Eckdaten:
Für die 46. Sitzung der 23. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 917 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall beim BZÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Herr Bundeskanzler! Regierungsmitglieder! Frau Präsidentin des Nationalrates – ich gebe zu, dass ich mir an einem Tag wie diesem mit dieser Titulierung sehr schwer tue, denn Ihre Vorsitzführung erinnert mich eher an die Vorsitzführung des Zentralkomitees der KPdSU. (Beifall beim BZÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Da werden die Medien hinausgesperrt, die Oppositionsrechte unterdrückt, der ORF muss nach dieser Stunde seine Kameras abschalten – erstmals in der Geschichte! Und da sagt eine Parlamentspräsidentin, die Berichterstattung des ORF ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Frau Präsidentin Prammer, Ihre Vorgänger (Abg. Heinisch-Hosek: Sie blockieren ja!), die großen Präsidenten des Hauses, würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie das noch miterleben würden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Sie blockieren ja!
Da werden die Medien hinausgesperrt, die Oppositionsrechte unterdrückt, der ORF muss nach dieser Stunde seine Kameras abschalten – erstmals in der Geschichte! Und da sagt eine Parlamentspräsidentin, die Berichterstattung des ORF ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Frau Präsidentin Prammer, Ihre Vorgänger (Abg. Heinisch-Hosek: Sie blockieren ja!), die großen Präsidenten des Hauses, würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie das noch miterleben würden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da werden die Medien hinausgesperrt, die Oppositionsrechte unterdrückt, der ORF muss nach dieser Stunde seine Kameras abschalten – erstmals in der Geschichte! Und da sagt eine Parlamentspräsidentin, die Berichterstattung des ORF ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) Frau Präsidentin Prammer, Ihre Vorgänger (Abg. Heinisch-Hosek: Sie blockieren ja!), die großen Präsidenten des Hauses, würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie das noch miterleben würden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist eine skandalöse Vorgangsweise, die Sie hier an den Tag legen, dass Sie die Medien zensurieren und die Oppositionsrechte mit Füßen treten – dagegen protestieren wir! (Beifall beim BZÖ.) Nur, weil wir uns Ihrem Diktat der EU-Ratifizierung im Schnelldurchgang nicht beugen! (Abg. Heinisch-Hosek: ... demokratische Entscheidung!) Innerhalb von wenigen Wochen, von Februar bis März, wollen Sie mit der Ratifizierung des EU-Vertrages in diesem Haus drüberfahren. Wir sind nicht dafür, und wir lassen uns nicht in die Knie zwingen! Wir lassen uns nicht erpressen – auch nicht von Ihnen, Frau Präsidentin, und nicht von den Regierungsparteien!
Abg. Heinisch-Hosek: ... demokratische Entscheidung!
Das ist eine skandalöse Vorgangsweise, die Sie hier an den Tag legen, dass Sie die Medien zensurieren und die Oppositionsrechte mit Füßen treten – dagegen protestieren wir! (Beifall beim BZÖ.) Nur, weil wir uns Ihrem Diktat der EU-Ratifizierung im Schnelldurchgang nicht beugen! (Abg. Heinisch-Hosek: ... demokratische Entscheidung!) Innerhalb von wenigen Wochen, von Februar bis März, wollen Sie mit der Ratifizierung des EU-Vertrages in diesem Haus drüberfahren. Wir sind nicht dafür, und wir lassen uns nicht in die Knie zwingen! Wir lassen uns nicht erpressen – auch nicht von Ihnen, Frau Präsidentin, und nicht von den Regierungsparteien!
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir bleiben hart: Keine Ratifizierung des EU-Vertrages, bevor nicht die Menschen in diesem Land befragt worden sind, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Nein! Nein!
Sie stehen auf Kriegsfuß mit der Mitbestimmung der Menschen, Frau Präsidentin. Sie haben das auch schon in Interviews gesagt. Ihnen ist die Meinung der Bevölkerung völlig egal! Die Meinung der Kärntnerinnen und Kärntner ist irrelevant, hat Wolfgang Schüssel in der Präsidiale gesagt – ich zitiere ihn wortwörtlich, ich habe mitgeschrieben. (Abg. Dr. Schüssel: Nein! Nein!) Es ist ungeheuerlich, wie Sie mit der Volksmeinung in diesem Land umgehen!
Beifall beim BZÖ.
Wir vom BZÖ werden nach wie vor die Bevölkerungsmeinung hochhalten und lassen uns in diesem Haus nicht erpressen – nicht von Ihnen, Herr Schüssel, nicht von Ihnen, Frau Präsidentin, und auch nicht von Ihnen, Herr Kollege Cap! (Beifall beim BZÖ.) – Das zur Einleitung.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Den Zusehern an den Fernsehschirmen sei gesagt: Nach dieser Stunde wird abgeschaltet, weil die Präsidentin die ORF-Übertragung untersagt hat – und das erstmals in diesem Haus; das soll auch festgestellt werden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Heinzl.
Jetzt zu Ihnen, Herr Bundeskanzler: Herzlich willkommen! Wir freuen uns sehr, dass Sie von Ihren VIP-Logen heruntergestiegen sind. Der Jetset-Kanzler der sozialen Kälte und gebrochenen Versprechen hat sich wieder einmal ins Parlament bemüht. Im Moment tritt er von einem Fettnapf in den anderen. Herr Bundeskanzler Gusenbauer, Sie sind ja auch der einzige Kanzler, der es geschafft hat, einen Kanzler-Malus zu haben. Das ist historisch einzigartig: der erste Kanzler mit Kanzler-Malus! (Zwischenruf des Abg. Heinzl.)
Beifall beim BZÖ.
Ich würde Ihnen wirklich empfehlen – in den nächsten Wochen steht ja wieder einiges an –: Sie sollten nicht jeden Tag Feste feiern, sondern Sie sollten einmal „feste“ arbeiten für die Menschen in dieser Republik. Das erwarten die Menschen in diesem Land. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Gusenbauer, Sie selbst haben gesagt – ich zitiere Sie wörtlich –: Die SPÖ muss an der Spitze der Moralpyramide stehen! – Ein paar Wochen später hat sich herausgestellt, Herr Bundeskanzler, Sie sind nicht an der Spitze der Moralpyramide, sondern Sie sind gerade einmal in den Katakomben angelangt, unterirdisch. Weil Ihre Politik so weit unten ist, weil Sie eine Politik der sozialen Kälte, der herzlosen Belastung und des Aussackelns der Menschen in diesem Land betreiben, sind Sie in den Katakomben der Moralpyramide angelangt, und nicht an der Spitze. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Heinzl
Herr Bundeskanzler, das war Ihr Brief an die Pensionisten. Mittlerweile ist der Jahreswechsel da, und mittlerweile bekommen die Pensionisten solch einen Zettel zugeschickt. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Das nennt sich „Pensionsbescheid“ der Pensionsversicherungsanstalt – ich zeige Ihnen das einmal. Und hier schreiben die Pensionisten mit der Hand drauf, rechnen sich die Erhöhung ihrer Pension aus. Wissen Sie, was mir da einer ausgerechnet hat? Ich habe es nachgerechnet, es stimmt. Da hat einer eine Erhöhung von brutto 0,67 Prozent nach Abzug der erhöhten Krankenversicherungsbeiträge (Zwischenruf des Abg. Heinzl) und nach Berücksichtigung der kalten Progression, weil er in eine höhere Lohnsteuer fällt. Wissen Sie, was herauskommt? – Minus 4 Prozent, also weniger Pension, als er vorher hatte! Das ist ein Skandal! Das ist Pensionsraub! Und das ist Ihre Politik der gebrochenen Versprechen und der sozialen Kälte, die wir Ihnen vorwerfen, Herr Dr. Gusenbauer. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Riepl.
Herr Bundeskanzler, das war Ihr Brief an die Pensionisten. Mittlerweile ist der Jahreswechsel da, und mittlerweile bekommen die Pensionisten solch einen Zettel zugeschickt. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Das nennt sich „Pensionsbescheid“ der Pensionsversicherungsanstalt – ich zeige Ihnen das einmal. Und hier schreiben die Pensionisten mit der Hand drauf, rechnen sich die Erhöhung ihrer Pension aus. Wissen Sie, was mir da einer ausgerechnet hat? Ich habe es nachgerechnet, es stimmt. Da hat einer eine Erhöhung von brutto 0,67 Prozent nach Abzug der erhöhten Krankenversicherungsbeiträge (Zwischenruf des Abg. Heinzl) und nach Berücksichtigung der kalten Progression, weil er in eine höhere Lohnsteuer fällt. Wissen Sie, was herauskommt? – Minus 4 Prozent, also weniger Pension, als er vorher hatte! Das ist ein Skandal! Das ist Pensionsraub! Und das ist Ihre Politik der gebrochenen Versprechen und der sozialen Kälte, die wir Ihnen vorwerfen, Herr Dr. Gusenbauer. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Abg. Heinisch-Hosek: Haben Sie hinten Augen?
Dazu kommt noch Folgendes: Rund 800 000 Pensionisten, deren Pensionshöhe unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz liegt, unter den 726 €, bekommen überhaupt nur brutto maximal 1,7 Prozent, und wenn man das netto ausrechnet, sind es vielleicht 0,2/0,3 Prozent netto, also 2 oder 3 €, die diese Pensionisten mehr bekommen! 800 000 Pensionisten, die sich das Leben nicht mehr leisten können, die sich das Heizen nicht leisten können, die Sie mit dieser Pensionserhöhung im Stich gelassen haben! Und da sitzt ein grinsender Sozialminister im Hintergrund, der heute das auch noch verteidigt und auch noch für gut befindet. (Abg. Heinisch-Hosek: Haben Sie hinten Augen?)
Beifall beim BZÖ.
Sie haben abgedankt als Sozialdemokratie! Sie haben die Pensionisten im Stich gelassen! Ich hoffe, dass Ihnen die Pensionisten bei der nächsten Wahl genauso wie in Graz die Rechnung präsentieren werden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Herr Amon, ich bin schon gespannt, was Sie heute sagen. – Wo ist er denn? Hat er sich wieder entschuldigt, immer dann, wenn er Kritik übt? (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Heute stehen seine Aussagen in der Zeitung. Er gibt zu, dass die Pensionslösung – ich zitiere ihn wörtlich – ein Pallawatsch ist. Herr Kollege Amon! Dann gehen Sie her und bringen Sie sie mit einem Antrag zu Fall! Wir stimmen zu, dass wir den Pensionisten mehr als 3 Prozent zugestehen und dass wir auch denen, die unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz liegen, mehr zugestehen, als es dieser Bundeskanzler je zugestanden hat, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das wollen wir. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Amon, ich bin schon gespannt, was Sie heute sagen. – Wo ist er denn? Hat er sich wieder entschuldigt, immer dann, wenn er Kritik übt? (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Heute stehen seine Aussagen in der Zeitung. Er gibt zu, dass die Pensionslösung – ich zitiere ihn wörtlich – ein Pallawatsch ist. Herr Kollege Amon! Dann gehen Sie her und bringen Sie sie mit einem Antrag zu Fall! Wir stimmen zu, dass wir den Pensionisten mehr als 3 Prozent zugestehen und dass wir auch denen, die unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz liegen, mehr zugestehen, als es dieser Bundeskanzler je zugestanden hat, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das wollen wir. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Ich sage Ihnen, die Teuerungswelle muss abgegolten werden. Ich freue mich, dass der Herr Schüssel in der „Pressestunde“ nach vielen Wochen draufgekommen ist, dass die Inflation „ein Hammer“ ist. Das sagen wir seit Monaten, dass die Inflation „ein Hammer“ ist, dass die Menschen sich Brot, Milch, Lebensmittel nicht mehr leisten können. Die Champagner in den VIP-Zelten sind auch teurer geworden, aber das können Sie sich leisten. Nur Brot, Milch und Lebensmittel kann sich niemand mehr leisten. Daher verlangen wir von Ihnen eine Maßnahme, einen Teuerungsausgleich. Geben Sie den Menschen Geld in die Hand, damit sie sich wenigstens die Grundnahrungsmittel leisten können, damit sie sich das Heizen leisten können (Beifall beim BZÖ), einen Teuerungsausgleich von 200 € für alle Haushalte unter 3 000 € Einkommen, so wie es in Kärnten der Kärntner Landeshauptmann derzeit bereits auszahlt! Der macht das bereits. Denn dort, wo das BZÖ regiert, geht es den Menschen gut und bekommen sie das Geld auch in die Hand.
Beifall beim BZÖ.
Wir wollen auch konjunkturunterstützende Maßnahmen, die notwendig sind. Es ist nicht gottgewollt, dass die Wirtschaftsentwicklung so weitergeht – siehe Börsenkrach. Wir müssen die Konjunktur stützen. Wir müssen Steuern senken, den Menschen mehr Kaufkraft geben, die Stimmung verbessern, damit wieder eine Stimmung ins Land kommt, die die Menschen mit Zuversicht nach vorne schauen lässt, die positiv ist und wo nicht Ihre Lamentiererei über zu wenig Geld für die Pensionisten die Oberhand bekommt. Das ist ganz, ganz wichtig. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Pensionisten für dumm verkaufen und im Parlament immer drüberfahren wollen und sozusagen in unbändiger EU-Huldigung immer Ihren Knicks vor den EU-Gewaltigen machen, dann werden Sie dafür abgestraft werden mit einem Denkzettel bei der nächsten Wahl! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann Westenthaler, Ihre Vorwürfe bezüglich meiner Vorgangsweise und Vorsitzführung weise ich auf das Schärfste zurück. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und nie wurde eine Fernsehübertragung untersagt! Sie haben sie untersagt!
In diesem Haus hat es noch nie eine Fernsehübertragung ohne zwischen allen fünf Fraktionen vereinbarte Redeordnung gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Und nie wurde eine Fernsehübertragung untersagt! Sie haben sie untersagt!) Darüber herrscht auch Konsens, dass wir das auch in Zukunft nicht tun wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Fernsehübertragung untersagt!), solange es nicht andere Regelungen gibt, und dabei bleibe ich auch, so, wie das meine Vorgänger gemacht haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Fernsehübertragung untersagt!
In diesem Haus hat es noch nie eine Fernsehübertragung ohne zwischen allen fünf Fraktionen vereinbarte Redeordnung gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Und nie wurde eine Fernsehübertragung untersagt! Sie haben sie untersagt!) Darüber herrscht auch Konsens, dass wir das auch in Zukunft nicht tun wollen (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Fernsehübertragung untersagt!), solange es nicht andere Regelungen gibt, und dabei bleibe ich auch, so, wie das meine Vorgänger gemacht haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Medien zensuriert!
Für den Vorwurf der Erpressung, den Sie mir zugeworfen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Medien zensuriert!), erteile ich Ihnen, Herr Klubobmann Ing. Westenthaler, einen Ordnungsruf. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur haben Sie gemacht!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur haben Sie gemacht!
Für den Vorwurf der Erpressung, den Sie mir zugeworfen haben (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben die Medien zensuriert!), erteile ich Ihnen, Herr Klubobmann Ing. Westenthaler, einen Ordnungsruf. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur haben Sie gemacht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das Parlament als Zensur...! Medienzensur ist das!
Zu einer einleitenden Stellungnahme zu Wort gemeldet hat sich nun Herr Bundeskanzler Dr. Gusenbauer. Die Redezeit soll 10 Minuten nicht übersteigen. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das Parlament als Zensur...! Medienzensur ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was machen Sie dagegen? Geben Sie den Menschen Geld!
Ich halte es für sinnvoll, sich anzuschauen, ob es in Folge dieser internationalen Preiserhöhungen in Österreich nicht die einen oder anderen Trittbrettfahrer gibt, die versuchen, ihren eigenen Beitrag dazu zu leisten, dass die Teuerung noch verstärkt wird. Sie ist mit 3,6 Prozent eindeutig zu hoch. (Abg. Ing. Westenthaler: Was machen Sie dagegen? Geben Sie den Menschen Geld!) Diese Teuerungsrate frisst einen Großteil nicht nur der Pensionserhöhungen, sondern auch der Lohnerhöhungen, die im vergangenen Herbst ausverhandelt wurden, auf. Ich verstehe es daher, wenn viele Menschen der Meinung sind, dass sie aufgrund dieser Teuerung keinen wirklichen Zuwachs an Lebensqualität und an Einkommen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Was tun Sie dagegen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Was tun Sie dagegen?
Ich halte es für sinnvoll, sich anzuschauen, ob es in Folge dieser internationalen Preiserhöhungen in Österreich nicht die einen oder anderen Trittbrettfahrer gibt, die versuchen, ihren eigenen Beitrag dazu zu leisten, dass die Teuerung noch verstärkt wird. Sie ist mit 3,6 Prozent eindeutig zu hoch. (Abg. Ing. Westenthaler: Was machen Sie dagegen? Geben Sie den Menschen Geld!) Diese Teuerungsrate frisst einen Großteil nicht nur der Pensionserhöhungen, sondern auch der Lohnerhöhungen, die im vergangenen Herbst ausverhandelt wurden, auf. Ich verstehe es daher, wenn viele Menschen der Meinung sind, dass sie aufgrund dieser Teuerung keinen wirklichen Zuwachs an Lebensqualität und an Einkommen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Was tun Sie dagegen?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste gebrochene Versprechen!
Das waren die Kommentare. Das Einzige, was ich in diesem Zusammenhang verstehe, sind die Betroffenen, die im Dezember mit einer Inflationsrate von 3,6 Prozent konfrontiert waren, die jetzt ihre Pensionsbescheide bekommen und sehen, dass die Pensionserhöhung zwar höher ist als gesetzlich vorgesehen, aber nicht dem entspricht, was sie an Teuerungserfahrung haben. Ich weiß, dass für manche der Trost ein schwacher ist. Nur, der Punkt ist der: Die nächste Pensionserhöhung wird auf Basis der dann geltenden Teuerungsrate durchgeführt werden. Das heißt, Teuerungsraten werden im österreichischen Pensionssystem nicht im Vorhinein, sondern im Nachhinein abgegolten, also: Wenn die Inflationsrate so hoch bleibt, wie sie derzeit ist, wird die nächste Pensionsanpassung auf Basis der Gesetze, die in Österreich gelten, doch eine ziemlich beträchtliche sein müssen (Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste gebrochene Versprechen!) und daher auch entsprechende budgetäre Kosten verursachen. Das muss dem Hohen Haus bereits heute bekannt sein.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich muss aber den Vorwurf der sozialen Kälte angesichts einer Regelung, die um 150 Millionen € mehr vorgesehen hat, als es das Gesetz vorsieht, eindeutig zurückweisen, denn er entspricht nicht der Realität der Pensionserhöhung, die jetzt mit Beginn des Jahres 2008 durchgeführt wurde. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Ich erkläre es Ihnen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auch zu dem, was zu den so genannten Ungerechtigkeiten in diesem Zusammenhang gesagt wurde, ein offenes Wort. Natürlich ist es so, Herr Kollege Öllinger, dass wir gesagt haben: 1,7 Prozent für alle, und dann gibt es einen Zuschlag für diejenigen, die von der Pension leben müssen. Das heißt, bei allen Pensionen, die geringer sind als die Ausgleichszulage, ist völlig klar, dass durch das Anheben der Ausgleichszulage die Pensionserhöhung 2,9 Prozent beträgt. Sie weisen darauf hin, dass es eine Reihe von Pensionen gibt, wo es keine Ausgleichszulage gibt. Da stelle ich die Frage: Warum gibt es keine Ausgleichszulage? (Abg. Öllinger: Ich erkläre es Ihnen!) – Weil es offensichtlich im Haushalt ein zweites Einkommen gibt oder zusätzliche Einkommen gibt, die dazu führen, dass die Ausgleichszulage nicht zur Anwendung kommt. Aber klar ist, dass in Österreich jeder, der von seiner/ihrer Pension leben muss, zumindest im Ausmaß der Ausgleichszulage die 2,9 Prozent an Erhöhung bekommen hat. Ich meine daher, man sollte die Menschen nicht verunsichern und verwirren, wie das manche in den letzten Tagen getan haben. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auch zu dem, was zu den so genannten Ungerechtigkeiten in diesem Zusammenhang gesagt wurde, ein offenes Wort. Natürlich ist es so, Herr Kollege Öllinger, dass wir gesagt haben: 1,7 Prozent für alle, und dann gibt es einen Zuschlag für diejenigen, die von der Pension leben müssen. Das heißt, bei allen Pensionen, die geringer sind als die Ausgleichszulage, ist völlig klar, dass durch das Anheben der Ausgleichszulage die Pensionserhöhung 2,9 Prozent beträgt. Sie weisen darauf hin, dass es eine Reihe von Pensionen gibt, wo es keine Ausgleichszulage gibt. Da stelle ich die Frage: Warum gibt es keine Ausgleichszulage? (Abg. Öllinger: Ich erkläre es Ihnen!) – Weil es offensichtlich im Haushalt ein zweites Einkommen gibt oder zusätzliche Einkommen gibt, die dazu führen, dass die Ausgleichszulage nicht zur Anwendung kommt. Aber klar ist, dass in Österreich jeder, der von seiner/ihrer Pension leben muss, zumindest im Ausmaß der Ausgleichszulage die 2,9 Prozent an Erhöhung bekommen hat. Ich meine daher, man sollte die Menschen nicht verunsichern und verwirren, wie das manche in den letzten Tagen getan haben. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was aber in diesem Zusammenhang auffällig ist, sind natürlich die Ungerechtigkeiten, die wir nach wie vor im österreichischen Steuersystem haben, wie beispielsweise, dass relativ früh eine doch einigermaßen hohe Progression beginnt. Ich halte es daher für wichtig, dass man über die Steuerreform zu mehr Gerechtigkeit in Österreich kommt, und ich werde Sie bei der Debatte daran erinnern. Es wird darum gehen, vor allem die kleinen und mittleren Einkommen bei der Steuerreform wesentlich zu entlasten, wenn man die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit auch wirklich ernst nimmt, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was tun Sie dagegen?
die viele Menschen unangenehm trifft, eine neue Herausforderung für diese Bundesregierung darstellt (Abg. Ing. Westenthaler: Was tun Sie dagegen?), die wir sozial gerecht durch entsprechende Maßnahmen, durch Pensionserhöhungen und durch eine sozial gerechte Steuerreform beantworten werden, denn das haben sich die Menschen verdient. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
die viele Menschen unangenehm trifft, eine neue Herausforderung für diese Bundesregierung darstellt (Abg. Ing. Westenthaler: Was tun Sie dagegen?), die wir sozial gerecht durch entsprechende Maßnahmen, durch Pensionserhöhungen und durch eine sozial gerechte Steuerreform beantworten werden, denn das haben sich die Menschen verdient. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Ich bin wirklich sehr froh darüber, dass nach diesen Tiraden an Vorwürfen des Herrn Kollegen Westenthaler der Herr Bundeskanzler wieder Ruhe hereingebracht hat, denn es entspricht bitte der Würde des Hauses, dass man hier am RednerInnenpult sachlich debattiert und sich nicht in „weltmeisterlichen“ Vorwürfen ergießt, denn einzig und allein darin sind Sie Weltmeister – und nicht in sachlich richtiger Politik, denn vieles, was Sie heute gesagt haben, war sachlich einfach nicht richtig. Ich werde Ihnen jetzt das Gegenteil beweisen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben schon das Jahr 2008!
Wir haben aber, sehr geehrter Herr Kollege, noch drei Jahre in dieser Legislaturperiode vor uns (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben schon das Jahr 2008!), um weitere Veränderungen und Verbesserungen für die Menschen zustande zu bringen – und das werden wir auch tun!
Abg. Dr. Graf: An dieser Rede werden Sie noch gemessen werden!
Ja, die letzten sieben Jahre waren Jahre der Belastungen, das wissen Sie genauso gut wie ich. (Abg. Dr. Graf: An dieser Rede werden Sie noch gemessen werden!) Herbert Haupt und Ursula Haubner, die Ihrer Fraktion angehören, waren damals für die Sozialpolitik in unserem Lande zuständig. Die Bilanz der letzten sieben Jahre übergehe ich jetzt lieber; dazu möchte ich jetzt nichts mehr sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Ja, die letzten sieben Jahre waren Jahre der Belastungen, das wissen Sie genauso gut wie ich. (Abg. Dr. Graf: An dieser Rede werden Sie noch gemessen werden!) Herbert Haupt und Ursula Haubner, die Ihrer Fraktion angehören, waren damals für die Sozialpolitik in unserem Lande zuständig. Die Bilanz der letzten sieben Jahre übergehe ich jetzt lieber; dazu möchte ich jetzt nichts mehr sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Grillitsch: Unvorstellbar, was Sie da sagen!
Sagen möchte ich Ihnen vom BZÖ aber, dass Sie sehr einseitig hier debattieren, denn Sie wissen ganz genau, dass die Erwartungen und Bedürfnisse der Menschen aufgrund unterschiedlicher Lebensbedingungen sehr, sehr verschieden sind. (Abg. Grillitsch: Unvorstellbar, was Sie da sagen!) – Auf die Bilanz der letzten sieben Jahre im Sozialbereich sind Sie stolz? – Ich nicht, Herr Kollege Grillitsch! (Abg. Grillitsch: Unvorstellbar!) Ich rede sowieso weiter; das Reden lasse ich mir von Ihnen wirklich nicht verbieten!
Abg. Grillitsch: Unvorstellbar!
Sagen möchte ich Ihnen vom BZÖ aber, dass Sie sehr einseitig hier debattieren, denn Sie wissen ganz genau, dass die Erwartungen und Bedürfnisse der Menschen aufgrund unterschiedlicher Lebensbedingungen sehr, sehr verschieden sind. (Abg. Grillitsch: Unvorstellbar, was Sie da sagen!) – Auf die Bilanz der letzten sieben Jahre im Sozialbereich sind Sie stolz? – Ich nicht, Herr Kollege Grillitsch! (Abg. Grillitsch: Unvorstellbar!) Ich rede sowieso weiter; das Reden lasse ich mir von Ihnen wirklich nicht verbieten!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist es also, was Sie unter sozialer Wärme verstehen!
In unserem Land müssen wir uns unter anderem folgende Fragen stellen: Was brauchen Singles, was brauchen alleinerziehende Mütter mit Kindern? Was braucht ein Lehrling, was braucht eine Studentin beispielsweise aus dem Burgenland, die in Wien lebt und studiert? Was braucht eine Mehrkindfamilie, was brauchen Familien mit behinderten Kindern? Was brauchen beispielsweise homosexuelle Paare? (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist es also, was Sie unter sozialer Wärme verstehen!) Was brauchen Zuwanderinnen und Zuwanderer, was brauchen Asylwerberinnen und Asylwerber, damit sie hier Hoffnung haben und in Würde leben können? Was brauchen
Abg. Dr. Schüssel: Die Bilanz war wirklich sehr schlecht!
Jedenfalls: Die Maßnahmen, die bisher von dieser Bundesregierung gesetzt wurden, können sich sehen lassen; der Herr Bundeskanzler hat ja vorhin einige dieser Maßnahmen genannt. (Abg. Dr. Schüssel: Die Bilanz war wirklich sehr schlecht!) Ich habe mir das angeschaut, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen vom BZÖ, weiß allerdings nicht, ob Sie das auch schon gemacht haben – und kann Ihnen daher sagen: Es gab in dieser Legislaturperiode mehr als 120 Initiativen und Verbesserungen hauptsächlich sozialer Art: Initiativen, die zum Teil bereits gesetzt wurden beziehungsweise sich in Vorbereitung oder Umsetzung befinden. Das sind also, statistisch betrachtet, zehn Initiativen pro Monat; jeden dritten Tag eine neue Entwicklung, seit diese Bundesregierung im Amt ist. Nochmals: Diese Maßnahmen können sich sehen lassen: Ich weise da beispielsweise nur auf die Initiative 1 000 € Mindestlohn hin.
Beifall bei der SPÖ.
Die Zusammenarbeit zwischen Sozialpartnern und Regierung funktioniert hervorragend: In kürzester Zeit ist es gelungen, kollektivvertraglich festzulegen: 1 000 € Mindestlohn! Und wer sind da die hauptsächlichen Nutznießerinnen? – Jene Frauen, die bisher weniger als 1 000 € verdient haben, profitieren davon. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Hoffentlich ist Ihre Redezeit bald vorbei!
Nächstes Beispiel: die Pensionen. Diese wurden in den letzten beiden Jahren zweimal erhöht. Keine Frage: Das ist eine ganz wichtige Maßnahme für zwei Millionen Pensionistinnen und Pensionisten in unserem Land. Unterschiedliche Pensionserhöhungen, das ist aber klar, denn wenn man – das ist in jedem privaten Haushalt auch so – eine gewisse Summe an Geld hat, muss man damit auskommen, und zwar vom Ersten bis zum Letzten eines Monats. Eine Gemeinde hat ein Budget, ein Landtag hat ein Budget, eine Bundesregierung hat ein Budget – und das Budget, das für die Erhöhungen der Pensionen zur Verfügung gestellt wurde, hatte eben die Summe, die der Herr Bundeskanzler genannt hat: über 600 Millionen €. Und dabei muss man darauf achtgeben, dass dieses Geld so verteilt wird, dass genau die BezieherInnen von Mindestpensionen am meisten davon haben, denn diese brauchen es am allernotwendigsten. (Abg. Grillitsch: Hoffentlich ist Ihre Redezeit bald vorbei!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir stehen für die Vielfalt – und keinesfalls für die Einfalt, Herr Kollege Westenthaler. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Jetzt kommt eine gescheite Bilanz!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Mitterlehner. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Schüssel: Jetzt kommt eine gescheite Bilanz!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
er die Spitze der Moralisierungspyramide erreichen möchte. – Dazu, Herr Abgeordneter Westenthaler: Sie haben auf jeden Fall eines erreicht: die Spitze der Skandalierungspyramide. Mit einer derartigen Wortwahl können Sie populistisch nicht punkten bei jenen, die jetzt beispielsweise via TV zuschauen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Ich habe das BZÖ gemeint! Sie waren die Sozialpolitiker!
Aber, Frau Kollegin Heinisch-Hosek, ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich finde es nicht richtig, wenn Sie hier jetzt wieder damit beginnen, zu versuchen, alte Rechnungen zwischen den großen Parteien in die Debatte zu werfen; beispielsweise: Was hat die letzte Regierung gemacht, was haben wir gemacht und so weiter? Das bringt uns doch in der Sache überhaupt nicht weiter! (Abg. Heinisch-Hosek: Ich habe das BZÖ gemeint! Sie waren die Sozialpolitiker!)
Zwischenrufe beim BZÖ.
Stark gestiegen sind – zweitens – die Preise für Nahrungsmittel, und zwar um 4,1 Prozent; das sind 20 Prozent der Ursachen insgesamt, weshalb die Inflationsrate gestiegen ist – aber doch nicht deshalb, weil da irgendjemand so großartig dabei verdienen würde, sondern das waren Anpassungen im Zusammenhang mit der Weltwirtschaft beziehungsweise waren diese Anpassungen zur Konkurrenzfähigkeit der jeweiligen Betriebe erforderlich. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher die Fragestellung: Was können wir tun? Erstens einmal: Hausaufgaben lösen – da ist natürlich auch die öffentliche Hand gefordert. Die Stadt Wien beispielsweise, aber auch andere Städte haben die Gebühren erhöht, aber ich erwähne auch den ORF mit seiner Gebührenerhöhung, was im Jahre 2008 sicherlich nicht dazu beitragen wird, dass die Inflationsrate sinkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir sind auch der Meinung – rund um die Finanzierung der Gebietskrankenkassen –: Die Lohnnebenkosten sollte man nicht erhöhen, und natürlich wird eine Steuerreform, die die Familien besserstellt, eine wichtige Maßnahme sein, jenen zu helfen, die jetzt sozusagen keinen finanziellen Bewegungsspielraum haben, weil sie alle finanziellen Mittel für Konsumgüter aufwenden müssen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Letzten Endes reden wir da aber auch von einem internationalen Problem – neben Inflationsrate, Wettbewerbsfähigkeit und so weiter –: Auch die EZB und andere sind gefordert. Daher: Die Dinge dort lassen, wo sie sind, also die Kirche im Dorf – und (in Richtung BZÖ) Ihre Reden auch. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek macht eine Handbewegung.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Wir Grünen treten für ein Pensionssystem ein, in dem jeder und jede – das ist wichtig, Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek –, jede die gleiche Grund- oder Mindestpension hat und es dazu eine Sozialversicherungspension gibt, abhängig von der Höhe der Leistungen, von der Zahl der Jahre, die man eingezahlt hat, nach dem Motto: Was es wiegt, das hat’s. Aber ... (Abg. Heinisch-Hosek macht eine Handbewegung.) – Nein, Sie brauchen nicht mit dem Finger zu zeigen. Wir haben auch bewiesen, dass das leistbar ist. Die wichtige Voraussetzung ist, dass Sie sich und wir alle uns zu dem Grundsatz bekennen: Es kann in der Berechnung keinen Unterschied zwischen einer Männerpension und einer Frauenpension geben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Wir Grünen treten für ein Pensionssystem ein, in dem jeder und jede – das ist wichtig, Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek –, jede die gleiche Grund- oder Mindestpension hat und es dazu eine Sozialversicherungspension gibt, abhängig von der Höhe der Leistungen, von der Zahl der Jahre, die man eingezahlt hat, nach dem Motto: Was es wiegt, das hat’s. Aber ... (Abg. Heinisch-Hosek macht eine Handbewegung.) – Nein, Sie brauchen nicht mit dem Finger zu zeigen. Wir haben auch bewiesen, dass das leistbar ist. Die wichtige Voraussetzung ist, dass Sie sich und wir alle uns zu dem Grundsatz bekennen: Es kann in der Berechnung keinen Unterschied zwischen einer Männerpension und einer Frauenpension geben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir wollen, dass das Pensionssystem und die Pensionserhöhung nicht neue Ungerechtigkeiten schaffen. Wir wollen, dass mit gleichem Maßstab gemessen wird, was Männer und Frauen angeht. Und das ist bei dieser Pensionserhöhung – tut mir leid; das geht an die Adresse beider Regierungsparteien – nicht der Fall! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie wissen genauso gut wie ich, dass diese 2 Prozent natürlich durch die Steuer, vor allem in den höheren Bereichen, heruntergekürzt werden. Sie wissen genauso gut wie ich, Herr Abgeordneter Westenthaler – das an Ihre Adresse –, dass zu Zeiten, in denen Sie in der Regierung waren, die Pensionen nicht einmal im Wert gestiegen, sondern gesunken sind! Das haben Sie zu verantworten, Herr Abgeordneter Westenthaler. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Aber ich möchte Ihnen schon auch etwas sagen – an die Adresse der Regierungsparteien gerichtet –: Wenn mir jemand einen Brief schreibt, ob ich auf die Pensionserhöhung verzichte, damit es mir nicht schlechter geht als im Vorjahr, dann trifft das natürlich auch diese Pensionserhöhung. Auch diese Fälle gibt es. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Darum, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist diese Pensionserhöhung verfassungswidrig. Ich lade Sie ein, einer Verfassungsklage gegen diese Pensionserhöhung näherzutreten. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
bei der ÖVP war man soziale Eiskastenpolitik gewohnt, mit Unterstützung des BZÖ. Deshalb ist es durchaus skurril, dass heute genau jene, die damals bei den Verteuerungswellen dabei waren und damals auch begeistert für den Abfangjägerdeal gestimmt haben, hier eigentlich für Unglaubwürdigkeit im Land stehen. Ich darf nur daran erinnern, wir mussten damals dieses Plakat von Herrn Haider lesen (der Redner hält eine Tafel mit der Aufschrift „Für Österreich geschafft. Jörg Haider stoppt Abfangjäger“ in die Höhe), einem Vertreter des BZÖ, der großartig verkündet hat, den Abfangjäger gestoppt zu haben. – Das Gegenteil war der Fall! Das war ja genau der Grund. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.
All diese Proponenten sitzen heute im BZÖ, die damals die freiheitliche Politik mit Teuerungswellen, mit Unfallrentenbesteuerung, mit EU-Beitragsverdoppelung und vielem mehr verraten und verkauft haben. Sie sind kein glaubwürdiger Vertreter, Sie gehören zur Sozialbelastungspolitik der vergangenen Jahre und haben deshalb gemeinsam mit der ÖVP am 1. Oktober 2006 dafür auch eine Absage erteilt bekommen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Das ist die Unwahrheit!
Es geht um die Verteilungsgerechtigkeit, über die wir diskutieren müssen. Wir erleben hier ernüchternde Entwicklungen, wo die Menschen mit ihrem Einkommen nicht mehr auskommen und die Pensionisten wieder ausgesackelt worden sind, wieder keine entsprechende Indexanpassung erhalten haben. In den letzten Jahren haben ÖVP und BZÖ gemeinsam dafür Sorge getragen, dass die Pensionisten ausgesackelt worden sind. Jahrelang keine Indexanpassung! Aber jetzt haben Sie das nicht ausgeglichen, Sie haben wieder bei diesem Belastungsspiel für die Pensionisten mitgemacht. (Abg. Heinisch-Hosek: Das ist die Unwahrheit!)
Beifall bei der FPÖ
Wir haben sehr viele Pensionisten in Österreich – immer mehr –, die mit ihrer kargen Pension nicht auskommen. Wenn diese jetzt ihren Pensionszettel bekommen und draufschauen, Sie von „Pensionserhöhung“ sprechen, dann müssen sich die Pensionisten von den Sozialdemokraten und von der Österreichischen Volkspartei gepflanzt fühlen, weil gleichzeitig Verteuerungswellen Realität sind (Beifall bei der FPÖ), Mietkosten erhöht werden, Betriebskosten erhöht werden, Lebensmittelpreise steigen und man dann eine karge Pensionserhöhung von vielleicht einem, 2 oder 3 € im Monat vorliegen hat. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Da muss man sich gepflanzt fühlen. Das ist nicht sozial, das ist asozial! (Abgeordnete der FPÖ halten ein Transparent mit der Aufschrift „Soziales Österreich statt EU-Diktatur!“ in die Höhe.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir haben sehr viele Pensionisten in Österreich – immer mehr –, die mit ihrer kargen Pension nicht auskommen. Wenn diese jetzt ihren Pensionszettel bekommen und draufschauen, Sie von „Pensionserhöhung“ sprechen, dann müssen sich die Pensionisten von den Sozialdemokraten und von der Österreichischen Volkspartei gepflanzt fühlen, weil gleichzeitig Verteuerungswellen Realität sind (Beifall bei der FPÖ), Mietkosten erhöht werden, Betriebskosten erhöht werden, Lebensmittelpreise steigen und man dann eine karge Pensionserhöhung von vielleicht einem, 2 oder 3 € im Monat vorliegen hat. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Da muss man sich gepflanzt fühlen. Das ist nicht sozial, das ist asozial! (Abgeordnete der FPÖ halten ein Transparent mit der Aufschrift „Soziales Österreich statt EU-Diktatur!“ in die Höhe.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Und Sie sollten sich mehr (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen) – ich komme schon zum Schlusssatz, Frau Präsidentin – um die österreichischen Interessen im Sinne sozialer Verantwortung bemühen und in diesem Land keine „EU-Bücklingspolitik“ betreiben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und Sie sollten sich mehr (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen) – ich komme schon zum Schlusssatz, Frau Präsidentin – um die österreichischen Interessen im Sinne sozialer Verantwortung bemühen und in diesem Land keine „EU-Bücklingspolitik“ betreiben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Schönes Transparent!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Sie haben Ihr Transparent hergezeigt. Ich ersuche Sie, dieses wieder einzurollen. – Danke. (Abg. Dr. Haimbuchner: Schönes Transparent!)
Abg. Strache: Sie waren bei den Verteuerungswellen nicht dabei?
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Mein Vorredner, Herr Strache, hat die von uns, vom BZÖ initiierte Debatte über die soziale Lage in Österreich als „skurril“ bezeichnet. Ich weiß nicht, was daran ... (Abg. Strache: Sie waren bei den Verteuerungswellen nicht dabei?) – Ah, Sie nicht, Herr Strache? Sie nicht! (Abg. Strache: Wir haben Sie damals dafür kritisiert!)
Abg. Strache: Wir haben Sie damals dafür kritisiert!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Mein Vorredner, Herr Strache, hat die von uns, vom BZÖ initiierte Debatte über die soziale Lage in Österreich als „skurril“ bezeichnet. Ich weiß nicht, was daran ... (Abg. Strache: Sie waren bei den Verteuerungswellen nicht dabei?) – Ah, Sie nicht, Herr Strache? Sie nicht! (Abg. Strache: Wir haben Sie damals dafür kritisiert!)
Abg. Strache: Mit der waren wir nicht zufrieden!
Das ist nämlich das Skurrile, dass hier der Herr Strache immer wieder herauskommt und die Regierung Schüssel/Riess-Passer (Abg. Strache: Mit der waren wir nicht zufrieden!), Schüssel/Gorbach, Schüssel/Haupt zwischen 2000 und 2007 kritisiert, wobei mittlerweile schon ganz Österreich draufgekommen ist, dass das die bessere Zeit gewesen ist als das, was wir jetzt haben, was Sie sich gewünscht haben, nämlich wieder eine große Koalition. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist nämlich das Skurrile, dass hier der Herr Strache immer wieder herauskommt und die Regierung Schüssel/Riess-Passer (Abg. Strache: Mit der waren wir nicht zufrieden!), Schüssel/Gorbach, Schüssel/Haupt zwischen 2000 und 2007 kritisiert, wobei mittlerweile schon ganz Österreich draufgekommen ist, dass das die bessere Zeit gewesen ist als das, was wir jetzt haben, was Sie sich gewünscht haben, nämlich wieder eine große Koalition. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Und auch kritisiert hat!
Aber das, was er verschweigt, ist, dass er fünf von sieben Jahren mit dabei gewesen ist (Abg. Strache: Und auch kritisiert hat!), die FPÖ und auch der Herr Strache mit dabei gewesen sind bei dieser Regierung. (Beifall beim BZÖ.) Wenn Sie dann hier – und das ist ja besonders skurril – noch Plakate mit dem Abfangjäger-Stopp herzeigen, dann müssen Sie, glaube ich, doch im Komitee gewesen sein, das dieses Plakat erstellt hat (Abg. Strache: Sie waren Klubobmann), denn damals, 2002, sind Sie in
Beifall beim BZÖ.
Aber das, was er verschweigt, ist, dass er fünf von sieben Jahren mit dabei gewesen ist (Abg. Strache: Und auch kritisiert hat!), die FPÖ und auch der Herr Strache mit dabei gewesen sind bei dieser Regierung. (Beifall beim BZÖ.) Wenn Sie dann hier – und das ist ja besonders skurril – noch Plakate mit dem Abfangjäger-Stopp herzeigen, dann müssen Sie, glaube ich, doch im Komitee gewesen sein, das dieses Plakat erstellt hat (Abg. Strache: Sie waren Klubobmann), denn damals, 2002, sind Sie in
Abg. Strache: Sie waren Klubobmann
Aber das, was er verschweigt, ist, dass er fünf von sieben Jahren mit dabei gewesen ist (Abg. Strache: Und auch kritisiert hat!), die FPÖ und auch der Herr Strache mit dabei gewesen sind bei dieser Regierung. (Beifall beim BZÖ.) Wenn Sie dann hier – und das ist ja besonders skurril – noch Plakate mit dem Abfangjäger-Stopp herzeigen, dann müssen Sie, glaube ich, doch im Komitee gewesen sein, das dieses Plakat erstellt hat (Abg. Strache: Sie waren Klubobmann), denn damals, 2002, sind Sie in
Abg. Strache: Genau das Gegenteil!
Knittelfeld mit dabei gewesen, dass man eine gute Regierung hinauswirft (Abg. Strache: Genau das Gegenteil!), leider, und solche Plakate macht! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Knittelfeld mit dabei gewesen, dass man eine gute Regierung hinauswirft (Abg. Strache: Genau das Gegenteil!), leider, und solche Plakate macht! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Strache. – Abg. Strache: Das ist skurril!
Ich war immer gegen diese Dinge, Herr Strache. (Ironische Heiterkeit des Abg. Strache. – Abg. Strache: Das ist skurril!) Aber, der Skurrilität noch nicht genug, er sagt ja immer, er sei gegen diesen EU-Vertrag, er sei EU-kritisch. Aber wenn es dann darum geht, Flagge zu zeigen (Abg. Dr. Haimbuchner: Keine Ahnung!) – und das war nämlich der Beginn der heutigen Debatte, Herr Kollege Strache –, wenn es darum geht – und ich bin nicht so gegen diesen EU-Vertrag wie manch andere, aber ich bin für ... (Abg. Strache: Ihr seid ja für die EU-Verfassung! Ihr habt mit Hurra dafür gestimmt!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Keine Ahnung!
Ich war immer gegen diese Dinge, Herr Strache. (Ironische Heiterkeit des Abg. Strache. – Abg. Strache: Das ist skurril!) Aber, der Skurrilität noch nicht genug, er sagt ja immer, er sei gegen diesen EU-Vertrag, er sei EU-kritisch. Aber wenn es dann darum geht, Flagge zu zeigen (Abg. Dr. Haimbuchner: Keine Ahnung!) – und das war nämlich der Beginn der heutigen Debatte, Herr Kollege Strache –, wenn es darum geht – und ich bin nicht so gegen diesen EU-Vertrag wie manch andere, aber ich bin für ... (Abg. Strache: Ihr seid ja für die EU-Verfassung! Ihr habt mit Hurra dafür gestimmt!)
Abg. Strache: Ihr seid ja für die EU-Verfassung! Ihr habt mit Hurra dafür gestimmt!
Ich war immer gegen diese Dinge, Herr Strache. (Ironische Heiterkeit des Abg. Strache. – Abg. Strache: Das ist skurril!) Aber, der Skurrilität noch nicht genug, er sagt ja immer, er sei gegen diesen EU-Vertrag, er sei EU-kritisch. Aber wenn es dann darum geht, Flagge zu zeigen (Abg. Dr. Haimbuchner: Keine Ahnung!) – und das war nämlich der Beginn der heutigen Debatte, Herr Kollege Strache –, wenn es darum geht – und ich bin nicht so gegen diesen EU-Vertrag wie manch andere, aber ich bin für ... (Abg. Strache: Ihr seid ja für die EU-Verfassung! Ihr habt mit Hurra dafür gestimmt!)
Abg. Strache: Die österreichischen Interessen verkauft!
Herr Strache, wir sind für eine demokratische Umsetzung, wir sind für eine demokratische Behandlung (Abg. Strache: Die österreichischen Interessen verkauft!), wir wollen nicht, dass man, wenn in einem Bundesland eine Volksbefragung stattfindet, Tatsachen schafft, indem man bereits davor diese Ratifizierung durchpeitscht. (Abg. Strache: Ihr seid gegen eine Volksabstimmung in Österreich! Ihr habt die Volksabstimmung in Österreich verhindert!)
Abg. Strache: Ihr seid gegen eine Volksabstimmung in Österreich! Ihr habt die Volksabstimmung in Österreich verhindert!
Herr Strache, wir sind für eine demokratische Umsetzung, wir sind für eine demokratische Behandlung (Abg. Strache: Die österreichischen Interessen verkauft!), wir wollen nicht, dass man, wenn in einem Bundesland eine Volksbefragung stattfindet, Tatsachen schafft, indem man bereits davor diese Ratifizierung durchpeitscht. (Abg. Strache: Ihr seid gegen eine Volksabstimmung in Österreich! Ihr habt die Volksabstimmung in Österreich verhindert!)
Abg. Strache: Wir wollen Verfassungsausschüsse!
Herr Kollege Strache, und was machen Sie? Was wollen Sie? (Abg. Strache: Wir wollen Verfassungsausschüsse!) – Sie wollen Verfassungsausschüsse? Sie wollen dieser Husch-Pfusch-Aktion zustimmen. (Abg. Strache: Nein!) Das BZÖ war die einzige Partei (Beifall beim BZÖ), die dieser undemokratischen Vorgangsweise etwas entgegengesetzt hat. (Abg. Strache: Das ist genau die Unwahrheit! Sobald Sie den Mund aufmachen, sagen Sie die Unwahrheit!) Sie sitzen in einem Boot mit der ÖVP, den Grünen und der SPÖ bei einer Husch-Pfusch-Aktion, die diesen EU-Vertrag zu einer Zeit umsetzen, zu der das überhaupt nicht notwendig ist. (Abg. Strache: Die Unwahrheit verkünden, wo es nur geht! Das ist Ihre Methode!)
Abg. Strache: Nein!
Herr Kollege Strache, und was machen Sie? Was wollen Sie? (Abg. Strache: Wir wollen Verfassungsausschüsse!) – Sie wollen Verfassungsausschüsse? Sie wollen dieser Husch-Pfusch-Aktion zustimmen. (Abg. Strache: Nein!) Das BZÖ war die einzige Partei (Beifall beim BZÖ), die dieser undemokratischen Vorgangsweise etwas entgegengesetzt hat. (Abg. Strache: Das ist genau die Unwahrheit! Sobald Sie den Mund aufmachen, sagen Sie die Unwahrheit!) Sie sitzen in einem Boot mit der ÖVP, den Grünen und der SPÖ bei einer Husch-Pfusch-Aktion, die diesen EU-Vertrag zu einer Zeit umsetzen, zu der das überhaupt nicht notwendig ist. (Abg. Strache: Die Unwahrheit verkünden, wo es nur geht! Das ist Ihre Methode!)
Beifall beim BZÖ
Herr Kollege Strache, und was machen Sie? Was wollen Sie? (Abg. Strache: Wir wollen Verfassungsausschüsse!) – Sie wollen Verfassungsausschüsse? Sie wollen dieser Husch-Pfusch-Aktion zustimmen. (Abg. Strache: Nein!) Das BZÖ war die einzige Partei (Beifall beim BZÖ), die dieser undemokratischen Vorgangsweise etwas entgegengesetzt hat. (Abg. Strache: Das ist genau die Unwahrheit! Sobald Sie den Mund aufmachen, sagen Sie die Unwahrheit!) Sie sitzen in einem Boot mit der ÖVP, den Grünen und der SPÖ bei einer Husch-Pfusch-Aktion, die diesen EU-Vertrag zu einer Zeit umsetzen, zu der das überhaupt nicht notwendig ist. (Abg. Strache: Die Unwahrheit verkünden, wo es nur geht! Das ist Ihre Methode!)
Abg. Strache: Das ist genau die Unwahrheit! Sobald Sie den Mund aufmachen, sagen Sie die Unwahrheit!
Herr Kollege Strache, und was machen Sie? Was wollen Sie? (Abg. Strache: Wir wollen Verfassungsausschüsse!) – Sie wollen Verfassungsausschüsse? Sie wollen dieser Husch-Pfusch-Aktion zustimmen. (Abg. Strache: Nein!) Das BZÖ war die einzige Partei (Beifall beim BZÖ), die dieser undemokratischen Vorgangsweise etwas entgegengesetzt hat. (Abg. Strache: Das ist genau die Unwahrheit! Sobald Sie den Mund aufmachen, sagen Sie die Unwahrheit!) Sie sitzen in einem Boot mit der ÖVP, den Grünen und der SPÖ bei einer Husch-Pfusch-Aktion, die diesen EU-Vertrag zu einer Zeit umsetzen, zu der das überhaupt nicht notwendig ist. (Abg. Strache: Die Unwahrheit verkünden, wo es nur geht! Das ist Ihre Methode!)
Abg. Strache: Die Unwahrheit verkünden, wo es nur geht! Das ist Ihre Methode!
Herr Kollege Strache, und was machen Sie? Was wollen Sie? (Abg. Strache: Wir wollen Verfassungsausschüsse!) – Sie wollen Verfassungsausschüsse? Sie wollen dieser Husch-Pfusch-Aktion zustimmen. (Abg. Strache: Nein!) Das BZÖ war die einzige Partei (Beifall beim BZÖ), die dieser undemokratischen Vorgangsweise etwas entgegengesetzt hat. (Abg. Strache: Das ist genau die Unwahrheit! Sobald Sie den Mund aufmachen, sagen Sie die Unwahrheit!) Sie sitzen in einem Boot mit der ÖVP, den Grünen und der SPÖ bei einer Husch-Pfusch-Aktion, die diesen EU-Vertrag zu einer Zeit umsetzen, zu der das überhaupt nicht notwendig ist. (Abg. Strache: Die Unwahrheit verkünden, wo es nur geht! Das ist Ihre Methode!)
Beifall beim BZÖ.
Frau Präsidentin, genau darum ist es am Anfang gegangen. Eine Debatte im Fernsehen, eine Fernsehübertragung mit der Zustimmung einer Fraktion zu einer undemokratischen Vorgangsweise bei der Ratifizierung des EU-Vertrags zu junktimieren, das hat es wirklich noch nie gegeben. Dass man sagt, verzichtet auf eine Einwendungsdebatte, wenn es darum geht, Petitionen, Entscheidungen und Initiativen der Bevölkerung nicht als letzten Tagesordnungspunkt zu platzieren, sondern hier an prominenter Stelle zu bringen, das dann zu junktimieren und zu sagen, das geben wir euch auch noch, aber ihr müsst diesem Fahrplan der EU zustimmen, das, Frau Präsidentin, ist wirklich einzigartig. Das ist nicht der Parlamentarismus, den Ihre Fraktion in der Regierung uns allen versprochen hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Das ist das neue BZÖ! Die SPÖ ist das neue BZÖ in der Bundesregierung! Ihr zwei könnt euch verbrüdern!
Das kritisieren wir, Herr Bundeskanzler! Das ist Ihr Problem. Sie haben sehr viel versprochen und alles gebrochen, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Das ist das neue BZÖ! Die SPÖ ist das neue BZÖ in der Bundesregierung! Ihr zwei könnt euch verbrüdern!) – Nun kommt wieder der Herr Strache als Verteidiger der SPÖ. Wunderbar! Das passt ja.
Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben gar nichts gemacht!
jene Pensionen bekommen werden, welche die heutigen Pensionisten bekommen. Deshalb verlangen wir auch eine steuerliche Entlastung der jungen Menschen, der Leistungsgeneration, der arbeitenden Menschen – und nicht mit Mindestlöhnen von 1 000 € brutto, Frau Kollegin. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben gar nichts gemacht!) Das ist netto wenig mehr als Ihre Grundsicherung fürs Nichtstun. Es soll eine wirklich spürbare steuerliche Entlastung geben, damit sich die Menschen wieder mehr leisten können (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm), damit die Kaufkraft gesteigert wird und die Wirtschaft verbessert wird, die wiederum Arbeitsplätze schafft, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm
jene Pensionen bekommen werden, welche die heutigen Pensionisten bekommen. Deshalb verlangen wir auch eine steuerliche Entlastung der jungen Menschen, der Leistungsgeneration, der arbeitenden Menschen – und nicht mit Mindestlöhnen von 1 000 € brutto, Frau Kollegin. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben gar nichts gemacht!) Das ist netto wenig mehr als Ihre Grundsicherung fürs Nichtstun. Es soll eine wirklich spürbare steuerliche Entlastung geben, damit sich die Menschen wieder mehr leisten können (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm), damit die Kaufkraft gesteigert wird und die Wirtschaft verbessert wird, die wiederum Arbeitsplätze schafft, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
jene Pensionen bekommen werden, welche die heutigen Pensionisten bekommen. Deshalb verlangen wir auch eine steuerliche Entlastung der jungen Menschen, der Leistungsgeneration, der arbeitenden Menschen – und nicht mit Mindestlöhnen von 1 000 € brutto, Frau Kollegin. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben gar nichts gemacht!) Das ist netto wenig mehr als Ihre Grundsicherung fürs Nichtstun. Es soll eine wirklich spürbare steuerliche Entlastung geben, damit sich die Menschen wieder mehr leisten können (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm), damit die Kaufkraft gesteigert wird und die Wirtschaft verbessert wird, die wiederum Arbeitsplätze schafft, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: 16 000 neue Arbeitsplätze!
Nicht Staatswirtschaft, so wie Sie das immer unterstützt haben, sondern die Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze schaffen (Abg. Heinisch-Hosek: 16 000 neue Arbeitsplätze!) und dadurch wieder das Steueraufkommen erhöhen, damit die Gesellschaft auch weiter wächst. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das wäre eine interessante, eine liberale Art und Weise, Wirtschaftspolitik zu machen, aber nicht das Kaschieren Ihrer gebrochenen Wahlversprechen. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Nicht Staatswirtschaft, so wie Sie das immer unterstützt haben, sondern die Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze schaffen (Abg. Heinisch-Hosek: 16 000 neue Arbeitsplätze!) und dadurch wieder das Steueraufkommen erhöhen, damit die Gesellschaft auch weiter wächst. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das wäre eine interessante, eine liberale Art und Weise, Wirtschaftspolitik zu machen, aber nicht das Kaschieren Ihrer gebrochenen Wahlversprechen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nicht Staatswirtschaft, so wie Sie das immer unterstützt haben, sondern die Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze schaffen (Abg. Heinisch-Hosek: 16 000 neue Arbeitsplätze!) und dadurch wieder das Steueraufkommen erhöhen, damit die Gesellschaft auch weiter wächst. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das wäre eine interessante, eine liberale Art und Weise, Wirtschaftspolitik zu machen, aber nicht das Kaschieren Ihrer gebrochenen Wahlversprechen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Ihr seid keine soziale Partei mehr! Das muss man sagen! Die Sozialdemokratie soll „sozial“ aus dem Parteinamen streichen!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Ich glaube, wir können den Bruderkampf, ob jetzt die Blauen oder die Orangen die besseren Blauen oder Orangen sind, beiseite lassen. Das könnt ihr euch irgendwo anders ausmachen. Ich denke, dass das eigentlich nur eine Vertreibung von Wählern beziehungsweise Zusehern ist. (Abg. Strache: Ihr seid keine soziale Partei mehr! Das muss man sagen! Die Sozialdemokratie soll „sozial“ aus dem Parteinamen streichen!)
Abg. Strache: Das neue BZÖ in der Bundesregierung: die SPÖ!
Dem Vorwurf der „sozialen Kälte“ stelle ich mich gerne. Da kann man sich gerne anschauen, was unter Ihrer Regierung passiert ist. Das kann man wunderbar vergleichen mit dem, was diese Regierung macht. (Abg. Strache: Das neue BZÖ in der Bundesregierung: die SPÖ!) Und da brauche ich mir nur zum Beispiel anzuschauen ... (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ich verdiene die Hälfte von Ihnen, das stimmt, und ich verdiene sehr gut. Ja, die Hälfte von Ihnen.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Dem Vorwurf der „sozialen Kälte“ stelle ich mich gerne. Da kann man sich gerne anschauen, was unter Ihrer Regierung passiert ist. Das kann man wunderbar vergleichen mit dem, was diese Regierung macht. (Abg. Strache: Das neue BZÖ in der Bundesregierung: die SPÖ!) Und da brauche ich mir nur zum Beispiel anzuschauen ... (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) – Ich verdiene die Hälfte von Ihnen, das stimmt, und ich verdiene sehr gut. Ja, die Hälfte von Ihnen.
Abg. Ing. Westenthaler: VIP-Loge beim Opernball auf Steuerzahlerkosten! 17 000 €!
Aber die Frage ist: Was haben Sie in Ihrer Regierungszeit mit den Pensionen gemacht? – Jetzt rede ich noch gar nicht von Ihrer Pensionskürzungsreform (Abg. Ing. Westenthaler: VIP-Loge beim Opernball auf Steuerzahlerkosten! 17 000 €!), der wir die Giftzähne gezogen haben und 40 Prozent der Menschen wieder mehr Pension erhalten als das, was Sie beschlossen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber die Frage ist: Was haben Sie in Ihrer Regierungszeit mit den Pensionen gemacht? – Jetzt rede ich noch gar nicht von Ihrer Pensionskürzungsreform (Abg. Ing. Westenthaler: VIP-Loge beim Opernball auf Steuerzahlerkosten! 17 000 €!), der wir die Giftzähne gezogen haben und 40 Prozent der Menschen wieder mehr Pension erhalten als das, was Sie beschlossen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Warum merken das die Leute nicht?
Und was macht diese Bundesregierung? – Sie erhöht die Mindestpensionen deutlich. Ist das so, dass ich jetzt sage, um Gottes Willen, man kann zufrieden sein? Nein! Wenn sich die Inflationsrate sechs oder acht Wochen nach dem Beschluss verdoppelt und auf über 3 Prozent erhöht, ist Verständnis da, dass das natürlich bei der nächsten Pensionserhöhung eine genaue Berücksichtigung finden muss. Das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Dr. Graf: Warum merken das die Leute nicht?) Aber sich darüber aufzuregen, dass wir zu wenig machen, obwohl wir mehr machen, als Sie gesetzlich beschlossen haben, ist lächerlich!
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.
Sie haben jahrelang weder Schülerbeihilfen noch Stipendien erhöht. Was passiert jetzt? – Sie werden um 12 beziehungsweise um 15 Prozent erhöht. Und jetzt kommen wieder als neue Maßnahme über 5 000 Studenten dazu, die dadurch auch keine Studiengebühren mehr zahlen müssen. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Zweite, was uns wesentlich ist, ist, dass sie gerecht sein muss. Es gibt verschiedene Einkommensarten: Es kann jemand durch Aktienspekulationen Geld verdienen. Dieser zahlt heute mitunter sogar null Euro Steuern. Es kann jemand durch Zinseinkünfte Geld verdienen. Dieser zahlt 25 Prozent Steuern. Und es kann jemand arbeiten gehen. Der zahlt 43 Prozent Steuern – wenn ich den Dienstgeberanteil dazurechne, komme ich auf über 60 Prozent. Das heißt, es ist wichtig, dass wir diese Ungerechtigkeiten beseitigen. Was am markantesten auffällt – da hat sich ja die ÖVP schon einen Schritt bewegt –, ist, dass Gewinne durch Aktienoptionen von Managern nicht steuerfrei gestellt werden können. Wir sagen: Das ist zu wenig! Gewinne aus Aktienspekulation können nicht weniger besteuert werden – diese werden im Moment gar nicht besteuert –, als wenn jemand arbeiten geht und sein Geld durch schwere Arbeit verdient. Also: Gerecht muss sie sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt: sozial, gerecht und sicher! Das ist eine Politik mit sozialer Handschrift. Die machen wir, und jeder ist gerne eingeladen, diesen Weg mitzugehen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
demonstrativer Beifall des Abg. Strache
Die Schlagwörter „soziale Kälte“ und „Steuerentlastung“ (demonstrativer Beifall des Abg. Strache) kennen wir aus vielen Debatten. Sie kommen eigenartigerweise immer von der Opposition. Vor zwei Jahren war es das Thema der SPÖ (Abg. Strache: Das ist richtig! Das ist eine richtige Analyse!) – damals in Opposition –, das BZÖ hat dagegen argumentiert. Heute ist es genau umgekehrt: Das BZÖ schimpft, die SPÖ verteidigt. Wie gesagt, der Standort bestimmt den Standpunkt.
Abg. Strache: Das ist richtig! Das ist eine richtige Analyse!
Die Schlagwörter „soziale Kälte“ und „Steuerentlastung“ (demonstrativer Beifall des Abg. Strache) kennen wir aus vielen Debatten. Sie kommen eigenartigerweise immer von der Opposition. Vor zwei Jahren war es das Thema der SPÖ (Abg. Strache: Das ist richtig! Das ist eine richtige Analyse!) – damals in Opposition –, das BZÖ hat dagegen argumentiert. Heute ist es genau umgekehrt: Das BZÖ schimpft, die SPÖ verteidigt. Wie gesagt, der Standort bestimmt den Standpunkt.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist die falsche Antwort!
Das ist das eine, meine sehr geehrten Damen und Herren, das andere ist der Inhalt: „Statt sozialer Kälte Menschen entlasten“. Ich sage Ihnen ganz offen, meine Damen und Herren vom BZÖ, die soziale Kälte hat es weder gegeben, als Sie noch in der Regierung waren, noch gibt es sie jetzt. Es grenzt schon an Zynismus, in einem Land wie Österreich mit einer Sozialquote von rund 30 Prozent von sozialer Kälte zu sprechen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist die falsche Antwort!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Wir haben in dieser Legislaturperiode auch schon viele positive Maßnahmen gerade im Bereich der Sozialpolitik umgesetzt. Ich nenne Ihnen einige Beispiele: Die bessere Unterstützung für Mehrkindfamilien, die Anhebung der Familienbeihilfe ab dem dritten Kind – das spüren die Menschen in ihren Brieftaschen! –, oder die Anhebung der Pendlerpauschale und die Ausweitung der Negativsteuer für Niedrigverdiener und Pendler von 110 € auf 240 €. Das steht heute noch auf der Tagesordnung. Die sollten Sie vielleicht auch einmal lesen, meine Damen und Herren vom BZÖ! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Oder das „Babypaket“ von unserem Finanzminister Molterer. Alle Gebühren, die mit der Geburt eines Kindes zusammenhängen, fallen mit 1. Jänner 2008 weg: Geburtsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis, Eintrag in den Personalausweis oder in den Reisepass bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes. Was ich auch sehr begrüße, ist die kürzliche Einigung der Bundesregierung über die Verlängerung der Hacklerregelung, der Langzeitversichertenregelung bis 2013. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Das ist wichtig für viele Menschen in diesem Land! Wir begrüßen diese Maßnahmen.
Beifall bei der ÖVP.
Herr Sozialminister, das sollte man sich für die Zukunft anschauen! Dieser Meinung bin ich auch. Wenn zum Beispiel ein Ehepaar mit jeweils 600 € Pension eine Erhöhung von jeweils 1,7 Prozent bekommt – und ein Ehepaar, das jeweils 800 € Pension bezieht, erhält 2,9 Prozent Pensionserhöhung, dann sollte man sich diese Systematik für die Zukunft anschauen. Die Experten der PVA haben darauf hingewiesen, soweit wir informiert sind. Ich meine, das sollte man für die Zukunft auch im Sinne der Betroffenen so regeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
dass sie keiner gespürt hat!) Damals war die Devise: erst das Geld erwirtschaften und dann ausgeben. Eigentlich ist das ein ganz einfaches Prinzip, das wir zuhause in den Gemeinden und in den Bundesländern selbst erleben: Man kann nicht ständig Geld ausgeben, das man nicht erwirtschaftet und nicht eingenommen hat! Das geht auf Dauer nicht gut und geht vor allem zulasten der jüngeren Generation. Dafür sind wir nicht zu haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rosenkranz: Wissen das auch die schwarzen Frauenpolitikerinnen?
Die Steuerreform wird kommen – Finanzminister Molterer ist der Garant dafür –, und sie wird zum richtigen Zeitpunkt kommen! Es wird eine spürbare Entlastung für Familien mit Kindern geben. (Abg. Rosenkranz: Wissen das auch die schwarzen Frauenpolitikerinnen?) Dafür steht die Österreichische Volkspartei: Politik mit Weitblick, mit Hausverstand und mit sozialer Verantwortung.
Beifall bei der ÖVP.
Die ÖVP ist der Garant dafür, dass wir gemeinsam in eine sichere Zukunft gehen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Westenthaler, es tut mir echt leid: Sosehr ich mich bemühe, Sie als Person mit dem Kampf für soziale Gerechtigkeit in Verbindung zu bringen, bringe ich das nicht zusammen. (Beifall bei den Grünen.) Das passt einfach nicht zusammen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde das überleben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde das überleben!
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Westenthaler, es tut mir echt leid: Sosehr ich mich bemühe, Sie als Person mit dem Kampf für soziale Gerechtigkeit in Verbindung zu bringen, bringe ich das nicht zusammen. (Beifall bei den Grünen.) Das passt einfach nicht zusammen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich werde das überleben!)
Abg. Heinisch-Hosek: Wir machen! Nicht: Wir „wollen“!
Meine Damen und Herren, wissen Sie, was noch nicht zusammenpasst? Seit über einem Jahr möchte uns die SPÖ weismachen, dass sie sich ohnehin so bemüht, dass sie alles will und alles versucht (Abg. Heinisch-Hosek: Wir machen! Nicht: Wir „wollen“!), aber die böse ÖVP blockiert, verhindert, bremst. Was wollen Sie uns damit sagen? (Abg. Heinisch-Hosek: Was wollen Sie mir sagen?)
Abg. Heinisch-Hosek: Was wollen Sie mir sagen?
Meine Damen und Herren, wissen Sie, was noch nicht zusammenpasst? Seit über einem Jahr möchte uns die SPÖ weismachen, dass sie sich ohnehin so bemüht, dass sie alles will und alles versucht (Abg. Heinisch-Hosek: Wir machen! Nicht: Wir „wollen“!), aber die böse ÖVP blockiert, verhindert, bremst. Was wollen Sie uns damit sagen? (Abg. Heinisch-Hosek: Was wollen Sie mir sagen?)
Abg. Strache: Ein heimliches SPÖ-Parteimitglied!
Ich verstehe das schon: Als SPÖlerin wäre mir das auch peinlich, wenn ich einen Mindestlohn, der unter der Armutsgrenze liegt, als Erfolg verkaufen müsste (Abg. Strache: Ein heimliches SPÖ-Parteimitglied!), wenn ich den Frauen – denn es sind vor allem Frauen, wir haben das schon gehört – einen Mindestlohn von 820 € als Erfolg verkaufen müsste, den sie vielleicht erst übernächstes Jahr, wenn überhaupt, bekommen werden! (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Ich verstehe das schon: Als SPÖlerin wäre mir das auch peinlich, wenn ich einen Mindestlohn, der unter der Armutsgrenze liegt, als Erfolg verkaufen müsste (Abg. Strache: Ein heimliches SPÖ-Parteimitglied!), wenn ich den Frauen – denn es sind vor allem Frauen, wir haben das schon gehört – einen Mindestlohn von 820 € als Erfolg verkaufen müsste, den sie vielleicht erst übernächstes Jahr, wenn überhaupt, bekommen werden! (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall bei den Grünen.
Es wäre mir auch peinlich, wenn ich denselben Frauen erklären müsste, dass ihr Einkaufszentrum jetzt zwar länger geöffnet haben darf, sie auch länger arbeiten müssen, sie aber aufgrund der Ausdehnung der Normalarbeitszeit keine Überstunden dafür werden bezahlt bekommen. Es wäre mir peinlich, wenn ich diesen 25-prozentigen Mehrstundenzuschlag für Teilzeitbeschäftigte als den großen Erfolg verkaufen müsste! Wir alle wissen, dass sich jedes mittlere Unternehmen das so richten kann, dass am Ende dieser Zuschlag sicher nie ausbezahlt werden muss. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Heinisch-Hosek: Die Grünen haben ja nichts umzusetzen!
Ich verstehe durchaus, dass es in solch einer Situation praktisch ist, zu sagen: Wir hätten ohnehin ganz anders gewollt, aber die ÖVP! (Abg. Heinisch-Hosek: Die Grünen haben ja nichts umzusetzen!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Wirklich spannend finde ich ja Ihre Rechtfertigung für das Pflegechaos. Plötzlich scheint es Ihnen um die DienstleisterInnen zu gehen. Das passt nicht zusammen, Herr Minister Buchinger! Sie haben das Hausbetreuungsgesetz mit beschlossen, das Leibeigenschaft zu einem legitimierten Dienstverhältnis macht: mieseste Bezahlung, unzumutbare Arbeitszeiten, reaktionärste Arbeitsbedingungen! (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Das ist peinlich! Doch können Sie es so einfach auf die ÖVP abschieben?
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, ich sage Ihnen: Ich kaufe Ihnen diesen ganzen Katzenjammer ganz einfach nicht ab! Ich bin ein Kind der siebziger Jahre. Ich kenne die Möglichkeiten der SPÖ, ich kenne das Machtbewusstsein der SPÖ. Ich meine: Sie sind doch keine Anfänger! Das können Sie uns nicht weismachen. Ich kaufe Ihnen die Ausrede „ÖVP“ nicht ab. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten Märchenvorleserin werden!
Wir alle kennen die ÖVP, und Sie kannten die ÖVP. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten Märchenvorleserin werden!) Sie haben die Verantwortung in dieser Koalition! So weiterzumachen ist peinlich. Oder sagen Sie: Wir kriegen das nicht hin! Wenn selbst das BZÖ auf Sozialpolitik setzt, so muss Ihnen das schon zu denken geben, oder? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir alle kennen die ÖVP, und Sie kannten die ÖVP. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten Märchenvorleserin werden!) Sie haben die Verantwortung in dieser Koalition! So weiterzumachen ist peinlich. Oder sagen Sie: Wir kriegen das nicht hin! Wenn selbst das BZÖ auf Sozialpolitik setzt, so muss Ihnen das schon zu denken geben, oder? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Tun Sie endlich etwas von dem, was Sie uns allen für mehr soziale Gerechtigkeit versprochen haben! Reden Sie nicht nur von sozialer Wärme, sondern kämpfen Sie endlich auch gegen die ÖVP für mehr soziale Gerechtigkeit! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid umgefallen!
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Eines der markanten Kennzeichen der letzten Jahrzehnte ist eigentlich, dass sich die Anschauung der Politiker immer mehr von der Lebenswirklichkeit der Bürger entfernt. Schlimm ist es, Herr Klubobmann Westenthaler, wenn ein Teil der Opposition da auch gleich mitläuft und die Wahrnehmung etwas verschoben wird. Wenn Sie sich hier als der Retter vor einer Neuauflage der EU-Verfassung präsentieren wollen, dann sage ich: Würden Sie sich vielleicht einmal umdrehen und Ihre Fraktion anschauen? Soweit ich mich erinnern kann, haben Sie alle damals zugestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid umgefallen!) Ich wollte damals auch einen Antrag auf Volksabstimmung einbringen. Dazu braucht man bekanntlich fünf Unterschriften. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie dem Herrn Bösch auch mitteilen!) Die haben Sie mir – wo Sie jetzt so darauf Wert legen, dass Sie diejenigen sind, die die Bevölkerung beteiligen wollen! – damals nicht gegeben. Sie hätten es doch machen können! (Beifall bei der FPÖ.) Wenn ich es richtig im Kopf habe, war ich damals da hinten die Einzige, die sitzen geblieben ist! So kann ich mich erinnern. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Sie haben mit verhandelt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie dem Herrn Bösch auch mitteilen!
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Eines der markanten Kennzeichen der letzten Jahrzehnte ist eigentlich, dass sich die Anschauung der Politiker immer mehr von der Lebenswirklichkeit der Bürger entfernt. Schlimm ist es, Herr Klubobmann Westenthaler, wenn ein Teil der Opposition da auch gleich mitläuft und die Wahrnehmung etwas verschoben wird. Wenn Sie sich hier als der Retter vor einer Neuauflage der EU-Verfassung präsentieren wollen, dann sage ich: Würden Sie sich vielleicht einmal umdrehen und Ihre Fraktion anschauen? Soweit ich mich erinnern kann, haben Sie alle damals zugestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid umgefallen!) Ich wollte damals auch einen Antrag auf Volksabstimmung einbringen. Dazu braucht man bekanntlich fünf Unterschriften. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie dem Herrn Bösch auch mitteilen!) Die haben Sie mir – wo Sie jetzt so darauf Wert legen, dass Sie diejenigen sind, die die Bevölkerung beteiligen wollen! – damals nicht gegeben. Sie hätten es doch machen können! (Beifall bei der FPÖ.) Wenn ich es richtig im Kopf habe, war ich damals da hinten die Einzige, die sitzen geblieben ist! So kann ich mich erinnern. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Sie haben mit verhandelt!)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Eines der markanten Kennzeichen der letzten Jahrzehnte ist eigentlich, dass sich die Anschauung der Politiker immer mehr von der Lebenswirklichkeit der Bürger entfernt. Schlimm ist es, Herr Klubobmann Westenthaler, wenn ein Teil der Opposition da auch gleich mitläuft und die Wahrnehmung etwas verschoben wird. Wenn Sie sich hier als der Retter vor einer Neuauflage der EU-Verfassung präsentieren wollen, dann sage ich: Würden Sie sich vielleicht einmal umdrehen und Ihre Fraktion anschauen? Soweit ich mich erinnern kann, haben Sie alle damals zugestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid umgefallen!) Ich wollte damals auch einen Antrag auf Volksabstimmung einbringen. Dazu braucht man bekanntlich fünf Unterschriften. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie dem Herrn Bösch auch mitteilen!) Die haben Sie mir – wo Sie jetzt so darauf Wert legen, dass Sie diejenigen sind, die die Bevölkerung beteiligen wollen! – damals nicht gegeben. Sie hätten es doch machen können! (Beifall bei der FPÖ.) Wenn ich es richtig im Kopf habe, war ich damals da hinten die Einzige, die sitzen geblieben ist! So kann ich mich erinnern. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Sie haben mit verhandelt!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Sie haben mit verhandelt!
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Eines der markanten Kennzeichen der letzten Jahrzehnte ist eigentlich, dass sich die Anschauung der Politiker immer mehr von der Lebenswirklichkeit der Bürger entfernt. Schlimm ist es, Herr Klubobmann Westenthaler, wenn ein Teil der Opposition da auch gleich mitläuft und die Wahrnehmung etwas verschoben wird. Wenn Sie sich hier als der Retter vor einer Neuauflage der EU-Verfassung präsentieren wollen, dann sage ich: Würden Sie sich vielleicht einmal umdrehen und Ihre Fraktion anschauen? Soweit ich mich erinnern kann, haben Sie alle damals zugestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid umgefallen!) Ich wollte damals auch einen Antrag auf Volksabstimmung einbringen. Dazu braucht man bekanntlich fünf Unterschriften. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie dem Herrn Bösch auch mitteilen!) Die haben Sie mir – wo Sie jetzt so darauf Wert legen, dass Sie diejenigen sind, die die Bevölkerung beteiligen wollen! – damals nicht gegeben. Sie hätten es doch machen können! (Beifall bei der FPÖ.) Wenn ich es richtig im Kopf habe, war ich damals da hinten die Einzige, die sitzen geblieben ist! So kann ich mich erinnern. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Sie haben mit verhandelt!)
Abg. Strache: Auch gegen die Volksabstimmung!
Sie sind nicht der Retter vor der EU-Verfassung! Sie versuchen hier, auf einem Pferd zu reiten, von dem Sie glauben (Abg. Strache: Auch gegen die Volksabstimmung!) – ja, übrigens auch die Volksabstimmung –, dass es Ihnen etwas bringt. Aber die Erinnerung der Bevölkerung ist sicher etwas langfristiger als die Ihre.
Beifall bei der FPÖ.
Tatsächlich ist es so, dass sich die Wirtschaftsentwicklung völlig von der Wohlstandsentwicklung abgekoppelt hat und die Schere auseinandergeht. Es stimmt, wenn man sagt: Die Armen werden ärmer und die Reichen werden reicher. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Die ORF-Gebührenerhöhung frisst alles wieder auf!
Ein weiterer Punkt, den Sie auch immer wieder so betonen, ist die Einführung des Euro, die segensreiche Wirkung der EU. Die Bevölkerung, der Volksmund hat schon recht: Der Euro ist ein Teuro. Man bekommt zum Beispiel – ist sage nur eine Zahl – keinen Liter Milch unter 1 €. Und kommen Sie mir jetzt nicht damit, dass das vor vielen Jahren war: So lange ist das nicht her! Hätte man sich vorstellen können, dass ein Liter Milch 14 S kostet? Nein! Es sind genau Wohnen, Wasser, Energiegebühren, Nahrungsmittel – ich zitiere Mitterlehner –, die massiv gestiegen sind. Insofern ist natürlich diese Pensionserhöhung nicht wirklich eine Wohltat für Pensionisten gewesen. Jeder, der weiß, wie schwierig man mit der Mindestpension lebt – und wenn man noch ein bisschen etwas dazu hat, hat man jetzt nicht viel mehr bekommen –, der weiß, dass diese Pensionserhöhung nicht zum Wohl der Pensionisten war. (Abg. Strache: Die ORF-Gebührenerhöhung frisst alles wieder auf!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Ebenso die Familien: Familiengerechte Besteuerung wird kommen, haben Sie gesagt, mein Vorredner von der ÖVP. Wissen das auch die Frauen schon? Weiß das die Frau Abgeordnete Brinek oder die Frau Staatssekretärin Marek, die, um ideologisch den Vorrang zu erzielen, der Familienbesteuerung vor Kurzem massiv abgeredet haben? Sie könnten jederzeit die Familienbesteuerung haben! Wir bringen wieder einen Antrag ein. Sie können das jederzeit haben. Vor Wahlen bringen Sie es hervor, aber einführen wollen Sie es nicht. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Zum Schluss komme ich noch einmal auf etwas zurück (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), wo Sie sich alle einig sind und wo es überhaupt keinen
Beifall bei der FPÖ.
Unterschied gibt: Das Märchen, dass die EU unseren Wohlstand sichert, dass die EU der Schutz und die Antwort auf die Globalisierung sei, ist falsch. Die EU ist schlicht und einfach der Motor der Globalisierung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Rufe bei der ÖVP: Oh!
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Werte Zuseherinnen und Zuseher an den Fernsehschirmen! Wir haben jetzt verschiedene Wahrnehmungen von verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern der Parteien gehört. Wenn die Kollegin Schatz von den Grünen sagt, dass sie ein Problem mit dem sozialen Engagement des BZÖ hat, dann würde ich sie bitten, vor der eigenen Türe zu kehren, denn gerade eine Stiftungsrätin der Grünen hat im ORF für die Gebührenerhöhung gestimmt. (Beifall beim BZÖ. – Rufe bei der ÖVP: Oh!)
Abg. Strache: Aber sonst keiner!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn die Kollegin Rosenkranz über den EU-Vertrag und darüber, was in der letzten Bundesregierung geschehen ist, referiert, dann möchte ich schon darauf hinweisen, dass ihr Abgeordneter Reinhard Bösch damals der Chef-Verhandler gewesen ist, was den EU-Vertrag betrifft. (Abg. Strache: Aber sonst keiner!) Eines möchte ich auch sagen: Sie sind jetzt mitverantwortlich, dass die Ratifizierung hier im Parlament durchgepeitscht wird! (Abg. Strache: Wir haben eine Verfassungsabstimmung gefordert, die Sie abgelehnt haben!) Hier haben Sie zugestimmt! Wir vom BZÖ sind die Einzigen gewesen, die nicht zugestimmt haben. Das sollten Sie auch einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Sie wollten die Bürger nicht abstimmen lassen!)
Abg. Strache: Wir haben eine Verfassungsabstimmung gefordert, die Sie abgelehnt haben!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn die Kollegin Rosenkranz über den EU-Vertrag und darüber, was in der letzten Bundesregierung geschehen ist, referiert, dann möchte ich schon darauf hinweisen, dass ihr Abgeordneter Reinhard Bösch damals der Chef-Verhandler gewesen ist, was den EU-Vertrag betrifft. (Abg. Strache: Aber sonst keiner!) Eines möchte ich auch sagen: Sie sind jetzt mitverantwortlich, dass die Ratifizierung hier im Parlament durchgepeitscht wird! (Abg. Strache: Wir haben eine Verfassungsabstimmung gefordert, die Sie abgelehnt haben!) Hier haben Sie zugestimmt! Wir vom BZÖ sind die Einzigen gewesen, die nicht zugestimmt haben. Das sollten Sie auch einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Sie wollten die Bürger nicht abstimmen lassen!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Sie wollten die Bürger nicht abstimmen lassen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn die Kollegin Rosenkranz über den EU-Vertrag und darüber, was in der letzten Bundesregierung geschehen ist, referiert, dann möchte ich schon darauf hinweisen, dass ihr Abgeordneter Reinhard Bösch damals der Chef-Verhandler gewesen ist, was den EU-Vertrag betrifft. (Abg. Strache: Aber sonst keiner!) Eines möchte ich auch sagen: Sie sind jetzt mitverantwortlich, dass die Ratifizierung hier im Parlament durchgepeitscht wird! (Abg. Strache: Wir haben eine Verfassungsabstimmung gefordert, die Sie abgelehnt haben!) Hier haben Sie zugestimmt! Wir vom BZÖ sind die Einzigen gewesen, die nicht zugestimmt haben. Das sollten Sie auch einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Sie wollten die Bürger nicht abstimmen lassen!)
Beifall beim BZÖ.
Mich stört, dass Sie in der Analyse stehen bleiben. Sie analysieren, Sie nehmen etwas zur Kenntnis, aber Sie handeln nicht. – Das ist der Vorwurf, den wir Ihnen machen müssen. (Beifall beim BZÖ.) Wir vom BZÖ analysieren nicht nur, wir schimpfen nicht nur, sondern wir haben Lösungen! (Neuerlicher Beifall beim BZÖ.) Eine dieser Lösungen – in der letzten Sondersitzung vorgestellt – ist unser Pakt für ein soziales Österreich. In diesem Pakt für ein soziales Österreich enthalten ist der Vorschlag eines Teuerungsausgleiches für jeden Haushalt bis zu einem Haushaltseinkommen von 3 000 € in der Höhe von 200 €.
Neuerlicher Beifall beim BZÖ.
Mich stört, dass Sie in der Analyse stehen bleiben. Sie analysieren, Sie nehmen etwas zur Kenntnis, aber Sie handeln nicht. – Das ist der Vorwurf, den wir Ihnen machen müssen. (Beifall beim BZÖ.) Wir vom BZÖ analysieren nicht nur, wir schimpfen nicht nur, sondern wir haben Lösungen! (Neuerlicher Beifall beim BZÖ.) Eine dieser Lösungen – in der letzten Sondersitzung vorgestellt – ist unser Pakt für ein soziales Österreich. In diesem Pakt für ein soziales Österreich enthalten ist der Vorschlag eines Teuerungsausgleiches für jeden Haushalt bis zu einem Haushaltseinkommen von 3 000 € in der Höhe von 200 €.
Beifall beim BZÖ.
partnern versteckt und nicht handelt, wenn es notwendig ist? (Beifall beim BZÖ.) – Kärnten zeigt, wie man rasch und unbürokratisch handeln kann.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Es braucht auch jetzt gerechte Pensionen statt Mogelpackungen. – Herr Bundeskanzler, das werfe ich Ihnen wirklich vor: Sie erklären uns jetzt wieder die gesetzliche Basis, zu der wir alle hier im Hohen Haus stehen, auch das BZÖ, aber Sie haben mit falschen Meldungen, mit falschen Jubelbroschüren, mit falschen Pensionistenbriefen die Leute in einer Sicherheit gewogen, die nicht da ist. Sie haben Hoffnungen geweckt, die sich nicht erfüllt haben. Dass jetzt der Ärger und die Enttäuschung groß sind ist ganz klar. Sie hätten den Menschen sagen sollen, dass es eine Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge gibt, dass wir so hohe Steuern haben, die zum Teil diese Anpassung der Pensionen wieder auffressen. Sie hätten sagen sollen, dass 690 000 Kleinstrentner unter 724 € nur 1,7 Prozent mehr bekommen; das sind in erster Linie die Frauen. Ich denke, hier ist es notwendig, zu reparieren, zu handeln – so, dass es letztendlich auch spürbar ist. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Ich appelliere daher an Sie, Herr Bundeskanzler, als einen Kanzler des gebrochenen Wortes und der Halbwahrheiten, und ich appelliere an Sie, Herr Sozialminister (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), als einen, der sich großartig inszenieren kann: Handeln Sie jetzt, nehmen Sie die Dinge nicht nur zur Kenntnis! Wir vom BZÖ haben die Lösungen – greifen Sie zu, damit es den Menschen besser geht! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich appelliere daher an Sie, Herr Bundeskanzler, als einen Kanzler des gebrochenen Wortes und der Halbwahrheiten, und ich appelliere an Sie, Herr Sozialminister (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), als einen, der sich großartig inszenieren kann: Handeln Sie jetzt, nehmen Sie die Dinge nicht nur zur Kenntnis! Wir vom BZÖ haben die Lösungen – greifen Sie zu, damit es den Menschen besser geht! (Beifall beim BZÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Na, na, na! Frau Präsidentin!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Frau Prammer! (Rufe bei der SPÖ: Na, na, na! Frau Präsidentin!) Herr Bundeskanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben es soeben live miterlebt: Die Live-Kameras mussten in diesem Moment ausgeschaltet werden. Das ist ein historischer Akt hier in diesem Haus. Ich sage Ihnen gleich, Frau Prammer, ich nehme den Ordnungsruf, den Sie mir erteilt haben, als Auszeichnung, denn ich erachte es als eine Schande für das Parlament,
Beifall beim BZÖ.
Sie können mir Ordnungsrufe erteilen, so viele Sie wollen: Wenn es um Medienfreiheit geht, wenn es um Bürgerrechte, um Oppositionsrechte geht, wenn es darum geht, Einwendungsdebatten zu führen, weil wir gegen die Tagesordnung sind, wenn es darum geht, den Menschen ein Informationsrecht zu geben, dann kann ich gar nicht genug Ordnungsrufe bekommen, denn ich werde mich immer gegen eine solche Zensur, die Sie heute hier ausüben, einsetzen, Frau Präsidentin! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Wir haben alles dafür getan!
Kommen wir nun zum Thema selbst! Wir sagen – und das ist der einzige Grund für unsere Einwendungen –: Die Petitionen dürfen nicht als letzter Punkt der Tagesordnung behandelt werden. Warum? Weil das direkt demokratische Initiativen sind. Schauen Sie sich doch selbst einmal den Bericht an, was darin alles enthalten ist! Es handelt sich um Petitionen gegen Kindesmissbrauch, gegen die Gewalt in der Familie, die von Bürgerinitiativen eingebracht worden sind. Die Petition gegen die Ausweitung der Drogenszene in Innsbruck und Umgebung, überreicht von der Abgeordneten Wurm, ist zum Beispiel dabei. Ihnen ist das wurscht, Sie verhandeln darüber in der Nacht. Das ist ein Begräbnis erster Klasse. (Abg. Mag. Wurm: Wir haben alles dafür getan!)
Beifall beim BZÖ.
Wir meinen daher, es wäre richtig gewesen, die Tagesordnung umzureihen. Es wäre richtig – und ich verlange das auch für die nächste Zeit –, dass, wenn der ORF übertragen will, das kein Gnadenakt der Präsidentin ist, die allein entscheidet, ob der ORF die Debatten aus dem Hohen Haus überträgt. (Beifall beim BZÖ.) Es muss grundsätzlich übertragen werden können, wenn es sein muss auch den ganzen Tag, und nicht nach dem Willen der Präsidentin, die den Willen offenbar falsch interpretiert, die Medien zensuriert, die heutige Live-Berichterstattung nach der Aktuellen Stunde abschalten lässt und den ORF hochkant aus dem Haus wirft. Das ist ein Skandal, das lehnen wir massiv ab! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir meinen daher, es wäre richtig gewesen, die Tagesordnung umzureihen. Es wäre richtig – und ich verlange das auch für die nächste Zeit –, dass, wenn der ORF übertragen will, das kein Gnadenakt der Präsidentin ist, die allein entscheidet, ob der ORF die Debatten aus dem Hohen Haus überträgt. (Beifall beim BZÖ.) Es muss grundsätzlich übertragen werden können, wenn es sein muss auch den ganzen Tag, und nicht nach dem Willen der Präsidentin, die den Willen offenbar falsch interpretiert, die Medien zensuriert, die heutige Live-Berichterstattung nach der Aktuellen Stunde abschalten lässt und den ORF hochkant aus dem Haus wirft. Das ist ein Skandal, das lehnen wir massiv ab! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Besser als keine Fernsehübertragung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie Fernsehübertragungen ohne Redeordnungen wollen. Ich würde aber dann auch vorschlagen, zur Kenntnis zu nehmen, dass es keine Einschränkungen bei der Redezeit für die Regierungsmitglieder während dieser Zeit gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: Besser als keine Fernsehübertragung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal ist das!
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Klubobmann Dr. Cap. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Durchpeitschen wollt ihr! In acht Wochen wollt ihr es durchpeitschen! In acht Wochen!
Apropos arbeiten: Sie, Herr Klubobmann Westenthaler, waren derjenige, der dauernd in die Öffentlichkeit gegangen ist und gesagt hat: Das Parlament arbeitet nicht! Es arbeitet im Sommer nicht, es arbeitet zu Ostern nicht, es arbeitet überhaupt nie! – Dann sitzen wir in der Präsidiale und machen einen Arbeitsplan – keinen Ratifizierungsverpflichtungsplan, wie Sie das jetzt darstellen, sondern einen Arbeitsplan –, damit die Verfassungsausschüsse tagen können, damit Hearings abgehalten werden können, das dicke Konvolut des Reformvertrages durchgearbeitet werden kann. Doch was sagt Klubobmann Westenthaler? Njet!, sagt er dazu. Im selben Atemzug aber sagt er, er will haben, dass das Parlament arbeitet. Das kann so nicht funktionieren! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Durchpeitschen wollt ihr! In acht Wochen wollt ihr es durchpeitschen! In acht Wochen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das letzte Mal habt ihr vertagt!
Was haben Sie zu der Volksbefragung gesagt? – Es müssen zuerst die Ausschüsse arbeiten, das Thema Volksbefragung enderledigt werden. – Sicher! Es wird darüber abgestimmt. Das haben wir in der Präsidiale auch gesagt: Jeder Antrag im Verfassungsausschuss soll dort enderledigt werden, damit er hier im Plenum behandelt werden kann. Selbstverständlich! (Abg. Ing. Westenthaler: Das letzte Mal habt ihr vertagt!) Ihre Abstimmung über die Volksbefragung werden Sie hier im Plenum selbstverständlich haben. Also wie begründet sich Ihre Beschwerde? Was ist undemokratisch?
Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das der Präsidentin! Die Präsidentin untersagt das!
Ich sage Ihnen noch etwas: Am liebsten wäre mir, das Fernsehen überträgt jede einzelne Minute, die wir hier in diesem Haus für Beratungen zusammensitzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das der Präsidentin! Die Präsidentin untersagt das!) Ich bin dafür. Aber es braucht trotzdem Regeln. Das ganze Leben braucht irgendwo eine Ordnung oder eine Regel, sonst können Sie sich die Krawatte nicht nach vorne, sondern nach hinten binden, wenn Sie regellos leben wollen. Das ist doch sinnlos! Also muss es auch hier ein Grundprinzip der Regel geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur hat es überhaupt noch nie gegeben in diesem Haus!) Regellosigkeit als Stilmittel der Oppositionspolitik, um damit Inhalte zu transportieren, das geht nicht. Auch ein Peter Westenthaler muss anerkennen, dass es hier einen Grundkonsens gibt.
Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur hat es überhaupt noch nie gegeben in diesem Haus!
Ich sage Ihnen noch etwas: Am liebsten wäre mir, das Fernsehen überträgt jede einzelne Minute, die wir hier in diesem Haus für Beratungen zusammensitzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sagen Sie das der Präsidentin! Die Präsidentin untersagt das!) Ich bin dafür. Aber es braucht trotzdem Regeln. Das ganze Leben braucht irgendwo eine Ordnung oder eine Regel, sonst können Sie sich die Krawatte nicht nach vorne, sondern nach hinten binden, wenn Sie regellos leben wollen. Das ist doch sinnlos! Also muss es auch hier ein Grundprinzip der Regel geben. (Abg. Ing. Westenthaler: Medienzensur hat es überhaupt noch nie gegeben in diesem Haus!) Regellosigkeit als Stilmittel der Oppositionspolitik, um damit Inhalte zu transportieren, das geht nicht. Auch ein Peter Westenthaler muss anerkennen, dass es hier einen Grundkonsens gibt.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Ing. Hofer.
Wenn sich die Frau Präsidentin an Regeln hält, daran, wie wir das bis jetzt gemacht haben, stellen Sie sich hierher an das Rednerpult und zelebrieren Respektlosigkeit. „Frau Prammer“ heißt so viel wie: Für mich sind Sie nicht mehr die Präsidentin! – Sie ist die gewählte Präsidentin, das ist zu akzeptieren und anzuerkennen, und es ist ihr entsprechender Respekt entgegenzubringen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Ing. Hofer.) Mit der Kultur der Respektlosigkeit schaden wir uns im Generellen selbst, Herr Klubobmann. Das sei Ihnen einmal gesagt.
Abg. Ing. Westenthaler: Und wer ist schuld?
Sie sollten auch nicht alles vermischen. Für den Nationalen Sicherheitsrat wird jetzt ein neuer Termin gesucht, der natürlich Akzeptanz finden soll. Die Tagesordnung soll so gestaltet sein, dass die Regierungsmitglieder, die jeweils anwesend sein sollen, auch tatsächlich anwesend sein können. Also es ist ohnehin eine große Kooperationsbereitschaft da. Überhaupt muss ich sagen, dass die Präsidiale hier im Haus bisher auf Basis der Kooperation sehr gut funktioniert hat – auch von Ihrer Seite, Herr Klubobmann, hat das in Wirklichkeit gut funktioniert. Und seit zwei, drei Tagen ist es plötzlich aus. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wer ist schuld?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird es in Zukunft auch nicht mehr geben!
Über die heutige Tagesordnung hat es eine Einigung aller fünf Klubdirektoren gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird es in Zukunft auch nicht mehr geben!) Das war so, wir haben das akzeptiert. Aber dann kommt Klubobmann Westenthaler und sagt – nicht daran interessiert, was sein eigener Klubdirektor sagt, nicht daran interessiert, was die anderen Klubdirektoren sagen –: Was interessiert es mich, was in diesem Haus stattfindet, ich will, dass hier das geschieht, was ich will! So funktioniert Demokratie nicht! Es muss ein Mindestmaß an ... (Zwischenrufe beim BZÖ.) Ich bin auch für den Ausbau der Minderheitsrechte, trotzdem muss es Spielregeln geben, auch für Minderheiten.
Zwischenrufe beim BZÖ.
Über die heutige Tagesordnung hat es eine Einigung aller fünf Klubdirektoren gegeben. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird es in Zukunft auch nicht mehr geben!) Das war so, wir haben das akzeptiert. Aber dann kommt Klubobmann Westenthaler und sagt – nicht daran interessiert, was sein eigener Klubdirektor sagt, nicht daran interessiert, was die anderen Klubdirektoren sagen –: Was interessiert es mich, was in diesem Haus stattfindet, ich will, dass hier das geschieht, was ich will! So funktioniert Demokratie nicht! Es muss ein Mindestmaß an ... (Zwischenrufe beim BZÖ.) Ich bin auch für den Ausbau der Minderheitsrechte, trotzdem muss es Spielregeln geben, auch für Minderheiten.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Es muss für Mehrheiten Spielregeln geben, es muss für Minderheiten Spielregeln geben, sonst funktioniert das Parlament nicht. Das ist eine Grundsatzdebatte, der wir uns sehr gerne stellen können. Ich meine, dass wir dazu verpflichtet sind, dafür zu sorgen, dass dieses Haus wirklich arbeiten kann, dass dieses Haus arbeitsfähig ist. Was mich besonders grantig macht, ist, wenn Sie uns daran hindern wollen, zu arbeiten (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), denn das ist unser Auftrag, das fordern die Wählerinnen und Wähler von uns. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es muss für Mehrheiten Spielregeln geben, es muss für Minderheiten Spielregeln geben, sonst funktioniert das Parlament nicht. Das ist eine Grundsatzdebatte, der wir uns sehr gerne stellen können. Ich meine, dass wir dazu verpflichtet sind, dafür zu sorgen, dass dieses Haus wirklich arbeiten kann, dass dieses Haus arbeitsfähig ist. Was mich besonders grantig macht, ist, wenn Sie uns daran hindern wollen, zu arbeiten (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), denn das ist unser Auftrag, das fordern die Wählerinnen und Wähler von uns. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal! Rechtsbruch ist das!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Cap, Spielregeln, die wir uns setzen und die eingehalten werden müssen – selbstverständlich! Aber ich gehe noch weiter: Über die Spielregeln können wir noch reden, aber in erster Linie müssen die Gesetze eingehalten werden. Sie wissen ganz genau, Herr Kollege Cap, dass der Nationale Sicherheitsrat aufgrund eines Gesetzes einzuberufen ist. Er ist einzuberufen, wenn das zwei Abgeordnete, zwei Mitglieder des Sicherheitsrates, verlangen. Und Sie wissen ganz genau, dass, obwohl dieses Verlangen rechtskonform gestellt worden ist, der Bundeskanzler diesen Nationalen Sicherheitsrat nicht einberufen wollte, sondern an Peter Westenthaler und an mich ein lapidares Schreiben gerichtet hat, in dem er mitgeteilt hat, dass er das eigentlich gar nicht für notwendig erachte, und gemeint hat, dass vielleicht eine Auskunft des Innenministers ausreichend sei. – Er hat den Sicherheitsrat nicht einberufen! Das ist einzigartig, Herr Kollege Cap! So etwas hat es noch nicht gegeben. Das ist gesetzwidrig! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Skandal! Rechtsbruch ist das!)
Neuerlicher Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Rechtsbruch sondergleichen!
Da kann man jetzt doch nicht sagen, die Spielregeln müssen von uns eingehalten werden. Soll einmal der Bundeskanzler die Gesetze einhalten, dann können wir über die Spielregeln weiter diskutieren! (Neuerlicher Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Rechtsbruch sondergleichen!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Stichwort: „Arbeit“. Sie haben gesagt, wir sollen arbeiten. – Ja gerne, selbstverständlich! Setzen wir die Ausschüsse ein, den Wirtschaftsausschuss beispielsweise, um darüber zu beraten, wie wir die Wirtschaft weiter ankurbeln können. Setzen wir die entsprechenden Ausschüsse ein, um über eine Steuerentlastung zu diskutieren und zu beraten. Darüber können wir Tag und Nacht diskutieren. Aber, Herr Kollege Cap, worin besteht die Notwendigkeit, jetzt – vor allen anderen – im Verfassungsausschuss die Beratungen über die Ratifizierung des EU-Reformvertrages aufzunehmen? Worin besteht die Notwendigkeit, wieso dieser zeitliche Druck? Ich sage Ihnen, im Gegenteil ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Na geh, bitte, dann machen wir das im Sommer, erklären wir den Verfassungsausschuss für permanent.
Beifall beim BZÖ.
Jetzt frage ich Sie: Was haben die Instrumente der direkten Demokratie – Bürgerinitiativen und so weiter –, die Forderung, dass man diese an prominenterer Stelle behandelt, mit dem EU-Vertrag zu tun? Was hat eine Fernsehübertragung einer Debatte zum Thema Pflege mit dem EU-Vertrag zu tun? – Darum geht es jetzt in erster Linie, auch in dieser Debatte! Das hat nichts mit dem Einhalten von Spielregeln zu tun, es hat nichts mit Opposition oder Regierung zu tun, sondern es geht ganz einfach um die Frage: Wie wichtig sind einem die Instrumente der direkten Demokratie, und wie wichtig ist einem die Fairness hier im Hohen Haus? (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird man ja noch dürfen! Das darf man aber schon noch als Klubobmann in der Präsidiale?
Natürlich wollen wir, dass über die Pflege diskutiert werden kann, und es war nicht die Rede von einer Einwendungsdebatte. Plötzlich, in der Präsidiale, wird dieser Konsens der Klubdirektoren aufgemacht, und es soll eine Einwendungsdebatte stattfinden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird man ja noch dürfen! Das darf man aber schon noch als Klubobmann in der Präsidiale?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten es nach der Pflege!
Natürlich, lieber Herr Klubobmann Westenthaler, alles darf man, nur: Das Problem ist, dass damit nicht mehr über die Pflege diskutiert worden wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten es nach der Pflege!), sondern dass eine ganze Runde von Wortmeldungen aller Fraktionen zur Pflegediskussion weggefallen wäre. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft war das schon? Wie oft war das schon im Hohen Haus?) Und da muss ich ganz ehrlich sagen: Das kann man im Konsens machen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einwendungsdebatten hat es schon gegeben?), aber es gab diesen Konsens nicht. Wir wollten über die Pflege diskutieren, und es hat eine Einigung aller Klubdirektoren gegeben, dass wir das so machen wollen. Das ist aufgemacht worden. Daher habt ihr den Konsens aufgekündigt, nicht wir! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft war das schon? Wie oft war das schon im Hohen Haus?
Natürlich, lieber Herr Klubobmann Westenthaler, alles darf man, nur: Das Problem ist, dass damit nicht mehr über die Pflege diskutiert worden wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten es nach der Pflege!), sondern dass eine ganze Runde von Wortmeldungen aller Fraktionen zur Pflegediskussion weggefallen wäre. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft war das schon? Wie oft war das schon im Hohen Haus?) Und da muss ich ganz ehrlich sagen: Das kann man im Konsens machen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einwendungsdebatten hat es schon gegeben?), aber es gab diesen Konsens nicht. Wir wollten über die Pflege diskutieren, und es hat eine Einigung aller Klubdirektoren gegeben, dass wir das so machen wollen. Das ist aufgemacht worden. Daher habt ihr den Konsens aufgekündigt, nicht wir! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einwendungsdebatten hat es schon gegeben?
Natürlich, lieber Herr Klubobmann Westenthaler, alles darf man, nur: Das Problem ist, dass damit nicht mehr über die Pflege diskutiert worden wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten es nach der Pflege!), sondern dass eine ganze Runde von Wortmeldungen aller Fraktionen zur Pflegediskussion weggefallen wäre. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft war das schon? Wie oft war das schon im Hohen Haus?) Und da muss ich ganz ehrlich sagen: Das kann man im Konsens machen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einwendungsdebatten hat es schon gegeben?), aber es gab diesen Konsens nicht. Wir wollten über die Pflege diskutieren, und es hat eine Einigung aller Klubdirektoren gegeben, dass wir das so machen wollen. Das ist aufgemacht worden. Daher habt ihr den Konsens aufgekündigt, nicht wir! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.
Natürlich, lieber Herr Klubobmann Westenthaler, alles darf man, nur: Das Problem ist, dass damit nicht mehr über die Pflege diskutiert worden wäre (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten es nach der Pflege!), sondern dass eine ganze Runde von Wortmeldungen aller Fraktionen zur Pflegediskussion weggefallen wäre. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie oft war das schon? Wie oft war das schon im Hohen Haus?) Und da muss ich ganz ehrlich sagen: Das kann man im Konsens machen (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viele Einwendungsdebatten hat es schon gegeben?), aber es gab diesen Konsens nicht. Wir wollten über die Pflege diskutieren, und es hat eine Einigung aller Klubdirektoren gegeben, dass wir das so machen wollen. Das ist aufgemacht worden. Daher habt ihr den Konsens aufgekündigt, nicht wir! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Abg. Ing. Westenthaler: 7 Uhr! 7 Uhr war ein Vorschlag! – Absurd!
Das Zweite war: Dann hat Josef Cap einen Vorschlag gemacht, um euch entgegenzukommen: Versuchen wir, eine andere Art und Weise zu finden! – Ich habe sogar noch vorgeschlagen: Versuchen wir halt, um 8.30 Uhr, also eine halbe Stunde früher zu beginnen! (Abg. Ing. Westenthaler: 7 Uhr! 7 Uhr war ein Vorschlag! – Absurd!) Das war ein Scherz – damit Sie also unterscheiden können, was ein Scherz und was Ernst ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist bei Ihnen oft schwierig, das zu unterscheiden!) Im Ernst habe ich vorgeschlagen, um halb neun zu beginnen. – Das wurde von euch ebenfalls abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß die SPÖ, dass es schwierig ist, zu unterscheiden, was Scherz und was Ernst ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist bei Ihnen oft schwierig, das zu unterscheiden!
Das Zweite war: Dann hat Josef Cap einen Vorschlag gemacht, um euch entgegenzukommen: Versuchen wir, eine andere Art und Weise zu finden! – Ich habe sogar noch vorgeschlagen: Versuchen wir halt, um 8.30 Uhr, also eine halbe Stunde früher zu beginnen! (Abg. Ing. Westenthaler: 7 Uhr! 7 Uhr war ein Vorschlag! – Absurd!) Das war ein Scherz – damit Sie also unterscheiden können, was ein Scherz und was Ernst ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist bei Ihnen oft schwierig, das zu unterscheiden!) Im Ernst habe ich vorgeschlagen, um halb neun zu beginnen. – Das wurde von euch ebenfalls abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß die SPÖ, dass es schwierig ist, zu unterscheiden, was Scherz und was Ernst ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß die SPÖ, dass es schwierig ist, zu unterscheiden, was Scherz und was Ernst ist!
Das Zweite war: Dann hat Josef Cap einen Vorschlag gemacht, um euch entgegenzukommen: Versuchen wir, eine andere Art und Weise zu finden! – Ich habe sogar noch vorgeschlagen: Versuchen wir halt, um 8.30 Uhr, also eine halbe Stunde früher zu beginnen! (Abg. Ing. Westenthaler: 7 Uhr! 7 Uhr war ein Vorschlag! – Absurd!) Das war ein Scherz – damit Sie also unterscheiden können, was ein Scherz und was Ernst ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist bei Ihnen oft schwierig, das zu unterscheiden!) Im Ernst habe ich vorgeschlagen, um halb neun zu beginnen. – Das wurde von euch ebenfalls abgelehnt. (Abg. Ing. Westenthaler: Das weiß die SPÖ, dass es schwierig ist, zu unterscheiden, was Scherz und was Ernst ist!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja etwas anderes! Das ist völlig etwas anderes!
Jetzt kommt der zweite Punkt, und der ist schon interessant – und der ist meiner Meinung nach auch der eigentliche Kernpunkt –: Wir haben bisher einen Konsens gehabt, dass die Ausschussdebatte, also die Aufnahme der Beratungen im Parlament, gemeinsam außer Streit gestellt wird. Im Gegenteil: Wir haben sogar gesagt, wir wollen, dass jeder Ausschuss mindestens einmal im Quartal tagen soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja etwas anderes! Das ist völlig etwas anderes!) Es ist ja kritisiert worden – zu Recht, übrigens –, dass das früher nicht der Fall gewesen ist. Und der Sinn war wiederum: Es haben vier Fraktionen einen Arbeitsplan für vier Ausschussberatungen vorgelegt, wo stundenlange Debatten, Expertenhearings zum EU-Vertrag abgewickelt werden konnten.
Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Ungarn!
Es ist einfach nicht wahr, wie hier behauptet wurde, dass jetzt noch niemand mit den Beratungen begonnen hat! Ich darf hier den letzten Stand der Ratifizierung mitteilen: Zwei EU-Mitgliedstaaten haben bereits abgeschlossen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Ungarn!), sie haben dem Reformvertrag zugestimmt. Neun Länder – Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Slowakei, Rumänien, Luxemburg, Italien, Dänemark und Niederlande – haben bereits mit den Beratungen begonnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wann schließen sie sie ab?) Wir sind also ganz sicher nicht die Ersten, uns ist auch gar nichts versprochen worden, aber wir sind der Auffassung, wir wollen seriös jetzt mit den Beratungen beginnen und diskutieren, weil ja kein „Überfall“ geplant ist,
Abg. Ing. Westenthaler: Und wann schließen sie sie ab?
Es ist einfach nicht wahr, wie hier behauptet wurde, dass jetzt noch niemand mit den Beratungen begonnen hat! Ich darf hier den letzten Stand der Ratifizierung mitteilen: Zwei EU-Mitgliedstaaten haben bereits abgeschlossen (Abg. Ing. Westenthaler: Ja, Ungarn!), sie haben dem Reformvertrag zugestimmt. Neun Länder – Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Slowakei, Rumänien, Luxemburg, Italien, Dänemark und Niederlande – haben bereits mit den Beratungen begonnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Und wann schließen sie sie ab?) Wir sind also ganz sicher nicht die Ersten, uns ist auch gar nichts versprochen worden, aber wir sind der Auffassung, wir wollen seriös jetzt mit den Beratungen beginnen und diskutieren, weil ja kein „Überfall“ geplant ist,
Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!
Aber dass jetzt zum ersten Mal – und das halte ich für sehr bedenklich – versucht wurde, überhaupt den Beginn von Beratungen zu blockieren (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!), jetzt quasi – und das sage ich jetzt wirklich bewusst im Jahr 2008 – eine Art Selbstausschaltung, eine Art Blockade der parlamentarischen Beratungen in den Raum zu stellen (Ruf beim BZÖ: Das ist aber unter Ihrer Würde!) – nein, nein! –, das halte ich persönlich für höchst bedenklich, und das nehmen wir auch nicht zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Ruf beim BZÖ: Das ist aber unter Ihrer Würde!
Aber dass jetzt zum ersten Mal – und das halte ich für sehr bedenklich – versucht wurde, überhaupt den Beginn von Beratungen zu blockieren (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!), jetzt quasi – und das sage ich jetzt wirklich bewusst im Jahr 2008 – eine Art Selbstausschaltung, eine Art Blockade der parlamentarischen Beratungen in den Raum zu stellen (Ruf beim BZÖ: Das ist aber unter Ihrer Würde!) – nein, nein! –, das halte ich persönlich für höchst bedenklich, und das nehmen wir auch nicht zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Aber dass jetzt zum ersten Mal – und das halte ich für sehr bedenklich – versucht wurde, überhaupt den Beginn von Beratungen zu blockieren (Abg. Ing. Westenthaler: Stimmt ja nicht!), jetzt quasi – und das sage ich jetzt wirklich bewusst im Jahr 2008 – eine Art Selbstausschaltung, eine Art Blockade der parlamentarischen Beratungen in den Raum zu stellen (Ruf beim BZÖ: Das ist aber unter Ihrer Würde!) – nein, nein! –, das halte ich persönlich für höchst bedenklich, und das nehmen wir auch nicht zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Da seid ihr auch falsch informiert!
Ich sage Ihnen auch ganz offen: Ich bin daher sehr dankbar dafür, dass der Obmann des Verfassungsausschusses Wittmann auf Grundlage der gemeinsamen Vorgangsweise der anderen vier Fraktionen – und ich weiß, dass auch bei euch, beim BZÖ, einige Abgeordnete in Wahrheit durchaus inhaltlich bei dieser Linie mitgehen (Abg. Ing. Westenthaler: Da seid ihr auch falsch informiert!) – so verfährt, dass wir jetzt die Aufnahme der Beratungen in einem Verfassungsausschuss genau so vornehmen, wie es geplant ist, damit die Öffentlichkeit auch die Sicherheit hat, dass hier eine seriöse Debatte stattfindet. (Abg. Ing. Westenthaler: Zieht das durch! Zieht das durch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Zieht das durch! Zieht das durch!
Ich sage Ihnen auch ganz offen: Ich bin daher sehr dankbar dafür, dass der Obmann des Verfassungsausschusses Wittmann auf Grundlage der gemeinsamen Vorgangsweise der anderen vier Fraktionen – und ich weiß, dass auch bei euch, beim BZÖ, einige Abgeordnete in Wahrheit durchaus inhaltlich bei dieser Linie mitgehen (Abg. Ing. Westenthaler: Da seid ihr auch falsch informiert!) – so verfährt, dass wir jetzt die Aufnahme der Beratungen in einem Verfassungsausschuss genau so vornehmen, wie es geplant ist, damit die Öffentlichkeit auch die Sicherheit hat, dass hier eine seriöse Debatte stattfindet. (Abg. Ing. Westenthaler: Zieht das durch! Zieht das durch!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich bitte wirklich darum – Peter Westenthaler, das ist schon mein Appell an Sie und an Ihre Fraktion –, dass wir in Zukunft einige Spielregeln beachten, und dazu gehört auch die Wahrung der Würde der Präsidentin, denn sie hat bisher immer gesagt – und jeder von uns sagt das –: Fernsehübertragungen selbstverständlich, wenn ein Konsens über die Themen und über die Redezeiten gesichert ist! – Und das soll auch in Zukunft so sein. Versuchen wir daher, die Präsidiale so zu gestalten, dass wir diesen Konsens haben, und die Arbeit der Präsidenten – es sind ja drei – in diesem Sinn auch zu unterstützen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe.
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Zuseher auf der Galerie und zu Hause! (Zwischenrufe.) Ich möchte jetzt wieder auf das Thema der Einwendungsdebatte, nämlich den Petitionsausschuss (Neuerliche Zwischenrufe.) – Im Internet wird es noch übertragen! Das sei hier für diejenigen Kollegen angemerkt, die das noch nicht wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das wird sie auch noch verbieten!) Aber wir werden ja sehen, wie lange das noch hält. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird schon verboten werden, wenn es ...!)
Neuerliche Zwischenrufe.
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Zuseher auf der Galerie und zu Hause! (Zwischenrufe.) Ich möchte jetzt wieder auf das Thema der Einwendungsdebatte, nämlich den Petitionsausschuss (Neuerliche Zwischenrufe.) – Im Internet wird es noch übertragen! Das sei hier für diejenigen Kollegen angemerkt, die das noch nicht wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das wird sie auch noch verbieten!) Aber wir werden ja sehen, wie lange das noch hält. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird schon verboten werden, wenn es ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber das wird sie auch noch verbieten!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Zuseher auf der Galerie und zu Hause! (Zwischenrufe.) Ich möchte jetzt wieder auf das Thema der Einwendungsdebatte, nämlich den Petitionsausschuss (Neuerliche Zwischenrufe.) – Im Internet wird es noch übertragen! Das sei hier für diejenigen Kollegen angemerkt, die das noch nicht wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das wird sie auch noch verbieten!) Aber wir werden ja sehen, wie lange das noch hält. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird schon verboten werden, wenn es ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird schon verboten werden, wenn es ...!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Zuseher auf der Galerie und zu Hause! (Zwischenrufe.) Ich möchte jetzt wieder auf das Thema der Einwendungsdebatte, nämlich den Petitionsausschuss (Neuerliche Zwischenrufe.) – Im Internet wird es noch übertragen! Das sei hier für diejenigen Kollegen angemerkt, die das noch nicht wissen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das wird sie auch noch verbieten!) Aber wir werden ja sehen, wie lange das noch hält. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird schon verboten werden, wenn es ...!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer.
Es ist, wie gesagt, der Zeitpunkt wichtig, aber es ist auch sehr interessant, wie sich vor allem die Regierung hier weigert, diesem Ansinnen nachzukommen, und das passt auch gut in das Bild des Demokratieverständnisses dieser Regierung. Wir haben ja die Diskussion um den EU-Reformvertrag bereits angesprochen: In Kärnten haben wir die notwendigen 15 000 beglaubigten – von den Gemeinden und Notaren beglaubigten – Unterschriften gesammelt. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer.) – Herr Kollege Auer, Sie wissen es ganz genau, wir haben sie gesammelt. – Wir haben das Recht, die Kärntner Bevölkerung hat sich das Recht „erlaufen“, ihre Meinung kundzutun, ihre kritische Meinung kundzutun (Beifall beim BZÖ), und das will sie auch in gebotener Art und Weise verfassungsrechtlich garantiert durchführen. Die Kärntner haben das Recht dazu!
Beifall beim BZÖ
Es ist, wie gesagt, der Zeitpunkt wichtig, aber es ist auch sehr interessant, wie sich vor allem die Regierung hier weigert, diesem Ansinnen nachzukommen, und das passt auch gut in das Bild des Demokratieverständnisses dieser Regierung. Wir haben ja die Diskussion um den EU-Reformvertrag bereits angesprochen: In Kärnten haben wir die notwendigen 15 000 beglaubigten – von den Gemeinden und Notaren beglaubigten – Unterschriften gesammelt. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer.) – Herr Kollege Auer, Sie wissen es ganz genau, wir haben sie gesammelt. – Wir haben das Recht, die Kärntner Bevölkerung hat sich das Recht „erlaufen“, ihre Meinung kundzutun, ihre kritische Meinung kundzutun (Beifall beim BZÖ), und das will sie auch in gebotener Art und Weise verfassungsrechtlich garantiert durchführen. Die Kärntner haben das Recht dazu!
Beifall beim BZÖ.
Spielregel zu leben, und das heißt, die Bevölkerung mit ihrer Meinung, mit ihrer kritischen Meinung zu vielen Punkten – auf der einen Seite zum EU-Reformvertrag, auf der anderen Seite zu ihren Anliegen, die sie durch die Petitionen und Bürgerinitiativen einbringen – ernst zu nehmen, dieses Recht der Bevölkerung ernst zu nehmen und mit diesem Recht der Bevölkerung auch richtig umzugehen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja legitim! Das ist okay!
Ich versuche, die Debatte zu teilen in jene zwei Punkte, auf die es ankommt. Im einen Fall bin ich ja bei Herrn Westenthaler, im anderen bin ich sein massiver Gegner. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja legitim! Das ist okay!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon öfters!
Herr Westenthaler! Sie können natürlich Ihre Meinung ändern. Sie können die Unterschrift Ihres Klubdirektors und eine vereinbarte Redezeit und Tagesordnung zurücknehmen. Das ist Ihr gutes Recht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon öfters!) Das passiert uns auch – sehr selten (Abg. Ing. Westenthaler: Aber es passiert!), aber doch. Das ist unangenehm. Aber wenn es selten vorkommt, ist es in Ordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird künftig keine Einigungen mehr geben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber es passiert!
Herr Westenthaler! Sie können natürlich Ihre Meinung ändern. Sie können die Unterschrift Ihres Klubdirektors und eine vereinbarte Redezeit und Tagesordnung zurücknehmen. Das ist Ihr gutes Recht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon öfters!) Das passiert uns auch – sehr selten (Abg. Ing. Westenthaler: Aber es passiert!), aber doch. Das ist unangenehm. Aber wenn es selten vorkommt, ist es in Ordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird künftig keine Einigungen mehr geben!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird künftig keine Einigungen mehr geben!
Herr Westenthaler! Sie können natürlich Ihre Meinung ändern. Sie können die Unterschrift Ihres Klubdirektors und eine vereinbarte Redezeit und Tagesordnung zurücknehmen. Das ist Ihr gutes Recht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das war schon öfters!) Das passiert uns auch – sehr selten (Abg. Ing. Westenthaler: Aber es passiert!), aber doch. Das ist unangenehm. Aber wenn es selten vorkommt, ist es in Ordnung. (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird künftig keine Einigungen mehr geben!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Wo es aber heikel wird, Herr Westenthaler, das ist jener Punkt, dass für die ganze Zeit, in der wir hier jetzt debattieren, eine Fernsehübertragung vorgesehen war und dass es für diese Fernsehübertragung, wie Sie ganz genau wissen, immer eine konsensuale Vereinbarung zwischen allen fünf Parlamentsparteien gibt und geben muss – auch das wissen Sie ganz genau. Warum muss es die geben? – Weil die Redezeiten während der Fernsehübertragungen sich unterscheiden von unserem üblichen Usus, der von der Geschäftsordnung an und für sich vorgegeben ist. Das ist immer eine heikle Interessenabwägung zwischen den Kollegen und Kolleginnen auf der Regierungsbank, zwischen den Regierungsfraktionen und den drei Oppositionsparteien. Das ist wichtig, dass wir diesen Konsens haben, und den sollen Sie nicht leichtfertig aufs Spiel setzen – was Sie jetzt getan haben. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!
Aber was nicht geht und was ich mir sicher nicht gefallen lasse, ist, dass die Fraktion des BZÖ im Falle des Verfassungsausschusses eine schlichte Obstruktionspolitik betreibt (Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!), eine Blockadepolitik betreibt, die letzten Endes darauf hinausläuft, dass sieben Abgeordnete des BZÖ den 176 anderen
Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!
Abgeordneten dieses Hauses vorschreiben wollen, wann sie in einem Ausschuss debattieren dürfen und wann nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!) Denken Sie einmal zu Ende, was Sie hier machen! Denken Sie das bitte einmal zu Ende! (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!)
Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!
Abgeordneten dieses Hauses vorschreiben wollen, wann sie in einem Ausschuss debattieren dürfen und wann nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!) Denken Sie einmal zu Ende, was Sie hier machen! Denken Sie das bitte einmal zu Ende! (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zieht es durch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt schon Sitzungen lahmgelegt! Erinnert euch!
Sie, Herr Klubobmann Westenthaler, berufen sich implizit darauf, dass es bisher Usus war – und es war ein guter Usus, und auch diese Konvention setzen Sie jetzt aufs Spiel, Sie! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt schon Sitzungen lahmgelegt! Erinnert euch!) –, dass ein Ausschuss nur dann einberufen wird, wenn es Konsens zwischen den Regierungsfraktionen und den Oppositionsparteien gibt (Abg. Scheibner: Ihre Ausschussvorsitzenden haben die Sitzung unterbrochen, wenn ... nicht gepasst hat!), dass der Vorsitzende des Ausschusses das nicht willkürlich macht. Sie zwingen uns, von dieser Konvention abzugehen, denn das, was Sie machen, heißt: Solange das BZÖ mit der Einberufung des Verfassungsausschusses zur Aufnahme der Diskussion des Reformvertrages nicht einverstanden ist, findet eben kein Ausschuss statt! – Und wenn Sie in drei Jahren immer noch der Meinung sind, dass darüber nicht diskutiert wird, dann sitzen wir in drei Jahren immer noch da und dürfen immer noch nicht diskutieren!
Abg. Scheibner: Ihre Ausschussvorsitzenden haben die Sitzung unterbrochen, wenn ... nicht gepasst hat!
Sie, Herr Klubobmann Westenthaler, berufen sich implizit darauf, dass es bisher Usus war – und es war ein guter Usus, und auch diese Konvention setzen Sie jetzt aufs Spiel, Sie! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt schon Sitzungen lahmgelegt! Erinnert euch!) –, dass ein Ausschuss nur dann einberufen wird, wenn es Konsens zwischen den Regierungsfraktionen und den Oppositionsparteien gibt (Abg. Scheibner: Ihre Ausschussvorsitzenden haben die Sitzung unterbrochen, wenn ... nicht gepasst hat!), dass der Vorsitzende des Ausschusses das nicht willkürlich macht. Sie zwingen uns, von dieser Konvention abzugehen, denn das, was Sie machen, heißt: Solange das BZÖ mit der Einberufung des Verfassungsausschusses zur Aufnahme der Diskussion des Reformvertrages nicht einverstanden ist, findet eben kein Ausschuss statt! – Und wenn Sie in drei Jahren immer noch der Meinung sind, dass darüber nicht diskutiert wird, dann sitzen wir in drei Jahren immer noch da und dürfen immer noch nicht diskutieren!
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Ich meine, wo sind wir denn? Sie würden uns – alle anderen vier Fraktionen – ja in der Konsequenz dann zwingen, wenn wir das akzeptierten, irgendwann, eines Tages – heuer, nächstes Jahr, zum Sankt-Nimmerleins-Tag – einen Fristsetzungsantrag zu machen, der dann dazu führt, dass das Plenum ohne Diskussion im Verfassungsausschuss über den Reformvertrag abstimmen muss. Ich meine, so einen Unfug mutet uns das BZÖ zu! – Aber sicher nicht mit uns! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Hier zu sagen, das gesche „husch-pfusch“ – das ist ja lächerlich! Denn: Seit mindestens vier Jahren diskutieren wir über die eine oder andere Form des Reformvertrages. Der Verfassungsvertrag, den wir hier ratifiziert haben – gegen die Stimme von Frau Rosenkranz, aber mit den Stimmen von Scheibner, Bösch und so weiter – unterscheidet sich davon nur in Nuancen. So gesehen debattieren wir über dieses Thema hier schon seit vier oder fünf Jahren – und Sie faseln hier von einer „Husch-pfusch“-Vorgangsweise. Lächerlich ist das! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ: Das stimmt sicher nicht!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Es gibt Menschen, die sagen: Der Peter Westenthaler ist mir nicht sympathisch!, und dass das wohl der Grund dafür gewesen sein mag, dass man in Wien nur, ich glaube, 1,2 Prozent der Stimmen für das BZÖ gemacht hat. (Ruf bei der SPÖ: Das stimmt sicher nicht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da muss ich etwas falsch gemacht haben!
Ich bin nicht dieser Meinung. Mir ist der Peter Westenthaler persönlich nicht unsympathisch. (Abg. Ing. Westenthaler: Da muss ich etwas falsch gemacht haben!) Aber er hat die politische Unredlichkeit zum Prinzip erhoben. Das ist der große Fehler des Peter Westenthaler! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bin nicht dieser Meinung. Mir ist der Peter Westenthaler persönlich nicht unsympathisch. (Abg. Ing. Westenthaler: Da muss ich etwas falsch gemacht haben!) Aber er hat die politische Unredlichkeit zum Prinzip erhoben. Das ist der große Fehler des Peter Westenthaler! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bei mir werden Sie keine solche Aussage finden!
Da ist er einmal dafür, dass die Türkei der Europäischen Union beitritt, dann wieder dagegen; einmal für die EU-Verfassung (Abg. Ing. Westenthaler: Bei mir werden Sie keine solche Aussage finden!), dann wieder dagegen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unredlich, was Sie ...!); einmal für die Abfangjäger, dann wieder wird plakatiert: „Wir haben die Abfangjäger verhindert!“ – Einmal ist er weg, einmal ist er da. Einmal sagt er: Adieu, ich nehme den Hut! (Abg. Riepl: Er hat gar keinen Hut!) – er hat ihn aber nicht genommen, denn er hat zu dieser Zeit die Gage als Klubobmann weiterkassiert –, dann war er wieder da. Diese Unverlässlichkeit ist es, die ihm zum Vorwurf zu machen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaub’, Sie waren auch einmal weg! Waren Sie nicht auch einmal weg?), und diese Unverlässlichkeit ist es auch, die ihm dieses Wahlergebnis von, ich glaube, 1,2 Prozent in Wien beschert hat. Das ist, glaube ich, der Hintergrund.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unredlich, was Sie ...!
Da ist er einmal dafür, dass die Türkei der Europäischen Union beitritt, dann wieder dagegen; einmal für die EU-Verfassung (Abg. Ing. Westenthaler: Bei mir werden Sie keine solche Aussage finden!), dann wieder dagegen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unredlich, was Sie ...!); einmal für die Abfangjäger, dann wieder wird plakatiert: „Wir haben die Abfangjäger verhindert!“ – Einmal ist er weg, einmal ist er da. Einmal sagt er: Adieu, ich nehme den Hut! (Abg. Riepl: Er hat gar keinen Hut!) – er hat ihn aber nicht genommen, denn er hat zu dieser Zeit die Gage als Klubobmann weiterkassiert –, dann war er wieder da. Diese Unverlässlichkeit ist es, die ihm zum Vorwurf zu machen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaub’, Sie waren auch einmal weg! Waren Sie nicht auch einmal weg?), und diese Unverlässlichkeit ist es auch, die ihm dieses Wahlergebnis von, ich glaube, 1,2 Prozent in Wien beschert hat. Das ist, glaube ich, der Hintergrund.
Abg. Riepl: Er hat gar keinen Hut!
Da ist er einmal dafür, dass die Türkei der Europäischen Union beitritt, dann wieder dagegen; einmal für die EU-Verfassung (Abg. Ing. Westenthaler: Bei mir werden Sie keine solche Aussage finden!), dann wieder dagegen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unredlich, was Sie ...!); einmal für die Abfangjäger, dann wieder wird plakatiert: „Wir haben die Abfangjäger verhindert!“ – Einmal ist er weg, einmal ist er da. Einmal sagt er: Adieu, ich nehme den Hut! (Abg. Riepl: Er hat gar keinen Hut!) – er hat ihn aber nicht genommen, denn er hat zu dieser Zeit die Gage als Klubobmann weiterkassiert –, dann war er wieder da. Diese Unverlässlichkeit ist es, die ihm zum Vorwurf zu machen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaub’, Sie waren auch einmal weg! Waren Sie nicht auch einmal weg?), und diese Unverlässlichkeit ist es auch, die ihm dieses Wahlergebnis von, ich glaube, 1,2 Prozent in Wien beschert hat. Das ist, glaube ich, der Hintergrund.
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaub’, Sie waren auch einmal weg! Waren Sie nicht auch einmal weg?
Da ist er einmal dafür, dass die Türkei der Europäischen Union beitritt, dann wieder dagegen; einmal für die EU-Verfassung (Abg. Ing. Westenthaler: Bei mir werden Sie keine solche Aussage finden!), dann wieder dagegen (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist unredlich, was Sie ...!); einmal für die Abfangjäger, dann wieder wird plakatiert: „Wir haben die Abfangjäger verhindert!“ – Einmal ist er weg, einmal ist er da. Einmal sagt er: Adieu, ich nehme den Hut! (Abg. Riepl: Er hat gar keinen Hut!) – er hat ihn aber nicht genommen, denn er hat zu dieser Zeit die Gage als Klubobmann weiterkassiert –, dann war er wieder da. Diese Unverlässlichkeit ist es, die ihm zum Vorwurf zu machen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaub’, Sie waren auch einmal weg! Waren Sie nicht auch einmal weg?), und diese Unverlässlichkeit ist es auch, die ihm dieses Wahlergebnis von, ich glaube, 1,2 Prozent in Wien beschert hat. Das ist, glaube ich, der Hintergrund.
Ruf bei der SPÖ: Die Frage ist nur, wann!
Und was den Verfassungsausschuss anlangt: Demokratie funktioniert nur dann, wenn man über ein Thema auch sprechen kann. Und wir möchten unsere Volksabstimmung durchsetzen. Andere sind anderer Meinung. Aber wir wollen das im Verfassungsausschuss diskutieren (Ruf bei der SPÖ: Die Frage ist nur, wann!), sonst können wir ja nicht arbeiten! (Abg. Strache: Auch das BZÖ will keine Volksabstimmung!) Wie sollen wir das sonst machen? Wir wollen den Dr. Schachtschneider im Ausschuss hören, wollen hören, was er zu diesem Reformvertrag zu sagen hat. Das ist Demokratie! Da werden Sie Ihre Meinung vorbringen, wir werden unsere vorbringen, und dann werden wir zu einem Ergebnis kommen. Was wir nicht wollen, ist eine schnelle Ratifizierung des Reformvertrages im Parlament. Das wollen auch wir nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Auch das BZÖ will keine Volksabstimmung!
Und was den Verfassungsausschuss anlangt: Demokratie funktioniert nur dann, wenn man über ein Thema auch sprechen kann. Und wir möchten unsere Volksabstimmung durchsetzen. Andere sind anderer Meinung. Aber wir wollen das im Verfassungsausschuss diskutieren (Ruf bei der SPÖ: Die Frage ist nur, wann!), sonst können wir ja nicht arbeiten! (Abg. Strache: Auch das BZÖ will keine Volksabstimmung!) Wie sollen wir das sonst machen? Wir wollen den Dr. Schachtschneider im Ausschuss hören, wollen hören, was er zu diesem Reformvertrag zu sagen hat. Das ist Demokratie! Da werden Sie Ihre Meinung vorbringen, wir werden unsere vorbringen, und dann werden wir zu einem Ergebnis kommen. Was wir nicht wollen, ist eine schnelle Ratifizierung des Reformvertrages im Parlament. Das wollen auch wir nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und was den Verfassungsausschuss anlangt: Demokratie funktioniert nur dann, wenn man über ein Thema auch sprechen kann. Und wir möchten unsere Volksabstimmung durchsetzen. Andere sind anderer Meinung. Aber wir wollen das im Verfassungsausschuss diskutieren (Ruf bei der SPÖ: Die Frage ist nur, wann!), sonst können wir ja nicht arbeiten! (Abg. Strache: Auch das BZÖ will keine Volksabstimmung!) Wie sollen wir das sonst machen? Wir wollen den Dr. Schachtschneider im Ausschuss hören, wollen hören, was er zu diesem Reformvertrag zu sagen hat. Das ist Demokratie! Da werden Sie Ihre Meinung vorbringen, wir werden unsere vorbringen, und dann werden wir zu einem Ergebnis kommen. Was wir nicht wollen, ist eine schnelle Ratifizierung des Reformvertrages im Parlament. Das wollen auch wir nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: ...! Sie sind ein richtiges Naiverl!
Herr Klubobmann Westenthaler, Sie haben viele ... (Abg. Ing. Westenthaler: ...! Sie sind ein richtiges Naiverl!) – Wissen Sie, Herr Westenthaler, das ist Ihr Niveau: Wirtshausraufereien – das ist Ihr Niveau, ja. Bei einer Polizeikontrolle die Polizei beschimpfen, das ist Ihr Niveau. (Beifall bei der FPÖ.) Kollegen als „Naiverl“ bezeichnen, das ist Ihr Niveau.
Beifall bei der FPÖ.
Herr Klubobmann Westenthaler, Sie haben viele ... (Abg. Ing. Westenthaler: ...! Sie sind ein richtiges Naiverl!) – Wissen Sie, Herr Westenthaler, das ist Ihr Niveau: Wirtshausraufereien – das ist Ihr Niveau, ja. Bei einer Polizeikontrolle die Polizei beschimpfen, das ist Ihr Niveau. (Beifall bei der FPÖ.) Kollegen als „Naiverl“ bezeichnen, das ist Ihr Niveau.
Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: So weit muss es kommen! Irgendetwas mache ich falsch!
Ja, Herr Westenthaler, das sind Sie. Und ich weiß ja, dass Sie ein bisschen Schwierigkeiten haben wegen Ihres großen Mentors in Kärnten, der Sie als „Struwwelpeter“ beschimpft und so weiter. Auch das tut weh. – Ich tue das nicht. Sie sind mir trotzdem noch immer sympathisch, Herr Westenthaler. Wirklich! (Heiterkeit. – Abg. Ing. Westenthaler: So weit muss es kommen! Irgendetwas mache ich falsch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hab’ ich ja nicht! Ich hab’ nicht zugestimmt!
Herr Westenthaler, Sie haben auch viele gute Gründe angeführt, die gegen diese Tagesordnung sprechen – durchaus. Es gibt viele gute Gründe, die Petitionen vorher zu behandeln. Nur: Warum haben Sie dann dieser Tagesordnung zugestimmt? – Das verstehe ich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Hab’ ich ja nicht! Ich hab’ nicht zugestimmt!) Oder hat das die Klubdirektorin ganz alleine gemacht? Hat Sie nicht gefragt? (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird auch künftig keinen Konsens mehr geben bei den Klubdirektoren!) – Na ja, da müssen Sie mit Ihrer Klubdirektorin sprechen, wenn die ganz selbständig arbeitet und den großen Chef gar nicht fragt, ob sie da zustimmen darf.
Abg. Ing. Westenthaler: Es wird auch künftig keinen Konsens mehr geben bei den Klubdirektoren!
Herr Westenthaler, Sie haben auch viele gute Gründe angeführt, die gegen diese Tagesordnung sprechen – durchaus. Es gibt viele gute Gründe, die Petitionen vorher zu behandeln. Nur: Warum haben Sie dann dieser Tagesordnung zugestimmt? – Das verstehe ich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Hab’ ich ja nicht! Ich hab’ nicht zugestimmt!) Oder hat das die Klubdirektorin ganz alleine gemacht? Hat Sie nicht gefragt? (Abg. Ing. Westenthaler: Es wird auch künftig keinen Konsens mehr geben bei den Klubdirektoren!) – Na ja, da müssen Sie mit Ihrer Klubdirektorin sprechen, wenn die ganz selbständig arbeitet und den großen Chef gar nicht fragt, ob sie da zustimmen darf.
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Oder war es Absicht? War es Absicht, dass Sie sagen: Da stimmen wir zu – und dann, ein paar Tage danach, übers Wochenende ist mir die große Einsicht gekommen, und dann verlange ich eine Einwendungsdebatte, damit ich in der Fernsehzeit mehr Zeit für das BZÖ habe!? – Ist es nicht so, Herr Klubobmann Westenthaler? So war es doch, oder? (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Es kann nicht sein, dass sich alle Fraktionen dieses Hauses in der Geiselhaft einer „Minimundus-Fraktion“ befinden, das geht einfach nicht! – Sie sind nicht der Bürgermeister von Minimundus, und das Hohe Haus ist nicht Minimundus! Ich bitte, das zur Kenntnis zu nehmen! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Es geht um Stil!
Eines möchte ich noch sagen, was mir ganz, ganz wichtig ist: Ich bin oftmals, eigentlich meistens, nicht der Meinung der Frau Präsidentin Prammer oder der Grünen oder der ÖVP – aber Frau Mag. Prammer ist die Präsidentin dieses Hohen Hauses, und ihr gebührt Respekt. (Abg. Strache: Es geht um Stil!) Und wenn wir das nicht berücksichtigen, dann schaden wir uns selbst und der Demokratie.
Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen brauche ich keinen Respekt! Sie dürfen alles tun! Sie dürfen schimpfen, Sie dürfen alles tun!
Wenn Sie selbst einmal so stark werden, einen Präsidenten stellen zu können, dann gebührt auch Ihnen Respekt. (Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen brauche ich keinen Respekt! Sie dürfen alles tun! Sie dürfen schimpfen, Sie dürfen alles tun!) Wenn Sie es vielleicht einmal werden, Herr Westenthaler, dann werden wir auch Ihnen das Prädikat „Präsident“ verleihen. Aber das ist eine hohe Staatsfunktion, die diesen Respekt verdient, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen.
Wenn Sie selbst einmal so stark werden, einen Präsidenten stellen zu können, dann gebührt auch Ihnen Respekt. (Abg. Ing. Westenthaler: Von Ihnen brauche ich keinen Respekt! Sie dürfen alles tun! Sie dürfen schimpfen, Sie dürfen alles tun!) Wenn Sie es vielleicht einmal werden, Herr Westenthaler, dann werden wir auch Ihnen das Prädikat „Präsident“ verleihen. Aber das ist eine hohe Staatsfunktion, die diesen Respekt verdient, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ah so? Das ist euch völlig wurscht, was die Menschen sagen!? Das ist euch egal!? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sie können selbstverständlich Ihren Antrag auf Volksbefragung einbringen. Man wird auch darüber abstimmen, man wir auch darüber diskutieren. Aber es hat doch keinen Sinn, die Arbeit des Ausschusses zu behindern, nur deshalb, weil Sie mit Ihrer Forderung wahrscheinlich bei der Mehrheit der Ausschussmitglieder nicht durchkommen werden – oder die Arbeit hier zu behindern, weil Sie abwarten wollen, was in Kärnten passiert. Das geht nicht! Wir können hier nicht Rücksicht nehmen auf eine Kärntner Volksbefragung. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah so? Das ist euch völlig wurscht, was die Menschen sagen!? Das ist euch egal!? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das
Abg. Scheibner: Die Meinung der Bevölkerung interessiert den Herrn Ausschussvorsitzenden nur „peripher“!
Meine Damen und Herren, wir befinden uns hier im Hohen Haus. Hier haben wir uns selbst Spielregeln zu geben. Hier haben wir alle Anträge zu behandeln – und letztendlich auch abzuarbeiten. Wir haben fünf Termine angeboten, die dann den Konsens, die Zustimmung beim Großteil der hier vertretenen Fraktionen gefunden haben, und letztendlich sollten wir diesen Fahrplan einhalten. (Abg. Scheibner: Die Meinung der Bevölkerung interessiert den Herrn Ausschussvorsitzenden nur „peripher“!)
Abg. Mag. Darmann: Binden Sie die Bevölkerung ein! Trauen Sie sich!
Erstens ist gewährleistet, dass jeder zu Wort kommt. Zweitens ist gewährleistet, dass die Öffentlichkeit gewahrt ist, dass auch die Öffentlichkeit an diesen Diskussionen zu einem wirklich schwierigen Thema teilnehmen kann, dass das Thema ausführlich behandelt werden kann. (Abg. Mag. Darmann: Binden Sie die Bevölkerung ein! Trauen Sie sich!) Und ich glaube, dass diese Öffentlichkeit wichtig ist, damit auch Sie Ihre Argumente vortragen können. Wenn Sie aber blockieren, dass diese Öffentlichkeit stattfinden kann, dann wird auch keine Diskussion über dieses Thema in der Öffentlichkeit stattfinden können, und letztendlich würden wir uns selbst der Arbeit verweigern, die wir hier zu erfüllen haben.
Abg. Ing. Westenthaler: Zensurpräsidentin!
Abschließend möchte ich Ihnen noch sagen: Bitte, beleidigen Sie nicht die Präsidentin! (Abg. Ing. Westenthaler: Zensurpräsidentin!) Wenn Sie die gewählten Funktionsträger dieses Hauses beleidigen, beleidigen Sie das Hohe Haus und damit uns selbst und auch mich, und das will ich nicht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eine Beleidigung, dass die Medien ausgesperrt werden!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eine Beleidigung, dass die Medien ausgesperrt werden!
Abschließend möchte ich Ihnen noch sagen: Bitte, beleidigen Sie nicht die Präsidentin! (Abg. Ing. Westenthaler: Zensurpräsidentin!) Wenn Sie die gewählten Funktionsträger dieses Hauses beleidigen, beleidigen Sie das Hohe Haus und damit uns selbst und auch mich, und das will ich nicht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist eine Beleidigung, dass die Medien ausgesperrt werden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird es nicht mehr geben! Keine Sorge! Keine Unterschrift mehr!
Ich habe auch Verständnis dafür, dass eine kleine Fraktion, mit dieser Sorge beladen, sagt: Ich nehme auch die Gestaltung der Tagesordnung zum Anlass, für ein Spektakel zu sorgen! Für all das habe ich Verständnis, meine Damen und Herren, wobei sich schon die Frage stellt, was die Unterschriften von Klubdirektoren in Zukunft wert sein sollen, Herr Kollege Klubobmann Westenthaler. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird es nicht mehr geben! Keine Sorge! Keine Unterschrift mehr!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat denn Ihr Generalsekretär schon alles gesagt!
sekretärs! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Was hat denn Ihr Generalsekretär schon alles gesagt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Dann entschuldigen Sie sich für die Erpressung!
Ich appelliere an meine Kollegen, und ich darf zu manchen sagen, Freunde vom BZÖ, wenn Ihr Klubobmann dazu nicht in der Lage ist und diesen letzten Rest von Anstand nicht besitzt: Es kann Herbert Scheibner machen, es kann Uschi Haubner machen, es kann Sepp Buchner machen, es kann Veit Schalle machen, aber einer soll herauskommen und sich für dieses empörende Verhalten des BZÖ-Generalsekretärs entschuldigen. Da fehlt mir wirklich das Verständnis, Herr Kollege Westenthaler! Wenn Sie das Klima hier total vergiften wollen, dann setzen Sie diesen Weg fort! (Abg. Ing. Westenthaler: Dann entschuldigen Sie sich für die Erpressung!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann hören Sie auf, zu erpressen!
Ich gebe gerne zu, ich habe bisher zu vielen Kollegen in der BZÖ-Fraktion ein sachlich-konstruktives, ich muss sagen, zu manchen auch ein menschlich-sympathisches Verhältnis gehabt, aber mit dieser Art, mit diesem Stil ist das zu Ende. So kann man miteinander im Parlament nicht umgehen, meine Damen und Herren! Kommen Sie heraus und entschuldigen Sie sich! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann hören Sie auf, zu erpressen!)
Abg. Öllinger: Dass wir überhaupt reden dürfen, ist sehr großzügig!
Wir haben ohnehin eine sehr minderheitsfreundliche Geschäftsordnung hier. Die Tatsache, dass wir hier eine vom BZÖ initiierte Einwendungsdebatte haben gegen ihre eigene Unterschrift, ist an sich schon eine sehr großzügige Auslegung der Geschäftsordnung, meine Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Dass wir überhaupt reden dürfen, ist sehr großzügig!) Einwendungen gegen die eigene Unterschrift, das ist ein gewisses Kuriosum, aber ich gebe zu, es ist formal in Ordnung, und wir sind auch in der Auslegung sehr großzügig, wenn es um Minderheitsrechte geht. Das gebe ich gerne zu. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen uns das Wort verbieten, das ist die Wahrheit! Zuerst erpressen, dann das Wort verbieten – und dann mit dem Mehrheitswahlrecht drüberfahren!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen uns das Wort verbieten, das ist die Wahrheit! Zuerst erpressen, dann das Wort verbieten – und dann mit dem Mehrheitswahlrecht drüberfahren!
Wir haben ohnehin eine sehr minderheitsfreundliche Geschäftsordnung hier. Die Tatsache, dass wir hier eine vom BZÖ initiierte Einwendungsdebatte haben gegen ihre eigene Unterschrift, ist an sich schon eine sehr großzügige Auslegung der Geschäftsordnung, meine Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Dass wir überhaupt reden dürfen, ist sehr großzügig!) Einwendungen gegen die eigene Unterschrift, das ist ein gewisses Kuriosum, aber ich gebe zu, es ist formal in Ordnung, und wir sind auch in der Auslegung sehr großzügig, wenn es um Minderheitsrechte geht. Das gebe ich gerne zu. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie wollen uns das Wort verbieten, das ist die Wahrheit! Zuerst erpressen, dann das Wort verbieten – und dann mit dem Mehrheitswahlrecht drüberfahren!)
Abg. Scheibner: Ja, wenn es gescheit ist, schon!
Ja, glauben Sie wirklich, dass wir tolerieren können, auch als Demokraten, dass hier eine Minderheit von sieben Abgeordneten die Arbeit des Parlaments blockiert?! Das kann es doch nicht sein, Herr Kollege Scheibner! Sie waren auch einmal Klubobmann: Hätten Sie damals als Klubobmann einer Regierungspartei das vertreten (Abg. Scheibner: Ja, wenn es gescheit ist, schon!), dass sieben Abgeordnete die Arbeit der Parlamentsmehrheit, der überwiegenden Mehrheit, blockieren? – Das kann es doch nicht sein!
Abg. Strache: Eine Volksabstimmung sollte man sicherstellen! Das wäre wichtig!
Daher: Lösen wir uns von Weisungen noch so bedeutsamer Landeshauptleute! Seien wir ein selbständiges Parlament, und vermeiden wir eine derartige Vergiftung des Klimas! (Abg. Strache: Eine Volksabstimmung sollte man sicherstellen! Das wäre wichtig!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Kollege Westenthaler, noch einmal: Kommen Sie heraus und entschuldigen Sie sich! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Eines vorweg: Dass einer Fraktion hier im Haus die Einwendungsdebatte während der Fernsehzeit de facto nicht erlaubt wird, verboten wird, halte ich für unzulässig. Das haben wir in der letzten Legislaturperiode öfters gehabt, das hat auch die SPÖ praktiziert, während Fernsehübertragungen eine Einwendungsdebatte zur Tagesordnung zu machen. Das ist völlig in Ordnung. Und wenn es dann noch das Aufeinander-Zugehen gibt, dass man sagt, man reduziert das auf drei oder vier Minuten pro Redner/pro Rednerin, dann hätte es überhaupt kein Argument gegeben, das hier heute nicht in der Zeit der Fernsehübertragung stattfinden zu lassen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Dass die Fernsehübertragung nicht zustandegekommen ist, ist ausschließlich darauf zurückzuführen, dass die ÖVP und die SPÖ ein Junktim mit allen offenen Streitfragen hier im Hause gemacht haben, und das halte ich auch für unzulässig. Es gibt offene Streitfragen, die muss man besprechen und die muss man lösen, aber deswegen die Öffentlichkeit auszusperren, das als Pfand zu verwenden, ist nicht in Ordnung. Das ist wirklich nicht in Ordnung! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
mehr weiter! (Beifall bei den Grünen.) Sie wirken wie aus Klagenfurt ferngesteuert. Entschuldigen Sie, aber das ist die Wahrheit.
Beifall bei den Grünen.
Es war auch sehr verdächtig, dass es von Klubobmann Westenthaler keine Konsensbereitschaft gegeben hat, zu sagen: Okay, wir machen den Ausschuss und verschieben die Letztbeschlussfassung auf Mai oder Juni, um zumindest noch eine gewisse Höflichkeit gegenüber dieser Volksbefragung walten zu lassen! Auch das war nicht möglich. Es geht nur um ein einziges Thema: dass Jörg Haider in Kärnten wieder einen ordentlichen Bahöl schlagen kann, denn sonst kann er Wahlen offensichtlich nicht gewinnen. Das hat er bei den Ortstafeln so gemacht, da hat er das Thema missbraucht, und er macht es da genauso. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Da müssen Sie mir zuhören! Wenn Sie mir zugehört haben, werden Sie das wissen!
Herr Kollege Bösch, Herr Kollege Scheibner, alle, die damals diese Verfassung für gut befunden haben, ich halte Sie nicht für so unredlich, dass Sie ausschließlich, weil Ihnen der Kärntner Landeshauptmann irgendetwas diktiert, Überzeugungen oder sachliche Bewertungen einfach von einem Tag auf den anderen über Bord werfen. (Abg. Scheibner: Da müssen Sie mir zuhören! Wenn Sie mir zugehört haben, werden Sie das wissen!)
Beifall bei den Grünen.
Sie sich Ihre Vorgangsweise, damit wir ein bisschen etwas zum Arbeiten haben! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Sicher nicht!
Der jetzige Herr Klubobmann Schüssel ist im Moment leider nicht im Saal; wahrscheinlich wäre es für ihn fast unerträglich, seine eigenen Worte jetzt und hier nach Ablauf dieser eineinhalb Jahre zu hören. (Abg. Grillitsch: Sicher nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Anzuerkennen ist, dass es in der Zwischenzeit offenbar auch innerhalb der ÖVP eine gewisse Bewusstseinswerdung dahin gehend gegeben hat, dass wir sehr wohl ein Problem haben. Es hat während dieser einjährigen Regierungszeit eine Diskussion und Versuche einer Lösung gegeben, die – und das muss man Ihnen zum ersten großen Vorwurf machen – weitgehend gezeichnet, getragen und geprägt waren von den Streitereien, die innerhalb der Regierungsparteien stattfinden. Das wäre mir in vielen anderen Bereichen egal. Aber in diesem Bereich wurden Ihre Regierungsstreitigkeiten auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen, auf dem Rücken von Menschen, die Betreuung, Unterstützung und Pflege brauchen, auf dem Rücken von deren Angehörigen und Betreuerinnen und Betreuern, und das ist unzumutbar. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist auch so, dass diese Rund-um-die-Uhr-Betreuung eigentlich nur sehr wenige in Anspruch nehmen können. Es ist sehr viel über die Förderungen gesprochen worden, darüber, wie viel die Familien oder die Betroffenen bekommen sollen. Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass mitsamt ihrer Förderungen, die ja leider nach wie vor in den Ländern unterschiedlich sind – hier ist auch den Ländern ein klarer Vorwurf zu machen –, die Rund-um-die-Uhr-Betreuung noch immer 1 000 € pro Monat für all jene, die sie brauchen, kostet. Und wenn Sie jetzt daran denken, dass die Durchschnittspension in Österreich 827 € beträgt, wenn Sie daran denken, dass die Pension von Frauen im Durchschnitt 692 € im Monat beträgt, dann wissen wir, dass sich die Rund-um-die-Uhr-Betreuung leider nur sehr wenige leisten können. Was mit all den anderen ist, die diese Betreuungsform überhaupt nicht in Anspruch nehmen können, weil sie das notwendige Geld nicht haben oder auch den notwendigen Platz für eine Unterbringung nicht haben, darüber schweigen Sie sich leider aus. Das ist für Sie politisch kein Thema, obwohl der Hut brennt und hier dringend Handlungsbedarf besteht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Lapp: Nein!
Es gibt eine Gruppe, das sind die Arbeitnehmerinnen, kaum Arbeitnehmer, die Betreuerinnen, denen Sie mit diesem Verfassungsgesetz alle Rechte nehmen. Denen geben Sie kein einziges Recht, denen nehmen Sie alle Rechte, die sie sonst haben. Und ich bin sehr verwundert, dass gerade diejenigen Kolleginnen und Kollegen der SPÖ, die den Gewerkschaften nahestehen, die immer die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertreten haben, hier zustimmen. Es gibt keine Möglichkeit mehr, Pensionszeiten einzufordern, es gibt keine Möglichkeiten, Arbeitsschutzbestimmungen einzufordern. Sie nehmen ihnen dieses Recht, für uns nicht nachvollziehbar (Abg. Mag. Lapp: Nein!), weil Sie ein Verfassungsgesetz machen und damit Klagen nicht
Abg. Mag. Lapp macht eine verneinende Kopfbewegung.
Wenn dann jemand kommt und behauptet, dass es sich tatsächlich um eine unselbständige Tätigkeit handelt, dann werden die Betroffenen und deren Familien zur Kasse gebeten werden und nachzahlen müssen: Sozialleistungen, Sozialabgaben. (Abg. Mag. Lapp macht eine verneinende Kopfbewegung.) – Natürlich, Frau Kollegin Lapp! Selbstverständlich! Setzen Sie sich damit auseinander!
Beifall bei den Grünen.
Wir brauchen als Basis für jede weitere Arbeit im Bereich der Unterstützung, Betreuung und Pflege alter Menschen als Erstes und Oberstes einen Rechtsanspruch darauf. Es kann nicht mehr weiter so sein, dass die Frage, ob ich im Alter pflegebedürftig sein werde, ein individuelles Risiko ist, das ich kaum finanziell tragen kann, wo es darum geht, dass mein Häuserl draufgeht, dass die letzten Ersparnisse draufgehen, sondern Pflege im Alter ist genauso ein Risiko wie Krankheit, und als solches müssen wir sie behandeln. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und wir brauchen als Drittes dringend einen raschen Ausbau der ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen. Dieser wird derzeit verschlafen. Und solange dieser nicht raschest vorangetrieben wird, wird es für die Betroffenen auch nicht möglich sein, auf andere Hilfe und Unterstützung zurückzugreifen als auf die Rund-um-die-Uhr-Betreuung. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Das ist sehr einseitig! Mit Tiefschlägen kommen Sie nicht aus!
Sehr geehrte Frau Kollegin, vorher hat diese illegale Beschäftigung ebenso Geld gekostet und war für die Betroffenen in einem Drahtseilakt ohne Absicherung zu leisten. Dass die Grünen sich für illegale Beschäftigungsverhältnisse aussprechen, das ist meiner Meinung nach eine neue Facette ihrer sozialpolitischen Ansichten. (Abg. Öllinger: Das ist sehr einseitig! Mit Tiefschlägen kommen Sie nicht aus!)
Beifall bei der SPÖ
Der Versicherungsschutz für hart arbeitende Menschen ist unserer Meinung nach ein sehr wichtiger sozialer Anspruch, den wir in Österreich stellen (Beifall bei der SPÖ), aber auch die Sicherheit der älteren Menschen, dass sie wissen, dass die BetreuerInnen, die Menschen tagtäglich zu ihnen kommen und die Betreuung und Pflege in einer entsprechenden Qualität gegeben sind.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, neben diesem Dank wollen wir ihnen noch sagen: Wir stehen auf ihrer Seite und arbeiten an weiteren konstruktiven Lösungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Zuerst hat man geleugnet, dass es einen Pflegenotstand in Österreich gibt, hat quasi eine Amnesie gehabt, und jetzt geht man von einer Amnestie zur nächsten, aber in Wirklichkeit kann das nicht die Lösung sein. (Zwischenruf des Abg. Amon.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.) – Das wäre ein ehrlicher Weg, aber nicht wieder ein solch unehrlicher Weg, wie er hier beschritten wird.
Beifall bei der FPÖ
Aber die 400 000 Menschen in Österreich, die ihre eigenen Familienmitglieder tagtäglich pflegen, die vergessen sie völlig. Das sind die wahren Helden in Österreich (Beifall bei der FPÖ), dies trotz Pflegegeldwertverlust von 20 Prozent. Und da nützt es nichts, Frau Kollegin Lapp, nur ein Danke auszusprechen. Das Danke ist das Mindeste, das man an diese 400 000 Österreicher auszusprechen hat, die ihre eigenen Familienmitglieder tagtäglich zu Hause pflegen und auf vieles verzichten, teilweise nur halbtags berufstätig sein können oder überhaupt den Beruf an den Nagel hängen, damit sie für ihre Familienmitglieder da sein können. Und dann gibt es einen Wertverlust beim Pflegegeld von 20 Prozent, wo bis heute keine Valorisierung sichergestellt wurde.
Beifall bei der FPÖ.
Vor der Wahl haben die Sozialdemokratie, aber auch andere alles in diese Richtung Gehende versprochen. Bis heute fehlt es an der Pflegegelderhöhung, an der Valorisierung. 20 Prozent Wertverlust! Diese Menschen wissen nicht mehr weiter. Das ist das Kernproblem, das wir lösen sollten, wo Sie aber leider Gottes gänzlich versagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Man muss somit auch mehr Geld in die Hand nehmen, das ist der entscheidende Faktor. Es ist notwendig, mehr Geld in den Bereich Pflege zu investieren und den Pflegebedürftigen zur Verfügung zu stellen. Das ist das entscheidende Kriterium. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Amon: Wie viel und woher?
Da möchte ich schon einmal festhalten: Wir sagen immer, wir sind eines der reichsten Länder der Welt, aber immer dann, wenn es soziale Probleme im eigenen Land gibt, hat man kein Geld. Das ist immer das gleiche Phänomen. Man will offenbar kein Geld dafür aufwenden. (Abg. Amon: Wie viel und woher?) Wir sind immer sehr spendenfreudig, wenn irgendwo auf der Welt eine Katastrophe passiert, und gerne spenden auch die Österreicher. Und da ist auch immer die österreichische Bundesregierung sofort parat, wenn es darum geht, österreichische Steuergelder auch bei Krisen irgendwo in der Welt zu investieren, auch zig Millionen Euro für den Tschad-Einsatz – und das aus unseren Steuergeldern.
Beifall bei der FPÖ.
Wenn es aber um unsere eigenen sozialpolitischen Probleme geht, sind Sie nicht bereit, dieses Geld einzusetzen. Da geht es nämlich schon um zielorientierte Ausgaben, und da muss man eben Prioritäten setzen. Für uns von der FPÖ liegen die Prioritäten im Bereich der sozialen Verantwortung für unsere eigenen Staatsbürger, die Hilfe und Unterstützung brauchen. Dort sind Sie aber leider nicht bereit, Ausgaben zu tätigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir müssen das Pflegechaos, den Pensionsraub und die soziale Kälte in Österreich nachhaltig bekämpfen. Da muss man aber auch bereit sein, dafür Geld in die Hand zu nehmen, um soziale Notstände zu beseitigen und den Menschen zur Seite zu stehen. So sieht die Verantwortung einer sozial verantwortlichen Bundesregierung aus. – Aber diese vermissen wir! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das ist schön!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Meine Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Strache, ich will Ihnen nicht in allem, was Sie heute hier gesagt haben, widersprechen. (Abg. Strache: Das ist schön!) Wenn Sie die ORF-Gebührenerhöhung, die geplant ist, kritisieren, dann haben Sie in mir und in uns von der ÖVP einen Verbündeten. Wir halten auch nichts davon. Ich möchte das in aller Deutlichkeit hier sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist gescheit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist gescheit!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Meine Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Kollege Strache, ich will Ihnen nicht in allem, was Sie heute hier gesagt haben, widersprechen. (Abg. Strache: Das ist schön!) Wenn Sie die ORF-Gebührenerhöhung, die geplant ist, kritisieren, dann haben Sie in mir und in uns von der ÖVP einen Verbündeten. Wir halten auch nichts davon. Ich möchte das in aller Deutlichkeit hier sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist gescheit!)
Abg. Strache: Die Pflege-Anpassung ist Ihnen kein Anliegen? Den Werteverlust wollen Sie nicht ausgleichen?
Ich lade auch den Koalitionspartner ein, seinen Einfluss dahin gehend geltend zu machen, dass es nicht zu dieser Gebührenerhöhung kommt. Aber damit, Herr Kollege Strache, bin ich am Ende unserer Gemeinsamkeiten (Abg. Strache: Die Pflege-Anpassung ist Ihnen kein Anliegen? Den Werteverlust wollen Sie nicht ausgleichen?), denn nur nach dem Grundsatz zu gehen: Ist der Berg auch noch so steil, ein bisschen was geht alleweil!, ist ein bisschen zu wenig. Es ist zu einfach, nur immer mehr zu verlangen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Statt des Tschad-Einsatzes sollte man das Pflegegeld valorisieren, statt unsere Steuer-Millionen für den Tschad-Einsatz zu verpulvern!
Meinen Zwischenruf, den ich mehrmals getätigt habe, indem ich Ihnen die Frage gestellt habe: Wie viel wollen Sie mehr und woher wollen Sie es?, haben Sie elegant ignoriert, darauf sind Sie mir jede Antwort schuldig geblieben. Dies wohl deshalb, weil Ihnen nichts darauf eingefallen ist, Herr Kollege Strache. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Statt des Tschad-Einsatzes sollte man das Pflegegeld valorisieren, statt unsere Steuer-Millionen für den Tschad-Einsatz zu verpulvern!)
Abg. Strache: Das ist völlig unrichtig! Da wird wieder mit Unwahrheiten gearbeitet! Das ist die Methode des Amon: mit Unwahrheiten zu arbeiten!
Das Argument, das Sie in diesem Zusammenhang gebracht haben, besteht darin, dass Sie das kritisieren, was wir heute machen, nämlich Gott sei Dank eine umfassende Verlängerung der Pflegeamnestie. Das kritisieren Sie hier! Sie beten das nach, Herr Kollege Strache, was Ihre Expertin im Ausschuss, wo Sie leider nicht anwesend waren, gesagt hat. Doch das ist dort eigentlich von allen anderen Experten entkräftet worden. (Abg. Strache: Das ist völlig unrichtig! Da wird wieder mit Unwahrheiten gearbeitet! Das ist die Methode des Amon: mit Unwahrheiten zu arbeiten!) Diese Rechtssicherheit, die wir damit schaffen, ist Gott sei Dank eine weitgehende. Und das ist eine richtige Maßnahme, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Argument, das Sie in diesem Zusammenhang gebracht haben, besteht darin, dass Sie das kritisieren, was wir heute machen, nämlich Gott sei Dank eine umfassende Verlängerung der Pflegeamnestie. Das kritisieren Sie hier! Sie beten das nach, Herr Kollege Strache, was Ihre Expertin im Ausschuss, wo Sie leider nicht anwesend waren, gesagt hat. Doch das ist dort eigentlich von allen anderen Experten entkräftet worden. (Abg. Strache: Das ist völlig unrichtig! Da wird wieder mit Unwahrheiten gearbeitet! Das ist die Methode des Amon: mit Unwahrheiten zu arbeiten!) Diese Rechtssicherheit, die wir damit schaffen, ist Gott sei Dank eine weitgehende. Und das ist eine richtige Maßnahme, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Diese Bundesregierung handelt zuverlässig mit dieser Maßnahme, sie schafft Rechtssicherheit mit dieser Maßnahme, und es wird damit der Verunsicherung ein Ende gesetzt. Und genau darum geht es! (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mandak.
Liebe Frau Kollegin Mandak, ich habe es Ihnen schon im Ausschuss gesagt: Es ist zu wenig, nur zu sagen: Wir sind auch für eine Verlängerung der Pflegeamnestie! Es ist richtig, dieser Vorschlag ist auch von den Grünen gekommen. Sie waren auch der Meinung, dass man die betroffenen Menschen, die ohnehin mit dem Schicksal, das sie getroffen hat, ausreichend beschäftigt sind, nicht in dieser verunsicherten Situation lassen soll. Aber dann herzugehen und auf der einen Seite den Vorschlag, den wir Regierungsparteien zu dieser umfassenden Verlängerung der Amnestie gemacht haben, zu kritisieren, weil ja am Ende niemand weiß, ob irgendein Höchstgericht nicht doch einmal einen Punkt findet, den man vielleicht aushebeln könnte, aber auf der anderen Seite keinen Gegenvorschlag, und zwar weder im Ausschuss noch hier im Plenum, einzubringen, keine Variante vorzulegen, wie Sie es besser machen würden, ist tatsächlich zu wenig. Das möchte ich in aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mandak.)
Abg. Mandak: Aber nicht für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer!
Ich glaube, dass die Bundesregierung mit dieser Vorlage bemüht ist – und die Koalitionsparteien werden das beschließen –, größtmöglichen Rechtsschutz, größtmögliche Rechtssicherheit für die Betroffenen herzustellen. Und es ist gut so, dass das passiert. (Abg. Mandak: Aber nicht für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer!)
Abg. Dr. Stummvoll: Ein grün-blauer Vorschlag wahrscheinlich!
Sie keinen vorgelegt. Ich bin gespannt, ob im Rahmen dieser Debatte einer eingebracht wird. (Abg. Dr. Stummvoll: Ein grün-blauer Vorschlag wahrscheinlich!)
Bundesminister Dr. Bartenstein: 1 000!
Des Weiteren meine ich, dass im Zusammenhang mit der Förderung die selbständige und die unselbständige Pflege gleichermaßen gefördert werden sollten, denn wenn wir uns anschauen, wo es Anmeldungen gibt – das hat auch das Hearing gezeigt –, dann müssen wir feststellen, dass es, wie die Wirtschaftskammer letzte Woche im Hearing berichtet hat, zirka 11 000 Anmeldungen im Bereich der selbständigen Pflege gibt. (Bundesminister Dr. Bartenstein: 1 000!) Entschuldigung! 1 100 wollte ich sagen. Danke für die Korrektur, Herr Bundesminister! – Auf der anderen Seite hat beispielsweise der Vertreter der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse gemeldet, dass es im Bereich der unselbständigen Pflege laut Stand der letzten Woche nur 26 Anmeldungen gibt. Das zeigt deutlich, welches Modell besser greift. Daher meine ich, dass man auf das bessere Modell zumindest so stark setzen sollte, wie man auf das weniger erfolgreiche Modell setzt. Das wäre mein Anliegen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ist das nicht etwas zynisch, Herr Arbeitnehmersprecher?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ist das nicht etwas zynisch, Herr Arbeitnehmersprecher?
Des Weiteren meine ich, dass im Zusammenhang mit der Förderung die selbständige und die unselbständige Pflege gleichermaßen gefördert werden sollten, denn wenn wir uns anschauen, wo es Anmeldungen gibt – das hat auch das Hearing gezeigt –, dann müssen wir feststellen, dass es, wie die Wirtschaftskammer letzte Woche im Hearing berichtet hat, zirka 11 000 Anmeldungen im Bereich der selbständigen Pflege gibt. (Bundesminister Dr. Bartenstein: 1 000!) Entschuldigung! 1 100 wollte ich sagen. Danke für die Korrektur, Herr Bundesminister! – Auf der anderen Seite hat beispielsweise der Vertreter der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse gemeldet, dass es im Bereich der unselbständigen Pflege laut Stand der letzten Woche nur 26 Anmeldungen gibt. Das zeigt deutlich, welches Modell besser greift. Daher meine ich, dass man auf das bessere Modell zumindest so stark setzen sollte, wie man auf das weniger erfolgreiche Modell setzt. Das wäre mein Anliegen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ist das nicht etwas zynisch, Herr Arbeitnehmersprecher?)
Beifall bei der ÖVP.
Im Großen und Ganzen, Herr Bundesminister, bin ich aber froh, dass es nun zu dieser Verlängerung der Amnestie kommen wird, und zwar in einem umfassenden Ausmaß, so wie das auch Frau Kollegin Csörgits schon vor Weihnachten vorgeschlagen hat und wie wir das immer unterstützt haben. Ich glaube, dass wir damit auf einem guten, auf einem richtigen Weg sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Jetzt hat man sich geeinigt – geeinigt auf eine sogenannte Schwamm-drüber-Aktion. Und dazu möchte ich hier sagen: In einer so heiklen Sache wie Pflege und Betreuung von älteren Menschen, von Menschen mit Behinderungen zu sagen: Schwamm drüber!, zeugt eigentlich schon von sehr wenig Feingefühl. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Na ja!
Wir haben gesagt: Was können wir an Beratung, an Schulung und an Unterstützung – Stichwort: Auszeit – für pflegende Angehörige machen? Es ist gut so, wenn das weiterentwickelt wird und wenn noch mehr kommt. Und wir waren es auch, die das freiwillige soziale Jahr aufgewertet haben. (Abg. Öllinger: Na ja!) Auch jetzt haben wir gesagt, es muss eine gesetzliche Regelung sein.
Beifall beim BZÖ.
Wofür wir vom BZÖ ganz sicher nicht stehen: für parteipolitische Machtkämpfe zwischen den verantwortlichen Regierungsparteien, für Inszenierungen, die auf Kosten der Menschen gehen, und vor allem für Ankündigungen, die nicht eingehalten werden! – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe des Abg. Öllinger.
Da ich hier Frau Abgeordnete Mandak über die wesentlichen Inhalte der Diskussion im Ausschuss sprechen gehört habe: Richtig ist, dass im Ausschuss eine Reihe von Rechtsexpertinnen und Rechtsexperten mit uns diskutiert haben, welche Auswirkung die Lösung hat, die wir mit dem Pflege- und Betreuungs-Übergangsverfassungsgesetz dem Hohen Haus vorgeschlagen haben. Wir haben diese Diskussion in der Regierung sehr, sehr ernst genommen, mit Respekt die Bedenken gehört und darauf reagiert. (Zwischenrufe des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der SPÖ.
Was wir und Sie mit Ihrer Beschlussfassung hier leisten, ist, dass wir Betroffenen in 5 000 bis 20 000 Haushalten mit pflegebedürftigen Personen die Ängste vor Nachforderung und Strafe nehmen. Diese Ängste mögen zum Teil – vielleicht sogar überwiegend – übertrieben sein, weil es derartige Nachforderungen, derartige Strafe auch in der Vergangenheit fast nicht gegeben hat, aber dennoch: Sicherheit ist ein so wichtiges Gut, dass wir das auch gesetzlich in der bestmöglichen Form absichern wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Nach der Wahl wird die ÖVP auch da mitmachen!
Ich kann hier mit Fug und Recht sagen, dass der Bereich der 24-Stunden-Betreuung jener Sachleistungsbereich ist, bei dem es das bei Weitem größte Ausmaß an Standardisierung und Harmonisierung innerhalb von Leistungen der Länder und des Bundes gibt. Ich bedauere aber sehr, dass Sie es als Vorwurf formulieren, dass zwei Länder – bekanntlich Niederösterreich und Vorarlberg – aus diesem Konsens der Gesamtstandardisierung ausgeschert sind, und ich hoffe, dass es gelingen wird, in den nächsten Monaten – vielleicht nach den Wahlen – wieder zu einem noch größeren Ausmaß von Vereinheitlichung zu kommen. (Abg. Strache: Nach der Wahl wird die ÖVP auch da mitmachen!)
Beifall bei der SPÖ.
deren Wahlfreiheit, auch zu Hause gepflegt und betreut zu werden, legal ist, leistbar ist und damit sichergestellt werden kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Auch ich wünsche mir, dass das mit weniger Streitereien als in den letzten Monaten erfolgen möge. Aber richten Sie, meine Damen und Herren, doch bitte Ihr Hauptaugenmerk nicht auf den Entstehungsprozess, der von dem einen oder anderen Misston begleitet war, sondern richten Sie und wir gemeinsam das Hauptaugenmerk auf das Ergebnis! Und da sehen Sie: Dieses Ergebnis ist ein gutes und wird von immer mehr Menschen in Anspruch genommen. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dolinschek: Das ist nicht wahr! – Zwischenrufe der Abg. Haubner.
Abgeordneter Erwin Spindelberger (SPÖ): Meine Damen und Herren, ich habe ganz fasziniert der Rede der Frau Abgeordneten Haubner zugehört, auch, wie Sie geschwärmt hat von der Sozialpolitik der letzten Jahre. – Diese hat doch auch dazu geführt, dass wir heute dieses Gesetz ändern müssen, weil Sie der Illegalität im Pflegebereich Vorschub geleistet haben. (Abg. Dolinschek: Das ist nicht wahr! – Zwischenrufe der Abg. Haubner.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.
Was mir jedoch weh tut bei dem Ganzen, ist, dass eine umfassende Information wieder einmal nur in jenen Bundesländern geschieht, wo es SPÖ-Landeshauptleute gibt. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Ich meine, dass das Themen wären, die alle berühren. Mir kommt immer wieder vor, wenn ich mir diese Sticheleien anhöre, die da von verschiedenen Parteien kommen, dass das Motto vorherrscht: boykottieren statt koalieren. Auch darüber sollte man in der Regierung nachdenken.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Das jetzt schon zum dritten Mal!
Aber, wie gesagt, es stimmt mich traurig, dass das nur in jenen Bundesländern geschieht, die SPÖ-Landeshauptleute haben. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das jetzt schon zum dritten Mal!) Daher mein Appell an alle Landeshauptleute auch der übrigen Bundesländer, sich daran zu beteiligen – und nochmals: Besser wäre es, gemeinsam zu agieren, statt zu blockieren. Das würde allen gut tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber, wie gesagt, es stimmt mich traurig, dass das nur in jenen Bundesländern geschieht, die SPÖ-Landeshauptleute haben. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das jetzt schon zum dritten Mal!) Daher mein Appell an alle Landeshauptleute auch der übrigen Bundesländer, sich daran zu beteiligen – und nochmals: Besser wäre es, gemeinsam zu agieren, statt zu blockieren. Das würde allen gut tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Genau!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es muss ja nicht alles schlecht sein, was eine Regierung vorschlägt (Rufe bei der SPÖ: Genau!), und das haben wir auch nicht behauptet, Herr Bundesminister. Selbstverständlich sind auch in diesem sogenannten Pflege-Verfassungsgesetz, das Sie beziehungsweise Herr Kollege Amon, der jetzt gerade nicht herinnen ist, vorschlagen, Bestimmungen enthalten, denen wir zustimmen würden, würden Sie nicht gerade diese Bestimmungen in den Verfassungsrang heben.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Bundesminister Dr. Buchinger: Warum nicht?
Folgendes sollte Ihnen diese Debatte der letzten Woche schon gelehrt oder zumindest gezeigt haben: Alle Verfassungsjuristen – bis hin zu Dr. Kostelka, Volksanwalt – sind der Meinung, dass so ein Verfassungsgesetz echt eine Sünde ist, wenn Sie jetzt, nachdem Sie gerade zum Jahreswechsel in einer Huschpfusch-Aktion eine sogenannte „Verfassungsbereinigung“ gemacht haben, das machen. – Noch dazu, wo Sie damals gesagt haben: Wir hören jetzt auf mit dieser Praxis, etwas mit Zweidrittelmehrheit sozusagen in die verfassungsmäßige Immunität zu stellen, wo das nicht notwendig ist. Und zack, zwei Monate später passiert es zum ersten Mal wieder, dass etwas mit einer Verfassungsbestimmung ausgestattet wird, wo es nicht sinnvoll ist, das zu tun. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Bundesminister Dr. Buchinger: Warum nicht?)
Beifall bei den Grünen.
Bundesminister. Aber dass Sie hergehen und sagen, das passt alles, das ist das Falsche, Herr Bundesminister. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Aber wenn Sie, Frau Kollegin Lapp, darüber hinaus sagen: Was regt ihr Grüne denn euch auf? Die illegale Betreuung vorher hat ja auch Geld gekostet, da ist es doch legitim, dass sie jetzt als legale ebenfalls etwas kostet!, dann muss ich Ihnen sagen ... (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Wenn Sie dann der Kollegin Mandak auch noch vorwerfen, dass sie Durchschnitts- mit Mindestpensionen verwechselt bei der Berechnung dessen, was das Ganze kostet, muss ich Ihnen sagen: Sie haben den Unterschied offensichtlich nicht für sich realisiert.
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Die durchschnittliche Pension von Frauen – die durchschnittliche Pension von Frauen – beträgt nicht einmal 700 € im ASVG. Die durchschnittliche Männerpension liegt ein bisschen über 1 000 € im ASVG. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Und jetzt, Frau Kollegin Lapp, rechnen wir uns aus, ob es möglich ist, sich mit 1 000 € und der Pflegestufe 4 die 24-Stunden-Betreuung zu leisten, mit der Durchschnittspension. (Abg. Mag. Lapp: Wie war es vorher? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es geht sich nie und nimmer aus! (Abg. Mag. Lapp: Wie war das vorher?)
Abg. Mag. Lapp: Wie war es vorher? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die durchschnittliche Pension von Frauen – die durchschnittliche Pension von Frauen – beträgt nicht einmal 700 € im ASVG. Die durchschnittliche Männerpension liegt ein bisschen über 1 000 € im ASVG. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Und jetzt, Frau Kollegin Lapp, rechnen wir uns aus, ob es möglich ist, sich mit 1 000 € und der Pflegestufe 4 die 24-Stunden-Betreuung zu leisten, mit der Durchschnittspension. (Abg. Mag. Lapp: Wie war es vorher? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es geht sich nie und nimmer aus! (Abg. Mag. Lapp: Wie war das vorher?)
Abg. Mag. Lapp: Wie war das vorher?
Die durchschnittliche Pension von Frauen – die durchschnittliche Pension von Frauen – beträgt nicht einmal 700 € im ASVG. Die durchschnittliche Männerpension liegt ein bisschen über 1 000 € im ASVG. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Und jetzt, Frau Kollegin Lapp, rechnen wir uns aus, ob es möglich ist, sich mit 1 000 € und der Pflegestufe 4 die 24-Stunden-Betreuung zu leisten, mit der Durchschnittspension. (Abg. Mag. Lapp: Wie war es vorher? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es geht sich nie und nimmer aus! (Abg. Mag. Lapp: Wie war das vorher?)
Abg. Keck: Zuerst habt ihr die Förderungen ...!
Der Herr Minister kann, auch wenn er noch so sehr das Steuerrecht und was weiß ich noch alles bemüht ... (Abg. Keck: Zuerst habt ihr die Förderungen ...!) Ich rede jetzt nicht von den illegalen Zuständen; wir waren immer klipp und klar gegen die illegalen Zustände, Kollege Keck. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir waren dagegen, dass die ÖVP gesagt hat, es gibt keinen Pflegenotstand. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Der Herr Minister kann, auch wenn er noch so sehr das Steuerrecht und was weiß ich noch alles bemüht ... (Abg. Keck: Zuerst habt ihr die Förderungen ...!) Ich rede jetzt nicht von den illegalen Zuständen; wir waren immer klipp und klar gegen die illegalen Zustände, Kollege Keck. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir waren dagegen, dass die ÖVP gesagt hat, es gibt keinen Pflegenotstand. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der Herr Minister kann, auch wenn er noch so sehr das Steuerrecht und was weiß ich noch alles bemüht ... (Abg. Keck: Zuerst habt ihr die Förderungen ...!) Ich rede jetzt nicht von den illegalen Zuständen; wir waren immer klipp und klar gegen die illegalen Zustände, Kollege Keck. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir waren dagegen, dass die ÖVP gesagt hat, es gibt keinen Pflegenotstand. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Keck
Aber Sie, Kollege Keck, werfen uns vor, dass wir uns erlauben, für die Leute, die es sich nicht leisten können, höhere Geldleistungen einzufordern? – Das ist tatsächlich ein Treppenwitz der Geschichte (Zwischenruf des Abg. Keck), dass die Sozialdemokratie den Grünen vorwirft, dass sie sich für die Armen und für die sozial Schwachen einsetzen. Das ist ja absurd! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber Sie, Kollege Keck, werfen uns vor, dass wir uns erlauben, für die Leute, die es sich nicht leisten können, höhere Geldleistungen einzufordern? – Das ist tatsächlich ein Treppenwitz der Geschichte (Zwischenruf des Abg. Keck), dass die Sozialdemokratie den Grünen vorwirft, dass sie sich für die Armen und für die sozial Schwachen einsetzen. Das ist ja absurd! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Legal ist es jetzt, wie der Herr Bundesminister gesagt hat, aber qualitätsgesichert mitnichten, jedenfalls nicht in allen Bereichen. Ich gebe schon zu, da tut sich auch etwas. Aber leistbar für alle? – Weder bei der unselbständigen noch bei der selbständigen Form der 24-Stunden-Betreuung und der Zuschussregelung! Darüber sollten Sie noch lange nachdenken, wie Sie hier an Verbesserungen arbeiten können, und zwar nicht gegen die Opposition, sondern gemeinsam, jedenfalls mit den Grünen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Haidlmayr: Stimmt ja gar nicht! – Abg. Öllinger: Nein!
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Bundesminister! Hohes Haus! Wenn ich so die Debatte verfolge, muss ich sagen: Es dreht sich alles um die Frage Sicherheit. Und: Wer will nicht Sicherheit? – Sicherheit will doch jeder von uns. Rechtssicherheit ist immer wichtig, besonders aber – ich glaube, da sind wir uns alle einig – für ältere Menschen. Genau deshalb gilt es, die Gefahr von Strafen und Nachzahlungen in der 24-Stunden-Betreuung zu beseitigen. Genau das wollen wir heute tun: Betreuung daheim ist ab sofort angstfreie Zone! (Abg. Haidlmayr: Stimmt ja gar nicht! – Abg. Öllinger: Nein!)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Stimmt ja gar nicht!
Meine Damen und Herren, wie schaut das konkret aus? – Auch für Herrn Klubobmann Strache, der ja gemeint hat, dieses Gesetz schaffe keine größtmögliche Sicherheit; ich berichte aus dem Ausschuss: Die Mehrzahl der Experten war eindeutig der Meinung, dieses Gesetz schafft Sicherheit, es bringt eine angstfreie Zone. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Stimmt ja gar nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, das ist doch ein wesentlicher Fortschritt, ein ganz wesentlicher Fortschritt gegenüber der Lage von noch vor vier Wochen. Der Einsatz der ÖVP für die Straffreiheit hat sich doch gelohnt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Große Bewunderung für die Weisheit der Älteren! Seniorenbund und Pensionistenverband haben gemeinsam für die Interessen der Menschen gekämpft. Das ist Vorbild und das ist auch Beweis: Es macht Sinn, sich gemeinsam für eine gute Lösung zu engagieren, und zwar ohne Streit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mandak: Es geht ja um die Menschen! Um die BetreuerInnen! Das sind ja auch Menschen!
Geschätzter Kollege Öllinger, ich nehme Ihre Kritik an der Verfassungsregelung ernst, aber: Für mich zählt der Mensch mehr als die technische Umsetzung. (Abg. Mandak: Es geht ja um die Menschen! Um die BetreuerInnen! Das sind ja auch Menschen!) Ich bin davon überzeugt, den Menschen ist es nicht wichtig, in welchem Gesetz jetzt die Straffreiheit steht. Wichtig ist, was sie bringt: Sie bringt Sicherheit, sie nimmt Angst und Sorgen. (Abg. Mandak: Es geht ja auch um die BetreuerInnen, Frau Kollegin!) Dieses Verfassungsgesetz baut einen Schutzschild um alle, die diesen Schutzschild brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mandak: Es geht ja auch um die BetreuerInnen, Frau Kollegin!
Geschätzter Kollege Öllinger, ich nehme Ihre Kritik an der Verfassungsregelung ernst, aber: Für mich zählt der Mensch mehr als die technische Umsetzung. (Abg. Mandak: Es geht ja um die Menschen! Um die BetreuerInnen! Das sind ja auch Menschen!) Ich bin davon überzeugt, den Menschen ist es nicht wichtig, in welchem Gesetz jetzt die Straffreiheit steht. Wichtig ist, was sie bringt: Sie bringt Sicherheit, sie nimmt Angst und Sorgen. (Abg. Mandak: Es geht ja auch um die BetreuerInnen, Frau Kollegin!) Dieses Verfassungsgesetz baut einen Schutzschild um alle, die diesen Schutzschild brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzter Kollege Öllinger, ich nehme Ihre Kritik an der Verfassungsregelung ernst, aber: Für mich zählt der Mensch mehr als die technische Umsetzung. (Abg. Mandak: Es geht ja um die Menschen! Um die BetreuerInnen! Das sind ja auch Menschen!) Ich bin davon überzeugt, den Menschen ist es nicht wichtig, in welchem Gesetz jetzt die Straffreiheit steht. Wichtig ist, was sie bringt: Sie bringt Sicherheit, sie nimmt Angst und Sorgen. (Abg. Mandak: Es geht ja auch um die BetreuerInnen, Frau Kollegin!) Dieses Verfassungsgesetz baut einen Schutzschild um alle, die diesen Schutzschild brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Beifall bei der ÖVP.
Da gibt es viele Anrufer beim Seniorenbund, die eines nicht verstehen: Wieso bekommt man in dem einen Bundesland eine Förderung, aber im anderen Bundesland, in einem nahe gelegenen Ort keine oder eine niedrige? Wieso gibt es dort eine Vermögensgrenze? – Als Niederösterreicherin freue ich mich da besonders über das niederösterreichische Modell. In Niederösterreich, wo die soziale Wärme daheim ist, gibt es keine Vermögensgrenze. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Beifall bei der ÖVP.) Jeder, der eine Förderung braucht, bekommt Unterstützung.
Beifall bei der ÖVP.
Alles in allem, werte Kollegen: Die Bundesregierung macht heute – und das sollten wir allen sagen – ein gutes Angebot, ein Angebot an Betreuer und Betreute: Machen Sie den Schritt in die Legalität, Sie haben keine Strafen und keine Nachzahlungen zu befürchten. Das garantieren wir Ihnen heute. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Aubauer, Herr Landeshauptmann Pröll steht für vieles, aber nicht für soziale Wärme. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist eine gewagte Aussage, auch wenn man jetzt versucht, ihn auf Plakaten als netten älteren Herrn darzustellen. Ich glaube, er hat zweifellos andere Qualitäten, aber soziale Wärme – nein, das sicher nicht! (Ruf bei der ÖVP: Er hat alle Qualitäten!)
Ruf bei der ÖVP: Er hat alle Qualitäten!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Aubauer, Herr Landeshauptmann Pröll steht für vieles, aber nicht für soziale Wärme. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist eine gewagte Aussage, auch wenn man jetzt versucht, ihn auf Plakaten als netten älteren Herrn darzustellen. Ich glaube, er hat zweifellos andere Qualitäten, aber soziale Wärme – nein, das sicher nicht! (Ruf bei der ÖVP: Er hat alle Qualitäten!)
Abg. Dr. Graf: Das waren sehr gute Vorschläge!
Herr Kollege Amon hat in seinem Redebeitrag gesagt, die Opposition soll doch bitte auch Vorschläge machen. – Gerade in diesem Bereich hat die Opposition sehr, sehr viele Vorschläge gemacht und aufgezeigt, wie die Lösung der Pflegemisere vonstatten gehen kann. (Abg. Dr. Graf: Das waren sehr gute Vorschläge!) Das war ein Vorwurf, der nicht sehr fair war. (Abg. Dr. Graf: Ausgezeichnete Vorschläge!) Da haben sich alle Oppositionsparteien sehr, sehr intensiv in die Debatte eingebracht. Ich glaube, ich habe selbst über 20 Anträge eingebracht, die diese Pflegemisere betreffen, und ich würde bitten, das auch zur Kenntnis zu nehmen.
Abg. Dr. Graf: Ausgezeichnete Vorschläge!
Herr Kollege Amon hat in seinem Redebeitrag gesagt, die Opposition soll doch bitte auch Vorschläge machen. – Gerade in diesem Bereich hat die Opposition sehr, sehr viele Vorschläge gemacht und aufgezeigt, wie die Lösung der Pflegemisere vonstatten gehen kann. (Abg. Dr. Graf: Das waren sehr gute Vorschläge!) Das war ein Vorwurf, der nicht sehr fair war. (Abg. Dr. Graf: Ausgezeichnete Vorschläge!) Da haben sich alle Oppositionsparteien sehr, sehr intensiv in die Debatte eingebracht. Ich glaube, ich habe selbst über 20 Anträge eingebracht, die diese Pflegemisere betreffen, und ich würde bitten, das auch zur Kenntnis zu nehmen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich glaube, dass es notwendig wäre, unbefristet und unabhängig von der Pflegestufe Dienstgeber- und Dienstnehmerbeiträge für jene sicherzustellen, die Angehörige pflegen. Das wäre eine ganz, ganz wichtige Maßnahme. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich darf Ihnen abschließend sagen, dass uns die Valorisierung des Pflegegeldes ein großes Anliegen ist. Daher werden wir zu diesen zwei Anträgen, die Sie heute von uns vorfinden – nämlich den Antrag betreffend die Einrichtung einer Bundesgenossenschaft für Pflege und Betreuung sowie den Antrag betreffend Valorisierung des Pflegegeldes –, namentliche Abstimmung verlangen, um auch für die Nachwelt festzuhalten, wer jetzt für eine Valorisierung des Pflegegeldes eintritt und wer nicht und wer auch für diese Bundesgenossenschaft für Pflege und Betreuung eintritt und wer sich dagegen ausspricht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Was sinnvoll ist ...!
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser (SPÖ): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zur Frage der Schaffung einer Bundesgenossenschaft für Pflegeberufe ist es, glaube ich, müßig, darauf hinzuweisen, dass wir sehr, sehr viele Organisationen haben – Hilfswerk, Volkshilfe –, die bereits im Prinzip diese Sachen anbieten und auch nicht massiv gewinnorientiert arbeiten. Und wenn wir uns heute die Pressemeldungen angeschaut haben, dann haben wir gelesen, dass die Diakonie zum Beispiel morgen (Abg. Dr. Graf: Was sinnvoll ist ...!) das einjährige Bestehen einer Wohngemeinschaft in der Evangelischen Schule feiert. Das heißt, es gibt eine Menge an Anbietern. Ich glaube, dass die Pflegegenossenschaft eine zusätzliche Leistung wäre, die wir in diesem System aber sicherlich nicht brauchen. (Abg. Dr. Graf: Wir wollen ja eine überparteiliche schaffen!)
Abg. Dr. Graf: Wir wollen ja eine überparteiliche schaffen!
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser (SPÖ): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zur Frage der Schaffung einer Bundesgenossenschaft für Pflegeberufe ist es, glaube ich, müßig, darauf hinzuweisen, dass wir sehr, sehr viele Organisationen haben – Hilfswerk, Volkshilfe –, die bereits im Prinzip diese Sachen anbieten und auch nicht massiv gewinnorientiert arbeiten. Und wenn wir uns heute die Pressemeldungen angeschaut haben, dann haben wir gelesen, dass die Diakonie zum Beispiel morgen (Abg. Dr. Graf: Was sinnvoll ist ...!) das einjährige Bestehen einer Wohngemeinschaft in der Evangelischen Schule feiert. Das heißt, es gibt eine Menge an Anbietern. Ich glaube, dass die Pflegegenossenschaft eine zusätzliche Leistung wäre, die wir in diesem System aber sicherlich nicht brauchen. (Abg. Dr. Graf: Wir wollen ja eine überparteiliche schaffen!)
Beifall bei der SPÖ.
Für uns ist es klar: Wir wollen klare Ausbildungsstandards. Wir wollen, dass es einen Case- oder Care-Manager gibt, der den Fall von Anfang an betreut, aber auch fortlaufend mitbetreut, sodass auch Ansprechmöglichkeiten da sind, falls der zu Betreuende Probleme hat, ebenso aber auch, falls der Betreuer Probleme hat. Gleichzeitig müssen von diesem auch Qualitätskontrollen ausgeführt werden. Uns allen ist klar, dass es nicht verantwortbar wäre, die betreuenden und betreuten Menschen in dieser Situation alleine zu lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Schon seit Jahren wissen wir auch, dass wir in Zukunft für den Pflegebereich mehr Geld in die Hand nehmen werden müssen. Wir haben in unserer Zeit, als wir dafür verantwortlich waren, ständig darauf hingewiesen, dass es zu einer Erhöhung des Pflegegeldes kommen muss. Es war ein sozialpolitischer Meilenstein, als wir das im Jahr 1993 eingeführt haben. Wir sind dafür, dass das endlich einmal valorisiert wird, Herr Bundesminister! Wir hinken ja hintennach! Es müssen vor allem die pflegenden Angehörigen und die zu Pflegenden unterstützt werden. Da führt kein Weg daran vorbei! (Beifall beim BZÖ.)
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Kainz und Rädler.
Beim derzeitigen Pflegemodell, Herr Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz, ist eigentlich noch sehr vieles unklar. Vieles von dem, was die Betroffenen bräuchten, wird von der Reform gar nicht oder nicht unmittelbar erfasst. Die Verfassungsrechtler zeigen auch auf, dass es bei selbständiger und unselbständiger Pflege unterschiedliche Förderungen gibt, unterschiedliche Belastungen für die Förderungsbezieher und auch unterschiedliche Vermögensgrenzen Ich bin überhaupt dafür, dass diese Vermögensgrenze abgeschafft wird. Es gibt ja zwei Bundesländer, Niederösterreich und Vorarlberg, die diese nicht akzeptieren werden. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Kainz und Rädler.) Das finde ich ausgezeichnet, aber das sollte auf ganz Österreich ausgedehnt werden. (Abg. Dr. Graf: Wie steht es mit Kärnten?)
Abg. Dr. Graf: Wie steht es mit Kärnten?
Beim derzeitigen Pflegemodell, Herr Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz, ist eigentlich noch sehr vieles unklar. Vieles von dem, was die Betroffenen bräuchten, wird von der Reform gar nicht oder nicht unmittelbar erfasst. Die Verfassungsrechtler zeigen auch auf, dass es bei selbständiger und unselbständiger Pflege unterschiedliche Förderungen gibt, unterschiedliche Belastungen für die Förderungsbezieher und auch unterschiedliche Vermögensgrenzen Ich bin überhaupt dafür, dass diese Vermögensgrenze abgeschafft wird. Es gibt ja zwei Bundesländer, Niederösterreich und Vorarlberg, die diese nicht akzeptieren werden. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Kainz und Rädler.) Das finde ich ausgezeichnet, aber das sollte auf ganz Österreich ausgedehnt werden. (Abg. Dr. Graf: Wie steht es mit Kärnten?)
Abg. Dr. Graf: Wie ist das in Kärnten? In Kärnten müsste man das einmal durchsetzen!
Außerdem sollte das Ganze österreichweit gleich geregelt werden. (Abg. Dr. Graf: Wie ist das in Kärnten? In Kärnten müsste man das einmal durchsetzen!) Und auch die arbeitsrechtlichen Bestimmungen, Herr Sozialminister, haben eine Reihe von Schwachpunkten: Eine klare Definition der Tätigkeit beim Selbständigen-Modell, also die Befugnisse von Betreuungspersonen und mögliche Regressforderungen gegenüber Angehörigen stehen weiterhin im Raum. Es bleibt ein Flickwerk übrig, das unausgegoren ist.
Beifall beim BZÖ.
Was wir brauchen, geschätzte Mitglieder der Bundesregierung: Wir brauchen Sicherheit für Pflegende und zu Pflegende. Wir brauchen eine sozial gerechte und eine leistbare Pflege in Österreich. Eine 24-Stunden-Pflege über einen Pflegefonds zu finanzieren wäre meiner Meinung nach das Richtige, eine Unterstützung für die pflegenden Angehörigen und die Abschaffung der Vermögensgrenze ebenfalls. Ein Lehrberuf Pflege müsste installiert und eine bundeseinheitliche Regelung geschaffen werden, sodass gleiches Recht für alle gilt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dobnigg und Pfeffer.
bisschen zu weit weg. Dabei komme ich auf das zurück, was Frau Abgeordnete Mandak unter anderem gemeint hat. Sie sagte: Pflege im Alter – meistens im Alter, nicht nur im Alter –, aber Pflege im Alter, sagten Sie, sei genauso ein Risiko wie Krankheit und sollte auch so behandelt werden. Ich meine, wir sollten uns gemeinsam überlegen, und das ist nicht kurz- oder mittelfristig zu machen, aber langfristig allemal, die Pflege aus der Sozialhilfe herauszuführen, die Pflege auf eine Art und Weise abzuhandeln, dass Herr und Frau Österreicher nicht zuerst zu einem Sozialfall geworden sein muss, bevor das volle Spektrum der dann sehr, sehr guten Instrumente zur Verfügung steht. Ich weiß schon, das ist mit erheblichen finanziellen Mitteln verbunden, das bedarf großer Anstrengungen, aber im Sinne einer langfristigen Zielvorstellung möchte ich mir das nicht nehmen lassen. Und ich bin beileibe nicht der Einzige, der möchte, dass dieses wichtige Sozial- und gleichzeitig auch Zukunftsthema so behandelt wird, dass ich es noch erlebe, dass das nicht mehr Teil der Sozialhilfe ist, sondern zumindest ähnlich behandelt wird wie das Gesundheits- und Krankheitsrisiko in diesem Lande. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dobnigg und Pfeffer.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister Buchinger, in Ihren Ausführungen haben Sie gemeint, dass es Bundesländer gibt, die ausgeschert sind; ich weiß, dass Sie das positiv dargestellt haben. Das ist im Rahmen der Artikel-15a-Vereinbarung ohne Weiteres möglich. Und wenn Niederösterreich und Vorarlberg hier eine Vorgabe gemacht haben, weil wir eben die Zumutbarkeit noch einmal hinterfragt und geprüft haben, so kann das, denke ich, ein Beispiel für die übrige Bürgerschaft sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir nehmen uns viel vor, wenn wir neben dieser Lösung, die wir heute positiv abschließen können, in der nächsten Zeit die große Herausforderung der Finanzierung der Krankenversicherungen zu erledigen haben, aber ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesem Weitblick, mit diesem Willen zur Zusammenarbeit, der zweifelsohne vorhanden ist, auch diese Frage positiv lösen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesminister Dr. Bartenstein winkt der Rednerin vom Sitzplatz des Abg. Dr. Stummvoll zu
Herr Minister Bartenstein! Ich fange einmal – schade, er ist jetzt nicht da (Bundesminister Dr. Bartenstein winkt der Rednerin vom Sitzplatz des Abg. Dr. Stummvoll zu) – bei Herrn Minister Bartenstein an, der nicht da ist. (Abg. Kainz: Er ist eh da!) Er hat ganz konkret gesagt, dass er glaubt, das dass die letzte größere Baustelle im Sozialbereich war.
Abg. Kainz: Er ist eh da!
Herr Minister Bartenstein! Ich fange einmal – schade, er ist jetzt nicht da (Bundesminister Dr. Bartenstein winkt der Rednerin vom Sitzplatz des Abg. Dr. Stummvoll zu) – bei Herrn Minister Bartenstein an, der nicht da ist. (Abg. Kainz: Er ist eh da!) Er hat ganz konkret gesagt, dass er glaubt, das dass die letzte größere Baustelle im Sozialbereich war.
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister, Sie werden schön schauen, was da noch alles auf Sie zukommt und was da zu lösen ist! Und wenn Sie glauben, das sei die letzte Baustelle gewesen, dann war sie das vielleicht für Sie, wenn Sie zurücktreten oder ich weiß nicht was – ich weiß das ja nicht! –, aber dass es die letzte größere Baustelle im Sozialbereich war, das garantiere ich Ihnen, das ist sicher nicht der Fall, denn da haben wir noch Gewaltiges zu lösen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Entschuldigung, Frau Kollegin, diese Aussage ...!
Ich bin ja manchmal wirklich verwundert über diesen Optimismus, auch den der Frau Aubauer, die gesagt hat, Pflege daheim sei jetzt eine angstfreie Zone. – Frau Aubauer, ja, klar: Wenn ich mich mit 2 Promille Alkoholspiegel „zumach’“, wird sie das sein, oder wenn ich meinen Valiumstand entsprechend hoch halte, kann ich das auch hinbekommen! (Abg. Steibl: Entschuldigung, Frau Kollegin, diese Aussage ...!)
Abg. Steibl: Was hat das mit dem Alkoholspiegel zu tun?!
Bitte glauben Sie nicht, dass sich jetzt durch diese Lösung, die es gibt, für alle etwas so zum Positiven verändert hat, dass jeder sagen kann: Juhu, ich freue mich so darauf, dass ich alt werde, und wenn ich behindert auch noch bin, dann freue ich mich noch viel mehr, denn dann habe ich nämlich die Sicherheit, dass ich keine Angst mehr zu haben brauche! (Abg. Steibl: Was hat das mit dem Alkoholspiegel zu tun?!) – Frau
Abg. Steibl: Das hat doch nichts mit dem Alkoholspiegel zu tun!
Aubauer, so läuft das einfach nicht, denn die Situation von Menschen mit Behinderungen ist nach wie vor völlig ungelöst, denn persönliche Assistenz hat in diesem Bereich gar kein Feld bekommen. (Abg. Steibl: Das hat doch nichts mit dem Alkoholspiegel zu tun!)
Beifall bei den Grünen.
Frau Aubauer, auch die Betreuung von alten und älteren Menschen ist nach wie vor ungelöst! Vielleicht gibt es jetzt Veränderungen für ein paar Menschen, aber tun wir doch nicht so, als ob jetzt mehr oder weniger alles in Butter wäre! – So ist es nicht, und ich denke, man muss das den Menschen auch sagen und darf ihnen nicht irgendetwas vorgaukeln, was nicht stimmt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Das ist uns auch gelungen, aber ihr Grünen ...!
Etwa wenn Frau Lapp sagt: Das passt schon alles so, wie es jetzt ist, weil all jene, die es sich jetzt nicht leisten können, sich ihre Pflege oder Betreuung zu organisieren, die haben das vorher auch nicht gekonnt. – Frau Lapp, wir wollten ja eine Verbesserung (Abg. Steibl: Das ist uns auch gelungen, aber ihr Grünen ...!) – darum geht es uns –, damit auch Menschen, die es sich vorher nicht leisten konnten, sich illegal oder legal betreuen zu lassen, jetzt eine Chance haben, das zu tun! Und diese Chance haben sie nach wie vor nicht, es bleibt alles gleich. Es bleibt wie gehabt, nur dass sich jetzt einige Menschen mehr eine legale Betreuung nicht mehr leisten können. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Etwa wenn Frau Lapp sagt: Das passt schon alles so, wie es jetzt ist, weil all jene, die es sich jetzt nicht leisten können, sich ihre Pflege oder Betreuung zu organisieren, die haben das vorher auch nicht gekonnt. – Frau Lapp, wir wollten ja eine Verbesserung (Abg. Steibl: Das ist uns auch gelungen, aber ihr Grünen ...!) – darum geht es uns –, damit auch Menschen, die es sich vorher nicht leisten konnten, sich illegal oder legal betreuen zu lassen, jetzt eine Chance haben, das zu tun! Und diese Chance haben sie nach wie vor nicht, es bleibt alles gleich. Es bleibt wie gehabt, nur dass sich jetzt einige Menschen mehr eine legale Betreuung nicht mehr leisten können. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Womit ich ein Problem habe, Herr Hofer, ist Ihr Antrag zum Pflegegeld, nämlich deshalb, weil bei Ihnen ein sehr wesentlicher Bereich – ein ganz wesentlicher Bereich! –, auf den die Grünen in ihrem Antrag, den sie ja schon vor längerer Zeit eingebracht haben, eingehen, fehlt, nämlich dass endlich auch die richtige Einstufung von Kindern vorzunehmen ist. Sie wissen ganz genau, dass gerade Kinder beim Pflegegeld völlig falsch eingestuft werden, weil da nämlich der Aufwand abgezogen wird, der zu leisten wäre, wenn das Kind nicht behindert wäre. Das vermisse ich in Ihrem Antrag, denn das ist ein wesentlicher Punkt, und deshalb werden wir diesem Antrag nicht zustimmen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir arbeiten an größeren Lösungen, weil wir wissen, dass die demographische Entwicklung dazu Anlass gibt. Wir müssen uns Gedanken machen. Das ist der eine Punkt. Der zweite Punkt wurde von Herrn Bundesminister Bartenstein angesprochen: Er hat gesagt, dass eventuell in Zukunft die Bereitschaft der Familienangehörigen nicht mehr da sein wird, die pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause zu pflegen. Ich denke, dass sich vor allem die Lebensmodelle verändern werden, dass auch Frauen länger im Arbeitsprozess werden stehen müssen, und deswegen müssen wir in diesem Bereich andere Lösungen andenken, seien es mehr Kurzzeitpflegebetten oder mehr Tageszentren. Darüber hinaus muss man sich aber auch, und davon bin ich hundertprozentig überzeugt, ganz genau die Personalsituation in den Landespflegeheimen ansehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Qualitätskriterien – wo?!
Kollege Öllinger hat angesprochen, dass schon heute angekündigt wurde, dass es wieder Veränderungen geben wird. – Kollege Öllinger! Ich frage dich wirklich: Was ist schlimm daran, wenn man etwas zugunsten der Menschen verändert, wenn etwas für die Menschen besser wird? Was ist schlecht daran, wenn es jetzt erstmals in unserem Land Förderungen für Menschen gibt, die zu Hause 24-Stunden-Betreuung in Anspruch nehmen? Was ist schlecht daran, dass es jetzt Qualitätskriterien geben wird? (Abg. Öllinger: Qualitätskriterien – wo?!)
Abg. Öllinger: Wäre schön!
Das schafft doch Rechtssicherheit für die zu Pflegenden und für die PflegerInnen (Abg. Öllinger: Wäre schön!), wenn man schaut, dass die Qualitätskriterien zu Hause wirklich umgesetzt werden! Das bietet doch den Menschen wirklich Sicherheit! Das müsste doch eigentlich für uns alle ein Anlass sein, dass wir uns über dieses neue Gesetz freuen oder zumindest die Leistung, die hier vollbracht wurde, anerkannt wird, weil es so ist, dass in den letzten Jahren diese Herausforderung einfach nicht gesehen wurde.
Abg. Steibl: Aber auf Druck der ÖVP!
Die neue Bundesregierung unter Bundesminister Buchinger hat sich dieses Problems angenommen, und wir haben bereits im Vorjahr eine Lösung ... (Abg. Steibl: Aber auf Druck der ÖVP!) – Die ÖVP hat das sehr lange überhaupt nicht sehen wollen, Frau Kollegin, das müssen Sie jetzt aber auch zugeben! (Abg. Steibl: Nein, auf Druck der ÖVP! Das war Willi Molterer!) Die Bundes-ÖVP hat es nicht sehen wollen, und auch unser Herr Landeshauptmann in Niederösterreich hat das Problem nicht sehen wollen. Bundesminister Buchinger hat das Problem gesehen und hat auch eine Lösung gefunden.
Abg. Steibl: Nein, auf Druck der ÖVP! Das war Willi Molterer!
Die neue Bundesregierung unter Bundesminister Buchinger hat sich dieses Problems angenommen, und wir haben bereits im Vorjahr eine Lösung ... (Abg. Steibl: Aber auf Druck der ÖVP!) – Die ÖVP hat das sehr lange überhaupt nicht sehen wollen, Frau Kollegin, das müssen Sie jetzt aber auch zugeben! (Abg. Steibl: Nein, auf Druck der ÖVP! Das war Willi Molterer!) Die Bundes-ÖVP hat es nicht sehen wollen, und auch unser Herr Landeshauptmann in Niederösterreich hat das Problem nicht sehen wollen. Bundesminister Buchinger hat das Problem gesehen und hat auch eine Lösung gefunden.
Beifall bei der SPÖ.
Zum Abschluss – und ich hoffe, das ist heute die letzte Debatte zur 24-Stunden-Betreuung – appelliere ich an alle Kolleginnen und Kollegen: Helfen Sie uns doch dabei, den Menschen die Ängste zu nehmen! Arbeiten wir alle daran, dass wir die legale 24-Stunden-Betreuung unter die Menschen bringen, indem wir ihnen sagen, wie sie zu dieser 24-Stunden-Betreuung kommen! Dann würden wir wirklich für die Menschen arbeiten, und das sollte ja eigentlich unser Auftrag sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Na, überhaupt nicht!
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass ich durchaus im Namen aller Oppositionsparteien spreche, wenn ich den Vorwurf, der immer wieder im Raum steht, dass wir uns in diese Pflegediskussion nicht mit Vorschlägen, wie man es besser machen könnte, eingebracht hätten (Ruf bei der ÖVP: Na, überhaupt nicht!) – und davon gibt es wahrlich genug! –, ganz entschieden zurückweise. Das ist nicht gleichzusetzen mit dem, dass man einem Pfusch – den Sie jetzt fortsetzen, auch wenn Sie ihn etwas anders nennen – nichts abgewinnen kann, weil wir einfach ein System haben wollen, das von vornherein durchdacht ist, das zukunfts- und tragfähig ist, und weil wir nicht weiterwursteln und diesen Weg nicht mitgehen wollen, für den Sie sich entschieden haben.
Abg. Steibl: „Hysterische Raucherhatz“?!
Es gibt vieles, was Sie in diesem Dauerstreit der Regierung des kleinsten gemeinsamen Nenners zusammengebracht haben, weswegen sich die Leute an den Kopf greifen, weil man es einfach nicht verstehen kann: Da gibt es Tschad-Abenteuer mit der Fremdenlegion im Wüstensand, einen Gesamtschul-Murks, eine hysterische Raucherhatz (Abg. Steibl: „Hysterische Raucherhatz“?!) – alles Mögliche gibt es! –, und da gibt es auch ein Gustostück, und das betrifft uns auch hier und heute, das nämlich wirklich ans Eingemachte geht. Ich möchte es so ausdrücken: Das ist ein etwas eigenartiges, wenn nicht gar problematisches Verhältnis, das Sie zum Bereich Verfassung haben. Wir haben das heute schon zu früherer Stunde diskutiert, dort, wo es um den EU-Reformvertrag ging. Das ist einer der Bereiche, die davon betroffen sind.
Abg. Murauer: Jetzt, wo man sich einig ist, bekritteln Sie das auch? ... Diskussion ... oder Einklang, gegen beides können Sie nicht sein!
Was Sie da in schöner rot-schwarz-grün-oranger Eintracht machen, ist, dass Sie versuchen, diese Verfassung zu untertunneln, sie auszuhöhlen, sie im Grunde genommen zu torpedieren und als eine Art nationalstaatliche Altlast endlich loszuwerden. Das ist es! – Das ist die eine Seite. (Abg. Murauer: Jetzt, wo man sich einig ist, bekritteln Sie das auch? ... Diskussion ... oder Einklang, gegen beides können Sie nicht sein!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe zuerst geglaubt, ich höre nicht richtig, als ich „Amnestiegesetz“ gehört habe! Was wird denn amnestiert? – Sie amnestieren im Grunde genommen weder irgendein Verhalten noch irgendein Nichtverhalten von irgendjemandem, der pflegt oder der zu pflegen ist, sondern Sie amnestieren das, was Sie in der Vergangenheit „verbockt“ haben! Das ist Sinn und Zweck dieses Amnestiegesetzes! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Meine Damen und Herren, was ist denn jetzt – und da muss man den Herrn Sozialminister und den Herrn Wirtschaftsminister fragen – eigentlich angesichts dieser Amnestie mit all denjenigen, die sich bis jetzt an das Gesetz gehalten haben? Was ist denn mit denen, die ihre Abgaben und ihre Leistungen brav und ordnungsgemäß entrichtet haben? – Diese Menschen werden doch mit Ihrem „Schwamm drüber!“-Gesetz ganz massiv diskriminiert, und das verstößt, glaube ich, nicht nur aus unserer freiheitlichen Sicht gegen jeden Gleichheitsgrundsatz und gegen jedes Gerechtigkeitsempfinden, sondern das empfinden die Leute auch so. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Und deswegen hagelt es auch vernichtende Stellungnahmen von anerkannten Verfassungsjuristen! Da halten Sie sich eben wieder die Ohren zu, aber so kann es nicht sein.
Abg. Dr. Graf: Das ist ungerecht! Das ist wirklich ungerecht!
Sie können niemandem erklären, dass das eine sinnvolle und eine tragfähige Lösung für die Zukunft ist, wenn Sie eine Zweiklassengesellschaft insofern haben, als dass die Pflegekosten, wenn sie nicht leistbar sind, für diejenigen, die keine Kinder haben, von der öffentlichen Hand übernommen werden – dazu stehen wir, das ist auch in Ordnung –, aber diejenigen, die Kinder haben, sozusagen eine finanzielle Bleiweste angeschnallt bekommen, was den Pflegebedürftigen neben der Tatsache, dass sie mit der schwierigen Situation, in der sie sich befinden, zurechtkommen müssen, auch noch das Gefühl vermittelt, dass sie ihren Kindern zu einer Belastung im materiellen Sinn werden. (Abg. Dr. Graf: Das ist ungerecht! Das ist wirklich ungerecht!) Das sind doch Leute, die mitten in der Existenzgründung stehen, die ihre eigene Familie gründen! Und denen ziehen Sie, da ist auch Herr Pröll keine Ausnahme, in Wahrheit das letzte Hemd aus. (Ruf bei der ÖVP: Das stimmt überhaupt nicht!)
Ruf bei der ÖVP: Das stimmt überhaupt nicht!
Sie können niemandem erklären, dass das eine sinnvolle und eine tragfähige Lösung für die Zukunft ist, wenn Sie eine Zweiklassengesellschaft insofern haben, als dass die Pflegekosten, wenn sie nicht leistbar sind, für diejenigen, die keine Kinder haben, von der öffentlichen Hand übernommen werden – dazu stehen wir, das ist auch in Ordnung –, aber diejenigen, die Kinder haben, sozusagen eine finanzielle Bleiweste angeschnallt bekommen, was den Pflegebedürftigen neben der Tatsache, dass sie mit der schwierigen Situation, in der sie sich befinden, zurechtkommen müssen, auch noch das Gefühl vermittelt, dass sie ihren Kindern zu einer Belastung im materiellen Sinn werden. (Abg. Dr. Graf: Das ist ungerecht! Das ist wirklich ungerecht!) Das sind doch Leute, die mitten in der Existenzgründung stehen, die ihre eigene Familie gründen! Und denen ziehen Sie, da ist auch Herr Pröll keine Ausnahme, in Wahrheit das letzte Hemd aus. (Ruf bei der ÖVP: Das stimmt überhaupt nicht!)
Abg. Steibl: Wir hören schon zu, wenn es ....!
Ich bringe daher – damit Sie etwas haben, anhand dessen Sie sehen können, dass wir uns einbringen, und ich bin schon gespannt, wie Sie damit umgehen; wahrscheinlich so wie immer: Sie hören nicht einmal zu – folgenden Antrag ein (Abg. Steibl: Wir hören schon zu, wenn es ....!):
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist der einzig sinnvolle Weg und nicht ein Herumwursteln und ein Weitermachen mit einer Zwei- und Dreiklassengesellschaft, wie Sie es bisher getan haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp
Nachdem ich in diesem Bereich persönlich sensibilisiert bin, habe ich auch gelernt, genauer hinzuhören, wenn bei Veranstaltungen und Begegnungen vor Ort die Menschen gesagt haben: Ich bitte euch in der Politik, schaltet nicht auf stur! Nehmt die Sorgen der Menschen ernst! – Wir in der ÖVP mit Willi Molterer als Vizekanzler haben zugehört, haben uns diese Sorgen und Ängste zu Herzen genommen und insbesondere der SPÖ gegenüber Überzeugungsarbeit geleistet und auch Arbeit geleistet für Sie, Herr Minister Buchinger (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp), um diese Sanktionsfreiheit und den Rückforderungsverzicht durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nachdem ich in diesem Bereich persönlich sensibilisiert bin, habe ich auch gelernt, genauer hinzuhören, wenn bei Veranstaltungen und Begegnungen vor Ort die Menschen gesagt haben: Ich bitte euch in der Politik, schaltet nicht auf stur! Nehmt die Sorgen der Menschen ernst! – Wir in der ÖVP mit Willi Molterer als Vizekanzler haben zugehört, haben uns diese Sorgen und Ängste zu Herzen genommen und insbesondere der SPÖ gegenüber Überzeugungsarbeit geleistet und auch Arbeit geleistet für Sie, Herr Minister Buchinger (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp), um diese Sanktionsfreiheit und den Rückforderungsverzicht durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Rauch-Kallat.
Herr Bundesminister! Zusammengefasst möchte ich noch sagen: Nicht an Ihren Worten werden Sie gemessen, sondern an Ihren Taten. Österreicherinnen und Österreicher erwarten sich von Ihnen, Herr Minister, Taten statt Worte. So heißt übrigens ein erfolgreicher Verein, eine österreichweite Initiative. Ich hoffe, dass Sie damit etwas anfangen können und in Zukunft erfolgreicher für unsere Österreicherinnen und Österreicher handeln. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Rauch-Kallat.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Gut angelegtes Geld!
Er ist uns etwas wert, denn – darauf möchte ich hinweisen –, auch wenn immer wieder nach noch mehr finanziellen Mitteln gerufen wird, rund ein Drittel der gesamten Budgetausgaben geht derzeit in die Bereiche soziale Wohlfahrt, Wohnungsbau und Gesundheit. Ich glaube, dass wir damit dem Rechnung tragen, wozu wir als Politikerinnen und Politiker den Österreicherinnen und Österreichern gegenüber verpflichtet sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Gut angelegtes Geld!)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist aber auch eine ganz, ganz wichtige Tatsache, dass die Betreuung und die Pflege zu Hause eine sehr wesentliche Frage der Gesellschaft ist. Ein Sozialstaat muss darauf Antworten geben. Diese Regierung steht gemeinsam zu ihrer sozialen Verantwortung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Pflege muss legal und leistbar sein, das ist gar keine Frage, es haben heute schon viele Wortmeldungen darauf hingewiesen. Die nun vorgelegte Regelung erfüllt beides. In Bezug auf Rechtssicherheit für die Pflegebetreuung zu Hause ist es entscheidend, niemanden in die Illegalität zu treiben und sichere Perspektiven zu geben. Das ist der erste große Punkt, den wir mit dieser Situation erreichen wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich glaube, dass das wesentliche Schritte sind. Ich möchte hier auch einmal das Positive an dieser Gesetzeslage erwähnen; es wird ja hier so oft von negativen Seiten gesprochen. Ich glaube, dass wir für die Menschen in unserem Land etwas sehr Positives geschaffen haben – und dieses von allen Seiten andenken müssen. Das hat diese Bundesregierung, wie ich meine, durch ihre Aktivitäten bewiesen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Ich darf hier auf der Zuschauergalerie die Polizeischüler aus Graz sehr herzlich begrüßen. Auch das sind zukünftige Beamtinnen und Beamte, die sich mit der Pflegeproblematik beschäftigen müssen. Wir wissen aus der Vergangenheit, dass in diesem Bereich die Exekutive immer öfter eingeschaltet wird. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Zum Schluss noch zum Entschließungsantrag des Abgeordneten Ing. Hofer: Wir werden diesen Entschließungsantrag bezüglich NoVA ablehnen, weil er uns zu wenig differenziert und nicht sozial gestaffelt ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Doch, zwei Regierungen haben so getan, als ob!
Was tun wir hier? – Ich glaube, wir müssen den Leuten das Gefühl geben, dass man sie in ihrem Notstand und mit ihren Sorgen versteht. Versetzen Sie sich jetzt einmal in die Lage von alten, aber auch jungen Menschen, die Pflege und Betreuung brauchen! Wie fühlen sie sich, wenn ihnen vermittelt wird: Ihr alten Leute oder ihr Jungen, zu Pflegenden, seid in Zukunft nicht mehr finanzierbar, ihr seid Ursache eines zukünftigen Staatsbankrotts!, wenn martialische Ausdrücke kommen wie „Kostenexplosion“ oder „Überalterung der Gesellschaft“? Das Alter ist ja kein Straftatbestand. (Abg. Öllinger: Doch, zwei Regierungen haben so getan, als ob!) Alter ist zu würdigen und zu respektieren. Sie argumentieren vom Schreibtisch immer mit schönen Worten und tun aber so, als ob Sie Praxiserfahrung hätten als Praktikantin, die monatelang Leibschüsseln ausgeleert hat. Das ist alles abstrakt. Wenn man keine Betroffenheit durch Erfahrung und Selber-erlebt-Haben hat, macht man einfach keine gute Politik.
Beifall bei den Grünen.
Worte wie „Überalterung“ und „Staatsbankrott“ lösen bei diesen Leuten natürlich ein Gefühl der Bedrohung und der Unsicherheit aus. Wenn ich höre, Österreich sei keine angstfreie Zone, möchte ich korrigieren und sagen: Ich wünsche mir, dass Österreich zu einer angstfreien Zone wird. – Vorläufig aber sind wir zwar atomkraftfrei, aber von Angstfreiheit ist noch weit und breit keine Spur. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Kickl.
Für mich wirklich unerträglich ist, dass es in einer Republik mit 8 Millionen EinwohnerInnen neun unterschiedliche Standards und Gesetze – je nach Bundesland – gibt und somit die Leute das Gefühl haben, ihre Sicherheit, ihre Betreuung, ihre Pflege hängt vom Biorhythmus oder vom Sternbild eines Landeshauptmannes ab. Das kann es nicht sein! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Kickl.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Kickl.
Ich meine, dass uns alte, aber auch junge zu Pflegende, zu Betreuende so viel wert sein sollten, dass wir gemeinsam über alle Parteigrenzen hinweg hier eine Lösung finden – nicht in ferner Zukunft, natürlich auch nicht morgen, aber zumindest mittelfristig. Geduld dafür, dass erst langfristig eine Lösung präsentiert wird, sollten wir den Alten und Betroffenen nicht abverlangen. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Kickl.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Werte Kolleginnen und Kollegen, wir haben einiges vor. Versuchen wir – Frau Bundesministerin Kdolsky hat bereits darauf hingewiesen – in einem offenen und ehrlichen Diskurs ohne parteipolitisches Kalkül Lösungen in diesen Fragestellungen zu finden. Die Menschen in Österreich brauchen uns. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wollen jetzt endlich Nägel mit Köpfen machen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir werden bereits morgen die Bevölkerung, im Speziellen die Pensionisten, aufrufen, einem Klagebegehren beim VfGH zuzustimmen. Wir werden diese Pensionsregelung ernsthaft rechtlich bekämpfen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das sind Maßnahmen, die Sie uns hier vorgelegt haben, aber keine Lösung im Bereich der Pflege, die die Menschen in diesem Land so dringend benötigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Natürlich ist das ein teureres System, aber es garantiert nach Fachexpertenmeinung die Lösung des Pflegeproblems in Österreich für die nächsten 25 Jahre. Ja wenn das nichts ist, was soll dann im Vergleich dieser Entwurf sein? – Da macht uns der Vergleich wirklich sicher, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zu den Regressforderungen darf ich Ihnen auch noch etwas sagen: Es ist wirklich populistisch, wenn aufgrund von bevorstehenden Wahlen in Niederösterreich der Landeshauptmann hergeht und sagt, dass das Land Niederösterreich für diese Regressforderungen einspringen und diese in Niederösterreich auf null senken wird. Es ist den anderen StaatsbürgerInnen, die in anderen Bundesländern wohnen und leben, nicht zumutbar, dass sie den anderen gegenüber ungleich behandelt werden! – Meine sehr geehrten Damen und Herren, auch da haben Sie Erklärungsbedarf! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, ich ersuche Sie, diesem Antrag zuzustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Neugebauer: Nachahmung empfohlen!
Ich darf hier das Bundesland Niederösterreich unter Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll erwähnen, das Land der sozialen Wärme, wo man beispielhaft auf die Menschen zugegangen ist und ein engagiertes Pflegemodell geschaffen hat. (Abg. Neugebauer: Nachahmung empfohlen!) Das niederösterreichische Förderungsmodell macht nämlich die 24-Stunden-Pflege wirklich leistbar. Erstens gibt es dabei keine Vermögensgrenzen mehr, und zweitens wurde der Förderungsbetrag für selbständige Pflegekräfte auf 500 € und für unselbständige Pflegekräfte auf 1 000 € erhöht. (Abg. Kickl: Seit wann?) Herr Kollege! Darüber hinaus gibt es eine Pflege-Hotline, wo kompetentes Fachpersonal die Menschen individuell betreut und berät und sogar bei Hausbesuchen die Menschen informiert.
Abg. Kickl: Seit wann?
Ich darf hier das Bundesland Niederösterreich unter Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll erwähnen, das Land der sozialen Wärme, wo man beispielhaft auf die Menschen zugegangen ist und ein engagiertes Pflegemodell geschaffen hat. (Abg. Neugebauer: Nachahmung empfohlen!) Das niederösterreichische Förderungsmodell macht nämlich die 24-Stunden-Pflege wirklich leistbar. Erstens gibt es dabei keine Vermögensgrenzen mehr, und zweitens wurde der Förderungsbetrag für selbständige Pflegekräfte auf 500 € und für unselbständige Pflegekräfte auf 1 000 € erhöht. (Abg. Kickl: Seit wann?) Herr Kollege! Darüber hinaus gibt es eine Pflege-Hotline, wo kompetentes Fachpersonal die Menschen individuell betreut und berät und sogar bei Hausbesuchen die Menschen informiert.
Beifall bei der ÖVP.
Das niederösterreichische Pflegemodell ist wirklich ein Vorzeigemodell. Und ich erwarte mir von Herrn Bundesminister Buchinger, dass nach diesem Vorbild ein bundeseinheitliches Modell geschaffen wird. Alles, was darüber hinausgeht, alle Verbesserungen sind natürlich herzlich willkommen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Lapp: Das ist ja lächerlich!
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Frau Minister! Herr Minister Buchinger ist offensichtlich in der wohlverdienten Mittagspause, obwohl es ja gut wäre, er würde diese Debatte bis zum Schluss mit verfolgen, denn das, was heute hier von der Regierungsbank gekommen ist, war eigentlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber offensichtlich ist Herr Buchinger schon so zufrieden mit sich, dass er sich den Rest nicht mehr anhören muss. (Abg. Mag. Lapp: Das ist ja lächerlich!) – Nein, es ist nicht lächerlich, Frau Kollegin! Es ist ein Sozialthema, und es wäre, würde ich meinen, schon sinnvoll, würde sich der
Beifall bei der FPÖ.
Sozialminister diese Debatte bis zum Ende anhören. Das wäre meiner Meinung nach auch im Sinne des Parlamentarismus. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Heute haben sowohl der Herr Bundeskanzler als auch der Herr Sozialminister 10 Minuten gesprochen. Aber nicht mit einem einzigen Wort ist erwähnt worden, wo die Ausbildungsoffensive denn jetzt sein soll, wo wir denn in Zukunft Pflegekräfte überhaupt herbekommen sollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es wird immer nur über das Geld gesprochen. Es sind uns offensichtlich unsere alten Menschen in diesem Land nichts wert. Das nehme ich mit aus der heutigen Debatte. Das ist das, was das große Problem darstellt: Es sind Ihnen die Menschen in diesem Land nicht wichtig. Es ist Herrn Buchinger diese ganze Diskussion nicht wichtig. Er ist lieber in Mittagspause. Das nehme ich mit, und das nehme ich für die Menschen draußen mit. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Pflege bedürftiger Personen ist etwas sehr Individuelles. Jeder Fall ist anders, und jeder Fall braucht die bestmögliche Lösung. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich biete Ihnen ein Gedankenexperiment an. – Da muss man allerdings mitdenken. Zum Beispiel: Es sitzen um 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit zwei Menschen in einem abgedunkelten Raum, und der eine sagt zum anderen: Übrigens, es ist Tag! – Der andere schaut sich um und sagt: Nein, es ist Nacht. – Das ist die Widerlegung, die Sie im Auge haben, also Wahrheitsfindung durch Mehrheitsfindung, aber das ist nicht die Realität! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn das nämlich wahr ist, was Sie hier behaupten, dass alles saniert ist, dann fordere ich Sie auf, eine Staatsgarantie abzugeben, dass den Betroffenen allfällige arbeitsrechtliche Belastungen, die aus diesem System herrühren, abgegolten werden. Das wäre der erste Schritt des Anstandes. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herrn Abgeordneten Strache möchte ich Folgendes bitten: Wenn man immer von Pflegenotstand redet, diffamiert man auch die Leute, die tagtäglich in diesem Bereich arbeiten, denn es kommt so rüber, als ob sie nichts leisten würden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Abgeordneter Öllinger! Die Entwicklung dieses gesamten Themas muss möglich sein. Wir sind dabei, Schritte zu machen. Ich denke, dieses Recht auf würdevolle Betreuung und Pflege wird uns in den nächsten Jahrzehnten in der politischen Arbeit ständig begleiten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, BZÖ und FPÖ.
Ich glaube, eine Einrichtung kann auch fünf Sterne haben, sie wird nie das Leben zu Hause ersetzen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Ich möchte mich abschließend bei Ministerin Kdolsky bedanken, dass sie da eine gesetzliche Lösung sucht. – Danke. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Hagenhofer und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Hagenhofer und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Hagenhofer und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Hagenhofer und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Abg. Dr. Stummvoll: Die Frau Staatssekretärin ist da!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! – Auf der Regierungsbank darf ich niemanden begrüßen. – Hohes Haus! (Abg. Dr. Stummvoll: Die Frau Staatssekretärin ist da!) – Die Frau Staatssekretärin ist hier. Guten Tag, Frau Staatssekretärin Marek! Also doch.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die Idee zur Ökologisierung der Normverbrauchsabgabe, die Gegenstand des Ökologisierungsgesetzes ist, ist prinzipiell eine gute Idee. Sie wurde ja von den Grünen bereits in den Regierungsverhandlungen 2003 eingebracht. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Immerhin hat es jetzt, Herr Kollege Scheibner, fünf Jahre gedauert, bis die Regierung diese Idee aufgegriffen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann habt ihr eine Regierung gehabt? – Das ist der Treppenwitz der Geschichte!) Aber schauen wir uns einmal an, Herr Kollege Westenthaler, was die Bundesregierung aus dieser Idee der Ökologisierung der NoVA gemacht hat!
Abg. Ing. Westenthaler: Wann habt ihr eine Regierung gehabt? – Das ist der Treppenwitz der Geschichte!
Die Idee zur Ökologisierung der Normverbrauchsabgabe, die Gegenstand des Ökologisierungsgesetzes ist, ist prinzipiell eine gute Idee. Sie wurde ja von den Grünen bereits in den Regierungsverhandlungen 2003 eingebracht. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Immerhin hat es jetzt, Herr Kollege Scheibner, fünf Jahre gedauert, bis die Regierung diese Idee aufgegriffen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann habt ihr eine Regierung gehabt? – Das ist der Treppenwitz der Geschichte!) Aber schauen wir uns einmal an, Herr Kollege Westenthaler, was die Bundesregierung aus dieser Idee der Ökologisierung der NoVA gemacht hat!
Abg. Scheibner: Immer gegen die Autofahrer!
halten, dass ja nur ein sehr kleiner Teil des Pkw-Bestandes von diesem CO2-Ausstoß, von dieser Malusschwelle erfasst wird. (Abg. Scheibner: Immer gegen die Autofahrer!)
Abg. Dr. Stummvoll: In Leserbriefen!
Die NoVA in dieser Form ist nicht, wie der Herr Vizekanzler gemeint hat, ein ökologischer Meilenstein. Nein! Ganz im Gegenteil, sie ist eine politische Einladung zum Kauf von Dreckschleudern. Diese Ansicht teile ich im Übrigen mit der „Raiffeisenzeitung“, dort ist das nachzulesen. (Abg. Dr. Stummvoll: In Leserbriefen!)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
kein Ausweg aus der Energiefalle für die vielen Pendler, die wir in Österreich haben, gefunden werden kann. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Es wäre gut, wenn die Regierung auch diese Idee aufgriffe. Ich wünschte mir auch, dass sie diese ökosoziale Steuerreform mit mehr Verve umsetzt, als sie es mit der Ökologisierung der NoVA getan hat. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Wurm.
In Summe kann man jetzt über alles diskutieren, aber ich glaube, dass es in die richtige Richtung und vor allem auch den notwendigen klugen Balanceweg geht zwischen dem Arbeitsplatzinteresse und der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Automobilproduzenten und Zulieferbetriebe sowie den ökologischen Notwendigkeiten. Daher: Gratulation zu diesem Gesetz, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Übrigen verweise ich auf den sehr guten Initiativantrag unserer jungen Abgeordneten vom vergangenen Herbst. Darin steht schon vieles, was uns für die Zukunft weiterhelfen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Themessl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich werde es versuchen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Themessl zu Wort. Gewünschte Redezeit: 5 Minuten. Wenn Sie die 5 Minuten genau einhalten, Herr Abgeordneter, dann geht sich Ihre Rede aus, andernfalls müsste ich Sie zum Aufruf der Dringlichen unterbrechen. – Bitte. (Abg. Themessl – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich werde es versuchen!)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Für den Fall, dass Sie es nicht mehr wissen sollten, rufe ich es Ihnen in Erinnerung: Herr Klubobmann Schüssel, während Ihrer Regierung, vom Jahr 1999 bis Ende 2006, haben sich die Kosten für die Autofahrer für die Dieselfahrzeuge um sage und schreibe 65 Prozent erhöht, für die Benzinfahrzeuge um 43 Prozent – und das bei einer Verbraucherpreisindexsteigerung von 17,7 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei der FPÖ.
Weiters müssen Sie davon ausgehen, dass diese zusätzliche Belastung überwiegend auch typische Familienautos betreffen wird, die dadurch in den Malus kommen – es sei denn, es ist Ihr Ansinnen, in Zukunft fünfköpfige Familien in einen Fiat Cinquecento zu pressen. Ich weiß nicht, ob Ihnen das gelingen wird. Aber wenn Sie das wollen und Familienautos, Kleinbusse und Mittelklassefahrzeuge zusätzlich besteuern wollen, die gerade für Außendienst-Vertreter und damit für Gewerbebetriebe von großer Bedeutung sind, dann ist das ein weiteres munteres Abkassieren und trägt nicht dazu bei, dass Klein- und Mittelbetriebe, die Wirtschaft und auch der Mittelstand in Zukunft gestärkt werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich hoffe, Sie werden diesem Vorschlag zustimmen, weil es eine Verwaltungsvereinfachung und ein zusätzlicher Anreiz wäre, auf emissionsärmere Kraftfahrzeuge umzusteigen. Sie schaden damit nicht der Wirtschaft, wie Sie es sonst permanent tun. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist jetzt einmal klar. Man hat die Maske fallen lassen. Das Schönreden ist beendet. Ihr Ziel ist es nun, die Europäische Union in ihren Vorhaben klimaschutzmäßig wieder im Rückwärtsgang zu bewegen und die österreichischen Klimaschutzziele zu bekämpfen. Das klingt nicht nach Alfred Gusenbauer, sondern nach Fred Sinowatz aus den siebziger Jahren, nämlich nach steinzeitlicher Dinosaurier-Umweltpolitik. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Apropos Belastung: Das bedeutet nicht nur eine finanzielle Belastung für die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch eine dramatische Gesundheitsbelastung, und ich erwarte mir, dass die SPÖ und der SPÖ-Bundeskanzler diesen Aspekt bei der Klimaschutzpolitik auch berücksichtigen. – Wer sich dessen bewusst ist, was es für einen Zweijährigen bedeutet, in einer Stadt wie Graz, Mödling oder Schwechat enormer Verkehrsbelastung ausgesetzt zu sein – und vielleicht schon einmal einen Asthmaanfall eines Kleinkindes miterlebt hat –, und dann bei dem ganzen Gerede von sozialer Wärme nicht auch Umweltverschmutzung und Gesundheitsbelastung mit berücksichtigt, der hat in diesem Bereich das Rederecht aus meiner Sicht verloren. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wollen Sie es aufsperren?
Sie haben es zu verantworten, dass der Stromverbrauch jedes Jahr weiter steigt, und zwar jährlich um plus 2 oder 3 Prozent. Und was ist die Folge? Steigende Atomstromimporte nach Österreich! Wenn Sie das Werk von Bruno Kreisky unbedingt vollenden wollen, dann können Sie Zwentendorf ehrlicherweise gleich aufsperren und gleich ein zweites Atomkraftwerk dazu stellen, denn in dieser Größenordnung importieren wir im Moment Atomstrom nach Österreich. Und wer nichts gegen den steigenden Stromverbrauch tut und das Ökostromgesetz weiter auf die lange Bank schiebt und nicht repariert, der kann Zwentendorf wirklich gleich aufsperren! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wollen Sie es aufsperren?) – Im Gegenteil!
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler, warum bekämpfen Sie Klimaschutz – und nicht AKW an unseren Grenzen? (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Ich versuche es jetzt mit einem kulinarischen Beispiel; vielleicht sickert das. – Was bedeutet Peak Oil? – Das bedeutet, dass wir bei Öl in den nächsten Jahren das Fördermaximum erreichen werden. Stellen Sie sich einen schönen großen französischen Käse vor, den alle sehr gerne essen. Er ist mittlerweile bis zur Hälfte aufgegessen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Ich mache, wohlgemerkt, ein Beispiel für den Bundeskanzler. Aber für Sie kann es gerne auch ein Waldviertler Schafkäse sein. Gerne. (Abg. Hörl: Ich hätte lieber einen Tiroler Bergkäse!) – Tiroler Bergkäse, einverstanden!
Abg. Hörl: Ich hätte lieber einen Tiroler Bergkäse!
Ich versuche es jetzt mit einem kulinarischen Beispiel; vielleicht sickert das. – Was bedeutet Peak Oil? – Das bedeutet, dass wir bei Öl in den nächsten Jahren das Fördermaximum erreichen werden. Stellen Sie sich einen schönen großen französischen Käse vor, den alle sehr gerne essen. Er ist mittlerweile bis zur Hälfte aufgegessen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Ich mache, wohlgemerkt, ein Beispiel für den Bundeskanzler. Aber für Sie kann es gerne auch ein Waldviertler Schafkäse sein. Gerne. (Abg. Hörl: Ich hätte lieber einen Tiroler Bergkäse!) – Tiroler Bergkäse, einverstanden!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Hornek: Das ist eine Mäuse-Philosophie!
Dieser Käse ist also schon zur Hälfte aufgegessen. Dann kommen weitere Gäste, und alle wollen von diesem Käse essen. Was geschieht dann? Es kommt zu Verteilungskämpfen, die Käsestücke werden immer teurer, und diejenigen, die es sich nicht mehr leisten können, kommen unter die Räder. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Hornek: Das ist eine Mäuse-Philosophie!) – Nein! Das ist keine Mäuse-Philosophie, sondern das symbolisiert die internationale Ölpreisentwicklung!
Beifall bei den Grünen.
Daher müssen Sie konsequent für den Ausstieg aus Öl, Gas, Kohle und Atomstrom eintreten. Das verlangen wir von Ihnen heute. Wir wollen einen Ausstiegsplan! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Wir wollen einen kompletten Ausstieg aus Atom, Öl, Gas und Kohle. Österreich soll das erste Land werden, das aus der Öl- und Atomwirtschaft zu 100 Prozent aussteigt, und wir haben dafür die besten Voraussetzungen. Das ist aus ökologischen, sozialen und zu guter Letzt auch aus wirtschaftlichen Gründen wichtig und notwendig. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Das sind keine Träume! Sie erinnern mich manchmal an die Kutschenproduzenten aus dem 19. Jahrhundert, die gesagt haben: Manche träumen von Dampfmaschinen. Wir machen weiter, wie bisher! (Abg. Mag. Hakl: Wie wollen Sie dann das machen, Frau Kollegin?)
Abg. Mag. Hakl: Wie wollen Sie dann das machen, Frau Kollegin?
Wir wollen einen kompletten Ausstieg aus Atom, Öl, Gas und Kohle. Österreich soll das erste Land werden, das aus der Öl- und Atomwirtschaft zu 100 Prozent aussteigt, und wir haben dafür die besten Voraussetzungen. Das ist aus ökologischen, sozialen und zu guter Letzt auch aus wirtschaftlichen Gründen wichtig und notwendig. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Das sind keine Träume! Sie erinnern mich manchmal an die Kutschenproduzenten aus dem 19. Jahrhundert, die gesagt haben: Manche träumen von Dampfmaschinen. Wir machen weiter, wie bisher! (Abg. Mag. Hakl: Wie wollen Sie dann das machen, Frau Kollegin?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Hakl: Wie soll das funktionieren, Frau Glawischnig?
Wollen Sie nicht anerkennen, dass die Ölwirtschaft ausgedient hat? Lesen Sie doch einmal ein Buch über die ganze Frage! Informieren Sie sich irgendwie! Aber es ist schon ein bisschen simpel, wenn Sie sagen, dass das Träume sind. Schweden hat das beschlossen, und viele Staaten diskutieren darüber. Das ist eine der Top-Fragen, und Österreich könnte hier wirklich zum Vorreiter werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Hakl: Wie soll das funktionieren, Frau Glawischnig?) – Ich komme gleich zu konkreten Beispielen.
Zwischenruf des Abg. Zweytick.
Jahr 2030 ... (Zwischenruf des Abg. Zweytick.) – Es kann auch schon geschehen sein. Es gibt auch Analysten, die sagen, dass Peak Oil bereits erreicht ist!
Beifall bei den Grünen.
Wir wollen, dass bis 2030 die gesamte Wärmeversorgung Österreichs auf erneuerbare Energiequellen umgestellt ist. Im Neubau soll es Passivhausstandard und Niedrigstenergiestandard geben, und bei den Altbauten soll eine Wärmedämmung vorgenommen werden, und das nicht erst 2015, sondern schon früher. Ich glaube, dass Sie den Menschen damit einen besseren Dienst erweisen als mit der jährlichen Debatte über den Heizkostenzuschuss. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hornek: Das ist eine Verhöhnung der Anrainer!
Der Verkehr bringt mittlerweile enorme Belastungen. Ich frage mich manchmal, wie die Menschen, die an Transitrouten und Hauptverkehrsrouten leben, das noch ertragen. Ich meine, das Einzige, was man dort tun kann, ist, sich gute Meditationstechniken anzueignen, um sich vorzustellen, das ist das Meeresrauschen. (Abg. Hornek: Das ist eine Verhöhnung der Anrainer!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Zweytick: Sie sollten dazu sagen, für welchen Zeitraum!
Sie uns einmal diesen Widerspruch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Zweytick: Sie sollten dazu sagen, für welchen Zeitraum!)
Beifall bei den Grünen.
Sie erklären uns immer, dass die Regierung zwar streitet, dass das allerdings funktioniert und dass gearbeitet wird. – Ich hätte heute gerne eine Bestätigung dafür, dass Sie arbeiten. Bestätigen Sie die Ziele, die Sie selbst als Mindestvoraussetzung ins Regierungsübereinkommen geschrieben haben! Das stellt zumindest eine kleine Hoffnung dar, die Sie vielen Menschen in Österreich geben können, und Sie zeigen damit, dass Ihnen Klimaschutz nicht Wurscht ist und dass Sie nicht Fred Sinowatz und auch nicht Bruno Kreisky heißen wollen, der Zwentendorf jetzt doch aufsperrt, sondern dass Sie ein Bundeskanzler im Jahre 2008 sind, der Klimaschutz ernst nimmt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Das klingt sehr eindrucksvoll, das klingt auch sehr engagiert. Das Einzige, was ich in Ihrem Dringlichen Antrag vermisse, ist die Nennung jener umsetzbaren Maßnahmen, mit denen man ansatzweise diesen Zielen näherkommen könnte. (Zwischenruf der Abg. Sburny.) – Ich komme gleich dazu! – Bei anderer Gelegenheit würden Sie selbst eine solche Vorgangsweise, würde sie von einer anderen Fraktion im Parlament gewählt werden, da und dort als populistisch bezeichnen, um einen sehr zurückhaltenden Begriff zu verwenden. Ich mache das nicht. (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenecker.
Das klingt sehr eindrucksvoll, das klingt auch sehr engagiert. Das Einzige, was ich in Ihrem Dringlichen Antrag vermisse, ist die Nennung jener umsetzbaren Maßnahmen, mit denen man ansatzweise diesen Zielen näherkommen könnte. (Zwischenruf der Abg. Sburny.) – Ich komme gleich dazu! – Bei anderer Gelegenheit würden Sie selbst eine solche Vorgangsweise, würde sie von einer anderen Fraktion im Parlament gewählt werden, da und dort als populistisch bezeichnen, um einen sehr zurückhaltenden Begriff zu verwenden. Ich mache das nicht. (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Abg. Grillitsch: Gratuliere!
Der Bundesregierung geht es um erreichbare Ziele, die auch international präsentiert werden können. Wir begreifen Klimaschutz als eine Querschnittmaterie unserer Bundesregierung. Das ist ja offensichtlich auch Ihre Ansicht. Nicht umsonst stellen Sie heute schon zum zweiten Mal zu diesem Thema an mich einen Antrag oder eine Anfrage. Das betrifft natürlich das Umweltministerium, es betrifft das Verkehrsministerium, es betrifft das Wirtschaftsministerium und eine Reihe von anderen Ressorts. Wir versuchen, gemeinsam eine ressortübergreifende Klimaschutzstrategie umzusetzen, bei der mich Andreas Wabl, der auf diesem Gebiet außerordentlich ausgewiesen ist, als mein Klimaschutzbeauftragter unterstützt und auch dementsprechend berät, damit die richtigen Maßnahmen gesetzt werden. (Abg. Grillitsch: Gratuliere!) – Meine Berater suche ich mir selbst aus, da brauche ich keine Zurufe!
Abg. Rädler: Wir hätten ihn eh nicht ausgesucht!
Zum Dritten möchte ich darauf hinweisen, dass ... (Abg. Rädler: Wir hätten ihn eh nicht ausgesucht!) – Bitte? Ich verstehe Sie nicht, Sie müssen lauter reden! (Abg. Rädler: Wir hätten ihn nicht ausgesucht!) – Sie hätten ihn nicht ausgesucht. Gut. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Das sei ein Unterschied, auf den wir Wert legen. Sie hätten ihn nicht ausgesucht, ich bin sehr froh über meinen Klimaschutzbeauftragten, der wesentliche Erkenntnisse in die Arbeit mit einbringt.
Abg. Rädler: Wir hätten ihn nicht ausgesucht!
Zum Dritten möchte ich darauf hinweisen, dass ... (Abg. Rädler: Wir hätten ihn eh nicht ausgesucht!) – Bitte? Ich verstehe Sie nicht, Sie müssen lauter reden! (Abg. Rädler: Wir hätten ihn nicht ausgesucht!) – Sie hätten ihn nicht ausgesucht. Gut. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Das sei ein Unterschied, auf den wir Wert legen. Sie hätten ihn nicht ausgesucht, ich bin sehr froh über meinen Klimaschutzbeauftragten, der wesentliche Erkenntnisse in die Arbeit mit einbringt.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Zum Dritten möchte ich darauf hinweisen, dass ... (Abg. Rädler: Wir hätten ihn eh nicht ausgesucht!) – Bitte? Ich verstehe Sie nicht, Sie müssen lauter reden! (Abg. Rädler: Wir hätten ihn nicht ausgesucht!) – Sie hätten ihn nicht ausgesucht. Gut. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Das sei ein Unterschied, auf den wir Wert legen. Sie hätten ihn nicht ausgesucht, ich bin sehr froh über meinen Klimaschutzbeauftragten, der wesentliche Erkenntnisse in die Arbeit mit einbringt.
Abg. Sburny: Ganz neu!
Es hat in diesem Zusammenhang zum Beispiel vergangene Woche der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler den Vorschlag gemacht, eine Ökosteuer in Österreich einzuführen. (Abg. Sburny: Ganz neu!) Das ist ein durchaus interessanter Vorstoß, aber ein Beispiel dafür, dass eine solche Maßnahme losgelöst von begleitenden Maßnahmen natürlich auch eine durchaus negative soziale Wirkung haben könnte. Es müsste eine solche Maßnahme auf der anderen Seite durch eine soziale Balancemaßnahme ausgeglichen werden, damit es nicht zu unerwünschten sozialen Wirkungen kommt. Das weist schon darauf hin, dass es bei einer balancierten Klimaschutzpolitik auch darum geht, dass nicht einseitig einkommensschwächere Gruppen in Österreich durch die Klimaschutzpolitik belastet werden, sondern dass es eine Klimaschutzpolitik gibt, die von der gesamten Gesellschaft, von der gesamten Bevöl-
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ein bisschen kompliziert!
Ich weiß nicht, was jemanden in Vertretung eines österreichischen Standpunktes daran stören sollte! Völlig egal, worauf wir uns mit der Europäischen Union einigen: Für uns gilt ohnehin das Ziel, dass wir die 45 Prozent erreichen wollen. Wir wollen es aber den anderen nicht so einfach machen, nämlich so einfach, dass Österreich von einem hohen Niveau ausgehend noch einmal 11 Prozent drauflegt, während andere Staaten sieben Prozent haben und bei einer Steigerung um 11 Prozent gerade einmal auf 18 Prozent kommen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ein bisschen kompliziert!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Genau! Flüssige Biomasse!
Meine Damen und Herren, für die Zielerreichung bei den erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 werden weitere Maßnahmen zum Ausbau des Anteils erneuerbarer Energie von der Bundesregierung gesetzt werden. Dabei ist zum Beispiel die Novellierung des Ökostromgesetzes zu erwähnen. Wir planen eine Laufzeitverlängerung für neue Anlagen, wobei man durchaus überlegen kann, den bestehenden Deckel von 17 Millionen € jährlich aufzuheben – dies allerdings unter der entscheidenden Voraussetzung, dass die Mittelvergabe nach strengen Effizienzkriterien erfolgt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Genau! Flüssige Biomasse!) Denn besonders fördern wollen wir Solarenergie, Geothermie, Biomasse, sofern die Anlagen einen hohen Wirkungsgrad aufweisen und Wärme auch ausgekoppelt wird.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Genau!
Wichtig erscheint mir dabei, eine hohe Effizienz der eingesetzten Mittel zu erreichen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Genau!) Es gibt auch so etwas wie eine Ökonomie der Ökologie. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Im niederösterreichischen Wahlkampf gibt es keine Ökonomie!) Wir wissen, dass die vorhandenen Mittel knapp sind, und daher wollen wir solche Formen verstärkt fördern, die die höchste CO2-Reduktion pro eingesetztem Euro Fördergeld aufweisen, wobei ich darauf hinweise, dass es natürlich auch Ausnahmen gibt. Die Solarenergie nimmt sicher eine Sonderstellung ein. Die Förderung ist im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energieformen, wie wir wissen, wesentlich teurer. Photovoltaik ist aber in Österreich ein bedeutender Technologiezweig. Und daher geht es nicht nur darum, zu berücksichtigen, wie teuer die einge-
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Im niederösterreichischen Wahlkampf gibt es keine Ökonomie!
Wichtig erscheint mir dabei, eine hohe Effizienz der eingesetzten Mittel zu erreichen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Genau!) Es gibt auch so etwas wie eine Ökonomie der Ökologie. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Im niederösterreichischen Wahlkampf gibt es keine Ökonomie!) Wir wissen, dass die vorhandenen Mittel knapp sind, und daher wollen wir solche Formen verstärkt fördern, die die höchste CO2-Reduktion pro eingesetztem Euro Fördergeld aufweisen, wobei ich darauf hinweise, dass es natürlich auch Ausnahmen gibt. Die Solarenergie nimmt sicher eine Sonderstellung ein. Die Förderung ist im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energieformen, wie wir wissen, wesentlich teurer. Photovoltaik ist aber in Österreich ein bedeutender Technologiezweig. Und daher geht es nicht nur darum, zu berücksichtigen, wie teuer die einge-
Abg. Dr. Van der Bellen: Wer glaubt das?
Das Ökostromgesetz ist aber nur ein Instrument zur Förderung des Anteiles der erneuerbaren Energie am gesamten Energieverbrauch. Und das wird oft übersehen. Viele glauben, mit der Novelle des Ökostromgesetzes sei schon alles erreicht. Das ist keineswegs so. (Abg. Dr. Van der Bellen: Wer glaubt das?) – Das gibt es immer wieder! – Wesentlich ist, den Energieverbrauch durch Energiesparen und durch die Erhöhung der Energieeffizienz zu senken.
Abg. Dr. Moser: Eine Sanierungsmilliarde brauchen wir!
Im Übrigen sind thermisch sanierte Wohnungen mit energiesparenden Heiz- und Kühlsystemen aufgrund des weitaus geringeren Energieverbrauches auch unter sozialen und unter Verteilungsgesichtspunkten absolut zu begrüßen. (Abg. Dr. Moser: Eine Sanierungsmilliarde brauchen wir!)
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Viertens: Ich halte auch die zuletzt erfolgte Ökologisierung der NoVA für einen ersten Schritt in Richtung weitere Ökologisierung des Steuersystems. Die Mehreinnahmen aus diesem Titel fließen im Übrigen zusätzlich in den Klima- und Energiefonds. (Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Zwischenrufe bei den Grünen
Erstens, was den Anteil des importierten Atomstroms betrifft: Dieser liegt derzeit bei 9 Prozent. Unser Ziel ist es, diesen Anteil weiter zu reduzieren. Dies bedingt ein Auftreten gegen Energiesysteme mit hohem Atomkraftanteil und erklärt auch unser vehementes Eintreten gegen die Kernenergie. So setzen wir uns massiv dafür ein (Zwischenrufe bei den Grünen) – wir sind in der Zwischenzeit ziemlich allein, sollte Ihnen das nicht aufgefallen sein –, dass innerhalb der Europäischen Union Atomstrom nicht zu den erneuerbaren Energien gezählt wird.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich kann Ihre Ungeduld verstehen, aber ich weise darauf hin, dass wir verstärkt Anstrengungen im Bereich des Klimaschutzes setzen – aufgrund der Diskussionen, die in den letzten Jahren vermehrt stattgefunden haben –, und ich habe den Eindruck, dass die verstärkten Maßnahmen in diese Richtung auf allen Ebenen früher oder später auch ihre Früchte tragen werden. Auf jeden Fall werden wir imstande sein, das Burden Sharing der Europäischen Union in jenem Ausmaß zu erfüllen, das Österreich auch entspricht, nämlich: auf Punkt und Beistrich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Andreas Wabl haben Sie – was wir sehr begrüßt haben – zu Ihrem höchstpersönlichen Klimaschutzbeauftragten ernannt. Nur, Herr Bundeskanzler, Minister ist er keiner, soviel ich weiß, und er kann auch nicht alle Kastanien für Sie aus dem Feuer holen, da müssen Sie sich selbst schon ein bisschen mehr einsetzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Der Redner überreicht Bundeskanzler Dr. Gusenbauer erwähnte Broschüre. – Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Danke!
Als Erstes – was die Maßnahmenebene betrifft –, Herr Bundeskanzler, überreiche ich Ihnen feierlich eine relativ dicke Broschüre der Grünen – sie umfasst 60 Seiten und ist zu lang für einen Entschließungsantrag – mit einigen Anregungen für mögliche Maßnahmen in all diesen Bereichen. (Beifall bei den Grünen. – Der Redner überreicht Bundeskanzler Dr. Gusenbauer erwähnte Broschüre. – Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Danke!)
Rufe bei den Grünen: Ökostromgesetz!
Der Bundeskanzler sagt mit bedauerndem Ton: Leider ist der Heimmarkt zum Beispiel in der Photovoltaik sehr schwach. – Ja warum ist denn der Heimmarkt so schwach, Herr Bundeskanzler? (Rufe bei den Grünen: Ökostromgesetz!) – Ökostromgesetz, danke für das Stichwort, ich wäre aber sonst auch draufgekommen. – Herr Bundeskanzler, 180 Seiten, auch zu lang für einen Entschließungsantrag: Erfahrungsbe-
Abg. Hornek: Das ist der Punkt!
Warum ist Deutschland Weltmeister zum Beispiel in der Photovoltaik? Was hat sich nach diesem Erfahrungsbericht getan? Das EEG, dieses neue Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien im Strombereich, ist mittlerweile sieben, acht Jahre alt; im Jahr 2000 in Kraft getreten, mehrfach novelliert. Was ist passiert? – Stromerzeugung aus Biomasse: in diesen Jahren verdoppelt, Stromerzeugung aus Biogas: um das Dreifache angestiegen, Windenergie: plus 20 Prozent – weil nämlich das Ausgangsniveau schon sehr hoch war in Deutschland –, Strom aus Photovoltaik: Vervierfachung in diesen Jahren, zugegeben immer noch auf absolut sehr niedrigem Niveau. (Abg. Hornek: Das ist der Punkt!) – Das ist nicht der Punkt, Herr Kollege! Der Punkt ist, dass der deutsche Staat es mit Hilfe eines Gesetzes, das unter anderem die Photovoltaik fördert, geschafft hat, dass sich dieser Markt entwickelt. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schalle. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Der Kollege begreift das nicht. (Abg. Hornek: Das ist Ihr Problem, ich kenne mich nämlich besser aus in diesem Bericht als Sie! Das ist Ihr Problem! – Abg. Dr. Pilz – in Richtung des Abg. Hornek –: Du bist der Tiefpunkt! – Abg. Hornek: Sag ihm die Seiten, die er suchen soll!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schalle. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.
Warum ist Deutschland Weltmeister zum Beispiel in der Photovoltaik? Was hat sich nach diesem Erfahrungsbericht getan? Das EEG, dieses neue Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien im Strombereich, ist mittlerweile sieben, acht Jahre alt; im Jahr 2000 in Kraft getreten, mehrfach novelliert. Was ist passiert? – Stromerzeugung aus Biomasse: in diesen Jahren verdoppelt, Stromerzeugung aus Biogas: um das Dreifache angestiegen, Windenergie: plus 20 Prozent – weil nämlich das Ausgangsniveau schon sehr hoch war in Deutschland –, Strom aus Photovoltaik: Vervierfachung in diesen Jahren, zugegeben immer noch auf absolut sehr niedrigem Niveau. (Abg. Hornek: Das ist der Punkt!) – Das ist nicht der Punkt, Herr Kollege! Der Punkt ist, dass der deutsche Staat es mit Hilfe eines Gesetzes, das unter anderem die Photovoltaik fördert, geschafft hat, dass sich dieser Markt entwickelt. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schalle. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Der Kollege begreift das nicht. (Abg. Hornek: Das ist Ihr Problem, ich kenne mich nämlich besser aus in diesem Bericht als Sie! Das ist Ihr Problem! – Abg. Dr. Pilz – in Richtung des Abg. Hornek –: Du bist der Tiefpunkt! – Abg. Hornek: Sag ihm die Seiten, die er suchen soll!)
Abg. Hornek: Das ist Ihr Problem, ich kenne mich nämlich besser aus in diesem Bericht als Sie! Das ist Ihr Problem! – Abg. Dr. Pilz – in Richtung des Abg. Hornek –: Du bist der Tiefpunkt! – Abg. Hornek: Sag ihm die Seiten, die er suchen soll!
Warum ist Deutschland Weltmeister zum Beispiel in der Photovoltaik? Was hat sich nach diesem Erfahrungsbericht getan? Das EEG, dieses neue Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien im Strombereich, ist mittlerweile sieben, acht Jahre alt; im Jahr 2000 in Kraft getreten, mehrfach novelliert. Was ist passiert? – Stromerzeugung aus Biomasse: in diesen Jahren verdoppelt, Stromerzeugung aus Biogas: um das Dreifache angestiegen, Windenergie: plus 20 Prozent – weil nämlich das Ausgangsniveau schon sehr hoch war in Deutschland –, Strom aus Photovoltaik: Vervierfachung in diesen Jahren, zugegeben immer noch auf absolut sehr niedrigem Niveau. (Abg. Hornek: Das ist der Punkt!) – Das ist nicht der Punkt, Herr Kollege! Der Punkt ist, dass der deutsche Staat es mit Hilfe eines Gesetzes, das unter anderem die Photovoltaik fördert, geschafft hat, dass sich dieser Markt entwickelt. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schalle. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Der Kollege begreift das nicht. (Abg. Hornek: Das ist Ihr Problem, ich kenne mich nämlich besser aus in diesem Bericht als Sie! Das ist Ihr Problem! – Abg. Dr. Pilz – in Richtung des Abg. Hornek –: Du bist der Tiefpunkt! – Abg. Hornek: Sag ihm die Seiten, die er suchen soll!)
Abg. Hornek: Herr Kollege, ich habe schon Photovoltaikanlagen gesehen, da haben Sie noch nicht gewusst, was das ist!
Das sind nur zwei Seiten, und auch die werde ich Ihnen nicht vorlesen. Vielleicht interessiert Sie Folgendes, Herr Kollege: In den Jahren, seit das deutsche EEG in Kraft ist, sind die Stromerzeugungskosten aus der Photovoltaik um sage und schreibe 60 Prozent, fast zwei Drittel, gesunken. Warum sind diese Kosten gesunken? Weil die produzierten Mengen gestiegen sind. Herr Kollege, fahren Sie nach Steinach am Brenner – wissen Sie, wo das ist? In Tirol. (Abg. Hornek: Herr Kollege, ich habe schon Photovoltaikanlagen gesehen, da haben Sie noch nicht gewusst, was das ist!) – Aha, da war ich wahrscheinlich noch zu klein. Okay, Sie haben solche Anlagen gesehen, aber Sie haben keinerlei Konsequenzen daraus gezogen; aber lassen wir das.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.
In Deutschland ist da jedenfalls ein Markt mit 200 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen entstanden. Selbst wenn man mögliche andere Effekte herausrechnet, bleiben nach offiziellen Angaben immer noch 70 000 oder 80 000 zusätzliche Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energien übrig; ein Viertel davon in der Photovoltaik-Branche. In Österreich existiert diese Branche auch. Es gibt findige Unternehmen, Fronius in Oberösterreich, SOLON in Tirol – aber das sind Unternehmer –, die völlig unbeeindruckt vom Versagen des österreichischen Staates in diesem Bereich ihre Produkte entwickelt haben. Sie haben Exportquoten in ihrem Bereich von 100 Prozent, weil der Heimmarkt nicht existiert, weil Österreich das verschlafen hat. Höchste Zeit wäre es, dass wir hier aufholen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.)
Anhaltender Beifall bei den Grünen. – Abg. Hornek: Lesen Sie den Bericht!
Aber Sie kommen nur mit Ihren Reförmchen, da und da wird ein bisschen etwas getan, da stecken Sie auch noch 10 Millionen hinein – wissen Sie, was Fronius allein für die Forschung Jahr für Jahr investiert? 18 Millionen €! Diese kleine Firma in Sattledt investiert mehr, als Sie im Bereich der Ökostromförderung für Österreich zu fördern bereit sind. Verstehen Sie die Größenordnung und meinen Zorn? Da geht es nicht um den Klimaschutz allein, Herr Kollege, da geht es um den Arbeitsmarkt, da geht es um moderne, innovative Firmen, die einen Markt in Indien, in China, in der ganzen Welt haben werden. Alle verstehen das, nur wir hier nicht oder, besser gesagt, Sie nicht! (Anhaltender Beifall bei den Grünen. – Abg. Hornek: Lesen Sie den Bericht!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Klubobmann Van der Bellen, Ihren Zorn kann ich teilen, in der Tat. Vier Monate, eine Woche und drei Tage, so lange ist es mittlerweile her, dass der vorletzte Umweltausschuss getagt hat und wir, alle fünf Parteien, übereingekommen sind, dass Klimapolitik, dass Klimaschutz ein zu wichtiges Thema ist, um damit parteipolitische Querelen zu spinnen, ein zu wichtiges Thema, um sich einfach immer nur etwas vorzuhalten. Wir sind übereingekommen, dass wir uns alle an einen Tisch setzen und wir alle eine gemeinsame Position finden wollen. Die Vorsitzende des Ausschusses, Eva Glawischnig, hat es damals übernommen, einen Termin zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass diese Gespräche beginnen. Passiert ist nichts. – Okay, wir nehmen das zur Kenntnis. Wir nehmen zur Kenntnis, dass es ganz offensichtlich so ist, dass Ihnen nicht an einer wirklich effektiven Klimaschutzpolitik gelegen ist, dass Sie offensichtlich nur Interesse daran haben, sich eine Bühne zu schaffen, wo Sie irgendeinen Theaterdonner ablassen können. Anderenfalls könnten wir nämlich schon seit vier Monaten, einer Woche und drei Tagen zusammensitzen. Überhaupt kein Problem. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn es nicht dazu kommt, weil es Ihnen doch nicht wichtig ist oder weil Sie eigentlich keinen Konsens wollen und weiterhin auf einer Bühne Klavier spielen wollen, die eigentlich keine Bühne ist, dann soll es uns recht sein. Wir als SPÖ übernehmen gerne die Koordinierung und die Einladung – und glauben Sie mir: Sie werden nicht vier Monate, eine Woche und drei Tage lang darauf warten müssen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir werden unser Klima nicht retten, indem wir es krankjammern und indem wir die Klimapolitik krankjammern. Es ist eine ganze Menge Dinge aufgezählt worden, eine ganze Menge an Schritten, die Österreich geht. Zugegeben, es sind erste Schritte, und es wird noch ein langer Weg werden, der zwar steinig sein wird, der aber auch sehr chancenreich sein kann. Ich würde Sie wirklich gerne dazu einladen, dass wir diesen wichtigen, für die Zukunft wichtigen Weg alle gemeinsam gehen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sollen wir was wetten?
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Für eine Volkswirtschaft, die zu den effizientesten gehört, was den CO2-Ausstoß anlangt, eben Österreich – wenn man einmal die Länder weglässt, die auf Atomenergie setzen, nämlich das CO2-effizienteste Land schlechthin! –, sind die Ziele, die wir uns selbst gesteckt haben, und auch die, die jetzt beim Burden Sharing die EU uns zudenkt, schon verdammt ambitioniert. Aber wir bekennen uns zu den selbst gewählten Zielen – 45 Prozent erneuerbare Energie, auch die Einsparungsziele bei CO2 – und, wie der Herr Bundeskanzler vorhin schon gesagt hat, wir werden auch mit einem Bündel an Maßnahmen die Ziele, die wir im Rahmen des Burden Sharing von der EU auferlegt bekommen – sie sind, wie ich schon gesagt habe, verdammt ambitioniert –, am Stichtag auf Punkt und Beistrich erfüllen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sollen wir was wetten?)
Beifall bei der ÖVP.
13 Prozent, die die EU an Gesamtausstoß weltweit hat, die Welt nicht retten. Aber wir werden versuchen, einen essentiellen und substanziellen Beitrag dazu zu leisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich lade Sie ein: Machen Sie einen konkreten Vorschlag! Aber zuerst wäre es einmal notwendig, dass wir uns zusammensetzen und darüber reden. Aber das wollen Sie offenbar nicht. Ihnen sind Dringliche Anträge, dringliche Sitzungen viel lieber, öffentliches Getöse, aber Sie wollen nichts Konkretes tun. – Das ist nicht unser Weg! Wir gehen den Weg der Konstruktivität. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber der zweite Grund ist ein ganz anderer, und das sage ich Ihnen: weil Sie einfach in der Klimapolitik in vielen Dingen eine Heuchelei betreiben, die nicht mehr zu überbieten ist, Herr Professor Van der Bellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie sind für den Ausbau der Infrastruktur. Interessant! Denn: Hier in diesem Saal machen Sie sich stark für den Ausbau der Schiene, aber draußen, in der Realität, bei der Bevölkerung, sind die Grünen die Ersten, die sich an jeder Bürgerinitiative beteiligen, mit der man das unmöglich macht, wo gegen Lärmschutzmaßnahmen, gegen Lärmbelästigung, gegen Umweltauflagen und so weiter opponiert wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mandak: Die sind alle gerade mit dem Zug ...!
Wenn Sie vom Ausbau der Schiene, der Schieneninfrastruktur reden, dann sage ich Ihnen auch noch Folgendes: Es war letzte Wochen eine Veranstaltung zum Thema Alpentransit Österreich – Schweiz. Das war eine Ausstellung am Südbahnhof, und in weiterer Folge fand dann eine Podiumsdiskussion im Haus der Lotterien statt. Und interessanterweise – weil sich die Grünen ja so sehr für die Schiene einsetzen – war dort kein Abgeordneter der Grünen zu sehen! (Abg. Mandak: Die sind alle gerade mit dem Zug ...!) – Ah? Jaja, Sie waren wahrscheinlich in der Schweiz und haben sich das vor Ort angesehen. – Es war eine interessante Debatte, weil die Schweiz hier wirklich
Abg. Dr. Pirklhuber: Das wissen wir! Glauben Sie, das ist etwas Neues?
sehr viel weiter ist als Österreich. Die Schweiz hat jetzt bereits über zwei Drittel aller Güter auf der Bahn. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das wissen wir! Glauben Sie, das ist etwas Neues?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Sie können Ihre Kollegin, Frau Haidlmayr, fragen – die war mit der parlamentarischen Gruppe in der Schweiz, wo dieses Thema auch andiskutiert wurde –: Die Schweiz hat massiv darauf gedrängt, dass eine weitere Steigerung des Gütertransports auf der Schiene nicht mehr möglich ist, weil sie zu wenig Energie haben! Das heißt, im Moment fahren durch die Schweiz 170 Güterzüge pro Tag im Nord-Süd-Transit oder in umgekehrter Richtung. Der Lötschbergtunnel, der jetzt fertig gestellt wurde, und in weiterer Folge in zwei Jahren der Sankt-Gotthard-Tunnel wären in der Lage, im Viertel-Stunden-Takt solche Transporte aufzunehmen. Nur: Sie haben zu wenig Energie! Und auch die Schweiz hat dieselben Probleme mit den in der Schweiz aufkommenden Grünen, dass der Ausbau der Wasserkraft nicht möglich ist, weil man überall dagegen spricht, und dass ein Ausbau der Solarenergie die notwendige Energie, die in den nächsten bis zu zehn Jahren aufgrund dieser Techniken gebraucht wird, nicht liefern kann und in weiterer Folge dadurch die Schweiz natürlich gezwungen ist, ihre Atomkraftwerke zu erneuern und auszubauen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ.
Wissen Sie, was? – Verabschieden Sie sich von Ihrer überholten Klimapolitik, von Ihren überholten klimapolitischen Maßnahmen! Das Einzige, wo ich Ihnen recht gebe: Die Regierung ist dringend aufgefordert, das Ökostromgesetz schnellstens zu ändern. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Kopf: Was ist das jetzt?
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Herr Kollege Kopf, zu dem Zeitpunkt, zu dem die grüne Fraktion bei der letzten interparlamentarischen Temelín-Kommission in Budweis vollständig anwesend war, war von den Mitgliedern der ÖVP und der SPÖ und auch des BZÖ niemand mehr anwesend, der aus dem Nationalrat war – um das hier klarzustellen. (Abg. Kopf: Was ist das jetzt?)
Abg. Kopf: Erst zugestimmt haben und dann nachher ...!
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (fortsetzend): Es lautete der Vorwurf, dass wir die Sitzung beziehungsweise die Kommission verlassen haben (Abg. Kopf: Erst zugestimmt haben und dann nachher ...!) und damit gegen die Anti-Atom-Politik-Linie Österreichs waren. – Das stimmt so nicht!
Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So viel zur Einhaltung der Spielregeln im Parlament!
Wir sind deswegen ausgetreten, weil die völkerrechtliche Verbindlichkeit seitens des Ministers Svoboda angezweifelt wurde. (Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: So viel zur Einhaltung der Spielregeln im Parlament!)
Abg. Kopf: Es gab auch nichts zu berichtigen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete, das war trotzdem keine tatsächliche Berichtigung! Das halte ich nur noch einmal fest. (Abg. Kopf: Es gab auch nichts zu berichtigen!)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundeskanzler Dr. Gusenbauer –: Das täten wir gern genauer wissen! Könntest du uns da etwas Genaueres sagen?
Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, haben erst heute im „NEWS“ gesagt, mehr oder weniger: Die ÖVP liegt in der Hängematte und tut nichts. – Das müssen Sie uns später noch näher erklären! (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung Bundeskanzler Dr. Gusenbauer –: Das täten wir gern genauer wissen! Könntest du uns da etwas Genaueres sagen?)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Nicht gerade zur Verbesserung des Klimas zwischen Rot und Schwarz im Klimaschutzfonds beigetragen hat natürlich die Ernennung des Herrn Andreas Wabl zum persönlichen Klimaschutzbeauftragten des Bundeskanzlers. Dies ist zwar gut und schön, aber es trägt natürlich zum Klimaschutz überhaupt nichts bei, sondern ganz im Gegenteil. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Lkws gibt es genug!
uns dauernd zu, und dann kritisieren Sie uns wieder!) – Ja, aber das sind ja unterschiedliche Themen. – Da gibt es in absehbarer Zeit keine positiven Veränderungen, fehlen doch freie Waggons und freie Kapazitäten auf den Haupttransitrouten. Es gibt keinen Platz und keinen Waggon mehr, dass man von Hamburg bis an das Schwarze Meer oder vom Norden bis in den Süden fahren könnte. Leider ist es so. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Lkws gibt es genug!)
Ruf bei der ÖVP: War sehr gut!
Auch die Energie aus Geothermie und die Windenergie werden in Zukunft ein Thema sein müssen, da sie wenig kosten und viel bringen. Auch Herr Klubobmann Dr. Schüssel hat das in der „Pressestunde“ sehr wohltuend gefordert. (Ruf bei der ÖVP: War sehr gut!) Ja, finde ich auch gut. Aber wir fordern dazu auch den garantierten und unbefristeten bevorzugten Zugang zum Stromversorgungsnetz für Stromerzeuger aus erneuerbaren Energieträgern, wo beispielsweise Deutschland uns vorzeigt, wie es funktioniert. Hier sind auch die Strombetreiber gefordert, mehr zu investieren und nicht immer gegen alles zu stimmen.
Beifall beim BZÖ.
Abschließend erneut meine Bitte an Sie, Herr Bundeskanzler, und an die gesamte Bundesregierung: Nehmen Sie Klimaschutz ernst! Hören Sie auf, zu diskutieren – und fangen Sie endlich mit der Umsetzung an! Sonst wird das ein ganz teurer Spaß für alle Bewohner Österreichs. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
(Zwischenrufe bei den Grünen.) Deswegen möchte ich auch ein paar Präzisierungen vornehmen: Wo stehen wir? Was ist die Herausforderung? Was tut diese Bundesregierung gemeinsam mit den Gebietskörperschaften Bund, Länder und Gemeinden, um die Klimaschutzziele und die Energieziele, die ja nicht getrennt voneinander gesehen werden können, zu verfolgen und auch deren Erreichung zu garantieren?
Beifall bei der ÖVP.
Nun komme ich zur Frage Energiepaket, 34 Prozent Anteil an alternativen Energien. Meine sehr geehrten Damen und Herren, Österreich ist da hinter Finnland, Schweden und Litauen das vierterfolgreichste Land: 23 Prozent Energieanteil aus alternativen Energien am Gesamtenergiekuchen. Auch da verstehe ich die Kritik nicht. Das ist nicht von selbst entstanden, Herr Klubobmann Van der Bellen, wie Sie gesagt haben und wo Sie meinten, nur die Firmen hätten investiert, hätten sich entwickelt. Nein, da haben auch die konkreten politischen Rahmenbedingungen dazu beigetragen, etwa durch die Wohnbauförderung mit Unterstützung der Biomasse. Woher kommen denn die Biomasse-Heizwerke für ganze Dörfer und Ortschaften in Österreich, wo wir federführend in Europa sind? Die kommen aus der Förderung des Bundes, des Landes und der Europäischen Union. Das sind die Konzepte, die diese Erfolgsstory möglich gemacht haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Eines sei Ihnen gesagt, gerade Ihnen von den Grünen: In der Kleinwasserkraft, die wir ausbauen müssen, stoßen wir nahezu bei allen geplanten Bach- und Flussläufen auf regionalen grünen Widerstand. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich habe das bei sehr vielen Einzelprojekten immer wieder erlebt. In fast allen Windparkprojekten stoßen wir bei der konkreten Umsetzung in den Regionen auf massiven, vor allem aus grüner Sicht motivierten Widerstand. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja überhaupt nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja überhaupt nicht!
Eines sei Ihnen gesagt, gerade Ihnen von den Grünen: In der Kleinwasserkraft, die wir ausbauen müssen, stoßen wir nahezu bei allen geplanten Bach- und Flussläufen auf regionalen grünen Widerstand. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich habe das bei sehr vielen Einzelprojekten immer wieder erlebt. In fast allen Windparkprojekten stoßen wir bei der konkreten Umsetzung in den Regionen auf massiven, vor allem aus grüner Sicht motivierten Widerstand. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja überhaupt nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist das Blödeste, was man tun kann! Da hat der Andreas Wabl völlig recht!
Beim Biogas, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen, treten Sie zunehmend in die Debatte ein und sagen: Bitte auch kein Biogas, die Wettbewerbssituation mit den Nahrungsmitteln und dem agrarischen Bereich ist nicht mehr aufzulösen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist das Blödeste, was man tun kann! Da hat der Andreas Wabl völlig recht!)
Beifall bei der ÖVP.
Dann frage ich Sie: Was wollen Sie? Wie wollen Sie das Ziel im Bereich Ökostrom erreichen? Wir haben Potential, aber dann verhindern Sie nicht bei der konkreten Umsetzung alle Projekte in diesem Land, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Trendwende war 2007 schon wieder vorbei!
Österreich ist aber nicht nur ein Spitzenreiter in der Relation CO2 zum Bruttoinlandsprodukt, sondern wir haben auch mit den Maßnahmen, die wir in der Klimastrategie angedacht und bereits umgesetzt haben, eine Trendwende schaffen können. Das vergessen Sie immer wieder bei Ihrer Darstellung der Statistiken, meine sehr geehrten Damen und Herren. Im Vergleich ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Die Trendwende war 2007 schon wieder vorbei!) – Ich weiß schon, dass Sie nervös werden bei diesem Vergleich, weil er richtig ist und in die richtige Richtung geht, Frau Abgeordnete Glawischnig, aber trotzdem: Im Jahr 2006 konnten wir im Vergleich zum Vorjahr, zum Jahr 2005, die Treibhausgasemissionen um 2,3 Prozent, das heißt um 2,2 Millionen Tonnen, reduzieren. Das ist ein spürbarer, ein größerer Schritt, als wir ihn jemals zuvor
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das war der wärmste Winter des Jahrhunderts, aber bitte!
gemacht haben, in die richtige Richtung. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das war der wärmste Winter des Jahrhunderts, aber bitte!)
Abg. Mandak: Tun Sie es!
Dazu sage ich noch etwas: Ja, wir sollten – und da bin ich dankbar, dass das der Bundeskanzler auch gesagt hat – auch aus dem Klima- und Energiefonds heraus neue Technologien unterstützen und ihnen zum Durchbruch verhelfen; die Photovoltaik ist angesprochen worden. (Abg. Mandak: Tun Sie es!) Deswegen ist es der Auftrag, nicht nur rein ökonomisch zu denken, sondern natürlich auch Projekte mit auf den Weg zu bringen, die zur Marktdurchdringung unsere besondere Unterstützung brauchen. Deswegen werde ich auch dieses 10 000-Dächer-Programm, das ich als Anschubunterstützung für klug halte, ganz massiv forcieren, weil es wichtig ist, dass wir auch in diesem Bereich entscheidend weiterkommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dazu sage ich noch etwas: Ja, wir sollten – und da bin ich dankbar, dass das der Bundeskanzler auch gesagt hat – auch aus dem Klima- und Energiefonds heraus neue Technologien unterstützen und ihnen zum Durchbruch verhelfen; die Photovoltaik ist angesprochen worden. (Abg. Mandak: Tun Sie es!) Deswegen ist es der Auftrag, nicht nur rein ökonomisch zu denken, sondern natürlich auch Projekte mit auf den Weg zu bringen, die zur Marktdurchdringung unsere besondere Unterstützung brauchen. Deswegen werde ich auch dieses 10 000-Dächer-Programm, das ich als Anschubunterstützung für klug halte, ganz massiv forcieren, weil es wichtig ist, dass wir auch in diesem Bereich entscheidend weiterkommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Geh, hör auf, hörst!
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ja, Herr Minister, das war Ihr Glück, 2006 war ein warmer Winter, und das war der Hauptgrund, warum die CO2-Emissionen rückläufig waren. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Geh, hör auf, hörst!) Aber was heißt da Glück? Wir brauchen dringendst eine CO2-Reduktion, und wenn Sie großspurig von Zielen reden, dann stellt sich schon die Frage: Was sind denn die Maßnahmen? Man kann nicht in einer Tour sagen: International schaut es so aus, und die Entwicklung wird dergestalt sein!, sondern wir müssen die Maßnahmen hier setzen.
Beifall bei den Grünen.
Also eine Menge von Maßnahmen, die Österreich sehr wohl weiterbringen würden. Aber die Frage ist: Wird es in dieser Form auch tatsächlich geschehen, und stehen Sie am heutigen Tag auch zu diesen Maßnahmen? – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Zusammenhang darf ich eine Lanze für alle Verantwortlichen im ländlichen Bereich brechen, die sich schon seit Jahren mit allem möglichen Engagement für erneuerbare Energien einsetzen und da nicht nur im Bereich der Biomasse, sondern auch bei Solartechnik, bei Photovoltaik, bei Beleuchtung, bei thermischer Sanierung Vorbildwirkung unter anderem auch für Länder und für den Bund erzielen wollen. Ein herzliches Dankeschön an alle BürgermeisterInnen beziehungsweise Gemeindeverantwortlichen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir alle haben uns gefragt, was eigentlich mit der Kontrolle im Umweltministerium los ist, das derartige Vorkommnisse zu Lasten der KonsumentInnen über Jahre einfach toleriert. Nun liegt endlich ein Ermittlungsbericht der Bundeswettbewerbsbehörde vor, der die Vorwürfe sehr pointiert auf den Punkt bringt und hoffentlich – und das ist wirklich inständig zu hoffen – dazu beitragen wird, diese Missstände im System abzustellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Angesichts der Schwere der Vorwürfe der Bundeswettbewerbsbehörde wären Sie, sehr geehrter Herr Bundesminister Pröll, gut beraten, auch mit unserer Zustimmung eine Sonderprüfung des ARA-Systems durchzuführen, und zwar ab ihrem Bestehen 1993, nämlich in Bezug auf Effizienz, Sinnhaftigkeit, Mittelverwendung beziehungsweise Kontrolle. – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Maroni ist aber gut!
und Herren Abgeordneten! Ich verstehe, dass Frau Glawischnig, die ja aus Kärnten kommt, das Thema Klimaschutz heute auf die Tagesordnung bringt, denn der Sturm „Paula“, eigentlich die „Stürmin Paula“, oder ich weiß nicht, wie man da bei den Grünen sagt, jedenfalls diese Katastrophe hat etwas Furchtbares angerichtet, und es ist uns wieder bewusst geworden, dass dieses Thema heiß ist – so heiß wie die Maroni, die der Herr Wabl für den Herrn Bundeskanzler aus dem Feuer holen muss. (Abg. Öllinger: Maroni ist aber gut!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Das habe ich nicht gesagt!
Ich gratuliere Herrn Wabl zur besonderen Auswahl und Fähigkeit, wie Herr Van der Bellen gesagt hat; jetzt ist er sozusagen der Maronibrater vom Bundeskanzler. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Van der Bellen: Das habe ich nicht gesagt!)
Beifall bei der ÖVP.
Eine Bitte an die Grünen: Hört auf mit dem Alles oder Nichts! Das verschreckt die Leute und lähmt sie, macht ihnen Angst. Das ist nicht notwendig. Wir haben in Österreich viele Möglichkeiten, gute Schritte zu setzen. Ich würde daher sagen: Geht lieber mit, bleibt konstruktiv und verhindert jetzt nicht gute Projekte! Österreich kommt weiter. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Da immer wieder der Stern-Bericht oder der IPCC-Bericht herausgeholt wird, dann muss ich sagen: Durch laufendes Zitieren wird er auch nicht wahrer! Dies ist nur eine mögliche Sicht der Wahrheit. Liebe Kollegen von den Grünen! Wenn Ihre Frau Glawischnig sagt, alle, die nicht dieser Dogmatik folgen, hätten das Rederecht abzugeben und wären nicht berechtigt, hier zu reden, dann muss ich sagen: Von den Grünen lassen wir uns sicher nicht das Rederecht nehmen. – Das vielleicht als Erklärung zu Ihnen, liebe Kollegen von den Grünen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Werden Sie realistisch!
Was hier auffällt, ist eine neue Ideologie. Sie wollen erklären, alles, was Sie sagen, sei richtig und alles, was noch an anderer Meinung bestehen könnte, wäre falsch. – Und das ist eben nicht der Punkt. Sie wollen offenbar eine neue, weltumspannende Klimadiktatur schaffen und zurück in die Steinzeit. Wollen Sie mit dem Radl fahren? Ich habe vor Kurzem erlebt, dass Herr Kollege Pilz nicht mit dem Radl, sondern kreuz und quer durch Wien nur mit dem Auto fährt. Ich bin mit dem Radl unterwegs. (Abg. Mag. Kogler: Werden Sie realistisch!) – Nur so viel dazu, was die Umsetzung in Ihren eigenen Reihen anbelangt.
Abg. Mag. Kogler: Die Gefahr, dass Ihre allein stehen bleibt, ist tatsächlich größer!
Ich sage damit, es gibt andere Sichtweisen, und ich will nicht Ihre Meinung als Einzige stehen lassen und deswegen auch nicht unbedingt von einer von Menschen gemachten Klimakatastrophe reden. (Abg. Mag. Kogler: Die Gefahr, dass Ihre allein stehen bleibt, ist tatsächlich größer!) Das heißt, denken wir auch einen Schritt weiter, wohin Ihre Ideen führen, wonach alles, was mit dem Kürzel „Bio“ versehen ist, gut sein soll. Das hat schlussendlich dazu geführt, dass ohne Hinterfragung alles, was in diesen Bereichen gemacht worden ist, auch als gut dargestellt wird.
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Noch etwas, für Ihre Berechnungen – denken Sie genau mit! –: Es gibt in Kärnten ein Werk mit dem Namen OMYA, das hochwertige Basisstoffe für die Farben- und Lackindustrie produziert. In dieser Prozesskette wird Calciumcarbonat zerteilt, und dafür braucht man thermische Energie, da wird CO2 frei. Diese CO2-Belastung wird dem Betrieb angerechnet. Bei dem in weiterer Folge veredelnden Prozess wird aus dem CaO wieder CaCO3 – das ist einfach nachzurechnen –, und die gleiche CO2-Menge geht wieder in diese Prozessfolge hinein. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Öllinger: Das ist der erste spannende Aspekt, den Sie vortragen!
Das, was Sie hier machen wollen, ist ein Kahlschlag der europäischen und damit auch der österreichischen Industrie. Das ist sicher nicht der richtige Weg. Besinnen Sie sich, kommen Sie zurück zu den Fakten, zu dem, was wir wirklich brauchen! Der einzige Ansatz, der richtig ist, ist der: Wir müssen mit den Ressourcen schonend umgehen. Wir müssen schauen, alternative Energien einzusetzen. Wir müssen die Forschung im Bereich der Energie stärken. Das ist völlig richtig! (Abg. Öllinger: Das ist der erste spannende Aspekt, den Sie vortragen!) Aber Ihre Hintergrundgedanken sind völlig falsch und Ihre Begründungen führen dazu, dass Fakten verdreht werden, was dieser Diskussion absolut nicht hilfreich ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das, was Sie hier machen wollen, ist ein Kahlschlag der europäischen und damit auch der österreichischen Industrie. Das ist sicher nicht der richtige Weg. Besinnen Sie sich, kommen Sie zurück zu den Fakten, zu dem, was wir wirklich brauchen! Der einzige Ansatz, der richtig ist, ist der: Wir müssen mit den Ressourcen schonend umgehen. Wir müssen schauen, alternative Energien einzusetzen. Wir müssen die Forschung im Bereich der Energie stärken. Das ist völlig richtig! (Abg. Öllinger: Das ist der erste spannende Aspekt, den Sie vortragen!) Aber Ihre Hintergrundgedanken sind völlig falsch und Ihre Begründungen führen dazu, dass Fakten verdreht werden, was dieser Diskussion absolut nicht hilfreich ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Glaubwürdiger Klimaschutz braucht auch eine glaubwürdige Anti-Atompolitik! Und da ist ein faires und ganz verbindliches Eintreten für die Sicherheit grenznaher Atomkraftwerke unumgänglich. Doch das vermisse ich ganz eindeutig bei dieser Regierung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie demonstrativer Beifall bei den Grünen.
Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie Christa Kranzl: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte doch auf die Ausführungen von Dipl.-Ing. Klement eingehen, der hier der grünen Fraktion vorgeworfen hat, ein Horrorszenario zu inszenieren. – Mir ist es wichtig, an dieser Stelle zu betonen, dass jeder, der sich ernsthaft mit dem Vierten UN-Klimabericht beschäftigt und befasst hat, der, wissenschaftlich belegt, dokumentiert, was passieren wird, wenn nichts passiert, glaube ich, nicht zu dieser Wortwahl greifen würde. (Beifall bei der SPÖ sowie demonstrativer Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Ich darf auch an dieser Stelle ein Beispiel nennen: Oberösterreich hat auch bei der Sanierung eines Schulgebäudes Passivhaus-Standard angewendet. Und was für mich das Überraschende dabei gewesen ist: dass die Abrechnung ergeben hat, dass die Sanierungskosten nur um 10 Prozent über den Kosten einer herkömmlichen Sanierung gelegen sind. Das sollte uns durchaus dazu bewegen, diese Technologie zu forcieren. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Sburny.
Sie haben es miterlebt, der Ansatz beziehungsweise die Anregung, bei Abschluss einer Kfz-Versicherung eine Netzkarte für öffentliche Verkehrsmittel mitzugeben, und zwar ohne dass Kosten für die Konsumenten entstehen – ich betone: ohne Kosten für die Konsumenten! –, ist zumindest diskussionswürdig, denn wenn die Versicherungswirtschaft einmal genau überprüfen würde, wie viele Unfälle im Nahverkehr, in kurzen Verkehrsabschnitten passieren, dann würden wir sehen, dass das mitunter ein attraktives Angebot, eine Win-Win-Situation für beide ist. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Sburny.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Öllinger: Das war die erste engagierte Rede von der Regierungsbank!
Ich möchte abschließend Folgendes feststellen: Ich verstehe mich und unser Haus als offenes Haus. Es ist auch von Vorrednern angesprochen worden, dass dies eine Problematik ist, die uns alle betrifft. Ich bin für Vorschläge, die Nutzen haben und umsetzbar sind, sehr offen. Ich habe bereits in einem persönlichen Gespräch angekündigt, auch alle Forschungssprecher zu einem gemeinsamen Gespräch einladen zu wollen. Ich hoffe, wie gesagt, dass sie dieser Einladung auch Folge leisten werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Öllinger: Das war die erste engagierte Rede von der Regierungsbank!)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Die Minister und der Herr Bundeskanzler haben ja schon längst das Weite gesucht, weil Klimaschutz etwas ist, was man kurz anspricht; danach sucht man aber sofort den Ausgang, wenn es um die konkreten Maßnahmen geht. Frau Ministerin ...! – Entschuldigen Sie, natürlich wäre es mir recht, wenn Sie schon Ministerin wären, aufgrund dessen, was Sie jetzt angekündigt haben. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Murauer: Aber nicht in Oberösterreich!
Das Problem ist nur: Was nützt mir die Jacke, wenn ich individuell mein Leben bereits verändert habe, aber rundherum die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen so sind, dass die Einzelaktion absäuft, schlicht absäuft, weil es im Gesamtkontext nicht passt? (Abg. Murauer: Aber nicht in Oberösterreich!)
Beifall bei den Grünen.
Die Klimafrage und die Energiewendefrage ist eine soziale Verteilungsfrage. Darum erwarte ich mir gerade von der Sozialdemokratie um einiges mehr an Einsatz, um einiges mehr an Ambition, um einiges mehr an Glaubwürdigkeit und Wortfestigkeit. (Beifall bei den Grünen.) Damit ist gesagt, worum es geht: dass Sie zu Ihrem Wort stehen, wie es auch im Regierungsübereinkommen festgehalten ist. Deswegen bringe ich auch gleich Entschließungsanträge ein. Sie haben ja schon festgeschrieben, was wir alle wollen, nur tun Sie es nicht! Das ist immer das Problem: Der Einzelne soll es tun, aber Sie als Regierung in der Gesetzgebung versagen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Er liest in der Zeitung die Börsenberichte!
Frau Staatssekretärin! Klubobleute – Herr Stummvoll ist vielleicht hier! (Abg. Dr. Pirklhuber: Er liest in der Zeitung die Börsenberichte!) Nehmen Sie doch endlich Ihr eigenes Programm ernst! Ich sage es Ihnen: Die Wohnbauförderung haben Sie gemeint. Gerade das ist sozusagen ein sozialer und wirtschaftlicher Win-Win-Gesamteffekt, wenn ich endlich die Standards österreichweit anhebe und nicht elendslang über Artikel-15a-Vereinbarungen herumverhandle, wobei ich dann wieder Jahre daran hänge, bis sie umgesetzt werden. Wir brauchen einheitliche, offensive Standards bei der Bauordnung genauso wie bei der Wohnbauförderung, vom Burgenland bis Vorarlberg, vom Neusiedlersee bis zum Bodensee. Das ist nicht eine Frage des Herumfeilschens, sondern da machen Sie endlich Nägel mit Köpfen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Da sollen wir investieren, aber nicht 2,5 Milliarden an die EU oder an sonstige Institutionen als Pönale zahlen, wenn wir das Kyoto-Ziel nicht erreichen. Warum nützen wir nicht dieses Geld, um jetzt umzustellen und gerade den sozial Bedürftigen, denen, die es wirklich brauchen, ordentliche Mobilitätsangebote zu machen, ordentliche Wohnangebote zu machen? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist meiner Ansicht nach Win-Win, und da vermisse ich vor allem die Hilfe der Sozialdemokratie. Machen Sie endlich Klimaschutzpolitik mit Punch – und nicht mit Glacéhandschuhen, so wie der Herr Verkehrsminister, der sich nicht einmal eine MöSt-Erhöhung durchzuführen traut! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Seit Herbst 2007 werden 10 000 Tonnen biogener Abfälle in der Biogas-Wien-Anlage verwertet. Im Jänner 2006 wurde seitens der Wiener Wasserwerke an der Wiener Hochquellwasserleitung ein Trinkwasserkraftwerk errichtet. Seit Mitte Dezember 2005 gibt es in Wien-Favoriten einen Windpark. Die größte Photovoltaikanlage ist nicht weit weg von hier: der nächste Block, der Bartenstein-Block. Das ist Technologie, die vom Magistrat selbst ausgearbeitet wurde. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Sinne der Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, das ist ein Aspekt, der durchaus ganz attraktiv für den Einzelnen sein kann, um in diese Richtung etwas zu tun. Wenn die Heizkosten höher werden, weil die Wärmedämmung nicht mehr funktioniert, dann erkennt man auch an der Geldbörse, dass es wichtig ist, sowohl in der Politik als auch als Einzelner Maßnahmen zu ergreifen. Das können wir seitens der ÖVP nur unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir, alle Parteien, hier unsere Scheuklappen ablegen, nämlich zwischen Regierung und Opposition, dann wird es uns auch gelingen, das Luxusgut Natur nicht nur als solches anzusehen, sondern auch im Sinne der Generationengerechtigkeit dafür zu sorgen, dass unsere Kinder und unsere Enkelkinder auch noch in einer sauberen Umwelt aufwachsen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Das bestreitet ja niemand!
Dem Dringlichen Antrag kann ich sehr viel abgewinnen. Es gibt jedoch einen Absatz, der uns veranlasst, ihm nicht zuzustimmen, und der betrifft die Mobilität und den Verkehr, weil wir da die Meinung vertreten, dass man dabei nicht auf Bestrafen setzen soll, sondern auf Belohnen. Es gibt nun mal in Österreich sehr, sehr viele Menschen, die noch immer auf ihr Auto angewiesen sind, aber nicht, weil sie so vernarrt sind in dieses Produkt, dass den Großteil des Familieneinkommens wegfrisst, sondern weil es in weiten Teilen Österreichs – und ich komme aus so einem Landesteil – kaum ausgebauten öffentlichen Verkehr gibt und die Bewohner dort eben auf das Auto angewiesen sind und dafür auch hohe Kosten zu tragen haben. (Abg. Dr. Van der Bellen: Das bestreitet ja niemand!)
Beifall bei der FPÖ. – Staatssekretärin Kranzl: Danke schön!
Frau Staatssekretärin, ich darf Ihnen dieses Buch überreichen (der Redner überreicht Staatssekretärin Kranzl ein Buch) und darf Ihnen auch sagen, dass mir Ihre Ausführungen sehr gut gefallen haben. (Beifall bei der FPÖ. – Staatssekretärin Kranzl: Danke schön!)
Beifall bei der SPÖ.
Übrigens: Ich denke, was im Regierungsprogramm steht, brauchen wir nicht nochmal durch einen Entschließungsantrag zu beschließen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Das bedeutet aber gleichzeitig, dass in Österreich im Vergleich zu den meisten anderen Ländern dieses hohe Wertschöpfungsniveau sehr, sehr sauber erreicht wird – und das ist etwas, worauf wir, wie ich meine, alle stolz sein können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Bauer.
Österreich soll nicht zu einer de-industrialisierten Zone werden; in Bezug auf den Klimaschutz müssen daher andere Ziele gesetzt werden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Bauer.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir die Möglichkeit nutzen sollen, auch im Bereich Verkehr besser zu werden, wo ja der Anstieg am größten ist, muss uns Europa auch dafür die Instrumente geben, nämlich eine faire Wegekostenrichtlinie, an der wir in Österreich bereits seit Jahren arbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn ich mir vorstelle, was die Grünen in Tirol etwa beim Ausbau der Wasserkraft an Hindernissen und Protesten in den Weg stellen, dann, muss ich sagen, sollten Sie darüber einmal eine Debatte in Ihren eigenen Reihen führen. Klar, dass das in umweltverträglicher Art und Weise geschehen muss, klar, dass das in Grenzen geschehen muss, wobei ich aber der Auffassung bin, dass die Dinge, die da geplant sind, in genau diesen Grenzen ablaufen – und dass ein Dagegensein für Österreich, Europa und die vielen ärmeren Ländern in der Welt großen Schaden nach sich zieht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf aber auch auf das Programm e2050 hinweisen, ein Programm, das übrigens gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium abgewickelt wird, wo die Intention darauf ausgelegt ist, wie es gelingt, Ressourcen schonende Energie- und Umwelttechnologien zu entwickeln, wie gelingt es, diesen Technologietransfer auch viel, viel stärker zu nutzen, ihn quasi als Exportschlager zu forcieren – und vor allem, wie gelingt es uns, die Energieabhängigkeit zu reduzieren. Da sind drei Themenbereiche, drei prioritäre Themenfelder angesprochen, nämlich Energie in Gebäuden, Energiesysteme und –netze sowie Energie und Endverbraucher. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne freue ich mich schon auf die Diskussion. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Dass sie genau ... auseinandergeht!
Wenn wir uns die Studie „Ökologisierung der Wohnbauförderung im mehrgeschoßigen Wohnbau“ von Klaus Lugger und Wolfgang Amann anschaue, dann sehen wir einfach (Abg. Dr. Moser: Dass sie genau ... auseinandergeht!), dass die letzte Artikel-15a B-VG-Vereinbarung bereits gegriffen hat. Wenn ich mir die Kurven anschaue, wie sie in den letzten Jahren zusammengehen und im Schnitt unter der Energiekennzahl 40 liegen, dann weiß ich, dass wir den richtigen Weg in die richtige Richtung beschreiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir uns die Studie „Ökologisierung der Wohnbauförderung im mehrgeschoßigen Wohnbau“ von Klaus Lugger und Wolfgang Amann anschaue, dann sehen wir einfach (Abg. Dr. Moser: Dass sie genau ... auseinandergeht!), dass die letzte Artikel-15a B-VG-Vereinbarung bereits gegriffen hat. Wenn ich mir die Kurven anschaue, wie sie in den letzten Jahren zusammengehen und im Schnitt unter der Energiekennzahl 40 liegen, dann weiß ich, dass wir den richtigen Weg in die richtige Richtung beschreiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.
Ich glaube, wir müssen die Chance, die die neue Artikel-15a-Vereinbarung bietet, die jetzt gerade vom Bund mit den Ländern im Rahmen des Finanzausgleichs verhandelt wird, nützen, um diese Ziele noch zu verbessern, vor allem im Bereich der Bauordnungen, indem wir zu bewerkstelligen versuchen, dass sich die Bauordnungen den Wohnbauförderungsrichtlinien annähern, um diese Differenz zu verkleinern. – Da gibt es natürlich auch Druck von den Ländern, die nicht so viel Freude damit haben, aber ich glaube, dass wir hier wieder gemeinsam an der Schraube drehen und gemeinsam Verbesserungen entwickeln werden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.) – Da sind wir wirklich auf einem sehr, sehr guten Weg.
Beifall bei der ÖVP.
Zum Abschluss folgender Gedanke: Bis 1985 wurden in etwa 1 Million Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen errichtet. Da gibt es eigentlich ein geringes Förderungsinstrumentarium; da aber geschah und geschieht in den letzten Jahren am wenigsten. – Wenn wir uns diese Zielgruppe anschauen und wissen, dass die Energiekennzahlen da in etwa im Bereich von 200 und mehr liegen, und wenn wir schauen, dass zumindest ein Drittel bis die Hälfte dieser Gebäude in den nächsten fünf, sechs Jahren saniert werden, sehen wir: Das wäre ein Riesensprung! Da Verbesserungen zu erzielen, das wird nicht ohne zusätzliche finanzielle Mittel gehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Sie wissen, dass die gesamte Branche, die in der erneuerbaren Energie tätig ist, schon seit Jahren verzweifelt ist, dass in Österreich nichts weitergeht, weil in „Kleinstkleinstprojekten“ gedacht wird, dass zwar da und dort an guten Ansätzen gewerkt wird, dass aber einfach die Rahmenbedingungen für diesen Bereich nicht da sind, damit hier wirklich ein Fortschritt zu verzeichnen wäre, damit hier endlich etwas weitergeht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Staatssekretärin Kranzl, Sie haben heute ein wirklich sehr ambitioniertes Statement abgegeben, das wir auch positiv bewertet haben. Was Sie gesagt haben, finden wir engagiert, couragiert und klar; wir unterstützen das. Wir würden uns aber auch von den zuständigen Ressortministern erwarten, dass diese ein ähnliches Engagement an den Tag legen. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Abschließend kann ich der ÖVP eines nicht ersparen: Wenn Sie nachlesen, was Ihre Freundinnen und Freunde vom Bereich des Ökosozialen Forums feststellen (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen) – ich komme schon zum Schlusssatz, Herr Präsident –, nämlich dass der Entwurf zum Ökostromgesetz eine gnadenlose Ohrfeige für alle fortschrittlichen Kräfte der Energie- und Umweltpolitik in Österreich ist, dann sollten Sie sich das endlich hinter die Ohren schreiben!
Beifall bei den Grünen.
Da ist ein Kurswechsel angesagt, und für den werden wir weiter kämpfen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Das steht im Regierungsprogramm! – Abg. Dr. Schüssel: Deshalb brauchen wir es nicht heute zu beschließen!
Wir gelangen weiters zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Van der Bellen, Kolleginnen und Kollegen betreffend Verbesserung der Energieintensität um mindestens 20 Prozent bis 2020. (Abg. Dr. Van der Bellen: Das steht im Regierungsprogramm! – Abg. Dr. Schüssel: Deshalb brauchen wir es nicht heute zu beschließen!)
Abg. Murauer: Da kann man nichts machen!
Herr Bundesminister! Mit Verlaub stelle ich in umfänglichster und nachdrücklichster Art und Weise Ihre Ehrenhaftigkeit vollkommen außer Streit, aber das glaube ich nicht. Ich glaube nicht, ... (Abg. Murauer: Da kann man nichts machen!) – Lieber Kollege Murauer, ich gebe schon zu, dass das vielleicht für deine Fraktion und für dich ein peinliches Thema ist (Abg. Murauer: Nein, peinlich ist es nicht!), weil die Außenministerin eine ÖVP-Außenministerin ist, und selbstverständlich hat sie unseren Verteidigungsminister in diese Situation hineinmanövriert!
Abg. Murauer: Nein, peinlich ist es nicht!
Herr Bundesminister! Mit Verlaub stelle ich in umfänglichster und nachdrücklichster Art und Weise Ihre Ehrenhaftigkeit vollkommen außer Streit, aber das glaube ich nicht. Ich glaube nicht, ... (Abg. Murauer: Da kann man nichts machen!) – Lieber Kollege Murauer, ich gebe schon zu, dass das vielleicht für deine Fraktion und für dich ein peinliches Thema ist (Abg. Murauer: Nein, peinlich ist es nicht!), weil die Außenministerin eine ÖVP-Außenministerin ist, und selbstverständlich hat sie unseren Verteidigungsminister in diese Situation hineinmanövriert!
Abg. Neugebauer: ... Österreich! ... Im Interesse des Landes!
Es ist das ungebrochene und energiereich verfolgte Anliegen, dass wir außenpolitisch glänzen möchten, dass unsere glanzvolle Außenministerin endlich diesen nichtständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat erlangen möchte, und zu diesem Zweck wurde blitzesschnell die Zustimmung, dass Österreich an diesem Tschad-Einsatz teilnimmt, in der UNO-Zentrale abgegeben. (Abg. Neugebauer: ... Österreich! ... Im Interesse des Landes!)
Abg. Dr. Stummvoll: Verteidigungsminister! – Abg. Dr. Graf: Kriegsminister!
Das ist aus den Medien ganz klar nachvollziehbar: Er ist mit dem UNO-Erfordernis, dass Österreich am Tschad-Einsatz teilnimmt, von New York nach Österreich zurückgekehrt, und Außenminister Darabos hat den Fehler gemacht ... (Abg. Dr. Stummvoll: Verteidigungsminister! – Abg. Dr. Graf: Kriegsminister!) – Entschuldigung: der Verteidigungsminister! Der Verteidigungsminister hat den Fehler gemacht, sich selbst vor Ort zu überzeugen, wie es im Tschad aussieht. Und selbstverständlich ist es so, dass dieses schon mehr als 20 Jahre andauernde humanitäre Drama jeden Menschen, der normale Empfindungen hat, persönlich berühren muss, und dass ein normal denkender Mensch selbstverständlich sofort den Instinkt in sich verspürt, Hilfe zu leisten.
Abg. Dr. Graf: Der Krieg ist immer teuer, fragen Sie ...! Wenn man Krieg führt, ist es immer sehr teuer!
Erstens: Ich postuliere, dass der geschätzte Kostenaufwand von 25 Millionen € bei Weitem nicht ausreicht. Die Ausrüstung der Heeres-Kfz Puch G, die dorthin mitgenommen werden, kostet schon allein, damit sie wüstentauglich sind, pro Stück 60 000 €. Auch die Kosten für die Logistik werden den Rahmen sprengen, und die Personalkosten, die Logistik-, Ausrüstungs- und Umstellungskosten werden diese 25 Millionen selbstverständlich weit, weit übersteigen. (Abg. Dr. Graf: Der Krieg ist immer teuer, fragen Sie ...! Wenn man Krieg führt, ist es immer sehr teuer!)
Beifall bei der FPÖ
Um das klarzustellen: Die Freiheitliche Partei stand und steht immer, und zwar zu 100 Prozent, hinter den Soldaten, und wir stehen auch zu 100 Prozent hinter den Soldaten, die in den Tschad gehen – daran gibt es überhaupt nichts zu deuteln! (Beifall bei der FPÖ) –, aber es muss erlaubt sein, die Sinnhaftigkeit dieses politischen Unterfangens und dieser politischen Beschlusslage zu debattieren. Und es steht nirgendwo deren Unumgänglichkeit festgeschrieben und es wäre geradezu ein Akt des politischen Opportunistentums, solchen Dingen uneingeschränkt und ohne kritische Debatte zuzustimmen.
Abg. Scheibner: Nein, nicht nur!
Es wird behauptet, es wäre dies eine humanitäre Mission. Herr Bundesminister, meine Damen und Herren: Eine humanitäre Mission ist das Ausrücken zum Zwecke des Katastrophenschutzes, wie wir es schon hatten, bei Erdbeben und dergleichen. (Abg. Scheibner: Nein, nicht nur!) Dies ist aber keine humanitäre Mission, sondern eine Verteidigungsmission von humanitär tätigen Kräften. Das ergibt sich aus der Ableitung des Auftrages. Es ist eine Sicherung. Sicherung ist eine militärische Aktionsart. Da geht es um Sicherung von Bewegungsrouten und Flüchtlingslagern. Das ist nach militärischen Grundsätzen einzurichten. – Wer das Gegenteil sagt, weiß nicht, wovon er spricht! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist ein Faktum. (Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es wird behauptet, es wäre dies eine humanitäre Mission. Herr Bundesminister, meine Damen und Herren: Eine humanitäre Mission ist das Ausrücken zum Zwecke des Katastrophenschutzes, wie wir es schon hatten, bei Erdbeben und dergleichen. (Abg. Scheibner: Nein, nicht nur!) Dies ist aber keine humanitäre Mission, sondern eine Verteidigungsmission von humanitär tätigen Kräften. Das ergibt sich aus der Ableitung des Auftrages. Es ist eine Sicherung. Sicherung ist eine militärische Aktionsart. Da geht es um Sicherung von Bewegungsrouten und Flüchtlingslagern. Das ist nach militärischen Grundsätzen einzurichten. – Wer das Gegenteil sagt, weiß nicht, wovon er spricht! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist ein Faktum. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es wird behauptet, es wäre dies eine humanitäre Mission. Herr Bundesminister, meine Damen und Herren: Eine humanitäre Mission ist das Ausrücken zum Zwecke des Katastrophenschutzes, wie wir es schon hatten, bei Erdbeben und dergleichen. (Abg. Scheibner: Nein, nicht nur!) Dies ist aber keine humanitäre Mission, sondern eine Verteidigungsmission von humanitär tätigen Kräften. Das ergibt sich aus der Ableitung des Auftrages. Es ist eine Sicherung. Sicherung ist eine militärische Aktionsart. Da geht es um Sicherung von Bewegungsrouten und Flüchtlingslagern. Das ist nach militärischen Grundsätzen einzurichten. – Wer das Gegenteil sagt, weiß nicht, wovon er spricht! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist ein Faktum. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Noch einmal!
Auch wenn man noch so viel gegen die Sache redet, wird sie deswegen nicht wahrer! Es gibt keinen Weg, an der Wahrheit vorbeizumogeln. Sprechen wir in diesen Dingen eine ehrliche Sprache! Wenn man hineinmogelt und sagt, dass die Soldaten nur für humanitäre Zwecke zur Verfügung stehen, so hat das die negative Konsequenz, dass die psychologische Projektion den dort befindlichen Soldaten von den am Ende notwendigen Verteidigungsmaßnahmen abhält. (Abg. Rädler: Noch einmal!) – Verstehst du das nicht? – Dann kann man nichts machen. Du kannst es ja nachher lesen. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Auch wenn man noch so viel gegen die Sache redet, wird sie deswegen nicht wahrer! Es gibt keinen Weg, an der Wahrheit vorbeizumogeln. Sprechen wir in diesen Dingen eine ehrliche Sprache! Wenn man hineinmogelt und sagt, dass die Soldaten nur für humanitäre Zwecke zur Verfügung stehen, so hat das die negative Konsequenz, dass die psychologische Projektion den dort befindlichen Soldaten von den am Ende notwendigen Verteidigungsmaßnahmen abhält. (Abg. Rädler: Noch einmal!) – Verstehst du das nicht? – Dann kann man nichts machen. Du kannst es ja nachher lesen. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Das ist zu diesen Dingen zu sagen. Österreich hat sich im Klaren darüber zu sein, dass diese Mission (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – ich komme schon zum Schlusssatz – eine militärische Option ist, die einen militärischen Auftrag in sich birgt – und nicht zum „Streicheln“ von Verfolgten da ist.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Wer das nicht versteht, soll es nachlesen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Dr. Graf: Ruhe! Es spricht der Kriegsminister!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Von der Regierungsbank aus hat sich Herr Bundesminister Mag. Darabos zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Graf: Ruhe! Es spricht der Kriegsminister!)
Ruf bei der FPÖ: Woher wissen Sie das?
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Es freut mich, Herr Abgeordneter Fichtenbauer, dass Sie – auch in Ihrer Funktion als Vorsitzender des Verteidigungsausschusses – meine Ehrenhaftigkeit außer Streit stellen. Ich stelle auch Ihre außer Streit, aber ich weiß – das möchte ich gleich am Beginn sagen, das hat man auch bei Ihrer Wortmeldung gespürt, wobei es eine subjektive Meinung ist, die ich hier jetzt kundtue –, dass Sie in diese Richtung möglicherweise durchaus auch andere Meinungen abgeben hätten können. Bei Ihnen weiß ich, dass Sie nicht zu 100 Prozent und aus vollem Herzen gegen diesen Einsatz sind, aber das sei nur nebenbei angesprochen. (Ruf bei der FPÖ: Woher wissen Sie das?) – Weil ich im Vorfeld des Tschad-Einsatzes alle informiert und mit allen gesprochen habe.
Abg. Dr. Graf: Kriegsminister sagen meistens nicht die Wahrheit! Sie sind der Kriegsminister – und sonst gar nichts!
Ich möchte über diese Gespräche nichts Näheres berichten, aber ich sage Ihnen, dass ich in allen Parteien auch Befürworter dieses Tschad-Einsatzes gefunden habe. (Abg. Dr. Graf: Kriegsminister sagen meistens nicht die Wahrheit! Sie sind der Kriegsminister – und sonst gar nichts!) – Wenn Sie mir eine Lüge unterstellen, dann muss ich das zur Kenntnis nehmen.
Abg. Dr. Graf: Das sagt Bush zum Irak-Krieg auch!
Herr Abgeordneter Fichtenbauer, Sie haben meine Anfragebeantwortung angesprochen. Dazu möchte ich hier noch einmal bekräftigen: Es hat das nichts mit unserer Kandidatur für den Sicherheitsrat zu tun; das habe ich Ihnen auch klar in meiner Anfragebeantwortung zum Ausdruck gebracht. Österreich hat sich schon seit 1960 aktiv an Friedensmissionen beteiligt und dadurch auch einen langjährigen Ruf als verlässlicher Partner bei Friedensmissionen erworben. Im Wissen über diesen verlässlichen Ruf haben wir uns entschieden, diese humanitäre Aktion, die auf ein UNO-Mandat gestützt ist und erstmals eine großangelegte EUFOR-Mission außerhalb Europas bewirkt, zu unterstützen. Es geht um rein humanitäre Gründe – und nicht um irgendwelche strategische Spielchen, die Sie uns hier unterstellen. (Abg. Dr. Graf: Das sagt Bush zum Irak-Krieg auch!)
Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich möchte Ihnen auch ganz kurz sagen, Herr Kollege Fichtenbauer: Am 17. Jänner 2002 (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, Sie hören richtig, am 17. Jänner 2002 hat der Hauptausschuss des Nationalrates – damals war Herr Kollege Scheibner Verteidigungsminister –, auch mit den Stimmen der FPÖ und der Grünen, einstimmig den Einsatz in Afghanistan beschlossen, mit einer viel geringeren Vorbereitungszeit als (Abg. Scheibner: Vorher!) – Sie können davon ausgehen, dass es am 17. Jänner 2002 war.
Abg. Scheibner: Vorher!
Ich möchte Ihnen auch ganz kurz sagen, Herr Kollege Fichtenbauer: Am 17. Jänner 2002 (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, Sie hören richtig, am 17. Jänner 2002 hat der Hauptausschuss des Nationalrates – damals war Herr Kollege Scheibner Verteidigungsminister –, auch mit den Stimmen der FPÖ und der Grünen, einstimmig den Einsatz in Afghanistan beschlossen, mit einer viel geringeren Vorbereitungszeit als (Abg. Scheibner: Vorher!) – Sie können davon ausgehen, dass es am 17. Jänner 2002 war.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich möchte hier im Hohen Haus die Gelegenheit noch einmal dazu nutzen, den Soldatinnen und Soldaten, die sich für diesen Tschad-Einsatz gemeldet haben – es waren weit mehr als die 160, die wir jetzt verabschiedet haben, es waren an die 700; dann mussten wir eine Sperre einrichten, weil sich noch viel mehr gemeldet hätten –, meinen persönlichen Dank, meinen Respekt und meine Anerkennung auszusprechen. Und das sollten eigentlich alle in diesem Hause tun. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Mag. Lunacek: Und was machen Sie in Darfur?
zweites Darfur im Osten des Tschad? – Ich glaube, nicht. Das kann nicht im Sinne der Grünen, des BZÖ und auch nicht im Sinne der FPÖ sein. Es ist einfach wichtig, dass wir da Flagge, europäische Flagge zeigen und auch Krisen vor Ort bekämpfen und nicht zulassen, dass diese Krisen – das ist auch durchaus im Eigennutz und entspricht ja, glaube ich, auch dem Weltbild von BZÖ und FPÖ – auf Europa überschwappen. Dazu stehe ich. Auch sicherheitspolitisch ist das ein wichtiger Einsatz für Österreich. Deshalb stehe ich ebenfalls zu diesem Einsatz im Tschad. (Abg. Mag. Lunacek: Und was machen Sie in Darfur?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Da Sie das gerade angesprochen haben, Frau Kollegin Lunacek: Das darf man nicht vermischen. Es geht dabei nicht um eine Einmischung in einen Konflikt, etwa in einen Grenzkonflikt, sondern es geht um den Schutz von Flüchtlingslagern. „Schutz von Flüchtlingslagern“ ist abstrakt formuliert. Konkret heißt das: Schutz von traumatisierten Frauen nach Vergewaltigungen; Schutz gegen Vergewaltigungen von Frauen, die in diesen Flüchtlingslagern leben und Schutz davor, dass Kinder als Kindersoldaten verschleppt werden. Ich glaube, das alleine rechtfertigt unseren Einsatz im Tschad. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Herr Pilz weiß genau, dass das kein Kriegseinsatz ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) Wir sind dort im Rahmen einer EUFOR-Mission tätig, werden uns streng überparteilich, neutral verhalten – und uns nicht in kriegerische Auseinandersetzungen verwickeln lassen.
Abg. Dr. Graf: Die Neutralität schaue ich mir an!
Deswegen sage ich Ihnen ganz offen: Ich bin enttäuscht von Ihnen! Das humanitäre Mandat, das wir dort einnehmen (Abg. Dr. Graf: Die Neutralität schaue ich mir an!), war immer auch Ihre Argumentation, die Argumentation der Grünen, die Sie noch im Sommer des Vorjahres eingenommen haben, als Sie, Frau Kollegin Lunacek, noch vehement dafür eingetreten sind, dass österreichische Soldaten nach Darfur gehen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen, Darfur heißt 300 000 Tote. Und 300 000 Tote bedeuten einen wirklich blutigen Bürgerkrieg. Dorthin hätte ich unsere Soldaten in dieser Situation nicht geschickt. Der Tschad-Einsatz jedoch bedeutet humanitäre Hilfe für Frauen und Kinder, Schutz der Flüchtlingslager und damit eine maßgeschneiderte Aktion, an der österreichische Soldaten im Rahmen unserer internationalen Friedenseinsätze teilnehmen sollen. Und darauf bin ich stolz. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber das Budget hätten Sie auch dafür verlangen müssen! Geld!
Wir folgen da auch einem Hilferuf der Hilfsorganisationen, nicht nur im Tschad, sondern vor allem der UNO. Auch die EUFOR-Truppe wird zeigen, dass sie die Leistungen, die von ihr eingefordert werden, erbringen kann. Dazu stehe ich persönlich als Verteidigungsminister, das habe ich oft genug gesagt, darauf können Sie auch zählen, und dazu steht die gesamte Bundesregierung, die zu 100 Prozent hinter diesem Einsatz steht. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber das Budget hätten Sie auch dafür verlangen müssen! Geld!)
Abg. Scheibner: Wieso, ich sage das eh immer!
Ich weiß auch nicht, was sich ein Bundesminister außer Dienst Scheibner bei dieser Angelegenheit denken wird; ich bin da ein bisschen ratlos. (Abg. Scheibner: Wieso, ich sage das eh immer!) Ein Bundesminister, der für das Auftreten, für die Ausbildung des Bundesheeres mit verantwortlich war, muss aus Parteiräson heute sagen, dass das Bundesheer für diese Einsätze nicht gerüstet sei. (Abg. Scheibner: Wer sagt das?)
Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Ich weiß auch nicht, was sich ein Bundesminister außer Dienst Scheibner bei dieser Angelegenheit denken wird; ich bin da ein bisschen ratlos. (Abg. Scheibner: Wieso, ich sage das eh immer!) Ein Bundesminister, der für das Auftreten, für die Ausbildung des Bundesheeres mit verantwortlich war, muss aus Parteiräson heute sagen, dass das Bundesheer für diese Einsätze nicht gerüstet sei. (Abg. Scheibner: Wer sagt das?)
Ruf bei der ÖVP: Golan!
Meine Damen und Herren, ich habe hier ein Fernschreiberprotokoll aus dem Jahre 1960. Sie wissen, 1960 der erste Auslandseinsatz im Kongo (Ruf bei der ÖVP: Golan!), der ja damals auf eine Art und Weise begonnen hat, die heute undenkbar ist. Beim Eintreffen wurden dort unsere Soldaten entwaffnet, ihrer Habseligkeiten entledigt und unter Quarantäne gestellt. – Stellen Sie sich einmal vor, welches Medienecho es mit sich bringen würde, wenn das heute passieren würde!
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir stehen zu Ihnen, wir werden Sie bei dieser Mission unterstützen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Soldatinnen waren da keine dabei!
Meine Damen und Herren, im Jahre 1960 – weil gesagt wird, Österreich sei nicht gerüstet, die Soldaten hätten nicht das Rüstzeug, auch nicht die Ausrüstung – wurden die Soldatinnen und Soldaten am Südbahnhof verabschiedet (Abg. Dr. Graf: Soldatinnen waren da keine dabei!), Rom-Express, nach Pisa gebracht und von dort mit Flugzeugen nach Léopoldville in den Kongo. Wenn man das, Herr Kollege Graf, so Revue passieren lässt, kann man sich gar nicht vorstellen, dass Österreich dort eine solch große Mission erfüllen konnte. Und heute mit den technischen Mitteln, die wir haben, habe ich keine Sorge, dass dieser Auftrag nicht zur Zufriedenheit erledigt werden wird. Aber vor allem ist für uns die oberste Prämisse, dass diesen Menschen wirklich geholfen wird.
Abg. Scheibner: Was ist mit dem Budget?
Wir werden jetzt sehen, wie sich die Dinge, die Lage im Tschad entwickeln wird. Wir werden auch dafür sorgen, dass entsprechende Informationen ans Parlament herangebracht werden. Ich gehe davon aus, meine Damen und Herren, dass, wenn die ersten Aktivitäten gesetzt wurden, wenn die ersten positiven Meldungen kommen, auch das Parlament zu einer gemeinsamen Linie für spätere Missionen zurückfinden wird. Und gerade in Sicherheitsfragen sollten wir, wenn es geht, an einem Strang ziehen. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem Budget?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn ein Parlament, wenn eine Regierung gemeinsam gegen jene vorgeht, die Gefahr für Menschen bringen, dann kann sie auch Erfolg haben. Wenn wir uns aber gegenseitig kaputt machen, dann wird dies zu einem Fehlschlag führen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Das heutige „Neue Volksblatt“ hat es auf den Punkt gebracht: Diese Menschen brauchen unsere Hilfe, die Hilfe Europas, dass wir uns im Rahmen unserer europäischen Möglichkeiten auch um den Kontinent Afrika kümmern. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) – Passen Sie auf, damit Sie auch einmal verstehen, junger Mann, was es heißt, eine gemeinsame europäische Verantwortung für diese Welt, für die Ärmsten zu übernehmen! (Abg. Dr. Haimbuchner: Wo fahren wir das nächste Mal hin? – Herr Kollege, das müssen Sie einmal sagen!) Wenn Sie anderer Meinung sind, können Sie kommen und das dem Hohen Haus erklären. Ich meine, dass wir aufgerufen sind.
Abg. Dr. Haimbuchner: Wo fahren wir das nächste Mal hin? – Herr Kollege, das müssen Sie einmal sagen!
Das heutige „Neue Volksblatt“ hat es auf den Punkt gebracht: Diese Menschen brauchen unsere Hilfe, die Hilfe Europas, dass wir uns im Rahmen unserer europäischen Möglichkeiten auch um den Kontinent Afrika kümmern. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) – Passen Sie auf, damit Sie auch einmal verstehen, junger Mann, was es heißt, eine gemeinsame europäische Verantwortung für diese Welt, für die Ärmsten zu übernehmen! (Abg. Dr. Haimbuchner: Wo fahren wir das nächste Mal hin? – Herr Kollege, das müssen Sie einmal sagen!) Wenn Sie anderer Meinung sind, können Sie kommen und das dem Hohen Haus erklären. Ich meine, dass wir aufgerufen sind.
Abg. Mag. Lunacek: Magistra!
Wenn heute Vorwürfe kommen und Herr Dr. Pilz sagt – um gleich diesen Vorwurf herzunehmen –, das österreichische Kontingent hätte eine schlampige oder eine fahrlässige Vorbereitung: Frau Dr. Lunacek, Sie werden ihn korrigieren! (Abg. Mag. Lunacek: Magistra!) Oder Mag. Lunacek, für mich sind Sie eine Frau Doktor, denn wenn ich Ihnen zuhöre, habe ich immer den Eindruck, dass Sie das Doktorat haben, weil es so klingt.
Abg. Mag. Lunacek: Das hat andere Gründe! Mein Lachen hat nichts damit zu tun!
Es geht, meine Damen und Herren, auf der einen Seite um die Bevölkerung, um die Flüchtlinge, die 500 000 sind zu schützen ... – Frau Lunacek, es wundert mich, dass Sie da lachen können. Aber lachen Sie nur. (Abg. Mag. Lunacek: Das hat andere Gründe! Mein Lachen hat nichts damit zu tun!) Es wundert mich, denn auf der anderen
Abg. Mag. Lunacek: Hat nichts mit Ihnen zu tun!
Seite meinen Sie, andere Dinge hier heraußen dramatisch vortragen zu müssen. Und wenn jemand von einer Regierungspartei das ebenso erwähnt, beginnen Sie zu lachen. (Abg. Mag. Lunacek: Hat nichts mit Ihnen zu tun!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abschließend: Meine Damen und Herren, es ist unsere Aufgabe, auch im Hinblick auf unsere Sicherheit diesen Einsatz zu befürworten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Zu meinem Vorredner: Mein Lachen hatte nichts mit Ihnen zu tun, um das klarzustellen, und auch nichts mit diesem Thema. Das hat sich auf etwas anderes bezogen. (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Dr. Graf: Das haben wir ja nie gesagt!
Ich hatte schon gestern Abend Gelegenheit, mit dem Minister zu diesem Thema zu diskutieren. Jetzt noch einmal. Um eines gleich einmal klarzustellen: Die Haltung der Freiheitlichen Partei, die sagt, sie wollen überhaupt keine Einsätze dieser Art in Teilen der Welt außerhalb Europas, ist nicht unsere! (Abg. Dr. Graf: Das haben wir ja nie gesagt!)
Abg. Dr. Graf: Da haben Sie die gleiche Meinung wie wir! Warum sagen Sie da ...?
Wir sind grundsätzlich für humanitäre Einsätze immer zu haben, wenn sie gut vorbereitet sind, wenn sie nicht fahrlässig geplant sind, wenn ein politischer Rahmen existiert, der unsere Zustimmung guten Gewissens ermöglicht. (Abg. Dr. Graf: Da haben Sie die gleiche Meinung wie wir! Warum sagen Sie da ...?) Das ist bei diesem Einsatz nicht der Fall, und deswegen haben wir uns dagegen ausgesprochen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir sind grundsätzlich für humanitäre Einsätze immer zu haben, wenn sie gut vorbereitet sind, wenn sie nicht fahrlässig geplant sind, wenn ein politischer Rahmen existiert, der unsere Zustimmung guten Gewissens ermöglicht. (Abg. Dr. Graf: Da haben Sie die gleiche Meinung wie wir! Warum sagen Sie da ...?) Das ist bei diesem Einsatz nicht der Fall, und deswegen haben wir uns dagegen ausgesprochen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Das ist es ja!
Herr Minister Darabos, kurz zu Ihrer Anfragebeantwortung, über die ich mich schon auch etwas gewundert habe. Sie haben zu 11 Fragen 12 oder vielleicht 13 Zeilen geschrieben, alles in einem, sind auf die Details dieser Anfrage überhaupt nicht eingegangen (Abg. Dr. Graf: Das ist es ja!), was ich auch für sehr problematisch im parlamentarischen Sinn, im Sinn unseres Rechtes sehe, denn wir sollten tatsächlich Antworten auf unsere Fragen bekommen und nicht abgewimmelt werden in der Art von: Ätsch, das erzähle ich euch nicht! – Herr Minister, das ist keine Art gegenüber dem Nationalrat! (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Herr Minister Darabos, kurz zu Ihrer Anfragebeantwortung, über die ich mich schon auch etwas gewundert habe. Sie haben zu 11 Fragen 12 oder vielleicht 13 Zeilen geschrieben, alles in einem, sind auf die Details dieser Anfrage überhaupt nicht eingegangen (Abg. Dr. Graf: Das ist es ja!), was ich auch für sehr problematisch im parlamentarischen Sinn, im Sinn unseres Rechtes sehe, denn wir sollten tatsächlich Antworten auf unsere Fragen bekommen und nicht abgewimmelt werden in der Art von: Ätsch, das erzähle ich euch nicht! – Herr Minister, das ist keine Art gegenüber dem Nationalrat! (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Das ist ein Unterschied zu dem, was Sie erwähnt haben, etwa Afghanistan. Damals war klar, die Bevölkerung – die Taliban nicht, aber alle anderen – möchte diesen Einsatz, deswegen haben wir damals auch zugestimmt. Da gibt es also einen großen Unterschied. (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Scheibner: Wie würden Sie das machen? Ein Vorschlag!
Was Darfur betrifft: Dort liegt die Ursache des gesamten Übels. Wo gibt es von Seiten dieser Bundesregierung, auch von Ihnen, Herr Minister Darabos, und der Außenministerin, des Bundeskanzlers, der Europäischen Union eine politische Initiative, um klarzustellen, dass der Konflikt in Darfur beseitigt gehört, dass das Regime in Khartum so geächtet gehört, dass sie nicht mehr die Janjaweed-Milizen dorthin schicken können, dass die Waffenlieferungen an diese eingestellt werden? Wo sind diesbezüglich die politischen Initiativen? Die gehören her, damit dieser Konflikt an der Wurzel eingedämmt wird und nicht – gut gemeint, aber leider schlecht gemacht – vorgetäuscht wird, der Zivilbevölkerung zu helfen, der Bevölkerung, die in den Lagern ist. (Abg. Scheibner: Wie würden Sie das machen? Ein Vorschlag!) Darum geht es uns. Wir wollen, dass diese Ursache an der Wurzel angepackt wird. (Abg. Scheibner: Aber diese politischen Maßnahmen, was soll das sein? Was könnte das sein?)
Abg. Scheibner: Aber diese politischen Maßnahmen, was soll das sein? Was könnte das sein?
Was Darfur betrifft: Dort liegt die Ursache des gesamten Übels. Wo gibt es von Seiten dieser Bundesregierung, auch von Ihnen, Herr Minister Darabos, und der Außenministerin, des Bundeskanzlers, der Europäischen Union eine politische Initiative, um klarzustellen, dass der Konflikt in Darfur beseitigt gehört, dass das Regime in Khartum so geächtet gehört, dass sie nicht mehr die Janjaweed-Milizen dorthin schicken können, dass die Waffenlieferungen an diese eingestellt werden? Wo sind diesbezüglich die politischen Initiativen? Die gehören her, damit dieser Konflikt an der Wurzel eingedämmt wird und nicht – gut gemeint, aber leider schlecht gemacht – vorgetäuscht wird, der Zivilbevölkerung zu helfen, der Bevölkerung, die in den Lagern ist. (Abg. Scheibner: Wie würden Sie das machen? Ein Vorschlag!) Darum geht es uns. Wir wollen, dass diese Ursache an der Wurzel angepackt wird. (Abg. Scheibner: Aber diese politischen Maßnahmen, was soll das sein? Was könnte das sein?)
Abg. Dr. Schüssel: Schon mit ein paar Leuten drinnen! Ohne Menschen geht das nicht!
Noch etwas anderes: die Ausrüstung des Bundesheeres. Eigentlich würden dort Hubschrauber gebraucht, wüstentaugliche Hubschrauber (Abg. Dr. Schüssel: Schon mit ein paar Leuten drinnen! Ohne Menschen geht das nicht!), um aus der Luft zu sehen, wo Rebellengruppen Richtung Flüchtlingslager unterwegs sind, und um diese rechtzeitig abzuhalten.
Abg. Dr. Schüssel: Hubschrauber auch!
Die EU hat Monate gebraucht, um doch noch einige dieser Hubschrauber aufzustellen. Und was hat Österreich in den letzten Jahren gemacht, auch Minister Darabos und diese Bundesregierung? – Eurofighter beschafft! (Abg. Dr. Schüssel: Hubschrauber auch!) Die nützen weder in Österreich und schon gar nicht im Tschad!
Abg. Dr. Haimbuchner: Weil in Österreich lauter Wüste ist!
Es wäre notwendig gewesen, nach der Bundesheer-Reformkommission 2004 wüstentaugliches Gerät zu beschaffen – damals schon! – und nicht Eurofighter. Herr Minister, Sie wissen das ganz genau. (Abg. Dr. Haimbuchner: Weil in Österreich lauter Wüste ist!) Diese gibt es nicht. Die österreichischen Soldaten und Soldatinnen fahren dort hin, ohne diese Hubschrauber zur Verfügung zu haben, ohne dieses Gerät zur Verfügung zu haben. Das halte auch ich für fahrlässig im Sinne eines sinnvollen Einsatzes, der tatsächlich dazu da ist, die Bevölkerung zu schützen.
Beifall bei den Grünen.
Ein Letztes noch – Herr Minister, darauf hätte ich noch gerne eine Antwort von Ihnen –: Unsere Recherchen haben ergeben, dass offensichtlich geplant ist, Teile dieses Einsatzes, weil es eine humanitäre Mission ist, als Geld für Entwicklungszusammenarbeit anzurechnen. Das mag rechtlich möglich sein, aber deswegen ist es noch lange nicht richtig. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, es gibt auch nichts dagegen einzuwenden, wenn die Europäische Union Wirtschaftsinteressen in Afrika vertritt, nur sollten Sie das öffentlich zugeben. Sie sollten sich nicht um diese Motive herumschwindeln, die Sie dazu bewogen haben, für diesen Einsatz einzutreten, sondern Sie sollten offen, ehrlich und klar sagen, warum Sie diesen Einsatz befürworten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen werden hinter den Soldaten stehen, die sich an diesem Einsatz beteiligen. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Wir wissen, dass sie dort ihr Bestes geben werden. Herr Bundesminister, das hätte Sie aber nicht davor bewahren sollen, als politisch Verantwortlicher die Lage – vor allem die militärische und die gesamtpolitische Lage – verantwortungsvoller zu beurteilen und diesen Einsatz nicht durchzuführen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist einer der wesentlichen Kritikpunkte, die das BZÖ zu diesem Einsatz im Tschad einbringt, dass nämlich im speziellen Fall Tschad das Bundesministerium für Landesverteidigung die Kosten aus seinem eigenen Budget zu bestreiten versucht und – das sind Informationen aus dem Außenministerium – trotz Nachfrage aus dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten darauf verzichtet hat, die Kosten zum Großteil auch vom Außenministerium tragen zu lassen. Das ist bei der derzeitigen Budgetsituation gerade im Landesverteidigungsbereich einfach nicht tragbar und von uns nicht zu unterstützen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zur Kollegin Lunacek, die zu Beginn der Diskussion gesagt hat, wir hätten statt der Eurofighter wüstentaugliches Material anschaffen sollen, muss ich schon sagen: Sie haben Glück gehabt, dass Ihr Kollege Pilz nicht anwesen war, denn ich glaube, selbst Dr. Pilz hätte in diesem Fall, wenn er die Wahl gehabt hätte, mit Handkuss die Eurofighter genommen. Was macht Österreich im Jahr 2002 mit Wüstengeräten? Also das war wirklich eine Aussage, die Sie nicht gerade als Expertin in diesem Bereich entlarvt hat. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Nun noch einen wesentlichen Kritikpunkt des BZÖ in diesem Bereich – und da haben wir die Kritik nicht alleine auf Sie zentriert, Herr Bundesminister, sondern sehr wesentlich auf die EU: Die Europäische Union hat in der Organisation dieses Einsatzes wirklich geschlampt. Sie konnte über Monate hinweg kein Material beschaffen, um die Versorgung vor Ort zu gewährleisten. Nun hat man es in einer „Horuck-Aktion“ geschafft, zumindest die Truppen hinunterzubringen. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.
Auch der irische General, der das Kommando haben wird, hat jetzt in mehreren Statements geäußert, dass es nun zwar möglich sei, die Truppen in den Tschad zu bringen und die Versorgung erstmalig zu gewährleisten, aber vor Ort sei es noch nicht möglich, die weitere Versorgung unserer Truppen zu gewährleisten. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Zur Anfragebeantwortung selbst: Wir werden, wie gesagt, einer Nichtkenntnisnahme nicht zustimmen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dolinschek: Die Pensionserhöhung ...!
Das wird erneut ausgeweitet, und zwar auf zwei Arten: Erstens wird die Negativsteuerwirkung von 10 Prozent auf 15 Prozent erhöht, und der Deckel wird von 200 € auf 240 € angehoben. Das ist die Politik, die dem BZÖ natürlich fremd ist, weil es die Menschen, die ein geringes Einkommen haben, in der Vergangenheit vollkommen vernachlässigt hat. – Das BZÖ bekommt das nicht mit. Kein Wunder, wenn der Klubobmann nicht da ist, kriegt er es auch nicht mit, aber vielleicht kann der verbliebene Rest des BZÖ ihm das dementsprechend mitteilen. (Abg. Dolinschek: Die Pensionserhöhung ...!)
Abg. Dolinschek: Aber nicht so wie bei der Pensionsreform!
Es fällt aber auch auf: Diese Maßnahme ist befristet bis 2009, weil wir mit 1. Jänner 2010 eine Steuerreform haben wollen und uns genau bei diesem Teil auch anschauen wollen, wie man das noch effizienter, sozial besser und treffsicherer gestalten kann – im positiven Sinn, nicht in einem Sinn, den wir vielleicht aus der vergangenen Diskussionen kennen. (Abg. Dolinschek: Aber nicht so wie bei der Pensionsreform!) – Ja, ich weiß, wenn Sie treffsicher hören, dann denken Sie immer an etwas Negatives. Wenn ich soziale Treffsicherheit sage, dann meine ich das positiv und nicht so, wie Sie
Abg. Dolinschek: Da haben Sie ja komplett danebengehaut!
das zu Ihrer Zeit gemacht haben. (Abg. Dolinschek: Da haben Sie ja komplett danebengehaut!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen dann gegen die Abwanderungstendenz über Border Tax Adjustments die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen, sodass jene, die außerhalb der Europäischen Union für den europäischen Markt produzieren, entsprechende Zölle zahlen müssen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Die war gut!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Einen Satz zur abenteuerlichen Rede des Herrn Kollegen Krainer, der offensichtlich über hellseherische Fähigkeiten verfügt. (Ruf bei der SPÖ: Die war gut!) – Das habe ich nicht erwartet, dass Sie die Rede von Herrn Krainer schlecht finden, um Gottes willen!
Beifall beim BZÖ.
Wir stehen zur Pendlerpauschale und zu dieser Regelung, weil wir im Gegensatz zur SPÖ eine andere Grundsatzhaltung einnehmen. Wenn die Menschen etwas bekommen, wenn ihr Leid gelindert wird – und vor allem das Leid der Pendler, weil sie unter hohen Belastungen stehen –, dann werden wir die Letzten sein, die dem etwas in den Weg stellen, und natürlich dafür sein, meine Damen und Herren! Das ist ja ganz klar, auch wenn es nur wenig ist, was sie erhalten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich bedanke mich beim Koalitionspartner für das rasche und gute Verständnis in der Sache. Es geht um nicht wenig Geld. Es geht darum, für die Einspeisung von rund 500 Millionen Kilowattstunden mit etwa 4 Cent pro Kilowattstunde unter die Arme zu greifen; das sind 20 Millionen €. Das deckt nicht die gesamten Rohstoffpreissteigerungen ab, sondern nur rund 75 Prozent. Der E-Control-Experte Schönbauer geht davon aus, dass die eigentliche Preissteigerung etwa 5,5 Cent betragen würde. Am Rande ermöglichen wir damit auch einer kleinen, aber doch wichtigen Zahl von Photovoltaikstromerzeugern, jetzt auch zu höheren Tarifen einspeisen zu können. Das war wegen der aufgrund der bestehenden Gesetzeslage bereits vollen Limits nicht mehr möglich. Es gibt nun also auch Hilfe in diesem Fall, wo Anlagen ja schon errichtet sind und Ökostrom produziert wird. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich glaube, der Schlüssel für Ökologisierung kann nur im Bereich der Technologie und der Innovation liegen, und daher ist es sehr klug, dass wir hier etwa im Bereich der NoVA ein Bonus-Malus-System beschließen, das ja letztlich auch ein Anreiz für die Auto produzierende Industrie sein wird, schadstoffärmere Autos zu produzieren, denn die wollen ja ihre Autos verkaufen und absetzen, und daher ist es ein Anreiz für mehr Innovation in der Autoindustrie. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Rädler: Ein guter Antrag!
Ich bitte um Ihre Zustimmung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Rädler: Ein guter Antrag!)
Ruf bei der ÖVP: Das tut weh!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Frau Staatssekretär! – Entschuldigung, umgekehrt natürlich! – Meine Damen und Herren! Kollege Stummvoll, ich stoße total in Ihr Ohr (Ruf bei der ÖVP: Das tut weh!), weil ich der Meinung bin, dass die Industrie ihren Teil zu einem überwiegenden Prozentsatz geleistet hat, auch in Richtung Kyoto-Ziel. Warum stärken Sie mich nicht in dem Grundanliegen, dass wir endlich im Verkehrsbereich hier gleichziehen, den Tank-Tourismus reduzieren oder überhaupt beseitigen und mit Budgetmitteln sozusagen Verlagerungssysteme im Verkehr etablieren, sodass wir die Industrie dadurch entlasten?
Beifall bei den Grünen.
Herr Kollege von der FPÖ, ich kann Ihnen fünf Autos aufzählen, als Familienautos bereits im Gebrauch, überall zu kaufen, die unter 160 Gramm CO2 pro Kilometer liegen. Sie haben diese Schwelle zugunsten der Autolobby, der Kfz-Händler so hoch gelegt! Wir müssen drunter gehen! Unsere Forderung ist 140, 120 Gramm, und dann sukzessive ansteigend. Ihre Schwelle ist ein Hohn in Sachen Klimaschutz! (Beifall bei den Grünen.) Das ist überhaupt kein wesentlicher Schritt, das ist Husch-Pfusch und irgendwas als symbolischer Akt, aber nichts mit Zähnen, nichts mit Biss.
Beifall bei den Grünen.
Problem. Sie sollen es nur sinnvoll einsetzen. Nur: Die Benzinsäufer, die Stinker, die Lärmer gehören massiv belastet, und dafür ist die NoVA da, die Sie nicht nützen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, das ist ein Pendlerpaket, dem Sie heute zustimmen sollten, vor allem für die Menschen, die in Niederösterreich am 9. März zur Urne gehen. Wir werden sehr wohl beobachten, wie Sie sich gegenüber diesem Pendlerpaket heute verhalten, weil wir haben wollen, dass in diesem Haus Klimaschutzpolitik wirklich sichtbar wird und nicht mit der Tarnkappe ums Eck schleicht. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber wir helfen diesen Betrieben und haben gleichzeitig auch für die von Treibstoffpreiserhöhungen Betroffenen mit den geringsten Einkommen durch die Erhöhung der Werbungskosten beziehungsweise die Erhöhung auf 240 € jenen Schritt gesetzt, der eine Ausgewogenheit bringt für jene Betriebe, die dringend Unterstützung brauchen. Wir werden dann aufgrund dieser Unterlagen im Rahmen der großen Ökostromgesetznovelle wichtige Schlüsse ziehen. Ich bin also sehr dankbar dafür, dass man das in dieser kurzen Zeit für alle Beteiligten regeln konnte, dass man auch für die Pendler jenen Betrag zur Verfügung stellt, der zu einem gewissen Ausgleich für immer mehr unter Druck geratene Pendlerinnen und Pendler führt. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bitte, diesen Antrag in die Verhandlungen aufzunehmen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist aktiver Umweltschutz. Dazu bekennt sich diese Bundesregierung. Ich halte diese heute vorgelegten Gesetzesnovellen für einen wesentlichen weiteren Schritt auf diesem Weg, der ein richtiger ist. Wir tun etwas für den Klimaschutz und wir werden unsere Ziele auch erfüllen. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Allerdings!
Immerhin, Kollege Pirklhuber, eine Steigerung des Anteils von einem Prozent auf 8 Prozent ist so schlecht nicht. Wir werden die 15 Prozent – ich habe es heute schon einmal gesagt – sicher im Jahr 2010 erreichen, auch mit der Novelle des Ökostromgesetzes. Aber wir haben sehen müssen, dass sich auch ein paar Probleme bei der Forcierung alternativer Energieträger gezeigt haben (Abg. Dr. Pirklhuber: Allerdings!), unter anderem die Rohstoffpreisentwicklung, die in den Einspeistarifen, die wir gewähren, nicht mehr abzubilden ist. Bei der üblichen Stromproduktion geben schlicht und einfach die Preise nach oben nach, wenn die Preise für Öl, Gas oder was auch immer auf dem Rohstoffmarkt steigen. Diese Möglichkeit am Markt haben die geförderten Energieträger und die Stromerzeugung aus diesen nicht.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte also in diesem Sinne um Ihre Zustimmung zu diesem Antrag, denn ich denke, dass er ein sehr vernünftiger ist. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.
schwere Drohung, was uns jetzt beim Ökostromgesetz vorliegt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.) Letztendlich: Was haben wir gehabt? Was ist passiert vor zehn Monaten?
Beifall bei den Grünen.
Vor knapp zehn Monaten hatten wir einen Klimagipfel, bei dem unisono alle Spitzen der Regierungsparteien betont haben, wir brauchen ein neues Ökostromgesetz. Was ist knapp zehn Monate nachher passiert? – Husch-pfusch ist letzte Woche am Mittwoch ein Entwurf in den Ministerrat gekommen, der in dieser Form beschlossen wurde, am Donnerstag in den Ausschuss gegangen ist und eine Woche später hier im Plenum ist! Da stellt sich schon die Frage: Alle parlamentarischen Regeln in dieser Form sozusagen aufzuheben für eine wichtige Geschichte – für eine entsprechende Begutachtung war nämlich keine Zeit –, dagegen sind wir strikt, das muss man auch so in dieser Klarheit sagen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Was glauben Sie, woher der Antrag kommt?
Die betroffenen Unternehmen, Herr Kopf – und Sie betonen immer diese Firmen –, hatten keine Gelegenheit zu sagen, wie sie das sehen (Abg. Kopf: Was glauben Sie, woher der Antrag kommt?), auch nicht die anderen betroffenen Unternehmen im Bereich Wind, Photovoltaik, Kleinwasserkraft. Jetzt gibt es das in dieser Form. Und was schon bizarr ist, ist, Sie haben 2006 eine Novelle beschlossen, die de facto eine Blockade im Ökostrombereich bedeutet hat. Sie haben einer Branche den Todesstoß gegeben, kommen jetzt mit einem Pflaster und finden das großartig. Hier jetzt den Retter zu spielen, hat etwas Bizarres.
Abg. Dr. Bauer: Den Namen verdient!
Meine Damen und Herren, es ist jetzt letztendlich ein Flickwerk, aber es wird einem Teil der Branche geholfen. Daher werden wir diesem Teil des Gesetzes heute zustimmen mit der Erwartung und der Hoffnung, dass es ein Ökostromgesetz gibt, das tatsächlich (Abg. Dr. Bauer: Den Namen verdient!) dem entspricht, was eigentlich in Österreich nötig ist, nämlich eine Förderdauer von 20 Jahren, faire Tarife, eine Abnahmegarantie und mindestens ein Fördervolumen von 50 Millionen €. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, es ist jetzt letztendlich ein Flickwerk, aber es wird einem Teil der Branche geholfen. Daher werden wir diesem Teil des Gesetzes heute zustimmen mit der Erwartung und der Hoffnung, dass es ein Ökostromgesetz gibt, das tatsächlich (Abg. Dr. Bauer: Den Namen verdient!) dem entspricht, was eigentlich in Österreich nötig ist, nämlich eine Förderdauer von 20 Jahren, faire Tarife, eine Abnahmegarantie und mindestens ein Fördervolumen von 50 Millionen €. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das war jetzt grammatikalisch nicht ganz korrekt, aber trotzdem bitte ich, dem Antrag zuzustimmen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Leider Gottes nehmen Sie auch jetzt bei den Versuchen, Novellen durchzuführen, die ernst gemeinten Kritiken aus den wirklich fundierten Bereichen der Betriebe im Sektor erneuerbare Energie nicht ernst. Wenn Sie den Mut hätten, diese Kritik und die Vorschläge aus den Bereichen dieser Betriebe im Sektor erneuerbare Energie ernst zu nehmen, dann würden Sie das ganze Ökostromgesetz in den Müll werfen und ein völlig neues Gesetz heranziehen. Sie würden das EEG aus Deutschland kopieren und hätten damit die Lösung geschafft. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Staatssekretärin! Ich darf Ihnen dieses Konvolut übergeben. Ich hoffe, dass es dazu führen wird, dass die Überlegungen auch in diese Richtung gehen werden. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Die ÖVP hat immer den gleichen Standort, aber immer einen anderen Standpunkt!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Frau Präsidentin! Frau und Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die Problematik, die richtige Balance zwischen Ökologisierung und Ökonomie herzustellen, hat Kollege Stummvoll am Beispiel Voest und der Industrie im Besonderen und vor allem unser Bundesland betreffend sehr richtig dargestellt. Natürlich bestimmt immer der Standort den Standpunkt: Dem einen ist es zu viel, dem anderen ist es zu wenig; der eine vermeint, dieses Glas ist schon halb leer, und der andere freut sich, weil es halb voll ist. (Abg. Dr. Graf: Die ÖVP hat immer den gleichen Standort, aber immer einen anderen Standpunkt!)
Abg. Dr. Lichtenecker: Geh, Herr Auer!
Ich meine, dass dieses Gesetz ein richtiger Schritt ist. Es soll nicht der letzte sein, das ist unbestritten. Wichtig ist, meine Damen und Herren, dass das, was gepredigt wird, auch tatsächlich so umgesetzt wird. Und da gibt es einige Fraktionen, die gerade in Fragen des Umweltschutzes und der Ökologie besser dran wären, wenn sie schweigen. Ich erinnere an die Problematik Wasserkraftwerk Lambach. (Abg. Dr. Lichtenecker: Geh, Herr Auer!) Da gab es ja gerade aus dieser Seite ganz besonders freundliche Besetzungen (Abg. Dr. Lichtenecker: Es hat gute Gründe gegeben und gibt es noch immer!), die dann, meine Damen und Herren ... (Abg. Dr. Moser: ... zu einer guten Lösung geführt haben!) – zu einer guten Lösung geführt haben! Na, ich gratuliere! Da ist wenigstens einmal die richtige Entscheidung der ÖVP Oberösterreich bestätigt worden! Danke, Frau Kollegin Moser, denn vorher hat das immer anders geklungen.
Abg. Dr. Lichtenecker: Es hat gute Gründe gegeben und gibt es noch immer!
Ich meine, dass dieses Gesetz ein richtiger Schritt ist. Es soll nicht der letzte sein, das ist unbestritten. Wichtig ist, meine Damen und Herren, dass das, was gepredigt wird, auch tatsächlich so umgesetzt wird. Und da gibt es einige Fraktionen, die gerade in Fragen des Umweltschutzes und der Ökologie besser dran wären, wenn sie schweigen. Ich erinnere an die Problematik Wasserkraftwerk Lambach. (Abg. Dr. Lichtenecker: Geh, Herr Auer!) Da gab es ja gerade aus dieser Seite ganz besonders freundliche Besetzungen (Abg. Dr. Lichtenecker: Es hat gute Gründe gegeben und gibt es noch immer!), die dann, meine Damen und Herren ... (Abg. Dr. Moser: ... zu einer guten Lösung geführt haben!) – zu einer guten Lösung geführt haben! Na, ich gratuliere! Da ist wenigstens einmal die richtige Entscheidung der ÖVP Oberösterreich bestätigt worden! Danke, Frau Kollegin Moser, denn vorher hat das immer anders geklungen.
Abg. Dr. Moser: ... zu einer guten Lösung geführt haben!
Ich meine, dass dieses Gesetz ein richtiger Schritt ist. Es soll nicht der letzte sein, das ist unbestritten. Wichtig ist, meine Damen und Herren, dass das, was gepredigt wird, auch tatsächlich so umgesetzt wird. Und da gibt es einige Fraktionen, die gerade in Fragen des Umweltschutzes und der Ökologie besser dran wären, wenn sie schweigen. Ich erinnere an die Problematik Wasserkraftwerk Lambach. (Abg. Dr. Lichtenecker: Geh, Herr Auer!) Da gab es ja gerade aus dieser Seite ganz besonders freundliche Besetzungen (Abg. Dr. Lichtenecker: Es hat gute Gründe gegeben und gibt es noch immer!), die dann, meine Damen und Herren ... (Abg. Dr. Moser: ... zu einer guten Lösung geführt haben!) – zu einer guten Lösung geführt haben! Na, ich gratuliere! Da ist wenigstens einmal die richtige Entscheidung der ÖVP Oberösterreich bestätigt worden! Danke, Frau Kollegin Moser, denn vorher hat das immer anders geklungen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Die sind eben nicht sanierbar!
Wie auch immer, die Leute freuen sich, die Energie ist dementsprechend nachhaltig produziert. Wir freuen uns heute über dieses Gesetz, dass es als richtiger kleiner Schritt geschehen kann, dass gerade auch verschiedenste Anlagen damit sanierbar sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die sind eben nicht sanierbar!)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Zusammenhang soll aber schon auch auf die Problematik und auf die Dramatik in diesen Bereichen hingewiesen werden. Gerade auch in meinem Bezirk gab es ein bitteres Unglück am gestrigen Tag, wo eine Frau mit ihrem Sohn tödlich verunglückt ist. Und auch das sollte man in diesen Stunden bedenken: wie schwierig manchmal Waldaufräumungsarbeiten nach derartigen Stürmen sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Dann sprich es richtig aus: Kaltenegger!
Dann stellt sich die Frage: Ist diese Einmallösung für 2008 eine langfristige Lösung? Da möchte ich ausnahmsweise den Bauernbunddirektor Fritz Kaltenbrunner, der hier zitiert wird, nennen. (Abg. Grillitsch: Dann sprich es richtig aus: Kaltenegger!) – Er ist falsch zitiert! Richtig. Da in der „Zeit“ steht „Kaltenbrunner“; er heißt Fritz Kaltenegger! Danke! – Für Fritz Kaltenegger „geht auch die nun beschlossene Finanzspritze nicht weit genug: Die Produzenten würden schon in einem Jahr wieder vor denselben Problemen stehen und erneut um Unterstützung betteln müssen.“ – Das spricht der Bauernbund-Direktor Fritz Kaltenegger.
Beifall bei den Grünen.
Aus diesen Gründen werden wir in zweiter Lesung diesem Teil nicht zustimmen. Das andere hat Kollegin Lichtenecker ja schon klargelegt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Grundlage haben, wenn wir wieder hier debattieren müssen, ob wir die Ökostrombetriebe retten oder ob wir sie untergehen lassen? Es kann doch nicht so sein, Herr Kollege, dass wieder jemand kommt und sagt: Hallo, ich bin leider wieder konkursreif, ich brauche eine Förderung! – Das kann nicht das Ziel unserer Förderungspolitik sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dass die Kritik nicht angebracht ist, weil es sich viele nicht aussuchen können und viele öffentliche Verkehrsmittel ganz einfach mit vielen Berufen, vielen Arbeitsplätzen nicht vereinbar sind. So danke ich dem Herrn Vizekanzler und Finanzminister und auch dem Herrn Staatssekretär, dass wir diese Maßnahme heute beschließen dürfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend nur noch einen Satz zur Erhöhung der PendlerInnenpauschale: Ich glaube auch, dass diese Maßnahme, diese Negativabgeltung vor allem – und wir haben das heute auch schon oft gehört – BezieherInnen von kleinen Einkommen, Kleinsteinkommen zugute kommt. Auch dabei geht es hauptsächlich um Frauen. Ich glaube, dass das eine gute Maßnahme ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedanke mich bei allen, die heute mitstimmen, und hoffe sehr, dass das in der Ökostrombewegung in Österreich einen guten Fortschritt auslösen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Man muss einfach berücksichtigen, dass Mobilität schon lange kein Luxus mehr ist. Mobilität ist eine Grundlage auch für unsere Wirtschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Faul.
Also sozusagen als einzige Maßnahme: keinen Schritt in die falsche Richtung machen. – Dieser Visionär war Herr Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, der, wenn er ins Flugzeug einsteigt, offensichtlich nicht weiß, welchen Schritt man in die richtige Richtung macht. Da hat er den in die 1. Klasse und nicht den in die 2. Klasse gemacht. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Faul.) Insofern glaube ich ja, Herr Kollege, Sie sollten Ihren Visionär und Bundeskanzler darauf aufmerksam machen: Es geht nicht um die heiße Luft, sondern wirklich um Maßnahmen – die er nicht zu setzen weiß. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Staatssekretär Dr. Matznetter: Das war jetzt wirklich heiße Luft!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Staatssekretär Dr. Matznetter: Das war jetzt wirklich heiße Luft!
Also sozusagen als einzige Maßnahme: keinen Schritt in die falsche Richtung machen. – Dieser Visionär war Herr Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, der, wenn er ins Flugzeug einsteigt, offensichtlich nicht weiß, welchen Schritt man in die richtige Richtung macht. Da hat er den in die 1. Klasse und nicht den in die 2. Klasse gemacht. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Faul.) Insofern glaube ich ja, Herr Kollege, Sie sollten Ihren Visionär und Bundeskanzler darauf aufmerksam machen: Es geht nicht um die heiße Luft, sondern wirklich um Maßnahmen – die er nicht zu setzen weiß. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Staatssekretär Dr. Matznetter: Das war jetzt wirklich heiße Luft!)
Beifall bei den Grünen.
jünger waren, die haben keine Chance dazu. Und dann wundert man sich, wenn der Nationalismus steigt und wenn die Gefahr besteht, dass eine Mehrheit in diesem Serbien einen Nikolić zum Präsidenten wählt? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Staatssekretär, ich hoffe sehr, dass die Außenministerin die Worte großer Kritik, die sie in Aussendungen äußert, auch in ihre Gespräche einfließen lässt, denn wenn man sich schon für den Nahen Osten engagiert, dann müssen diesen Worten auch Taten folgen. Diese habe ich aber bisher noch nicht in jenem Ausmaß gesehen, wie ich das gerne gehabt hätte. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Lunacek: Das habe ich Ihnen gerade vorhin erklärt!
Eigentlich, Frau Abgeordnete Lunacek, können Sie froh sein, dass ein Jahr mit 0,5 Prozent Budgetvolumen für Entwicklungszusammenarbeit zu verzeichnen ist. Warum Sie ausgerechnet jetzt dagegenstimmen, das müssen Sie erklären. Wir verstehen es nicht – wir stimmen mit Freude zu. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Lunacek: Das habe ich Ihnen gerade vorhin erklärt!)
Beifall bei der FPÖ
Herr Staatssekretär Winkler, in Bezug auf diese Visa-Affäre wird immer mehr deutlich, dass unter der Patronanz Ihres Hauses, unter der Patronanz des österreichischen Außenministeriums eine mafiose Struktur entstanden ist, die jetzt Schritt für Schritt zum Vorschein kommt. Wir Freiheitlichen wollen dieses Schritt-für-Schritt-zum-Vorschein-Kommen etwas beschleunigen (Beifall bei der FPÖ), indem ich Sie, meine Damen und Herren Kollegen hier im Nationalrat, einlade, unserem Antrag auf Ein-
Beifall bei der FPÖ.
Herr Staatssekretär Winkler, ich möchte Sie fragen, ob Ihr Ressort in den letzten Wochen mit der Familie Lang in Kontakt getreten ist und den Versuch gemacht hat, dieses Manko dieser Familie gegenüber wieder auszuwetzen, beziehungsweise möchte ich Sie fragen, inwieweit die Untersuchungen Ihres Hauses in Bezug auf den Vorgang, der zum Tod des Majors Lang geführt hat, gediehen sind. Ich habe dazu ja auch eine Anfrage an Sie gestellt. Wir sind gespannt auf Ihre Antwort. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Lichtenecker.
Ich zähle darauf, dass Herr Staatssekretär Winkler und auch Frau Ministerin Plassnik in Zukunft offen und auch offensiv mit diesem Thema umgehen werden und auch die notwendigen Reformen und auch die notwendigen Schnitte und Einschnitte im System vollziehen werden. Ich glaube, das ist auch deshalb notwendig, um sicherzustellen, dass die vielen Beamten die gute und schwierige Arbeit im Visa-Bereich auch unbescholten machen können. Denn eines muss auch gesagt werden: dass sehr viele MitarbeiterInnen, der Großteil von ihnen, ja fast alle MitarbeiterInnen eine wichtige und hervorragende Arbeit in diesem Bereich tun, und auch das sei in diesem Zusammenhang einmal positiv erwähnt. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Beifall bei der FPÖ
Ich darf aber nur auf Folgendes verweisen: Vor Kurzem hat uns der tschechische Premierminister Topolánek hier in Österreich besucht. Was ist da gefordert worden? – Österreich soll Ruhe geben bei Temelín, Österreich soll Ruhe geben beim Raketenabwehrschild, Österreich soll die Arbeitsmarktbeschränkungen aufheben! Und, bitte, wer hat den Herrn Premierminister auf die Beneš-Dekrete angesprochen? – Wir finden ja nicht einmal in diesem dicken Bericht zwei Sätze zu den Beneš-Dekreten, zu Menschen, die vertrieben wurden, zu Menschen, die als Entrechtete behandelt wurden, Menschen, die unser Land mit aufgebaut haben, Menschen, die Wesentliches für die Demokratie in Österreich geleistet haben. Das ist Ihnen keinen einzigen Satz wert (Beifall bei der FPÖ), und ich sage Ihnen eines, meine Damen und Herren: Das ist beschämend! Schämen Sie sich dafür! – Aber die Frau Ministerin Plassnik kann sich dafür nicht schämen, weil sie nicht einmal hier ist. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich darf aber nur auf Folgendes verweisen: Vor Kurzem hat uns der tschechische Premierminister Topolánek hier in Österreich besucht. Was ist da gefordert worden? – Österreich soll Ruhe geben bei Temelín, Österreich soll Ruhe geben beim Raketenabwehrschild, Österreich soll die Arbeitsmarktbeschränkungen aufheben! Und, bitte, wer hat den Herrn Premierminister auf die Beneš-Dekrete angesprochen? – Wir finden ja nicht einmal in diesem dicken Bericht zwei Sätze zu den Beneš-Dekreten, zu Menschen, die vertrieben wurden, zu Menschen, die als Entrechtete behandelt wurden, Menschen, die unser Land mit aufgebaut haben, Menschen, die Wesentliches für die Demokratie in Österreich geleistet haben. Das ist Ihnen keinen einzigen Satz wert (Beifall bei der FPÖ), und ich sage Ihnen eines, meine Damen und Herren: Das ist beschämend! Schämen Sie sich dafür! – Aber die Frau Ministerin Plassnik kann sich dafür nicht schämen, weil sie nicht einmal hier ist. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Mag. Wurm.
Ansonsten kann ich nur auch hier vermelden, dass meine Fraktion diesem Außenpolitischen Bericht 2006 zustimmen wird – nicht nur, weil er noch in unsere Regierungszeit fällt, sondern weil ich glaube, dass es von ganz besonderer Bedeutung ist – wir haben es früher einmal gehabt, dann eine Zeit lang nicht mehr, aus parteipolitischen Gründen hier im Hohen Haus –, dass man doch versuchen sollte, in der Außenpolitik möglichst einen gemeinsamen Konsens aller Fraktionen zu erreichen. (Beifall beim BZÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: ..., dass das so schnell geht! – Das versteh’ ich nicht!
Herr Klubobmann Schüssel hat es gesagt: Der Vertrag von Lissabon ist nicht zuletzt deswegen zustande gekommen, weil unter österreichischem Vorsitz in Klosterneuburg die wichtigen Eckpunkte, und zwar sowohl was den Fahrplan als auch was den Inhalt betrifft, festgelegt wurden. Ich kann Ihnen mitteilen, dass vor zwei Tagen beim Treffen der Europaminister in Brüssel alle Staaten berichtet haben, dass sie in der Zwischenzeit mit dem Ratifikationsprozess begonnen haben, und dass 22 Staaten ihre Absicht zum Ausdruck gebracht haben, noch vor dem Sommer das Ratifikationsverfahren zu beenden (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: ..., dass das so schnell geht! – Das versteh’ ich nicht!), darunter auch drei große Staaten, und dass es nunmehr auch feststeht, dass nur in einem einzigen Staat eine Volksabstimmung stattfinden wird.
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte hier auch etwas erwähnen, was mir für die Perspektive der gesamten Fälle doch von Wichtigkeit zu sein scheint: Es hat insgesamt 35 strafbehördliche Ermittlungen gegeben. Davon hat es 23 Einstellungen gegeben, zwei rechtskräftige Freisprüche, sechs Disziplinaranzeigen, eine Entlassung und eine Kündigung. Ich glaube also, es ist nach wie vor, auch anhand der jetzigen gerichtlichen Verfahren, doch festzustellen, dass es sich um einzelne Täter handelt – und gegen diese wird mit aller Härte vorgegangen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und BZÖ.
Ich kann nicht auf alle Themen eingehen. Ich bedanke mich sehr herzlich noch einmal für die Zustimmung zu diesem Bericht und freue mich, dass wir außenpolitische Themen hier im Plenum und im Ausschuss – die Frau Außenministerin tut das selbstverständlich ebenfalls sehr gerne und macht das auch immer wieder – auch in Zukunft debattieren werden. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zweitens: Unzweifelhaft ist es so, dass durch das österreichische Außenministerium, namentlich durch Außenministerin Plassnik, die Tschad-Mission herbeipraktiziert worden ist. Jetzt ist es aber so, dass das ganze Glockengerüst sozusagen am Verteidigungsminister hängt. Das ist ungerecht – und noch dazu hat ihn die Außenministerin in der desaströsen Vorbereitung durch die EU völlig im Regen stehen gelassen. Das ist – auf „Neudeutsch“ – eine sehr schlechte Performance. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Mag. Prammer: Das darf nicht wahr sein!
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Wir diskutieren heute neben allen anderen Dingen, die gekommen sind, über den Außenpolitischen Bericht. (Das Handy des Redners läutet.) – Entschuldigung, mein Handy! (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Mag. Prammer: Das darf nicht wahr sein!) Das kann vorkommen. (Neuerliche allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Sehen Sie es in der Faschingswoche als kleinen Faschingsscherz von mir! (Heiterkeit.)
Neuerliche allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Wir diskutieren heute neben allen anderen Dingen, die gekommen sind, über den Außenpolitischen Bericht. (Das Handy des Redners läutet.) – Entschuldigung, mein Handy! (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Mag. Prammer: Das darf nicht wahr sein!) Das kann vorkommen. (Neuerliche allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Sehen Sie es in der Faschingswoche als kleinen Faschingsscherz von mir! (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Wir diskutieren heute neben allen anderen Dingen, die gekommen sind, über den Außenpolitischen Bericht. (Das Handy des Redners läutet.) – Entschuldigung, mein Handy! (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Mag. Prammer: Das darf nicht wahr sein!) Das kann vorkommen. (Neuerliche allgemeine Heiterkeit. – Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Sehen Sie es in der Faschingswoche als kleinen Faschingsscherz von mir! (Heiterkeit.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Danke schön, meine Damen und Herren. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Wo haben Sie denn das her?
Ein Außenpolitischer Bericht sollte natürlich auch Probleme ansprechen, und es ist ein beliebter Schmäh, Derartiges einfach nicht hineinzuschreiben, Berichte so zu schreiben, dass die Interessierten sich verprellt fühlen. Und das bringt auch genau die Politik von Frau Außenministerin Plassnik zum Ausdruck. Sie ist nicht in der Lage, sie ist nicht willens, echte Probleme anzusprechen. Fährt sie nach Frankreich, spricht sie französische Interessen an, fährt sie nach England, spricht sie englische Interessen an – und fährt Plassnik nach Slowenien, spricht sie slowenische Interessen an. (Abg. Dr. Schüssel: Wo haben Sie denn das her?) Die gute Frau Außenministerin sollte
Abg. Dr. Schüssel: Das tut sie immer!
einmal darüber nachdenken, auch österreichische Interessen anzusprechen. (Abg. Dr. Schüssel: Das tut sie immer!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Es gibt Volkszählungen aus den Jahren 1910/1915, da lebten im Einflussbereich Sloweniens 200 000 Deutsche, Altösterreicher. Für die gelten heute noch die AVNOJ-Beschlüsse, Beschlüsse, die sie zu vogelfreien Menschen machen. Das kann es ja nicht sein! (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Abg. Mag. Trunk: Weil es einfach peinlich wäre angesichts der Ortstafelfrage in Kärnten!
Wenn die Frau Außenministerin ein bisschen fair gewesen wäre, hätte Sie auch das Thema des österreichisch-slowenischen Kulturabkommens angesprochen. Bis dato hat Österreich sehr viel dazu beigetragen, dass Slowenien Unterstützung erhielt bei der Staatswerdung, bei der Sicherung der Grenzen, bei der Aufnahme in die EU, bei der Schengen-Durchführung und so weiter. Aber vonseiten Sloweniens gibt es im Bereich Anerkennung der deutschen Minderheit nicht das geringste Entgegenkommen. Es gibt keine Förderung der Muttersprachenerlernung, keine Förderung der medialen Präsenz und so weiter. Das sind Probleme, die die Frau Außenministerin völlig verschweigt und von denen sie nicht sprechen will. Das kann natürlich nicht sein. (Abg. Mag. Trunk: Weil es einfach peinlich wäre angesichts der Ortstafelfrage in Kärnten!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Trunk: Sie sind so jenseitig! Sie sind international so jenseitig!
Noch etwas dazu: Wenn Sie heute, Frau Kollegin Trunk, von den Ortstafeln sprechen, dann fragen Sie einmal nach, wo die deutschen Ortstafeln in Slowenien stehen. Es wäre angebracht, deutsche Ortstafeln dort aufzustellen, wo es deutsche Gruppen gibt, in Slowenien, in Tschechien und anderswo. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Trunk: Sie sind so jenseitig! Sie sind international so jenseitig!)
Beifall bei der FPÖ.
dann muss Slowenien auch bereit sein, der deutschen Volksgruppe zu helfen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da wir gerade bei Appellen sind, Herr Kollege Klement, appelliere ich an den Kärntner Landeshauptmann, endlich Gesetze zu beachten und vor allem auch Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie ja selbst nicht!
Im Vorwort des Berichtes waren schon sehr verheißungsvolle Ziele für die Ratspräsidentschaft damals genannt worden: mehr Arbeitsplätze, Wachstum, Energiesicherheit, Sicherung und Weiterentwicklung des europäischen Lebensmodells, wenngleich das noch näher definiert werden müsste. Wir können in Österreich nach einem Jahr Regierung Gusenbauer sehr stolz darauf zurückblicken, dass viele dieser Ziele wirklich mehr als erfüllt wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie ja selbst nicht!) Wir können darauf stolz sein, dass wir gemeinsam die Arbeitslosigkeit, im Besonderen die Jugendarbeitslosigkeit, drastisch reduzieren konnten. Darauf können wir gemeinsam stolz sein. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Im Vorwort des Berichtes waren schon sehr verheißungsvolle Ziele für die Ratspräsidentschaft damals genannt worden: mehr Arbeitsplätze, Wachstum, Energiesicherheit, Sicherung und Weiterentwicklung des europäischen Lebensmodells, wenngleich das noch näher definiert werden müsste. Wir können in Österreich nach einem Jahr Regierung Gusenbauer sehr stolz darauf zurückblicken, dass viele dieser Ziele wirklich mehr als erfüllt wurden. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben Sie ja selbst nicht!) Wir können darauf stolz sein, dass wir gemeinsam die Arbeitslosigkeit, im Besonderen die Jugendarbeitslosigkeit, drastisch reduzieren konnten. Darauf können wir gemeinsam stolz sein. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Um wieder auf den Bericht zurückzukommen: Eine ganz wichtige Weichenstellung ist durch die Einigung auf den finanziellen Rahmen 2007 bis 2013 erfolgt. Man kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig die Strukturförderungsmittel für die österreichische Infrastruktur sind. Ich komme selbst aus einer Region, die nach dem Niedergang des Braunkohlebergbaus gerade durch Strukturförderungsmittel den Strukturwandel von einer ehemaligen Bergbauregion hin zu einer Dienstleistungsregion, zu einer Gewerberegion bewältigen konnte. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Steibl: Da bin ich gespannt, was da in Voitsberg ...!
Nicht immer ist das allen bewusst, dass in so manchen Großprojekten wie Beschäftigungsinitiativen namhafte EU-Kofinanzierungen stecken. Das ist ein großer Auftrag an die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker, diese Tatsache auch zu kommunizieren, damit die Bevölkerung sieht, was mit den EU-Geldern in ihrer Region konkret geschieht. (Abg. Steibl: Da bin ich gespannt, was da in Voitsberg ...!) Darum möchte ich Sie bitten, auch das weiterzukommunizieren. Ich glaube, da renne ich auch bei Ihnen offene Türen ein, liebe Frau Kollegin Steibl. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nicht immer ist das allen bewusst, dass in so manchen Großprojekten wie Beschäftigungsinitiativen namhafte EU-Kofinanzierungen stecken. Das ist ein großer Auftrag an die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker, diese Tatsache auch zu kommunizieren, damit die Bevölkerung sieht, was mit den EU-Geldern in ihrer Region konkret geschieht. (Abg. Steibl: Da bin ich gespannt, was da in Voitsberg ...!) Darum möchte ich Sie bitten, auch das weiterzukommunizieren. Ich glaube, da renne ich auch bei Ihnen offene Türen ein, liebe Frau Kollegin Steibl. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Nicht zuletzt deswegen glaube ich auch, dass der Einsatz unseres Bundesheeres im Tschad absolut wichtig ist, gemeinsam mit anderen europäischen Ländern. Denn nur wenn es gelingt, die politischen Verhältnisse in diesen Ländern zu stabilisieren, wenn es gelingt, demokratische Strukturen aufzubauen, wird es auch möglich sein, wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Und nur wenn dieser wirtschaftliche Erfolg einer breiten Masse zugute kommt, wird es möglich sein, auf Dauer Erfolg in der Entwicklungszusammenarbeit zu haben. Österreich ist da, so meine ich, auf einem guten Weg. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich weiß, die Österreicher und Österreicherinnen sind sehr hilfsbereit, sei es als SpenderInnen oder sei es als SteuerzahlerInnen, und wir sollten sie in dieser Frage keinesfalls enttäuschen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es gibt einen neuen Präsidenten, der heißt Lluís Maria de Puig, ein Spanier. Wir Österreicher haben einen Vizepräsidenten und sind jetzt wieder im Büro der Parlamentarischen Versammlung vertreten. Ich möchte Herrn Fritz Neugebauer, der Österreich im Büro der Parlamentarischen Versammlung vertritt, herzlich gratulieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Kollege Scheibner, was ich Ihnen sagen kann: Im Europarat, in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates sprechen wir mit einer Stimme. Da gibt es eine einheitliche Meinung und eine gute Zusammenarbeit. Das ist Tradition, und das halten wir auch weiterhin so. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich würde Ihnen gerne noch mehr berichten, aber die Zeit ist leider zu kurz. Es wird aber noch öfter Gelegenheit geben, Ihnen hier im Parlament über unsere Tätigkeit im Europarat zu berichten. Es ist eine interessante Aufgabe. Österreich hat in dieser Institution immer schon einen wichtigen Beitrag geleistet. Wir tun unser Bestes. Sie haben uns dorthin gewählt. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Zwischenrufe
Als Erster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Grünewald. 50 Minuten (Zwischenrufe) – Entschuldigung, somit sind alle wieder hellwach –, 5 Minuten gewünschte Redezeit. 50 Minuten könnten Sie sich gar nicht wünschen, Herr Abgeordneter. – Bitte.
Abg. Dr. Brinek: Eben!
Die Regierung sagt immer, wir sollten international ein Vorbild sein, wir sollten konkurrenzfähig sein. Die Worte „Exzellenz“ und „Elite“ geistern immer wieder herum. Aber wenn wir schauen, wo wir investieren sollen, wenn wir konkurrenzfähig, leistungsfähig, wettbewerbsfähig sein sollen und auch von Bildung etwas halten – es gibt andere Kriterien, warum Bildung wichtig ist –, dann müssen wir schon sagen, dass der Prozentsatz von StudienbeihilfebezieherInnen in Österreich mit, wenn ich ganz freundlich bin, je nach Rechenmethode, 20 Prozent nicht dem international üblichen Standard von Vorbildnationen entspricht. Großbritannien: über 50 Prozent; EU-Durchschnitt: in etwa 40 Prozent; skandinavische Länder: über 60 Prozent. Ich gebe aber zu, dass die Höchststipendien und auch die durchschnittlichen Stipendien bei uns in einigen Fällen besser sind als in anderen Nationen. (Abg. Dr. Brinek: Eben!) Das muss man fairerweise sagen. Aber es ist nicht alles so großartig.
Beifall bei den Grünen
das ist zu wenig, Legionärsforschung zu zahlen (Beifall bei den Grünen), sondern man muss in die Jugendlichen investieren. Und ich bin der Meinung, dass wir es uns leisten können. Das BIP steigt. Wenn man diese Gewinne, den Wohlstand des Staates, den Wohlstand aus Profitspekulationen und was auch immer fair weitergibt, können wir es uns leisten, junge Leute so zu fördern, dass mehr studieren – und es sollten mehr sein – und unter besseren Verhältnissen studieren und sich nicht Sorgen machen müssen, so viel durch Arbeit zu verlieren, dass sich das Studium unnötig in die Länge zieht.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber trotzdem ein Ja der Grünen in dritter Lesung. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, die Studienförderung berücksichtigt die Bedürfnisse der Studierenden. Sie ist nicht eine automatische Valorisierung, weil uns das einengen würde, auch in der Nachsondierung und -justierung, im Nachentwickeln von Maßnahmen, die sich vielleicht aufgrund von regelmäßigen Berichten zur sozialen Lage ergeben würden. Ich glaube, dass sich die Politik diesen Gestaltungsspielraum erhalten und den Weg, den wir jetzt beschritten haben, fortsetzen soll, zum Wohle der Studierenden, Lehrenden, Forschenden und der ganzen Republik. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Broukal: 17 pro Semester, 34 Millionen!
Nehmen wird die Zahl her, dann sind es rund 17 Millionen €, die sich die Universitäten dadurch erspart haben. Das ist ja eine irre Zahl. Rechnen wir es halt jetzt umgekehrt, rechnen wir 8 000 mal 2 227, die man abgehalten hat vom Studium, pro Semester. (Abg. Broukal: 17 pro Semester, 34 Millionen!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich höre immer, dass wir eines der reichsten Länder dieser Erde sind. Und trotzdem können wir uns für 2 227 Österreicher in drei Jahren keine Studienplätze leisten? – Das ist doch ein Armutszeugnis für Ihre Politik! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da nützt es nichts, an der Quote herumzubasteln. Sie werden dieses Thema nicht loswerden, denn ich werde dieses Thema immer wieder ansprechen. Der freie Hochschulzugang ist das, was wir über 30 Jahre lang erkämpft haben. Die Sozialisten beziehungsweise die Sozialdemokratische Partei ist auf diesen Zug aufgesprungen. Jetzt ist sie aber wieder abgesprungen. Doch wir werden – und davon bin ich überzeugt – gemeinsam wieder den richtigen Zug besteigen. Es kann nicht angehen, dass wir heute im Bereich der Ausbildung ein Zwei-Klassen-System haben, nämlich, dass diejenigen, die es sich leisten können, an der Universität in Budapest oder an anderen Universitäten studieren, und diejenigen, die es sich nicht leisten können, zum Beispiel das eine oder andere Arbeiterkind, vom Studium abgehalten werden, und zwar mit fadenscheinigen Gründen, und dass man sich im Gegenzug auf Seiten der Universität Geld spart. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da nützt es überhaupt nichts, wenn man sagt, die Werkstudierenden – wie das umgesetzt werden soll, weiß ich nicht, denn das ist mehr als schwierig – brauchen nur mehr den halben Studienbeitrag zu zahlen, wenn man 2 227 Studierenden an drei Universitäten in diesem Land das Studium überhaupt nicht ermöglicht. Die haben angesichts dieses Umstandes von der halben Studiengebühr nichts. Die würden vielleicht gerne arbeiten gehen, um studieren zu können. Nein, das können sie sich nicht leisten, denn im Ausland können sich die meisten das Studium nicht leisten. – Das ist keine gute Sozialpolitik für die Studierenden! Da müssen wir Änderungen vornehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich fordere Sie auf, Herr Bundesminister Hahn, machen Sie sich ein eigenes Bild und glauben Sie in diesen Fällen nicht den Rektoren und nicht denjenigen, die im System stecken, und nicht den Ärztekämmerern, sondern fassen Sie Mut, betrachten Sie die Zahlen einmal kritisch und prüfen Sie, ob es sich Österreich nicht doch leisten kann, ein paar tausend Studierende mehr im Jahr zu verkraften. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Es gibt gute Gründe dafür, zu sagen: Lassen wir mehr Studierende an die Universität!, aber wenn Sie verlangen, dass tatsächlich dreimal so viele Studierende wie heute durch das gesamte Medizinstudium gebracht werden, dann müssen Sie mir sagen, wo Sie die Milliarden Euro für die neuen Universitäten, für die neuen Krankenhäuser und für die tausenden Ärztinnen und Ärzte in der Ausbildung nehmen wollen. Diese Argumentation können wir wirklich einmal zu Ende führen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Wenn Sie dann sagen: Das ist es mir wert!, dann möchte ich Sie daran erinnern, dass die zwei Parteien, die die Zugangsbeschränkungen für Medizin beschlossen haben ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) – Die drei Parteien, und das waren die ÖVP, das BZÖ und die fünf Abgeordneten der FPÖ. (Abg. Dr. Graf: Ein Fehler!) Ja, entschuldigen Sie, das müssen Sie sich mit Ihrer Partei ausmachen! (Abg. Dr. Graf: Wir haben es uns schon ausgemacht! Aber Sie haben es sich noch nicht ausgemacht!) Eingeführt haben Sie es! Und in dem Monat, als die Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP ruhten und ich Sie vergeblich gefragt habe, ob Sie bereit wären, mit uns und den Grünen zusammen die Studiengebühren abzuschaffen, wozu Sie nicht bereit waren, habe ich leider verabsäumt, Sie zu fragen, ob Sie auch bereit wären, mit uns die Zugangsbeschränkungen in allen Gegenständen abzuschaffen. (Abg. Dr. Graf: Ja!)
Abg. Dr. Graf: Ein Fehler!
Wenn Sie dann sagen: Das ist es mir wert!, dann möchte ich Sie daran erinnern, dass die zwei Parteien, die die Zugangsbeschränkungen für Medizin beschlossen haben ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) – Die drei Parteien, und das waren die ÖVP, das BZÖ und die fünf Abgeordneten der FPÖ. (Abg. Dr. Graf: Ein Fehler!) Ja, entschuldigen Sie, das müssen Sie sich mit Ihrer Partei ausmachen! (Abg. Dr. Graf: Wir haben es uns schon ausgemacht! Aber Sie haben es sich noch nicht ausgemacht!) Eingeführt haben Sie es! Und in dem Monat, als die Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP ruhten und ich Sie vergeblich gefragt habe, ob Sie bereit wären, mit uns und den Grünen zusammen die Studiengebühren abzuschaffen, wozu Sie nicht bereit waren, habe ich leider verabsäumt, Sie zu fragen, ob Sie auch bereit wären, mit uns die Zugangsbeschränkungen in allen Gegenständen abzuschaffen. (Abg. Dr. Graf: Ja!)
Abg. Dr. Graf: Wir haben es uns schon ausgemacht! Aber Sie haben es sich noch nicht ausgemacht!
Wenn Sie dann sagen: Das ist es mir wert!, dann möchte ich Sie daran erinnern, dass die zwei Parteien, die die Zugangsbeschränkungen für Medizin beschlossen haben ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) – Die drei Parteien, und das waren die ÖVP, das BZÖ und die fünf Abgeordneten der FPÖ. (Abg. Dr. Graf: Ein Fehler!) Ja, entschuldigen Sie, das müssen Sie sich mit Ihrer Partei ausmachen! (Abg. Dr. Graf: Wir haben es uns schon ausgemacht! Aber Sie haben es sich noch nicht ausgemacht!) Eingeführt haben Sie es! Und in dem Monat, als die Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP ruhten und ich Sie vergeblich gefragt habe, ob Sie bereit wären, mit uns und den Grünen zusammen die Studiengebühren abzuschaffen, wozu Sie nicht bereit waren, habe ich leider verabsäumt, Sie zu fragen, ob Sie auch bereit wären, mit uns die Zugangsbeschränkungen in allen Gegenständen abzuschaffen. (Abg. Dr. Graf: Ja!)
Abg. Dr. Graf: Ja!
Wenn Sie dann sagen: Das ist es mir wert!, dann möchte ich Sie daran erinnern, dass die zwei Parteien, die die Zugangsbeschränkungen für Medizin beschlossen haben ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) – Die drei Parteien, und das waren die ÖVP, das BZÖ und die fünf Abgeordneten der FPÖ. (Abg. Dr. Graf: Ein Fehler!) Ja, entschuldigen Sie, das müssen Sie sich mit Ihrer Partei ausmachen! (Abg. Dr. Graf: Wir haben es uns schon ausgemacht! Aber Sie haben es sich noch nicht ausgemacht!) Eingeführt haben Sie es! Und in dem Monat, als die Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP ruhten und ich Sie vergeblich gefragt habe, ob Sie bereit wären, mit uns und den Grünen zusammen die Studiengebühren abzuschaffen, wozu Sie nicht bereit waren, habe ich leider verabsäumt, Sie zu fragen, ob Sie auch bereit wären, mit uns die Zugangsbeschränkungen in allen Gegenständen abzuschaffen. (Abg. Dr. Graf: Ja!)
Abg. Dr. Graf: Aber die brauchen wir doch gar nicht!
Heute sagen Sie mir, dazu hätten Sie ja gesagt. Hätten Sie es mir gesagt, dann hätten wir es vielleicht gemacht, aber nicht für Medizin, weil wir nicht wissen, wo wir drei neue Universitäten bauen sollen. (Abg. Dr. Graf: Aber die brauchen wir doch gar nicht!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
bei den Professorinnen halten wir fünfzehn Jahre nach diesem Gesetz bei jämmerlichen 15 Prozent. Jetzt soll mir jemand sagen, dass es keine exzellenten Frauen gibt! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Ich kenne die Schätzungen nicht! Daher habe ich die Zahl genommen, die Herr Broukal genannt hat!
Zu den Zugangsbeschränkungen ist zu sagen: Das ist eine alte Diskussion, die führen wir ständig. Ich darf aber zu einer Aussage des Kollegen Graf eine Korrektur anbringen. Sie haben, Herr Kollege Graf, vorhin gesagt – ich weiß nicht, ob Sie sich versprochen haben –, ein Studienjahr pro Medizinstudenten koste im Schnitt 8 000 €. Das gilt natürlich nur für ein normales Studium. Die Kosten für ein Medizinstudium werden geschätzt auf bis zu 42 000 € pro Jahr und Studenten. (Abg. Dr. Graf: Ich kenne die Schätzungen nicht! Daher habe ich die Zahl genommen, die Herr Broukal genannt hat!) Auch wenn man da leicht variieren würde, zwischen 8 000 € und 42 000 € besteht ein gewaltiger Unterschied! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) – Herr Kollege, Sie hatten bereits die Möglichkeit, hier zu sprechen. Melden Sie sich dann noch einmal zu Wort!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Zu den Zugangsbeschränkungen ist zu sagen: Das ist eine alte Diskussion, die führen wir ständig. Ich darf aber zu einer Aussage des Kollegen Graf eine Korrektur anbringen. Sie haben, Herr Kollege Graf, vorhin gesagt – ich weiß nicht, ob Sie sich versprochen haben –, ein Studienjahr pro Medizinstudenten koste im Schnitt 8 000 €. Das gilt natürlich nur für ein normales Studium. Die Kosten für ein Medizinstudium werden geschätzt auf bis zu 42 000 € pro Jahr und Studenten. (Abg. Dr. Graf: Ich kenne die Schätzungen nicht! Daher habe ich die Zahl genommen, die Herr Broukal genannt hat!) Auch wenn man da leicht variieren würde, zwischen 8 000 € und 42 000 € besteht ein gewaltiger Unterschied! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) – Herr Kollege, Sie hatten bereits die Möglichkeit, hier zu sprechen. Melden Sie sich dann noch einmal zu Wort!
Abg. Dr. Graf: Gar nichts! Dann gäbe es ein paar tausend Studierende mehr!
Sie sagen immer wieder, dass Sie nicht für Zugangsbeschränkungen sind. Aber Sie erwähnen dabei nie, dass es europarechtliche Vorschriften gibt, sozusagen einen Rahmen, in dem wir uns bewegen müssen. Österreich hat in diesem Zusammenhang derzeit eine recht gute Stellung mit der Quotenregelung bezogen. Diese gilt es natürlich zu halten, denn wenn diese nicht gegeben wäre, dann wäre – und Sie wissen genau, was dann passieren würde (Abg. Dr. Graf: Gar nichts! Dann gäbe es ein paar tausend Studierende mehr!) – der einzig faire europarechtliche Weg eine Fifty-fifty-Lösung. Und dann schauen Sie sich das an! Jetzt haben wir 75 Prozent der Studenten im medizinisch-universitären Bereich aus Österreich. Ich glaube, das ist ein Vorteil, den es zu halten gilt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie sagen immer wieder, dass Sie nicht für Zugangsbeschränkungen sind. Aber Sie erwähnen dabei nie, dass es europarechtliche Vorschriften gibt, sozusagen einen Rahmen, in dem wir uns bewegen müssen. Österreich hat in diesem Zusammenhang derzeit eine recht gute Stellung mit der Quotenregelung bezogen. Diese gilt es natürlich zu halten, denn wenn diese nicht gegeben wäre, dann wäre – und Sie wissen genau, was dann passieren würde (Abg. Dr. Graf: Gar nichts! Dann gäbe es ein paar tausend Studierende mehr!) – der einzig faire europarechtliche Weg eine Fifty-fifty-Lösung. Und dann schauen Sie sich das an! Jetzt haben wir 75 Prozent der Studenten im medizinisch-universitären Bereich aus Österreich. Ich glaube, das ist ein Vorteil, den es zu halten gilt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es hat diesbezüglich einen parteiübergreifenden Schulterschluss in Oberösterreich gegeben. Die Idee ist vom BZÖ und von der FPÖ gekommen. Ich habe keine Ahnung, warum sich die FPÖ hier im Parlament so weigert, dem Antrag beziehungsweise dem Ansinnen, das von BZÖ, FPÖ, SPÖ und ÖVP im Oberösterreichischen Landtag befürwortet wird, zuzustimmen, endlich eine Medizin-Universität für den oberösterreichischen Raum zu schaffen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Graf.
Meiner Ansicht nach ist insgesamt, wie gesagt, mit dieser Maßnahme für die Studierenden dieses Landes in ökonomischer, in pekuniärer Hinsicht mit über 200 Millionen € ein wesentlicher Beitrag geleistet. Ich denke, das kann sich sehen lassen, daher freue ich mich und danke nochmals für die breite Zustimmung. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Graf.)
Abg. Dr. Graf: Danke!
Abgeordnete Mag. Dr. Beatrix Karl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte zuerst auf Herrn Kollegen Graf zu sprechen kommen. Sie haben hier Zahlen genannt ... (Abg. Dr. Graf: Danke!) – Bitte, mache ich sehr gerne.
Abg. Dr. Graf: ... im ersten Jahr!
Sie haben hier Zahlen darüber genannt, wie viel sich die Medizinischen Universitäten dadurch ersparen, dass heute weniger Studierende ein Medizinstudium beginnen. Diese Zahlen stimmen schon deshalb nicht – das hat auch Kollege Broukal angesprochen –, weil zwar früher mehr Studierende das Studium begonnen haben, aber weniger Studierende das Studium beendet haben. Das heißt, sie haben das Studium abgebrochen, und zwar meistens schon nach kurzer Zeit. (Abg. Dr. Graf: ... im ersten Jahr!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Noch ein Punkt ist dabei zu beachten. Die Studiendauer war früher weit länger als heute, weil es längere Wartezeiten gegeben hat. Die große Einsparung, die es gegeben haben soll, ist für mich insgesamt jedoch nicht erkennbar. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Broukal: Fürs Protokoll: Ich möchte gleich Einspruch einlegen! Sie haben sich nicht bewährt! – Abg. Dr. Brinek: O ja!
Wir müssen ein Teilzeitstudium ermöglichen, und ich bin froh darüber, dass der Herr Bundesminister die Realität sieht und auf diese Realität reagiert. Dafür können wir und vor allem die Studierenden ihm dankbar sein. Ein Teilzeitstudium ist einfach eine Antwort auf die Realität und bedeutet keinesfalls, dass wir vom bewährten System der Studiengebühren abgehen wollen. Die Studiengebühren haben sich bewährt, aber es ist notwendig, dass wir nun für Teilzeitstudierende die halbe ... (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Broukal: Fürs Protokoll: Ich möchte gleich Einspruch einlegen! Sie haben sich nicht bewährt! – Abg. Dr. Brinek: O ja!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Broukal.
Daher spreche ich mich dafür aus, dass wir bei dem bewährten System der Studienbeihilfen bleiben, dass wir aber insofern eine Modifizierung vornehmen, als wir sie für Teilzeitstudierende halbieren. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Broukal.)
Abg. Broukal: Wir sind jetzt 3 Prozent vor der Inflation!
Es kommt ja noch etwas dazu: Wenn in den kommenden fünf Jahren eine neuerliche Anhebung wieder nicht zu erwarten ist, dann sind wir – wir haben ja weiterhin eine Inflation – wieder dort, wo wir waren. Das heißt, solange es keine Indexanpassung gibt, ist das (Abg. Broukal: Wir sind jetzt 3 Prozent vor der Inflation!) – Sie werden es dann von Kollegin Schatz ohnehin genau hören – weiterhin eine Schere, die auseinanderklafft. Es gibt dann Studierende, die keine Studiengebühr zahlen müssen, weil die Eltern das zahlen oder weil sie genügend finanzielle Mittel haben, und nicht arbeiten gehen müssen, und es gibt solche, die unter Entbehrungen gerade noch studieren können und eben Jobs annehmen. Die brauchen dann einfach auch länger!
Abg. Broukal: Ich glaube nur, das darf man nicht gegeneinander ausspielen!
Denn in dem Sozialbericht, den auch Sie zitieren, Herr Minister, steht sehr eindeutig, dass Studierende mit migrantischem Hintergrund oder auch solche, die erwerbstätig sind, schlechtere Startbedingungen haben, länger studieren und so weiter. Diese würden das, zumindest aus sozialdemokratischer Sicht, eher brauchen als die, die Vollzeit studieren können, die sich konzentrieren können und dann Leistungen erbringen – und dafür auch noch belohnt werden. Ich vergönne es ihnen ja, dass sie belohnt werden, aber nicht sozusagen auf Kosten derer, die es wirklich brauchen. (Abg. Broukal: Ich glaube nur, das darf man nicht gegeneinander ausspielen!)
Abg. Broukal: Die Erhöhung sind 25 Millionen, davon ist 1 Million die Leistungskomponente!
worden, und davon ist 1 Million ...!) Ich frage mich wirklich – und ich habe es im Ausschuss auch schon gefragt –: Ist es so, dass das eure grundsätzliche Anschauung geworden ist? Oder habt ihr euch nur gegenüber der ÖVP nicht durchgesetzt? (Abg. Broukal: Die Erhöhung sind 25 Millionen, davon ist 1 Million die Leistungskomponente!)
Abg. Broukal: Aber wenn Sie darauf warten, dass die SPÖ sagt, wir sind gegen die Leistung, dann haben Sie sich geirrt!
Das ist das, worauf ihr mir keine Antwort gegeben habt, da warte ich noch immer auf die Antwort. (Abg. Broukal: Aber wenn Sie darauf warten, dass die SPÖ sagt, wir sind gegen die Leistung, dann haben Sie sich geirrt!) – Nein, nein, das habe ich nicht gesagt, sondern es ist immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit. (Abg. Broukal: Das ist Ihre Sicht! Wir sind auch der Meinung ...!) – Jetzt leuchtet schon das Lamperl, und ich habe versprochen, dass ich kürzer rede. (Abg. Broukal: 1 Million von 25 Millionen! 4 Prozent!)
Abg. Broukal: Das ist Ihre Sicht! Wir sind auch der Meinung ...!
Das ist das, worauf ihr mir keine Antwort gegeben habt, da warte ich noch immer auf die Antwort. (Abg. Broukal: Aber wenn Sie darauf warten, dass die SPÖ sagt, wir sind gegen die Leistung, dann haben Sie sich geirrt!) – Nein, nein, das habe ich nicht gesagt, sondern es ist immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit. (Abg. Broukal: Das ist Ihre Sicht! Wir sind auch der Meinung ...!) – Jetzt leuchtet schon das Lamperl, und ich habe versprochen, dass ich kürzer rede. (Abg. Broukal: 1 Million von 25 Millionen! 4 Prozent!)
Abg. Broukal: 1 Million von 25 Millionen! 4 Prozent!
Das ist das, worauf ihr mir keine Antwort gegeben habt, da warte ich noch immer auf die Antwort. (Abg. Broukal: Aber wenn Sie darauf warten, dass die SPÖ sagt, wir sind gegen die Leistung, dann haben Sie sich geirrt!) – Nein, nein, das habe ich nicht gesagt, sondern es ist immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit. (Abg. Broukal: Das ist Ihre Sicht! Wir sind auch der Meinung ...!) – Jetzt leuchtet schon das Lamperl, und ich habe versprochen, dass ich kürzer rede. (Abg. Broukal: 1 Million von 25 Millionen! 4 Prozent!)
Beifall bei den Grünen.
Insgesamt kann ich nur sagen, es ist wie im Fußball, wenn man nur mit 2 : 0 aufsteigen könnte, die Mannschaft mit einem 1 : 0 nach Hause kommt und der Masseur Broukal sagt: Wenigstens haben wir nicht verloren. Ich kann nur sagen: Das stimmt! Den Sekt lassen wir diesmal im Kühlschrank; vielleicht beim nächsten Mal. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich möchte an dieser Stelle auch Josef Broukal ausdrücklich hervorheben, weil ihm diese Verbesserung in den Verhandlungen mit der ÖVP gelungen ist. Kollege Zinggl, es stimmt schlicht und einfach nicht, dass Josef Broukal gesagt hätte, es ist zumindest keine Verschlechterung. Er hat immer gesagt, es ist eine grundsätzliche Verbesserung, und vor allem ist es das Credo von uns, dass wir nie wieder sieben Jahre auf eine weitere Erhöhung warten wollen, sondern dies schneller vorantreiben wollen. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke auch, dass das Gesetz kein starres Konstrukt ist, sondern dass es ein laufender Prozess ist. Wir müssen und wir werden uns die Verwaltungspraxis ganz genau ansehen. Sollten sich Härtefälle mehren, dann müssen wir dies in der nächsten Novelle berücksichtigen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl
Ich frage mich schon, wieso man sich da nicht in Brüssel stark macht und versucht, einen Finanzausgleich zuwege zu bringen (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl), weil ja an sich auch die Quotenregelung nicht EU-konform wäre, aber Sie das als fast einzigen Erfolg durchgebracht haben. Wieso kämpfen wir da nicht weiter? – Schauen wir, dass wir zusätzliches, frisches Geld nach Österreich bringen, dass wir neue Studienplätze schaffen und damit einfach mehr Studienplätze für unsere Studenten anbieten könnten! Da vermisse ich überhaupt jeden Ansatz, aber das muss möglich sein.
Beifall bei der FPÖ.
Daher vermisse ich jegliches Engagement in diese Richtung. Da müssen wir kämpfen, dass wir diese Kosten, 30 000 € pro deutschem Studenten zum Beispiel, hereinbringen, um weitere Studienplätze für unsere ausgeschlossenen österreichischen Studierenden zu finden. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Wir haben kein Problem! Die nicht zugehört haben, haben ein Problem! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Hauser! Das Problem, das Sie zum Beispiel mit den Medizinstudenten haben, ist, dass das schon ein bisschen eine Milchmädchenrechnung ist. (Abg. Dr. Graf: Wir haben kein Problem! Die nicht zugehört haben, haben ein Problem! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Graf: Das stimmt nicht ...!
Dies hat zur Folge, dass an anderen, viel größeren Universitätskliniken, in viel größeren Städten, wo die Forscher an mehreren Kliniken zugleich und zeitgleich ein Projekt machen können, große Teams Punkte sammeln, sich gegenseitig oft die Arbeiten schreiben, was wiederum zur Folge hat, dass wir in Österreich überproportional viele deutsche Professoren mit formell viel mehr Forschungspunkten, als die Österreicher sie haben, an den Universitäten haben. (Abg. Dr. Graf: Das stimmt nicht ...!) Ich glaube, dass es aus diesem Grund nicht nur um das Studium selbst geht und dass man da weiterdenken muss.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Broukal.
Deswegen finde ich gerade diesen Punkt sehr wichtig, und auch, dass es jetzt eine Ausweitung der Leistungsstipendien gibt. Denn auf der Universität darf sich Leistung auch lohnen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Broukal.)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Damit Sie, Herr Kollege Broukal, sich über mich nicht so aufregen müssen wie im Ausschuss, werde ich gleich vorweg sagen ... (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Er hat sich aber sehr aufgeregt, tut mir leid.
Abg. Broukal: Und jetzt kommt das große Aber!
Ich wollte sagen, dass die Novelle einige Verbesserungen beinhaltet beziehungsweise einige Verbesserungen für Studierende bringen wird. Ja, gut. (Abg. Broukal: Und jetzt kommt das große Aber!) – Ja, es tut mir leid. Es tut mir leid!
Abg. Mag. Hakl: Der Leistungsaspekt ist auch besonders wichtig!
Fakt zwei: Die anteilsmäßig größte budgetäre Aufstockung erfolgt bei den Leistungsstipendien, die sozial nicht wirksam sind. (Abg. Mag. Hakl: Der Leistungsaspekt ist auch besonders wichtig!) Kollege Zinggl hat das ausführlich erläutert, deshalb mache ich das hier jetzt nicht noch einmal.
Abg. Broukal: Bitte!
Jetzt wird es ein bisschen trocken, tut mir leid, aber ich finde, die Valorisierung ist ein ganz zentraler Punkt. Deshalb muss ich kurz die Grundzüge der Berechnung der Studienbeihilfe erläutern. (Abg. Broukal: Bitte!) Angefangen wird immer damit: Wie hoch ist das Einkommen der Eltern? Und dann wird geschaut, wie viele Personen im Haushalt von diesem Einkommen leben müssen. Dementsprechend wird dann die zumutbare Unterhaltsleistung der Eltern für das studierende Kind ermittelt – zumutbare Unterhaltsleistung. Wir haben dann als Einheit das Höchststipendium; dieses minus der zumutbaren Unterhaltsleistung ist dann in etwa, verkürzt gesagt, die ausbezahlte Studienförderung. Ich hoffe, so weit ist das jetzt klar.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Graf.
Jetzt gibt es aber folgendes Problem: Das Einkommen der Eltern steigt jährlich kontinuierlich an, sagen wir, inflationsangepasst durch das Ergebnis der Lohnverhandlungen. Die Familie wird dadurch also keinesfalls reicher, aber der Studierende hat ein massives finanzielles Problem, weil durch dieses Berechnungssystem seine Studienbeihilfe trotzdem sukzessive immer weniger wird. Die einzige Möglichkeit, dieses Auseinanderklaffen zu verhindern, ist, die Inflationsbereinigung in das Studienförderungsgesetz aufzunehmen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Graf.)
Abg. Dr. Brinek: Die bekommen ohnehin ein Höchststipendium!
Deshalb haben wir ja auch beantragt, dass es unbedingt eine jährliche Valorisierung der Bemessungsgrundlage für die Unterhaltsleistung, der Freibeträge und der Höchststudienbeihilfe braucht. Herr Kollege Broukal hat mir bei unserer intensiven Auseinandersetzung im Ausschuss erklärt, dass diese Novelle das ohnehin vorsieht, aber, Herr Kollege Broukal, ich habe es mir 117 000 Mal angeschaut: Ihre eigene Novelle, § 31, es gibt keine Steigerung der Bemessungsgrundlage bei der untersten Einkommensgruppe. (Abg. Dr. Brinek: Die bekommen ohnehin ein Höchststipendium!) Es gibt keine Steigerung der Bemessungsgrundlage bei der zweiten Einkommensgruppe, sondern erst bei den mittleren. (Abg. Broukal: Die anderen bekommen das Höchststipendium!)
Abg. Broukal: Die anderen bekommen das Höchststipendium!
Deshalb haben wir ja auch beantragt, dass es unbedingt eine jährliche Valorisierung der Bemessungsgrundlage für die Unterhaltsleistung, der Freibeträge und der Höchststudienbeihilfe braucht. Herr Kollege Broukal hat mir bei unserer intensiven Auseinandersetzung im Ausschuss erklärt, dass diese Novelle das ohnehin vorsieht, aber, Herr Kollege Broukal, ich habe es mir 117 000 Mal angeschaut: Ihre eigene Novelle, § 31, es gibt keine Steigerung der Bemessungsgrundlage bei der untersten Einkommensgruppe. (Abg. Dr. Brinek: Die bekommen ohnehin ein Höchststipendium!) Es gibt keine Steigerung der Bemessungsgrundlage bei der zweiten Einkommensgruppe, sondern erst bei den mittleren. (Abg. Broukal: Die anderen bekommen das Höchststipendium!)
Abg. Broukal: Entscheidend ist doch die Stipendienhöhe!
Jetzt zeige ich es Ihnen! Es geht doch um die Unterhaltsleistung, um die zumutbare Unterhaltsleistung. (Abg. Broukal: Entscheidend ist doch die Stipendienhöhe!) Nein, es geht um die Unterhaltsleistung! Ich erkläre es Ihnen gerne nachher noch einmal. Jetzt habe ich es schon so intensiv versucht, aber offensichtlich reicht das nicht, okay. Studierende aus sozial benachteiligten Familien sind durch diese Novelle nicht gleich begünstigt wie Studierende aus Familien, die mehr verdienen. Das ist einfach so, wir können es gerne nachher noch einmal im Detail durchgehen.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Der einzige Ausweg wäre die Anhebung der Höchststudienbeihilfe, eine automatische jährliche Valorisierung. Herr Kollege Broukal! Ich muss es auch jetzt wiederholen: Ich hoffe, dass die vielen konstruktiven Anregungen, die Sie mir ja zugebilligt haben, wirklich bei der nächsten Novelle einfließen werden. Sie sagen immer, Sie wollen unsere Vorschläge berücksichtigen, Sie laden uns zu Gesprächen ein, aber es geschieht nichts. Ich hoffe, dass die nächste Novelle in unserem Sinn dann wirklich eine sein wird, der ich auch mit vollem Herzen zustimmen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Broukal: Wirklich? Hört! Hört!
Herr Abgeordneter Graf! Wir haben schon viele Stunden über andere Bereiche diskutiert, für die Sie Zugangsbeschränkungen befürworten. In allen Bereichen der Schule, von der Grundschule bis zur Mittelschule, im Sekundarbereich, überall soll es Aufnahmsprüfungen geben. (Abg. Broukal: Wirklich? Hört! Hört!) Da waren Sie immer derjenige, der gegen den freien Zugang war, und jetzt plötzlich, wo wir eine allgemein akzeptable Lösung haben, wollen Sie eine andere. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Das stimmt ja gar nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Das stimmt ja gar nicht!
Herr Abgeordneter Graf! Wir haben schon viele Stunden über andere Bereiche diskutiert, für die Sie Zugangsbeschränkungen befürworten. In allen Bereichen der Schule, von der Grundschule bis zur Mittelschule, im Sekundarbereich, überall soll es Aufnahmsprüfungen geben. (Abg. Broukal: Wirklich? Hört! Hört!) Da waren Sie immer derjenige, der gegen den freien Zugang war, und jetzt plötzlich, wo wir eine allgemein akzeptable Lösung haben, wollen Sie eine andere. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Das stimmt ja gar nicht!)
Abg. Dr. Graf: Genau!
liche genau diesen Antrag hier eingebracht. Es gab eine namentliche Abstimmung, und auch Sie, Herr Kollege Broukal, haben nicht für die Abschaffung der Studiengebühren gestimmt. (Abg. Dr. Graf: Genau!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Broukal: In den Monaten vor der Koalitionsbildung, in denen die Abschaffung möglich gewesen wäre, haben Sie es abgelehnt!
Auch die Grünen haben im selben Zeitraum einen ähnlich lautenden Antrag auf Abschaffung der Studiengebühren eingebracht, der ebenfalls namentlich abgestimmt wurde, und auch da haben Sie dagegen gestimmt. Sagen Sie also nicht immer hier von diesem Rednerpult aus, die anderen seien schuld, dass es die Studiengebühren noch gibt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Broukal: In den Monaten vor der Koalitionsbildung, in denen die Abschaffung möglich gewesen wäre, haben Sie es abgelehnt!)
Beifall bei der FPÖ.
Ein Zweites haben Sie gesagt, das nicht stimmt, und zwar: Jetzt gibt es keine Wartezeiten mehr. – Schauen Sie doch einmal auf die Zahnmedizinische Universität! Natürlich gibt es nach wie vor Wartezeiten für die Studenten, im Gegensatz zu den Privatuniversitäten, dort gibt es sie nicht. Sie nehmen es jedoch in Kauf, dass Inländer ins Ausland gehen müssen, dass in Ungarn, in der Slowakei Privatuniversitäten vollgefüllt sind mit österreichischen Studenten. Das nehmen Sie in Kauf! Da läuft viel, viel Geld hinaus. Wir könnten das im eigenen Land ganz gut gebrauchen. Wir könnten auch die Jugendlichen hier im eigenen Land gut gebrauchen und ausbilden. Ich sage Ihnen: Wenn Österreich ein solch reiches Land ist, wie Sie uns immer suggerieren, dann können wir es uns auch leisten, dass hier alle studieren dürfen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie schon solche Zugangsprüfungen machen wollen, dann sollten Sie zumindest einmal schauen, dass sie zumindest an unser Schulsystem angepasst sind. Wir fordern weiterhin den freien Hochschulzugang für alle, und dazu stehen wir! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Das war bei der Abstimmung nicht der Fall! – Abg. Riepl: Sehr entlarvend!
Wahr ist vielmehr, dass die FPÖ beantragt hat, die einheitlichen, bundesstaatlich für alle Universitäten vorgegebenen Studiengebühren abzuschaffen und dafür den Universitäten das Recht zu geben, individuell und auch höhere Studiengebühren zu verlangen, als sie derzeit vorgeschrieben sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Das war bei der Abstimmung nicht der Fall! – Abg. Riepl: Sehr entlarvend!)
Abg. Mag. Schatz: Das Problem dabei ist allerdings, dass man, wenn man nebenbei arbeiten muss, die Leistung so nicht bringen kann!
Abgeordneter Mag. Peter Eisenschenk (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Da an dieser Stelle mehrfach die Leistungsstipendien kritisiert wurden: Natürlich ist die 25-prozentige Erhöhung ein deutliches gesellschaftliches Zeichen für die Leistungsträger an den österreichischen Universitäten. Das Interesse an einer nachhaltigen und effizienten Leistungssteigerung Österreichs soll auch belohnt werden. (Abg. Mag. Schatz: Das Problem dabei ist allerdings, dass man, wenn man nebenbei arbeiten muss, die Leistung so nicht bringen kann!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte auch Herrn Minister Hahn danken, denn er ist mit Sicherheit auch ein Leistungsträger in dieser Regierung, unterstützt er doch voll die Studienförderung und nutzt dieses Instrument sehr erfolgreich. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Pfeffer und Broukal.
ausgeglichen sein. Es ist doch beruhigend, zu wissen, meine sehr verehrten Damen und Herren: Dank der Schwarzen braucht kein Student schwarzzufahren. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Pfeffer und Broukal.)
Beifall bei der SPÖ.
Punkt zwei: 4 Prozent Gesamtanteil Begabtenstipendien. Ich sage Ihnen in aller Kürze und auch aus persönlicher Betroffenheit: Ich war eine – so lange gibt es dieses Leistungsstipendium schon –, die davon profitiert hat. Wissen Sie, warum? Ich musste vorher daneben berufstätig sein und mir mein Geld dazuverdienen. Dann bekam ich das Leistungsstipendium und wurde dadurch schneller mit dem Studium fertig. Das war auch sozial und gerecht, und das gilt auch für heutige Studenten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich würde Sie bitten, das auch in der Frage der Familienbeihilfe zu tun, weil ich in Erfahrung gebracht habe, dass die Anspruchsberechtigungsnachweise in vielen Finanzämtern unterschiedlich gehandhabt werden. Das wäre eine kurze Information und würde viel zur Erleichterung des Zugangs beitragen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
ändern können. An den Handlungen muss man das prüfen, und nicht an dem, was hier gesagt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Das steht im ÖVP-Programm!
Das Zweite: Bei aller Freude über diese gemeinsame und, so glaube ich, sehr große Studienförderungsgesetznovelle ist es doch notwendig, die Geschichte nicht ganz zu vergessen, die Geschichte jener Jahre, in denen es für die Studierenden keine Erhöhungen gegeben hat, seit 1999. Wir haben in dieser Zeit hier herinnen einige Anträge gestellt und darauf hingewiesen, dass die Studienbeihilfen immer weniger wert werden. Abgeordnete, die sich heute über diese Erhöhung freuen, haben damals unsere Anträge abgelehnt. Das war keine gute Zeit für die Universitäten, und es war höchst an der Zeit, dass sich durch die Regierungsbeteiligung der SPÖ und durch dieses Wahlergebnis etwas geändert hat für die Universitäten. (Abg. Dr. Brinek: Das steht im ÖVP-Programm!) – Nein, Gertrude, auch du hast diese Anträge damals abgelehnt. (Abg. Dr. Brinek: Das steht im ÖVP-Programm!) Das darf und muss auch gesagt werden, weil ihr jetzt gar so tut, als wäre das eure Erfindung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Das steht im ÖVP-Programm!
Das Zweite: Bei aller Freude über diese gemeinsame und, so glaube ich, sehr große Studienförderungsgesetznovelle ist es doch notwendig, die Geschichte nicht ganz zu vergessen, die Geschichte jener Jahre, in denen es für die Studierenden keine Erhöhungen gegeben hat, seit 1999. Wir haben in dieser Zeit hier herinnen einige Anträge gestellt und darauf hingewiesen, dass die Studienbeihilfen immer weniger wert werden. Abgeordnete, die sich heute über diese Erhöhung freuen, haben damals unsere Anträge abgelehnt. Das war keine gute Zeit für die Universitäten, und es war höchst an der Zeit, dass sich durch die Regierungsbeteiligung der SPÖ und durch dieses Wahlergebnis etwas geändert hat für die Universitäten. (Abg. Dr. Brinek: Das steht im ÖVP-Programm!) – Nein, Gertrude, auch du hast diese Anträge damals abgelehnt. (Abg. Dr. Brinek: Das steht im ÖVP-Programm!) Das darf und muss auch gesagt werden, weil ihr jetzt gar so tut, als wäre das eure Erfindung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Zweite: Bei aller Freude über diese gemeinsame und, so glaube ich, sehr große Studienförderungsgesetznovelle ist es doch notwendig, die Geschichte nicht ganz zu vergessen, die Geschichte jener Jahre, in denen es für die Studierenden keine Erhöhungen gegeben hat, seit 1999. Wir haben in dieser Zeit hier herinnen einige Anträge gestellt und darauf hingewiesen, dass die Studienbeihilfen immer weniger wert werden. Abgeordnete, die sich heute über diese Erhöhung freuen, haben damals unsere Anträge abgelehnt. Das war keine gute Zeit für die Universitäten, und es war höchst an der Zeit, dass sich durch die Regierungsbeteiligung der SPÖ und durch dieses Wahlergebnis etwas geändert hat für die Universitäten. (Abg. Dr. Brinek: Das steht im ÖVP-Programm!) – Nein, Gertrude, auch du hast diese Anträge damals abgelehnt. (Abg. Dr. Brinek: Das steht im ÖVP-Programm!) Das darf und muss auch gesagt werden, weil ihr jetzt gar so tut, als wäre das eure Erfindung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die anderen Punkte, dass das jetzt für die Studierenden ab Herbst automatisch aufgerechnet wird oder das Mobilitätsstipendium oder auch der Punkt, dass die Mindestgrenze herabgesetzt wurde, ab der man überhaupt noch eine Beihilfe bekommt, all das sind viele, viele Verbesserungen für die Studierenden. Es ist das eine große Reform, vor allem aber eine Reform mit einer sozialen Handschrift, für die wir stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Broukal: Zum Beispiel auch der Herr Bundeskanzler! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Wenn sich hier die FPÖ in Gestalt von Herrn Mag. Hauser, der mir aufgefallen ist, herstellt und sagt, dann muss man eben schauen, um ihn wörtlich zu zitieren, woher man „die Marie“ – das Geld – bekommt, der Minister hätte eben in Brüssel streiten sollen, möchte ich Folgendes dazu sagen: Erstens möchte ich mich auf das Niveau dieser Diktion gar nicht begeben, und zweitens: Wer war es denn außer Bundesminister Hahn, der dafür gesorgt hat, dass österreichische Studierende hier auch ein Vorrecht haben, um eine Ausbildung in Österreich beginnen und abschließen zu können? (Abg. Broukal: Zum Beispiel auch der Herr Bundeskanzler! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Das war er, und das ist unser Erfolg. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn sich hier die FPÖ in Gestalt von Herrn Mag. Hauser, der mir aufgefallen ist, herstellt und sagt, dann muss man eben schauen, um ihn wörtlich zu zitieren, woher man „die Marie“ – das Geld – bekommt, der Minister hätte eben in Brüssel streiten sollen, möchte ich Folgendes dazu sagen: Erstens möchte ich mich auf das Niveau dieser Diktion gar nicht begeben, und zweitens: Wer war es denn außer Bundesminister Hahn, der dafür gesorgt hat, dass österreichische Studierende hier auch ein Vorrecht haben, um eine Ausbildung in Österreich beginnen und abschließen zu können? (Abg. Broukal: Zum Beispiel auch der Herr Bundeskanzler! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Das war er, und das ist unser Erfolg. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: O ja! Alle, die nicht zugelassen werden! – Zwischenruf des Abg. Broukal.
wie auch immer, muss ich sagen, es gibt niemanden in Österreich, der aus sozialen Gründen nicht studieren kann. (Abg. Dr. Graf: O ja! Alle, die nicht zugelassen werden! – Zwischenruf des Abg. Broukal.) – Jeder Fünfte bekommt die Studiengebühren zurück, und jetzt haben wir die Studienförderung erhöht! (Abg. Dr. Graf: ... Wurstsemmel! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Dr. Graf: ... Wurstsemmel! Das ist ja unglaublich!
wie auch immer, muss ich sagen, es gibt niemanden in Österreich, der aus sozialen Gründen nicht studieren kann. (Abg. Dr. Graf: O ja! Alle, die nicht zugelassen werden! – Zwischenruf des Abg. Broukal.) – Jeder Fünfte bekommt die Studiengebühren zurück, und jetzt haben wir die Studienförderung erhöht! (Abg. Dr. Graf: ... Wurstsemmel! Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich meine, wenn es hier darum geht, wieder alte Konflikte zu schüren, und man dadurch versucht, auf populistische Art Wählerstimmen zu generieren, dann sind gerade die Studierenden, die sehr kritisch sind, die falsche Klientel, sie werden nicht darauf hereinfallen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Ganz im Gegenteil, muss man dem Herrn Bundesminister hier aus der Sicht der Studierenden für diese Initiative Danke sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich meine, wenn es hier darum geht, wieder alte Konflikte zu schüren, und man dadurch versucht, auf populistische Art Wählerstimmen zu generieren, dann sind gerade die Studierenden, die sehr kritisch sind, die falsche Klientel, sie werden nicht darauf hereinfallen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Ganz im Gegenteil, muss man dem Herrn Bundesminister hier aus der Sicht der Studierenden für diese Initiative Danke sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es war wichtig, dass wir diese Lücke im Interesse der leistungsfähigen Jugend geschlossen haben, und ich möchte es nicht verabsäumen, mich hier bei dir persönlich für diese Initiative zu bedanken. Dies ist ein Signal an die leistungswillige Jugend. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Natürlich freue ich mich auch über die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit Mazedonien. Der Honorarkonsul der Republik Mazedonien, Willi Rieder, freut sich ebenfalls, soll ich ausrichten. Und auch hier gibt es, glaube ich, sehr interessante Potenziale für unsere Forschungs- und Technologieszene. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Ja, eben!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Bundesminister! Im Prinzip sind alle Abkommen Österreichs mit anderen Staaten vernünftig, wenn es internationale Kooperationen sind und wenn sie beiden Teilen etwas bringen – vielleicht aber auch, wenn sie nur einem Teil etwas bringen, wenn ich an die Entwicklungszusammenarbeit denke. (Abg. Dr. Brinek: Ja, eben!) – Und da habe ich schon ein kurzes Beispiel.
Abg. Scheibner: Wenn es ein Linker ist, ist alles in Ordnung!
Die Begründung, dass die Mongolei eine nette Oase ist, die Frau Gehrer sehr gut gefallen hat, mag ja liebenswert sein, aber ich weiß auch, dass der dortige Regierungschef – ich bin mir nicht sicher, ob er demokratisch gewählt wurde, ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren; manche sagen, es sei dort sehr heikel – „Don Giovanni“ liebt. Dass dann alle aus Österreich zur „Don Giovanni“-Aufführung in die Mongolei fahren, mag nett und hübsch sein, nur hätte ich es gerne, dass diese Verträge, wenn man sie macht, einmal evaluiert werden. (Abg. Scheibner: Wenn es ein Linker ist, ist alles in Ordnung!)
Beifall bei den Grünen.
Bezüglich all der Ost-, Südostasien-Kooperationen haben einige Unis gesagt, dass da ganz wunderschöne Ausflüge gemacht werden und sehr viel Geld „verbraten“ wird, wobei man eigentlich nicht wirklich weiß, was dabei herauskommt. Wenn Sie sich das einmal anschauen würden, wäre das gut. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Broukal.
Daher ist dieser Staatsvertrag aufs Äußerste zu begrüßen. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Broukal.)
Beifall beim BZÖ.
Sowohl das Abkommen zwischen Österreich und der Republik Italien über die gegenseitige Anerkennung akademischer Grade und Titel als auch das Abkommen mit der Mongolei betreffend die gegenseitige Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich und zu guter Letzt auch das Abkommen mit der Republik Mazedonien über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit sind natürlich auch von Seiten des BZÖ uneingeschränkt zu unterstützen. – Somit danke ich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Neugebauer – in Richtung des auf der Regierungsbank Platz nehmenden Staatssekretärs Dr. Lopatka –: Grüß Gott, Herr Staatssekretär! Alles Gute zum Geburtstag!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gelangen nun zum 15. Punkt der Tagesordnung. (Abg. Neugebauer – in Richtung des auf der Regierungsbank Platz nehmenden Staatssekretärs Dr. Lopatka –: Grüß Gott, Herr Staatssekretär! Alles Gute zum Geburtstag!)
Beifall bei der SPÖ.
Aber auch Firmen wie Löffler aus Ried im Innkreis oder die Firma Tatonka engagieren sich für den Artenschutz gefährdeter Tiergattungen, wie zum Beispiel den Polarfuchs, investieren in den Produktionsländern Geld in den Umweltschutz, sichern mit finanziellen Mitteln soziale Standards und garantieren in den jeweiligen Produktionsstätten, dass Kinderarbeit für sie nicht in Frage kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jedenfalls ist sehr erfreulich, dass dieser Antrag hier im Plenum gemeinsam beschlossen werden kann. Ich danke dafür, und ich darf Sie alle einladen, aktiv für überprüfbare Nachhaltigkeitskriterien bei der Produktion von Sportbekleidung einzutreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich denke, die österreichischen Sportverbände geben diesen nachhaltig produzierten Produkten den Vorzug, und deshalb ist es erfreulich, dass auch die österreichische Mannschaft bei den Olympischen Spielen nur mit solchen Produkten ausgerüstet ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe, dieser Antrag wird dazu beitragen, dass es auch im Bereich der Sportartikelhersteller mehr Gerechtigkeit gibt und dass es, wie gesagt, im nächsten oder übernächsten Sportausschuss von Ihnen, Herr Staatssekretär, einen Bericht darüber geben wird, was Sie hoffentlich mit den Firmen und mit dem IOC – oder wahrscheinlich zuerst mit dem ÖOC – verhandeln konnten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Man weiß ja, dass 80 Prozent der Fußbälle aus Pakistan stammen, wo sie durch Kinderarbeit hergestellt werden. Fünf- bis Zwölfjährige nähen dort in mühsamer Handarbeit die Fußbälle zusammen. Auch jene Ausstatterfirmen, die für die Fußball-Europameisterschaft ausgewählt wurden, lassen ihre Sportgeräte in Pakistan herstellen. Es wäre also auch ein entsprechendes Zeichen, das von Österreich ausgehend auf die gesamte Welt ausstrahlt, wenn man sagen kann, die Fußbälle der Europameisterschaft in Österreich haben ein Fair-Trade-Gütesiegel. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Sie ist nicht da!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gelangt nun Frau Abgeordnete Bayr. (Ruf bei der SPÖ: Sie ist nicht da!) – Sie ist nicht anwesend. Dann gelangt als Nächster zu Wort Herr Staatssekretär Dr. Lopatka. – Bitte.
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Bayr ist schon schlafen gegangen, vielleicht solltet ihr sie wecken! – Abg. Heinisch-Hosek: Wo waren denn Sie den ganzen Tag?
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Reinhold Lopatka: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich hätte gerne nach der Frau Abgeordneten Bayr gesprochen, weil sie an diesem Antrag ja auch maßgeblich beteiligt ist. Leider ist das nicht möglich. Daher darf ich nur mit wenigen Sätzen direkt auf die Abgeordnete Lunacek (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Bayr ist schon schlafen gegangen, vielleicht solltet ihr sie wecken! – Abg. Heinisch-Hosek: Wo waren denn Sie den ganzen Tag?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
tragen, große Vorbilder sein. In diesem Sinne: Sie werden den Bericht bekommen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Franz Glaser (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Sport und Entwicklungszusammenarbeit ist ein sehr zwiespältiges Kapitel. Einerseits ist es so, dass uns gerade Entwicklungsländer oft mit ihrem sportlichen Leistungspotential überraschen, beziehungsweise ist Sport gerade bei Kindern in Entwicklungsländern ein Türöffner. Der Herr Staatssekretär unterstützt viele Projekte, in deren Rahmen Kinder in Entwicklungsländern über den Sport zu Bildung kommen. Ich möchte ihm dafür sehr herzlich danken und ihm gleichzeitig zu seinem Geburtstag gratulieren, welcher, glaube ich, vor zwei Tagen stattgefunden hat. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deswegen gibt es eben diesen Antrag – auch in Hinblick darauf, dass wir jetzt kurz vor der EM stehen und darauf aufmerksam machen wollen, dass nicht alles eitel Wonne ist, sondern es in den Billiglohnländern bei der Herstellung von Ausrüstungsprodukten für den Sport große Probleme gibt. Wir fordern die Regierung auf, mit den Sportartikelherstellern und -händlern diesbezüglich ernsthaft zu reden, damit Standards eingehalten werden. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Bereits bei den letzten Olympischen Sommerspielen in Athen wurden aufgrund von Unterschriftensammlungen internationale und nationale Komitees aufgefordert, auf die Sportausstatter einzuwirken – zum Teil mit Erfolg. Firmen zeigten sich einsichtig, aber leider zogen nicht alle mit. Deshalb treten wir dafür ein, dass eben die Einkleidung und die Ausstattung der österreichischen Athleten jetzt und auch für die Zukunft unter Einhaltung aller überprüfbaren Nachhaltigkeitskriterien erfolgt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Dafür, meine Damen und Herren, kommen sportliche Großereignisse wie die EM 2008 und die Olympischen Spiele unter Einsatz namhafter Sportler und Teams gerade recht. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Meine Damen und Herren! In diesem Zusammenhang ein herzliches Danke den Verantwortungsträgern in der Bundesregierung, besonders Dr. Reinhold Lopatka, dem ich besonders zum goldenen UEFA-Abzeichen herzlich gratuliere, das er vor wenigen Tagen bekommen hat. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.) Das hängt nicht mit seinem Geburtstag zusammen, sondern vor allem mit seinen wertvollen Verdiensten um den Sport. – Es lebe der Sport! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! In diesem Zusammenhang ein herzliches Danke den Verantwortungsträgern in der Bundesregierung, besonders Dr. Reinhold Lopatka, dem ich besonders zum goldenen UEFA-Abzeichen herzlich gratuliere, das er vor wenigen Tagen bekommen hat. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler.) Das hängt nicht mit seinem Geburtstag zusammen, sondern vor allem mit seinen wertvollen Verdiensten um den Sport. – Es lebe der Sport! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber nicht!
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Herr Präsident! (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber nicht!) – Und ob! Man kann sich einfach melden. So geht das. – Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe vor einigen Jahren die Gelegenheit gehabt, mir bei einer Reise der Frauensolidarität unter anderem gemeinsam mit Christine Marek anzuschauen, wie die Situation von Frauen in der Textilbranche in Indien ist, die dort nähen, wo von einem geregelten Arbeitstag keine Rede sein kann, wo Kinderarbeit an der Tagesordnung steht, wo es unbezahlte Überstunden en masse gibt, wo es überhaupt keinen Arbeitnehmerschutz gibt – zum Beispiel beim Färben der Textilien – und wo von adäquater Bezahlung auch keine Rede sein kann.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, wir sollten gemeinsam – und es ist schön, dass es ein Fünf-Parteien-Antrag geworden ist – politischen Druck aufbauen und Bewusstsein dafür schaffen, dass auch im Olympischen Comité, auch in der FIFA, im ÖFB und so weiter der Leitsatz gilt, dass Fair Play natürlich für alle gefragt ist. Wenn wir Ja zu Anti-Doping-Maßnahmen für unsere Spitzensportler sagen – was wir natürlich tun sollen –, dann müssen wir auch Ja zu Anti-Dumping-Maßnahmen für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in der Dritten Welt sagen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Die WHO empfiehlt als absolutes Minimum für einen Erwachsenen 30 Minuten qualifizierte Bewegung täglich. Das absolute Minimum für Kinder sind 60 Minuten Bewegung täglich. Uns das zum Ziel zu setzen und so dem Weißbuch folgend daran zu arbeiten, dass das auch in Österreich wahr wird und eine dieser Vorgaben auch in der Zukunft befolgt werden kann, soll nicht nur Aufgabe der Bundesregierung, sondern der gesamten Sport-Community sein. Alle Verbände sind aufgefordert, mitzudenken und mitzuarbeiten. Ich nehme an, Sie alle, geschätzte Damen und Herren, werden dazu Ihre Zustimmung geben können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
In dieser Hinsicht möchten wir, dass alle engagierten Menschen weiter in den Sportvereinen ihre Basis haben. Sie leisten einen tollen Beitrag für ein sportliches und gesundes Österreich. Dafür ein herzliches Dankeschön! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Riepl: Das hab ich mir gedacht!
Auf der anderen Seite mag ich die Harmonie dann schon ein bisschen stören (Abg. Riepl: Das hab ich mir gedacht!), wenn wir glauben, dass wir einander mit unseren Stehsätzen gegenseitig immer weiter irgendwo „hinbeamen“.
Zwischenrufe. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Aber wenn wir so funktionieren, dass auf einer Abfahrtsstrecke von fünf Kilometern derjenige, der um drei Hundertstel schneller ist als der andere, der Erste ist, und derjenige, der drei Hundertstel hinten ist, womöglich der Vierte ist, und der Erste alles kassiert, der Zweite ein bisschen etwas, der Dritte gerade noch irgendwo Platz hat und der Vierte der letzte Arsch ist in dieser Welt ... (Zwischenrufe. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) – Ja, ist doch so!
Ruf bei der SPÖ: Der letzte „Popo“ ist!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Herr Abgeordneter, ich würde Sie schon bitten, auch nach 23 Uhr eine gepflegtere Ausdrucksweise an den Tag zu legen. – Setzen Sie bitte fort! (Ruf bei der SPÖ: Der letzte „Popo“ ist!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Der Letzte gehört gefördert!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Schauen Sie, so wird ja auf den Sportstätten und auf den Zuschauerrängen gesprochen, da werden wir das da auch noch aushalten. Solange diese Systematik von der Wirtschaft abwärts bis letztlich auch zur Politik gefördert wird, wo viele von uns bei diesem Schauspiel von den Ehrentribünen heruntergrinsen, solange das so ist, können wir hier Reden halten, wie wir wollen, wenn wir das Problem nicht einmal erkennen, aber noch fest dabei mitsingen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Der Letzte gehört gefördert!)
Beifall bei der FPÖ.
Der zweite Punkt, und zwar Doping, ist auch ganz interessant. Sie können uns jederzeit für einen Kampf gegen das Doping haben. Das ist ganz wichtig und wird auch jeder unterstützen. Ich bitte aber, nicht das Kind mit dem Bad auszuschütten, die Dinge völlig umzudrehen und dann letzten Endes jeden Sportler a priori zu kriminalisieren. Das ist nämlich die Tendenz, in die es in die umgekehrte Richtung geht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie also dem Sport einen Dienst erweisen wollen, dann würde ich Ihnen empfehlen, solche Blödheiten zu unterlassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Wir haben Ja zum Weißbuch gesagt, und wir warten mit Spannung, Herr Staatssekretär, auf die Berichte, die Sie uns vorlegen werden, ob die Empfehlungen der Experten auch umgesetzt wurden. Also Ja zum Weißbuch, Ja zum Berichtswesen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, darauf sollte man auch von dieser Stelle aus aufpassen und darauf Rücksicht nehmen. Die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler sollte auch uns ein Anliegen sein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
sationen tun, damit eben die Bedürfnisse Österreichs mit in dieses Endpapier einfließen, weil Österreich ein Sportland – ein Nummer-eins-Sportland! – in Europa ist, ein Sportveranstaltungsland. – Daher begrüße ich diesen vorliegenden Antrag und stimme ihm sehr gerne zu. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Lutz Weinzinger: Warum brauchen wir die EU für den Sport? Warum braucht man die EU, um den Sport anzuerkennen?!
Ein Satz zum EU-Vertrag: Ich bin froh darüber, dass nach langer, langer Zeit die EU erstmals in einem Verfassungsvertrag den Sport anerkannt hat. Warum froh? – Weil dadurch erstmals die Rechtsgrundlage geschaffen worden ist, dass seitens der EU auch Gelder für den Sport zur Verfügung gestellt werden können. (Abg. Lutz Weinzinger: Warum brauchen wir die EU für den Sport? Warum braucht man die EU, um den Sport anzuerkennen?!) – Bitte melden Sie sich zu Wort! Es ist schon sehr spät. Lassen Sie mir die 3 Minuten ungestört das Wort. – Danke.
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne ist es ein guter Schritt, dass im EU-Vertrag der Sport vorkommt, dass es das Weißbuch gibt, aber der entscheidende Schritt wird sein, was wir daraus machen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne muss man einfach sagen: Herzlichen Dank! Und: Es lebe der Sport! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Oh, die Statistik vom Einwallner!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Einwallner. Ebenfalls 2 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Kollege. (Abg. Dr. Haimbuchner: Oh, die Statistik vom Einwallner!)
Beifall bei der ÖVP.
Aber auch die Nutzung des Potentials des Sports für die soziale Eingliederung, die Integration und die Chancengleichheit ist vorgesehen. Ich glaube, das ist gerade für eine sinnvolle Freizeitgestaltung wichtig. Wenn man heutzutage darüber diskutiert, wie Jugendliche ihre Freizeit gestalten, muss man sagen: Das ist wirklich eine tolle weitere Möglichkeit der Förderung einer sinnvollen Freizeitgestaltung für Jugendliche. Ich glaube, dass Österreich sich mit unserem Sportstaatssekretär hervorragend einbringen wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die ÖVP wird auch zukünftig ein Partner für die Vereine sein, wenn es darum geht, den Vereinen ihre Arbeit zu erleichtern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
des Registers bringen wird. Daher ist diese Novellierung, denke ich, positiv zu bewerten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herzlichen Dank nochmals an den betreffenden Beamten! Wir geben dieser Gesetzesänderung sehr gerne unsere Zustimmung. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Sie waren doch erst dran?! – Abg. Stadler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ja, aber zu einem anderen Thema!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Frau Abgeordnete Stadler ist die nächste Rednerin. 2 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Dr. Graf: Sie waren doch erst dran?! – Abg. Stadler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ja, aber zu einem anderen Thema!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Stadler wendet sich zur Regierungsbank um und reicht Bundesminister Platter die Hand.
Ich bedanke mich bei unserem Bundesminister, der durch seine Initiative wieder einen Schritt zur Verwaltungsvereinfachung und zu mehr Bürgerfreundlichkeit schafft. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Stadler wendet sich zur Regierungsbank um und reicht Bundesminister Platter die Hand.)
Abg. Rosenkranz: Wann, bitte?
Herr Kollege Strache hat heute, glaube ich, mit Recht darauf hingewiesen, dass es in der Zeit von 2000 bis 2006 50 000 Zuwanderer in Österreich gegeben hat. Ich glaube, es bietet sich hier eine ganz gute Möglichkeit ... (Abg. Rosenkranz: Wann, bitte?) –Herr Kollege Strache hat das heute in der Früh gesagt: 50 000 Nettozuwanderung. Gleich beim ersten Tagesordnungspunkt, zu dem er gesprochen hat. (Abg. Rosenkranz: Von wann bis wann?) Ich glaube, 2000 oder was bis 2007 oder so. (Abg. Dr. Haimbuchner: Nein, nein, das muss ganz genau sein!) Ist wurscht. Um diese Zeit streite ich nicht mit Ihnen herum, sonst muss ich meine rare Redezeit auch noch dafür verwenden. (Abg. Ing. Westenthaler: Pro Jahr 50 000, das ist einfacher! – Eigentlich wurscht!)
Abg. Rosenkranz: Von wann bis wann?
Herr Kollege Strache hat heute, glaube ich, mit Recht darauf hingewiesen, dass es in der Zeit von 2000 bis 2006 50 000 Zuwanderer in Österreich gegeben hat. Ich glaube, es bietet sich hier eine ganz gute Möglichkeit ... (Abg. Rosenkranz: Wann, bitte?) –Herr Kollege Strache hat das heute in der Früh gesagt: 50 000 Nettozuwanderung. Gleich beim ersten Tagesordnungspunkt, zu dem er gesprochen hat. (Abg. Rosenkranz: Von wann bis wann?) Ich glaube, 2000 oder was bis 2007 oder so. (Abg. Dr. Haimbuchner: Nein, nein, das muss ganz genau sein!) Ist wurscht. Um diese Zeit streite ich nicht mit Ihnen herum, sonst muss ich meine rare Redezeit auch noch dafür verwenden. (Abg. Ing. Westenthaler: Pro Jahr 50 000, das ist einfacher! – Eigentlich wurscht!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Nein, nein, das muss ganz genau sein!
Herr Kollege Strache hat heute, glaube ich, mit Recht darauf hingewiesen, dass es in der Zeit von 2000 bis 2006 50 000 Zuwanderer in Österreich gegeben hat. Ich glaube, es bietet sich hier eine ganz gute Möglichkeit ... (Abg. Rosenkranz: Wann, bitte?) –Herr Kollege Strache hat das heute in der Früh gesagt: 50 000 Nettozuwanderung. Gleich beim ersten Tagesordnungspunkt, zu dem er gesprochen hat. (Abg. Rosenkranz: Von wann bis wann?) Ich glaube, 2000 oder was bis 2007 oder so. (Abg. Dr. Haimbuchner: Nein, nein, das muss ganz genau sein!) Ist wurscht. Um diese Zeit streite ich nicht mit Ihnen herum, sonst muss ich meine rare Redezeit auch noch dafür verwenden. (Abg. Ing. Westenthaler: Pro Jahr 50 000, das ist einfacher! – Eigentlich wurscht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Pro Jahr 50 000, das ist einfacher! – Eigentlich wurscht!
Herr Kollege Strache hat heute, glaube ich, mit Recht darauf hingewiesen, dass es in der Zeit von 2000 bis 2006 50 000 Zuwanderer in Österreich gegeben hat. Ich glaube, es bietet sich hier eine ganz gute Möglichkeit ... (Abg. Rosenkranz: Wann, bitte?) –Herr Kollege Strache hat das heute in der Früh gesagt: 50 000 Nettozuwanderung. Gleich beim ersten Tagesordnungspunkt, zu dem er gesprochen hat. (Abg. Rosenkranz: Von wann bis wann?) Ich glaube, 2000 oder was bis 2007 oder so. (Abg. Dr. Haimbuchner: Nein, nein, das muss ganz genau sein!) Ist wurscht. Um diese Zeit streite ich nicht mit Ihnen herum, sonst muss ich meine rare Redezeit auch noch dafür verwenden. (Abg. Ing. Westenthaler: Pro Jahr 50 000, das ist einfacher! – Eigentlich wurscht!)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Es ist ganz wichtig, dass wir den Zuwanderern hier in Österreich über die Vereine eine Möglichkeit bieten, sich hier sehr gut zu integrieren. Das ist auch im Integrationsbericht des Herrn Ministers relativ gut herausgekommen. Das ist eine Sache, um die wir uns in Zukunft besonders annehmen wollen, dass wir auch den Zuwanderern über die Vereine die entsprechende Schiene bieten, mit unseren österreichischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Kontakt zu kommen und gegenseitiges Verständnis zu entwickeln, um schließlich auch ein gutes Zusammenleben zu ermöglichen. – Danke schön. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Abfragekriterien werden nun erleichtert beziehungsweise ausgeweitet. Das ist nicht nur einfacher für die Auskunft suchenden Bürger, sondern bringt auch finanzielle Vorteile durch personelle Entlastung. Die Volkspartei steht zu unseren Vereinen und Körperschaften in Österreich und unterstützt diese. Daher werden wir dieser Änderung natürlich zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Innenminister! Ich möchte dir danken für dieses Engagement, dass es vergangenen Juli möglich war, mit Noble, dem Generalsekretär von Interpol, dieses Abkommen zu ratifizieren. Ich glaube, dass dieses Abkommen ein sehr, sehr wichtiger Beitrag im Bereich der Sicherheit ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte es bei dieser Gelegenheit nicht verabsäumen, allen unseren Beamtinnen und Beamten, die in diesem Bereich tätig sind – auf nationaler Ebene, auf europäischer Ebene und auch in den internationalen Organisationen –, sehr herzlich zu danken. Seien wir stolz darauf, und seien wir stolz, dass wir das heute beschließen können! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Rosenkranz. – Sie verzichtet. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Schieder: Es kommt nicht auf die Menge, sondern auf den Inhalt an!
Für alle Wenigredner in diesem Haus, weil ich merke, dass hier einiges passiert: Aufatmen! Es gibt ohnehin keine Stricherlliste mehr. Kommt runter, atmet auf! Seitdem das BZÖ die ersten sieben Ränge in dieser Rangordnung einnimmt, werden keine Stricherllisten mehr veröffentlicht. Also macht euch keine Sorgen! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Schieder: Es kommt nicht auf die Menge, sondern auf den Inhalt an!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Es wurde schon gesagt, ich möchte mich anschließen: Österreich hat großes Interesse an der Ansiedelung der Interpol Anti-Korruptionsakademie. Korruptionsbekämpfung ist ein wichtiger Aspekt der Polizeiarbeit, weil dadurch jene Rechtssicherheit geschaffen wird, ohne die eine gedeihliche Entwicklung von Staaten faktisch unmöglich ist. Auf die künftigen Absolventinnen und Absolventen der Akademie wartet reichliche Arbeit, ein reiches Aufgabenfeld. Die Akademie ist damit ein weiterer wichtiger Schritt der Korruptionsbekämpfung und bildet darüber hinaus eine Plattform, um im polizeilichen Bereich die notwendigen internationalen Beziehungen zur Korruptionsbekämpfung zu schaffen. Auch aus diesem Grund ist die Ansiedelung der Interpol Anti-Korruptionsakademie in Österreich sehr zu begrüßen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Korruption ist ein Thema ohne Grenzen. Wir hier in Österreich brauchen uns nicht zu verstecken, wenn es um dieses Thema geht. Wir liegen bei deren Bekämpfung international und im europäischen Vergleich sehr gut. Aber trotzdem, glaube ich, müssen wir und können wir einen Beitrag dazu leisten, um dieses internationale Thema aufzugreifen, zu bearbeiten und im Sinne der Sicherheit umzusetzen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Ursula Haubner.
Ich möchte mich auch beim Land Niederösterreich für die gute Kooperation bedanken. Ich bin der Überzeugung, dass das eine ganz besondere internationale Einrichtung im Bereich der Sicherheitspolitik sein wird. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Ursula Haubner.)
Beifall bei der SPÖ.
Gleichzeitig müssen wir die Informationsmöglichkeiten für die KonsumentInnen erhöhen und den Einsatz möglichst emissionsarmer Geräte und Toner befördern. Das sind ganz wesentliche Aspekte des heute vorliegenden Entschließungsantrages, den wir hoffentlich gemeinsam beschließen werden. Und dafür darf ich mich als Antragsteller bei allen Unterstützern recht herzlich bedanken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.
Ich hoffe auf Ihre Unterstützung für diesen Antrag, denn wir können nicht genug tun, um mögliche Gesundheitsgefährdungen auszuschließen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Beifall bei den Grünen.
Alles in allem ist der Antrag ein richtiger Ansatz, aber wir wünschen ihn uns in Zukunft etwas konkreter. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister, einen wundervollen guten Abend! Wir beschäftigen uns knapp im Vorfeld der Geisterstunde mit der wichtigen Feinstaubproblematik von Laserdruckern und Kopierern. Und da gibt es, wenn man die Debatte heute beobachtet hat, möglicherweise die Wahrnehmung, dass diese Koalition völlig zerstritten ist. Die einen sagen über die anderen, die liegen in der Hängematte, die tun nichts, die sind faul. Die anderen sind die bösen Blockierer. – Das stimmt alles nicht. Ich liefere Ihnen zwei Beweise dafür, warum diese Koalition gut funktioniert. (Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Abg. Steibl: Zum Thema!
Das eine ist im personellen Sinn – dann etwa, wenn bei den Österreichischen Bundesbahnen zwei neue Holdingvorstände, rote Holdingvorstände um ein Jahressalär von 500 000 € installiert werden. Da funktioniert es. (Abg. Steibl: Zum Thema!) Oder bei der ASFINAG, die man wegradiert.
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Intention, die dahinter steckt, ist eine gute. – Mein Klubordner mahnt mich zur Eile. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) – Wir werden dem zustimmen aus dem einfachen Grund, um alle Möglichkeiten auszuloten, eine Gesundheitsgefährdung möglichst zu minimieren.
Beifall bei der FPÖ.
Ich danke Ihnen für die spätabendliche Aufmerksamkeit und hoffe, mein Klubordner ist nicht böse, weil ich die Redezeit überzogen habe. (Beifall bei der FPÖ.)
Demonstrativer Beifall und Bravoruf des Abg. Vilimsky.
Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz Dr. Erwin Buchinger: Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren des Hohen Hauses! Kollege Vilimsky, ja, Sie haben mit Ihrem Appell offene Türen eingerannt. Selbstverständlich, die große Koalition hat heute schon den ganzen Tag über, 20 Stunden lang, unter Beweis gestellt, wie geschlossen sie etwa im Bereich der Pflegedebatte jetzt einen Abschluss gefunden hat und eine gute Lösung auch gemeinsam vertritt. (Demonstrativer Beifall und Bravoruf des Abg. Vilimsky.) Das wird auch in den anderen Bereichen, die heute und morgen noch zu beschließen sein werden, der Fall sein. (Abg. Strache: Voves lässt grüßen! – Abg. Ing. Westenthaler: „Schwarze Hängematte“!)
Abg. Strache: Voves lässt grüßen! – Abg. Ing. Westenthaler: „Schwarze Hängematte“!
Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz Dr. Erwin Buchinger: Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren des Hohen Hauses! Kollege Vilimsky, ja, Sie haben mit Ihrem Appell offene Türen eingerannt. Selbstverständlich, die große Koalition hat heute schon den ganzen Tag über, 20 Stunden lang, unter Beweis gestellt, wie geschlossen sie etwa im Bereich der Pflegedebatte jetzt einen Abschluss gefunden hat und eine gute Lösung auch gemeinsam vertritt. (Demonstrativer Beifall und Bravoruf des Abg. Vilimsky.) Das wird auch in den anderen Bereichen, die heute und morgen noch zu beschließen sein werden, der Fall sein. (Abg. Strache: Voves lässt grüßen! – Abg. Ing. Westenthaler: „Schwarze Hängematte“!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Lutz Weinzinger.
Als Konsumentenschutzminister möchte ich nochmals betonen: Diese Initiative, die hier aus dem Ausschuss gestartet wurde, ist eine Initiative, die wichtig ist, weil Laserdrucker zunehmend nicht nur an Arbeitsplätzen, sondern auch in privaten Räumlichkeiten Verwendung finden und diese Vorsorgeaspekte breiter als bisher beachtet werden müssen, weil das Risiko auch quantitativ umfangreicher geworden ist und auch weiterhin wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Lutz Weinzinger.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hätten wir gerne gewusst!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Bundesminister, Sie haben recht, es ist heute schon viel über den Zustand der Koalition diskutiert worden. Aber eines haben Sie uns bisher immer noch nicht verraten, nämlich wie es mit der „schwarzen Hängematte“ tatsächlich aussieht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hätten wir gerne gewusst!) – Das hätten wir gerne gewusst. (Abg. Dr. Stummvoll: Keine neuen Reden provozieren!)
Abg. Dr. Stummvoll: Keine neuen Reden provozieren!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Bundesminister, Sie haben recht, es ist heute schon viel über den Zustand der Koalition diskutiert worden. Aber eines haben Sie uns bisher immer noch nicht verraten, nämlich wie es mit der „schwarzen Hängematte“ tatsächlich aussieht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das hätten wir gerne gewusst!) – Das hätten wir gerne gewusst. (Abg. Dr. Stummvoll: Keine neuen Reden provozieren!)
Beifall beim BZÖ.
So ist dieser Anteil relativ gering; ich glaube, man sollte die Kirche im Dorf lassen. Man soll natürlich auf die Gesundheit schauen und eben dieses Gütesiegel einführen, aber auch eine Studie heranziehen, die es bereits gibt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Deshalb muss die diesbezügliche Risikoforschung weitergetrieben werden und, wie Bundesminister Buchinger schon gesagt hat, eine österreichische Studie erstellt werden, um ganz konkrete Maßnahmen, basierend auf Fakten erster Qualität, einleiten zu können, die wirklich den hohen Ansprüchen modernen Konsumentenschutzes entsprechen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es wäre jetzt natürlich sehr reizvoll, auch auf die Stricherlliste des Herrn Kollegen Westenthaler einzugehen. Aber aufgrund der vorgeschrittenen Stunde verzichte ich darauf, im Zusammenhang mit der Diskussion um Feinstaub und Nanopartikel auf die Nanopartikel der österreichischen Innenpolitik, das BZÖ, einzugehen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Ich kann mich relativ kurz halten, weil ich mich darüber gefreut habe, dass bei diesem Antrag im Ausschuss Einstimmigkeit herrschte und es auch zu keiner Diskussion kam, weil es irgendwie außer Frage stand, dass das in Österreich nicht sein darf. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Kollege, ich weiß, es ist schon ein bisschen spät, aber trotzdem: Noch ganz kurz zuhören!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Im Gegenteil!
Ich freue mich, dass gesellschaftspolitische Einigkeit darüber herrscht, dass Kinder, egal, wie laut sie sind, dass Jugendliche, egal, ob sie einmal etwas ausgefressen haben, in unsere Gesellschaft gehören und nicht verjagt werden dürfen. Ich hoffe nur, dass dieses Gefühl, das Sie im Bauch gespürt haben, als Sie den Antrag gelesen haben, auch in Zukunft wieder auftritt und dieses Thema so einig abgehandelt wird, wenn es zum Beispiel um Jugendliche geht, die kriminell geworden sind, dass auch diese nicht verjagt werden dürfen, egal, wohin. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Im Gegenteil!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.
Zum Schluss muss ich das noch sagen, an den Kollegen von der ÖVP: Ich glaube, wir bekommen alle genug Gage, dass auch Sie hier einfach geduldig einer jungen Frau zuhören können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich, dass es diesen gemeinsamen Antrag gibt – auch seitens der ÖVP wurde hier mitgearbeitet – und dass alle gemeinsam zustimmen, und ich wünsche euch allen einen schönen guten Morgen! (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Lei lei!
Abgesehen davon, dass dieses Gerät beziehungsweise das Signal, das es sendet, entgegen den Behauptungen der Händler gesundheitlich keineswegs unumstritten ist, wirft es aus meiner Sicht ein erschreckendes Bild auf unsere Gesellschaft. (Ruf bei der ÖVP: Lei lei!) Dieses Gerät wird gleich mit einer Liste an Empfehlungen, wo es erfolgreich anwendbar ist, übers Internet vertrieben. Treffenderweise wird es dort als akustische Waffe gegen störende Kinder bezeichnet. Das heißt, wir setzen also jetzt schon Waffen, und seien es auch nur akustische, gegen unsere Kinder ein.
Abg. Dr. Mitterlehner: ... die Rede noch leiser halten! – Abg. Grillitsch: Jetzt ist schon gut!
Anstatt Jugendlichen und Kindern dringend nötige Freiräume einzuräumen, werden sie vertrieben! Jugendliche, die ohnehin schon so oft als Komasäufer, Kriminelle und allgemein als Störenfriede diskreditiert werden ... (Abg. Dr. Mitterlehner: ... die Rede noch leiser halten! – Abg. Grillitsch: Jetzt ist schon gut!) – Danke! Es ist wirklich verblüffend, mit welcher Höflichkeit hier mit einem umgegangen wird. (Abg. Dr. Stummvoll: So sind wir halt!) Ich weiß, es ist spät, nichtsdestotrotz werde ich jetzt fortsetzen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: So sind wir halt!
Anstatt Jugendlichen und Kindern dringend nötige Freiräume einzuräumen, werden sie vertrieben! Jugendliche, die ohnehin schon so oft als Komasäufer, Kriminelle und allgemein als Störenfriede diskreditiert werden ... (Abg. Dr. Mitterlehner: ... die Rede noch leiser halten! – Abg. Grillitsch: Jetzt ist schon gut!) – Danke! Es ist wirklich verblüffend, mit welcher Höflichkeit hier mit einem umgegangen wird. (Abg. Dr. Stummvoll: So sind wir halt!) Ich weiß, es ist spät, nichtsdestotrotz werde ich jetzt fortsetzen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Anstatt Jugendlichen und Kindern dringend nötige Freiräume einzuräumen, werden sie vertrieben! Jugendliche, die ohnehin schon so oft als Komasäufer, Kriminelle und allgemein als Störenfriede diskreditiert werden ... (Abg. Dr. Mitterlehner: ... die Rede noch leiser halten! – Abg. Grillitsch: Jetzt ist schon gut!) – Danke! Es ist wirklich verblüffend, mit welcher Höflichkeit hier mit einem umgegangen wird. (Abg. Dr. Stummvoll: So sind wir halt!) Ich weiß, es ist spät, nichtsdestotrotz werde ich jetzt fortsetzen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Das ist gescheit!
Zum Schluss kommend: Ich bin sehr froh darüber, dass hier ... (Abg. Grillitsch: Das ist gescheit!) – Also ich bin echt verblüfft! Das ist ja unglaublich. (Ruf bei der ÖVP: Lauter sprechen, Kollegin!) Ich glaube, ich rede laut genug.
Ruf bei der ÖVP: Lauter sprechen, Kollegin!
Zum Schluss kommend: Ich bin sehr froh darüber, dass hier ... (Abg. Grillitsch: Das ist gescheit!) – Also ich bin echt verblüfft! Das ist ja unglaublich. (Ruf bei der ÖVP: Lauter sprechen, Kollegin!) Ich glaube, ich rede laut genug.
Beifall bei den Grünen.
Ich bin sehr froh darüber, dass hier im Haus – auch wenn es kaum zu glauben ist – Konsens darüber herrscht, dass die Verwendung des „Mosquito Sound Systems“ in Österreich zu untersagen ist. Generell halte ich es für äußerst bedenklich, Produkte anzubieten, die bestimmte Menschengruppen – ganz gleich, welche – diskriminieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Was wir brauchen, ist auf alle Fälle kein „Mosquito Sound System“, sondern wir brauchen eine gut funktionierende Exekutive. Dafür zahlt auch der Steuerzahler seine Steuern, dass er verschont bleibt von Lärm, Vandalismus und Sachbeschädigung. Dafür brauchen wir aber sicherlich nicht irgendwelche unnützen Systeme in unserer Gesellschaft. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Schüssel.
Ich danke einstweilen dem Hohen Haus für die Anregung, diese Frage, das „Mosquito Sound System“, hinsichtlich der rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen und es allenfalls zu untersagen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Schüssel.)
Beifall beim BZÖ.
Aber, Herr Bundesminister, der Erfinder dieses „Mosquito Sound Systems“ hat ein neues Produkt herausgebracht. Das ist ein Klingelton, der sozusagen in den Klassenzimmern vom Lehrer und von Erwachsenen nicht gehört wird, sondern nur von den Jugendlichen. Was für Jugendliche oft einmal zum Nachteil ist, ist eben dort zum Vorteil, und wenn irgendetwas verboten wird, dann muss auch das verboten werden. Auch das muss gesagt werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte das Ganze für rechtsstaatlich äußerst bedenklich, und es freut mich, dass diese Materie bei allen Fraktionen im Haus auf Konsens gestoßen ist. Deshalb bedanke ich mich bei allen Mitgliedern im Konsumentenschutzausschuss, aber auch bei allen Fraktionen dafür, dass es, wie bei vielen Materien im Konsumentenschutzausschuss, möglich ist, eine Fünf-Parteien-Einigung herbeizuführen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Es ist das keine freiwillige Redezeitbeschränkung von einer Minute, aber ich füge mich unserer Abmachung; mein Klubobmann hat mir eine Minute Redezeit zugestanden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schüssel: Jawohl! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
eine Zumutung! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Schüssel: Jawohl! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der ÖVP
Sie stellen Dringliche Anfragen unter Ausnützung der Minderheitsrechte, halten sich aber an keine Redezeiten – und dann kommen Sie heraus und sagen, das wären „statistische Redezeiten“, und machen weitere Scherze dieser Art. Hören Sie auf damit! Man sollte überlegen, ob man das „Mosquito Sound System“ nicht hier verwenden sollte (Heiterkeit bei der ÖVP) – wobei wir natürlich das Problem haben, dass Sie alle schon zu alt sind und es ohnehin nicht hören würden.
Zwischenrufe bei der SPÖ
Im Übrigen bin auch ich der Meinung, dass dieses „Mosquito Sound System“ – jetzt hören Sie ja zu, vorher haben Sie auch nicht zugehört! – mit der Würde unserer jungen Menschen (Zwischenrufe bei der SPÖ), mit Achtung vor der Jugend und mit der Liebe zu unseren Kindern nicht vereinbar und deshalb abzulehnen ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Wurm.
Im Übrigen bin auch ich der Meinung, dass dieses „Mosquito Sound System“ – jetzt hören Sie ja zu, vorher haben Sie auch nicht zugehört! – mit der Würde unserer jungen Menschen (Zwischenrufe bei der SPÖ), mit Achtung vor der Jugend und mit der Liebe zu unseren Kindern nicht vereinbar und deshalb abzulehnen ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der SPÖ.
Mittlerweile sind schon 3 300 solcher Geräte verkauft worden. Man weiß nicht genau, wie viele davon schon in Österreich herumgeistern. Das Problem ist, dass es damit gelingt, und das ist auch der Grund, warum wir das verbieten wollen und froh sind, wenn es die entsprechende Antwort gibt, was die Verfassungsbedenken betrifft, es jedem zu jeder Zeit zu ermöglichen, wann immer er will, mit einer Fernbedienung Kinder zu vertreiben. Das Gerät kann auch hinter Gittern versteckt werden. Der Anwender entscheidet, wenn er irgendwo keine Kinder haben möchte, drückt aufs Knöpferl und sie müssen weg, weil sie es eben nicht aushalten. Dass wir dem heute einen Riegel vorschieben, das halte ich für entscheidend. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Richtig!
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist jetzt 0.20 Uhr! (Ruf bei der ÖVP: Richtig!) Und genau das habe ich befürchtet, als ich gelesen habe, was wir heute alles vorhaben, dass genau das, nämlich der Sammelbericht des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen, um Mitternacht oder nach Mitternacht drankommen wird, und deswegen, meine Damen und Herren, stehe ich hier.
Beifall bei der FPÖ.
Mir geht es weniger um die Petitionen, da steht ein Abgeordneter dahinter, der die Möglichkeit hat, das weiterzutragen, mir geht es auch weniger um jene Bürgerinitiativen, die zumindest an die Ausschüsse weitergeleitet wurden, damit sie dort behandelt werden. Mir geht es darum, dass hier Bürgerinitiativen einfach so abgetan werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Da gibt es so manche Bürgerinitiative, zu der ich absolut nicht stehe, die mir zutiefst unsympathisch ist, aber in einer Demokratie muss jeder das Recht haben, dass, wenn es schon die Möglichkeit der Bürgerinitiativen gibt und wenn es dafür auch einen parlamentarischen Ausschuss gibt, das auch tatsächlich ordnungsgemäß behandelt wird – und nicht um 0.20 Uhr, wenn kein Mensch mehr da ist (Beifall bei der FPÖ) und auch jene, die Bürgerinitiativen gemacht haben, nicht mehr da sein können! Um diese Zeit können sie nicht mehr hier sein.
Abg. Strache: Vielleicht sogar hier reden könnten!
Meine Damen und Herren, da müssen wir zu einer Regelung kommen! Meine Rede jetzt ist nichts anderes als ein Aufruf, sich zu überlegen, wie man das wirklich besser behandeln könnte. Bei Bürgerinitiativen sollte man nicht all jene, die nicht an Ausschüsse verwiesen werden, hier eingraben (hält den Sammelbericht in die Höhe), sondern da müsste man eben einmal tatsächlich einen Nachmittag dafür einplanen, einen Nachmittag, an dem die Initiatoren die Möglichkeit haben zuzuhören, an dem (Abg. Strache: Vielleicht sogar hier reden könnten!) – wir sollten das parlamentarische Prinzip nicht allzu sehr aufweichen (Abg. Ing. Westenthaler: Könnt ihr euch das nicht vorher ausmachen?) – zumindest einer der Parlamentarier aus diesem Ausschuss verpflichtet ist, über diese Initiative zu sprechen, zu berichten, wozu es dann nur jeweils eine Stellungnahme pro Fraktion gibt. Dann würden unsere Bürger merken, dass wir ihnen Beachtung schenken, dass wir ihre Initiativen, die oft 5 000, 6 000 oder noch mehr Leute unterschrieben haben, ernst nehmen.
Abg. Ing. Westenthaler: Könnt ihr euch das nicht vorher ausmachen?
Meine Damen und Herren, da müssen wir zu einer Regelung kommen! Meine Rede jetzt ist nichts anderes als ein Aufruf, sich zu überlegen, wie man das wirklich besser behandeln könnte. Bei Bürgerinitiativen sollte man nicht all jene, die nicht an Ausschüsse verwiesen werden, hier eingraben (hält den Sammelbericht in die Höhe), sondern da müsste man eben einmal tatsächlich einen Nachmittag dafür einplanen, einen Nachmittag, an dem die Initiatoren die Möglichkeit haben zuzuhören, an dem (Abg. Strache: Vielleicht sogar hier reden könnten!) – wir sollten das parlamentarische Prinzip nicht allzu sehr aufweichen (Abg. Ing. Westenthaler: Könnt ihr euch das nicht vorher ausmachen?) – zumindest einer der Parlamentarier aus diesem Ausschuss verpflichtet ist, über diese Initiative zu sprechen, zu berichten, wozu es dann nur jeweils eine Stellungnahme pro Fraktion gibt. Dann würden unsere Bürger merken, dass wir ihnen Beachtung schenken, dass wir ihre Initiativen, die oft 5 000, 6 000 oder noch mehr Leute unterschrieben haben, ernst nehmen.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
wegen haben wir ein demokratisches System, darum geht es mir und darum bitte ich Sie. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wurm selbst ist eine Initiative!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wurm selbst ist eine Initiative!) Herr Kollege Westenthaler! Jetzt sage ich Ihnen einmal eines: Heute ist dieser Sammelbericht der letzte Tagesordnungspunkt. Ich hoffe, dass Sie dann auch zustimmen, Sie alle hier, dass beim nächsten Sammelbericht der Bürgerinitiativen und Petitionen das dann der Tagesordnungspunkt 1 ist, das erhoffe ich von Ihnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie der Änderung der Tagesordnung zugestimmt!) Das hoffe ich, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wollten wir heute, aber Sie haben dagegen gestimmt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie der Änderung der Tagesordnung zugestimmt!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wurm selbst ist eine Initiative!) Herr Kollege Westenthaler! Jetzt sage ich Ihnen einmal eines: Heute ist dieser Sammelbericht der letzte Tagesordnungspunkt. Ich hoffe, dass Sie dann auch zustimmen, Sie alle hier, dass beim nächsten Sammelbericht der Bürgerinitiativen und Petitionen das dann der Tagesordnungspunkt 1 ist, das erhoffe ich von Ihnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie der Änderung der Tagesordnung zugestimmt!) Das hoffe ich, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wollten wir heute, aber Sie haben dagegen gestimmt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wollten wir heute, aber Sie haben dagegen gestimmt!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Wurm selbst ist eine Initiative!) Herr Kollege Westenthaler! Jetzt sage ich Ihnen einmal eines: Heute ist dieser Sammelbericht der letzte Tagesordnungspunkt. Ich hoffe, dass Sie dann auch zustimmen, Sie alle hier, dass beim nächsten Sammelbericht der Bürgerinitiativen und Petitionen das dann der Tagesordnungspunkt 1 ist, das erhoffe ich von Ihnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Hätten Sie der Änderung der Tagesordnung zugestimmt!) Das hoffe ich, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Das wollten wir heute, aber Sie haben dagegen gestimmt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie, die Sie jetzt die Bürgerinitiativen und Petitionen entdecken, ich frage Sie einmal: Was haben Sie denn gemacht in den letzten sieben Jahren? Wo waren Sie denn in den letzten sieben Jahren? Ich erinnere an Anträge, die von mir als Vorsitzender gestellt wurden, sei es nun, um die Möglichkeit zu schaffen, Bürgerinitiativen ab 16 Jahre einzubringen, zum Beispiel Gesetzesinitiativen auch für diesen Ausschuss zu ermöglichen, die sogenannten §-27-Anträge, die Möglichkeit der Einbringung einer elektronischen Bürgerinitiative oder dass Bürgerinitiativen nach Ende einer Legislaturperiode nicht verfallen, sondern weiterbestehen. – All das liegt jetzt im Geschäftsordnungskomitee, und ich hoffe, dass es bald behandelt wird und dass da nicht wie damals, als Sie alle noch die Möglichkeit dazu gehabt haben in den letzen sieben Jahren, die unterschiedlichen Initiativen nur wieder vertröstet werden. Sie haben das einige Male gutgeheißen! Herr Abgeordneter, damals noch Klubobmann Scheibner! Sie haben gesagt: Warten wir doch auf den Konvent, warten wir auf den Verfassungskonvent! Sieben Jahre lang haben wir gewartet. Ich hoffe, dass wir jetzt in unserer neuen Konstellation viel durchbringen werden. Und eines haben wir zum Beispiel schon geschafft, nämlich einen eigenen Ausschuss für Volksanwaltschaftsangelegenheiten einzurichten, und das ist gut so und dient der Demokratie. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben dagegen gestimmt, das vorzureihen!
Wir haben vier Sitzungen abgehalten, und es gibt einen Sammelbericht. Ich hoffe weiters – und das ist jetzt mein letzter Satz zu diesem Sammelbericht – und glaube, dass es gut wäre, dass wir mehrere Sammelberichte machen, wenn so viele Initiativen gestartet werden. Dann haben wir auch öfters die Möglichkeit, darüber zu diskutieren. Ich habe ja heute Vormittag schon gemerkt: Es ist Ihnen allen ein Anliegen. An mir wird es nicht scheitern, an uns wird es nicht scheitern. Ich hoffe, Sie unterstützen uns dabei im Sinne der Bürger und Bürgerinnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben dagegen gestimmt, das vorzureihen!)
Beifall bei der ÖVP.
Eines der vorgebrachten Anliegen war die Sonntagsöffnung von Geschäften, und das war Thema gleich von zwei Bürgerinitiativen, von denen aber interessanterweise gegensätzliche Meinungen vertreten wurden. Während sich die Gewerkschaft der Privatangestellten gegen eine Ausdehnung der Öffnungszeiten ausspricht, forderte der Abgeordnete Zach vom Liberalen Forum oder, besser gesagt, vom SPÖ-Klub genau das Gegenteil. Er war Erstunterzeichner einer Bürgerinitiative für die Öffnung der Geschäfte an Sonn- und Feiertagen. Beide Bürgerinitiativen konnten durch Kenntnisnahme enderledigt werden, da die Ladenöffnungszeiten ohnehin neu geregelt und mit 1. Jänner in einem gewissen Rahmen ausgeweitet und flexibilisiert wurden. An Sonntagen wird es aber weiterhin keine Öffnung der Geschäfte geben, und dazu stehe ich und mit mir auch die Volkspartei, denn dieser Tag soll auch in Zukunft ein Tag für die Familie sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Die ÖVP-Fraktion wird auch in Zukunft verantwortungsvoll mit den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger umgehen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Eine Schande, dass die Wiener Stadtregierung den verkommen hat lassen!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte mich bei dieser Debatte über den Sammelbericht des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen auf ein paar wesentliche Petitionen beschränken. Eine davon ist die Petition betreffend Erhaltung des jüdischen Friedhofs in Währing. Dabei ging es darum, dass der jüdische Friedhof in Währing zusehends verfällt und es niemanden gibt, der sich dafür verantwortlich fühlt, dass dieser Friedhof wieder ordentlich hergerichtet wird, weil er nämlich auch einer der wenigen Friedhöfe ist, die im Biedermeierstil errichtet worden sind. Dieser verwildert, verkommt, die Bäume sind zu groß, und weder der Bund noch das Land Wien fühlen sich bereit, hiefür Verantwortung zu übernehmen und dieses Juwel, das auch ein Teil unserer Geschichte ist, zu erhalten. (Abg. Strache: Eine Schande, dass die Wiener Stadtregierung den verkommen hat lassen!)
Beifall bei den Grünen.
Es tut mir im Herzen weh, dass diese Petition einfach zur Kenntnis genommen wurde, das heißt, es war ein Begräbnis erster Klasse, weil so wieder nichts geschehen wird. Ich glaube, Österreich trägt eine Verantwortung, und diese Verantwortung, meine sehr geehrten Damen und Herren, wird in diesem Fall nicht wahrgenommen, obwohl es dringend notwendig wäre. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Frau Kollegin! Was ist das?
Eine Bürgerinitiative möchte ich noch erwähnen, die mir ganz wichtig ist, und zwar ist das eine Bürgerinitiative aus Niederösterreich. Sie kommt aus dem Bereich Donau, also Strengberg, Waldsee, und zwar geht es dabei um die neue Sportart des Wasserbikens. (Abg. Grillitsch: Frau Kollegin! Was ist das?) Ich weiß nicht, ob Sie das kennen, Waterbike. Da wird mit Elektrofahrzeugen wie wild auf Seen und in den Flüssen herumgefahren. Das gibt erstens einmal einen irrsinnigen Dreck und auf der anderen Seite einen wahnsinnigen Lärm, sodass die Leute, die dort wohnen, gerade an Wochenenden, an denen diese Sportart ausgeübt wird, einfach keine Ruhe mehr haben.
Abg. Rädler: Pröll!
Das zeigt sehr deutlich: Wenn sich Menschen für ihr Vorhaben einsetzen und wenn die Politik bereit ist (Abg. Rädler: Pröll!), die Interessen der Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen, dann kann man für diese Menschen auch Verbesserungen erreichen, und diese Bürgerinitiative ist ein Beweis dafür.
Beifall bei den Grünen.
Allgemein zum Petitionen- und BürgerInneninitiativenausschuss: Ich würde mir wünschen, dass wir einander öfter treffen. Wir haben uns genau dreimal getroffen, eigentlich viermal, aber einmal war das nur die Konstituierung, das war eine Angelegenheit von fünf Minuten, dann war das wieder fertig. Vor allem geht es mir auch darum, dass wir nicht mehr so viele Kenntnisnahmen haben, das heißt praktisch: Weg mit der Petition oder Bürgerinitiative!, sondern dass wir zumindest bereit sind, sie einem Ausschuss zuzuweisen. Manchmal wäre es auch gut, wenn es eine Empfehlung des Ausschusses gäbe, was mit dieser Petition geschehen soll. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Wurm: Wir nehmen es ernst!
Da kommt genau die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung heraus, weil man sagt: Die scheren sich da oben ohnehin nicht um uns, die hohe Politik da draußen in Wien im Parlament, die schlafen nur die ganze Zeit und sind nicht anwesend. Genau das wissen Sie ja ganz genau, was an uns immer wieder herangetragen wird. Und so sollte man die Leute nicht behandeln, denn die tun sich ja etwas an. Das ist ja ihr Anliegen, dass sie eine Petition einbringen oder eine Bürgerinitiative, und das sollten wir ernst nehmen. (Abg. Mag. Wurm: Wir nehmen es ernst!)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Da bin ich von Ihrer Meinung noch nicht vollkommen überzeugt, Frau Wurm, denn eines habe ich heute vermisst: Bei der Einwendungsdebatte hätten Sie mitstimmen müssen, wenn Sie schon dieser Meinung sind, dass das einfach vorgereiht werden sollte. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP
Herr Kollege Grillitsch, wenn du mich weniger unterbrichst, bin ich schneller fertig! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP).
Beifall beim BZÖ.
als Basis herangezogen werden – und nicht so wie jetzt die Umgangssprache, denn da wird einiges verfälscht. (Beifall beim BZÖ.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Beifall beim BZÖ.
Folgendes möchte ich Ihnen auch noch sagen: In der Zeit, als wir Regierungsverantwortung getragen haben, sind die zweisprachigen Kindergärten vom Bund gefördert worden, und jetzt ist das vom Bundeskanzleramt eingestellt worden! Was sagen Sie dazu? – Das ist minderheitenfeindlich, aber die Kärntner Landesregierung zahlt aus eigenem Sack für die zweisprachigen Kindergärten den Betrag dazu. Schreiben Sie sich das hinter die Ohren, geschätzte Damen und Herren, und sagen Sie das Ihrem Bundeskanzler, wie minderheitenfeindlich er agiert! (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ. – Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Gleichzeitig hoffe ich, dass wir auch in der Ausführung der Kraftfahrlinienverkehre in Bezug auf die Regelung mit Überlandbussen gemeinsam eine Neuregelung finden und damit auch diese Umsetzung gewährleisten. – Ein herzliches Dankeschön! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Maßnahme kostet aber auch Geld, und die Mehrkosten sollten ja vom FLAF getragen werden. Ich hoffe, dass das schließlich in den Durchführungsverordnungen auch in dieser Richtung nachvollziehbar wird und vor allem dass die Mehrkosten nicht bei den Gemeinden hängen bleiben. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Anträge sind das!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Vielleicht noch einige Anmerkungen zu den Reformvorschlägen. Frau Kollegin Wurm, Sie haben einige gute Vorschläge gemacht; wir warten dringend auf diese Behandlung. (Abg. Mag. Wurm: Anträge sind das!) – Es sind Anträge und Vorschläge, aber Folgendes, glaube ich, ist unabdingbar: Dass sich der Ausschuss selbst, der Petitionsausschuss und seine TeilnehmerInnen etwas freimachen von einem allzu engen Fokus auf die Dinge.
Beifall bei den Grünen.
Die Bürgerinnen und Bürger erwarten sich, dass sie – und das ist auch ein Teil der Behandlung ihrer Anliegen – wirklich ernsthafte Stellungnahmen von den zuständigen Stellen bekommen. Wir erleben immer wieder, dass die Einholung von Stellungnahmen mit sehr fadenscheinigen Argumenten von den Regierungsfraktionen abgelehnt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist auch ein Teil von Freiheit und von Liberalität, die es zu erhalten gilt, und daher habe ich diese Bürgerinitiative für besonders wichtig befunden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine, dass nach erfolgter Stellungnahme des Verkehrsministeriums die weitere Vorgangsweise festzulegen ist und eine entsprechende Lösung für diese benachteiligte Region gefunden werden muss. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das soll der Vergangenheit angehören. Es sollen wirksame Maßnahmen gesetzt werden, es soll eine ordentliche, frühzeitige Diagnose stattfinden, und den Kindern soll frühzeitig geholfen werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Da sollten wir uns eine geschäftsordnungsmäßige Änderung überlegen, denn wir erlegen uns ja selbst etwas auf, wenn wir von 9 Uhr früh bis 1 Uhr früh des nächsten Tages hier sitzen. Überlegen wir uns, ob wir dann nicht überhaupt um 17 Uhr Schluss machen und dafür einen Tag mehr einschieben. – Das sollten wir uns überlegen, Herr Klubobmann! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Schüssel.
Ich sage im Namen der 65 000 Bewohner des Bezirkes danke an Minister Faymann. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Schüssel.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Es kann ja nicht so sein, dass wir neun „Wiener Stunden“ zur Verfügung haben, und fünf Stunden davon die Opposition mit Sonderaktionen zusätzlich dazu blockiert. Darüber müssen wir reden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Also kümmern wir uns um diese Initiativen, die von den Bürgern kommen, dann haben wir einen noch besseren Rahmen, um dieses Thema zu diskutieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Schüssel.
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! 20 Petitionen, 13 Bürgerinitiativen behandeln wir in diesem Sammelbericht, und wir haben von allen Rednerinnen und Rednern gehört, dass dieser Ausschuss sehr wichtig ist. An und für sich sollte ich die 40 Minuten Restredezeit meiner Fraktion dazu benutzen, ausführlich auf alle 20 Petitionen und 13 Bürgerinitiativen einzugehen, weil es wirklich wichtig ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Schüssel.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren, wenn dieser Ausschuss so wichtig ist, dann sollten auch die einzelnen Abgeordneten ihre Aufmerksamkeit darauf richten und zuhören, was die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land wollen, wenn sie Petitionen und Bürgerinitiativen einbringen, und das verstehen, was von den Abgeordneten hiezu dargebracht wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Strache.
Ich habe schon beim Sammelbericht in der letzten Gesetzgebungsperiode gesagt, es muss doch in diesem Haus wirklich möglich sein, dass Petitionen und Bürgerinitiativen endbehandelt werden – nicht endbehandelt werden durch Ablauf einer Legislaturperiode, sondern wirklich endbehandelt werden durch den Ausschuss, endbehandelt werden durch Gremien, und den Bürgerinnen und Bürgern muss dann mitgeteilt werden, was herausgekommen ist. (Demonstrativer Beifall des Abg. Strache.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich denke – es sind ja die Klubobmänner der Parteien bis auf einen anwesend –, diese Problematik sollten Sie schnell aufgreifen und eine Geschäftsordnungsänderung herbeiführen, damit es zumindest in dieser Legislaturperiode nicht mehr passieren kann, dass Petitionen und Bürgerinitiativen nach Ablauf der Legislaturperiode, wenn sie nicht enderledigt sind, ihre Gültigkeit verlieren und wieder neu eingebracht werden müssen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Aha-Rufe bei der ÖVP.
damalige Klubobmann Gusenbauer und die SPÖ haben damals nicht mitgestimmt, deshalb ist das auch heute noch offen. (Aha-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die ÖVP steht nach wie vor zu diesem Karner-Kompromisspapier. Wir hoffen auch, dass der Landeshauptmann von Kärnten noch zu diesem Papier steht. Wir glauben auch, dass Bundeskanzler Gusenbauer heute weiß, dass es eigentlich keinen besseren Kompromiss gibt. Damit wäre dieses Thema endlich einmal vom Tisch und erledigt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir wissen ja, wie schwierig es ist, sich dazu aufzuraffen, Unterschriften einzuholen, sich hinzustellen und mit einem Anliegen vor die Bevölkerung hinzutreten, dieses Anliegen durch das Sammeln von Unterschriften tatsächlich bis ins Parlament zu transportieren und hierher zu bringen. Daher gebührt jeder Initiative unser Kompliment und unsere Wertschätzung, auch von der Freiheitlichen Partei. Das ist gelebte Demokratie. Das ist direkte Demokratie, die wir unterstützen und fördern müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Zehn Mal mehr Bürgerinitiativen als 2000!
Aber wenn wir jetzt, um 1 Uhr in der Früh, versuchen, diese Debatte sehr rasch abzuwickeln – unter Ausschluss der Öffentlichkeit, unter Ausschluss der engagierten Bürgerinitiativen, die unwahrscheinlich viel Zeit und Engagement dafür aufgebracht haben (Abg. Mag. Wurm: Zehn Mal mehr Bürgerinitiativen als 2000!) –, bedauere ich das sehr, zumal sehr viele interessante und wichtige Initiativen dabei sind.
Beifall bei der FPÖ.
Wenn ich mir das anschaue: Es geht zum Beispiel um die Sicherstellung von flächendeckenden Postdienstleistungen für die Österreicherinnen und Österreicher. Hier wird massiv aufgezeigt, dass die Ausdünnung des ländlichen Raumes gestoppt werden muss. Da hat es ja auch schon vom Parlament Initiativen gegeben, auch schon von uns, der Freiheitlichen Partei, Initiativen gegeben, dass wir den ländlichen Raum weiterhin mit Postdienstleistungen versorgen müssen. Da finden wir uns, und diese Themen gehören zu einer Tageszeit diskutiert, zu der auch die Bürgerinitiativen Zeit dafür haben, um mit dabei zu sein und auch zu merken und zu sehen, dass wir uns mit dieser Thematik beschäftigen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Jedenfalls vonseiten der Freiheitlichen Partei gegenüber allen Initiativen Kompliment, Auszeichnung und Hochachtung! Und ich ersuche darum, dass dieses Instrument direkter Demokratie künftig aufgewertet wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Nein, das stimmt nicht! War nicht korrekt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das ist nicht der Fall, sondern sie haben diesem Vorschlag nicht zugestimmt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Nein, das stimmt nicht! War nicht korrekt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Erlauben Sie mir eine Frage: Warum hören wir dann die Stimme des Volkes nicht in Sachen EU-Reformvertrag? Warum lassen wir darüber nicht abstimmen? (Beifall bei der FPÖ.) – Aber das ist ein Ceterum censeo, was ich jetzt gesagt habe. Ich möchte noch etwas anderes zum Ausdruck bringen.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich bin Angehöriger einer verfolgten Minderheit. – Punkt eins. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Richtig!
Punkt zwei: Ich war bis zum 1. September des vergangenen Jahres ein begeisterter Bahnfahrer. Es wird Sie nicht sehr interessieren, aber ich bin in Schärding am Inn zu Hause, und Wien ist ungefähr 300 Kilometer entfernt. Nach Wien mit dem Auto zu fahren, ist Blödsinn, das sollte man mit dem Zug tun. (Ruf bei der ÖVP: Richtig!)
Beifall bei der FPÖ
Aber die Bundesbahn macht mir das Leben sauer. Und zwar nicht, dass ich diese lächerlichen drei Stunden ohne Zigarette nicht aushalten könnte – aber ich bin ein mündiger Bürger! Ich kann mir doch, bitte, von der Bundesbahn, die alles andere als eine Gesundheitsbehörde zu sein hat, nicht verbieten lassen, dass ich auf der Fahrt nach Wien und zurück eine Zigarette rauche. (Bravorufe bei der ÖVP.) Was soll das? Was soll das?, frage ich Sie (Beifall bei der FPÖ) – noch dazu, wo es dort am einfachsten wäre, weil man nur zwei oder drei Waggons als Raucherwaggon auszuweisen braucht. Dort braucht ja kein Nichtraucher hineinzukommen! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Aber die Bundesbahn macht mir das Leben sauer. Und zwar nicht, dass ich diese lächerlichen drei Stunden ohne Zigarette nicht aushalten könnte – aber ich bin ein mündiger Bürger! Ich kann mir doch, bitte, von der Bundesbahn, die alles andere als eine Gesundheitsbehörde zu sein hat, nicht verbieten lassen, dass ich auf der Fahrt nach Wien und zurück eine Zigarette rauche. (Bravorufe bei der ÖVP.) Was soll das? Was soll das?, frage ich Sie (Beifall bei der FPÖ) – noch dazu, wo es dort am einfachsten wäre, weil man nur zwei oder drei Waggons als Raucherwaggon auszuweisen braucht. Dort braucht ja kein Nichtraucher hineinzukommen! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Reden wir darüber! Vielleicht kann Minister Faymann zumindest als Eigentümervertreter bei der Bundesbahn durchsetzen, dass man für die paar armen, verfolgten Raucher vielleicht doch – es müssen ja nicht die bequemsten Wagen sein – den einen oder anderen Raucherwagen anhängt. Dafür wäre ich Ihnen sehr dankbar. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Klubobmann Ing. Westenthaler. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Freiwillige Redezeitbeschränkung: 15 Minuten. – Bitte.
Abg. Dr. Stummvoll: ... Tagesordnungspunkt! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich werde natürlich nicht 15 Minuten sprechen, aber es war dies ein Test, wie ernst Sie das noch nehmen, jetzt um 1.10 Uhr in der Früh. (Abg. Dr. Stummvoll: ... Tagesordnungspunkt! – Weitere Zwischenrufe.) – Ja, Herr Kollege Stummvoll, Klubobmann Schüssel, Klubobmann Strache, Klubobmann Cap – der vierte schläft schon –, Sie haben es alle verhindert! Sie haben in der Präsidialsitzung unseren Vorschlag abgelehnt.
Abg. Mag. Wurm: Ich „jammere“ überhaupt nicht! Das ist Ihr Ausdruck!
Jetzt haben alle gejammert. Lutz Weinzinger kommt zum zweiten Mal heraus und jammert darüber, dass wir das zum jetzigen Zeitpunkt diskutieren. Frau Kollegin Wurm jammert zu Recht darüber, dass wir das erst jetzt diskutieren, weil auch ihre Petition darauf ist. (Abg. Mag. Wurm: Ich „jammere“ überhaupt nicht! Das ist Ihr Ausdruck!) Auch von der ÖVP wird kritisiert.
Abg. Strache: Und der Klubdirektor des BZÖ!
Kolleginnen und Kollegen von den anderen Parteien! Es waren Ihre Klubobmänner, Schüssel, Strache und Cap, die verhindert haben (Abg. Strache: Und der Klubdirektor des BZÖ!), dass diese Petitionen in der Früh als Tagesordnungspunkt 2, so wie wir das wollten, diskutiert worden sind. Sie haben es in der Präsidiale abgelehnt, daher tragen Sie die Verantwortung. (Beifall beim BZÖ.) Jetzt kommen Sie nicht heraus und jammern Sie nicht!
Beifall beim BZÖ.
Kolleginnen und Kollegen von den anderen Parteien! Es waren Ihre Klubobmänner, Schüssel, Strache und Cap, die verhindert haben (Abg. Strache: Und der Klubdirektor des BZÖ!), dass diese Petitionen in der Früh als Tagesordnungspunkt 2, so wie wir das wollten, diskutiert worden sind. Sie haben es in der Präsidiale abgelehnt, daher tragen Sie die Verantwortung. (Beifall beim BZÖ.) Jetzt kommen Sie nicht heraus und jammern Sie nicht!
Abg. Dr. Haimbuchner: Was war mit dem BZÖ-Klubdirektor? Das vergessen Sie!
Jetzt sind Sie auf einmal dagegen, dass das so spät verhandelt wird. Heute in der Früh hat es eine Einwendungsdebatte gegen die Tagesordnung gegeben. (Abg. Dr. Haimbuchner: Was war mit dem BZÖ-Klubdirektor? Das vergessen Sie!) Und was ist passiert, Herr Klubobmann Cap, Herr Klubobmann Strache und Herr Klubobmann Schüssel? – Ihr alle habt die Einwendung abgelehnt, dass die Petitionen, die Bürgerinitiativen in der Früh diskutiert werden – auch Ihre, Frau Kollegin Wurm! (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)
Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.
Jetzt sind Sie auf einmal dagegen, dass das so spät verhandelt wird. Heute in der Früh hat es eine Einwendungsdebatte gegen die Tagesordnung gegeben. (Abg. Dr. Haimbuchner: Was war mit dem BZÖ-Klubdirektor? Das vergessen Sie!) Und was ist passiert, Herr Klubobmann Cap, Herr Klubobmann Strache und Herr Klubobmann Schüssel? – Ihr alle habt die Einwendung abgelehnt, dass die Petitionen, die Bürgerinitiativen in der Früh diskutiert werden – auch Ihre, Frau Kollegin Wurm! (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Aber was Sie da verbreiten, ist auch nicht ...!
Jetzt stehen wir also da, 10 Minuten nach 1 Uhr in der Früh, schon ein bisschen ermüdet vom „Mosquito Sound System“ und irgendwelchen Laserdruckern, weil das alles wichtiger als die Petitionen und Bürgerinitiativen war – und plötzlich kommt der große Katzenjammer (Abg. Dr. Haimbuchner: Aber was Sie da verbreiten, ist auch nicht ...!), für jeden Einzelnen, der bei den Bürgerinitiativen gelaufen ist, jeden Einzelnen, der eine Unterschrift gesammelt hat. Wir wissen, wie schwierig es ist, Unterschriften für eine Bürgerinitiative zu sammeln. Da gibt es oft Menschen, die Tag und Nacht für ihr Anliegen unterwegs sind.
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Diese Anliegen treten Sie hier im Hohen Haus – Herr Kollege Cap, gerade Sie! – mit Füßen. Sie treten es mit Füßen, nein, nicht nur das, Sie machen sich auch noch über diese Petitionen und Bürgerinitiativen lustig. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Sie sind dafür verantwortlich, dass wir sie jetzt, in den frühen Morgenstunden, wo es keinen Menschen mehr interessiert – deswegen kann man auch auf die Details nicht mehr eingehen –, diskutieren.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich halte fest: Wir vom BZÖ waren die Einzigen, die gesagt haben, am Beginn der Tagesordnung – wir verlangen das auch für das nächste Mal –, und wir waren dafür, dass auch die Petitionen und Bürgerinitiativen im Zuge einer Live-Fernsehübertragung diskutiert werden, die wiederum Klubobmann Cap, Klubobmann Strache und Klubobmann Schüssel nicht zugelassen haben, diese Live-Fernsehübertragung, die Sie abgedreht haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ausführende Organ, Frau Prä-
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte das aber nicht noch mehr strapazieren. Ich gehe nicht auf die Details der Petitionen ein, die es wert wären: Kinderschutz, Gewalt gegen Kinder wird hier in einer Petition bekämpft. Ja, auch das ist drinnen: Mehr Sicherheit für Graz, von der SPÖ eingebracht. Mehr Sicherheit für Graz wird es jetzt vielleicht ohnehin geben, weil es weniger SPÖ in Graz gibt; möglicherweise gibt es daher mehr Sicherheit, das kann schon sein. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Alle Petitionen zusammengezählt, alle Bürgerinitiativen, alle Unterschriften zusammengezählt, sind noch mehr Unterzeichner, als Sie in Graz überhaupt Stimmen hatten. Aber das ist ein anderes Kapitel.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Chefredakteurin des „Standard“ schreibt dort viele, viele Kommentare, in denen sie uns und auch unsere Politik kritisiert, manchmal auch zu Recht, das gebe ich zu. Aber was sie in der morgigen Ausgabe schreibt, ist hochinteressant; vielleicht haben Sie es schon gelesen, Herr Klubobmann Cap. Frau Alexandra Föderl-Schmid, die Chefredakteurin des „Standard“, schrieb einen Leitartikel unter dem Titel „Ein Angriff auf die Pressefreiheit“, Herr Klubobmann Cap. Das sollten Sie sich heute noch durchlesen, bevor Sie schlafen gehen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie schreibt:
Beifall beim BZÖ.
Ich zitiere weiter aus dem „Standard“: „Auch wenn dem BZÖ damit eine Bühne geboten worden wäre, so hätte aus prinzipiellen demokratiepolitischen Überlegungen dem ORF die Ausstrahlung nicht verwehrt werden dürfen. Der ORF hat nicht nur eine Informationspflicht, die Öffentlichkeit hat ein Informationsrecht“. „Die Debatten des Parlaments gehören zur politischen Bewusstseinsbildung. Sie gehören selbstverständlich auch ins Fernsehen. Übertragungen zu verbieten heißt, die Pressefreiheit einzuschränken.“ (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Ich war nicht in der Präsidiale! Mit wem sind Sie in der Präsidiale gesessen?
Ich gratuliere Ihnen, Herr Klubobmann Schüssel! Sie haben es veranlasst, und die Frau Präsidentin hat die Zensur durchgeführt. Wir haben es im Protokoll nachzulesen, auch in der Präsidiale. Auch Sie, Herr Klubobmann Strache, haben es zugelassen, und auch Herr Klubobmann Cap hat es zugelassen. (Abg. Strache: Ich war nicht in der Präsidiale! Mit wem sind Sie in der Präsidiale gesessen?) Ihre Fraktion hat es zugelassen, dass die Pressefreiheit mit Füßen getreten wird.
Abg. Strache: Schon leichter Verfolgungswahn?
Wir werden daher auch in Zukunft immer und immer wieder darauf aufmerksam machen (Abg. Strache: Schon leichter Verfolgungswahn?), dass Oppositionsrechte in diesem Haus selbstverständlich hochzuhalten sind, Herr Klubobmann Cap, und dass die Pressefreiheit durch ein Untersagen der Live-Übertragung des Fernsehens nicht mit Füßen getreten werden kann. Heute sitzen Sie da – jetzt runzelt er seine Stirn, seit der Früh hat er ein paar Falten mehr, das eine oder andere graue Haar vielleicht auch. Aber in der Früh hätten wir die Petitionen mit größerer Aufmerksamkeit diskutieren können. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Wir werden daher auch in Zukunft immer und immer wieder darauf aufmerksam machen (Abg. Strache: Schon leichter Verfolgungswahn?), dass Oppositionsrechte in diesem Haus selbstverständlich hochzuhalten sind, Herr Klubobmann Cap, und dass die Pressefreiheit durch ein Untersagen der Live-Übertragung des Fernsehens nicht mit Füßen getreten werden kann. Heute sitzen Sie da – jetzt runzelt er seine Stirn, seit der Früh hat er ein paar Falten mehr, das eine oder andere graue Haar vielleicht auch. Aber in der Früh hätten wir die Petitionen mit größerer Aufmerksamkeit diskutieren können. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Geht es noch?
Wir werden nicht locker lassen bei den Bürgerrechten in diesem Haus, bei den Oppositionsrechten und auch bei der Meinungsfreiheit, Herr Klubobmann Cap, auch wenn Sie es nicht wollen! Herr Klubobmann Schüssel, auch wenn Sie es nicht wollen, sich darüber lustig machen und sagen: Die Meinung der Kärntnerinnen und Kärntner ist irrelevant. Dann werden wir trotzdem in diesem Haus dafür kämpfen, auch wenn Sie es nicht zulassen wollen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Schüssel: Geht es noch?)
Abg. Riepl: Das ist aber auch ein Raucher!
Ich gehe ein bisschen auf die Ausführungen des Kollegen Westenthaler ein. (Abg. Riepl: Das ist aber auch ein Raucher!) Kollege Westenthaler möchte uns hier ja vorgaukeln, dass ihm die Anliegen der Bürger im Petitions- und Bürgerinitiativenausschuss so wichtig sind. (Abg. Dr. Jarolim: Ein bisschen verkrampft!)
Abg. Dr. Jarolim: Ein bisschen verkrampft!
Ich gehe ein bisschen auf die Ausführungen des Kollegen Westenthaler ein. (Abg. Riepl: Das ist aber auch ein Raucher!) Kollege Westenthaler möchte uns hier ja vorgaukeln, dass ihm die Anliegen der Bürger im Petitions- und Bürgerinitiativenausschuss so wichtig sind. (Abg. Dr. Jarolim: Ein bisschen verkrampft!)
Abg. Mag. Kukacka: Wart ihr nicht einmal per du?
Herr Kollege Westenthaler! Wissen Sie, was mir in dieser Diskussion abgeht oder was mir bei Ihnen in dieser Angelegenheit fehlt? – Erstens einmal: Wenn es Ihnen so wichtig ist, dass das und Ähnliches behandelt wird (Abg. Mag. Kukacka: Wart ihr nicht einmal per du?), warum sind Sie dann für diesen Antrag als Pro-Redner gemeldet? Dann müssten Sie eigentlich contra gemeldet sein. (Zwischenrufe bei SPÖ und BZÖ.)
Zwischenrufe bei SPÖ und BZÖ.
Herr Kollege Westenthaler! Wissen Sie, was mir in dieser Diskussion abgeht oder was mir bei Ihnen in dieser Angelegenheit fehlt? – Erstens einmal: Wenn es Ihnen so wichtig ist, dass das und Ähnliches behandelt wird (Abg. Mag. Kukacka: Wart ihr nicht einmal per du?), warum sind Sie dann für diesen Antrag als Pro-Redner gemeldet? Dann müssten Sie eigentlich contra gemeldet sein. (Zwischenrufe bei SPÖ und BZÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Zweitens: Hätten Sie jetzt nicht die Möglichkeit gehabt, hier nach Mitternacht oder spät zu sprechen, dann hätten Sie gar keine Rede gehabt, denn dann hätten Sie keinen „Standard“ zitieren können. Das ist ja die morgige Ausgabe! (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.) Das ist ja das Problem.
Oh-Rufe und Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Drittens: Sie sind der Verteidiger der Bürgerrechte? – So stellen Sie sich hier dar. Sie haben in Ihrer politischen Laufbahn viele Möglichkeiten gehabt, Bürgerrechte zu verteidigen. In dem Ausschuss haben Sie es auf jeden Fall nicht gemacht, weil Sie nicht einmal anwesend waren! (Oh-Rufe und Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Da lese ich die Namen einer ganze Reihe von Abgeordneten, die daran interessiert waren, diese Angelegenheit im Ausschuss zu diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ war anwesend! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ war anwesend! – Weitere Zwischenrufe.
Drittens: Sie sind der Verteidiger der Bürgerrechte? – So stellen Sie sich hier dar. Sie haben in Ihrer politischen Laufbahn viele Möglichkeiten gehabt, Bürgerrechte zu verteidigen. In dem Ausschuss haben Sie es auf jeden Fall nicht gemacht, weil Sie nicht einmal anwesend waren! (Oh-Rufe und Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Da lese ich die Namen einer ganze Reihe von Abgeordneten, die daran interessiert waren, diese Angelegenheit im Ausschuss zu diskutieren. (Abg. Ing. Westenthaler: Das BZÖ war anwesend! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie in jedem Ausschuss drinnen? Da gibt es ja eine Einteilung, oder?
Das BZÖ war anwesend: Kollege Darmann ist ja ein fleißiger Abgeordneter, er ist überall dort. Aber Sie sind nirgends dort, wo es Ihnen wichtig ist! Wissen Sie überhaupt, was dort behandelt worden ist? – Relativ wenig. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie in jedem Ausschuss drinnen? Da gibt es ja eine Einteilung, oder?) – Nein, ich war nicht im Bürgerinitiativenausschuss. Aber ich sage Ihnen jetzt, wie Sie die Bürger oder die, die Sie gewählt haben, besser hätten vertreten können.
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Familienstreit ...!
nehme meinen Hut und sage adieu! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Familienstreit ...!) Da hätten Sie noch zwei Jahre wirken können. Sie haben den Klub nie gefragt! Ihnen sind die Bürger wurst, und Ihnen waren damals die Abgeordneten wurst, das ist die Wahrheit. Da gehen Sie; und heute reden Sie von Bürgerrechten. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Therapiesitzung?)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Therapiesitzung?
nehme meinen Hut und sage adieu! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt der Familienstreit ...!) Da hätten Sie noch zwei Jahre wirken können. Sie haben den Klub nie gefragt! Ihnen sind die Bürger wurst, und Ihnen waren damals die Abgeordneten wurst, das ist die Wahrheit. Da gehen Sie; und heute reden Sie von Bürgerrechten. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ist das jetzt eine Therapiesitzung?)
Abg. Öllinger: Kommen jetzt eure Parteig’schichterln? – Weitere Zwischenrufe.
Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler, hätten damals nicht das Geld des Klubobmannes bis zum Schluss einstecken sollen, sondern hätten für die Interessen der Wählerinnen und Wähler, die Sie und uns alle gewählt hatten, eintreten können. Das haben Sie nicht gemacht. Sie wissen ja nicht einmal, worum es bei den Bürgerinitiativen geht. Haben Sie irgendeine, eine einzige, gelesen? (Abg. Öllinger: Kommen jetzt eure Parteig’schichterln? – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei FPÖ, SPÖ, ÖVP und Grünen.
Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler, sagen die ganze Zeit, dass die Freiheitliche Partei die Pressefreiheit nicht ernst nimmt, dass die ÖVP die Pressefreiheit nicht ernst nimmt, dass dieser und jener sie nicht ernst nimmt. Wissen Sie, was Sie machen? – Sie nehmen das, was die Oppositionsrechte hier in diesem Haus wirklich schützt, nämlich den Konsens in der Präsidiale oder zwischen den Parteien, überhaupt nicht mehr ernst und setzen das aufs Spiel! Und das ist zu Lasten der Opposition oder der Fraktionen mit wenigen Abgeordneten! (Beifall bei FPÖ, SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das stört Sie wohl sehr!
Ihnen, Herr Abgeordneter Westenthaler, ist es in Wirklichkeit doch völlig egal, welche Rechte Sie haben. Sie glauben, mit einem Anruf bei der „Kronen-Zeitung“ können Sie etwas ausrichten. Da sind Sie ohnehin überproportional vertreten trotz der angeblich nicht vorhandenen Pressefreiheit. Machen wir uns doch nichts vor! (Abg. Ing. Westenthaler: Das stört Sie wohl sehr!) – Stört mich überhaupt nicht; das schätze ich sogar, dass Sie das können!
Abg. Ing. Westenthaler: Gebt euren Oppositionsausweis doch ab!
Ich verstehe nur nicht, Herr Abgeordneter Westenthaler, dass Sie jammern. Wenn Sie nicht vorkommen würden, könnten Sie jammern. Aber Sie haben hier im Haus etwas aufs Spiel gesetzt, was in Wirklichkeit wert ist, verteidigt zu werden, nämlich den Schutz der Minderheiten, den Konsens, dass man Sitzungstermine einvernehmlich festsetzt, Tagesordnungen einvernehmlich festsetzt und Ähnliches mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Gebt euren Oppositionsausweis doch ab!) Und dann schieben Sie den armen Petitionsausschuss und Bürgerbeteiligungsausschuss vor. Das verstehe ich überhaupt nicht!
Beifall bei FPÖ und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie, Herr Abgeordneter Westenthaler, agieren in der Politik total unredlich! Das haben Sie in der Vergangenheit auch gegenüber den eigenen Parteifreunden so gemacht, das machen Sie heute gegenüber den eigenen Parteifreunden – und Sie werden es auch morgen gegenüber den eigenen Parteifreunden machen. Sie machen das auch gegenüber dem Wähler, gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern so – und auch was jenes Recht anlangt, das die Minderheit hier im Hohen Haus hat. Und da spielen wir ganz einfach nicht mit! (Beifall bei FPÖ und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Jetzt haben wir wieder etwas dazugelernt. Ich werde mich jetzt nicht anschließen an dieses FPÖ/BZÖ-Streitgespräch hier. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Nur eines, lieber Martin Graf, jetzt nur als Parlamentarier gesprochen – du, Kollege Graf, bist ja auch schon lange Jahre hier im Parlament –: Eine Einwendung gegen eine Tagesordnung zu machen, weil man eine Umreihung haben möchte ... (Abg. Dr. Graf: ... ist ja legitim!) – Ja, Gott sei Dank! Das hat nämlich vorhin anders geklungen, und nur darum ist es heute gegangen, dass man gesagt hat ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Abg. Dr. Graf: ... ist ja legitim!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Jetzt haben wir wieder etwas dazugelernt. Ich werde mich jetzt nicht anschließen an dieses FPÖ/BZÖ-Streitgespräch hier. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Nur eines, lieber Martin Graf, jetzt nur als Parlamentarier gesprochen – du, Kollege Graf, bist ja auch schon lange Jahre hier im Parlament –: Eine Einwendung gegen eine Tagesordnung zu machen, weil man eine Umreihung haben möchte ... (Abg. Dr. Graf: ... ist ja legitim!) – Ja, Gott sei Dank! Das hat nämlich vorhin anders geklungen, und nur darum ist es heute gegangen, dass man gesagt hat ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Jetzt haben wir wieder etwas dazugelernt. Ich werde mich jetzt nicht anschließen an dieses FPÖ/BZÖ-Streitgespräch hier. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Nur eines, lieber Martin Graf, jetzt nur als Parlamentarier gesprochen – du, Kollege Graf, bist ja auch schon lange Jahre hier im Parlament –: Eine Einwendung gegen eine Tagesordnung zu machen, weil man eine Umreihung haben möchte ... (Abg. Dr. Graf: ... ist ja legitim!) – Ja, Gott sei Dank! Das hat nämlich vorhin anders geklungen, und nur darum ist es heute gegangen, dass man gesagt hat ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Moment, lieber Martin! Es ist heute darum gegangen – und das ist wirklich überraschend bei den Redebeiträgen, die ich jetzt gehört habe –, genau diesen Tagesordnungspunkt „Petitionen und Bürgerinitiativen“ nicht um 1.20 Uhr zu debattieren, sondern als Tagesordnungspunkt 3, glaube ich, haben wir das vorgeschlagen. Um nichts anderes, lieber Martin Graf, ging es: Tagesordnungspunkt 3. Das wäre um 1 Uhr oder 2 Uhr am Nachmittag gewesen, vor zwölf Stunden also, meine Damen und Herren. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
So, und jetzt frage ich dich, Kollege Graf, als Angehörigen einer Minderheit hier in diesem Hohen Haus, die ja auch immer, manchmal zu Recht, manchmal zu Unrecht, kritisiert, dass auch die Anliegen deiner Fraktion missachtet werden. Wie kann man sich dann hier herausstellen und so gegenüber einer noch kleineren Fraktion argumentieren, die genau das verlangt, nichts anderes, was ihr selbstverständlich auch berechtigterweise in Anspruch genommen habt? Und dass man dann kritisiert, dass einem diese Gunst durch die Mehrheit schon gegeben worden wäre, nämlich eine Einwendungsdebatte – keine Umreihung, aber wenigstens die Einwendungsdebatte, und das sogar in der Fernsehzeit –, wenn die Fraktion mit Unterschrift einem Zeitplan für die Ratifizierung des EU-Vertrags zugestimmt hätte. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei SPÖ und Grünen.
Meine Damen und Herren! Genau darüber – jetzt ist es ja ein bisschen ruhiger geworden, mir ist das nämlich wirklich sehr ernst – sollten wir vielleicht nachdenken. Ich war hier lange Jahre Klubobmann, und ich habe auch in einer Regierungsfraktion gearbeitet, wobei wir sehr darauf geachtet haben, dass wir nicht drüberfahren, sondern dass wir nach Möglichkeit einen Konsens suchen. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
das wirklich den Konsens in Zukunft ermöglicht und dem Parlamentarismus in Österreich förderlich ist und auch den Anliegen derer, Frau Kollegin Wurm, die tausende Unterschriften gesammelt haben, die viele Österreicher dahinter versammelt haben. Ob es richtig ist, dass man aus rein taktischen, parteipolitischen Gründen sagt: Das ist uns alles egal, die Petitionen kommen ganz zum Schluss, und darüber lassen wir nicht einmal debattieren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Nicht drüberfahren! Wir lassen uns nicht erpressen!
So kann hier nicht gearbeitet werden! (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht drüberfahren! Wir lassen uns nicht erpressen!) Sie, Herr Westenthaler, positionieren sich hier eindeutig außerhalb der demokratischen Kultur dieses Hauses, das muss man doch einfach einmal feststellen, wenn Sie diesen Weg weitergehen. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.
So kann hier nicht gearbeitet werden! (Abg. Ing. Westenthaler: Nicht drüberfahren! Wir lassen uns nicht erpressen!) Sie, Herr Westenthaler, positionieren sich hier eindeutig außerhalb der demokratischen Kultur dieses Hauses, das muss man doch einfach einmal feststellen, wenn Sie diesen Weg weitergehen. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.
Und ehrlich gesagt: Wir lassen uns diese Attacken einfach nicht mehr gefallen. Wirklich, wir lassen uns das nicht mehr gefallen! Sie haben da nicht das Monopol, um Noten auszuteilen, wer die Demokraten sind und wer nicht. Das lassen wir uns einfach nicht mehr gefallen. – 4,1 Prozent sage ich nur. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.
Am Ende des Tages ist das Konsensprinzip, wie Herr Kollege Graf völlig richtig sagt, ein Schutzmechanismus für die Minderheitsfraktionen hier. Und wir bekennen uns zu diesem Schutzmechanismus, und wir wollen dieses Konsensprinzip, wir wollen allerdings nicht, dass 4,1 Prozent 96 Prozent hier im Haus diktieren. Das kommt nicht in Frage, das sage ich Ihnen einmal in aller Deutlichkeit! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Mein Appell daher: Umdenken, wieder zusammenfinden und dafür sorgen, dass dieses Haus wirklich funktioniert und dass es hier eine demokratische Kultur gibt, die herzeigenswert ist, sodass wir nach außen hin stolz auf die Arbeit dieses Hauses sein können, und zwar egal, ob wir immer einer Meinung sind oder nicht. Deswegen haben wir heute auch demonstrativ applaudiert bei den Ausführungen des Kollegen Graf. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)