Eckdaten:
Für die 135. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 791 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
An der Spitze unserer Prioritäten muß und wird die Fortführung und Verstärkung der gemeinsamen Initiativen zum Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und zur Steigerung der Beschäftigung in der Union stehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ein besonderes Anliegen muß es auch sein, bei der Harmonisierung der europäischen Steuerpolitik Fortschritte zu erzielen, obwohl mir bewußt ist, daß dies eine besonders schwierige Aufgabe ist. Aber: Steuerpolitik wird sehr stark als Instrument der Standortpolitik eingesetzt, und der Wettbewerb wird mitunter auch mit unfairen Mitteln geführt. Dabei geht es weder um Gleichschaltung noch um Anpassung. Es geht dabei in erster Linie um Koordination und – vor allem bei wichtigen wettbewerbsrelevanten Steuern – um Mindeststandards, um einen fairen Wettbewerb in der Europäischen Union zu gewährleisten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Der Vorsitz in der Europäischen Union gibt uns also Gelegenheit, die gemeinsame Energie der Europäischen Union verstärkt auf jene Aufgaben zu lenken, die für eine gute Entwicklung Europas und damit auch für uns, unsere Wirtschaft und die darin arbeitenden Menschen besonders wichtig sind. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Weiterer Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Das zentrale Anliegen unserer Wirtschaftspolitik muß also der erfolgreiche Kampf gegen die Arbeitslosigkeit sein. Denn Arbeitslosigkeit ist eine Verschwendung wertvoller menschlicher Talente und Fähigkeiten. Arbeitslosigkeit ist ein soziales Unrecht für die davon betroffenen Menschen. Arbeitslosigkeit und ihre Folgen belasten zudem die öffentlichen Haushalte. Und im Abbau der Arbeitslosigkeit liegt auch der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der gemeinsamen europäischen Währung. (Weiterer Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ein breites Programm, ein ambitioniertes Programm, ein Programm, das dazu beitragen wird, ein Mehr an Beschäftigung für die Österreicherinnen und Österreicher zu gewährleisten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Unser Ziel ist es – das ist ein ambitioniertes Ziel –, daß durch diese Maßnahmen die Grundlage für die Schaffung von etwa 100 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in den nächsten fünf Jahren entsteht und damit die Arbeitslosenquote auf einen Wert von nahezu 3,5 Prozent sinken kann. Das ist ein Ziel, dem wir uns mit all unseren Möglichkeiten verschrieben haben. (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das ist vielen Menschen kaum bewußt und wird auch viel zuwenig gesagt. Wir haben in Österreich einen Beschäftigtenrekord. Die Zunahme der Zahl der Arbeitsplätze in Österreich betrug damit gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres zirka 26 000. Das bedeutet, daß in Österreich innerhalb eines Jahres Rahmenbedingungen geschaffen wurden, die es ermöglicht haben, 26 000 Menschen zusätzlich Arbeit zu geben. Erfreulich dabei ist, daß über zwei Drittel dieser neuen Arbeitsplätze mit Frauen besetzt sind. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Dies legitimiert unsere großen Anstrengungen, jene Rahmenbedingungen weiter zu verbessern, die zu einem Mehr an Beschäftigung führen werden. Bei allen Problemen möchte ich insbesondere darauf hinweisen, daß die jugendpolitischen Maßnahmen des Vorjahres dazu führten, daß wir einen Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Jungen registrieren konnten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Besonders erfreulich ist schließlich, meine sehr verehrten Damen und Herren, daß die Wirtschaftsforscher für 1999 erstmals seit 1994 wieder ein Sinken der Arbeitslosigkeit erwarten. Wir können also feststellen, daß sich die Anstrengungen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze gelohnt haben! (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Dies, meine sehr verehrten Damen und Herren, sind auch jene Rahmenbedingungen, die den exakten Vollzug des Budgets 1999, das Sie vor wenigen Wochen hier beschlossen haben, garantieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Generell – das halte ich für sehr wichtig – wird es in Zukunft noch wichtiger sein als schon in der Vergangenheit, daß alle öffentlichen Haushalte gemeinsam und gleichermaßen die Grundsätze wirtschaftlicher, effizienter und effektiver Haushaltsführung verfolgen, damit Österreich seine Chancen im Rahmen der europäischen Partnerschaft ausreichend wahrnehmen kann. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das, was in den letzten Wochen mitunter zu hören war, nämlich daß die Steuerzahler fast die Hälfte ihrer Zeit für den Finanzminister arbeiten würden, stimmt also nicht. Die Bürger arbeiten nämlich für sich selbst. Sie arbeiten für sich selbst und für ihre Lebensqualität. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich bin überzeugt davon, Sie werden das vom Rednerpult aus sagen, und dann kann ich dazu Stellung nehmen. Ich verstehe Sie jetzt nicht.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Die Bürger finanzieren nämlich mit ihren Steuern und Abgaben zum Beispiel – das werden nicht einmal Sie abstreiten – ein international vorbildliches Bildungssystem. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sie finanzieren ein soziales Sicherungssystem, das ihnen im Falle von Arbeitslosigkeit, Unfall oder Krankheit eine gute Versorgung garantiert. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sie finanzieren ein Pensionssicherungssystem, das zu den besten der Welt gehört. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In keinem anderen Land gibt es eine so großzügige Förderung von Familien und eine so gute Betreuung pflegebedürftiger Menschen wie bei uns in Österreich. Und dazu bekennen wir uns. (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Noch etwas, meine sehr verehrten Damen und Herren: Gerade wenn man in andere europäische Städte kommt, kann man feststellen – und das ist sehr positiv –, daß Österreichs Städte und Gemeinden nicht zuletzt dank der gut funktionierenden kommunalen Dienstleistungen schön, sauber und lebenswert sind. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich weiß nicht, warum Sie lachen, wenn ich sage, daß die Städte sicher und vorbildlich sind. Das ist nämlich gar nicht komisch, sondern ein Faktum, eine Feststellung, auf die wir in Österreich stolz sein können. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In Österreich braucht sich nämlich niemand, weder in Wien noch anderswo, zu fürchten, wenn er am Abend spazieren geht, wie das jedoch in anderen Städten Europas, selbst in der europäischen Hauptstadt Brüssel, der Fall ist. Das möchte ich schon in aller Deutlichkeit feststellen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das kann nicht wegdiskutiert werden, auch wenn es Ihnen vielleicht nicht paßt. Und das ist auch ein Ergebnis der Politik, für die diese Bundesregierung steht. (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Einerseits streben wir eine sowohl beschäftigungs- als auch umweltfreundlichere Verteilung der Steuerlast an. Das soll dadurch erreicht werden, daß der Faktor Arbeit entlastet und der Ressourcenverbrauch stärker belastet werden soll. Die Entlastung des Faktors Arbeit ist ein Ziel, das in ganz Europa verfolgt wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Andererseits muß der politische Handlungsspielraum der öffentlichen Körperschaften gesichert bleiben, damit auch in Zukunft unser umfassendes und vorbildliches System der sozialen Sicherung, der Investitions- und Beschäftigungspolitik, der Sicherheits- und Bildungspolitik sichergestellt werden kann, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir haben mit der Familiensteuerreform bereits einen ersten Schritt zu dieser Reform gesetzt. Es waren in diesem Zusammenhang aber auch Stimmen zu hören, daß wir dabei ein wenig zu großzügig waren. Daher strebe ich eine maßvolle, strukturpolitisch notwendige und für den Haushalt leistbare Reform an. Was ich ganz sicher nicht haben möchte – ich sage das ganz deutlich –, ist eine Steuerreform der guten Hoffnung, an deren Ende ein Sparpaket Nummer 3 stehen müßte. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Nur über Steuersenkungen nachzudenken, wäre daher völlig unzureichend und einseitig. Wir müssen im Sinne der Fortentwicklung und der Gerechtigkeit unseres Steuersystems einen Schritt weitergehen und uns viel mehr mit der Frage einer vernünftigen und gerechten Verteilung von Steuern in unserem Lande und in unserer Gesellschaft beschäftigen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Langanhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Der Wirtschaftsbericht der Bundesregierung, den ich Ihnen heute gemeinsam mit meinem Kollegen Farnleitner vorlegen darf, enthält eine umfassende und, wie ich meine, beeindruckende Zusammenschau unserer wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Leistungen im abgelaufenen Jahr und gibt auch einen Ausblick auf die vor uns liegenden Herausforderungen. Ich bin überzeugt davon, meine sehr verehrten Damen und Herren, daß Österreich insgesamt eine ausgezeichnete Basis für einen guten Weg in eine wirtschaftlich erfolgreiche und sozial sichere Zukunft hat. (Langanhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn wir dieses Instrumentarium konsequent nützen und uns weniger die Frage stellen, wer wo wann was macht, dann werden wir zu einer Bereicherung der Wirtschaftspolitik im europäischen Raum kommen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Zum Unterschied von den Vereinigten Staaten hat Westeuropa ein riesiges Handelsbilanzaktivum, einen Überschuß von 169 Milliarden US-Dollar im Jahr 1997, und einen Leistungsbilanzüberschuß von 125 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich dazu: USA: minus 198 Milliarden Dollar beziehungsweise 166 Milliarden Dollar. Wir sollten daher nicht übersehen, daß der Weltwirtschaftsstandort Europa insgesamt günstig ist. Das sollte uns in die Lage versetzen, uns vor einem positiven Hintergrund mehr und offener mit den noch anstehenden Problemen auseinanderzusetzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es wächst nicht nur der Wirtschaftsraum Europa stärker als die anderen Wirtschaftsräume, sondern wir haben es gerade in Österreich mit dem Glücksfall zu tun, daß wir am Rande einer Wachstumsregion in den nördlichen und östlichen Nachbarstaaten leben. In diesem Raum, in dem etwa 100 Millionen Menschen leben, werden sich in den nächsten Jahren, vor allem auch forciert durch die finanziellen Hilfen, die die Europäische Union in diesem Bereich gewähren wird – in der "Agenda 2000" ist so etwas wie ein Marshallplan vorgesehen, Hilfe in der doppelten Höhe –, Wachstumsraten zwischen 4 und 6 Prozent etablieren, von denen Österreich durch seine außerordentlich dichte ökonomische Verflechtung in besonderer Weise profitieren wird. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Wie meinen Sie das?
Darüber hinaus ist auch die Besserung der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland für uns ein wichtiger Punkt, denn – dies sagte ich bei anderer Gelegenheit in München –: Wenn es Bayern gut geht, geht es Österreich besser. (Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Wie meinen Sie das?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Zahlen, die Sie in meinem Bericht sehen, sprechen Bände: Österreichs Außenhandel mit dem oder Lieferungen in den Binnenmarkt sind stärker gewachsen als die Binnenmarktlieferungen anderer Länder untereinander, nämlich um 13 Prozent im Jahr 1997, und wir haben auch im ersten Quartal dieses Jahres einen Zuwachs von 10 Prozent zu verzeichnen. In Begriffen der Handelsbilanz bedeutet dies, daß wir im Jahr 1997 die Handelsbilanz im europäischen Raum, also in der EU, um 11 Milliarden Schilling verbessern konnten und allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres um weitere 4 Milliarden Schilling. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das macht auch deutlich, daß wir in allen Diskussionen über die künftigen Beziehungen mit diesen Ländern mit Ängsten und Erwartungen sorgfältig umzugehen haben. Wir haben in diesen Ländern in den nächsten Jahren noch viel zu gewinnen, wenn der Prozeß so weitergeht, wie er sich abzeichnet. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Entgegen vielen Unkenrufen ist der Standort Österreich in der Diskussion der Investoren weit besser als in der publizierten Meinung. Ich kann das aus den Erfahrungen der letzten Tage, vor allem aber aus der Erfahrung der ABA, der Austrian Business Agency, einem meinem Ministerium vorgelagerten Unternehmen, sagen. Wir haben im letzten Jahr das beste Ansiedlungsjahr seit Jahrzehnten gehabt, und wir haben allein im ersten Halbjahr dieses Jahres alle Voraussetzungen, daß wir in etwa gleicher Größe wieder Investitionen und Arbeitsplätze schaffen können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Gerade in den letzten Tagen war eine Reihe von Großinvestoren auch in meinem Haus, um anzukündigen, daß sie in Österreich erneut und nachhaltig investieren werden. Konkret geht es dabei etwa um die neue Mercedes-Chrysler-Gruppe, es geht um Magna Europa, die eindeutige Pläne haben, hier in Österreich ihre derzeitigen Aktivitäten weiter zu vertiefen und vor allem – worüber wir sehr froh sind – den Bereich der Forschung in Österreich stark auszuweiten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Unter diesen Rahmenbedingungen, meine Damen und Herren, muß sich die wirtschaftspolitische Diskussion auf den immer deutlicher werdenden Wettbewerbsvorteil in der modernen Auseinandersetzung verschiedener Gesellschaftssysteme marktwirtschaftlichen Zuschnitts konzentrieren, nämlich darauf, was man handwerkliche Fähigkeiten der Bevölkerung nennt. Der entscheidende Faktor im Vergleich von Standortqualitäten ist in Zukunft weniger mehr Förderung, weniger Steuern, Anschlußgebühren und ähnliches, sondern die Qualität der Mitarbeiter. Und das ist die Aufforderung – auch an dieses Haus. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Darf ich meine Sekretärin holen?
Lassen Sie mich, Herr Präsident, eine Anekdote aus den letzten Tagen erzählen. (Abg. Mag. Schweitzer: Darf ich meine Sekretärin holen?) – Mitschreiben, Kollege! (Abg. Mag. Schweitzer: Ich hole meine Sekretärin!) Wenn Sie es wollen.
Abg. Mag. Schweitzer: Ich hole meine Sekretärin!
Lassen Sie mich, Herr Präsident, eine Anekdote aus den letzten Tagen erzählen. (Abg. Mag. Schweitzer: Darf ich meine Sekretärin holen?) – Mitschreiben, Kollege! (Abg. Mag. Schweitzer: Ich hole meine Sekretärin!) Wenn Sie es wollen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bei einer Ordensverleihung hat der Generaldirektor von BMW International erzählt, daß zuletzt bei einem großen Autorennen im Wettlauf von Dieselmotoren das in Österreich gefertigte Produkt so gut unterwegs war, daß das deutsche Konkurrenzprodukt vom Chef dieses Unternehmens nach einigen Stunden aus dem Wettlauf genommen wurde. Er sagte, er hätte am nächsten Tag den Generaldirektor des Konkurrenzunternehmens angerufen und ihm gesagt: Das war nur, weil Sie nicht mit österreichischen Motoren fahren, die von österreichischen Experten gemacht worden sind. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Schlußfolgerung daraus: Der bei der gleichen Ordensverleihung anwesende Vertreter eines weiteren österreichischen Großunternehmens – ich kann es hier sagen, es war Magna – hat dann erzählt, er hätte einen Tag vorher einen Anruf aus Deutschland bekommen mit dem Auftrag, einen 2,5-Liter-Dieselmoter in Österreich für das nächste Rennen im nächsten Jahr zu entwickeln. (Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Daher stehen wir – Sozialpartner wie Regierung – vor der Herausforderung, in der Ausbildung mehr Basiswissen grundzulegen und die Bereitschaft zu lebenslangem Weiterbilden zu fördern. Aus meiner Sicht ist es daher sehr positiv, daß im NAP auch von seiten der Sozialpartner das Bekenntnis kam, daß man durchaus auch mit zweijährigen Ausbildungen einsteigen kann, wenn sichergestellt ist, daß damit die Basis für weitere und höhere Qualifikationen gelegt ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es ist hier in diesem Haus sehr oft darüber geredet worden, daß mehr geschehen muß. Ja, es wird mehr geschehen, aber nur dann, wenn wir auch mehr Unternehmen haben, vor allem große Unternehmen, die in diesem Land forschen. Einer der Schwerpunkte meines Hauses ist es daher, mit allen großen Investoren in Österreich zu vereinbaren, daß sie entweder mit Forschungsaktivitäten beginnen oder diese verstärken mögen. Das gilt von General Motors bis Chrysler, wie ich sie Ihnen genannt habe. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zur Finanzierung: Meine Damen und Herren! In den letzten Tagen ist sichergestellt worden, daß der von mir zu verantwortende FFF sowohl aus Mitteln des Budgets eine Extradotierung von 470 Millionen Schilling erhält als auch darüber hinaus Mittel aus meinem Haus, sodaß er heuer noch mit einem weiteren Zuschuß in der Höhe von 630 Millionen Schilling rechnen kann. Darüber hinaus sind Kollege Edlinger und ich übereingekommen, den Fonds mit einem Haftungsrahmen von 2 Milliarden Schilling auszustatten. Das bedeutet, daß es hier keine Finanzierungsprobleme gibt und der um 16 Prozent angestiegene Bedarf durchaus und ohne Schwierigkeiten bedeckt werden kann. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich nehme die Gelegenheit dieser Rede wahr, um Ihnen auch diese Perspektive darzustellen. Wir sind gerne dazu bereit, das einmal in internen Gesprächen mit Vertretern der Klubs durch Herren des Patentamtes und meine Experten erläutern zu lassen, damit wir vielleicht zu einem deutlichen Konsens gelangen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ein ständiger Diskussionspunkt in diesem Land ist: Gehen uns die Unternehmer aus, oder haben wir genügend Unternehmen? Es ist völlig klar, wir haben eine niedrigere Selbständigenquote. Und wenn wir die Selbständigenquote in Österreich erhöhen wollen, dann ist das nicht mit Regierungsappellen oder Förderprogrammen allein zu machen, sondern dann geht es auch darum, daß wir jahrzehntelang etablierte mentale Barrieren beseitigen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: ... der fahrlässigen Krida müßte weg! Das ist ein Problem!
Wir haben heuer bei der Verleihung des Staatspreises für Beschäftigung wirklich mit großem Stolz festgestellt, daß es Arbeitslosen-Unternehmen, Kooperativen, etwa die Steyrer-Initiativen, gibt, die in wenigen Jahren zu echten lokalen Wachstumsunternehmen geworden sind. Wenn wir diese Message, man muß nicht aus Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit in Österreich Unternehmer werden, einmal rüberbringen könnten, vor allem etwa bei Entrepreneurship-Lehrkanzeln auf den Hochschulen, wäre das ein großartiger Durchbruch. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: ... der fahrlässigen Krida müßte weg! Das ist ein Problem!) – Ich komme noch darauf zu sprechen.
Abg. Dr. Ofner: Nicht kriminalisieren!
Eine hohe Insolvenzrate kann auch dadurch bedingt sein, daß etwa junge Leute zuviel riskiert haben. Dann heißt es aber, dieses Einmal-Scheitern ihm nicht ein Leben lang vorzuhalten, sondern ihn noch einmal probieren zu lassen (Abg. Dr. Ofner: Nicht kriminalisieren!), wenn keine bewußte Schädigung von Mitbewerbern oder Kunden passiert ist. Wenn wir mit diesen neuen Ansätzen in die Politik gehen, werden wir es leichter haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Eine hohe Insolvenzrate kann auch dadurch bedingt sein, daß etwa junge Leute zuviel riskiert haben. Dann heißt es aber, dieses Einmal-Scheitern ihm nicht ein Leben lang vorzuhalten, sondern ihn noch einmal probieren zu lassen (Abg. Dr. Ofner: Nicht kriminalisieren!), wenn keine bewußte Schädigung von Mitbewerbern oder Kunden passiert ist. Wenn wir mit diesen neuen Ansätzen in die Politik gehen, werden wir es leichter haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist heute für mich eine der bedrückendsten Erfahrungen, daß viele Neuunternehmer nicht über die traditionellen Gebühren, die bei der Unternehmensgründung anfallen, klagen, sondern vom ersten Tag an sagen: Früher war ich ein guter Verkäufer, und jetzt muß ich plötzlich 20 Prozent oder mehr meiner Zeit in das Ausfüllen von Statistiken, komplizierte Lohnabrechnungen oder in andere diesbezügliche Dinge investieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher müssen diese Dinge auf europäischer Ebene forciert werden – und das haben wir eingeleitet –, denn sie sind die Basis für Erfolge in diesem Bereich: Die bürokratischen Aufgaben müssen reduziert werden, weniger Statistiken würden mehr Information gewährleisten. Eine Vereinfachung aller Abrechnungsbereiche muß umgesetzt werden, auch jener Dinge, die man selbst vereinbart hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Auch die angekündigte Direktmarketingaktivität meines Hauses wird in diesen Tagen beginnen. Anträge haben wir in Hülle und Fülle. Ich sage am Rande: Jene Unternehmen, die wir in den letzten Monaten davon überzeugen konnten, ihr Market mit Internet durchzuführen, zeigen eine hohe, weit bessere Auslastung als alle anderen in diesem Bereich. Wir werden uns im gesamten Bereich des – unter Anführungszeichen – "Verkaufs" Österreichs im Tourismusmarkt zu mehr Modernität und Direktbeziehung zwischen Hotel und Kunden bekennen müssen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn wir daher jetzt sagen, daß der öffentlichen Administration unter diesen Bedingungen eine entscheidende Bedeutung zukommt, dann gilt es, Motivation und Engagement für diesen Bereich zu wecken. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich bedanke mich bei dieser Gelegenheit bei den Bezirkshauptleuten, die es in einer unglaublichen neuen Dienstleistungsgesinnung mit der neuen Gewerbeordnung geschafft haben, 80 bis 90 Prozent der Verfahren in einer Dauer von unter drei Monaten zu erledigen. Wir werden in diesen Tagen die §-359b-Verordnung hinausgeben, in der eindeutig definiert wird, für welche Verfahren das vereinfachte Verfahren nicht angewendet werden kann, und damit kann das vereinfachte Verfahren noch leichter angewendet werden. Ein letzter Punkt: Sie werden hoffentlich noch im Herbst den Entwurf eines einheitlichen Anlagenrechtes vorgelegt bekommen, damit wir auch diesen Barrieresprung, wie angekündigt, schaffen können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die beiden Berichte, die wir heute zu diskutieren haben, sind sehr unterschiedlich zu bewerten. Der Herr Wirtschaftsminister hat einen durchaus differenzierten Überblick über die österreichische Wirtschaftsrealität gegeben, mit auch selbstkritischen Anmerkungen über das, was zu tun ist. Ich glaube, daß das richtig ist, auch der Situation entspricht, denn es kann nicht so sein, daß man in Anbetracht der ungelösten Probleme versucht, eine Welt zu erzeugen, die in der Realität halt anders ausschaut. Nur, wenn Sie in Ihrer Darstellung sagen: Ja, wir sind uns bewußt, wir müssen für die klein- und mittelständische Wirtschaft etwas tun, weil es nicht ein Europa der Konzerne geben darf!, dann frage ich mich: Warum tun Sie es denn nicht? Warum tun Sie es nicht wirklich? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
In Abwandlung Ihres Schlußwortes: Es geht nicht um ein Österreich, das will, es geht um eine Regierung, die endlich will, daß Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit jene, die als Mittelständler bisher den ganzen Karren gezogen haben, auch in Zukunft Vorgaben machen können, Arbeitsplätze sichern können und den Erfolg des Landes gewährleisten können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was soll der Österreicher von einer Politik halten, die von Politikern gemacht wird, die sagen, wir wissen, was wir zu tun haben, aber eigentlich freut es uns nicht, unsere Verpflichtungen zu erfüllen? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Warum reden Sie davon, Herr Wirtschaftsminister, daß Sie die Bürokratie einschränken müssen? Ein schlanker Staat – jawohl, hundertprozentige Zustimmung von uns! Sie selbst sind heute Vorsitzender in der EU, und dann kommen von der Europäischen Statistischen Abteilung neue bürokratische Erschwernisse für die Betriebe. Solche Konvolute sind auszufüllen! (Der Redner hält einen Packen Papier in die Höhe.) Das dient der Verdienststrukturerhebung. 11 500 Betriebe müssen zwangsweise eine komplizierte Verdienststrukturerhebung durchführen. Das ist soeben bei den Betrieben eingelangt und kostet einen Mittelständler im Schnitt, wenn er einen Steuerberater einschaltet, der ihm hilft, diesen Unsinn auszufüllen, zwischen 15 000 S und 20 000 S, wenn er nicht bereit ist, eine Strafe in Kauf zu nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da ich gesagt habe, daß es mir gefällt, daß Sie, Herr Wirtschaftsminister, differenziert argumentiert haben, muß ich an die Adresse des Finanzministers sagen, daß seine Darstellung einfach übertrieben war, schamlos übertrieben. Herr Finanzminister! Sie haben hier eine Welt gezaubert, die in der Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Bei der Beschäftigung habe es eine tolle Entwicklung gegeben – 26 000 neue Arbeitsplätze seien im vergangenen Jahr geschaffen worden. Sagen Sie aber auch dazu – und tun Sie nicht so, als wüßten Sie es nicht! –, daß ein Großteil dieser 26 000 Arbeitsplätze Teilzeitarbeitsplätze sind! Das heißt, jene Vollzeitarbeitsplätze, die durch Ihre Politik vernichtet worden sind, werden jetzt durch Teilzeitarbeitsplätze kompensiert, die wesentlich schlechter sind, die wesentlich weniger Einkommen bringen und die Mitarbeiter schlechter stellen. Das ist einfach die Realität, mit der Sie sich einmal auseinandersetzen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Marizzi: Was ja stimmt!
Oder: Herr Finanzminister! Sie gehen her und sagen, wir seien das Land mit der niedrigsten Arbeitslosenrate. Und vor zwei Tagen ... (Abg. Marizzi: Was ja stimmt!) Mit der Statistik läßt sich alles beweisen, Herr Kollege! Aber vor zwei Tagen hat Ihnen die Tageszeitung "Die Presse", die dieser Koalition nicht feindlich gesinnt ist, vorgerechnet: Würde man alle dazurechnen, die Pensionsanträge gestellt haben und aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen, alle, die in Arbeitsstiftungen untergebracht sind, weil sie schon lange beschäftigungslos sind, alle, die vorzeitig wegen langer Arbeitslosigkeit in Pension geschickt werden, alle jungen Leute, die noch nie gearbeitet haben, weil sie nach der Schule keinen Job bekommen haben, dann kommen Sie nicht auf 200 000 bis 250 000 Arbeitslose, dann kommen Sie auf über 600 000 Arbeitslose, die der Staat zu erhalten hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) Herr Professor Nowotny, darum geht es. Ausgaben für Arbeitslose sind in Wirklichkeit eine Herausforderung, Arbeitsplätze zu schaffen und nicht fehlzuinvestieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.
Oder: Herr Finanzminister! Sie gehen her und sagen, wir seien das Land mit der niedrigsten Arbeitslosenrate. Und vor zwei Tagen ... (Abg. Marizzi: Was ja stimmt!) Mit der Statistik läßt sich alles beweisen, Herr Kollege! Aber vor zwei Tagen hat Ihnen die Tageszeitung "Die Presse", die dieser Koalition nicht feindlich gesinnt ist, vorgerechnet: Würde man alle dazurechnen, die Pensionsanträge gestellt haben und aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen, alle, die in Arbeitsstiftungen untergebracht sind, weil sie schon lange beschäftigungslos sind, alle, die vorzeitig wegen langer Arbeitslosigkeit in Pension geschickt werden, alle jungen Leute, die noch nie gearbeitet haben, weil sie nach der Schule keinen Job bekommen haben, dann kommen Sie nicht auf 200 000 bis 250 000 Arbeitslose, dann kommen Sie auf über 600 000 Arbeitslose, die der Staat zu erhalten hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) Herr Professor Nowotny, darum geht es. Ausgaben für Arbeitslose sind in Wirklichkeit eine Herausforderung, Arbeitsplätze zu schaffen und nicht fehlzuinvestieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Oder: Herr Finanzminister! Sie gehen her und sagen, wir seien das Land mit der niedrigsten Arbeitslosenrate. Und vor zwei Tagen ... (Abg. Marizzi: Was ja stimmt!) Mit der Statistik läßt sich alles beweisen, Herr Kollege! Aber vor zwei Tagen hat Ihnen die Tageszeitung "Die Presse", die dieser Koalition nicht feindlich gesinnt ist, vorgerechnet: Würde man alle dazurechnen, die Pensionsanträge gestellt haben und aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen, alle, die in Arbeitsstiftungen untergebracht sind, weil sie schon lange beschäftigungslos sind, alle, die vorzeitig wegen langer Arbeitslosigkeit in Pension geschickt werden, alle jungen Leute, die noch nie gearbeitet haben, weil sie nach der Schule keinen Job bekommen haben, dann kommen Sie nicht auf 200 000 bis 250 000 Arbeitslose, dann kommen Sie auf über 600 000 Arbeitslose, die der Staat zu erhalten hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) Herr Professor Nowotny, darum geht es. Ausgaben für Arbeitslose sind in Wirklichkeit eine Herausforderung, Arbeitsplätze zu schaffen und nicht fehlzuinvestieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.
Ich kann Ihnen ein paar Beispiele nennen, Herr Finanzminister, weil Sie gesagt haben, die Beschäftigung funktioniere so gut. Heute steht in den "Salzburger Nachrichten", daß bei dieser Sicherheitsgurtenproduktion von 730 Arbeitsplätzen 400 verlorengehen, nach Osteuropa verlagert werden. Das sind unsere "Chancen", die wir nützen, von denen Sie hier geredet haben. Innerhalb einer Woche sind in Österreich fast 2 000 Arbeitsplätze verlorengegangen, allein 400 werden von einer Salzburger mittelständischen Unternehmung nach Osteuropa verlagert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) – Seien Sie vorsichtig! Sie sind für die teilzeitbeschäftigten Verkäuferinnen, ich bin für die vollzeitbeschäftigten Familienerhalter, denn das ist letztlich die Vision, die wir haben müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Koppler. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Koppler.
Ich kann Ihnen ein paar Beispiele nennen, Herr Finanzminister, weil Sie gesagt haben, die Beschäftigung funktioniere so gut. Heute steht in den "Salzburger Nachrichten", daß bei dieser Sicherheitsgurtenproduktion von 730 Arbeitsplätzen 400 verlorengehen, nach Osteuropa verlagert werden. Das sind unsere "Chancen", die wir nützen, von denen Sie hier geredet haben. Innerhalb einer Woche sind in Österreich fast 2 000 Arbeitsplätze verlorengegangen, allein 400 werden von einer Salzburger mittelständischen Unternehmung nach Osteuropa verlagert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) – Seien Sie vorsichtig! Sie sind für die teilzeitbeschäftigten Verkäuferinnen, ich bin für die vollzeitbeschäftigten Familienerhalter, denn das ist letztlich die Vision, die wir haben müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Koppler. )
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Und der Herr Prinzhorn hat einen Betrieb in Ungarn! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Koppler.
Sie kritisieren das holländische Modell, wollen es aber in Wirklichkeit durchführen. Wir wollen das österreichische Modell: Vollzeitbeschäftigung, Dauerarbeitsplätze, sichere Arbeit für die Jugend und für die Mittelständler eine verantwortungsvolle Steuerpolitik. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Und der Herr Prinzhorn hat einen Betrieb in Ungarn! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Zehn Jahre versprechen Sie das, zehn Jahre geschieht es nicht! (Abg. Marizzi: Er hat doch einen Betrieb in Ungarn?) – Geh, Kollege Marizzi, kümmern Sie sich um Ihre mafiosen Probleme, und lassen Sie uns bitte hier mit diesen Dingen in Ruhe! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Marizzi: Er hat doch einen Betrieb in Ungarn?
Sie kritisieren das holländische Modell, wollen es aber in Wirklichkeit durchführen. Wir wollen das österreichische Modell: Vollzeitbeschäftigung, Dauerarbeitsplätze, sichere Arbeit für die Jugend und für die Mittelständler eine verantwortungsvolle Steuerpolitik. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Und der Herr Prinzhorn hat einen Betrieb in Ungarn! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Zehn Jahre versprechen Sie das, zehn Jahre geschieht es nicht! (Abg. Marizzi: Er hat doch einen Betrieb in Ungarn?) – Geh, Kollege Marizzi, kümmern Sie sich um Ihre mafiosen Probleme, und lassen Sie uns bitte hier mit diesen Dingen in Ruhe! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Sie kritisieren das holländische Modell, wollen es aber in Wirklichkeit durchführen. Wir wollen das österreichische Modell: Vollzeitbeschäftigung, Dauerarbeitsplätze, sichere Arbeit für die Jugend und für die Mittelständler eine verantwortungsvolle Steuerpolitik. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Und der Herr Prinzhorn hat einen Betrieb in Ungarn! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Zehn Jahre versprechen Sie das, zehn Jahre geschieht es nicht! (Abg. Marizzi: Er hat doch einen Betrieb in Ungarn?) – Geh, Kollege Marizzi, kümmern Sie sich um Ihre mafiosen Probleme, und lassen Sie uns bitte hier mit diesen Dingen in Ruhe! (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Koppler
Meine Damen und Herren! Innerhalb einer Woche (Zwischenruf des Abg. Koppler ) – ich möchte das dem Kollegen Koppler sagen, aber er ist nicht fähig, zuzuhören – sind fast 2 000 Arbeitsplätze verlorengegangen. In Salzburg die genannten 400. Die Firma Illbau-Baugruppe hat nach der Fusion mit der ERA-Bau 1 000 Kündigungen ausgesprochen. Am 30. Juni waren bei der Firma Panalpina – sie sperrt überhaupt in Österreich zu – auf einmal 570 Arbeitsplätze, und zwar qualifizierte Arbeitsplätze, weg. Die Firma Leykam sperrt zwei Maschinen zu, alle Mitarbeiter, die an diesen Maschinen gearbeitet haben, wurden gekündigt. Oder: Die Firma Koflach meldet im Rahmen des Frühwarnsystems 150 weitere Mitarbeiter zur Kündigung an. Das sind,
Abg. Marizzi: In Taiwan hat man dich auch zum Essen eingeladen!
Sie sagen, die Zeit des Feierns sei jetzt vorbei. Gestern hat die Konferenz der Sozial- und Arbeitsminister und der Frauenminister begonnen. In Wirklichkeit ist das ein Vergnügungstreffen: von 72 Stunden Konferenz sind sechs Stunden tatsächliche Konferenzzeit. Der Rest ist Freizeit mit einem Besuch bei "Swarovski Kristallwelt" sowie einem Mittagessen bei der Familie Swarovski. (Abg. Marizzi: In Taiwan hat man dich auch zum Essen eingeladen!) Weiters gibt es ein Kulturprogramm, das einen Besuch des Schlosses Ambras vorsieht. Die Tagung selbst wird mit einem Mittagessen begonnen. Am Abend gibt es Galadiner, das vier Stunden lang dauert. Die Tiroler Landesregierung gibt ein Galaessen, damit sich die Arbeitslosen freuen. Diese Galadiners werden anscheinend deswegen veranstaltet, damit man 72 Stunden lang beieinander sein kann. Die Konferenz aller europäischen Sozialminister: 72 Stunden sind die Minister insgesamt beisammen, und im Grunde genommen haben sie nur sechs Stunden Zeit, um sich mit den Problemen der Arbeitslosigkeit und der Beschäftigungssituation auseinanderzusetzen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie sagen, die Zeit des Feierns sei jetzt vorbei. Gestern hat die Konferenz der Sozial- und Arbeitsminister und der Frauenminister begonnen. In Wirklichkeit ist das ein Vergnügungstreffen: von 72 Stunden Konferenz sind sechs Stunden tatsächliche Konferenzzeit. Der Rest ist Freizeit mit einem Besuch bei "Swarovski Kristallwelt" sowie einem Mittagessen bei der Familie Swarovski. (Abg. Marizzi: In Taiwan hat man dich auch zum Essen eingeladen!) Weiters gibt es ein Kulturprogramm, das einen Besuch des Schlosses Ambras vorsieht. Die Tagung selbst wird mit einem Mittagessen begonnen. Am Abend gibt es Galadiner, das vier Stunden lang dauert. Die Tiroler Landesregierung gibt ein Galaessen, damit sich die Arbeitslosen freuen. Diese Galadiners werden anscheinend deswegen veranstaltet, damit man 72 Stunden lang beieinander sein kann. Die Konferenz aller europäischen Sozialminister: 72 Stunden sind die Minister insgesamt beisammen, und im Grunde genommen haben sie nur sechs Stunden Zeit, um sich mit den Problemen der Arbeitslosigkeit und der Beschäftigungssituation auseinanderzusetzen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Wer noch nie Aufträge gebracht hat, weiß nicht, was das ist!
Entspricht das wirklich dem, was Sie uns versprochen haben, Herr Finanzminister? Genau das ist der Vorwurf der Opposition: Sie feiern, anstatt zu arbeiten. Sie provozieren damit all jene, die keine Arbeit, die Probleme mit der Umschulung haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Marizzi: Wer noch nie Aufträge gebracht hat, weiß nicht, was das ist!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sagen, Sie hätten große Erfolge gehabt. – Warum kann man dann heute in einer Zeitung lesen, daß die Lehrlinge schon wieder vor geschlossenen Türen stehen? Es gibt heuer wiederum 4 000 Lehrlinge, die man nicht unterbringen kann. Ihre Reaktion darauf besteht darin, sie zu "verschulen", sie in die Schulen hineinzubringen. Damit werden ihnen aber keine Arbeitsplätze geboten. Das stellt keine wirkliche Alternative dar! Wenn Sie jenes Geld, das Sie für Kurse, Schulungen und Arbeitsstiftungen einsetzen, für eine vernünftige steuerlichen Entlastung der Ausbildungsbetriebe verwenden würden, dann hätten Sie Tausende Lehrstellen mehr. Sparen Sie sich diesen ganzen Zinnober, den Sie da machen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kammerpräsident, diese Maßnahmen sind doch ausschließlich ein Geschäft für das WIFI. Sie brauchen eine Finanzierung für Ihre Kammer, und aus diesem Grund wird das Fehlen von Lehrstellen dafür als Vorwand genommen, dort vom Staat finanzierte Kurse zu veranstalten, anstatt die Steuern für die Betriebe zu senken, damit diese mehr Lehrlinge einstellen können. Das wäre doch die eigentliche Alternative! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber Sie denken halt anders: Die Bürokratie ist Ihnen wichtiger als Beschäftigung und florierende Betriebe! (Abg. Marizzi: Das ist "Retortenökonomie"! Das lernt man in Amerika!)
Abg. Marizzi: Das ist "Retortenökonomie"! Das lernt man in Amerika!
Herr Kammerpräsident, diese Maßnahmen sind doch ausschließlich ein Geschäft für das WIFI. Sie brauchen eine Finanzierung für Ihre Kammer, und aus diesem Grund wird das Fehlen von Lehrstellen dafür als Vorwand genommen, dort vom Staat finanzierte Kurse zu veranstalten, anstatt die Steuern für die Betriebe zu senken, damit diese mehr Lehrlinge einstellen können. Das wäre doch die eigentliche Alternative! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber Sie denken halt anders: Die Bürokratie ist Ihnen wichtiger als Beschäftigung und florierende Betriebe! (Abg. Marizzi: Das ist "Retortenökonomie"! Das lernt man in Amerika!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie kündigen das erst jetzt an, wobei es dieses Problem schon zehn Jahren gibt und wir seit drei Jahren das Problem "fehlende Lehrstellen" haben. Da wäre es doch schon längst an der Zeit gewesen, endlich einmal zu handeln. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Marizzi: Wir haben derzeit den höchsten Beschäftigungsstand!
Herrn Finanzminister, Sie sagen, daß die Beschäftigung so gut sei. Schauen Sie sich doch die diesbezüglichen Daten des Monats Juni an! Im Juni, also zur Zeit der Hochsaison, haben wir in Österreich eine Steigerung der Arbeitslosigkeit von 4,3 Prozent zu verzeichnen. (Abg. Marizzi: Wir haben derzeit den höchsten Beschäftigungsstand!) Bei den Frauen, für die man jetzt angeblich sehr viele Arbeitsplätze geschaffen hat – die meisten Arbeitsplätze für Frauen; 26 000 seien es, haben Sie gesagt –, ist die Arbeitslosigkeit um 6,1 Prozent gestiegen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Bauwirtschaft anschauen, dann werden Sie sehen, daß es dort derzeit – im Hochsommer bitte! – einen neuen Rekord an Arbeitslosigkeit gibt: 12 186 Bauarbeiter sind momentan arbeitslos. Wo ist da der investive Bereich Ihres Budgets? Sie sind dazu nicht mehr in der Lage, weil Sie zwar die Erfüllung der Maastricht-Kriterien verfolgen, aber keine Wirtschaftspolitik betreiben, die Dynamik ausstrahlt und die letztlich auch Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Den Steuerwettlauf solle man nach unten stoppen, sagen Sie. – Ja beginnen Sie doch einmal mit dem Wettlauf! Die anderen EU-Staaten sind uns doch schon längst voraus. Selbst die EU als Ganzes hat eine niedrigere Steuer- und Abgabenquote als Österreich! Doch Sie wollen alles stoppen, damit Sie gleich langsam, bürokratisch und fiskalistisch bleiben, damit Sie weiter Milliarden, die eigentlich die Betriebe verdient haben, schöpfen können. – Lassen Sie doch die Leute verdienen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Wir wollen eine seriöse Beschäftigungspolitik!
Lassen Sie die Leute verdienen! Das ist es, was wir haben wollen! Seit zehn Jahren warten wir im Bereich der berufstätigen Menschen, der Arbeiter, der Angestellten auf eine Steuerreform. Die sind von der kalten Progression betroffen. (Abg. Dr. Nowotny: Wir wollen eine seriöse Beschäftigungspolitik!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Herr Kollege Nowotny hat die Stirn, sich hier herzustellen und zu sagen, daß er seine Partei davor warne, die Lohnsteuer zu senken. – Warnen Sie nur Ihre Partei! Das zeigt das wahre Gesicht der Sozialdemokraten! (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Nowotny, wir wollen eine Lohnsteuersenkung, denn jene Leute in unserem Lande, die arbeiten, die fleißig sind, sollen endlich etwas verdienen – und nicht beim Finanzminister alles abliefern müssen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind die Bemerkungen, die wir zu Ihren schönen Berichten anbringen wollen: Handeln Sie endlich so, wie es notwendig wäre – und versuchen Sie nicht, sich selbst in die Tasche zu lügen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Nicht, wenn sie genau im Durchschnitt der EU ist!
Abgeordneter Friedrich Verzetnitsch (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Haider, nur drei kurze Bemerkungen: Auch ich wünsche mir eine höhere Beschäftigungsquote in Österreich, es ist aber umgekehrt auch ein Faktum, daß die Erwerbsquote in Österreich internationalen Spitzenrang hat. Auch das muß man anerkennen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Nicht, wenn sie genau im Durchschnitt der EU ist!) Internationaler Spitzenrang bitte! Diese Zahlen können Sie nicht wegdiskutieren!
Abg. Dr. Haider: Ja, ja, auf Kosten des Staates! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zweite Bemerkung: Herr Abgeordneter Haider – ich bin sicher, daß dies auch für die anderen Abgeordneten Ihrer Fraktion gilt –, Arbeitsessen dürften auch Ihnen nichts Unbekanntes sein. (Abg. Dr. Haider: Ja, ja, auf Kosten des Staates! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Dritte Bemerkung: Wer Investitionen von seiten des Staates verlangt, muß dem Staat auch die Mittel dafür geben. Ich glaube, daß man das nicht voneinander trennen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sehe in diesen Fakten und Zahlen durchaus einen Erfolgsbericht der Leistungen der Österreicherinnen und Österreicher und der in unserem Land tätigen ausländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Peter: Der Markt ist stärker als die Bürokratie!
Es reicht auch nicht der Hinweis darauf, daß man an die "Kräfte des Marktes" glauben solle, denn damit werde sich die Beschäftigungslage schon verbessern. Es wird ja oft genug gesagt: Vertrauen Sie auf die Kräfte des Marktes! (Abg. Mag. Peter: Der Markt ist stärker als die Bürokratie!) – Ich halte fest: Dieses Vertrauen ist nicht in jedem Ausmaß gerechtfertigt. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Wenn man bedenkt, was die Lohnentwicklung und Flexibilisierung in letzter Zeit gebracht haben, kommt man zu dem Schluß, daß sich zwar die Wirtschaftslage verbessert hat, aber es kaum mehr Arbeitsplätze gibt.
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Es reicht auch nicht der Hinweis darauf, daß man an die "Kräfte des Marktes" glauben solle, denn damit werde sich die Beschäftigungslage schon verbessern. Es wird ja oft genug gesagt: Vertrauen Sie auf die Kräfte des Marktes! (Abg. Mag. Peter: Der Markt ist stärker als die Bürokratie!) – Ich halte fest: Dieses Vertrauen ist nicht in jedem Ausmaß gerechtfertigt. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Wenn man bedenkt, was die Lohnentwicklung und Flexibilisierung in letzter Zeit gebracht haben, kommt man zu dem Schluß, daß sich zwar die Wirtschaftslage verbessert hat, aber es kaum mehr Arbeitsplätze gibt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist aber der falsche Weg!
In diesem Zusammenhang ist meiner Meinung nach die Arbeitszeitverkürzung ein wichtiges Thema, das damit keinesfalls schon vom Tisch ist. Ich glaube, daß man das durchaus ansprechen soll. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist aber der falsche Weg!) Darüber kann man lange diskutieren. Beispiele in Frankreich und Italien zeigen, daß man das auch anders sehen kann. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
In diesem Zusammenhang ist meiner Meinung nach die Arbeitszeitverkürzung ein wichtiges Thema, das damit keinesfalls schon vom Tisch ist. Ich glaube, daß man das durchaus ansprechen soll. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist aber der falsche Weg!) Darüber kann man lange diskutieren. Beispiele in Frankreich und Italien zeigen, daß man das auch anders sehen kann. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Abg. Haigermoser: Da müssen die Rahmenbedingungen stimmen!
Meine Damen und Herren! Bundesminister Farnleitner hat auf das Auffangnetz, auf die Stiftungen und die Lehrgänge im Zusammenhang mit der Lehrlingsausbildung hingewiesen und gemeint, daß diese keine Behinderung für das Lehrausbildungssystem darstellen beziehungsweise es nicht ersetzen dürfen. Da stimme ich ihm hundertprozentig zu. Aber der einfachste Weg – ich glaube, darin sind wir uns beide einig – wäre doch, wenn die Wirtschaft selbst ausreichend Lehrplätze zur Verfügung stellen würde. (Abg. Haigermoser: Da müssen die Rahmenbedingungen stimmen!) In diesem Falle bräuchten wir das dann gar nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Bundesminister Farnleitner hat auf das Auffangnetz, auf die Stiftungen und die Lehrgänge im Zusammenhang mit der Lehrlingsausbildung hingewiesen und gemeint, daß diese keine Behinderung für das Lehrausbildungssystem darstellen beziehungsweise es nicht ersetzen dürfen. Da stimme ich ihm hundertprozentig zu. Aber der einfachste Weg – ich glaube, darin sind wir uns beide einig – wäre doch, wenn die Wirtschaft selbst ausreichend Lehrplätze zur Verfügung stellen würde. (Abg. Haigermoser: Da müssen die Rahmenbedingungen stimmen!) In diesem Falle bräuchten wir das dann gar nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wegen der Kürze der Zeit möchte ich hier nur noch eines sagen, aber das sehr deutlich: Wir halten eine Lohnsteuerreform im Jahre 2000 für unabdingbar. Das entspricht einer Forderung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wir haben durch das Sparpaket sehr deutlich dazu beigetragen, daß die Staatsfinanzen in Ordnung gebracht wurden. Aber ich glaube, daß auf der Unternehmerseite noch einiges offen ist. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, daß zum Beispiel die LKW-Maut zu jenen Programmen zählt, die wir noch immer nicht umgesetzt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Wirtschaftsberichte sind zu Recht optimistisch, aber sie dürfen nicht einseitig optimistisch sein. Wir brauchen auch für jene, die Arbeit suchen und arbeiten wollen, eine optimistische Zukunftsaussicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Da gehören die Arbeitsmarktprobleme dazu!
Ich möchte die Aufgabe eines Oppositionellen anders definieren, als es hier von Dr. Haider, der die punktuelle Skandalisierung in den Vordergrund gestellt hat, in gewohnter Art gemacht wurde. Auch das kann man natürlich als Oppositionspolitik verstehen. – Ich meine, wir sollten unsere Aufgaben vielmehr darin sehen, Strukturmängel zu analysieren, vor Fehlentwicklungen zu warnen beziehungsweise entsprechend bessere Vorschläge zu machen. (Abg. Haigermoser: Da gehören die Arbeitsmarktprobleme dazu!) Auf Basis des Geleisteten ist das große Defizit – das wissen die Herren auf der Regierungsbank in unserem Land –, daß wir dem beschleunigten Wandel keine wirkliche Beschleunigung der Reform gegenübersetzen.
Abg. Verzetnitsch: Sind die Unternehmer für die Abänderung der 55. ASVG-Novelle oder nicht?
Die Basis für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg – davon bin ich fest überzeugt – ist die Solidarität in der BürgerInnengesellschaft. Das soziale Netz ist und bleibt der größte Beitrag zur politischen Kultur, aber dieses soziale Netz ist in zunehmendem Maße nicht mehr leistbar. Die Abgaben des sozialen Netzes steigen jedes Jahr um 1 Prozent schneller als die übrigen Abgaben in unserem Lande. Sie steigen also überproportional, und das hat mit dem ... (Abg. Verzetnitsch: Sind die Unternehmer für die Abänderung der 55. ASVG-Novelle oder nicht?) Es geht da ganz konkret darum, daß das, was Sie in den letzten Jahren im sozialen Netz weiterentwickelt haben, zu immer weiteren Kostensteigerungen geführt hat, die den Wirtschaftsstandort Österreich langfristig beeinträchtigen. Das ist das wirkliche Problem! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Basis für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg – davon bin ich fest überzeugt – ist die Solidarität in der BürgerInnengesellschaft. Das soziale Netz ist und bleibt der größte Beitrag zur politischen Kultur, aber dieses soziale Netz ist in zunehmendem Maße nicht mehr leistbar. Die Abgaben des sozialen Netzes steigen jedes Jahr um 1 Prozent schneller als die übrigen Abgaben in unserem Lande. Sie steigen also überproportional, und das hat mit dem ... (Abg. Verzetnitsch: Sind die Unternehmer für die Abänderung der 55. ASVG-Novelle oder nicht?) Es geht da ganz konkret darum, daß das, was Sie in den letzten Jahren im sozialen Netz weiterentwickelt haben, zu immer weiteren Kostensteigerungen geführt hat, die den Wirtschaftsstandort Österreich langfristig beeinträchtigen. Das ist das wirkliche Problem! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Verzetnitsch: Wollen auch die Unternehmer die 55. ASVG-Novelle – oder nicht?
Sie haben das soziale Netz, Herr Präsident Verzetnitsch, auf Pump finanziert. Sie wissen das. Ihr Finanzminister macht heuer – bei einem 3prozentigen realen Wirtschaftswachstum – 70 Milliarden Schilling Nettoneuverschuldung. Dieses Geld wird nicht investiv ausgegeben, sondern zur Finanzierung von sozialen Leistungen verwendet. Das heißt, die sozialen Leistungen des Jahres 1998 werden auf Kosten der Zukunft der nächsten Generation finanziert. (Abg. Verzetnitsch: Wollen auch die Unternehmer die 55. ASVG-Novelle – oder nicht?)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
Es geht da nicht um Unternehmer! Herr Verzetnitsch, ich bedauere, daß Sie noch immer Ihr altes Bild: hie die Unternehmer – da die Arbeitnehmer, vor sich haben. Verstehen Sie nicht, was sich auf dieser Welt abspielt? Die Begriffe "Selbständigkeit" und "Unselbständigkeit" verschwimmen in zunehmenden Maße. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Die soziale Sicherheit, die sich sowohl auf Unternehmer als auch auf Unselbständige ausdehnt, ist in der Form, wie Sie sie garantieren wollen, zu teuer geworden, sie grenzt den Wirtschaftsstandort Österreich laufend ein, und das ist das Problem. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Marizzi: Schritte setzen!
Wenn Sie von einem gemeinsamen Arbeitnehmerbegriff reden, dann leben Sie ihn doch auch! Erzählen Sie uns nicht nur täglich davon, sondern verwirklichen Sie ihn! (Abg. Marizzi: Schritte setzen!) Herr Marizzi, zu Ihren Schritten möchte ich nur so viel sagen: So langsam wie Sie vorwärts gehen, kann ich gar nicht rückwärts gehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Sie von einem gemeinsamen Arbeitnehmerbegriff reden, dann leben Sie ihn doch auch! Erzählen Sie uns nicht nur täglich davon, sondern verwirklichen Sie ihn! (Abg. Marizzi: Schritte setzen!) Herr Marizzi, zu Ihren Schritten möchte ich nur so viel sagen: So langsam wie Sie vorwärts gehen, kann ich gar nicht rückwärts gehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Marizzi.
Eine Angleichung der geschützten Bereiche an die Wettbewerbswirtschaft findet letztlich nicht statt. Wir haben das gestern anläßlich der Ausgliederung der Bundessportheime erlebt, wo Sie in den Allgemeinen Teil der Erläuterungen hineingeschrieben haben, daß der geschützte Bereich gar nicht in der Lage ist, einen Betrieb zu führen. Das war der Inhalt Ihrer Allgemeinen Erläuterungen. (Zwischenruf des Abg. Marizzi. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Grenzen zwischen selbständig und unselbständig verschwimmen. Haben Sie nicht verstanden, daß Ihre Trennung: hier die "bösen" Unternehmer, dort die "armen" Arbeitnehmer die sozialdemokratische Doktrin von vor-, vor-, vorgestern ist. (Beifall beim Liberalen Forum.) Ihre sozialdemokratischen Genossen haben am 1. Mai in Wien plakatiert: "Mehr Unternehmer für Wien!" – Bekennen Sie sich dazu und machen Sie eine Politik, die dazu führt, daß es mehr Unternehmer gibt! (Beifall des Abg. Smolle. )
Beifall des Abg. Smolle.
Die Grenzen zwischen selbständig und unselbständig verschwimmen. Haben Sie nicht verstanden, daß Ihre Trennung: hier die "bösen" Unternehmer, dort die "armen" Arbeitnehmer die sozialdemokratische Doktrin von vor-, vor-, vorgestern ist. (Beifall beim Liberalen Forum.) Ihre sozialdemokratischen Genossen haben am 1. Mai in Wien plakatiert: "Mehr Unternehmer für Wien!" – Bekennen Sie sich dazu und machen Sie eine Politik, die dazu führt, daß es mehr Unternehmer gibt! (Beifall des Abg. Smolle. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich komme nun auf das Thema "neue Selbständigkeit" zu sprechen. Meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen! Sie alle wollen mehr neue Selbständige, auch die Sozialdemokraten haben dies am 1. Mai auf dem Rathausplatz in Wien verkündet. Doch was tun Sie dafür? Heute erleben wir aufgrund eines beinharten Strukturwandels die höchste Zahl an Insolvenzen, die es jemals in unserem Lande gab. Nicht dem Volumen nach, sondern der Anzahl nach werden wir leider ein Allzeithoch erreichen. Das hat mit vielen Fehlern zu tun, vor allem aber mit der Frage einer strukturellen Eigenkapitalausstattung und der Rendite, dem Ertrag der Unternehmungen. Die Klein- und Mittelbetriebe Österreichs verdienen zuwenig, weil sie zu hohe Kosten aufgelastet bekommen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Heindl.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie wirklich mehr neue Selbständigkeit wollen, müssen Sie dem Potential an Selbständigkeit, das es ja in Österreich Gott sei Dank gibt, den Weg freimachen und dürfen ihn nicht verbauen. Wo sind im Bereich der Gewerbeordnung, der Ladenöffnungszeiten und hinsichtlich Umstieg vom Reglementierungs- zum Verantwortungsprinzip die von Ihnen angekündigten Liberalisierungsschritte? (Zwischenruf des Abg. Dr. Heindl. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Lieber Herr Dr. Heindl! Das ist die Sprache des Besitzenden, der sagt: Laß mich ruhen, ich habe alles, was ich brauche! – Ich aber führe das Wort für jene, die nicht besitzend sind, die selbständig werden wollen, die den Weg in die Selbständigkeit schaffen wollen, aber dies aufgrund des Hindernislaufes bei den Rahmenbedingungen nicht schaffen können. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abgeordneten Dr. Stummvoll und Haigermoser
Meine Damen und Herren Universitätsprofessoren! Sie wissen gar nicht, was das ist. Sie haben wirklich nicht das Recht, darüber zu reden. Es ist unerträglich, eine solche Überheblichkeit an den Tag zu legen und das als "Jammern" abzutun (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abgeordneten Dr. Stummvoll und Haigermoser ), wenn Ihnen diejenigen, die Wirtschaft betreiben, sagen, daß sie unter den gegebenen Rahmenbedingungen nur sehr schwer erfolgreich sein können. Ich weiß schon, jetzt schauen die Universitätsprofessoren betroffen, weil Sie doch so recht haben. (Abg. Tichy-Schreder: Herr Professor Lukesch ist ein ausgezeichneter Professor! – Abg. Dr. Lukesch: Das ist eine Frechheit, Herr Peter, ...! – Ruf: Das Jammern ist der Gruß der Kaufleute!)
Abg. Tichy-Schreder: Herr Professor Lukesch ist ein ausgezeichneter Professor! – Abg. Dr. Lukesch: Das ist eine Frechheit, Herr Peter, ...! – Ruf: Das Jammern ist der Gruß der Kaufleute!
Meine Damen und Herren Universitätsprofessoren! Sie wissen gar nicht, was das ist. Sie haben wirklich nicht das Recht, darüber zu reden. Es ist unerträglich, eine solche Überheblichkeit an den Tag zu legen und das als "Jammern" abzutun (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abgeordneten Dr. Stummvoll und Haigermoser ), wenn Ihnen diejenigen, die Wirtschaft betreiben, sagen, daß sie unter den gegebenen Rahmenbedingungen nur sehr schwer erfolgreich sein können. Ich weiß schon, jetzt schauen die Universitätsprofessoren betroffen, weil Sie doch so recht haben. (Abg. Tichy-Schreder: Herr Professor Lukesch ist ein ausgezeichneter Professor! – Abg. Dr. Lukesch: Das ist eine Frechheit, Herr Peter, ...! – Ruf: Das Jammern ist der Gruß der Kaufleute!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das Jammern ist nicht der Gruß der Kaufleute, sondern die klare Formulierung der Klein- und Mittelbetriebe beziehungsweise Selbständigen, die sie in diesem Land gebrauchen, um erfolgreicher sein zu können, denen Sie aber Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen, unter denen sie eben nicht erfolgreich sein können. Das ist der Punkt! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Feurstein, warum haben Sie nicht den Mut, die Lehre einer wirklichen Reform zu unterziehen und sie als gleichberechtigte Säule in die sekundäre Bildungsstufe einzubauen?! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Die Basis für den volkswirtschaftlichen Erfolg findet nicht in der Statistik statt, sondern er findet in den vielen Haushalten und in den vielen Betriebswirtschaften in unserem Land statt. Ich möchte nur in Erinnerung rufen, was Churchill einmal so treffend formuliert hat: Unternehmer können als räudige Hunde betrachtet werden, die man erschlagen muß. Vielleicht sind sie auch die Kühe, die man dauernd melken muß – aber vielleicht verstehen Sie endlich, daß sie die Esel sind, die den Karren ziehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Leopold Maderthaner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Peter, Sie haben einiges gesagt, was man durchaus unterstreichen kann, aber auch vieles, was meiner Meinung nach nicht stimmt. Hinsichtlich Liberalisierung der Gewerbeordnung würde ich mich zumindest darüber freuen, wenn Sie anerkennen würden, daß die Zahl der bewilligungspflichtigen Gewerbe halbiert wurde. Aber das ist Ihnen sicher zuwenig – ich weiß das –, denn Sie vertreten das amerikanische System und meinen, daß wir da überhaupt keine Ordnung mehr brauchen. Dem halte ich allerdings folgendes entgegen: Schauen Sie einmal, wie viele Schadenersatzprozesse in Amerika geführt werden – nicht nur zum Nachteil der Wirtschaftstreibenden, sondern auch zum Nachteil der Konsumenten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Im Vorjahr konnten im Ausland pro Minute österreichische Waren im Gegenwert von 1,36 Millionen Schilling abgesetzt werden. Das sind insgesamt 715 Milliarden Schilling oder knapp ein Drittel unseres Bruttoinlandsproduktes. Das ist eine bedeutende Leistung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Unsere Exporte sind meiner Meinung nach nicht rein zufällig im Vorjahr von einem Jahr auf das andere um insgesamt – jetzt darf ich die genaue Zahl nennen – 16,8 Prozent gestiegen. Das ist zurückzuführen auf unsere gezielte Arbeit, daß die Klein- und Mittelbetriebe mit unserer tatkräftigen Unterstützung in ihren Bestrebungen und Anstrengungen, neue Märkte aufzusuchen, unterstützt werden und daß sie dort mit ihren Dienstleistungen, ihren Waren und ihrer Qualität auch ankommen. Die großen Betriebe waren gute Vorreiter, wenn ich das so sagen darf, sie haben Mut gemacht, und die kleinen und mittleren Betriebe werden immer mehr in den Export drängen. Ich erlebe immer wieder, daß die Handelsdelegierten sagen, daß es jedes Jahr viele neue Firmen gibt, die man vorher noch nicht gekannt hat. Ich meine, daß das ein gutes Zeichen ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Den Motor dieses Exportbooms stellt in erster Linie die Leistungsfähigkeit unserer Betriebe mit ihren hervorragenden und tüchtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dar, sicher aber auch die konsequente Tätigkeit unserer Außenwirtschaftsorganisation mit 84 Außenhandelsstellen auf der ganzen Welt, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit österreichische Unternehmen beraten, informieren und Kontakte vermitteln. (Beifall bei der ÖVP.) Die Folge dieser Exportsteigerung hat sicherlich auch gute Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsdaten und auf die Arbeitsplätze. Die Wirtschaftsforscher erwarten eine weitere Abnahme des Handelsbilanzdefizits – der Herr Wirtschaftsminister hat darauf schon hingewiesen –, wobei zu sagen ist, daß bereits im Vorjahr eine ganz beachtliche Absenkung erreicht wurde.
Abg. Verzetnitsch: Ein wichtiges Mittel!
Meine Damen und Herren! Wirtschaftsforscher sagen – und Exportprognosen lassen dies auch erwarten –, daß sowohl 1998 als auch 1999 die Zahl der Beschäftigten um jeweils 30 000 zunehmen wird. Das alles darf aber nicht darüber hinwegtäuschen – ich sage das auch ganz deutlich –, daß österreichische Unternehmer im internationalen Wettbewerb mit zu hohen Lohnnebenkosten, mit einer viel zu hohen Zahl an bürokratischen Vorschriften und mit zuwenig Eigenkapital zu kämpfen haben. Das muß man an dieser Stelle natürlich auch sagen, wenn man eine ehrliche Bilanz ziehen will. Natürlich bin ich mit dem Gewerkschaftspräsidenten nicht einer Meinung, wenn er sagt, daß die Arbeitszeitverkürzung auch wichtig wäre. (Abg. Verzetnitsch: Ein wichtiges Mittel!) Sie erhöht auf alle Fälle die Nebenkosten. Alles, was die Lohnnebenkosten erhöht, sollten wir derzeit vermeiden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wirtschaftsforscher sagen – und Exportprognosen lassen dies auch erwarten –, daß sowohl 1998 als auch 1999 die Zahl der Beschäftigten um jeweils 30 000 zunehmen wird. Das alles darf aber nicht darüber hinwegtäuschen – ich sage das auch ganz deutlich –, daß österreichische Unternehmer im internationalen Wettbewerb mit zu hohen Lohnnebenkosten, mit einer viel zu hohen Zahl an bürokratischen Vorschriften und mit zuwenig Eigenkapital zu kämpfen haben. Das muß man an dieser Stelle natürlich auch sagen, wenn man eine ehrliche Bilanz ziehen will. Natürlich bin ich mit dem Gewerkschaftspräsidenten nicht einer Meinung, wenn er sagt, daß die Arbeitszeitverkürzung auch wichtig wäre. (Abg. Verzetnitsch: Ein wichtiges Mittel!) Sie erhöht auf alle Fälle die Nebenkosten. Alles, was die Lohnnebenkosten erhöht, sollten wir derzeit vermeiden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Dort haben sich die Kommunisten durchgesetzt, in Italien! Die Kommunisten haben die Regierung erpreßt!
Lieber Herr Kollege Verzetnitsch! Es wurden in diesem Zusammenhang Frankreich und Italien als Beispiele angeführt. In Frankreich beginnt man gerade damit – man wird erst sehen, wie sich das auswirken wird –, und in Italien beginnt man noch lange nicht damit. (Abg. Haigermoser: Dort haben sich die Kommunisten durchgesetzt, in Italien! Die Kommunisten haben die Regierung erpreßt!) Dort hat man nur gesagt: Wir werden es machen!
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Die Wirtschaftskammer Österreich hat in diesen Tagen den Bericht "Pro Export" fertiggestellt. Ich darf Ihnen diesen geben – am Ende meiner Rede zunächst einmal dem Wirtschaftsminister und dem Finanzminister; Sie alle werden diesen Exportbericht in Ihren Fächern finden. Da können Sie genau nachlesen, was in den letzten Jahren geschehen ist und wie die Lage der österreichischen Wirtschaft auf den einzelnen Kontinenten, in den Regionen und Ländern ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dieser Bericht beweist jedenfalls die Richtigkeit der Überlegungen hinsichtlich unserer permanenten Aktivitäten im Exportbereich. Er gibt auch einen objektiven Überblick über die Entwicklungen der letzten Jahre aller Kontinente. Er bringt sehr klar zum Ausdruck, daß es nicht genügt, über den Export zu reden, sondern daß man konkrete Maßnahmen setzen muß, damit es zu solchen Leistungen kommt. So werden Sie beispielsweise in diesem Bericht lesen, daß pro Jahr etwa 12 000 Kontaktgespräche geführt werden. Pro Monat bedeutet dies 1 000 Gespräche, die sich, über die ganze Welt verteilt, mit dem Thema Export und der Unterstützung der österreichischen Wirtschaft auf fremden Märkten befassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Das ist ein Beweis dafür, daß wir die EU-Osterweiterung erst in 50 Jahren brauchen!
Meine Damen und Herren! Viel ist in diesen Tagen auch von der EU-Osterweiterung die Rede. Ich weiß, daß eine Mehrheit unserer Mitbürger diesen Bestrebungen mehr als skeptisch gegenübersteht. Ich muß aber auch berichten, daß wir gerade in den davon betroffenen Ländern Mittel- und Osteuropas besonders erfolgreich unterwegs waren beziehungsweise sind. Im Vorjahr gingen in diese Länder Mittel- und Osteuropas bereits 17,6 Prozent aller österreichischen Ausfuhren. (Abg. Haigermoser: Das ist ein Beweis dafür, daß wir die EU-Osterweiterung erst in 50 Jahren brauchen!) Das waren im Jahre 1990 nur ungefähr 11 Prozent; das ist also eine kräftige Steigerung. Um mehr als 70 Prozent hat dieser Export zugenommen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich will auch gar nicht die Schwierigkeiten leugnen, die es dabei gibt, selbstverständlich ist das ein gewaltiges Vorhaben, aber mit gezielter Vorbereitung und mit Unterstützung der davon betroffenen Grenzregionen und natürlich auch mit einem angemessenem Zeitplan werden wir, so glaube ich, diese große Aufgabe durchaus positiv meistern können, und zwar zum Vorteil der österreichischen Wirtschaft und damit der österreichischen Gesellschaft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Ich habe auch schon gesagt, daß die Exporte ein Garant für Wachstum sind. Deshalb brauchen wir die österreichischen Exportunternehmen neben den Exporthilfen, aber wir brauchen auch – ich sage das sehr deutlich – ein bißchen mehr finanzielle Unterstützung durch den Staat, und zwar vor allem in der Startphase. In Gesprächen, die ich in Klein- und Mittelbetrieben führe, bekomme ich immer zu hören: Wir gehen gerne, aber der erste Schritt ist so schwierig, da brauchen wir ein bißchen Unterstützung! – Diesbezüglich möchte ich meine Gespräche gerne weiterführen. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! In diesem Sinne appelliere ich an die Bundesregierung, die Exportbemühungen der österreichischen Unternehmen noch stärker zu unterstützen, um unser wichtigstes Anliegen, nämlich die Schaffung und die Sicherung von Arbeitsplätzen und damit auch die Absicherung unserer sozialen Grundlagen, auch in Zukunft umsetzen zu können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Feurstein: Das ist etwas zum Nachschlagen!
Es ist seit Jahrzehnten üblich, daß der Wirtschaftsbericht in der letzten Julisitzung vorgelegt wird. Wir haben den Bericht von Herrn Minister Farnleitner gestern um 18.30 Uhr gefaxt bekommen – vielen Dank! –, jenen vom Minister Edlinger heute früh. Daß jemand in den Wirtschaftsbericht hineingeschaut hat, der erst heute früh vorgelegt wurde, wird man doch nicht im Ernst erwarten. Das ist offenbar die Sommerlektüre, die uns bevorsteht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Feurstein: Das ist etwas zum Nachschlagen!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundesminister! Ich habe in Ihrer Rede auch ein Wort zur Frage vermißt, wieviel einerseits der Staat tun kann – darauf haben Sie sich im wesentlichen konzentriert, und das ist auch wichtig und richtig – und was andererseits mit den Firmen ist. Die Einstellung der Firmen zur Ausbildung von Lehrlingen hat sich doch in den letzten fünf bis zehn Jahren eindeutig gewandelt. Zu einem Teil – wir haben das hier schon des öfteren diskutiert – kann man das auch theoretisch begründen. Nichtsdestoweniger darf man die Firmen aus dieser Pflicht nicht entlassen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Die Redezeit ist eh vorbei!
Herr Bundesminister Edlinger! Sie haben zu Recht – das vermerke ich hier positiv – auf die Frage der Bedeutung der Steuerharmonisierung innerhalb der EU im Zusammenhang mit der EU-Ratspräsidentschaft hingewiesen. Das ist ein Punkt, in dem wir Sie aus verschiedenen Gründen immer wieder unterstützt haben, und zwar vor allem im Bereich eines Mindestmaßes an Harmonisierung bei der Kapitalertragbesteuerung und, wie ich meine, bei der Körperschaftsteuer. Damit bin ich aber mit meinen positiven Anmerkungen schon fast am Ende, Herr Bundesminister Edlinger. (Abg. Dr. Fekter: Die Redezeit ist eh vorbei!) – Nein, es sind nur die ersten zehn Minuten vorbei. Ich überziehe jetzt gnadenlos. (Abg. Dr. Fekter: Das ist bei Ihnen nicht so schlimm!) Die Hoffnung haben Sie sich zu früh gemacht.
Abg. Dr. Fekter: Das ist bei Ihnen nicht so schlimm!
Herr Bundesminister Edlinger! Sie haben zu Recht – das vermerke ich hier positiv – auf die Frage der Bedeutung der Steuerharmonisierung innerhalb der EU im Zusammenhang mit der EU-Ratspräsidentschaft hingewiesen. Das ist ein Punkt, in dem wir Sie aus verschiedenen Gründen immer wieder unterstützt haben, und zwar vor allem im Bereich eines Mindestmaßes an Harmonisierung bei der Kapitalertragbesteuerung und, wie ich meine, bei der Körperschaftsteuer. Damit bin ich aber mit meinen positiven Anmerkungen schon fast am Ende, Herr Bundesminister Edlinger. (Abg. Dr. Fekter: Die Redezeit ist eh vorbei!) – Nein, es sind nur die ersten zehn Minuten vorbei. Ich überziehe jetzt gnadenlos. (Abg. Dr. Fekter: Das ist bei Ihnen nicht so schlimm!) Die Hoffnung haben Sie sich zu früh gemacht.
Abg. Ing. Langthaler: Seit zehn Jahren!
Herr Bundesminister! Zum Schluß: Wir danken Ihnen sehr dafür, daß einmal mehr ein deutliches Bekenntnis zur ökologischen Steuerreform in Ihrer Rede vorgekommen ist. (Abg. Ing. Langthaler: Seit zehn Jahren!) Seit zehn Jahren! – Der Faktor Arbeit soll entlastet werden, der Ressourcenverbrauch stärker belastet werden. Wunderbar! Aber wissen Sie, wie müde man dieser Bekenntnisse wird? Was hat es für einen Sinn, immer wieder diese Bekenntnisse abzugeben? Wenn Sie es machen wollen, dann machen Sie es doch! (Abg. Verzetnitsch: Gemeinsam!) Machen wir es doch gemeinsam! Da brauchen wir... (Abg. Verzetnitsch: Schwierig!) Schwierig. In Gottes Namen, Sie sind die Regierung, nicht wir!
Abg. Verzetnitsch: Gemeinsam!
Herr Bundesminister! Zum Schluß: Wir danken Ihnen sehr dafür, daß einmal mehr ein deutliches Bekenntnis zur ökologischen Steuerreform in Ihrer Rede vorgekommen ist. (Abg. Ing. Langthaler: Seit zehn Jahren!) Seit zehn Jahren! – Der Faktor Arbeit soll entlastet werden, der Ressourcenverbrauch stärker belastet werden. Wunderbar! Aber wissen Sie, wie müde man dieser Bekenntnisse wird? Was hat es für einen Sinn, immer wieder diese Bekenntnisse abzugeben? Wenn Sie es machen wollen, dann machen Sie es doch! (Abg. Verzetnitsch: Gemeinsam!) Machen wir es doch gemeinsam! Da brauchen wir... (Abg. Verzetnitsch: Schwierig!) Schwierig. In Gottes Namen, Sie sind die Regierung, nicht wir!
Abg. Verzetnitsch: Schwierig!
Herr Bundesminister! Zum Schluß: Wir danken Ihnen sehr dafür, daß einmal mehr ein deutliches Bekenntnis zur ökologischen Steuerreform in Ihrer Rede vorgekommen ist. (Abg. Ing. Langthaler: Seit zehn Jahren!) Seit zehn Jahren! – Der Faktor Arbeit soll entlastet werden, der Ressourcenverbrauch stärker belastet werden. Wunderbar! Aber wissen Sie, wie müde man dieser Bekenntnisse wird? Was hat es für einen Sinn, immer wieder diese Bekenntnisse abzugeben? Wenn Sie es machen wollen, dann machen Sie es doch! (Abg. Verzetnitsch: Gemeinsam!) Machen wir es doch gemeinsam! Da brauchen wir... (Abg. Verzetnitsch: Schwierig!) Schwierig. In Gottes Namen, Sie sind die Regierung, nicht wir!
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie es seit Jahren ankündigen, werden Sie es eines Tages wohl auch zusammenbringen. Der Grund, daß es keine Mittel im Budget gibt, kann da keine Ausrede sein. Wir Grünen haben eine hoffentlich diskussionswürdige Grundlage erstellt und haben Ihnen hoffentlich dadurch etwas Arbeit erspart. Das Ganze ist strikt aufkommensneutral. Wenn man es will – Sie werden es selbstverständlich nicht genauso machen, das ist schon klar –, kann man es machen. Wir werden Ihnen zustimmen, denn für gute Ideen, selbst wenn Sie unser Konzept Punkt für Punkt, Beistrich für Beistrich übernehmen sollten, soll es kein Copyright geben. Wir werden dann das Konzept Edlinger loben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Haigermoser: Die Konvergenzkriterien ...!
Herr Abgeordneter Peter hat mich zum Thema Pfusch angesprochen. Ich unterschreibe all das, nur gestatten Sie mir zu sagen: Daß in Österreich viel organisierter Pfusch dann beginnt, wenn die Behörden schließen, ist auf die Dauer nicht sinnvoll. Das hat nichts mit zu hohen Kosten zu tun, sondern das ist ein organisierter Markt geworden, der davon profitiert, daß die Behörde wegschaut. Da könnten wir locker Geld für viele Maßnahmen hereinbekommen. (Abg. Haigermoser: Die Konvergenzkriterien ...!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter.
Herr Präsident Verzetnitsch hat von Arbeitszeitverkürzung gesprochen. Dazu nur ein Aperçu: Ich wurde unlängst von Herrn Ciampi und von meinem französischen Kollegen Pierret gefragt, was Österreich zur Arbeitszeitverkürzung in Italien und Frankreich sagt. Ich habe geantwortet: Als Wirtschaftsminister gratuliere ich im Namen der österreichischen Wettbewerbsfähigkeit! – Soweit sind wir in der innereuropäischen Diskussion. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter. )
Abg. Haigermoser: Ich sage nur: Euroabgabengesetz!
Zur Entbürokratisierung: Wenn man mich mißt, dann möge man mich daran messen, was mein Haus verantwortet, und nicht daran, was ich bei anderen nicht verhindern kann. Wir erledigen alleine 50 000 COPCOM-Genehmigungen, also Warenexportgenehmigungen, im Online-Service, wir bearbeiten auch 25 000 CITES-Verfahren für seltene Tierrassen im Online-Verfahren, was Entbürokratisierung bedeutet. Wir haben jene Statistiken, die mein Haus zu verantworten hat, zum Teil radikal vereinfacht, daher bitte mich an den ... (Abg. Haigermoser: Ich sage nur: Euroabgabengesetz!)
Abg. Mag. Mühlbachler: Er hat es ja nicht gelesen!
Wenn Sie es gelesen haben, werden Sie draufkommen, daß das Euroabgabengesetz von der Auswirkung her liberaler ist als die berühmte Übereinkunft der europäischen Verbände über die freiwillige Auszeichnung. Bitte vergleichen und mir nichts erzählen! (Abg. Mag. Mühlbachler: Er hat es ja nicht gelesen!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter.
Soviel zu den Überlegungen, die im Zusammenhang mit meinen Ausführungen angestellt worden sind. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter. )
Abg. Mag. Peter: Und Sie müssen besonders viel jubeln!
Abgeordneter Dr. Ewald Nowotny (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Mein geschätzter Kollege Van der Bellen hat ja recht. Diese Debatte zum Wirtschaftsbericht hat einen gewissen rituellen Charakter. Das Ritual besteht darin, daß sich die Oppositionsparteien bemühen, möglichst viel Schlechtes oder Probleme aufzuzeigen, und das ist zugegebenermaßen ein Anreiz für Vertreter der Regierungsparteien, die positiven Seiten hervorzuheben. (Abg. Mag. Peter: Und Sie müssen besonders viel jubeln!) So ist es.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Richtig ist natürlich, daß diese positiven Wirtschaftsdaten nicht nur auf die Tätigkeit der Regierung zurückzuführen sind, was ja auch niemand behauptet hat. Wenn man sich allerdings – und das ist schon wichtig – an die Wirtschaftsdebatte erinnert, die wir vor einem Jahr geführt haben, welche Kassandrarufe da ergangen und welche Überlegungen angestellt worden sind, wie diese Regierung der Wirtschaft schaden wird, dann muß man schon sagen: Die Zahlen, die jetzt vorliegen, zeigen eindeutig, daß die Maßnahmen der Bundesregierung diesen Wirtschaftsaufschwung nicht nur nicht behindert, sondern sehr wohl dazu beigetragen haben, daß wir heute eine positive Wirtschaftsentwicklung haben – wesentlich besser, als viele erwartet haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.
Natürlich – das muß man auch sagen – hat dieser Einsatz für den Arbeitsmarkt viel Geld gekostet – sei es im Rahmen der direkten Arbeitsmarktförderung, seien es Maßnahmen im Lehrstellenbereich, seien es indirekte Maßnahmen. Aber ich muß sagen: Zu diesem Einsatz des Budgets bekennen wir uns! Und das ist genau jener Punkt, der für uns Sozialdemokraten eine sehr eindeutige Priorität hat, weil wir genau wissen, daß nichts für einen Menschen schädlicher ist, daß nichts sein Wesen, seine Entwicklungschancen so sehr beeinflußt wie Arbeitslosigkeit – im speziellen Fall Jugendarbeitslosigkeit. Daher hat das für uns Priorität, und daher sind wir auch bereit dazu, dafür Budgetmittel einzusetzen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein. )
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.
Diesbezüglich möchte ich einige Hinweise zur Budgetentwicklung geben. Ich glaube, das muß man im Zusammenhang sehen. Es ist richtig: Es gibt heute eine Reihe von Staaten in der EU, die niedrigere Nettodefizite als Österreich haben. Zum Beispiel haben sämtliche skandinavische Staaten derzeit Budgetüberschüsse. Schweden hat in diesem Jahr 0,5 Prozent Überschuß, Finnland hat 0,3 Prozent Überschuß. Aber man muß sich doch gleichzeitig auch die Arbeitslosenraten anschauen: Schweden hat eine Arbeitslosenrate von 9 Prozent, Finnland von 11,6 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn. ) Wenn man diese Zahlen im Zusammenhang sieht, dann hat Österreich zweifellos die bessere Kombination gewählt: nämlich eine Budgetkonsolidierung mit Augenmaß und gleichzeitig Erfolge im Bereich des Arbeitsmarktes. Ich meine, das ist die Kombination, auf die es ankommt und die wir auch weiterführen wollen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!
Diesbezüglich möchte ich einige Hinweise zur Budgetentwicklung geben. Ich glaube, das muß man im Zusammenhang sehen. Es ist richtig: Es gibt heute eine Reihe von Staaten in der EU, die niedrigere Nettodefizite als Österreich haben. Zum Beispiel haben sämtliche skandinavische Staaten derzeit Budgetüberschüsse. Schweden hat in diesem Jahr 0,5 Prozent Überschuß, Finnland hat 0,3 Prozent Überschuß. Aber man muß sich doch gleichzeitig auch die Arbeitslosenraten anschauen: Schweden hat eine Arbeitslosenrate von 9 Prozent, Finnland von 11,6 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn. ) Wenn man diese Zahlen im Zusammenhang sieht, dann hat Österreich zweifellos die bessere Kombination gewählt: nämlich eine Budgetkonsolidierung mit Augenmaß und gleichzeitig Erfolge im Bereich des Arbeitsmarktes. Ich meine, das ist die Kombination, auf die es ankommt und die wir auch weiterführen wollen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Es ist heute schon gesagt worden: Es ist der 9. Juli, der Urlaub naht, und die Urlaubsreden kommen wie das Amen im Gebet. Sie sind letztes Jahr am 8. Juli gehalten worden, heuer einen Tag später, und beide Reden strotzen vor Allgemeinheiten. Ich sage Ihnen: Die beiden Herren Minister werden in die Geschichte eingehen: der eine als Belastungsminister und der andere als Bewahrungsminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie sagen, daß Sie sehr schlau sind, dann gebe ich Ihnen schon recht. Nur hat man im Finanzsektor nicht schlau zu sein, sondern man hat etwas zu tun, was die Zukunft saniert und nicht belastet. Sie belasten aber die Zukunft unserer Kinder – egal, ob durch eine Pensionsregelung oder eine Abgabenquote. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Falsche Daten!
Bei der Abgabenquote machen Sie es ganz genauso. Sie weigern sich einfach, die Eustat anzuerkennen und overrulen sie mit der Östat. Sie nehmen die Östat-Daten auf Östat-Papier von 44,8 Prozent her und behaupten, daß das die Zahlen von 1996 sind. Dabei wissen Sie, daß uns die Eustat auf 45,7 Prozent festgelegt hat und die Holländer darunter liegen. Sie handeln wider besseres Wissen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Falsche Daten!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister Farnleitner hat gesagt, wie "toll" sich die österreichischen Unternehmen im Jahre 1998 doch entwickelt haben und wie "toll" sich der Kfz-Bereich entwickelt hat; die Dieselmotoren seien der neue Renner. – Umso trauriger ist es, daß Sie, Herr Minister, zugesehen haben, wie man dieses echte Kompetenzzentrum der Kfz-Industrie im heurigen Jahr an das Ausland verkauft hat. Darauf sind Sie heute so besonders stolz gewesen, auf dieses Kfz-Cluster, das wir in Österreich haben. Die Firma Steyr-Daimler-Puch, die heuer verschleudert wurde, ist wirklich ein Juwel gewesen. Sie ist verschleudert worden! Wir Freiheitliche werden in den nächsten Tagen eine Sachverhaltsdarstellung an den Staatsanwalt übermitteln, wie Sie, Herr Minister Edlinger, in diesem Zusammenhang auf die Kleinaktionäre aufgepaßt haben und wie Sie, Herr Wirtschaftsminister, Kompetenzzentren, die Sie selbst heute vorgestellt haben, ich möchte fast sagen, weit unter dem Wert an das Ausland verschleudert haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder: Herr Prinzhorn, Sie verlieren Niveau!
Ich muß Ihnen sagen: Sie haben sich von allen Reformen abgewendet. Das einzige, was bei Ihnen im Vordergrund steht, ist, Urlaubsreden zu halten, die Steuern möglichst hoch zu halten und die Statistiken zu verschleiern. Und das ist mir zuwenig! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder: Herr Prinzhorn, Sie verlieren Niveau!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zunächst zu der sehr von sich selbst überzeugten Feststellung, die beiden Minister hätten Urlaubsreden gehalten. Ich kann Ihnen erstens sagen, ich mache heuer keinen Urlaub, weil ich zuviel Arbeit habe. Ich habe zweitens auch viele Debattenbeiträge subjektiv als Dutzendbeiträge empfunden, und ich würde mir nicht anmaßen, das so zu sagen. Und drittens: Wenn Sie meinen, ich sei ein Belastungsminister und mein Kollege sei ein Bewahrungsminister, dann sind Sie ein Übertreibungs-Gott-sei-Dank-Nicht -Minister. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Denn eigentlich ist alles, was ich von Ihnen höre, die Kumulation unterschiedlicher Forderungen.
Abg. Dr. Krüger: Die kalte Progression können Sie doch nicht leugnen!
Wenn ich mir ... (Abg. Dr. Krüger: Die kalte Progression können Sie doch nicht leugnen!) – Ich leugne überhaupt nichts! Ich habe selbst gesagt, daß die Steuerreform 2000 darauf Rücksicht nimmt, daß es Effekte der kalten Progression gibt, und wir werden daher Korrekturen vornehmen. (Abg. Dr. Krüger: Das ist nichts anderes als eine schleichende Steuererhöhung!) Aber wenn Sie immer so tun, als ob das kein Aspekt meiner Überlegungen wäre, obwohl ich das schon zehnmal oder noch öfter gesagt habe (Abg. Dr. Krüger: Von Überlegungen hat man leider nichts!), dann kommt zur Bezeichnung "Übertreibungs-Gott-sei-Dank-Nicht-Minister" auch noch "schwerhöriger Gott-sei-Dank-Nicht-Minister". (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist Polemik!) – Wieso? Ich stelle ja nur fest, daß Herr Prinzhorn kein Minister ist, und das ist ein Faktum. Das ist, glaube ich, keine Polemik.
Abg. Dr. Krüger: Das ist nichts anderes als eine schleichende Steuererhöhung!
Wenn ich mir ... (Abg. Dr. Krüger: Die kalte Progression können Sie doch nicht leugnen!) – Ich leugne überhaupt nichts! Ich habe selbst gesagt, daß die Steuerreform 2000 darauf Rücksicht nimmt, daß es Effekte der kalten Progression gibt, und wir werden daher Korrekturen vornehmen. (Abg. Dr. Krüger: Das ist nichts anderes als eine schleichende Steuererhöhung!) Aber wenn Sie immer so tun, als ob das kein Aspekt meiner Überlegungen wäre, obwohl ich das schon zehnmal oder noch öfter gesagt habe (Abg. Dr. Krüger: Von Überlegungen hat man leider nichts!), dann kommt zur Bezeichnung "Übertreibungs-Gott-sei-Dank-Nicht-Minister" auch noch "schwerhöriger Gott-sei-Dank-Nicht-Minister". (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist Polemik!) – Wieso? Ich stelle ja nur fest, daß Herr Prinzhorn kein Minister ist, und das ist ein Faktum. Das ist, glaube ich, keine Polemik.
Abg. Dr. Krüger: Von Überlegungen hat man leider nichts!
Wenn ich mir ... (Abg. Dr. Krüger: Die kalte Progression können Sie doch nicht leugnen!) – Ich leugne überhaupt nichts! Ich habe selbst gesagt, daß die Steuerreform 2000 darauf Rücksicht nimmt, daß es Effekte der kalten Progression gibt, und wir werden daher Korrekturen vornehmen. (Abg. Dr. Krüger: Das ist nichts anderes als eine schleichende Steuererhöhung!) Aber wenn Sie immer so tun, als ob das kein Aspekt meiner Überlegungen wäre, obwohl ich das schon zehnmal oder noch öfter gesagt habe (Abg. Dr. Krüger: Von Überlegungen hat man leider nichts!), dann kommt zur Bezeichnung "Übertreibungs-Gott-sei-Dank-Nicht-Minister" auch noch "schwerhöriger Gott-sei-Dank-Nicht-Minister". (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist Polemik!) – Wieso? Ich stelle ja nur fest, daß Herr Prinzhorn kein Minister ist, und das ist ein Faktum. Das ist, glaube ich, keine Polemik.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist Polemik!
Wenn ich mir ... (Abg. Dr. Krüger: Die kalte Progression können Sie doch nicht leugnen!) – Ich leugne überhaupt nichts! Ich habe selbst gesagt, daß die Steuerreform 2000 darauf Rücksicht nimmt, daß es Effekte der kalten Progression gibt, und wir werden daher Korrekturen vornehmen. (Abg. Dr. Krüger: Das ist nichts anderes als eine schleichende Steuererhöhung!) Aber wenn Sie immer so tun, als ob das kein Aspekt meiner Überlegungen wäre, obwohl ich das schon zehnmal oder noch öfter gesagt habe (Abg. Dr. Krüger: Von Überlegungen hat man leider nichts!), dann kommt zur Bezeichnung "Übertreibungs-Gott-sei-Dank-Nicht-Minister" auch noch "schwerhöriger Gott-sei-Dank-Nicht-Minister". (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist Polemik!) – Wieso? Ich stelle ja nur fest, daß Herr Prinzhorn kein Minister ist, und das ist ein Faktum. Das ist, glaube ich, keine Polemik.
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Ob 70 Milliarden Budgetdefizit herauskommen oder nicht?!
Wir haben gestern begonnen, über Statistiken und Interpretationen zu diskutieren. Natürlich sind Statistiken äußerst interessant, sie ändern nur an bestimmten Situationen gar nichts. Würde es gelingen, durch Statistiken irgendwelche Maßnahmen zu verändern, würde ich mir täglich Statistiken wünschen. Ob jetzt der Herr ... (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Ob 70 Milliarden Budgetdefizit herauskommen oder nicht?!) Das ist ja keine Statistik, sondern das ist auch ein Faktum. Dafür brauche ich keine Statistik.
Abg. Dr. Krüger: 45 Prozent Abgaben sind unerträglich!
Die Kumulierung der Forderungen, von der ich immer wieder höre, ergibt keinen Sinn. Wenn man seriöse Politik macht, muß man versuchen, das Gesamtheitliche auch in der Politik zu beurteilen. Sie haben gesagt, Schönwetterreferate wurden gehalten. – Das gebe ich schon zu. (Abg. Dr. Krüger: 45 Prozent Abgaben sind unerträglich!) Ich habe das in einigen Passagen meiner Rede durchaus gesagt, es ist zwar nicht gedruckt worden, ich habe es aber gesagt, weil ich es handschriftlich in mein Manuskript eingefügt habe, daß ich nämlich keinesfalls davon ausgehe, daß in Österreich alle Probleme gelöst werden können. Überhaupt nicht! Wir müssen ganz einfach mit einer positiven Einstellung und mit der Überzeugung, daß wir es gemeinsam mit den Menschen dieser Republik schaffen werden, die Rahmenbedingungen verbessern, wie dies notwendig ist, um unsere Chancen innerhalb der Union wahrnehmen zu können. Das ist eigentlich das, von dem ich bei dieser Diskussion ausgehe. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Sie erwarten noch Freude beim Steuerzahler!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Sie erwarten noch Freude beim Steuerzahler!
Die Kumulierung der Forderungen, von der ich immer wieder höre, ergibt keinen Sinn. Wenn man seriöse Politik macht, muß man versuchen, das Gesamtheitliche auch in der Politik zu beurteilen. Sie haben gesagt, Schönwetterreferate wurden gehalten. – Das gebe ich schon zu. (Abg. Dr. Krüger: 45 Prozent Abgaben sind unerträglich!) Ich habe das in einigen Passagen meiner Rede durchaus gesagt, es ist zwar nicht gedruckt worden, ich habe es aber gesagt, weil ich es handschriftlich in mein Manuskript eingefügt habe, daß ich nämlich keinesfalls davon ausgehe, daß in Österreich alle Probleme gelöst werden können. Überhaupt nicht! Wir müssen ganz einfach mit einer positiven Einstellung und mit der Überzeugung, daß wir es gemeinsam mit den Menschen dieser Republik schaffen werden, die Rahmenbedingungen verbessern, wie dies notwendig ist, um unsere Chancen innerhalb der Union wahrnehmen zu können. Das ist eigentlich das, von dem ich bei dieser Diskussion ausgehe. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Sie erwarten noch Freude beim Steuerzahler!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Und saubere Seen!
Ich erwarte keine Freude beim Steuerzahler, sondern ich weiß, daß die Österreicher froh darüber sind, in diesem Lande zu leben, in einem Lande mit großer sozialer Sicherheit und hoher Lebensqualität; und das kostet eben einiges. Das kann man nicht mit anderen Ländern vergleichen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Und saubere Seen!) Dazu bekenne ich mich auch. Ich freue mich darüber, daß die Österreicher nicht nur als Fußballfans, sondern auch überhaupt gerne Österreicher sind. (Abg. Dr. Krüger: Saubere Seen haben wir auch!) Das muß man wirklich in aller Deutlichkeit sagen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Dürfen wir uns auch freuen, daß wir in diesem Land leben? Ich freue mich riesig!) – Aber selbstverständlich! Aber vielleicht könnten Sie manchmal auch sagen, daß Sie sich freuen, daß Sie in diesem Lande leben, Herr Abgeordneter. Machen Sie doch nicht alles mies, was in unserem Lande passiert! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Krüger: Saubere Seen haben wir auch!
Ich erwarte keine Freude beim Steuerzahler, sondern ich weiß, daß die Österreicher froh darüber sind, in diesem Lande zu leben, in einem Lande mit großer sozialer Sicherheit und hoher Lebensqualität; und das kostet eben einiges. Das kann man nicht mit anderen Ländern vergleichen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Und saubere Seen!) Dazu bekenne ich mich auch. Ich freue mich darüber, daß die Österreicher nicht nur als Fußballfans, sondern auch überhaupt gerne Österreicher sind. (Abg. Dr. Krüger: Saubere Seen haben wir auch!) Das muß man wirklich in aller Deutlichkeit sagen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Dürfen wir uns auch freuen, daß wir in diesem Land leben? Ich freue mich riesig!) – Aber selbstverständlich! Aber vielleicht könnten Sie manchmal auch sagen, daß Sie sich freuen, daß Sie in diesem Lande leben, Herr Abgeordneter. Machen Sie doch nicht alles mies, was in unserem Lande passiert! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Dürfen wir uns auch freuen, daß wir in diesem Land leben? Ich freue mich riesig!
Ich erwarte keine Freude beim Steuerzahler, sondern ich weiß, daß die Österreicher froh darüber sind, in diesem Lande zu leben, in einem Lande mit großer sozialer Sicherheit und hoher Lebensqualität; und das kostet eben einiges. Das kann man nicht mit anderen Ländern vergleichen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Und saubere Seen!) Dazu bekenne ich mich auch. Ich freue mich darüber, daß die Österreicher nicht nur als Fußballfans, sondern auch überhaupt gerne Österreicher sind. (Abg. Dr. Krüger: Saubere Seen haben wir auch!) Das muß man wirklich in aller Deutlichkeit sagen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Dürfen wir uns auch freuen, daß wir in diesem Land leben? Ich freue mich riesig!) – Aber selbstverständlich! Aber vielleicht könnten Sie manchmal auch sagen, daß Sie sich freuen, daß Sie in diesem Lande leben, Herr Abgeordneter. Machen Sie doch nicht alles mies, was in unserem Lande passiert! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich erwarte keine Freude beim Steuerzahler, sondern ich weiß, daß die Österreicher froh darüber sind, in diesem Lande zu leben, in einem Lande mit großer sozialer Sicherheit und hoher Lebensqualität; und das kostet eben einiges. Das kann man nicht mit anderen Ländern vergleichen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Und saubere Seen!) Dazu bekenne ich mich auch. Ich freue mich darüber, daß die Österreicher nicht nur als Fußballfans, sondern auch überhaupt gerne Österreicher sind. (Abg. Dr. Krüger: Saubere Seen haben wir auch!) Das muß man wirklich in aller Deutlichkeit sagen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Dürfen wir uns auch freuen, daß wir in diesem Land leben? Ich freue mich riesig!) – Aber selbstverständlich! Aber vielleicht könnten Sie manchmal auch sagen, daß Sie sich freuen, daß Sie in diesem Lande leben, Herr Abgeordneter. Machen Sie doch nicht alles mies, was in unserem Lande passiert! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich muß Ihnen ganz ehrlich sagen, daß mir die soziale Realität in unserem Lande auch aus der Perspektive, aus der ich die Politik beurteile, sehr viel wert ist. Ich bin sehr froh darüber, daß es überhaupt keine Differenzen innerhalb der Koalitionsregierung hinsichtlich dessen gibt, daß wir in einem sozialen Lande leben und daß es dabei auch bleiben soll. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Erzählen Sie keine Geschichten!
Ich gebe Ihnen aber recht, Herr Abgeordneter Peter, daß in Österreich manche Dinge langsamer vonstatten gehen als anderswo, denn Österreich ist ein Land, in dem von unserer historischen Tradition her eine Politik des Konsenses und des Kompromisses betrieben wird. Österreich ist ein Land, das eine sehr zivilisierte Form der Konfliktaustragung, was auch immer mehr von unserer europäischen Partnern bemerkt wird – teilweise über diese Partnerschaft, aber auch über andere Institutionen –, entwickelt hat. Es dauert bei uns manches länger, es ist vielleicht manches nicht so effektiv, aber wir ersparen uns jene politische Polarisation und Eskalation, die Menschen auf die Straße zwingt und die letztendlich volkswirtschaftlich viel größeren Schaden verursacht als das, was wir in unserem Lande vorfinden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Haigermoser: Erzählen Sie keine Geschichten!) Das ist ein weiterer Grund dafür, warum ich gerne Österreicher und vor allem Politiker in diesem Lande bin.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich werde die Steuerreform daher auch nach diesen Grundsätzen vorbereiten. Und: Danke für die Urgenz, Herr Professor. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Ich habe dazu schon Stellung genommen!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich muß mich mit Ihren Ausführungen, Herr Abgeordneter Prinzhorn, nicht mehr auseinandersetzen, das hat der Herr Finanzminister bereits getan. Eines ist jedoch eindeutig: Sie haben hier nicht zu jenen Problemen, mit denen wir heute konfrontiert sind, und zu jenen Anliegen, die von den beiden Ministern vorgetragen wurden, Stellung genommen. Ich unterstelle Ihnen nicht, schwerhörig zu sein, aber ich unterstelle Ihnen (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Ich habe dazu schon Stellung genommen!), daß Sie manche Vorschläge und manche konstruktiven Beiträge einfach nicht hören und nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Das wollen Sie nicht, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Reden Sie mit dem Herrn Sausgruber!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Reden Sie mit dem Herrn Sausgruber!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich muß mich mit Ihren Ausführungen, Herr Abgeordneter Prinzhorn, nicht mehr auseinandersetzen, das hat der Herr Finanzminister bereits getan. Eines ist jedoch eindeutig: Sie haben hier nicht zu jenen Problemen, mit denen wir heute konfrontiert sind, und zu jenen Anliegen, die von den beiden Ministern vorgetragen wurden, Stellung genommen. Ich unterstelle Ihnen nicht, schwerhörig zu sein, aber ich unterstelle Ihnen (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Ich habe dazu schon Stellung genommen!), daß Sie manche Vorschläge und manche konstruktiven Beiträge einfach nicht hören und nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Das wollen Sie nicht, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Reden Sie mit dem Herrn Sausgruber!)
Beifall bei der ÖVP.
Das Problem der Sanierung des Budgets, Herr Abgeordneter Prinzhorn, ist seit drei Jahren ein echtes Anliegen dieser Bundesregierung. Das können Sie nicht wegdiskutieren, Herr Abgeordneter Prinzhorn! (Beifall bei der ÖVP.) Sich hier herzustellen und zu sagen, es seien keine Erfolge erzielt worden, ist einfach falsch. – Es sind sehr wohl Erfolge erzielt worden, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Das Problem der Sanierung des Budgets, Herr Abgeordneter Prinzhorn, ist seit drei Jahren ein echtes Anliegen dieser Bundesregierung. Das können Sie nicht wegdiskutieren, Herr Abgeordneter Prinzhorn! (Beifall bei der ÖVP.) Sich hier herzustellen und zu sagen, es seien keine Erfolge erzielt worden, ist einfach falsch. – Es sind sehr wohl Erfolge erzielt worden, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Prinzhorn und Haigermoser
Zum Thema Beschäftigungspolitik sage ich Ihnen folgendes: Für uns steht heute die Beschäftigungspolitik im Mittelpunkt der Diskussion. Es gibt nicht mehr die Vollbeschäftigung der siebziger Jahre, meine Damen und Herren. Aber eines sage ich Ihnen auch ganz klar – das sage ich sowohl Herrn Abgeordneten Van der Bellen als auch den Abgeordneten von der FPÖ –: Wir akzeptieren keine Trends, die auf eine 70 : 30- oder 50 : 50 Prozent-Gesellschaft hindeuten, daß nämlich nur noch 70 Prozent der Menschen Arbeit haben, aber 30 Prozent der Menschen ohne Arbeit sind. Und noch weniger akzeptieren wir den Trend in Richtung 50 : 50 Prozent. Dieser Entwicklung sind wir entgegengetreten – und werden wir entgegentreten (Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Prinzhorn und Haigermoser ), und zwar mit dem Nationalen Aktionsplan zur Beschäftigung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Thema Beschäftigungspolitik sage ich Ihnen folgendes: Für uns steht heute die Beschäftigungspolitik im Mittelpunkt der Diskussion. Es gibt nicht mehr die Vollbeschäftigung der siebziger Jahre, meine Damen und Herren. Aber eines sage ich Ihnen auch ganz klar – das sage ich sowohl Herrn Abgeordneten Van der Bellen als auch den Abgeordneten von der FPÖ –: Wir akzeptieren keine Trends, die auf eine 70 : 30- oder 50 : 50 Prozent-Gesellschaft hindeuten, daß nämlich nur noch 70 Prozent der Menschen Arbeit haben, aber 30 Prozent der Menschen ohne Arbeit sind. Und noch weniger akzeptieren wir den Trend in Richtung 50 : 50 Prozent. Dieser Entwicklung sind wir entgegengetreten – und werden wir entgegentreten (Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Prinzhorn und Haigermoser ), und zwar mit dem Nationalen Aktionsplan zur Beschäftigung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: ...keine Zulassungsbedingung! Sie haben es nicht gelesen!
Dieser Aktionsplan enthält ganz konkrete Vorschläge. Das sind natürlich Vorschläge, die eindeutig von dem abweichen, was Herr Dr. Haider gesagt hat. Wir von der ÖVP sind nicht dafür, daß man beispielsweise die Meisterprüfung abschafft, daß man keine Zugangskriterien zu Handwerk und Gewerbe hat. (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: ...keine Zulassungsbedingung! Sie haben es nicht gelesen!) Wir glauben, daß es sehr wichtig ist, daß gewisse Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wenn man Gewerbe- oder Handwerksunternehmer werden will. Das ist eine ganz wichtige Sache. Diesen Vorschlägen zur Abschaffung von Befähigungsnachweisen treten wir entgegen. Wir sind aber dafür, daß alle Schwierigkeiten für junge Unternehmer, die selbständig werden
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte Ihnen folgendes klar sagen: In die Reihung der Prioritäten des ÖAAB für den Nationalen Aktionsplan zur Beschäftigung stehen die Gründerwelle und die neue Selbständigkeit in Österreich an erster Stelle. Es sind bereits verschiedene Punkte verwirklicht worden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Die soziale Absicherung der jungen Unternehmer, jener Menschen, die sich selbständig machen wollen, wurde durch die freiwillige Arbeitslosenversicherung, die vorgestern beschlossen wurde, weit ausgedehnt. Ich nehme an und erwarte mir, daß wir noch vor dem Sommer die Möglichkeiten der Begünstigungen in der Sozialversicherung für junge Unternehmer, für Personen, die sich selbständig machen möchten, beschließen werden, meine Damen und Herren.
Beifall bei der ÖVP.
Herr Dr. Stummvoll hatte schon recht, als er sagte, er verstehe es nicht, daß man die Möglichkeit einer Begünstigung des Selbständigwerdens davon abhängig macht, ob sich Hauptverband und Ärztekammer einigen, meine Damen und Herren. Das verstehen wir tatsächlich nicht. (Beifall bei der ÖVP.) In dieser Frage wollen wir so rasch wie möglich Klarheit, damit auch die jungen Menschen, die sich selbständig machen wollen, Klarheit haben, was sie erwartet.
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Unsere Aufmerksamkeit gilt auch den Lehrlingen. Im letzten Jahr, Herr Abgeordneter Mag. Peter, wurden 3 000 bis 4 000 neue Lehrstellen geschaffen. Das ist kein Zudecken, sondern ein aktives Einsetzen für und ein aktives Diskutieren über Notwendigkeiten und Voraussetzungen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. )
Beifall bei der ÖVP.
Es wurde ein Auffangsystem für Schulabgänger eingeführt, das nur im äußersten Fall Mitte November zum Tragen kommen soll. Unser Ziel ist es, im Herbst jedem Schulabgänger des heurigen Schuljahres einen Ausbildungsplatz zu vermitteln. Und das wird uns gelingen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fuhrmann.
Zum Schluß kommend: Man könnte noch vieles sagen, aber eines ist klar: Wir sind – wie der Herr Wirtschaftsminister gesagt hat – auf einem guten Weg, und wir sollten konsequent auf diesem Weg, der auch im Nationalen Aktionsplan zur Beschäftigung festgeschrieben ist, fortschreiten. Dann werden wir nämlich auch für die Jahre 1998 und 1999 die Voraussetzungen dafür schaffen, daß mehr Menschen Arbeitsplätze finden und daß zusätzliche Arbeitsplätze für Selbständige und Unselbständige geschaffen werden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fuhrmann. )
Abg. Tichy-Schreder: Richtig!
Er hat von der Langsamkeit der österreichischen Politik gesprochen und diese gelobt. – Jetzt sage ich Ihnen: Das ist für sich genommen eine Leerformel. Es gibt Problemfelder, bei denen Langsamkeit ein guter Ansatz ist; "Behutsamkeit" wäre vielleicht das sympathischere Wort. (Abg. Tichy-Schreder: Richtig!) Aber es gibt auch Bereiche, in denen Langsamkeit eine Ausrede ist, wie zum Beispiel bei der Steuerreformproblematik. Es ist ja keineswegs so, daß das, was jetzt allgemein gefordert wird, nämlich eine strukturelle Steuerreform mit Senkungstendenz, mit starker Signalwirkung, etwas ganz Neues wäre, das nun schnell kommen muß und "überhudelt" begehrt wird.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Das hat Vizekanzler Schüssel vor Jahren gesagt!
Die Steuerreformkommission gibt es schon länger, sie wurde nicht erst gestern eingerichtet. Die Forderung beispielsweise nach der ökologischen Steuerreform hat mindestens zehn Jahre auf dem Buckel. Der Anspruch, Lohnnebenkosten zu senken, wurde nicht erst gestern neu in die Diskussion eingebracht. Und diese Langsamkeit des Nichtstuns ist eine gefährliche Langsamkeit. Auch wenn von der Regierungsbank aus zu hören war, daß viele Gespräche laufen, kann ich dazu nur sagen: Hoffentlich laufen Gespräche, aber bitte mit welchen Ergebnissen – und wann?! Das ist eine zentrale Frage. Etwas sollten wir in den letzten Jahren gelernt haben: Das Motto im Wettbewerb lautet nicht so sehr "groß gegen klein", sondern "schnell gegen langsam". (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Das hat Vizekanzler Schüssel vor Jahren gesagt!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Steuersenkungsproblematik hat mehrere Aspekte, und ich werde hier die sozialen vorbringen. Es geht auch um die Massenkaufkraft, es geht auch um eine Art von Sozialpolitik, bei der der einzelne aus dem ihm verbleibenden Resteinkommen, das nach der Besteuerung "Nettoeinkommen" heißt, tatsächlich nicht noch zusätzlich auf Transfers angewiesen sein muß. Der eleganteste Transfer ist nämlich das Geld, das den Menschen gelassen und ihnen nicht vorher weggenommen wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Warum wird denn so merkwürdig über den festen Zahnersatz diskutiert, nämlich ohne daß irgend jemand erwähnt, daß die Sozialversicherungsträger in Österreich ihren Versicherten diesen festen Zahnersatz überhaupt noch nie ersetzt haben? Überhaupt noch nie! Das Skurrile an dieser Diskussion ist, daß sich der Hauptverband anmaßt, sich zum Teil in irgend etwas einzumischen, was er selber gar nicht zahlt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn man das daher wirklich lösen wollte, müßte man allerdings in manchen Dingen mehr ausgeben als bisher und in anderen Dingen weniger ausgeben als bisher. Denn eines ist sicher richtig: Die Staatsquote wird man zu diesem Zweck nicht erhöhen können. Im Gegenteil, man sollte sich eher bemühen, sie zu senken. (Beifall beim Liberalen Forum.) Dies genau nach der von mir hier schon formulierten These: Das Geld, das man den Menschen läßt, ist der beste Transfer. Das, glaube ich, ist völlig aus den Augen verloren worden.
Beifall beim Liberalen Forum.
Diese Qualifikationsdefizite bestehen, und eine heile Welt der Gewerbeordnung glaubt, diese abbauen zu können, wenn man Befähigungsnachweise zum A und O macht. Ob das dann mehr oder weniger sind, ist nämlich nicht die Frage. Das hat Kollege Maderthaner leider nicht verstanden. Es geht nicht darum, ob man die Anzahl der Befähigungsnachweiserfordernisse halbiert oder nicht, sondern es geht darum, daß man selbstverständlich Qualifikation bei den kleinen und mittleren Unternehmen und im Gewerbebereich haben will. Aber dazu muß die Frage, wer der Schiedsrichter über die Qualifikation ist, beantwortet werden. – Der Markt ist der Schiedsrichter über die Qualifikation, nicht die Wirtschaftskammer! Und dieser Unterschied ist bedeutend! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Tichy-Schreder: Herr Dr. Kier! Das ist der falsche Ansatz!
Selbstverständlich ist das nicht ohne Risiko möglich. Selbstverständlich gibt es da eine Risikogruppe, eine Betroffenheitsgruppe, und das sind im Zweifelsfall die Konsumenten. Daher hat mein Kollege Helmut Peter in seinen Vorschlägen eine obligatorische Haftpflichtversicherung vorgesehen, damit solche Schadensfälle nicht auf dem Rücken des letzten Gliedes in diesem Prozeß ausgetragen werden. Aber da hat es dann geheißen, das sei zu teuer. Daß aber auch jetzt schon Schäden im Bereich des Gewerbes auftreten, die dann nicht gedeckt werden können, weil die Unternehmen nicht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit haben, für diese Schäden auch noch einzustehen, da sie weder genügend Eigenkapital noch eine Versicherung haben, das wird füglich verschwiegen. (Abg. Tichy-Schreder: Herr Dr. Kier! Das ist der falsche Ansatz!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Herr Bundesminister Edlinger, den ich diesbezüglich gerne angesprochen hätte, ist noch immer nicht zurückgekehrt. Das tut mir in diesem Fall wirklich leid. So sieht er nicht, daß das, was er hier der Opposition vorgeworfen hat, nämlich daß wir nicht wirklich diskussionsfähig wären und auf die Argumente nicht richtig eingehen würden, nicht wahr ist. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Man wird sich doch oppositionell wenigstens noch darüber ärgern dürfen, daß der Bundesminister die Wahrnehmung der Diskussion über seinen eigenen Bericht verweigert. Das wird man ja noch dürfen!
Abg. Tichy-Schreder: Das ist nicht wahr!
Aber Sie kennen in der Kammer diese Firmen gar nicht, denn diese haben zum Teil nur 50 Beschäftigte. (Abg. Tichy-Schreder: Das ist nicht wahr!) Diese Unternehmen sind bestenfalls im Außenwirtschaftsbereich bekannt, aber dieser hat eigentlich, wenn man es genau nimmt, mit der Kammer nichts zu tun; hätte er das nämlich, wäre er nicht so effizient. Das möchte ich schon ganz deutlich sagen. (Heiterkeit der Abg. Tichy-Schreder. )
Heiterkeit der Abg. Tichy-Schreder.
Aber Sie kennen in der Kammer diese Firmen gar nicht, denn diese haben zum Teil nur 50 Beschäftigte. (Abg. Tichy-Schreder: Das ist nicht wahr!) Diese Unternehmen sind bestenfalls im Außenwirtschaftsbereich bekannt, aber dieser hat eigentlich, wenn man es genau nimmt, mit der Kammer nichts zu tun; hätte er das nämlich, wäre er nicht so effizient. Das möchte ich schon ganz deutlich sagen. (Heiterkeit der Abg. Tichy-Schreder. )
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Nein, das kennen nur Sie, Herr Dr. Kier!
Ein Schlußsatz: Man möge doch begreifen, daß eine der vornehmen öffentlichen Aufgaben der Wirtschaftspolitik wäre, endlich die Infrastruktur zu modernisieren und sich nicht mit Halbherzigkeiten wie dem ElWOG, Herr Bundesminister Farnleitner, zufriedenzugeben, man möge endlich begreifen, daß Infrastruktur Hardware und Software heißt, also Infrastruktur im physischen Sinn: Schiene, Kabel, Straße, und Infrastruktur im immateriellen Sinn, nämlich Bürokratieabbau. Das nennt man moderne Infrastruktur. Das ist die Software der modernen Infrastruktur. Aber dieses Wording ist der Bundesregierung fremd. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Tichy-Schreder: Nein, das kennen nur Sie, Herr Dr. Kier!)
Zwischenruf der Abg. Schaffenrath.
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich habe jetzt Kollegen Kier sehr aufmerksam zugehört und bei seiner Rede den Eindruck gewonnen, daß das Betätigungsfeld, auf dem er sich bewegt, derart groß ist, daß es ihm manches Mal schon ein bißchen schwerfällt, in der Sachdiskussion die Dinge wirklich richtig zu durchschauen. Wenn er hier über Langsamkeit und Geschwindigkeit philosophiert hat, dann kann ich ihm ein herrliches Buch empfehlen, nämlich "Die unendliche Langsamkeit des Seins". Wenn er dieses Buch gelesen hätte, dann könnte man mit ihm auch inhaltlich über dieses Thema reden. (Zwischenruf der Abg. Schaffenrath. )
Abg. Schaffenrath: Weil er es kann!
Er hat es wahrscheinlich nicht gelesen und vieles andere auch nicht, muß aber hier zu vielen Themen Stellung beziehen, die ihm nicht so ganz vertraut sind. Ich verstehe das schon: In einer kleinen Fraktion hat man natürlich diesbezüglich mehr Probleme, man muß sich mit sehr vielen Themen beschäftigen, und Kollege Kier scheint einer jener liberalen Abgeordneten zu sein, die zu allen Themen ad hoc sehr viel sagen können (Abg. Schaffenrath: Weil er es kann!), aber das ist dann auch ein bißchen an der Qualität zu merken. Das ist aber kein Vorwurf, sondern das ist eben ganz einfach aufgrund der geringen Anzahl von liberalen Abgeordneten ein Problem, mit dem man sich herumschlagen muß.
Abg. Dr. Schmidt: Die Gewerbeordnung ist ein Instrument der Kammer! – Abg. Tichy-Schreder: Nein, wirklich nicht!
Zum Beispiel trifft Kier folgende Aussage: Der Markt ist der Schiedsrichter über die Qualifikation, nicht die Wirtschaftskammer. – Ein wunderschöner Satz! Ich habe die Wirtschaftskammer noch nie in irgendeiner Form Qualifizierungen von Mitarbeitern aussprechen gehört. Das ist mir ganz etwas Neues. Aber er behauptet das, das wird so wunderschön dahingesagt. (Abg. Dr. Schmidt: Die Gewerbeordnung ist ein Instrument der Kammer! – Abg. Tichy-Schreder: Nein, wirklich nicht!) Ich bin aber nicht der Vertreter oder der Anwalt der Wirtschaftskammer, ich wollte nur anhand eines Beispiels verdeutlichen, wie leicht man in der Langsamkeit des Denkens unter Umständen Aussagen macht, die man sich, hätte man kein so breites Betätigungsfeld, vorher besser überlegen könnte. (Abg. Dr. Schmidt: Sie sollten sich die Gewerbeordnung anschauen!)
Abg. Dr. Schmidt: Sie sollten sich die Gewerbeordnung anschauen!
Zum Beispiel trifft Kier folgende Aussage: Der Markt ist der Schiedsrichter über die Qualifikation, nicht die Wirtschaftskammer. – Ein wunderschöner Satz! Ich habe die Wirtschaftskammer noch nie in irgendeiner Form Qualifizierungen von Mitarbeitern aussprechen gehört. Das ist mir ganz etwas Neues. Aber er behauptet das, das wird so wunderschön dahingesagt. (Abg. Dr. Schmidt: Die Gewerbeordnung ist ein Instrument der Kammer! – Abg. Tichy-Schreder: Nein, wirklich nicht!) Ich bin aber nicht der Vertreter oder der Anwalt der Wirtschaftskammer, ich wollte nur anhand eines Beispiels verdeutlichen, wie leicht man in der Langsamkeit des Denkens unter Umständen Aussagen macht, die man sich, hätte man kein so breites Betätigungsfeld, vorher besser überlegen könnte. (Abg. Dr. Schmidt: Sie sollten sich die Gewerbeordnung anschauen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich hoffe, daß dieses Werk gelingt, Herr Bundesminister, und danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Tichy-Schreder: Das weiß ich nicht, ob er meiner Partei zugehört!
Wir wissen schon, daß die Globalisierung – und wie die Schlagworte alle lauten – auch maßgebend ist dafür, Herr Kollege Feurstein, daß Schwierigkeiten auftreten. Aber nehmen wir uns einmal Ihre Versprechungen zur Hand, nur auszugsweise: Ruster Beschlüsse, groß gefeiert in einem Regierungs-Event. Sie haben gesagt, 50 000 Unternehmer sofort! Und was sagt der Bundesgeschäftsführer der Jungen Wirtschaft, Frau Tichy-Schreder, der Ihnen sicherlich nicht unbekannt ist, Ihrer Partei zugehörig? (Abg. Tichy-Schreder: Das weiß ich nicht, ob er meiner Partei zugehört!) Was sagt denn der?
Abg. Dr. Feurstein: Machen wir! Stimmen Sie zu!
Helmel: Der Startschuß der Bundesregierung für eine Gründeroffensive ging ins eigene Knie. Wir wissen, sagt er weiter, daß gerade die Startkosten bei Unternehmensgründungen eine enorme Belastung darstellen. Eine Senkung der Beitragsbelastung während der ersten drei Jahre wäre daher nicht nur eine intelligente Investition in die Zukunft (Abg. Dr. Feurstein: Machen wir! Stimmen Sie zu!), sondern auch ein klares Willkommenssignal an alle potentiellen Jungunternehmer.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nichts haben Sie gemacht, sagt der Herr Helmel, meine Damen und Herren, der Bundesgeschäftsführer der Jungen Wirtschaft, der es wissen müßte. Und dann sagt er: Die Regierung prolongiert ihr jungunternehmerisches Debakel unnötig lang. – Ende dieses Zitats. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir sind nicht die Krankjammerer. Wir wollen nur die Dinge auf den Punkt bringen, das heißt, das Bohren harter Bretter ist angesagt, Herr Bundesminister. Nehmen Sie endlich einmal die rosarote Brille ab, denn sonst wird den österreichischen Wirtschaftstreibenden schwarz vor den Augen, und das wollen wir verhindern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Also Helmel hat recht; er beruft sich auf diese Zahl. Ein Schuß ins wirtschaftspolitische Knie, meine Damen und Herren, ist Ihre sogenannte Gründeroffensive! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg.Schwemlein: Mehr!
Ich stehe noch unter dem Eindruck – und der Herr Kollege Schwarzenberger war dabei – eines Gespräches am vergangenen Dienstag, bei dem die Abgeordneten der drei wichtigen Parteien dabei waren, eines Gesprächs mit vier Wirtschaftstreibenden, Industriellen aus Salzburg: MACO – 900 Mitarbeiter –, WIBERG – 350 Mitarbeiter –, SENOPLAST – mehr als 100 Mitarbeiter –, Kuchler Gipswerke – 100 Mitarbeiter. (Abg.Schwemlein: Mehr!) Mehr als 100 Mitarbeiter. (Abg. Schwemlein: Viel mehr!) Viel mehr, okay, ist ja egal.
Abg. Schwemlein: Viel mehr!
Ich stehe noch unter dem Eindruck – und der Herr Kollege Schwarzenberger war dabei – eines Gespräches am vergangenen Dienstag, bei dem die Abgeordneten der drei wichtigen Parteien dabei waren, eines Gesprächs mit vier Wirtschaftstreibenden, Industriellen aus Salzburg: MACO – 900 Mitarbeiter –, WIBERG – 350 Mitarbeiter –, SENOPLAST – mehr als 100 Mitarbeiter –, Kuchler Gipswerke – 100 Mitarbeiter. (Abg.Schwemlein: Mehr!) Mehr als 100 Mitarbeiter. (Abg. Schwemlein: Viel mehr!) Viel mehr, okay, ist ja egal.
Abg. Aumayr: Das ist ein Skandal!
Diese Sätze sind nicht dem freiheitlichen Steuerprogramm entnommen, hätten aber diesem entnommen werden können. Wer sagt denn das? – Der Herr Stummvoll am Unternehmertag, am 2. 6. 1998, meine Damen und Herren. (Abg. Aumayr: Das ist ein Skandal!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind die Probleme, die Sie haben! Das ist eine wunderbare Forderung, aber Sie, Frau Tichy-Schreder, werden heute dann als Letztrednerin herauskommen und sagen: Das ist nicht so gemeint gewesen, genau so haben wir es nicht gemeint! Da haben wir halt etwas erzählt, weil Sonntag war, meine Damen und Herren. – Es ist Werktag angesagt, Frau Tichy-Schreder! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wir müssen den Betrieben wieder das Wirtschaften ermöglichen.
Abg. Mag. Posch: Die muß kommen!
Und einen Satz noch zur linken Reichshälfte, weil die Arbeitszeitverkürzung wieder angetönt ist, als wäre das überhaupt das Seligmachende. (Abg. Mag. Posch: Die muß kommen!) Die Geschichte der Arbeitszeitverkürzung ist die Geschichte der Arbeitslosigkeit und die Geschichte der Schwarzarbeit. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das hat kein Geringerer gesagt als Ihr großes Vorbild Tony Blair, und auch Schröder sagte das.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und einen Satz noch zur linken Reichshälfte, weil die Arbeitszeitverkürzung wieder angetönt ist, als wäre das überhaupt das Seligmachende. (Abg. Mag. Posch: Die muß kommen!) Die Geschichte der Arbeitszeitverkürzung ist die Geschichte der Arbeitslosigkeit und die Geschichte der Schwarzarbeit. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das hat kein Geringerer gesagt als Ihr großes Vorbild Tony Blair, und auch Schröder sagte das.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir wollen auch in diesem Lande leben können, nicht nur in einer gesunden Umwelt, sondern in einer Wirtschaftsstruktur, die es ermöglicht, Lehrlinge auszubilden, Steuern zu zahlen und konkurrenzfähig zu sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Diesen Bankomat gibt es noch nicht, wo man nur herausholen kann, ohne etwas hineinzugeben. (Beifall bei der ÖVP.) Ein Bundesbudget kann umschichten, aber es muß auch alles bezahlt werden, was ausgegeben wird.
Abg. Aumayr: Und wer beschließt die Rahmenbedingungen?
Der Agrarsektor war im Jahre 1997 von einem Anstieg der land- und forstwirtschaftlichen Produktion um 2,5 Prozent auf rund 63 Milliarden Schilling gekennzeichnet. Diese Steigerung der Endproduktion ist in erster Linie auf bessere Preise und auf mehr Einschlag in der Forstwirtschaft zurückzuführen. Hier gäbe es noch Reserven, wenn entsprechende Rahmenbedingungen vorhanden wären. (Abg. Aumayr: Und wer beschließt die Rahmenbedingungen?)
Beifall bei der ÖVP.
Mit den Auflagen aber, die wir in Europa haben, etwa mit den Umweltauflagen, mit den Tierschutzauflagen, auch mit den Sozialauflagen, zu denen wir uns bekennen, können wir nicht mit Weltmarktpreisen konkurrieren. Das heißt, wir brauchen vernünftige Regelungen, und ich hoffe, daß im Rahmen der Agenda 2000 innerhalb eines Jahres Regelungen gefunden werden, die auch die Bauern akzeptieren können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zum Herrn Abgeordneten Schwarzenberger: Du weißt, wir haben uns darauf verständigt, sehr rasch ein Biomassezentrum als Kompetenzzentrum ins Leben zu rufen, weil der Waldzuwachs in Österreich auf Dauer dazu einlädt, das optimal für E-Wirtschaft und Biogasnutzung zu verwenden. – Danke, Herr Präsident. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie wurden in Anträgen aufgefordert, endlich einmal die Haftung von 13 Milliarden Schilling zu übernehmen, damit diese Bewerbung auch entsprechend und pünktlich am 1. September dieses Jahres abgegeben werden kann. – Das ist Ihnen völlig egal, unerheblich, das prallt am sozialistischen Jackett ab, das interessiert Sie nicht, was da unten passiert, denn dort sind die Roten eher am Aussterben begriffen, und daher unterstützen Sie sie nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Feurstein: Wissen Sie das?
Wo ist die Attraktivierung der Ausbildung? Wo greifen denn Ihre Maßnahmen, die Sie mit Hunderten Millionen Schilling unterstützen? – Trotz allem werden 7 000 Lehrlinge im Herbst dieses Jahres "übrigbleiben". (Abg. Dr. Feurstein: Wissen Sie das?)
Abg. Dr. Feurstein: Woher wissen Sie das?
Wo ist die Verbesserung der Lebenseinkommen der Arbeiter in Österreich geblieben? Wo ist die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten? (Abg. Dr. Feurstein: Woher wissen Sie das?) Da meldet sich der Richtige, der Herr Feurstein, der immer aus der geschützten Werkstätte spricht! Ich sage Ihnen: Sie sind mitverantwortlich dafür, daß die heimischen Arbeitnehmer immer schlechtere Bedingungen haben. Das ist Ihre Art der Sozialpolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Feurstein und Rosemarie Bauer. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Feurstein und Rosemarie Bauer.
Wo ist die Verbesserung der Lebenseinkommen der Arbeiter in Österreich geblieben? Wo ist die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten? (Abg. Dr. Feurstein: Woher wissen Sie das?) Da meldet sich der Richtige, der Herr Feurstein, der immer aus der geschützten Werkstätte spricht! Ich sage Ihnen: Sie sind mitverantwortlich dafür, daß die heimischen Arbeitnehmer immer schlechtere Bedingungen haben. Das ist Ihre Art der Sozialpolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Feurstein und Rosemarie Bauer. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sind nicht einmal in der Lage, die 55. ASVG-Novelle ordnungsgemäß über die Bühne zu bringen. Monatelang wird mit Krämpfen gearbeitet. Sie sind einer der Hauptverantwortlichen dafür. Sie sind Bremser, Hemmer einer guten Entwicklung in der Sozialpolitik in diesem Lande! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Japan ist kein gutes Beispiel!
Was ist denn mit Ihrem Bündnis mit dem derzeitigen Bundeskanzler Kohl in Deutschland, der seit kurzem sehr wohl massiv eine Senkung der Beiträge in seinem Land verlangt? Wo ist denn Ihr Ruf danach? Es heißt immer, das geht bei uns nicht. Bei uns geht überhaupt alles nicht! In Japan geht das, daß man mit sofortiger Wirkung die Lohnsteuer senkt; bei uns geht das nicht. Wir müssen warten bis zum Jahr 2001. (Abg. Dr. Nowotny: Japan ist kein gutes Beispiel!) – Na gut, Sie als Privilegienritter sind davon in keiner Weise betroffen. Sie sind nur nicht Direktor der EZB geworden – das ist das einzige, das Ihnen weh tut. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Können Sie auch sachlich argumentieren?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Können Sie auch sachlich argumentieren?
Was ist denn mit Ihrem Bündnis mit dem derzeitigen Bundeskanzler Kohl in Deutschland, der seit kurzem sehr wohl massiv eine Senkung der Beiträge in seinem Land verlangt? Wo ist denn Ihr Ruf danach? Es heißt immer, das geht bei uns nicht. Bei uns geht überhaupt alles nicht! In Japan geht das, daß man mit sofortiger Wirkung die Lohnsteuer senkt; bei uns geht das nicht. Wir müssen warten bis zum Jahr 2001. (Abg. Dr. Nowotny: Japan ist kein gutes Beispiel!) – Na gut, Sie als Privilegienritter sind davon in keiner Weise betroffen. Sie sind nur nicht Direktor der EZB geworden – das ist das einzige, das Ihnen weh tut. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Können Sie auch sachlich argumentieren?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Können Sie auch sachlich argumentieren?
Sie sind kein Betroffener davon. Sie zahlen zwar die Lohnsteuer aus der linken Tasche, aber der Arbeitnehmer, der drei Jahre lang keine Lohnerhöhung bekommt, der leidet unter Ihrer Politik. Das geht bis hin zur Sistierung der Lohnsteuerfreibeträge, die Sie aktivieren. Sie sind der, der die Einkommen kürzt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Können Sie auch sachlich argumentieren?) Sie reden locker, Sie sind einmal da, dann sind Sie nicht da, dann gehen Sie auf die Universität und lehren ein bißchen, dann bewerben Sie sich wieder bei einer Bank. – Das ist Ihre Tätigkeit. Sie wollen Sozialdemokrat sein?! (Abg. Dr. Nowotny: Sie können nicht sachlich argumentieren!) – Wohl, ich argumentiere sachlich. Ich argumentiere gerne sachlich (Abg. Dr. Nowotny: Dann machen Sie es einmal!), wenn Sie bereit sind, einmal einen Vorschlag einzubringen, wie die Lohnsteuer für die heimischen Arbeitnehmer rasch und umfassend gesenkt werden kann. Die kalte Progression allein frißt Milliarden Schilling weg. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Sie können nicht sachlich argumentieren!
Sie sind kein Betroffener davon. Sie zahlen zwar die Lohnsteuer aus der linken Tasche, aber der Arbeitnehmer, der drei Jahre lang keine Lohnerhöhung bekommt, der leidet unter Ihrer Politik. Das geht bis hin zur Sistierung der Lohnsteuerfreibeträge, die Sie aktivieren. Sie sind der, der die Einkommen kürzt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Können Sie auch sachlich argumentieren?) Sie reden locker, Sie sind einmal da, dann sind Sie nicht da, dann gehen Sie auf die Universität und lehren ein bißchen, dann bewerben Sie sich wieder bei einer Bank. – Das ist Ihre Tätigkeit. Sie wollen Sozialdemokrat sein?! (Abg. Dr. Nowotny: Sie können nicht sachlich argumentieren!) – Wohl, ich argumentiere sachlich. Ich argumentiere gerne sachlich (Abg. Dr. Nowotny: Dann machen Sie es einmal!), wenn Sie bereit sind, einmal einen Vorschlag einzubringen, wie die Lohnsteuer für die heimischen Arbeitnehmer rasch und umfassend gesenkt werden kann. Die kalte Progression allein frißt Milliarden Schilling weg. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Dann machen Sie es einmal!
Sie sind kein Betroffener davon. Sie zahlen zwar die Lohnsteuer aus der linken Tasche, aber der Arbeitnehmer, der drei Jahre lang keine Lohnerhöhung bekommt, der leidet unter Ihrer Politik. Das geht bis hin zur Sistierung der Lohnsteuerfreibeträge, die Sie aktivieren. Sie sind der, der die Einkommen kürzt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Können Sie auch sachlich argumentieren?) Sie reden locker, Sie sind einmal da, dann sind Sie nicht da, dann gehen Sie auf die Universität und lehren ein bißchen, dann bewerben Sie sich wieder bei einer Bank. – Das ist Ihre Tätigkeit. Sie wollen Sozialdemokrat sein?! (Abg. Dr. Nowotny: Sie können nicht sachlich argumentieren!) – Wohl, ich argumentiere sachlich. Ich argumentiere gerne sachlich (Abg. Dr. Nowotny: Dann machen Sie es einmal!), wenn Sie bereit sind, einmal einen Vorschlag einzubringen, wie die Lohnsteuer für die heimischen Arbeitnehmer rasch und umfassend gesenkt werden kann. Die kalte Progression allein frißt Milliarden Schilling weg. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sind kein Betroffener davon. Sie zahlen zwar die Lohnsteuer aus der linken Tasche, aber der Arbeitnehmer, der drei Jahre lang keine Lohnerhöhung bekommt, der leidet unter Ihrer Politik. Das geht bis hin zur Sistierung der Lohnsteuerfreibeträge, die Sie aktivieren. Sie sind der, der die Einkommen kürzt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Können Sie auch sachlich argumentieren?) Sie reden locker, Sie sind einmal da, dann sind Sie nicht da, dann gehen Sie auf die Universität und lehren ein bißchen, dann bewerben Sie sich wieder bei einer Bank. – Das ist Ihre Tätigkeit. Sie wollen Sozialdemokrat sein?! (Abg. Dr. Nowotny: Sie können nicht sachlich argumentieren!) – Wohl, ich argumentiere sachlich. Ich argumentiere gerne sachlich (Abg. Dr. Nowotny: Dann machen Sie es einmal!), wenn Sie bereit sind, einmal einen Vorschlag einzubringen, wie die Lohnsteuer für die heimischen Arbeitnehmer rasch und umfassend gesenkt werden kann. Die kalte Progression allein frißt Milliarden Schilling weg. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Das zahlt sich gar nicht aus!
Ich bin gerne bereit (Abg. Dr. Nowotny: Das zahlt sich gar nicht aus!), aber Sie können nur polemisieren. Sie können ausschließlich polemisieren, und daher freue ich mich, da Sie eine sachliche Kooperation wollen ... (Abg. Dr. Haider: Die warnen ja im NEWS vor einer Lohnsteuersenkung!) – Ja, genauso ist es, sie warnen. 45 Prozent Abgabenquote. – Ich würde sie noch weiter erhöhen! (Abg. Dr. Nowotny: Ich bin für den Sozialstaat!) Aber nur so lange es Sie betrifft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) Herr Universitätsprofessor, da kennen Sie mich schlecht. (Abg. Dr. Nowotny: Jetzt sind Sie sachlich!)
Abg. Dr. Haider: Die warnen ja im NEWS vor einer Lohnsteuersenkung!
Ich bin gerne bereit (Abg. Dr. Nowotny: Das zahlt sich gar nicht aus!), aber Sie können nur polemisieren. Sie können ausschließlich polemisieren, und daher freue ich mich, da Sie eine sachliche Kooperation wollen ... (Abg. Dr. Haider: Die warnen ja im NEWS vor einer Lohnsteuersenkung!) – Ja, genauso ist es, sie warnen. 45 Prozent Abgabenquote. – Ich würde sie noch weiter erhöhen! (Abg. Dr. Nowotny: Ich bin für den Sozialstaat!) Aber nur so lange es Sie betrifft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) Herr Universitätsprofessor, da kennen Sie mich schlecht. (Abg. Dr. Nowotny: Jetzt sind Sie sachlich!)
Abg. Dr. Nowotny: Ich bin für den Sozialstaat!
Ich bin gerne bereit (Abg. Dr. Nowotny: Das zahlt sich gar nicht aus!), aber Sie können nur polemisieren. Sie können ausschließlich polemisieren, und daher freue ich mich, da Sie eine sachliche Kooperation wollen ... (Abg. Dr. Haider: Die warnen ja im NEWS vor einer Lohnsteuersenkung!) – Ja, genauso ist es, sie warnen. 45 Prozent Abgabenquote. – Ich würde sie noch weiter erhöhen! (Abg. Dr. Nowotny: Ich bin für den Sozialstaat!) Aber nur so lange es Sie betrifft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) Herr Universitätsprofessor, da kennen Sie mich schlecht. (Abg. Dr. Nowotny: Jetzt sind Sie sachlich!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.
Ich bin gerne bereit (Abg. Dr. Nowotny: Das zahlt sich gar nicht aus!), aber Sie können nur polemisieren. Sie können ausschließlich polemisieren, und daher freue ich mich, da Sie eine sachliche Kooperation wollen ... (Abg. Dr. Haider: Die warnen ja im NEWS vor einer Lohnsteuersenkung!) – Ja, genauso ist es, sie warnen. 45 Prozent Abgabenquote. – Ich würde sie noch weiter erhöhen! (Abg. Dr. Nowotny: Ich bin für den Sozialstaat!) Aber nur so lange es Sie betrifft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) Herr Universitätsprofessor, da kennen Sie mich schlecht. (Abg. Dr. Nowotny: Jetzt sind Sie sachlich!)
Abg. Dr. Nowotny: Jetzt sind Sie sachlich!
Ich bin gerne bereit (Abg. Dr. Nowotny: Das zahlt sich gar nicht aus!), aber Sie können nur polemisieren. Sie können ausschließlich polemisieren, und daher freue ich mich, da Sie eine sachliche Kooperation wollen ... (Abg. Dr. Haider: Die warnen ja im NEWS vor einer Lohnsteuersenkung!) – Ja, genauso ist es, sie warnen. 45 Prozent Abgabenquote. – Ich würde sie noch weiter erhöhen! (Abg. Dr. Nowotny: Ich bin für den Sozialstaat!) Aber nur so lange es Sie betrifft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) Herr Universitätsprofessor, da kennen Sie mich schlecht. (Abg. Dr. Nowotny: Jetzt sind Sie sachlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Professor! Ich lade Sie ein: Gehen Sie einmal mit mir gemeinsam in ein Arbeitergasthaus, und dann diskutieren wir darüber! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Da hat er recht!
Helmut Haigermoser! Ich bin der letzte, der sagt, die Rahmenbedingungen sind so exzellent, wir sollten sie überhaupt nicht ändern. Ich bin sehr wohl der Auffassung, daß man über Rahmenbedingungen täglich nachdenken und sie immer wieder erneuern muß. Um uns ändert sich alles, daher muß man auch Rahmenbedingungen ändern. (Abg. Haigermoser: Da hat er recht!) Das ist einmal der erste Grundsatz dazu. Ich weiß, und das ist durchaus legitim, die Opposition sagt: Das hätte schon gestern passieren sollen. (Abg. Haigermoser: Ich bin schon mit morgen zufrieden!) – Laß mich doch auch einmal ein bißchen übertreiben! – Na gut, also morgen.
Abg. Haigermoser: Ich bin schon mit morgen zufrieden!
Helmut Haigermoser! Ich bin der letzte, der sagt, die Rahmenbedingungen sind so exzellent, wir sollten sie überhaupt nicht ändern. Ich bin sehr wohl der Auffassung, daß man über Rahmenbedingungen täglich nachdenken und sie immer wieder erneuern muß. Um uns ändert sich alles, daher muß man auch Rahmenbedingungen ändern. (Abg. Haigermoser: Da hat er recht!) Das ist einmal der erste Grundsatz dazu. Ich weiß, und das ist durchaus legitim, die Opposition sagt: Das hätte schon gestern passieren sollen. (Abg. Haigermoser: Ich bin schon mit morgen zufrieden!) – Laß mich doch auch einmal ein bißchen übertreiben! – Na gut, also morgen.
Abg. Böhacker: Ich bin gerne bereit, mit Ihnen zu diskutieren!
Auch ich hätte gerne manches rascher geändert. Der Wirtschaftsminister sagt: Ich bekenne mich dazu, daß natürlich einige Dinge wieder raschest geändert werden müssen, zum Beispiel die Wirtschaftstreuhänderordnung. Dabei geht es nicht um den Buchhalter und den Selbständigen allein, Kollege Böhacker. Da geht es um viele Dinge. Es geht primär unter anderem auch darum, daß die Klein- und Mittelbetriebe – diese stehen immer wieder im Raum – im Wettbewerb Zugang zu kostengünstigerer Beratung haben, unter Umständen auch zu einer rascheren Beratung. Das werden wir diskutieren. Wir hoffen, daß wir das im Herbst machen können. (Abg. Böhacker: Ich bin gerne bereit, mit Ihnen zu diskutieren!)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Haigermoser.
Auch das ist mir noch zuwenig, lieber Helmut Haigermoser! Minister Farnleitner kündigt an, daß wir ein umfassendes Anlagenrecht schaffen. Genau das brauchen wir, weil noch immer etliche Dinge nicht so sind, daß sie den jetzigen Rahmenbedingungen optimal entsprechen. Es ist aber im Laufen. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Haigermoser. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Der Betrieb braucht kein Grenzlager mehr, er kann direkt liefern. Das "just in time" ist heute von Österreich aus möglich. Das sind Dinge, die eine Verbesserung gebracht haben. Das sind Verbesserungen der Rahmenbedingungen. Tun wir doch nicht so, als wäre das etwas anderes! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Böhacker. )
Abg. Haigermoser: Wir müssen uns einmal anders unterhalten!
Herr Kollege! Ich könnte noch etliche Dinge erwähnen. Das ist die Realität. Oder: der Wegfall der Ursprungsregelungen. – Warum hat sich in manchen Bereichen der Textilwirtschaft im Export gerade ... – Ich muß schon wieder aufhören, aber ich könnte jetzt eine Fülle von Dingen sagen, bei denen sich die Situation verbessert hat. (Abg. Haigermoser: Wir müssen uns einmal anders unterhalten!)
Beifall bei der SPÖ.
Eine Zahl darf ich zum Schluß noch nennen. Es kann doch kein Zufall sein, es ist ja heute kein Export mehr im herkömmlichen Sinn, daß die Lieferungen in die EU gerade von Klein- und Mittelbetrieben um 60 Prozent gestiegen sind! Das sind doch Fakten! Das hat doch nichts mit Beweihräuchern zu tun, sondern das ist die wirtschaftliche Realität, und über diese sollten wir reden. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Heindl.
Abgeordneter Ing. Wolfgang Nußbaumer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Abgeordneter Heindl! Wissen Sie, der Bericht ist eine Beweihräucherung. Denn das Außenhandelsdefizit mit der OECD macht allein 107 Milliarden Schilling aus, und man weiß auch, warum die OECD immer wieder einmahnt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Heindl. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder: Herr Ingenieur Nußbaumer!
Wenn man aber in die Tiefe geht, dann erstrahlt eigentlich nur die Fassade aus diesen Berichten. Beim Gerät des Bundesheeres blitzen an sich nur mehr die Trompeten der Gardemusik auf, das haben wir gestern sehr eindrucksvoll gesehen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Tichy-Schreder: Herr Ingenieur Nußbaumer!) Es sind keine Investitionsmittel für die Geräte an sich vorhanden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die EU-Präsidentschaft strahlt auch in die Welt, Herr Bundesminister! Sie fordern Harmonisierung. Diese hätte man an sich schon vor dem Beitritt einleiten müssen. Ich gebe Ihnen recht, Harmonisierung ist notwendig. Aber die Liste der österreichischen Verstöße gegen europäisches Gemeinschaftsrecht wird immer länger: Sparbuch, Maut, Vergabenordnung, Salami. – Das sind nur die Themen und Schlagzeilen der Medien. In Wirklichkeit ist die Harmonisierung, die notwendig und eine Chance gewesen wäre, jetzt im Zusammenhang mit dem ElWOG jedenfalls keine Liberalisierung im Sinne der Europäischen Union. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Herr Minister! Das Ergebnis, das Ihr Kollege Farnleitner mit den Patenten und Mustern gebracht hat, ist wirklich kein echtes, denn Gebrauchsmuster genießen in der Welt kaum einen Schutz – vielleicht noch in Österreich, aber nicht in der Welt. Also: Mit Gebrauchsmustern können Sie sich "schleichen", wenn Sie nach Amerika oder nach Japan exportieren wollen. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Abg. Haigermoser: So ist es!
Noch etwas erscheint mir typisch – das haben nicht Sie gesagt, aber ich möchte es trotzdem erwähnen. Farnleitner hat ausschließlich Beispiele aus der Großindustrie gebracht: General Motors, Stronach – überall dort setzt er sich ein. Für die klein- und mittelständischen Unternehmen ist offensichtlich weder Zeit noch Neigung vorhanden. (Abg. Haigermoser: So ist es!) Das erinnert mich sehr an meine Zeit im Europäischen Parlament. Bangemann ist auch nur – und man hat es ihm auch angesehen – mit den Leuten der Großindustrie ausgegangen und hat sich einen Schmarren um die klein- und mittelständischen Unternehmen gekümmert. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Richtig! Genau!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Richtig! Genau!
Noch etwas erscheint mir typisch – das haben nicht Sie gesagt, aber ich möchte es trotzdem erwähnen. Farnleitner hat ausschließlich Beispiele aus der Großindustrie gebracht: General Motors, Stronach – überall dort setzt er sich ein. Für die klein- und mittelständischen Unternehmen ist offensichtlich weder Zeit noch Neigung vorhanden. (Abg. Haigermoser: So ist es!) Das erinnert mich sehr an meine Zeit im Europäischen Parlament. Bangemann ist auch nur – und man hat es ihm auch angesehen – mit den Leuten der Großindustrie ausgegangen und hat sich einen Schmarren um die klein- und mittelständischen Unternehmen gekümmert. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Richtig! Genau!)
Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Die nationale Ordnungspolitik, die eigentlich von uns, vom Parlament ausgehen müßte, wird bei einer stetig wachsenden Verflechtung der Volkswirtschaften durch einen stetig steigenden Warendienstleistungs- und Kapitalaustausch über die Landesgrenzen hinaus immer mehr eingeschränkt. Wir haben uns daher in der Wirtschaftspolitik klar darüber zu sein, daß global agierende Unternehmen durch die Ausrichtung auf internationale Märkte in Zukunft immer mehr den nationalen Rahmenbedingungen entfliehen. Andererseits hat Österreich mit seiner wirtschaftlichen Struktur sicherlich alle Chancen, in seinen Betrieben mit unseren Nachbarländern im Westen und vor allem auch im Osten die Europäisierung voranzutreiben. (Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vergessen wir daher über die Globalisierungseuphorie hinaus nicht Europa, denn hier kann sich die Wirtschaft in Ruhe, Sicherheit und großer Stabilität entwickeln. Kürzlich stand in der "Zürcher Zeitung" zu lesen: Wer nichts riskiert, riskiert am meisten. Dieses Motto gilt uneingeschränkt für jeden Unternehmer. Es sollte auch für uns gelten. Auch wir, die Träger der Ordnungspolitik, werden in Zukunft den Unternehmern Freiräume schaffen, damit sie unternehmen können und nicht unterlassen müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es bleibt nur mehr der Faktor Arbeit übrig. Arbeit ist nämlich immobil, sieht man vom oberen und unteren Segment der Einkommenspalette ab. Mobiles Kapital ist kaum besteuerbar, da es ansonsten sofort Ausweichreaktionen gibt. Für eine Besteuerung des relativ immobilen Faktors Arbeit können wir meiner Überzeugung nach nicht sein, und die ÖVP steht dazu, daß die Arbeit nicht weiter belastbar ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Unsere soziale Marktwirtschaft ist mehr als je zuvor in ihrer ethischen Grundhaltung, nämlich der Gemeinwertorientierung, gefordert und von größter Bedeutung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dies ist die Grundlage, auf die wir bauen können und auf der wir das verwirklichen können, was Josef Taus einmal gesagt hat. Er meinte, die Zukunft werde ein großes Abenteuer, auch für die Österreicher, auch für Österreich. Das sei gut für die Jungen, die Herausforderungen zu meistern haben werden, die wir Alten, die ältere Generation, noch nicht einmal gekannt hätten. Wir von der ÖVP stehen auf der Seite jener Menschen, die diese Zukunft in diesem Sinne meistern wollen und werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Jetzt ist es natürlich schwer! – Abg. Mag. Schweitzer: Sehr schwer!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Als nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Schweitzer. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Stummvoll: Jetzt ist es natürlich schwer! – Abg. Mag. Schweitzer: Sehr schwer!)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist nicht schwer! – Abg. Dr. Rasinger: Super! – Abg. Öllinger: Noch schneller!
(Abg. Dr. Stummvoll: Das ist nicht schwer! – Abg. Dr. Rasinger: Super! – Abg. Öllinger: Noch schneller!) Herr Kollege Stummvoll! Sie und Ihre Partei treten immer für die kleinen und mittleren Unternehmen ein, die besonders gestärkt, gefördert und entlastet werden müssen. (Abg. Dr. Stummvoll: Wir treten dafür ein! Ja!)
Abg. Dr. Stummvoll: Wir treten dafür ein! Ja!
(Abg. Dr. Stummvoll: Das ist nicht schwer! – Abg. Dr. Rasinger: Super! – Abg. Öllinger: Noch schneller!) Herr Kollege Stummvoll! Sie und Ihre Partei treten immer für die kleinen und mittleren Unternehmen ein, die besonders gestärkt, gefördert und entlastet werden müssen. (Abg. Dr. Stummvoll: Wir treten dafür ein! Ja!)
Abg. Mag. Kukacka: Da waren Sie aber auch dafür! – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.
Sie wissen, daß auch Lenzing sich darum bemüht, es aber nicht bekommen hat. Inzwischen sind in Lenzing 500 Arbeitsplätze eingespart worden. In Heiligenkreuz hat man 116 Arbeitsplätze mit einer Gesamtinvestition von bis jetzt 2,2 Milliarden Schilling geschaffen. (Abg. Mag. Kukacka: Da waren Sie aber auch dafür! – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny. ) Schauen Sie in den Rechnungshofbericht, dort steht es, Herr Kollege Nowotny: 2,2 Milliarden Schilling. Das Land Burgenland hat das Kapital für die Kofinanzierung nicht gehabt und im Nicht-EU-Land Schweiz einen Kredit aufnehmen müssen, der jetzt über Jahrzehnte zurückzuzahlen ist.
Abg. Mag. Kukacka: Sie waren dafür bei der Gründung!
Sehen wir uns diesen Vorzeigebetrieb in Heiligenkreuz nun einmal genauer an: Die Inbetriebnahme erfolgte vor einem Jahr, ausgelegt auf eine Gesamtproduktion, Herr Kollege Stummvoll, von 80 000 Jahrestonnen! (Abg. Mag. Kukacka: Sie waren dafür bei der Gründung!) Nun stellt man fest, daß der Markt insgesamt nur 15 000 Jahrestonnen benötigt und davon mehr als 80 Prozent von der Konkurrenz geliefert werden. Für Lyocell-Heiligenkreuz bleibt ein Segment von mageren 12 Prozent. Wissen Sie, wieviel das ausmacht? – 1 800 Jahrestonnen! Liaunig hat es mir im Rechnungshofausschuß bestätigt. Von 80 000 Jahrestonnen Gesamtkapazität bringen Sie ganze 1 800 auf dem Markt unter, der Rest – und es ist erst eine Linie in Betrieb – geht ins Lager.
Abg. Mag. Kukacka: Aber Sie waren dafür! – Abg. Haigermoser: Das ist ja nicht wahr! Dagegen waren wir!
Die Lagerkapazitäten sind jedoch erschöpft. Wissen Sie, was Sie nun mit dem Leitbetrieb tun müssen? Sie müssen ihn im Sommer zusperren! Herr Kollege Stummvoll! Sie müssen diesen "tollen" Leitbetrieb für sechs Wochen zusperren (Abg. Mag. Kukacka: Aber Sie waren dafür! – Abg. Haigermoser: Das ist ja nicht wahr! Dagegen waren wir!), weil nach diesem Produkt auf dem Markt keine Nachfrage herrscht.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Warum waren Sie ursprünglich dafür?
2,2 Milliarden Schilling für einen Betrieb, der bereits zusperrt! Das ist Ihre Wirtschaftskompetenz, das ist Ihre Wirtschaftsförderung, meine Damen und Herren von Rot und Schwarz. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Warum waren Sie ursprünglich dafür?) Wir waren dagegen! Denn wir sind dafür, daß diese Unsummen an Förderungen in die kleinen und mittleren Betriebe gehen, wo wirklich die Arbeitsplätze geschaffen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
2,2 Milliarden Schilling für einen Betrieb, der bereits zusperrt! Das ist Ihre Wirtschaftskompetenz, das ist Ihre Wirtschaftsförderung, meine Damen und Herren von Rot und Schwarz. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Warum waren Sie ursprünglich dafür?) Wir waren dagegen! Denn wir sind dafür, daß diese Unsummen an Förderungen in die kleinen und mittleren Betriebe gehen, wo wirklich die Arbeitsplätze geschaffen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Diese sozialistischen Wirtschaftsexperten haben mit 2,2 Milliarden Schilling ganze 116 Arbeitsplätze geschaffen, und jetzt, nach einem Jahr Betrieb, muß sechs Wochen lang zugesperrt werden, weil die Lagerhallen voll sind. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Dazu kommt noch etwas, das sehr kompliziert klingt, Herr Kollege Schwarzenberger: Aufsichtsratsvorsitzender Liaunig sagte im Ausschuß, daß es ein Defibrilierungsproblem mit der Faser gebe. Auf deutsch heißt das, daß sich die Faser bei der Verarbeitung auflöst. Stellen Sie sich das vor! Jetzt löst sich auch noch das Produkt auf! Es ist gut, daß Sie nicht mehr verkauft haben, sonst würde sich noch mehr auflösen! (Zwischenruf des Abg. Öllinger. )
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Ich will damit sagen: Man macht einer Region Hoffnungen, der Leitbetrieb werde unzählige Folgebetriebe nach sich ziehen. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Bis jetzt gibt es in Heiligenkreuz keinen einzigen Folgebetrieb, der Leitbetrieb sperrt aber bereits wieder zu, weil Sie das Produkt auf dem Markt nicht unterbringen können und weil sich das Produkt auch als nicht verarbeitungsfähig erwiesen hat. Sie können das Produkt, das sich auflöst, einlagern, solange die Kapazitäten reichen. Wenn die Kapazitäten für das Einlagern erschöpft sind, dann müssen Sie den Betrieb für sechs Wochen zusperren. (Abg. Öllinger: Dann müssen Sie das Produkt auflösen!)
Abg. Öllinger: Dann müssen Sie das Produkt auflösen!
Ich will damit sagen: Man macht einer Region Hoffnungen, der Leitbetrieb werde unzählige Folgebetriebe nach sich ziehen. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Bis jetzt gibt es in Heiligenkreuz keinen einzigen Folgebetrieb, der Leitbetrieb sperrt aber bereits wieder zu, weil Sie das Produkt auf dem Markt nicht unterbringen können und weil sich das Produkt auch als nicht verarbeitungsfähig erwiesen hat. Sie können das Produkt, das sich auflöst, einlagern, solange die Kapazitäten reichen. Wenn die Kapazitäten für das Einlagern erschöpft sind, dann müssen Sie den Betrieb für sechs Wochen zusperren. (Abg. Öllinger: Dann müssen Sie das Produkt auflösen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Finanzminister! Liaunig hat gesagt, ein Verkauf von Lenzing scheitere im Moment daran, daß Sie den Klotz Lyocell am Bein haben. Der Leitbetrieb Heiligenkreuz-Lyocell ist also innerhalb eines Jahres zum "Klotz am Bein" geworden. Das ist Ihre Wirtschaftspolitik, das ist Ihre Wirtschaftskompetenz. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Vielleicht könnte man das Ganze in eine Weihraucherzeugung umbauen!
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Marizzi. 7 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Vielleicht könnte man das Ganze in eine Weihraucherzeugung umbauen!)
Abg. Schwarzenberger: Aber fast alles!
Abgeordneter Peter Marizzi (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Ich habe schon einmal gesagt, daß nicht alles, was die Freiheitlichen sagen, falsch ist (Abg. Schwarzenberger: Aber fast alles!) und auch nicht schlecht.
Abg. Meisinger: Sagen Sie das dem Kostelka und dem Khol!
Aber Herr Kollege Haider hat heute wieder einmal zu mir gesagt: Sie mit Ihren mafiosen Verbindungen. – Der Herr Bundespräsident hat bei seiner Angelobung gestern gemeint, man solle die Verrohung der Sprache zurückstellen. Ich habe zu euch hinübergeschaut, ihr habt dazu natürlich geklatscht, wenn auch sehr verhalten. Aber das ist so eure Art. Ihr stellt immer nur Dinge in den Raum. (Abg. Meisinger: Sagen Sie das dem Kostelka und dem Khol!) Ich habe damals für Kindberg, für die VOEST Aufträge akquiriert. Darauf bin ich stolz, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber Herr Kollege Haider hat heute wieder einmal zu mir gesagt: Sie mit Ihren mafiosen Verbindungen. – Der Herr Bundespräsident hat bei seiner Angelobung gestern gemeint, man solle die Verrohung der Sprache zurückstellen. Ich habe zu euch hinübergeschaut, ihr habt dazu natürlich geklatscht, wenn auch sehr verhalten. Aber das ist so eure Art. Ihr stellt immer nur Dinge in den Raum. (Abg. Meisinger: Sagen Sie das dem Kostelka und dem Khol!) Ich habe damals für Kindberg, für die VOEST Aufträge akquiriert. Darauf bin ich stolz, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rieß und Dipl.-Ing. Schöggl.
Herr Haider war in Taiwan, hat aber keinen einzigen Auftrag zurückgebracht. Er war auch oft in den USA, ich habe aber nichts davon gemerkt. Wir sind für die Wirtschaft da, wir haben Aufträge akquiriert. Daher kann er mir nicht ununterbrochen mafiose Verbindungen unterstellen. Halten Sie sich mit diesen Dingen und mit solchen Äußerungen zurück! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rieß und Dipl.-Ing. Schöggl. ) Seien Sie ruhig da oben auf den schlechten Plätzen!
Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Im Robinson-Club hat er auch "eingefädelt"!
Es ist meiner Ansicht nach notwendig, daß in manchen Sparten die Arbeit verteilt wird, da sonst die Arbeitslosigkeit zunimmt. Ich behaupte, daß es in manchen Sparten vielleicht notwendig sein wird, daß die Menschen in 20 Jahren etwa nur mehr 20 Stunden arbeiten. Das ist keine Linksideologie, sondern einfach ein Verteilungsmechanismus, um die Arbeit gerecht zu verteilen. Über all das können wir meiner Meinung nach diskutieren. (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Im Robinson-Club hat er auch "eingefädelt"!)
Abg. Schwarzenberger: Für die Opposition schon!
Ich darf noch etwas zitieren – und zwar nicht irgend etwas, sondern den Wifo-Bericht: "Österreichs Wirtschaft wächst heuer – bei kräftigem Warenexport und guter Industrie- und Investitionskonjunktur – real um 3 Prozent. 1999 kommt dem privaten Konsum eine tragende Rolle in der Expansion der Gesamtwirtschaft zu, die Konjunktur erreicht mit einem Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent einen Höhepunkt. Unter diesen Bedingungen weitet sich auch die Beschäftigung aus und steigt auf ein neues Rekordniveau. Die Arbeitslosigkeit geht im kommenden Jahr erstmals seit 1994 zurück." – Nun, ist das schlecht? (Abg. Schwarzenberger: Für die Opposition schon!) Können wir darauf nicht stolz sein, meine Damen und Herren? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich darf noch etwas zitieren – und zwar nicht irgend etwas, sondern den Wifo-Bericht: "Österreichs Wirtschaft wächst heuer – bei kräftigem Warenexport und guter Industrie- und Investitionskonjunktur – real um 3 Prozent. 1999 kommt dem privaten Konsum eine tragende Rolle in der Expansion der Gesamtwirtschaft zu, die Konjunktur erreicht mit einem Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent einen Höhepunkt. Unter diesen Bedingungen weitet sich auch die Beschäftigung aus und steigt auf ein neues Rekordniveau. Die Arbeitslosigkeit geht im kommenden Jahr erstmals seit 1994 zurück." – Nun, ist das schlecht? (Abg. Schwarzenberger: Für die Opposition schon!) Können wir darauf nicht stolz sein, meine Damen und Herren? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Muß man ununterbrochen madig machen, heruntermachen, beschimpfen, persönlich denunzieren? Das ist Ihr politisches Strickmuster, und mit diesem Strickmuster bleiben Sie auf der Strecke. Das sage ich Ihnen in aller Deutlichkeit! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Böhacker: Da gibt es aber noch andere Facetten!
Schauen Sie sich bitte – und auch der Herr Bundesminister für Finanzen – den ÖIAG-Bericht an (der Redner zeigt den Geschäftsbericht der ÖIAG für 1997): Vor zehn Jahren war es ein Schrotthaufen, heute ist es ein Leistungskonzern, ein strategischer Konzern der Sonderklasse. Seien wir ein bißchen stolz, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Böhacker: Da gibt es aber noch andere Facetten!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Smolle.
Abschließend kann ich nur sagen: Die österreichische Bundesregierung hat wirklich mit Elan gearbeitet. Das ist vor allem aus den Noten für Herrn Finanzminister Edlinger in der Zeitschrift "News" ersichtlich: Er hat fast eine glatte Eins bekommen, auf die wir, Herr Finanzminister Edlinger, auch stolz sind. Es zeichnet uns aus, daß wir einen so guten Finanzminister haben und auch einen, ich betone das, in der Zusammenarbeit so guten Wirtschaftsminister. Wir sind stolz auf die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich, und diese beiden Minister tragen wesentlich dazu bei. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Smolle. )
Abg. Smolle: Verblasen Sie den Weihrauch!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Aumayr. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Smolle: Verblasen Sie den Weihrauch!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Ihr macht ja unsere Produkte immer schlecht!
Herr Kollege Schwarzenberger! Sie müssen sich vorstellen: 1995 lagen die Agrarimporte bei 43 Milliarden Schilling, nur zwei Jahre später, 1997, haben wir Agrarimporte um 53 Milliarden Schilling. Das muß man sich einmal vorstellen, Herr Kollege Schwarzenberger! Entscheidend ist noch ein Satz in diesem Artikel: "Das Defizit entfällt fast zur Gänze auf den Handel mit der Europäischen Union, mit Drittstaaten gibt es eine ausgeglichene Bilanz."xxxvgl.Sd. – Das heißt, Sie sind wegen Ihrer Politik und trotz Millionenschröpfaktionen der Agrarmarkt Austria, die bei den Bauern Marketingbeiträge kassiert, nicht in der Lage, mit den von Ihnen vorhin so gelobten österreichischen Agrarprodukten endlich eine Exportoffensive in die Europäische Union zu starten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Ihr macht ja unsere Produkte immer schlecht!)
Abg. Schwarzenberger: Ist das schlecht? – Abg. Dr. Nowotny: Ist das schlecht?
Sie reden wie der Blinde von der Farbe, Herr Kollege Schwarzenberger! Sie machen die österreichische Landwirtschaft zu einem Sozialfall! Ich habe Sie beobachtet. Während Herr Kollege Marizzi gesprochen und die Reallohnsteigerungen bei den Arbeitnehmern gelobt hat, haben Sie geklatscht. (Abg. Schwarzenberger: Ist das schlecht? – Abg. Dr. Nowotny: Ist das schlecht?) Aber im gleichen Fall machen Sie eine Politik, durch die die Einkommen der Bauern ... (Abg. Schwarzenberger: Ich bin dafür, daß alle am Wohlstand teilnehmen!) Vielleicht denken Sie einmal darüber nach, wen Sie eigentlich in diesem Haus vertreten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Ich bin dafür, daß alle am Wohlstand teilnehmen!
Sie reden wie der Blinde von der Farbe, Herr Kollege Schwarzenberger! Sie machen die österreichische Landwirtschaft zu einem Sozialfall! Ich habe Sie beobachtet. Während Herr Kollege Marizzi gesprochen und die Reallohnsteigerungen bei den Arbeitnehmern gelobt hat, haben Sie geklatscht. (Abg. Schwarzenberger: Ist das schlecht? – Abg. Dr. Nowotny: Ist das schlecht?) Aber im gleichen Fall machen Sie eine Politik, durch die die Einkommen der Bauern ... (Abg. Schwarzenberger: Ich bin dafür, daß alle am Wohlstand teilnehmen!) Vielleicht denken Sie einmal darüber nach, wen Sie eigentlich in diesem Haus vertreten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie reden wie der Blinde von der Farbe, Herr Kollege Schwarzenberger! Sie machen die österreichische Landwirtschaft zu einem Sozialfall! Ich habe Sie beobachtet. Während Herr Kollege Marizzi gesprochen und die Reallohnsteigerungen bei den Arbeitnehmern gelobt hat, haben Sie geklatscht. (Abg. Schwarzenberger: Ist das schlecht? – Abg. Dr. Nowotny: Ist das schlecht?) Aber im gleichen Fall machen Sie eine Politik, durch die die Einkommen der Bauern ... (Abg. Schwarzenberger: Ich bin dafür, daß alle am Wohlstand teilnehmen!) Vielleicht denken Sie einmal darüber nach, wen Sie eigentlich in diesem Haus vertreten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sind Salzburger Bauernvertreter. Wenn Sie in Salzburg in den Zug einsteigen, dann haben Sie schon die Hälfte der Bauern vergessen, und wenn Sie in Wien am Hauptbahnhof, am Westbahnhof, aussteigen, haben Sie bereits alle Bauern vergessen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Bitte nicht zuviel loben, das schadet mir sonst!
Auch Kollege Haigermoser hat einige Beispiele gebracht. (Abg. Haigermoser: Bitte nicht zuviel loben, das schadet mir sonst!) Herr Kollege Haigermoser! Ich weiß, Sie können es nicht aushalten, Sie müssen immer dazwischenrufen! Es kommt schon die Replik.
Abg. Haigermoser: Zitiert habe ich!
Sie haben eine Bemerkung von Herrn Geschäftsführer Helmel bezüglich Junge Wirtschaft und Jungunternehmer angezogen. (Abg. Haigermoser: Zitiert habe ich!) – Zitiert! Es ist richtig, daß es in der Wirtschaftskammer Gott sei Dank Organisationen und Jungunternehmer gibt, die sich zusammenfinden, die Forderungen erheben und die bei der Beratung neuer Jungunternehmer, junger Menschen, die sich selbständig machen, sehr erfolgreich sind. Das heißt, gerade die Junge Wirtschaft mit Geschäftsführer Helmel ist da sehr erfolgreich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Das habe ich nie in Frage gestellt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Das habe ich nie in Frage gestellt!
Sie haben eine Bemerkung von Herrn Geschäftsführer Helmel bezüglich Junge Wirtschaft und Jungunternehmer angezogen. (Abg. Haigermoser: Zitiert habe ich!) – Zitiert! Es ist richtig, daß es in der Wirtschaftskammer Gott sei Dank Organisationen und Jungunternehmer gibt, die sich zusammenfinden, die Forderungen erheben und die bei der Beratung neuer Jungunternehmer, junger Menschen, die sich selbständig machen, sehr erfolgreich sind. Das heißt, gerade die Junge Wirtschaft mit Geschäftsführer Helmel ist da sehr erfolgreich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Das habe ich nie in Frage gestellt!)
Abg. Schwarzenberger: Alle nicht hier!
Ich möchte aber noch auf die Beiträge der Kollegen Dr. Kier, Frau Dr. Schmidt und Mag. Peter zu sprechen kommen (Abg. Schwarzenberger: Alle nicht hier!), die jetzt alle nicht anwesend sind. Dr. Kier hat so bedauert, daß der Herr Finanzminister während seiner Rede nicht da war, aber Dr. Kier ist auch immer nur dann anwesend, wenn er spricht, und dann verläßt er den Saal. Das heißt, wir können uns seine guten Vorschläge anhören, aber Replik darauf nimmt er nur ungern entgegen. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Ich möchte aber noch auf die Beiträge der Kollegen Dr. Kier, Frau Dr. Schmidt und Mag. Peter zu sprechen kommen (Abg. Schwarzenberger: Alle nicht hier!), die jetzt alle nicht anwesend sind. Dr. Kier hat so bedauert, daß der Herr Finanzminister während seiner Rede nicht da war, aber Dr. Kier ist auch immer nur dann anwesend, wenn er spricht, und dann verläßt er den Saal. Das heißt, wir können uns seine guten Vorschläge anhören, aber Replik darauf nimmt er nur ungern entgegen. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, daß Österreich mit all seinen Auseinandersetzungen, die wir da und dort haben, doch auf dem richtigen Weg ist, diesen Umschwung zum tertiären Sektor leichter zu schaffen, als das vielleicht in anderen Ländern der Fall ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Tichy-Schreder: Wieviel Dienstleistung und wieviel Produktion gibt es dort?
Frau Kollegin Tichy-Schreder! Es gibt in der Schweiz 130 000 Arbeitslose! Die nationale Quote sank von 3,9 auf 3,6 Prozent innerhalb eines Monats. Man rechnet mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit bis zum Jahresende auf 100 000 Arbeitslose. (Abg. Tichy-Schreder: Wieviel Dienstleistung und wieviel Produktion gibt es dort?) Natürlich ist die Frage berechtigt, Frau Kollegin Tichy-Schreder! Was ist die Ursache dafür? – Eine Ursache dafür, Herr Finanzminister – damit bin ich wieder beim Lächeln –, ist, daß die Schweiz wesentlich mehr für aktive Arbeitsmarktpolitik ausgegeben hat als Österreich.
Abg. Silhavy: Haben Sie Minister Edlinger nicht zugehört?
Warum stellt sich dann der Herr Wirtschaftsminister her und sagt, wir wollen ein Bonus-Malus-System? – Er kann offensichtlich, nachdem der Bonus gestrichen wurde, nur noch einen Malus für Arbeitslose im Auge oder im Sinn haben. Ist es das, meine Damen und Herren, was Sie wollen, so wie das Kollege Khol schon des öfteren angetönt hat, oder haben Sie wirklich vor, etwas für die Arbeitslosen zu machen? (Abg. Silhavy: Haben Sie Minister Edlinger nicht zugehört?)
Abg. Dr. Lukesch: Das Argument war schon immer falsch!
Herr Bundesminister! Ist das nicht auch ein Problem der falschen Umverteilung? – Die Beiträge für die Pensionsversicherung, für die Arbeitslosenversicherung werden nur von den unselbständig Beschäftigten gezahlt. In der Pensionsversicherung partizipieren von der Umverteilung an die Pensionsversicherung auch die Selbständigen, weil dort das Defizit eines der höchsten ist. Das heißt, die arbeitslosen Versicherten, die Beitragszahler zahlen auch, Herr Kollege Maderthaner, das Pensionsdefizit der Selbständigen mit. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die Wirtschaft relativ ruhig ist und keine Rücknahme bei den Arbeitslosenversichertenbeiträgen, keine Ausweitung der Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik fordert, sondern ganz zufrieden damit ist, daß ein Loch gestopft wird, das eher von den Selbständigen zu stopfen wäre. (Abg. Dr. Lukesch: Das Argument war schon immer falsch!)
Beifall bei den Grünen.
Weiters würde mich interessieren, Herr Bundesminister, wie Sie tatsächlich gedenken, aktive Arbeitsmarktpolitik mit ausreichenden Mitteln und auf einem Standard zu betreiben, der international nicht nur mit der Schweiz vergleichbar wäre, sondern endlich einmal EU-Durchschnitt erreichen würde, sodaß die Arbeitslosen in diesem Land – es gibt nicht nur die jugendlichen Arbeitslosen, sondern auch andere Gruppen – auch davon profitieren können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident Verzetnitsch! Herzlichen Dank, daß Sie die Forderung der Freiheitlichen nach Lohnsteuersenkung zur Abgeltung der kalten Progression so nachhaltig unterstützen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich hoffe nur, Herr Präsident, Sie setzen sich in Ihrem Parlamentsklub durch, weil Sie im Widerspruch zu Ihrem Steuer- und Finanzsprecher Nowotny stehen. Also wir werden sehen, wer hier gewinnt!
Abg. Verzetnitsch: Mir fällt noch etwas ein: Umsatzsteuerrückzahlung!
Herr Präsident Verzetnitsch! Sie haben auch einige Bedeckungsvorschläge angerissen: Besteuerung von Spekulationsgewinnen. (Abg. Verzetnitsch: Mir fällt noch etwas ein: Umsatzsteuerrückzahlung!) – Ich habe nur 4 Minuten Zeit! Ich frage Sie aber: Wollen Sie wirklich das zarte Pflänzchen namens Kapitalmarkt in Österreich, bevor es überhaupt noch richtig erblüht, bereits wieder zertreten? (Abg. Verzetnitsch: Zu wessen Lasten?) – Hier ist Vorsicht geboten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber grundsätzlich ein Ja zur Besteuerung von Spekulationsgewinnen.
Abg. Verzetnitsch: Zu wessen Lasten?
Herr Präsident Verzetnitsch! Sie haben auch einige Bedeckungsvorschläge angerissen: Besteuerung von Spekulationsgewinnen. (Abg. Verzetnitsch: Mir fällt noch etwas ein: Umsatzsteuerrückzahlung!) – Ich habe nur 4 Minuten Zeit! Ich frage Sie aber: Wollen Sie wirklich das zarte Pflänzchen namens Kapitalmarkt in Österreich, bevor es überhaupt noch richtig erblüht, bereits wieder zertreten? (Abg. Verzetnitsch: Zu wessen Lasten?) – Hier ist Vorsicht geboten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber grundsätzlich ein Ja zur Besteuerung von Spekulationsgewinnen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Präsident Verzetnitsch! Sie haben auch einige Bedeckungsvorschläge angerissen: Besteuerung von Spekulationsgewinnen. (Abg. Verzetnitsch: Mir fällt noch etwas ein: Umsatzsteuerrückzahlung!) – Ich habe nur 4 Minuten Zeit! Ich frage Sie aber: Wollen Sie wirklich das zarte Pflänzchen namens Kapitalmarkt in Österreich, bevor es überhaupt noch richtig erblüht, bereits wieder zertreten? (Abg. Verzetnitsch: Zu wessen Lasten?) – Hier ist Vorsicht geboten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber grundsätzlich ein Ja zur Besteuerung von Spekulationsgewinnen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Professor Nowotny! Sie haben gestern den leider allzu früh verstorbenen Professor Haidinger als Schuldigen bezeichnet, der die Diskussion um die Erhöhung der Einheitswerte herbeigeführt habe. Das stimmt nicht! Sie haben bereits im Jahre 1996 die Erhöhung der Einheitswerte auf die Verkehrswerte gefordert, und das ist schriftlich dokumentiert! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was sagt der Europachef der TRW? – Er bezeichnet die Produktionsverlagerung als legitim, obwohl das Bergheimer Werk im operativen Geschäft nach wie vor Gewinne macht. Das ist das Europa der Konzerne, das ist der Turbo-Kapitalismus, den wir Freiheitlichen nicht wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zum Schluß kommend: Kollege Marizzi, was den ÖIAG-Bericht angeht: Jawohl, wir können grundsätzlich stolz sein! Aber nur drei Kennzahlen dazu. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) OMV-AG: Umsatz 1995: 73 Milliarden Schilling, 1997: 83 Milliarden Schilling; Betriebserfolg: 2 Milliarden, 1997: 5,7 Milliarden; Stand der Mitarbeiter – nun, Kollege Marizzi, paß auf! – 1995: 9 600, 1997: 7 934; die Dividende ist um 8 Prozentpunkte gestiegen. Das ist eine Wirtschaftspolitik auf dem Rücken der Arbeitnehmer, die wir ablehnen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum Schluß kommend: Kollege Marizzi, was den ÖIAG-Bericht angeht: Jawohl, wir können grundsätzlich stolz sein! Aber nur drei Kennzahlen dazu. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) OMV-AG: Umsatz 1995: 73 Milliarden Schilling, 1997: 83 Milliarden Schilling; Betriebserfolg: 2 Milliarden, 1997: 5,7 Milliarden; Stand der Mitarbeiter – nun, Kollege Marizzi, paß auf! – 1995: 9 600, 1997: 7 934; die Dividende ist um 8 Prozentpunkte gestiegen. Das ist eine Wirtschaftspolitik auf dem Rücken der Arbeitnehmer, die wir ablehnen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich appelliere auch an Kollegen Leikam, der sich dieser Situation bewußt ist, seine Kolleginnen und Kollegen der Regierungsparteien mit zu überzeugen, daß wir jetzt die Gelegenheit hätten und uns nicht mehr hinhalten lassen sollten, daß dieses Problem mit einem unverbindlichen Beschluß der Bundesregierung gelöst werden könnte. Wir haben bewußt für das Budget 1999 diese Vorsorge getroffen, die wir jetzt beschließen müssen, damit wir gegenüber dem IOC den verfassungskonformen Zustand nachweisen können, denn sonst wird man uns sagen: Liebe Freunde, das sind leere Kilometer! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Nicht einmal die in der Verfassung und im Haushaltsrecht vorgesehenen Bestimmungen sind eingehalten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn es Ihnen ernst ist, daß Sie die Olympischen Spiele im südlichsten Bundesland tatsächlich fördern wollen, dann dürfen Sie nicht den Herren der Regierungsparteien Glauben schenken, die das auf die lange Bank schieben wollen, sondern dann müssen Sie heute Nägel mit Köpfen machen, dann müssen aber auch die Regierungsparteien über ihren Schatten springen und jetzt den Finanzminister ermächtigen, diese Haftungen zu übernehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Gaugg: Bis 1. September abgeben! – Abg. Dr. Ofner: Jetzt ist Schluß! Ja oder nein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zum Antrag der Freiheitlichen Partei – man spürt schon den kommenden Landtagswahlkampf in Kärnten – möchte ich nur so viel sagen, daß es logisch und klar ist, daß die österreichische Bundesregierung Klagenfurt für diese Olympiade tatkräftigst unterstützt und auch sicher bereit ist, die entsprechenden monetären Haftungen zu tätigen. Allerdings bitte ich schon, darauf Rücksicht zu nehmen, daß diese Olympischen Spiele im Jahr 2006 stattfinden werden und daß wir noch sehr viele Budgets wirksam werden lassen. (Abg. Gaugg: Bis 1. September abgeben! – Abg. Dr. Ofner: Jetzt ist Schluß! Ja oder nein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Natürlich genügt eine Erklärung der österreichischen Bundesregierung, aber es ist bisher – und das bitte ich euren Klagenfurter Freunden auszurichten – noch kein derartiges Ansuchen an den Herrn Finanzminister herangetragen worden. Ich kann aber jetzt schon bestätigen – die Kollegen von der ÖVP werden das ebenfalls tun –, daß es aus diesem Titel mit der Olympiade 2006 sicher kein Problem geben wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich halte noch einmal fest: Gestern war sehr wenig Zeit, darauf einzugehen, daß ich als Parlamentarier mit diesem § 3 betreffend die Ausgliederung der Bundessportheime, der dem Herrn Bundeskanzler einen Freibrief gibt, diesen gesamten Anteil des Bundes an diesen Bundessportheimen zur Gänze zu verkaufen, zu teilen oder den Bundessportorganisationen zu übergeben, mit einem solchen Ermächtigungsparagraphen nicht zufrieden bin. Es wäre viel klüger, wenn die Regierung einen konkreten Vorschlag in das Parlament brächte, den wir als Vertreter der Bevölkerung dann annehmen oder ablehnen könnten. Insgesamt stimmen wir dieser Vorlage zu. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Lies das Haushaltsgesetz, lieber Freund!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, es zeigt die "Seriosität" – unter Anführungszeichen – dieses Antrages, in dem es um eine Haftungsübernahme im Ausmaß von 14 Milliarden Schilling geht, daß wir ihn eine Viertelstunde vor Beschlußfassung übermittelt bekommen haben. Das ist "seriöse" Arbeit! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Lies das Haushaltsgesetz, lieber Freund!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es haben weder der Finanzminister noch die beiden Sprecher der Regierungsfraktionen in diesem Haus vorher etwas von diesem Antrag gewußt, Herr Kollege Haider, und ich unterstelle, daß hier wirklich zutiefst unseriös gearbeitet wird. Offensichtlich nur für die mediale Szene! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! In der Sache selbst darf ich folgendes mitteilen: Es ist gar keine Frage, daß die Regierungsparteien voll hinter dieser Olympiabewerbung von Klagenfurt und Kärnten stehen. Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Da hast du dich tummeln müssen!
Zur Frage, ob und in welchem Ausmaß parlamentarische Beschlüsse für die Haftungsübernahme notwendig sind: Ich habe in dieser Viertelstunde, die wir Zeit hatten, gehört (Abg. Dr. Ofner: Da hast du dich tummeln müssen!) , daß dem IOC ein Ministerratsbeschluß genügt. Wir werden das dann auch im Parlament absegnen. (Abg. Dr. Ofner: Wann?) Es ist durchaus ausreichend, Herr Kollege, wenn wir das zum gegebenen Zeitpunkt tun. Die Klagenfurter, die Kärntner können sich darauf verlassen, daß die beiden Regierungsfraktionen dafür sorgen werden, daß – entgegen aller Polemik der Opposition – diese Kandidatur sehr wohl voll unterstützt wird. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Gaugg: Herr Generalsekretär! Das war jetzt alles derstunken und derlogen!)
Abg. Dr. Ofner: Wann?
Zur Frage, ob und in welchem Ausmaß parlamentarische Beschlüsse für die Haftungsübernahme notwendig sind: Ich habe in dieser Viertelstunde, die wir Zeit hatten, gehört (Abg. Dr. Ofner: Da hast du dich tummeln müssen!) , daß dem IOC ein Ministerratsbeschluß genügt. Wir werden das dann auch im Parlament absegnen. (Abg. Dr. Ofner: Wann?) Es ist durchaus ausreichend, Herr Kollege, wenn wir das zum gegebenen Zeitpunkt tun. Die Klagenfurter, die Kärntner können sich darauf verlassen, daß die beiden Regierungsfraktionen dafür sorgen werden, daß – entgegen aller Polemik der Opposition – diese Kandidatur sehr wohl voll unterstützt wird. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Gaugg: Herr Generalsekretär! Das war jetzt alles derstunken und derlogen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Gaugg: Herr Generalsekretär! Das war jetzt alles derstunken und derlogen!
Zur Frage, ob und in welchem Ausmaß parlamentarische Beschlüsse für die Haftungsübernahme notwendig sind: Ich habe in dieser Viertelstunde, die wir Zeit hatten, gehört (Abg. Dr. Ofner: Da hast du dich tummeln müssen!) , daß dem IOC ein Ministerratsbeschluß genügt. Wir werden das dann auch im Parlament absegnen. (Abg. Dr. Ofner: Wann?) Es ist durchaus ausreichend, Herr Kollege, wenn wir das zum gegebenen Zeitpunkt tun. Die Klagenfurter, die Kärntner können sich darauf verlassen, daß die beiden Regierungsfraktionen dafür sorgen werden, daß – entgegen aller Polemik der Opposition – diese Kandidatur sehr wohl voll unterstützt wird. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Gaugg: Herr Generalsekretär! Das war jetzt alles derstunken und derlogen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung) : Herr Präsident! In Anbetracht der Tatsache, daß diese Notwendigkeit der Haftungsübernahme in den Verhandlungen zwar schon seit einem halben Jahr bekannt ist, aber die Koalitionsparteien sich beraten wollen, beantrage ich eine Sitzungsunterbrechung, um zu erreichen, daß diese Bewerbung Klagenfurts und Kärntens bei den Olympischen Spielen ordnungsgemäß möglich gemacht wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grabner: Das werden wir schon selber beantragen!
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend) (zur Geschäftsbehandlung): Damit sich die Koalitionsparteien auf einen Antrag einigen können, den Sie offenbar nicht zur Kenntnis nehmen. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grabner: Das werden wir schon selber beantragen!)
Nein-Rufe bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grabner: Zur Geschäftsordnung!
Besteht seitens anderer Fraktionen im Hause auch der Wunsch nach einer Unterbrechung? (Nein-Rufe bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grabner: Zur Geschäftsordnung!) – Bitte.
Abg. Dr. Ofner: Das ist erst ein halbes Jahr her! Sehr wenig!
Es werden rechtzeitig die Beschlüsse im Ministerrat gefaßt werden, und das ist auch für das Internationale Olympische Comité mehr als genug. (Abg. Dr. Ofner: Das ist erst ein halbes Jahr her! Sehr wenig!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Ich stelle fest, es besteht sonst kein Wunsch nach einer Sitzungsunterbrechung. Ich unterbreche daher die Sitzung nicht, sondern erteile Herrn Abgeordneten Van der Bellen das Wort. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Es scheint jetzt im Moment niemand auf der Rednerliste auf. Kommt aber noch.
Beifall bei der SPÖ.
Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Mag. Peter und Dr. Van der Bellen.
Ich möchte zuletzt zu dem von Herrn Abgeordneten Dr. Haider eingebrachten Abänderungsantrag feststellen, daß es ja überhaupt keine Frage ist, daß Österreich daran interessiert ist, daß die Olympiade 2006 nach Klagenfurt kommt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abg. Mag. Peter und Dr. Van der Bellen. ) Dafür bedarf es wirklich keines Abänderungsantrages. Die Bundesregierung wird daher auch die entsprechenden Beschlüsse zeitgerecht fassen. Was mich allerdings wundert, ist, mit welcher Leichtfertigkeit hier über einen Haftungsrahmen von 14 Milliarden Schilling – das ist immerhin ein erheblicher Betrag – drübergegangen wird – und das gerade von einer Partei, die dauernd meint, man möge mit großer Sparsamkeit, mit sehr großer Gründlichkeit an Überlegungen herangehen –, obwohl man heute nach den Verhandlungen weiß, daß ein weit geringerer Betrag notwendig ist, um sich für diese Olympiade zu bewerben.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Seit wann ist ein Antrag eine Attacke?
Ich bedaure zutiefst, daß selbst ein Ereignis, das dem gesamten Lande dienen kann, wenn es stattfindet, Gegenstand parteipolitischer Attacken wird. Ich bedaure dies zutiefst! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Seit wann ist ein Antrag eine Attacke?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Fuchs: Was heißt Arroganz? Das ist ja ungeheuerlich!
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Ich habe mich deshalb zu Wort gemeldet, weil Ihre Arroganz von der Regierungsbank aus nicht mehr zu überbieten ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Fuchs: Was heißt Arroganz? Das ist ja ungeheuerlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie gefährden damit in einem erheblichen Ausmaß die erfolgreiche Kandidatur Kärntens und Klagenfurts für diese Olympischen Spiele. Das muß ich Ihnen hier einmal sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
All das liegt vor, und jetzt drücken Sie sich wieder davor. Es ist wirklich schändlich, wie Sie mit den Interessen des südlichsten Bundeslandes umgehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Jung: Da gackern ja die Hühner!
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich möchte einmal in aller Deutlichkeit klarstellen: Wenn jemand die Olympiabewerbung Klagenfurts 2006 gefährdet, Herr Dr. Haider, dann sind das Sie! Dann sind das ausschließlich Sie! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Jung: Da gackern ja die Hühner!)
Abg. Aumayr: Blödsinn!
Ich brauche Ihnen nicht in Erinnerung zu rufen, was vor einigen Wochen in Kärnten stattgefunden hat. Mit ein Grund für die Ablöse von Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Grasser war auch, daß Grasser nicht mehr arbeiten konnte, obwohl er durchaus bemüht war, sich für diese Bewerbung zu engagieren. (Abg. Aumayr: Blödsinn!) Aber Ihnen hat es nicht gepaßt, daß etwas weitergeht für diese Bewerbung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen, darunter: Das ist eine Frechheit! – Abg. Aumayr: So ein Blödsinn! Das muß man sich anhören! So eine Argumentation ist ja peinlich!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen, darunter: Das ist eine Frechheit! – Abg. Aumayr: So ein Blödsinn! Das muß man sich anhören! So eine Argumentation ist ja peinlich!
Ich brauche Ihnen nicht in Erinnerung zu rufen, was vor einigen Wochen in Kärnten stattgefunden hat. Mit ein Grund für die Ablöse von Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Grasser war auch, daß Grasser nicht mehr arbeiten konnte, obwohl er durchaus bemüht war, sich für diese Bewerbung zu engagieren. (Abg. Aumayr: Blödsinn!) Aber Ihnen hat es nicht gepaßt, daß etwas weitergeht für diese Bewerbung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen, darunter: Das ist eine Frechheit! – Abg. Aumayr: So ein Blödsinn! Das muß man sich anhören! So eine Argumentation ist ja peinlich!)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr
Die Kärntner Abgeordneten in Ihren Reihen kennen die Berichterstattung der "Kleinen Zeitung", die durchaus keine sozialdemokratische Zeitung ist. Darin wurde ganz deutlich und klar festgestellt (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr ), daß der Dr. Haider als Oppositionspolitiker kein Interesse daran haben kann, daß die Olympischen Spiele in Kärnten stattfinden. Von dieser Zeitung wurden klare Schuldzuweisungen vorgenommen, warum es zu diesem Konflikt in Kärnten gekommen ist. (Abg. Aumayr: Was ist mit der Ausfallshaftung?) Grasser wurde untersagt, gemeinsam mit den anderen Mitbewerbern, mit Zernatto und Außerwinkler, ins Ausland zu fahren, um für Olympia Klagenfurt 2006 zu werben. (Lebhafte Mißfallensäußerungen bei SPÖ und ÖVP.) Das war mit ein Grund, warum er zurückgetreten ist, meine Damen und Herren. Tun Sie heute nicht so scheinheilig, als ob die Bundesregierung oder das Parlament säumig wären. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Madl: Der Grasser hat sich gesträubt!)
Abg. Aumayr: Was ist mit der Ausfallshaftung?
Die Kärntner Abgeordneten in Ihren Reihen kennen die Berichterstattung der "Kleinen Zeitung", die durchaus keine sozialdemokratische Zeitung ist. Darin wurde ganz deutlich und klar festgestellt (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr ), daß der Dr. Haider als Oppositionspolitiker kein Interesse daran haben kann, daß die Olympischen Spiele in Kärnten stattfinden. Von dieser Zeitung wurden klare Schuldzuweisungen vorgenommen, warum es zu diesem Konflikt in Kärnten gekommen ist. (Abg. Aumayr: Was ist mit der Ausfallshaftung?) Grasser wurde untersagt, gemeinsam mit den anderen Mitbewerbern, mit Zernatto und Außerwinkler, ins Ausland zu fahren, um für Olympia Klagenfurt 2006 zu werben. (Lebhafte Mißfallensäußerungen bei SPÖ und ÖVP.) Das war mit ein Grund, warum er zurückgetreten ist, meine Damen und Herren. Tun Sie heute nicht so scheinheilig, als ob die Bundesregierung oder das Parlament säumig wären. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Madl: Der Grasser hat sich gesträubt!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Madl: Der Grasser hat sich gesträubt!
Die Kärntner Abgeordneten in Ihren Reihen kennen die Berichterstattung der "Kleinen Zeitung", die durchaus keine sozialdemokratische Zeitung ist. Darin wurde ganz deutlich und klar festgestellt (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr ), daß der Dr. Haider als Oppositionspolitiker kein Interesse daran haben kann, daß die Olympischen Spiele in Kärnten stattfinden. Von dieser Zeitung wurden klare Schuldzuweisungen vorgenommen, warum es zu diesem Konflikt in Kärnten gekommen ist. (Abg. Aumayr: Was ist mit der Ausfallshaftung?) Grasser wurde untersagt, gemeinsam mit den anderen Mitbewerbern, mit Zernatto und Außerwinkler, ins Ausland zu fahren, um für Olympia Klagenfurt 2006 zu werben. (Lebhafte Mißfallensäußerungen bei SPÖ und ÖVP.) Das war mit ein Grund, warum er zurückgetreten ist, meine Damen und Herren. Tun Sie heute nicht so scheinheilig, als ob die Bundesregierung oder das Parlament säumig wären. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Madl: Der Grasser hat sich gesträubt!)
Abg. Aumayr: Was ist mit der Ausfallshaftung?
Meine Damen und Herren! Ich darf daran erinnern, daß es erst einige Monate her ist, daß eine schriftliche parlamentarische Anfrage an den Herrn Bundeskanzler eingebracht wurde. (Abg. Aumayr: Was ist mit der Ausfallshaftung?) Herr Dr. Grollitsch, Dr. Haider und Kollegen waren die Anfragesteller. Die Frage 9 hat gelautet, ob der Herr Bundeskanzler persönlich beim Österreichischen Olympischen Comité interveniert hätte, damit Klagenfurt die innerösterreichische Bewerbung gewinnt, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre – das steht wörtlich da drinnen –, einen Bewerber zu bevorzugen, der nicht mit anderen Partnern gemeinsam diese Olympischen Spiele durchführt. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich darf daran erinnern, daß es erst einige Monate her ist, daß eine schriftliche parlamentarische Anfrage an den Herrn Bundeskanzler eingebracht wurde. (Abg. Aumayr: Was ist mit der Ausfallshaftung?) Herr Dr. Grollitsch, Dr. Haider und Kollegen waren die Anfragesteller. Die Frage 9 hat gelautet, ob der Herr Bundeskanzler persönlich beim Österreichischen Olympischen Comité interveniert hätte, damit Klagenfurt die innerösterreichische Bewerbung gewinnt, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre – das steht wörtlich da drinnen –, einen Bewerber zu bevorzugen, der nicht mit anderen Partnern gemeinsam diese Olympischen Spiele durchführt. (Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Das war eine Frage! – Pfui-Rufe bei der SPÖ.
Das war vor wenigen Monaten noch eine parlamentarische Anfrage. Sie haben damals klar zum Ausdruck gebracht, daß Sie nicht für Kärnten sind. Sie haben klar zum Ausdruck gebracht, daß Sie nicht diese gemeinsame Bewerbung haben wollen, sondern eine rein innerösterreichische Bewerbung. (Abg. Aumayr: Das war eine Frage! – Pfui-Rufe bei der SPÖ.) Lesen Sie Ihre eigene schriftliche Anfrage und auch die Beantwortung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das war vor wenigen Monaten noch eine parlamentarische Anfrage. Sie haben damals klar zum Ausdruck gebracht, daß Sie nicht für Kärnten sind. Sie haben klar zum Ausdruck gebracht, daß Sie nicht diese gemeinsame Bewerbung haben wollen, sondern eine rein innerösterreichische Bewerbung. (Abg. Aumayr: Das war eine Frage! – Pfui-Rufe bei der SPÖ.) Lesen Sie Ihre eigene schriftliche Anfrage und auch die Beantwortung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Die Ausfallshaftung!
Meine Damen und Herren! Als heute der Fristsetzungsantrag der Freiheitlichen eingebracht wurde, habe ich auch mit dem derzeitigen Geschäftsführer, mit Herrn Dr. Kalt, telefoniert und auch ihn noch einmal gefragt: Was wird tatsächlich jetzt erwartet? Was braucht das Bewerbungskomitee, um zeitgerecht Anfang September beim IOC die Bewerbung einreichen zu können? (Abg. Aumayr: Die Ausfallshaftung!) Es gibt hier klare Vorgaben. In all diesen Vorgaben ist die Garantieerklärung einzelner Minister erforderlich, ganz konkret des Finanzministers, ganz konkret des Innenministers und ganz konkret des Bundeskanzlers, der wiederum in Doppelfunktion zum einen als Chef der Bundesregierung und zum anderen auch für die Bewerberstadt Klagenfurt tätig wird. (Abg. Scheibner: Haben Sie schon etwas von einer Rechtsordnung gehört?) Es sind hier Garantien abzugeben, und es genügt dem Internationalen Olympischen Comité, es genügt dem Österreichischen Olympischen Comité, daß diese Garantieerklärungen von der Bundesregierung abgegeben werden. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Abg. Scheibner: Haben Sie schon etwas von einer Rechtsordnung gehört?
Meine Damen und Herren! Als heute der Fristsetzungsantrag der Freiheitlichen eingebracht wurde, habe ich auch mit dem derzeitigen Geschäftsführer, mit Herrn Dr. Kalt, telefoniert und auch ihn noch einmal gefragt: Was wird tatsächlich jetzt erwartet? Was braucht das Bewerbungskomitee, um zeitgerecht Anfang September beim IOC die Bewerbung einreichen zu können? (Abg. Aumayr: Die Ausfallshaftung!) Es gibt hier klare Vorgaben. In all diesen Vorgaben ist die Garantieerklärung einzelner Minister erforderlich, ganz konkret des Finanzministers, ganz konkret des Innenministers und ganz konkret des Bundeskanzlers, der wiederum in Doppelfunktion zum einen als Chef der Bundesregierung und zum anderen auch für die Bewerberstadt Klagenfurt tätig wird. (Abg. Scheibner: Haben Sie schon etwas von einer Rechtsordnung gehört?) Es sind hier Garantien abzugeben, und es genügt dem Internationalen Olympischen Comité, es genügt dem Österreichischen Olympischen Comité, daß diese Garantieerklärungen von der Bundesregierung abgegeben werden. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Meine Damen und Herren! Als heute der Fristsetzungsantrag der Freiheitlichen eingebracht wurde, habe ich auch mit dem derzeitigen Geschäftsführer, mit Herrn Dr. Kalt, telefoniert und auch ihn noch einmal gefragt: Was wird tatsächlich jetzt erwartet? Was braucht das Bewerbungskomitee, um zeitgerecht Anfang September beim IOC die Bewerbung einreichen zu können? (Abg. Aumayr: Die Ausfallshaftung!) Es gibt hier klare Vorgaben. In all diesen Vorgaben ist die Garantieerklärung einzelner Minister erforderlich, ganz konkret des Finanzministers, ganz konkret des Innenministers und ganz konkret des Bundeskanzlers, der wiederum in Doppelfunktion zum einen als Chef der Bundesregierung und zum anderen auch für die Bewerberstadt Klagenfurt tätig wird. (Abg. Scheibner: Haben Sie schon etwas von einer Rechtsordnung gehört?) Es sind hier Garantien abzugeben, und es genügt dem Internationalen Olympischen Comité, es genügt dem Österreichischen Olympischen Comité, daß diese Garantieerklärungen von der Bundesregierung abgegeben werden. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Abg. Scheibner: Das ist verfassungswidrig!
Ich darf daran erinnern, daß das Parlament schon einen einstimmigen Entschließungsantrag in dieser Richtung verabschiedet hat (Abg. Scheibner: Das ist verfassungswidrig!) und den Willen des Parlaments hier klar zum Ausdruck gebracht hat. (Abg. Aumayr: Sie brechen die Verfas
Abg. Dr. Haider: Die werden Sie verspielen!
Dann, meine Damen und Herren, gilt es natürlich festzustellen, daß diese Kärntner Bewerbung auf einer guten Schiene ist. Überhaupt keine Frage! Es wird gearbeitet. Es sind also in allen Bereichen gewaltige Fortschritte zu verzeichnen. Wir haben hervorragende Chancen. (Abg. Dr. Haider: Die werden Sie verspielen!) Diese ständigen Querschläge aus den Reihen der Freiheitlichen Partei tun allerdings der Bewerbung sicherlich nicht gut. Auf gar keinen Fall tun sie dieser Bewerbung gut.
Abg. Dr. Haider: Die zu bezahlen sein werden!
Und wenn Sie von Kosten reden und einmal 13,8 Milliarden Schilling, dann wieder 14 Milliarden anführen, so ersieht man schon daraus, wie ernst eine solche Bewerbung gemeint ist. Da spielen Hunderte Millionen Schilling überhaupt keine Rolle mehr; einmal sind es 14 Milliarden, einmal sind es 13,8 Milliarden. (Abg. Dr. Haider: Die zu bezahlen sein werden!) Auch das ist falsch, auch das ist falsch!
Abg. Dr. Haider: Nein!
Letzter Stand – und ich bin gerne bereit, Sie heute hier offiziell zu informieren –: 7,6 Milliarden Schilling (Abg. Dr. Haider: Nein!) kostet die Durchführung, kostet die Organisation der Olympischen Spiele. 7,6 Milliarden Schilling. Letzter Stand. Dazu kommen 2,4 Milliarden Schilling Infrastrukturmittel. Da gibt es da und dort noch die eine oder andere Unsicherheit, weil Landesstraßen mit dabei sein sollen, die nicht Aufgabe des Bundes sind, und so weiter. Insgesamt sind das also nicht einmal 10 Milliarden Schilling, Sie jedoch reden hier von 13,8 oder 14 Milliarden Schilling.
Abg. Dr. Haider: Aber!
Die Bundesregierung wird am 23. Juli diese Garantieerklärung über diesen Betrag fassen (Abg. Dr. Haider: Aber!), und wir können dann, wenn darüber hinaus noch Beschlüsse notwendig sein sollten, durchaus noch die entsprechenden Beschlüsse fassen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Aber es besteht kein Grund, hier zu dramatisieren und so zu tun, als ob Sie der Retter der Olympischen Spiele wären. Sie sind vielleicht der Totengräber dieser Spiele! Zumindest Ihre bisherige Vorgangsweise war in diese Richtung zu deuten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Leikam: Punkt 9!
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Leikam hat soeben in seiner Rede eine Anfrage dem Inhalt nach interpretiert und Punkt 8 falsch zitiert. (Abg. Leikam: Punkt 9!) Ich korrigiere: Er hat Punkt 9 falsch zitiert. (Abg. Schieder: Was hat er gesagt?) Tendenz der Anfrage ist es, die Bewerbung ... (Abg. Schieder: Nicht die Tendenz, sondern die Wortmeldung! – Abg. Leikam: Lesen Sie die Frage vor!)
Abg. Schieder: Was hat er gesagt?
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Leikam hat soeben in seiner Rede eine Anfrage dem Inhalt nach interpretiert und Punkt 8 falsch zitiert. (Abg. Leikam: Punkt 9!) Ich korrigiere: Er hat Punkt 9 falsch zitiert. (Abg. Schieder: Was hat er gesagt?) Tendenz der Anfrage ist es, die Bewerbung ... (Abg. Schieder: Nicht die Tendenz, sondern die Wortmeldung! – Abg. Leikam: Lesen Sie die Frage vor!)
Abg. Schieder: Nicht die Tendenz, sondern die Wortmeldung! – Abg. Leikam: Lesen Sie die Frage vor!
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Leikam hat soeben in seiner Rede eine Anfrage dem Inhalt nach interpretiert und Punkt 8 falsch zitiert. (Abg. Leikam: Punkt 9!) Ich korrigiere: Er hat Punkt 9 falsch zitiert. (Abg. Schieder: Was hat er gesagt?) Tendenz der Anfrage ist es, die Bewerbung ... (Abg. Schieder: Nicht die Tendenz, sondern die Wortmeldung! – Abg. Leikam: Lesen Sie die Frage vor!)
Abg. Schieder: Nicht die Tendenz!
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (fortsetzend): Herr Kollege Leikam hat den tatsächlichen Inhalt beziehungsweise die Tendenz der Anfrage falsch ... (Abg. Schieder: Nicht die Tendenz!) Herr Kollege Leikam hat tatsachenwidrig die Tendenz dieser Anfrage mit folgenden Worten interpretiert: ... (Weitere Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (fortsetzend): Herr Kollege Leikam hat den tatsächlichen Inhalt beziehungsweise die Tendenz der Anfrage falsch ... (Abg. Schieder: Nicht die Tendenz!) Herr Kollege Leikam hat tatsachenwidrig die Tendenz dieser Anfrage mit folgenden Worten interpretiert: ... (Weitere Zwischenrufe bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (fortsetzend): Ich nehme die Knebelung zur Kenntnis (Heiterkeit bei der SPÖ) und berichtige den Punkt 9: Stimmt es, daß Sie persönlich einzelne Mitglieder des ÖOC für Kärnten mit dem Argument, diese Entscheidung könne bei der Landtagswahl 1999 einen politischen Wettbewerbsvorteil für Sie bringen, zu gewinnen suchten ... (Abg. Schieder: Herr Präsident, er sagt es nicht! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Schieder: Herr Präsident, er sagt es nicht! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (fortsetzend): Ich nehme die Knebelung zur Kenntnis (Heiterkeit bei der SPÖ) und berichtige den Punkt 9: Stimmt es, daß Sie persönlich einzelne Mitglieder des ÖOC für Kärnten mit dem Argument, diese Entscheidung könne bei der Landtagswahl 1999 einen politischen Wettbewerbsvorteil für Sie bringen, zu gewinnen suchten ... (Abg. Schieder: Herr Präsident, er sagt es nicht! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Leikam: Lesen Sie vor!
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (fortsetzend): Ich versuche verzweifelt, die tatsachenwidrige Behauptung des Herrn Kollegen Leikam zu zitieren, die sich auf Punkt 9 der Anfrage und auf die Tendenz der Anfrage bezogen hat. (Abg. Leikam: Lesen Sie vor!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das ist eine Behauptung!
Ich habe Ihnen jetzt den tatsächlichen Punkt 9 der Anfrage vorgelesen. Das hat mit der Interpretation durch Kollegen Leikam nichts zu tun. Der Sinn der Anfrage bezog sich eindeutig und klar auf die Unterstützung der Bewerbung "Senza confini" und nicht ... (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Das ist eine Behauptung!)
Beifall bei der SPÖ.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Herr Abgeordneter! Die 2 Minuten plus Zusatz sind abgelaufen. Eine tatsächliche Berichtigung war das nur bei weitherzigster Auslegung. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Ich möchte festhalten, daß das, was wir jetzt gehört haben, nicht als Beispiel für tatsächliche Berichtigungen genommen werden sollte. (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: 14. Mai! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Kollege Haider! Wenn Sie ein seriöser, ernster Politiker wären, wenn Ihnen das Land Kärnten wirklich am Herzen läge, dann hätten Sie die Bundesregierung und die Abgeordneten im Interesse eines zielführenden Ablaufes längst auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht und nicht zu diesem ernsten Thema so einen Jahrmarkt hier veranstaltet. (Abg. Dr. Haider: 14. Mai! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Begreifen Sie doch endlich: Wir können nur durch eine gute Politik auch die FPÖ in ihre Schranken weisen, aber nicht dadurch, daß wir hier im Parlament dauernd Regierungsfehler ausbessern müssen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zahlreiche Zwischenrufe.
Ich stelle dazu fest: Die Freiheitliche Partei hat bereits am 14. Mai 1998 einen diesbezüglichen Entschließungsantrag mit den entsprechenden zu bedienenden Garantien und den ziffernmäßigen Beurteilungen eingereicht. Das hat dazu geführt, daß in derselben Sitzung die Regierungsparteien einen ähnlich lautenden Entschließungsantrag beschlossen haben. Es war also dem Finanzministerium seit mehr als einem Monat bekannt, daß diese 14-Milliarden-Schilling-Haftung zu übernehmen ist, um hier, wie Sie richtig sagen, einen verfassungskonformen und gesetzeskonformen Zustand herzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zahlreiche Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Mir stellen sich zwei Fragen: Warum gibt es diese zögerliche Haltung, und worin liegt die Unanständigkeit im Einbringen eines Abänderungsantrages? Das hat mir bis dato auch der Herr Bundesminister für Finanzen nicht erklären können. Was ist daran unanständig, wenn jemand einen Antrag einbringt, mit dem gesichert werden soll, daß Olympische Spiele nicht nur beworben, sondern auch durchgeführt werden können? – Das ist zunächst einmal das Thema. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Emotionalisiert und polemisiert hat Herr Abgeordneter Leikam, den natürlich die kommende Wahl ganz besonders plagt, weil er bis heute noch nicht weiß, wer sein Spitzenkandidat in Kärnten sein wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Er hat von seinen Genossen nur eine Galgenfrist bekommen – eine Galgenfrist bis Oktober dieses Jahres, falls er nicht "Wunderwuzi" werden sollte. (Abg. Leikam: Ich weiß, daß ich wieder ins Parlament komme! Das wissen Sie nicht!
Abg. Dr. Haider: Pleitemanager!
Sie sind der große Manager. Sie sind vom Amt der Kärntner Landesregierung als der große Manager für die Landesausstellungen eingesetzt worden. Dabei haben Sie aber völlig versagt. (Abg. Dr. Haider: Pleitemanager!) Die Gemeinden sind pleite, sie stehen vor dem Kadi, aber Sie sind der, der hier über Management und ähnliches reden will. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Haben Sie doch einmal den Mut und vertreten Sie nicht parteipolitische Interessen, sondern Interessen des Landes Kärnten! Das würde Ihnen nämlich gut anstehen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sind der große Manager. Sie sind vom Amt der Kärntner Landesregierung als der große Manager für die Landesausstellungen eingesetzt worden. Dabei haben Sie aber völlig versagt. (Abg. Dr. Haider: Pleitemanager!) Die Gemeinden sind pleite, sie stehen vor dem Kadi, aber Sie sind der, der hier über Management und ähnliches reden will. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Haben Sie doch einmal den Mut und vertreten Sie nicht parteipolitische Interessen, sondern Interessen des Landes Kärnten! Das würde Ihnen nämlich gut anstehen.
Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Ich werde Ihnen jetzt sagen, was die Wahrheit ist und warum Sie so verärgert sind: Erstens haben Sie den Termin für die Abgabe der Haftungsgarantie übersehen, zweitens tut es Ihnen weh, daß nunmehr unser Spitzenkandidat Dr. Jörg Haider in Kärnten mit den besten Aussichten in die Wahl geht. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.) Sie haben eben Angst, daß das Thema "Olympiade" nicht jenes der SPÖ bleibt. Gott sei Dank! Denn überall dort, wo die SPÖ in Kärnten die Finger drin hat, geht etwas daneben. Da sind Sie einer jener, die die Seriosität besonders vermissen lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich werde Ihnen jetzt sagen, was die Wahrheit ist und warum Sie so verärgert sind: Erstens haben Sie den Termin für die Abgabe der Haftungsgarantie übersehen, zweitens tut es Ihnen weh, daß nunmehr unser Spitzenkandidat Dr. Jörg Haider in Kärnten mit den besten Aussichten in die Wahl geht. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.) Sie haben eben Angst, daß das Thema "Olympiade" nicht jenes der SPÖ bleibt. Gott sei Dank! Denn überall dort, wo die SPÖ in Kärnten die Finger drin hat, geht etwas daneben. Da sind Sie einer jener, die die Seriosität besonders vermissen lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage Sie noch einmal: Wozu haben Sie dann am 14. Mai 1998 ebenfalls diesen Antrag im Parlament eingebracht, der auch mit unseren Stimmen beschlossen wurde? Das frage ich Sie heute und jetzt. Wenn Sie einen Funken Verantwortung für das Land Kärnten haben, dann stimmen Sie diesem Abänderungsantrag zu! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Koordinator warst du! Warst du Koordinator oder nicht?
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich berichtige die Ausführungen des Herrn Abgeordneten Gaugg, der gemeint hat, daß ich bei zwei Landesausstellungen der große Manager gewesen wäre, daß die Ausstellungen ein Flop gewesen wären und die Gemeinden vor dem Richter stünden. (Abg. Dr. Haider: Koordinator warst du! Warst du Koordinator oder nicht?)
Abg. Dr. Haider: Und jetzt haben wir eine Pleite!
Ich berichtige: Alle drei Vorwürfe sind völlig falsch. Ich war nicht der Manager bei diesen Ausstellungen. Ich war Mitarbeiter im Ausstellungsbüro mit einem ganz konkreten Aufgabenbereich, den ich auch voll erfüllt habe. (Abg. Dr. Haider: Und jetzt haben wir eine Pleite!)
Abg. Dr. Mertel: Sie wissen nicht, wovon Sie sprechen!
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rodelverbandes! Herr Berichterstatter Höchtl! Die nächsten Wochen und Monate werden sicherlich spannend werden, und zwar deswegen, weil soeben die Regierungsparteien die Haftungsübernahme für die Durchführung der Olympischen Spiele in Klagenfurt abgelehnt haben. Gleichzeitig hat der Herr Finanzminister vor wenigen Minuten erklärt, daß er sich dafür verwenden wird, im Ministerrat entsprechende Beschlüsse herbeizuführen. Jetzt kenne ich mich nicht mehr aus. Will die Bundesregierung etwa gegen die Mehrheit im Hohen Haus eine Entscheidung treffen? Will sie das Hohe Haus ausschalten? Das ist wirklich eine hochinteressante Situation. Herr Kollege Leikam! Bedeutet das wirklich das Ende für eine Bewerbung um die Olympischen Spiele in Klagenfurt? Das ist eine wirklich interessante Sache. (Abg. Dr. Mertel: Sie wissen nicht, wovon Sie sprechen!) Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Mit Ihrem Stimmverhalten haben Sie meiner Meinung nach dem Land Kärnten und der Republik Österreich einen schlechten Dienst erwiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rodelverbandes! Herr Berichterstatter Höchtl! Die nächsten Wochen und Monate werden sicherlich spannend werden, und zwar deswegen, weil soeben die Regierungsparteien die Haftungsübernahme für die Durchführung der Olympischen Spiele in Klagenfurt abgelehnt haben. Gleichzeitig hat der Herr Finanzminister vor wenigen Minuten erklärt, daß er sich dafür verwenden wird, im Ministerrat entsprechende Beschlüsse herbeizuführen. Jetzt kenne ich mich nicht mehr aus. Will die Bundesregierung etwa gegen die Mehrheit im Hohen Haus eine Entscheidung treffen? Will sie das Hohe Haus ausschalten? Das ist wirklich eine hochinteressante Situation. Herr Kollege Leikam! Bedeutet das wirklich das Ende für eine Bewerbung um die Olympischen Spiele in Klagenfurt? Das ist eine wirklich interessante Sache. (Abg. Dr. Mertel: Sie wissen nicht, wovon Sie sprechen!) Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Mit Ihrem Stimmverhalten haben Sie meiner Meinung nach dem Land Kärnten und der Republik Österreich einen schlechten Dienst erwiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Keine Ahnung, worum es geht!
Wer hat denn diesen Abänderungsantrag eingebracht? – Nowotny, Stummvoll. Herr Kollege Stummvoll! Sie kritisieren Ihre eigene Vorgangsweise. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Fekter: Keine Ahnung, worum es geht!) Das ist wirklich bezeichnend. Allein dieses Dienstrechtsgesetz bietet im gesamten gesehen Anlaß genug, ein neues, modernes und leistungsorientiertes Vertragsbedienstetenrecht zu schaffen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dieser Entschließungsantrag soll den bisherigen Versprechungen der Bundesregierung entsprechenden Nachdruck verleihen. Ich bitte um Ihre Zustimmung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Jung: Jaja, Frau Kollegin, Sie wissen, daß Sie mit dieser Dringlichen ins Fernsehen kommen, deswegen schauen Sie ...!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Poštovane gospodin president! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrter Herr Bundesminister Edlinger! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die derzeit im Kosovo herrschende Krise geht wohl an niemandem vorüber. Es gibt dramatische Menschenrechtsverletzungen – so dramatische Menschenrechtsverletzungen, daß die NATO überlegt, selbst ohne Beschluß des Sicherheitsrates möglicherweise im Kosovo einzugreifen. Es ist eine Krise, die uns allabendlich oder auch jeden Tag via Rundfunk, via Fernsehen, via Zeitungen ins Haus geliefert wird, ohne Anstrengung für uns. (Abg. Jung: Jaja, Frau Kollegin, Sie wissen, daß Sie mit dieser Dringlichen ins Fernsehen kommen, deswegen schauen Sie ...!) 80 000 bis 100 000 Menschen – das sind die Schätzungen, die auch via Medien kolportiert werden – sind auf der Flucht. Sie sind auf der Flucht innerhalb Jugoslawiens, dort vor allem nach Crna Gora/Montenegro, sie sind auf der Flucht nach Albanien gelangt – diese Bilder sind Ihnen sicherlich noch vor Augen –, und sie sind auch auf der Flucht in den Nachbarstaat Makedonien.
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Einige wenige Menschen aus dem Kosovo, nämlich vor allem solche, die Anknüpfungspunkte in Österreich haben, aber auch in der Bundesrepublik Deutschland, flüchten nach Österreich. Das sind – wie ich vor allem von Betreuungsorganisationen, von Flüchtlingsorganisationen und von Menschenrechtsorganisationen weiß – in erster Linie verzweifelte, um ihr Leben besorgte Menschen, die in Österreich Anknüpfungspunkte in Form von Verwandten haben, die hier schon lange als Gastarbeiter leben oder schon früher als Flüchtlinge nach Österreich gekommen sind. Das ist ja nicht etwa ein Phänomen, das jetzt neu auftritt – wir kennen es von der Krise in Bosnien –, daß man sich natürlich, wenn man in Not ist, wenn man unter Repression lebt, wenn man Angst um sich selbst, aber vor allem auch um die Familie hat, dorthin flüchtet, wo man Hilfe erwarten kann oder wo es einem realistisch erscheint, Hilfe zu bekommen. Das ist logischeweise bei Verwandten, bei Freunden, bei Menschen aus dem gleichen Dorf. Und in Österreich leben ja Tausende Kosovo-Albaner als sogenannte Gastarbeiter oder Zuwanderer seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Jung: Wir schicken sie nicht zurück!
Aber nicht nur, daß wir die Türen zusperren, wir schmeißen sie auch raus aus Österreich, aus unserem Haus! Wir schicken Menschen aus dem Kosovo, jugoslawische Staatsangehörige, zurück in ihr Verfolgerland. Wir schicken sie dorthin zurück, woher sie im guten Glauben oder sich in Sicherheit wähnend gekommen sind, nach Jugoslawien. (Abg. Jung: Wir schicken sie nicht zurück!)
Abg. Jung: Warum denn? – Abg. Scheibner: Warum ist das so? Wegen der ungezügelten Einwanderungspolitik!
Meine Damen und Herren! Während bis zum Ende der achtziger Jahre Flüchtlinge in Österreich im allgemeinen mit Sympathien rechnen konnten, hat sich in den letzten Jahren die öffentliche Einstellung (Abg. Jung: Warum denn? – Abg. Scheibner: Warum ist das so? Wegen der ungezügelten Einwanderungspolitik!), angeheizt vor allem durch Boulevardmedien, aber vor allem auch durch populistische Politiker, enorm verschlechtert.
Abg. Dr. Mertel: Das war Ihre Diktion!
Das heißt nach meinen Worten: Nur ein toter Flüchtling ist ein guter Flüchtling in Österreich. Das ist die Diktion von Asylbescheiden wie diesen. (Abg. Dr. Mertel: Das war Ihre Diktion!) Behörden in Österreich bezweifeln Menschenrechtsverletzungen nicht. Amtlich gibt es die Bestätigung von Menschenrechtsverletzungen im Kosovo. Ich habe es Ihnen gerade vorgelesen.
Beifall bei den Grünen.
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, es geht noch viel weiter. Es werden Menschenrechtsverletzungen nicht bezweifelt, es wird auch nicht geschrieben: Wir glauben Ihnen nicht!, nein, die Österreicher gehen weiter, sie sagen: Es interessiert uns nicht, was Sie sagen. Es stimmt, es gibt Menschenrechtsverletzungen im Kosovo, aber uns interessiert das in Ihrem Fall nicht. – Das ist weit tragischer, und das ist von einem Zynismus geprägt, der zu allem geeignet ist, nur nicht dazu, an eine Tradition anzuknüpfen, auf die Österreich zu Recht stolz ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Marizzi: Hat nicht Österreich die meisten Flüchtlinge aufgenommen?
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, das in meinen Augen eigentlich Fiese kommt erst. Das Fiese ist nämlich der Versuch, der erfolgreiche Versuch, die Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen und für die davon Betroffenen auf andere Länder abzuschieben. (Abg. Marizzi: Hat nicht Österreich die meisten Flüchtlinge aufgenommen?) Da gibt es jetzt ein ganz gutes Wort dafür, man nennt das europäischer Lastenausgleich.
Abg. Smolle: Frau Kollegin, Vorsicht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ungarn ist kein sicheres Drittland, und der Herr Innenminister weiß es, denn er liest auch jene Dokumente, die internationale Organisationen erstellen. (Abg. Smolle: Frau Kollegin, Vorsicht!) Der UNHCR hat erst am 5. Mai 1998 in einem Schreiben an eine österreichische Behörde – also nicht in irgendeinem Papier, das ein Mitarbeiter informell erstellt, sondern in einem offiziellen Schreiben – ganz konkret gesagt, worum es geht. Der UNHCR schreibt folgendes:
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Smolle.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Deshalb fordern wir, meine Damen und Herren: Schluß mit den augenzwinkernden Abschiebungen nach Ungarn nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn, was gehen uns die Flüchtlinge an?! Deshalb fordern wir ein befristetes humanitäres Aufenthaltsrechts für Kosovo-Albaner, solange diese Krise dort läuft und solange die Menschen dort in Gefahr sind. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Smolle. )
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin überzeugt davon, daß ich mit Zahlen und Fakten beweisen kann, daß Österreich innerhalb der internationalen Gemeinschaft und innerhalb Europas eine führende Rolle beim Flüchtlingsschutz einnimmt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Bei den Bewerbern, nicht bei denen, die Asyl haben! – Abg. Smolle: Bewerber – das ist ja keine Kunst! Es ist ja so, daß eben sehr viele herkommen!
Wenn ich das mit den Zahlen anderer europäischer Staaten vergleiche, so zeigt sich, daß Österreich bei den Asylzahlen führend ist. Den größten Anteil hat Deutschland mit 51 Prozent... (Abg. Öllinger: Bei den Bewerbern, nicht bei denen, die Asyl haben! – Abg. Smolle: Bewerber – das ist ja keine Kunst! Es ist ja so, daß eben sehr viele herkommen!) Ich werde mir erlauben, auch auf dieses Argument gleich danach einzugehen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch im Zusammenhang mit der Situation im Kosovo war Österreich in der ersten Stunde bei der Flüchtlingshilfe aktiv. Der Ministerrat hat bereits Anfang Juni dieses Jahres eine humanitäre Soforthilfe in der Höhe von 5 Millionen Schilling für die Unterstützung der Vertriebenen, die sich in Mazedonien, in Nordalbanien und im Kosovo selbst aufhalten, zur Verfügung gestellt. Der Einsatz dieser Mittel erfolgt über nichtstaatliche Organisationen. Wir haben 5 Millionen Schilling zur Verfügung gestellt, während meines Wissens die EU-Kommission auch denselben Betrag zur Verfügung gestellt hat. Auch das zeigt, daß wir da in führender Position sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe bereits am Beginn der Diskussion im Parlament klar gesagt, daß das neue Asylgesetz nach einem Jahr Praxis nochmals von allen Betroffenen diskutiert werden soll, und zwar auch unter Einschluß der verschiedenen nichtstaatlichen Organisationen, und daß wir aufgrund der Erfahrungen, die wir in der Praxis im ersten Jahr mit dem neuen Asylgesetz machen, notwendige Adaptierungen vornehmen werden und ich konkrete Vorschläge umsetzen werde. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist eh richtig!
Anders, meine sehr geehrten Damen und Herren, schaut die Gesetzeslage im Asylbereich in anderen europäischen Staaten aus. So hat beispielsweise die Schweiz vor wenigen Tagen beschlossen, daß Ausländer, die ohne Papiere in die Schweiz einreisen oder sich illegal in der Schweiz aufhalten, keinen Asylantrag mehr stellen können. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist eh richtig!) Deutschland hat die Sozialleistungen an Asylwerber gekürzt. Italien hat die Regelungen über die Haft von Asylwerbern verschärft. Dänemark hat ein ganzes Paket restriktiver Maßnahmen beschlossen.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger.
Dieser direkte Vergleich, meine sehr geehrten Damen und Herren, zeigt meiner Meinung nach eindrucksvoll, daß Österreich ein Land ist, das das Asylgesetz so gestaltet hat, daß es im Interesse derjenigen Menschen ist, die wirklich verfolgt werden, während andere europäische Staaten da eine drastische und deutliche Verschärfung vollzogen haben, die ich mich nicht einmal in Gedanken getraue, in Österreich auch nur in irgendeiner Form durchzuführen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Gemeinsam mit der EU-Kommission legen wir dieser Tage zwei Entwürfe für eine gemeinsame Maßnahme vor mit dem Ziel, daß der Status vorübergehend aufgenommener Personen und von Personen, die im Zuge von Massenfluchtbewegungen fliehen, innerhalb der Europäischen Union solidarisch geregelt wird. Ich glaube, daß das sehr wichtig ist. Es geht dabei nicht nur um einen finanziellen Ausgleich zwischen den europäischen Staaten, sondern auch um einen Ausgleich bei Personen, sodaß gewährleistet ist, daß nicht ein Land alleine die Last tragen muß. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich sage Ihnen auch sehr offen: Ich nehme eine Anregung des Liberalen Forums, die heute in einer Presseaussendung gemacht worden ist, sehr gerne auf, in welcher das Liberale Forum der Meinung ist, daß dieser Lastenausgleich, dieser Solidarausgleich nicht nur innerhalb der Europäischen Union erfolgen soll, sondern auch auf die EU-Beitrittskandidaten – zumindest auf jene der ersten Runde – ausgedehnt werden soll, weil ich glaube, daß das sinnvoll und richtig ist, und ich werde mich bemühen, zu erreichen, daß unsere unmittelbaren Nachbarstaaten, die Mitglieder der Europäischen Union werden wollen, auch in diesen solidarischen Lastenausgleich mitaufgenommen werden. (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Ich halte es für wichtig – ich sage das hier sehr klar –, daß Österreich gegenüber Personen, die direkt aus dem Krisengebiet, aus dem Konfliktgebiet, aus den umkämpften Orten und Städten kommen, mit besonderer Sensibilität vorgeht. Ich glaube, daß wir trotz der Drittstaatssicherheit bei Personen, die nachweislich aus dem unmittelbaren Konfliktgebiet kommen, mit äußerster Sensibilität bei Zurückschiebungen vorgehen müssen. Ich werde deshalb auch mit den entsprechenden Beamten, die für diese Fragen zuständig sind, morgen ein sehr intensives Gespräch führen, um zu erreichen, daß trotz Drittstaatssicherheit bei Personen, die aus Gebieten kommen, die nachweislich umkämpft werden, äußerst sensibel vorgegangen wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Mag. Stoisits: Das ist die beste PR für den Innenminister, aber keine Beantwortung der Anfrage!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Bundesminister! Ich habe ein kleines Problem. Die Anfragebeantwortung soll 20 Minuten nicht überschreiten. Wir sind jetzt bei 19 Minuten angelangt. Sie kann natürlich länger dauern, wenn viele Fragen gestellt worden sind. Ich bitte nur, zur Beantwortung der einzelnen Anfragen zu kommen. (Abg. Mag. Stoisits: Das ist die beste PR für den Innenminister, aber keine Beantwortung der Anfrage!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Seien Sie froh, daß es einen Minister gibt, der uns Auskunft gibt!
Der Herr Minister hat das Recht, die 20 Minuten zu überschreiten. Ich mache ihn nur darauf aufmerksam, daß er langsam zu den einzelnen Fragen kommen sollte. – Bitte, Herr Minister. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Seien Sie froh, daß es einen Minister gibt, der uns Auskunft gibt!)
Abg. Mag. Stoisits: Auch Jugoslawien ist Mitglied des Europarates!
Ich möchte nochmals darauf hinweisen, daß es meine feste Überzeugung ist, daß man aus tagespolitischer Opportunität nicht Werturteile über einen Nachbarstaat treffen kann, noch dazu Werturteile, die meiner Meinung nach in keiner Weise gerechtfertigt sind. Ungarn ist für die österreichische Bundesregierung ein sicherer Drittstaat. Ungarn ist Mitglied des Europarates und hat sich im vollen Umfang der Kontrolle der Menschenrechtsbestimmungen des Europarates unterworfen. (Abg. Mag. Stoisits: Auch Jugoslawien ist Mitglied des Europarates!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das waren, meine sehr geehrten Damen und Herren, in aller Kürze meine Antworten. – Herr Präsident, ich hätte gerne noch mehr dazu gesagt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Die Rednerin reicht Bundesminister Mag. Schlögl eine Liste.
Ich weiß nicht, warum Sie das nicht feststellen können, Herr Bundesminister, wenn es die NGOs, wenn es die Caritas oder Amnesty können. Ich denke, Sie sollten dies tun – bei jenen Menschen, die in Wien und in anderen Schubhaftgefängnissen sitzen. (Die Rednerin reicht Bundesminister Mag. Schlögl eine Liste.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Sagen Sie doch bitte zumindest dem Kreis der hier Versammelten und auch den Medien: Um wie viele Menschen könnte es denn gehen? Können Sie nicht, so wie die Caritas und amnesty international, aufgrund der Namen und durch Befragen feststellen, wer von den Schubhäftlingen ein Kosovo-Albaner, eine Kosovo-Albanerin ist? Können Sie nicht, was diese Menschen betrifft – ich nehme an, es werden keine 300 Menschen sein –, während dieser Krieg tobt, also für diese paar Menschen, die ein reiches Land wie Österreich in keinster Weise gefährden, einmal Humanität vor irgend einem Behördenbefehl walten lassen? (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Herr Bundesminister! Die Grünen und Liberalen haben immer schon gesagt: Das ist verfassungswidrig! Ich meine, diese Feststellung sollte Sie dazu veranlassen, heute sicherzustellen, daß kein einziger Mensch aus dem Kosovo mehr aus Österreich "verschwindet", solange dieser Krieg nicht zu Ende ist. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Petrovic: Werden Sie auch die anderen Fälle prüfen?
Zur nächsten Frage, die Sie gestellt haben, warum ich nicht schneller auf dieses Schreiben von amnesty international antworten könne. – Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Ich habe gestern am Abend, nach Ende der Debatte im Nationalrat über das Staatsbürgerschaftsgesetz, in meinen Büro ein Fax vorgefunden. Wenn man einen Fall seriös prüfen soll, muß man sich nicht nur mit den Vorwürfen gegenüber den österreichischen Behörden auseinandersetzen, sondern man muß auch die ungarischen Behörden fragen, ob sich der besagte Vorfall im März vergangenen Jahres wirklich so abgespielt hat. (Abg. Dr. Petrovic: Werden Sie auch die anderen Fälle prüfen?)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein.
Bei aller Kritik, die Sie bisher an mir geübt haben und die vielleicht auch gerechtfertigt war: Ich habe in meiner Amtsführung doch immer versucht, mich, wenn Vorwürfe gekommen sind, mit diesen auseinanderzusetzen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Feurstein. ) Wenn Sie mir konkrete Fälle nennen, bin ich gerne dazu bereit, jeden einzelnen Fall zu überprüfen. Ich werde auch den genannten Fall sehr genau überprüfen, und ich werde die Ergebnisse amnesty international, aber auch Ihnen zur Verfügung stellen.
Beifall bei der SPÖ.
Schlußendlich – das ist meiner Ansicht nach auch sehr wichtig – möchte ich nochmals betonen, daß wir einen Flüchtling aus dem Kosovo nicht ungeprüft nach Ungarn abschieben, sondern daß wir – das habe ich heute auch sehr klar betont – eine Einzelfallprüfung vornehmen. Wir schauen uns jedes einzelne Schicksal sehr genau an und achten bei jedem einzelnen Schicksal auch sehr genau darauf, von wo diese Menschen kommen. Es macht eben einen Unterschied, ob sie aus einem Gebiet kommen, in dem es zerstörte Dörfer und zerstörte Städte gibt oder ob sie aus einem Gebiet kommen, in dem keinerlei Kampfhandlungen stattfinden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stoisits: Haben Sie nicht die Novelle letztes Jahr mitgekriegt?
Ich möchte mich daher dagegen verwahren, daß gesagt wird, die Verantwortung werde "abgeschoben". Österreich drückt sich wirklich nicht vor seiner Verantwortung! Wenn man unser Asylgesetz mit dem anderer Länder vergleicht, kann man das eindeutig erkennen. Während andere Länder die Lage für Asylwerber tatsächlich verschlechtern, ist das in unserem Land nicht geschehen und wird auch nicht geschehen. (Abg. Mag. Stoisits: Haben Sie nicht die Novelle letztes Jahr mitgekriegt?)
Beifall bei der SPÖ.
Ungarn braucht zweifellos Unterstützung. Es geht sicherlich nicht an, daß Länder, die an der Grenze von Mitgliedstaaten der Europäischen Union liegen, die große wirtschaftliche Probleme haben, die ihre eigene Vergangenheit erst überwinden müssen, die meisten Lasten im Zusammenhang mit Flüchtlingen zu tragen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, daß das ein richtiger Weg ist und daß die skizzierte Vorgangsweise des Innenministeriums in die richtige Richtung weist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dkfm. DDr. Friedrich König (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Unbestritten ist, daß die Leistungen Österreichs im Zusammenhang mit der Tragödie in Bosnien von allen Staaten als vorbildlich anerkannt wurden. Wir haben daher überhaupt keinen Grund, uns zu schämen. Ganz im Gegenteil: Österreich zählt zu den Ländern, die in dieser Hinsicht am allermeisten getan haben. Kein anderes Land der EU hat so viele Flüchtlinge aus Bosnien aufgenommen – der Herr Minister hat die Zahl genannt: insgesamt 92 000 – wie Österreich, mit Ausnahme Deutschlands. Aber im Verhältnis zur Größe Deutschlands hat Österreich sehr viel mehr Flüchtlinge aufgenommen. Ich meine, daß das eine Leistung ist, die auch gewürdigt werden muß. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wovon reden wir denn jetzt? Reden wir jetzt von Kosovo-Flüchtlingen?
Aber eines muß sehr offen gesagt werden: Die Ausweitung sowie den Mißbrauch des Asylrechtes können wir keineswegs dulden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wovon reden wir denn jetzt? Reden wir jetzt von Kosovo-Flüchtlingen?) Denn sonst wird man, wie auch Frau Abgeordnete Stoisits, immer mehr bejammern müssen, daß die Bevölkerung hiefür kein Verständnis hat. (Abg. Wabl: Sie machen schon wieder Stimmung!) Sie verwechseln nämlich Ursache und Wirkung. (Abg. Dr. Petrovic: Betreiben Kosovo-Albaner Mißbrauch?) – Lassen Sie mich ausreden, ich habe nur 10 Minuten Redezeit! Ich habe Sie auch nicht unterbrochen. Hören Sie zu, dann werden Sie eine Antwort bekommen!
Abg. Wabl: Sie machen schon wieder Stimmung!
Aber eines muß sehr offen gesagt werden: Die Ausweitung sowie den Mißbrauch des Asylrechtes können wir keineswegs dulden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wovon reden wir denn jetzt? Reden wir jetzt von Kosovo-Flüchtlingen?) Denn sonst wird man, wie auch Frau Abgeordnete Stoisits, immer mehr bejammern müssen, daß die Bevölkerung hiefür kein Verständnis hat. (Abg. Wabl: Sie machen schon wieder Stimmung!) Sie verwechseln nämlich Ursache und Wirkung. (Abg. Dr. Petrovic: Betreiben Kosovo-Albaner Mißbrauch?) – Lassen Sie mich ausreden, ich habe nur 10 Minuten Redezeit! Ich habe Sie auch nicht unterbrochen. Hören Sie zu, dann werden Sie eine Antwort bekommen!
Abg. Dr. Petrovic: Betreiben Kosovo-Albaner Mißbrauch?
Aber eines muß sehr offen gesagt werden: Die Ausweitung sowie den Mißbrauch des Asylrechtes können wir keineswegs dulden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wovon reden wir denn jetzt? Reden wir jetzt von Kosovo-Flüchtlingen?) Denn sonst wird man, wie auch Frau Abgeordnete Stoisits, immer mehr bejammern müssen, daß die Bevölkerung hiefür kein Verständnis hat. (Abg. Wabl: Sie machen schon wieder Stimmung!) Sie verwechseln nämlich Ursache und Wirkung. (Abg. Dr. Petrovic: Betreiben Kosovo-Albaner Mißbrauch?) – Lassen Sie mich ausreden, ich habe nur 10 Minuten Redezeit! Ich habe Sie auch nicht unterbrochen. Hören Sie zu, dann werden Sie eine Antwort bekommen!
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist es! – Abg. Dr. Petrovic: Betreiben Kosovo-Albaner Mißbrauch?
Die Menschen werden zu jener Haltung getrieben, die Sie, Frau Abgeordnete Stoisits, bedauert haben, wenn nicht zwischen Asylwerbern, Flüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen unterschieden und daher Ablehnung in der Bevölkerung provoziert wird. Sie provozieren sie, nicht die Regierung! (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist es! – Abg. Dr. Petrovic: Betreiben Kosovo-Albaner Mißbrauch?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Da hat er recht!
Lassen Sie mich folgendes sagen, da Sie dem Herrn Bundesminister hier Demagogie vorgeworfen haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da hat er recht!) Ich werfe Ihnen nicht Demagogie vor, wohl aber, daß Sie den Artikel aus der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in der Beilage zu Ihrer Anfrage sehr selektiv zitieren. Darin heißt es: "Die Zielländer sind immer dieselben: Deutschland,
Beifall bei der ÖVP.
Eines ist sicher: Nur durch internationalen Druck wird es möglich sein, zu erreichen, daß dort der Friede wiederhergestellt wird und die Waffen schweigen. Das ist die einzige Chance auf eine politische Lösung! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Petrovic: Rechtzeitig? – Ha!
Sie haben sich diesem Antrag versagt! Glauben Sie ernsthaft, daß gegenüber den Menschen im Kosovo, deren einzige Hoffnung es ist, daß die internationale Staatengemeinschaft diesmal rechtzeitig jenen Druck ausübt (Abg. Dr. Petrovic: Rechtzeitig? – Ha!), der Miloševic zwingt, seine Spezialpolizei zurückzuschicken, diese Hoffnung dadurch zerstört werden soll, daß man sich als politische Fraktion versagt? – Aber hier wird großartig auf die Tränendrüse gedrückt und behauptet, daß Österreich angeblich zuwenig tut! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Lernen Sie Geschichte! Kosovo 1989!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Lernen Sie Geschichte! Kosovo 1989!
Sie haben sich diesem Antrag versagt! Glauben Sie ernsthaft, daß gegenüber den Menschen im Kosovo, deren einzige Hoffnung es ist, daß die internationale Staatengemeinschaft diesmal rechtzeitig jenen Druck ausübt (Abg. Dr. Petrovic: Rechtzeitig? – Ha!), der Miloševic zwingt, seine Spezialpolizei zurückzuschicken, diese Hoffnung dadurch zerstört werden soll, daß man sich als politische Fraktion versagt? – Aber hier wird großartig auf die Tränendrüse gedrückt und behauptet, daß Österreich angeblich zuwenig tut! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Petrovic: Lernen Sie Geschichte! Kosovo 1989!)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie sagen: Man muß den Menschen helfen!, dann bin ich bei Ihnen. Wir tun das. Sie reden davon, und wir tun es! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) Österreich hat bereits jetzt 3 Millionen Schilling dem Internationalen Roten Kreuz im Kosovo für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt, 6 Millionen dem Internationalen Roten Kreuz für die Flüchtlinge in Montenegro und 6 Millionen Schilling dem Österreichischen Roten Kreuz für die Flüchtlinge in Albanien; bisher insgesamt schon 15 Millionen Schilling. Das ist aktive Hilfe! Ich denke, damit kann sich Österreich sehen lassen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Heindl. )
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Heindl.
Wenn Sie sagen: Man muß den Menschen helfen!, dann bin ich bei Ihnen. Wir tun das. Sie reden davon, und wir tun es! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) Österreich hat bereits jetzt 3 Millionen Schilling dem Internationalen Roten Kreuz im Kosovo für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt, 6 Millionen dem Internationalen Roten Kreuz für die Flüchtlinge in Montenegro und 6 Millionen Schilling dem Österreichischen Roten Kreuz für die Flüchtlinge in Albanien; bisher insgesamt schon 15 Millionen Schilling. Das ist aktive Hilfe! Ich denke, damit kann sich Österreich sehen lassen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Heindl. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zu Ihrer Behauptung, Ungarn sei kein sicheres Drittland: Es ist schon gesagt worden, daß Ungarn zu den sechs Staaten gehört, mit denen wir intensive Verhandlungen über die Aufnahme in die Europäische Union führen wollen. Ungarn ist ein anerkanntes Mitglied des Europarates. Es hat alle Konventionen ratifiziert und hält sich auch daran. Das muß man dazusagen: Es hält sich auch daran! Daher ist es einfach in höchstem Maße unfair, in einer so undifferenzierten, verallgemeinernden Weise zu erklären: Ungarn ist kein sicheres Land. Das haben sich unsere Nachbarn nicht verdient! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, daß das Lager momentan durch den starken Zustrom logistisch überfordert ist. Aber wenn Sie sagen, daß die Leute dort nicht leben können, weil die Toiletten kaputt sind und die ungarischen Installateure sich weigern, sie zu richten, dann ist das manipulativ zitiert. Denn in dem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" steht, daß die Installateure sich weigern, die Toiletten zu richten, weil sie nicht gesäubert werden. Und gesäubert werden sie nicht, weil sich die Insassen weigern, sie zu säubern. Sie wollen sie nämlich von anderen gesäubert haben; so die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" wörtlich. – Sehen Sie, das ist auch etwas, was man nicht tun soll: Man soll nicht mit Halbwahrheiten ein Land beschuldigen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines muß ich dem hinzufügen: Es muß klar sein – wir können das auch nicht zulassen –, daß es sich niemand wird aussuchen können, wo er als Asylant hingeht. Das wird nicht möglich sein, und das werden Sie auch nicht durch die Unterstellung, daß Ungarn kein sicheres Drittland sei, erreichen können! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Jäger: Wieso 90 000?
Herr Minister! Ich kann mir angesichts der großzügigen Behandlung, die wir 90 000 Bosniern zugestanden haben, nicht vorstellen, daß es zu einem internationalen Lastenausgleich kommen wird. Denn jeder in Europa wird sich denken, daß die Österreicher neue Flüchtlinge förmlich brauchen, denn sonst würden sie nicht 90 000 Menschen, die eigentlich als Flüchtlinge gekommen sind, ein Niederlassungsrecht geben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Jäger: Wieso 90 000?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Was sind diejenigen, die aus dem Kosovo kommen?
Frau Stoisits! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Selbstverständlich sind die dargestellten Einzelschicksale tragisch. Aber es muß doch auch einmal anerkannt werden, daß es nicht möglich ist, alle Menschen aus einem Kriegsgebiet, die ein tragisches Schicksal haben, bei uns in Österreich aufzunehmen. Es gibt die Genfer Konvention – dazu ist sie ja geschaffen worden –, um in solchen Fällen den Ländern mehr oder weniger Richtlinien dafür zu geben beziehungsweise sie zu verpflichten, nur in den Fällen, in denen es individuelle Verfolgung gibt, die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen; aber nicht bei Kriegswirren. Ich denke, man muß endlich damit beginnen – das hat Herr Abgeordneter König schon gesagt –, zwischen Flüchtlingen und Einwanderern zu unterscheiden. Solange man das nicht tut, kann keine seriöse Diskussion stattfinden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Was sind diejenigen, die aus dem Kosovo kommen?)
Abg. Wabl: Was sind das aus dem Kosovo? Einwanderer?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wurden hier auch Beispiele zitiert, die die Rechtsprechung des Unabhängigen Asylsenates ... (Abg. Wabl: Was sind das aus dem Kosovo? Einwanderer?) Würden Sie mich bitte reden lassen? – Selbstverständlich sind sie das, denn sie sind nach der Genfer Konvention nicht Flüchtlinge. Das wissen Sie ganz genau, Herr Wabl!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch eines möchte ich Ihnen, Herr Minister, und Ihnen von SPÖ und ÖVP sagen: Sie sehen ja, daß Ihnen alle Ihre Bemühungen – Sie loben sich: wir haben das liberalste Asylgesetz, wir haben die höchste Anerkennungsquote, wir sind das offenste Land – nichts nützen. Die Aufnahme von 90 000 Bosniern nützt nicht, das liberalste Asylgesetz nützt nicht, von der Kritik der Grünen loszukommen. Deshalb möchte ich Sie bitten: Richten Sie sich doch nicht nach der wirklich kleinsten und unbedeutendsten Parlamentspartei! Sie stehen hier und weinen praktisch Frau Stoisits und Frau Petrovic an, Sie rechtfertigen sich – aber Sie werden es ihnen nie recht machen können, Herr Minister! Nehmen Sie das endlich einmal zur Kenntnis! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Jäger: Die ist humaner als Sie! Die hat sich sehr engagiert!
Das akzeptiert auch die Bevölkerung nicht. Ich denke, man muß auch einmal berücksichtigen, was die österreichische Bevölkerung über das Ganze eigentlich denkt. (Abg. Jäger: Die ist humaner als Sie! Die hat sich sehr engagiert!) Es geht nicht nur um die Befindlichkeit der Kosovo-Albaner, der Bosnier, der Afrikaner, der Iraker und so weiter, sondern es geht in Österreich auch um die Befindlichkeit der Österreicher! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das akzeptiert auch die Bevölkerung nicht. Ich denke, man muß auch einmal berücksichtigen, was die österreichische Bevölkerung über das Ganze eigentlich denkt. (Abg. Jäger: Die ist humaner als Sie! Die hat sich sehr engagiert!) Es geht nicht nur um die Befindlichkeit der Kosovo-Albaner, der Bosnier, der Afrikaner, der Iraker und so weiter, sondern es geht in Österreich auch um die Befindlichkeit der Österreicher! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wir haben einen neuen Arbeitslosenrekord in Wien. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ich höre gleich auf! – Der Großteil der Bosnier, aber auch der Einwanderer setzt sich natürlich in Wien fest. Wir müssen uns mit der Frage auseinandersetzen: Wie können wir aus dieser ganzen Sache so herauskommen, daß die in Österreich lebenden Ausländer, aber auch die Österreicher selbst keinen Nachteil durch neu Zuziehende haben? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Wir werden das schon regeln! "Ausländer raus"!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Wir werden das schon regeln! "Ausländer raus"!
Wir haben einen neuen Arbeitslosenrekord in Wien. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ich höre gleich auf! – Der Großteil der Bosnier, aber auch der Einwanderer setzt sich natürlich in Wien fest. Wir müssen uns mit der Frage auseinandersetzen: Wie können wir aus dieser ganzen Sache so herauskommen, daß die in Österreich lebenden Ausländer, aber auch die Österreicher selbst keinen Nachteil durch neu Zuziehende haben? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Wir werden das schon regeln! "Ausländer raus"!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich messe dieser Zustimmung überhaupt keine Bedeutung bei!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin ausnahmsweise zum Teil mit dem Schlußsatz der Frau Kollegin Partik-Pablé einverstanden. Aber nur teilweise: Ich bin auch der Meinung, daß wir alles unternehmen müssen, daß es zu keiner Flüchtlingswelle aus dem Kosovo kommt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich messe dieser Zustimmung überhaupt keine Bedeutung bei!) Wenn man es in diesem Sinne auffassen würde, könnte ich ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Weder das eine noch das andere!) Aber wenn Sie das so liebenswürdig zurückweisen, dann haben Sie es wahrscheinlich nicht so gemeint.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Weder das eine noch das andere!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin ausnahmsweise zum Teil mit dem Schlußsatz der Frau Kollegin Partik-Pablé einverstanden. Aber nur teilweise: Ich bin auch der Meinung, daß wir alles unternehmen müssen, daß es zu keiner Flüchtlingswelle aus dem Kosovo kommt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich messe dieser Zustimmung überhaupt keine Bedeutung bei!) Wenn man es in diesem Sinne auffassen würde, könnte ich ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Weder das eine noch das andere!) Aber wenn Sie das so liebenswürdig zurückweisen, dann haben Sie es wahrscheinlich nicht so gemeint.
Abg. Jäger steht vor der Ministerbank und spricht mit Bundesminister Mag. Schlögl.
Ich denke aber, es muß das oberste Ziel sein, daß das Problem in seiner Ursächlichkeit gelöst wird. Nur fürchte ich, daß das kurzfristig nicht ohne weiteres möglich ist. Daher nun zur Dringlichen Anfrage beziehungsweise zur Beantwortung durch den Herrn Bundesminister. (Abg. Jäger steht vor der Ministerbank und spricht mit Bundesminister Mag. Schlögl.) Frau Kollegin Jäger bitte ich, die Aufmerksamkeit des Bundesministers nicht so stark in Anspruch zu nehmen.
Abg. Dr. Fuhrmann: Er ist ein cäsarischer Typ und kann beiden zuhören!
Schauen Sie: Die Frage, ob ... (Abg. Dr. Fuhrmann: Er ist ein cäsarischer Typ und kann beiden zuhören!) Ja, das ist teilweise richtig. Er ist der beste Mann der FPÖ in der Regierung und wird gleichzeitig von ihr beschimpft. Das ist das Interessante. Die "Kronen Zeitung" sagt ... (Abg. Dr. Fuhrmann: Das weise ich zurück!) Na, freundliche Worte von der Kollegin waren es gerade nicht. Vielleicht ist "beschimpft" zuviel gesagt, aber freundliche Worte an den Bundesminister waren es nicht. – Ich meine nur, das ist diese cäsarische Gleichzeitigkeit, von der Kollege Fuhrmann gesprochen hat.
Abg. Dr. Fuhrmann: Das weise ich zurück!
Schauen Sie: Die Frage, ob ... (Abg. Dr. Fuhrmann: Er ist ein cäsarischer Typ und kann beiden zuhören!) Ja, das ist teilweise richtig. Er ist der beste Mann der FPÖ in der Regierung und wird gleichzeitig von ihr beschimpft. Das ist das Interessante. Die "Kronen Zeitung" sagt ... (Abg. Dr. Fuhrmann: Das weise ich zurück!) Na, freundliche Worte von der Kollegin waren es gerade nicht. Vielleicht ist "beschimpft" zuviel gesagt, aber freundliche Worte an den Bundesminister waren es nicht. – Ich meine nur, das ist diese cäsarische Gleichzeitigkeit, von der Kollege Fuhrmann gesprochen hat.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich war damals schon der Meinung, daß es keine Gratwanderung, sondern eindeutig verfassungswidrig ist. Daß der Verfassungsgerichtshof sein Erkenntnis so schnell gefaßt hat, halte ich in dem Fall für bemerkenswert. Und ich meine: Überlegen Sie einmal, was es heißt, wenn Spitzenbeamte nur deswegen, weil sich die Politik extrem kurze Fristen wünscht, Ihnen eine Expertise zur Verfügung stellen, die – im Jargon der Leute selbst – grenzwertig ist, in Wirklichkeit sogar verfassungswidrig ist. Überlegen Sie einmal, ob Sie auf das rechtliche und fachliche Urteil von solchen Leuten in Zukunft setzen sollten! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wenn Sie, Herr Bundesminister, tatsächlich diesen unseren Vorschlag, den wir ja schon öffentlich gemacht haben, im Rahmen der österreichischen Ratspräsidentschaft in der EU ernsthaft aufgreifen, dann würden Sie ein doppeltes Signal setzen: a) daß wir eben nicht an den EU-Außengrenzen einfach haltmachen mit der Humanität und b) daß wir die Beitrittskandidaten in jeder Hinsicht ernst nehmen und unabhängig vom Stadium der Beitrittsverhandlungen sagen: In dieser Frage gibt es kein: Erst wenn ihr beigetreten seid!, sondern in dieser Frage muß es ein Sofort geben. Und das wäre dann immerhin befriedigend. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen.
Das ist verurteilenswert. Prüfen Sie die Einzelfälle! Es ist dies dringend notwendig. Manche Ihrer Mitarbeiter halten sich leider nicht an das, was an sich als Solidarprinzip unumstritten ist. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Na und?
Ein zweites Beispiel – das darf ich gerade im Hinblick auf meinen Vorredner von seiten der ÖVP erwähnen –: Der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau hält die Rückschiebungen von Kosovo-Flüchtlingen nach Ungarn für eine – ich zitiere hier aus dem "Standard" – "unglaubliche Sauerei". Er fordert einen sofortigen Stopp der Abschiebungen und ein vorläufiges Aufenthaltsrecht für geflüchtete Kosovo-Albaner in Österreich. (Ruf bei der ÖVP: Na und?) – Bitte, das fordert der Caritas-Direktor. Und Sie nennen sich eine christlichsoziale Partei! (Abg. DDr. König: Eine undifferenzierte Haltung! – Abg. Kiss: Der Landau hat schon permanent geirrt!)
Abg. DDr. König: Eine undifferenzierte Haltung! – Abg. Kiss: Der Landau hat schon permanent geirrt!
Ein zweites Beispiel – das darf ich gerade im Hinblick auf meinen Vorredner von seiten der ÖVP erwähnen –: Der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau hält die Rückschiebungen von Kosovo-Flüchtlingen nach Ungarn für eine – ich zitiere hier aus dem "Standard" – "unglaubliche Sauerei". Er fordert einen sofortigen Stopp der Abschiebungen und ein vorläufiges Aufenthaltsrecht für geflüchtete Kosovo-Albaner in Österreich. (Ruf bei der ÖVP: Na und?) – Bitte, das fordert der Caritas-Direktor. Und Sie nennen sich eine christlichsoziale Partei! (Abg. DDr. König: Eine undifferenzierte Haltung! – Abg. Kiss: Der Landau hat schon permanent geirrt!)
Abg. DDr. König: Ich frage Sie, warum Sie das nicht wollen!
Sie praktizieren leider nicht dieses Ideal. Sie überlassen das der Caritas. Sie waschen sozusagen Ihre Hände in Unschuld, indem Sie darauf verweisen: Bei den Bosniern waren wir großartig! Und: Wir müssen Hilfe vor Ort leisten. Das ist das, was Kollege König formuliert hat. Was heißt denn "Hilfe vor Ort" im konkreten Fall der Kosovo-Albaner? Leisten Sie Hilfe in den Gefängnissen, wo gefoltert wird? Können Sie dort "Hilfe vor Ort" leisten? Leisten Sie Hilfe, wenn Leute geprügelt werden, wenn Leute getreten werden, wenn Leute geschlagen werden? Wo sind Ihre Mitglieder, die da "Hilfe vor Ort" leisten? (Abg. DDr. König: Ich frage Sie, warum Sie das nicht wollen!)
Abg. Scheibner: "Vorübergehend"!
Ich möchte noch auf ein drittes Beispiel verweisen und hier Herrn Caritas-Direktor Küberl aus den "Salzburger Nachrichten" zitieren. Er appellierte auch am Freitag wieder in einem Brief an Sie, Herr Minister – das war kein Fax von gestern, das war ein Brief vom Freitag –, daß wir unbedingt den Kosovo-Vertriebenen vorübergehend Schutz in Österreich gewähren sollten. (Abg. Scheibner: "Vorübergehend"!)
Abg. Kiss: Sie reden von Dingen, die Sie nicht verstehen!
Ich darf darauf hinweisen, daß sehr wohl Flüchtlinge, etwa jene, die zum Beispiel im Jahr 1956 aus Ungarn zu uns gekommen sind, vorübergehend hier blieben und dann woanders hinzogen. Es sind auch verschiedene Flüchtlinge aus dem Balkanbereich vorübergehend in Österreich geblieben und dann woanders hingezogen. (Abg. Kiss: Sie reden von Dingen, die Sie nicht verstehen!) Es sind auch welche hiergeblieben, kein Zweifel. Aber jene, die hier blieben, gründeten zum Beispiel auch Unternehmungen, gründeten Existenzen und sind jetzt hier Steuerzahler. Aber es gibt auch verschiedene Leute, die nur vorübergehend hier Schutz suchen und dann einen anderen Standort anpeilen.
Beifall bei den Grünen.
Dazu möchte ich noch folgendes sagen: Herr Kollege König hat den Mißbrauch erwähnt, er hat darauf hingewiesen, daß es eine mißbräuchliche Inanspruchnahme von österreichischen Asylmöglichkeiten gibt. Ich hingegen behaupte, es gibt vor allem auch einen Mißbrauch durch die österreichischen Behörden, die nicht rechtens vorgehen, die abschieben in das sogenannte sichere Drittland Ungarn. Bitte, das ist für mich ein Mißbrauch und nicht, daß verfolgte Leute hier bei uns um Asyl ansuchen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Das ist unbestreitbar! Das menschliche Antlitz kann man ihm nicht bestreiten!
Herr Innenminister! Sie gelten durchaus als Innenminister mit einem menschlichen Antlitz. (Abg. Dr. Khol: Das ist unbestreitbar! Das menschliche Antlitz kann man ihm nicht bestreiten!) Sie zeigen auch in der Debatte immer wieder sehr menschliche Züge. Das ist sehr dankenswert. Bitte geben Sie jetzt endlich auch Ihren Behörden eine menschliche Handschrift! Das wäre mir sehr wesentlich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Innenminister! Sie gelten durchaus als Innenminister mit einem menschlichen Antlitz. (Abg. Dr. Khol: Das ist unbestreitbar! Das menschliche Antlitz kann man ihm nicht bestreiten!) Sie zeigen auch in der Debatte immer wieder sehr menschliche Züge. Das ist sehr dankenswert. Bitte geben Sie jetzt endlich auch Ihren Behörden eine menschliche Handschrift! Das wäre mir sehr wesentlich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Petrovic: Was hat das mit den Kosovo-Albanern zu tun?
Frau Kollegin Moser! Sie können die Caritas Wien auch in einem anderen Anliegen unterstützen, und ich hoffe, Sie machen das mit derselben Vehemenz. Man hat sich nämlich in einem Gespräch bitter beklagt – Herr Innenminister, das ist auch für Sie interessant –, daß die Caritas Wien in ihren Flüchtlingsheimen zuwenig Unterstützung durch die Polizei hat, wenn es darum geht, nigerianische Drogendealer aus diesen Caritas-Heimen zu entfernen, die dort die Betreuer und die Verantwortlichen der Caritas bedrohen. Wenn man nach der Polizei ruft, heiße es, man könne nichts unternehmen. (Abg. Dr. Petrovic: Was hat das mit den Kosovo-Albanern zu tun?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Moser! Dabei würden wir uns finden, daß wir der Caritas Unterstützung geben, wenn es darum geht, nigerianische Drogendealer aus ihren Heimen zu entfernen, damit es zu keinen negativen Aspekten in der Flüchtlingsproblematik kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Frau Abgeordnete Stoisits hat in ihrer Eingangsrede wieder einmal die mangelnde Bereitschaft zur Flüchtlingsaufnahme in der österreichischen Bevölkerung beklagt. Frau Kollegin Stoisits! Das stört mich wirklich. In jeder Debatte über Flüchtlinge und Asylpolitik kommt das so unterschwellig: Diese "bösen" Österreicher sind nicht bereit, den armen Flüchtlingen Unterstützung zu geben. Ich halte das wirklich für eine pauschale Diffamierung der Österreicher (Beifall bei den Freiheitlichen), die über Jahrzehnte Zehntausende, ja Hunderttausende Flüchtlinge aufgenommen haben: 1956 nach der Ungarnkrise, 1968 nach der Tschechienkrise, in den achtziger Jahren ist aus Polen eine Flüchtlingswelle gekommen, und sogar – und ich sage aus gutem Grund "sogar" – in den neunziger Jahren, als ein großer Flüchtlingsstrom aus Bosnien gekommen ist, gab es selbstverständlich nicht nur einen politischen, sondern auch einen nationalen Konsens in der Bevölkerung, daß man diesen verfolgten Menschen Aufnahme gewähren muß.
Abg. Jäger: Das stimmt doch nicht!
Nur, Herr Innenminister und meine Damen und Herren von den Grünen, wenn man, wie eben nun bei den Bosnienflüchtlingen, merkt, daß jene, die man sehr gerne aufgenommen hat – und Frau Kollegin Moser hat gesagt: "vorübergehend"; sehr richtig, man hat gedacht, das ist vorübergehend; man nimmt sie auf, solange sie wirklich an Leib und Leben gefährdet sind, und rechnet damit, daß sie danach wieder in ihre Heimat gehen werden –, jetzt eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung bekommen – Sie haben ja vor wenigen Wochen hier beschlossen, daß 90 000 Flüchtlinge, die damals nach Österreich gekommen sind, jetzt dauerhaften Aufenthalt bekommen –, dann darf man sich nicht wundern, wenn in Zukunft eine Integration nicht mehr möglich ist. (Abg. Jäger: Das stimmt doch nicht!)
Abg. Wabl: Herr Kollege! Sie irren um 30 000!
Frau Kollegin, fragen Sie doch Ihren eigenen Minister, wie die Zahlen ausschauen! Er hat Ihnen sogar noch zugenickt, daß das, was Frau Kollegin Partik-Pablé gesagt hat, vollkommen richtig ist. 90 000 bosnische Flüchtlinge müssen hier in Österreich integriert werden, obwohl es, wie der Minister auch gesagt hat, 750 000 legal hier ansässige Ausländer gibt. (Abg. Wabl: Herr Kollege! Sie irren um 30 000!)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Unserer Meinung nach geschieht auch zuwenig in bezug auf die Behebung der Mißstände gerade im Bereich der Kriminalität und der illegalen Ausländer in Österreich. Frau Kollegin Partik-Pablé ist doch immer wieder mit Vorschlägen gekommen, wie man dieser Problemen Herr werden kann. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Petrovic: Da fühlen sich die Brasilianer auch nicht wohl, wenn so viele kriminelle Österreicher dort sind!
Das sind die Problematiken! Solange es eine derartige Einwanderungspolitik gibt, daß Integration nicht mehr möglich ist, daß sich die Österreicher in ihrer Wohnumgebung nicht mehr wohl fühlen, weil sie Fremde in der eigenen Heimat geworden sind (Abg. Dr. Petrovic: Da fühlen sich die Brasilianer auch nicht wohl, wenn so viele kriminelle Österreicher dort sind!), so lange wird es schwierig sein, Frau Kollegin, das zu verwirklichen, was Sie wollen, nämlich daß Österreich seine Grenzen öffnet und all jenen Aufnahme gewährt, denen es hier besser geht als in ihrer eigenen Heimat. Das ist sicher das falsche Konzept! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind die Problematiken! Solange es eine derartige Einwanderungspolitik gibt, daß Integration nicht mehr möglich ist, daß sich die Österreicher in ihrer Wohnumgebung nicht mehr wohl fühlen, weil sie Fremde in der eigenen Heimat geworden sind (Abg. Dr. Petrovic: Da fühlen sich die Brasilianer auch nicht wohl, wenn so viele kriminelle Österreicher dort sind!), so lange wird es schwierig sein, Frau Kollegin, das zu verwirklichen, was Sie wollen, nämlich daß Österreich seine Grenzen öffnet und all jenen Aufnahme gewährt, denen es hier besser geht als in ihrer eigenen Heimat. Das ist sicher das falsche Konzept! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Das sagt ja niemand!
Meine Damen und Herren von den Grünen! Selbstverständlich ist es notwendig, für die Kosovo-Albaner etwas zu tun. Aber es kann doch wohl kein Lösungsansatz sein, zu sagen, sie können jetzt alle zu uns kommen. (Abg. Wabl: Das sagt ja niemand!) Das kann wohl nicht die Lösung sein! Der Lösungsansatz muß doch wohl sein, alles in unserer Macht Stehende zu tun, den Kosovo-Albanern im Kosovo zu helfen, daß wir dort dafür sorgen, daß endlich diese Gewaltmaßnahmen des Herrn Miloševi% aufhören (Abg. Wabl: Wie sorgen Sie dafür?), daß wir endlich dafür sorgen, daß die Kosovo-Albaner in ihrer eigenen Heimat in Frieden und Freiheit und in Demokratie leben können. (Abg. Wabl: Wie sorgen Sie dafür?)
Abg. Wabl: Wie sorgen Sie dafür?
Meine Damen und Herren von den Grünen! Selbstverständlich ist es notwendig, für die Kosovo-Albaner etwas zu tun. Aber es kann doch wohl kein Lösungsansatz sein, zu sagen, sie können jetzt alle zu uns kommen. (Abg. Wabl: Das sagt ja niemand!) Das kann wohl nicht die Lösung sein! Der Lösungsansatz muß doch wohl sein, alles in unserer Macht Stehende zu tun, den Kosovo-Albanern im Kosovo zu helfen, daß wir dort dafür sorgen, daß endlich diese Gewaltmaßnahmen des Herrn Miloševi% aufhören (Abg. Wabl: Wie sorgen Sie dafür?), daß wir endlich dafür sorgen, daß die Kosovo-Albaner in ihrer eigenen Heimat in Frieden und Freiheit und in Demokratie leben können. (Abg. Wabl: Wie sorgen Sie dafür?)
Abg. Wabl: Wie sorgen Sie dafür?
Meine Damen und Herren von den Grünen! Selbstverständlich ist es notwendig, für die Kosovo-Albaner etwas zu tun. Aber es kann doch wohl kein Lösungsansatz sein, zu sagen, sie können jetzt alle zu uns kommen. (Abg. Wabl: Das sagt ja niemand!) Das kann wohl nicht die Lösung sein! Der Lösungsansatz muß doch wohl sein, alles in unserer Macht Stehende zu tun, den Kosovo-Albanern im Kosovo zu helfen, daß wir dort dafür sorgen, daß endlich diese Gewaltmaßnahmen des Herrn Miloševi% aufhören (Abg. Wabl: Wie sorgen Sie dafür?), daß wir endlich dafür sorgen, daß die Kosovo-Albaner in ihrer eigenen Heimat in Frieden und Freiheit und in Demokratie leben können. (Abg. Wabl: Wie sorgen Sie dafür?)
Abg. Wabl: Wollen Sie, daß Österreich Serbien angreift?
Bei dieser Art der Krisenprävention, und zwar daß man solchen Diktatoren, solchen Verbrechern wirklich rechtzeitig zeigt, daß die demokratische Staatengemeinschaft nicht zusieht, wie diese Herrschaften ihre imperialistischen Machtbestrebungen und ihre unmenschlichen Ziele verfolgen, Herr Kollege Wabl, sähen Sie uns als Verbündeten. (Abg. Wabl: Wollen Sie, daß Österreich Serbien angreift?) Aber da sind Sie immer sehr leise, wenn es um derartige Debatten geht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Innenminister! Im Inland würden wir uns erwarten, daß Sie bei den Mißständen in der Flüchtlingspolitik und bei den Mißständen in der Ausländerpolitik energisch eingreifen, damit die Österreicher sehen, daß hier unterschieden wird zwischen jenen, die sich hier integrieren können, jenen, die wirklich politisch verfolgt sind, und jenen, die Österreich und die Österreicher dazu mißbrauchen, es sich in unserem Lande besser gehen zu lassen, und die oft genug auch gegen die Rechtsordnung verstoßen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Scheibner hat behauptet, Frau Kollegin Stoisits hätte in ihrem Debattenbeitrag davon gesprochen, daß die österreichische Bevölkerung mangelnde Aufnahmebereitschaft zeige, sich darüber beklagt hätte, und daß das – so Abgeordneter Scheibner dann in seiner Bewertung dieser Behauptung – eine pauschale Diffamierung der österreichischen Bevölkerung sei. Das waren Ihre Aussagen, Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!
Ich stelle tatsächlich richtig: Frau Kollegin Stoisits hat davon gesprochen, daß sich Flüchtlinge in diesem Land inzwischen mit einer anderen Einstellung der Behörden in Österreich konfrontiert sehen. Behörden sind nicht dasselbe wie Bevölkerung, Herr Kollege Scheibner! Insbesondere handelt es sich dabei, vor allem deswegen, weil Kollegin Stoisits auch von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung gesprochen hat, nicht um eine pauschale Diffamierung der österreichischen Bevölkerung. Die pauschale Diffamierung liegt bei Ihnen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat doch nicht Stimmung gemacht!
Herr Abgeordneter König! Es ist aber unzulässig und sehr bedauerlich, daß gerade Sie als Vertreter einer Partei, die eine andere Tradition hat als die der Freiheitlichen, einer Partei, die bisher immer das Wort Solidarität groß geschrieben hat, sich zu einem Fürsprecher jener machen, die Stimmung machen gegen ganz bestimmte Menschen, die in Not sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat doch nicht Stimmung gemacht!) Frau Partik-Pablé, ich gehe auf Sie heute in einem Ausmaß ein, das Sie hoffentlich zufriedenstellen wird. Das, was Sie sonst in Ihren Reden sagen, ist ja meistens nicht akzeptabel. Frau Abgeordnete Pablé, Sie könnten dem Herrn König die Hand geben, und Sie wären in einer Koalition mit ihm hervorragend aufgehoben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie machen Stimmung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie machen Stimmung!
Herr Abgeordneter König! Es ist aber unzulässig und sehr bedauerlich, daß gerade Sie als Vertreter einer Partei, die eine andere Tradition hat als die der Freiheitlichen, einer Partei, die bisher immer das Wort Solidarität groß geschrieben hat, sich zu einem Fürsprecher jener machen, die Stimmung machen gegen ganz bestimmte Menschen, die in Not sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat doch nicht Stimmung gemacht!) Frau Partik-Pablé, ich gehe auf Sie heute in einem Ausmaß ein, das Sie hoffentlich zufriedenstellen wird. Das, was Sie sonst in Ihren Reden sagen, ist ja meistens nicht akzeptabel. Frau Abgeordnete Pablé, Sie könnten dem Herrn König die Hand geben, und Sie wären in einer Koalition mit ihm hervorragend aufgehoben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie machen Stimmung!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie machen ja die ganze Zeit Stimmung! Sie machen Stimmung gegen Menschen, gegen mich zum Beispiel!
Damit komme ich zu Ihnen, Frau Partik-Pablé: Ich bin gespannt, ob man Sie beim Wort nehmen kann oder ob das, was Sie heute hier wieder geboten haben, reiner Populismus, reine Stimmungsmache war. Sie haben viele Dinge gesagt, die ich massivst ablehne, weil sie unterschwellig Stimmung machen. Aber das will ich jetzt nicht mit Ihnen diskutieren, Frau Partik-Pablé. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie machen ja die ganze Zeit Stimmung! Sie machen Stimmung gegen Menschen, gegen mich zum Beispiel!)
Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?
Ich will auch nicht über die merkwürdige Position des Herrn Scheibner diskutieren, der meint, die Solidarität Österreichs bestünde darin, daß das österreichische Militär in Serbien mit Kampfeinsätzen interveniere. (Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?) Ja was meinen Sie denn sonst damit, Herr Abgeordneter Scheibner? Was meinen Sie denn sonst damit, wenn Sie die Zustimmung der Grünen für Kampfeinsätze wollen? – Sie verbrämen es mit friedensschaffenden Einsätzen. Herr Abgeordneter Scheibner, Österreich kann einen solidarischen Beitrag leisten, aber nicht in der Waffenbrüderschaft (Beifall bei den Grünen) , sondern Österreich kann dort einen Beitrag leisten, wo es tatsächlich solidarische Hilfe leisten kann, und das betrifft im Augenblick konkret jene Menschen, die aus dem Kosovo flüchten. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen
Ich will auch nicht über die merkwürdige Position des Herrn Scheibner diskutieren, der meint, die Solidarität Österreichs bestünde darin, daß das österreichische Militär in Serbien mit Kampfeinsätzen interveniere. (Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?) Ja was meinen Sie denn sonst damit, Herr Abgeordneter Scheibner? Was meinen Sie denn sonst damit, wenn Sie die Zustimmung der Grünen für Kampfeinsätze wollen? – Sie verbrämen es mit friedensschaffenden Einsätzen. Herr Abgeordneter Scheibner, Österreich kann einen solidarischen Beitrag leisten, aber nicht in der Waffenbrüderschaft (Beifall bei den Grünen) , sondern Österreich kann dort einen Beitrag leisten, wo es tatsächlich solidarische Hilfe leisten kann, und das betrifft im Augenblick konkret jene Menschen, die aus dem Kosovo flüchten. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen.
Ich will auch nicht über die merkwürdige Position des Herrn Scheibner diskutieren, der meint, die Solidarität Österreichs bestünde darin, daß das österreichische Militär in Serbien mit Kampfeinsätzen interveniere. (Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?) Ja was meinen Sie denn sonst damit, Herr Abgeordneter Scheibner? Was meinen Sie denn sonst damit, wenn Sie die Zustimmung der Grünen für Kampfeinsätze wollen? – Sie verbrämen es mit friedensschaffenden Einsätzen. Herr Abgeordneter Scheibner, Österreich kann einen solidarischen Beitrag leisten, aber nicht in der Waffenbrüderschaft (Beifall bei den Grünen) , sondern Österreich kann dort einen Beitrag leisten, wo es tatsächlich solidarische Hilfe leisten kann, und das betrifft im Augenblick konkret jene Menschen, die aus dem Kosovo flüchten. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was haben Sie denn gemacht?
Frau Abgeordnete Pablé! Im Jahre 1989 wurde den Kosovo-Albanern die Autonomie genommen. Was war Ihre politische Arbeit? Was war Ihre politische Intervention in dieser Angelegenheit? Herr König, wie sah 1989 Ihre Intervention von seiten der ÖVP aus? Sagen Sie das! Kommen Sie herunter und erklären Sie diesem Haus, was Sie damals gemacht haben! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was haben Sie denn gemacht?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie beschimpfen mich dauernd, und dann soll ich Ihren Antrag unterstützen?
Wir Grünen haben diesbezüglich einen Antrag vorbereitet, den ich hiemit einbringe, und ich lade Sie, Frau Kollegin, wenn Ihre Aussage hier ernst gemeint war, und auch Herrn König, dazu ein, diesen Antrag gemeinsam mit einzubringen und mit zu unterzeichnen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie beschimpfen mich dauernd, und dann soll ich Ihren Antrag unterstützen?) – Es geht nicht um mich.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, Sie können das nicht zurücknehmen, was Sie da gesagt haben!
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Wenn Sie der Meinung sind, daß ich Sie beschimpft habe, dann ziehe ich das zugunsten dieses Antrages zurück. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, Sie können das nicht zurücknehmen, was Sie da gesagt haben!)
Beifall bei den Grünen.
Das ist ganz in Ihrem Sinne. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Wer ist "man"?
Ich habe vielmehr die Hoffnung gehabt, daß die Grünen Ihre Zustimmung geben, wenn man im Kosovo, dann, wenn Verhandlungen nicht mehr helfen, Miloševi% auch mit militärischen Mitteln davon abhält (Abg. Öllinger: Wer ist "man"?), daß er weiter mordet und weiter vertreibt. Sie wissen ganz genau, daß die NATO die einzige Organisation ist, die dazu in der Lage ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Wer ist "man"?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Wer ist "man"?
Ich habe vielmehr die Hoffnung gehabt, daß die Grünen Ihre Zustimmung geben, wenn man im Kosovo, dann, wenn Verhandlungen nicht mehr helfen, Miloševi% auch mit militärischen Mitteln davon abhält (Abg. Öllinger: Wer ist "man"?), daß er weiter mordet und weiter vertreibt. Sie wissen ganz genau, daß die NATO die einzige Organisation ist, die dazu in der Lage ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Petrovic: Wer ist "man"?)
Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Freiheitlichen und Grünen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! (Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Freiheitlichen und Grünen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Herr Minister! Meine Damen und Herren! Kollege Wabl hat hier wieder einmal das klassische Beispiel eines phrasendreschenden "Gutmenschen" gegeben. (Beifall des Abg. Scheibner. ) Sie haben die ÖVP und uns gefragt, was wir im Jahre 1989 als die Kosovo-Problematik neben anderen Problematiken im Balkanraum akut wurde, dagegen getan haben. Herr Kollege Wabl, Sie meinen doch nicht im Ernst, daß der Herr Miloševi% auf die ÖVP oder auf die FPÖ aus Österreich gehört hätte! Das ist doch geradezu lächerlich, der hat zu diesem Zeitpunkt auch auf die Amerikaner nicht gehört. (Abg. Dr. Krüger: Auf den Wabl auch nicht!) Was soll denn das? Was ist das anderes als Phrasendreschen?
Beifall des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! (Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Freiheitlichen und Grünen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Herr Minister! Meine Damen und Herren! Kollege Wabl hat hier wieder einmal das klassische Beispiel eines phrasendreschenden "Gutmenschen" gegeben. (Beifall des Abg. Scheibner. ) Sie haben die ÖVP und uns gefragt, was wir im Jahre 1989 als die Kosovo-Problematik neben anderen Problematiken im Balkanraum akut wurde, dagegen getan haben. Herr Kollege Wabl, Sie meinen doch nicht im Ernst, daß der Herr Miloševi% auf die ÖVP oder auf die FPÖ aus Österreich gehört hätte! Das ist doch geradezu lächerlich, der hat zu diesem Zeitpunkt auch auf die Amerikaner nicht gehört. (Abg. Dr. Krüger: Auf den Wabl auch nicht!) Was soll denn das? Was ist das anderes als Phrasendreschen?
Abg. Dr. Krüger: Auf den Wabl auch nicht!
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! (Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Freiheitlichen und Grünen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Herr Minister! Meine Damen und Herren! Kollege Wabl hat hier wieder einmal das klassische Beispiel eines phrasendreschenden "Gutmenschen" gegeben. (Beifall des Abg. Scheibner. ) Sie haben die ÖVP und uns gefragt, was wir im Jahre 1989 als die Kosovo-Problematik neben anderen Problematiken im Balkanraum akut wurde, dagegen getan haben. Herr Kollege Wabl, Sie meinen doch nicht im Ernst, daß der Herr Miloševi% auf die ÖVP oder auf die FPÖ aus Österreich gehört hätte! Das ist doch geradezu lächerlich, der hat zu diesem Zeitpunkt auch auf die Amerikaner nicht gehört. (Abg. Dr. Krüger: Auf den Wabl auch nicht!) Was soll denn das? Was ist das anderes als Phrasendreschen?
Abg. Wabl: Sie mit Ihrem Heeresnachrichtendienst waren ja unten, Sie haben ohnehin alles gewußt! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Dann habe ich Ihnen noch etwas zu sagen, Herr Kollege Wabl, und ich habe eine Zeitlang überlegt, ob ich das jetzt sagen soll. (Abg. Wabl: Sie mit Ihrem Heeresnachrichtendienst waren ja unten, Sie haben ohnehin alles gewußt! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Sind Sie jetzt fertig, Herr Kollege? – Jetzt sage ich Ihnen nämlich etwas, Sie "Obergutmensch": Ich habe von 1991 bis 1995 – jetzt kommt nicht der Heeresnachrichtendienst – nachweislich mehr als 40 000 S an zwei Familien in Restjugoslawien gezahlt. Sie "Obergutmensch", ich weiß nicht, wie viele das bei Ihnen gemacht haben. Geben Sie endlich einmal Ruhe mit Ihrem "Gutmenschdasein" und mit Ihrem schablonenhaften Einteilen! Ich habe das bis oben satt – und viele andere auch. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dann habe ich Ihnen noch etwas zu sagen, Herr Kollege Wabl, und ich habe eine Zeitlang überlegt, ob ich das jetzt sagen soll. (Abg. Wabl: Sie mit Ihrem Heeresnachrichtendienst waren ja unten, Sie haben ohnehin alles gewußt! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Sind Sie jetzt fertig, Herr Kollege? – Jetzt sage ich Ihnen nämlich etwas, Sie "Obergutmensch": Ich habe von 1991 bis 1995 – jetzt kommt nicht der Heeresnachrichtendienst – nachweislich mehr als 40 000 S an zwei Familien in Restjugoslawien gezahlt. Sie "Obergutmensch", ich weiß nicht, wie viele das bei Ihnen gemacht haben. Geben Sie endlich einmal Ruhe mit Ihrem "Gutmenschdasein" und mit Ihrem schablonenhaften Einteilen! Ich habe das bis oben satt – und viele andere auch. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nun zur Realität und zu Ihrer Anfrage zurück. Sie haben ja in Ihrem Zorn auf die FPÖ vergessen, daß Sie die Anfrage eigentlich an den Innenminister richten wollten. Es geht bei Ihnen in erster Linie um die Nichtanerkennung von Sprüchen zur Frage der Asylgewährung oder Nichtgewährung. In dieser Frage können Sie die Beamten nur sehr beschränkt oder nicht kritisieren, denn die Beamten vollziehen die Gesetze, die ihnen von diesem Haus hier gegeben wurden, und es gibt bisher keinen Beweis, daß ein Beamter dagegen verstoßen hätte. Sie werfen da Menschen etwas vor, die sich nicht dagegen wehren können. Das ist einmal Faktum Nummer 1. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Moser hat gemeint, es müßte das Solidaritätsprinzip gelten. – Frau Kollegin, für die Arbeit der Beamten gilt immer noch das Legalitätsprinzip. Das andere, das, was den Bereich der Solidarität betrifft, können wir in diesem Haus hier vorgeben. Der Beamte hat die Gesetze so zu vollziehen, wie wir es ihm vorgeben. Daher: Greifen Sie nicht die Falschen an! Da müssen Sie die SPÖ, die ÖVP angreifen, aber lassen Sie die Beamten damit in Frieden! – Soweit diese Sache. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jede andere Verhaltensweise würde außerdem, und das sei Ihnen auch gesagt, zu einem völligen Chaos führen; wir haben es ja heute gehört. In welche Staaten ziehen die Asylanten und Flüchtlinge am liebsten? – Klarerweise, jeder würde das tun, dorthin, wo es ihnen am besten geht: Sie kommen nach Österreich, sie kommen nach Deutschland. Das allein zeigt, daß Ihre Vorwürfe gegenüber der Republik Österreich oder gegenüber Einzelpersonen ungerechtfertigt sind, denn sie kämen ja nicht nach Österreich, wenn sie hier nicht gut aufgenommen würden. Auch das zeigt die Haltlosigkeit Ihrer Vorwürfe. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Das ist keine neue Erkenntnis, das hat man schon vor drei, vier, fünf Jahren gewußt, zu Beginn des Balkanfeldzuges. Diese Situation dort – das sage ich Ihnen heute, und ich hoffe, ich muß Sie nicht daran erinnern – wird noch wesentlich schlimmer werden, schlimmer als damals in Jugoslawien. Denn da geht es nicht nur um den Kosovo, da geht es um die Frage Mazedonien. Wenn es um Mazedonien geht – Bulgarien hat wegen dieses Gebietes drei Kriege geführt –, kommen die Türkei und Griechenland dazu; der ganze Balkanraum bis hinunter zur Türkei wird zu einer Krisenregion. (Zwischenruf des Abg. Wabl. )
Abg. Schieder: Dann sagen Sie, was Sie tun wollen! Wollen Sie Belgrad bombardieren?
Da gilt es, rechtzeitig etwas zu tun. Aber es werden hier ja allgemein nur Phrasen gedroschen – gerade von Ihnen, meine Damen und Herren von den Grünen! (Abg. Schieder: Dann sagen Sie, was Sie tun wollen! Wollen Sie Belgrad bombardieren?) – Herr Kollege Schieder! Ich sage Ihnen: Das Bombardieren in Bosnien und Herzegowina hat dort das Ende des Krieges herbeigeführt. (Abg. Schieder: In Belgrad wird es die Menschen töten!) – Es hat auch in Bosnien Menschen getötet, sonst hätte es nicht gewirkt. (Abg. Schieder: Ihre Haltung ist zynisch!)
Abg. Schieder: In Belgrad wird es die Menschen töten!
Da gilt es, rechtzeitig etwas zu tun. Aber es werden hier ja allgemein nur Phrasen gedroschen – gerade von Ihnen, meine Damen und Herren von den Grünen! (Abg. Schieder: Dann sagen Sie, was Sie tun wollen! Wollen Sie Belgrad bombardieren?) – Herr Kollege Schieder! Ich sage Ihnen: Das Bombardieren in Bosnien und Herzegowina hat dort das Ende des Krieges herbeigeführt. (Abg. Schieder: In Belgrad wird es die Menschen töten!) – Es hat auch in Bosnien Menschen getötet, sonst hätte es nicht gewirkt. (Abg. Schieder: Ihre Haltung ist zynisch!)
Abg. Schieder: Ihre Haltung ist zynisch!
Da gilt es, rechtzeitig etwas zu tun. Aber es werden hier ja allgemein nur Phrasen gedroschen – gerade von Ihnen, meine Damen und Herren von den Grünen! (Abg. Schieder: Dann sagen Sie, was Sie tun wollen! Wollen Sie Belgrad bombardieren?) – Herr Kollege Schieder! Ich sage Ihnen: Das Bombardieren in Bosnien und Herzegowina hat dort das Ende des Krieges herbeigeführt. (Abg. Schieder: In Belgrad wird es die Menschen töten!) – Es hat auch in Bosnien Menschen getötet, sonst hätte es nicht gewirkt. (Abg. Schieder: Ihre Haltung ist zynisch!)
Abg. Scheibner: 300 000 Tote in Bosnien!
Nein, Herr Kollege, das ist nicht zynisch, das ist die Realität. Es stellt sich bestimmt die Frage, ob Menschenleben zu Schaden kämen. Aber ich sage Ihnen: Durch Ihre Haltung – und die ist bequem, denn die kann man leicht in der Öffentlichkeit vertreten – kommen viel mehr Menschen ums Leben. (Abg. Scheibner: 300 000 Tote in Bosnien!) Denn die "paar" Soldaten, die draufgezahlt haben, waren auch die Unschuldigen, man hat nicht Miloševi% getroffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nein, Herr Kollege, das ist nicht zynisch, das ist die Realität. Es stellt sich bestimmt die Frage, ob Menschenleben zu Schaden kämen. Aber ich sage Ihnen: Durch Ihre Haltung – und die ist bequem, denn die kann man leicht in der Öffentlichkeit vertreten – kommen viel mehr Menschen ums Leben. (Abg. Scheibner: 300 000 Tote in Bosnien!) Denn die "paar" Soldaten, die draufgezahlt haben, waren auch die Unschuldigen, man hat nicht Miloševi% getroffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: So eine Haltung ist furchtbar! Bei einem Offizier ist das doppelt furchtbar!
Hunderttausende Zivilisten sind davon betroffen, Herr Kollege Schieder. Was sagen Sie diesen Leuten? Das ist die "Gutmenschenhaltung", die ich in all diesen Redeweisen angreife. Es ist immer leicht, es ist bequem, sich auf diese Position zurückzuziehen und das zu sagen, was sich schön anhört und was in der Öffentlichkeit aufgenommen wird. Es ist aber etwas ganz anderes, und das ist auch das Problem vieler Offiziere ... (Abg. Schieder: So eine Haltung ist furchtbar! Bei einem Offizier ist das doppelt furchtbar!) – Ist es nicht furchtbarer, Herr Kollege, zuzuschauen, wenn Hunderttausende Frauen, Kinder, Zivilisten umgebracht werden? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Lieber Belgrad bombardieren!) – Ich habe nicht gesagt: Belgrad bombardieren. (Abg. Schieder: Furchtbar!) Das haben Sie gesagt. Das bleibt Ihnen überlassen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Lieber Belgrad bombardieren!
Hunderttausende Zivilisten sind davon betroffen, Herr Kollege Schieder. Was sagen Sie diesen Leuten? Das ist die "Gutmenschenhaltung", die ich in all diesen Redeweisen angreife. Es ist immer leicht, es ist bequem, sich auf diese Position zurückzuziehen und das zu sagen, was sich schön anhört und was in der Öffentlichkeit aufgenommen wird. Es ist aber etwas ganz anderes, und das ist auch das Problem vieler Offiziere ... (Abg. Schieder: So eine Haltung ist furchtbar! Bei einem Offizier ist das doppelt furchtbar!) – Ist es nicht furchtbarer, Herr Kollege, zuzuschauen, wenn Hunderttausende Frauen, Kinder, Zivilisten umgebracht werden? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Lieber Belgrad bombardieren!) – Ich habe nicht gesagt: Belgrad bombardieren. (Abg. Schieder: Furchtbar!) Das haben Sie gesagt. Das bleibt Ihnen überlassen.
Abg. Schieder: Furchtbar!
Hunderttausende Zivilisten sind davon betroffen, Herr Kollege Schieder. Was sagen Sie diesen Leuten? Das ist die "Gutmenschenhaltung", die ich in all diesen Redeweisen angreife. Es ist immer leicht, es ist bequem, sich auf diese Position zurückzuziehen und das zu sagen, was sich schön anhört und was in der Öffentlichkeit aufgenommen wird. Es ist aber etwas ganz anderes, und das ist auch das Problem vieler Offiziere ... (Abg. Schieder: So eine Haltung ist furchtbar! Bei einem Offizier ist das doppelt furchtbar!) – Ist es nicht furchtbarer, Herr Kollege, zuzuschauen, wenn Hunderttausende Frauen, Kinder, Zivilisten umgebracht werden? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Lieber Belgrad bombardieren!) – Ich habe nicht gesagt: Belgrad bombardieren. (Abg. Schieder: Furchtbar!) Das haben Sie gesagt. Das bleibt Ihnen überlassen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es geht darum, entsprechend zu zeigen, daß man es ernst meint. Als die NATO nur ein einziges Mal versucht hat zu zeigen, daß man es ernst meint, da hat Österreich wieder gekniffen – selbst bei den Übungen. Man hat nicht einmal die Überfluggenehmigung erteilt, obwohl der Herr Außenminister vorher ausdrücklich gesagt hat, was den Kosovo betreffe, könne man nicht neutral sein. Auch das ist ein "Gutmenschentum", das ich der ÖVP vorwerfe. Auf der einen Seite reden, wenn es aber auf den Punkt kommt, dann trauen Sie sich nicht. Das ist das Faktum. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Eine Haupttätigkeit des Außenministers und Vizekanzlers Wolfgang Schüssel und der gesamten Bundesregierung ist es, die Menschenrechte im Kosovo zu schützen. Ich meine, das sollten Sie zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Demonstrativer Beifall und Bravorufe des Abg. Smolle. – Heiterkeit der Abg. Tichy-Schreder. – Abg. Smolle: Das ist ein gutes Schlußwort!
Dabei appelliere ich in aller Ernsthaftigkeit gerade an die sozialdemokratischen Abgeordneten des Landes Kärnten, sich dieser Verantwortung bewußt zu sein. Diese Olympiabewerbung, die eine Jahrhundertchance darstellt, darf nicht zum Spielball parteipolitischen Taktierens absacken. (Demonstrativer Beifall und Bravorufe des Abg. Smolle. – Heiterkeit der Abg. Tichy-Schreder. – Abg. Smolle: Das ist ein gutes Schlußwort!)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Smolle.
Ich habe den Eindruck, daß es die Sozialdemokratische Partei in Kärnten noch nicht überwunden hat ... (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Smolle. ) – Kollege Smolle, vielleicht verstehe ich dich auf Slowenisch leichter. Es scheint jedenfalls so zu sein, daß es die Sozialdemokratische Partei noch immer nicht verkraftet hat, daß sie seit dem Jahre 1989 keine absolute Mehrheit mehr in Kärnten hat, daß sie sich seit damals zu einem Intrigantenhaufen entwickelt hat, der meuchelmordend die eigenen Funktionäre letztlich ins Abseits stellt, daß der jetzige zuständige Sportreferent Ausserwinkler sowohl als Spitzenkandidat in Frage gestellt wird als auch auf Bundesebene als Gesundheitsminister nicht gerade eine besondere Leuchte war.
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen
Ich muß sagen, aus dem "Auwi" ist ein "Auweh" geworden (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen), der zunächst einmal die Alleinvereinnahmung für die SPÖ bei der Olympiabewerbung betrieben hat, dann gesehen hat ... (Abg. Mag. Peter: Freund Gaugg! Diese Wahlrede mußt du in Kärnten halten! Das ist ja eine Wahlrede!) – Nein, das ist auch hier sehr wichtig.
Abg. Mag. Peter: Freund Gaugg! Diese Wahlrede mußt du in Kärnten halten! Das ist ja eine Wahlrede!
Ich muß sagen, aus dem "Auwi" ist ein "Auweh" geworden (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen), der zunächst einmal die Alleinvereinnahmung für die SPÖ bei der Olympiabewerbung betrieben hat, dann gesehen hat ... (Abg. Mag. Peter: Freund Gaugg! Diese Wahlrede mußt du in Kärnten halten! Das ist ja eine Wahlrede!) – Nein, das ist auch hier sehr wichtig.
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber in unserem schönen Land Kärnten gelingt es der SPÖ im besonderen ja immer wieder, bei der Auswahl der Manager danebenzugreifen – ob das bei der HW, der KTG, in den Landeskrankenanstalten oder beim Olympiamanager ist, da wird also zunächst einmal nach der Zuteilung der Olympischen Spiele geschlafen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dann kommt jemand, der aus der dritten Garnitur eines Privatunternehmens als Wunderwuzi erscheint, und man braucht Wochen, bis man dahinterkommt, daß er vielleicht doch nicht der Geeignete ist. Wieder ist diese "Nudler-Partie" gelähmt, bis man dann zu einem greift ... (Rufe bei SPÖ und ÖVP: Wie bitte? "Nudler-Partie"? Was ist das? Unerhört!)
Rufe bei SPÖ und ÖVP: Wie bitte? "Nudler-Partie"? Was ist das? Unerhört!
Aber in unserem schönen Land Kärnten gelingt es der SPÖ im besonderen ja immer wieder, bei der Auswahl der Manager danebenzugreifen – ob das bei der HW, der KTG, in den Landeskrankenanstalten oder beim Olympiamanager ist, da wird also zunächst einmal nach der Zuteilung der Olympischen Spiele geschlafen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dann kommt jemand, der aus der dritten Garnitur eines Privatunternehmens als Wunderwuzi erscheint, und man braucht Wochen, bis man dahinterkommt, daß er vielleicht doch nicht der Geeignete ist. Wieder ist diese "Nudler-Partie" gelähmt, bis man dann zu einem greift ... (Rufe bei SPÖ und ÖVP: Wie bitte? "Nudler-Partie"? Was ist das? Unerhört!)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Anhaltende Rufe bei SPÖ und ÖVP: Das ist unerhört!
Herr Abgeordneter Khol! Das, was die SPÖ in Kärnten fabriziert hat, war und ist eine "Nudler-Partie". (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Anhaltende Rufe bei SPÖ und ÖVP: Das ist unerhört!) Ich kann Ihnen das sagen, wissen Sie warum? – Ich finde keine anderen Worte. Ich kann auch Totalversager sagen, alles, was Sie sich dabei denken können!
Rufe: Herr Präsident! Der sagt "Nudler-Partie"!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter! Entschuldigen Sie, vielleicht können wir uns jetzt wieder ein bißchen beruhigen, ja? Nur nicht gegenseitig aufstacheln! (Rufe: Herr Präsident! Der sagt "Nudler-Partie"!) – Nein, nein, ich habe auch Zwischenrufe gehört, die ich lieber nicht gehört haben will.
Ruf bei der SPÖ: Das Wort verrät den Menschen!
Ich bitte jetzt um einen gemäßigten Ton vom Pult aus, und unterlassen Sie die Zwischenrufe. (Ruf bei der SPÖ: Das Wort verrät den Menschen!)
Ruf bei der SPÖ: Der lebt von der Gunst des Präsidenten! – Abg. Marizzi: Sie können uns doch nicht als "Nudler-Partie" bezeichnen!
Abgeordneter Reinhart Gaugg (fortsetzend): Wissen Sie, was mich stört? Daß, wenn die FPÖ einen Antrag auf der ... (Ruf bei der SPÖ: Der lebt von der Gunst des Präsidenten! – Abg. Marizzi: Sie können uns doch nicht als "Nudler-Partie" bezeichnen!)
Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Beruhigt euch doch! Ihr braucht ja nicht so nervös zu sein, wenn wir euch erwischen. Schaut, ihr braucht nur diesem Fristsetzungsantrag, der bis 16. Juli gilt, die Zustimmung zu erteilen, dann könnte ich meinen Redebeitrag abkürzen. Es ist meiner Meinung nach schon entscheidend, ob man einer Bewerbung ernsthaft ins Auge sieht, oder ob man sie nur als Scherz im Hinblick auf die kommenden Wahlauseinandersetzungen in den Bundesländern sieht. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Marizzi: Sie können uns doch nicht als "Nudler-Partie" bezeichnen!
Weil ja Salzburg und Tirol ... (Abg. Marizzi: Sie können uns doch nicht als "Nudler-Partie" bezeichnen!) Lieber Freund Marizzi, ausnahmsweise sind da deine Kärntner Freunde gemeint, damit wir es eingrenzen, damit die Aufregung nicht so groß ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weil ja Salzburg und Tirol ... (Abg. Marizzi: Sie können uns doch nicht als "Nudler-Partie" bezeichnen!) Lieber Freund Marizzi, ausnahmsweise sind da deine Kärntner Freunde gemeint, damit wir es eingrenzen, damit die Aufregung nicht so groß ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das erwarte ich mir, weil das einfach für das Bundesland Kärnten notwendig ist. Daher mein Appell, daß diese Olympischen Spiele in Klagenfurt, Friaul und Slowenien zu einer nationalen Angelegenheit werden, denn wir haben nur einen Bewerber. Ich wünsche mir, daß alle Abgeordneten dieses Parlaments diese Chance erkennen und ergreifen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich danke Ihnen für die objektive Führung der Geschäftsordnung. Ich wollte nach § 103 der Geschäftsordnung einen solchen Ordnungsruf verlangen, weil es für mich unerträglich ist, daß ein wesentlicher Teil der Bevölkerung eines ganzes Bundeslandes auf diese Art und Weise beleidigt wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Ausdruck "Nudler-Partie" ist ja im Zusammenhang ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ, ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter! Bitte, können wir jetzt diesen Begriff vergessen! Ich habe soeben klar zum Ausdruck gebracht, daß ich das ablehne. – Bitte. (Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ, ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Abg. Schieder: Er hat es nicht zurückgenommen! Er hat einen Ordnungsruf bekommen, aber er hat sich ja nicht entschuldigt!
Abgeordneter Anton Leikam (fortsetzend): Der ... (Abg. Schieder: Er hat es nicht zurückgenommen! Er hat einen Ordnungsruf bekommen, aber er hat sich ja nicht entschuldigt!)
Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Anton Leikam (fortsetzend): Trotzdem noch einmal: Der Ausdruck "Nudler-Partie" ist im Zusammenhang ... (Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ja, Sie wollen das
Beifall bei der SPÖ.
Also dieser Wunderwuzi aus der Privatwirtschaft ist auch über Wunsch der Freiheitlichen bestellt worden und muß daher auch in diesen Ausdruck mit eingebunden werden, der hier soeben am Rednerpult gebraucht worden ist. Auch Sie haben in Ihren Reihen diese Art von Menschen, wie sie Herr Abgeordneter Gaugg hier angesprochen hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe des Abg. Dr. Krüger.
Wenn man dem Abgeordneten Gaugg zugehört hat, dann ist einem einmal mehr klargeworden, warum Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Grasser fluchtartig die Landesregierung verlassen hat: Es ist undenkbar, mit solchen Leuten überhaupt arbeiten zu können. (Zwischenrufe des Abg. Dr. Krüger. ) Es ist undenkbar, mit Leuten ein solch großes Projekt verwirklichen zu können, die, wie wir soeben gehört haben, in einer unglaublich herabmachenden Art und Weise über andere, die sich sehr stark engagieren, herfallen.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger.
Ich halte es wirklich für eine ganz arge Beleidigung der Hunderten ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter im Bewerbungskomitee für die Olympischen Spiele 2006 in Klagenfurt, wenn der Repräsentant der Freiheitlichen Partei das Ganze als oberflächlich und halbherzig abtut. Das ist eine Beleidigung dieser Mitarbeiter in allen Komitees, die tüchtig arbeiten und zeitlich voll im Plan sind. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Schwarzenberger. )
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie sind in Ihrer Art, Politik zu machen, von einem unglaublichen Vernichtungsdrang begleitet, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Es ist wirklich nicht mehr begreifbar, wie Sie in diesem Lande Politik machen wollen. Das Wort "Konsens" ist für Sie anscheinend ein Fremdwort, das kennen Sie ganz einfach nicht! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die Instabilität ist offenbar der Mittelpunkt Ihrer politischen Überlegungen. Sie brauchen das, um Ihre politischen Ziele zu verwirklichen. Lassen Sie wenigstens die Olympiabewerbung aus dem Spiel, wenn Sie hier Ihre parteipolitischen Ziele verfolgen wollen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie sind in Ihrer Art, Politik zu machen, von einem unglaublichen Vernichtungsdrang begleitet, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Es ist wirklich nicht mehr begreifbar, wie Sie in diesem Lande Politik machen wollen. Das Wort "Konsens" ist für Sie anscheinend ein Fremdwort, das kennen Sie ganz einfach nicht! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die Instabilität ist offenbar der Mittelpunkt Ihrer politischen Überlegungen. Sie brauchen das, um Ihre politischen Ziele zu verwirklichen. Lassen Sie wenigstens die Olympiabewerbung aus dem Spiel, wenn Sie hier Ihre parteipolitischen Ziele verfolgen wollen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grabner: Absichtserklärung!
Meine Damen und Herren! Es ist ganz einfach nicht denkbar und auch nicht möglich, daß zum gegenwärtigen Zeitpunkt klare zahlenmäßige Garantieerklärungen abgegeben werden können, weil der Vertrag zwischen dem IOC und der Veranstalterstadt Klagenfurt erst nach einem eventuellen Zuschlag abgeschlossen wird. (Abg. Grabner: Absichtserklärung!) Daher genügt es dem Internationalen Olympischen Comité – und auch dahin gehend habe ich mich noch einmal vergewissert –, daß diese Garantieerklärung von der Bundesregierung als politische Absichtserklärung abgegeben wird. Daher brauchen wir diesen Antrag nicht. Wir brauchen auch diese Ermächtigung nicht, weil in dieser Garantieerklärung kein Betrag enthalten sein wird. Das ist die formelle Vorgangsweise. Nehmen Sie das bitte noch einmal zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. –
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Abschließend noch einmal zurück zu den Managern. Es wurde ein zweiter Manager bestellt, der angeblich der Wunschkandidat der Freiheitlichen, vor allem aber der Wunschkandidat des Parteiobmannes Haider war. Er ist nicht einmal einen Tag im Amt gewesen, da mußte er schon wieder zurücktreten. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Anton Leikam (fortsetzend): Gut, ist mir auch recht. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zweite Frage: Warum verwendest du zur Bezeichnung deiner politischen Mitbewerber Ausdrücke wie "Nudler-Partie" und ähnliches? Glaubst du, daß das dazu geeignet ist, ein gemeinsames Vorgehen zu erreichen? Damit liegst du total daneben! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Am 23. Dezember 1997 steht im "Standard" zu lesen: FP-Chef Jörg Haider hat mehr als einmal signalisiert, daß ihm Kärntens Dreiländerbewerbung ein Dorn im Auge ist. Wirtschaftslandesrat Karl-Heinz Grasser, ein erklärter Senza-Confini-Befürworter, soll jetzt offensichtlich innerparteilich isoliert werden. – Das ist geschehen, er ist weg! Er ist nicht freiwillig gegangen, das könnt ihr irgendwo erzählen, aber nicht in diesem Haus. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ihr habt also bisher alles sabotiert, was pro Olympia gewesen ist. Zwei Manager wurden auf Intervention der Freiheitlichen Partei beseitigt. Herr Schwab aus dem Ennstal ist gar nicht erst angetreten, und den zweiten, Novak, hat man dann solange traktiert, bis er von sich aus das Handtuch geworfen hat. Und heute wollen Sie mit Ihrem Fristsetzungsantrag die Flucht nach vorne antreten? – Ich darf Ihnen sagen: Die Menschen in Kärnten glauben Ihnen nicht. Sie glauben Ihnen das nicht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir als Volkspartei haben es nicht notwendig, Ihre Fluchtbewegungen mitzumachen. Wir hatten nämlich von Anfang an eine klare und eindeutige Haltung und haben ein klares und deutliches Ja zur Olympiabewerbung 2006 gesagt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Kollege Gaugg! Als Kärntner bin ich davon überzeugt, daß uns die Republik Österreich in dieser Frage nicht im Stich lassen wird. Wir vertrauen auf unsere Regierung, und wir vertrauen auf unser Parlament. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des Liberalen Forums. – Abg. Dr. Ofner: Wird die Garantieerklärung abgegeben?
Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, daß Österreich, sobald die Vorarbeiten auf der regionalen Ebene abgeschlossen sein werden, seine Verpflichtung erfüllen und unsere Bewerbung gegenüber dem Internationalen Olympischen Comité entsprechend unterstützen wird. Daher – und das meine ich ernst – fordere ich euch auf, als Fraktion im Land und hier endlich zu begreifen, worum es geht: Österreich und Klagenfurt haben nur eine Chance, wenn es diese Dreiländerbewerbung gibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des Liberalen Forums. – Abg. Dr. Ofner: Wird die Garantieerklärung abgegeben?) – Die wird abgegeben, Kollege Ofner. Davon kannst du ausgehen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Aber wir verderben unsere Chancen, wenn wir im innerparteilichen Streit sowohl im Land als auch im Bund nach außen hin ein falsches Signal setzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Deswegen fordere ich euch auf: Gebt eure Trotzhaltung auf! Auch wenn eine Idee von einer anderen politischen Seite kommt, ist sie deswegen noch lange nicht falsch. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Wir waren dafür!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Wir waren dafür!
Aber wir verderben unsere Chancen, wenn wir im innerparteilichen Streit sowohl im Land als auch im Bund nach außen hin ein falsches Signal setzen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Deswegen fordere ich euch auf: Gebt eure Trotzhaltung auf! Auch wenn eine Idee von einer anderen politischen Seite kommt, ist sie deswegen noch lange nicht falsch. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Wir waren dafür!)
Abg. Wurmitzer: Natürlich!
Erstens: Nicht Kollege Gaugg hat heute den Wahlkampf für Kärnten begonnen, sondern Ihre Partei mit dem Oympia-Plakat (Abg. Wurmitzer: Natürlich!) und gleich darauf auch Herr Landesparteiobmann Ausserwinkler, der sich wegen seiner negativen Imagewerte ebenfalls mit einem Olympia-Plakat in einen Vorwahlkampf für die SPÖ geworfen hat, haben damit begonnen, Olympia politisch zu verwerten. (Abg. Schwarzenberger: Und deshalb wollen Sie Olympia zerstören!)
Abg. Schwarzenberger: Und deshalb wollen Sie Olympia zerstören!
Erstens: Nicht Kollege Gaugg hat heute den Wahlkampf für Kärnten begonnen, sondern Ihre Partei mit dem Oympia-Plakat (Abg. Wurmitzer: Natürlich!) und gleich darauf auch Herr Landesparteiobmann Ausserwinkler, der sich wegen seiner negativen Imagewerte ebenfalls mit einem Olympia-Plakat in einen Vorwahlkampf für die SPÖ geworfen hat, haben damit begonnen, Olympia politisch zu verwerten. (Abg. Schwarzenberger: Und deshalb wollen Sie Olympia zerstören!)
Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Zweitens: Herr Kollege Wurmitzer! Wir brauchen uns von Ihnen nicht belehren zu lassen, daß wir nichts für Olympia in Kärnten getan hätten und auf der Bremse stünden. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Es ist evident und nachweisbar und für jeden Kärntner, den die Olympiabewerbung interessiert, klar, daß jene Gemeinden, in denen die Freiheitlichen den Bürgermeister stellen und bestimmenden Einfluß haben, die besten Abstimmungsergebnisse für Olympia in Kärnten gehabt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Daher habt ihr sie auch boykottiert und sabotiert!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Daher habt ihr sie auch boykottiert und sabotiert!
Zweitens: Herr Kollege Wurmitzer! Wir brauchen uns von Ihnen nicht belehren zu lassen, daß wir nichts für Olympia in Kärnten getan hätten und auf der Bremse stünden. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Es ist evident und nachweisbar und für jeden Kärntner, den die Olympiabewerbung interessiert, klar, daß jene Gemeinden, in denen die Freiheitlichen den Bürgermeister stellen und bestimmenden Einfluß haben, die besten Abstimmungsergebnisse für Olympia in Kärnten gehabt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Daher habt ihr sie auch boykottiert und sabotiert!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Wurmitzer und Leikam.
Der Grund dafür ist jedoch nicht, daß Sie diese Olympiabewerbung gefördert haben beziehungsweise Herr Manzenreiter sich in Villach offiziell dagegen ausgesprochen hat, sondern daß die Freiheitlichen von Anfang an hinter der Kärntner Olympiabewerbung gestanden sind. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Wurmitzer und Leikam. )
Abg. Wurmitzer: Mit welchem Budget werdet ihr haften?
Herr Kollege Wurmitzer! Herr Kollege Leikam! Auch diese Äußerungen sollten Ihnen doch einiges zu denken geben. Sie haben heute so getan, als ob eine Garantieerklärung, die die Bundesregierung vielleicht im Juli oder August, oder wann immer sie neben ihren Europavorhaben auch noch für nationale Anliegen Zeit hat, gibt, in entsprechender Form zeitgerecht sein wird. (Abg. Wurmitzer: Mit welchem Budget werdet ihr haften?) Ich muß Ihnen sagen, Herr Kollege Wurmitzer, daß das nicht ausreichend sein wird. (Abg. Wurmitzer: Mit dem, was du immer abgelehnt hast?) In Österreich gibt es noch immer eine Finanzverfassung, in der deutlich und klar geschrieben steht, wer für solche Erklärungen budgetär vorzusorgen hat und wer verfassungsmäßig zuständig ist: Wir – das Parlament!
Abg. Wurmitzer: Mit dem, was du immer abgelehnt hast?
Herr Kollege Wurmitzer! Herr Kollege Leikam! Auch diese Äußerungen sollten Ihnen doch einiges zu denken geben. Sie haben heute so getan, als ob eine Garantieerklärung, die die Bundesregierung vielleicht im Juli oder August, oder wann immer sie neben ihren Europavorhaben auch noch für nationale Anliegen Zeit hat, gibt, in entsprechender Form zeitgerecht sein wird. (Abg. Wurmitzer: Mit welchem Budget werdet ihr haften?) Ich muß Ihnen sagen, Herr Kollege Wurmitzer, daß das nicht ausreichend sein wird. (Abg. Wurmitzer: Mit dem, was du immer abgelehnt hast?) In Österreich gibt es noch immer eine Finanzverfassung, in der deutlich und klar geschrieben steht, wer für solche Erklärungen budgetär vorzusorgen hat und wer verfassungsmäßig zuständig ist: Wir – das Parlament!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Ja, das ist es! Jetzt ist es heraußen!
Herr Kollege Wurmitzer und Herr Kollege Leikam! Ich sagen Ihnen in aller Deutlichkeit: Wir Freiheitlichen werden nicht zuschauen, wie dieses Parlament in einer seiner wichtigen Kompetenzen, nämlich in der budgetären, von Ihnen in einer verfassungswidrigen Vorgangsweise beschnitten und an den Rand gedrängt wird. Das werden wir nicht hinnehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Ja, das ist es! Jetzt ist es heraußen!)
Abg. Leikam: Jetzt wissen wir, wo ihr hinwollt!
Nehmen Sie doch den Fristsetzungsantrag von uns Freiheitlichen auf! Wir könnten das am 16. Juli im Ausschuß erledigen und am 17. Juli, an einem Tag, an dem ohnehin zwei Sondersitzungen stattfinden, diese Garantieerklärungen im Hohen Haus verfassungskonform absegnen. (Abg. Leikam: Jetzt wissen wir, wo ihr hinwollt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Jetzt wissen wir es! – Abg. Wurmitzer: Jetzt kommt, was im Hinterkopf ist!
Herr Kollege Leikam! Es ist kein Absprung, sondern wir Freiheitliche sagen wie immer: Ja zu diesen Olympischen Spielen! Diese müssen sich aber wirtschaftlich für Kärnten und Österreich rechnen und dürfen sich nicht "Senza confini" auf die Fahnen schreiben und die Rechte der altösterreichischen Minderheiten negieren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Jetzt wissen wir es! – Abg. Wurmitzer: Jetzt kommt, was im Hinterkopf ist!) Diese Spiele sollten auch endlich jene Aufbruchstimmung für den Tourismus bringen, die diese Branche schon lange benötigt. Denn, Herr Kollege Leikam, auch Ihnen müßte es bekannt sein, daß Olympische Spiele auf Kosten der eigenen Minderheit ein schlechter und teurer Preis sind. (Beifall und Bravorufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall und Bravorufe bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Leikam! Es ist kein Absprung, sondern wir Freiheitliche sagen wie immer: Ja zu diesen Olympischen Spielen! Diese müssen sich aber wirtschaftlich für Kärnten und Österreich rechnen und dürfen sich nicht "Senza confini" auf die Fahnen schreiben und die Rechte der altösterreichischen Minderheiten negieren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Jetzt wissen wir es! – Abg. Wurmitzer: Jetzt kommt, was im Hinterkopf ist!) Diese Spiele sollten auch endlich jene Aufbruchstimmung für den Tourismus bringen, die diese Branche schon lange benötigt. Denn, Herr Kollege Leikam, auch Ihnen müßte es bekannt sein, daß Olympische Spiele auf Kosten der eigenen Minderheit ein schlechter und teurer Preis sind. (Beifall und Bravorufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Meine Damen und Herren! Wir machen soeben einen Blick in die Niederungen der Kärntner Landespolitik. Dieses wunderschöne Bundesland, in dem so nette Menschen wohnen, hat ein Problem, nämlich seine Landespolitik. Sie bringt diesem Land keine Lösungen, sondern nur Schwierigkeiten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich bin als Oberösterreicher nicht befugt, Schulnoten zu verteilen. Ich maße mir das nicht an. Ich kann nur allen Kärntnern gemeinsam sagen: Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie spielen diese Pradler Ritterspiele bis zum März durch und schädigen weiter die wirtschaftliche Basis Ihres Landes oder Sie kommen zur Vernunft. Aber das ist wohl eine Frage der Kärntner Landespolitik. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist nicht der Parlamentarismus, den wir Liberale uns wünschen. (Beifall beim Liberalen Forum.) Und ich bin sicher, daß auch die Damen und Herren der anderen Fraktionen des Hohen Hauses darüber einmal nachdenken müssen, wieweit sich das Parlament von der Regierung emanzipieren und seine eigentliche Rolle, nämlich als Vertreter des Volkes unseres Landes über der Regierung zu stehen, übernehmen sollte.
Abg. Smolle: Einige Milliarden mehr oder weniger ist egal!
Meine Damen und Herren! Der Antrag selbst der Freiheitlichen – dem wir mit der Fristsetzung nicht zustimmen; wir stimmen nur zu, daß er behandelt werden soll – verwirrt mich. Wir haben vor drei, vier Stunden, als Herr Klubobmann Haider einen Antrag eingebracht hat, über eine Haftung von 14 Milliarden Schilling diskutiert. In diesem Antrag ist von 11 Milliarden Schilling die Rede. Wieviel sind es nun wirklich? (Abg. Smolle: Einige Milliarden mehr oder weniger ist egal!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es sind zwei bedauerliche Tatsachen festzustellen: Einerseits findet es die Bundesregierung offensichtlich nicht der Mühe wert, Haftungen in zweistelliger Milliardenhöhe rechtzeitig über das Parlament zu leiten. Andererseits ist es bedauerlich, wie die Freiheitlichen mit den Milliarden "herumschmeißen". (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Grabner: Da haben wir gut entschieden! Ja?!
Erstens: Die Grünen unterstützen voll und ganz das Projekt "Senza confini". Das wollte ich einmal festgehalten haben. (Abg. Grabner: Da haben wir gut entschieden! Ja?!)
Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsordnung, Herr Präsident! Nach § 66 der Geschäftsordnung ersuche ich um Auszählung der Stimmen!
Wir kommen nun zur Abstimmung über den Antrag, dem Finanzausschuß zur Berichterstattung über den Entschließungsantrag 767/A (E) der Abgeordneten Ing. Reichhold und Genossen betreffend die Untätigkeit der österreichischen Bundesregierung im Zusammenhang mit der Bewerbung Klagenfurts um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2006 eine Frist bis 16. Juli 1998 zu setzen. (Abg. Dr. Kostelka: Zur Geschäftsordnung, Herr Präsident! Nach § 66 der Geschäftsordnung ersuche ich um Auszählung der Stimmen!)
Abg. Dr. Khol: Wo ist denn der Haider? – Abg. Gaugg: Arbeiten!
Es ist Auszählung der Stimmen verlangt worden. (Abg. Dr. Khol: Wo ist denn der Haider? – Abg. Gaugg: Arbeiten!) Ich bitte die beiden Schriftführerinnen, zu mir zu kommen, um diese Auszählung durchzuführen. (Abg. Dr. Khol: Kein Stadler und kein Haider! – Abg. Leikam: Die Befürworter sind nicht einmal da!)
Abg. Dr. Khol: Kein Stadler und kein Haider! – Abg. Leikam: Die Befürworter sind nicht einmal da!
Es ist Auszählung der Stimmen verlangt worden. (Abg. Dr. Khol: Wo ist denn der Haider? – Abg. Gaugg: Arbeiten!) Ich bitte die beiden Schriftführerinnen, zu mir zu kommen, um diese Auszählung durchzuführen. (Abg. Dr. Khol: Kein Stadler und kein Haider! – Abg. Leikam: Die Befürworter sind nicht einmal da!)
Abg. Dr. Stippel: Oje! Das ist wenig! – Abg. Leikam: Die Hälfte der Fraktion ist dagegen! – Abg. Dr. Khol: Der Haider hat nicht einmal seine Fraktion unter Kontrolle! – Abg. Leikam: Auch der Haider ist dafür! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Abg. Leikam: Da sieht man die Ernsthaftigkeit!
Ich bitte jetzt jene Damen und Herren, die für diesen Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Dr. Stippel: Oje! Das ist wenig! – Abg. Leikam: Die Hälfte der Fraktion ist dagegen! – Abg. Dr. Khol: Der Haider hat nicht einmal seine Fraktion unter Kontrolle! – Abg. Leikam: Auch der Haider ist dafür! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Abg. Leikam: Da sieht man die Ernsthaftigkeit!) – Es wurden 29 Stimmen für diesen Antrag und 106 gegen diesen Antrag ausgezählt. Das ist die Minderheit. Der Antrag ist damit abgelehnt. (Lebhafte Zwischenrufe.)
Lebhafte Zwischenrufe.
Ich bitte jetzt jene Damen und Herren, die für diesen Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Dr. Stippel: Oje! Das ist wenig! – Abg. Leikam: Die Hälfte der Fraktion ist dagegen! – Abg. Dr. Khol: Der Haider hat nicht einmal seine Fraktion unter Kontrolle! – Abg. Leikam: Auch der Haider ist dafür! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Abg. Leikam: Da sieht man die Ernsthaftigkeit!) – Es wurden 29 Stimmen für diesen Antrag und 106 gegen diesen Antrag ausgezählt. Das ist die Minderheit. Der Antrag ist damit abgelehnt. (Lebhafte Zwischenrufe.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Die Beamten-Dienstrechtsgesetz-Novelle ... (Anhaltende Unruhe im Saal.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist durchaus sinnvoll, denn es bringt Verwaltungsvereinfachung sowohl für den Dienstgeber Bund als auch für die Beamten im Exekutivdienst. Aus Zeitgründen und aus Zeitdisziplin möchte ich meine Rede schließen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hans Helmut Moser: 5 Minuten, Herr Präsident!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Hans Helmut Moser. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Hans Helmut Moser: 5 Minuten, Herr Präsident!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Hans Helmut Moser (Liberales Forum): Herr Präsident! Einen Minister oder Staatssekretär auf der Regierungsbank kann man ja nicht begrüßen. Ich bedauere es, daß weder der Finanzminister noch der Herr Staatssekretär diese Debatte ernst nehmen und anwesend sind. Ich darf daher den Herrn Präsidenten bitten, die Sitzung zu unterbrechen, bis der Herr Staatssekretär oder der Herr Minister anwesend ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Die fünf Minuten sind schon um!
Nun zum Hauptthema dieser Novelle, zum Beamten-Dienstrechtsgesetz. Meine Damen und Herren! Ich möchte auf drei wesentliche Punkte eingehen. Zunächst darf ich darauf hinweisen, daß es unter anderem um die Änderung des Eltern-Karenzurlaubsgeldes geht. Ich darf Sie daran erinnern, daß der Nationalrat eine Entschließung beschlossen hat, wonach der Begriff "Karenzurlaubsgeld" nicht mehr zu verwenden wäre, weil Karenz kein Urlaub ist und es daher auch kein Karenzurlaubsgeld geben kann. (Abg. Scheibner: Die fünf Minuten sind schon um!)
Abg. Scheibner: Daß das die SPÖ mit beschlossen hat, kann ich mir nicht vorstellen!
Ich möchte diese hier vorlesen, damit sie auch im Protokoll festgehalten sind. Dem Stabschef des Ministers obliegen insbesondere die Führung der Gruppe sowie einzelner Abteilungen. – Jetzt wird es interessant: Zur wirkungsvollen Wahrnehmung und Koordinierung dieser Aufgaben besitzt der Stabschef des Ministers den Zugriff auf die Gesamtorganisation des Bundesheeres sowohl in der Zentralstelle als auch im nachgeordneten Bereich. (Abg. Scheibner: Daß das die SPÖ mit beschlossen hat, kann ich mir nicht vorstellen!) Er steht organisatorisch außerhalb und durch seine Besonderheit gleichgeordnet neben den Sektionen des Ressorts. Dem Stabschef obliegt daher auch die Aufgabe der Koordinierung zwischen den einzelnen Sektionen. (Abg. Jung: Da hat Ruttenstorfer nicht aufgepaßt!)
Abg. Jung: Da hat Ruttenstorfer nicht aufgepaßt!
Ich möchte diese hier vorlesen, damit sie auch im Protokoll festgehalten sind. Dem Stabschef des Ministers obliegen insbesondere die Führung der Gruppe sowie einzelner Abteilungen. – Jetzt wird es interessant: Zur wirkungsvollen Wahrnehmung und Koordinierung dieser Aufgaben besitzt der Stabschef des Ministers den Zugriff auf die Gesamtorganisation des Bundesheeres sowohl in der Zentralstelle als auch im nachgeordneten Bereich. (Abg. Scheibner: Daß das die SPÖ mit beschlossen hat, kann ich mir nicht vorstellen!) Er steht organisatorisch außerhalb und durch seine Besonderheit gleichgeordnet neben den Sektionen des Ressorts. Dem Stabschef obliegt daher auch die Aufgabe der Koordinierung zwischen den einzelnen Sektionen. (Abg. Jung: Da hat Ruttenstorfer nicht aufgepaßt!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie Beifall des Abg. Scheibner.
Ich möchte abschließend für das Protokoll die Ausschußfeststellung verlesen: "Der Finanzausschuß geht davon aus, daß im Rahmen der Zuordnung des Stabschefs des Bundesministers für Landesverteidigung in die Funktionsgruppe 8 der Verwendungsgruppe M BO 1 ... der Zugriff auf die Gesamtorganisation des Ressorts sowie die organisatorische Selbständigkeit nur in bezug auf die in den Erläuterungen angeführten besonderen Funktionen ... besteht und auch nicht mit der ausgeübten Koordinationsfähigkeit verbunden ist." – Eine Ausschußfeststellung, die man fünfmal lesen muß, um sie einmal zu verstehen, und auch dann ist das Problem nicht gelöst. (Beifall beim Liberalen Forum sowie Beifall des Abg. Scheibner. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Einer derartigen Novelle können und wollen wir nicht unsere Zustimmung geben. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe daher – das hat ein Vorredner zu Recht gesagt – im Finanzausschuß erklärt, wenn wir noch einmal – da habe ich für meine Fraktion gesprochen – ein solch umfangreiches Abänderungspaket zwei Tage vor dem Ausschuß bekommen, dann werden wir aus Selbstachtung vor dem Parlament dieses nicht mehr beschließen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist eine Reglementierung, wie ich sie nicht haben möchte. Ich möchte eine Liberalisierung und eine Delegation von Verantwortung auch für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweiter Punkt: Meine Damen und Herren! Ich glaube, wenn wir heute dieses Gesetzespaket beschließen, dann sollten wir auch jene Frage prüfen, die mir besonders am Herzen liegt, nämlich ob der öffentliche Arbeitgeber den Slogan "Humankapital ist das wichtigste Kapital" genauso ernst nimmt wie der private Dienstgeber. Ich sage dazu nur ein Beispiel: Wir haben für den Bereich Gesundheitsvorsorge, Arbeitnehmerschutz, Krankheitsprophylaxe ein umfassendes Arbeitnehmerschutzgesetz, welches wir in diesem Haus der Wirtschaft zugemutet haben. Im öffentlichen Dienst gibt es das aber bis heute nicht, mit der Begründung, es wäre zu teuer. Meine Damen und Herren! Entweder oder! – Entweder ist es auch für die Wirtschaft zu teuer, oder es kann sich das auch der öffentliche Dienst leisten! Hier erwarte ich eine Klarstellung dieses Hohen Hauses. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dritter Punkt, meine Damen und Herren: Wir leben in einer Zeit eines unglaublich rasanten Wandels. Die Welt verändert sich unglaublich rasant, und ich glaube, wir müssen davon ausgehen, daß diese Veränderungen am öffentlichen Dienst nicht vorbeigehen können. Die Bibliotheken sind voll mit Managementliteratur, mit Werken über Management of change, in denen immer ein fundamentaler Grundsatz erwähnt ist, nämlich der Grundsatz, daß man Veränderungswillen nicht verordnen kann, sondern Veränderungswillen muß man gemeinsam erleben und gemeinsam erarbeiten. Ich sage das deshalb, weil jede Veränderung im öffentlichen Dienst, so notwendig sie ist, nur gemeinsam mit den Mitarbeitern und nicht gegen die Mitarbeiter durchgeführt werden kann, meine Damen und Herren! Hier habe ich Verständnis für die Haltung der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, auch wenn wir da natürlich in der Position des Arbeitgebers sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Firlinger: Aber die ausländischen Investoren bleiben auch aus, wenn Sie ...!
Denn eines, glaube ich, ist unbestritten, das möchte ich zum Abschluß auch noch sagen, daß die Qualität der öffentlichen Verwaltung ein immer wichtigerer Standortfaktor im weltweiten Wettbewerb wird. Wenn wir heute viele ausländische Investoren anhören und die einzige Fragestellung oft nur lautet: Wenn ich mich entscheide, in Österreich zu investieren, wann kann ich anfangen?, dann heißt das, daß die Frage: Wie lange dauern Genehmigungsverfahren im öffentlichen Bereich? ein unglaublicher Wettbewerbsfaktor geworden ist. Wenn wir heute vom Herrn Wirtschaftsminister gehört haben, welch unglaublicher Erfolg es ist, daß 90 Prozent der Genehmigungsverfahren – 90 Prozent der Genehmigungsverfahren! – bereits unter drei Monaten dauern, meine Damen und Herren, dann sollten wir das auch einmal anerkennen. Wir sollten anerkennen, was diesbezüglich von dieser Regierung und auch vom öffentlichen Dienst an Reformgeist bereits gezeigt wurde. (Abg. Mag. Firlinger: Aber die ausländischen Investoren bleiben auch aus, wenn Sie ...!)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne stimmen wir auch der vorliegenden Novelle gerne zu. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter
Ähnlich positiv stehen wir zum Antrag Haselsteiner bezüglich Börsegesetz. Der Antrag ist inzwischen wahrscheinlich im wesentlichen überholt, weil das Übernahmegesetz auf der Tagesordnung steht. Das ist nicht die Schuld des Kollegen Haselsteiner, weil sein Antrag seit Jänner 1997 im Ausschuß lag. Dieser ist sehr kurz und hätte auf eine sehr elegante Weise, so glaube ich (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter ), das Problem des Minderheitenschutzes bei Übernahmen von Unternehmen lösen können, ist aber leider verschlampt worden.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Trotzdem halte ich es für das richtige Signal, dem Antrag heute zuzustimmen, auch wenn es sozusagen nur ein Anerkennungssymbol für die Idee des Kollegen Haselsteiner sein kann. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Da motivierte Mitarbeiter für jeden Betrieb und daher selbstverständlich auch für den Bund und für den öffentlichen Bereich von solch essentieller Bedeutung sind, halte ich ein modernes und ein leistungsorientiertes Dienstrecht für alle Arbeitnehmer für äußerst wichtig. Immerhin bildet die öffentliche Verwaltung sozusagen das Rückgrat unserer Volkswirtschaft, und ich bin überzeugt davon, daß nur engagierte und motivierte Mitarbeiter für ein reibungsloses Funktionieren der "Firma Österreich" im Sinne der Bürgerinnen und Bürger sorgen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das wollen wir, das ist unser Anliegen, das sind wir den Wählern auch schuldig. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
Ich möchte auch hier im Plenum wiederholen, was wir im Finanzausschuß diskutiert haben. Einen der drei Aspekte hätte ich von unserer Fraktion zweifellos sehr unterstützt, nämlich daß wir bei den verschiedensten Privatisierungsmöglichkeiten immer auch die Chance der Beteiligung der Mitarbeiter vorsehen (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), weil gerade diese Mitarbeiterbeteiligung die Möglichkeit bietet, die Eigentumsstreuung wesentlich breiter zu halten, und dadurch Arbeitnehmer die Chance haben, auch Eigentum zu erwerben. Dadurch ist auch eine wesentlich stärkere Identifikation mit dem Unternehmen, in dem der einzelne Arbeitnehmer tätig ist, gegeben. – Das heißt ein absolutes Ja zu dieser Intention. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte auch hier im Plenum wiederholen, was wir im Finanzausschuß diskutiert haben. Einen der drei Aspekte hätte ich von unserer Fraktion zweifellos sehr unterstützt, nämlich daß wir bei den verschiedensten Privatisierungsmöglichkeiten immer auch die Chance der Beteiligung der Mitarbeiter vorsehen (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), weil gerade diese Mitarbeiterbeteiligung die Möglichkeit bietet, die Eigentumsstreuung wesentlich breiter zu halten, und dadurch Arbeitnehmer die Chance haben, auch Eigentum zu erwerben. Dadurch ist auch eine wesentlich stärkere Identifikation mit dem Unternehmen, in dem der einzelne Arbeitnehmer tätig ist, gegeben. – Das heißt ein absolutes Ja zu dieser Intention. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir stimmen der Novelle zu. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum
Daher, Herr Minister, ist es ganz wichtig – ich habe gestern schon mit dem Herrn Innenminister darüber gesprochen –, daß wir die notorisch schleppenden Grenzabfertigung beseitigen. Waren und Menschen und Ideen sollen rasch und zügig über die Grenzen gehen (Beifall beim Liberalen Forum), sie sollen einander befruchten, sollen sozusagen die Grenzregionen zu blühenden Regionen machen. Die Grenzregionen, die sich jetzt am Rande befinden, sollen genau durch diese Öffnung faktisch und auch wirtschaftlich gestärkt werden und damit in die Mitte kommen. Das ist etwas ganz Zentrales.
Beifall beim Liberalen Forum.
So schafft man Arbeitsplätze, nicht durch Angstmachen, wie es der ÖGB immer wieder versucht, indem er sagt, schreckliche Dinge aus dem Osten kämen auf uns zu, sondern eben durch diese ganz klare Kooperation. Wir müssen unsere Nachbarn auch verdienen lassen, damit sie einkaufen können, und wir müssen bereit sein, ihnen auch eine Verdienstmöglichkeit zukommen zu lassen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall des Abg. Dr. Khol.
Ich weiß, ich werde schon ermahnt von unserer Ordnerin – die ist sehr streng mit uns –, daß ich mich kürzer fassen soll. Ich werde das tun in diesem Sinne. (Beifall des Abg. Dr. Khol. ) Das war der erste falsche Klatscher heute, Kollege Khol. Die anderen waren noch erträglich, aber das war der erste falsche. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Khol. – Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Dr. Khol: Du warst schon das letzte Mal immer zu lang! Ich kann mich noch erinnern!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Khol. – Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Dr. Khol: Du warst schon das letzte Mal immer zu lang! Ich kann mich noch erinnern!
Ich weiß, ich werde schon ermahnt von unserer Ordnerin – die ist sehr streng mit uns –, daß ich mich kürzer fassen soll. Ich werde das tun in diesem Sinne. (Beifall des Abg. Dr. Khol. ) Das war der erste falsche Klatscher heute, Kollege Khol. Die anderen waren noch erträglich, aber das war der erste falsche. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Khol. – Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Dr. Khol: Du warst schon das letzte Mal immer zu lang! Ich kann mich noch erinnern!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Karl Gerfried Müller (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Eingangs möchte ich unserem Finanzminister zu dem wirklich ausgezeichneten Regierungszeugnis, das wir gestern im "NEWS" lesen konnten, herzlichst gratulieren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich befürworte die Loyalität zu einem Unternehmen, aber ich spreche mich deutlich gegen ein Abhängigmachen durch Firmenbeteiligungen aus. Im schlimmsten Fall kann nämlich diese Arbeitnehmerbeteiligung neben dem Verlust des Arbeitsplatzes auch noch zu schmerzlichen finanziellen Verlusten führen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Nußbaumer: Klassenkampf! Das ist Klassenkampf!
Der vorliegende freiheitliche Antrag ist keinesfalls ein Rezept für Privatisierungen, denn es liegt klar auf der Hand, daß hier die Interessen der Mitarbeiter nicht im Vordergrund stehen. Gewinnmaximierung auf Kosten der Arbeitnehmer, um die Brieftaschen der Aktionäre zu befriedigen, und Effizienzsteigerungen durch Arbeitskräfteausbeutungen können nicht das Ziel einer gesunden Volkswirtschaft sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Nußbaumer: Klassenkampf! Das ist Klassenkampf!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Susanne Rieß (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Uns liegt eine umfassende Regierungsvorlage, die 1. Dienstrechts-Novelle 1998, vor, mit der insgesamt 20 Gesetze abgeändert werden. Vor der Finanzausschußsitzung erhielten die Ausschußmitglieder der Regierungsparteien noch schnell einen Wegweiser durch diese Gesetzesmaterie und durch diesen Gesetzesdschungel. Wir, die Ausschußmitglieder der Oppositionsparteien, wurden nicht zu dieser Informationsveranstaltung geladen. – Soviel zu Fairneß und Chancengleichheit. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Hohes Haus! Mieterhöhungen bis 35 Prozent des Haushaltseinkommens, das heißt, Mieterhöhungen von 100, 200, 300 Prozent und mehr werden von dieser Bundesregierung gewollt, gewünscht und akzeptiert! Das ist ein sozialistischer Anschlag, Herr Minister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fuchs: Durch die Vordertür!
Sie greifen in die Taschen der beamteten Pensionisten, und zwar wieder einmal durch die Hintertür. Maßnahmen dieser Art ... (Abg. Fuchs: Durch die Vordertür!) Nein, durch die Hintertür. Mietwucher nennt man das, Frau Kollegin! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie greifen in die Taschen der beamteten Pensionisten, und zwar wieder einmal durch die Hintertür. Maßnahmen dieser Art ... (Abg. Fuchs: Durch die Vordertür!) Nein, durch die Hintertür. Mietwucher nennt man das, Frau Kollegin! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Nicht zustimmen!
Ich sage auch ausdrücklich, daß ich nicht sehr viel Freude mit diesem Beamten-Dienstrechtsgesetz habe. Es ist eine Abänderung auf 16 Seiten mit immerhin 56 Maßnahmen im Gesetz selber, und in manchen Punkten sind das – das füge ich hinzu – durchaus privilegierende Maßnahmen. (Abg. Mag. Schweitzer: Nicht zustimmen!) Ich bin niemandem etwas neidig, aber ich hoffe und wünsche, Herr Bundesminister, daß diese Maßnahmen der Besserstellung, die ich jedem einzelnen Beamten vergönne – das sei klargestellt –, dann auch bei anderen Berufsgruppen nachgeholt werden, damit auch da ein gerechter Ausgleich sichergestellt werden kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Nußbaumer: Nicht zustimmen! – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Nußbaumer: Nicht zustimmen! – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Ich sage auch ausdrücklich, daß ich nicht sehr viel Freude mit diesem Beamten-Dienstrechtsgesetz habe. Es ist eine Abänderung auf 16 Seiten mit immerhin 56 Maßnahmen im Gesetz selber, und in manchen Punkten sind das – das füge ich hinzu – durchaus privilegierende Maßnahmen. (Abg. Mag. Schweitzer: Nicht zustimmen!) Ich bin niemandem etwas neidig, aber ich hoffe und wünsche, Herr Bundesminister, daß diese Maßnahmen der Besserstellung, die ich jedem einzelnen Beamten vergönne – das sei klargestellt –, dann auch bei anderen Berufsgruppen nachgeholt werden, damit auch da ein gerechter Ausgleich sichergestellt werden kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Nußbaumer: Nicht zustimmen! – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ein weiterer Punkt, der durchaus positiv zu bewerten ist, ist, daß die Freistellung von Gemeindemandataren neu geregelt wird. Aber wichtig wäre es auch, Herr Bundesminister, darüber nachzudenken, daß auch Lösungen für Freistellungsmöglichkeiten für mittlere Gemeindegrößen gefunden werden, daß vor allem für den Fall Lösungen gefunden werden, wenn Gemeindemandatare keine Bundesbediensteten sind. Denn es soll nicht so sein, daß den Bundesbediensteten fast alles und Beschäftigten in privaten Berufen kaum etwas möglich ist. Diese Erschwernisse sollten, glaube ich, gerechter aufgeteilt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: So ist es! Bravo!
Deshalb, meine Damen und Herren, vor allem jene von den Sozialdemokraten, haben wir eine getrennte Abstimmung in diesem Punkt verlangt, um auch Ihnen die Gelegenheit zu geben – und ich hoffe, Sie nützen sie –, daß wir diesen Punkt rückverweisen und dann ordentlich darüber diskutieren, ob das Bundesheer einen Generalstabschef haben soll: Ja oder nein? Und wenn ja, dann sicherlich nicht in einer politischen Funktion im Kabinett des Bundesministers. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: So ist es! Bravo!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wenn ich mir heute den Böhacker angeschaut habe ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Stimmt eh, meinen Sie? Ist eh klar! Das ist eure Einstellung! Jetzt jammert jeder, jetzt bedankt sich jeder bei den Beamten, aber letztendlich schimpft und jeiert jeder von der Freiheitlichen Partei gegen die Beamten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn ich mir heute den Böhacker angeschaut habe ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Stimmt eh, meinen Sie? Ist eh klar! Das ist eure Einstellung! Jetzt jammert jeder, jetzt bedankt sich jeder bei den Beamten, aber letztendlich schimpft und jeiert jeder von der Freiheitlichen Partei gegen die Beamten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn ich mich daran erinnere, was Kollege Lafer gestern gesagt hat, dann möchte ich sagen: Denkt ihr selber einmal an die Altgedienten eurer Partei, damit es bei euch besser wird, und denkt nicht an die Beamten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Finanzminister! Ich bitte Sie, diesen Entwurf, sollte er wirklich so kommen, doch noch in der Form abzuändern, daß es tatsächlich zu einer Bürgernähe in diesem Bereich der Finanzverwaltung kommt. Ich selbst bin Finanzbeamter. Ich weiß, was Serviceleistung im Finanzamt bedeutet, wie wir als Beamte die Arbeit in einem Finanzamt leisten. Es ist aufbauend, wenn wir vom Ministerium hören, daß es eine gute Arbeit war, daß wir Serviceleistungen in diesen Bereichen haben, aber die Bürgernähe abzuschaffen durch eine Veränderung und Schließung der Finanzämter – das kann es wohl nicht sein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Smolle: Herr Präsident! Zur Geschäftsordnung! Die Rede der Frau Abgeordneten ist derart interessant, daß es mir leid tut, daß ich sie nicht höre, und ich bitte Sie, für Ruhe zu sorgen!
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Zuerst einmal zu Tagesordnungspunkt 5, dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Slowenien. Mein Kollege Karl Smolle hat schon die Wichtigkeit dieses Abkommens herausgestrichen, und ich kann aufgrund meiner Berufserfahrung nur bestätigen, wie wichtig dieses Abkommen war, zumal gerade im Bereich der steirischen Wirtschaft Kooperationen mit Slowenien in intensivem Maße stattfinden. (Unruhe im Saal.) Aber da du ja besonders gute Beziehungen zu Slowenien hast, würde ich dich bitten, daß du die Mängel, die es dort in bezug auf das Steuerrecht, Handelsrecht und so weiter nach wie vor gibt ... (Abg. Smolle: Herr Präsident! Zur Geschäftsordnung! Die Rede der Frau Abgeordneten ist derart interessant, daß es mir leid tut, daß ich sie nicht höre, und ich bitte Sie, für Ruhe zu sorgen!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich muß jetzt leider aufgrund der knappen Zeit mit meiner Rede enden, weil mich mein Klubobmann schon ermahnt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stippel: Bei welchem Schultyp?
Ein zweites Beispiel – und ich glaube, das ist noch viel dramatischer – ist die Aufhebung des Repetierverbotes. Es hat nämlich eine Bestimmung gegeben, aufgrund welcher junge Menschen, die mehr als drei Nicht genügend im Abschlußzeugnis gehabt haben, nicht die Gelegenheit gehabt haben, die Klasse zu wiederholen. Nun wurde dieses Repetierverbot aufgehoben. Das heißt, man kann auch mit vier, fünf, sechs und mehr Nicht genügend die Klasse wiederholen. (Abg. Dr. Stippel: Bei welchem Schultyp?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Stippel! Ich darf Ihnen folgendes sagen: Nehmen wir die HTL Pinkafeld her. In der HTL in Pinkafeld – das wurde mir von den dort unterrichtenden Lehrern bestätigt – ist es so, daß im kommenden Schuljahr nicht genügend Platz für all jene sein wird, die die Berechtigung für diese Schule erworben haben. Sie weisen ein positives Zeugnis auf, möchten die erste Klasse dieser Schule besuchen, müssen aber wegen Platzmangels abgelehnt werden. Und Platzmangel entsteht deshalb, weil das Repetierverbot aufgehoben wurde, weil die, die fünf, sechs und sieben Nicht genügend gehabt haben, jenen den Platz wegnehmen, die sich die Berechtigung zum Besuch dieser Klasse erworben haben. Wenn Sie das für eine gute Lösung halten, dann kann ich Ihnen beim besten Willen nicht helfen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der Bundespolitik! Rot-schwarze Bildungspolitik ist auf einmal Konzentrationspolitik bei der Integrationspolitik. Aber um nicht allzu oft in die Verlegenheit zu kommen, Kollege Antoni, haben Sie ja die flexible Schuleingangsphase vorgesehen. Das heißt, Sie werden darauf bedacht sein, daß man den Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf drei Jahre Zeit für die ersten zwei Schuljahre gibt, damit Sie nicht allzu oft in die Situation kommen, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in diesem neunten Schuljahr, das Sie als Berufsvorbereitungsjahr bezeichnet haben, zu konzentrieren. Das ist die schlaue Lösung dieser Bundesregierung in einem Schulpaket, dessen oberstes Gebot es war, die zukünftigen arbeitslosen jungen Menschen so lange wie möglich in diesem Schulsystem zu verstecken. Wir Freiheitlichen werden dem nicht zustimmen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Jetzt wird es schwer!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Höchtl. 8 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Aumayr: Jetzt wird es schwer!)
Zwischenruf des Abg. Meisinger.
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich glaube, bei diesem Schulpaket ’98 haben wir nicht nur die Inhalte, die einer Verbesserung zugeführt worden sind – und diese sind zahlreich –, zu diskutieren, sondern wir haben auch ein bißchen den Stil zu diskutieren, in dem in den letzten paar Wochen verschiedene Beiträge in der Öffentlichkeit geleistet worden sind. (Zwischenruf des Abg. Meisinger. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe manchmal den Eindruck gehabt – damit meine ich verschiedene Personen in diesem Hohen Haus, die sicherlich heute auch noch das Wort ergreifen werden –, daß, wenn das inhaltliche Argument ausgeht, man ganz einfach zur persönlichen Disqualifizierung, zum persönlichen Angriff, zur Diffamierung schreitet. Und das ist nicht der Stil, den wir in der Bildungspolitik benötigen! Das möchte ich heute ganz klar sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Schaffenrath: Ein Beispiel, Herr Kollege!
Mich hat manchmal der Ton – und ich erwähne sie, weil sie erst nach mir kommt – der Kollegin Schaffenrath irritiert, weil sie Ausdrücke gebraucht hat, von denen ich geglaubt habe, daß sie nicht im Repertoire des Liberalen Forums sind. Wir kriegen manchmal natürlich auch kritische Stimmen zu hören, nicht inhaltliche, sondern persönliche, auch seitens der freiheitlichen Kollegen, aber daß hier sozusagen eine Art Koalitionspakt zwischen Liberalem Forum und den Freiheitlichen vorhanden ist, was die Art und Weise betrifft, wie man agiert, das war neu. (Abg. Schaffenrath: Ein Beispiel, Herr Kollege!)
Abg. Mag. Peter: Seien Sie nicht so pathetisch!
Frau Kollegin Schaffenrath! Ich würde Sie nur ersuchen – und das betrifft ganz konkret Ihre Angriffe gegen die Frau Bundesministerin –: Machen wir eines nicht: Verlassen wir nicht die inhaltliche Diskussion! (Abg. Mag. Peter: Seien Sie nicht so pathetisch!) Wir mögen in vielen Punkten unterschiedliche Auffassungen inhaltlicher Natur haben. Aber unterlassen Sie derartige Bezeichnungen, wie Sie sie in den letzten Wochen der Frau Bundesministerin gegenüber verwendet haben! Kehren Sie zu einer seriösen Auseinandersetzung zurück! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Kollegin Schaffenrath! Ich würde Sie nur ersuchen – und das betrifft ganz konkret Ihre Angriffe gegen die Frau Bundesministerin –: Machen wir eines nicht: Verlassen wir nicht die inhaltliche Diskussion! (Abg. Mag. Peter: Seien Sie nicht so pathetisch!) Wir mögen in vielen Punkten unterschiedliche Auffassungen inhaltlicher Natur haben. Aber unterlassen Sie derartige Bezeichnungen, wie Sie sie in den letzten Wochen der Frau Bundesministerin gegenüber verwendet haben! Kehren Sie zu einer seriösen Auseinandersetzung zurück! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, daß das eine sehr wichtige Maßnahme ist, denn nur mit wirklich guten Fremdsprachenkenntnissen haben wir die Chance, daß Österreichs Jugend auch im dritten Jahrtausend wettbewerbsfähig ist. Dieses Ziel wollen wir erreichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Dr. Antoni.
Zweitens. Wir haben uns immer dazu bekannt, daß jedes Talent und jede Fähigkeit eines jungen Menschen – auch die Fähigkeiten der Höchsttalentierten – rechtzeitig erkannt und gefördert werden müssen. Deswegen verankern wir in dieser Novelle die Bestimmung, daß es für besonders begabte Schüler die Möglichkeit geben soll, in der Volksschule eine Klasse zu überspringen. Ich glaube, daß wir besonders talentierten jungen Menschen eine zusätzliche Chance zur Entwicklung geben müssen. So wie wir jenen, die einer zusätzlichen Unterstützung bedürfen, Hilfestellung bieten, müssen wir auch den besonders Talentierten die Chance geben, die Bildungslaufbahn in kürzerer Zeit zu durchlaufen. Das ist eine Bildungspolitik, welche den einzelnen Schüler in den Mittelpunkt stellt, welche in jedem Schüler den Menschen sieht und ihn in all seinen Entwicklungsmöglichkeiten fördert. Zu dieser Politik bekennen wir uns eindeutig. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Dr. Antoni. )
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir wissen, daß viele junge Menschen, die keinen Hauptschulabschluß haben, große Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben. Deshalb sagen wir: Geben wir den jungen Menschen eine zweite Chance! Der junge Mensch verdient es! Deswegen sagen wir auch ein Ja zu der Maßnahme, die es möglich macht, auch noch mit 18 Jahren den Hauptschulabschluß nachzuholen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. )
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Höchtl: Da besteht kein Problem!
Abgeordnete Maria Schaffenrath (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Höchtl! Mich irritiert Ihr Ton auch, und zwar deshalb, weil er so pathetisch klingt und weil Sie heute auf eine Situation, die in Österreich vielleicht neu sein mag, so übersensibel reagieren, nämlich auf die Situation, daß Bildung zu einem politischen Thema wird und daß Parteien nicht all das, was von Ihrer Seite, von dieser Seite (die Rednerin schaut in Richtung SPÖ) und auch von seiten der Frau Unterrichtsministerin an uns herangetragen wird, unhinterfragt hinnehmen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Höchtl: Da besteht kein Problem!)
Abg. Dr. Höchtl: Ich wollte nicht die Begriffe verwenden, die Sie verwenden!
Herr Abgeordneter! Sie haben kein einziges konkretes Beispiel genannt, wo ich mich im Ton vergriffen habe. (Abg. Dr. Höchtl: Ich wollte nicht die Begriffe verwenden, die Sie verwenden!) Sie können jeden Begriff verwenden. Ich sage Ihnen, welchen Begriff ich verwende. Er heißt "Reformpopulistin", und dazu stehe ich auch. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Höchtl: Sie haben einen anderen verwendet!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Höchtl: Sie haben einen anderen verwendet!
Herr Abgeordneter! Sie haben kein einziges konkretes Beispiel genannt, wo ich mich im Ton vergriffen habe. (Abg. Dr. Höchtl: Ich wollte nicht die Begriffe verwenden, die Sie verwenden!) Sie können jeden Begriff verwenden. Ich sage Ihnen, welchen Begriff ich verwende. Er heißt "Reformpopulistin", und dazu stehe ich auch. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Höchtl: Sie haben einen anderen verwendet!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Höchtl: In der Presseaussendung haben Sie einen anderen Begriff verwendet!
Den Begriff, den Sie meinen, habe nicht ich verwendet, diesen Begriff hat "NEWS" verwendet. Wenden Sie sich mit Ihrer Kritik an das Medium und nicht an mich als Person. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Höchtl: In der Presseaussendung haben Sie einen anderen Begriff verwendet!) Schauen Sie sich das noch einmal genau an. Lesen Sie sich das noch einmal genau durch, Herr Kollege Höchtl, dann werden Sie sehen, daß dieser Begriff nicht von mir stammt. Das ist nicht mein Stil! (Zwischenruf des Abg. Dr. Höchtl. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Höchtl.
Den Begriff, den Sie meinen, habe nicht ich verwendet, diesen Begriff hat "NEWS" verwendet. Wenden Sie sich mit Ihrer Kritik an das Medium und nicht an mich als Person. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Höchtl: In der Presseaussendung haben Sie einen anderen Begriff verwendet!) Schauen Sie sich das noch einmal genau an. Lesen Sie sich das noch einmal genau durch, Herr Kollege Höchtl, dann werden Sie sehen, daß dieser Begriff nicht von mir stammt. Das ist nicht mein Stil! (Zwischenruf des Abg. Dr. Höchtl. )
Abg. Dr. Höchtl: Nein, das stimmt nicht!
Noch etwas möchte ich Ihnen, Herr Kollege Höchtl, sagen: Wenn Sie hier heute die Zweidrittelmehrheit verteidigen und wenn Sie hier heute von der Stabilität des österreichischen Bildungssystems sprechen, dann sollten Sie dabei nicht vergessen, daß Stabilität auch Erstarrung bedeutet. Und das haben wir: Wir kommen nur mit sehr kleinen Schritten voran! (Abg. Dr. Höchtl: Nein, das stimmt nicht!)
Beifall beim Liberalen Forum und der Abgeordneten Haidlmayr und Öllinger.
In diesem Zusammenhang ist mir auch noch folgendes wichtig zu sagen: Sie, Frau Ministerin, haben im Rahmen des Ausschusses, unterstützt von der Frau Kollegin Brinek, gesagt, Gesetze oder Gesetzesänderungen würden es eben mit sich bringen, daß es zu Ungerechtigkeiten kommt. Darauf möchte ich Ihnen sagen: Da geht es nicht um 100 S mehr oder weniger bei der Familienbeihilfe, sondern da geht es um Lebenschancen, um Chancen für die Berufsbildung und für die Berufslaufbahn von jungen Menschen. Angesichts dessen kann ich, ganz ehrlich gesagt, zu dieser Ihrer Aussage, Frau Ministerin, nichts anderes sagen, als daß ich sie wirklich als zynisch empfinde. (Beifall beim Liberalen Forum und der Abgeordneten Haidlmayr und Öllinger. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bin jedenfalls dafür, daß das Gewähren von Chancen dem Verwehren von Chancen immer noch vorzuziehen ist, und ich hoffe, daß in nicht allzu ferner Zeit sich auch die Meinung in diesem Hohen Haus zugunsten unserer Kinder verändern wird. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Peter: Das kommt vor!
Abgeordneter Dr. Dieter Antoni (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich kann nicht umhin, ein paar Worte zum Kollegen Schweitzer zu sagen, von dem ich ja weiß, daß er Pädadoge und Lehrer ist. Ich verstehe eigentlich nicht ganz, daß du nicht akzeptierst, daß gerade junge Menschen im Alter von 14, 15, 16, 17 Jahren oft persönliche Probleme, Probleme in der Familie, im Freundeskreis haben, womöglich in Krisen hineinschlittern (Abg. Mag. Peter: Das kommt vor!), und die Schule selbstverständlich auch ein Faktor sein kann und muß, um ihnen da herauszuhelfen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das akzeptiere ich ja!)
Abg. Mag. Schweitzer: Das akzeptiere ich ja!
Abgeordneter Dr. Dieter Antoni (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich kann nicht umhin, ein paar Worte zum Kollegen Schweitzer zu sagen, von dem ich ja weiß, daß er Pädadoge und Lehrer ist. Ich verstehe eigentlich nicht ganz, daß du nicht akzeptierst, daß gerade junge Menschen im Alter von 14, 15, 16, 17 Jahren oft persönliche Probleme, Probleme in der Familie, im Freundeskreis haben, womöglich in Krisen hineinschlittern (Abg. Mag. Peter: Das kommt vor!), und die Schule selbstverständlich auch ein Faktor sein kann und muß, um ihnen da herauszuhelfen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das akzeptiere ich ja!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Auch wenn andere keinen Platz bekommen?
Daher meine ich, daß es gerade angesichts der schwierigen Situation auf dem Lehrstellenmarkt sehr wohl Sinn macht, das Repetierverbot für die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen zunächst einmal für drei Jahre auszusetzen. Ich möchte das folgendermaßen zu begründen versuchen: Wir haben kein Verbot dieser Art im AHS-Bereich. Dort funktioniert das offenbar. Und wenn es nun für die berufsbildenden Schulen eingeführt wird, dann darf man das doch nicht als ein Vergehen betrachten und so negativ darstellen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Auch wenn andere keinen Platz bekommen?)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Stippel.
Wir Sozialdemokraten – und ich sage das hier ganz offen – hätten uns selbstverständlich auch erwartet, daß wir im Bereich der flexiblen Schuleingangsphase alternative Beurteilungsformen umsetzen können. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Stippel. )
Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Krammer.
Wir meinen, daß auch das ein Beitrag sein könnte, um zu Leistung und zum Lernen zu motivieren, Mut, Freude und Zuversicht an der eigenen Leistungsfähigkeit aufzubauen und sicherzustellen. Werte Kolleginnen und Kollegen, das ist aber jetzt nicht so zu qualifizieren, daß der eine oder andere über den Tisch gezogen worden oder der eine oder andere umgefallen ist. Das war eben ein zu erkämpfender, ein zu erarbeitender Kompromiß. Und es ist dabei eben herausgekommen, daß wir zunächst bei der Ziffernbeurteilung verbleiben, eine zusätzlichliche Leistungsbeschreibung aber möglich ist. 25 Prozent der Schulen bundesweit können Schulversuche zu alternativen Beurteilungen durchführen, und ich garantiere – ich glaube, das kann ich sagen –, es wird kein Ansuchen um alternative Beurteilung, das an das Unterrichtsministerium gestellt wird, aufgrund eines zu hohen Prozentsatzes abgelehnt werden. (Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Krammer. ) Ich meine, das ist doch auch ein Schritt, der sehr wohl zu begrüßen ist.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zum Schluß kommend möchte ich Ihnen, Frau Bundesministerin, danke sagen, danke unserem Koalitionspartner, danke auch für die Geduld und Zuversicht der Beamten Ihres Hauses. Diese Gesetzesmaterie zu erarbeiten war mühsam, aber es war ein sehr fairer und offener Gedankenaustausch. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Höchtl: Also bitte! Ich habe Angst? Ich bin ja nicht der Öllinger!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Werter Herr Präsident! Werte Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ja fast schade, daß ich an diesem Unterrichtsausschuß nicht teilnehmen konnte, weil da einiges in der Luft liegt, aber ich fürchte, auch der Unterrichtsausschuß hätte mich von der quälenden Frage nicht befreit, was die Argumente sind, die Kollegen Höchtl noch immer bewegen, außer daß er Angst hat, Angst vor Veränderung (Abg. Dr. Höchtl: Also bitte! Ich habe Angst? Ich bin ja nicht der Öllinger!), Angst davor, etwas loszulassen und sich von etwas verabschieden zu müssen, was man als unumstößliche Sicherheit über Jahrzehnte hinweg sozusagen auf den Thron gestellt hat.
Abg. Dr. Höchtl: Die größte Klarheit im Ausdruck!
Was sind die Argumente, Herr Kollege Höchtl, die Sie noch immer dazu bewegen, die Ziffernnote in den Himmel zu erheben? (Abg. Dr. Höchtl: Die größte Klarheit im Ausdruck!) Ich meine, es geht gar nicht um die Ziffernnote allein – nicht nur bei Ihnen –, es geht um ein Monument und um Ihre Angst. Es geht aber wirklich nicht um die Ziffernnote allein, denn selbstverständlich könnte man darüber streiten, ob man beispielsweise aufsteigen kann, auch wenn man in der Ziffernnote negativ beurteilt wird. Und ich sehe überhaupt keinen Grund, warum das nicht möglich sein soll.
Abg. Dr. Khol: Schau einmal, wie du da wieder herauskommst!
Denn eines, Herr Kollege Höchtl, können Sie mir nicht weismachen: daß Sie in allem so gut sind, daß Sie dazu befähigt sind, die Notwendigkeit, die Verpflichtung einzufordern von den Schülern, die es ihnen verunmöglicht (Abg. Dr. Khol: Schau einmal, wie du da wieder herauskommst!), eine Teilleistungsschwäche oder eine Schwäche in einem ganz spezifischen Bereich – zum Beispiel im sprachlichen Bereich – zu haben und trotzdem die Schule fortsetzen zu können. Denn Ihr Festhalten an der Ziffernnote als Aufstiegskriterium heißt ja nichts anderes (Abg. Mag. Kukacka: Sie sind argumentierbar!), als daß Sie noch immer von jenem universalgebildeten, humanistisch orientierten Menschen ausgehen, der seine Welt beisammen hat, der sozusagen in allen Teilbereichen gut ist und dem nichts fehlt, der sich überall zumindest ein bißchen auskennt und der alles beherrscht. Von diesem Menschenbild gehen Sie aus – und ich glaube, nicht nur im Bereich der allgemeinbildenden Schulen, sondern im besonderen auch im Bereich der berufsbildenden Schulen. (Abg. Dr. Höchtl: Der Mensch wird immer beurteilt, sein ganzes Leben lang!)
Abg. Mag. Kukacka: Sie sind argumentierbar!
Denn eines, Herr Kollege Höchtl, können Sie mir nicht weismachen: daß Sie in allem so gut sind, daß Sie dazu befähigt sind, die Notwendigkeit, die Verpflichtung einzufordern von den Schülern, die es ihnen verunmöglicht (Abg. Dr. Khol: Schau einmal, wie du da wieder herauskommst!), eine Teilleistungsschwäche oder eine Schwäche in einem ganz spezifischen Bereich – zum Beispiel im sprachlichen Bereich – zu haben und trotzdem die Schule fortsetzen zu können. Denn Ihr Festhalten an der Ziffernnote als Aufstiegskriterium heißt ja nichts anderes (Abg. Mag. Kukacka: Sie sind argumentierbar!), als daß Sie noch immer von jenem universalgebildeten, humanistisch orientierten Menschen ausgehen, der seine Welt beisammen hat, der sozusagen in allen Teilbereichen gut ist und dem nichts fehlt, der sich überall zumindest ein bißchen auskennt und der alles beherrscht. Von diesem Menschenbild gehen Sie aus – und ich glaube, nicht nur im Bereich der allgemeinbildenden Schulen, sondern im besonderen auch im Bereich der berufsbildenden Schulen. (Abg. Dr. Höchtl: Der Mensch wird immer beurteilt, sein ganzes Leben lang!)
Abg. Dr. Höchtl: Der Mensch wird immer beurteilt, sein ganzes Leben lang!
Denn eines, Herr Kollege Höchtl, können Sie mir nicht weismachen: daß Sie in allem so gut sind, daß Sie dazu befähigt sind, die Notwendigkeit, die Verpflichtung einzufordern von den Schülern, die es ihnen verunmöglicht (Abg. Dr. Khol: Schau einmal, wie du da wieder herauskommst!), eine Teilleistungsschwäche oder eine Schwäche in einem ganz spezifischen Bereich – zum Beispiel im sprachlichen Bereich – zu haben und trotzdem die Schule fortsetzen zu können. Denn Ihr Festhalten an der Ziffernnote als Aufstiegskriterium heißt ja nichts anderes (Abg. Mag. Kukacka: Sie sind argumentierbar!), als daß Sie noch immer von jenem universalgebildeten, humanistisch orientierten Menschen ausgehen, der seine Welt beisammen hat, der sozusagen in allen Teilbereichen gut ist und dem nichts fehlt, der sich überall zumindest ein bißchen auskennt und der alles beherrscht. Von diesem Menschenbild gehen Sie aus – und ich glaube, nicht nur im Bereich der allgemeinbildenden Schulen, sondern im besonderen auch im Bereich der berufsbildenden Schulen. (Abg. Dr. Höchtl: Der Mensch wird immer beurteilt, sein ganzes Leben lang!)
Abg. Dr. Höchtl: Na weil er die Leistung nicht erbracht hat!
Ich bin ja für Leistungsbeurteilung! Leistungsbeurteilung muß aber nicht über die Ziffernnote erfolgen. Sie mißverstehen etwas: Leistungsbeurteilung muß nicht über die Ziffernnote allein erfolgen, sie kann auch durch andere Instrumente erfolgen. Und vor allem eines können Sie mir nicht erklären: Warum eine Leistungsbeurteilung in einem oder in zwei Fächern dazu führen soll, daß das Schuljahr wiederholt werden muß, und zwar auch in jenen Fächern, in denen der Schüler eine gute Leistung erbracht hat. (Abg. Dr. Höchtl: Na weil er die Leistung nicht erbracht hat!)
Abg. Dr. Höchtl: Ich verstehe Sie schon!
Herr Kollege Höchtl, ich kann ja noch einmal wiederholen (Abg. Dr. Höchtl: Ich verstehe Sie schon!), was ich schon öfter gesagt habe: Es gibt nur ganz wenige europäische Länder, in denen diese Form der Leistungsbeurteilung und der Verweigerung des Aufstiegs überhaupt noch praktiziert wird. (Abg. Dr. Höchtl: Wenn ein anderer in einen Brunnen springt, springe ich auch nicht nach!)
Abg. Dr. Höchtl: Wenn ein anderer in einen Brunnen springt, springe ich auch nicht nach!
Herr Kollege Höchtl, ich kann ja noch einmal wiederholen (Abg. Dr. Höchtl: Ich verstehe Sie schon!), was ich schon öfter gesagt habe: Es gibt nur ganz wenige europäische Länder, in denen diese Form der Leistungsbeurteilung und der Verweigerung des Aufstiegs überhaupt noch praktiziert wird. (Abg. Dr. Höchtl: Wenn ein anderer in einen Brunnen springt, springe ich auch nicht nach!)
Abg. Dr. Höchtl: Das ist ja nicht wahr! Ich diskutiere ja eh die ganze Zeit!
Dazu ist zu sagen – Kollegin Schaffenrath hat das in ihrem Debattenbeitrag ja schon ausführlich getan –: Das Eigentümliche an dieser Art von Pädagogik und dieser Verweigerung, über Pädagogik zu diskutieren, ist doch ... (Abg. Dr. Höchtl: Das ist ja nicht wahr! Ich diskutiere ja eh die ganze Zeit!) Sie diskutieren nicht, Herr Kollege Höchtl, sondern Sie stellen fest. Sie stellen fest und Sie beten an: die Ziffernnote und die Leistungsbeurteilung über die Ziffernnote, die das Aufsteigen verhindert. (Abg. Dr. Höchtl: Sie wissen aber, daß ich in Übereinstimmung mit 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung bin? Sind Sie ein Demokrat?)
Abg. Dr. Höchtl: Sie wissen aber, daß ich in Übereinstimmung mit 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung bin? Sind Sie ein Demokrat?
Dazu ist zu sagen – Kollegin Schaffenrath hat das in ihrem Debattenbeitrag ja schon ausführlich getan –: Das Eigentümliche an dieser Art von Pädagogik und dieser Verweigerung, über Pädagogik zu diskutieren, ist doch ... (Abg. Dr. Höchtl: Das ist ja nicht wahr! Ich diskutiere ja eh die ganze Zeit!) Sie diskutieren nicht, Herr Kollege Höchtl, sondern Sie stellen fest. Sie stellen fest und Sie beten an: die Ziffernnote und die Leistungsbeurteilung über die Ziffernnote, die das Aufsteigen verhindert. (Abg. Dr. Höchtl: Sie wissen aber, daß ich in Übereinstimmung mit 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung bin? Sind Sie ein Demokrat?)
Abg. Mag. Peter: Er kann nicht springen, der Höchtl!
Herr Kollege Höchtl! Es ist schwer, mit Ihnen darüber auch nur annähernd in eine Diskussion einzutreten, auch wenn ich sie mir wünschen würde. Aber es gibt bestimmte Grenzen, die für Sie offensichtlich in diesem Fall nicht zu überschreiten sind. Sie springen nicht, das haben Sie deutlich erklärt: weder in den Brunnen noch in ein anderes Wasser – auch wenn es manchmal gesund sein könnte. Ich nehme es zur Kenntnis. (Abg. Mag. Peter: Er kann nicht springen, der Höchtl!)
Abg. Dr. Höchtl: Ich wünsche Ihnen ja auch keinen Brunnen! Ich wünsche Ihnen ein langes Leben und keinen Selbstmord!
Was ich nicht zur Kenntnis nehme – und da knüpfe ich noch einmal an die Ausführungen der Kollegin Schaffenrath an, die sie Ihnen gegenüber gemacht hat, Frau Bundesministerin –, ist, daß Sie – zumindest für mich; ich glaube, auch für viele andere – angetreten sind mit einem – sagen wir einmal – erfrischend undogmatischen, unverkrampften Zugang zu bestimmten Dingen. Ja, so ist es! Sie sehen es auch nicht ein, daß jemand, der in 13 Fächern positiv ist, nur deswegen nicht aufsteigen darf, weil er im 14. Fach negativ ist. – Das ist erfrischend! Darüber kann jeder Mensch in Österreich nachdenken, nur Kollege Höchtl steht vor seinem Brunnen und betrachtet ihn, aber er traut sich nicht zu springen. (Abg. Dr. Höchtl: Ich wünsche Ihnen ja auch keinen Brunnen! Ich wünsche Ihnen ein langes Leben und keinen Selbstmord!)
Abg. Mag. Kukacka: Das ist reformpopulistisch!
Meine Damen und Herren! Wenn wir dieses Thema ernst nehmen, dann sollten wir nicht dabei stehenbleiben. Sie, Frau Bundesministerin, sollten sich daran erinnern, daß Sie dieses Amt mit einer Auffassung und Überzeugung und einem erfrischenden Zugang – den konzediere ich Ihnen – angetreten haben, den ich jetzt nicht mehr sehe. (Abg. Mag. Kukacka: Das ist reformpopulistisch!) Ich denke, es gibt wahrscheinlich einige Gründe dafür, warum da nichts mehr weitergeht. Aber nicht nur aus der Sicht einer Oppositionspartei, sondern auch aus der Sicht der Pädagogik in diesem Land ist es schade darum, weil Sie wahrscheinlich mehr Möglichkeiten hätten – nicht nur kraft Ihres Amtes, sondern auch aufgrund des unkomplizierten Zuganges –, einige Beschränkungen – und die gebe ich durchaus auch auf unserer Seite zu – zu lösen. Aber da rührt sich nichts mehr.
Abg. Dr. Höchtl: Wieso?
Wenn ich mir vorstelle – weil das jetzt schon einige Male angesprochen wurde –, wie schwer es Kollegen Höchtl etwa im Bereich dieses berühmten Repetierverbotes gefallen sein muß, nun doch zu springen (Abg. Dr. Höchtl: Wieso?) und seine ganzen leistungsmäßigen Verpflichtungen, die er vor Augen hat, fallenzulassen, nur um für die Dauer von drei Jahren – nicht aus bildungspolitischen Gründen, sondern aus arbeitsmarktpolitischen Gründen, die seinen bildungspolitischen Zielen, nicht den meinen, widersprechen (Abg. Dr. Höchtl: Der muß ja repetieren! Er wird ja nicht automatisch hinaufgetragen!) – diese Konzession zu machen, wie schwer es ihm gefallen sein muß, nun doch einen kleinen Hüpfer gemacht zu haben, dann frage ich mich wirklich, ob diese Art von Hüpferei bei der Noten- und Leistungsbeurteilung das wert ist. (Abg. Dr. Höchtl: Dafür steigt er ja nicht auf!)
Abg. Dr. Höchtl: Der muß ja repetieren! Er wird ja nicht automatisch hinaufgetragen!
Wenn ich mir vorstelle – weil das jetzt schon einige Male angesprochen wurde –, wie schwer es Kollegen Höchtl etwa im Bereich dieses berühmten Repetierverbotes gefallen sein muß, nun doch zu springen (Abg. Dr. Höchtl: Wieso?) und seine ganzen leistungsmäßigen Verpflichtungen, die er vor Augen hat, fallenzulassen, nur um für die Dauer von drei Jahren – nicht aus bildungspolitischen Gründen, sondern aus arbeitsmarktpolitischen Gründen, die seinen bildungspolitischen Zielen, nicht den meinen, widersprechen (Abg. Dr. Höchtl: Der muß ja repetieren! Er wird ja nicht automatisch hinaufgetragen!) – diese Konzession zu machen, wie schwer es ihm gefallen sein muß, nun doch einen kleinen Hüpfer gemacht zu haben, dann frage ich mich wirklich, ob diese Art von Hüpferei bei der Noten- und Leistungsbeurteilung das wert ist. (Abg. Dr. Höchtl: Dafür steigt er ja nicht auf!)
Abg. Dr. Höchtl: Dafür steigt er ja nicht auf!
Wenn ich mir vorstelle – weil das jetzt schon einige Male angesprochen wurde –, wie schwer es Kollegen Höchtl etwa im Bereich dieses berühmten Repetierverbotes gefallen sein muß, nun doch zu springen (Abg. Dr. Höchtl: Wieso?) und seine ganzen leistungsmäßigen Verpflichtungen, die er vor Augen hat, fallenzulassen, nur um für die Dauer von drei Jahren – nicht aus bildungspolitischen Gründen, sondern aus arbeitsmarktpolitischen Gründen, die seinen bildungspolitischen Zielen, nicht den meinen, widersprechen (Abg. Dr. Höchtl: Der muß ja repetieren! Er wird ja nicht automatisch hinaufgetragen!) – diese Konzession zu machen, wie schwer es ihm gefallen sein muß, nun doch einen kleinen Hüpfer gemacht zu haben, dann frage ich mich wirklich, ob diese Art von Hüpferei bei der Noten- und Leistungsbeurteilung das wert ist. (Abg. Dr. Höchtl: Dafür steigt er ja nicht auf!)
Abg. Dr. Höchtl: Das ist in den letzten Jahren bereits gemacht worden, Herr Kollege Öllinger!
Abschließend eine Bemerkung zum Englischunterricht in Volksschulen. Das kann ein großer Erfolg werden, aber nur, wenn es gründlich begleitet wird, und zwar über Schulbücher und natürlich über die Lehrerbildung. Herr Kollege Höchtl, gerade Sie werden doch zugeben – da Sie ja ganz großen Wert darauf legen, daß ordentliche Leistungen erbracht werden –, daß es problematisch ist, wenn LehrerInnen, die über zehn Jahre lang oder mehr keine Möglichkeit hatten, sich in bezug auf ihre Englischkenntnisse fortzubilden, jetzt mehr oder minder dazu veranlaßt sind, Englisch zu unterrichten, drei oder vier Jahre lang mit Kindern, mit Jugendlichen Englisch zu sprechen, obwohl dieses nicht gerade als "advanced" zu bezeichnen ist. (Abg. Dr. Höchtl: Das ist in den letzten Jahren bereits gemacht worden, Herr Kollege Öllinger!) Und das wird ein gewisses Problem darstellen: nicht für die Lehrer, sondern für die Kinder, und zwar dann, wenn diese in die Mittelschule kommen, dann, wenn die neuen Lehrer ihnen zum Beispiel das "th" umlernen müssen, weil die Kinder und Jugendlichen nicht die Möglichkeiten hatten, das richtig zu erlernen. (Abg. Dr. Höchtl: Sie reden von etwas, was nicht mehr zutrifft!)
Abg. Dr. Höchtl: Sie reden von etwas, was nicht mehr zutrifft!
Abschließend eine Bemerkung zum Englischunterricht in Volksschulen. Das kann ein großer Erfolg werden, aber nur, wenn es gründlich begleitet wird, und zwar über Schulbücher und natürlich über die Lehrerbildung. Herr Kollege Höchtl, gerade Sie werden doch zugeben – da Sie ja ganz großen Wert darauf legen, daß ordentliche Leistungen erbracht werden –, daß es problematisch ist, wenn LehrerInnen, die über zehn Jahre lang oder mehr keine Möglichkeit hatten, sich in bezug auf ihre Englischkenntnisse fortzubilden, jetzt mehr oder minder dazu veranlaßt sind, Englisch zu unterrichten, drei oder vier Jahre lang mit Kindern, mit Jugendlichen Englisch zu sprechen, obwohl dieses nicht gerade als "advanced" zu bezeichnen ist. (Abg. Dr. Höchtl: Das ist in den letzten Jahren bereits gemacht worden, Herr Kollege Öllinger!) Und das wird ein gewisses Problem darstellen: nicht für die Lehrer, sondern für die Kinder, und zwar dann, wenn diese in die Mittelschule kommen, dann, wenn die neuen Lehrer ihnen zum Beispiel das "th" umlernen müssen, weil die Kinder und Jugendlichen nicht die Möglichkeiten hatten, das richtig zu erlernen. (Abg. Dr. Höchtl: Sie reden von etwas, was nicht mehr zutrifft!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Schaffenrath.
Das sollte uns vielleicht doch auch zu denken geben – gerade Ihnen, Herr Kollege Höchtl, mit Ihrer Anbetung des Leistungssystems –, über Leistung und Schulsystem etwas grundsätzlichere Überlegungen anzustellen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Schaffenrath. )
Zwischenruf der Abg. Schaffenrath.
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Nach den psychoanalytischen Ausführungen meines Vorredners Öllinger doch auch ein Wort zur Kollegin Schaffenrath, zur Auffrischung ihrer Erinnerung. Das Wort, das sie im Diskurs mit Kollegen Höchtl den Medienvertretern in den Mund gelegt hat, hat sie sehr wohl selbst verwendet, wie ihrer eigene Aussendung vom 5. Juli zu entnehmen ist. (Zwischenruf der Abg. Schaffenrath. ) Ja, dieses Wort kann ich dir dann zeigen.
Abg. Schaffenrath: Sprechen Sie als Erziehungswissenschafterin oder ...? Sie müssen sagen, als was Sie sprechen!
Meine Vorredner, vor allem Kollege Öllinger, haben sich so sehr mit der Leistungsbeurteilung beschäftigt. (Abg. Schaffenrath: Sprechen Sie als Erziehungswissenschafterin oder ...? Sie müssen sagen, als was Sie sprechen!) Die Form, die wir heute verabschieden werden, ist eine pädagogisch in höchstem Maße legitimierbare und darf letztlich nicht mit einer politischen vermischt werden. (Abg. Mag. Kukacka – in Richtung der Abg. Schaffenrath –: Was ist liberal an Ihrer Schulpolitik?) Wenn Sie Erziehungswissenschafter zitieren, die Ihre Version unterstützen, dann zitiere ich welche, die meine Version unterstützen. Das ist der Punkt.
Abg. Mag. Kukacka – in Richtung der Abg. Schaffenrath –: Was ist liberal an Ihrer Schulpolitik?
Meine Vorredner, vor allem Kollege Öllinger, haben sich so sehr mit der Leistungsbeurteilung beschäftigt. (Abg. Schaffenrath: Sprechen Sie als Erziehungswissenschafterin oder ...? Sie müssen sagen, als was Sie sprechen!) Die Form, die wir heute verabschieden werden, ist eine pädagogisch in höchstem Maße legitimierbare und darf letztlich nicht mit einer politischen vermischt werden. (Abg. Mag. Kukacka – in Richtung der Abg. Schaffenrath –: Was ist liberal an Ihrer Schulpolitik?) Wenn Sie Erziehungswissenschafter zitieren, die Ihre Version unterstützen, dann zitiere ich welche, die meine Version unterstützen. Das ist der Punkt.
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Krammer.
Noch einmal: Die heutige Entscheidung ist eine, die sich pädagogisch in höchstem Maße legitimieren läßt. Der Vorschlag regelt die Arbeit der Lehrer in einem ganz kleinen Bereich, nämlich eine Aufgabe, die sie zweimal im Jahr vollziehen, das heißt eine im Halbjahr und eine zum Schulschluß vollzogene Beurteilung. Sie greift nicht ein in das, was das ganze Jahr über passiert, und zwar die Mitbewertung und Mitberücksichtigung der mündlichen und schriftlichen Mitarbeit, die Arbeit, die durch Motivation, Hilfestellung, Förderung und Zwischendurchbeurteilung auf ganz vielfältige Weise geschieht. Dies alles steht nicht zur Diskussion. Ich verstehe daher die ganze Aufregung überhaupt nicht. Guter Unterricht basiert auf dieser Gesamteinstellung, und es gibt sehr viel guten Unterricht in Österreich. Das soll auch einmal gesagt werden. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Krammer. )
Zwischenruf der Abg. Schaffenrath
Vielleicht noch eine Bemerkung zu all den Alternativvertretern. Allzu gerne bringen Sie das Moment der Lebensnähe in die Schule. Ich frage mich: Wo bleibt die Logik, wenn man Leistungsbeurteilung in den Kontext zu Lebensnähe bringt? Da will man auf einmal nichts von Lebensnähe hören (Zwischenruf der Abg. Schaffenrath ), da will man auf einmal nichts von demokratischer Gesellschaft hören! Da will man offenbar wieder zum alten Feudalsystem zurückkehren, in dem kein demokratisch standardisiertes Verfahren über die Aufstiegschancen entscheidet, sondern wieder Kriterien wie Geld, Religion, soziale Herkunft oder sonstige Dimensionen über Aufstiegschancen entscheiden. Frau Kollegin! Sie müssen sich entscheiden, ob Sie in dieser Welt, in dieser Demokratie leben oder nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schaffenrath: Ja! Ein Beispiel, wann Sie eine Note geben!) – Ein bißchen mehr Logik.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schaffenrath: Ja! Ein Beispiel, wann Sie eine Note geben!
Vielleicht noch eine Bemerkung zu all den Alternativvertretern. Allzu gerne bringen Sie das Moment der Lebensnähe in die Schule. Ich frage mich: Wo bleibt die Logik, wenn man Leistungsbeurteilung in den Kontext zu Lebensnähe bringt? Da will man auf einmal nichts von Lebensnähe hören (Zwischenruf der Abg. Schaffenrath ), da will man auf einmal nichts von demokratischer Gesellschaft hören! Da will man offenbar wieder zum alten Feudalsystem zurückkehren, in dem kein demokratisch standardisiertes Verfahren über die Aufstiegschancen entscheidet, sondern wieder Kriterien wie Geld, Religion, soziale Herkunft oder sonstige Dimensionen über Aufstiegschancen entscheiden. Frau Kollegin! Sie müssen sich entscheiden, ob Sie in dieser Welt, in dieser Demokratie leben oder nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schaffenrath: Ja! Ein Beispiel, wann Sie eine Note geben!) – Ein bißchen mehr Logik.
Beifall bei der ÖVP.
Der Lehrer hat die Aufgabe, eine Wandergruppe mit Spitzensportlern und Behinderten bei Nebel durch unwegsames Gelände in nordsüdlicher Richtung zu führen, und zwar so, daß alle bei bester Laune und möglichst gleichzeitig an drei verschiedenen Zielen ankommen. – Bringen wir heute Schule ein Stückchen weiter! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Das stimmt doch nicht!
Ich sage Ihnen, wie diese Form der höchsten Zufriedenheit, die Sie hier vom Rednerpult aus propagieren, aussieht: Es ist nämlich nicht nur das Repetierverbot, das die Schulen und die Schüler in unheimliche Schwierigkeiten bringt, sondern es sind auch die Abschaffung der Aufnahmsprüfung von der zweiten Leistungsgruppe der Hauptschulen (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt doch nicht!) oder die Gleichstellung der neuen Polytechnischen Schule mit der neunten Schulstufe.
Abg. Dr. Brinek: Ja!
Ich werde Ihnen auch gleich die Gründe dafür nennen. Sind Sie schon einmal in Schulen gegangen, die seit zwei Jahren proppenvoll sind (Abg. Dr. Brinek: Ja!), die seit zwei Jahren aus allen Nähten platzen, die seit zwei Jahren jede Kammer benützen müssen, um Klassen einzurichten? Waren Sie schon in solchen Schulen? Wie können Sie dann von Zufriedenheit reden? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich werde Ihnen auch gleich die Gründe dafür nennen. Sind Sie schon einmal in Schulen gegangen, die seit zwei Jahren proppenvoll sind (Abg. Dr. Brinek: Ja!), die seit zwei Jahren aus allen Nähten platzen, die seit zwei Jahren jede Kammer benützen müssen, um Klassen einzurichten? Waren Sie schon in solchen Schulen? Wie können Sie dann von Zufriedenheit reden? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Höchtl.
Es ist ja nicht nur so, Frau Kollegin, daß die ersten Klassen von jenen gefüllt werden können, die aufgrund ihres Abganges von der Hauptschule im ersten Klassenzug ein positives Zeugnis haben. Es wird ja noch viel schärfer! Es gibt nicht nur die HTL in Pinkafeld, Herr Kollege Schweitzer, es gibt auch die HTL in Leonding und die HAK/HASCH in Kirchdorf. Überall, wenigstens in Oberösterreich – nicht in Ihrer Traumwelt und Ihrer Traumfabrik –, gibt es Schulen, in denen die Schulleiter nicht mehr wissen, wo sie die zweiten Klassen unterbringen sollen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Höchtl. )
Abg. Dr. Brinek: Sie haben nicht einmal dem Vorredner zugehört!
Ich habe hier einen Artikel aus der "Kronen-Zeitung" mit der Schlagzeile: HTL-Leonding. Zweite Klasse: 30 müssen raus! – Schön! Frau Bundesministerin! Sie hören gar nicht zu, das interessiert Sie wohl nicht, denn Sie leben auch in einer Traumwelt. (Abg. Dr. Brinek: Sie haben nicht einmal dem Vorredner zugehört!) Ich sage Ihnen folgendes: Diese Traumwelt hat Sie soweit gebracht, daß in der Lehrerschaft ... (Zwischenbemerkung der Bundesministerin Gehrer. ) Wo Sie leben, weiß ich nicht, aber ich war sehr viel unterwegs und weiß daher: Es ist nicht ein Problem der Lehrer, die jetzt vielleicht vermehrt unterrichten können, sondern es ist ganz einfach ein Problem des Platzes und der Schulräume, weil diese schlicht nicht vorhanden sind.
Zwischenbemerkung der Bundesministerin Gehrer.
Ich habe hier einen Artikel aus der "Kronen-Zeitung" mit der Schlagzeile: HTL-Leonding. Zweite Klasse: 30 müssen raus! – Schön! Frau Bundesministerin! Sie hören gar nicht zu, das interessiert Sie wohl nicht, denn Sie leben auch in einer Traumwelt. (Abg. Dr. Brinek: Sie haben nicht einmal dem Vorredner zugehört!) Ich sage Ihnen folgendes: Diese Traumwelt hat Sie soweit gebracht, daß in der Lehrerschaft ... (Zwischenbemerkung der Bundesministerin Gehrer. ) Wo Sie leben, weiß ich nicht, aber ich war sehr viel unterwegs und weiß daher: Es ist nicht ein Problem der Lehrer, die jetzt vielleicht vermehrt unterrichten können, sondern es ist ganz einfach ein Problem des Platzes und der Schulräume, weil diese schlicht nicht vorhanden sind.
Zwischenrufe der Abgeordneten Gaál und Dr. Krammer.
Frau Bundesministerin! Darum ist es so, daß jene, die Ihnen einen Bonus gegeben haben, die sehr viel auf Sie gehalten haben, als Sie Unterrichtsministerin geworden sind, nach einem Jahr so sehr über Sie schimpfen, daß ich diese Wort nicht einmal sagen darf, weil sie hier verboten sind. Und der andere Teil lacht über Sie. Wahrscheinlich – ich weiß es nicht – muß es in Ihrer Vergangenheit etwas geben, was manche Lehrer aufgrund Ihrer Bildungspolitik zum Lachen bringt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Gaál und Dr. Krammer. ) Nur eine vernachlässigbar kleine Menge ist mit Ihrer Schulpolitik noch zufrieden.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe.
Machen Sie nur so weiter auf Kosten unserer Kinder, Frau Bundesministerin! Machen Sie nur so weiter! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Anhaltende Zwischenrufe.)
Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und der Abg. Madl.
Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Elisabeth Gehrer: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Zuerst einiges zu meinen Vorrednern. (Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und der Abg. Madl. )
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Elisabeth Gehrer (fortsetzend): Wer sich wirklich in den Schulen umsieht und sich auskennt, weiß, daß es durchschnittliche Klassenschülerzahlen in der AHS von 25, in der Hauptschule von 24 und in der Volksschule von 20 gibt. Wer sich wirklich um Schule kümmert, hat bemerkt, daß die Anmeldezahlen für Handelsakademien und Handelsschulen nach dem Boom der letzten Jahre inzwischen etwas rückläufig sind. Wer sich wirklich um Schule kümmert, hat gesehen, welche Anstrengungen in den letzten Jahren unternommen wurden, um neue Schulgebäude zu errichten, neuen Schulraum zur Verfügung zu stellen und den Kindern ein gutes Angebot zu ermöglichen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Bezüglich des Aufsteigens mit einem Nichtgenügend, das immer wieder erwähnt wird, muß ich Ihnen sagen, daß wir zahlreiche Maßnahmen getroffen haben, um den Schülern Chancen zu geben, aber nicht in der Form, sie mit einem Fünfer aufsteigen zu lassen, sondern von vornherein zu verhindern, daß sie überhaupt einen Fünfer bekommen. Das ist nämlich das Wichtige! (Beifall bei der ÖVP.) Bewerkstelligt wird dies durch Förderkurse, durch das Frühwarnsystem – es gibt heuer 10 Prozent weniger Nichtgenügend; genau wie voriges Jahr –, durch den Auftrag an die Lehrerkonferenzen, die persönliche Situation der Jugendlichen in ihren Entscheidungen zu berücksichtigen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Alle Damen und Herren hier im Plenum, die Gesetze beschließen und die bisherige Legislaturperiode einmal Revue passieren lassen, müßten eigentlich wissen, was alles beschlossen wurde. Zum Beispiel die Berufsreifeprüfung im Juni 1997. Das war vor einem Jahr. Über 2 000 Schüler arbeiten auf hohem Niveau an dieser Berufsreifeprüfung, und es gibt bereits den ersten Absolventen dieser Berufsreifeprüfung. Das ist ein schöner Erfolg! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist die Gesamtzahl der Weiterbildungen, nicht nur in diesen Bereichen!
Heute werden wieder wichtige Schritte gesetzt, und ich danke jenen, die diese wichtigen Schritte – Schuleingangsphase, lebende Fremdsprache – beschließen werden. Ich muß in diesem Zusammenhang jenen etwas sagen, die ihre Unkenrufe in alle Welt und an alle Medien schicken. Ab dem heurigen Herbst werden bereits 37 000 Kinder in der Grundstufe, also in der ersten und zweiten Klasse Volksschule, fremdsprachliche Vorschulung erhalten. Seit dem Jahre 1985 werden alle Lehrerinnen und Lehrer dahin gehend ausgebildet. Mit der Überleitung im Dienstrecht im Jahre 1990 haben alle Lehrerinnen und Lehrer dies nachgeholt. 27 000 Lehrer und Lehrerinnen werden sich heuer im Sommer in Kursen im fremdsprachlichen Unterricht und auch bezüglich der Technologieoffensive weiterbilden. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist die Gesamtzahl der Weiterbildungen, nicht nur in diesen Bereichen!) – In diesen Bereichen, das sind die Schwerpunktbereiche. (Abg. Mag. Schweitzer: Unter anderem auch!)
Abg. Mag. Schweitzer: Unter anderem auch!
Heute werden wieder wichtige Schritte gesetzt, und ich danke jenen, die diese wichtigen Schritte – Schuleingangsphase, lebende Fremdsprache – beschließen werden. Ich muß in diesem Zusammenhang jenen etwas sagen, die ihre Unkenrufe in alle Welt und an alle Medien schicken. Ab dem heurigen Herbst werden bereits 37 000 Kinder in der Grundstufe, also in der ersten und zweiten Klasse Volksschule, fremdsprachliche Vorschulung erhalten. Seit dem Jahre 1985 werden alle Lehrerinnen und Lehrer dahin gehend ausgebildet. Mit der Überleitung im Dienstrecht im Jahre 1990 haben alle Lehrerinnen und Lehrer dies nachgeholt. 27 000 Lehrer und Lehrerinnen werden sich heuer im Sommer in Kursen im fremdsprachlichen Unterricht und auch bezüglich der Technologieoffensive weiterbilden. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist die Gesamtzahl der Weiterbildungen, nicht nur in diesen Bereichen!) – In diesen Bereichen, das sind die Schwerpunktbereiche. (Abg. Mag. Schweitzer: Unter anderem auch!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wenn wir uns diese Pakete anschauen, die alle schon beschlossen wurden und die wir bereits umsetzen, dann kann ich ganz schlicht und einfach feststellen: Die Schulen in Österreich sind europafit! Wir haben verläßliche Volksschulen, wir haben zukunftsorientierte Hauptschulen, wir haben bedarfsgerechte, gute Sonderschulen, wir haben gute vorbereitende Polytechnische Schulen, wir haben praxisorientierte Berufsschulen und berufsbildende mittlere und höhere Schulen, wir haben leistungsfähige Gymnasien, und wir haben sehr, sehr gute Lehrerausbildungsstätten und Lehrerweiterbildungsstätten. Ich danke allen Lehrerinnen und Lehrern für ihr Engagement! Sie sind der Garant dafür, daß unsere Schulen in Österreich Qualität haben und europafit sind! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die besonders Begabten können künftig eine Klasse der Grundstufe überspringen, in der fünften und sechsten Schulstufe ist das noch ein weiteres Mal möglich, und ab der neunten Schulstufe ein drittes Mal. Es gibt jetzt also einerseits gezielte Begabtenförderung, andererseits müssen Kinder mit Problemen und Defiziten nicht den Schock einer Rückstellung in die Vorschulklasse bewältigen, sondern haben die Möglichkeit, länger im gewohnten, vertrauten Klassenverband zu verbleiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Alle werden also entsprechend ihren individuellen Voraussetzungen beziehungsweise Lernfortschritten und Lernfähigkeiten gefördert. Die Chancen für eine erfolgreiche Schullaufbahn wurden mit dieser Reformmaßnahme wesentlich verbessert. Es ist dies wieder ein weiterer Schritt in Richtung Chancengleichheit! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein kleiner Wermutstropfen dabei ist allerdings die Form der Leistungsbeurteilung. Für den Bereich der Schuleingangsphase hätten wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten uns ausschließlich die Form der Leistungsbeschreibung vorgestellt und uns eine komplette Abschaffung der Ziffernnoten gewünscht. Leider mußten wir diesen Kompromiß eingehen. Wir begrüßen aber die Ausweitung der Möglichkeit, über Beschluß des Schulforums der Leistungsbeurteilung durch Ziffernnoten eine Beschreibung der Leistungen anzufügen. Jahrzehntelange diesbezügliche Schulversuche haben nur positive Ergebnisse gezeigt. Verstärkte Leistungsmotivation und Leistungsfreude der Schülerinnen und Schüler sind die Folge. Und diese Motivation und Freude beim Lernen sollten unser aller Ziel und Anliegen sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Steibl: Das ist eine Unterstellung! Das Gegenteil ist der Fall! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Frau Ministerin! All das ist Ihnen nicht unbekannt, aber Sie haben das große Talent, genau diese Fortschritte zu verdrängen. Ich weiß nicht, warum Sie sich so verhalten, aber ich vermute, daß Sie massive Probleme mit behinderten Menschen haben! (Abg. Steibl: Das ist eine Unterstellung! Das Gegenteil ist der Fall! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn dem nicht so ist, dann frage ich Sie, Frau Ministerin, warum es Ihnen so unheimlich wichtig ist, daß jeder behinderte Mensch damit gebrandmarkt wird, daß für ihn sonderpädagogischer Förderbedarf besteht? Auf diese Weise nehmen Sie den Betroffenen spätestens dann, wenn die Eltern es geschafft haben, daß ihr behindertes Kind acht Jahre integrativ unterrichtet wurde, das Recht auf integrative Förderung! (Abg. Steibl: Das ist eine bodenlose Frechheit! – Zwischenruf der Abg. Fuchs. ) Denn dann werden die Kinder beziehungsweise jetzt bereits Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Sonderschulen mit Berufsorientierung eingegliedert! (Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer. )
Abg. Steibl: Das ist eine bodenlose Frechheit! – Zwischenruf der Abg. Fuchs.
Frau Ministerin! All das ist Ihnen nicht unbekannt, aber Sie haben das große Talent, genau diese Fortschritte zu verdrängen. Ich weiß nicht, warum Sie sich so verhalten, aber ich vermute, daß Sie massive Probleme mit behinderten Menschen haben! (Abg. Steibl: Das ist eine Unterstellung! Das Gegenteil ist der Fall! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn dem nicht so ist, dann frage ich Sie, Frau Ministerin, warum es Ihnen so unheimlich wichtig ist, daß jeder behinderte Mensch damit gebrandmarkt wird, daß für ihn sonderpädagogischer Förderbedarf besteht? Auf diese Weise nehmen Sie den Betroffenen spätestens dann, wenn die Eltern es geschafft haben, daß ihr behindertes Kind acht Jahre integrativ unterrichtet wurde, das Recht auf integrative Förderung! (Abg. Steibl: Das ist eine bodenlose Frechheit! – Zwischenruf der Abg. Fuchs. ) Denn dann werden die Kinder beziehungsweise jetzt bereits Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Sonderschulen mit Berufsorientierung eingegliedert! (Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer. )
Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer.
Frau Ministerin! All das ist Ihnen nicht unbekannt, aber Sie haben das große Talent, genau diese Fortschritte zu verdrängen. Ich weiß nicht, warum Sie sich so verhalten, aber ich vermute, daß Sie massive Probleme mit behinderten Menschen haben! (Abg. Steibl: Das ist eine Unterstellung! Das Gegenteil ist der Fall! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn dem nicht so ist, dann frage ich Sie, Frau Ministerin, warum es Ihnen so unheimlich wichtig ist, daß jeder behinderte Mensch damit gebrandmarkt wird, daß für ihn sonderpädagogischer Förderbedarf besteht? Auf diese Weise nehmen Sie den Betroffenen spätestens dann, wenn die Eltern es geschafft haben, daß ihr behindertes Kind acht Jahre integrativ unterrichtet wurde, das Recht auf integrative Förderung! (Abg. Steibl: Das ist eine bodenlose Frechheit! – Zwischenruf der Abg. Fuchs. ) Denn dann werden die Kinder beziehungsweise jetzt bereits Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Sonderschulen mit Berufsorientierung eingegliedert! (Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer. )
Abg. Steibl: Wir sind froh, daß Sie uns das sagen, damit wir es auch wissen!
Meine Damen und Herren! Wissen Sie überhaupt, daß Sonderschulen überhaupt keine Berufsorientierung anbieten können, weil diese dafür nicht geeignet sind? (Abg. Steibl: Wir sind froh, daß Sie uns das sagen, damit wir es auch wissen!) Ich nehme an, daß Sie damit letztendlich doch nur erreichen wollen, daß Sie Ihr Sonderschulsystem, das Sie schon liebgewonnen haben, aufrechterhalten können. Was liegt Ihnen denn daran, die Sonderschulen mit aller Kraft aufrechtzuerhalten und deren Existenz und deren Fortbestand zu sichern?
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Frau Ministerin! Ich glaube daran, daß Ihnen die Integration doch irgendwann einmal wichtig sein wird oder vielleicht jetzt schon wichtig ist. Setzen Sie sich einmal mit Fachleuten, die Sonderpädagogik leben, über Sonderpädagogik und Integration geschrieben und Literatur und Erfahrungen gesammelt haben, auseinander! Ich glaube, daß Sie, wenn Sie bereit sind, solche Gespräche zu führen, auch mehr Bereitschaft zur Integration zeigen würden. Sie könnten – davon gehe ich aus – endlich zur Kenntnis nehmen, daß Integration eine wesentliche, ja eine der wichtigsten Voraussetzungen für behinderte Menschen ist, um wirklich in der Gesellschaft leben zu können. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Steibl: Das ist uns ganz neu!
Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Die behinderten Menschen und diejenigen, die sich für Integration einsetzen, werden diese Novellierung des Schulorganisationsgesetzes nicht zur Kenntnis nehmen! (Abg. Steibl: Das ist uns ganz neu!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Frau Ministerin! Ich möchte Ihnen sagen: Sie zwingen uns dazu, spätestens im Herbst, wenn es wieder um die Einschulung von Kindern geht, im Interesse behinderter Kinder zu handeln! Denn wir werden nicht zulassen, daß es zu einem zweiten Fall Retter in Reutte kommt. Frau Ministerin! Das werden wir nicht zulassen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Murauer: Ja, das ist notwendig!
Abgeordneter Werner Amon (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! – Geschätzte Frau Kollegin Haidlmayr, ich möchte ganz kurz auf Ihre Ausführungen eingehen. (Abg. Murauer: Ja, das ist notwendig!) Denn bei allem Verständnis für die Problematik der Behindertenintegration – und das ist zweifelsohne ein sehr, sehr sensibles Thema – möchte ich doch in aller Deutlichkeit und aller Schärfe zurückweisen, daß Sie unserer
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich kenne die Frau Bundesministerin und die internen Diskussionen und kann Ihnen garantieren, daß dem nicht so ist. Vielmehr bemüht sich die Frau Bundesministerin ausdrücklich sehr um die Behindertenintegration. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte Ihnen aber auch, wenn Sie mir noch einen Augenblick Ihr Ohr leihen, aus eigener Erfahrung etwas sagen. Ich unterrichte selbst ein paar Stunden in einem Speziallehrgang für Management, Organisation und Kommunikation und habe dort heuer erstmals eine relativ schwerbehinderte junge Frau als Schülerin gehabt. Aufgrund dieser Erfahrung kann ich mir sehr, sehr gut vorstellen, daß der Unterricht von Behinderten manchen Lehrer und Lehrbeauftragten vor eine sehr schwierige Situation stellt. Daher meine ich, daß man auch Lehrer sehr behutsam auf eine solche Situation vorbereiten muß, weil wahrscheinlich nicht jeder Lehrer imstande ist, damit ohne weiteres fertigzuwerden. Wir sind ausdrücklich für die Integration Behinderter, aber in einer Art und Weise, daß es sowohl den Behinderten als auch den Lehrern, als auch den nichtbehinderten Schülern ermöglicht wird, damit fertigzuwerden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Smolle: Kollegin Motter und ich sind da!
Eigentlich wollte ich einen nicht unbeträchtlichen Teil meiner Rede der Frau Kollegin Schaffenrath widmen, die sich aber an dieser bildungspolitischen Debatte offensichtlich nicht mehr beteiligt. (Abg. Smolle: Kollegin Motter und ich sind da!) Daher freut es mich, daß zwei andere Kollegen vom Liberalen Forum noch zugegen sind. Ich werde mich also mit einigen Punkten an Sie wenden und bitte Sie, dies dann freundlicherweise an Frau Kollegin Schaffenrath weiterzugeben!
Zwischenruf des Abg. Smolle.
Darüber hinaus hat Kollegin Schaffenrath heute abermals das Aufsteigen mit zwei Nichtgenügend gefordert. Im Hinblick darauf stelle ich an Sie, Frau Kollegin Motter, beziehungsweise an Sie, Herr Kollege Smolle, die Frage: Warum spricht sie von zwei Nichtgenügend? Es könnten ja auch vier oder sechs sein! Ich frage Sie: Wo ziehen wir die Grenze? Denn wenn wir uns zu einem leistungsorientierten Schulsystem, in dem Leistung auch beurteilt wird, bekennen – und das ist zweifelsohne die Position der Volkspartei –, dann müssen wir irgendwo eine Grenze einziehen. Die Grenze, die derzeit eingezogen ist, erscheint uns sinnvoll, und daher wollen wir diese auch beibehalten! (Zwischenruf des Abg. Smolle. ) Die Note Nichtgenügend wirkt genauso viel oder genauso wenig motivierend wie eine verbale Beurteilung, die dasselbe zum Ausdruck bringt! (Beifall bei der ÖVP.) Sie wissen genausogut wie ich – das besagen alle einschlägigen Studien –, daß auch eine verbale Beurteilung nicht mehr motiviert als eine Beurteilung durch Ziffern.
Beifall bei der ÖVP.
Darüber hinaus hat Kollegin Schaffenrath heute abermals das Aufsteigen mit zwei Nichtgenügend gefordert. Im Hinblick darauf stelle ich an Sie, Frau Kollegin Motter, beziehungsweise an Sie, Herr Kollege Smolle, die Frage: Warum spricht sie von zwei Nichtgenügend? Es könnten ja auch vier oder sechs sein! Ich frage Sie: Wo ziehen wir die Grenze? Denn wenn wir uns zu einem leistungsorientierten Schulsystem, in dem Leistung auch beurteilt wird, bekennen – und das ist zweifelsohne die Position der Volkspartei –, dann müssen wir irgendwo eine Grenze einziehen. Die Grenze, die derzeit eingezogen ist, erscheint uns sinnvoll, und daher wollen wir diese auch beibehalten! (Zwischenruf des Abg. Smolle. ) Die Note Nichtgenügend wirkt genauso viel oder genauso wenig motivierend wie eine verbale Beurteilung, die dasselbe zum Ausdruck bringt! (Beifall bei der ÖVP.) Sie wissen genausogut wie ich – das besagen alle einschlägigen Studien –, daß auch eine verbale Beurteilung nicht mehr motiviert als eine Beurteilung durch Ziffern.
Beifall bei der ÖVP.
Ich halte fest, daß wir uns in diesem Zusammenhang um eine inhaltliche Auseinandersetzung bemühen, und dieses Bemühen könnte man sehr schön mit einem Wort von Antoine de Saint-Exupéry ausdrücken, der gemeint hat: "Wenn du willst, daß die Menschen ein Boot bauen, dann gib ihnen nicht das Holz, sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer!" Und wenn wir heute einen Teil der Fremdsprachenoffensive in der Volksschule beschließen, dann wecken wir zweifelsohne einen gewaltigen Anteil an Sehnsucht! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Tichy-Schreder: Herr Kollege! Alles kann die Schule nicht machen! Dafür sind auch die Eltern verantwortlich!
Herr Kollege Amon! Ich möchte aber auch zu Ihren einleitenden Worten, mit denen Sie die Frau Ministerin in bezug auf ihre Aufgeschlossenheit gegenüber Behinderten verteidigt haben, etwas sagen. Ich schließe mich diesen Ausführungen vollinhaltlich an – es war ungerecht, was hier gesagt wurde –, aber ich bitte Sie, Frau Bundesminister, den Horizont in Richtung Behinderung zu erweitern. Sie wissen, daß ich nicht müde werden werde, dem Schulsport das Wort zu reden, denn versteckte Behinderungen und versteckte Haltungsdeformitäten, also Auswirkungen einer ungenügenden Ausbildung in Leibeserziehung, treten immer stärker zutage, wie uns die Ärzte in den Schulen sagen. Sie kennen dieses Problem. (Abg. Tichy-Schreder: Herr Kollege! Alles kann die Schule nicht machen! Dafür sind auch die Eltern verantwortlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin! Das mit den 90 Prozent nehme ich Ihnen nicht ab! Es gibt noch einiges zu tun! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Es gibt weitere wichtige Neuerungen, wie die bereits in Schulversuchen als erfolgreich erwiesene Einführung der Fremdsprache in der 1. und 2. Klasse der Volksschule. Ich denke, das ist ein echter Fortschritt, denn dort können Kinder spielerisch lernen, und was man in so frühem Alter lernt, nimmt man viel natürlicher auf. (Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch die neu geschaffene Möglichkeit für Jugendliche, die das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, freiwillig eventuell ein zehntes und elftes Jahr zu absolvieren, um den Hauptschulabschluß nachzuholen, ist bestimmt sehr begrüßenswert und bietet vielen eine echte Chance. Es ist bemerkenswert, wenn Abgeordneter Schweitzer hier davon spricht, daß Schüler "geparkt" werden. Autos werden geparkt, aber Schüler werden niemals geparkt! Schüler bekommen damit eine Chance. – Das ist dazu zu sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Etwas anderes ist es, wie die Eltern mit diesen Noten umgehen. Die Eltern müssen ihren Kindern das Gefühl geben, daß der Wert eines Kindes nicht von seiner Note abhängt, sondern daß jeder Mensch, ob er jetzt eine gute oder schlechtere Leistung erbringt, einen gleich großen Wert hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Kinder sollten keine Angst davor ha
Beifall bei der ÖVP.
Frau Schaffenrath hat schon in vielen Aussendungen unserer Ministerin Reformpopulismus vorgeworfen – meiner Ansicht nach sehr zu Unrecht. Ich denke, das kann man wirklich nicht sagen, denn in der kurzen Zeit, in der unsere Ministerin zuständig ist, ist sehr viel weitergegangen. (Beifall bei der ÖVP.) Unsere Bundesministerin hat einen geraden und zukunftsorientierten Weg für unsere Jugend eingeschlagen – mit Vernunft und mit Augenmaß. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Schaffenrath hat schon in vielen Aussendungen unserer Ministerin Reformpopulismus vorgeworfen – meiner Ansicht nach sehr zu Unrecht. Ich denke, das kann man wirklich nicht sagen, denn in der kurzen Zeit, in der unsere Ministerin zuständig ist, ist sehr viel weitergegangen. (Beifall bei der ÖVP.) Unsere Bundesministerin hat einen geraden und zukunftsorientierten Weg für unsere Jugend eingeschlagen – mit Vernunft und mit Augenmaß. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich begrüße zum Beispiel auch die Tatsache, daß der Hauptschulabschluß nachgeholt werden kann. Ich bin keineswegs der Meinung des Kollegen Schweitzer, daß wir diese Maßnahme nur setzen, um die Arbeitslosenzahlen zu beschönigen. Vielmehr wird damit Menschen in einer kritischen Lebensphase die Chance gegeben, Bildungsinhalte nachzuholen, sich besser zu qualifizieren und es daher später in der Arbeitswelt leichter zu haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir würden uns so manches ersparen – das haben Sie auch schon angeschnitten –, nämlich den Unsinn des Repetierens auch in Gegenständen, in denen ein Schüler bereits positiv abgeschnitten hat. Wir verschwenden damit menschliche Talente. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum ersten: Wenn mich jemand fragen würde, ob ich für Leistung eintrete, würde ich das vorbehaltlos bejahen und diese Antwort sogar mit dem berühmten Ohne-Wenn-und-Aber verzieren. Allerdings verdecken dieses Leistungsstreben, auch seitens jener, die es propagieren, gewisse – ich will nicht "Wortspielereien" sagen, aber vielleicht: – Floskeln, die man nicht mehr hinterfrägt. Dazu gehört das "spielerische Lernen". Nichts gegen spielerisches Lernen, wenn die Betonung auf "Lernen" liegt! Ich möchte auch sagen, daß es nicht nur auf das Lernen als Prozeß ankommt, sondern auch sehr wesentlich auf das schließlich Erlernte, auf das Wissen, welches man auch nach dem Lernprozeß behält, und zwar möglichst lebenslang. Denn "lebenslanges Lernen" an sich ist Unsinn, wenn es nicht auf schon erlerntem Wissen aufbauen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Tichy-Schreder: Dann bin ich so gescheit und organisiere mir das! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Kollege Amon hat mit der Sehnsucht nach dem Meer und dem Bootsbau ein sehr schönes Beispiel gebracht. Wenn mich allerdings die Sehnsucht ans Meer treibt, um ein Boot zu bauen, und ich dort sozusagen kein Schwemmholz, also kein Baumaterial finde, dann komme ich dort notgedrungen – im buchstäblichen und im übertragenen Sinne – ins Schwimmen. Denn mit der Sehnsucht allein kann man kein Boot bauen. Man braucht noch ein bißchen mehr dazu, wobei ich dieser Sehnsucht zum Meer sehr wohl das ... (Abg. Tichy-Schreder: Dann bin ich so gescheit und organisiere mir das! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Sehr verehrte Frau Kollegin! Bauen Sie ein Boot mit Sehnsucht, die über das Meer blickt – im Traum wohl wahr, aber nicht in der Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Amon hat mit der Sehnsucht nach dem Meer und dem Bootsbau ein sehr schönes Beispiel gebracht. Wenn mich allerdings die Sehnsucht ans Meer treibt, um ein Boot zu bauen, und ich dort sozusagen kein Schwemmholz, also kein Baumaterial finde, dann komme ich dort notgedrungen – im buchstäblichen und im übertragenen Sinne – ins Schwimmen. Denn mit der Sehnsucht allein kann man kein Boot bauen. Man braucht noch ein bißchen mehr dazu, wobei ich dieser Sehnsucht zum Meer sehr wohl das ... (Abg. Tichy-Schreder: Dann bin ich so gescheit und organisiere mir das! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Sehr verehrte Frau Kollegin! Bauen Sie ein Boot mit Sehnsucht, die über das Meer blickt – im Traum wohl wahr, aber nicht in der Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Brinek: Auch "Nicht genügend"!
Meine Damen und Herren! Das zweite ist ein Fetisch, ein Popanz, der aufgebaut wird und auf den man eindrischt. Er hat einen Namen, dieser Name lautet "Ziffernnote". Ich habe mich anhand meiner eigenen Zeugnisse sozusagen kundig gemacht, welche Ziffernnoten ich bekommen habe und wann das war. Ich spreche jetzt also aus Erfahrung. Diese Ziffernnoten sind eigentlich Eigenschaftswörter vom – da spreche ich aus Erfahrung – "Sehr gut" über die Zwischenstufen bis "Nicht genügend". Wie gesagt, ich spreche tatsächlich aus Erfahrung. (Abg. Dr. Brinek: Auch "Nicht genügend"!) – Sie haben sie erkannt, die Ironie, die ich Ihnen unterbreiten wollte, damit Sie applaudieren können. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das zweite ist ein Fetisch, ein Popanz, der aufgebaut wird und auf den man eindrischt. Er hat einen Namen, dieser Name lautet "Ziffernnote". Ich habe mich anhand meiner eigenen Zeugnisse sozusagen kundig gemacht, welche Ziffernnoten ich bekommen habe und wann das war. Ich spreche jetzt also aus Erfahrung. Diese Ziffernnoten sind eigentlich Eigenschaftswörter vom – da spreche ich aus Erfahrung – "Sehr gut" über die Zwischenstufen bis "Nicht genügend". Wie gesagt, ich spreche tatsächlich aus Erfahrung. (Abg. Dr. Brinek: Auch "Nicht genügend"!) – Sie haben sie erkannt, die Ironie, die ich Ihnen unterbreiten wollte, damit Sie applaudieren können. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Smolle: Hört, hört!
Es gab in der – vielleicht guten – alten Zeit auch noch einige andere Beurteilungen, wie ich einem Volksschulzeugnis von mir entnehme. (Der Redner hält ein Schulzeugnis in die Höhe.) Nein, einer "Schulnachricht" entnehme ich es. Es gab entsprechend auch "Mangelhaft" oder "Tadelnswert" im Bereich des Betragens. (Abg. Smolle: Hört, hört!) Das heißt, die Ziffer steht in Wirklichkeit für eine Beschreibung.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Johann Schuster (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Letzte Woche war Schulschluß in den östlichen Bundesländern unserer Republik, morgen schließen die Pforten in den westlichen Bundesländern. Ich stehe nicht an, mich heute in der Diskussion zum Schulpaket sehr herzlich zu bedanken: bei den Lehrerinnen und Lehrern, bei den Elternvereinen und bei den Schulausschüssen. Sie haben sich, soweit ich weiß, wirklich redlich bemüht, alles gut zu machen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Die Internationalisierung der österreichischen Schulen ist ein deklariertes Ziel der Österreichischen Volkspartei. Ich denke, wir sind auf dem besten Weg dazu. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Krammer.
Frau Bundesministerin! Prinzipiell bin ich Ihnen sehr dankbar für Ihren Vorstoß betreffend Fremdsprachen in den Volksschulen. Ich begrüße diese Offensive und beurteile sie insgesamt als positiv. Ich bekenne mich aber auch zur Leistung, zur Leistung sowohl im Leben als auch in unseren Schulen. Ich möchte, daß gute Leistungen belohnt werden und sich deutlich von schlechteren Leistungen abheben. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Krammer. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Smolle. – Abg. Dr. Khol: Bravo!
Frau Bundesministerin! Wir dürfen bei diesem Problem, von dem die Familie ebenso wie die Schule betroffen ist, die Eltern nicht allein lassen. Ich denke, daß uns im Zusammenhang mit der EU-Präsidentschaft länderübergreifende Projekte zu dem Zweck, die Gewalt in den Medien zurückzudrängen, ein großes Anliegen sein müssen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Smolle. – Abg. Dr. Khol: Bravo!)
Abg. Dr. Khol: ... und Geburtstag!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Schwemlein. Er hat das Wort. (Abg. Dr. Khol: ... und Geburtstag!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Emmerich Schwemlein (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Schon von einigen Vorrednern ist heute verschiedenen am Schulwesen Beteiligten Dank ausgesprochen worden. Einer Anregung folgend, möchte ich einmal Dank an die Schüler aussprechen, denn sie sind es, die mit uns ein ganzes Jahr hindurch kooperieren und uns auch dann, wenn wir nicht gut "drauf" sind, aushalten müssen. Ich denke, daß die Schüler im Vordergrund stehen sollten, und möchte daher diesen Dank bewußt an sie weiterleiten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Erlauben Sie mir abschließend folgenden Satz: Ich glaube, man sollte dieses Rednerpult nicht nur dazu verwenden, auszuteilen, sondern auch dazu, einmal einzustecken und einen Fehler, einen Mangel oder ein Versagen zuzugeben. Und die Rede der Frau Abgeordneten Madl veranlaßt mich, mich als Angehöriger der Lehrerschaft von dieser Stelle aus bei ihr zu entschuldigen: Wir schaffen wirklich nicht alles, wir haben bei ihr leider versagt, aber ich wünsche ihr für die Zukunft trotzdem alles Gute! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ungefähr ein Viertel der 3 295 öffentlichen Volksschulen hat in den vergangenen Jahren die Vorschulstufe geführt. Die Vorschulstufe ist allerdings nur dort möglich, wo sie auch von der Besiedlung her durchführbar ist. In dünner besiedelten Regionen war es bisher kaum möglich, den Schulversuch "Vorschulstufe" zu führen. Die Feststellung der mangelnden beziehungsweise fehlenden Schulreife bei Schuleintritt ist mit Unsicherheit im Unterricht verbunden. Daher muß allen schulpflichtigen und schulfähigen Kindern ein sanfter Einstieg in die Grundschule ermöglicht werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosemarie Bauer – in Richtung des Präsidenten Dr. Fischer –: Der Lärm hier ist unerträglich!
Ich selbst habe den Schulversuch "Schuleingangsbereich" in meiner Schule durchgeführt und konnte feststellen, daß manche Schüler gerade in den ersten zwei Schuljahren Entwicklungssprünge machen, die sich für diese Kinder sehr positiv auswirken. Überdies ist es möglich, diese Kinder behutsam in den Schulbetrieb einzuführen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosemarie Bauer – in Richtung des Präsidenten Dr. Fischer –: Der Lärm hier ist unerträglich!)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich persönlich bin der Ansicht, daß diese entwicklungsverzögerten Kinder in einer Vorschulklasse eine bessere Förderung erhalten als im Kindergarten. In diesem Bereich sind im Rahmen der Integration auch Behinderte eingegliedert, die in der Gemeinschaft des Klassenverbandes ihre soziale Integration erhalten. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Kurz noch zur lebenden Fremdsprache Englisch: In der 3. und 4. Klasse zeigte sich ein großer Erfolg. Nun soll dieser Schulversuch auch auf die 1. und 2. Klasse ausgedehnt und dort in das Regelschulwesen übernommen werden, zwar integrativ, nicht extra, aber – was selbstverständlich besonders wichtig ist – im Sinne einer Internationalisierung, da das Erlernen von Fremdsprachen von eminenter Bedeutung ist. Da ist es Aufgabe der Schule, eine lustbetonte, spielerische und zwanglose Atmosphäre zu ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Madl: Ja klar!
In diesem Sinne glaube ich, daß mit diesem Schulreformpaket wieder ein Schritt in die Zukunft getan wurde, der unseren Schülern bei ihrer Tätigkeit in der Schule zugute kommt. Und wenn ich das Wort der Kollegin Madl aufgreifen darf (Abg. Madl: Ja klar!), kann ich Ihnen nur sagen: Frau Unterrichtsminister! Machen Sie so weiter, dann ist mir um die Zukunft unserer Kinder nicht bange! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne glaube ich, daß mit diesem Schulreformpaket wieder ein Schritt in die Zukunft getan wurde, der unseren Schülern bei ihrer Tätigkeit in der Schule zugute kommt. Und wenn ich das Wort der Kollegin Madl aufgreifen darf (Abg. Madl: Ja klar!), kann ich Ihnen nur sagen: Frau Unterrichtsminister! Machen Sie so weiter, dann ist mir um die Zukunft unserer Kinder nicht bange! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang ist meiner Ansicht nach das Korsett für die Berufsschulen noch etwas eng. Mit etwas gutem Willen können wir unsere bewährten Berufsschulen jedoch dazu nützen, noch mehr als bisher dafür zu tun, daß sie für jene, die die Berufsreifeprüfung anstreben, tatsächlich Unterstützung im Bereich der Vorbereitung bieten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Wo ist die Schaffenrath?
Ich komme nun zum erwähnten Abänderungsantrag der Abgeordneten Schaffenrath und Genossen betreffend Z. 1 des Gesetzentwurfes. (Abg. Schwarzenberger: Wo ist die Schaffenrath?)
Rufe bei der ÖVP: Auszählung!
Im Falle der Zustimmung ersuche ich um ein diesbezügliches Zeichen. (Rufe bei der ÖVP: Auszählung!) – Meinen Sie das ernst? Aber die Auszählung würde auch die Auszählung der nicht Zustimmenden erfordern, und das wird hier offenbar nicht verlangt. (Abg. Nürnberger: Herr Präsident! Es sind sechs anwesend!) – Ich muß jetzt aufpassen, daß ich im Croquis nicht durcheinanderkomme!
Abg. Nürnberger: Herr Präsident! Es sind sechs anwesend!
Im Falle der Zustimmung ersuche ich um ein diesbezügliches Zeichen. (Rufe bei der ÖVP: Auszählung!) – Meinen Sie das ernst? Aber die Auszählung würde auch die Auszählung der nicht Zustimmenden erfordern, und das wird hier offenbar nicht verlangt. (Abg. Nürnberger: Herr Präsident! Es sind sechs anwesend!) – Ich muß jetzt aufpassen, daß ich im Croquis nicht durcheinanderkomme!
Abg. Mag. Kukacka: Wo ist sie denn? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Kollegin Schaffenrath hat dazu einen Abänderungsantrag eingebracht. (Abg. Mag. Kukacka: Wo ist sie denn? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP.
Abgeordnete Dr. Christa Krammer (SPÖ): Sehr geehrte Frau Ministerin! Herr Präsident! Ich hoffe ernsthaft, daß Frau Kollegin Schaffenrath nicht irgend etwas Unvorhergesehenes passiert ist! Ich glaube, sie ist im Spital oder sonst irgendwo. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP.) Denn es ist ja sehr ungewöhnlich, daß jemand, der Anträge stellt, nicht einmal selbst da ist, um diese Anträge zu unterstützen! Falls ihr etwas zugestoßen sein sollte: Wir wünschen ihr beste Genesung! (Abg. Smolle: Frau Kollegin! Nicht geschmacklos werden!) – Das ist nicht geschmacklos, das ist christliche Nächstenliebe: Ich mache mir Sorgen um ihren Gesundheitszustand! (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Smolle: Frau Kollegin! Nicht geschmacklos werden!
Abgeordnete Dr. Christa Krammer (SPÖ): Sehr geehrte Frau Ministerin! Herr Präsident! Ich hoffe ernsthaft, daß Frau Kollegin Schaffenrath nicht irgend etwas Unvorhergesehenes passiert ist! Ich glaube, sie ist im Spital oder sonst irgendwo. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP.) Denn es ist ja sehr ungewöhnlich, daß jemand, der Anträge stellt, nicht einmal selbst da ist, um diese Anträge zu unterstützen! Falls ihr etwas zugestoßen sein sollte: Wir wünschen ihr beste Genesung! (Abg. Smolle: Frau Kollegin! Nicht geschmacklos werden!) – Das ist nicht geschmacklos, das ist christliche Nächstenliebe: Ich mache mir Sorgen um ihren Gesundheitszustand! (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordnete Dr. Christa Krammer (SPÖ): Sehr geehrte Frau Ministerin! Herr Präsident! Ich hoffe ernsthaft, daß Frau Kollegin Schaffenrath nicht irgend etwas Unvorhergesehenes passiert ist! Ich glaube, sie ist im Spital oder sonst irgendwo. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP.) Denn es ist ja sehr ungewöhnlich, daß jemand, der Anträge stellt, nicht einmal selbst da ist, um diese Anträge zu unterstützen! Falls ihr etwas zugestoßen sein sollte: Wir wünschen ihr beste Genesung! (Abg. Smolle: Frau Kollegin! Nicht geschmacklos werden!) – Das ist nicht geschmacklos, das ist christliche Nächstenliebe: Ich mache mir Sorgen um ihren Gesundheitszustand! (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich zum Minderheiten-Schulwesen im Burgenland komme, möchte ich ganz kurz eine grundsätzliche Feststellung betreffend die Schule und die Leistungen, die man in der Schule von den Schülern fordert, machen: Die Lehrer nehmen Rücksicht auf die Schwächen und Stärken der Kinder. Sie bemühen sich. Das können Sie von jedem Lehrer annehmen. Etwas darf man den Kindern allerdings auch nicht – so möchte ich das bezeichnen – "antun": Man darf sie nicht sozusagen auf dem Polsterl durch die Schule tragen und sie dann in eine harte, rücksichtslose Arbeitswelt entlassen! Das ist unfair den Kindern gegenüber! Man muß auch in der Schule von ihnen Leistung fordern, denn sonst sind sie es dann nicht gewohnt, daß man im Leben Leistung erbringen muß! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.
Das trifft die Kinder sehr hart! ... (Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Macht nichts! Lassen Sie es ausgeschaltet!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Man kann fast nichts verstehen! – Christa, das Mikrophon ist ausgeschaltet! (Abg. Mag. Schweitzer: Macht nichts! Lassen Sie es ausgeschaltet!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Abgeordnete Dr. Christa Krammer (fortsetzend): Danke schön, Herr Präsident. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) – Ich lade dich einmal ein, zu uns in die Schule zu kommen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Meine Damen und Herren! Ich wollte eigentlich sagen, daß es im Zusammenhang mit der Entwicklung des Minderheiten-Schulgesetzes und der Schulgesetzgebung im Burgenland ab dem Jahre 1994 wesentliche Neuerungen gab: Die Möglichkeit, Kroatisch und Ungarisch in der Schule zu lernen, besteht jetzt im Burgenland landesweit, und zwar von der Volksschule bis zur Matura. Die Schulversuche wurden ins Regelschulwesen übernommen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) – Schweitzer, du sollst nicht stören! (Allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der
Abg. Schieder trinkt aus einem Wasserglas von der Ministerbank. – Allgemeine Heiterkeit und allgemeiner Beifall.
Die Klassenschülerhöchstzahl wurde auf 20 gesenkt, und die Eröffnungszahl bei den Minderheitensprachen beträgt 5 Schüler. Das ist sehr erfreulich, denn fast auf den Tag genau vor elf Jahren – am 7. Juli 1987 – habe ich in einer Rede im Bundesrat gefordert, daß, wenn nur fünf Schüler es verlangen ... (Abg. Schieder trinkt aus einem Wasserglas von der Ministerbank. – Allgemeine Heiterkeit und allgemeiner Beifall.) – Schieder! Ich werde ein "Zufriedenstellend" in Betragen beantragen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Die Klassenschülerhöchstzahl wurde auf 20 gesenkt, und die Eröffnungszahl bei den Minderheitensprachen beträgt 5 Schüler. Das ist sehr erfreulich, denn fast auf den Tag genau vor elf Jahren – am 7. Juli 1987 – habe ich in einer Rede im Bundesrat gefordert, daß, wenn nur fünf Schüler es verlangen ... (Abg. Schieder trinkt aus einem Wasserglas von der Ministerbank. – Allgemeine Heiterkeit und allgemeiner Beifall.) – Schieder! Ich werde ein "Zufriedenstellend" in Betragen beantragen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Im Staatsvertrag von 1945 wird nur von der slowenischen und von der kroatischen Sprache gesprochen. (Heiterkeit und Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer. ) – Ich habe schon immer gewußt, daß du ein bißchen dumm bist.
Abg. Scheibner: Frau Lehrerin! Was für einen Staatsvertrag gab es denn 1945 ?
1994 wurde durch das Minderheiten-Schulgesetz das Angebot für den zweisprachigen Unterricht auch auf Ungarisch ausgedehnt. (Abg. Scheibner: Frau Lehrerin! Was für einen Staatsvertrag gab es denn 1945 ?) – Ich bin Frau Direktor! Red mich ordentlich an! (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
1994 wurde durch das Minderheiten-Schulgesetz das Angebot für den zweisprachigen Unterricht auch auf Ungarisch ausgedehnt. (Abg. Scheibner: Frau Lehrerin! Was für einen Staatsvertrag gab es denn 1945 ?) – Ich bin Frau Direktor! Red mich ordentlich an! (Heiterkeit.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Außerdem ist es ein weiterer Vorteil für die mehrsprachigen Kinder, daß sie, wenn sie jetzt auch Englisch in der Eingangsphase lernen, eigentlich dreisprachig aufwachsen: Sie lernen Ungarisch und Deutsch oder Kroatisch und Deutsch und können nun zusätzlich bereits auch das Angebot, zum Beispiel Englisch in der Volksschule zu lernen, annehmen und lernen somit drei Sprachen, und das ist eine äußerst erfreuliche Entwicklung! – Ich bedanke mich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Krammer: Daran erinnere ich mich mit Schrecken! – Heiterkeit und Beifall
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Meine ehemalige Kollegin, mit der ich das Vergnügen hatte, das Jung- beziehungsweise Neulehrer-Seminar zu absolvieren (Abg. Dr. Krammer: Daran erinnere ich mich mit Schrecken! – Heiterkeit und Beifall), die aber zur Direktorin avanciert ist, hat gesagt, daß der Staatsvertrag aus dem Jahr 1945 stammt.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich berichtige sie tatsächlich – obwohl sie Direktorin ist und ich nicht Direktor bin –, daß der Staatsvertrag aus dem Jahr 1955 stammt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wo sind denn Ihre Kollegen?
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Meine Damen und Herren! Ich glaube, wir werden es schon noch erwarten, in die Sommerferien zu kommen! Vielleicht können wir angesichts der vorliegenden Materie doch noch einige Augenblicke des Ernstes aufbringen! (Abg. Scheibner: Wo sind denn Ihre Kollegen?)
Abg. Dr. Mertel: Ja! Was haben wir bisher ohne Sie gemacht!
Meine Damen und Herren! Es tut mir leid, daß ich erst seit einigen Wochen diesem Haus angehöre. (Abg. Dr. Mertel: Ja! Was haben wir bisher ohne Sie gemacht!) Denn ich gehe davon aus, daß ich mich mit all meinen Sinnen bemüht hätte, daß eine etwas umfassendere Reform des Minderheiten-Schulgesetzes eingeleitet wird, und zwar sowohl im Burgenland als auch in Kärnten.
Zwischenruf des Abg. Grabner.
Wir wissen, daß das Minderheiten-Schulgesetz qualitative Mängel aufweist. Wir haben diese schon einige Male aufgezeigt. Daher gehe ich davon aus, sehr geehrte Frau Minister – und da gehe ich vielleicht in einer etwas anderen Weise vor als meine Kollegin Schaffenrath –, und habe nach wie vor die große Hoffnung, daß wir auch im Minderheiten-Schulbereich zu einer großen Reform kommen! (Zwischenruf des Abg. Grabner. ) Dafür ist meine Bereitschaft gegeben.
Der Redner weist das Plakat in Form einer Tafel zur Visusüberprüfung vor. – Abg. Dr. Mertel: Reden Sie ins Mikrophon! Wir verstehen nichts!
Meine Damen und Herren! Ein bißchen zur Einstimmung auch auf meine nächste Arbeit im Parlament habe ich noch etwas mitgebracht. Sie wissen, ich war früher bei den Grünen, und da habe ich ein bißchen Aktionismus gelernt. Und das Gute soll man nicht verlernen, daher habe ich mir erlaubt, ein Plakat mitzubringen, auf dem zuerst die Sprache "Deutsch" steht und dann – immer kleiner – die Minderheitensprachen angeführt sind. Über dem Schriftzug "Deutsch" ist – wie Sie sehen – ein Aufkleber mit dem Begriff "kurzsichtig" montiert. (Der Redner weist das Plakat in Form einer Tafel zur Visusüberprüfung vor. – Abg. Dr. Mertel: Reden Sie ins Mikrophon! Wir verstehen nichts!) – Danke schön, Frau Kollegin Mertel! Ich werde das Plakat nachher gerne sozusagen herumgehen lassen! (Abg. Dr. Khol: Jetzt sehen wir nichts!) Auch zu Ihnen!
Abg. Dr. Khol: Jetzt sehen wir nichts!
Meine Damen und Herren! Ein bißchen zur Einstimmung auch auf meine nächste Arbeit im Parlament habe ich noch etwas mitgebracht. Sie wissen, ich war früher bei den Grünen, und da habe ich ein bißchen Aktionismus gelernt. Und das Gute soll man nicht verlernen, daher habe ich mir erlaubt, ein Plakat mitzubringen, auf dem zuerst die Sprache "Deutsch" steht und dann – immer kleiner – die Minderheitensprachen angeführt sind. Über dem Schriftzug "Deutsch" ist – wie Sie sehen – ein Aufkleber mit dem Begriff "kurzsichtig" montiert. (Der Redner weist das Plakat in Form einer Tafel zur Visusüberprüfung vor. – Abg. Dr. Mertel: Reden Sie ins Mikrophon! Wir verstehen nichts!) – Danke schön, Frau Kollegin Mertel! Ich werde das Plakat nachher gerne sozusagen herumgehen lassen! (Abg. Dr. Khol: Jetzt sehen wir nichts!) Auch zu Ihnen!
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bin der Auffassung, daß wir die Sprachen, die in Österreich gesprochen werden, die unsere Heimatsprachen und die Sprachen unseres gemeinsames Vaterlandes sind, achten sollen. Die beste Form der Achtung ist, wenn wir für diese Sprachen einen guten Unterricht anbieten und gute Kindergärten schaffen, in denen diese Sprachen gesprochen werden, und daß wir diesbezüglich vor allem auch im Medienbereich, Radio und Fernsehen, Fortschritte machen. Helfen Sie uns dabei! Helfen Sie den Volksgruppen bei diesem wirklich großen, guten österreichischen Projekt. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Smolle, das während seiner Rede gezeigte Plakat an der Ministerbank befestigend: Stört es Sie, wenn ich das Plakat aufhänge?
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar ve#er poštovane dame i gospodo! Dobar ve#er gospodin predsednik! Dobar ve#er gospoda ministerka! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das, was Kollege Smolle vorgetragen hat, ist im allgemeinen Trubel ein bißchen untergegangen, vor allem der Entschließungsantrag, den er verlesen hat. (Abg. Smolle, das während seiner Rede gezeigte Plakat an der Ministerbank befestigend: Stört es Sie, wenn ich das Plakat aufhänge?) – Nein, das stört mich überhaupt nicht! Der Herr Präsident entscheidet, ob das stört, nicht ich! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar ve#er poštovane dame i gospodo! Dobar ve#er gospodin predsednik! Dobar ve#er gospoda ministerka! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das, was Kollege Smolle vorgetragen hat, ist im allgemeinen Trubel ein bißchen untergegangen, vor allem der Entschließungsantrag, den er verlesen hat. (Abg. Smolle, das während seiner Rede gezeigte Plakat an der Ministerbank befestigend: Stört es Sie, wenn ich das Plakat aufhänge?) – Nein, das stört mich überhaupt nicht! Der Herr Präsident entscheidet, ob das stört, nicht ich! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Krammer.
Selbstverständlich unterstützte ich auch das Anliegen im Hinblick auf das erfolgreiche Schulmodell des zweisprachigen Gymnasiums in Oberwart. (Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Krammer. ) Frau Ministerin! Sie waren noch nicht Ministerin, als es gelungen ist, gegen heftigen Widerstand auch im Burgenland diese Schule einzurichten. Es hieß damals ständig: Wird es dafür überhaupt Bedarf geben? Wird es Nachfrage danach geben?
Abg. Wurmitzer: Das ist kein Elementarunterricht, in der 3. und 4. Klasse!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe auch ein Anliegen. Es geht um die 4. Klasse Volksschule in Kärnten. Ich sage es jetzt sehr kurz, komprimiert und prägnant, meine sehr geehrten Damen und Herren: Österreich verletzt an jedem Schultag österreichisches Verfassungsrecht mit dem Zustand, den wir mit dem Minderheiten-Schulgesetz geschaffen haben! Es gibt zweisprachigen Elementarunterricht – dieser ist festgelegt im Artikel 7 des Staatsvertrags von Wien – nur in den ersten drei Schulklassen, aber nicht in der 4. Klasse der Volksschule. (Abg. Wurmitzer: Das ist kein Elementarunterricht, in der 3. und 4. Klasse!)
Abg. Wurmitzer: Sie kennen sich nicht aus!
Das ist ein Denkmuster oder Denkmodell, das sich aus der Monarchie ableitet. Für diejenigen, die kundig sind: Das ist das Modell der utraquistischen Schule. (Abg. Wurmitzer: Sie kennen sich nicht aus!) Da hat man in Kärnten so unterrichtet: In der 1. Klasse slowenisch, in der 2. und 3. Klasse gleichzeitig deutsch und slowenisch – da haben die Kinder deutsch gelernt – und in der 4. Klasse nur noch deutsch. (Abg. Wurmitzer: Das stimmt ja nicht!) Denn es ging darum, sozusagen zu demonstrieren, was die Staatssprache ist, was mehr wert ist und was gewünscht ist. (Abg. Wurmitzer: Das ist nicht die Wahrheit!)
Abg. Wurmitzer: Das stimmt ja nicht!
Das ist ein Denkmuster oder Denkmodell, das sich aus der Monarchie ableitet. Für diejenigen, die kundig sind: Das ist das Modell der utraquistischen Schule. (Abg. Wurmitzer: Sie kennen sich nicht aus!) Da hat man in Kärnten so unterrichtet: In der 1. Klasse slowenisch, in der 2. und 3. Klasse gleichzeitig deutsch und slowenisch – da haben die Kinder deutsch gelernt – und in der 4. Klasse nur noch deutsch. (Abg. Wurmitzer: Das stimmt ja nicht!) Denn es ging darum, sozusagen zu demonstrieren, was die Staatssprache ist, was mehr wert ist und was gewünscht ist. (Abg. Wurmitzer: Das ist nicht die Wahrheit!)
Abg. Wurmitzer: Das ist nicht die Wahrheit!
Das ist ein Denkmuster oder Denkmodell, das sich aus der Monarchie ableitet. Für diejenigen, die kundig sind: Das ist das Modell der utraquistischen Schule. (Abg. Wurmitzer: Sie kennen sich nicht aus!) Da hat man in Kärnten so unterrichtet: In der 1. Klasse slowenisch, in der 2. und 3. Klasse gleichzeitig deutsch und slowenisch – da haben die Kinder deutsch gelernt – und in der 4. Klasse nur noch deutsch. (Abg. Wurmitzer: Das stimmt ja nicht!) Denn es ging darum, sozusagen zu demonstrieren, was die Staatssprache ist, was mehr wert ist und was gewünscht ist. (Abg. Wurmitzer: Das ist nicht die Wahrheit!)
Abg. Wurmitzer: Reden Sie die Wahrheit!
Meine Damen und Herren! Restelemente dieses Systems sind Gegenstand des gegenwärtigen Rechtes, des Minderheiten-Schulgesetzes von Kärnten. (Abg. Wurmitzer: Reden Sie die Wahrheit!) Deshalb, meine sehr geehrten Damen und Herren, mein Abänderungsantrag, den ich hiermit verlese.
Beifall bei den Grünen.
Darum, meine sehr geehrten Damen und Herren, die letzte Botschaft meinerseits am heutigen Tag und vielleicht für diese Session: Einsprachigkeit ist heilbar! Das habe ich Ihnen schon oft gesagt, das ist das Motto meines Politikerinnendaseins. Ich sage Ihnen: Steter Tropfen höhlt den Stein, und selbst die hohlsten Köpfe werden davon betroffen sein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wurmitzer: Was wahr ist, muß wahr bleiben!
Zweitens hat sich Herr Kollege Wurmitzer zu einer tatsächlichen Berichtigung gemeldet. (Abg. Wurmitzer: Was wahr ist, muß wahr bleiben!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.
Das steht mit dem österreichischen Staatsvertrag in Übereinstimmung, das entspricht der österreichischen Verfassung. Die Behauptungen der Frau Abgeordneten Stoisits sind unwahr. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das, was wir in Österreich an Minderheiten-Schulwesen geschaffen haben, kann sich, glaube ich, wirklich sehen lassen. Wir sind stolz darauf, und wir sind froh darüber, daß das gemeinsam erreicht werden konnte. Das ist zweifellos etwas, was jetzt bei der Beschlußfassung dieser kleinen Novellen festzustellen ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Was die übrigen Anliegen betrifft: Die Schulversuche sind noch nicht so weit gediehen, daß sie schon ins Regelschulwesen überführt werden könnten. Wir sind gerne bereit, über jegliches Ansuchen und Anliegen weiterzureden, aber ich denke, wir sollten mit dem, was wir jetzt haben und was erfolgreich durchgeführt worden ist, einstweilen zufrieden sein. Für jede zusätzliche Idee werden wir in Zukunft sehr offen sein und darüber weiterreden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Mertel: Eine subjektive Position!
Dazu habe ich nicht nur aus der Sicht der Betroffenen eine Position zu vertreten. (Abg. Dr. Mertel: Eine subjektive Position!) Ich gebe zu, daß die Sicht von Betroffenen immer auch Gefahr läuft, eine Sicht zu sein, die das Subjektive stärker betont (Abg. Dr. Mertel: Aber subjektiv ist sie schon!), Frau Kollegin Dr. Mertel, so wie auch ein Kärntner – sozusagen "Kärnten is’ lei ans" – irgendwie subjektiv betroffen ist. (Abg. Schieder: Keine Vorurteile!) – Nein, überhaupt nicht! Ich bin ja als Burgenländerin auch über Burgenländerwitze betroffen.
Abg. Dr. Mertel: Aber subjektiv ist sie schon!
Dazu habe ich nicht nur aus der Sicht der Betroffenen eine Position zu vertreten. (Abg. Dr. Mertel: Eine subjektive Position!) Ich gebe zu, daß die Sicht von Betroffenen immer auch Gefahr läuft, eine Sicht zu sein, die das Subjektive stärker betont (Abg. Dr. Mertel: Aber subjektiv ist sie schon!), Frau Kollegin Dr. Mertel, so wie auch ein Kärntner – sozusagen "Kärnten is’ lei ans" – irgendwie subjektiv betroffen ist. (Abg. Schieder: Keine Vorurteile!) – Nein, überhaupt nicht! Ich bin ja als Burgenländerin auch über Burgenländerwitze betroffen.
Abg. Schieder: Keine Vorurteile!
Dazu habe ich nicht nur aus der Sicht der Betroffenen eine Position zu vertreten. (Abg. Dr. Mertel: Eine subjektive Position!) Ich gebe zu, daß die Sicht von Betroffenen immer auch Gefahr läuft, eine Sicht zu sein, die das Subjektive stärker betont (Abg. Dr. Mertel: Aber subjektiv ist sie schon!), Frau Kollegin Dr. Mertel, so wie auch ein Kärntner – sozusagen "Kärnten is’ lei ans" – irgendwie subjektiv betroffen ist. (Abg. Schieder: Keine Vorurteile!) – Nein, überhaupt nicht! Ich bin ja als Burgenländerin auch über Burgenländerwitze betroffen.
Abg. Schieder: Aber der Zugang zu den Sprachen ist auch größer geworden durch die Globalisierung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist ein unheimlich ernstes Gebiet. Minderheitenangehörige sind in ihrer Existenz, was ihre sprachliche und kulturelle Eigenheit angeht, in unserer modernen, schnellebigen, der Globalisierung ausgesetzten Zeit besonders gefährdet. Darum sind – Kollege Schieder schüttelt den Kopf – die Fragen der Bildung, des Spracherwerbs, auch die Fragen der Medien besonders diffizil. Denn, Kollege Schieder ... (Abg. Schieder: Aber der Zugang zu den Sprachen ist auch größer geworden durch die Globalisierung!) Der Zugang ist größer geworden, aber parallel dazu müssen auch die Möglichkeiten geschaffen werden!
Abg. Schieder: Aber das kannst direkt empfangen!
Kollege Schieder! Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe, wenn ich den Fernseher aufdrehe, im Wiener Kabelfernsehen 30 Programme oder vielleicht noch mehr zur Auswahl. Aber kein einziges Programm bietet – außer am Sonntag eine halbe Stunde lang – Programm in meiner Muttersprache. Das ist die Gefahr, Kollege Schieder! Ich mache nicht dich oder jemand anderen dafür verantwortlich, sondern das ist sozusagen auch Ausdruck unserer Zeit. (Abg. Schieder: Aber das kannst direkt empfangen!) Kollege Schieder! Darum ist es so wichtig, daß wir den Fragen des Spracherwerbs und der Möglichkeit, die eigene Muttersprache auch als Bildungssprache zu erfahren, besonderes Augenmerk schenken. Das ist der Hintergrund des Engagements! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Dr. Krammer und Smolle. )
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Dr. Krammer und Smolle.
Kollege Schieder! Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe, wenn ich den Fernseher aufdrehe, im Wiener Kabelfernsehen 30 Programme oder vielleicht noch mehr zur Auswahl. Aber kein einziges Programm bietet – außer am Sonntag eine halbe Stunde lang – Programm in meiner Muttersprache. Das ist die Gefahr, Kollege Schieder! Ich mache nicht dich oder jemand anderen dafür verantwortlich, sondern das ist sozusagen auch Ausdruck unserer Zeit. (Abg. Schieder: Aber das kannst direkt empfangen!) Kollege Schieder! Darum ist es so wichtig, daß wir den Fragen des Spracherwerbs und der Möglichkeit, die eigene Muttersprache auch als Bildungssprache zu erfahren, besonderes Augenmerk schenken. Das ist der Hintergrund des Engagements! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Dr. Krammer und Smolle. )
demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Krammer
Das ist das, worum es bei den Roma-Kindern geht. Das sind ja Analphabeten in ihrer eigenen Sprache, sie sind in ihrer Sprache nicht literarisiert (demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Krammer ), und viele Slowenischsprachige und Kroatischsprachige, Tschechisch-, Slowakisch- und Ungarischsprachige ebenso!
Demonstrativer Beifall der Abg. Rauch-Kallat.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Solange ich hier stehe, werde ich mich nicht daran hindern lassen, dies hier mit Impetus, mit Engagement und, wenn es sein muß, Betroffenheit, aber auch mit der nötigen Sachkenntnis zu vertreten. (Demonstrativer Beifall der Abg. Rauch-Kallat. ) Wir haben Erfolge erzielt. Das zweisprachige Gymnasium in Oberwart gäbe es nicht, gäbe es keine Grünen im Parlament und gäbe es nicht Menschen, die sich haben überzeugen lassen.
Abg. Dr. Khol: Dem Scholten ist sie dankbar? – Da ist sie aber die einzige in diesem Haus!
Ich bin dem ehemaligen Minister Scholten sehr, sehr dankbar dafür, daß er, als er neu gekommen war, irgendwie auch erkannt hat, wie die Zeichen der Zeit zu setzen sind. (Abg. Dr. Khol: Dem Scholten ist sie dankbar? – Da ist sie aber die einzige in diesem Haus!) Frau Bundesministerin! Auf diesem Gebiet hätten Sie auch einige Spuren zu hinterlassen, wiewohl ich meine, daß Ihre Tage noch nicht gezählt sind. Aber: Spuren auf dem Gebiet der Förderung der Minderheiten, ihrer Sprachen und ihrer Kultur haben Sie bis jetzt noch nicht hinterlassen. Wie gesagt: Es ist noch nicht zu spät. Steter Tropfen höhlt den Stein. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Ich bin dem ehemaligen Minister Scholten sehr, sehr dankbar dafür, daß er, als er neu gekommen war, irgendwie auch erkannt hat, wie die Zeichen der Zeit zu setzen sind. (Abg. Dr. Khol: Dem Scholten ist sie dankbar? – Da ist sie aber die einzige in diesem Haus!) Frau Bundesministerin! Auf diesem Gebiet hätten Sie auch einige Spuren zu hinterlassen, wiewohl ich meine, daß Ihre Tage noch nicht gezählt sind. Aber: Spuren auf dem Gebiet der Förderung der Minderheiten, ihrer Sprachen und ihrer Kultur haben Sie bis jetzt noch nicht hinterlassen. Wie gesagt: Es ist noch nicht zu spät. Steter Tropfen höhlt den Stein. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich denke, daß diese Republik ihre Versprechungen der Minderheit gegenüber einhalten sollte und daß eine Absicherung dieses Projektes in einem ordentlichen Schulsystem ein Gebot der Stunde wäre. Meiner Ansicht nach ist die jetzige Vorgangsweise zwar besser, als sie es früher war, aber sie ist mit Sicherheit kein Ruhmesblatt für die Bundesregierung und für die Versprechungen, die sie der Volksgruppe der Sinti und Roma gemacht hat. Sie haben recht: Das gehört schleunigst – schleunigst! – korrigiert! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Gemäß Bericht des Kulturausschusses soll die Zielsetzung der Regierungsvorlage eine Beschränkung der staatlichen Einflußnahme sein. Von dieser Selbstbeschränkung der staatlichen Einflußnahme ist sehr wenig spürbar, wenn man bedenkt, daß nach wie vor der Bundesminister – beziehungsweise in concreto die Frau Bundesministerin – allein zuständig ist für die Einsetzung der neun Bundesmuseen-Direktoren. Das ist ein Anachronismus der besonderen Art. Es kann nicht vorrangige oder überhaupt Aufgabe eines Bundesministers oder einer Bundesministerin sein, über neun Museumsdirektoren abzustimmen beziehungsweise zu befinden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein weiterer Kritikpunkt der freiheitlichen Opposition am Anstaltenmodell ist die Tatsache, daß die Museen erst dann Rechtspersönlichkeit erlangen, wenn sie sich selbst eine Museumsordnung geben. Für diese Museumsordnung haben nach der entsprechenden Staffelregelung einzelne Museen bis in das Jahr 2003 Zeit. Wenn man beachtet, daß das in der heutigen, kurzlebigen Zeit ein unzumutbar langer Zeitraum ist – auch wenn Sie jetzt sogar von einer Verlängerung der Legislaturperiode sprechen –, erkennt man, daß die Museumsreform zumindest in Teilbereichen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verlegt worden ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es handelt sich um einen unbestimmten Gesetzesbegriff. Damit liegt ein eindeutiger Verstoß gegen das Legalitätsprinzip vor, wie Ihnen auch Professor Öhlinger bescheinigt. – Das alles läßt Sie kalt, das ist für Sie wenig interessant. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Kuratoren – ein klares Proporzmodell: sechs Schwarze und drei Kontrollkuratoren der SPÖ. Wirklich ein Rückfall in die Zeiten des tiefsten schwarz-roten Proporzes! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Mehr Timbre, Morak, mehr Timbre! – Abg. Morak – zum Rednerpult gehend –: Ja, machen wir!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Morak. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Mehr Timbre, Morak, mehr Timbre! – Abg. Morak – zum Rednerpult gehend –: Ja, machen wir!)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Lieber Kollege Krüger! Ich weiß nicht mehr, worauf sich die Einflußnahme des Staates bei staatlichen Museen überhaupt noch beschränken soll. Wie wollen denn die Freiheitlichen in Zukunft ihre Anfragen formulieren, wenn überhaupt niemand mehr dafür verantwortlich ist? (Heiterkeit bei der ÖVP.) – Den Nitsch wollen wir verbieten. Den Mühl wollen wir verbieten. Die Jelinek wollen wir verbieten. Der Theaterdirektor ist verantwortlich, die Frau Bundesminister ist dafür verantwortlich. Was macht ihr dann da überhaupt noch? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Kontrolle! – Ruf bei den Freiheitlichen: Geld abdrehen!) – Also gut, ich weiß schon: Geld abdrehen. Ja, ist in Ordnung! (Abg. Ing. Meischberger: Wir wollen den Morak! – Abg. Dr. Krüger: Du weißt genau, daß das nicht meine Position ist! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Deine ist es nicht. Aber du bist nicht ganz allein in deiner Fraktion, du weißt das. Noch nicht!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Kontrolle! – Ruf bei den Freiheitlichen: Geld abdrehen!
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Lieber Kollege Krüger! Ich weiß nicht mehr, worauf sich die Einflußnahme des Staates bei staatlichen Museen überhaupt noch beschränken soll. Wie wollen denn die Freiheitlichen in Zukunft ihre Anfragen formulieren, wenn überhaupt niemand mehr dafür verantwortlich ist? (Heiterkeit bei der ÖVP.) – Den Nitsch wollen wir verbieten. Den Mühl wollen wir verbieten. Die Jelinek wollen wir verbieten. Der Theaterdirektor ist verantwortlich, die Frau Bundesminister ist dafür verantwortlich. Was macht ihr dann da überhaupt noch? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Kontrolle! – Ruf bei den Freiheitlichen: Geld abdrehen!) – Also gut, ich weiß schon: Geld abdrehen. Ja, ist in Ordnung! (Abg. Ing. Meischberger: Wir wollen den Morak! – Abg. Dr. Krüger: Du weißt genau, daß das nicht meine Position ist! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Deine ist es nicht. Aber du bist nicht ganz allein in deiner Fraktion, du weißt das. Noch nicht!
Abg. Ing. Meischberger: Wir wollen den Morak! – Abg. Dr. Krüger: Du weißt genau, daß das nicht meine Position ist! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Lieber Kollege Krüger! Ich weiß nicht mehr, worauf sich die Einflußnahme des Staates bei staatlichen Museen überhaupt noch beschränken soll. Wie wollen denn die Freiheitlichen in Zukunft ihre Anfragen formulieren, wenn überhaupt niemand mehr dafür verantwortlich ist? (Heiterkeit bei der ÖVP.) – Den Nitsch wollen wir verbieten. Den Mühl wollen wir verbieten. Die Jelinek wollen wir verbieten. Der Theaterdirektor ist verantwortlich, die Frau Bundesminister ist dafür verantwortlich. Was macht ihr dann da überhaupt noch? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Kontrolle! – Ruf bei den Freiheitlichen: Geld abdrehen!) – Also gut, ich weiß schon: Geld abdrehen. Ja, ist in Ordnung! (Abg. Ing. Meischberger: Wir wollen den Morak! – Abg. Dr. Krüger: Du weißt genau, daß das nicht meine Position ist! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Deine ist es nicht. Aber du bist nicht ganz allein in deiner Fraktion, du weißt das. Noch nicht!
Beifall bei der ÖVP.
Dazu möchte ich nur sagen: Die Ingredienzien für besseres Wirtschaften und für mehr Markt in diesem Bereich sind vorhanden, mit diesem Gesetz ist dafür der Grundstein gelegt worden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Direktorinnen und die Direktoren müssen sie nur noch nützen und eine neue Qualität bei der Führung dieser Häuser beweisen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesministerin! Wenn es in einer Stellungnahme des Direktors des Museums für Völkerkunde wörtlich heißt: Mit der vorgesehenen Basisabgeltung ist ein ordnungsgemäßer Betrieb des Museums nach seiner Generalsanierung und Erweiterung im Jahre 2002 nicht finanzierbar, dann müßten, wie ich meine, alle Alarmglocken schrillen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, es wäre besser gewesen, wenn man das Gesetz über den Sommer ausführlicher beraten und überarbeitet und im Herbst in einer neuen Fassung zur Beschlußfassung vorgelegt hätte. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich begrüße auch, daß damit ein Modell gewählt wurde, mit dem Gestaltungsspielraum ermöglicht und die Autonomie der einzelnen Museen erhöht wird, ohne diese jedoch gänzlich dem Einflußbereich des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst zu entziehen. Ich bin in diesem Punkt grundsätzlich anderer Meinung als mein Kollege Krüger. Ich stehe dazu, daß die Verantwortung letztendlich weiterhin beim Ministerium bleiben muß, weil mit dem Sammelgut in den Museen für die Republik Österreich unschätzbare Werte vorhanden sind und weil damit auch ein Kulturauftrag verbunden ist. Es ist notwendig, daß auch in Zukunft relevante gesellschaftliche Entwicklungen im Bereich der Technik – übrigens möchte ich in diesem Zusammenhang einmal nachfragen: Was ist mit dem Technischen Museum? Ich meine, gerade jetzt würden wir dessen Öffnung brauchen! –, der Naturwissenschaften und der Künste aufgegriffen und einer breiten Öffentlichkeit verständlich und zugänglich gemacht werden. Das ist uns sehr wichtig! Deshalb investiert der Staat sehr viel Geld in diesen Bereich, und deshalb soll die Politik hier weiterhin die Schirmherrschaft behalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne freue ich mich auf eine lebendige inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Thema in Zukunft. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mit dem heute zu verabschiedenden Gesetz zur Emanzipation der Museen als wissenschaftliche Anstalten wird ein – wie es so schön heißt – Schritt in die richtige Richtung gesetzt. Wir gehen den Weg selbstbewußt und mit der Unterstützung der Frau Ministerin und des Hohen Hauses! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich wünsche allen Museumsverantwortlichen, daß es ihnen gelingen möge, das Beste daraus zu machen. Es möge vielen Österreichern und Österreicherinnen, vor allem den jungen Menschen, ein Zugang zu diesem kreativen Stück Österreich, das auch ein Stück Identität Österreichs und Europas ist, eröffnet werden! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich danke allen, die konstruktiv an der Diskussion mitgearbeitet haben, und bitte weiterhin um Ihre aktive Unterstützung. Ich meine, wir legen mit diesem Gesetz für die Bundesmuseen sehr gute Gleise in die Zukunft! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt haben wir den neuen Vertrag. Und sind Entführung oder Folter nach dem neuen Vertrag ausgeschlossen? – Nein, sie sind nicht ausgeschlossen! Das halte ich für ein unerträgliches Ergebnis! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher erlaube ich mir noch die Bemerkung, daß die zitierte Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der USA vom Standpunkt des Rechtsstaates her in Wahrheit skandalös ist. Und die Tatsache, daß es uns nicht gelungen ist, die angekündigten Konsequenzen zu ziehen und zu erreichen, daß der neue Vertrag entsprechend adaptiert wird, ist in gewissem Sinne ein Armutszeugnis für die Republik Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Ofner: Wieso?
Abgeordneter Dr. Walter Schwimmer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Nachdem ich Kollegen Ofner jetzt zugehört habe, verstehe ich die Haltung der FPÖ gegenüber den Vereinigten Staaten nicht mehr ganz. (Abg. Dr. Ofner: Wieso?) Kollege Ofner macht den Abschluß eines Vertrages mit den Vereinigten Staaten davon abhängig, daß man die Vereinigten Staaten in einem Notenwechsel dazu auffordert, die Normen des Völkerrechtes uneingeschränkt zu beachten. Als ob Herr Kollege Ofner als Anwalt einen Vertrag mit jemandem anderen nur dann abschließen würde, wenn dieser extra noch einmal erklärt, daß er die Gesetze einhalten wird! (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Abgeordneter Dr. Walter Schwimmer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Nachdem ich Kollegen Ofner jetzt zugehört habe, verstehe ich die Haltung der FPÖ gegenüber den Vereinigten Staaten nicht mehr ganz. (Abg. Dr. Ofner: Wieso?) Kollege Ofner macht den Abschluß eines Vertrages mit den Vereinigten Staaten davon abhängig, daß man die Vereinigten Staaten in einem Notenwechsel dazu auffordert, die Normen des Völkerrechtes uneingeschränkt zu beachten. Als ob Herr Kollege Ofner als Anwalt einen Vertrag mit jemandem anderen nur dann abschließen würde, wenn dieser extra noch einmal erklärt, daß er die Gesetze einhalten wird! (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. )
Beifall bei der ÖVP.
Gleichzeitig lese ich allerdings in der "Washington Post" von gestern, daß der Parteiobmann der FPÖ in die Vereinigten Staaten vernarrt ist, in ihr schwingendes, offenes System und ihre kapitalistische Weisheit. Aber einen Vertrag darf man mit diesem Land nur abschließen, wenn es extra noch einmal erklärt, daß es das Völkerrecht einhält! Ich glaube, absurder geht es einfach nicht mehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Sie brauchen uns nicht Unsachlichkeit vorzuwerfen!
Wir werden diesem Auslieferungsvertrag aus drei guten Gründen zustimmen. (Abg. Scheibner: Sie brauchen uns nicht Unsachlichkeit vorzuwerfen!) Erstens, weil danach sehr klare gegenseitige Auslieferungsverpflichtungen bestehen. Wie wichtig solche Auslieferungsverpflichtungen sind, sehen wir derzeit am Fall Rosenstingl, weil ein solcher Auslieferungsvertrag mit Brasilien nicht besteht. Es ist daher wichtig, einen solchen Auslieferungsvertrag zu haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Wir werden diesem Auslieferungsvertrag aus drei guten Gründen zustimmen. (Abg. Scheibner: Sie brauchen uns nicht Unsachlichkeit vorzuwerfen!) Erstens, weil danach sehr klare gegenseitige Auslieferungsverpflichtungen bestehen. Wie wichtig solche Auslieferungsverpflichtungen sind, sehen wir derzeit am Fall Rosenstingl, weil ein solcher Auslieferungsvertrag mit Brasilien nicht besteht. Es ist daher wichtig, einen solchen Auslieferungsvertrag zu haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: In so einer Rede gibt es von euch anscheinend nur Polemik!
Zum zweiten, weil in diesem Auslieferungsvertrag klar festgehalten ist, daß Österreich eigene Staatsbürger nicht auszuliefern braucht (Abg. Scheibner: In so einer Rede gibt es von euch anscheinend nur Polemik!), und drittens – das ist meiner Ansicht nach ein besonderer Grund –, weil mit diesem Vertrag ein echter Druchbruch erreicht worden ist.
Abg. Jung: Er stimmt zu! Haben Sie geschlafen?
Jeder kennt die bedauerliche Haltung der Vereinigten Staaten zur Todesstrafe. Ich verurteile die Haltung, die in den Vereinigten Staaten zur Todesstrafe besteht. Der Auslieferungsvertrag stellt klar, daß kein Vertragsstaat verpflichtet ist, eine Auslieferung vorzunehmen, erstens, wenn die Tat mit dem Tode bedroht ist und man nicht auf die Todesstrafe verzichtet (Abg. Jung: Er stimmt zu! Haben Sie geschlafen?), und zweitens, wenn – sofern die Todesstrafe bereits verhängt ist – nicht auf deren Vollziehung verzichtet wird.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das sind sehr klare Bestimmungen im Einklang mit unserem Menschenrechtsverständnis und im Einklang mit unserer Ablehnung der Todesstrafe. Deshalb bestehen gute Gründe, diesem Vertrag im Hohen Haus zuzustimmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Schade!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, gebe ich bekannt, daß der Antrag auf Durchführung einer Debatte im Zusammenhang mit dem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der politischen und rechtlichen Verantwortung im BBU-Skandal zurückgezogen worden ist, sodaß die Debatte nicht stattfindet. (Abg. Dr. Khol: Schade!) Wir werden nachher aber sehr wohl über den Antrag abstimmen. (Abg. Schwarzenberger: Jetzt haben wir das Material ganz umsonst gesammelt! – Abg. Dr. Khol: Nicht umsonst, sondern vergebens!)
Abg. Schwarzenberger: Jetzt haben wir das Material ganz umsonst gesammelt! – Abg. Dr. Khol: Nicht umsonst, sondern vergebens!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, gebe ich bekannt, daß der Antrag auf Durchführung einer Debatte im Zusammenhang mit dem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der politischen und rechtlichen Verantwortung im BBU-Skandal zurückgezogen worden ist, sodaß die Debatte nicht stattfindet. (Abg. Dr. Khol: Schade!) Wir werden nachher aber sehr wohl über den Antrag abstimmen. (Abg. Schwarzenberger: Jetzt haben wir das Material ganz umsonst gesammelt! – Abg. Dr. Khol: Nicht umsonst, sondern vergebens!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Grünen.
Seit nunmehr zehn Jahren hat es – oft schwierige – Verhandlungen mit den USA gegeben, um eine Novellierung des Auslieferungsvertrages herbeizuführen. Die Auffassungsunterschiede unserer verschiedenen Rechtskulturen kamen bei diesen Verhandlungen deutlich zutage – dies besonders, sehr geehrte Damen und Herren, in der so wichtigen Frage der Todesstrafe. Gerade diese Frage ist für mich als Sozialdemokrat eindeutig zu beantworten: Ich lehne die Todesstrafe grundsätzlich ab und bin der Ansicht, daß sie ein absolut ungeeignetes, vor allem aber unmenschliches Instrument der Strafrechtspolitik ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Urteile werden von Menschen gefällt, und nachweislich gibt es in der Rechtsprechung auch Fehlurteile. Wie tragisch ist es, im nachhinein zu erfahren, daß ein zu Unrecht Verurteilter zur Hinrichtung geführt und getötet wurde! Die Todesstrafe ist auf jeden Fall abzulehnen, weil sie der humanitären Gesinnung einer hochzivilisierten Gesellschaft eindeutig widerspricht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Aber nicht um 23 Uhr!
Sehr geehrte Damen und Herren! Der Kampf gegen die Todesstrafe ist ein Kampf, der weltweit geführt werden muß und der von uns Österreicherinnen und Österreichern mit allem Einsatz vorangetrieben werden sollte. (Abg. Dr. Khol: Aber nicht um 23 Uhr!) Österreich hat bei diesen Bemühungen in der Vergangenheit schon oft eine Vorreiterrolle eingenommen. Ich möchte hier an die unermüdlichen Aktivitäten des ehemaligen Justizministers Dr. Christian Broda erinnern, der auch für diese Aktivitäten vom Europarat eine hohe Auszeichnung bekommen hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Der Kampf gegen die Todesstrafe ist ein Kampf, der weltweit geführt werden muß und der von uns Österreicherinnen und Österreichern mit allem Einsatz vorangetrieben werden sollte. (Abg. Dr. Khol: Aber nicht um 23 Uhr!) Österreich hat bei diesen Bemühungen in der Vergangenheit schon oft eine Vorreiterrolle eingenommen. Ich möchte hier an die unermüdlichen Aktivitäten des ehemaligen Justizministers Dr. Christian Broda erinnern, der auch für diese Aktivitäten vom Europarat eine hohe Auszeichnung bekommen hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kiss: Wohltuend, daß es nur 2 Minuten sind!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Stoisits. – Frau Abgeordnete, Sie haben noch eine Redezeit von 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Kiss: Wohltuend, daß es nur 2 Minuten sind!)
Abg. Dr. Fuhrmann: Aber auch von mir!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich war als überzeugte Gegnerin der Todesstrafe anfangs sehr skeptisch gegenüber dem Auslieferungsabkommen und hatte vor, ein Zeichen zu setzen und dem nicht zuzustimmen. Ich wurde umgestimmt von den Herren – das muß man in diesem Fall sagen, und nicht "Damen und Herren" – des Ministeriums (Abg. Dr. Fuhrmann: Aber auch von mir!) und auch vom Kollegen Dr. Fuhrmann, daß es ein viel wichtigeres Argument gibt und daß man wesentlich prägnanter mit dem Artikel 8 dieses Auslieferungsabkommens ein Zeichen im Hinblick auf die Ächtung der Todesstrafe in den USA setzen kann.
Abg. Dr. Schwimmer: Das geht aber nicht! Wenn sie nicht mehr da sind, können sie nicht mehr zustimmen!
Zu den anderen Tagesordnungspunkten, meine sehr geehrten Damen und Herren – jetzt ist die Redezeit wirklich zu Ende –: Dem 1. Euro-Justiz-Begleitgesetz geben die Grünen ihre Zustimmung, auch die anderen, die jetzt nicht mehr hier sind (Abg. Dr. Schwimmer: Das geht aber nicht! Wenn sie nicht mehr da sind, können sie nicht mehr zustimmen!), ebenso dem Übernahmegesetz und auch den beiden Zivilrechtsübereinkommen beziehungsweise dem Vollstreckungsübereinkommen, was ich für ein geradezu selbstverständliche Sache halte, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Khol: Zur Sache!)
Abg. Dr. Khol: Zur Sache!
Zu den anderen Tagesordnungspunkten, meine sehr geehrten Damen und Herren – jetzt ist die Redezeit wirklich zu Ende –: Dem 1. Euro-Justiz-Begleitgesetz geben die Grünen ihre Zustimmung, auch die anderen, die jetzt nicht mehr hier sind (Abg. Dr. Schwimmer: Das geht aber nicht! Wenn sie nicht mehr da sind, können sie nicht mehr zustimmen!), ebenso dem Übernahmegesetz und auch den beiden Zivilrechtsübereinkommen beziehungsweise dem Vollstreckungsübereinkommen, was ich für ein geradezu selbstverständliche Sache halte, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Khol: Zur Sache!)
Abg. Dr. Khol: Die Redezeit ist schon lange um!
Ein allerletztes Wort noch zur Nichtbehandlung der strengeren Bestrafung von sexuellem Kindesmißbrauch. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist wirklich ein Musterbeispiel – dafür ist nicht der Herr Bundesminister verantwortlich, sondern das geht die beiden Regierungsfraktionen an – dafür, wie unfähig die Koalitionsparteien im Parlament sind, in konkreten, inhaltlichen, wesentlichen Dingen tatsächlich zu handeln. (Abg. Dr. Khol: Die Redezeit ist schon lange um!) Und betroffene ...
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Betroffene Gesichter machen diesen Umstand nicht wett. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Fürwahr ein bescheidener Wunsch und eine selbstverständliche Ankündigung! Die Verwirklichung fehlt leider. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Ofner: Herr Bundesminister! Bitte um Nachsicht: Was heißt da "Einzelfall"? – Mir fällt Noriega und Panama ein!
Was die von Herrn Abgeordneten Ofner angesprochene Entschließung anlangt, teile ich grundsätzlich seine Meinung in bezug auf die seinerzeitige Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der USA. Diese ist auch international auf einhellige Ablehnung gestoßen. Sie ist aber vereinzelt geblieben, so etwas hat es in keinem anderen Fall gegeben. (Abg. Dr. Ofner: Herr Bundesminister! Bitte um Nachsicht: Was heißt da "Einzelfall"? – Mir fällt Noriega und Panama ein!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weitere Bestimmungen zu kritisieren, würde jetzt zu weit führen, da ich leider nicht mehr genug Redezeit habe. Daher kurzum: Wir werden dieser Vorlage nicht die Zustimmung geben, und ich ersuche dafür um Verständnis. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: 3!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Trinkl. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. (Abg. Dr. Khol: 3!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die vorgesehenen Regelungen des 1. Euro-Justiz-Begleitgesetzes versetzen den Justizbereich in die Lage, wohlvorbereitet in die Umstellungsphase einzutreten. Dieses Gesetz bringt aber auch die Sicherheit für den Bürger, daß seine Rechtsverhältnisse durch die Währungsumstellung nicht beeinträchtigt sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, daß Rechtssicherheit bei der Währungsumstellung insgesamt einen transparenten, einfacheren und verständlicheren Übergang zur neuen Währung sichert und damit das Vertrauen der Österreicherinnen und Österreicher zum Euro stärken wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, daß die vorgesehenen gesetzlichen Rahmenbedingungen insgesamt dazu beitragen werden, der österreichischen Wirtschaft die erforderliche Bewältigung der Herausforderungen des europäischen Binnenmarktes zu erleichtern und ebenso die in der Bevölkerung auch anzutreffende Angst vor dem unbekannten Euro zu zerstreuen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stoisits – in Richtung von Abgeordneten in ihrer Umgebung –: Ich habe es satt, mich von Ihnen beschimpfen zu lassen!
Die Debatte darüber wird unter einem durchgeführt. (Abg. Mag. Stoisits – in Richtung von Abgeordneten in ihrer Umgebung –: Ich habe es satt, mich von Ihnen beschimpfen zu lassen!)
Abg. Mag. Stoisits: Ich habe es satt, daß ich mich hier von den Kollegen beschimpfen lasse!
Meine Damen und Herren! Was ist denn los? (Abg. Mag. Stoisits: Ich habe es satt, daß ich mich hier von den Kollegen beschimpfen lasse!) Meine Damen und Herren! Wir werden doch in der Lage sein ... (Abg. Mag. Stoisits: Weder von der SPÖ noch von der ÖVP muß ich mir das gefallen lassen! – Abg. Leikam: Es wurde die Frage gestellt, ob es da nur eine Abgeordnete gibt! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Stoisits: Weder von der SPÖ noch von der ÖVP muß ich mir das gefallen lassen! – Abg. Leikam: Es wurde die Frage gestellt, ob es da nur eine Abgeordnete gibt! – Weitere Zwischenrufe.
Meine Damen und Herren! Was ist denn los? (Abg. Mag. Stoisits: Ich habe es satt, daß ich mich hier von den Kollegen beschimpfen lasse!) Meine Damen und Herren! Wir werden doch in der Lage sein ... (Abg. Mag. Stoisits: Weder von der SPÖ noch von der ÖVP muß ich mir das gefallen lassen! – Abg. Leikam: Es wurde die Frage gestellt, ob es da nur eine Abgeordnete gibt! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie wirklich ein taugliches Übernahmerecht wollen, dann ersuche ich Sie höflich, diesen Antrag zu unterstützen! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne möchte ich abschließend den Damen und Herren des Justizministeriums, auch Herrn Professor Doralt, der uns lange Zeit unterstützt hat, für die wirklich großartige Mitwirkung danken. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Vielmehr sollte sich der Gesetzgeber dazu durchringen, die Voraussetzungen, unter denen eine kontrollierende Beteiligung vorliegt, zu determinieren, und die Übernahmekommission sollte im Einzelfall entscheiden, ob diese kontrollierende Beteiligung tatsächlich erworben wird oder nicht. Denn wir wissen von den Syndikatsverträgen et cetera, daß unter besonderen Umständen Pflichtangebote zu stellen sind, da beherrschende Einflüsse vorliegen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Minister! Herr Präsident! Meine werten Kollegen! Es ist eine Verhöhnung des Parlaments, wenn man uns bis Mitternacht hier festnagelt und selbst nicht anwesend ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Daß um 15 Uhr ein Spektakel abgehalten wird und man anschließend nach Hause geht, das waren wir bisher immer nur von Herrn Haider gewohnt. Jetzt tun das aber auch das Liberale Forum und die grüne Fraktion! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Minister! Herr Präsident! Meine werten Kollegen! Es ist eine Verhöhnung des Parlaments, wenn man uns bis Mitternacht hier festnagelt und selbst nicht anwesend ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Daß um 15 Uhr ein Spektakel abgehalten wird und man anschließend nach Hause geht, das waren wir bisher immer nur von Herrn Haider gewohnt. Jetzt tun das aber auch das Liberale Forum und die grüne Fraktion! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Frau Kollegin Stoisits! Ich ersuche Sie, Ihre abwesenden Kollegen über den berechtigten Unmut der im Hause anwesenden Kollegen zu informieren. Ich schlage vor, daß wir Sonderaktionen in Hinkunft an den Schluß der Tagesordnung setzen! (Neuerlicher Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mit diesem Gesetz haben wir eine vorbildliche Regelung, auch gemessen am EU-Standard, getroffen. Daher hoffe ich, Herr Minister, daß unser Gesetz Vorbild für eine EU-Richtlinie werden wird! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Auch ich möchte von dieser Stelle aus Herrn Professor Doralt für die unendliche Unterstützung, die er uns dabei gegeben hat, danken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das vorliegende Übernahmegesetz wird Österreich – das möchte ich wirklich betonen – in das Spitzenfeld der europäischen Staaten mit einem ausgewogenen und ausgefeilten Übernahmerecht reihen. Der Schritt hat auch europarechtliche Bedeutung: Vor dem Hintergrund dieses Übernahmegesetzes können wir während unserer Präsidentschaft glaubwürdiger als ohne nationale Regelung die Verhandlungen zum Vorschlag einer Übernahmerichtlinie weiterführen. Auch wenn es sich dabei um eine Rahmenrichtlinie handelt, wird sie einen gewissen Anpassungsbedarf auslösen, was wir aber bewußt in Kauf nehmen und was der erstmaligen Einführung eines Übernahmerechts in Österreich in der vorgeschlagenen Form keinen Abbruch tun soll. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)