärnten!
Was bedeutet es, nämlich längerfristig und tiefer gehend, wenn ein Kärntner Landtagspräsident nicht spontan, sondern Wochen danach diese Aussagen relativiert? Was bedeutet es für diese Koalition und ihren Bündnispartner, den Kärntner Landeshauptmann, wenn der Landeshauptmann bis heute beiden den Rücken stärkt, dafür aber den Präsidenten Pehm kritisiert? (Abg. Dr. Lopatka: Das ist Ihre Koalition in Kärnten!) Kollege Scheuch, Sie kennen meine politische Haltung und wissen, was ich von dieser Koalition halte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Werten Sie sich nicht selbst auf! Ich habe Sie nicht einmal angesprochen!) Das sind Fragen, die zuerst der Bundeskanzler – und das hat mit der Bundesverfassung zu tun – zu beantworten hat. Auf Schlechtes zu verweisen, ist keine Erklärung. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Lopatka.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Werten Sie sich nicht selbst auf! Ich habe Sie nicht einmal angesprochen!
Was bedeutet es, nämlich längerfristig und tiefer gehend, wenn ein Kärntner Landtagspräsident nicht spontan, sondern Wochen danach diese Aussagen relativiert? Was bedeutet es für diese Koalition und ihren Bündnispartner, den Kärntner Landeshauptmann, wenn der Landeshauptmann bis heute beiden den Rücken stärkt, dafür aber den Präsidenten Pehm kritisiert? (Abg. Dr. Lopatka: Das ist Ihre Koalition in Kärnten!) Kollege Scheuch, Sie kennen meine politische Haltung und wissen, was ich von dieser Koalition halte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Werten Sie sich nicht selbst auf! Ich habe Sie nicht einmal angesprochen!) Das sind Fragen, die zuerst der Bundeskanzler – und das hat mit der Bundesverfassung zu tun – zu beantworten hat. Auf Schlechtes zu verweisen, ist keine Erklärung. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Lopatka.)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Lopatka.
Was bedeutet es, nämlich längerfristig und tiefer gehend, wenn ein Kärntner Landtagspräsident nicht spontan, sondern Wochen danach diese Aussagen relativiert? Was bedeutet es für diese Koalition und ihren Bündnispartner, den Kärntner Landeshauptmann, wenn der Landeshauptmann bis heute beiden den Rücken stärkt, dafür aber den Präsidenten Pehm kritisiert? (Abg. Dr. Lopatka: Das ist Ihre Koalition in Kärnten!) Kollege Scheuch, Sie kennen meine politische Haltung und wissen, was ich von dieser Koalition halte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Werten Sie sich nicht selbst auf! Ich habe Sie nicht einmal angesprochen!) Das sind Fragen, die zuerst der Bundeskanzler – und das hat mit der Bundesverfassung zu tun – zu beantworten hat. Auf Schlechtes zu verweisen, ist keine Erklärung. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Lopatka.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist eine Schande, dass durch diese Affären und Skandale Österreich in Geiselhaft genommen wird, in Geiselhaft von politischen Kräften, die solche Aussagen nicht einstellen oder nicht unterbinden können. Dafür, Frau Kollegin Hakl und Herr Kollege Lopatka, trägt auch der Herr Bundeskanzler die Verantwortung, denn er hat zum zweiten Mal diese politischen Kräfte an Bord geholt und sie regierungsfähig gemacht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das ist ziemlich übel, was Sie da sagen!
Das ist die Verantwortung des Bundeskanzlers, und ein Bundeskanzler, der diese Geister gerufen hat, denke ich, hätte Anlass dazu, diese Geister wieder loszuwerden. Aber ich frage mich: Will er das wirklich? Wie viel Haltungslosigkeit, wie viele Geschichtsverfälschungen muss Österreich noch ertragen, bis dieser Bundeskanzler Österreich von dieser Koalition befreit? (Abg. Scheibner: Das ist ziemlich übel, was Sie da sagen!) All das wissend geht der Herr Bundeskanzler in eine hoch riskante EU-Präsidentschaft (Abg. Scheibner: Wie lange haben Sie geübt für diese Rede?), geschätzte oder teilweise geschätzte Kollegen und Kolleginnen. (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja ungeheuerlich! Wer sind die nicht geschätzten Kollegen? – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Aber gegen Haltungslosigkeit ... (Zwischenrufe des Abg. Dr. Lopatka.)
Abg. Scheibner: Wie lange haben Sie geübt für diese Rede?
Das ist die Verantwortung des Bundeskanzlers, und ein Bundeskanzler, der diese Geister gerufen hat, denke ich, hätte Anlass dazu, diese Geister wieder loszuwerden. Aber ich frage mich: Will er das wirklich? Wie viel Haltungslosigkeit, wie viele Geschichtsverfälschungen muss Österreich noch ertragen, bis dieser Bundeskanzler Österreich von dieser Koalition befreit? (Abg. Scheibner: Das ist ziemlich übel, was Sie da sagen!) All das wissend geht der Herr Bundeskanzler in eine hoch riskante EU-Präsidentschaft (Abg. Scheibner: Wie lange haben Sie geübt für diese Rede?), geschätzte oder teilweise geschätzte Kollegen und Kolleginnen. (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja ungeheuerlich! Wer sind die nicht geschätzten Kollegen? – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Aber gegen Haltungslosigkeit ... (Zwischenrufe des Abg. Dr. Lopatka.)
Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja ungeheuerlich! Wer sind die nicht geschätzten Kollegen? – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Das ist die Verantwortung des Bundeskanzlers, und ein Bundeskanzler, der diese Geister gerufen hat, denke ich, hätte Anlass dazu, diese Geister wieder loszuwerden. Aber ich frage mich: Will er das wirklich? Wie viel Haltungslosigkeit, wie viele Geschichtsverfälschungen muss Österreich noch ertragen, bis dieser Bundeskanzler Österreich von dieser Koalition befreit? (Abg. Scheibner: Das ist ziemlich übel, was Sie da sagen!) All das wissend geht der Herr Bundeskanzler in eine hoch riskante EU-Präsidentschaft (Abg. Scheibner: Wie lange haben Sie geübt für diese Rede?), geschätzte oder teilweise geschätzte Kollegen und Kolleginnen. (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja ungeheuerlich! Wer sind die nicht geschätzten Kollegen? – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Aber gegen Haltungslosigkeit ... (Zwischenrufe des Abg. Dr. Lopatka.)
Zwischenrufe des Abg. Dr. Lopatka.
Das ist die Verantwortung des Bundeskanzlers, und ein Bundeskanzler, der diese Geister gerufen hat, denke ich, hätte Anlass dazu, diese Geister wieder loszuwerden. Aber ich frage mich: Will er das wirklich? Wie viel Haltungslosigkeit, wie viele Geschichtsverfälschungen muss Österreich noch ertragen, bis dieser Bundeskanzler Österreich von dieser Koalition befreit? (Abg. Scheibner: Das ist ziemlich übel, was Sie da sagen!) All das wissend geht der Herr Bundeskanzler in eine hoch riskante EU-Präsidentschaft (Abg. Scheibner: Wie lange haben Sie geübt für diese Rede?), geschätzte oder teilweise geschätzte Kollegen und Kolleginnen. (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja ungeheuerlich! Wer sind die nicht geschätzten Kollegen? – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Aber gegen Haltungslosigkeit ... (Zwischenrufe des Abg. Dr. Lopatka.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Peinlich ist das! Ungeheuerlich!
Es läutet noch nicht, ich habe also Zeit, Sie ausschreien zu lassen. Die Maßstäbe der Wertschätzung, der persönlichen und politischen Wertschätzung unterlege ich meinem Verständnis von politischer Kultur und Demokratie. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Peinlich ist das! Ungeheuerlich!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wo ist denn der Respekt?!
Herr Staatssekretär! Kollegen und Kolleginnen! Die Tatsache, dass Kampl und Gudenus ihr Mandat weiter ausüben wollen, ist eine Frage des Rückgrats, des Umgangs mit Würde und des Respekts. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wo ist denn der Respekt?!) Wenn wir da einen Vier-Parteien-Konsens haben wollen, dann brauchen wir einen Konsens der klaren Ablehnung allen nationalsozialistischen Gedankengutes, allen rassistischen Gedankengutes und allen faschistischen Gedankengutes. – Dazu fordere ich Sie auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Staatssekretär! Kollegen und Kolleginnen! Die Tatsache, dass Kampl und Gudenus ihr Mandat weiter ausüben wollen, ist eine Frage des Rückgrats, des Umgangs mit Würde und des Respekts. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wo ist denn der Respekt?!) Wenn wir da einen Vier-Parteien-Konsens haben wollen, dann brauchen wir einen Konsens der klaren Ablehnung allen nationalsozialistischen Gedankengutes, allen rassistischen Gedankengutes und allen faschistischen Gedankengutes. – Dazu fordere ich Sie auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: ... Parlamentarismus!
Das andere, das ich mir gewünscht hätte – das ist leider noch nicht angesprochen worden –: Ja, Anlassgesetzgebung ist das eine, und es ist viel darüber gesagt worden, warum es nicht anders möglich war und warum es sinnvoll war. Aber ich hätte mir gewünscht, Herr Klubobmann Molterer, dass wir – und die Zeit wäre vorhanden gewesen – etwas mehr Zeit gehabt hätten, das zu beraten, auch im Ausschuss. (Abg. Dr. Fekter: ... Parlamentarismus!) Es wäre sinnvoll gewesen.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie wissen, Frau Dr. Fekter, dass das Zweifeln an Gaskammern in der Bundesrepublik Deutschland, in Frankreich, in anderen Ländern, und zwar ziemlich blitzartig, zu einer Anklage und in der Regel auch zu strafrechtlicher Verurteilung führt. In Österreich hat der Zweifel nicht zu einer Anklage geführt. Und ich kenne das Verbotsgesetz so wie Sie. Ich möchte Sie nur bitten – das ist nicht mehr als eine Bitte –: Falls noch jemand kommen sollte und sich auf die Zweifel des Herrn Gudenus berufen sollte, um wieder zu zweifeln oder wissenschaftliche Untersuchungen einzufordern, dann bitte ich Sie, das NS-Verbotsgesetz so zu präzisieren und zu novellieren, dass auch in Zukunft jeder Zweifel unter die Strafandrohung des NS-Verbotsgesetzes fällt. Das wäre eigentlich etwas, das wir andenken sollten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
uns leichter mit Kampls und Gudenus’ und was weiß ich noch wem. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Mag. Roderich Regler (ÖVP): Hohes Haus! Herr Präsident! Eigentlich sollte diese Beschlussfassung auch eine besonders schöne Stunde in diesem Hohen Haus sein, und da passt die Rede der Frau Kollegin Melitta Trunk – der Repräsentantin einer Partei, die in Kärnten mit dem Herrn Landeshauptmann in Koalition steht – überhaupt nicht hinein. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte dazu betonen, dass gerade die ÖVP in ihrer ganzen Geschichte alles faschistische Gedankengut immer weit von sich gewiesen hat. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die Historiker haben schon nachgewiesen, dass gerade die Vertreter der ÖVP nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bewertung und in der Reaktion auf die Verbrechen des Nationalsozialismus ganz besonders streng waren. – Daher bitte keine solchen Äußerungen, mit denen man hier irgendwelche Verdächtigungen ausspricht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Gradwohl und Dr. Einem sowie weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Gradwohl und Dr. Einem sowie weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte dazu betonen, dass gerade die ÖVP in ihrer ganzen Geschichte alles faschistische Gedankengut immer weit von sich gewiesen hat. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die Historiker haben schon nachgewiesen, dass gerade die Vertreter der ÖVP nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bewertung und in der Reaktion auf die Verbrechen des Nationalsozialismus ganz besonders streng waren. – Daher bitte keine solchen Äußerungen, mit denen man hier irgendwelche Verdächtigungen ausspricht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Gradwohl und Dr. Einem sowie weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Ist das jetzt noch ein Bundesgremium – oder was ist das?
Erstens: Als überzeugter Föderalist und ehemaliger Wiener Landtagsabgeordneter ist für mich wichtig, dass bei der Neuregelung nicht in die Rechte der Länder eingegriffen wird. Und das, Herr Professor Van der Bellen, ist auch der Grund, warum wir dem Vorschlag der Grünen nicht näher treten konnten. Dieser hätte nämlich die Rechte der Landtage beschnitten, wenn zum Beispiel der Bundesrat frei den Vorsitzenden wählt, auch wenn dies aus den Reihen der betreffenden Partei erfolgt. (Abg. Dr. Van der Bellen: Ist das jetzt noch ein Bundesgremium – oder was ist das?) Der Landtag hätte nicht mehr dieses Recht gehabt, und der Bundesrat ist ja die Länderkammer. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Erstens: Als überzeugter Föderalist und ehemaliger Wiener Landtagsabgeordneter ist für mich wichtig, dass bei der Neuregelung nicht in die Rechte der Länder eingegriffen wird. Und das, Herr Professor Van der Bellen, ist auch der Grund, warum wir dem Vorschlag der Grünen nicht näher treten konnten. Dieser hätte nämlich die Rechte der Landtage beschnitten, wenn zum Beispiel der Bundesrat frei den Vorsitzenden wählt, auch wenn dies aus den Reihen der betreffenden Partei erfolgt. (Abg. Dr. Van der Bellen: Ist das jetzt noch ein Bundesgremium – oder was ist das?) Der Landtag hätte nicht mehr dieses Recht gehabt, und der Bundesrat ist ja die Länderkammer. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher bin ich auch ganz entsetzt gewesen über die Äußerung, dass Bundeskanzler Schüssel hier „ein Machtwort sprechen“ soll. Hohes Haus! Ich glaube, Charles de Montesquieu hätte sich im Grab umgedreht, wenn sein Werk „Vom Geist der Gesetze“ so verstanden wird, dass die Exekutive in das Parlament eingreifen kann, dass die Exekutive sich Parlamentarier aussuchen soll. Und ich glaube, auch Herr Professor Kelsen hätte das keinesfalls verstanden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne gratuliere ich zu dieser Lösung und freue mich auf die einstimmige Annahme im Hohen Haus. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Der Rede der Kollegin Trunk ist nichts hinzuzufügen! – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Neudeck: Das stimmt wirklich!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Scheibner zu Wort gemeldet. (Abg. Dr. Jarolim: Der Rede der Kollegin Trunk ist nichts hinzuzufügen! – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Neudeck: Das stimmt wirklich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das Gesetz, mit dem ein Nationalfonds der Republik Österreich für NS-Opfer eingeführt worden ist, ist mit den Stimmen aller parlamentarischen Parteien, also auch mit den Stimmen der Freiheitlichen, beschlossen worden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Lopatka: Seit 1945!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dass ich noch ganz kurz zwei Feststellungen mache, hat ausschließlich damit zu tun, dass mein Vorredner von der ÖVP erklärt hat, dass – lassen Sie es mich terminisieren – seit heute, 13.45 Uhr, die ÖVP an der Spitze des österreichischen Antifaschismus steht. (Abg. Dr. Lopatka: Seit 1945!) – Das stimmt nicht. (Weiterer Ruf bei der ÖVP: 1945!) Ich möchte jetzt überhaupt nicht darauf eingehen, und ich halte gerade heute die Debatte darüber, was man der ÖVP und was man der SPÖ in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit vorzuwerfen hat, für völlig überflüssig. (Ruf bei der ÖVP: ... Kommunisten!)
Weiterer Ruf bei der ÖVP: 1945!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dass ich noch ganz kurz zwei Feststellungen mache, hat ausschließlich damit zu tun, dass mein Vorredner von der ÖVP erklärt hat, dass – lassen Sie es mich terminisieren – seit heute, 13.45 Uhr, die ÖVP an der Spitze des österreichischen Antifaschismus steht. (Abg. Dr. Lopatka: Seit 1945!) – Das stimmt nicht. (Weiterer Ruf bei der ÖVP: 1945!) Ich möchte jetzt überhaupt nicht darauf eingehen, und ich halte gerade heute die Debatte darüber, was man der ÖVP und was man der SPÖ in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit vorzuwerfen hat, für völlig überflüssig. (Ruf bei der ÖVP: ... Kommunisten!)
Ruf bei der ÖVP: ... Kommunisten!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dass ich noch ganz kurz zwei Feststellungen mache, hat ausschließlich damit zu tun, dass mein Vorredner von der ÖVP erklärt hat, dass – lassen Sie es mich terminisieren – seit heute, 13.45 Uhr, die ÖVP an der Spitze des österreichischen Antifaschismus steht. (Abg. Dr. Lopatka: Seit 1945!) – Das stimmt nicht. (Weiterer Ruf bei der ÖVP: 1945!) Ich möchte jetzt überhaupt nicht darauf eingehen, und ich halte gerade heute die Debatte darüber, was man der ÖVP und was man der SPÖ in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit vorzuwerfen hat, für völlig überflüssig. (Ruf bei der ÖVP: ... Kommunisten!)
Ruf: Wer?
Wir können ein anderes Mal über Kärnten und die Kärntner SPÖ diskutieren, ich halte es heute nicht für notwendig. Zumindest hat eine Partei den Versuch unternommen, ihre Geschichte in diesem Zusammenhang aufzuarbeiten, und das würde auch einer anderen (Ruf: Wer?) und insbesondere einer dritten und vierten Partei (neuerlicher Ruf: Wer?) ganz gut anstehen. (Abg. Neudeck: Es sind schon alle fertig damit!)
neuerlicher Ruf: Wer?
Wir können ein anderes Mal über Kärnten und die Kärntner SPÖ diskutieren, ich halte es heute nicht für notwendig. Zumindest hat eine Partei den Versuch unternommen, ihre Geschichte in diesem Zusammenhang aufzuarbeiten, und das würde auch einer anderen (Ruf: Wer?) und insbesondere einer dritten und vierten Partei (neuerlicher Ruf: Wer?) ganz gut anstehen. (Abg. Neudeck: Es sind schon alle fertig damit!)
Abg. Neudeck: Es sind schon alle fertig damit!
Wir können ein anderes Mal über Kärnten und die Kärntner SPÖ diskutieren, ich halte es heute nicht für notwendig. Zumindest hat eine Partei den Versuch unternommen, ihre Geschichte in diesem Zusammenhang aufzuarbeiten, und das würde auch einer anderen (Ruf: Wer?) und insbesondere einer dritten und vierten Partei (neuerlicher Ruf: Wer?) ganz gut anstehen. (Abg. Neudeck: Es sind schon alle fertig damit!)
Abg. Großruck: Abstimmen tun wir!
Was mich aber mehr beschäftigt, ist: Wie soll das jetzt weitergehen? (Abg. Großruck: Abstimmen tun wir!) Wie soll jetzt, meine Damen und Herren von der ÖVP, weiterregiert werden? – Sie wissen ganz genau, dass keine Verfassungsänderung dieser
Abg. Neudeck: Das können Sie auch nicht!
Ich glaube Ihnen persönlich, Herr Kollege Scheibner, durchaus, dass Sie das so meinen, und Sie sind sicherlich nicht der Einzige in Ihrer Partei, der das so meint. Aber Sie können diese Garantie nicht abgeben (Abg. Neudeck: Das können Sie auch nicht!), und das ist das Problem, das wir alle gemeinsam haben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. – Abg. Neudeck: Das sind alles ... Menschen! Da gibt es ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. – Abg. Neudeck: Das sind alles ... Menschen! Da gibt es ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich glaube Ihnen persönlich, Herr Kollege Scheibner, durchaus, dass Sie das so meinen, und Sie sind sicherlich nicht der Einzige in Ihrer Partei, der das so meint. Aber Sie können diese Garantie nicht abgeben (Abg. Neudeck: Das können Sie auch nicht!), und das ist das Problem, das wir alle gemeinsam haben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. – Abg. Neudeck: Das sind alles ... Menschen! Da gibt es ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn wir heute aus dieser Diskussion hinausgehen, weiß ich auch, dass Sie, Herr Kollege Scheibner, alles versuchen werden, dass es zu keinen Wiederholungen, ähnlich diesen Vorfällen, in Ihrer eigenen jetzigen Partei kommt. Aber Garantie ist das keine, und das Problem wird erst dann gelöst werden, wenn eine Regierung mit einem Koalitionspartner dieser Art auch in dieser Frage den Weg in Österreich frei gemacht haben wird. Auch das wird erst mit einem politischen Wechsel beantwortet und gelöst werden können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Nur ganz kurz, Herr Präsident! Herr Abgeordneter Pilz, ich sage Ihnen: Bei aller Zurückhaltung, die in so einer Debatte angemessen ist, aber Sie – und auch nicht Ihre Fraktion! – sind nicht der Gradmesser in Österreich dafür, welche Partei hier demokratisch legitimiert ist und in einer Regierung sein darf oder nicht. Das macht der Wähler! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!
Wir tragen, so wie jede andere Partei, die Verantwortung für unsere Mandatare, für die Aussagen und für die Handlungen unserer Mandatare. Aber so wie Sie hier Zensuren verteilen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!) und sagen, eine Partei dürfe nur dann in eine Regierung gehen, wenn sie für alle Zukunft garantieren kann, dass es keine Fehler oder irgendwelche Ereignisse, die negativ sind, aus dem Kreise dieser Partei oder deren Mandatare gibt – also so weit können Sie nicht gehen! Und das meinen Sie hoffentlich nicht ernst (Abg. Dr. Pilz: Aber selbstverständlich!), es ist jedenfalls in so einer Debatte nicht angemessen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pilz: Aber selbstverständlich!
Wir tragen, so wie jede andere Partei, die Verantwortung für unsere Mandatare, für die Aussagen und für die Handlungen unserer Mandatare. Aber so wie Sie hier Zensuren verteilen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!) und sagen, eine Partei dürfe nur dann in eine Regierung gehen, wenn sie für alle Zukunft garantieren kann, dass es keine Fehler oder irgendwelche Ereignisse, die negativ sind, aus dem Kreise dieser Partei oder deren Mandatare gibt – also so weit können Sie nicht gehen! Und das meinen Sie hoffentlich nicht ernst (Abg. Dr. Pilz: Aber selbstverständlich!), es ist jedenfalls in so einer Debatte nicht angemessen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir tragen, so wie jede andere Partei, die Verantwortung für unsere Mandatare, für die Aussagen und für die Handlungen unserer Mandatare. Aber so wie Sie hier Zensuren verteilen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!) und sagen, eine Partei dürfe nur dann in eine Regierung gehen, wenn sie für alle Zukunft garantieren kann, dass es keine Fehler oder irgendwelche Ereignisse, die negativ sind, aus dem Kreise dieser Partei oder deren Mandatare gibt – also so weit können Sie nicht gehen! Und das meinen Sie hoffentlich nicht ernst (Abg. Dr. Pilz: Aber selbstverständlich!), es ist jedenfalls in so einer Debatte nicht angemessen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau!
Vor diesem Hintergrund muss ich auch meine Berichtigung ergänzen. Ich bin ja davon ausgegangen, dass Sie wirklich eine moralische Instanz sind und bei diesem Gesetz 1995 selbstverständlich mitgestimmt haben. Dem war aber nicht so. Kollege Öllinger hat, ich sage es noch einmal, behauptet, die Freiheitlichen hätten dem Nationalfondsgesetz für die NS-Opfer nicht zugestimmt. Das habe ich berichtigt, die Freiheitlichen haben nämlich zugestimmt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau!) Ich war aber, das gebe ich zu, dabei etwas oberflächlich, denn ich
Hö-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Dieser Vorlage haben damals zugestimmt: die Sozialdemokraten, die Österreichische Volkspartei, die Freiheitlichen und die Liberalen. (Hö-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Die Grünen haben das Nationalfondsgesetz in dritter Lesung abgelehnt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der ÖVP: Wie ist das mit der Wahrheit?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der ÖVP: Wie ist das mit der Wahrheit?
Dieser Vorlage haben damals zugestimmt: die Sozialdemokraten, die Österreichische Volkspartei, die Freiheitlichen und die Liberalen. (Hö-Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Die Grünen haben das Nationalfondsgesetz in dritter Lesung abgelehnt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der ÖVP: Wie ist das mit der Wahrheit?)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Berichterstatterin wünscht kein Schlusswort. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ruhe! (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Die Berichterstatterin wünscht kein Schlusswort. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ruhe! (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Parnigoni: Die Frau Rosenkranz fehlt!
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein bejahendes Zeichen. – Das Gesetz ist somit auch in dritter Lesung einstimmig angenommen. (Abg. Parnigoni: Die Frau Rosenkranz fehlt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wer dann sagt, die WHO-Initiative sei nicht sinnvoll, wer dann sagt, eigentlich sei all das ein Thema des Eigennutzes, also was jemand für sich selbst tut, dem sage ich: Wenn es dann so ist wie bei jener Frau, die völlig verzweifelt bei mir sitzt und sagt: Warum habe ich früher nichts gemacht?, dann, glaube ich, ist die Politik gefordert! Und in diesem Fall war die Politik der WHO, aber auch jene der Nationalstaaten, der einzelnen Gesundheitsminister sehr vernünftig. Wir müssen in Österreich diesen Weg schlicht und einfach weitergehen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald nickt
Ich möchte nur auf die Initiativen unseres Gesundheitslandesrates in Niederösterreich hinweisen, der zum Beispiel mutig genug war, die Aktion „Rauchfreie Krankenhäuser“ zu starten, das heißt, nicht nur die öffentlich zugänglichen Räume, sondern das gesamte Spital mit allen Nebenräumen ist eine rauchfreie Zone. Er hat die Bediensteten, alle Angestellten, alle dort Tätigen, die für Gesundheit zuständig sind, dort, wo für die Gesundheit gearbeitet wird, dazu verpflichtet, in diesen Räumen ebenfalls nicht zu rauchen. Ich sage, das ist ein mutiger Schritt, denn ich weiß, dass so manche, die selbst in Gesundheitsberufen tätig sind (Abg. Dr. Grünewald nickt) – ja, Herr Kollege Grünewald –, selber ihre Schwierigkeiten damit haben.
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne werden wir natürlich diesem Antrag zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.
Insgesamt ist das Paket aus gesundheitspolitischer Sicht in Ordnung, aber ohne flankierende Maßnahmen unvollständig. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Stummvoll.)
Abg. Steibl: Weihrauch ist etwas Schönes!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Eine Vorrednerin von der sozialdemokratischen Fraktion hat zu Recht erkannt, dass diese Rede über die Einschränkung des Tabakkonsums für mich eine gewisse Herausforderung darstellt. Das gebe ich zu. Trotzdem ist die WHO natürlich nachhaltig zu unterstützen. Solange sie nicht dem UNO-Sicherheitsrat verbietet, die Friedenspfeife zu rauchen, solange uns nicht die Bundesregierung als Ersatzdroge Weihrauchzigaretten verordnet, kann ich das nur unterstützen. (Abg. Steibl: Weihrauch ist etwas Schönes!)
Beifall bei Abgeordneten der Grünen.
Ich gebe auch zu, dass hier jemand zu Ihnen spricht, der nicht in allen Lebenslagen jeder Freude, jeder Versuchung, jeder Gefahr widerstand, und daher hat es auch wenig Sinn, mich fünf Minuten hier herauszustellen und mit erhobenem Zeigefinger zu predigen, vielleicht nur Folgendes: Es gibt Leute, die sich immer gerne als Vorbilder zeigen, oberlehrer- oder oberlehrerinnenhaft. Ich sage zu allen meinen Patientinnen und Patienten, Kolleginnen und Kollegen: Seid klüger als ich! – Und auch das wird manchmal angenommen. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Neudeck. – Bundesministerin Rauch-Kallat: Heldenhaft!
Das heißt, hinter dem Mikrophon kann ich jetzt leicht klug und stark sein, und deswegen sage ich, dass ich dieses Rahmenübereinkommen auch von Herzen, auch vom Verstand nachhaltig unterstützen werde. (Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Neudeck. – Bundesministerin Rauch-Kallat: Heldenhaft!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Beifall der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Schasching. – Abg. Neudeck: Da muss ich gleich eine rauchen gehen!
Was die Cafeteria anlangt, sollten wir uns überlegen – da die Nichtraucher mehr sind als die Raucher –, ob man nicht den größeren Saal für die Nichtraucher und den kleineren für die Raucher einrichtet. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Beifall der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Schasching. – Abg. Neudeck: Da muss ich gleich eine rauchen gehen!) Vielleicht könnte man da auch mit dem Inhaber der Cafeteria sprechen, denn dann hätte ich auch wieder meinen Herrn Rudi. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur nicht zu militant!) Nicht zu militant! Gut, das waren nur einige Anregungen für dieses Haus.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur nicht zu militant!
Was die Cafeteria anlangt, sollten wir uns überlegen – da die Nichtraucher mehr sind als die Raucher –, ob man nicht den größeren Saal für die Nichtraucher und den kleineren für die Raucher einrichtet. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Beifall der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Schasching. – Abg. Neudeck: Da muss ich gleich eine rauchen gehen!) Vielleicht könnte man da auch mit dem Inhaber der Cafeteria sprechen, denn dann hätte ich auch wieder meinen Herrn Rudi. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur nicht zu militant!) Nicht zu militant! Gut, das waren nur einige Anregungen für dieses Haus.
in Richtung der Abg. Schasching
Wir haben uns vorgenommen – wir beiden „Bösen“ (in Richtung der Abg. Schasching) –, wir versuchen es auch mit einem Schmunzeln und mit Charme zu machen, dann wird es etwas netter angenommen. Meine Damen und Herren, wir haben diesbezüglich noch genug zu tun. Ich bitte Sie hier wirklich auch in der Bewusstseinsbildung um Ihre Unterstützung. Ich selbst werde alles daransetzen, dass wir keinen Krieg der NichtraucherInnen gegen die RaucherInnen und umgekehrt haben, sondern eine friedliche Koexistenz. Diese friedliche Koexistenz bedingt aber auch eine entsprechende Rücksichtnahme der Raucherinnen und Raucher gegenüber den Nichtraucherinnen und Nichtrauchern. Und am allerwichtigsten ist es mir, dass Kinder geschützt sind. – In diesem Sinn ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben uns vorgenommen – wir beiden „Bösen“ (in Richtung der Abg. Schasching) –, wir versuchen es auch mit einem Schmunzeln und mit Charme zu machen, dann wird es etwas netter angenommen. Meine Damen und Herren, wir haben diesbezüglich noch genug zu tun. Ich bitte Sie hier wirklich auch in der Bewusstseinsbildung um Ihre Unterstützung. Ich selbst werde alles daransetzen, dass wir keinen Krieg der NichtraucherInnen gegen die RaucherInnen und umgekehrt haben, sondern eine friedliche Koexistenz. Diese friedliche Koexistenz bedingt aber auch eine entsprechende Rücksichtnahme der Raucherinnen und Raucher gegenüber den Nichtraucherinnen und Nichtrauchern. Und am allerwichtigsten ist es mir, dass Kinder geschützt sind. – In diesem Sinn ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen, der SPÖ und der Grünen.
Abgeordnete Barbara Riener (ÖVP): Werter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ich möchte ganz herzlich Landsleute von mir aus der Steiermark, nämlich aus der Weststeiermark, aus Voitsberg, auf der Galerie begrüßen: Herzlich willkommen im Hohen Haus! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen, der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Da nicht nur, was das Rauchen, sondern auch, was den Alkohol angeht, die Konsumenten immer jünger werden, haben wir ebenso erhöhten Handlungsbedarf im Bereich Alkoholge- beziehungsweise Alkoholmissbrauch. Ich bin aber davon überzeugt, dass unsere ÖVP-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat bereits gezielte Maßnahmen erarbeitet hat – zum Wohle unserer österreichischen Jugend. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Folgendes gebe ich noch zu bedenken: Zirka 2 Milliarden € pro Jahr könnten wir an Kosten sparen, die auf das Konto der Behandlung nach Tabakkonsum gehen. Das ist nicht nur, aber eine Möglichkeit, ein Ziel, eine Verhaltensänderung in puncto Rauchen in die Tat umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Noch einmal ein herzliches Dankeschön dir, Frau Bundesministerin, für dein engagiertes Einschreiten in dieser Angelegenheit! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Da gibt es zwei Strategien – und, Frau Minister, wir sind da ja einer Meinung –: Eindämmung des illegalen Schmuggels von Zigaretten, vor allem von jenen, die aus China kommen. Ich glaube, da ziehen wir alle an einem Strang. Zweitens sollten wir – darüber sind wir, glaube ich, ebenfalls einer Meinung – dann, wenn der Zigarettenkonsum gesundheitspolitisch erwünscht zurückgeht, in Trafiken die Produktpalette erweitern, Alternativprodukte zulassen, damit dort eben rund 10 000 Arbeitsplätze auch in Zukunft bestehen bleiben können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
schen Gesundheitswesen bildet, der Reformcharakter hat und der uns ein Stückchen nach vorne bringen wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben schon seinerzeit bei der Beschlussfassung im Sozialausschuss darauf hingewiesen, dass möglicherweise dieses Basismodell mit einer 140-stündigen Zusatzausbildung einer ordnungsgemäßen Qualität nicht gerecht wird. Es gab auch eine gemeinsame Ausschussfeststellung, die darauf verweist oder die eine Evaluierung vorsieht, weil nämlich auch im Ausschuss für Arbeit und Soziales die Befürchtung groß geworden ist, dass dieses Modell dazu benützt werden könnte, dass der SHD über die Hintertüre wieder Einzug in das Gesundheitswesen findet. Das kann nicht im Sinne einer guten Ausbildung, das kann nicht im Sinne der Qualität sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
den wir diesem Gesetzentwurf und diesem Zusatz- und Abänderungsantrag unsere Zustimmung erteilen. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr erfreulich, rundherum erfreulich und einvernehmlich ist die Aufwertung des gehobenen medizinischen Dienstes durch die Einrichtung von Fachhochschulen mit klaren Standards der Ausbildung und einem an die europäischen und internationalen Bezeichnungen angepassten Diplom, dem Bakkalaureat. Es ist dies in Übereinstimmung mit dem so genannten Bologna-Prozess. Es war dies vor allem auch der ausdrückliche Wunsch der Berufsgruppen. Damit ist dieses Gesetz also zu Recht von allen vier Parteien angenommen worden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Fall. Ich bedauere das oder ich bedauere es nicht, aber bedauern würde ich jedenfalls, wenn sich daran in Zukunft nicht das änderte, was ich mir wünsche: früher mitzudiskutieren und vielleicht auch ein bisschen mitzugestalten. Es würde schlichtweg besser werden, ohne jetzt eingebildet zu sein, dass es dazu nur uns braucht – es braucht alle. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
net und abgesichert, tätig zu werden. Das ist im Interesse der am Pool-Markt Tätigen, da es da eine Reihe von schwarzen Schafen gibt und die gehobenen Dienste auch bislang zum Teil mit Gehaltsforderungen et cetera gegen ihren Pooldienstanbieter übrig geblieben sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Erstens verweise ich darauf, dass wir schon seit vielen Jahren in diesem Haus fordern, dass endlich etwas gegen Schwarzarbeit unternommen wird. Wenn Sie das täten, dann hätten Sie den Graubereich auch schon längst ausgeschlossen, vor allem in diesen Bereichen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich nur sagen, dass ich mich sehr freue, dass es uns gelungen ist, die Fachhochschulausbildung auch für die Hebammen – das war ein schwieriger Verhandlungsgegenstand – durchzusetzen. In diesem Punkt werden wir der Vorlage auch zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Ich gebe Kollegem Grünewald durchaus Recht, wenn er meint, dass wir uns auch darüber Sorgen machen müssen, dass die aus dem Ausland hereingeholten Pflegekräfte dem österreichischen Sozialsystem voll im positiven Sinne unterwerfen werden, weil wir da eine Grauzone haben. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich hoffe auch, dass die Neuordnung im Bereich der freiwilligen Sozialdienste dafür sorgen wird, dass mehr junge Menschen Interesse an Pflegeberufen haben werden, als es heute der Fall ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haidlmayr: Nein!
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Kollegin Haidlmayr, in zwei Minuten beginnt die Kurzdebatte. Wollen Sie noch zu Wort kommen? – (Abg. Haidlmayr: Nein!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Ministerin! Sie haben ein Budget von 3,5 Millionen € – das sagen Sie mehrmals in der Anfragebeantwortung –, es gibt Frauenberatungsstellen, bei denen unter der schwarz-blauen Regierung gekürzt wurde, obwohl diese mit allen möglichen Hemmnissen zu kämpfen haben, und Sie haben ein paar Broschüren herausgegeben. Offensichtlich sind Sie damit zufrieden – aber das ist uns zu wenig! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich wünsche ehrlich keiner einzigen Frau in dieser Republik, dass sie arbeitslos wird – auch Ihnen nicht. Ihnen wünsche ich aber ganz dringend einen anderen Job. Vielleicht kann Ihnen eine der Mentorinnen dabei helfen, ihn zu finden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn Sie behaupten, die Strategie Nummer eins der Frauenministerin sei Schönreden, so behaupte ich taxfrei, die Strategie der grünen Frauensprecherin ist schlicht und einfach Schlechtreden, und zwar unentwegt. Ich werde Ihnen das dann auch mit den entsprechenden Zahlen belegen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Weinzinger
Wenn Sie mir als Strategie Ausweichen vorwerfen, darf ich Ihnen als Strategie unpräzise Formulierungen vorwerfen (ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Weinzinger), denn jeder, der sich diese Anfragebeantwortungen durchliest und sich dazu Ihre Rede anschaut, wird sehen, dass es nicht stimmt, dass meine Antwort auf alle Fragen – wie Sie behauptet haben – Mentoring, Mentoring, Mentoring war. Jeder kann das in meiner Antwort beziehungsweise in Ihrer Rede nachlesen. Das ist ja überhaupt kein Problem.
Oje-Rufe bei der ÖVP.
Ich darf Ihnen vielleicht auch noch andere unpräzise Formulierungen nennen: Die Grünen haben ja vor zwei Tagen, am 7. Juni, eine Enquete zur Arbeitsmarktpolitik und den Bedürfnissen der Frauen durchgeführt. Leider ist das Zahlenmaterial, das Sie in dieser Enquete verwendet haben, auch nicht korrekt. (Oje-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Weinzinger: Von 1997 habe ich bei der Enquete gar nicht gesprochen!
Es stimmt nämlich die Aussage nicht, dass die Arbeitslosenquote der Frauen seit 1997 gestiegen sei. (Abg. Mag. Weinzinger: Von 1997 habe ich bei der Enquete gar nicht gesprochen!) – Auch wenn Ihnen die Zahl ungewöhnlich erscheint: Die Referenzzahl aus 1997 kommt von Experten aus der Arbeitsmarktpolitik und aus den Wirtschaftsinstituten, weil man Arbeitsmarktpolitik nur in Konjunkturzyklen berechnen und auch bewerten kann. (Abg. Mag. Weinzinger: Das war aber kein Thema bei der Enquete!) Die Arbeitslosenquote der Frauen ist nämlich seit 1997 kontinuierlich gesunken, während die Arbeitslosenquote der Männer kontinuierlich gestiegen ist. – Auch wenn es Ihnen nicht passt: Das lässt sich mit Zahlen schön beweisen.
Abg. Mag. Weinzinger: Das war aber kein Thema bei der Enquete!
Es stimmt nämlich die Aussage nicht, dass die Arbeitslosenquote der Frauen seit 1997 gestiegen sei. (Abg. Mag. Weinzinger: Von 1997 habe ich bei der Enquete gar nicht gesprochen!) – Auch wenn Ihnen die Zahl ungewöhnlich erscheint: Die Referenzzahl aus 1997 kommt von Experten aus der Arbeitsmarktpolitik und aus den Wirtschaftsinstituten, weil man Arbeitsmarktpolitik nur in Konjunkturzyklen berechnen und auch bewerten kann. (Abg. Mag. Weinzinger: Das war aber kein Thema bei der Enquete!) Die Arbeitslosenquote der Frauen ist nämlich seit 1997 kontinuierlich gesunken, während die Arbeitslosenquote der Männer kontinuierlich gestiegen ist. – Auch wenn es Ihnen nicht passt: Das lässt sich mit Zahlen schön beweisen.
Abg. Mag. Weinzinger: Aber rückläufig, Frau Ministerin! Sagen Sie das doch dazu!
Einige Fakten zur Arbeitslosigkeit: Es ist ein erklärtes Ziel der Bundesregierung, die Beschäftigung von Frauen zu erhöhen. Wir haben das nicht nur gesagt, wir können auch beweisen, dass wir in den letzten fünf Jahren hier einiges erreicht haben: Was beispielsweise teilzeitbereinigte Quoten betrifft, betrug der EU-Durchschnitt der Frauenbeschäftigungsquote in Vollzeitäquivalenten im Jahr 2003 47,3 Prozent und in Österreich 51,7 Prozent – also 4,4 Prozent mehr als der EU-Durchschnitt. (Abg. Mag. Weinzinger: Aber rückläufig, Frau Ministerin! Sagen Sie das doch dazu!) – Lassen Sie mich kurz ausreden, ich habe Sie auch nicht unterbrochen – ich darf Sie ja auch nicht unterbrechen!
Abg. Mag. Weinzinger: Dann tun Sie es auch nicht!
Wir haben nichts davon, wenn wir uns gegenseitig falsche Zahlen an den Kopf werfen. (Abg. Mag. Weinzinger: Dann tun Sie es auch nicht!) – Meine sind nachvollziehbar: Sie können sie gerne in allen offiziellen Papieren einsehen, und ich bin auch gerne bereit, die Unrichtigkeit Ihrer Zahlen zu beweisen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben nichts davon, wenn wir uns gegenseitig falsche Zahlen an den Kopf werfen. (Abg. Mag. Weinzinger: Dann tun Sie es auch nicht!) – Meine sind nachvollziehbar: Sie können sie gerne in allen offiziellen Papieren einsehen, und ich bin auch gerne bereit, die Unrichtigkeit Ihrer Zahlen zu beweisen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Das ist eine Anfragebesprechung! Da befasst man sich mit der Anfrage!
mittlerweile seit zweieinhalb Jahren. (Abg. Sburny: Das ist eine Anfragebesprechung! Da befasst man sich mit der Anfrage!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was da leider auch in den – fast kann man schon sagen – „Tiraden“ immer wieder ganz gern unerwähnt bleibt, ist die Tatsache, dass trotz bestehender Arbeitslosigkeit die Anzahl von Frauen in Beschäftigung kontinuierlich und stetig steigt. Auch das haben wir schon gehört. So hatten nämlich im Jahresdurchschnitt 2004 um 22 382 mehr Frauen einen Arbeitsplatz als im Vorjahr. Das ist eine Steigerung von 1,5 Prozent. Also, kann ich nur sagen, gelingt es dieser Bundesregierung offensichtlich doch ganz gut, Rahmenbedingungen zu gewährleisten, die es den Unternehmen ermöglichen, mehr Jobs zu schaffen – also durchaus ein gutes Zeichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich habe mir aber die Mühe gemacht, zu vergleichen und anzusehen, wie die Entwicklung der Einkommensschere bis beziehungsweise ab dem Jahr 2000 verlaufen ist, da wir von der Opposition ja immer wieder hören, dass ab 2000 angeblich alles so schlecht ist. Interessanterweise hat sich nämlich die arbeitszeitbereinigte Einkommensschere zwischen 1995 und 2000 um insgesamt 0,6 Prozent reduziert, zwischen 2000 und 2002 – also in einem Zeitraum von nur 2 Jahren – jedoch um 1 Prozent. Also da können Sie mir nicht erzählen, dass nach 2000 alles so viel schlechter geworden ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Auch wir würden uns wünschen, die nach wie vor bestehenden Unterschiede zwischen Männern und Frauen deutlich schneller zu reduzieren als bisher. Aber ich kann nur sagen: Politik ist eben die Kunst des Machbaren, und diese Kunst beherrscht diese Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Marek: War irgendetwas Konstruktives dabei?
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Geschätzte Damen und Herren des Nationalrates! Ich glaube nicht, dass Kollegin Weinzinger in ihrer Rede irgendetwas schlecht geredet hat. (Abg. Marek: War irgendetwas Konstruktives dabei?) Es ist einfach Tatsache, was Kollegin Weinzinger in ihrer Rede gesagt hat.
Rufe bei der ÖVP: Marek! – Abg. Mag. Molterer: Frau Mandak hat was gelobt? Das glaub’ ich nicht!
Auch wenn Kollegin Mandak gesagt hat, es sei alles so gut im Beschäftigungssektor: Es ist nicht so gut. (Rufe bei der ÖVP: Marek! – Abg. Mag. Molterer: Frau Mandak hat was gelobt? Das glaub’ ich nicht!) – Entschuldigung: Marek. (Abg. Mag. Molterer: Das hab’ ich mir schon gedacht! Die Mandak hat nichts gelobt!) Es gibt einfach sehr viele Frauen, die in Teilzeitverhältnissen beschäftigt sind. Das wissen auch Sie. Es gibt immer mehr Frauen, die in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen beschäftigt sind, und die Frauen können davon einfach nicht leben.
Abg. Mag. Molterer: Das hab’ ich mir schon gedacht! Die Mandak hat nichts gelobt!
Auch wenn Kollegin Mandak gesagt hat, es sei alles so gut im Beschäftigungssektor: Es ist nicht so gut. (Rufe bei der ÖVP: Marek! – Abg. Mag. Molterer: Frau Mandak hat was gelobt? Das glaub’ ich nicht!) – Entschuldigung: Marek. (Abg. Mag. Molterer: Das hab’ ich mir schon gedacht! Die Mandak hat nichts gelobt!) Es gibt einfach sehr viele Frauen, die in Teilzeitverhältnissen beschäftigt sind. Das wissen auch Sie. Es gibt immer mehr Frauen, die in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen beschäftigt sind, und die Frauen können davon einfach nicht leben.
Beifall bei der SPÖ.
Und auch das ist eine Tatsache: In Österreich leben zurzeit 4,9 Prozent der Frauen in Armut. Das sind 200 000 Frauen, und an ihnen hängen viele Schicksale von Kindern, die in Armut leben. Ich denke einfach, das ist im drittreichsten Land der Europäischen Union untragbar. Dagegen sollten wir eigentlich alle gemeinsam etwas tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: ... überhaupt nicht konstruktiv!
Das dritte Problemfeld, das ich kurz ansprechen möchte, betrifft die Einkommenssituation und die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. Auch das haben Sie angesprochen, Frau Kollegin Marek. Es ist tatsächlich so, dass das Jahres-Bruttoeinkommen von Männern noch immer um 40 Prozent höher ist und deren Nettoeinkommen noch immer um ein Drittel höher ist beziehungsweise dass Frauen noch immer um ein Drittel weniger als Männer verdienen. Ich glaube, auch darüber kann man nicht einfach hinwegsehen und sagen: Wir machen ohnehin so viel! Aber das ist meiner Meinung nach die Strategie der Regierungsparteien, dass einfach alles schöngeredet wird, wie auch Kollegin Weinzinger schon gesagt hat. (Abg. Steibl: ... überhaupt nicht konstruktiv!) Ich glaube, es genügt nicht, Probleme zu kennen, sondern wir müssen etwas dagegen tun. (Abg. Steibl: Sie müssen versuchen, etwas Konstruktives in die Wege zu leiten!)
Abg. Steibl: Sie müssen versuchen, etwas Konstruktives in die Wege zu leiten!
Das dritte Problemfeld, das ich kurz ansprechen möchte, betrifft die Einkommenssituation und die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. Auch das haben Sie angesprochen, Frau Kollegin Marek. Es ist tatsächlich so, dass das Jahres-Bruttoeinkommen von Männern noch immer um 40 Prozent höher ist und deren Nettoeinkommen noch immer um ein Drittel höher ist beziehungsweise dass Frauen noch immer um ein Drittel weniger als Männer verdienen. Ich glaube, auch darüber kann man nicht einfach hinwegsehen und sagen: Wir machen ohnehin so viel! Aber das ist meiner Meinung nach die Strategie der Regierungsparteien, dass einfach alles schöngeredet wird, wie auch Kollegin Weinzinger schon gesagt hat. (Abg. Steibl: ... überhaupt nicht konstruktiv!) Ich glaube, es genügt nicht, Probleme zu kennen, sondern wir müssen etwas dagegen tun. (Abg. Steibl: Sie müssen versuchen, etwas Konstruktives in die Wege zu leiten!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Die Elternteilzeit, die Sie beschlossen haben, kommt auch nicht allen Frauen zugute. Es gibt einfach Hürden, die zu überwinden sind und die viele Frauen in Österreich nicht überwinden können, sei es die dreijährige Betriebszugehörigkeit oder die 21-DienstnehmerInnen-Regelung. – Leider leuchtet jetzt das Lamperl schon und blinkt nicht mehr. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ende wirklich die Eigenständigkeit von Frauen stehen kann. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Sburny: Sie wissen ganz genau, dass diese Steuerreform ...!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Frau Kollegin Königsberger-Ludwig, ich glaube, Sie haben die Steuerreform nicht ganz genau durchgelesen. Ich erinnere Sie nur an den Alleinerzieherabsetzbetrag, der sehr wohl allen Frauen, die Alleinerzieherinnen sind, zugute kommt, insbesondere auch, weil da eine Negativsteuer möglich ist. Ich glaube, Sie schauen sich besser das Gesetz noch einmal genauer an, bevor Sie die Bundesregierung für eventuell schlechte Frauenpolitik kritisieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Sburny: Sie wissen ganz genau, dass diese Steuerreform ...!)
Abg. Mag. Weinzinger: Das können Sie ja selber nicht ernst meinen!
Frau Weinzinger – und noch einmal Frau Königsberger-Ludwig! Ich denke, wenn wir über die Beschäftigung von Frauen reden, dann sollten wir wirklich der Wahrheit ins Auge schauen. Es ist nicht Schönreden, wenn ganz konkrete Zahlen und Fakten auf dem Tisch liegen. (Abg. Mag. Weinzinger: Das können Sie ja selber nicht ernst meinen!) Sie sagen, es ist nur Schönrederei, und es stimmt nicht. Ich habe hier eine ganz konkrete Studie, eine Eurostat-Studie vom 12. April 2005 – ich kann sie Ihnen dann zeigen –, worin ganz klar angeführt ist, dass Österreich bei der Beschäftigung von Frauen ohne Kinder mit 83,4 Prozent an dritter Stelle liegt und dass Österreich bei der Beschäftigungsquote von Frauen mit Kindern unter zwölf Jahren mit 72,1 Prozent europaweit auf Platz fünf liegt. Ich glaube, das kann man nicht leugnen und nicht wegdiskutieren.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Binder.
Es ist schon die Einkommensschere angesprochen worden, und die Berufe, deren Einkommen die Frauen leben lassen. Da möchte ich gegenüber Frau Kollegin Csörgits einmal ganz klar den Bereich der Verhandlungen über die besonderen Frauenberufe ansprechen. Wir brauchen diese speziellen Berufe, in denen zurzeit in erster Linie Frauen tätig sind, und da geht es ganz klar an die Sozialpartner: Es liegt an ihnen, die Löhne in den Kollektivverträgen entsprechend zu verhandeln, damit auch Frauen in diesen frauenspezifischen Berufen ein lebenswertes Einkommen haben. Dies einmal ganz klar an Ihre Adresse! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Binder.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Bei den Müttern mit einem Kind haben wir in Österreich eine Beschäftigungsquote von 77,8 Prozent; damit liegen wir in der Europäischen Union auf Platz vier. Wenn wir uns mit Deutschland vergleichen, dann sehen wir, dass Deutschland mit 66 Prozent an Beschäftigung hinter Österreich liegt. Es steht daher in Österreich nicht so schlecht, was die Beschäftigungsquote von Müttern mit Kindern betrifft. Auch im Bereich von Müttern mit drei und mehr Kindern liegen wir in der Europäischen Union auf Platz fünf. Wenn ich die Zahlen vergleiche: Die Beschäftigungsquote in Österreich beträgt 57 Prozent, in Deutschland sind es 37 Prozent. Ich glaube daher, der Vergleich macht uns sicher, dass wir auch in diesen Bereichen sehr gute Maßnahmen getroffen haben, sodass man nicht immer nur schlechtreden und die Frauenpolitik als schlecht darstellen kann. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich fordere Sie wirklich auf, dass Sie nicht ständig die erfolgreiche Frauenpolitik schlecht machen, sondern gehen wir einmal miteinander, machen Sie ganz konkrete und realistische Vorschläge, damit wir dann miteinander konstruktive Frauenpolitik betreiben können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Bundesministerin Rauch-Kallat: Das letzte Wort hat ein Mann!
Präsident Dr. Andreas Khol: Letzter Redner hiezu ist Herr Abgeordneter Öllinger. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Bundesministerin Rauch-Kallat: Das letzte Wort hat ein Mann!)
in Richtung Bundesministerin Rauch-Kallat
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ehrlich gesagt, manchmal ist der Verlauf einer derartigen Debatte schon sehr deprimierend. Wovon sind wir ausgegangen? – Wir wollten Antworten auf Fragen der Beschäftigung von Frauen und auf Fragen oder Probleme der Arbeitslosigkeit von Frauen haben. Sie (in Richtung Bundesministerin Rauch-Kallat) haben geantwortet. Meine Kollegin Weinzinger hat, meiner Ansicht nach zu Recht, kritisiert: Sie haben viel geantwortet, aber inhaltlich nichts gesagt. Daraufhin gehen Sie, Frau Bundesministerin, her und verlesen noch einmal das, was in der Anfragebeantwortung drinsteht. (Abg. Mag. Molterer: Ja, weil es richtig ist!)
Abg. Mag. Molterer: Ja, weil es richtig ist!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ehrlich gesagt, manchmal ist der Verlauf einer derartigen Debatte schon sehr deprimierend. Wovon sind wir ausgegangen? – Wir wollten Antworten auf Fragen der Beschäftigung von Frauen und auf Fragen oder Probleme der Arbeitslosigkeit von Frauen haben. Sie (in Richtung Bundesministerin Rauch-Kallat) haben geantwortet. Meine Kollegin Weinzinger hat, meiner Ansicht nach zu Recht, kritisiert: Sie haben viel geantwortet, aber inhaltlich nichts gesagt. Daraufhin gehen Sie, Frau Bundesministerin, her und verlesen noch einmal das, was in der Anfragebeantwortung drinsteht. (Abg. Mag. Molterer: Ja, weil es richtig ist!)
Bundesministerin Rauch-Kallat: Nicht immer!
Das hilft uns nicht, Frau Bundesministerin, und ich sage Ihnen auch, warum. Sie kritisieren an uns, dass unsere Fragen zu unpräzise sind. (Bundesministerin Rauch-Kallat: Nicht immer!) Es heißt beispielsweise in Frage 36: Mit welchen konkreten Maßnahmen werden Sie die Väterkarenz fördern? Sie antworten: Ich unterstütze vollinhaltlich die Maßnahmen der ressortzuständigen Bundesministerin für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz. – Das ist eine Null-Antwort!
Beifall bei den Grünen.
Jetzt wissen wir von Frau Haubner eines: Sie ist Männerministerin. Was also unterstützen Sie jetzt? – Sie hat auch zum Thema Väterkarenz nichts vorgelegt. Es ist ja durchaus legitim – und damit bin ich beim eigentlichen Problem, Frau Bundesministerin –, dass Sie sagen: Ich würde gern mehr tun, ich würde gern das und das tun, aber ich habe nicht die Mittel und nicht die Kompetenzen. Da würden wir Ihnen bis zu diesem Punkt folgen, wir würden uns hinter Sie stellen und sagen: Ja, wir unterstützen Sie, dass Frauenpolitik in diesem Land – egal, welche Regierung es ist – endlich mehr gilt. Dazu hätten Sie unsere Unterstützung! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Legen Sie einmal Ihre Scheuklappen ab! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es stellt sich nämlich heraus, dass vor allem Frauen, die Absolventinnen berufsbildender mittlerer Schulen sind, eine deutlich höhere Arbeitslosigkeit zu verzeichnen haben. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass das Bildungssystem im Bereich berufsbildender mittlerer Schulen offensichtlich eine Sackgasse ist. Wir wissen ja auch, wo die Sackgassen sind und wie sie zu benennen sind. Warum diskutieren wir nicht darüber? – Mit Ihnen können wir das offensichtlich nicht diskutieren, weil uns dann die Kollegin Marek und die Kollegin Achleitner mit dem Weihrauchfass erzählen: Alles in Ordnung, super, es geht aufwärts, bestens! (Abg. Scheibner: Legen Sie einmal Ihre Scheuklappen ab! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Frau Kollegin Achleitner, ich sage Ihnen nur – ohne polemisch werden zu wollen –, wenn Sie hier Eurostat-Zahlen verwenden, dann müssen Sie auch wissen, wie Eurostat erhebt. Eurostat erhebt mittels Mikrozensus, und schon eine Stunde Beschäftigung gilt als Beschäftigung. Ja glauben Sie wirklich, dass eine Stunde, drei Stunden oder fünf Stunden Beschäftigung – egal, ob von Männern oder von Frauen – irgendwie tatsächlich als Beschäftigung zu werten sind? – Ich glaube es nicht, weil mit dieser Zählung auch Arbeitslose, die nebenbei geringfügig beschäftigt sind, und da gibt es ja einige, als beschäftigt gewertet werden. Das kann es doch nicht sein! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): ..., Frau Bundesministerin, auch von jüngeren Frauen, ist von Ihnen leider keine Antwort gekommen. Ich habe es versucht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Irgendwie müssen sie es aushalten, weil sie froh sein müssen, dass sie irgendetwas zu tun haben, denn die Arbeitslosigkeit ist groß. – Und immer mehr Frauen werden mit diesem Gesetz unter Druck kommen, nicht mehr auf einem Regelarbeitsverhältnis zu bestehen, sondern über Leasingfirmen dort und da hingeschickt zu werden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sehr froh bin ich auch darüber, dass es uns gelungen ist, erstmals die Kinderintensivpflege gesetzlich zu verankern. Es gab sie, aber nicht bundeseinheitlich geregelt. Ich freue mich sehr, dass es jetzt gelingt, in der Qualitätssicherung der Kinderpflege einen wichtigen Schritt vorwärts zu kommen, denn wir wissen alle: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie haben ihre besonderen Bedürfnisse, und die Bedürfnisse der Kinder sind mir auch ein ganz besonderes Anliegen. – Ich danke Ihnen für Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Was halten Sie von Herrn Hirschmann? Ist der auch so toll?
Wir haben einfach tolle Menschen im steirischen Landesdienst, wir haben tolle Menschen in der Steiermark, und die Steiermark wird mit viel Einsatz von einem tollen Menschen geleitet, von Landeshauptmann Waltraud Klasnic! (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Was halten Sie von Herrn Hirschmann? Ist der auch so toll?)
Beifall bei der SPÖ.
ordnungsgemäß arbeiten. Auch bei diesem Gesetz gilt meiner Meinung nach wieder das Motto des Husch-Pfusch und der Schludrigkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Fasslabend.
Abgeordnete Marialuise Mittermüller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesminister! Hohes Haus! Unser Gesundheitswesen steht durch die demographische Entwicklung vor großen Herausforderungen. Die Novelle zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz geht in etlichen Punkten auf die Notwendigkeiten des Versorgungsauftrags im Kranken- und Pflegebereich ein. Besonders erfreulich ist die Umsetzung einer Forderung des nunmehrigen Kollegen Herbert Haupt, der sich als damaliger Bundesminister sehr für die gesetzliche Verankerung einer Sonderausbildung in der Kinderintensivpflege eingesetzt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Fasslabend.)
Beifall bei den Freiheitlichen und des Abg. Dr. Fasslabend.
Diese Sonderausbildung sieht auch die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde mit ihrem Präsidenten Prof. Dr. Wilhelm Müller als wichtigste Änderung im Zuge dieser Novellierung. Die österreichische Säuglingssterblichkeit liegt leider im Mittelfeld der EU. Gerade die neonatale Säuglingssterblichkeitsrate ließe sich sicherlich deutlich verbessern. Jährlich kommen in Österreich mehr als 10 Prozent Frühgeborene auf die Welt, im Jahr 2003 waren es 8 272 Frühchen. Sie sollen durch noch qualifiziertere Intensivpflege besser versorgt werden. Damit können oft auch spätere Behinderungen, viel familiäres Leid und auch weitere Gesundheitskosten vermieden werden. Für mich ist diese gesetzliche Verankerung der Sonderausbildung zur Kinderintensivpflege eine für die Kindergesundheit notwendige Verbesserung. Sie wird ebenso wie die von der Regierung eingeführte Koppelung des Kindergeldbezugs an regelmäßige Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen deutlich gesundheitsfördernde Auswirkungen haben, sie wird eine Qualitätssteigerung im Gesundheitsbereich bringen. Daher ist diese Novelle zu begrüßen. (Beifall bei den Freiheitlichen und des Abg. Dr. Fasslabend.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bitte Sie, diesem Gesetzentwurf Ihre Zustimmung zu geben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Das ist ein wortwörtliches Zitat, aber bis jetzt ist noch nichts geschehen. Ich denke, es ist wirklich allerhöchste Zeit, auch für diese Gruppe der Beschäftigten endlich die notwendigen Veränderungen durchzuführen. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Wenn Sie jetzt sagen, wir hätten etwas tun können: Frau Bundesministerin Hostasch hat das auch versucht! Wissen Sie, wer dagegen war? – Die ÖVP war damals dagegen, sie wollte keine gesetzliche Veränderung.
Beifall bei der SPÖ.
Zuletzt, meine ich, ist das auch für unser gesamtes Gesundheitssystem wichtig, denn gut ausgebildetes Personal ist meiner Meinung nach der größte Schatz. Wenn hier auch immer wieder als positiv erwähnt wird, dass derzeit durch die Möglichkeit des Leihpersonals eine Grauzone in den Griff zu bekommen ist, so mag das stimmen. Mir persönlich als Gewerkschafterin wäre es aber lieber, wenn im Gesundheitsdienst kein Leihpersonal tätig sein müsste – ich weiß, dass das in vielen Bereichen der Fall ist –, für mich wäre es wesentlich wichtiger, dass man das Gesundheitssystem nicht totspart, sondern ganz einfach in gut qualifiziertes Personal investiert – zugunsten der Beschäftigten, aber auch zugunsten von uns allen, denn alle können wir einmal krank werden! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das heißt, wir geben heute für diesen Weg, der noch gegangen werden muss, den Startschuss, und ich freue mich, dass das auch große Zustimmung hier in diesem Haus finden wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Novelle führt jedoch zu Verbesserungen für die Betroffenen, für die Patienten, trägt zu mehr Qualität in der Pflege bei. Daher bitte ich um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich hoffe, dass Sie wenigstens ein bisschen ein schlechtes Gewissen haben, zumindest bei solchen Anlässen, und daran denken, auf welch brutale und rücksichtslose Art und Weise – so viel zur Sozialpartnerschaft – Sie Herrn Salmutter, noch dazu verfassungswidrig!, entfernt haben, um letztlich Leuten wie Herrn Gaugg die Möglichkeit zu eröffnen, im Gesundheits- und Sozialwesen Verantwortung zu tragen. Ich hoffe, Sie schämen sich ein bisschen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Laut WHO ist die sicherste Blutspende die freiwillige und unbezahlte Spende. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich freue mich – kurz vor dem Welt-Blutspendetag, der am 14. Juni 2005 abgehalten wird –, dass dieser Antrag breiten Konsens gefunden hat, und bedanke mich abschließend bei allen Blutspenderinnen und Blutspendern für die unentgeltliche Spenderbereitschaft sowie beim Österreichischen Roten Kreuz für die sehr gute Organisation. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf Ihnen, Frau Bundesministerin, und der Bundesregierung insgesamt dafür danken, dass Sie vermutlich in blinder Gier zunehmend Ihren Geist sichtbar machen. Dafür darf ich wirklich aufrichtig danken. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Kaipel.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Kaipel, der Vorwurf der „blinden Gier“ an die Frau Bundesministerin entspricht nicht der Würde des Hauses! Sie können das noch zurücknehmen, andernfalls werde ich Ihnen einen Ordnungsruf erteilen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Kaipel.) – Sie bedauern es, okay, dann ist es erledigt.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich kann es kurz machen: Abgeordneter Wöginger hat das Notwendige erläutert. Ich nehme nur noch die Gelegenheit wahr, dem Roten Kreuz für seine hervorragende Tätigkeit zu danken. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Großruck: Das ist richtig!
Ich glaube, wir sollten uns mit diesem Gesetz noch nicht zufrieden geben und überlegen, ob man manches nicht nachjustieren sollte. Natürlich kann man sagen, die Eltern sollten mehr Taschengeld geben, aber trotzdem sollte das nicht passieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Großruck: Das ist richtig!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bedanke mich bei allen Blutspenderinnen und Blutspendern, die durch ihre Spende, jetzt unentgeltliche Spende, helfen, Menschenleben zu retten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Hohes Haus! Zum Blutsicherheitsgesetz nur so viel: Eigentlich müssen wir den vielen, vielen Spendern einmal ein großes Dankeschön sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich fasse zusammen: Ein richtiges Gesetz, das mehr Sicherheit bringt auf einem Gebiet, das höchst sensibel ist, und das jedem von uns – hoffentlich brauchen wir es nicht – vielleicht einmal das Leben retten kann. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin sehr zufrieden damit, dass das Gesetz vom gesamten Hohen Haus mitgetragen wird, weil es ein wichtiger Beitrag dazu ist, auch weiterhin die Gesundheit und die Versorgung in Notfällen mit den wichtigen Blutprodukten zu sichern und zu gewährleisten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Reheis.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Mitarbeitern des Hohen Hauses bedanken, die seit 25 Jahren Blutspendeaktionen durchführen, freiwillig und unbezahlt, sehr zum Wohle der Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Reheis.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine geschätzten Damen und Herren! Die gänzliche Unbezahltheit von Blutspenden ist ein wichtiger Faktor für den hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandard. Ich möchte mich an dieser Stelle beim Roten Kreuz und bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Blutbanken recht herzlich für den hohen Standard bedanken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wirken Sie auf Ihre Kollegen im Europäischen Parlament ein, dass dieser Vorschlag der Europäischen Kommission beziehungsweise des Ministerrates nicht weiter verwässert wird. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bezüglich der Lagerung von Tierarzneimitteln darf ich nur sagen, dass wir in Österreich in diesem Zusammenhang korrekte rechtliche Voraussetzungen haben. Die Prüfungen in den landwirtschaftlichen Betrieben werden laufend durchgeführt, und zwar von Amtstierärzten. Ich glaube, dass auch hier eine ganz grundlegende Aufarbeitung erfolgt und die geltenden Regelungen durchaus Beachtung finden. Das ist meines Erachtens ein wichtiger Beitrag für die Produktion von einwandfreien und markttauglichen Lebensmitteln. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Ein Gesetz, das hier vorliegt, nämlich ein Vertrag zwischen China und Österreich, der die Tiergesundheit, die Tierquarantäne regeln soll, ist aus unserer Sicht ein schlechtes Beispiel für so eine Strategie. Hier ist nicht geregelt, dass Lebendtiertransporte ausgeschlossen sind, und ich halte es für völlig jenseitig, sage ich einmal, dass wir Lebendtiertransporte im internationalen Maßstab von einem Eck der Erde ins andere Eck unter ökonomischen Gesichtspunkten wirklich ernsthaft ins Auge fassen. Daher werden wir diesem Punkt auf keinen Fall unsere Zustimmung geben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wittauer: Nicht eine!
Ich möchte auch einen Punkt aus dem Bienenseuchengesetz noch einmal ansprechen. Was wird hier umgesetzt? Die Anzeigepflicht für bestimmte Schädlinge wird hier eingeführt, und zwar für den Bienenstockkäfer und eine Milbe. (Abg. Wittauer: Nicht eine!) – Mehrere Milben, von mir aus, auf jeden Fall Schädlinge, die im internationalen Handel verstärkt über diese Globalisierung hereinkommen. Wenn wir hier nicht wirklich intensive Kontrollen durchführen, wenn wir das nicht ganz klar meldepflichtig machen, anzeigepflichtig machen, wird das eine große Gefahr sein für die Lebensmittelsicherheit nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa. Das ist eine Herausforderung der Zukunft, der wir nicht entgehen können.
Abg. Wittauer: Wer hat das eingestellt? – Rufe bei der ÖVP: Wer?
Das ist unglaublich, wenn man sieht, wie aktiv und fleißig die Biobäuerinnen und Biobauern in den letzten Jahren versucht haben, ihr Marketing zu verbessern, wie erfolgreich sie sind – und dann drehen die eigenen Agrarvertreter einen Biowerbespot ab, der von der Europäischen Union mitfinanziert und auch freigegeben worden ist! (Abg. Wittauer: Wer hat das eingestellt? – Rufe bei der ÖVP: Wer?) Sogar die Agrarmarkt Austria hat ihn freigegeben. Erst nach Interventionen Ihrer Seite (erneut auf die Reihen der ÖVP weisend) ist dieser Werbespot eingestellt worden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Wer hat ihn eingestellt? Wer?
Ich halte diese Vorgangsweise für unglaublich und ungeheuerlich und ersuche Sie wirklich, in Hinkunft solche Interventionen zu unterlassen. Das geht einfach nicht an! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Wer hat ihn eingestellt? Wer?)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Mag. Herbert Haupt (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Bundesminister! Meine Fraktion wird neben dem Übereinkommen mit China auch der Änderung des Tierseuchengesetzes, des Tierarzneimittelkontrollgesetzes, des Bangseuchen-, des Rinderleukosegesetzes, des IBR/IPV-Gesetzes und des Bienenseuchengesetzes, den Anpassungen und der EU-Konformität, die nunmehr hergestellt wird, die Zustimmung geben. Ich halte es auch für wichtig, dass wir mit China endlich zu einem Vertrag kommen, um auch hier die Chancen für unsere Exporte zu sichern. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Österreich“ auch in Zukunft weiter bestehen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wie die Beispiele der heutigen Diskussion zeigen, ist ein funktionierendes Veterinärwesen einerseits die Grundlage für die Sicherstellung der heimischen Lebensmittelproduktion, und andererseits kann nur durch einen entsprechend ausgestatteten und geschulten öffentlichen Veterinärdienst mit Hilfe gezielter epidemiologischer Abklärung von Zoonoseausbrüchen die öffentliche Gesundheit gesichert werden. Ich möchte mich daher sehr herzlich bei allen Tierärztinnen und Tierärzten bedanken, die dafür sorgen, dass dieser Gesundheitsstatus unserer Tierbestände weiter bestehen bleibt, aber auch bei allen Bäuerinnen und Bauern, die dafür sorgen, dass ihre Tiere gesund und vor allem auch tiergerecht in ihren Ställen gehalten werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Zunächst ein Lob. Frau Ministerin, ich weiß nicht, wie Sie es geschafft haben, obwohl es eigentlich so üblich sein sollte: Der Vertrag wurde am 20. April abgeschlossen und ist wirklich innerhalb von 14 Tagen dem Parlament zur Ratifizierung vorgelegt worden. Das ist ungewöhnlich. Vielleicht könnten Sie zum Beispiel Ihrer Kollegin Gehrer verraten, wie Sie das machen. Sie braucht im Durchschnitt 18 Monate, und das Ministerium der Kollegin Gehrer ist, glaube ich, sogar noch ein bisschen näher. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie sollten allerdings, auch wenn Sie sich persönlich nicht mit allen Maßnahmen im Detail beschäftigen können, zumindest das Parlament über diese Fragen etwas besser informieren! In dieser Form können wir diesem Vertrag auf gar keinen Fall zustimmen, weil es eine Reihe von ungeklärten Fragen gibt. Es wäre besser gewesen, uns den Vertrag nicht so schnell zu schicken, sondern diesen Vertrag zuerst noch ordentlich zu verhandeln und uns diesen erst dann schnell zur Ratifizierung vorzulegen! Dann würden wir auch gerne zustimmen! So können wir das aber unmöglich machen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zum Vorwurf, die Lagerung von Arzneimitteln auf Bauernhöfen werde ungenügend kontrolliert und ermögliche Missstände: Dieser Vorwurf ist wirklich ganz entschieden zurückzuweisen, da gerade die Bauern strengen Kontrollen unterliegen, und das ist gut so, und dazu stehen sie! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es ist dies insgesamt ein wichtiger und gelungener Entwurf im Interesse der Natur und der Gesundheit. Ich richte ein Dankeschön an alle, die auf den verschiedenen Ebenen konstruktiv dazu beigetragen haben, dass dieser Gesetzentwurf möglich ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Ich beziehe mich in meinen Ausführungen auf den von Ihnen abgelehnten Antrag, der von uns, von Genossen Maier sowie Gradwohl, Spindelegger, Sima und Scharer, eingebracht wurde. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Er wurde von meinem Genossen Maier eingebracht. Das darf ich wohl sagen, oder?
Zwischenruf des Abg. Amon.
Der Antrag betraf das Interpellationsrecht für Bundesrat und Nationalrat sowie die Vorlage eines jährlichen Berichtes durch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Gründe, dass wir diesen Antrag eingebracht haben, liegen schon in dem im März beschlossenen Gesetz zur Lebensmittelsicherheit, das massive Mängel aufweist. Das haben wir damals kritisiert. (Zwischenruf des Abg. Amon.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In Anbetracht dessen frage ich mich, warum Sie nicht gemeinsam mit uns darum kämpfen, dieses Recht in Anspruch nehmen zu können. Das bedauern wir sehr, und wir werden den Ausschussbericht natürlich nicht zur Kenntnis nehmen, da Sie dieser Vorlage nicht beigetreten sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Grünen.
Wenn ein Spot 30 Mal gesendet wird – und es ist ein guter Spot, ich habe ihn mir angehört! –, der sich auf gentechnikfreie Lebensmittel bezieht, dann ist das zu unterstützen! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bei uns, innerhalb der landwirtschaftlichen Betriebe, wird ganz streng danach gearbeitet, und das ist für den Konsumenten wichtig. Ich sehe das bei unseren Betrieben in unserer Gegend. Wir werden diesen Weg weiter beschreiten. Ein seuchenfreies Österreich ist gleich gut wie ein gentechnikfreies Österreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Maier.
Ich möchte aber auch noch ein bisschen auf meine Vorredner replizieren, insbesondere auch auf Herrn Abgeordneten Maier, der in seinem Antrag einen Mangel bei der Mitwirkungspflicht der Tierhalter im Rahmen der Seuchenbekämpfung feststellt. – Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, dass die Mitwirkungspflicht im Rinderleukosegesetz sehr wohl angeführt ist, und zwar unter § 26 Abs. 2 zweiter Satz. Da ist zu lesen: „Er hat ferner für die nötige Hilfeleistung bei den behördlichen Erhebungen und Untersuchungen sowie bei der Desinfektion zu sorgen.“ Das ist da ganz genau zu lesen, und das wissen Sie – wie ich glaube – auch; wenn nicht, dann schauen Sie doch da bitte einmal nach! (Zwischenruf des Abg. Mag. Maier.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Insbesondere möchte ich anmerken, dass dieses Gesetz eine gute Grundlage für eine tiergerechte Nutztierhaltung darstellt, dass es vor allem auch zur Sicherheit der heimischen Lebensmittelproduktion und zum Wohle der Konsumentinnen und Konsumenten beiträgt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Jarolim: Ich bin froh, dass das richtig gestellt ist!
Ich stelle fest: Nach dem Lebensmittelsicherheits- und -verbraucherschutzgesetz hat das Parlament keinen Anspruch auf Ausfolgung dieser Berichte. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Jarolim: Ich bin froh, dass das richtig gestellt ist!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Tatsache ist, dass die AMA – ich habe mit dem Chef der AMA persönlich gesprochen – diesen Werbespot, nachdem er über 30 Mal gesendet worden ist, von sich aus eingestellt hat, nachdem es mehrere negative Bemerkungen von praktizierenden Bauern und auch von Seiten des Handels gegeben hat. Daher meine Bitte in Richtung Grüne: Machen Sie eine ehrliche Politik, und machen Sie nicht eine solche Politik, indem man Pauschalverdächtigungen in den Raum stellt, die sich letztendlich wieder als falsch erweisen wie heute Vormittag bei Kollegen Öllinger. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In Richtung von Frau Kollegin Heinisch-Hosek, die erwähnt hat, dass die Bevölkerung keine Lebensmittelskandale brauchen, darf ich sagen: Da stimme ich vollkommen zu. Sie meinte, dass wir eine ausreichende Zahl an Kontrolloren brauchen, dass es nicht zu diesen kommt. – Ich glaube, das ist nicht unbedingt der ganz richtige Weg. Die Bauern werden ausreichend kontrolliert und haben außerdem noch ein Selbstsicherungssystem über den TGD geschaffen. Was die Bauern brauchen, sind faire Preise für bäuerliche Produkte! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In Summe darf ich behaupten, dass dieses Veterinärrechtsänderungsgesetz dazu beiträgt, dass die Bauern auch in Zukunft in der Lage sein werden, gute Produkte zu erzeugen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich verstehe nicht, dass Herr Krainer zuerst die Ministerin für die Schnelligkeit der Vorlage des Vertrags im Parlament lobt, seine Schlussworte aber dann waren: Bitte nicht so schnell! – Es ist wie immer: Die Opposition kann sich nicht ganz entscheiden, was richtig und was falsch ist. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Bundesministerin Rauch-Kallat: ... vorspielen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, dieses Medium ist bislang im Hohen Haus nicht akkordiert. Ich schlage vor, dass Sie diesen Spot den interessierten Abgeordneten nach der Abstimmung vielleicht im Couloir zeigen. (Bundesministerin Rauch-Kallat: ... vorspielen!)
Heiterkeit. – Bundesministerin Rauch-Kallat weist dies durch eine verneinende Geste von sich.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (fortsetzend): Vorspielen? – Die Frau Bundesministerin ersucht mich, dass ich ihn vorspiele! (Heiterkeit. – Bundesministerin Rauch-Kallat weist dies durch eine verneinende Geste von sich.) Also würde ich sagen, dass ...
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Mag. Johann Maier und Wittauer.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (fortsetzend): Frau Präsidentin! Ich werde das so lösen: Ich werde den Abgeordneten per E-Mail diesen Spot zur Verfügung stellen. Dann können sie in Ruhe beurteilen, was sie davon denken. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Mag. Johann Maier und Wittauer.)
Abg. Neudeck: Das heißt: Das ist ein gutes Gesetz!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Zum Bundes-Lärmschutzgesetz: Wir werden dieser Gesetzesvorlage nicht zustimmen, und das aus mehreren Gründen. (Abg. Neudeck: Das heißt: Das ist ein gutes Gesetz!) Ich darf Ihnen nur drei Gründe sagen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich habe mir zuerst gedacht, man könnte dazu sagen: Viel Lärm um nichts. – Die Wahrheit ist genau umgekehrt, nämlich: Nichts gegen viel Lärm. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Da müssen wir ihn in die Lärmkarten eintragen!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Krainer, nichts außer viel Lärm – war das jetzt von Ihnen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Da müssen wir ihn in die Lärmkarten eintragen!)
Abg. Mag. Regler: Das wird bald besser werden!
Tatsache ist, dass das hier am wesentlichsten, häufigsten und heftigsten diskutierte Thema, der Fluglärm, und die Schwellenwerte, die wir in diesem Gesetz festlegen, exakt so geregelt sind, wie sie zum Beispiel in Deutschland auch eine rot-grüne Regierung geregelt hat. Das mag nicht so wichtig sein, weil Sie den Vergleich mit Deutschland schon nicht mehr hören können. (Abg. Mag. Regler: Das wird bald besser werden!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Bayr: Die Intention des Gesetzes, nicht das Gesetz! – Abg. Krainer: Die Ausführung ist mangelhaft! Die Intention ist ein Meilenstein, die Ausführung ist mangelhaft! – Man muss immer zur Gänze zitieren! Wir waren alle dabei!
gagierte Frau Rynesch das im Ausschuss beim Hearing kommentiert hat. Sie hat nämlich, im Gegensatz zu Ihnen, dieses Gesetz als einen Meilenstein für den Lärmschutz bezeichnet. Und da halte ich mich in diesem Fall lieber an jemanden, der damit direkt befasst ist und damit arbeitet, als an jemanden, der es offensichtlich einfach aus der oppositionellen Rhetorik heraus beurteilt. Frau Rynesch – noch einmal – hat dieses Gesetz als einen Meilenstein bezeichnet, und das tun wir auch! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Bayr: Die Intention des Gesetzes, nicht das Gesetz! – Abg. Krainer: Die Ausführung ist mangelhaft! Die Intention ist ein Meilenstein, die Ausführung ist mangelhaft! – Man muss immer zur Gänze zitieren! Wir waren alle dabei!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Einem solchen Gesetz können wir nicht zustimmen, und es tut uns Leid, dass diese Chance, tatsächlich verbindliche Maßnahmenpläne vorzusehen, tatsächlich Ordnungspolitik zu betreiben und auch tatsächliche Grenzwerte vorzuschreiben, nicht genutzt worden ist und man hier ein bürokratisches Ding eigentlich für nichts macht. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Krainer: Das Ergebnis der Mediation ist aber schon klar!
65 und 55 Dezibel lauten die Schwellenwerte – wir haben das vorher gehört (Abg. Krainer: Das Ergebnis der Mediation ist aber schon klar!) –, und in Deutschland ist es das Gleiche. Und Sie wissen ganz genau, dass auch in Deutschland viele Flughäfen zugesperrt werden müssten, weil es einfach nicht möglich ist, in urbanen Bereichen – so wie es meinetwegen in Frankfurt oder in München der Fall ist – einen Flughafenbetrieb mit Schwellenwerten von 55 und 45 Dezibel aufrechtzuerhalten. Das ist Fakt. Und dazu muss man hier ehrlicherweise anmerken, dass das Gesetz von Ihnen kritisiert und abgelehnt wird (Abg. Krainer: Ab 65 gibt es im Mediationsverfahren Absiedelungsprämien!), aber auf Landesebene oder auf Stadtebene kommt dazu nie ein Ton! Es ist also ganz eine eigenartige Geschichte (Abg. Krainer: Wir sind trotzdem schon bei 54!), denn die Bürgerinitiativen kommen zum größten Teil aus Wien, das möchte ich auch sagen. Da wird also ein doppeltes Spiel betrieben. (Abg. Krainer: Aus Niederösterreich! Aus dem Burgenland!) – Nun, ich kann nur das feststellen.
Abg. Krainer: Ab 65 gibt es im Mediationsverfahren Absiedelungsprämien!
65 und 55 Dezibel lauten die Schwellenwerte – wir haben das vorher gehört (Abg. Krainer: Das Ergebnis der Mediation ist aber schon klar!) –, und in Deutschland ist es das Gleiche. Und Sie wissen ganz genau, dass auch in Deutschland viele Flughäfen zugesperrt werden müssten, weil es einfach nicht möglich ist, in urbanen Bereichen – so wie es meinetwegen in Frankfurt oder in München der Fall ist – einen Flughafenbetrieb mit Schwellenwerten von 55 und 45 Dezibel aufrechtzuerhalten. Das ist Fakt. Und dazu muss man hier ehrlicherweise anmerken, dass das Gesetz von Ihnen kritisiert und abgelehnt wird (Abg. Krainer: Ab 65 gibt es im Mediationsverfahren Absiedelungsprämien!), aber auf Landesebene oder auf Stadtebene kommt dazu nie ein Ton! Es ist also ganz eine eigenartige Geschichte (Abg. Krainer: Wir sind trotzdem schon bei 54!), denn die Bürgerinitiativen kommen zum größten Teil aus Wien, das möchte ich auch sagen. Da wird also ein doppeltes Spiel betrieben. (Abg. Krainer: Aus Niederösterreich! Aus dem Burgenland!) – Nun, ich kann nur das feststellen.
Abg. Krainer: Wir sind trotzdem schon bei 54!
65 und 55 Dezibel lauten die Schwellenwerte – wir haben das vorher gehört (Abg. Krainer: Das Ergebnis der Mediation ist aber schon klar!) –, und in Deutschland ist es das Gleiche. Und Sie wissen ganz genau, dass auch in Deutschland viele Flughäfen zugesperrt werden müssten, weil es einfach nicht möglich ist, in urbanen Bereichen – so wie es meinetwegen in Frankfurt oder in München der Fall ist – einen Flughafenbetrieb mit Schwellenwerten von 55 und 45 Dezibel aufrechtzuerhalten. Das ist Fakt. Und dazu muss man hier ehrlicherweise anmerken, dass das Gesetz von Ihnen kritisiert und abgelehnt wird (Abg. Krainer: Ab 65 gibt es im Mediationsverfahren Absiedelungsprämien!), aber auf Landesebene oder auf Stadtebene kommt dazu nie ein Ton! Es ist also ganz eine eigenartige Geschichte (Abg. Krainer: Wir sind trotzdem schon bei 54!), denn die Bürgerinitiativen kommen zum größten Teil aus Wien, das möchte ich auch sagen. Da wird also ein doppeltes Spiel betrieben. (Abg. Krainer: Aus Niederösterreich! Aus dem Burgenland!) – Nun, ich kann nur das feststellen.
Abg. Krainer: Aus Niederösterreich! Aus dem Burgenland!
65 und 55 Dezibel lauten die Schwellenwerte – wir haben das vorher gehört (Abg. Krainer: Das Ergebnis der Mediation ist aber schon klar!) –, und in Deutschland ist es das Gleiche. Und Sie wissen ganz genau, dass auch in Deutschland viele Flughäfen zugesperrt werden müssten, weil es einfach nicht möglich ist, in urbanen Bereichen – so wie es meinetwegen in Frankfurt oder in München der Fall ist – einen Flughafenbetrieb mit Schwellenwerten von 55 und 45 Dezibel aufrechtzuerhalten. Das ist Fakt. Und dazu muss man hier ehrlicherweise anmerken, dass das Gesetz von Ihnen kritisiert und abgelehnt wird (Abg. Krainer: Ab 65 gibt es im Mediationsverfahren Absiedelungsprämien!), aber auf Landesebene oder auf Stadtebene kommt dazu nie ein Ton! Es ist also ganz eine eigenartige Geschichte (Abg. Krainer: Wir sind trotzdem schon bei 54!), denn die Bürgerinitiativen kommen zum größten Teil aus Wien, das möchte ich auch sagen. Da wird also ein doppeltes Spiel betrieben. (Abg. Krainer: Aus Niederösterreich! Aus dem Burgenland!) – Nun, ich kann nur das feststellen.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wozu?
Zu den Ausführungen der Frau Abgeordneten Glawischnig: Natürlich ist die Erfassung des Lärmes ein wesentlicher Punkt (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wozu?), um dann Maßnahmen zu setzen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber nicht verbindlich!) Weil ich verbindlich erst dann etwas machen kann, wenn ich weiß, worum es geht. Und wenn ich heute nicht nur den Lärm selbst als Lärmquelle definiere, die Lautstärke von mir aus und wie sich der Lärm ausbreitet, dann ist es schon ein Unterschied, ob bei uns ein LKW fährt (Abg. Krainer: Warum parallele Lärmkarten? Warum nicht eine?) oder ob in Wien ein LKW fährt: Bei uns hört man es! Wenn man auf der Martinswand klettern geht, meint man, man ist mitten unterm LKW. Es ist eben ein Unterschied, wie die Verbreitung des Lärmes stattfindet. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum keine verbindlichen Maßnahmen?) Und dass die Erfassung jetzt österreichweit stattfindet, das ist schon ein Meilenstein. (Abg. Krainer: Wieso nicht die Lärmkarten zusammenführen?) Und dass sie europaweit stattfindet, finde ich noch besser, weil das Ganze dann auch übergeordnet ist. (Abg. Krainer: Wieso nicht eine Lärmkarte?)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber nicht verbindlich!
Zu den Ausführungen der Frau Abgeordneten Glawischnig: Natürlich ist die Erfassung des Lärmes ein wesentlicher Punkt (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wozu?), um dann Maßnahmen zu setzen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber nicht verbindlich!) Weil ich verbindlich erst dann etwas machen kann, wenn ich weiß, worum es geht. Und wenn ich heute nicht nur den Lärm selbst als Lärmquelle definiere, die Lautstärke von mir aus und wie sich der Lärm ausbreitet, dann ist es schon ein Unterschied, ob bei uns ein LKW fährt (Abg. Krainer: Warum parallele Lärmkarten? Warum nicht eine?) oder ob in Wien ein LKW fährt: Bei uns hört man es! Wenn man auf der Martinswand klettern geht, meint man, man ist mitten unterm LKW. Es ist eben ein Unterschied, wie die Verbreitung des Lärmes stattfindet. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum keine verbindlichen Maßnahmen?) Und dass die Erfassung jetzt österreichweit stattfindet, das ist schon ein Meilenstein. (Abg. Krainer: Wieso nicht die Lärmkarten zusammenführen?) Und dass sie europaweit stattfindet, finde ich noch besser, weil das Ganze dann auch übergeordnet ist. (Abg. Krainer: Wieso nicht eine Lärmkarte?)
Abg. Krainer: Warum parallele Lärmkarten? Warum nicht eine?
Zu den Ausführungen der Frau Abgeordneten Glawischnig: Natürlich ist die Erfassung des Lärmes ein wesentlicher Punkt (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wozu?), um dann Maßnahmen zu setzen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber nicht verbindlich!) Weil ich verbindlich erst dann etwas machen kann, wenn ich weiß, worum es geht. Und wenn ich heute nicht nur den Lärm selbst als Lärmquelle definiere, die Lautstärke von mir aus und wie sich der Lärm ausbreitet, dann ist es schon ein Unterschied, ob bei uns ein LKW fährt (Abg. Krainer: Warum parallele Lärmkarten? Warum nicht eine?) oder ob in Wien ein LKW fährt: Bei uns hört man es! Wenn man auf der Martinswand klettern geht, meint man, man ist mitten unterm LKW. Es ist eben ein Unterschied, wie die Verbreitung des Lärmes stattfindet. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum keine verbindlichen Maßnahmen?) Und dass die Erfassung jetzt österreichweit stattfindet, das ist schon ein Meilenstein. (Abg. Krainer: Wieso nicht die Lärmkarten zusammenführen?) Und dass sie europaweit stattfindet, finde ich noch besser, weil das Ganze dann auch übergeordnet ist. (Abg. Krainer: Wieso nicht eine Lärmkarte?)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum keine verbindlichen Maßnahmen?
Zu den Ausführungen der Frau Abgeordneten Glawischnig: Natürlich ist die Erfassung des Lärmes ein wesentlicher Punkt (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wozu?), um dann Maßnahmen zu setzen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber nicht verbindlich!) Weil ich verbindlich erst dann etwas machen kann, wenn ich weiß, worum es geht. Und wenn ich heute nicht nur den Lärm selbst als Lärmquelle definiere, die Lautstärke von mir aus und wie sich der Lärm ausbreitet, dann ist es schon ein Unterschied, ob bei uns ein LKW fährt (Abg. Krainer: Warum parallele Lärmkarten? Warum nicht eine?) oder ob in Wien ein LKW fährt: Bei uns hört man es! Wenn man auf der Martinswand klettern geht, meint man, man ist mitten unterm LKW. Es ist eben ein Unterschied, wie die Verbreitung des Lärmes stattfindet. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum keine verbindlichen Maßnahmen?) Und dass die Erfassung jetzt österreichweit stattfindet, das ist schon ein Meilenstein. (Abg. Krainer: Wieso nicht die Lärmkarten zusammenführen?) Und dass sie europaweit stattfindet, finde ich noch besser, weil das Ganze dann auch übergeordnet ist. (Abg. Krainer: Wieso nicht eine Lärmkarte?)
Abg. Krainer: Wieso nicht die Lärmkarten zusammenführen?
Zu den Ausführungen der Frau Abgeordneten Glawischnig: Natürlich ist die Erfassung des Lärmes ein wesentlicher Punkt (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wozu?), um dann Maßnahmen zu setzen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber nicht verbindlich!) Weil ich verbindlich erst dann etwas machen kann, wenn ich weiß, worum es geht. Und wenn ich heute nicht nur den Lärm selbst als Lärmquelle definiere, die Lautstärke von mir aus und wie sich der Lärm ausbreitet, dann ist es schon ein Unterschied, ob bei uns ein LKW fährt (Abg. Krainer: Warum parallele Lärmkarten? Warum nicht eine?) oder ob in Wien ein LKW fährt: Bei uns hört man es! Wenn man auf der Martinswand klettern geht, meint man, man ist mitten unterm LKW. Es ist eben ein Unterschied, wie die Verbreitung des Lärmes stattfindet. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum keine verbindlichen Maßnahmen?) Und dass die Erfassung jetzt österreichweit stattfindet, das ist schon ein Meilenstein. (Abg. Krainer: Wieso nicht die Lärmkarten zusammenführen?) Und dass sie europaweit stattfindet, finde ich noch besser, weil das Ganze dann auch übergeordnet ist. (Abg. Krainer: Wieso nicht eine Lärmkarte?)
Abg. Krainer: Wieso nicht eine Lärmkarte?
Zu den Ausführungen der Frau Abgeordneten Glawischnig: Natürlich ist die Erfassung des Lärmes ein wesentlicher Punkt (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wozu?), um dann Maßnahmen zu setzen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber nicht verbindlich!) Weil ich verbindlich erst dann etwas machen kann, wenn ich weiß, worum es geht. Und wenn ich heute nicht nur den Lärm selbst als Lärmquelle definiere, die Lautstärke von mir aus und wie sich der Lärm ausbreitet, dann ist es schon ein Unterschied, ob bei uns ein LKW fährt (Abg. Krainer: Warum parallele Lärmkarten? Warum nicht eine?) oder ob in Wien ein LKW fährt: Bei uns hört man es! Wenn man auf der Martinswand klettern geht, meint man, man ist mitten unterm LKW. Es ist eben ein Unterschied, wie die Verbreitung des Lärmes stattfindet. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum keine verbindlichen Maßnahmen?) Und dass die Erfassung jetzt österreichweit stattfindet, das ist schon ein Meilenstein. (Abg. Krainer: Wieso nicht die Lärmkarten zusammenführen?) Und dass sie europaweit stattfindet, finde ich noch besser, weil das Ganze dann auch übergeordnet ist. (Abg. Krainer: Wieso nicht eine Lärmkarte?)
Abg. Krainer: Aber wieso parallele Lärmkarten? Wieso zwei, drei, vier, fünf, sechs Lärmkarten?
Und wenn diese Lärmkarten erstellt worden sind, ist ganz genau vorgesehen, dass dann Aktionspläne erstellt werden müssen. (Abg. Krainer: Aber wieso parallele Lärmkarten? Wieso zwei, drei, vier, fünf, sechs Lärmkarten?) Ja, das werden wir nachher genauso wieder diskutieren, beim Staub werden wir es diskutieren, wo die Kompetenz liegt und wo etwas umgesetzt werden kann. Es ändert ja niemand etwas! Ihr könnt ja in Wien schon einmal damit anfangen, die Lärmquellen zu beseitigen – aber davor werdet ihr euch hüten.
Abg. Krainer: Wieso sechs Lärmkarten? Wieso nicht eine?
Es sind hier alle gefordert, und vor allem sind die Länder gefordert, diese Maßnahmen dann auch zu setzen, die aus diesen Plänen hervorgehen – die schnell gemacht werden müssen, denn Lärm macht krank! Das weiß jeder. (Abg. Krainer: Wieso sechs Lärmkarten? Wieso nicht eine?) Und bei uns weiß man, wie das ist, wenn Kinder schlaflose Nächte, etwa neben der Autobahn, haben. (Abg. Dr. Glawischnig-Pies-
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wieso keine verbindlichen Maßnahmen?
Das heißt, Sie lehnen es ab, und das hören wir heute wahrscheinlich noch drei Mal: Sie lehnen es ab. Aber Sie lehnen alles ab, weil Sie nicht wissen, worum es geht. Das ist Ihr Problem. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wieso keine verbindlichen Maßnahmen?)
Abg. Bayr: Ein abstürzender Weg!
Wir werden also unseren Minister Pröll – „unseren“ heißt in dem Fall: von der Regierung – auf seinem Weg unterstützen. Es ist ein schwieriger Weg, weil die Opposition nie mitgehen will. (Abg. Bayr: Ein abstürzender Weg!) Wir werden es erledigen! Und glauben Sie mir eines: Die Leute werden verstehen, dass wir die Einzigen sind, die das umsetzen können, und dass wir keine Regierung brauchen, die rot-grün ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Krainer: Das ist ja kein Ministerium, das ist ein Web-Provider!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Krainer: Das ist ja kein Ministerium, das ist ein Web-Provider!
Wir werden also unseren Minister Pröll – „unseren“ heißt in dem Fall: von der Regierung – auf seinem Weg unterstützen. Es ist ein schwieriger Weg, weil die Opposition nie mitgehen will. (Abg. Bayr: Ein abstürzender Weg!) Wir werden es erledigen! Und glauben Sie mir eines: Die Leute werden verstehen, dass wir die Einzigen sind, die das umsetzen können, und dass wir keine Regierung brauchen, die rot-grün ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Krainer: Das ist ja kein Ministerium, das ist ein Web-Provider!)
Abg. Krainer: Die Flughafen-Mediation hat vorher stattgefunden! ... kann es nicht sein!
Es wurde heute schon auf das Hearing im Ausschuss verwiesen. Sie haben ja auch vernommen, dass viele dort gesagt haben, es ist ein erster, wesentlicher Schritt in die richtige Richtung, nämlich Kompetenz zu bündeln und in Umsetzung einer europäischen Richtlinie stufenweise die richtigen Antworten in den nächsten Jahren zu geben. Es ist nicht das Ende in der Frage der Lärmbekämpfung, sondern es ist der Beginn in der Bündelung der Kompetenzen. (Abg. Krainer: Die Flughafen-Mediation hat vorher stattgefunden! ... kann es nicht sein!)
Abg. Krainer: Doch nicht der Beginn?!
Wir sollten aber heute auch nicht so tun, als ob wir mit diesem Bundes-Lärmschutzgesetz erst ab nun in Maßnahmen gehen würden. Wir haben in den letzten Jahren schon sehr, sehr viele Investitionen entlang von Verkehrsrouten getätigt. Der Verkehrslärm wird von den Österreicherinnen und Österreichern auch als das zentrale Problem ausgewiesen: 73,5 Prozent nennen bei Lärmbelastung den Verkehr als Ursache. Wir haben entlang von Verkehrsrouten, Bahn und Straße, eine Reihe von Maßnahmen bereits gesetzt. Wir haben also schon vorgearbeitet (Abg. Krainer: Doch nicht der Beginn?!), und wir werden jetzt dann auch die entsprechenden Antworten finden.
Abg. Krainer: Die Definition der Ballungsräume ist auch spannend!
flächendeckend erheben. Auch das ist eine wichtige Voraussetzung, um in der Bekämpfung weiterzukommen. Diese werden dann in Lärmkarten entsprechend bildlich dargestellt. (Abg. Krainer: Die Definition der Ballungsräume ist auch spannend!)
Abg. Krainer: Ein Wahnsinn!
Zweiter Punkt, meine sehr geehrten Damen und Herren: Anhand dieser Lärmkarten werden Aktionspläne mit entsprechenden Maßnahmen zur Lärmminderung von den jeweils zuständigen Ministerien zu erarbeiten sein. (Abg. Krainer: Ein Wahnsinn!) Es wurde auch die Frage gestellt: Warum nicht alles in einer Kompetenz? (Abg. Krainer: Der Provider-Kompetenz!) Herr Abgeordneter Krainer, warum nicht alles in einer Kompetenz? – Weil man die Geschichte sehen muss! Es gibt die Länderkompetenz, und auch viele Ministerien sind zuständig. Daher ist es ein wesentlicher Schritt, dass wir das jetzt konzentrieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 1925 hat es das Lärmproblem noch nicht gegeben!)
Abg. Krainer: Der Provider-Kompetenz!
Zweiter Punkt, meine sehr geehrten Damen und Herren: Anhand dieser Lärmkarten werden Aktionspläne mit entsprechenden Maßnahmen zur Lärmminderung von den jeweils zuständigen Ministerien zu erarbeiten sein. (Abg. Krainer: Ein Wahnsinn!) Es wurde auch die Frage gestellt: Warum nicht alles in einer Kompetenz? (Abg. Krainer: Der Provider-Kompetenz!) Herr Abgeordneter Krainer, warum nicht alles in einer Kompetenz? – Weil man die Geschichte sehen muss! Es gibt die Länderkompetenz, und auch viele Ministerien sind zuständig. Daher ist es ein wesentlicher Schritt, dass wir das jetzt konzentrieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 1925 hat es das Lärmproblem noch nicht gegeben!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 1925 hat es das Lärmproblem noch nicht gegeben!
Zweiter Punkt, meine sehr geehrten Damen und Herren: Anhand dieser Lärmkarten werden Aktionspläne mit entsprechenden Maßnahmen zur Lärmminderung von den jeweils zuständigen Ministerien zu erarbeiten sein. (Abg. Krainer: Ein Wahnsinn!) Es wurde auch die Frage gestellt: Warum nicht alles in einer Kompetenz? (Abg. Krainer: Der Provider-Kompetenz!) Herr Abgeordneter Krainer, warum nicht alles in einer Kompetenz? – Weil man die Geschichte sehen muss! Es gibt die Länderkompetenz, und auch viele Ministerien sind zuständig. Daher ist es ein wesentlicher Schritt, dass wir das jetzt konzentrieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 1925 hat es das Lärmproblem noch nicht gegeben!)
Abg. Krainer: Die Provider-Kompetenz ist vielleicht schon ...!
Dritter Punkt einer wesentlichen Neuerung ist die umfassende Information der Bürgerinnen und Bürger. Auch dem werden wir nachkommen. Wir werden die Bereitstellung dieser Daten durch das Lebensministerium zentral koordinieren (Abg. Krainer: Die Provider-Kompetenz ist vielleicht schon ...!) und auch an die Bürgerinnen und Bürger entsprechend herantreten. (Abg. Bayr: Potz Blitz!)
Abg. Bayr: Potz Blitz!
Dritter Punkt einer wesentlichen Neuerung ist die umfassende Information der Bürgerinnen und Bürger. Auch dem werden wir nachkommen. Wir werden die Bereitstellung dieser Daten durch das Lebensministerium zentral koordinieren (Abg. Krainer: Die Provider-Kompetenz ist vielleicht schon ...!) und auch an die Bürgerinnen und Bürger entsprechend herantreten. (Abg. Bayr: Potz Blitz!)
Abg. Krainer: Vierte Karte!
Wir werden dann, was die Frage des Großflughafens Wien, den Ballungsraum Wien betrifft, Autobahnen und Schnellstraßen mit mehr als 6 Millionen Kfz und mehr als 60 000 Zügen pro Jahr, in einem weiteren Etappenplan bis 31. Mai 2007 diese Umgebungslärmkarten machen. (Abg. Krainer: Vierte Karte!) Wir werden bis 31. Mai 2008 die Ausarbeitung erster Aktionspläne auf Basis der strategischen Umgebungslärmkarten entwickeln. (Abg. Krainer: Fünfte Karte!) Wir werden bis 31. Mai 2012 dann weiter gehend auch auf die Fragen internationaler Luftverkehr Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg und die Ballungsräume Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck die Antworten geben und bis 31. Mai 2013 die Erarbeitung der Aktionspläne für die Gebiete der zweiten Phase der strategischen Umgebungslärmkarten vorbereiten. (Abg. Krainer: Sechste Karte!)
Abg. Krainer: Fünfte Karte!
Wir werden dann, was die Frage des Großflughafens Wien, den Ballungsraum Wien betrifft, Autobahnen und Schnellstraßen mit mehr als 6 Millionen Kfz und mehr als 60 000 Zügen pro Jahr, in einem weiteren Etappenplan bis 31. Mai 2007 diese Umgebungslärmkarten machen. (Abg. Krainer: Vierte Karte!) Wir werden bis 31. Mai 2008 die Ausarbeitung erster Aktionspläne auf Basis der strategischen Umgebungslärmkarten entwickeln. (Abg. Krainer: Fünfte Karte!) Wir werden bis 31. Mai 2012 dann weiter gehend auch auf die Fragen internationaler Luftverkehr Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg und die Ballungsräume Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck die Antworten geben und bis 31. Mai 2013 die Erarbeitung der Aktionspläne für die Gebiete der zweiten Phase der strategischen Umgebungslärmkarten vorbereiten. (Abg. Krainer: Sechste Karte!)
Abg. Krainer: Sechste Karte!
Wir werden dann, was die Frage des Großflughafens Wien, den Ballungsraum Wien betrifft, Autobahnen und Schnellstraßen mit mehr als 6 Millionen Kfz und mehr als 60 000 Zügen pro Jahr, in einem weiteren Etappenplan bis 31. Mai 2007 diese Umgebungslärmkarten machen. (Abg. Krainer: Vierte Karte!) Wir werden bis 31. Mai 2008 die Ausarbeitung erster Aktionspläne auf Basis der strategischen Umgebungslärmkarten entwickeln. (Abg. Krainer: Fünfte Karte!) Wir werden bis 31. Mai 2012 dann weiter gehend auch auf die Fragen internationaler Luftverkehr Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg und die Ballungsräume Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck die Antworten geben und bis 31. Mai 2013 die Erarbeitung der Aktionspläne für die Gebiete der zweiten Phase der strategischen Umgebungslärmkarten vorbereiten. (Abg. Krainer: Sechste Karte!)
Abg. Krainer: Sechs parallele Karten!
Das ist der Etappenplan zum Schutz der österreichischen Bevölkerung vor Lärm, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Krainer: Sechs parallele Karten!) Es ist der erste und ein wichtiger Ansatz zur Lärmbekämpfung, zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger. Ich denke, wir werden mit diesen Stufen, die wir hier verankert haben, in Umsetzung einer EU-Richtlinie die richtigen Antworten geben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das ist der Etappenplan zum Schutz der österreichischen Bevölkerung vor Lärm, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Krainer: Sechs parallele Karten!) Es ist der erste und ein wichtiger Ansatz zur Lärmbekämpfung, zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger. Ich denke, wir werden mit diesen Stufen, die wir hier verankert haben, in Umsetzung einer EU-Richtlinie die richtigen Antworten geben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Krainer: Tatsache: Der Minister hat die Provider-Kompetenz! Die ist gebündelt! – Gegenruf des Abg. Wittauer.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste gelangt Frau Abgeordnete Bayr zu Wort. Wunschredezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Krainer: Tatsache: Der Minister hat die Provider-Kompetenz! Die ist gebündelt! – Gegenruf des Abg. Wittauer.)
Abg. Neudeck: Das ist ja wie beim Asterix!
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich lebe in Favoriten. Für jene, die das nicht kennen: Das ist ein Bezirk im Süden Wiens, der einwohnerreichste Bezirk von Wien. Sein quasi Zentrum ist der Viktor Adler-Markt, wo es ab und zu ein spannendes Phänomen zu beobachten gibt, nämlich dass Leute zu bestimmten Zeiten, und zwar alle 90 Sekunden reflexartig den Kopf einziehen und nach oben schauen. (Abg. Neudeck: Das ist ja wie beim Asterix!) Es kommt auch auf die Windlage an, je nachdem, welche Einflugschneise Wien-Schwechat gerade benützt.
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
ändern wird, weil das Problem an sich überhaupt nicht gelöst werden wird. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Und, ehrlich gesagt, ich will es nicht hinnehmen, dass 165 000 Favoritner und Favoritnerinnen weiter reflexartig den Kopf einziehen müssen. Ich will es nicht hinnehmen, dass die Favoritner Kinder in ihrem Lernverhalten, in ihren Möglichkeiten gegenüber anderen Kindern benachteiligt sind. Ich will einfach ein solches Gesetz nicht, ich hätte vielmehr gerne ein Gesetz, das wirklich effektiv etwas gegen Lärm tut. Dieses Gesetz tut das aber leider überhaupt nicht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Nein! Eben nicht!
Hohes Haus! Mit diesem Gesetz werden also erstmals umfassende Maßnahmen zur Lärmminderung gesetzt beziehungsweise weiter fortgeführt. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Nein! Eben nicht!) Ich verstehe daher die Reaktion beziehungsweise das Verhalten der grünen und roten Fraktion, die diesem Gesetz nicht zustimmen werden, nicht. Wir von der ÖVP nehmen die Verantwortung wahr und bieten unseren Bürgern die bestmögliche Chance auf Arbeit, Wirtschaft und eine gesunde Umwelt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Hohes Haus! Mit diesem Gesetz werden also erstmals umfassende Maßnahmen zur Lärmminderung gesetzt beziehungsweise weiter fortgeführt. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Nein! Eben nicht!) Ich verstehe daher die Reaktion beziehungsweise das Verhalten der grünen und roten Fraktion, die diesem Gesetz nicht zustimmen werden, nicht. Wir von der ÖVP nehmen die Verantwortung wahr und bieten unseren Bürgern die bestmögliche Chance auf Arbeit, Wirtschaft und eine gesunde Umwelt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie des Abg. Broukal.
Meine Damen und Herren! Dieses Gesetz wird also hoffentlich zur Reduktion des Umgebungslärmes beitragen. Wenn Sie mir noch ganz kurz einen Exkurs erlauben: Lärm, der von Personen erzeugt wird, wird ja nicht zum Umgebungslärm gezählt, Nachbarschaftslärm et cetera, oder auch der Lärm am Arbeitsplatz – das wäre auch der Lärm hier im Parlament. Wir haben ja heute bereits ein Lärmgesetz verabschiedet, indem wir unnötigen politischen Lärm durch eine Verfassungsänderung reduziert haben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie des Abg. Broukal.)
Abg. Faul: Das ist dem Pröll sein Spruch!
Abgeordnete Heidemarie Rest-Hinterseer (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Hohen Hauses! Die Euphorie, die hier die Regierungsfraktionen an den Tag legen, ist schon sehr schwer verständlich. Ich habe schon einmal gesagt: Vom Wiegen wird das Schwein nicht fetter, und vom Messen wird der Lärm nicht leiser! (Abg. Faul: Das ist dem Pröll sein Spruch!) – Also: Wir
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Walter.
haben dann viel gemessen und nichts erreicht. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Walter.)
Abg. Wittauer: Schritt für Schritt!
Herr Kollege Kopf, Sie haben eine Anrainerin des Flughafens Schwechat zitiert, nämlich Frau Rynesch, die dieses Gesetz als „Meilenstein“ bezeichnet habe. Allerdings hat sie genau gesagt, dass der Beginn der Meilenstein ist, damit also sozusagen einmal ein Weg beginnt. (Abg. Wittauer: Schritt für Schritt!) Im Übrigen hat sie im Hearing gesagt, dass dieses Gesetz in wesentlichen Punkten zu kurz greife.
Abg. Dr. Brinek: ... schnarchen!
Uns fehlt mehr in diesem Gesetz, als ich hier in dieser kurzen Redezeit auflisten kann. Es fehlt uns vor allem eine einheitliche flächendeckende Lärmerhebung. Es fehlen uns tatsächliche Messungen statt hypothetischer Berechnungen. Bei der Hypothese über Lärm kann man sehr schnell in die Irre gehen. Wie hoch, schätzen Sie, ist der Lärm des Atemzugs eines Menschen, der neben einem schläft? – Es sind 10 Dezibel. (Abg. Dr. Brinek: ... schnarchen!) Wie hoch ist das beim Blätterrauschen? – Das sind 20 Dezibel. Ein lebhafter Verkehr ist sogar 70 Dezibel laut! (Abg. Neudeck: Was ist ein „lebhafter Verkehr“? – Abg. Broukal – in Richtung des Abg. Neudeck –: Ringstraße um halb sechs Uhr nachmittags! – Abg. Neudeck: Ach so!) Man muss aber bedenken, dass pro 10 Dezibel an Lärmzuwachs eine Verdoppelung des Lärmempfindens erfolgt.
Abg. Neudeck: Was ist ein „lebhafter Verkehr“? – Abg. Broukal – in Richtung des Abg. Neudeck –: Ringstraße um halb sechs Uhr nachmittags! – Abg. Neudeck: Ach so!
Uns fehlt mehr in diesem Gesetz, als ich hier in dieser kurzen Redezeit auflisten kann. Es fehlt uns vor allem eine einheitliche flächendeckende Lärmerhebung. Es fehlen uns tatsächliche Messungen statt hypothetischer Berechnungen. Bei der Hypothese über Lärm kann man sehr schnell in die Irre gehen. Wie hoch, schätzen Sie, ist der Lärm des Atemzugs eines Menschen, der neben einem schläft? – Es sind 10 Dezibel. (Abg. Dr. Brinek: ... schnarchen!) Wie hoch ist das beim Blätterrauschen? – Das sind 20 Dezibel. Ein lebhafter Verkehr ist sogar 70 Dezibel laut! (Abg. Neudeck: Was ist ein „lebhafter Verkehr“? – Abg. Broukal – in Richtung des Abg. Neudeck –: Ringstraße um halb sechs Uhr nachmittags! – Abg. Neudeck: Ach so!) Man muss aber bedenken, dass pro 10 Dezibel an Lärmzuwachs eine Verdoppelung des Lärmempfindens erfolgt.
Allgemeine Heiterkeit und Zwischenrufe.
Zum Etappenplan, den Sie, Herr Minister, uns vorgestellt haben. Sie wirken ja in der letzten Zeit nicht mehr so vollmundig, also so saftig wie früher. (Allgemeine Heiterkeit und Zwischenrufe.) Ich habe das Gefühl, dass Ihnen auch ein bisschen der Glaube an die eigenen Worte abhanden gekommen ist. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Muss ein Minister „saftig“ ...?) Sie haben gesagt, der Etappenplan sei beeindruckend. Aber er ist erstens zu spät, er ist kein Meilenstein, er hätte schon voriges Jahr vorgelegt werden müssen. Auch ist er schmalbrüstig und zögerlich und, wie gesagt, vom Messen wird der Lärm nicht weniger. (Neuerliche Heiterkeit.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Muss ein Minister „saftig“ ...?
Zum Etappenplan, den Sie, Herr Minister, uns vorgestellt haben. Sie wirken ja in der letzten Zeit nicht mehr so vollmundig, also so saftig wie früher. (Allgemeine Heiterkeit und Zwischenrufe.) Ich habe das Gefühl, dass Ihnen auch ein bisschen der Glaube an die eigenen Worte abhanden gekommen ist. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Muss ein Minister „saftig“ ...?) Sie haben gesagt, der Etappenplan sei beeindruckend. Aber er ist erstens zu spät, er ist kein Meilenstein, er hätte schon voriges Jahr vorgelegt werden müssen. Auch ist er schmalbrüstig und zögerlich und, wie gesagt, vom Messen wird der Lärm nicht weniger. (Neuerliche Heiterkeit.)
Neuerliche Heiterkeit.
Zum Etappenplan, den Sie, Herr Minister, uns vorgestellt haben. Sie wirken ja in der letzten Zeit nicht mehr so vollmundig, also so saftig wie früher. (Allgemeine Heiterkeit und Zwischenrufe.) Ich habe das Gefühl, dass Ihnen auch ein bisschen der Glaube an die eigenen Worte abhanden gekommen ist. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Muss ein Minister „saftig“ ...?) Sie haben gesagt, der Etappenplan sei beeindruckend. Aber er ist erstens zu spät, er ist kein Meilenstein, er hätte schon voriges Jahr vorgelegt werden müssen. Auch ist er schmalbrüstig und zögerlich und, wie gesagt, vom Messen wird der Lärm nicht weniger. (Neuerliche Heiterkeit.)
Abg. Wittauer: ... jede Gemeinde selber machen!
Wir wissen bis heute nicht, wie diese Dinge auch in der Raumordnung umgesetzt werden sollen. Die Raumordnung als ganz besonders wichtiges Instrument wird immer wieder konterkariert, weil Bürgermeister nicht einsehen wollen, dass es für Bauplätze mit starken Lärmemissionen keine Bauplatzerklärungen gibt. Es ist auch schwer, den Menschen vor Ort zu erklären, aber Sie werden das nicht dadurch verbessern, dass Sie den Leuten, den Bürgermeistern erklären: Ja, wir sind eh schon am Messen; und im Jahr 2007 legen wir euch dann einen Plan vor, damit ihr wisst, wo die Leute nicht mehr hinbauen sollen! – Da sind ja die Gemeinden oder manche Bundesländer schon sehr viel weiter als es hier das Ministerium ist. (Abg. Wittauer: ... jede Gemeinde selber machen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Für Sie! Oder wie?
Also nach PISA müsste man sagen: Fünf, setzen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Für Sie! Oder wie?)
Abg. Öllinger – in Richtung Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll –: Jetzt haben Sie es wieder leichter! – Abg. Broukal: Jetzt werden Sie wieder ...! – Abg. Neudeck: Jetzt wird es wieder sachlicher!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dipl.-Ing. Achleitner zu Wort gemeldet. Wunschredezeit: 4 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Öllinger – in Richtung Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll –: Jetzt haben Sie es wieder leichter! – Abg. Broukal: Jetzt werden Sie wieder ...! – Abg. Neudeck: Jetzt wird es wieder sachlicher!)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Das glauben Sie ja selber nicht!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Kollegin Bayr: Ja, es stimmt – und diese Bundesregierung ist sich dessen klar bewusst –, dass der Lärm viele Österreicher belästigt und dass der Lärm gesundheitsschädigend ist. Aber es ist auch Tatsache, Frau Kollegin Rest-Hinterseer, dass gerade diese Regierung alles daran setzt, die Lärmgeplagten zu schützen und viele Maßnahmen zu treffen, sodass die Lärmbelästigung sukzessive weniger wird. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Das glauben Sie ja selber nicht!)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Es ist ja wirklich schon viel geschehen. Vizekanzler und Verkehrsminister Gorbach hat im Jahre 2004 das Jahr des Lärmschutzes ausgerufen. Und gerade der Verkehrslärm stellt, wie wir wissen, eine starke Belastung für die Bevölkerung dar. Frühere Regierungen haben dieses Thema nicht so ernst genommen. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Gerade Sie von den Sozialdemokraten, Herr Kollege Krainer, wenn Sie das früher ein wenig ernster genommen hätten, würden die Leute heutzutage weniger daran leiden!
Abg. Krainer: 1998!
Die Zahlen sprechen ja eine ganz klare Sprache. Was die Lärmschutzmaßnahmen entlang der Straßen betrifft, so wurden dafür, wenn ich an das Jahr 1997 denke, 5 Millionen € eingesetzt, im Jahre 2004 jedoch zehn Mal so viel! (Abg. Krainer: 1998!) – 1997 waren es 5 Millionen € (Abg. Krainer: Ja, aber 1998 hat doch das begonnen!), 2004 waren es 50 Millionen €, Herr Kollege Krainer, also zehn Mal so viel! (Abg. Krainer: Sagen Sie doch die Zahlen für 1998!) Für heuer werden 90 Millionen € für Lärmschutz aufgewendet. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Davon wird ja der Lärm nicht weniger!)
Abg. Krainer: Ja, aber 1998 hat doch das begonnen!
Die Zahlen sprechen ja eine ganz klare Sprache. Was die Lärmschutzmaßnahmen entlang der Straßen betrifft, so wurden dafür, wenn ich an das Jahr 1997 denke, 5 Millionen € eingesetzt, im Jahre 2004 jedoch zehn Mal so viel! (Abg. Krainer: 1998!) – 1997 waren es 5 Millionen € (Abg. Krainer: Ja, aber 1998 hat doch das begonnen!), 2004 waren es 50 Millionen €, Herr Kollege Krainer, also zehn Mal so viel! (Abg. Krainer: Sagen Sie doch die Zahlen für 1998!) Für heuer werden 90 Millionen € für Lärmschutz aufgewendet. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Davon wird ja der Lärm nicht weniger!)
Abg. Krainer: Sagen Sie doch die Zahlen für 1998!
Die Zahlen sprechen ja eine ganz klare Sprache. Was die Lärmschutzmaßnahmen entlang der Straßen betrifft, so wurden dafür, wenn ich an das Jahr 1997 denke, 5 Millionen € eingesetzt, im Jahre 2004 jedoch zehn Mal so viel! (Abg. Krainer: 1998!) – 1997 waren es 5 Millionen € (Abg. Krainer: Ja, aber 1998 hat doch das begonnen!), 2004 waren es 50 Millionen €, Herr Kollege Krainer, also zehn Mal so viel! (Abg. Krainer: Sagen Sie doch die Zahlen für 1998!) Für heuer werden 90 Millionen € für Lärmschutz aufgewendet. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Davon wird ja der Lärm nicht weniger!)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Davon wird ja der Lärm nicht weniger!
Die Zahlen sprechen ja eine ganz klare Sprache. Was die Lärmschutzmaßnahmen entlang der Straßen betrifft, so wurden dafür, wenn ich an das Jahr 1997 denke, 5 Millionen € eingesetzt, im Jahre 2004 jedoch zehn Mal so viel! (Abg. Krainer: 1998!) – 1997 waren es 5 Millionen € (Abg. Krainer: Ja, aber 1998 hat doch das begonnen!), 2004 waren es 50 Millionen €, Herr Kollege Krainer, also zehn Mal so viel! (Abg. Krainer: Sagen Sie doch die Zahlen für 1998!) Für heuer werden 90 Millionen € für Lärmschutz aufgewendet. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Davon wird ja der Lärm nicht weniger!)
Abg. Dr. Bauer: ... also so missverstehen ...!
Aber ich weiss, dass die Kollegen gerade von der Sozialdemokratie kein besonderes Interesse am Lärmschutz haben. Kollege Gaßner, der Herr Bürgermeister – er ist jetzt gerade nicht im Saal –, hat letztes Mal in einer Ausschusssitzung gesagt, dass er den Lärmschutz nicht so gerne hat, weil er dann auf unseren Straßen immer nur quasi durch Kanäle fährt – und weil dann anscheinend die Aussicht nicht so schön ist. (Abg. Dr. Bauer: ... also so missverstehen ...!) Es wundert mich daher nicht, dass Sie damals, als Sie an der Regierung waren, den Lärmschutz in keinster Weise auch nur
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Krainer: Ein bisschen mehr Auffassungsgabe wäre doch vonnöten!
irgendwo forciert haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Krainer: Ein bisschen mehr Auffassungsgabe wäre doch vonnöten!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber wieso unverbindlich? ... der ganze Aufwand nicht, wenn es unverbindlich ist! – Abg. Wittauer: Im Parlament weiß man sehr genau, wo der Lärm herkommt!
Sehr geehrte Damen und Herren! Das vorliegende Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz ist ein weiterer Schritt, Maßnahmen für die lärmgeplagte Bevölkerung zu setzen, um den Lärm zu vermindern. Frau Kollegin Glawischnig, ich finde schon eine sehr klare Logik in diesem Gesetz, also dass man zuerst in ganz Österreich strategisch erhebt, wo der Lärm ist, welche Lärmquellen diese Auswirkungen haben – und dass auf Grund dieser erstellten Lärmkarten dann ganz genaue Aktionspläne erstellt werden, die Synergien haben und miteinander gleichzeitige Lärmschutzmaßnahmen ermöglichen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber wieso unverbindlich? ... der ganze Aufwand nicht, wenn es unverbindlich ist! – Abg. Wittauer: Im Parlament weiß man sehr genau, wo der Lärm herkommt!)
Abg. Krainer: Nein! Falsch! Sie haben die Frage gestellt, es ist aber keine Antwort gekommen!
Klar ist natürlich, dass der ganze Lärmschutz eine sehr komplexe Materie ist, eine Querschnittsmaterie, die sich über drei weitere Ministerien zieht, von der die Länder mitbetroffen sind und die natürlich auch technisch gesehen unterschiedliche Lärmquellen betrifft. Kollege Krainer hat heute angesprochen, dass er sich wünschen würde, dass all diese Lärmquellen in einer Karte verzeichnet werden. – Ja, das finde auch ich sehr wichtig, aber, wenn Sie sich erinnern, im Ausschuss haben wir von den Experten gehört, dass das technisch, mathematisch zurzeit noch nicht möglich ist. (Abg. Krainer: Nein! Falsch! Sie haben die Frage gestellt, es ist aber keine Antwort gekommen!) – Kollege Krainer, dann haben Sie aber nicht aufgepasst!
Abg. Krainer: Nein! Das stimmt überhaupt nicht!
Ich habe es ganz klar gehört: Es werden zwar in der EU Harmonisierungsverfahren entwickelt. (Abg. Krainer: Nein! Das stimmt überhaupt nicht!) Der Herr Bundesminister selbst hat auf meine Frage geantwortet, dass auch in Österreich Universitäten damit befasst werden.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Dass die Bürgerbeteiligung nicht verwirklicht ist, steht außer Streit? Habe ich das jetzt richtig mitbekommen?
Es ist mir unverständlich, dass Sie von der Opposition wieder einmal einer positiven Reform im Umweltbereich nicht zustimmen. Diese Gesetzesvorlage ist sicherlich positiv für die österreichischen Bürger. Vielleicht können Sie doch noch mitstimmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Dass die Bürgerbeteiligung nicht verwirklicht ist, steht außer Streit? Habe ich das jetzt richtig mitbekommen?)
Abg. Wittauer: Wasser predigen und Wein trinken!
Es wurde gesagt, diese Erfassung des Lärms sei wichtig. (Abg. Wittauer: Wasser predigen und Wein trinken!) Natürlich ist es wichtig, dass man den Lärm erfasst, aber es reicht nicht aus, dass man ihn bis 2012 erfasst, dafür 12 Millionen € ausgeben will, aber nichts dagegen tut! Darum geht es eigentlich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abge-
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Bei der in der Länderkompetenz gelegenen Raumordnung ist es das Gleiche. Warum kann man sich nicht einmal darauf einigen, dass zum Beispiel entlang hoch frequentierter Straßen nicht bis zum Damm der Straße Widmungen für Bauland vorgenommen werden? Das sind doch alles unmögliche Vorgänge! Da wird Bauland bis zur Straße gewidmet, und dann werden Lärmschutzmaßnahmen gefordert! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Abg. Wittauer: Da musst du dich bei der Gemeinde stark machen, wenn sie das nicht tun!
Was ist die Bilanz des Ganzen? – Bauland wird vielleicht um ein paar Euro billiger verkauft, und die erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen kosten dann zig Millionen Euro. Man muss doch auch hier einmal eine wirtschaftliche Denkweise einbringen. (Abg. Wittauer: Da musst du dich bei der Gemeinde stark machen, wenn sie das nicht tun!)
Abg. Wittauer: Wir sind ja da nicht in der Gemeindestube!
Weil das alles nicht der Fall ist, lehnen wir dieses Umgebungslärmschutzgesetz ab. Diese Gesetzesvorlage dient in Wirklichkeit nur der „Lärmverwaltung“ – aber es werden zu wenig konkrete Maßnahmen gesetzt, die die Bürgerinnen und Bürger vor Lärm schützen. (Abg. Wittauer: Wir sind ja da nicht in der Gemeindestube!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir alle wissen, wie schädlich Lärm ist, welche gesundheitlichen und psychischen Auswirkungen Lärm haben kann, Auswirkungen, die bis zur Beeinträchtigung der persönlichen Leistungen gehen können, wenn man ununterbrochen unter Lärm leidet. Daher, geschätzte Damen und Herren, handelt es sich um keine oppositionelle Rhetorik von unserer Seite, wie hier gesagt wurde, sondern um inhaltlich schwere Bedenken gegen diese Gesetzesvorlage. Ich glaube, dass auch der Bundesminister das sehr gut weiß, aber vielleicht ist er wirklich etwas schmalbrüstig im Einfluss geworden und kam durch diesen Kompetenzdschungel einfach nicht durch. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Erwin Hornek (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich als Bürgermeister war bei den Ausführungen des Herrn Kollegen Bauer insofern verwundert, als den meisten bekannt sein wird, dass es bei Flächenwidmungen der Zustimmung des Landes bedarf, und der Herr Kollege als Mitglied der Landesregierung sehr wohl wissen muss, dass das so ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich werde versuchen, den Lärmpegel zu senken, denn ich spreche zum Lärmschutzgesetz.
Abg. Krainer: Wir haben alle die Erläuterungen gelesen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Vorlage des Bundes-Umgebungslärmschutzgesetzes bringt einen rechtlichen Rahmen für erstens Lärmerhebungen, für zweitens die Festlegung von Emissionszielen im Straßen-, Eisenbahn- und Flugverkehr sowie bei Industriebetrieben. Und drittens bietet dieses Gesetz einen rechtlichen Rahmen für die Planung von Lärmminderungsmaßnahmen. (Abg. Krainer: Wir haben alle die Erläuterungen gelesen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Wieso keine Bürgerbeteiligung?
Als sehr wichtig erscheint mir auch, dass es gelungen ist, im Zuge dieses Gesetzes eine einheitliche Regelung in der zersplitterten und komplexen Materie Lärm zu erreichen – und dies im Kompetenzbereich des Bundes. Dieses Bundesgesetz geht weit über die EU-Richtlinie hinaus und ist ein wichtiges Element zur Sicherung der Lebensqualität in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Wieso keine Bürgerbeteiligung?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Wir dürfen daher – da es um die Sicherheit der Menschen geht – nicht müde werden, im Umweltbereich zu arbeiten. Wie gesagt: Wir können einen kleinen Beitrag dazu leisten, gefordert sind aber die gesamten Staaten des Globus, dem entgegenzuwirken. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Krainer: Wieso ohne Bürgerbeteiligung?
Das neue Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz bringt drei wesentliche Neuerungen: Erstmals wird die Lärmbelastung aus Straßen- und Schienenverkehr, Flugverkehr und von bestimmten Industrie- und Gewerbeanlagen in Ballungsräumen flächendeckend erhoben und die schwer belasteten Gebiete klar identifiziert. Die Ergebnisse werden in Lärmkarten bildlich dargestellt. Auf dieser Grundlage werden dann Aktionspläne mit Maßnahmen zur Lärmminderung erarbeitet und umgesetzt. (Abg. Krainer: Wieso ohne Bürgerbeteiligung?) Dritte wesentliche Neuerung ist die umfassende Information der BürgerInnen über die Lärmbelastungssituation durch die Veröffentlichung der Lärmkarten im Internet.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Wieso keine Bürgerbeteiligung?
Schade, dass Sie von der Opposition bei diesem guten Gesetz nicht mitgehen können und wieder einmal gegen die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher stimmen! Sehr schade! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Krainer: Wieso keine Bürgerbeteiligung?)
Beifall bei der SPÖ.
Wir von der Sozialdemokratie meinen, ein effektiver und intelligenter Lärmschutz erfordert intelligente Lösungen, erfordert intelligente Investitionen – und das bedeutet letztendlich auch mehr Arbeit, mehr an Beschäftigung und auch zusätzliche Arbeitsplätze in diesem Bereich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Punkte sind Grund genug, dieser Regierungsvorlage die Zustimmung nicht zu erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Wie denn? Wo denn?
Wenn nun gesagt wird, das bringe gar nichts, muss man schon auf eines klar hinweisen: Der Verkehr nimmt laufend zu, und mit diesem Gesetz wird die Gesamtbelastung für jeden einzelnen Verkehrsträger einmal gedeckelt. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Wie denn? Wo denn?) Mit der Zulassung! Wie es dann zu erreichen ist, das obliegt dann den Maßnahmen, die vom Bund, den Ländern und Gemeinden zu treffen sind. In dem Sinn bringt es etwas, und ich bitte, nicht so zu tun, als wäre das Ganze „pour la chat“. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn nun gesagt wird, das bringe gar nichts, muss man schon auf eines klar hinweisen: Der Verkehr nimmt laufend zu, und mit diesem Gesetz wird die Gesamtbelastung für jeden einzelnen Verkehrsträger einmal gedeckelt. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Wie denn? Wo denn?) Mit der Zulassung! Wie es dann zu erreichen ist, das obliegt dann den Maßnahmen, die vom Bund, den Ländern und Gemeinden zu treffen sind. In dem Sinn bringt es etwas, und ich bitte, nicht so zu tun, als wäre das Ganze „pour la chat“. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Man kann sich länger freuen, weil die Frist so lang ist!
Herr Bundesminister Pröll hingewiesen. Deswegen kann man sich nicht freuen. Vorreiter ist man damit schon überhaupt nicht. (Abg. Neudeck: Man kann sich länger freuen, weil die Frist so lang ist!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.
Das tut uns Leid, denn das hilft weder der Bürgerinitiative noch anderen lärmgeplagten Bürgern. Deswegen können wir von der SPÖ diesem Gesetzentwurf auf keinen Fall zustimmen, weil einfach die Zeitdauer der Umsetzung und der Umstand, dass sich keine Bürgerinitiativen beteiligen konnten, zu lang ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem neuen Gesetz wird kein einheitlicher Grenzwert zum Schutz der Menschen vor Lärmbelastungen erlassen, sondern dezidiert ein so genannter Schwellenwert, der als Orientierungshilfe dienen soll. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Krainer: Vielleicht überdenkt er jetzt doch seine Zustimmung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Grillitsch. Wunschredezeit: 2 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Krainer: Vielleicht überdenkt er jetzt doch seine Zustimmung!)
Abg. Krainer: Akustisch?
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich ist mir nicht so ganz verständlich, was die Oppositionsparteien ... (Abg. Krainer: Akustisch?) – Nein, das ist mir nicht verständlich! Der Lärm, den Sie bei einem so wichtigen Thema machen, ist mir nicht verständlich, denn dieser Lärm – nicht der, den Sie machen –, der tägliche Lärm ist für die Menschen wirklich ein konkretes Problem. Ihr Lärm ist umsonst.
Abg. Krainer: Wieso keine Bürgerbeteiligung?
Ich verstehe nicht, dass Sie konkrete Probleme der Menschen zuerst nicht wahrnehmen, aber dann hergehen, großen Lärm machen und am Ende des Tages wiederum sagen: Aber mitstimmen tun wir nicht!, selbst wenn es darum geht, die Bedürfnisse der Menschen auch entsprechend zu befriedigen. (Abg. Krainer: Wieso keine Bürgerbeteiligung?)
Abg. Krainer: Wieso keine Bürgerbeteiligung?
Da bin ich Herrn Minister Pröll wirklich sehr dankbar, dass er dieses Problem erkannt hat und dass er konkret in die Umsetzung geht. Sie von den Oppositionsparteien verweigern sich nur und wenn es zur Umsetzung kommt (Abg. Krainer: Wieso keine Bürgerbeteiligung?), sind Sie weg wie ein Helikopter: Staub aufwirbeln, abheben und weg, nie mehr wieder gesichtet. – So geht es wirklich nicht! (Abg. Neudeck: Jetzt wissen wir, wo die Feinstaubbelastung herkommt – durch die Staubaufwirbelung!)
Abg. Neudeck: Jetzt wissen wir, wo die Feinstaubbelastung herkommt – durch die Staubaufwirbelung!
Da bin ich Herrn Minister Pröll wirklich sehr dankbar, dass er dieses Problem erkannt hat und dass er konkret in die Umsetzung geht. Sie von den Oppositionsparteien verweigern sich nur und wenn es zur Umsetzung kommt (Abg. Krainer: Wieso keine Bürgerbeteiligung?), sind Sie weg wie ein Helikopter: Staub aufwirbeln, abheben und weg, nie mehr wieder gesichtet. – So geht es wirklich nicht! (Abg. Neudeck: Jetzt wissen wir, wo die Feinstaubbelastung herkommt – durch die Staubaufwirbelung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das Gesetz nie angeschaut!
Herr Bundesminister, ich bin dir wirklich sehr dankbar dafür, dass du dieses Problem, die täglichen Bedürfnisse der Menschen wahrgenommen hast und dass du auch jetzt konkrete Umsetzungsschritte setzt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das Gesetz nie angeschaut!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schätzen tun wir nicht!
Herr Minister, überlegen Sie einmal: Ein Mensch hat hohen Blutdruck. Der hohe Blutdruck wird gemessen, er wird aber nur teilweise gemessen, dann wird wieder geschätzt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schätzen tun wir nicht!) Und bis zum Jahre 2012 soll es dann einen Blutdruckkataster mit einigen Spitzen auf und ab geben. Würden Sie das als adäquate Maßnahme für einen Menschen ansehen, der unter Bluthochdruck und Herzinfarktgefahr leidet?
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage Ihnen Folgendes: Alleine in Tirol sind 81 000 Kinder nicht nur von Luftschadstoffen, sondern auch von eminenter Belastung durch Lärm betroffen. Das sind tägliche Schäden, das sind stündliche Beeinträchtigungen! Da leiden die Menschen teilweise Tag und Nacht! Und Sie setzen sich her, legen uns ein Gesetz vor, sagen, dass Sie wieder messen und schätzen lassen – und im Endeffekt geschieht nichts! Das ist eine Zumutung, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Lebensverlängernd ist Ihre Rede auch nicht!
Das können wir nicht hinnehmen! Das ist schleichende Körperverletzung und Lebensverkürzung. Ich brauche ja Ihre Daten nicht zu wiederholen, Herr Kollege Hornek, Herr Kollege Auer und Herr Kollege Sieber. Die brauche ich gar nicht zu wiederholen. Es ist sozusagen protokollarisch festgehalten, dass schleichende Körperverletzung und Lebensverkürzung stattfindet – und durch dieses Gesetz verlängert wird, das eine Minimalumsetzung der EU-Richtlinie ist und wo man jetzt ansteht. (Abg. Neudeck: Lebensverlängernd ist Ihre Rede auch nicht!)
Abg. Neudeck: Da müssen Sie mir eine Entschuldigung für zu Hause schreiben! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nehmen Sie den Wittauer! Der wohnt in Tirol!
Ich sage es Ihnen sehr gerne, Herr Kollege Neudeck: Kommen Sie einmal mit mir nach Tirol! (Abg. Neudeck: Da müssen Sie mir eine Entschuldigung für zu Hause schreiben! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nehmen Sie den Wittauer! Der wohnt in Tirol!) Ich war
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Dieser Aktionsplan wäre auch dazu angetan, insgesamt die Lärmbelastung zu vermindern, und zwar viel besser als dieses Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz. Dieses Gesetz bringt uns in die Lage, zwar mehr über Lärm zu wissen, aber nicht etwas für weniger Lärm zu unternehmen und schließlich weniger Lärm auf der Straße beziehungsweise bei den Leuten zu haben. Deshalb lehnen wir diese Vorlage ab – und ich denke, wir sind damit nicht alleine. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
StS Kukacka
Während die zuständigen Regierungsmitglieder mit anderen wichtigen Dingen wie Postenschacher und unsinnigen Dienstreisen (BM Gorbach), der Eröffnung von Autohäusern (StS Kukacka) oder der Verwicklung privater Firmen in das skandalöse Um-
StS Mainoni
feld des LKW-Transits (StS Mainoni) beschäftigt sind, schwillt die LKW-Lawine laufend weiter an.
Beifall bei der SPÖ.
sionen wieder deutliche Emissionszuwächse zu verzeichnen. Daher fordere ich Sie auf, Herr Bundesminister, setzen Sie auch im NOx-Bereich Aktivitäten! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gradwohl: Das ist aber zu wenig!
Geschätzte Damen und Herren! Wir können also feststellen, dass wir auf Ebene des Bundes mit Hochdruck an dieser Problemlösung arbeiten. (Abg. Gradwohl: Das ist aber zu wenig!) – Das ist aber im Grunde genommen zu wenig. Das wissen wir. Wir wissen, dass natürlich auch die Länder mittun müssen. Ich habe an dieser Stelle schon mehrmals meine Kritik an der Umweltpolitik in Wien geäußert. Ich werde heute nicht über den dritten Bezirk reden, ich werde nicht über die Megabaustelle Österreichische Staatsdruckerei reden. Der Herrgott hat ja heute ein Einsehen und hat offensichtlich auch mitbekommen, dass Häupl und Sima da nicht zusammenkommen und lässt es ein bisschen regnen. Das hilft und entlastet die Bevölkerung im dritten Bezirk.
Abg. Gradwohl: Du kannst einmal ein Wort verlieren über Graz! Über die Parteifreunde!
Ich möchte heute über eine Studie reden, die in der MA 22 verfasst worden ist. (Abg. Gradwohl: Du kannst einmal ein Wort verlieren über Graz! Über die Parteifreunde!) Die Behöre in Wien hat untersucht, wie es in der Stadt Wien zu Schadstoffreduktionen kommen kann.
Abg. Broukal: Sagen Sie uns: Wollen Sie eine City-Maut? – Ruf bei der SPÖ: Seien Sie einmal ehrlich!
Was war die Reaktion der Wiener Stadtpolitik darauf? – Kollege Schicker hat gesagt: Um Gottes Willen, das brauchen wir als Letztes! Und Ulli Sima hat gesagt: Wir machen das demokratisch und werden das quasi demokratisch totstellen, wir machen einen Arbeitskreis! – Das heißt: In Wirklichkeit geschieht wieder nichts (Abg. Broukal: Sagen Sie uns: Wollen Sie eine City-Maut? – Ruf bei der SPÖ: Seien Sie einmal ehrlich!), obwohl man weiß, dass bei der Wiener Westeinfahrt 29 000 Fahrzeuge täglich fahren, obwohl man weiß, dass dort der NO2-Grenzwert um das Doppelte überschritten wird, und obwohl man weiß, dass die Stickoxide zweifach als problematisch angesehen werden können, nämlich: Einerseits belasten sie die Lungen, und andererseits sind sie auch für die Ozonbildung maßgebend.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
wortung übernommen wird. – Die derzeitige Stadtregierung tut es offensichtlich nicht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Na also, was soll das?
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Abgeordneter Missethon, wissen Sie, es ist billig, es ist niveaulos (Abg. Neudeck: Na also, was soll das?), es ist völlig überflüssig und es ist einfach auch langweilig, wenn Sie ständig hier herausgehen und mit dem Finger auf eine Landeshauptstadt oder auf die Bundeshauptstadt zeigen, die zufällig von der SPÖ regiert wird, und anhand dieser die Feinstaubproblematik abhandeln. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Das war eine ganz korrekte Rede von Herrn Abgeordnetem Missethon!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Das war eine ganz korrekte Rede von Herrn Abgeordnetem Missethon!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Abgeordneter Missethon, wissen Sie, es ist billig, es ist niveaulos (Abg. Neudeck: Na also, was soll das?), es ist völlig überflüssig und es ist einfach auch langweilig, wenn Sie ständig hier herausgehen und mit dem Finger auf eine Landeshauptstadt oder auf die Bundeshauptstadt zeigen, die zufällig von der SPÖ regiert wird, und anhand dieser die Feinstaubproblematik abhandeln. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Das war eine ganz korrekte Rede von Herrn Abgeordnetem Missethon!)
Abg. Neudeck: Wenn Sie von Kärnten reden, dann ist es erlaubt!
Ich weiß nicht: Was soll denn das bringen?! Ich meine, es diskutiert doch auch die ÖVP-Fraktion im Wiener Landtag. Das ist wirklich so durchsichtig, und jeder, der sich das anschaut, denkt sich: Nein, nicht schon wieder! – Das ist wirklich unerträglich! (Abg. Neudeck: Wenn Sie von Kärnten reden, dann ist es erlaubt!)
Beifall bei den Grünen.
Diskutieren wir über das, was wir tun können: unsere Verantwortungsbereiche, unsere Kompetenzen, und schauen wir, was da möglich ist. Ich glaube, das ist im Sinne der Betroffenen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wittauer: 22 000!
Ich hätte mir bei diesen Vier-Parteien-Verhandlungen als gemeinsames Ziel gewünscht, spätestens in zwei Jahren so weit zu sein, dass nicht mehr jährlich 60 000 Kinder mit Medikamenten behandelt werden müssen. (Abg. Wittauer: 22 000!) Aber das, was jetzt vorliegt, reicht jedenfalls für dieses Ziel nicht aus, das ist zu wenig. Das wissen Sie auch, es wurde auch zugegeben.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich denke, dieses gemeinsame Ziel, nächstes Jahr, spätestens übernächstes Jahr diese Gesundheitsbelastung, die dem österreichischen Gesundheitssystem Milliarden an Euro kostet, wegzubekommen, wäre durchaus ein Kompromiss, auf den wir uns alle einlassen könnten. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek begibt sich zum Rednerpult und legt auf dieses ein Schriftstück – mit den Worten: Die möglichen Bundesmaßnahmen!
Warum sie den Kollegen Missethon da so angreifen, verstehe ich nicht. Er hat nur die Wahrheit gesagt. Aber Sie vertragen ja nicht einmal die Wahrheit! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek begibt sich zum Rednerpult und legt auf dieses ein Schriftstück – mit den Worten: Die möglichen Bundesmaßnahmen!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Her damit! Steht noch nicht drinnen!
Wir wissen, dass, wie Sie es auch vorhin in Ihrer Rede gesagt haben, dass die Grenzwerte überschritten werden. Wir setzen Maßnahmen gemäß IG-Luft gegen Grenzwertüberschreitungen, und auch Minister Gorbach hat vorgeschlagen, dass wir Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auch für diese Bereiche anwenden können, wenn wir die Mess-Stellen ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Her damit! Steht noch nicht drinnen!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ja! Tun!
Die zweite Maßnahme wäre, dass man, wenn der Grenzwert stetig überschritten wird, sagt, man macht Blockabfertigung. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ja! Tun!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Da kannst du dir etwas aussuchen!
Die dritte Maßnahme wäre, dass man die Geräte, die keinen Partikelfilter haben ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Da kannst du dir etwas aussuchen!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Minister Pröll für Versäumnisse der Länder verantwortlich zu machen, halte ich überhaupt für eine Frechheit. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Das, was wir hier zu tun haben, ist, zusätzliche Förderungsmaßnahmen zu beschließen und Entschließungen zu fassen.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek begibt sich aus dem Sitzungssaal.
Ich möchte schon sagen: Das Bonus-Malus-System bei den Partikelfiltern ist natürlich eine gute Sache. Auch die Einführung von schwefelfreien Kraftstoffen per 1. Jänner 2004 auf europäischer Ebene ist eine gute Initiative, und ich hoffe, das dass Erolg hat. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek begibt sich aus dem Sitzungssaal.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Jetzt geht die Frau Abgeordnete aus dem Saal, das interessiert sie anscheinend nicht: die Wahrheit oder das, was diese Regierung macht und umsetzt. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Länder könnten sofort etwas tun, um den Menschen vor Ort zu helfen. Da hätten die Freiheitlichen oder das BZÖ, eigentlich jede Fraktion hier herinnen den Anspruch, an jene Länder Forderungen zu stellen, wo sie mit in der Regierung sind. Ich glaube, wenn wir das machen würden, dann hätten wir schon 80 Prozent der Maßnahmen umgesetzt. Auch die Möglichkeit, Maßnahmen gemäß IG-Luft und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen zu setzen, wäre dann gegeben. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Das hat dazu geführt, dass führende Automobilhersteller auch in Deutschland gesagt haben: Wir werden für alle Modelle in die Serienproduktion von Dieselpartikelfiltern oder adäquaten Techniken gehen, um entsprechende Antworten zu finden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Drittens – und das ist das Thema, das uns heute beschäftig –: Wir stehen vor einer UFG-Änderung. Und ich will in den nächsten eineinhalb Jahren 7,5 Millionen € in die Reduktion der Feinstaubbelastung investieren, und zwar bei Baumaschinen und bei Industrieanlagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es wird ein 7,5 Millionen €-Paket seitens des Bundes geben. Jetzt sind die Länder gefordert, das Ihre dazu beizutragen, und wir werden das nächste Woche bei der Landesumweltreferentenkonferenz gemeinsam diskutieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Heinzl begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit der Aufschrift „Partikelemissionen in Österreich. Gesamt 2005“ auf.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Heinzl. – Bitte. (Abg. Heinzl begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel mit der Aufschrift „Partikelemissionen in Österreich. Gesamt 2005“ auf.)
Abg. Zweytick: Einen wesentlichen sicher nicht!
Es ist heute schon mehrmals angesprochen worden: Auch die Landwirtschaft hat einen wesentlichen Anteil an der Gesamtemission. (Abg. Zweytick: Einen wesentlichen sicher nicht!) Ich werde es Ihnen gleich sagen. Wie beispielsweise aktuellen Daten des Umweltbundesamtes – und diese werden Sie hoffentlich nicht bezweifeln – zu entnehmen ist, stößt in Österreich die Landwirtschaft aus Verbrennung und Aufwirbelung insgesamt sogar – und jetzt aufgepasst, bitte – etwas mehr Feinstaub aus als der Verkehr insgesamt. Ich betone: der Verkehr insgesamt, also PKWs, LKWs, Bahn, Schiffe und Flugzeuge zusammen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Brader.) Das sind Daten, Herr Abgeordneter Brader, lieber Alfred, die ich vom Umweltbundesamt bekommen habe, und ich hoffe, dass du diese nicht bezweifelst.
Zwischenruf des Abg. Dr. Brader.
Es ist heute schon mehrmals angesprochen worden: Auch die Landwirtschaft hat einen wesentlichen Anteil an der Gesamtemission. (Abg. Zweytick: Einen wesentlichen sicher nicht!) Ich werde es Ihnen gleich sagen. Wie beispielsweise aktuellen Daten des Umweltbundesamtes – und diese werden Sie hoffentlich nicht bezweifeln – zu entnehmen ist, stößt in Österreich die Landwirtschaft aus Verbrennung und Aufwirbelung insgesamt sogar – und jetzt aufgepasst, bitte – etwas mehr Feinstaub aus als der Verkehr insgesamt. Ich betone: der Verkehr insgesamt, also PKWs, LKWs, Bahn, Schiffe und Flugzeuge zusammen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Brader.) Das sind Daten, Herr Abgeordneter Brader, lieber Alfred, die ich vom Umweltbundesamt bekommen habe, und ich hoffe, dass du diese nicht bezweifelst.
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Die Einseitigkeit und der geringe Umfang der Maßnahmen der Bundesregierung zur Reduktion der Feinstaubemissionen sind daher abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Baumaschinen!
Der Herr Bundesminister hat schon daran erinnert: IG-L, wo bei den Genehmigungsverfahren auch bei Betriebsanlagen schon Vorsorge getroffen wird, dass diesem Thema verstärkt nicht nur Augenmerk geschenkt wird, sondern dass es auch Berücksichtigung findet; die NoVA-Spreizung bei den Dieselpartikelfiltern, der schwefelfreie Treibstoff oder jetzt das 7,5-Millionen-Paket für Industrieanlagen, das immerhin Investitionen von etwa 30 Millionen € auslösen wird. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Baumaschinen!) – Oder die Baumaschinen beziehungsweise die Förderung in diesem Bereich, die jetzt in dieser UFG-Änderung enthalten ist.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum ist der Umweltminister ein Christkind? Viel Ähnlichkeit mit dem Christkind hat er nicht!
Uns sind so konkrete Maßnahmen wie die hier gesetzten allemal lieber als die Diskussion über Anträge, und zwar Anträge ans Christkind oder in diesem Fall an die zuständigen Länder. Wir setzen die Maßnahmen um, die wir hier in diesem Hohen Haus beschließen können beziehungsweise die die Regierung setzen kann, und genau das tut der Umweltminister. Alles andere ist, wie gesagt, nichts als Schaumschlägerei. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum ist der Umweltminister ein Christkind? Viel Ähnlichkeit mit dem Christkind hat er nicht!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ländersache!
Da wäre zum Beispiel die Möglichkeit der Förderung des Einbaus von Partikelfiltern auch bei LKW. – Das fällt in den Verkehrsbereich, gebe ich zu. Oder da wäre die Möglichkeit der Förderung des öffentlichen Verkehrs im Bereich des Personen- und Güterverkehrs in größerem Ausmaß als bisher. Oder da wäre die Möglichkeit der verbindlichen Richtlinien und Grundlagen für die Raumordnung. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ländersache!) – Sicher, Ländersache, das gebe ich schon zu. Dann gäbe es durchaus die Möglichkeit, dass man eine Überprüfung des amtlichen Kilometergeldes vornimmt und eventuell eine City-Maut in Erwägung zieht. Oder: eine Verkehrsanschlussabgabe bei Supermärkten. Es könnte auch eine Kerosinbesteuerung vorgeschrieben werden et cetera. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Europäische ...! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Inlandsflüge!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Europäische ...! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Inlandsflüge!
Da wäre zum Beispiel die Möglichkeit der Förderung des Einbaus von Partikelfiltern auch bei LKW. – Das fällt in den Verkehrsbereich, gebe ich zu. Oder da wäre die Möglichkeit der Förderung des öffentlichen Verkehrs im Bereich des Personen- und Güterverkehrs in größerem Ausmaß als bisher. Oder da wäre die Möglichkeit der verbindlichen Richtlinien und Grundlagen für die Raumordnung. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ländersache!) – Sicher, Ländersache, das gebe ich schon zu. Dann gäbe es durchaus die Möglichkeit, dass man eine Überprüfung des amtlichen Kilometergeldes vornimmt und eventuell eine City-Maut in Erwägung zieht. Oder: eine Verkehrsanschlussabgabe bei Supermärkten. Es könnte auch eine Kerosinbesteuerung vorgeschrieben werden et cetera. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Europäische ...! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Inlandsflüge!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Ihr Vorschlag ist nur: besteuern und verteuern!
Verkehr eine umfassende Präventionspolitik notwendig. Und was Sie da bei den Gesundheitskosten einsparen könnten, das geht wirklich in die Milliarden! Sie denken oft nur in Zahlen und in Geldmitteln. – Denken Sie bitte diesmal wirklich in ganz konkreten Gesundheitsmilliarden! Das würde uns bei der Feinstaub- und bei der Lärmproblematik weiterbringen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Ihr Vorschlag ist nur: besteuern und verteuern!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Überschätz den Heinzl nicht!
Auch Herr Abgeordneter Heinzl weiß als St. Pöltener, dass die Überschreitungen in St. Pölten an einem Tag im Februar stattgefunden haben, und zwar am Europaplatz. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Überschätz den Heinzl nicht!) Und da ist den ganzen Tag kein Traktor vorbeigefahren, nicht einmal mit dem Schneepflug. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Auch Herr Abgeordneter Heinzl weiß als St. Pöltener, dass die Überschreitungen in St. Pölten an einem Tag im Februar stattgefunden haben, und zwar am Europaplatz. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Überschätz den Heinzl nicht!) Und da ist den ganzen Tag kein Traktor vorbeigefahren, nicht einmal mit dem Schneepflug. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Im Antrag steht: Bund, Länder und Gemeinden!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Heinzl! Das „Nein, nicht schon wieder!“ der Frau Kollegin Glawischnig gilt in erster Linie auch für Sie, wenn Sie ständig meinen, dass ausschließlich die Bundesregierung für die Feinstaubproblematik verantwortlich ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Im Antrag steht: Bund, Länder und Gemeinden!) Es liegt wirklich auch an Ihnen, einmal zu überlegen und auch darüber nachzudenken, dass insbesondere auch die Länder davon betroffen sind und Maßnahmen ergreifen sollten. (Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Heinzl! Das „Nein, nicht schon wieder!“ der Frau Kollegin Glawischnig gilt in erster Linie auch für Sie, wenn Sie ständig meinen, dass ausschließlich die Bundesregierung für die Feinstaubproblematik verantwortlich ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Im Antrag steht: Bund, Länder und Gemeinden!) Es liegt wirklich auch an Ihnen, einmal zu überlegen und auch darüber nachzudenken, dass insbesondere auch die Länder davon betroffen sind und Maßnahmen ergreifen sollten. (Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Abg. Heinzl: Das sind 6 Prozent der Emissionen ... Feinstaubbelastung! Was ist mit den nächsten 34 Prozent?
Es ist auch wirklich unerhört, wenn von der Opposition ständig gemeint wird, dass von der Bundesregierung nichts unternommen werde. Es ist zwar heute schon mehrmals angesprochen worden, aber ich erinnere Sie gern noch einmal daran, denn anscheinend dürfte das bei Ihnen nicht so richtig aufgenommen werden: Es wurde schwefelarmer Kraftstoff eingeführt; es wurde ein Bonus-Malus-System eingeführt, um Anreizsysteme zu schaffen, dass bei neuen Diesel-PKW Partikelfilter eingebaut werden; und es wurden vom Bundesminister ganz konkrete Maßnahmen getroffen wie das Spritsparen oder das Forcieren von Umwelt-Mobilitätsmanagement. (Abg. Heinzl: Das sind 6 Prozent der Emissionen ... Feinstaubbelastung! Was ist mit den nächsten 34 Prozent?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wasser predigen und Wein trinken!
Wahrscheinlich ist das in Oberösterreich insbesondere so, und es dürfte vermutlich in Wien noch größere Probleme geben. Die Grenzwertüberschreitung kommt jedenfalls auf Grund der ständigen Grenzwertabsenkung zustande. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wasser predigen und Wein trinken!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Im Entschließungsantrag, der von uns vorgelegt wurde, sind, so denke ich, einige sehr konkrete Maßnahmen aufgeführt, und es würde mich nicht wundern, wenn Sie wieder nicht zustimmen. Ich bin mir sicher, dass der Herr Bundesminister bestrebt ist, diese Maßnahmen so schnell wie möglich umzusetzen. Ich denke, im Sinne einer konstruktiven Umweltpolitik könnten Sie diesem Entschließungsantrag wirklich einmal zustimmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister, wir sind der Meinung, dass dazu Maßnahmenpakete geschnürt werden müssen – und zwar nicht auf Landesebene, sondern eindeutig auch auf Bundesebene. Aber haben Sie doch vor allem den Mut, der Autoindustrie eine gesetzliche Verpflichtung des Einbaus von Dieselpartikelfiltern bei Neufahrzeugen vorzugeben, beziehungsweise haben Sie auch den Mut zu bestimmen, dass Dieselgebrauchtwagen nur nach Nachrüstung wieder verkauft werden können! Das wäre eine Lenkungsmaßnahme, die der Bund leisten muss. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Insgesamt ist festzustellen, dass der Anteil des Verkehrs an den Emissionen etwa 20 Prozent beträgt. Ich meine abschließend – um mich kurz zu fassen –, dass nicht hektische Maßnahmen gefragt sind, sondern solche, die eine planmäßige Rückführung der Emissionen ermöglichen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Der kommt wieder!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Kollege Missethon ist leider nicht mehr im Plenarsaal (Abg. Neudeck: Der kommt wieder!), aber ich möchte ihm doch ausrichten lassen, wie das Feinstaubproblem zum Beispiel in seinem Heimatbundesland, der Steiermark, behandelt wurde.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihr habt es mitgetragen! Die Landesregierung! Die SPÖ sitzt aber schon auch in der Regierung in der Steiermark, oder?
Der zuständige Landesrat Seitinger hat einfach die Höchstwerte angehoben – verdoppelt –, und damit war das Feinstaubproblem erledigt. – So kann man auch damit umgehen. Ob das demokratisch ist, meine Damen und Herren, wage ich zu bezweifeln. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihr habt es mitgetragen! Die Landesregierung! Die SPÖ sitzt aber schon auch in der Regierung in der Steiermark, oder?)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: 7,5 Millionen € heute!
Es besteht also wirklich keine Veranlassung, dieses Thema auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn es nur eine Maßnahme gegeben hat, nämlich in Bezug auf die Diesel-PKWs, dann greift das einfach zu kurz, Herr Minister! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: 7,5 Millionen € heute!) Was passiert mit den LKWs? Was passiert mit den zigtausenden LKWs, die tagtäglich unsere Straßen frequentieren?
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.
ernstes Problem mit Zuständigkeiten zu behandeln ist nicht tragbar, meine Damen und Herren! – Danke. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Christoph Kainz (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Abgeordneter Oberhaidinger, ich glaube, der Herr Bundesminister hat gerade auch mit aktiven Maßnahmen und gerade auch in der Frage der schwefelfreien Treibstoffe gezeigt, dass er keine Lobbying-Politik macht und vor niemandem in die Knie geht. – Das ist Umweltpolitik, wie man sie sich vorstellt, und das sind auch Umweltbeiträge, die gerade in der Frage der Feinstaubproblematik auch wirklich aktiv etwas bewirken und zweifellos deutlich etwas zur Verbesserung dieser Situation beigetragen haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Problem Feinstaub macht auch nicht vor der Grenze Halt. Es ist ein überregionales Problem. Das haben auch die Grünen in Wien und auch die Frau Umweltstadträtin erkannt. Gerade jene niederösterreichischen Messstellen, die im Umland von Wien situiert sind – nämlich die in Klosterneuburg, Stockerau und Himberg –, sind jene, die am allerersten die Grenzwerte überschritten haben. Das heißt, auch die Stadt Wien sollte da zweifellos ihrem Auftrag gerecht werden und Umweltpolitik betreiben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Kurz ist wichtiger als zusammenfassen!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich vielleicht eine kurze Zusammenfassung versuchen. (Abg. Neudeck: Kurz ist wichtiger als zusammenfassen!) In der Diskussion war eigentlich die Herausarbeitung der Verursachergruppen außer Streit gestellt: Straßenverkehr, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft, Hausbrand. Unser Herr Umweltminister Josef Pröll weiß, wo diese Gruppen einzuordnen sind: Es sind genau dieselben Gruppen, die die Hauptemittenten bei den Treibhausgasen sind, die wir beim Kyoto-Protokoll schon mehrmals angesprochen haben.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das stimmt!
Ich behaupte also, es gibt einen Zusammenhang zwischen den Emissionen der Treibhausgase und den Staubemissionen. Ich behaupte weiter, jede Reduktion, die wir bei den Treibhausgasen erreichen, hilft uns auch bei den Staubemissionen weiter. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das stimmt!)
Beifall bei der SPÖ.
Noch zu Wien: In Ihrem eigenen Entschließungsantrag stand, Sie wollen eine deutliche und rasche Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. – Das ist nur zu unterstreichen. Hauptsächlich macht das Wien. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
So gäbe es noch vieles aufzuzählen. Ich freue mich darüber, dass immer etwas geschieht, und halte mich mit dem auf, was geschieht, und nicht mit dem, was nicht geschieht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek
Wenn man nämlich hier im Antrag – und das ist schon interessant – die Rücknahme des Agrardiesels fordert, die Rücknahme von 50 Millionen €, die die Bauern bekommen sollen, damit sie Treibstoff günstiger beziehen können, wenn man hier fordert, das Tempolimit herunterzusetzen, wenn man hier fordert, den Diesel höher zu besteuern (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek), meine lieben Kolleginnen und Kollegen speziell von der grünen Fraktion, dann wird man dafür in dieser Koalition, in dieser Regierung sicherlich keine Mehrheiten finden können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn man nämlich hier im Antrag – und das ist schon interessant – die Rücknahme des Agrardiesels fordert, die Rücknahme von 50 Millionen €, die die Bauern bekommen sollen, damit sie Treibstoff günstiger beziehen können, wenn man hier fordert, das Tempolimit herunterzusetzen, wenn man hier fordert, den Diesel höher zu besteuern (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek), meine lieben Kolleginnen und Kollegen speziell von der grünen Fraktion, dann wird man dafür in dieser Koalition, in dieser Regierung sicherlich keine Mehrheiten finden können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich lade jeden ein, selbst einen Beitrag zu leisten, durch die Wahl der Verkehrsmittel, durch die Auswahl bei den Lebensmitteln und natürlich auch durch den sparsamen und richtigen Einsatz von Energie. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn ich die Vorschläge der Grünen höre, vor allen Dingen die Rede der Abgeordneten Moser, so fällt mir nur eines ein: Besteuern und verteuern wird die Umwelt sicher nicht entlasten, aber die Österreicher belasten. Und das ist keine Politik, die wir unterstützen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber Sie auch!
Setzen Sie ein Zeichen, springen Sie über Ihren Schatten! Das sind die ersten wichtigen, großen Schritte (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber Sie auch!), weitere Schritte in die richtige Richtung, Frau Kollegin Glawischnig, auch in Ihrem Interesse. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Also stimmen Sie in Ihrem Interesse wenigstens dieser Entschließung zu! Seien Sie so ehrlich und so fair, dass wir in dem Land etwas weiterbringen, Schritt für Schritt.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Setzen Sie ein Zeichen, springen Sie über Ihren Schatten! Das sind die ersten wichtigen, großen Schritte (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber Sie auch!), weitere Schritte in die richtige Richtung, Frau Kollegin Glawischnig, auch in Ihrem Interesse. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Also stimmen Sie in Ihrem Interesse wenigstens dieser Entschließung zu! Seien Sie so ehrlich und so fair, dass wir in dem Land etwas weiterbringen, Schritt für Schritt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Unsere Regierung handelt verantwortungsvoll. Setzen Sie ein Zeichen, stimmen Sie mit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
diese Berufsgruppe endlich unter einem einheitlichen Bundesgesetz ausgebildet wird. Aber das war nicht machbar, weil es die Regierungsparteien verhindert haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die Bundesministerin für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz wird aufgefordert, bis 31. 12. 2005 dem Nationalrat einen Entwurf über ein Berufsgesetz für SozialarbeiterInnen vorzulegen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie warten bereits 15 Jahre, und das war lange genug. Jetzt muss endlich eine Entscheidung fallen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Freund (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Frau Kollegin Haidlmayr, ich weise Ihre Kritik zurück! Sie haben hier erklärt, wir nähmen diese Bürgerinitiativen und Petitionen nicht ernst und würden sie verschleppen oder zum Teil zurücklegen. Das stimmt so nicht, denn wir nehmen diese Initiativen, die von den Bürgerinnen und Bürgern kommen, natürlich sehr ernst und beschäftigen uns damit auch sehr eingehend. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haidlmayr: ... zuständig!
ist. (Abg. Haidlmayr: ... zuständig!) Aber wir sind sehr sensibel gegenüber den verschiedenen Themen, die hier vorgebracht werden.
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne nochmals ein herzliches Danke für die gute Zusammenarbeit! Mir fehlt leider die Zeit, um noch einige wichtige Dinge vorzubringen, aber meine Kollegen werden das im Anschluss tun. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
demonstrativer Beifall der Abg. Lentsch
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Kollege Freund hat sehr freundlich gesprochen (demonstrativer Beifall der Abg. Lentsch), aber im Wesentlichen muss man leider die Kritik doch aufrechterhalten, trotz intensiver Bemühungen der Frau Vorsitzenden, hier irgendwie doch Stellungnahmen einzufordern, auch in mühsamen Detailverhandlungen, so wie auch Kollegin Haidlmayr sich für diese Petitionen und Bürgerinitiativen immer wieder sehr ins Zeug legt – und zu Recht, meine Damen und Herren!
Abg. Lentsch: Wir haben keine Krone auf!
Ich finde, es wäre wirklich an der Zeit, im Ausschuss verstärkt, Kollege Freund, mehr als bisher und breiter Stellungnahmen einzufordern und dort auch auf die Anliegen der Opposition einzugehen, weil das im Interesse der Bürgerinnen und Bürger ist. Da würde Ihnen kein Stein aus der Krone fallen (Abg. Lentsch: Wir haben keine Krone auf!), wenn Sie eine, zwei oder drei Stellungnahmen mehr anfordern. Das würde die Diskussion beleben.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich denke mir, das ist im Ausschuss eine sehr gute Diskussion gewesen, wobei alle Fraktionen gefunden haben – aus Erfahrungen, aus Erzählungen oder aus persönlichen Zusammenhängen –, dass das eine ganz besonders wichtige Petition ist. Ich hoffe, dass dieser Konsens, der in der Diskussion im Ausschuss vorhanden war, sich auch im Innenausschuss entsprechend umsetzen wird. Daher bitte ich, nicht nur Lippenbekenntnisse abzugeben, sondern dann auch im Innenausschuss entsprechende Maßnahmen zu setzen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – unter Hinweis auf einen Stapel an schriftlichen Unterlagen, den Abg. Mag. Wurm zum Rednerpult trägt –: ... lies aber nicht alle Petitionen vor!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Wurm. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – unter Hinweis auf einen Stapel an schriftlichen Unterlagen, den Abg. Mag. Wurm zum Rednerpult trägt –: ... lies aber nicht alle Petitionen vor!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Da geht es wieder einmal – so ist das eben in unserem Ausschuss – um wichtige Anliegen der Bevölkerung, in dieser Petition um die Anliegen von Menschen, die zu uns kommen und unsere Hilfe brauchen. Ich hoffe, dass diese Petition im Sinne der vier AntragstellerInnen von allen vier Parteien entsprechend Berücksichtigung findet. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
In diesem Sinne hoffe ich, dass diese „never-ending story“ der diplomierten SozialarbeiterInnen wirklich – sagen wir einmal – innerhalb eines Jahres ein erfolgreiches Ende findet. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Auch in anderen europäischen Ländern läuft diese Debatte, und ich hoffe, dass wir doch im europäischen Gleichklang endlich auch zu einer gesetzlichen Absicherung für diplomierte Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter kommen, wie immer sie dann auch heißen mögen, wenn die Klärung über die Fachhochschulen durchgeführt wurde. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Dem Bericht des Ausschusses werden wir natürlich zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die zuständigen Behörden haben sich wirklich sehr bemüht und alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Ich möchte mich in diesem Zusammenhang bei allen Menschen bedanken, die sich bemüht haben, im Besonderen auch bei unserer Außenministerin und bei den Vertretern der Botschaft in Istanbul. Leider muss man manchmal auch zur Kenntnis nehmen, dass – auf Deutsch gesagt – alles nichts hilft. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Mit Freund kann man schon einverstanden sein!
Ich bin nicht ganz mit Kollegen Freund einverstanden, der gemeint hat, dass alle Petitionen oder sehr viele Petitionen und Bürgerinitiativen von den Regierungsfraktionen sofort erledigt werden. (Abg. Murauer: Mit Freund kann man schon einverstanden sein!) Erledigt schon, aber meistens nicht so, wie es die Bürgerinitiativen eigentlich gewollt haben. So ist es eben.
Beifall bei der SPÖ.
Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte zur Petition 55 ein paar Sätze sagen. Diese Petition wurde vom Kollegen Heinzl eingebracht. Sie richtet sich gegen die Schließung der ÖBB-Lehrwerkstätte in St. Pölten. Im Ausschuss ist dieser Punkt enderledigt worden, und es schaut jetzt wirklich so aus, als ob diese Lehrwerkstätte nicht geschlossen werden würde. Ich darf sagen, das ist gut so. Es wäre wirklich verantwortungslos gewesen, in einer Zeit, in der tausende junge Menschen Lehrstellen suchen, solche Ausbildungsstrukturen zu zerstören. Ich darf von dieser Stelle aus dir, lieber Toni, weil du dich in dieser Angelegenheit so auf die Schienen „gehaut“ hast, herzlich dafür danken, dass dir das gelungen ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte abschließend sagen, dass, wenn der Staat von seinen eigenen Unternehmen nicht verlangt, Lehrlinge einzustellen und auszubilden, man das dann auch von privaten Eigentümern nicht verlangen kann. Dann darf es uns auch nicht wundern, dass es zurzeit in Österreich 17 000 Ausbildungsplätze zu wenig gibt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Man sieht, der Petitionsausschuss ist ein wichtiger Ausschuss, obwohl er ja hin und wieder belächelt wird. Abgeordneter Wimmer hat gerade vorhin gesagt, dass die Regierung langsam arbeitet. Ich dagegen meine, dass dort mit großer Geschwindigkeit gearbeitet wird. Man sieht das auch an ein paar Umsetzungen. Gerade die Petition zur Struckerkaserne ist positiv erledigt: Diese Kaserne bleibt geöffnet. Ich denke, das ist ein großer Erfolg. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich danke dem Ausschuss für seine Arbeit, das Engagement dort ist großartig! Ich bin froh, dass ich hin und wieder eingeladen werde. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte damit auch zeigen, dass das natürlich eine Gratwanderung ist. Man kann Bürgerstimmen auch für eine politische Kampagne benutzen. Mir persönlich wäre es sehr recht gewesen – und ich habe tagtäglich darauf gewartet –, dass diese Initiative hier im Parlament anhängig gemacht wird. Das ist aber leider nicht geschehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich hoffe sehr, dass diese Petition Anlass dazu ist, dass in die bestehenden Verhandlungen diese Anliegen von Amnesty International, aber auch aller vier Parlamentsfraktionen positiv aufgenommen werden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Anna Franz (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Auch ich möchte den Vorwurf zurückweisen, dass die Regierungsparteien die Petitionen und Bürgerinitiativen nicht ernst nehmen. Es geht vielleicht manchmal nicht so schnell, wie sich das manche wünschen, aber trotzdem nehmen wir das alles sehr ernst. Ich kann daher diesen Vorwurf nicht so im Raum stehen lassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ.
Gewalt gegen Frauen und Kinder – egal, ob sie Migrantinnen oder auch Österreicherinnen sind – muss bekämpft werden! – Dies ist ein gutes Beispiel dafür. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich berichtige tatsächlich: Die 9 860 Unterschriften zur Erhaltung der Kaserne Aigen sind heute bei der Zweiten Nationalratspräsidentin eingelangt und stehen nunmehr der parlamentarischen Beratung zur Verfügung. Informieren Sie sich! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Die Schließung dieser Kasernen ist militärisch und sicherheitspolitisch unverantwortlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn das alles dann im Nahbereich von Wahlen passiert, meine Damen und Herren, und diese Unterschriften auf dem Briefpapier einer politischen Partei gesammelt werden, dann habe ich berechtigte Zweifel daran, dass es wirklich nur darum geht, besorgten Bürgerinnen und Bürgern zum Recht zu verhelfen, sondern dass es in erster Linie vielleicht auch um politisches Kleingeld geht. Petitionsrecht soll Bürgerrecht bleiben und nicht von politischen Parteien missbraucht beziehungsweise vereinnahmt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann nur sagen: Die Petition ist dem Ausschuss zugewiesen – ändern wir diesen Zustand gemeinsam, schaffen wir gleiche Rechte für alle und tragen wir dazu bei, dass am Ende dieser Initiative echte Chancengleichheit steht und dass keine endlosen Vertagungen im Ausschuss erfolgen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es wurden die notwendigen Lärmmessungen, Luftauswertungen und Erhebungen durchgeführt, und dabei – und das heißt, diese Petition wurde zu Recht eingereicht – wurden erhebliche Grenzwertüberschreitungen gemessen. Das hat die Verantwortlichen auch dazu veranlasst, im Sinne der Anrainer den für diesen Bereich besten Lärmphysiker einzusetzen. In den nächsten Wochen werden die Vertreter der Gemeinden und der Initiative, die verantwortlich zeichnet für diese Petition, zu Gesprächen eingeladen, und ich bin davon überzeugt, dass im Sinne der Anrainer eine optimale Lösung gefunden werden wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Gerade in Zeiten der höchsten Jugendarbeitslosigkeit in der Zweiten Republik wären beide Maßnahmen wirklich der blanke Wahnsinn. Die Schließungspläne werden jetzt zwar, wie vom Kollegen Wimmer schon ausgeführt, überdacht, aber vom Tisch sind sie noch nicht. Dabei sehen wir unverkennbar, dass das System der Lehrlingsausbildung an allen Ecken und Enden kracht. Die bisher gesetzten Maßnahmen der Unternehmensförderung haben ihr Ziel bei weitem nicht erreicht. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist weiter zurückgegangen, anderenfalls wäre die Jugendarbeitslosigkeit seit dem Jahr 2000 nicht um 75 Prozent gestiegen. Ich habe diese Zahl am Anfang auch nicht glauben können, aber sie ist leider trauriges Faktum. Angesichts dessen müssten bei jeder verantwortungsbewussten Regierung alle Alarmglocken läuten, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Bayr: Für Schuhe! Humanic!
Minister Bartenstein – und das möchte ich auch nicht unerwähnt lassen – ist heute in der Fragestunde von unserer Sozialsprecherin Heidrun Silhavy mit der Frage nach der Zukunft der ÖBB-Lehrwerkstätten konfrontiert worden, und er hat sich diesbezüglich einfach für unzuständig erklärt. Da frage ich mich schon, wofür ein Minister für Wirtschaft und Arbeit dann überhaupt zuständig ist. (Abg. Bayr: Für Schuhe! Humanic!)
Beifall bei der SPÖ.
Der Herr Minister interessiert sich dafür anscheinend nicht und schiebt die Verantwortung einfach von sich weg. Ich bin mir sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger dieses Signal entsprechend werten werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Dr. Alfred Brader (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Kollegin Grossmann, Sie haben die ÖBB-Lehrwerkstätten angesprochen! In Wahrheit geht es bei den ÖBB-Lehrwerkstätten darum, dass die Gewerkschaft der Eisenbahner mitreden will, welche Lehrlinge dort noch zusätzlich ausgebildet werden dürfen, und das geht natürlich nicht. Die Gewerkschaft kann nicht bestimmen, wer dort aufgenommen wird. Das ist der einzige Grund, warum sich die Sache noch spießt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Wo?
Manchmal, Herr Kollege Heinzl, überholt die Realität die Entwicklung, und ich sage Ihnen: Ihr Protest gegen die Schließung der Kopal-Kaserne ist ein bisserl überholt, denn Ihr Bürgermeister hat bereits mit IKEA wegen eines neuen Standortes Kontakt aufgenommen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Wo?)
Beifall bei der SPÖ.
Dazu würde sich durchaus die Pädagogische Akademie anbieten, wo derzeit für Behinderte Zugangsbeschränkungen gelten. Wenn die physisch-psychische Eignung nicht gegeben ist – keine Ausbildung zum Lehrer, wiewohl wir sehr viele Fachleute bräuchten, die sich mit behinderten SchülerInnen befassen können. In den derzeitigen Integrationsklassen fehlen echte Fachleute, um diesen jungen Menschen mit besonderen Bedürfnissen auch Hilfestellung geben zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Alle Fraktionen haben mit unterschrieben. Die Diskussion im Verkehrsausschuss muss im Sinne der Betroffenen geführt werden, und ich hoffe, dass die Bürger wieder auf die Mediationsvereinbarungen vertrauen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Erwin Spindelberger (SPÖ): Meine Damen und Herren! Wir in Österreich können stolz auf die Leistungen unserer Feuerwehren sein, denn es ist in der heutigen Zeit wirklich keine Selbstverständlichkeit, dass 317 000 Menschen rund um die Uhr für unsere Bevölkerung da sind. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich hoffe, dass Sie dieser Petition die Zustimmung geben. Es geht dabei um Folgendes: Immer mehr Einsätze der Feuerwehren liegen im technischen Bereich, und die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden sind durch die Bergung von Unfallopfern einer erhöhten Hepatitisgefahr ausgesetzt. Es soll diesen Feuerwehrleuten, die für uns da sind, künftig ermöglicht werden, kostenlos eine Hepatitis-B-Impfung zu bekommen. Ich hoffe, dass Sie mit mir und meiner Fraktion mitstimmen, sodass dem wirklich zum Durchbruch verholfen werden kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es war vorhersehbar, dass sich nach der Empfehlung der Bundesheer-Reformkommission, bis zu 40 Prozent der Kasernen in Österreich zu schließen, in den einzelnen Bundesländern Fronten formieren würden, die vor allem die Schließung der Kasernen verhindern wollen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es verwundert daher wenig, dass diese absehbare Entwicklung bei der betroffenen Bevölkerung in der Region Hilflosigkeit, Angst, Zorn und Unmut auslöst und sich in Form entsprechender Petitionen und Bürgerinitiativen kanalisiert. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich bin froh darüber, dass der Vorschlag dieser Petition, die von mir und den Kollegen Reheis und Niederwieser eingebracht wurde, nun so behandelt wird. Ich hoffe, dass das zu einem guten Ergebnis kommt im Sinne der Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen und all jener Menschen, die von ihnen betreut werden wollen. Ich hoffe, dass es gut ausgeht. – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Gradwohl: Kasernenschließungssprecher Murauer waltet seines Amtes!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Gradwohl: Kasernenschließungssprecher Murauer waltet seines Amtes!) – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt.