Eckdaten:
Für die 164. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 726 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Rufe bei der ÖVP: 9.01 Uhr! 9.01 Uhr!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wir gelangen zur Fragestunde, und ich beginne jetzt, um 11.01 Uhr, mit dem Aufruf der Anfragen. (Rufe bei der ÖVP: 9.01 Uhr! 9.01 Uhr!) Pardon, ich korrigiere: Ich beginne um 9.01 Uhr mit dem Aufruf der Anfragen.
Beifall bei der ÖVP.
Ich füge noch hinzu, daß ein Teil der Mißstimmung darauf zurückzuführen ist, daß die Vorgaben im Vertrag des derzeitigen Geschäftsführers, nämlich eine drastische Reduktion der Personalausgaben zugunsten der Marketingausgaben vorzunehmen, personelle Veränderungen mit sich gebracht haben, die bis zu einem arbeitsrechtlichen Prozeß führen. Aber es ist auf mittlere Sicht unerträglich, wenn dieser Zustand nicht beseitigt wird. Die gestrige ÖW-Präsidiumssitzung hat eindeutig gezeigt, daß alle Mitbesitzer der ÖW auf derselben Linie sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mein Hauptanliegen im Augenblick ist daher, daß wir durch eine bessere Definition der Ortszentren, durch die Überprüfung der Kennziffern, die Überprüfung dieser Autofahrdistanz die möglichen Diskrepanzen beseitigen. Ich würde das Hohe Haus dringend bitten, zu dieser Maßnahme zu stehen, denn Österreich ist im Augenblick noch immer Zielgebiet von riesigen Investitionen, vor allem des Baustoffgroßhandels. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zwei Dinge müssen wir uns allerdings noch überlegen. Das eine ist die Frage der Einkaufspolitik von diversen Unternehmen, da sie sehr oft über das breite Splitting der Einkaufskonditionen von der Preisgestaltung her nicht in der Lage sind, attraktive Preise zu bieten. Und der zweite Punkt ist, daß noch mehr Gemeinden von der Möglichkeit Gebrauch machen sollten, über eine bessere Öffnungszeitenregelung in den Ortszentren die Geschäfte dann offenzuhalten, wenn etwa Pendler heimkehren oder wenn die Gäste kommen. Es handelt sich hier nicht nur um ein reines Tourismusproblem. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich halte nichts von neuen Gipfeln, sondern jetzt ist die Zeit der Reaktion. Ich denke etwa an die unterschiedlichen Haltungen in einigen Bundesländern zur nötigen Flexibilität, etwa was die Nutzung der Möglichkeiten bei der Ladenöffnungszeit betrifft. Es haben nur zwei Bundesländer, nämlich Vorarlberg und Salzburg, wirklich davon Gebrauch gemacht. Andere haben sich dem Problem noch nicht genähert. Ich kann nur appellieren. Von neuen Gipfeln halte ich nichts. Es bleibt dabei, wir müssen an den Rahmenbedingungen weiterfeilen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube daher, daß es nicht diese Schiene sein kann. – Sie sollen das tun! In der Frage Öffnungszeiten könnten wir eine größere Flexibilität brauchen, aber eine Umsetzung in die Praxis war bisher nicht möglich. Das Tankstellenproblem jedoch wird durch diese Facette sicher nicht gelöst. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben in der Zwischenzeit das Problem der Inländerdiskriminierung vor den Verfassungsgerichtshof gebracht, diese Regelung angefochten. Dieses Problem wird in den nächsten Monaten sicherlich einer eindeutigen Entscheidung zugeführt werden. Ich habe höchste Bedenken, daß durch diese Diskussion die Meisterbetriebe, die eines der Rückgrate unserer Berufsausbildung und Qualitätssicherung sind, weiter verunsichert werden. (Beifall bei der ÖVP.) Die Entwicklung geht in jene Richtung, von der wir geredet haben.
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte nicht im Vorfeld der Umsetzung der Entscheidungen, die wir im Bereich der Inländerdiskriminierung erwarten, ein weiteres Aussteigen aus der Lehrlingsbeschäftigung und ein sinkendes Interesse, die Meisterprüfung zu machen. Ich füge allerdings hinzu, daß in dieser Diskussion ein Punkt von mir klargestellt werden muß: Aufgrund vieler Erfahrungen wissen wir, daß es zweckmäßig sein wird, bei welcher Gelegenheit immer, eine transparente Meisterprüfung einzuführen, eine modernisierte Meisterprüfung etwa mit Einsatz von Computerfragen, damit die persönlichen Effekte, die wir alle aus unseren Erfahrungen kennen, bei diesen Prüfungen vermieden werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben seinerzeit die verpflichtenden Begutachtungen beseitigt, jetzt ist die Begutachtung freiwillig, und manche Abteilungen halten sich zu sehr an Empfehlungen derer, die gefragt werden, ob ein Neuer akzeptiert wird. Ich glaube, daß eine derartige Änderung zweckmäßig wäre. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich persönlich bin für eine Aufwertung des Meisterberufes. Ob man ihn einer Matura gleichstellen soll und er damit an der Hochschule weiterarbeiten sollte, das weiß ich nicht. Dafür bin ich nicht der zuständige Minister. Worum es mir geht, ist, daß sich jemand, der sich dieser Qualifizierung, nämlich schlußendlich der Meisterprüfung, unterwirft, mit der nötigen Flexibilität im Bereich der Selbständigkeit bewegen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Frage! Frage!
Herr Mag. Peter! Daß Sie immer wieder die gleiche Gewerbeordnung einbringen und immer wieder neu verhandeln wollen (Abg. Haigermoser: Frage! Frage!) – die Zusatzfrage kommt sofort –, halte ich nicht für gerechtfertigt.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Ja. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe das gleiche Argument gestern bei einem Interview in Tirol gebracht: Wir brauchen den Tschirganttunnel nicht, um Transit zu erzeugen, sondern um das Außerfern und Reutte besser an Innsbruck anzubinden und eine der gefährlichsten Strecken Österreichs zu beseitigen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Petrovic: Wieso gibt es keine Bahn?
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Ich habe nach vielen Bürgerversammlungen, nach vielen Bürgermeisterversammlungen im Norden Niederösterreichs, auch im Mühlviertel, von der Basis die Zustimmung für derartige Projekte signalisiert erhalten. Ich glaube, daß es diesbezüglich – mit Ausnahme weniger Gemeinden und Gruppen – einen breiten Konsens gibt. – Das ist der eine Punkt. (Abg. Dr. Petrovic: Wieso gibt es keine Bahn?)
Abg. Mag. Peter: Nicht so wie in der Mineralölwirtschaft?!
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Herr Abgeordneter! Dabei handelt es sich um einen der sensibelsten Bereiche der Wettbewerbspolitik, wo ein Mitbewerber den anderen – sagen wir es so: wie ein Geier den anderen – kontrolliert. (Abg. Mag. Peter: Nicht so wie in der Mineralölwirtschaft?!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich erkläre nunmehr die Fragestunde für beendet und bedanke mich beim Herrn Bundesminister. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Es ist dies ein Politikversagen in mehrerlei Hinsicht. Diese Koalition hat versagt, eine Benzinpreisgestaltung zu ermöglichen, die der Bevölkerung zumutbar ist. Sie hat bisher versagt, und in letzter Sekunde zieht sie die Bremse eines planwirtschaftlichen Instrumentes auf Zuruf von "Kronen Zeitung" und "täglich Alles" und läßt sich dann auch noch berühmen. Das ist Politikversagen, weil Sie handlungsunfähig sind. Das ist Politikversagen, weil Sie sich über alles hinwegsetzen, was Mindeststandard an Fairneß in diesem Parlament ist. Das ist Politikversagen, das hoffentlich am 3. Oktober eine einschlägige Antwort bekommen wird. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Die Vorgangsweise, mit dem vorliegenden Antrag und mit Verfassungsbestimmungen zu arbeiten, ist an sich unschön, aber es ist eine Nothilfeaktion für den Bürger (Beifall bei den Freiheitlichen), der nämlich seit Jahren zur Kasse gebeten wird mit überhöhten Treibstoffpreisen, wie selbst aus der Begründung des Antrages hervorgeht. Diese muß man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Beifall bei den Freiheitlichen
Gestern haben Sie – unter welchem Eindruck auch immer – die Notbremse gezogen, und bei dieser Aktion, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien, wollen wir Ihnen behilflich sein, und zwar nicht, weil wir Solidarität mit Ihnen üben wollen, sondern weil wir Solidarität mit dem Bürger üben wollen (Beifall bei den Freiheitlichen), der aufgrund Ihrer Politik seit Jahren zu hohe Treibstoffpreise bezahlt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber die Bürger haben längst erkannt, daß die größten Finanzämter dieses Landes mittlerweile die Tankstellen sind. Mehr als 70 Prozent des Literpreises für Mineralölprodukte leistet der Bürger an den Finanzminister, an diese Bundesregierung, die jetzt so tut, als ob die Mineralölwirtschaft der Staatsfeind Nummer eins geworden wäre. Das ist ja nicht der Fall, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien! Seit Jahren sind Sie in einer Art Komplizenschaft mit der Mineralölwirtschaft, in einer Art Komplizenschaft, um den Bürger, den Autofahrer auszunehmen wie eine Weihnachtsgans, wenn es um den Treibstoffpreis geht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Daher wußten diese ja, daß es gar nicht ernst zu nehmen ist, was die Bundesregierung im Februar an Drohgebärden in Richtung Mineralölwirtschaft gemacht hat. Das Problem ist, daß der Steuerzahler im Jahre 1998 alleine mit 62 Milliarden Schilling über die Treibstoffpreise zur Sanierung dieser Bundesregierung beigetragen hat. Das ist das eigentliche Problem, und daher ist das Komplizenschaft, was hier stattfindet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Was? – Abg. Schwarzenberger: In Salzburg haben wir mehr zugenommen als die Freiheitlichen!
Sie werden wahrscheinlich ähnliche Nothilfemaßnahmen der freiheitlichen Opposition benötigen, damit Sie vom Bürger nicht am Wahltag, am 3. Oktober, noch eine schärfere Rechnung präsentiert bekommen, als Sie sie in Kärnten, Tirol und Salzburg erhalten haben, meine Damen und Herren. (Abg. Rosemarie Bauer: Was? – Abg. Schwarzenberger: In Salzburg haben wir mehr zugenommen als die Freiheitlichen!) Sie haben heute mit dieser Vorgangsweise gezeigt ... (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie werden wahrscheinlich ähnliche Nothilfemaßnahmen der freiheitlichen Opposition benötigen, damit Sie vom Bürger nicht am Wahltag, am 3. Oktober, noch eine schärfere Rechnung präsentiert bekommen, als Sie sie in Kärnten, Tirol und Salzburg erhalten haben, meine Damen und Herren. (Abg. Rosemarie Bauer: Was? – Abg. Schwarzenberger: In Salzburg haben wir mehr zugenommen als die Freiheitlichen!) Sie haben heute mit dieser Vorgangsweise gezeigt ... (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Herr Kollege, Sie haben offensichtlich noch nicht begriffen, daß Sie dort Wahlen verloren haben, aber das macht nichts! Wenn Sie so weitertun, werden Sie im Oktober noch eine weit schärfere Quittung bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf: Schlecht!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Klubobmann Khol, Herr Klubobmann Kostelka, wie fühlt man sich denn so im Bunde mit der FPÖ, im Bunde mit dem Boulevard, im Bunde mit jemandem, der hier Komplizenschaft und alles mögliche andere in den Raum stellt? (Ruf: Schlecht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Höchtl: Wissen Sie eigentlich, was Sie sagen? Was ist der "Bruch der Verfassung"?
Offenbar fühlen Sie sich gut, Herr Leiner. Ich finde es ja traurig. Komplizenschaft – das Wort fällt mir wirklich nur im Zusammenhang mit etwas anderem ein, nämlich mit Mißbrauch der Verfassung, mit Bruch der Verfassung und mit einem mißbräuchlichen Umgang mit der Demokratie in diesem Lande. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Höchtl: Wissen Sie eigentlich, was Sie sagen? Was ist der "Bruch der Verfassung"?)
Abg. Mag. Stadler: Sie haben einmal 30 S verlangt!
Meine Damen und Herren! Zweifellos ist der Benzinpreis in unserem Lande überhöht. Zweifellos hat dieser überhöhte Benzinpreis keine ökologische Lenkungswirkung. In diesem Zusammenhang wäre das für Grüne absolut diskussionswürdig. Nur: Worum geht es hier? (Abg. Mag. Stadler: Sie haben einmal 30 S verlangt!)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Er wollte von sich aus eine Erklärung abgeben. Wir waren heftig dagegen. Wir dachten, daß gerade angesichts der Lawinenkatastrophe von Galtür andere Dinge wichtig sind. Aber er hat sich erklärt dazu. Er wollte den starken Mann spielen hier im Hause. Und dann versagt er kläglich – wie in allen anderen Punkten, wie bei der Luftreinhaltung, wie in Lassing, wie beim Bergrecht. Er versagt kläglich. Und die eigene Bundeswirtschaftskammer sagt ihm: Bitte, lieber Minister, so nicht! (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Abg. Dr. Kostelka: Wieso?
Und schließlich kommt noch hinzu: Das ist in sich verfassungswidrig, EU-rechtswidrig, es widerspricht dem internationalen Rechtsstandard. (Abg. Dr. Kostelka: Wieso?) Herr Kostelka, es ist verfassungswidrig, denn es ist schon eine Bestimmung gefallen wegen dieser undifferenzierten Bestimmung. Es ist EU-rechtswidrig. (Abg. Dr. Kostelka: Warum?) Es ist schon der § 39a AMFG gefallen – wegen derselben Bestimmung der volkswirtschaftlichen Rechtfertigung. Sagen Sie uns doch bitte, was das ist!
Abg. Dr. Kostelka: Warum?
Und schließlich kommt noch hinzu: Das ist in sich verfassungswidrig, EU-rechtswidrig, es widerspricht dem internationalen Rechtsstandard. (Abg. Dr. Kostelka: Wieso?) Herr Kostelka, es ist verfassungswidrig, denn es ist schon eine Bestimmung gefallen wegen dieser undifferenzierten Bestimmung. Es ist EU-rechtswidrig. (Abg. Dr. Kostelka: Warum?) Es ist schon der § 39a AMFG gefallen – wegen derselben Bestimmung der volkswirtschaftlichen Rechtfertigung. Sagen Sie uns doch bitte, was das ist!
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): ... es geht nicht um den Schutz von Menschenleben, sondern es geht um blanken, puren und ungebremsten Populismus. Und da sitzen Sie von den Regierungsparteien wirklich in einem Boot mit der FPÖ. Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Kier.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Frau Schmidt, wenn Sie von den Grundgesetzen der Demokratie sprechen, Frau Petrovic, wenn Sie von Komplizenschaft sprechen, so halte ich Ihnen entgegen, daß meine Fraktion stolz ist, auf der Seite der Bürger zu sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Denn das oberste Grundgesetz der Demokratie ist, daß die Volksvertretung hier "dem Volke", so wie Martin Luther es gesagt hat, "auf das Maul schaut". Gehen Sie hinaus in die Wahlkreise, gehen Sie zu den Bürgern, und Sie werden hören, was die Menschen Ihnen sagen! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Weitere Zwischenrufe bei allen Fraktionen.
Seit Monaten ist der Bundesminister ... (Weitere Zwischenrufe bei allen Fraktionen.)
Abg. Öllinger: Und was hat er erreicht? Er hat nichts erreicht außer Luftblasen!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (fortsetzend): Seit Monaten ist der Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten bemüht, bei einer offensichtlichen Marktstörung die überhöhten Treibstoffpreise mit marktkonformen Mitteln und mit einem eingeleiteten Preisregelungsverfahren – Frau Petrovic, das ist Ihnen entgangen, es läuft ein Preisregelungsverfahren! – zu senken. (Abg. Öllinger: Und was hat er erreicht? Er hat nichts erreicht außer Luftblasen!) Er ist weder mit marktkonformen Maßnahmen erfolgreich gewesen, noch greift das Kartellrecht, noch greift die Preisregelung.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Da ist die Politik gefordert!
Wenn, wie uns der Minister berichtet hat, als wir in der Bundesregierung das Verfahren diskutiert haben, der Marktführer völlig unbeeindruckt ist von allen marktkonformen Anstrengungen, der Marktführer völlig unbeeindruckt ist vom Preisregelungsverfahren und der Marktführer uns sogar dadurch verhöhnt, indem er bei laufendem Preisregelungsverfahren die Preise unter einem Vorwand erhöht, dann ist der Souverän gefordert zu zeigen, wer in diesem Land die Gesetze macht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Da ist die Politik gefordert!)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.
Das können nicht die oligopolistischen Interessen der Österreichischen Mineralölverwaltung sein, das können nicht die oligopolistischen und auf Marktabsprachen hinweisenden Interessen der Mineralölwirtschaft sein, das muß in einer sozialen Marktwirtschaft das Gemeinwohl sein, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.)
Abg. Dr. Schmidt: Das ist Ihr Politikversagen, daß das so ist!
In der Bevölkerung herrscht völliges Unverständnis darüber, daß jenseits des Inns, in Deutschland, bei höherer Steuerbelastung ein niedrigerer Dieselpreis, ein niedrigerer Benzinpreis gegeben ist. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist Ihr Politikversagen, daß das so ist!) In der Bevölkerung herrscht völliges Unverständnis darüber, daß in den Ballungszentren der Diesel einen Schilling weniger kostet als 20 Kilometer weiter im ländlichen Raum. Das Kartellrecht greift nicht. Wir sind heute aufgerufen, als letzte Maßnahme dem Bundesminister für Wirtschaft und damit der Regierung ein Instrument zur Verfügung zu stellen, um die Marktstörung zu beseitigen. Und dafür steht die Volkspartei! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Das ist Hilflosigkeit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Das ist Hilflosigkeit!
In der Bevölkerung herrscht völliges Unverständnis darüber, daß jenseits des Inns, in Deutschland, bei höherer Steuerbelastung ein niedrigerer Dieselpreis, ein niedrigerer Benzinpreis gegeben ist. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist Ihr Politikversagen, daß das so ist!) In der Bevölkerung herrscht völliges Unverständnis darüber, daß in den Ballungszentren der Diesel einen Schilling weniger kostet als 20 Kilometer weiter im ländlichen Raum. Das Kartellrecht greift nicht. Wir sind heute aufgerufen, als letzte Maßnahme dem Bundesminister für Wirtschaft und damit der Regierung ein Instrument zur Verfügung zu stellen, um die Marktstörung zu beseitigen. Und dafür steht die Volkspartei! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Das ist Hilflosigkeit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Ein geläuterter Khol ist interessant! Jetzt schaut er dem Volk "aufs Maul"!
Angesichts der Provokation der letzten Preiserhöhung und angesichts des Umstandes, daß in der Bevölkerung eine große Unruhe entstanden ist, müssen wir als Volksvertreter heute zeigen, daß wir die Souveräne in dieser Republik sind und daß das Recht vom Volk ausgeht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Schweitzer: Ein geläuterter Khol ist interessant! Jetzt schaut er dem Volk "aufs Maul"!)
Abg. Dr. Khol: Richtig!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Die Opposition hat fürwahr in einer sehr beeindruckenden Geschlossenheit argumentiert. Den Kolleginnen und Kollegen von der grünen Fraktion kann der Benzinpreis nicht zu hoch sein. (Abg. Dr. Khol: Richtig!) Der liberalen Fraktion kann ein Markt, auch wenn er nicht funktioniert, auch wenn er nachweislich nicht funktioniert, nicht liberalisiert genug sein, was ein Paradoxon für sich ist. (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.) Und in einem einsamen Anfall von Phantasie hat die freiheitliche Fraktion hier die Meinung vertreten, daß die Regierung wieder einmal zu wenig und zu spät gehandelt hat.
Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Die Opposition hat fürwahr in einer sehr beeindruckenden Geschlossenheit argumentiert. Den Kolleginnen und Kollegen von der grünen Fraktion kann der Benzinpreis nicht zu hoch sein. (Abg. Dr. Khol: Richtig!) Der liberalen Fraktion kann ein Markt, auch wenn er nicht funktioniert, auch wenn er nachweislich nicht funktioniert, nicht liberalisiert genug sein, was ein Paradoxon für sich ist. (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.) Und in einem einsamen Anfall von Phantasie hat die freiheitliche Fraktion hier die Meinung vertreten, daß die Regierung wieder einmal zu wenig und zu spät gehandelt hat.
Abg. Mag. Schweitzer: Was verstehen Sie von Ackerbau und Viehzucht?
Meine Damen und Herren von der freiheitlichen Fraktion! Was von Ihren Aussagen zu halten ist, das wissen wir seit heute morgen. Gestern sind bei einer Landwirtschaftsdebatte zur Agenda 2000 die Kollegin Aumayr und andere hier herausgegangen und haben erklärt, daß die Agenda 2000 ein Bauernsterben nach sich ziehen werde, daß das, was geschehen soll, ein Verbrechen an der Bauernschaft sei und daß eine Entvölkerung des ländlichen Raumes zu erwarten sei. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verstehen Sie von Ackerbau und Viehzucht?) Nur: Gestern abend, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei – und deswegen bin ich so froh, daß Sie das jetzt auch bestätigen –, haben Ihre Tiroler Freunde mit dem künftigen Koalitionspartner in Tirol vereinbart (Abg. Jung: Das schmerzt, Herr Kollege!), daß die freiheitliche Fraktion der Agenda 2000 ohne Wenn und Aber im Landtag von Tirol zustimmen wird. Das ist Ihre Form von Glaubwürdigkeit! (Beifall bei der SPÖ.) Sie vergessen die Wahlversprechen in dem Augenblick, in dem Sie auch nur ein Zipfelchen der Macht bekommen!
Abg. Jung: Das schmerzt, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren von der freiheitlichen Fraktion! Was von Ihren Aussagen zu halten ist, das wissen wir seit heute morgen. Gestern sind bei einer Landwirtschaftsdebatte zur Agenda 2000 die Kollegin Aumayr und andere hier herausgegangen und haben erklärt, daß die Agenda 2000 ein Bauernsterben nach sich ziehen werde, daß das, was geschehen soll, ein Verbrechen an der Bauernschaft sei und daß eine Entvölkerung des ländlichen Raumes zu erwarten sei. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verstehen Sie von Ackerbau und Viehzucht?) Nur: Gestern abend, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei – und deswegen bin ich so froh, daß Sie das jetzt auch bestätigen –, haben Ihre Tiroler Freunde mit dem künftigen Koalitionspartner in Tirol vereinbart (Abg. Jung: Das schmerzt, Herr Kollege!), daß die freiheitliche Fraktion der Agenda 2000 ohne Wenn und Aber im Landtag von Tirol zustimmen wird. Das ist Ihre Form von Glaubwürdigkeit! (Beifall bei der SPÖ.) Sie vergessen die Wahlversprechen in dem Augenblick, in dem Sie auch nur ein Zipfelchen der Macht bekommen!
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der freiheitlichen Fraktion! Was von Ihren Aussagen zu halten ist, das wissen wir seit heute morgen. Gestern sind bei einer Landwirtschaftsdebatte zur Agenda 2000 die Kollegin Aumayr und andere hier herausgegangen und haben erklärt, daß die Agenda 2000 ein Bauernsterben nach sich ziehen werde, daß das, was geschehen soll, ein Verbrechen an der Bauernschaft sei und daß eine Entvölkerung des ländlichen Raumes zu erwarten sei. (Abg. Mag. Schweitzer: Was verstehen Sie von Ackerbau und Viehzucht?) Nur: Gestern abend, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei – und deswegen bin ich so froh, daß Sie das jetzt auch bestätigen –, haben Ihre Tiroler Freunde mit dem künftigen Koalitionspartner in Tirol vereinbart (Abg. Jung: Das schmerzt, Herr Kollege!), daß die freiheitliche Fraktion der Agenda 2000 ohne Wenn und Aber im Landtag von Tirol zustimmen wird. Das ist Ihre Form von Glaubwürdigkeit! (Beifall bei der SPÖ.) Sie vergessen die Wahlversprechen in dem Augenblick, in dem Sie auch nur ein Zipfelchen der Macht bekommen!
Ruf bei den Freiheitlichen: Zu lange! – Abg. Dr. Petrovic: Alle Macht dem ÖAMTC!
Ich sage Ihnen daher mit aller Deutlichkeit, Frau Kollegin Schmidt: Eine Handlung, die als richtig erkannt wird, wird nicht noch richtiger, indem man vier oder sechs Wochen zuwartet. Die Österreicherinnen und Österreicher und die Wirtschaft erwarten jetzt Konsequenzen. Wir haben lange genug gewartet. (Ruf bei den Freiheitlichen: Zu lange! – Abg. Dr. Petrovic: Alle Macht dem ÖAMTC!) Es gibt keine Tugend demokratischer Natur der Bedächtigkeit und der Zurückhaltung dann, wenn Reaktionen gefordert sind. Und es gibt kein Korrelat zwischen Schneckentempo und legistischer Qualität. Der Benzinpreis ist zu hoch. Wir haben dem Wirtschaftsminister lange genug Gelegenheit gegeben zu handeln. Jetzt ist das Maß voll. Wir handeln. Der Benzinpreis ist zu senken! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich sage Ihnen daher mit aller Deutlichkeit, Frau Kollegin Schmidt: Eine Handlung, die als richtig erkannt wird, wird nicht noch richtiger, indem man vier oder sechs Wochen zuwartet. Die Österreicherinnen und Österreicher und die Wirtschaft erwarten jetzt Konsequenzen. Wir haben lange genug gewartet. (Ruf bei den Freiheitlichen: Zu lange! – Abg. Dr. Petrovic: Alle Macht dem ÖAMTC!) Es gibt keine Tugend demokratischer Natur der Bedächtigkeit und der Zurückhaltung dann, wenn Reaktionen gefordert sind. Und es gibt kein Korrelat zwischen Schneckentempo und legistischer Qualität. Der Benzinpreis ist zu hoch. Wir haben dem Wirtschaftsminister lange genug Gelegenheit gegeben zu handeln. Jetzt ist das Maß voll. Wir handeln. Der Benzinpreis ist zu senken! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Kostelka: Wo ist da der Rechtsstaat gefährdet? – Abg. Dr. Höchtl: Das ist eine Behauptung, die Sie zurücknehmen sollten! – Ruf bei der ÖVP: Blanker Unsinn! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Hohes Haus! Die Debatte steht unter einer Formel, und diese Formel heißt: Große Koalition plus FPÖ ist gleich "Krone" plus "täglich Alles". Und das ist bemerkenswert, denn "Krone" und "täglich Alles" sind nicht immer einer Meinung, aber wenn es um den Populismus geht und wenn erkennbar ist – Klubobmann Khol hat das sehr deutlich gesagt –, daß die Bürger das gerne hätten, dann wird es gemacht, koste es, was es wolle, und koste es den Rechtsstaat, Herr Dr. Khol. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Kostelka: Wo ist da der Rechtsstaat gefährdet? – Abg. Dr. Höchtl: Das ist eine Behauptung, die Sie zurücknehmen sollten! – Ruf bei der ÖVP: Blanker Unsinn! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Ruf: Blanker Unsinn!
Was ist der Befund? – Notstand? Ist Notstand ausgebrochen? Haben wir eine Krise? Brennt irgendwo das Gebäude der Republik Österreich? Es handelt sich nämlich dabei um Verfassungsbestimmungen. Es wird in einem Eilzugstempo, das seinesgleichen sucht, die Verfassung der Republik Österreich geändert. Die Verfassung wird geändert! Und ich sage Ihnen: Genauso geht man vor, wenn man eine Verfassung ändern will, ohne daß lang genug darüber nachgedacht werden kann. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Ruf: Blanker Unsinn!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Wir ändern es gerade!
Kollege Khol hat hier ausgeführt, das Kartellrecht sei so schwach. Ich frage: Ja warum haben Sie es dann nicht geändert? (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Wir ändern es gerade!) Anträge liegen sonder Zahl vor, aber Sie haben das jahrelang verschlafen! Das OMV-Wirkungskartell, Herr Dr. Khol, mit den Adria-Wien-Pipelineverträgen ist jedem Insider bekannt, es besteht nämlich seit 15, 20 Jahren. Und seit Sie regieren, haben Sie das nicht angerührt, denn das war Ihnen zu sensibel. Aber jetzt knurrt die Bevölkerung und wird unruhig. Und sie ist im Recht, wenn sie unruhig ist. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht der Meinung, daß die Leute unrecht haben, daß Mißbrauch von Marktpositionen und Kartell nicht etwas sind, was skandalös ist, Herr Klubobmann Kostelka. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka.) Natürlich ist es ein Skandal, aber das heißt nicht, daß man der rechtsstaatlichen Lösung ausweichen soll. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka.
Kollege Khol hat hier ausgeführt, das Kartellrecht sei so schwach. Ich frage: Ja warum haben Sie es dann nicht geändert? (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Wir ändern es gerade!) Anträge liegen sonder Zahl vor, aber Sie haben das jahrelang verschlafen! Das OMV-Wirkungskartell, Herr Dr. Khol, mit den Adria-Wien-Pipelineverträgen ist jedem Insider bekannt, es besteht nämlich seit 15, 20 Jahren. Und seit Sie regieren, haben Sie das nicht angerührt, denn das war Ihnen zu sensibel. Aber jetzt knurrt die Bevölkerung und wird unruhig. Und sie ist im Recht, wenn sie unruhig ist. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht der Meinung, daß die Leute unrecht haben, daß Mißbrauch von Marktpositionen und Kartell nicht etwas sind, was skandalös ist, Herr Klubobmann Kostelka. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka.) Natürlich ist es ein Skandal, aber das heißt nicht, daß man der rechtsstaatlichen Lösung ausweichen soll. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Kollege Khol hat hier ausgeführt, das Kartellrecht sei so schwach. Ich frage: Ja warum haben Sie es dann nicht geändert? (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Wir ändern es gerade!) Anträge liegen sonder Zahl vor, aber Sie haben das jahrelang verschlafen! Das OMV-Wirkungskartell, Herr Dr. Khol, mit den Adria-Wien-Pipelineverträgen ist jedem Insider bekannt, es besteht nämlich seit 15, 20 Jahren. Und seit Sie regieren, haben Sie das nicht angerührt, denn das war Ihnen zu sensibel. Aber jetzt knurrt die Bevölkerung und wird unruhig. Und sie ist im Recht, wenn sie unruhig ist. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht der Meinung, daß die Leute unrecht haben, daß Mißbrauch von Marktpositionen und Kartell nicht etwas sind, was skandalös ist, Herr Klubobmann Kostelka. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kostelka.) Natürlich ist es ein Skandal, aber das heißt nicht, daß man der rechtsstaatlichen Lösung ausweichen soll. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Und das ist nicht so! Wenn diese Hemmschwellen fallen und man unter Absehung von Aufliegefristen im Eilzugstempo in Blitzausschußsitzungen und unter Änderung von Tagesordnungen mit Zweidrittelmehrheit die Verfassung ändert, dann, muß ich sagen, werde ich nervös, noch dazu, wenn Sie das gemeinsam mit einer Partei machen, die selbst schon mehrfach verkündet hat, daß sie gerne die Verfassung ändern und die dritte Republik einführen möchte. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stadler: LIF-Motto: Wie vertreibe ich den letzten Wähler?!
Passen Sie auf, daß Sie nicht Präjudizien schaffen in der Form des Umgangs mit der Geschäftsordnung und mit der Verfassung, die Ihnen eines Tages unangenehm auf den Kopf fallen. Sie könnten eines Tages aufwachen, und die Verfassung ist auch in anderen Punkten geändert – wenn Sie so blind und so eitel sind, nur um Schlagzeilen zu bekommen: Wir haben jetzt etwas gemacht! (Abg. Mag. Stadler: LIF-Motto: Wie vertreibe ich den letzten Wähler?!) Schade ist nur, daß der Boulevard etwas nicht tut – und das tut mir wirklich leid, obwohl ich sonst nicht Mitleid habe in dieser Richtung –, nämlich daß der Boulevard nicht sagt: Nach zehn Jahren sind sie draufgekommen, daß sie nichts gemacht haben, und jetzt machen sie eine Ho-ruck-Regelung, und das auf dem Rücken des Rechtsstaates! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Passen Sie auf, daß Sie nicht Präjudizien schaffen in der Form des Umgangs mit der Geschäftsordnung und mit der Verfassung, die Ihnen eines Tages unangenehm auf den Kopf fallen. Sie könnten eines Tages aufwachen, und die Verfassung ist auch in anderen Punkten geändert – wenn Sie so blind und so eitel sind, nur um Schlagzeilen zu bekommen: Wir haben jetzt etwas gemacht! (Abg. Mag. Stadler: LIF-Motto: Wie vertreibe ich den letzten Wähler?!) Schade ist nur, daß der Boulevard etwas nicht tut – und das tut mir wirklich leid, obwohl ich sonst nicht Mitleid habe in dieser Richtung –, nämlich daß der Boulevard nicht sagt: Nach zehn Jahren sind sie draufgekommen, daß sie nichts gemacht haben, und jetzt machen sie eine Ho-ruck-Regelung, und das auf dem Rücken des Rechtsstaates! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Meine Damen und Herren! Es ist heute fast ein historischer Tag hier im Nationalrat: Es gibt heute anscheinend fünf Oppositionsparteien hier, die Forderungen stellen und die Politik der Regierung kritisieren. Herr Kostelka etwa sagt: Wir haben dem Wirtschaftsminister lange genug zugesehen. Klubobmann Khol applaudiert dazu, wenn sein eigener Wirtschaftsminister hier kritisiert wird. Na großartig, meine Damen und Herren von der Regierung, darauf warten wir ja geradezu seit Jahren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Endlich Parlamentarismus, so wie wir uns ihn vorstellen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist ein wunderbarer Tag heute: Rot und Schwarz, Kostelka und Khol erkennen, daß sie hier im Nationalrat dem Wählerwillen zum Durchbruch verhelfen und als Kontrolle für eine Bundesregierung hier auftreten sollten, eine Regierung, mit der sie ja überhaupt nichts zu tun haben. Das ist alles wunderbar! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch einmal, meine Damen und Herren von den Grünen, Sie als Wählervertreiber par excellence: Wir Freiheitlichen fühlen uns dazu verpflichtet – wenn es schon diese Versäumnisse gibt und man nach Jahren endlich darangeht, eine Lösung zu finden, eine Verbesserung herbeizuführen –, daß das auch hier im Hohen Haus entsprechend umgesetzt wird, denn es ist unsere oberste Verpflichtung als Parlamentarier, daß wir dem Bürger entsprechende Vorteile zukommen lassen – und nicht Ihren Theoretikern. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber das ist Ihr Problem – und nicht unseres.
Abg. Dr. Kostelka: Stimmt aber nicht!
Nur: Wer sind denn diese "bösen" Ölfirmen? – Sind das die "bösen" Multis aus Amerika oder England? – Nein, denn da gibt es ja bei uns ein Monopol, nämlich die sich mehrheitlich in staatlichem Besitz befindliche OMV ist es, die dieses üble Spielchen auf Kosten der Autofahrer treibt. (Abg. Dr. Kostelka: Stimmt aber nicht!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Personalvermittler für die Bundesregierung, Klima und Ruttenstorfer, hätten es in der Hand gehabt, das zu verhindern. Sie können doch nicht behaupten, daß Sie mit der OMV nichts zu tun hätten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Jene Herrschaften in der Bundesregierung, die aus der OMV kommen, die Personalvermittler, beklagen, daß sozusagen ihre eigene Firma in dieser Sache ein wirklich übles Spiel mit den Autofahrern treibt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen folgendes – bei aller Kritik an diesen Ölmultis –: Der größte Raubritter, der dem Autofahrer das Geld aus der Tasche zieht, sitzt hier auf der Regierungsbank! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Bedenken Sie doch, daß man dem Bürger nicht weiter das Geld aus der Tasche ziehen kann! Bekennen Sie sich in anderen Bereichen, bei Mieten oder Steuern etwa, auch zu diesem Prinzip! Und dann werden Sie auch endlich dem Wählerauftrag hier im Hohen Hause gerecht werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Früher hätte ein Anruf vom Bundeskanzler genügt! Einem! Ruttenstorfer! ...
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Öllinger. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler: Früher hätte ein Anruf vom Bundeskanzler genügt! Einem! Ruttenstorfer! ...)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wissen Sie, was ich an dieser Form der Debatte geradezu unerträglich finde? – Daß das österreichische Parlament parallel dazu, daß in einem unserer Nachbarländer Krieg herrscht, nichts anderes zu tun hat, als für den Benzinpreis ein Eilverfahren abzuwickeln! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Leikam: Was ist für Sie heute dringlich?
Meine Damen und Herren! Ich hätte mir von diesem Parlament, wenn es etwas eilig findet, wenn es glaubt, notstandsgemäß handeln zu müssen, was sonst immer nur in Kriegsfällen oder bei Dürrekatastrophen der Fall war, schon gewünscht, daß es auch der Regierung gegenüber Stellung nimmt, auch gegenüber dem, was österreichische Regierungsvertreter zu diesem Krieg gesagt haben, daß es dazu Stellung nimmt und mit ihnen gemeinsam darüber diskutiert. (Abg. Leikam: Was ist für Sie heute dringlich?) Das wäre eine Begründung dafür gewesen, dieses Thema als ersten Punkt auf die Tagesordnung zu setzen – und nicht diese Aktion im Zusammenhang mit der Erhöhung der Benzinpreise. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich hätte mir von diesem Parlament, wenn es etwas eilig findet, wenn es glaubt, notstandsgemäß handeln zu müssen, was sonst immer nur in Kriegsfällen oder bei Dürrekatastrophen der Fall war, schon gewünscht, daß es auch der Regierung gegenüber Stellung nimmt, auch gegenüber dem, was österreichische Regierungsvertreter zu diesem Krieg gesagt haben, daß es dazu Stellung nimmt und mit ihnen gemeinsam darüber diskutiert. (Abg. Leikam: Was ist für Sie heute dringlich?) Das wäre eine Begründung dafür gewesen, dieses Thema als ersten Punkt auf die Tagesordnung zu setzen – und nicht diese Aktion im Zusammenhang mit der Erhöhung der Benzinpreise. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Und das ist das Problem, das wir mit Ihrer Aktion haben, meine Damen und Herren: Ein undemokratisches Verfahren des österreichischen Parlaments kann nicht die Antwort auf undemokratische Spielregeln von Ölkonzernen sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Grünen.
Aber, meine Damen und Herren, wenn Herr Khol, Klubobmann der ÖVP, hier herausgeht und sagt: Wir stehen auf der Seite der Bürger!, dann muß ich schon die Frage stellen, Herr Abgeordneter Khol: Wo stehen die Regierungsparteien dort, wo sich das Volk eindeutig erklärt hat, nämlich beim Gentechnik-Volksbegehren, beim Tierschutz-Volksbegehren, beim Frauen-Volksbegehren? Wo stehen bitte da die Regierungsparteien auf der Seite der Bürger?! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Wir haben das Volk vor euch geschützt!
Sie haben grob diesen Willen der Bürger mißachtet! Sie haben sich nicht darum geschert! Nehmen Sie doch endlich die Bilanz dessen, was Bürger in einem demokratischen Verfahren erklärt haben, ernst! Nehmen Sie das ernst! – Nichts haben Sie bisher akzeptiert von all den Forderungen, die in einem demokratischen Verfahren, die in Volksbegehren die Bürger von diesem Parlament gefordert haben! (Abg. Rosemarie Bauer: Wir haben das Volk vor euch geschützt!)
Abg. Dr. Kostelka: Gut unterwegs!
Wo waren und sind Sie in dieser Frage? (Abg. Dr. Kostelka: Gut unterwegs!) – Bei den Mieten wären wir durchaus für Preisregulierungen zu haben. Wir wären durchaus dafür, daß da verfassungsmäßig eingegriffen würde, aber in einem ordentlichen Verfahren und nicht in einem Notstandsverfahren; nicht in einem Verfahren, mit dem Sie die demokratischen Usancen dieses Hauses brechen. Das ist ein Schaden, den Sie nicht wiedergutmachen können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wo waren und sind Sie in dieser Frage? (Abg. Dr. Kostelka: Gut unterwegs!) – Bei den Mieten wären wir durchaus für Preisregulierungen zu haben. Wir wären durchaus dafür, daß da verfassungsmäßig eingegriffen würde, aber in einem ordentlichen Verfahren und nicht in einem Notstandsverfahren; nicht in einem Verfahren, mit dem Sie die demokratischen Usancen dieses Hauses brechen. Das ist ein Schaden, den Sie nicht wiedergutmachen können. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Zwischenruf bei den Grünen.) Auf den Zwischenruf eingehend: Herr Öllinger hat versucht, die Freiheitlichen zu schelten, aber gerade Sie waren es in der Vergangenheit, Herr Kollege Öllinger, die mit der Geschäftsordnungsreform die Freiheitlichen, die Opposition, mundtot machen wollten. (Abg. Öllinger: Ich? – Abg. Mag. Stadler: Ja genau!) Und jetzt wollen Sie auf einmal den hehren Parlamentarismus entdecken. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Kein Mensch glaubt Ihnen das mehr! Sie können gar nicht soviel Kreide schlucken, damit Sie diesbezüglich glaubwürdig sind, meine Damen und Herren. – Soviel nur dazu.
Abg. Öllinger: Ich? – Abg. Mag. Stadler: Ja genau!
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Zwischenruf bei den Grünen.) Auf den Zwischenruf eingehend: Herr Öllinger hat versucht, die Freiheitlichen zu schelten, aber gerade Sie waren es in der Vergangenheit, Herr Kollege Öllinger, die mit der Geschäftsordnungsreform die Freiheitlichen, die Opposition, mundtot machen wollten. (Abg. Öllinger: Ich? – Abg. Mag. Stadler: Ja genau!) Und jetzt wollen Sie auf einmal den hehren Parlamentarismus entdecken. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Kein Mensch glaubt Ihnen das mehr! Sie können gar nicht soviel Kreide schlucken, damit Sie diesbezüglich glaubwürdig sind, meine Damen und Herren. – Soviel nur dazu.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Zwischenruf bei den Grünen.) Auf den Zwischenruf eingehend: Herr Öllinger hat versucht, die Freiheitlichen zu schelten, aber gerade Sie waren es in der Vergangenheit, Herr Kollege Öllinger, die mit der Geschäftsordnungsreform die Freiheitlichen, die Opposition, mundtot machen wollten. (Abg. Öllinger: Ich? – Abg. Mag. Stadler: Ja genau!) Und jetzt wollen Sie auf einmal den hehren Parlamentarismus entdecken. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Kein Mensch glaubt Ihnen das mehr! Sie können gar nicht soviel Kreide schlucken, damit Sie diesbezüglich glaubwürdig sind, meine Damen und Herren. – Soviel nur dazu.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch ganz kurz eine Anmerkung zu Frau Petrovic: Wir Freiheitliche sind auf der Seite der Bürger – ich sage es zum wiederholten Male, meine Damen und Herren –, wir sind aber nicht für einen Benzinpreis von 30 S. Da sind wir nicht Ihrer Meinung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: So ist es!
Wir sind für faire, marktkonforme Benzinpreise – Energiepreise insgesamt –, und diese sind gerade aus gesamtwirtschaftlicher Sicht notwendig. Es geht nicht nur primär um die Autofahrer, wir verlangen aber eine gewisse Fairneß, einen fairen Preis, den Sie bis dato – es wurde schon ausgeführt – mit Gewalt verhindert haben, Herr Bundesminister. Sie haben bisher alles getan, um das Quasimonopol eines Anbieters gegen alle Vernunft aufrechtzuerhalten. Es ist offensichtlich geradezu Ihr Wunsch gewesen, im Energiebereich Monopole aufrechtzuerhalten, um die parteipolitischen Ränkespiele und den Postenschacher quasi unter der Tuchent durchzuführen. (Abg. Mag. Schweitzer: So ist es!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Das ist immer noch so!
Das war der Grund dafür, warum Sie es, meine Damen und Herren, durch eine Parteibrille geblendet, verabsäumt haben, ein taugliches Kartellrecht auf die Beine zu bringen. Das ist der eigentliche Grund, denn es hat ein Anruf bei den Multis oder bei den Quasimonopolisten genügt, um Posten besetzen zu können. Da hat es keine Ausschreibung gegeben, höchstens eine Pro-forma-Ausschreibung, und da wurde ein Parteisoldat auf die richtige Stelle gesetzt. Aus diesem Grund haben Sie es verhindert, daß taugliche Marktrechte eingeführt werden und nicht, weil Sie es nicht gewußt haben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Das ist immer noch so!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Steuerpolitik – ich bin jetzt nicht der Schutzheilige der Ölmultis – Ihrerseits, durch die mehr als 70 Prozent auf die Ölpreise, auf die Benzinpreise vom Fiskus "hinaufgedoppelt" wird, ist mit- beziehungsweise hauptverantwortlich für die hohen Preise in Österreich. Das werden wir den Bürgern auch sagen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Wenn die ÖVP in die Regierung kommt!
Das ist ja nahezu eine Moritat, die sich da abspielt. Man könnte ja direkt als Bänkelsänger durch die Lande ziehen, meine Damen und Herren, wenn man einen ganz berühmten – oder berüchtigten, wie auch immer – Mann zitiert, nämlich den Wiener ÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Gerstl. Er hat gesagt: Hätte Österreich ein vernünftiges Kartellrecht, könnten wir uns heute diese beschämende und peinliche Diskussion über Notverordnungen und amtliche Preisregelungen sparen. (Abg. Mag. Stadler: Wenn die ÖVP in die Regierung kommt!) – Wenn sie endlich in die Regierung kommt, die ÖVP, wenn sie quasi vom Regierungs-Oppositionellen zum Regierenden mutiert ist, könnte sie das endlich durchsetzen, frei nach Nestroy: Wer ist stärker: i oder i?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben Sie nicht dabei aufgehalten. Wir haben Sie nicht aufgehalten. Also schieben Sie ja nicht die Schuld auf uns, indem Sie sagen, wir hätten Ihnen da Bremsklötze in den Weg gelegt oder vielleicht auch noch Sand ins Getriebe gebracht. Wir haben Sie nicht aufgehalten, und die Bürger dieses Landes schon gar nicht! Deshalb sind wir auf der Seite der Bürger, Sie offensichtlich nicht, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Jö!
Erstens: Im österreichischen Markt für Treibstoffe gibt es ein erhebliches Wettbewerbsdefizit. (Abg. Mag. Stadler: Jö!) – No na, Herr Bundesminister. Das haben wir nicht gewußt. Es war die Jahreswende dazu nötig, um draufzukommen, daß es ein erhebliches Wettbewerbsdefizit gibt. Wann reagieren Sie denn endlich, meine Damen und Herren? – Wir haben Sie nicht aufgehalten, Herr Bundesminister.
Abg. Mag. Mühlbachler: Lesen Sie weiter vor aus der Rede!
Zweitens – das ist auch eine Erkenntnis gewesen, die Ihnen irgendwie eingegeben worden ist –: Die Nettopreise für Treibstoffe sind überhöht und müssen unter den gegebenen Umständen gesenkt werden! – Donnernder Beifall bei ÖVP und SPÖ. Dann seid ihr wieder heimgegangen, und die Sache war geritzt. Der Bürger war nicht mehr interessant. Offensichtlich ist dann ein Anruf aus den Zentren der Multis gekommen mit dem Inhalt, daß das ein bißchen zu scharf gewesen sei. Da habt ihr euch ein bißchen gefürchtet und die ganze Geschichte wieder einschlafen lassen. (Abg. Mag. Mühlbachler: Lesen Sie weiter vor aus der Rede!)
Abg. Mag. Stadler: Die eigenen Leute!
Ich zitiere noch den zweiten Absatz der Begründung dieses Antrages, dem wir in Notgemeinschaft mit den Bürgern zustimmen werden, aber nicht, weil Sie so forsch parlamentarisch unterwegs sind. Darin bekommt der Herr Minister – er tut mir ja fast leid – jetzt noch eine drüber. Für den, der das geschrieben hat, wäre das ein Entlassungsgrund, meine Damen und Herren. (Abg. Mag. Stadler: Die eigenen Leute!)
Abg. Mag. Stadler: Die Interessenvertreter!
Es steht zu lesen: Das Verfahren zur Festsetzung von Preisen ist derzeit kompliziert und schwerfällig, insbesondere deswegen, weil es auf die Mitwirkung der betroffenen Unternehmen und deren Interessenvertretung angewiesen ist. – Aha! Werden diese jetzt nicht mehr mitwirken, oder waren sie schuld? (Abg. Mag. Stadler: Die Interessenvertreter!) Das ist ein Pingpongspiel.
Abg. Mag. Stadler: Der hat die Beichte abgeschafft!
Das heißt also, Sie geißeln sich selbst. Wie die Büßer ziehen Sie lustwandelnd mit Büßersandalen durch die Lande und sagen, Sie können nichts dafür. Irgendwo wird es schon eine Absolution geben. Martin Luther hatte das zwar nicht im Programm, aber vielleicht andere Glaubensrichtungen, meine Damen und Herren. (Abg. Mag. Stadler: Der hat die Beichte abgeschafft!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen: Wir sind hier deswegen im Zweifel auf der Seite der Bürger, weil wir es nicht zulassen werden, daß durch Aktionismus der Grünen die Bürger dieses Landes 30 S für einen Liter Benzin zahlen müssen. Dafür sind wir mit Sicherheit nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Das gilt für alle!
Wir sind auf der Seite der Wirtschaft, auf der Seite der Pendler und der Berufstätigen. Wir wollen eine faire Marktwirtschaft, die ohne Monopole und ohne Oligopole saubere Preise garantiert. Wir wollen ein modernes Kartellrecht, das von uns bereits in der Vergangenheit vorgeschlagen, von Ihnen jedoch mit Bestemm abgelehnt wurde. Wir verlangen: Herunter mit den überhöhten Steuern und Abgaben bei Benzin- und sonstigen Energiepreisen! (Abg. Mag. Peter: Das gilt für alle!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zu guter Letzt werden wir auch nicht zulassen, daß so wie bisher Tankstellenpächter mit Knebelungsverträgen drangsaliert werden; Tankstellenpächter, die ihre Arbeit vor Ort zu leisten haben und dann vielleicht noch bei fairen Preisen die Leidtragenden sein werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir fordern daher: Faire Spannen für die Tankstellenpächter, denn der Irrgarten für Tankwarte darf nicht mehr von Ihnen mit der Gießkanne bewässert werden! Wir sind auf der Seite der Bürger und auf der Seite fairer Energie- und Benzinpreise. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Das nach wie vor zahnlos ist, wie Sie wissen! – Abg. Dr. Kier: Das ist ein Irrtumskartell!
Der Herr Wirtschaftsminister – das möchte ich anerkennen – ist seit Monaten darum bemüht, das Problem in den Griff zu bekommen, und zwar zuerst marktkonform nach dem Subsidiaritätsprinzip – zuerst mit dem gelindesten Mittel, mit der Marktkonformität –, denn er ist ein überzeugter Marktwirtschafter. Wir haben die Maßnahmen des Kartellrechtes alle geprüft. Das Kartellrecht, und zwar ein neues und verschärftes Kartellrecht – Herr Kollege Kier, ich spreche mit Ihnen –, ist gerade in Begutachtung. (Abg. Mag. Peter: Das nach wie vor zahnlos ist, wie Sie wissen! – Abg. Dr. Kier: Das ist ein Irrtumskartell!)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Der Herr Minister hat dann versucht, zum nächsten Mittel zu greifen. Ich möchte das insbesondere in Richtung der Liberalen und der Grünen sagen, die offenkundig nicht zur Kenntnis nehmen wollen, daß in dieser Frage zunächst marktkonform vorgegangen wurde, daß erst danach über Antrag der Arbeiterkammer notabene das Preisregelungsverfahren eingeleitet wurde, und daß dieses Preisregelungsverfahren vom Minister mit Hilfe aller Möglichkeiten, die ihm das geltende Gesetz zur Verfügung stellt, vorangetrieben wurde. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Peter: Wer läßt die zu?
Der Marktführer der Mineralölwirtschaft in Österreich hat sogar in provokanter Weise, noch während das Preisregelungsverfahren lief, den Preis weiter erhöht – ungefähr nach dem Motto: "Was schert mich das alles? Mich interessiert die Bevölkerung nicht, mich interessiert das Puwein-Gutachten nicht, mich interessiert überhaupt nicht, was in Österreichs Öffentlichkeit Tagesgespräch ist! Mich interessiert nur der Shareholder Value, mich interessiert nur der größtmögliche Gewinn – auch unter Ausnützung einer marktwirtschaftswidrigen, monopolähnlichen Oligopolposition!" (Abg. Mag. Peter: Wer läßt die zu?)
Beifall bei der ÖVP.
Damit haben diese Wirtschaftstreibenden der sozialen Marktwirtschaft einen Bärendienst erwiesen! Sie haben ihr einen Bärendienst erwiesen, denn sie haben damit quasi darum gebettelt, daß jetzt schärfere Maßnahmen im Gesetz verankert werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Verfahren der Preisregelung ist zahnlos, aber der Minister wird von allen Seiten bedrängt, endlich den Preis zu regeln. Wenn uns der Minister sagt, daß er dazu ein schärferes Instrument benötigt, weil man von ihm nicht erwarten kann, ein solches Instrument einzusetzen, das er gar nicht hat, dann sind wir als Vertreter des Volkes aufgerufen, dem Minister dieses Instrument zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.
Daraufhin fassen wir im ÖVP-Klub folgenden Beschluß: Herr Bundesminister, wenn Sie heute nachmittag mit der Mineralölwirtschaft reden, dann weisen Sie darauf hin, daß wir, sollte es marktkonform keine Treibstoffpreissenkungen geben, das Instrument der Preisregelung verschärfen werden. (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.)
Beifall bei der ÖVP.
Daß wir als Souverän dieses Landes dieses Instrument nun nachschärfen müssen, daß wir, um den Markt wiederherzustellen, zu dieser letzten Regelung greifen, kann uns niemand vorwerfen. Das müssen wir tun! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es wird ein rechtsstaatliches Verfahren sein. Der Herr Minister wird einen Verordnungsentwurf in Begutachtung zu schicken haben, und es wird Rechtsschutz bei den Bescheiden geben. Das Ganze ist verfassungsrechtlich und europarechtlich abgestimmt, es ist ganz einfach die Inanspruchnahme eines Notrechtes zum Schutz des Gemeinwohles gegen einen brutalen Kapitalismus! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Da gibt es aber weiterführende Literatur! Die sind beide schon tot!
Meine Damen und Herren! In der sozialen Marktwirtschaft muß der Markt veranstaltet werden. Ich habe meinen Müller-Armack und meinen Ludwig Erhard gelernt. (Abg. Mag. Peter: Da gibt es aber weiterführende Literatur! Die sind beide schon tot!) Ein Grundgesetz des Marktes ist der Wettbewerb. Wenn aber der Wettbewerb durch marktkonforme Maßnahmen nicht herstellbar ist, wenn der Wettbewerb durch das Kartellrecht nicht herstellbar ist und wenn das Gemeinwohl leidet, dann ist der Gesetzgeber aufgerufen zu handeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! In der sozialen Marktwirtschaft muß der Markt veranstaltet werden. Ich habe meinen Müller-Armack und meinen Ludwig Erhard gelernt. (Abg. Mag. Peter: Da gibt es aber weiterführende Literatur! Die sind beide schon tot!) Ein Grundgesetz des Marktes ist der Wettbewerb. Wenn aber der Wettbewerb durch marktkonforme Maßnahmen nicht herstellbar ist, wenn der Wettbewerb durch das Kartellrecht nicht herstellbar ist und wenn das Gemeinwohl leidet, dann ist der Gesetzgeber aufgerufen zu handeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Angesichts der Provokation und der Verhöhnung durch den Mißbrauch der Marktposition durch die Mineralölwirtschaft in Österreich müssen wir dem Wirtschaftsminister das Notrecht einräumen, die überhöhten Treibstoffpreise zu senken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Trattner: Woher wissen Sie das?
Ich halte es daher auch für einen Mißbrauch der Geschäftsordnung, daß man sich unter Vorspiegelung irgendeiner Argumentation als Kontraredner meldet, und befürchte im übrigen, daß sich beim nächsten Tagesordnungspunkt, der Vereinbarung bezüglich des Nationalparks Neusiedler See, ein ähnliches Schauspiel abspielen wird. Es geht dabei um eine Vorlage, die im Ausschuß einstimmig verabschiedet wurde. (Abg. Mag. Trattner: Woher wissen Sie das?)
Abg. Dr. Schmidt: Ich habe nicht das Präsidium kritisiert!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Frau Abgeordnete! Sie sprechen damit ein Problem an, mit dem wir uns schon mehrfach auseinandergesetzt haben, vor allem auch im Zusammenhang mit einer Diskussion in der Präsidiale. Wir haben damals festgehalten, daß wir am Präsidium die Meldungen so entgegennehmen müssen, wie sie von den einzelnen Abgeordneten erfolgen. (Abg. Dr. Schmidt: Ich habe nicht das Präsidium kritisiert!) Wenn sich jemand kontra meldet, dann muß ich zunächst einmal von der Annahme ausgehen, daß er wirklich kontra spricht. Ich kann das im vorhinein nicht kontrollieren.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich ersuche daher, daß über diese Vorgangsweise beraten wird. Es ist üblich, daß ein solches Ersuchen, gestellt von seiten eines Klubs, einer Klubchefin, zumindest ernst genommen wird! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Kostelka: Wenn, dann sofort, wenn das eine Änderung der Rednerliste ist! Das ist nicht nur bei Punkt 2, sondern auch bei 1!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Gut. Wir werden das bei Punkt 2 berücksichtigen, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Kostelka: Wenn, dann sofort, wenn das eine Änderung der Rednerliste ist! Das ist nicht nur bei Punkt 2, sondern auch bei 1!)
Abg. Dr. Kostelka: Entschuldigen Sie, Herr Präsident, aber wenn das eine Korrektur der Rednerliste ist, dann gilt das nicht erst ab Tagesordnungspunkt 2, sondern ab sofort! – Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe mich auf den Tagesordnungspunkt 2 bezogen! – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Im übrigen bitte ich, folgendes – ich möchte das hier noch einmal wiederholen – ... (Abg. Dr. Kostelka: Entschuldigen Sie, Herr Präsident, aber wenn das eine Korrektur der Rednerliste ist, dann gilt das nicht erst ab Tagesordnungspunkt 2, sondern ab sofort! – Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe mich auf den Tagesordnungspunkt 2 bezogen! – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.
Zum Thema Preisgesetz: Preise entstehen auf dem Markt. (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.) Ich glaube, das ist Konsens in einer Marktwirtschaft, und es gibt keine Fraktion in diesem Haus, die sich nicht zur Marktwirtschaft bekennt. Preise entstehen also zwischen Angebot und Nachfrage auf funktionierenden Märkten. – Ich betone das Wort "funktionierende". – Es handelt sich beim Markt offensichtlich um eine Art Entdeckungsverfahren – um ein Entdeckungsverfahren, zu welchem Preis Leistungen und Güter letztlich verkauft werden.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich habe aber gesagt, Herr Kostelka: "funktionierende" Märkte. Und dieses Funktionieren von Märkten wird durch zwei Dinge bestimmt: durch die Rahmenbedingungen, die wir diesen Märkten geben, und selbstverständlich auch durch das Wettbewerbsrecht. Wenn das Wettbewerbsrecht nicht funktioniert und wenn die Rahmenbedingungen nicht entsprechend gestaltet sind, dann sprechen wir von nicht funktionierenden Märkten. Wir sprechen nicht von Marktversagen oder von Marktstörung, sondern wir sprechen von Politikversagen. Das ist der Punkt! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Kostelka: Es ist aber nicht ihr Spiel, Herr Kollege Peter, den Wettbewerb auszuschalten! Das ist gesetzwidrig, das ist marktordnungswidrig und im Grunde genommen kriminell!
In Wahrheit machen die Mineralölkonzerne das, was ihr Spiel ist, nämlich alles, um einen möglichst hohen Preis am Markt zu erzielen. Und die Politik in Österreich, die Koalitionsregierung, hat mehr als ein Jahrzehnt lang zugeschaut! (Abg. Dr. Kostelka: Es ist aber nicht ihr Spiel, Herr Kollege Peter, den Wettbewerb auszuschalten! Das ist gesetzwidrig, das ist marktordnungswidrig und im Grunde genommen kriminell!) – Herr Kostelka! Ich stimme Ihnen zu! Ich halte hier nur fest, wer das ermöglicht. Ich halte eine Preisabsprache im geheimen, die gegen ein Kartellgesetz erfolgt, für einen Teil der Wirtschaftskriminalität, gar keine Frage! (Abg. Dr. Kostelka: Und an jedem Betrug ist der Innenminister schuld, wie?) – Nein, nicht der Innenminister, das ist eine Justizfrage.
Abg. Dr. Kostelka: Und an jedem Betrug ist der Innenminister schuld, wie?
In Wahrheit machen die Mineralölkonzerne das, was ihr Spiel ist, nämlich alles, um einen möglichst hohen Preis am Markt zu erzielen. Und die Politik in Österreich, die Koalitionsregierung, hat mehr als ein Jahrzehnt lang zugeschaut! (Abg. Dr. Kostelka: Es ist aber nicht ihr Spiel, Herr Kollege Peter, den Wettbewerb auszuschalten! Das ist gesetzwidrig, das ist marktordnungswidrig und im Grunde genommen kriminell!) – Herr Kostelka! Ich stimme Ihnen zu! Ich halte hier nur fest, wer das ermöglicht. Ich halte eine Preisabsprache im geheimen, die gegen ein Kartellgesetz erfolgt, für einen Teil der Wirtschaftskriminalität, gar keine Frage! (Abg. Dr. Kostelka: Und an jedem Betrug ist der Innenminister schuld, wie?) – Nein, nicht der Innenminister, das ist eine Justizfrage.
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Politik ist gefordert. Österreich ist ein kleines, schönes, liebenswertes Land im Herzen von Europa. Leider wachsen hier keine Bananen – aber es wachsen viele Zwetschkenbäume. Und das, was sich heute hier abspielt, ist einer "Zwetschkenrepublik" würdig, aber nicht einer entwickelten Demokratie, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Es kann doch nicht Ihre Politik der Rahmenbedingungen, der Reglementierung und Kontrolle von Märkten sein, daß Sie einzelne Produkte herausgreifen und in einem parlamentarischen Schnellverfahren Preisregelungen verfügen, weil Sie nicht in der Lage sind, jene Instrumente, die in einem entwickelten Staat, in einer entwickelten Marktwirtschaft nötig und auch möglich sind, wirklich einzusetzen. Das ist der Stil einer "Zwetschkenrepublik" im Wahlkampf – und das ist bedauerlich! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Kostelka: Also schuld ist die Politik, schuld ist der Konsument, aber die Wirtschaft nicht!
Eigentlich müßte sich an einer Tankstelle, bei der ein Liter Benzin nur 10,06 S kostet, eine Schlange bilden, während dort, wo Benzin Schilling 10,90 S kostet, nur leere Tankzapfsäulen zu sehen sein dürften. Das würde die Marktwirtschaft beleben! Auch da ist der Konsument gefordert. (Abg. Dr. Kostelka: Also schuld ist die Politik, schuld ist der Konsument, aber die Wirtschaft nicht!) – Warten Sie, darauf komme ich gleich zu sprechen. Danke, daß Sie mich daran erinnert haben. (Abg. Dr. Kostelka: Das ist wirklich ein bißchen seltsam!) Herr Kostelka, jetzt bin ich dabei; Sie waren nur ein bißchen schneller als ich.
Abg. Dr. Kostelka: Das ist wirklich ein bißchen seltsam!
Eigentlich müßte sich an einer Tankstelle, bei der ein Liter Benzin nur 10,06 S kostet, eine Schlange bilden, während dort, wo Benzin Schilling 10,90 S kostet, nur leere Tankzapfsäulen zu sehen sein dürften. Das würde die Marktwirtschaft beleben! Auch da ist der Konsument gefordert. (Abg. Dr. Kostelka: Also schuld ist die Politik, schuld ist der Konsument, aber die Wirtschaft nicht!) – Warten Sie, darauf komme ich gleich zu sprechen. Danke, daß Sie mich daran erinnert haben. (Abg. Dr. Kostelka: Das ist wirklich ein bißchen seltsam!) Herr Kostelka, jetzt bin ich dabei; Sie waren nur ein bißchen schneller als ich.
Abg. Dr. Puttinger: Sie wollte das verhindern, das Heruntergehen!
Frau Ing. Langthaler hat im Ausschuß die Einsetzung eines diesbezüglichen Unterausschusses beantragt. Das wäre doch bitte der einzig richtige Weg, seriös mit dieser Frage umzugehen! Durch einen Unterausschuß würde dem Parlament die Möglichkeit gegeben, auf denselben Informationsstand wie die Exekutive zu kommen und sich in einem Hearing mit Experten dieser Frage anzunähern und erst dann zu sagen: Wir werden schauen, welche Maßnahmen legislativer Natur wir treffen müssen, um diese offensichtliche Monopol- und Kartellbildung hintanzuhalten. (Abg. Dr. Puttinger: Sie wollte das verhindern, das Heruntergehen!)
Abg. Dr. Puttinger: Herr Kollege, Sie lassen sich als Parlamentarier alles gefallen!
Herr Dr. Puttinger, wenn Sie als Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg diesem heutigen Gesetzespfusch zustimmen, dann müssen Sie sich von allen Menschen, die wissen, wie Wirtschaft und Marktwirtschaft funktionieren, sagen lassen, daß Sie da einer populistischen Fischblase aufgesessen sind, daß Sie damit ausschließlich Wahlinteressen in den Vordergrund stellen, aber nicht bereit sind, Prinzipien des Wirtschaftens zu verteidigen. (Abg. Dr. Puttinger: Herr Kollege, Sie lassen sich als Parlamentarier alles gefallen!) – Ich lasse mir nicht alles gefallen! Ich fordere von Ihnen, ein wirkliches Kartellrecht in Österreich einzuführen (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen), ein Kartellrecht, das Wirkungs- und Verhaltenskartelle eingeschränkt, ein Kartellrecht, das die Einschränkung der Bereichsausnahmen vorsieht, ein Kartellrecht ... (Abg. Dr. Puttinger: Wir reden nicht über das Kartellrecht! Sie gehen hinaus zu den Wählern und lassen sich im Parlament alles gefallen! Die machen sich ja lustig über Sie, und Sie sagen Dankeschön!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen
Herr Dr. Puttinger, wenn Sie als Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg diesem heutigen Gesetzespfusch zustimmen, dann müssen Sie sich von allen Menschen, die wissen, wie Wirtschaft und Marktwirtschaft funktionieren, sagen lassen, daß Sie da einer populistischen Fischblase aufgesessen sind, daß Sie damit ausschließlich Wahlinteressen in den Vordergrund stellen, aber nicht bereit sind, Prinzipien des Wirtschaftens zu verteidigen. (Abg. Dr. Puttinger: Herr Kollege, Sie lassen sich als Parlamentarier alles gefallen!) – Ich lasse mir nicht alles gefallen! Ich fordere von Ihnen, ein wirkliches Kartellrecht in Österreich einzuführen (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen), ein Kartellrecht, das Wirkungs- und Verhaltenskartelle eingeschränkt, ein Kartellrecht, das die Einschränkung der Bereichsausnahmen vorsieht, ein Kartellrecht ... (Abg. Dr. Puttinger: Wir reden nicht über das Kartellrecht! Sie gehen hinaus zu den Wählern und lassen sich im Parlament alles gefallen! Die machen sich ja lustig über Sie, und Sie sagen Dankeschön!)
Abg. Dr. Puttinger: Wir reden nicht über das Kartellrecht! Sie gehen hinaus zu den Wählern und lassen sich im Parlament alles gefallen! Die machen sich ja lustig über Sie, und Sie sagen Dankeschön!
Herr Dr. Puttinger, wenn Sie als Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg diesem heutigen Gesetzespfusch zustimmen, dann müssen Sie sich von allen Menschen, die wissen, wie Wirtschaft und Marktwirtschaft funktionieren, sagen lassen, daß Sie da einer populistischen Fischblase aufgesessen sind, daß Sie damit ausschließlich Wahlinteressen in den Vordergrund stellen, aber nicht bereit sind, Prinzipien des Wirtschaftens zu verteidigen. (Abg. Dr. Puttinger: Herr Kollege, Sie lassen sich als Parlamentarier alles gefallen!) – Ich lasse mir nicht alles gefallen! Ich fordere von Ihnen, ein wirkliches Kartellrecht in Österreich einzuführen (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen), ein Kartellrecht, das Wirkungs- und Verhaltenskartelle eingeschränkt, ein Kartellrecht, das die Einschränkung der Bereichsausnahmen vorsieht, ein Kartellrecht ... (Abg. Dr. Puttinger: Wir reden nicht über das Kartellrecht! Sie gehen hinaus zu den Wählern und lassen sich im Parlament alles gefallen! Die machen sich ja lustig über Sie, und Sie sagen Dankeschön!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.
Herr Puttinger! Ich bin aufgrund dieser Pfusch-Regierung, die Sie seit bald 14 Jahren in Österreich stellen, in dieser furchtbaren Situation. Hätten Sie nämlich gut regiert, dann gäbe es ein Wettbewerbsrecht in Österreich, das die Monopol- und Kartellbildung der Mineralölkonzerne verhindert hätte. Das hatten Sie von ÖVP und SPÖ in Ihrer Hand! Warum haben Sie es nicht getan?! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler.
Meine Damen und Herren! Der Markt ist kein Popanz, er ist ein Regelmechanismus. Ich teile die Ansicht vieler Abgeordneter hier, daß die Politik den Markt zu bestimmen hat und daß es ein Primat der Politik über die Wirtschaft gibt. Aber dieses Primat der Politik über die Wirtschaft ist durch das Setzen langfristiger Rahmenbedingungen zu verwirklichen – und nicht durch eine widerwärtige Anlaßgesetzgebung, wie wir sie heute hier erleben. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler.)
Abg. Marizzi: Richtig!
Die Energiepreise sind von eminenter Bedeutung für den Konsumenten, und sie haben auch eine soziale Funktion. (Abg. Marizzi: Richtig!) Denken Sie an die vielen Pendler, die Tag für Tag die Treibstoffpreise einsetzen müssen, um überhaupt ihrem Broterwerb nachgehen zu können. (Abg. Aumayr: Wie Pharisäer! – Zwischenruf des Abg. Blünegger. – Abg. Marizzi: Hört einmal zu!) Faire Treibstoffpreise sind daher ein Indikator für das wirtschaftliche und soziale Klima in einem Land. (Abg. Aumayr: Mir kommen die Tränen!)
Abg. Aumayr: Wie Pharisäer! – Zwischenruf des Abg. Blünegger. – Abg. Marizzi: Hört einmal zu!
Die Energiepreise sind von eminenter Bedeutung für den Konsumenten, und sie haben auch eine soziale Funktion. (Abg. Marizzi: Richtig!) Denken Sie an die vielen Pendler, die Tag für Tag die Treibstoffpreise einsetzen müssen, um überhaupt ihrem Broterwerb nachgehen zu können. (Abg. Aumayr: Wie Pharisäer! – Zwischenruf des Abg. Blünegger. – Abg. Marizzi: Hört einmal zu!) Faire Treibstoffpreise sind daher ein Indikator für das wirtschaftliche und soziale Klima in einem Land. (Abg. Aumayr: Mir kommen die Tränen!)
Abg. Aumayr: Mir kommen die Tränen!
Die Energiepreise sind von eminenter Bedeutung für den Konsumenten, und sie haben auch eine soziale Funktion. (Abg. Marizzi: Richtig!) Denken Sie an die vielen Pendler, die Tag für Tag die Treibstoffpreise einsetzen müssen, um überhaupt ihrem Broterwerb nachgehen zu können. (Abg. Aumayr: Wie Pharisäer! – Zwischenruf des Abg. Blünegger. – Abg. Marizzi: Hört einmal zu!) Faire Treibstoffpreise sind daher ein Indikator für das wirtschaftliche und soziale Klima in einem Land. (Abg. Aumayr: Mir kommen die Tränen!)
Abg. Aumayr: Seit wann wissen Sie das, Herr Klubobmann? – Abg. Leikam: Das ist viel!
Meine Damen und Herren! Österreich hat keine fairen Treibstoffpreise. Der Herr Bundesminister hat uns vor einem Monat in diesem Hause ausdrücklich erklärt: Von 1995 bis 1997 lag der Preis für Eurosuper in der Bundesrepublik Deutschland – obwohl die Steuern dort höher als in Österreich sind – 40 Prozent unter dem österreichischen Preis, und bei Diesel waren es 26 Prozent. (Abg. Aumayr: Seit wann wissen Sie das, Herr Klubobmann? – Abg. Leikam: Das ist viel!)
Abg. Aumayr: Solche Pharisäer!
Meine Damen und Herren! 1997 – das hat der Herr Bundesminister genau vor einem Monat in diesem Hause erklärt (Abg. Aumayr: Solche Pharisäer!) – hat der Preis von Eurosuper im billigsten Land der OECD 50 Prozent weniger – man muß sich das vorstellen: 50 Prozent weniger, genau die Hälfte – als in Österreich betragen. Diesel war sogar um 70 Prozent billiger als in Österreich.
Abg. Aumayr: Kanzler der SPÖ! Die OMV hat den Kanzler ...! – Zwischenruf des Abg. Blünegger. – Abg. Koppler: Du hast überhaupt keine Ahnung!
Ich sage Ihnen ganz offen, meine Damen und Herren: Wir haben lange zugesehen, vielleicht – möchte ich hinzufügen – zu lange. Der Markt funktioniert nicht. Daher haben wir zu einem Instrument zu greifen, welches das wiederherstellt, was uns verlorengegangen ist, nämlich schlicht und einfach den Markt. Er ist uns verlorengegangen aufgrund des Handelns von Oligopolisten, von Mineralölkonzernen – darunter auch ein Österreicher –, die ihre Marktposition schamlos ausgenützt haben! Diese Konzerne haben das betrieben, was man im ganz normalen Leben "Nepp" nennt. (Abg. Aumayr: Kanzler der SPÖ! Die OMV hat den Kanzler ...! – Zwischenruf des Abg. Blünegger. – Abg. Koppler: Du hast überhaupt keine Ahnung!)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und Abg. Koppler. – Abg. Blünegger: Wo ist der Herr Staatssekretär heute?
Wir wollen nicht mehr und nicht weniger, als daß der Treibstoffpreis in Österreich auf europäisches Niveau gesenkt wird. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der Freiheitlichen und Abg. Koppler. – Abg. Blünegger: Wo ist der Herr Staatssekretär heute?) Das Paradoxon in diesem Zusammenhang ist, meine Damen und Herren, daß wir dabei zu einem Instrument zu greifen haben, von dem wir geglaubt haben, daß wir es längst überwunden haben, nämlich zum Instrument der Preisregelung.
Abg. Blünegger: Die haben reagiert – und der Benzinpreis ist um 30 Groschen in die Höhe gegangen! – Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Herr Bundesminister Farnleitner – und das war der entscheidende Punkt, das war der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen gebracht hat – hat in diesem Haus am 24. Februar erklärt, er werde dafür sorgen, daß die Treibstoffpreise sinken. Aber vor wenigen Tagen ist genau das Gegenteil geschehen. (Abg. Blünegger: Die haben reagiert – und der Benzinpreis ist um 30 Groschen in die Höhe gegangen! – Zwischenruf der Abg. Aumayr.) Vor wenigen Tagen sind die Treibstoffpreise gestiegen.
Abg. Marizzi: Auf Verdacht!
Meine Damen und Herren! Was dabei besonders empörend ist: Die Preise sind mit einer Motivation gestiegen, die schier unglaublich ist. (Abg. Marizzi: Auf Verdacht!) Nicht weil die Rohölpreise in Rotterdam gestiegen sind, sondern weil sie steigen könnten, auf Verdacht, ohne entsprechende Preiskalkulationen, ohne Unterlagen, in einem System der "gläsernen Kassen", hat man die Preise angehoben, und dies in einem Hochpreisland, das ohnedies schon in Souveränität über dem Preisniveau in Europa dahinsegelt.
Abg. Apfelbeck: Es wurde zu spät gehandelt!
Das Puwein-Gutachten liegt vor. Alle Handlungsanleitungen stehen zur Verfügung. Es war daher zu handeln. (Abg. Apfelbeck: Es wurde zu spät gehandelt!)
Abg. Dr. Kier: Das glaube ich gern!
Herr Bundesminister! Bitte verstehen Sie unseren Antrag, den wir im Ministerrat das erste Mal in einer Diskussion mit Ihnen angesprochen haben und den wir am gestrigen Tage eingebracht sowie mit unserem Koalitionspartner zu diskutieren begonnen haben. Dieser Initiativantrag soll nicht die Frage entscheiden, ob man bisher hätte handeln können. Ich möchte diese Frage gar nicht untersuchen. (Abg. Dr. Kier: Das glaube ich gern!) Es geht mir vielmehr darum, daß jetzt gehandelt wird.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wenn ein Argument dafür, daß bisher nicht gehandelt wurde, ein angeblich oder tatsächlich zu kompliziertes Gesetz ist, dann gilt jetzt, Herr Bundesminister, daß Sie ab heute mit Beschluß des Nationalrates und ab morgen mit Beschluß des Bundesrates ein neues Instrument zur Hand haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Jung: Jetzt ist der Herr Marizzi weggegangen!
Ich anerkenne, daß unser Koalitionspartner in diesem Zusammenhang über den eigenen ideologischen Schatten gesprungen ist. (Abg. Jung: Jetzt ist der Herr Marizzi weggegangen!) Aber, meine Damen und Herren, ideologische Hürden dürfen nicht im Weg stehen, wenn es um vernünftige und faire Energie- und Treibstoffpreise in Österreich geht. Der Durchschnitt der Steuern in Österreich entspricht ungefähr dem Durchschnitt in Europa. Daher ist in diesem Bereich eine entsprechende Handlung vorzunehmen.
Abg. Dr. Petrovic: Wieso bitten Sie dann darum? – Abg. Dr. Khol: Weil er höflich ist!
Zusammenfassend, Herr Bundesminister: Lassen Sie uns die historischen Untersuchungen beiseite stellen. Jetzt haben Sie eine entsprechende Rechtsgrundlage, um zu handeln. Ich bitte Sie: Verwenden Sie dieses Instrumentarium! Für uns ist ein wesentlicher Punkt in dem Antrag, den wir beschließen werden, ein kleines Wort, nämlich daß der Bundesminister nicht wie bisher handeln kann, sondern im Interesse der österreichischen Wirtschaft zu handeln hat. (Abg. Dr. Petrovic: Wieso bitten Sie dann darum? – Abg. Dr. Khol: Weil er höflich ist!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Bundesminister, bitte handeln Sie! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Es ist die Frage, wo!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Wenn es einreißt, daß man sich mit einer frei erfundenen Behauptung, gegen die man sich dann ausspricht, als Kontra-Redner melden darf, dann, so kann ich nur sagen, besteht ein starker Anreiz, so etwas zu tun. Herr Abgeordneter Haigermoser geht hier heraus, erfindet irgend etwas, was die Grünen angeblich gefordert hätten – was nicht der Fall ist, aber sei’s drum, es ist ja egal –, und sagt daraufhin: Ich bin dagegen, und deswegen bin ich ein Kontra-Redner! (Abg. Haigermoser: Es ist die Frage, wo!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Petrovic: Es ist ein Präjudiz! – Abg. Haigermoser: Sie sollten sich über den 30-S-Preis aufregen!
Ich meine, da hört sich der Spaß auf! Man sagt zum Beispiel: "Ich bin dagegen, daß es heute regnet." – Es regnet ohnehin nicht, aber das macht nichts. Ich bin einfach kontra eingestellt und habe das Recht, als Kontra-Redner selbst dann berücksichtigt zu werden, wenn ich einer Vorlage zustimme. – Das kann ja wohl nicht der Sinn der Geschäftsordnung sein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Petrovic: Es ist ein Präjudiz! – Abg. Haigermoser: Sie sollten sich über den 30-S-Preis aufregen!)
Abg. Ing. Langthaler – in Richtung Abg. Haigermoser –: Können Sie mir das irgendwo zeigen, wo das steht?
Im übrigen verlangt der Abgeordnete Haigermoser Benzinpreise wie in den USA. (Abg. Ing. Langthaler – in Richtung Abg. Haigermoser –: Können Sie mir das irgendwo zeigen, wo das steht?) Treibhauseffekt und Klimaveränderung sind ihm völlig egal.
Abg. Dr. Kier: Man weiß eh, wie es funktioniert! Seit 15 Jahren!
Meine Damen und Herren! Daß die Grünen nicht unbedingt Freunde der Mineralölwirtschaft sind, kann ich wohl als bekannt voraussetzen. Monika Langthaler und ich haben schon vor Jahren immer wieder auf die hohen sogenannten Nettopreise in Österreich hingewiesen. Das hat uns zwar den Groll der Mineralölwirtschaft eingetragen, hatte aber damals keine Reaktion von SPÖ oder ÖVP, auch nicht von seiten des Wirtschaftsministers, zur Folge. Selbstverständlich besteht der Verdacht auf ein enges Oligopol, besteht der Verdacht auf Preisabsprachen in der Mineralölwirtschaft, besteht der Verdacht auf Mißbrauch von Marktmacht. Aber wissen wir das erst seit gestern, seit gestern im buchstäblichen Sinne? (Abg. Dr. Kier: Man weiß eh, wie es funktioniert! Seit 15 Jahren!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Es bleiben aber Bereiche übrig, in denen dieser Wettbewerb anscheinend nicht funktioniert, wie zum Beispiel die Mineralölwirtschaft. Dafür gibt es die klassischen Instrumente, die in Österreich allerdings nie entwickelt worden sind. Was Sie aber entwickeln, ist ein Nacht-und-Nebel-Angriff mit Hilfe der Verfassung. Das ist unglaublich: ein Nacht-und-Nebel-Angriff auf die Preise! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Wenn Sie so weitermachen – ich schaue dabei Sie an, Frau Tichy-Schreder, und frage Sie: Ist das die Politik der früheren Wirtschaftspartei ÖVP? –, dann werden Sie an jeder Tankstelle bald einen Beamten haben, der dort die Gebühr einhebt, die Sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, wieder mit Zweidrittelmehrheit, zwischen einem soundsovielten März und dem nächsten Tag beschlossen haben. Das ist Ihre Politik, das ist Ihr Konzept? – Das ist unfaßbar! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Vielleicht gibt es in diesem Fall ein Politikversagen, vielleicht gibt es ein Versagen des Wirtschaftsministers. Das kann schon sein. Aber das ist doch, bitte, nicht der Staatsnotstand! Das ist vielleicht ein Rücktrittsgrund, das ist vielleicht ein Anlaß dafür, sich zu überlegen, ob das wirklich die beste Wahl war – das mag sein. Aber das ist kein Grund, den Staatsnotstand auszurufen und um Mitternacht mit Verfassungsgesetzen hineinzufahren! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Aber im Zusammenhang mit einer Benzinpreiserhöhung von 20 oder 30 Groschen fällt Ihnen plötzlich der Brutal-Kapitalismus ein? In welcher Welt leben Sie denn?! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Petrovic: Das ist wirklich lächerlich, Herr Bundesminister! Sie haben ... !
Ein solcher Antrag ist jahrelang nicht gestellt worden. Wann immer ich, seit ich Minister bin, gefragt habe, was gewollt wird, hat es stets geheißen: Transparenzmodelle. Wir haben die vom ARBÖ angegebenen Preise publiziert, wir haben die Preise bei uns publiziert. (Abg. Dr. Petrovic: Das ist wirklich lächerlich, Herr Bundesminister! Sie haben ... !) – Ich bin gerne bereit, über den Rechtssachverhalt mit der Frau Abgeordneten Petrovic ein Privatseminar abzuhalten, denn im Preisrecht kenne ich mich aus, das können Sie annehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein solcher Antrag ist jahrelang nicht gestellt worden. Wann immer ich, seit ich Minister bin, gefragt habe, was gewollt wird, hat es stets geheißen: Transparenzmodelle. Wir haben die vom ARBÖ angegebenen Preise publiziert, wir haben die Preise bei uns publiziert. (Abg. Dr. Petrovic: Das ist wirklich lächerlich, Herr Bundesminister! Sie haben ... !) – Ich bin gerne bereit, über den Rechtssachverhalt mit der Frau Abgeordneten Petrovic ein Privatseminar abzuhalten, denn im Preisrecht kenne ich mich aus, das können Sie annehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da aber die Angriffe weitergegangen sind, habe ich im letzten Ministerrat erklärt, daß ich es leid bin, ständig für etwas angegriffen zu werden, wofür mir der Gesetzgeber kein adäquates Instrument in die Hand gibt. Ich persönlich bin sehr froh darüber, daß mit diesem Zustand endlich Schluß gemacht worden ist. Denn mir ständig zu unterstellen, ich schütze eine Oligopolsituation oder eine Hochpreissituation, ohne mir eine Möglichkeit zu geben, zu intervenieren – da kann ich von politischer Verantwortung nur träumen! Ich bin daher froh darüber, Ihnen, wenn Sie mir im Hohen Haus eine Möglichkeit geben, beweisen zu können, daß wir sehr wohl wissen, was auf diesem Markt gespielt wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Das ist ein Verhaltenskartell! Das ist im Kartellrecht nicht abgedeckt!
In einer solchen Situation – das sagt auch die Chicago-Schule – brauchen die Anbieter gar keine Absprachen, denn wenn einer vorangeht, dann verhalten sich alle anderen im eigenen Interesse konform. Daher hat auch niemand ... (Abg. Mag. Peter: Das ist ein Verhaltenskartell! Das ist im Kartellrecht nicht abgedeckt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber jetzt ist meiner Ansicht nach die Geduld aller Beteiligten – einschließlich derer, die ständig im Verantwortungsfeuer stehen – lange genug strapaziert worden. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ich ersuche Sie dringend, Herr Bundesminister: Behelligen Sie dieses Haus nicht permanent mit Unwahrheiten! Ich wiederhole es einmal mehr: Die Unfähigkeit eines Ministers ist ein Rücktrittsgrund und kein Staatsversagen! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Petrovic: Ist der Bundesminister der Vorsitzende der Preiskommission oder nicht?
Sie wissen sehr genau, daß der Herr Bundesminister diese Möglichkeit nicht hat, sondern daß verschiedene andere Institutionen, zum Beispiel die Arbeiterkammer, dagegen vorgehen können. (Abg. Dr. Petrovic: Ist der Bundesminister der Vorsitzende der Preiskommission oder nicht?) Der Herr Minister hat es vorhin ganz genau erklärt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie wissen sehr genau, daß der Herr Bundesminister diese Möglichkeit nicht hat, sondern daß verschiedene andere Institutionen, zum Beispiel die Arbeiterkammer, dagegen vorgehen können. (Abg. Dr. Petrovic: Ist der Bundesminister der Vorsitzende der Preiskommission oder nicht?) Der Herr Minister hat es vorhin ganz genau erklärt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Petrovic: Doch, dessen bezichtige ich ihn!
Ich bitte Sie, nicht andere der Unwahrheit zu bezichtigen, Frau Abgeordnete! Ich bitte Sie darum. (Abg. Dr. Petrovic: Doch, dessen bezichtige ich ihn!) Nein, Frau Abgeordnete! Sie haben Ihre tatsächliche Berichtigung vorgebracht, aber ich bitte Sie ... (Abg. Dr. Petrovic: Jede Person kann diesen Antrag stellen, auch der Vorsitzende! Das ist er!)
Abg. Dr. Petrovic: Jede Person kann diesen Antrag stellen, auch der Vorsitzende! Das ist er!
Ich bitte Sie, nicht andere der Unwahrheit zu bezichtigen, Frau Abgeordnete! Ich bitte Sie darum. (Abg. Dr. Petrovic: Doch, dessen bezichtige ich ihn!) Nein, Frau Abgeordnete! Sie haben Ihre tatsächliche Berichtigung vorgebracht, aber ich bitte Sie ... (Abg. Dr. Petrovic: Jede Person kann diesen Antrag stellen, auch der Vorsitzende! Das ist er!)
Abg. Haigermoser: Wieso sagen Sie "Halbwahrheiten"?
Frau Abgeordnete Dr. Petrovic! Meine Zeit ist kurz bemessen. Ich werde versuchen, Sie nachher zu informieren. Vielleicht können Sie sich daraufhin entschuldigen. (Abg. Haigermoser: Wieso sagen Sie "Halbwahrheiten"?)
Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic.
Meine Damen und Herren! Da Frau Abgeordnete Langthaler im Ausschuß gesagt hat, es sollte ein Unterausschuß eingesetzt werden, sie hatte nicht die Möglichkeit, mit den Experten zu sprechen, und so weiter, möchte ich schon eines feststellen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic.) Herr Klubobmann Dr. Khol hat gesagt, wir haben das Ohr beim Volk, Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. Und jeder Abgeordnete dieses Hauses hat die Möglichkeit, mit Tankstellenpächtern, mit Firmen zu sprechen, auch mit den Mineralölkonzernen Kontakt aufzunehmen und sich entsprechende Informationen zu holen.
Abg. Dr. Petrovic: Bei uns sitzen sie überall! Es gibt nur Rot und Schwarz!
Vielleicht ist es hier in Österreich anders – diesbezüglich bin ich stolz darauf, daß wir anders sind –, denn in der Bundesrepublik Deutschland und in der Schweiz sitzen ehemalige Politiker in den Aufsichtsräten von Großfirmen, die ihre Anliegen dann bei den jeweiligen Regierungen durchsetzen müssen. (Abg. Dr. Petrovic: Bei uns sitzen sie überall! Es gibt nur Rot und Schwarz!)
Abg. Dr. Kier: Wirtschaftskammer!
Bei uns, Frau Abgeordnete Petrovic, ist das nicht der Fall, sondern hier entscheidet das Hohe Haus. Herr Bundeskanzler Schröder wird in Deutschland nicht umsonst "der Freund der Bosse" genannt. Wir wollen in Österreich ein breiteres Spektrum haben, nicht nur Lobbyismus (Abg. Dr. Kier: Wirtschaftskammer!), sondern wir wollen gesetzliche Maßnahmen setzen, damit für alle gleiches Recht und gleiche Rahmenbedingungen herrschen. So bedauerlich es ist, daß wir diese Maßnahme setzen müssen, aber wir hoffen, damit wirklich zu einem verbesserten Marktgeschehen in Österreich zu kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bei uns, Frau Abgeordnete Petrovic, ist das nicht der Fall, sondern hier entscheidet das Hohe Haus. Herr Bundeskanzler Schröder wird in Deutschland nicht umsonst "der Freund der Bosse" genannt. Wir wollen in Österreich ein breiteres Spektrum haben, nicht nur Lobbyismus (Abg. Dr. Kier: Wirtschaftskammer!), sondern wir wollen gesetzliche Maßnahmen setzen, damit für alle gleiches Recht und gleiche Rahmenbedingungen herrschen. So bedauerlich es ist, daß wir diese Maßnahme setzen müssen, aber wir hoffen, damit wirklich zu einem verbesserten Marktgeschehen in Österreich zu kommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Petrovic: Der Wortlaut des Gesetzes ist eindeutig! Ich war selbst mit dabei in der Preiskommission! Das ist ein Unfug! Sie setzen sich über den Text eines Gesetzes hinweg! Das ist Verfassungsbruch!
Wir haben den § 5 Preisgesetz immer so verstanden – mein Haus ebenfalls –, daß wir sagen: Was hat es denn für einen Sinn, wenn dort im Absatz 1 steht: "über Antrag"? – Und dann interpretieren wir es folgendermaßen: Der Herr Preisminister, der am Schluß verantwortlich ist, stellt einen Antrag an sich selber. Das wäre doch wohl in einer Interpretation vorgebracht worden. (Abg. Dr. Petrovic: Der Wortlaut des Gesetzes ist eindeutig! Ich war selbst mit dabei in der Preiskommission! Das ist ein Unfug! Sie setzen sich über den Text eines Gesetzes hinweg! Das ist Verfassungsbruch!)
Abg. Dr. Petrovic: Das steht im Gesetz! Antrag gemäß § 5 Absatz 1 ...!
Warum hätten wir denn dann diese Position eingenommen, warum waren wir dieser Rechtsauffassung? – Wir haben immer ein unabhängiges Kartellamt gefordert, weil die Handhabung der Wettbewerbsregeln in diesem Land ja im wesentlichen daran scheitert, daß Behörden, die wie ich zuständig sein sollen, keine Ingerenz und Kontrollbefugnis haben. Anderswo wird abgehört, wird untersucht. Hier soll plötzlich jemand alles wissen, aber man gibt ihm das Instrument dafür nicht in die Hand. (Abg. Dr. Petrovic: Das steht im Gesetz! Antrag gemäß § 5 Absatz 1 ...!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic.
Es steht im § 5 Absatz 1, daß der Minister nur über Antrag ... (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic.) – Es macht ja keinen Sinn, wenn er einen Antrag an sich selbst stellt. Wenn Sie das Gesetz so lesen, ist es gut. Wir haben es anders gelesen, und dazu stehe ich auch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Dann können Sie nicht lesen! Dann sind Sie rechtswidrig in der Regierung! Unglaublich! – In Richtung ÖVP: Er kann doch nicht den Wortlaut des Gesetzes brechen, wo sind wir denn?! – Abg. Dr. Puttinger – in Richtung der Abg. Dr. Petrovic –: Keine Ahnung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Dann können Sie nicht lesen! Dann sind Sie rechtswidrig in der Regierung! Unglaublich! – In Richtung ÖVP: Er kann doch nicht den Wortlaut des Gesetzes brechen, wo sind wir denn?! – Abg. Dr. Puttinger – in Richtung der Abg. Dr. Petrovic –: Keine Ahnung!
Es steht im § 5 Absatz 1, daß der Minister nur über Antrag ... (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic.) – Es macht ja keinen Sinn, wenn er einen Antrag an sich selbst stellt. Wenn Sie das Gesetz so lesen, ist es gut. Wir haben es anders gelesen, und dazu stehe ich auch. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Dann können Sie nicht lesen! Dann sind Sie rechtswidrig in der Regierung! Unglaublich! – In Richtung ÖVP: Er kann doch nicht den Wortlaut des Gesetzes brechen, wo sind wir denn?! – Abg. Dr. Puttinger – in Richtung der Abg. Dr. Petrovic –: Keine Ahnung!)
Abg. Kopf: Stimmst du nachher zu?
Der Antrag ist das Einbekenntnis eines unzureichenden, ineffizienten, aber auch bedenklichen Preisgesetzes von 1992. Ich wage zu bezweifeln, ... (Abg. Kopf: Stimmst du nachher zu?) – Du wirst es ja dann sehen und hören. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Der Antrag ist auch ein Einbekenntnis, und durch das Gesetz wird keine Verbesserung erreicht werden.
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Der Antrag ist das Einbekenntnis eines unzureichenden, ineffizienten, aber auch bedenklichen Preisgesetzes von 1992. Ich wage zu bezweifeln, ... (Abg. Kopf: Stimmst du nachher zu?) – Du wirst es ja dann sehen und hören. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Der Antrag ist auch ein Einbekenntnis, und durch das Gesetz wird keine Verbesserung erreicht werden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Im Falle der OMV ist es ja ein doppeltes Spiel. Auf der einen Seite ist sie eine Kaderschmiede, auf der anderen Seite gleichzeitig die Entsorgungsstätte der SPÖ. Vor allem aber ist doch die Anlaßgesetzgebung das Druckmittel für die entsprechenden Junktimierungen. Denn wenn in der Begründung die überhöhten Preise auf eine ungerechtfertigte Preispolitik der Mineralölwirtschaft zurückgeführt werden – und ich grenze bewußt auf die OMV ein –, dann liegt dies nicht direkt an der parteipolitisch mißbrauchten OMV, sondern, wie ich meine, an der Koalitionsregierung, die sich diese Mineralölwirtschaft monopolhaft herangezüchtet hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Wir stimmen zwar Ihrem Antrag zu, aber weder stimmen wir Ihrer Wirtschaftspolitik, weder Ihrer Anlaßgesetzgebung noch dem Rückfall in mittelalterliche Leibeigenschaft und Zehentabgabe zu! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Das ist typisch Freiheitliche! Ja, aber doch nein! – Abg. Dr. Petrovic: Ein Mißbrauch zieht den anderen nach sich! Eine Verkettung von Mißbräuchen!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Da in der Präsidiale gesagt wurde, es würde begründet werden, warum die Redner der Freiheitlichen kontra reden, aber jetzt von Herrn Abgeordnetem Nußbaumer klar gesagt worden ist, daß man der Vorlage zustimmen wird, wollte ich nur für das Protokoll auch festgehalten haben, daß hier offenbar unter Mißachtung der Pro- und Kontrameldungen vorgegangen worden ist. – Danke schön. (Abg. Schwarzenberger: Das ist typisch Freiheitliche! Ja, aber doch nein! – Abg. Dr. Petrovic: Ein Mißbrauch zieht den anderen nach sich! Eine Verkettung von Mißbräuchen!)
Abg. Dr. Petrovic: Ja! Der Finanzminister wird eine Freude haben!
Letzte Nacht im Ausschuß hat Kollegin Langthaler von einer undemokratischen Vorgangsweise gesprochen. – Ich muß sagen, das kann ich nicht nachvollziehen, meine Damen und Herren von den Grünen! Wir haben eine Geschäftsordnung, und genau im Sinne dieser Geschäftsordnung wurde gehandelt. Es wurde einmal angesichts der sehr prekären Situation etwas rascher gehandelt als sonst, aber ich glaube nicht – doch darüber werden später wahrscheinlich die Höchstgerichte befinden (Abg. Dr. Petrovic: Ja! Der Finanzminister wird eine Freude haben!) –, daß wir deswegen mit der Verfassung leichtfertig umgegangen sind, Herr Kollege Kier. Eines steht jedenfalls fest, nämlich daß die wirklich nicht mehr auszuhaltende Provokation durch den Marktführer OMV diese Handlungsweise regelrecht herausgefordert hat.
Abg. Dr. Petrovic: Wo ist denn Kollege Eder heute?
Ich möchte in dem Kreis nur in Erinnerung rufen: Die abstruse ... (Abg. Dr. Petrovic: Wo ist denn Kollege Eder heute?) – Er ist in Berlin, wie Sie wissen. – Zurück zum Thema: Wir haben einen zuständigen Wirtschaftsminister, Frau Kollegin Petrovic. Das müßte sich sogar bis zu Ihnen durchgesprochen haben.
Beifall bei der SPÖ.
Es mag schon sein, daß bei Betriebsratswahlen die Fraktion der sozialdemokratischen Gewerkschafter innerhalb der Belegschaft Mehrheiten erreicht, aber nicht deswegen, weil sie der Regierung die Mauer macht, sondern weil sie im Sinne der Belegschaft eine gute Betriebsratsarbeit leistet. (Beifall bei der SPÖ.) Man sollte das doch etwas auseinanderhalten.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Wir beschließen heute eine Regelung, die Sie in die Lage versetzt, wirklich zu handeln und der tatsächlich unendlichen Geschichte endlich ein gutes Ende zu bereiten! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Mühlbachler – auf leere Sitze beim Liberalen Forum weisend –: Auch bei Ihnen! Auch beim LIF!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! (Der Redner blickt auf zum Teil leere Bankreihen.) Das Interesse hat sich merklich verflacht. In der Früh, zu Beginn der Sitzung, war der allgemeine Eindruck noch so, als herrsche eine dramatische Notstandssituation. Mittlerweile hat sich die Situation bei der Kollegenschaft in diesem Haus offenbar völlig entspannt. (Abg. Mag. Mühlbachler – auf leere Sitze beim Liberalen Forum weisend –: Auch bei Ihnen! Auch beim LIF!) – Ja! Wir sind ja nicht der Meinung, daß die Republik Gefahr läuft zusammenzubrechen. Ihr seid ja der Meinung, die Republik bricht zusammen, wenn wir nicht im Schnellgalopp die Verfassung ändern.
Abg. Dr. Stummvoll: Ich bin nur hier, um Ihnen zu lauschen!
Ich habe nur gesagt, das Interesse ist verflacht. Die Klubobleute haben sich stark zurückgezogen. Allerdings ist Gott sei Dank Herr Kollege Stummvoll da, er ist immerhin ein wichtiger Exponent der Wirtschaftskammer, und es freut mich, daß die Wirtschaftskammer – zumindest in der Person des Kollegen Stummvoll – heute hören wird, was ich zu sagen habe. (Abg. Dr. Stummvoll: Ich bin nur hier, um Ihnen zu lauschen!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Peter, Dr. Petrovic und Dr. Stummvoll.
Ich halte nur zu Gnaden, das ist immerhin etwas, was die Wirtschaftskammer hätte machen können. Sie hat es aber nicht gemacht, und zwar schon in den letzten zehn Jahren nicht, Herr Kollege Stummvoll. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Peter, Dr. Petrovic und Dr. Stummvoll.) Oder gibt es einen Antrag der Wirtschaftskammer in dieser Frage? – Mir ist keiner bekannt, es hat auch noch niemand darauf rekurriert, es gibt ihn also nicht.
Abg. Mag. Peter: Ich weiß es! Es gibt Wahlen!
Was ist aber der Grund dafür, obwohl ohnedies ein Verfahren läuft, jetzt plötzlich diese Hektik aufkommen zu lassen? – Ich betone: Panik und Hektik! (Abg. Mag. Peter: Ich weiß es! Es gibt Wahlen!)
Abg. Dr. Stummvoll: Jetzt werden die Sozialpartner einmal ausgeschaltet, und jetzt gefällt es Ihnen auch nicht! Ihr müßt euch entscheiden, was ihr wollt! Mit oder ohne Sozialpartner? Mit oder ohne?
Ich bin der Meinung, das ist das einzig Schöne an der heutigen Debatte. Die Sozialpartner müssen jetzt, sofern sie Mandate haben – es sitzen ja nicht alle sozialpartnerschaftlichen Vertreter auf Mandaten –, schnell die Verfassung ändern, und zwar im Blitztempo! Wir haben das heute in der Morgendebatte schon erörtert. (Abg. Dr. Stummvoll: Jetzt werden die Sozialpartner einmal ausgeschaltet, und jetzt gefällt es Ihnen auch nicht! Ihr müßt euch entscheiden, was ihr wollt! Mit oder ohne Sozialpartner? Mit oder ohne?)
Abg. Dr. Stummvoll: Da müßten Sie doch applaudierend zustimmen!
Herr Kollege Stummvoll! Weil die Sozialpartner, was wir seit Jahr und Tag sagen, nicht in der Lage sind, eine ordnungsgemäße Interessenpolitik zu machen, müssen sie sich jetzt erstmals in einem Verfassungsgesetz selber entfunktionalisieren, und das ist das einzig Schöne an diesem Gesetz. Sonst ist es überhaupt nicht schön, sondern es ist reiner ... (Abg. Dr. Stummvoll: Da müßten Sie doch applaudierend zustimmen!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Maitz.
Schauen Sie, wir sind Kontraredner und bleiben auch dabei, aber ich darf trotzdem eine kleine positive Facette hervorheben. Ich gehe davon aus, daß die Sozialpartner hier wie ein Mann und eine Frau zustimmen werden. Sie werden bei ihrer eigenen Entfunktionalisierung im neuen § 5a zustimmen und haben damit eine kleine Schneise geschlagen – leider an einer sehr untauglichen Stelle, nämlich an einer Stelle, wo gleichzeitig die Marktwirtschaft ad absurdum geführt wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Maitz.)
Abg. Dr. Stummvoll: Sie haben auch Pflichten! – Abg. Dr. Maitz: Sie sind auch allein so gescheit, daß Sie alles besser wissen!
Herr Kollege Maitz! Das mag Ihnen unangenehm sein, weil Sie auch ein Mitglied dieses merkwürdigen verkammerten Systems sind. Ich bin Zwangsmitglied in dieser Kammer, und ich fühle mich durch die Vertreter der Kammer, die hier Funktionäre sind, nicht vertreten. Ich betone: Ich fühle mich nicht vertreten! (Abg. Dr. Stummvoll: Sie haben auch Pflichten! – Abg. Dr. Maitz: Sie sind auch allein so gescheit, daß Sie alles besser wissen!)
Abg. Dr. Stummvoll: Nicht nur Marktwirtschaft, sondern soziale Marktwirtschaft!
Deswegen hat man in einer sich tendenziell doch eher der Marktwirtschaft verpflichtet fühlenden Sozialpartnerschaft – ein bißchen Marktwirtschaft ist schon recht, so à la Khol – diese Preisbehörde geschaffen. (Abg. Dr. Stummvoll: Nicht nur Marktwirtschaft, sondern soziale Marktwirtschaft!) Dieses schwerfällige Instrument, das wirklich schwerfällig ist, ist ja deswegen vorhanden, weil es eben extrem schwierig auszumitteln ist, was denn nun, wenn man schon eingreift, ein volkswirtschaftlich gerechtfertigter oder ein nicht offensichtlich überhöhter Preis ist. Das kann man nicht nur einer Studie überlassen oder dem Gutdünken eines Ihrer Mitglieder.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
In diesem Fall ist es eben durchaus so, daß das sehr sensibel ist. Aber Sie schreiben selbst, daß eine Gewähr für die Richtigkeit des Verfahrens gegeben ist, das sei das Problem. – Das steht im Ausschußbericht. Und ich sage Ihnen: Das ist das Problem, denn Planwirtschaft führt nicht zu Preisen, sondern zu Tarifen. Dann sagen Sie einfach, Sie hätten gerne Tarife für die Autofahrer, so wie es Tarife für die Eisenbahnfahrkarten gibt. Dann würde ich sagen: Bitte nützen Sie die Stunde! Heben Sie die Wettbewerbsverzerrungen zwischen Schiene und Straße auf! Tarifieren Sie, wenn Sie schon glauben, Sie müssen Planwirtschaft machen, die Eisenbahn und das Auto so, daß Sie die Verlagerung von der Straße auf die Schiene begünstigen! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist eine gefährliche Drohung!
Wenn Sie jetzt an einer Stelle die Tarifierung einführen, so dehnen Sie doch das Prinzip aus, Herr Bundesminister! Bekennen Sie sich offen zur Planwirtschaft! Das würde uns helfen, klarer zu sehen. Ich kündige Ihnen jetzt schon an: Wir werden Sie in der gesamten Periode bis zum 3. Oktober damit verfolgen – auf Schritt und Tritt! –, daß Sie Planwirtschaft betreiben (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist eine gefährliche Drohung!) und daß sich die Wirtschaftskammer zu Lakaien der Planwirtschaft hat degradieren lassen. Schade! Schade! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Gründen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Gründen.
Wenn Sie jetzt an einer Stelle die Tarifierung einführen, so dehnen Sie doch das Prinzip aus, Herr Bundesminister! Bekennen Sie sich offen zur Planwirtschaft! Das würde uns helfen, klarer zu sehen. Ich kündige Ihnen jetzt schon an: Wir werden Sie in der gesamten Periode bis zum 3. Oktober damit verfolgen – auf Schritt und Tritt! –, daß Sie Planwirtschaft betreiben (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist eine gefährliche Drohung!) und daß sich die Wirtschaftskammer zu Lakaien der Planwirtschaft hat degradieren lassen. Schade! Schade! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Gründen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich bleibe weiters dabei, daß das, was heute hier passiert, ein unglaubliches, unmißverständliches Signal an die Großen dieser Branche ist: Überlegt es euch in den nächsten Stunden! Paßt eure Nettopreise an das EU-Durchschnittsniveau an, und diese Maßnahme durch den Minister ist nicht erforderlich! Wie deutlich kann ich es denn noch sagen? Ich glaube, daß es auch ein Appell nach draußen ist: Wer diese Sprache nicht versteht, geht sehenden Auges in eine solche Regelung hinein. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Noch ein letzter Punkt: Es ist keine ausweglose Situation. Je deutlicher das Bekenntnis dazu ausfällt, daß man mit den bestehenden Strukturen bei gleichbleibendem Verhalten nicht leben kann, sondern eine Maßnahme dagegen setzen wird, desto besser ist es. Die Spieler im Markt, ich meine, die "Agentes" im Markt, wie das so schön heißt, wären gut beraten, wenn sie dieses deutliche Signal der Politik verstünden und sich damit das Eingreifen der Politik ersparten. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dkfm. Mag. Josef Mühlbachler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, hätte man der Diskussion am 24. Februar etwas mehr Bedeutung beigemessen, und zwar auch von seiten der Oppositionsparteien, dann würde die heutige Diskussion in eine ganz andere Richtung laufen. Denn die Vorredner, die sich heute hier zu Wort gemeldet und immer wieder Vorwürfe gegen den Bundesminister vorgebracht haben, haben schlicht und ergreifend die Erklärung vom 24. Februar nicht gehört. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Blünegger: Das Signal war die Preiserhöhung!
Das, was damals in der Diskussion auch schon zum Ausdruck gekommen ist, war: Wir wollen mit dieser Diskussion der Mineralölwirtschaft ein deutliches Signal geben. (Abg. Blünegger: Das Signal war die Preiserhöhung!) Wir haben damals schon zum Ausdruck gebracht, daß es eigentlich vernünftig wäre, würde sich das Marktverhalten der Mineralölwirtschaft verändern, und wir haben damals auch gesagt, daß eine Notmaßnahme wohl nur dann zu setzen wäre, wenn eine entsprechende Reaktion von der Mineralölwirtschaft nicht kommt.
Beifall bei der ÖVP.
Es ist nicht nur eine Reaktion im positiven Sinne ausgeblieben, sondern es hat sich postwendend eine negative Reaktion eingestellt. Und das können wir uns doch nicht gefallen lassen, wenn wir als Parlament gegenüber der Öffentlichkeit noch eine Verantwortung tragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da wird heute ganz scheinheilig von Anlaßgesetzgebung gesprochen, und gerade diejenigen nehmen dieses Wort in den Mund, die sofort für Anlaßgesetzgebung sind und sich auch dafür verwenden, wenn es nur in ihre Ideologie und in ihren Kram hineinpaßt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Smolle: Na, na, na, Herr Kollege!
Ich sage Ihnen folgendes: Auch Dr. Kier handelt so. Er ist nicht mehr da. Er bemängelt es zwar immer, wenn ein Redner nach seiner Rede hinausgeht, findet es selbst aber nicht der Mühe wert, nach seiner Rede, die sehr viele Mängel aufgewiesen hat, herinnen zu bleiben. (Abg. Smolle: Na, na, na, Herr Kollege!) Bitte, lesen Sie sich doch einmal Ihren Entschließungsantrag durch! Das ist geradezu ein Fallbeispiel für Anlaßgesetzgebung. Wenn man den Entschließungsantrag heute annähme, dann wäre das Bundeskartellamt im großen und ganzen eine beschlossene Sache, ohne daß darüber groß und breit diskutiert worden wäre. So etwas darf es doch nicht geben! Sie stellen sich heraus und bemängeln das? – Nein! So bitte nicht! So einfach machen wir es Ihnen nicht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen folgendes: Auch Dr. Kier handelt so. Er ist nicht mehr da. Er bemängelt es zwar immer, wenn ein Redner nach seiner Rede hinausgeht, findet es selbst aber nicht der Mühe wert, nach seiner Rede, die sehr viele Mängel aufgewiesen hat, herinnen zu bleiben. (Abg. Smolle: Na, na, na, Herr Kollege!) Bitte, lesen Sie sich doch einmal Ihren Entschließungsantrag durch! Das ist geradezu ein Fallbeispiel für Anlaßgesetzgebung. Wenn man den Entschließungsantrag heute annähme, dann wäre das Bundeskartellamt im großen und ganzen eine beschlossene Sache, ohne daß darüber groß und breit diskutiert worden wäre. So etwas darf es doch nicht geben! Sie stellen sich heraus und bemängeln das? – Nein! So bitte nicht! So einfach machen wir es Ihnen nicht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, es war höchst an der Zeit, ein starkes Signal aus dem Parlament zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Mühlbachler: Das stimmt ja nicht! – Abg. Schwarzenberger: Dazu fehlen die Voraussetzungen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! In aller Klarheit und Kürze: Wenn ein Minister in der Wahrnehmung seiner Agenden versagt, ist das ein Rücktrittsgrund und kein Staatsnotstand. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das stimmt ja nicht! – Abg. Schwarzenberger: Dazu fehlen die Voraussetzungen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das, meine Damen und Herren, stimmt leider, und es hat bei diesem Minister Methode, auch wenn Sie noch so viel schreien. Sie wissen es genau. Intern hört man dasselbe von ÖVP-Kollegen, nur sagen sie es eben nicht in Gegenwart dieses Ministers. (Abg. Tichy-Schreder: Wie bitte? Unterstellen Sie uns nichts! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) – Ich unterstelle gar nichts, ich weiß es, Frau Tichy-Schreder (Abg. Tichy-Schreder: Natürlich unterstellen Sie uns das!), weil ich Ohren habe und das nicht mehr zu überhören ist.
Abg. Tichy-Schreder: Wie bitte? Unterstellen Sie uns nichts! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! In aller Klarheit und Kürze: Wenn ein Minister in der Wahrnehmung seiner Agenden versagt, ist das ein Rücktrittsgrund und kein Staatsnotstand. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das stimmt ja nicht! – Abg. Schwarzenberger: Dazu fehlen die Voraussetzungen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das, meine Damen und Herren, stimmt leider, und es hat bei diesem Minister Methode, auch wenn Sie noch so viel schreien. Sie wissen es genau. Intern hört man dasselbe von ÖVP-Kollegen, nur sagen sie es eben nicht in Gegenwart dieses Ministers. (Abg. Tichy-Schreder: Wie bitte? Unterstellen Sie uns nichts! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) – Ich unterstelle gar nichts, ich weiß es, Frau Tichy-Schreder (Abg. Tichy-Schreder: Natürlich unterstellen Sie uns das!), weil ich Ohren habe und das nicht mehr zu überhören ist.
Abg. Tichy-Schreder: Natürlich unterstellen Sie uns das!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! In aller Klarheit und Kürze: Wenn ein Minister in der Wahrnehmung seiner Agenden versagt, ist das ein Rücktrittsgrund und kein Staatsnotstand. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das stimmt ja nicht! – Abg. Schwarzenberger: Dazu fehlen die Voraussetzungen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das, meine Damen und Herren, stimmt leider, und es hat bei diesem Minister Methode, auch wenn Sie noch so viel schreien. Sie wissen es genau. Intern hört man dasselbe von ÖVP-Kollegen, nur sagen sie es eben nicht in Gegenwart dieses Ministers. (Abg. Tichy-Schreder: Wie bitte? Unterstellen Sie uns nichts! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) – Ich unterstelle gar nichts, ich weiß es, Frau Tichy-Schreder (Abg. Tichy-Schreder: Natürlich unterstellen Sie uns das!), weil ich Ohren habe und das nicht mehr zu überhören ist.
Abg. Schwarzenberger: Sie haben einen Notstand, weil Ihnen die Wähler davonlaufen!
Ich finde es ja schon arg, wie eine Fraktion mit jemandem umgeht, der ganz offenbar nicht in der Lage ist, diese Agenden wahrzunehmen. Das, was hier geschieht, ist ein Rechtsbruch, ist ein Bruch internationaler Standards. Und ich frage mich schon, wieso Kollegen der ÖVP, die bei der Präsentation neuer Verfassungsbücher anwesend sind, in denen ein Kern der Verfassung beschworen wird, der sehr wohl über das materielle Verfassungsrecht geht und Bestand haben soll, gerade wenn es um Grundrechte geht, dann nur so aus Jux und Tollerei und ohne Notstand – ohne Notstand! – diese über Nacht irgendwie kippen. (Abg. Schwarzenberger: Sie haben einen Notstand, weil Ihnen die Wähler davonlaufen!)
Abg. Mag. Mühlbachler: Natürlich!
Und das mit einer Begründung, die meiner Ansicht nach wirklich abenteuerlich ist. Sie sagen in der Begründung – da sind Sie ja noch relativ ehrlich –, es droht sonst großer volkswirtschaftlicher Schaden. (Abg. Mag. Mühlbachler: Natürlich!) Andererseits sagen Sie, seit vielen Jahren ist das so. – War das seit vielen Jahren kein volkswirtschaftlicher Schaden? Wieso ist der volkswirtschaftliche Schaden über Nacht so groß geworden? Komisch, ganz merkwürdig. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das habe ich ganz ausführlich dargelegt!)
Abg. Mag. Mühlbachler: Das habe ich ganz ausführlich dargelegt!
Und das mit einer Begründung, die meiner Ansicht nach wirklich abenteuerlich ist. Sie sagen in der Begründung – da sind Sie ja noch relativ ehrlich –, es droht sonst großer volkswirtschaftlicher Schaden. (Abg. Mag. Mühlbachler: Natürlich!) Andererseits sagen Sie, seit vielen Jahren ist das so. – War das seit vielen Jahren kein volkswirtschaftlicher Schaden? Wieso ist der volkswirtschaftliche Schaden über Nacht so groß geworden? Komisch, ganz merkwürdig. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das habe ich ganz ausführlich dargelegt!)
Abg. Mag. Mühlbachler: Es geht um das Ansehen des Parlaments!
Es scheint irgend etwas mit dem Wahljahr zu tun zu haben, Herr Kollege Mühlbachler. Anders kann ich mir das nicht mehr erklären. (Abg. Mag. Mühlbachler: Es geht um das Ansehen des Parlaments!) Dieser große volkswirtschaftliche Schaden scheint eine große Angst der ÖVP vor den Wählerinnen und Wählern zu sein. Das ist es doch, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Sie sind so nervös, weil Ihnen die Wähler davonlaufen! In Salzburg sind Sie halbiert worden!) Das schauen wir uns noch an!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Sie sind so nervös, weil Ihnen die Wähler davonlaufen! In Salzburg sind Sie halbiert worden!
Es scheint irgend etwas mit dem Wahljahr zu tun zu haben, Herr Kollege Mühlbachler. Anders kann ich mir das nicht mehr erklären. (Abg. Mag. Mühlbachler: Es geht um das Ansehen des Parlaments!) Dieser große volkswirtschaftliche Schaden scheint eine große Angst der ÖVP vor den Wählerinnen und Wählern zu sein. Das ist es doch, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Sie sind so nervös, weil Ihnen die Wähler davonlaufen! In Salzburg sind Sie halbiert worden!) Das schauen wir uns noch an!
Abg. Tichy-Schreder: Immer diese Unterstellungen!
Hier in Ihren Erläuterungen sagen Sie selbst, es ist ein gravierender Eingriff in die Erwerbsfreiheit der betroffenen Unternehmer. Ein gravierender Eingriff in die Erwerbsfreiheit! Mit der Stimme der Wirtschaftskämmerer? Das ist doch merkwürdig. So ein Gesetz hätte ich mir in der DDR erwartet, hätte ich mir in Nordkorea erwartet. Aber heute von der ÖVP? Das überrascht mich wirklich. (Abg. Tichy-Schreder: Immer diese Unterstellungen!) Noch dazu, wo Sie selbst sagen, es bedarf eines Verfahrens, sonst ist es verfassungswidrig, menschenrechtswidrig, auch in Straßburg anzufechten.
Abg. Mag. Mühlbachler: Wenn die Preise überhöht sind bei der Mineralölwirtschaft!
Was ist denn das für ein Verfahren? – Das kann doch wohl nur ein betriebswirtschaftliches Kalkulationsverfahren sein. Wie wollen Sie denn das machen? (Abg. Mag. Mühlbachler: Wenn die Preise überhöht sind bei der Mineralölwirtschaft!) Mit Verlaub sage ich Ihnen das als ehemaliges Mitglied dieser Paritätischen Kommission, aus der ich aufgrund meines aktenmäßigen Ersuchens ausgeschieden bin, weil ich das so nicht für machbar gehalten habe.
Abg. Tichy-Schreder: Ihre Rede ist "blendend"! – Abg. Schwarzenberger: Ihre Rede werden wir bei allen Wahlveranstaltungen zitieren!
Herr Bundesminister! Jetzt kommen Sie damit nach so vielen Jahren, in denen die ÖVP uns immer sozusagen getrommelt hat von mehr Markt, von Liberalisierung und davon, daß der Markt es bringen wird? – Sie, Herr Bundesminister, haben gerade vorhin gesagt, Sie wollen Signale aussenden, und jetzt senden Sie auf einmal in Vorwahlzeiten so ein Signal aus à la DDR, à la Nordkorea? Jetzt reglementieren wir es, jetzt führen wir Tarife ein, wie Kollege Kier richtig gesagt hat? Auf einmal kommt das daher? (Abg. Tichy-Schreder: Ihre Rede ist "blendend"! – Abg. Schwarzenberger: Ihre Rede werden wir bei allen Wahlveranstaltungen zitieren!) Die ganze Zeit senden Sie ganz andere Signale aus: Die OMV kann machen, was sie will, die Wirtschaft kann machen, was sie will, die Bürgerinnen haben keine Rechte.
Abg. Dr. Stummvoll: Warum sind Sie so aufgeregt, Frau Kollegin?
Das begründe ich, wie folgt: Herr Bundesminister, diese merkwürdige Auslegung gegen den Buchstaben des Gesetzes ist ja kein Einzelfall. Mit Verlaub und in aller Form: Für Auslegung besteht dann ein Raum, wenn die Worte des Gesetzgebers – der Präsident weiß dies und hört aufmerksam zu – in irgendeiner Form der Präzisierung bedürfen. Der § 5 Abs. 1 und 2 und der § 9 sind sonnenklar. Es gibt keine Auslegung, Herr Bundesminister, gegen den Buchstaben des Gesetzes. Sie können sich in Ihrer Fraktion stark machen, Sie können eine Regierungsvorlage machen, um das Gesetz zu ändern, aber Sie können nicht sagen: Wir haben das immer so irgendwie anders verstanden. (Abg. Dr. Stummvoll: Warum sind Sie so aufgeregt, Frau Kollegin?) – Herr Kollege Stummvoll, die Aufregung wird eher Ihre Betriebe betreffen, denn das ist schon ein einzigartiges Verfahren. (Abg. Schwarzenberger: Weil Ihnen die Wähler davonlaufen!)
Abg. Schwarzenberger: Weil Ihnen die Wähler davonlaufen!
Das begründe ich, wie folgt: Herr Bundesminister, diese merkwürdige Auslegung gegen den Buchstaben des Gesetzes ist ja kein Einzelfall. Mit Verlaub und in aller Form: Für Auslegung besteht dann ein Raum, wenn die Worte des Gesetzgebers – der Präsident weiß dies und hört aufmerksam zu – in irgendeiner Form der Präzisierung bedürfen. Der § 5 Abs. 1 und 2 und der § 9 sind sonnenklar. Es gibt keine Auslegung, Herr Bundesminister, gegen den Buchstaben des Gesetzes. Sie können sich in Ihrer Fraktion stark machen, Sie können eine Regierungsvorlage machen, um das Gesetz zu ändern, aber Sie können nicht sagen: Wir haben das immer so irgendwie anders verstanden. (Abg. Dr. Stummvoll: Warum sind Sie so aufgeregt, Frau Kollegin?) – Herr Kollege Stummvoll, die Aufregung wird eher Ihre Betriebe betreffen, denn das ist schon ein einzigartiges Verfahren. (Abg. Schwarzenberger: Weil Ihnen die Wähler davonlaufen!)
Abg. Tichy-Schreder: Das ist ja unglaublich!
Das hat aber Methode. Ich erinnere an das Bergrecht. Im letzten Sommer passierte ein Unglück. Die Kompetenz lag ganz klar bei der Bergbehörde, aber der Minister sagte: Nein, sie lag irgendwie beim Unternehmen. (Abg. Tichy-Schreder: Das ist ja unglaublich!) Dann kommen wir drauf, und dann sagt er selbst: Bitte, meine Beamten haben mich nicht richtig informiert, sie sind zur FPÖ gerannt, sie haben irgend etwas getan, bloß nicht das, was ich wollte. – Beim Bergrecht hat er also versagt.
Abg. Schwarzenberger: Warum? Trauern Sie dem 30-S-Benzinpreis nach?
Sie haben selbst zugelassen, daß dieser Bundesminister einmal mehr in ein offenes Messer gelaufen ist, und jetzt rufen Sie: Verfassung! Jetzt brauchen wir die Lex DDR, die Lex Nordkorea – mit der Stimme des Herrn Stummvoll erstaunlicherweise! (Abg. Schwarzenberger: Warum? Trauern Sie dem 30-S-Benzinpreis nach?) Daß damit irgendwie alle Verfassungsstandards weggeschmissen werden, schmerzt vielleicht noch ein paar Leute in der ÖVP – ich schaue da so hinter mich –, aber den Rest schmerzt es offenbar nicht mehr. (Abg. Schwarzenberger: Ihr seid ja nur traurig, weil der 30-S-Benzinpreis nicht kommt!)
Abg. Schwarzenberger: Ihr seid ja nur traurig, weil der 30-S-Benzinpreis nicht kommt!
Sie haben selbst zugelassen, daß dieser Bundesminister einmal mehr in ein offenes Messer gelaufen ist, und jetzt rufen Sie: Verfassung! Jetzt brauchen wir die Lex DDR, die Lex Nordkorea – mit der Stimme des Herrn Stummvoll erstaunlicherweise! (Abg. Schwarzenberger: Warum? Trauern Sie dem 30-S-Benzinpreis nach?) Daß damit irgendwie alle Verfassungsstandards weggeschmissen werden, schmerzt vielleicht noch ein paar Leute in der ÖVP – ich schaue da so hinter mich –, aber den Rest schmerzt es offenbar nicht mehr. (Abg. Schwarzenberger: Ihr seid ja nur traurig, weil der 30-S-Benzinpreis nicht kommt!)
Abg. Schwarzenberger: Beim Populismus sind die Grünen nicht zu überholen!
Mit dieser Norm versuchen Sie offenbar, der FPÖ den Rang in Sachen Populismus abzulaufen (Abg. Schwarzenberger: Beim Populismus sind die Grünen nicht zu überholen!), aber ich sage Ihnen nur eines – ich sage das durchaus mit einem gewissen traurigen Realismus –: Sie werden diesen Populismus nicht überholen können. Sie haben diesen Minister endgültig – jenseits all der vorangegangenen Vorfälle rund um das Bergrecht – in ein so gnadenloses Abseits gebracht, daß ich das wirklich arg finde, und zwar auch menschlich arg. (Abg. Schwarzenberger: Frau Petrovic! Der Wähler hat Sie ins Abseits gesetzt, und deshalb sind Sie so angerührt!) – Das werden wir uns anschauen, Herr Abgeordneter Schwarzenberger.
Abg. Schwarzenberger: Frau Petrovic! Der Wähler hat Sie ins Abseits gesetzt, und deshalb sind Sie so angerührt!
Mit dieser Norm versuchen Sie offenbar, der FPÖ den Rang in Sachen Populismus abzulaufen (Abg. Schwarzenberger: Beim Populismus sind die Grünen nicht zu überholen!), aber ich sage Ihnen nur eines – ich sage das durchaus mit einem gewissen traurigen Realismus –: Sie werden diesen Populismus nicht überholen können. Sie haben diesen Minister endgültig – jenseits all der vorangegangenen Vorfälle rund um das Bergrecht – in ein so gnadenloses Abseits gebracht, daß ich das wirklich arg finde, und zwar auch menschlich arg. (Abg. Schwarzenberger: Frau Petrovic! Der Wähler hat Sie ins Abseits gesetzt, und deshalb sind Sie so angerührt!) – Das werden wir uns anschauen, Herr Abgeordneter Schwarzenberger.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Haben Sie Aktien von der ÖMV?
Sie werden jedenfalls eines nicht erreichen: In dieser Koalition, mit diesem hemmungslosen Populismus werden Sie für dieses Land nichts Vorteilhaftes bewirken. Sie werden mit dieser Vorgangsweise schwere volkswirtschaftliche und vor allem rechtliche Schäden anrichten. Ich finde – ich kann es hier nur in aller Form und für die Protokolle dieses Hauses sagen –, es ist verantwortungslos, was Sie tun. Und einmal mehr: Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Haben Sie Aktien von der ÖMV?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Mag. Herbert Kaufmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Wir haben heute in der Debatte schon x-mal dargestellt, daß wir nun mit diesem Gesetz dem Minister das Instrument in die Hand geben, endlich zu handeln. Daher, Frau Abgeordnete Petrovic, ist es ungerecht, den Minister zu kritisieren. Er konnte bis jetzt nicht handeln, das kann er erst ab diesem Gesetzesbeschluß. Daher weise ich Ihre Kritik wirklich zurück. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Es ist auch wichtig – das ist auch ein Abgehen von den bisherigen Bestimmungen –, daß man sich an den Wettbewerbsmärkten – Sie haben es schon gesagt, Herr Minister –, an den Binnenmärkten orientiert. Es ist nicht so, wie Abgeordneter Kier gemeint hat, daß der Minister jetzt den nassen Finger in die Luft halten und schauen kann, wie sich der Preis entwickelt oder welchen Preis er festsetzen kann. Er hat in diesem neuen Gesetz eine Vorgabe. Das Neue an dieser Vorgabe ist, daß man nicht nur vom volkswirtschaftlich gerechtfertigten Preis redet, der im Prinzip von der Kostenseite her zu argumentieren ist, sondern daß man die Wettbewerbsmärkte mit berücksichtigt. Ich glaube, daß das eine sehr sinnvolle, eine eigentlich für das alte Instrument Preisgesetz relativ moderne Erneuerung und Innovation ist, die in dieser Debatte bis jetzt überhaupt nicht beachtet wurde. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger.
In diesem Sinne glaube ich, daß wir zwar ein schmerzliches Gesetz beschließen, daß wir ein Gesetz beschließen müssen, zu dem wir letzten Endes auch gezwungen wurden, daß es aber ein erster und sicher nicht endgültiger und lange andauernder Schritt ist, um einen verfahrenen Karren wieder in die richtige Richtung zu bringen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger.)
Abg. Mag. Kaufmann: Seit drei Jahren!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Kaufmann! Es geht Ihnen offensichtlich nicht um Populismus, das haben Sie zumindest festgestellt. Es geht Ihnen darum, daß die Bevölkerung in den Genuß niedriger Benzinpreise kommt. Das ist eine Erkenntnis, die die Sozialisten offensichtlich erst seit zwei Tagen haben. (Abg. Mag. Kaufmann: Seit drei Jahren!) Möglicherweise steht das auch in direktem Zusammenhang mit dem 3. Oktober, dem wahrscheinlichen Wahltermin für die Nationalratswahl.
Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.
Faszinierend ist eine Feststellung auf der Titelseite der Dienstag-Abendausgabe der "Kronen Zeitung". (Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.) – Frau Kollegin, ich verstehe Sie ob Ihrer schrillen Stimme sehr schlecht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: "Gute" männliche Pointe!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: "Gute" männliche Pointe!
Faszinierend ist eine Feststellung auf der Titelseite der Dienstag-Abendausgabe der "Kronen Zeitung". (Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.) – Frau Kollegin, ich verstehe Sie ob Ihrer schrillen Stimme sehr schlecht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: "Gute" männliche Pointe!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Die "Kronen Zeitung" bringt auf ihrer Titelseite – zugegebenermaßen in der ersten Zeile, aber in relativ kleinen Lettern – eine Meldung zur Steuerreform, zur sogenannten Steuerreform, wie sie seitens der sozialistischen Koalitionsregierung angekündigt wird und offensichtlich jetzt zwischen den beiden Regierungsparteien abgesegnet ist, in Riesenlettern erscheint hingegen: "Wut über hohe Benzinpreise". Man kann daraus die Wertigkeit erkennen, was wesentlich ist. Auf der einen Seite gibt es eine Benzinpreiserhöhung um 30 Groschen, die möglicherweise den einzelnen Bürger 1 000 S im Jahr kostet, und auf der anderen Seite eine Steuerreform, die keine Steuerreform ist, sondern bestenfalls ein Reförmchen, also nur ein Zwischenschritt, bis nach den Nationalratswahlen wieder entsprechende Belastungen auf den Bürger zukommen werden aufgrund von Maßnahmen, die die sozialistische Koalitionsregierung zu setzen beabsichtigt. Diese werden wahrscheinlich nach der Nationalratswahl kundgetan. – Eine Wertigkeit, wie ich meine. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Den Pensionistenbrief wird es vorher möglicherweise auch wieder geben – ich weiß nicht, was ausgeheckt wird –, auf jeden Fall wird die Regierungskoalition aktiv, sie entwickelt eine Scheinaktivität.
Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.
Nun kommt Herr Klubobmann Khol, stellt sich hier heraus und verkauft das als seine Maßnahmen und die Mitunterstützung des sozialistischen Antrages als Maßnahme zum Schutz des Bürgers, als Gebot der Stunde. (Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.) Khol mit seiner ÖVP schaut den Bürgern – frei nach Martin Luther, wie er gesagt hat – aufs Maul. Das macht er seit vorgestern. Ich sage dazu: Wahl ist am 3. Oktober. (Abg. Dr. Mertel: Er ist katholisch!) – Ja, aber er hat es verwendet, Frau Kollegin Mertel! (Abg. Dr. Mertel: Er ist noch katholisch!)
Abg. Dr. Mertel: Er ist katholisch!
Nun kommt Herr Klubobmann Khol, stellt sich hier heraus und verkauft das als seine Maßnahmen und die Mitunterstützung des sozialistischen Antrages als Maßnahme zum Schutz des Bürgers, als Gebot der Stunde. (Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.) Khol mit seiner ÖVP schaut den Bürgern – frei nach Martin Luther, wie er gesagt hat – aufs Maul. Das macht er seit vorgestern. Ich sage dazu: Wahl ist am 3. Oktober. (Abg. Dr. Mertel: Er ist katholisch!) – Ja, aber er hat es verwendet, Frau Kollegin Mertel! (Abg. Dr. Mertel: Er ist noch katholisch!)
Abg. Dr. Mertel: Er ist noch katholisch!
Nun kommt Herr Klubobmann Khol, stellt sich hier heraus und verkauft das als seine Maßnahmen und die Mitunterstützung des sozialistischen Antrages als Maßnahme zum Schutz des Bürgers, als Gebot der Stunde. (Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.) Khol mit seiner ÖVP schaut den Bürgern – frei nach Martin Luther, wie er gesagt hat – aufs Maul. Das macht er seit vorgestern. Ich sage dazu: Wahl ist am 3. Oktober. (Abg. Dr. Mertel: Er ist katholisch!) – Ja, aber er hat es verwendet, Frau Kollegin Mertel! (Abg. Dr. Mertel: Er ist noch katholisch!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich denke, daß das in Ihrer aller Sinne ist, und darf Sie darum ersuchen, diesem Antrag zuzustimmen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Smolle: Sie wissen noch nicht, was die "Kronen Zeitung" morgen berichtet!
Abgeordneter Werner Amon (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die heutige Debatte ist an und für sich ganz interessant, denn die Freiheitlichen sind nicht Fisch und nicht Fleisch. Sie wissen nicht so recht, ob sie jetzt auf der einen Seite besonders kritisch sein sollen, denn auf der anderen Seite sehen sie, daß das eine durchaus wirkungsvolle Maßnahme ist, die wir heute beschließen, und daher hängen sie sich an die Bundesregierung. (Abg. Smolle: Sie wissen noch nicht, was die "Kronen Zeitung" morgen berichtet!) Wenn es etwas zu gewinnen gibt, dann schauen natürlich die Freiheitlichen auch, daß sie irgendwie dabei sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Werner Amon (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die heutige Debatte ist an und für sich ganz interessant, denn die Freiheitlichen sind nicht Fisch und nicht Fleisch. Sie wissen nicht so recht, ob sie jetzt auf der einen Seite besonders kritisch sein sollen, denn auf der anderen Seite sehen sie, daß das eine durchaus wirkungsvolle Maßnahme ist, die wir heute beschließen, und daher hängen sie sich an die Bundesregierung. (Abg. Smolle: Sie wissen noch nicht, was die "Kronen Zeitung" morgen berichtet!) Wenn es etwas zu gewinnen gibt, dann schauen natürlich die Freiheitlichen auch, daß sie irgendwie dabei sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Aber geh! Hören Sie doch auf!
Neu ist allerdings – das ist tatsächlich interessant –, daß sich die Grünen heute hier zum Anwalt der Mineralölindustrie machen. (Abg. Wabl: Aber geh! Hören Sie doch auf!) Das ist wirklich spannend, das ist eine neue Facette. Ich stimme allerdings mit den Kritikern überein, die sagen, eine Anlaßgesetzgebung wäre problematisch. (Abg. Wabl: Die "Kronen Zeitung"!) Ich stimme mit den Kritikern überein, die sagen, eine amtliche Preisregelung wäre problematisch. Aber es gibt Anlässe, die die Politik zum Handeln zwingen, und ein solcher Anlaß liegt vor. (Abg. Öllinger: Oh!)
Abg. Wabl: Die "Kronen Zeitung"!
Neu ist allerdings – das ist tatsächlich interessant –, daß sich die Grünen heute hier zum Anwalt der Mineralölindustrie machen. (Abg. Wabl: Aber geh! Hören Sie doch auf!) Das ist wirklich spannend, das ist eine neue Facette. Ich stimme allerdings mit den Kritikern überein, die sagen, eine Anlaßgesetzgebung wäre problematisch. (Abg. Wabl: Die "Kronen Zeitung"!) Ich stimme mit den Kritikern überein, die sagen, eine amtliche Preisregelung wäre problematisch. Aber es gibt Anlässe, die die Politik zum Handeln zwingen, und ein solcher Anlaß liegt vor. (Abg. Öllinger: Oh!)
Abg. Öllinger: Oh!
Neu ist allerdings – das ist tatsächlich interessant –, daß sich die Grünen heute hier zum Anwalt der Mineralölindustrie machen. (Abg. Wabl: Aber geh! Hören Sie doch auf!) Das ist wirklich spannend, das ist eine neue Facette. Ich stimme allerdings mit den Kritikern überein, die sagen, eine Anlaßgesetzgebung wäre problematisch. (Abg. Wabl: Die "Kronen Zeitung"!) Ich stimme mit den Kritikern überein, die sagen, eine amtliche Preisregelung wäre problematisch. Aber es gibt Anlässe, die die Politik zum Handeln zwingen, und ein solcher Anlaß liegt vor. (Abg. Öllinger: Oh!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wir haben ein Gesetz!
Herr Kollege Wabl! Es sind gerade die Grünen, die sofort nach Anlaßgesetzgebung schreien, wenn es irgendeinen Fall gibt. Sie sind die ersten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wir haben ein Gesetz!) – Ja! Aber man kann nicht, Herr Kollege Wabl, a priori sagen, daß Anlaßgesetzgebung etwas Schlechtes ist, denn es gibt de facto Anlässe, die den Gesetzgeber zwingen, zu handeln. Das ist ein solcher Fall, und wir handeln. (Abg. Wabl: Die ÖVP verhindert, daß es vollzogen wird!)
Abg. Wabl: Die ÖVP verhindert, daß es vollzogen wird!
Herr Kollege Wabl! Es sind gerade die Grünen, die sofort nach Anlaßgesetzgebung schreien, wenn es irgendeinen Fall gibt. Sie sind die ersten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wir haben ein Gesetz!) – Ja! Aber man kann nicht, Herr Kollege Wabl, a priori sagen, daß Anlaßgesetzgebung etwas Schlechtes ist, denn es gibt de facto Anlässe, die den Gesetzgeber zwingen, zu handeln. Das ist ein solcher Fall, und wir handeln. (Abg. Wabl: Die ÖVP verhindert, daß es vollzogen wird!)
Beifall bei der ÖVP.
Denn es stellt sich – das ist heute schon ein paarmal angesprochen worden – doch die Frage, ob die Politik oder die Multis das Primat sein sollen. Ich meine, das Diktat kann doch wohl nicht von den Multis ausgehen. Im konkreten Fall hat die Mineralölindustrie durch die Diskussion über eine Preissenkung der Politik tatsächlich ins Gesicht geschlagen und auf eine mögliche Rohölpreiserhöhung mit einer Benzinpreiserhöhung geantwortet. Das ist psychologisch eine derartige Unsensibilität der Industrie gewesen, daß die Politik meiner Meinung nach und unserer Überzeugung nach gar nicht anders konnte, als diese Maßnahme zu ergreifen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Ganz etwas Neues!
Wenn der berechtigte Verdacht auftaucht – er wurde nahezu von allen Fraktionen angesprochen –, daß es offensichtlich kartellähnliche Verhaltensmuster gibt, daß es entsprechende Preisabsprachen gibt, dann ist auch eine amtliche Preisregelung gerechtfertigt. (Abg. Wabl: Ganz etwas Neues!) Interessant, Herr Kollege Wabl – das finden Sie bestimmt auch interessant –, ist das asynchrone Verhalten, das die Mineralölwirtschaft dabei an den Tag legt. (Abg. Öllinger: Das Verhalten der Koalitionsparteien, das ist asynchron!) Immer dann, wenn die Rohölpreise in die Höhe gehen, wird kaum gezögert, im Gegenteil, es wird wie im konkreten Fall sogar im vorhinein der Benzinpreis erhöht. Aber dann, wenn die Rohölpreise fallen, läßt sich die Industrie natürlich Zeit, diese Preisreduktion auch an den Konsumenten weiterzugeben. (Abg. Öllinger: Seit Jahren gibt es das Kartell!) Das ist höchst problematisch, denn auf diese Art und Weise fährt natürlich dieser Industriezweig gewaltige Gewinne ein. Jetzt sind Gewinne natürlich nicht schlecht, und ein guter Cash-flow ist prinzipiell zu begrüßen. Wenn aber im selben Atemzug die OMV beispielsweise trotz toller Cash-flow-Ergebnisse, trotz beachtlicher Gewinne Arbeitnehmer freisetzt, dann wird die Geschichte problematisch. Und auch hier sollte die Politik handeln. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Oh!)
Abg. Öllinger: Das Verhalten der Koalitionsparteien, das ist asynchron!
Wenn der berechtigte Verdacht auftaucht – er wurde nahezu von allen Fraktionen angesprochen –, daß es offensichtlich kartellähnliche Verhaltensmuster gibt, daß es entsprechende Preisabsprachen gibt, dann ist auch eine amtliche Preisregelung gerechtfertigt. (Abg. Wabl: Ganz etwas Neues!) Interessant, Herr Kollege Wabl – das finden Sie bestimmt auch interessant –, ist das asynchrone Verhalten, das die Mineralölwirtschaft dabei an den Tag legt. (Abg. Öllinger: Das Verhalten der Koalitionsparteien, das ist asynchron!) Immer dann, wenn die Rohölpreise in die Höhe gehen, wird kaum gezögert, im Gegenteil, es wird wie im konkreten Fall sogar im vorhinein der Benzinpreis erhöht. Aber dann, wenn die Rohölpreise fallen, läßt sich die Industrie natürlich Zeit, diese Preisreduktion auch an den Konsumenten weiterzugeben. (Abg. Öllinger: Seit Jahren gibt es das Kartell!) Das ist höchst problematisch, denn auf diese Art und Weise fährt natürlich dieser Industriezweig gewaltige Gewinne ein. Jetzt sind Gewinne natürlich nicht schlecht, und ein guter Cash-flow ist prinzipiell zu begrüßen. Wenn aber im selben Atemzug die OMV beispielsweise trotz toller Cash-flow-Ergebnisse, trotz beachtlicher Gewinne Arbeitnehmer freisetzt, dann wird die Geschichte problematisch. Und auch hier sollte die Politik handeln. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Oh!)
Abg. Öllinger: Seit Jahren gibt es das Kartell!
Wenn der berechtigte Verdacht auftaucht – er wurde nahezu von allen Fraktionen angesprochen –, daß es offensichtlich kartellähnliche Verhaltensmuster gibt, daß es entsprechende Preisabsprachen gibt, dann ist auch eine amtliche Preisregelung gerechtfertigt. (Abg. Wabl: Ganz etwas Neues!) Interessant, Herr Kollege Wabl – das finden Sie bestimmt auch interessant –, ist das asynchrone Verhalten, das die Mineralölwirtschaft dabei an den Tag legt. (Abg. Öllinger: Das Verhalten der Koalitionsparteien, das ist asynchron!) Immer dann, wenn die Rohölpreise in die Höhe gehen, wird kaum gezögert, im Gegenteil, es wird wie im konkreten Fall sogar im vorhinein der Benzinpreis erhöht. Aber dann, wenn die Rohölpreise fallen, läßt sich die Industrie natürlich Zeit, diese Preisreduktion auch an den Konsumenten weiterzugeben. (Abg. Öllinger: Seit Jahren gibt es das Kartell!) Das ist höchst problematisch, denn auf diese Art und Weise fährt natürlich dieser Industriezweig gewaltige Gewinne ein. Jetzt sind Gewinne natürlich nicht schlecht, und ein guter Cash-flow ist prinzipiell zu begrüßen. Wenn aber im selben Atemzug die OMV beispielsweise trotz toller Cash-flow-Ergebnisse, trotz beachtlicher Gewinne Arbeitnehmer freisetzt, dann wird die Geschichte problematisch. Und auch hier sollte die Politik handeln. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Oh!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Oh!
Wenn der berechtigte Verdacht auftaucht – er wurde nahezu von allen Fraktionen angesprochen –, daß es offensichtlich kartellähnliche Verhaltensmuster gibt, daß es entsprechende Preisabsprachen gibt, dann ist auch eine amtliche Preisregelung gerechtfertigt. (Abg. Wabl: Ganz etwas Neues!) Interessant, Herr Kollege Wabl – das finden Sie bestimmt auch interessant –, ist das asynchrone Verhalten, das die Mineralölwirtschaft dabei an den Tag legt. (Abg. Öllinger: Das Verhalten der Koalitionsparteien, das ist asynchron!) Immer dann, wenn die Rohölpreise in die Höhe gehen, wird kaum gezögert, im Gegenteil, es wird wie im konkreten Fall sogar im vorhinein der Benzinpreis erhöht. Aber dann, wenn die Rohölpreise fallen, läßt sich die Industrie natürlich Zeit, diese Preisreduktion auch an den Konsumenten weiterzugeben. (Abg. Öllinger: Seit Jahren gibt es das Kartell!) Das ist höchst problematisch, denn auf diese Art und Weise fährt natürlich dieser Industriezweig gewaltige Gewinne ein. Jetzt sind Gewinne natürlich nicht schlecht, und ein guter Cash-flow ist prinzipiell zu begrüßen. Wenn aber im selben Atemzug die OMV beispielsweise trotz toller Cash-flow-Ergebnisse, trotz beachtlicher Gewinne Arbeitnehmer freisetzt, dann wird die Geschichte problematisch. Und auch hier sollte die Politik handeln. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Oh!)
Abg. Mag. Steindl: Vier!
Wenn man hier schon politische Verantwortung und politisches Gewicht einfordert, dann darf man doch zumindest sagen und anführen, daß es drei sehr prominente Sozialdemokraten gibt, die aus der OMV stammen: der Bundeskanzler, ein Staatssekretär, ein Bundesminister. (Abg. Mag. Steindl: Vier!) Ich halte es schon für scheinheilig, sich hierherzustellen, den Wirtschaftsminister in die Pflicht zu nehmen, selbst aber durchaus die Möglichkeit zu haben, zu handeln. OVM – Österreicher mit Verantwortung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Mertel: Wirtschafts- und weltfremd!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Mertel: Wirtschafts- und weltfremd!
Wenn man hier schon politische Verantwortung und politisches Gewicht einfordert, dann darf man doch zumindest sagen und anführen, daß es drei sehr prominente Sozialdemokraten gibt, die aus der OMV stammen: der Bundeskanzler, ein Staatssekretär, ein Bundesminister. (Abg. Mag. Steindl: Vier!) Ich halte es schon für scheinheilig, sich hierherzustellen, den Wirtschaftsminister in die Pflicht zu nehmen, selbst aber durchaus die Möglichkeit zu haben, zu handeln. OVM – Österreicher mit Verantwortung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Mertel: Wirtschafts- und weltfremd!)
Abg. Dr. Mertel: Gibt es einen Dauervertrag, einen Arbeitnehmervertrag?
Es ist von Herrn Abgeordneten Amon zu Recht angesprochen worden, daß der Bundesregierung nicht verborgen bleiben konnte, was dort läuft, weil Herr Bundeskanzler Klima, der aus der OMV kommt, auch schon in anderen Bereichen gewußt hat, wo es langgeht. Er ist ein Macher. Aber in diesem Bereich hat er nichts gemacht, weil es seine Freunde in der OMV offenbar nicht wollten. Einem detto. Ruttenstorfer ist wohl dasselbe vorzuhalten. (Abg. Dr. Mertel: Gibt es einen Dauervertrag, einen Arbeitnehmervertrag?)
Abg. Dr. Mertel: Ist er noch Bediensteter der OMV?
Es geht um keinen Dauervertrag, sondern es geht darum, Frau Abgeordnete, ob bekannt war, welche Mechanismen da wirken. Jetzt so zu tun, als wäre man neuerdings ... (Abg. Dr. Mertel: Ist er noch Bediensteter der OMV?) – Schauen Sie, ich will mich in diesem Zusammenhang gar nicht besonders exponieren und aufregen. (Abg. Dr. Mertel: Wozu tun Sie es überhaupt? Wo waren Sie überall beschäftigt?) Frau Abgeordnete! Festzuhalten ist, daß der Staat auch im Bereich der OMV nicht unwesentlich mitverdient. Das werden Sie mir zugestehen. Fest steht, daß Herr Bundeskanzler Klima an maßgeblicher Stelle im Vorstand beteiligt war (Abg. Dr. Mertel: War! Vergangenheit! Seit Jahren!) und deshalb weiß, was seit Jahren in diesem Zusammenhang passiert. Jetzt so zu tun, als sei es überfallsartig ins Bewußtsein gerückt, daß man da etwas machen muß, ist einfach falsch. Es ist ein Nepp der Staatsbürgerinnen und Staatsbürger! Es ist in Wahrheit eine Panikreaktion vielleicht vergangener Wahlen (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel), daß man glaubt, man muß jetzt mit Wirtschaftslenkung in einen Bereich eingreifen, bei dem man mittels Kartellrecht längst Abhilfe hätte schaffen können. (Beifall des Abg. Smolle.)
Abg. Dr. Mertel: Wozu tun Sie es überhaupt? Wo waren Sie überall beschäftigt?
Es geht um keinen Dauervertrag, sondern es geht darum, Frau Abgeordnete, ob bekannt war, welche Mechanismen da wirken. Jetzt so zu tun, als wäre man neuerdings ... (Abg. Dr. Mertel: Ist er noch Bediensteter der OMV?) – Schauen Sie, ich will mich in diesem Zusammenhang gar nicht besonders exponieren und aufregen. (Abg. Dr. Mertel: Wozu tun Sie es überhaupt? Wo waren Sie überall beschäftigt?) Frau Abgeordnete! Festzuhalten ist, daß der Staat auch im Bereich der OMV nicht unwesentlich mitverdient. Das werden Sie mir zugestehen. Fest steht, daß Herr Bundeskanzler Klima an maßgeblicher Stelle im Vorstand beteiligt war (Abg. Dr. Mertel: War! Vergangenheit! Seit Jahren!) und deshalb weiß, was seit Jahren in diesem Zusammenhang passiert. Jetzt so zu tun, als sei es überfallsartig ins Bewußtsein gerückt, daß man da etwas machen muß, ist einfach falsch. Es ist ein Nepp der Staatsbürgerinnen und Staatsbürger! Es ist in Wahrheit eine Panikreaktion vielleicht vergangener Wahlen (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel), daß man glaubt, man muß jetzt mit Wirtschaftslenkung in einen Bereich eingreifen, bei dem man mittels Kartellrecht längst Abhilfe hätte schaffen können. (Beifall des Abg. Smolle.)
Abg. Dr. Mertel: War! Vergangenheit! Seit Jahren!
Es geht um keinen Dauervertrag, sondern es geht darum, Frau Abgeordnete, ob bekannt war, welche Mechanismen da wirken. Jetzt so zu tun, als wäre man neuerdings ... (Abg. Dr. Mertel: Ist er noch Bediensteter der OMV?) – Schauen Sie, ich will mich in diesem Zusammenhang gar nicht besonders exponieren und aufregen. (Abg. Dr. Mertel: Wozu tun Sie es überhaupt? Wo waren Sie überall beschäftigt?) Frau Abgeordnete! Festzuhalten ist, daß der Staat auch im Bereich der OMV nicht unwesentlich mitverdient. Das werden Sie mir zugestehen. Fest steht, daß Herr Bundeskanzler Klima an maßgeblicher Stelle im Vorstand beteiligt war (Abg. Dr. Mertel: War! Vergangenheit! Seit Jahren!) und deshalb weiß, was seit Jahren in diesem Zusammenhang passiert. Jetzt so zu tun, als sei es überfallsartig ins Bewußtsein gerückt, daß man da etwas machen muß, ist einfach falsch. Es ist ein Nepp der Staatsbürgerinnen und Staatsbürger! Es ist in Wahrheit eine Panikreaktion vielleicht vergangener Wahlen (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel), daß man glaubt, man muß jetzt mit Wirtschaftslenkung in einen Bereich eingreifen, bei dem man mittels Kartellrecht längst Abhilfe hätte schaffen können. (Beifall des Abg. Smolle.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel
Es geht um keinen Dauervertrag, sondern es geht darum, Frau Abgeordnete, ob bekannt war, welche Mechanismen da wirken. Jetzt so zu tun, als wäre man neuerdings ... (Abg. Dr. Mertel: Ist er noch Bediensteter der OMV?) – Schauen Sie, ich will mich in diesem Zusammenhang gar nicht besonders exponieren und aufregen. (Abg. Dr. Mertel: Wozu tun Sie es überhaupt? Wo waren Sie überall beschäftigt?) Frau Abgeordnete! Festzuhalten ist, daß der Staat auch im Bereich der OMV nicht unwesentlich mitverdient. Das werden Sie mir zugestehen. Fest steht, daß Herr Bundeskanzler Klima an maßgeblicher Stelle im Vorstand beteiligt war (Abg. Dr. Mertel: War! Vergangenheit! Seit Jahren!) und deshalb weiß, was seit Jahren in diesem Zusammenhang passiert. Jetzt so zu tun, als sei es überfallsartig ins Bewußtsein gerückt, daß man da etwas machen muß, ist einfach falsch. Es ist ein Nepp der Staatsbürgerinnen und Staatsbürger! Es ist in Wahrheit eine Panikreaktion vielleicht vergangener Wahlen (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel), daß man glaubt, man muß jetzt mit Wirtschaftslenkung in einen Bereich eingreifen, bei dem man mittels Kartellrecht längst Abhilfe hätte schaffen können. (Beifall des Abg. Smolle.)
Beifall des Abg. Smolle.
Es geht um keinen Dauervertrag, sondern es geht darum, Frau Abgeordnete, ob bekannt war, welche Mechanismen da wirken. Jetzt so zu tun, als wäre man neuerdings ... (Abg. Dr. Mertel: Ist er noch Bediensteter der OMV?) – Schauen Sie, ich will mich in diesem Zusammenhang gar nicht besonders exponieren und aufregen. (Abg. Dr. Mertel: Wozu tun Sie es überhaupt? Wo waren Sie überall beschäftigt?) Frau Abgeordnete! Festzuhalten ist, daß der Staat auch im Bereich der OMV nicht unwesentlich mitverdient. Das werden Sie mir zugestehen. Fest steht, daß Herr Bundeskanzler Klima an maßgeblicher Stelle im Vorstand beteiligt war (Abg. Dr. Mertel: War! Vergangenheit! Seit Jahren!) und deshalb weiß, was seit Jahren in diesem Zusammenhang passiert. Jetzt so zu tun, als sei es überfallsartig ins Bewußtsein gerückt, daß man da etwas machen muß, ist einfach falsch. Es ist ein Nepp der Staatsbürgerinnen und Staatsbürger! Es ist in Wahrheit eine Panikreaktion vielleicht vergangener Wahlen (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel), daß man glaubt, man muß jetzt mit Wirtschaftslenkung in einen Bereich eingreifen, bei dem man mittels Kartellrecht längst Abhilfe hätte schaffen können. (Beifall des Abg. Smolle.)
Beifall des Abg. Smolle.
Meine Damen und Herren! Es wurde gesagt, der Herr Bundesminister hätte keine Gelegenheit gehabt, zu handeln. Was hat er denn nach dem Preisgesetz für Möglichkeiten? – Auf Antrag zu handeln, und zwar sowohl auf Antrag von seiten der Wirtschaftskammer Österreich als auch der Bundesarbeitskammer. Keine der beiden Institutionen, obwohl deren Vertreter auch hier im Hause sitzen, hat es in der Vergangenheit wert gefunden, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Man hat sich zwar immer wieder in der Öffentlichkeit geäußert, aber getan hat man nichts. Jetzt so quasi das ganze Haus in Geiselhaft zu nehmen und zu sagen, jetzt muß etwas geschehen, es muß mittels verfassungsändernder Bestimmungen eingegriffen werden, obwohl die Möglichkeiten, die existieren, nicht wahrgenommen worden sind, ist – mit Verlaub gesagt – der völlig falsche Weg. (Beifall des Abg. Smolle.)
Beifall des Abg. Smolle.
Ich darf Sie in diesem Zusammenhang auch daran erinnern, was wir, bevor die Liberalisierung im Telekombereich eingetreten ist, in Österreich immer gehört haben. Es wurde mit dem Geld der Post allen Österreicherinnen und Österreichern auch in diesem Hause folgendes eingeredet: Ihr zahlt überhaupt keine hohen Telefongebühren. Wir sind europaweit im Mittelfeld. Als dann die Liberalisierung eingetreten ist, purzelten die Preise. Auf einmal sieht man, daß all das Geld, das in die Fehlinformation der Bevölkerung gesteckt worden ist, hinausgeworfenes Geld war. Dieses wurde den Leuten mittels Zwangsmitgliedsbeiträgen abgenommen, und man hat sie mit ihrem eigenen Geld, das man ihnen vorher weggenommen hat, dann auch noch falsch informiert. (Beifall des Abg. Smolle.)
Beifall des Abg. Smolle.
Deshalb sagen wir Ihnen hier noch einmal: Das ist der falsche Weg! Sie schädigen das Ansehen Österreichs. Sie schädigen das Ansehen des Wirtschaftsstandortes. So werden wir in diesem Lande nicht weiter fuhrwerken können. – Danke schön. (Beifall des Abg. Smolle.)
Zwischenruf des Abg. Smolle.
Abgeordneter Dr. Kurt Heindl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Kollege Barmüller, ich bin schon sehr lange in diesem Haus und weiß nicht, wie oft ich schon gehört habe, daß wir den Standort Österreich schädigen, aber wann immer ich Standortstudien lese, sehe ich, daß wir vorne sind. Ich muß sagen, angesichts des großen Schadens, den wir Ihrer Meinung nach schon angerichtet haben, müßten wir schon in die dritte Klasse abgestiegen sein. (Zwischenruf des Abg. Smolle.) Aber die Realität ist anders – Gott sei Dank –, weil die Politik vernünftig ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Kurt Heindl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Kollege Barmüller, ich bin schon sehr lange in diesem Haus und weiß nicht, wie oft ich schon gehört habe, daß wir den Standort Österreich schädigen, aber wann immer ich Standortstudien lese, sehe ich, daß wir vorne sind. Ich muß sagen, angesichts des großen Schadens, den wir Ihrer Meinung nach schon angerichtet haben, müßten wir schon in die dritte Klasse abgestiegen sein. (Zwischenruf des Abg. Smolle.) Aber die Realität ist anders – Gott sei Dank –, weil die Politik vernünftig ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Jung: Maculan ist standortgeschädigt!
Wie leichtfertig Sie mit solchen Aussagen umgehen, möchte ich Ihnen auch noch einmal darlegen. Eigentlich war ich bis jetzt immer der Auffassung, Sie informieren sich gut. Sie sagen, die AK hätte nicht reagiert. (Abg. Jung: Maculan ist standortgeschädigt!) Wissen Sie, warum die Puwein-Studie entstanden ist? – Weil die Arbeiterkammer voriges Jahr im April einen Antrag gestellt hat, Preisuntersuchungen zu machen. (Abg. Smolle: Haben Sie ihn eingebracht?) – Ja! Herr Kollege, Sie kennen offenkundig das Gesetz nicht, daher ist es sehr schwer, mit Ihnen darüber zu diskutieren. Sie kennen es nicht. Sie hat einen Antrag gestellt, bitte sehr. Ich kann das nur wiederholen. Informieren Sie sich! Halten Sie mich nicht auf! Ich kann nicht mit Ihnen über Dinge diskutieren, die Sie ganz offenkundig nicht verstehen; das muß ich dazusagen.
Abg. Smolle: Haben Sie ihn eingebracht?
Wie leichtfertig Sie mit solchen Aussagen umgehen, möchte ich Ihnen auch noch einmal darlegen. Eigentlich war ich bis jetzt immer der Auffassung, Sie informieren sich gut. Sie sagen, die AK hätte nicht reagiert. (Abg. Jung: Maculan ist standortgeschädigt!) Wissen Sie, warum die Puwein-Studie entstanden ist? – Weil die Arbeiterkammer voriges Jahr im April einen Antrag gestellt hat, Preisuntersuchungen zu machen. (Abg. Smolle: Haben Sie ihn eingebracht?) – Ja! Herr Kollege, Sie kennen offenkundig das Gesetz nicht, daher ist es sehr schwer, mit Ihnen darüber zu diskutieren. Sie kennen es nicht. Sie hat einen Antrag gestellt, bitte sehr. Ich kann das nur wiederholen. Informieren Sie sich! Halten Sie mich nicht auf! Ich kann nicht mit Ihnen über Dinge diskutieren, die Sie ganz offenkundig nicht verstehen; das muß ich dazusagen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Bitte – noch einmal –, das muß man sich anschauen: Soweit unten bewegt sich der Rohölpreis in Rotterdam. Und wo verharrt der Preis an Österreichs Tankstellen? – Wochenlang oben. Das ist der Grund, warum wir gesagt haben: Ein Preisverfahren dauert uns zu lange, wir sind froh, Herr Minister, wenn es – ich sage das ganz offen namens meiner Fraktion – zu keinen Höchstpreisfestsetzungen kommt. Es wird dann nicht dazu kommen, davon bin ich überzeugt, wenn es zu einer Preisentwicklung an Österreichs Tankstellen kommt, die für den Bürger, also den Konsumenten und die Wirtschaft akzeptabel ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Andernfalls wird es eine Höchstpreisfestsetzung geben, was ja nicht heißt, daß sich jeder an den Höchstpreis halten muß, sondern in einer Wettbewerbspolitik kann man diesen auch unterschreiten. Niemand ist gezwungen, diesen Höchstpreis quasi als Festpreis, als Fixpreis zu akzeptieren. Auch das muß man aus der Welt schaffen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.
Das Problem der Preisabhängigkeit ist schon erwähnt worden. Wenn man sich die Steuerbelastung des österreichischen Ölproduktes im Vergleich ansieht, ob das jetzt Frankreich, Italien, die Niederlande oder Deutschland ist, dann zeigt sich – und das ist ja das Frappierende –, daß, obwohl die Steuerbelastung in diesem Bereich wesentlich geringer ist als in diesen Ländern, die Preissituation an unseren Tankstellen dem nicht entspricht, das heißt, die Preise in den Vergleichsländern sind nicht in entsprechendem Ausmaß höher als bei uns. (Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.) Man muß sich das nur in Ruhe ansehen, die Statistik liegt da. Ich will mich nicht weiter damit beschäftigen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Und das zweite ist, daß wir uns einig sind, daß das im Interesse unserer Bürger gemacht wird und nicht in erster Linie im Interesse einiger Wirtschaftskapitäne. Das ist unsere Botschaft dazu. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher haben wir, meine Damen und Herren, dieser Maßnahme als Notmaßnahme zugestimmt, aber es ist eine Notmaßnahme, und aus diesem Grund ist unser Okay erfolgt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sie allerdings sind dreieinhalb Jahre lang im Amt, aber Sie hinken mit Ihren Maßnahmen dem Parlament und vor allem den aktuellen Geschehnissen immer hinterher. Sie sind ein Minister, der dreieinhalb Jahre lang im Amt ist, aber seit dreieinhalb Jahren kommen Sie in vielen wirtschaftspolitischen Belangen (Bundesminister Dr. Farnleitner: Zweieinhalb!) – Entschuldigung, zweieinhalb Jahre – immer wieder zu spät oder meistens zu spät. Daher sitzen Sie so oft sozusagen auf der Anklagebank. Ich kann Ihnen diesen Vorwurf leider Gottes nicht ersparen, es ist so. Es wäre einmal an der Zeit, eine Haltungsänderung herbeizuführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hier muß man einmal gerecht hinterfragen: Was passiert mit den Kostenbildern, mit den Kostenstrukturen? Ich habe so meine Zweifel und frage mich, ob in diesem Fall die Diskussion nicht ein bißchen in die falsche Richtung geht. Ich glaube, daß das Instrument einer Preisregelung ein völlig falsches Signal wäre. Ich hoffe, daß es nicht dazu kommt, Herr Bundesminister. Wenn es dazu kommt, dann wird die FPÖ sicherlich die Notbremse bei solchen Preisregelungen ziehen, die dann mit dem Markt nichts mehr zu tun haben. Denn eines wollen wir natürlich nicht: daß vor den Wahlen das Ganze aus der politischen Diskussion verschwindet und ins stille Kämmerchen hineingeht. Dann werken wieder die Sozialpartner. Aber am 10. oder 11. Oktober, nach den Wahlen, erfolgen massive Preiserhöhungen. – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das werden wir zu verhindern wissen! – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Das haben Sie schon immer gesagt! – Zwischenruf des Abg. Platter.
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Ich glaube, die Einheitspartei hat den Ernst der Lage endlich einmal erkannt. Das zeigt die heutige Änderung des Preisgesetzes. (Abg. Rosemarie Bauer: Das haben Sie schon immer gesagt! – Zwischenruf des Abg. Platter.) Das ist genau richtig. Es ist noch nicht soweit, aber es dauert nicht mehr lange.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe den Debattenbeiträgen wirklich aufmerksam zugehört und muß sagen, daß ich unter anderem Kollegen Dr. Heindl recht geben und seiner Argumentation hier am Rednerpult folgen kann. Ich kann aber nicht den Klubobmännern recht geben. Ich kann die Klubobmänner wirklich nicht ernst nehmen, sondern man kann eigentlich nur sagen, daß ihre Argumente, die sie heute von diesem Rednerpult aus vorgebracht haben, lächerlich waren und jener Verhaltensweise entsprachen, die sie dem Herrn Minister gegenüber immer angewandt haben: Sie haben den Herrn Minister schön brav im Regen stehen gelassen. So ist die Situation. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen sehen den Ernst der Lage, und diesen wollen wir Ihnen vor Augen führen. Sie haben bis jetzt wirtschaftlich alles versäumt und schön brav weitergeschlafen. Das ist die Situation! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch interessanter ist – und das ist unter anderem auch von unserem Klubobmann heute schon gesagt worden –, daß aus dieser Staatsmonopol-OMV bekannte Leute kommen. Von dort kommt unser Bundeskanzler Klima, der als Verkehrsminister angefangen hat, aber genau dort jene Fehler gemacht hat, an deren Folgen die Arbeitnehmer heute noch zu tragen haben. Er hat nämlich die Schienenfahrzeugindustrie in Österreich so gut behandelt, daß es sie heute nicht mehr gibt, Herr Kollege Koppler! Das nur als Beispiel. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Auch Minister Einem und Staatssekretär Ruttenstorfer kommen aus diesem Bereich. Das sind alles Vertreter dieses Konzerns. Daher tut mir der Herr Bundesminister ja direkt leid, daß er sich mit diesen Fragen beschäftigen muß, aber nie etwas gegenüber diesem anderen Partner erreichen konnte. Er befindet sich richtig in der Zwickmühle.
Zwischenruf des Abg. Koppler.
Es ist aber auch kein Wunder, daß sich der Herr Wirtschaftsminister von der ÖVP bis jetzt die Zähne an dem ganzen System ausgebissen hat. Denken Sie nur an den ÖVP-Partner Schüssel, der immer von den gläsernen Taschen gesprochen hat! Herr Bundesminister Farnleitner hat immer davon gesprochen, daß er ein Gentlemen’s Agreement mit der Erdölwirtschaft abschließen werde. Aber es ist ihm eben unter anderem nicht gelungen. (Zwischenruf des Abg. Koppler.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitliche sind für die Konsumenten, Kollege Koppler! Wir sind für die Arbeitnehmer, wir sind für die Pendler, und wir wollen nicht, daß diese Menschen unter einem hohen Benzinpreis leiden. Wir bekennen uns zu einem starken Wettbewerb und entsprechenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wir brauchen endlich ein echtes Kartellrecht mit Biß, aber keine Planwirtschaft. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Sind Sie auch dagegen, daß die Freiheitlichen dafür sind?
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Marolt. Gleichfalls 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Schwarzenberger: Sind Sie auch dagegen, daß die Freiheitlichen dafür sind?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Sagen Sie dazu, warum!
Ich verweise nur auf die erdrückende Steuerlast, die Doppelbemautung und letztendlich die überhöhten Treibstoffpreise, worunter die Wirtschaft und auch die Bürger zu leiden haben. Es kann ja wirklich nicht so sein, daß wir schon billiger fliegen als mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, zu pendeln oder geschweige denn im Inland einen Tourismusmarkt aufzubauen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Sagen Sie dazu, warum!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Nürnberger: Wer hat dir denn das aufgeschrieben?
Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sie haben im Vorfeld versagt, das ist nachvollziehbar, und Sie werden auch bei den nächsten Wahlen die Rechnung von unserer Bevölkerung präsentiert bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Nürnberger: Wer hat dir denn das aufgeschrieben?)
Abg. Leikam: Schweitzer! Jetzt mußt du das wieder ausbessern! Das war blamabel, was dein Vorredner gesagt hat!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Schweitzer. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Leikam: Schweitzer! Jetzt mußt du das wieder ausbessern! Das war blamabel, was dein Vorredner gesagt hat!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir wollen heute nicht klären, warum Kollege Leikam noch immer da ist und nicht nach Kärnten gegangen ist. Aber, Herr Bundesminister, eine weitere Facette möchte ich doch in diese Diskussion einbringen. Die Verbundgesellschaft ist ja wie die OMV auch unter staatlicher Aufsicht und Kontrolle, so kann man das ja auch weiterhin sagen. Wie die OMV, wie man jetzt sieht, auf dem Treibstoffsektor ist der Verbund auch auf dem Stromsektor der Preistreiber. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Nur Atomstrom!
Obwohl es, Herr Bundesminister, laut Gesetz seit 19. Februar den freien Strommarkt gibt, hat der Verbund nach wie vor das Großhändlermonopol inne, und die Österreicher zahlen – wie beim Treibstoff auch – mit deutlich überhöhten Preisen die Zeche. Es ist Faktum, Herr Bundesminister, daß auf dem internationalen Strommarkt die Kilowattstunde um 27 Groschen einzukaufen ist. (Abg. Schwarzenberger: Nur Atomstrom!) Um 27 Groschen, meine Damen und Herren, kann man die Kilowattstunde kaufen, und es ist Faktum, daß der Anschlußverpflichtete in Österreich 2,44 S für die Kilowattstunde Strom zu bezahlen hat. Das zahlt der durchschnittliche Haushalt im Burgenland für eine Kilowattstunde: 2,44 S. Beim Einkauf werden 27 Groschen bezahlt, vom Haushalt 2,44 S!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! In Zeiten eines liberalisierten Strommarktes ist dies einfach nicht zumutbar! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es ist offenkundig, daß Sie, Herr Bundesminister, auch in diesem Fall die Zeichen der Zeit nicht erkannt, nicht rechtzeitig reagiert und die Strommarktliberalisierung somit verschlafen haben. Und die Zeche muß der Österreicher zahlen. Es gibt heute Knebelungsverträge zwischen Bund und Landesgesellschaften, und – lassen Sie mich das so salopp sagen – diese Knebelungsverträge wurden durch das ElWOG noch dazu einbetoniert.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist ja ohne Wettbewerb alles möglich, Herr Bundesminister, sogar, daß bei fehlendem Wettbewerb alle anfallenden Kosten über die Tarife auf die Kunden abgewälzt werden können. Herr Bundesminister! Es ist an der Zeit. Sie sind gefordert, auch damit Schluß zu machen, nicht nur mit den überhöhten Benzinpreisen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Maitz.
Hohes Haus! Das Ganze ist ja auch nicht wirklich ernst zu nehmen. Herr Bundesminister und Herr Abgeordneter ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Maitz.) – Sie nicht, Herr Kollege Maitz, das weiß ich ohnehin, aber das Gros der Abgeordneten Ihrer eigenen Regierungsfraktionen wird wahrscheinlich ganz genau wissen – und der Herr Bundesminister wird es auch wissen –, daß er mit der amtlichen Preisregelung nur für sechs Monate die Höchstpreise festsetzen kann. Auf Dauer werden Sie mit der amtlichen Preisfestsetzung die in diesem Land seit Jahren überhöhten Benzinpreise ganz sicher nicht in den Griff bekommen, wie man weiland – und das scheinen Sie sich so vorzustellen – in der Nachkriegszeit mit dem Preisregelungsgesetz den amtlichen Brot- und Schrotpreis über Jahre konstant halten konnte. (Abg. Dr. Petrovic: Lehnen Sie jetzt dieses Gesetz doch ab, Herr Kollege Bauer?) Meine Damen und Herren! Daher ist das nicht ernst zu nehmen.
Abg. Dr. Petrovic: Lehnen Sie jetzt dieses Gesetz doch ab, Herr Kollege Bauer?
Hohes Haus! Das Ganze ist ja auch nicht wirklich ernst zu nehmen. Herr Bundesminister und Herr Abgeordneter ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Maitz.) – Sie nicht, Herr Kollege Maitz, das weiß ich ohnehin, aber das Gros der Abgeordneten Ihrer eigenen Regierungsfraktionen wird wahrscheinlich ganz genau wissen – und der Herr Bundesminister wird es auch wissen –, daß er mit der amtlichen Preisregelung nur für sechs Monate die Höchstpreise festsetzen kann. Auf Dauer werden Sie mit der amtlichen Preisfestsetzung die in diesem Land seit Jahren überhöhten Benzinpreise ganz sicher nicht in den Griff bekommen, wie man weiland – und das scheinen Sie sich so vorzustellen – in der Nachkriegszeit mit dem Preisregelungsgesetz den amtlichen Brot- und Schrotpreis über Jahre konstant halten konnte. (Abg. Dr. Petrovic: Lehnen Sie jetzt dieses Gesetz doch ab, Herr Kollege Bauer?) Meine Damen und Herren! Daher ist das nicht ernst zu nehmen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und ich sage Ihnen noch eines dazu: Diese sechs Monate sind ja offensichtlich ganz bewußt angepeilt, denn spätestens in sechs Monaten werden die letzten Wahlen dieses Jahres über die Bühne gegangen sein, und bis dahin wollen Sie der Öffentlichkeit vorgaukeln, Sie hätten etwas gegen den überhöhten Benzinpreis in diesem Lande gemacht. Ich unterstelle Ihnen, das ist der einzige Zweck dieses gesamten Unternehmens. Nach den Wahlen wird wieder alles beim alten sein, die österreichischen Autofahrer werden wieder die überhöhten Benzinpreise blechen können. Der einzige Trost dabei ist der: Was hier und heute gemacht wird, ist besser als gar nichts. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Herr Präsident! Hohes Haus! Da Abgeordneter Bauer gesagt hat, ich solle ihm nicht böse sein, soll er mir auch nicht böse sein: Ich habe den Eindruck, er hört mir ohnehin nie zu, denn ich habe hier hinreichend dargetan, daß ich mich in den letzten Wochen in intensivsten Verhandlungen mit jedem Major, mit den Sozialpartnern, mit diversen internationalen Organisationen befunden habe und sich deutlich gezeigt hat, daß die Einsicht des Faktums, daß die Zeit der österreichischen Gemütlichkeit vorbei ist, nicht gegeben ist und sich eine Preisanpassung nach unten nicht durchsetzen läßt, weder im kontraktuellen Wege noch mit traditionellen Mitteln. Und ich habe vor wenigen Minuten hier gesagt, mir wäre es jetzt noch immer lieber, die Branche würde einsehen, daß es angesichts der breiten Entschlossenheit des Hohen Hauses eigentlich klüger wäre, sie würde freiwillig endlich auf ein Nettopreisniveau heruntergehen, das europakonform ist, und sich damit diese Maßnahmen ersparen, denn es ist völlig klar, daß es nicht einfach sein wird. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich hoffe, daß ich in den nächsten ein, zwei Tagen nochmals Gespräche führen kann und die Branche die Signale versteht. Wenn das nicht geschieht, werde ich die neuen Instrumente anwenden. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zu Beginn der heutigen Debatte hat Kollege Stadler erklärt, daß die Freiheitliche Partei auf der Seite der Bürger steht, und damit auch zum Ausdruck gebracht, daß die FPÖ für diese Initiative zur Senkung der Benzinpreise eintritt. Ähnliches haben die Herren Abgeordneten Haigermoser und Nußbaumer erklärt. Und nun finde ich in der APA eine Meldung, derzufolge der freiheitliche Bundesparteiobmann Dr. Jörg Haider "gegen den linken planwirtschaftlichen Eingriff bei der Gestaltung des Benzinpreises" vehementen Einspruch erhebt. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es wird eine interessante Entscheidung sein, die Sie treffen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ – in Reaktion auf das Abstimmungsverhalten der Freiheitlichen –: Da schau her! – Abg. Dr. Kostelka: Einige Getreue gibt es immer noch! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Ich bitte jene Damen und Herren, die ihre Zustimmung erteilen wollen, um ein entsprechendes Zeichen. – Dies ist die Mehrheit. (Ruf bei der SPÖ – in Reaktion auf das Abstimmungsverhalten der Freiheitlichen –: Da schau her! – Abg. Dr. Kostelka: Einige Getreue gibt es immer noch! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Ich stelle ausdrücklich fest, daß die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit gegeben ist.
Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe nicht gefragt, was das ist!
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Minister! Frage an das Parlament: Wer kennt einen Rotschenkel oder einen Schwarzsturmwürger, eine Schafstelze? – Kollege Schweitzer fragt als Burgenländer: Was ist denn das? – Das sind Vögel. Das ist keine Parteizugehörigkeit, sondern das sind Vögel, die im Nationalpark Neusiedler See angesiedelt sind. (Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe nicht gefragt, was das ist!) Und es gibt insgesamt über 300 Vogelarten in diesem Gebiet.
Abg. Mag. Schweitzer: Die haben Ideen!
Dabei war dieser Weg zum Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel kein einfacher, sondern ein sehr schwieriger. Im Jahre 1972 gab es die obskure Idee eines Landeshauptmannes Kery, der eine Brücke über den See bauen wollte. Und es gab die Idee, eine Schnellstraße entlang der B 50 zu bauen. (Abg. Mag. Schweitzer: Die haben Ideen!) Ich kann mich noch gut daran erinnern: 300 000 Unterschriften wurden dagegen gesammelt, und das Projekt wurde Gott sei Dank fallengelassen.
Abg. Mag. Schweitzer: Von wem ist diese Idee?
Es gibt Parallelen zur Jetztzeit, denn jetzt gibt es auch in den Medien, in den regionalen Medien die Idee, daß man die Bahn zwischen Neusiedl und Eisenstadt aufläßt und statt dessen eine Schnellstraße baut. Die würde genau durch meine Heimatgemeinde führen, würde Wohngebiet zerstören. (Abg. Mag. Schweitzer: Von wem ist diese Idee?) – Die Idee ist vom Herrn Landeshauptmann Stix. Sie kommt, glaube ich, aus dem Büro des Verkehrsministers Einem, der ja überall plakatiert und propagiert: Schiene statt Verkehrslawine. (Abg. Mag. Schweitzer: Von den Ministern halten wir wenig, von Einem gar nichts!) Aber ich bin mir dessen sicher, daß auch diese Idee fallengelassen wird.
Abg. Mag. Schweitzer: Von den Ministern halten wir wenig, von Einem gar nichts!
Es gibt Parallelen zur Jetztzeit, denn jetzt gibt es auch in den Medien, in den regionalen Medien die Idee, daß man die Bahn zwischen Neusiedl und Eisenstadt aufläßt und statt dessen eine Schnellstraße baut. Die würde genau durch meine Heimatgemeinde führen, würde Wohngebiet zerstören. (Abg. Mag. Schweitzer: Von wem ist diese Idee?) – Die Idee ist vom Herrn Landeshauptmann Stix. Sie kommt, glaube ich, aus dem Büro des Verkehrsministers Einem, der ja überall plakatiert und propagiert: Schiene statt Verkehrslawine. (Abg. Mag. Schweitzer: Von den Ministern halten wir wenig, von Einem gar nichts!) Aber ich bin mir dessen sicher, daß auch diese Idee fallengelassen wird.
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Es war sehr schwierig, die Verhandlungen mit über 1 500 Grundstücksbesitzern zu führen – ich erinnere mich noch ganz genau –, um Flächen zu sichern. Und vor zirka fünf Jahren wurde dann mit dem Bund ein Artikel-15a-Vertrag geschlossen, worin sich der Bund auch verpflichtete, gewisse Zahlungen zu tätigen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Ich muß mich korrigieren: 50 Prozent der Zahlungen zu übernehmen.
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt verschiedene Tätigkeiten, die die Gesellschaft des Nationalparks entfaltet hat, und zwar im Bereich Tourismus, im Bereich Information, im Bereich Naturschutz und Forschung. Seit 1994 gibt es sehr viele Projekte, die bereits abgeschlossen wurden, wie zum Beispiel das Projekt "Die Fischfauna des Neusiedler Sees" oder das Projekt "Die Wildtierbehandlung im Nationalpark" oder das Projekt "Die Schilfsingvögel in der Naturzone", und es gilt eine Reihe von Projekten in die Zukunft gerichtet zu verwirklichen. Daher sind wir Burgenländer sehr dankbar, daß der Bund auch in Zukunft in die finanzielle Verpflichtung einsteigt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es geht in erster Linie darum, eine dezentrale Gehegezone auszubauen oder die Beweidung fortzusetzen oder die Naturzone – also das bestgeschützte Gebiet – um zirka 1 800 Hektar zu erweitern. Wir sind stolz darauf, daß der Nationalpark Neusiedler See bis 1996 der erste internationale Nationalpark Österreichs war. Wir verspüren die Auswirkungen auf die Natur, auf den Tourismus, auf unsere Wirtschaft, auf die Landwirtschaft. Dieses Projekt ist eine eindeutige Aufwertung der gesamten Nordregion des Burgenlandes und ein Beweis dafür, Herr Minister, daß es gelungen ist, eine Strukturförderung auch hundertprozentig umzusetzen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Erklär das mit der Brücke oder mit dem Tunnel oder was das war!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Ing. Kaipel. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Schweitzer: Erklär das mit der Brücke oder mit dem Tunnel oder was das war!)
Beifall bei der SPÖ.
Was den Bereich der Nationalparke Österreichs ganz allgemein betrifft, wird es darum gehen, eine möglichst einheitliche Entwicklung sicherzustellen. Die vorliegende Vereinbarung kann und wird dafür Vorbild sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Peter: Karl, bist du dafür oder dagegen?
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Peter: Karl, bist du dafür oder dagegen?) Meine verehrten Umweltsprecher Kollege Keppelmüller, Kollege Kopf, Kollegin Langthaler, Kollege Barmüller! Es ist erschütternd, wie fluchtartig unsere Kollegen den Plenarsaal verlassen. Wenn ich das prozentmäßig feststellen lasse ... (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Das darf nicht wahr sein! – Abg. Dr. Khol: Vier Freiheitliche sind da!) – Ja, das ist natürlich auch an unsere eigene Fraktion gerichtet, Herr Klubobmann, aber prozentuell sind wir noch besser vertreten als die Sozialdemokraten – und die Grünen sind ja auch nicht wirklich voll vertreten. (Abg. Dr. Kostelka: Wir wissen wenigstens, wie wir stimmen! Wir müssen nicht in Kärnten nachfragen, wie wir zu stimmen haben!)
Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Das darf nicht wahr sein! – Abg. Dr. Khol: Vier Freiheitliche sind da!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Peter: Karl, bist du dafür oder dagegen?) Meine verehrten Umweltsprecher Kollege Keppelmüller, Kollege Kopf, Kollegin Langthaler, Kollege Barmüller! Es ist erschütternd, wie fluchtartig unsere Kollegen den Plenarsaal verlassen. Wenn ich das prozentmäßig feststellen lasse ... (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Das darf nicht wahr sein! – Abg. Dr. Khol: Vier Freiheitliche sind da!) – Ja, das ist natürlich auch an unsere eigene Fraktion gerichtet, Herr Klubobmann, aber prozentuell sind wir noch besser vertreten als die Sozialdemokraten – und die Grünen sind ja auch nicht wirklich voll vertreten. (Abg. Dr. Kostelka: Wir wissen wenigstens, wie wir stimmen! Wir müssen nicht in Kärnten nachfragen, wie wir zu stimmen haben!)
Abg. Dr. Kostelka: Wir wissen wenigstens, wie wir stimmen! Wir müssen nicht in Kärnten nachfragen, wie wir zu stimmen haben!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Mag. Peter: Karl, bist du dafür oder dagegen?) Meine verehrten Umweltsprecher Kollege Keppelmüller, Kollege Kopf, Kollegin Langthaler, Kollege Barmüller! Es ist erschütternd, wie fluchtartig unsere Kollegen den Plenarsaal verlassen. Wenn ich das prozentmäßig feststellen lasse ... (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Das darf nicht wahr sein! – Abg. Dr. Khol: Vier Freiheitliche sind da!) – Ja, das ist natürlich auch an unsere eigene Fraktion gerichtet, Herr Klubobmann, aber prozentuell sind wir noch besser vertreten als die Sozialdemokraten – und die Grünen sind ja auch nicht wirklich voll vertreten. (Abg. Dr. Kostelka: Wir wissen wenigstens, wie wir stimmen! Wir müssen nicht in Kärnten nachfragen, wie wir zu stimmen haben!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Kostelka! Sie haben schon Ihr Stimmrecht in der Form in Anspruch genommen, daß Sie zwei Stimmen abgegeben haben. Sie wissen sicher nicht, wie Sie zu stimmen haben. Das haben Sie schon dokumentiert, Herr Klubobmann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kostelka: Das ist ein Versprechen! Ob es stimmt, das werden wir erst sehen!
Die heute zu beschließenden Adaptierungen sind die logische Folge einer gelungenen Aufbauphase, da jetzt andere Anforderungen bestehen. Wir Freiheitliche, Herr Klubobmann Kostelka, werden in unserer Gesamtheit dafür stimmen. (Abg. Dr. Kostelka: Das ist ein Versprechen! Ob es stimmt, das werden wir erst sehen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
All das ist ein guter Weg, und insofern sind wir froh, daß diese Materie heute hier beschlossen werden kann. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Brix.
Ein Projekt – dazu habe ich Ihnen eine Tafel mitgenommen (die Rednerin zeigt die Tafel) – ist besonders absurd, es geht dabei um den Nationalpark Donau-Auen. Ich möchte Ihnen nur zeigen, was Wirtschaftsminister Farnleitner da gemeinsam mit den Landeshauptleuten, allen voran auch Bürgermeister Häupl, plant. (Zwischenruf des Abg. Brix.) Dann muß er sich von den Zeitungsmeldungen – ich habe sie mir extra gestern noch einmal durchgeschaut, Kollege Brix – endlich distanzieren.
Abg. Edler: Da steht er nicht allein! Das werden wir unterstützen, weil wir es brauchen! – Abg. Brix: Keine Autobahn in der Lobau!
Hier haben wir den Nationalpark Donau-Auen, die grüne Fläche (die Rednerin zeigt auf die entsprechende Stelle auf der Tafel) – Sie können es sicher wunderbar sehen, auch Sie, Herr Minister –, und das sind die Projekte, die derzeit nach den Vorschlägen des Wirtschaftsministers vorliegen. Wir nennen das ja nur mehr die "Nationalpark-Autobahn" des Bundesministers Farnleitner und einiger Landeshauptleute. (Abg. Edler: Da steht er nicht allein! Das werden wir unterstützen, weil wir es brauchen! – Abg. Brix: Keine Autobahn in der Lobau!) – Das werden Sie unterstützen, umso schlimmer!
Abg. Brix: Das hat der Bürgermeister nie gesagt!
Das ist absurd, meine Damen und Herren, das paßt nicht zusammen. (Abg. Brix: Das hat der Bürgermeister nie gesagt!) Man muß sich schon entscheiden, man kann nicht beides haben. (Abg. Brix: Keine Autobahn durch die Lobau!) Wenn man sich zu bestehenden Nationalparkgebieten bekennt (Abg. Brix: Jawohl, wir bekennen uns dazu!), sei das im Bereich Neusiedler See, sei das im Bereich Donau-Auen oder anderswo (Abg. Brix: Gerade der Biologe Häupl hat gesagt: Keine Autobahn durch die Lobau!), kann man nicht eine Autobahn mitten durch das Nationalparkgebiet planen. (Beifall der Abgeordneten Dr. Petrovic und Mag. Barmüller.)
Abg. Brix: Keine Autobahn durch die Lobau!
Das ist absurd, meine Damen und Herren, das paßt nicht zusammen. (Abg. Brix: Das hat der Bürgermeister nie gesagt!) Man muß sich schon entscheiden, man kann nicht beides haben. (Abg. Brix: Keine Autobahn durch die Lobau!) Wenn man sich zu bestehenden Nationalparkgebieten bekennt (Abg. Brix: Jawohl, wir bekennen uns dazu!), sei das im Bereich Neusiedler See, sei das im Bereich Donau-Auen oder anderswo (Abg. Brix: Gerade der Biologe Häupl hat gesagt: Keine Autobahn durch die Lobau!), kann man nicht eine Autobahn mitten durch das Nationalparkgebiet planen. (Beifall der Abgeordneten Dr. Petrovic und Mag. Barmüller.)
Abg. Brix: Jawohl, wir bekennen uns dazu!
Das ist absurd, meine Damen und Herren, das paßt nicht zusammen. (Abg. Brix: Das hat der Bürgermeister nie gesagt!) Man muß sich schon entscheiden, man kann nicht beides haben. (Abg. Brix: Keine Autobahn durch die Lobau!) Wenn man sich zu bestehenden Nationalparkgebieten bekennt (Abg. Brix: Jawohl, wir bekennen uns dazu!), sei das im Bereich Neusiedler See, sei das im Bereich Donau-Auen oder anderswo (Abg. Brix: Gerade der Biologe Häupl hat gesagt: Keine Autobahn durch die Lobau!), kann man nicht eine Autobahn mitten durch das Nationalparkgebiet planen. (Beifall der Abgeordneten Dr. Petrovic und Mag. Barmüller.)
Abg. Brix: Gerade der Biologe Häupl hat gesagt: Keine Autobahn durch die Lobau!
Das ist absurd, meine Damen und Herren, das paßt nicht zusammen. (Abg. Brix: Das hat der Bürgermeister nie gesagt!) Man muß sich schon entscheiden, man kann nicht beides haben. (Abg. Brix: Keine Autobahn durch die Lobau!) Wenn man sich zu bestehenden Nationalparkgebieten bekennt (Abg. Brix: Jawohl, wir bekennen uns dazu!), sei das im Bereich Neusiedler See, sei das im Bereich Donau-Auen oder anderswo (Abg. Brix: Gerade der Biologe Häupl hat gesagt: Keine Autobahn durch die Lobau!), kann man nicht eine Autobahn mitten durch das Nationalparkgebiet planen. (Beifall der Abgeordneten Dr. Petrovic und Mag. Barmüller.)
Beifall der Abgeordneten Dr. Petrovic und Mag. Barmüller.
Das ist absurd, meine Damen und Herren, das paßt nicht zusammen. (Abg. Brix: Das hat der Bürgermeister nie gesagt!) Man muß sich schon entscheiden, man kann nicht beides haben. (Abg. Brix: Keine Autobahn durch die Lobau!) Wenn man sich zu bestehenden Nationalparkgebieten bekennt (Abg. Brix: Jawohl, wir bekennen uns dazu!), sei das im Bereich Neusiedler See, sei das im Bereich Donau-Auen oder anderswo (Abg. Brix: Gerade der Biologe Häupl hat gesagt: Keine Autobahn durch die Lobau!), kann man nicht eine Autobahn mitten durch das Nationalparkgebiet planen. (Beifall der Abgeordneten Dr. Petrovic und Mag. Barmüller.)
Abg. Brix: Von Untertunnelung ist die Rede!
Ich freue mich sehr, Herr Abgeordneter Brix, wenn Bürgermeister Häupl die Aussagen, die ich im "Kurier" und in der "Kronen Zeitung" von ihm gefunden habe, zu diesem Projekt nicht gemacht hat. Ich nehme das zur Kenntnis und hoffe, daß das offensichtlich eine Zeitungsente war. (Abg. Brix: Von Untertunnelung ist die Rede!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ich hoffe sehr, daß in der nächsten Legislaturperiode endlich eine Naturschutzkompetenz auf Bundesebene geschaffen werden kann. – Danke. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Ing. Langthaler: Furchtbar!
Es ist richtig, daß die Länder unterschiedlich große Flächenausweisungen vorgenommen haben – dieser Prozeß ist ja noch nicht ganz am Ende. Allerdings kann ich daraus, Frau Abgeordnete Langthaler, kein Argument gegen den Föderalismus ableiten, weil ausgerechnet das besonders zentralistisch geführte und regierte Frankreich bisher überhaupt noch kein "Natura-2000-Gebiet" ausgewiesen hat. (Abg. Ing. Langthaler: Furchtbar!) Also das kann es nicht sein. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist richtig, daß die Länder unterschiedlich große Flächenausweisungen vorgenommen haben – dieser Prozeß ist ja noch nicht ganz am Ende. Allerdings kann ich daraus, Frau Abgeordnete Langthaler, kein Argument gegen den Föderalismus ableiten, weil ausgerechnet das besonders zentralistisch geführte und regierte Frankreich bisher überhaupt noch kein "Natura-2000-Gebiet" ausgewiesen hat. (Abg. Ing. Langthaler: Furchtbar!) Also das kann es nicht sein. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Schluß noch eine kurze Bemerkung zur Frage Nationalparks und mögliche Autobahnprojekte, mögliche Projekte für Kanäle, die die Donau mit der Oder und der Elbe verbinden sollen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich als Umweltminister eines ganz klar feststellen: Priorität hat jedenfalls der Naturschutz. Priorität hat dort jedenfalls der Nationalpark. Alles andere, was immer dort geplant ist, hat sich dem unterzuordnen und müßte ohnehin noch einer gewissenhaften Prüfung unterzogen werden. Priorität hat jedenfalls die langfristige, die generationenübergreifende Erhaltung jedes Nationalparkes, insbesondere auch des Nationalparks Donau-Auen. – Herr Präsident, ich danke für die Erteilung des Wortes. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Für eine Schnellstraße!
Ich stelle richtig: Herr Bürgermeister Häupl spricht sich nicht für eine Autobahn durch die Lobau aus, im Gegenteil (Abg. Böhacker: Für eine Schnellstraße!), er hat gesagt: Die Lobau und der Nationalpark Donau-Auen dürfen nie angetastet werden. Aber er spricht sich für eine ökologische Lösung, für eine Tunnellösung aus. Das heißt, daß keine Straße mehr durch den Nationalpark führen darf. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich stelle richtig: Herr Bürgermeister Häupl spricht sich nicht für eine Autobahn durch die Lobau aus, im Gegenteil (Abg. Böhacker: Für eine Schnellstraße!), er hat gesagt: Die Lobau und der Nationalpark Donau-Auen dürfen nie angetastet werden. Aber er spricht sich für eine ökologische Lösung, für eine Tunnellösung aus. Das heißt, daß keine Straße mehr durch den Nationalpark führen darf. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Mit Stolz können wir sagen, daß der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel ein geglücktes Beispiel und der Beweis dafür ist, daß Ökologie und Ökonomie nicht im Widerspruch zueinander stehen. Man hat daher ein sehr gutes Gefühl, wenn man behaupten kann, von Beginn an bei diesem erfolgreichen Jahrhundertprojekt dabeigewesen zu sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Anders ist es in der Steiermark. Dort bringt eine Gemeinde das Thema zu ihrem Landesrat, aber nicht deshalb, weil ein ökologisches Sendungsbewußtsein sie beflügelt, sondern weil sie auf diesem Umweg einen Gipsabbau in ihrem Gemeindegebiet verhindern will. Der Herr Umweltlandesrat lehnt sich unter der Devise: Jedem Bundesland seinen Nationalpark! weit hinaus, erfreulich weit hinaus. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Herr Naturschutzlandesrat Hirschmann, ich korrigiere mich, lehnt sich zu diesem Thema weit hinaus, zu weit für eine gewöhnlich recht koalitionstreue rote Bettnachbarschaft, die ab diesem Zeitpunkt zu diesem Projekt "njet" sagt.
Abg. Ing. Tychtl: Nein, aber ich habe vor zwei Wochen die gleiche Argumentation im Fernsehen gesehen!
Übrigens: Fischereirechte sind derzeit zu Schleuderpreisen zu bekommen, denn aufgrund Ihrer bedingungslosen EU-Gläubigkeit und Ihres Zögerns sind die Flüsse der Obersteiermark durch eine Kormoran-Invasion nahezu leergefressen und die heimischen Fischarten fast ausgerottet. Daß Sie, Herr Kollege Tychtl, schmunzeln, beweist mir, daß für Sie der Artenschutz an der Wasseroberfläche endet und daß Sie dieses Problem von europäischer Dimension noch nicht begriffen haben. (Abg. Ing. Tychtl: Nein, aber ich habe vor zwei Wochen die gleiche Argumentation im Fernsehen gesehen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben hier Handlungsbedarf, wenngleich ich Ihre Argumentation bezüglich Föderalismus in dieser Angelegenheit unterstütze. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
In diesem Zusammenhang ist der Besucherlenkung meiner Auffassung nach ganz besonderes Augenmerk zuzuwenden, und hier sind wir noch nicht so weit. Hier dilettiert man noch, und ich bedauere das. Ich glaube aber, wir können auf den richtigen Weg kommen, und bitte den Herrn Bundesminister, sich diesbezüglich zu verwenden. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Gestern hat unter Vorsitz dieses Beamten, der gleichzeitig Obmann ist, eine Sitzung des Verbandes stattgefunden, in der er den Bürgermeistern erklärt hat, daß eine Sanierung der Großkläranlage vorgezogen werden soll. Er versucht damit, Geld der Mitglieder des Verbandes flüssigzumachen, um die Anschlußbeiträge für das Großprojekt senken zu können. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was ich damit aufzeigen will, ist, daß es dort zu einer massiven Vermengung von Interessen kommt, daß der Obmann des Abwasserverbandes gleichzeitig der oberste Beamte ist, der die Beurteilungsgrundlagen für das Förderungsansuchen, das schlußendlich an die ÖKK geht, erstellt. Das kann so nicht sein, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum Ozonbericht dann nach der Dringlichen Anfrage. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Nein!
Jetzt können Sie mich natürlich fragen: Ist das nicht unfair, was sind das für Ziele, die für die Steuerreform 2000 vorgegeben wurden, sind das die der Grünen oder die der Liberalen? (Abg. Mag. Peter: Nein!) – Nein; danke, Herr Kollege Peter. Sie finden in unserer schriftlichen Dringlichen Anfrage verschiedene Zitate aus der Vergangenheit, was denn nun die Steuerreform 2000 hätte bringen sollen. Ich führe nur ein oder zwei davon an.
Abg. Böhacker: Das sind aber Peanuts!
Das jetzt vorliegende Papier bleibt alle Antworten auf diese zentrale steuerpolitische Herausforderung schuldig! Insbesondere im Bereich der Lohnsummenabgaben ist es enttäuschend, daß die beiden Regierungsparteien sich nicht getraut haben, da irgend etwas weiterzubringen – mit einer winzigen Ausnahme, nämlich der Begünstigung von neu gegründeten Unternehmungen, die befristet von einigen Lohnsummenabgaben ausgenommen werden. (Abg. Böhacker: Das sind aber Peanuts!) Aber das, wie Sie, Herr Böhacker, richtig sagen, sind Peanuts. Das ist nicht die Reform, die wir hier angestrebt haben.
Beifall bei den Grünen.
Was passiert im Rahmen des jetzt vorliegenden Papiers? – Die Erbschaftsteuer wird weiter ausgehöhlt. Ich frage mich: Hat die SPÖ damit endgültig die Frage der Erbschaftsbesteuerung in Österreich aufgegeben oder nicht? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schwarzenberger: Oder Universitätsprofessoren!
Also gut, ein Hilfsgärtner zum Beispiel, der durchaus in Österreich heute immer noch bei 11 000 S brutto im Monat verdienen kann, wird durch diese Steuertarifreform, wie sie jetzt vorgeschlagen wird, mit 1 500 S jährlich entlastet, und eine Hilfsarbeiterin mit 12 000 S brutto im Monat wird mit 2 500 S jährlich entlastet. – So weit, so schlecht in gewisser Hinsicht, denn warum entlasten Sie den Direktor mit 100 000 S brutto im Monat mit 7 000 S jährlich und auch den Generaldirektor, der wohl kaum einen Sozialfall darstellt, mit 300 000 S im Monat ebenfalls mit 7 000 S jährlich? (Abg. Schwarzenberger: Oder Universitätsprofessoren!) Auch, oder Abgeordnete. Mir ist egal, welches Bild Sie nehmen. (Abg. Schwarzenberger: Ihn betrifft es dann doppelt!)
Abg. Schwarzenberger: Ihn betrifft es dann doppelt!
Also gut, ein Hilfsgärtner zum Beispiel, der durchaus in Österreich heute immer noch bei 11 000 S brutto im Monat verdienen kann, wird durch diese Steuertarifreform, wie sie jetzt vorgeschlagen wird, mit 1 500 S jährlich entlastet, und eine Hilfsarbeiterin mit 12 000 S brutto im Monat wird mit 2 500 S jährlich entlastet. – So weit, so schlecht in gewisser Hinsicht, denn warum entlasten Sie den Direktor mit 100 000 S brutto im Monat mit 7 000 S jährlich und auch den Generaldirektor, der wohl kaum einen Sozialfall darstellt, mit 300 000 S im Monat ebenfalls mit 7 000 S jährlich? (Abg. Schwarzenberger: Oder Universitätsprofessoren!) Auch, oder Abgeordnete. Mir ist egal, welches Bild Sie nehmen. (Abg. Schwarzenberger: Ihn betrifft es dann doppelt!)
Beifall bei den Grünen.
Dankenswerterweise haben Sie in Ihrem Reformprogramm diese Entlastung graphisch deutlich dargestellt: daß nämlich die Entlastung durch die Steuerreform bei den oberen und obersten Einkommen am größten ist. Das nennen Sie "sozial ausgewogen"! 7 000 S Steuerentlastung für die Hilfsarbeiterin und null Schilling Steuerentlastung für den Generaldirektor, das wäre sozial ausgewogen gewesen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist die Politik von 1995: Vor den Wahlen großzügig sein, nach den Wahlen grausam sein! Diese Wiederholung steht uns bevor, und abgesehen davon, daß es ein Betrug am Wähler ist, ist es auch nicht gut für den Wirtschaftsstandort Österreich, den Sie in jeder Zeile beschwören. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Böhacker: Vergessen Sie nicht die jüngste drastische Gebührenerhöhung! Das ist dann egal, ob mit Stempelmarke oder Kreditkarte!
Die steuerliche Begünstigung im Rahmen von Sozialplänen finde ich in Ordnung und als Kleinigkeit, daß wir in Zukunft die Stempelmarken nicht mehr kaufen müssen, sondern sogar mit einer Visakarte oder einer anderen Kreditkarte bezahlen dürfen. Das ist schon irgendwie dem Jahr 2000 sensationell angemessen. (Abg. Böhacker: Vergessen Sie nicht die jüngste drastische Gebührenerhöhung! Das ist dann egal, ob mit Stempelmarke oder Kreditkarte!) Meine Damen und Herren! Ein guter Punkt! Im Papier der Steuerreformkommission war die Totalreform des Gebührengesetzes ein sehr wichtiger Punkt, dem die Kommission absoluten Vorrang eingeräumt hätte. Davon ist im nun vorliegenden Papier nichts zu finden. Ganz im Gegenteil, wir haben eine neue Gebühr im Bereich der Verträge von Unternehmungen.
Beifall bei den Grünen.
Ein Versprechen wurde schon eingehalten, ein Versprechen von Finanzminister Edlinger, an das ich mich gut erinnern kann. Finanzminister Edlinger hat in irgendeinem anderen Zusammenhang gesagt: Der nächste Finanzminister muß doch auch noch etwas zu tun haben. Das stimmt! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.
Folgende maßgeblichen Ziele haben uns geleitet: Erstens die Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen – ich werde, weil das in Frage gestellt wurde, vorab dies noch näher ausführen –, zweitens die Verbesserung des Wirtschafts- und Beschäftigungsstandortes Österreich, und drittens soll diese Reform so konzipiert sein, daß sie kein Sparpaket erforderlich macht. Das waren die wesentlichen Vorgaben für diese Reform. Und ich meine, daß diese Ziele auch erreicht werden! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.
Der Großteil der Entlastung kommt den kleinen und mittleren Einkommen und vor allem den Familien zugute. Ich möchte das ausführen: Bereits bei einem monatlichen Bruttobezug von 13 000 S beträgt die jährliche Steuerentlastung 4 000 S bei einer bisherigen Steuerleistung von 5 272 S. Das ist eine Entlastung des Bruttobezuges von 2,6 Prozent. Bei einem Einkommen von 20 000 S beträgt die Entlastung 4 060 S. Das sind 1,7 Prozent des Bruttobezuges. Wir müssen ja auch die prozentuelle Darstellung mit berücksichtigen und nicht nur die absoluten Beträge. Hingegen bleibt ab einem Einkommen von zirka 41 000 S die Entlastung mit etwa 7 000 S konstant. Das heißt, daß bei einem Bruttobezug von 70 000 S nur mehr eine Entlastung von 0,8 Prozent des Bruttobezuges vorliegt. Ich finde, daß dies ein durchaus vertretbarer Kompromiß ist, der im wesentlichen eine Begünstigung der kleinen Einkommen darstellt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Im übrigen bedeutet diese Entlastung in Summe für die Unternehmensgründer einen Startvorteil von 1 Milliarde Schilling pro Jahr. Ich würde, Herr Abgeordneter Böhacker, dies im Zusammenhang mit Steuergeldern nicht als "Peanuts", wie Sie es sagten, bezeichnen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Böhacker.) Bei einer Lohnsumme von etwa 10 Milliarden Schilling, die bei 20 000 Neugründungen pro Jahr eine durchaus vernünftige Schätzung sind, ergibt sich eben dieser Betrag aus der Absenkung der Lohnsummenabgaben und der anderen Abgaben im Zusammenhang mit den Betriebsgründungen. Ich glaube, daß dies ein durchaus nennenswerter Betrag ist und nicht die Bezeichnung "Peanuts" verdient. Daß Sie, Herr Abgeordneter Böhacker, das als "Peanuts" bei Steuergeldern bezeichnen, bleibt Ihnen überlassen, ich kann mich dieser Ihrer Meinung sicherlich nicht anschließen. (Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!)
Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!
Im übrigen bedeutet diese Entlastung in Summe für die Unternehmensgründer einen Startvorteil von 1 Milliarde Schilling pro Jahr. Ich würde, Herr Abgeordneter Böhacker, dies im Zusammenhang mit Steuergeldern nicht als "Peanuts", wie Sie es sagten, bezeichnen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Böhacker.) Bei einer Lohnsumme von etwa 10 Milliarden Schilling, die bei 20 000 Neugründungen pro Jahr eine durchaus vernünftige Schätzung sind, ergibt sich eben dieser Betrag aus der Absenkung der Lohnsummenabgaben und der anderen Abgaben im Zusammenhang mit den Betriebsgründungen. Ich glaube, daß dies ein durchaus nennenswerter Betrag ist und nicht die Bezeichnung "Peanuts" verdient. Daß Sie, Herr Abgeordneter Böhacker, das als "Peanuts" bei Steuergeldern bezeichnen, bleibt Ihnen überlassen, ich kann mich dieser Ihrer Meinung sicherlich nicht anschließen. (Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
All das sind wesentliche Maßnahmen zur Förderung des Beschäftigungsstandortes Österreich. Außerdem wird es kein neues Sparpaket geben. Ein Gesamtentlastungsvolumen von 30 Milliarden Schilling gewährleistet dies, und das war für uns auch eine ganz wesentliche Voraussetzung. Andererseits beträgt dieses Entlastungsvolumen doch mehr als 1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und ist damit schon nennenswert. Dieser Betrag sowie die angeführten strukturellen Weichenstellungen rechtfertigen es, wie ich meine, von einer verantwortungsvollen Reform zu sprechen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Wie liegt der Staatssekretär?
Wie hoch ist die steuerliche Entlastung bei einem Ministergehalt? – In diesem Beispiel zeigt sich die soziale Dimension der Tarifsenkung noch deutlicher. Bei einem Ministergehalt beträgt die Entlastung annähernd 0,3 Prozent, bei einem Einkommen von 20 000 S, nach dem Sie gefragt haben, zirka 1,7 Prozent des Bruttobezuges. (Abg. Mag. Peter: Wie liegt der Staatssekretär?) – Da wird es auch ungefähr bei 0,3 Prozent liegen. (Abg. Schwarzenberger: Wie bei Universitätsprofessoren? – Abg. Böhacker – in Richtung des Abg. Mag. Peter –: Wie bei Hoteliers?)
Abg. Schwarzenberger: Wie bei Universitätsprofessoren? – Abg. Böhacker – in Richtung des Abg. Mag. Peter –: Wie bei Hoteliers?
Wie hoch ist die steuerliche Entlastung bei einem Ministergehalt? – In diesem Beispiel zeigt sich die soziale Dimension der Tarifsenkung noch deutlicher. Bei einem Ministergehalt beträgt die Entlastung annähernd 0,3 Prozent, bei einem Einkommen von 20 000 S, nach dem Sie gefragt haben, zirka 1,7 Prozent des Bruttobezuges. (Abg. Mag. Peter: Wie liegt der Staatssekretär?) – Da wird es auch ungefähr bei 0,3 Prozent liegen. (Abg. Schwarzenberger: Wie bei Universitätsprofessoren? – Abg. Böhacker – in Richtung des Abg. Mag. Peter –: Wie bei Hoteliers?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich werte diesen Widerspruch als gutes Zeichen dafür, daß die Bundesregierung mit der Dimension ihrer Steuerreform richtig liegt. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte meine Kritik wirklich in einigen Hauptpunkten zusammenfassen. Zum einen haben Sie selbst, Herr Staatssekretär, in Ihrer Beantwortung gesagt, daß Sie den Vorwurf, daß die Ökologisierung des Steuersystems nicht fortgesetzt wurde, hinnehmen müssen. – Jetzt kann man aus Sicht der Grünen hinzufügen: Es ist nicht nur so, daß die Ökologisierung des Steuersystems nicht fortgesetzt wurde, sondern auch so, daß sie nie ernsthaft begonnen wurde, nämlich Ökologisierung gemeint als Lenkungsinstrument. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lukesch: Die Forscher kosten nichts, Frau Kollegin?
Das hätte in Österreich vor allem die Dienstleistungsbetriebe und jene Betriebe begünstigt, die einen hohen Anteil an Lohn- und Gehaltskosten oder zum Beispiel auch einen hohen Anteil an Forschungskosten haben. Forscherinnen und Forscher sind – Gott sei Dank und zu Recht – gut bezahlte und hochqualifizierte Menschen, und umso stärker hätten diese Betriebe, die in Forschung und Entwicklung investieren, auch Vorteile einer grünen, einer ökologischen Steuerreform gespürt. Wir haben das ... (Abg. Dr. Lukesch: Die Forscher kosten nichts, Frau Kollegin?) – Bitte? (Abg. Dr. Lukesch: Die Labors und die wissenschaftlichen Geräte sind kostenlos zu haben?) – Die sind nicht kostenlos zu haben, Herr Kollege Lukesch. Ich gebe Ihnen gerne unser Steuermodell, aber unter dem Strich würden sie besser aussteigen.
Abg. Dr. Lukesch: Die Labors und die wissenschaftlichen Geräte sind kostenlos zu haben?
Das hätte in Österreich vor allem die Dienstleistungsbetriebe und jene Betriebe begünstigt, die einen hohen Anteil an Lohn- und Gehaltskosten oder zum Beispiel auch einen hohen Anteil an Forschungskosten haben. Forscherinnen und Forscher sind – Gott sei Dank und zu Recht – gut bezahlte und hochqualifizierte Menschen, und umso stärker hätten diese Betriebe, die in Forschung und Entwicklung investieren, auch Vorteile einer grünen, einer ökologischen Steuerreform gespürt. Wir haben das ... (Abg. Dr. Lukesch: Die Forscher kosten nichts, Frau Kollegin?) – Bitte? (Abg. Dr. Lukesch: Die Labors und die wissenschaftlichen Geräte sind kostenlos zu haben?) – Die sind nicht kostenlos zu haben, Herr Kollege Lukesch. Ich gebe Ihnen gerne unser Steuermodell, aber unter dem Strich würden sie besser aussteigen.
Beifall bei den Grünen.
Es ist ganz klar – und wir Grüne haben nie ein Hehl daraus gemacht –, daß unser Modell auch Nachteile hat beziehungsweise Verlierer kennt. Daß gewisse Teile der Grundstoffindustrie, daß die Schotterbarone keine sehr große Freude mit dem Modell haben, wissen wir. Aber es liegt auch an der Regierung, zu entscheiden, wohin sie unsere Wirtschaft steuern will – im Sinne von einem Steuerrad – und ob sie glaubt, daß die Zukunft der österreichischen Wirtschaft eher im High-Tech-Bereich, eher bei den Energieoptimierern, eher bei den Dienstleistern oder mehr bei den Schotterbaroninnen und -baronen liegt. Da wäre eine Entscheidung zu treffen, und ich denke, diese Entscheidung ist wieder, so nach dem Motto: Na ja, wir wollen es uns mit keiner Seite wirklich verscherzen!, ausgeblieben. Das finde ich als Grüne sehr traurig! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Vor allem stelle ich mir schon die Frage: Wer braucht denn die Reform? – Es ist bekannt, daß die Frauen in Österreich zu Unrecht um 30 Prozent weniger verdienen. In diesem Punkt hätte ich mir einen besonderen steuerlichen Akzent erwartet, besonders für Einrichtungen, für Maßnahmen, für Initiativen, die den Frauen in unserem Land zugute kommen. Diese Initiative oder diesen Akzent vermissen wir überhaupt ganz schmerzlich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Okay. – Ich wollte noch in einem allerletzten Satz zusammenfassen, daß ich für die Beantwortung in ihrem Umfang danke, daß ich aber die Akzente, die von den Grünen vorgeschlagen wurden, in Ihrem Konzept leider schmerzlich vermisse. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Das ist ein frommer Wunsch beim Öllinger, Herr Präsident!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Öllinger wird dann eine halbe Minute kürzer reden. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein frommer Wunsch beim Öllinger, Herr Präsident!)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Ende der Märchenstunde!
Ich möchte, da es das erste Mal ist, daß wir darüber im Hohen Haus sprechen, nicht anstehen, auch den Verhandlern dieser Steuerreform sehr herzlich für die Mühe und für das gute Ergebnis, das dabei herausgekommen ist, zu danken. Ich möchte insbesondere Herrn Finanzminister Edlinger speziell hervorheben, der für die Österreicherinnen und Österreicher der Garant für eine Steuerreform ist, die sozial gerecht und solide ist. Auf beides kommt es uns an! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Ende der Märchenstunde!)
Abg. Böhacker: Ich habe doch noch gar nichts gesagt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Herr Staatssekretär hat ja hier zu einzelnen Punkten konkrete Beispiele gegeben. Ich möchte jetzt auf einige Punkte – speziell jene der Opposition – eingehen. Der erste Punkt – das betrifft die Diskussion, die sozusagen quer durchgegangen ist – war der ... (Abg. Böhacker: Ich habe doch noch gar nichts gesagt!) – Es ist ja schon eine Fülle von Presseaussendungen von Ihrer Partei gekommen, und ich nehme an, daß Sie sich vielleicht mit Ihrer Partei identifizieren, obwohl ich mir angesichts dessen, was ich heute vormittag gehört habe, nicht mehr so sicher bin, was wirklich die Meinungen der FPÖ sind. Bekanntlich gehen diese ja weit auseinander. (Abg. Böhacker: Das werden wir dann gleich vergleichen, wenn ...!)
Abg. Böhacker: Das werden wir dann gleich vergleichen, wenn ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Herr Staatssekretär hat ja hier zu einzelnen Punkten konkrete Beispiele gegeben. Ich möchte jetzt auf einige Punkte – speziell jene der Opposition – eingehen. Der erste Punkt – das betrifft die Diskussion, die sozusagen quer durchgegangen ist – war der ... (Abg. Böhacker: Ich habe doch noch gar nichts gesagt!) – Es ist ja schon eine Fülle von Presseaussendungen von Ihrer Partei gekommen, und ich nehme an, daß Sie sich vielleicht mit Ihrer Partei identifizieren, obwohl ich mir angesichts dessen, was ich heute vormittag gehört habe, nicht mehr so sicher bin, was wirklich die Meinungen der FPÖ sind. Bekanntlich gehen diese ja weit auseinander. (Abg. Böhacker: Das werden wir dann gleich vergleichen, wenn ...!)
Abg. Böhacker: Herr Professor, eine Viertelstunde noch!
Vielleicht stehen wir hier wieder vor Überraschungen, und Sie werden diese Steuerreform erheblich loben. Das würde mich nur freuen. (Abg. Böhacker: Herr Professor, eine Viertelstunde noch!) Aber wenn ich davon ausgehe, was Sie zumindest in Presseaussendungen verlautbart haben, so glaube ich nicht daran. Es war Ihre Kritik dahin gehend, daß diese Steuerreform nicht groß genug sei, daß diese Steuerreform nicht mutig genug sei, und das erinnert mich an den alten Spruch beim Kartenspiel, bei dem es immer heißt (Abg. Dr. Khol: Bei welchem Kartenspiel?) – generell –: Dem Kiebitz ist kein Einsatz hoch genug. (Abg. Dr. Khol: Das stimmt!) – Und so ist es auch in diesem Fall: Für Parteien, die keine Verantwortung zu tragen haben, geht eine Steuerreform natürlich immer zuwenig weit. Da kann man immer mehr verlangen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Bei welchem Kartenspiel?
Vielleicht stehen wir hier wieder vor Überraschungen, und Sie werden diese Steuerreform erheblich loben. Das würde mich nur freuen. (Abg. Böhacker: Herr Professor, eine Viertelstunde noch!) Aber wenn ich davon ausgehe, was Sie zumindest in Presseaussendungen verlautbart haben, so glaube ich nicht daran. Es war Ihre Kritik dahin gehend, daß diese Steuerreform nicht groß genug sei, daß diese Steuerreform nicht mutig genug sei, und das erinnert mich an den alten Spruch beim Kartenspiel, bei dem es immer heißt (Abg. Dr. Khol: Bei welchem Kartenspiel?) – generell –: Dem Kiebitz ist kein Einsatz hoch genug. (Abg. Dr. Khol: Das stimmt!) – Und so ist es auch in diesem Fall: Für Parteien, die keine Verantwortung zu tragen haben, geht eine Steuerreform natürlich immer zuwenig weit. Da kann man immer mehr verlangen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Das stimmt!
Vielleicht stehen wir hier wieder vor Überraschungen, und Sie werden diese Steuerreform erheblich loben. Das würde mich nur freuen. (Abg. Böhacker: Herr Professor, eine Viertelstunde noch!) Aber wenn ich davon ausgehe, was Sie zumindest in Presseaussendungen verlautbart haben, so glaube ich nicht daran. Es war Ihre Kritik dahin gehend, daß diese Steuerreform nicht groß genug sei, daß diese Steuerreform nicht mutig genug sei, und das erinnert mich an den alten Spruch beim Kartenspiel, bei dem es immer heißt (Abg. Dr. Khol: Bei welchem Kartenspiel?) – generell –: Dem Kiebitz ist kein Einsatz hoch genug. (Abg. Dr. Khol: Das stimmt!) – Und so ist es auch in diesem Fall: Für Parteien, die keine Verantwortung zu tragen haben, geht eine Steuerreform natürlich immer zuwenig weit. Da kann man immer mehr verlangen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Vielleicht stehen wir hier wieder vor Überraschungen, und Sie werden diese Steuerreform erheblich loben. Das würde mich nur freuen. (Abg. Böhacker: Herr Professor, eine Viertelstunde noch!) Aber wenn ich davon ausgehe, was Sie zumindest in Presseaussendungen verlautbart haben, so glaube ich nicht daran. Es war Ihre Kritik dahin gehend, daß diese Steuerreform nicht groß genug sei, daß diese Steuerreform nicht mutig genug sei, und das erinnert mich an den alten Spruch beim Kartenspiel, bei dem es immer heißt (Abg. Dr. Khol: Bei welchem Kartenspiel?) – generell –: Dem Kiebitz ist kein Einsatz hoch genug. (Abg. Dr. Khol: Das stimmt!) – Und so ist es auch in diesem Fall: Für Parteien, die keine Verantwortung zu tragen haben, geht eine Steuerreform natürlich immer zuwenig weit. Da kann man immer mehr verlangen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Ihre Steuerreform ist eine Pokerpartie?
Aber für Parteien, die in Regierungsverantwortung stehen, ist es schon sehr wichtig, daß das eine Steuerreform ist, die gesamtwirtschaftlich ins Bild paßt und die auch wirklich solide finanziert ist. (Abg. Böhacker: Ihre Steuerreform ist eine Pokerpartie?) Das ist in diesem Fall geschehen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sie tun immer so, als ob sich die Steuerreformkommission dafür ausgesprochen hätte. – Eben nicht! Sie hatten die Chance, daß Ihr Modell wirklich fair geprüft worden ist, und das Ergebnis war: Das Modell klingt zwar schön, ist aber nicht realistisch. – Das ist die Antwort der Steuerreformkommission, und ich glaube, dazu sollten Sie sich auch bekennen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben daher eine Steuerreform gewählt, die meiner Meinung nach einen sehr klaren Schwerpunkt gesetzt hat, nämlich eine echte – und nicht pseudomäßige – Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen. Und dazu stehen wir auch! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Rieß.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nächster Punkt der Kritik: die Frage der Lohnnebenkosten. Auch bei diesem Thema ist es, glaube ich, wichtig, daß man sich nicht in Schlagworten ergeht, sondern das Ganze doch eher nüchtern und seriös ansieht. Zunächst einmal: Es ist richtig, daß wir in Österreich einen hohen Anteil an Lohnnebenkosten haben. Aber die Verknüpfung zur Beschäftigungsentwicklung würde ich nicht so einfach herstellen, denn es sollte sich doch irgendwo schon herumgesprochen haben, daß es Länder gibt, die zwar sehr viel niedrigere Lohnnebenkosten, aber eigenartiger Weise auch eine sehr viel höhere Arbeitslosigkeit haben. Österreich hat – zugegebenermaßen – hohe Lohnnebenkosten, wir haben aber eine für Europa überdurchschnittlich gute Beschäftigungsentwicklung und eine Arbeitslosenrate, die etwa bei der Hälfte des europäischen Durchschnittswertes liegt. (Zwischenruf der Abg. Rieß.) So einfach ist also dieser Zusammenhang, der von Angebotstheoretikern immer wieder so dargestellt wird, sicher nicht! (Abg. Mag. Posch: Es gibt überhaupt keinen Zusammenhang!)
Abg. Mag. Posch: Es gibt überhaupt keinen Zusammenhang!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nächster Punkt der Kritik: die Frage der Lohnnebenkosten. Auch bei diesem Thema ist es, glaube ich, wichtig, daß man sich nicht in Schlagworten ergeht, sondern das Ganze doch eher nüchtern und seriös ansieht. Zunächst einmal: Es ist richtig, daß wir in Österreich einen hohen Anteil an Lohnnebenkosten haben. Aber die Verknüpfung zur Beschäftigungsentwicklung würde ich nicht so einfach herstellen, denn es sollte sich doch irgendwo schon herumgesprochen haben, daß es Länder gibt, die zwar sehr viel niedrigere Lohnnebenkosten, aber eigenartiger Weise auch eine sehr viel höhere Arbeitslosigkeit haben. Österreich hat – zugegebenermaßen – hohe Lohnnebenkosten, wir haben aber eine für Europa überdurchschnittlich gute Beschäftigungsentwicklung und eine Arbeitslosenrate, die etwa bei der Hälfte des europäischen Durchschnittswertes liegt. (Zwischenruf der Abg. Rieß.) So einfach ist also dieser Zusammenhang, der von Angebotstheoretikern immer wieder so dargestellt wird, sicher nicht! (Abg. Mag. Posch: Es gibt überhaupt keinen Zusammenhang!)
Abg. Dr. Petrovic: Familienförderung ist nicht Frauenförderung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zum Schluß kommend: Was in der Diskussion eigenartiger Weise bis jetzt zu einem wesentlichen Teil ausgeklammert wurde, ist die doch erhebliche Anhebung der Familienförderung. Gerade in diesem Bereich haben wir doch massive positive Effekte erreicht! (Abg. Dr. Petrovic: Familienförderung ist nicht Frauenförderung!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich darf hier etwa folgendes Beispiel anführen: eine Familie mit drei Kindern im Alter von drei, sieben und zwölf Jahren, das Bruttoeinkommen der Eltern beträgt 20 000 S beziehungsweise 15 000 S, also sicherlich keine Menschen in hohen Einkommenskategorien. Frau Kollegin Petrovic hat schon gesagt: Was zählt, ist netto und cash. – Bitte, Frau Kollegin: Netto und cash liegt die Entlastung für diese Familie bei 30 935 S pro Jahr, 2 578 S im Monat! Netto! Cash! Das nenne ich eine tatsächliche Entlastung für Menschen, die es brauchen. Und dafür steht diese Steuerreform! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Halleluja!
Abgeordneter Ing. Leopold Maderthaner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aus Sicht der Wirtschaft kann festgestellt werden, daß durch die vereinbarten Reformpunkte zukunftsorientierte Schritte in die richtige Richtung gesetzt wurden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Halleluja!) Das kann man durchaus sagen. Danke für die Zustimmung! (Abg. Haigermoser: Das hat der Valentin gesagt: Manna mag ich, halleluja!)
Abg. Haigermoser: Das hat der Valentin gesagt: Manna mag ich, halleluja!
Abgeordneter Ing. Leopold Maderthaner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aus Sicht der Wirtschaft kann festgestellt werden, daß durch die vereinbarten Reformpunkte zukunftsorientierte Schritte in die richtige Richtung gesetzt wurden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Halleluja!) Das kann man durchaus sagen. Danke für die Zustimmung! (Abg. Haigermoser: Das hat der Valentin gesagt: Manna mag ich, halleluja!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte feststellen: Es ist nicht unbedingt notwendig, in Jubel auszubrechen, meine Damen und Herren, aber mit dieser Steuerreform werden in vielen Punkten neue Wege gegangen, die vom Wirtschaftsbund und von der ÖVP schon immer gefordert wurden. Ich bin daher sehr zufrieden! (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Manche dieser Punkte wurden zwar – wenn ich mich recht erinnere – auch von der Opposition gefordert, aber derzeit will man davon nichts wissen. Das liegt vielleicht am oppositionellen Kurzzeitgedächtnis. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Edler.
Meine Damen und Herren! Ein Wermutstropfen ist sicherlich dabei – das muß man auch anführen; ich sage das ganz deutlich –, nämlich das Fehlen von Entlastungsschritten im Bereich der Arbeits- und Lohnnebenkosten. Darin bin ich nicht ganz Ihrer Meinung, Herr Professor, denn es gibt auch Entlastungen, die die Sozialleistungen nicht unbedingt und sofort beeinträchtigen. Wir müßten etwa ein bißchen darüber nachdenken, Bürokratie abzubauen und die Lohnnebenkosten dadurch zu entlasten. (Zwischenruf des Abg. Edler.) Darüber sollten wir uns einmal eingehender unterhalten. Ich glaube, daß das gut wäre.
Beifall bei der ÖVP.
Es wäre jedenfalls äußerst erfreulich, würden wir diesbezüglich auch noch etwas schaffen, dadurch wäre nämlich das Gesamte noch runder und außerdem der Exportoffensive wesentlich gedient, da damit die Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Wirtschaft im Ausland gestärkt werden würde. (Beifall bei der ÖVP.)
Staatssekretär Dr. Ruttenstorfer spricht mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Lackner. – Abg. Dr. Khol: Leo, warte ein bißchen, er hört dir nicht zu!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich jetzt auf einzelne Punkte eingehen. Der Herr Staatssekretär hat uns ja das gesamte Werk mehr oder weniger schon vorgestellt, aber ich möchte einige Punkte besonders beleuchten. (Staatssekretär Dr. Ruttenstorfer spricht mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Lackner. – Abg. Dr. Khol: Leo, warte ein bißchen, er hört dir nicht zu!) Er wird gestört.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Neben der allgemeinen Tarifsenkung und den familienfördernden Maßnahmen sind mehrere andere positive Impulse gesetzt worden, die sicherlich wirtschaftsstärkend sind und die die Inlandsnachfrage, vor allem die jungen Unternehmen und damit auch die Arbeitsplatzbeschaffung fördern. Gerade diese Arbeitsplatzsicherung und Arbeitsplatzbeschaffung ist ja unser Hauptziel, ist, so glaube ich, das Ziel aller, die in diesem Haus vertreten sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Eine ganz besondere Maßnahme ist – das ist heute schon sehr deutlich angeführt worden –, daß in Zukunft bei Betriebsübergaben Betriebe mit bis zu 5 Millionen Schilling Einheitswert von der Erbschaftsteuer befreit werden. Das ist ganz wesentlich für die Erhaltung der gegenwärtigen Betriebsstruktur. Es genügt nicht einfach, neue Unternehmen zu gründen, sondern es ist auch dringend notwendig, daß jene übergeben werden können, die heute schon gut im Werken sind und Nachfolger suchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Peter und Mag. Trattner.
Die steuerliche Berücksichtigung von Zinsen soll das Eigenkapital mit dem Fremdkapital gleichstellen. Auch das ist meiner Überzeugung nach eine wichtige Maßnahme zur Eigenkapitalstärkung. Daß die 13. Umsatzsteuerzahlung nun für viele Betriebe – für rund 80 bis 90 Prozent nach dem vorgesehenen Maßstab – entfallen soll, ist auf alle Fälle eine wesentliche Forderung, die von Ihnen allen, auch von der Opposition, immer wieder gestellt wurde. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Peter und Mag. Trattner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ein weiterer Punkt, der von Ihnen auch gefordert wurde, den Sie aber offensichtlich vergessen haben, ist eine wesentliche Förderung der Forschung, nämlich die Anhebung des Freibetrages auf 25 Prozent beziehungsweise bei einem Einstieg auf 35 Prozent – eine Maßnahme, die nicht nur dringend notwendig ist, sondern die auch von allen immer wieder gefordert wurde. Ich freue mich, daß das nun umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der nächste Punkt, meine Damen und Herren, ist ebenfalls zukunftsorientiert, nämlich die Lehrlingsförderung. Der Freibetrag wurde von 20 000 S auf nunmehr 60 000 S erhöht, und zwar auch für die nächsten beiden Jahre. Ich finde es richtig, daß man gesagt hat, am Ende kann man die 40 000 S sozusagen ansetzen. Auch das ist eine Maßnahme zur weiteren Sicherung der Jugendbeschäftigung. Es ist ja eine bekannte Tatsache, daß wir in Österreich – Gott sei Dank! – die niedrigste Jugendarbeitslosenrate haben. Hiemit treffen wir auch für die Zukunft entsprechende Vorsorge. Auch das ist erfreulich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei den Freiheitlichen: ... Kammerumlage ...!
Meine Damen und Herren! Die Einführung der Pauschalierung in verschiedenen Branchen wird helfen, die Bürokratie abzubauen – ebenfalls eine Maßnahme, die wir seit Jahren fordern und die auch von vielen aus der Opposition gefordert wurde. Besonders begrüßenswert sind jene Maßnahmen, die zur Erleichterung der Unternehmensgründung gesetzt werden, nämlich daß die staatlichen Gebühren wegfallen sollen und daß durch verschiedene Maßnahmen – wie hier bereits ausgeführt – für die Erstgründer und für das erste Unternehmensjahr eine Entlastung von etwa 7 Prozent gegeben ist. (Ruf bei den Freiheitlichen: ... Kammerumlage ...!) Auch das ist für Betriebsgründungen und damit für Arbeitsplatzbeschaffung förderlich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Einführung der Pauschalierung in verschiedenen Branchen wird helfen, die Bürokratie abzubauen – ebenfalls eine Maßnahme, die wir seit Jahren fordern und die auch von vielen aus der Opposition gefordert wurde. Besonders begrüßenswert sind jene Maßnahmen, die zur Erleichterung der Unternehmensgründung gesetzt werden, nämlich daß die staatlichen Gebühren wegfallen sollen und daß durch verschiedene Maßnahmen – wie hier bereits ausgeführt – für die Erstgründer und für das erste Unternehmensjahr eine Entlastung von etwa 7 Prozent gegeben ist. (Ruf bei den Freiheitlichen: ... Kammerumlage ...!) Auch das ist für Betriebsgründungen und damit für Arbeitsplatzbeschaffung förderlich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es ist dies, wie ich glaube, eine Reihe von positiven Maßnahmen, an deren Umsetzung wir alle mitwirken sollten, weil sie beispielgebend auch für andere EU-Länder sein können. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Wer hat das gesagt?
Aber die SPÖ – auch nicht mundfaul – erklärte einen Tag später, sie fordere eine Erhöhung des allgemeinen Absetzbetrages um 4 000 S. Auch darauf ließ die Reaktion des Koalitionspartners nicht lange auf sich warten. Es war der selbsternannte Steuerexperte der Österreichischen Volkspartei, Vizekanzler Schüssel, der zu dieser Forderung der SPÖ folgendes gesagt hat: Die Erhöhung des allgemeinen Absetzbetrages sei ein Schlag ins Gesicht der Leistungsgesellschaft. (Abg. Haigermoser: Wer hat das gesagt?) Schüssel zum SPÖ-Vorschlag! (Abg. Mag. Peter: Wolfgang Schüssel?) Wolfgang Schüssel, der mit dem Mascherl. Er hat weiters diesen Vorschlag des Finanzministers Edlinger als "großen Humbug" bezeichnet. – Das ist der "klassische" Umgang zwischen Koalitionspartnern im Zusammenhang mit einer Steuerreform. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Wolfgang Schüssel?
Aber die SPÖ – auch nicht mundfaul – erklärte einen Tag später, sie fordere eine Erhöhung des allgemeinen Absetzbetrages um 4 000 S. Auch darauf ließ die Reaktion des Koalitionspartners nicht lange auf sich warten. Es war der selbsternannte Steuerexperte der Österreichischen Volkspartei, Vizekanzler Schüssel, der zu dieser Forderung der SPÖ folgendes gesagt hat: Die Erhöhung des allgemeinen Absetzbetrages sei ein Schlag ins Gesicht der Leistungsgesellschaft. (Abg. Haigermoser: Wer hat das gesagt?) Schüssel zum SPÖ-Vorschlag! (Abg. Mag. Peter: Wolfgang Schüssel?) Wolfgang Schüssel, der mit dem Mascherl. Er hat weiters diesen Vorschlag des Finanzministers Edlinger als "großen Humbug" bezeichnet. – Das ist der "klassische" Umgang zwischen Koalitionspartnern im Zusammenhang mit einer Steuerreform. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber die SPÖ – auch nicht mundfaul – erklärte einen Tag später, sie fordere eine Erhöhung des allgemeinen Absetzbetrages um 4 000 S. Auch darauf ließ die Reaktion des Koalitionspartners nicht lange auf sich warten. Es war der selbsternannte Steuerexperte der Österreichischen Volkspartei, Vizekanzler Schüssel, der zu dieser Forderung der SPÖ folgendes gesagt hat: Die Erhöhung des allgemeinen Absetzbetrages sei ein Schlag ins Gesicht der Leistungsgesellschaft. (Abg. Haigermoser: Wer hat das gesagt?) Schüssel zum SPÖ-Vorschlag! (Abg. Mag. Peter: Wolfgang Schüssel?) Wolfgang Schüssel, der mit dem Mascherl. Er hat weiters diesen Vorschlag des Finanzministers Edlinger als "großen Humbug" bezeichnet. – Das ist der "klassische" Umgang zwischen Koalitionspartnern im Zusammenhang mit einer Steuerreform. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Betrachten wir also dieses Reförmchenpapier nicht aus der Sicht der Opposition, sondern aus der Sicht der Regierungsparteien, so ist dieses Reförmchen "sozial ungerecht", "verteilungspolitisch inakzeptabel", hat "gesamtwirtschaftliche negative Auswirkungen", ist – im Zusammenhang gesehen – ein "Schlag ins Gesicht der Leistungsgesellschaft", ein "großer Humbug". (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Edler.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, sind Sie wirklich noch zu retten? (Zwischenruf des Abg. Edler.) Wie lange wollen Sie denn den Bürger noch hinters Licht führen? Wie lange noch wollen Sie den Bürger in der steuerpolitischen Geiselhaft halten? Wie lange werden Sie noch darüber nachdenken müssen? Wann endlich werden Sie dem österreichischen Steuerbürger ein bißchen, ein kleines Stück Freiheit wieder zurückgeben, ein kleines Stück an Freiheit, über das sauer verdiente Geld selbst entscheiden zu können?! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, sind Sie wirklich noch zu retten? (Zwischenruf des Abg. Edler.) Wie lange wollen Sie denn den Bürger noch hinters Licht führen? Wie lange noch wollen Sie den Bürger in der steuerpolitischen Geiselhaft halten? Wie lange werden Sie noch darüber nachdenken müssen? Wann endlich werden Sie dem österreichischen Steuerbürger ein bißchen, ein kleines Stück Freiheit wieder zurückgeben, ein kleines Stück an Freiheit, über das sauer verdiente Geld selbst entscheiden zu können?! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Staatssekretär! Hören Sie bitte endlich einmal auf, zu behaupten, daß dieses Reförmchen ein Entlastungsvolumen von 30 Milliarden Schilling beinhalten würde. Sie wissen ganz genau, daß der familienpolitische Teil von der Regierung bereits im Jahre 1998 beschlossen wurde, aber nicht aus freien Stücken, sondern deshalb, weil diese Bundesregierung vom Verfassungsgerichtshof dazu verurteilt wurde, weil sie gesetz- und verfassungswidrig den Bürgern, den Familien jahrelang Geld weggenommen hat, welches dieser Bundesregierung gar nicht zusteht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Kein Unbekannter!
Aber nun noch ein paar Anmerkungen dazu, daß nicht nur wir Freiheitlichen diese Steuerreform kritisieren. Es ist bedauerlich, daß Kollege Maderthaner jetzt nicht mehr anwesend ist. Ich zitiere aus einer heutigen Presseaussendung mit dem Titel "Steuerreform: Kritik von Innsbrucks Bürgermeister Van Staa", von der ÖVP (Abg. Haigermoser: Kein Unbekannter!):
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hier von Peanuts zu reden, ist absolut richtig. Sie hätten einen wesentlich besseren Weg gehen können, Herr Staatssekretär, hätten Sie die Mindestkörperschaftsteuer für Jungunternehmer abgeschafft. Denn wenn ein Jungunternehmer, der schon einen Betrieb gegründet hat, etwa eine Lohnsumme von 500 000 S hat, dann erspart er sich jetzt 35 000 S an Lohnnebenkosten, das macht, weil er das von der Steuer absetzen kann, 15 000 S mehr an Einkommensteuer, also verbleibt eine Nettoentlastung von 20 000 S. Von diesen 20 000 S muß er nun aber 15 000 S Mindestkörperschaftsteuer bezahlen. – Im Prinzip ist das also ein Nullsummenspiel. Herr Staatssekretär! So geht es wirklich nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Oder: Halbsteuersatz bei Sozialplänen – alles schön und gut! Aber ist diese steuerliche Maßnahme wirklich Ausfluß der Beschäftigungspolitik des Herrn Bundeskanzlers Klima? Rechnet er damit, daß es in Zukunft noch mehr Sozialpläne geben wird? Wann gibt es Sozialpläne? – Wenn Mitarbeiter abgebaut werden! Das ist eine rein defensive Maßnahme und überhaupt nicht zukunftorientiert! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Hermann Böhacker (fortsetzend): ... mit Pinzette und mit Glacéhandschuhen, denn sonst zerbricht dieses Reförmchen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Auer: Das ist ein lieber Freund von dir!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Es ist sehr erfrischend, Herrn Böhacker zuzuhören, er kennt sich nämlich im Steuerrecht wirklich aus. Und das war, glaube ich, gescheit! (Abg. Auer: Das ist ein lieber Freund von dir!) Wenn jemand etwas Gescheites sagt, muß man das auch anerkennen. Und er kennt sich im Steuerrecht wirklich aus! Dazu gratuliere ich ihm. (Abg. Rosemarie Bauer: Das hat er vom Rosenstingl auch immer geglaubt!) Diese Bemerkung stimmt weniger! (Heiterkeit.)
Abg. Rosemarie Bauer: Das hat er vom Rosenstingl auch immer geglaubt!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Es ist sehr erfrischend, Herrn Böhacker zuzuhören, er kennt sich nämlich im Steuerrecht wirklich aus. Und das war, glaube ich, gescheit! (Abg. Auer: Das ist ein lieber Freund von dir!) Wenn jemand etwas Gescheites sagt, muß man das auch anerkennen. Und er kennt sich im Steuerrecht wirklich aus! Dazu gratuliere ich ihm. (Abg. Rosemarie Bauer: Das hat er vom Rosenstingl auch immer geglaubt!) Diese Bemerkung stimmt weniger! (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Es ist sehr erfrischend, Herrn Böhacker zuzuhören, er kennt sich nämlich im Steuerrecht wirklich aus. Und das war, glaube ich, gescheit! (Abg. Auer: Das ist ein lieber Freund von dir!) Wenn jemand etwas Gescheites sagt, muß man das auch anerkennen. Und er kennt sich im Steuerrecht wirklich aus! Dazu gratuliere ich ihm. (Abg. Rosemarie Bauer: Das hat er vom Rosenstingl auch immer geglaubt!) Diese Bemerkung stimmt weniger! (Heiterkeit.)
Abg. Fink: Das hätte er nicht machen sollen?!
Sie haben ein Paket vorgelegt, in dem die Steuern, die Sie in den letzten zehn Jahren akkumuliert haben, indem Sie die Steuer- und Abgabenquote dramatisch erhöht haben, und zwar um mindestens 4 Prozentpunkte oder 10 Prozent – auch das steht außer Streit –, zu einem Teil wieder gesenkt werden. Spät, aber doch! (Abg. Fink: Das hätte er nicht machen sollen?!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler.
Solange Sie also nicht an der Ausgabenseite arbeiten, wird es keine wirkliche Steuerreform geben, weil Sie nicht dazu in der Lage sind, unser Steuer- und Abgabensystem dem Wandel in Gesellschaft und Wirtschaft anzupassen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler.)
Ruf bei der SPÖ: 32!
Es liegt also nun – wie Sie es nennen – eine Reform vor. Ich nenne das ein Paket. Das Motto lautet: 17/12/1, und zwar 17 Milliarden Tarifkorrektur, 12 Milliarden für die Familie – Böhacker hat bereits nachgewiesen, daß das schon eine Geschichte aus dem Jahre 1998 ist – und 1 Milliarde Schilling für die Landwirtschaft. Sie haben uns auch mitgeteilt, daß die Gesamtentlastung bei 30 Milliarden Schilling liegen wird. (Ruf bei der SPÖ: 32!) – 17 und 12 ist 29, und eins ist 30!
Abg. Haigermoser: Nirgends!
17 und 12 ist 29 und eins ist 30 – Landwirtschaft, Familie und Tarifkorrektur. Wo ist dabei irgendeine Nettoentlastung für die Wirtschaft, Herr Maderthaner? (Abg. Haigermoser: Nirgends!) Maderthaner ist – Gott sei Dank! – nach seiner Rede gegangen (Abg. Haigermoser: Die hat er ja nicht selber geschrieben!), denn es könnte ihn ja jemand deswegen angreifen und das ist er von der Wirtschaftskammer her nicht gewohnt, dort gibt es Hofberichterstattungen. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein absoluter Untergriff, Herr Peter!) Das war ein Übergriff! (Abg. Dr. Khol: Nein, ein untergriffiger Übergriff!) Was ich natürlich positiv vermerken muß – das ist vollkommen klar – ... (Abg. Tichy-Schreder: Bei uns kann jeder sagen, was er will!) Offensichtlich habe ich etwas Richtiges gesagt, denn Sie respondieren!
Abg. Haigermoser: Die hat er ja nicht selber geschrieben!
17 und 12 ist 29 und eins ist 30 – Landwirtschaft, Familie und Tarifkorrektur. Wo ist dabei irgendeine Nettoentlastung für die Wirtschaft, Herr Maderthaner? (Abg. Haigermoser: Nirgends!) Maderthaner ist – Gott sei Dank! – nach seiner Rede gegangen (Abg. Haigermoser: Die hat er ja nicht selber geschrieben!), denn es könnte ihn ja jemand deswegen angreifen und das ist er von der Wirtschaftskammer her nicht gewohnt, dort gibt es Hofberichterstattungen. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein absoluter Untergriff, Herr Peter!) Das war ein Übergriff! (Abg. Dr. Khol: Nein, ein untergriffiger Übergriff!) Was ich natürlich positiv vermerken muß – das ist vollkommen klar – ... (Abg. Tichy-Schreder: Bei uns kann jeder sagen, was er will!) Offensichtlich habe ich etwas Richtiges gesagt, denn Sie respondieren!
Abg. Dr. Khol: Das ist ein absoluter Untergriff, Herr Peter!
17 und 12 ist 29 und eins ist 30 – Landwirtschaft, Familie und Tarifkorrektur. Wo ist dabei irgendeine Nettoentlastung für die Wirtschaft, Herr Maderthaner? (Abg. Haigermoser: Nirgends!) Maderthaner ist – Gott sei Dank! – nach seiner Rede gegangen (Abg. Haigermoser: Die hat er ja nicht selber geschrieben!), denn es könnte ihn ja jemand deswegen angreifen und das ist er von der Wirtschaftskammer her nicht gewohnt, dort gibt es Hofberichterstattungen. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein absoluter Untergriff, Herr Peter!) Das war ein Übergriff! (Abg. Dr. Khol: Nein, ein untergriffiger Übergriff!) Was ich natürlich positiv vermerken muß – das ist vollkommen klar – ... (Abg. Tichy-Schreder: Bei uns kann jeder sagen, was er will!) Offensichtlich habe ich etwas Richtiges gesagt, denn Sie respondieren!
Abg. Dr. Khol: Nein, ein untergriffiger Übergriff!
17 und 12 ist 29 und eins ist 30 – Landwirtschaft, Familie und Tarifkorrektur. Wo ist dabei irgendeine Nettoentlastung für die Wirtschaft, Herr Maderthaner? (Abg. Haigermoser: Nirgends!) Maderthaner ist – Gott sei Dank! – nach seiner Rede gegangen (Abg. Haigermoser: Die hat er ja nicht selber geschrieben!), denn es könnte ihn ja jemand deswegen angreifen und das ist er von der Wirtschaftskammer her nicht gewohnt, dort gibt es Hofberichterstattungen. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein absoluter Untergriff, Herr Peter!) Das war ein Übergriff! (Abg. Dr. Khol: Nein, ein untergriffiger Übergriff!) Was ich natürlich positiv vermerken muß – das ist vollkommen klar – ... (Abg. Tichy-Schreder: Bei uns kann jeder sagen, was er will!) Offensichtlich habe ich etwas Richtiges gesagt, denn Sie respondieren!
Abg. Tichy-Schreder: Bei uns kann jeder sagen, was er will!
17 und 12 ist 29 und eins ist 30 – Landwirtschaft, Familie und Tarifkorrektur. Wo ist dabei irgendeine Nettoentlastung für die Wirtschaft, Herr Maderthaner? (Abg. Haigermoser: Nirgends!) Maderthaner ist – Gott sei Dank! – nach seiner Rede gegangen (Abg. Haigermoser: Die hat er ja nicht selber geschrieben!), denn es könnte ihn ja jemand deswegen angreifen und das ist er von der Wirtschaftskammer her nicht gewohnt, dort gibt es Hofberichterstattungen. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein absoluter Untergriff, Herr Peter!) Das war ein Übergriff! (Abg. Dr. Khol: Nein, ein untergriffiger Übergriff!) Was ich natürlich positiv vermerken muß – das ist vollkommen klar – ... (Abg. Tichy-Schreder: Bei uns kann jeder sagen, was er will!) Offensichtlich habe ich etwas Richtiges gesagt, denn Sie respondieren!
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Es ist Ihnen etwas gelungen, wo Sie nichts falsch gemacht haben. Bei dieser Bundesregierung freut man sich schon darüber, das sagen zu können. Eine Reform haben Sie nicht einmal gewagt, und das ist wirklich – wie Volker Kier sagen würde – schade. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Feurstein: Es gibt ein Ehegatteneinkommen!
Herr Kollege Posch, du schüttelst den Kopf. Den Sozialbericht hast du dir offensichtlich nicht angesehen. Diese Zahlen stehen drinnen. Es gibt Zehntausende Frauen, die weniger als 5 500 S als Notstandshilfe pro Monat bekommen. Das ist ein Faktum! Sie haben zusätzlich keinen Groschen, weil man neben der Notstandshilfe kein Geld hat; sonst bekommt man sie nämlich nicht. Das ist bitte Realität in unserem Land. (Abg. Dr. Feurstein: Es gibt ein Ehegatteneinkommen!)
Beifall bei den Grünen.
Denn wie schon Augustinus sagte: Was anderes sind Staaten, wenn ihnen Gerechtigkeit fehlt, als große Räuberbanden? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Trotz allem, was die Opposition kritisiert, sind wir stolz auf diese Reform! Denn die kleinen Einkommen bis 20 000 S werden um 11 Milliarden Schilling entlastet. Die Einkommen bis 40 000 S werden um 4 Milliarden Schilling entlastet, die größeren Einkommen nur noch um 2 Milliarden Schilling. – Das schreibt die "Zürcher Zeitung". Das Resümee lautet: Diese Steuerreform ist sozial gerecht und stärkt die mittleren und kleinen Einkommen. Das war das erste Ziel der Aufgabenstellung dieser Koalitionsregierung. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen
Wir alle wissen – selbst wenn das kritisiert wird –, daß eine Steuerreform in einer Koalition selbstverständlich einen Kompromiß bedeutet. Warum, bitte, soll man das nicht zugeben? – Natürlich versucht jede dieser beiden Parteien, die weltanschaulich unterschiedliche Positionen haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen), ihre Standpunkte einzubringen, Herr Kollege Van der Bellen.
Abg. Öllinger: Ich verstehe nicht, warum Sie und ich 7 000 S bekommen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, auf solche Beträge und auf solche Zielsetzungen können wir letztlich stolz sein. Ich verstehe, daß Ihnen das zuwenig ist, daß Sie meinen, es sollte zu einer zweiten Reform kommen. Aber wenn ich mir diese eine Familie ansehe, Herr Kollege Öllinger, mit 22 000 S brutto und mit vier Kindern, dann sage ich: Wir sind darauf stolz – egal, ob es Ihnen paßt oder nicht! (Abg. Öllinger: Ich verstehe nicht, warum Sie und ich 7 000 S bekommen!)
Abg. Schwarzenberger: Das sind zusätzlich fast zwei Monatsgehälter!
Dritter Punkt: die Steuerreform. (Abg. Schwarzenberger: Das sind zusätzlich fast zwei Monatsgehälter!) Ich sage: Es ist eine saftige Lohnerhöhung im Bereich von – danke schön, Herr Kollege! – fast zwei Monatsgehältern.
Abg. Öllinger: Fragt sich, wohin!
Ich füge aber hinzu, daß uns noch etwas anderes recht gewesen wäre. Wir werden später über diese Dinge reden. Die Wirtschaft entwickelt sich, und wir entwickeln uns alle, auch politisch. (Abg. Öllinger: Fragt sich, wohin!) Ich glaube auch, daß es in Richtung Wertschöpfungsabgabe gehen muß, damit haben Sie sehr recht. Es geht darum, den Faktor Arbeit zu entlasten.
Beifall bei der SPÖ.
Daher kann ich abschließend nur sagen: Wir sind stolz darauf, daß die Koalitionsregierung diese Steuerreform im Ausmaß von 30 Milliarden Schilling als Paket zustande gebracht hat. Wir sind stolz darauf, daß das für die österreichischen Steuerzahler beziehungsweise für die österreichischen Bürgerinnen und Bürger gemacht worden ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Aber es ist ein gutes Zitat, stimmt’s?
Was Sie hier an ungerechter Steuerpolitik zur Bekämpfung von Armut und zur Erreichung höherer Verteilungsgerechtigkeit mit Augustinus vergleichen, zeigt doch den wesentlichen Unterschied, daß zu Zeiten des Augustinus der Großteil der Bevölkerung, der als arm gewertet wurde (Abg. Öllinger: Aber es ist ein gutes Zitat, stimmt’s?), die Armut nicht an der Teilnahme an Konsummöglichkeiten maß, sondern an der Frage, ob die nächsten Tage überhaupt das Notwendigste zum Überleben bereit hatten, und den Lebenshorizont in Tagen maß.
Abg. Ing. Langthaler: Wissen Sie, daß es noch immer viele Leute auf der Welt gibt, denen es nicht so gut geht?
Insofern glaube ich ... (Abg. Ing. Langthaler: Wissen Sie, daß es noch immer viele Leute auf der Welt gibt, denen es nicht so gut geht?) Aber Gott sei Dank nicht in Österreich in diesem Ausmaß! Darin werden wir wahrscheinlich übereinstimmen, Frau Kollegin Langthaler.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Seidinger.
Wir werden uns bemühen, das, was jetzt nicht möglich war – aus meiner Sicht durchaus übereinstimmend mit manchen Ihrer Äußerungen in Richtung ökologische Steuerreform, Entlastung von Arbeit, Belastung von Ressourcenverbrauch und ähnliches –, in der nächsten Legislaturperiode konsequent in die Wege zu leiten. Aber Sie müssen schon zugeben: Wir haben dank der Qualität der Regierungsarbeit, des Fleißes unserer Bevölkerung und des jahrzehntelangen sozialen Friedens Gott sei Dank eine Ausgangslage, daß wir zu keinen radikalen Maßnahmen gezwungen sind. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Seidinger.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Böhacker: Sie präsentieren jetzt nur die Sonnenseite! Die Schattenseite kommt nach der Wahl!
Ich habe nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses im Rundfunk Ihre Stellungnahme als freiheitlicher Wirtschafts- oder Finanzsprecher gehört. Wenn ich es richtig im Kopf habe, haben Sie gesagt: ein Reförmchen, das aber jetzt zwingend die Gefahr erhöht, daß Sparpakete kommen. Wenn man es sich so einfach macht, daß man sagt, es hätte mehr geschehen sollen, aber das, was gemacht wird, zieht Sparpakete als Konsequenz nach sich, dann gibt es nur einen Schluß: Mit jeder Nuance mehr hätte in Ihrer Logik das Sparpaket in der nächsten Legislaturperiode größer werden müssen. So einfach dürfte es sich vor allem ein Mann nicht machen, der auf diesem Gebiete eine berufliche Qualifikation für sich in Anspruch nimmt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Böhacker: Sie präsentieren jetzt nur die Sonnenseite! Die Schattenseite kommt nach der Wahl!)
Abg. Öllinger: Wann kommen die neuen Wohnungen?
Da ist es mir in der Bewertung der Familiensteuereffekte, die in dieser Reform mit inkludiert sind, tausendmal lieber, für Familien mit Eigenheimen, Eigenwohnungen gibt es einen klaren familienpolitischen Schritt, als wir nehmen ihnen 1 000 S für ein Eigenheim oder für eine Eigentumswohnung monatlich in einer höheren Vermögenssteuer weg (Abg. Öllinger: Wann kommen die neuen Wohnungen?), die in diesen 30 Milliarden Schilling auch inkludiert wären, wenn Sie einen Verkehrswert von 3 Millionen Schilling für ein Eigenheim oder für eine Eigentumswohnung einer größeren Familie hernehmen.
Beifall bei der ÖVP.
Gestatten Sie mir, abschließend zu einer Gesamtbewertung zu kommen. Wenn ich auf der einen Seite Kritik höre – daß im unteren Bereich mehr hätte geschehen müssen und in der Fragestellung an den Herrn Staatssekretär, welchen Bruttoeffekt das für den Herrn Minister oder einen Einkommensbezieher von 200 000 S hat, 7 000 S genannt werden – und auf der anderen Seite des politischen Spektrums das Flat-Tax-Modell steht, dann bin ich sehr froh darüber, daß in diese Steuerreform auch ein klarer Effekt zur Anerkennung von Leistung implementiert worden ist. Dazu steht die ÖVP. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, die Regierung hat bewiesen, daß man unter unterschiedlichen Ausgangslagen miteinander auch einige Monate vor den Wahlen einen beachtlichen Schritt setzen kann, in dem wir uns beide finden können. Das ist meiner Ansicht nach für eine Regierung unverzichtbar und gibt auch Hoffnung für die nächste Legislaturperiode. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzböck: Wollten Sie keine Reform? Keine Tarifanpassung?
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Kollege Schwarzböck! Kollege Böhacker steht mit seiner Anmerkung bezüglich Neuverschuldung nicht allein da. Ich habe hier eine Wifo-Studie ... (Abg. Schwarzböck: Wollten Sie keine Reform? Keine Tarifanpassung?) – Jetzt passen Sie einmal ein bißchen auf!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Erst in der letzten Sitzung des Budgetausschusses haben wir die Budgetüberschreitungen behandelt. Im Unterrichtsbereich kommt es zu einer Überschreitung von über 2 Milliarden Schilling. Da geht es um Ressorts, die Sie verwalten und in denen Sie falsch prognostiziert haben! Damit werden die Maastricht-Kriterien eines Wachstums beziehungsweise einer Budgetdefizitquote von 1,4 Prozent beziehungsweise einer langfristigen Prognose zu einem ausgeglichenen Haushalt nicht erreicht werden können. Das ist nämlich der Grund. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Jung: Umgefallen!
Wenn die beiden Ehepartner dieses Einkommen getrennt verdienen, der eine 15 000 S und der andere 10 000 S, dann beträgt die Lohnsteuer nur noch 6 900 S. Der unterschiedliche Effekt kommt daher, daß der Alleinverdiener eine Entlastung von 9,96 Prozent hat und die zwei Individualverdiener eine Entlastung von 44,77 Prozent haben. Wo bleibt da Ihre familienpolitische Kompetenz? – Die ist doch völlig verlorengegangen. (Abg. Jung: Umgefallen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben dort nichts von Ihren Wünschen umgesetzt. Hier haben Sie immer wieder gesagt, daß Sie für die Familien dasein wollen, haben aber genau das Gegenteil bewirkt: Die Familien mit Alleinverdiener sind um 9 Prozent entlastet worden, die zwei Individualverdiener hingegen um fast 45 Prozent. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Professor Schneider hat in einem Gutachten darauf hingewiesen, welche Impulse allein schon aus der Variante der Nichtbesteuerung des nichtentnommenen Gewinns entstehen. Über die Beschäftigungs- und Investitionsimpulse sagt Professor Schneider, daß dadurch mit einer Zunahme der Investitionen um 25 Prozent in den nächsten vier Jahren zu rechnen wäre. Man weiß, daß die Anlageninvestitionen in Österreich brutto jährlich 648 Milliarden Schilling betragen. Daher geht es da um zusätzliche Investitionen im Ausmaß von 160 Milliarden Schilling während der nächsten vier Jahre. Das bedeutet: 1 000 Insolvenzen weniger! Wo bleiben Sie von der ÖVP da als Wirtschaftspartei? (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das bedeutet auch: 30 000 Arbeitsplätze mehr. Und das bedeutet, 40 000 Arbeitsplätze, die gefährdet sind, könnten gesichert werden. Das sind Maßnahmen, die man umsetzen muß, um den Wirtschaftsstandort Österreich zu sichern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Vor allen Dingen hätte man etwas umsetzen müssen: Man hätte erkennen müssen, daß das Modell eines einfachen Steuersystems, wie es die Freiheitlichen in Form der Flat-tax präsentiert haben, ein richtiger Ansatzpunkt gewesen wäre. Aber Sie sind ja nicht bereit, über irgendeine Reform zu diskutieren, sondern höchstens über kleine Tarifanpassungen und sonstige Kleinigkeiten. Damit werden Sie aber den Wirtschaftsstandort Österreich nicht sichern können! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Langthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich werde sie nicht überschreiten!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Ing. Langthaler. Frau Abgeordnete, Ihr Klub hat noch eine Redezeit von 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Langthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich werde sie nicht überschreiten!)
Abg. Schwarzböck: Und wahrscheinlich daran zerbricht!
Herr Abgeordneter Schwarzböck hat gemeint: Schauen Sie doch nach Deutschland, das hat doch überhaupt nicht funktioniert! – Da kann ich nur sagen: Schauen wir doch nach Deutschland, wo gegen enorme Interessen, gegen große wirtschaftliche Kräfte, eine rot-grüne Regierung innerhalb weniger Wochen ein Konzept vorgelegt hat (Abg. Schwarzböck: Und wahrscheinlich daran zerbricht!), das in vielen Punkten hervorragend ist, während diese Bundesregierung in 13 Jahren nichts derartiges über die Bühne gebracht hat.
Abg. Schwarzenberger: Um 22 Milliarden mehr Steuern von den Bauern!
Das wird am 1. April in Deutschland in Kraft treten. Es ist durch den Bundesrat gegangen. Schauen wir uns doch die Zahlen an! Es werden in diesem Jahr umgerechnet 60 Milliarden Schilling sein, die aufkommensneutral verschoben werden, durch die Arbeitskraft entlastet und Energie belastet wird. (Abg. Schwarzenberger: Um 22 Milliarden mehr Steuern von den Bauern!) Es werden etwa auch 7 Milliarden Schilling – ein Wert, von dem man in Österreich nur träumen kann – in die gezielte Förderung erneuerbarer Energieträger hineingehen.
Beifall bei den Grünen.
Wenn es diese Regierung mit einer Zweidrittelmehrheit und ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz nicht schafft, das, was sie ja angeblich für richtig hält, auch gegenüber dem Boulevard oder auch gegenüber der Bevölkerung zu verkaufen, dann frage ich Sie: Welche Regierung soll das dann schaffen? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Schauen wir uns dann die Auswirkungen an, die sektoralen Verzerrungen! – Abg. Schwarzenberger: Sie werden feststellen, wie stark die Arbeitslosigkeit steigen wird in Deutschland!
Herr Abgeordneter Schwarzböck! Und dann schimpfen Sie auf diese angeblich so schlimme rot-grüne Regierung in Deutschland. – Diese Regierung hat das gegen die Autokonzerne, gegen die E-Wirtschaft gemacht, mit 60 Milliarden Schilling in diesen neun Monaten im Jahre 1999. Und sie hat auch noch etwas anderes sehr wichtiges gemacht. (Abg. Kopf: Schauen wir uns dann die Auswirkungen an, die sektoralen Verzerrungen! – Abg. Schwarzenberger: Sie werden feststellen, wie stark die Arbeitslosigkeit steigen wird in Deutschland!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Staatssekretär! Dieses Argument ist Ihrer nicht würdig! Das ist Ihrer nicht würdig, denn Sie wissen viel besser, wie die internationale Situation ist. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Deshalb, Herr Staatssekretär: Ich weiß nicht, ob Sie der nächsten Regierung angehören, aber ich hoffe sehr, daß Sie dann jedenfalls einmal von der Regierungsbank aus verkünden: Dieses Jahr ist es uns gelungen! Es gibt endlich die Ökosteuerreform! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Feministisch ...!
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Bei 12 Milliarden Schilling mehr an Familienunterstützung plus – Herr Kollege Trattner, das muß auch gesagt werden – der kostenlosen Mitversicherung der Familienangehörigen muß man feststellen, da ist Österreich als kleines Land schon Spitzenreiter unter den westlichen Ländern! – Das muß einmal ganz klar gesagt werden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Feministisch ...!) – Der Verfassungsgerichtshof hat etwas anderes gesagt. Aber das, was er gesagt hat, das haben wir mit den 12 Milliarden Schilling längst erfüllt! Das sollten Sie auch einmal zur Kenntnis nehmen! (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Bei 12 Milliarden Schilling mehr an Familienunterstützung plus – Herr Kollege Trattner, das muß auch gesagt werden – der kostenlosen Mitversicherung der Familienangehörigen muß man feststellen, da ist Österreich als kleines Land schon Spitzenreiter unter den westlichen Ländern! – Das muß einmal ganz klar gesagt werden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Feministisch ...!) – Der Verfassungsgerichtshof hat etwas anderes gesagt. Aber das, was er gesagt hat, das haben wir mit den 12 Milliarden Schilling längst erfüllt! Das sollten Sie auch einmal zur Kenntnis nehmen! (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Gredler.
Ich möchte auch sagen, daß 1 686 S bar auf die Hand bei einem Einkommen einer Familie mit zwei Kindern von 20 000 S und 15 000 S – egal, wer von den beiden Erwachsenen die 20 000, und wer die 15 000 S verdient – spürbar sind, daß diese 1 686 S bar auf die Hand Geld für Menschen ist, die es brauchen! (Zwischenruf der Abg. Dr. Gredler.) Das ist Geld, Frau Kollegin, für Menschen, die es brauchen, die es in Konsum umsetzen (Abg. Böhacker: Den "Konsum" gibt es nicht mehr! – Abg. Kopf: Was ist denn da passiert?!), die mit diesem Konsum unsere Wirtschaft ankurbeln und die damit auch unsere Arbeitsplätze sichern! Auch das muß gesagt werden! Bitte kritisieren Sie nicht immer nur, sondern diskutieren Sie diese Dinge auch einmal so, wie sie tatsächlich sind!
Abg. Böhacker: Den "Konsum" gibt es nicht mehr! – Abg. Kopf: Was ist denn da passiert?!
Ich möchte auch sagen, daß 1 686 S bar auf die Hand bei einem Einkommen einer Familie mit zwei Kindern von 20 000 S und 15 000 S – egal, wer von den beiden Erwachsenen die 20 000, und wer die 15 000 S verdient – spürbar sind, daß diese 1 686 S bar auf die Hand Geld für Menschen ist, die es brauchen! (Zwischenruf der Abg. Dr. Gredler.) Das ist Geld, Frau Kollegin, für Menschen, die es brauchen, die es in Konsum umsetzen (Abg. Böhacker: Den "Konsum" gibt es nicht mehr! – Abg. Kopf: Was ist denn da passiert?!), die mit diesem Konsum unsere Wirtschaft ankurbeln und die damit auch unsere Arbeitsplätze sichern! Auch das muß gesagt werden! Bitte kritisieren Sie nicht immer nur, sondern diskutieren Sie diese Dinge auch einmal so, wie sie tatsächlich sind!
Abg. Kopf: Auswirkung bei den Lohnnebenkosten!
Noch ein Wort in Richtung FPÖ, weil schon mehrere Aussendungen mit dem Tenor gekommen sind, die Steuerreform brächte keine Arbeitsplatzeffekte. – Dazu möchte ich sagen: Wenn die Steuerreform einen Freibetrag von 5 Millionen Schilling bei Betriebsübergaben bringt, so heißt das, daß bei zirka 90 Prozent der Betriebsübergaben künftig keine Steuern mehr anfallen werden. Dann ist das aber auch eine Sicherung von Arbeitsplätzen, und dann heißt das auch, daß, wenn die Steuer, die sonst bezahlt hätte werden müssen, investiert wird, das auch eine Garantie für zusätzliche Arbeitsplätze ist. (Abg. Kopf: Auswirkung bei den Lohnnebenkosten!) – Das kommt ja noch dazu. Aber die FPÖ will das ja nicht hören. Sie will der Koalition auch nicht zugestehen, daß sie da gute Arbeit geleistet hat.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich betone, auch ich stehe zur Verwaltungsvereinfachung und stehe sehr wohl auch bis zu einem bestimmten Grad zu einer Reorganisation. Aber, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, diese Verwaltungsvereinfachungen – mit diesem Titel wird das immer wieder bezeichnet – oder Reorganisationen dürfen nicht zu Zentralisationen führen, weil dadurch nämlich die Regionen ausgehungert würden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Den Regionen werden bestqualifizierte Arbeitsplätze entzogen, aber das kann es bitte nicht sein! Der Zentralraum bekommt einen Kollaps, und die Regionen sterben aus. Das darf nicht unser Ziel sein! (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich betone, auch ich stehe zur Verwaltungsvereinfachung und stehe sehr wohl auch bis zu einem bestimmten Grad zu einer Reorganisation. Aber, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, diese Verwaltungsvereinfachungen – mit diesem Titel wird das immer wieder bezeichnet – oder Reorganisationen dürfen nicht zu Zentralisationen führen, weil dadurch nämlich die Regionen ausgehungert würden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Den Regionen werden bestqualifizierte Arbeitsplätze entzogen, aber das kann es bitte nicht sein! Der Zentralraum bekommt einen Kollaps, und die Regionen sterben aus. Das darf nicht unser Ziel sein! (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Kopf: Kochkurse und so weiter!
Es stellt sich nämlich die Frage, ob man das nur auf eine Schiene legt und sagt, man darf sich nur in seinem Beruf weiterqualifizieren, oder ob man – wenn es Sinn macht, wenn es der Arbeitsmarkt erfordert – sagt, daß man den Zugang privat so wählen kann, daß man – etwa in Abendschulen – eine völlig andere Qualifikation neben seinem Beruf erwirbt. Darauf möchte ich hinweisen. (Abg. Kopf: Kochkurse und so weiter!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ein Letztes möchte ich noch in Richtung FPÖ sagen. Ein Kollege – sein Name fällt mir jetzt nicht ein – hat gefragt: Wann hören Sie auf, die Bürger hinters Licht zu führen? (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Nein, nicht Kollege Trattner, Herr Böhacker war es, danke, Frau Kollegin. – Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Ich frage Sie: Was ist das? – In Tirol sagen Sie zur Agenda "ja", aber hier im Parlament heißt es immer "nein". Zur Benzinpreisregulierung sagen Sie im Parlament "ja", aber aus Kärnten kommt der Ruf "nein". – Bitte, was ist das? Bedeutet das nicht, die Bürger hinters Licht zu führen? Denken Sie bitte darüber nach! – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Warum sind Sie so aufgeregt, Frau Kollegin? – Abg. Böhacker: Wie heißt sie? Wie heißt die Kollegin? Mir ist der Name entfallen! – Abg. Tichy-Schreder – in Richtung Freiheitliche –: Das ist peinlich!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Warum sind Sie so aufgeregt, Frau Kollegin? – Abg. Böhacker: Wie heißt sie? Wie heißt die Kollegin? Mir ist der Name entfallen! – Abg. Tichy-Schreder – in Richtung Freiheitliche –: Das ist peinlich!
Ein Letztes möchte ich noch in Richtung FPÖ sagen. Ein Kollege – sein Name fällt mir jetzt nicht ein – hat gefragt: Wann hören Sie auf, die Bürger hinters Licht zu führen? (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Nein, nicht Kollege Trattner, Herr Böhacker war es, danke, Frau Kollegin. – Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Ich frage Sie: Was ist das? – In Tirol sagen Sie zur Agenda "ja", aber hier im Parlament heißt es immer "nein". Zur Benzinpreisregulierung sagen Sie im Parlament "ja", aber aus Kärnten kommt der Ruf "nein". – Bitte, was ist das? Bedeutet das nicht, die Bürger hinters Licht zu führen? Denken Sie bitte darüber nach! – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Warum sind Sie so aufgeregt, Frau Kollegin? – Abg. Böhacker: Wie heißt sie? Wie heißt die Kollegin? Mir ist der Name entfallen! – Abg. Tichy-Schreder – in Richtung Freiheitliche –: Das ist peinlich!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kopf: Wenn man aber kein Eigentum will?!
Nun kommen die Grünen daher und verkünden wirklich ganz unverschämt: 80 Milliarden Schilling könnten verschoben werden. 30 Milliarden Schilling könnte man auf das Vermögen der Österreicherinnen und Österreicher drauflegen und abschöpfen. Ich betone: 30 Milliarden Schilling! Die Einfamilienhausbesitzer, die Wohnungseigentümer und so weiter "dürften" 30 Milliarden Schilling bezahlen! – Meine Damen und Herren! Dazu sagen wir: Nein, danke, das kommt für uns nicht in Frage. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kopf: Wenn man aber kein Eigentum will?!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir treten für diejenigen ein, die gespart, die Eigentum geschaffen haben, die sich Wohnungseigentum geschaffen haben! Und wir sind stolz darauf – das sage ich Ihnen in aller Deutlichkeit –, daß wir vor wenigen Jahren die Vermögenssteuer in Österreich abgeschafft haben. Darauf sind wir stolz, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Die Kommunalabgabe erhöhen!
Dann kommt jemand daher und fragt: Was ist mit den Lohnnebenkosten? Nicht senken, sondern verschieben! (Ruf bei den Freiheitlichen: Die Kommunalabgabe erhöhen!) Sie verschieben die Lohnnebenkosten einfach zu anderen, indem sie eine Wertschöpfungsabgabe einführen. – Was bedeutet das, meine Damen und Herren? Das bedeutet nichts anderes, als daß andere Wirtschaftszweige die Belastungen bezahlen müßten. Die Belastung bleibt gleich. Das bleibt gleich, meine Damen und Herren. (Abg. Böhacker: Der Koalitionspartner ...!) – Das ist vermutlich auch Ihr Vorschlag. Ich bedauere es, wenn Sie diesen Vorschlag bringen, Herr Böhacker. Aber das machen wir Gott sei Dank nicht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Böhacker.) – Danke, das nehme ich zur Kenntnis.
Abg. Böhacker: Der Koalitionspartner ...!
Dann kommt jemand daher und fragt: Was ist mit den Lohnnebenkosten? Nicht senken, sondern verschieben! (Ruf bei den Freiheitlichen: Die Kommunalabgabe erhöhen!) Sie verschieben die Lohnnebenkosten einfach zu anderen, indem sie eine Wertschöpfungsabgabe einführen. – Was bedeutet das, meine Damen und Herren? Das bedeutet nichts anderes, als daß andere Wirtschaftszweige die Belastungen bezahlen müßten. Die Belastung bleibt gleich. Das bleibt gleich, meine Damen und Herren. (Abg. Böhacker: Der Koalitionspartner ...!) – Das ist vermutlich auch Ihr Vorschlag. Ich bedauere es, wenn Sie diesen Vorschlag bringen, Herr Böhacker. Aber das machen wir Gott sei Dank nicht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Böhacker.) – Danke, das nehme ich zur Kenntnis.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Dann kommt jemand daher und fragt: Was ist mit den Lohnnebenkosten? Nicht senken, sondern verschieben! (Ruf bei den Freiheitlichen: Die Kommunalabgabe erhöhen!) Sie verschieben die Lohnnebenkosten einfach zu anderen, indem sie eine Wertschöpfungsabgabe einführen. – Was bedeutet das, meine Damen und Herren? Das bedeutet nichts anderes, als daß andere Wirtschaftszweige die Belastungen bezahlen müßten. Die Belastung bleibt gleich. Das bleibt gleich, meine Damen und Herren. (Abg. Böhacker: Der Koalitionspartner ...!) – Das ist vermutlich auch Ihr Vorschlag. Ich bedauere es, wenn Sie diesen Vorschlag bringen, Herr Böhacker. Aber das machen wir Gott sei Dank nicht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Böhacker.) – Danke, das nehme ich zur Kenntnis.
Beifall bei der ÖVP.
Auch da sagen wir zu den Grünen: nein, danke! Es kommt für uns nicht in Frage, eine Wertschöpfungsabgabe einzuführen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Die "Flader-tax"!
Wir wollen echte Steuersenkungen. Wir wollen, daß die Österreicherinnen und Österreicher von dieser Steuersenkung auch etwas haben, meine Damen und Herren. Wir wollen nicht eine Steuersenkung à la FPÖ – diese "berühmte" Flat-tax. Wer würde denn davon profitieren? (Abg. Schwarzenberger: Die "Flader-tax"!) – Nein, "Flader-tax" sage ich nicht. Ich verwende diese Formulierung nicht, ich bleibe beim offiziellen Ausdruck.
Abg. Scheibner: Ihr einziges Problem ist, daß das nicht die ÖVP erfunden hat!
Meine Damen und Herren! Wer profitiert von der Flat-tax? – Natürlich die ganz gut Verdienenden, die natürlich bei der FPÖ beheimatet sind. Für Ihre Klientel wollen Sie eine neue Steuer einführen – und nur für Ihre Klientel, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Abg. Scheibner: Ihr einziges Problem ist, daß das nicht die ÖVP erfunden hat!)
Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. – Unruhe im Saal.
Wir treten für die Familie ein. Und wir sind schon stolz darauf, daß es uns gelungen ist, daß wir künftig Familien mit Kindern ganz besonders begünstigen können, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Oberhaidinger. – Unruhe im Saal.)
Neuerliche Zwischenrufe und Unruhe im Saal.
Meine Damen und Herren! 60 Prozent – ich habe das nachgerechnet, das wird mir niemand widerlegen können –, 60 Prozent der Steuersenkung kommen Personen, Steuerzahlern zugute, meine Damen und Herren, ... (Neuerliche Zwischenrufe und Unruhe im Saal.) – Ich bitte, eure Zwischengespräche einzustellen! Lieber Georg! Bitte stell die Zwischengespräche ein! Ich bin jetzt am Wort, meine Damen und Herren! Ich bin jetzt am Wort, und nicht jemand anderer. – Das möchte ich zum Ausdruck bringen! (Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! 60 Prozent – ich habe das nachgerechnet, das wird mir niemand widerlegen können –, 60 Prozent der Steuersenkung kommen Personen, Steuerzahlern zugute, meine Damen und Herren, ... (Neuerliche Zwischenrufe und Unruhe im Saal.) – Ich bitte, eure Zwischengespräche einzustellen! Lieber Georg! Bitte stell die Zwischengespräche ein! Ich bin jetzt am Wort, meine Damen und Herren! Ich bin jetzt am Wort, und nicht jemand anderer. – Das möchte ich zum Ausdruck bringen! (Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Madl: Zwei Verdiener? Und wie schaut es mit Alleinverdienern aus? – Abg. Kopf: Sie kennt sich schon aus, so ist es nicht!
Ein Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern, 12 und 20 Jahre, zwei Einkommen, der eine Ehepartner verdient 20 000 S, der andere 15 000 S. Die Steuerersparnis für diese Familie gegenüber 1998 wird im Jahre 2000 22 200 S betragen, meine Damen und Herren. Das ist mehr, als die beiden Ehepartner nach Abzug der Steuern netto in einem Monat verdienen. 22 000 S für eine Familie mit zwei Kindern! (Abg. Madl: Zwei Verdiener? Und wie schaut es mit Alleinverdienern aus? – Abg. Kopf: Sie kennt sich schon aus, so ist es nicht!) – Zwei Verdiener, richtig. Jawohl, ich bin sofort bereit, auch ein Beispiel mit einem Verdiener zu bringen.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Madl.
Auch für diesen Fall habe ich nachgerechnet, und es ergibt beinahe den gleichen Betrag. Es ist um 2000 S weniger. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Madl.) Es ist um genau 2000 S weniger. Sie haben in Ihrer Rechnung nämlich nicht berücksichtigt, daß wir auch den Absetzbetrag des Alleinverdieners erhöhen wollen. Dieser wird am 1. Jänner 2000 erhöht.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo!
Meine Damen und Herren! Das ist eine Steuersenkung für die Familien, für diejenigen, die Kinder erziehen, die Kinderbetreuung leisten. Es ist eine Steuersenkung – das ist ganz entscheidend – für die niedrigen und mittleren Einkommen. Auf diese Steuerreform sind wir stolz. Und ich sage Ihnen ganz offen: Ich hätte mir eine solche Steuerreform nach den ersten Mitteilungen, die wir von unserem Koalitionspartner gehört haben, nicht erwartet. Gott sei Dank ist unser Koalitionspartner auf unsere Vorschläge in wesentlichen Bereichen eingegangen. Und dafür bin ich dankbar! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo!)
Abg. Dr. Höchtl: Das Blaue versprechen wir nie!
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Feurstein, Sie müssen sich schon Ihre eigenen Versprechungen vorhalten lassen, denn so wird es nicht gehen: Zuerst versprechen Sie das Blaue vom Himmel herunter (Abg. Dr. Höchtl: Das Blaue versprechen wir nie!), und dann sagen Sie: So genau kann man es nicht nehmen; wir haben es nicht so gemeint!
Abg. Dr. Höchtl: Sei froh, daß du nicht den Rosenstingl genommen hast!
In Richtung des Kollegen Schwarzböck möchte ich sagen: Ich bin so froh, daß Böhacker mein Steuerberater ist und nicht der Herr Schwarzböck, denn er hätte sicherlich die roten Zahlen zu schwarzen gemacht, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Höchtl: Sei froh, daß du nicht den Rosenstingl genommen hast!) So eine Ahnungslosigkeit, wie wir sie hier von ihm erleben mußten, schreit ja zum Himmel, meine Damen und Herren!
Abg. Ing. Maderthaner: Alles kann man nicht auf einmal machen!
Herr Kollege Maderthaner! Gerade Sie, der Sie heute wirklich die Oberjubelmeldung zu dieser "Steuerreform" – unter Gänsefüßchen – abgegeben haben, müßten sich eigentlich noch daran erinnern, welches Ultimatum Sie der Bundesregierung gestellt haben. Sie haben großspurig Ihren Zwangsmitgliedern mitgeteilt, was Sache ist anläßlich dieser Steuerreform. Da haben Sie gesagt, die Wirtschaftskammer setzt der Regierung jetzt Fristen. Da gab es eine Frist bis zum 5. Februar 1999, einen Fristsetzungsantrag. Wenn es bis zu diesem Datum nicht klappt, dann werden wir Tacheles reden, haben Sie sinngemäß gemeint. (Abg. Ing. Maderthaner: Alles kann man nicht auf einmal machen!)
Abg. Kopf: "Wünschenswert"!
Im letzten Koalitionsabkommen versprochen, aber nicht eingelöst wurden weiters die befristete Anhebung des Investitionsfreibetrages bei Gründung oder Erweiterung von Unternehmen. Alternativ wäre die vorzeitige Abschreibung beziehungsweise und/oder komplementär dazu die Einführung eines Verlustrücktrages für Unternehmensgründer wünschenswert. Um Arbeitnehmern den Sprung in die Selbständigkeit zu erleichtern, sollte die Möglichkeit des Verlustrücktrages geschaffen werden. So könnten Anlaufverluste gegen das frühere Arbeitnehmereinkommen verrechnet werden. Zuständigkeit: Steuerreformteam frißt Steuerreform. – Zitatende. (Abg. Kopf: "Wünschenswert"!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kopf: Ist das ein Muskelspiel mit dem Wort "wünschenswert"? Bleiben Sie doch ein bißchen seriöser!
Was haben Sie davon eingeführt? Was haben Sie halten können? – Jetzt reden Sie sich auf den Koalitionspartner aus! Aber dann hätte ich doch zumindest von Ihnen einen einzigen Satz der Kritik hören müssen! Dann hätten Sie doch sagen können: Gut, wir haben uns da nicht durchgesetzt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kopf: Ist das ein Muskelspiel mit dem Wort "wünschenswert"? Bleiben Sie doch ein bißchen seriöser!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie könnten doch zumindest – und ich wiederhole den Vorschlag so lange, bis es der letzte Unternehmer und der letzte Arbeitslose über 50 Jahre weiß – einen Beitrag leisten, indem Sie die Kammerumlage 2 in diesem Bereich einsparen – meinetwegen befristet, bis sich die Arbeitssituation bei den über 50jährigen Arbeitslosen verbessert hat. Dies wäre zum Nutzen der Arbeitsplätze und der älteren Arbeitnehmer, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt da oder dort Peanuts, die nicht als große Reform bezeichnet werden können. Wenn Sie ehrlich gewesen wären, dann hätten Sie gesagt: Wir haben aus diesen oder jenen Gründen nicht mehr zusammengebracht. Aber diese Geschichte so abzufeiern, wie Sie das getan haben, Herr Präsident Maderthaner, das war peinlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Feurstein: Die Erhöhung!
Herr Kollege Feurstein! Sie haben von einer Familie mit zwei Kindern gesprochen. In dem einen Fall verdienen beide Ehepartner, im anderen Fall gibt es einen Alleinverdiener. Es ist absolut nicht richtig, was Sie gesagt haben, nämlich daß wir vergessen haben, den Alleinverdienerfreibetrag dazuzurechnen. (Abg. Dr. Feurstein: Die Erhöhung!)
Abg. Dr. Feurstein: Nein!
Sie meinen den allgemeinen Absetzbetrag, der ja beiden zugutekommt. (Abg. Dr. Feurstein: Nein!) Dieser wird erhöht, aber es steht nirgendwo in diesem Steuerpapier, daß auch der Alleinverdienerfreibetrag so erhöht wird (Abg. Dr. Feurstein: Das ist schon beschlossen!), daß es eine Gleichheit gibt zwischen dem Einkommen eines Alleinverdieners und den Einkommen zweier Verdiener in einer Familie, bei gleichen Bedingungen, bei gleicher Kinderanzahl und in der gleichen Höhe.
Abg. Dr. Feurstein: Das ist schon beschlossen!
Sie meinen den allgemeinen Absetzbetrag, der ja beiden zugutekommt. (Abg. Dr. Feurstein: Nein!) Dieser wird erhöht, aber es steht nirgendwo in diesem Steuerpapier, daß auch der Alleinverdienerfreibetrag so erhöht wird (Abg. Dr. Feurstein: Das ist schon beschlossen!), daß es eine Gleichheit gibt zwischen dem Einkommen eines Alleinverdieners und den Einkommen zweier Verdiener in einer Familie, bei gleichen Bedingungen, bei gleicher Kinderanzahl und in der gleichen Höhe.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dazu sage ich Ihnen: Massive Beschwerden hat es gegeben, wie überhaupt der 13. Umsatzsteuertermin eingeführt werden konnte! Das war ja überhaupt die ärgste Ungerechtigkeit, bei 12 Monaten einen 13. Termin einzuführen – noch dazu zum Jahresende, wo es für jeden Betrieb eklatant schwer ist, im Dezember noch einmal eine zusätzliche Umsatzsteuervorauszahlung – eine dreizehnte! – zu leisten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dem haben Sie zugestimmt, und das hat Ihnen innerhalb der Wirtschaft sehr, sehr geschadet! Denn gerade die kleinen und mittleren Betriebe haben dabei wirklich sehr draufgezahlt. Und jetzt zu sagen, das sei eine Entlastung, ist unrichtig. Das ist nur eine Revidierung, und auch das nur bis zu 10 000 S! Das ist nur eine Revidierung des Unrechts, das Sie in den letzten drei Jahren den kleinen und mittleren Betrieben zugefügt haben – mit Ihrer Zustimmung, Herr Maderthaner! Ich betone: mit Ihrer Zustimmung! Und jetzt rechnen Sie das in die Steuerreform ein. Das ist eine Frechheit! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Abg. Schwarzenberger: Sind Sie auch für die Abschaffung des 13. und 14.?
Und was ich dazu noch sagen wollte: Ich vermisse den "Leitl-Plan" in diesem Steuerpaket. Wo ist er denn? – Landesrat Leitl hat sich ja unsere Idee auf seine Fahne geheftet. Vor eineinhalb Jahren ist er damit hausieren gegangen. In allen Medien, im Wahlkampf, überall war vom "Leitl-Plan" die Rede. Wirtschaftslandesrat, ÖVP, Oberösterreich wird gehört in Wien, hat es geheißen. Es war schon einmal in Diskussion, daß er etwas höhere Ehren anstrebt. – Was ist mit diesem "Leitl-Plan"? Wo gibt es jetzt eine Entsteuerung nichtentnommener Gewinne? (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Abg. Schwarzenberger: Sind Sie auch für die Abschaffung des 13. und 14.?) Wo ist sie denn, die Entsteuerung nichtentnommener Gewinne, die so viele Arbeitsplätze geschaffen hätte? – Gar nichts ist!
Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Es findet sich die Handschrift der ÖVP in diesem Steuerpaket und in dieser Steuerreform, eine Handschrift, die so aussieht, daß überhaupt nichts von ihren Vorhaben drinnen ist. (Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Es ist die Handschrift des Über-den-Tisch-Ziehens, die sich schon jahrelang wie ein roter Faden durch Ihre Fraktion zieht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es findet sich die Handschrift der ÖVP in diesem Steuerpaket und in dieser Steuerreform, eine Handschrift, die so aussieht, daß überhaupt nichts von ihren Vorhaben drinnen ist. (Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Es ist die Handschrift des Über-den-Tisch-Ziehens, die sich schon jahrelang wie ein roter Faden durch Ihre Fraktion zieht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: 4 Minuten zuviel!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter Dr. Feurstein hat sich noch einmal zu Wort gemeldet. Herr Abgeordneter, Sie haben noch 4 Minuten Redezeit für diese zweite Wortmeldung zur Verfügung. – Bitte. (Abg. Scheibner: 4 Minuten zuviel!)
Abg. Böhacker: Wo steht das?
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Meine Damen und Herren! Ich möchte noch einmal klar zum Ausdruck bringen – das ist nämlich bezweifelt und wiederum mit unrichtigen Fakten dargelegt worden (Abg. Böhacker: Wo steht das?) –: Die ganz wesentliche Handschrift dieser Steuersenkung ist, daß wir die Familien, die Familienerhalter entlasten. (Abg. Madl: Das ist ja ein Beitrag! – Abg. Böhacker: Das ist ein Beitrag, keine Berichtigung! – Abg. Dr. Khol: Ja, das ist ein Beitrag!) Es ist ein Redebeitrag.
Abg. Madl: Das ist ja ein Beitrag! – Abg. Böhacker: Das ist ein Beitrag, keine Berichtigung! – Abg. Dr. Khol: Ja, das ist ein Beitrag!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Meine Damen und Herren! Ich möchte noch einmal klar zum Ausdruck bringen – das ist nämlich bezweifelt und wiederum mit unrichtigen Fakten dargelegt worden (Abg. Böhacker: Wo steht das?) –: Die ganz wesentliche Handschrift dieser Steuersenkung ist, daß wir die Familien, die Familienerhalter entlasten. (Abg. Madl: Das ist ja ein Beitrag! – Abg. Böhacker: Das ist ein Beitrag, keine Berichtigung! – Abg. Dr. Khol: Ja, das ist ein Beitrag!) Es ist ein Redebeitrag.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Madl.
Wir entlasten sie ganz wesentlich, und Sie haben nicht beachtet oder schon wieder vergessen, Frau Abgeordnete Madl, daß wir bereits eine Erhöhung des Alleinverdienerfreibetrages beschlossen haben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Madl.) Das wurde bereits beschlossen hier im Hohen Hause. So kurz ist Ihr Gedächtnis, daß Sie sich gar nicht mehr daran erinnern, was wir hier eigentlich schon alles gemacht haben. (Abg. Haigermoser: Vom kurzen Gedächtnis schweigen Sie lieber, sonst zitiere ich Kreisky!) Ich bedauere das und möchte es Ihnen wieder in Erinnerung rufen.
Abg. Haigermoser: Vom kurzen Gedächtnis schweigen Sie lieber, sonst zitiere ich Kreisky!
Wir entlasten sie ganz wesentlich, und Sie haben nicht beachtet oder schon wieder vergessen, Frau Abgeordnete Madl, daß wir bereits eine Erhöhung des Alleinverdienerfreibetrages beschlossen haben. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Madl.) Das wurde bereits beschlossen hier im Hohen Hause. So kurz ist Ihr Gedächtnis, daß Sie sich gar nicht mehr daran erinnern, was wir hier eigentlich schon alles gemacht haben. (Abg. Haigermoser: Vom kurzen Gedächtnis schweigen Sie lieber, sonst zitiere ich Kreisky!) Ich bedauere das und möchte es Ihnen wieder in Erinnerung rufen.
Abg. Madl: 27 000 S und drei Kinder! Das geht aber wirklich nicht! Wo gibt es das in Österreich?
Jetzt bringe ich Ihnen aber ein Beispiel, das wirklich zeigt, wie die Familie entlastet wird. Nehmen wir eine Familie mit zunächst zwei Verdienern, der eine 14 000 S, der andere 13 000 S, zusammen ein Bruttoeinkommen von 27 000 S, und drei Kinder. Die Steuerersparnis einschließlich der Veränderung der Kinderabsetzbeträge (Abg. Madl: 27 000 S und drei Kinder! Das geht aber wirklich nicht! Wo gibt es das in Österreich?) – da ist die Familienbeihilfe nicht dabei, wie Sie wissen; die ganze Familienbeihilfe ist da nicht dabei –, also die Steuerersparnis beträgt in diesem Fall 32 400 S. (Abg. Madl: Wo gibt es das in Österreich? 27 000 S und drei Kinder! Das ist unter der Armutsgrenze! Das ist ja lächerlich!)
Abg. Madl: Wo gibt es das in Österreich? 27 000 S und drei Kinder! Das ist unter der Armutsgrenze! Das ist ja lächerlich!
Jetzt bringe ich Ihnen aber ein Beispiel, das wirklich zeigt, wie die Familie entlastet wird. Nehmen wir eine Familie mit zunächst zwei Verdienern, der eine 14 000 S, der andere 13 000 S, zusammen ein Bruttoeinkommen von 27 000 S, und drei Kinder. Die Steuerersparnis einschließlich der Veränderung der Kinderabsetzbeträge (Abg. Madl: 27 000 S und drei Kinder! Das geht aber wirklich nicht! Wo gibt es das in Österreich?) – da ist die Familienbeihilfe nicht dabei, wie Sie wissen; die ganze Familienbeihilfe ist da nicht dabei –, also die Steuerersparnis beträgt in diesem Fall 32 400 S. (Abg. Madl: Wo gibt es das in Österreich? 27 000 S und drei Kinder! Das ist unter der Armutsgrenze! Das ist ja lächerlich!)
Abg. Madl: Das ist ja beschämend, daß Sie so ein Beispiel bringen!
Deshalb geben wir einer solchen Familie eine zusätzliche Steuersenkung von 32 400 S im Jahre 2000, meine Damen und Herren. (Abg. Madl: Das ist ja beschämend, daß Sie so ein Beispiel bringen!) Da soll noch jemand sagen, wir nehmen nicht Rücksicht auf jene Gruppen und auf jene Menschen (Abg. Haigermoser: Er glaubt das anscheinend selber, was er da verzapft!), die diese Steuersenkung aus einer finanziellen Notwendigkeit heraus wirklich brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Er glaubt das anscheinend selber, was er da verzapft!
Deshalb geben wir einer solchen Familie eine zusätzliche Steuersenkung von 32 400 S im Jahre 2000, meine Damen und Herren. (Abg. Madl: Das ist ja beschämend, daß Sie so ein Beispiel bringen!) Da soll noch jemand sagen, wir nehmen nicht Rücksicht auf jene Gruppen und auf jene Menschen (Abg. Haigermoser: Er glaubt das anscheinend selber, was er da verzapft!), die diese Steuersenkung aus einer finanziellen Notwendigkeit heraus wirklich brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb geben wir einer solchen Familie eine zusätzliche Steuersenkung von 32 400 S im Jahre 2000, meine Damen und Herren. (Abg. Madl: Das ist ja beschämend, daß Sie so ein Beispiel bringen!) Da soll noch jemand sagen, wir nehmen nicht Rücksicht auf jene Gruppen und auf jene Menschen (Abg. Haigermoser: Er glaubt das anscheinend selber, was er da verzapft!), die diese Steuersenkung aus einer finanziellen Notwendigkeit heraus wirklich brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Madl: In dem, was für die Familien gut ist!
Auch in einem weiteren Punkt unterscheiden wir uns ganz grundsätzlich. (Abg. Madl: In dem, was für die Familien gut ist!) Jawohl, wir treten für die unteren und kleineren Einkommen ein, und zwar ganz entschieden. Jemand – denn auch davon wurde hier gesprochen –, der 11 000 S brutto verdient – 11 000 S, Herr Van der Bellen –, zahlt heute und in Zukunft keine Steuer – das Beispiel war schlecht gewählt von Ihnen –, aber jemand, der 15 000 S brutto verdient, hat nun einmal eine Steuerersparnis von 35 Prozent, und der wird diese Steuerersparnis von 35 Prozent natürlich auch entsprechend spürbar vermerken können. Jemand allerdings, der mehr verdient, der ein hohes Einkommen hat, hat eine ganz minimale Steuerersparnis. (Abg. Madl: Ja, jemand, der über 50 000 S verdient ...!)
Abg. Madl: Ja, jemand, der über 50 000 S verdient ...!
Auch in einem weiteren Punkt unterscheiden wir uns ganz grundsätzlich. (Abg. Madl: In dem, was für die Familien gut ist!) Jawohl, wir treten für die unteren und kleineren Einkommen ein, und zwar ganz entschieden. Jemand – denn auch davon wurde hier gesprochen –, der 11 000 S brutto verdient – 11 000 S, Herr Van der Bellen –, zahlt heute und in Zukunft keine Steuer – das Beispiel war schlecht gewählt von Ihnen –, aber jemand, der 15 000 S brutto verdient, hat nun einmal eine Steuerersparnis von 35 Prozent, und der wird diese Steuerersparnis von 35 Prozent natürlich auch entsprechend spürbar vermerken können. Jemand allerdings, der mehr verdient, der ein hohes Einkommen hat, hat eine ganz minimale Steuerersparnis. (Abg. Madl: Ja, jemand, der über 50 000 S verdient ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Und zu noch etwas bekennen wir uns, im Unterschied zu Ihnen: Jawohl, wir sind auch für eine Entlastung dort, wo eine Belastung durch die kalte Progression entstanden ist. Dafür sind wir eingetreten, das haben wir erreicht, und ich glaube, es war auch richtig, daß wir dort, wo durch die kalte Progression der letzten Jahre Belastungen entstanden sind, eine gewisse Entlastung durchgesetzt haben durch dieses Steuersenkungspaket, das in den nächsten Monaten vorgelegt und hier im Nationalrat beschlossen werden wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Tichy-Schreder: Andreas!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Diese Anfrage des Liberalen Forums betraf Teilaspekte des Regionalradiogesetzes, und ich wäre Herrn Klubobmann Khol dankbar, wenn er jetzt den Herrn Staatssekretär nicht mehr ablenkte – er hört das nicht (Abg. Tichy-Schreder: Andreas!) –, weil ich tatsächlich ein paar Fragen in den Raum stellen möchte, und ich möchte vermeiden, daß der Herr Staatssekretär das dann nicht beantworten kann.
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher bitte ich den Herrn Staatssekretär, der heute hier anwesend ist, daß er entweder von der Regierungsbank aus diese offengebliebenen Fragen nach dem Ob und Wer und danach, wieviel übertragen wurde, beantwortet. Sollte das nicht möglich sein, lade ich ihn herzlich ein, von dieser Regierungsbank aus eine schriftliche Nachlieferung zuzusagen. Wir möchten das einfach gerne wissen, und Sie werden uns doch hoffentlich nicht ins Firmenbuch schicken wollen, sage ich am Schluß noch einmal. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, in diesem Sinne können wir eine weitere Auskunft schriftlich zusagen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kier schickt sich an, den Sitzungssaal zu verlassen.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Kollege Kier, ich glaube, dem Herrn Staatssekretär ist für diese Serviceleistung zu danken. (Abg. Dr. Kier schickt sich an, den Sitzungssaal zu verlassen.) Ich spreche zu Ihnen, aber Sie müssen nicht dableiben als Abgeordneter, Sie dürfen auch hinausgehen. (Heiterkeit. – Abg. Dr. Kier bleibt im Mittelgang stehen und hält zum Zeichen des Zuhörens die Hände an die Ohren.) Ich glaube, diese Serviceleistung ist gutgemeint. Sie ist sicherlich nicht so zu verstehen, daß man sagen kann, als Bürger erhält man die Auskunft, nur als Abgeordneter kann man sie nicht bekommen.
Heiterkeit. – Abg. Dr. Kier bleibt im Mittelgang stehen und hält zum Zeichen des Zuhörens die Hände an die Ohren.
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Kollege Kier, ich glaube, dem Herrn Staatssekretär ist für diese Serviceleistung zu danken. (Abg. Dr. Kier schickt sich an, den Sitzungssaal zu verlassen.) Ich spreche zu Ihnen, aber Sie müssen nicht dableiben als Abgeordneter, Sie dürfen auch hinausgehen. (Heiterkeit. – Abg. Dr. Kier bleibt im Mittelgang stehen und hält zum Zeichen des Zuhörens die Hände an die Ohren.) Ich glaube, diese Serviceleistung ist gutgemeint. Sie ist sicherlich nicht so zu verstehen, daß man sagen kann, als Bürger erhält man die Auskunft, nur als Abgeordneter kann man sie nicht bekommen.
Beifall bei der SPÖ.
Eine Lösung, Herr Staatssekretär, Herr Abgeordneter Kier, könnte sein, daß im Zusammenhang mit der Beratung über das Regionalradiogesetz im Unterausschuß, in dem eine Vorlage liegt, auch diese Fragen debattiert werden. Dann könnten wir sehr rasch zu einer entsprechenden Auskunft kommen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Abgeordneter Schieder, ich bin sehr dankbar für die Worte, die Sie hier soeben gesagt haben. Ich kann das zwar juristisch nicht würdigen, aber ich meine, wir bewegen uns auf derselben Ebene, und ich finde, daß das, was hier in einer durchaus korrekten Anfrage formuliert wurde, ziemlich kaltschnäuzig mit "schmeck’s!" beantwortet wurde. Und ich glaube, das sollte man nicht so hinnehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die eingerichtete Kollegialbehörde mit richterlichem Einschlag pflanzt Sie, Herr Staatssekretär, und pflanzt uns – anders kann ich mir das nicht erklären –, und das beschädigt in irgendeiner Form das Selbstverständnis eines Parlamentariers. Das ist auch klar. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Sehr gut!
Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes über die Telekombehörde, aus dem hervorgeht, daß es keine Kontrolle außer durch den Verfassungsgerichtshof gibt. Der Verfassungsgerichtshof moniert da eine rechtsstaatliche Verdünnung, also eine Behörde, die etwas bewilligt und gleichzeitig kontrolliert. – Ich kann Ihnen nur sagen: So haben wir uns den One-Stop-Shop nicht vorgestellt! (Abg. Dr. Khol: Sehr gut!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, daß die Anfrage des Volker Kier eine korrekte Antwort verlangt. Sie liegt eigentlich auch auf der Hand; das ist in allen Firmenbüchern einsehbar. Die gesamte ÖVP und ich sehen nicht ein – aber, wie ich merke, auch Abgeordneter Schieder nicht –, wieso wir die Antwort nicht bekommen können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber ich verstehe die Intention nicht ganz, denn es hat meines Erachtens nichts mit liberalem Gedankengut zu tun, wenn man die strikte Einhaltung von Bestimmungen oder die Kontrolle von Bestimmungen verlangt, die sicher nicht von einem liberalen Gedankengut getragen sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Barmüller: Ich habe mich streichen lassen!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet hat sich Abgeordneter Mag. Barmüller. 5 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Barmüller: Ich habe mich streichen lassen!) Aber ich habe Sie auf der Rednerliste. (Abg. Mag. Barmüller: Nein, das hätte gestrichen werden sollen!) Gut, dann dürfen wir Sie aus der Rednerliste streichen.
Abg. Mag. Barmüller: Nein, das hätte gestrichen werden sollen!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet hat sich Abgeordneter Mag. Barmüller. 5 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Barmüller: Ich habe mich streichen lassen!) Aber ich habe Sie auf der Rednerliste. (Abg. Mag. Barmüller: Nein, das hätte gestrichen werden sollen!) Gut, dann dürfen wir Sie aus der Rednerliste streichen.
Abg. Dr. Krüger: Das kann sie aber schon!
Aber auch die Kontrollrechte der Rundfunkbehörde sind nicht besonders ausgebaut. Daß die Rundfunkbehörde auch bei schweren Rechtsverletzungen nicht einmal die Möglichkeit hat, selbst einen Antrag auf Widerruf zu stellen, das scheint mir im Sinne einer unabhängigen Behörde nicht gerade sinnvoll zu sein. (Abg. Dr. Krüger: Das kann sie aber schon!) – Nein, das kann sie nicht. (Abg. Dr. Krüger: Das steht im Gesetz!) – Ja, aber nur bei ganz schweren Rechtsverletzungen. Das scheint mir insgesamt nicht sehr sinnvoll zu sein. Ich meine, daß auch eine unabhängige Behörde das generelle Antragsrecht auf Verhängung von Verwaltungsstrafen bei Rechtsverletzungen, so wie es das Gesetz vorsieht, bekommen sollte.
Abg. Dr. Krüger: Das steht im Gesetz!
Aber auch die Kontrollrechte der Rundfunkbehörde sind nicht besonders ausgebaut. Daß die Rundfunkbehörde auch bei schweren Rechtsverletzungen nicht einmal die Möglichkeit hat, selbst einen Antrag auf Widerruf zu stellen, das scheint mir im Sinne einer unabhängigen Behörde nicht gerade sinnvoll zu sein. (Abg. Dr. Krüger: Das kann sie aber schon!) – Nein, das kann sie nicht. (Abg. Dr. Krüger: Das steht im Gesetz!) – Ja, aber nur bei ganz schweren Rechtsverletzungen. Das scheint mir insgesamt nicht sehr sinnvoll zu sein. Ich meine, daß auch eine unabhängige Behörde das generelle Antragsrecht auf Verhängung von Verwaltungsstrafen bei Rechtsverletzungen, so wie es das Gesetz vorsieht, bekommen sollte.
Beifall bei den Grünen.
Wenn diese Diskussion dem Umstand dient, daß der Herr Staatssekretär nun die Wünsche der Abgeordneten zur Kenntnis genommen hat, dann hat sie jedenfalls Sinn gemacht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Mühlbachler: Das glaube ich nicht! Jetzt sagt er dasselbe noch einmal! – Abg. Dr. Krüger: Sie können nicht genug kriegen von dir!
Herr Abgeordneter Mag. Schweitzer war schon zu Wort gemeldet. Wollen Sie Ihren Debattenbeitrag fortsetzen? – Bitte, Herr Abgeordneter. Der zweite Teil Ihrer Ausführungen beginnt. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das glaube ich nicht! Jetzt sagt er dasselbe noch einmal! – Abg. Dr. Krüger: Sie können nicht genug kriegen von dir!)
Bundesminister Dr. Bartenstein betritt den Sitzungssaal.
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn es darum geht, den Umweltminister beziehungsweise die Ergebnisse, die der Ozonbericht zutage fördert, kritisch zu betrachten, dann muß man sagen ... (Bundesminister Dr. Bartenstein betritt den Sitzungssaal.) – Jetzt kommt er erst. Beim Lob war er gleich da. (Abg. Kopf: Billiger geht es nicht!) Aber der Ozonbericht, das muß man dem Umweltministerium lassen, Herr Kollege Kopf, ist bemerkenswert offen und zeigt, daß vieles von dem, was man sich sogar per Gesetz vorgenommen hat – Kollegin Langthaler hat das angesichts der Steuerreformdebatte bereits angezogen –, nicht im geringsten erreicht werden konnte. Von den festgelegten Zielen, die mit 40 Prozent Reduktion sehr hochgesteckt waren, ist man sehr weit entfernt. Die Konzentration des bodennahen Ozons hat sogar deutlich zugenommen.
Abg. Kopf: Billiger geht es nicht!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn es darum geht, den Umweltminister beziehungsweise die Ergebnisse, die der Ozonbericht zutage fördert, kritisch zu betrachten, dann muß man sagen ... (Bundesminister Dr. Bartenstein betritt den Sitzungssaal.) – Jetzt kommt er erst. Beim Lob war er gleich da. (Abg. Kopf: Billiger geht es nicht!) Aber der Ozonbericht, das muß man dem Umweltministerium lassen, Herr Kollege Kopf, ist bemerkenswert offen und zeigt, daß vieles von dem, was man sich sogar per Gesetz vorgenommen hat – Kollegin Langthaler hat das angesichts der Steuerreformdebatte bereits angezogen –, nicht im geringsten erreicht werden konnte. Von den festgelegten Zielen, die mit 40 Prozent Reduktion sehr hochgesteckt waren, ist man sehr weit entfernt. Die Konzentration des bodennahen Ozons hat sogar deutlich zugenommen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Angesichts der Überschreitungen der Schadensgrenzen, der Unterschreitung der Reduktionsziele und der Tatsache, daß die Instrumente nicht wirken, muß man sagen, daß die Ozonpolitik des Bundesministers, weil er die Kooperationsbereitschaft bei seinen Ministerkollegen nicht findet, bis heute nicht zielführend gewesen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt also, alles in allem gesehen macht unser Umweltminister seine Hausaufgaben und kommt mit diesen Maßnahmen durchaus in die Nähe der Ziele des Ozongesetzes 1992, aber was leider fehlt – damit bin ich auch schon am Ende meiner Ausführungen –, ist die Erfüllung der Hausaufgaben seitens des Verkehrsministers. Wenn diese Maßnahmen noch dazu kämen, dann wären die Ziele des Ozongesetzes 1992 absolut erreichbar. Ich muß an dieser Stelle dringend an den Herrn Verkehrsminister appellieren, die ihm möglichen Maßnahmen im Bereich des Straßenverkehrs so schnell wie möglich zu ergreifen, damit wir die Ziele des Ozongesetzes erreichen können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Er muß die Alternativen schaffen für den Straßenverkehr!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte mich auch, da meine Vorredner bereits den Ozonbericht angesprochen haben, primär auf diesen konzentrieren. Wir werden diesen nicht zur Kenntnis nehmen, Herr Abgeordneter Kopf, und ich glaube auch, daß Ihr Appell an den Verkehrsminister ein wenig fehlgeleitet ist. (Abg. Kopf: Er muß die Alternativen schaffen für den Straßenverkehr!) – In bezug auf den Schienenbereich stimmt es, zum anderen wissen Sie aber, daß wir es ohne ökologische Steuerreform nicht schaffen werden, die Zuwächse im Straßenverkehr zu minimieren. Das geht nicht anders. Das wird nicht Aufgabe eines einzelnen Ministers sein, sondern das ist Aufgabe nicht nur der gesamten Regierung, sondern auch dieses Hauses.
Abg. Kopf: Aber 50 Prozent von 70!
Insofern merke ich auch in diesem Zusammenhang an, daß es einfach nicht der richtige Weg ist, seitens der Koalitionsparteien alles, was bisher von den Liberalen angeregt wurde, etwa die Einsetzung einer Enquete-Kommission, abzulehnen. Es ist unverständlich, daß wir uns nicht wenigstens über jene Maßnahmen, über die wir angeblich alle einer Meinung sind, verständigen und diese hier im Hause umsetzen können. Es ist unverständlich, daß wir das bisher im Hause nicht etablieren konnten. Es ist falsch, daß die ökologische Steuerreform – auch bei dem, was jetzt vorgestellt worden ist – nicht einmal jene Schritte umfaßt, die von der Steuerreformkommission selbst vorgeschlagen worden sind. Sie haben zu Recht angemerkt, daß der eigentlich entscheidende Punkt dieses Ozonberichts der ist, daß klar festgehalten wird – insofern ist diese Offenheit auch begrüßenswert –, daß bis zum Jahre 2006 die angestrebten Ziele nicht erreicht werden können. Damit ist aber das, was wir uns im Rahmen des Ozongesetzes 1992 als Ziel gesetzt haben, verfehlt worden. (Abg. Kopf: Aber 50 Prozent von 70!)
Abg. Kopf: Wir haben ihn begleitend dazu eingebracht!
Daß es jetzt im Ausschuß einen gesamtändernden Entschließungsantrag, eingebracht von den Regierungsfraktionen, zu dem Antrag, den Abgeordneter Schweitzer eingebracht hat, gegeben hat, ist etwas ... (Abg. Kopf: Wir haben ihn begleitend dazu eingebracht!) – Okay, dann brauche ich das nicht weiter auszuführen. Die politischen Auswirkungen eines solchen Antrages wurden im Ausschuß ausreichend diskutiert. Aber ich meine, daß der Entschließungsantrag der Koalitionsfraktionen, der sich darauf bezieht, daß die bisherigen Aktivitäten zur Förderung erneuerbarer Energieträger durch Verbesserung der Rahmenbedingungen, die dazu dienen, weitere Impulse zur Steigerung der Beschäftigung und der Wertschöpfung zu setzen, vorangetrieben werden sollen, inhaltlich in Wahrheit ein Nullantrag ist.
Abg. Kopf: 3 Prozent – ElWOG! Einspeiseregelung!
Unser Problem gerade im Zusammenhang nach Beschlußfassung des ElWOG ist, daß nach wie vor die Fördersituation den Ländern überlassen ist, daß es völlig zersplittert ist und daß wir in Österreich keine Impulse haben, die eine Markteinsetzung der erneuerbaren Energieträger mit sich bringen. Das ist ein Bereich, der unter Druck gehalten wird. Eine tatsächliche Entwicklung findet nicht statt, auch nicht angesichts der 2prozentigen Beimischung von Biotreibstoff, Rapsmethylester zum Diesel. (Abg. Kopf: 3 Prozent – ElWOG! Einspeiseregelung!) – Ja, bis 2005! Wir wissen allerdings, daß, wenn wir die Laugenverbrennung und dergleichen mit dazunehmen, große Potentiale bereits abgeschöpft sind. Es muß klargelegt werden, daß das dem tatsächlichen Potential, das in Österreich besteht, nicht entsprechend ist.
Beifall beim Liberalen Forum.
Dieses Haus wird sich auch nicht länger dem, was im Nationalen Umweltplan richtigerweise festgehalten ist, nämlich insbesondere die Kostenwahrheit auch im Bereich der Energieträger einzuführen, entziehen können. Ich bin sicher, daß die liberale Fraktion – vom Abgeordneten Kier angefangen, der im Energiebereich ebenfalls immer wieder viel macht – dem zustimmen wird, daß sie die Regierung darin unterstützen wird, endlich mehr in diesem Zusammenhang zu machen. Ich kann es nicht anders formulieren, weil bisher nur gebremst worden ist. Vielleicht bringen wir gemeinsam auf einer versöhnlichen Ebene mehr weiter. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Kopf: Nein, nein, nein!
Da ich weiß – das möchte ich vorweg sagen –, daß Kollege Kopf ein exzellenter Kenner der Umweltmaterie ist, bin ich der Auffassung, daß er sich in seinen Ausführungen nur versprochen hat. Selbstverständlich ist es, um weiterhin Schadstoffe zu reduzieren, sehr wichtig, auch bei den Verkehrsmaßnahmen Neuerungen zu schaffen. Diesbezüglich könnte man sehr viel umsetzen, aber er hat – er hat sich da versprochen; ich weiß, daß er es weiß, darum hat er sich auch nur versprochen – den Verkehrsminister angesprochen, meinte aber den Wirtschaftsminister, meine Damen und Herren! (Abg. Kopf: Nein, nein, nein!) Denn nur wenn es uns gelingt, weniger Verkehr auf die Straße und mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen (Abg. Kopf: Nein, nein, nein!), wird es uns auch gelingen (Abg. Kopf: Da müssen wir zuerst die Kapazitäten haben!), die Ozonbelastungen zu reduzieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kopf: Nein, nein, nein!
Da ich weiß – das möchte ich vorweg sagen –, daß Kollege Kopf ein exzellenter Kenner der Umweltmaterie ist, bin ich der Auffassung, daß er sich in seinen Ausführungen nur versprochen hat. Selbstverständlich ist es, um weiterhin Schadstoffe zu reduzieren, sehr wichtig, auch bei den Verkehrsmaßnahmen Neuerungen zu schaffen. Diesbezüglich könnte man sehr viel umsetzen, aber er hat – er hat sich da versprochen; ich weiß, daß er es weiß, darum hat er sich auch nur versprochen – den Verkehrsminister angesprochen, meinte aber den Wirtschaftsminister, meine Damen und Herren! (Abg. Kopf: Nein, nein, nein!) Denn nur wenn es uns gelingt, weniger Verkehr auf die Straße und mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen (Abg. Kopf: Nein, nein, nein!), wird es uns auch gelingen (Abg. Kopf: Da müssen wir zuerst die Kapazitäten haben!), die Ozonbelastungen zu reduzieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kopf: Da müssen wir zuerst die Kapazitäten haben!
Da ich weiß – das möchte ich vorweg sagen –, daß Kollege Kopf ein exzellenter Kenner der Umweltmaterie ist, bin ich der Auffassung, daß er sich in seinen Ausführungen nur versprochen hat. Selbstverständlich ist es, um weiterhin Schadstoffe zu reduzieren, sehr wichtig, auch bei den Verkehrsmaßnahmen Neuerungen zu schaffen. Diesbezüglich könnte man sehr viel umsetzen, aber er hat – er hat sich da versprochen; ich weiß, daß er es weiß, darum hat er sich auch nur versprochen – den Verkehrsminister angesprochen, meinte aber den Wirtschaftsminister, meine Damen und Herren! (Abg. Kopf: Nein, nein, nein!) Denn nur wenn es uns gelingt, weniger Verkehr auf die Straße und mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen (Abg. Kopf: Nein, nein, nein!), wird es uns auch gelingen (Abg. Kopf: Da müssen wir zuerst die Kapazitäten haben!), die Ozonbelastungen zu reduzieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da ich weiß – das möchte ich vorweg sagen –, daß Kollege Kopf ein exzellenter Kenner der Umweltmaterie ist, bin ich der Auffassung, daß er sich in seinen Ausführungen nur versprochen hat. Selbstverständlich ist es, um weiterhin Schadstoffe zu reduzieren, sehr wichtig, auch bei den Verkehrsmaßnahmen Neuerungen zu schaffen. Diesbezüglich könnte man sehr viel umsetzen, aber er hat – er hat sich da versprochen; ich weiß, daß er es weiß, darum hat er sich auch nur versprochen – den Verkehrsminister angesprochen, meinte aber den Wirtschaftsminister, meine Damen und Herren! (Abg. Kopf: Nein, nein, nein!) Denn nur wenn es uns gelingt, weniger Verkehr auf die Straße und mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen (Abg. Kopf: Nein, nein, nein!), wird es uns auch gelingen (Abg. Kopf: Da müssen wir zuerst die Kapazitäten haben!), die Ozonbelastungen zu reduzieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Tichy-Schreder: Sprechen Sie einmal mit den Gewerkschaften!
Daher, lieber Kollege Kopf, finde ich in dir einen Verbündeten. Du trittst auch sicherlich dafür ein, daß so schnell wie möglich ... (Abg. Tichy-Schreder: Sprechen Sie einmal mit den Gewerkschaften!) – Er tritt sicherlich dafür ein, Frau Kollegin Tichy-Schreder, daß so schnell wie möglich die Vignette auch für die LKW kommt. (Beifall bei der SPÖ.) Wenn wir schon das Road-pricing nicht zusammenbringen, wenn wir darauf schon so lange warten, dann bekommen wir wahrscheinlich das Pickerl, damit dann weniger LKW auf der Straße fahren (Abg. Kopf: Wohin sollen die LKW ausweichen?), und dann werden wir auch, wie Kollege Kopf gesagt hat, zu einer geringeren Ozonbelastung kommen. (Abg. Kopf: Wo sollen die LKW ausweichen? – Auf die Schiene? – Abg. Tichy-Schreder: Warum kauft die ÖBB selbst LKW?) – LKW dann, wenn sie umweltfreundlich sind und wenn sie als Verursacher auch den gerechten Anteil auf der Straße bezahlen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher, lieber Kollege Kopf, finde ich in dir einen Verbündeten. Du trittst auch sicherlich dafür ein, daß so schnell wie möglich ... (Abg. Tichy-Schreder: Sprechen Sie einmal mit den Gewerkschaften!) – Er tritt sicherlich dafür ein, Frau Kollegin Tichy-Schreder, daß so schnell wie möglich die Vignette auch für die LKW kommt. (Beifall bei der SPÖ.) Wenn wir schon das Road-pricing nicht zusammenbringen, wenn wir darauf schon so lange warten, dann bekommen wir wahrscheinlich das Pickerl, damit dann weniger LKW auf der Straße fahren (Abg. Kopf: Wohin sollen die LKW ausweichen?), und dann werden wir auch, wie Kollege Kopf gesagt hat, zu einer geringeren Ozonbelastung kommen. (Abg. Kopf: Wo sollen die LKW ausweichen? – Auf die Schiene? – Abg. Tichy-Schreder: Warum kauft die ÖBB selbst LKW?) – LKW dann, wenn sie umweltfreundlich sind und wenn sie als Verursacher auch den gerechten Anteil auf der Straße bezahlen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kopf: Wohin sollen die LKW ausweichen?
Daher, lieber Kollege Kopf, finde ich in dir einen Verbündeten. Du trittst auch sicherlich dafür ein, daß so schnell wie möglich ... (Abg. Tichy-Schreder: Sprechen Sie einmal mit den Gewerkschaften!) – Er tritt sicherlich dafür ein, Frau Kollegin Tichy-Schreder, daß so schnell wie möglich die Vignette auch für die LKW kommt. (Beifall bei der SPÖ.) Wenn wir schon das Road-pricing nicht zusammenbringen, wenn wir darauf schon so lange warten, dann bekommen wir wahrscheinlich das Pickerl, damit dann weniger LKW auf der Straße fahren (Abg. Kopf: Wohin sollen die LKW ausweichen?), und dann werden wir auch, wie Kollege Kopf gesagt hat, zu einer geringeren Ozonbelastung kommen. (Abg. Kopf: Wo sollen die LKW ausweichen? – Auf die Schiene? – Abg. Tichy-Schreder: Warum kauft die ÖBB selbst LKW?) – LKW dann, wenn sie umweltfreundlich sind und wenn sie als Verursacher auch den gerechten Anteil auf der Straße bezahlen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kopf: Wo sollen die LKW ausweichen? – Auf die Schiene? – Abg. Tichy-Schreder: Warum kauft die ÖBB selbst LKW?
Daher, lieber Kollege Kopf, finde ich in dir einen Verbündeten. Du trittst auch sicherlich dafür ein, daß so schnell wie möglich ... (Abg. Tichy-Schreder: Sprechen Sie einmal mit den Gewerkschaften!) – Er tritt sicherlich dafür ein, Frau Kollegin Tichy-Schreder, daß so schnell wie möglich die Vignette auch für die LKW kommt. (Beifall bei der SPÖ.) Wenn wir schon das Road-pricing nicht zusammenbringen, wenn wir darauf schon so lange warten, dann bekommen wir wahrscheinlich das Pickerl, damit dann weniger LKW auf der Straße fahren (Abg. Kopf: Wohin sollen die LKW ausweichen?), und dann werden wir auch, wie Kollege Kopf gesagt hat, zu einer geringeren Ozonbelastung kommen. (Abg. Kopf: Wo sollen die LKW ausweichen? – Auf die Schiene? – Abg. Tichy-Schreder: Warum kauft die ÖBB selbst LKW?) – LKW dann, wenn sie umweltfreundlich sind und wenn sie als Verursacher auch den gerechten Anteil auf der Straße bezahlen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher, lieber Kollege Kopf, finde ich in dir einen Verbündeten. Du trittst auch sicherlich dafür ein, daß so schnell wie möglich ... (Abg. Tichy-Schreder: Sprechen Sie einmal mit den Gewerkschaften!) – Er tritt sicherlich dafür ein, Frau Kollegin Tichy-Schreder, daß so schnell wie möglich die Vignette auch für die LKW kommt. (Beifall bei der SPÖ.) Wenn wir schon das Road-pricing nicht zusammenbringen, wenn wir darauf schon so lange warten, dann bekommen wir wahrscheinlich das Pickerl, damit dann weniger LKW auf der Straße fahren (Abg. Kopf: Wohin sollen die LKW ausweichen?), und dann werden wir auch, wie Kollege Kopf gesagt hat, zu einer geringeren Ozonbelastung kommen. (Abg. Kopf: Wo sollen die LKW ausweichen? – Auf die Schiene? – Abg. Tichy-Schreder: Warum kauft die ÖBB selbst LKW?) – LKW dann, wenn sie umweltfreundlich sind und wenn sie als Verursacher auch den gerechten Anteil auf der Straße bezahlen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Koppler: Bravo!
Herr Bundesminister! Wir brauchen das. Da müssen Sie ein bißchen Druck machen, damit auch die anderen Bundesländer diese Kataster erstellen. Dieser Verdachtsmomentekataster sollte für alle Bundesländer Geltung haben, nicht nur bei den bereits erwähnten. Ich bin als Wiener stolz darauf, daß wir das erste Bundesland waren, das einen Altlastenkataster gehabt hat. (Abg. Koppler: Bravo!) In der Zwischenzeit – das sagte ich schon – haben ihn auch Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und Tirol.
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich zum Abschluß noch folgendes sagen: Wir haben gerade im Altlastensektor einen großen Sanierungsaufwand, daher werden wir uns überlegen müssen, wie wir in Zukunft zu mehr Geld kommen können. Wenn ab 2004 ein Deponierungsverbot besteht, bedeutet das, daß ab 2000 die Einnahmen dafür sinken werden. Wir werden aber ausreichend Geld brauchen, um die restlichen Altlasten zu sanieren. Das ist eine Aufgabe für die Zukunft. – Rückblickend aber kann dieser Umweltförderungsbericht als ein sehr positiver Bericht betrachtet werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich verstehe zum Beispiel die SPÖ überhaupt nicht, wenn sie ihren eigenen Verkehrsminister, der einen Masterplan vorgelegt hat, aus dem eindeutig hervorgeht, daß bei Infrastrukturprojekten vorrangig in den öffentlichen Verkehr und nicht in Autobahnen investiert werden muß, eigentlich im Regen stehen läßt. (Beifall bei den Grünen.) Denn bei der großen Gegenoffensive, die daraufhin gekommen ist – angeführt von Wirtschaftsminister Farnleitner gemeinsam mit den Landeshauptleuten Stix, Häupl und Pröll –, war von großer Unterstützung für Bundesminister Einem nichts zu merken. Sie haben sich zu viert hingesetzt und gesagt: Alles Blödsinn, der Masterplan interessiert uns nicht! Wir brauchen Infrastruktur vor allem im Bereich Autobahnen. Wir brauchen Autobahnen!
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Herr Minister! Ich meine, es ist wichtig, daß Sie sich, wenn Sie schon wenig Kompetenzen haben – und das ist bei Ihnen in bezug auf den Verkehrsbereich der Fall –, jedenfalls um öffentliche Unterstützung bemühen, nein, nicht nur bemühen, sondern darum kämpfen. Ich jedenfalls erwarte von einem Politiker, daß er sich für Ideen einsetzt, daß er dafür auch kämpft – denn ansonsten brauchen wir keinen Umweltminister. – Danke. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt lediglich ganz kurz zum Umweltförderungsbericht des Bundes. Besten Dank für die positive Stellungnahme hiezu. Herr Abgeordneter Brix, lassen Sie mich bitte ergänzen, daß gerade heute eine Kommissionssitzung der Siedlungswasserwirtschaft stattgefunden hat, in der 1,8 Milliarden Schilling an Fördermitteln vergeben werden konnten, 1,8 Milliarden Schilling, mit denen 510 unterschiedliche Vorhaben unterstützt werden können, Vorhaben, die – abgesehen von anderen wichtigen ökologischen Auswirkungen – für bessere Abwasserqualität sorgen und in Österreich auch wichtige beschäftigungspolitische Auswirkungen haben werden. – Herr Präsident, ich bedanke mich für die Erteilung des Wortes. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister! Ich bin sehr froh über diese Entwicklung und erwarte, daß der Ausbau erneuerbarer Energieträger weiter gefördert wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne bedanke ich mich bei Ihnen, Herr Umweltminister, für den vorliegenden Bericht und vor allem bei Ihren Beamten für die hervorragende Leistung im Umweltressort. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bedanke mich sehr für Ihre Aufmerksamkeit und bin sehr optimistisch. Ich denke, daß es möglich sein wird, diesen Antrag zu beschließen, um so für den Herrn Bundesminister die Voraussetzungen dafür zu schaffen, diesen auch entsprechend umsetzen zu können. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe: Er weiß nicht, was das ist! Er kennt sich nicht aus!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Hofmann! Bitte, nur zur Klarstellung: Das, was Sie jetzt verlesen haben, ist ein Selbständiger Antrag, den Sie einbringen, nicht? Dieser ist nicht in dieser Debatte als unselbständiger Antrag zu erledigen. Es ist nämlich nichts überreicht worden am Präsidium. (Rufe: Er weiß nicht, was das ist! Er kennt sich nicht aus!) Verzeihen Sie, ich bin nicht verantwortlich, wenn er darauf vergißt. Überreichen Sie das als unselbständigen Entschließungsantrag? – Also gut. Er wird jetzt überreicht, verlesen wurde er. Ich muß feststellen, ob er genügend unterstützt ist. Das werde ich nachher feststellen.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Das stimmt überhaupt nicht!
Herr Bundesminister! Dieser Bericht ist wirklich gut. Dieser Bericht ist hervorragend. Ich hoffe, Sie sehen das auch, und ich hoffe, Sie sehen es heute als richtig an, nicht auf ein Instrument wie das Umweltbundesamt zu verzichten, wie Sie es manchmal im Sinn hatten. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das stimmt überhaupt nicht!) Stimmt nicht? Da bin ich beruhigt, wenn es nicht stimmt. Aber wir sind uns einig, welche Qualität dieses Umweltbundesamt hat. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Absolut!) Dann sind wir auf einer Linie.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Absolut!
Herr Bundesminister! Dieser Bericht ist wirklich gut. Dieser Bericht ist hervorragend. Ich hoffe, Sie sehen das auch, und ich hoffe, Sie sehen es heute als richtig an, nicht auf ein Instrument wie das Umweltbundesamt zu verzichten, wie Sie es manchmal im Sinn hatten. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das stimmt überhaupt nicht!) Stimmt nicht? Da bin ich beruhigt, wenn es nicht stimmt. Aber wir sind uns einig, welche Qualität dieses Umweltbundesamt hat. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Absolut!) Dann sind wir auf einer Linie.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Zum Abschluß noch zu der Bemerkung von Frau Kollegin Langthaler, daß wir die Bahn vergessen haben. Hier möchte ich daran erinnern, daß es uns sehr wohl ein Anliegen ist, den Ausbau der Schiene voranzutreiben. Hier möchte ich daran erinnern, daß 13,4 Milliarden dafür vorgesehen sind. Ich kann mir vorstellen, welchen Wirbel es hier im Hohen Haus geben würde, wären 13,4 Milliarden für den Straßenausbau vorgesehen. Gott sei Dank sind sie es nicht. Tatsache ist aber, daß im Vorjahr von diesen 13,4 Milliarden pro Jahr nicht alles verbraucht werden konnte, weil nämlich hervorragende Bahnprojekte – ich erinnere an den Semmering-Basistunnel, ich erinnere an den Lainzer Tunnel – aufgrund des Widerstands verschiedener Gruppen nicht realisiert werden konnten. Sie können ihren Beitrag zur Verminderung des Ozons leisten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Tichy-Schreder: Wo leben Sie?
Herr Umweltminister! Sie sind der Verwalter des Familienlastenausgleichsfonds, und gerade aus diesem Fonds haben Sie vor zwei Jahren über 2 Milliarden an Schülerfreifahrtsbeihilfen dem öffentlichen Verkehr entzogen. Herr Minister! Auf der einen Seite sollten Sie für die Verbesserung der Umweltsituation eintreten, sollten Sie darauf dringen, daß sich die Verkehrssituation ändert, sollten Sie mit durchsetzen, daß eine Verlagerung auf den öffentlichen Verkehr stattfindet. Was machen Sie, Herr Minister, aber auf der anderen Seite? – Sie streichen die Zuwendung, die Förderungsmilliarden für die öffentlichen Verkehrsmittel! Sie sparen beim öffentlichen Verkehr ein, indem Sie Schülerbeihilfen streichen. Reden Sie mit den Trägern der öffentlichen Verkehrsmittel! Gehen Sie nach Salzburg, gehen Sie nach Tirol, schauen Sie nach Oberösterreich, überall wird über diesen Aderlaß beim öffentlichen Verkehr geklagt. (Abg. Tichy-Schreder: Wo leben Sie?)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Lesen Sie die jüngsten Publikationen! Die jüngsten Publikationen auch von relativ umweltkritischen Menschen in dem Sinne, daß sie vor der eigenen Haustür kehren, die Herausgeber auch der Zeitschrift "Natur", sagen, das Umweltproblem Nummer eins ist neben der Landwirtschaft der Verkehr, und der Verkehr beschert uns die Ozonproblematik. Da hilft kein Dazwischenreden, und da hilft kein Dazwischenrufen. Da heißt es, wirklich Hand anzulegen. Da heißt es konkret, nicht die Benzinpreise zu senken, sondern da heißt es, eine ökologische Steuerreform durchzusetzen und im Zuge dieser ökologischen Steuerreform endlich die Kostenwahrheit im Verkehr durchzusetzen. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Frau Kollegin! Wo habe ich die Milliarden?
Herr Minister! Sie könnten zusätzliche Mittel gerade für den Umweltbereich beschaffen, indem Sie im Verkehr die Kostenwahrheit einführen, indem der Kilometer endlich das kostet, was er wirklich kostet an Umweltressourcen, an Umweltverbrauch, an Unfallschäden et cetera. Sie hätten Milliarden für den Umweltbereich, konkret auch zur Förderung der Umstellung auf den öffentlichen Verkehr. Aber das machen Sie nicht! (Bundesminister Dr. Bartenstein: Frau Kollegin! Wo habe ich die Milliarden?)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Entschuldigen Sie, aber Sie überschätzen mich!
Sie könnten durch eine leistungsabhängige Kilometerabgabe durchaus Milliarden für den Umweltbereich lukrieren. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Entschuldigen Sie, aber Sie überschätzen mich!) Selbstverständlich müßten Sie sich mit dem Finanzminister zusammensetzen, auch mit dem Wirtschaftsminister, wobei ich sagen muß, daß ich wiederholt den Eindruck bekommen habe, daß gerade diese beiden Minister die eigentlichen Anti-Umweltminister sind. Sie, Herr Umweltminister – jetzt sage ich es doch noch, charmanterweise nenne ich Sie Herr Umweltminister –, werden sich in Zukunft ohne Kompetenzen, ohne Möglichkeiten im Umweltbereich mit einem bescheidenen Familienministerium begnügen müssen.
Beifall bei den Grünen.
Das, was Sie heute und auch sonst hier immer wieder präsentieren, ist der Ausdruck einer Werthaltung, die oft zutiefst gegen die Menschen ist und die vor allem auch oft gegen die Umwelt ist! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Du mußt schon schauen, von wann dieser Antrag ist!
Damit ist auch weiterhin gewährleistet (Abg. Mag. Schweitzer: Du mußt schon schauen, von wann dieser Antrag ist!) – lieber Freund Schweitzer, aber ihr hättet ihn heute nicht mehr einbringen müssen (Abg. Mag. Schweitzer: Haben wir ja nicht!) –, daß der erfolgreiche Weg, nämlich die weitere Substituierung fossiler Energie und die Förderung von Alternativenergien, fortgesetzt wird und das Potential im Bereich Biomassenutzung voll ausgenützt werden kann, was für unser Land rund 50 000 Arbeitsplätze bedeuten würde. (Abg. Mag. Schweitzer: Der Antrag ist aus 1997!)
Abg. Mag. Schweitzer: Haben wir ja nicht!
Damit ist auch weiterhin gewährleistet (Abg. Mag. Schweitzer: Du mußt schon schauen, von wann dieser Antrag ist!) – lieber Freund Schweitzer, aber ihr hättet ihn heute nicht mehr einbringen müssen (Abg. Mag. Schweitzer: Haben wir ja nicht!) –, daß der erfolgreiche Weg, nämlich die weitere Substituierung fossiler Energie und die Förderung von Alternativenergien, fortgesetzt wird und das Potential im Bereich Biomassenutzung voll ausgenützt werden kann, was für unser Land rund 50 000 Arbeitsplätze bedeuten würde. (Abg. Mag. Schweitzer: Der Antrag ist aus 1997!)
Abg. Mag. Schweitzer: Der Antrag ist aus 1997!
Damit ist auch weiterhin gewährleistet (Abg. Mag. Schweitzer: Du mußt schon schauen, von wann dieser Antrag ist!) – lieber Freund Schweitzer, aber ihr hättet ihn heute nicht mehr einbringen müssen (Abg. Mag. Schweitzer: Haben wir ja nicht!) –, daß der erfolgreiche Weg, nämlich die weitere Substituierung fossiler Energie und die Förderung von Alternativenergien, fortgesetzt wird und das Potential im Bereich Biomassenutzung voll ausgenützt werden kann, was für unser Land rund 50 000 Arbeitsplätze bedeuten würde. (Abg. Mag. Schweitzer: Der Antrag ist aus 1997!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine geschätzten Damen und Herren! Wir ersuchen daher in unserer Entschließung, dem Entschließungsantrag der Abgeordneten Kopf, Keppelmüller und Genossen: Die betroffenen Bundesministerien mögen aufbauend auf die bisherigen Aktivitäten weitere Impulse zur Steigerung von Beschäftigung und Wertschöpfung setzen, um damit den österreichischen umwelt- und klimapolitischen Zielsetzungen Rechnung zu tragen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Da haben wir einen eigenen Antrag gehabt!
Abgeordneter Karl Gerfried Müller (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Umweltminister! Meine Damen und Herren! Ich beziehe mich auf den Bericht zu den Umweltförderungen des Bundes 1997, der auch den Bereich der Wasserwirtschaft beinhaltet, und nütze die Gelegenheit, hier einige Anmerkungen zur Abwassersituation in Kärnten zu machen. (Abg. Mag. Schweitzer: Da haben wir einen eigenen Antrag gehabt!) – Richtig. (Abg. Mag. Schweitzer: Der wurde vertagt!)
Abg. Mag. Schweitzer: Der wurde vertagt!
Abgeordneter Karl Gerfried Müller (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Umweltminister! Meine Damen und Herren! Ich beziehe mich auf den Bericht zu den Umweltförderungen des Bundes 1997, der auch den Bereich der Wasserwirtschaft beinhaltet, und nütze die Gelegenheit, hier einige Anmerkungen zur Abwassersituation in Kärnten zu machen. (Abg. Mag. Schweitzer: Da haben wir einen eigenen Antrag gehabt!) – Richtig. (Abg. Mag. Schweitzer: Der wurde vertagt!)
Beifall bei der SPÖ.
Kärnten hat daher in den letzten Jahren aus gutem Grund höhere Tranchen im Bereich der Wasserwirtschaft erhalten, und diese ökologische Priorität muß beibehalten werden, bis Kärnten den Gleichstand mit den anderen Bundesländern erreicht hat. Hier sehe ich dem von Umweltminister Bartenstein angekündigten Bericht von der Österreichischen Kommunalkredit zur angesprochenen Kärntner Abwasserproblematik mit Spannung entgegen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Den Bericht nehmen wir natürlich zustimmend zur Kenntnis. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dies alles findet sich in unserem gemeinsamen Antrag, und er wird daher logischerweise von meiner Fraktion unterstützt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sollten also nicht in Panik verfallen, aber auch nicht so schwarzmalen, wie es Kollegin Moser – eigentlich ohne besondere Fakten zu nennen – getan hat. Eher sollten wir uns das Problem einer leicht zunehmenden Verschmutzung unserer österreichischen Luft, die teilweise auch wieder hausgemacht ist, in nächster Zukunft genau anschauen und von geeigneten Einrichtungen wie dem Umweltbundesamt untersuchen lassen. Wir sollten diese Zeichen ernst nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Smolle: Rosenstingl!
Nach dem Freispruch für Fischer im Strafverfahren klagte im Jahre 1993 die Finanzprokuratur der Republik einige zum Zeitpunkt der Erteilung der Deponiegenehmigungen federführend tätig gewesene Landespolitiker – deren Namen hören sich ja recht gut an: Pröll, Blochberger, Ludwig, Maurer (Abg. Smolle: Rosenstingl!); lauter ehemalige ÖVP-Politiker, manche sind ja noch im Amt – sowie die damals verantwortlichen Spitzenbeamten auf Zahlung von vorerst je 15 Millionen Schilling Schadenersatz. Soviel hatte die bisherige Räumung, ein Streifen in der Länge von zirka 14 Metern, die Republik gekostet. Fischer selbst konnte man wegen Mittellosigkeit nicht zur Räumung heranziehen.
Zwischenruf bei der ÖVP.
Landesrat Schimanek entschied aufgrund der Sachverständigengutachten per Weisung auf "Gefahr im Verzug", sodaß nach der Gesetzeslage eine Bergung der Giftstoffe und eine Sicherung des gesamten übrigen Inhaltes möglich gewesen wären. Es folgte eine Ausschreibung der Arbeiten, an der sich 16 nationale und internationale Unternehmen beteiligten. Doch ehe der Auftrag an den Bestbieter vergeben werden konnte, widerrief der damalige ÖVP-Landwirtschaftsminister Fischler als Oberste Wasserrechtsbehörde die Entscheidung des in dieser Sache ihm weisungsgebundenen Landesrates Schimanek und entschied: Bei der Fischer-Deponie ist keine Gefahr in Verzug. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Sie glauben, das ist richtig, Herr Kollege von der ÖVP, na sehr gut!
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Ungeheuerlich!
Unterstützt wurde Fischler damals von der Umweltministerin und nunmehrigen Generalsekretärin der ÖVP Maria Rauch-Kallat. Damit war die Bergung der in der Fischer-Deponie vergrabenen Giftfässer per Ministerweisung verhindert. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Ungeheuerlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Kopf.
An diesem Punkt erhebt sich für mich die Frage, weshalb erstens einmal die Finanzprokuratur zu spät geklagt hat und warum zweitens die zuständigen Ministerien beziehungsweise das Land Niederösterreich der Finanzprokuratur die notwendigen Unterlagen zur Führung eines Prozesses so spät übermittelt haben. Nicht nur die Fischer-Deponie gehört unverzüglich geräumt, meine Damen und Herren, sondern auch der Sumpf rund um die verantwortlichen ÖVP-Politiker, eine Reihe, die von Pröll bis zu Rauch-Kallat reicht. Auch diese gehören gemeinsam mit der Fischer-Deponie endlich entsorgt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nach den Fakten, die ja mittlerweile Gott sei Dank bekannt sind, muß der eigentliche Kriminalfall Fischer-Deponie unverzüglich abgeschlossen werden. Die verantwortlichen und damals zuständigen Politiker und auch die hochrangigen Hofräte, die das mitzuverantworten haben, haben sich ihrer Verantwortung zu stellen, auch wenn ihre Taten durch offensichtliche Manipulation verjährt sind. Ich sage das hier noch einmal: Durch offensichtliche Manipulation sind ihre Straftaten verjährt! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist das Problem, das wir dabei haben. Im Dunstkreis einer schwarzen ÖVP-Riege wurde das Ganze so weit getrieben und so lange hinausgezögert, bis die Straftaten der eigentlich Verantwortlichen verjährt waren. (Zwischenrufe der Abgeordneten Stampler und Mag. Schweitzer.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Stampler und Mag. Schweitzer.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nach den Fakten, die ja mittlerweile Gott sei Dank bekannt sind, muß der eigentliche Kriminalfall Fischer-Deponie unverzüglich abgeschlossen werden. Die verantwortlichen und damals zuständigen Politiker und auch die hochrangigen Hofräte, die das mitzuverantworten haben, haben sich ihrer Verantwortung zu stellen, auch wenn ihre Taten durch offensichtliche Manipulation verjährt sind. Ich sage das hier noch einmal: Durch offensichtliche Manipulation sind ihre Straftaten verjährt! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist das Problem, das wir dabei haben. Im Dunstkreis einer schwarzen ÖVP-Riege wurde das Ganze so weit getrieben und so lange hinausgezögert, bis die Straftaten der eigentlich Verantwortlichen verjährt waren. (Zwischenrufe der Abgeordneten Stampler und Mag. Schweitzer.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es geht mir aber nicht nur um die strafrechtliche Verantwortung, denn wir haben auch eine moralische Verantwortung. Diese moralische Verantwortung kann nur darin bestehen, dafür zu sorgen, daß diese Politiker, die damals bei der Fischer-Deponie in diesem Dunstkreis diesen Schaden mitzuverantworten hatten, von uns, vom Parlament endgültig verabschiedet werden. Diese moralische Verpflichtung haben wir. Strafrechtlich, wie gesagt, sind ihre Taten leider Gottes durch die Hilfe einiger ÖVP-Mitglieder in der Zwischenzeit verjährt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Mühlbachler: Das war keine Rede!
Abgeordneter Franz Stampler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte zunächst auf die Rede meines Vorredners (Abg. Mag. Mühlbachler: Das war keine Rede!) eingehen und zur Fischer-Deponie kurz Stellung nehmen. Ja, wir tragen Verantwortung, und der Fall wird abgeschlossen werden. (Abg. Dr. Salzl: Ein Zementsackl ist schwerer als eure Verantwortung!) Wie man den Medien entnehmen kann, soll dieses leidige Thema ja in die letzte Runde gehen. Nach den nun durchgeführten Untersuchungen sollen die Sanierungsmaßnahmen im Juli 1999 begonnen werden und in etwa drei Jahren, bis Ende 2003, abgeschlossen sein.
Abg. Dr. Salzl: Ein Zementsackl ist schwerer als eure Verantwortung!
Abgeordneter Franz Stampler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte zunächst auf die Rede meines Vorredners (Abg. Mag. Mühlbachler: Das war keine Rede!) eingehen und zur Fischer-Deponie kurz Stellung nehmen. Ja, wir tragen Verantwortung, und der Fall wird abgeschlossen werden. (Abg. Dr. Salzl: Ein Zementsackl ist schwerer als eure Verantwortung!) Wie man den Medien entnehmen kann, soll dieses leidige Thema ja in die letzte Runde gehen. Nach den nun durchgeführten Untersuchungen sollen die Sanierungsmaßnahmen im Juli 1999 begonnen werden und in etwa drei Jahren, bis Ende 2003, abgeschlossen sein.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Entgegen den Bedenken meines Kollegen Schweitzer möchte ich sagen, daß sich dieses Gesetz bewährt hat und die Altlastensanierung in diesem Land vorbildlich funktioniert! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Abschluß möchte ich nur sagen: Meine Damen und Herren, die Altlastensanierung in Österreich greift. Wir sind dabei, alles zu tun, um künftigen Generationen die Sicherheit zu geben, daß nichts passieren kann. Hier ist nicht Polemik angebracht, sondern Kooperation. Zaubern kann niemand. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, werden wir auch abstimmen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Sich darauf auszureden, meine Damen und Herren, nicht ausreichend informiert gewesen zu sein, und zu versuchen, die Schuld anderen zuzuweisen, ist angesichts der damaligen Zeitungsmeldungen unverständlich, peinlich und beschämend. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Ja!
Hohes Haus! Aus heutiger Sicht muß sogar festgestellt werden, daß die Maßnahmen zur Sanierung der Fischer-Deponie durch das Verhalten von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll verschleppt wurden. (Abg. Mag. Schweitzer: Ja!) Dies hat dazu geführt, daß wir uns heute, mehr als zehn Jahre nach dem Bekanntwerden der Gefährlichkeit der Altlasten, noch immer mit dem Problem der Sanierung der Fischer-Deponie befassen müssen, während Herr Landeshauptmann Pröll so tut, als ginge ihn das alles selbst nichts an.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Herr Kollege, die Landtagswahlen in Niederösterreich waren schon!
Sehr verehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Die Sanierung wird jetzt in Angriff genommen werden (Bundesminister Dr. Bartenstein: Herr Kollege, die Landtagswahlen in Niederösterreich waren schon!), Herr Minister, und die Ausschreibung wird in den nächsten Monaten, der Räumungsbeginn Anfang 2000 und der voraussichtliche Abschluß der Sanierung im Jahre 2004 erfolgen.
Abg. Mag. Schweitzer: Das hat er nie gesagt! – Abg. Aumayr: Das hat er nie gesagt!
Sehr verehrte Damen und Herren! Der Vorschlag des niederösterreichischen FP-Landesrates Schimanek, mit einer endgültigen Sanierung zu warten, bis eine niederösterreichische Abfallverbrennungsanlage steht, halte ich angesichts der Gefahr der weiteren Durchrostung von Fässern und damit der Gefährdung des Grundwassers (Abg. Mag. Schweitzer: Das hat er nie gesagt! – Abg. Aumayr: Das hat er nie gesagt!) eigentlich für unverantwortlich.
Abg. Aumayr: Die sofortige Räumung wollte Herr Schimanek!
Eine Sanierung in zwei Etappen, wie er es vorschlägt (Abg. Aumayr: Die sofortige Räumung wollte Herr Schimanek!), würde die ohnehin teure Sanierung überdies weiter verteuern. All jene Damen und Herren, die sagen, er habe das selbst nicht gesagt, mögen dann seine eigene Presseaussendung nachlesen.
Beifall bei der SPÖ.
Unser Ziel, werte Damen und Herren, Hohes Haus, muß es sein, allen Staatsbürgern gutes Trinkwasser anzubieten. Dafür werden wir mit ganzer Kraft eintreten. Deshalb ein Ja zu einer umfassenden und endgültigen Sanierung der Fischer-Deponie. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Keppelmüller: Vorlesen! Wortgetreu!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Kollege Heinzl, ich darf Sie kurz berichtigen. Unser Landesrat Schimanek hat in seiner Presseaussendung – Sie werden den Text vor sich liegen haben – folgendes gesagt: Er will eine (Abg. Dr. Keppelmüller: Vorlesen! Wortgetreu!) sofortige Ortung der gefährlichen Giftmüllfässer und eine entsprechende Entsorgung. Genauso hat er sich in bezug auf die kontaminierte Erde geäußert, die sofort entsorgt werden muß. Er hat nur gemeint, der Restmüll, der anfällt, sollte fraktioniert und dann gesichert gelagert werden, bis es eine thermische Verwertung vor Ort gibt. Das war die klare Aussage von Landesrat Schimanek (Abg. Dr. Keppelmüller: Klar war das nicht!), und diese unterscheidet sich schon deutlich von dem, was Sie hier gesagt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Keppelmüller: Klar war das nicht!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Kollege Heinzl, ich darf Sie kurz berichtigen. Unser Landesrat Schimanek hat in seiner Presseaussendung – Sie werden den Text vor sich liegen haben – folgendes gesagt: Er will eine (Abg. Dr. Keppelmüller: Vorlesen! Wortgetreu!) sofortige Ortung der gefährlichen Giftmüllfässer und eine entsprechende Entsorgung. Genauso hat er sich in bezug auf die kontaminierte Erde geäußert, die sofort entsorgt werden muß. Er hat nur gemeint, der Restmüll, der anfällt, sollte fraktioniert und dann gesichert gelagert werden, bis es eine thermische Verwertung vor Ort gibt. Das war die klare Aussage von Landesrat Schimanek (Abg. Dr. Keppelmüller: Klar war das nicht!), und diese unterscheidet sich schon deutlich von dem, was Sie hier gesagt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Kollege Heinzl, ich darf Sie kurz berichtigen. Unser Landesrat Schimanek hat in seiner Presseaussendung – Sie werden den Text vor sich liegen haben – folgendes gesagt: Er will eine (Abg. Dr. Keppelmüller: Vorlesen! Wortgetreu!) sofortige Ortung der gefährlichen Giftmüllfässer und eine entsprechende Entsorgung. Genauso hat er sich in bezug auf die kontaminierte Erde geäußert, die sofort entsorgt werden muß. Er hat nur gemeint, der Restmüll, der anfällt, sollte fraktioniert und dann gesichert gelagert werden, bis es eine thermische Verwertung vor Ort gibt. Das war die klare Aussage von Landesrat Schimanek (Abg. Dr. Keppelmüller: Klar war das nicht!), und diese unterscheidet sich schon deutlich von dem, was Sie hier gesagt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein. – Abg. Kopf: Das hat der Minister aber im Ausschuß schon erklärt!
Jetzt frage ich mich: Warum kommt es in diesem konkreten Fall zu einer Vorgangsweise, die mit der üblichen Vorgangsweise absolut nicht in Einklang zu bringen ist, noch dazu, da es sich im Fall der Deponie Frohnleiten um ein Vorhaben handelt, bei dem im Zuge dieser Altlastensanierung eine Altablagerung nur auf der bestehenden Deponie umgelagert werden soll? Hier arbeitet der Mechanismus relativ rasch, obwohl die Gefahr dabei bei weitem nicht in demselben Ausmaß vorhanden ist wie bei vielen anderen der insgesamt mehr als 20 000 in Österreich bekannten Verdachtsflächen. Wenn Sie mir darauf eine Antwort geben würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein. – Abg. Kopf: Das hat der Minister aber im Ausschuß schon erklärt!)
Abg. Kopf: Die Herrschaften wollten nicht!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Peter Keppelmüller (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich habe ursprünglich geglaubt, daß wir heute den Abfallbericht diskutieren. Dieser ist aus irgendwelchen Gründen nicht auf der Tagesordnung. (Abg. Kopf: Die Herrschaften wollten nicht!) Ich freue mich, Herr Minister, daß wir also noch bei anderer Gelegenheit die Diskussion zur Abfallproblematik weiterführen können.
Abg. Mag. Schweitzer: Ja!
Ich möchte auf eines aufmerksam machen, Herr Minister, und das hängt auch ein bißchen mit der Wortmeldung von Kollegen Schweitzer zusammen: Es ist ja so, daß es, weniger bei diesem Beispiel, aber im Bereich der Sanierung um enorme Gelder geht. (Abg. Mag. Schweitzer: Ja!) Das muß man sich einmal ansehen! Kollege Stampler, der gemeint hat, wir tragen Verantwortung und der Fall soll jetzt abgeschlossen werden, hat schon recht. Was mich aber stört – und ich möchte jetzt gar nicht polemisch irgend etwas aufrühren, auch wenn es an sich nicht Schnee von gestern ist, aber wir sollen nun wirklich etwas tun –, ist, daß das Innenministerium plötzlich jene Stelle ist, die zahlen muß, weil es sich um eine Art Ersatzvornahme handelt. Da ist etwas völlig schiefgelaufen.
Bundesminister Dr. Bartenstein: 441 Tonnen!
Das kann, Herr Minister, alles völlig (Bundesminister Dr. Bartenstein: 441 Tonnen!) – ja, 441 Tonnen – zu Recht geschehen sein. Ich möchte mit diesem Beispiel – sehen Sie sich doch an, wo das alles hingegangen ist und wieder liegt und daß da auch Aluminiumkrätze und alles mögliche plötzlich nicht mehr gefährlich war – nur zum Ausdruck bringen, daß ich in dieser Frage ein Unbehagen habe. Ich würde wirklich darum ersuchen – ich weiß schon, die Kommunalkredit prüft sehr genau –, daß man sich trotzdem vor allem diese großen Projekte sorgfältiger anschaut, weil – ich sage es noch einmal – damit ein solch enormes Geschäft verbunden ist. Wenn ich mir ansehe, welche Honorare da an Zivilingenieure in der Beratung, in der Planung, in der Baubegleitung gezahlt wurden – das geht aus der Anfrage deutlich hervor –, dann bin ich mißtrauisch.
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube also, das Altlastensanierungsgesetz ist für uns derzeit eine gute und brauchbare Waffe, und sie greift. Wir werden uns aber noch einiges einfallen lassen müssen, vor allem hinsichtlich der künftigen Finanzierung nach dem Jahr 2000, wir werden uns zusammensetzen müssen im Hinblick auf eine neue Novelle und neue Überlegungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich bei Ihnen dafür, daß ich das noch feststellen durfte. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Barmüller: Zur Geschäftsordnung!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Ich rufe nun die Punkte 9 bis 12 der Tagesordnung auf, über welche die Debatte unter einem durchgeführt wird. (Abg. Mag. Barmüller: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Mag. Stadler: Weil das so richtig ist!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Da wir heute bereits beim ersten Tagesordnungspunkt das Problem hatten, daß die Redner der Freiheitlichen zwar kontra gemeldet waren, aber nicht kontra gesprochen und auch nicht so abgestimmt haben, würde ich zu diesen Tagesordnungspunkten, da ich genau weiß, daß die Freiheitlichen alle Berichte zur Kenntnis nehmen werden, gerne wissen, warum der Erstredner wieder ein Freiheitlicher ist, obwohl er eigentlich pro reden müßte. (Abg. Mag. Stadler: Weil das so richtig ist!)
Abg. Kopf: Wirst du das in 3 Minuten schaffen?
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Es steht uns zu, als erste zu reden, weil wir den Bericht des Umweltministers über den Vollzug der Umweltverträglichkeitsprüfung nicht zur Kenntnis genommen haben. (Abg. Kopf: Wirst du das in 3 Minuten schaffen?) – Ich werde mich sehr kurz fassen.
Abg. Kopf: Sehr großzügig!
Herr Bundesminister! Ich entnehme der heutigen Ausgabe der Tageszeitung "Kurier", daß Sie mit der Wirtschaftskammer Österreich Probleme haben, weil diese das Umweltpaket, das diesen Gegenstand zum Inhalt haben soll, wieder aufschnüren will, weil Ihr Parteifreund, der Wiener Kammerchef Walter Nettig, nicht damit einverstanden ist, was in diesem Paket enthalten ist. – Deshalb teile ich Ihnen mit, daß wir heute im Rahmen dieser Debatte einen eigenen von den Freiheitlichen ausgearbeiteten Gesetzesantrag zu dieser Materie eingebracht haben, dessen wesentlichen Inhalt ich Ihnen zur Kenntnis bringen möchte. Falls Sie mit Nettig Schwierigkeiten haben, Ihre Vorschläge umzusetzen, gestatten wir Ihnen selbstverständlich, auf unseren Gesetzesantrag zurückzugreifen. (Abg. Kopf: Sehr großzügig!)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Dieser Gesetzesantrag wurde mit, wie ich meine, hervorragenden Experten ausgearbeitet. Er beinhaltet eine Verwaltungsvereinfachung, die sehr wesentlich ist und von der Wirtschaft gewünscht wird. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Karlheinz Kopf! Du kannst dann dazu Stellung nehmen! Die Gewerbebehörde ist gleichzeitig die UVP-Behörde. Das heißt, daß diese Behörde die Einreichbehörde für alle anlagenbezogenen Verfahren ist. Genau das wünscht ihr euch! Nicht darüber lächeln! Das ist ein Antrag, der Hand und Fuß hat und von den Freiheitlichen kommt.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kopf: Das glaube ich nicht!
Das ist ein Gesetzesvorschlag, der durchaus Sinn macht. Ich glaube, daß Sie mit Ihrem Kammerchef Nettig aus Wien wenig Schwierigkeiten hätten, wenn Sie sich dieser freiheitlichen Inhalte bedienten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kopf: Das glaube ich nicht!)
Abg. Mag. Stadler: Stell das Pult höher!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! (Abg. Mag. Stadler: Stell das Pult höher!) Paßt es jetzt? (Abg. Mag. Stadler: Jetzt hast du die Krawatte eingeklemmt!) So? – Die Freiheitlichen sind zufrieden. Ich bin immer bemüht, wenn ich euch nicht inhaltlich zufriedenstellen kann, es zumindest sonst zu tun.
Abg. Mag. Stadler: Jetzt hast du die Krawatte eingeklemmt!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! (Abg. Mag. Stadler: Stell das Pult höher!) Paßt es jetzt? (Abg. Mag. Stadler: Jetzt hast du die Krawatte eingeklemmt!) So? – Die Freiheitlichen sind zufrieden. Ich bin immer bemüht, wenn ich euch nicht inhaltlich zufriedenstellen kann, es zumindest sonst zu tun.
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Im Zusammenhang mit der Umsetzung dieser Richtlinie, aber auch der IPPC-Richtlinie soll jetzt ein Anlauf unternommen werden. Die drei dafür zuständigen Minister Bartenstein, Molterer und Farnleitner haben dazu einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der genau das Prinzip beinhaltet, das Herr Kollege Schweitzer angesprochen hat, nämlich eine Behörde dafür zuständig zu machen mit dem Ziel, daß es dann zu einem Bescheid kommt. Ein solches Gesetz soll in Bälde dem Hohen Haus vorgelegt werden. Ich glaube kaum, Herr Kollege Schweitzer – so sehr sich das vielleicht die Umweltbewegten und wahrscheinlich auch der Herr Minister wünschen würden –, daß du beim Präsidenten Nettig offene Türen einrennen würdest mit einer alleinigen Kompetenz beim Umweltminister. Die Hoffnung, daß du dort große Freude auslösen würdest, kann ich dir gleich nehmen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Ich traue es ihm auch zu! Aber daß du dabei offene Türen vorfinden würdest, das glaube ich weniger!
Beifall bei der ÖVP.
Zweiter Punkt: Umweltwirkungsgesetz. Ich möchte jetzt nicht unbedingt einen Vergleich mit dieser etwas skurrilen Idee des Herrn Bundeskanzlers betreffend Beschäftigungsverträglichkeitsprüfungsgesetz anstellen, die kürzlich durch die Medien gegeistert ist. Denn mehr als ein Strukturkonservierungsvorschlag kann das wohl nicht sein! Ich möchte diesen Vergleich jetzt nicht ziehen und dir darauf nur die Antwort geben, Kollege Schweitzer, daß das Umweltwirkungsgesetz, das du dir wünschst, meines Erachtens eigentlich schon im Nationalen Umweltplan enthalten ist, den wir in diesem Haus bereits beschlossen haben und der für die Politik künftig Handlungsanleitung für alle rechtssetzende Maßnahmen sein soll und auch sein wird. Diesen haben wir schon beschlossen, und ich glaube, eine zusätzliche gesetzliche Maßnahme brauchen wir auf diesem Gebiet nicht. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Nenn uns Christdemokraten! Aber was ist hier konservativ?
Ich betone noch einmal: Interessanterweise sind die Konservativen auf Bundesebene, während die steirischen Konservativen durchaus bereit waren, das mit aufzunehmen, offenbar noch nicht so weit. Denn die Argumentation, man könne das jetzt nicht machen und das sei mit einer Beschäftigungswirkung zu vergleichen, stimmt natürlich nicht! (Bundesminister Dr. Bartenstein: Nenn uns Christdemokraten! Aber was ist hier konservativ?) – Da die Christdemokraten, die aus der Sicht der Liberalen eine konservative Position in diesen Fragen einnehmen, in diesem Zusammenhang in der Steiermark offenbar flexibler sind als auf Bundesebene, sage ich, daß gerade aus einer christlich-sozialen Sichtweise natürlich auch die Auswirkungen auf die Umwelt, weil diese auch Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen haben, beachtet werden müßten. Daß man das in einem vereinfachten Verfahren nicht schon in den Gesetzwerdungsprozeß einfließen lassen will, halte ich für verfehlt. Denn die Auswirkungen etwa auf das Budget werden auch abgeschätzt, und gerade das Umweltministerium legt sehr umfangreiche Kostenschätzungen in Regierungsvorlagen vor. Das ist bei den Ausschußverhandlungen auch schon angemerkt worden.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Christdemokraten!
Die steirischen Christlich-Sozialen – Herr Bundesminister, war das richtig? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Christdemokraten!) – beziehungsweise die Christdemokraten in der Steiermark haben in Verantwortung für die nachfolgenden Generationen gesagt, daß das übernommen wird, und haben es auch schon umgesetzt. Ich verweise noch einmal auf das Landesgesetzblatt Nummer 56/1998. Wir sind stolz darauf, in der Steiermark erfolgreich gewesen zu sein. Und ich versichere Ihnen: Auf Bundesebene werden wir es in dieser Frage auch noch sein! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die steirischen Christlich-Sozialen – Herr Bundesminister, war das richtig? (Bundesminister Dr. Bartenstein: Christdemokraten!) – beziehungsweise die Christdemokraten in der Steiermark haben in Verantwortung für die nachfolgenden Generationen gesagt, daß das übernommen wird, und haben es auch schon umgesetzt. Ich verweise noch einmal auf das Landesgesetzblatt Nummer 56/1998. Wir sind stolz darauf, in der Steiermark erfolgreich gewesen zu sein. Und ich versichere Ihnen: Auf Bundesebene werden wir es in dieser Frage auch noch sein! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Ing. Langthaler: Doch!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Da ich meinen letzten Redebeitrag um drei Minuten überzogen habe, werde ich diesen kürzen, und ich glaube, es wird mir keiner deswegen böse sein. (Abg. Ing. Langthaler: Doch!)
Abg. Kopf: So vernichten Sie sie!
Lieber Karlheinz! Unsere Ansichten über Skurrilität gehen auseinander! Ich halte es nicht für skurril, wenn sich ein Bundeskanzler und eine ganze Partei bemühen, alles zu tun, um Arbeit zu schaffen und Arbeit zu erhalten. (Abg. Kopf: So vernichten Sie sie!) Ich weiß aber natürlich, daß es Gruppierungen gibt, die einen gewissen Pott an Arbeitslosen als durchaus nützlich erachten! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) – Sie gehören mit zu den Eigentümervertretern, Herr Minister.
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Lieber Karlheinz! Unsere Ansichten über Skurrilität gehen auseinander! Ich halte es nicht für skurril, wenn sich ein Bundeskanzler und eine ganze Partei bemühen, alles zu tun, um Arbeit zu schaffen und Arbeit zu erhalten. (Abg. Kopf: So vernichten Sie sie!) Ich weiß aber natürlich, daß es Gruppierungen gibt, die einen gewissen Pott an Arbeitslosen als durchaus nützlich erachten! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) – Sie gehören mit zu den Eigentümervertretern, Herr Minister.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen – Herren sind keine anwesend – von den Grünen! Ich glaube, es ist der falsche Weg, wenn man glaubt, solche Projekte, die man prüfen will, als Kriegserklärung an die Grünbewegung deklarieren zu müssen, wie es Frau Glawischnig und Frau Lichtenberger gemacht haben. Das ist nicht der Sinn der UVP! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Es gibt kein nationales Gesetz in diesem Zusammenhang, das dieser EU-Richtlinie widerspricht, und daraus sehe ich ein Problem erwachsen. Es werden jetzt nämlich Antragsteller zwangsläufig unsicher sein, und zwar deswegen, weil die geänderten Schwellenwerte, die es im neuen UVP-Gesetz dann geben wird, auch sie möglicherweise nachträglich betreffen werden. Das heißt: Die Bundesregierung hat dafür gesorgt, daß diese Unsicherheit aufgetreten ist. Das Nichtzustandekommen des "UVP-Gesetzes neu" wird immer wieder damit begründet, daß eine Verfahrenskonzentration und ein einheitliches Anlagenrecht erwünscht sind. – One-Stop-Shop. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Abg. Haigermoser: Wieder einmal!
Für das geplante Anlagenrecht wird zum Beispiel eine Frist bis März gesetzt. – So Wirtschaftskammerpräsident Leo Maderthaner, der sich wieder vor die Unternehmer stellt und Initiative zeigt. (Abg. Haigermoser: Wieder einmal!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Frage an Sie, Herr Bundesminister: Ist das auch angekommen? Wir wissen, daß die Bundesregierung säumig ist, daß es das "UVP-Gesetz neu", das es geben müßte, noch nicht gibt und daß speziell für kleine und mittlere Unternehmen auch aufgrund geänderter Schwellenwerte ein großes Maß an Unsicherheit besteht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Der zweite Grund, weshalb ich damals dagegen gestimmt habe, war die aus meiner Sicht zu geringe Bürgerbeteiligung. Und jetzt kommt plötzlich überraschenderweise auch von Ihrer Seite beziehungsweise von seiten einiger SPÖ-Mandatare immer wieder das Argument, daß die Bürgerbeteiligung in diesem Fall ein Hindernis für eine schnelle Abwicklung von Projekten sei. Schlimmerweise kommt dieses Argument vor allem auch von ÖVP-Seite. Heute vormittag bei der Verteidigung des Benzinpreises waren Sie noch groß die Bürgerpartei, weil Sie ja "das Ohr am Bürger haben". Aber wenn es um Nachbarrechte, Anhörungsrechte und Mitbestimmungsrechte bei Anlagen geht, dann höre ich nicht, daß die ÖVP eine Bürgerpartei ist! Dann höre ich nicht, daß Ihnen die Anliegen der Bürger wichtig sind und daß Ihnen wichtig ist, daß sie rechtzeitig in das Verfahren einbezogen werden. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Da "schröckt" man sich!
Dann wird eine Studie in Auftrag gegeben, die ich mir nicht einmal als Seminararbeit abzugeben trauen würde. "Schröck-Studie" wird sie jetzt in der Kurzfassung genannt, es handelt sich hiebei um die Studie von Thomas Schröck, "Umweltverträglichkeitsprüfung in Österreich und Europa". (Bundesminister Dr. Bartenstein: Da "schröckt" man sich!) – Ja, da "schröckt" man sich, das finde ich auch, Herr Bundesminister! Mit dieser Studie wird jetzt offensichtlich von Wirtschaftsseite immer wieder argumentiert, wie lange die Verfahren im europäischen Durchschnitt dauern würden. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern würde bei uns ein Verfahren angeblich zu lange dauern.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Na geh!
Wir haben uns das in aller Eile kurz durchgesehen. Ich bin nicht begeistert von dem, was da ausgeschickt wurde, Herr Bundesminister. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Na geh!) Von Ihnen als Umweltminister würde ich mir vehementen Widerstand gegen dieses Vorhaben erwarten. (Abg. Mag. Posch: Wird das jetzt ein Privatissimum?) Der Wirtschaftsminister hat sich in den meisten Bereichen durchgesetzt. Ich verstehe nach wie vor nicht, warum da der Umweltminister bereit ist ... (Abg. Kopf: Wer hat sich durchgesetzt? Der Wirtschaftsminister?) – Der Wirtschaftsminister, ja!
Abg. Mag. Posch: Wird das jetzt ein Privatissimum?
Wir haben uns das in aller Eile kurz durchgesehen. Ich bin nicht begeistert von dem, was da ausgeschickt wurde, Herr Bundesminister. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Na geh!) Von Ihnen als Umweltminister würde ich mir vehementen Widerstand gegen dieses Vorhaben erwarten. (Abg. Mag. Posch: Wird das jetzt ein Privatissimum?) Der Wirtschaftsminister hat sich in den meisten Bereichen durchgesetzt. Ich verstehe nach wie vor nicht, warum da der Umweltminister bereit ist ... (Abg. Kopf: Wer hat sich durchgesetzt? Der Wirtschaftsminister?) – Der Wirtschaftsminister, ja!
Abg. Kopf: Wer hat sich durchgesetzt? Der Wirtschaftsminister?
Wir haben uns das in aller Eile kurz durchgesehen. Ich bin nicht begeistert von dem, was da ausgeschickt wurde, Herr Bundesminister. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Na geh!) Von Ihnen als Umweltminister würde ich mir vehementen Widerstand gegen dieses Vorhaben erwarten. (Abg. Mag. Posch: Wird das jetzt ein Privatissimum?) Der Wirtschaftsminister hat sich in den meisten Bereichen durchgesetzt. Ich verstehe nach wie vor nicht, warum da der Umweltminister bereit ist ... (Abg. Kopf: Wer hat sich durchgesetzt? Der Wirtschaftsminister?) – Der Wirtschaftsminister, ja!
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Wenn man das evaluieren und umsetzen möchte, bedeutet das nichts anderes, als daß man bei einer entsprechenden Änderung des UVP-Gesetzes selbstverständlich auch endlich eine UVP für Programme und Pläne miteinbezieht. Ich erwarte mir, daß in einer Änderungsnovelle von seiten der Regierungsparteien so etwas enthalten ist. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Das war einer der Gründe dafür, daß wir damals der UVP nicht zustimmen konnten. Denn der Grundgedanke der UVP, nämlich die Prävention und das interdisziplinäre Zusammenführen verschiedener Materien, ist nur dann möglich, wenn schon im Vorfeld – noch bevor das konkrete Projekt geprüft wird – die Pläne, die Programme einer UVP unterzogen werden. In Holland gibt es eine solche Regelung schon seit einigen Jahren, und dort hat sie sich meiner Ansicht nach bewährt.
Beifall bei den Grünen.
Noch einmal möchte ich festhalten, daß ich die UVP für eines der wichtigsten und zentralsten Umweltgesetze halte, die wir haben. Wir müssen sie meiner Ansicht nach verteidigen und dürfen sie nicht – wie es manche Abgeordnete in dieser Debatte getan haben – heruntermachen, als wäre sie ein Instrument, das sich nicht bisher schon bewährt hätte. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Achs.
Das ist ein ehrgeiziges, aber gleichzeitig wichtiges Ziel, das in einem die Umsetzung der UVP-Richtlinie, der IPPC-Richtlinie für mittelgroße Industrieanlagen und letztlich auch der großen EU-Störfallrichtlinie, der Seveso-Richtlinie, mit sich bringen soll. – Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Achs.)
Abg. Oberhaidinger: Jawohl!
Wir kennen die Debatte über die Schrottreaktoren entlang unserer Grenze seit mehreren Jahren. Frau Bundesminister, ich war einigermaßen darüber erstaunt, daß Sie uns vergangenen Sonntag, am 21. März 1999, vollinhaltlich beigepflichtet haben. Ihre klare Botschaft – kein EU-Beitritt mit Schrottreaktoren! (Abg. Oberhaidinger: Jawohl!) – deckt sich eindeutig mit diesem Antrag.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich denke, wir sind es der österreichischen Bevölkerung schuldig, alle Möglichkeiten auszunutzen, um diese Schrottreaktoren endlich stillzulegen beziehungsweise nicht in Betrieb gehen zu lassen, wie es bei Temelin der Fall ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die einzige Möglichkeit, die es gibt, um dieses Verhalten zu erreichen gibt, ist eine Junktimierung von Beitritt und Atomausstiegskonzept.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Deshalb wäre es meiner Ansicht nach sehr sinnvoll, diesem freiheitlichen Antrag zuzustimmen, da noch dazu die zuständige Ministerin genau die gleiche Ansicht vertritt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Nein! Schon lange weniger!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Ellmauer. 8 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. (Abg. Dr. Khol: Nein! Schon lange weniger!) 6 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Fernab aller Diskussionen rund um die technische Auf- und Umrüstung und fernab aller anderen Spekulationen rund um dieses Kraftwerk möchte ich hier vorweg folgendes sagen: Temelin ist eine Zumutung für die gesamte Bevölkerung Europas! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Temelin ist eine Zumutung, wenn wir an die nachfolgenden Generationen und deren Sicherheit denken! Temelin ist eine Zumutung, wenn wir an die Umwelt und deren Schutz denken! Temelin ist eine Zumutung, wenn wir Umweltpolitik ernst nehmen!
Abg. Ing. Langthaler: Wieviel Zeit noch insgesamt?
Zu Wort gemeldet ist nun Frau Abgeordnete Ing. Langthaler. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. (Abg. Ing. Langthaler: Wieviel Zeit noch insgesamt?) Gesamtredezeit Ihres Klubs: 39 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Khol: Ja schon wieder die Langthaler? Wie oft denn noch? – Aber jetzt hat sie das Top gewechselt!)
Abg. Dr. Khol: Ja schon wieder die Langthaler? Wie oft denn noch? – Aber jetzt hat sie das Top gewechselt!
Zu Wort gemeldet ist nun Frau Abgeordnete Ing. Langthaler. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. (Abg. Ing. Langthaler: Wieviel Zeit noch insgesamt?) Gesamtredezeit Ihres Klubs: 39 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Khol: Ja schon wieder die Langthaler? Wie oft denn noch? – Aber jetzt hat sie das Top gewechselt!)
Abg. Kopf: Illusionen sind schön!
Ich möchte mich zuerst kurz mit dem Antrag der Freiheitlichen und mit ihrer Argumentationslinie beschäftigen – leider ist Herr Abgeordneter Schweitzer jetzt nicht mehr hier. Denn er hat vorhin nur den ersten Satz des Antrages vorgelesen und den eigentlich problematischen verschwiegen. Das ist aber der Satz, der es sowohl uns als auch, wie ich glaube, den Liberalen völlig unmöglich macht, diesem Antrag zuzustimmen. Darin steht nämlich: Spätestens zum Beitrittszeitpunkt haben diese Staaten nachzuweisen, daß der Atomausstieg vollzogen ist. (Abg. Kopf: Illusionen sind schön!)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Uns war es besonders wichtig – deshalb wollten wir hier auch einen Mehrparteienantrag zustande bringen –, daß von diesem Parlament ein klares Signal ausgeht an jene Mitglieder der tschechischen Regierung, die klare Gegner des Projekts Temelin sind, sodaß man diese Kräfte unterstützt und von österreichischer Seite sagt: Wir sind nicht nur gegen das Projekt Temelin, sondern wir bieten auch ganz konkrete Hilfestellung an. Wir bieten nicht nur Know-how, sondern auch finanzielle Hilfestellung an. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Fischl: Wieviel soll das sein? – Abg. Kopf: Steht ja drinnen!
Wir wollen Sie mit diesem Entschließungsantrag in die Pflicht nehmen. Ich sage ganz offen, daß wir uns nicht in allen Punkten durchgesetzt haben. Wir hätten den Antrag gerne noch schärfer formuliert gehabt. Vor allem ist es uns wichtig – wir werden in den nächsten Wochen immer wieder versuchen, das umzusetzen und durchzusetzen –, daß auf höchster Ebene gehandelt wird. Das bedeutet, daß sich Bundeskanzler Klima wirklich mit dem tschechischen Premierminister trifft, ganz konkret verhandelt und von österreichischer Seite Hilfestellung im Hinblick darauf anbietet, wie es mit einem Alternativszenario ausschauen kann. (Abg. Fischl: Wieviel soll das sein? – Abg. Kopf: Steht ja drinnen!) Die Tschechische Republik braucht den Strom an sich nicht, aber die tschechische Regierung hat ... (Abg. Fischl: Wie hoch soll das sein? Wieviel Prozent?)
Abg. Fischl: Wie hoch soll das sein? Wieviel Prozent?
Wir wollen Sie mit diesem Entschließungsantrag in die Pflicht nehmen. Ich sage ganz offen, daß wir uns nicht in allen Punkten durchgesetzt haben. Wir hätten den Antrag gerne noch schärfer formuliert gehabt. Vor allem ist es uns wichtig – wir werden in den nächsten Wochen immer wieder versuchen, das umzusetzen und durchzusetzen –, daß auf höchster Ebene gehandelt wird. Das bedeutet, daß sich Bundeskanzler Klima wirklich mit dem tschechischen Premierminister trifft, ganz konkret verhandelt und von österreichischer Seite Hilfestellung im Hinblick darauf anbietet, wie es mit einem Alternativszenario ausschauen kann. (Abg. Fischl: Wieviel soll das sein? – Abg. Kopf: Steht ja drinnen!) Die Tschechische Republik braucht den Strom an sich nicht, aber die tschechische Regierung hat ... (Abg. Fischl: Wie hoch soll das sein? Wieviel Prozent?)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wieviel Prozent? – Sehen Sie, Sie sind von seiten der Freiheitlichen Partei so unfair, das ist unfaßbar! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ihr wollt in eurem Antrag, daß sie dieses Atomkraftwerk sofort abdrehen und sofort alles stehenlassen. Ist ja vollkommen Wurscht, wie die das finanziell machen sollen! Wenn euch das ein Anliegen ist und wenn ihr wollt, daß dieses Werk nie in Betrieb geht, dann muß man ihnen selbstverständlich auch finanziell unter die Arme greifen. – Das ist lächerlich, das ist wirklich eine Propaganda von freiheitlicher Seite, die sich nur gegen Osteuropa generell richtet, aber mit Atomkraft überhaupt nichts zu tun hat! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum sowie des Abg. Kopf.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum sowie des Abg. Kopf.
Wieviel Prozent? – Sehen Sie, Sie sind von seiten der Freiheitlichen Partei so unfair, das ist unfaßbar! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ihr wollt in eurem Antrag, daß sie dieses Atomkraftwerk sofort abdrehen und sofort alles stehenlassen. Ist ja vollkommen Wurscht, wie die das finanziell machen sollen! Wenn euch das ein Anliegen ist und wenn ihr wollt, daß dieses Werk nie in Betrieb geht, dann muß man ihnen selbstverständlich auch finanziell unter die Arme greifen. – Das ist lächerlich, das ist wirklich eine Propaganda von freiheitlicher Seite, die sich nur gegen Osteuropa generell richtet, aber mit Atomkraft überhaupt nichts zu tun hat! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum sowie des Abg. Kopf.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Fischl und Dipl.-Ing. Schöggl. – Abg. Dr. Cap: Bitte! Da kann man doch in Ruhe zuhören!
Frau Ministerin! Ich möchte Sie aber auch auffordern, daß Sie versuchen, insbesondere für Tschechien, für Temelin Kredite der EBRD zu lukrieren, und daß Sie versuchen, Projekte in die Wege zu leiten. Es kann jeder Mann, jede Frau, jede Republik oder jede Firma Kreditansuchen an die EBRD richten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Fischl und Dipl.-Ing. Schöggl. – Abg. Dr. Cap: Bitte! Da kann man doch in Ruhe zuhören!) In Kürze, nämlich im April, wird dort die Jahrestagung abgehalten werden. Das ist eine sehr günstige Gelegenheit, dort von österreichischer Seite möglicherweise mit der tschechischen Regierung gemeinsam bei der EBRD vorzusprechen. Dafür gibt es konkrete Ansatzpunkte. Es gäbe auch konkrete Budgets. Ich möchte Ihnen daher raten und Sie bitten, diese potentielle Finanzierungs- und Kredithilfe entsprechend in Angriff zu nehmen.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Im übrigen ist dieser Entschließungsantrag hier von vier Parteien verhandelt worden. Er ist deshalb meiner Ansicht nach ein umso stärkeres Signal an die zuständigen Minister und an den Bundeskanzler, so schnell wie möglich zu handeln. Denn es ist wirklich Feuer am Dach. Wir haben ein paar Wochen, und diese Zeit müssen wir nutzen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Schweitzer: ... was die Kollegin Langthaler gesagt hat?
Herr Kollege Karl Schweitzer! Wir sollten diesen einen Monat wirklich nützen. Du hast ja wirklich alles veranlaßt, was dazu führt, die Gespräche, zu denen wir eingeladen wurden ... (Abg. Mag. Schweitzer: ... was die Kollegin Langthaler gesagt hat?) – Ich habe das Präsidialprotokoll gelesen. (Abg. Ing. Langthaler: Du hast gar nicht zugehört, was ich gesagt habe, Karl! – Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe sehr gut zugehört!) Das ist darin ein bißchen unverbindlich festgehalten. Ich hoffe, daß das noch konkreter wird. Präsident Fischer hat uns seine Unterstützung zugesagt. Ich hoffe sehr, daß wir noch in diesem Monat mit unseren tschechischen Kolleginnen und Kollegen in Gespräche zu diesem Thema eintreten können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Langthaler: Du hast gar nicht zugehört, was ich gesagt habe, Karl! – Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe sehr gut zugehört!
Herr Kollege Karl Schweitzer! Wir sollten diesen einen Monat wirklich nützen. Du hast ja wirklich alles veranlaßt, was dazu führt, die Gespräche, zu denen wir eingeladen wurden ... (Abg. Mag. Schweitzer: ... was die Kollegin Langthaler gesagt hat?) – Ich habe das Präsidialprotokoll gelesen. (Abg. Ing. Langthaler: Du hast gar nicht zugehört, was ich gesagt habe, Karl! – Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe sehr gut zugehört!) Das ist darin ein bißchen unverbindlich festgehalten. Ich hoffe, daß das noch konkreter wird. Präsident Fischer hat uns seine Unterstützung zugesagt. Ich hoffe sehr, daß wir noch in diesem Monat mit unseren tschechischen Kolleginnen und Kollegen in Gespräche zu diesem Thema eintreten können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Karl Schweitzer! Wir sollten diesen einen Monat wirklich nützen. Du hast ja wirklich alles veranlaßt, was dazu führt, die Gespräche, zu denen wir eingeladen wurden ... (Abg. Mag. Schweitzer: ... was die Kollegin Langthaler gesagt hat?) – Ich habe das Präsidialprotokoll gelesen. (Abg. Ing. Langthaler: Du hast gar nicht zugehört, was ich gesagt habe, Karl! – Abg. Mag. Schweitzer: Ich habe sehr gut zugehört!) Das ist darin ein bißchen unverbindlich festgehalten. Ich hoffe, daß das noch konkreter wird. Präsident Fischer hat uns seine Unterstützung zugesagt. Ich hoffe sehr, daß wir noch in diesem Monat mit unseren tschechischen Kolleginnen und Kollegen in Gespräche zu diesem Thema eintreten können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Smolle: Du hast es nicht zustande gebracht!
Schlußendlich ist das bis heute daran gescheitert, daß das Bundeskanzleramt und das Außenministerium (Abg. Smolle: Du hast es nicht zustande gebracht!), die es sich beide vorbehalten haben, diese sehr heikle Sache selbst vorzubereiten, es nicht geschafft haben, diesen Termin für den Umweltausschuß tatsächlich auszumachen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Schlußendlich ist das bis heute daran gescheitert, daß das Bundeskanzleramt und das Außenministerium (Abg. Smolle: Du hast es nicht zustande gebracht!), die es sich beide vorbehalten haben, diese sehr heikle Sache selbst vorzubereiten, es nicht geschafft haben, diesen Termin für den Umweltausschuß tatsächlich auszumachen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Langthaler und Smolle. – Abg. Mag. Schweitzer: Dann lesen Sie es im Präsidialprotokoll nach!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Wenitsch. – Bitte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Langthaler und Smolle. – Abg. Mag. Schweitzer: Dann lesen Sie es im Präsidialprotokoll nach!)
Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Minister! Kollege Oberhaidinger, von dieser guten Gesprächsbasis, die es mit den Tschechen laut Ihrer Darstellung angeblich im Zusammenhang mit einem Ausstieg aus der Atomkraft gibt, habe ich vorige Woche nichts bemerkt. Es war vorige Woche eine Delegation aus Tschechien hier. (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler) – Sie waren nicht dabei, Frau Kollegin Langthaler, aber Kollege Höchtl und Kollegin Rauch-Kallat waren dabei. – Und ich muß Ihnen sagen: Die Tschechen denken überhaupt nicht daran, aus der Atomkraft auszusteigen! Sie haben nur von den Hunderten Milliarden Kronen gesprochen, die sie in den letzten Jahren in die Atomkraft investiert haben, und sie denken überhaupt nicht daran, aus der Atomkraft auszusteigen.
Abg. Smolle: Völliger Unsinn! – Abg. Dr. Krüger: Vorsichtig sein!
Frau Minister! Ein geregelter Ausstieg Tschechiens aus der Atomkraft muß ein Junktim bei den Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union sein. (Abg. Smolle: Völliger Unsinn! – Abg. Dr. Krüger: Vorsichtig sein!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich stelle hier fest: Hier muß die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung Vorrang haben! (Abg. Ing. Langthaler: Soll jetzt Deutschland aus der EU heraus, oder wie?)
Abg. Ing. Langthaler: Soll jetzt Deutschland aus der EU heraus, oder wie?
Frau Minister! Ein geregelter Ausstieg Tschechiens aus der Atomkraft muß ein Junktim bei den Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union sein. (Abg. Smolle: Völliger Unsinn! – Abg. Dr. Krüger: Vorsichtig sein!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich stelle hier fest: Hier muß die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung Vorrang haben! (Abg. Ing. Langthaler: Soll jetzt Deutschland aus der EU heraus, oder wie?)
Abg. Ing. Langthaler: Aber was nützt es, wenn sie nicht beitreten, und dann läuft das AKW trotzdem?
Wenn Sie, Frau Minister, mit eher schwammigen Erklärungen in der "Kronen-Zeitung" oder wo immer betonen "Kein EU-Beitritt mit Schrottreaktoren!", dann kann ich nur sagen, das ist ja wohl selbstverständlich! Das heißt aber auf der anderen Seite, Sie lassen sich ein Hintertürl offen, nämlich jenes Hintertürl, daß man Milliardenbeträge an die westeuropäische Atomlobby – jene Atomfirmen, die diese Atomkraftwerke sanieren sollen – zahlt, um diese veralteten Werke an den europäischen Standard heranzuführen. Das ist für mich zuwenig! (Abg. Ing. Langthaler: Aber was nützt es, wenn sie nicht beitreten, und dann läuft das AKW trotzdem?) – Kollegin Langthaler, Sie sind in den nächsten Jahren in England, ich bleibe hier in Österreich. Ich bin an der Grenze und bin unter Umständen betroffen. Sie vielleicht nicht mehr, Sie flüchten schon!
Abg. Ing. Langthaler: Erklären Sie mir, was Temelin nicht gefährlich macht, wenn Tschechien nicht bei der EU ist! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Langthaler: Erklären Sie mir, was Temelin nicht gefährlich macht, wenn Tschechien nicht bei der EU ist! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) Ein unbedingter Ausstieg aus der Atomkraft, ein geregelter Ausstieg mit Verträgen – ich bin kein Träumer und weiß daher, daß das nicht nächstes Jahr sein kann (Abg. Ing. Langthaler: Ist deswegen Temelin nicht gefährlich, wenn Tschechien nicht bei der EU ist?) – muß bei den Beitrittsverhandlungen eine gewichtige Rolle spielen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Langthaler: Ist deswegen Temelin nicht gefährlich, wenn Tschechien nicht bei der EU ist?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Langthaler: Erklären Sie mir, was Temelin nicht gefährlich macht, wenn Tschechien nicht bei der EU ist! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) Ein unbedingter Ausstieg aus der Atomkraft, ein geregelter Ausstieg mit Verträgen – ich bin kein Träumer und weiß daher, daß das nicht nächstes Jahr sein kann (Abg. Ing. Langthaler: Ist deswegen Temelin nicht gefährlich, wenn Tschechien nicht bei der EU ist?) – muß bei den Beitrittsverhandlungen eine gewichtige Rolle spielen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Langthaler: Erklären Sie mir, was Temelin nicht gefährlich macht, wenn Tschechien nicht bei der EU ist! – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) Ein unbedingter Ausstieg aus der Atomkraft, ein geregelter Ausstieg mit Verträgen – ich bin kein Träumer und weiß daher, daß das nicht nächstes Jahr sein kann (Abg. Ing. Langthaler: Ist deswegen Temelin nicht gefährlich, wenn Tschechien nicht bei der EU ist?) – muß bei den Beitrittsverhandlungen eine gewichtige Rolle spielen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wenitsch: Das ist keine Verhinderung, Herr Kollege, das ist eine Schutzmaßnahme!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Ich bedanke mich erstens einmal bei Herrn Abgeordnetem Wenitsch für die Klarstellung und die Bestätigung, daß der Antrag der Freiheitlichen, der heute dieser Debatte zugrunde liegt, ein "EU-Erweiterungsverhinderungsantrag" ist. Das ist ganz klar. (Abg. Wenitsch: Das ist keine Verhinderung, Herr Kollege, das ist eine Schutzmaßnahme!)
Abg. Smolle: Hört Temelin auf, gefährlich zu sein, wenn Tschechien nicht beitritt?
Herr Abgeordneter Wenitsch, der Grund dafür (Abg. Smolle: Hört Temelin auf, gefährlich zu sein, wenn Tschechien nicht beitritt?), daß Sie sich nach den Zwischenrufen von Kollegin Langthaler so schnell aus der Affäre gezogen haben, liegt darin, daß Ihnen einfach der Argumen-tationsstoff ausgegangen ist. (Abg. Smolle: Hört Temelin auf, gefährlich zu sein, wenn Tschechien nicht betritt?) Bevor Sie sich in einen noch größeren Wirbel hineinreden, was Sie ja in dieser Frage oft kennzeichnet, haben Sie sich gedacht: Okay, beenden wir es lieber. – Das ist auch gut gewesen.
Abg. Smolle: Hört Temelin auf, gefährlich zu sein, wenn Tschechien nicht betritt?
Herr Abgeordneter Wenitsch, der Grund dafür (Abg. Smolle: Hört Temelin auf, gefährlich zu sein, wenn Tschechien nicht beitritt?), daß Sie sich nach den Zwischenrufen von Kollegin Langthaler so schnell aus der Affäre gezogen haben, liegt darin, daß Ihnen einfach der Argumen-tationsstoff ausgegangen ist. (Abg. Smolle: Hört Temelin auf, gefährlich zu sein, wenn Tschechien nicht betritt?) Bevor Sie sich in einen noch größeren Wirbel hineinreden, was Sie ja in dieser Frage oft kennzeichnet, haben Sie sich gedacht: Okay, beenden wir es lieber. – Das ist auch gut gewesen.
Abg. Fischl: Dazu werden wir ja gewählt! – Abg. Wenitsch: Im Gegensatz zu Ihnen! Sie jammern dann im nachhinein!
Es wäre aber angemessen, Herr Abgeordneter Wenitsch, wenn Sie die Gesprächsangebote, die es für alle Fraktionen im Hause in der Frage des Informationsflusses gegeben hat, wenigstens wahrnehmen würden, denn dann wäre es vielleicht nicht dazu gekommen, daß die Freiheitlichen sich schon vor längerem von der gemeinsamen Linie des Hauses verabschiedet haben. (Abg. Fischl: Dazu werden wir ja gewählt! – Abg. Wenitsch: Im Gegensatz zu Ihnen! Sie jammern dann im nachhinein!)
Abg. Wenitsch: Schönwetterreden!
Es ist unbestritten, daß ein EU-Beitritt auf die osteuropäischen Staaten, Kollege Fischl, durch die Verpflichtung zur Übernahme des EU-Rechtsstandards natürlich einen erhöhten Druck ausübt, in ihrem nationalen Bereich eine Anhebung der Standards vorzunehmen. (Abg. Wenitsch: Schönwetterreden!) Das heißt, der EU-Beitritt ist gerade gegenüber den mittel- und osteuropäischen Staaten ein Mittel, um dort zum Beispiel jene Kohlekraftwerke, die in großem und massivem Einsatz stehen, auf den neuesten Stand zu bringen. (Abg. Wenitsch: Schönwetterreden! Sie denken nicht an die österreichische Bevölkerung!) Die Teilnahme an den EU-Programmen wird ermöglichen, daß die Umweltstandards dort steigen.
Abg. Wenitsch: Schönwetterreden! Sie denken nicht an die österreichische Bevölkerung!
Es ist unbestritten, daß ein EU-Beitritt auf die osteuropäischen Staaten, Kollege Fischl, durch die Verpflichtung zur Übernahme des EU-Rechtsstandards natürlich einen erhöhten Druck ausübt, in ihrem nationalen Bereich eine Anhebung der Standards vorzunehmen. (Abg. Wenitsch: Schönwetterreden!) Das heißt, der EU-Beitritt ist gerade gegenüber den mittel- und osteuropäischen Staaten ein Mittel, um dort zum Beispiel jene Kohlekraftwerke, die in großem und massivem Einsatz stehen, auf den neuesten Stand zu bringen. (Abg. Wenitsch: Schönwetterreden! Sie denken nicht an die österreichische Bevölkerung!) Die Teilnahme an den EU-Programmen wird ermöglichen, daß die Umweltstandards dort steigen.
Abg. Wenitsch: Ich habe gesagt, ein geregelter Ausstieg, Herr Kollege! Ich korrigiere Sie!
Das als Chance zu verkennen und deshalb ein Junktim zu machen und zu sagen, wenn diese Länder nicht sofort am Beitrittstag aussteigen, dann werden wir sie nicht aufnehmen, ... (Abg. Wenitsch: Ich habe gesagt, ein geregelter Ausstieg, Herr Kollege! Ich korrigiere Sie!) Das wird nichts helfen. (Abg. Ing. Langthaler – in Richtung des Abg. Wenitsch –: Lesen Sie Ihren eigenen Antrag!) Herr Abgeordneter Wenitsch, folgendes geht nicht: Sie können nicht innerhalb von drei Minuten jeweils etwas anderes sagen! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Langthaler – in Richtung des Abg. Wenitsch –: Lesen Sie Ihren eigenen Antrag!
Das als Chance zu verkennen und deshalb ein Junktim zu machen und zu sagen, wenn diese Länder nicht sofort am Beitrittstag aussteigen, dann werden wir sie nicht aufnehmen, ... (Abg. Wenitsch: Ich habe gesagt, ein geregelter Ausstieg, Herr Kollege! Ich korrigiere Sie!) Das wird nichts helfen. (Abg. Ing. Langthaler – in Richtung des Abg. Wenitsch –: Lesen Sie Ihren eigenen Antrag!) Herr Abgeordneter Wenitsch, folgendes geht nicht: Sie können nicht innerhalb von drei Minuten jeweils etwas anderes sagen! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das als Chance zu verkennen und deshalb ein Junktim zu machen und zu sagen, wenn diese Länder nicht sofort am Beitrittstag aussteigen, dann werden wir sie nicht aufnehmen, ... (Abg. Wenitsch: Ich habe gesagt, ein geregelter Ausstieg, Herr Kollege! Ich korrigiere Sie!) Das wird nichts helfen. (Abg. Ing. Langthaler – in Richtung des Abg. Wenitsch –: Lesen Sie Ihren eigenen Antrag!) Herr Abgeordneter Wenitsch, folgendes geht nicht: Sie können nicht innerhalb von drei Minuten jeweils etwas anderes sagen! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Herr Abgeordneter Wenitsch! Mit Ihnen ist es immer dasselbe Problem. Wenn Sie sich nicht einmal mehr an das erinnern, was Sie hier heraußen vor drei Minuten gesagt haben, dann sind Sie ein sehr schwieriger Gesprächspartner in dieser Sache. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf
Herr Abgeordneter Wenitsch! Sie sind auch nicht hilfreich, und zwar deshalb nicht, weil Sie nicht einsehen, daß man gerade der Atomkraftnutzung (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf) – und das weiß Herr Abgeordneter Graf noch viel besser – nur mit marktwirtschaftlichen Mitteln beikommen kann: zum Beispiel mit einer EU-weiten Atomhaftungsrichtlinie, der Übernahme der tatsächlichen Versicherungssummen (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Räuber!), mit Haftungen für den Fall eines Unfalles (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ... sind gefährlich!) und jedenfalls mit Vorsorge, auch finanzieller Vorsorge, für die Endlagerung. Ich sage Ihnen, wenn es all das gäbe, dann würden wir nicht mehr über die Nutzung der Atomkraft reden müssen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), sondern dann wäre der Ausstieg vorprogrammiert, insbesondere in einem liberalisierten Energiemarkt. (Abg. Mag. Schweitzer: Eure Anti-Atompolitik!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Räuber!
Herr Abgeordneter Wenitsch! Sie sind auch nicht hilfreich, und zwar deshalb nicht, weil Sie nicht einsehen, daß man gerade der Atomkraftnutzung (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf) – und das weiß Herr Abgeordneter Graf noch viel besser – nur mit marktwirtschaftlichen Mitteln beikommen kann: zum Beispiel mit einer EU-weiten Atomhaftungsrichtlinie, der Übernahme der tatsächlichen Versicherungssummen (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Räuber!), mit Haftungen für den Fall eines Unfalles (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ... sind gefährlich!) und jedenfalls mit Vorsorge, auch finanzieller Vorsorge, für die Endlagerung. Ich sage Ihnen, wenn es all das gäbe, dann würden wir nicht mehr über die Nutzung der Atomkraft reden müssen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), sondern dann wäre der Ausstieg vorprogrammiert, insbesondere in einem liberalisierten Energiemarkt. (Abg. Mag. Schweitzer: Eure Anti-Atompolitik!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ... sind gefährlich!
Herr Abgeordneter Wenitsch! Sie sind auch nicht hilfreich, und zwar deshalb nicht, weil Sie nicht einsehen, daß man gerade der Atomkraftnutzung (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf) – und das weiß Herr Abgeordneter Graf noch viel besser – nur mit marktwirtschaftlichen Mitteln beikommen kann: zum Beispiel mit einer EU-weiten Atomhaftungsrichtlinie, der Übernahme der tatsächlichen Versicherungssummen (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Räuber!), mit Haftungen für den Fall eines Unfalles (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ... sind gefährlich!) und jedenfalls mit Vorsorge, auch finanzieller Vorsorge, für die Endlagerung. Ich sage Ihnen, wenn es all das gäbe, dann würden wir nicht mehr über die Nutzung der Atomkraft reden müssen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), sondern dann wäre der Ausstieg vorprogrammiert, insbesondere in einem liberalisierten Energiemarkt. (Abg. Mag. Schweitzer: Eure Anti-Atompolitik!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Herr Abgeordneter Wenitsch! Sie sind auch nicht hilfreich, und zwar deshalb nicht, weil Sie nicht einsehen, daß man gerade der Atomkraftnutzung (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf) – und das weiß Herr Abgeordneter Graf noch viel besser – nur mit marktwirtschaftlichen Mitteln beikommen kann: zum Beispiel mit einer EU-weiten Atomhaftungsrichtlinie, der Übernahme der tatsächlichen Versicherungssummen (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Räuber!), mit Haftungen für den Fall eines Unfalles (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ... sind gefährlich!) und jedenfalls mit Vorsorge, auch finanzieller Vorsorge, für die Endlagerung. Ich sage Ihnen, wenn es all das gäbe, dann würden wir nicht mehr über die Nutzung der Atomkraft reden müssen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), sondern dann wäre der Ausstieg vorprogrammiert, insbesondere in einem liberalisierten Energiemarkt. (Abg. Mag. Schweitzer: Eure Anti-Atompolitik!)
Abg. Mag. Schweitzer: Eure Anti-Atompolitik!
Herr Abgeordneter Wenitsch! Sie sind auch nicht hilfreich, und zwar deshalb nicht, weil Sie nicht einsehen, daß man gerade der Atomkraftnutzung (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf) – und das weiß Herr Abgeordneter Graf noch viel besser – nur mit marktwirtschaftlichen Mitteln beikommen kann: zum Beispiel mit einer EU-weiten Atomhaftungsrichtlinie, der Übernahme der tatsächlichen Versicherungssummen (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Räuber!), mit Haftungen für den Fall eines Unfalles (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ... sind gefährlich!) und jedenfalls mit Vorsorge, auch finanzieller Vorsorge, für die Endlagerung. Ich sage Ihnen, wenn es all das gäbe, dann würden wir nicht mehr über die Nutzung der Atomkraft reden müssen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), sondern dann wäre der Ausstieg vorprogrammiert, insbesondere in einem liberalisierten Energiemarkt. (Abg. Mag. Schweitzer: Eure Anti-Atompolitik!)
Abg. Mag. Schweitzer: Das steht auch in unserem Antrag drinnen!
Eine EU-weite Atomhaftungsrichtlinie (Abg. Mag. Schweitzer: Das steht auch in unserem Antrag drinnen!), orientiert an jenen Grundsätzen, die wir hier in diesem Hause schon beschlossen haben (Abg. Mag. Schweitzer: Das steht auch in unserem Antrag drinnen! – Abg. Ing. Langthaler: Deswegen ist ja nicht alles falsch ...!), in bezug auf das Atomhaftungsgesetz ist etwas, was verwirklicht werden muß. Kollege Schweitzer! Wenn das ohnehin alles drinnen steht, dann hätten wir heute einen Fünfparteienantrag. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das steht auch in unserem Antrag drinnen! – Abg. Ing. Langthaler: Deswegen ist ja nicht alles falsch ...!
Eine EU-weite Atomhaftungsrichtlinie (Abg. Mag. Schweitzer: Das steht auch in unserem Antrag drinnen!), orientiert an jenen Grundsätzen, die wir hier in diesem Hause schon beschlossen haben (Abg. Mag. Schweitzer: Das steht auch in unserem Antrag drinnen! – Abg. Ing. Langthaler: Deswegen ist ja nicht alles falsch ...!), in bezug auf das Atomhaftungsgesetz ist etwas, was verwirklicht werden muß. Kollege Schweitzer! Wenn das ohnehin alles drinnen steht, dann hätten wir heute einen Fünfparteienantrag. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Eine EU-weite Atomhaftungsrichtlinie (Abg. Mag. Schweitzer: Das steht auch in unserem Antrag drinnen!), orientiert an jenen Grundsätzen, die wir hier in diesem Hause schon beschlossen haben (Abg. Mag. Schweitzer: Das steht auch in unserem Antrag drinnen! – Abg. Ing. Langthaler: Deswegen ist ja nicht alles falsch ...!), in bezug auf das Atomhaftungsgesetz ist etwas, was verwirklicht werden muß. Kollege Schweitzer! Wenn das ohnehin alles drinnen steht, dann hätten wir heute einen Fünfparteienantrag. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Zwischenruf des Abg. Smolle.
Herr Abgeordneter Wenitsch hat aber gesagt: Junktim. Ein Junktim des sofortigen Ausstiegs. – Das waren seine Worte, sie sind nachzulesen im Protokoll. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Zwischenruf des Abg. Smolle.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Du kannst vielleicht versuchen, die Leute niederzureden, irgendwann mußt du es aber doch ...!
Wenn das nicht so gemeint war, dann bestünde vielleicht jetzt noch eine Chance, auch auf diesen Antrag einzugehen, und dann hätten wir einen Fünfparteienantrag und würden endlich zurückfinden auf jene Basis (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Du kannst vielleicht versuchen, die Leute niederzureden, irgendwann mußt du es aber doch ...!), die bisher in diesem Hause gehandhabt worden ist und die darin bestand, zu sagen: Es muß ein nationales Anliegen sein, daß wir in Fragen des Ausstiegs der ost- und mitteleuropäischen Staaten einen gemeinsamen Weg gehen. Das wird in manchen Bereichen ein Kompromiß sein müssen, aber es muß ein möglicher sein.
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Es gehen Tausende Firmen in Konkurs!
Sicher ist: Wenn die Tschechen Temelin nicht verwirklichen, dann wissen sie, daß die Firma, die das betreibt, in Konkurs geht, und dann sind für sie natürlich die dort eingesetzten Mittel ein Problem. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Es gehen Tausende Firmen in Konkurs!) Denn es gibt auch in Tschechien solche Politiker, Herr Abgeordneter Wenitsch, wie Sie einer in Österreich sind, die in Wahrheit nichts Besseres zu tun wissen, als so quasi die einen gegen die anderen aufzuhetzen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das bringt aber nichts in diesen Fragen, denn wenn etwas passiert, dann werden wir alle Schaden erleiden. Daher muß ein anderer, ein konstruktiver, ein verbindlicher Weg, der einen gemeinsamen Ausweg aus diesem Problem sucht, im Vordergrund stehen. (Abg. Dr. Graf: Das ist die passende Antwort!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sicher ist: Wenn die Tschechen Temelin nicht verwirklichen, dann wissen sie, daß die Firma, die das betreibt, in Konkurs geht, und dann sind für sie natürlich die dort eingesetzten Mittel ein Problem. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Es gehen Tausende Firmen in Konkurs!) Denn es gibt auch in Tschechien solche Politiker, Herr Abgeordneter Wenitsch, wie Sie einer in Österreich sind, die in Wahrheit nichts Besseres zu tun wissen, als so quasi die einen gegen die anderen aufzuhetzen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das bringt aber nichts in diesen Fragen, denn wenn etwas passiert, dann werden wir alle Schaden erleiden. Daher muß ein anderer, ein konstruktiver, ein verbindlicher Weg, der einen gemeinsamen Ausweg aus diesem Problem sucht, im Vordergrund stehen. (Abg. Dr. Graf: Das ist die passende Antwort!)
Abg. Dr. Graf: Das ist die passende Antwort!
Sicher ist: Wenn die Tschechen Temelin nicht verwirklichen, dann wissen sie, daß die Firma, die das betreibt, in Konkurs geht, und dann sind für sie natürlich die dort eingesetzten Mittel ein Problem. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Es gehen Tausende Firmen in Konkurs!) Denn es gibt auch in Tschechien solche Politiker, Herr Abgeordneter Wenitsch, wie Sie einer in Österreich sind, die in Wahrheit nichts Besseres zu tun wissen, als so quasi die einen gegen die anderen aufzuhetzen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das bringt aber nichts in diesen Fragen, denn wenn etwas passiert, dann werden wir alle Schaden erleiden. Daher muß ein anderer, ein konstruktiver, ein verbindlicher Weg, der einen gemeinsamen Ausweg aus diesem Problem sucht, im Vordergrund stehen. (Abg. Dr. Graf: Das ist die passende Antwort!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Sie haben heute noch die Chance, sich in diesem Zusammenhang einzubringen. Wir von seiten des Liberalen Forums halten jedenfalls die gemeinsame Vorgangsweise, die wir auch mit diesem Entschließungsantrag heute noch einmal bekräftigen, für sinnvoll und werden dem daher auch weiterhin zustimmen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, es war wirklich ein Tauziehen, und dieses Tauziehen haben wir gewonnen. Wir haben mit diesen Schlußfolgerungen jetzt ein Instrument bekommen, das für die Zukunft noch sehr notwendig und wichtig sein wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat denn abgesagt, ganz kurzfristig vorher?
Eigentlich sage ich hier etwas, was der Großteil der Abgeordneten wahrscheinlich schon weiß, weil ich doch regelmäßig zu informellen Gesprächen einlade, da ich möchte, daß Sie so viel Information wie möglich haben über das, was die Bundesregierung tut, und auch ganz konkret über das, was ich tue, weil natürlich nicht alles über die Medien kommunizierbar ist. Beim letzten Gespräch hat eine Partei gefehlt. Es waren die Freiheitlichen, die nicht vertreten waren. Vielleicht auch deswegen ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat denn abgesagt, ganz kurzfristig vorher?) Nein, das stimmt nicht. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) – Nun ja, es war sehr eigenartig: Alle anderen waren da, nur Sie nicht. Aber es hat trotzdem geklappt. (Abg. Böhacker: Haben Sie abgesagt oder nicht? – Abg. Mag. Schweitzer: Haben Sie abgesagt oder nicht?)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Eigentlich sage ich hier etwas, was der Großteil der Abgeordneten wahrscheinlich schon weiß, weil ich doch regelmäßig zu informellen Gesprächen einlade, da ich möchte, daß Sie so viel Information wie möglich haben über das, was die Bundesregierung tut, und auch ganz konkret über das, was ich tue, weil natürlich nicht alles über die Medien kommunizierbar ist. Beim letzten Gespräch hat eine Partei gefehlt. Es waren die Freiheitlichen, die nicht vertreten waren. Vielleicht auch deswegen ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat denn abgesagt, ganz kurzfristig vorher?) Nein, das stimmt nicht. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) – Nun ja, es war sehr eigenartig: Alle anderen waren da, nur Sie nicht. Aber es hat trotzdem geklappt. (Abg. Böhacker: Haben Sie abgesagt oder nicht? – Abg. Mag. Schweitzer: Haben Sie abgesagt oder nicht?)
Abg. Böhacker: Haben Sie abgesagt oder nicht? – Abg. Mag. Schweitzer: Haben Sie abgesagt oder nicht?
Eigentlich sage ich hier etwas, was der Großteil der Abgeordneten wahrscheinlich schon weiß, weil ich doch regelmäßig zu informellen Gesprächen einlade, da ich möchte, daß Sie so viel Information wie möglich haben über das, was die Bundesregierung tut, und auch ganz konkret über das, was ich tue, weil natürlich nicht alles über die Medien kommunizierbar ist. Beim letzten Gespräch hat eine Partei gefehlt. Es waren die Freiheitlichen, die nicht vertreten waren. Vielleicht auch deswegen ... (Abg. Mag. Schweitzer: Wer hat denn abgesagt, ganz kurzfristig vorher?) Nein, das stimmt nicht. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) – Nun ja, es war sehr eigenartig: Alle anderen waren da, nur Sie nicht. Aber es hat trotzdem geklappt. (Abg. Böhacker: Haben Sie abgesagt oder nicht? – Abg. Mag. Schweitzer: Haben Sie abgesagt oder nicht?)
Abg. Mag. Schweitzer: Sie glauben, wir haben immer Zeit, wann Sie Zeit haben!
Es ist einmal verschoben worden, und wissen Sie, warum? – Weil ich genau zu diesem Zeitpunkt hier auf der Regierungsbank stehen oder sitzen habe müssen (Abg. Mag. Schweitzer: Sie glauben, wir haben immer Zeit, wann Sie Zeit haben!), weil es gerade um einen Tagesordnungspunkt ging, der mich betroffen hat. (Abg. Böhacker: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!) – Ich denke, Sie hätten es mir wahrscheinlich nicht verziehen, wenn ich einen "Jour fixe" veranstaltet hätte, obwohl ich hier auf der Regierungsbank hätte sitzen müssen. – Das war der Grund und kein anderer. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!
Es ist einmal verschoben worden, und wissen Sie, warum? – Weil ich genau zu diesem Zeitpunkt hier auf der Regierungsbank stehen oder sitzen habe müssen (Abg. Mag. Schweitzer: Sie glauben, wir haben immer Zeit, wann Sie Zeit haben!), weil es gerade um einen Tagesordnungspunkt ging, der mich betroffen hat. (Abg. Böhacker: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!) – Ich denke, Sie hätten es mir wahrscheinlich nicht verziehen, wenn ich einen "Jour fixe" veranstaltet hätte, obwohl ich hier auf der Regierungsbank hätte sitzen müssen. – Das war der Grund und kein anderer. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist einmal verschoben worden, und wissen Sie, warum? – Weil ich genau zu diesem Zeitpunkt hier auf der Regierungsbank stehen oder sitzen habe müssen (Abg. Mag. Schweitzer: Sie glauben, wir haben immer Zeit, wann Sie Zeit haben!), weil es gerade um einen Tagesordnungspunkt ging, der mich betroffen hat. (Abg. Böhacker: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!) – Ich denke, Sie hätten es mir wahrscheinlich nicht verziehen, wenn ich einen "Jour fixe" veranstaltet hätte, obwohl ich hier auf der Regierungsbank hätte sitzen müssen. – Das war der Grund und kein anderer. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Haupt: Wir sind weiter entfernt davon als jemals zuvor! Temelin werden sie bauen!
Für mich ist es wichtig, den nächsten Monat sehr intensiv zu nützen, so wie Sie es auch im Entschließungsantrag formuliert haben und so wie wir es gemeinsam auch gewohnt sind, um in eine atomkraftfreie Zukunft in Europa zu gehen, das heißt jeder und jede auf seinem/ihrem Platz, bestmöglich. (Abg. Mag. Haupt: Wir sind weiter entfernt davon als jemals zuvor! Temelin werden sie bauen!)
Abg. Dr. Graf: Wie sieht diese aus?
Das alles wissen natürlich die Politikerinnen und Politiker in Tschechien ganz genau, und sie machen es sich ja auch nicht leicht. Wir sollen auch anerkennen, daß Tschechien sehr sorgfältig an das Thema herangeht und wirklich alles unternimmt und bestmöglich prüft. Ich bin derzeit schon zuversichtlich, daß wir zu einer Lösung kommen können, mit der gerade auch Österreich äußerst zufrieden sein kann. (Abg. Dr. Graf: Wie sieht diese aus?)
Abg. Dr. Graf: Wie soll die aussehen?
Meine Damen und Herren! Ich kann Ihnen versichern, daß es eigentlich gar keine andere Vorgangsweise gibt und daß ich eigentlich sehr zuversichtlich bin, daß wir mit dieser österreichischen Position auch innerhalb Europas einen guten Start vorgeben, da zunehmend mehr Staaten gerade die österreichische Vorgangsweise als sehr seriös einschätzen und uns auch beistehen und zur Seite stehen. Es werden immer mehr. Ich bin durchaus zuversichtlich, daß wir zu einer mittelfristigen Lösung kommen können (Abg. Dr. Graf: Wie soll die aussehen?), die unserer Position entspricht und in Ordnung ist.
Abg. Dr. Graf: Wie soll die mittelfristige Lösung aussehen?
Ich glaube, das Wesentliche wird sein, daß wir auch Europa in Angriff nehmen, daß es auch innerhalb Europas gelingt, eine kernkraftfreie Zukunft zu haben. (Abg. Dr. Graf: Wie soll die mittelfristige Lösung aussehen?) Das sollte nicht aus den Augen verloren werden! Denn auch wenn Atomkraftwerke in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien sozusagen vor unserer Haustür liegen, so liegen doch auch andere ebenfalls vor unserer Haustür. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, das Wesentliche wird sein, daß wir auch Europa in Angriff nehmen, daß es auch innerhalb Europas gelingt, eine kernkraftfreie Zukunft zu haben. (Abg. Dr. Graf: Wie soll die mittelfristige Lösung aussehen?) Das sollte nicht aus den Augen verloren werden! Denn auch wenn Atomkraftwerke in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien sozusagen vor unserer Haustür liegen, so liegen doch auch andere ebenfalls vor unserer Haustür. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Umweltminister! Einer meiner Vorredner (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein) – ja, jetzt reden wir über Atomkraftwerke –, nämlich Kollege Ellmauer, hat festgestellt, Temelin sei eine Zumutung. Es gibt jetzt einen Expertenbericht, und dieser stellt eindeutig fest: Temelin ist ein wirtschaftliches Desaster, ein ökologisches Fiasko, und Temelin rechnet sich in keiner Weise!
Abg. Kopf: Wenn man über Verhandlungsdetails so plaudert, Frau Kollegin, das ist nicht ...!
Wir wollten durch die Formulierung "Chefsache" Herrn Bundeskanzler Klima direkt beauftragen, sich mit seinem Kollegen, Herrn Premierminister Zeman, zusammenzusetzen, noch einmal die Expertengutachten durchzugehen, noch einmal ein Angebot zu machen und noch einmal deutlich zu machen, daß es auch EU-Finanzierungsinstrumentarien gibt, um Temelin endgültig zu stoppen. (Abg. Kopf: Wenn man über Verhandlungsdetails so plaudert, Frau Kollegin, das ist nicht ...!)
Abg. Brix: "Tschechien" heißt das!
An dieser Stelle möchte ich vor allem auch an Sie, Herr Präsident Fischer, appellieren, als Mitträger des sozialdemokratischen Parteivorstandes noch einmal – da ja auch in der Tschechei Sozialdemokraten an der Regierung sind (Abg. Brix: "Tschechien" heißt das!) – auch Ihre persönlichen Beziehungen ins Spiel zu bringen, damit jetzt wirklich alle Karten durchgespielt und noch alle Register gezogen werden, damit wir endgültig zu jenem Ergebnis kommen, das eine Pilotprojektfunktion für die osteuropäischen Staaten hat, die der EU beitreten wollen.
Abg. Dr. Graf: Sie haben keine einzige Wortmeldung gehabt!
Ich war gemeinsam mit einer breit gefächerten Parlamentarierdelegation vor einem Jahr in Prag, und es war den Freiheitlichen beziehungsweise deren Vertreter, Herrn Dr. Graf, keine Silbe wert, irgendwann auch nur irgendwie das Gespräch auf Temelin zu bringen. (Abg. Dr. Graf: Sie haben keine einzige Wortmeldung gehabt!) Es war den Freiheitlichen keinerlei Anliegen, dieses wesentliche Problem auf der bilateralen Beziehungsebene zwischen Österreich und Tschechien zu thematisieren. Das war für sie kein Problem.
Beifall bei den Grünen.
Sie müssen sich wirklich vor Ort bewegen, dann erfahren Sie, was die einzelnen Staaten, die jetzt an der atompolitischen Kippe stehen, an Projekten vorantreiben können und wollen, wenn Finanzquellen und entsprechende Hilfen gewährleistet sind. Darin sehe ich eine hoffnungsvolle Rolle Österreichs, wenn Bundeskanzler Klima diese übernehmen will und wenn er wirklich innerhalb der nächsten zwei, drei Wochen ein Ticket nach Prag löst und dort – noch einmal – die Sache endgültig zur Chefsache macht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
In diesem Sinne möchte ich mich auch bei Ihnen, Frau Ministerin Prammer, dafür bedanken, daß Sie sich heute trotz der schwierigen Situation die Zeit genommen haben, um hierher zu kommen. Ich hoffe, daß Sie in den nächsten Tagen mit Herrn Umweltminister Kuzvart noch einmal die konkreten Probleme durchgehen und vielleicht sogar auch leichte finanzielle Hilfen bereitstellen können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Langthaler: Beantworten Sie mir bitte die Frage: Warum ist Temelin nicht gefährlich?
Abgeordneter Harald Fischl (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich muß sagen: Für mich, der ich nicht unbedingt Atomexperte, aber immerhin Abgeordneter in dieser Republik bin, ist diese Diskussion, die sich hier abspielt, schon sehr eigenartig. Ich sehe interessante Parallelen zur gesamten Bauerndiskussion, bei der man gesagt hat: Mit der EU wird alles wunderbar und bestens sein! Wir werden den Bauern helfen, und sie werden keine Schäden haben. – Dann kam plötzlich die Agenda-Diskussion. Und dann wurde das im Sinne des Herrn Ellmauer insofern verwirklicht, als man gesagt hat, daß man vor Ort unterstützen soll. Man fährt also nach Brüssel hinaus, macht sich dort stark und wichtig und sagt: Wir Bauern halten alle zusammen! – Aber im Endeffekt geschieht nichts, und es kommt überhaupt nichts heraus! (Abg. Ing. Langthaler: Beantworten Sie mir bitte die Frage: Warum ist Temelin nicht gefährlich?)
Rufe: Langthaler! – weitere Zwischenrufe – Unruhe im Saal
Nicht nur Temelin, Frau Kollegin Langbauer (Rufe: Langthaler! – weitere Zwischenrufe – Unruhe im Saal), ist gefährlich, sondern auch die 14 Kernkraftwerke in 200 Kilometer Entfernung und die 28 Reaktoren rund um Österreich sind gefährlich, nicht Temelin allein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nicht nur Temelin, Frau Kollegin Langbauer (Rufe: Langthaler! – weitere Zwischenrufe – Unruhe im Saal), ist gefährlich, sondern auch die 14 Kernkraftwerke in 200 Kilometer Entfernung und die 28 Reaktoren rund um Österreich sind gefährlich, nicht Temelin allein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Österreich als Land mit einer bemerkenswerten Vergangenheit im Zusammenhang mit der Kernenergie – ich denke nur an Zwentendorf – hätte die historische Chance, im Rahmen der Staatengemeinschaft eine Vorbildstellung einzunehmen, auch wenn es darum geht, ganz klare Forderungen nicht nur zu formulieren, sondern deren Einhaltung zu erwarten und zwingend vorzuschreiben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Ich komme nochmals auf die historische Chance zurück. Kollege Schweitzer hat mit seinem Entschließungsantrag und dem Junktim, das er dabei verwirklichen wollte, die Sache genau auf den Punkt gebracht. Mit schönen Worten, Frau Kollegin Petrovic, und mit naiven Ansagen und Besuchen in Tschechien, wo man hinfährt und glaubt, als kleine Oppositionspartei in diesem Staat vielleicht mit Versprechungen von Geschenken einen Termin zu bekommen, ist niemandem geholfen! Ich erwarte mir von unseren Ministern und von unseren Vertretern in Brüssel, die die Entscheidung treffen dürfen, ein ganz klares Nein zu dieser Atomenergie und ganz klare Forderungen, wie die Konzepte auszusehen haben, wenn die neuen beitrittswilligen Staaten beitreten möchten. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Im Ausschuß!
Ich darf Frau Kollegin Moser im übrigen sagen, daß sie einem Entschließungsantrag, der inhaltlich dem ähnelt, der heute hier eingebracht wurde beziehungsweise zur Debatte steht, bereits einmal zugestimmt hat. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Im Ausschuß!) Was sagen Sie dazu, Frau Kollegin Moser? – Sie haben einem Entschließungsantrag zugestimmt, der im Zuge einer Debatte hier in diesem Hause eingebracht wurde, ebenso wie Frau Kollegin Petrovic – ausgerechnet Frau Kollegin Petrovic! – am 6. März 1998 eine Junktimierung gefordert hat. Das ist nachzulesen: Sie selbst haben einen Pressedienst abgesetzt, und dem ist das zu entnehmen. Es gibt also offenbar einen Gesinnungswandel. (Abg. Mag. Schweitzer: Alzheimer!)
Abg. Mag. Schweitzer: Alzheimer!
Ich darf Frau Kollegin Moser im übrigen sagen, daß sie einem Entschließungsantrag, der inhaltlich dem ähnelt, der heute hier eingebracht wurde beziehungsweise zur Debatte steht, bereits einmal zugestimmt hat. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Im Ausschuß!) Was sagen Sie dazu, Frau Kollegin Moser? – Sie haben einem Entschließungsantrag zugestimmt, der im Zuge einer Debatte hier in diesem Hause eingebracht wurde, ebenso wie Frau Kollegin Petrovic – ausgerechnet Frau Kollegin Petrovic! – am 6. März 1998 eine Junktimierung gefordert hat. Das ist nachzulesen: Sie selbst haben einen Pressedienst abgesetzt, und dem ist das zu entnehmen. Es gibt also offenbar einen Gesinnungswandel. (Abg. Mag. Schweitzer: Alzheimer!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin! Die Erfahrungen, die Sie dort gewonnen haben, sollten Sie heute dazu bewegen, unseren Antrag als das zu sehen, was er ist, nämlich die effektive und richtige Maßnahme, um die Gefahr, die vom Fertigbau und der Inbetriebnahme Temelins ausgeht, zu stoppen. Dazu können Sie beitragen, wenn Sie dem freiheitlichen Antrag Ihre Zustimmung geben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Was war das jetzt?
Ich habe im Umweltausschuß meine Bereitschaft, einen gemeinsamen Antrag zu stellen, der in diese Richtung geht, signalisiert, aber nicht in diesem Haus. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Schweitzer: Was war das jetzt?)
Demonstrativer Beifall des Abg. Smolle.
Bundesminister für Umwelt, Jugend und Familie Dr. Martin Bartenstein: Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Kollegin Prammer! Hohes Haus! Die Europapolitik der Freiheitlichen ist gekennzeichnet durch eine scheinbar einfache dreiteilige Formel: Erstens: nein zu Europa, zweitens: nein zum Euro, drittens: Veto, ganz egal, ob es sich um EU-interne-Vorgänge handelt, wie zum Beispiel die Agenda 2000, oder ob es um den tschechischen EU-Beitritt geht. – Aber das ist nur scheinbar einfach, meine sehr geehrten Damen und Herren. In Wahrheit ist das naiv! (Demonstrativer Beifall des Abg. Smolle.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist schade, daß Sie den Weg der Gemeinsamkeit schon vor Monaten aus kurzsichtigen politischen Motiven verlassen haben. Es ist schade, daß Sie den Weg der Gemeinsamkeit verlassen haben, der bis vor einem halben Jahr ein Fünfparteienvorgehen ermöglicht hat. Heute ist das nur mehr ein Vierparteienvorgehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic.
In der Tat fällt es auf, daß vor allem die Fraktion der Grünen in den letzten Monaten in Sachen Atomausstieg Kreide geschluckt haben dürfte. Vielleicht hängt das ein wenig damit zusammen, daß grüne Minister in Frankreich noch nicht einmal ansatzweise von einem Ausstieg reden. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, daß die Regierung in Deutschland, an der die Grünen beteiligt sind, in Sachen Atomausstieg einen Kurs fährt, der bestenfalls als Slalomkurs zu bezeichnen ist, der sogar Thomas Stangassinger schwindlig machen würde. (Zwischenruf der Abg. Dr. Petrovic.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt gilt es, in den nächsten vier, fünf Wochen diese Chance zu nützen. Die Bundesregierung spricht in dieser Frage mit einer Zunge. Frau Kollegin Prammer und ich werden das Menschenmögliche in dieser Sache im Sinne Österreichs unternehmen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Gefällig! Aber?
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Kulturbericht 1997 ist optisch durchaus einwandfrei aufbereitet. (Abg. Dr. Khol: Gefällig! Aber?) Man hat allerdings sehr lange dazu gebraucht. Herr Kollege Khol! Bei dieser Gelegenheit möchte ich es nicht verabsäumen, wenn Sie mich schon direkt ansprechen, mich einmal namens meiner Fraktion herzlich für Ihre Wahlkampfunterstützung in Kärnten zu bedanken! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Kulturbericht 1997 ist optisch durchaus einwandfrei aufbereitet. (Abg. Dr. Khol: Gefällig! Aber?) Man hat allerdings sehr lange dazu gebraucht. Herr Kollege Khol! Bei dieser Gelegenheit möchte ich es nicht verabsäumen, wenn Sie mich schon direkt ansprechen, mich einmal namens meiner Fraktion herzlich für Ihre Wahlkampfunterstützung in Kärnten zu bedanken! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Geschenkt!
Ich glaube, als höflicher Mensch bin ich es Ihnen schuldig, zu erwähnen, daß Sie noch kurz vor den Kärntner Wahlen in einem entsprechend harten Eingreifen in Richtung Kärnten gesagt haben: Wien gibt den Ton an! – Herzlichen Dank noch einmal, Herr Kollege Khol! Diese Worte seien mir hier gestattet. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Geschenkt!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist eine Verweigerung der Verantwortung, Frau Bundesminister! Denn wenn der Herr Direktor das Museum einigermaßen gut auslastet, dann heißt es: Er ist erfolgreich. Wenn er es aber schlecht auslastet, dann heißt es auch: Er ist erfolgreich, denn die schlechte Auslastung ist der Beweis dafür, daß er sperrige Kunst bringt. – Das ist eine Verweigerung jeglicher Verantwortung. So einfach kann man es sich nicht machen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin! Interessant war bei dieser Gelegenheit auch noch Ihre Anfragebeantwortung auf die Frage, ob es denn stimmt – das kann man ja nicht glauben! –, daß Herr Otto Mühl als seine Entlassungsadresse das Museum für Angewandte Kunst angibt. – Das muß man sich vorstellen: Er wird nach sieben Jahren enthaftet und gibt das Museum als seine Entlassungsadresse an! Da hat man ihn einquartiert! Das muß man sich einmal vorstellen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Kollege Niederwieser! Reden Sie nicht mit der Ministerin! Das ist unhöflich!
Im Museum für Angewandte Kunst beträgt die Eigendeckung lediglich 10 Prozent. Das ist eine lächerliche Quote! Ich habe mir gerade das Rijks-Museum in Amsterdam angeschaut, und glauben Sie mir: Ich komme sehr viel in Museen, und zwar wirklich aus einer persönlichen Leidenschaft heraus, aus einer Freude an der bildenden Kunst. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kollege Niederwieser! Reden Sie nicht mit der Ministerin! Das ist unhöflich!) – So kann man sich natürlich auch verbergen, indem man eine Scheindiskussion mit einem Tiroler Abgeordneten führt.
Beifall bei den Freiheitlichen
Lassen Sie mich kurz noch einige Gedanken vorbringen. Unzumutbar ist, daß die erforderlichen Mittel für die Albertina nach wie vor nicht bereitgestellt werden. Ich verkenne nicht, daß nicht Sie allein dafür verantwortlich sind, aber ich möchte Ihnen offen sagen, daß das eine nationale Schande für den Kulturstandort Österreich ist. Die bedeutendste graphische Sammlung der Welt wird im Jahr nur lächerlichen 12 000 Besuchern zugänglich gemacht (Beifall bei den Freiheitlichen), weil man es nicht anders will, da sich die graphische Kunst fast ausschließlich mit gegenständlicher bildender Kunst beschäftigt. Dafür hat man kein Geld. Statt dessen schwelgt man in neuen Museumsprojekten. Das ist eine Gewichtung, die mir verzerrt erscheint.
Abg. Dr. Brinek: Aber es gibt dort ein anderes Stiftungsrecht! Das sagen wir Ihnen schon zum x-ten Mal!
Das ist doch Unfug! Lassen Sie die Leine los, durchschneiden Sie die Leine! Das gehört wirklich ausgegliedert. Es ist sonst nirgends so. Selbst die Experten, die Sie in den Ausschuß geladen hatten – etwa der Direktor des Van Gogh-Museums –, haben gesagt, daß das undenkbar ist. (Abg. Dr. Brinek: Aber es gibt dort ein anderes Stiftungsrecht! Das sagen wir Ihnen schon zum x-ten Mal!) Es wäre in Holland undenkbar, daß ein Minister darüber entscheidet, wer in diesem Museum Direktor wird und wer nicht. Sie sollten sich von diesem Obrigkeits- und Allmachtsdenken endlich verabschieden!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber es geht Ihnen in Wirklichkeit nicht so sehr um Kultur, sondern es geht Ihnen vielmehr darum, Einflußsphären zu erhalten – und um sonst gar nichts! Und das ist wirklich sehr bedauerlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Du mußt das jetzt wiedergutmachen! – Abg. Morak – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich mache es jetzt wieder gut!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Morak. Er hat das Wort. (Abg. Dr. Khol: Du mußt das jetzt wiedergutmachen! – Abg. Morak – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich mache es jetzt wieder gut!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Da ist er!
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren – die wenigen, die noch übriggeblieben sind! Krüger ist geflohen, oder was ist los? (Ruf bei den Freiheitlichen: Da ist er!) – Ich habe ihm draußen schon gesagt: Lieber Michael, wenn du wieder mit dem lieben Mühl anfängst (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist aber schon arg, Herr Kollege! – Abg. Dr. Krüger: Meine Rede halte ich selber! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), dann werde ich dir – genauso wie du – sagen, daß selbstverständlich auch euer Sichrovsky ihm die Mauer gemacht hat. Das ist immerhin euer EU-Abgeordneter. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Smolle.) Es ist dieser Mühl, dem euer Sichrovsky die Mauer gemacht hat! Leider hatte er ja schon einen Job bei der EU – zu dem er selten hingeht –, sonst hätte er ihm möglicherweise auch noch die Wohnung vermietet. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei den Freiheitlichen: Antisemitisch! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist aber schon arg, Herr Kollege! – Abg. Dr. Krüger: Meine Rede halte ich selber! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren – die wenigen, die noch übriggeblieben sind! Krüger ist geflohen, oder was ist los? (Ruf bei den Freiheitlichen: Da ist er!) – Ich habe ihm draußen schon gesagt: Lieber Michael, wenn du wieder mit dem lieben Mühl anfängst (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist aber schon arg, Herr Kollege! – Abg. Dr. Krüger: Meine Rede halte ich selber! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), dann werde ich dir – genauso wie du – sagen, daß selbstverständlich auch euer Sichrovsky ihm die Mauer gemacht hat. Das ist immerhin euer EU-Abgeordneter. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Smolle.) Es ist dieser Mühl, dem euer Sichrovsky die Mauer gemacht hat! Leider hatte er ja schon einen Job bei der EU – zu dem er selten hingeht –, sonst hätte er ihm möglicherweise auch noch die Wohnung vermietet. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei den Freiheitlichen: Antisemitisch! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Smolle.
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren – die wenigen, die noch übriggeblieben sind! Krüger ist geflohen, oder was ist los? (Ruf bei den Freiheitlichen: Da ist er!) – Ich habe ihm draußen schon gesagt: Lieber Michael, wenn du wieder mit dem lieben Mühl anfängst (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist aber schon arg, Herr Kollege! – Abg. Dr. Krüger: Meine Rede halte ich selber! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), dann werde ich dir – genauso wie du – sagen, daß selbstverständlich auch euer Sichrovsky ihm die Mauer gemacht hat. Das ist immerhin euer EU-Abgeordneter. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Smolle.) Es ist dieser Mühl, dem euer Sichrovsky die Mauer gemacht hat! Leider hatte er ja schon einen Job bei der EU – zu dem er selten hingeht –, sonst hätte er ihm möglicherweise auch noch die Wohnung vermietet. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei den Freiheitlichen: Antisemitisch! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei den Freiheitlichen: Antisemitisch! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren – die wenigen, die noch übriggeblieben sind! Krüger ist geflohen, oder was ist los? (Ruf bei den Freiheitlichen: Da ist er!) – Ich habe ihm draußen schon gesagt: Lieber Michael, wenn du wieder mit dem lieben Mühl anfängst (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist aber schon arg, Herr Kollege! – Abg. Dr. Krüger: Meine Rede halte ich selber! – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), dann werde ich dir – genauso wie du – sagen, daß selbstverständlich auch euer Sichrovsky ihm die Mauer gemacht hat. Das ist immerhin euer EU-Abgeordneter. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Smolle.) Es ist dieser Mühl, dem euer Sichrovsky die Mauer gemacht hat! Leider hatte er ja schon einen Job bei der EU – zu dem er selten hingeht –, sonst hätte er ihm möglicherweise auch noch die Wohnung vermietet. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei den Freiheitlichen: Antisemitisch! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Was ist daran antisemitisch? – Wie das im Ausschuß schon öfters festgehalten wurde ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Entschuldige, Antisemitismus braucht diese Partei mir nicht vorzuwerfen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ihr nicht, wirklich nicht! (Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der ÖVP.) Also gut, es gibt im Augenblick einen schönen Wirbel. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ihr verteidigt den Peymann! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was ist daran antisemitisch? – Wie das im Ausschuß schon öfters festgehalten wurde ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Entschuldige, Antisemitismus braucht diese Partei mir nicht vorzuwerfen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ihr nicht, wirklich nicht! (Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der ÖVP.) Also gut, es gibt im Augenblick einen schönen Wirbel. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ihr verteidigt den Peymann! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was ist daran antisemitisch? – Wie das im Ausschuß schon öfters festgehalten wurde ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Entschuldige, Antisemitismus braucht diese Partei mir nicht vorzuwerfen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ihr nicht, wirklich nicht! (Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der ÖVP.) Also gut, es gibt im Augenblick einen schönen Wirbel. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ihr verteidigt den Peymann! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Ihr verteidigt den Peymann! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Was ist daran antisemitisch? – Wie das im Ausschuß schon öfters festgehalten wurde ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Entschuldige, Antisemitismus braucht diese Partei mir nicht vorzuwerfen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ihr nicht, wirklich nicht! (Rufe und Gegenrufe zwischen den Freiheitlichen und der ÖVP.) Also gut, es gibt im Augenblick einen schönen Wirbel. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ihr verteidigt den Peymann! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend möchte ich eine Anregung des Generaldirektors der Nationalbibliothek zum Ausdruck bringen, einen meiner Ansicht nach wohlbegründeten Wunsch nach einer Novellierung des Mediengesetzes von 1981. Geregelt ist darin die Abgabepflicht von Druckwerken, und es geht ausschließlich um Druckwerke und Standbilder. Ich denke, daß das heute nicht mehr dem Stand der Zeit entspricht, sondern daß man auch die Offline-, die Online- und die audiovisuellen Medien einbeziehen müßte. In diesem Sinne sollten wir weiterarbeiten, denn es gibt mit Österreich vergleichbare Staaten – Holland, Norwegen, aber auch die USA und Frankreich –, die diesen Schritt längst vollzogen haben. Ich denke, daß wir da nicht zurückstehen sollten. – Ich danke ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Ist alles nicht wahr!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Krüger gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Ist alles nicht wahr!)
Abg. Dr. Cap: Ist nicht wahr! – Weitere Zwischenrufe.
Ich berichtige tatsächlich. (Abg. Dr. Cap: Ist nicht wahr! – Weitere Zwischenrufe.) Herr Sichrovsky schrieb vor zehn Jahren, als auf Herrn Mühl noch nicht einmal der Hauch eines Verdachtes wegen Kinderschändung gefallen war, einmal einen Bericht in irgendeiner Zeitung.
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Hohes Haus! Zu meinen Vorrednern nur ganz kurz: Ich glaube, daß sich unsere Bundesmuseen die Debatte über Mühl und Sichrovsky nicht verdient haben. (Beifall beim Liberalen Forum.) Sie sind Einrichtungen, auf die wir meiner Ansicht nach weitgehendst stolz sein können.
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der ÖVP.
Positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle, daß ich Ihre rasche und entschlossene Vorgangsweise bezüglich der Kunstrestitution sehr schätze. Sehr geehrte Frau Ministerin! Sie haben dadurch einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, das große Unrecht, das so vielen Vertriebenen angetan wurde, ein wenig zu lindern. Ich bedanke mich dafür wirklich aufrichtig bei Ihnen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum Gebäude sei folgendes vermerkt. Der Narrenturm des alten AKH wurde in die Denkmalstufe 8 eingereiht und ist daher höchst erhaltungswürdig. Aber anstatt zu renovieren, läßt man ihn verfallen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen.) Fenster werden eher zugenagelt als erneuert, und so weiter. Ich könnte noch viele Beispiele dazu vorbringen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Die Frau Minister wird sicher antworten!) Diese Schilderung ließe sich beliebig weiterführen, Frau Ministerin. Ich glaube aber, daß das Gesagte bereits ausreicht, um zu veranschaulichen, in welchem Zustand – sowohl personell als auch gebäudetechnisch – sich dieses Museum befindet. Ich kann Ihnen, Frau Ministerin, nur raten, sich einmal dieses Museum anzusehen und sich selbst davon zu überzeugen.
Ruf bei den Freiheitlichen: Die Frau Minister wird sicher antworten!
Zum Gebäude sei folgendes vermerkt. Der Narrenturm des alten AKH wurde in die Denkmalstufe 8 eingereiht und ist daher höchst erhaltungswürdig. Aber anstatt zu renovieren, läßt man ihn verfallen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen.) Fenster werden eher zugenagelt als erneuert, und so weiter. Ich könnte noch viele Beispiele dazu vorbringen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Die Frau Minister wird sicher antworten!) Diese Schilderung ließe sich beliebig weiterführen, Frau Ministerin. Ich glaube aber, daß das Gesagte bereits ausreicht, um zu veranschaulichen, in welchem Zustand – sowohl personell als auch gebäudetechnisch – sich dieses Museum befindet. Ich kann Ihnen, Frau Ministerin, nur raten, sich einmal dieses Museum anzusehen und sich selbst davon zu überzeugen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Für den von Ihrem Ressort erstellten Kulturbericht 1997 möchte ich mich nochmals bedanken. Er wird von uns allerdings abgelehnt werden, da er, wie bereits eingangs erwähnt, nach wie vor keine museumspolitische Zielvorgabe enthält. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Smolle.
Das bedeutet nicht, daß wir Paris, Madrid oder vielleicht Amsterdam überholen können, aber meiner Ansicht nach sollten wir versuchen, darüber nachzudenken, wie wir hier mit unserem kulturellen Anspruch bestehen können. (Zwischenruf des Abg. Smolle.) Damit möchte ich sagen, daß wir einmal über das Selbstverständnis einzelner Museen diskutieren sollten – die Museumsordnungen versuchen ohnehin, das langsam anzusprechen – und daß wir uns Schwerpunktsetzungen überlegen sollten. Wir sollten uns vielleicht neue Finanzierungsmöglichkeiten überlegen, und wir sollten vielleicht auch einmal eine Debatte über Verteilungen im gesamten Kunst- und Kulturbereich führen, darüber, was uns die Museen wert sind und was sie uns nicht wert sind.
Abg. Smolle: So kaputt kann ich kein Museum sehen!
Herr Abgeordneter Smolle! Statt daß Sie hier herumwacheln wie eine Windmühle, sollten Sie folgender Empfehlung nachkommen – ich habe das auch im Ausschuß schon angesprochen –: Fahren Sie einmal nach Paris und sehen Sie sich dort an, wie die einzelnen Museen renoviert wurden, aber auch, was sie zu vermitteln versuchen und wie hervorragend sie modernisiert wurden, beispielsweise der Louvre! (Abg. Smolle: So kaputt kann ich kein Museum sehen!) Wir hingegen diskutieren, ob wir den Leseturm überhaupt bauen, wenn ja, wie hoch wir ihn bauen, und am Ende der Diskussion bauen wir ihn gar nicht. Das ist unsere Diskussionskultur, die wir beispielsweise diesbezüglich haben.
Abg. Dr. Khol: Cap, du bist fad!
Demgegenüber würde mich etwas anderes interessieren. Wir haben im Ausschuß vereinbart, daß wir uns einzelne Museen ansehen, daß wir sie besuchen und uns dort mit den Verantwortlichen einmal gründlich auseinandersetzen. Da wird man sich einmal das Technische Museum ansehen. Ich glaube, daß das auch deswegen eine sehr interessante Sache ist, weil wir ja nicht nur ... (Abg. Dr. Khol: Cap, du bist fad!) Noch ein Wort, und Sie kommen selbst ins Museum, das sage ich Ihnen, Herr Abgeordneter Klubobmann Khol! Wir müssen die Museen auch von dieser Seite her behandeln. (Abg. Dr. Khol: Du bist fad! Du bist Motter zwei! Krüger war lustiger als du!) Es geht hier nicht um Kabarett, es geht um Museen, Herr Klubobmann Khol, und die sollte man einmal gründlich aufarbeiten.
Abg. Dr. Khol: Du bist fad! Du bist Motter zwei! Krüger war lustiger als du!
Demgegenüber würde mich etwas anderes interessieren. Wir haben im Ausschuß vereinbart, daß wir uns einzelne Museen ansehen, daß wir sie besuchen und uns dort mit den Verantwortlichen einmal gründlich auseinandersetzen. Da wird man sich einmal das Technische Museum ansehen. Ich glaube, daß das auch deswegen eine sehr interessante Sache ist, weil wir ja nicht nur ... (Abg. Dr. Khol: Cap, du bist fad!) Noch ein Wort, und Sie kommen selbst ins Museum, das sage ich Ihnen, Herr Abgeordneter Klubobmann Khol! Wir müssen die Museen auch von dieser Seite her behandeln. (Abg. Dr. Khol: Du bist fad! Du bist Motter zwei! Krüger war lustiger als du!) Es geht hier nicht um Kabarett, es geht um Museen, Herr Klubobmann Khol, und die sollte man einmal gründlich aufarbeiten.
Abg. Dr. Khol: You have to live up to your standard!
Daher meine ich, daß man diese Vergleiche anstellen sollte. (Abg. Dr. Khol: You have to live up to your standard!) Ich denke an das Palais de la Découverte in Paris; dort kann man wirklich vermitteln, daß Kinder mit Technik konfrontiert werden. Im Parc de La Villette haben sie die Möglichkeit, mit moderner Technik konfrontiert zu werden. Da werden die Etrich-Taube oder das LD-Stahlverfahren allein nicht ausreichen.
Beifall bei der SPÖ.
Summa summarum ist es ein interessanter, gut gemachter Kulturbericht, der wirklich übersichtlich darstellt, was im Kulturbereich getan wird, wonach darin geforscht wird, welche Initiativen es da gegeben hat, wie die Entwicklung im baulichen, im rechtlichen, im finanziellen Bereich sowie im Besuchsbereich zu bewerten ist. Ich kann nur sagen, daß das ein wirklich gut gemachter Bericht ist, auf dessen Grundlage man eine gute Debatte führen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
An dieser Stelle setzt die Hauptkritik von uns Freiheitlichen ein: In dieser Bundesregierung sind sogar Kunst und Kultur proporzmäßig aufgeteilt. Ein Teil der kulturellen Institutionen, wie Museen, Nationalbibliothek, Bundesdenkmalamt, ist bei Frau Bundesminister Gehrer angesiedelt, ein anderer Teil beim Bundeskanzler. Sie alle kennen das Schlagwort: Kunst und Kultur sind Chefsache! – Das ist ein hoher Anspruch. Wir wissen aber, daß diesem Anspruch keine Taten gefolgt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin! Daß Sie eine Resolution von 130 angesehenen Kunsthistorikern und Architekten einfach vom Tisch gewischt haben, ist kein Ruhmesblatt Ihrer politischen Tätigkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Meine Damen und Herren! Diese Fachleute wollten mit ihrem Appell ein Weltkulturerbe erhalten, und das waren keine konservativen Bewahrer. Darunter war sogar der Architekt der Pyramide des Louvre.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter! Sie und Ihresgleichen sind für den Abstieg Ihrer Partei von einer ehemaligen Großpartei durchaus mitverantwortlich. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Mehrheit der Bevölkerung teilt nämlich Ihre Einschätzung nicht. Linke Kulturpolitik sollten Sie wirklich der politischen Linken überlassen. Dafür wählt die ÖVP kein Mensch.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bin Ihnen aber dankbar dafür, daß Sie sich so deutlich deklariert haben und mir und meiner Gesinnungsgemeinschaft immer neue Wählerschichten erschließen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Danke, Herr Morak! Ich darf mich auch bedanken!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zum Wort gelangt jetzt Frau Abgeordnete Dr. Brinek. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Danke, Herr Morak! Ich darf mich auch bedanken!)
Beifall bei der ÖVP.
Zu meinem Vorredner nur ein kurzes Aperçu. Das Museumsquartier ist offenbar für ihn ein Problem, weil er sozusagen bei der politischen Genese nicht schnell genug mitgesprochen hat. Ich kann mich an diese im Wiener Gemeinderat noch erinnern. Daß man, nur weil man bei einem Projekt nicht dabei war, jetzt ein Haar in der Suppe sucht, das finde ich ein bißchen billig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, daß dieser Teil des Quartiers, das Kindermuseum, auch die Qualität der Besucherbetreuung in den neuen Häusern, in der Sammlung Leopold und im neuen Museum moderner Kunst, anbieten können wird. Wir sind auf gutem Wege, diesbezüglich Gespräche zu führen. Ich hoffe somit, daß im nächsten oder übernächsten Kulturbericht dann die Aktivitäten des Kindermuseums mit dem Schwerpunkt "Besucherbetreuung von früh bis spät, klein bis groß" vertreten sein werden. Ich freue mich schon darauf. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kurzmann: Sie müßten selbst aber am besten wissen, wer die Staatskünstler sind!
Ein Wort, Herr Kurzmann, auch zu Ihnen: Sie reden immer wieder von "verhätschelten Staatskünstlern". – Man sollte einmal genauer definieren, was "Staatskünstler" sind, wer auf solche Art und Weise diffamiert wird, und daß wir über die ... (Abg. Dr. Kurzmann: Sie müßten selbst aber am besten wissen, wer die Staatskünstler sind!) Ich weiß nicht, wer das ist. Sie sollten einmal Namen nennen (Abg. Dr. Kurzmann: Das sind unter anderem die Leute, die ... gefördert werden!), damit man eine Debatte darüber führen kann, wer ein "verhätschelter Staatskünstler" ist, wodurch sich dieser auszeichnet, wer die solcherart diffamierten Leute sind und was die Kriterien dafür sind, daß man hier herausgehen und Künstler auf diese Art und Weise diffamieren kann. Ich weiß, daß das in Ihrer Partei nichts Ungewöhnliches ist. Auf jeden Fall wollte ich darauf noch hinweisen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kurzmann: Das sind unter anderem die Leute, die ... gefördert werden!
Ein Wort, Herr Kurzmann, auch zu Ihnen: Sie reden immer wieder von "verhätschelten Staatskünstlern". – Man sollte einmal genauer definieren, was "Staatskünstler" sind, wer auf solche Art und Weise diffamiert wird, und daß wir über die ... (Abg. Dr. Kurzmann: Sie müßten selbst aber am besten wissen, wer die Staatskünstler sind!) Ich weiß nicht, wer das ist. Sie sollten einmal Namen nennen (Abg. Dr. Kurzmann: Das sind unter anderem die Leute, die ... gefördert werden!), damit man eine Debatte darüber führen kann, wer ein "verhätschelter Staatskünstler" ist, wodurch sich dieser auszeichnet, wer die solcherart diffamierten Leute sind und was die Kriterien dafür sind, daß man hier herausgehen und Künstler auf diese Art und Weise diffamieren kann. Ich weiß, daß das in Ihrer Partei nichts Ungewöhnliches ist. Auf jeden Fall wollte ich darauf noch hinweisen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein Wort, Herr Kurzmann, auch zu Ihnen: Sie reden immer wieder von "verhätschelten Staatskünstlern". – Man sollte einmal genauer definieren, was "Staatskünstler" sind, wer auf solche Art und Weise diffamiert wird, und daß wir über die ... (Abg. Dr. Kurzmann: Sie müßten selbst aber am besten wissen, wer die Staatskünstler sind!) Ich weiß nicht, wer das ist. Sie sollten einmal Namen nennen (Abg. Dr. Kurzmann: Das sind unter anderem die Leute, die ... gefördert werden!), damit man eine Debatte darüber führen kann, wer ein "verhätschelter Staatskünstler" ist, wodurch sich dieser auszeichnet, wer die solcherart diffamierten Leute sind und was die Kriterien dafür sind, daß man hier herausgehen und Künstler auf diese Art und Weise diffamieren kann. Ich weiß, daß das in Ihrer Partei nichts Ungewöhnliches ist. Auf jeden Fall wollte ich darauf noch hinweisen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Günther Leiner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte heute auf ein Kapitel des Kunstberichtes hinweisen, das manchmal belächelnd abgetan wird, das meiner Meinung nach aber doch einen sehr hohen gesellschaftspolitischen Stellenwert hat, und das ist die Volkskultur und das österreichische Volksliedwerk, dessen Tätigkeit, die unter der Leitung von Frau Mag. Walcher steht, ich sehr schätze. Da wird mit sehr viel Idealismus, Sachkenntnis und akribischer Wissenschaftlichkeit der Stellenwert der Volksmusik bei der Jugend, aber auch bei den Erwachsenen gefördert und gegen eine Vermoikisierung gearbeitet. Ich glaube, daß das sehr wichtig ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich danke hier ganz besonders Ihnen, Frau Ministerin, daß Sie dieses Volksliedwerk so unterstützen, und möchte die Länder dazu auffordern, es weiter noch mehr zu unterstützen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Noch ein letzter Satz: Frau Ministerin, Sie haben das letzte Mal auch gesagt, es dauere bei uns mit den Renovierungen oft deshalb so lange, weil es auch zu wenig traditionelle Handwerker gibt. Ich denke, daß es gerade in Zeiten von Arbeitsplatznot oder zuwenig Arbeitsplätzen wirklich notwendig wäre, auch in der Ausbildung der jungen Menschen wieder auf handwerkliche Traditionen und auf Qualität zurückzugehen und die jungen Menschen dabei zu unterstützen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es gäbe noch viele solcher Beispiele zu nennen, ich kann jedoch nicht alle hier anführen. Eines aber soll zum Abschluß gesagt werden: Verhindern wir gemeinsam, daß täglich Tonnen gebauter Geschichte, Teile des kulturellen Profils unseres Landes einfach entsorgt werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe. – Abg. Ablinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Allein schon aus Quotengründen müßten jetzt die Frauen wahrscheinlich eine Stunde hier reden! Aber ich habe nicht vor, hier eine Stunde zu reden!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gemeldet ist als nächste Rednerin Frau Abgeordnete Ablinger. – Bitte. (Zwischenrufe. – Abg. Ablinger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Allein schon aus Quotengründen müßten jetzt die Frauen wahrscheinlich eine Stunde hier reden! Aber ich habe nicht vor, hier eine Stunde zu reden!)
Beifall bei der SPÖ.
Ganz zum Schluß noch eine Anmerkung: Ich habe eine Zeitlang – und ich glaube, nicht nur ich, sondern auch Kollege Josef Cap – meine Rede zum Kunstbericht beendet mit dem Satz: "Im übrigen sind wir der Meinung, daß die Wiener Philharmoniker auch Frauen aufnehmen sollten." Das hat sich jetzt ein bißchen erübrigt, denn das ist sozusagen in kleinen Bereichen erfolgreich gewesen. Vielleicht sollten wir unsere Rede zum Kulturbericht jetzt mit dem Satz beenden: "Im übrigen bin ich der Meinung, daß die Albertina der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte." – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte einige Dinge klarstellen. Wir können die Museen in Österreich nicht mit den Museen in Holland vergleichen. Wir können das Stiftungsrecht in Österreich nicht mit dem Stiftungsrecht in Holland vergleichen. Ich meine, daß unsere Museen sich bedanken würden, wenn Sie einen 40prozentigen Deckungsgrad durch das staatliche Budget hätten, so wie das in Holland der Fall ist. Ich habe mir das sehr genau angesehen: Die Direktoren haben sehr gejammert, weil sie, wie sie uns gesagt haben, die restlichen finanziellen Mittel kaum aufbringen. – Wir nehmen unsere Verantwortung wahr. In unserem Budget sind immerhin noch fast 80 Prozent der Mittel für die Museen vorgesehen, und das ist gut so. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Zur Frage des Museumsquartiers: Die Bauarbeiten gehen zügig voran, und bevor wir wieder neue Ideen haben, bevor wir wieder neue Glaskuben und Lichter und sonstige Sachen in die Welt setzen, machen wir es jetzt einmal fertig, eröffnen es, und dann schauen wir, wie sich die Sache weiterentwickelt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte mich herzlich bedanken bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die diese exzellente Arbeit geleistet haben, aber auch beim zuständigen Sektionschef Dr. Wran. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich meine, daß wir auf unsere Museen stolz sein dürfen, aber es gibt noch viel zu tun. Ich ersuche Sie daher auch bei allen weiteren Arbeiten um Ihre Unterstützung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir haben diesen Tag mit einem Thema, das die Verkehrsteilnehmer betrifft, begonnen. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Wir schließen diese Tagesordnung ebenfalls mit einem solchen Thema. Es betrifft ein Abkommen mit der Slowakischen Republik, in dem es um eine neue Bahnlinie geht.
Abg. Mag. Trattner: Das ist eine "epochale" Rede!
Am Vormittag haben wir dafür gesorgt, daß der Individualverkehr zu günstigeren Bedingungen erfolgt. Jetzt geht es darum, auch dem öffentlichen Verkehr eine neue Chance zu geben. Es geht um eine Bahnlinie, die zum TEN gehört. (Abg. Mag. Trattner: Das ist eine "epochale" Rede!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Nach einer solchen Rede nicht mehr!
Ich hoffe, daß wir alle diesem Abkommen zustimmen werden. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Nach einer solchen Rede nicht mehr!)
Abg. Dr. Kostelka: Nein!
Erheben sich Einwendungen gegen diesen Wortlaut? (Abg. Dr. Kostelka: Nein!) – Dies ist nicht der Fall.