Eckdaten:
Für die 105. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 718 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Fritz Neugebauer
Petition betreffend „Übernahme des Schulversuches ,Volksschulen und Volksschulklassen mit musikalischem Schwerpunkt‘ in das Regelschulwesen“ (Ordnungsnummer 79) (überreicht vom Abgeordneten Fritz Neugebauer)
überreicht vom Abgeordneten Ing. Norbert Hofer
Petition betreffend „Bereitstellung von Selbständigen Behindertenarbeitsplätzen zur beruflichen Integration von Vorzugsberechtigten durch Einführung eines Tabak-, Glücksspiel-, Sportwetteneinzelhandelsfachgeschäftssystems“ (Ordnungsnummer 80) (überreicht vom Abgeordneten Ing. Norbert Hofer)
überreicht vom Abgeordneten Ewald Sacher
Petition betreffend „Erhaltung und Betrieb der Thayatalbahn nach Übergabe an das Land Niederösterreich“ (Ordnungsnummer 81) (überreicht vom Abgeordneten Ewald Sacher)
überreicht von den Abgeordneten Dr. Josef Cap, Karlheinz Kopf, Heinz-Christian Strache und Dr. Eva Glawischnig-Piesczek
Petition betreffend „Zum Weltweiten Atomausstieg – Abschalten! Jetzt!“ (Ordnungsnummer 82) (überreicht von den Abgeordneten Dr. Josef Cap, Karlheinz Kopf, Heinz-Christian Strache und Dr. Eva Glawischnig-Piesczek)
überreicht von der Abgeordneten Mag. Christiane Brunner
Petition betreffend „Erhalt des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Oberwart–Friedberg“ (Ordnungsnummer 83) (überreicht von der Abgeordneten Mag. Christiane Brunner)
Beifall bei der SPÖ.
Bei dem, was Sie ansprechen, geht es nur darum, dass man sich doppelt und dreifach absichern möchten, wenn ein Befund beim ersten Mal nicht klar ist, und das nenne ich sehr wohl eine Verbesserung für Frauen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Betreffend die Millionen, die nicht abgeholt wurden, muss man nachfragen. Vielleicht wissen die Eltern das noch zu wenig. Ich hätte gute Ideen betreffend das Geld, das noch nicht abgeholt wurde: Man könnte das Geld wieder für Familien und in Kinderbetreuungsplätze – sprich: in Kindergartenplätze und Kinderkrippenplätze – investieren. Es wurden 65 Millionen € von 167 Millionen € abgeholt, der Rest noch nicht, und mit dem Rest könnten wir sehr Sinnvolles tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
ausgebildeter Frauen zu verzichten. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek: Dieser Stufenplan besteht – wie das Wort „Stufen“ sagt – aus mehreren, nämlich zwei Teilen. Bis 2013 wollen wir ein Viertel aller Aufsichtsratsfunktionen mit Frauen besetzt haben – sprich: 25 Prozent –, und die nächsten fünf Jahre, also eine ganze Aufsichtsratsperiode lang, lassen wir uns noch Zeit, die 35 Prozent, die wir uns vorgenommen haben, zu erreichen. Ab sofort soll außerdem jährlich ein Bericht darüber gelegt werden, wie die Quote sich entwickelt, das heißt, welche Fortschritte gemacht werden. So kann man jedes Jahr nachschauen, ob etwas weitergeht oder nicht – und wenn nichts weitergeht, können Sie sicher sein, dass ich dafür sorgen werde, dass mehr Tempo ins Geschehen kommt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Rädler: Hallo!
Ich bin überzeugt davon, alle können das. – Männer fragen sich das manchmal auch nicht, die sagen oft Ja und überlegen nachher auch nicht mehr, ob sie das können oder nicht. (Abg. Rädler: Hallo!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben also eine Homepage eingerichtet, und ich versuche bei jedem Treffen mit Frauen, auch Netzwerke aufzubauen, auszubauen, zu erweitern und Frauen auch persönlich weiterzuhelfen, die sich das zutrauen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ich möchte Sie daher einerseits fragen, wie Sie es beurteilen, dass Sie sich mit Ihrer eigenen Quotenregelung nicht durchsetzen können, und auf der anderen Seite – Sie sind ja eine totale Befürworterin von verpflichtenden Quoten –, wie Sie es mit Quoten in Bereichen halten, in denen Männer unterrepräsentiert sind, zum Beispiel in pädagogischen Berufen oder in Kindergärten? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kickl: Vorbildwirkung!
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek: Ich denke, es wäre etwas einseitig, wenn ich Quotenregelungen einzelner Parteien, auch wenn sie meine Partei betreffen, vor den Vorhang hole. (Abg. Kickl: Vorbildwirkung!) Als Frauenministerin müsste ich mir alle im Parlament vertretenen Parteien anschauen und mir auch die Frauenanteile in den einzelnen Parteien näher ansehen, denn als Frauenministerin habe ich selbstverständlich den Anspruch, dass sich die
Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Zanger – in Richtung SPÖ deutend –: Schauen Sie auf Ihre Kollegen auf der linken Seite!
Wenn ich zum Beispiel in diese Richtung (in Richtung BZÖ) oder in diese Richtung (in Richtung FPÖ) schaue, sehe ich einige Unterrepräsentanz. (Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ. – Abg. Zanger – in Richtung SPÖ deutend –: Schauen Sie auf Ihre Kollegen auf der linken Seite!) – Es geht nicht um Anwesenheit, sondern um Frauenrepräsentanz.
Abg. Steibl: Das gilt aber dann bei Frauen auch!
Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Selbstverständlich ist es mein Ziel und mein Ansinnen, auch Männer in Berufen, die nicht männertypisch sind, zu verankern, aber Quoten halte ich da für verfehlt, denn wenn sich Männer nicht melden, nützt mir eine Quote auch nichts. (Abg. Steibl: Das gilt aber dann bei Frauen auch!) Wenn es genug Bewerber gäbe, dann könnten wir über Männerquoten nachdenken.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Völliges Versagen! Lauter Blabla, aber nichts dahinter! – Ruf bei der ÖVP: Ah, der Westenthaler ist da!
(Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Völliges Versagen! Lauter Blabla, aber nichts dahinter! – Ruf bei der ÖVP: Ah, der Westenthaler ist da!)
Abg. Markowitz: Wie können Sie das wissen? Schauen Sie in jeden Haushalt hinein? Das ist eine Unterstellung!
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek: Diese Frage möchte ich sehr einfach beantworten: Solange Frauen in Österreich nicht gleich viel verdienen wie Männer, solange Männer sich nicht gleich an der Betreuungsarbeit und an der Haushaltsarbeit beteiligen (Abg. Markowitz: Wie können Sie das wissen? Schauen Sie in jeden Haushalt hinein? Das ist eine Unterstellung!), solange es so wenige Frauen – nämlich nicht einmal 10 Prozent – in Führungspositionen gibt und so weiter, so lange braucht es eine Frauenministerin. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek: Diese Frage möchte ich sehr einfach beantworten: Solange Frauen in Österreich nicht gleich viel verdienen wie Männer, solange Männer sich nicht gleich an der Betreuungsarbeit und an der Haushaltsarbeit beteiligen (Abg. Markowitz: Wie können Sie das wissen? Schauen Sie in jeden Haushalt hinein? Das ist eine Unterstellung!), solange es so wenige Frauen – nämlich nicht einmal 10 Prozent – in Führungspositionen gibt und so weiter, so lange braucht es eine Frauenministerin. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich meine, dass wir die Frauenquote im öffentlichen Dienst, die wir um 5 Prozent erhöht haben, hier auch erwähnen sollten. Wir haben diese Selbstverpflichtung im öffentlichen Dienst, mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen, auch in den Personalplan, also ins Gesetz geschrieben. Ich könnte jetzt weitere Bereiche aufzählen, in denen mit einer guten, gemeinsamen Kraftanstrengung vieles für die Frauen weitergegangen ist, was nicht heißt, dass ich damit schon zufrieden bin. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Fragen: Wie wollen Sie den konkret umsetzen? Wo suchen Sie sich Mehrheiten? Wie wollen Sie das als Ministerin konkret für die Besserstellung der Frauen in Österreich umsetzen? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Schenk: Das sind viele!
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek: Eine kleine Korrektur: Es handelt sich nicht um einen gesetzlichen Mindestlohn. Ich bin der Überzeugung, dass wir in sozialpartnerschaftlicher Manier die Gespräche für jene Berufsgruppen, in denen es noch nicht 1 300 € Lohn gibt, weiter aufnehmen. (Abg. Schenk: Das sind viele!) Ich werde diese Gespräche (Abg. Schenk – mit den Achseln zuckend –: Gespräche?!) mit den einzelnen Gewerkschaften führen, wenn Gehaltsverhandlungen anstehen, und da können Sie sicher sein, dass ich darauf schauen werde. (Abg. Dr. Graf: „In Stein gemeißelt!“)
Abg. Schenk – mit den Achseln zuckend –: Gespräche?!
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek: Eine kleine Korrektur: Es handelt sich nicht um einen gesetzlichen Mindestlohn. Ich bin der Überzeugung, dass wir in sozialpartnerschaftlicher Manier die Gespräche für jene Berufsgruppen, in denen es noch nicht 1 300 € Lohn gibt, weiter aufnehmen. (Abg. Schenk: Das sind viele!) Ich werde diese Gespräche (Abg. Schenk – mit den Achseln zuckend –: Gespräche?!) mit den einzelnen Gewerkschaften führen, wenn Gehaltsverhandlungen anstehen, und da können Sie sicher sein, dass ich darauf schauen werde. (Abg. Dr. Graf: „In Stein gemeißelt!“)
Abg. Dr. Graf: „In Stein gemeißelt!“
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek: Eine kleine Korrektur: Es handelt sich nicht um einen gesetzlichen Mindestlohn. Ich bin der Überzeugung, dass wir in sozialpartnerschaftlicher Manier die Gespräche für jene Berufsgruppen, in denen es noch nicht 1 300 € Lohn gibt, weiter aufnehmen. (Abg. Schenk: Das sind viele!) Ich werde diese Gespräche (Abg. Schenk – mit den Achseln zuckend –: Gespräche?!) mit den einzelnen Gewerkschaften führen, wenn Gehaltsverhandlungen anstehen, und da können Sie sicher sein, dass ich darauf schauen werde. (Abg. Dr. Graf: „In Stein gemeißelt!“)
Abg. Dolinschek: Die bringen aber nichts weiter!
Ich habe mich nie für einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen, sondern ich möchte gerne, dass die 1 000 €, die ja in allen Kollektivverträgen verankert sind, für alle Kollektivverträge auf 1 300 € gesetzt werden, aber das ist Sache der Sozialpartner. (Abg. Dolinschek: Die bringen aber nichts weiter!) Ich werde mich da einbringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe mich nie für einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen, sondern ich möchte gerne, dass die 1 000 €, die ja in allen Kollektivverträgen verankert sind, für alle Kollektivverträge auf 1 300 € gesetzt werden, aber das ist Sache der Sozialpartner. (Abg. Dolinschek: Die bringen aber nichts weiter!) Ich werde mich da einbringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Frage: Frau Bundesminister, glauben Sie wirklich, dass es Ihre Aufgabe als Frauenministerin ist, sich für die Abschaffung des Muttertags einzusetzen? (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Zanger: „Rabenmutter!“
Weiters habe ich mich überhaupt nicht für die Abschaffung von irgendeinem Tag ausgesprochen. Ich habe mir nur selbst die Frage gestellt, ob Frauen nicht jeden Tag die Unterstützung bräuchten, die sie verdienen (Abg. Zanger: „Rabenmutter!“), weil sie, wie Sie richtig sagen, häufiger als Männer von Armut betroffen oder bedroht sind, weil Frauen einfach weniger verdienen, weil Frauen die Kinderbetreuung noch zur Gänze selbst leisten müssen und weil es nicht so ist, dass Frauen so mitentscheiden können, wie ich mir das wünschen würde.
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Das heißt, an den vielen Schrauben zu drehen, die ich heute schon einige Male erwähnt habe, wird dazu beitragen und helfen, dass Frauen hoffentlich bald in einer besseren Situation sein werden, als manche es jetzt sind. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Im Rahmen der Neuorganisation der E-Control und des neuen Vorstands beziehungsweise der Regulierungskommission musste allerdings eine hoch qualifizierte Frau zugunsten eines Mannes verzichten, wie auch in vielen Medien berichtet wurde. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Dr. Bartenstein: Die Parteifarbe hat nicht gestimmt!
Meine Frage daher: Wie begründen Sie als Frauenministerin, dass im Rahmen der Neubesetzung der Kommission der E-Control eine hoch qualifizierte und bestens geeignete Frau auf ihren Platz zugunsten eines Mannes verzichten beziehungsweise diesen hergeben musste? (Abg. Dr. Bartenstein: Die Parteifarbe hat nicht gestimmt!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Steibl: Das ist aber sehr schade! Ich finde, das ist keine Antwort! – Danke schön! – Abg. Ing. Hofer: Na, das ist ein Koalitionspartner!
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek: Zu diesem Einzelfall nehme ich hier und jetzt nicht Stellung. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Steibl: Das ist aber sehr schade! Ich finde, das ist keine Antwort! – Danke schön! – Abg. Ing. Hofer: Na, das ist ein Koalitionspartner!)
Abg. Rädler: Warum haben Sie das Mikrophon abgedreht?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gelangen zur Anfrage 110/M. (Abg. Rädler: Warum haben Sie das Mikrophon abgedreht?) – Weil es keine Zusatzfrage zur Zusatzfrage gibt, Herr Abgeordneter – ganz einfach. (Abg. Steibl: Aber es muss auch eine Antwort geben! – Ruf bei der SPÖ: Aber bei Bandion-Ortner ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten eigentlich die Abgeordneten verteidigen, nicht die Minister!)
Abg. Steibl: Aber es muss auch eine Antwort geben! – Ruf bei der SPÖ: Aber bei Bandion-Ortner ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten eigentlich die Abgeordneten verteidigen, nicht die Minister!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gelangen zur Anfrage 110/M. (Abg. Rädler: Warum haben Sie das Mikrophon abgedreht?) – Weil es keine Zusatzfrage zur Zusatzfrage gibt, Herr Abgeordneter – ganz einfach. (Abg. Steibl: Aber es muss auch eine Antwort geben! – Ruf bei der SPÖ: Aber bei Bandion-Ortner ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten eigentlich die Abgeordneten verteidigen, nicht die Minister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind die Pflichtverteidigerin der Minister? – Abg. Steibl: Nicht wie zu antworten, aber zu antworten! – Abg. Rädler: ... zu Hause bleiben?
Was die Antwort betrifft: Meine Damen und Herren, wir haben diese Debatte über die Antwortgestaltung auch in einer der letzten Präsidialen besprochen, und ich habe dort ebenfalls wiederholt dargestellt, dass ich es nicht in der Hand habe, den Damen und Herren Ministerinnen und Ministern vorzuschreiben, wie sie zu antworten haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind die Pflichtverteidigerin der Minister? – Abg. Steibl: Nicht wie zu antworten, aber zu antworten! – Abg. Rädler: ... zu Hause bleiben?)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind aber auch nicht die Pflichtverteidigerin der Regierungsmitglieder! Eigentlich sind Sie Abgeordnete! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Abgeordneten haben das Instrument, in der Fragestunde Fragen zu stellen, sie haben die Möglichkeit, schriftliche Anfragen zu stellen, und vieles andere mehr. – So besagt es die Geschäftsordnung, meine Damen und Herren. Es ist nicht mehr und nicht weniger. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind aber auch nicht die Pflichtverteidigerin der Regierungsmitglieder! Eigentlich sind Sie Abgeordnete! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Hornek: Hat es noch nicht gegeben! – Abg. Steibl: Frage!
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Frau Ministerin, als grüne Oppositionspolitikerin kann ich natürlich den Schmerz, den die ÖVP jetzt offenkundig das erste Mal erlebt, nämlich Fragen an ein Regierungsmitglied nicht beantwortet zu wissen, sehr gut nachvollziehen. Ich bin schon sehr in Erwartung, ob Ihre Empörung und Ihre Aufregung dann, wenn ein ÖVP-Mitglied die Fragen der Opposition wieder einmal nicht beantwortet (Abg. Hornek: Hat es noch nicht gegeben! – Abg. Steibl: Frage!), auch entsprechend groß sein wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Frau Ministerin, als grüne Oppositionspolitikerin kann ich natürlich den Schmerz, den die ÖVP jetzt offenkundig das erste Mal erlebt, nämlich Fragen an ein Regierungsmitglied nicht beantwortet zu wissen, sehr gut nachvollziehen. Ich bin schon sehr in Erwartung, ob Ihre Empörung und Ihre Aufregung dann, wenn ein ÖVP-Mitglied die Fragen der Opposition wieder einmal nicht beantwortet (Abg. Hornek: Hat es noch nicht gegeben! – Abg. Steibl: Frage!), auch entsprechend groß sein wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Musiol: Ich bin dabei!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete, bitte die Frage! (Abg. Mag. Musiol: Ich bin dabei!) Sie haben die Zeit überschritten.
Abg. Dr. Bartenstein: Peinliches Schauspiel! – Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz. – Rufe bei der ÖVP: Frage!
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (fortsetzend): ... Demonstranten einzukesseln, oft stundenlang festzuhalten, auch Passanten festzuhalten und nicht mehr rauszulassen. (Abg. Dr. Bartenstein: Peinliches Schauspiel! – Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz. – Rufe bei der ÖVP: Frage!)
Ruf bei der FPÖ: Die brauchen sich nur ruhig zu verhalten!
Es gibt auch sehr friedliche Demonstrationen, ein friedliches Aufeinandertreffen. Das ist eine Sache, bei der man natürlich schauen muss, dass es beiden Seiten möglichst gut dabei geht. Aber das ist eine Frage, hinsichtlich derer wir gerne einmal gemeinsam mit der Frau Innenministerin besprechen können, was man tun könnte, damit die Situation für beide Seiten eine angenehme – denn Demonstrationen sind nicht immer angenehm – sein kann. (Ruf bei der FPÖ: Die brauchen sich nur ruhig zu verhalten!)
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb meine Fragen an Sie: Inwieweit ist Ihnen die Problematik rund um Burn-out-Fälle im Exekutivdienst bekannt, und was haben Sie dagegen bisher unternommen? Welche konkreten Maßnahmen werden Sie noch setzen, um eine Verbesserung der Situation im Exekutivdienst herbeizuführen, außer Telekom-Mitarbeiter für den Exekutivdienst zu gewinnen? Ist auch angedacht, in den nächsten Jahren mehr Personal zu lukrieren? (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: Privilegien!
Es gibt ja eine Harmonisierung in Richtung ASVG, und gerade die Bundesbediensteten müssen feststellen, dass es hier gravierende Unterschiede zu Landesbediensteten gibt. Ich spreche hier das „rote“ Wien an (Abg. Grosz: Privilegien!): Dort haben die Landesbediensteten noch immer weit größere Privilegien.
Beifall beim BZÖ.
Frau Minister, Sie haben jetzt davon gesprochen, dass Sie hier rechtlich nachziehen wollen. Wann ist damit zu rechnen, dass Sie auch diese letzten Privilegien, insbesondere im roten Wien, beseitigen werden und endlich für eine faire und gerechte Behandlung aller im öffentlichen Dienst stehenden Bediensteten sorgen? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Frage geht jetzt dahin: Haben Sie bereits Berechnungen angestellt, wie hoch die Kosten für das Budget wären, wenn alle im Staatsdienst befindlichen Bachelors im Dienstschema als Akademiker ausgewiesen und auch als solche bezahlt werden würden? Und wenn ja, wie hoch sind die Kosten? Wie schaut es mit der Finanzierung aus? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, das sind einige wenige Beispiele, die zeigen, dass, wenn hier die Privatwirtschaft nachziehen würde, sich das Bild gesamtgesellschaftlich auch schnell ändern könnte. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Vielen Dank, Frau Bundesministerin. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Hinter Ihnen! Rechts!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Wirtschaftsminister! (Die Rednerin dreht sich zur Regierungsbank um): Wo ist er denn? (Abg. Grillitsch: Hinter Ihnen! Rechts!) Ah da! Schönen „Guten Morgen“! Ich habe Sie gerade noch da drüben gesehen, auf der anderen Seite. Er sitzt links – interessant! (Abg. Grillitsch: Es ist ganz selten, dass Sie nach rechts schauen!)
Abg. Grillitsch: Es ist ganz selten, dass Sie nach rechts schauen!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Wirtschaftsminister! (Die Rednerin dreht sich zur Regierungsbank um): Wo ist er denn? (Abg. Grillitsch: Hinter Ihnen! Rechts!) Ah da! Schönen „Guten Morgen“! Ich habe Sie gerade noch da drüben gesehen, auf der anderen Seite. Er sitzt links – interessant! (Abg. Grillitsch: Es ist ganz selten, dass Sie nach rechts schauen!)
Beifall bei den Grünen.
Österreich hat einen Energieminister, der in diesen Tagen sagt, wir brauchen keine Energiewende, der davon ausgeht, dass in Österreich alles bestens ist, und der nicht fähig ist, zu reflektieren, sich die wichtige Frage durch den Kopf gehen zu lassen, ob wir nicht vielleicht doch eine Energiewende in Österreich brauchen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Wie kann man nur so einen Unsinn erzählen?!
Jetzt haben wir ein aktuelles Gesetz, das ein Schlüssel sein könnte für diese Energiewende. Das Ökostromgesetz könnte das Herzstück einer Energiewende auch in Österreich darstellen. Und was legen Sie uns vor? – Herr Wirtschaftsminister, Sie legen uns ein Atomstromgesetz vor. (Abg. Kopf: Wie kann man nur so einen Unsinn erzählen?!) Ich sage das in dieser Deutlichkeit, weil es tatsächlich ein Atomstromgesetz ist.
Beifall bei den Grünen.
Wir waren jetzt viel unterwegs. Die Grünen waren in vielen Nachbarländern unterwegs, auch ich persönlich, und das Argument, das wir am häufigsten hören und das wirklich ernüchternd ist, lautet: Wie kann man glaubwürdig gegen AKWs jenseits der Grenze auftreten, wenn man mittlerweile Atomstrom in der Größenordnung eines Atomkraftwerkes in Österreich importiert? Das ist eine vollkommen berechtigte Frage, und ich denke, das größte Ziel muss es sein, in den nächsten Jahren zu 100 Prozent aus Atomstrom auszusteigen und spätestens im Jahr 2020 vollkommen auf erneuerbare Energie umgestiegen zu sein – im Bereich Strom zumindest. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Das ist die Arbeiterkammer!
Ich frage mich: Warum? Wie kann es sein, dass ein Wirtschaftsminister diese gewaltigen Chancen – und auf der ganzen Welt tun sich nun diese Märkte auf – nicht erkennt? Hinter vorgehaltener Hand erzählen die Unternehmen, die echten Bremser sitzen in der Industriellenvereinigung. Sie sagen ganz offen: Die Industriellenvereinigung will keinen Cent mehr für Ökostrom, und der Wirtschaftsminister exekutiert das zu 100 Prozent. (Abg. Grillitsch: Das ist die Arbeiterkammer!) – Die Arbeiterkammer spielt hier auch nicht wirklich eine gute Rolle.
Beifall bei den Grünen.
Und dann wird argumentiert mit Kosten von 20, 25, 26 € pro Jahr, mit denen ein Haushalt belastet würde. Ich würde mir von Ihnen wünschen, dass Sie einmal die Kosten der Nicht-Erreichung der Klimaziele, die Österreich sich gesetzt hat, und das sind auf die Kyoto-Periode gerechnet 286 € pro Haushalt, thematisieren. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Das stimmt!
Diskutieren wir hier doch einmal seriös und ernsthaft, was diese Hemmschwelle ist und wer eigentlich der Blockierer in dieser ganzen Ökostrom-Diskussion ist. Ich habe es schon erwähnt: Das, was wir im Bereich Klima-Strafzahlungen beziehungsweise Zertifikatsnachkäufe leisten müssen, ist eine Belastung für das österreichische Budget von 1 Milliarde €. Hätten wir diese Milliarde in den letzten Jahren in den Ökostrom-Markt in Österreich gesteckt, hätten wir nicht nur den doppelt so hohen Anteil an Ökostrom in Österreich, sondern wir hätten hier auch Tausende Arbeitsplätze geschaffen. (Abg. Grillitsch: Das stimmt!)
Abg. Grillitsch: Ich habe gesagt: Das stimmt!
Sie sagen, das stimmt nicht? (Abg. Grillitsch: Ich habe gesagt: Das stimmt!) Das stimmt, okay. Ich habe mich jetzt schon darauf vorbereit, in Ihre Richtung vorzugehen (Heiterkeit), aber okay, er sagt, das stimmt. Ja, das stimmt!
Heiterkeit
Sie sagen, das stimmt nicht? (Abg. Grillitsch: Ich habe gesagt: Das stimmt!) Das stimmt, okay. Ich habe mich jetzt schon darauf vorbereit, in Ihre Richtung vorzugehen (Heiterkeit), aber okay, er sagt, das stimmt. Ja, das stimmt!
Rufe beim BZÖ und Gegenrufe bei der ÖVP
Wenn man sich das weltweit beziehungsweise in Europa anschaut, so sieht man dort sehr ermutigende Entwicklungen. Schauen Sie zum Beispiel nach Tschechien! Tschechien ist sehr interessant, obwohl man dort wahrscheinlich auch über eine Überförderung reden muss. Die Tschechen haben es geschafft, im Bereich Photovoltaik, Sonnenstrom in zwei Jahren (Rufe beim BZÖ und Gegenrufe bei der ÖVP) – hören Sie bitte jetzt zu, weil das sind ganz, ganz interessante Zahlen! – eine Größenordnung von 1 200 Megawatt zu erreichen. Ein Kraftwerk wie Temelίn, und das ist ein sehr großes Kraftwerk, erzeugt 1 000 Megawatt. Die Tschechen haben es geschafft, innerhalb von zwei Jahren de facto Temelίn aufzubauen in Form von Sonnenstrom. Innerhalb von zwei Jahren! Das ist wirklich eine Leistung (Beifall bei den Grünen), mit einem wahrscheinlich überförderten, aber doch ambitionierten System. (Abg. Grillitsch: Aber Biomasse ist auch nicht schlecht!) Biomasse ist auch nicht schlecht, keine Frage.
Beifall bei den Grünen
Wenn man sich das weltweit beziehungsweise in Europa anschaut, so sieht man dort sehr ermutigende Entwicklungen. Schauen Sie zum Beispiel nach Tschechien! Tschechien ist sehr interessant, obwohl man dort wahrscheinlich auch über eine Überförderung reden muss. Die Tschechen haben es geschafft, im Bereich Photovoltaik, Sonnenstrom in zwei Jahren (Rufe beim BZÖ und Gegenrufe bei der ÖVP) – hören Sie bitte jetzt zu, weil das sind ganz, ganz interessante Zahlen! – eine Größenordnung von 1 200 Megawatt zu erreichen. Ein Kraftwerk wie Temelίn, und das ist ein sehr großes Kraftwerk, erzeugt 1 000 Megawatt. Die Tschechen haben es geschafft, innerhalb von zwei Jahren de facto Temelίn aufzubauen in Form von Sonnenstrom. Innerhalb von zwei Jahren! Das ist wirklich eine Leistung (Beifall bei den Grünen), mit einem wahrscheinlich überförderten, aber doch ambitionierten System. (Abg. Grillitsch: Aber Biomasse ist auch nicht schlecht!) Biomasse ist auch nicht schlecht, keine Frage.
Abg. Grillitsch: Aber Biomasse ist auch nicht schlecht!
Wenn man sich das weltweit beziehungsweise in Europa anschaut, so sieht man dort sehr ermutigende Entwicklungen. Schauen Sie zum Beispiel nach Tschechien! Tschechien ist sehr interessant, obwohl man dort wahrscheinlich auch über eine Überförderung reden muss. Die Tschechen haben es geschafft, im Bereich Photovoltaik, Sonnenstrom in zwei Jahren (Rufe beim BZÖ und Gegenrufe bei der ÖVP) – hören Sie bitte jetzt zu, weil das sind ganz, ganz interessante Zahlen! – eine Größenordnung von 1 200 Megawatt zu erreichen. Ein Kraftwerk wie Temelίn, und das ist ein sehr großes Kraftwerk, erzeugt 1 000 Megawatt. Die Tschechen haben es geschafft, innerhalb von zwei Jahren de facto Temelίn aufzubauen in Form von Sonnenstrom. Innerhalb von zwei Jahren! Das ist wirklich eine Leistung (Beifall bei den Grünen), mit einem wahrscheinlich überförderten, aber doch ambitionierten System. (Abg. Grillitsch: Aber Biomasse ist auch nicht schlecht!) Biomasse ist auch nicht schlecht, keine Frage.
Beifall bei den Grünen.
sagen kann, das ist ein bisschen ein nettes Beiwerk, sondern hier geht es wirklich um den Kern der Energiewende. Das sind die Anlagen der Zukunft, und die brauchen wir auch in Österreich, Herr Wirtschaftsminister! Die wollen wir auch in Österreich haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der ÖVP
Nach 25 Minuten kam die Polizei, und das Einzige, was sie bemängelt hat, war, dass der Bus falsch geparkt ist. Und die Aktivisten gehen quer durchs Rapsfeld – sehr vorsichtig, wir wollten keine einzige Rapspflanze zertreten, deswegen auch langsam (Beifall und Bravorufe bei Abgeordneten der ÖVP), darauf legen Grüne Wert –, aber die hätten bis ins Werksgelände hinein marschieren können, und das, obwohl alle Staaten rundherum sagen: Terroristische Angriffe! Dort hat man alles im Griff, das ist überhaupt kein Problem. – Und das macht mir Angst, das sage ich Ihnen ehrlich als jemand, der schon lange in diesem Bereich arbeitet. Mir war wirklich mulmig. Man kann de facto in dieses Kraftwerk hinein marschieren, und dort liegt nicht nur der Dreck von 1972 bis heute, sondern alles in einer Reaktorhalle, gemeinsam mit zwei in Betrieb befindlichen Reaktoren!
Beifall bei den Grünen.
Und dann reden die österreichischen Politiker, reden der österreichische Umweltminister und der österreichische Wirtschaftsminister über Stresstests! Österreich ist noch stolz darauf gewesen, der Umweltminister und auch Sie, Herr Minister Mitterlehner, dass das ein Erfolg für die österreichische ÖVP war, Stresstests in Europa einzuführen, statt dass man einmal ernsthaft verhandelt und sagt: Abschalten dieser Risiko-Reaktoren, Schluss mit dieser Gefährdung! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie sich aber, wie das letzte Mal, nicht trauen, mit den Grünen zu verhandeln, sondern sich wieder den billigsten Partner holen, um weiterhin dieses Stillstand mit einer Zweidrittel-Beschlussfassung einzubetonieren, dann haben Sie „Pro-Atom-Minister“ als Titel verdient. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich bei Ihren Argumenten auch mit den Fakten auseinandersetzen würden, und auf diese möchte ich jetzt zu sprechen kommen. Und wenn wir die Widersprüchlichkeiten auflösen, sind wir auch gerne bereit, mit Ihnen zu verhandeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Machen wir noch! Kein Problem!
Die Fragestellung bei der Vorlage war: Wie können wir in der Bilanz 6 Prozent an Atomenergie, die wir bis jetzt im Strombereich gehabt haben, ausgleichen? Was wir vorgelegt haben – und Sie haben keine einzige Zahl widerlegt –, ist das Ziel, von den 6 Prozent in der Bilanz, was etwa 3,1 Terrawattstunden sind, wegzukommen durch einen Ausgleich von insgesamt 7 Terrawattstunden, und zwar unter Einrechnung der Steigerung des Stromverbrauchs um 1,5 Prozent. Damit werden wir bis zum Jahr 2015 nachweisbar die Delle ausgleichen können. Und da frage ich Sie: Was spricht da dagegen? Sie haben keine einzige Zahl genannt, die dem entgegensteht. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Machen wir noch! Kein Problem!) Sie kommen noch dazu, das ist wunderbar. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Fragestellung bei der Vorlage war: Wie können wir in der Bilanz 6 Prozent an Atomenergie, die wir bis jetzt im Strombereich gehabt haben, ausgleichen? Was wir vorgelegt haben – und Sie haben keine einzige Zahl widerlegt –, ist das Ziel, von den 6 Prozent in der Bilanz, was etwa 3,1 Terrawattstunden sind, wegzukommen durch einen Ausgleich von insgesamt 7 Terrawattstunden, und zwar unter Einrechnung der Steigerung des Stromverbrauchs um 1,5 Prozent. Damit werden wir bis zum Jahr 2015 nachweisbar die Delle ausgleichen können. Und da frage ich Sie: Was spricht da dagegen? Sie haben keine einzige Zahl genannt, die dem entgegensteht. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Machen wir noch! Kein Problem!) Sie kommen noch dazu, das ist wunderbar. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek – ironisch lachend –: Mit Wind?!
Nur: Wenn der Herr Landesrat Anschober in diesem Zusammenhang sagt, der Herr Mitterlehner ist der Lobbyist der alten Technologien, dann sage ich: Ja, ich bin der Lobbyist der alten Technologien, denn wie können wir diese Delle ausgleichen? Doch vor allem mit Wasser und mit Wind! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek – ironisch lachend –: Mit Wind?!) Das sind halt einmal bekannte Technologien, die uns auch jetzt schon weitergebracht haben. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Nur: Wenn der Herr Landesrat Anschober in diesem Zusammenhang sagt, der Herr Mitterlehner ist der Lobbyist der alten Technologien, dann sage ich: Ja, ich bin der Lobbyist der alten Technologien, denn wie können wir diese Delle ausgleichen? Doch vor allem mit Wasser und mit Wind! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek – ironisch lachend –: Mit Wind?!) Das sind halt einmal bekannte Technologien, die uns auch jetzt schon weitergebracht haben. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Piesczek: Das haben wir 1995 auch schon gehabt!) Damit, meine Damen und Herren, sind wir Europameister! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 1995 haben wir das auch schon gehabt!
Ich darf Ihnen die Quelle dieser Zahl nennen. Das ist E-Control, aber die EU (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 1995 haben wir das auch schon gehabt!) Es ist doch jetzt nicht entscheidend, was wir wann gehabt haben (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sicher ist es entscheidend, was die letzten 25 Jahre passiert ist!), sondern der entscheidende Punkt ist der, dass Sie sagen, wir brauchen eine Energiewende, um tatsächlich unsere Zukunftsvorhaben erreichen zu können. Ich sage Ihnen: Wir brauchen eine Ergänzung, wir brauchen eine Verdichtung!
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sicher ist es entscheidend, was die letzten 25 Jahre passiert ist!
Ich darf Ihnen die Quelle dieser Zahl nennen. Das ist E-Control, aber die EU (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 1995 haben wir das auch schon gehabt!) Es ist doch jetzt nicht entscheidend, was wir wann gehabt haben (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sicher ist es entscheidend, was die letzten 25 Jahre passiert ist!), sondern der entscheidende Punkt ist der, dass Sie sagen, wir brauchen eine Energiewende, um tatsächlich unsere Zukunftsvorhaben erreichen zu können. Ich sage Ihnen: Wir brauchen eine Ergänzung, wir brauchen eine Verdichtung!
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der ist aber nicht im Parlament!
Wenn ich heute höre, 90 Prozent der Bevölkerung will die Energieautarkie, dann muss ich sagen: Ich will sie auch! Aber wissen Sie, Frau Glawischnig – und das sei auch dem Herrn Anschober gesagt, der ja nicht da ist (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der ist aber nicht im Parlament!) –, wie die Voest die Hochöfen betreibt, wissen Sie, mit welcher Energie? (Abg. Dr. Pirklhuber: Mit Kohle!) – Mit Koks und teilweise auch mit Gas! – Und wissen Sie, ob man das im Produktionsprozess jetzt ersetzen kann? Sind Ihnen die Arbeitsplätze völlig egal? Passen Sie auf, was Sie sagen, denn Sie gefährden damit, wenn Sie es nicht differenziert überlegen, wahrscheinlich Arbeitsplätze. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Mit Kohle!
Wenn ich heute höre, 90 Prozent der Bevölkerung will die Energieautarkie, dann muss ich sagen: Ich will sie auch! Aber wissen Sie, Frau Glawischnig – und das sei auch dem Herrn Anschober gesagt, der ja nicht da ist (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der ist aber nicht im Parlament!) –, wie die Voest die Hochöfen betreibt, wissen Sie, mit welcher Energie? (Abg. Dr. Pirklhuber: Mit Kohle!) – Mit Koks und teilweise auch mit Gas! – Und wissen Sie, ob man das im Produktionsprozess jetzt ersetzen kann? Sind Ihnen die Arbeitsplätze völlig egal? Passen Sie auf, was Sie sagen, denn Sie gefährden damit, wenn Sie es nicht differenziert überlegen, wahrscheinlich Arbeitsplätze. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn ich heute höre, 90 Prozent der Bevölkerung will die Energieautarkie, dann muss ich sagen: Ich will sie auch! Aber wissen Sie, Frau Glawischnig – und das sei auch dem Herrn Anschober gesagt, der ja nicht da ist (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der ist aber nicht im Parlament!) –, wie die Voest die Hochöfen betreibt, wissen Sie, mit welcher Energie? (Abg. Dr. Pirklhuber: Mit Kohle!) – Mit Koks und teilweise auch mit Gas! – Und wissen Sie, ob man das im Produktionsprozess jetzt ersetzen kann? Sind Ihnen die Arbeitsplätze völlig egal? Passen Sie auf, was Sie sagen, denn Sie gefährden damit, wenn Sie es nicht differenziert überlegen, wahrscheinlich Arbeitsplätze. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Kann man gerne machen!
Meine Damen und Herren, überlegen Sie jetzt einmal diese Logik: Auf der einen Seite wird beim Benzinpreis wegen jedem Cent gerufen, man muss den Preis regulieren, aber im selben Atemzug sagen Sie bei der Energie: Unbeschränkt nach oben, der Kunde will das! Ich sage Ihnen dazu: Wir machen eine Befragung, wie weit der Kunde wirklich bereit ist, das entsprechend mitzutragen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Kann man gerne machen!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wer war das?
Jetzt komme ich zu den Widersprüchlichkeiten in Ihrer Argumentation: Als wir – und manche von Ihnen, die etwas länger im Parlament sind, können sich sicher noch daran erinnern – eine Ökostromgesetz-Novelle diskutiert haben, kam die Frage: Wer zahlt das Ganze?, und die Antwort einer Abgeordneten aus Ihren Reihen lautete damals: Das kommt aus dem Budget! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wer war das?) Ich sage es Ihnen dann, ich möchte jetzt nicht politisches Kleingeld daraus schlagen.
Abg. Kopf: Wer soll das denn zahlen?
Aber dann kommen doch Bedenken – also, es kann nicht so ganz stimmen –, und da heißt es: Im Sinne der Planungssicherheit sind klare Ökostromhöchstbeitragsgrenzen für die privaten Haushalte und die Industrie festzulegen. (Abg. Kopf: Wer soll das denn zahlen?) Ja, meine Damen und Herren von den Grünen, ist das nicht so etwas wie ein Deckel?!
Beifall bei der ÖVP.
Den nächsten Widerspruch in der Logik der Argumentation schießt Herr Landesrat Anschober ab, denn er schreibt in seiner Stellungnahme: Selbstverständlich, und die Differenz zahlen wir aus dem Budget! – Wenn das Ihre Förderlogik ist, meine Damen und Herren von den Grünen, dann sind Sie meines Erachtens auf dem falschen Dampfer! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: Und deswegen fördern Sie jetzt nicht?!
Jetzt zum Nächsten: Sie sagen, wir verbauen uns Potential für die Zukunft. – Wo, in welchem Bereich, meine Damen und Herren, wird der größte Technologieweiterentwicklungssprung stattfinden? – Experten rechnen damit, dass wir in den nächsten Jahren bei Photovoltaik Netzparität erreichen werden. (Abg. Brosz: Und deswegen fördern Sie jetzt nicht?!) Jetzt sagen manche, wir müssen uns jetzt, in dieser Situation, 13 Jahre lang festlegen auf Tarife, die sieben- oder achtmal höher sind als der Marktpreis. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Tarife müssen Sie per Verordnung festlegen!) Das ist nicht nur kein Druck auf die Technologie, sondern das ist auch unwirtschaftlich! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deswegen macht man die Tarife jedes Jahr neu!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Tarife müssen Sie per Verordnung festlegen!
Jetzt zum Nächsten: Sie sagen, wir verbauen uns Potential für die Zukunft. – Wo, in welchem Bereich, meine Damen und Herren, wird der größte Technologieweiterentwicklungssprung stattfinden? – Experten rechnen damit, dass wir in den nächsten Jahren bei Photovoltaik Netzparität erreichen werden. (Abg. Brosz: Und deswegen fördern Sie jetzt nicht?!) Jetzt sagen manche, wir müssen uns jetzt, in dieser Situation, 13 Jahre lang festlegen auf Tarife, die sieben- oder achtmal höher sind als der Marktpreis. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Tarife müssen Sie per Verordnung festlegen!) Das ist nicht nur kein Druck auf die Technologie, sondern das ist auch unwirtschaftlich! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deswegen macht man die Tarife jedes Jahr neu!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deswegen macht man die Tarife jedes Jahr neu!
Jetzt zum Nächsten: Sie sagen, wir verbauen uns Potential für die Zukunft. – Wo, in welchem Bereich, meine Damen und Herren, wird der größte Technologieweiterentwicklungssprung stattfinden? – Experten rechnen damit, dass wir in den nächsten Jahren bei Photovoltaik Netzparität erreichen werden. (Abg. Brosz: Und deswegen fördern Sie jetzt nicht?!) Jetzt sagen manche, wir müssen uns jetzt, in dieser Situation, 13 Jahre lang festlegen auf Tarife, die sieben- oder achtmal höher sind als der Marktpreis. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Tarife müssen Sie per Verordnung festlegen!) Das ist nicht nur kein Druck auf die Technologie, sondern das ist auch unwirtschaftlich! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deswegen macht man die Tarife jedes Jahr neu!)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.
Damit das jetzt niemand von unseren Zusehern falsch versteht: Ich glaube auch, dass die Zukunftstechnologie die Photovoltaik sein wird. Aber sie ist noch nicht so weit, dass wir unser gesamtes Geld in diesen Sektor stecken sollten! (Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Drittens: Wir müssen auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie und Wirtschaft beachten. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Was es braucht, um aus der Atomenergie auszusteigen, ist zum einen eine politische Initiative, die weit über die Aktivitäten in Österreich hinausgeht. Die Sozialdemokratie hat da in den letzten Wochen viele Initiativen auf europäischer Ebene gesetzt. Wir haben das bei unserer Klubtagung intensiv diskutiert, und ich muss sagen: Wenn wir wollen, dass sehr viele Menschen bereit sind, einen politischen Druck zu erzeugen, um aus der Atomenergie herauszukommen, dann braucht es eine europaweite Initiative. Die haben wir gesetzt, und diese werden wir jetzt weiter vorantreiben. Ich lade alle ein, da mitzumachen und uns zu helfen, entsprechend Druck zu erzeugen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Bei euch kommt ja nichts heraus!
Ich gehe davon aus, Herr Bundesminister, bevor Sie das Angebot der Frau Klubobfrau Glawischnig annehmen, mit den Grünen zu verhandeln, dass wir zuerst einmal auf Koalitionsebene die entsprechenden Gespräche führen (Abg. Scheibner: Bei euch kommt ja nichts heraus!) und uns dann auch im Ausschuss mit diesem ganzen Themenbereich ausführlich auseinandersetzen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, der Ausbau der Ökostromproduktion beziehungsweise das Ökostromgesetz als gesetzliche Grundlage dafür ist ein guter Baustein in einer Vielzahl von Maßnahmen, die wir setzen müssen für den Ausstieg aus der Atomenergie und für eine gute Energiepolitik in Österreich. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Träumerei!
kein Atomstromimportland mehr! So gesehen ist das ein guter Vorschlag, den Mitterlehner hier als Ökostromgesetz-Novelle vorgelegt hat. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Träumerei!)
Zwischenrufe bei den Grünen
Meine sehr verehrten Damen und Herren, richtig ist aber auch, dass Ökostrom bezahlt werden muss. Und – Abgeordneter Katzian hat darauf hingewiesen – es ist nicht das Budget, wie die grüne Fraktion noch vor Kurzem vermeint hat (Zwischenrufe bei den Grünen), es ist nicht eine anonyme Größe, sondern es sind die Stromverbraucher, die das bezahlen müssen. Da gilt es, nicht überschießend, sondern maßvoll und realitätsbezogen zu handeln. Und auch das wird bei diesem Gesetzesvorschlag gemacht: Während heute der Durchschnittshaushalt in Österreich für Ökostrom rund 34 € pro Jahr bezahlt, soll er im Jahr 2015 rund 48 € pro Jahr bezahlen. Das ist angemessen, und das halte ich auch für verkraftbar und für zumutbar.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Dafür erreichen sie die Klimaziele!
Das deutsche Energieeinspeisegesetz, Frau Glawischnig, das Sie hier vorbringen, ist im Vergleich dazu immer schon zu weit überschießend gewesen. Zu viel des Guten, kann man dazu nur sagen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Dafür erreichen sie die Klimaziele!) Und die Deutschen haben jetzt alle Hände voll zu tun, um die Dinge wieder zurückzunehmen, einzufangen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deutschland erreicht sein Klimaziel!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deutschland erreicht sein Klimaziel!
Das deutsche Energieeinspeisegesetz, Frau Glawischnig, das Sie hier vorbringen, ist im Vergleich dazu immer schon zu weit überschießend gewesen. Zu viel des Guten, kann man dazu nur sagen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Dafür erreichen sie die Klimaziele!) Und die Deutschen haben jetzt alle Hände voll zu tun, um die Dinge wieder zurückzunehmen, einzufangen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deutschland erreicht sein Klimaziel!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 9 bis 10 Milliarden!
Frau Glawischnig, wissen Sie überhaupt, was die Deutschen pro Ökostrom-Kilowattsunde an Zuschlag bezahlen? – 3,5 Cent sind es bereits! Wissen Sie, was das das Land pro Jahr kostet? – 13 Milliarden €! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 9 bis 10 Milliarden!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist eine vernünftige Investition!
13 Milliarden € pro Jahr an Ökostrom-Aufwendungen: Das ist einfach zu viel des Guten! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist eine vernünftige Investition!) Oder, auf den Haushalt bezogen: 120 € oder fast das Vierfache dessen, was in Österreich zurzeit bezahlt wird.
Beifall bei der ÖVP.
Das, was wir in Österreich machen, ist angemessen, ist gut und ist vernünftig! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Also, wenn man realitätsbezogen ist, heißt das: Wer Ökostrom will, muss Wasserkraft wollen, muss auch den Wasserkraftausbau wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Diesbezüglich muss man sich schon nach Deutschland, Frankreich und zum Beispiel nach Schweden wenden: Auch dort wird die Industrie, die energieintensive Industrie in Sachen Ökostrom geschont. – Also ein Ja zu Ökostrom, aber maßvoll. Wer in Österreich Ökostrom sagt, muss dann auch Wasserkraft sagen und gleichzeitig auch ein Ja zu einer vernünftigen Entlastung der energieintensiven Industrie, denn sonst exportieren wir Arbeitsplätze, schaden dem Klima und machen das Dümmste, was in dieser Frage überhaupt möglich wäre. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Bartenstein: Vor allem in Asien!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Dr. Bartenstein, ich weiß nicht, was Sie gegen die Photovoltaik haben. Auch wir sind für den Ausbau der Wasserkraft, aber ich glaube, dass Photovoltaik wirklich eine ganz wichtige Energiequelle für die Zukunft in Österreich ist und jetzt bereits ist. Sie werden sehen, dass in diesem Bereich auch viele Arbeitsplätze in Österreich geschaffen werden. (Abg. Dr. Bartenstein: Vor allem in Asien!) – Nein, nicht vor allem in Asien. Sie wissen sehr genau, dass die Module, die in Österreich eingesetzt werden, vor allem aus Deutschland kommen und auch viele in Österreich hergestellt werden. Das sollten Sie als ehemaliger Wirtschaftsminister wissen.
Abg. Öllinger: ... Bush!
Es waren einige vom neuen amerikanischen Präsidenten Obama so begeistert. Die Grünen etwa waren ganz begeistert. Aber es stellte sich heraus, dass dieser Herr Obama keine Wende in der Energiepolitik in den USA herbeiführen konnte. Überhaupt nicht! Überhaupt nicht, meine Damen und Herren! Ein Jahr nach der Katastrophe im Golf von Mexiko werden die Ölförderrahmenbedingungen wieder erleichtert. (Abg. Öllinger: ... Bush!) – Bush, Herr Kollege Öllinger – es ist völlig egal, ob der Präsident Reagan, Bush, Obama, Mickey Mouse, Hannah Montana, Lady Gaga, Lisa
Beifall bei der FPÖ.
Simpson oder sonst irgendwie heißt: Die Energiepolitik in den USA bleibt immer die gleiche. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Warum? – Weil keine Versicherung der Welt dieses Risiko übernimmt. Und das zeigt uns schon sehr klar, wie groß das Risiko der Nutzung der Kernkraft ist und dass wir uns unbedingt von diesem Weg verabschieden müssen. Ich sehe es auch so wie Herr Dr. Bartenstein: Wir können nicht mit dem Finger auf andere Länder zeigen und dann selbst Atomstrom importieren. Das ist ein unredlicher Weg. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Abg. Neubauer: Von der ÖVP!
Da wäre eine Maßnahme gewesen – das haben wir auch hier im Haus beantragt –, dass wir bei den Bundesgebäuden beginnen. Nehmen wir doch bei den Bundesgebäuden auch Stromanbieter, die garantiert kernkraftfreien Strom liefern! Es gibt solche Anbieter in Österreich. Wir haben das im Parlament beantragt – es ist leider abgelehnt worden. (Abg. Neubauer: Von der ÖVP!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren, ja, wer die Energie beherrscht, beherrscht die Nationen. Das heißt für uns im Umkehrschluss: Wir müssen unsere Energiepolitik selbst steuern, wir müssen frei sein. Und das können wir nur dann, wenn wir energieautonom werden. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.
auch endlich wissen, wie der Energieminister dazu steht. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Bei Strom!
Sie sagen, eine Energiewende brauchen wir nicht wirklich. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Bei Strom!) Ich finde, eine Wende braucht es, wenn etwas in die falsche Richtung geht. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Bei Strom!)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Bei Strom!
Sie sagen, eine Energiewende brauchen wir nicht wirklich. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Bei Strom!) Ich finde, eine Wende braucht es, wenn etwas in die falsche Richtung geht. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Bei Strom!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Spärlicher Applaus! Das war nicht überzeugend!
Schauen wir uns die Fakten an! Wir hatten in den neunziger Jahren 70 Prozent erneuerbaren Anteil beim Strom, im Jahr 2006 57 Prozent. Das ist rückläufig und geht in die falsche Richtung. Daher braucht es eine Wende. Wenn wir 2 Prozent Stromzuwachs pro Jahr und 14 Prozent Atomstromanteil in Österreich haben, dann geht das in die falsche Richtung und dann braucht es eine Wende. Die Energiewende und der Klimawandel sind die Herausforderungen, aber auch die Chance dieses Jahrhunderts. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Spärlicher Applaus! Das war nicht überzeugend!)
Abg. Grillitsch: ...! Das war nicht nett!
Ich finde, in Österreich, wo wir so großes Potenzial und auch so tolle Betriebe hätten, um unseren Strombedarf und unseren Energiebedarf überhaupt selbst abzudecken – aus diesem großen Potenzial erwächst auch eine ganz besondere Verantwortung in Sachen Klimawandel, in Sachen Atomausstieg, die wir mit diesem Ökostromgesetz leider nicht wahrnehmen. (Abg. Grillitsch: ...! Das war nicht nett!)
Abg. Grillitsch: Das stimmt nicht!
Für die Energiewende ist das Ökostromgesetz das Herzstück. Aber so, wie Ihr Entwurf jetzt ausschaut, sieht das weiter nach Atomstromimporten aus. Das müssen Sie mir einmal erklären, wie Sie den Anteil erhöhen wollen, wenn Sie die Ökobranche blockieren! Ihr Entwurf stützt weiter das zentrale Energiesystem, das fossile Energiesystem, indem Sie die Ökobranche niederhalten und deckeln. (Abg. Grillitsch: Das stimmt nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie die Photovoltaik abtun, Herr Energieminister, dann halten Sie doch alle Leute für blöd, die sich um eine Photovoltaik-Anlage bemühen, sich anstellen und aufgrund Ihrer unzureichenden Förderungen nicht zum Zug kommen. Die Leute wollen raus aus Öl und werden von Ihnen blockiert. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Das Gesetz strotzt überhaupt vor Ungerechtigkeiten. Ich möchte einen Betrieb aus der fossilen Wirtschaft sehen – nennen Sie mir einen! –, den Sie unterstützen, der solche Planungsunsicherheiten hat, wie Sie sie der Ökobranche zumuten, dass sich etwa die Rahmenbedingungen mitten während einer Ausschreibung plötzlich ändern können und alle Planungsgrundlagen zunichte gemacht werden. Nennen Sie mir einen Ihrer fossilen Betriebe, der solche Planungsunsicherheiten akzeptieren würde! (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Es wird hier ständig mit zweierlei Maß gemessen. Ich habe keine Sorge: Wenn wir alle Kosten auf den Tisch legen, auch alle Vorteile – Deutschland hat das Ökostromgesetz immerhin 280 000 Arbeitsplätze gebracht –, dann ist ganz klar, dass sich die erneuerbaren Energien durchsetzen werden. Gerade vor dem Hintergrund der Katastrophe in Fukushima ist es mir völlig unverständlich, dass wir in Österreich, wo wir die Chance hätten, wo wir auch eine Vorreiterrolle einnehmen müssten, andere Länder beim Atomausstieg unterstützen müssten, jetzt so ein Ökostromgesetz vorgelegt bekommen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Ich biete Ihnen noch einmal Folgendes an: Ich glaube, das Ökostromgesetz braucht ein grünes Gütesiegel, um ernst genommen zu werden. Wir sind da dabei. Verhandeln Sie es mit uns! Ich denke, das würde Ihnen nicht schlecht anstehen. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und im Übrigen bin ich der Meinung, Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Grillitsch: Wer?
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Fernsehzuschauer! Ich bin ja wirklich sehr, sehr froh darüber, dass der wahre ÖVP-Obmann Erwin Pröll aus Niederösterreich ein Machtwort gesprochen hat. (Abg. Grillitsch: Wer?) Ich bin froh, dass sogar Erwin Pröll dieses Ökostromgesetz kritisiert hat. Ich bin froh, dass der Bremsklotz Nummer 1, der normalerweise alles blockiert, in dieser Frage etwas Bewegung gezeigt hat, dem Herrn Mitterlehner als tatsächlicher ÖVP-Obmann die Rute ins Fenster stellt und sagt: Mit diesem Ökostromgesetz kommen wir nicht weiter. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Fernsehzuschauer! Ich bin ja wirklich sehr, sehr froh darüber, dass der wahre ÖVP-Obmann Erwin Pröll aus Niederösterreich ein Machtwort gesprochen hat. (Abg. Grillitsch: Wer?) Ich bin froh, dass sogar Erwin Pröll dieses Ökostromgesetz kritisiert hat. Ich bin froh, dass der Bremsklotz Nummer 1, der normalerweise alles blockiert, in dieser Frage etwas Bewegung gezeigt hat, dem Herrn Mitterlehner als tatsächlicher ÖVP-Obmann die Rute ins Fenster stellt und sagt: Mit diesem Ökostromgesetz kommen wir nicht weiter. (Beifall beim BZÖ.)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Was hat das mit dem Ökostromgesetz zu tun?
Wenn Sie sich heute hier herstellen und wenn Sie ... (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Was hat das mit dem Ökostromgesetz zu tun?) – Das hat nichts damit zu tun, Herr
Abg. Grillitsch: Das ist richtig!
Deswegen, Herr Minister, wenn Sie sagen, wir sind Europameister bei den Erneuerbaren (Abg. Grillitsch: Das ist richtig!) – ich weiß nicht, was für Märchen Sie uns erzählen. Wir sind Schlusslicht! (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Widerlegen Sie es!) – Ich kann es Ihnen widerlegen. Wir sind, was die Kyoto-Ziele betrifft, absolutes Schlusslicht. Wir sind das einzige Land, das die Ziele nicht erreicht. Manche Länder übererfüllen sogar die Ziele. Wir sind ganz hinten. Wir haben unsere Ziele eben nicht erreicht.
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Widerlegen Sie es!
Deswegen, Herr Minister, wenn Sie sagen, wir sind Europameister bei den Erneuerbaren (Abg. Grillitsch: Das ist richtig!) – ich weiß nicht, was für Märchen Sie uns erzählen. Wir sind Schlusslicht! (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Widerlegen Sie es!) – Ich kann es Ihnen widerlegen. Wir sind, was die Kyoto-Ziele betrifft, absolutes Schlusslicht. Wir sind das einzige Land, das die Ziele nicht erreicht. Manche Länder übererfüllen sogar die Ziele. Wir sind ganz hinten. Wir haben unsere Ziele eben nicht erreicht.
Beifall beim BZÖ. – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Bei Strom – der Anteil!
Und wenn Sie da von einem Vorzeigeland sprechen, dann frage ich mich wirklich: Auf welchem Planeten leben Sie, Herr Minister? (Beifall beim BZÖ. – Bundesminister Dr. Mitterlehner: Bei Strom – der Anteil!)
Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der ÖVP: Falsche Rede!
Herr Minister, Sie wissen, moderne Hochöfen funktionieren mit Strom. Das sind Induktionsöfen. Die alten Öfen, das mag schon sein, funktionieren noch mit Kohle oder sonstigen fossilen Energieträgern. Aber auch hier kann man auf Biomasse umrüsten. Auch das ist möglich und das wurde auch schon weltweit gemacht. Also bitte, erzählen Sie mir nicht, dass die Voest zusammenbrechen würde, würden wir auf Erneuerbare umsteigen! (Beifall beim BZÖ. – Ruf bei der ÖVP: Falsche Rede!)
Abg. Grillitsch: Den haben wir!
Und ich kann Ihnen sagen, die Antwort ist einfach: Wir wollen einen ordentlichen Energieminister, der die richtigen Weichen stellt. (Abg. Grillitsch: Den haben wir!) Nur das macht Sinn. Und das wollen wir. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und ich kann Ihnen sagen, die Antwort ist einfach: Wir wollen einen ordentlichen Energieminister, der die richtigen Weichen stellt. (Abg. Grillitsch: Den haben wir!) Nur das macht Sinn. Und das wollen wir. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen
Wenn ich mir den derzeitigen Entwurf ansehe, wonach die Haushalte und das Kleingewerbe mit 72 Prozent der Förderkosten belastet werden bei gleichzeitig nur 47 Prozent des Energieverbrauchs, des Stromverbrauchs (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), dann, muss ich sagen, ist das eine Schieflage. Ich denke, dass wir da noch sehr viel werden diskutieren müssen, bis wir von eben diesem Entwurf zu dem notwendigen Ziel kommen. Sehr viele Argumente der Kritiker sind gut und sollten gehört werden. Ich hoffe, dass wir bald zu einem tragfähigen und vor allem zukunftsfähigen Ökostromgesetz kommen können. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich mir den derzeitigen Entwurf ansehe, wonach die Haushalte und das Kleingewerbe mit 72 Prozent der Förderkosten belastet werden bei gleichzeitig nur 47 Prozent des Energieverbrauchs, des Stromverbrauchs (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen), dann, muss ich sagen, ist das eine Schieflage. Ich denke, dass wir da noch sehr viel werden diskutieren müssen, bis wir von eben diesem Entwurf zu dem notwendigen Ziel kommen. Sehr viele Argumente der Kritiker sind gut und sollten gehört werden. Ich hoffe, dass wir bald zu einem tragfähigen und vor allem zukunftsfähigen Ökostromgesetz kommen können. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
wichtig!, sind doch in Wirklichkeit diejenigen, die bei Teilbereichen immer gebremst haben. Jetzt liegt ein Gesetz auf dem Tisch; es ist noch nicht fertig, deshalb ist es auch in Begutachtung gegangen. Ich bedanke mich bei allen, die ihre guten Ideen einbringen. Die Diskussion läuft ja schon in vollem Ausmaß, und ich weiß auch – und dafür bedanke ich mich –, dass einiges davon bereits in sicherer Umsetzung ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ihr habt doch gesagt die Wasserkraft!
Wir wissen ganz genau: Die größte Energiequelle in Österreich ist die Biomasse. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ihr habt doch gesagt die Wasserkraft!) All jene, die von rohstoffgetriebenen Systemen reden, sollten wissen, dass an der gesamtösterreichischen Energiebereitstellung im Inland zunächst einmal die Biomasse den größten Anteil hat. Ähnlich hoch ist der Inlandsanteil von Wasserkraft. Beim Strom schaut es anders aus, denn beim Strom ist die Wasserkraft die primäre Energiequelle.
Demonstrativer Beifall und Bravoruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Wir haben aber gelernt, andere Wege zu finden. Einer davon ist Biogas, einer davon ist Wind, einer davon ist Holzverstromung. (Demonstrativer Beifall und Bravoruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Wenn wir uns das anschauen, dann sehen wir, dass das sehr viel Strom bringt. Daneben gibt es noch etwas, und das wünschen sich die Bürger – meine Wähler wollen das –, nämlich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. (Rufe bei der FPÖ: Das wollen andere auch! – Abg. Dr. Rosenkranz: In Dürnstein darf man das nicht!)
Rufe bei der FPÖ: Das wollen andere auch! – Abg. Dr. Rosenkranz: In Dürnstein darf man das nicht!
Wir haben aber gelernt, andere Wege zu finden. Einer davon ist Biogas, einer davon ist Wind, einer davon ist Holzverstromung. (Demonstrativer Beifall und Bravoruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Wenn wir uns das anschauen, dann sehen wir, dass das sehr viel Strom bringt. Daneben gibt es noch etwas, und das wünschen sich die Bürger – meine Wähler wollen das –, nämlich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. (Rufe bei der FPÖ: Das wollen andere auch! – Abg. Dr. Rosenkranz: In Dürnstein darf man das nicht!)
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das ist ein gutes Thema, denn das gibt uns die Möglichkeit, darüber zu diskutieren, wie wir die unterschiedlichen Energiebereitstellungswege auch wirklich im Gesetz verankern. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es wird solche geben, die sehr rasch Produktion bringen. Es wird andere geben, die den Menschen das Gefühl der Eigenständigkeit geben, und es wird unterschiedliche Instrumente dafür geben, das zu bekommen und auch zu finanzieren. Diese Diskussion führen wir. Es sind sicherlich auch noch einige Fragen zu klären, aber – sollte jemand ein Problem damit haben – dazu sind wir ja da: dass wir die Dinge ausreden. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Das ist ein gutes Thema, denn das gibt uns die Möglichkeit, darüber zu diskutieren, wie wir die unterschiedlichen Energiebereitstellungswege auch wirklich im Gesetz verankern. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es wird solche geben, die sehr rasch Produktion bringen. Es wird andere geben, die den Menschen das Gefühl der Eigenständigkeit geben, und es wird unterschiedliche Instrumente dafür geben, das zu bekommen und auch zu finanzieren. Diese Diskussion führen wir. Es sind sicherlich auch noch einige Fragen zu klären, aber – sollte jemand ein Problem damit haben – dazu sind wir ja da: dass wir die Dinge ausreden. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Das stimmt ja gar nicht!
verzögern und in Wirklichkeit die totale Umstellung auf die neuen Energiewege unmöglich machen sollen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Das stimmt ja gar nicht!) Wir wären dankbar, wenn Sie endlich Ideen brächten und eine gewisse Flexibilität zeigen würden, die Sie von anderen so gerne einfordern.
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren, der Weg ist gut, die Diskussion ist lebhaft. Ein paar Probleme sind schon in Arbeit. Gerade in der Frage Biogas haben wir einige harte Nüsse zu knacken, aber da weiß ich, dass wir sie lösen werden, weil dafür einiges notwendig ist, das ganz tief in die Existenz vieler hineingeht. In der Frage der Bereitstellung für die Zukunft wird es gute Antworten geben, und in der Frage der Finanzierung wird Bewegung notwendig sein. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Ein Punkt ist wesentlich: Effizienz muss sein, aber dazu gehört eine Energiestrategie, damit wir das gemeinsam tun. Ich lade das ganze Haus, auch den Koalitionspartner, dazu ein, dass wir das miteinander angehen. – Danke, meine Damen und Herren, das wird eine gute Diskussion! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Noch einmal zu den Grünen, weil sie immer sagen, sie seien so viel unterwegs in Sachen erneuerbare Energie. – Ich war vor zirka eineinhalb Jahren, im Herbst 2009, in Sand in Taufers; das ist eine energieautarke Gemeinde ähnlich der Gemeinde Güssing im Burgenland. Dort hat ein dreitägiger Energiegipfel stattgefunden, bei dem es nicht nur um Photovoltaik und um Windkraft gegangen ist, sondern generell um alles, auch um Einsparungspotenziale in der Energieeffizienz. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Beifall bei der FPÖ
Wissen Sie, wer dazu eingeladen hat? – Eingeladen nach Sand in Taufers hat der Österreichische Biomasse-Verband, und es waren auch alle Parlamentsfraktionen eingeladen, aber – und das ist das Interessante an dieser Sache – der Einzige von uns, der dort anwesend war, war ich (Beifall bei der FPÖ), weil ich mich dafür schon seit Jahren interessiere, weil ich meine, dass dadurch natürlich nicht nur in der Technologie, sondern generell für die Wirtschaft unheimlich viele Chancen entstehen wür
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Sie haben richtigerweise erwähnt, Frau Kollegin Brunner, in Deutschland hat man in der Zwischenzeit festgestellt, dass nicht 280 000 zusätzliche, neue Arbeitsplätze entstanden sind, sondern man redet bereits von 350 000 bis 400 000. – Das ist das, was ich Herrn Wirtschaftsminister Mitterlehner eigentlich vorwerfe: dass man dieses neue Ökostromgesetz nicht dazu nutzt, wirklich einmal auch für die Wirtschaft zukunftsweisende Schritte zu setzen und damit auch dem österreichischen Arbeitsmarkt neue, zusätzliche Impulse zu geben. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Das einzig Positive an diesem Gesetz, Herr Bundesminister, ist, dass Sie es allein nicht beschließen können. Sie werden eine unheimliche Kraftanstrengung brauchen, um eine der Oppositionsparteien hier davon zu überzeugen, mitzustimmen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Das ist die große Hoffnung, die ich habe. Ich glaube, Herr Bundesminister, bei ein wenig Kraftanstrengung – und das traue ich Ihnen auch zu – werden Sie das schaffen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das einzig Positive an diesem Gesetz, Herr Bundesminister, ist, dass Sie es allein nicht beschließen können. Sie werden eine unheimliche Kraftanstrengung brauchen, um eine der Oppositionsparteien hier davon zu überzeugen, mitzustimmen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Das ist die große Hoffnung, die ich habe. Ich glaube, Herr Bundesminister, bei ein wenig Kraftanstrengung – und das traue ich Ihnen auch zu – werden Sie das schaffen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.
Ich finde das tragisch und dramatisch, wie Sie die Probleme verniedlichen, als ob ohnehin schon alles quasi in der Energiewende drinnen wäre. Woher kommen denn dann diese Rückstaueffekte, die wir im Bereich der Windkraftbetreiber haben? Woher kommen die Rückstaueffekte im Bereich derer, die Photovoltaikanlagen bauen wollen? (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.) – Jetzt meint der Minister, vielleicht sind die Förderungen zu hoch. Das ist wieder typisch! (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Ja, möglich!) Wie wollen Sie erreichen – und das ist doch das Ziel –, dass wir möglichst in wenigen Jahren, längstens bis zum Jahr 2015, wegkommen von den Atomstromimporten und bis zum Jahr 2020 vollständig auf erneuerbare Energie umgestellt haben? Darum geht es – und da sagen Sie, es wird vielleicht zu viel gefördert! Ich habe Ihnen gerade eben erst vorgerechnet, dass die Kostenkalkulation in Wirklichkeit ganz anders läuft. Wenn Sie endlich einmal bereit wären, die Kyoto-Strafzahlungen einzukalkulieren, dann stimmte die Rechnung schon überhaupt nicht mehr. Das ist genau das Versäumnis dieser Bundesregierung.
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Ja, möglich!
Ich finde das tragisch und dramatisch, wie Sie die Probleme verniedlichen, als ob ohnehin schon alles quasi in der Energiewende drinnen wäre. Woher kommen denn dann diese Rückstaueffekte, die wir im Bereich der Windkraftbetreiber haben? Woher kommen die Rückstaueffekte im Bereich derer, die Photovoltaikanlagen bauen wollen? (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Mitterlehner.) – Jetzt meint der Minister, vielleicht sind die Förderungen zu hoch. Das ist wieder typisch! (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Ja, möglich!) Wie wollen Sie erreichen – und das ist doch das Ziel –, dass wir möglichst in wenigen Jahren, längstens bis zum Jahr 2015, wegkommen von den Atomstromimporten und bis zum Jahr 2020 vollständig auf erneuerbare Energie umgestellt haben? Darum geht es – und da sagen Sie, es wird vielleicht zu viel gefördert! Ich habe Ihnen gerade eben erst vorgerechnet, dass die Kostenkalkulation in Wirklichkeit ganz anders läuft. Wenn Sie endlich einmal bereit wären, die Kyoto-Strafzahlungen einzukalkulieren, dann stimmte die Rechnung schon überhaupt nicht mehr. Das ist genau das Versäumnis dieser Bundesregierung.
Abg. Dr. Rosenkranz: Geh, geh, geh! Da redet der Richtige!
Jetzt zur Fragestellung, was man noch herausholen und was man noch retten kann. Einer meiner Vorredner hat angekündigt, dass sich SPÖ und ÖVP in die nächste Verhandlungsrunde begeben. Das ist eine mittelmäßige Drohung. Aber Gott sei Dank ist das ja auch eine sogenannte Zweidrittelmaterie. „Zweidrittelmaterie“ heißt, dass mindestens eine weitere Partei wird zustimmen müssen, damit Sie überhaupt etwas auf die Reise bekommen. Und diesmal wird es hoffentlich nicht so sein, dass es die FPÖ am Ende wieder allzu billig gibt und umfällt und somit ein Ökostromgesetz herauskommt (Abg. Dr. Rosenkranz: Geh, geh, geh! Da redet der Richtige!), das genau zu diesen Zuständen führt, die Sie jetzt alle großzügig bejammert haben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Wir werden uns natürlich den Verhandlungen nicht verschließen, sondern ganz im Gegenteil! Das Verhandlungsangebot steht, die Hand ist ausgestreckt. Aber ich sage Ihnen schon, es muss ein Ökostromgesetz auf den Tisch, und das muss eines werden, das die Ziele – Atomstromimport-frei im Jahr 2015 und Umstellen auf Erneuerbare im Jahr 2020, und zwar zu 100 Prozent, weil das möglich ist – auch wirklich anvisiert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.)
Beifall bei den Grünen.
Die Bevölkerung kann sich natürlich auf eines verlassen: Wenn die Grünen bei solch einem Gesetz mit verhandeln, wenn sie die entsprechenden Punkte darin unterbringen, dann ist das auch ein Gesetz, das dieses Gütesiegel verdient. Dann können wir das erste Mal wirklich von einem Ökostromgesetz reden, anstatt von einem Gesetz, das in Wirklichkeit und indirekt die Atomstromimporte weiterhin begünstigt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ökostromgesetz statt Ökotodgesetz – ein grünes Gütesiegel für ein Regierungsgesetz, das wird das Einzige sein, das die Sache noch rettet. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und Grünen.
Auch die Jugend setzt zunehmend auf zwei wichtige Themen. Das eine Thema ist das Thema Bildung und Wissenschaft und das zweite Thema ist das Thema Nachhaltigkeit, Umwelt, erneuerbare Energie, liebe Kollegen von der ÖVP. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.
Frau Kollegin Glawischnig, da bin ich auch schon bei Ihnen. Letzte Woche fand auf höchster parlamentarischer Ebene in Kroatien ein Treffen mit dem Parlamentspräsidenten statt. Kollege Grosz war für die Steiermark dabei. Da ging es um Krško. Da wurde mit dem Parlamentspräsidenten auch darüber diskutiert, das Kraftwerk letztlich zuzusperren, weil es auf einer Erdbebenlinie gelegen ist und weil das unmittelbar auch die Nachbarländer bedroht. Und wer war nicht dabei? – Es waren die Grünen nicht dabei, Kollegin Moser war nicht dabei. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist die Anti-Atom-Politik der Grünen: Die findet statt in der „Kronen Zeitung“, in der „ZiB 1“ und in der „ZiB 2“, und das war es dann auch schon. Aber wenn Sie glaubwürdig sein wollen, dann müssen Sie bei diesen Dingen auch mittun und mitmachen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich habe in den letzten Wochen sehr viel mit den Interessenvertretern der Biomasse, der Windkraft, der Kleinwasserkraftwerke, der Photovoltaik, dem bundesweiten Verband Erneuerbare Energie Österreich gesprochen, und die sagen alle durch die Bank, auch innerhalb der ÖVP, dieses Ökostromgesetz ist kein Fördergesetz, es ist ein Verhinderungsgesetz von Ökostrom. Und da muss man noch viel tun. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Neuer Parteiobmann Treichl!
Wissen Sie, meine Kollegen von der ÖVP, wenn Sie einerseits Energieautarkie inserieren – nämlich der Herr Umweltminister, der heute nicht hier ist –, und andererseits der Wirtschaftsflügel – die ÖVP hat da offenbar einen neuen Sprecher – uns durch Herrn Mitterlehner ausrichten lässt: Wir brauchen keine Energiewende! Na, selbstverständlich! (Abg. Mag. Stadler: Neuer Parteiobmann Treichl!) Ja, Stichwort Treichl. Wenn also die Treichl-Partei – mittlerweile wird er offenbar Sprecher dieser Partei –, uns ausrichten lässt, es braucht keine Energiewende, dann frage ich mich schon – wir haben das Glück, den Segen der Wasserkraft in Österreich, aber es gibt viele andere Punkte in der erneuerbaren Energie, wo wir investieren müssen –: Wer hat das Sagen? Ist es die Veit-Sorger-Treichl-Fraktion mit Mitterlehner, ist es die Rest-ÖVP unter Spindelegger oder ist es das gallische Dorf, die Rest-ÖVP von Niederösterreich unter Erwin Pröll? Ich weiß es nicht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wissen Sie, meine Kollegen von der ÖVP, wenn Sie einerseits Energieautarkie inserieren – nämlich der Herr Umweltminister, der heute nicht hier ist –, und andererseits der Wirtschaftsflügel – die ÖVP hat da offenbar einen neuen Sprecher – uns durch Herrn Mitterlehner ausrichten lässt: Wir brauchen keine Energiewende! Na, selbstverständlich! (Abg. Mag. Stadler: Neuer Parteiobmann Treichl!) Ja, Stichwort Treichl. Wenn also die Treichl-Partei – mittlerweile wird er offenbar Sprecher dieser Partei –, uns ausrichten lässt, es braucht keine Energiewende, dann frage ich mich schon – wir haben das Glück, den Segen der Wasserkraft in Österreich, aber es gibt viele andere Punkte in der erneuerbaren Energie, wo wir investieren müssen –: Wer hat das Sagen? Ist es die Veit-Sorger-Treichl-Fraktion mit Mitterlehner, ist es die Rest-ÖVP unter Spindelegger oder ist es das gallische Dorf, die Rest-ÖVP von Niederösterreich unter Erwin Pröll? Ich weiß es nicht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dasselbe gilt im Übrigen auch für die gesamten Landesgesellschaften. Wann ist Herr Pühringer bereit, die 160 Millionen € operatives Ergebnis der Energie AG nicht ins Land hineinzustecken, um das Budgetloch zu stopfen, sondern für erneuerbare Energie zu verwenden? Dasselbe gilt für Pröll bei der EVN oder auch für Wienstrom bei Häupl. Also nicht dort hohe Gagen subventionieren, Postenschacher betreiben und das Budgetdefizit abdecken, sondern Überschüsse aus diesen Betrieben hineinstecken in erneuerbare Energie. Das wäre Ehrlichkeit! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber ich komme auch zurück zu den Grünen. Sie sind es, die Stromleitungen verhindern, sie sind es, die Pumpspeicherkraftwerke verhindern, sie sind es, die bei Treffen nicht dabei sind. Ich sage Ihnen eines ganz klar: Brechen wir ein Tabu, reden wir über Hainburg! Ich sage nicht, dass wir es bauen müssen, aber reden wir über Hainburg, ob das ein wichtiger, richtiger Schritt wäre, Österreich wieder vorwärtszubringen. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich staune nur, wenn ich das lese. Hätten wir das als Freiheitliche behauptet, wäre wahrscheinlich schon die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen und hätte wegen Verhetzung untersucht. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Schwentner. – Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist eine unangenehme Wahrheit!
(Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Schwentner. – Abg. Dr. Rosenkranz: Das ist eine unangenehme Wahrheit!) Ist das jetzt in Zukunft so, Frau Kollegin? Das ist ja offensichtlich, das steht ja hier wörtlich drinnen. Wissen Sie, Frau Kollegin, ich habe mir die Mühe gemacht, diesen Bericht mit nach vorne zu nehmen, damit ich nicht falsch zitiere, sondern damit ich es herauslese, und es steht hier wörtlich so. Das heißt, die Hebammen sind die Integrationsschnittstellen im Gesundheitsbereich. Das ist es genau, denn offensichtlich geht man ja davon aus, dass Säuglinge von Müttern mit Migrationshintergrund oder mit ausländischer Staatsbürgerschaft andere Bedürfnisse haben, andere Schreie haben. Vielleicht sollten die gleich übersetzt werden. – Ich sage Ihnen, wir von den Freiheitlichen sehen das ganz anders.
Beifall bei der FPÖ.
Wir sehen das anders. Wir wollen nicht, dass es in den öffentlichen Krankenhäusern eine Sonderbehandlung gibt aufgrund kultureller oder sprachlicher Hintergründe. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn jemand eine Sonderbehandlung wünscht, dann hat er sie privat zu bezahlen. Das kann es doch nicht sein! Und es kann nicht sein, dass man sich permanent an den Ausländern orientiert und dass unsere eigenen Gepflogenheiten hintangestellt werden! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abg. Mag. Korun.
Jetzt sage ich Ihnen noch ein Beispiel. In einer niederösterreichischen Klinik lag ein junger querschnittgelähmter Muslim. Dessen Vater hatte wirklich die Schneid, von den Krankenschwestern zu verlangen, dass sie genau Auskunft darüber geben, wann sie ihre Menstruation haben, denn an diesen Tagen hätte der junge Mann von den Krankenschwestern nicht angegriffen werden sollen. Das sind Auswüchse, die mit genau solchen Forderungen auch noch unterstützt werden! Dieser junge Mann sollte dankbar sein, dass er in einem österreichischen Krankenhaus behandelt wird, und zwar eine Topbehandlung bekommt. (Zwischenrufe der Abg. Mag. Korun.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Kollegin Korun, Sie können sich gerne hier herausstellen, Sie können gerne hier etwas dazu sagen. (Beifall bei der FPÖ.) Aber, Frau Kollegin Korun, Sie sind ein Beispiel, Sie haben in Österreich studieren dürfen, Sie haben es geschafft, einen sozialen Aufstieg zu haben. Sie haben alles bekommen von dieser Republik und schimpfen jedes Mal, wie schlecht alles ist. (Abg. Mag. Korun: Das ist falsch!) Sie sollten sich da ein bisschen zurückhalten! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Korun: Das ist falsch, was Sie da behaupten!)
Abg. Mag. Korun: Das ist falsch!
Frau Kollegin Korun, Sie können sich gerne hier herausstellen, Sie können gerne hier etwas dazu sagen. (Beifall bei der FPÖ.) Aber, Frau Kollegin Korun, Sie sind ein Beispiel, Sie haben in Österreich studieren dürfen, Sie haben es geschafft, einen sozialen Aufstieg zu haben. Sie haben alles bekommen von dieser Republik und schimpfen jedes Mal, wie schlecht alles ist. (Abg. Mag. Korun: Das ist falsch!) Sie sollten sich da ein bisschen zurückhalten! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Korun: Das ist falsch, was Sie da behaupten!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Korun: Das ist falsch, was Sie da behaupten!
Frau Kollegin Korun, Sie können sich gerne hier herausstellen, Sie können gerne hier etwas dazu sagen. (Beifall bei der FPÖ.) Aber, Frau Kollegin Korun, Sie sind ein Beispiel, Sie haben in Österreich studieren dürfen, Sie haben es geschafft, einen sozialen Aufstieg zu haben. Sie haben alles bekommen von dieser Republik und schimpfen jedes Mal, wie schlecht alles ist. (Abg. Mag. Korun: Das ist falsch!) Sie sollten sich da ein bisschen zurückhalten! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Korun: Das ist falsch, was Sie da behaupten!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir fordern die Integration und die Anpassung der Patientinnen und Patienten – egal, ob Männer oder Frauen – in den österreichischen Krankenhäusern. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Endlich!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Bundesministerin! Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein, wissen Sie, was im Busch ist? – Dass wir hier das erste Mal im Parlament einen Frauengesundheitsbericht diskutieren, und das ist gut so! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Strutz: Endlich!) Endlich, ja. Sie hätten die Möglichkeit gehabt 2005. Jetzt diskutieren wir im Jahr 2011 das erste Mal auf Antrag der SPÖ. Nicht Sie haben ihn gestellt, wir haben diesen Antrag auf Diskussion im Plenum gestellt, und ich bin froh, dass wir hier darüber diskutieren können, dass die Medienöffentlichkeit diese Diskussion miterleben kann und dass das spezielle Problem, das zwischen Frauen und Männern auch im Bereich der Gesundheit auftritt, hier untersucht wird.
Abg. Grosz: Es gibt aber mehr Frauen, die die Männer überleben, als umgekehrt!
Es haben die verschiedenen ExpertInnen auf unterschiedliche Bereiche hingewiesen, hingewiesen auf Unterschiedlichkeiten wie zum Beispiel, dass die Todesursache Nummer eins bei Frauen und Männern die Herz- und Kreislauferkrankungen sind, dass aber andererseits die Symptome sich anders darstellen, dass zum Beispiel bei Frauen ein Herzinfarkt eher zehn Jahre später auftritt, dass Frauen aber, wenn sie in früheren Jahren einen Herzinfarkt erleiden, eher daran sterben, und, und, und. All das sind Diagnosen, all dies sind Merkmale, die man sich genau anschauen muss, um in diesem Bereich zu helfen. (Abg. Grosz: Es gibt aber mehr Frauen, die die Männer überleben, als umgekehrt!) Es gibt mehr Frauen, die die Männer überleben, auch das stimmt, nur hat sich die unterschiedliche Lebenserwartung angeglichen, Herr Kollege Grosz. Das kommt natürlich auch auf das Gesundheitskonzept an, wenn ich das so sagen darf, Herr Abgeordneter Grosz. Frauen leben oft gesünder, gehen nicht so viel aus, betreiben nicht so gefährliche Sportarten et cetera. Damit ist auch eine Erklärung gegeben, warum Frauen zwar älter werden, aber sich, wie gesagt, das Alter zwischen den Geschlechtern angleicht.
Beifall bei der SPÖ.
Das ist ein Ansatz, der auch in diesem Gesundheitsbericht nachzulesen ist, neben all dem anderen. Es ist ein wichtiges Nachschlagewerk, es gibt wichtige Handlungsanleitungen. Der Lehrstuhl für Gender Medicine ist ein wichtiger Ansatz, um hier auch weiterzukommen. Ich bin froh, dass wir hier darüber vernünftig, sachlich und ordentlich diskutieren. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist zunächst einmal die Brustkrebsvorsorge. Brustkrebs ist weiterhin eine große Bedrohung für Frauen. Als Tiroler Abgeordnete möchte ich natürlich darauf hinweisen, dass Tirol das erste Bundesland ist, das flächendeckend Brustkrebsvorsorge im ganzen Landesgebiet umgesetzt hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Schwentner: Das sagen Sie!
schen Scheuklappe gemacht werden (Abg. Mag. Schwentner: Das sagen Sie!), was in diesem Punkt nicht der Fall ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
schen Scheuklappe gemacht werden (Abg. Mag. Schwentner: Das sagen Sie!), was in diesem Punkt nicht der Fall ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abschließend möchte ich auf Bruno Kreisky verweisen, der bei der Einführung der Fristenlösung umfangreiche begleitende Maßnahmen versprochen hat. Genau diese Maßnahmen sind 40 Jahre nach Einführung der Fristenlösung noch immer nicht umgesetzt. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Ja, richtig!
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frauen sind keine „kleineren Männer“. (Abg. Mag. Wurm: Ja, richtig!) Frauen haben einen Anspruch auf eine geschlechterspezifische, geschlechtergerechte und geschlechtersensible Sichtweise der Gesundheit und damit Anspruch auf eine entsprechende Diagnostik, Therapie, Prävention, Rehabilitation, die ihnen als Frauen zustehen, so wie Männern auch.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es gibt aber auch nicht den Nachweis des Gegenteils, sage ich jetzt auch einmal dazu. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schwentner: Wer sagt das?
Wenn wir beginnen, diese Untersuchungen erst ab 50 Jahren zu bezahlen, sie auch zuzulassen (Abg. Mag. Schwentner: Wer sagt das?), dann ist das ein Rückschritt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir beginnen, diese Untersuchungen erst ab 50 Jahren zu bezahlen, sie auch zuzulassen (Abg. Mag. Schwentner: Wer sagt das?), dann ist das ein Rückschritt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Oberhauser: Aber das gibt es ja weiter!
Bisher konnten Frauen ab 30 – das ist bundesländerweise unterschiedlich geregelt – diese Untersuchung sehr wohl kostenfrei vornehmen lassen. (Abg. Dr. Oberhauser: Aber das gibt es ja weiter!) Bisher war es so, dass der Hausarzt in seiner großen Verantwortung, aber auch der Gynäkologe die Frauen zur Untersuchung geschickt hat. Jetzt spricht man da von opportunistischem und nicht qualitätsgesichertem Screening.
Beifall bei der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren, ich sorge mich mittlerweile, weil nicht vorgesorgt wird, so wie wir das für die Frauen in unserem Lande brauchen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Zanger steht bei Abg. Amon und spricht mit diesem.
Meine Damen und Herren, vergangene Woche hat WIFO-Chef Aiginger gesagt, die Österreicherinnen und Österreicher nehmen zehn Jahre früher die Reparaturmedizin in Anspruch, das heißt, sie brauchen ihre Kuren und entsprechende medizinische Betreuung schon zehn Jahre früher als die BürgerInnen in vergleichbaren anderen Ländern in Europa. – Das heißt für mich, es ist das Gebot der Stunde, die Vorsorge auszubauen und nicht abzubauen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Zanger steht bei Abg. Amon und spricht mit diesem.)
Abg. Zanger begibt sich zu seinem Sitzplatz.
Präsident Fritz Neugebauer: Darf ich den Herrn Kollegen bitten, den Rednerinnen und Rednern nicht den Rücken zuzuwenden! (Abg. Zanger begibt sich zu seinem Sitzplatz.) – Danke.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir haben heute in der Bundesregierung zwei entscheidende Verbesserungen auch für Frauen umgesetzt. Erstens: Ich konnte heute dem Nationalrat eine Gesetzesnovelle übermitteln – die Bundesregierung hat sie beschlossen –, in der es darum geht, das Wartezeitenmanagement in allen österreichischen Krankenanstalten einzuführen. Das bedeutet, dass den Frauen transparent, sichtbar gemacht wird, wann sie zu einer Operation kommen können, und dass damit auch erstmals sichergestellt wird, dass eine Zwei-Klassen-Medizin nicht mehr möglich ist. Das stärkt insbesondere die davon immer wieder betroffenen Frauen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
sage hier laut und deutlich: Wir wollen das Brustkrebs-Screening für Frauen über 50 beziehungsweise 45 Jahre einführen. Da werden sie eingeladen, das ist ein Screening-Programm. Darüber hinaus bleibt das bestehen, was schon bisher bestanden hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: 140 Jahre haben wir gebraucht!
Insgesamt ist das ein neuer Blick auch auf die Geschlechter-Sensibilität, und ich kann Ihnen hier berichten, dass ich in meinem Ministerium nach 140 Jahren erstmals eine Frau in die leitende Funktion der Sektion III bestellt habe, die dort unter anderem eine besondere Aufgabe hat, nämlich das Geschlecht der Frau in der Gesundheitsversorgung besonders zu berücksichtigen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: 140 Jahre haben wir gebraucht!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Herr Minister! Das ist ein Wahnsinnsplan, der nach Expertenmeinungen ungefähr 500 bis 600 Frauen das Leben kosten kann. (Bundesminister Stöger: Na geh!) Es stellt eine besondere Chuzpe dar, wenn Sie anlässlich des eben stattgefundenen 100. Frauentages Untersuchungen kürzen, die zahlreichen Frauen das Leben retten könnten. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Oberhauser.
Wissen Sie, was das für diese Frauen bedeutet? Ein Recall bedeutet für die betroffenen Frauen, dass die Angst, die Todesangst ihr Lebensbegleiter ist in der Phase dieses Recall-Intervalls. Können Sie sich in die Psyche dieser Frauen versetzen? Wollen Sie das verantworten? Ist das notwendig? – Ich sage: Nein! Es ist zynisch und frauenverachtend, wenn man das in Kauf nimmt! (Zwischenruf der Abg. Dr. Oberhauser.) Gerade von Ärztinnen in der Politik, Frau Kollegin, und von Frauenpolitikerinnen erwarte ich mir einen Aufschrei der Empörung, aber der bleibt bis heute seltsamerweise hier aus! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wissen Sie, was das für diese Frauen bedeutet? Ein Recall bedeutet für die betroffenen Frauen, dass die Angst, die Todesangst ihr Lebensbegleiter ist in der Phase dieses Recall-Intervalls. Können Sie sich in die Psyche dieser Frauen versetzen? Wollen Sie das verantworten? Ist das notwendig? – Ich sage: Nein! Es ist zynisch und frauenverachtend, wenn man das in Kauf nimmt! (Zwischenruf der Abg. Dr. Oberhauser.) Gerade von Ärztinnen in der Politik, Frau Kollegin, und von Frauenpolitikerinnen erwarte ich mir einen Aufschrei der Empörung, aber der bleibt bis heute seltsamerweise hier aus! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zuletzt sage ich Ihnen: Das ist sittenwidrig, ein Anschlag auf die Frauengesundheit. Es regiert nicht die Medizin, es regiert nicht die Ethik oder die Menschlichkeit – nein, hier regiert der Rotstift. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Minister! Hohes Haus! Frau Kolleginnen von der FPÖ, zeigen Sie mir den ideologiefreien Raum, in dem Sie sich bewegen! Vor lauter polemischen Kapriolen schaffen Sie es offensichtlich nicht einmal, diese 600 Seiten so durchzulesen, dass Sie einmal Ihre Ideologie draußen lassen und sich dem Ganzen wertfrei annähern. Das würde ich mir nämlich wünschen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wie Sie alle mittlerweile aus den verschiedenen Ausschüssen wissen, gibt es eine unterschiedliche Anerkennung von Berufskrankheiten nach dem ASVG und nach dieser berühmten Liste, die es da gibt, für Frauen und Männer. Es ist zum Beispiel so, dass ein Wirbelsäulenschaden dann anerkannt ist, wenn er von einem Presslufthammer her stammt, also von einer richtigen männlichen Arbeit. Wenn es aber einer Frau passiert, dass sie einen enormen Schaden im Stützapparat, in der Wirbelsäule hat, nämlich durch ihre Tätigkeit in der Altenpflege oder in einer anderen Form der Pflege, weil sie permanent alte Menschen heraus- und in das Bett hineinhebt und ihre Wirbelsäule dabei enorm belastet wird, dann wird das nicht als Berufskrankheit anerkannt. Das ist eine massive Ungleichbehandlung, und dem sollte dringend etwas entgegengesetzt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
sprechender Antrag auf Erstellung einer Studie ist bis jetzt noch nicht angenommen worden. Ich halte sie für notwendig. Ich halte es für wichtig, da genau hinzuschauen, weil Frauen ganz offenkundig mehr davon betroffen sind. Frau Ministerin, Sie haben es auch im Ausschuss zum Frauengesundheitsbericht so gesagt, dass man genau hinschauen muss, was die Frauenmehrfachbelastung anbelangt. Es ist schön, dass Sie das diagnostizieren, es wäre aber auch schön, wenn Sie dazusagen würden, was Sie politisch an Maßnahmen dazu vorhaben. Das würde ich mir von Ihnen erwarten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
ist wichtig, die Prävention muss stattfinden, denn es ist billiger, gesund zu bleiben, als gesund zu werden, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! So werden Sie die Probleme der Österreicherinnen und Österreicher nicht lösen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir vom BZÖ sind die Zukunftspartei, wir sind die Zukunftspartei Österreichs! Wir haben klare Vorschläge, klare Konzepte und klare Lösungen, und wir werden diese auch weiterhin haben und weiterhin für die österreichische Bevölkerung im besten Sinne arbeiten. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist der Kollege Ikrath!
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin, Sie haben gesagt, die ÖVP plane eine neue Partei. Ich kann mich ganz dumpf erinnern, ich habe irgendwo in der Zeitung gelesen, dass Ihr Klubobmann, Herr Abgeordneter Bucher, da sehr stark gehandelt wird, dass er eventuell vonseiten der Wirtschaft und Industrie der Favourite für diese Partei sein sollte. (Abg. Mag. Stadler: Das ist der Kollege Ikrath!) Also vielleicht sollte sich auch das BZÖ überlegen, ob da nicht irgendwelche Teilungstendenzen vorhanden sind. – Aber jetzt zum Frauenbericht, und ich glaube, dieser ist
Abg. Mag. Stadler: Die ÖVP streitet nicht einmal mehr ab, dass es eine Spaltung gibt!
wichtig genug, um sich ihm auch wirklich mit ausreichender Zeit zu widmen. (Abg. Mag. Stadler: Die ÖVP streitet nicht einmal mehr ab, dass es eine Spaltung gibt!)
Beifall bei der SPÖ.
Erstens einmal möchte ich mich im Namen meiner Fraktion nicht nur bei den zahlreichen Expertinnen und Experten und AutorInnen bedanken, die diesen Frauengesundheitsbericht gestaltet haben, diese 600 Seiten sehr ausgewogen gestaltet haben, sondern auch bei Herrn Bundesminister Stöger, der es ermöglicht hat, dass der Gesundheitsbericht, der ja eigentlich von der Materie her, sage ich einmal, prinzipiell dem Gesundheitsausschuss zugeteilt war, im Gleichbehandlungsausschuss diskutiert werden konnte, dass er auch in diesen Ausschuss gekommen ist. (Beifall bei der SPÖ.) Ich glaube, das ist eine Wertschätzung der Frauen und auch eine Wertschätzung der Arbeit, die in diesem Ausschuss geleistet wurde
Zwischenruf bei den Grünen.
Was heißt das? – Das heißt zu diesem Zeitpunkt, dass die Diagnose Herzinfarkt, koronare Herzerkrankung, wie auch schon von Gisi Wurm gesagt wurde, in den Symptomen anders ist, aber auch in der Wertigkeit der behandelnden Ärztinnen und Ärzte anders gehandhabt wird. (Zwischenruf bei den Grünen.) – Über 100. Das heißt, ein „deutliches“ Null, würde ich sagen.
Abg. Dr. Strutz: So ist es!
Zum Thema Mammografie: Es wurde heute bereits in der Aktuellen Stunde von Kollegin Schittenhelm, glaube ich, die jetzt nicht im Saal ist, die Frage angesprochen, was denn unser Minister Stöger da anstelle und mit welcher minderen Qualität Frauen in Österreich jetzt behandelt würden. (Abg. Dr. Strutz: So ist es!) Ich habe heute auch schon eine Aussendung der FPK gelesen, dass die Kärntner ganz massiv Druck machen werden, dass diese wirklich menschen- und frauenverachtende Tätigkeit, wie sie sie nennen, vom Minister wieder eingestellt wird.
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl
der Mammografie. Da geht es und ging es sehr, sehr viel ums Geld (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl), und da ging es sehr, sehr wenig um die Frage der Qualität.
Abg. Mag. Hakl: Und auch dort, wo die Menschen wohnen!
Wir haben ein flächendeckendes Screening-Programm – so, wie es jetzt geplant wird – mit einer Qualitätssicherung, wo ein Befund nicht nur von einem, sondern von mehreren Radiologen, wenn irgendein Zweifel aufkommt, gemacht werden kann. Das sind standardisierte Zentren. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass wir gesagt haben, jeder medizinische Eingriff, egal, was medizinisch gemacht wird, soll dort gemacht werden, wo Menschen das mit großer Routine tun, wo sie es nicht nur einmal oder zweimal im Jahr tun, sondern wo sie das wirklich qualitätsgesichert und mit großer Routine tun. (Abg. Mag. Hakl: Und auch dort, wo die Menschen wohnen!) Und das wird jetzt passieren.
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass eine qualitätsgesicherte Kontrolle durch mehreren Menschen – wobei man, wenn man einen Ultraschall braucht, diesen Ultraschall auch bekommt – deutlich klüger ist als etwas, was in Einzelordinationen vielleicht ein, zwei, drei, vier, fünf oder von mir aus auch 200 Mal, aber doch nicht in der geforderten Anzahl gemacht wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Hakl: Ab 50!
Auch was die Frage betrifft, dass jetzt alle 30-jährigen Frauen keine Mammographie mehr bekommen: Auch das ist diskutiert. Es gibt ein Einladeprogramm, denn dieses Screening-Programm bedeutet, dass eine gewisse Altersgruppe per Brief eingeladen wird, und dann kann man ohne weitere Zuweisung in eines dieser Zentren gehen und dort die Untersuchungen machen. (Abg. Mag. Hakl: Ab 50!) Ab 45. (Abg. Mag. Hakl: Jetzt ab 50!) Wenn Sie jetzt zu Ihrem Gynäkologen, zu Ihrem praktischen Arzt gehen und sagen, Sie haben Sorge – es gibt in der Familie Brustkrebs, oder Sie tasten etwas –, oder der Arzt tastet etwas, ist es ihm nach wie vor unbenommen, Sie zu einer Mammographie inklusive Ultraschall, inklusive Tastbefund und all diesen Dingen, zu schicken. – Was Sie hier machen, ist eine bewusste Fehlinformation von Frauen, und das kreide ich Ihnen wirklich an. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Mag. Hakl: Jetzt ab 50!
Auch was die Frage betrifft, dass jetzt alle 30-jährigen Frauen keine Mammographie mehr bekommen: Auch das ist diskutiert. Es gibt ein Einladeprogramm, denn dieses Screening-Programm bedeutet, dass eine gewisse Altersgruppe per Brief eingeladen wird, und dann kann man ohne weitere Zuweisung in eines dieser Zentren gehen und dort die Untersuchungen machen. (Abg. Mag. Hakl: Ab 50!) Ab 45. (Abg. Mag. Hakl: Jetzt ab 50!) Wenn Sie jetzt zu Ihrem Gynäkologen, zu Ihrem praktischen Arzt gehen und sagen, Sie haben Sorge – es gibt in der Familie Brustkrebs, oder Sie tasten etwas –, oder der Arzt tastet etwas, ist es ihm nach wie vor unbenommen, Sie zu einer Mammographie inklusive Ultraschall, inklusive Tastbefund und all diesen Dingen, zu schicken. – Was Sie hier machen, ist eine bewusste Fehlinformation von Frauen, und das kreide ich Ihnen wirklich an. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Auch was die Frage betrifft, dass jetzt alle 30-jährigen Frauen keine Mammographie mehr bekommen: Auch das ist diskutiert. Es gibt ein Einladeprogramm, denn dieses Screening-Programm bedeutet, dass eine gewisse Altersgruppe per Brief eingeladen wird, und dann kann man ohne weitere Zuweisung in eines dieser Zentren gehen und dort die Untersuchungen machen. (Abg. Mag. Hakl: Ab 50!) Ab 45. (Abg. Mag. Hakl: Jetzt ab 50!) Wenn Sie jetzt zu Ihrem Gynäkologen, zu Ihrem praktischen Arzt gehen und sagen, Sie haben Sorge – es gibt in der Familie Brustkrebs, oder Sie tasten etwas –, oder der Arzt tastet etwas, ist es ihm nach wie vor unbenommen, Sie zu einer Mammographie inklusive Ultraschall, inklusive Tastbefund und all diesen Dingen, zu schicken. – Was Sie hier machen, ist eine bewusste Fehlinformation von Frauen, und das kreide ich Ihnen wirklich an. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Mag. Hakl: Klar, im Krankenhaus verdienen die privaten Ärzte ja auch genug, ...!
Er war selbst jahrelang Mitglied einer Expertenkommission, ...“ und er sagt, dass eine Einigung, wie sie jetzt erzielt worden ist, bislang am Widerstand der Radiologen gescheitert ist. – Die Gynäkologen sind also einverstanden. (Abg. Mag. Hakl: Klar, im Krankenhaus verdienen die privaten Ärzte ja auch genug, ...!)
Beifall bei der SPÖ.
diese mit dem Sreening-Programm, das unser Gesundheitsminister macht, sehr, sehr zufrieden sein können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es geht nicht ums Geld, denn Gewinner bei diesem Modell von Stöger wären eigentlich die großen Gruppenpraxen, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben. Aber genau diese Gruppenpraxen sprechen sich dagegen aus – und das ist wohl der beste Beweis dafür, dass Ihr Ansatz nicht stimmt. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, auch Frau Kollegin Oberhauser, lesen Sie, bitte, den eigenen Bericht, den der Herr Gesundheitsminister vorgelegt hat! Darin heißt es: Das Durchschnittsalter bei Frauen zum Diagnosezeitpunkt liegt bei rund 46 Jahren. Bitte, das steht in Ihrem eigenen Bericht, Herr Minister! Und diese Gruppe wird in Wirklichkeit auch herausfallen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber bei den Frauen, bei der Brustkrebsvorsorge wollen Sie den finanziellen Hebel ansetzen. Das ist verwerflich! Da werden wir Freiheitliche nicht mitmachen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage abschließend: Jede Frau, die an Brustkrebs erkrankt, ist eine Erkrankte zu viel. Es ist der völlig falsche Weg, bei der Vorsorge zu sparen. Deshalb werden wir alle parlamentarischen und auch außerparlamentarischen Mittel ausschöpfen – auch wenn es den Grünen nicht gefällt, dass jetzt Unterschriftenlisten bei den Ärzten, die sicher mehr als Sie, Frau Kollegin Schwentner, von dieser Thematik verstehen, aufliegen –, um zu verhindern, dass es in diesem Fall für die österreichischen Frauen zu drastischen Verschlechterungen kommt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Schwentner: Aufgrund des Sparpakets werden diese Aufgaben zukünftig noch mehr Frauen machen!
Was mir besonders wichtig ist: Es gilt, die Männer verstärkt zur Mitarbeit zu motivieren. Immer mehr Frauen sind berufstätig, und es steht nirgendwo geschrieben, dass diese anstrengende Arbeit auf immer und ewig nur Frauen leisten sollen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Schwentner: Aufgrund des Sparpakets werden diese Aufgaben zukünftig noch mehr Frauen machen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Und eines soll hier auch klar gesagt sein: Ohne die aufopfernde Pflege durch die Frauen daheim würde die Pflege in Österreich schon lange nicht mehr finanzierbar sein. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein Bericht ist auf alle Fälle nur so gut, wie auch die politische Umsetzung der Forderungen und Erkenntnisse dieses Berichtes erfolgt. Es mutet meiner Ansicht nach ein bisschen eigenartig an, wenn hier draußen gesagt wird, was nicht alles getan werden muss im Bereich Pflege und Betreuung, im Bereich der unbezahlten Arbeit, im Bereich der Frauengesundheit, aber gleichzeitig in der Steiermark Sozialpakete geschnürt werden, unter denen gerade Frauen leiden. Das mutet sehr eigenartig an. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Der Grund dafür ist, dass die Zahlen aus den neunziger Jahren stammen und wir alle gerade im Bereich „Gewalt an Frauen und Kindern“ nur von Schätzungen leben und keine Begleitforschungen, keine Studien, Daten, Zahlen und Fakten haben, die enorm wichtig sind. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Zum Schluss frage ich noch im Sinne der Gleichbehandlung: Wann wird der Männergesundheitsbericht vorgestellt? – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Zu den Ausführungen meines Vorredners: Manche begreifen es nie. (Beifall bei der SPÖ.) Ich will es auch dabei belassen und mich diesem hervorragenden Bericht widmen.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn hier das Argument gebracht worden ist, dass es keine Lösungsansätze gibt, dass nichts getan wird, dann darf ich, bevor ich zum Schluss komme, noch einen Punkt hervorheben. Einkommensunterschiede ist auch ein Punkt, der dazu beitragen kann, wie man sich fühlt, ob man sich weniger wertvoll fühlt als Männer bei ihrer Tätigkeit. Diesbezüglich hat die Frau Bundesministerin gemeinsam mit den Sozialpartnern einen hervorragenden Aktionsplan ausverhandelt und auch beschlossen. Einige wichtige Punkte sind ja unter anderem auch im Rahmen der letzten Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes realisiert worden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist nicht einzusehen, dass die Landbevölkerung, insbesondere jene in den peripheren Gebieten, bezüglich der medizinischen Versorgung und der Versorgung mit Medikamenten schlechter gestellt sein soll als die Stadtbevölkerung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Wie ...?
Die Daten dazu sind sehr aufschlussreich: 49 Prozent der Frauen sind einmal wöchentlich in der Freizeit sportlich unterwegs. (Abg. Dr. Lichtenecker: Wie ...?) 23 Prozent der Frauen sind an drei Tagen pro Woche sportlich unterwegs. Bei den Männern liegen die Zahlen in beiden Bereichen um 10 Prozent höher.
Beifall bei der SPÖ.
Wichtig ist es jedenfalls, Anreize und echte Möglichkeiten zu schaffen, um Mädchen und Frauen den Zugang zu Bewegung und Sport, aber auch zur Gremienarbeit zu erleichtern, denn wie der Frauengesundheitsbericht auch feststellt: „Sport präsentiert sich als Mikrokosmos der Gesellschaft“. Und ich füge hinzu: Und Frauen sind ein unverzichtbarer Bestandteil dieser Gesellschaft. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schönpass.
Ich würde sagen, der Befund ist mit diesem Bericht durchaus erstellt. Was jetzt noch fehlt, sind die richtigen therapeutischen Maßnahmen. Darauf freuen wir uns schon. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schönpass.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesministerin – Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, das wäre einmal in die andere Richtung gegendert. Wir sind es ja gewohnt, dass die meisten Ministerinnen mit „Minister“ angesprochen werden. Man könnte ja einmal den Spieß umdrehen. Vielleicht wäre es ein Gewöhnungsprozess auch für die Damen und Herren im Hohen Haus. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Was Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, als „Ideologie“ qualifizieren, ist das Gegenteil. Es gilt, sich stark zu machen und Position für Frauen und Frauengesundheit eben durch bessere Rahmenbedingungen zu beziehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Umso begrüßenswerter ist dieser Frauengesundheitsbericht mit seinem ganzheitlichen Ansatz. Er bietet uns viele Anleitungen für die Umsetzung in vielen Politikfeldern. Das geht von der Antidiskriminierung bis zu Fördermaßnahmen für Frauen. Vielleicht ist es aber auch eine Anregung, damit wir irgendwann nicht nur den Nationalen Aktionsplan für Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt haben, sondern auch zu einem Nationalen Aktionsplan für geschlechterspezifische Gesundheit kommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Das sind nur einige Punkte. Es gibt viel Handlungspotential. In diesem Sinne denke ich, dass es ein gelungener Bericht ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Gender Mainstreaming in der Medizin erfordert ein grundlegendes Umdenken, und ich bin sicher, dass durch diesen Frauengesundheitsbericht die Akzeptanz von Gender Mainstreaming in der Medizin erhöht wird. Dies bietet eine gute Basis für die Entwicklung von effizienten Strategien im Rahmen der Frauengesundheit. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Sicherheit geben, dass sie medizinisch nicht nur die beste Versorgung haben, sondern dass ihre Anliegen auch sehr, sehr ernst genommen werden und dass wir in jedem Bereich, nicht nur in der Reparaturmedizin, sondern auch in der Prävention, diese Gruppe, die die Hälfte der Bevölkerung darstellt, sehr, sehr ernst nehmen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Krainer: Sie haben das intellektuell nicht verstanden! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Abgeordnete Dr. Susanne Winter (FPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Bevor ich auf den Gesundheitsbericht eingehe, möchte ich noch kurz auf die Ausführungen einiger meiner Kollegen replizieren. Frau Silhavy hat sich ja daran gerieben, dass wir von der FPÖ immer wieder „Frau Minister“ sagen, und sie meinte, umgekehrt wäre es schön. Das heißt, in ihrem Sinne darf ich jetzt Frau Ministerin Stöger und Herrn Minister Heinisch-Hosek begrüßen. Wenn Sie meinen, dass das toll ist – wir können uns dem ganz einfach nicht anschließen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Krainer: Sie haben das intellektuell nicht verstanden! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Beifall und Bravorufe bei den Grünen.
Frau Kollegin Schwentner hat uns in ihrem Vortrag vorgeworfen, dass wir von der FPÖ eine sehr verwerfliche, sinnentleerte Ideologie hätten und 600 Seiten nicht ... (Beifall und Bravorufe bei den Grünen.) Bravo! Der liebe Gott hat die Gaben gut verteilt: Dem einen hat er die Lautstärke gegeben, dem anderen den Intellekt, meine Herrschaften. (Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Frau Kollegin Schwentner hat uns in ihrem Vortrag vorgeworfen, dass wir von der FPÖ eine sehr verwerfliche, sinnentleerte Ideologie hätten und 600 Seiten nicht ... (Beifall und Bravorufe bei den Grünen.) Bravo! Der liebe Gott hat die Gaben gut verteilt: Dem einen hat er die Lautstärke gegeben, dem anderen den Intellekt, meine Herrschaften. (Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Grosz: Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich, Frau Kollegin! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Frau Kollegin Schwentner, Ihnen kann ich nur Folgendes sagen: Ich empfehle Ihnen, die dritte, vierte Klasse Volksschule zu besuchen, da lernt man nämlich, bis 1 000 zu zählen. Dieser Bericht hat keine 600 Seiten, dieser Bericht hat 583 Seiten. (Abg. Grosz: Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich, Frau Kollegin! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Minister Stöger, darf ich Sie noch kurz etwas fragen? Sie haben gemeint, Sie haben eine vernünftige Notfallverhütung eingerichtet. Meinen Sie, dass Verhütung immer vernünftig ist und dass eine Schwangerschaft ein Notfall ist? Ich kann mir das schwer vorstellen, denn dann müsste ich all die Leute, die hier am Podium hinter mir sitzen, als Notfall, der absolut nicht verhütet werden konnte, bezeichnen. Das ist nicht unsere Ideologie, das wollen wir nicht, das wollen wir nicht einmal hören! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Schwentner: Weil Sie noch immer nicht das Wort „Gender“ verstanden haben!
Ein zweiter sehr ideologisierter Punkt in diesem Bericht, den wir nur zum Teil teilen können, widmet sich der Frauengesundheit. Wir sind sehr wohl für Frauengesundheit, aber wir beziehen ja in der Forschung auch die Männer mit ein, während Sie, meine Damen und Herren, ausgesprochen für die Gender-Medizin sind. Und das ist eine zweite Disziplin, mit der wir uns nicht befassen wollen und die einzig und allein den Blick auf die Frau richtet. Das wollen wir auch nicht. (Abg. Mag. Schwentner: Weil Sie noch immer nicht das Wort „Gender“ verstanden haben!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wovon sprechen Sie?
Na, was ist denn das? Da zieht es sich wieder durch. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wovon sprechen Sie?) Ich kann jetzt völlig verstehen, warum Sie im Ausschuss gegen den Antrag von HC Strache mit dem Titel „Anschlag auf die Mutterschaft“ waren. (Abg. Mag. Schwentner: Wo der Herr Strache nicht einmal dabei war!) Sie wissen das, und Sie haben uns mit einem Terminus technicus belegt. Sie sagten: Wir sind der Sucht nach Missverständnissen erlegen.
Abg. Mag. Schwentner: Wo der Herr Strache nicht einmal dabei war!
Na, was ist denn das? Da zieht es sich wieder durch. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wovon sprechen Sie?) Ich kann jetzt völlig verstehen, warum Sie im Ausschuss gegen den Antrag von HC Strache mit dem Titel „Anschlag auf die Mutterschaft“ waren. (Abg. Mag. Schwentner: Wo der Herr Strache nicht einmal dabei war!) Sie wissen das, und Sie haben uns mit einem Terminus technicus belegt. Sie sagten: Wir sind der Sucht nach Missverständnissen erlegen.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Welcher Apfel?
Ich darf auch noch kurz etwas zitieren, wo mit einem einzigen Wort klar und deutlich ausgedrückt wird, was auch die Medien über Sie denken. Da lässt Ihnen der „Presse“-Redakteur Wolfgang Greber ausrichten, dass er in Ihrem Geschwafel eine „Verächtlichmachung des Apfels“ sieht. Das haben Sie scheinbar auch erwähnt. Und er kommt dann zu einem erfrischenden Schluss: Feminismusgeschwätz. – Und dem schließe ich mich an! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Grosz: Welcher Apfel?)
Abg. Öllinger: Wo ist denn Ihr Chef? – Abg. Mag. Rudas: Wo ist denn der Strache, Herr Kollege?
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wir besprechen Umweltthemen – und die Frau Glawischnig geht, und die Bänke bei den Grünen sind leer. Die Frau Glawischnig spricht eben gerne, wenn die Fernsehkameras aufgedreht sind. Nun ist die Handtasche gepackt, und sie wird den Saal, nehme ich an, demnächst verlassen, meine Damen und Herren. (Abg. Öllinger: Wo ist denn Ihr Chef? – Abg. Mag. Rudas: Wo ist denn der Strache, Herr Kollege?)
Ah-Rufe bei der ÖVP.
Noch ein Schmankerl möchte ich hier zum Besten geben: Heute hat es in einem Bezirksausschuss, einer Bezirksvertretung in Wien eine Abstimmung gegeben. Ein Antrag der Freiheitlichen wurde diskutiert, nämlich das Amtshaus mit Strom zu versorgen, der frei von Kernkraft ist. Wissen Sie, wer dagegen gestimmt hat? – Die SPÖ und die Grünen haben dagegen gestimmt! (Ah-Rufe bei der ÖVP.) Das sind die sogenannten Umweltschützer, meine Damen und Herren! (Abg. Grillitsch: Das ist aber nichts Neues!)
Abg. Grillitsch: Das ist aber nichts Neues!
Noch ein Schmankerl möchte ich hier zum Besten geben: Heute hat es in einem Bezirksausschuss, einer Bezirksvertretung in Wien eine Abstimmung gegeben. Ein Antrag der Freiheitlichen wurde diskutiert, nämlich das Amtshaus mit Strom zu versorgen, der frei von Kernkraft ist. Wissen Sie, wer dagegen gestimmt hat? – Die SPÖ und die Grünen haben dagegen gestimmt! (Ah-Rufe bei der ÖVP.) Das sind die sogenannten Umweltschützer, meine Damen und Herren! (Abg. Grillitsch: Das ist aber nichts Neues!)
Abg. Rädler: Auf Wiedersehen!
Auf Wiedersehen, Frau Glawischnig! (Abg. Rädler: Auf Wiedersehen!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Auf Wiedersehen!
Meine Damen und Herren, um das Plastiksackerl vom Markt weiter zu verdrängen und auf andere Alternativen zu setzen, muss man den richtigen Weg finden. Ein Verbot ist eine Möglichkeit. Ich glaube, dass es sinnvoll ist, einen vernünftigen Weg gemeinsam mit der Wirtschaft zu gehen – auf Wiedersehen, Frau Glawischnig! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Auf Wiedersehen!) – und alles daranzusetzen, dass wir künftig diese Plastiksackerl in Österreich nicht mehr in diesem Ausmaß im Einsatz haben.
Beifall bei der FPÖ.
Natürlich bringt auch das Papiersackerl ein hohes Maß an Belastung mit sich. Und auch das Sackerl, erzeugt aus biogenen Kunststoffen, ist nicht zu 100 Prozent verrottbar. Und da frage ich mich: Sind die Entsorgungsbeiträge, die wir bezahlen, vielleicht nicht angemessen? Viele von uns verzichten bereits auf irgendwelche Tragetaschen, verwenden einfach wieder den althergebrachten Korb, den sie im Kofferraum stehen oder vorne am Fahrrad montiert haben. Man braucht in Wirklichkeit keine Tragetasche bei jedem Einkauf zu erwerben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Brunner: Mit Ihrer Zustimmung öffnen Sie der Plastik-Lobby Tür und Tor!
Ich denke, das ist auch der richtige Weg. Wir müssen erkennen, dass wir wertvolle Rohstoffe verbrauchen für etwas, was wir gar nicht wirklich benötigen. Dieses Bewusstsein müssen wir schaffen, indem wir klarmachen, dass Kunststoff, hergestellt aus Öl, letztendlich ein wertvoller Rohstoff ist und es zu schade ist, diesen Rohstoff für Plastiksackerl zu verwenden. – Bitte, Christiane? (Abg. Mag. Brunner: Mit Ihrer Zustimmung öffnen Sie der Plastik-Lobby Tür und Tor!)
Zwischenruf bei den Grünen.
Mag. Rudas: Wo ist Strache?) Man fährt gerne ein sportliches Auto, man heizt die Wohnung in Wien mit Gas. – Da hilft das ganze Drehen an Ihren Haaren nichts, man kann auch diese Wischerbewegung machen. Das ist Ihr Niveau, Frau Glawischnig! Das passt sehr gut zu Ihnen. Das gefällt mir sehr gut, weil so die Menschen auch sehen, wen sie hier sitzen haben. (Zwischenruf bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Das heißt, Sie sind extrem unglaubwürdig, und daher werde ich auch nicht mit Ihnen über das Ökostromgesetz verhandeln. Das werde ich mit Sicherheit nicht tun! Sie werden wieder auf der Seite stehen und zuschauen, und wir werden das Ökostromgesetz gemeinsam mit anderen Parteien beschließen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) – Ui, Frau Glawischnig hat sich in die Debatte eingemischt. Sie ist doch da! Ich hoffe, Sie werden auch die gesamte Debatte hier bleiben und nicht, wie geplant, den Sitzungssaal wieder verlassen. Ich bin sehr gespannt darauf. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt, Sie sind extrem unglaubwürdig, und daher werde ich auch nicht mit Ihnen über das Ökostromgesetz verhandeln. Das werde ich mit Sicherheit nicht tun! Sie werden wieder auf der Seite stehen und zuschauen, und wir werden das Ökostromgesetz gemeinsam mit anderen Parteien beschließen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) – Ui, Frau Glawischnig hat sich in die Debatte eingemischt. Sie ist doch da! Ich hoffe, Sie werden auch die gesamte Debatte hier bleiben und nicht, wie geplant, den Sitzungssaal wieder verlassen. Ich bin sehr gespannt darauf. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Zanger: Er beginnt jede Rede mit einem Dankeschön! Das schwarze Dankeschön!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Bundesminister Berlakovich! Meine Damen und Herren im Hohen Haus! Ich beginne heute meine Rede mit einem Dankeschön an die vielen Freiwilligen, die in den letzten Wochen und Monaten in ganz Österreich, besonders aber in Niederösterreich und überhaupt in meiner Gemeinde draußen waren, um aufzusammeln, was andere Leute weggeworfen haben. (Abg. Zanger: Er beginnt jede Rede mit einem Dankeschön! Das schwarze Dankeschön!) Wir haben Flurreinigungsaktionen im ganzen Land gehabt, und dabei sind wieder viele Dosen, Flaschen, jede Menge Plastiksackerln der Abfallwirtschaft zugeführt worden. (Abg. Zanger: Und vieles andere!)
Abg. Zanger: Und vieles andere!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Bundesminister Berlakovich! Meine Damen und Herren im Hohen Haus! Ich beginne heute meine Rede mit einem Dankeschön an die vielen Freiwilligen, die in den letzten Wochen und Monaten in ganz Österreich, besonders aber in Niederösterreich und überhaupt in meiner Gemeinde draußen waren, um aufzusammeln, was andere Leute weggeworfen haben. (Abg. Zanger: Er beginnt jede Rede mit einem Dankeschön! Das schwarze Dankeschön!) Wir haben Flurreinigungsaktionen im ganzen Land gehabt, und dabei sind wieder viele Dosen, Flaschen, jede Menge Plastiksackerln der Abfallwirtschaft zugeführt worden. (Abg. Zanger: Und vieles andere!)
Beifall bei der ÖVP.
vereinigung, die neue Wege der Vermarktung beschritten hat und mittlerweile auch für ihre Gemüseprodukte ausschließlich wiederverwertbare, verrottbare Sackerln verwendet. Sie haben damit einen Trend in Österreich gestartet, den heute bereits hundert große Outlets übernommen haben und die großen Handelsketten sehr bald bei allen Gemüseangeboten in ihren Geschäften umsetzen werden. Das alleine wird 2000 Tonnen Erdölplastik durch verrottbares Bioplastik ersetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stefan: Die Präsenz bei der ÖVP ist auch nicht gegeben! Zwei Reihen sind komplett leer! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das jedenfalls sind Dinge, die den Menschen Sorgen bereiten. Mag sein, dass es Herrn Strache nicht interessiert, mag sein, dass es Frau Glawischnig nicht interessiert, für die Leute bei mir daheim ist das ein Thema, denn es geht um eine saubere Landschaft, es geht um weniger Müll und es geht darum, dass wir ... (Abg. Mag. Stefan: Die Präsenz bei der ÖVP ist auch nicht gegeben! Zwei Reihen sind komplett leer! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Da schau her! Das Stichwort Strache bringt die Kollegen von den Blauen zum Aufwachen. Wunderbar! (Abg. Mag. Stefan: Klubobmann Kopf fehlt!)
Abg. Mag. Stefan: Klubobmann Kopf fehlt!
Das jedenfalls sind Dinge, die den Menschen Sorgen bereiten. Mag sein, dass es Herrn Strache nicht interessiert, mag sein, dass es Frau Glawischnig nicht interessiert, für die Leute bei mir daheim ist das ein Thema, denn es geht um eine saubere Landschaft, es geht um weniger Müll und es geht darum, dass wir ... (Abg. Mag. Stefan: Die Präsenz bei der ÖVP ist auch nicht gegeben! Zwei Reihen sind komplett leer! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Da schau her! Das Stichwort Strache bringt die Kollegen von den Blauen zum Aufwachen. Wunderbar! (Abg. Mag. Stefan: Klubobmann Kopf fehlt!)
Beifall bei der ÖVP.
Bei diesem Thema setzen wir hier in diesem Haus auch um, was die Menschen wirklich brauchen, ohne jede Hetzerei, ohne jede Aufregung, einfach mit kühlem Kopf und klarem Verstand, weil es die Leute so brauchen. Österreich braucht es! Und wir sind gerne dabei. (Beifall bei der ÖVP.)
in Richtung des Abg. Ing. Hofer
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Herr Präsident! Herr Landwirtschaftsminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Zuseherinnen und Zuseher! Zunächst einmal: Die Bemerkungen zur Anwesenheit waren ziemlich unnötig. Frau Kollegin Glawischnig muss jetzt leider zu einem Begräbnis gehen. Die hätten Sie sich (in Richtung des Abg. Ing. Hofer) sparen können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Herr Präsident! Herr Landwirtschaftsminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Zuseherinnen und Zuseher! Zunächst einmal: Die Bemerkungen zur Anwesenheit waren ziemlich unnötig. Frau Kollegin Glawischnig muss jetzt leider zu einem Begräbnis gehen. Die hätten Sie sich (in Richtung des Abg. Ing. Hofer) sparen können. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Frau Kollegin, wir hören Ihnen zu!
Jetzt zur Sache: Ich freue mich, dass endlich auch einmal Umweltanträge der Opposition auf der Tagesordnung stehen, auch wenn Sie das vielleicht nicht so gerne hören, Kollege Grillitsch. (Abg. Grillitsch: Frau Kollegin, wir hören Ihnen zu!) Viele werden ja leider nur vertagt. Es geht heute „nur“ – unter Anführungszeichen – um Plastiksackerln. Wir haben im Ausschuss auch über viele Anträge rund um erneuerbare Energie debattiert – das sollen die Zuseherinnen und Zuseher auch wissen –, um Besserstellungen bei der BürgerInnenbeteiligung im Unweltverträglichkeitsprüfungsverfahren, eine Reihe von Atom-Anträgen. Die sind alle vertagt worden. Besonders befremdlich war, dass es aufgrund der Blockade der ÖVP auch nicht möglich war, engagierte Bürgerinnen und Bürger, nämlich die InitiatorInnen des Euratom-Volksbegehrens, in den Ausschuss einzuladen, weil Sie von der ÖVP nicht bereit sind, mit den Bürgerinnen und Bürgern, mit Leuten, die fast hunderttausend Menschen vertreten, zu ... (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Wenn Sie vielleicht kurz zuhören könnten, dann könnten wir auch einmal über Umweltangelegenheiten diskutieren. (Abg. Grillitsch: Wir hören Ihnen ja zu!)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Jetzt zur Sache: Ich freue mich, dass endlich auch einmal Umweltanträge der Opposition auf der Tagesordnung stehen, auch wenn Sie das vielleicht nicht so gerne hören, Kollege Grillitsch. (Abg. Grillitsch: Frau Kollegin, wir hören Ihnen zu!) Viele werden ja leider nur vertagt. Es geht heute „nur“ – unter Anführungszeichen – um Plastiksackerln. Wir haben im Ausschuss auch über viele Anträge rund um erneuerbare Energie debattiert – das sollen die Zuseherinnen und Zuseher auch wissen –, um Besserstellungen bei der BürgerInnenbeteiligung im Unweltverträglichkeitsprüfungsverfahren, eine Reihe von Atom-Anträgen. Die sind alle vertagt worden. Besonders befremdlich war, dass es aufgrund der Blockade der ÖVP auch nicht möglich war, engagierte Bürgerinnen und Bürger, nämlich die InitiatorInnen des Euratom-Volksbegehrens, in den Ausschuss einzuladen, weil Sie von der ÖVP nicht bereit sind, mit den Bürgerinnen und Bürgern, mit Leuten, die fast hunderttausend Menschen vertreten, zu ... (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Wenn Sie vielleicht kurz zuhören könnten, dann könnten wir auch einmal über Umweltangelegenheiten diskutieren. (Abg. Grillitsch: Wir hören Ihnen ja zu!)
Abg. Grillitsch: Wir hören Ihnen ja zu!
Jetzt zur Sache: Ich freue mich, dass endlich auch einmal Umweltanträge der Opposition auf der Tagesordnung stehen, auch wenn Sie das vielleicht nicht so gerne hören, Kollege Grillitsch. (Abg. Grillitsch: Frau Kollegin, wir hören Ihnen zu!) Viele werden ja leider nur vertagt. Es geht heute „nur“ – unter Anführungszeichen – um Plastiksackerln. Wir haben im Ausschuss auch über viele Anträge rund um erneuerbare Energie debattiert – das sollen die Zuseherinnen und Zuseher auch wissen –, um Besserstellungen bei der BürgerInnenbeteiligung im Unweltverträglichkeitsprüfungsverfahren, eine Reihe von Atom-Anträgen. Die sind alle vertagt worden. Besonders befremdlich war, dass es aufgrund der Blockade der ÖVP auch nicht möglich war, engagierte Bürgerinnen und Bürger, nämlich die InitiatorInnen des Euratom-Volksbegehrens, in den Ausschuss einzuladen, weil Sie von der ÖVP nicht bereit sind, mit den Bürgerinnen und Bürgern, mit Leuten, die fast hunderttausend Menschen vertreten, zu ... (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Wenn Sie vielleicht kurz zuhören könnten, dann könnten wir auch einmal über Umweltangelegenheiten diskutieren. (Abg. Grillitsch: Wir hören Ihnen ja zu!)
Beifall bei den Grünen.
Sie sind jedenfalls nicht bereit, engagierte Bürgerinnen und Bürger auch nur anzuhören. Und das finde ich schon mehr als befremdlich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt zum Thema Plastiksackerl. In diesem Zusammenhang möchte ich jemanden begrüßen, der international positive Schlagzeilen macht im Umweltbereich. Heute ist hier nämlich Werner Boote zu Gast, Regisseur von „Plastic Planet“. – Herzlich willkommen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Die Rednerin übergibt Bundesminister Berlakovich eine DVD-Box.
Ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, um Ihnen, Herr Landwirtschaftsminister, diese DVD zu überreichen. Es steht da drauf: Wenn Sie diesen Film gesehen haben, werden Sie nie mehr aus einer Plastikflasche trinken. Ich hoffe, Sie werden auch nie mehr ein Plastiksackerl verwenden und die Plastiksackerln endlich verbieten. (Beifall bei den Grünen. – Die Rednerin übergibt Bundesminister Berlakovich eine DVD-Box.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: War das etwa in Plastik verpackt?
Wir unterstützen jedenfalls das Plastiksackerlverbot. Aus grüner Sicht ist ganz klar: Das Plastiksackerlverbot ist nicht die Lösung aller Umweltprobleme, auch nicht die Lösung aller Abfallprobleme, aber ich finde, Plastiksackerln sind so ziemlich die unnötigste Umweltverschmutzung überhaupt. Wir brauchen keine Plastiksackerln, es gibt genug Alternativen. Sie sind einfach ein Symbol für unsere Wegwerfgesellschaft. (Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich – die DVD-Box präsentierend –: Ist das Plastik?!) Das ist biologisch abbaubares Plastik. Keine Sorge! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: War das etwa in Plastik verpackt?) Ich habe es gerade erläutert: Es sind biologisch abbaubare Kunststoffe. Keine Sorge!
Abg. Grillitsch: Mit welchem Ergebnis?
Es gibt auch sehr viele engagierte Bürgerinnen und Bürger in diesem Land, ganz viele Jugendliche, die sich eingesetzt haben, die Petitionen organisiert haben, Unterschriften gesammelt haben. Auch da erwarte ich mir Unterstützung. Es gibt Familien, die versuchen, ohne Plastik zu leben. Ich selbst habe es auch probiert. (Abg. Grillitsch: Mit welchem Ergebnis?)
Beifall bei den Grünen.
gen, und da erwarte ich mir von Ihnen, Herr Landwirtschaftsminister, dass Sie nicht nur appellieren, denn um zu appellieren muss man nicht Minister werden. Das kann jeder andere auch tun. Da erwarte ich mir schon ordentliche Rahmenbedingungen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Österreich ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium braucht. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
In der Tat ist es in der Gesellschaft, in der Umwelt, in den Städten und auch auf dem Land in Bangladesch sichtbar, dass der Plastikmüll fehlt, dass es keine durch den Wind vor sich hergetriebene Plastiktragetaschen gibt, und ich denke, das, was Bangladesch zusammenbringt, sollten wir in der Europäischen Union auch schaffen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Zanger.
Zu den konkreten Anträgen: Die Grünen haben da einen Antrag mit rechtlichen Konsequenzen formuliert. Da wird eine Reduktion der Plastiksackerln geprüft. Weiters ist die Kennzeichnungspflicht angesprochen worden – gut, wird unterstützt. Die FPÖ hat den Antrag sehr allgemein gehalten und, das sage ich einmal, mit der Wirtschaftskammer abgesprochen, vielleicht auch – das weiß ich nicht – im Hinblick auf eine Koalition mit der Wirtschaftsfraktion von der ÖVP – an sich durchaus nicht negativ, kann man noch unterstützen, ist aber bereits sehr seicht formuliert. (Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Josef Auer.
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, der ÖVP-SPÖ-Antrag ist wirklich nur ein Prüfauftrag. Da finden wir überhaupt nichts Konkretes. Da finden Sie auf zwei Seiten, wir sollen prüfen, wir sollen evaluieren, wir schauen uns das und das an; aber Sie finden da nichts Konkretes, das uns in der Sache weiterbringen könnte, es wird nur recherchiert. (Zwischenruf des Abg. Mag. Josef Auer.)
Abg. Mag. Josef Auer: Prüfen ist wichtig, generell!
Hinter mir sitzt ein Minister, der das im Ministerium alleine machen kann. Vor zwei Jahren hat er das auch angekündigt und gesagt, er schaut sich die Modelle in Kalifornien und England an. Herr Minister, ich frage Sie: Was ist denn da herausgekommen? Gibt es da bereits Ergebnisse? Hören Sie auf mit dem Evaluieren, sagen Sie uns die Fakten! Sie haben zwei Jahre Zeit gehabt! Wir haben über das Plastiksackerl genug gesprochen, jetzt wollen wir Taten sehen. (Abg. Mag. Josef Auer: Prüfen ist wichtig, generell!) Daher ist es wichtig, unseren Antrag seitens des BZÖ zu unterstützen.
Zwischenruf des Abg. Grillitsch
verwenden, Sie können Gas verwenden; aber die Wahl der Tragetaschen (Zwischenruf des Abg. Grillitsch), ob sie biologisch abbaubar, nachhaltig und umweltverträglich sind, das haben Sie nicht unter dem Diktat der Wirtschaftslobbyisten in dieser EU. Damit muss Schluss sein!
Beifall beim BZÖ.
Herr Minister, werden Sie dazu auf europäischer Ebene aktiv! Denn: Das Plastiksackerl hat eine Lobby, die Umwelt hat keine. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Effekt ist, dass wir beziehungsweise dass Österreich eine Spitzenstellung in der Abfallwirtschaft hat. Wir sind zum Beispiel Mülltrennweltmeister. Die aktuelle Zahl ist, dass 116 Kilogramm pro Kopf erfasst werden, dass in Altglas, Altmetalle, Kunststoffe, Altpapier et cetera getrennt wird. Dafür sage ich der Bevölkerung ein Dankeschön. Es sitzen viele junge Leute hier unter den Zuhörern, die von der Eltern- und Großelterngeneration in Österreich dahin gehend erzogen worden sind, dass man beim Autofahren das Papierl eben nicht hinauswirft, dass man getrennt sammelt und möglichst viel in den Stoffkreislauf zurückführt. Der Effekt: 60 Prozent des Abfalls, der in Österreich zustande kommt, wird wiederverwertet – ein internationaler Spitzenwert. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.
Ich halte das fest, weil Sie hier vom abfallwirtschaftlichen Chaos sprechen und gerne das Plastiksackerl als Beispiel dafür nennen – was nicht so ist. Faktum ist, dass in Österreich in etwa 5 000 bis 6 000 Tonnen an Plastiksackerln anfallen, wovon die Hälfte in den Stoffkreislauf zurückgeführt und die andere Hälfte thermisch verwertet wird. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.
Es darf kein Plastiksackerl vergraben werden oder deponiert werden, das ist gesetzlicher Zustand. Ich sage das, damit Sie sehen, dass wir geordnete Verhältnisse haben. Wenn Sie einen Film zitieren, der dieses Thema zu Recht aufs Tapet bringt, thematisiert, in Österreich und weltweit, dann stimmt das für die Welt und für Österreich; wenn Sie aber diesen Film als Zeugnis dafür nehmen, dass bei uns ein Plastikchaos herrscht, dann muss ich sagen: Das stimmt einfach nicht! Da missbrauchen Sie den Film. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Korun: Und was tun Sie? ... Neapel!
Italien fallen 200 000 Tonnen an Plastiksackerln an! –, Neapel als ein wiederkehrendes Beispiel einer nicht funktionierenden Abfallwirtschaft. Dass Sie als Grüne Neapel oder Italien, die das eben nicht im Griff haben, als Vorbild in der Abfallwirtschaft darstellen, ist besonders bemerkenswert. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Korun: Und was tun Sie? ... Neapel!)
Abg. Mag. Brunner: Vermeiden!
Das ist ein Ergebnis meiner Initiative auf der europäischen Ebene, die münden soll in ein Grünbuch der Europäischen Kommission, mit dem im Endeffekt die Verpackungsrichtlinie geändert werden soll, und zwar in dem Sinne, wie wir es wollen – in Wahrheit sitzen wir alle in einem Boot –: den hohen Standard der österreichischen Abfallwirtschaft zu halten, möglichst viel in den Stoffkreislauf zurückzuführen (Abg. Mag. Brunner: Vermeiden!) – und natürlich einiges vermeiden, was auch tatsächlich passiert. Schauen Sie sich die Realität an, das ist ja so! Tatsache ist, dass wir in der Abfallwirtschaft Vorbild für Europa und für die Welt sind. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist ein Ergebnis meiner Initiative auf der europäischen Ebene, die münden soll in ein Grünbuch der Europäischen Kommission, mit dem im Endeffekt die Verpackungsrichtlinie geändert werden soll, und zwar in dem Sinne, wie wir es wollen – in Wahrheit sitzen wir alle in einem Boot –: den hohen Standard der österreichischen Abfallwirtschaft zu halten, möglichst viel in den Stoffkreislauf zurückzuführen (Abg. Mag. Brunner: Vermeiden!) – und natürlich einiges vermeiden, was auch tatsächlich passiert. Schauen Sie sich die Realität an, das ist ja so! Tatsache ist, dass wir in der Abfallwirtschaft Vorbild für Europa und für die Welt sind. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Korun: Das haben Sie bei AKW- ... auch gesagt!
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Es gibt verschiedene Zugänge zu diesem Thema, das sehen wir schon an den verschiedenen Anträgen, die auf dem Tisch liegen; und es gibt natürlich auch ökologische Schreckensszenarien, wie sie von den Grünen gemalt werden – das hilft uns keinen Schritt weiter. (Abg. Mag. Korun: Das haben Sie bei AKW- ... auch gesagt!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stauber.
Der Herr Bundesminister hat heute bereits angesprochen, dass es hier nicht darum geht, mit einem Thema die gesamte Umweltpolitik Österreichs schlechtzumachen. Wenn in einem Land 96 Prozent der Abfälle getrennt werden, dann sind wir sehr weit. Nur liegt die Verantwortung nicht allein bei dieser Bundesregierung, sie liegt auch bei den Ländern, den Kommunen und den Schulen. Dort wird begonnen, Umweltpolitik zu machen; und da sind wir alle gefordert, die Bürgermeister, die Landespolitiker und natürlich auch die Politiker auf Bundesebene. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stauber.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.
das nicht gelingen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.) – Ich bin bei Ihnen, Frau Kollegin Brunner, wenn man sagt, wir brauchen eine Kennzeichnungspflicht, damit wir wissen, aus welchem Material diese Tragetasche gemacht ist, ob aus Maisstärke oder einem anderen wiederverwertbaren Rohstoff. (Abg. Mag. Brunner: Nein, es geht um ...!) Am besten wäre natürlich eine Baumwolltasche, eine wiederverwendbare Tasche, aber nicht diese umweltbelastenden Tragtaschen.
Abg. Mag. Brunner: Nein, es geht um ...!
das nicht gelingen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.) – Ich bin bei Ihnen, Frau Kollegin Brunner, wenn man sagt, wir brauchen eine Kennzeichnungspflicht, damit wir wissen, aus welchem Material diese Tragetasche gemacht ist, ob aus Maisstärke oder einem anderen wiederverwertbaren Rohstoff. (Abg. Mag. Brunner: Nein, es geht um ...!) Am besten wäre natürlich eine Baumwolltasche, eine wiederverwendbare Tasche, aber nicht diese umweltbelastenden Tragtaschen.
Abg. Zanger: Warum nicht?
Dazu brauchen wir internationale Recherchen, Regelungen, die europaweit gelten. Wir alle wissen, dass wir das hier in diesem Haus nicht alleine beschließen können (Abg. Zanger: Warum nicht?), dass wir, um in diesem Bereich eine Umsetzung herbeizuführen, eine europäische Abfallrahmenrichtlinie brauchen. Sie können es aber auch in Ihrer Gemeinde selber machen. Nehmen wir einmal das oberösterreichische Beispiel: Hui statt pfui, wo die Oberösterreicher unterwegs sind in den Gemeinden draußen (Zwischenrufe des Abg. Höfinger) – ja, und ihre Natur pflegen und das, was andere liegen lassen, aufheben und zur Verwertung bringen.
Zwischenrufe des Abg. Höfinger
Dazu brauchen wir internationale Recherchen, Regelungen, die europaweit gelten. Wir alle wissen, dass wir das hier in diesem Haus nicht alleine beschließen können (Abg. Zanger: Warum nicht?), dass wir, um in diesem Bereich eine Umsetzung herbeizuführen, eine europäische Abfallrahmenrichtlinie brauchen. Sie können es aber auch in Ihrer Gemeinde selber machen. Nehmen wir einmal das oberösterreichische Beispiel: Hui statt pfui, wo die Oberösterreicher unterwegs sind in den Gemeinden draußen (Zwischenrufe des Abg. Höfinger) – ja, und ihre Natur pflegen und das, was andere liegen lassen, aufheben und zur Verwertung bringen.
Abg. Grosz: Unser Herr Bundesparteiobmann Erwin Pröll! – Heiterkeit.
Auch in Niederösterreich ist unser Herr Landeshauptmann aktiv auf diesem Gebiet. (Abg. Grosz: Unser Herr Bundesparteiobmann Erwin Pröll! – Heiterkeit.) Vielleicht haben Sie schon einmal, wenn Sie auf einen Einkaufsmarkt in Niederösterreich gegangen sind, Menschen gesehen, die mit einer Baumwolltasche unterwegs sind, weil jeder niederösterreichische Haushalt diese Baumwolltasche von seinem Landeshauptmann bekommen hat, und es steht auch „Erwin Pröll“ drauf. (Beifall bei der ÖVP.) Und wo das vielleicht noch durch einen Bürgermeister ergänzt wird, steht das auch drauf.
Beifall bei der ÖVP.
Auch in Niederösterreich ist unser Herr Landeshauptmann aktiv auf diesem Gebiet. (Abg. Grosz: Unser Herr Bundesparteiobmann Erwin Pröll! – Heiterkeit.) Vielleicht haben Sie schon einmal, wenn Sie auf einen Einkaufsmarkt in Niederösterreich gegangen sind, Menschen gesehen, die mit einer Baumwolltasche unterwegs sind, weil jeder niederösterreichische Haushalt diese Baumwolltasche von seinem Landeshauptmann bekommen hat, und es steht auch „Erwin Pröll“ drauf. (Beifall bei der ÖVP.) Und wo das vielleicht noch durch einen Bürgermeister ergänzt wird, steht das auch drauf.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube daher, dass wir in Niederösterreich gut unterwegs sind, dass wir in Österreich gut unterwegs sind und dass dieser gemeinsame Entschließungsantrag von SPÖ und ÖVP in Verantwortung für die Umweltpolitik in diesem Land auch von Ihnen angenommen werden sollte. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Sie, Herr Minister, ergehen sich in Unterstellungen. Sie verharmlosen noch dazu die Müllverbrennung, die nichts anderes als eine CO2-Schleuder ist, zur „thermischen Verwertung“. Das ist kein Stoffkreislauf, das ist nicht Abfallvermeidung, von der Sie auch immer reden. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Ja, was ist denn Abfallvermeidung? – Das heißt, statt Plastik eben etwas Verwertbares zu verwenden, statt Kunststoffverpackungen eben Tragtaschen auf Basis erneuerbarer Rohstoffe.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Wie lange hat er jetzt geredet?
Brunner sagt am Ende ihrer Rede immer eines, und da kann ich ihr nur beipflichten: Es braucht ein unabhängiges und selbständiges und mutiges und selbstbewusstes Umweltministerium. – Jawohl. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Wie lange hat er jetzt geredet?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
An der Entwicklung der Tragtasche ist auch die technologische und gesellschaftliche Entwicklung erkennbar. Es ist selbstverständlich, dass wir eine ganz entschlossene Reduktion, und idealerweise natürlich auch die Abschaffung, der Plastiksäcke und die Forcierung von nachhaltigen, abbaufähigen Tragtaschen aus Maisstärke oder aus ähnlichen Produkten unterstützen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Immer verneigen!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Hohes Haus! Ich wollte mich wirklich nicht zu Wort melden, aber jetzt tue ich es doch, nachdem ich den bekennenden und rechtsgläubigen „Erwinisten“ Rädler vorher gehört habe, wie er anbetungsvoll und andächtig von „unserem Herrn Landeshauptmann“ gesprochen und sich dabei auch rührend verneigt hat (Abg. Mag. Stadler: Immer verneigen!), als würde der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll kurz vor der Heiligsprechung stehen. (Abg. Mag. Stadler: Er ist es schon!) – Er ist schon heiliggesprochen! Wenn er im Land Niederösterreich Jutetaschen verteilt, weil Niederösterreich das Paradeland der Mülltrennung, der Abfallwirtschaft ist, schlage ich Ihnen vor, in Zukunft, Herr „Erwinist“ Rädler, Jutetaschen des Herrn Landeshauptmannes als Berührungsreliquien in St. Pölten anzubieten, wenn sie der Herr Landeshauptmann Pröll auch wirklich angegriffen hat. (Ruf beim BZÖ: Sind sie schon!)
Abg. Mag. Stadler: Er ist es schon!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Hohes Haus! Ich wollte mich wirklich nicht zu Wort melden, aber jetzt tue ich es doch, nachdem ich den bekennenden und rechtsgläubigen „Erwinisten“ Rädler vorher gehört habe, wie er anbetungsvoll und andächtig von „unserem Herrn Landeshauptmann“ gesprochen und sich dabei auch rührend verneigt hat (Abg. Mag. Stadler: Immer verneigen!), als würde der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll kurz vor der Heiligsprechung stehen. (Abg. Mag. Stadler: Er ist es schon!) – Er ist schon heiliggesprochen! Wenn er im Land Niederösterreich Jutetaschen verteilt, weil Niederösterreich das Paradeland der Mülltrennung, der Abfallwirtschaft ist, schlage ich Ihnen vor, in Zukunft, Herr „Erwinist“ Rädler, Jutetaschen des Herrn Landeshauptmannes als Berührungsreliquien in St. Pölten anzubieten, wenn sie der Herr Landeshauptmann Pröll auch wirklich angegriffen hat. (Ruf beim BZÖ: Sind sie schon!)
Ruf beim BZÖ: Sind sie schon!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Hohes Haus! Ich wollte mich wirklich nicht zu Wort melden, aber jetzt tue ich es doch, nachdem ich den bekennenden und rechtsgläubigen „Erwinisten“ Rädler vorher gehört habe, wie er anbetungsvoll und andächtig von „unserem Herrn Landeshauptmann“ gesprochen und sich dabei auch rührend verneigt hat (Abg. Mag. Stadler: Immer verneigen!), als würde der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll kurz vor der Heiligsprechung stehen. (Abg. Mag. Stadler: Er ist es schon!) – Er ist schon heiliggesprochen! Wenn er im Land Niederösterreich Jutetaschen verteilt, weil Niederösterreich das Paradeland der Mülltrennung, der Abfallwirtschaft ist, schlage ich Ihnen vor, in Zukunft, Herr „Erwinist“ Rädler, Jutetaschen des Herrn Landeshauptmannes als Berührungsreliquien in St. Pölten anzubieten, wenn sie der Herr Landeshauptmann Pröll auch wirklich angegriffen hat. (Ruf beim BZÖ: Sind sie schon!)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Das gehört offenbar auch zum schwarzen Jute-Voodoo dazu, den Sie seit Wochen verbreiten, der Sie aber am kommenden Freitag bei Ihrem Parteitag auch nicht vor dem Absturz retten wird. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Auch dass Sie – gerüchteweise durchgesickert –, den Herrgottswinkel jetzt in Niederösterreich mit kleinen Männchen in Black aufbauen, um damit den Herrgott zu verräumen und Ihren neuen Heiligen der ÖVP anzubeten, wird nicht funktionieren. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Erwin! – als „Erwinist“ immer schön verbeugen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Das gehört offenbar auch zum schwarzen Jute-Voodoo dazu, den Sie seit Wochen verbreiten, der Sie aber am kommenden Freitag bei Ihrem Parteitag auch nicht vor dem Absturz retten wird. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Auch dass Sie – gerüchteweise durchgesickert –, den Herrgottswinkel jetzt in Niederösterreich mit kleinen Männchen in Black aufbauen, um damit den Herrgott zu verräumen und Ihren neuen Heiligen der ÖVP anzubeten, wird nicht funktionieren. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Erwin! – als „Erwinist“ immer schön verbeugen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Das gehört offenbar auch zum schwarzen Jute-Voodoo dazu, den Sie seit Wochen verbreiten, der Sie aber am kommenden Freitag bei Ihrem Parteitag auch nicht vor dem Absturz retten wird. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Auch dass Sie – gerüchteweise durchgesickert –, den Herrgottswinkel jetzt in Niederösterreich mit kleinen Männchen in Black aufbauen, um damit den Herrgott zu verräumen und Ihren neuen Heiligen der ÖVP anzubeten, wird nicht funktionieren. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Erwin! – als „Erwinist“ immer schön verbeugen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Abg. Grillitsch: Herr Präsident, das ist ein Ordnungsruf! „Weltmeister der Heuchelei“!
Sie sind in der Realität Ihrer gescheiterten Politik angekommen, und daher reiht sich auch nahtlos ein, was der Herr Bundesminister am Schluss gesagt hat, nämlich dass Österreich unter seiner Regentschaft Weltmeister der Abfallwiederverwertung sei. Herr Bundesminister, Sie sind – wenn ich mir alleine Ihren gescheiterten Stresstest in der Atompolitik anschaue, den Sie vorgeschlagen haben – mit Ihrer Politik bestenfalls Weltmeister der Heuchelei, denn die Untätigkeit der Regierung – auch im Bereich des Plastiksackerlverbots – wird sich so lange weiterziehen, solange ehemalige ÖVP-Mitarbeiter in führender Rolle in der österreichischen Lebensmittelindustrie tätig sind. (Abg. Grillitsch: Herr Präsident, das ist ein Ordnungsruf! „Weltmeister der Heuchelei“!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.
Diese Debatte offenbart aber heute auch etwas anderes, nämlich die Haltung der Grünen, und diese Kritik kann ich Ihnen nicht ersparen, Herr Abgeordneter Öllinger. Wenn die Grünen hier, Kollegin Brunner, wie viele andere gegen die Atomkraft auftreten, dann darf ich noch kurz berichten, dass wir vorigen Montag in Zagreb waren, um mit dem kroatischen Parlamentspräsidenten Luca Bebic und der Vorsitzenden des EU-Kontrollausschusses für die Erweiterung zusammenzutreffen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grillitsch: Das ist ein Ordnungsruf! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.
Wir haben dort die kroatische Seite, die zu 50 Prozent an dem Atomkraftwerk Krško beteiligt ist, wirklich eindeutig darauf hingewiesen, dass es keinen EU-Beitritt Kroatiens gibt, wenn das Atomkraftwerk Krško nicht endlich abgeschaltet wird, und haben dort auch eine klare österreichische Botschaft abgegeben. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grillitsch: Das ist ein Ordnungsruf! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Brunner und Mag. Korun.
ich selbst teilgenommen. Das zeigt auch Ihre Heuchelei in diesem Bereich. Wenn es darum geht, durch PR-Termine und Fernsehauftritte ihre Umweltpolitik darzustellen, mit Aktionismus im Parlament, dann sind Sie die Ersten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Brunner und Mag. Korun.) Wenn es aber darum geht, konkret die Probleme, auch in unseren Nachbarländern, zu lösen, dann ist Ihnen das nicht einmal eine Zugfahrt wert, die Sie nach Kroatien hätten machen sollen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Moser und Mag. Brunner.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Moser und Mag. Brunner.
ich selbst teilgenommen. Das zeigt auch Ihre Heuchelei in diesem Bereich. Wenn es darum geht, durch PR-Termine und Fernsehauftritte ihre Umweltpolitik darzustellen, mit Aktionismus im Parlament, dann sind Sie die Ersten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Brunner und Mag. Korun.) Wenn es aber darum geht, konkret die Probleme, auch in unseren Nachbarländern, zu lösen, dann ist Ihnen das nicht einmal eine Zugfahrt wert, die Sie nach Kroatien hätten machen sollen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Moser und Mag. Brunner.)
Abg. Mag. Kogler: Geh bitte, das ist ein Kultgegenstand!
Auch Ihre heutige Rede, Frau Kollegin Brunner, gegen das Plastiksackerlverbot ist kritikwürdig. Wir sind für dieses Verbot, aber so aggressiv wie Sie sollte man es auch nicht anlegen, wenn das Sakko des Abgeordneten Kogler den gleichen Polyesteranteil hat wie meines, Sie vielleicht Nylonstrümpfe tragen, am Pult des Herrn Abgeordneten Öllinger ein Plastikkugelschreiber liegt, Sie Plastikhandys benutzen und der Abgeordnete Kogler im letzten Wahlkampf halb Graz mit Plastik-Vuvuzelas überschwemmt hat, die dann alle in die Mur geschmissen worden sind und damit die Umwelt auch tatsächlich geschädigt haben. (Abg. Mag. Kogler: Geh bitte, das ist ein Kultgegenstand!)
Weitere Zwischenrufe bei Grünen und ÖVP.
Man kann auch nicht einerseits glaubhaft gegen die Atomkraft sein – um Ihre zwittrige Haltung, so möchte ich es fast formulieren, hier darzustellen –, aber andererseits in Graz die Murkraftwerke verhindern; ein Kraftwerk, das in Graz in einem bereits verbauten Gebiet der Mur gebaut wird. (Weitere Zwischenrufe bei Grünen und ÖVP.) Der einzige Hinderungsgrund für dieses Murkraftwerk, der für Sie herhalten muss, ist die sogenannte Huchen-Population, die der Arbeiterfischerverband des Herrn Kräuter vor einigen Jahrzehnten dort eingesetzt hat. (Ruf bei den Grünen: Das stimmt ja nicht!)
Ruf bei den Grünen: Das stimmt ja nicht!
Man kann auch nicht einerseits glaubhaft gegen die Atomkraft sein – um Ihre zwittrige Haltung, so möchte ich es fast formulieren, hier darzustellen –, aber andererseits in Graz die Murkraftwerke verhindern; ein Kraftwerk, das in Graz in einem bereits verbauten Gebiet der Mur gebaut wird. (Weitere Zwischenrufe bei Grünen und ÖVP.) Der einzige Hinderungsgrund für dieses Murkraftwerk, der für Sie herhalten muss, ist die sogenannte Huchen-Population, die der Arbeiterfischerverband des Herrn Kräuter vor einigen Jahrzehnten dort eingesetzt hat. (Ruf bei den Grünen: Das stimmt ja nicht!)
Beifall beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, wer gegen Atomkraft ist, der muss für erneuerbare Energien eintreten. (Beifall beim BZÖ.) Wer für eine Wiederverwertung des Abfalls ist, für eine Abfalltrennung, für eine ökologische Umwelt in Österreich, der muss auch glaubhaft sein und darf sich nicht nur auf PR-Schauplätzen herumtreiben. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Grillitsch: Den Ordnungsruf vergessen wir nicht!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Grillitsch: Den Ordnungsruf vergessen wir nicht!
Sehr geehrte Damen und Herren, wer gegen Atomkraft ist, der muss für erneuerbare Energien eintreten. (Beifall beim BZÖ.) Wer für eine Wiederverwertung des Abfalls ist, für eine Abfalltrennung, für eine ökologische Umwelt in Österreich, der muss auch glaubhaft sein und darf sich nicht nur auf PR-Schauplätzen herumtreiben. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Grillitsch: Den Ordnungsruf vergessen wir nicht!)
Abg. Grillitsch: Das ist unvorstellbar! – Abg. Kopf: Den 47. Ordnungsruf! – Abg. Riepl: Das wird nichts nutzen! – Zwischenrufe des Abg. Grosz.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Sehr geehrter Herr Kollege Grosz, für die Anschuldigung gegenüber dem Minister: „Sie sind der Weltmeister der Heuchelei!“, erteile ich Ihnen gemäß den üblichen Usancen einen Ordnungsruf und ersuche Sie, künftig anders zu umschreiben, was Sie sagen wollen. (Abg. Grillitsch: Das ist unvorstellbar! – Abg. Kopf: Den 47. Ordnungsruf! – Abg. Riepl: Das wird nichts nutzen! – Zwischenrufe des Abg. Grosz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Sind Sie auch ein Erwinist?
Abgeordneter Peter Mayer (ÖVP): Geschätzter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, ja, es sind nicht nur Plastiksackerl aus Erdöl entbehrlich, sondern auch so manche Redebeiträge des Abgeordneten Grosz. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Sind Sie auch ein Erwinist?)
Abg. Grosz: Raiffeisen-Kartoffelstärke!
Ich unterstütze die Argumente meiner Vorredner, die gesagt haben: Jawohl, wir müssen auf mehrfach verwendbare Verpackungen umsteigen, auf den gewohnten Einkaufskorb zum Beispiel. Auch ist die Kennzeichnung der Taschen notwendig, damit man weiß, was man in der Hand hat. Aber es ist mir auch wichtig, dass man gewisse Ökobilanzen betrachtet, vor allem wenn man sagt, dass es ja schon tolle Alternativen in der Verpackungsmaterialliste gibt – etwa aus Maisstärke oder aus Kartoffelstärke. (Abg. Grosz: Raiffeisen-Kartoffelstärke!) Da kann man unsere Schulmilchbauern als positives Beispiel erwähnen, die ihr Produkt in Maisstärke und Kartoffelstärke verpacken – eine wirklich sinnvolle Alternative.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Sind Sie auch ein Erwinist?
Herr Abgeordneter Rädler hat schon gesagt, wir in Oberösterreich sind vorbildlich unterwegs, allein mit der Aktion „Hui statt Pfui“. Aber auch in diesem Bereich, im Forschungsbereich, sind wir vorbildlich, da kann man uns einiges nachmachen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Sind Sie auch ein Erwinist?)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.
Es gibt bei uns in Österreich mittlerweile eine Reihe von guten Beispielen. In einer kleinen Gemeinde im Mühlviertel, in Kleinzell, ist es Normalität, dass kein einziges Geschäft mehr derartige Sackerl ausgibt. Für die Bevölkerung in dieser Gemeinde ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man andere Tragtaschen verwendet. Ich denke, dieses Modell kann auch in anderen Regionen, ja sogar in der gesamten Republik angewendet werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Werter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wir setzen heute Maßnahmen zur Vermeidung und Reduktion des Gebrauchs von herkömmlichen Plastiktragetaschen. Ich möchte eingangs schon darauf hinweisen, dass es ein gutes Zeichen ist, dass sich die Bundesregierung auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten um diese Verantwortung für Umwelt und Natur kümmert und da auch Schwerpunkte setzt, denn, seien wir ehrlich, das Plastiksackerl steht nicht im Brennpunkt der Weltgeschichte, aber wir nehmen diese Verantwortung wahr und kümmern uns auch um Umwelt und Natur. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Grundsätzlich geht es, und das ist in vielen Reden schon angesprochen worden, natürlich um Bewusstseinsbildung zur Vermeidung von Plastiksackerln und natürlich auch zum Einsatz von alternativen Tragtaschen. Ich möchte das, was Herr Kollege Rädler schon für Niederösterreich gesagt hat, auch für Oberösterreich ergänzen. Herr Kollege Grosz, ich würde das nicht ins Lächerliche ziehen, weil es eine gute Initiative dieser beiden ÖVP-Gruppen ist, an jeden Haushalt Stofftragetaschen zu verteilen. Diese werden sehr gerne verwendet, und dafür werden viele Plastiksackerl eingespart. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schönpass: Nicht nur bei der ÖVP, auch bei der SPÖ!
Wenn es doch so ist, dann gibt es Initiativen – viele in ÖVP-geführten Gemeinden, wie angesprochen wurde –, im Rahmen derer durch Schwerpunkaktionen Flurreinigungen durchgeführt werden. (Abg. Schönpass: Nicht nur bei der ÖVP, auch bei der SPÖ!) – Das ist richtig, auch in SPÖ-geführten Gemeinden werden diese Aktionen durchgeführt, und das ist auch richtig so. Aber man stellt bei diesen Aktionen immer wieder fest, dass die Menge im Vergleich zu früheren Jahren deutlich weniger wird, weil einfach das Pflichtbewusstsein der Bevölkerung entsprechend vorhanden ist. Deswegen bin ich überzeugt davon, dass die Menschen sparsam mit den Plastiksackerln umgehen; wenn sie sie verwenden, werden sie entsprechend wieder rückgeführt. Deswegen ist der Weg, den wir gehen, den Herr Bundesminister Berlakovich geht, der richtige, und ich bin davon überzeugt, diesen entsprechend zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schönpass.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schönpass.
Wenn es doch so ist, dann gibt es Initiativen – viele in ÖVP-geführten Gemeinden, wie angesprochen wurde –, im Rahmen derer durch Schwerpunkaktionen Flurreinigungen durchgeführt werden. (Abg. Schönpass: Nicht nur bei der ÖVP, auch bei der SPÖ!) – Das ist richtig, auch in SPÖ-geführten Gemeinden werden diese Aktionen durchgeführt, und das ist auch richtig so. Aber man stellt bei diesen Aktionen immer wieder fest, dass die Menge im Vergleich zu früheren Jahren deutlich weniger wird, weil einfach das Pflichtbewusstsein der Bevölkerung entsprechend vorhanden ist. Deswegen bin ich überzeugt davon, dass die Menschen sparsam mit den Plastiksackerln umgehen; wenn sie sie verwenden, werden sie entsprechend wieder rückgeführt. Deswegen ist der Weg, den wir gehen, den Herr Bundesminister Berlakovich geht, der richtige, und ich bin davon überzeugt, diesen entsprechend zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Schönpass.)
Zwischenruf des Abg. Wöginger
nie in einer Gemeinde gearbeitet (Zwischenruf des Abg. Wöginger), wo man durchaus zuerst reden muss, um zu einem Ergebnis zu kommen, und dann kann man erst etwas umsetzen. Das würde ich ihm schon empfehlen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich denke, wenn wir heute dieses Thema zu einem vernünftigen Abschluss bringen, können wir die Einstellung vertreten: Ganz klar ein Ja zur Umwelt, ein Ja zum Ausstieg aus der Verwendung herkömmlicher, nicht verrottbarer Plastiktragetaschen, aber mit einer realistischen Übergangsphase, damit sich auch unsere Unternehmen auf diese neue Situation einstellen können. Herr Minister, volle Unterstützung für diese Vorgehensweise! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und wenn es um Heldenverehrung und um den Wettbewerb geht, wer der größte Pharisäer ist, dann, glaube ich, hat diesen Preis Kollege Grosz längst gewonnen. Er soll sich ein bisschen mehr zurückhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stauber.
Österreich ist ein wunderschönes Land. Ich lebe gerne hier. Hören Sie auf, an dem Ast zu sägen, auf dem wir sitzen, denn das könnte schiefgehen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Stauber.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordnete Andrea Gessl-Ranftl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Vor allem liebe Mitglieder des Werks-Chors der voestalpine, euch gilt ein steirisches, herzliches Glückauf! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ.
Noch einmal erwähnen möchte ich, dass in diesem Zusammenhang in erster Linie die Müllvermeidung und die Energiesparmaßnahmen stehen müssen. Ich ersuche Sie im Sinne einer lebenswerten Umwelt, diesem Entschließungsantrag zuzustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Tatsächlich ist die weltweite Diskussion über die Ressourcenvergeudung und die nachhaltige Umweltverschmutzung durch Kunststoffverpackungen, die ja, wie wir bereits gehört haben, von Los Angeles bis Wieselburg geführt wird (Zwischenruf des Abg. Rädler), auch symptomatisch dafür, dass die Konsumentinnen und Konsumenten zunehmend ihr Unbehagen über unsere Wegwerfgesellschaft formulieren.
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne, meine sehr geehrten Damen und Herren, freue ich mich, wenn wir aus Mitverantwortung für unsere Umwelt eine möglichst breite Zustimmung für den Antrag der Regierungsfraktionen bekommen, und ich freue mich auf ein baldiges Aus für die Nylonsackerl. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
13. Familienbeihilfe. Hier darf ich das berühmt-berüchtigte Karterl der FPÖ zum Vorschein bringen (die Rednerin stellt eine Tafel auf das Rednerpult), denn diese Petition haben 11 845 Österreicherinnen und Österreicher unterschrieben (Beifall bei der FPÖ) und damit ihre Unterstützung für dieses Anliegen kundgetan. Ich gratuliere dir, Carmen, das ist sicher ein ganz toller Erfolg. Du hast den Nerv der Menschen wirklich getroffen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich möchte einen Spruch wiederholen, den ich schon so oft gesagt habe: Kenntnisnahme ist im Prinzip ein Begräbnis erster Klasse für jegliche Bürgerinitiative oder Petition! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Eine Bürgerinitiative, zu der es auch ein Hearing im Petitionsausschuss gegeben hat, wurde vom Präsidenten des österreichischen Zivil-Invalidenverbandes, Herrn Dr. Voget, eingereicht. Es geht darin um die Evaluierung und gleichzeitig um die Anpassung des Pflegegeldes. Immerhin wurde es 1993 eingeführt, aber bis dato nicht evaluiert. Es gab eine Inflation, das heißt, das Geld für die Behinderten wurde weniger und weniger. Die Behinderten müssen von der familiären und informellen Unterstützung auf die institutionelle Pflege ausweichen, die natürlich Arbeitsplätze bringt, aber sehr oft für die Behinderten absolut nicht das ist, was sie sich vorstellen können. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist wieder Sparen bei den Ärmsten, bei jenen, die unbedingt unsere Hilfe brauchen. – Und das wollen wir Freiheitliche nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Bürgerinnen und Bürger sollen durch Öffentlichkeitsarbeit darauf aufmerksam gemacht werden. Wir wollen die Aktivitäten des Ausschusses und das Petitionsrecht insgesamt besser darstellen. Möglichst viele sollen darüber informiert sein, dass sie ihre Anliegen, die sich auf die Bundesgesetzgebung beziehen, in Form von Petitionen und Bürgerinitiativen einbringen können. Ich denke, dass wir durch die gute und konstruktive Zusammenarbeit der Fraktionen im Ausschuss bereits positive Veränderungen für die Einreicher und Einreicherinnen von Petitionen und Bürgerinitiativen bewirken konnten, und bin überzeugt davon, dass es in unserem gemeinsamen Interesse ist, diesen Weg weiterzugehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Und wer ist das?! Sag! Wer ist denn das?!
Aber vorneweg: Positiv ist zweifelsfrei, dass wir eine gute Gesprächskultur haben. Danke auch an die Vorsitzende! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Und wer ist das?! Sag! Wer ist denn das?!) – Ja, keine Frage. Was das Procedere betrifft auch ein großes Danke an die Parlamentsdirektion für die Unterstützung und Begleitung unserer Arbeit, die ja – sagen wir es einmal ganz offen – nicht besonders im Fokus der Öffentlichkeit steht. Aber Gott sei Dank steht sie im Fokus der Frau Präsidentin. Das freut mich, denn es ist wichtig, die Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen. Frau Präsidentin, Sie kennen das, Sie übernehmen haufenweise Petitionen von Bürgerinnen und Bürgern, die ganz unterschiedliche Anliegen an uns herantragen. (Abg. Mag. Prammer: Nicht alle, aber fast alle, sehr viele!) – Sehr viele, genau.
Abg. Mag. Prammer: Nicht alle, aber fast alle, sehr viele!
Aber vorneweg: Positiv ist zweifelsfrei, dass wir eine gute Gesprächskultur haben. Danke auch an die Vorsitzende! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Und wer ist das?! Sag! Wer ist denn das?!) – Ja, keine Frage. Was das Procedere betrifft auch ein großes Danke an die Parlamentsdirektion für die Unterstützung und Begleitung unserer Arbeit, die ja – sagen wir es einmal ganz offen – nicht besonders im Fokus der Öffentlichkeit steht. Aber Gott sei Dank steht sie im Fokus der Frau Präsidentin. Das freut mich, denn es ist wichtig, die Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen. Frau Präsidentin, Sie kennen das, Sie übernehmen haufenweise Petitionen von Bürgerinnen und Bürgern, die ganz unterschiedliche Anliegen an uns herantragen. (Abg. Mag. Prammer: Nicht alle, aber fast alle, sehr viele!) – Sehr viele, genau.
Zwischenruf des Abg. Themessl.
Wir haben schon einiges gemeinsam weiterentwickelt. Wir haben noch unterschiedliche Auffassungen zum Beispiel darüber, wie, wann und wo im Plenum oder im Ausschuss weiterdiskutiert werden soll. Unsere Auffassung ist nach wie vor, dass Petitionen und Bürgerinitiativen, wenn sie themenbezogen sind, möglichst zu den Fachabgeordneten kommen sollten. Eine Verkehrspetition von Bürgerinnen und Bürgern soll nicht irgendwie im Petitionsausschuss kurz angesprochen, dann im Plenum kurz behandelt werden und das war es. Nein, wir wollen, dass Fachabgeordnete Petitionen und Bürgerinitiativen in Zukunft verstärkt auf die Tagesordnung bekommen – im Verkehrsausschuss, im Umweltausschuss, in anderen Ausschüssen. Das ist sowohl eine Belebung der parlamentarischen Debatte als auch der Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern auf sehr direktem Wege. So wäre das sinnvoll und vorgesehen. (Zwischenruf des Abg. Themessl.) – Ja, Herr Kollege, das können wir gemeinsam weiterentwickeln. Das ist machbar.
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Mag. Wurm, Grosz und Ursula Haubner.
Eine so wichtige soziale Leistung ist auch eine Frage der innergesellschaftlichen Solidarität. Das sollte uns das wert sein, das ist meiner Meinung nach eine wichtige Weichenstellung. Ich hätte es auch gut gefunden, diese Geschichte dem Fachausschuss zuzuweisen und dort noch einmal fachlich in der ganzen Breite zu diskutieren. Das ist leider nicht geschehen, aber mit diesem Antrag hoffe ich, einen kleinen Impuls zu setzen, und ersuche um die Zustimmung der anderen Fraktionen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Mag. Wurm, Grosz und Ursula Haubner.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundeskanzler, das ist ein besonders wichtiges Thema, weil es die österreichische Bevölkerung interessiert, wie man mit dieser Krise und wie man vor allem mit den österreichischen Steuergeldern umgeht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Krainer: 2 Milliarden? – Abg. Dr. Stummvoll: Bitte? 2 Milliarden?
Das Ende und die Auswirkungen der Milliarden-Geldspritzen sind nicht abzuschätzen. Wir sprechen ganz bewusst von einem Fass ohne Boden, weil manche Experten die Meinung vertreten, dass bei den 630 Milliarden bis 700 Milliarden €, die jetzt insgesamt für den Haftungsschirm im Gespräch sind, noch lange nicht das Ende sein wird. Manche Experten sprechen davon, dass es am Ende einen Euro-Rettungsschirm von bis zu 2 Milliarden € brauchen wird und diese Gefahr insgesamt besteht. (Abg. Krainer: 2 Milliarden? – Abg. Dr. Stummvoll: Bitte? 2 Milliarden?) Schon jetzt hat Österreich echte und direkte Geldflüsse in der Größenordnung von 8 Milliarden € geleistet, unsere Steuerzahler haben das aufgrund Ihrer Regierungsbeschlüsse geleistet, aus dem Steuersäckel bewältigt. Rechnet man die Griechenlandhilfe und den ersten und den kommenden Euro-Rettungsschirm dazu, kommt man eben auf diese Cash-Summe plus die Haftungen, die wir übernommen haben. Die Haftungen liegen bei über 17 Milliarden €, für die der österreichische Steuerzahler geradestehen muss. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Das Ende und die Auswirkungen der Milliarden-Geldspritzen sind nicht abzuschätzen. Wir sprechen ganz bewusst von einem Fass ohne Boden, weil manche Experten die Meinung vertreten, dass bei den 630 Milliarden bis 700 Milliarden €, die jetzt insgesamt für den Haftungsschirm im Gespräch sind, noch lange nicht das Ende sein wird. Manche Experten sprechen davon, dass es am Ende einen Euro-Rettungsschirm von bis zu 2 Milliarden € brauchen wird und diese Gefahr insgesamt besteht. (Abg. Krainer: 2 Milliarden? – Abg. Dr. Stummvoll: Bitte? 2 Milliarden?) Schon jetzt hat Österreich echte und direkte Geldflüsse in der Größenordnung von 8 Milliarden € geleistet, unsere Steuerzahler haben das aufgrund Ihrer Regierungsbeschlüsse geleistet, aus dem Steuersäckel bewältigt. Rechnet man die Griechenlandhilfe und den ersten und den kommenden Euro-Rettungsschirm dazu, kommt man eben auf diese Cash-Summe plus die Haftungen, die wir übernommen haben. Die Haftungen liegen bei über 17 Milliarden €, für die der österreichische Steuerzahler geradestehen muss. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Volksabstimmung von Herrn Bundeskanzler Faymann versprochen wurde. Herr Klubobmann Cap, das ist nicht sozial. Das ist auch nicht gerecht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist das Absurde an der ganzen Situation: Die Banken haben die Gewinne eingesteckt. Die Gewinne sind privatisiert und in die eigene Tasche geschoben worden, für die Verluste soll jetzt aber die Allgemeinheit aufkommen. Genau das erleben wir, und das kann es wohl nicht sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Aber grauslicher sind sie!
Mit einem Wort: Die fehlgeschlagene Finanzmarktpolitik wird zum Teil auch als alternativlos bezeichnet. Herr Kollege Stummvoll, wir haben von Ihnen auch schon des Öfteren gehört, dass Sie von fehlenden Alternativen reden. Aber natürlich gibt es Alternativen. (Abg. Dr. Stummvoll: Aber grauslicher sind sie!) Herr Stummvoll, es gibt auch keine Denkverbote. Selbstverständlich muss es erlaubt sein, über alles nachzudenken, Wege aus dieser Krise zu finden und nicht all das, was Sie vorgeben, kritiklos anzunehmen und hinzunehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mit einem Wort: Die fehlgeschlagene Finanzmarktpolitik wird zum Teil auch als alternativlos bezeichnet. Herr Kollege Stummvoll, wir haben von Ihnen auch schon des Öfteren gehört, dass Sie von fehlenden Alternativen reden. Aber natürlich gibt es Alternativen. (Abg. Dr. Stummvoll: Aber grauslicher sind sie!) Herr Stummvoll, es gibt auch keine Denkverbote. Selbstverständlich muss es erlaubt sein, über alles nachzudenken, Wege aus dieser Krise zu finden und nicht all das, was Sie vorgeben, kritiklos anzunehmen und hinzunehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das haben Ökonomen durchaus vorausgesehen, und sie haben davor gewarnt. Ich erinnere daran, dass wir Freiheitliche selbst auch vor dieser Euro-Währungszone gewarnt haben, in der schwache und starke Volkswirtschaften sozusagen zusammengepanscht werden. Unsere Kritik hat man damals beiseitegeschoben und gesagt: Was die Freiheitlichen da schon wieder für Schreckgespenster an die Wand malen! – Leider Gottes haben wir in diesem Bereich wieder einmal recht behalten. Viele unserer Kritikpunkte haben gestimmt und sind leider eingetroffen; aber darauf komme ich noch zu sprechen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt erleben wir eine Situation, in der der „kleine“ Mann durch Sie, durch die europäischen Regierungen gezwungen wird – letztlich auch im Sinne einer Massenenteignung –, für Spekulationen, für Banken, die spekuliert haben, und für Pleitestaaten, die einfach aufgrund ihrer Struktur nicht standhalten können, geradezustehen. Unsere österreichischen Steuerzahler müssen plötzlich für den Schaden geradestehen, der irgendwo angerichtet wurde, obwohl wir selbst heillos verschuldet sind – seit Amtsantritt von Bundeskanzler Werner Faymann, seit dem Jahr 2006 haben wir zusätzliche Schulden von 44 Milliarden €. Das sind Entwicklungen, bei denen sich jeder Österreicher zu Recht sagt: Bitte, das können wir uns nicht mehr leisten! Wir brauchen jeden österreichischen Steuer-Cent selbst zur Bewältigung unserer Probleme. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es wird der „kleine“ Mann zur Kasse gebeten. Ja, Sie sind auch verantwortlich für eine Massenenteignung der österreichischen Bevölkerung in diesem Bereich, da die Österreicher auf der anderen Seite erleben müssen, dass um das Geld, das wir jetzt für die Pleitebanken und Pleitestaaten in der Europäischen Union aufwenden, weniger Sozialleistungen da sind, bei den Familien gespart wird, bei der Pflege gespart wird. Also überall dort, wo man nicht sparen darf, weil es letztlich wirklich sozialpolitische Strukturen in unserem Land betrifft, haben Sie offenbar überhaupt keine Skrupel – so viel zum Thema soziale Verantwortung und Gerechtigkeit! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das soll gerecht sein?! Das soll sozial sein?! – Das ist es nicht! Ich sage, mit dem Ausplündern der Österreicher muss endlich Schluss sein. Ich sage ganz bewusst: Unser Geld, bitte, für unsere Leute – das muss endlich die Prämisse sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ja, wir wollen, dass unsere österreichische Bevölkerung eingebunden wird. Und wir wollen keine Transferunion erleben, die uns zwangsweise übergestülpt wird, so wie Sie das jetzt handhaben, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Gegenteil ist richtig: Sie würde den Wert der Währung steigern, die Zinsen senken und den Binnenmarkt beleben.“ – Zitatende. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich denke daher, es ist wichtig, dass wir alles an Überlegungen dafür anstellen, wie wir hier vernünftig und gesund herauskommen. Staaten wie Griechenland, Irland und Portugal haben in dieser Hartwährungsunion nichts zu suchen! Das muss man ehrlich festhalten. Man muss auch ehrlich bereit sein, diesen Schnitt herbeizuführen – zum Vorteil aller Beteiligten! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage, die Situation in Österreich ist schlimm genug, auch ohne dass wir unser Geld in andere Staaten pumpen. Wir haben selbst genügend Probleme, wir sollten hier bei uns damit beginnen, die Probleme zu meistern. Wir sollten auch in Frage stellen, ob es vernünftig ist, weiterhin den EU-Nettozahler zu spielen. Wir können es uns nicht mehr leisten! (Beifall bei der FPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Es müsste das auch die Konsequenz sein angesichts der Krise, in der wir uns befinden, angesichts der Rekord-Staatsverschuldung, in der wir uns heute befinden, mit Rekordzinsen in Richtung 10 Milliarden € pro Jahr, die wir zu leisten haben. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Ich komme schon zum Schlusssatz.
Beifall bei der FPÖ.
Sogar Rechnungshofpräsident Moser sagt, bei diesen 10 Milliarden € pro Jahr an Zinsenbelastung, die wir in Zukunft zu leisten haben, müssen wir neue Schulden aufnehmen, weil wir es sonst gar nicht mehr zurückzahlen und tilgen, die Zinsen nicht mehr decken können. Ich sage daher, es ist in diesem Bereich fünf nach zwölf, und ich bitte Sie wirklich, Herr Bundeskanzler: Seien Sie bereit, in dieser Frage umzudenken und die Sorgen der Österreicher ernst zu nehmen! (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Seit wann?
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Herr Minister! Staatssekretäre! Sehr verehrte Abgeordnete! Meine Damen und Herren! „Unser Geld für unsere Leute“ ist in der Begründung durch den Klubobmann sehr oft vorgekommen. Das ist auch meine Meinung: unser Geld für unsere Leute. (Ruf bei der FPÖ: Seit wann?) Österreich musste 2009, de facto wegen der Politik der heutigen FPK, 20 Milliarden € Haftung für die notverstaatlichte Hypo Kärnten bezahlen – besser wäre es gewesen, das Geld für etwas anderes einzusetzen, zuerst bei den Haftungen und dann, als wir notverstaatlichen mussten! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: ... lauter Rote! – Abg. Strache: Der rote Aufsichtsrat der Hypo! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Die Wahrheit kann einen ganz schön aufregen! (Abg. Strache: ... sogar Gusenbauer noch unter Vertrag gestanden, die Bank zu beraten!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: ... lauter Rote! – Abg. Strache: Der rote Aufsichtsrat der Hypo! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Herr Minister! Staatssekretäre! Sehr verehrte Abgeordnete! Meine Damen und Herren! „Unser Geld für unsere Leute“ ist in der Begründung durch den Klubobmann sehr oft vorgekommen. Das ist auch meine Meinung: unser Geld für unsere Leute. (Ruf bei der FPÖ: Seit wann?) Österreich musste 2009, de facto wegen der Politik der heutigen FPK, 20 Milliarden € Haftung für die notverstaatlichte Hypo Kärnten bezahlen – besser wäre es gewesen, das Geld für etwas anderes einzusetzen, zuerst bei den Haftungen und dann, als wir notverstaatlichen mussten! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: ... lauter Rote! – Abg. Strache: Der rote Aufsichtsrat der Hypo! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Die Wahrheit kann einen ganz schön aufregen! (Abg. Strache: ... sogar Gusenbauer noch unter Vertrag gestanden, die Bank zu beraten!)
Abg. Strache: ... sogar Gusenbauer noch unter Vertrag gestanden, die Bank zu beraten!
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Herr Minister! Staatssekretäre! Sehr verehrte Abgeordnete! Meine Damen und Herren! „Unser Geld für unsere Leute“ ist in der Begründung durch den Klubobmann sehr oft vorgekommen. Das ist auch meine Meinung: unser Geld für unsere Leute. (Ruf bei der FPÖ: Seit wann?) Österreich musste 2009, de facto wegen der Politik der heutigen FPK, 20 Milliarden € Haftung für die notverstaatlichte Hypo Kärnten bezahlen – besser wäre es gewesen, das Geld für etwas anderes einzusetzen, zuerst bei den Haftungen und dann, als wir notverstaatlichen mussten! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Kickl: ... lauter Rote! – Abg. Strache: Der rote Aufsichtsrat der Hypo! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Die Wahrheit kann einen ganz schön aufregen! (Abg. Strache: ... sogar Gusenbauer noch unter Vertrag gestanden, die Bank zu beraten!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Daher ist eine Bemerkung, die Sie in Ihrer Anfrage auf Seite 2 formulieren, zu unterstreichen: Hier sprechen Sie von den „gut wirtschaftenden Staaten wie Deutschland oder Österreich“. Das freut mich – selten, dass ich Ihnen so zustimmen kann! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stefan: Und wenn sie nicht eingehalten werden?
Wenn man die gemeinsame Politik mit Deutschland in der Europäischen Union beim Stabilitätsmechanismus verfolgt, dann ist es auch unser Ziel, die Einbindung des privaten Sektors ab 2013 besonders zu beachten. Es geht auch um die Entscheidung zur Vergabe und um Programme sowie um striktere Auflagen für die betroffenen Länder. Es ist also in keiner Weise geplant, eine Transferunion einzuführen. Es sind die gegebenen Haftungen und Kredite an Bedingungen geknüpft, deren Einhaltung natürlich laufend zu kontrollieren ist, und es ist nicht so milchmädchenhaft, dass man einmal ... (Abg. Mag. Stefan: Und wenn sie nicht eingehalten werden?)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn nicht, haben sowohl der Internationale Währungsfonds als auch die Experten, die sich das zur Stunde in Griechenland ansehen, ihre weitere Zustimmung zur nächsten Tranche an die Überprüfung ... (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Und wenn sie die nicht überweisen, was ist dann? – Abg. Dr. Graf: Was ist dann?
Das erkläre ich ja gerade: Die Überweisung der nächsten Tranche haben die derzeit in Griechenland befindlichen Experten – und damit natürlich auch der Bericht an die Verantwortlichen der Europäischen Union – an ihre Analyse geknüpft. Das heißt, eine Analyse, die besagen würde, dass man sich an nichts hält, würde auch die nächste Tranche nicht zur Auszahlung bringen. (Abg. Kickl: Und wenn sie die nicht überweisen, was ist dann? – Abg. Dr. Graf: Was ist dann?)
Abg. Dr. Graf: Da muss ja jemand dagegenhalten, bei einer Wette! Wer hält da dagegen?
Wenn ein oder zwei Länder hinausgedrängt werden würden, würde das die Spekulation nicht beseitigen, sondern richtig zur Spekulation einladen, dazu einladen, auch gegen andere Mitglieder des Euroraums spekulativ zu wetten, mit all den Folgen, die das natürlich auch hätte, mit all den Konsequenzen – auch für ein durchaus starkes Land wie Österreich. (Abg. Dr. Graf: Da muss ja jemand dagegenhalten, bei einer Wette! Wer hält da dagegen?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn morgen jemand auf die Idee käme, wieder eine eigene Währung zu machen, den Schilling wieder einzuführen, mit all den Spekulationen, die das zur Folge hätte, wäre das eine unverantwortliche Politik. Und dieser Meinung vieler Wirtschaftsforscher, der Nationalbank und anderer schließe ich mich an. Daher spiele ich auch nicht mit der Option eines Austritts, sondern – im Gegenteil – bin dafür, dass man der Öffentlichkeit sehr offen die Vor- und Nachteile des Euroraums sagt und diesbezüglich keinesfalls einseitig agiert. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer
Es ist daher eine vereinfachte Vertragsänderung, die hier zur Anwendung kommt. Ich kenne kein Land – auch keines jener Länder, die sogar gesetzliche Bestimmungen haben, wann Volksbefragungen durchzuführen sind (Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer) –, das aus diesem Grund eine Volksbefragung durchführt, da es sich lediglich um die Installierung eines bestehenden, derzeit eben nicht dauerhaften, sondern kurzfristig ins Leben gerufenen Schutzschirmes handelt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Es ist daher eine vereinfachte Vertragsänderung, die hier zur Anwendung kommt. Ich kenne kein Land – auch keines jener Länder, die sogar gesetzliche Bestimmungen haben, wann Volksbefragungen durchzuführen sind (Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer) –, das aus diesem Grund eine Volksbefragung durchführt, da es sich lediglich um die Installierung eines bestehenden, derzeit eben nicht dauerhaften, sondern kurzfristig ins Leben gerufenen Schutzschirmes handelt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Abg. Bucher: Sie können bei Portugal sparen! Sparen Sie bei Portugal und Griechenland, dann haben Sie mehr für die Universitäten!
Der aktuelle Budgetpfad sieht für 2011 ein gesamtstaatliches Budgetdefizit von unter 4 Prozent vor, für 2013 von unter 3 Prozent und für 2015 von bei 2 Prozent. Nun glaube auch ich, dass dieser Budgetpfad notwendig ist, um Österreich als eines der wenigen Triple-A-Länder in Europa so stabil zu halten, dass es unangreifbar für internationale Spekulationen ist und bleibt – obwohl es in den verschiedenen Ressorts und Bereichen viele gute Gründe für höhere Ausgaben gäbe, weil ich gerade den Herrn Minister für Wissenschaft sehe, weil deutlich höhere Ausgaben benötigt würden (Abg. Bucher: Sie können bei Portugal sparen! Sparen Sie bei Portugal und Griechenland, dann haben Sie mehr für die Universitäten!) und es überhaupt kein Regierungsmitglied gibt, das nicht begründen könnte, dass es sowohl für die Kaufkraft des Landes als auch für die Qualitätsverbesserung viele zusätzliche Ausgaben einsetzen könnte. (Abg. Strache: Also lieber nach Griechenland zahlen, als für die Universitäten zum Einsatz zu bringen!)
Abg. Strache: Also lieber nach Griechenland zahlen, als für die Universitäten zum Einsatz zu bringen!
Der aktuelle Budgetpfad sieht für 2011 ein gesamtstaatliches Budgetdefizit von unter 4 Prozent vor, für 2013 von unter 3 Prozent und für 2015 von bei 2 Prozent. Nun glaube auch ich, dass dieser Budgetpfad notwendig ist, um Österreich als eines der wenigen Triple-A-Länder in Europa so stabil zu halten, dass es unangreifbar für internationale Spekulationen ist und bleibt – obwohl es in den verschiedenen Ressorts und Bereichen viele gute Gründe für höhere Ausgaben gäbe, weil ich gerade den Herrn Minister für Wissenschaft sehe, weil deutlich höhere Ausgaben benötigt würden (Abg. Bucher: Sie können bei Portugal sparen! Sparen Sie bei Portugal und Griechenland, dann haben Sie mehr für die Universitäten!) und es überhaupt kein Regierungsmitglied gibt, das nicht begründen könnte, dass es sowohl für die Kaufkraft des Landes als auch für die Qualitätsverbesserung viele zusätzliche Ausgaben einsetzen könnte. (Abg. Strache: Also lieber nach Griechenland zahlen, als für die Universitäten zum Einsatz zu bringen!)
Abg. Strache: Was war beim letzten Budget? Was hat es da für Kosten gegeben?
Die bisherigen Maßnahmen haben in den einzelnen Ländern unterschiedliche Konsequenzen ausgelöst. Das Installieren des Schutzschirmes und der Schutzschirm selbst haben in Österreich aber selbstverständlich zu keinem Sozialabbau geführt – war auch von niemandem verlangt. (Abg. Strache: Was war beim letzten Budget? Was hat es da für Kosten gegeben?) – Der Grund für diese Sparmaßnahmen waren nicht die Kosten des Schutzschirmes (Abg. Strache: Die sind ja schon mit eingerechnet worden!), sondern es ist darum gegangen, die vorgegebenen eigenen Sparziele zu erreichen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Dies hat gewisse Maßnahmen notwendig gemacht.
Abg. Strache: Die sind ja schon mit eingerechnet worden!
Die bisherigen Maßnahmen haben in den einzelnen Ländern unterschiedliche Konsequenzen ausgelöst. Das Installieren des Schutzschirmes und der Schutzschirm selbst haben in Österreich aber selbstverständlich zu keinem Sozialabbau geführt – war auch von niemandem verlangt. (Abg. Strache: Was war beim letzten Budget? Was hat es da für Kosten gegeben?) – Der Grund für diese Sparmaßnahmen waren nicht die Kosten des Schutzschirmes (Abg. Strache: Die sind ja schon mit eingerechnet worden!), sondern es ist darum gegangen, die vorgegebenen eigenen Sparziele zu erreichen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Dies hat gewisse Maßnahmen notwendig gemacht.
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Die bisherigen Maßnahmen haben in den einzelnen Ländern unterschiedliche Konsequenzen ausgelöst. Das Installieren des Schutzschirmes und der Schutzschirm selbst haben in Österreich aber selbstverständlich zu keinem Sozialabbau geführt – war auch von niemandem verlangt. (Abg. Strache: Was war beim letzten Budget? Was hat es da für Kosten gegeben?) – Der Grund für diese Sparmaßnahmen waren nicht die Kosten des Schutzschirmes (Abg. Strache: Die sind ja schon mit eingerechnet worden!), sondern es ist darum gegangen, die vorgegebenen eigenen Sparziele zu erreichen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Dies hat gewisse Maßnahmen notwendig gemacht.
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Es lässt sich trefflich darüber streiten, ob die eine oder die andere Maßnahme, die in einem langfristigen Budgetpfad und im Budget untergebracht werden muss, notwendig und richtig ist. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Aber jedenfalls hat Österreich ein starkes Sozialsystem (Ruf bei der FPÖ: Griechenland auch!) und bei den wesentlichen Ausgabenpositionen, zum Beispiel bei der Altersversorgung, beim Gesundheitssystem, steigende Budgetausgaben. Daher ist dieses klare Bekenntnis zum Prinzip der Sozialausgaben und der sozialen Leistungen in Österreich natürlich auch im Budgetpfad ablesbar.
Ruf bei der FPÖ: Griechenland auch!
Es lässt sich trefflich darüber streiten, ob die eine oder die andere Maßnahme, die in einem langfristigen Budgetpfad und im Budget untergebracht werden muss, notwendig und richtig ist. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Aber jedenfalls hat Österreich ein starkes Sozialsystem (Ruf bei der FPÖ: Griechenland auch!) und bei den wesentlichen Ausgabenpositionen, zum Beispiel bei der Altersversorgung, beim Gesundheitssystem, steigende Budgetausgaben. Daher ist dieses klare Bekenntnis zum Prinzip der Sozialausgaben und der sozialen Leistungen in Österreich natürlich auch im Budgetpfad ablesbar.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dieser Schutzschirm war in keiner Weise mit einer Einschränkung unserer bewährten sozialpartnerschaftlichen Leistungen in Österreich verbunden. Im Gegenteil, wir haben diesen Mechanismus nicht nur im eigenen Land selbstverständlich voll aufrechtzuerhalten, sondern ihn auch in Europa als vorbildliches Beispiel angeboten. Und ich bin überzeugt davon, dass das in Zukunft eines der Beispiele dafür ist, wie man durch die Einbindung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam zu einer besseren Stabilität beitragen kann, wie man sich viel stärker auch der Bekämpfung der Schattenwirtschaft widmen kann, wie man Steuersysteme, die es bei uns gibt, so einführt und umsetzt, dass auch tatsächlich der Großteil die Steuerleistung erbringt – eigentlich sollten alle, die vom Gesetz erfasst sind, für die die Steuer also gedacht ist, die Steuerleistung erbringen. Ich halte da Österreich in sehr vielen Punkten – nicht in allen, auch wir haben einiges zu verbessern – für vorbildlich in Europa. Das bleibt auch so. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei der ÖVP.
Also ein klarer Kurs der österreichischen Politik, klar absehbar, in welche Richtung es gehen soll, im Interesse einer gemeinsamen Europäischen Union, in der die Interessen der Bevölkerung im Vordergrund stehen. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Gröbere!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren, auch jene auf der Regierungsbank! Herr Bundeskanzler, Sie haben mit einem Seitenschlenker auf die Hypo in Kärnten begonnen. Da gibt es Verfehlungen, das ist keine Frage (Abg. Mag. Kogler: Gröbere!), aber ich weiß nicht, welche Personen Sie in Summe gemeint haben, ob das etwa Ihr Vorgänger in Ihrem jetzigen Amt ist, Herr Gusenbauer, der dort einen fetten Beratervertrag hatte, ob es etwa Herr Staribacher war, ehemaliger SPÖ-Finanzminister, der dort Prüfer war (Abg. Neubauer: Geh, das glaube ich nicht!), oder ob es etwa Herr Lacina war, der dort im Aufsichtsrat gesessen ist. Alle haben fette Beträge kassiert! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Abg. Neubauer: Geh, das glaube ich nicht!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren, auch jene auf der Regierungsbank! Herr Bundeskanzler, Sie haben mit einem Seitenschlenker auf die Hypo in Kärnten begonnen. Da gibt es Verfehlungen, das ist keine Frage (Abg. Mag. Kogler: Gröbere!), aber ich weiß nicht, welche Personen Sie in Summe gemeint haben, ob das etwa Ihr Vorgänger in Ihrem jetzigen Amt ist, Herr Gusenbauer, der dort einen fetten Beratervertrag hatte, ob es etwa Herr Staribacher war, ehemaliger SPÖ-Finanzminister, der dort Prüfer war (Abg. Neubauer: Geh, das glaube ich nicht!), oder ob es etwa Herr Lacina war, der dort im Aufsichtsrat gesessen ist. Alle haben fette Beträge kassiert! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren, auch jene auf der Regierungsbank! Herr Bundeskanzler, Sie haben mit einem Seitenschlenker auf die Hypo in Kärnten begonnen. Da gibt es Verfehlungen, das ist keine Frage (Abg. Mag. Kogler: Gröbere!), aber ich weiß nicht, welche Personen Sie in Summe gemeint haben, ob das etwa Ihr Vorgänger in Ihrem jetzigen Amt ist, Herr Gusenbauer, der dort einen fetten Beratervertrag hatte, ob es etwa Herr Staribacher war, ehemaliger SPÖ-Finanzminister, der dort Prüfer war (Abg. Neubauer: Geh, das glaube ich nicht!), oder ob es etwa Herr Lacina war, der dort im Aufsichtsrat gesessen ist. Alle haben fette Beträge kassiert! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Beifall bei der FPÖ.
Zum Zweiten: Herr Bundeskanzler, Sie haben gesagt, dass diese Hilfsmaßnahmen zu keinem Sozialabbau in Österreich geführt haben und führen. Ich sage Ihnen: Genau das Gegenteil ist der Fall! Ausgehend von der Politik der Europäischen Zentralbank, die die Geldmenge ins Absurde erhöht hat, was dann in den Mitgliedsländern der Europäischen Union, insbesondere in den Euro-Ländern natürlich zu einer gewaltigen Inflation geführt hat, die jetzt in Österreich nominell mit 3,3 Prozent ausgewiesen wird, in Wirklichkeit aber, wenn man den Warenkorb genauer ansieht, also reduziert auf Lebensmittel, Medikamente, Mietkosten und Energiekosten, in Richtung 10 Prozent geht. Und diese Inflation ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine perfide neue Steuer, die eingeführt wird, die Vermögen und Kaufkraft vernichtet und natürlich auch die sozial Schwächsten trifft. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Deswegen bin ich, Herr Bundeskanzler, schon etwas irritiert, dass Sie als Sozialdemokrat – und ich glaube, jeden ehrlichen Sozialdemokraten kann es da ja im tiefsten Inneren nur zusammenkrampfen (Beifall bei der FPÖ) – hier eine Politik vertreten, die genau diesen Banken das Geld in den Rachen wirft.
Beifall bei der FPÖ.
erhält Zinsen von bis zu 25 Prozent – und wir in Österreich dürfen es mitfinanzieren. Das ist die Wahrheit, Herr Bundeskanzler, und nichts anderes! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kopf: Ich glaube, wenn man ihnen die Konsequenzen erklären würde, schon!
Ich bin überzeugt davon: Würde man die Österreicher fragen, ob sie jetzt den zweiten großen Schutzschirm spannen möchten, ob sie jetzt weiter Milliarden österreichischen Steuergeldes dafür verwenden wollen (Abg. Kopf: Ich glaube, wenn man ihnen die Konsequenzen erklären würde, schon!), würden sie, glaube ich, Nein sagen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Ich glaube aber auch, dass die griechische Bevölkerung dazu Nein sagt, denn eines sage ich Ihnen auch: Das griechische Establishment ist dafür – gegen die griechische Bevölkerung aber wird Tränengas von der Polizei eingesetzt. Die wissen nicht mehr, wie sie mit dem Leben fertig werden sollen. Die wissen nicht mehr, wie sie sich selbst finanzieren können, sind die größten Verlierer. Das Wort „IWF“ ist in Griechenland das größte Schimpfwort, das es dort gibt, den hätte man am liebsten draußen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.) – Der Chef des IWF ist ja unlängst in New York gewesen, aber das nur so am Rande.
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen, Sie haben sich in einer politischen Kaste des Establishments längst abgekoppelt von der Bevölkerung Europas. Das ist eine Parallelwelt, die da entstanden ist und nicht mehr demokratisch getragen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bitte berücksichtigen Sie, dass es nicht nur um die Interessen der Österreicher geht, um die Interessen des österreichischen Wohlstandes, der österreichischen Kaufkraft, sondern dass es primär um die Frage geht, ob in diesem ganzen Europa in sozialer Hinsicht noch eine Situation zu bewerkstelligen ist, die nicht völlig abrutscht. Es geht auch um die Frage, ob wir in Europa die Demokratie wieder entwickeln können. Es geht auch darum, dass wir in Europa diese irrsinnigen Überwachungsinstrumente Zug um Zug wieder zurückfahren können – und nicht nur eine Politik machen, die im Interesse der Kreditwirtschaft, der Wirtschaftskapitäne und der großen Industriekonzerne ist. Das ist Ihre Politik – wir vertreten die Bevölkerung! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Jury: Hören Sie doch auf, das ist doch ...!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! „Es gibt ein Land im Süden, das ist de facto pleite. Ohne die Haftung von“ anderen „wäre es insolvent. Eine verantwortungslose Führung und eine verblendete Wählermehrheit haben diesen Zustand verursacht.“ (Abg. Jury: Hören Sie doch auf, das ist doch ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stefan: Deswegen werden Sie abgewählt!
„Mit diesem Land ist aber nicht Griechenland gemeint“ – und auch nicht Portugal –, „sondern Kärnten.“ – Das ist ein Zitat aus dem heutigen „Standard“ von Hans Rauscher, und in Wirklichkeit hat er recht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stefan: Deswegen werden Sie abgewählt!)
Zwischenruf des Abg. Neubauer
Hätte Österreich Kärnten damals pleitegehen lassen (Zwischenruf des Abg. Neubauer), hätte das Österreich mit einem Schlag 22 Milliarden € gekostet, zusätzlich zu den 1,35 Milliarden, die wir schon in die Bank gesteckt haben! (Zwischenruf des Abg. Jury.) Und natürlich hat es damals vielleicht auch einige Salzburger, einige Vorarlberger und einige Wiener gegeben, die sich gefragt haben: Wieso sollen wir für die Kärntner zahlen? Sollen sie doch ihre Seen verkaufen (Abg. Dr. Jarolim: Das Bärental verkaufen!), sollen sie doch, wenn sie über ihre Verhältnisse gelebt haben und wenn sie selbst schuld waren und diese wahnsinnigen Politiker gewählt haben, selbst aus dem Schlamassel rausfinden! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jury.)
Zwischenruf des Abg. Jury.
Hätte Österreich Kärnten damals pleitegehen lassen (Zwischenruf des Abg. Neubauer), hätte das Österreich mit einem Schlag 22 Milliarden € gekostet, zusätzlich zu den 1,35 Milliarden, die wir schon in die Bank gesteckt haben! (Zwischenruf des Abg. Jury.) Und natürlich hat es damals vielleicht auch einige Salzburger, einige Vorarlberger und einige Wiener gegeben, die sich gefragt haben: Wieso sollen wir für die Kärntner zahlen? Sollen sie doch ihre Seen verkaufen (Abg. Dr. Jarolim: Das Bärental verkaufen!), sollen sie doch, wenn sie über ihre Verhältnisse gelebt haben und wenn sie selbst schuld waren und diese wahnsinnigen Politiker gewählt haben, selbst aus dem Schlamassel rausfinden! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jury.)
Abg. Dr. Jarolim: Das Bärental verkaufen!
Hätte Österreich Kärnten damals pleitegehen lassen (Zwischenruf des Abg. Neubauer), hätte das Österreich mit einem Schlag 22 Milliarden € gekostet, zusätzlich zu den 1,35 Milliarden, die wir schon in die Bank gesteckt haben! (Zwischenruf des Abg. Jury.) Und natürlich hat es damals vielleicht auch einige Salzburger, einige Vorarlberger und einige Wiener gegeben, die sich gefragt haben: Wieso sollen wir für die Kärntner zahlen? Sollen sie doch ihre Seen verkaufen (Abg. Dr. Jarolim: Das Bärental verkaufen!), sollen sie doch, wenn sie über ihre Verhältnisse gelebt haben und wenn sie selbst schuld waren und diese wahnsinnigen Politiker gewählt haben, selbst aus dem Schlamassel rausfinden! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jury.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jury.
Hätte Österreich Kärnten damals pleitegehen lassen (Zwischenruf des Abg. Neubauer), hätte das Österreich mit einem Schlag 22 Milliarden € gekostet, zusätzlich zu den 1,35 Milliarden, die wir schon in die Bank gesteckt haben! (Zwischenruf des Abg. Jury.) Und natürlich hat es damals vielleicht auch einige Salzburger, einige Vorarlberger und einige Wiener gegeben, die sich gefragt haben: Wieso sollen wir für die Kärntner zahlen? Sollen sie doch ihre Seen verkaufen (Abg. Dr. Jarolim: Das Bärental verkaufen!), sollen sie doch, wenn sie über ihre Verhältnisse gelebt haben und wenn sie selbst schuld waren und diese wahnsinnigen Politiker gewählt haben, selbst aus dem Schlamassel rausfinden! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jury.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Haben Sie mit dem Hypo-Berater Gusenbauer gesprochen oder mit dem BAWAG-Berater Hundstorfer oder mit dem Kommunalkredit-Vorstandsmitglied Schmied? Haben Sie mit denen gesprochen?
Vielleicht hat es einige gegeben, aber seien wir froh, dass wir in Österreich in diesem Fall solidarisch waren und auch den für Österreich billigeren Weg gegangen sind, nämlich Kärnten nicht pleitegehen zu lassen, sondern Kärnten zu retten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Haben Sie mit dem Hypo-Berater Gusenbauer gesprochen oder mit dem BAWAG-Berater Hundstorfer oder mit dem Kommunalkredit-Vorstandsmitglied Schmied? Haben Sie mit denen gesprochen?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.
Was hätte es denn irgendeinem Salzburger, Vorarlberger oder Wiener gebracht, wenn die Kärntner Seen privatisiert worden wären? – Na gar nichts, nicht einmal auf Urlaub hätten wir mehr hinfahren können. Genauso mag es zwar lustig klingen, jetzt zu sagen: Sollen die Griechen doch ihre Inseln verkaufen!, aber verbessert das die Situation für irgendjemanden, außer für den, der es kauft, weil er es billig bekommt? (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.) Insofern sollten wir schon ganz genau überlegen, ob das, was da vielleicht gut klingt, in Wirklichkeit nicht falsch ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Was hätte es denn irgendeinem Salzburger, Vorarlberger oder Wiener gebracht, wenn die Kärntner Seen privatisiert worden wären? – Na gar nichts, nicht einmal auf Urlaub hätten wir mehr hinfahren können. Genauso mag es zwar lustig klingen, jetzt zu sagen: Sollen die Griechen doch ihre Inseln verkaufen!, aber verbessert das die Situation für irgendjemanden, außer für den, der es kauft, weil er es billig bekommt? (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.) Insofern sollten wir schon ganz genau überlegen, ob das, was da vielleicht gut klingt, in Wirklichkeit nicht falsch ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.)
Abg. Bucher: Geh, red keinen Blödsinn! – Abg. Strache: Sie haben die Bayern aus ihrer Verantwortung entlassen im Bereich der Hypo!
Der Weg, Kärnten nicht pleitegehen zu lassen, hat dazu geführt, dass es für uns viel billiger wurde. Das stimmt. Für die Populisten war nicht Hochsaison, die waren ganz klein mit Hut. Hier in der ersten Reihe sind sie gesessen – so groß mit Hut bei der Pleite von Kärnten, und wir haben das nicht gemacht, und das war richtig so. (Abg. Bucher: Geh, red keinen Blödsinn! – Abg. Strache: Sie haben die Bayern aus ihrer Verantwortung entlassen im Bereich der Hypo!)
Abg. Bucher: Ist ein Land davon ein Bundesland von Österreich? Das zehnte Bundesland?
Aber es ist trotzdem wichtig, dass man sich die Frage stellt: Sollen wir Griechenland, Portugal und Irland helfen oder sollen wir ihnen nicht helfen? Und da muss man sich ernsthaft die Frage stellen: Welche Ursache hat das, welchen Ausgang bedeutet das eine, welchen das andere? Was bedeutet das, wenn wir Griechenland, Portugal und Irland in solchen Situationen nicht helfen? (Abg. Bucher: Ist ein Land davon ein Bundesland von Österreich? Das zehnte Bundesland?)
Beifall bei der SPÖ.
Liebe FPÖ, wenn wir hier Maßnahmen setzen, dass zum Beispiel Superreiche aus Griechenland oder anderen Ländern nicht das Bankgeheimnis missbrauchen können, dann schauen wir uns doch beim nächsten Tagesordnungspunkt, zu den Finanzpunkten morgen, an, ob Sie da dafür stimmen, dass wir das Bankgeheimnis für die oberen Zehntausend aus anderen Ländern lockern, dass die nämlich nicht ihr Geld verstecken, wie das die Griechen jetzt in der Schweiz machen. Bisher haben Sie immer dagegen gestimmt. Nur so viel zur Doppelmoral, die Sie hier vertreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stefan: Was ist in Kärnten passiert?!
In der Geschichte hat es eine Phase gegeben, da ist das passiert, was FPÖ und BZÖ heute wollen: Wenn Banken pleitegehen – mein Gott na, gehen sie halt pleite! (Abg. Mag. Stefan: Was ist in Kärnten passiert?!) Aber da geht nicht eine Bank pleite, sondern Dutzende, wie zum Beispiel in Österreich in den dreißiger Jahren. Wenn ein Staat Zahlungsschwierigkeiten hat, soll er pleitegehen, soll er sich zu Tode sparen – Österreich war eines dieser Länder, die das gemacht haben. Wir hatten damals 500 000 Arbeitslose bei einem Drittel der Arbeitsplätze von heute, nur damit wir das im entsprechenden Verhältnis sehen. Also, wenn Sie das wollen – bitte. Wir wollen das sicher nicht! (Abg. Bucher: BAWAG! Sie müssen das doch am besten wissen, Sie haben Erfahrung auf dem Gebiet!)
Abg. Bucher: BAWAG! Sie müssen das doch am besten wissen, Sie haben Erfahrung auf dem Gebiet!
In der Geschichte hat es eine Phase gegeben, da ist das passiert, was FPÖ und BZÖ heute wollen: Wenn Banken pleitegehen – mein Gott na, gehen sie halt pleite! (Abg. Mag. Stefan: Was ist in Kärnten passiert?!) Aber da geht nicht eine Bank pleite, sondern Dutzende, wie zum Beispiel in Österreich in den dreißiger Jahren. Wenn ein Staat Zahlungsschwierigkeiten hat, soll er pleitegehen, soll er sich zu Tode sparen – Österreich war eines dieser Länder, die das gemacht haben. Wir hatten damals 500 000 Arbeitslose bei einem Drittel der Arbeitsplätze von heute, nur damit wir das im entsprechenden Verhältnis sehen. Also, wenn Sie das wollen – bitte. Wir wollen das sicher nicht! (Abg. Bucher: BAWAG! Sie müssen das doch am besten wissen, Sie haben Erfahrung auf dem Gebiet!)
Beifall bei der SPÖ.
Das sind Bereiche, die fehlen. Das stimmt. Da gibt es zu viele konservative Regierungen in Europa, die das nicht so sehen wie wir Sozialdemokraten, aber das ist jedenfalls das, wofür wir Sozialdemokraten stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Und sie zahlen die höchsten Preise, die sie jemals zahlen haben müssen! Der Euro als Teuro!
Sie übersehen ja noch eines dabei: Sie übersehen dabei, dass die Österreicherinnen und Österreicher ihre Löhne und Gehälter in Euro bekommen, ihre Pensionen in Euro bekommen, ihre Sparguthaben in Euro haben. (Abg. Strache: Und sie zahlen die höchsten Preise, die sie jemals zahlen haben müssen! Der Euro als Teuro!) Ja wollen Sie die Menschen wirklich so verunsichern und ihnen sagen: Ihr habt euer Geld in der Totgeburt angelegt!? Herr Kollege Strache, bitte bedenken Sie in Zukunft, was Sie sagen, denn Sie verunsichern die Menschen mit Unwahrheiten. Sie verunsichern die Menschen mit Unwahrheiten! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sie übersehen ja noch eines dabei: Sie übersehen dabei, dass die Österreicherinnen und Österreicher ihre Löhne und Gehälter in Euro bekommen, ihre Pensionen in Euro bekommen, ihre Sparguthaben in Euro haben. (Abg. Strache: Und sie zahlen die höchsten Preise, die sie jemals zahlen haben müssen! Der Euro als Teuro!) Ja wollen Sie die Menschen wirklich so verunsichern und ihnen sagen: Ihr habt euer Geld in der Totgeburt angelegt!? Herr Kollege Strache, bitte bedenken Sie in Zukunft, was Sie sagen, denn Sie verunsichern die Menschen mit Unwahrheiten. Sie verunsichern die Menschen mit Unwahrheiten! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Das ist ehrlich!
Zweiter Punkt: Sie haben in diesem Interview gesagt, es komme zu einer großräumigen Enteignung des österreichischen Steuerzahlers, weil wir den verschuldeten Ländern Geld schenken. – Geld schenken! Das ist die Unwahrheit, Herr Klubobmann Strache! (Abg. Strache: Das ist ehrlich!) Wir haben Griechenland bisher in vier Tranchen insgesamt 1,2 Milliarden € an Krediten gewährt. (Abg. Strache: Und wann geben sie das Geld zurück?) Die Zinsen sind bis jetzt immer regelmäßig geflossen, wir finanzieren uns billiger auf dem Finanzmarkt, daher haben wir aus der Zinsendifferenz sogar einen Vorteil. Also: Von einem Geschenk kann keine Rede sein!
Abg. Strache: Und wann geben sie das Geld zurück?
Zweiter Punkt: Sie haben in diesem Interview gesagt, es komme zu einer großräumigen Enteignung des österreichischen Steuerzahlers, weil wir den verschuldeten Ländern Geld schenken. – Geld schenken! Das ist die Unwahrheit, Herr Klubobmann Strache! (Abg. Strache: Das ist ehrlich!) Wir haben Griechenland bisher in vier Tranchen insgesamt 1,2 Milliarden € an Krediten gewährt. (Abg. Strache: Und wann geben sie das Geld zurück?) Die Zinsen sind bis jetzt immer regelmäßig geflossen, wir finanzieren uns billiger auf dem Finanzmarkt, daher haben wir aus der Zinsendifferenz sogar einen Vorteil. Also: Von einem Geschenk kann keine Rede sein!
Abg. Strache: Der Präsident des Europäischen Rechnungshofes hat nicht einmal eine Prüfkompetenz!
Drittes Beispiel, Herr Kollege: Sie haben heute vom Rednerpult aus gesagt: Wir pumpen da Milliarden hinein, anstatt dass dort die Strukturen verändert werden. – Wahr ist vielmehr, die kriegen nur dann Geld, wenn sie die Strukturen verändern. Das wird jedes Vierteljahr vorgegeben, Herr Kollege Strache. (Abg. Strache: Der Präsident des Europäischen Rechnungshofes hat nicht einmal eine Prüfkompetenz!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Was ist, wenn sie es nicht machen?
Und wenn Sie glauben, dass das lustig ist: Ich habe einmal schon hier vom Rednerpult aus gesagt, ich möchte nicht haben, dass wir in Österreich jemals in die Lage kommen, dass uns andere diktieren, was wir machen müssen, damit wir Geld bekommen. So schaut es aus! Die müssen ihre Strukturen ändern! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Was ist, wenn sie es nicht machen?)
Abg. Strache: Und wenn nicht gezahlt wird, was versprechen Sie den Österreichern? Herr Stummvoll, was versprechen Sie den Österreichern, wenn nicht zurückgezahlt wird?
Vierter Punkt: Herr Kollege Strache, Sie werfen in der heutigen Dringlichen Anfrage mit Zahlen herum. (Abg. Strache: Und wenn nicht gezahlt wird, was versprechen Sie den Österreichern? Herr Stummvoll, was versprechen Sie den Österreichern, wenn nicht zurückgezahlt wird?) Hören Sie zu! Wenn Sie ehrlich diskutieren wollen, dann müssen Sie jetzt zuhören und müssen sich auch berichtigen lassen. (Abg. Dr. Graf: Jetzt müssen wir denen wieder Geld geben, damit sie die Zinsen zahlen können!)
Abg. Dr. Graf: Jetzt müssen wir denen wieder Geld geben, damit sie die Zinsen zahlen können!
Vierter Punkt: Herr Kollege Strache, Sie werfen in der heutigen Dringlichen Anfrage mit Zahlen herum. (Abg. Strache: Und wenn nicht gezahlt wird, was versprechen Sie den Österreichern? Herr Stummvoll, was versprechen Sie den Österreichern, wenn nicht zurückgezahlt wird?) Hören Sie zu! Wenn Sie ehrlich diskutieren wollen, dann müssen Sie jetzt zuhören und müssen sich auch berichtigen lassen. (Abg. Dr. Graf: Jetzt müssen wir denen wieder Geld geben, damit sie die Zinsen zahlen können!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte zunächst einmal das korrigieren, was Sie nicht ehrlich gesagt haben. Nur eine Kleinigkeit: Sie sagen in der heutigen Dringlichen Anfrage, wir haben eine Steuer- und Abgabenquote von 47,9 Prozent. Wahr ist vielmehr, sie beträgt laut Rechnungshof 42,2 Prozent. Jetzt kann man sagen: ein paar Prozent! Die „paar Prozent“ sind in Euro 17 Milliarden Unterschied zu dem, was Sie sagen, Herr Kollege Strache. 17 Milliarden €! Also bleiben Sie bei der Wahrheit, dann können wir gerne diskutieren. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Aber sagen Sie nicht „ehrlich“, und in Wirklichkeit machen Sie das Gegenteil!
Abg. Strache: Ich habe geglaubt, das ist eine Erfolgsgeschichte! Und jetzt bestätigen Sie, dass es doch eine Krise gibt!
Nächster Punkt, Herr Kollege Strache: Sie wenden sich neuerlich in dieser Dringlichen Anfrage gegen den Stabilitätsmechanismus, der 2013 eintreten wird. Ich habe schon einmal gesagt, Sie wissen, was im Artikel 136 des EU-Vertrages drinsteht. Da steht drinnen, die Euro-Länder können einen Stabilitätsmechanismus einrichten, der aktiviert werden kann, wenn das für die Stabilität des Euro unabdingbar notwendig ist. – Das wollen Sie nicht? Dann wollen Sie Geldentwertung haben. Dann wollen Sie haben, dass der Euro entwertet wird. Wollen Sie das wirklich? (Abg. Strache: Ich habe geglaubt, das ist eine Erfolgsgeschichte! Und jetzt bestätigen Sie, dass es doch eine Krise gibt!) Wollen Sie wirklich haben, dass die Pensionen, die Sparguthaben entwertet werden?! Das darf doch nicht wahr sein, Herr Kollege Strache!
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Das Zitat kann man Ihnen zurückgeben!
Ich habe manchmal den Eindruck, Sie wissen nicht, was Sie tun. Sie wissen nicht, was Sie tun, Herr Kollege Strache! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Das Zitat kann man Ihnen zurückgeben!) Herr Kollege Strache, ich habe einmal schon gesagt, und ich merke es immer mehr: Wenn Ihre Argumente schwach sind, wird die Stimme lauter. Okay, das ist halt leider so. (Abg. Strache: Wir haben kein Geld, aber wir zahlen es in die Welt! Das ist Ihr Motto!)
Abg. Strache: Wir haben kein Geld, aber wir zahlen es in die Welt! Das ist Ihr Motto!
Ich habe manchmal den Eindruck, Sie wissen nicht, was Sie tun. Sie wissen nicht, was Sie tun, Herr Kollege Strache! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Das Zitat kann man Ihnen zurückgeben!) Herr Kollege Strache, ich habe einmal schon gesagt, und ich merke es immer mehr: Wenn Ihre Argumente schwach sind, wird die Stimme lauter. Okay, das ist halt leider so. (Abg. Strache: Wir haben kein Geld, aber wir zahlen es in die Welt! Das ist Ihr Motto!)
Abg. Strache: Was ist, wenn nicht, Herr Stummvoll? – Abg. Dr. Graf: Das grausliche Ende kommt am Schluss! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Folgendes habe ich auch immer gesagt – Sie können ja die Stenographischen Protokolle nachlesen –: Der Stabilitätsmechanismus ist nicht mehr als ein Zeitgewinn, ein Zeitgewinn, damit die Griechen, die Portugiesen, die Iren eine Chance haben, ihre Staatshaushalte in Ordnung zu bringen. (Abg. Strache: Was ist, wenn nicht, Herr Stummvoll? – Abg. Dr. Graf: Das grausliche Ende kommt am Schluss! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Die Frage müssen Sie sich selbst stellen! Glauben Sie, dass wir das Geld zurückbekommen? Die Frage müssen Sie sich selbst stellen!
Herr Kollege Strache, wir in Österreich brauchen, um unser Defizit von 4,6 Prozent auf unter 3 Prozent zu bringen, vier Jahre. Und haben Sie da ernsthaft geglaubt, dass die Griechen ein Defizit von 15 Prozent in zwei oder drei Jahren unter 3 Prozent bringen? (Abg. Strache: Die Frage müssen Sie sich selbst stellen! Glauben Sie, dass wir das Geld zurückbekommen? Die Frage müssen Sie sich selbst stellen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sie, Herr Kollege Strache, sprechen selbst in Ihrer Dringlichen Anfrage von einem Privatisierungspotenzial von 280 Milliarden € in Griechenland. – Glauben Sie, um diese 280 Milliarden € kann man in ein, zwei Jahren privatisieren?! Herr Kollege Strache, Sie wissen wirklich nicht, was Sie tun! Und das macht mir Sorge, denn Sie wissen wirklich nicht, was Sie tun. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Stefan: Und das sagt die ÖVP!
Herr Kollege Strache, wenn Sie ehrlich diskutieren wollen, dann müssen Sie auch dort zuhören, wo Sie nicht die Wahrheit gesagt haben, sonst ist es nicht ehrlich, sonst machen Sie nur Lippenbekenntnisse. (Abg. Mag. Stefan: Und das sagt die ÖVP!)
Rufe bei der FPÖ: Nichts!
Wir werden den Griechen auch helfen müssen – da schließe ich an die Ausführungen des Kollegen Krainer an –, dass sie auch Geld bekommen für Initiativen in Wachstum und Beschäftigung. Denn: Nur Sparen – natürlich: ohne Sparen geht es nicht –, Sparen allein ist auch zu wenig. Was haben wir gemacht in der Krise? Was hat unsere Regierung gemacht? (Rufe bei der FPÖ: Nichts!) – Wir haben gesagt, wir haben zwei Strategien: einerseits die Finanzmärkte zu stabilisieren und andererseits Initiativen für Wachstum und Beschäftigung zu setzen. (Abg. Strache: So erfolgreich wie die letzten zehn Jahre bei den Nettobeiträgen – na bumm! Wo die Gelder in dunklen Kanälen verschwunden sind! Sehr erfolgreich!)
Abg. Strache: So erfolgreich wie die letzten zehn Jahre bei den Nettobeiträgen – na bumm! Wo die Gelder in dunklen Kanälen verschwunden sind! Sehr erfolgreich!
Wir werden den Griechen auch helfen müssen – da schließe ich an die Ausführungen des Kollegen Krainer an –, dass sie auch Geld bekommen für Initiativen in Wachstum und Beschäftigung. Denn: Nur Sparen – natürlich: ohne Sparen geht es nicht –, Sparen allein ist auch zu wenig. Was haben wir gemacht in der Krise? Was hat unsere Regierung gemacht? (Rufe bei der FPÖ: Nichts!) – Wir haben gesagt, wir haben zwei Strategien: einerseits die Finanzmärkte zu stabilisieren und andererseits Initiativen für Wachstum und Beschäftigung zu setzen. (Abg. Strache: So erfolgreich wie die letzten zehn Jahre bei den Nettobeiträgen – na bumm! Wo die Gelder in dunklen Kanälen verschwunden sind! Sehr erfolgreich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt muss ich noch etwas sagen, Herr Kollege Strache – auch da wissen Sie nicht, was Sie sagen –: Sie haben recht, wir in Österreich sind buchhalterisch gesehen Nettozahler, aber ökonomisch gesehen sind wir haushohe Nettogewinner. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Das spürt der österreichische Arbeitnehmer im Geldbörsel jeden Monat!
Reden Sie einmal mit Wirtschaftsexperten! Jeder Experte wird Ihnen sagen: Das Wirtschaftswachstum in Österreich ist durch den EU-Beitritt jedes Jahr um 0,3 bis 0,4 Prozent höher. Wenn Sie das umrechnen, heißt das – bei 40 Prozent an Steuerquote –: Wir haben jedes Jahr ungefähr 4 Milliarden € mehr Steuern durch die Wachstumsimpulse der Europäischen Union. (Abg. Strache: Das spürt der österreichische Arbeitnehmer im Geldbörsel jeden Monat!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher: Der Euro ist eine Erfolgsstory – und Sie von der FPÖ wissen nicht, was Sie tun. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Irgendwann müssen wir jedenfalls einmal überlegen, wie wir das angehen, denn am Schluss muss irgendwer zahlen. Daher: Entweder die Griechen werden in die Lage versetzt, das von alleine zu bewerkstelligen – das schaue ich mir aber an in den nächsten 10, 20 oder 30 Jahren; das braucht einen glaubwürdigen Fahrplan –, oder aber das wird jemand anderer zahlen müssen. Und wer werden diese Zahler sein? Da sage ich aber schon, dass diejenigen als Erste einmal einen Beitrag leisten sollen – von ganz redet ja ohnehin kein Mensch –, die bis jetzt daran verdient haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Gaßner.
Die Frage ist nur, wie viel leistbar ist, wie viel wir wollen und wo man die Bevölkerung noch mitnimmt. Und man wird die Bevölkerung nur mitnehmen können – und da meine ich, dass die da eine gewisse Nase dafür hat –, wenn endlich einmal auch die Banken und auch die Finanzinstitutionen beteiligt werden, die bis jetzt verdient haben. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Gaßner.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Und die Frau Finanzministerin in ihrer gütlichen und lustigen Härte, die sie da offensichtlich PR-mäßig übernehmen will, erklärt zur Griechenlandkrise: Ja, mit dem ganzen Programm werden wir die Griechen irgendwo hineinzwingen! Und sie, die Frau Fekter, wird darauf schauen. – Na, gratuliere! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Jakob Auer.
Also da wird es andere Strukturreformen und Investitionsprogramme brauchen. Es wird so etwas Ähnliches wie einen Marshall-Plan für Griechenland brauchen, sonst kommen sie dort nie heraus. Und auch das wird eine gesamteuropäische Verantwortung werden. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Jakob Auer.)
Der Redner stellt eine orangefarbene Tafel mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“ vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Rädler: Nicht schon wieder!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Bundeskanzler! (Der Redner stellt eine orangefarbene Tafel mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“ vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Rädler: Nicht schon wieder!) Wenn man sich die Zeitungskommentare durchliest, wenn man sich die öffentliche Beurteilung anhört, dann muss man feststellen: Sie haben ja im Grunde genommen nur zwei Möglichkeiten, was sozusagen das Defizit dieser Bundesregierung betrifft: Entweder gibt es ein Kommunikationsproblem dieser Bundesregierung und Sie sind einfach nicht in der Lage, den Menschen dieses Problem, das die Eurokrise, die Wirtschaftskrisefolgen ausmacht, so zu erklären, dass es auch jeder versteht, oder Sie sind auf einem fundamentalen, katastrophalen politischen Holzweg, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Bundeskanzler! (Der Redner stellt eine orangefarbene Tafel mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“ vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Rädler: Nicht schon wieder!) Wenn man sich die Zeitungskommentare durchliest, wenn man sich die öffentliche Beurteilung anhört, dann muss man feststellen: Sie haben ja im Grunde genommen nur zwei Möglichkeiten, was sozusagen das Defizit dieser Bundesregierung betrifft: Entweder gibt es ein Kommunikationsproblem dieser Bundesregierung und Sie sind einfach nicht in der Lage, den Menschen dieses Problem, das die Eurokrise, die Wirtschaftskrisefolgen ausmacht, so zu erklären, dass es auch jeder versteht, oder Sie sind auf einem fundamentalen, katastrophalen politischen Holzweg, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Vielleicht können wir Ihnen irgendwie helfen, diese Blockaden zu beseitigen. Wir wären ja bereit dazu, denn es wäre ja zum Wohle unserer Republik und zum Wohle der Menschen! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Ja wer ist denn verantwortlich für die Inflation? (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Welche Maßnahmen dieser Bundesregierung sind denn verantwortlich für diese Teuerung, die wir gegenwärtig zu erleiden haben?
Beifall beim BZÖ.
Diese Bundesregierung hinter mir – die ist verantwortlich dafür: weil die Mineralölsteuer angehoben wurde, weil die Autofahrer geschröpft wurden und weil man den Familien das Geld weggenommen hat, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Krainer: Das ist ja absurd! Absolut absurd!
Das ist die fundamentale Wahrheit! Und das versteht die Bevölkerung nicht. Daher bejammern Sie sich ja im Grunde selber, weil Sie nicht in der Lage sind, eine ordentliche und geordnete Politik mit Verlässlichkeit und mit Plan zu machen. (Abg. Krainer: Das ist ja absurd! Absolut absurd!)
Abg. Dr. Matznetter – in Richtung BZÖ –: Könnt ihr das ...?
Seit zwei Jahren oder seit drei Jahren schon hören wir, Sie wollen eine Finanztransaktionssteuer auf europäischer Ebene einführen. Ja, Herr Bundeskanzler, das wäre eine sinnvolle Maßnahme. (Abg. Dr. Matznetter – in Richtung BZÖ –: Könnt ihr das ...?) Zugegeben, eine sinnvolle Maßnahme, weil sie all jene treffen würde, die Sie derzeit eigentlich befördern. Das sind die Banken und die Spekulanten.
Abg. Dr. Graf: Die Räuberleiter!
Herr Bundeskanzler! Denken sie einmal darüber nach, was Sie mit Ihrer ständigen Förderung für Griechenland und für Portugal machen! (Abg. Dr. Graf: Die Räuberleiter!) Sie machen nichts anderes, als den Banken unter die Arme zu greifen. Nichts anderes ist dieses Unterfangen, das Sie hier machen!
Abg. Strache: Und bei den Bayern der Hypo!
Sie sind der Schutzpatron der Banken und der Spekulanten, Herr Bundeskanzler Faymann. (Abg. Strache: Und bei den Bayern der Hypo!) Das ist die alleinige Realität! Und das sollten Sie auch eingestehen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie sind der Schutzpatron der Banken und der Spekulanten, Herr Bundeskanzler Faymann. (Abg. Strache: Und bei den Bayern der Hypo!) Das ist die alleinige Realität! Und das sollten Sie auch eingestehen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Sie wissen ganz genau, das System funktioniert ja im Grunde ganz simpel. Ganz, ganz simpel! Die Banken und Spekulanten hängen sich an die Pleitestaaten. Das ist gegenwärtig die beste Anlageform überhaupt auf dem ganzen blauen Planeten, auf der ganzen Welt. Nirgendwo kann man so hohe Renditen erwirtschaften, wie wenn man derzeit gegen diese Pleitestaaten spekuliert. Und Sie fördern dieses System, Herr Bundeskanzler Faymann. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Josef Auer.
Sie fördern das! Es ist völlig klar: Bitte durchschauen Sie das System einmal! Wenn Sie eine Garantie abgeben, dass Griechenland niemals pleitegehen kann, dann kann ja jeder mit ruhigem Gewissen dagegen spekulieren, weil er weiß, die zahlen ja auch 30 Prozent Zinsen dafür. (Zwischenruf des Abg. Mag. Josef Auer.) Und sie können nicht pleitegehen, weil es genug europäische Staaten gibt, die den Fehler machen, weiterhin Geld nach Griechenland zu pumpen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Sie fördern das! Es ist völlig klar: Bitte durchschauen Sie das System einmal! Wenn Sie eine Garantie abgeben, dass Griechenland niemals pleitegehen kann, dann kann ja jeder mit ruhigem Gewissen dagegen spekulieren, weil er weiß, die zahlen ja auch 30 Prozent Zinsen dafür. (Zwischenruf des Abg. Mag. Josef Auer.) Und sie können nicht pleitegehen, weil es genug europäische Staaten gibt, die den Fehler machen, weiterhin Geld nach Griechenland zu pumpen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Ihre Politik ...!
Und das ist der Untergang des Euro, den Sie alleine zu verantworten haben! Sie sind also wirklich der Schutzherr und der Schutzpatron der Banken. Es ist ein völlig falsches Signal, hier in Österreich Reden zu halten und zu sagen: Ja, wir führen hier eine Bankensteuer ein! (Abg. Dr. Matznetter: Ihre Politik ...!)
Beifall beim BZÖ.
Da ist ja von einem Zins-Spread gar nicht mehr die Rede. Das sind ja fundamentale Unterschiede. Das sind bis zu 9 Prozent Unterschied auf einem Girokonto, wo sich die Banken gegenwärtig ein anständiges Körberlgeld verdienen. Das ist Ihre Politik! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und das ist ja die Perversität. Das Geld geht eins zu eins in die französischen und in die deutschen Banken hinein. Daher sind Sie der Schutzpatron der Banken! Nehmen Sie das endlich auch so zur Kenntnis! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall und Bravorufe beim BZÖ.
Wenn Sie sich jetzt auch noch – was weiß ich? – so verbohrt in die Situation hineinbegeben: Wir müssen, weil wir schon die ersten Zahlungen getätigt und Geld überwiesen haben, jetzt weiter auf Kurs bleiben!, so sage ich Ihnen Folgendes: Das dürfte wirklich der Anfang vom Ende des Euro sein. Und ich will nicht ein Ende des Euro haben. Das will ich nicht haben, sondern ich möchte in einem starken Euro-Verbund Volkswirtschaften haben, die untereinander vergleichbar sind, die sich nicht belügen und betrügen und die einen gemeinsamen währungspolitischen Kurs fahren, der den Menschen in ihren Ländern gegenüber verantwortungsbewusst ist. (Beifall und Bravorufe beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Graf: Bei so vielen Milliarden gibt es nicht mal 100 Millionen für die Unis!
Und das, Herr Bundeskanzler, vermisse ich bei Ihrer Politik. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Graf: Bei so vielen Milliarden gibt es nicht mal 100 Millionen für die Unis!)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Maximilian Linder (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Zuerst ein herzliches Grüß Gott den Schülerinnen und Schülern des Militärrealgymnasiums Wiener Neustadt. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht nur über Kärnten!
Herr Bundeskanzler, wenn jemand so wie Ihr Kollege Jan Krainer hier herinnen permanent Blödsinn über Kärnten vom Rednerpult aus von sich gibt, so ist das seine Sache. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht nur über Kärnten!) Gefährlich wird es nur dann, wenn er diesen Blödsinn selber zu glauben anfängt, denn dann muss man sich um seine Gesundheit ernsthaft Sorgen machen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Krainer.
Herr Bundeskanzler, wenn jemand so wie Ihr Kollege Jan Krainer hier herinnen permanent Blödsinn über Kärnten vom Rednerpult aus von sich gibt, so ist das seine Sache. (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht nur über Kärnten!) Gefährlich wird es nur dann, wenn er diesen Blödsinn selber zu glauben anfängt, denn dann muss man sich um seine Gesundheit ernsthaft Sorgen machen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Abg. Krainer: „Millionen“?
Mittlerweile sind wir dabei, dass Österreich schon fast 8 Millionen € für diese Rettungssituation aufwenden muss. (Abg. Krainer: „Millionen“?) Bisher haben wir aber schon 1,2 Milliarden € für Griechenland aufgewendet. (Abg. Strache: Und für die Unis fehlen 100 Millionen €!) 1,2 Milliarden! Bei 8,5 Millionen Einwohnern heißt das, dass jeder Bürger Österreichs 143 €, also eine vierköpfige Familie rund 570 € dafür zahlen muss, dass Griechenland überleben kann. (Abg. Krainer: Kärnten!) Und 570 € für eine Familie ist, glaube ich, nicht mehr so wenig Geld. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Und für die Unis fehlen 100 Millionen €!
Mittlerweile sind wir dabei, dass Österreich schon fast 8 Millionen € für diese Rettungssituation aufwenden muss. (Abg. Krainer: „Millionen“?) Bisher haben wir aber schon 1,2 Milliarden € für Griechenland aufgewendet. (Abg. Strache: Und für die Unis fehlen 100 Millionen €!) 1,2 Milliarden! Bei 8,5 Millionen Einwohnern heißt das, dass jeder Bürger Österreichs 143 €, also eine vierköpfige Familie rund 570 € dafür zahlen muss, dass Griechenland überleben kann. (Abg. Krainer: Kärnten!) Und 570 € für eine Familie ist, glaube ich, nicht mehr so wenig Geld. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Krainer: Kärnten!
Mittlerweile sind wir dabei, dass Österreich schon fast 8 Millionen € für diese Rettungssituation aufwenden muss. (Abg. Krainer: „Millionen“?) Bisher haben wir aber schon 1,2 Milliarden € für Griechenland aufgewendet. (Abg. Strache: Und für die Unis fehlen 100 Millionen €!) 1,2 Milliarden! Bei 8,5 Millionen Einwohnern heißt das, dass jeder Bürger Österreichs 143 €, also eine vierköpfige Familie rund 570 € dafür zahlen muss, dass Griechenland überleben kann. (Abg. Krainer: Kärnten!) Und 570 € für eine Familie ist, glaube ich, nicht mehr so wenig Geld. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Mittlerweile sind wir dabei, dass Österreich schon fast 8 Millionen € für diese Rettungssituation aufwenden muss. (Abg. Krainer: „Millionen“?) Bisher haben wir aber schon 1,2 Milliarden € für Griechenland aufgewendet. (Abg. Strache: Und für die Unis fehlen 100 Millionen €!) 1,2 Milliarden! Bei 8,5 Millionen Einwohnern heißt das, dass jeder Bürger Österreichs 143 €, also eine vierköpfige Familie rund 570 € dafür zahlen muss, dass Griechenland überleben kann. (Abg. Krainer: Kärnten!) Und 570 € für eine Familie ist, glaube ich, nicht mehr so wenig Geld. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Das Ganze kommt mir mittlerweile so vor wie „Der Zauberlehrling“: Etwas, was ich gerufen habe, werde ich nicht mehr los! Herr Bundeskanzler, wenn Ihnen Fachleute wie Professor Sinn sagen, dass der Rettungsschirm absolut nicht dazu da war, den Euro zu retten, sondern dass es nur darum ging, die Banken zu retten, wenn uns OeNB-Gouverneur Nowotny im Finanzausschuss am 10. Mai sagte, der Euro war nie in Gefahr, es ging eigentlich nur darum, die Banken zu retten, und wenn gestern der ehemalige Finanzminister Androsch fragte, wer eigentlich mehr Blödsinn macht: der Betrieb, der nicht wirtschaften kann, oder der, der einem kranken Betrieb noch Geld nachschiebt?, so glaube ich, dass es an der Zeit ist, darüber nachzudenken, ob es wirklich Sinn macht, Geld hinunterzuschicken, weiterhin Geld nach Griechenland zu schicken. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Beifall bei der FPÖ.
Oder aber: Herr Bundeskanzler, wenn Sie so permanent daran festhalten, glaube ich wirklich, dass vielleicht sogar Herr Treichl recht hat: dass Sie nicht den Mut haben, für Österreich einzutreten und sich lieber dem europäischen Diktat beugen! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter
Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Wenn wir von den Freiheitlichen das fordern und der Abgeordnete Matznetter dann im Finanzausschuss am 10. Mai aufsteht und sagt: Na ja, wir haben Kärnten auch nicht ausgeschlossen!, dann, Herr Bundeskanzler, muss ich sagen: Diese Aussage von einem Abgeordneten des österreichischen Parlaments finde ich letztklassig (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter), wenn dieser hergeht und sagt, man solle lieber ein Bundesland ausschließen und das Geld nach Griechenland schicken. (Anhaltender Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Anhaltender Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Wenn wir von den Freiheitlichen das fordern und der Abgeordnete Matznetter dann im Finanzausschuss am 10. Mai aufsteht und sagt: Na ja, wir haben Kärnten auch nicht ausgeschlossen!, dann, Herr Bundeskanzler, muss ich sagen: Diese Aussage von einem Abgeordneten des österreichischen Parlaments finde ich letztklassig (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter), wenn dieser hergeht und sagt, man solle lieber ein Bundesland ausschließen und das Geld nach Griechenland schicken. (Anhaltender Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist beim Klatschen immer so! Was ist heute los mit Ihnen, Frau Präsidentin?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer (das Glockenzeichen gebend): Meine Damen und Herren! Wenn die Geräuschkulisse in diesem Saal so enorm zunimmt, ist es hier am Präsidium nicht mehr möglich (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist beim Klatschen immer so! Was ist heute los mit Ihnen, Frau Präsidentin?) – nein, während der Wortmeldung –, alles nachzuvollziehen, was gesagt wurde. Es hat am Anfang sehr laute Zwischenrufe gegeben. Ich werde mir deswegen auch die Rede des Herrn Abgeordneten Linder noch in schriftlicher Form anschauen und mir das Protokoll kommen lassen. (Abg. Krainer: 500 € pro Familie ...! ... für Kärnten zahlen! – Abg. Strache – in Richtung SPÖ –: Die Bayern habt ihr entschuldet mit österreichischem Steuergeld!)
Abg. Krainer: 500 € pro Familie ...! ... für Kärnten zahlen! – Abg. Strache – in Richtung SPÖ –: Die Bayern habt ihr entschuldet mit österreichischem Steuergeld!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer (das Glockenzeichen gebend): Meine Damen und Herren! Wenn die Geräuschkulisse in diesem Saal so enorm zunimmt, ist es hier am Präsidium nicht mehr möglich (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist beim Klatschen immer so! Was ist heute los mit Ihnen, Frau Präsidentin?) – nein, während der Wortmeldung –, alles nachzuvollziehen, was gesagt wurde. Es hat am Anfang sehr laute Zwischenrufe gegeben. Ich werde mir deswegen auch die Rede des Herrn Abgeordneten Linder noch in schriftlicher Form anschauen und mir das Protokoll kommen lassen. (Abg. Krainer: 500 € pro Familie ...! ... für Kärnten zahlen! – Abg. Strache – in Richtung SPÖ –: Die Bayern habt ihr entschuldet mit österreichischem Steuergeld!)
Abg. Mag. Stefan: Sie werden uns jetzt beruhigen!
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren! Mittlerweile wissen wir, dass Angstmache und Verunsicherung das politische Spiel der FPÖ sind. Wir kennen das, das wiederholt sich ständig und ist immer wieder dasselbe. (Abg. Mag. Stefan: Sie werden uns jetzt beruhigen!)
Abg. Strache: Alles billiger geworden – wahrscheinlich in Irland!
Deshalb, meine Damen und Herren, lassen Sie mich gleich am Anfang betonen: Der Euro ist und bleibt stabil. (Abg. Strache: Alles billiger geworden – wahrscheinlich in Irland!) Diese Angstmache, die von der FPÖ betrieben wird, können Sie vergessen. Österreich hat letztendlich enorm, mehr als andere Länder – als die meisten anderen Länder – vom Euro profitiert.
Abg. Bucher: Das ist nicht Spekulation, das ist Realität!
Anstatt uns an wilden Spekulationen zu beteiligen, die schlussendlich nur den Finanzjongleuren helfen (Abg. Bucher: Das ist nicht Spekulation, das ist Realität!), sollten wir uns eigentlich dafür einsetzen, dass die Maßnahmen, die für die Sicherung und für die Stärkung der Euro-Zone beschlossen wurden, nun konsequent und schnellstmöglich durchgesetzt werden. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wozu brauchen wir das dann?)
Abg. Dr. Rosenkranz: Wozu brauchen wir das dann?
Anstatt uns an wilden Spekulationen zu beteiligen, die schlussendlich nur den Finanzjongleuren helfen (Abg. Bucher: Das ist nicht Spekulation, das ist Realität!), sollten wir uns eigentlich dafür einsetzen, dass die Maßnahmen, die für die Sicherung und für die Stärkung der Euro-Zone beschlossen wurden, nun konsequent und schnellstmöglich durchgesetzt werden. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wozu brauchen wir das dann?)
Abg. Dr. Rosenkranz: Wovon reden Sie jetzt?
Denn schließlich – und das ist der springende Punkt, das werde ich Ihnen jetzt sagen – wollen wir in Österreich weiterhin vom Euro und den 20 000 Arbeitsplätzen, die er uns jährlich zusätzlich bringt, profitieren. Wenn Sie keine zusätzlichen Arbeitskräfte und Arbeitsplätze haben wollen, dann ist das Ihr Problem. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wovon reden Sie jetzt?)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Zu glauben, dass wir als Österreich, als kleines Land China Paroli bieten können, das nennt Franz Vranitzky in einem Interview eine „absolute Wahnvorstellung“. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Zwischenruf des Abg. Linder.
Ich möchte aber die Dringliche Anfrage der FPÖ schon noch einmal ins rechte Licht rücken. Herr Krainer hat bereits aus dem „Standard“ zitiert, leider nicht alles, und als Kärntnerin ist es mir doch ein Anliegen, an dieser Stelle fortzusetzen. Da steht, dass Kärnten von Haider und seiner Partei ruiniert wurde und die Hypo Bank letztendlich verstaatlicht werden musste. (Zwischenruf des Abg. Linder.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Amon.
So weit zu Ihrer Dringlichen Anfrage. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Amon.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ihr Geld, mein Geld, das Geld der Österreicher und Österreicherinnen – ein Phantom? – Hoffentlich nicht! Unser Geld am Leben halten? – Ja! Schützen? – Ja! Sicher nicht totmachen, sicher nicht umbringen. Herr Strache, kommen Sie zurück in die Realität! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Also sind wir schuld an den Teuerungen, die wir erleben?
Die heutige Dringliche Anfrage zeigt wie vieles andere auch, dass Ihre Europapolitik in Wirklichkeit ausgelegt ist auf Panikmache und, wenn das nicht geht, auf Verunsicherung. (Abg. Strache: Also sind wir schuld an den Teuerungen, die wir erleben?) Damit wollen Sie Ihr politisches Geschäft machen. Ihr Geschäft ist europapolitische Seifenblasenproduktion; schaut ein bisschen schillernd aus, nichts ist drin, inhaltsleer, konzeptlos! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Jetzt zum Inhalt!) Unser Geschäft – ich spreche im Namen der Regierungsparteien und in erster Linie im Namen der Österreichischen Volkspartei – ist es, verantwortungsvoll zu handeln im Interesse Österreichs (Abg. Mag. Stefan: Das klingt aber toll!), im Interesse der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, aber auch im europäischen Gesamtinteresse. Gott sei Dank!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Jetzt zum Inhalt!
Die heutige Dringliche Anfrage zeigt wie vieles andere auch, dass Ihre Europapolitik in Wirklichkeit ausgelegt ist auf Panikmache und, wenn das nicht geht, auf Verunsicherung. (Abg. Strache: Also sind wir schuld an den Teuerungen, die wir erleben?) Damit wollen Sie Ihr politisches Geschäft machen. Ihr Geschäft ist europapolitische Seifenblasenproduktion; schaut ein bisschen schillernd aus, nichts ist drin, inhaltsleer, konzeptlos! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Jetzt zum Inhalt!) Unser Geschäft – ich spreche im Namen der Regierungsparteien und in erster Linie im Namen der Österreichischen Volkspartei – ist es, verantwortungsvoll zu handeln im Interesse Österreichs (Abg. Mag. Stefan: Das klingt aber toll!), im Interesse der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, aber auch im europäischen Gesamtinteresse. Gott sei Dank!
Abg. Mag. Stefan: Das klingt aber toll!
Die heutige Dringliche Anfrage zeigt wie vieles andere auch, dass Ihre Europapolitik in Wirklichkeit ausgelegt ist auf Panikmache und, wenn das nicht geht, auf Verunsicherung. (Abg. Strache: Also sind wir schuld an den Teuerungen, die wir erleben?) Damit wollen Sie Ihr politisches Geschäft machen. Ihr Geschäft ist europapolitische Seifenblasenproduktion; schaut ein bisschen schillernd aus, nichts ist drin, inhaltsleer, konzeptlos! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Jetzt zum Inhalt!) Unser Geschäft – ich spreche im Namen der Regierungsparteien und in erster Linie im Namen der Österreichischen Volkspartei – ist es, verantwortungsvoll zu handeln im Interesse Österreichs (Abg. Mag. Stefan: Das klingt aber toll!), im Interesse der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, aber auch im europäischen Gesamtinteresse. Gott sei Dank!
Abg. Dr. Hübner: Aber vielleicht sollte man die Wahrheit sagen, Frau Kollegin! Die Wahrheit sagen ist nicht so schlecht!
Ja, Herr Klubobmann Strache, viele Menschen sind verunsichert, und wir sollten diese Verunsicherung ernst nehmen. (Abg. Dr. Hübner: Aber vielleicht sollte man die Wahrheit sagen, Frau Kollegin! Die Wahrheit sagen ist nicht so schlecht!) Es hilft aber nur differenziertes, ernsthaftes Argumentieren, die Dinge darzustellen, wie sie sind.
Abg. Mag. Stefan: Ja wie schaut denn die aus?
Die Europäische Union, in der Tat, steht vor epochalen Aufgaben, und deswegen macht mir Ihre Panikmache Sorge, denn diese Aufgaben sind groß. Es geht nicht nur um die Schuldenkrise einzelner Staaten, sondern es geht auch um andere Aufgaben. Es geht um die Frage, wie die Zukunft des Schengen-Vertrages ausschauen wird (Abg. Mag. Stefan: Ja wie schaut denn die aus?), wie wir mit Wirtschaftsmigration umgehen (Abg. Mag. Stefan: Fragen über Fragen!), wie wir unsere zukünftige Energiepolitik gestalten, auch die zukünftige Außenpolitik. – Nirgendwo haben Sie Rezepte anzubieten. Das Einzige, das Sie können, ist totreden und zerstören. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Hübner: Zum Thema kommen wäre auch nicht schlecht!)
Abg. Mag. Stefan: Fragen über Fragen!
Die Europäische Union, in der Tat, steht vor epochalen Aufgaben, und deswegen macht mir Ihre Panikmache Sorge, denn diese Aufgaben sind groß. Es geht nicht nur um die Schuldenkrise einzelner Staaten, sondern es geht auch um andere Aufgaben. Es geht um die Frage, wie die Zukunft des Schengen-Vertrages ausschauen wird (Abg. Mag. Stefan: Ja wie schaut denn die aus?), wie wir mit Wirtschaftsmigration umgehen (Abg. Mag. Stefan: Fragen über Fragen!), wie wir unsere zukünftige Energiepolitik gestalten, auch die zukünftige Außenpolitik. – Nirgendwo haben Sie Rezepte anzubieten. Das Einzige, das Sie können, ist totreden und zerstören. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Hübner: Zum Thema kommen wäre auch nicht schlecht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Hübner: Zum Thema kommen wäre auch nicht schlecht!
Die Europäische Union, in der Tat, steht vor epochalen Aufgaben, und deswegen macht mir Ihre Panikmache Sorge, denn diese Aufgaben sind groß. Es geht nicht nur um die Schuldenkrise einzelner Staaten, sondern es geht auch um andere Aufgaben. Es geht um die Frage, wie die Zukunft des Schengen-Vertrages ausschauen wird (Abg. Mag. Stefan: Ja wie schaut denn die aus?), wie wir mit Wirtschaftsmigration umgehen (Abg. Mag. Stefan: Fragen über Fragen!), wie wir unsere zukünftige Energiepolitik gestalten, auch die zukünftige Außenpolitik. – Nirgendwo haben Sie Rezepte anzubieten. Das Einzige, das Sie können, ist totreden und zerstören. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Hübner: Zum Thema kommen wäre auch nicht schlecht!)
Abg. Strache: Hätte es das nicht von Anfang an tun sollen, Griechenland, laut Vertrag?
damit einverstanden, wenn die Finanzministerin sagt, Griechenland muss jetzt seine Hausaufgaben machen. Dazu gehört in erster Linie, das Potenzial zu heben, das noch in den Privatisierungsmöglichkeiten auf griechischer Seite liegt. Dazu gehört auch, die Korruption anders und wirksamer zu bekämpfen, als das bisher geschehen ist. Dazu gehört auch, einen innenpolitischen Konsens herbeizuführen, denn es kann nicht sein, dass sich die zweite große Partei in Griechenland ganz einfach unter dem Titel „Opposition“ aus staatspolitischer Verantwortung stiehlt. (Abg. Strache: Hätte es das nicht von Anfang an tun sollen, Griechenland, laut Vertrag?) Jean-Claude Juncker hat damit vollkommen recht.
Abg. Dr. Hübner: Offenbar nur ein Wunsch! – Abg. Strache: Ein frommer Wunsch!
Für Österreich wünsche ich mir eine Bundesregierung, die aktiv ist, damit unsere Stimme in Europa zählt; eine kraftvolle Stimme, dazu haben wir jeden Grund als Österreicher und Österreicherinnen. (Abg. Dr. Hübner: Offenbar nur ein Wunsch! – Abg. Strache: Ein frommer Wunsch!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich wünsche der österreichischen Bundesregierung Mut in der Europäischen Union, auch in Österreich, um die notwendigen Reformen durchzuführen, die unser Land stärken, damit Österreich dort bleibt, wo es hingehört, nämlich bei den stärksten Ländern in der Europäischen Union, und damit auch die Europäische Union und wir als Europäische Union weiterhin die stärkste, friedlichste, umweltfreundlichste Region mit der größten sozialen Sicherheit und auch mit der größten sozialen Gerechtigkeit im Weltdorf bleiben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Riepl: Vollkommen zu Recht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Linder, ich habe mir das Stenographische Protokoll über Ihre Rede kommen lassen. Für die Unterstellung und den Gebrauch des Wortes „Blödsinn“ an zweimaliger Stelle erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Riepl: Vollkommen zu Recht!)
Abg. Mag. Stefan: Für wen?
Wenn immer die Rede ist vom Austritt einzelner Länder aus der Eurozone, dann muss man schon auch die Frage stellen: Was heißt das? Was heißt das in letzter Konsequenz nicht nur für diese Länder, sondern für die gesamte Währungsunion? – Experten haben berechnet, dass, wenn Griechenland austritt, das wiederum ein Minus bei der Wirtschaftsleistung von gut 7 Prozent bedeutet (Abg. Mag. Stefan: Für wen?), für Griechenland, und für die einzelnen Länder in der Europäischen Union ebenfalls ein Minus von 1 Prozent.
Beifall bei den Grünen.
Schließen möchte ich damit, Herr Bundeskanzler: Eine gemeinsame Währung heißt auch, eine gemeinsame Wirtschaftspolitik zu machen. Das muss unser aller übergeordnetes Ziel sein, um künftig solche Krisen, solche Härtefälle auch tatsächlich vermeiden zu können. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Professor Krainer schon!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren insbesondere von der SPÖ! Glauben Sie wirklich, dass man mit diesen Vergleichen, Herr Bundeskanzler, mit dem ständigen Hinweis auf eine Kärntner Landesbank die Griechenland-Krise lösen kann? Kollege Krainer, glauben Sie das wirklich? (Abg. Dr. Rosenkranz: Professor Krainer schon!) Kollege Matznetter – er ist jetzt nicht im Saal – glaubt, eine besondere Meisterschaft darin zu entwickeln.
Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie des Abg. Tadler.
Wenn Sie glauben, dass die Ängste der Menschen draußen mit der Hypo Alpe-Adria etwas zu tun haben, dann täuschen Sie sich. Wenn Sie glauben, dass die Ängste der Menschen etwas mit einer Dringlichen Anfrage der FPÖ zu tun haben, dann täuschen Sie sich. Die Leute entwickeln tagtäglich Ängste, wenn sie die Zeitung aufmachen und sehen, dass das, was Sie ihnen vor einem Jahr versprochen haben, bis heute nicht funktioniert. Das ist das Problem, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie des Abg. Tadler.)
He-Rufe bei der FPÖ.
Deshalb haben die Leute Ängste, und deshalb ist es kein verantwortungsbewusster und ein eines Bundeskanzlers nicht würdiger Umgang mit diesen Ängsten, wenn man einen Fall einer Kärntner Landesbank mit der Griechenland-Pleite vergleicht. Das ist nicht vergleichbar, und das wissen Sie, Herr Bundeskanzler! Sie müssen sich nicht selbst auf ein Niveau herunterlizitieren, das andere vorgegeben haben! Sie brauchen nicht auf das Niveau der Anfragesteller hinunterzusteigen. (He-Rufe bei der FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Frau Kollegin Muttonen beziehungsweise auch meine Vorrednerin! Griechenland ist für uns so lange ein Hauptthema, solange wir in der gleichen Währung sind. Griechenland ist für uns dann ein Nebenthema, wenn wir nicht in der gleichen Währung sind. Das ist fadengerade. Das hat in den siebziger Jahren gegolten, das gilt jetzt, und das gilt auch in zwanzig Jahren noch. Verstehen Sie mich? Daher nützt es nichts, mit einer Strache-Beschimpfung die Griechenland-Krise lösen zu wollen. Das gilt übrigens auch für Frau Kollegin Plassnik, die auch wieder weg ist nach ihrer eher dürftigen Wortspende. Ich habe geglaubt, sie ist einmal Außenministerin gewesen. Sie hat hier heraußen ein paar Floskeln geliefert, ein paar Voodoo-Sätze und hat Kollegen Strache beschimpft. Das war alles, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.
Das soll eine Krisenlösung sein? Da werden Sie sich ein bisschen mehr einfallen lassen müssen, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.) – Ja, Herr Präsident der Landwirtschaftskammer, da hätten Sie schon viel früher zuhören
Abg. Ing. Schultes: In den Abgrund!
können. Wir haben Ihnen schon viel früher gesagt, wohin dieser Weg führt. Sie haben nicht zugehört! (Abg. Ing. Schultes: In den Abgrund!) Nein, weil Sie nämlich in Ihrem Erwin-Anbetungsklub gar nicht zuhören müssen, da genügt es, wenn Erwin Pröll etwas sagt. Aber das genügt in diesem Fall auch nicht, Herr Kollege! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
können. Wir haben Ihnen schon viel früher gesagt, wohin dieser Weg führt. Sie haben nicht zugehört! (Abg. Ing. Schultes: In den Abgrund!) Nein, weil Sie nämlich in Ihrem Erwin-Anbetungsklub gar nicht zuhören müssen, da genügt es, wenn Erwin Pröll etwas sagt. Aber das genügt in diesem Fall auch nicht, Herr Kollege! (Beifall beim BZÖ.)
in Richtung des Abg. Ing. Schultes
Sie haben zu verantworten, dass man zunächst einmal schon das mit der Laufzeit – das hat übrigens Kollegin Plassnik tatsächlich richtig geschildert – falsch eingeschätzt hat, dass man den Zinssatz schon falsch eingeschätzt hat. Jetzt muss man mit den Zinsen entgegenkommen. Das, was uns der frühere Vizekanzler Pröll noch als Riesengeschäft – Kollege Stummvoll hat das übrigens heute wieder getan – verkaufen wollte, muss man schon herunterrevidieren. Das ist so lange vielleicht ein Geschäft, solange wir das Geld wieder zurückbekommen. Aber jeder seriöse Nationalökonom sagt hinter vorgehaltener Hand: Wenn wir es überhaupt jemals zurückbekommen, wird es nicht mehr das wert sein, was es wert war zu dem Zeitpunkt, als wir es gegeben haben. Wie nennt man das (in Richtung des Abg. Ing. Schultes), Herr Landwirtschaftskammerpräsident? – Galoppierende Inflation! Draufzahlen nennt man das! Sie nicht, aber die Bürger draußen. – Das ist das Problem, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Sie haben zu verantworten, dass man zunächst einmal schon das mit der Laufzeit – das hat übrigens Kollegin Plassnik tatsächlich richtig geschildert – falsch eingeschätzt hat, dass man den Zinssatz schon falsch eingeschätzt hat. Jetzt muss man mit den Zinsen entgegenkommen. Das, was uns der frühere Vizekanzler Pröll noch als Riesengeschäft – Kollege Stummvoll hat das übrigens heute wieder getan – verkaufen wollte, muss man schon herunterrevidieren. Das ist so lange vielleicht ein Geschäft, solange wir das Geld wieder zurückbekommen. Aber jeder seriöse Nationalökonom sagt hinter vorgehaltener Hand: Wenn wir es überhaupt jemals zurückbekommen, wird es nicht mehr das wert sein, was es wert war zu dem Zeitpunkt, als wir es gegeben haben. Wie nennt man das (in Richtung des Abg. Ing. Schultes), Herr Landwirtschaftskammerpräsident? – Galoppierende Inflation! Draufzahlen nennt man das! Sie nicht, aber die Bürger draußen. – Das ist das Problem, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.
Herr Bundeskanzler! Der Bürger liest nun – und zwar nicht in der parlamentarischen Anfrage der FPÖ, sondern in den Zeitungen, in den offiziellen Bulletins der Europäischen Union, der Zentralbank, der Bundesregierung –, dass die Griechen weitere 60 Milliarden brauchen, dass die Portugiesen heute 78 Milliarden bekommen haben. – Jetzt erzählen Sie uns einmal, Herr Bundeskanzler – und das ist eine seriöse Frage –: Wann endet das? Wann hört dieser Prozess auf? Hört er dann auf, wenn alle Schulden dieser Länder abgedeckt sind? Wann hört dieser Prozess auf? Welche Auswirkungen hat dieser Prozess auf die Geldmenge und letztlich auf die Geldstabilität? (Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.) – Fragen Sie einmal bei Ihrem Nachbarn nach, der hat mehr Ahnung, Herr Kammerpräsident! – Der Herr Kammerpräsident amüsiert sich darüber. Das ist alles, was er fertigbringt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.) – Zuhören, Herr Kammerpräsident!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.
Herr Bundeskanzler! Der Bürger liest nun – und zwar nicht in der parlamentarischen Anfrage der FPÖ, sondern in den Zeitungen, in den offiziellen Bulletins der Europäischen Union, der Zentralbank, der Bundesregierung –, dass die Griechen weitere 60 Milliarden brauchen, dass die Portugiesen heute 78 Milliarden bekommen haben. – Jetzt erzählen Sie uns einmal, Herr Bundeskanzler – und das ist eine seriöse Frage –: Wann endet das? Wann hört dieser Prozess auf? Hört er dann auf, wenn alle Schulden dieser Länder abgedeckt sind? Wann hört dieser Prozess auf? Welche Auswirkungen hat dieser Prozess auf die Geldmenge und letztlich auf die Geldstabilität? (Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.) – Fragen Sie einmal bei Ihrem Nachbarn nach, der hat mehr Ahnung, Herr Kammerpräsident! – Der Herr Kammerpräsident amüsiert sich darüber. Das ist alles, was er fertigbringt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.) – Zuhören, Herr Kammerpräsident!
Abg. Grosz: Wenn dann Österreich ansucht!
Wann endet dieser Prozess, Herr Bundeskanzler? (Abg. Grosz: Wenn dann Österreich ansucht!) Welchen Einfluss hat dieser Prozess auf die Geldmenge? – Wenn diesbezüglich der von Ihnen geschmähte Professor Sinn sagt – denn er sagt nicht nur lauter Unsinn, wenngleich er auch nicht nur lauter Wahres sagt, da haben Sie schon recht, aber lauter Unsinn ist es auch nicht –, dass zu viel Geld zur Verfügung gestellt wird, dass man auf Dauer die Leistungsbilanzproblematik – das haben Sie selbst indirekt auch gesagt – nicht in den Griff bekommt, indem man dauernd neue Gelder zur Verfügung stellt, dass das Ganze aus dem Ruder läuft, dass die finanzielle Unterstützung für diese Länder, diese üppigen, zu üppigen finanziellen Unterstützungen die Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzdefiziten nicht ändern können, dann ist das ökonomische Wahrheit, Frau Muttonen. Das hat in den siebziger Jahren gegolten, das gilt jetzt, und das gilt auch in 20 Jahren noch. Da nützt Ihr ganzer Voodoo nichts.
Beifall beim BZÖ.
Übrigens: Warum redet Kollege Matznetter, der wieder da ist, heute nicht, wenn er so gescheit ist? Warum ist er nicht mehr Staatssekretär, wenn er so gescheit ist? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Matznetter könnte ja die Krise lösen. Griechenland sucht dringend einen Minister, der so gescheit ist wie der Kollege Matznetter. Export nach Griechenland – und die Krise ist gelöst! Matznetter für Griechenland, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Schultes: Oder die Hypo!
Es ist übrigens schon manches Makulatur, was Ihr Vizekanzler und vormaliger Finanzminister vor einem Jahr hier verzapft hat. Wir haben ihn damals gewarnt, indem wir gesagt haben: Es ist wesentlich vernünftiger, über Schuldennachlässe und über Sanierungen nachzudenken, auch wenn Banken dabei zum Handkuss kommen! Wie kommen wir dazu, deutsche und französische Banken retten zu müssen?! (Abg. Ing. Schultes: Oder die Hypo!)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt kommt er schon wieder mit der Hypo daher, er hat es immer noch nicht begriffen! – Bitte zurück in das „Erwineum“, in den „Anbetungsverein Erwin“, und lasst endlich die Nationalökonomie in Ruhe! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie Bravoruf des Abg. Grosz.
Aber sagen wir einmal dem Herrn Landwirtschaftskammerpräsidenten etwas! – Herr Landwirtschaftskammerpräsident, selbst wenn ich eine österreichische Bank mit österreichischem Geld retten muss, habe ich mehr davon, als wenn ich eine griechische Volkswirtschaft für französische und deutsche Banken retten muss. Geht das ins Hirn? Geht das hinein? – Wunderbar, dann haben wir schon etwas erreicht! (Beifall beim BZÖ sowie Bravoruf des Abg. Grosz.)
in Richtung Regierungsbank, wo Bundeskanzler Faymann und Staatssekretär Mag. Schieder der Debatte beiwohnen
Mittlerweile hat sogar Hans-Olaf Henkel – und den können Sie jetzt nicht „herunterdodeln“, den kann nicht einmal der Herr Treichl „herunterdodeln“; übrigens: der Herr Treichl hat nicht Sie (in Richtung Regierungsbank, wo Bundeskanzler Faymann und Staatssekretär Mag. Schieder der Debatte beiwohnen) gemeint, er hat seine eigene Partei gemeint, das wollte ich Ihnen nur sagen, Sie hätten sich nicht betroffen fühlen müssen; aber nicht einmal der Herr Treichl könnte den Hans-Olaf Henkel „herunterdodeln“ –, also mittlerweile hat sogar Hans-Olaf Henkel, der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, der sozusagen das Pendant der Industriellen
Beifall beim BZÖ.
Und dann müssen wir mit in diesen sauren Apfel hineinbeißen – den wir uns dann aber nicht mehr wünschen müssen, da haben Sie recht! Aber dann haben Sie selber diese Krise und dieses Problem mit verursacht, vor dem wir vorher zeitgerecht gewarnt haben, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: BAWAG!
Diese Problematik, Herr Bundeskanzler, kriegen Sie nicht in den Griff, auch wenn Sie noch so viele Landesbanken in Österreich beschwören! Ich könnte Ihnen auch ein paar Banken nennen aus dem roten Einflussbereich, die in der Vergangenheit auch zu retten waren, und der österreichische Schilling hat es trotzdem überlebt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: BAWAG!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Roman Haider (FPÖ): Frau Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Der Rettungsschirm ist in Griechenland gescheitert, und das Gleiche wird auch in Portugal passieren, genau das Gleiche. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dieses Geld ist nicht für die Bevölkerung der in Not geratenen Länder vorgesehen, nein, dieser wird damit überhaupt nicht geholfen. Ganz im Gegenteil – und das stellt man fest, wenn man sich die Auflagen für die Kreditvergabe anschaut –: Dieses Geld ist für die Banken! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dieses Geld ist für die Fonds, die trotz des bekannten Risikos Kredite mit Wucherzinsen und mit Risikoaufschlägen vergeben haben und einen ordentlichen Reibach – der Kollege Vilimsky hat es ja eh schon gesagt: bis zu 25 Prozent Reibach – auf unsere Kosten gemacht haben. Für die ist dieses Geld, für die wird dieses Geld ausgegeben – und nicht für die Menschen in diesen Staaten! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Noch einmal, Kollege Matznetter, zum Mitschreiben, damit ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Herr Kollege Matznetter, was hat der Herr Treichl gesagt? Ich will es jetzt gar nicht wiederholen. Aber Sie tun wirklich alles, damit in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, dass der Herr Treichl recht hat. Das ist ja unglaublich! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Noch einmal, Kollege Matznetter, zum Mitschreiben, damit ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Herr Kollege Matznetter, was hat der Herr Treichl gesagt? Ich will es jetzt gar nicht wiederholen. Aber Sie tun wirklich alles, damit in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, dass der Herr Treichl recht hat. Das ist ja unglaublich! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und dann kommt der sogenannte Rettungsschirm ins Spiel. Der gibt dem Staat einen Kredit, um die hohe Zinsenlast zu bedienen. Und dieser Kredit ist dann noch dazu mit Auflagen verbunden: Steuern erhöhen, Sozialleistungen und Pensionen senken – das haben wir übrigens auch bei Ihnen: Pensionen senken –, Investitionsstopp der öffentlichen Hand, Staatseigentum verkaufen und so weiter und so fort. Und das hat natürlich zur Folge, dass die Steuereinnahmen dieses Staates weiter sinken, die Zinsen weiter steigen und so weiter und so fort, und der Teufelskreis ist fertig. Und Griechenland ist in diesem Teufelskreis. Und aus diesem Teufelskreis kommt dieses Land nie wieder heraus. Griechenland ist schon erledigt. Und als nächstes Land ist Portugal dran, wenn Sie dort genau die gleichen Mittel und Wege anwenden, wie Sie es für Griechenland getan haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Krise wird nicht gelöst, indem Sie diesen Staaten strikte und harte Steuererhöhungen vorschreiben und andere Auflagen erteilen. Das treibt sie noch tiefer in die Krise. Das Problem sind die Banken und die Fonds, die mit dem Leid und mit der Unfähigkeit der anderen ihr Geld verdienen und immer mächtiger werden. Es gibt inzwischen schon Studien, die belegen, dass die Banken jetzt schon wieder mächtiger sind, als sie vor der Krise waren. Und da wird zugeschaut, und da spielen Sie alle mit. Dass die ÖVP da mitspielt, ist völlig klar, aber dass Sie von der SPÖ da mitspielen, das ist wirklich eines der großen Rätsel. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Und wenn Sie jetzt fragen, wer das zahlen soll, dann darf ich Ihnen sagen: Das, was die EZB betrifft, werden wir zahlen, das müssen wir ohnehin. Aber wer wirklich zahlen soll – und nur im Falle eines „Haircut“ zahlen wird –, das sind die, die schuld an dieser ganzen Misere sind, und das sind wieder die Banken und die Fonds. Die sollen endlich einmal ihren Beitrag leisten. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Strache: Das verhindert der Herr Matznetter! Spekulanten bedienen! Herr Matznetter, schämen Sie sich!
Ja, ja, Herr Matznetter! Genau, Herr Matznetter, die Banken und die Fonds sollen für die von ihnen angerichtete Misere zahlen! (Abg. Strache: Das verhindert der Herr Matznetter! Spekulanten bedienen! Herr Matznetter, schämen Sie sich!)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Nichts im Leben ist alternativlos. Die Frage ist: Zahlungsunfähigkeit und Zusammenbruch oder vorübergehende Hilfestellung in Kombination mit starken Reformvorhaben in diesen Staaten? (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Ja, aber nur beim Schröpfen!
Seien Sie nicht enttäuscht, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, wenn wir als österreichische Parlamentarier der SPÖ in erster Linie an die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sowie an die österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer denken. (Abg. Dr. Rosenkranz: Ja, aber nur beim Schröpfen!)
Abg. Mag. Stefan: Sie belohnen die Spekulation!
Es geht ja darum, Kollege Rosenkranz, was die beste Alternative ist. Und die beste Alternative ist, Spekulationen in Zukunft zu verhindern (Abg. Mag. Stefan: Sie belohnen die Spekulation!), die Stabilität der europäischen Wirtschaft zu sichern und damit Beschäftigung in Europa zu sichern. (Abg. Dr. Rosenkranz: Das fordern wir doch!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Das fordern wir doch!
Es geht ja darum, Kollege Rosenkranz, was die beste Alternative ist. Und die beste Alternative ist, Spekulationen in Zukunft zu verhindern (Abg. Mag. Stefan: Sie belohnen die Spekulation!), die Stabilität der europäischen Wirtschaft zu sichern und damit Beschäftigung in Europa zu sichern. (Abg. Dr. Rosenkranz: Das fordern wir doch!)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Cerberus sage ich nur! – Abg. Dr. Graf: Man kann auch die Kommunalkredit nennen!
Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, so wie wir in Österreich die Republik gemeinsam gut durch die schwere Krise manövriert haben, so werden wir auch die europäische Einheit sicher nicht am Altar der Spekulanten opfern. Die SPÖ steht auch in dieser Frage auf der Seite der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und auf der Seite ihrer europäischen Kollegen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Cerberus sage ich nur! – Abg. Dr. Graf: Man kann auch die Kommunalkredit nennen!)
Beifall bei der ÖVP.
Spekulanten auf den Finanzmärkten freuen sich über diese hemmungslosen Populisten, über diese Pessimisten, die haben derzeit offensichtlich Konjunktur. Eigentlich, meine Damen und Herren, sollte man mit einer Währung bei derartig dramatischen Ereignissen nicht spekulieren, sondern seriös zu Lösungen beitragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Was zahlt die Bank Austria?
Wenn man heute hergeht und sagt, die Banken müssten auch an der Entschuldung und an sonstigen Maßnahmen beteiligt werden, dann muss ich sagen: Manche vergessen, dass eine derartige Beteiligung dann den Wertberichtigungsbedarf bei den Banken deutlich erhöht und damit die Steuerleistung dementsprechend sinkt. Aber das ist nach außen hin einmal sehr praktisch dargestellt. (Abg. Dr. Rosenkranz: Was zahlt die Bank Austria?)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, was hat denn die Welt- und Wirtschaftskrise bewirkt? – Die Tatsache, dass Amerika Lehman Brothers nicht aufgefangen hat. Und jetzt haben wir die Probleme. Ausgelöst wurde das in einem dramatischen Ausmaß, weil eine so große Wirtschaftsmacht nicht bereit war, eine der größten Investmentbanken Amerikas zu stabilisieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stefan: Arbeiten die nicht!
Meine Damen und Herren, dann kommt der Kollege Bucher hier heraus mit einer schönen Tafel in oranger Farbe, wo draufsteht: Genug gezahlt! – Na ja, es würde mir allerhand dazu einfallen, wofür wir unter Umständen auch zahlen müssen. Aber ich sage zu den viel gescholtenen Banken nur so viel: Jene Bank, für die ich auch Verantwortung trage, trägt derzeit 29 Firmen mit über 7 000 Beschäftigten durch die Krise. So viel zu den viel gescholtenen Banken. (Abg. Mag. Stefan: Arbeiten die nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Vielleicht könnte man einmal unterscheiden, meine Damen und Herren von der FPÖ, zwischen den Banken, die in der Realwirtschaft tätig sind, und jenen, die sozusagen auf den Spekulationsmärkten zu Hause sind! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Dr. Graf: Na, was habt ihr geglaubt?
Aber man sollte offen zugeben, es ist durchaus herausfordernd, diese Krise zu bewältigen. Es gab jenes Drama – und ich bezeichne das als Drama –, dass die ersten Defizitsünder Frankreich und Deutschland waren und dies ohne Konsequenzen geblieben ist. Und manche andere Länder meinten dann, schummeln zu können. (Abg. Dr. Graf: Na, was habt ihr geglaubt?) Das Ergebnis haben wir vor uns.
Abg. Dr. Graf: Habt ihr etwas anderes geglaubt?
Trotzdem: Es gibt im Vergleich zu jenen Maßnahmen, die getroffen worden sind, keine Maßnahme, die besser wäre. (Abg. Dr. Graf: Habt ihr etwas anderes geglaubt?) Es gibt keine, die besser wäre, sie wird uns aber alle fordern.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Habt ihr vielleicht geglaubt, dass es Sanktionen gegen Frankreich geben würde?
Meine Damen und Herren! Und gerade auch in Ihre Richtung: Auch in Österreich sind wir in manchem Bundesland mehr als gefordert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Habt ihr vielleicht geglaubt, dass es Sanktionen gegen Frankreich geben würde?)
Abg. Krainer: Waren Sie schon! – Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.
Jetzt ist Griechenland pleite. Jetzt ist nicht die Frage, ob wir solidarisch sein sollen oder Sonstiges, denn glauben Sie, wenn wir in Schwierigkeiten kommen, dass Griechenland solidarisch mit uns sein wird? (Abg. Krainer: Waren Sie schon! – Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn wir uns jetzt an die Griechen ketten und dem schlechten Geld noch gutes hinterherwerfen, dann ist das in Wahrheit ein krimineller Akt. In der Privatwirtschaft gibt es dafür sogar einen Begriff: Eine Konkursverschleppung ist das! In der Privatwirtschaft ist das ein strafbarer Akt, eine Konkursverschleppung. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Höfinger: Wo ist jetzt der Bucher, dass er sich das anhört? Das ist ja eine Katastrophe!
Das Einzige, was passiert wäre, wenn Griechenland vor einem Jahr pleite gegangen wäre, wäre, dass einige Banken große Abschreibungen gehabt hätten und wir unter Umständen dann diese Banken wieder dementsprechend hätten unterstützen müssen. Ich gebe zu, das hätte sein können. (Abg. Höfinger: Wo ist jetzt der Bucher, dass er sich das anhört? Das ist ja eine Katastrophe!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Wenn wir jetzt so weitermachen und immer mehr Geld hineinstecken, immer mehr Geld nach Griechenland schicken, dann geht es letztlich nicht um die Rettung Griechenlands, denn Griechenland ist verloren – das sagt jeder, der eine Ahnung davon hat; es geht nicht um die Rettung Griechenlands –, es geht um die Rettung eines Systems, und das System heißt Schuldenmachen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Ja, genau! Das System heißt Schuldenmachen.
Abg. Höfinger: Genau das ist dein Problem!
Es gibt einen Professor, und zwar Herrn Professor Stefan Homburg, Leiter des Instituts für öffentliche Finanzen der Universität Hannover, und der sagt, Griechenland ist pleite. Er sagt: „Das ist keine Frage des Wollens, sondern eine der Mathematik.“ – Genau das ist der Punkt! (Abg. Höfinger: Genau das ist dein Problem!)
Beifall beim BZÖ.
Herr Bundeskanzler, Sie können schon einmal anfangen zu sparen, denn ich weiß nicht, ob die Österreicher das nicht von Ihnen zurückverlangen werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Kollege Matznetter! Meine Herren auf der Regierungsbank! Vielleicht denken Sie einmal darüber und über den tieferen Sinn dieser Aussage nach. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Musiol: Das stimmt nicht!
Meine Damen und Herren, ich möchte Ihnen eine Frage stellen. Kennen Sie das Wort „Sozialmarkt“? Wissen Sie, was Sozialmärkte sind? – Das sind Märkte mit Waren minderer Qualität, wo arme, verarmte Menschen gegen Vorlage eines Ausweises Güter minderer Qualität, Waren, die bereits abgelaufen oder vor dem Ablaufdatum sind, verbilligt einkaufen können. (Abg. Mag. Musiol: Das stimmt nicht!) – Das sind solche Märkte.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir sind jetzt im 17. Jahr unserer EU-Mitgliedschaft, aber so haben sich die Österreicher die Mitgliedschaft in der EU nicht vorgestellt, das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Staatssekretär Mag. Schieder: Es ist mehr geworden!
Meine Damen und Herren! Ich kann mich noch an die damalige Diskussion vor der Abstimmung erinnern. Da hat es eine Staatssekretärin gegeben, die den Österreichern 1 000 Schilling monatlich versprochen hat: den Ederer-Tausender. Umgesetzt wurde aber in 17 Jahren nicht der Ederer-Tausender (Staatssekretär Mag. Schieder: Es ist mehr geworden!) – mehr geworden?! –, sondern im Gegenteil: Die Leute haben weniger in der Tasche und sind gezwungen, in Sozialmärkte einkaufen zu gehen. (Abg. Strache: Sie haben recht, es wird den Österreichern mehr herausgenommen!)
Abg. Strache: Sie haben recht, es wird den Österreichern mehr herausgenommen!
Meine Damen und Herren! Ich kann mich noch an die damalige Diskussion vor der Abstimmung erinnern. Da hat es eine Staatssekretärin gegeben, die den Österreichern 1 000 Schilling monatlich versprochen hat: den Ederer-Tausender. Umgesetzt wurde aber in 17 Jahren nicht der Ederer-Tausender (Staatssekretär Mag. Schieder: Es ist mehr geworden!) – mehr geworden?! –, sondern im Gegenteil: Die Leute haben weniger in der Tasche und sind gezwungen, in Sozialmärkte einkaufen zu gehen. (Abg. Strache: Sie haben recht, es wird den Österreichern mehr herausgenommen!)
Abg. Strache: Das Bier kostet heute 60 Schilling! – Abg. Dr. Stummvoll: „Blutschokolade“!
Wir als Freiheitliche haben uns ja vor 17 Jahren nicht einmal getraut – ich war der damalige Sprecher im Bundesrat –, so etwas in den Raum zu stellen. Das ist ja schlimmer gekommen, als wir uns das je hätten vorstellen können, meine Damen und Herren! (Abg. Strache: Das Bier kostet heute 60 Schilling! – Abg. Dr. Stummvoll: „Blutschokolade“!)
Abg. Strache: Der hat ja auch kein Problem damit, für das Bier 60 Schilling zu zahlen heute!
Und jetzt – ja, Herr Stummvoll weiß das schon (Abg. Strache: Der hat ja auch kein Problem damit, für das Bier 60 Schilling zu zahlen heute!) – sage ich Ihnen Folgendes:
Beifall bei der FPÖ.
So kann es nicht weitergehen, meine Damen und Herren, und deshalb sind wir dafür, endlich einmal die Reißleine zu ziehen, darüber nachzudenken, wie wir mit österreichischem Steuergeld umgehen, und der EU einmal zu erklären, dass wir das Geld auch hier im Lande brauchen, und einmal zu sagen: Nein, wir machen da nicht mehr mit! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: U-Boot-Flotte! U-Boote von Deutschland!
Meine Damen und Herren, zu Griechenland noch eine kleine Erklärung für die Sozialdemokraten: Wissen Sie, wofür Griechenland das Geld gebraucht hat? – Die Griechen haben die größte Panzerarmee in Westeuropa aufgebaut mit dem Geld, auf Kredit, auf Pump, und jetzt gehen Sie her und zahlen den Banken, die den Griechen den Kredit gegeben haben, wieder das Geld zurück. (Abg. Strache: U-Boot-Flotte! U-Boote von Deutschland!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das eigene Bundesheer im Stich lassen!
Ihre sozialdemokratische Politik heute ist, die griechische Aufrüstung zu finanzieren, aber kein Geld zu haben für die Österreicher, für die Armen, für die Verarmten, für die Bildung, für die Wissenschaft und für die Jugend. Das ist Ihre heutige Politik! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das eigene Bundesheer im Stich lassen!)
Zwischenruf des Abg. Haberzettl.
Griechenland hat noch vor zwei Jahren 350 nagelneue Leopard-2-Kampfpanzer angekauft, und wir müssen unsere alten hundert, die wir von der holländischen Armee gekauft haben, zum Teil einmotten, weil wir es uns nicht mehr leisten können. (Zwischenruf des Abg. Haberzettl.) Das ist Ihre Politik, auch Ihre Wehrpolitik!
Beifall bei der FPÖ.
Ich ersuche Sie um Ihre Zustimmung. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Themessl –: Hol dir die dritte Minute!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Themessl. Restredezeit Ihrer Fraktion: 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Strache – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Themessl –: Hol dir die dritte Minute!)
Beifall bei der FPÖ.
Wissen Sie, woher all diese Aussagen kommen? – Sie wurden gemacht gestern Abend, 22 Uhr, in der „ZiB 2“, und sind von Hannes Androsch, Ihrem Chefökonomen, der grundsätzlich anderer Meinung ist als Sie hier herinnen, nämlich dass das die einzige Methode ist, wie man dieses Problem lösen kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Ich komme erst!
Und wissen Sie, was mich an Ihnen so stört (Abg. Dr. Cap: Ich komme erst!) und auch an der ÖVP, an Herrn Stummvoll? – Sie stellen sich hier hin und akzeptieren überhaupt nicht, dass es auch noch andere Lösungen geben könnte, weil Sie gar nicht bereit sind, darüber zu diskutieren.
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
scheite ÖVP hier in dieser Regierung, und außer dieser Vorgangsweise, Griechenland und den Euro zu retten, gibt es gar nichts, und da fährt der Zug drüber! (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.) – Das ist der falsche Weg! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
scheite ÖVP hier in dieser Regierung, und außer dieser Vorgangsweise, Griechenland und den Euro zu retten, gibt es gar nichts, und da fährt der Zug drüber! (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.) – Das ist der falsche Weg! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist dann die Basis, mit der man beispielsweise im europäischen Rahmen für den Atomausstieg werben kann, Druck in der Öffentlichkeit entwickeln kann, etwas, das wir uns vorgenommen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Das macht ja ihr! Das macht ja ihr!
Aber zu dem, was mein Vorredner gesagt hat betreffend Hannes Androsch und seinem Interview von gestern: Na, recht hat er! Es gibt Kreditnehmer, es gibt Kreditgeber, ja, und wenn der Kreditgeber einem Obdachlosen eine Villa finanziert und der kann das nicht zurückzahlen, dann ist auch der Kreditgeber mit schuld, ohne Zweifel. (Abg. Strache: Das macht ja ihr! Das macht ja ihr!)
Abg. Grosz: Aber aus dieser Kurve kommen Sie nicht mehr heraus!
Sie wissen ganz genau: Immer, wenn ich mich hier zu Wort melde, habe ich ein differenziertes Bild, auch ein kritisches Bild bezüglich der Politik, die in der Europäischen Union betrieben wird. (Abg. Grosz: Aber aus dieser Kurve kommen Sie nicht mehr heraus!) Ich will keine Schwarz-Weiß-Malereien. Ich habe zu wenig Zeit, das jetzt in dieser polarisierenden Debatte hier differenzierter und besser darzustellen – und das muss man differenziert machen, weil das auch eine Frage der Glaubwürdigkeit ist.
Abg. Kickl: Wieder die gleiche Leier!
Was ich aber nicht für sinnvoll erachte, ist, dass wir hier eine Diskussion mit apokalyptischen Angstbildern führen (Abg. Kickl: Wieder die gleiche Leier!), denn damit reißen Sie in Wirklichkeit die Währung ... (Abg. Kickl: Jedes Mal die gleiche Leier!) – Ja, Sie, lieber Kollege Kickl! Nur zuhören! Entspannen, zuhören! – Apokalyptische Angstbilder bringen uns nicht weiter.
Abg. Kickl: Jedes Mal die gleiche Leier!
Was ich aber nicht für sinnvoll erachte, ist, dass wir hier eine Diskussion mit apokalyptischen Angstbildern führen (Abg. Kickl: Wieder die gleiche Leier!), denn damit reißen Sie in Wirklichkeit die Währung ... (Abg. Kickl: Jedes Mal die gleiche Leier!) – Ja, Sie, lieber Kollege Kickl! Nur zuhören! Entspannen, zuhören! – Apokalyptische Angstbilder bringen uns nicht weiter.
Abg. Kickl: Ah, geh!
Wenn man am Horizont schon die nächste Katastrophe aufsteigen sieht (Abg. Kickl: Ah, geh!), das ist bei Währungen, das ist bei Finanzmärkten, das ist in der Wirtschaft keine Methode, kein Bild. Das ist negativ, und das bringt uns nicht weiter. (Abg. Dr. Graf: So redet der Berlusconi auch immer!)
Abg. Dr. Graf: So redet der Berlusconi auch immer!
Wenn man am Horizont schon die nächste Katastrophe aufsteigen sieht (Abg. Kickl: Ah, geh!), das ist bei Währungen, das ist bei Finanzmärkten, das ist in der Wirtschaft keine Methode, kein Bild. Das ist negativ, und das bringt uns nicht weiter. (Abg. Dr. Graf: So redet der Berlusconi auch immer!)
Abg. Dr. Graf: Der Berlusconi in Italien redet auch immer so!
Wenn man es als Stilmittel der Politik verwendet, dann deklarieren Sie es! – Ich finde es nicht sinnvoll. (Abg. Dr. Graf: Der Berlusconi in Italien redet auch immer so!)
Abg. Kickl: Was reden Sie immer so groß?
Zweiter Punkt: die Oppositionspolitik der hohen Latte, des Drüberspringens. Na klar, wenn ich sage: Drei Meter hoch ist die Latte; liebe Regierung, springe drüber! – Zu insinuieren, dass Österreich in Europa einen Handlungsspielraum hätte, den weiland nicht einmal Karl der Große im 9. Jahrhundert gehabt hat, das ist doch absurd, dieses Bild, das Sie entwickeln! Zu sagen: Na setzen Sie doch endlich die Finanztransaktionssteuer um!, oder: Wieso geschieht in der Europäischen Union dies nicht und das nicht?, das ist doch lächerlich! Da sind 27 Regierungen (Abg. Kickl: Was reden Sie immer so groß?), und davon, muss ich jetzt einmal parteipolitisch sagen, stehen uns maximal drei nahe, der Rest ist sehr neoliberal, sehr konservativ und will halt die Banken nicht wirklich zwicken und will halt nicht wirklich ein Regulativ auf den Finanzmärkten einführen.
Abg. Dr. Königshofer: Schauen Sie die Schweiz an!
Sie kommen heraus und sagen: Wir haben es immer schon gewusst! Im Endeffekt sagen Sie: Zurück zur Kleinstaaterei!, zurück zum Schilling!, vielleicht: zurück zum Dorf, zum Stamm! – Ich weiß nicht, was Ihnen am liebsten ist. Ich sage Ihnen nur: So werden Sie nicht konkurrenzfähig sein, mit der Stammesstruktur. Schauen Sie sich an: Österreich – China. Das ist das Match, das man niemals gewinnen kann. Aber das Match, das man vielleicht partnerschaftlich gestalten kann, ist, wenn es die Europäische Union als wirtschaftlichen Großraum, als politischen Großraum gibt und wenn die sozusagen auf diese Art in den globalen Wettbewerb eintreten. (Abg. Dr. Königshofer: Schauen Sie die Schweiz an!) Aber das erfordert natürlich mehr, als sich bloß herzustellen und hier diese apokalyptischen Bilder zu entwickeln.
Die Abgeordneten Mag. Stefan und Strache: Sie sagen: Zahlen wir einmal, und dann schauen wir einmal!
Ich kann Ihnen sagen: „Schauen wir einmal!“, das ist natürlich kein ökonomisches Konzept. (Die Abgeordneten Mag. Stefan und Strache: Sie sagen: Zahlen wir einmal, und dann schauen wir einmal!) Ich kenne das gar nicht – außer Sie haben die Inhalte der Zweiten Internationale im 19. Jahrhundert übernommen, das war die Anarchistische Internationale des Michail Bakunin. Der hat gesagt: Der zerstörende Geist ist ein aufbauender Geist. – Ich habe nicht gewusst, dass Sie sich jetzt geistig zu den Anarchisten zählen wollen. Ich finde, Ökonomie zu machen unter dem Konzept: „Der zerstörende Geist ist ein aufbauender Geist“, das würden ja nicht einmal die radikalen Neoliberalen machen, obwohl die ganz knapp dran sind, muss ich sagen, sehr nahe diesem Konzept. Aber damit kann ich nichts anfangen.
Abg. Strache: Mitverantwortung? – Hauptverantwortung!
Noch einmal: Ich gehöre zu denjenigen, die wirklich sagen, es haben auch die Banken Mitverantwortung (Abg. Strache: Mitverantwortung? – Hauptverantwortung!) und es haben auch bei den Banken welche mitspekuliert. Deswegen möchte ich angesichts der Wortmeldungen der letzten Tage, nämlich betreffend Mut, sagen: Ich bin dafür, dass es auch Mut zur Selbstkritik gibt bei den Bankern, die da einiges mitzuverantworten haben. Mut zur Selbstkritik, ja! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Noch einmal: Ich gehöre zu denjenigen, die wirklich sagen, es haben auch die Banken Mitverantwortung (Abg. Strache: Mitverantwortung? – Hauptverantwortung!) und es haben auch bei den Banken welche mitspekuliert. Deswegen möchte ich angesichts der Wortmeldungen der letzten Tage, nämlich betreffend Mut, sagen: Ich bin dafür, dass es auch Mut zur Selbstkritik gibt bei den Bankern, die da einiges mitzuverantworten haben. Mut zur Selbstkritik, ja! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.
Na das geht nicht! Das ist kein Konzept! Da bin ich dafür, dass man da eine seriöse ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.) – Ich habe nicht angefangen mit der Mutdebatte! Lieber Kollege Ikrath, ich habe nicht begonnen mit der Mutdebatte, sondern es hat jemand anderer mit der Mutdebatte begonnen. (Abg. Strache: Ein ÖVP-Mitglied!) Dann führen wir sie aber auch weiter, die Mutdiskussion, und erweitern wir sie auch gleich! Denn dann, finde ich, muss man das aber hier auch wirklich ernsthaft ausdiskutieren. Dafür plädiere ich, und da, denke ich, ist das auch ein Beitrag, den wir dazu haben.
Abg. Strache: Ein ÖVP-Mitglied!
Na das geht nicht! Das ist kein Konzept! Da bin ich dafür, dass man da eine seriöse ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.) – Ich habe nicht angefangen mit der Mutdebatte! Lieber Kollege Ikrath, ich habe nicht begonnen mit der Mutdebatte, sondern es hat jemand anderer mit der Mutdebatte begonnen. (Abg. Strache: Ein ÖVP-Mitglied!) Dann führen wir sie aber auch weiter, die Mutdiskussion, und erweitern wir sie auch gleich! Denn dann, finde ich, muss man das aber hier auch wirklich ernsthaft ausdiskutieren. Dafür plädiere ich, und da, denke ich, ist das auch ein Beitrag, den wir dazu haben.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Das ist gesessen! – Abg. Dr. Cap – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Ein guter Zwischenruf!
Und da habe ich den Eindruck gehabt, das hat ganz besonders gefehlt. Neben der Konzeptlosigkeit war bei Ihnen eigentlich auch die Antwort: Österreich zuletzt!, und nicht: Österreich zuerst! – Schade, schade und noch einmal schade! Aber morgen in der Aktuellen Europastunde können wir es noch einmal probieren. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Das ist gesessen! – Abg. Dr. Cap – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Ein guter Zwischenruf!)
Ruf bei der SPÖ: Finde ich auch! Das ist richtig!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das war jetzt irgendwie ein Erlebnis der besonderen Art (Ruf bei der SPÖ: Finde ich auch! Das ist richtig!): Josef Cap, ein glühender Vertreter der europäischen Sache. – Wunderbar! Einverstanden, Josef! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das war jetzt irgendwie ein Erlebnis der besonderen Art (Ruf bei der SPÖ: Finde ich auch! Das ist richtig!): Josef Cap, ein glühender Vertreter der europäischen Sache. – Wunderbar! Einverstanden, Josef! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Da sind Sie gerade der Richtige!
Wir haben in dieser Debatte viel mehr zu beantworten. Fragen, auch wenn sie von den Freiheitlichen kommen, müssen ernst genommen werden (Abg. Neubauer: Da sind Sie gerade der Richtige!), insofern nämlich, als ich schon an die Vertreter der Regierung, was Griechenland im Besonderen betrifft, gerne die Frage und auch das Problem weitergebe, dass uns jemand erklären muss, warum in Griechenland unter den Bedingungen dieses Landes, wo Löhne und Sozialleistungen zurückgefahren werden, in einem Ausmaß, wie es wahrscheinlich für eine griechische Erholung in den nächsten Jahren absolut schädlich und kontraproduktiv ist, auf der anderen Seite ein Rüstungshaushalt in einem erschreckend hohen Ausmaß aufrechterhalten wird – wobei wahrscheinlich die Bundesrepublik Deutschland, die Frau Merkel, ihre Konzilianz gegenüber Griechenland bisher in dieser Frage nur deshalb in diesem Ausmaß bewiesen hat, weil ein Gutteil der Rüstungsgüter, die Griechenland in den letzten Jahren erworben hat, aus der Bundesrepublik Deutschland kommt. (Abg. Mag. Kogler: Milliarden pro Jahr! Pro Jahr!)
Abg. Mag. Kogler: Milliarden pro Jahr! Pro Jahr!
Wir haben in dieser Debatte viel mehr zu beantworten. Fragen, auch wenn sie von den Freiheitlichen kommen, müssen ernst genommen werden (Abg. Neubauer: Da sind Sie gerade der Richtige!), insofern nämlich, als ich schon an die Vertreter der Regierung, was Griechenland im Besonderen betrifft, gerne die Frage und auch das Problem weitergebe, dass uns jemand erklären muss, warum in Griechenland unter den Bedingungen dieses Landes, wo Löhne und Sozialleistungen zurückgefahren werden, in einem Ausmaß, wie es wahrscheinlich für eine griechische Erholung in den nächsten Jahren absolut schädlich und kontraproduktiv ist, auf der anderen Seite ein Rüstungshaushalt in einem erschreckend hohen Ausmaß aufrechterhalten wird – wobei wahrscheinlich die Bundesrepublik Deutschland, die Frau Merkel, ihre Konzilianz gegenüber Griechenland bisher in dieser Frage nur deshalb in diesem Ausmaß bewiesen hat, weil ein Gutteil der Rüstungsgüter, die Griechenland in den letzten Jahren erworben hat, aus der Bundesrepublik Deutschland kommt. (Abg. Mag. Kogler: Milliarden pro Jahr! Pro Jahr!)
Beifall bei SPÖ, FPÖ und Grünen.
Das lenkt etwas ab von den Banken. Ich will nicht ablenken von den Banken, lieber Josef Cap. Ich finde das ja richtig, was du gesagt hast, obwohl es noch nicht den Kern der Sache trifft, die Mutdebatte des Herrn Treichl. Denn die Mutdebatte des Herrn Treichl, die hat ja eigentlich nur deshalb stattgefunden, weil vorher eine Debatte begonnen hat über die schon große Unverschämtheit, sich die Aufsichtsratsgagen zu verdoppeln und die Boni dieser Bank zu erhöhen. Und das ist und bleibt ein Skandal! (Beifall bei SPÖ, FPÖ und Grünen.)
Abg. Strache: Dann hätten Sie die Bayern ausgeschlossen!
Aber abschließend zu dieser Debatte, die wir heute hätten führen sollen – da gebe ich dem Josef Cap recht: vielleicht gelingt es morgen besser; nur, ehrlich gesagt, den Mut, daran zu glauben, oder das Vertrauen darin, das habe ich nicht –, nur noch eines an die Adresse der Freiheitlichen: Wenn Sie und Vertreter Ihrer Partei, der FPK, sich hier herstellen und davon reden, dass Länder wie Griechenland, Irland, Spanien und alle diese Weichwährungsländer am besten ausgeschlossen werden sollten, weil sie versagt haben (Abg. Strache: Dann hätten Sie die Bayern ausgeschlossen!), und wenn das ausgerechnet von einem Vertreter der FPK – sofern man da noch irgendetwas Besonderes sehen will zwischen FPÖ und FPK – vertreten wird (Abg. Strache: Dann hätten Sie Bayern ausgeschlossen!), dann frage ich mich schon: Wo befinden wir uns? – Nämlich sicher nicht in der Realität! (Abg. Neubauer: Wenn man mit sich selber spricht, ist man eh nicht mehr in der Realität!)
Abg. Strache: Dann hätten Sie Bayern ausgeschlossen!
Aber abschließend zu dieser Debatte, die wir heute hätten führen sollen – da gebe ich dem Josef Cap recht: vielleicht gelingt es morgen besser; nur, ehrlich gesagt, den Mut, daran zu glauben, oder das Vertrauen darin, das habe ich nicht –, nur noch eines an die Adresse der Freiheitlichen: Wenn Sie und Vertreter Ihrer Partei, der FPK, sich hier herstellen und davon reden, dass Länder wie Griechenland, Irland, Spanien und alle diese Weichwährungsländer am besten ausgeschlossen werden sollten, weil sie versagt haben (Abg. Strache: Dann hätten Sie die Bayern ausgeschlossen!), und wenn das ausgerechnet von einem Vertreter der FPK – sofern man da noch irgendetwas Besonderes sehen will zwischen FPÖ und FPK – vertreten wird (Abg. Strache: Dann hätten Sie Bayern ausgeschlossen!), dann frage ich mich schon: Wo befinden wir uns? – Nämlich sicher nicht in der Realität! (Abg. Neubauer: Wenn man mit sich selber spricht, ist man eh nicht mehr in der Realität!)
Abg. Neubauer: Wenn man mit sich selber spricht, ist man eh nicht mehr in der Realität!
Aber abschließend zu dieser Debatte, die wir heute hätten führen sollen – da gebe ich dem Josef Cap recht: vielleicht gelingt es morgen besser; nur, ehrlich gesagt, den Mut, daran zu glauben, oder das Vertrauen darin, das habe ich nicht –, nur noch eines an die Adresse der Freiheitlichen: Wenn Sie und Vertreter Ihrer Partei, der FPK, sich hier herstellen und davon reden, dass Länder wie Griechenland, Irland, Spanien und alle diese Weichwährungsländer am besten ausgeschlossen werden sollten, weil sie versagt haben (Abg. Strache: Dann hätten Sie die Bayern ausgeschlossen!), und wenn das ausgerechnet von einem Vertreter der FPK – sofern man da noch irgendetwas Besonderes sehen will zwischen FPÖ und FPK – vertreten wird (Abg. Strache: Dann hätten Sie Bayern ausgeschlossen!), dann frage ich mich schon: Wo befinden wir uns? – Nämlich sicher nicht in der Realität! (Abg. Neubauer: Wenn man mit sich selber spricht, ist man eh nicht mehr in der Realität!)
Abg. Strache: Für die Bayern!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Sie wissen genauso gut wie ich, dass die Republik der Hypo Eigenkapital eingeschossen hat, und zwar in einer Höhe von 1,4 Milliarden € bis jetzt (Abg. Strache: Für die Bayern!) – nein, die Republik (Abg. Strache: Das war wirklich skandalös, dass wir den Bayern das bezahlt haben!) –, das wir mit Sicherheit nicht zurückerhalten werden (Abg. Strache: Das ist wirklich skandalös, dass diese Regierung den Bayern das bezahlt hat!), während das Land Kärnten Haftungen in einem Ausmaß übernommen hat, wofür es jetzt noch immer, in den vergangenen Jahren, von dieser Hypo Zahlungen erhält – dafür, dass das Land Kärnten Haftungen übernommen hat, die es in keiner Weise eingehen konnte und die selbstverständlich auf die Republik übergegangen sind. Das ist doch ein unheimlicher Frevel von Ihrer Seite, dass Sie, ausgerechnet Sie, hergehen und anderen europäischen Ländern das vorwerfen, was Sie in Ihrem eigenen Kernland in den letzten Jahren verbrochen haben! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Hypothekarkredite! Das war Landes-Hypo! Hypo-Geschäft! – Sie sind ein Ahnungsloser! Ein Ahnungsloser!)
Abg. Strache: Das war wirklich skandalös, dass wir den Bayern das bezahlt haben!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Sie wissen genauso gut wie ich, dass die Republik der Hypo Eigenkapital eingeschossen hat, und zwar in einer Höhe von 1,4 Milliarden € bis jetzt (Abg. Strache: Für die Bayern!) – nein, die Republik (Abg. Strache: Das war wirklich skandalös, dass wir den Bayern das bezahlt haben!) –, das wir mit Sicherheit nicht zurückerhalten werden (Abg. Strache: Das ist wirklich skandalös, dass diese Regierung den Bayern das bezahlt hat!), während das Land Kärnten Haftungen in einem Ausmaß übernommen hat, wofür es jetzt noch immer, in den vergangenen Jahren, von dieser Hypo Zahlungen erhält – dafür, dass das Land Kärnten Haftungen übernommen hat, die es in keiner Weise eingehen konnte und die selbstverständlich auf die Republik übergegangen sind. Das ist doch ein unheimlicher Frevel von Ihrer Seite, dass Sie, ausgerechnet Sie, hergehen und anderen europäischen Ländern das vorwerfen, was Sie in Ihrem eigenen Kernland in den letzten Jahren verbrochen haben! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Hypothekarkredite! Das war Landes-Hypo! Hypo-Geschäft! – Sie sind ein Ahnungsloser! Ein Ahnungsloser!)
Abg. Strache: Das ist wirklich skandalös, dass diese Regierung den Bayern das bezahlt hat!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Sie wissen genauso gut wie ich, dass die Republik der Hypo Eigenkapital eingeschossen hat, und zwar in einer Höhe von 1,4 Milliarden € bis jetzt (Abg. Strache: Für die Bayern!) – nein, die Republik (Abg. Strache: Das war wirklich skandalös, dass wir den Bayern das bezahlt haben!) –, das wir mit Sicherheit nicht zurückerhalten werden (Abg. Strache: Das ist wirklich skandalös, dass diese Regierung den Bayern das bezahlt hat!), während das Land Kärnten Haftungen in einem Ausmaß übernommen hat, wofür es jetzt noch immer, in den vergangenen Jahren, von dieser Hypo Zahlungen erhält – dafür, dass das Land Kärnten Haftungen übernommen hat, die es in keiner Weise eingehen konnte und die selbstverständlich auf die Republik übergegangen sind. Das ist doch ein unheimlicher Frevel von Ihrer Seite, dass Sie, ausgerechnet Sie, hergehen und anderen europäischen Ländern das vorwerfen, was Sie in Ihrem eigenen Kernland in den letzten Jahren verbrochen haben! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Hypothekarkredite! Das war Landes-Hypo! Hypo-Geschäft! – Sie sind ein Ahnungsloser! Ein Ahnungsloser!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Hypothekarkredite! Das war Landes-Hypo! Hypo-Geschäft! – Sie sind ein Ahnungsloser! Ein Ahnungsloser!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Sie wissen genauso gut wie ich, dass die Republik der Hypo Eigenkapital eingeschossen hat, und zwar in einer Höhe von 1,4 Milliarden € bis jetzt (Abg. Strache: Für die Bayern!) – nein, die Republik (Abg. Strache: Das war wirklich skandalös, dass wir den Bayern das bezahlt haben!) –, das wir mit Sicherheit nicht zurückerhalten werden (Abg. Strache: Das ist wirklich skandalös, dass diese Regierung den Bayern das bezahlt hat!), während das Land Kärnten Haftungen in einem Ausmaß übernommen hat, wofür es jetzt noch immer, in den vergangenen Jahren, von dieser Hypo Zahlungen erhält – dafür, dass das Land Kärnten Haftungen übernommen hat, die es in keiner Weise eingehen konnte und die selbstverständlich auf die Republik übergegangen sind. Das ist doch ein unheimlicher Frevel von Ihrer Seite, dass Sie, ausgerechnet Sie, hergehen und anderen europäischen Ländern das vorwerfen, was Sie in Ihrem eigenen Kernland in den letzten Jahren verbrochen haben! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Hypothekarkredite! Das war Landes-Hypo! Hypo-Geschäft! – Sie sind ein Ahnungsloser! Ein Ahnungsloser!)
Abg. Dipl.-Ing. Deimek: Wo?
Wofür steht denn Kärnten? – Für Parteifinanzierung, dafür, dass sich Millionäre, Milliardäre an der Hypo vergriffen haben, Milliarden, Millionen entnommen haben, dass die FPK auch noch mitgeschnitten hat (Abg. Dipl.-Ing. Deimek: Wo?) – na selbstverständlich! – bei all diesen Bereicherungsversuchen, egal, ob es dem Umfeld Grasser, dem Umfeld Meischberger zuzuordnen ist oder den vielen Milliardären, die in Kärnten zu Hause sind und die diese letzten Jahre in bester Freundschaft mit der FPK verbracht haben. Alle haben sich bedient! (Abg. Dr. Graf: Reden Sie einmal von der Kommunalkredit!) Alle haben sich bedient, und die FPK hat dazu den Segen gegeben (Abg. Dr. Graf: Was ist denn mit der Kommunalkredit?), solange und soweit sie selbst aus der Parteienfinanzierung sozusagen mitgeschnitten hat. So schaut es aus! (Abg. Dr. Graf: Warum reden Sie nie von der Kommunalkredit? Sie sind auf einem Auge blind! Über die Hypo wird eh dauernd geredet, aber reden Sie über die anderen Schweinereien! Da macht ihr den Deckel zu! Wie viel ist dort geflossen?)
Abg. Dr. Graf: Reden Sie einmal von der Kommunalkredit!
Wofür steht denn Kärnten? – Für Parteifinanzierung, dafür, dass sich Millionäre, Milliardäre an der Hypo vergriffen haben, Milliarden, Millionen entnommen haben, dass die FPK auch noch mitgeschnitten hat (Abg. Dipl.-Ing. Deimek: Wo?) – na selbstverständlich! – bei all diesen Bereicherungsversuchen, egal, ob es dem Umfeld Grasser, dem Umfeld Meischberger zuzuordnen ist oder den vielen Milliardären, die in Kärnten zu Hause sind und die diese letzten Jahre in bester Freundschaft mit der FPK verbracht haben. Alle haben sich bedient! (Abg. Dr. Graf: Reden Sie einmal von der Kommunalkredit!) Alle haben sich bedient, und die FPK hat dazu den Segen gegeben (Abg. Dr. Graf: Was ist denn mit der Kommunalkredit?), solange und soweit sie selbst aus der Parteienfinanzierung sozusagen mitgeschnitten hat. So schaut es aus! (Abg. Dr. Graf: Warum reden Sie nie von der Kommunalkredit? Sie sind auf einem Auge blind! Über die Hypo wird eh dauernd geredet, aber reden Sie über die anderen Schweinereien! Da macht ihr den Deckel zu! Wie viel ist dort geflossen?)
Abg. Dr. Graf: Was ist denn mit der Kommunalkredit?
Wofür steht denn Kärnten? – Für Parteifinanzierung, dafür, dass sich Millionäre, Milliardäre an der Hypo vergriffen haben, Milliarden, Millionen entnommen haben, dass die FPK auch noch mitgeschnitten hat (Abg. Dipl.-Ing. Deimek: Wo?) – na selbstverständlich! – bei all diesen Bereicherungsversuchen, egal, ob es dem Umfeld Grasser, dem Umfeld Meischberger zuzuordnen ist oder den vielen Milliardären, die in Kärnten zu Hause sind und die diese letzten Jahre in bester Freundschaft mit der FPK verbracht haben. Alle haben sich bedient! (Abg. Dr. Graf: Reden Sie einmal von der Kommunalkredit!) Alle haben sich bedient, und die FPK hat dazu den Segen gegeben (Abg. Dr. Graf: Was ist denn mit der Kommunalkredit?), solange und soweit sie selbst aus der Parteienfinanzierung sozusagen mitgeschnitten hat. So schaut es aus! (Abg. Dr. Graf: Warum reden Sie nie von der Kommunalkredit? Sie sind auf einem Auge blind! Über die Hypo wird eh dauernd geredet, aber reden Sie über die anderen Schweinereien! Da macht ihr den Deckel zu! Wie viel ist dort geflossen?)
Abg. Dr. Graf: Warum reden Sie nie von der Kommunalkredit? Sie sind auf einem Auge blind! Über die Hypo wird eh dauernd geredet, aber reden Sie über die anderen Schweinereien! Da macht ihr den Deckel zu! Wie viel ist dort geflossen?
Wofür steht denn Kärnten? – Für Parteifinanzierung, dafür, dass sich Millionäre, Milliardäre an der Hypo vergriffen haben, Milliarden, Millionen entnommen haben, dass die FPK auch noch mitgeschnitten hat (Abg. Dipl.-Ing. Deimek: Wo?) – na selbstverständlich! – bei all diesen Bereicherungsversuchen, egal, ob es dem Umfeld Grasser, dem Umfeld Meischberger zuzuordnen ist oder den vielen Milliardären, die in Kärnten zu Hause sind und die diese letzten Jahre in bester Freundschaft mit der FPK verbracht haben. Alle haben sich bedient! (Abg. Dr. Graf: Reden Sie einmal von der Kommunalkredit!) Alle haben sich bedient, und die FPK hat dazu den Segen gegeben (Abg. Dr. Graf: Was ist denn mit der Kommunalkredit?), solange und soweit sie selbst aus der Parteienfinanzierung sozusagen mitgeschnitten hat. So schaut es aus! (Abg. Dr. Graf: Warum reden Sie nie von der Kommunalkredit? Sie sind auf einem Auge blind! Über die Hypo wird eh dauernd geredet, aber reden Sie über die anderen Schweinereien! Da macht ihr den Deckel zu! Wie viel ist dort geflossen?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Sie meinen den Abgeordneten, der einen Herzinfarkt hatte, im Spital gelegen ist und zum Glück überlebt hat?
wenigen Jahren in seiner Firma einen Konkurs gehabt hat, wo die Frauen, die betroffenen Beschäftigten ein halbes Jahr lang kein Geld erhalten haben und nur durch den Umstand zu ihrem Geld kamen, dass wir Gott sei Dank in Österreich so etwas wie eine Transfersicherung haben, nämlich einen Insolvenzentgeltfonds, der dann den Frauen von der Firma des FPÖ-Mandatars das Geld bezahlt hat und das Geld bezahlen musste, wenn sich dieser Mandatar hier herausstellt und als Experte für die Umschuldung oder den Konkurs Griechenlands auftritt und uns hier gute Ratschläge geben will, dann muss ich sagen: Gute Nacht, FPÖ! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der FPÖ: Sie meinen den Abgeordneten, der einen Herzinfarkt hatte, im Spital gelegen ist und zum Glück überlebt hat?)
Heiterkeit. – Der Redner wirft einen Blick auf seine Uhr.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Vertreter auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrte Zuschauer zu Hause! Ich fordere Sie jetzt auf, mit mir gemeinsam, auch zu Hause an den Fernsehschirmen, eine Schweigeminute zu halten. Wir alle gemeinsam sollten jetzt eine Schweigeminute halten. (Heiterkeit. – Der Redner wirft einen Blick auf seine Uhr.) Ich hoffe, dass das funktioniert. (Ruf bei der SPÖ: Fangen Sie gleich einmal an! – Weitere Zwischenrufe und Heiterkeit.)
Ruf bei der SPÖ: Fangen Sie gleich einmal an! – Weitere Zwischenrufe und Heiterkeit.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Vertreter auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrte Zuschauer zu Hause! Ich fordere Sie jetzt auf, mit mir gemeinsam, auch zu Hause an den Fernsehschirmen, eine Schweigeminute zu halten. Wir alle gemeinsam sollten jetzt eine Schweigeminute halten. (Heiterkeit. – Der Redner wirft einen Blick auf seine Uhr.) Ich hoffe, dass das funktioniert. (Ruf bei der SPÖ: Fangen Sie gleich einmal an! – Weitere Zwischenrufe und Heiterkeit.)
Anhaltende Zwischenrufe. – Während der Redner schweigend am Rednerpult steht, ist der Geräuschpegel im Saal sehr hoch.
Schweigeminute! Schweigen heißt schweigen! (Anhaltende Zwischenrufe. – Während der Redner schweigend am Rednerpult steht, ist der Geräuschpegel im Saal sehr hoch.) – Wir halten immer noch die Schweigeminute! (Abg. Dr. Graf: Das ist ja Ihre Redezeit! – Das ist ja Redezeit, nicht Schweigezeit! – Weitere anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Strache: So, die Redezeit ist um! Das ist BZÖ-Schweigezeit! Eine Schweigezeitbeschränkung! – Aber fehlerlose Rede! – Abg. Dr. Graf: Kein Grammatikfehler!)
Abg. Dr. Graf: Das ist ja Ihre Redezeit! – Das ist ja Redezeit, nicht Schweigezeit! – Weitere anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Strache: So, die Redezeit ist um! Das ist BZÖ-Schweigezeit! Eine Schweigezeitbeschränkung! – Aber fehlerlose Rede! – Abg. Dr. Graf: Kein Grammatikfehler!
Schweigeminute! Schweigen heißt schweigen! (Anhaltende Zwischenrufe. – Während der Redner schweigend am Rednerpult steht, ist der Geräuschpegel im Saal sehr hoch.) – Wir halten immer noch die Schweigeminute! (Abg. Dr. Graf: Das ist ja Ihre Redezeit! – Das ist ja Redezeit, nicht Schweigezeit! – Weitere anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Strache: So, die Redezeit ist um! Das ist BZÖ-Schweigezeit! Eine Schweigezeitbeschränkung! – Aber fehlerlose Rede! – Abg. Dr. Graf: Kein Grammatikfehler!)
Rufe bei der ÖVP: Zugabe! Zugabe! – Weitere anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Rufe bei der ÖVP: Zugabe! Zugabe! – Weitere anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) – Herr Präsident, vielen Dank.
ironische Heiterkeit
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir hatten jetzt eine Schweigeminute (ironische Heiterkeit) für die 2 280 €, die wir in dieser Minute nach Griechenland überwiesen haben und nie wiedersehen werden. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Graf: Endlich einmal eine Rede vom BZÖ, die nicht ordnungsrufverdächtig ist! – Abg. Krainer: 80 Prozent der Rede waren am besten!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Graf: Endlich einmal eine Rede vom BZÖ, die nicht ordnungsrufverdächtig ist! – Abg. Krainer: 80 Prozent der Rede waren am besten!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir hatten jetzt eine Schweigeminute (ironische Heiterkeit) für die 2 280 €, die wir in dieser Minute nach Griechenland überwiesen haben und nie wiedersehen werden. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Graf: Endlich einmal eine Rede vom BZÖ, die nicht ordnungsrufverdächtig ist! – Abg. Krainer: 80 Prozent der Rede waren am besten!)
Beifall bei der ÖVP.
Gemeinsam arbeiten wir im Ausschuss an einer positiven Weiterentwicklung mit gutem Erfolg. Es ist eine wichtige BürgerInnen-Plattform, die natürlich jedwede Unterstützung und vor allem auch jede positive Weiterentwicklung bestens brauchen kann. Dank der Zusammenkünfte, die zur ständigen Verbesserung des Ausschusses organisiert werden, und auch der Unterstützung aller Bereichssprecher beschreiten wir damit im Sinne von mehr Transparenz und mehr Bürgernähe einen neuen und hoffentlich auch weiterhin erfolgreichen Weg. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Abgeordneter Brosz, ich bitte Sie, das zu bedenken. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Die Idee, Hearings durchzuführen, stammt von unserer Ausschussvorsitzenden Uschi Haubner und erfreut sich auch großen Zuspruchs. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Neubauer.
Es sind Tausende Bürger, aber auch Institutionen wie SOS-Kinderdorf, Caritas und andere, die davon Gebrauch machen, Petitionen einzureichen. Das ist direkte Demokratie, und diese Leute erwarten sich zu Recht, dass die Politik reagiert, indem diese Petitionen zumindest einem Fachausschuss zugewiesen werden. Die Vorgangsweise der Regierungsparteien, diese nur zur Kenntnis zu nehmen, ohne sie zu behandeln, ist eine Missachtung dieser Anliegen und abzulehnen. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Neubauer.)
Beifall beim BZÖ.
Das BZÖ wird nicht lockerlassen, durchzusetzen, dass nicht aus gesellschaftspolitischen Überlegungen gespart wird, sondern dort, wo es notwendig und für die Bevölkerung schmerzfrei ist. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Mein Plädoyer: Nehmen Sie jetzt wirklich auch die Energiewende im Verkehrsbereich ernst! Wenn heute eingangs in der Aktuellen Stunde im Bereich Ökostromgesetz an Sie appelliert worden ist, dann möchte ich hier und jetzt appellieren: Ökostrom im Verkehrsbereich heißt Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren, es gibt sehr viele Regionalbahnen, die bereits von Ländern übernommen worden sind, wo es positive Beispiele gibt. Die Krimmler Bahn in Salzburg zum Beispiel, wo man neue Wege gegangen ist, wo man erfolgreiche Wege gegangen ist für die Menschen in der Region und für jene, die tagtäglich diese Bahn benützen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Bevölkerung im Ybbstal will mit dieser Petition eine Kombination von Bahn und Rad erreichen, denn nur die Kombination von Bahn und Rad bedeutet eine nachhaltige Perspektive mit solider Wertschöpfung für die Region. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir müssen aber insgesamt danach trachten, dass wir den Mittelstand nicht überfordern. Es ist tatsächlich so, dass bei einem monatlichen Einkommen von 3 500 € brutto der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmeranteil an der Sozialversicherung und die Steuerbelastung aus der Lohnsteuer mit den Verbrauchersteuern insgesamt fast 65 Prozent betragen. Ich glaube, damit ist ausreichend umverteilt. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ
Ich komme jetzt auf meine Petition, Nummer 68, bezüglich „Erhalt der 13. Familienbeihilfe“ zu sprechen. Frau Höllerer hat sie „Schulstarthilfe“ genannt – dieser Ausdruck ist ja wirklich sehr traurig. 11 845 Österreicherinnen und Österreicher haben eine FPÖ-Petition zum Erhalt der 13. Familienbeihilfe unterschrieben (Beifall bei der FPÖ), das heißt, sie wollten, dass die 13. Familienbeihilfe vollinhaltlich beibehalten wird. Das wurde jedoch negiert.
Beifall bei der FPÖ.
Politik, die momentan von Rot und Schwarz gemacht wird, ist wirklich traurig. Die Österreicher wissen: Die einzige Familienpartei ist die FPÖ. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin mir sicher, dass auch Kollege Pirklhuber noch nicht hundertprozentig zufrieden ist, aber die positive Entwicklung der Ausschussarbeit anerkennt. Ich stehe auch nicht an, stellvertretend der Vorsitzenden des Ausschusses, Kollegin Haubner, aber auch den Kolleginnen Lohfeyer und Höllerer zu danken, die diese positive Entwicklung im Ausschuss mittragen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Kollegin Lohfeyer ist ja anwesend.
Zwischenruf der Abg. Gartelgruber
Was im Widerspruch dazu steht, sind die Aussagen des Kollegen Spadiut und der Kollegin Gartelgruber. Frau Kollegin Gartelgruber beklagt das Schicksal der Petitionen und Bürgerinitiativen (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber) – „zur Kenntnis genommen und abgelehnt“, hast du ja gesagt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.
Was im Widerspruch dazu steht, sind die Aussagen des Kollegen Spadiut und der Kollegin Gartelgruber. Frau Kollegin Gartelgruber beklagt das Schicksal der Petitionen und Bürgerinitiativen (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber) – „zur Kenntnis genommen und abgelehnt“, hast du ja gesagt. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.)
Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.
Wenn wir den Prozess verfolgen, gibt es erstens eine intensive Diskussion in erster Lesung im Petitionsausschuss. Dann werden Fachstellungnahmen eingeholt, und dann entscheidet der Ausschuss darüber, ob die Thematik einem Fachausschuss zugewiesen oder im Petitionsausschuss ausdiskutiert wird. (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber.)
Weitere Zwischenrufe der Abg. Gartelgruber.
Mit der Kenntnisnahme erfolgt die Aufnahme in den Sammelbericht, und damit kommt das Thema dieser Bürgerinitiative auf direktem Weg in das Plenum des Nationalrates des österreichischen Parlaments. (Weitere Zwischenrufe der Abg. Gartelgruber.) Das ist ja keine Ablehnung. Das ist doch der kürzeste Weg, um hier herinnen Bürgeranliegen zu diskutieren, liebe Kollegin, aber wenn das euer Demokratieverständnis ist, muss man auch damit umgehen können.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Österreicher können unsere Arbeit sehr positiv bewerten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.
Dieses Paket ist einmal ein erster Teil. Diese Petitionen werden ja an den Innenausschuss weitergeleitet. Es wird zukünftig auch möglich sein, dass Österreich als Land, das in der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart und in der Zukunft ein gewisses Maß an Zuwanderung braucht, Spielregeln und klare Vorgaben einführt, Konflikte möglichst vermeidet und nicht Konflikte im Nachhinein fördert. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.)
Ruf bei der FPÖ: Genau so ist es!
Ich finde nicht, dass eine Kenntnisnahme ein Begräbnis erster Klasse ist, wie das heute schon ein paar Mal angesprochen wurde. (Ruf bei der FPÖ: Genau so ist es!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Danach wird die Petition oder Bürgerinitiative öffentlich im Plenum debattiert. Ich denke, das ist bei Gott keine Ignoranz, sondern das ist gelebte Demokratie. Die Petitionen und Bürgerinitiativen werden sehr ernst genommen, weil sie im Ausschuss auch tatsächlich breit diskutiert werden. Ich finde es sehr schade, dass wir uns den Ausschuss immer selber so schlechtreden und somit eigentlich die Wertigkeit der direkten BürgerInnenbeteiligung ein wenig infrage stellen. Das ist nicht richtig, und ich glaube, das ist auch nicht im Sinne der Einbringerinnen und Einbringer und vermittelt jenen ein völlig falsches Bild, die Petitionen und Bürgerinitiativen einbringen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf bei der FPÖ.
Da kann man wirklich nicht davon sprechen, dass der Minister die Petition nicht ernst genommen hat. Er hat halt auch ganz ehrlich gesagt, dass im Moment aus budgetären Gründen eine jährliche Valorisierung des Pflegegeldes nicht angedacht ist, dass das im Moment aus budgetären Gründen nicht möglich ist. (Zwischenruf bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der FPÖ
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, im Pflegegeldbereich beziehungsweise im Pflegebereich müssen wir alle vor allem daran arbeiten, dass er in Zukunft finanzierbar bleibt; dass die Pflegegeldleistung eine Pflegegeldleistung bleibt – das ist ganz, ganz wichtig für ein selbstbestimmtes Leben –; dass es ein bedarfs- und bedürfnisorientiertes Angebot gibt (Zwischenruf bei der FPÖ); aber auch, dass es für die Pflegerinnen und Pfleger Arbeitsbedingungen gibt, die sie nicht selber krank machen; und dass wir auch in Richtung pflegende Angehörige weiterarbeiten.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit dem Pflegefonds sind wir auf einem sehr guten Weg, davon bin ich überzeugt. Frau Kollegin Winter, wenn Sie sich die Stellungnahme durchlesen, dann werden Sie auch sehen, in welchen Bereichen in den letzten Jahren das Pflegegeld trotz budgetärer Schwierigkeiten erhöht wurde. Wie gesagt: Meine Meinung ist, dass wir alle gemeinsam schauen müssen, dass wir das Pflegegeld auch in den nächsten Jahren finanzierbar halten können. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Weninger
Zuletzt war es die Wiener Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou von den Grünen, die das auch gefordert hat. Das ist eine durchaus vernünftige Forderung, die gerade ich als Abgeordneter aus dem Wiener Umland sehr unterstützen kann. Jedoch glaube ich, dass die Frage nicht ist, ob es die U-Bahn oder sonstige Verkehrsanbindungen sind (Zwischenruf des Abg. Weninger), denn das Problem ist nicht, mit welchen Verkehrsmitteln man die Leute befördert, sondern dass man sie überhaupt befördern muss.
Abg. Weninger: Herr Sobotka in Niederösterreich! Gesundheitslandesrat!
Der Herr Gesundheitsminister ist sehr wohl aufgefordert, im Konflikt zwischen der Ärzte- und der Apothekerkammer einmal ein Machtwort zu sprechen und damit seine Verantwortung als Minister auch einmal wahrzunehmen. (Abg. Weninger: Herr Sobotka in Niederösterreich! Gesundheitslandesrat!)
Beifall bei der ÖVP.
Beide Themen, digitale Dividende sowie die Hausapotheken der Landärzte, sind sehr wichtig, und für deren Lösung wäre nicht ein einziger Cent aus dem Budget und damit aus der Tasche der Steuerzahler notwendig. Damit hätten wir sofort eine Absicherung der Lebensqualität vor allem im ländlichen Raum. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Weninger: Der Herr Kollege Pirklhuber hat das anders gesehen! – Abg. Höllerer: Der Herr Kollege Pirklhuber sieht das anders!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen des Ausschusses für Petitionen, man kann sich Dinge auch sehr schönreden. Vor allem der Ausschuss für Petitionen ist meiner Ansicht nach ein Gremium, in dem sehr viel Bekenntnis abgegeben wird, sehr viel Zustimmung zu Bürger- und Bürgerinnenanliegen, sehr viel: Ja, das sollten wir doch ändern!, gesagt wird, und im Endeffekt passiert mit den Petitionen nichts, mit den Bürgerinitiativen nichts. Meiner Ansicht nach ist die Art, wie jetzt im Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen gerade vonseiten der SPÖ und ÖVP mit den Petitionen und Bürgerinitiativen umgegangen wird, einfach nur fahrlässig und zynisch. (Abg. Weninger: Der Herr Kollege Pirklhuber hat das anders gesehen! – Abg. Höllerer: Der Herr Kollege Pirklhuber sieht das anders!)
Abg. Weninger: Niederösterreichische Verkehrspolitik!
Mein Kollege Pirklhuber sieht es insofern nicht anders: Sie können sich alle an die Diskussion um die Ybbstalbahn erinnern. Sie können sich alle daran erinnern (Abg. Weninger: Niederösterreichische Verkehrspolitik!), dass es ist nicht um die Diskussion gegangen ist, dass die Ybbstalbahn, der Erhalt der Ybbstalbahn und die Petition dazu zur Kenntnis genommen wird, sondern es ist in der Diskussion darum gegangen, dass Sie vonseiten der SPÖ und ÖVP nicht einmal Stellungnahmen von den verschiedensten Ministerien eingeholt haben. Das ist das, was anzuzweifeln und hier zu kritisieren ist.
Abg. Gahr: Ich habe nicht gesagt, dass ...!
So verhält es sich auch mit der Petition bezüglich des Themas Kinder in Schubhaft. Kollege Gahr sagte hier vom Rednerpult aus, dass das, was von 110 000 Menschen, die diese Petition unterschrieben haben, gefordert wurde (Abg. Gahr: Ich habe nicht gesagt, dass ...!), im Innenausschuss mit dem, was schon passiert ist, und auch damit, dass Minderjährige nicht in Schubhaft genommen werden sollen, dass es familiengerechte Unterkünfte geben soll, behandelt wird. Das ist einfach unwahr. Das, was die Petitionen fordern, ist nicht das, was in der neuen Fremdenrechtsnovelle umgesetzt wurde. Das passt nicht mehr zusammen.
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Österreich war und ist in der Pflege auf dem richtigen Weg und wird diesen erfolgreichen Weg auch weiterhin gehen, damit eine gesicherte Zukunft für die pflegebedürftigen Personen gewährleistet ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zusammenfassend – aus meiner Sicht ganz klar –: Kinder gehören nicht in Gefängnisse. Kinder dürfen aber auch nicht automatisch zu einem Bleiberecht führen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich braucht es in Zukunft auch eine faire und adäquate Höhe des Pflegegeldes. Da bin ich ganz bei den Anliegen der Bürgerinitiative. Aber gehen wir doch einen Schritt nach dem anderen! Beschließen wir jetzt einmal den wichtigen neuen Pflegefonds noch vor dem Sommer! Das macht Sinn und sichert die Pflege für die nächsten Jahre. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Weninger.
Warum von den SPÖ-Abgeordneten? – Ich kann Ihnen das ganz einfach sagen. (Zwischenruf des Abg. Weninger.) – Genau, Hannes Weninger! Du sagst, es ist schön, wenn wir hier im Nationalrat darüber diskutieren. Aber es geht dem Bürger nicht darum, ob wir hier darüber reden, ob wir diskutieren, ob wir etwas zerreden, sondern der Bürger will Taten sehen, der Bürger will Umsetzungen sehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Warum von den SPÖ-Abgeordneten? – Ich kann Ihnen das ganz einfach sagen. (Zwischenruf des Abg. Weninger.) – Genau, Hannes Weninger! Du sagst, es ist schön, wenn wir hier im Nationalrat darüber diskutieren. Aber es geht dem Bürger nicht darum, ob wir hier darüber reden, ob wir diskutieren, ob wir etwas zerreden, sondern der Bürger will Taten sehen, der Bürger will Umsetzungen sehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das wäre Mut. Aber wenn Sie jetzt nur eine Show im Ausschuss für Petitionen machen und dann noch in einer Presse-Aussendung sagen: Wir haben ohnehin über das Ganze gequatscht!, dann entwerten wir dieses Parlament. Verstehen Sie das nicht? Der Bürger will von uns Taten sehen und nicht leere Worte hören. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Daher sagen wir Ja zur Aufwertung von Bürgerinitiativen, aber dann müssen wir auch den Mut haben – und der fehlt der SPÖ –, diese Anträge in den zuständigen Fachausschüssen ernsthaft zu diskutieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte aber diese Ausführungen nicht beenden, ohne darauf hinzuweisen, dass wir natürlich weiterarbeiten müssen und auch besser weiterarbeiten sollten an der multilateralen Handelsdiplomatie. Die Doha-Runde – das wird immer wieder in Sonntagsreden beschworen – bringt konkrete Vorteile, nicht nur für die Entwicklungsländer, sondern auch für uns alle. Das heißt, die Liberalisierung des Welthandels auf der multilateralen Ebene darf nicht zum Stillstand kommen. Es ist schade, dass hier in der letzten Zeit nichts weitergegangen ist. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Dieses Abkommen ist, wie übrigens die meisten sogenannten Kulturabkommen, völlig inhaltsleer. Es beinhaltet im Wesentlichen gegenseitige Versicherungen, dass man zusammenarbeiten wird, dass man sich unterstützen wird, dass man versuchen wird, sich auszutauschen in Bezug auf Erfahrungen, Aktivitäten und Förderungen, dass man kooperieren und sich vernetzen wird, und, und, und. Also das sind alles Sachen, wo jeder vernünftige Mensch sagen wird: Ja, machen wir es, wenn es geht. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Neubauer: No na!
Aber es gibt natürlich eines – von daher werden wir es bald wissen; die Kollegin von der SPÖ weiß es –: eine Gemischte Kommission. Wie in jedem Abkommen wird auch in diesem die Bildung einer Gemischten Kommission vorgesehen. Diese „evaluiert den im Rahmen dieses Abkommens verwirklichten Austausch und weitere gemeinsame Aktionen und unterbreitet Empfehlungen und Vorschläge für die künftige Zusammenarbeit, einschließlich Lösungsvorschläge für organisatorische und finanzielle Fragen.“ Und die Schlussfolgerungen werden „in Form von Protokollen der Tagungen der Gemischten Kommission angenommen, auf deren Text sich beide Delegationen einigen“. (Abg. Neubauer: No na!) No na!
Beifall bei der FPÖ.
Also damit haben wir das Abkommen im Wesentlichen definiert. Ich kann Sie insoweit beruhigen – uns brauche ich nicht zu beruhigen, aber die Steuerzahler und die Wähler –, als diese Kommission nur alle vier Jahre zusammentritt, es sei denn, ein Mitglied verlangt ein schnelleres Zusammentreten. Weiter will ich das nicht kommentieren, aber wir stimmen, nachdem alles schon geschehen ist, trotzdem zu. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neubauer: Was heißt „in Zeiten wie diesen“?
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wir werden dem vorliegenden Abkommen zwischen Österreich und Mazedonien über die kulturelle Zusammenarbeit selbstverständlich zustimmen. Wir halten es für sehr wichtig, in Zeiten wie diesen auch die kulturelle Zusammenarbeit zu stärken (Abg. Neubauer: Was heißt „in Zeiten wie diesen“?), insbesondere deshalb, weil Mazedonien auch ein mögliches Beitrittsland ist. Anzumerken ist, dass es bislang noch keine fixen Beträge gibt, die dafür vorgesehen sind.
Beifall bei den Grünen.
Insofern steht es, wie ich meine, Österreich hier gut an, sich mit diesem Thema intensiver zu beschäftigen und auch auf europäischer Ebene und internationaler Ebene dafür zu kämpfen, dass es eine faire Weltwirtschaftsordnung gibt und dass die multilateralen Verträge Vorrang vor den bilateralen haben, denn nur so ist es möglich, auch die entsprechenden Ziele zu erreichen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Höfinger.
Herr Staatssekretär, die Frage ist natürlich nur – abgesehen davon, ob diese Abkommen gerade jetzt wirklich die Notwendigkeiten in der Außenpolitik der Europäischen Union und in der Außenpolitik der Republik Österreich darstellen –, ob es nicht an einem Tag wie diesem, Herr Staatssekretär, wo die Tagesordnung nicht wirklich von vorne bis hinten mit dramatischen und wichtigen Ereignissen gefüllt ist, vielleicht auch den einen oder anderen Punkt in der Außenpolitik gegeben hätte, den wir hätten diskutieren können: etwa einen Bericht vom Außenminister über vielleicht zumindest genauso wichtige Punkte wie diese drei Abkommen. Das wäre natürlich nicht so angenehm, nicht so schön, weil man da nicht überall nur zustimmen kann. Es wäre doch vielleicht interessant, einmal eine eigene Linie Österreichs in der Außenpolitik zu entwickeln. (Zwischenruf des Abg. Höfinger.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ja, natürlich, unser Außenpolitiker da, der Experte in der drittletzten Reihe. Das ist natürlich gut und richtig, wenn man sich da auch noch beteiligt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ja, der nächste Außenpolitiker! Nur, meine lieben Kollegen von der Österreichischen Volkspartei, ... (Abg. Rädler: Sei nicht so überheblich!) – Nein, ich bin überhaupt nicht überheblich, nur ... (Ruf bei der ÖVP: Musst dich anhalten, damit du nicht hinunterfällst!)
Abg. Rädler: Sei nicht so überheblich!
Ja, natürlich, unser Außenpolitiker da, der Experte in der drittletzten Reihe. Das ist natürlich gut und richtig, wenn man sich da auch noch beteiligt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ja, der nächste Außenpolitiker! Nur, meine lieben Kollegen von der Österreichischen Volkspartei, ... (Abg. Rädler: Sei nicht so überheblich!) – Nein, ich bin überhaupt nicht überheblich, nur ... (Ruf bei der ÖVP: Musst dich anhalten, damit du nicht hinunterfällst!)
Ruf bei der ÖVP: Musst dich anhalten, damit du nicht hinunterfällst!
Ja, natürlich, unser Außenpolitiker da, der Experte in der drittletzten Reihe. Das ist natürlich gut und richtig, wenn man sich da auch noch beteiligt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ja, der nächste Außenpolitiker! Nur, meine lieben Kollegen von der Österreichischen Volkspartei, ... (Abg. Rädler: Sei nicht so überheblich!) – Nein, ich bin überhaupt nicht überheblich, nur ... (Ruf bei der ÖVP: Musst dich anhalten, damit du nicht hinunterfällst!)
Abg. Grosz: Tüchtige Erwinisten in der ÖVP!
Nein, ich muss mich auch nicht anhalten, nur, liebe Kollegen von der ÖVP, die ihr so geistvolle und lichtvolle Zwischenrufe macht in dieser wichtigen Diskussion über die drei Abkommen (Abg. Grosz: Tüchtige Erwinisten in der ÖVP!): Wäre es nicht interessant, auch für euch, ab und zu einmal auch über den Tellerrand der eigenen Kleingemeinde zu schauen, des eigenen Bundes, der eigenen Probleme in der Partei, wie die Bünde da unter einen Hut zu bringen sind und wer wo wie das nächste Mal in einem Vorstand abstimmt?
Zwischenruf des Abg. Obernosterer. – Abg. Ing. Westenthaler: Der kennt sich auch aus!
Das geht uns alles nichts an, meine Herren aus der drittletzten Reihe der Österreichischen Volkspartei. Das ist alles so lustig. (Zwischenruf des Abg. Obernosterer. – Abg. Ing. Westenthaler: Der kennt sich auch aus!) Auch aus der vorletzten Reihe der Österreichischen Volkspartei. Es ist auch lustig, dass wir Zwischenrufe machen, aber vielleicht wäre es interessant, auch eine österreichische Position zu diesem Problem in der Außenpolitik zu entwickeln und das hier im österreichischen Nationalrat zu entwickeln. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das geht uns alles nichts an, meine Herren aus der drittletzten Reihe der Österreichischen Volkspartei. Das ist alles so lustig. (Zwischenruf des Abg. Obernosterer. – Abg. Ing. Westenthaler: Der kennt sich auch aus!) Auch aus der vorletzten Reihe der Österreichischen Volkspartei. Es ist auch lustig, dass wir Zwischenrufe machen, aber vielleicht wäre es interessant, auch eine österreichische Position zu diesem Problem in der Außenpolitik zu entwickeln und das hier im österreichischen Nationalrat zu entwickeln. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Gahr: Damit haben wir kein Problem!
Wäre das nicht auch interessant für euch? Auch in euren Gemeinden wird euch die Bevölkerung fragen (Abg. Gahr: Damit haben wir kein Problem!), was habt ihr gemacht, um diese Flüchtlingsströme zu verhindern und wirklich auch europäische Solidarität einzumahnen? – Punkt eins.
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren aus der drittletzten und vorletzten Reihe! Ist das auch etwas, wo wir lustig sind und Zwischenrufe machen? Oder wäre es vielleicht auch da einmal interessant, eine österreichische Position auch innerhalb der Europäischen Union zu entwickeln, damit wir auch diese Bevölkerungsgruppe dort entsprechend absichern? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Gahr: Haider war da ja öfter unten!
Oder Libyen, meine Damen und Herren, wo Österreich sogar überlegt, Bodentruppen dorthin zu entsenden. Auch da weiß niemand – ja, vielleicht wissen die Franzosen, welche Interessen sie haben, auch die Amerikaner –, was dort wirklich los ist mit den angeblich so friedlichen Revolutionären. Kennen Sie die alle? Wissen Sie, ob das eine bessere Alternative ist? Keiner redet dem Herrn Gaddafi und seinem Regime das Wort, aber denken wir, auch in der Europäischen Union, an das Danach in dieser so schwierigen Krisenregion nach. (Abg. Gahr: Haider war da ja öfter unten!) – Ja. Na super! Er ist schon wieder lustig. Es ist ganz großartig.
Beifall beim BZÖ.
Denken wir wirklich darüber nach, was die Alternativen sind? Mit Bomben und mit Bodentruppen dort aufzutreten, ist sehr einfach, schwieriger ist es aber, dann der Bevölkerung einen stabilen Frieden zu sichern, um Flüchtlingsströme zu verhindern, der Bevölkerung eine Zukunftsperspektive zu geben, und zwar nicht im Islamismus oder im Chaos, sondern eine Perspektive, mit der sie in ihrer eigenen Heimat eine bessere Zukunft sehen und nicht ins Ausland flüchten auf irgendwelchen überfüllten Booten. Es wäre vielleicht auch für euch da interessant und für das österreichische Außenamt, da in der Europäischen Union einmal Druck zu machen, dass man einmal eine andere Richtung einschlägt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Das funktioniert auch beim Song Contest nicht! Auch dort wurde abgewunken!
Vielleicht bringt es nichts. Vielleicht ist es wertlos, aber wir wissen es nicht, solange wir es nicht probieren. Nur immer nette Abkommen durchzuwinken und uns zu freuen, dass wir wieder etwas beschlossen haben, ist ein bisschen zu wenig für eine Außenpolitik, die auch etwas bewirkt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Grosz: Das funktioniert auch beim Song Contest nicht! Auch dort wurde abgewunken!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich finde, alle drei Abkommen sind wichtig und zeigen, dass Österreich ein geschätzter und respektierter Partner in der Welt ist, sowohl im Bereich der Wirtschaft als auch bei der Entwicklungszusammenarbeit und in der Kultur. Wir können in vielen Ländern der Welt unser österreichisches Know-how einbringen, und Österreich profitiert überdurchschnittlich vom Welthandel. Bereits 60 von 100 €, die unsere Unternehmen verdienen, werden im Export verdient. Das sichert Arbeitsplätze und Wohlstand, und auch deswegen sind diese Abkommen wichtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich finde, alle drei Abkommen sind gut und wichtig, und ich ersuche daher um Zustimmung zu diesen drei Vorlagen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall der Abg. Dr. Plassnik. – Abg. Grosz: Einsamer Beifall! – Abg. Ing. Westenthaler: Noch einmal, bitte!
Aus diesem Grund bin ich sehr dankbar dafür, dass unser Außenministerium neben den großen Herausforderungen, die sich jeden Tag stellen und zu denen das Außenministerium die österreichische Position auf europäischer Ebene und der Außenminister und die anderen Minister gegenüber der Bevölkerung jeden Tag vertreten müssen, auch noch Zeit hat, langfristige und schwierige Projekte, heute vielleicht nicht die allerallerschwierigsten, sondern erfreulichere und ein wenig einfachere, auch zu Ende zu führen. Ich danke auch den Mitarbeitern im Außenamt, dass sie nicht so wie die Opposition nur auf die schnelle Schlagzeile des Tages schauen, sondern eine wichtige und langfristige Beziehungsarbeit mit unseren Freunden in aller Welt leisten. Das ist nämlich genau das, worauf ein kleines Land wie Österreich bauen muss. (Beifall der Abg. Dr. Plassnik. – Abg. Grosz: Einsamer Beifall! – Abg. Ing. Westenthaler: Noch einmal, bitte!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Diese langfristigen, auch freundschaftlichen Verbindungen sind insbesondere innerhalb der EU wichtig. Und Sie wissen genau, erstens, dass es die großen Flüchtlingsströme aus dem arabischen Raum, auch wenn 25 000 Menschen in Italien gelandet sind, derzeit erfreulicherweise in Europa nicht gibt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Während Sie hier in Wien sitzen, bin ich als Innsbruckerin an der Grenze zu Italien zu Hause. Sie können mir glauben, dass die allerersten aus Italien in Tirol ankommen würden und müssten. Davon ist derzeit einmal überhaupt nichts auszumachen. (Abg. Scheibner: Wir schicken die alle zu Ihnen nach Tirol, damit Sie das auch einmal mitbekommen!)
Abg. Scheibner: Wir schicken die alle zu Ihnen nach Tirol, damit Sie das auch einmal mitbekommen!
Diese langfristigen, auch freundschaftlichen Verbindungen sind insbesondere innerhalb der EU wichtig. Und Sie wissen genau, erstens, dass es die großen Flüchtlingsströme aus dem arabischen Raum, auch wenn 25 000 Menschen in Italien gelandet sind, derzeit erfreulicherweise in Europa nicht gibt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Während Sie hier in Wien sitzen, bin ich als Innsbruckerin an der Grenze zu Italien zu Hause. Sie können mir glauben, dass die allerersten aus Italien in Tirol ankommen würden und müssten. Davon ist derzeit einmal überhaupt nichts auszumachen. (Abg. Scheibner: Wir schicken die alle zu Ihnen nach Tirol, damit Sie das auch einmal mitbekommen!)
Abg. Scheibner: Reden Sie doch einmal mit Leuten, die sich auskennen!
Die Polizei ist dauernd in den Zügen über den Brenner unterwegs, um die Grenzen in Form der Schleierfahndung zu überwachen. Es ist nicht auszumachen, dass ein erhöhtes Aufkommen an Ausländern aus Tunesien oder anderen arabischen Ländern in Tirol festgestellt worden wäre, auch nicht zur Durchreise. (Abg. Scheibner: Reden Sie doch einmal mit Leuten, die sich auskennen!) Schnelle und billige Schlagzeilen sind insbesondere in der Außenpolitik absolut kontraproduktiv.
Abg. Grosz: Jetzt wird es aber innig!
Herr Staatssekretär Dr. Waldner, ich freue mich ganz besonders, und ich habe zum ersten Mal die Gelegenheit, Ihnen das auch offiziell zu sagen, dass Sie diese Aufgabe jetzt wahrnehmen. (Abg. Grosz: Jetzt wird es aber innig!) Ich freue mich auch auf die Zusammenarbeit mit Ihnen, und ich wünsche Ihnen im Besonderen die notwendige, ruhige Hand in schwierigen Zeiten. Ich bin sicher, dass Sie sie haben, und froh, dass das Geschick des Außenamts und Österreichs in Ihren und den Händen des Außenministers liegt, und nicht in den maximal amüsierten Händen unserer Opposition, die auch über wichtige Dinge meistens nur lachen kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo bleiben die Blumen? – Abg. Grosz: Gibt es da vielleicht auch noch einen Kuss?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo bleiben die Blumen? – Abg. Grosz: Gibt es da vielleicht auch noch einen Kuss?
Herr Staatssekretär Dr. Waldner, ich freue mich ganz besonders, und ich habe zum ersten Mal die Gelegenheit, Ihnen das auch offiziell zu sagen, dass Sie diese Aufgabe jetzt wahrnehmen. (Abg. Grosz: Jetzt wird es aber innig!) Ich freue mich auch auf die Zusammenarbeit mit Ihnen, und ich wünsche Ihnen im Besonderen die notwendige, ruhige Hand in schwierigen Zeiten. Ich bin sicher, dass Sie sie haben, und froh, dass das Geschick des Außenamts und Österreichs in Ihren und den Händen des Außenministers liegt, und nicht in den maximal amüsierten Händen unserer Opposition, die auch über wichtige Dinge meistens nur lachen kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wo bleiben die Blumen? – Abg. Grosz: Gibt es da vielleicht auch noch einen Kuss?)
Abg. Grosz: Jetzt kommt der Kulturschock!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Grosz: Jetzt kommt der Kulturschock!) Jetzt ist gerade Herr Abgeordneter Hübner nicht mehr im Saal, er ist uns abhanden gekommen. (Rufe bei der FPÖ: Stimmt nicht! Er ist doch da!) – Ah, Entschuldigung! Er ist hier.
Rufe bei der FPÖ: Stimmt nicht! Er ist doch da!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Grosz: Jetzt kommt der Kulturschock!) Jetzt ist gerade Herr Abgeordneter Hübner nicht mehr im Saal, er ist uns abhanden gekommen. (Rufe bei der FPÖ: Stimmt nicht! Er ist doch da!) – Ah, Entschuldigung! Er ist hier.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sitzen ganz links außen!
Daher, sehr geehrte Damen und Herren, finde ich, dass es nicht nur ein Wohlfühlpunkt oder Wohlfühlprogramm ist, so wie das Kollege Scheibner aus der dritten Reihe immer wieder bezeichnet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sitzen ganz links außen!) Morgen haben wir ja die Gelegenheit, dass wir Europa in der Aktuellen Stunde debattieren. Wir haben im Außenpolitischen Ausschuss die aktuelle Aussprache gehabt, wir haben den Südtirol-Ausschuss gehabt. Morgen werden wir Europa diskutieren. (Abg. Scheibner: Sie brauchen aber auch die Opposition dazu!)
Abg. Scheibner: Sie brauchen aber auch die Opposition dazu!
Daher, sehr geehrte Damen und Herren, finde ich, dass es nicht nur ein Wohlfühlpunkt oder Wohlfühlprogramm ist, so wie das Kollege Scheibner aus der dritten Reihe immer wieder bezeichnet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sitzen ganz links außen!) Morgen haben wir ja die Gelegenheit, dass wir Europa in der Aktuellen Stunde debattieren. Wir haben im Außenpolitischen Ausschuss die aktuelle Aussprache gehabt, wir haben den Südtirol-Ausschuss gehabt. Morgen werden wir Europa diskutieren. (Abg. Scheibner: Sie brauchen aber auch die Opposition dazu!)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Wir werden uns aber auch mit den sogenannten kleinen Angelegenheiten befassen, weil die kleinen oft ganz groß sind in ihren Auswirkungen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Wenn Sie müde sind, Herr Abgeordneter Grosz, dann gehen Sie einfach schlafen. Gute Nacht, auch Ihnen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Wir werden uns aber auch mit den sogenannten kleinen Angelegenheiten befassen, weil die kleinen oft ganz groß sind in ihren Auswirkungen. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Wenn Sie müde sind, Herr Abgeordneter Grosz, dann gehen Sie einfach schlafen. Gute Nacht, auch Ihnen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
(Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Da muss sich der Lärmpegel etwas absenken. Ich mache keine Schweigeminute, sondern ich habe gewartet, bis es etwas ruhiger wird. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Flöhe?
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, dass die Abkommen, die wir heute beschließen, auch wenn dort oder da gewisse Flöhe gesucht worden sind, ganz wichtig sind. (Abg. Grosz: Flöhe?) Es ist ja auch nicht das erste Mal, sondern wir beschließen ja laufend Vereinbarungen und Abkommen mit anderen Ländern. Ich erinnere, vor einigen Wochen oder Monaten haben wir mit Albanien einen Katastrophenhilfeabkommen beschlossen und viele andere. Ich glaube, dass es notwendig ist, dass es für die zwischenstaatlichen Beziehungen und auch für die Verständigung unter den Staaten notwendig ist, derartige Abkommen abzuschließen. Wir haben heute drei vorliegen.
Demonstrativer Beifall beim BZÖ.
Was mich an der ganzen Sache, was Mazedonien anlangt, etwas stört, ist die Namensgebung. Ich habe einmal als Berichterstatter in der OSZE-Parlamentarierversammlung einen Bericht über den Südbalkan gemacht, und habe „Mazedonien“ hineingeschrieben. Die Griechen haben gesagt: Den Bericht akzeptieren wir nicht! – War er inhaltlich falsch oder was? – Nein, den Namen, den gibt es für uns nicht. Für uns heißt es FYROM, Former Yugoslavian Republic of Macedonia. (Demonstrativer Beifall beim BZÖ.) Also: Former Yugoslavian Republic of Macedonia. Dies noch einmal für Herrn Grosz, weil er vielleicht zu klein gehört hat. (Abg. Grosz: Nur sieben Fehler und zwei Unfälle!)
Abg. Grosz: Nur sieben Fehler und zwei Unfälle!
Was mich an der ganzen Sache, was Mazedonien anlangt, etwas stört, ist die Namensgebung. Ich habe einmal als Berichterstatter in der OSZE-Parlamentarierversammlung einen Bericht über den Südbalkan gemacht, und habe „Mazedonien“ hineingeschrieben. Die Griechen haben gesagt: Den Bericht akzeptieren wir nicht! – War er inhaltlich falsch oder was? – Nein, den Namen, den gibt es für uns nicht. Für uns heißt es FYROM, Former Yugoslavian Republic of Macedonia. (Demonstrativer Beifall beim BZÖ.) Also: Former Yugoslavian Republic of Macedonia. Dies noch einmal für Herrn Grosz, weil er vielleicht zu klein gehört hat. (Abg. Grosz: Nur sieben Fehler und zwei Unfälle!)
Abg. Ing. Westenthaler: Schüttelreim!
Meine Damen und Herren, ich komme schon zum Schluss. (Abg. Ing. Westenthaler: Schüttelreim!) – Der Schüttelreim kommt noch. Die Zeitungen sind heute voll von einem Ereignis in New York drüben. Was war? Dazu ist mir nur ein Zweizeiler eingefallen, den ich sagen möchte:
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Ist er vollkommen durchgeknallt? – Abg. Dr. Pilz: Ungeheuerlich!
Für das Protokoll: Bitte, „Kahn“ mit stummem „h“ schreiben. (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Ist er vollkommen durchgeknallt? – Abg. Dr. Pilz: Ungeheuerlich!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Hannes Weninger (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nicht alles, was ein Schüttelreim sein soll, ist auch geschmackvoll. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Probiere, eine eigene Meinung zu haben!
Ich möchte noch zwei kurze Bemerkungen machen, die erste zum Kollegen Scheibner. Ich achte natürlich seine Ambition, in diesen Tagesordnungspunkt eine aktuelle außenpolitische Debatte hineinzubringen, aber die Formulierungen „gegen den Strom schwimmen“, etwas ausprobieren, sind sicher nicht der richtige Zugang in der internationalen Politik (Abg. Scheibner: Probiere, eine eigene Meinung zu haben!), die doch sensibel ist, wie du als ehemaliger Verteidigungsminister ganz genau weißt. Diese Aussagen sind sicher nicht als Grundlage für eine fundierte, langfristige österreichische Außenpolitik zu sehen.
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend noch einmal, was ich einleitend gesagt habe: Lieber Kollege Großruck, vielleicht sollte man sich den einen oder anderen Vierzeiler oder Schüttelreim vorher etwas genauer überlegen, bevor man das österreichische Parlament damit belästigt. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen. – Abg. Grosz: Es gibt eine Rednerliste!
Ich erteile Herrn Abgeordnetem Großruck zur Geschäftsordnung das Wort. (Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen. – Abg. Grosz: Es gibt eine Rednerliste!) – Herr Kollege Großruck, bitte zur zweiten Wortmeldung.
Abg. Grosz: Was heißt „betroffen“?!
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich habe nicht beabsichtigt, mit meinem Zweizeiler irgendjemanden zu verletzen. Ich habe ihn ironisch gemeint. Dass er so in die falsche Kehle gekommen ist, bedauere ich. Ich entschuldige mich bei allen, die sich betroffen fühlen. (Abg. Grosz: Was heißt „betroffen“?!)
Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.
Sie können mir glauben, dass ich mit diesem Satz die Fehltaten von Strauss-Kahn nicht irgendwie rechtfertigen wollte, sondern ich verurteile sie zutiefst und fühle mich selbst als Politiker von so einer Sache betroffen. (Anhaltende Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.) Deshalb bitte ich, das so zu akzeptieren. Wenn es in die falsche Kehle gekommen ist, entschuldige ich mich noch einmal und ziehe diesen Zweizeiler zurück.
Abg. Ing. Westenthaler: ... Geschäftsordnung!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich bin jetzt in zweifacher Weise schockiert: einerseits über den Zweizeiler (Abg. Ing. Westenthaler: ... Geschäftsordnung!) beziehungsweise Zweireiher des Kollegen Großruck, der offensichtlich vollkommen unüberlegt eine versuchte Vergewaltigung als Leistung für einen älteren Mann dargestellt hat, und das noch dazu weiterausbaut in der Form, dass er sagt: sollte sich hier jemand verletzt fühlen. – Ich
Abg. Ing. Westenthaler: ... kein objektiver Präsident mehr! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.
Zweitens bin ich sehr erstaunt über Ihre Vorgangsweise, Herr Präsident, dass wir jetzt einfach die RednerInnenordnung über den Haufen schmeißen. (Abg. Ing. Westenthaler: ... kein objektiver Präsident mehr! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.) – Ich weiß nicht, welche Vorleistungen da sind, aber hier eine ordentliche Debatte zur Entgleisung von vorhin einzuleiten, das wäre eigentlich Ihre Aufgabe als Präsident gewesen.
Beifall bei Grünen und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir nehmen diese Entschuldigung nicht zur Kenntnis. Es war nämlich keine Entschuldigung, sondern es war das im Wesentlichen eine Verharmlosung einer versuchten Vergewaltigung. Und ich verlange vom ÖVP-Klubobmann eine Entschuldigung, die sich mit der gesamten Problematik befasst – mit dieser Verharmlosung einer versuchten Vergewaltigung als Spaß, als Witz, indem diese als Leistung eines älteren Mannes dargestellt wurde. Dafür, so glaube ich, braucht es eine Entschuldigung des ÖVP-Klubobmanns. – Danke. (Beifall bei Grünen und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Gerade du !
Das ist zutiefst geschmacklos, Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Der Herr Noch-Vorsitzende des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn wird verdächtigt, sexuelle Belästigung durchgeführt zu haben, eine versuchte Vergewaltigung, Nötigung und Köperverletzung. Das ist nicht etwas, das ein Mann kann, sondern etwas, das niemand tun sollte! Daher sind auch die geschmacklosen Zwischenrufe (Rufe bei der ÖVP: Gerade du !) dieser Fraktion zu diesem Thema und zu diesem Schandstück, das sich dieser Herr Abgeordnete hier draußen geleistet hat, verachtend, schändlich und zurückzuweisen!
Zwischenrufe beim BZÖ
Zweiter Punkt, sehr geehrter Herr Präsident: Sie geben dem Herrn Abgeordneten Großruck die Möglichkeit, sich zur Geschäftsordnung zu Wort zu melden (Zwischenrufe beim BZÖ), tauschen aber seinen Geschäftsordnungsbeitrag in einen Redebeitrag um, obwohl er nicht zu Wort gemeldet war (Abg. Kopf: Selbstverständlich war er gemeldet!), und beschneiden Frau Klubobfrau Glawischnig-Piesczeks und meine Geschäftsordnungswortmeldungen von vorhin.
Abg. Kopf: Selbstverständlich war er gemeldet!
Zweiter Punkt, sehr geehrter Herr Präsident: Sie geben dem Herrn Abgeordneten Großruck die Möglichkeit, sich zur Geschäftsordnung zu Wort zu melden (Zwischenrufe beim BZÖ), tauschen aber seinen Geschäftsordnungsbeitrag in einen Redebeitrag um, obwohl er nicht zu Wort gemeldet war (Abg. Kopf: Selbstverständlich war er gemeldet!), und beschneiden Frau Klubobfrau Glawischnig-Piesczeks und meine Geschäftsordnungswortmeldungen von vorhin.
Beifall beim BZÖ.
Herr Präsident Graf, Sie haben die Geschäftsordnung gebogen und gebrochen und einmal mehr gezeigt, dass Sie in einer schwierigen Situation, wenn es darum geht, das Ansehen des Hauses zu schützen, nicht in der Lage sind, den Vorsitz in diesem Haus zu führen und daher eigentlich als Erster abdanken sollten! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, Sie kritisieren den von der ÖVP für das Kuscheln, dass ...!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Klubobmann Kopf, ebenfalls zur Geschäftsordnung, zu Wort. – Bitte. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Herr Präsident, Sie kritisieren den von der ÖVP für das Kuscheln, dass ...!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Zweizeiler! – Abg. Ing. Westenthaler: Einen Vierzeiler aus zwei Zeilen!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Der Abgeordnete Großruck hat vorhin einen Vierzeiler, wie er es des Öfteren macht (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Zweizeiler! – Abg. Ing. Westenthaler: Einen Vierzeiler aus zwei Zeilen!) – oder einen Zweizeiler, okay, ist das jetzt wichtig? –, zum Besten gegeben, der zutiefst unangebracht, unangemessen und verletzend war. Er hat sich dafür entschuldigt.
Ruf bei den Grünen: ... entschuldigen!
Ich bitte Sie alle, diese Entschuldigung zur Kenntnis zu nehmen, zu akzeptieren – auch anderen ist schon einmal etwas passiert – und letzten Endes auch zu respektieren. (Ruf bei den Grünen: ... entschuldigen!) – Das hat er getan, und ich bitte Sie alle, jetzt hier nicht in dieser Art und Weise überhöht, im Nachhinein, nach seiner Entschuldigung, weiter darauf herumzureiten, sondern seine Entschuldigung zu respektieren, zu akzeptieren. Mehr kann er in dieser Situation nicht tun. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Jetzt könnte der Präsident noch seinen Segen dazu geben!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Jetzt könnte der Präsident noch seinen Segen dazu geben!
Ich bitte Sie alle, diese Entschuldigung zur Kenntnis zu nehmen, zu akzeptieren – auch anderen ist schon einmal etwas passiert – und letzten Endes auch zu respektieren. (Ruf bei den Grünen: ... entschuldigen!) – Das hat er getan, und ich bitte Sie alle, jetzt hier nicht in dieser Art und Weise überhöht, im Nachhinein, nach seiner Entschuldigung, weiter darauf herumzureiten, sondern seine Entschuldigung zu respektieren, zu akzeptieren. Mehr kann er in dieser Situation nicht tun. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Jetzt könnte der Präsident noch seinen Segen dazu geben!)
Beifall bei der SPÖ.
Ein solches Verhalten eignet sich nicht für irgendwelche Verharmlosungen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grosz: Segen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Mir liegt keine Geschäftsordnungswortmeldung mehr vor. Ich nehme die Kritik, die in Richtung meiner Vorsitzführung gefallen ist, natürlich zur Kenntnis (Abg. Grosz: Segen!) und werde das in meiner weiteren Vorsitzführung berücksichtigen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Und ein Ordnungsruf, was ist damit?!) Ich habe versucht, einen Fehler, den ein Abgeordneter aus meiner Sicht gemacht hat, relativ rasch einer Lösung zuzuführen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Und ein Ordnungsruf, was ist damit?!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Mir liegt keine Geschäftsordnungswortmeldung mehr vor. Ich nehme die Kritik, die in Richtung meiner Vorsitzführung gefallen ist, natürlich zur Kenntnis (Abg. Grosz: Segen!) und werde das in meiner weiteren Vorsitzführung berücksichtigen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Und ein Ordnungsruf, was ist damit?!) Ich habe versucht, einen Fehler, den ein Abgeordneter aus meiner Sicht gemacht hat, relativ rasch einer Lösung zuzuführen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Mir liegt keine Geschäftsordnungswortmeldung mehr vor. Ich nehme die Kritik, die in Richtung meiner Vorsitzführung gefallen ist, natürlich zur Kenntnis (Abg. Grosz: Segen!) und werde das in meiner weiteren Vorsitzführung berücksichtigen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Und ein Ordnungsruf, was ist damit?!) Ich habe versucht, einen Fehler, den ein Abgeordneter aus meiner Sicht gemacht hat, relativ rasch einer Lösung zuzuführen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Geschäftsordnung nicht befolgt!
Manchmal passiert es, dass sich jemand, der einen Fehler ausbessern möchte, sozusagen noch weiter hineinreitet. Das ist meines Erachtens hier passiert. Am Ende bitte ich aber, zur Kenntnis zu nehmen, dass nicht ich den Fehler gemacht habe in der inhaltlichen Natur, sondern nach meinem Dafürhalten ein Abgeordneter dieses Hauses. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Geschäftsordnung nicht befolgt!) – Man kann die Geschichte jetzt natürlich auch in Richtung Vorsitzführung hindrehen, wenn man es so will. Das nehme ich zur Kenntnis.
Abg. Grosz: Haben Sie Sympathien auch noch dafür?!
Wir setzen in der Tagesordnung fort. (Abg. Grosz: Haben Sie Sympathien auch noch dafür?!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Im Übrigen, Herr Abgeordneter Grosz, haben Sie schon sehr viele Ordnungsrufe bekommen und tragen das auch nicht gerade mit Demut, das sage ich schon dazu. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: So schnell geht das!
Bitte zur Kenntnis zu nehmen, dass der Nächste auf der Rednerliste Herr Abgeordneter Gahr gewesen wäre – und es hat der Herr Großruck mit Herrn Gahr getauscht. Das muss man zur Kenntnis nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: So schnell geht das!) Das habe ich über die Intervention meinerseits, die ich veranlasst habe, letztlich so durchgeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Geschäftsordnungsmeldung ist sofort anzumelden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Geschäftsordnungsmeldung ist sofort anzumelden!
Bitte zur Kenntnis zu nehmen, dass der Nächste auf der Rednerliste Herr Abgeordneter Gahr gewesen wäre – und es hat der Herr Großruck mit Herrn Gahr getauscht. Das muss man zur Kenntnis nehmen. (Abg. Ing. Westenthaler: So schnell geht das!) Das habe ich über die Intervention meinerseits, die ich veranlasst habe, letztlich so durchgeführt. (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Geschäftsordnungsmeldung ist sofort anzumelden!)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Herr Präsident! Das, was Sie in den letzten 3 Minuten gesagt haben, ist noch schockierender. Sie hätten als Präsident sofort die Anmeldungen zu Geschäftsordnungsdebattenbeiträgen der Klubobfrau Glawischnig-Piesczek und von mir aufrufen müssen – und sich nicht hier in Winkeltiraden versteifen müssen, dass Sie dem Herrn Abgeordneten Großruck das Wort geben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stefan: Jetzt reicht’s aber wirklich!
Und das Zweite, was ich erkenne, ist, dass Sie eine Grundsympathie haben für das, was gesagt wurde, nämlich so ein bisschen drüber lachen, Schenkelklopfen, haha, das ist ja eh alles so lustig, wenn einer hier herausgeht und sagt, ein alter Mann, der kann halt noch im Hotelzimmer Frauen vergewaltigen! Das ist so das Lustige, das Bierschwangere, das Schwülstige, das lernt man bei Ihnen auf den Burschenschafterbuden – und das vollzieht sich auch in Ihrer Vorsitzführung. (Abg. Mag. Stefan: Jetzt reicht’s aber wirklich!) Das ist schändlich, denn es handelt sich um ein vorsätzliches Verbrechen, dem in den Vereinigten Staaten nachgegangen werden muss. (Beifall beim BZÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Und das Zweite, was ich erkenne, ist, dass Sie eine Grundsympathie haben für das, was gesagt wurde, nämlich so ein bisschen drüber lachen, Schenkelklopfen, haha, das ist ja eh alles so lustig, wenn einer hier herausgeht und sagt, ein alter Mann, der kann halt noch im Hotelzimmer Frauen vergewaltigen! Das ist so das Lustige, das Bierschwangere, das Schwülstige, das lernt man bei Ihnen auf den Burschenschafterbuden – und das vollzieht sich auch in Ihrer Vorsitzführung. (Abg. Mag. Stefan: Jetzt reicht’s aber wirklich!) Das ist schändlich, denn es handelt sich um ein vorsätzliches Verbrechen, dem in den Vereinigten Staaten nachgegangen werden muss. (Beifall beim BZÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das wäre aktive Außenpolitik – und nicht, wie das Kollege Scheibner schon gesagt hat, drei Abkommen in 15 Sprachen zu unterzeichnen, die ohnedies von vornherein klar waren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, wir müssen bei den künftigen Fischereigesetzen der Europäischen Union den Grundsatz leben, dass die natürlichen Ressourcen, in diesem Fall das Meer und das Nahrungsmittel Fisch, allen Menschen gleichermaßen gehören, die wir so aufteilen werden müssen, dass alle davon und damit leben können und eine Lebensgrundlage haben können. Österreich ist eines der wenigen Länder, die entwicklungspolitische Kohärenz im Gesetz verankert haben. Deshalb, und gerade auch als Binnenland sind wir gefordert, zu schauen, dass es auf europäischer Ebene nachhaltige und verantwortungsvolle Fischereiverträge gibt. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Kulturabkommen mit Mazedonien wurde bereits einiges ausgeführt. Ich glaube, es ist ein bilaterales Abkommen, welches uns mit einem Staat, der in unserer Nachbarschaft liegt, näher zusammenbringt – bei wissenschaftlichen Institutionen, im Bildungs- und Kulturwesen und in der kulturellen Arbeit insgesamt. Trotz der Aufregungen, die sich hier ergeben haben, ist es, meine ich, trotzdem wichtig, dass wir alle gemeinsam diesen drei Abkommen zustimmen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Wo?
dar, die innerstaatlichen Reformprozesse wirklich ernsthaft voranzutreiben. Im Falle Mazedoniens scheint dieser Anreiz Früchte zu tragen. Während die OSZE 2008 bei den Parlamentswahlen noch massive Unregelmäßigkeiten festgestellt hat, verliefen die Präsidentenwahlen 2009 wesentlich ruhiger und korrekter. Sie wissen ... (Abg. Grillitsch: Wo?) – In Mazedonien, Herr Abgeordneter, in Mazedonien.
Beifall bei der SPÖ.
Alles in allem, sehr geehrte Damen und Herren, ist das Abkommen mit der Republik Mazedonien ein weiterer stimmiger Schritt im Rahmen von Österreichs Engagement am Westbalkan. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Das ist 20 Jahre her! 25 Jahre!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Ja, Kolleginnen und Kollegen, drei kurze Feststellungen: Erstens möchte ich den Satz – und da geht es um Kultur – des Herrn Abgeordneten Großruck nicht wiederholen, ich möchte nur eines dazu feststellen: Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ein Abgeordneter der ÖVP wegen eines sexistischen Ausspruches in einem Ausschuss gegenüber einer grünen Abgeordneten zurücktreten musste. Das war damals eine Selbstverständlichkeit. (Ruf bei der ÖVP: Das ist 20 Jahre her! 25 Jahre!) Damals hat der ÖVP-Abgeordnete allerdings kein Verbrechen, das mit dem der versuchten Vergewaltigung vergleichbar ist, zu verharmlosen versucht.
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Das darf nicht wahr sein!
Ich halte aus diesem Grund den Rücktritt des Abgeordneten Großruck von seinem Mandat im Nationalrat für eine Selbstverständlichkeit. – Das ist der erste Punkt. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stefan: Das darf nicht wahr sein!)
Abg. Dr. Rosenkranz: Ist er schon verurteilt worden? – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Der zweite Punkt: Ich habe die kurze Debatte sehr genau verfolgt. Nach der Wortmeldung hat sich unsere Klubobfrau zur Geschäftsordnung zu Wort gemeldet. Der den Vorsitz führende Präsident hat das ignoriert, hat willkürlich den Abgeordneten Großruck auf die Rednerliste gesetzt – nach einem Zuruf des ÖVP-Klubobmanns – und hat damit gezeigt, wessen Interessen er in diesem Haus vertritt; und er weigert sich bis jetzt, dem Abgeordneten Großruck für die Verharmlosung eines Verbrechens gegen eine Frau auch nur einen Ordnungsruf zu erteilen. (Abg. Dr. Rosenkranz: Ist er schon verurteilt worden? – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ.
nur er in seiner Fraktion das lustig –, und ich fordere Sie nach wie vor auf, Herr Klubobmann Kopf, nach der völlig missglückten und in eine völlig falsche Richtung gegangenen sogenannten Entschuldigung wirklich über ernsthafte Konsequenzen – nicht nur im Interesse dieser Ihrer Fraktion, sondern auch im Interesse dieses Hauses – zumindest nachzudenken. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Der entscheidende Punkt ist, dass damit das Gericht nichts anderes sagt als: Ihr habt verdeckt ermittelt, ihr habt gewusst, es gibt keine Straftaten, ihr habt aber die verdeckte Ermittlerin und damit die Ermittlungsergebnisse, die entlastend sind, vor dem Gericht vertuscht. – Und das ist in einem Rechtsstaat schlicht ein Skandal! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das gehört untersucht, das gehört deswegen untersucht, weil das Ergebnis war, dass wir 14 Monate einen Prozess gehabt haben, wo aufgrund der vertuschten Ermittlungsergebnisse der Polizei die Justiz öffentlich vorgeführt und den Betroffenen ein erklecklicher Teil ihrer Lebenszeit gestohlen wurde. Das Image der Justiz ist ruiniert. Wir müssen jetzt aufarbeiten, wie es dazu kam – denn die beste Prävention ist, dass das Parlament und die Strafbehörden diesen Fall klären, damit sich die Sicherheitsbehörden eine derartige Vorgangsweise in Zukunft nicht mehr trauen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Grünen und BZÖ.
Die entscheidende Frage lautet: Wer trägt die politische Verantwortung und wer hat etwas gewusst? – Es kann nicht sein, dass in dieser Republik unliebsame Personen kriminalisiert und beliebig verfolgt werden. – Danke schön. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Der ist von der SPÖ gekommen! Der stammt aus der SPÖ!
Dieses Gericht ist ja in letzter Zeit durch eine Vielzahl von Verfahrenseigentümlichkeiten aufgefallen, etwa dass ein verurteilter Sexualstraftäter, der auf der Nationalratsliste des BZÖ kandidiert hat (Abg. Mag. Stadler: Der ist von der SPÖ gekommen! Der stammt aus der SPÖ!), nicht in Haft genommen worden ist und weiterhin seinen „Tätigkeiten“ nachgehen konnte, oder die ORF-Entscheidung, die vom Obersten Gerichtshof aufgehoben worden ist.
Abg. Mag. Kogler: Stimmt ihr jetzt eh zu oder was? Haben wir schon eine Mehrheit?
Das ist natürlich eine extrem eigenartige Sichtweise, und ich glaube, dass hier wirklich untersucht werden muss (Abg. Mag. Kogler: Stimmt ihr jetzt eh zu oder was? Haben wir schon eine Mehrheit?), allerdings durch die staatlichen Behörden, und das ist in dem Fall die Staatsanwaltschaft.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Petzner: Hoffentlich werden die Vorwürfe gegen Sie auch aufgeklärt!
Vorwurf, dass Verstöße gegen das Jagdgesetz begangen wurden, eingeschritten ist und festgestellt hat, dass die Angezeigten keine verwaltungsstrafbare Handlung gesetzt haben. Ich glaube, diesen Fall muss man sich anschauen, mit dem muss man sich auseinandersetzen. Es ist sicherlich eine einzigartige Vorgangsweise innerhalb der Justiz, aber vor allem auch innerhalb der inneren Sicherheit des Innenministeriums, die aufgeklärt werden muss. Ich glaube, dass hier Amtsmissbrauch stattgefunden hat – das ist meine ganz persönliche Meinung – und dass dieser aufzuklären ist, aber dazu bedarf es nicht eines Untersuchungsausschusses. Da gibt es andere Fälle, die vorerst einmal sicher dringlicher zu behandeln sind. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Petzner: Hoffentlich werden die Vorwürfe gegen Sie auch aufgeklärt!)
Ironische Heiterkeit bei Grünen und BZÖ. – Abg. Petzner: Wir sind nicht beim Villacher Fasching!
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Werter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, auch die Österreichische Volkspartei, Herr Kollege Steinhauser, ist unmissverständlich immer für Aufklärung; Aufklärung auch von Straftaten, Aufklärung auch im Bereich der Verwaltung. (Ironische Heiterkeit bei Grünen und BZÖ. – Abg. Petzner: Wir sind nicht beim Villacher Fasching!) Der einzige Unterschied ist, wir sind auch dann für Aufklärung und machen keinen Unterschied, ob uns Beschuldigte, Verdächtige mehr oder weniger sympathisch sind, Herr Kollege Steinhauser.
Abg. Mag. Kogler: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Wir sind für Aufklärung, aber Aufklärung zum richtigen Zeitpunkt und auch an der richtigen Stelle, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Abg. Mag. Kogler: Wann ist der richtige Zeitpunkt?) Daher werden wir diesem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses nicht zustimmen. Ich werde das in Folge auch kurz begründen.
Ruf beim BZÖ: Weil Vollmond ist!
Warum ist es jetzt nicht die richtige Zeit? (Ruf beim BZÖ: Weil Vollmond ist!) – Es ist ein Argument, das Sie von mir schon kennen. In diesem Fall geht es noch dazu um ein laufendes Verfahren, das nicht abgeschlossen ist, das Sie zum Anlass nehmen. Sie haben das selber bestätigt, es läuft noch ein Berufungsverfahren. In diesem laufenden Verfahren gibt es viele Gründe, warum ein paralleler Untersuchungsausschuss nicht funktionieren kann. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Warum ist es jetzt nicht die richtige Zeit? (Ruf beim BZÖ: Weil Vollmond ist!) – Es ist ein Argument, das Sie von mir schon kennen. In diesem Fall geht es noch dazu um ein laufendes Verfahren, das nicht abgeschlossen ist, das Sie zum Anlass nehmen. Sie haben das selber bestätigt, es läuft noch ein Berufungsverfahren. In diesem laufenden Verfahren gibt es viele Gründe, warum ein paralleler Untersuchungsausschuss nicht funktionieren kann. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Das eine ist, dass die Akteneinsicht damit eingeschränkt ist, dass die Verhandlungen im Untersuchungsausschuss vertraulich wären, dass Zeugen Entschlagungsrechte haben, das heißt, auch da die Aufklärung behindert wird. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Abg. Öllinger: Bei mir haben sie es schon probiert!
Der wichtigste Grund, meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr geehrter Herr Kollege Steinhauser, ist für mich, dass dadurch auch die Gefahr besteht, dass, wenn man einen Untersuchungsausschuss zu einem einzelnen Strafverfahren parallel zu dessen Verlauf einsetzt, während es noch anhängig ist, letztlich massiver politischer Druck auf die Gerichte und hinsichtlich des Ergebnisses ausgeübt wird, wenn das Parlament parallel zum Gericht ein Parallelverfahren führt. Also ich glaube nicht, dass das richtig ist. (Abg. Öllinger: Bei mir haben sie es schon probiert!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich glaube, erst nach Abschluss all dieser Ermittlungen ist allenfalls darüber zu entscheiden, ob es Hinweise auf politische Verfehlungen, auf politische Verantwortlichkeiten gibt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Erst dann ist der Zeitpunkt gegeben, um auch über einen allfälligen Untersuchungsausschuss überhaupt entscheiden zu können.
Abg. Öllinger: Der war aber gut!
Ich glaube, dass es in diesem Zusammenhang auch des Verantwortungsbewusstseins von uns als Politiker bedarf. Das heißt, nicht in Einzelverfahren – noch dazu, wenn man davon vielleicht persönlich ist oder eine nahestehende Gruppierung – immer wieder mit sehr einseitiger Kritik, mit unfairer Kritik in der Öffentlichkeit umzugehen und einzelne Strafverfahren für das tägliche politische Kleingeld zu nützen. Das ist der falsche Weg, und auch das ist mit eine Ursache für das gesunkene Vertrauen in die Justiz. (Abg. Öllinger: Der war aber gut!)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrter Kollege Öllinger, Sie können darüber lachen. Ich glaube, es ist ein ernstes Thema. Meine Botschaft lautet: Arbeiten wir gemeinsam daran, das Vertrauen in die Justiz entsprechend aufrechtzuerhalten, statt tagtäglich zu versuchen, es zu untergraben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Herr Präsident! Herr Kollege Donnerbauer, ja, arbeiten wir gemeinsam daran, und am besten in einem Untersuchungsausschuss. (Beifall bei der FPÖ.) Sie haben uns hier als Ausrede erzählt, es gehe um politische Verantwortung.
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Sie müssen nämlich bedenken – und das ist wahrscheinlich auch das Interessante an diesem Fall –, dass dann der Freispruch erfolgt ist. Und es hat bis jetzt eigentlich noch niemand hinsichtlich des Vertrauens in die Justiz gesagt, dass da ein Freispruch erfolgt ist. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie auch aus den Reihen der Grünen die Vorwürfe an die zuständige Richterin Arleth bezüglich ihrer Verhandlungsführung gekommen sind, wie es geheißen hat, sie ist voreingenommen, sie ist, was weiß ich was, sie hat den Prozess nicht im Griff und Ähnliches. Diese Kritik ist jetzt auf einmal, weil der Freispruch erfolgt ist, verstummt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der FPÖ.
KollegInnen von den Grünen, die Vorverurteilung ist nach wie vor nicht Methode; wir haben das im vorigen Tagesordnungspunkt gehabt. Kollege Pilz, vorverurteilen Sie nicht! Lassen Sie Unschuldsvermutungen auch gelten, so wie wir sie immer alle gelten lassen! Das ist an sich guter rechtsstaatlicher Stil. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn es darum geht, das Vertrauen in die Justiz herzustellen, dann sind das Parlament und ein entsprechender Untersuchungsausschuss genau der richtige Ort. Unsere Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass wir nicht wegschauen und sagen, die Justiz soll ihre Missstände selbst ausräumen, die Frau Ministerin wird schon ein bisschen evaluieren oder Ähnliches. Nein, wir Volksvertreter haben die Verpflichtung, das mit einem Untersuchungsausschuss zu tun, und dem werden wir daher zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Rechtlich ist es zu einem Freispruch gekommen. Ich hoffe, dass es dabei bleibt, auch für die Betroffenen, damit sie das endgültig abschließen können. Damit wir, wie Kollege Jarolim angesprochen hat, als Republik noch halbwegs ordentlich aus dieser Sache aussteigen können, wäre es das Mindeste, dass wir uns gut überlegen, wie wir die Betroffenen, die jetzt mitsamt ihren Angehörigen so massiv unter Druck gekommen sind, deren Existenzen bedroht wurden, entsprechend entschädigen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die politische Frage ist aber offen, und die politische Frage lautet: War es in Österreich möglich, dass unter Anwendung von zahlreichen Ermittlungsmethoden gezielt unbequeme Leute, unbequeme Gruppen, die sich für eine Sache einsetzen, mundtot gemacht werden sollen? – Es ist genau hier der Ort, um zu überprüfen, ob das der Fall war oder nicht. Es ist unsere Verantwortung als Parlament, auch aufzuklären, wer tatsächlich wovon gewusst hat und wer die Verantwortung für diese Vorgänge getragen hat. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.
Angesichts der bisherigen Reden gehe ich davon aus, dass es spätestens nach Beendigung des Berufungsverfahrens auch die Zustimmung der ÖVP zu diesem Untersuchungsausschuss geben wird. Ich bin aber der Meinung, wir müssen jetzt aufklären, wie die Vorgänge waren, denn ziviler Ungehorsam ist ein wichtiges Gut in unserer Gesellschaft, ist wichtig in der täglichen Arbeit von NGOs und Bürgerinitiativen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rosenkranz.)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Was ist mit Sachbeschädigung und Brandstiftung?
Ich komme aus einer Bürgerinitiative, ich habe erlebt, was diese Vorgehensweise auch bedeutet hat. Da heißt es dann: Wir sind auch kritisch. Sind wir dann die Nächsten, die eingesperrt werden? – Das darf es in Österreich nicht geben! NGOs, kritische Menschen müssen ihre Arbeit machen können, ohne Angst haben zu müssen, dass sie dann Repressalien ausgesetzt sind oder sogar verfolgt werden. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Was ist mit Sachbeschädigung und Brandstiftung?)
Beifall bei den Grünen.
Sie vermischen jetzt schon wieder Sachbeschädigung mit einem Mafia-Paragrafen. Es kann nicht sein, dass man sich wegen zivilen Ungehorsams nach einem Mafia-Paragrafen angeklagt und verfolgt sehen wird. (Beifall bei den Grünen.) Das ist eine bewusste Vermischung, die Sie vornehmen, um engagierte Menschen mundtot zu machen, und ich verurteile das aufs Schärfste!
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Grünen und ÖVP.
Wir hier sind die VertreterInnen der Bürgerinnen und Bürger, auch der BürgerInnen-Rechte. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Grünen und ÖVP.) Es ist auch unsere Verantwortung, klarzustellen und dafür zu sorgen, dass Bürgerinnen und Bürger in Österreich – gerade engagierte Bürgerinnen und Bürger, die wir so notwendig brauchen, insbesondere im Tierschutz und im Umweltschutz – auch ihre Rechte ausüben können, sich engagieren können, zivilen Ungehorsam leisten können, ohne Angst vor Repressalien zu haben, auch wenn es Ihnen vielleicht nicht passt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Die ÖVP ist ja völlig durchgeknallt! Reißt euch zusammen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Die ÖVP ist ja völlig durchgeknallt! Reißt euch zusammen!
Wir hier sind die VertreterInnen der Bürgerinnen und Bürger, auch der BürgerInnen-Rechte. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Grünen und ÖVP.) Es ist auch unsere Verantwortung, klarzustellen und dafür zu sorgen, dass Bürgerinnen und Bürger in Österreich – gerade engagierte Bürgerinnen und Bürger, die wir so notwendig brauchen, insbesondere im Tierschutz und im Umweltschutz – auch ihre Rechte ausüben können, sich engagieren können, zivilen Ungehorsam leisten können, ohne Angst vor Repressalien zu haben, auch wenn es Ihnen vielleicht nicht passt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Die ÖVP ist ja völlig durchgeknallt! Reißt euch zusammen!)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren Kollegen der ÖVP, wenn sich Frau Bundesministerin Karl in ihrer Tätigkeit auf den Herrn Pleischl stützt, dann sage ich ihr kein langes Leben als Justizministerin voraus. Das garantiere ich Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und Grünen.
Ich sage Ihnen auch gleich ein Beispiel. (Der Redner hält eine Seite der Tageszeitung „Kurier“ in die Höhe.) Sie können heute auf Seite 20 im „Kurier“ nachlesen – Herr Kollege Donnerbauer, zum Thema angeschlagenes Image der Justiz –, wie der Herr Oberstaatsanwalt Pleischl ein Verfahren in der Sache Kampusch am 10. September 2009 eingestellt hat, und einer der Hauptverdächtigen wurde erst einen Monat später, im Oktober, vernommen, meine Damen und Herren. Einen Monat vorher hat Pleischl mit Weisung bereits eingestellt – und das ist der neue Vertrauensberater der Frau Bundesministerin Karl! Da wünsche ich ihr viel Spaß dazu! (Beifall bei BZÖ und Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Eines ist aus dem Fall, den die Grünen heute in ihrem Antrag darstellen, aber auch aus anderen Fällen, nachvollziehbar – ich bringe Ihnen einen weiteren Fall aus Graz –: Unter schwarzen Innenministern und unter schwarzen Justizministern werden systematisch Bürgerrechte und Grundrechte unterlaufen, und die Justiz arbeitet willig mit, meine Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall beim BZÖ
Da lobe ich mir den Unabhängigen Verwaltungssenat in Wien. Der Unabhängige Verwaltungssenat in Wien hat in einem vergleichbaren Fall das Erkenntnis gefasst und gesagt: Die Behörde ist nicht dazu da, sich vor die Geschäftsinteressen von Privatunternehmen spannen zu lassen! – Das hätte ich mir einmal von der Staatsanwaltschaft in Wiener Neustadt bei der Tierschützer-Angelegenheit gewünscht (Beifall beim BZÖ), oder von der Staatsanwaltschaft in Graz im Zusammenhang mit dem Grundrecht auf Meinungsäußerung, dem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit, dem Grundrecht auf Religionsfreiheit, wenn es um Angelegenheiten des Lebensschutzes geht.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Das alles schreit nach parlamentarischer Kontrolle. Das alles schreit nach der Wiedereinführung eines Untersuchungsrichters. Meine Damen und Herren, das alles ruft nach einer begleitenden parlamentarischen Kontrolle in Form eines Unterausschusses, wie wir es für die Staatspolizei und die Heeres-Nachrichtendienste bereits haben. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Ich werde nicht müde werden, dieser Justiz so lange von dieser Rostra aus Paroli zu bieten und die Fälle aufzudecken, bis die Justizministerin erkennt, dass der Ruf der Justiz und das Vertrauen der Bevölkerung nur dadurch wiederherzustellen ist, dass die Rechte der Bürger wieder geachtet werden, Herr Kollege Donnerbauer, und nicht darauf herumgetrampelt wird, wie es einem gerade politisch ins Konzept passt. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)