Eckdaten:
Für die 139. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 860 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Dr. Schmidt: Nein!
Wir gelangen zur Fragestunde. (Abg. Dr. Schmidt: Nein!) – Nein? (Abg. Dr. Schmidt: Zur Geschäftsbehandlung, bitte!)
Abg. Dr. Schmidt: Zur Geschäftsbehandlung, bitte!
Wir gelangen zur Fragestunde. (Abg. Dr. Schmidt: Nein!) – Nein? (Abg. Dr. Schmidt: Zur Geschäftsbehandlung, bitte!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich kann mich nicht daran erinnern, daß in den letzten Jahren Fragen, die das Parlament unmittelbar betroffen haben, in einer Art und Weise durchgezogen wurden, wie das jetzt beabsichtigt ist, nämlich ohne Befassung der Parlamentarierinnen und Parlamentarier der Opposition. Ich kann mich nicht erinnern, daß eine Frage, bei der es um die Rechte des Parlaments gegangen ist, einfach in den Koalitionsstuben beraten und dann über die Medien mitgeteilt wurde, an welchem Tag dieses dann beschlossen und tatsächlich stattfinden wird, ohne daß es zumindest einen Aufschrei der Opposition gegeben hätte. Ich appelliere aber auch an die Abgeordneten der Koalitionsparteien, sich nicht einfach an die Zügel nehmen zu lassen, sondern ihr Selbstverständnis, daß es Sache des Parlaments ist, über bestimmte Dinge zu beraten, in ihrem Verhalten zum Ausdruck zu bringen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.
Am letzten Tag der Session haben die Koalitionsparteien Initiativanträge eingebracht, und Herr Klubobmann Khol hat allen, wie Sie hier sitzen, über die Zeitungen ausgerichtet, dies sei nun ein Demokratiepaket, welches am 17. oder am 18. September beschlossen werde. Ich gehe davon aus, daß auch Sie, Kolleginnen und Kollegen von den Koalitionsparteien, diese Entwürfe noch nicht gekannt haben. Wir haben diese sicherlich nicht gekannt, sie sind uns erst zu diesem Zeitpunkt vorgelegt worden. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.)
Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und dem Liberalen Forum.
Dann kam die Sommerpause, und in dieser Sommerpause ist das eine oder andere Argument über die Medien ausgetauscht worden – wenn man das Wort "austauschen" großzügig auslegt, denn es war ein Abladen und nichts anderes, und es ist aufgrund des Sommerloches durchaus aufgenommen worden. (Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und dem Liberalen Forum.) Dann hat die Session begonnen. Am ersten Tag dieser Session wurde ein Verfassungsausschuß angesetzt, im Rahmen dessen es eine Scheindiskussion gegeben hat. – Ich sage jetzt deswegen "Scheindiskussion", weil sich die Abgeordneten insbesondere der ÖVP, aber auch der SPÖ kaum zur Materie zu Wort gemeldet haben, außer gerade noch zu jenen Punkten, die vorgelegen sind. Aber was Demokratie in diesem Land wirklich heißen muß und unsere Vorstellungen dazu, das ist überhaupt nicht erörtert worden.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Wabl: Was der Khol unter Verfassung versteht!
Das heißt, wenn wir jetzt – es kann nur ein Lapsus linguae sein – dieses Paket als Demokratiepaket bezeichnen, dann ist das – ich gebe dir recht, lieber Andreas – eine Verhöhnung des Parlaments, und das ist der denkbar schlechteste Start einer parlamentarischen Arbeit. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Wabl: Was der Khol unter Verfassung versteht!) Daß Kernfragen der Demokratie von diesen Koalitionsparteien über die Bühne gebracht werden sollen, ohne irgend jemanden einzubinden, halte ich für eine Beleidigung, für eine Beleidigung jedes einzelnen, wie er hier sitzt – bis auf die Klubobleute der Koalitionsparteien, weil diese haben das offensichtlich mit der Regierung so ausgemacht.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Was alles in ein Demokratiepaket hineingehört, werde ich in meinem Debattenbeitrag sagen, aber sicherlich sind es nicht nur diese Marginalien, die Sie vorlegen. Daher haben wir verlangt, einen Unterausschuß einzusetzen, im Rahmen dessen wir darüber beraten und selbstverständlich mit Mehrheiten zu einem Ergebnis kommen können. Soviel Realitätsverlust brauchen Sie mir nicht zu unterstellen, ich weiß schon, daß Sie die Mehrheit und noch dazu die Verfassungsmehrheit in diesem Hause haben. Aber es ist eine Frage des Demokratieverständnisses, wie man mit einer solchen Mehrheit umgeht. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Wie Sie damit umgegangen sind, hat das mit Demokratie und vor allem mit parlamentarischer Demokratie absolut nichts zu tun. Verwenden Sie daher dieses Wort nicht mehr! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Was alles in ein Demokratiepaket hineingehört, werde ich in meinem Debattenbeitrag sagen, aber sicherlich sind es nicht nur diese Marginalien, die Sie vorlegen. Daher haben wir verlangt, einen Unterausschuß einzusetzen, im Rahmen dessen wir darüber beraten und selbstverständlich mit Mehrheiten zu einem Ergebnis kommen können. Soviel Realitätsverlust brauchen Sie mir nicht zu unterstellen, ich weiß schon, daß Sie die Mehrheit und noch dazu die Verfassungsmehrheit in diesem Hause haben. Aber es ist eine Frage des Demokratieverständnisses, wie man mit einer solchen Mehrheit umgeht. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Wie Sie damit umgegangen sind, hat das mit Demokratie und vor allem mit parlamentarischer Demokratie absolut nichts zu tun. Verwenden Sie daher dieses Wort nicht mehr! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wabl: Jeder kleinen!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Kollegin Schmidt, Demokratie ist nicht gleichzusetzen mit den verfahrensrechtlichen Wünschen jeder kleinen und kleinsten Oppositionsfraktion. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wabl: Jeder kleinen!)
Abg. Dr. Schmidt: Ja, war ich einverstanden!
Ich bitte Sie, zur Kenntnis zu nehmen, daß Sie sich in diesem Zusammenhang unter den Oppositionsfraktionen dieses Hauses nicht durchgesetzt haben. In der Präsidiale habe ich Ihnen sogar folgendes Angebot gemacht: Sie wollen längere Beratungen im Verfassungsausschuß, setzen wir daher einen Verfassungsausschuß am 15. September an und setzen wir einen Unterausschuß ein. Das bedeutet aber, daß die Beratung des Demokratiepaketes am Plenartag, am 18. September, also heute, nicht möglich ist. (Abg. Dr. Schmidt: Ja, war ich einverstanden!)
Abg. Dr. Schmidt: Wer denn?
Die Alternative, die wir den Oppositionsfraktionen angeboten haben, war daher (Abg. Dr. Schmidt: Wer denn?) – ich in der Präsidiale –: entweder eine Plenarwoche, nämlich diese Plenarwoche, mit einem Sitzungstag und Unterausschußsitzungen und Beschlußfassung des Demokratiepaketes zu einem späteren Zeitpunkt (Abg. Dr. Schmidt: Das war doch die Mehrheit! Warum haben Sie es nicht gemacht?) oder eine zweitägige Plenarwoche, nämlich diese zweitägige Plenarwoche, aber dann Beschlußfassung des Demokratiepaketes in dieser Woche. Das Ergebnis war, daß zwei der Oppositionsfraktionen eine zweitägige Plenarwoche wichtiger war als die Einsetzung eines Unterausschusses. (Abg. Wabl: Stimmt überhaupt nicht!) Das war das Ergebnis der Präsidiale. (Abg. Wabl: Das ist eine Erfindung! Zeigen Sie mir das im Protokoll!) Herr Kollege Wabl! Das können Sie drehen und wenden, wie Sie wollen, Sie haben das sogar ausdrücklich in der Präsidiale akzeptiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Das war doch die Mehrheit! Warum haben Sie es nicht gemacht?
Die Alternative, die wir den Oppositionsfraktionen angeboten haben, war daher (Abg. Dr. Schmidt: Wer denn?) – ich in der Präsidiale –: entweder eine Plenarwoche, nämlich diese Plenarwoche, mit einem Sitzungstag und Unterausschußsitzungen und Beschlußfassung des Demokratiepaketes zu einem späteren Zeitpunkt (Abg. Dr. Schmidt: Das war doch die Mehrheit! Warum haben Sie es nicht gemacht?) oder eine zweitägige Plenarwoche, nämlich diese zweitägige Plenarwoche, aber dann Beschlußfassung des Demokratiepaketes in dieser Woche. Das Ergebnis war, daß zwei der Oppositionsfraktionen eine zweitägige Plenarwoche wichtiger war als die Einsetzung eines Unterausschusses. (Abg. Wabl: Stimmt überhaupt nicht!) Das war das Ergebnis der Präsidiale. (Abg. Wabl: Das ist eine Erfindung! Zeigen Sie mir das im Protokoll!) Herr Kollege Wabl! Das können Sie drehen und wenden, wie Sie wollen, Sie haben das sogar ausdrücklich in der Präsidiale akzeptiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Stimmt überhaupt nicht!
Die Alternative, die wir den Oppositionsfraktionen angeboten haben, war daher (Abg. Dr. Schmidt: Wer denn?) – ich in der Präsidiale –: entweder eine Plenarwoche, nämlich diese Plenarwoche, mit einem Sitzungstag und Unterausschußsitzungen und Beschlußfassung des Demokratiepaketes zu einem späteren Zeitpunkt (Abg. Dr. Schmidt: Das war doch die Mehrheit! Warum haben Sie es nicht gemacht?) oder eine zweitägige Plenarwoche, nämlich diese zweitägige Plenarwoche, aber dann Beschlußfassung des Demokratiepaketes in dieser Woche. Das Ergebnis war, daß zwei der Oppositionsfraktionen eine zweitägige Plenarwoche wichtiger war als die Einsetzung eines Unterausschusses. (Abg. Wabl: Stimmt überhaupt nicht!) Das war das Ergebnis der Präsidiale. (Abg. Wabl: Das ist eine Erfindung! Zeigen Sie mir das im Protokoll!) Herr Kollege Wabl! Das können Sie drehen und wenden, wie Sie wollen, Sie haben das sogar ausdrücklich in der Präsidiale akzeptiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Das ist eine Erfindung! Zeigen Sie mir das im Protokoll!
Die Alternative, die wir den Oppositionsfraktionen angeboten haben, war daher (Abg. Dr. Schmidt: Wer denn?) – ich in der Präsidiale –: entweder eine Plenarwoche, nämlich diese Plenarwoche, mit einem Sitzungstag und Unterausschußsitzungen und Beschlußfassung des Demokratiepaketes zu einem späteren Zeitpunkt (Abg. Dr. Schmidt: Das war doch die Mehrheit! Warum haben Sie es nicht gemacht?) oder eine zweitägige Plenarwoche, nämlich diese zweitägige Plenarwoche, aber dann Beschlußfassung des Demokratiepaketes in dieser Woche. Das Ergebnis war, daß zwei der Oppositionsfraktionen eine zweitägige Plenarwoche wichtiger war als die Einsetzung eines Unterausschusses. (Abg. Wabl: Stimmt überhaupt nicht!) Das war das Ergebnis der Präsidiale. (Abg. Wabl: Das ist eine Erfindung! Zeigen Sie mir das im Protokoll!) Herr Kollege Wabl! Das können Sie drehen und wenden, wie Sie wollen, Sie haben das sogar ausdrücklich in der Präsidiale akzeptiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Alternative, die wir den Oppositionsfraktionen angeboten haben, war daher (Abg. Dr. Schmidt: Wer denn?) – ich in der Präsidiale –: entweder eine Plenarwoche, nämlich diese Plenarwoche, mit einem Sitzungstag und Unterausschußsitzungen und Beschlußfassung des Demokratiepaketes zu einem späteren Zeitpunkt (Abg. Dr. Schmidt: Das war doch die Mehrheit! Warum haben Sie es nicht gemacht?) oder eine zweitägige Plenarwoche, nämlich diese zweitägige Plenarwoche, aber dann Beschlußfassung des Demokratiepaketes in dieser Woche. Das Ergebnis war, daß zwei der Oppositionsfraktionen eine zweitägige Plenarwoche wichtiger war als die Einsetzung eines Unterausschusses. (Abg. Wabl: Stimmt überhaupt nicht!) Das war das Ergebnis der Präsidiale. (Abg. Wabl: Das ist eine Erfindung! Zeigen Sie mir das im Protokoll!) Herr Kollege Wabl! Das können Sie drehen und wenden, wie Sie wollen, Sie haben das sogar ausdrücklich in der Präsidiale akzeptiert. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Wir lassen uns gerne verhöhnen, aber daß wir uns diffamieren auch noch lassen, da tun wir nicht mit, da spielen wir nicht mit!
In diesem Zusammenhang bitte ich Sie daher, bei den Vereinbarungen zu bleiben. (Abg. Wabl: Wir lassen uns gerne verhöhnen, aber daß wir uns diffamieren auch noch lassen, da tun wir nicht mit, da spielen wir nicht mit!) Dieses Demokratiepaket ist ein wesentlicher Punkt der Ausweitung und der besseren Ausgestaltung der direkten Demokratie in unserem Lande; eine Ausgestaltung, die Österreich eine direkte demokratische Position, die mit wenigen Staaten in Europa vergleichbar ist, bringt. Das ist ein gehöriger Umgang mit Demokratie, ein gehöriger Umgang mit der Opposition. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist ja nicht wahr, was Sie da sagen!) Und Opposition sollte man wirklich nicht mit Wehleidigkeit gleichsetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Das ist ja nicht wahr, was Sie da sagen!
In diesem Zusammenhang bitte ich Sie daher, bei den Vereinbarungen zu bleiben. (Abg. Wabl: Wir lassen uns gerne verhöhnen, aber daß wir uns diffamieren auch noch lassen, da tun wir nicht mit, da spielen wir nicht mit!) Dieses Demokratiepaket ist ein wesentlicher Punkt der Ausweitung und der besseren Ausgestaltung der direkten Demokratie in unserem Lande; eine Ausgestaltung, die Österreich eine direkte demokratische Position, die mit wenigen Staaten in Europa vergleichbar ist, bringt. Das ist ein gehöriger Umgang mit Demokratie, ein gehöriger Umgang mit der Opposition. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist ja nicht wahr, was Sie da sagen!) Und Opposition sollte man wirklich nicht mit Wehleidigkeit gleichsetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang bitte ich Sie daher, bei den Vereinbarungen zu bleiben. (Abg. Wabl: Wir lassen uns gerne verhöhnen, aber daß wir uns diffamieren auch noch lassen, da tun wir nicht mit, da spielen wir nicht mit!) Dieses Demokratiepaket ist ein wesentlicher Punkt der Ausweitung und der besseren Ausgestaltung der direkten Demokratie in unserem Lande; eine Ausgestaltung, die Österreich eine direkte demokratische Position, die mit wenigen Staaten in Europa vergleichbar ist, bringt. Das ist ein gehöriger Umgang mit Demokratie, ein gehöriger Umgang mit der Opposition. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist ja nicht wahr, was Sie da sagen!) Und Opposition sollte man wirklich nicht mit Wehleidigkeit gleichsetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Allgemein? Was ist allgemein? Das ist wieder Ihr "Verfassungsbogen"!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es besteht allgemeiner Konsens darüber (Abg. Wabl: Allgemein? Was ist allgemein? Das ist wieder Ihr "Verfassungsbogen"!), daß es an der Zeit ist, das Privileg von acht Abgeordneten zu beseitigen, anstelle von 6 000 Bürgern einen Kandidaten zur Bundespräsidentschaftswahl vorzuschlagen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es besteht allgemeiner Konsens darüber (Abg. Wabl: Allgemein? Was ist allgemein? Das ist wieder Ihr "Verfassungsbogen"!), daß es an der Zeit ist, das Privileg von acht Abgeordneten zu beseitigen, anstelle von 6 000 Bürgern einen Kandidaten zur Bundespräsidentschaftswahl vorzuschlagen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Peter: Das ist nicht das Thema!
Ich verstehe schon den Ärger der nicht erfolgreichen Präsidentschaftskandidatin Schmidt (Abg. Mag. Peter: Das ist nicht das Thema!), die dieses Privileg nicht nur einmal, sondern gleich zweimal in Anspruch genommen hat bei der letzten Wahl. Und es tut eben weh, Frau Schmidt, wenn man Privilegien verliert. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Wabl: Wir müssen das Volk schützen vor kleinen Präsidentschaftskandidaten!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Wabl: Wir müssen das Volk schützen vor kleinen Präsidentschaftskandidaten!
Ich verstehe schon den Ärger der nicht erfolgreichen Präsidentschaftskandidatin Schmidt (Abg. Mag. Peter: Das ist nicht das Thema!), die dieses Privileg nicht nur einmal, sondern gleich zweimal in Anspruch genommen hat bei der letzten Wahl. Und es tut eben weh, Frau Schmidt, wenn man Privilegien verliert. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Wabl: Wir müssen das Volk schützen vor kleinen Präsidentschaftskandidaten!)
Abg. Dr. Schmidt: Wir haben eine Geschäftsordnungsdebatte!
Es besteht allgemeiner Konsens darüber, daß eine Stimme eines Abgeordneten im demokratischen Vorschlagsverfahren (Abg. Dr. Schmidt: Wir haben eine Geschäftsordnungsdebatte!) nicht mehr zählen soll als jene des Bürgers. (Abg. Wabl: Das ist eine Geschäftsordnungsdebatte!) Wenn wir also jetzt das Privileg beenden, daß sechs Abgeordnete ein Volksbegehren einleiten können und hiebei 10 000 Bürger ersetzen, so verstehe ich schon den Ärger der Grünen und der Liberalen, die auf dieses Privileg nicht gerne verzichten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: ... daß der Präsident auf Beamte zugreifen kann, sie nach Belieben irgendwohin schicken kann auf Kosten des Staates!)
Abg. Wabl: Das ist eine Geschäftsordnungsdebatte!
Es besteht allgemeiner Konsens darüber, daß eine Stimme eines Abgeordneten im demokratischen Vorschlagsverfahren (Abg. Dr. Schmidt: Wir haben eine Geschäftsordnungsdebatte!) nicht mehr zählen soll als jene des Bürgers. (Abg. Wabl: Das ist eine Geschäftsordnungsdebatte!) Wenn wir also jetzt das Privileg beenden, daß sechs Abgeordnete ein Volksbegehren einleiten können und hiebei 10 000 Bürger ersetzen, so verstehe ich schon den Ärger der Grünen und der Liberalen, die auf dieses Privileg nicht gerne verzichten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: ... daß der Präsident auf Beamte zugreifen kann, sie nach Belieben irgendwohin schicken kann auf Kosten des Staates!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: ... daß der Präsident auf Beamte zugreifen kann, sie nach Belieben irgendwohin schicken kann auf Kosten des Staates!
Es besteht allgemeiner Konsens darüber, daß eine Stimme eines Abgeordneten im demokratischen Vorschlagsverfahren (Abg. Dr. Schmidt: Wir haben eine Geschäftsordnungsdebatte!) nicht mehr zählen soll als jene des Bürgers. (Abg. Wabl: Das ist eine Geschäftsordnungsdebatte!) Wenn wir also jetzt das Privileg beenden, daß sechs Abgeordnete ein Volksbegehren einleiten können und hiebei 10 000 Bürger ersetzen, so verstehe ich schon den Ärger der Grünen und der Liberalen, die auf dieses Privileg nicht gerne verzichten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: ... daß der Präsident auf Beamte zugreifen kann, sie nach Belieben irgendwohin schicken kann auf Kosten des Staates!)
Abg. Mag. Barmüller: Die Anträge der Liberalen liegen seit über einem Jahr in diesem Haus!
Meine Damen und Herren! Wir haben ausreichend diskutiert, wir haben schon größere Verfassungsänderungen in kürzerer Zeit beschlossen, wenn sie dem allgemeinen Konsens entsprachen. Ich sehe keine Ursache, daß wir heute, nachdem wir bereits im Juli diese Vorlagen eingebracht haben, nachdem wir einen Nachmittag lang im Verfassungsausschuß darüber diskutiert haben, nicht darüber entscheiden sollen. (Abg. Mag. Barmüller: Die Anträge der Liberalen liegen seit über einem Jahr in diesem Haus!)
Abg. Mag. Peter: Die Opposition ist störend!
Ich glaube auch, daß es sehr wichtig ist (Abg. Mag. Peter: Die Opposition ist störend!), daß wir so schnell wie möglich bei der Briefwahl Vereinfachungen vornehmen, weil wir auf diese Weise alle zukünftigen Wahlgänge erleichtern können. (Abg. Dr. Schmidt: Schaffen Sie doch das Parlament ab, wenn Sie nicht mehr beraten wollen!) Wir sollten so schnell wie möglich von den zwei Unterschriften, die im Ausland notwendig sind, auf eine Unterschrift kommen, das ist unser Ziel. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Schmidt: Schaffen Sie doch das Parlament ab, wenn Sie nicht mehr beraten wollen!
Ich glaube auch, daß es sehr wichtig ist (Abg. Mag. Peter: Die Opposition ist störend!), daß wir so schnell wie möglich bei der Briefwahl Vereinfachungen vornehmen, weil wir auf diese Weise alle zukünftigen Wahlgänge erleichtern können. (Abg. Dr. Schmidt: Schaffen Sie doch das Parlament ab, wenn Sie nicht mehr beraten wollen!) Wir sollten so schnell wie möglich von den zwei Unterschriften, die im Ausland notwendig sind, auf eine Unterschrift kommen, das ist unser Ziel. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube auch, daß es sehr wichtig ist (Abg. Mag. Peter: Die Opposition ist störend!), daß wir so schnell wie möglich bei der Briefwahl Vereinfachungen vornehmen, weil wir auf diese Weise alle zukünftigen Wahlgänge erleichtern können. (Abg. Dr. Schmidt: Schaffen Sie doch das Parlament ab, wenn Sie nicht mehr beraten wollen!) Wir sollten so schnell wie möglich von den zwei Unterschriften, die im Ausland notwendig sind, auf eine Unterschrift kommen, das ist unser Ziel. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher wollen wir heute dieses Demokratiepaket beschließen und wollen die Sache nicht von zwei Oppositionsparteien, die Privilegien verlieren, in die Länge ziehen lassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kostelka: Bei der Wahrheit bleiben! – Abg. Dr. Khol: Immer bei der Wahrheit bleiben!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Wabl. Er hat das Wort. (Abg. Dr. Kostelka: Bei der Wahrheit bleiben! – Abg. Dr. Khol: Immer bei der Wahrheit bleiben!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Herr Khol! In diesem Land, in unserem schönen Land Österreich gibt es Hunderttausende Menschen, die in Bürgerinitiativen organisiert sind, die seit Jahren in bezug auf das gesamte Bergrecht keine Parteienstellung haben. Es gibt Hunderttausende Menschen in Initiativen, die gegen Korruption, gegen Amtsmißbrauch, gegen Bevormundung durch Beamte kämpfen, Bereiche, wo Sie keinen Finger rühren. Und jetzt entdecken Sie das große Privileg der Frau Schmidt, kämpfen dagegen und nennen es, meine Damen und Herren, Demokratiepaket. Herr Khol! Wir als kleine Partei sind es gewohnt, von Ihnen verhöhnt zu werden, aber eine Demokratie zeigt sich nicht darin, wie sich die Mehrheit gegen Minderheiten durchsetzt, sondern wie sie mit den Rechten der Minderheiten umgeht. Und diese treten Sie heute wieder mit Füßen, etwas, was Sie regelmäßig machen. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.
Sie, Herr Khol, nehmen sich das Recht heraus, über Ihr "Demokraturpaket" monatelang mit Ihrem roten Bruder zu verhandeln. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.) Den Liberalen, den Grünen und der Freiheitlichen Partei genehmigen Sie genau einen Nachmittag, um dabeizusitzen und das abzusegnen, was Sie in Ihrem Koalitionsbunker ausgemacht haben. Das nennen Sie Demokratiepaket?
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Herr Khol! Wenn Sie die Demokratie erfunden hätten, dann würde hier ein Honoratiorenklub von Kammerräten und schwarzen Bürgermeistern sitzen, gesprenkelt mit ein paar kleinen roten Betriebsräten, und das wär’s dann schon. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Oje! Oje!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die nächste Wortmeldung liegt von Herrn Abgeordneten Barmüller vor. – Bitte sehr. (Abg. Dr. Khol: Oje! Oje!)
Abg. Schieder: Das stimmt nicht!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Man muß Herrn Abgeordneten Khol in Erinnerung rufen, daß diese Anträge der Liberalen, die Sie nicht beraten wollten, schon über ein Jahr im Parlament liegen und daß Sie derjenige waren, der den Verfassungsausschuß mit den Worten eröffnet hat, Sie hätten sich bereits geeinigt, es sei bereits alles entschieden. – Es war überhaupt nicht möglich, von seiten der Liberalen, der Grünen oder der Freiheitlichen im Verfassungsausschuß noch irgend etwas ergänzend einzubringen. (Abg. Schieder: Das stimmt nicht!)
Abg. Schieder: Sie waren ja gar nicht dort! Sie erzählen etwas aus dem Ausschuß und waren gar nicht dort! Sie haben gefehlt und erzählen aus dem Ausschuß! Sie fehlen und erzählen uns, was dort war! Das ist doch lächerlich!
Da brauchen Sie sich jetzt nicht umzudrehen und woanders hinzusehen. Sie wollen jetzt in diesem Hause etwas, was in Wirklichkeit von allen Fraktionen schon längst als ein Übel erkannt worden ist, abschaffen. Sie sagen, es sei ein Demokratiepaket, und Sie wollen sich damit davor drücken, daß in diesem Land noch ganz andere Maßnahmen zu ergreifen sind, Herr Abgeordneter Schieder! Wenn Sie hier einwenden, daß das nicht wahr sei, was ich sage, dann orientieren Sie sich ... (Abg. Schieder: Sie waren ja gar nicht dort! Sie erzählen etwas aus dem Ausschuß und waren gar nicht dort! Sie haben gefehlt und erzählen aus dem Ausschuß! Sie fehlen und erzählen uns, was dort war! Das ist doch lächerlich!) Ich fehle nicht im Ausschuß, sondern das war in unserer Klubsitzung selbstverständlich Thema, weil alle über Ihre Vorgangsweise empört waren. Das ist die Wahrheit! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Schieder: Er schwänzt die Schule und gibt Nachhilfe!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Schieder: Er schwänzt die Schule und gibt Nachhilfe!
Da brauchen Sie sich jetzt nicht umzudrehen und woanders hinzusehen. Sie wollen jetzt in diesem Hause etwas, was in Wirklichkeit von allen Fraktionen schon längst als ein Übel erkannt worden ist, abschaffen. Sie sagen, es sei ein Demokratiepaket, und Sie wollen sich damit davor drücken, daß in diesem Land noch ganz andere Maßnahmen zu ergreifen sind, Herr Abgeordneter Schieder! Wenn Sie hier einwenden, daß das nicht wahr sei, was ich sage, dann orientieren Sie sich ... (Abg. Schieder: Sie waren ja gar nicht dort! Sie erzählen etwas aus dem Ausschuß und waren gar nicht dort! Sie haben gefehlt und erzählen aus dem Ausschuß! Sie fehlen und erzählen uns, was dort war! Das ist doch lächerlich!) Ich fehle nicht im Ausschuß, sondern das war in unserer Klubsitzung selbstverständlich Thema, weil alle über Ihre Vorgangsweise empört waren. Das ist die Wahrheit! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Schieder: Er schwänzt die Schule und gibt Nachhilfe!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Sie nicht zur Kenntnis nehmen wollen, daß es in diesem Land notwendig sein wird, wenn Sie über Demokratie reden, das nicht nur mit Ihrer Zweidrittelmehrheit zu beschließen, was Sie zwischen den Sozialpartnern ausgemacht haben, dann wird es notwendig, daß Sie nicht nur diese Zweidrittelmehrheit verlieren, sondern auch die Mehrheit für Ihre Koalition. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Barmüller: Ich habe nicht das Gegenteil behauptet! Nur: Was ist umgesetzt worden?
Wahr ist, daß ich entgegen Ihrem Vorwurf geschäftsordnungsgemäß jede Wortmeldung aufgerufen habe. (Abg. Mag. Barmüller: Ich habe nicht das Gegenteil behauptet! Nur: Was ist umgesetzt worden?) Es gab keine Abkürzung. Das, was vielmehr festzustellen ist – deswegen finde ich Ihre Bemerkung und Ihre Wortmeldung wirklich "erübrigungswürdig" –, war, daß wir um 12 Uhr mit den Beratungen begonnen haben und um 16.15 Uhr keine Wortmeldung mehr vorgelegen ist. (Abg. Schaffenrath: Weil die Meinungsbildung abgeschlossen war von Ihrer Seite! – Abg. Mag. Barmüller: Wie viele Abänderungsanträge der Opposition haben Sie angenommen?)
Abg. Schaffenrath: Weil die Meinungsbildung abgeschlossen war von Ihrer Seite! – Abg. Mag. Barmüller: Wie viele Abänderungsanträge der Opposition haben Sie angenommen?
Wahr ist, daß ich entgegen Ihrem Vorwurf geschäftsordnungsgemäß jede Wortmeldung aufgerufen habe. (Abg. Mag. Barmüller: Ich habe nicht das Gegenteil behauptet! Nur: Was ist umgesetzt worden?) Es gab keine Abkürzung. Das, was vielmehr festzustellen ist – deswegen finde ich Ihre Bemerkung und Ihre Wortmeldung wirklich "erübrigungswürdig" –, war, daß wir um 12 Uhr mit den Beratungen begonnen haben und um 16.15 Uhr keine Wortmeldung mehr vorgelegen ist. (Abg. Schaffenrath: Weil die Meinungsbildung abgeschlossen war von Ihrer Seite! – Abg. Mag. Barmüller: Wie viele Abänderungsanträge der Opposition haben Sie angenommen?)
Abg. Mag. Barmüller: Seit 10.4.1997 sind die Anträge der Liberalen im Hause! Seit 10.4.1997!
Es stimmt daher nicht, daß keine Beratung zugelassen worden ist. Ganz im Gegenteil – wir haben so lange beraten, solange die Diskussion gelaufen ist. Ihr Vorwurf, daß eine Diskussion geschäftsordnungswidrig oder demokratiewidrig abgewürgt worden ist, entspricht nicht den Tatsachen. (Abg. Mag. Barmüller: Seit 10.4.1997 sind die Anträge der Liberalen im Hause! Seit 10.4.1997!) Ich bitte Sie wirklich – auch bei aller Aufregung –, diese Argumentation medial entsprechend durchzubringen und bei der Wahrheit und nichts als der Wahrheit zu bleiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es stimmt daher nicht, daß keine Beratung zugelassen worden ist. Ganz im Gegenteil – wir haben so lange beraten, solange die Diskussion gelaufen ist. Ihr Vorwurf, daß eine Diskussion geschäftsordnungswidrig oder demokratiewidrig abgewürgt worden ist, entspricht nicht den Tatsachen. (Abg. Mag. Barmüller: Seit 10.4.1997 sind die Anträge der Liberalen im Hause! Seit 10.4.1997!) Ich bitte Sie wirklich – auch bei aller Aufregung –, diese Argumentation medial entsprechend durchzubringen und bei der Wahrheit und nichts als der Wahrheit zu bleiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Sag "Scheinheiligkeit"!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Werte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, den besten Kommentar – ich teile die Meinung dieses Redakteurs wirklich nicht immer und überall – genau zu dieser Frage hat Herr Conrad Seidl im "Standard" verfaßt. Es wurde exakt Ihre Heuchelei beschrieben, die Sie in dieser Frage ... (Abg. Wabl: Sag "Scheinheiligkeit"!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Deshalb meinen wir: Wenn Sie schon eine Privilegiendebatte führen wollen, führen wir die Privilegiendebatte, aber trennen wir sie bitte von der Demokratiedebatte. Wenn Sie eine Demokratiedebatte führen wollen, sind wir gern dabei, aber bitte gemeinsam mit den Oppositionsparteien. Und nehmen Sie sich Zeit dafür, gehen Sie auf die Argumente ein und versuchen Sie vor allem, Ihre Positionen gegenüber Minderheiten, gegenüber Fraktionen in diesem Haus zu überdenken und zu klären. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Herr Abgeordneter Khol! Sie haben mit Ihrer Wortmeldung eigentlich gezeigt – ich möchte nur, daß das auch als solches wahrgenommen wird –, wie schlecht Ihr Gewissen über das Procedere sein muß, denn Sie haben keine einzige Bemerkung zum Procedere gemacht, sondern Sie haben in Ihrer Argumentation in der Sache selbst in die unterste Schublade gegriffen und mir eine Motivation unterstellt, Herr Abgeordneter Khol, die unter Ihrer Würde sein sollte. Es ist eine Primitivargumentation. Ich hätte es Ihnen, obwohl ich es schon in der Zeitung gelesen habe, eigentlich nicht zugetraut, daß Sie das hier auch noch wiederholen, weil es Ihrer eigentlich nicht würdig wäre. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lukesch: Ja!
Es geht mir um das Procedere. Ich möchte, daß wahrgenommen wird, daß hier wesentliche Fragen, die unsere Demokratie betreffen, die die Abgeordneten und die Rechte der Abgeordneten betreffen, von zwei Fraktionen beziehungsweise ihren Chefs ausgemacht wurden. Ich frage Sie alle, ob Sie überhaupt in die Diskussion eingebunden waren, ob es zum Beispiel sinnvoll ist, daß Bestimmungen, über die wir nachher reden werden, Rechte von Abgeordneten fallen oder nicht und wo sie fallen sollen oder nicht. Waren Sie überhaupt eingebunden? (Abg. Dr. Lukesch: Ja!) – Jedenfalls ist von der Opposition niemand auch nur gefragt worden, wie er zu diesen Punkten steht.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Deshalb sagen wir, daß diese undemokratisch ist – nicht nach dem Mantel. Der Mantel stimmt schon, aber der Inhalt stimmt nicht. Das ist dasselbe wie bei der FPÖ: Der Mantel stimmt schon, aber der Inhalt stimmt nicht. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Mag. Barmüller: Du hast ein Trauma, Stadler! Irgendein Trauma aus der Schule!
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Hohes Haus! Bei den Liberalen hat man den Eindruck, es ist eine Fraktion, bestehend aus einer Lehrerin, die Zensuren verteilt. Heute war der Schüler Khol böse, er war wieder nicht brav. (Abg. Mag. Barmüller: Du hast ein Trauma, Stadler! Irgendein Trauma aus der Schule!) Dann kommt der Schüler Barmüller heraus, schwänzt die Schule, er hat nämlich die Sitzung geschwänzt, kommt heraus und erzählt uns, was in der Sitzung alles war – vor allem jenen, die bei der Sitzung dabei waren. Herr Abgeordneter Barmüller! Erstens hat es ausgiebige Beratungen gegeben ... (Abg. Wabl: Stadler schreibt sich in den "Verfassungsbogen" rein! Stadler will in den "Verfassungsbogen" hinein! – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) – Passen Sie auf, Herr Kollege Wabl, sonst bekommen Sie eine schlechte Note von der Frau Oberlehrerin! Da müssen Sie aufpassen, denn Zwischenrufen ist nicht gestattet, hat sie gestern gesagt.
Abg. Wabl: Stadler schreibt sich in den "Verfassungsbogen" rein! Stadler will in den "Verfassungsbogen" hinein! – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Hohes Haus! Bei den Liberalen hat man den Eindruck, es ist eine Fraktion, bestehend aus einer Lehrerin, die Zensuren verteilt. Heute war der Schüler Khol böse, er war wieder nicht brav. (Abg. Mag. Barmüller: Du hast ein Trauma, Stadler! Irgendein Trauma aus der Schule!) Dann kommt der Schüler Barmüller heraus, schwänzt die Schule, er hat nämlich die Sitzung geschwänzt, kommt heraus und erzählt uns, was in der Sitzung alles war – vor allem jenen, die bei der Sitzung dabei waren. Herr Abgeordneter Barmüller! Erstens hat es ausgiebige Beratungen gegeben ... (Abg. Wabl: Stadler schreibt sich in den "Verfassungsbogen" rein! Stadler will in den "Verfassungsbogen" hinein! – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) – Passen Sie auf, Herr Kollege Wabl, sonst bekommen Sie eine schlechte Note von der Frau Oberlehrerin! Da müssen Sie aufpassen, denn Zwischenrufen ist nicht gestattet, hat sie gestern gesagt.
Abg. Mag. Barmüller: Vielleicht sollte man das Packerl etwas größer machen!
Es gab vor allem schon in der Präsidialkonferenz die Kritik der Frau Schmidt, daß das kein Demokratiepaket sei, sondern nur ein Packerl. Aber deswegen – ich teile diese Einschätzung, das ist ein Packerl in der Größe einer Tabakdose – einen Unterausschuß zu verlangen, ist wohl etwas übertrieben, meine Damen und Herren! Sie müssen sich darüber schon einig sein: Ist es entweder ein Demokratiepaket, bei dem wir einen Unterausschuß brauchen, oder ist es das, wofür ich es auch einschätze, nämlich ein Demokratiepackerl in der Größe einer Tabakdose, dann brauche ich dafür aber keinen Unterausschuß? (Abg. Mag. Barmüller: Vielleicht sollte man das Packerl etwas größer machen!)
Abg. Wabl: Bitte!
Herr Kollege Wabl! Noch etwas, und das gilt für Sie ganz besonders. (Abg. Wabl: Bitte!) Ich nehme Ihnen schon ab, daß Ihnen die Rechte der Minderheiten ein Anliegen sind. Dann hätten Sie aber nicht mit Frau Schmidt der letzten Geschäftsordnungsreform zustimmen dürfen. Sie kommen permanent heraus, beklagen die Schmälerung der Rechte der Oppositionsfraktionen, haben sie aber mitbeschlossen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Wabl! Noch etwas, und das gilt für Sie ganz besonders. (Abg. Wabl: Bitte!) Ich nehme Ihnen schon ab, daß Ihnen die Rechte der Minderheiten ein Anliegen sind. Dann hätten Sie aber nicht mit Frau Schmidt der letzten Geschäftsordnungsreform zustimmen dürfen. Sie kommen permanent heraus, beklagen die Schmälerung der Rechte der Oppositionsfraktionen, haben sie aber mitbeschlossen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Herr Stadler! Sie haben sich das letzte Mal den Untersuchungsausschuß abkaufen lassen!
Das war Ihr Sündenfall, als das letzte Mal Sie aus der Dreiergruppierung der Oppositionsfraktionen in Geschäftsordnungsfragen ausgeschieden sind und mit den beiden Regierungsparteien gemeinsame Sache bei der Verschlechterung der Rechte der Oppositions- und Minderheitsfraktionen gemacht haben. Jetzt beklagen Sie sich ständig, daß Sie sich ins eigene Knie geschossen haben. Bei der Frau Schmidt sind wir das gewohnt, aber Sie sollten das nicht tun. (Abg. Wabl: Herr Stadler! Sie haben sich das letzte Mal den Untersuchungsausschuß abkaufen lassen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Wabl.
Sie sollten sich daran erinnern, wem Sie hier bei der Verschlechterung der Rechte der Minderheiten im Haus die Mauer gemacht haben. Jetzt müssen Sie damit leben. Das ist das Problem. Wenn man sich vorher sozusagen über den Tisch ziehen läßt, dann darf man nachher nicht darüber jammern, daß das Ergebnis schlecht ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Abg. Dr. Krüger: Welche Knochen meint er? Meint er seine eigenen?
Meine Damen und Herren! Ein Letztes: Das zeigt auch, wie wichtig ihm – ich meine jetzt wieder den Schüler Barmüller – offensichtlich die Rechte des Parlaments sind. Wissen Sie, da setzen die Regierungsparteien gemeinsam mit den beiden Oppositions-Ampelparteien eine Gruppe ein, die sich "Frisches Fleisch auf alte Knochen" nennt. Das war ein sehr bezeichnender Arbeitstitel für Herrn Barmüller. "Frisches Fleisch auf alte Knochen" – ich weiß nicht, wer da der alte Knochen ist. (Abg. Dr. Krüger: Welche Knochen meint er? Meint er seine eigenen?)
Abg. Mag. Barmüller: Was regst du dich dann auf, Stadler?
Meine Damen und Herren! "Frisches Fleisch auf alte Knochen" – und dann wollen Sie beraten, wie das Parlament weiterentwickelt werden soll, wie die Rechte des Parlaments weiterentwickelt werden sollen, aber die größte Oppositionspartei wird nicht eingeladen – nicht, daß ich dabeisein will. Ich möchte bei Ihnen nicht den "alten Knochen" spielen, Herr Kollege Barmüller, dafür haben Sie Kompetentere in Ihren Reihen. (Abg. Mag. Barmüller: Was regst du dich dann auf, Stadler?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie versucht natürlich jetzt, sich demokratiepolitisch in Szene zu setzen, weil sie noch immer unter dem Eindruck des bayerischen Landtagswahlergebnisses steht, bei dem ihre Freunde – Max Stadler – von den bayerischen Liberalen beteiligt waren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Das haben alle getan!
Bei der Einwendungsdebatte handelt es sich um eine Geschäftsordnungsdebatte. Ich gebe zu, daß immer wieder von allen Fraktionen bei einer Geschäftsordnungsdebatte zur Tagesordnung auch auf die Materie selbst eingegangen wird. Das hat auch Kollege Wabl getan (Abg. Dr. Graf: Das haben alle getan!), das haben alle getan. Aber die bayerischen Landtagswahlen oder die Initiative hat nichts damit zu tun. (Abg. Mag. Stadler: Das war nur der Schlußsatz!) Ich sage das in der freundschaftlichen und korrekten Form, damit Sie sich nicht benachteiligt fühlen, aber damit auch klar ist, daß auf das Bemühen, die Einhaltung der Geschäftsordnung sicherzustellen, nicht verzichtet wird – bei aller Lockerheit und bei allem Eingehen auf die Hitzigkeit einer Debatte, die dann ein bißchen ausufert.
Abg. Mag. Stadler: Das war nur der Schlußsatz!
Bei der Einwendungsdebatte handelt es sich um eine Geschäftsordnungsdebatte. Ich gebe zu, daß immer wieder von allen Fraktionen bei einer Geschäftsordnungsdebatte zur Tagesordnung auch auf die Materie selbst eingegangen wird. Das hat auch Kollege Wabl getan (Abg. Dr. Graf: Das haben alle getan!), das haben alle getan. Aber die bayerischen Landtagswahlen oder die Initiative hat nichts damit zu tun. (Abg. Mag. Stadler: Das war nur der Schlußsatz!) Ich sage das in der freundschaftlichen und korrekten Form, damit Sie sich nicht benachteiligt fühlen, aber damit auch klar ist, daß auf das Bemühen, die Einhaltung der Geschäftsordnung sicherzustellen, nicht verzichtet wird – bei aller Lockerheit und bei allem Eingehen auf die Hitzigkeit einer Debatte, die dann ein bißchen ausufert.
Abg. Wabl: Unser "Verfassungsbogen"-Bastler!
Kollege Khol hat noch 3 Minuten restliche Redezeit. – Bitte. (Abg. Wabl: Unser "Verfassungsbogen"-Bastler!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. – Abg. Wabl: Sie brauchen deshalb nicht "Demokratieverhetzer" sagen!
Wir haben im Mai, Frau Kollegin Schmidt, als Sie zweimal für eine Kandidatur unterschrieben haben, die öffentliche Diskussion über die Frage begonnen: Soll eine Abgeordnetenunterschrift die Unterschrift von 25 000 österreichischen Bürgerinnen und Bürgern ersetzen? Wir haben weiters die öffentliche Diskussion darüber begonnen, ob ein Abgeordneter oder eine Abgeordnete dieses Privileg gleich zweimal ausnützen können soll. (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller. – Abg. Wabl: Sie brauchen deshalb nicht "Demokratieverhetzer" sagen!)
Abg. Dr. Schmidt: Das ist eine Verzerrung der Wirklichkeit, was Sie da sagen!
Wir haben dann im September, bevor der Ausschuß zusammengetreten ist, Parteiengespräche mit Fraktionen geführt, die zum Ausdruck gebracht hatten, daß sie mit dem einen oder anderen Detail nicht einverstanden sind, daß sie es ergänzt haben wollen. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist eine Verzerrung der Wirklichkeit, was Sie da sagen!) Das hat dazu geführt, daß wir einige Anregungen, die im Verfassungsausschuß von der grünen Fraktion gekommen sind, in Abänderung gefaßt haben; einen Abänderungsantrag bringen wir heute in zweiter Lesung ein. Es ist dies ein sehr wichtiger Abänderungsantrag, der die Unterschriftsleistungen erleichtert.
Abg. Dr. Schmidt: Das ist unrichtig! – Abg. Wabl: "Ordentlich" ist übertrieben!
Das heißt also, es hat ordentliche Gespräche gegeben. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist unrichtig! – Abg. Wabl: "Ordentlich" ist übertrieben!) Wir haben dann einen ganzen Nachmittag lang über das, was wir vorgeschlagen haben, diskutiert.
Abg. Dr. Schmidt: Über mehr Demokratie!
Frau Kollegin Schmidt! Alles, was Sie dort vorgebracht haben, war, daß Sie mit dem einen oder anderen nicht einverstanden sind und daß man in Wahrheit über etwas anderes reden müßte (Abg. Dr. Schmidt: Über mehr Demokratie!): über die Rechte des Bundespräsidenten, über die Frage des Mehrheitswahlrechtes – das Sie ablehnen, das ich auch ablehne – und so weiter, aber Sie haben keine Anträge gestellt. Es war nichts im Ausschuß.
Beifall bei der ÖVP.
Was Sie in Wahrheit hier larmoyant bejammern, ist, daß Sie eine so kleine Fraktion sind, daß Sie Ihre Vorstellungen hier nicht durchsetzen können. Es ist das Leiden an der fehlenden Mehrheit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber ich sage Ihnen, Frau Schmidt: Sie werden Ihre fehlende Mehrheit nicht durch Geschäftsordnungsdebatten ersetzen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Nichts über unsere Bürgermeister!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Wabl, mit seiner Restredezeit, die wir genau stoppen werden. (Abg. Dr. Stummvoll: Nichts über unsere Bürgermeister!)
Abg. Dr. Khol: Danke! – Abg. Dr. Fekter: Da könnten Sie auch etwas lernen!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Es ist immer ein großartiges Erlebnis in diesem Haus, wenn der "Verfassungsbogen"-Bastler Khol hier beim Rednerpult steht und von großen Paketen spricht (Abg. Dr. Khol: Danke! – Abg. Dr. Fekter: Da könnten Sie auch etwas lernen!), wenngleich er eigentlich nur meint: Ei, da haben wir etwas entdeckt! Da haben sich die Minderheiten erfrecht! Wir haben doch eh schon im rot-schwarzen Ausschuß ausgemacht, es darf nur mehr der Thommy für die Präsidentschaft kandidieren. Da gibt es andere, die wollen auch noch etwas. Dieses Privileg müssen wir abschaffen! – Aber daß Sie dazu gleich "Paket" sagen, Herr Khol, das ist doch übertrieben. (Abg. Dr. Graf: Was habt ihr denn gemacht?)
Abg. Dr. Graf: Was habt ihr denn gemacht?
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Es ist immer ein großartiges Erlebnis in diesem Haus, wenn der "Verfassungsbogen"-Bastler Khol hier beim Rednerpult steht und von großen Paketen spricht (Abg. Dr. Khol: Danke! – Abg. Dr. Fekter: Da könnten Sie auch etwas lernen!), wenngleich er eigentlich nur meint: Ei, da haben wir etwas entdeckt! Da haben sich die Minderheiten erfrecht! Wir haben doch eh schon im rot-schwarzen Ausschuß ausgemacht, es darf nur mehr der Thommy für die Präsidentschaft kandidieren. Da gibt es andere, die wollen auch noch etwas. Dieses Privileg müssen wir abschaffen! – Aber daß Sie dazu gleich "Paket" sagen, Herr Khol, das ist doch übertrieben. (Abg. Dr. Graf: Was habt ihr denn gemacht?)
Abg. Schwarzenberger: Gehört das auch zur Geschäftsordnung?
Aber heute haben wir eine wunderbare Geschichte erlebt. Der große Verfassungsbogen-Bastler, der ein schönes Mäntelchen ausgebreitet hat und bestimmt, wer sich da hineinkuscheln darf, hat heute einen neuen Bewohner gekriegt. Ich glaube, dem Herrn Stadler ist es im blauen Eck etwas kalt geworden, so allein in dieser Republik, ausgestoßen, er darf nicht mehr dabeisein beim schwarzen Bruder. (Abg. Schwarzenberger: Gehört das auch zur Geschäftsordnung?) Einige von seiner Fraktion haben ja schon wärmere Gefilde aufgesucht (Heiterkeit bei der SPÖ), aber jetzt denkt er sich: Ich möchte mich auch ein bißchen hineinkuscheln in diesen Verfassungsmantel des Herrn Khol!, und er kommt hier heraus und erzählt, er ist eigentlich der Oppositionelle, der immer gekämpft hat für die Rechte.
Heiterkeit bei der SPÖ
Aber heute haben wir eine wunderbare Geschichte erlebt. Der große Verfassungsbogen-Bastler, der ein schönes Mäntelchen ausgebreitet hat und bestimmt, wer sich da hineinkuscheln darf, hat heute einen neuen Bewohner gekriegt. Ich glaube, dem Herrn Stadler ist es im blauen Eck etwas kalt geworden, so allein in dieser Republik, ausgestoßen, er darf nicht mehr dabeisein beim schwarzen Bruder. (Abg. Schwarzenberger: Gehört das auch zur Geschäftsordnung?) Einige von seiner Fraktion haben ja schon wärmere Gefilde aufgesucht (Heiterkeit bei der SPÖ), aber jetzt denkt er sich: Ich möchte mich auch ein bißchen hineinkuscheln in diesen Verfassungsmantel des Herrn Khol!, und er kommt hier heraus und erzählt, er ist eigentlich der Oppositionelle, der immer gekämpft hat für die Rechte.
Abg. Dr. Kostelka: Abschließen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Wabl! Dies hat mit einer Einwendungsdebatte nichts zu tun! – Bitte fortzusetzen für die restlichen 20 Sekunden! (Abg. Dr. Kostelka: Abschließen!)
Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Danke, Herr Präsident! Ich wollte hier nur erklären, warum er gegen die Einwendungsdebatte ist und warum er mit dieser Tagesordnung so glücklich ist: Weil er sich endlich wieder hineinkuscheln kann bei seinem schwarzen Freund. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Nein!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wünschen Sie eine Zusatzfrage, Herr Abgeordneter? (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Nein!) Danke.
Abg. Haigermoser: Aber das können wir ja auch ohne den Minister machen, Kollege Kukacka!
Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr Dr. Caspar Einem: Herr Abgeordneter! Im Gegensatz zu Ihnen halten wir die Fronten für nicht festgefahren. Wir sind im Gespräch, wir haben Gespräche vereinbart, und wir gehen davon aus, daß es zwar – darin stimme ich Ihnen zu – nicht sinnvoll und politisch auch nicht möglich ist, gegen den expliziten Willen der anderen Vertragspartner sozusagen die Lösung umzusetzen. Wir gehen aber andererseits davon aus, daß es möglich sein wird, diesen Konsens zu erzielen. Ich halte daher eine Parlamentarische Enquete zu diesem Thema in der nächsten Zukunft für nicht notwendig oder zweckmäßig. (Abg. Haigermoser: Aber das können wir ja auch ohne den Minister machen, Kollege Kukacka!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Eine Feststellung, die ich gerne heute anläßlich Ihrer Anfrage dazu machen möchte, ist, daß es zumindest zwei Bundesländer gibt, die das in ganz besonders vorbildlicher Weise tun: das sind die Bundesländer Tirol und Niederösterreich, und ich kann die anderen Bundesländer nur einladen, diesem Beispiel, das vorbildlich ist, zu folgen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist zwar zu konzedieren, daß die konkrete bauliche Umsetzung von manchen Kreisverkehren noch zu wünschen übrigläßt, aber grundsätzlich erweist sich die verstärkte Konzeption von Kreisverkehren statt Ampeln und insbesondere die Ansiedlung von Kreisverkehren bei der Ortseinfahrt als außerordentlich zweckmäßig zur Reduktion von Unfällen und insbesondere zur Reduktion schwerer oder gar tödlicher Unfälle. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Die wirst du bestehen!
Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr Dr. Caspar Einem: Herr Präsident! In der Tat, diese zusätzliche Bemerkung stellt mich vor einige Herausforderungen. (Abg. Dr. Khol: Die wirst du bestehen!) Ich werde dennoch versuchen, materiell knapp zu sagen: Die Frau Landeshauptfrau (Abg. Dr. Khol: Gute Frau!) steht uns bei der Frage des Ausbaues der Schieneninfrastruktur in Richtung Steiermark überhaupt nicht im Wege (Abg. Dr. Fekter: Im Gegenteil!), sondern als Partnerin bei.
Abg. Dr. Khol: Gute Frau!
Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr Dr. Caspar Einem: Herr Präsident! In der Tat, diese zusätzliche Bemerkung stellt mich vor einige Herausforderungen. (Abg. Dr. Khol: Die wirst du bestehen!) Ich werde dennoch versuchen, materiell knapp zu sagen: Die Frau Landeshauptfrau (Abg. Dr. Khol: Gute Frau!) steht uns bei der Frage des Ausbaues der Schieneninfrastruktur in Richtung Steiermark überhaupt nicht im Wege (Abg. Dr. Fekter: Im Gegenteil!), sondern als Partnerin bei.
Abg. Dr. Fekter: Im Gegenteil!
Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr Dr. Caspar Einem: Herr Präsident! In der Tat, diese zusätzliche Bemerkung stellt mich vor einige Herausforderungen. (Abg. Dr. Khol: Die wirst du bestehen!) Ich werde dennoch versuchen, materiell knapp zu sagen: Die Frau Landeshauptfrau (Abg. Dr. Khol: Gute Frau!) steht uns bei der Frage des Ausbaues der Schieneninfrastruktur in Richtung Steiermark überhaupt nicht im Wege (Abg. Dr. Fekter: Im Gegenteil!), sondern als Partnerin bei.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Das war eine gute Antwort!
Was die Position der Grünen betrifft, bin ich über Ihre Fragestellung überrascht, weil ich den Eindruck habe, daß die Grünen nicht wirklich Fans eines Eisenbahnausbaus in Richtung Steiermark sind, aber vielleicht habe ich mich da verhört. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Das war eine gute Antwort!)
Abg. Wabl – in den Bankreihen stehend –: Wird aber verhindert durch die ÖVP! Immer alles für die Schotterunternehmer!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die 4. Frage formuliert Herr Abgeordneter DDr. Niederwieser. – Bitte. (Abg. Wabl – in den Bankreihen stehend –: Wird aber verhindert durch die ÖVP! Immer alles für die Schotterunternehmer!)
Abg. Wabl nimmt seinen Platz ein.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Moment, Herr Abgeordneter Niederwieser! Ich muß den Kollegen Wabl einladen, Platz zu nehmen. (Abg. Wabl nimmt seinen Platz ein.) Das hat er inzwischen getan. – Bitte, Herr Abgeordneter Niederwieser.
Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, die Geschäftsordnung spricht ausdrücklich von einer Zusatzfrage. Wenn Sie schon etwas Zweites hineinpacken wollen, dann sagen Sie bitte nicht ausdrücklich "zweite Frage". (Heiterkeit.) – Bitte, Herr Minister.
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Erst kürzlich wieder war ich Zeuge eines bemerkenswerten Freudschen Versprechers des Herrn Bundeskanzlers. Es war bei der Eröffnungsveranstaltung der Salzburger Festspiele, als der Herr Bundeskanzler gesagt hat: "Kunst ist ein Labor, das ständig neue Exkremente hervorbringt." (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Inwieweit da die Affäre Kolig in Kärnten eine gewisse Rolle gespielt hat, überlasse ich jetzt Ihrer Phantasie. Darauf werden heute noch Kollegen von mir zu sprechen kommen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte nur ganz allgemein zu dieser Thematik sagen: Ich nehme auch hier Stellung zu diesen Fragen. Und wenn man sagt, die Bevölkerung sei nicht reif, in die direkte Demokratie einzutreten, was Kunstfragen anbelangt, dann meine ich, es ist eine wirkliche Despektierlichkeit gegenüber der Bevölkerung, zu sagen: Darüber hat eine Elite – gleichgültig, ob es jetzt eine Pseudoelite oder eine tatsächliche intellektuelle Elite ist – alleine zu befinden, und es ist uns völlig egal und hat dem Steuerzahler völlig egal zu sein, wofür seine Steuermillionen zur Verfügung gestellt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was hat sich seit damals geändert? – Eigentlich nicht sehr viel, außer daß die handelnden Personen nicht die gleiche Virtuosität in der Darlegung ihrer Argumente haben. Zum Beispiel, Herr Staatssekretär, und das werfe ich Ihnen vor: Wenn früher der Herr Kunstminister Scholten die Eröffnung der Salzburger Festspiele für seine Parteizwecke, für die Parteizwecke der SPÖ, mißbraucht und minutenlang gegen die freiheitliche Opposition gewettert hat, dann mögen im Vergleich dazu Ihre Beiträge, Herr Kunststaatssekretär, etwa in Linz aus Anlaß der Eröffnung des Bruckner-Festes, in rhetorischer Hinsicht zwar ein magerer Abklatsch sein, aber es ist genau das gleiche Konzept. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es ist genau das gleiche Konzept!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was hat sich sonst noch geändert? – Ich meine doch, daß Ihre Angriffe gegen die freiheitliche Opposition nichts anderes als Ablenkungsmanöver sind. Und jetzt spreche ich die ÖVP an, die noch zu Beginn des Sommers ein Donnerwetter anklingen hat lassen, als es darum ging, die vier vakanten Positionen der kaufmännischen Direktoren zu besetzen. Jetzt steckt der Herr Khol seinen Kopf hinunter und will nichts davon hören. Herr Kollege Khol! Kommen Sie heraus und wiederholen Sie das, was Sie Ihrem Koalitionspartner damals vorgeworfen haben, nämlich daß die SPÖ die Vakanz beziehungsweise die Besetzung der Stellen für ihre Zwecke mißbraucht, um Politgünstlinge unterzubringen. Das ist doch ein Faktum! Kommen Sie heraus! Ich bin auch gespannt, was der Kollege Morak, der sich damals mit Recht darüber aufgeregt hat, heute dazu sagen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Unglaublich!
Das ist das, was sich eigentlich geändert hat: Es ist zu einer Vertiefung des Anspruches der Sozialdemokratie auf die Positionen, die die Kunstpolitik zu vergeben hat, gekommen. Das ist eine "schöne" Kulturpolitik! Sie wollen Ihre Leute unterbringen. Von vier kaufmännischen Direktoren sind sage und schreibe drei ehemalige Sekretäre von Ministern. (Ruf bei den Freiheitlichen: Unglaublich!) Und weil Sie einen nicht durchgebracht haben – weil er nämlich in Salzburg eine Millionenpleite hingelegt hat und dort mit Schimpf und Spott davongejagt wurde –, wird er halt in einer anderen Form beschäftigt, und zwar als Konsulent an der Volksoper.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist das, was wir Ihnen vorwerfen: Daß Sie die Kulturpolitik einerseits dazu mißbrauchen, um die Künstler gegen die FPÖ zu instrumentalisieren, und andererseits dazu, daß Sie Ihre Leute unterbringen und das Netzwerk möglichst engmaschig und möglichst dicht im Sinne Ihrer Ideologie knüpfen wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Smolle: Was heißt "per saldo"?!
Meine Damen und Herren! Ich gehöre sicher nicht zu jenen, die den Herrn Nitsch per saldo oder überhaupt als Künstler ablehnen und seine künstlerische Betätigung abstreiten. (Abg. Smolle: Was heißt "per saldo"?!) Herr Nitsch hat sicher seinen Stellenwert im Aktionismus, das sei einmal betont. Ich habe einen sehr differenzierten Zugang dazu. Aber es kann nicht angehen, und dafür habe ich kein Verständnis, daß im Sinne der angeblich grenzenlosen Freiheit der Kultur der Tierschutz mißbraucht wird, daß etwa Rinder rituell abgeschlachtet werden, weil sich die Kunst einen Freibrief anmaßt. So kann es nicht gehen, meine sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Smolle: Was heißt "per saldo"? Was heißt denn das?!)
Abg. Smolle: Was heißt "per saldo"? Was heißt denn das?!
Meine Damen und Herren! Ich gehöre sicher nicht zu jenen, die den Herrn Nitsch per saldo oder überhaupt als Künstler ablehnen und seine künstlerische Betätigung abstreiten. (Abg. Smolle: Was heißt "per saldo"?!) Herr Nitsch hat sicher seinen Stellenwert im Aktionismus, das sei einmal betont. Ich habe einen sehr differenzierten Zugang dazu. Aber es kann nicht angehen, und dafür habe ich kein Verständnis, daß im Sinne der angeblich grenzenlosen Freiheit der Kultur der Tierschutz mißbraucht wird, daß etwa Rinder rituell abgeschlachtet werden, weil sich die Kunst einen Freibrief anmaßt. So kann es nicht gehen, meine sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Smolle: Was heißt "per saldo"? Was heißt denn das?!)
Abg. Smolle: Was heißt "per saldo"?!
Ich sage Ihnen ganz offen – bei aller teilweise wirklichen Wertschätzung des Oeuvres des Herrn Nitsch –, daß ich sehr betroffen bin, wenn in einem Falter-Interview Herr Nitsch etwa davon spricht, daß auch Verbrechen Kunst sein kann. Dazu möchte ich Ihre Stellungnahme hören, Herr Kollege Cap. Was sagen Sie dazu? Die Kunst kann auch ein Verbrechen sein, sagt Nitsch. Und letztlich führt er weiter aus, daß theoretisch auch Mord Kunst sein kann. Ich warne davor ... (Abg. Smolle: Was heißt "per saldo"?!)
Abg. Smolle: Die Tante!
Sehr geehrter Herr Kollege Smolle! Sie haben offensichtlich intellektuell wenig gemeinsam mit jenem Herrn Smolle, der kürzlich in der "Presse" einen sehr interessanten Artikel geschrieben hat. Er schrieb, das sei ja gerade das Marketing-Instrument. Ist das Ihr Sohn oder Ihr Bruder? Ich weiß es nicht. (Abg. Smolle: Die Tante!) – Ach so. Der Herr Dozent Smolle ist die Tante des Herrn Smolle. Sie haben ja eine reichlich komische Stellung da herinnen, nicht nur was Ihre ständigen Wechsel zwischen den Parteien anlangt. Was sind Sie denn eigentlich? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Was ist denn das für ein Sektor, wo Sie sitzen? Ist das der liberale oder der grüne Sektor? Ich weiß nicht, wo Sie momentan sind, aber sehr beliebt sind Sie jedenfalls nicht. (Lebhafte Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrter Herr Kollege Smolle! Sie haben offensichtlich intellektuell wenig gemeinsam mit jenem Herrn Smolle, der kürzlich in der "Presse" einen sehr interessanten Artikel geschrieben hat. Er schrieb, das sei ja gerade das Marketing-Instrument. Ist das Ihr Sohn oder Ihr Bruder? Ich weiß es nicht. (Abg. Smolle: Die Tante!) – Ach so. Der Herr Dozent Smolle ist die Tante des Herrn Smolle. Sie haben ja eine reichlich komische Stellung da herinnen, nicht nur was Ihre ständigen Wechsel zwischen den Parteien anlangt. Was sind Sie denn eigentlich? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Was ist denn das für ein Sektor, wo Sie sitzen? Ist das der liberale oder der grüne Sektor? Ich weiß nicht, wo Sie momentan sind, aber sehr beliebt sind Sie jedenfalls nicht. (Lebhafte Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Lebhafte Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Sehr geehrter Herr Kollege Smolle! Sie haben offensichtlich intellektuell wenig gemeinsam mit jenem Herrn Smolle, der kürzlich in der "Presse" einen sehr interessanten Artikel geschrieben hat. Er schrieb, das sei ja gerade das Marketing-Instrument. Ist das Ihr Sohn oder Ihr Bruder? Ich weiß es nicht. (Abg. Smolle: Die Tante!) – Ach so. Der Herr Dozent Smolle ist die Tante des Herrn Smolle. Sie haben ja eine reichlich komische Stellung da herinnen, nicht nur was Ihre ständigen Wechsel zwischen den Parteien anlangt. Was sind Sie denn eigentlich? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Was ist denn das für ein Sektor, wo Sie sitzen? Ist das der liberale oder der grüne Sektor? Ich weiß nicht, wo Sie momentan sind, aber sehr beliebt sind Sie jedenfalls nicht. (Lebhafte Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Abg. Smolle: Per saldo!
Aber der Herr Dozent Smolle spricht natürlich mit Recht davon, daß das ja die Methodik ist, wie man heute in der Kunst Marketing betreibt: indem man bewußt einen Skandal provoziert, indem man bewußt Tabus bricht und sich dann öffentlich über das Ergebnis der Provokation erregt. (Abg. Smolle: Per saldo!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Kunst ist für mich frei. Sie ist Bestandteil der Grundrechte, aber im Wesen eines Gesamtgefüges von Grundrechten. Und die Kunst darf sich nicht auf Kosten anderer Grundrechte eigene Grundrechte anmaßen und diese anderen Grundrechte aushöhlen zugunsten der Kunst. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Für mich – das muß ich auch dazusagen – ist ein Herr Mühl mit einem Herrn Nitsch nicht gleichzusetzen. Das hat sich Herr Nitsch nicht verdient, daß er mit jemandem, der eine siebenjährige Haftstrafe wegen Sittlichkeitsdelikten gegenüber Kindern verbüßt hat, gleichgesetzt wird. Für mich ist die Kunst des Herrn Mühl, vor allem im Zusammenhang mit blasphemischen Darstellungen der Mutter Theresa, sicherlich ein noch ärgerer Anlaß, hier einzuschreiten, Herr Kollege Steindl! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Steindl: Meinen Sie Mühl oder Nitsch?
Ich bin gespannt darauf, was Sie von der ÖVP dazu sagen, daß die in Ihrem Einflußbereich stehenden Ministerien den Herrn Otto Mühl als Person massiv fördern. Ich brauche mir nur die Anfragebeantwortung anzuschauen, in der Herr Schüssel schreibt: Es ist international üblich, daß Außenministerien oder die gemäß der innerstaatlichen Regelung sonst zuständigen Behörden repräsentative Werkschauen der bildenden Kunst bei Auslandstourneen finanziell unterstützen. (Abg. Mag. Steindl: Meinen Sie Mühl oder Nitsch?) – Also das bekannte Bild des Herrn Mühl, dieses ominöse Triptychon mit der perversen Darstellung etwa der Mutter Theresa, ist laut Auskunft Ihres Außenministers Bestandteil einer "repräsentativen Werkschau". (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Ich bin gespannt darauf, was Sie von der ÖVP dazu sagen, daß die in Ihrem Einflußbereich stehenden Ministerien den Herrn Otto Mühl als Person massiv fördern. Ich brauche mir nur die Anfragebeantwortung anzuschauen, in der Herr Schüssel schreibt: Es ist international üblich, daß Außenministerien oder die gemäß der innerstaatlichen Regelung sonst zuständigen Behörden repräsentative Werkschauen der bildenden Kunst bei Auslandstourneen finanziell unterstützen. (Abg. Mag. Steindl: Meinen Sie Mühl oder Nitsch?) – Also das bekannte Bild des Herrn Mühl, dieses ominöse Triptychon mit der perversen Darstellung etwa der Mutter Theresa, ist laut Auskunft Ihres Außenministers Bestandteil einer "repräsentativen Werkschau". (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Tichy-Schreder: Scheinheilig sind Sie!
Erklären Sie sich hier, Herr Kollege Steindl und Herr Kollege Khol: Was sagen Sie dazu? Es genügt nicht, hier scheinheilig gegen die Dringliche Anfrage aufzutreten (Abg. Tichy-Schreder: Scheinheilig sind Sie!), weil ein blasphemisches Bild des Herrn Mühl, das Gegenstand der Anfrage ist, dargestellt wird, und das sei dem Hohen Haus nicht zumutbar. Da können Sie nicht den Kopf in den Sand stecken! Treten Sie heraus, und nehmen Sie dazu Stellung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Erklären Sie sich hier, Herr Kollege Steindl und Herr Kollege Khol: Was sagen Sie dazu? Es genügt nicht, hier scheinheilig gegen die Dringliche Anfrage aufzutreten (Abg. Tichy-Schreder: Scheinheilig sind Sie!), weil ein blasphemisches Bild des Herrn Mühl, das Gegenstand der Anfrage ist, dargestellt wird, und das sei dem Hohen Haus nicht zumutbar. Da können Sie nicht den Kopf in den Sand stecken! Treten Sie heraus, und nehmen Sie dazu Stellung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Sage es ehrlich: Bist du dafür oder dagegen?
Und Nitsch stellt sich hin und erklärt das zu einem Kunstwerk. Nun kann man unterschiedlicher Meinung sein, ob dem so ist oder nicht. Ich will mich gar nicht verschweigen: Ich habe manchmal meine Schwierigkeiten, ihn als potentiellen Künstler und mich als potentiellen Ankäufer zu betrachten. (Abg. Dr. Haider: Sage es ehrlich: Bist du dafür oder dagegen?) Aber es ist unbedeutend in der Diskussion, wie meine subjektive Einstellung dazu ist. Faktum ist: Nitsch braucht Krüger und Haider und Stadler und wie all diese Nitsch-Helfer heißen, um seine Kunstwerke auch wirklich einer breiteren Öffentlichkeit rituell vermitteln und verkaufen zu können. (Beifall bei der SPÖ.) – Ich bin überzeugt davon, daß auch der eine oder andere Dankesbrief von Nitsch an Sie abgegangen ist.
Beifall bei der SPÖ.
Und Nitsch stellt sich hin und erklärt das zu einem Kunstwerk. Nun kann man unterschiedlicher Meinung sein, ob dem so ist oder nicht. Ich will mich gar nicht verschweigen: Ich habe manchmal meine Schwierigkeiten, ihn als potentiellen Künstler und mich als potentiellen Ankäufer zu betrachten. (Abg. Dr. Haider: Sage es ehrlich: Bist du dafür oder dagegen?) Aber es ist unbedeutend in der Diskussion, wie meine subjektive Einstellung dazu ist. Faktum ist: Nitsch braucht Krüger und Haider und Stadler und wie all diese Nitsch-Helfer heißen, um seine Kunstwerke auch wirklich einer breiteren Öffentlichkeit rituell vermitteln und verkaufen zu können. (Beifall bei der SPÖ.) – Ich bin überzeugt davon, daß auch der eine oder andere Dankesbrief von Nitsch an Sie abgegangen ist.
Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Seine Anfragen waren interessant. Ausgerechnet Schimanek, der sich jetzt mit Rosenstingl und Co in Niederösterreich auseinanderzusetzen hat und mit diesem ganzen Augiasstall, über den Stadler und Haider hier sicherlich stundenlang berichten könnten, wenn sie wollten! Eine Anfrage lautete: Wie ist der Fassungsraum der Senkgruben? – Das verstehe ich, daß Schimanek als einen, der sich mit der FPÖ-Niederösterreich auseinanderzusetzen hat, der Fassungsraum der Senkgruben interessiert! (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Was ihn ganz besonders interessieren muß, weil es ja so viele betrifft: Wie viele WC-Anlagen stehen den Gästen der Veranstaltung zur Verfügung? Entspricht die Anzahl den gesetzlichen Hygienebestimmungen? – Das verstehe ich total, daß den Schimanek Hygienebestimmungen zu interessieren haben. Er ist ja tagtäglich konfrontiert mit der Frage der Hygiene und mit der Frage: Wie viele WC-Anlagen habe ich, damit wie viele Leute dort überhaupt unterkommen, wenn sie einmal müssen? Und dort, wo er sein muß, müssen offensichtlich viele. Daher ist die Frage der WC-Anlagen eine besonders wichtige Frage, mit der er sich auseinanderzusetzen hat. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: "Hochgeistig"!
Die fünfte Frage: Wie viele Waschgelegenheiten – auch etwas, was ganz bedeutend ist, wenn man die Hände in Unschuld waschen muß (der Redner reibt sich die Hände) oder wenn jemand auch immer reingewaschen werden soll oder muß – gibt es dort für die Gäste? Und entsprechen auch diese den gesetzlichen Hygienebestimmungen? (Abg. Dr. Partik-Pablé: "Hochgeistig"!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Rauch-Kallat.
Und zu guter Letzt die ganz entscheidende Frage: Wie wird das Abwasser der Waschanlagen entsorgt? – Das verstehe ich ganz besonders, daß sich Herr Schimanek Gedanken macht, wenn sich die Seinigen die Hände gewaschen haben, wo das Abwasser hinfließt, denn das ist wahrscheinlich Sondermüll. Da muß man ganz besonders vorsichtig sein, was damit passiert! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Rauch-Kallat.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie Sie sie führen, das ist grauslich!
Das ist die Form der Auseinandersetzung eines führenden Vertreters der FPÖ in Niederösterreich, der in der Landesregierung ansässig ist, mit Kunst und Kultur. Es ist grauslich, wie Sie hier diese Kunstdebatte führen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie Sie sie führen, das ist grauslich!) Und es ist schade, sage ich noch einmal. Man kann das nicht so abtun, indem man sagt: Mein Gott, der Kunstbericht 1996, das ist alles vergossene Milch – was soll das?
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war wirklich sehr schwach! Noch schwächer als sonst und noch weniger intellektuell! – Abg. Rauch-Kallat: Das war aber ganz witzig!
Ich finde, daß das ein exemplarischer, neuer, interessanter Kunstbericht ist, der in Kontinuität zu den bisherigen Berichten steht, der durch Graphik, durch eine resümierende Einleitung ermöglicht, daß man innerhalb kurzer Zeit wirklich einen Überblick gewinnt, daß man wirklich weiß, was im Hintergrund die politischen Entscheidungen sind, warum Kunstförderung so passiert, wie sie passiert. Es ist keine Detektivarbeit, wie es bislang manchmal der Fall war, notwendig, um das genauer herauszufinden. Es gibt keine Beamtensprache, es hat keine drohende sprachliche Verschleierung stattgefunden, sondern klare Zahlen zeigen auf: Hier gibt es ein Theaterbudget, hier ein Musikbudget. Man kann daher ganz genau ersehen, wie Kunstpolitik in Österreich einzuschätzen ist. Ich glaube, daß das ein Quantensprung ist, und man kann nicht deutlich genug aufzeigen, wie wichtig es ist, daß es einen Kunstbericht in dieser neuen Form gibt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war wirklich sehr schwach! Noch schwächer als sonst und noch weniger intellektuell! – Abg. Rauch-Kallat: Das war aber ganz witzig!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich halte fest, daß sich der "Kulturkanzler", wie er sich nennt, auch sonst nicht mit Kulturschaffenden – vielleicht privat, das weiß ich nicht, öffentlich jedenfalls nicht – auseinandersetzt, es sei denn, es geht um die Eröffnung von Festspielen. Wenn das die Vorstellung von Kulturpolitik ist, dann spricht das eine deutliche Sprache. Ich halte daher zum wiederholten Male fest, daß damit das Konzept "Kulturpolitik ist Chefsache" als gescheitert zu erklären ist. – Das scheint mir eine wichtige Feststellung zu sein. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Sie haben uns also versprochen, einen Schwerpunkt der Kulturpolitik beim Film zu setzen. Sie haben dieses Versprechen nicht gehalten. Ich halte dieses fest, und ich halte es für ein Übel, daß Sie es nicht gehalten haben. Es ist eine versäumte Chance. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.) Ich sage ja zur Schwerpunktförderung Film!
Beifall beim Liberalen Forum.
Genau diese Qualität, Herr Staatssekretär – und richten Sie das dem Herrn Kanzler aus! –, genau diese Qualität fordern wir ein, und wir kriegen sie nicht geliefert von Ihrer politischen Verantwortlichkeit her! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Posch: Von wo ist der?
Und damit Sie sich ein wenig daran erfreuen können und weil es auch der Auflockerung dient und auch den Punkt trifft, möchte ich Ihnen vorlesen, was Wolf Prix weiter sagt (Abg. Mag. Posch: Von wo ist der?) – von Coop-Himmelb(l)au ist er –: In Österreich wird Konfliktaustragung mit Bedrohung und Verhinderung verwechselt. – Wie wahr! Daß wir keine Diskussionskultur haben, das wissen wir aus anderen Bereichen noch viel deutlicher. – Und weiter sagt er: Hier regieren die sechs "p", und die sind wunderbar. Der junge Mensch ist erst progressiv, dann wird er durch die Umstände programmatisch, später pragmatisch, dann wird er protektioniert und in weiterer Folge pragmatisiert, und damit wird er pensioniert.
Beifall beim Liberalen Forum.
Wie recht er doch hat, wenn er hier den Weg eines, sage ich einmal, engagierten auch Kulturschaffenden zeichnet! Wir können das auf viele Bereiche übertragen, nur da tut es besonders weh. Das ist eine Zustandsbeschreibung und Befindlichkeit unserer politischen Realität, und Sie haben es zu verantworten, daß dem nichts entgegengesetzt wird. Das ist natürlich im Kulturbereich besonders schmerzlich, und es ist auch im Architekturbereich, und in diesem Zusammenhang habe ich es daher erwähnt, besonders schmerzlich. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.
Haben wir doch den Mut, auch wenn man weiß, aus welchen Ecken man dann der Überheblichkeit geziehen wird, zu sagen, daß über das, was Kunst ist, Fachleute reden sollen und eine echte Kunstdiskussion gefälligst den Experten vorbehalten sein soll und nicht den Politikerinnen und Politikern. Kein Mensch glaubt, darüber urteilen zu können, ob ein ärztlicher Kunstfehler vorliegt oder nicht, außer die Ärzte selber. Und bei der Kunst glauben wir, daß alle mitreden können. Wir sollten mitreden über Kulturpolitik, aber zu beurteilen, was Kunst ist, ist nicht Sache der Politiker. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Über Kunst so viel zu sagen ohne einen Inhalt ...!
Also: Über Kunst, meine ich, sollte ein bißchen anders gesprochen werden. (Abg. Dr. Graf: Über Kunst so viel zu sagen ohne einen Inhalt ...!) Hören Sie zu, dann werden Sie einen Inhalt erkennen, oder es liegt an Ihrer Kompetenz!
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zweiter Punkt: Kenner. Künstler fallen nicht vom Himmel, Kunstkenner auch nicht. Ich habe den Eindruck, und da schließe ich mich an die Vorrednerin an, daß wir über technische Expertisen, über forschungspolitische Ergebnisse, über andere Errungenschaften mit sehr viel Respekt und sehr viel Diskretion reden, sie einschätzen, beurteilen. Aber gerade in der Frage der Kunst, die genauso gelernt, studiert und erarbeitet, durchdrungen und durchdacht werden muß, habe ich in der letzten Zeit den Eindruck, noch nie soviel Unverschämtheit und Überheblichkeit gehört und beobachtet zu haben wie zuletzt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich nehme niemanden aus, aber die FPÖ hat sicher die Nase vorn. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Die FPÖ hat die Nase immer vorn! Sie tragen die Nase zu hoch, wir haben sie vorn!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Die FPÖ hat die Nase immer vorn! Sie tragen die Nase zu hoch, wir haben sie vorn!
Zweiter Punkt: Kenner. Künstler fallen nicht vom Himmel, Kunstkenner auch nicht. Ich habe den Eindruck, und da schließe ich mich an die Vorrednerin an, daß wir über technische Expertisen, über forschungspolitische Ergebnisse, über andere Errungenschaften mit sehr viel Respekt und sehr viel Diskretion reden, sie einschätzen, beurteilen. Aber gerade in der Frage der Kunst, die genauso gelernt, studiert und erarbeitet, durchdrungen und durchdacht werden muß, habe ich in der letzten Zeit den Eindruck, noch nie soviel Unverschämtheit und Überheblichkeit gehört und beobachtet zu haben wie zuletzt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich nehme niemanden aus, aber die FPÖ hat sicher die Nase vorn. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Die FPÖ hat die Nase immer vorn! Sie tragen die Nase zu hoch, wir haben sie vorn!)
Abg. Mag. Posch: Es war der Gudenus!
Einer der wenigen kunstsinnigen Politiker, einer der letzten "Museumsminister", es war Erhard Busek, hat zu einem FPÖ-Mandatar – ich denke, es war John Gudenus – in diesem Zusammenhang einmal gesagt: Besinnen Sie sich! Wenn wir alle so wenig Sinn und Verständnis für moderne Kunst aufbrächten wie Sie, säßen wir zusammen mit Ihren Vorfahren noch auf den Bäumen. – Ich glaube, das ist uns ein wesentlicher Auftrag. (Abg. Mag. Posch: Es war der Gudenus!) Es ging damals um das Museumsquartier und moderne Kunst.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich schließe mit einem Wort, das ich beim größten Maler des Altertums gefunden habe, der gesagt hat: Schuster, bleib bei deinem Leisten! Er sagte das, weil ein vorbeigehender Schuster auf einem Bild eine Sandale entdeckt hatte, an der ein Nagel fehlte. Auf den Stolz hin, daß er diesen fehlenden Nagel entdeckt und den Fehler richtiggestellt hatte, entwickelte er auch noch weitere Begehrlichkeiten, die Wade und den Schenkel auch malen und verbessern zu wollen. Daraufhin sagte der Maler: Schuster, bleib bei deinem Leisten! – Ich glaube, das sollten sich alle zu Herzen nehmen – und einige ganz besonders. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Samuel Beckett! – Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Ich warte nur auf den Moment, bis endlich die Veranstaltungen hier in diesem Haus, insbesondere Kunst- und Kulturdebatten, auch irgendwann von irgend jemandem zum Kunstwerk erklärt werden, als eine gewisse Art absurdes Theater. Aber es ist gelegentlich auch recht unterhaltsam. (Abg. Dr. Cap: Samuel Beckett! – Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Ein Teil, überschätzen Sie meine Rolle nicht, Sie sind auch Teil dieses Räderwerkes. (Abg. Dr. Cap: Wir warten auf das freiheitliche Kulturkonzept!)
Abg. Dr. Cap: Wir warten auf das freiheitliche Kulturkonzept!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Ich warte nur auf den Moment, bis endlich die Veranstaltungen hier in diesem Haus, insbesondere Kunst- und Kulturdebatten, auch irgendwann von irgend jemandem zum Kunstwerk erklärt werden, als eine gewisse Art absurdes Theater. Aber es ist gelegentlich auch recht unterhaltsam. (Abg. Dr. Cap: Samuel Beckett! – Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Ein Teil, überschätzen Sie meine Rolle nicht, Sie sind auch Teil dieses Räderwerkes. (Abg. Dr. Cap: Wir warten auf das freiheitliche Kulturkonzept!)
Abg. Dr. Krüger: Tierschutz!
Weiters möchte ich zu der Rolle der Kulturdebatten in diesem ein wenig absurden Theater kommen. Es wird hier immer wieder Klage geführt und gefragt: Was tut die Freiheitliche Partei? – Sie polarisiert, sie emotionalisiert, sie führt einen Feldzug gegen die Intellektuellen und die Intellektualität schlechthin. Ich würde sagen: Bitte keine großen Wellen! Das ist ein beschlossenes, ein durchdachtes, intellektuelles Kalkül, derart zu verfahren. Diese Art der Politik lebt davon, emotionale Themen aufzuspüren, aufzubauschen, Ängste, vielleicht auch Aggressionen ausfindig zu machen, zu verstärken und auf dieser Ebene zu polarisieren. Das ist ein politisches Konzept und Kalkül. Dafür bieten sich etliche Bereiche an – das wissen wir ja –, wie zum Beispiel die Fremdenpolitik (Abg. Dr. Krüger: Tierschutz!), dafür bietet sich aber auch ein Konflikt an, der zwischen den Studierenden und den braven, fleißigen Arbeitern geschürt wird. Da bietet sich sicher auch das Thema Tierschutz an und die Frage, warum Sie so wenig gegen die Massentierhaltung und die millionenfachen Schlachtungen am Fließband tun. Da bieten sich viele Themen an, natürlich auch der Bereich des Kunst- und Kulturbetriebes. Damit hat Kollege Cap ja völlig recht: Sie brauchen einander.
Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.
Die Frage der Mehrheitsfähigkeit ist natürlich Teil des Kalküls, daß man eben hofft, ein möglichst breites Kopfnicken zu erreichen. Folgendes vor allem auch an die Adresse von Frau Dr. Schmidt: Ich halte es sehr wohl für absolut legitim, daß alle – jeder Mann, jede Frau, auch Politikerinnen und Politiker – Kunst beurteilen und ihre Meinung dazu abgeben können. Ich denke sogar, daß jemand, der in der Kulturpolitik einen gewissen Stellenwert beansprucht, auch eine Meinung haben soll. Diese wird aber nicht in allen Bereichen gleichermaßen kompetent sein, das kann auch gar nicht der Fall sein. (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.) Eine Meinung zu haben, ist absolut notwendig.
Abg. Dr. Krüger: Sie werden für alles Beispiele finden!
Das ändert sich eben, aber eines bleibt natürlich: Die Mehrheiten werden wahrscheinlich den Wert erst später erkennen. Genau diese Diskrepanz besteht. Es kann auch sein, daß sich einmal etwas nicht ändert, daß man auch in späteren Zeiten draufkommt, daraus wird nichts werden; das kann auch sein! (Abg. Dr. Krüger: Sie werden für alles Beispiele finden!) Ja, es gibt Beispiele, es stellt sich nur die Frage, was politisch angestrebt wird. Ich sage nur: Das steht Ihnen ja auch zu, das ist in einer Demokratie ja auch legitim, aber man soll sich dessen bewußt sein, was da abläuft, und dann auch entsprechend reagieren. Die Grenzen der Möglichkeit dieser Polarisierung und Emotionalisierung liegen dort, wo Schranken aufgebaut werden.
Beifall bei den Grünen.
Das ist sehr wohl eine Aufgabe, die ich beim Regierungschef, insbesondere bei der Kunst- und Kulturkompetenz, ansiedle. Wenn es nicht salonfähig ist, eine bestimmte Grenze zu überschreiten, kann damit auch nicht mehr leicht Politik gemacht werden. Das zeigt sich immer wieder, das zeigt sich auch in den anderen Emotionalisierungsthemen – vom Lichtermeer bis hin zu Solidarisierungen mit Kunstschaffenden. Es geht um die Frage der Grenzziehung der Verantwortlichen, die ihre persönliche Meinung haben können, die objektivierbare Mechanismen anzubieten haben, ansonsten aber ihre Rolle als Advokaten der Freiheit der Kunst – meiner Meinung nach – auszuüben hätten. Wenn diese Rolle der politisch Verantwortlichen ins Wanken gerät, wenn nicht mehr ganz klar ist, ob sie mit den Populisten gehen, ob sie auch – zumindest augenzwinkernd – ein gewisses populistisches Kalkül im Hinterkopf haben oder ob sie die Bastion für die Freiheit der Kunst sind, die jeder Mann und jede Frau kritisieren dürfen, wird es gefährlich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Schweitzer: In drei Stunden 1000 Unterschriften!
Diesen weitestmöglichen Rahmen hat ein Kunstkanzler zu verteidigen, und zwar bedingungslos und kategorisch. Wenn klar ist, daß ein Einbruch in diesen Bereich, der Versuch, ihn schlechtzumachen, illegitim, ein Tabubruch ist, dann läßt sich damit auch nicht mehr so leicht Politik machen – versucht werden, kann es schon. Das zeigt sehr wohl auch die Vorgangsweise und die Entwicklung in der sogenannten – und so provozierten – Causa Kolig, denn diesbezüglich hat sich das Anliegen der Freiheitlichen, mindestens 20 000 Unterschriften zu sammeln, als ziemlich kapitaler Flop herausgestellt, weil dabei die Hintergründe sehr klar waren und auch die politischen Beurteilungen standgehalten haben. (Abg. Mag. Schweitzer: In drei Stunden 1000 Unterschriften!)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage Ihnen folgendes, Herr Staatssekretär: In dem Moment, in dem in dieser Rolle Unsicherheit entsteht, öffnen Sie die Tore für eine schrankenlos populistische Politik, von der ich glaube, daß die Themen, die Abgeordneter Cap mit den Senkgruben und der Dichtheit von irgendwelchen Kloaken angerissen hat, noch sehr, sehr harmlos sein werden. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete Dr. Helga Konrad (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die "Arbeitsgemeinschaft Kunstbericht", die zum erstenmal die redaktionelle Bearbeitung des vorliegenden Berichtes übernommen hat, hat einen Bericht erstellt, der sich wirklich sehen lassen kann; das ist heute schon von vielen – von den meisten – anerkannt worden. Es ist ein informativer, ein spannender, ein attraktiver Bericht. Die Arbeitsgemeinschaft hat einen Bericht zusammengestellt, der auch graphisch zeigt, wovon die Rede ist. Dafür ist den Autorinnen und Autoren sehr herzlich zu danken. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall des Abg. Schwemlein – Abg. Mag. Schweitzer: In künstlerischer Scheinheiligkeit sind Sie ja Expertin!
Auch ich kann nicht umhin zu sagen, daß ich jene scheinheilige Empörung, die gelegentlich in diesem Haus – und wer weiß, vielleicht auch heute noch einmal – aufflammt und die ziemlich künstlich und oft höchst unkünstlerisch ist, für nichts anderes halte als eine Art verbaler Showgymnastik, die mit dem Objekt der Aufregung oft nur wenig zu tun hat (Beifall des Abg. Schwemlein – Abg. Mag. Schweitzer: In künstlerischer Scheinheiligkeit sind Sie ja Expertin!) und, wie ich zu behaupten wage, die Sie – und ich wende mich dabei an die FPÖ – wider besseres Wissen zum Gaudium und oft auch zur Aufhetzung des Publikums vorführen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch ich kann nicht umhin zu sagen, daß ich jene scheinheilige Empörung, die gelegentlich in diesem Haus – und wer weiß, vielleicht auch heute noch einmal – aufflammt und die ziemlich künstlich und oft höchst unkünstlerisch ist, für nichts anderes halte als eine Art verbaler Showgymnastik, die mit dem Objekt der Aufregung oft nur wenig zu tun hat (Beifall des Abg. Schwemlein – Abg. Mag. Schweitzer: In künstlerischer Scheinheiligkeit sind Sie ja Expertin!) und, wie ich zu behaupten wage, die Sie – und ich wende mich dabei an die FPÖ – wider besseres Wissen zum Gaudium und oft auch zur Aufhetzung des Publikums vorführen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl
Ich komme aber noch kurz zu Wichtigerem zurück: Die Linzer Konferenz hat gezeigt, daß Österreich seine fortschrittliche kulturpolitische Position in der EU gut vertreten und einbringen kann. Ich nenne aus Zeitmangel nur einige Stichworte: Kunst darf nicht primär und sicher nicht ausschließlich mit den Maßstäben des Markts gemessen werden (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl), Kunst und Künstler müssen großzügig gefördert werden, die Förderprogramme der EU werden weitergeführt, die Einbeziehung der Nachbarländer, die nicht in der EU sind, soll zu einer Aufstockung des Budgets führen, und kleineren, innovativen Projekten ist der Vorzug vor Mega-Events zu geben – um nur einige Stichwörter zu nennen.
Beifall bei der SPÖ.
Aus Sicht meiner Fraktion sind damit die Weichen in die richtige Richtung gestellt. Und diese Richtung bedeutet nicht Förderpolitik von oben gegen FörderwerberInnen von unten, sondern kreative Kommunikation und tragfähige Strukturen für gemeinsame Entscheidungen, um ein vielfältiges und vielseitiges Kulturschaffen und Kulturleben zu ermöglichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Jetzt kommt der Schimaneksche Kulturbegriff!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Klubobmann Mag. Stadler. 10 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Wabl: Jetzt kommt der Schimaneksche Kulturbegriff!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Anknüpfend an die Ausführungen meiner Vorrednerin möchte ich einmal zeigen, was in diesem Land den Leuten als Kunst serviert wird. Man braucht niemanden aufzuhetzen, die Empörung der Menschen ist ernst, Frau Dr. Konrad. Ich weiß nicht, ob Sie sich dessen bewußt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger
Erinnern Sie sich an die Empörung des Abgeordneten Khol – oder hetzt er auch die Leute auf, Ihr Koalitionspartner –, als wir eine Dringliche Anfrage eingebracht haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger), in der dieses Bild (der Redner hält die Kopie eines Mühl-Bildes in die Höhe), das im Museum für angewandte Kunst – ressortverantwortlich natürlich seine Parteifreundin, die christlich-soziale Ministerin Elisabeth Gehrer (Abg. Dr. Partik-Pablé: Beschlagnahmen wollte er es lassen!) – hängt, in Farbkopie mit dem Bilduntertitel "Unbefleckte verzwickte Empfängis", so heißt das Bild, enthalten war? Hermes Phettberg uriniert der Mutter Gottes in den Mund. Glauben Sie, daß das die Leute, besonders jene, die religiöse Gefühle haben, in diesem Land kalt läßt?
Abg. Dr. Partik-Pablé: Beschlagnahmen wollte er es lassen!
Erinnern Sie sich an die Empörung des Abgeordneten Khol – oder hetzt er auch die Leute auf, Ihr Koalitionspartner –, als wir eine Dringliche Anfrage eingebracht haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger), in der dieses Bild (der Redner hält die Kopie eines Mühl-Bildes in die Höhe), das im Museum für angewandte Kunst – ressortverantwortlich natürlich seine Parteifreundin, die christlich-soziale Ministerin Elisabeth Gehrer (Abg. Dr. Partik-Pablé: Beschlagnahmen wollte er es lassen!) – hängt, in Farbkopie mit dem Bilduntertitel "Unbefleckte verzwickte Empfängis", so heißt das Bild, enthalten war? Hermes Phettberg uriniert der Mutter Gottes in den Mund. Glauben Sie, daß das die Leute, besonders jene, die religiöse Gefühle haben, in diesem Land kalt läßt?
Abg. Wabl: Davon gehe ich nicht aus!
Ich gehe davon aus, daß auch Kollege Khol damals von seinen religiösen Gefühlen geleitet war, als er sich darüber empört hat. Davon gehe ich aus! (Abg. Wabl: Davon gehe ich nicht aus!) Aber die ÖVP tut nichts dagegen, sonst müßte sie zum Beispiel gegen dieses Bild auftreten. (Der Redner hält die Kopie eines weiteren Mühl-Bildes in die Höhe.) Es hängt ebenfalls im Museum für angewandte Kunst und heißt "Phetty" – gemeint ist Phettberg – "tilgt eure Sünden", Acryl auf Leinwand, 100 x 80 Zentimeter! (Abg. Schwemlein: Es kann ja nicht nur der Egger-Lienz dort hängen!) – Meine Damen und Herren! Das ist Ihre Kulturpolitik. Und darüber regen sich die Menschen ernsthaft auf. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: Es kann ja nicht nur der Egger-Lienz dort hängen!
Ich gehe davon aus, daß auch Kollege Khol damals von seinen religiösen Gefühlen geleitet war, als er sich darüber empört hat. Davon gehe ich aus! (Abg. Wabl: Davon gehe ich nicht aus!) Aber die ÖVP tut nichts dagegen, sonst müßte sie zum Beispiel gegen dieses Bild auftreten. (Der Redner hält die Kopie eines weiteren Mühl-Bildes in die Höhe.) Es hängt ebenfalls im Museum für angewandte Kunst und heißt "Phetty" – gemeint ist Phettberg – "tilgt eure Sünden", Acryl auf Leinwand, 100 x 80 Zentimeter! (Abg. Schwemlein: Es kann ja nicht nur der Egger-Lienz dort hängen!) – Meine Damen und Herren! Das ist Ihre Kulturpolitik. Und darüber regen sich die Menschen ernsthaft auf. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich gehe davon aus, daß auch Kollege Khol damals von seinen religiösen Gefühlen geleitet war, als er sich darüber empört hat. Davon gehe ich aus! (Abg. Wabl: Davon gehe ich nicht aus!) Aber die ÖVP tut nichts dagegen, sonst müßte sie zum Beispiel gegen dieses Bild auftreten. (Der Redner hält die Kopie eines weiteren Mühl-Bildes in die Höhe.) Es hängt ebenfalls im Museum für angewandte Kunst und heißt "Phetty" – gemeint ist Phettberg – "tilgt eure Sünden", Acryl auf Leinwand, 100 x 80 Zentimeter! (Abg. Schwemlein: Es kann ja nicht nur der Egger-Lienz dort hängen!) – Meine Damen und Herren! Das ist Ihre Kulturpolitik. Und darüber regen sich die Menschen ernsthaft auf. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein – den Kopf schüttelnd –: Traumhaft: Stadler als moralische Instanz!
Oder, hier habe ich ein weiteres Bild. (Der Redner hält ein drittes Mühl-Bild in Kopie in die Höhe.) Dazu braucht niemand aufgehetzt zu werden, dadurch werden religiöse Gefühle verletzt. Hermes Phettberg mit dem Kruzifix, Herr Nitsch, der ihn mit Blut anschüttet. (Abg. Schwemlein – den Kopf schüttelnd –: Traumhaft: Stadler als moralische Instanz!) – Sie schütteln den Kopf? Endlich hat auch der Herr Kollege aus Salzburg, der sonst nur mit seinen Doppelbezügen Probleme hat, etwas begriffen. Damit werden religiöse Gefühle verletzt, Herr Schwemlein. Wenn Sie es nicht begriffen haben, dann lassen Sie sich das von jemandem gesagt sein, der sich durch solche Bilder ebenfalls verletzt fühlt. Das hat mit Kultur nichts zu tun. Das ist bewußte Provokation, bewußtes Herabwürdigen religiöser Gefühle!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es wurde mir gesagt, Herr Nitsch stelle nur das Tieropfer in der Religion dar. – Ich frage Sie, meine Damen und Herren, und dich, lieber Josef Cap, dann aber, warum er sie nicht im Zusammenhang mit jenen Religionen, die bis heute Tieropfer kennen, zum Beispiel dem Islam oder dem Judentum, darstellt. Wissen Sie, warum nicht? – Weil die Ayatollahs ihm innerhalb weniger Tage ein ganzes Mordkommando an den Hals hetzen würden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nur mit der christlichen Religion, der die Mehrheit der Österreicher noch angehört, kann man machen, was man will. Und es ist ein bedauerliches Faktum, daß sowohl die Kirche als auch die Österreichische Volkspartei dazu schweigen. Letztere spielt sogar noch mit, meine Damen und Herren! Genau das ist nämlich das Problem. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Schwemlein.
Das alles geschieht unter der Ressortverantwortung Gehrer. Gestern etwa sagt uns die Frau Staatssekretärin, das, was Herr Mühl darstelle, sei repräsentative Werkschau für österreichische Gegenwartskunst! (Zwischenruf des Abg. Schwemlein.) Ich weise das im Namen aller anständigen Österreicher empört zurück! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es ist nicht repräsentativ, was ein Kinderschänder mit Unterstützung der öffentlichen Hand produziert!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das alles geschieht unter der Ressortverantwortung Gehrer. Gestern etwa sagt uns die Frau Staatssekretärin, das, was Herr Mühl darstelle, sei repräsentative Werkschau für österreichische Gegenwartskunst! (Zwischenruf des Abg. Schwemlein.) Ich weise das im Namen aller anständigen Österreicher empört zurück! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es ist nicht repräsentativ, was ein Kinderschänder mit Unterstützung der öffentlichen Hand produziert!
Abg. Rosemarie Bauer: Haben wir den Katalog geschrieben?
Die gleiche Politik betreibt Herr Kollege Steindl. (Abg. Rosemarie Bauer: Haben wir den Katalog geschrieben?) Herr Landeshauptmann Pühringer hat in Dutzenden Wahlreden gesagt, daß er damit nichts zu tun habe, das komme von der Bundes-ÖVP. Daher durfte Herr Schüssel bei den Wahlveranstaltungen in Oberösterreich nicht einmal mehr reden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die gleiche Politik betreibt Herr Kollege Steindl. (Abg. Rosemarie Bauer: Haben wir den Katalog geschrieben?) Herr Landeshauptmann Pühringer hat in Dutzenden Wahlreden gesagt, daß er damit nichts zu tun habe, das komme von der Bundes-ÖVP. Daher durfte Herr Schüssel bei den Wahlveranstaltungen in Oberösterreich nicht einmal mehr reden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.
Meine Damen und Herren! So einfach können Sie es sich nicht machen. So einfach geht das nicht. (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.) Herr Kollege Mühlbachler! Soll ich Ihnen sagen, was das ist, was Sie hier betreiben? Das ist nicht nur doppelbödig, sondern das ist falsches Zeugnis wider den Wähler, wenn Sie wissen, was ich meine. Falsches Zeugnis wider den Wähler! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! So einfach können Sie es sich nicht machen. So einfach geht das nicht. (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.) Herr Kollege Mühlbachler! Soll ich Ihnen sagen, was das ist, was Sie hier betreiben? Das ist nicht nur doppelbödig, sondern das ist falsches Zeugnis wider den Wähler, wenn Sie wissen, was ich meine. Falsches Zeugnis wider den Wähler! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Das ist nicht Sache der SPÖ!
Meine Damen und Herren! Die ÖVP treibt aber das Ganze noch auf die Spitze. Jetzt hat sie angeblich auch mit dem Herrn Nitsch nichts zu tun, behauptet Steindl. Das sei Sache der SPÖ. (Abg. Wabl: Das ist nicht Sache der SPÖ!) Die Bilder im Haus – da hat er recht – habe Herr Präsident Fischer angeschafft, nicht die ÖVP. Damit hat er recht. (Abg. Mag. Mühlbachler: Wer hat denn den Biennale-Katalog gemacht?) Aber Sie sollten sich vielleicht ein Beispiel am Kollegen Morak nehmen. Kollege Morak hat sich noch nie von diesem Pult aus von Nitsch und Co distanziert – auch nicht von Herrn Mühl. (Abg. Morak: Entschuldigung, Herr Stadler! Das stimmt so nicht!) Aber die ÖVP wird nicht müde, in Österreich so zu tun, als ob sie mit all diesen Vorgängen nichts zu tun hätte.
Abg. Mag. Mühlbachler: Wer hat denn den Biennale-Katalog gemacht?
Meine Damen und Herren! Die ÖVP treibt aber das Ganze noch auf die Spitze. Jetzt hat sie angeblich auch mit dem Herrn Nitsch nichts zu tun, behauptet Steindl. Das sei Sache der SPÖ. (Abg. Wabl: Das ist nicht Sache der SPÖ!) Die Bilder im Haus – da hat er recht – habe Herr Präsident Fischer angeschafft, nicht die ÖVP. Damit hat er recht. (Abg. Mag. Mühlbachler: Wer hat denn den Biennale-Katalog gemacht?) Aber Sie sollten sich vielleicht ein Beispiel am Kollegen Morak nehmen. Kollege Morak hat sich noch nie von diesem Pult aus von Nitsch und Co distanziert – auch nicht von Herrn Mühl. (Abg. Morak: Entschuldigung, Herr Stadler! Das stimmt so nicht!) Aber die ÖVP wird nicht müde, in Österreich so zu tun, als ob sie mit all diesen Vorgängen nichts zu tun hätte.
Abg. Morak: Entschuldigung, Herr Stadler! Das stimmt so nicht!
Meine Damen und Herren! Die ÖVP treibt aber das Ganze noch auf die Spitze. Jetzt hat sie angeblich auch mit dem Herrn Nitsch nichts zu tun, behauptet Steindl. Das sei Sache der SPÖ. (Abg. Wabl: Das ist nicht Sache der SPÖ!) Die Bilder im Haus – da hat er recht – habe Herr Präsident Fischer angeschafft, nicht die ÖVP. Damit hat er recht. (Abg. Mag. Mühlbachler: Wer hat denn den Biennale-Katalog gemacht?) Aber Sie sollten sich vielleicht ein Beispiel am Kollegen Morak nehmen. Kollege Morak hat sich noch nie von diesem Pult aus von Nitsch und Co distanziert – auch nicht von Herrn Mühl. (Abg. Morak: Entschuldigung, Herr Stadler! Das stimmt so nicht!) Aber die ÖVP wird nicht müde, in Österreich so zu tun, als ob sie mit all diesen Vorgängen nichts zu tun hätte.
Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Wer hat diesen Brief bekommen?
"Wir haben im Vorfeld versucht, das Sechs-Tage-Spiel als Großveranstaltung anzumelden, doch die Freiheitlichen verhinderten dies. Mit Unterstützung der NÖ Volkspartei gelang es aber, alle Genehmigungen für eine Vereinsveranstaltung zu bekommen." – Dankadresse: Rita Nitsch. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Rosemarie Bauer: Wer hat diesen Brief bekommen?)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Aber es geht noch weiter: Im "NEWS", Nummer 33, sagt Nitsch im Originalton: "Seltsamerweise waren die Anständigsten" – aus der Sicht des Herrn Nitsch – "die Schwarzen, die mich früher am meisten verfolgt haben. Ihnen verdanke ich alle Genehmigungen. Leute wie Landeshauptmann Pröll beginnen offenbar zu schätzen, welchen Künstler sie da in Niederösterreich haben." – Zitatende. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Aber mit Nitsch haben Sie nichts zu tun! (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.
Aber es geht noch weiter: Im "NEWS", Nummer 33, sagt Nitsch im Originalton: "Seltsamerweise waren die Anständigsten" – aus der Sicht des Herrn Nitsch – "die Schwarzen, die mich früher am meisten verfolgt haben. Ihnen verdanke ich alle Genehmigungen. Leute wie Landeshauptmann Pröll beginnen offenbar zu schätzen, welchen Künstler sie da in Niederösterreich haben." – Zitatende. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Aber mit Nitsch haben Sie nichts zu tun! (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.)
Abg. Dr. Brinek: Wir kennen das!
"Die Eroberung von Jerusalem", das hört sich wie folgt an – passen Sie einmal auf (Abg. Dr. Brinek: Wir kennen das!), Sie können etwas dazulernen:
Abg. Dr. Brinek: Sie können sich das ersparen!
"christus wird in ein schlachthaus geführt. er schlachtet mit hilfe von metzgern 20 rinder (...). die tiere werden ausgeblutet und abgehäutet. hat christus einen stier getötet, legt er sich auf das am rücken liegende abgehäutete noch zuckende tier, saugt am geschlechtsteil des stieres, saugt urin heraus (...) und beißt in das geschlechtsteil des stieres." (Abg. Dr. Brinek: Sie können sich das ersparen!) "er küßt die hoden des stieres, schleckt die hoden ab, beißt in die hoden und zerfleischt und zerschneidet sie schreiend mit einem skalpell." (Abg. Wabl: Stadler, für einen Vertrag am Schauspielhaus sind Sie nicht gut genug!)
Abg. Wabl: Stadler, für einen Vertrag am Schauspielhaus sind Sie nicht gut genug!
"christus wird in ein schlachthaus geführt. er schlachtet mit hilfe von metzgern 20 rinder (...). die tiere werden ausgeblutet und abgehäutet. hat christus einen stier getötet, legt er sich auf das am rücken liegende abgehäutete noch zuckende tier, saugt am geschlechtsteil des stieres, saugt urin heraus (...) und beißt in das geschlechtsteil des stieres." (Abg. Dr. Brinek: Sie können sich das ersparen!) "er küßt die hoden des stieres, schleckt die hoden ab, beißt in die hoden und zerfleischt und zerschneidet sie schreiend mit einem skalpell." (Abg. Wabl: Stadler, für einen Vertrag am Schauspielhaus sind Sie nicht gut genug!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.
Das verteidigen Sie! Das ist das, wofür sich Herr Pröll einsetzt! (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.) Dafür erntet die Österreichische Volkspartei den Dank des Herrn Nitsch! Meine Damen und Herren, Sie sollten sich schämen! Sie sollten sich zumindest für jene Doppelzüngigkeit schämen, die Sie gegenüber dem Wähler verwenden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das verteidigen Sie! Das ist das, wofür sich Herr Pröll einsetzt! (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler.) Dafür erntet die Österreichische Volkspartei den Dank des Herrn Nitsch! Meine Damen und Herren, Sie sollten sich schämen! Sie sollten sich zumindest für jene Doppelzüngigkeit schämen, die Sie gegenüber dem Wähler verwenden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rosemarie Bauer: Das ist schlecht recherchiert!
Auch unsere Kulturpolitik betreffend Herrn Kolig ist erfolgreich. Kollege Schweitzer hat innerhalb von drei Stunden 1 000 Unterschriften gegen Herrn Kolig zustande gebracht, Frau Konrad. 1 000 Unterschriften gegen Herrn Kolig! Denn das, was der Bruder der Abgeordneten Brinek hier produziert (der Redner hält eine Kopie mit Fotos von aus Exkrementen bestehenden Werken Koligs hoch), ist nach ÖVP-Diktion Kunst! Das ist Kunst nach Cap-Lesart! Kunst, meine Damen und Herren. (Abg. Rosemarie Bauer: Das ist schlecht recherchiert!) – Der Cordula Frieser, pardon. Es ist der Bruder von Abgeordneter Cordula Frieser, der diese Kunst produziert.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Dafür wird er bezahlt. Das Land Niederösterreich besitzt einen Urinstab. Auf diesen Stab hat der Künstler gepißt und ihn dann für 32 000 S dem Land verkauft. Dieser Urinstab, aus Landesmittel angekauft, fault heute im Kunstdepot des Landes Kärnten vor sich hin. Die Narretei steigert sich zum Quadrat. Sie produzieren hier des Kaisers neue Kleider. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine englische Tierschützerin – Frau Kollegin Petrovic ist im Moment nicht da – hat sich – in England sind die Tierschützer besonders aktiv – darüber empört, daß sie von der Botschafterin der Republik Österreich im Ausland ganz unverschämt falsch informiert wurde über die Schweinereien, die sich in Prinzendorf ereignen und mit Steuergeldern von diesem Land gefördert, bezahlt und unterstützt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Einmal zeigt Pröll Haltung in der Politik, und dann wird er beschimpft! – Abg. Mag. Stadler: Wir sind eh froh darüber! So können wir die ÖVP demaskieren! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! (Abg. Wabl: Einmal zeigt Pröll Haltung in der Politik, und dann wird er beschimpft! – Abg. Mag. Stadler: Wir sind eh froh darüber! So können wir die ÖVP demaskieren! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Graf: Zuerst muß die Rede vorgelesen werden!
Sehr geehrte Damen und Herren! Österreich ist ein reiches Land! (Abg. Dr. Graf: Zuerst muß die Rede vorgelesen werden!) Zwischen 1950 und 1997 war das reale Pro-Kopf-Wachstum Österreichs das dritthöchste innerhalb der 20 reichsten OECD-Nationen. Nur Japan und Portugal hatten ein noch größeres Wachstum.
Abg. Mag. Stoisits: Aber die ARD!
Das Stück "Stigma" wird heute von den meisten anders gesehen. Die Gesellschaft ist toleranter geworden. Der damals so angefeindete Hans Brenner wird 1998 vom Landeshauptmann persönlich, aber auch im Namen Tirols am Grabe verabschiedet. Mir persönlich ist aufgefallen, daß der ORF nicht darauf reagiert hat und keine eigene Sendung über diesen wirklich engagierten Österreicher und Tiroler gebracht hat. Das ist mir wirklich abgegangen. (Abg. Mag. Stoisits: Aber die ARD!) Die ARD schon, aber er war eben nicht ein Bayer, sondern ein Tiroler, daher hätte ich mir gewünscht, daß Programmänderungen nicht nur für Hollywood-Schauspieler gemacht werden. (Abg. Mag. Stoisits: Eine Schande für den ORF!)
Abg. Mag. Stoisits: Eine Schande für den ORF!
Das Stück "Stigma" wird heute von den meisten anders gesehen. Die Gesellschaft ist toleranter geworden. Der damals so angefeindete Hans Brenner wird 1998 vom Landeshauptmann persönlich, aber auch im Namen Tirols am Grabe verabschiedet. Mir persönlich ist aufgefallen, daß der ORF nicht darauf reagiert hat und keine eigene Sendung über diesen wirklich engagierten Österreicher und Tiroler gebracht hat. Das ist mir wirklich abgegangen. (Abg. Mag. Stoisits: Aber die ARD!) Die ARD schon, aber er war eben nicht ein Bayer, sondern ein Tiroler, daher hätte ich mir gewünscht, daß Programmänderungen nicht nur für Hollywood-Schauspieler gemacht werden. (Abg. Mag. Stoisits: Eine Schande für den ORF!)
Abg. Böhacker: Haben Sie auch eine Meinung?
Nun gibt es heute wieder Medien, Gruppierungen und Parteien – und damit komme ich zum Abgeordneten Stadler –, die glauben, aus einer Auseinandersetzung auf Kosten der Kunst billig Kapital schlagen zu müssen. So haben etwa die Tiroler Jünger der Partei der Freiheit, die er meint, mit dem Verständnis von Kunst, die Sie meinen, in Tirol vor den Wahlen versucht, die Bevölkerung gegen Künstler und deren Werke aufzuhetzen. (Abg. Böhacker: Haben Sie auch eine Meinung?) Im Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck – hören Sie zu, Sie haben es ja nicht gesehen – findet derzeit eine vielbeachtete Ausstellung mit dem Titel "Der Vogel Selbsterkenntnis" statt. – Allein der Titel sollte Sie schon zum Nachdenken anregen! (Beifall des Abg. Dr. Khol.)
Beifall des Abg. Dr. Khol.
Nun gibt es heute wieder Medien, Gruppierungen und Parteien – und damit komme ich zum Abgeordneten Stadler –, die glauben, aus einer Auseinandersetzung auf Kosten der Kunst billig Kapital schlagen zu müssen. So haben etwa die Tiroler Jünger der Partei der Freiheit, die er meint, mit dem Verständnis von Kunst, die Sie meinen, in Tirol vor den Wahlen versucht, die Bevölkerung gegen Künstler und deren Werke aufzuhetzen. (Abg. Böhacker: Haben Sie auch eine Meinung?) Im Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck – hören Sie zu, Sie haben es ja nicht gesehen – findet derzeit eine vielbeachtete Ausstellung mit dem Titel "Der Vogel Selbsterkenntnis" statt. – Allein der Titel sollte Sie schon zum Nachdenken anregen! (Beifall des Abg. Dr. Khol.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe weitergesucht: Die Schulmilchaktion habe ich nicht gefunden, worüber ich froh bin. Vielleicht sollte man sich, obwohl Kultur ein sehr dehnbarer Begriff ist, doch überlegen, ob man nicht eine bestimmte Abgrenzung vornehmen sollte. Schließlich kann man nicht alles in diesem Kulturbericht finden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Oder es gefällt ihm klammheimlich!
Ich frage mich, welches Ziel solche Beiträge haben. Es kann doch nicht das Ziel sein, an dieser Stelle Texte, die man offenbar – so wie es Herr Stadler für sich in Anspruch nimmt – ablehnt, in diesem Haus außerdem noch zu immunisieren. Er muß also ein anderes Ziel haben. Es kann ja nicht sein Ziel sein, daß er diese Texte in den Stenographischen Protokollen nachlesen kann. Das Ziel ist offenbar, solche Dinge nicht zuzulassen, sie im nächsten Schritt überhaupt unmöglich zu machen und sie dann konsequenterweise zu verbieten. (Abg. Dr. Cap: Oder es gefällt ihm klammheimlich!) Meiner Meinung nach ist dies unter allen Umständen abzulehnen, weil dies einer Diktatur gleichkäme. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Cap: Er hat sehr entspannt gewirkt!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Cap: Er hat sehr entspannt gewirkt!
Ich frage mich, welches Ziel solche Beiträge haben. Es kann doch nicht das Ziel sein, an dieser Stelle Texte, die man offenbar – so wie es Herr Stadler für sich in Anspruch nimmt – ablehnt, in diesem Haus außerdem noch zu immunisieren. Er muß also ein anderes Ziel haben. Es kann ja nicht sein Ziel sein, daß er diese Texte in den Stenographischen Protokollen nachlesen kann. Das Ziel ist offenbar, solche Dinge nicht zuzulassen, sie im nächsten Schritt überhaupt unmöglich zu machen und sie dann konsequenterweise zu verbieten. (Abg. Dr. Cap: Oder es gefällt ihm klammheimlich!) Meiner Meinung nach ist dies unter allen Umständen abzulehnen, weil dies einer Diktatur gleichkäme. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Cap: Er hat sehr entspannt gewirkt!)
Abg. Dr. Cap: Ein Opfer der Liebe!
Wer für Offenheit gegenüber der Kunst eintritt, wer der Meinung ist, man könne sowohl die demokratische als auch die kulturelle Reife daran erkennen, wie man mit Künstlern umgeht, muß solche Redebeiträge scharf zurückweisen. Es geht nicht darum, daß man verlangt, daß sich jeder mit allen Dingen identifiziert. (Abg. Dr. Cap: Ein Opfer der Liebe!) Kritik ist ein wesentliches Element der Kulturpolitik und der künstlerischen Auseinandersetzung, nur: Die Formen der Kritik sprechen oft für sich selbst. Wer in dieser Form kritisiert und argumentiert, trägt auch zu einem Bild von der österreichischen politischen Kultur bei, und zwar in einer erbärmlichen Weise. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wer für Offenheit gegenüber der Kunst eintritt, wer der Meinung ist, man könne sowohl die demokratische als auch die kulturelle Reife daran erkennen, wie man mit Künstlern umgeht, muß solche Redebeiträge scharf zurückweisen. Es geht nicht darum, daß man verlangt, daß sich jeder mit allen Dingen identifiziert. (Abg. Dr. Cap: Ein Opfer der Liebe!) Kritik ist ein wesentliches Element der Kulturpolitik und der künstlerischen Auseinandersetzung, nur: Die Formen der Kritik sprechen oft für sich selbst. Wer in dieser Form kritisiert und argumentiert, trägt auch zu einem Bild von der österreichischen politischen Kultur bei, und zwar in einer erbärmlichen Weise. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Cap.
Wenn man etwas ablehnt, dann muß man meiner Meinung nach auch bei der Ablehnung Worte finden, die nicht noch ärger sind als das, was man vermeint, verdammen zu sollen. Wer sich in der Wahl der Mittel so vergreift, leistet keinen Beitrag zur Debatte, sondern einen zur Selbstdarstellung. Aber für diese Selbstdarstellung sollten wir nicht undankbar sein, denn: Je deutlicher diese Art der Selbstdarstellung sichtbar wird, desto größer wird die Chance, daß mehr und mehr Leute begreifen, was eigentlich intendiert wird, nämlich Verbot, Zensur und Staatskunst im negativsten Sinne des Wortes. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Cap.)
Abg. Dr. Khol – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ablinger –: Sie waren bei "Junges Fleisch – Alte Knochen"! – Abg. Ablinger: Deshalb bin ich ja so schnell!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Ablinger. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Khol – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ablinger –: Sie waren bei "Junges Fleisch – Alte Knochen"! – Abg. Ablinger: Deshalb bin ich ja so schnell!)
Abg. Dr. Schmidt: Darum gehört das in einem Ressort zusammengefaßt!
Abgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich möchte mich auch wieder mit dem Kunstbericht beschäftigen und auf jene Themen eingehen, die Sie, Frau Kollegin Schmidt, im Zusammenhang mit der Kunstförderung angeschnitten haben. Ich bin ebenfalls der Ansicht – das ist ja etwas, was wir schon seit Jahren beklagen –, daß es nicht sehr sinnvoll ist, über diese Kunstberichte immer erst einige Jahre später zu diskutieren. Ich gebe Ihnen recht, daß es interessant wäre – wie das in anderen Ländern üblich ist –, über Kulturpläne für die Zukunft zu diskutieren, und daß es Sinn machen würde, an dieser Stelle zu diskutieren oder von mir aus auch zu streiten, welche Akzente, welche Schwerpunkte, welche Aktivitäten und welche Ziele wir in der Kulturpolitik für die nächsten vier Jahre setzen wollen. Das wäre dann aber meiner Meinung nach nicht nur ein Bericht oder Plan des Kunstministeriums, sondern müßte auch ein Plan des Außenamtes und des Unterrichtsministeriums sein. (Abg. Dr. Schmidt: Darum gehört das in einem Ressort zusammengefaßt!) Ganz genau!
in Richtung des gerade am Rednerpult vorbeigehenden Abg. Dr. Khol
Herr Staatssekretär Wittmann, Sie sind gewissermaßen ein Mit-Leidtragender der Situation, daß wir zuwenig Geld haben. Auf Dauer wird es nicht funktionieren, daß so wenig Geld für die Kulturpolitik zur Verfügung steht. – Er (in Richtung des gerade am Rednerpult vorbeigehenden Abg. Dr. Khol) gibt es uns sicherlich nicht! – Die Frage lautet aber, wie man zu neuen Modellen gelangt, um mehr Geld für die freien Künste zu bekommen. Dazu ein Gedankenanstoß: Die Sportförderung erhält Geld aus Losen, aus Rubbellosen. Warum können wir nicht auch einmal zu überlegen beginnen, ob man nicht aus dem Losverkauf zusätzliche Gelder für die freien Künste auftreiben könnte. Insgesamt betrachtet ist es aber notwendig, daß das Kulturbudget erhöht wird.
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Nun zur Auseinandersetzung, was die Beiträge der FPÖ betrifft. Tatsächlich ist es so, daß wir an dieser Stelle nicht über die Ästhetik der Kunst entscheiden. Meiner Meinung nach können wir das getrost den Experten überlassen. Entscheidend ist vielmehr, daß es möglich ist, daß in diesem Land Kultur und Kunst realisiert werden und daß immer mehr Menschen daran teilhaben können. Diese Entscheidung, diese Diskussion führen wir hier. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Die SPÖ aber auch!
Hätte die FPÖ etwas zu sagen, wäre dieses Land wahrscheinlich sehr öde. Die FPÖ hat aber nichts zu sagen, und die Kunst wird auch die FPÖ überleben. Da bin ich ganz sicher. (Ruf bei den Freiheitlichen: Die SPÖ aber auch!)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluß kommend: Herr Staatssekretär, ich bin der Meinung, daß die Wiener Philharmoniker auch Frauen aufnehmen sollten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bereits 1994 hat die damalige Kulturstadträtin Ursula Pasterk verlauten lassen – das ist meiner Ansicht nach schon ein sehr entscheidender Satz, Herr Kollege Cap –, das Kulturressort sei das Ideologieressort der Sozialdemokratischen Partei. "Wir haben erkannt" – ich zitiere –, "daß dieses sehr wichtig sei, um gewisse Dinge transportieren zu können." – Das ist doch ein nettes Geständnis von Ursula Pasterk. Die SPÖ sieht die Kulturpolitik wohl als Transportmittel für ihre politischen Vorstellungen, das heißt für sozialistische Parteipolitik, und sozialistische Parteipolitik soll laut ihren Vorstellungen österreichische Kulturpolitik sein. Meine Damen und Herren von der SPÖ, so kann es ja wohl nicht gehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.
Die gutdotierten roten Kuratoren erklären, was nach Meinung von Klima, Pasterk, Rudas und so weiter Kunst zu sein hat. Die Künstler richten sich schnell nach den Erfordernissen sozialdemokratischer Begriffsbestimmungen. Viele Künstler beklagen sich – und auch das wird von der schon zitierten Kuratorin Reddeker bestätigt –, daß es für ihre Projekte keine Förderung gegeben hat, weil sie sich geweigert haben, den Arm des Kurators in ein fertig konzipiertes Projekt eingreifen zu lassen, weil sie sich geweigert haben, den Kurator in die Kunst eingreifen zu lassen, die sie gemacht beziehungsweise projektiert haben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Somit gibt es in Österreich in Wirklichkeit nur zwei Wege zur Förderung: Entweder man schneidet von Haus aus das Projekt auf die Vorgaben des Fördergebers SPÖ zu – oder man läßt sich das Projekt von sozialdemokratischen Fördergebern dann so zuschneidern, wie diese es gerne hätten. Dies sind die einzigen zwei Wege, wie man in Österreich ohne Probleme zur Kunstförderung kommt. Andere Wege gibt es nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Staatskünstler! – Abg. Haigermoser: Wo ist der Cap? War alles schon da! Nach dem Führer richten!
Meine Damen und Herren! Ich zitiere Ihnen einmal mehr einen SPÖ-Zeugen – Kollege Cap hat es jetzt vorgezogen, abzuhauen, weil ihm das unangenehm ist –, einen recht jungen, nämlich den Pressesprecher der Bundespartei, Heinz Lederer, den Sie sicherlich gut kennen. Dieser sagte: "Die Kulturpolitik muß dem Künstler nicht nur Chancen geben, sondern sie hat Künstler" – man höre, Herr Dr. Wittmann! – "in den Dienst des Staates zu nehmen." Die Kulturpolitik hat laut Ihrem Pressesprecher Lederer die Kunst "in den Dienst des Staates zu nehmen". (Abg. Mag. Stadler: Staatskünstler! – Abg. Haigermoser: Wo ist der Cap? War alles schon da! Nach dem Führer richten!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine lieben Freunde! Das wäre eure Aufgabe, nämlich jenen, die zahlen, auch zu ermöglichen, diese Kultur zu verstehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Man sollte das Interesse an der Kunst fördern, aber nicht jedem sagen: Du hast ja keine Ahnung, du hast höchstens den röhrenden Hirsch an der Wand hängen, das ist deine Art von Kunstverständnis. – So geht ihr doch mit der Bevölkerung um, die das bezahlen muß, was ihr für die Staatskünstler ausgebt. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine lieben Freunde! Das wäre eure Aufgabe, nämlich jenen, die zahlen, auch zu ermöglichen, diese Kultur zu verstehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Man sollte das Interesse an der Kunst fördern, aber nicht jedem sagen: Du hast ja keine Ahnung, du hast höchstens den röhrenden Hirsch an der Wand hängen, das ist deine Art von Kunstverständnis. – So geht ihr doch mit der Bevölkerung um, die das bezahlen muß, was ihr für die Staatskünstler ausgebt. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Morak: Die wollt ihr doch gar nicht!
Wir hätten dann vielleicht eine offenere Kulturdebatte, wenn man interessierte, kritische Kunstkonsumenten mittels einer vernünftigen Kunstpolitik heranbilden würde. Das würde ich mir wünschen von richtig verstandener Kunst- und Kulturpolitik seitens der SPÖ und allen denen ... (Abg. Morak: Die wollt ihr doch gar nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe gerade mit einigen Bediensteten gesprochen, die zugehört haben, als Kollege Stadler einiges vorgelesen hat, diese haben nur mehr den Kopf geschüttelt. Das ist noch die wahre Rückmeldung von gesundem Menschenempfinden. Die Menschen können mit dem, was Sie fördern, was Sie der Öffentlichkeit glauben machen wollen, daß es Kunst ist, absolut nichts anfangen. Sie sind verzweifelt darüber, daß Sie das noch mit dem Steuergeld, das diese Leute zu zahlen haben, finanzieren. Ich sage Ihnen: Tun Sie etwas, damit Sie diese Kluft verringern können! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Schmidt: Formal!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Kunstbericht 1996 folgt einer neuen Systematik. Ich glaube, daß diese Systematik für die Zukunft beibehalten werden soll. Es führt zu einer Vereinheitlichung der statistischen Angaben in ganz Österreich, und die Einheitlichkeit dieser Statistiken hat sich auch für die Bundesländer sehr bewährt. Ich glaube, daß es ein sehr detaillierter und umfassender Bericht geworden ist. Ich nehme sehr gerne zur Kenntnis, daß er in dieser Form goutiert wird – zumindest von den meisten der hier anwesenden Abgeordneten. (Abg. Dr. Schmidt: Formal!) – Nicht inhaltlich, aber formal, habe ich jetzt zur Kenntnis genommen.
Abg. Dr. Schmidt: Das habe ich auch nicht verlangt!
Wir sind diesbezüglich in allen Richtungen offen. Ich glaube, nur eines muß klar sein und immer wieder betont werden: Es ist nicht möglich, die Kunstverwaltung beziehungsweise den Staat aus der Förderung der Kunst herauszunehmen und diese letztendlich zu privatisieren. Das kann nicht unsere Aufgabe sein, und das muß auch festgehalten werden. (Abg. Dr. Schmidt: Das habe ich auch nicht verlangt!) Das ist in einem Land wie Österreich nicht möglich – aufgrund der Tradition nicht, aufgrund des Selbstverständnisses, wie wir mit Kunst umgehen, nicht und auch aufgrund des kleinen Marktgefüges, das Österreich hat, nicht. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Wir sind diesbezüglich in allen Richtungen offen. Ich glaube, nur eines muß klar sein und immer wieder betont werden: Es ist nicht möglich, die Kunstverwaltung beziehungsweise den Staat aus der Förderung der Kunst herauszunehmen und diese letztendlich zu privatisieren. Das kann nicht unsere Aufgabe sein, und das muß auch festgehalten werden. (Abg. Dr. Schmidt: Das habe ich auch nicht verlangt!) Das ist in einem Land wie Österreich nicht möglich – aufgrund der Tradition nicht, aufgrund des Selbstverständnisses, wie wir mit Kunst umgehen, nicht und auch aufgrund des kleinen Marktgefüges, das Österreich hat, nicht. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Zu den einzelnen Beiträgen, die hier gekommen sind. Es wurde vom Abgeordneten Krüger vorgeworfen, daß mein Vorgänger, Minister Scholten, die Künstler für die Politik instrumentalisiert hätte. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte all diese Debattenbeiträge der Freiheitlichen Partei zusammenfassen und folgendes dazu sagen: Ein Instrumentalisieren der Kunstpolitik findet derzeit auf freiheitlicher Seite statt, und zwar in einer Art und Weise, daß sie sich nicht sachlich mit dem Problem der Kunstförderung auseinandersetzt, sondern rein Emotionen zu wecken und letztendlich über ein gesundes Volksempfinden eine mehrheitliche Empörung und ein antikünstlerisches Klima zu entwickeln versucht. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Wir versuchen, die Künstler vor derartigen Angriffen in Schutz zu nehmen. Wir versuchen, das Klima, das wir in diesem Land haben, beizubehalten, das den Künstler fördert und vor derartigen Angriffen schützt. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Ich glaube, wenn man den Gedanken – ich habe eigentlich aufgrund der Stellungnahmen in den Zeitungen nichts anderes erwartet, im Vorfeld dieses Berichtes war es klar, welche Art und Weise der Kunstpolitik hier gemacht wird – des Abgeordneten Stadler zu Ende denkt, dann wird einem klar, daß das ein gesellschaftlicher Ansatz ist, der weit über die künstlerische Beurteilung einzelner Künstler hinausgeht. Denken wir doch einmal diesen Gedanken zu Ende! Ein Künstler, der sich im Rahmen des Gesetzes bewegt, der kein Gesetz überschreitet, sich somit wie jeder andere Staatsbürger nach den Spielregeln dieses Staates verhält, wird über die Medien, über die Emotionalisierung der Mehrheit verächtlich gemacht, und man versucht auch über die Administration, ihn an der Ausübung seiner Arbeit zu hindern, obwohl sich dieser Künstler im Rahmen der Gesetze bewegt. Das heißt, man kann diesem Künstler nur jenen Schutz zukommen lassen, der jedem Staatsbürger in diesem Lande zusteht. Wenn er sich im Rahmen der Gesetze bewegt, dann soll er auch die volle Unterstützung dieses Staates genießen, damit auch für ihn jene Gesetze Gültigkeit haben. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Würden wir den Gedanken weiter fortsetzen, dann würde man dazu kommen, daß man nicht nur Künstler, die sich im Rahmen des Gesetzes bewegen, sondern auch andere Mitglieder unserer Gesellschaft, die sich zwar im Rahmen des Gesetzes bewegen, aber durch Emotionen und durch das Herbeiführen von emotionalisierten Mehrheitsmeinungen verächtlich gemacht werden, vom Zugang zu unserer Gesellschaft ausschließt. Meine Damen und Herren! Diese Entwicklung muß im Keim erstickt werden. Es muß der Kunst jener Freiraum eingeräumt werden, der ihr zusteht, um als gesellschaftlicher Vorreiter auch weiterhin ohne Einschränkung tätig sein zu können. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Schmidt: Ich rede vom Kulturbudget und nicht vom Gesamtbudget!
Zu den Vorwürfen hinsichtlich Schwerpunktsetzung Film und Architektur. Frau Abgeordnete Schmidt! Ich glaube schon, daß man die Schwerpunktsetzung Film an unseren Handlungen ganz klar ablesen kann. Zunächst einmal: Eine 20prozentige Steigerung des Filmbudgets – eine 20prozentige Steigerung! – ist eine überdurchschnittliche Steigerung eines Budgets an sich. Es sind nicht 0,1 Prozent unserer Förderungsausgaben, sondern rund 10 Prozent, die wir in unserem Budget zu vertreten haben. (Abg. Dr. Schmidt: Ich rede vom Kulturbudget und nicht vom Gesamtbudget!) Ich spreche vom frei verfügbaren Kunstbudget des Förderungsbudgets, und davon nimmt die Filmförderung 10 Prozent ein.
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso?
Frau Abgeordnete Petrovic ist auf das Verhältnis der Kunstschaffenden zur Politik eingegangen. Ich glaube und versuche es, hier noch einmal zu sagen, wichtig ist, daß dieses Klima, den Künstler vor ungerechtfertigten Angriffen zu schützen, erhalten bleibt. Ich meine, daß wir alles dazu beitragen müssen, daß die Möglichkeiten der Kunst in keiner Weise eingeschränkt werden, daß die Möglichkeit, Kunst in allen ihren Erscheinungsformen stattfinden zu lassen, ein staatliches Anliegen sein muß – nicht nur ein staatliches Anliegen, sondern auch ein gesellschaftliches Anliegen sein muß, um eine möglichst breite Ablehnung ungerechtfertigter Angriffe gegen einzelne Künstler, die man selbst beurteilen kann, wie man will, zu erreichen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso?) Gegen diese Angriffe muß man die Kunst und den Künstler in Schutz nehmen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso? Warum?)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso? Warum?
Frau Abgeordnete Petrovic ist auf das Verhältnis der Kunstschaffenden zur Politik eingegangen. Ich glaube und versuche es, hier noch einmal zu sagen, wichtig ist, daß dieses Klima, den Künstler vor ungerechtfertigten Angriffen zu schützen, erhalten bleibt. Ich meine, daß wir alles dazu beitragen müssen, daß die Möglichkeiten der Kunst in keiner Weise eingeschränkt werden, daß die Möglichkeit, Kunst in allen ihren Erscheinungsformen stattfinden zu lassen, ein staatliches Anliegen sein muß – nicht nur ein staatliches Anliegen, sondern auch ein gesellschaftliches Anliegen sein muß, um eine möglichst breite Ablehnung ungerechtfertigter Angriffe gegen einzelne Künstler, die man selbst beurteilen kann, wie man will, zu erreichen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso?) Gegen diese Angriffe muß man die Kunst und den Künstler in Schutz nehmen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso? Warum?)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Steht er unter einem Quargelsturz?
Sie können gerne Ihre persönliche Meinung zu einem Kunstwerk haben, aber letztendlich muß man die Künstler vor Angriffen in Schutz nehmen, solange sie sich im Rahmen der Gesetze bewegen. Warum verfolgen Sie niemand anderen, der sich im Rahmen der Gesetze bewegt, oder wollen Sie das auch? (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Steht er unter einem Quargelsturz?) Ich stelle diese Frage in den Raum: Machen Sie bei den Künstlern halt, oder geht das über den Bereich der Künstler hinaus? Das ist meine Frage, die ich mir im Zusammenhang mit diesen Argumenten zu stellen habe. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Warum schützen Sie mich nicht vor Angriffen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Warum schützen Sie mich nicht vor Angriffen?
Sie können gerne Ihre persönliche Meinung zu einem Kunstwerk haben, aber letztendlich muß man die Künstler vor Angriffen in Schutz nehmen, solange sie sich im Rahmen der Gesetze bewegen. Warum verfolgen Sie niemand anderen, der sich im Rahmen der Gesetze bewegt, oder wollen Sie das auch? (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Steht er unter einem Quargelsturz?) Ich stelle diese Frage in den Raum: Machen Sie bei den Künstlern halt, oder geht das über den Bereich der Künstler hinaus? Das ist meine Frage, die ich mir im Zusammenhang mit diesen Argumenten zu stellen habe. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Warum schützen Sie mich nicht vor Angriffen?)
Abg. Steibl: Die Frauen leisten das gleiche wie die Männer, bitte!
Zur Frage der Frau Abgeordneten Ablinger kann ich sagen, der Zugang von Frauen zu den Philharmonikern ist gewährleistet. Die Aufnahme von Frauen hängt natürlich auch davon ab, daß diese Damen über die entsprechende Qualität der künstlerischen Leistung verfügen. (Abg. Steibl: Die Frauen leisten das gleiche wie die Männer, bitte!) Aber ich bin überzeugt davon, daß die Philharmoniker nicht auf die Hälfte des kreativen Potentials unserer Bevölkerung verzichten können, das ist eine Frage, die sich von selbst regeln wird. Ich gehe davon aus, daß man in einiger Zeit mit einigen Frauen bei den Philharmonikern rechnen kann. Dieses Problem löst sich nun von allein, die Möglichkeiten sind gegeben. Ich hoffe, daß es nur mehr kurze Zeit dauern wird und werde all meinen Einfluß darauf verwenden, damit es auch tatsächlich stattfindet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zur Frage der Frau Abgeordneten Ablinger kann ich sagen, der Zugang von Frauen zu den Philharmonikern ist gewährleistet. Die Aufnahme von Frauen hängt natürlich auch davon ab, daß diese Damen über die entsprechende Qualität der künstlerischen Leistung verfügen. (Abg. Steibl: Die Frauen leisten das gleiche wie die Männer, bitte!) Aber ich bin überzeugt davon, daß die Philharmoniker nicht auf die Hälfte des kreativen Potentials unserer Bevölkerung verzichten können, das ist eine Frage, die sich von selbst regeln wird. Ich gehe davon aus, daß man in einiger Zeit mit einigen Frauen bei den Philharmonikern rechnen kann. Dieses Problem löst sich nun von allein, die Möglichkeiten sind gegeben. Ich hoffe, daß es nur mehr kurze Zeit dauern wird und werde all meinen Einfluß darauf verwenden, damit es auch tatsächlich stattfindet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend möchte ich nochmals an alle Parteien in diesem Hause appellieren, die Kunst nicht zu emotionalisieren und den Künstlern jenen Freiraum einzuräumen, der ihnen selbstverständlich in jeder Gesellschaft gewährt werden sollte. Alleine die Freiheit der Gesellschaft ist daran abzulesen, wie man mit den Künstlern umgeht, und diese Freiheit, die wir uns mit unseren Spielregeln gegeben haben, sollte man nicht über Diskussionen, die emotionalisieren, die verächtlich machen und die herabsetzen, aufs Spiel setzen. – Ich glaube, ein Bekenntnis für die österreichischen Künstler ist auch ein Bekenntnis zur Freiheit dieser Gesellschaft. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schmidt: Das ist eine rechtliche Würdigung, aber keine tatsächliche Berichtigung!
Richtig ist vielmehr, daß Nitsch zunächst in der ersten Phase seines Sechs-Tage-Spiels gegen landesrechtliche Bestimmungen verstoßen hat. Aus dieser Patsche hat ihm dann der Herr Landeshauptmann von Niederösterreich höchstpersönlich geholfen, wie sich Nitsch ja bedankt hat. Zweitens hat Nitsch auch gegen das Strafgesetzbuch verstoßen, gegen § 188 StGB "Herabwürdigung religiöser Lehrer", was insbesondere aus Foregger-Serini, einem Kommentar, der Ihnen als Rechtsanwalt bekannt sein müßte, deutlich hervorgeht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schmidt: Das ist eine rechtliche Würdigung, aber keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Zunächst einmal ist das Zitat falsch, das Sie hier angeführt haben, und zweitens gibt es keine strafrechtliche Verurteilung, die das bestätigen würde. Das ist eine Meinung von Ihnen und kann daher nicht als Grundlage einer Berichtigung gewertet werden. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Schmidt: Sie sollten wissen, was geistige Brandstiftung ist!
Meine Damen und Herren! Das, was ich Ihnen heute mitgebracht habe, ist für einen Teil unserer Gesellschaft, einen großen Teil unserer Gesellschaft, sicher geistige Brandstiftung. Ewald Stadler hat Ihnen das Bild schon vor den Sommerferien gezeigt. (Abg. Dr. Schmidt: Sie sollten wissen, was geistige Brandstiftung ist!) Es ist Mutter Teresa, eine Ordensfrau, die sich verdient gemacht hat und die hier – das möchte ich vor allem den christdemokratischen Vertretern der ÖVP zeigen – in einer widerlichen Art und Weise verhöhnt wird. (Abg. Dr. Schmidt: Wie recht Sie doch haben! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Wie recht Sie doch haben! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das, was ich Ihnen heute mitgebracht habe, ist für einen Teil unserer Gesellschaft, einen großen Teil unserer Gesellschaft, sicher geistige Brandstiftung. Ewald Stadler hat Ihnen das Bild schon vor den Sommerferien gezeigt. (Abg. Dr. Schmidt: Sie sollten wissen, was geistige Brandstiftung ist!) Es ist Mutter Teresa, eine Ordensfrau, die sich verdient gemacht hat und die hier – das möchte ich vor allem den christdemokratischen Vertretern der ÖVP zeigen – in einer widerlichen Art und Weise verhöhnt wird. (Abg. Dr. Schmidt: Wie recht Sie doch haben! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Bevor Sie sich über einen Freiheitlichen so aufregen, nehmen Sie lieber eine geistige Anregung des siegreichen Edmund Stoiber aus Bayern an, dann werden Sie vielleicht auch endlich erfolgreich sein und nicht von einer Wahlschlappe zur nächsten taumeln! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Schmidt: Sie wollen offenbar die Menschen ächten, oder was wollen Sie?
Meine Damen und Herren! Mühl, Nitsch, Kolig – das sind Namen, das sind Synonyme, die für die Auswüchse einer von Ihnen zu verantwortenden Kulturpolitik stehen. Der skandalöse Mühl-Auftritt im Burgtheater hat österreichweit für Emotionen gesorgt – das ist schon angesprochen worden. Von Hermann Nitsch ist bekannt, daß er gerngesehener Gast vor allem bei den Kanzlerfesten sowohl von Kanzler Vranitzky als auch von Bundeskanzler Klima war und ist. (Abg. Dr. Schmidt: Sie wollen offenbar die Menschen ächten, oder was wollen Sie?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schmidt: Was ist Ihre Alternative?
Frau Dr. Schmidt! Ich frage mich aber – ich komme gleich dazu, und ich werde Ihnen etwas vorlesen –, ob den SPÖ-Vertretern und auch den Vertretern Ihrer Partei nicht schlecht wird, wenn Sie zum Beispiel von Herrn Nitsch etwas lesen. Ich zitiere Ihnen jetzt aus dem Orgien-Mysterien Theater. Ich will Ihnen das nicht ersparen. Sie sollen hören, was dieser Mann geschrieben hat, und Sie sollen beurteilen, ob das Freiheit der Kunst ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schmidt: Was ist Ihre Alternative?)
Abg. Dr. Schmidt: Was ist Ihre Alternative? Ist es die Bücherverbrennung, die Sie wollen?
Meine Damen und Herren! Ich zitiere Hermann Nitsch, "Die Eroberung von Jerusalem", Seite 160 (Abg. Dr. Schmidt: Was ist Ihre Alternative? Ist es die Bücherverbrennung, die Sie wollen?):
Abg. Dr. Stippel: Diese Rede ist ein Trauerspiel!
"Die nackte Leiche eines neunjährigen Mädchens wird auf eine Kirchenbank gelegt; das Geschlechtsteil des Mädchens wird aufgeklafft; mit einer Silbersonde wird mehrmals tief hineingestochen; das Geschlechtsteil wird mit einem Skalpell zerfleischt; Zuckerwasser wird auf die blutige Wunde geschüttet; Nummer O saugt und schleckt das gezuckerte Blut von dem zerfleischten Geschlechtsteil." – So geht das seitenlang weiter. (Abg. Dr. Stippel: Diese Rede ist ein Trauerspiel!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist die Politik, die Sie unterstützen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schmidt: Sie wollen es halt nur verbieten! Was wollen Sie denn? – Abg. Mag. Stadler: Frau Oberlehrer! Wenn Sie es noch nicht wissen: Es ist bereits verboten!
Dieses Zitat – ich könnte noch seitenlang weiter zitieren – will ich Ihnen nicht ersparen. Denn das, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, ist die Freiheit der Kunst, die Sie verteidigen. Ich meine, daß das mit Freiheit der Kunst absolut nichts zu tun hat, das ist ein widerlicher Aufruf, Frau Dr. Schmidt, zur Schändung von Leichen, zur Schändung von Frauenleichen und von Kinderleichen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Schmidt: Sie wollen es halt nur verbieten! Was wollen Sie denn? – Abg. Mag. Stadler: Frau Oberlehrer! Wenn Sie es noch nicht wissen: Es ist bereits verboten!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Morak: Was ist das für ein Fall, der das immer wieder vorliest?
Das ist abartig, und ich meine, daß jemand, der so etwas niederschreibt, der so etwas denkt, eigentlich ein Fall für den Psychiater, aber auch für den Staatsanwalt ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Morak: Was ist das für ein Fall, der das immer wieder vorliest?)
Abg. Morak: Lesen Sie es gerne? – Sie lesen es gerne!
Herr Morak! Ich verstehe Sie schon, daß Sie mir jetzt sozusagen den Schwarzen Peter zuschieben wollen, aber das sind Ferkeleien. Eigentlich ist "Ferkelei" eine Sauerei gegenüber dem Ferkel. (Abg. Morak: Lesen Sie es gerne? – Sie lesen es gerne!) – Nein, ich lese es Ihnen vor, damit Sie sich vor Ihrer Verantwortung nicht drücken können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Morak! Ich verstehe Sie schon, daß Sie mir jetzt sozusagen den Schwarzen Peter zuschieben wollen, aber das sind Ferkeleien. Eigentlich ist "Ferkelei" eine Sauerei gegenüber dem Ferkel. (Abg. Morak: Lesen Sie es gerne? – Sie lesen es gerne!) – Nein, ich lese es Ihnen vor, damit Sie sich vor Ihrer Verantwortung nicht drücken können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was nun den Kunstbericht 1996 betrifft, fällt mir nur noch die Kritik eines unabhängigen Journalisten ein. Hans Haider ... (Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ich verstehe Ihre Emotionen, weil wir aufdecken, was Sie zudecken wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was nun den Kunstbericht 1996 betrifft, fällt mir nur noch die Kritik eines unabhängigen Journalisten ein. Hans Haider ... (Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ich verstehe Ihre Emotionen, weil wir aufdecken, was Sie zudecken wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Was würden Sie machen, wenn Sie Kulturminister wären? – Abg. Dr. Graf: Diese Kunst nicht fördern!
Hans Haider von der Zeitung "Die Presse" hat schon im April ... (Abg. Wabl: Was würden Sie machen, wenn Sie Kulturminister wären? – Abg. Dr. Graf: Diese Kunst nicht fördern!) – Solche Dinge würde ich nicht fördern, nicht über Jahrzehnte hinweg fördern – um Ihre Frage zu beantworten.
Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen, den Grünen und der ÖVP.
Von 700 Millionen Schilling gingen nämlich drei Fünftel – so schreibt ein unabhängiger Journalist – an SPÖ-dominierte Vereine. Das hat schon ein Kollege meiner Fraktion erwähnt. (Rufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen, den Grünen und der ÖVP.) Ein Fünftel der Subventionen ging an ÖVP-dominierte Firmen und Genossenschaften, und nur ein Fünftel, meine Damen und Herren, kam nichtparteipolitisch beeinflußten Künstlern oder Kunstvereinigungen zugute.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was wir Freiheitlichen wollen, ist die Freiheit der Künstler von parteipolitischen Zwängen. Wir wollen aber auch Künstler, die sich ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewußt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Oha!
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Der linke, vermeintlich fortschrittliche Kulturgarten, reichlich mit Mist gedüngt, treibt ein neues Unkraut. "Sandler-Event" heißt diese neue Pflanze, besser Pflanzerei. Das Beet ist der diesjährige "steirische herbst", der fragwürdige Gärtner der linksradikale Anarcho-Regisseur Christoph Schlingensief. Graz wird das größte Sandlertreffen sehen, das es je gab, behauptet der selbsternannte Künstler und setzt nach: Das kann Graz durchaus als Kriegserklärung auffassen. (Abg. Mag. Stadler: Oha!) – Schlingensief, 5. August 1998.
Abg. Dr. Cap: Hand aus der Hose! Hand aus der Hose!
Das Referenzwerk, das dem deutschen Anarcho-Regisseur, wie er sich selbst gerne nennt, die Einladung zum "steirischen herbst" gebracht hat, sind seine aufsehenerregenden Plakate vom Vorjahr – mit dem Aufruf "Tötet Kohl!" oder "Übe Straftaten, du wirst schon wissen, wie das geht!" (Abg. Dr. Cap: Hand aus der Hose! Hand aus der Hose!)
Abg. Dr. Cap: Sie haben schon wieder die Hand in der Hose gehabt!
Herr Cap! Daß Sie hier intervenieren, ist mir klar. Ihre Fraktion hat die Kulturagenden in der Steiermark übernommen. Dieses Treffen ist die Ausgeburt dessen. Um nicht falsch verstanden zu werden: Wir Freiheitlichen haben nichts dagegen, wenn sich Bettler, Sandler oder Personen, die sich mit diesem Begriff angesprochen fühlen, irgendwo treffen. Aber es zeugt nicht von Sensibilität, daß man Graz auswählt. (Abg. Dr. Cap: Sie haben schon wieder die Hand in der Hose gehabt!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn sich diese Leute dort treffen, lieber Herr Cap, um etwa über die neue Armut, über den von Ihrer Fraktion mitveranlaßten Sozialabbau zu klagen oder andere Dinge zu proklamieren, so sei ihnen das unbenommen. Das aber als Kunst zu verkaufen, mit Steuergeldern zu fördern und das als das Mega-Event in der Steiermark auszurufen, dagegen sprechen sich die Freiheitlichen in der Stadt Graz, im Land Steiermark und auch unsere Parlamentsfraktion hier aus. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Was macht Ihre Hand in der Hose?
Herr Cap! Wenn Sie einen anderen Kunstbegriff haben als den unsrigen, leben Sie damit! Auch wir leben damit. Wir lassen allerdings auch vom Herrn Staatssekretär nicht in polarisierender Form – das haben Sie mit Ihrem letzten Redebeitrag getan – einen Keil zwischen die Künstler Österreichs und die Freiheitliche Partei treiben. Wir fordern Sie auf, Herr Staatssekretär: Beenden Sie die Hatz auf die Freiheitlichen in diesem Zusammenhang! (Abg. Dr. Cap: Was macht Ihre Hand in der Hose?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben ein Kunstverständnis, und ich selbst gestatte mir als Repräsentant desselben zu gelten, Herr Cap, auch wenn Sie noch so verächtlich herauslachen. Ich mache seit 26 Jahren die Geschäftsführung der musikalischen Jugend in der Steiermark. Ich habe mehr als 300 Konzerte – mein musikalischer Kunstbegriff ist ein sehr breiter – für die steirische Jugend veranstaltet. Ich lasse mir nicht von Ihnen, aber auch nicht von Ihnen, Herr Staatssekretär, meinen diesbezüglichen Begriff beeinflussen und verächtlich machen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Wo ist Herr Khol? – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wo ist denn Ihrer? Wo ist denn Ihrer?
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die FPÖ diskutiert offensichtlich ihr wichtigstes Thema der Saison, und ihr Obmann glänzt durch Abwesenheit. Das nur zur Wertigkeit einer Kulturdiskussion innerhalb der FPÖ. (Abg. Scheibner: Wo ist Herr Khol? – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wo ist denn Ihrer? Wo ist denn Ihrer?) Es ist auch klar, wenn man die Argumente gegeneinander abwägt, daß Ihr Obmann durch Flucht glänzt. (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die FPÖ diskutiert offensichtlich ihr wichtigstes Thema der Saison, und ihr Obmann glänzt durch Abwesenheit. Das nur zur Wertigkeit einer Kulturdiskussion innerhalb der FPÖ. (Abg. Scheibner: Wo ist Herr Khol? – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wo ist denn Ihrer? Wo ist denn Ihrer?) Es ist auch klar, wenn man die Argumente gegeneinander abwägt, daß Ihr Obmann durch Flucht glänzt. (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Klubobmann Dr. Khol betritt den Sitzungssaal. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.
Lassen Sie mich ein paar positive Sachen zum Kunstbericht sagen. Es ist der Überblick, es ist der Vergleich, es ist die Vergleichsmöglichkeit, die wir haben, und die Übersichtlichkeit, und zwar zurück bis zum Jahre 1990. (Klubobmann Dr. Khol betritt den Sitzungssaal. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.) Aus den Kulturausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden werden auch Relationen ersichtlich, zum Beispiel daß wir heute nur über 7 Prozent der Kulturförderung in diesem Land reden. Über 7 Prozent! – Und deswegen diese Aufregung, meine Damen und Herren? Das ist doch nicht notwendig.
Beifall bei der ÖVP.
Zum Thema Film: Das ist ein ewiges Thema von mir. Es ist natürlich nicht damit getan, zu sagen, wir stellen dem österreichischen Film 100 Millionen Schilling mehr zur Verfügung – ein, zwei Jahre als Überbrückungshilfe. Es ist deswegen ein ewiges Thema, weil wir uns aus einer Wirtschaft in eine andere Wirtschaft begeben, nämlich auf der einen Seite Film verordnen und auf der anderen Seite Film nicht ermöglichen. Wir haben in Österreich keine Drehbuchautoren, die auf internationalem Niveau stehen. Es gibt keine Infrastruktur auf internationalem Niveau. Es steht natürlich auch kein Geld zur Verfügung, weil es keine Abschreibungsmodelle gibt, und ich glaube, wir haben auch überhaupt keine Produzenten, wie das an der letzten Lehner-Produktion abzulesen war. Ich meine, Geld ist das eine, Strukturen in diesem Bereich aufzubauen ist das andere. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Natürlich gibt es Menschen, die mit der Kulturproduktion – und das meine ich jetzt durchaus quer durch alle Parteien – Probleme haben, die nicht verstehen, was hier läuft, die nicht ganz genau wissen, was damit gemeint ist. Ich möchte mich in die Lage dieser Menschen versetzen, und ich tue dies, indem ich sage, daß ich auch Probleme habe – etwa mit der Quantenphysik oder mit einem Teilchenbeschleuniger. Aber ich nehme mir hier nicht heraus, zu sagen: Das sind alles Verbrecher, das sind alles Abzocker, das sind alles Idioten. Das muß einmal klar sein! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Erklären Sie mir das!
Also ich glaube, wir sollten hier zu einer Haltung kommen – und ich schließe da die Freiheitlichen nicht aus –, wo wir uns fragen: Wie können wir das tolerieren? Wie können wir mit dem Unverständnis umgehen? Auffällig wird das nur (Abg. Scheibner: Erklären Sie mir das!), auffällig wird das nur ... (Abg. Scheibner: Ich würde es gerne verstehen, Herr Morak! Erklären Sie mir das!) Hören Sie mir zu, dann werden Sie es verstehen! Auffällig wird das nur, wenn wir am Ende dieses Jahrhunderts noch immer mit Menschen und Politikern zu tun haben – vor allem Politikern –, die ihren Freud nicht gelesen haben, die ihren Kafka nicht gelesen haben, die ihren Schnitzler nicht gelesen haben, die die Abgründe der Seele leugnen – denn etwas anderes kann es ja nicht sein, warum Sie das dauernd hier vorlesen – und die wider besseres Wissen aus politischem Kalkül die Steinzeit hier in das 21. Jahrhundert verlagern!! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich kann es Ihnen auch ruhig sagen: die Steinzeit ins 21. Jahrhundert verlagern.
Abg. Scheibner: Ich würde es gerne verstehen, Herr Morak! Erklären Sie mir das!
Also ich glaube, wir sollten hier zu einer Haltung kommen – und ich schließe da die Freiheitlichen nicht aus –, wo wir uns fragen: Wie können wir das tolerieren? Wie können wir mit dem Unverständnis umgehen? Auffällig wird das nur (Abg. Scheibner: Erklären Sie mir das!), auffällig wird das nur ... (Abg. Scheibner: Ich würde es gerne verstehen, Herr Morak! Erklären Sie mir das!) Hören Sie mir zu, dann werden Sie es verstehen! Auffällig wird das nur, wenn wir am Ende dieses Jahrhunderts noch immer mit Menschen und Politikern zu tun haben – vor allem Politikern –, die ihren Freud nicht gelesen haben, die ihren Kafka nicht gelesen haben, die ihren Schnitzler nicht gelesen haben, die die Abgründe der Seele leugnen – denn etwas anderes kann es ja nicht sein, warum Sie das dauernd hier vorlesen – und die wider besseres Wissen aus politischem Kalkül die Steinzeit hier in das 21. Jahrhundert verlagern!! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich kann es Ihnen auch ruhig sagen: die Steinzeit ins 21. Jahrhundert verlagern.
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Also ich glaube, wir sollten hier zu einer Haltung kommen – und ich schließe da die Freiheitlichen nicht aus –, wo wir uns fragen: Wie können wir das tolerieren? Wie können wir mit dem Unverständnis umgehen? Auffällig wird das nur (Abg. Scheibner: Erklären Sie mir das!), auffällig wird das nur ... (Abg. Scheibner: Ich würde es gerne verstehen, Herr Morak! Erklären Sie mir das!) Hören Sie mir zu, dann werden Sie es verstehen! Auffällig wird das nur, wenn wir am Ende dieses Jahrhunderts noch immer mit Menschen und Politikern zu tun haben – vor allem Politikern –, die ihren Freud nicht gelesen haben, die ihren Kafka nicht gelesen haben, die ihren Schnitzler nicht gelesen haben, die die Abgründe der Seele leugnen – denn etwas anderes kann es ja nicht sein, warum Sie das dauernd hier vorlesen – und die wider besseres Wissen aus politischem Kalkül die Steinzeit hier in das 21. Jahrhundert verlagern!! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich kann es Ihnen auch ruhig sagen: die Steinzeit ins 21. Jahrhundert verlagern.
Abg. Jung: Umso mehr brauchen wir Gutes, Positives!
In einer Zeit, in der wir im TV ununterbrochen mit Bildern von realem Geschehen konfrontiert werden, die so grauslich sind, daß sie Menschen in Wahrheit undenkbar sind (Abg. Jung: Umso mehr brauchen wir Gutes, Positives!), plädieren Sie für das ewige Biedermeier (Abg. Jung: Nein, aber es ist besser als der Kolig!): Biedermeier in den Theatern, in der bildenden Kunst, im Film, in den Büchern, überall. Also ich muß Ihnen sagen, wenn es nach Ihnen ginge, hätte es ja nicht einmal Grimms Märchen gegeben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ, bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.)
Abg. Jung: Nein, aber es ist besser als der Kolig!
In einer Zeit, in der wir im TV ununterbrochen mit Bildern von realem Geschehen konfrontiert werden, die so grauslich sind, daß sie Menschen in Wahrheit undenkbar sind (Abg. Jung: Umso mehr brauchen wir Gutes, Positives!), plädieren Sie für das ewige Biedermeier (Abg. Jung: Nein, aber es ist besser als der Kolig!): Biedermeier in den Theatern, in der bildenden Kunst, im Film, in den Büchern, überall. Also ich muß Ihnen sagen, wenn es nach Ihnen ginge, hätte es ja nicht einmal Grimms Märchen gegeben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ, bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ, bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.
In einer Zeit, in der wir im TV ununterbrochen mit Bildern von realem Geschehen konfrontiert werden, die so grauslich sind, daß sie Menschen in Wahrheit undenkbar sind (Abg. Jung: Umso mehr brauchen wir Gutes, Positives!), plädieren Sie für das ewige Biedermeier (Abg. Jung: Nein, aber es ist besser als der Kolig!): Biedermeier in den Theatern, in der bildenden Kunst, im Film, in den Büchern, überall. Also ich muß Ihnen sagen, wenn es nach Ihnen ginge, hätte es ja nicht einmal Grimms Märchen gegeben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ, bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Fekter: Das ist etwas, was sie nicht verstehen! – Abg. Mag. Stadler: Im Parlament spielt er derzeit das Rumpelstilzchen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Kunst ist: Als ob! Das haben Ihnen die Zeitungen geschrieben, das haben Ihnen die Leute gesagt: Als ob! Das ist eine Fiktion. Und eine Fiktion ist nichts Unanständiges, auch wenn Sie anderer Meinung sind. (Abg. Dr. Fekter: Das ist etwas, was sie nicht verstehen! – Abg. Mag. Stadler: Im Parlament spielt er derzeit das Rumpelstilzchen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Angesichts des Genozids an den deutschen und österreichischen Juden das Wort "Tat" zu schreiben und über den Lokus "Ort" zu schreiben, ist angesichts dieser Tat ein verzweifelter Euphemismus. Der Begriff "Fäkalkunst", den Sie immer verwenden, greift hier viel zu kurz. Das hätten Sie gerne. Das ist weniger als Tatsachenbeschreibung, weil hier die Kunst ausläßt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Schauen Sie, Herr Stadler! Wir haben Sie heute kennengelernt: nicht als Stadler, sondern als St. Adler. Lieber St. Adler! Oder soll ich Herr Ajatollah zu Ihnen sagen? Denn Sie wollen verbieten, Sie wollen sie umbringen, Sie wollen sie ausschalten, Sie wollen sie vernichten. Das ist es, was Sie wollen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Und wenn der St. Adler seine ... (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
Schauen Sie, Herr Stadler! Wir haben Sie heute kennengelernt: nicht als Stadler, sondern als St. Adler. Lieber St. Adler! Oder soll ich Herr Ajatollah zu Ihnen sagen? Denn Sie wollen verbieten, Sie wollen sie umbringen, Sie wollen sie ausschalten, Sie wollen sie vernichten. Das ist es, was Sie wollen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Und wenn der St. Adler seine ... (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie das Rumpelstilzchen aufführen, dann müssen Sie mit dem Fuß aufstampfen!
Schauen Sie, der Herr Mühl ist für seine Verbrechen ... (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie das Rumpelstilzchen aufführen, dann müssen Sie mit dem Fuß aufstampfen!) Entschuldigen Sie. (Abg. Mag. Stadler: Dann erst sind Sie perfekt!) Das überlasse ich Ihnen. Sie können es ganz gut, Herr Stadler. Sie können es ganz gut. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Nein, nein, nein! Entschuldigung! Die Rolle des Brunnenvergifters in diesem Haus ist vergeben, und den machen Sie. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Dann erst sind Sie perfekt!
Schauen Sie, der Herr Mühl ist für seine Verbrechen ... (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie das Rumpelstilzchen aufführen, dann müssen Sie mit dem Fuß aufstampfen!) Entschuldigen Sie. (Abg. Mag. Stadler: Dann erst sind Sie perfekt!) Das überlasse ich Ihnen. Sie können es ganz gut, Herr Stadler. Sie können es ganz gut. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Nein, nein, nein! Entschuldigung! Die Rolle des Brunnenvergifters in diesem Haus ist vergeben, und den machen Sie. (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Schauen Sie, der Herr Mühl ist für seine Verbrechen ... (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie das Rumpelstilzchen aufführen, dann müssen Sie mit dem Fuß aufstampfen!) Entschuldigen Sie. (Abg. Mag. Stadler: Dann erst sind Sie perfekt!) Das überlasse ich Ihnen. Sie können es ganz gut, Herr Stadler. Sie können es ganz gut. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Nein, nein, nein! Entschuldigung! Die Rolle des Brunnenvergifters in diesem Haus ist vergeben, und den machen Sie. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Schauen Sie, der Herr Mühl ist für seine Verbrechen ... (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie das Rumpelstilzchen aufführen, dann müssen Sie mit dem Fuß aufstampfen!) Entschuldigen Sie. (Abg. Mag. Stadler: Dann erst sind Sie perfekt!) Das überlasse ich Ihnen. Sie können es ganz gut, Herr Stadler. Sie können es ganz gut. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Nein, nein, nein! Entschuldigung! Die Rolle des Brunnenvergifters in diesem Haus ist vergeben, und den machen Sie. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Zu wenig!
Der Herr Mühl ist für seine Verbrechen gesessen, sechs Jahre lang, und ich kann Ihnen nur sagen ... (Ruf bei den Freiheitlichen: Zu wenig!) Dann sollten wir ein anderes Gesetz beschließen. Es ist übrigens schon beschlossen worden. Er ist sechs Jahre gesessen, und im Rahmen der Gesetze war das fast eine Höchststrafe. Aber ich muß Ihnen sagen: Derjenige, der für die Vergewaltigung der Frauen dort, für die Vergewaltigung der Kinder dort, für die Ausnützung eines Autoritätsverhältnisses, für die Bestechung der Zeugen die Werbung gemacht hat, das ist Ihr Europa-Abgeordneter. Und da beißt die Maus keinen Faden ab. (Beifall bei der ÖVP.) Da beißt die Maus keinen Faden ab! (Abg. Dr. Graf: Jetzt machen Sie das, was Sie uns immer vorwerfen!)
Beifall bei der ÖVP.
Der Herr Mühl ist für seine Verbrechen gesessen, sechs Jahre lang, und ich kann Ihnen nur sagen ... (Ruf bei den Freiheitlichen: Zu wenig!) Dann sollten wir ein anderes Gesetz beschließen. Es ist übrigens schon beschlossen worden. Er ist sechs Jahre gesessen, und im Rahmen der Gesetze war das fast eine Höchststrafe. Aber ich muß Ihnen sagen: Derjenige, der für die Vergewaltigung der Frauen dort, für die Vergewaltigung der Kinder dort, für die Ausnützung eines Autoritätsverhältnisses, für die Bestechung der Zeugen die Werbung gemacht hat, das ist Ihr Europa-Abgeordneter. Und da beißt die Maus keinen Faden ab. (Beifall bei der ÖVP.) Da beißt die Maus keinen Faden ab! (Abg. Dr. Graf: Jetzt machen Sie das, was Sie uns immer vorwerfen!)
Abg. Dr. Graf: Jetzt machen Sie das, was Sie uns immer vorwerfen!
Der Herr Mühl ist für seine Verbrechen gesessen, sechs Jahre lang, und ich kann Ihnen nur sagen ... (Ruf bei den Freiheitlichen: Zu wenig!) Dann sollten wir ein anderes Gesetz beschließen. Es ist übrigens schon beschlossen worden. Er ist sechs Jahre gesessen, und im Rahmen der Gesetze war das fast eine Höchststrafe. Aber ich muß Ihnen sagen: Derjenige, der für die Vergewaltigung der Frauen dort, für die Vergewaltigung der Kinder dort, für die Ausnützung eines Autoritätsverhältnisses, für die Bestechung der Zeugen die Werbung gemacht hat, das ist Ihr Europa-Abgeordneter. Und da beißt die Maus keinen Faden ab. (Beifall bei der ÖVP.) Da beißt die Maus keinen Faden ab! (Abg. Dr. Graf: Jetzt machen Sie das, was Sie uns immer vorwerfen!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler
Aber ich habe irgendwie den Verdacht, wenn es irgendwo eine Wahl gibt – und in Ihrem Kopf ist ja immer Wahl, da macht es immer "Gong!": Wahltag! Morgen stehe ich um fünf auf! Wahltag! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler) ja, ja, ja! –, dann müssen unter anderem auch immer die Künstler herhalten. Das ist ja klar.
Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und SPÖ, bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.
Der Rosenstingl geht mit 250 Millionen, huuuiiit, nach Südamerika. – Der Kolig muß vernichtet werden! Ja! (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und SPÖ, bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Meisinger. – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Ein "F"-Gemeinderat dealt mit Kinderpornos. – Der war es natürlich nicht! Der H. C. Artmann oder Publik Netbase sind schuld daran. (Zwischenruf des Abg. Meisinger. – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ja, ja.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Als "Froschkönig" haben Sie mir besser gefallen!
Ich muß Ihnen sagen: Halten Sie einfach die österreichischen Künstler aus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Als "Froschkönig" haben Sie mir besser gefallen!) Sie sagen sehr oft die Wahrheit. Wir halten Sie auch aus. Und Sie sagen verhältnismäßig oft die Unwahrheit. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ, bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ, bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.
Ich muß Ihnen sagen: Halten Sie einfach die österreichischen Künstler aus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Als "Froschkönig" haben Sie mir besser gefallen!) Sie sagen sehr oft die Wahrheit. Wir halten Sie auch aus. Und Sie sagen verhältnismäßig oft die Unwahrheit. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ, bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.)
Oje-Rufe im Plenum. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Haider – auf dem Weg zum Rednerpult –: Alle nicken! – Abg. Schwarzenberger: Volle Hütte! – Abg. Wabl: Bitte eine Leseprobe aus der Nachtkastllektüre! – Weitere Zwischenrufe. – Abg. Dr. Haider: Das ist auch wieder nicht recht! – Beifall bei den Freiheitlichen.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Haider. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Oje-Rufe im Plenum. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Haider – auf dem Weg zum Rednerpult –: Alle nicken! – Abg. Schwarzenberger: Volle Hütte! – Abg. Wabl: Bitte eine Leseprobe aus der Nachtkastllektüre! – Weitere Zwischenrufe. – Abg. Dr. Haider: Das ist auch wieder nicht recht! – Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Meine Damen und Herren! Zuerst dringen die sehnsüchtigen Rufe des Herrn Morak an mein Ohr, daß er mich schon so vermißt, weil er eben gerne ein qualifiziertes Publikum bei seinen Vorlesungen und Auftritten hat (Heiterkeit bei den Freiheitlichen), und jetzt paßt es auch wieder nicht.
Rufe: Jawohl! Bravo! – Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich wollte Ihnen, Herr Morak – das ist der eigentliche Grund meiner Wortmeldung –, nur im Namen der freiheitlichen Fraktion unseren Dank aussprechen. Denn das, was Sie hier gesagt haben, eignet sich bestens, um gerade in den von Ihnen immer wieder kritisierten Wahlkämpfen von uns verteilt und unters Volk gebracht zu werden. (Rufe: Jawohl! Bravo! – Beifall bei den Freiheitlichen.) Damit erkennt man nämlich genau die Einstellung der Volkspartei, jener Volkspartei, die draußen unterwegs ist und sich über den Herrn Nitsch entrüstet, die das, angefangen von Landeshauptmann Schausberger bis zum Kärntner Landtagspräsidenten Wutte – alles ÖVP-Leute – abscheulich findet. Und da herinnen tritt dann der Kultursprecher auf und diffamiert fortlaufend jene Partei, die es gewagt hat, Nitsch zum Thema zu machen, weil wir der Meinung sind, daß die Freiheit der Kunst dort ihre Grenzen findet, wo sie menschenverachtend wird, wo sie Menschenrechte verletzt, wo sie religiöse Gefühle verletzt. Und das, Herr Morak, gilt auch für Ihre christliche ÖVP. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich wollte Ihnen, Herr Morak – das ist der eigentliche Grund meiner Wortmeldung –, nur im Namen der freiheitlichen Fraktion unseren Dank aussprechen. Denn das, was Sie hier gesagt haben, eignet sich bestens, um gerade in den von Ihnen immer wieder kritisierten Wahlkämpfen von uns verteilt und unters Volk gebracht zu werden. (Rufe: Jawohl! Bravo! – Beifall bei den Freiheitlichen.) Damit erkennt man nämlich genau die Einstellung der Volkspartei, jener Volkspartei, die draußen unterwegs ist und sich über den Herrn Nitsch entrüstet, die das, angefangen von Landeshauptmann Schausberger bis zum Kärntner Landtagspräsidenten Wutte – alles ÖVP-Leute – abscheulich findet. Und da herinnen tritt dann der Kultursprecher auf und diffamiert fortlaufend jene Partei, die es gewagt hat, Nitsch zum Thema zu machen, weil wir der Meinung sind, daß die Freiheit der Kunst dort ihre Grenzen findet, wo sie menschenverachtend wird, wo sie Menschenrechte verletzt, wo sie religiöse Gefühle verletzt. Und das, Herr Morak, gilt auch für Ihre christliche ÖVP. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sind jedoch nicht bereit, das auch in der öffentlichen Diskussion einmal zuzugestehen. Es ist schon schön, da ein bißchen ein Theater zu machen, damit man den Beifall von der Linken bekommt. Das ist aber die falsche Seite. Die wählen Sie nicht, lieber Herr Morak. Sie sind gewählt von einem qualifizierten Bürgertum, das erwartet, daß man auch moralische Maßstäbe hat und daß man diese auch dort zum Ausdruck bringt, wo letztlich menschenverachtende Kultur subventioniert wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Morak: Weiß das der Stadler auch?
Man kann alles machen in diesem Land, es soll jeder die Freiheit der künstlerischen Betätigung haben, es soll in diesem Österreich keine Grenzen geben. Sie brauchen uns Freiheitlichen nicht ständig so subversiv zu unterstellen, daß wir das abschaffen würden. Nein! Wir bekennen uns dazu, daß diese Freiheit der Kultur ohne staatliche Schranken vorhanden sein soll. (Abg. Morak: Weiß das der Stadler auch?) Aber – und ich formuliere das für Sie –: Die Grenzen sind für uns wirklich die Menschenrechte, die Grenzen sind für uns die Verletzung religiöser Gefühle (Abg. Dr. Nowotny: Wer definiert das? Wer definiert religiöse Gefühle?), und die Grenzen sind für uns, Herr Morak, auch dort, wo etwa Schwachen in unserer Gesellschaft Leid angetan wird.
Abg. Dr. Nowotny: Wer definiert das? Wer definiert religiöse Gefühle?
Man kann alles machen in diesem Land, es soll jeder die Freiheit der künstlerischen Betätigung haben, es soll in diesem Österreich keine Grenzen geben. Sie brauchen uns Freiheitlichen nicht ständig so subversiv zu unterstellen, daß wir das abschaffen würden. Nein! Wir bekennen uns dazu, daß diese Freiheit der Kultur ohne staatliche Schranken vorhanden sein soll. (Abg. Morak: Weiß das der Stadler auch?) Aber – und ich formuliere das für Sie –: Die Grenzen sind für uns wirklich die Menschenrechte, die Grenzen sind für uns die Verletzung religiöser Gefühle (Abg. Dr. Nowotny: Wer definiert das? Wer definiert religiöse Gefühle?), und die Grenzen sind für uns, Herr Morak, auch dort, wo etwa Schwachen in unserer Gesellschaft Leid angetan wird.
Abg. Wabl: Das ist ja nicht wahr!
Das betrifft zum Beispiel eine Darstellungsform, mit der zu Gewalt an Kindern ermuntert wird. (Abg. Wabl: Das ist ja nicht wahr!) Ich kann es nur immer wieder für Sie wiederholen: Ein Biennale-Katalog, der auch mit Zustimmung Ihrer ÖVP in der Bundesregierung vom Bundeskanzler gefördert wird, in dem sich große Abbildungen mißgebildeter Kinder finden, in dem man nackte Babys zeigt und Geschlechtsteile von Erwachsenen dazumontiert – das ist für uns eine Aufforderung zur Gewalt an Kindern. Und darüber können Sie nicht hinweg! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Morak hält ein Schriftstück in die Höhe.) Sie können das noch so hoch halten, wie Sie wollen!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Morak hält ein Schriftstück in die Höhe.
Das betrifft zum Beispiel eine Darstellungsform, mit der zu Gewalt an Kindern ermuntert wird. (Abg. Wabl: Das ist ja nicht wahr!) Ich kann es nur immer wieder für Sie wiederholen: Ein Biennale-Katalog, der auch mit Zustimmung Ihrer ÖVP in der Bundesregierung vom Bundeskanzler gefördert wird, in dem sich große Abbildungen mißgebildeter Kinder finden, in dem man nackte Babys zeigt und Geschlechtsteile von Erwachsenen dazumontiert – das ist für uns eine Aufforderung zur Gewalt an Kindern. Und darüber können Sie nicht hinweg! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Morak hält ein Schriftstück in die Höhe.) Sie können das noch so hoch halten, wie Sie wollen!
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Das ist etwas, was uns in Wahrheit verbinden sollte, und daher verstehe ich es nicht, daß Sie einen Außenminister und Bundesparteiobmann haben, der im Rahmen einer Ausstellung im Ausland etwa auch ein Werk von Otto Mühl präsentieren wird, auf dem Mutter Teresa sozusagen als schnackselnde Alte neben Mühl und Konsorten einschließlich der FPÖ-Politiker herumgezeigt wird. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Ja, wir sind auch betroffen, liebe gnädige Frau Brinek!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Sie fördern das! Wir sagen, das ist eine Schweinerei! So etwas gehört nicht gefördert. – Und das ist der Unterschied! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Jawohl!
Lassen Sie den Künstlern die Freiheit! Sie sollen alles tun können, sie sollen auch so wie Herr Kolig überall hinmachen können. Aber mit unserem Steuergeld darf das nicht geschehen! (Abg. Mag. Stadler: Jawohl!) Das ist der entscheidende Unterschied! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Lassen Sie den Künstlern die Freiheit! Sie sollen alles tun können, sie sollen auch so wie Herr Kolig überall hinmachen können. Aber mit unserem Steuergeld darf das nicht geschehen! (Abg. Mag. Stadler: Jawohl!) Das ist der entscheidende Unterschied! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Maitz: Das ist völliger Unsinn!
Wenn Sie heute durch das Land fahren, dann wird Ihnen jeder Landespolitiker der ÖVP, jeder Abgeordnete, der hier sitzt, im privaten Gespräch sagen: Ihr habt ja recht! Ihr habt ja recht, es ist eine Schweinerei, was hier geschieht. (Abg. Dr. Maitz: Das ist völliger Unsinn!) Oder glauben Sie, daß die Fäkalkultur, wobei einer seine Häufchen vergoldet oder irgendwo hinstellt und dafür ein paar hunderttausend Schilling an Subvention erhält, wirklich Kunst ist, für die Menschen arbeiten und Steuern zahlen wollen? Glauben Sie wirklich, daß es Kunst ist, wenn ein Künstler wie Herr Kolig einen Urinstab macht – einen Glasstab, in den er hineinmacht – und ihn dann dem Land Kärnten um 31 000 S verkauft?
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Wurmitzer: Anständig! Ihr dürft von "anständig" nicht reden!
Und deshalb muß es die Freiheitlichen geben: Damit Sie von der ÖVP anständiger werden und sich wieder daran erinnern, daß Sie auch eine moralische Verantwortung haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Wurmitzer: Anständig! Ihr dürft von "anständig" nicht reden!)
Abg. Dr. Brinek: Wie die FPÖ!
Das, meine Damen und Herren, ist die Auseinandersetzung. Keine andere Partei in den Bundesländern – lesen Sie es nach in den Zeitungen! – hat Herrn Nitsch während der Nitsch-Diskussion so brutal angegriffen. (Abg. Dr. Brinek: Wie die FPÖ!) Lesen Sie es einmal nach! Und jetzt kann man in der Zeitschrift "NEWS" lesen, daß Herr Nitsch sagt: Es ist wunderbar, daß jetzt die Anständigsten mir gegenüber die Schwarzen sind, die mich früher am meisten verfolgt haben. (Abg. Dr. Brinek: Sie verdrehen das!) Ihnen verdanke ich alle Genehmigungen. Leute wie Landeshauptmann Pröll beginnen offenbar zu schätzen, welchen Künstler sie da in Niederösterreich haben. – Na, wenn man selbst keine Bücher liest, dann organisiert man sich eben Künstler von zweifelhaftem Wert. Das ist also Ihre Politik, meine Damen und Herren: Doppelzüngig! Janusköpfig! (Abg. Ellmauer: Wie der Schelm denkt, so ist er!)
Abg. Dr. Brinek: Sie verdrehen das!
Das, meine Damen und Herren, ist die Auseinandersetzung. Keine andere Partei in den Bundesländern – lesen Sie es nach in den Zeitungen! – hat Herrn Nitsch während der Nitsch-Diskussion so brutal angegriffen. (Abg. Dr. Brinek: Wie die FPÖ!) Lesen Sie es einmal nach! Und jetzt kann man in der Zeitschrift "NEWS" lesen, daß Herr Nitsch sagt: Es ist wunderbar, daß jetzt die Anständigsten mir gegenüber die Schwarzen sind, die mich früher am meisten verfolgt haben. (Abg. Dr. Brinek: Sie verdrehen das!) Ihnen verdanke ich alle Genehmigungen. Leute wie Landeshauptmann Pröll beginnen offenbar zu schätzen, welchen Künstler sie da in Niederösterreich haben. – Na, wenn man selbst keine Bücher liest, dann organisiert man sich eben Künstler von zweifelhaftem Wert. Das ist also Ihre Politik, meine Damen und Herren: Doppelzüngig! Janusköpfig! (Abg. Ellmauer: Wie der Schelm denkt, so ist er!)
Abg. Ellmauer: Wie der Schelm denkt, so ist er!
Das, meine Damen und Herren, ist die Auseinandersetzung. Keine andere Partei in den Bundesländern – lesen Sie es nach in den Zeitungen! – hat Herrn Nitsch während der Nitsch-Diskussion so brutal angegriffen. (Abg. Dr. Brinek: Wie die FPÖ!) Lesen Sie es einmal nach! Und jetzt kann man in der Zeitschrift "NEWS" lesen, daß Herr Nitsch sagt: Es ist wunderbar, daß jetzt die Anständigsten mir gegenüber die Schwarzen sind, die mich früher am meisten verfolgt haben. (Abg. Dr. Brinek: Sie verdrehen das!) Ihnen verdanke ich alle Genehmigungen. Leute wie Landeshauptmann Pröll beginnen offenbar zu schätzen, welchen Künstler sie da in Niederösterreich haben. – Na, wenn man selbst keine Bücher liest, dann organisiert man sich eben Künstler von zweifelhaftem Wert. Das ist also Ihre Politik, meine Damen und Herren: Doppelzüngig! Janusköpfig! (Abg. Ellmauer: Wie der Schelm denkt, so ist er!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Wie der Herr Rosenstingl, so "anständig" und "fleißig"!
Das werden wir nicht spielen, denn die anständigen und fleißigen Österreicher wollen einen anderen Weg! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Wie der Herr Rosenstingl, so "anständig" und "fleißig"!)
Abg. Mag. Schweitzer: So machen Sie es immer!
Uns wurde vorgeworfen, daß Kulturpolitik für uns ein Ideologiebereich wäre, daß Politgünstlinge herumversetzt würden. (Abg. Mag. Schweitzer: So machen Sie es immer!) Da müßte ich die Gegenfrage stellen: Was ist, wenn der Herr Schender in der Volksanwaltschaft sitzt und vorher in einer Landesregierung war? Ist das ein Politgünstling oder sitzt er zu Recht dort, weil er Volksanwalt sein sollte? Wir könnten fragen: Was war mit dem Bürgermeister von Graz, mit Alexander Götz, der dann plötzlich bei der Grazer Messe gesessen ist? War das ein Politgünstling oder hat er dort Aufgaben zu erfüllen gehabt? (Abg. Dr. Haider: Sehr schwach bist du heute!) Es ist durchsichtig, was Sie hier machen, ganz, ganz durchsichtig und doppelbödig. Und ich sage Ihnen: Diese Art der Diskussion richtet sich selbst! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist Ihnen unangenehm!)
Abg. Dr. Haider: Sehr schwach bist du heute!
Uns wurde vorgeworfen, daß Kulturpolitik für uns ein Ideologiebereich wäre, daß Politgünstlinge herumversetzt würden. (Abg. Mag. Schweitzer: So machen Sie es immer!) Da müßte ich die Gegenfrage stellen: Was ist, wenn der Herr Schender in der Volksanwaltschaft sitzt und vorher in einer Landesregierung war? Ist das ein Politgünstling oder sitzt er zu Recht dort, weil er Volksanwalt sein sollte? Wir könnten fragen: Was war mit dem Bürgermeister von Graz, mit Alexander Götz, der dann plötzlich bei der Grazer Messe gesessen ist? War das ein Politgünstling oder hat er dort Aufgaben zu erfüllen gehabt? (Abg. Dr. Haider: Sehr schwach bist du heute!) Es ist durchsichtig, was Sie hier machen, ganz, ganz durchsichtig und doppelbödig. Und ich sage Ihnen: Diese Art der Diskussion richtet sich selbst! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist Ihnen unangenehm!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist Ihnen unangenehm!
Uns wurde vorgeworfen, daß Kulturpolitik für uns ein Ideologiebereich wäre, daß Politgünstlinge herumversetzt würden. (Abg. Mag. Schweitzer: So machen Sie es immer!) Da müßte ich die Gegenfrage stellen: Was ist, wenn der Herr Schender in der Volksanwaltschaft sitzt und vorher in einer Landesregierung war? Ist das ein Politgünstling oder sitzt er zu Recht dort, weil er Volksanwalt sein sollte? Wir könnten fragen: Was war mit dem Bürgermeister von Graz, mit Alexander Götz, der dann plötzlich bei der Grazer Messe gesessen ist? War das ein Politgünstling oder hat er dort Aufgaben zu erfüllen gehabt? (Abg. Dr. Haider: Sehr schwach bist du heute!) Es ist durchsichtig, was Sie hier machen, ganz, ganz durchsichtig und doppelbödig. Und ich sage Ihnen: Diese Art der Diskussion richtet sich selbst! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist Ihnen unangenehm!)
Abg. Dr. Haider: Du bist selbst ein Fall für Therapie!
Ich bin nicht Ihr Therapeut – Gott sei Dank bin ich nicht Ihr Therapeut! –, aber wie Sie heute agiert haben (Abg. Dr. Haider: Du bist selbst ein Fall für Therapie!) – und das erinnert mich an einen Auftritt des Herrn "Porno-Humer" in Oberösterreich bei einer öffentlichen Veranstaltung –, die Art und Weise, wie Sie das immer wieder zitieren, wie Sie hier immer wieder die Bilder darstellen, wie Sie hier immer wieder Begriffe verwenden, die man eigentlich auch in persönlichen Gesprächen kaum verwendet, zeigt doch, daß Sie offensichtlich dabei ein gewisses Lustempfinden haben. Ich habe Herrn Stadler noch nie so entspannt gesehen wie heute nach seiner Rede. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Heiterkeit des Abg. Mag. Stadler.) Und ich wehre mich gegen diese Art der Kriminalisierung einer Kunst- und Kulturdebatte, wie wir sie heute durchführen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Heiterkeit des Abg. Mag. Stadler.
Ich bin nicht Ihr Therapeut – Gott sei Dank bin ich nicht Ihr Therapeut! –, aber wie Sie heute agiert haben (Abg. Dr. Haider: Du bist selbst ein Fall für Therapie!) – und das erinnert mich an einen Auftritt des Herrn "Porno-Humer" in Oberösterreich bei einer öffentlichen Veranstaltung –, die Art und Weise, wie Sie das immer wieder zitieren, wie Sie hier immer wieder die Bilder darstellen, wie Sie hier immer wieder Begriffe verwenden, die man eigentlich auch in persönlichen Gesprächen kaum verwendet, zeigt doch, daß Sie offensichtlich dabei ein gewisses Lustempfinden haben. Ich habe Herrn Stadler noch nie so entspannt gesehen wie heute nach seiner Rede. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Heiterkeit des Abg. Mag. Stadler.) Und ich wehre mich gegen diese Art der Kriminalisierung einer Kunst- und Kulturdebatte, wie wir sie heute durchführen.
Abg. Dr. Haider: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe nicht "obszön" gesagt!
Lieber Herr Dr. Haider, eine Frage: Wenn Sie sagen, die Förderungen für diese von Ihnen genannten Künstler seien – übersetzt gesagt – obszön und gehörten eingestellt, dann frage ich mich: Was ist obszöner? (Abg. Dr. Haider: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe nicht "obszön" gesagt!) Nach dem, was in Ihrer Partei passiert ist mit den 200, 300 Millionen Schilling, die weiß der Teufel wohin versickert sind, sollten wir in Wirklichkeit darüber diskutieren, ob es nicht obszön ist, daß die FPÖ überhaupt noch öffentliche Gelder von irgendwo bezieht. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Deine Handbewegungen sind obszön, sonst gar nichts! – Abg. Dr. Haider: Wenn er sich auf eine Rede nicht vorbereitet, dann ist er schwach!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Deine Handbewegungen sind obszön, sonst gar nichts! – Abg. Dr. Haider: Wenn er sich auf eine Rede nicht vorbereitet, dann ist er schwach!
Lieber Herr Dr. Haider, eine Frage: Wenn Sie sagen, die Förderungen für diese von Ihnen genannten Künstler seien – übersetzt gesagt – obszön und gehörten eingestellt, dann frage ich mich: Was ist obszöner? (Abg. Dr. Haider: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe nicht "obszön" gesagt!) Nach dem, was in Ihrer Partei passiert ist mit den 200, 300 Millionen Schilling, die weiß der Teufel wohin versickert sind, sollten wir in Wirklichkeit darüber diskutieren, ob es nicht obszön ist, daß die FPÖ überhaupt noch öffentliche Gelder von irgendwo bezieht. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Deine Handbewegungen sind obszön, sonst gar nichts! – Abg. Dr. Haider: Wenn er sich auf eine Rede nicht vorbereitet, dann ist er schwach!)
Abg. Dr. Graf: Sie wollen Zensur ausüben! Sie wollen bestimmen, was Kultur ist!
Ich würde daher dringend ersuchen, daß wir Kulturdebatten in diesem Haus in einer anderen Form führen, als Sie versucht haben, das hier heute zu tun: Sie instrumentalisieren sie, Sie wollen sie zum Gegenstand einer Auseinandersetzung machen, wenn Sie glauben, daß dies kurzfristig Ihren wahlstrategischen und wahltaktischen Überlegungen dient. Sie wollen ablenken von den Ereignissen, Sie wollen andere Themen suchen. (Abg. Dr. Graf: Sie wollen Zensur ausüben! Sie wollen bestimmen, was Kultur ist!) Das ist Ihre Strategie, die Sie hier einführen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Ihr wollt nur nicht, daß diese Dinge bekannt werden, daß ihr das mit Steuergeld fördert!
Daher ist es wichtig, daß es hier im Rahmen des Verfassungsbogens ein eindeutiges und deutliches Entgegentreten gibt, um diese Doppelbödigkeiten, die Sie hier einbringen, auch wirklich darzustellen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Ihr wollt nur nicht, daß diese Dinge bekannt werden, daß ihr das mit Steuergeld fördert!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Interessant wird dann allerdings die Novelle zum Volksbegehrengesetz. Hier wird zum ersten Mal nicht mehr auf die Zahl der Stimmberechtigten abgestellt, wenn es um die Frage der notwendigen Zahl an Unterstützungsunterschriften bei der Einleitung eines Volksbegehrens geht, sondern auf die Wohnbevölkerung; das heißt österreichische Staatsangehörige plus Ausländer. Erklären Sie uns, Herr Staatssekretär, welche Intention hier dahintersteckt! Wollen Sie schleichend und über die Hintertür, ein bißchen und dann wieder ein bißchen, das Ausländerwahlrecht einführen? – Ich glaube schon, daß Sie das wollen. Das nehme ich Ihnen sofort ab. Ihre Fraktionskollegen wollen es ja auch. Ich sage Ihnen nur ganz klar: Wir Freiheitliche wollen das nicht! Und die Österreicher wollen das auch nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kostelka: Sie haben es getan!
Wenn das Volksbegehren 100 000 Unterschriften erreicht, dann bekommt man die 30 000 S retour, die man vorher hinterlegen mußte – und jetzt kommen noch 150 000 S zusätzlicher Ersatz dazu, meine Damen und Herren! Das ist eine Wahlkampffinanzierung für den Vorfeldbereich, für den äußeren Vorfeldbereich, für all diese linken Kleingruppierungen im Umfeld der Grünen, im Umfeld der Sozialdemokratie und so weiter. Das ist versteckte Parteienfinanzierung. Bisher mußte man aus der Parteikasse für diese Organisationen etwas lockermachen, damit sie sich politisch artikulieren konnten. Das ist ja legitim, das ist ja nichts Unanständiges, das hat auch dem Herrn Kollegen Kostelka noch niemand vorgeworfen. Aber jetzt soll das Ganze offiziell ... (Abg. Dr. Kostelka: Sie haben es getan!) – Nein, ich habe ihm nur vorgeworfen, daß er Gelder aus der Klubkasse in die Parteikasse hat fließen lassen. (Abg. Dr. Kostelka: Wogegen es weder vom Rechnungshof noch von der Staatsanwaltschaft Einwände gibt!)
Abg. Dr. Kostelka: Wogegen es weder vom Rechnungshof noch von der Staatsanwaltschaft Einwände gibt!
Wenn das Volksbegehren 100 000 Unterschriften erreicht, dann bekommt man die 30 000 S retour, die man vorher hinterlegen mußte – und jetzt kommen noch 150 000 S zusätzlicher Ersatz dazu, meine Damen und Herren! Das ist eine Wahlkampffinanzierung für den Vorfeldbereich, für den äußeren Vorfeldbereich, für all diese linken Kleingruppierungen im Umfeld der Grünen, im Umfeld der Sozialdemokratie und so weiter. Das ist versteckte Parteienfinanzierung. Bisher mußte man aus der Parteikasse für diese Organisationen etwas lockermachen, damit sie sich politisch artikulieren konnten. Das ist ja legitim, das ist ja nichts Unanständiges, das hat auch dem Herrn Kollegen Kostelka noch niemand vorgeworfen. Aber jetzt soll das Ganze offiziell ... (Abg. Dr. Kostelka: Sie haben es getan!) – Nein, ich habe ihm nur vorgeworfen, daß er Gelder aus der Klubkasse in die Parteikasse hat fließen lassen. (Abg. Dr. Kostelka: Wogegen es weder vom Rechnungshof noch von der Staatsanwaltschaft Einwände gibt!)
Abg. Dr. Kostelka: Zum Unterschied von Ihnen haben wir keine finanziellen Probleme!
Herr Kollege Kostelka! Das ist ein Vorwurf, dessen Copyright ich gar nicht besitze. Ich besitze das Urheberrecht an diesem Vorwurf gar nicht. Der kommt Ihrem Herrn Bundesgeschäftsführer Andreas Rudas zu, denn in dessem Umfeld ist der anonyme Anzeiger zu suchen, der Sie angezeigt hat. (Abg. Dr. Kostelka: Zum Unterschied von Ihnen haben wir keine finanziellen Probleme!) Es ist nicht fein, wenn man aus der eigenen Partei eine anonyme Anzeige bekommt. Das muß man zugeben. Da habe ich Mitgefühl mit ihm. Aber, meine Damen und Herren, Sie sollten nicht, um Ihren Vorfeldbereich finanziell bedienen zu können, in die Taschen der Steuerzahler greifen und hier eine Regelung einführen, die dafür sorgt, daß in Zukunft jedem 150 000 S in den Rachen geworfen werden.
Abg. Haigermoser: Verdoppelt!
Und die Grünen haben gleich Begehrlichkeit bekommen und haben gesagt: Darf es auch ein bißchen mehr sein? Kollegin Stoisits hat gleich 300 000 S verlangt. (Abg. Haigermoser: Verdoppelt!) Gleich verdoppelt! Das ist natürlich nach oben offen, was man sich hier alles leisten kann. Und das Entscheidende ist, meine Damen und Herren, Hohes Haus, daß das ohne Nachweis bezahlt wird. Es muß nicht nachgewiesen werden, wieviel verausgabt wurde für Werbemaßnahmen, für Porto und dergleichen mehr. 150 000 S plus 30 000 S, in Summe also 180 000 S, ohne Nachweis der Kosten, werden für die Betreiber eines Volksbegehrens ausgeschüttet – und das in Sparzeiten! (Abg. Dr. Haider: So ein Murks! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wem fällt so etwas Unverschämtes ein?) Das habe ich mich auch gefragt: Das sind die großen demokratiepolitischen Ergüsse, die man dann großartig "Demokratiepaket" nennt, meine Damen und Herren! Das ist das Demokratiepaket dieser Bundesregierung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: So ein Murks! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wem fällt so etwas Unverschämtes ein?
Und die Grünen haben gleich Begehrlichkeit bekommen und haben gesagt: Darf es auch ein bißchen mehr sein? Kollegin Stoisits hat gleich 300 000 S verlangt. (Abg. Haigermoser: Verdoppelt!) Gleich verdoppelt! Das ist natürlich nach oben offen, was man sich hier alles leisten kann. Und das Entscheidende ist, meine Damen und Herren, Hohes Haus, daß das ohne Nachweis bezahlt wird. Es muß nicht nachgewiesen werden, wieviel verausgabt wurde für Werbemaßnahmen, für Porto und dergleichen mehr. 150 000 S plus 30 000 S, in Summe also 180 000 S, ohne Nachweis der Kosten, werden für die Betreiber eines Volksbegehrens ausgeschüttet – und das in Sparzeiten! (Abg. Dr. Haider: So ein Murks! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wem fällt so etwas Unverschämtes ein?) Das habe ich mich auch gefragt: Das sind die großen demokratiepolitischen Ergüsse, die man dann großartig "Demokratiepaket" nennt, meine Damen und Herren! Das ist das Demokratiepaket dieser Bundesregierung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und die Grünen haben gleich Begehrlichkeit bekommen und haben gesagt: Darf es auch ein bißchen mehr sein? Kollegin Stoisits hat gleich 300 000 S verlangt. (Abg. Haigermoser: Verdoppelt!) Gleich verdoppelt! Das ist natürlich nach oben offen, was man sich hier alles leisten kann. Und das Entscheidende ist, meine Damen und Herren, Hohes Haus, daß das ohne Nachweis bezahlt wird. Es muß nicht nachgewiesen werden, wieviel verausgabt wurde für Werbemaßnahmen, für Porto und dergleichen mehr. 150 000 S plus 30 000 S, in Summe also 180 000 S, ohne Nachweis der Kosten, werden für die Betreiber eines Volksbegehrens ausgeschüttet – und das in Sparzeiten! (Abg. Dr. Haider: So ein Murks! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wem fällt so etwas Unverschämtes ein?) Das habe ich mich auch gefragt: Das sind die großen demokratiepolitischen Ergüsse, die man dann großartig "Demokratiepaket" nennt, meine Damen und Herren! Das ist das Demokratiepaket dieser Bundesregierung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Posch: Wen meinen Sie mit der Spargesinnung?
Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär! Sie können nicht erwarten, daß eine Fraktion, die erstens Spargesinnung ernst nimmt, die zweitens den sorgsamen Umgang mit dem Steuerzahler auch tatsächlich ernst nimmt ... (Abg. Mag. Posch: Wen meinen Sie mit der Spargesinnung?) – Herr Posch, das werden wir Ihnen vorexerzieren. Sie haben es nicht geschafft – und darauf bin ich heute schon als Neoniederösterreicher ein wenig stolz –, uns mit korrupten Funktionären in dieser Frage eine faule Pflaume in die Hand zu drücken! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär! Sie können nicht erwarten, daß eine Fraktion, die erstens Spargesinnung ernst nimmt, die zweitens den sorgsamen Umgang mit dem Steuerzahler auch tatsächlich ernst nimmt ... (Abg. Mag. Posch: Wen meinen Sie mit der Spargesinnung?) – Herr Posch, das werden wir Ihnen vorexerzieren. Sie haben es nicht geschafft – und darauf bin ich heute schon als Neoniederösterreicher ein wenig stolz –, uns mit korrupten Funktionären in dieser Frage eine faule Pflaume in die Hand zu drücken! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: In Salzburg ist ähnliches geplant!
Wir zeigen Ihnen, wie man, ohne daß man den Steuerzahler in Anspruch nimmt, eine Partei saniert. Und dazu brauchen wir keine Landeshypothekenbank wie etwa in Salzburg. Dazu brauchen wir keine öffentlichen Gelder, wie Sie das laufend in der Landesgruppe Niederösterreich Ihrer SPÖ benötigen. (Abg. Haigermoser: In Salzburg ist ähnliches geplant!) Das brauchen wir nicht. Wir machen das selbst. Wir organisieren das selber. Wir brauchen Ihren Bankenapparat nicht dazu. Wir sind schon froh, wenn dieser Bankenapparat von Ihnen nicht dazu mißbraucht wird, eine demokratische Oppositionspartei mundtot zu machen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir werden diesem sogenannten Demokratiepaket, dieser "Schnupftabakdose", die den Steuerzahler nur einen Haufen Geld kostet, mit Sicherheit nicht zustimmen können. Alles, was Sie von uns erwarten können, ist eine Zustimmung zur Novelle des Bundespräsidentenwahlrechtes, weil es jene Auswüchse, die Frau Schmidt leider produziert hat, in Zukunft verhindern wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haidlmayr: Warum?
Für die Nationalrats-Wahlordnung haben wir keine analoge Regelung beschlossen, weil ... (Abg. Haidlmayr: Warum?) Das kann ich Ihnen gerne erklären. Wir haben lange darüber diskutiert, aber eine solche Schablone hat nur einen Sinn, wenn sie einfach und klar ist, nur dann ist sie ein Hilfsmittel. Da es bei der Nationalratswahl die Möglichkeit gibt, nicht nur die Partei zu wählen, sondern auch innerhalb des Regionalwahlkreises einen Kandidaten, eine Kandidatin anzukreuzen, also eine Vorzugsstimme zu vergeben, wäre das eine sehr komplizierte Sache. (Abg. Haidlmayr: Wo ist das Problem?) Wir bekennen uns dazu, daß es Hilfsmittel für Blinde geben soll, und daher haben wir auch eine Entschließung gefaßt, daß das Innenministerium gemeinsam mit den Behindertenverbänden eine Lösung suchen soll. Mir erscheint es nicht sinnvoll, ganz schnell, nur damit das vom Tisch ist, eine Regelung analog zur Europawahlordnung zu treffen, die aber den Behinderten nichts gebracht hätte.
Abg. Haidlmayr: Wo ist das Problem?
Für die Nationalrats-Wahlordnung haben wir keine analoge Regelung beschlossen, weil ... (Abg. Haidlmayr: Warum?) Das kann ich Ihnen gerne erklären. Wir haben lange darüber diskutiert, aber eine solche Schablone hat nur einen Sinn, wenn sie einfach und klar ist, nur dann ist sie ein Hilfsmittel. Da es bei der Nationalratswahl die Möglichkeit gibt, nicht nur die Partei zu wählen, sondern auch innerhalb des Regionalwahlkreises einen Kandidaten, eine Kandidatin anzukreuzen, also eine Vorzugsstimme zu vergeben, wäre das eine sehr komplizierte Sache. (Abg. Haidlmayr: Wo ist das Problem?) Wir bekennen uns dazu, daß es Hilfsmittel für Blinde geben soll, und daher haben wir auch eine Entschließung gefaßt, daß das Innenministerium gemeinsam mit den Behindertenverbänden eine Lösung suchen soll. Mir erscheint es nicht sinnvoll, ganz schnell, nur damit das vom Tisch ist, eine Regelung analog zur Europawahlordnung zu treffen, die aber den Behinderten nichts gebracht hätte.
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Abschließend möchte ich noch feststellen, daß die Debatte über die Weiterentwicklung der Demokratie, über das Verhältnis der direkten Demokratie zur repräsentativen Demokratie, über die Rolle des Parlaments, über die Rolle des einzelnen Parlamentariers, all diese Fragen natürlich weiterdiskutiert werden müssen – im übrigen auch im Zusammenhang mit einer Reform der Geschäftsordnung, die hier angestrebt werden muß. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Das, was wir heute beschließen werden, ist nur eine Etappe, aber es sind einige wichtige Fragen, die hier behandelt worden sind, und man sollte jetzt nicht so tun, als ob das alles unbedeutend und unwichtig wäre. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Brauneder befindet sich noch am Präsidium.
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Herr Präsident! (Präsident Dr. Brauneder befindet sich noch am Präsidium.) Nein: Herren Präsidenten! Herr Staatssekretär! Geschätzte wenige Kolleginnen und Kollegen, die Sie noch da sind. Es ist bemerkenswert, daß das von Herrn Klubobmann Khol so hochstilisierte, wesentliche Gesetzespaket, das hier beraten und beschlossen werden soll, auf eine solche Aufmerksamkeit seiner eigenen Fraktion stößt. Das ist deswegen so bemerkenswert, weil er derjenige ist, von dem ich höre – aber vielleicht haben sich die Sitten inzwischen geändert –, daß er sonst immer sehr viel Wert auf Anwesenheit legt, und gerade bei einer so wesentlichen Materie hätte es doch so sein können. (Abg. Dr. Graf: Ich bin nicht oft Ihrer Meinung, aber Sie haben recht!)
Abg. Dr. Graf: Ich bin nicht oft Ihrer Meinung, aber Sie haben recht!
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Herr Präsident! (Präsident Dr. Brauneder befindet sich noch am Präsidium.) Nein: Herren Präsidenten! Herr Staatssekretär! Geschätzte wenige Kolleginnen und Kollegen, die Sie noch da sind. Es ist bemerkenswert, daß das von Herrn Klubobmann Khol so hochstilisierte, wesentliche Gesetzespaket, das hier beraten und beschlossen werden soll, auf eine solche Aufmerksamkeit seiner eigenen Fraktion stößt. Das ist deswegen so bemerkenswert, weil er derjenige ist, von dem ich höre – aber vielleicht haben sich die Sitten inzwischen geändert –, daß er sonst immer sehr viel Wert auf Anwesenheit legt, und gerade bei einer so wesentlichen Materie hätte es doch so sein können. (Abg. Dr. Graf: Ich bin nicht oft Ihrer Meinung, aber Sie haben recht!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger.
Wir sind uns einig in der Meinung, daß es auch Demokratiezerstörer gibt, die politisch organisiert sind, und zwar auch in unserem Land. Also in diesem Bewußtsein hätten wir darüber reden müssen, was wir brauchen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger.) – Danke.
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger. – Abg. Dr. Khol: Geh bitte!
Es hat sich heute Herr Klubobmann Khol hier hergestellt und hat gesagt, es hätten Parteiengespräche mit jenen stattgefunden, die es wollten. Dazu muß ich sagen: Das ist eine Verzerrung der Realität, die wirklich mehr als unredlich ist, Herr Klubobmann Khol! (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Öllinger. – Abg. Dr. Khol: Geh bitte!)
Abg. Dr. Khol: Was ist das sonst?
Das bezeichnen Sie jetzt als Parteiengespräche?! (Abg. Dr. Khol: Was ist das sonst?) Das ist eine Zumutung ersten Ranges! (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.) Diese Gespräche haben nicht unter Parlamentariern, nicht auf jener Ebene, die wir gewöhnt sind, stattgefunden, sondern aufgrund der Fairneß und des üblichen Arbeitsstils unserer Referenten, die gesagt haben: Reden wir einmal darüber! Das war nichts anderes, und Sie wissen das! Wenn Sie es hier anders darstellen, dann sprechen Sie die Unwahrheit oder Sie argumentieren unredlich, und das sollten Sie gerade dann nicht tun, wenn es um ein Demokratiepaket geht! (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Das bezeichnen Sie jetzt als Parteiengespräche?! (Abg. Dr. Khol: Was ist das sonst?) Das ist eine Zumutung ersten Ranges! (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.) Diese Gespräche haben nicht unter Parlamentariern, nicht auf jener Ebene, die wir gewöhnt sind, stattgefunden, sondern aufgrund der Fairneß und des üblichen Arbeitsstils unserer Referenten, die gesagt haben: Reden wir einmal darüber! Das war nichts anderes, und Sie wissen das! Wenn Sie es hier anders darstellen, dann sprechen Sie die Unwahrheit oder Sie argumentieren unredlich, und das sollten Sie gerade dann nicht tun, wenn es um ein Demokratiepaket geht! (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Das bezeichnen Sie jetzt als Parteiengespräche?! (Abg. Dr. Khol: Was ist das sonst?) Das ist eine Zumutung ersten Ranges! (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.) Diese Gespräche haben nicht unter Parlamentariern, nicht auf jener Ebene, die wir gewöhnt sind, stattgefunden, sondern aufgrund der Fairneß und des üblichen Arbeitsstils unserer Referenten, die gesagt haben: Reden wir einmal darüber! Das war nichts anderes, und Sie wissen das! Wenn Sie es hier anders darstellen, dann sprechen Sie die Unwahrheit oder Sie argumentieren unredlich, und das sollten Sie gerade dann nicht tun, wenn es um ein Demokratiepaket geht! (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube, daß Begutachtungsverfahren – und Sie umgehen sie ja öfter, und zwar immer nur aus Eigeninteresse und niemals aus Sachzwängen heraus oder kaum, um das Wort "niemals" nicht beweisen zu müssen – den Sinn und Zweck haben, nicht nur eine öffentliche Debatte durchzuführen, sondern auch das Wissen zu bündeln, weil mehr Menschen im Regelfall die Chance bieten, daß mehr Wissen zusammenkommt. Sie haben sich ganz bewußt um diese Diskussion gedrückt, Sie haben ganz bewußt andere nicht mit eingebunden, und Sie haben, wie gesagt, auch die Fraktionen des Hauses nicht mit eingebunden. Und daher ist unser Einwand keine Polemik, kein Scheingefecht oder keine Scheinaufregung. Sie haben vielmehr ausgerechnet mit dem von Ihnen genannten Demokratiepaket einen Sprung in der Qualität nach unten gemacht, und das am Beginn einer Session. Das läßt Übles erwarten! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Großruck: Weil er das Staatsoberhaupt ist!
Es stört mich schon die längste Zeit, daß der Bundespräsident zu den Sessionen des Nationalrates einlädt. Ich frage mich: Was ist das für ein Selbstverständnis eines Parlaments, daß wir nicht selber unsere Session eröffnen? Wozu brauchen wir denn die Eröffnung durch den Bundespräsidenten? (Abg. Großruck: Weil er das Staatsoberhaupt ist!) Auch das halte ich für einen wesentlichen Punkt! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es stört mich schon die längste Zeit, daß der Bundespräsident zu den Sessionen des Nationalrates einlädt. Ich frage mich: Was ist das für ein Selbstverständnis eines Parlaments, daß wir nicht selber unsere Session eröffnen? Wozu brauchen wir denn die Eröffnung durch den Bundespräsidenten? (Abg. Großruck: Weil er das Staatsoberhaupt ist!) Auch das halte ich für einen wesentlichen Punkt! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Außerdem sehe ich überhaupt nicht ein, warum das Vorschlagsrecht für den Präsidenten und Vizepräsidenten des Verfassungsgerichtshofes ein Privileg der Regierung sein soll. Wieso ist das nicht Sache der Parlamentarier? Gerade darüber, wie die Aufteilung dieses Bestellungsvorganges und all das miteinander in Einklang zu bringen ist, sollten wir auch einmal diskutieren. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum.
Sie sehen, daß ich mit der Zeit gar nicht auskomme, ich hätte noch viele Punkte gehabt, die ich in diesem Zusammenhang hätte relevieren wollen. Sie haben eine Diskussion nicht zugelassen, und das ist offensichtlich Ihr Demokratieverständnis! (Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wabl: Die Klasse der Abgeordneten?
Mit der heutigen Novelle werden wir dieses Relikt des Klassenwahlrechtes abschaffen. Das ist ein Kurienwahlrecht, ein Klassenwahlrecht. (Abg. Wabl: Die Klasse der Abgeordneten?) – Ja, die Klasse der Abgeordneten, die mit einer besonders hohen Wertigkeit, nämlich der von 25 000 Stimmen, ausgezeichnet wird. (Abg. Wabl: Die Klasse wird nur durch die Geburt bestimmt und durch das Kapital! – Abg. Öllinger: Wozu sitzen wir denn da?!)
Abg. Wabl: Die Klasse wird nur durch die Geburt bestimmt und durch das Kapital! – Abg. Öllinger: Wozu sitzen wir denn da?!
Mit der heutigen Novelle werden wir dieses Relikt des Klassenwahlrechtes abschaffen. Das ist ein Kurienwahlrecht, ein Klassenwahlrecht. (Abg. Wabl: Die Klasse der Abgeordneten?) – Ja, die Klasse der Abgeordneten, die mit einer besonders hohen Wertigkeit, nämlich der von 25 000 Stimmen, ausgezeichnet wird. (Abg. Wabl: Die Klasse wird nur durch die Geburt bestimmt und durch das Kapital! – Abg. Öllinger: Wozu sitzen wir denn da?!)
Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP, den Grünen und dem Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich erinnere Sie noch einmal an die Bundespräsidentenwahl 1998. (Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP, den Grünen und dem Liberalen Forum.) Es war demokratiepolitisch empörend, daß bei den Unterstützungserklärungen für den Bundespräsidentenkandidaten, wie gesagt, zwei Klassen von Bürgern geschaffen wurden und daß eine Stimme eines Abgeordneten zum Nationalrat so viel zählte wie 25 000 Stimmen von Normalbürgern.
Abg. Dr. Schmidt: Sie kennen das Wahlrecht nicht, Frau Kollegin! Lesen Sie das Wahlrecht, dann wissen Sie, was damit gemeint ist!
Ich frage Sie, meine Damen und Herren: Ist die Stimme der Frau Schmidt wirklich 25 000mal mehr wert als die Stimme eines Normalbürgers? (Abg. Dr. Schmidt: Sie kennen das Wahlrecht nicht, Frau Kollegin! Lesen Sie das Wahlrecht, dann wissen Sie, was damit gemeint ist!) Ist sie wirklich 25 000mal mehr wert als die Stimme von Herrn oder Frau Österreicher? (Beifall bei der ÖVP.) Ist sie wirklich 25 000mal mehr wert als, sagen wir – weil ich gerade meinen Klubobmann in der ersten Reihe sehe –, eines wahlberechtigten, aufrechten Tiroler Schützen? – Ich vermag das nicht zu verstehen. (Abg. Dr. Khol: Ich bin kein Schütze!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich frage Sie, meine Damen und Herren: Ist die Stimme der Frau Schmidt wirklich 25 000mal mehr wert als die Stimme eines Normalbürgers? (Abg. Dr. Schmidt: Sie kennen das Wahlrecht nicht, Frau Kollegin! Lesen Sie das Wahlrecht, dann wissen Sie, was damit gemeint ist!) Ist sie wirklich 25 000mal mehr wert als die Stimme von Herrn oder Frau Österreicher? (Beifall bei der ÖVP.) Ist sie wirklich 25 000mal mehr wert als, sagen wir – weil ich gerade meinen Klubobmann in der ersten Reihe sehe –, eines wahlberechtigten, aufrechten Tiroler Schützen? – Ich vermag das nicht zu verstehen. (Abg. Dr. Khol: Ich bin kein Schütze!)
Abg. Dr. Khol: Ich bin kein Schütze!
Ich frage Sie, meine Damen und Herren: Ist die Stimme der Frau Schmidt wirklich 25 000mal mehr wert als die Stimme eines Normalbürgers? (Abg. Dr. Schmidt: Sie kennen das Wahlrecht nicht, Frau Kollegin! Lesen Sie das Wahlrecht, dann wissen Sie, was damit gemeint ist!) Ist sie wirklich 25 000mal mehr wert als die Stimme von Herrn oder Frau Österreicher? (Beifall bei der ÖVP.) Ist sie wirklich 25 000mal mehr wert als, sagen wir – weil ich gerade meinen Klubobmann in der ersten Reihe sehe –, eines wahlberechtigten, aufrechten Tiroler Schützen? – Ich vermag das nicht zu verstehen. (Abg. Dr. Khol: Ich bin kein Schütze!)
Lebhafte Zwischenrufe der Abgeordneten Smolle und Mag. Barmüller. – Abg. Wabl: Kein Normalbürger darf dort unten beim Rednerpult stehen! Der wird von den Ordnern hinausgeworfen!
Meine Damen und Herren! Das Kurienwahlrecht wurde an und für sich bereits im Jahre 1907 abgeschafft, aber für die Frau Schmidt schaffen wir das Kurienwahlrecht erst heute ab. (Lebhafte Zwischenrufe der Abgeordneten Smolle und Mag. Barmüller. – Abg. Wabl: Kein Normalbürger darf dort unten beim Rednerpult stehen! Der wird von den Ordnern hinausgeworfen!) Daher war es mir ein dringendes, wichtiges Anliegen, daß das endlich beschlossen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das Kurienwahlrecht wurde an und für sich bereits im Jahre 1907 abgeschafft, aber für die Frau Schmidt schaffen wir das Kurienwahlrecht erst heute ab. (Lebhafte Zwischenrufe der Abgeordneten Smolle und Mag. Barmüller. – Abg. Wabl: Kein Normalbürger darf dort unten beim Rednerpult stehen! Der wird von den Ordnern hinausgeworfen!) Daher war es mir ein dringendes, wichtiges Anliegen, daß das endlich beschlossen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es macht mich besonders betroffen, Frau Dr. Schmidt, daß gerade Sie ein so feudales und demokratiepolitisch bedenkliches Privileg in Anspruch nehmen. Ich empfinde es als eine besondere Provokation, daß dieselbe Abgeordnete nicht nur ihre Konkurrentin, sondern auch noch sich selbst unterstützt hat, daß also ihre Stimme de facto 50 000 Normalbürgerstimmen wert war. Daher vermag ich auch wirklich nicht zu verstehen, warum Sie, Frau Dr. Schmidt, diesem Gesetz nicht zustimmen können. Auch wenn Sie erklären, daß es nicht Ihr höchstpersönliches Anliegen ist, das hier weiter aufrecht zu erhalten, wird es Ihnen trotz allem niemand glauben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Das ist absolut schwach! Wie die ÖVP das Konferenzzentrum-Volksbegehren gemacht hat, was war denn das?! Aber das ist die Scheinheiligkeit der ÖVP! Ich komme ohnehin noch darauf zurück. – Abg. Dr. Khol: 1,4 Millionen Unterschriften! Das größte Volksbegehren aller Zeiten!
Meine Damen und Herren! Die Abgeordneten haben, wie wir wissen, die Möglichkeit der Initiativanträge und anderer geschäftsordnungsmäßiger Instrumentarien, die sie nützen sollen, statt – unter Anführungszeichen – "Volksbegehren" zu mißbrauchen. Es ist aber irgendwie augenfällig, daß sowohl Frau Dr. Schmidt als auch Herr Dr. Haider, jeder auf seine Weise, mit ihren Abgeordnetenprivilegien eigentlich demokratiepolitische Instrumentarien mißbrauchen. (Abg. Dr. Graf: Das ist absolut schwach! Wie die ÖVP das Konferenzzentrum-Volksbegehren gemacht hat, was war denn das?! Aber das ist die Scheinheiligkeit der ÖVP! Ich komme ohnehin noch darauf zurück. – Abg. Dr. Khol: 1,4 Millionen Unterschriften! Das größte Volksbegehren aller Zeiten!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Kalauer! Den Holler, den Sie da verzapfen, können Sie dem ... erzählen!
Herr Kollege Graf! Ich habe Ihnen schon gesagt, es ist wirklich eine Befriedigung gewesen, daß die Volksbegehren, die Sie initiiert haben, so wenig erfolgreich waren. Es wundert mich auch nicht, daß Sie sich ob der Kosten, die Sie damit verursacht haben, gar nicht genieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Kalauer! Den Holler, den Sie da verzapfen, können Sie dem ... erzählen!)
Abg. Haigermoser: Weil es Abgeordnete gibt wie Sie! Die würde ich auch nicht wählen!
Daß dieses Demokratiepaket, das wir heute beschließen, natürlich nur ein Mosaikstein in der gesamtdemokratiepolitischen Diskussion ist, ist hier auch schon von Kollegin Hlavac erwähnt worden. Wir werden selbstverständlich auch in Zukunft über andere demokratische Einrichtungen diskutieren. Wir werden vor allem überlegen müssen, warum die Wahlbeteiligung weiter im Sinken begriffen ist. (Abg. Haigermoser: Weil es Abgeordnete gibt wie Sie! Die würde ich auch nicht wählen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Intelligenztest!
Wir werden ganz generell über die Wahlordnung zu diskutieren haben, wir werden über das Wahlalter debattieren, wir werden über die Selbstkontrolle bei der Abstimmungs- und Gesetzesmaschinerie sprechen und wir werden natürlich auch über das Anforderungsprofil der politischen Repräsentanten diskutieren müssen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Posch: Intelligenztest!)
Abg. Rauch-Kallat: Warum haben Sie überhaupt keine Initiative gesetzt? Das kommt sehr spät! Ich hätte mir eigentlich erwartet, daß die Grünen viel aktiver werden!
Meine Damen und Herren! Beim Volksbegehrengesetz halten Sie es offenbar gar nicht mehr für notwendig, daß auch behinderte Menschen ihre Unterschrift leisten können. Frau Rauch-Kallat! Ich frage Sie: Warum nicht? (Abg. Rauch-Kallat: Warum haben Sie überhaupt keine Initiative gesetzt? Das kommt sehr spät! Ich hätte mir eigentlich erwartet, daß die Grünen viel aktiver werden!)
Abg. Rauch-Kallat: Hätten Sie Anträge gemacht!
Deshalb meine Frage, Frau Rauch-Kallat: Warum gilt das nicht für das Volksbegehrengesetz? Warum sollen behinderte Menschen keine Möglichkeit haben, bei einem Volksbegehren in einem barrierefreien Lokal ihre Unterschrift abzugeben? Ich habe daher einen weiteren Abänderungsantrag vorbereitet. Dieser bezieht sich auf das Volksbegehrengesetz und beinhaltet, daß alle Eintragungsorte auch bei Volksbegehren barrierefrei zugänglich sein und Leitsysteme für blinde und schwer sehbehinderte Menschen haben müssen. (Abg. Rauch-Kallat: Hätten Sie Anträge gemacht!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter.
Ich würde mir wünschen, daß man nicht bei diesem guten Ansatz der Barrierefreiheit der Wahllokale stecken bleibt, sondern daß dieser Ansatz rasch weiterentwickelt wird, nämlich dahin gehend, daß alle Wahllokale, wie schon erwähnt, barrierefrei sein müssen, und zwar sowohl für Nationalratswahlen als auch für Bundespräsidentenwahlen, für Europawahlen und selbstverständlich auch für Volksbegehren. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter.
Ich bitte Sie, diese Abänderungsanträge zu unterstützen, denn nur so kann es gelingen, daß der Ansatz, der jetzt gegeben ist, weiterentwickelt wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter.)
Abg. Dr. Schmidt: Aber im Sinne der Gesellschaft!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die soeben verlesenen Anträge sind ordnungsgemäß unterstützt und stehen mit in Verhandlung. Kollege Wabl! Ich würde anregen, daß der Gesetzestext den Erläuterungen angeglichen wird, denn in den Erläuterungen ist von "Wählerinnen und Wählern" die Rede, aber im Gesetzestext immer nur von den "Wählern". Das ist sicher nicht im Sinne der Antragsteller. (Abg. Dr. Schmidt: Aber im Sinne der Gesellschaft!)
Abg. Dr. Schmidt: Es gibt auch Landeshauptfrauen!
Der zweite Punkt in diesem Gesetzespaket, auf den ich näher eingehen will, weil er sonst untergeht, ist folgender: Endlich werden die weiblichen Funktionsbezeichnungen im Gesetz festgeschrieben. Der Bundespräsident kann auch eine Bundespräsidentin sein – wenn es eine Kandidatin gibt. Wir haben ja schon Kandidatinnen gehabt. (Abg. Dr. Schmidt: Es gibt auch Landeshauptfrauen!) Damit wird eine längst fällige und von der Realität überholte Regelung geändert, eine gesetzesmäßige Reparatur vorgenommen.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Feurstein und Dr. Schmidt.
Diese Relativierungen, dieses ewige Blinzeln nach rechtsaußen, dieses ständige Verharmlosen – das möchte ich hier in diesem Haus von diesem Rednerpult aus entschieden zurückweisen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Feurstein und Dr. Schmidt.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.
Was tatsächlich geschehen ist: Das Wahlrecht für Auslandsösterreicher ist erleichtert worden. Das freut natürlich die Kollegin Karlsson besonders, weil sie ja eine Nutznießerin dieser Wahlrechtsänderung ist, da ja im Wahlkreis Wien Innen-West, wo Sie ein Grundmandat errungen hat, die Auslandsösterreicher dazugezählt waren. (Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.) Genau das bestreite ich, Frau Kollegin Karlsson. Es wäre viel ehrlicher, wenn auch die SPÖ in diesem Wahlkreis mit einem Auslandsösterreicher kandidieren würde, denn ich glaube nämlich nicht, daß die Mehrheit der Auslandsösterreicher Sie gewählt hat. Die haben vielleicht die SPÖ gewählt, aber Sie als Kandidatin bestimmt nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die hätten viel lieber einen Auslandsösterreicher hier in diesem Hause und nicht die Kollegin Karlsson – das würde ich mich zu wetten getrauen. Aber es steht mir nicht zu, das zu kritisieren; Sie sind gewählt, und Sie sind eine Kollegin, und das ist durchaus in Ordnung so, und es freut mich auch, daß wir die politische Auseinandersetzung führen können.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was tatsächlich geschehen ist: Das Wahlrecht für Auslandsösterreicher ist erleichtert worden. Das freut natürlich die Kollegin Karlsson besonders, weil sie ja eine Nutznießerin dieser Wahlrechtsänderung ist, da ja im Wahlkreis Wien Innen-West, wo Sie ein Grundmandat errungen hat, die Auslandsösterreicher dazugezählt waren. (Zwischenruf der Abg. Dr. Karlsson.) Genau das bestreite ich, Frau Kollegin Karlsson. Es wäre viel ehrlicher, wenn auch die SPÖ in diesem Wahlkreis mit einem Auslandsösterreicher kandidieren würde, denn ich glaube nämlich nicht, daß die Mehrheit der Auslandsösterreicher Sie gewählt hat. Die haben vielleicht die SPÖ gewählt, aber Sie als Kandidatin bestimmt nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die hätten viel lieber einen Auslandsösterreicher hier in diesem Hause und nicht die Kollegin Karlsson – das würde ich mich zu wetten getrauen. Aber es steht mir nicht zu, das zu kritisieren; Sie sind gewählt, und Sie sind eine Kollegin, und das ist durchaus in Ordnung so, und es freut mich auch, daß wir die politische Auseinandersetzung führen können.
Abg. Dr. Karlsson: Dr. Haider mißt mit zweierlei Maß!
Aber eines möchte ich Ihnen sagen aufgrund Ihrer Unterstellungen, die Sie sich vorhin geleistet haben: Sie messen mit zweierlei Maß, wenn es darum geht, Opfer zu betrachten oder sonstige Mißstände, die noch nicht beseitigt sind, anzuprangern. Sie messen mit zweierlei Maß! (Abg. Dr. Karlsson: Dr. Haider mißt mit zweierlei Maß!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine Spitzenvertreterin des Liberalen Forums hat gestern im "Standard" einen Leserbrief veröffentlicht, in dem sinngemäß steht, daß die vertriebenen Sudetendeutschen quasi noch etwas zurückzahlen müßten, weil es ihnen in Wirklichkeit viel, viel besser gehe als den in Tschechien verbliebenen Tschechen! Sie hätten durch ihre Vertreibung überhaupt erst das Glück gehabt, in den Genuß des "goldenen Westens" zu kommen! – Das ist zynisch, und ich würde mir erwarten, daß Sie das anprangern. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist Zynismus pur, denn dabei wird vergessen, daß 241 000 Tote auf dem Weg von Prag und Brünn nach Wien zurückgeblieben sind! (Abg. Koppler: Das stimmt schon, aber wie hat es denn angefangen?)
Abg. Koppler: Das stimmt schon, aber wie hat es denn angefangen?
Eine Spitzenvertreterin des Liberalen Forums hat gestern im "Standard" einen Leserbrief veröffentlicht, in dem sinngemäß steht, daß die vertriebenen Sudetendeutschen quasi noch etwas zurückzahlen müßten, weil es ihnen in Wirklichkeit viel, viel besser gehe als den in Tschechien verbliebenen Tschechen! Sie hätten durch ihre Vertreibung überhaupt erst das Glück gehabt, in den Genuß des "goldenen Westens" zu kommen! – Das ist zynisch, und ich würde mir erwarten, daß Sie das anprangern. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist Zynismus pur, denn dabei wird vergessen, daß 241 000 Tote auf dem Weg von Prag und Brünn nach Wien zurückgeblieben sind! (Abg. Koppler: Das stimmt schon, aber wie hat es denn angefangen?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Karlsson: Daß der Holocaust verniedlicht wird, das macht der Dr. Haider! Er verniedlicht den Holocaust! Wir haben andere Ansichten!
Daß die Haltung des Liberalen Forums in diesem Punkt sehr, sehr zwiespältig ist, haben wir in diesem Hohen Haus schon oft gemerkt. Wenn Sie aber jetzt auch beginnen, in dieser Kategorie zu denken, Frau Kollegin Karlsson, dann möchte ich Ihnen schon raten: Es stünde Ihnen als sogenannter Mandatarin für Auslandsösterreicher gut an, auch einmal anzuerkennen, daß diesen Menschen ebenfalls endlich Menschenrechte zugestanden werden müssen – genauso wie allen anderen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Karlsson: Daß der Holocaust verniedlicht wird, das macht der Dr. Haider! Er verniedlicht den Holocaust! Wir haben andere Ansichten!)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Bitte, was ist eine "falsche Unterstellung"?
Sie haben sich hier vom Rednerpult aus nicht gegen diesen Leserbrief der Spitzenvertreterin des Liberalen Forums ausgesprochen, sondern wieder versucht, mit falschen Zitaten und falschen Unterstellungen etwas hier in dieses Hohe Haus hereinzubringen, was in Österreich gar nicht stattfindet. Das sage ich Ihnen auch hier und heute. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Bitte, was ist eine "falsche Unterstellung"?)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Wabl: Die einzige, wahre, blaue Opposition!
Wenn die Kollegin Hlavac – das möchte ich auch noch sagen – heute hier gemeint hat, daß im Rahmen einer Demokratiereform eine Geschäftsordnungsdebatte abgeführt werden soll, dann ist das fast eine gefährliche Drohung, denn wir haben erst die letzten Geschäftsordnungsdebatten und auch -beschlüsse hinter uns. Diese sind alle zu Lasten der Opposition gegangen, nämlich der wirklichen und einzigen Opposition. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Wabl: Die einzige, wahre, blaue Opposition!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch Kollegin Frieser hat heute gefragt: Warum ändert man das Volksbegehrengesetz denn wirklich? – Die einzige Änderung findet in dem Punkt statt, daß man eben verhindern will, daß die FPÖ dieses Privileg in Anspruch nimmt. Kollegin Frieser hat es auch so benannt. Sie hat gesagt, die FPÖ habe vergessen, daß die ÖVP die gleichen Rechte über Jahre hindurch immer wieder in Anspruch genommen hat. Wenn die ÖVP, das Liberale Forum oder die Grünen sie in Anspruch nehmen, dann ist es gut und dann ist es demokratisch. Wenn aber die FPÖ ein gesetzlich zugestandenes Recht in Anspruch nimmt, dann muß man natürlich die Verfassung ändern, das ist ganz klar! Das ist eine wirklich kurzsichtige Geisteshaltung; das sage ich Ihnen, meine Damen und Herren Kollegen! Denn diese Geisteshaltung ist tatsächlich demokratiefeindlich, und das werden Sie auch noch erkennen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist richtig, wie Frau Kollegin Schmidt sagte, daß es hier kein Demokratiepaket zu verhandeln gibt. Es wäre aber auch sinnlos gewesen, diese wenigen marginalen Punkte in einen Unterausschuß zu verweisen. Die anderen Fragen werden wir dort diskutieren. Insbesondere werden wir uns in dieser Diskussion gegen Ihren Vorschlag, das Mehrheitswahlrecht einzuführen, sehr verwahren. Das haben Sie nämlich im Ausschuß permanent forciert. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Max Stadler in Bayern ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Hohes Haus! (Abg. Haigermoser: Max Stadler in Bayern ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Sie haben offenbar nicht gesehen, welches Wahlergebnis Ihr Freund, der Herr Brunner, eingefahren hat! (Abg. Haigermoser: Bei der Schwesterpartei in Bayern spielt das Wahlergebnis keine Rolle!)
Abg. Haigermoser: Bei der Schwesterpartei in Bayern spielt das Wahlergebnis keine Rolle!
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Hohes Haus! (Abg. Haigermoser: Max Stadler in Bayern ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Sie haben offenbar nicht gesehen, welches Wahlergebnis Ihr Freund, der Herr Brunner, eingefahren hat! (Abg. Haigermoser: Bei der Schwesterpartei in Bayern spielt das Wahlergebnis keine Rolle!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Abgeordneter Graf hat behauptet, daß es mein Vorschlag sei, das Mehrheitswahlrecht einzuführen. – Dies ist unrichtig. Er weiß das auch, denn ich habe das bereits im Ausschuß richtiggestellt. Er hat es daher wider besseres Wissen gesagt. Ich habe mich wiederholt öffentlich im Ausschuß und bei jeder Gelegenheit engagiert gegen das Mehrheitswahlrecht ausgesprochen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Stadler, Dr. Haider und Wabl.
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! "Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus." Außer dieser programmatischen Deklaration des demokratischen Prinzips in Artikel 1 enthält das österreichische Verfassungsrecht vor allem Normen, die die Bestellung der gesetzgebenden Körperschaften sowie des Bundespräsidenten als oberstes Vollzugsorgan regeln. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Stadler, Dr. Haider und Wabl.) – Vielleicht könnten die Herren ihre Diskussion beenden!
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Das Protokoll der 5. Sitzung der Unterarbeitsgruppe Rechtsschutz bestätigt hinsichtlich des Wahlrechtes die Kritik Dr. Wahls. Und eigentlich – Frau Kollegin Haidlmayr ist jetzt nicht da – hätte ich erwartet, daß Frau Kollegin Haidlmayr, die ja Mitglied der Gruppe "Selbstbestimmt leben" ist, das Demokratiepaket zum Anlaß nehmen würde, gleich die entsprechenden Änderungen in Form von diesbezüglichen Anträgen einzubringen. Da das nicht geschehen ist, haben wir – nach einer angemessenen Wartefrist auf die Anträge der Frau Haidlmayr – seitens der ÖVP das Demokratiepaket zum Anlaß genommen, korrigierend einzugreifen. (Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Abg. Wabl: Das klingt schon wunderschön! Das klingt schon fast nach Demokratie!
Es geht dabei um folgende drei Punkte: die Wahlfreiheit von Anstaltspfleglingen, die Hilfestellung für blinde und sehbehinderte Menschen und die Barrierefreiheit der Wahllokale. Daß in diesem Zusammenhang das Volksbegehrengesetz nicht abgeändert werden sollte, war bitte keine Absicht, sondern ein Übersehen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß wir seitens unserer Fraktion einen entsprechenden gemeinsamen Antrag formulieren beziehungsweise einem solchen beitreten, wenn wir dazu eingeladen werden, oder ihm zustimmen. (Abg. Wabl: Das klingt schon wunderschön! Das klingt schon fast nach Demokratie!) Selbstverständlich ist es uns auch beim Volksbegehren ein Anliegen, daß die Lokale barrierefrei erreichbar sind.
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Lassen Sie mich noch ganz kurz auf diese drei Punkte eingehen. Nach geltender Rechtslage besteht derzeit die Möglichkeit, daß Pfleglingen in Anstalten die Ausübung des Wahlrechts aus gewichtigen medizinischen Gründen durch einen Arzt untersagt werden kann. Dieser Passus wird nunmehr ersatzlos gestrichen, und durch die ersatzlose Streichung von § 72 Abs. 4 Nationalrats-Wahlordnung beziehungsweise § 58 Abs. 4 Europawahlordnung wird das Wahlrecht mit den Artikeln 23a Abs. 4 beziehungsweise 26 Abs. 5 der Bundesverfassung, wonach der Entzug des Wahlrechts allein aufgrund einer richterlichen Entscheidung erfolgen darf, in Einklang gebracht. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Somit konnten die Beratungen der Arbeitsgruppe erste konkrete Ergebnisse im Rahmen des Demokratiepaketes erzielen, die uns der Gleichbehandlung behinderter Menschen im Sinne des Art. 7 ein Stück näher bringen, aber es ist nur ein erster Schritt, und ich glaube, es gibt noch eine Menge zu tun. (Beifall bei der ÖVP.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Und weil jetzt gerade Herr Kollege Van der Bellen in den Saal gekommen ist: Mich hat seine Ausführung sehr irritiert, da sie in diesem Zusammenhang für mich überraschend war. Er sagte nämlich "lieber später", wobei ich ihm beim zweiten Teil des Satzes "und dafür ordentlich" schon recht gebe, "als jetzt gleich". Mich hat das deswegen ein bißchen unangenehm berührt, weil, wenn dieses Hinausschieben-Wollen seitens der Regierung jetzt auch noch Unterstützung von einer Oppositionspartei bekommt, die Gefahr besteht, daß der Finanzminister, vielleicht auch sein Staatssekretär, uns über einen Zeitraum hinwegtrösten wollen, vielleicht mit der Argumentation, man könne doch vor Wahlen keine Steuerreform machen. Das hielten wir für einen tiefgreifenden Fehler. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim Liberalen Forum
Für die Liberalen hat das mehrere Effekte. Auf der einen Seite ist das eine budgetwirksame Überlegung und eine budgetwirksame Vorgangsweise, aber dieser Rückbau des Staates befreit auch von der Bevormundung des Staates, denn nichts anderes ist diese Umklammerung (Beifall beim Liberalen Forum), und sie ermöglicht, und das ist mir wesentlich, eine Steuerreform – auf die ich später noch zurückkommen werde –, die auch eine tatsächlich spürbare Senkung mit sich bringen kann.
Beifall beim Liberalen Forum.
Mir geht es nicht darum, daß das vielleicht aufkommensneutral sein soll – um hier kein Mißverständnis aufkommen zu lassen. Selbstverständlich soll die Reform auch eine Senkung der Einnahmen des Staates mit sich bringen, denn das ist notwendig, um den Staat dazu zu zwingen, seinen Rückbau voranzutreiben. Es ist notwendig, ihn dazu zu zwingen, bei den Ausgaben zu sparen, und dann wird man, und das gebe ich auch zu, genau aufpassen müssen, bei welchen Ausgaben er spart. Die bisherigen Sparmaßnahmen waren natürlich keine ausgabenseitigen, sondern da hat sich der Finanzminister das Geld hereingeholt. Beim ausgabenseitigen Sparen muß man aufpassen, daß sich der Staat das Geld nicht bei den Schwächsten holt. Diese Gefahr besteht natürlich, aber es gibt ja schließlich auch ein Parlament, um das zu verhindern. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist ein Übel, und selbstverständlich darf es hier kein Tabu geben! Es gibt nicht den geringsten Grund, nicht auch Personen in Spitzenfunktionen in der Verwaltung zu Vertragsbediensteten zu machen. Es gibt durchaus Bereiche, in denen es einen besonderen Kündigungsschutz geben sollte, aber die Pragmatisierung ist ein Relikt der Vergangenheit, das abgeschafft gehört, das leistungsfeindlich ist, das sich im Budget in einer unangenehmen Weise zu Buche schlägt und das die Trennung in dieser Gesellschaft vertieft. – Das ist das eine. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir schlagen vor – und das ist nur ein Teil, und ich erwähne es nur beispielhaft deswegen, weil Sie es ja schriftlich vor sich liegen haben –, daß zum Beispiel die Vielzahl von Einzelprüfungen – die Lohnsteuerprüfung, die Umsatzsteuerprüfung, die Sozialversicherungsprüfung und so weiter – in einem einzigen Prüfvorgang hinsichtlich der Steuern und Abgaben in den Unternehmungen erfolgen soll. Das wäre nicht nur eine Erleichterung für die Betroffenen in den Unternehmungen, es wäre auch eine Erleichterung für die Verwaltung. Vielleicht tut ihnen das weh, weil sie damit ihren Selbstzweck verlieren, aber das wollen wir doch nicht hoffen. Es würde jedenfalls eine Effizienzsteigerung für die Verwaltung bedeuten, es würde sich ökonomisch zu Buche schlagen, und wir müssen nur einmal neue Strukturen andenken und auf diese Weise die staatliche Aufgabenstellung insgesamt neu ausrichten. Darum geht es! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn wir dieses Procedere machten, dann kämen wir zu einem ganz anderen Konvolut an Gesetzen, zu einer ganz anderen Regelungsdichte, und zwar nicht nur Regelungsdichte, was die Gesetze selbst betrifft, sondern auch was die Detailliertheit der jeweiligen Gesetze betrifft. Und dann brauchen wir uns nicht nur immer über die Medien auszurichten, daß wir viel zu viele Gesetze haben, sondern dann kämen wir auch zu einem anderen Procedere in diesem Hause. Noch dazu würde sich das gewaltig im Budget niederschlagen, und es würde sich vor allem in der Mentalität der Bürgerinnen und Bürger niederschlagen, die wieder einmal lernen würden, mit Eigenverantwortung umzugehen und nicht bei jeder Gelegenheit nach Institutionen oder nach dem Staat zu rufen. Das würde uns allen gut tun, denn es würde die Demokratie stärken. (Beifall beim Liberalen Forum.) Das ist der eine Punkt.
Abg. Dr. Graf: Aber wir wollen nicht mehr profitieren! Der Fleißige, Anständige soll mehr profitieren!
Aber die soziale Gerechtigkeit ist uns genauso ein Anliegen, und daher komme ich nun dazu, wie denn das alles finanziert werden soll, und ich halte es für notwendig, sich Gedanken darüber zu machen, wie unser Vorschlag finanziert werden soll. Daher komme ich zu einer anderen Verteilung der Steuerlast betreffend das 13. und 14. Gehalt. Ja, es ist wahr! Und Sie alle, wie Sie hier sitzen, Sie profitieren um ein Vielfaches mehr als jene anständigen, fleißigen, braven Bürger, die Sie vorgeben zu vertreten – obwohl: das sind wir auch; ich habe jetzt eine Diktion gewählt, die Sie hoffentlich nicht so ernst nehmen, die eine einschlägige ist. (Abg. Dr. Graf: Aber wir wollen nicht mehr profitieren! Der Fleißige, Anständige soll mehr profitieren!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Jene also, die wir doch alle auch schützen wollen, zahlen dabei nämlich drauf, und das möchte ich einmal klarmachen. Und deswegen verstehe ich ja insbesondere einen Sozialdemokraten nicht, der sich mit breiten Schultern – wenn er sie hat – davorstellt und sagt: Nein, 13., 14. Gehalt wird nicht angegriffen! Finanzieren Sie doch eine gesamte Steuersenkung, indem Sie eine steuerliche Gerechtigkeit herstellen! (Beifall beim Liberalen Forum.) Das würde bedeuten, daß das 13. und 14. Gehalt so betrachtet wird, wie eben das Jahr ist: mit zwölf Monaten. Das Jahr hat zwölf Monate, und daher sollen diese zwölf Monate gleich besteuert werden – mit einem niedrigeren Steuersatz.
Beifall beim Liberalen Forum.
Daß wir insgesamt wollen, daß der Staat zu sparen hat und daher selbstverständlich auch weniger Steuereinnahmen hat, das können Sie aus dem herauslesen. Das ist wahr, denn er soll mit dem Geld nicht so um sich werfen können, wie er das derzeit tut. Offensichtlich funktioniert die Sparsamkeit nur mit Zwang. Dieser Zwang ist ein sehr demokratischer, ein sehr hilfreicher und ein sehr sinnvoller. Die Bürgerinnen und Bürger müssen dafür nicht ihre Köpfe und ihre Taschen hinhalten, sondern das Sparen geht über den Weg, daß eine Steuersenkung eine Belebung der Wirtschaft, jedenfalls aber mehr Selbstbewußtsein und mehr Handlungsfähigkeit für die einzelnen bringt. Das soll das Ziel sein. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Böhacker: Herr Präsident! Da links oben ist auch eine Uhr!
Meine Damen und Herren! Eine endgültige Reparatur dieses technischen Gebrechens ist während der Sitzung nicht möglich. Wir können nur zwischendurch wieder etwas korrigieren, wie dies ja jetzt geschieht. (Abg. Böhacker: Herr Präsident! Da links oben ist auch eine Uhr!) – Ja, aber auch wenn die Uhr nicht funktioniert, leuchtet automatisch zwei Minuten vor Schluß der möglichen Redezeit die rote Lampe auf.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diesen budget- und steuerpolitischen Erfordernissen ist unter der Rahmenbedingung Rechnung zu tragen – und das ist für mich ganz wesentlich –, daß die hohen sozialen Standards für unsere Bevölkerung gewahrt und Sicherheit und Stabilität weiterhin ein Markenzeichen Österreichs bleiben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Was die Budgetkonsolidierung betrifft, ist Österreich – wie ich meine – auf einem guten Weg. Defizit und Schuldenquote des Gesamtstaates sind rückläufig. So konnte beispielsweise das gesamtstaatliche Nettodefizit, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, zwischen 1995 und 1997 von über 5 Prozent auf 1,9 Prozent mehr als halbiert werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Reformen und auch die Budgetkonsolidierung sind natürlich ein permanenter Prozeß. Der in den letzten Jahren erreichte Erfolg gibt uns recht. Jetzt geht es darum, diesen Weg fortzusetzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Kier: Zusammenzählen!
Was nun die Steuerquote in Österreich im einzelnen anbelangt, möchte ich folgendes anmerken: Gemäß der neuesten Statistik der OECD – das ist die jüngst erschienene Revenue Statistics 1965 – 1997 – liegt die österreichische Steuerquote im engeren Sinn, das heißt, ohne Sozialversicherungsbeiträge für 1996, mit ... (Abg. Dr. Kier: Zusammenzählen!) – Ich stelle beides dar. (Abg. Dr. Kier: Brav!) – ... 28,7 Prozent zwar über dem OECD-Durchschnitt von 27,9 Prozent, jedoch knapp unter dem Durchschnitt aller europäischen OECD-Länder – und das sind wohl die zu vergleichenden, der liegt nämlich bei 28,9 Prozent – und deutlich unter dem EU-Schnitt von 30,2 Prozent.
Abg. Dr. Kier: Brav!
Was nun die Steuerquote in Österreich im einzelnen anbelangt, möchte ich folgendes anmerken: Gemäß der neuesten Statistik der OECD – das ist die jüngst erschienene Revenue Statistics 1965 – 1997 – liegt die österreichische Steuerquote im engeren Sinn, das heißt, ohne Sozialversicherungsbeiträge für 1996, mit ... (Abg. Dr. Kier: Zusammenzählen!) – Ich stelle beides dar. (Abg. Dr. Kier: Brav!) – ... 28,7 Prozent zwar über dem OECD-Durchschnitt von 27,9 Prozent, jedoch knapp unter dem Durchschnitt aller europäischen OECD-Länder – und das sind wohl die zu vergleichenden, der liegt nämlich bei 28,9 Prozent – und deutlich unter dem EU-Schnitt von 30,2 Prozent.
Abg. Dr. Schmidt: Wenn es treffsicher wäre, wäre es ja wunderbar!
Wegen der höheren Sozialversicherungsbeiträge – und dies ist eine Konsequenz unseres gut ausgebauten Sozialsystems, zu dem wir stehen – liegt Österreich mit seiner Gesamtabgabenquote von etwa 44 Prozent über dem Durchschnitt dieser Ländergruppen. Das ist richtig. (Abg. Dr. Schmidt: Wenn es treffsicher wäre, wäre es ja wunderbar!) Zudem ist zu berücksichtigen, daß Österreich in einigen Bereichen – zum Beispiel im Bereich der Familienförderung – aus Gründen der Verteilungsgerechtigkeit vor allem transferseitige Instrumente einsetzt, was im Vergleich zu anderen Ländern, die steuerliche, also indirekte Förderungen stärker einsetzen, zu einer relativ höheren Steuer- und Abgabenquote führt. (Abg. Dr. Schmidt: Ja, aber Sie machen es mit der Gießkanne!)
Abg. Dr. Schmidt: Ja, aber Sie machen es mit der Gießkanne!
Wegen der höheren Sozialversicherungsbeiträge – und dies ist eine Konsequenz unseres gut ausgebauten Sozialsystems, zu dem wir stehen – liegt Österreich mit seiner Gesamtabgabenquote von etwa 44 Prozent über dem Durchschnitt dieser Ländergruppen. Das ist richtig. (Abg. Dr. Schmidt: Wenn es treffsicher wäre, wäre es ja wunderbar!) Zudem ist zu berücksichtigen, daß Österreich in einigen Bereichen – zum Beispiel im Bereich der Familienförderung – aus Gründen der Verteilungsgerechtigkeit vor allem transferseitige Instrumente einsetzt, was im Vergleich zu anderen Ländern, die steuerliche, also indirekte Förderungen stärker einsetzen, zu einer relativ höheren Steuer- und Abgabenquote führt. (Abg. Dr. Schmidt: Ja, aber Sie machen es mit der Gießkanne!)
Abg. Dr. Schmidt: Was ist mit der achten? – Ruf bei den Freiheitlichen: Die hat er schon! – Abg. Dr. Schmidt: Entschuldigung!
Zu den Fragen 9 und 10: (Abg. Dr. Schmidt: Was ist mit der achten? – Ruf bei den Freiheitlichen: Die hat er schon! – Abg. Dr. Schmidt: Entschuldigung!) – Die achte Frage habe ich gemeinsam mit der zweiten beantwortet.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der Bericht der Steuerreformkommission liegt noch nicht vor. Ich möchte die Reformarbeiten bis dahin in keiner Weise präjudizieren, zu konkreten Inhalten der Steuerreform werde ich mich daher bis zum Vorliegen des Endberichtes nicht äußern. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie haben von Verwaltungsreform geredet. – Am Präsidium sitzt Herr Präsident Dr. Neisser. Dieser wurde im Jahre 1986 Minister für Verwaltungsreform im Bundeskanzleramt, und er hat uns genau dasselbe erzählt, was jetzt, 1998, Herr Staatssekretär Ruttenstorfer erzählt. Was glauben Sie denn, wie lange wir Ihnen das noch glauben werden? Welche Glaubwürdigkeit haben Sie? (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wieso besagt eine Studie des Herrn Prof. Schneider aus Linz, die zwischen Oberösterreich – um auch die Bundesländer einzubeziehen – und Bayern gemacht wurde, daß Oberösterreich im Drittvergleich ein Drittel mehr öffentlich Bedienstete hat als Bayern? Das ist der Drittvergleich, den Sie machen sollten: nicht nur zwischen dem blinden Ministerium A und dem blinden Ministerium B, sondern machen Sie einmal einen Drittvergleich in der Europäischen Union! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Auf der einen Seite sind Menschen im exponierten Sektor, die täglich um ihren Arbeitsplatz zittern müssen, die von der Wucht des Wandels in der Arbeitswelt voll getroffen werden, die sich neu qualifizieren müssen, die schauen müssen, wie sie ihr Berufsleben mit einem zweiten oder gar dritten Beruf ausfüllen, auf der anderen Seite gibt es offensichtlich die von Ihnen verteidigte Kaste von Menschen, die immer noch im geschützten Bereich arbeitet. Meine Damen und Herren der Sozialdemokratischen Partei! Wo ist da die soziale Gerechtigkeit? Wo ist sie? (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie können nicht sagen, Sie wollen ein einheitliches Dienstrecht für Arbeiter und Angestellte, denn Sie werden den öffentlichen Dienst in seiner gesamten Breite mit hineinnehmen müssen. Herr Staatssekretär, entweder sind Sie in der Lage, da wirkliche Reformen einzuleiten – oder Sie kapitulieren vor der Beamtengewerkschaft, so wie es Ihr Vorgänger, Herr Dr. Neisser, bereits tun mußte. Dazwischen liegen zwölf verlorene Jahre in dieser Republik, zwölf Jahre einer großen Koalition, die nichts in diese Richtung getan hat, außer daß sie uns – wie auch Sie heute – sehr schöne Worte gesagt hat. Ich sehe aber nicht, was passiert, ich spüre es nicht, ich kann es nicht messen. Allerdings bin ich auch nicht im Olymp der Regierung zu Hause, sondern ich lebe zu ebener Erde. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie bestreiten es auch gar nicht, Herr Staatssekretär! Das ist die höchste Steuer- und Abgabenquote, die diese Republik jemals hatte, und das nach zwölf Jahren einer sozialistischen Regierung gemeinsam mit dem Koalitionspartner Volkspartei! Hier geht es nicht darum, Herr Staatssekretär, den sozial Schwachen die Sozialleistungen wegzunehmen. Hier geht es darum, das Transfervolumen insgesamt zu verschlanken. Was macht es denn für einen Sinn, wenn Sie dem Mittelstand in Summe gleich viel Transferzahlungen geben, wie er Steuern bezahlt? Was macht das für einen Sinn? Senken Sie die Steuern und streichen Sie diese Transfers! Konzentrieren Sie bitte die Transfers auf jene Menschen, die sie wirklich brauchen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie können sich Ihre Familiensteuerreform an den Hut stecken, wenn Sie einem Helmut Peter, einem Herrn Haselsteiner, einem Herrn Bartenstein oder sonst irgend jemandem weitere Familienförderungsmittel zukommen lassen! Diese Herren können nämlich für ihre Kinder selbst sorgen. Senken Sie lieber die Steuern und geben Sie ihnen auf diese Art und Weise Geld! Verringern Sie das Transfervolumen des Staates insgesamt und schärfen Sie die Treffsicherheit, um jenen zu helfen, denen wirklich in der Gesellschaft geholfen werden muß! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Für uns Liberale ist folgendes ganz wesentlich: Wer nicht sicher ist, kann nicht frei sein. Daher ist unserer Meinung nach das soziale Netz der größte Beitrag zur politischen Kultur. Das gilt aber nicht für die gut verdienenden Menschen in unserem Lande. Diese brauchen das soziale Netz nicht. Es ist doch völlig sinnlos, es ihnen zuerst über eine überhohe Steuer- und Abgabenquote wegzunehmen und dann mit Geschenken herumzulaufen und zu sagen: Du als Wohlhabender bekommst ein Kind und erhältst jetzt noch 4 000 S im Monat – oder welchen Betrag auch immer. Was wir Liberale darunter verstehen, den Staat schlanker zu machen, ist es, selbstverständlich unter Aufrechterhaltung der sozialen Leistungen mit ihrer absoluten Treffsicherheit dort, wo sie notwendig sind, letztlich Stabilität und Freiheit zu garantieren. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie töten Eigeninitiative ab! Das wird langfristig – nicht nur heute, sondern auch in Zukunft – das Problem dieses Landes sein. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Schmidt: Sozialpolitisch!
Steueränderungen können nie Selbstzweck sein, sondern sie müssen immer als Mittel zu einem wirtschaftspolitischen Ziel gesehen werden. Sie, Frau Kollegin Schmidt, haben hier ja einige genannt. (Abg. Dr. Schmidt: Sozialpolitisch!) Für uns Sozialdemokraten sind die Frage einer leistungsfähigen Wirtschaft, die Frage solider Staatsfinanzen und natürlich vor allem auch die Frage einer gerechten Verteilung der Chancen in bezug auf Einkommen und Lebenschancen am wesentlichsten. (Abg. Dr. Schmidt: Genauso ist es!)
Abg. Dr. Schmidt: Genauso ist es!
Steueränderungen können nie Selbstzweck sein, sondern sie müssen immer als Mittel zu einem wirtschaftspolitischen Ziel gesehen werden. Sie, Frau Kollegin Schmidt, haben hier ja einige genannt. (Abg. Dr. Schmidt: Sozialpolitisch!) Für uns Sozialdemokraten sind die Frage einer leistungsfähigen Wirtschaft, die Frage solider Staatsfinanzen und natürlich vor allem auch die Frage einer gerechten Verteilung der Chancen in bezug auf Einkommen und Lebenschancen am wesentlichsten. (Abg. Dr. Schmidt: Genauso ist es!)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Gerade die Fragen der Stabilität und der Solidität sind ja derzeit für die finanzielle Betrachtung besonders wichtig. Wir wissen alle, daß es eine weltwirtschaftliche Entwicklung gibt, die von erheblichen Unsicherheiten gekennzeichnet ist. Es wäre meines Erachtens auch eine Illusion zu glauben, daß Europa und damit auch Österreich davon überhaupt nicht betroffen sein wird. Ich möchte in diesem Zusammenhang nur folgendes anmerken: Es hat sich hier Gott sei Dank die Europäische Währungsunion als Stabilisierungsfaktor herausgestellt, und man kann nur sagen: Seien wir in Österreich froh, daß wir nicht denen gefolgt sind, die noch vor gar nicht allzu langer Zeit verlangt haben, daß wir den Beitritt zur Währungsunion verschieben sollten. Wir wären dann allen möglichen Spekulationen ausgesetzt. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.) Soviel, um Ihrem kurzen Gedächtnis ein wenig nachzuhelfen.
Abg. Dr. Schmidt: Immer noch!
Wenn ich mir nun die Vorschläge des Liberalen Forums ansehe, so ist meiner Meinung nach interessant, daß sich darin offensichtlich ein gewisser Wandel in der politischen Grundausrichtung zeigt. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen Sie sehr vehement für Modelle der Grundsicherung und des Grundeinkommens eingetreten sind. (Abg. Dr. Schmidt: Immer noch!) Gerade hat Kollege Peter massiv gegen einheitliche Modelle gewettert und ist für Differenzierung eingetreten. Irgendwo müssen Sie sich selber darüber klar werden, was Sie wirklich wollen. (Abg. Dr. Schmidt: Sie müssen unterscheiden zwischen Rechtsanspruch und ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.) Es ist ja ehrenvoll für Liberale, wenn jeder eine andere Meinung hat, aber politisch ist es nicht ganz einfach, sich dann darüber klar zu werden, was Sie wirklich wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Sie müssen unterscheiden zwischen Rechtsanspruch und ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Wenn ich mir nun die Vorschläge des Liberalen Forums ansehe, so ist meiner Meinung nach interessant, daß sich darin offensichtlich ein gewisser Wandel in der politischen Grundausrichtung zeigt. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen Sie sehr vehement für Modelle der Grundsicherung und des Grundeinkommens eingetreten sind. (Abg. Dr. Schmidt: Immer noch!) Gerade hat Kollege Peter massiv gegen einheitliche Modelle gewettert und ist für Differenzierung eingetreten. Irgendwo müssen Sie sich selber darüber klar werden, was Sie wirklich wollen. (Abg. Dr. Schmidt: Sie müssen unterscheiden zwischen Rechtsanspruch und ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.) Es ist ja ehrenvoll für Liberale, wenn jeder eine andere Meinung hat, aber politisch ist es nicht ganz einfach, sich dann darüber klar zu werden, was Sie wirklich wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich mir nun die Vorschläge des Liberalen Forums ansehe, so ist meiner Meinung nach interessant, daß sich darin offensichtlich ein gewisser Wandel in der politischen Grundausrichtung zeigt. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen Sie sehr vehement für Modelle der Grundsicherung und des Grundeinkommens eingetreten sind. (Abg. Dr. Schmidt: Immer noch!) Gerade hat Kollege Peter massiv gegen einheitliche Modelle gewettert und ist für Differenzierung eingetreten. Irgendwo müssen Sie sich selber darüber klar werden, was Sie wirklich wollen. (Abg. Dr. Schmidt: Sie müssen unterscheiden zwischen Rechtsanspruch und ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.) Es ist ja ehrenvoll für Liberale, wenn jeder eine andere Meinung hat, aber politisch ist es nicht ganz einfach, sich dann darüber klar zu werden, was Sie wirklich wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Barmüller: Auch Universitätsprofessoren!
Dahinter steckt offensichtlich auch ein politisches Konzept. Sie haben gesagt, Sie wollen keinen Populismus betreiben. – Da stimme ich Ihnen schon zu. Offensichtlich sind Sie aber in Richtung einer Nischenstrategie unterwegs. In Deutschland ist es so, daß man die FDP oft die Partei der Zahnärzte und der Klinikvorstände nennt, also der Spitzenverdiener. (Abg. Mag. Barmüller: Auch Universitätsprofessoren!) Offensichtlich wollen Sie eine FDP-Strategie betreiben. Ich darf Sie nur warnen. Die deutschen Beispiele zeigen, daß es manchmal eine politisch etwas riskante Strategie ist, die da betrieben wird.
Abg. Mag. Peter: Da gibt es einen laut meinem Arbeitgeberabsetzbetrag, der das beinhaltet!
Natürlich ist es richtig, daß es bei verteilungspolitischen Fragen nicht relevant ist, ob ein Einkommen von einem Selbständigen oder Unselbständigen verdient wird. Auf der anderen Seite muß man aber doch deutlich sehen, daß es unter den verschiedenen Einkommen – natürlich auch zwischen hohen und niedrigen – sehr große Unterschiede in der Frage – wie es so schön heißt – der Steuergestaltungsmöglichkeiten gibt. (Abg. Mag. Peter: Da gibt es einen laut meinem Arbeitgeberabsetzbetrag, der das beinhaltet!) Das ist die Begründung, warum ich hier auf jeden Fall für weite Bereiche für eine besondere Berücksichtigung der Arbeitnehmereinkommen eintrete. Was Sie hier geliefert haben, ist ein Vorschlag – und das können Sie nicht bestreiten (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter) –, von dem vor allem die Zahler der veranlagten Einkommensteuer, also der selbständigen Einkommen profitieren. Insgesamt ist Ihr Vorschlag daher sozial nicht ausgewogen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter
Natürlich ist es richtig, daß es bei verteilungspolitischen Fragen nicht relevant ist, ob ein Einkommen von einem Selbständigen oder Unselbständigen verdient wird. Auf der anderen Seite muß man aber doch deutlich sehen, daß es unter den verschiedenen Einkommen – natürlich auch zwischen hohen und niedrigen – sehr große Unterschiede in der Frage – wie es so schön heißt – der Steuergestaltungsmöglichkeiten gibt. (Abg. Mag. Peter: Da gibt es einen laut meinem Arbeitgeberabsetzbetrag, der das beinhaltet!) Das ist die Begründung, warum ich hier auf jeden Fall für weite Bereiche für eine besondere Berücksichtigung der Arbeitnehmereinkommen eintrete. Was Sie hier geliefert haben, ist ein Vorschlag – und das können Sie nicht bestreiten (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter) –, von dem vor allem die Zahler der veranlagten Einkommensteuer, also der selbständigen Einkommen profitieren. Insgesamt ist Ihr Vorschlag daher sozial nicht ausgewogen.
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Peter.
Gleichzeitig muß man jetzt natürlich prüfen, wie es mit den Steuerausfällen ausschaut. Ich bin damit schon beim nächsten Punkt. Wie schaut es mit den Steuerausfällen aus? (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Mag. Peter.) – Frau Kollegin Schmidt hat gesagt, sie sei für den Rückbau des Staates, man solle einmal ordentlich sozusagen reduzieren. Sie hat aber doch etwas schamhaft – was sonst nicht ihre Art ist – verschwiegen, um welche Beträge es dabei eigentlich geht.
Abg. Dr. Schmidt: Wie kommen Sie auf 90? 77!
Eine Senkung des Tarifs um 10 Prozent bedeutet einen Steuerausfall von ungefähr 90 Milliarden Schilling. (Abg. Dr. Schmidt: Wie kommen Sie auf 90? 77!) Der Steuerausfall durch die Begünstigung des 13. und 14. Monatsgehaltes und andere Begünstigungen liegt bei etwa 45 bis 50 Milliarden. Das heißt, Sie hätten einen Nettosteuerausfall von 40 bis 45 Milliarden Schilling. (Abg. Mag. Peter: Das stimmt nicht! Da fehlt noch die Besteuerung der ...!)
Abg. Mag. Peter: Das stimmt nicht! Da fehlt noch die Besteuerung der ...!
Eine Senkung des Tarifs um 10 Prozent bedeutet einen Steuerausfall von ungefähr 90 Milliarden Schilling. (Abg. Dr. Schmidt: Wie kommen Sie auf 90? 77!) Der Steuerausfall durch die Begünstigung des 13. und 14. Monatsgehaltes und andere Begünstigungen liegt bei etwa 45 bis 50 Milliarden. Das heißt, Sie hätten einen Nettosteuerausfall von 40 bis 45 Milliarden Schilling. (Abg. Mag. Peter: Das stimmt nicht! Da fehlt noch die Besteuerung der ...!)
Abg. Mag. Peter: Sie gehen vom falschen Ansatz aus!
Ich kann jetzt nur die Fakten mitteilen. Das sind die Zahlen aus dem Förderungsbericht; die sind offiziell. Sie können ihnen natürlich mißtrauen, aber das sind die Zahlen, die offiziell vorliegen. Jetzt sagen Sie: Na bitte, muß ich eben für 40 bis 50 Milliarden in einem Jahr die Ausgaben kürzen. (Abg. Mag. Peter: Sie gehen vom falschen Ansatz aus!) Da wäre es natürlich interessant zu fragen: Wo? – Es ist schon interessant, daß der einzige Bereich, den Sie wirklich konkret genannt haben, die Familienförderung ist, von der Sie sagten, sie sei übermäßig ausgefallen. Das war ganz konkret. Bei den übrigen Bereichen haben Sie gesagt: In der Verwaltung muß man sparen. (Abg. Mag. Peter: Warum tun Sie es nicht?) Das ist völlig richtig. Der Herr Staatssekretär hat das auch entsprechend unterstützt.
Abg. Mag. Peter: Warum tun Sie es nicht?
Ich kann jetzt nur die Fakten mitteilen. Das sind die Zahlen aus dem Förderungsbericht; die sind offiziell. Sie können ihnen natürlich mißtrauen, aber das sind die Zahlen, die offiziell vorliegen. Jetzt sagen Sie: Na bitte, muß ich eben für 40 bis 50 Milliarden in einem Jahr die Ausgaben kürzen. (Abg. Mag. Peter: Sie gehen vom falschen Ansatz aus!) Da wäre es natürlich interessant zu fragen: Wo? – Es ist schon interessant, daß der einzige Bereich, den Sie wirklich konkret genannt haben, die Familienförderung ist, von der Sie sagten, sie sei übermäßig ausgefallen. Das war ganz konkret. Bei den übrigen Bereichen haben Sie gesagt: In der Verwaltung muß man sparen. (Abg. Mag. Peter: Warum tun Sie es nicht?) Das ist völlig richtig. Der Herr Staatssekretär hat das auch entsprechend unterstützt.
Abg. Mag. Peter: Der Herr Professor jongliert mit Zahlen!
Ich bitte Sie jedoch, auch ein wenig die Größenordnung zu sehen. Es ist nicht so, daß all das, was Sie als Personalkosten zusammengezählt haben, für die Verwaltung aufgewendet wird, sondern auch für den öffentlichen Dienst, die Gesundheit und die Sicherheit. In der Verwaltung selbst machen die Personalkosten vielleicht maximal 80 Milliarden Schilling aus. Und die wollen Sie im Ausmaß von 50 Milliarden Schilling in einem Jahr reduzieren? – Das ist einfach nicht seriös! (Abg. Mag. Peter: Der Herr Professor jongliert mit Zahlen!) Ich würde Sie folgendes bitten: Kehren Sie um! Der Test der Seriosität zeigt sich darin, wenn man zu Zahlen kommt, aber diesen Test haben Sie leider nicht sehr gut bestanden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bitte Sie jedoch, auch ein wenig die Größenordnung zu sehen. Es ist nicht so, daß all das, was Sie als Personalkosten zusammengezählt haben, für die Verwaltung aufgewendet wird, sondern auch für den öffentlichen Dienst, die Gesundheit und die Sicherheit. In der Verwaltung selbst machen die Personalkosten vielleicht maximal 80 Milliarden Schilling aus. Und die wollen Sie im Ausmaß von 50 Milliarden Schilling in einem Jahr reduzieren? – Das ist einfach nicht seriös! (Abg. Mag. Peter: Der Herr Professor jongliert mit Zahlen!) Ich würde Sie folgendes bitten: Kehren Sie um! Der Test der Seriosität zeigt sich darin, wenn man zu Zahlen kommt, aber diesen Test haben Sie leider nicht sehr gut bestanden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Aumayr: Das werden Sie noch müssen!
Apropos Etikettenschwindel: Ich möchte zum Schluß noch einen kurzen Satz zum Konzept der "flat tax" und der Proportionalsteuer sagen, das Herr Kollege Haider und die FPÖ, zum Teil aber auch die Industriellenvereinigung für sich entdeckt haben. Das heißt, statt einer progressiven Steuer gibt es eine proportionale Steuer. Die Kapitaleinkommen sollen überhaupt nicht besteuert werden, wenn alles angeblich nur einmal besteuert wird. Ich kann mich jetzt hier nicht im Detail damit auseinandersetzen. (Abg. Aumayr: Das werden Sie noch müssen!)
Abg. Dr. Haider: Ich habe gar nichts vorgelegt, da wollen Sie es schon kommentieren!
Ich möchte Ihnen vielleicht nur zwei kurze Zitate bringen, weil das Ganze eine uralte Diskussion ist. (Abg. Dr. Haider: Ich habe gar nichts vorgelegt, da wollen Sie es schon kommentieren!) Entschuldigung! Das wurde ja nicht von Ihnen erfunden. Das ist eine uralte Diskussion in ... (Abg. Dr. Haider: Sie wissen noch gar nicht, was wir vorschlagen!) – Ich wende mich dem zu, was Sie in der letzten "Pressestunde" gesagt haben. Ich weiß, Sie sind sehr flexibel. (Abg. Dr. Haider: Da habe ich gar nichts gesagt! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Man muß Ihre Meinung immer mit einem Datumsstempel versehen. Ich gehe aber nach dem letzten Datum. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Smolle.)
Abg. Dr. Haider: Sie wissen noch gar nicht, was wir vorschlagen!
Ich möchte Ihnen vielleicht nur zwei kurze Zitate bringen, weil das Ganze eine uralte Diskussion ist. (Abg. Dr. Haider: Ich habe gar nichts vorgelegt, da wollen Sie es schon kommentieren!) Entschuldigung! Das wurde ja nicht von Ihnen erfunden. Das ist eine uralte Diskussion in ... (Abg. Dr. Haider: Sie wissen noch gar nicht, was wir vorschlagen!) – Ich wende mich dem zu, was Sie in der letzten "Pressestunde" gesagt haben. Ich weiß, Sie sind sehr flexibel. (Abg. Dr. Haider: Da habe ich gar nichts gesagt! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Man muß Ihre Meinung immer mit einem Datumsstempel versehen. Ich gehe aber nach dem letzten Datum. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Smolle.)
Abg. Dr. Haider: Da habe ich gar nichts gesagt! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte Ihnen vielleicht nur zwei kurze Zitate bringen, weil das Ganze eine uralte Diskussion ist. (Abg. Dr. Haider: Ich habe gar nichts vorgelegt, da wollen Sie es schon kommentieren!) Entschuldigung! Das wurde ja nicht von Ihnen erfunden. Das ist eine uralte Diskussion in ... (Abg. Dr. Haider: Sie wissen noch gar nicht, was wir vorschlagen!) – Ich wende mich dem zu, was Sie in der letzten "Pressestunde" gesagt haben. Ich weiß, Sie sind sehr flexibel. (Abg. Dr. Haider: Da habe ich gar nichts gesagt! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Man muß Ihre Meinung immer mit einem Datumsstempel versehen. Ich gehe aber nach dem letzten Datum. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Smolle.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Smolle.
Ich möchte Ihnen vielleicht nur zwei kurze Zitate bringen, weil das Ganze eine uralte Diskussion ist. (Abg. Dr. Haider: Ich habe gar nichts vorgelegt, da wollen Sie es schon kommentieren!) Entschuldigung! Das wurde ja nicht von Ihnen erfunden. Das ist eine uralte Diskussion in ... (Abg. Dr. Haider: Sie wissen noch gar nicht, was wir vorschlagen!) – Ich wende mich dem zu, was Sie in der letzten "Pressestunde" gesagt haben. Ich weiß, Sie sind sehr flexibel. (Abg. Dr. Haider: Da habe ich gar nichts gesagt! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Man muß Ihre Meinung immer mit einem Datumsstempel versehen. Ich gehe aber nach dem letzten Datum. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Smolle.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haider und Böhacker.
Abgeordneter Dr. Ewald Nowotny (fortsetzend): Ich kann das längere Zitat nicht bringen. Ich bringe daher nur ein kurzes Zitat aus einem ganz simplen Lehrbuch. Das ist das Lehrbuch von Samuelson/Nordhaus. Paul Anthony Samuelson ist Nobelpreisträger, Sie kennen ihn alle. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haider und Böhacker.) Er hat sich in diesem Lehrbuch ganz kurz mit diesem Thema beschäftigt. Ich bringe nur die Schlußfolgerung, in der er sagt: Der wesentliche Nachteil dieses radikalen Vorschlags – wobei er das eben schildert – besteht darin, daß er zu einer massiven Umverteilung der steuerlichen Belastung zugunsten der Reichen und zu Lasten des Mittelstandes führen würde. – Zitatende.
Abg. Dr. Nowotny versucht, seine Rede fortsetzen.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter! Bitte, die Redezeit ist zu Ende! (Abg. Dr. Nowotny versucht, seine Rede fortsetzen.) Herr Abgeordneter! Sie sind nicht mehr am Wort! (Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Nowotny.)
Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Nowotny.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter! Bitte, die Redezeit ist zu Ende! (Abg. Dr. Nowotny versucht, seine Rede fortsetzen.) Herr Abgeordneter! Sie sind nicht mehr am Wort! (Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Nowotny.)
Abg. Dr. Haider: Das sagt der Generalsekretär der Bundeskammer, der oberste Preistreiber bei Lohnnebenkosten?
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte zunächst kein Hehl daraus machen, daß ich für einige der Grundpositionen des Liberalen Forums, wie sie in dieser Dringlichen Anfrage zum Ausdruck kommen, durchaus Sympathie habe. Ich mache gar kein Hehl daraus. Ich habe Sympathie für die Philosophie des schlanken Dienstleistungsstaates gegenüber dem dicken Verwaltungs- und Verteilungsstaat. Gar keine Frage. (Abg. Dr. Haider: Das sagt der Generalsekretär der Bundeskammer, der oberste Preistreiber bei Lohnnebenkosten?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe Sympathie für eine Reihe von Detailvorschlägen. Ich habe zum Beispiel auch Sympathie für den Detailvorschlag der Abschaffung der Erbschaftsteuer. Sogar der von mir sehr geschätzte Sprecher der Grünen, Van der Bellen, hat einmal gesagt, die Erbschaftsteuer ist ein Jobkiller. Der Sprecher der Grünen hat das gesagt. Da müssen doch bei jedem, der Beschäftigungssicherung ernst nimmt, die Alarmglocken läuten. Die Erbschaftsteuer gehört bei Betriebsübernahmen wirklich weg. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: ..., daß das eine völlig neue Steuerreform ist!
Meine Damen und Herren! Das ist meiner Meinung nach keine mehrheitsfähige Steuerreform. Das ist ein Hin- und Herschieben von Steuerbelastungen. Ich sage ganz offen, als ich das gelesen habe – ich will den Ausdruck jetzt eigentlich nicht verwenden –, ist mir das Wort "Taschenspielertrick" in den Sinn gekommen. Zuerst ein Drittel weniger Lohn- und Einkommensteuer zu verkünden und nachher eine Fülle von steuerlichen Belastungen aufzuzählen, Herr Kollege Peter, das ist an der Grenze – ich sage: an der Grenze! – eines Taschenspielertricks. (Abg. Mag. Peter: ..., daß das eine völlig neue Steuerreform ist!) – Das kann keine Steuerreform sein. Das ist ein Hin- und Herschieben steuerlicher Belastungen, Herr Kollege Peter. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Das ist das Thema! Das wissen Sie ganz genau!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Das ist das Thema! Das wissen Sie ganz genau!
Meine Damen und Herren! Das ist meiner Meinung nach keine mehrheitsfähige Steuerreform. Das ist ein Hin- und Herschieben von Steuerbelastungen. Ich sage ganz offen, als ich das gelesen habe – ich will den Ausdruck jetzt eigentlich nicht verwenden –, ist mir das Wort "Taschenspielertrick" in den Sinn gekommen. Zuerst ein Drittel weniger Lohn- und Einkommensteuer zu verkünden und nachher eine Fülle von steuerlichen Belastungen aufzuzählen, Herr Kollege Peter, das ist an der Grenze – ich sage: an der Grenze! – eines Taschenspielertricks. (Abg. Mag. Peter: ..., daß das eine völlig neue Steuerreform ist!) – Das kann keine Steuerreform sein. Das ist ein Hin- und Herschieben steuerlicher Belastungen, Herr Kollege Peter. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Das ist das Thema! Das wissen Sie ganz genau!)
Zwischenruf des Abg. Smolle.
Ich sage aber auch ganz offen in Richtung der Regierungsbank, wo heute Herr Staatssekretär Ruttenstorfer und nicht Herr Finanzminister Edlinger sitzt: Für uns von der ÖVP ist auch das keine Steuerreform, was diese Woche im Magazin "News" zu lesen ist: Jedem Österreicher im Durchschnitt 200 S mehr. – Das ist unserer Meinung nach keine Steuerreform. (Zwischenruf des Abg. Smolle.) Ich bin überzeugt davon, daß der Herr Finanzminister, der heute nicht anwesend ist, ein politisch viel zu kluger Kopf ist, um uns eine solche Steuerreform vorzulegen, bei der die Schlagzeile leicht lauten könnte: Auf Ederer-Tausender folgt Edlinger-Hunderter. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Auch das kann keine Steuerreform sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Ich sage aber auch ganz offen in Richtung der Regierungsbank, wo heute Herr Staatssekretär Ruttenstorfer und nicht Herr Finanzminister Edlinger sitzt: Für uns von der ÖVP ist auch das keine Steuerreform, was diese Woche im Magazin "News" zu lesen ist: Jedem Österreicher im Durchschnitt 200 S mehr. – Das ist unserer Meinung nach keine Steuerreform. (Zwischenruf des Abg. Smolle.) Ich bin überzeugt davon, daß der Herr Finanzminister, der heute nicht anwesend ist, ein politisch viel zu kluger Kopf ist, um uns eine solche Steuerreform vorzulegen, bei der die Schlagzeile leicht lauten könnte: Auf Ederer-Tausender folgt Edlinger-Hunderter. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Auch das kann keine Steuerreform sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage aber auch ganz offen in Richtung der Regierungsbank, wo heute Herr Staatssekretär Ruttenstorfer und nicht Herr Finanzminister Edlinger sitzt: Für uns von der ÖVP ist auch das keine Steuerreform, was diese Woche im Magazin "News" zu lesen ist: Jedem Österreicher im Durchschnitt 200 S mehr. – Das ist unserer Meinung nach keine Steuerreform. (Zwischenruf des Abg. Smolle.) Ich bin überzeugt davon, daß der Herr Finanzminister, der heute nicht anwesend ist, ein politisch viel zu kluger Kopf ist, um uns eine solche Steuerreform vorzulegen, bei der die Schlagzeile leicht lauten könnte: Auf Ederer-Tausender folgt Edlinger-Hunderter. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Auch das kann keine Steuerreform sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Ich möchte auch klarstellen, daß meine Partei natürlich weiß, daß der Finanzminister nicht der Weihnachtsmann ist. Außerdem wissen wir, daß es nicht um die Steuerreform allein geht. Es geht um eine dreifache Herausforderung: Steuerreform, Budgetkonsolidierung, Finanzausgleich. Ich sage ganz deutlich: Die ÖVP bekennt sich absolut zur Stabilität; Stabilität im Sinne der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion hat absoluten Vorrang. Stabilität darf aber nicht Erstarrung bedeuten. Stabilität und eine dynamische, offensive Steuerreform sind kein Widerspruch, meine Damen und Herren! (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wodurch?
Erstens: Kaufkraftsteigerung für die Familie, zweitens: Entlastung des leistungsfähigen Mittelstandes (Abg. Mag. Schweitzer: Wodurch?), drittens: Beschäftigungssicherung durch steuerliche Förderung des Wirtschaftsstandortes Österreich (Abg. Mag. Schweitzer: Wie?) – ich komme gleich darauf zu sprechen –, viertens: Zukunftssicherung, vor allem in den Bereichen Altersvorsorge, Forschung und Entwicklung und Bildung; und fünftens: Abbau von Steuerbürokratie.
Abg. Mag. Schweitzer: Wie?
Erstens: Kaufkraftsteigerung für die Familie, zweitens: Entlastung des leistungsfähigen Mittelstandes (Abg. Mag. Schweitzer: Wodurch?), drittens: Beschäftigungssicherung durch steuerliche Förderung des Wirtschaftsstandortes Österreich (Abg. Mag. Schweitzer: Wie?) – ich komme gleich darauf zu sprechen –, viertens: Zukunftssicherung, vor allem in den Bereichen Altersvorsorge, Forschung und Entwicklung und Bildung; und fünftens: Abbau von Steuerbürokratie.
Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.
Sie fragen: Wie? Herr Kollege! Hier stimme ich wieder dem Liberalen Forum zu und sage ganz offen, mir bereitet – das sage ich ganz offen in aller Freundschaft – die Formel des Herrn Finanzministers ein wenig Sorge, die da lautet: Ich mache keine Steuerreform, wenn ich nachher ein Sparpaket brauche. – Ich habe einmal gesagt, diese Formel ist eigentlich genial-diabolisch. Die Frau Waberl sagt: Eigentlich hat er recht. Was habe ich davon, wenn er mir 200 S gibt und nachher 300 S wegnimmt. – Aber: Diese Formel ist insoferne diabolisch, als sie den Begriff "Sparen" negativ besetzt. – Meine Damen und Herren! Ich würde vorschlagen: Einigen wir uns auf folgende Definition: Sparen ja, aber nicht zu Lasten der Bürger, sondern zu Lasten staatlicher Bürokratie! Darauf können wir uns einigen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.) Aber verteufeln wir nicht mit einer solchen Formel den positiven Grundwert des Sparens, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Sie fragen: Wie? Herr Kollege! Hier stimme ich wieder dem Liberalen Forum zu und sage ganz offen, mir bereitet – das sage ich ganz offen in aller Freundschaft – die Formel des Herrn Finanzministers ein wenig Sorge, die da lautet: Ich mache keine Steuerreform, wenn ich nachher ein Sparpaket brauche. – Ich habe einmal gesagt, diese Formel ist eigentlich genial-diabolisch. Die Frau Waberl sagt: Eigentlich hat er recht. Was habe ich davon, wenn er mir 200 S gibt und nachher 300 S wegnimmt. – Aber: Diese Formel ist insoferne diabolisch, als sie den Begriff "Sparen" negativ besetzt. – Meine Damen und Herren! Ich würde vorschlagen: Einigen wir uns auf folgende Definition: Sparen ja, aber nicht zu Lasten der Bürger, sondern zu Lasten staatlicher Bürokratie! Darauf können wir uns einigen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.) Aber verteufeln wir nicht mit einer solchen Formel den positiven Grundwert des Sparens, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.)
Beifall bei der ÖVP.
Zur Frage: Wie soll das geschehen? – Erstens: Kaufkraftsteigerung für die Familien. Das können wir abhaken, und ich sage Ihnen: Wirtschaft und Familie werden sich nicht auseinanderdividieren lassen, daher trägt das auch die Wirtschaft voll mit und gibt es den Vorschlag Bartenstein zum Karenzgeld. (Beifall bei der ÖVP.) Wir tragen das voll mit, weil wir auch eine familienpolitische Verantwortung haben und weil wir wissen, daß eine gesunde Familie Voraussetzung für das Wohlergehen einer Gesellschaft ist, Frau Kollegin Schmidt! (Beifall bei der ÖVP.) Ich weiß schon: Sie sind für die Homosexuellen-Ehe, wir sind für die Familie! Darin unterscheiden wir uns, gar keine Frage!
Beifall bei der ÖVP.
Zur Frage: Wie soll das geschehen? – Erstens: Kaufkraftsteigerung für die Familien. Das können wir abhaken, und ich sage Ihnen: Wirtschaft und Familie werden sich nicht auseinanderdividieren lassen, daher trägt das auch die Wirtschaft voll mit und gibt es den Vorschlag Bartenstein zum Karenzgeld. (Beifall bei der ÖVP.) Wir tragen das voll mit, weil wir auch eine familienpolitische Verantwortung haben und weil wir wissen, daß eine gesunde Familie Voraussetzung für das Wohlergehen einer Gesellschaft ist, Frau Kollegin Schmidt! (Beifall bei der ÖVP.) Ich weiß schon: Sie sind für die Homosexuellen-Ehe, wir sind für die Familie! Darin unterscheiden wir uns, gar keine Frage!
Beifall bei der ÖVP.
In einem Punkt stimmen wir aber nicht überein: Eine Steuerreform, bei der Belastungen nur hin- und hergeschoben werden, ist für uns keine Steuerreform, meine sehr geehrten Damen und Herren, vielmehr muß unterm Strich eine Entlastung herausschauen. Ich sage ganz offen: Ich stimme jenen Experten zu, die sagen, daß eine echte Steuerreform zumindest ein Volumen von 35 bis 40 Milliarden Schilling bewegen und unterm Strich eine Entlastung von zumindest 15 Milliarden Schilling bringen muß. – Das wäre eine Herausforderung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Vielleicht können wir, wenn wir die Ergebnisse der Steuerreformkommission haben, auf dieser Basis in einen konstruktiven Dialog eintreten! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Sie haben gesagt, daß die Erbschaftsteuer ein Jobkiller ist!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Herr Kollege Stummvoll hat gerade gesagt, daß Abgeordneter Van der Bellen für eine Abschaffung der Erbschaftsteuer sei, aus welchen Gründen auch immer. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie haben gesagt, daß die Erbschaftsteuer ein Jobkiller ist!) Auch das habe ich nicht gesagt, das Wort "Jobkiller" habe ich nicht verwendet.
Beifall bei den Grünen.
Ich berichtige: Ich habe gesagt, derzeit werden in Österreich Erbschaften extrem unterschiedlich besteuert, nämlich von gar nicht – wie bei den KESt-pflichtigen Finanzvermögen – über sehr verzerrt – beispielsweise Immobilien – bis voll – wie etwa Gewerbetriebe. Deswegen meine ich, daß man sich entweder mit einer Abschaffung der Erbschaftsteuer oder aber mit einer Totalreform der Erbschaftsteuer anfreunden muß. Und meine Präferenz liegt, wenn Sie es wissen wollen, bei einer Reform der Erbschaftsteuer. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt frage ich Sie: Ist es wirklich die steuerpolitische Zielsetzung der Sozialdemokratie, daß sie bereits im unteren Bereich eine massive Mehrbelastung der Arbeitnehmer riskiert? – Das ist der Grund für die Schwarzarbeit, und das ist der Grund für den Verdruß, den viele bei den Leistungen haben, Herr Staatssekretär, weil sie sagen: Es zahlt sich für uns nicht aus, mehr zu arbeiten, weil mir allein schon die kalte Progression in den letzten Jahren ganz gewaltig viel weggefressen hat. – Da nützen Ihre Argumente nicht, daß die Stabilität wichtig ist und daß Sie das Budget saniert haben. – Sie haben vielleicht das Budget saniert, aber Sie haben es auf Kosten einer ganz massiven Mehrbelastung der Leistungsträger, nämlich der fleißigen und tüchtigen Leute in diesem Land gemacht! Das ist es! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher stellt sich mir die Frage: Warum verweigern Sie sich einer massiven, spürbaren Steuersenkung? Warum verweigern Sie sich einer Rückführung der kalten Progression? – Weil in Wirklichkeit der Finanzminister bereits für die EU-Ostöffnung ansparen muß, weil das die nächste Belastungsrunde wird. Daher sagen wir Freiheitlichen: Lassen Sie den Unsinn dieser Ostöffnung! Verschieben Sie dieses Projekt, und regeln Sie zuerst einmal in Österreich die Verhältnisse, daß Leistung sich wieder lohnt und daß die Bürger sich wieder anstrengen und Freude haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ihre Politik – ich glaube, ich konnte es Ihnen an diesem Beispiel demonstrieren – ist jedenfalls eine laufende Produktion von Armutsfällen in Österreich und sonst nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich stimme Ihnen schon zu. Sie gehen aber ständig den umgekehrten Weg! Sie haben eine Einkommensteuervorauszahlung in den Sparpaketen mitbeschlossen. Sie haben die Verlustvorträge ausgesetzt. Sie machen genau das Gegenteil von dem, was Investitionsfreude ausmacht. Sie haben den 13. Umsatzsteuertermin eingeführt. Sie, die Sie hier herausgehen und groß reden und sagen: Wir müssen die Leute entlasten, wir müssen die Betriebe wieder flottmachen!, waren mit daran beteiligt! Das ist Ihre Politik! Sie tun genau das Gegenteil von dem, was Sie, Herr Kollege Stummvoll, hier propagieren! Sonst könnte ich schon mit Ihnen mitgehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Ja, über Sie!
Weil Sie jetzt die Hände zusammengeschlagen haben, sage ich Ihnen: Sie müssen die Hände wirklich zusammenschlagen! (Abg. Dr. Stummvoll: Ja, über Sie!) Aber Sie müssen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, Herr Kollege! Denn Ihre Fraktion – Kollege Feurstein sitzt hier – hat jetzt einen Antrag eingebracht, daß rückwirkend mit April alle, also auch die Ausländer, in den Bezug der Notstandshilfe mit einbezogen werden. Jetzt wird also wieder ein dreistelliger Millionenbetrag an Lohnnebenkosten dazukommen! (Abg. Dr. Feurstein: Das stimmt nicht!) Ich gratuliere Ihnen zu dieser Politik! Das ist genau Ihre Politik, so läuft das, diese Absichten haben Sie! (Abg. Dr. Stummvoll: Das stimmt nicht, wie so oft!)
Abg. Dr. Feurstein: Das stimmt nicht!
Weil Sie jetzt die Hände zusammengeschlagen haben, sage ich Ihnen: Sie müssen die Hände wirklich zusammenschlagen! (Abg. Dr. Stummvoll: Ja, über Sie!) Aber Sie müssen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, Herr Kollege! Denn Ihre Fraktion – Kollege Feurstein sitzt hier – hat jetzt einen Antrag eingebracht, daß rückwirkend mit April alle, also auch die Ausländer, in den Bezug der Notstandshilfe mit einbezogen werden. Jetzt wird also wieder ein dreistelliger Millionenbetrag an Lohnnebenkosten dazukommen! (Abg. Dr. Feurstein: Das stimmt nicht!) Ich gratuliere Ihnen zu dieser Politik! Das ist genau Ihre Politik, so läuft das, diese Absichten haben Sie! (Abg. Dr. Stummvoll: Das stimmt nicht, wie so oft!)
Abg. Dr. Stummvoll: Das stimmt nicht, wie so oft!
Weil Sie jetzt die Hände zusammengeschlagen haben, sage ich Ihnen: Sie müssen die Hände wirklich zusammenschlagen! (Abg. Dr. Stummvoll: Ja, über Sie!) Aber Sie müssen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, Herr Kollege! Denn Ihre Fraktion – Kollege Feurstein sitzt hier – hat jetzt einen Antrag eingebracht, daß rückwirkend mit April alle, also auch die Ausländer, in den Bezug der Notstandshilfe mit einbezogen werden. Jetzt wird also wieder ein dreistelliger Millionenbetrag an Lohnnebenkosten dazukommen! (Abg. Dr. Feurstein: Das stimmt nicht!) Ich gratuliere Ihnen zu dieser Politik! Das ist genau Ihre Politik, so läuft das, diese Absichten haben Sie! (Abg. Dr. Stummvoll: Das stimmt nicht, wie so oft!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden eine Sonderprüfung beantragen. Schauen wir uns einmal an, wie es sich in allen Ministerien verhält, ob uns der Herr Staatssekretär die Wahrheit erzählt, wenn er sagt: Wir werden jetzt bei der Verwaltung den Gürtel enger schnallen! – In Wirklichkeit läuft die Entwicklung so, daß Sie oben ständig Neues dazugeben, hingegen dort reduzieren, wo Dienstleistungen für die Bevölkerung erbracht werden, nämlich draußen, ob bei der Polizei, bei der Gendarmerie, bei Dienstleistungen im Sozialbereich. Das ist meines Erachtens der Fehler einer Verwaltungsreform, wie wir sie nicht haben wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (fortsetzend): Ich sage zum Abschluß, Herr Präsident, daß die steuerpolitische Diskussion für uns unverzichtbar ist, weil nur mit niedrigen Steuern der Staat wirklich gezwungen wird, schlanker zu werden, und nur mit niedrigen Steuern die Standortqualität Österreichs für die Zukunft gesichert ist, damit es mehr Arbeitsplätze gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Kennen Sie unsere Klientel?
Sie haben sehr ausführlich und immer wieder in verschiedenen Zusammenhängen das Wort "Verteilungsgerechtigkeit" verwendet und ins Spiel gebracht. In Wirklichkeit glaube ich, daß Sie im wesentlichen Klientelpolitik betreiben, die man allerdings nicht unter dem Flaggschiff "Verteilungsgerechtigkeit" laufen lassen sollte. Gegen Klientelpolitik ist ja im Prinzip nichts zu sagen, nur sollten Sie diese offen betreiben und nicht versteckt. (Abg. Mag. Peter: Kennen Sie unsere Klientel?) Ich werde laufend darauf zurückkommen!
Abg. Smolle: Im Herzen sind Sie ja ein Liberaler!
Ich möchte vorweg auch sagen, daß wir selbstverständlich in sehr vielen Punkten Ihrem Papier zustimmen, zum Beispiel der textlichen Einleitung, in welcher erwähnt wird, daß die Sparpakete I und II zur höchsten Abgabenquote der Zweiten Republik geführt haben. Das ist unbestritten und unbestreitbar. Und auch die Tatsache, daß die Bundesregierung mit politischen Konzepten für eine hinreichende ausgabenseitige Konsolidierung säumig ist, ist unbestreitbar. Und es findet sich in Ihrem Papier auch ein interessanter Hinweis auf die Parallelstrukturen, Doppelgleisigkeiten zwischen Finanzbehörden und Sozialversicherungsträgern. In vielen solcher Details kann ich durchaus mit Ihnen mitgehen. (Abg. Smolle: Im Herzen sind Sie ja ein Liberaler!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich konzentriere mich jetzt aber auf die meiner Meinung nach einseitigen Darstellungen in Ihrem Papier und auf die Auslassungen. Gerade durch das, was Sie nicht sagen, betreiben Sie in Ihrem Papier mehr Klientelpolitik als etwas anderes. Zur Frage der Begünstigung des 13. und 14. Gehalts hat Kollege Nowotny schon Stellung genommen. Die Grünen haben immer wieder darauf hingewiesen, daß die Begünstigung des 13. und 14. Gehaltes natürlich vor allem eine Begünstigung der hohen und höchsten Einkommen im Bereich der Unselbständigen und somit eine überproportionale Begünstigung dieser Gehaltsbezieher darstellt und daß eine Lohnsteuerreform zugunsten der unteren und mittleren Einkommen daran etwas ändern sollte. Sie tun jedoch etwas ganz anderes: Sie wollen die Begünstigung des 13. und 14. Gehaltes abschaffen und damit eine allgemeine Tarifsenkung finanzieren, die allen möglichen Leuten zugute kommt, nicht nur den Arbeitnehmern, sondern selbstverständlich auch den Selbständigen und Gewerbetreibenden. Dadurch würde der Spitzensteuersatz bei den Selbständigen von 50 Prozent auf 40 Prozent sinken und bei den Unselbständigen von rund 43 auf 40 Prozent. Der Unterschied ist also, daß die Senkung bei den Selbständigen 20 Prozent beträgt und bei den Unselbständigen rund 7 Prozent. Daher weiß ich nicht, warum das unter dem Stichwort "Verteilungsgerechtigkeit" laufen soll. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Smolle: Sie müssen unser Gesamtkonzept lesen!
Sie übernehmen die eine Kapitelüberschrift, die lautet: "Hohe steuerliche Belastung des Faktors Arbeit". Das ist eh klar, das wissen wir! Aber die nächste Kapitelüberschrift der OECD – es handelt sich hiebei nicht um irgendein Papier des "Roten Börsenkrach" – zitieren Sie nicht, denn diese lautet: "Niedrige effektive Besteuerung von Vermögenseinkommen". – Ich warte darauf, daß Sie dazu Stellung nehmen! (Abg. Smolle: Sie müssen unser Gesamtkonzept lesen!)
Beifall bei den Grünen.
Ich muß nicht Goethe vorwärts und rückwärts lesen! Wenn Sie eine dringliche Anfrage einbringen, dann lese ich den Text Ihrer dringlichen Anfrage – denn das können Sie mit Fug und Recht erwarten – und die Fragen. Den Rest schicken Sie mir bitte nach Hause beziehungsweise lieber ins Büro, dann lese ich das bei Gelegenheit! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schmidt: Vollkommen richtig!
Ich möchte nicht mißverstanden werden: Auch die Grünen befürworten die Abgeltung der kalten Progression bei der Einkommensteuer beziehungsweise Lohnsteuer und haben diese immer schon verlangt, überhaupt keine Frage. Aber dafür brauchen wir keine Steuerreformkommission, dafür genügen zwei Beamte im Finanzministerium, vielleicht sogar nur einer! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Schmidt: Vollkommen richtig!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Außerdem haben wir eine Ökologisierung des Steuersystems verlangt, welcher Herr Minister Edlinger mehrfach und unzweideutig zugestimmt hat. Aber all das verflacht irgendwie! Und ich habe es sehr bedauert, daß in Ihrer Dringlichen, die an sich zu einem richtigen Zeitpunkt kommt, diese großen Fragen im Grunde nicht angeschnitten werden, sondern daß Sie diese halt dazu verwenden, um das Ergebnis Ihrer Klubklausur mit der Abschaffung der Begünstigung des 13. und 14. Gehaltes zu verkaufen. Ich verstehe das. Aber ein bisserl enttäuscht hat mich das schon, noch dazu, wenn die Anfrage unter dem großen Stichwort "Verteilungsgerechtigkeit" läuft. Ich meine nämlich, daß Verteilungsgerechtigkeit wirklich viel, viel mehr als das ist! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Posch: Das war keine Polemik, das war eine Tatsachenfeststellung! – Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Gerade noch vorhin, bevor Kollege Van der Bellen zu reden begonnen hat, habe ich mir gedacht, daß wir jetzt eine Dringliche Anfrage haben, bei der ich mich mit den Versäumnissen der Bundesregierung auseinandersetzen können werde. Jetzt muß ich mich aber auch mit der Polemik des von mir durchaus geschätzten Kollegen Van der Bellen auseinandersetzen! (Abg. Mag. Posch: Das war keine Polemik, das war eine Tatsachenfeststellung! – Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.) Herr Kollege Van der Bellen! Sie haben natürlich recht. (Abg. Haigermoser: Raus aus dem Glashaus!) Darf ich um Aufmerksamkeit bitten! Vielleicht versuchen wir einmal, hier von dieser Stelle aus wirklich zu diskutieren! Wir sitzen ja selten gemeinsam in Ausschüssen, daher möchte ich jetzt auf ein paar Aspekte eingehen.
Abg. Haigermoser: Raus aus dem Glashaus!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Gerade noch vorhin, bevor Kollege Van der Bellen zu reden begonnen hat, habe ich mir gedacht, daß wir jetzt eine Dringliche Anfrage haben, bei der ich mich mit den Versäumnissen der Bundesregierung auseinandersetzen können werde. Jetzt muß ich mich aber auch mit der Polemik des von mir durchaus geschätzten Kollegen Van der Bellen auseinandersetzen! (Abg. Mag. Posch: Das war keine Polemik, das war eine Tatsachenfeststellung! – Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.) Herr Kollege Van der Bellen! Sie haben natürlich recht. (Abg. Haigermoser: Raus aus dem Glashaus!) Darf ich um Aufmerksamkeit bitten! Vielleicht versuchen wir einmal, hier von dieser Stelle aus wirklich zu diskutieren! Wir sitzen ja selten gemeinsam in Ausschüssen, daher möchte ich jetzt auf ein paar Aspekte eingehen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie kennen nur das Papier, sagen Sie, und in diesem steht es nicht. – Stimmt! Gebe ich zu! Aber tun Sie nicht so, als ob Sie unter Gedächtnisverlust leiden würden! Sie werden doch nicht die Debatten der letzten drei Jahre vergessen haben! Und übrigens setzt man bei einer ökologischen Steuerreform hauptsächlich bei den Lohnnebenkosten an, die hier auch nicht vorkommen. Wenn Sie uns vorwerfen, wir hätten uns nicht mit den Lohnnebenkosten beschäftigt, so gebe ich auch das zu. Aber das war nicht der Gegenstand dieser Anfrage! Und wenn Sie meinen, daß die Sechstelbegünstigung, die hier sehr stark in den Mittelpunkt gestellt wird, nicht der Verteilungsgerechtigkeit dient, dann sage ich: Das gilt wohl für die Vorstandsvorsitzenden der großen Aktiengesellschaften, für die Spitzenfunktionäre in den Kammern, die von den Sechstelbegünstigungen "windfall profits" mitnehmen, von denen ein gewöhnlicher Selbständiger nur träumen kann! (Beifall beim Liberalen Forum.) Verstehen Sie mich?
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Sie hingegen die Masseneinkommen betrachten, die neuen Selbständigen, die kleinen Gewerbetreibenden, dann werden Sie sehen, daß dort die Sechstelbegünstigung zwar derzeit für die unselbständig Erwerbstätigen im Jahresergebnis etwas Wichtiges ist, wir ihnen das aber mit der Steuerreform vielfach zurückgeben. Und warum sollen wir das dann nicht auch den kleinen Gewerbetreibenden geben? Nennen Sie mir einen Grund dafür, warum es sich nicht um Verteilungsgerechtigkeit handelt, wenn ich dem Greißler ums Eck dieselben Steuern geben will wie dem Mitarbeiter im Unternehmen A oder B, wenn beide im Prinzip dasselbe Jahreseinkommen haben! Und sagen Sie mir nicht, der Greißler hat mehr Möglichkeiten, Steuertricks zu machen. Vernadern Sie mir die Greißler nicht! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist vielmehr die Frage zu stellen, ob man nicht auch den unselbständig Erwerbstätigen mehr Möglichkeiten geben sollte, Aufwendungen, die sie haben, beispielsweise für Fort- und Weiterbildung, tatsächlich unmittelbar geltend zu machen. Das hätte ich mir von Ihnen erwartet! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Posch: Das hat er sicher nicht gesagt!
Ich erwähne in diesem Zusammenhang den Kollegen Nowotny, der momentan nicht im Saal ist. Er hat gesagt, es sei ganz schlecht, wenn die Masseneinkommen und damit die Kaufkraft steige, es sei viel besser, wenn der Staat das Geld ausgebe, denn das kurble die Wirtschaft stärker an. (Abg. Mag. Posch: Das hat er sicher nicht gesagt!) Ich bin zwar auch der Meinung, daß der Staat im Bereich von Infrastrukturinvestitionen etc. pp. das Seine zu tun hat. Aber was an der Massenkaufkraft schlecht für die Wirtschaftsentwicklung sein soll, kann ich nicht erkennen, außer dem Umstand, daß die Leute in diesem Fall selber entscheiden können, wofür sie das Geld ausgeben. Das gefällt Ihnen vielleicht nicht, das könnte schon sein. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Smolle – in Richtung des Abg. Mag. Posch –: Sie müssen dem Nowotny zuhören, wenn er redet!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Smolle – in Richtung des Abg. Mag. Posch –: Sie müssen dem Nowotny zuhören, wenn er redet!
Ich erwähne in diesem Zusammenhang den Kollegen Nowotny, der momentan nicht im Saal ist. Er hat gesagt, es sei ganz schlecht, wenn die Masseneinkommen und damit die Kaufkraft steige, es sei viel besser, wenn der Staat das Geld ausgebe, denn das kurble die Wirtschaft stärker an. (Abg. Mag. Posch: Das hat er sicher nicht gesagt!) Ich bin zwar auch der Meinung, daß der Staat im Bereich von Infrastrukturinvestitionen etc. pp. das Seine zu tun hat. Aber was an der Massenkaufkraft schlecht für die Wirtschaftsentwicklung sein soll, kann ich nicht erkennen, außer dem Umstand, daß die Leute in diesem Fall selber entscheiden können, wofür sie das Geld ausgeben. Das gefällt Ihnen vielleicht nicht, das könnte schon sein. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Smolle – in Richtung des Abg. Mag. Posch –: Sie müssen dem Nowotny zuhören, wenn er redet!)
Abg. Dr. Stummvoll: Nicht mehrheitsfähig, habe ich gesagt!
Kollege Stummvoll hat den 13. und 14. Monatslohn verteidigt. Habe ich das richtig verstanden? Sie haben gemeint, das sei ... (Abg. Dr. Stummvoll: Nicht mehrheitsfähig, habe ich gesagt!) Ja! Sie haben gesagt, das sei nicht mehrheitsfähig. Es sind aber nicht die "mehreren", die so hoch verdienen, daß sie das 13. und 14. Gehalt immer noch brauchen. Das meine ich nicht! (Abg. Koppler: Machen S‘ eine Presseaussendung, Herr Stummvoll!)
Abg. Koppler: Machen S‘ eine Presseaussendung, Herr Stummvoll!
Kollege Stummvoll hat den 13. und 14. Monatslohn verteidigt. Habe ich das richtig verstanden? Sie haben gemeint, das sei ... (Abg. Dr. Stummvoll: Nicht mehrheitsfähig, habe ich gesagt!) Ja! Sie haben gesagt, das sei nicht mehrheitsfähig. Es sind aber nicht die "mehreren", die so hoch verdienen, daß sie das 13. und 14. Gehalt immer noch brauchen. Das meine ich nicht! (Abg. Koppler: Machen S‘ eine Presseaussendung, Herr Stummvoll!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie geht nun zwar das Vertragsbedienstetenrecht an, läßt sich aber gleichzeitig von der GÖD ausrichten, daß diese Vertragsbediensteten, diese "Minderläufer", diese "Unterläufer", natürlich keine Führungspositionen besetzen können. – Wozu brauche ich sie aber dann? Als Wasserträger für die Pragmatisierten? Damit gäbe ich dem Dreck eine Watsch’n. Das brauche ich nicht. Ich will, daß jemand, der im öffentlichen Dienst arbeitet, und sei er auch nur Vertragsbediensteter, dort jede Führungsfunktion ausüben kann, und das auf Zeit! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Lassing hat uns vorgeführt, was mit einem Minister, der außerdem selber mehr als einen Fehler in diesem Zusammenhang gemacht hat, passiert, wenn er zaghaft anfangen würde, durchzugreifen! Er stößt auf seine pragmatisierte Bergbehörde. Er zerschellt am Erz der Pragmatisierung. In diesem Fall wird vielleicht das Strafrecht helfen, denn wenn strafbare Handlungen begangen worden sein sollten, kriege ich mit dem Strafrecht auch Pragmatisierte weg. Aber es kann doch nicht die Ultima ratio der Verwaltungsreform sein, daß ich nur dann etwas ändern kann, wenn sich jemand strafbar macht. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Smolle: Aber auch die Arbeitslosenquote läßt sich leider sehen!
Ich halte die Fixierung dieser Anfrage der Liberalen auf die Abgabenquote jedoch grundsätzlich für etwas bedenklich, weil sie nicht den gesamtheitlichen Zugang sieht. Sich darauf zurückzuziehen, daß irgendwo steht, die Abgabenquote könnte zu negativen Effekten führen, mag für den Fall richtig sein, daß sie weiter steigt. Das ist aber de facto nicht der Fall, da man dieser heute historisch hohen Abgabenquote, wie sie derzeit gegeben ist, auch eine historisch hohe Beschäftigungsquote in diesem Land gegenüberstellen kann. (Abg. Smolle: Aber auch die Arbeitslosenquote läßt sich leider sehen!) Das heißt also, daß die Abgabenquote derzeit noch keine negativen Effekte gezeigt hat, und daß wir auch historisch betrachtet die höchste Beschäftigung in diesem Land haben, die es seit dem Jahr 1945 gegeben hat. Meiner Überzeugung nach sollte man daher nicht so isoliert darüber diskutieren.
Abg. Smolle: Die Historie dauert ein bißchen lang!
Eine weitere Kritik, die ich an diesem Antrag der Liberalen anbringen möchte, ist einfach diese doch sehr – wie soll ich sagen? – populäre oder populistische Form, die Bürokratie müsse dringend saniert werden, in den nächsten Jahren mindestens 25 Prozent, sagt Volker Kier. Das ist schon richtig, daß wir einen relativ hohen Anteil an Bürokratie in Österreich haben, das ist ja auch historisch bedingt, glaube ich, wie wir alle wissen. (Abg. Smolle: Die Historie dauert ein bißchen lang!) Wir wissen jedenfalls, daß jede Einsparung im öffentlichen Dienst de facto zu Arbeitslosigkeit im privaten Bereich führt, da nicht alle, die auf den Markt drängen, dort aufgenommen werden, weil ihre Tätigkeiten zum Teil gar nicht nachgefragt werden.
Abg. Dr. Stummvoll: Bin schon da!
Wir sollten aber nicht nur über eine Steuersenkung debattieren. Auf der einen Seite gibt es die Steuern, auf der anderen Seite die Gehälter und Löhne. Kollege Stummvoll, der im Augenblick nicht anwesend ist, hat es bereits angesprochen. (Abg. Dr. Stummvoll: Bin schon da!) Oh! Er ist schon hier! – Herr Kollege! Sie haben gesagt, wir müßten versuchen, die Kaufkraft zu stärken. Für uns Sozialdemokraten hieße das aber auch, daß wir bei den Löhnen und Gehältern im Realeinkommen etwas tun müssen. (Abg. Böhacker: Das geht am einfachsten durch Lohnsteuersenkung!) Eine Gelegenheit dazu wird es bereits in den nächsten Wochen geben. (Abg. Dr. Stummvoll: Mehr netto, weniger brutto!) Ich bin überzeugt davon, daß sich unsere Freunde auf Sie berufen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Das geht am einfachsten durch Lohnsteuersenkung!
Wir sollten aber nicht nur über eine Steuersenkung debattieren. Auf der einen Seite gibt es die Steuern, auf der anderen Seite die Gehälter und Löhne. Kollege Stummvoll, der im Augenblick nicht anwesend ist, hat es bereits angesprochen. (Abg. Dr. Stummvoll: Bin schon da!) Oh! Er ist schon hier! – Herr Kollege! Sie haben gesagt, wir müßten versuchen, die Kaufkraft zu stärken. Für uns Sozialdemokraten hieße das aber auch, daß wir bei den Löhnen und Gehältern im Realeinkommen etwas tun müssen. (Abg. Böhacker: Das geht am einfachsten durch Lohnsteuersenkung!) Eine Gelegenheit dazu wird es bereits in den nächsten Wochen geben. (Abg. Dr. Stummvoll: Mehr netto, weniger brutto!) Ich bin überzeugt davon, daß sich unsere Freunde auf Sie berufen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Mehr netto, weniger brutto!
Wir sollten aber nicht nur über eine Steuersenkung debattieren. Auf der einen Seite gibt es die Steuern, auf der anderen Seite die Gehälter und Löhne. Kollege Stummvoll, der im Augenblick nicht anwesend ist, hat es bereits angesprochen. (Abg. Dr. Stummvoll: Bin schon da!) Oh! Er ist schon hier! – Herr Kollege! Sie haben gesagt, wir müßten versuchen, die Kaufkraft zu stärken. Für uns Sozialdemokraten hieße das aber auch, daß wir bei den Löhnen und Gehältern im Realeinkommen etwas tun müssen. (Abg. Böhacker: Das geht am einfachsten durch Lohnsteuersenkung!) Eine Gelegenheit dazu wird es bereits in den nächsten Wochen geben. (Abg. Dr. Stummvoll: Mehr netto, weniger brutto!) Ich bin überzeugt davon, daß sich unsere Freunde auf Sie berufen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sollten aber nicht nur über eine Steuersenkung debattieren. Auf der einen Seite gibt es die Steuern, auf der anderen Seite die Gehälter und Löhne. Kollege Stummvoll, der im Augenblick nicht anwesend ist, hat es bereits angesprochen. (Abg. Dr. Stummvoll: Bin schon da!) Oh! Er ist schon hier! – Herr Kollege! Sie haben gesagt, wir müßten versuchen, die Kaufkraft zu stärken. Für uns Sozialdemokraten hieße das aber auch, daß wir bei den Löhnen und Gehältern im Realeinkommen etwas tun müssen. (Abg. Böhacker: Das geht am einfachsten durch Lohnsteuersenkung!) Eine Gelegenheit dazu wird es bereits in den nächsten Wochen geben. (Abg. Dr. Stummvoll: Mehr netto, weniger brutto!) Ich bin überzeugt davon, daß sich unsere Freunde auf Sie berufen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Danke, daß du zugehört hast!
Ich will heute noch nicht über die "flat tax"-Ideen der FPÖ sprechen, weil wir sicherheitshalber abwarten wollen, was wir davon zu erwarten haben, aber wenn es nach den Aussagen Jörg Haiders in der letzten "Pressestunde" geht, wäre es natürlich eine sehr unsoziale und ... (Abg. Dr. Haider: Danke, daß du zugehört hast!) Natürlich, ja! (Abg. Dr. Haider: Jetzt weiß ich, warum ich immer so hohe Quoten habe! Weil alle Abgeordneten der Regierungsfraktionen zuhören!) Mir ist aber im Zusammenhang mit dieser "flat tax"-Geschichte aufgefallen, daß sie ein bißchen unsicher präsentiert wurde! Darum warte ich lieber ab.
Abg. Dr. Haider: Jetzt weiß ich, warum ich immer so hohe Quoten habe! Weil alle Abgeordneten der Regierungsfraktionen zuhören!
Ich will heute noch nicht über die "flat tax"-Ideen der FPÖ sprechen, weil wir sicherheitshalber abwarten wollen, was wir davon zu erwarten haben, aber wenn es nach den Aussagen Jörg Haiders in der letzten "Pressestunde" geht, wäre es natürlich eine sehr unsoziale und ... (Abg. Dr. Haider: Danke, daß du zugehört hast!) Natürlich, ja! (Abg. Dr. Haider: Jetzt weiß ich, warum ich immer so hohe Quoten habe! Weil alle Abgeordneten der Regierungsfraktionen zuhören!) Mir ist aber im Zusammenhang mit dieser "flat tax"-Geschichte aufgefallen, daß sie ein bißchen unsicher präsentiert wurde! Darum warte ich lieber ab.
Beifall bei der SPÖ.
Für uns gilt das Prinzip, daß nicht nur Steuerreduzierungen, sondern auch Steuererhöhungen da oder dort durchaus möglich sein können – das ist auch heute wieder das eine oder andere Mal andiskutiert worden. Ich bin überzeugt davon, daß wir mit dem SPÖ-Modell in der Debatte um eine Steuerreform gut abschneiden werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Peter: Es würde vor allem das Steuerprivileg des Herrn Feurstein senken! Das verstehe ich
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die heutige Diskussion wurde mit einer großen Erklärung der Liberalen eingeleitet, in der sie den Wunsch nach einer Debatte über die Steuerreform äußerten. – Meine Damen und Herren vom Liberalen Forum! Im Grunde geht es Ihnen aber nicht um eine generelle Steuerreform, sondern um ein Modell für eine Änderung des Einkommensteuersystems. Und nicht nur Van der Bellen, auch Dr. Stummvoll hat sich deutlich mit Ihrem Modell auseinandergesetzt und klargestellt, wie falsch, wie gefährlich, ja wie unmöglich für die Steuerzahler Ihr Modell wäre! (Abg. Mag. Peter: Es würde vor allem das Steuerprivileg des Herrn Feurstein senken! Das verstehe ich) Ich darf ganz kurz sagen, was Ihr ... (Abg. Mag. Peter: Sie bangen um Ihr 13. und 14. Gehalt!)
Abg. Mag. Peter: Sie bangen um Ihr 13. und 14. Gehalt!
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die heutige Diskussion wurde mit einer großen Erklärung der Liberalen eingeleitet, in der sie den Wunsch nach einer Debatte über die Steuerreform äußerten. – Meine Damen und Herren vom Liberalen Forum! Im Grunde geht es Ihnen aber nicht um eine generelle Steuerreform, sondern um ein Modell für eine Änderung des Einkommensteuersystems. Und nicht nur Van der Bellen, auch Dr. Stummvoll hat sich deutlich mit Ihrem Modell auseinandergesetzt und klargestellt, wie falsch, wie gefährlich, ja wie unmöglich für die Steuerzahler Ihr Modell wäre! (Abg. Mag. Peter: Es würde vor allem das Steuerprivileg des Herrn Feurstein senken! Das verstehe ich) Ich darf ganz kurz sagen, was Ihr ... (Abg. Mag. Peter: Sie bangen um Ihr 13. und 14. Gehalt!)
Abg. Mag. Peter: Sie zahlen mehr, das ist klar!
Herr Mag. Peter! Ihr Modell sieht eine gewaltige Umschichtung von den Nicht-Erwerbseinkommen zu den Erwerbseinkommen vor. (Abg. Mag. Peter: Sie zahlen mehr, das ist klar!) Derjenige, der arbeitet, darf Ihr Modell bezahlen, da er mehr Steuer zahlt, derjenige, der nicht arbeitet, wird von Ihrem Modell begünstigt (Abg. Mag. Peter: Also die Selbständigen arbeiten nicht?) – und das ist das Gefährliche Ihres Modells, Herr Kollege Peter. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Du bist ein Abkassierer!)
Abg. Mag. Peter: Also die Selbständigen arbeiten nicht?
Herr Mag. Peter! Ihr Modell sieht eine gewaltige Umschichtung von den Nicht-Erwerbseinkommen zu den Erwerbseinkommen vor. (Abg. Mag. Peter: Sie zahlen mehr, das ist klar!) Derjenige, der arbeitet, darf Ihr Modell bezahlen, da er mehr Steuer zahlt, derjenige, der nicht arbeitet, wird von Ihrem Modell begünstigt (Abg. Mag. Peter: Also die Selbständigen arbeiten nicht?) – und das ist das Gefährliche Ihres Modells, Herr Kollege Peter. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Du bist ein Abkassierer!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Du bist ein Abkassierer!
Herr Mag. Peter! Ihr Modell sieht eine gewaltige Umschichtung von den Nicht-Erwerbseinkommen zu den Erwerbseinkommen vor. (Abg. Mag. Peter: Sie zahlen mehr, das ist klar!) Derjenige, der arbeitet, darf Ihr Modell bezahlen, da er mehr Steuer zahlt, derjenige, der nicht arbeitet, wird von Ihrem Modell begünstigt (Abg. Mag. Peter: Also die Selbständigen arbeiten nicht?) – und das ist das Gefährliche Ihres Modells, Herr Kollege Peter. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Du bist ein Abkassierer!)
Abg. Mag. Peter: Wollen Sie mehr Selbständige oder weniger?
Und innerhalb der Erwerbstätigen beabsichtigen Sie eine gewaltige Veränderung von den Selbständigen zu den Unselbständigen (Abg. Mag. Peter: Wollen Sie mehr Selbständige oder weniger?) – das heißt, die Unselbständigen werden von Ihnen zur Kasse gebeten. (Abg. Mag. Peter: Sie wollen weniger!) Das 13. und 14. Monatsgehalt wird bei Ihrem Modell voll besteuert. (Abg. Dr. Khol: Unerhört!) Überstunden werden bei Ihrem Modell voll besteuert. (Abg. Mag. Peter: 200 000 zu 6 Prozent! Das ist ein Grund!)
Abg. Mag. Peter: Sie wollen weniger!
Und innerhalb der Erwerbstätigen beabsichtigen Sie eine gewaltige Veränderung von den Selbständigen zu den Unselbständigen (Abg. Mag. Peter: Wollen Sie mehr Selbständige oder weniger?) – das heißt, die Unselbständigen werden von Ihnen zur Kasse gebeten. (Abg. Mag. Peter: Sie wollen weniger!) Das 13. und 14. Monatsgehalt wird bei Ihrem Modell voll besteuert. (Abg. Dr. Khol: Unerhört!) Überstunden werden bei Ihrem Modell voll besteuert. (Abg. Mag. Peter: 200 000 zu 6 Prozent! Das ist ein Grund!)
Abg. Dr. Khol: Unerhört!
Und innerhalb der Erwerbstätigen beabsichtigen Sie eine gewaltige Veränderung von den Selbständigen zu den Unselbständigen (Abg. Mag. Peter: Wollen Sie mehr Selbständige oder weniger?) – das heißt, die Unselbständigen werden von Ihnen zur Kasse gebeten. (Abg. Mag. Peter: Sie wollen weniger!) Das 13. und 14. Monatsgehalt wird bei Ihrem Modell voll besteuert. (Abg. Dr. Khol: Unerhört!) Überstunden werden bei Ihrem Modell voll besteuert. (Abg. Mag. Peter: 200 000 zu 6 Prozent! Das ist ein Grund!)
Abg. Mag. Peter: 200 000 zu 6 Prozent! Das ist ein Grund!
Und innerhalb der Erwerbstätigen beabsichtigen Sie eine gewaltige Veränderung von den Selbständigen zu den Unselbständigen (Abg. Mag. Peter: Wollen Sie mehr Selbständige oder weniger?) – das heißt, die Unselbständigen werden von Ihnen zur Kasse gebeten. (Abg. Mag. Peter: Sie wollen weniger!) Das 13. und 14. Monatsgehalt wird bei Ihrem Modell voll besteuert. (Abg. Dr. Khol: Unerhört!) Überstunden werden bei Ihrem Modell voll besteuert. (Abg. Mag. Peter: 200 000 zu 6 Prozent! Das ist ein Grund!)
Abg. Mag. Peter: 200 000 zu 6 Prozent! Daß Sie sich nicht genieren! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Herr Abgeordneter Peter! Die Abfertigung wollen Sie mit dem halben Satz besteuern! (Abg. Mag. Peter: 200 000 zu 6 Prozent! Daß Sie sich nicht genieren! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das ist eine gewaltige Umverteilung von den Unselbständigen weg – die unselbständig Erwerbstätigen sollen Ihre Steuerreform bezahlen! Und dazu können und müssen wir eindeutig nein sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Auch das ist nur halb richtig!
Herr Abgeordneter Peter! Widersprüchlichkeit kommt ja auch darin zum Ausdruck, daß Sie auf der einen Seite den Spitzensteuersatz von 50 auf 40 Prozent herunternehmen wollen, auf der anderen Seite aber – wie Herr Abgeordneter Kier schon einige Male gesagt hat – Mehrbelastungen bei den Lohnkosten verursachen würden, indem die Höchstbeitragsgrundlage für die Sozialversicherungsbeiträge einfach gestrichen werden soll. (Abg. Mag. Peter: Auch das ist nur halb richtig!) Das sind Lohnkostenerhöhungen, und zwar gewaltige, die nicht akzeptiert werden können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Und wie Sie das sagen! Das wissen Sie ganz genau! Ich werfe Ihnen Polemik vor!) Die Widersprüchlichkeit Ihres Konzeptes ist augenscheinlich, seine Wirkungen wären katastrophal.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Und wie Sie das sagen! Das wissen Sie ganz genau! Ich werfe Ihnen Polemik vor!
Herr Abgeordneter Peter! Widersprüchlichkeit kommt ja auch darin zum Ausdruck, daß Sie auf der einen Seite den Spitzensteuersatz von 50 auf 40 Prozent herunternehmen wollen, auf der anderen Seite aber – wie Herr Abgeordneter Kier schon einige Male gesagt hat – Mehrbelastungen bei den Lohnkosten verursachen würden, indem die Höchstbeitragsgrundlage für die Sozialversicherungsbeiträge einfach gestrichen werden soll. (Abg. Mag. Peter: Auch das ist nur halb richtig!) Das sind Lohnkostenerhöhungen, und zwar gewaltige, die nicht akzeptiert werden können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Und wie Sie das sagen! Das wissen Sie ganz genau! Ich werfe Ihnen Polemik vor!) Die Widersprüchlichkeit Ihres Konzeptes ist augenscheinlich, seine Wirkungen wären katastrophal.
Abg. Dr. Haider: Das ist diese Regierungspolitik, wo ihr dabei seid! – Abg. Haigermoser: Feurstein beschwert sich über sich selbst!
Es ist sicherlich richtig, daß in dieser Diskussion immer wieder darauf hingewiesen wird, daß in den letzten Jahren die Erwerbstätigen, die Einkommensteuerpflichtigen und Lohnsteuerpflichtigen, einen ständig steigenden und wachsenden Beitrag des Steueraufkommens geleistet haben. Von 1990 bis 1998 ist das Lohnsteueraufkommen um 80 Prozent, die Gesamteinnahmen an Steuern und Abgaben aber nur um 64 Prozent gestiegen. Das heißt also, daß die Lohnsteuerpflichtigen in diesen acht Jahren einen wesentlich höheren Beitrag als eben alle anderen Steuerpflichtigen geleistet haben. (Abg. Dr. Haider: Das ist diese Regierungspolitik, wo ihr dabei seid! – Abg. Haigermoser: Feurstein beschwert sich über sich selbst!) Dazu gehören auch die Umsatzsteuer und die Verbrauchssteuern, ich spreche vom ganzen Steueraufkommen, Herr Abgeordneter Haider. (Abg. Dr. Haider: Deine Politik, Gottfried!)
Abg. Dr. Haider: Deine Politik, Gottfried!
Es ist sicherlich richtig, daß in dieser Diskussion immer wieder darauf hingewiesen wird, daß in den letzten Jahren die Erwerbstätigen, die Einkommensteuerpflichtigen und Lohnsteuerpflichtigen, einen ständig steigenden und wachsenden Beitrag des Steueraufkommens geleistet haben. Von 1990 bis 1998 ist das Lohnsteueraufkommen um 80 Prozent, die Gesamteinnahmen an Steuern und Abgaben aber nur um 64 Prozent gestiegen. Das heißt also, daß die Lohnsteuerpflichtigen in diesen acht Jahren einen wesentlich höheren Beitrag als eben alle anderen Steuerpflichtigen geleistet haben. (Abg. Dr. Haider: Das ist diese Regierungspolitik, wo ihr dabei seid! – Abg. Haigermoser: Feurstein beschwert sich über sich selbst!) Dazu gehören auch die Umsatzsteuer und die Verbrauchssteuern, ich spreche vom ganzen Steueraufkommen, Herr Abgeordneter Haider. (Abg. Dr. Haider: Deine Politik, Gottfried!)
Abg. Koppler: Das ist aber nur ein Teil Ihrer Vorschläge!
Deshalb haben wir uns eine Steuerreform zum Ziel gesetzt, die eindeutig die unteren und mittleren Einkommen entlastet. Unser Vorschlag lautet, jene Steuersätze zu senken, die die mittleren und unteren Einkommen betreffen. Das würde bedeuten, daß man, anders als nach den Vorschlägen des Liberalen Forums, die eine Senkung um 10 Prozent vorsehen – etwas, das sich nicht finanzieren läßt –, die unteren und mittleren Steuersätze moderat um 2 Prozentpunkte senkt. Meine Damen und Herren, das ist realistisch! (Abg. Koppler: Das ist aber nur ein Teil Ihrer Vorschläge!)
Abg. Verzetnitsch: 300!
Ich bedauere es, daß aus dem Finanzministerium dieser Tage ein Vorschlag gekommen ist, bei dem es um 200 S geht. Ich glaube nicht, daß das ein realistischer Vorschlag ist: 200 S! (Abg. Verzetnitsch: 300!) Ich habe 200 S gelesen, aber vielleicht sind es 300 S, Herr Präsident Verzetnitsch. Aber weder 200 S noch 300 S sind ein realistischer Vorschlag. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Ich bedauere es, daß aus dem Finanzministerium dieser Tage ein Vorschlag gekommen ist, bei dem es um 200 S geht. Ich glaube nicht, daß das ein realistischer Vorschlag ist: 200 S! (Abg. Verzetnitsch: 300!) Ich habe 200 S gelesen, aber vielleicht sind es 300 S, Herr Präsident Verzetnitsch. Aber weder 200 S noch 300 S sind ein realistischer Vorschlag. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Schmidt: Sakrosankt!
Wir müssen daher ganz klar sagen: Gewisse Dinge sind bei dieser Steuerreform für uns unantastbar. (Abg. Dr. Schmidt: Sakrosankt!) Den ersten Punkt habe ich schon klar erwähnt, nämlich kein Angriff auf das 13. und 14. Monatsgehalt und auf die Abfertigungen – kein Angriff auf diese beiden Bereiche. (Abg. Böhacker: Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! – Abg. Haigermoser: Das glaubt er ja selber nicht!)
Abg. Böhacker: Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! – Abg. Haigermoser: Das glaubt er ja selber nicht!
Wir müssen daher ganz klar sagen: Gewisse Dinge sind bei dieser Steuerreform für uns unantastbar. (Abg. Dr. Schmidt: Sakrosankt!) Den ersten Punkt habe ich schon klar erwähnt, nämlich kein Angriff auf das 13. und 14. Monatsgehalt und auf die Abfertigungen – kein Angriff auf diese beiden Bereiche. (Abg. Böhacker: Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! – Abg. Haigermoser: Das glaubt er ja selber nicht!)
Abg. Haigermoser: Ihr macht euch das immer über Hinterzimmer aus!
Zweiter Punkt: Ich bedauere es, Herr Finanz-Staatssekretär, daß aus der Steuerreformkommission immer wieder Indiskretionen nach außen gedrungen sind. (Abg. Haigermoser: Ihr macht euch das immer über Hinterzimmer aus!) Ich weiß nicht, ob das echte oder gezielte Indiskretionen sind. Aber wenn gesagt wird, die Steuerreformkommission beabsichtige, die Einheitswerte zu ändern und die Grundsteuer von den Verkehrswerten zu berechnen, so muß ich sagen, daß ein solcher Vorschlag nicht nur nicht mehrheitsfähig, sondern total falsch ist. (Abg. Böhacker: Das ist aber der derzeitige gesetzliche Zustand, Herr Kollege Feurstein!) Eine Erhöhung der Grundsteuer muß von der Steuerreform ausgenommen werden. Meine Damen und Herren! Es darf nirgends im Steuerreformpaket zu einer Änderung der Grundsteuer kommen – das ist ein ganz entscheidender Punkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Das ist aber der derzeitige gesetzliche Zustand, Herr Kollege Feurstein!
Zweiter Punkt: Ich bedauere es, Herr Finanz-Staatssekretär, daß aus der Steuerreformkommission immer wieder Indiskretionen nach außen gedrungen sind. (Abg. Haigermoser: Ihr macht euch das immer über Hinterzimmer aus!) Ich weiß nicht, ob das echte oder gezielte Indiskretionen sind. Aber wenn gesagt wird, die Steuerreformkommission beabsichtige, die Einheitswerte zu ändern und die Grundsteuer von den Verkehrswerten zu berechnen, so muß ich sagen, daß ein solcher Vorschlag nicht nur nicht mehrheitsfähig, sondern total falsch ist. (Abg. Böhacker: Das ist aber der derzeitige gesetzliche Zustand, Herr Kollege Feurstein!) Eine Erhöhung der Grundsteuer muß von der Steuerreform ausgenommen werden. Meine Damen und Herren! Es darf nirgends im Steuerreformpaket zu einer Änderung der Grundsteuer kommen – das ist ein ganz entscheidender Punkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweiter Punkt: Ich bedauere es, Herr Finanz-Staatssekretär, daß aus der Steuerreformkommission immer wieder Indiskretionen nach außen gedrungen sind. (Abg. Haigermoser: Ihr macht euch das immer über Hinterzimmer aus!) Ich weiß nicht, ob das echte oder gezielte Indiskretionen sind. Aber wenn gesagt wird, die Steuerreformkommission beabsichtige, die Einheitswerte zu ändern und die Grundsteuer von den Verkehrswerten zu berechnen, so muß ich sagen, daß ein solcher Vorschlag nicht nur nicht mehrheitsfähig, sondern total falsch ist. (Abg. Böhacker: Das ist aber der derzeitige gesetzliche Zustand, Herr Kollege Feurstein!) Eine Erhöhung der Grundsteuer muß von der Steuerreform ausgenommen werden. Meine Damen und Herren! Es darf nirgends im Steuerreformpaket zu einer Änderung der Grundsteuer kommen – das ist ein ganz entscheidender Punkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Die Eigenvorsorge wird eben nicht gefördert!
Wer für sich selbst vorsorgt, wer zur Stärkung der Eigenverantwortung beiträgt, soll eine steuerliche Entlastung haben. (Abg. Mag. Peter: Die Eigenvorsorge wird eben nicht gefördert!) Darum wird es für uns auch ein ganz wichtiger Punkt sein, daß wir dann zu einer Steuerentlastung kommen, wenn jemand für sich selbst sorgt. Denn Personen, die für sich selbst sorgen, entlasten damit schlußendlich den Staat. – Das ist ein ganz wichtiger Gesichtspunkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wer für sich selbst vorsorgt, wer zur Stärkung der Eigenverantwortung beiträgt, soll eine steuerliche Entlastung haben. (Abg. Mag. Peter: Die Eigenvorsorge wird eben nicht gefördert!) Darum wird es für uns auch ein ganz wichtiger Punkt sein, daß wir dann zu einer Steuerentlastung kommen, wenn jemand für sich selbst sorgt. Denn Personen, die für sich selbst sorgen, entlasten damit schlußendlich den Staat. – Das ist ein ganz wichtiger Gesichtspunkt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das sind nur zwei wichtige Grundsätze, die zu beachten sind. Wir werden diese Steuerreform sicherlich in den nächsten Monaten so rechtzeitig behandeln, daß es dann auch zu einer Beschlußfassung zum frühestmöglichen Zeitpunkt kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist auch allen völlig klar, daß man nicht aus jedem Papier die Gustostückerl herausziehen kann. Vor allem aber ist allen hier im Hohen Haus klar, daß die einzigen, die mit konkreten Konzepten und Papieren kommen, die Oppositionsparteien sind – in erster Linie die Freiheitliche Partei. Die Regierungsparteien hingegen haben überhaupt nichts getan, sondern sie kündigen nur irgendeine Steuerreformkommission an, die keine Kompetenz hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stippel: Vor allem bei der FPÖ! Vor allem bei der FPÖ-Niederösterreich!
Die Roten schleichen sich überhaupt aus der Debatte hinaus. Warum schleichen Sie sich denn hinaus? – Sie tun dies, weil nun der Zeitpunkt gekommen ist, da die Budgetkosmetik zu Ende ist. Sie haben kein Geld mehr, sie können nichts mehr zur Verfügung stellen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stippel: Vor allem bei der FPÖ! Vor allem bei der FPÖ-Niederösterreich!) Doch genau das haben wir immer gesagt, Herr Staatssekretär. Sie haben vorhin deutlich gesagt, mit 2,6 Prozent Budgetdefizit seien Sie nicht einverstanden, damit seien Sie nicht glücklich. Das ist erstmalig, daß Sie das zugeben.
Abg. Böhacker: Milliarden!
Sie haben einen Stand von Haftungen in der Höhe von 359 Millionen Schilling. Von diesen 359 Millionen Schilling sind allein 107 Millionen Schilling bereits Umschuldungsgarantien, und zwar 39 Millionen für Rußland und 38 Millionen für Polen. (Abg. Böhacker: Milliarden!) Ja wie lange wollen Sie denn das noch umschulden? Sie wollen es möglichst lange umschulden, damit Sie es immer wieder hinausziehen können (Rufe: Milliarden! Milliarden, nicht Millionen!) – ah, Milliarden, Entschuldigung! (Abg. Hans Helmut Moser: Millionen oder Milliarden – das ist nicht so genau!) –, damit Sie es nicht in das Budget einstellen müssen, was praktisch die Staatsverschuldung beziehungsweise das Defizit steigern würde.
Rufe: Milliarden! Milliarden, nicht Millionen!
Sie haben einen Stand von Haftungen in der Höhe von 359 Millionen Schilling. Von diesen 359 Millionen Schilling sind allein 107 Millionen Schilling bereits Umschuldungsgarantien, und zwar 39 Millionen für Rußland und 38 Millionen für Polen. (Abg. Böhacker: Milliarden!) Ja wie lange wollen Sie denn das noch umschulden? Sie wollen es möglichst lange umschulden, damit Sie es immer wieder hinausziehen können (Rufe: Milliarden! Milliarden, nicht Millionen!) – ah, Milliarden, Entschuldigung! (Abg. Hans Helmut Moser: Millionen oder Milliarden – das ist nicht so genau!) –, damit Sie es nicht in das Budget einstellen müssen, was praktisch die Staatsverschuldung beziehungsweise das Defizit steigern würde.
Abg. Hans Helmut Moser: Millionen oder Milliarden – das ist nicht so genau!
Sie haben einen Stand von Haftungen in der Höhe von 359 Millionen Schilling. Von diesen 359 Millionen Schilling sind allein 107 Millionen Schilling bereits Umschuldungsgarantien, und zwar 39 Millionen für Rußland und 38 Millionen für Polen. (Abg. Böhacker: Milliarden!) Ja wie lange wollen Sie denn das noch umschulden? Sie wollen es möglichst lange umschulden, damit Sie es immer wieder hinausziehen können (Rufe: Milliarden! Milliarden, nicht Millionen!) – ah, Milliarden, Entschuldigung! (Abg. Hans Helmut Moser: Millionen oder Milliarden – das ist nicht so genau!) –, damit Sie es nicht in das Budget einstellen müssen, was praktisch die Staatsverschuldung beziehungsweise das Defizit steigern würde.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Setzen Sie sich doch einmal mit der Materie auseinander! Gehen Sie auf die verschiedenen Papiere ein und sagen Sie: Das und das ist realisierbar und das nicht! Aber dann müssen Sie auch dazusagen, welche Manövriermasse Sie haben. Und wenn Sie keine Manövriermasse haben, dann können Sie die Steuerreformkommission auch vergessen und all Ihre Parteienverhandlungen über Steuerreform im Jänner genauso. Das ist alles leere Luft. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Der neue Steuersprecher der ÖVP!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Schwarzenberger. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Haigermoser: Der neue Steuersprecher der ÖVP!)
Abg. Dr. Schmidt: Bei welcher Veranstaltung waren Sie!
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! An und für sich hat das Liberale Forum heute versucht, sein Grundsicherungsmodell unter dem Titel Steuerreform zu diskutieren. (Abg. Dr. Schmidt: Bei welcher Veranstaltung waren Sie!) Ich sage auch ganz offen: Aus Sicht der Landwirtschaft hätte ich fast Sympathien für dieses Grundsicherungsmodell, wenn es finanzierbar wäre.
Abg. Böhacker: Das war ein ÖVPler!
Zweitens: Herr Abgeordneter Haider hat von den vielen Überstunden in den Ministerien gesprochen. Er hat das aber offensichtlich mit dem Büro des Landesrates Schnell verwechselt. Dort gab es nämlich einen Mitarbeiter, der Hunderte Überstunden im Monat geschrieben hat und dann ein Disziplinarverfahren hatte, weil er diese Überstunden überhaupt nicht geleistet hatte. (Abg. Böhacker: Das war ein ÖVPler!) Es gab Tage, an denen er mehr als 24 Stunden geschrieben hatte. Und das hat Herr Dr. Haider offensichtlich verwechselt.
Abg. Böhacker: Nachdenken! Zuerst denken, dann sprechen!
Abgeordnete Böhacker wird es ja wissen. In diesem Büro hat es einen Dr. Schmittner gegeben. Nein! Schnell wird doch nicht einen von der ÖVP in sein Büro nehmen, sozusagen als Büroleiter. (Abg. Böhacker: Nachdenken! Zuerst denken, dann sprechen!) Ihr verwechselt, glaube ich, die Kanzleien. (Abg. Böhacker: Das war ein ÖAAB-Mann!) Nein, das war kein ÖAAB-Mann, das war ein Freiheitlicher. Vielleicht kommt er, da in Salzburg so viele von der Freiheitlichen Partei wieder Abstand nehmen, dann wieder zum ÖAAB. (Abg. Böhacker: Er war bei der ÖVP! Dann ist er ausgetreten! Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Abg. Böhacker: Das war ein ÖAAB-Mann!
Abgeordnete Böhacker wird es ja wissen. In diesem Büro hat es einen Dr. Schmittner gegeben. Nein! Schnell wird doch nicht einen von der ÖVP in sein Büro nehmen, sozusagen als Büroleiter. (Abg. Böhacker: Nachdenken! Zuerst denken, dann sprechen!) Ihr verwechselt, glaube ich, die Kanzleien. (Abg. Böhacker: Das war ein ÖAAB-Mann!) Nein, das war kein ÖAAB-Mann, das war ein Freiheitlicher. Vielleicht kommt er, da in Salzburg so viele von der Freiheitlichen Partei wieder Abstand nehmen, dann wieder zum ÖAAB. (Abg. Böhacker: Er war bei der ÖVP! Dann ist er ausgetreten! Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Abg. Böhacker: Er war bei der ÖVP! Dann ist er ausgetreten! Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Abgeordnete Böhacker wird es ja wissen. In diesem Büro hat es einen Dr. Schmittner gegeben. Nein! Schnell wird doch nicht einen von der ÖVP in sein Büro nehmen, sozusagen als Büroleiter. (Abg. Böhacker: Nachdenken! Zuerst denken, dann sprechen!) Ihr verwechselt, glaube ich, die Kanzleien. (Abg. Böhacker: Das war ein ÖAAB-Mann!) Nein, das war kein ÖAAB-Mann, das war ein Freiheitlicher. Vielleicht kommt er, da in Salzburg so viele von der Freiheitlichen Partei wieder Abstand nehmen, dann wieder zum ÖAAB. (Abg. Böhacker: Er war bei der ÖVP! Dann ist er ausgetreten! Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Abg. Böhacker: Übrigens, dieser Schmittner ist Berater der ÖVP-Bürgermeister! Von Mooshammer und so weiter!
Zweifellos ist in Österreich die Steuer- und Abgabenquote sehr hoch. Wir liegen damit innerhalb der EU-Länder im oberen Mittelfeld. (Abg. Böhacker: Übrigens, dieser Schmittner ist Berater der ÖVP-Bürgermeister! Von Mooshammer und so weiter!) Also leugnen Sie, daß Dr. Schmittner im Büro des Landesrates Schnell mehr Überstunden geschrieben hat, als er gemacht hat (Abg. Dr. Haider: Weil er ein Schwarzer ist!), daß er monatlich Hunderte Überstunden schrieb und deshalb ein Disziplinarverfahren hatte (Abg. Dr. Haider: Weil er ein ÖVPler ist, und die Schwarzen schwindeln immer!), wobei Dr. Schnell alle diese Überstunden sogar noch bestätigte. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Weil er ein Schwarzer ist!
Zweifellos ist in Österreich die Steuer- und Abgabenquote sehr hoch. Wir liegen damit innerhalb der EU-Länder im oberen Mittelfeld. (Abg. Böhacker: Übrigens, dieser Schmittner ist Berater der ÖVP-Bürgermeister! Von Mooshammer und so weiter!) Also leugnen Sie, daß Dr. Schmittner im Büro des Landesrates Schnell mehr Überstunden geschrieben hat, als er gemacht hat (Abg. Dr. Haider: Weil er ein Schwarzer ist!), daß er monatlich Hunderte Überstunden schrieb und deshalb ein Disziplinarverfahren hatte (Abg. Dr. Haider: Weil er ein ÖVPler ist, und die Schwarzen schwindeln immer!), wobei Dr. Schnell alle diese Überstunden sogar noch bestätigte. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Weil er ein ÖVPler ist, und die Schwarzen schwindeln immer!
Zweifellos ist in Österreich die Steuer- und Abgabenquote sehr hoch. Wir liegen damit innerhalb der EU-Länder im oberen Mittelfeld. (Abg. Böhacker: Übrigens, dieser Schmittner ist Berater der ÖVP-Bürgermeister! Von Mooshammer und so weiter!) Also leugnen Sie, daß Dr. Schmittner im Büro des Landesrates Schnell mehr Überstunden geschrieben hat, als er gemacht hat (Abg. Dr. Haider: Weil er ein Schwarzer ist!), daß er monatlich Hunderte Überstunden schrieb und deshalb ein Disziplinarverfahren hatte (Abg. Dr. Haider: Weil er ein ÖVPler ist, und die Schwarzen schwindeln immer!), wobei Dr. Schnell alle diese Überstunden sogar noch bestätigte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweifellos ist in Österreich die Steuer- und Abgabenquote sehr hoch. Wir liegen damit innerhalb der EU-Länder im oberen Mittelfeld. (Abg. Böhacker: Übrigens, dieser Schmittner ist Berater der ÖVP-Bürgermeister! Von Mooshammer und so weiter!) Also leugnen Sie, daß Dr. Schmittner im Büro des Landesrates Schnell mehr Überstunden geschrieben hat, als er gemacht hat (Abg. Dr. Haider: Weil er ein Schwarzer ist!), daß er monatlich Hunderte Überstunden schrieb und deshalb ein Disziplinarverfahren hatte (Abg. Dr. Haider: Weil er ein ÖVPler ist, und die Schwarzen schwindeln immer!), wobei Dr. Schnell alle diese Überstunden sogar noch bestätigte. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wir streben selbstverständlich eine Steuerreform an. Sie ist auch im Arbeitsübereinkommen der Bundesregierung in dieser Legislaturperiode mit verankert. Wir erwarten von dieser Steuerreform, daß die Mittelschicht entlastet wird, daß sie Leistungsanreiz bietet. (Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Abg. Murauer: O ja, er ist schon im Haus!
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Kollege Feurstein – er ist nicht mehr im Haus (Abg. Murauer: O ja, er ist schon im Haus!) – hat sich mannhaft an dieses Rednerpult gestellt und gesagt: Eine Einheitswerterhöhung, Einheitswert nach dem Verkehrswert kommt für uns nicht in Frage!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sprechen auch von der Gleichmäßigkeit der Besteuerung. Das ist sehr lobenswert, aber, Herr Staatssekretär, Sie müßten wissen, daß es diese Gleichmäßigkeit der Besteuerung in Österreich schon lange nicht mehr gibt. Die Großen richten es sich, die können es sich leisten, die Gewinne quer durch Europa zu verschieben, die Konzerne können die Gewinne verschieben, und die Zeche zahlt der kleine Steuerbürger, der Arbeitnehmer, der seine Einkommen nicht entsprechend verschieben kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Bis sie schwarz werden!
Jetzt kommt plötzlich Herr Finanzminister Edlinger und sagt: Keine Steuerreform 1999, erst 2000 oder vielleicht 2001! – Das ist die Handschlagqualität dieser Bundesregierung. Sie versprechen dem Bürger eine Steuerreform ab 1999, plötzlich ist es aber einfach nicht mehr so. Sie sagen: Wir haben kein Geld, wir wollen nicht! Die Bürger sollen zahlen, zahlen und wieder zahlen. (Abg. Haigermoser: Bis sie schwarz werden!) Aber das, Herr Staatssekretär, ist eine unehrliche Politik den Bürgern gegenüber. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Jetzt kommt plötzlich Herr Finanzminister Edlinger und sagt: Keine Steuerreform 1999, erst 2000 oder vielleicht 2001! – Das ist die Handschlagqualität dieser Bundesregierung. Sie versprechen dem Bürger eine Steuerreform ab 1999, plötzlich ist es aber einfach nicht mehr so. Sie sagen: Wir haben kein Geld, wir wollen nicht! Die Bürger sollen zahlen, zahlen und wieder zahlen. (Abg. Haigermoser: Bis sie schwarz werden!) Aber das, Herr Staatssekretär, ist eine unehrliche Politik den Bürgern gegenüber. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wissen Sie, was Sie damit machen? – Sie verjagen jeden Investor aus Österreich, Sie gefährden Arbeitsplätze und vernichten Arbeitsplätze mit einer derartigen Politik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ab 1. Jänner 1997 sind die Sozialversicherungsbeiträge vom Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht mehr beim laufenden Bezug, sondern bei den Sonderzahlungen abzuziehen, was eine wesentliche Verschlechterung bringt. Das kostet den österreichischen Steuerzahler rund 3 000 S im Jahr, und das wollen Sie jetzt in Form des "Edlinger-Hunderters" wieder zurückgeben. Sie nehmen mit der Linken und geben – vielleicht – mit der Rechten einen Teil zurück. Auch das, Herr Staatssekretär, ist eine unehrliche Politik, eine Politik der Täuschung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Grabner: Du verwechselst ihn!
Dazu gibt es eine "wunderschöne" Aussendung des Kollegen Niederwieser, glaube ich, von der SPÖ, der sich ebenfalls zu Steuerfragen geäußert hat: Er hat gemeint, es sei doch ein Unsinn, man brauche gar nicht über die Erbschaftssteuer zu reden, weil es keinen Unternehmer gebe, der so lange wartet, bis er stirbt, und erst dann seinen Betrieb übergibt. (Abg. Grabner: Du verwechselst ihn!) Oder es war Kollege Gartlehner. In der sozialistischen Korrespondenz war es auf jeden Fall enthalten. – Ich darf Sie aufklären: Es handelt sich um eine Erbschafts- und Schenkungssteuer. Der Unternehmer muß auch zahlen, und zwar Schenkungssteuer, wenn er seinen Betrieb unentgeltlich übergibt, nicht erst dann, wenn er stirbt. Man sollte sich ein bißchen überlegen, wovon man spricht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitliche fordern – und das fordert auch die Österreichische Volkspartei – eine Steuerfreistellung der Betriebsübergabe. – Warum machen wir es nicht? Wir haben gemeinsam die Mehrheit. Betriebe, die mindestens sieben Jahre im Eigentum des Übergebers stehen, sollen dem Übernehmer steuerfrei und unentgeltlich übergeben werden können. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das würde Betriebe sichern, Arbeitsplätze sichern und nicht vernichten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Beenden Sie das Chaos in der Steuerreformpolitik, und warten Sie auf den freiheitlichen Vorschlag zu einem Steuerkonzept! Sie werden überrascht sein, welch positive Stellung darin bezogen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Regierungsparteien auf der anderen Seite haben sich in Retuschen ergangen, haben kosmetische Operationen versucht und sind in der Lehrlingsfrage auf halbem Wege steckengeblieben, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Insbesondere das berüchtigte Klima-Garantieangebot des vergangenen Jahres hat für Diskussionen gesorgt. Heuer hat man am Ballhausplatz schamhaft geschwiegen, weil dieses Garantieangebot ein Rohrkrepierer war, denn heuer haben wir wiederum dramatische Zahlen zu verzeichnen, wiewohl wir festzustellen haben, daß die Betriebe zahlreiche Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt haben. Aber 8 900 Lehrlinge stehen heute noch auf der Straße, davon sind bedauerlicherweise 5 400 Mädchen. Diese Zahlen sind dramatisch genug, und daher meinen wir, daß ein Fristsetzungsantrag – Problemlösungskatalog liegt auf – mehr als gerechtfertigt ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die schwarz-rote Mogelpackung hat bis dato keinen einzigen Lehrlingsausbildungsplatz zusätzlich geschaffen. (Widerspruch bei der ÖVP.) Es ist also nichts mit der These, die große Koalition könne die großen Probleme lösen! Damit gehen Sie ja immer wieder hausieren. Herr Kohl, Ihr großes Vorbild, oder auch Stoiber sagt und beweist Ihnen etwas anderes. Daher sollten Sie auch in diese Richtung etwas nachdenken, meine Damen und Herren.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Unter anderem deshalb haben wir heute einen Fristsetzungsantrag, fußend auf dem freiheitlichen Entschließungsantrag betreffend Entlastung der österreichischen Ausbildungsbetriebe und Attraktivierung der Lehre, eingebracht. Wir wollen Ergebnisse, Hohes Haus, meine Damen und Herren, für die Lehrlinge, für die Facharbeiter und für den Wirtschaftsstandort Österreich und nicht für die Bürokraten und für die Abkassierer auf der Regierungsbank. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie geht es zu, wenn Freiheitliche in Regierungen sitzen? Dann geht schnell etwas weiter. Frau Rossmann, in diesem Hause wohlbekannt, jetzt Stadträtin in Graz, hat den Stier bei den Hörnern gepackt und ein Lehrlingsimpulsprogramm für Graz auf die Beine gestellt. Sie hat es in Graz geschafft, den Unternehmern neue Möglichkeiten zu geben, Lehrlinge auszubilden, und entsprechende Hilfestellung zu leisten. Mit diesem Lehrlingsimpulsprogramm löst sie nicht nur ein Wahlversprechen ein, sondern hat sehr schnell auf die Nöte und Wünsche der Unternehmer reagiert, was die ÖVP jahrzehntelang versäumt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Maitz.
Meine Damen und Herren von der großen Koalition! Ihre Versäumnisse treten zuhauf zutage. Auch wenn Sie Freibeträge eingeführt haben, ändert es nichts daran, daß kein Gesamtkonzept nach dem Vorbild der vorliegenden Expertenvorschläge umgesetzt wurde. Natürlich ist es klar, daß in die Diskussion um Ausbildungsplätze auch das vorherrschende Bildungssystem einbezogen werden muß, und es ist ganz interessant, was uns das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft am 1. September 1998 dazu gesagt hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Maitz.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Maitz: Und Sie kommen mit dieser Leistung nicht einmal bis dorthin!
Herr Kollege, wenn Sie meinen, es sei dümmlich, was ich sage, dann würde ich Ihnen empfehlen, sich beim Intelligenztest Ihrer Frau Kollegin Frieser anzumelden. Da wären Sie, glaube ich, der erste Kandidat. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Maitz: Und Sie kommen mit dieser Leistung nicht einmal bis dorthin!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher ersuche ich Sie dringlich, diesen unseren Zielen nachzukommen und mit uns zu stimmen. Wenn Sie klug sind, sind Sie bereit, bis zum Jahresende mit uns gemeinsam ein Lehrlingspaket zu schnüren, welches diesen Namen auch wirklich verdient, kein Kuckucksei beinhaltet, sondern den Lehrlingen zumindest für das nächste Jahr neue Chancen gibt, auf einem Berufsfelde tätig werden zu können, damit die mehr als 9 000 Lehrlinge schlußendlich in der klein- und mittelständischen Wirtschaft und auch in der Industrie untergebracht werden können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.
Ich glaube, man sollte den Blick in die Reihen der Wirtschaft wagen. Ich spreche ganz konkret Abgeordneten Trinkl an, der ja heute noch zu diesem Thema sprechen wird, und möchte ihn fragen, warum es von der Wirtschaft nicht noch deutlichere Signale in Richtung der eigenen Mitglieder gibt. Frau Kollegin Tichy-Schreder! Wir haben objektiv gesehen einiges durchgesetzt, auch für die Betriebe, und jetzt – packen wir es an, versuchen wir doch, jene paar hundert junge Menschen, die in diesem oder jenem Teil unseres Landes noch Lehrplätze suchen, aufzufangen, ohne daß wir all die uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen nützen müssen. Mir fehlt die offizielle und öffentliche Bekundung des politischen Willens, diese Aussage fehlt mir von allen, vom Präsidenten der Wirtschaftskammer genauso wie vom Generalsekretär. (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.) Mir fehlt das, und ich glaube, wir sollten diesbezüglich noch einmal eine Anstrengung, wenn Sie wollen, auch gemeinsam, unternehmen.
Abg. Haigermoser: Nein!
Für mich hat daher die Begründung dieses freiheitlichen Fristsetzungsantrages folgendes deutlich gemacht: Den Freiheitlichen geht es um keine inhaltliche Diskussion, sondern um das Suchen von Löchern in dem von den Regierungsparteien geknüpften Auffangnetz für Lehrlinge. (Abg. Haigermoser: Nein!) Das ist jedenfalls mein Eindruck, Herr Kollege Haigermoser. Sie wollen damit einmal mehr von den eigenen Löchern im zerrissenen Finanznetz der Freiheitlichen ablenken. Die Sozialdemokraten werden Ihren Antrag keinesfalls zustimmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist eine dünne Suppe!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist eine dünne Suppe!
Für mich hat daher die Begründung dieses freiheitlichen Fristsetzungsantrages folgendes deutlich gemacht: Den Freiheitlichen geht es um keine inhaltliche Diskussion, sondern um das Suchen von Löchern in dem von den Regierungsparteien geknüpften Auffangnetz für Lehrlinge. (Abg. Haigermoser: Nein!) Das ist jedenfalls mein Eindruck, Herr Kollege Haigermoser. Sie wollen damit einmal mehr von den eigenen Löchern im zerrissenen Finanznetz der Freiheitlichen ablenken. Die Sozialdemokraten werden Ihren Antrag keinesfalls zustimmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Das ist eine dünne Suppe!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich verweise darauf, daß wir als Volkspartei viele weitere Schritte gerne gesetzt hätten, die aber zum Zeitpunkt des Abschlusses der Verhandlungen noch nicht möglich waren. Ich gebe aber zu, daß mich das eine oder andere schon überrascht hat. Ich habe mit Interesse die Fernsehsendung "Zur Sache" gehört, in welcher Herr Bundeskanzler Klima dem erstaunten Publikum mitteilte, er hätte auch 50 000 S Lehrlingsfreibetrag zugestanden, er müsse allerdings Mehrheiten dafür finden. Diese Mehrheiten sind, glaube ich, mit dem Koalitionspartner leicht zu finden. Ich fürchte nur, daß er dabei in der eigenen Fraktion Probleme bekommen wird, zumindest mit dem eigenen Finanzminister. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben hier vor dem Sommer gemeinsam – dazu bekennen wir von der Volkspartei uns – ein Auffangnetz geschaffen, das jene Lehrlinge auffangen soll, die keinen Lehrplatz finden können. Sie sollen eine Ausbildung in einer Stiftung oder in einem Lehrgang erhalten. Ich kann aber Fehlentwicklungen nicht gutheißen. So steht zum Beispiel in der "Presse" vom Mittwoch zu lesen, daß ein Mitarbeiter der Arbeiterkammer, Herr Baier, meint, die Vorlehre sei nur als letzte Chance zu sehen und Lehrlingsstiftungen und Lehrgänge seien quasi der Schwerpunkt. Dagegen verwahren wir uns! Die Vereinbarung lautete gerade umgekehrt. Ich bitte das zur Kenntnis zu nehmen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Einstellung der Arbeiterkammer trägt auch Früchte. Mit großer Besorgnis las ich eine Presseaussendung der ÖBB, der Österreichischen Bundesbahnen, eines staatlich ausgezeichneten Lehrbetriebes – dieser Umstand sei anerkannt –, in welcher es dieser als Vorbild hinstellte, ein Drittel seiner Lehrlinge in einer Lehrlingsstiftung zu beschäftigen, und in welcher man meinte, dieser Weg sei auch für andere Unternehmer vorbildlich und geeignet. Wir wissen schon, warum die ÖBB ein Drittel der Lehrlinge in Stiftungen unterbringen will. Weil sie die NAP-Mittel anzapfen will. Aber das soll man nicht als Vorbild hinstellen. Da ist Vorsicht geboten, denn sonst werden alle anderen Tausenden Lehrbetriebe in Österreich den gleichen Weg zu gehen versuchen, und dann sind wir wirklich auf dem Holzweg. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich komme zum Schluß meiner Ausführungen. Die Österreichische Volkspartei war immer ein glaubwürdiger Anwalt der Lehrbetriebe, aber auch der Lehrlinge in unserem Land. Wir haben uns immer wieder bemüht, gerade die duale Ausbildung attraktiver zu machen. Wir haben dabei vieles erreicht, und wir werden diesen erfolgreichen Weg weitergehen. Ich bin zuversichtlich, daß auch der Koalitionspartner die berechtigten Wünsche der Wirtschaft akzeptieren wird. Daher ist es nicht notwendig, sich unter Druck setzen zu lassen. Wir werden auch ohne diesen Fristsetzungsantrag zum Ziel kommen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Tichy-Schreder: O ja!
Herr Riepl sagte von diesem Rednerpult aus, der Antrag liege ohnehin dem Unterausschuß des Wirtschaftsausschusses vor und werde dort behandelt. Aber er wird dort nicht behandelt. Es stimmt zwar, daß am 4. Dezember vorigen Jahres ein Unterausschuß eingesetzt wurde, aber dieser Antrag ist dort bisher noch nicht behandelt worden (Abg. Tichy-Schreder: O ja!), sondern wird dort praktisch geparkt, schubladisiert und ist im Prinzip bis auf den Sankt Nimmerleinstag zum Verschimmeln verurteilt. Das ist natürlich nicht der Weisheit letzter Schluß. Wenn Sie schon in der Lehrlingsfrage nichts weiterbringen, dann wäre es wenigstens sinnvoll, einen Antrag der Opposition im Ausschuß zu behandeln.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zu den Äußerungen gewisser Personen, daß die Lehrlings-Hotline ein Erfolg gewesen wäre, muß ich sagen: Das ist Ansichtssache, denn wenn in ganz Österreich nur 154 Betriebe und 600 Lehrlinge mitmachen, also pro Bundesland 17 Betriebe und 66 Lehrlinge, so sehe ich darin keinen Erfolg. Diese Lehrlings-Hotline hat nichts anderes gebracht als einen Wildwuchs an Förderungen. Gewinner waren jene Betriebe, die lange gewartet haben und junge Leute spät eingestellt haben, um eine Förderung bis zu 20 000 S pro Lehrplatz lukrieren zu können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (fortsetzend): Selbstverständlich, Herr Präsident. Ich komme zum Schlußsatz. – Die FPÖ hat den Antrag zur Aktivierung von Lehrplätzen bereits am 19. September eingebracht. Bis heute ist er jedoch nicht behandelt worden. Wenn Ihnen die Attraktivierung der Lehre ein echtes Anliegen ist, dann stimmen Sie dieser Fristsetzung jetzt zu. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wurmitzer: Ihre Rechnung stimmt nicht!
Prinzipiell gratuliere ich Ihnen zu diesem Auffangnetz und dazu, daß Sie sich dieser Frage annehmen und erreicht haben, daß die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich sinkt. Es ist eine Leistung, die Sie da vollbracht haben. Hinterfragen Sie aber einmal, zu welchem Preis Sie diese Leistung vollbracht haben. 4 000 Plätze werden heuer in Lehrgängen und Stiftungen bereitgestellt, für die Sie aber allein im Schuljahr 1998/99 900 Millionen Schilling investieren müssen. Das sind also nicht 80 000 S, wie es Herr Dolinschek sagte, sondern mehr als 200 000 S pro Platz. Das ist die teuerste Form, die allerteuerste Form, mit der Sie Jugendarbeitslosigkeit aufgrund mangelnder Lehrstellen bekämpfen können. Ist es die richtige Form? (Abg. Wurmitzer: Ihre Rechnung stimmt nicht!) 900 Millionen durch 4 000 ergibt 200 000. Ich habe das jetzt errechnet. Auch Herr Kopf, der sehr gut Kopfrechnen kann, wird es Ihnen gleich sagen können, Herr Wurmitzer.
Beifall beim Liberalen Forum.
Worum geht es denn dabei in Wahrheit? – Es bietet die Möglichkeit, kurzfristig etwas zu tun. Aber ich stehe hier nun schon mindestens zum fünften Mal vor den Sozialpartnern und vor den Regierungsfraktionen, und ich sage ihnen wieder, daß die duale Ausbildung ein unverzichtbarer Bestandteil der sekundären Bildungsstufe ist. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Haigermoser: So ist es!
Seit vielen Jahren sage ich Ihnen aber, daß die duale Ausbildung in jener Form, in welcher sie 40, ja 50 Jahre erfolgreich war, keine wirkliche Zukunft mehr hat. Sie werden die duale Ausbildung in die sekundäre Bildungsstufe einklicken müssen. Wir müssen endlich einmal weg von der Maturantengläubigkeit. Ich halte die Matura für eine sehr wichtige Ausbildungsstufe, aber sie ist nicht mehr oder nicht weniger wert als eine gute berufliche Ausbildung. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Haigermoser: So ist es!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich stimme der Fristsetzung der Freiheitlichen selbstverständlich zu, weil sie ein Schritt zu einer Lehrlingsreform ist. Allerdings gebe ich zu bedenken: Mit Geld allein können Sie Lehrplätze nicht herbeibeten! 900 Millionen Schilling wurden nur für das Jahr 1998/99 ausgegeben, damit 4 000 jungen Menschen zumindest einen Ausbildungsplatz für ein Jahr haben. Die Intention ist richtig, aber was danach mit ihnen geschieht, wo sie dann hingehen, wissen wir nicht. Sie verschieben damit nur das Problem auf die nächste Zeit. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Das andere Problem: Es wird ganz offen darüber diskutiert – zum Beispiel in Salzburg –, daß es innerhalb der neuen Jugendlichen Gruppen gebe, die nicht mehr für eine Lehre geeignet seien. Das wird von der Politik so formuliert. Da sollten eigentlich die Alarmglocken läuten, ganz egal, welche Schlußfolgerungen man daraus zieht. Wenn es in offiziellen politischen Dokumenten – in diesem Fall eines Landes – heißt, von 400 Lehrlingen seien 70 nicht mehr für eine Lehrausbildung geeignet, dann stellt sich erstens die Frage, was mit diesen geschehen soll, was man mit diesen vorhat und – zweitens – was das für die Politik bedeutet. Verabschiedet sie sich bereits von der Frage, welche Zukunftschancen auch diese Jugendlichen haben könnten? Darüber zu debattieren wäre meiner Meinung nach sowohl im Rahmen des Unterausschusses als auch hier mit Hilfe dieses Antrages notwendig, obwohl er – das muß ich den Freiheitlichen schon sagen – äußerst widersprüchlich und ein Sammelsurium von teilweise auch durch die Regierung schon vollzogenen Maßnahmen ist. Aber wir diskutieren gerne darüber. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zur Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre: Das ist schon so oft gefordert worden, daß ich ganz einfach sicher bin, daß es mehrheitsfähig sein müßte. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich hätte es jedoch besser gefunden, wenn zumindest das Vorschlagsrecht der Abgeordneten geblieben wäre, weil in einer repräsentativen Demokratie der Wert eines Abgeordneten 25 000 Stimmen entspricht, und ich möchte diesen Populismus nicht mittragen. So zeugt etwa die Aussage des Bundespräsidenten – ich zitiere wörtlich –: Unter Bürgerpräsident verstehe ich, daß ich es abgelehnt habe, mich von den Parteien nominieren zu lassen! nach meinem Dafürhalten von einem merkwürdigen Demokratie- und Parteienverständnis und mitunter auch von leichter Vergeßlichkeit. Denn ein Bundespräsident, der im ersten Wahlgang von einer Partei vorgeschlagen wurde, wird im zweiten Wahlgang nicht dadurch ein unabhängiger, über den Parteien stehender Präsident, daß er sich von 6 000 Unterstützern vorschlagen läßt, sondern er wird dadurch ein objektiver und über den Parteien stehender Bundespräsident, daß er sich geistige Unabhängigkeit und Integrität erwirbt. Und das geschieht nicht dadurch, daß man Parteien herabsetzt, um sich selbst zu schmücken. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher hätte ich es in diesem Fall ganz gerne gesehen, wenn die alte Regelung geblieben wäre, wonach auch Abgeordnete mit ihrer Stimme einen Kandidaten vorschlagen dürften oder könnten, weil das nicht im Widerspruch zur repräsentativen Demokratie steht. Das hätte der Demokratie insgesamt, dem Verständnis von Demokratie und auch unserem Herrn Bundespräsidenten gutgetan. – In diesem Sinne danke. (Beifall bei der SPÖ. )
Abg. Schwemlein: Macht mitunter die größte Freude!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar večer, poštovane dame i gospodo! Verehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Änderungen in verschiedenen Gesetzen, die die Koalition so gerne mit dem positiven Titel "Demokratiepaket" schmückt, ist ein extrem kleines Paket. (Abg. Schwemlein: Macht mitunter die größte Freude!) Es ist ein so kleines Paket, daß man es, würde man es auf die Post tragen, als Brief aufgeben könnte – so klein ist dieses Paket. Nichtsdestotrotz beinhaltet es Dinge – die noch zur Diskussion und bald zur Abstimmung stehen –, die ich durchaus für bemerkenswert und auch insofern für sehr positiv halte, als sie eine Fortentwicklung unseres Demokratieverständnisses darstellen.
Abg. Dr. Khol: Sonst ist es Ihnen immer zu langsam! Einmal sind wir schnell, und es ist Ihnen auch nicht recht! Man kann es den Grünen nicht recht machen!
Ich möchte meine Hauptkritikpunkte auch nicht auf die Vorgangsweise bei der Behandlung dieses "Demokratiepäckchens" konzentrieren. Am letzten Tag der ausgelaufenen Session – ich habe es nicht präsent, ich glaube, es war wirklich der 17. Juli, also der letztmögliche Tag – ist der Initiativantrag der Koalition eingebracht worden. Und am ersten Tag der neuen Session, am 15. September, hat bereits der Verfassungsausschuß getagt, und es ist beschlossen worden. Daß das Parlament einmal schnell arbeitet, ist per se noch nichts Negatives, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Khol: Sonst ist es Ihnen immer zu langsam! Einmal sind wir schnell, und es ist Ihnen auch nicht recht! Man kann es den Grünen nicht recht machen!) Es ist immer, Herr Dr. Khol, auch eine Frage des Ergebnisses, das das schnelle Arbeiten mit sich bringt, denn in der Schnelligkeit – und ich bin vom Typ her eine Person, die dazu neigt (Abg. Dr. Krüger: Sehr selbstkritisch! Sehr einsichtig!) – hudelt man auch gerne, vergißt wesentliche Dinge, konzentriert sich manchmal auf unwesentliche. Genau so kommt mir das, was jetzt zur Beschlußfassung vorliegt, auch vor.
Abg. Dr. Krüger: Sehr selbstkritisch! Sehr einsichtig!
Ich möchte meine Hauptkritikpunkte auch nicht auf die Vorgangsweise bei der Behandlung dieses "Demokratiepäckchens" konzentrieren. Am letzten Tag der ausgelaufenen Session – ich habe es nicht präsent, ich glaube, es war wirklich der 17. Juli, also der letztmögliche Tag – ist der Initiativantrag der Koalition eingebracht worden. Und am ersten Tag der neuen Session, am 15. September, hat bereits der Verfassungsausschuß getagt, und es ist beschlossen worden. Daß das Parlament einmal schnell arbeitet, ist per se noch nichts Negatives, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Khol: Sonst ist es Ihnen immer zu langsam! Einmal sind wir schnell, und es ist Ihnen auch nicht recht! Man kann es den Grünen nicht recht machen!) Es ist immer, Herr Dr. Khol, auch eine Frage des Ergebnisses, das das schnelle Arbeiten mit sich bringt, denn in der Schnelligkeit – und ich bin vom Typ her eine Person, die dazu neigt (Abg. Dr. Krüger: Sehr selbstkritisch! Sehr einsichtig!) – hudelt man auch gerne, vergißt wesentliche Dinge, konzentriert sich manchmal auf unwesentliche. Genau so kommt mir das, was jetzt zur Beschlußfassung vorliegt, auch vor.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist ein bißchen schnell dahingehudelt, wobei Sie das Wort "dahingehudelt" direkt noch schmückt, denn, meine sehr geehrten Damen und Herren, im wesentlichen sind einige Punkte – Kollege Posch hat es vorhin in seiner Rede bereits gesagt – von einem unglaublichen Populismus geprägt. Das zeigt sich schon daran, daß man sich jetzt Regelungen in einer wirklich "affenartigen" Geschwindigkeit vornimmt, die frühestens erst in sechs Jahren zum Tragen kommen können, denn die letzte Bundespräsidentenwahl war bekanntlich in diesem Frühjahr und die nächste wird erst – so Gott die Gesundheit unseres jetzigen Bundespräsidenten erhalte – in sechs Jahren sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Schieder: Das ist ja ein Gesetz mit einfacher Mehrheit, dazu brauche ich keine Zweidrittelmehrheit zum Drüberfahren!
Aber gut, das Lamentieren hilft uns jetzt nichts. Die Koalition fährt, solange sie noch die Zweidrittelmehrheit hat, ohnedies über alles, was nur möglich ist, drüber. Dieses Volksbegehrengesetz ist für mich ein wirklich sehr gutes Beispiel, ich will nicht sagen, das allerbeste Beispiel. Und jetzt komme ich wieder auf ... (Abg. Schieder: Das ist ja ein Gesetz mit einfacher Mehrheit, dazu brauche ich keine Zweidrittelmehrheit zum Drüberfahren!) Ich habe nicht gesagt, daß in diesem Fall mit der Zweidrittelmehrheit drübergefahren wird (Abg. Dr. Khol: Ja, das haben Sie gesagt!), sondern das Bewußtsein der Koalition, eine Zweidrittelmehrheit zu haben, prägt die Vorgangsweise.
Abg. Dr. Khol: Ja, das haben Sie gesagt!
Aber gut, das Lamentieren hilft uns jetzt nichts. Die Koalition fährt, solange sie noch die Zweidrittelmehrheit hat, ohnedies über alles, was nur möglich ist, drüber. Dieses Volksbegehrengesetz ist für mich ein wirklich sehr gutes Beispiel, ich will nicht sagen, das allerbeste Beispiel. Und jetzt komme ich wieder auf ... (Abg. Schieder: Das ist ja ein Gesetz mit einfacher Mehrheit, dazu brauche ich keine Zweidrittelmehrheit zum Drüberfahren!) Ich habe nicht gesagt, daß in diesem Fall mit der Zweidrittelmehrheit drübergefahren wird (Abg. Dr. Khol: Ja, das haben Sie gesagt!), sondern das Bewußtsein der Koalition, eine Zweidrittelmehrheit zu haben, prägt die Vorgangsweise.
Abg. Dr. Khol: Dann brauchen Sie doch keinen Unterausschuß dafür, wenn Ihre eigene Forderung umgesetzt wird! Die gleiche Inkonsequenz wie die Liberalen!
Abgeordnete können also – einer allein konnte dies ohnedies nie, es mußten auch in der Vergangenheit immer acht Abgeordnete sein – keine Volksbegehren mehr initiieren und somit in den Nationalrat einbringen. Das ist absolut in Ordnung und deckt sich sowohl mit meinem Demokratieverständnis als auch mit jenem des Herrn Dr. Khol. (Abg. Dr. Khol: Dann brauchen Sie doch keinen Unterausschuß dafür, wenn Ihre eigene Forderung umgesetzt wird! Die gleiche Inkonsequenz wie die Liberalen!)
Abg. Schieder: Wo ist Halbierung mehr Demokratie? Wo steht geschrieben, daß Halbierung mehr Demokratie heißt? Vielleicht sind 8,1 mehr Demokratie!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Schieder: Wo ist Halbierung mehr Demokratie? Wo steht geschrieben, daß Halbierung mehr Demokratie heißt? Vielleicht sind 8,1 mehr Demokratie!) Nein, es steht nirgends geschrieben, daß das so ist. Es bedeutet lediglich – oder es hieße das nur, es wird ja nicht der Fall sein –, daß jene Gruppen, die weder die finanziellen Mittel noch die Apparate von großen Organisationsstrukturen hinter sich haben, überhaupt die Möglichkeit haben, ein Volksbegehren einzuleiten.
Abg. Schieder: Das weiß jeder! Das weiß jeder! Lernt man in der Volksschule!
Kollege Schieder! Das heißt ja noch nicht, daß das die Volksbegehrenskampagne ist. (Abg. Schieder: Das weiß jeder! Das weiß jeder! Lernt man in der Volksschule!) Das heißt noch nicht, daß man Hunderttausende oder zumindest 100 000 zum Wahllokal bringt. Da müssen ja 10 000 Leute auf ihr Gemeindeamt gehen und sozusagen face to face zum Bürgermeister ein Volksbegehren unterschreiben, das vielleicht von einer – um es einmal so zu formulieren – inhaltlich konkurrierenden, wenn auch noch so kleinen Gruppe getragen wird. Das ist für viele Leute in der Vergangenheit eine Mutfrage gewesen und wird es auch in der Zukunft bleiben. Sie erleichtern das nicht! Dieses Instrument dient nicht dazu, Menschen couragierter zu machen, sondern um diesen Knüppel der möglichen Einschüchterung weiter in der Hand zu haben. Das ist die Konsequenz, und deshalb behaupte ich, daß es zwar ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber in Wahrheit zwei Schritte zurück sind.
Abg. Dr. Khol: Das ist ein tröstliches Wort!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Meine Redezeit ist auch nicht unbegrenzt. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein tröstliches Wort!) Deshalb sei noch ein Wort zu den anderen Gesetzen, etwa der Europawahlordnung, gesagt. Es wird ganz schnell, vom 17. Juli bis zum 15. September, die Europawahlordnung geändert, und zwar in einem Sinne, der durchaus nicht unsympathisch ist. Sie bringt nämlich durchwegs Erleichterungen und eine Entbürokratisierung, denn es ist etwa nur mehr ein Zeuge vonnöten und dergleichen mehr. Aber niemand kommt auf die Idee, daß man gewisse Absurditäten aus der Wahlordnung beseitigt. Was ich gerne diskutiert hätte, ist die 4-Prozent-Klausel im Europawahlrecht, daß eine Partei sozusagen 4 Prozent haben muß. Das ist aus der Nationalratswahlordnung abgeschrieben. Doch mit 4 Prozent gibt es nie ein Mandat, weil es nur 21 Europaparlamentarier gibt. Dabei ist Ihnen also die Legistik oder gewissermaßen die Qualität des Gesetzes Wurscht. Es muß nur alles schnell, schnell gehen, wenn es darum geht, eine populistische Ansage, die vielleicht einmal vor zwei Monaten gemacht worden ist, jetzt umzusetzen. Dies nur als kleines Beispiel dafür, wie "ordentlich", wie "sauber" und wie "gut" hier gearbeitet wird.
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir leben – Gott sei Dank! – in einer repräsentativen Demokratie. Wir leben in einem Staat, in dem der Parlamentarismus zumindest auf dem Papier einen hohen Stellenwert hat. Wir leben in einem Staat, der gegenüber anderen Systemen große Vorteile hat, der auch Parteien einbindet und damit eine Qualität aufweist, die sich durchaus sehen lassen kann. Wir leben in einem Staat, der keine Präsidialdemokratie ist. Aber mit solchen kleinen Änderungen wie dieser – daß die Parteien eigentlich immer mehr auf Distanz zum Bundespräsidenten gehen – begibt sich auch der Nationalrat, in Form der politischen Parteien, wieder eines Stückes seiner Möglichkeiten und seines Stellenwertes. Mit solchen kleinen Dingen wird dieses System systematisch untergraben! Ich sage keineswegs, daß dies absichtlich, bewußt oder hinterhältig geschieht, nein, sondern nur einfach so, weil Klestil mit den Packerln, mit seinen 50 000 rot-weiß-roten Mascherln einmal ein Gag gelang, denn nichts anderes war das. Jetzt muß man das im Gesetz gleich für alle Zeiten festschreiben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mag. Posch möchte ich an dieser Stelle für seinen Mut danken, das auszusprechen. Meiner Meinung nach wird er als der einzige der großen Fraktion der SPÖ, der diese Bedenken ausgesprochen hat, in die Geschichte eingehen, und zwar hoffentlich positiv und nicht als negativer Mahner. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wabl: Man ist ja so viel gewohnt! Man ist ja so verdammt viel gewohnt! In der Präsidiale durfte ich mir die Ergüsse des Herrn Khol anhören!
Zum ersten: Frau Kollegin Stoisits, ich bewundere Ihren heutigen Leidensdruck. Im Verfassungsausschuß habe ich Sie erlebt, da waren Sie eigentlich mit sehr vielem einverstanden. Sie haben sich kaum so engagiert zu Wort gemeldet, zumindest nicht mit soviel Wehmut wie jetzt. Ich darf Sie bitten: Betrachten Sie auch den Gesamtzusammenhang! (Abg. Wabl: Man ist ja so viel gewohnt! Man ist ja so verdammt viel gewohnt! In der Präsidiale durfte ich mir die Ergüsse des Herrn Khol anhören!) Sie waren ja nicht dabei, Herr Kollege Wabl! Sie geben nur zu allem Ihren Kommentar ab, auch dann, wenn Sie gar nicht dabei waren. Ich war dabei, und deshalb kann ich sagen, was los war beziehungsweise gesprochen wurde.
Abg. Wabl: Für Sie kein Problem!
Nun zu den einzelnen Bereichen. Bei der Bundespräsidentenwahl bestand deshalb Handlungsbedarf, weil wir bei der letzten Wahl ein sonderbares Erlebnis hatten. Aufgrund der Tatsache, daß die Unterschrift von fünf Parlamentariern als Unterstützung für einen Wahlvorschlag ausreicht, kam es auch zur Situation, daß Parlamentarier gar nicht genau gewußt haben, wohin sie sich wenden sollen. Sie waren also mehr oder weniger in einer ungeheuren Konfliktsituation. Um dies in Zukunft zu vermeiden, haben wir meiner Meinung nach mit dieser Vorlage einen klaren Weg beschritten, nämlich dahin gehend – ich verstehe nicht, warum Sie immer wieder von einer Ausschaltung der Parteien sprechen –, daß 6 000 Wahlberechtigte mit ihrer Unterstützung jeden Vorschlag – jeden Vorschlag! – einbringen können. (Abg. Wabl: Für Sie kein Problem!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir stimmen dem Demokratiepaket zu und glauben, daß wir damit einen Fortschritt gemacht haben, um auf die Veränderungen der Zeit mit einer entsprechenden Anpassung zu reagieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grabner: Das hat der andere zuerst auch gesagt, und dann hat er 10 Minuten geredet!
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Gospod predsednik! Visoki Dom! Liebe Freunde! Herr Präsident! Ich möchte mich wegen der späten Stunde vielleicht nur auf zwei Schwerpunkte dieser sogenannten Novellen konzentrieren. (Abg. Grabner: Das hat der andere zuerst auch gesagt, und dann hat er 10 Minuten geredet!)
Ruf bei der ÖVP: No, no!
Meine Damen und Herren! Ich spüre die Angst vor dem Bürger sowohl bei der ÖVP als auch bei der SPÖ. (Ruf bei der ÖVP: No, no!) Ich verstehe nicht, warum man nicht in der Lage ist, den Zugang zu Volksbegehren, den Zugang zu Wahlen für den Bürger zu erleichtern. Ich sehe nicht ein, warum es nicht möglich sein soll, daß ein anständiger Bürger seine Unterschrift auch zu Hause oder wo immer leisten kann. Sie haben hier kein Vertrauen zum Bürger, und das beweisen Sie mit dieser Novelle. Sie wollen eigentlich die Macht so zementieren, wie Sie sie heute haben. (Demonstrativer Beifall des Abg. Wabl.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Wabl.
Meine Damen und Herren! Ich spüre die Angst vor dem Bürger sowohl bei der ÖVP als auch bei der SPÖ. (Ruf bei der ÖVP: No, no!) Ich verstehe nicht, warum man nicht in der Lage ist, den Zugang zu Volksbegehren, den Zugang zu Wahlen für den Bürger zu erleichtern. Ich sehe nicht ein, warum es nicht möglich sein soll, daß ein anständiger Bürger seine Unterschrift auch zu Hause oder wo immer leisten kann. Sie haben hier kein Vertrauen zum Bürger, und das beweisen Sie mit dieser Novelle. Sie wollen eigentlich die Macht so zementieren, wie Sie sie heute haben. (Demonstrativer Beifall des Abg. Wabl.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich glaube, es wäre notwendig, in dieser Sache nicht von einem Demokratiepaket zu sprechen, sondern von einer leeren Hülle, bestehend aus dem Versuch, dem Bürger wieder Sand in die Augen zu streuen. Es geht dabei nicht um Demokratie, sondern um den Machterhalt der Regierungsparteien. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Smolle, ich kann Ihnen natürlich nicht alle Ängste nehmen. Aber eine Angst kann ich Ihnen nehmen, und zwar jene, daß die ÖVP Angst vor dem Wähler hätte. Das Gegenteil ist der Fall: Die ÖVP hat die Hand am Puls der Wähler und der Österreicher. Also, diese Sorge kann ich Ihnen nehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Ein ganz wesentlicher!
Meine Damen und Herren! Zum heutigen Demokratiepaket wurde im wesentlichen schon erwähnt, daß es neben dem Bundespräsidentenwahlgesetz, einer Änderung im Bereich der Volksbegehren und einer Neuregelung bei den Einsichtsfristen in Zukunft auch Erleichterungen bei der Stimmabgabe geben wird. Das heißt, die Stimmabgabe im Ausland verlangt nicht mehr zwei Zeugen, sondern eben nur einen. Ich halte das für einen wesentlichen Schritt (Abg. Wabl: Ein ganz wesentlicher!), neben vielen, vielen anderen Positionen – um nicht in den Verdacht zu kommen, daß ich nur diese eine Position sehe, wie Kollege Wabl hier vielleicht meint.
Beifall bei der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Ich möchte nun zur Erleichterung der Stimmabgabe zurückkommen. Der Notwendigkeit, mit einer Wahlrechtsanpassung und Erleichterung des Wahlverhaltens neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten gerecht zu werden, wurde bei weitem nicht Rechnung getragen. In den Ländern, insbesondere in Oberösterreich – hier ist Landeshauptmann Dr. Pühringer entsprechend massiv an die Öffentlichkeit getreten, und es gibt hiezu auch einen gemeinsamen Beschluß aller Parteien im oberösterreichischen Landtag –, wird eine Vereinfachung, eine Weiterentwicklung, eine Demokratisierung des Wahlrechtes verlangt. Leider Gottes konnten wir diese Erleichterung für die Wähler nicht erreichen. Es tut mir leid, daß die Sozialistische Partei dies im Vorfeld nicht erkannt hat und sich dagegen ausspricht und nicht bereit ist, dem Rechnung zu tragen. Die Österreichische Volkspartei wird dieses Ziel, ein modernes Wahlrecht für unsere Mitbürger zu schaffen, weiterverfolgen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Bravo!
Meine Damen und Herren! Sind die Österreicher um so viel unreifer in der Demokratie? – Ich behaupte: Nein. (Abg. Wabl: Bravo!) Und deswegen ist es an der Zeit, ein neues Wahlrecht zu beschließen. (Abg. Wabl: Nur weiter so!)
Abg. Wabl: Nur weiter so!
Meine Damen und Herren! Sind die Österreicher um so viel unreifer in der Demokratie? – Ich behaupte: Nein. (Abg. Wabl: Bravo!) Und deswegen ist es an der Zeit, ein neues Wahlrecht zu beschließen. (Abg. Wabl: Nur weiter so!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich komme zum Abschluß. Ich bin überzeugt, daß die Österreicher keine juristischen oder verfassungsrechtlichen Spitzfindigkeiten, sondern ein praktikables, einfaches, zeitgemäßes Wahlrecht wollen, und dies ist das Anliegen der Österreichischen Volkspartei. Es ist höchste Zeit zu dieser weiteren Demokratisierung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Ja!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Klubobmann Khol! (Abg. Dr. Khol: Ja!) Die Demokratie (Abg. Dr. Khol: Demokratie ist schwer!) à la ÖVP hat eine neue Facette bekommen, und wir haben bereits einen Vorgeschmack erlebt bei der heurigen Präsidentschaftswahl, als sich unser großer Thommy Klestil, der Bürgerpräsident, unabhängig von den Parteien, um die Unterschrift vom einfachen, anständigen, fleißigen Bürger bemüht hat.
Abg. Dr. Khol: Demokratie ist schwer!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Klubobmann Khol! (Abg. Dr. Khol: Ja!) Die Demokratie (Abg. Dr. Khol: Demokratie ist schwer!) à la ÖVP hat eine neue Facette bekommen, und wir haben bereits einen Vorgeschmack erlebt bei der heurigen Präsidentschaftswahl, als sich unser großer Thommy Klestil, der Bürgerpräsident, unabhängig von den Parteien, um die Unterschrift vom einfachen, anständigen, fleißigen Bürger bemüht hat.
Abg. Dr. Khol: Hat er nicht gesagt! Das hat er nicht gesagt!
Thomas Klestil ist vor die Kameras getreten und hat gesagt: Bitte, liebe Bürgerinnen und Bürger, ich möchte nicht mehr von den Parteien abhängig sein. Nein, ich will nicht. Die ÖVP, die ist nicht ganz korrekt. Da möchte ich nicht mehr dabei sein, von denen möchte ich nicht mehr aufgestellt werden. (Abg. Dr. Khol: Hat er nicht gesagt! Das hat er nicht gesagt!) Nein, vom Volk selber, meine Damen und Herren! – Und dann kam die Bitte an das große Herz der schwarzen Bürgermeister im Lande, die dann jedem Bürger, der zufällig ins Gemeindeamt gekommen ist, gesagt haben: Ah! Grüß Gott! Servus, Huber! Willst nicht auch unseren Thommy unterstützen? Geh, unterschreib gleich!
Heiterkeit bei der SPÖ.
Dann wurden die "schönen" Unterstützungserklärungen – 60 000 oder mehr an der Zahl – nach Wien geschickt, mit einem roten Mascherl. – Das ist die neue Demokratie! Die ÖVP hat den neuen Bürger erfunden! Das ist das Demokratiepaket à la Khol und anderer Verfassungsbogenschützer und -bastler. (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Rosemarie Bauer: ... hat sich selber darüber aufgeregt!
Meine Damen und Herren! Ich weiß schon, die ÖVP hat seit 1945 verbissen dafür gekämpft, daß dieses unglaubliche Privileg eines Volksvertreters, der mit lächerlichen 25 000 Stimmen in dieses Haus hereingewählt worden ist, auch noch festlegt, wer der Präsidentschaftskandidat seiner Partei sein darf. Gegen dieses Privileg müssen wir, unterstützt von allen wichtigen Medien – großformatig, kleinformatig – kämpfen, denn die Demokratie ist in Gefahr! Frau Schmidt hat überhaupt über die Stränge geschlagen: Sie hat gleich zwei Kandidatinnen unterstützt! (Abg. Rosemarie Bauer: ... hat sich selber darüber aufgeregt!) Ein Verbrechen! Eine Aushöhlung der Demokratie! Die Pinge im Parlament ist eingestürzt, das demokratische Substanzwasser ist abgeronnen, denn Frau Schmidt hat ein Instrument mißbraucht: Ihre Unterschrift! – Das hat Sie jahrzehntelang nicht gestört, Herr Khol. Jetzt plötzlich haben Sie entdeckt: Oh, Katastrophe! Volksbegehren!
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Meine Damen und Herren! Das sieht auf den ersten Blick gar nicht so ungeschickt aus, denn Volksbegehren heißt ja Volksbegehren, was hat dabei ein Volksvertreter verloren? Pfui, pfui, pfui! Es haben doch glatt Volksvertreter Volksbegehren unterstützt! Das ist ja unglaublich! Das hört sich jetzt auf! Wir machen Volksbegehren viel eleganter. Wir schicken ein Rundschreiben an unsere ÖVP-Bürgermeister: Liebe ÖVP-Bürgermeister! Am so und so vielten im Dezember kriegt ihr die herrlichen Unterstützungsformulare. Diese werden aufgelegt in euren Gemeinden, und jedesmal, wenn Parteienverkehr ist, lädt das große Herz des Bürgermeisters seine Bürgerinnen und Bürger ein, ein echtes, demokratisches, schwarzes, Khol-schwarzes Volksbegehren zu unterschreiben. – Das ist Demokratie! Da lacht das Herz eines Khol! (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Ruf: Überhaupt nichts! – Abg. Dr. Leiner: Kasperl!
Meine Damen und Herren! Wissen Sie, was daran das Bösartige ist? (Ruf: Überhaupt nichts! – Abg. Dr. Leiner: Kasperl!) Das Bösartige daran ist folgendes: ... (Abg. Dr. Leiner: Kasperl! Kasperl!) Ja, hören Sie auf, Sie Pingendemokraten! (Abg. Dr. Leiner: Kasperl, blöder!) Es rinnt die Demokratie unterm Parlament durch mit Ihrer Politik! Da brauchen Sie keinen Farnleitner mehr und andere. (Abg. Dr. Leiner: Wurstel!)
Abg. Dr. Leiner: Kasperl! Kasperl!
Meine Damen und Herren! Wissen Sie, was daran das Bösartige ist? (Ruf: Überhaupt nichts! – Abg. Dr. Leiner: Kasperl!) Das Bösartige daran ist folgendes: ... (Abg. Dr. Leiner: Kasperl! Kasperl!) Ja, hören Sie auf, Sie Pingendemokraten! (Abg. Dr. Leiner: Kasperl, blöder!) Es rinnt die Demokratie unterm Parlament durch mit Ihrer Politik! Da brauchen Sie keinen Farnleitner mehr und andere. (Abg. Dr. Leiner: Wurstel!)
Abg. Dr. Leiner: Kasperl, blöder!
Meine Damen und Herren! Wissen Sie, was daran das Bösartige ist? (Ruf: Überhaupt nichts! – Abg. Dr. Leiner: Kasperl!) Das Bösartige daran ist folgendes: ... (Abg. Dr. Leiner: Kasperl! Kasperl!) Ja, hören Sie auf, Sie Pingendemokraten! (Abg. Dr. Leiner: Kasperl, blöder!) Es rinnt die Demokratie unterm Parlament durch mit Ihrer Politik! Da brauchen Sie keinen Farnleitner mehr und andere. (Abg. Dr. Leiner: Wurstel!)
Abg. Dr. Leiner: Wurstel!
Meine Damen und Herren! Wissen Sie, was daran das Bösartige ist? (Ruf: Überhaupt nichts! – Abg. Dr. Leiner: Kasperl!) Das Bösartige daran ist folgendes: ... (Abg. Dr. Leiner: Kasperl! Kasperl!) Ja, hören Sie auf, Sie Pingendemokraten! (Abg. Dr. Leiner: Kasperl, blöder!) Es rinnt die Demokratie unterm Parlament durch mit Ihrer Politik! Da brauchen Sie keinen Farnleitner mehr und andere. (Abg. Dr. Leiner: Wurstel!)
Abg. Dr. Schwimmer: So gut hat es Ihr Parmaschinken? – Heiterkeit des Abg. Mag. Posch.
Meine Damen und Herren! Ihre Praxis der Demokratie sieht so aus: Im Parlament hat der Volksvertreter einer kleinen Oppositionspartei oder einer größeren Oppositionspartei unglaublich viele Rechte. Er wird gewählt mit 25 000 Stimmen, dann kommt er in dieses Haus, ist fleißig – vor allem in den ersten Monaten und Jahren, denn er will zeigen, was er kann –, schreibt Anträge, und dann sitzen diese ausgepufften Profis in den Ausschüssen, wie Schwimmer, Khol und andere, und sagen: Sind die Anträge des Oppositionellen A schon reif wie ein Parmaschinken? Haben sie schon ihre sechs Monate auf dem Buckel? (Abg. Dr. Schwimmer: So gut hat es Ihr Parmaschinken? – Heiterkeit des Abg. Mag. Posch.) Können wir sie schon herausnehmen? Haben sie schon Schimmel? Dann können wir sie kurz auf die Tagesordnung setzen, um sie dann in einem Unterausschuß zu versenken. – Das ist das Recht des Abgeordneten in diesem Haus.
Abg. Dr. Neisser: Herzig ist hier überhaupt nichts!
In der Präsidiale sitzen wir dann gemütlich beisammen – das ist immer so herzig –: Präsident Neisser (Abg. Dr. Neisser: Herzig ist hier überhaupt nichts!) und Präsident Brauneder und Herr Stadler und Khol und Herr Kostelka und unser Präsident Fischer. Wir sitzen dort und beraten. Und dann: Ist er schon reif? Darf er schon hinein in den Ausschuß? Und dann: Nein, er kann noch drei Monate liegen. – So hören wir doch auf! Meine Damen und Herren, das verstehen Sie unter Demokratie!
Abg. Mag. Stadler: Bei den Grünen vor allem!
Meine Damen und Herren! Sie spielen mit dem demokratischen Feuer, aber auf der ganz falschen Seite, und Sie wundern sich dann, wenn einige Abgeordnete in diesem Haus ausrasten, sei es jetzt auf der blauen Seite oder anderswo. (Abg. Mag. Stadler: Bei den Grünen vor allem!) Auch bei uns soll das vorkommen. Ihr Ausrasten ist offensichtlich zu üppig gemeint: Das geht bis nach Brasilien! (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Aber originell ist er!)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Aber originell ist er!
Meine Damen und Herren! Sie spielen mit dem demokratischen Feuer, aber auf der ganz falschen Seite, und Sie wundern sich dann, wenn einige Abgeordnete in diesem Haus ausrasten, sei es jetzt auf der blauen Seite oder anderswo. (Abg. Mag. Stadler: Bei den Grünen vor allem!) Auch bei uns soll das vorkommen. Ihr Ausrasten ist offensichtlich zu üppig gemeint: Das geht bis nach Brasilien! (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Aber originell ist er!)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Herr Kohl! Ich würde Sie aber bitten: Wenn Sie von einem Demokratiepaket sprechen, dann sollten Sie darin auch ganz einfache Dinge festschreiben. Wenn etwa ein einfacher Bürger oder eine einfache Bürgerin zu einer Gemeinderatswahl antreten darf und will, dann kann dieser von Haus zu Haus gehen und kann sich dort eine Unterschrift holen. Damit auch bestätigt wird, daß dieser Mensch in der Wählerevidenz erfaßt ist, kommt am Gemeindeamt ein Stempel drauf, und dann gilt das. – Nein! Sie wollen das für das Volksbegehren nicht! Das wäre zu kompliziert! Nein, jeder einzelne muß hingehen und dort unterschreiben, damit das wirklich echt demokratisch ist. – Sie hätten so viele Möglichkeiten – so viele Möglichkeiten! –, aber nein: Sie machen kurzfristig populistische Politik und verkaufen das als Demokratie. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall des Abg. Smolle
Das Frauen-Volksbegehren haben 600 000 Menschen unterschrieben. Was machen Sie hier in diesem Haus damit? Das ist das Problem in der Demokratie, daß diese Anliegen nicht ernst genommen werden. Es geht nicht darum, ob Sie irgendwelche Dinge erfinden und meinen, 10 000 auf 8 000 ändern zu müssen. Glauben Sie mir, das ist völlig gleichgültig, Sie können auch erhöhen! Aber lassen Sie doch Demokratie zu, indem Sie dem einfachen Bürger, der einfachen Bürgerin das gleiche Vertrauen entgegenbringen wie bei jedem anderen Vertrag, nämlich daß sie etwas nur zu unterschreiben brauchen und das als gültig angenommen wird, außer es wird irgendwann bewiesen, daß das eine Fälschung war – aber das unterliegt ohnehin den Strafgesetzen. – Nein! Sie haben Angst davor, daß die Volksbegehren ... (Beifall des Abg. Smolle) – Danke schön, Herr Smolle! Sie sind noch immer in der guten Tradition der demokratischen Vorstellungen der Grünen! (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Das Frauen-Volksbegehren haben 600 000 Menschen unterschrieben. Was machen Sie hier in diesem Haus damit? Das ist das Problem in der Demokratie, daß diese Anliegen nicht ernst genommen werden. Es geht nicht darum, ob Sie irgendwelche Dinge erfinden und meinen, 10 000 auf 8 000 ändern zu müssen. Glauben Sie mir, das ist völlig gleichgültig, Sie können auch erhöhen! Aber lassen Sie doch Demokratie zu, indem Sie dem einfachen Bürger, der einfachen Bürgerin das gleiche Vertrauen entgegenbringen wie bei jedem anderen Vertrag, nämlich daß sie etwas nur zu unterschreiben brauchen und das als gültig angenommen wird, außer es wird irgendwann bewiesen, daß das eine Fälschung war – aber das unterliegt ohnehin den Strafgesetzen. – Nein! Sie haben Angst davor, daß die Volksbegehren ... (Beifall des Abg. Smolle) – Danke schön, Herr Smolle! Sie sind noch immer in der guten Tradition der demokratischen Vorstellungen der Grünen! (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Schwimmer: Das bitten Sie sich selber, Herr Wabl!
Herr Khol! Ich schätze Sie ja als ausgebufften, raffinierten Machtpolitiker, aber bitte hören Sie auf mit diesen kindischen Spielereien – von Paketen zu reden und so weiter – und übertreiben Sie es nicht mit dem Verhöhnen! (Abg. Dr. Schwimmer: Das bitten Sie sich selber, Herr Wabl!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Herr Schwimmer! Da meldet sich ja der "Ausbund" eines Volksvertreters zur Demokratie zu Wort. Wissen Sie, da würde ich an Ihrer Stelle an der Demokratie zu zweifeln beginnen und da würde ich eigentlich schon darüber nachdenken, wie weit unsere Demokratie gekommen ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.)
Abg. Mag. Kukacka: Seien Sie vorsichtig mit Ihren Abqualifizierungen!
Herr Kukacka! Auch Sie passen in diese Kategorie hinein. Wissen Sie, Menschen wie Sie, die seit 1945 in diesem Land in allen Regierungen gesessen sind – satt, zufrieden ... (Abg. Mag. Kukacka: Seien Sie vorsichtig mit Ihren Abqualifizierungen!) – Sie nicht, Sie waren immer auf der Nudelsuppe oder auf der 0,8-Promille-Suppe, darin sind Sie immer gut geschwommen. Bitte, übertreiben Sie es nicht mit der Verhöhnung jener, die sich in diesem Land noch um Demokratie bemühen. Freilich: Oppositionelle müssen mehr darum kämpfen, Sie brauchen das nicht so. Sie bekommen ja die Informationen immer direkt. Aber übertreiben Sie es nicht mit dem Verhöhnen, Herr Khol! Das ist meine Bitte. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Kukacka! Auch Sie passen in diese Kategorie hinein. Wissen Sie, Menschen wie Sie, die seit 1945 in diesem Land in allen Regierungen gesessen sind – satt, zufrieden ... (Abg. Mag. Kukacka: Seien Sie vorsichtig mit Ihren Abqualifizierungen!) – Sie nicht, Sie waren immer auf der Nudelsuppe oder auf der 0,8-Promille-Suppe, darin sind Sie immer gut geschwommen. Bitte, übertreiben Sie es nicht mit der Verhöhnung jener, die sich in diesem Land noch um Demokratie bemühen. Freilich: Oppositionelle müssen mehr darum kämpfen, Sie brauchen das nicht so. Sie bekommen ja die Informationen immer direkt. Aber übertreiben Sie es nicht mit dem Verhöhnen, Herr Khol! Das ist meine Bitte. (Beifall bei den Grünen.)
der Redner deutet auf die beiden etwa zwei Meter langen, neu eingebauten Lautsprecherleisten zu beiden Seiten des metallenen Wappenadlers hinter dem Präsidenten – Heiterkeit
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich bin der vorangegangenen Debatte sehr aufmerksam gefolgt, und soweit mir das – trotz der "verschlechterten" Tonqualität, trotz dieser "Narben" da an der Wand (der Redner deutet auf die beiden etwa zwei Meter langen, neu eingebauten Lautsprecherleisten zu beiden Seiten des metallenen Wappenadlers hinter dem Präsidenten – Heiterkeit) – möglich war, soweit ich das richtig verstanden habe, hat die Opposition mehrmals die Demokratie und die demokratische Vorgangsweise in diesem Haus angesprochen.
Abg. Wabl: Die Wette gilt!
Jetzt werden wir sehen, wie es die Opposition wirklich mit dem hält, was sie vorher gesagt hat. Wird sie kommen und sagen: Okay, das ist einmal etwas sehr Gutes, da werden wir ja sagen! oder wird sie dagegen sein? Wird sie, auch wenn sie dafür ist, wieder sagen: Ja, gut, aber da hätten wir noch dies und das, das müßte noch hineinkommen! Das allein ist zu wenig, das ist zu spät!, oder was auch immer? – Ich wette, sie wird letzteren Weg gehen. Sie wird sagen: Ja, aber. Sie wird sagen, es müsse noch dies und jenes kommen, das sei zu wenig, zu spät, und so weiter. Sie wird es nicht honorieren, daß das einen wesentlichen Schritt darstellt. (Abg. Wabl: Die Wette gilt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wabl: Die Wette gilt! Eine Straßburger Bonbonniere!
Meine Damen und Herren! Ich würde mir wünschen, diese Wette zu verlieren, denn es wäre schön, wenn alle einmal sagen würden: Ja, das ist etwas Gutes, das beschließen wir in diesem Haus! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wabl: Die Wette gilt! Eine Straßburger Bonbonniere!)
Abg. Wabl: Wir zynisch?! Hoho!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich habe ja gewiß einen stark ausgeprägten Sinn für Humor und habe hier schon manche Travestie und manche Parodie, vor allem wenn sie von dem begabten Laiendarsteller Andreas Wabl aus der Steiermark kam, sehr genossen. Aber wenn man hier, wenn es um das Demokratieverständnis geht, einen solchen Zynismus wie er an den Tag legt, dann vergeht mir das Lachen. (Abg. Wabl: Wir zynisch?! Hoho!) – Ja, Sie waren zynisch, Herr Kollege Wabl. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich habe ja gewiß einen stark ausgeprägten Sinn für Humor und habe hier schon manche Travestie und manche Parodie, vor allem wenn sie von dem begabten Laiendarsteller Andreas Wabl aus der Steiermark kam, sehr genossen. Aber wenn man hier, wenn es um das Demokratieverständnis geht, einen solchen Zynismus wie er an den Tag legt, dann vergeht mir das Lachen. (Abg. Wabl: Wir zynisch?! Hoho!) – Ja, Sie waren zynisch, Herr Kollege Wabl. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: Wir haben keine gehabt!
Ich verstehe zwar Ihre Enttäuschung darüber, daß Ihre Kandidatin zur Bundespräsidentenwahl nicht erfolgreich war (Abg. Wabl: Wir haben keine gehabt!), aber wie Sie hier den Herrn Bundespräsidenten apostrophiert haben, das ging zu weit.
Abg. Dr. Schmidt: Wir haben einen Unterausschuß gefordert! Eine Änderung der verfassungsrechtlichen Bestimmungen!
Ich glaube, Sie sollten eines zur Kenntnis nehmen – und das möchte ich auch Frau Schmidt sagen, die heute in ihrem Debattenbeitrag zum Demokratiepaket das ganz einfach nicht verstanden hat –: daß der Bundespräsident vom Volk gewählt ist und vom Volk zur Verantwortung gezogen wird und daher die Möglichkeit einer schriftlichen Anfrage an den Bundespräsidenten durch das Parlament ein Systembruch wäre. (Abg. Dr. Schmidt: Wir haben einen Unterausschuß gefordert! Eine Änderung der verfassungsrechtlichen Bestimmungen!)
Beifall bei der ÖVP.
Das, liebe Frau Kollegin, ist unter dem Level der Intelligenz, den ich Ihnen zutraue, nachdem Sie immer von "unter meiner Würde" gesprochen haben. Dazu, finde ich, sind Sie verfassungsrechtlich und staatstheoretisch zu gut ausgebildet, um nicht den Unterschied zu verstehen und zu wissen, daß das reine Polemik gegen den Bundespräsidenten ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Danke! – Abg. Wabl: Wie ein Meßdiener, so ehrfürchtig!
Wir müssen heute die Geschäftsordnung in erster Lesung getrennt vom Demokratiepaket verhandeln, weil das Geschäftsordnungsgesetz ein besonderes Gesetz ist. Meine Fraktion wird natürlich die Verkürzungen der Fristen zur Behandlung des Volksbegehrens ernst nehmen. Wir begrüßen es, daß wir eine Reihe von geschäftsordnungsmäßigen Verbesserungen für die Stellung der Proponenten der Volksbegehren, aber auch für die Unterzeichner der Volksbegehren vorgesehen haben. Und ich bin, wie so oft, einer Meinung mit meinem Freund Peter Schieder: Das wird wieder einmal die Probe aufs Exempel sein, ob Sie von der Opposition zynisch sind oder ob Sie es ehrlich meinen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schieder: Danke! – Abg. Wabl: Wie ein Meßdiener, so ehrfürchtig!)
Abg. Wabl: Kollege Khol! Das wollten Sie ja!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Klubobmann Khol, im vorliegenden Fall wird ja eine ganz andere Vorgangsweise eingehalten: Da gibt es eine erste Lesung. Allerdings ist das halt bei einer Geschäftsordnungsänderung so vorgesehen. (Abg. Wabl: Kollege Khol! Das wollten Sie ja!) Ich habe nämlich das Gefühl, wenn das nicht so vorgesehen und nicht zwingend wäre, dann hätten Sie auch dieses Gesetz in einer ähnlich eleganten – aus Ihrer Sicht eleganten, aber leider nicht sehr parlamentskonformen – Art und Weise gehandhabt wie das sogenannte Demokratiepaket. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wabl.
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Klubobmann Khol, im vorliegenden Fall wird ja eine ganz andere Vorgangsweise eingehalten: Da gibt es eine erste Lesung. Allerdings ist das halt bei einer Geschäftsordnungsänderung so vorgesehen. (Abg. Wabl: Kollege Khol! Das wollten Sie ja!) Ich habe nämlich das Gefühl, wenn das nicht so vorgesehen und nicht zwingend wäre, dann hätten Sie auch dieses Gesetz in einer ähnlich eleganten – aus Ihrer Sicht eleganten, aber leider nicht sehr parlamentskonformen – Art und Weise gehandhabt wie das sogenannte Demokratiepaket. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Gestern ist uns ja wieder einmal bewußt gemacht worden, daß selbst dann, wenn die Dinge schon überevident sind – wie derzeit im Falle von Herrn Bundesminister Farnleitner – und dringendst der politischen Untersuchung bedürfen, ein solches Ansuchen auch in Zukunft an der Mehrheit der Regierungsparteien abprallen wird, wenn es dieses Minderheitenrecht nicht gibt. Hätte es das nämlich schon gegeben, dann hätten auch Vertreter der Regierungsparteien vorsichtshalber und in Kenntnis der wahrscheinlichen Ergebnisse des Ausschusses für den Ausschuß gestimmt, damit sie sich dann nicht nachher im Regen stehend gefunden hätten als jene, die einen Ausschuß gerade nicht verhindern hätten können. Das wäre ein anderer, offenerer Zugang zur Demokratie. – Aber in einer Bürgergesellschaft, in der die Bürgerinnen nicht vorkommen, wie bei Herrn Khol, ist so etwas nicht vorgesehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Und auch sonst nicht immer alles weiß! – Abg. Mag. Stoisits: Das ist aber alles im selben Bezirk! – Zwischenruf des Abg. Schieder.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Redner ist Herr Abgeordneter Wabl, der vorhin die UNO-City mit dem Konferenzzentrum verwechselt hat. (Abg. Dr. Khol: Und auch sonst nicht immer alles weiß! – Abg. Mag. Stoisits: Das ist aber alles im selben Bezirk! – Zwischenruf des Abg. Schieder.) – Herr Abgeordneter Schieder, am Wort ist Kollege Wabl!
Widerspruch bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen: Das, was in diesem Land passiert, passiert immer als Reaktion. Das, was die FPÖ in ihrer Übertreibung und oft in ihrer Bösartigkeit, in ihrer Brutalität und in ihrem Populismus tut (Widerspruch bei den Freiheitlichen), meine Damen und Herren, ist auch eine Reaktion auf die Ignoranz vieler Teile in diesem Haus.
Abg. Dr. Khol: Jetzt muß er selbst lachen! Jetzt lachen Sie über sich selbst! Herr Wabl, Sie nehmen sich selbst nicht ernst! Das ist Ihr Problem! Bei ernsten Sachen lachen Sie über sich selbst! Man muß es leider sagen!
Herr Schieder! Ich habe Ihre Worte ernst genommen, und ich freue mich schon auf das Geschenk – die Bonbonniere aus Straßburg. (Abg. Dr. Khol: Jetzt muß er selbst lachen! Jetzt lachen Sie über sich selbst! Herr Wabl, Sie nehmen sich selbst nicht ernst! Das ist Ihr Problem! Bei ernsten Sachen lachen Sie über sich selbst! Man muß es leider sagen!) – Ein Freund hat mir einmal gesagt: Das ist Größe, wenn du auch über dich selbst lachen kannst! Wissen Sie, das Zitat von diesem Schriftsteller ist so schön! Aber, Herr Kollege Khol, ... (Abg. Dr. Khol: Sie sind narzißtisch, in sich selbst verliebt, und das sieht man an dieser Rede!) Unser Psychologe Khol! Herr Khol, ich habe mir gedacht, Sie seien Klubobmann und hobbymäßig seien Sie auch noch Kernölesser, aber daß Sie auch noch Psychologe geworden sind, das habe ich nicht gewußt. (Abg. Dr. Khol: Wer viel Kernöl ißt, wird Psychologe!)
Abg. Dr. Khol: Sie sind narzißtisch, in sich selbst verliebt, und das sieht man an dieser Rede!
Herr Schieder! Ich habe Ihre Worte ernst genommen, und ich freue mich schon auf das Geschenk – die Bonbonniere aus Straßburg. (Abg. Dr. Khol: Jetzt muß er selbst lachen! Jetzt lachen Sie über sich selbst! Herr Wabl, Sie nehmen sich selbst nicht ernst! Das ist Ihr Problem! Bei ernsten Sachen lachen Sie über sich selbst! Man muß es leider sagen!) – Ein Freund hat mir einmal gesagt: Das ist Größe, wenn du auch über dich selbst lachen kannst! Wissen Sie, das Zitat von diesem Schriftsteller ist so schön! Aber, Herr Kollege Khol, ... (Abg. Dr. Khol: Sie sind narzißtisch, in sich selbst verliebt, und das sieht man an dieser Rede!) Unser Psychologe Khol! Herr Khol, ich habe mir gedacht, Sie seien Klubobmann und hobbymäßig seien Sie auch noch Kernölesser, aber daß Sie auch noch Psychologe geworden sind, das habe ich nicht gewußt. (Abg. Dr. Khol: Wer viel Kernöl ißt, wird Psychologe!)
Abg. Dr. Khol: Wer viel Kernöl ißt, wird Psychologe!
Herr Schieder! Ich habe Ihre Worte ernst genommen, und ich freue mich schon auf das Geschenk – die Bonbonniere aus Straßburg. (Abg. Dr. Khol: Jetzt muß er selbst lachen! Jetzt lachen Sie über sich selbst! Herr Wabl, Sie nehmen sich selbst nicht ernst! Das ist Ihr Problem! Bei ernsten Sachen lachen Sie über sich selbst! Man muß es leider sagen!) – Ein Freund hat mir einmal gesagt: Das ist Größe, wenn du auch über dich selbst lachen kannst! Wissen Sie, das Zitat von diesem Schriftsteller ist so schön! Aber, Herr Kollege Khol, ... (Abg. Dr. Khol: Sie sind narzißtisch, in sich selbst verliebt, und das sieht man an dieser Rede!) Unser Psychologe Khol! Herr Khol, ich habe mir gedacht, Sie seien Klubobmann und hobbymäßig seien Sie auch noch Kernölesser, aber daß Sie auch noch Psychologe geworden sind, das habe ich nicht gewußt. (Abg. Dr. Khol: Wer viel Kernöl ißt, wird Psychologe!)
Abg. Dr. Khol: Gärtner bin ich auch noch!
Sie haben auch noch einen anderen Beruf, den ich zur Genüge kenne, Sie sind Hobbybastler. (Abg. Dr. Khol: Gärtner bin ich auch noch!) Sie basteln am Verfassungsbogen, der manchmal aufgemacht wird und manchmal wieder zugemacht wird. Ich glaube, nach dieser Rede bin ich wieder draußen aus dem Verfassungsbogen. Herr Stadler ist heute sicher schon wieder ein bißchen hineingekommen, hineingerutscht; er darf wieder ein bißchen mitnaschen.
Abg. Dr. Khol: Das habe ich nie bestritten!
Herr Khol! Ich bitte Sie: Geben Sie doch zu, daß wir in den Ausschüssen und in den Geschäftsordnungsausschüssen fair und korrekt verhandelt haben! (Abg. Dr. Khol: Das habe ich nie bestritten!) Aber – und das ist mein Vorwurf an die FPÖ, Herr Stadler – bei der vorletzten Geschäftsordnungsreform haben die Grünen dagegen gestimmt und Ihre Fraktion hat zugestimmt. (Abg. Mag. Stadler: Nein, Sie haben sich über den Tisch ziehen lassen! Vier Fraktionen gegen die FPÖ!) Um den Preis einiger Instrumente, die nur Sie nutzen konnten, haben Sie das Quorum im Zusammenhang mit dem Untersuchungsausschuß abgegeben, haben Sie gesagt: Na, das geben wir euch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Das war Ihr Sündenfall! Vier Fraktionen dafür, eine dagegen!)
Abg. Mag. Stadler: Nein, Sie haben sich über den Tisch ziehen lassen! Vier Fraktionen gegen die FPÖ!
Herr Khol! Ich bitte Sie: Geben Sie doch zu, daß wir in den Ausschüssen und in den Geschäftsordnungsausschüssen fair und korrekt verhandelt haben! (Abg. Dr. Khol: Das habe ich nie bestritten!) Aber – und das ist mein Vorwurf an die FPÖ, Herr Stadler – bei der vorletzten Geschäftsordnungsreform haben die Grünen dagegen gestimmt und Ihre Fraktion hat zugestimmt. (Abg. Mag. Stadler: Nein, Sie haben sich über den Tisch ziehen lassen! Vier Fraktionen gegen die FPÖ!) Um den Preis einiger Instrumente, die nur Sie nutzen konnten, haben Sie das Quorum im Zusammenhang mit dem Untersuchungsausschuß abgegeben, haben Sie gesagt: Na, das geben wir euch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Das war Ihr Sündenfall! Vier Fraktionen dafür, eine dagegen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Das war Ihr Sündenfall! Vier Fraktionen dafür, eine dagegen!
Herr Khol! Ich bitte Sie: Geben Sie doch zu, daß wir in den Ausschüssen und in den Geschäftsordnungsausschüssen fair und korrekt verhandelt haben! (Abg. Dr. Khol: Das habe ich nie bestritten!) Aber – und das ist mein Vorwurf an die FPÖ, Herr Stadler – bei der vorletzten Geschäftsordnungsreform haben die Grünen dagegen gestimmt und Ihre Fraktion hat zugestimmt. (Abg. Mag. Stadler: Nein, Sie haben sich über den Tisch ziehen lassen! Vier Fraktionen gegen die FPÖ!) Um den Preis einiger Instrumente, die nur Sie nutzen konnten, haben Sie das Quorum im Zusammenhang mit dem Untersuchungsausschuß abgegeben, haben Sie gesagt: Na, das geben wir euch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Stadler: Das war Ihr Sündenfall! Vier Fraktionen dafür, eine dagegen!)
Abg. Mag. Stadler: Ich brauche keinen Trost!
Herr Stadler! Lesen Sie nach in den Protokollen! Ich kann Sie nicht dazu bringen, ich will Sie auch gar nicht dazu bringen, aber ich kann Ihnen einen Trost sagen in dieser Angelegenheit, Herr Stadler (Abg. Mag. Stadler: Ich brauche keinen Trost!): Der damalige Vertreter der Freiheitlichen Partei sitzt jetzt bei den Liberalen. Das ist ein Trost für Sie! Aber es war dies offensichtlich die Linie der FPÖ. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt tut es Ihnen leid! Das ist der ganze Hintergrund! Jetzt jammern Sie dem Untersuchungsausschuß nach!) Wahrscheinlich hat Haider dann die Unterverhandlungen geführt: Wir geben den wichtigen Punkt der Untersuchungsausschüsse auf, damit wir jene Instrumente bekommen, die nur eine Oppositionspartei von einer bestimmten Größe auch in Anspruch nehmen kann!
Abg. Mag. Stadler: Jetzt tut es Ihnen leid! Das ist der ganze Hintergrund! Jetzt jammern Sie dem Untersuchungsausschuß nach!
Herr Stadler! Lesen Sie nach in den Protokollen! Ich kann Sie nicht dazu bringen, ich will Sie auch gar nicht dazu bringen, aber ich kann Ihnen einen Trost sagen in dieser Angelegenheit, Herr Stadler (Abg. Mag. Stadler: Ich brauche keinen Trost!): Der damalige Vertreter der Freiheitlichen Partei sitzt jetzt bei den Liberalen. Das ist ein Trost für Sie! Aber es war dies offensichtlich die Linie der FPÖ. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt tut es Ihnen leid! Das ist der ganze Hintergrund! Jetzt jammern Sie dem Untersuchungsausschuß nach!) Wahrscheinlich hat Haider dann die Unterverhandlungen geführt: Wir geben den wichtigen Punkt der Untersuchungsausschüsse auf, damit wir jene Instrumente bekommen, die nur eine Oppositionspartei von einer bestimmten Größe auch in Anspruch nehmen kann!
Abg. Schieder: Natürlich, denn die Pilz-Verfahren waren ein Problem!
Herr Khol! Schauen Sie einmal nach, was Sie vorigen Sommer in Ihr Tagebuch hineingeschrieben haben, als es hier einen Parlamentsboykott gegeben hat! Damals haben Sie gesagt: Ja, wir sind bereit, darüber zu reden, aber zuerst brauchen wir die Reform, wie dieses Procedere im Untersuchungsausschuß abgewickelt werden soll. (Abg. Schieder: Natürlich, denn die Pilz-Verfahren waren ein Problem!) In Ordnung! Geschenkt, Herr Kollege Schieder! Aber wir haben Korrekturen vorgenommen, wir haben Reformen vorgenommen. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt geschieht wieder nichts! Totes Recht!) Genau! Und Kollege Khol hat gesagt: Wenn wir das haben, können wir darüber reden.
Abg. Mag. Stadler: Jetzt geschieht wieder nichts! Totes Recht!
Herr Khol! Schauen Sie einmal nach, was Sie vorigen Sommer in Ihr Tagebuch hineingeschrieben haben, als es hier einen Parlamentsboykott gegeben hat! Damals haben Sie gesagt: Ja, wir sind bereit, darüber zu reden, aber zuerst brauchen wir die Reform, wie dieses Procedere im Untersuchungsausschuß abgewickelt werden soll. (Abg. Schieder: Natürlich, denn die Pilz-Verfahren waren ein Problem!) In Ordnung! Geschenkt, Herr Kollege Schieder! Aber wir haben Korrekturen vorgenommen, wir haben Reformen vorgenommen. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt geschieht wieder nichts! Totes Recht!) Genau! Und Kollege Khol hat gesagt: Wenn wir das haben, können wir darüber reden.
Abg. Dr. Khol: Das ist die glatte Unwahrheit!
Herr Kollege Khol! Das ist Zynismus! Sie haben das Glück, daß Sie ein Katholik sind, denn Sie können morgen wieder zu Groër oder zu sonst jemandem gehen und sagen: Bitte schön, verzeihe mir, ich habe gesündigt! Sie glauben ja, morgen sind Sie wieder anständig. Nur: Bei Ihnen, wo Sie so routiniert diese Versprechen abgeben und dann nicht halten, wird es gefährlich! (Abg. Dr. Khol: Das ist die glatte Unwahrheit!)
Abg. Mag. Stadler: Das war es ja auch!
Herr Kollege Khol! Ich würde Sie bitten: Schauen Sie nach in Ihrem Tagebuch, da steht das sicher drinnen! Und Kollege Schieder wird es wissen, und die anderen werden es auch wissen: Wir haben damals verhandelt. Das Unangenehme war wieder einmal Ihr "wunderbarer" Kollege Haider, der damals zu "Tommy", zu Herrn Klestil, gegangen ist und gesagt hat: Da brauchen wir nichts mehr zu untersuchen! Ich habe ihm tief in die Augen geblickt und festgestellt, es ist alles in Ordnung in der Kurdenfrage (Abg. Mag. Stadler: Das war es ja auch!), es paßt alles. Außerdem haben wir einen kleinen Deal gemacht: Er spricht anständig über die FPÖ. – Das war damals das Geschäft.
Beifall bei den Grünen.
Herr Khol! Sie sind oft ein kongenialer Partner der Freiheitlichen Partei. Das sollten Sie nicht vergessen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit. – Abg. Schieder: Das ist sehr beleidigend!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Khol, ich glaube nicht, daß Kollege Wabl Narziß ist. Ich glaube, daß er dazu viel zuviel Ästhet ist. (Heiterkeit. – Abg. Schieder: Das ist sehr beleidigend!) Nein, Herr Kollege Schieder, das ist nicht beleidigend, das ist meine persönliche Meinung. (Abg. Schieder: Das ist sehr herabwürdigend am Menschen! Das ist wirklich nicht schön, was Sie da machen! So spricht man nicht über Menschen!)
Abg. Schieder: Das ist sehr herabwürdigend am Menschen! Das ist wirklich nicht schön, was Sie da machen! So spricht man nicht über Menschen!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Khol, ich glaube nicht, daß Kollege Wabl Narziß ist. Ich glaube, daß er dazu viel zuviel Ästhet ist. (Heiterkeit. – Abg. Schieder: Das ist sehr beleidigend!) Nein, Herr Kollege Schieder, das ist nicht beleidigend, das ist meine persönliche Meinung. (Abg. Schieder: Das ist sehr herabwürdigend am Menschen! Das ist wirklich nicht schön, was Sie da machen! So spricht man nicht über Menschen!)
Abg. Schieder: Sie können mich nicht versöhnen mit dem Streicheln jetzt!
Herr Kollege Schieder! Sie haben in Ihren Erläuterungen prophezeit, daß die Opposition wieder ein Aber und irgendwelche Argumente dafür einbringen wird, daß sie dieser Geschäftsordnungsnovelle nicht zustimmen kann. Ich kann Ihnen sagen, Herr Kollege Schieder: Kein Aber (Abg. Schieder: Sie können mich nicht versöhnen mit dem Streicheln jetzt!), sondern ein Und. Denn es ändert für die Bürger überhaupt nichts, wenn die Verfahrensdauer bei Volksbegehren von vier auf sechs Monate verkürzt wird, wenn mehrere Personen an den Verhandlungen teilnehmen können, wenn sie kostenlos die Berichte zugeschickt bekommen. Was ändert das, bitte, für die Bürger, wenn im Grunde genommen am Ende wieder herauskommt, daß seine Anliegen, seine Volksbegehren einfach schubladisiert werden?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Khol! Wann geht es endlich in Ihren "Verfassungsbogen" hinein, daß das Recht in diesem Staate vom Bürger ausgeht, vom Volk ausgeht? Das muß schrittweise gehen, Hand in Hand; diese Geschäftsordnungsänderung ist ein richtiger Schritt, wir stehen ihr wirklich positiv gegenüber, aber gleichzeitig muß es zu einer Verfassungsänderung kommen, damit endlich die Bürger, die sich die Mühe machen und zum Gemeindeamt gehen, die sich dieser demokratischen Pflicht unterziehen, zu ihrem Recht gelangen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Wer war Vorsitzende?
29 Überprüfungen wurden in diesen Nachtrag aufgenommen. Im Ausschuß durften die Abgeordneten von diesen 29 Fällen aber nur 6 Fälle hinterfragen – dies wurde uns gnädigst von den Regierenden bewilligt. (Abg. Koppler: Wer war Vorsitzende?) Herr Kollege! Sie reden vom falschen Ausschuß! Ich spreche jetzt vom Rechnungshofausschuß und nicht vom Unterausschuß, bitte. (Abg. Koppler: Ich auch!)
Abg. Koppler: Ich auch!
29 Überprüfungen wurden in diesen Nachtrag aufgenommen. Im Ausschuß durften die Abgeordneten von diesen 29 Fällen aber nur 6 Fälle hinterfragen – dies wurde uns gnädigst von den Regierenden bewilligt. (Abg. Koppler: Wer war Vorsitzende?) Herr Kollege! Sie reden vom falschen Ausschuß! Ich spreche jetzt vom Rechnungshofausschuß und nicht vom Unterausschuß, bitte. (Abg. Koppler: Ich auch!)
Abg. Dr. Lukesch: 1919! Sie haben "1990" gesagt!
Es wurde uns bewilligt die Fakultät für Maschinenbau, die seit 80 Jahren darauf wartet – genau seit dem April 1990 –, daß sie gebaut wird. (Abg. Dr. Lukesch: 1919! Sie haben "1990" gesagt!) Seit 80 Jahren, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Lukesch: 1919! Sie haben "1990" gesagt!) Seit 1919, ja, stimmt. (Abg. Dr. Khol: Das sagen wir ja: 1919! Sie haben "1990" gesagt!)
Abg. Dr. Lukesch: 1919! Sie haben "1990" gesagt!
Es wurde uns bewilligt die Fakultät für Maschinenbau, die seit 80 Jahren darauf wartet – genau seit dem April 1990 –, daß sie gebaut wird. (Abg. Dr. Lukesch: 1919! Sie haben "1990" gesagt!) Seit 80 Jahren, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Lukesch: 1919! Sie haben "1990" gesagt!) Seit 1919, ja, stimmt. (Abg. Dr. Khol: Das sagen wir ja: 1919! Sie haben "1990" gesagt!)
Abg. Dr. Khol: Das sagen wir ja: 1919! Sie haben "1990" gesagt!
Es wurde uns bewilligt die Fakultät für Maschinenbau, die seit 80 Jahren darauf wartet – genau seit dem April 1990 –, daß sie gebaut wird. (Abg. Dr. Lukesch: 1919! Sie haben "1990" gesagt!) Seit 80 Jahren, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Lukesch: 1919! Sie haben "1990" gesagt!) Seit 1919, ja, stimmt. (Abg. Dr. Khol: Das sagen wir ja: 1919! Sie haben "1990" gesagt!)
Abg. Koppler: Könnten Sie uns das noch einmal vorrechnen?
Die Wiener Festwochen legten auch eine Analyse vor, wonach eine Million Wiener kulturinteressiert sind, jedoch von 1993 bis 1996 nur 35 000 Karten beziehungsweise 64 000 Karten verkauft wurden; das sind im Durchschnitt 50 000 Karten. Das heißt, meine Damen und Herren: Entweder gibt es diese eine Million Wiener nicht, die kulturinteressiert sind, was ich ja weniger glaube, oder die produzierte Kultur ist so, daß 950 000 von einer Million Kulturinteressierten, also 95 Prozent, zu dieser Kultur "nein, danke" sagen. Ein hoher Anteil dieser Karten mußte sowieso gratis abgegeben werden, damit überhaupt jemand im Zuschauerraum saß. (Abg. Koppler: Könnten Sie uns das noch einmal vorrechnen?) Für die Eröffnung wurden bekannte Künstler engagiert, denen man für die Teilnahme an der Probe ein volles Vorstellungshonorar bezahlte. So wurde etwa einer Sängerin für ein einziges Lied 600 000 S an Gage bezahlt.
Abg. Mag. Stadler: Oh! Oh! Die Frau Fekter!
Geprüft hat der Rechnungshof aber auch das Mobilienmuseum, nur durften wir auch dies nicht im Rechnungshofausschuß hinterfragen. Da kann ich die ÖVP schon verstehen, schuldet doch ihre ehemalige Staatssekretärin Fekter dem Steuerzahler 1,2 Millionen Schilling für ein Tafelgeschirr, das zwar vielleicht künstlerisch wertvoll sein mag (Abg. Mag. Stadler: Oh! Oh! Die Frau Fekter!), aber seither als Gipsabdruck in einer Vitrine lagert, aus dem man eben nicht essen konnte. Ein Regierungsmitglied sollte schon wissen, daß das Tafelservice der Republik Österreich zum Essen verwendet wird und nicht zum Anschauen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Rechnungshof aber schweigt dazu und legt uns keinen Bericht vor. Jeder Tag Verzögerung, Herr Präsident, kostet den Steuerzahler Geld. Da muß der Rechnungshof schneller agieren. Durch Zuwarten besteht die Gefahr, daß der Rechnungshof zum Werkzeug der Steuergeldverschwender wird. Dies täte mir, täte uns sehr leid, weil wir die Arbeit dieses Rechnungshofes überaus schätzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Herr Kollege, ich habe nicht gesprochen!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! Der 251 Seiten umfassende Nachtrag über die Tätigkeit des Rechnungshofes im Verwaltungsjahr 1996 stellt einen mehr als positiven Bericht dar. Ich möchte richtigstellen, was meiner Meinung nach von Frau Kollegin Aumayr hier fälschlich dargestellt wurde. (Abg. Aumayr: Herr Kollege, ich habe nicht gesprochen!) – Entschuldigen Sie, bitte, ich korrigiere: die Kollegin Apfelböck. (Abg. Apfelbeck: Apfelbeck!) Entschuldigen Sie, Kollegin Aumayr!
Abg. Apfelbeck: Apfelbeck!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! Der 251 Seiten umfassende Nachtrag über die Tätigkeit des Rechnungshofes im Verwaltungsjahr 1996 stellt einen mehr als positiven Bericht dar. Ich möchte richtigstellen, was meiner Meinung nach von Frau Kollegin Aumayr hier fälschlich dargestellt wurde. (Abg. Aumayr: Herr Kollege, ich habe nicht gesprochen!) – Entschuldigen Sie, bitte, ich korrigiere: die Kollegin Apfelböck. (Abg. Apfelbeck: Apfelbeck!) Entschuldigen Sie, Kollegin Aumayr!
Abg. Apfelbeck: Apfelbeck!
Ich stelle hier fest, daß die Kollegin Apfelböck (Abg. Apfelbeck: Apfelbeck!) fälschlicherweise davon gesprochen hat, daß von den 29 Kapiteln, die dieser Bericht umfaßt, die Opposition sich nur einen Teil davon ausgesucht hat, denn all jene Kapitel, die Sie sich ausgesucht haben, wurden im Rechnungshofausschuß auch behandelt.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Daher ist es falsch, wenn Sie hier sagen, die Opposition konnte nur zu sechs Kapiteln sprechen. Das ist nicht richtig, denn im Übereinkommen mit allen Parteien wurde festgelegt, welche Berichte im Ausschuß zur Diskussion stehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Apfelbeck: Also Sie geben zu, daß wir das wollten!
Wenn Sie davon sprechen, daß im Ausschuß über diese Berichte nicht großteils positiv gesprochen wurde, und all diese auch von Ihnen vorgeschlagenen Kapitel nur eine mehrheitliche Zustimmung gefunden haben, so halte ich hier fest: Wenn die Mehrheit etwas beschließt, ist es eben angenommen, auch wenn eine andere Fraktion eine andere Ansicht dazu hat. (Abg. Apfelbeck: Also Sie geben zu, daß wir das wollten!) Ich gebe zu, daß wir Ihnen 29 Kapitel vorgelegt haben. Sie haben sich davon einige herausgesucht, die anderen wollten Sie nicht, und über die, die Sie sich herausgesucht haben, haben wir diskutiert, und diese wurden auch in einer positiven Weise behandelt. (Abg. Apfelbeck: Elf!)
Abg. Apfelbeck: Elf!
Wenn Sie davon sprechen, daß im Ausschuß über diese Berichte nicht großteils positiv gesprochen wurde, und all diese auch von Ihnen vorgeschlagenen Kapitel nur eine mehrheitliche Zustimmung gefunden haben, so halte ich hier fest: Wenn die Mehrheit etwas beschließt, ist es eben angenommen, auch wenn eine andere Fraktion eine andere Ansicht dazu hat. (Abg. Apfelbeck: Also Sie geben zu, daß wir das wollten!) Ich gebe zu, daß wir Ihnen 29 Kapitel vorgelegt haben. Sie haben sich davon einige herausgesucht, die anderen wollten Sie nicht, und über die, die Sie sich herausgesucht haben, haben wir diskutiert, und diese wurden auch in einer positiven Weise behandelt. (Abg. Apfelbeck: Elf!)
Heiterkeit – Abg. Mag. Schweitzer: Kollege Koppler, das ist die Apfelbeck!
Lassen Sie mich, der ich zehn Jahre Mitglied des Wiener Gemeinderates und des Wiener Landtages war, Ihnen noch eines sagen: Wenn Sie, Frau Apfelböck (Heiterkeit – Abg. Mag. Schweitzer: Kollege Koppler, das ist die Apfelbeck!), von den Wiener Festwochen sprechen und sagen, da lag eine Million Karten auf, aber es sind alle nicht hingegangen, dann zeigen Sie mir einmal jenes Veranstaltungszentrum, egal in welchem Land, wo so viele Menschen hingehen können. Ich kann Ihnen nur sagen, daß bei den Wiener Festwochen (Abg. Apfelbeck: Die drittschlechteste Auslastung von den Festwochen!) – Sie haben keine Ahnung von den Wiener Festwochen (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ) – die Menschen um die Karten angestellt und daß auf Wochen hinaus Veranstaltungen der Wiener Festwochen ausverkauft sind. Das ist eine Tatsache! (Abg. Apfelbeck: Lesen Sie doch den Rechnungshofbericht!)
Abg. Apfelbeck: Die drittschlechteste Auslastung von den Festwochen!
Lassen Sie mich, der ich zehn Jahre Mitglied des Wiener Gemeinderates und des Wiener Landtages war, Ihnen noch eines sagen: Wenn Sie, Frau Apfelböck (Heiterkeit – Abg. Mag. Schweitzer: Kollege Koppler, das ist die Apfelbeck!), von den Wiener Festwochen sprechen und sagen, da lag eine Million Karten auf, aber es sind alle nicht hingegangen, dann zeigen Sie mir einmal jenes Veranstaltungszentrum, egal in welchem Land, wo so viele Menschen hingehen können. Ich kann Ihnen nur sagen, daß bei den Wiener Festwochen (Abg. Apfelbeck: Die drittschlechteste Auslastung von den Festwochen!) – Sie haben keine Ahnung von den Wiener Festwochen (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ) – die Menschen um die Karten angestellt und daß auf Wochen hinaus Veranstaltungen der Wiener Festwochen ausverkauft sind. Das ist eine Tatsache! (Abg. Apfelbeck: Lesen Sie doch den Rechnungshofbericht!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ
Lassen Sie mich, der ich zehn Jahre Mitglied des Wiener Gemeinderates und des Wiener Landtages war, Ihnen noch eines sagen: Wenn Sie, Frau Apfelböck (Heiterkeit – Abg. Mag. Schweitzer: Kollege Koppler, das ist die Apfelbeck!), von den Wiener Festwochen sprechen und sagen, da lag eine Million Karten auf, aber es sind alle nicht hingegangen, dann zeigen Sie mir einmal jenes Veranstaltungszentrum, egal in welchem Land, wo so viele Menschen hingehen können. Ich kann Ihnen nur sagen, daß bei den Wiener Festwochen (Abg. Apfelbeck: Die drittschlechteste Auslastung von den Festwochen!) – Sie haben keine Ahnung von den Wiener Festwochen (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ) – die Menschen um die Karten angestellt und daß auf Wochen hinaus Veranstaltungen der Wiener Festwochen ausverkauft sind. Das ist eine Tatsache! (Abg. Apfelbeck: Lesen Sie doch den Rechnungshofbericht!)
Abg. Apfelbeck: Lesen Sie doch den Rechnungshofbericht!
Lassen Sie mich, der ich zehn Jahre Mitglied des Wiener Gemeinderates und des Wiener Landtages war, Ihnen noch eines sagen: Wenn Sie, Frau Apfelböck (Heiterkeit – Abg. Mag. Schweitzer: Kollege Koppler, das ist die Apfelbeck!), von den Wiener Festwochen sprechen und sagen, da lag eine Million Karten auf, aber es sind alle nicht hingegangen, dann zeigen Sie mir einmal jenes Veranstaltungszentrum, egal in welchem Land, wo so viele Menschen hingehen können. Ich kann Ihnen nur sagen, daß bei den Wiener Festwochen (Abg. Apfelbeck: Die drittschlechteste Auslastung von den Festwochen!) – Sie haben keine Ahnung von den Wiener Festwochen (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ) – die Menschen um die Karten angestellt und daß auf Wochen hinaus Veranstaltungen der Wiener Festwochen ausverkauft sind. Das ist eine Tatsache! (Abg. Apfelbeck: Lesen Sie doch den Rechnungshofbericht!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieviel Defizit machen Sie denn?
Meine Damen und Herren! Ich möchte aber auch nicht unerwähnt lassen, daß das ein Verdienst der Beamten des Rechnungshofes ist, und daher möchte ich auch dem Herrn Präsidenten des Rechnungshofes dafür danken, daß den Abgeordneten ein umfangreicher, klarer Bericht vorliegt, anhand dessen man arbeiten kann, mit dem man wirklich etwas anfangen kann. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieviel Defizit machen Sie denn?)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Wenn dem Rechnungshof – ich sage das heute wieder, und ich werde es so lange sagen, bis diese Forderung auch erfüllt ist – immer mehr und mehr Verantwortung auferlegt wird, muß dort auch mehr Personal aufgenommen werden. Wenn jetzt immer wieder die Diskussion darüber aufbricht, ob man dort Vertragsbedienstete oder Beamte einstellen soll, kann ich nur klar und deutlich sagen, daß jene Frauen und Männer, die im Rechnungshof, im Prüfdienst tätig sind, auch durch diese Republik geschützt werden müssen und daß sie auch ein pragmatisches Angestelltenverhältnis haben müssen. Diese Frauen und Männer gehören pragmatisiert, damit sie ihre Arbeit machen können! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Wenn der Rechnungshof ordentliche Arbeit leisten soll – und das geschieht ja; das ersehen wir allein aus dem vorliegenden Bericht –, dann ersuche ich von dieser Stelle aus den Herrn Präsidenten des Rechnungshofes, in der nächsten Zeit einmal informative Gespräche darüber zu führen, daß der Rechnungshof durch unabhängige Wirtschaftsprüfer selbst die Effizienz seiner Arbeit untersuchen lassen soll. Ich glaube, daß dann der Rechnungshofpräsident noch viel offener und freier vor uns hintreten und sagen kann: Seht her, auch in meinem Amt ist alles in Ordnung, weil ich mich an die Richtlinien halte! – Daher schlage ich namens meiner Fraktion eine Überprüfung des Rechnungshofes durch unabhängige Wirtschaftsprüfer vor. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie können ja einen Antrag einbringen, Sie brauchen das ja nicht da vorschlagen!
Lassen Sie mich zum Abschluß noch eines sagen, weil es der aktuellen Tagespolitik entspricht. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie können ja einen Antrag einbringen, Sie brauchen das ja nicht da vorschlagen!) Stehen Sie lieber nicht im Halteverbot mit Ihrem protzigen Mercedes, und halten Sie auch als Abgeordneter die Gesetze ein, Herr Bauer! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Mit dem Halten solltest du selber vorsichtig sein, wo du sonst hältst! Mit dem nächtlichen Parken solltest du vorsichtig sein, lieber Freund!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Mit dem Halten solltest du selber vorsichtig sein, wo du sonst hältst! Mit dem nächtlichen Parken solltest du vorsichtig sein, lieber Freund!
Lassen Sie mich zum Abschluß noch eines sagen, weil es der aktuellen Tagespolitik entspricht. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie können ja einen Antrag einbringen, Sie brauchen das ja nicht da vorschlagen!) Stehen Sie lieber nicht im Halteverbot mit Ihrem protzigen Mercedes, und halten Sie auch als Abgeordneter die Gesetze ein, Herr Bauer! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Mit dem Halten solltest du selber vorsichtig sein, wo du sonst hältst! Mit dem nächtlichen Parken solltest du vorsichtig sein, lieber Freund!)
Abg. Dr. Ofner: Welche vier?
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Angesichts der heutigen Medienberichte, wonach laut Abgeordnetem Trattner die Bundespartei der Freiheitlichen mithilft, den Konkurs von der niederösterreichischen FPÖ abzuwenden, möchte ich einen Antrag der vier Parteien im Juni, vor dem Sommer, in Erinnerung rufen (Abg. Dr. Ofner: Welche vier?) – der Liberalen, der Grünen, der ÖVP und der SPÖ –, in welchem festgehalten ist, daß der Rechnungshof die Parteien in bezug auf die öffentlichen Gelder, die die Klubs und die Parteien erhalten, prüfen soll. Damals gab es einen Antrag des Abgeordneten Stadler, der gesagt hat: Wir sind dafür, aber die Überprüfung soll in der Reihenfolge der Mandatsstärke erfolgen. Wir haben damals gesagt, das wollen wir nicht, denn bis sie drankommen, sind die Nationalratswahlen 1999 vorbei. (Abg. Mag. Stadler: Ach so! Jetzt kommt es heraus! Das war ein Geständnis der SPÖ! Ach, das waren die Gründe? Da bin ich Ihnen sehr dankbar dafür!) Und jetzt hören wir, daß Bundesgelder zu der niederösterreichischen FPÖ wandern. Na wenn da der Rechnungshof nicht jetzt schon einen Prüfungsauftrag bei Ihnen hat, dann hat er, so meine ich, den Prüfungsauftrag jetzt von Ihnen bekommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Eine Wortspende wie ein Geständnis!)
Abg. Mag. Stadler: Ach so! Jetzt kommt es heraus! Das war ein Geständnis der SPÖ! Ach, das waren die Gründe? Da bin ich Ihnen sehr dankbar dafür!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Angesichts der heutigen Medienberichte, wonach laut Abgeordnetem Trattner die Bundespartei der Freiheitlichen mithilft, den Konkurs von der niederösterreichischen FPÖ abzuwenden, möchte ich einen Antrag der vier Parteien im Juni, vor dem Sommer, in Erinnerung rufen (Abg. Dr. Ofner: Welche vier?) – der Liberalen, der Grünen, der ÖVP und der SPÖ –, in welchem festgehalten ist, daß der Rechnungshof die Parteien in bezug auf die öffentlichen Gelder, die die Klubs und die Parteien erhalten, prüfen soll. Damals gab es einen Antrag des Abgeordneten Stadler, der gesagt hat: Wir sind dafür, aber die Überprüfung soll in der Reihenfolge der Mandatsstärke erfolgen. Wir haben damals gesagt, das wollen wir nicht, denn bis sie drankommen, sind die Nationalratswahlen 1999 vorbei. (Abg. Mag. Stadler: Ach so! Jetzt kommt es heraus! Das war ein Geständnis der SPÖ! Ach, das waren die Gründe? Da bin ich Ihnen sehr dankbar dafür!) Und jetzt hören wir, daß Bundesgelder zu der niederösterreichischen FPÖ wandern. Na wenn da der Rechnungshof nicht jetzt schon einen Prüfungsauftrag bei Ihnen hat, dann hat er, so meine ich, den Prüfungsauftrag jetzt von Ihnen bekommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Eine Wortspende wie ein Geständnis!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Eine Wortspende wie ein Geständnis!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Angesichts der heutigen Medienberichte, wonach laut Abgeordnetem Trattner die Bundespartei der Freiheitlichen mithilft, den Konkurs von der niederösterreichischen FPÖ abzuwenden, möchte ich einen Antrag der vier Parteien im Juni, vor dem Sommer, in Erinnerung rufen (Abg. Dr. Ofner: Welche vier?) – der Liberalen, der Grünen, der ÖVP und der SPÖ –, in welchem festgehalten ist, daß der Rechnungshof die Parteien in bezug auf die öffentlichen Gelder, die die Klubs und die Parteien erhalten, prüfen soll. Damals gab es einen Antrag des Abgeordneten Stadler, der gesagt hat: Wir sind dafür, aber die Überprüfung soll in der Reihenfolge der Mandatsstärke erfolgen. Wir haben damals gesagt, das wollen wir nicht, denn bis sie drankommen, sind die Nationalratswahlen 1999 vorbei. (Abg. Mag. Stadler: Ach so! Jetzt kommt es heraus! Das war ein Geständnis der SPÖ! Ach, das waren die Gründe? Da bin ich Ihnen sehr dankbar dafür!) Und jetzt hören wir, daß Bundesgelder zu der niederösterreichischen FPÖ wandern. Na wenn da der Rechnungshof nicht jetzt schon einen Prüfungsauftrag bei Ihnen hat, dann hat er, so meine ich, den Prüfungsauftrag jetzt von Ihnen bekommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Eine Wortspende wie ein Geständnis!)
Abg. Wabl: Ärztehonorar!
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich bin sehr glücklich darüber, daß wir einen Bericht von Ihnen haben, Herr Präsident Fiedler, der uns sehr, sehr wertvolle Informationen geliefert hat. Ich möchte mich zuerst auf die Technische Universität Wien konzentrieren und dann zum nächsten Punkt kommen. (Abg. Wabl: Ärztehonorar!) Herr Wabl, nachdem Sie mir versprochen haben, die Ärzte zu verteidigen, kann ich meine Ausführungen natürlich kurz halten.
Abg. Koppler: Das kann ich nicht machen! Mir kommen die Tränen!
Zuerst zur Technischen Universität: Es ist ein gutes ... (Abg. Koppler: Das kann ich nicht machen! Mir kommen die Tränen!) Darüber werden wir nachher sprechen. Lassen Sie mich zuerst die Geschichte der Technischen Universität und der Projektentwicklung erläutern, die über die Liegenschaft der Aspanggründe getätigt worden ist.
Abg. Dr. Lukesch: Das verstehen Sie offensichtlich nicht! Das ist sinnvoll!
Das alles hat bis jetzt 180 Millionen Schilling gekostet, wobei monatlich für die Reservierung der Aspanggründe 980 000 S, ohne Indexsteigerung und Umsatzsteuer, zu bezahlen sind. Monatlich fast eine Million – reich ist die Republik, muß ich sagen – nur dafür, daß man ein Grundstück reserviert! (Abg. Dr. Lukesch: Das verstehen Sie offensichtlich nicht! Das ist sinnvoll!) Es ist sinnvoll, wenn man seit 1919 – und das entnehme ich dem Bericht – sozusagen wartet, bis irgend etwas geschieht? Leidtragende sind die Professoren, Leidtragende sind die Assistenten, Leidtragende sind die Studenten. Sie, Herr Dr. Lukesch, sind sicherlich nicht der Leidtragende.
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Jetzt verhält es sich so, daß die armen Studentinnen und Studenten offensichtlich zwischen 13 verschiedenen Standorten hin und her pendeln müssen. Ob das wirklich sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. Die betroffene Fakultät für Maschinenbau würde die Donauplatte bevorzugen, aber es gibt eben auch noch jenen Bereich, der auf den Aspanggründen reserviert worden ist. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Wabl.
Ich würde mir wünschen, daß wir bald zu einem Ergebnis kommen, sodaß irgendwann einmal diese Universität an einem günstigen Ort gebaut werden kann und irgendwann einmal das Leid der Professorinnen und Professoren, der Studentinnen und Studenten, der Assistentinnen und Assistenten ein Ende findet. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Wabl.)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Ein Nachsatz – ich habe auf den Applaus gewartet – bezüglich der Einkommen der Primarärzte. Da gibt es einigen Regelungsbedarf, der bis jetzt erst teilweise erledigt worden ist. (Zwischenruf des Abg. Wabl.) In öffentlich-rechtlichen Institutionen haben wir die Macht, aber lassen wir bitte die Privatspitäler aus dem Spiel! Diese sollen sich die Verträge mit ihren Angestellten selbst ausmachen. (Abg. Koppler: Es geht um die Sondergebühren!) Wenn wir schon über die Sondergebühren reden, dann reden wir bitte auch über die Grundgehälter, denn die Grundgehälter der Primarärzte sind beschämend! (Abg. Koppler: ... Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes?) Da ist es kein Wunder, wenn die Sondergebühren diesen Umstand – das gebe ich zu – teilweise im Übermaß ausgleichen, was eigentlich von allen Seiten nicht gewollt ist. (Beifall des Abg. Mag. Barmüller.) Wenn die Primarärzte anständige Honorare bekommen, dann werden sie auch wieder mehr Zeit im Spital verbringen und etwa auch um 3 Uhr nachmittags zur Verfügung stehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Koppler: Es geht um die Sondergebühren!
Ein Nachsatz – ich habe auf den Applaus gewartet – bezüglich der Einkommen der Primarärzte. Da gibt es einigen Regelungsbedarf, der bis jetzt erst teilweise erledigt worden ist. (Zwischenruf des Abg. Wabl.) In öffentlich-rechtlichen Institutionen haben wir die Macht, aber lassen wir bitte die Privatspitäler aus dem Spiel! Diese sollen sich die Verträge mit ihren Angestellten selbst ausmachen. (Abg. Koppler: Es geht um die Sondergebühren!) Wenn wir schon über die Sondergebühren reden, dann reden wir bitte auch über die Grundgehälter, denn die Grundgehälter der Primarärzte sind beschämend! (Abg. Koppler: ... Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes?) Da ist es kein Wunder, wenn die Sondergebühren diesen Umstand – das gebe ich zu – teilweise im Übermaß ausgleichen, was eigentlich von allen Seiten nicht gewollt ist. (Beifall des Abg. Mag. Barmüller.) Wenn die Primarärzte anständige Honorare bekommen, dann werden sie auch wieder mehr Zeit im Spital verbringen und etwa auch um 3 Uhr nachmittags zur Verfügung stehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Koppler: ... Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes?
Ein Nachsatz – ich habe auf den Applaus gewartet – bezüglich der Einkommen der Primarärzte. Da gibt es einigen Regelungsbedarf, der bis jetzt erst teilweise erledigt worden ist. (Zwischenruf des Abg. Wabl.) In öffentlich-rechtlichen Institutionen haben wir die Macht, aber lassen wir bitte die Privatspitäler aus dem Spiel! Diese sollen sich die Verträge mit ihren Angestellten selbst ausmachen. (Abg. Koppler: Es geht um die Sondergebühren!) Wenn wir schon über die Sondergebühren reden, dann reden wir bitte auch über die Grundgehälter, denn die Grundgehälter der Primarärzte sind beschämend! (Abg. Koppler: ... Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes?) Da ist es kein Wunder, wenn die Sondergebühren diesen Umstand – das gebe ich zu – teilweise im Übermaß ausgleichen, was eigentlich von allen Seiten nicht gewollt ist. (Beifall des Abg. Mag. Barmüller.) Wenn die Primarärzte anständige Honorare bekommen, dann werden sie auch wieder mehr Zeit im Spital verbringen und etwa auch um 3 Uhr nachmittags zur Verfügung stehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall des Abg. Mag. Barmüller.
Ein Nachsatz – ich habe auf den Applaus gewartet – bezüglich der Einkommen der Primarärzte. Da gibt es einigen Regelungsbedarf, der bis jetzt erst teilweise erledigt worden ist. (Zwischenruf des Abg. Wabl.) In öffentlich-rechtlichen Institutionen haben wir die Macht, aber lassen wir bitte die Privatspitäler aus dem Spiel! Diese sollen sich die Verträge mit ihren Angestellten selbst ausmachen. (Abg. Koppler: Es geht um die Sondergebühren!) Wenn wir schon über die Sondergebühren reden, dann reden wir bitte auch über die Grundgehälter, denn die Grundgehälter der Primarärzte sind beschämend! (Abg. Koppler: ... Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes?) Da ist es kein Wunder, wenn die Sondergebühren diesen Umstand – das gebe ich zu – teilweise im Übermaß ausgleichen, was eigentlich von allen Seiten nicht gewollt ist. (Beifall des Abg. Mag. Barmüller.) Wenn die Primarärzte anständige Honorare bekommen, dann werden sie auch wieder mehr Zeit im Spital verbringen und etwa auch um 3 Uhr nachmittags zur Verfügung stehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ein Nachsatz – ich habe auf den Applaus gewartet – bezüglich der Einkommen der Primarärzte. Da gibt es einigen Regelungsbedarf, der bis jetzt erst teilweise erledigt worden ist. (Zwischenruf des Abg. Wabl.) In öffentlich-rechtlichen Institutionen haben wir die Macht, aber lassen wir bitte die Privatspitäler aus dem Spiel! Diese sollen sich die Verträge mit ihren Angestellten selbst ausmachen. (Abg. Koppler: Es geht um die Sondergebühren!) Wenn wir schon über die Sondergebühren reden, dann reden wir bitte auch über die Grundgehälter, denn die Grundgehälter der Primarärzte sind beschämend! (Abg. Koppler: ... Tätigkeitsbericht des Rechnungshofes?) Da ist es kein Wunder, wenn die Sondergebühren diesen Umstand – das gebe ich zu – teilweise im Übermaß ausgleichen, was eigentlich von allen Seiten nicht gewollt ist. (Beifall des Abg. Mag. Barmüller.) Wenn die Primarärzte anständige Honorare bekommen, dann werden sie auch wieder mehr Zeit im Spital verbringen und etwa auch um 3 Uhr nachmittags zur Verfügung stehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Gredler.
Herr Kollege Wabl! Sie kennen anscheinend die österreichische Bundesverfassung nicht. Kontrolle ist Recht und Auftrag des gesamten Parlaments. Das österreichische Parlament bedient sich dazu des Rechnungshofes, und ich darf Ihnen sagen: Wir trauen dem Rechnungshof mehr zu als einem Dorfrichter Adam in der Person des Abgeordneten Wabl! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Dr. Gredler.)
Unruhe im Saal – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Ihr hysterisches Agieren nährt in mir die Annahme (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen), daß Sie glauben, durch die Ausweitung Ihrer Kontrollrechte eine Umkehrung der Wahlergebnisse herbeiführen zu können. Ich darf Ihnen versichern: Da werden Sie auf Granit beißen. Wenn Sie die Kontrolle so ernst nehmen, wie Sie hier behaupten, dann frage ich Sie, Herr Kollege Wabl: Wo waren denn heute die Vertreter der beiden Oppositionsparteien, Liberales Forum und Grüne, als eine Sitzung des Rechnungshofausschusses stattgefunden hat? – Sie waren nicht da. So "ernst" nehmen Sie die Kontrolle in dieser Republik, und das sollen die Bürger unseres Landes auch wissen! (Beifall des Abg. Dr. Lukesch. – Zwischenruf des Abg. Wabl.) – Ja, das ist die Wahrheit.
Beifall des Abg. Dr. Lukesch. – Zwischenruf des Abg. Wabl.
Ihr hysterisches Agieren nährt in mir die Annahme (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen), daß Sie glauben, durch die Ausweitung Ihrer Kontrollrechte eine Umkehrung der Wahlergebnisse herbeiführen zu können. Ich darf Ihnen versichern: Da werden Sie auf Granit beißen. Wenn Sie die Kontrolle so ernst nehmen, wie Sie hier behaupten, dann frage ich Sie, Herr Kollege Wabl: Wo waren denn heute die Vertreter der beiden Oppositionsparteien, Liberales Forum und Grüne, als eine Sitzung des Rechnungshofausschusses stattgefunden hat? – Sie waren nicht da. So "ernst" nehmen Sie die Kontrolle in dieser Republik, und das sollen die Bürger unseres Landes auch wissen! (Beifall des Abg. Dr. Lukesch. – Zwischenruf des Abg. Wabl.) – Ja, das ist die Wahrheit.
Abg. Apfelbeck: Sie!
Frau Kollegin Apfelbeck hat behauptet, daß nur sechs von 29 Fällen, die in diesem Nachtragsbericht enthalten sind, überprüft wurden. Dazu möchte ich Sie fragen, Frau Kollegin Apfelbeck: Wer hat Sie denn daran gehindert, auch die Überprüfung anderer Fälle zu verlangen? (Abg. Apfelbeck: Sie!) Ich darf Ihnen von hier aus sagen: Wir sind auch heute noch dazu bereit, im Ausschuß alle weiteren Fälle, die Sie geprüft haben wollen, zu prüfen (Abg. Wabl: Rückverweisungsrecht!), weil wir den Oppositionsparteien die Auswahl der zu prüfenden Kapitel überlassen, und zwar deswegen, um eine objektive und exakte Kontrolle ohne starke Einflußnahme der Regierungsparteien sicherzustellen.
Abg. Wabl: Rückverweisungsrecht!
Frau Kollegin Apfelbeck hat behauptet, daß nur sechs von 29 Fällen, die in diesem Nachtragsbericht enthalten sind, überprüft wurden. Dazu möchte ich Sie fragen, Frau Kollegin Apfelbeck: Wer hat Sie denn daran gehindert, auch die Überprüfung anderer Fälle zu verlangen? (Abg. Apfelbeck: Sie!) Ich darf Ihnen von hier aus sagen: Wir sind auch heute noch dazu bereit, im Ausschuß alle weiteren Fälle, die Sie geprüft haben wollen, zu prüfen (Abg. Wabl: Rückverweisungsrecht!), weil wir den Oppositionsparteien die Auswahl der zu prüfenden Kapitel überlassen, und zwar deswegen, um eine objektive und exakte Kontrolle ohne starke Einflußnahme der Regierungsparteien sicherzustellen.
Beifall bei der ÖVP.
Sie haben zum Beispiel das Kapitel "Wiener Festwochen" angesprochen, Frau Kollegin Apfelbeck. Da mache ich Ihnen folgenden Vorwurf: Warum haben Sie uns nicht die Möglichkeit gegeben, im Ausschuß darüber zu diskutieren? – Ich bin dazu bereit, und die ÖVP ist dazu bereit. Wir gehen aber nicht mit, wenn Sie den Kulturkampf der Freiheitlichen Partei in diesen Bereich hineintragen wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch etwas hat mich heute sehr erschüttert, und zwar daß Sie, Kollegin Apfelbeck, bei Ihrer Aussage betreffend Frau Kollegin Fekter den Eindruck erweckt haben, diese hätte sich persönlich bereichert. Ich weise diese Unterstellung auf das massivste zurück! (Beifall bei der ÖVP.) Sie sei der Republik 1,2 Millionen Schilling schuldig, haben Sie hier wortwörtlich gesagt. Das stimmt nicht!
Zwischenruf der Abg. Apfelbeck.
Frau Kollegin Fekter hat als Staatssekretärin einen Designerwettbewerb ausgeschrieben. Jeder, der sich im Bereich des internationalen Designs ein wenig auskennt, weiß, daß 1,2 Millionen Schilling für einen derartigen Wettbewerb eine Bagatelle sind. Ich weiß, wovon ich spreche, weil einer meiner Söhne in diesem Bereich in Großbritannien tätig ist. Und Sie wollen hier den Eindruck erwecken, Frau Dr. Fekter hätte als Staatssekretärin öffentliches Geld verschleudert. Daß dieses Projekt dann nicht umgesetzt wurde, steht auf einem anderen Blatt, da ja immer noch die Entscheidungsträger darüber verfügen, ob Projekte nach einem Wettbewerb auch entsprechend umgesetzt werden. (Zwischenruf der Abg. Apfelbeck.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir von der Volkspartei bekennen uns zu diesen Maßnahmen. Wir möchten auch die Anregungen des Rechnungshofes zur Verbesserung dieser Förderungen im Ausland positiv aufnehmen und damit unseren Nachbarn helfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: War eine gute Rede vom Wurmitzer!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Wurmitzer (Abg. Schwarzenberger: War eine gute Rede vom Wurmitzer!), Ihre Argumente betreffend: Ich weiß nicht, wozu diese Art der Diffamierung, die Sie heute hier wieder verwendet haben, notwendig ist. (Abg. Wurmitzer: Welche Diffamierung?) Sie haben ausgeführt, die Grünen und die Liberalen nähmen die Kontrolle nicht ernst, weil sie heute früh nicht bei der Sitzung des Rechnungshofausschusses dabei waren. – Schauen Sie, das war eine Sitzung des Rechnungshofausschusses, in der ausschließlich die Auskunftspersonen ... (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.) – Nein, Sie haben nicht die Unwahrheit gesagt, Sie wissen aber: Wahrheit ist etwas anderes als das, was in diesem Fall aus Ihrem Munde gekommen ist. Herr Wurmitzer! Herr Kollege Wurmitzer! Lieber Herr Abgeordneter aus Kärnten! Der Kärntner Stil mag Sie ein bißchen verdorben haben.
Abg. Wurmitzer: Welche Diffamierung?
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Wurmitzer (Abg. Schwarzenberger: War eine gute Rede vom Wurmitzer!), Ihre Argumente betreffend: Ich weiß nicht, wozu diese Art der Diffamierung, die Sie heute hier wieder verwendet haben, notwendig ist. (Abg. Wurmitzer: Welche Diffamierung?) Sie haben ausgeführt, die Grünen und die Liberalen nähmen die Kontrolle nicht ernst, weil sie heute früh nicht bei der Sitzung des Rechnungshofausschusses dabei waren. – Schauen Sie, das war eine Sitzung des Rechnungshofausschusses, in der ausschließlich die Auskunftspersonen ... (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.) – Nein, Sie haben nicht die Unwahrheit gesagt, Sie wissen aber: Wahrheit ist etwas anderes als das, was in diesem Fall aus Ihrem Munde gekommen ist. Herr Wurmitzer! Herr Kollege Wurmitzer! Lieber Herr Abgeordneter aus Kärnten! Der Kärntner Stil mag Sie ein bißchen verdorben haben.
Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Wurmitzer (Abg. Schwarzenberger: War eine gute Rede vom Wurmitzer!), Ihre Argumente betreffend: Ich weiß nicht, wozu diese Art der Diffamierung, die Sie heute hier wieder verwendet haben, notwendig ist. (Abg. Wurmitzer: Welche Diffamierung?) Sie haben ausgeführt, die Grünen und die Liberalen nähmen die Kontrolle nicht ernst, weil sie heute früh nicht bei der Sitzung des Rechnungshofausschusses dabei waren. – Schauen Sie, das war eine Sitzung des Rechnungshofausschusses, in der ausschließlich die Auskunftspersonen ... (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.) – Nein, Sie haben nicht die Unwahrheit gesagt, Sie wissen aber: Wahrheit ist etwas anderes als das, was in diesem Fall aus Ihrem Munde gekommen ist. Herr Wurmitzer! Herr Kollege Wurmitzer! Lieber Herr Abgeordneter aus Kärnten! Der Kärntner Stil mag Sie ein bißchen verdorben haben.
Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Sie halten mir jetzt vor, ich nähme die Kontrolle nicht ernst, Herr Kollege Wurmitzer. Was soll ich darauf sagen? Ich frage Sie: Was soll ich darauf sagen? Geben Sie mir als alter, professioneller Abgeordneter einen kleinen Tip! (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.) Wie geht man mit solchen Versuchen eines Regierungsparteimitgliedes um? Wie geht man mit solchen Vorwürfen um? Wie geht man damit um? (Zwischenruf des Abg. Koppler.) Setzt man sich in seine Bank und sagt: Der Wurmitzer ist ein ...!, oder agiert man korrekt und sagt ... (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.)
Zwischenruf des Abg. Koppler.
Sie halten mir jetzt vor, ich nähme die Kontrolle nicht ernst, Herr Kollege Wurmitzer. Was soll ich darauf sagen? Ich frage Sie: Was soll ich darauf sagen? Geben Sie mir als alter, professioneller Abgeordneter einen kleinen Tip! (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.) Wie geht man mit solchen Versuchen eines Regierungsparteimitgliedes um? Wie geht man mit solchen Vorwürfen um? Wie geht man damit um? (Zwischenruf des Abg. Koppler.) Setzt man sich in seine Bank und sagt: Der Wurmitzer ist ein ...!, oder agiert man korrekt und sagt ... (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.)
Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.
Sie halten mir jetzt vor, ich nähme die Kontrolle nicht ernst, Herr Kollege Wurmitzer. Was soll ich darauf sagen? Ich frage Sie: Was soll ich darauf sagen? Geben Sie mir als alter, professioneller Abgeordneter einen kleinen Tip! (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.) Wie geht man mit solchen Versuchen eines Regierungsparteimitgliedes um? Wie geht man mit solchen Vorwürfen um? Wie geht man damit um? (Zwischenruf des Abg. Koppler.) Setzt man sich in seine Bank und sagt: Der Wurmitzer ist ein ...!, oder agiert man korrekt und sagt ... (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.)
Abg. Dr. Lukesch: ..., das spottet jeder Beschreibung!
Herr Kollege Wurmitzer! Warum sagen Sie denn solche Dinge? Für wen? Für Ihr Kärntner Publikum? – Sie wissen ganz genau, wie Sie in diesen Ausschüssen vorgehen. Man darf das noch nicht veröffentlichen, weil es sich noch um geheime Ausschußprotokolle handelt. Aber wie Sie dort betreffend Auskunftspersonen vorgegangen sind, das spottet jeder Beschreibung! (Abg. Dr. Lukesch: ..., das spottet jeder Beschreibung!) Sie lassen ausschließlich jene Personen zu, die Ihnen genehm sind! Bei einem ganz normalen Bericht ist Ihnen das gleichgültig, da kann sowieso nichts passieren, da diskutieren wir nur. (Abg. Koppler: Wer schlägt die Auskunftspersonen in der Regel vor?) – Alle Parteien schlagen sie vor! Alle Parteien! Aber wenn es einen Unterausschuß gibt, bei dem die Opposition einen Prüfungsgegenstand festgelegt hat, dann ist es ja naheliegend, daß Sie den Minderheiten in diesem Ausschuß entgegenkommen.
Abg. Koppler: Wer schlägt die Auskunftspersonen in der Regel vor?
Herr Kollege Wurmitzer! Warum sagen Sie denn solche Dinge? Für wen? Für Ihr Kärntner Publikum? – Sie wissen ganz genau, wie Sie in diesen Ausschüssen vorgehen. Man darf das noch nicht veröffentlichen, weil es sich noch um geheime Ausschußprotokolle handelt. Aber wie Sie dort betreffend Auskunftspersonen vorgegangen sind, das spottet jeder Beschreibung! (Abg. Dr. Lukesch: ..., das spottet jeder Beschreibung!) Sie lassen ausschließlich jene Personen zu, die Ihnen genehm sind! Bei einem ganz normalen Bericht ist Ihnen das gleichgültig, da kann sowieso nichts passieren, da diskutieren wir nur. (Abg. Koppler: Wer schlägt die Auskunftspersonen in der Regel vor?) – Alle Parteien schlagen sie vor! Alle Parteien! Aber wenn es einen Unterausschuß gibt, bei dem die Opposition einen Prüfungsgegenstand festgelegt hat, dann ist es ja naheliegend, daß Sie den Minderheiten in diesem Ausschuß entgegenkommen.
Abg. Wurmitzer: Nur die Wahrheit sagen!
Aber Sie stellen so absurde Forderungen auf, wie zum Beispiel, indem Sie sagen: Wir lassen überhaupt nur mehr genehme Beamte zu. – Nachzulesen im Protokoll! Herr Wurmitzer! Herr Kollege! Herr Abgeordneter! Lesen Sie es nach! (Abg. Wurmitzer: Nur die Wahrheit sagen!) Mein Gott, Herr Wurmitzer, bitte nehmen Sie das schöne Wort nicht dauernd in den Mund! Es verwest! Es verwest, wenn Sie es gebrauchen!
Abg. Wurmitzer: Wie du!
Bei den Politikern verfolgen Sie ein anderes Prinzip: Bis zu einer gewissen Stufe in der Hierarchie ist es möglich, ihn zu laden. Jemand, der sich selbst darstellen will, wie Hirschmann, ein begnadeter Selbstdarsteller (Abg. Wurmitzer: Wie du!), darf kommen (Abg. Mag. Stadler: Dann muß er!), ja er muß sogar kommen. Wenn es aber um Politiker geht, die sich bereits in einer Kategorie befinden, die ins "Majestätische" geht, dann wird – Gott behüte! – sofort der Kontakt mit dem "netten, lieben" Partner hergestellt und ihm mitgeteilt: Bitte schön, ich sage euch nur eines: Wenn ihr unsere Landeshauptfrau da hereinholt, dann wißt ihr eh: Dann holen wir eure Landesräte herein, und dann werdet ihr sehen, was ihr davon habt! (Abg. Dr. Lukesch: Das ist ja alles gelogen!)
Abg. Mag. Stadler: Dann muß er!
Bei den Politikern verfolgen Sie ein anderes Prinzip: Bis zu einer gewissen Stufe in der Hierarchie ist es möglich, ihn zu laden. Jemand, der sich selbst darstellen will, wie Hirschmann, ein begnadeter Selbstdarsteller (Abg. Wurmitzer: Wie du!), darf kommen (Abg. Mag. Stadler: Dann muß er!), ja er muß sogar kommen. Wenn es aber um Politiker geht, die sich bereits in einer Kategorie befinden, die ins "Majestätische" geht, dann wird – Gott behüte! – sofort der Kontakt mit dem "netten, lieben" Partner hergestellt und ihm mitgeteilt: Bitte schön, ich sage euch nur eines: Wenn ihr unsere Landeshauptfrau da hereinholt, dann wißt ihr eh: Dann holen wir eure Landesräte herein, und dann werdet ihr sehen, was ihr davon habt! (Abg. Dr. Lukesch: Das ist ja alles gelogen!)
Abg. Dr. Lukesch: Das ist ja alles gelogen!
Bei den Politikern verfolgen Sie ein anderes Prinzip: Bis zu einer gewissen Stufe in der Hierarchie ist es möglich, ihn zu laden. Jemand, der sich selbst darstellen will, wie Hirschmann, ein begnadeter Selbstdarsteller (Abg. Wurmitzer: Wie du!), darf kommen (Abg. Mag. Stadler: Dann muß er!), ja er muß sogar kommen. Wenn es aber um Politiker geht, die sich bereits in einer Kategorie befinden, die ins "Majestätische" geht, dann wird – Gott behüte! – sofort der Kontakt mit dem "netten, lieben" Partner hergestellt und ihm mitgeteilt: Bitte schön, ich sage euch nur eines: Wenn ihr unsere Landeshauptfrau da hereinholt, dann wißt ihr eh: Dann holen wir eure Landesräte herein, und dann werdet ihr sehen, was ihr davon habt! (Abg. Dr. Lukesch: Das ist ja alles gelogen!)
Abg. Wurmitzer – lachend –: Aber wo!
Herr Kollege Wurmitzer! Wenn das Ihre Art der Kontrollpolitik ist, dann erzählen Sie das einmal der Öffentlichkeit! Wir brauchen nicht den Herrn Präsidenten und die Beamten des Rechnungshofes gegen einen Politiker auszuspielen. Das ist überflüssig! Das ist nicht gegeneinander aufzurechnen. Wir wissen ganz genau, was wir an dieser wertvollen Institution haben, auch wenn wir manchmal Kritik an ihr üben. Aber im wesentlichen ist das eine korrekte Institution, sie arbeitet exzellent – so exzellent, daß Sie manchmal davor Angst haben. Das ist das Problem, Herr Kollege Wurmitzer. (Abg. Wurmitzer – lachend –: Aber wo!)
Abg. Wurmitzer: Zuerst vertraulich, dann veröffentlichen! Ich bin ja nicht wahnsinnig!
Herr Kollege Wurmitzer! Wir werden den Mehrheits- und den Minderheitsbericht in diesem Unterausschuß miteinander vergleichen können, und dann werden wir hoffentlich auch die Protokolle veröffentlichen dürfen. Sie stimmen dem ja sicherlich zu, denn Sie wollen doch, daß das, was dort gesagt worden ist, an die Öffentlichkeit kommt. Davon bin ich überzeugt! Und dann können die Menschen prüfen, ob das, was Sie gesagt haben, wahr oder falsch ist. (Abg. Wurmitzer: Zuerst vertraulich, dann veröffentlichen! Ich bin ja nicht wahnsinnig!) Das dürfen nur Sie tun – so wie beim letzten Unterausschuß, als nur Sie die vertraulichen Mitteilungen machen durften. Ich weiß, die Mehrheit bestimmt wieder.
Abg. Wurmitzer: Warum schon wieder die Unwahrheit?
Aber Frau Kollegin Apfelbeck hat natürlich im wesentlichen recht mit ihrer Äußerung, daß bestimmte Bereiche nicht mehr verhandelt werden. Das hängt aber damit zusammen, daß Sie von den Regierungsparteien sich, wenn wir Termine haben wollen, immer zurückziehen und sagen: Geht nicht, geht nicht! – Herr Kollege Wurmitzer! Dieses Spiel wird allzu oft betrieben! (Abg. Wurmitzer: Warum schon wieder die Unwahrheit?) Ach Gott, Herr Kollege Wurmitzer! (Abg. Wurmitzer: Schon wieder die Unwahrheit!) Ich rege mich heute nicht mehr über Sie auf.
Abg. Wurmitzer: Schon wieder die Unwahrheit!
Aber Frau Kollegin Apfelbeck hat natürlich im wesentlichen recht mit ihrer Äußerung, daß bestimmte Bereiche nicht mehr verhandelt werden. Das hängt aber damit zusammen, daß Sie von den Regierungsparteien sich, wenn wir Termine haben wollen, immer zurückziehen und sagen: Geht nicht, geht nicht! – Herr Kollege Wurmitzer! Dieses Spiel wird allzu oft betrieben! (Abg. Wurmitzer: Warum schon wieder die Unwahrheit?) Ach Gott, Herr Kollege Wurmitzer! (Abg. Wurmitzer: Schon wieder die Unwahrheit!) Ich rege mich heute nicht mehr über Sie auf.
Abg. Dr. Gredler: Nicht öffentliche Gelder!
Bei den Privatanstalten können wir über die Steuersätze reden. Aber bei den Honoraren in öffentlichen Krankenanstalten handelt es sich um öffentliche Gelder, das sind Beträge, die von den Pflichtversicherungsbeiträgen bezahlt werden. Und in diesem Bereich gibt es Unterschiede von einer bis 8 Millionen! (Abg. Dr. Gredler: Nicht öffentliche Gelder!) Gerade jene, die im Mittelbau gute und beste Arbeit leisten, sind damit unzufrieden. Das steht auch so im Bericht.
Abg. Wurmitzer: Eh nicht!
Herr Abgeordneter Wurmitzer! Ich halte nichts davon, daß wir hier jetzt gemeinsam mit der Neidgesellschaft gegen die Ärztehonorare vorgehen. (Abg. Wurmitzer: Eh nicht!) Sie lachen. Nehmen Sie die Kritik dieses Berichtes ernst! Darin steht, daß die beträchtlichen Einkommensunterschiede – ich betone: das sage nicht ich, sondern das sagt der Rechnungshof – von einem nicht geringen Teil der Ärzteschaft als unbefriedigend empfunden werden.
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Wir haben versucht, bei den Politiker- und Politikerinneneinkommen ein transparenteres – von "gerecht" möchte ich noch gar nicht sprechen – System zu finden. Versuchen wir das doch auch im Bereich der öffentlichen Krankenanstalten! Setzen wir uns doch in einer seriösen Art und Weise, alle Fraktionen gemeinsam, mit den Ärztevertretern und jenen, die damit unzufrieden sind – möglicherweise auch mit dem Rechnungshof –, zusammen und ändern wir dieses System! (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen
Ich halte das derzeitige System für zutiefst ungerecht und illoyal, auch innerhalb der Krankenhäuser, da nicht immer jene Ärzte das meiste Geld bekommen, die auch die beste Arbeit machen. Ich erwähne das, weil in manchen Bereichen (Präsident Dr. Neisser gibt neuerlich das Glockenzeichen), in denen es keine zusatzversicherten Patienten gibt, Primarärzte nur einen geringen Teil jener Honorare erhalten, die an Primarärzte in bestimmten Kliniken ausbezahlt werden. Das ist nur ein ...
Abg. Dr. Lukesch: Sie sind nervös!
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Kollege Neisser! Ich danke für den hervorragenden Witz! Ich verstehe schon, daß Sie etwas nervös sind, weil Sie als Präsident hier nicht mehr reden dürfen. (Abg. Dr. Lukesch: Sie sind nervös!) – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Kollege Neisser! Ich danke für den hervorragenden Witz! Ich verstehe schon, daß Sie etwas nervös sind, weil Sie als Präsident hier nicht mehr reden dürfen. (Abg. Dr. Lukesch: Sie sind nervös!) – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter! Ich möchte schon betonen, daß die Vollziehung der Geschäftsordnung nichts mit Nervosität zu tun hat. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gredler: Eh nicht!
Es geht in diesem Bericht um die sogenannten Sondergebühren, welche für die Behandlung privat zusatzversicherter Patienten in öffentlichen Spitälern von den Krankenzusatzversicherungen vor allem an Primarii von Krankenhausabteilungen bezahlt werden. – Frau Abgeordnete Gredler! Sie haben schon recht damit, daß man sich über ein Grundgehalt für Ärzte unterhalten sollte, aber dafür gibt es, glaube ich, andere Verhandlungspartner. Meiner Meinung nach sollten Sie sich darüber einmal mit Ihren Standesvertretern auseinandersetzen. Vielleicht könnten Sie dieses Problem mit ihnen besprechen, denn es ist, wie ich meine, nicht Aufgabe des Rechnungshofes. (Abg. Dr. Gredler: Eh nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich persönlich verstehe unter Gesundheitspolitik, zuerst die Interessen der Patienten zu vertreten, und ich glaube, daß die Gesundheitspolitik der Sozialdemokraten darauf ausgerichtet ist. – Ein herzliches Glückauf! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Keppelmüller: Jetzt liest er wieder aus der Presse vor!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vor einem Jahr wurde mit sehr viel Pomp und Trara ein "Flaggschiff" seiner Bestimmung übergeben (Abg. Dr. Keppelmüller: Jetzt liest er wieder aus der Presse vor!), ein Leitprojekt, der Industriebetrieb schlechthin im Ziel-1-Gebiet Burgenland: Lyocell-Heiligenkreuz!
Abg. Dr. Keppelmüller: Nicht neidisch sein!
Die sozialistischen Granden haben gewaltige Eröffnungsreden gehalten und die Zukunft "eingeleitet". (Abg. Dr. Keppelmüller: Nicht neidisch sein!) Die Arbeitsplätze für die nächsten Jahrhunderte waren "gesichert", weil dieses Leitprojekt eine "Lawine" an Arbeitsplätzen nach sich ziehen sollte. – Nun, ein Jahr später, liest man in den Zeitungen, daß Lyocell der Entzug der EU-Gelder drohe, Lenzing der Markt für die Wunderfaser wegbreche, Lenzing in der Förderfalle säße, und so weiter und so fort.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was sich in Heiligenkreuz abspielt, ist ein besonders signifikantes Beispiel für die völlig größenwahnsinnige Ansiedlungspolitik in unserem Lande, mit der man Steuergelder nur verschleudern kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.) 1,65 Milliarden Schilling wurden in dieses Projekt gesteckt, weitere 700 Millionen Schilling in den Industriepark, in dem das Werk steht – insgesamt also 2,3 Milliarden Schilling für einen Betrieb, der nun acht Wochen stillstehen mußte, weil das Produkt, das dort hergestellt wird, niemand haben will! Diese Wunderfaser will niemand haben! (Abg. Madl: In Oberösterreich wurden dafür 500 Arbeitsplätze vernichtet!)
Abg. Madl: In Oberösterreich wurden dafür 500 Arbeitsplätze vernichtet!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was sich in Heiligenkreuz abspielt, ist ein besonders signifikantes Beispiel für die völlig größenwahnsinnige Ansiedlungspolitik in unserem Lande, mit der man Steuergelder nur verschleudern kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.) 1,65 Milliarden Schilling wurden in dieses Projekt gesteckt, weitere 700 Millionen Schilling in den Industriepark, in dem das Werk steht – insgesamt also 2,3 Milliarden Schilling für einen Betrieb, der nun acht Wochen stillstehen mußte, weil das Produkt, das dort hergestellt wird, niemand haben will! Diese Wunderfaser will niemand haben! (Abg. Madl: In Oberösterreich wurden dafür 500 Arbeitsplätze vernichtet!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Dieses Produkt sollte in vier Förderungslinien mit einer Gesamtjahresproduktion von 80 000 Tonnen hergestellt werden. Der gesamte Weltmarkt macht lächerliche 20 000 Tonnen aus, und davon liegt der Marktanteil von Lyocell-Heiligenkreuz bei 15 Prozent. Lächerliche 3 000 Tonnen konnten bis jetzt auf dem Markt verkauft werden. Die Lagerhallen des Werkes sind längst voll, auch die angemieteten Lagerkapazitäten sind längst voll, sodaß es nur mehr eine einzige Möglichkeit gab, nämlich den Betrieb für längere Zeit stillzulegen und die Arbeiter für acht Wochen auf Urlaub zu schicken. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Abg. Madl: In Oberösterreich!
Sie werden nun sagen: Aber es gab doch viele Arbeiter, die dort neue Arbeit bekommen haben! – Meine Damen und Herren! Bei dieser Gesamtinvestition von fast 2,3 Milliarden Schilling handelte es sich um 116 Arbeitsplätze, gleichzeitig wurden 500 Arbeitsplätze in Lenzing (Abg. Madl: In Oberösterreich!) in Oberösterreich abgebaut. Das ist die Wirtschaftspolitik, die von SPÖ und ÖVP in den Jahren 1996, 1997 und 1998 betrieben wurde! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie werden nun sagen: Aber es gab doch viele Arbeiter, die dort neue Arbeit bekommen haben! – Meine Damen und Herren! Bei dieser Gesamtinvestition von fast 2,3 Milliarden Schilling handelte es sich um 116 Arbeitsplätze, gleichzeitig wurden 500 Arbeitsplätze in Lenzing (Abg. Madl: In Oberösterreich!) in Oberösterreich abgebaut. Das ist die Wirtschaftspolitik, die von SPÖ und ÖVP in den Jahren 1996, 1997 und 1998 betrieben wurde! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Lenzing vor Lassing! – Bundesminister Dr. Farnleitner: So etwas sollte man nicht sagen! – Abg. Mag. Stadler: Das soll man nicht sagen? Sie vernichten Arbeitsplätze, pfuschen in der Wirtschaft herum, in der Kontrolle bringen Sie auch nichts weiter!
Herr Wirtschaftsminister! Dazu kommt noch, daß diese Faser mit extrem hohen Kosten hergestellt wird. (Abg. Mag. Stadler: Lenzing vor Lassing! – Bundesminister Dr. Farnleitner: So etwas sollte man nicht sagen! – Abg. Mag. Stadler: Das soll man nicht sagen? Sie vernichten Arbeitsplätze, pfuschen in der Wirtschaft herum, in der Kontrolle bringen Sie auch nichts weiter!) Der Rechnungshofausschuß hat mir die Möglichkeit geboten, an die Fakten heranzukommen: Für 45 S pro Kilogramm wird diese Faser derzeit produziert, aber erst bei einem Preis von 28 S pro Kilogramm – und der liegt in weiter Ferne, er ist nur eine Vorstellung, die niemand erfüllen kann – könnte man mit dieser Faser etwas auf dem Markt anfangen. (Abg. Dr. Keppelmüller: Derzeitiger Preis: 98 S!)
Abg. Dr. Keppelmüller: Derzeitiger Preis: 98 S!
Herr Wirtschaftsminister! Dazu kommt noch, daß diese Faser mit extrem hohen Kosten hergestellt wird. (Abg. Mag. Stadler: Lenzing vor Lassing! – Bundesminister Dr. Farnleitner: So etwas sollte man nicht sagen! – Abg. Mag. Stadler: Das soll man nicht sagen? Sie vernichten Arbeitsplätze, pfuschen in der Wirtschaft herum, in der Kontrolle bringen Sie auch nichts weiter!) Der Rechnungshofausschuß hat mir die Möglichkeit geboten, an die Fakten heranzukommen: Für 45 S pro Kilogramm wird diese Faser derzeit produziert, aber erst bei einem Preis von 28 S pro Kilogramm – und der liegt in weiter Ferne, er ist nur eine Vorstellung, die niemand erfüllen kann – könnte man mit dieser Faser etwas auf dem Markt anfangen. (Abg. Dr. Keppelmüller: Derzeitiger Preis: 98 S!)
Abg. Silhavy: Haben wir ja!
Herr Wirtschaftsminister! Dazu kommt noch dazu, daß es beim Verkauf der Faser zu massiven Verarbeitungsproblemen kommt. Sie ist von den Spinnereien im Moment nicht zu verarbeiten. Das ist die Wirtschaftspolitik der SPÖ! Es wurde damals groß und mächtig vorgestellt, was sie nicht alles in unserem Lande bewegt habe! (Abg. Silhavy: Haben wir ja!) – Ein Werk ist innerhalb eines Jahres sang- und klanglos untergegangen! Es ist eine Schande, soviel Steuergeld in einen Flop zu investieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Wirtschaftsminister! Dazu kommt noch dazu, daß es beim Verkauf der Faser zu massiven Verarbeitungsproblemen kommt. Sie ist von den Spinnereien im Moment nicht zu verarbeiten. Das ist die Wirtschaftspolitik der SPÖ! Es wurde damals groß und mächtig vorgestellt, was sie nicht alles in unserem Lande bewegt habe! (Abg. Silhavy: Haben wir ja!) – Ein Werk ist innerhalb eines Jahres sang- und klanglos untergegangen! Es ist eine Schande, soviel Steuergeld in einen Flop zu investieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Keppelmüller: Schweitzer, du bist geschäftsschädigend!
Herr Wirtschaftsminister! Ich komme nun zur Kritik des Rechnungshofes. (Abg. Dr. Keppelmüller: Schweitzer, du bist geschäftsschädigend!) Der Rechnungshof hat interessanterweise alles vorausgesagt. Nach Ansicht des Rechnungshofes bewirkte ausschließlich die Vergabe von öffentlichen Mitteln – Kollege Peter Keppelmüller, hör´ einmal zu! – die Verlagerung einer Investition, die in Oberösterreich getätigt werden sollte, in das Burgenland. Weil naiven, unfähigen Politikern viel zu viele Förderungsgelder in die Hand gegeben wurden, gab es diese völlig idiotische Verlagerung in das Burgenland. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Keppelmüller: Ihr hättet in Oberösterreich keine Absatzprobleme? – Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Keppelmüller: Ihr hättet in Oberösterreich keine Absatzprobleme? – Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer.
Herr Wirtschaftsminister! Ich komme nun zur Kritik des Rechnungshofes. (Abg. Dr. Keppelmüller: Schweitzer, du bist geschäftsschädigend!) Der Rechnungshof hat interessanterweise alles vorausgesagt. Nach Ansicht des Rechnungshofes bewirkte ausschließlich die Vergabe von öffentlichen Mitteln – Kollege Peter Keppelmüller, hör´ einmal zu! – die Verlagerung einer Investition, die in Oberösterreich getätigt werden sollte, in das Burgenland. Weil naiven, unfähigen Politikern viel zu viele Förderungsgelder in die Hand gegeben wurden, gab es diese völlig idiotische Verlagerung in das Burgenland. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Keppelmüller: Ihr hättet in Oberösterreich keine Absatzprobleme? – Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer.
Der Rechnungshof vermerkte – diese Passage ist für Sie interessant, Herr Wirtschaftsminister – die fehlende, die beide betroffenen Bundesländer und den Bund einbeziehende analytische Gesamtschau der volkswirtschaftlichen und regionalwirtschaftlichen Auswirkungen aus der durch Subventionen hervorgerufenen Verlagerung von Produktionen beziehungsweise Arbeitsplätzen und bemängelte... (Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer.) Bitte, Christa, da kennst du dich wirklich nicht aus! Ich lasse dich sonst immer reden, aber jetzt bitte nicht. Da bist du völlig unbedarft. Bitte, bitte! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Krammer: Bei den Subventionen kennt sich der Prinzhorn aus!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Krammer: Bei den Subventionen kennt sich der Prinzhorn aus!
Der Rechnungshof vermerkte – diese Passage ist für Sie interessant, Herr Wirtschaftsminister – die fehlende, die beide betroffenen Bundesländer und den Bund einbeziehende analytische Gesamtschau der volkswirtschaftlichen und regionalwirtschaftlichen Auswirkungen aus der durch Subventionen hervorgerufenen Verlagerung von Produktionen beziehungsweise Arbeitsplätzen und bemängelte... (Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer.) Bitte, Christa, da kennst du dich wirklich nicht aus! Ich lasse dich sonst immer reden, aber jetzt bitte nicht. Da bist du völlig unbedarft. Bitte, bitte! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Krammer: Bei den Subventionen kennt sich der Prinzhorn aus!)
Beifall und Bravorufe bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer.
Herr Bundesminister! Damit wäre vielen geholfen. Vor allem aber könnten solche amateurhaften Betriebsansiedlungen wie Lyocell-Heiligenkreuz nicht noch einmal passieren. Das, was unter Landeshauptmann Stix in dieser Sache an dilettantischer Fehlleistung produziert wurde, ist so katastrophal, wie es bisher noch nicht der Fall war. Eurem Freund Stix ist sein "Flaggschiff" jetzt wohl zum Klotz am Bein geworden, der ihn unter die Wasseroberfläche der politischen Existenz ziehen wird. (Beifall und Bravorufe bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Krammer.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Wirtschaftsminister! Meine Damen und Herren! Kollege Schweitzer! Ich werde nicht auf Ihre Enunziationen zum Lyocell-Werk eingehen, da gibt es berufenere Burgenländer. – Pardon, aber ich als Tiroler habe den Eindruck, daß Sie keine Wirtschaftsförderung für das Burgenland haben wollen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer.
Geben Sie mir das Förderungsgeld, wir können es in Tirol und in anderen Bundesländern sehr gut brauchen. Sie haben Ihrer Heimat heute einen denkbar schlechten Dienst erwiesen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das war eines Professors unwürdig!
Meine Damen und Herren! Damit keine falschen Eindrücke entstehen: Ich möchte auf Frau Kollegin Apfelbeck – sie ist ja die stellvertretende Obfrau des Rechnungshofausschusses – schon eingehen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das war eines Professors unwürdig!) Kollege Schweitzer! Sie sind kein guter Richter, der fähig ist, die Würde anderer Menschen zu beurteilen. (Abg. Mag. Schweitzer: Sie haben nicht mitgedacht!) Sie zerren die Würde von Menschen bedenkenlos in den Schmutz, daher lasse ich mich von Ihnen nicht beurteilen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Sie haben nicht gedacht!)
Abg. Mag. Schweitzer: Sie haben nicht mitgedacht!
Meine Damen und Herren! Damit keine falschen Eindrücke entstehen: Ich möchte auf Frau Kollegin Apfelbeck – sie ist ja die stellvertretende Obfrau des Rechnungshofausschusses – schon eingehen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das war eines Professors unwürdig!) Kollege Schweitzer! Sie sind kein guter Richter, der fähig ist, die Würde anderer Menschen zu beurteilen. (Abg. Mag. Schweitzer: Sie haben nicht mitgedacht!) Sie zerren die Würde von Menschen bedenkenlos in den Schmutz, daher lasse ich mich von Ihnen nicht beurteilen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Sie haben nicht gedacht!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Sie haben nicht gedacht!
Meine Damen und Herren! Damit keine falschen Eindrücke entstehen: Ich möchte auf Frau Kollegin Apfelbeck – sie ist ja die stellvertretende Obfrau des Rechnungshofausschusses – schon eingehen. (Abg. Mag. Schweitzer: Das war eines Professors unwürdig!) Kollege Schweitzer! Sie sind kein guter Richter, der fähig ist, die Würde anderer Menschen zu beurteilen. (Abg. Mag. Schweitzer: Sie haben nicht mitgedacht!) Sie zerren die Würde von Menschen bedenkenlos in den Schmutz, daher lasse ich mich von Ihnen nicht beurteilen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Sie haben nicht gedacht!)
Abg. Dr. Krüger: Das ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Apfelbeck! Ich möchte mit aller Klarheit sagen: Ich sitze jetzt seit neun Jahren im Rechnungshofausschuß. Die Kapitel, die zu besprechen sind, wurden immer konsensuell und natürlich unter Berücksichtigung der Wünsche der Opposition ausgewählt. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich gestehe Ihnen durchaus das Recht zu, auch auf andere, auf nicht besprochene Teile hier im Plenum einzugehen, keine Frage. (Rufe bei den Freiheitlichen: Oh, danke!) Sie dürfen sich jedoch nicht darüber beschweren, daß wir Sie in dieser Sache in irgendeiner Weise beschnitten hätten, denn das entspricht nicht der Wahrheit! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Oh, danke!
Frau Kollegin Apfelbeck! Ich möchte mit aller Klarheit sagen: Ich sitze jetzt seit neun Jahren im Rechnungshofausschuß. Die Kapitel, die zu besprechen sind, wurden immer konsensuell und natürlich unter Berücksichtigung der Wünsche der Opposition ausgewählt. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich gestehe Ihnen durchaus das Recht zu, auch auf andere, auf nicht besprochene Teile hier im Plenum einzugehen, keine Frage. (Rufe bei den Freiheitlichen: Oh, danke!) Sie dürfen sich jedoch nicht darüber beschweren, daß wir Sie in dieser Sache in irgendeiner Weise beschnitten hätten, denn das entspricht nicht der Wahrheit! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Frau Kollegin Apfelbeck! Ich möchte mit aller Klarheit sagen: Ich sitze jetzt seit neun Jahren im Rechnungshofausschuß. Die Kapitel, die zu besprechen sind, wurden immer konsensuell und natürlich unter Berücksichtigung der Wünsche der Opposition ausgewählt. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich gestehe Ihnen durchaus das Recht zu, auch auf andere, auf nicht besprochene Teile hier im Plenum einzugehen, keine Frage. (Rufe bei den Freiheitlichen: Oh, danke!) Sie dürfen sich jedoch nicht darüber beschweren, daß wir Sie in dieser Sache in irgendeiner Weise beschnitten hätten, denn das entspricht nicht der Wahrheit! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Apfelbeck.
Was ich nicht verstehe, ist, daß Sie den Rechnungshof beziehungsweise den Präsidenten des Rechnungshofes angreifen und behaupten, daß er angeblich ein Semmering-Gutachten, einen diesbezüglichen Prüfungsbericht bislang noch nicht herausgegeben hätte und er daher dem Steuerzahler jährlich mehrere Millionen – oder wie immer Sie das formuliert haben – an zusätzlichen Kosten beziehungsweise Ausgaben verursachen würde. (Zwischenruf der Abg. Apfelbeck.) Der Präsident des Rechnungshofes wird Ihnen darauf antworten. Daß der Rechnungshof Geld verschwende, ist immerhin eine sehr willkürliche Unterstellung, die außerdem überhaupt noch nicht erörtert wurde. Ich weise diese Behauptung zunächst einmal für meine Partei aufs schärfste zurück! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was ich nicht verstehe, ist, daß Sie den Rechnungshof beziehungsweise den Präsidenten des Rechnungshofes angreifen und behaupten, daß er angeblich ein Semmering-Gutachten, einen diesbezüglichen Prüfungsbericht bislang noch nicht herausgegeben hätte und er daher dem Steuerzahler jährlich mehrere Millionen – oder wie immer Sie das formuliert haben – an zusätzlichen Kosten beziehungsweise Ausgaben verursachen würde. (Zwischenruf der Abg. Apfelbeck.) Der Präsident des Rechnungshofes wird Ihnen darauf antworten. Daß der Rechnungshof Geld verschwende, ist immerhin eine sehr willkürliche Unterstellung, die außerdem überhaupt noch nicht erörtert wurde. Ich weise diese Behauptung zunächst einmal für meine Partei aufs schärfste zurück! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Jetzt gehst du runter!
Natürlich: Der Rechnungshof hat von etwa 180 Millionen Schilling an verlorenem Aufwand gesprochen. (Abg. Mag. Schweitzer: Jetzt gehst du runter!) Er hat aber auch gesagt, warum das so ist, und zwar deshalb, weil man das Projekt geändert hat: von den Aspanggründen zur Donau-City. Daher sind die Projektierungsarbeiten, Planungsarbeiten, Finanzstudien, Raumbedarfsstudien et cetera für die Aspanggründe verlorener Aufwand, einschließlich der Grundbereitstellungsbeiträge des bestellenden Ministeriums. Daß Kollegin Gredler dies kritisiert, verstehe ich aus ihrer Sicht, nämlich der Position einer liberalen Abgeordneten, überhaupt nicht. Daß ein bestellendes Ministerium, das, weil es natürlich eine alternative Verwertung solcher Grundstücke durch den Anspruch, sie für eigene Zwecke zu verbauen, blockiert, sehr gerne kräftig zugreifen würde, durch die Grundbereitstellungsbeiträge an die BIG jedoch auf Realitäten und in bezug auf die Möglichkeiten reduziert ist, ist eine sehr sinnvolle Regelung, die wir im BIG-Gesetz geschaffen haben.
Beifall bei der ÖVP.
Ich ersuche die zuständigen Ministerien – Wirtschaftsministerium, Wissenschaftsministerium –, diesem Projekt wirklich volle Priorität zu geben. Nur dann, wenn auch in der Donau-City nicht gebaut, sondern vielleicht auf ein drittes Projekt zurückgegriffen würde, wäre das ein verlorener Aufwand. Ich habe aber Vertrauen, daß das Angebot der Stadt Wien gilt und daß es ein vernünftiges, für unsere Studierenden und Professoren akzeptables Angebot ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Das war eigentlich umgekehrt! Zuerst hat sich Kollege Wurmitzer zu Wort gemeldet!
Da gab es ein Geplänkel, und dann wurde gemauert, dann hat Kollege Brix zu mauern begonnen – das sind wir ja von ihm gewöhnt –, dann hat auch Kollege Wurmitzer gesagt, es sei eigentlich nicht notwendig (Abg. Silhavy: Das war eigentlich umgekehrt! Zuerst hat sich Kollege Wurmitzer zu Wort gemeldet!), daß so viele Auskunftspersonen beigezogen werden, sie seien unnötig, sie seien nur lästig, sie brächten nichts Neues, nichts Erhellendes.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Das ist Ihre seit Jahren praktizierte Taktik des öffentlichen Zudeckens und Mauerns im Rechnungshofausschuß! Daran hat sich nichts geändert. Das ist ihre Politik! Das muß ich Ihnen sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist ein Zustandsbild, das der Rechnungshof über die ASFINAG zeichnet, ein Sittenbild auch über eine Gesellschaft, über eine Firma, die in Wirklichkeit niemand will und auch niemand braucht. Lassen Sie mich das mit aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
In der ASFINAG gibt es ein Management, das sich seit zwei, drei Jahren wehrt, daß die Bundesfinanzierungsagentur die Kompetenz über Finanzierungen übernimmt und sagt: So geht es lang! Statt dessen macht die ASFINAG Fremdwährungsgeschäfte, die in die Hose gehen, Fremdwährungsgeschäfte, die mit doppelten Zins- und Devisenswaps ausgesprochen vermurkst sind, weil nicht die richtigen Fachleute am Werken waren. Herr Bundesminister! Was mich daran so stört, ist, daß das alles so viele Jahre ohne Konsequenzen bleibt. (Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Abg. Schwemlein: Damals warst du aber noch ein Liberaler!
Im Jahre 1992 – das steht auch im Bericht nachzulesen – sind offenbar bei Rot und Schwarz – bei den Freiheitlichen war es schon früher der Fall – die ersten politischen Zweifel aufgetaucht, ob die Lösung mit der ASFINAG der richtige Weg ist. (Abg. Schwemlein: Damals warst du aber noch ein Liberaler!) – Ich habe nicht so viel Zeit, Herr Kollege, um dir jetzt antworten zu können.
Abg. Wabl: Der Rosenstingl wäre ein guter Finanzberater!
Im Jahre 1992 sind die ersten Zweifel auch von seiten des Wirtschaftsministeriums geäußert worden, und dann dauerte es fünf Jahre, bis man die Strukturen in der ASFINAG änderte. (Abg. Wabl: Der Rosenstingl wäre ein guter Finanzberater!) Meine Damen und Herren! Das ist schlichtweg ein Armutszeugnis. Es tut mir leid, Ihnen das mit diesen Worten sagen zu müssen, aber da gibt es nichts zu beschönigen, es ist ein Armutszeugnis dieser Republik. Es ist, Herr Bundesminister, ein Versagen in Ihrem Ressort, und das ist einmal mehr ein Grund dafür, weshalb wir die Auffassung vertreten, daß Ihre Tage als Wirtschaftsminister eigentlich gezählt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Im Jahre 1992 sind die ersten Zweifel auch von seiten des Wirtschaftsministeriums geäußert worden, und dann dauerte es fünf Jahre, bis man die Strukturen in der ASFINAG änderte. (Abg. Wabl: Der Rosenstingl wäre ein guter Finanzberater!) Meine Damen und Herren! Das ist schlichtweg ein Armutszeugnis. Es tut mir leid, Ihnen das mit diesen Worten sagen zu müssen, aber da gibt es nichts zu beschönigen, es ist ein Armutszeugnis dieser Republik. Es ist, Herr Bundesminister, ein Versagen in Ihrem Ressort, und das ist einmal mehr ein Grund dafür, weshalb wir die Auffassung vertreten, daß Ihre Tage als Wirtschaftsminister eigentlich gezählt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! Herr Kollege Firlinger, Sie sollten sich nicht so auf das Jammern konzentrieren, was die Ladung der Auskunftspersonen betrifft, sondern Sie sollten uns vielmehr dankbar dafür sein, daß wir seriös damit umgehen, denn: Wenn ich mich an meine Zeit im Rechnungshofausschuß erinnere, dann fällt mir ein, daß Sie gar Verstorbene geladen hätten, und das ist auch nicht gerade das Beste. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bundesminister Bartenstein ist nicht da, aber die Familiensprecherin der ÖVP ist da: Ich würde Sie bitten, vielleicht doch auf den Bundesminister dahin gehend einzuwirken, daß er ideologische Vorstellungen nicht auf dem Rücken der Schülerinnen und Schülern austragen soll, indem er eine bewährte Maßnahme wie die Schulbuchaktion vernichtet. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosemarie Bauer: Bleiben Sie bei Ihren sozialen Rechten! Da kennen Sie sich besser aus!
Es wäre besser, statt nicht vorhandene beziehungsweise noch nicht vorhandene Überschüsse in Almosengesinnung einer Neuverteilung zuführen zu wollen, seine derzeitigen Aufgaben wahrzunehmen. (Abg. Rosemarie Bauer: Bleiben Sie bei Ihren sozialen Rechten! Da kennen Sie sich besser aus!)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf der Abg. Rosemarie Bauer. – Abg. Silhavy: Aber die Geldleistung schon, Frau Kollegin? Was ist mit den Überschüssen, die der Herr Minister jetzt verteilen will?
Ich gestehe aber zu, daß auch Sie in Ihrem Bericht zur Erkenntnis gekommen sind, daß bei einer Geldleistung die zweckwidrige Verwendung und damit die Erreichung des politisch ausdrücklich formulierten Zieles nicht kontrollierbar und damit nicht nachvollziehbar ist. Ich meine, daß diese Erkenntnis uns auffordert, auch in anderen Bereichen darüber nachzudenken, ob man durch eine stärkere Hinwendung zu Sachleistungen nicht doch besser die jeweilige Zielgruppe erreicht. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf der Abg. Rosemarie Bauer. – Abg. Silhavy: Aber die Geldleistung schon, Frau Kollegin? Was ist mit den Überschüssen, die der Herr Minister jetzt verteilen will?)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Zum zweiten: Wir laden sehr viele Auskunftspersonen ein, das möchte ich ausdrücklich feststellen. Ich habe aber oft schon erlebt, daß Personen, die vorgeladen wurden, gar nicht zu Wort gekommen sind. Ich denke da zum Beispiel an den Bundesheerbereich. Da haben wir höchstrangige Offiziere vorgeladen, neun Offiziere waren es, wenn ich mich richtig erinnere. Kein einziger von ihnen ist dann zu Wort gekommen. Das sind natürlich Dinge, die meiner Meinung nach vermieden werden sollten. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.
Kollege Schweitzer hat ja nur einen Teil aus diesem Rechnungshofbericht herausgenommen. Es geht nämlich nicht nur um das Lyocell-Werk in Heiligenkreuz, sondern es geht auch um Lenzing. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) Es geht darum, daß im Personalbereich viele Unverhältnismäßigkeiten vorgekommen sind. Ich sage dazu, und das habe ich schon einmal in einer Rede betont: In einem Privatbetrieb könnten derartige Unregelmäßigkeiten nicht geschehen! (Abg. Mag. Schweitzer: Da hat die SPÖ die Finger drinnen!) Wenn man diese Rechnungshofberichte liest, dann sieht man immer wieder querfeldein, daß solche Dinge eher in staatsnahen Betrieben vorkommen: Zu hohe Vorstandsbezüge, unterschiedliche Zuschußleistungen – interessanterweise nur bei den leitenden Angestellten, nicht bei den einfachen Angestellten! –, und die Urlaubsabfindung hast du, Karl Schweitzer, schon angesprochen. (Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer.)
Abg. Mag. Schweitzer: Da hat die SPÖ die Finger drinnen!
Kollege Schweitzer hat ja nur einen Teil aus diesem Rechnungshofbericht herausgenommen. Es geht nämlich nicht nur um das Lyocell-Werk in Heiligenkreuz, sondern es geht auch um Lenzing. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) Es geht darum, daß im Personalbereich viele Unverhältnismäßigkeiten vorgekommen sind. Ich sage dazu, und das habe ich schon einmal in einer Rede betont: In einem Privatbetrieb könnten derartige Unregelmäßigkeiten nicht geschehen! (Abg. Mag. Schweitzer: Da hat die SPÖ die Finger drinnen!) Wenn man diese Rechnungshofberichte liest, dann sieht man immer wieder querfeldein, daß solche Dinge eher in staatsnahen Betrieben vorkommen: Zu hohe Vorstandsbezüge, unterschiedliche Zuschußleistungen – interessanterweise nur bei den leitenden Angestellten, nicht bei den einfachen Angestellten! –, und die Urlaubsabfindung hast du, Karl Schweitzer, schon angesprochen. (Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer.)
Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer.
Kollege Schweitzer hat ja nur einen Teil aus diesem Rechnungshofbericht herausgenommen. Es geht nämlich nicht nur um das Lyocell-Werk in Heiligenkreuz, sondern es geht auch um Lenzing. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer.) Es geht darum, daß im Personalbereich viele Unverhältnismäßigkeiten vorgekommen sind. Ich sage dazu, und das habe ich schon einmal in einer Rede betont: In einem Privatbetrieb könnten derartige Unregelmäßigkeiten nicht geschehen! (Abg. Mag. Schweitzer: Da hat die SPÖ die Finger drinnen!) Wenn man diese Rechnungshofberichte liest, dann sieht man immer wieder querfeldein, daß solche Dinge eher in staatsnahen Betrieben vorkommen: Zu hohe Vorstandsbezüge, unterschiedliche Zuschußleistungen – interessanterweise nur bei den leitenden Angestellten, nicht bei den einfachen Angestellten! –, und die Urlaubsabfindung hast du, Karl Schweitzer, schon angesprochen. (Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer.)
Abg. Mag. Schweitzer: Alles!
Ich möchte aber auch etwas anderes betonen. Es ist niemand auf die ausländischen Beteiligungen eingegangen. Karl Schweitzer! Du hast dich über die Investitionen im Burgenland aufgeregt. Ich habe zum Beispiel nichts darüber gehört, daß in ein Viskosefaserwerk in Amerika rund 670 Millionen Schilling investiert wurden; Rückfluß: wahrscheinlich null. Dazu habe ich keine einzige Kritik seitens der Freiheitlichen Partei gehört. Es geht euch nur um das Burgenland. Dazu möchte ich schon sagen, daß man bei der Wahrheit bleiben muß. Karl! Wenn du ehrlich bist, dann mußt du zugeben, daß viel mehr dahintersteckt als nur die Kritik an Lenzing und an dem Betrieb. Wenn man sich die Problematik um das Lyocell-Werk Heiligenkreuz anschaut, dann sieht man, daß viele Kritikpunkte zwar stimmen, viele andere aber wiederum nicht. (Abg. Mag. Schweitzer: Alles!) – Nein, das sind zum Teil Halbwahrheiten.
Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren "Überholspur"! Trotz 30 Jahren Sozialpolitik!
Vorwurf Nummer eins: die Standortdiskussion. Der Herr Präsident hat die Argumente im Ausschuß auch entsprechend untermauert. Dazu gibt es Fakten, und man muß sich wirklich jedes Argument genauestens anschauen. Warum hat das Burgenland so darauf bestanden beziehungsweise warum haben Politiker darauf bestanden, daß das Lyocell-Werk in Heiligenkreuz gebaut wird? – Weil das Südburgenland – das weißt du als südburgenländischer Abgeordneter genau –, was die Wirtschaft anlangt, wesentlich unter dem Österreichdurchschnitt liegt. Es ist Ziel-1-Gebiet geworden, weil dort nicht einmal annähernd 75 Prozent des österreichweiten BIP-Durchschnitts erfüllt werden. (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren "Überholspur"! Trotz 30 Jahren Sozialpolitik!)
demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Krammer
Karl Schweitzer! Da wirst du mir auch recht geben: Wenn man seitens der EU, seitens des Bundes Mittel zur Verfügung hat – und auch das Land hat dort investieren müssen, sonst hätten es der Bund und die EU nicht gefördert –, dann versucht man ganz einfach, in wirtschaftlich schwache Regionen (demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Krammer) zu investieren, auch wenn durch die Umsetzung unterm Strich keine zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen werden. (Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer.) Das muß man fairerweise sagen.
Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer.
Karl Schweitzer! Da wirst du mir auch recht geben: Wenn man seitens der EU, seitens des Bundes Mittel zur Verfügung hat – und auch das Land hat dort investieren müssen, sonst hätten es der Bund und die EU nicht gefördert –, dann versucht man ganz einfach, in wirtschaftlich schwache Regionen (demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Krammer) zu investieren, auch wenn durch die Umsetzung unterm Strich keine zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen werden. (Zwischenrufe des Abg. Mag. Schweitzer.) Das muß man fairerweise sagen.
Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!
Stichwort Pendler: 18 Prozent der Pendler sind Wochenpendler. Diese sind nur am Wochenende daheim. Warum? – Weil es im Südburgenland keine Arbeitsplätze gibt (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) und weil es keine Infrastruktur gibt. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Im Bezirk Güssing gibt es zum Beispiel nicht einmal eine Eisenbahn! (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) Die notwendigste Infrastruktur fehlt. Daher ist es legitim, daß man in Heiligenkreuz eine Infrastruktur schafft, einen Gewerbepark, einen Wirtschaftspark errichtet und daß man Leitbetriebe dort hinstellt. So war das gemeint. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Auch wir von der ÖVP haben gesagt: Jawohl, wir brauchen im Burgenland nicht nur im Gewerbe, in der Industrie, sondern auch im Tourismus Leitbetriebe. Und viele dieser Leitbetriebe funktionieren ja auch. (Abg. Mag. Schweitzer: Zum Beispiel?) Einige halt nicht. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!"
Stichwort Pendler: 18 Prozent der Pendler sind Wochenpendler. Diese sind nur am Wochenende daheim. Warum? – Weil es im Südburgenland keine Arbeitsplätze gibt (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) und weil es keine Infrastruktur gibt. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Im Bezirk Güssing gibt es zum Beispiel nicht einmal eine Eisenbahn! (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) Die notwendigste Infrastruktur fehlt. Daher ist es legitim, daß man in Heiligenkreuz eine Infrastruktur schafft, einen Gewerbepark, einen Wirtschaftspark errichtet und daß man Leitbetriebe dort hinstellt. So war das gemeint. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Auch wir von der ÖVP haben gesagt: Jawohl, wir brauchen im Burgenland nicht nur im Gewerbe, in der Industrie, sondern auch im Tourismus Leitbetriebe. Und viele dieser Leitbetriebe funktionieren ja auch. (Abg. Mag. Schweitzer: Zum Beispiel?) Einige halt nicht. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!
Stichwort Pendler: 18 Prozent der Pendler sind Wochenpendler. Diese sind nur am Wochenende daheim. Warum? – Weil es im Südburgenland keine Arbeitsplätze gibt (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) und weil es keine Infrastruktur gibt. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Im Bezirk Güssing gibt es zum Beispiel nicht einmal eine Eisenbahn! (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) Die notwendigste Infrastruktur fehlt. Daher ist es legitim, daß man in Heiligenkreuz eine Infrastruktur schafft, einen Gewerbepark, einen Wirtschaftspark errichtet und daß man Leitbetriebe dort hinstellt. So war das gemeint. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Auch wir von der ÖVP haben gesagt: Jawohl, wir brauchen im Burgenland nicht nur im Gewerbe, in der Industrie, sondern auch im Tourismus Leitbetriebe. Und viele dieser Leitbetriebe funktionieren ja auch. (Abg. Mag. Schweitzer: Zum Beispiel?) Einige halt nicht. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!"
Stichwort Pendler: 18 Prozent der Pendler sind Wochenpendler. Diese sind nur am Wochenende daheim. Warum? – Weil es im Südburgenland keine Arbeitsplätze gibt (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) und weil es keine Infrastruktur gibt. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Im Bezirk Güssing gibt es zum Beispiel nicht einmal eine Eisenbahn! (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) Die notwendigste Infrastruktur fehlt. Daher ist es legitim, daß man in Heiligenkreuz eine Infrastruktur schafft, einen Gewerbepark, einen Wirtschaftspark errichtet und daß man Leitbetriebe dort hinstellt. So war das gemeint. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Auch wir von der ÖVP haben gesagt: Jawohl, wir brauchen im Burgenland nicht nur im Gewerbe, in der Industrie, sondern auch im Tourismus Leitbetriebe. Und viele dieser Leitbetriebe funktionieren ja auch. (Abg. Mag. Schweitzer: Zum Beispiel?) Einige halt nicht. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Zum Beispiel?
Stichwort Pendler: 18 Prozent der Pendler sind Wochenpendler. Diese sind nur am Wochenende daheim. Warum? – Weil es im Südburgenland keine Arbeitsplätze gibt (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) und weil es keine Infrastruktur gibt. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Im Bezirk Güssing gibt es zum Beispiel nicht einmal eine Eisenbahn! (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) Die notwendigste Infrastruktur fehlt. Daher ist es legitim, daß man in Heiligenkreuz eine Infrastruktur schafft, einen Gewerbepark, einen Wirtschaftspark errichtet und daß man Leitbetriebe dort hinstellt. So war das gemeint. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Auch wir von der ÖVP haben gesagt: Jawohl, wir brauchen im Burgenland nicht nur im Gewerbe, in der Industrie, sondern auch im Tourismus Leitbetriebe. Und viele dieser Leitbetriebe funktionieren ja auch. (Abg. Mag. Schweitzer: Zum Beispiel?) Einige halt nicht. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Stichwort Pendler: 18 Prozent der Pendler sind Wochenpendler. Diese sind nur am Wochenende daheim. Warum? – Weil es im Südburgenland keine Arbeitsplätze gibt (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) und weil es keine Infrastruktur gibt. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Im Bezirk Güssing gibt es zum Beispiel nicht einmal eine Eisenbahn! (Abg. Mag. Schweitzer: Trotz 30 Jahren Sozialisten!) Die notwendigste Infrastruktur fehlt. Daher ist es legitim, daß man in Heiligenkreuz eine Infrastruktur schafft, einen Gewerbepark, einen Wirtschaftspark errichtet und daß man Leitbetriebe dort hinstellt. So war das gemeint. (Abg. Mag. Schweitzer: 30 Jahre "Überholspur!") Auch wir von der ÖVP haben gesagt: Jawohl, wir brauchen im Burgenland nicht nur im Gewerbe, in der Industrie, sondern auch im Tourismus Leitbetriebe. Und viele dieser Leitbetriebe funktionieren ja auch. (Abg. Mag. Schweitzer: Zum Beispiel?) Einige halt nicht. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wo ist die Forschungs- und Entwicklungsabteilung? Ist sie im Burgenland?
Jetzt zur Förderung. Es ist schon klar, man kann sagen, die Förderung sei – umgelegt auf die geschaffenen Arbeitsplätze – zu hoch. Aber nur so kann man es auch wieder nicht sehen. Bleiben wir bei der Wahrheit! Kollege Schweitzer! Schau dir die Lyocell-Technologie an! Ich bin bei Gott kein Verteidiger dieses Werkes, aber wir haben schon genug Flauten und böse Überraschungen erlebt, als wir – zum Beispiel im Textilbereich – in personalintensive Betriebe investiert haben. Was war das Resultat? – Sie haben einige Jahre bestanden und dann sind sie abgewandert. (Abg. Mag. Schweitzer: Wo ist die Forschungs- und Entwicklungsabteilung? Ist sie im Burgenland?) Lieber Karl Schweitzer! Diesmal haben wir gesagt, wir investieren nicht in personalintensive Bereiche, sondern in Technik, in Hightech. Alle Experten sagen nach wie vor, daß dieses Produkt ein technisch hochentwickeltes Produkt ist. Das sagen alle Experten! (Beifall der Abg. Dr. Krammer.)
Beifall der Abg. Dr. Krammer.
Jetzt zur Förderung. Es ist schon klar, man kann sagen, die Förderung sei – umgelegt auf die geschaffenen Arbeitsplätze – zu hoch. Aber nur so kann man es auch wieder nicht sehen. Bleiben wir bei der Wahrheit! Kollege Schweitzer! Schau dir die Lyocell-Technologie an! Ich bin bei Gott kein Verteidiger dieses Werkes, aber wir haben schon genug Flauten und böse Überraschungen erlebt, als wir – zum Beispiel im Textilbereich – in personalintensive Betriebe investiert haben. Was war das Resultat? – Sie haben einige Jahre bestanden und dann sind sie abgewandert. (Abg. Mag. Schweitzer: Wo ist die Forschungs- und Entwicklungsabteilung? Ist sie im Burgenland?) Lieber Karl Schweitzer! Diesmal haben wir gesagt, wir investieren nicht in personalintensive Bereiche, sondern in Technik, in Hightech. Alle Experten sagen nach wie vor, daß dieses Produkt ein technisch hochentwickeltes Produkt ist. Das sagen alle Experten! (Beifall der Abg. Dr. Krammer.)
Abg. Mag. Schweitzer: 116!
Man muß das in der Relation sehen. Diese Milchmädchenrechnung, nämlich zu sagen, auf der einen Seite sind 123 Arbeitsplätze geschaffen worden (Abg. Mag. Schweitzer: 116!) – oder 116, ich korrigiere mich –, während auf der anderen Seite 500 verlorengegangen sind, gibt ein falsches Bild. Kollege Schweitzer! Du mußt den Rechnungshofbericht lesen. Darin steht ganz genau, daß Personal- beziehungsweise Betriebsberatungen durchgeführt wurden und daß es Vorschläge gegeben hat – schon bevor man das Werk gebaut hat –, daß man in Lenzing rationalisieren muß. Ich könnte dazu noch sehr viel sagen, ich habe mich auch entsprechend vorbereitet.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich hätte mich gar nicht zu diesem Thema zu Wort gemeldet. Da aber Herr Abgeordneter Brix so betont hat – ich habe derartiges von seiten der SPÖ zum ersten Mal so eindeutig positiv gehört –, daß du, Kollege Brix – und ich nehme an, die gesamte SPÖ-Fraktion –, zur Pragmatisierung der Beamten im Rechnungshof stehst, schlage ich dir folgendes vor: Setzen wir uns diesbezüglich mit dem Herrn Staatssekretär zusammen. Seine Mitarbeiter haben ein eigenes Gesetz ausgearbeitet, und Experten meinen, es sei ein modernes Gesetz. An uns soll es nicht scheitern! Setzen wir uns zusammen! Setzen wir das zum Wohle dieser Beamten entsprechend um! – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wer hat das denn verhindert? Soweit ich mich erinnere, seid ihr seit 1970 an der Regierung!
Um etwas Aktuelles dazu zu erwähnen: Kollegin Apfelbeck hat den Semmering-Basistunnel Eisenbahn angesprochen. Heute ist für den Straßenteil der erste Spatenstich durchgeführt worden. Wenn wir diese gemeinsamen, für unser Land und für ganz Europa wichtigen Verkehrsaufgaben in einem gelöst hätten und Schiene und Straße gemeinsam geplant und gebaut hätten, dann gäbe es die jetzigen Problemstellungen sicherlich nicht. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wer hat das denn verhindert? Soweit ich mich erinnere, seid ihr seit 1970 an der Regierung!) Aber das ist ein Wunsch an die Zukunft, und ich glaube, es ist ein realistischer Wunsch.
Beifall bei der SPÖ.
Täglich sind die Meldungen über die Südosttangente zu hören: Das dortige Verkehrsaufkommen beträgt 180 000 Fahrzeuge in 24 Stunden! Die Straße ist total verstopft, es gibt täglich einen Verkehrskollaps. Der Wirtschaftsraum Österreich ist gefährdet. Der Wirtschaftsaustausch mit den Reformländern, die bestrebt sind, der EU beizutreten, findet bereits vermehrt statt. Daher müssen wir in diesem Bereich Vorsorge treffen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist unbedingt notwendig, daß wir uns Gedanken darüber machen, wie man die ASFINAG finanziell ausstattet, wenn wir nicht vorher betreffend das LKW-Road-Pricing eine Lösung finden. Auch in diesem Zusammenhang geht es um Tausende Arbeitsplätze! Es geht darum, daß wir grundsätzlich mehr Beschäftigte haben. Es gibt Branchenprobleme. Und besonders vom Baugewerbe und der Bauindustrie gehen viele Impulsen für andere Bereiche aus. Ich glaube daher, daß wir zusammenwirken müssen, damit wir diese Finanzierungen auch bekommen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Bevor ich auf den Inhalt des Rechnungshofberichtes eingehe, möchte ich festhalten, wie wichtig und unentbehrlich diese Aktion für unsere Kinder ist. Das Zurverfügungstellen von Wissen ist ein wichtiger Beitrag zur Ausbildung unserer Jugend. Die ÖVP steht dazu, daß jeder Schüler, unabhängig von seiner finanziellen Situation, in den Besitz der Bücher und somit in den Genuß der Bildung kommen soll. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bücher sind Wissen, und Wissen ist wertvoll. Daher ist es wichtig, den Kindern schon in frühen Jahren einen verantwortungsvollen Umgang mit Büchern beizubringen. Es muß nicht jedes Lehrbuch am Ende des Schuljahres in einer Ecke verstauben oder im Mistkübel landen. Gerade in Anbetracht der Kostenentwicklung der letzten Jahre, die ich erwähnt habe, und auch in Anbetracht des erzieherischen Effekts steht die ÖVP ganz klar zu einer künftigen Kombination aus neuen und gebrauchten Unterrichtsmitteln, unter dem Motto: Soviel Eigentum wie möglich, soviel Wiederverwertung wie nötig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher sage ich – und dazu stehe ich –: Die Schulbuchaktion ist wichtig. Sie ist ein unersetzlicher Beitrag für die umfassende Bildung unserer Kinder. Sie muß aber einhergehen mit der Erziehung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Büchern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Für mich steht trotzdem fest, daß die Schulbuchaktion eine sehr wesentliche und wichtige familienpolitische und bildungspolitische Sachleistung ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Deshalb kann ich dem Gedanken beziehungsweise dem Vorschlag des Rechnungshofes betreffend Umwandlung der Sachleistung in eine Geldleistung auf keinen Fall folgen! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich selbst bin, wie Sie wissen, ein absoluter Gegner von Sachleistungen. Sie haben uns bloß an den Rand des Machbaren gebracht und die Verschwendungssucht entsprechend gesteigert. Ich stimme also absolut mit dem überein, was der Rechnungshof schon seit Jahren fordert, nämlich die Sachleistungen in Geldleistungen umzuwandeln. Ich finde, das wäre wesentlich sinnvoller. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Wenn die Freiheit des Nächsten beschnitten wird!
Ein Schlußwort noch zur Eigenverantwortung: Die Freiheit des einzelnen hört dort auf, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt wird. (Abg. Mag. Schweitzer: Wenn die Freiheit des Nächsten beschnitten wird!) Wir haben in Österreich ein gutes staatliches Gesundheitswesen. Wir geben dafür 170 Milliarden Schilling, also 8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, aus. Uns wird weder beim Autokauf noch beim Junkfood-Konsumieren dreingeredet. Die unterschiedlichsten Angebote werden von unserer Konsumgesellschaft in großem Umfang wahrgenommen, nicht aber im Gesundheitswesen. Gratisangebote, wie etwa der wertvolle Mutter-Kind-Paß oder die Gesundenuntersuchungen, werden nur zögerlichst wahrgenommen. Höheres Einkommen und steigender Bildungsgrad müßten doch als Voraussetzung dafür reichen, daß man mehr Interesse für die eigene Gesundheit entwickelt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Schlußwort noch zur Eigenverantwortung: Die Freiheit des einzelnen hört dort auf, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt wird. (Abg. Mag. Schweitzer: Wenn die Freiheit des Nächsten beschnitten wird!) Wir haben in Österreich ein gutes staatliches Gesundheitswesen. Wir geben dafür 170 Milliarden Schilling, also 8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, aus. Uns wird weder beim Autokauf noch beim Junkfood-Konsumieren dreingeredet. Die unterschiedlichsten Angebote werden von unserer Konsumgesellschaft in großem Umfang wahrgenommen, nicht aber im Gesundheitswesen. Gratisangebote, wie etwa der wertvolle Mutter-Kind-Paß oder die Gesundenuntersuchungen, werden nur zögerlichst wahrgenommen. Höheres Einkommen und steigender Bildungsgrad müßten doch als Voraussetzung dafür reichen, daß man mehr Interesse für die eigene Gesundheit entwickelt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf bei dieser Gelegenheit den Wunsch einer EU-weiten Denkgruppe im Gesundheitswesen weitergeben, die derzeit in Igls tagt: eine Stelle in Österreich zu installieren, wo alle Studien im Gesundheitsbereich koordiniert und evaluiert werden. Oder: Wie heißt der Slogan der Apotheker, die für unsere gesunde Entwicklung sorgen? – Kompetent, aktiv und unverzichtbar wie unsere ureigenste Verantwortung für Gesundheit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Derzeit bewegen sich dort mehr als 20 000 Kfz täglich im Gegenverkehr. Das ist ein enormes Gefahrenpotential! Und wie schaut es mit der Wartung aus? – Wenn im Tunnel Arbeiten notwendig sind, dann kommt es zu einem Verkehrsinfarkt im Großraum Graz. Daher mein Appell an Sie, Herr Minister Farnleitner: Tun Sie etwas für die Menschen in der Steiermark, für die Menschen im Großraum Graz! Machen Sie den Weg frei für die zweite Tunnelröhre im Plabutsch, und zwar schleunigst! (Beifall bei der SPÖ. )
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin zuversichtlich, daß auch die Lenzing AG, wenn sie die Empfehlungen des Rechnungshofes umsetzt, Zukunft hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Tatsächlich hat eine dieser vier Stellen, denen der Bericht zur Stellungnahme übermittelt wurde, diese Frist bei weitem überschritten, nämlich um insgesamt sieben Wochen; daher ist diese Stellungnahme erst am letzten Julitag im Rechnungshof eingelangt. Im Anschluß daran mußte der Rechnungshof seine Gegenäußerung abgeben. Erst dann, wenn die Gegenäußerung abgegeben ist, kann er an die Verfassung des Berichts für den Nationalrat schreiten. Im Hinblick auf die sieben Wochen, die von seiten dieser geprüften Stelle überzogen wurden, hat sich die gesamte Prüfungstätigkeit des Rechnungshofes beziehungsweise die Berichtserstellung durch den Rechnungshof verspätet. Ich darf also unter Berufung auf die Ihnen jetzt zugekommenen Mitteilungen um Verständnis dafür ersuchen, daß es nicht in der Ingerenz des Rechnungshofes gelegen ist, daß dieser Bericht dem Nationalrat noch nicht zugeleitet werden konnte. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Wann kommt er?
Herr Abgeordneter! Es waren vier Stellen. Es ist heute keine dieser vier Stellen vertreten, die dazu Stellung nehmen könnte. Ich darf daher um Verständnis dafür ersuchen, daß ich diese eine Stelle nicht namentlich nenne. Es war von diesen vier geprüften Stellen eine. (Ruf bei den Freiheitlichen: Wann kommt er?) – Ehestens. Wir arbeiten zügig daran, Frau Abgeordnete, und Sie können versichert sein, daß auch wir interessiert daran sind, diesen Bericht möglichst rasch dem Nationalrat vorzulegen. (Neuerlicher Zwischenruf bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ – in Richtung Freiheitliche –: Haben wir eine Fragestunde?)
Neuerlicher Zwischenruf bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ – in Richtung Freiheitliche –: Haben wir eine Fragestunde?
Herr Abgeordneter! Es waren vier Stellen. Es ist heute keine dieser vier Stellen vertreten, die dazu Stellung nehmen könnte. Ich darf daher um Verständnis dafür ersuchen, daß ich diese eine Stelle nicht namentlich nenne. Es war von diesen vier geprüften Stellen eine. (Ruf bei den Freiheitlichen: Wann kommt er?) – Ehestens. Wir arbeiten zügig daran, Frau Abgeordnete, und Sie können versichert sein, daß auch wir interessiert daran sind, diesen Bericht möglichst rasch dem Nationalrat vorzulegen. (Neuerlicher Zwischenruf bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ – in Richtung Freiheitliche –: Haben wir eine Fragestunde?)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
In Anbetracht dieser zwölf Argumente – teils für, teils gegen die von ihm vorgenommene Anregung – scheint es mir nicht ganz zulässig zu sein, ein einziges Argument, nämlich ein Kontraargument, herauszugreifen und damit die Vorstellungen des Rechnungshofes zu konterkarieren. Das ist eine Vorgangsweise, die mir nicht adäquat erscheint, vor allem nicht im Hinblick auf die objektive Darstellung des Rechnungshofes, der ja selbst Vor- und Nachteile aufgelistet hat. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Rufe bei der SPÖ: Das ist aber sehr großzügig!
Frau Abgeordnete Silhavy! Natürlich steht es Ihnen frei, eine Gewichtung vorzunehmen. Das ist ganz klar. Selbstverständlich! (Rufe bei der SPÖ: Das ist aber sehr großzügig!) Aber ich glaube nur, daß es für den Rechnungshof nicht angehen kann, daß er eine solche Gewichtung dann mitvollziehen muß. Ich hoffe, daß ich Sie in diesem Zusammenhang nicht falsch verstanden habe.
Beifall bei der ÖVP.
Die Frage ist nur: Auf welchem Weg erreicht man dieses Ziel am zweckmäßigsten und für den Steuerzahler am schonendsten? – Das, Frau Abgeordnete, ist keine Kritik am Ziel, das es zu erreichen gilt, sondern das ist das Aufzeigen einer Alternative, nämlich eines alternativen Weges, um genau dieses Ziel, das auch Sie erreichen wollen, kostengünstiger zu erreichen. Die Legitimation des Rechnungshofes, einen solchen neuen, anderen Weg als Alternative aufzuzeigen, ist einigermaßen unbestritten, national wie international. Das kann sich der Rechnungshof schon deshalb nicht nehmen lassen – deshalb kann er sich auch Einschränkungen nicht gefallen lassen –, weil der Spielraum für ihn, kostengünstigere Alternativen aufzuzeigen, ansonsten ja völlig eingeschränkt wäre. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Diese Reflexion war überraschend für Sie!
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch betonen, daß der Rechnungshof, wenn er solche Empfehlungen abgibt, sich im klaren darüber ist, daß er damit politische Reflexionen auslösen kann; das ist nicht seine Absicht, aber es kann durchaus sein. Es wäre jedoch ein sehr mutloser Rechnungshof, der sich bereits im Vorfeld, sobald er solche politischen Reflexionen nur annimmt oder erahnen kann, davon abhalten ließe, seine Empfehlungen dennoch zu Papier zu bringen, wenn er sie für richtig hält. Ein Rechnungshof, der vor politischen Reflexionen Angst hat, ist fehl am Platz. (Abg. Dr. Mertel: Diese Reflexion war überraschend für Sie!) – Diese Reflexion war nicht überraschend, wir ließen uns dadurch aber nicht von der Überzeugung der Richtigkeit unserer Empfehlung abbringen. Wir lassen uns auch nicht davon abhalten, diese Empfehlung festzuhalten.
Beifall bei der ÖVP.
Frau Abgeordnete! Sie könnten das Ihre dazu beitragen, daß die Beamten auch die Gewißheit haben, daß das, was heute – übrigens auch von einem Redner Ihrer Fraktion – geäußert wurde, in der Praxis seine Umsetzung erfährt, nämlich daß man dazu beiträgt, im Zusammenhang mit all den Vorstellungen und Vorschlägen, die es jetzt um das Berufsbeamtentum und Vertragsbedienstetengesetz gibt, den Beamten des Rechnungshofes deutlich zu machen, daß das Berufsbeamtentum für sie gewahrt bleibt, um die Gewißheit zu haben, daß sich niemand von ihnen fürchten muß, in irgendeiner Weise derart zur Verantwortung gezogen zu werden, daß er bei der Ausübung seiner Tätigkeit beeinträchtigt wäre. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf mit folgenden Worten schließen: Wenn das Lob, das den Beamten des Rechnungshofes heute von den Fraktionen dieses Hohen Hauses ausgesprochen wurde, ernst gemeint war, dann bitte ich, dies den Rechnungshofbeamten auch mit Nachdruck unter Beweis zu stellen, und zwar mit der Beibehaltung des Berufsbeamtentums im Rechnungshof und mit der Schaffung eines Rechnungshof-Dienstgesetzes. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Nicht länger als 20 Minuten!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Gaßner. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Schwarzenberger: Nicht länger als 20 Minuten!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Lukesch.
Sieht man davon ab, daß der Diskussion im Rechnungshofausschuß vom 10. Juni dieses Jahres ein Hauch von Anachronismus anhaftet, ist nunmehr zu hoffen, daß die fast 90jährige Geschichte dieses Neubaues der Fakultät für Maschinenbau der TU beendet ist und nun endlich gebaut wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Lukesch.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Nein, nicht beleidigt! Er stellt es wieder richtig!
Ich bin auch der Meinung, daß der Rechnungshof ein sehr wertvolles Instrument des Parlamentes ist, aber, Herr Präsident, ich wunderte mich bereits im Ausschuß darüber, wie Sie immer beleidigt reagieren, wenn man ein bisserl Kritik am Rechnungshof übt beziehungsweise wenn etwas hinterfragt wird. Ich verstehe das nicht ganz. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Nein, nicht beleidigt! Er stellt es wieder richtig!)
Beifall bei der SPÖ.
Bei aller Wertschätzung auch für Ihre Mitarbeiter verweise ich doch darauf, daß zum Beispiel ein Herr Talirz neun Jahre lang durch die Mühlen der Justiz gedreht wurde und erst kürzlich in Graz freigesprochen wurde. Und überall war zu lesen, daß ausschließlich ein Bericht des Rechnungshofs für die Anklage verantwortlich war. Es muß also auch erlaubt sein, über den Rechnungshof zu diskutieren. Vielleicht sollte man das öfter tun, vielleicht sollten wir uns einmal zusammensetzen und einiges, was auch mir bei der nur kurzen Beschäftigung mit der Materie an Ungereimtheiten bereits aufgefallen ist, wirklich leidenschaftslos diskutieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich werde das dem Kollegen Schweitzer auch gleich erklären, denn er macht etwas, was ich nicht verstehe: Ich würde das als oberösterreichischer Oppositionspolitiker nie tun, daß ich sozusagen in Wirklichkeit Arbeitsplätze gefährde, indem ich ein Produkt oder eine Anlage schlechtmache, ohne ihm oder ihr die Chance zu geben, sich wirklich zu entwickeln. (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Das heißt, es wurde dort eine großartige technische Leistung vollbracht, es wurde in kurzer Zeit dieses Werk auf die grüne Wiese gestellt. Es funktioniert technisch sehr gut, es gibt aber Absatzprobleme, weil diese Hochpreisfaser ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Sie können ruhig lachen, Sie wollen das nicht hören. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Es handelt sich um ein Mengenproblem, und dieses Mengenproblem hätte man in Lenzing genauso. Das ist immer so, wenn man ein Produkt nicht im erforderlichen Ausmaß anbringt. Lesen Sie einmal nach, welche Probleme es bei Perlon- und Nylonwaren gegeben hat, bis sie gegriffen haben! Diese Chance sollte man dem Werk geben, Kollege Schweitzer!
Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Das heißt, es wurde dort eine großartige technische Leistung vollbracht, es wurde in kurzer Zeit dieses Werk auf die grüne Wiese gestellt. Es funktioniert technisch sehr gut, es gibt aber Absatzprobleme, weil diese Hochpreisfaser ... (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) – Sie können ruhig lachen, Sie wollen das nicht hören. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Es handelt sich um ein Mengenproblem, und dieses Mengenproblem hätte man in Lenzing genauso. Das ist immer so, wenn man ein Produkt nicht im erforderlichen Ausmaß anbringt. Lesen Sie einmal nach, welche Probleme es bei Perlon- und Nylonwaren gegeben hat, bis sie gegriffen haben! Diese Chance sollte man dem Werk geben, Kollege Schweitzer!
Beifall bei der SPÖ.
Lesen Sie Dionys Lehner, Doyen der Textilindustrie, im "profil". Er sagt, das sei die Zukunftsfaser, diese Technologie dürfen wir in Österreich nicht aus der Hand geben, es braucht Geduld. Die Entscheidung war richtig. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Kollege Schweitzer! Ihre Rede heute war Emmentaler: löchrig, anrüchig – mit einem Wort: ein "Schweitzer" Käse. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Dr. Brigitte Povysil (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Der Rechnungshof hat 1996 die Gebühren, Bezüge und Honorare der Ärzte an öffentlichen Krankenhäusern und an Universitätskliniken geprüft. Im Ausschuß durfte nur der Bereich der öffentlichen Spitäler hinterfragt werden. Das ist umso verwunderlicher, als es gerade bei den Universitätskliniken eindeutige Mängel gibt, über die die Regierung jedoch offensichtlich ihre schützende Hand hält.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich freue mich sehr, Herr Abgeordneter Wurmitzer, daß Sie zu Ihrem Wort stehen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Ministerin Hostasch, die leider heute nicht anwesend ist, hat diesen Rechnungshofbericht. Sie ist am Zug. Wir warten auf die Umsetzung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie trauen sich nicht zustimmen, sagen Sie es doch ehrlich!
Diese Darstellung ist unrichtig: Es wurde von der Freiheitlichen Partei kein einziges Thema mit Ausnahme der sechs Themen, über die schon vor der Ausschußsitzung Einvernehmen hergestellt wurde, zur zusätzlichen Beratung verlangt. Das ist das Faktum, und deshalb sehe ich auch keine Notwendigkeit, dem Antrag zuzustimmen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie trauen sich nicht zustimmen, sagen Sie es doch ehrlich!)
Zwischenruf des Abgeordneten Mag. Peter.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als keine Lagerkapazität mehr vorhanden war, hat man den Betrieb nach nicht einmal einem Jahr einstellen müssen, und acht Wochen lang wurde dort nicht mehr produziert. Nach einer Investition von 2,3 Milliarden Schilling konnte dann acht Wochen lang überhaupt nicht mehr produziert werden, weil diese Faser auf dem Markt nicht anzubringen ist. (Zwischenruf des Abgeordneten Mag. Peter.) Das ist Faktum, das ist SPÖ-Wirtschaftspolitik im Jahre 1997/98! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Koppler.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Koppler.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als keine Lagerkapazität mehr vorhanden war, hat man den Betrieb nach nicht einmal einem Jahr einstellen müssen, und acht Wochen lang wurde dort nicht mehr produziert. Nach einer Investition von 2,3 Milliarden Schilling konnte dann acht Wochen lang überhaupt nicht mehr produziert werden, weil diese Faser auf dem Markt nicht anzubringen ist. (Zwischenruf des Abgeordneten Mag. Peter.) Das ist Faktum, das ist SPÖ-Wirtschaftspolitik im Jahre 1997/98! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Koppler.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zuletzt, Herr Kollege Keppelmüller, möchte ich fragen: Warum wird, wenn die Faser dermaßen innovativ und gut ist, im Bereich der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Personalstand um 14 Mitarbeiter reduziert? Warum forscht man dann nicht weiter und versucht, diese Faser wirklich marktfähig zu machen? 14 Personen der Forschungs- und Entwicklungsabteilung für diese Faser haben Sie in den letzten Tagen abgebaut. So glauben Sie an dieses Zukunftsprodukt in Lenzing! Aber 2,3 Milliarden Schilling an Fehlinvestition sind ja für Sie etwas ganz Normales! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich freue mich, daß ich immer wieder, wenn ich die Pressemeldungen verfolge, feststellen kann, daß es positive Signale nicht nur von seiten der Sozialdemokraten gibt, die verstehen, daß diese Gewerbeordnung in der jetzigen Form eine unnötige Zugangshürde für die neue Selbständigkeit darstellt. Ich wünsche mir, daß alle einsehen, daß neue Selbständigkeit nicht herbeigeredet werden kann, sondern daß die nötigen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kollegen! Werter Kollege Peter, ich stimme nicht zu, wenn Sie die Gewerbeordnung unter dem Aspekt des so unheimlich erschwerten Zugangs diskutieren wollen, und zwar deshalb nicht, weil man es mit dem Zugang unvergleichlich leichter hat als mit den schikanösen Auflagen, die man den Betrieben nachher teilweise antut. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Ich möchte heute ganz kurz zwei Beispiele nennen, die zeigen, daß oft der Wille des Gesetzgebers, also das, was wir hier beschlossen haben, nicht vollzogen wird, sondern, ganz im Gegenteil, Betriebe wirklich schikanös behandelt werden. Gewerbebescheide werden überprüft. Soweit ich mich erinnern kann, haben wir hier in diesem Hohen Haus allerdings nicht beschlossen, daß zum Beispiel an den Füßen von Sesseln und Tischen Gleitunterlagen angebracht werden müssen, also eine Art Filzpatscherln oder Gummipatscherln. Hier habe ich aber einen Strafbescheid über 1 000 S, weil sich von einigen Sesseln die Filzpatscherln abgelöst haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.) Ich halte das für eine skandalösen und schikanösen Vollzug durch die Gewerbebehörde! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Wer hat die Filzpatscherln weggenommen?) Das ist in der Magistratsabteilung für den 4. und 5. Bezirk vorgekommen. Diese Magistratsabteilung ist überhaupt unheimlich emsig im Strafeneintreiben.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Wer hat die Filzpatscherln weggenommen?
Ich möchte heute ganz kurz zwei Beispiele nennen, die zeigen, daß oft der Wille des Gesetzgebers, also das, was wir hier beschlossen haben, nicht vollzogen wird, sondern, ganz im Gegenteil, Betriebe wirklich schikanös behandelt werden. Gewerbebescheide werden überprüft. Soweit ich mich erinnern kann, haben wir hier in diesem Hohen Haus allerdings nicht beschlossen, daß zum Beispiel an den Füßen von Sesseln und Tischen Gleitunterlagen angebracht werden müssen, also eine Art Filzpatscherln oder Gummipatscherln. Hier habe ich aber einen Strafbescheid über 1 000 S, weil sich von einigen Sesseln die Filzpatscherln abgelöst haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.) Ich halte das für eine skandalösen und schikanösen Vollzug durch die Gewerbebehörde! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Wer hat die Filzpatscherln weggenommen?) Das ist in der Magistratsabteilung für den 4. und 5. Bezirk vorgekommen. Diese Magistratsabteilung ist überhaupt unheimlich emsig im Strafeneintreiben.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Sie müssen endlich in die Regierung kommen!
Wir haben in diesem Hohen Haus auch nicht beschlossen, daß Betriebe gestraft werden sollen, bei denen wirklich alles in Ordnung ist. Es ist einem Unternehmer passiert, daß die Gewerbebehörde unangemeldet gekommen ist, er zufällig nicht anwesend war und die Befunde – Gasbefunde, Sicherheitsbefunde – versperrt hatte, sodaß seine Angestellten nicht in der Lage waren, sie bei der Nachschau sofort vorzulegen. In der Begründung des Bescheides steht folgendes – das muß ich vorlesen –: "Die verhängte Strafe ist angemessen. Bei der Bemessung der Strafe wurde der Umstand, daß die Tat keinerlei nachteilige Folgen nach sich zog, berücksichtigt." Also es gab überhaupt keine nachteiligen Folgen! "Außerdem wurde die Unbescholtenheit des Täters berücksichtigt." – Der Magistrat beziehungsweise der Landeshauptmann sind zuständig, nicht mehr das Wirtschaftsministerium. Die wissen das nicht. Die haben die letzten Novellen der Gewerbeordnung verschlafen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Sie müssen endlich in die Regierung kommen!)
Abg. Mag. Stadler: Bis auf die betreffend die Filzpatscherln!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Gewerbebehörde spricht eine Strafe aus, obwohl es keinerlei nachteilige Folgen gab! Obwohl der Beschuldigte bemüht war, alle Auflagen einzuhalten (Abg. Mag. Stadler: Bis auf die betreffend die Filzpatscherln!), obwohl die erforderlichen Befunde, um die es ging und die versperrt waren, alle fristgerecht erstellt waren und keine Mängel aufwiesen, hat die Behörde trotzdem gesagt, daß die Strafe in Höhe von 12 000 S angemessen sei, weil die Angestellten nicht in der Lage waren, alles rechtzeitig vorzulegen. (Abg. Mag. Peter: Da besteht Reformbedarf!) Diesbezüglich besteht Reformbedarf – da stimme ich Ihnen zu, Kollege Peter (Beifall und Bravoruf des Abgeordneten Mag. Peter), denn diese schikanösen Vorgangsweisen im Vollzug des Gesetzes, das wir hier beschlossen haben, entsprechen mit Sicherheit nicht dem Willen des Gesetzgebers! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Bauer: Auf welcher Basis hat die Behörde entschieden?)
Abg. Mag. Peter: Da besteht Reformbedarf!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Gewerbebehörde spricht eine Strafe aus, obwohl es keinerlei nachteilige Folgen gab! Obwohl der Beschuldigte bemüht war, alle Auflagen einzuhalten (Abg. Mag. Stadler: Bis auf die betreffend die Filzpatscherln!), obwohl die erforderlichen Befunde, um die es ging und die versperrt waren, alle fristgerecht erstellt waren und keine Mängel aufwiesen, hat die Behörde trotzdem gesagt, daß die Strafe in Höhe von 12 000 S angemessen sei, weil die Angestellten nicht in der Lage waren, alles rechtzeitig vorzulegen. (Abg. Mag. Peter: Da besteht Reformbedarf!) Diesbezüglich besteht Reformbedarf – da stimme ich Ihnen zu, Kollege Peter (Beifall und Bravoruf des Abgeordneten Mag. Peter), denn diese schikanösen Vorgangsweisen im Vollzug des Gesetzes, das wir hier beschlossen haben, entsprechen mit Sicherheit nicht dem Willen des Gesetzgebers! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Bauer: Auf welcher Basis hat die Behörde entschieden?)
Beifall und Bravoruf des Abgeordneten Mag. Peter
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Gewerbebehörde spricht eine Strafe aus, obwohl es keinerlei nachteilige Folgen gab! Obwohl der Beschuldigte bemüht war, alle Auflagen einzuhalten (Abg. Mag. Stadler: Bis auf die betreffend die Filzpatscherln!), obwohl die erforderlichen Befunde, um die es ging und die versperrt waren, alle fristgerecht erstellt waren und keine Mängel aufwiesen, hat die Behörde trotzdem gesagt, daß die Strafe in Höhe von 12 000 S angemessen sei, weil die Angestellten nicht in der Lage waren, alles rechtzeitig vorzulegen. (Abg. Mag. Peter: Da besteht Reformbedarf!) Diesbezüglich besteht Reformbedarf – da stimme ich Ihnen zu, Kollege Peter (Beifall und Bravoruf des Abgeordneten Mag. Peter), denn diese schikanösen Vorgangsweisen im Vollzug des Gesetzes, das wir hier beschlossen haben, entsprechen mit Sicherheit nicht dem Willen des Gesetzgebers! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Bauer: Auf welcher Basis hat die Behörde entschieden?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Bauer: Auf welcher Basis hat die Behörde entschieden?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Gewerbebehörde spricht eine Strafe aus, obwohl es keinerlei nachteilige Folgen gab! Obwohl der Beschuldigte bemüht war, alle Auflagen einzuhalten (Abg. Mag. Stadler: Bis auf die betreffend die Filzpatscherln!), obwohl die erforderlichen Befunde, um die es ging und die versperrt waren, alle fristgerecht erstellt waren und keine Mängel aufwiesen, hat die Behörde trotzdem gesagt, daß die Strafe in Höhe von 12 000 S angemessen sei, weil die Angestellten nicht in der Lage waren, alles rechtzeitig vorzulegen. (Abg. Mag. Peter: Da besteht Reformbedarf!) Diesbezüglich besteht Reformbedarf – da stimme ich Ihnen zu, Kollege Peter (Beifall und Bravoruf des Abgeordneten Mag. Peter), denn diese schikanösen Vorgangsweisen im Vollzug des Gesetzes, das wir hier beschlossen haben, entsprechen mit Sicherheit nicht dem Willen des Gesetzgebers! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Bauer: Auf welcher Basis hat die Behörde entschieden?)
Abg. Mag. Stadler: Mittelbare Bundesverwaltung!
Aufgrund des Vollzuges, in diesem Fall durch den Magistrat der Stadt Wien – oberste Instanz ist der Landeshauptmann (Abg. Mag. Stadler: Mittelbare Bundesverwaltung!), bei ihm endet nämlich dieses Verfahren; es ist keine höhere Instanz mehr möglich, also auch nicht das Ministerium –, wird offenkundig, daß er die Novellen verschlafen hat, mit welchen der Instanzenzug bei den Landeshauptleuten angesiedelt wurde.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Für die Filzpatscherln ist Herr Farnleitner zuständig!
Im Hinblick darauf bin ich wirklich sehr froh darüber, daß der Herr Bundeskanzler so viel von der Liberalisierung der Gewerbeordnung spricht. Er soll seinen lieben Fraktionskollegen Häupl einmal darauf hinweisen, daß Liberalisierung auch Abstellen von Schikanen bedeutet. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Für die Filzpatscherln ist Herr Farnleitner zuständig!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist mir nicht zu Ohren gekommen, ich habe die Bescheide in der Hand!
Abgeordneter Dr. Kurt Heindl (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Fekter! Auch mir kommen fallweise derartige Vorfälle zu Ohren. Da mache ich es mir aber nicht so einfach, daß ich sage ... (Abg. Dr. Fekter: Das ist mir nicht zu Ohren gekommen, ich habe die Bescheide in der Hand!) Sie haben schon recht, wenn Sie sagen, daß es unser aller Meinung war, daß der Instanzenzug beim Landeshauptmann enden soll! Wissen Sie, was ich mache, wenn mir so etwas passiert? – Ich rufe den zuständigen obersten beamteten Chef an und frage: Herr Dr. Hechtner, was tut sich da? Ist das möglich? Denn wir haben natürlich keine Kontrolle darüber. Die Art und Weise des Vollzuges sagt doch nichts aus über die Qualität eines Gesetzes! (Abg. Dr. Fekter: Es ist ein Wahnsinn, daß so etwas überhaupt vorkommt!)
Abg. Dr. Fekter: Es ist ein Wahnsinn, daß so etwas überhaupt vorkommt!
Abgeordneter Dr. Kurt Heindl (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Fekter! Auch mir kommen fallweise derartige Vorfälle zu Ohren. Da mache ich es mir aber nicht so einfach, daß ich sage ... (Abg. Dr. Fekter: Das ist mir nicht zu Ohren gekommen, ich habe die Bescheide in der Hand!) Sie haben schon recht, wenn Sie sagen, daß es unser aller Meinung war, daß der Instanzenzug beim Landeshauptmann enden soll! Wissen Sie, was ich mache, wenn mir so etwas passiert? – Ich rufe den zuständigen obersten beamteten Chef an und frage: Herr Dr. Hechtner, was tut sich da? Ist das möglich? Denn wir haben natürlich keine Kontrolle darüber. Die Art und Weise des Vollzuges sagt doch nichts aus über die Qualität eines Gesetzes! (Abg. Dr. Fekter: Es ist ein Wahnsinn, daß so etwas überhaupt vorkommt!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte Ihnen etwas dazu sagen: Im Hinblicke auf solche Vorfälle bin ich Ihrer Meinung. Sie fordern jetzt aber wieder den Kanzler auf, daß er sich darum kümmern soll, kurz vorher haben Sie jedoch gesagt, daß sich der Wirtschaftsminister nicht darum kümmern darf. – Also: Wenn sich der nicht darum kümmern darf, dann darf sich der Kanzler erst recht nicht darum kümmern. Was soll die Diskussion in diese Richtung? Ich verstehe es nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Wenn so schonungslos vollzogen wird, haben wir Handlungsbedarf!
Ihnen als ehemaliger Staatssekretärin und Juristin möchte ich empfehlen: Halten Sie sich auch ein bisserl an die Kompetenzen! Frau Kollegin Fekter, es kann doch nicht der Vollzug ... (Abg. Dr. Fekter: Wenn so schonungslos vollzogen wird, haben wir Handlungsbedarf!) Frau Kollegin Fekter! Ich habe schon einmal gesagt, wenn Sie mir das sagen, wenn Sie es schon nicht tun ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Das weiß ich nicht! Es ist auch ziemlich egal, ob das ein schwarzer, roter oder blauer Beamter ist. Wenn es sich so verhält, dann muß man dem nachgehen, aber nicht der Wirtschaftsminister und auch nicht der Kanzler und erst recht nicht wir im Parlament. Das ist eine Tatsache. Das kritisieren Sie auf der einen Seite, auf der anderen Seite fordern Sie es ein! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Ihnen als ehemaliger Staatssekretärin und Juristin möchte ich empfehlen: Halten Sie sich auch ein bisserl an die Kompetenzen! Frau Kollegin Fekter, es kann doch nicht der Vollzug ... (Abg. Dr. Fekter: Wenn so schonungslos vollzogen wird, haben wir Handlungsbedarf!) Frau Kollegin Fekter! Ich habe schon einmal gesagt, wenn Sie mir das sagen, wenn Sie es schon nicht tun ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Das weiß ich nicht! Es ist auch ziemlich egal, ob das ein schwarzer, roter oder blauer Beamter ist. Wenn es sich so verhält, dann muß man dem nachgehen, aber nicht der Wirtschaftsminister und auch nicht der Kanzler und erst recht nicht wir im Parlament. Das ist eine Tatsache. Das kritisieren Sie auf der einen Seite, auf der anderen Seite fordern Sie es ein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ihnen als ehemaliger Staatssekretärin und Juristin möchte ich empfehlen: Halten Sie sich auch ein bisserl an die Kompetenzen! Frau Kollegin Fekter, es kann doch nicht der Vollzug ... (Abg. Dr. Fekter: Wenn so schonungslos vollzogen wird, haben wir Handlungsbedarf!) Frau Kollegin Fekter! Ich habe schon einmal gesagt, wenn Sie mir das sagen, wenn Sie es schon nicht tun ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Das weiß ich nicht! Es ist auch ziemlich egal, ob das ein schwarzer, roter oder blauer Beamter ist. Wenn es sich so verhält, dann muß man dem nachgehen, aber nicht der Wirtschaftsminister und auch nicht der Kanzler und erst recht nicht wir im Parlament. Das ist eine Tatsache. Das kritisieren Sie auf der einen Seite, auf der anderen Seite fordern Sie es ein! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir bekennen uns zu einer Liberalisierung, jawohl, aber wir wollen einen gewissen rechtlichen Rahmen haben. Wir wollen Qualität, aber wir wollen nicht, daß Behörden durch Versicherungsbedingungen ersetzt werden. Das wollen wir sicherlich nicht, denn das ist nicht die Zukunft des österreichischen Wirtschaftslebens! (Beifall bei der SPÖ.) Dazu muß ich Ihnen unser "Njet" sagen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir bekennen uns zu einer Liberalisierung, jawohl, aber wir wollen einen gewissen rechtlichen Rahmen haben. Wir wollen Qualität, aber wir wollen nicht, daß Behörden durch Versicherungsbedingungen ersetzt werden. Das wollen wir sicherlich nicht, denn das ist nicht die Zukunft des österreichischen Wirtschaftslebens! (Beifall bei der SPÖ.) Dazu muß ich Ihnen unser "Njet" sagen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Sie bejammern jetzt also etwas, was Sie selbst vor eineinhalb Jahren mitbeschlossen haben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Selbstverständlich haben Sie gejammert. Schauen Sie sich das Protokoll an! Das war doch fürchterlich! (Abg. Dr. Fekter: Es liegt nicht am Gesetz, sondern am Vollzug!)
Abg. Dr. Fekter: Es liegt nicht am Gesetz, sondern am Vollzug!
Sie bejammern jetzt also etwas, was Sie selbst vor eineinhalb Jahren mitbeschlossen haben. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Selbstverständlich haben Sie gejammert. Schauen Sie sich das Protokoll an! Das war doch fürchterlich! (Abg. Dr. Fekter: Es liegt nicht am Gesetz, sondern am Vollzug!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich stimme mit Herrn Kollegen Heindl überein, daß dieses Reförmchen des Gewerbegesetzes, das Sie alle beschlossen haben, nicht die von Ihnen groß angekündigte Gründungs- und Neugründungswelle nach sich gezogen hat. Das können Sie nicht dem Vollzug zuordnen! Wegen Filzpatscherln auf irgendwelchen Sesseln – es ist ja direkt unwürdig, so etwas hier im Hause erwähnen – wird sich, wenn es ihm leicht gemacht wird, keiner abhalten lassen, ein neues Gewerbe zu gründen oder sich zum Unternehmertum zu entschließen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Mir sind die Filzpatscherln zu wenig wert, da hast du recht, Kollege Stadler! (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Nein! Ihre ganze Gründungswelle ist in die Hosen gegangen, und jetzt schieben Sie es dem Vollzug des von Ihnen beschlossenen Gewerbegesetzes zu. Und das finde ich unredlich!
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Ich stimme mit Herrn Kollegen Heindl überein, daß dieses Reförmchen des Gewerbegesetzes, das Sie alle beschlossen haben, nicht die von Ihnen groß angekündigte Gründungs- und Neugründungswelle nach sich gezogen hat. Das können Sie nicht dem Vollzug zuordnen! Wegen Filzpatscherln auf irgendwelchen Sesseln – es ist ja direkt unwürdig, so etwas hier im Hause erwähnen – wird sich, wenn es ihm leicht gemacht wird, keiner abhalten lassen, ein neues Gewerbe zu gründen oder sich zum Unternehmertum zu entschließen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Mir sind die Filzpatscherln zu wenig wert, da hast du recht, Kollege Stadler! (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Nein! Ihre ganze Gründungswelle ist in die Hosen gegangen, und jetzt schieben Sie es dem Vollzug des von Ihnen beschlossenen Gewerbegesetzes zu. Und das finde ich unredlich!
Beifall bei den Freiheitlichen.
In dieser Geschichte vertreten Sie einen unheimlich starken Liberalismus, den Sie sich von irgendwo hergeholt haben – und ich weiß auch, woher Sie den haben –, aber ich sagen Ihnen eines: Das freiheitliche Modell, das wir damals in die Diskussion eingebracht haben, als das Gewerbegesetz beschlossen wurde, hätten Sie sich anschauen sollen! Das wäre etwas Vernünftiges gewesen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Was heißt "Filzpatscherln" auf slowenisch?
Ich könnte auch einige Geschichten erzählen, es gibt wirklich öfters filzpatscherlähnliche Vorkommnisse. Ich bin leider oder Gott sei Dank auch ein Betroffener und weiß, wovon ich da spreche. (Abg. Mag. Stadler: Was heißt "Filzpatscherln" auf slowenisch?) Ich bin sehr gerne bereit, mit Ihnen eine slowenische Diskussion zu führen, nach Schluß der Haussitzung seid ihr alle dazu eingeladen! (Abg. Mag. Stadler: Ich möchte es aber jetzt gleich wissen!) Ich spreche slowenisch, Stadler spricht deutsch. Ich hoffe, wir werden uns trotzdem verstehen!
Abg. Mag. Stadler: Ich möchte es aber jetzt gleich wissen!
Ich könnte auch einige Geschichten erzählen, es gibt wirklich öfters filzpatscherlähnliche Vorkommnisse. Ich bin leider oder Gott sei Dank auch ein Betroffener und weiß, wovon ich da spreche. (Abg. Mag. Stadler: Was heißt "Filzpatscherln" auf slowenisch?) Ich bin sehr gerne bereit, mit Ihnen eine slowenische Diskussion zu führen, nach Schluß der Haussitzung seid ihr alle dazu eingeladen! (Abg. Mag. Stadler: Ich möchte es aber jetzt gleich wissen!) Ich spreche slowenisch, Stadler spricht deutsch. Ich hoffe, wir werden uns trotzdem verstehen!
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Den Zugang zum Gewerbe zu erleichtern, ist eine ganz, ganz wichtige und zentrale Forderung. Gerade, wenn wir uns jetzt den Kopf darüber zerbrechen, wie wir mehr Arbeitsplätze schaffen, wie wir die neue Selbständigkeit einführen können, müssen wir vor allem auch älteren Mitarbeitern, die oft eine ausgezeichnete Arbeitsleistung erbringen und aufgrund jahrzehntelanger Tätigkeit in einem bestimmten Beruf eine hohe Befähigung und Erfahrung aufweisen, helfen. Der liberale Antrag soll eben die neue Selbständigkeit ermöglichen, und eine Voraussetzung dafür ist ein klarerer und leichterer Zugang zur gewerblichen Tätigkeit. Letztlich ist das auch ein Mittel gegen Pfusch. Das möchte ich auch festhalten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Da gehört frischer Wind hinein. Machen Sie, vor allem liebe Damen und Herren der ÖVP, mit bei diesem Antrag mit! Sie werden sehen, das Ergebnis wird zufriedenstellend sein – sowohl für die Gewerbetreibenden als auch für die Konsumenten. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Allgemeiner Beifall.
Ich gratuliere Frau Abgeordneter Dr. Karlsson zu dieser Wahl. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Schwemlein: Das Sie da haben!
Wir Freiheitlichen wollen durch einen Untersuchungsausschuß geklärt haben, warum Ministerin Prammer am 31. Juli 1998 im Rahmen einer Pressekonferenz über Stilbene im österreichischen Rindfleisch vom größten Kriminalfall in der österreichischen Landwirtschaft spricht. War der Grund vielleicht das streng vertrauliche Schreiben der Wirtschaftskammer Österreich vom 30. Juli? (Abg. Schwemlein: Das Sie da haben!)
Abg. Mag. Stadler: Die reden sich auf die Prammer aus!
"Sehr geehrte Damen und Herren! Bei Fleischlieferungen nach Italien aus der Intervention, Schlachtung 1996, wurden bei Nachuntersuchungen in Italien Rückstände verbotener Stoffe gefunden. Es droht die eminente Gefahr, daß die österreichischen Fleischlieferungen nach Italien vollkommen eingestellt werden müssen." (Abg. Mag. Stadler: Die reden sich auf die Prammer aus!) – Das muß man sich einmal vorstellen! – "Angesichts dieser äußerst ernsten Situation empfehlen wir allen Exportfirmen, Verladungen nach Italien erst nach Klärung der negativen Untersuchungsergebnisse durchzuführen beziehungsweise die Klärung dieser offenen Fragen abzuwarten."
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daß die Frau Ministerin Prammer am 31. Juli, einen Tag danach, vom größten Skandalfall der österreichischen Landwirtschaft sprach, ist unentschuldbar. Daß sie dann aber nach Vorliegen der Ergebnisse der Untersuchung in Holland, wo ganz klar bewiesen wurde, daß keine Hormonrückstände im österreichischen Rindfleisch gewesen sind, sagte, daß sie jederzeit wieder so handeln würde, das ist wirklich ein echter Skandal. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Fuchs: Der logische Schluß ist umwerfend!
Wie soll eine Frauenministerin glaubwürdig die Angelegenheiten der Frauen vertreten, wenn sie nicht einmal ihre eigene Position gegenüber ihrem Chef durchsetzt? Das müssen Sie mir einmal erklären! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Fuchs: Der logische Schluß ist umwerfend!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es kann ganz einfach nicht so sein, daß die wirklich Geschädigten in diesem Skandal, nämlich die Bauern und das Fleischergewerbe, der Fleischhandel, leer ausgehen. Aus diesen Gründen haben wir im Landwirtschaftsausschuß einen Antrag auf volle Entschädigung der Bauern und der Gewerbetreibenden eingebracht. Der einzige Gewinner in diesem Skandal ist der gute Minister Molterer, denn der Verdacht liegt nahe, daß der Bundeskanzler beim Gipfel diesen 60 Millionen Schilling an Steuergeldern für den Landwirtschaftsminister zugestimmt hat, der das verlangt hat so nach dem Motto: Gib du mir 60 Millionen, und ich tue deiner roten Ministerin nichts, welche wir von der schwarzen Wirtschaftskammer ganz toll aufs Glatteis geführt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
In den letzten zehn Minuten haben wir den wiederholten Versuch dieser Konstruktion erlebt, und ich kann eigentlich dem Zwischenruf meiner Kollegin Fuchs nichts hinzufügen. Frau Kollegin Aumayr! Ihre Logik, wie Sie hier argumentiert haben und wie Sie versucht haben, den Gegenstand einer Untersuchung tatsächlich darzustellen, sucht ihresgleichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das war für einen Gemeindesekretär aus der Steiermark zu hoch! – Abg. Aumayr: Sie haben nicht folgen können!
Werte Frau Kollegin Aumayr! Sie haben heute hier klarzumachen versucht, daß die Konsumentenschutzministerin falsch gehandelt hat, indem sie den verfassungsmäßigen Auftrag, sich schützend vor die Konsumenten zu stellen, gerecht zu werden ... (Abg. Mag. Stadler: Das war für einen Gemeindesekretär aus der Steiermark zu hoch! – Abg. Aumayr: Sie haben nicht folgen können!) – Moment, keine künstliche Aufregung zu einem künstlichen Untersuchungsgegenstand! (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Werte Frau Kollegin Aumayr! Sie haben heute hier klarzumachen versucht, daß die Konsumentenschutzministerin falsch gehandelt hat, indem sie den verfassungsmäßigen Auftrag, sich schützend vor die Konsumenten zu stellen, gerecht zu werden ... (Abg. Mag. Stadler: Das war für einen Gemeindesekretär aus der Steiermark zu hoch! – Abg. Aumayr: Sie haben nicht folgen können!) – Moment, keine künstliche Aufregung zu einem künstlichen Untersuchungsgegenstand! (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie haben die Konsumentenschutzministerin beschuldigt, sie hätte sich vor die Konsumenten gestellt, indem sie diese Pressekonferenz gegeben hat, und das wollen Sie jetzt untersuchen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Frau Kollegin Aumayr! Hätten Sie für diesen heute eingebrachten Antrag tatsächlich recherchiert, dann hätten Sie nur ein wenig im Internet zu surfen brauchen und hätten für Ihre Antragstellung keine Begründung mehr gehabt. Denn dann hätten Sie im Internet Dokumente der Europäischen Kommission gefunden – die ich Ihnen übrigens gerne zur Verfügung stelle, da Sie selbst anscheinend nicht in der Lage sind, sich diese Dokumente zu besorgen –, in denen eindeutig festgestellt wird, daß diese von Ihnen behaupteten Gegenstände nicht in Österreich, sondern über die Europäische Kommission passiert sind. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie haben die Konsumentenschutzministerin beschuldigt, sie hätte sich vor die Konsumenten gestellt, indem sie diese Pressekonferenz gegeben hat, und das wollen Sie jetzt untersuchen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Frau Kollegin Aumayr! Hätten Sie für diesen heute eingebrachten Antrag tatsächlich recherchiert, dann hätten Sie nur ein wenig im Internet zu surfen brauchen und hätten für Ihre Antragstellung keine Begründung mehr gehabt. Denn dann hätten Sie im Internet Dokumente der Europäischen Kommission gefunden – die ich Ihnen übrigens gerne zur Verfügung stelle, da Sie selbst anscheinend nicht in der Lage sind, sich diese Dokumente zu besorgen –, in denen eindeutig festgestellt wird, daß diese von Ihnen behaupteten Gegenstände nicht in Österreich, sondern über die Europäische Kommission passiert sind. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Silvahy: Vielleicht kennt sie den Unterschied nicht!
Sie sprechen in Ihrer Begründung zum Antrag von einem Exportstopp und einem Exportverbot. Mir ist nichts Derartiges bekannt. Ich habe recherchiert, ob es so etwas gibt. Frau Kollegin Aumayr! Es gibt ein Importverbot, aber es ist nirgends die Rede von einem Exportverbot, und es hat mir auch keiner bestätigen können, daß es ein Exportverbot gäbe. (Abg. Silvahy: Vielleicht kennt sie den Unterschied nicht!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Wann?
Zum dritten: Hätten Sie ein wenig recherchiert, hätten Sie erkannt, daß die Europäische Union, nämlich die Generaldirektion XXIV, eine Dienst- und Kontrollreise nach Österreich zur Aufklärung dieser Gegenstände unternommen hat. In diesem vorliegenden Bericht ist zu lesen ... (Rufe bei den Freiheitlichen: Wann?) – Nach dem Vorfall, denn vorher hätten sie es nicht untersuchen können. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Zum dritten: Hätten Sie ein wenig recherchiert, hätten Sie erkannt, daß die Europäische Union, nämlich die Generaldirektion XXIV, eine Dienst- und Kontrollreise nach Österreich zur Aufklärung dieser Gegenstände unternommen hat. In diesem vorliegenden Bericht ist zu lesen ... (Rufe bei den Freiheitlichen: Wann?) – Nach dem Vorfall, denn vorher hätten sie es nicht untersuchen können. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Anläßlich dieser Dienstreise wurde im Protokoll festgehalten – ich zitiere –: Die von den österreichischen Behörden getroffenen Maßnahmen sind mit den Vorschriften der Richtlinien des Rates übereinstimmend. – Das heißt, in Österreich hat man absolut korrekt gehandelt. Was wollen Sie untersuchen, Frau Kollegin Aumayr? (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Nächster Punkt. Sie haben es angesprochen, Herr Kollege Stadler. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Ich habe immer und ich werde auch in Zukunft österreichisches Rindfleisch mit Genuß verzehren, was Sie auch an meiner stattlichen Figur erkennen können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das sieht man Ihnen an!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das sieht man Ihnen an!
Nächster Punkt. Sie haben es angesprochen, Herr Kollege Stadler. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Ich habe immer und ich werde auch in Zukunft österreichisches Rindfleisch mit Genuß verzehren, was Sie auch an meiner stattlichen Figur erkennen können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Das sieht man Ihnen an!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Frau Kollegin Aumayr! Sie haben auch ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.) – Nicht nur, Kollege Ofner, ich gebe es zu.
Abg. Aumayr: Wo sind die Entschädigungen für die Bauern?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mit dem Antrag wollen Sie einen Untersuchungsausschuß einsetzen zu einem Gegenstand, der durch einen Gipfel in der österreichischen Bundesregierung auch zum Wohl der anderen von Ihnen heute angeblich vertretenen Personengruppen und Erwerbsgruppen bereits erledigt ist. (Abg. Aumayr: Wo sind die Entschädigungen für die Bauern?)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Aber es steht noch ein Zweites fest: Wie in den letzten Tagen geben Sie auch heute vor, für die Konsumenten, für die Produzenten einzutreten, diese schützen zu wollen, aber in Wirklichkeit geht es nur darum (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) – ich komme schon zum Schluß, Herr Präsident –, Nebelgranaten zu werfen, um von Ihren eigenen Problemen abzulenken.
Beifall bei der SPÖ.
Dafür, daß Sie aus diesem Nebel herausfinden, Frau Kollegin Aumayr, geben wir uns nicht her. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Rudolf Schwarzböck (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Geschädigten, vor allem jene Bauern, die wochenlang mit einer unbefriedigenden Marktsituation zu kämpfen hatten, brauchen keinen Untersuchungsausschuß, sondern die rascheste Umsetzung jener Ergebnisse, die beim Regierungsgipfel vereinbart worden sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Zum Beispiel: Warum liegt in österreichischen Lagern ausländisches Rindfleisch?
Frau Kollegin Aumayr! Was soll untersucht werden? (Abg. Aumayr: Zum Beispiel: Warum liegt in österreichischen Lagern ausländisches Rindfleisch?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Da hört ihr es!
Daß Frau Ministerin Prammer unverantwortliche und falsche Äußerungen von sich gegeben hat, die in mehreren Bereichen der Volkswirtschaft Schaden angerichtet haben, ist evident und braucht nicht untersucht zu werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Da hört ihr es!)
Abg. Mag. Stadler: ÖVP-Logik!
Daß die Maßnahmen des Rindergipfels bis zur Klage an Italien möglichst rasch zu konkreten Ergebnissen führen sollen, ist evident, und im 7. Punkt des 7-Punkte-Programms ist vereinbart: "Sollten die Maßnahmen einen unbefriedigenden Verlauf nehmen, dann wird der gleiche Personenkreis neuerlich Verhandlungen aufnehmen, um zu konkreteren Ergebnissen zu kommen." (Abg. Mag. Stadler: ÖVP-Logik!)
Abg. Mag. Stadler: Zahlt Prammer den Schaden?
Meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stadler: Zahlt Prammer den Schaden?) Es ist skurril, daß Sie jetzt die Skandalisierung kritisieren (Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler) – die ich bei Frau Ministerin Prammer genauso kritisiere –, obwohl, bevor klar war, daß nichts ist, Ihr Parteiobmann Haider und Ihr Bauernvertreter Reichhold genauso vom großen Skandal gesprochen und gleich noch Raiffeisengenossenschaften mit hineingenommen haben, denn ohne sie darf es keine großen Skandaldiskussionen geben. (Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe.)
Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler
Meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stadler: Zahlt Prammer den Schaden?) Es ist skurril, daß Sie jetzt die Skandalisierung kritisieren (Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler) – die ich bei Frau Ministerin Prammer genauso kritisiere –, obwohl, bevor klar war, daß nichts ist, Ihr Parteiobmann Haider und Ihr Bauernvertreter Reichhold genauso vom großen Skandal gesprochen und gleich noch Raiffeisengenossenschaften mit hineingenommen haben, denn ohne sie darf es keine großen Skandaldiskussionen geben. (Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe.
Meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stadler: Zahlt Prammer den Schaden?) Es ist skurril, daß Sie jetzt die Skandalisierung kritisieren (Zwischenrufe des Abg. Mag. Stadler) – die ich bei Frau Ministerin Prammer genauso kritisiere –, obwohl, bevor klar war, daß nichts ist, Ihr Parteiobmann Haider und Ihr Bauernvertreter Reichhold genauso vom großen Skandal gesprochen und gleich noch Raiffeisengenossenschaften mit hineingenommen haben, denn ohne sie darf es keine großen Skandaldiskussionen geben. (Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Stadler: Ein weiterer Grund für einen Untersuchungsausschuß!
Meine Damen und Herren! Das Faß ist voll! (Abg. Mag. Stadler: Ein weiterer Grund für einen Untersuchungsausschuß!) Denn Ihr Schattenminister für den Gesundheitsbereich, Ihr Gesundheitssprecher Pumberger, hat schon vor zwei Jahren Prammer in allen Kategorien übertroffen. Einige Wochen nach Ausbruch des BSE-Skandals in England ist Ihr Gesundheitssprecher, Ihr Schattengesundheitsminister, hier am Rednerpult gestanden und hat davon gesprochen, daß das Land mit den meisten BSE- und Creutzfeldt-Jakob-Fällen nicht England, sondern Österreich ist; nur bei uns würde vertuscht und in England aufgedeckt. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das Faß ist voll! (Abg. Mag. Stadler: Ein weiterer Grund für einen Untersuchungsausschuß!) Denn Ihr Schattenminister für den Gesundheitsbereich, Ihr Gesundheitssprecher Pumberger, hat schon vor zwei Jahren Prammer in allen Kategorien übertroffen. Einige Wochen nach Ausbruch des BSE-Skandals in England ist Ihr Gesundheitssprecher, Ihr Schattengesundheitsminister, hier am Rednerpult gestanden und hat davon gesprochen, daß das Land mit den meisten BSE- und Creutzfeldt-Jakob-Fällen nicht England, sondern Österreich ist; nur bei uns würde vertuscht und in England aufgedeckt. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Wo? Wo?
Ich habe die Presseaussendung von Ihnen hier, Kollege Pumberger. Sie können das Stenographische Protokoll vom 16. April nachlesen. Alles, was Sie Prammer vorwerfen, wurde von Ihnen mehrfach übertroffen! (Rufe bei den Freiheitlichen: Wo? Wo?) Und zwar von mehreren Personen: von Haider, Reichhold und Pumberger. (Abg. Mag. Stadler: Umso mehr ein Grund für einen Untersuchungsausschuß!)
Abg. Mag. Stadler: Umso mehr ein Grund für einen Untersuchungsausschuß!
Ich habe die Presseaussendung von Ihnen hier, Kollege Pumberger. Sie können das Stenographische Protokoll vom 16. April nachlesen. Alles, was Sie Prammer vorwerfen, wurde von Ihnen mehrfach übertroffen! (Rufe bei den Freiheitlichen: Wo? Wo?) Und zwar von mehreren Personen: von Haider, Reichhold und Pumberger. (Abg. Mag. Stadler: Umso mehr ein Grund für einen Untersuchungsausschuß!)
Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe. – Abg. Schieder: Na das ist ein guter Grund!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich darf Ihnen durchaus mein Unbehagen ausdrücken, daß das Problem auch damit zusammenhängt, daß Frau Minister Prammer Kompetenzen zugewiesen worden sind, die nicht unbedingt mit ihrem persönlichen Zugang zu den wichtigen Themen ihres politischen Lebens zusammenhängen. (Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe. – Abg. Schieder: Na das ist ein guter Grund!) Bitte? (Abg. Schieder: Da müßten sich ein paar Minister von Ihnen verabschieden! Zum Beispiel der Verteidigungsminister!)
Abg. Schieder: Da müßten sich ein paar Minister von Ihnen verabschieden! Zum Beispiel der Verteidigungsminister!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich darf Ihnen durchaus mein Unbehagen ausdrücken, daß das Problem auch damit zusammenhängt, daß Frau Minister Prammer Kompetenzen zugewiesen worden sind, die nicht unbedingt mit ihrem persönlichen Zugang zu den wichtigen Themen ihres politischen Lebens zusammenhängen. (Beifall bei der ÖVP. – Lebhafte Zwischenrufe. – Abg. Schieder: Na das ist ein guter Grund!) Bitte? (Abg. Schieder: Da müßten sich ein paar Minister von Ihnen verabschieden! Zum Beispiel der Verteidigungsminister!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Genauso wie der Schwarzböck und der Raiffeisenverband!
Herr Kollege Schieder! Sie können die öffentliche Meinung dazu jederzeit überprüfen. Sie wird in Karikaturen in besonders eindrucksvoller Weise dargestellt. Ich persönlich glaube, daß es der Regierung guttäte, bei der nächsten Regierungsbildung oder vielleicht auch schon vorher in Verhandlungen über derartige Kompetenzfragen einzutreten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Genauso wie der Schwarzböck und der Raiffeisenverband!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Da Frau Kollegin Aumayr gemeint hat, die Frau Ministerin Prammer hätte bei der Selbstanzeige bleiben sollen: Frau Kollegin Aumayr, seien Sie froh, daß es für derartiges Verhalten keine Rechtsordnung gibt. Sie wären nämlich ständig in der Verlegenheit, sich wöchentlich im Hinblick auf ähnliche Äußerungen Selbstanzeigen verordnen zu müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollegen Abgeordneten! Statt von einem Rindfleischskandal muß man eher von einem Hormonskandal sprechen, denn in die Fleischskandale dieser Republik war bis jetzt ausnahmslos die ÖVP verwickelt und sonst niemand. Sie haben bis jetzt den Bauern riesigen Schaden zugefügt! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist nachvollziehbar. Jeder Fleischskandal, der in dieser Republik aufgedeckt wurde, war im Dunstkreis der ÖVP und sonst nirgends. Das kann man nachweisen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollegen Abgeordneten! Statt von einem Rindfleischskandal muß man eher von einem Hormonskandal sprechen, denn in die Fleischskandale dieser Republik war bis jetzt ausnahmslos die ÖVP verwickelt und sonst niemand. Sie haben bis jetzt den Bauern riesigen Schaden zugefügt! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das ist nachvollziehbar. Jeder Fleischskandal, der in dieser Republik aufgedeckt wurde, war im Dunstkreis der ÖVP und sonst nirgends. Das kann man nachweisen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Stummvoll! Ich würde mir von Ihnen und Ihrer Kammer wünschen, daß Sie bei Importen von Lebensmitteln nach Österreich genauso sorgsam darauf achten würden wie bei den Exporten der österreichischen Rinderbauern. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie brauchen mir gar nichts zu erzählen! Das ist die Wahrheit! Bei Importen kontrollieren Sie, da haben Sie bis jetzt versagt. Das wäre Ihre Aufgabe.
Abg. Mag. Stadler: Zeuge Schwarzböck!
Meine Damen und Herren! Das Resümee aus dieser Geschichte: Imageverlust laut Minister Molterer 60 Millionen Schilling für die Republik, der Schaden für die Bauern beträgt laut meinem Kollegen, Präsidenten Schwarzböck, 50 Millionen Schilling (Abg. Mag. Stadler: Zeuge Schwarzböck!) – Zeuge Schwarzböck –, der Verlust bei den Schlachthöfen laut Generalsekretär Stummvoll: 150 Millionen Schilling. Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch diese Problematik entsteht, ist eigentlich noch gar nicht abzuschätzen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was gibt es zu untersuchen? – Kollege Schwarzböck meint, es gebe nichts zu untersuchen. Wir sind das gewohnt: Die ÖVP will zudecken und nicht aufdecken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt jedoch sehr wohl etwas zu untersuchen. Erstens gilt es, die politische Verantwortlichkeit der Frau Ministerin Prammer zu untersuchen, vor allem geht es aber darum, zu untersuchen, welche dubiosen Geschäfte über die AMA, die Agrarmarkt Austria, in dieser Republik abgewickelt werden. Das ist der entscheidende Punkt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das gilt es zu untersuchen. Die AMA, die durch österreichische Zwangsmitgliedsbeiträge bezahlt und finanziert wird, hat nicht die Aufgabe, ausländisches Fleisch einzukaufen und in Österreich zu lagern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Dober večer! Hohes Haus! Visoki Dom! Herr Präsident! Gospod predsednik! Frau Kollegin Aumayr, ich gehe ja davon aus, daß das, was Sie uns berichtet haben, der Wahrheit entspricht. So, wie Sie es erzählt haben: Wort für Wort, Datum für Datum. Ich muß Sie daher fragen: Was soll man noch untersuchen? Sie haben es untersucht, ich glaube es Ihnen. (Heiterkeit.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich sehe hier also keine Notwendigkeit, irgend etwas zu untersuchen! Ich sehe es nur als notwendig an, daß zumindest die Dame in dieser Partie Konsequenzen zieht und zurücktritt. Das habe ich gefordert, und dazu stehe ich auch heute. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich habe aber wenig Verständnis dafür, daß wieder sozusagen ein Spektakel gemacht wird. Der Untersuchungsausschuß ist ein ernstes Instrument und soll dort greifen, wo politische Verantwortung erst festgemacht werden muß. Hier ist sie klar gegeben, deshalb ist ein Untersuchungsausschuß nicht notwendig. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Gredler.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Jetzt ist noch Herr Abgeordneter Wabl zu Wort gemeldet. (Zwischenruf der Abg. Dr. Gredler.) Nein, ich hätte Sie ohnehin nicht aufgerufen, Frau Dr. Gredler!
Abg. Mag. Stadler: Das kann ich Ihnen schon sagen: Die Fleischmafia gibt genug her!
Nun aber zu dem Untersuchungsausschuß, den Frau Aumayr verlangt. Frau Kollegin Aumayr! Sie sollten nicht immer damit rechnen, daß Khol sich in der Koalition durchsetzt und automatisch jeden Untersuchungsausschußantrag ablehnt. Ich persönlich würde wirklich nicht wissen, was wir in diesem Untersuchungsausschuß tun sollen. (Abg. Mag. Stadler: Das kann ich Ihnen schon sagen: Die Fleischmafia gibt genug her!)
Abg. Mag. Stadler: Das Fleisch kam nicht von unten!
Frau Abgeordnete Aumayr! Da kommt etwas aus dem Lebensmittelministerium in Italien, und ich weiß schon, daß da bei Ihrer Fraktion wahrscheinlich gleich der Verdacht besteht, daß, wenn von da unten etwas kommt, das irgendwie gefälscht ist. (Abg. Mag. Stadler: Das Fleisch kam nicht von unten!) Wenn von dort irgendein Zeugnis kommt, heißt es bei Ihnen: Das ist von den Italienern – Sie wissen schon, Ausländer und so –, wer weiß, die Mafia ist nicht weit weg und so weiter. Ich kann mir schon vorstellen, daß Sie sofort gesagt hätten: Das ist sicher geschummelt. Das kann nicht wahr sein!
Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Smolle.
Über die Wortwahl der Frau Ministerin Prammer – ich hätte andere Worte gewählt – kann man diskutieren. Grundsätzlich ist es aber richtig, daß die Ministerin, die für Konsumentenschutz zuständig ist, wenn ein Lebensmittelministerium aus einem benachbarten EU-Land mitteilt, daß verbotene Stoffe im Fleisch enthalten sind, die gesundheitsgefährdend und krebserregend sind, selbstverständlich warnt. Das ist meiner Meinung nach eine Selbstverständlichkeit! (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Smolle.) Herr Kollege Smolle! Ich verstehe auch Sie nicht!
Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wo kommt das Fleisch her, das in der AMA lagert?
Natürlich herrschen auch die politisch falschen Rahmenbedingungen. Aber davon haben Sie heute nicht geredet. Ich sage Ihnen noch einmal: Lieber ein Wort zuviel von Frau Prammer als ein Toter oder ein Kranker durch kaputtes, verdorbenes, durch Hormone oder Arzneimittel verseuchtes Fleisch in österreichischen Läden! (Beifall bei den Grünen und bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Wo kommt das Fleisch her, das in der AMA lagert?)
Beifall bei den Grünen.
Frau Kollegin Aumayr! Ich sage Ihnen noch einmal: Vertrauen Sie darauf: Das Parlament ist im Augenblick der Kontrolle beraubt! Aber der Khol wird nicht ewig zum Brunnen gehen! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Damit sind die gesetzlichen Voraussetzungen gegeben, daß diese Gebarungsprüfung durch den Rechnungshof auch ohne Beschluß des Nationalrates stattfindet. (Zwischenruf des Abg. Wabl.)