Eckdaten:
Für die 10. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 784 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten August Wöginger
Petition betreffend „Verjährungsverbot für Sexualstraftaten“ (Ordnungsnummer 1) (überreicht vom Abgeordneten August Wöginger)
überreicht von den Abgeordneten Mag. Rosa Lohfeyer und Mag. Johann Maier
Petition betreffend „Bahnausbau Pass Lueg (Tunnelkette Golling-Werfen)“ (Ordnungsnummer 2) (überreicht von den Abgeordneten Mag. Rosa Lohfeyer und Mag. Johann Maier)
überreicht vom Abgeordneten Werner Herbert
Petition betreffend „Gegen die Auflassung von Hainburger Haltestellen“ (Ordnungsnummer 3) (überreicht vom Abgeordneten Werner Herbert)
überreicht von den Abgeordneten Harald Vilimsky, Mag. Dr. Martin Graf und Dr. Walter Rosenkranz
Petition betreffend „Fahrplanänderung der ÖBB im Weinviertel“ (Ordnungsnummer 4) (überreicht von den Abgeordneten Harald Vilimsky, Mag. Dr. Martin Graf und Dr. Walter Rosenkranz)
überreicht vom Abgeordneten Sigisbert Dolinschek
Petition betreffend „Handymasten NEIN DANKE – Gesundheit geht vor!“ (Ordnungsnummer 5) (überreicht vom Abgeordneten Sigisbert Dolinschek)
Allgemeiner Beifall.
Ich wünsche der neu ernannten Bundesministerin den besten Erfolg für ihre Arbeit im Dienste der Republik Österreich. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP.
Diesmal war es, zugegebenermaßen, etwas schwieriger und ist es zu einer Eskalation gekommen, die uns natürlich Sorgen bereitet hat. Ich möchte mich an dieser Stelle bei den verantwortlichen Personen in diesem Lande herzlich bedanken: beim neu bestellten Energieminister Reinhold Mitterlehner, bei den Verantwortlichen der Gasunternehmungen, letztlich auch bei den hohen Beamten des Energieressorts. Sie haben die Sache gut gehandlet. Auf der Basis einer Gasspeicherverfügbarkeit, die in Europa ihresgleichen sucht – fast der halbe Jahresbedarf, nämlich 5 Milliarden Kubikmeter, liegen unter der Erde als unsere Reserve –, war es möglich, Österreichs Wirtschaft, aber gerade auch Österreichs Haushalte in einer sehr, sehr kalten Phase des Winters zu jedem Zeitpunkt optimal zu versorgen. Danke dafür Reinhold Mitterlehner und seinem Team! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
hier ein Asset, Österreich hat hier eine Stärke in Sachen erneuerbarer Energieträger – und das ist die Wasserkraft, das ist unsere Nummer eins unter den Energieträgern. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.
Und nicht zufällig, meine Damen und Herren, ist das etwa die Menge, die Österreich zurzeit netto pro Jahr importiert. Österreich ist leider Gottes in den letzten Jahrzehn- ten zu einem Stromnettoimporteur geworden. – Wollen wir aus dieser Falle heraus, dann braucht es Investitionen in die Wasserkraft. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Nun zum Thema Kernkraft, weil das zu einer Energiedebatte natürlich dazugehört. Meine sehr verehrten Damen und Herren, völlig klar, auch, wie ich meine, aus der Sicht des Hohen Hauses: Österreich wird auch in Zukunft auf Kernkraft verzichten, und wir können uns das leisten. Wir können es uns aufgrund der Wasserkraftstärke Österreichs leisten, auf Kernkraft zu verzichten. Kernkraftwerke in unserem Lande sind heute und auch in Zukunft keine Option. Das machen wir auch immer wieder sehr geschlossen klar, wenn es darum geht, in Sachen Dauerabschaltung des AKW Bohunice auf unserem Recht zu beharren; natürlich ebenso was die AKWs Kosloduj und Ignalina betrifft. Sicherheitsfragen müssen da im Vordergrund stehen; das steht eindeutig fest. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
auch weiterhin der Verzicht auf Kernkraft, weil die Menschen in unserem Lande das wollen und weil uns das die Sicherheit unseres Landes wert sein muss. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Reinhold Mitterlehner: Frau Präsidentin! Herr Kollege Berlakovich! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Seit gestern, 19.20 Uhr, ist die Gasversorgung Österreichs seitens Gazprom mit 100 Prozent wiederhergestellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In einem Land, in dem die Versorgungssicherheit zu leistbaren Preisen ein ganz wichtiges Asset für die Bevölkerung, aber auch für die heimische Wirtschaft ist, ist das eine ganz, ganz wichtige Sache. Ich aber, meine Damen und Herren, bin nicht derjenige, der sagt: Jetzt ist wieder alles gut, gehen wir daher zur Tagesordnung über!, sondern ich sage, es gilt nun, die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Klar ist, dass diese „Nullversorgung“ mit 7. Jänner 2009 – ich zitiere da OMV-Generaldirektor Ruttenstorfer – der Super-GAU war, was die Gasversorgung anlangt. Was das diesbezügliche Krisenmanagement anlangt, hat sich bestätigt, dass erstens die Energielenkung in Österreich, was die gesetzliche Situation und die Rahmenbedingungen anlangt, in Ordnung ist. Da hat die Bundesregierung, da hat das Parlament gute Voraussetzungen geschaffen, und da können wir dort anknüpfen, wo Bundesminister Bartenstein sozusagen aufgehört hat, denn in Österreich haben wir, gemessen am Energieverbrauch, die höchsten Lagerkapazitäten in ganz Europa – und das hat uns in dieser Krise genützt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zweiter Punkt: die Managementqualitäten. Wir in Österreich konnten diese Krise ohne Lenkungsverordnung bewältigen und haben in diesem Zusammenhang auf vernünftige Zusammenarbeit gesetzt. Ich darf mich daher auch hier und heute allen voran bei der OMV, bei der AGGM – das ist der Regelzonenführer –, aber auch bei der RAG und der E-Control recht herzlich für diese Kooperation bedanken. Niemand in Österreich musste frieren, niemand im Industriebereich musste sich wesentlich einschränken. Daher nochmals: danke vielmals! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das haben wir auch bemerkt bei Bohunice: Es war die Rolle der Kommission, hier auf den Vertragsbruch aufmerksam zu machen, wenn die Slowakei Bohunice wieder hochfährt. Auf der anderen Seite würde ich auch sagen, das entschlossene und geschlossene Zusammenwirken der österreichischen Bundesregierung, allen voran des Bundeskanzlers, aber auch der Fachminister, hat dazu beigetragen, dass Bohunice nicht eingeschaltet worden ist. Ich finde auch: ein großer Erfolg! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der ist vertraulich, der Sicherheitsrat – übrigens!
Meine Damen und Herren, damit auch zu den Konsequenzen. Herbert Scheibner hat beispielsweise im Nationalen Sicherheitsrat gefragt: Sollte nicht eine Börse entwickelt werden, um die Problematik in diesem Bereich besser ausräumen zu können? – Ich habe mich erkundigt: Der Antrag ist schon erledigt, er wird umgesetzt. Wir werden im Herbst die größte europäische Gasbörse in Europa haben, und zwar eine Warenbörse, nicht ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der ist vertraulich, der Sicherheitsrat – übrigens!) – In diesem Punkt ist das ja aufgehoben worden. Sie haben ja gesehen, dass diesbezüglich der entsprechende Beschluss gefasst worden ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Antrag!) Und dass Herbert Scheibner diese Frage gestellt hat, dazu wird er gerne stehen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Antrag!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Antrag!
Meine Damen und Herren, damit auch zu den Konsequenzen. Herbert Scheibner hat beispielsweise im Nationalen Sicherheitsrat gefragt: Sollte nicht eine Börse entwickelt werden, um die Problematik in diesem Bereich besser ausräumen zu können? – Ich habe mich erkundigt: Der Antrag ist schon erledigt, er wird umgesetzt. Wir werden im Herbst die größte europäische Gasbörse in Europa haben, und zwar eine Warenbörse, nicht ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der ist vertraulich, der Sicherheitsrat – übrigens!) – In diesem Punkt ist das ja aufgehoben worden. Sie haben ja gesehen, dass diesbezüglich der entsprechende Beschluss gefasst worden ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Antrag!) Und dass Herbert Scheibner diese Frage gestellt hat, dazu wird er gerne stehen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Antrag!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Antrag!
Meine Damen und Herren, damit auch zu den Konsequenzen. Herbert Scheibner hat beispielsweise im Nationalen Sicherheitsrat gefragt: Sollte nicht eine Börse entwickelt werden, um die Problematik in diesem Bereich besser ausräumen zu können? – Ich habe mich erkundigt: Der Antrag ist schon erledigt, er wird umgesetzt. Wir werden im Herbst die größte europäische Gasbörse in Europa haben, und zwar eine Warenbörse, nicht ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der ist vertraulich, der Sicherheitsrat – übrigens!) – In diesem Punkt ist das ja aufgehoben worden. Sie haben ja gesehen, dass diesbezüglich der entsprechende Beschluss gefasst worden ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Antrag!) Und dass Herbert Scheibner diese Frage gestellt hat, dazu wird er gerne stehen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der Antrag!)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Kollegin, ich glaube, es ist auch im Sachinteresse, hier festzuhalten, dass dieses Element auch aus anderen Informationsquellen zu mir gelangt ist und daher der Vertraulichkeit nicht unterliegt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Damit, meine Damen und Herren, sind wir auch bei der Zukunftsbewertung. Frau Glawischnig und viele andere diskutieren ja die Energiewende und die Autarkie. Und es geht da gar nicht darum, einen Konflikt entstehen zu lassen, denn auch Niki Berlakovich hat Autarkie angesprochen. Als Ziel, möglichst unabhängig zu werden – wunderbar und in Ordnung!, aber schauen Sie doch einmal nur auf den praktischen Aspekt: Wir haben hier Gazprom, Baumgarten; wir werden „Nabucco“ haben. Solche Leitungen sind auf 30 bis 50 Jahre, ja auf noch länger ausgelegt. Jetzt stellen Sie sich einmal vor, wir haben die Leitung in Baumgarten, haben alles da, handeln für ganz Europa – und dann wären wir diejenigen, die sagen: Nein, wir sind nur Durchleiter, wir stellen nur unsere Kapazitäten zur Verfügung, nutzen aber werden wir das nicht!? Und das, wo doch Erdgas eine der saubersten Energien überhaupt ist und die Kapazitäten für 100 Jahre reichen! – Sie von den Grünen stellen heute eine Dringliche Anfrage an mich. Ich gebe Sie Ihnen zurück: Fragen Sie sich vielleicht selbst, ob diese Konzeption richtig ist. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf bei den Grünen: Freudenau gibt’s nicht! – Ruf beim BZÖ: Was ist mit der Freudenau?
34 Prozent, also rund ein Drittel – da werden wir alles zu tun haben, um alles zu nutzen im Bereich der Wasserkraft, dort, wo es sie überhaupt gibt. Da werden möglicherweise die Freudenau und andere Kraftwerke an der Donau wieder diskutiert werden – ich bin auf Ihre (in Richtung Grüne) Position gespannt. (Ruf bei den Grünen: Freudenau gibt’s nicht! – Ruf beim BZÖ: Was ist mit der Freudenau?) Aber in diesem Zusammenhang ist eines klar: dass wir Jahr für Jahr in einem Revisionsprozess unsere Maßnahmen vorlegen wollen und müssen. Und wenn wir das nicht erreichen, diesen schmerzhaften Prozess nicht bewältigen – der sich aber lohnt, das gebe ich auch zu! –, dann werden wir über Leitungen in Richtung Rumänien, Bulgarien von Donaukraftwerken alternativen Strom beziehen müssen. Diesen müssen wir auch bezahlen. Und daher ist die Frage, wo man da dann von Autarkie reden kann, gar nicht so weit hergeholt.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Dazu sollten wir stehen, aber gemeinsam so weit wie möglich daran arbeiten, die erneuerbare Energie zu entwickeln und damit auch Technologie zu fördern, die wir insgesamt zur Problembewältigung brauchen werden. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Die Ministerien wissen noch nicht einmal, wie sie das organisieren sollen!
Ganz entscheidend wird es in Zukunft allerdings auch sein, weniger Energie zu verbrauchen. Wir müssen daher jedenfalls auch eine Erhöhung der Energieeffizienz anstreben. So ist im Regierungsprogramm auch die Erstellung eines „Masterplans Energieeffizienz“ festgelegt. Im Konjunkturpaket II für das Jahr 2009 sind insgesamt 100 Millionen € für thermische Sanierung vorgesehen. 50 Millionen € davon sollen als Förderung für die privaten Haushalte zur Verfügung stehen, und 10 000 Haushalte könnten dadurch bis zu 5 000 € an Zuschüssen bekommen. (Abg. Mag. Kogler: Die Ministerien wissen noch nicht einmal, wie sie das organisieren sollen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Weitere 50 Millionen € sollen für Förderungen thermischer Sanierung bei Unternehmen fließen. Zudem wird der Bund in die Sanierung von öffentlichen Gebäuden investieren. – Diese Maßnahmen haben aus meiner Sicht in zweierlei Hinsicht Top-Priorität: Einerseits sind sie ganz wesentlich als Konjunkturimpuls zu verstehen, und zum anderen sind Investitionen in die thermische Sanierung wichtige Beiträge zur Energieeffizienz. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Das ist „super“, wenn die Gewerkschaft bei der Industrie am Schoß sitzt, ...!
Was wir im Übrigen bei all der Diskussion um Energieeffizienz, Energiesparen und thermische Sanierung immer mit bedenken müssen (Abg. Mag. Kogler: Das ist „super“, wenn die Gewerkschaft bei der Industrie am Schoß sitzt, ...!); ist auch das Thema Energiearmut. Energie ist und bleibt eine wichtige Lebensgrundlage der Menschen, und Energie muss daher jedenfalls für alle leistbar bleiben. Genauso muss der Fenster- oder Kesseltausch auch für Menschen mit geringem Einkommen möglich gemacht werden. Lassen wir nicht zu, dass sinnvolle Maßnahmen in der Energiepolitik an der sozialen Frage und an der Leistbarkeit scheitern! Da haben wir, glaube ich, eine sehr, sehr wichtige Aufgabe. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was wir im Übrigen bei all der Diskussion um Energieeffizienz, Energiesparen und thermische Sanierung immer mit bedenken müssen (Abg. Mag. Kogler: Das ist „super“, wenn die Gewerkschaft bei der Industrie am Schoß sitzt, ...!); ist auch das Thema Energiearmut. Energie ist und bleibt eine wichtige Lebensgrundlage der Menschen, und Energie muss daher jedenfalls für alle leistbar bleiben. Genauso muss der Fenster- oder Kesseltausch auch für Menschen mit geringem Einkommen möglich gemacht werden. Lassen wir nicht zu, dass sinnvolle Maßnahmen in der Energiepolitik an der sozialen Frage und an der Leistbarkeit scheitern! Da haben wir, glaube ich, eine sehr, sehr wichtige Aufgabe. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren, auch in Zukunft wird die heimische Energieversorgung auf einem Mix traditioneller und erneuerbarer Energieerzeugung basieren. Obwohl wir ohne Zweifel auf erneuerbare Energie setzen müssen, dürfen wir uns nicht der Illusion hingeben, dass wir fossile Energieträger von heute auf morgen zu 100 Prozent ersetzen können. Daher wird es den angekündigten Masterplan „Erneuerbare Energie“ geben und das Ziel, einen Anteil von 34 Prozent zu erreichen, im Vordergrund stehen. Aber beim Ausbau der weiteren Aktivitäten muss eine zentrale Rolle der Wasserkraft zukommen. Das zu einem Schwerpunkt zu machen, dafür werden wir uns gemeinsam einsetzen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Weinzinger: „Hervorragend“!
Das Problem ist aber: Wie viel Gas bekommen wir aus dem Lager heraus, wenn wir es brauchen? Und gerade heuer hat sich gezeigt, wie eng diese Stelle ist. 1,8 Millionen Kubikmeter Gas bekommen wir aus den Lagern heraus und aus der eigenen Förderung. Verbraucht hätten wir bei Normalbetrieb im Jänner 2,2 bis 2,4 Millionen Kubikmeter. Die Industrie hat zurückgeschaltet, daher ist es sich für die Haushalte ausgegangen. Und die politische Koordination – lieber Herr Bundesminister, ich möchte mich wirklich bedanken (Abg. Weinzinger: „Hervorragend“!) – hat hervorragend funktioniert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Problem ist aber: Wie viel Gas bekommen wir aus dem Lager heraus, wenn wir es brauchen? Und gerade heuer hat sich gezeigt, wie eng diese Stelle ist. 1,8 Millionen Kubikmeter Gas bekommen wir aus den Lagern heraus und aus der eigenen Förderung. Verbraucht hätten wir bei Normalbetrieb im Jänner 2,2 bis 2,4 Millionen Kubikmeter. Die Industrie hat zurückgeschaltet, daher ist es sich für die Haushalte ausgegangen. Und die politische Koordination – lieber Herr Bundesminister, ich möchte mich wirklich bedanken (Abg. Weinzinger: „Hervorragend“!) – hat hervorragend funktioniert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit sowie Zwischenruf des Abg. Vilimsky.
dass wir den richtigen Weg gehen. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit sowie Zwischenruf des Abg. Vilimsky.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, Pellets, Hackschnitzel, Heizöl, Erdgas – das ist das Thema im Winter. Aber wenn die Menschen darüber nachdenken, dass sie das bezahlen müssen, dann reduziert sich das Thema sehr schnell, und es ist kein Wunder, dass in den ländlichen Gebieten immer mehr Menschen auf Pellets und Hackschnitzel umstellen. Und recht haben sie! Und gut haben sie sich gefühlt in diesem Winter, und wohl haben sie sich gefühlt, und warm haben sie es gehabt! Und leisten können sie es sich! Und das ist der springende Punkt: Auch jetzt, wo Heizöl angeblich billig ist und bald wieder teurer werden wird, kostet 1 Kilowattstunde ungefähr 5,5 Cent. Beim Heizen mit Pellets kostet 1 Kilowattstunde 4 Cent, und bei Erdgas 7 Cent. Wer mit Pellets heizt, heizt auch jetzt billiger, und er heizt sicherer, und das Geld bleibt im Land. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Weinzinger: ..., a blonde, so a liabe! – Ruf bei der FPÖ: Was spielt die Ukraine für eine Rolle?
Meine Damen und Herren, es hat Leute gegeben, die haben gesagt, wir können uns auf die Russen und die 40-jährige Freundschaft verlassen – wer sich auf Putin verlässt, der ist verlassen! –, und die, die das gesagt haben, sind im Augenblick ziemlich blamiert. Putin geht es um Geld, Putin geht es um Macht, und er ist in diesen Fragen relativ gnadenlos; wir haben das erlebt. Alle, die uns einreden wollten, dass wir auf Putin vertrauen können (Abg. Weinzinger: ..., a blonde, so a liabe! – Ruf bei der FPÖ: Was spielt die Ukraine für eine Rolle?), wissen, dass sie das falsche Wort verwendet haben. Wir sollten den Verstand einschalten und ganz normal darüber nachdenken, wie es weitergeht.
Beifall bei der ÖVP.
„Nabucco“ ist eine zusätzliche Quelle, aber die Türken haben dann natürlich auch die Hand am Gashahn. Es ist auch so, dass „South Stream“ eine zusätzliche Quelle ist. Aber die beste Quelle ist das Sparen, das, was wir aus dem eigenen Land herausbringen. Es geht dabei um unsere Menschen, um unsere Wertschöpfung und um unsere Arbeitsplätze. Deshalb: Tun wir das, was wir in Österreich am besten können, nämlich sparen, arbeiten und neu schaffen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Da wollen wir auch nicht warten, dass es irgendwann eine Volksabstimmung in Österreich geben wird, ob wir gemeinsam mit der Türkei in einem Boot in der Europäischen Union sitzen wollen, sondern wir wollen, dass die Volksabstimmung darüber jetzt durchgeführt wird, damit die Menschen in Österreich entscheiden können: Wollen wir uns von der Türkei erpressen lassen, oder wollen wir das nicht? Wir wollen das nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Nun zur thermischen Sanierungsoffensive, die von einem meiner Vorredner schon angesprochen worden ist. Sie müssen wissen, meine Damen und Herren, dass es 80 Milliarden € kostet, den gesamten Althaus- und Altwohnungsbestand in Österreich thermisch zu sanieren. Wir müssten 8 Milliarden € an Förderungen flüssigmachen, um diese Investitionen auszulösen. Das heißt, es gibt einen richtigen Schritt in der Energiepolitik, nämlich in die thermische Sanierung zu investieren, aber die Mittel dafür sind zu wenig. Ich glaube, dass es ein guter Schritt wäre, dafür in den nächsten zehn Jahren die notwendigen Fördermittel bereitzustellen. Das geht es um 800 Millionen € pro Jahr, viel Geld, aber genau damit würden wir die heimische Wirtschaft unterstützen. Denn: Wer nimmt die Wärmedämmungsmaßnahmen vor Ort vor? Das sind vor allem heimische Klein- und Mittelbetriebe, meine Damen und Herren. Daher können wir mit dieser Fördermaßnahme vor allem die ansässige Wirtschaft unterstützen und damit auch Arbeitsplätze schaffen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ganz zum Schluss, meine Damen und Herren, möchte ich Ihnen noch ein Buch ans Herz legen, und zwar ein Buch von Johann Haidlmair, das heißt „Der Sicherheitskamin“. Ich halte es für dringend notwendig, dass wir darauf achten, dass es in Österreich in unseren Haushalten, in den Wohnungen, in den Häusern auch einen Kamin gibt. Das ist nicht in allen Bauordnungen vorgesehen – leider! Der Sicherheitskamin schützt uns dann, wenn es eine Gaskrise gibt. Wenn wir unsere Wohnung nicht heizen können, das Haus nicht heizen können, dann habt man mit einem Kamin die Möglichkeit, zumindest einen Raum im Haus warmzuhalten. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Ich bin schon etwas verwundert, dass die ÖVP meint, der Herr Wirtschaftsminister habe so großartige Leistungen in der Energiepolitik vollbracht und dies dadurch bekundet, dass Sie ihm fest applaudiert. Dazu muss ich schon bemerken: Ein Siebenschläfer ist ja nahezu ein Energiebündel gegen das, was man beim Herrn Wirtschaftsminister in der letzten Zeit hinsichtlich seiner Leistungen wahrnehmen konnte. (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.)
Abg. Hornek: Was haben Sie gegen einen Luftballon?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich werde das auch erläutern. Ich schätze Bundesminister Mitterlehner als Person, ich mag ihn, er ist ein Mühlviertler, aber im Prinzip hat er nichts anderes getan, als die Gasreserven Österreichs wie aus einem großen Luftballon ausgelassen. Und das war schon die „Meisterleistung“ des Wirtschaftsministers? (Abg. Hornek: Was haben Sie gegen einen Luftballon?) Herr Kollege von der ÖVP, es war die „Meisterleistung“ des Wirtschaftsministers, dass er Reserven ausgelassen hat – anstatt kreativ und innovativ die Zukunft der Energiepolitik in Österreich zu gestalten. Das hat er nämlich nicht getan! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich werde das auch erläutern. Ich schätze Bundesminister Mitterlehner als Person, ich mag ihn, er ist ein Mühlviertler, aber im Prinzip hat er nichts anderes getan, als die Gasreserven Österreichs wie aus einem großen Luftballon ausgelassen. Und das war schon die „Meisterleistung“ des Wirtschaftsministers? (Abg. Hornek: Was haben Sie gegen einen Luftballon?) Herr Kollege von der ÖVP, es war die „Meisterleistung“ des Wirtschaftsministers, dass er Reserven ausgelassen hat – anstatt kreativ und innovativ die Zukunft der Energiepolitik in Österreich zu gestalten. Das hat er nämlich nicht getan! (Beifall beim BZÖ.)
weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Dazu muss man wissen, dass wir in Österreich rund 70 Prozent der Energie importieren. 10 Milliarden € zahlen wir an das Ausland für Energieimporte. Wäre es da nicht gescheiter, Herr Kollege von der ÖVP, wenn wir diese Geldsumme nehmen würden, um damit Biomassebauern, etwa im Mühlviertel, zu unterstützen (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) und die Photovoltaik auszubauen, um die Windkraft auszubauen, um Ihre Klientel, nämlich die Bauern, zu Energiewirten zu machen? Wäre das nicht gescheiter, liebe Kollegen von der ÖVP? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dazu muss man wissen, dass wir in Österreich rund 70 Prozent der Energie importieren. 10 Milliarden € zahlen wir an das Ausland für Energieimporte. Wäre es da nicht gescheiter, Herr Kollege von der ÖVP, wenn wir diese Geldsumme nehmen würden, um damit Biomassebauern, etwa im Mühlviertel, zu unterstützen (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) und die Photovoltaik auszubauen, um die Windkraft auszubauen, um Ihre Klientel, nämlich die Bauern, zu Energiewirten zu machen? Wäre das nicht gescheiter, liebe Kollegen von der ÖVP? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
70 Prozent Energieimporte in Österreich, 50 Prozent Energieimporte in der EU. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir sind „Gas-Junkies“ in der EU – Tendenz steigend. Wir sind „Energie-Junkies“ mit zunehmender Abhängigkeit vom Ausland, auch von Russland. Und bitte, machen Sie mir den Putin nicht schlecht, denn nicht der Herr Wirtschaftsminister Mitterlehner hat den Gashahn aufgedreht, sondern es war der Herr Putin, der dies tat. Daher: Danke, Herr Putin! (Beifall beim BZÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Sind Sie bei der KPÖ?
Liebe Kollegen von der ÖVP, weil Sie so lachen, sage ich Ihnen noch etwas: Sie haben in das Regierungsprogramm hineingeschrieben (Abg. Rädler: Sind Sie bei der KPÖ?) – horchen Sie einmal zu! –, dass Sie gegen jede Art der Förderung der Atomenergie eintreten werden. Warum haben Sie dann beim letzten Mal unseren BZÖ-Antrag betreffend EURATOM-Ausstieg abgelehnt? Warum haben Sie das getan?
Beifall beim BZÖ.
Oder: Im Regierungsprogramm haben Sie drinnen stehen, Sie werden alles – auch rechtlich! – ausschöpfen, um Österreich vor der Atomkraft zu schützen. Wo sind denn Ihre völkerrechtlichen Schritte gegen Temelín, gegen Tschechien, die dieses Parlament beschlossen hat. Wo sind sie denn? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wo ist Ihre Intervention, dass Krško nicht ausgebaut werden soll? Wo ist Ihre Intervention, dass das Informationsübereinkommen zu Temelίn eingehalten werden muss, Herr Kollege? Wo ist sie denn? Na, was ist jetzt? Wo ist sie? Sie ist nicht da! Sie leisten sich ein teures Regierungsmodel mit dem Herrn Wirtschaftsminister, der aber in wichtigen Dingen nichts tut. Das ist der Punkt! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Hornek: Die gibt es ja!
Ich werde Ihnen jetzt einige Vorschläge präsentieren, wie man wirklich Energiepolitik machen kann. Einiges ist bereits angesprochen worden, aber das Erste – und das fehlt überhaupt – ist eben, eine Potentialstudie zu machen, damit wir wissen: Wo sind Reserven in Österreich vorhanden? (Abg. Hornek: Die gibt es ja!) – Die gibt es nicht! Sagen Sie nicht so einen Blödsinn, Herr Kollege von der ÖVP! Sie kennen sich wirklich nicht aus! Machen Sie eine Potentialstudie, damit Sie wissen, wo wir in Zukunft noch Ausbaumöglichkeiten haben, um die Energieversorgung auf festere Füße zu stellen!
Beifall beim BZÖ.
Oder Industrieabwärme – das ist auch ein wichtiges Thema! Allein in Oberösterreich sind es 1 000 Megawatt, die in die Luft geblasen werden. 1 000 Megawatt: Das ist die Energiegewinnung von fünf Donaukraftwerken, die hier verlorengeht. Es wäre daher an der Zeit, in der Raumordnung anzusetzen, Dinge gemeinsam zu machen und die Nutzer und die Erzeuger zusammenzubringen. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Auch das Projekt „Nabucco“ ist bereits angesprochen worden, zu dem ich sagen möchte: Begeben wir uns nicht in die Abhängigkeit von Turkmenistan, von Indien, von China! Das ist genauso unsicher wie das, was wir jetzt gehabt haben. Wenn im Regierungsprogramm steht, das hätte Top-Priorität, dann muss ich sagen: Das stimmt nicht, sondern das ist nur eine Möglichkeit. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Minister, abschließend sei Ihnen gesagt: Sie sind säumig beim Ökostromgesetz, Sie sind säumig bei der Ökostromverordnung, Sie sind säumig bei der Umsetzung der Energierichtlinie, und Sie sind säumig, die 100 Millionen € einzusetzen, die im Programm stehen! Im März/April beginnt die Bauphase. Wenn Sie thermische Energie wollen, dann schaffen Sie jetzt Programme dafür. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Außer dann, wenn es stimmt! Wenn es stimmt, kann man es sagen! Die Wahrheit ist zumutbar!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Widmann, das Wort „Blödsinn“, vor allem als Vorwurf, haben wir im Konsens hier herinnen aus dem Wortschatz, dessen man sich hier bedient, gestrichen. Ich glaube, dabei soll es auch bleiben. (Abg. Ing. Westenthaler: Außer dann, wenn es stimmt! Wenn es stimmt, kann man es sagen! Die Wahrheit ist zumutbar!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das? Können Sie uns das genau erklären!
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Minister! Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte zunächst einmal auf den Kommentar der FPÖ zur Sondersitzung eingehen. Die Sondersitzung wurde so spät beantragt, dass sie erst nach diesen Plenartagen stattgefunden hätte. Wir Grüne wollten dieses Thema der Energiekrise vorantreiben und stellen daher heute eine Dringliche Anfrage an Minister Mitterlehner, in der wir ihn ganz genau fragen werden, wie mit der Energiekrise umgegangen wurde und wie sich die Bundesregierung die Zukunft der österreichischen Energieversorgung vorstellt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Wie war das? Können Sie uns das genau erklären!)
Abg. Ing. Westenthaler: Blau, Rot, Grün marschieren jetzt gemeinsam! – Abg. Strache: Linkischer als Orange, das geht nicht mehr!
Wenn die Antworten nicht entsprechend ausfallen, dann werden wir selbstverständlich auch die Möglichkeit einer Sondersitzung in Betracht ziehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Blau, Rot, Grün marschieren jetzt gemeinsam! – Abg. Strache: Linkischer als Orange, das geht nicht mehr!)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von BZÖ und FPÖ – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Die Energieversorgung Österreichs ist leider nicht sicher. Das hat uns diese Krise ganz deutlich gezeigt. Diese Krise ist aber leider nicht von Ungefähr gekommen (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von BZÖ und FPÖ – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), und ich stelle mir schon die Frage, wer dafür die Verantwortung trägt, dass Österreich so massiv von dieser Krise betroffen war.
Beifall bei den Grünen.
Die Grünen haben hier schon vor langer Zeit Vorschläge für eine Energiewende eingebracht, diese sind aber leider nicht ernst genommen worden. Wären diese Vorschläge umgesetzt worden, dann wäre Österreich ganz sicher nicht so massiv von dieser Krise betroffen gewesen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der Herr Bundeskanzler ist jetzt leider nicht hier, aber wir erwarten uns hier schon auch eine klare Stellungnahme dazu, wie die SPÖ-Position zur Atomkraft in Österreich jetzt ist, ob es bei einem Nein in der Atompolitik bleibt, oder ob nun die Meinung des Beraters des Herrn Bundeskanzlers, des Herrn Androsch, dass wir auch in Österreich Atomkraftwerke brauchen, Ihre Position wird. Das wäre doch eine Kehrtwende in der Atompolitik Österreichs. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es hängt einfach nur davon ab, ob dafür etwas getan wird oder nicht. Es reicht jetzt einfach nicht mehr aus, grüne Ideen in Sonntagsreden einzubauen, sondern es muss gehandelt werden. Wer jetzt nicht handelt, der nimmt nicht nur zukünftige Krisen fahrlässig in Kauf, sondern führt diese geradezu vorsätzlich herbei. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Diese Heizsystem-Umstellungen sind zwar sehr teuer, aber sie sind auch wirklich nachhaltig. Wir werden unsere Förderungs-Leistungen allerdings so designen müssen, dass wir nicht einfach für eine Umstellung, die 10 000 € kostet, 2 000 € zuschießen. Das ist gut und schön für jene, die 8 000 € einfach locker haben, um so eine Investition zu tätigen, aber das sind bei weitem nicht alle Menschen. Ich denke, wir werden viel eher mit Maßnahmen ansetzen müssen, wo es darum geht, dass man mit dem, was man sich nach einer Umstellung jährlich an Energiekosten erspart, eventuell einen zinsenlosen Kredit zurückzahlt und quasi ein Energie-Contracting mit dem Staat abschließt. Das würde langfristig helfen, gerade die ärmsten Österreicherinnen und Österreicher aus der Energiepreisfalle zu befreien. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
den Einsatz von nicht nachhaltig produzierten Agrartreibstoffen betrifft. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, es gibt eine ganze Reihe von properen Maßnahmen für eine sichere Energieversorgung, die diese Bundesregierung und hoffentlich auch eine sehr breite Mehrheit in diesem Haus forcieren und damit Österreich sicherer und noch lebensfreundlicher machen wird. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Herr Widmann das so formuliert, sollte man das, wie ich meine, richtigstellen. Und wenn er hier Putin dankt, so möchte ich das schon insofern zurechtrücken, als man wissen muss – und das wissen wir natürlich alle –, dass es sich hier um keine Goodwill-Aktion von Putin gehandelt hat. Es war schon eine wirtschaftliche Frage, die es zu lösen galt, denn immerhin hat es zu hohen Einkommensverlusten geführt. Das heißt, ich glaube, derjenige, dem wir in Österreich für das gelungene Krisenmanagement danken müssen, das ist unser Wirtschaftsminister, und ihm gebührt auch unser Dank, da durch die Einberufung des Energielenkungsbeirates die Situation in Österreich rasch analysiert wurde und die notwendigen Maßnahmen erörtert wurden. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Energieeffizienz muss ein wesentlicher, ein stärkerer Bestandteil unserer Energiepolitik werden. Erdgas ist ein zuverlässiger Energieträger, das ist klar, und es hat sich auch in den letzten 40 Jahren gezeigt, dass die Versorgung mit Gas im Grunde genommen störungsfrei funktioniert hat. Dennoch sollte Österreich auf jene Energiestoffe setzen, bei denen wir autark sind, und das ist etwa die Wasserkraft. Und das ist hier schon vielfach aufgezeigt worden. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich meine, dass wir Österreicher auch seitens der Politik dafür Sorge tragen müssen, dass Österreich zur Drehscheibe einer europäischen Energiepolitik wird. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Bernhard Themessl (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Allen Damen und Herren an den Fernsehschirmen einen schönen „Guten Morgen“! Kurz zu meiner Vorrednerin Silvia Fuhrmann: Ich glaube, Sie haben das nicht ganz verstanden mit dem EURATOM-Vertrag, und dass aus Geldern daraus Schrottreaktoren womöglich auf den aktuellen Stand gebracht werden sollen. Ich glaube, Sie haben auch nicht verstanden, dass die jetzigen neuen Mitglieder, die ehemaligen osteuropäischen Staaten, sich im Rahmen des EU-Beitrittsvertrages bereit erklärt haben, ihre Schrottreaktoren vom Netz zu nehmen. Und da ist auch der österreichischen Regierung ein Vorwurf zu machen, denn man hat dabei den Passus vergessen, diese Reaktoren natürlich nicht nur vom Netz zu nehmen, sondern auch zu verschrotten. Das ist der Punkt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister Mitterlehner, dass Sie und Ihre ÖVP-Gefährten die EU natürlich immer über den grünen Klee loben, das wissen wir, aber was Sie so positiv daran finden, dass sich die EU bei der Ukraine nicht eingemischt hat, und warum Sie meinen, dass die EU-Kommission hier vorbildlich gehandelt hat, das kann niemand nachvollziehen, denn Tatsache ist eines: Die Russen wollen liefern, und der Unsicherheitsfaktor in dieser Gaskrise war nicht Russland, sondern der Unsicherheitsfaktor war das Transitland Ukraine. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man heute Industrienationen wie Indien oder China betrachtet, die stark gewachsen sind, und wenn man weiß, dass Vertreter dieser Länder seit Jahren quer durch alle afrikanischen Länder reisen, sich Rohstofflieferungen auf Jahrzehnte hinaus sichern, sich Energielieferungen auf Jahrzehnte hinaus sichern, dann muss man mit Bedauern feststellen: Das alles hat die EU verschlafen, das hat sie überhaupt nicht gemacht in den letzten Jahren! Jetzt kommen wir dorthin als Zweite oder Dritte, als Bittsteller, müssen nehmen, was übrig ist, oder wir bezahlen den doppelten Preis. Wenn das sinnvolle Außenpolitik und Wirtschaftspolitik der EU ist, dann weiß ich nicht, Herr Dr. Mitterlehner, wie Sie zu dieser Aussage kommen! (Beifall bei der FPÖ.)
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Zusätzlich!
Herr Kollege Katzian, da Sie sagten, die thermische Sanierung sei so unheimlich wichtig, werde Ihnen jetzt einmal ein paar Zahlen sagen. Sie wollen sage und schreibe 100 Millionen € für thermische Gebäudesanierung ausgeben. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Zusätzlich!) Ja, zusätzlich zu dem ohnehin schon sehr Wenigen, das Sie bis jetzt ausgeben. – Und dann wissen Sie spätestens seit der gestrigen Abendsendung „Report“, dass Sie in Ihren eigenen Ministerien, in Ihren eigenen Staatsgebäuden überhaupt nichts machen. Da ist thermischer Sanierungsbedarf gegeben, da könnte unheimlich viel Energie gespart werden – aber da tun Sie gar nichts!
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
heimischen Betrieben etwas Gutes tun wollen, dann müssen Sie hier drastisch die Mittel erhöhen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Vor einem Jahr waren wir bereit, in den nächsten Jahren 500 Millionen € für Umweltzertifikate – ich nenne das immer so schön „Verschmutzungsrechte“ – auszugeben, etwas, bei dem die Wertschöpfung nicht im Land bleibt, bei dem das alles verschleudert wird. Man könnte das in unserem Land wesentlich besser nutzen. Fassen Sie ein bisschen mehr Mut und tun Sie etwas, dann werden wir auch in Zukunft über Energiesicherheit reden können! (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Bravo!
Abgeordneter Erich Tadler (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Gas strömt wieder aus Russland über die Ukraine (Ruf bei der SPÖ: Bravo!) – bravo! Gas über eine Tauerngasleitung, eine reine Transitleitung, brauchen wir im Salzburger Land sicher nicht, vor allem nicht ohne volle Einbindung der Bevölkerung. Die Salzburg AG bezahlt 150 Millionen € dafür. Da müssen wir zuerst die Bevölkerung fragen.
Beifall beim BZÖ
Wir in Salzburg haben aber mehrere Möglichkeiten für eine sichere Energieversorgung. Bei einer Podiumsdiskussion einer großen Salzburger Tageszeitung, der „Salzburger Nachrichten“, waren wir vom BZÖ natürlich nicht eingeladen, denn wir sind ja noch nicht – noch nicht! (Beifall beim BZÖ) – im Salzburger Landtag. Aber wir werden dort am 1. März einziehen. Wir werden dort einziehen! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: In Kärnten !) Im wunderschönen Lungau hat diese Veranstaltung stattgefunden. Ein Windpark am Aineck ist fix und fertig geplant, Peter Haubner, nicht? Wir müssen ihn nur bauen, wie ein verdutzter Bürger aus Tamsweg festgestellt hat.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: In Kärnten !
Wir in Salzburg haben aber mehrere Möglichkeiten für eine sichere Energieversorgung. Bei einer Podiumsdiskussion einer großen Salzburger Tageszeitung, der „Salzburger Nachrichten“, waren wir vom BZÖ natürlich nicht eingeladen, denn wir sind ja noch nicht – noch nicht! (Beifall beim BZÖ) – im Salzburger Landtag. Aber wir werden dort am 1. März einziehen. Wir werden dort einziehen! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: In Kärnten !) Im wunderschönen Lungau hat diese Veranstaltung stattgefunden. Ein Windpark am Aineck ist fix und fertig geplant, Peter Haubner, nicht? Wir müssen ihn nur bauen, wie ein verdutzter Bürger aus Tamsweg festgestellt hat.
Beifall beim BZÖ.
In den letzten paar Jahren hatten wir drei große Sturmkatastrophen, drei ganz große: den „Kyrill“, die „Emma“ und die „Paula“. Alle drei sind wahrscheinlich auf den Klimawandel zurückzuführen. Viel Holz wurde – unter Anführungszeichen – „geerntet“, viel Holz verfault aber in unseren Wäldern und fällt dem Borkenkäfer und nicht dem Hackschnitzel- oder Pelletswerk zum Opfer. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir müssen die Energieträger vor unserer Haustüre nützen! Pellets sind bei diesen Energiepreisen gefragter denn je, denn sie bedeuten regionale Verfügbarkeit, Umweltverträglichkeit, Arbeitsplatzsicherung und darüber hinaus Wertschöpfung im Inland. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dass die Energie, der Strom auch transportiert werden muss, dessen sind wir uns alle bewusst, aber nicht über die Köpfe der Anrainer hinweg, über die direkt Betroffenen hinweg, mit 65 Meter hohen Monster-Masten, die unsere wertvolle Kulturlandschaft verschandeln und die Menschen bedrohen! (Beifall beim BZÖ.) Wir vom BZÖ setzen uns für eine Verkabelung ein, die nicht nur technisch möglich ist, sondern auch beherrschbar und finanzierbar in Salzburg. Das Erdkabel soll kein leeres Wahlversprechen sein. Wir wollen die Teilverkabelung in sensiblen Bereichen, wie es im neuen Salzburger Landesenergiegesetz versprochen worden ist. (Abg. Weinzinger: ... von Kärnten reden!) Österreich, speziell Salzburg, kann von der Energieversorgung her autark sein. – Wir müssen es nur anpacken! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Weinzinger: ... von Kärnten reden!
Dass die Energie, der Strom auch transportiert werden muss, dessen sind wir uns alle bewusst, aber nicht über die Köpfe der Anrainer hinweg, über die direkt Betroffenen hinweg, mit 65 Meter hohen Monster-Masten, die unsere wertvolle Kulturlandschaft verschandeln und die Menschen bedrohen! (Beifall beim BZÖ.) Wir vom BZÖ setzen uns für eine Verkabelung ein, die nicht nur technisch möglich ist, sondern auch beherrschbar und finanzierbar in Salzburg. Das Erdkabel soll kein leeres Wahlversprechen sein. Wir wollen die Teilverkabelung in sensiblen Bereichen, wie es im neuen Salzburger Landesenergiegesetz versprochen worden ist. (Abg. Weinzinger: ... von Kärnten reden!) Österreich, speziell Salzburg, kann von der Energieversorgung her autark sein. – Wir müssen es nur anpacken! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dass die Energie, der Strom auch transportiert werden muss, dessen sind wir uns alle bewusst, aber nicht über die Köpfe der Anrainer hinweg, über die direkt Betroffenen hinweg, mit 65 Meter hohen Monster-Masten, die unsere wertvolle Kulturlandschaft verschandeln und die Menschen bedrohen! (Beifall beim BZÖ.) Wir vom BZÖ setzen uns für eine Verkabelung ein, die nicht nur technisch möglich ist, sondern auch beherrschbar und finanzierbar in Salzburg. Das Erdkabel soll kein leeres Wahlversprechen sein. Wir wollen die Teilverkabelung in sensiblen Bereichen, wie es im neuen Salzburger Landesenergiegesetz versprochen worden ist. (Abg. Weinzinger: ... von Kärnten reden!) Österreich, speziell Salzburg, kann von der Energieversorgung her autark sein. – Wir müssen es nur anpacken! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Des Immer-noch-Landesrates!
Dass die Menschen in Österreich schon längst so weit sind, zeigt eine aktuelle Studie, eine aktuelle Umfrage in Oberösterreich. In Oberösterreich ist auf Initiative der Grünen, auf Initiative des grünen Landesrates Rudi Anschober, die Energiewende eingeleitet worden. (Abg. Dr. Haimbuchner: Des Immer-noch-Landesrates!)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend: Der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und der Umstieg auf die erneuerbaren Energien sind der Schlüssel für ein modernes, selbstbestimmtes Wirtschaften, ein modernes, selbstbestimmtes Leben. Nehmen Sie den Schlüssel! Öffnen Sie die Tür in die Zukunft! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte – gerade auch bei der Vorstellung eines neuen Regierungsmitgliedes – nicht vergessen zu sagen, dass die Kontinuität im Justizressort, unabhängig und fair zu arbeiten, parteipolitische Polemiken möglichst hintanzustellen und der Sache der Objektivität den nötigen Raum und Stellenwert und die nötige Priorität einzuräumen, auch von Frau Ministerin Berger sehr deutlich, klar und korrekt wahrgenommen wurde. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bitte Sie daher alle, unser neues Regierungsmitglied so zu unterstützen, wie es die Bedeutung der Justiz und die Aufgabe einer unabhängigen Justiz in unserem Land verdient. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Bundesminister Dr. Johannes Hahn nimmt auf der Regierungsbank Platz
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Vor allem: liebe Claudia Bandion-Ortner, die heute das erste Mal an dieser Bank Platz genommen hat! Ich darf mich eingangs auch herzlich bei Gio Hahn (Bundesminister Dr. Johannes Hahn nimmt auf der Regierungsbank Platz), der zeitgerecht eingetroffen ist (Rufe bei der FPÖ: „Gio“!), für die interimistische Führung dieses verantwortungsvollen Ressorts seit Angelobung der Regierung Anfang Dezember bis Mitte Jänner bedanken. Er hat diese Aufgabe in einer Doppelbelastung bravourös gemeistert. Herzlichen Dank dafür! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei der FPÖ: „Gio“!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Vor allem: liebe Claudia Bandion-Ortner, die heute das erste Mal an dieser Bank Platz genommen hat! Ich darf mich eingangs auch herzlich bei Gio Hahn (Bundesminister Dr. Johannes Hahn nimmt auf der Regierungsbank Platz), der zeitgerecht eingetroffen ist (Rufe bei der FPÖ: „Gio“!), für die interimistische Führung dieses verantwortungsvollen Ressorts seit Angelobung der Regierung Anfang Dezember bis Mitte Jänner bedanken. Er hat diese Aufgabe in einer Doppelbelastung bravourös gemeistert. Herzlichen Dank dafür! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Vor allem: liebe Claudia Bandion-Ortner, die heute das erste Mal an dieser Bank Platz genommen hat! Ich darf mich eingangs auch herzlich bei Gio Hahn (Bundesminister Dr. Johannes Hahn nimmt auf der Regierungsbank Platz), der zeitgerecht eingetroffen ist (Rufe bei der FPÖ: „Gio“!), für die interimistische Führung dieses verantwortungsvollen Ressorts seit Angelobung der Regierung Anfang Dezember bis Mitte Jänner bedanken. Er hat diese Aufgabe in einer Doppelbelastung bravourös gemeistert. Herzlichen Dank dafür! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es war mir ein ganz besonderes Anliegen, einen absoluten Vollprofi für die Leitung des Justizressorts zu gewinnen. Mit Claudia Bandion-Ortner ist das hervorragend gelungen, da bin ich hundertprozentig sicher! Nochmals willkommen an Bord! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Als klar war, dass das Justizministerium bei der Bildung der neuen Bundesregierung von der ÖVP zu besetzen sein wird, habe ich mich dazu entschlossen, einen personellen Vorschlag einzubringen, der zeigt, dass wir auf eine unabhängige Ministerin setzen. Es ist ein Signal für die Unabhängigkeit der Rechtssprechung, für die Unvoreingenommenheit der Justizverwaltung und auch für die Objektivität der Strafverfolgung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich wünsche alles Gute für diese spannende Aufgabe, viel Kraft, viel Erfolg, nicht nur im Sinne der Regierung, sondern des gesamten Landes! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Das „dynamische Duo“ der letzten Regierungsspitze kennen wir, das lautete Gusenbauer/Molterer; heute heißt es Faymann/Pröll. Nur, die Menschen merken nicht wirklich einen Unterschied. Die Österreicher merken ihn nicht. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.) Es gibt ein Dahindümpeln bei vielen Problemen, die nachhaltig zu lösen wären, und man kann nicht wirklich merken und spüren, dass Sie die Maßnahmen, die für den Mittelstand notwendig wären, auch tatsächlich setzen, dass Sie Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit oder Kriminalitätsbekämpfung ernsthaft in Angriff nehmen. Wir haben teilweise ein kleines Finanzpaketchen erlebt, auch Ankündigungen in vielen Bereichen, aber zu wenig von dem, was man angesichts der Krise in Richtung Konjunkturpaket und Wirtschaftsankurbelung erwarten müsste.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Strache zitiert Stadler!
Aber kommen wir zur neuen Frau Justizminister, die sich ja heute hier dem Parlament präsentiert. Frau Mag. Bandion-Ortner hat auf Grund des BAWAG-Prozesses, den sie sehr kompetent und auch herausragend geführt hat, einiges an Vorschusslorbeeren erhalten – und das auch zu Recht –, wobei man zum Thema BAWAG vielleicht noch anmerken muss: Hätte Helmut Elsner es geschafft, noch zwei Jahre durchzutauchen, dann stünden wir heute vor der obskuren Situation, dass sich auch Helmut Elsner von Seiten der BAWAG für einen Staatskredit anstellen würde – und wahrscheinlich würde er auch noch einen erhalten. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Strache zitiert Stadler!)
Beifall bei der SPÖ.
begrüße seine richtige Verurteilung. Es war richtig und notwendig, aber mit genau der gleichen Schärfe muss gegen jedes Missmanagement im Bankensektor vorgegangen werden. Genau darauf kommt es an! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Gerade da frage ich mich, wie auch Sie, Frau Justizministerin, damit umgehen werden, denn Sie gehören jetzt einer Regierung an, die es in dieser Frage bis dato nicht für notwendig erachtet hat, die nötigen Kontrollmechanismen sicherzustellen: dafür zu sorgen, dass der Rechnungshof auch die Bilanzkontrolle jener Banken sicherstellt, die um einen Staatskredit ansuchen, für den wir Steuerzahler ja geradezustehen haben. Genau das sind notwendige Prinzipien: dass der Rechnungshof auch die Bilanzen jener Banken überprüft, die Geld erhalten wollen, und auch erst dann Geld übermittelt und überwiesen wird, wenn die Bilanzen ordentlich sind, wenn die Manager, die versagt haben, zur Verantwortung gezogen werden und das auch bedeutet, dass sie nicht mit hohen Abfertigungssummen oder hohen Pensionsbeiträgen nach Hause geschickt werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Man muss auch sicherstellen, das das Geld, das österreichische Banken über Staatskredite erhalten, selbstverständlich für die österreichische Wirtschaft eingesetzt wird, für österreichische kleinere und mittlere Unternehmen, genauso für die österreichische Industrie, dass dieses Geld also für den Wirtschaftsstandort Österreich verwendet wird, für leichtere Kreditvergabemöglichkeiten, ja, zur Stärkung des österreichischen Binnenmarktes. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist das Gebot der Stunde, und genau das wollen wir sicherstellen und nicht, so wie das bis heute der Fall ist, einfach Zusagen treffen und dann Angst haben müssen, dass dieses unser Steuergeld vielleicht zum Stopfen irgendwelcher Spekulationslöcher im Osten Europas verwendet wird und es dann in Wirklichkeit erst Recht zu einem großen Einbruch bei den Banken kommen könnte.
Beifall bei der FPÖ
Die Justiz leidet auch unter einem Personalmangel. Sie haben in einem Interview angekündigt, „wie eine Löwin“ um Ressourcen kämpfen zu wollen. – Wir werden sehen, ob Sie dabei auch erfolgreich sind. Ich sage, wir brauchen unbedingt auch eine entsprechende Aufstockung des Personals der Justizwachebeamten (Beifall bei der FPÖ), aber auch eine Optimierung der Ausrüstung für die Justizwachebeamten, die man in den letzten Jahren sehr im Regen stehen hat lassen – vor allen Dingen auch die nicht mehr vorhandene ehemalige SPÖ-Justizministerin.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache begibt sich zur Regierungsbank und reicht Bundesministerin Mag. Bandion-Ortner die Hand.
Tun Sie Ihr Bestes, Frau Justizministerin! Wir werden Sie dabei genau beobachten. Wenn es nötig sein sollte und Sie auch gute Arbeit leisten, werden Sie selbstverständlich unsere Unterstützung erhalten. Sollte Kritik anzubringen sein, so werden wir unsere Stimme aber selbstverständlich laut erheben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache begibt sich zur Regierungsbank und reicht Bundesministerin Mag. Bandion-Ortner die Hand.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Neben der Unabhängigkeit der Justiz bedarf es aber auch eines besonderen Maßes an Bürgernähe in der Justiz. Das ist wichtig, denn das Maß für die Akzeptanz des Rechtsstaates und der Justiz ist immer noch mitten im Leben der Menschen zu nehmen. Meine Damen und Herren, das heißt, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Rechtsstaat ist die wohl wertvollste Ressource für Recht und Ordnung bei uns. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: War es nicht der Herr Konrad? War es jetzt doch der Herr Konrad oder nicht?
Der Parteiobmann der ÖVP, Sepp Pröll, hat mit der Nominierung von Claudia Bandion-Ortner dafür gesorgt (Abg. Strache: War es nicht der Herr Konrad? War es jetzt doch der Herr Konrad oder nicht?), dass Österreich mit ihr eine von der Parteipolitik unabhängige, hochkompetente, geachtete Justizministerin bekommt. Meine Damen und Herren, ich denke, wir von der ÖVP haben damit unser Vorschlagsrecht für das Justizressort auf eine sehr staatspolitisch verantwortungsvolle Weise wahrgenommen und dabei gleichzeitig auch Mut gezeigt, nämlich Mut zu einer innovativen personellen Lösung. – Herzlich willkommen in diesem Ressort, Mag. Claudia Bandion-Ortner! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Parteiobmann der ÖVP, Sepp Pröll, hat mit der Nominierung von Claudia Bandion-Ortner dafür gesorgt (Abg. Strache: War es nicht der Herr Konrad? War es jetzt doch der Herr Konrad oder nicht?), dass Österreich mit ihr eine von der Parteipolitik unabhängige, hochkompetente, geachtete Justizministerin bekommt. Meine Damen und Herren, ich denke, wir von der ÖVP haben damit unser Vorschlagsrecht für das Justizressort auf eine sehr staatspolitisch verantwortungsvolle Weise wahrgenommen und dabei gleichzeitig auch Mut gezeigt, nämlich Mut zu einer innovativen personellen Lösung. – Herzlich willkommen in diesem Ressort, Mag. Claudia Bandion-Ortner! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Bucher: In der letzten Regierung hatten wir das!
Das Justizressort darf gerade deswegen kein Ideologieressort sein. – Das hatten wir auch schon. (Abg. Bucher: In der letzten Regierung hatten wir das!) Meine Damen und Herren, der Rechtsstaat ist kein Instrument zur Durchsetzung von parteipolitischen Vorstellungen, ganz im Gegenteil: Er soll uns vielmehr davor schützen, dass unsere Freiheitsrechte durch ideologisch motivierte staatliche Maßnahmen beschnitten werden. Das Justizressort ist aber auch keine Institution für jene, denen der Maßstab dafür abhanden gekommen ist, wen man im Rechtsstaat eigentlich schützen muss – die Opfer oder die Täter. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Justizressort darf gerade deswegen kein Ideologieressort sein. – Das hatten wir auch schon. (Abg. Bucher: In der letzten Regierung hatten wir das!) Meine Damen und Herren, der Rechtsstaat ist kein Instrument zur Durchsetzung von parteipolitischen Vorstellungen, ganz im Gegenteil: Er soll uns vielmehr davor schützen, dass unsere Freiheitsrechte durch ideologisch motivierte staatliche Maßnahmen beschnitten werden. Das Justizressort ist aber auch keine Institution für jene, denen der Maßstab dafür abhanden gekommen ist, wen man im Rechtsstaat eigentlich schützen muss – die Opfer oder die Täter. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, das Justizressort ist auch kein Ressort für Angstmacher und Populisten, die auf der anderen Seite des politischen Spektrums unterwegs sind. Der Schutz unserer Rechtsordnung gilt für alle, die hier in Österreich sind, und daran wird bei uns auch nicht gerüttelt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, es warten zahlreiche Reformvorhaben auf unsere neue Justizministerin. Wir haben im Regierungsprogramm sehr viele davon festgehalten, die gilt es jetzt in Angriff zu nehmen. Wenn ich vorhin von der Schutzfunktion des Rechtsstaates gesprochen habe, dann ist klar, dass wir uns beispielsweise der Verbesserung des Schutzes der Persönlichkeitsrechte besonders zuwenden müssen. Dazu gehört auch der medienrechtliche Schutz von Opfern strafbarer Handlungen. Opfer dürfen nicht auch noch zu Opfern der veröffentlichten Meinung werden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen uns auch generell dem Schutz der Opfer zuwenden. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass Schadenersatzforderungen des Opfers Vorrang haben – auch Vorrang vor dem Vollzug von Geldstrafen der öffentlichen Hand. Die Opfer zuerst, das muss auch in finanzieller Hinsicht gelten. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Ing. Hofer.
Im Sinne eines verstärkten Schutzes der Opfer begrüße ich es daher ganz besonders, meine Damen und Herren, dass unsere neue Justizministerin zu einem Kampf um den Schutz der Kinder aufgerufen hat – Stichwort „Kinderpornographie“. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Ing. Hofer.)
Abg. Weinzinger: Was seid ihr? Da bin ich aber erstaunt!
Die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft – und das sind nun einmal die Kinder – brauchen den besten Schutz. Das ist gerade uns in der Familienpartei ÖVP ein zentrales Anliegen. (Abg. Weinzinger: Was seid ihr? Da bin ich aber erstaunt!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weinzinger.
Wir müssen weiters auch auf ein Phänomen reagieren, meine Damen und Herren, und zwar darauf, dass Täter immer jünger werden und dass vor allem das Unrechtsbewusstsein auch von Unmündigen gestärkt werden muss, denn mangelndes Unrechtsbewusstsein finden wir leider auch in anderen Bereichen, zum Beispiel in Bereichen der traditionsbedingten Gewalt. Was in Österreich zählt und zählen muss, das ist unser Recht. Traditionen, Weltanschauungen oder Religion können niemals eine Gewalttat rechtfertigen, und sie dürfen auch niemals als strafmildernd anerkannt werden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weinzinger.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bin davon überzeugt, dass Mag. Claudia Bandion-Ortner als Bundesministerin für Justiz diese Aufgaben nicht nur exzellent bewältigen, sondern als Persönlichkeit auch neue Maßstäbe setzten wird. Frau Bundesministerin, wir heißen dich hier in der gesetzgebenden Körperschaft der Republik Österreich herzlich willkommen! Wir freuen uns auf eine fruchtbare und intensive Zusammenarbeit und wünschen dir viel Erfolg! Alles Gute! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Bucher: Koalabär! – Bundeskanzler Faymann: Kein Bär für uns? – Abg. Bucher: Es gibt Klubobmänner, die haben überhaupt kein Image! – Heiterkeit.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Klubobmann Bucher zu Wort. Ebenfalls 9 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte. (Rufe bei der SPÖ in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Bucher: Koalabär! – Bundeskanzler Faymann: Kein Bär für uns? – Abg. Bucher: Es gibt Klubobmänner, die haben überhaupt kein Image! – Heiterkeit.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Hallo, hallo!
Wir glauben, dass Sie eine sehr gute Performance liefern können, was Sie ja letztendlich schon im BAWAG-Prozess gezeigt haben. Wir setzen auch sehr darauf, dass Sie keine parteipolitische Schlagseite bekommen, wie das bei Ihrer Vorgängerin der Fall war, die ja nicht immer in allen Bereichen so gehandelt hat, wie man sich das von einer Justizministerin erwarten darf. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Cap: Hallo, hallo!)
Abg. Mag. Stadler: Dann hätte man nicht gewartet!
Wir haben mit großer Genugtuung aus Ihren ersten Stellungnahmen in der Öffentlichkeit vernommen, dass Sie sich um den Schutz der Kinder besonders annehmen wollen. Das ist auch ein Herzensanliegen des BZÖ. Etwas weniger erfreut war ich darüber, dass Sie auch eine Anklage, was den Herrn Landeshauptmann von Kärnten anlangt, überprüfen wollen. Ich bin darüber sehr im Zweifel, denn eines, glaube ich, darf man auf alle Fälle schon einmal vorwegnehmen: Wäre irgendeine Anklage gerechtfertigt (Abg. Mag. Stadler: Dann hätte man nicht gewartet!), dann wäre sie in der Vergangenheit schon längst erfolgt, weil Frau Justizministerin Berger keinen Moment ausgelassen hätte, um Kärnten in irgendeiner Weise Schaden zuzufügen. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Wir haben mit großer Genugtuung aus Ihren ersten Stellungnahmen in der Öffentlichkeit vernommen, dass Sie sich um den Schutz der Kinder besonders annehmen wollen. Das ist auch ein Herzensanliegen des BZÖ. Etwas weniger erfreut war ich darüber, dass Sie auch eine Anklage, was den Herrn Landeshauptmann von Kärnten anlangt, überprüfen wollen. Ich bin darüber sehr im Zweifel, denn eines, glaube ich, darf man auf alle Fälle schon einmal vorwegnehmen: Wäre irgendeine Anklage gerechtfertigt (Abg. Mag. Stadler: Dann hätte man nicht gewartet!), dann wäre sie in der Vergangenheit schon längst erfolgt, weil Frau Justizministerin Berger keinen Moment ausgelassen hätte, um Kärnten in irgendeiner Weise Schaden zuzufügen. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall beim BZÖ.
Das darf ich einmal als gegeben annehmen, wenngleich wir aus Kärntner Sicht sagen, dass diese Ortstafelproblematik auf Bundesebene sehr oft falsch verstanden wird, aus welchen Gründen auch immer. Auf alle Fälle gibt es in Kärnten keinen Ortstafelkonflikt. – Das darf ich Ihnen von dieser Stelle ausrichten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Es gibt einen aufrechten Beschluss des Kärntner Landtages vom Dezember letzten Jahres – der ist also nur wenige Wochen alt –, dass es keine weiteren zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten geben darf, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Mag. Lunacek: Warum wollen Sie dann die Ortstafeln nicht? – Gegenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Josef Cap verhindert! Persönlich!
Das BZÖ ist ein Garant dafür, dass das auch nicht eintreten wird. Zum Verständnis liefere ich nach, dass wir die slowenische Volksgruppe, die slowenischen Kärntner besonders schätzen, auch stolz darauf sind, was das freundschaftliche Zusammenleben dieser beiden Volksgruppen anlangt, und dass dafür sehr viel – beispiellos viel! – getan wird in Kärnten. (Abg. Mag. Lunacek: Warum wollen Sie dann die Ortstafeln nicht? – Gegenrufe beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Josef Cap verhindert! Persönlich!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Das haben letztlich auch die „drei Weisen“ aus Brüssel im Jahre 2001 bestätigt: Nirgendwo in diesem Land kommt so viel Geld für die Bildungspolitik, für die Kinder, für die Schulen zum Einsatz wie in Kärnten. Das heißt, dass in Kärnten eine vorbildliche Volksgruppenpolitik durchgeführt wird, an der sich andere Länder ein Beispiel nehmen können. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Dr. Cap deutend, der an der Regierungsbank mit Bundesministerin Mag. Bandion-Ortner spricht –: Josef Cap beeinflusst die Justizministerin! Das ist nicht mehr die Frau Berger, Herr Cap!
Aber Österreich steht ja angesichts der Wirtschaftskrise, angesichts der Finanzmarktkrise vor viel größeren Problemen, und diese großen Herausforderungen, vor allem die Spielregeln, werden auch für die Justizministerin – für Sie, Frau Magister – eine große Herausforderung darstellen. (Abg. Ing. Westenthaler – auf Abg. Dr. Cap deutend, der an der Regierungsbank mit Bundesministerin Mag. Bandion-Ortner spricht –: Josef Cap beeinflusst die Justizministerin! Das ist nicht mehr die Frau Berger, Herr Cap!)
Beifall beim BZÖ.
Hätten wir nicht eine Fülle von Anträgen der Oppositionsparteien, wüssten wir ja gar nicht, was wir heute und morgen hier im Hohen Haus diskutieren sollten. Das ist ja die Wahrheit! (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Sie vonseiten der Bundesregierung machen Kurzarbeit, und das ist in Anbetracht der schwierigen Situation, nämlich einer Rezession, auf die wir in Österreich zusteuern, kein Ruhmesblatt. Die Bevölkerung erwartet sich Taten, erwartet sich, dass Sie endlich diese Wirtschaftskrise in Angriff nehmen, dass Sie die Konjunktur ankurbeln, dass Sie auch einsehen, dass diese Maßnahmen, die Sie bis dato getroffen haben, wirkungslos geblieben sind. Die Konjunkturpakete sind im Sand verlaufen. Sie sind wirkungslos! Sie zeigen überhaupt keine Investitionsbelebung am Markt. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
schaft wieder das Kapital zur Verfügung stellen, damit sie arbeiten kann, damit Arbeitsplätze gesichert werden, damit Investitionen getätigt werden. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dieses Konjunkturpaket ist eine große Pleite! Und das ist einfach darstellbar. Es nützt nichts, wenn Sie eine degressive Abschreibung festlegen. Was nützt das einem Unternehmer? Selbst wenn Sie ihm eine 50-prozentige Investitionsprämie geben, nützt das dem Unternehmer nichts, weil er die anderen 50 Prozent, die er für diese Investition braucht, nicht bekommt – von keiner Bank bekommt. Das heißt, diese Investition geht völlig ins Leere. Sie müssen endlich dafür sorgen, dass die Banken das Geld herausgeben, die Tresore aufsperren, das Geld wieder der Wirtschaft zur Verfügung stellen. Es wäre jetzt wichtig, auch im Zuge eines Bankengipfels sicherzustellen, dass die Wirtschaft wieder mit frischem Geld versorgt wird. (Beifall beim BZÖ.)
Anhaltender Beifall beim BZÖ.
Wir wollen sichergehen, dass zukünftig das Geld nicht verzockt wird, sondern dass auch der Kredithandel unter den Banken unterbunden wird, dass keine Vermögenswerte in den Firmen mit Fantasiewerten verwechselt werden können, sondern dass es in Zukunft klare Spielregeln für die Banken gibt, die unser Geld verwalten, und dass sie in erster Linie das Geld, das sie haben, der Realwirtschaft zur Verfügung stellen. – Danke schön. (Anhaltender Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Lei lei! – Beifall beim BZÖ.
Präsident Fritz Neugebauer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich nutze diese Gelegenheit, um Ihnen allen und allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die uns über die Medien verbunden sind, ein gutes Neues Jahr zu wünschen und uns allen kluge Entscheidungen für die Menschen in diesem Lande. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Lei lei! – Beifall beim BZÖ.)
Abg. Bucher: Die stellt das Geld der Wirtschaft bereits zur Verfügung! Sie waren dagegen!
Ihren Redebeitrag hätte ich mir gewünscht, als es um die Hypo Alpe-Adria in Kärnten gegangen ist. (Abg. Bucher: Die stellt das Geld der Wirtschaft bereits zur Verfügung! Sie waren dagegen!) Da hätten Sie sich vom BZÖ wirklich massiv einbringen können. Aber hier herkommen und den „Mister Klug“ spielen ist ein bisschen spät. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Petzner: BAWAG! – Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum Hals im BAWAG-Sumpf!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Petzner: BAWAG! – Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum Hals im BAWAG-Sumpf!
Ihren Redebeitrag hätte ich mir gewünscht, als es um die Hypo Alpe-Adria in Kärnten gegangen ist. (Abg. Bucher: Die stellt das Geld der Wirtschaft bereits zur Verfügung! Sie waren dagegen!) Da hätten Sie sich vom BZÖ wirklich massiv einbringen können. Aber hier herkommen und den „Mister Klug“ spielen ist ein bisschen spät. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Petzner: BAWAG! – Abg. Ing. Westenthaler: Bis zum Hals im BAWAG-Sumpf!)
Abg. Bucher: Kein neues Thema!
Ich sage das nur, denn vielleicht sind das Ihre Erkenntnisse aus den Ereignissen rund um die Hypo Alpe-Adria. (Abg. Bucher: Kein neues Thema!) – Diese Nervosität verstehe ich jetzt nicht, aber vielleicht zum zweiten Punkt. (Abg. Bucher: Androsch ist der Wirtschaftsberater von Faymann!)
Abg. Bucher: Androsch ist der Wirtschaftsberater von Faymann!
Ich sage das nur, denn vielleicht sind das Ihre Erkenntnisse aus den Ereignissen rund um die Hypo Alpe-Adria. (Abg. Bucher: Kein neues Thema!) – Diese Nervosität verstehe ich jetzt nicht, aber vielleicht zum zweiten Punkt. (Abg. Bucher: Androsch ist der Wirtschaftsberater von Faymann!)
Abg. Strache: Das Geld in den Rauchfang schießen!
Sinn. Was wir jetzt brauchen, das ist Vertrauen. Was wir brauchen, ist, dass wirklich die Banken auch zu arbeiten beginnen. (Abg. Strache: Das Geld in den Rauchfang schießen!)
Abg. Strache: Nicht unser Staatsgeld den Banken geben!
Ich glaube, seitens der Regierung sind Schritte gesetzt worden, einstimmig hier im Haus, zur Unterstützung und zur Stärkung der Banken. Wenn Gesetzesübertretungen vorkommen, dann ist ja sowieso die von Ihnen und von mir so gelobte unabhängige Justiz gefordert, dann diese Schritte zu setzen. Das steht ja außer Zweifel. Aber Misstrauen zu säen, apokalyptische Bilder, dass man sagt, der Bankenkomet kommt, und, liebe Österreicherinnen und Österreicher, seid vorsichtig, wer weiß, wie lange die österreichischen Banken noch aktiv und liquid sein können (Abg. Strache: Nicht unser Staatsgeld den Banken geben!), das ist schlicht unverantwortlich und wird jedenfalls keine Wende in der wirtschaftlichen Entwicklung bringen können! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich glaube, seitens der Regierung sind Schritte gesetzt worden, einstimmig hier im Haus, zur Unterstützung und zur Stärkung der Banken. Wenn Gesetzesübertretungen vorkommen, dann ist ja sowieso die von Ihnen und von mir so gelobte unabhängige Justiz gefordert, dann diese Schritte zu setzen. Das steht ja außer Zweifel. Aber Misstrauen zu säen, apokalyptische Bilder, dass man sagt, der Bankenkomet kommt, und, liebe Österreicherinnen und Österreicher, seid vorsichtig, wer weiß, wie lange die österreichischen Banken noch aktiv und liquid sein können (Abg. Strache: Nicht unser Staatsgeld den Banken geben!), das ist schlicht unverantwortlich und wird jedenfalls keine Wende in der wirtschaftlichen Entwicklung bringen können! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Ruf beim BZÖ: Schlechte Politik gemacht!
Ich möchte nun zum eigentlichen Thema kommen und Folgendes sagen: Frau Ministerin Maria Berger hat ein wirklich gut bestelltes Haus zurückgelassen (Ruf beim BZÖ: Schlechte Politik gemacht!), und sie ist hier sehr engagiert ihrer Arbeit nachgekommen. (Abg. Strache: Der „weibliche Broda“ der Regierung ist zum Glück nicht mehr da!) Ministerin Berger hat sehr erfolgreich ihre Budgetverhandlung geführt – darüber werden alle noch sehr froh sein im Hause der Justiz –, damit auch die Verfahren mit dem entsprechenden Engagement, mit der entsprechenden Schnelligkeit durchgeführt werden können und auch wirklich die Möglichkeiten dafür gegeben sind.
Abg. Strache: Der „weibliche Broda“ der Regierung ist zum Glück nicht mehr da!
Ich möchte nun zum eigentlichen Thema kommen und Folgendes sagen: Frau Ministerin Maria Berger hat ein wirklich gut bestelltes Haus zurückgelassen (Ruf beim BZÖ: Schlechte Politik gemacht!), und sie ist hier sehr engagiert ihrer Arbeit nachgekommen. (Abg. Strache: Der „weibliche Broda“ der Regierung ist zum Glück nicht mehr da!) Ministerin Berger hat sehr erfolgreich ihre Budgetverhandlung geführt – darüber werden alle noch sehr froh sein im Hause der Justiz –, damit auch die Verfahren mit dem entsprechenden Engagement, mit der entsprechenden Schnelligkeit durchgeführt werden können und auch wirklich die Möglichkeiten dafür gegeben sind.
Ruf beim BZÖ: Wir warten seit eineinhalb Jahren!
Und Ministerin Berger hat auch sehr viele positive Schritte gesetzt: Das Gewaltschutzpaket wurde hier schon erwähnt. (Ruf beim BZÖ: Wir warten seit eineinhalb Jahren!) Die Einrichtung der Justiz-Ombudsstellen war auch einer der Punkte.
Abg. Bucher: Das habe ich nicht gesagt!
Weil die Vorredner gesagt haben, unabhängige Justiz, keine parteipolitische Einflussnahme. – Ich gehe davon aus, dass die Frau Ministerin genau diesem Anforderungsprofil entsprechen wird. Was ich seltsam in der Rede des Kollegen Bucher gefunden habe, war, dass er gleich Drohungen von sich gegeben hat, dass da jetzt ja keine Anklage aus dem Justizministerium kommt. (Abg. Bucher: Das habe ich nicht gesagt!) – Na ja, schon! – Also wenn die Justiz unabhängig ist, dann kann sich hier nicht jemand seitens der Politik herstellen und kurz einmal Vorschriften machen und drohen, dass da ja in der einen Causa, die Kärnten betrifft, keine Anklage erhoben wird! Das ist Sache der Justiz. Und es ist hier einmal ein ganz unabhängiger Prozess im Gange. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid schuld, dass es keine Ortstafel-Lösung in Kärnten gibt!) Da müssen nicht Drohungen vom Rednerpult hier im Hohen Haus ausgesprochen werden. Das sei einmal hier deutlich gesagt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es verhindert! Unglaublich!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid schuld, dass es keine Ortstafel-Lösung in Kärnten gibt!
Weil die Vorredner gesagt haben, unabhängige Justiz, keine parteipolitische Einflussnahme. – Ich gehe davon aus, dass die Frau Ministerin genau diesem Anforderungsprofil entsprechen wird. Was ich seltsam in der Rede des Kollegen Bucher gefunden habe, war, dass er gleich Drohungen von sich gegeben hat, dass da jetzt ja keine Anklage aus dem Justizministerium kommt. (Abg. Bucher: Das habe ich nicht gesagt!) – Na ja, schon! – Also wenn die Justiz unabhängig ist, dann kann sich hier nicht jemand seitens der Politik herstellen und kurz einmal Vorschriften machen und drohen, dass da ja in der einen Causa, die Kärnten betrifft, keine Anklage erhoben wird! Das ist Sache der Justiz. Und es ist hier einmal ein ganz unabhängiger Prozess im Gange. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid schuld, dass es keine Ortstafel-Lösung in Kärnten gibt!) Da müssen nicht Drohungen vom Rednerpult hier im Hohen Haus ausgesprochen werden. Das sei einmal hier deutlich gesagt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es verhindert! Unglaublich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es verhindert! Unglaublich!
Weil die Vorredner gesagt haben, unabhängige Justiz, keine parteipolitische Einflussnahme. – Ich gehe davon aus, dass die Frau Ministerin genau diesem Anforderungsprofil entsprechen wird. Was ich seltsam in der Rede des Kollegen Bucher gefunden habe, war, dass er gleich Drohungen von sich gegeben hat, dass da jetzt ja keine Anklage aus dem Justizministerium kommt. (Abg. Bucher: Das habe ich nicht gesagt!) – Na ja, schon! – Also wenn die Justiz unabhängig ist, dann kann sich hier nicht jemand seitens der Politik herstellen und kurz einmal Vorschriften machen und drohen, dass da ja in der einen Causa, die Kärnten betrifft, keine Anklage erhoben wird! Das ist Sache der Justiz. Und es ist hier einmal ein ganz unabhängiger Prozess im Gange. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid schuld, dass es keine Ortstafel-Lösung in Kärnten gibt!) Da müssen nicht Drohungen vom Rednerpult hier im Hohen Haus ausgesprochen werden. Das sei einmal hier deutlich gesagt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es verhindert! Unglaublich!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich gehe davon aus, dass das in Zukunft möglich sein wird, und wünsche der Frau Ministerin alles Gute und viel Erfolg. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Daher die entscheidende Frage – diskutieren wir es direkt –: Sind Sie der verlängerte Arm der Innenministerin? Oder werden Sie sich als Lobbyistin des Rechtsstaates positionieren? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es geht schlicht um die Frage: Sind tausende Kleinanleger in diesem Land durch den Namen des Finanzministers geblendet und abgezockt worden? – Das soll dieses Verfahren klären. Seit dem Jahr 2007 gibt es diesbezüglich eine Anzeige, aber kein Ergebnis. Und auch hier liegt es an Ihnen, Frau Justizministerin, klar zu machen, dass gute Kontakte zur Politik jedenfalls nicht davor schützen, dass dieser Sachverhalt konsequent und schnell untersucht wird. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Nächstes Beispiel – diesmal nicht im Nahbereich und diesmal nicht im Dunstkreis der ÖVP, sondern im Herzen der ÖVP –: der ehemalige Innenminister Platter. Verfahrensgegenstand: Verdacht auf Amtsmissbrauch. – Rückblende, 2007: Erstmals kommt die Familie Zogaj in die mediale Debatte, und das Innenministerium in die Defensive. Da ist etwas passiert, was für den Rechtsstaat einzigartig ist: Der Polizeicomputer wurde massiv beschäftigt, es hat Abfragen gegeben. Und am nächsten Tag hat eine beispiellose Medienoffensive des Innenministeriums begonnen, um die öffentliche Stimmung gegen die Familie Zogaj zu beeinflussen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) Das ist der Gegenstand dieses Verfahrens. Es hat 38 Einvernahmen gegeben. Auch dieses Verfahren läuft seit 2007 – immer noch ohne Ergebnis.
Beifall bei den Grünen.
Und, damit kein Missverständnis entsteht, ich habe da ein gerüttelt Maß an Distanz. Ich verlange nicht von Ihnen, dass bestimmte Ergebnisse durch die Staatsanwaltschaft erzielt werden, sondern ich will eines sichergestellt wissen: Ich will, dass Sie sicherstellen, dass die Staatsanwaltschaft in diesen heiklen Verfahren konsequent ermitteln darf und dann im Sinne des Rechtsstaats die notwendigen Schritte in die eine oder andere Richtung einleitet. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, Frau Bundesministerin, auch hier werden Sie wirklich wie eine Löwin kämpfen müssen, und zwar gegen Ihren eigenen Finanzminister, um die Budgetierung der Justiz sicherzustellen. Es fehlen 500 Planstellen! Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich schon auf Ihre Erklärung. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Bundesministerin für Justiz Mag. Claudia Bandion-Ortner: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es wäre eine Lüge, würde ich sagen, dass ich jetzt nicht nervös bin. Es ist schon ein bewegender Moment, das erste Mal hier im Hohen Haus sprechen zu dürfen. Obwohl – ein bisschen ungewohnt ist das schon, muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen, das mit den Zwischenrufen und so. Im Gerichtssaal war das anders. Hier muss ich schön still bleiben, und das wird mir wahrscheinlich schwerfallen, aber ich werde mich daran gewöhnen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Justiz ist die Visitenkarte eines Staates. – Diesen Satz kann man nicht oft genug aussprechen. Es ist daher sehr, sehr wichtig – und ich schaue auch in Richtung Finanzminister –, dass die Justiz mit den notwendigen personellen und materiellen Ressourcen ausgestattet wird. Das können mir meine RichterkollegInnen, die heute hier zu Besuch sind – worüber ich mich auch sehr freue –, bestätigen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Aber natürlich muss man auch intern überprüfen: Wo kann man in der Justiz Ressourcen freilegen? Richter und Staatsanwälte sollten ermitteln, sie sollten judizieren, aber sie sollten nicht unbedingt Verwaltungsaufgaben wahrnehmen müssen.
Beifall bei ÖVP, SPÖ und BZÖ.
nichts Statisches, man muss das Gesetz dem Geist der Zeit anpassen, und das wird sich bei verschiedenen Reformvorhaben auch zeigen. Zum Beispiel: Das GmbH-Recht muss geändert werden, Unternehmensgründungen müssen vereinfacht werden. Wir müssen hier einem internationalen Trend folgen, damit der Wirtschaftsstandort Österreich wirklich attraktiv bleibt. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.
Was fällt mir noch ein? – Das Korruptionsstrafrecht zum Beispiel, ein Thema, das in letzter Zeit für große Aufregung sorgt, ein sehr sensibles Thema, gebe ich zu. Korruptionsbekämpfung ist ein großes Anliegen von mir, denn Korruption ist schleichendes Gift für Rechtsstaat und Wirtschaft. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.
Der erste Schritt ist getan: Die Korruptions-Staatsanwaltschaft hat ihre Arbeit begonnen, sie muss jetzt noch mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet werden. Natürlich muss man das Korruptionsstrafrecht noch präzisieren. Das ist so, denn es besteht derzeit noch höchste Unsicherheit. Es kann nicht sein, dass jede Sponsoring-Leistung kriminalisiert wird. Das ist nicht der richtige Weg! (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.) Aber wir müssen hier wirklich sehr sensibel vorgehen, das wird sicher eine legistische Herausforderung werden.
Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.
Wie Sie bereits den Medien haben entnehmen können, ist mir der Schutz der Kinder ein besonderes Anliegen. Kinder sind das schwächste Glied in der Gesellschaft, sie gehören geschützt vor sexuellen Übergriffen, vor gewaltsamen Übergriffen. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ
Ich möchte den Kampf gegen die Kinderpornographie verstärken durch die Schaffung eines neuen Tatbestandes: Es sollen auch das bloße Ansehen von kinderpornographischen Darstellungen, der wissentliche Zugriff auf derartige Websites kriminalisiert werden (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ), denn man muss das Übel an der Wurzel bekämpfen. Ich möchte dieses Vorhaben wirklich schnell umsetzen, ich möchte es noch im Rahmen des zweiten Gewaltschutzpaketes umsetzen – also bald.
Abg. Weinzinger: Eine Frage der intakten Familie!
Weitere Anliegen meinerseits sind zum Beispiel die Institutionalisierung des Kinderbeistandes, Änderungen im Unterhaltsvorschussrecht oder – natürlich ganz wichtig – der Bereich der Prävention zur Verhinderung der Jugendkriminalität. Die ansteigende Jugendkriminalität bereitet mir natürlich große Sorge, so wie Ihnen auch, aber das ist ein sehr vielschichtiges Problem. Meine Kollegin Fekter und ich werden dieses Problem nicht allein lösen können. Gefragt sind auch Schulen, Lehrer, Jugendorganisationen, Jugendämter. (Abg. Weinzinger: Eine Frage der intakten Familie!) Wir müssen alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Es ist sicher nicht der einzig mögliche Weg, Kinder einzusperren, es ist sicher nicht das alleinige Allheilmittel, die Strafmündigkeit herabzusetzen, sondern ich denke eher an pflegschaftsgerichtliche Maßnahmen gegen straffällige Unmündige. Man muss den Jugendlichen altersgerecht beibringen, dass das nicht richtig ist, was sie tun, und dass sie andere Personen so behandeln, wie sie selbst gerne behandelt werden möchten. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ sowie der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ sowie der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Weitere Anliegen meinerseits sind zum Beispiel die Institutionalisierung des Kinderbeistandes, Änderungen im Unterhaltsvorschussrecht oder – natürlich ganz wichtig – der Bereich der Prävention zur Verhinderung der Jugendkriminalität. Die ansteigende Jugendkriminalität bereitet mir natürlich große Sorge, so wie Ihnen auch, aber das ist ein sehr vielschichtiges Problem. Meine Kollegin Fekter und ich werden dieses Problem nicht allein lösen können. Gefragt sind auch Schulen, Lehrer, Jugendorganisationen, Jugendämter. (Abg. Weinzinger: Eine Frage der intakten Familie!) Wir müssen alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Es ist sicher nicht der einzig mögliche Weg, Kinder einzusperren, es ist sicher nicht das alleinige Allheilmittel, die Strafmündigkeit herabzusetzen, sondern ich denke eher an pflegschaftsgerichtliche Maßnahmen gegen straffällige Unmündige. Man muss den Jugendlichen altersgerecht beibringen, dass das nicht richtig ist, was sie tun, und dass sie andere Personen so behandeln, wie sie selbst gerne behandelt werden möchten. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ sowie der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Die Wiedereinführung des Tasers ist ein sehr sensibles Thema. Es gibt Gutachten, es gibt Erfahrungsberichte, die jetzt ausgewertet werden, und ich verspreche Ihnen, in dieser Frage die Experten und Expertinnen aller Parteien miteinzubinden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Waren Sie nicht im Wirtshaus?
Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Ausführungen von Herrn Abgeordnetem Strache eingehen: Ich habe gar nicht gewusst, dass Generalanwalt Konrad Ministerposten zu vergeben hat. – Das stimmt auch nicht, das möchte ich vorab festhalten, aber wir sprechen uns noch, Herr Strache. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Waren Sie nicht im Wirtshaus?)
Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.
Und eines noch: Sie wissen, Justitia trägt eine Augenbinde – ich finde, sie sollte in Zukunft Brille tragen. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Eine gute Justizpolitik kann, soll und wird dazu beitragen, dass wir diese momentane Wirtschaftskrise in Österreich meistern, dass wir es schaffen und dass wir am Ende der Krise die Situation geschaffen haben, dass wir wieder mit voller Kraft in die Zukunft starten können. Das können wir gemeinsam schaffen. Frau Ministerin, wir sind hier auf Ihrer Seite. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Als Vorsitzender des parlamentarischen Justizausschusses darf ich Sie, sehr geehrte Frau Bundesministerin, sehr herzlich in diesem Hause begrüßen. Ich freue mich auf eine gute, auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und wünsche Ihnen auch persönlich alles Gute für Ihre neue Aufgabe und sehr, sehr viel Erfolg. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das heißt in Richtung des leider nicht anwesenden Finanzministers: Aus Sicht eines Justizpolitikers ist es nicht zu akzeptieren, dass gerade bei der Justiz, die unzweifelhaft, wie richtig gesagt wurde, einen Teil und einen wesentlichen Teil der Visitenkarte des Landes darstellt, ein Sparprogramm gefahren werden muss, denn die Einkünfte der Justiz fließen ja dem allgemeinen Budget zu. Das heißt, in Wahrheit haben wir derzeit einen Nettoaufwand von 300 Millionen € aus dem allgemeinen Budget. Da lasse ich Spargedanken beziehungsweise Sparintentionen nicht wirklich gelten, wie sie möglicherweise für andere Ressorts gelten sollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie, Frau Justizministerin, haben gesagt, dass der vorsätzliche Zugriff auf Kinderpornos künftig strafbar sein soll. Das wird von uns unterstützt, das ist ganz klar. (Beifall bei der FPÖ.) Aber es fehlt mir bisher national und international im Bereich der Kinderpornographie, die zu den abscheulichsten Dingen gehört, die weltweit derzeit wahrgenommen werden müssen, der Angriff auf die Wurzel: Das ist das Providersystem.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Ich fordere, dass sich Österreich an die Spitze einer internationalen Ächtung der Kinderpornographie und der Bereitstellung im Bereich des EDV-Systems stellt! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.) Setzen wir mit aller Entschlossenheit den ersten Schritt in Österreich, dass jegliche Form des Providertums im Bereich der Kinderpornographie unter schärfste Strafe gestellt wird! Ich fordere, dass sich Österreich auf EU-Ebene und auf Ebene der Vereinten Nationen als Speerspitze profiliert, darstellt, denn es kann nicht sein, dass wir faktisch mit der Fliegenklatsche den einzelnen Täter, der herunterlädt, bestrafen, zu Recht bestrafen, aber die Schurkenbanden, die damit das Geld im Providerbereich verdienen, ungestraft davonkommen lassen! Das geht nicht! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Ich fordere, dass sich Österreich an die Spitze einer internationalen Ächtung der Kinderpornographie und der Bereitstellung im Bereich des EDV-Systems stellt! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.) Setzen wir mit aller Entschlossenheit den ersten Schritt in Österreich, dass jegliche Form des Providertums im Bereich der Kinderpornographie unter schärfste Strafe gestellt wird! Ich fordere, dass sich Österreich auf EU-Ebene und auf Ebene der Vereinten Nationen als Speerspitze profiliert, darstellt, denn es kann nicht sein, dass wir faktisch mit der Fliegenklatsche den einzelnen Täter, der herunterlädt, bestrafen, zu Recht bestrafen, aber die Schurkenbanden, die damit das Geld im Providerbereich verdienen, ungestraft davonkommen lassen! Das geht nicht! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abschließend: Es gehört zu den guten Kulturen, die in Österreich eigentlich durch die Jahrzehnte hindurch gepflegt worden sind, im Bereich des Justizwesens konsensuale Lösungen anzustreben. An der Mitwirkung der Freiheitlichen Partei auch in diesem Punkt wird es nicht fehlen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Frau Bundesminister, Sie brauchen nicht nervös zu sein. Ich verstehe auch nicht, warum. Ihnen müsste ja schon bald der halbe Plenarsaal bekannt vorkommen. (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Da sind genau
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.
die Richtigen am Wort, meine Damen und Herren! – Als Vorsitzende im Senat zur Abhaltung des Prozesses über die BAWAG müsste Ihnen ja die halbe SPÖ-Fraktion schon aus der Zeugenschaft bekannt sein. (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie, Frau Justizministerin, haben ja Ihren eigenen Hauptbelastungszeugen, den Herrn Sozialminister Hundstorfer, in der Bundesregierung. Der wird Sie doch nicht wirklich nervös machen. Er hat Sie ja im Verhandlungssaal auch nicht nervös gemacht. Der Herr Präsident war ja selbst Zeuge im BAWAG-Prozess. Also Sie kennen ja schon die halbe SPÖ-Fraktion. Kollege Haberzettl, waren Sie nicht auch dort? Ich dachte mir doch. Kollegin Csörgits war, glaube ich, auch als Zeugin geladen. (Beifall beim BZÖ.) Das halbe Haus müsste Ihnen ja schon aus dem BAWAG-Prozess bekannt vorkommen. Sie haben also keinen Grund, hier nervös zu sein.
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte mich bei Ihnen, Frau Bundesminister, im Namen der österreichischen Bevölkerung bedanken, dass Sie so spät angelobt wurden, denn Ihre Angelobung hat ja wieder in Erinnerung gerufen, dass es überhaupt eine neue Bundesregierung gibt. Das hat die österreichische Bevölkerung nämlich schon wieder vergessen. (Beifall beim BZÖ.) Diese Regierung schläft und dümpelt dermaßen vor sich hin, dass man in Zukunft wahrscheinlich die Bundesregierung etappenweise angelobt, damit man sich mehr und länger inszenieren kann.
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.
Wir haben auf der heutigen Tagesordnung keine einzige Regierungsvorlage dieser Bundesregierung, meine Damen und Herren, keine einzige! Und morgen ist die Tagesordnung mit ganzen zwei Regierungsvorlagen dieser dahindümpelnden und dahinschlafenden Bundesregierung gesegnet: Eine davon betrifft das epochale Abliefern von Medienerzeugnissen bei der Nationalbibliothek – ein unglaubliches Thema! Dafür hat diese Bundesregierung eineinhalb Monate hart gearbeitet, um das regeln zu können, meine Damen und Herren! (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.)
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.
Sie, Frau Bundesminister, müssen die löbliche Ausnahme sein, denn Sie sind hoffentlich weder dem Herrn Pröll noch dem Herrn Faymann verpflichtet. Auch dem Herrn Konrad nicht; das glaube ich nicht, dass Sie das wirklich sind – Pröll schon, aber Sie nicht! (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ihre Damen aus Ihrer Riege, Herr Kollege Cap, haben eine Zeitlang diese Vorstellung aufgegriffen, die Situation alleinerziehender Mütter und alleinerziehender Väter dadurch zu verbessern, dass sie nicht dauernd zu Gericht rennen müssen. Sie müssen einen Job haben, können die Miete oft nicht mehr zahlen, wissen nicht, wie sie die Kinder erziehen sollen, und müssen sich dann andauernd noch bei Gericht anstellen, weil der unterhaltspflichtige andere Elternteil seiner Verpflichtung nicht nachkommt. Da, meine Damen und Herren, wäre sehr viel zu regeln. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Auch in den Haftanstalten gibt es viel zu tun, das haben Sie selber schon gesagt. Wenn ich heute die Kriminalstatistik anschaue, wonach im vergangenen Jahr alleine rund 10 000 Asylwerber – nach der Kriminalstatistik Ihrer Kollegin Dr. Fekter – straffällig wurden, jeder dritte Straftäter praktisch ein Ausländer ist, dann, muss ich Ihnen sagen, ist der alte Böhmdorfer-Vorschlag, die Haftanstalten in den Ländern zu bauen, die die Hauptherkunftsländer der Straftäter sind, wieder aufzugreifen. Das ist nämlich eine gute Idee gewesen, die die Kollegin Berger leider wieder hat einschlafen lassen. Machen Sie das, denn dort ist der Strafvollzug wesentlich weniger attraktiv als bei uns! (Beifall beim BZÖ.)
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.
Frau Bundesminister! Unserer Hoffnung habe ich Ausdruck verliehen, dass Sie wenigstens der einzig verbleibende aktive Teil dieser Bundesregierung sein mögen. Enttäuschen Sie uns nicht, Sie sind unsere letzte Hoffnung in der Regierung! (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Justizministerin und in dem Fall auch Frau Bundesministerin für Inneres! Auch im Interesse der öffentlichen Sicherheit und der Rechtsstaatlichkeit haben wir das Recht, auf diese Fragen Antworten zu bekommen. (Beifall bei den Grünen.) Es kann nicht sein, dass ein Auftragsmord und seine politischen und behördlichen Hintergründe unaufgeklärt bleiben!
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wirklich ein Skandal! Das ist unglaublich, was sich dort abspielt!
Mir liegt ein Schreiben der Staatsanwaltschaft Wien an das Büro für Interne Angelegenheiten vom 6. Oktober 2008 vor, in welchem Staatsanwalt Christian Walzi anregt, auf Grund einer Strafanzeige des ehemaligen Innenministers Ernst Strasser in der Affäre um die sogenannten Strasser-E-Mails meinen Computer beschlagnahmen zu lassen. Das kommt aus der Staatsanwaltschaft Wien! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist wirklich ein Skandal! Das ist unglaublich, was sich dort abspielt!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
wir bei der Wahrheitspflicht bleiben: Heute sind die sogenannten Strasser-E-Mails auf diesem Computer, und Sie werden zu entscheiden haben, ob der Computer eines Abgeordneten beschlagnahmt wird oder ob Sie bereit sind, die parlamentarische Kontrolle mit allen Konsequenzen zu respektieren und, wenn es notwendig ist, auch vor politisch geleiteten Staatsanwälten zu schützen! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Pilz überreicht der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin für Justiz Mag. Bandion-Ortner ein Schriftstück.
Auch in diesem Sinne, Frau Bundesministerin, wünsche ich Ihnen – und dem österreichischen Parlament! – viel Erfolg bei Ihrer Arbeit! – Danke schön. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten von BZÖ und FPÖ. – Abg. Dr. Pilz überreicht der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin für Justiz Mag. Bandion-Ortner ein Schriftstück.)
Beifall bei der SPÖ und des Abg. Mag. Donnerbauer.
Wir sind in Österreich auf Grund unseres sozialen Netzes, auf Grund der Aufgaben des Staates, auf Grund der Stabilität, auf Grund der Sicherung der Gesundheitsversorgung, der Bildung und der Pensionen in einer besseren Situation als viele andere Staaten. Das gilt auch für den Bereich der Energieversorgung. Aber es ist Europa in Anbetracht der Gaskrise aufgerufen, erneuerbare Energien mit vollem Engagement zu forcieren. Man darf nicht zur Tagesordnung übergehen, wenn es wieder funktioniert, mit Gas versorgt zu werden, sondern wir sind dazu aufgerufen, die festgesetzten Ziele für Österreich, bis 2020 34 Prozent erneuerbare Energie zu erreichen, voll in Angriff zu nehmen. Allein das wäre es wert, einen eigenen Masterplan dafür europaweit zu erarbeiten, der nicht den verstärkten Ausbau der Atomenergie zum Ziel hat, son- dern die verstärkte Förderung erneuerbarer Energien. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher ist bei diesen Maßnahmen, die in Europa und die von den Nationalstaaten gesetzt werden, der soziale Ausgleich und die genaue Kontrolle, dass diese Konjunkturpakete zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eingesetzt werden und dass die Gelder, die zur Verfügung stehen, für erneuerbare Energien verwendet werden, das oberste Ziel. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
die Teilnahme am Euro, durch dieses Eingebettetsein in der Eurozone, diese Krise weit besser als andere Länder durchhalten und durchsteuern kann. Denn blicken Sie nur in unsere Nachbarschaft: Die Länder, die jetzt an der Eurozone teilnehmen – Slowenien, die Slowakei –, sind weit besser aufgestellt als diejenigen, die nicht daran teilnehmen können. Allein ein Blick auf unser Nachbarland Ungarn zeigt, wie wichtig es ist, in der Eurozone zu sein, und wie sehr auch der Euro nützt und damit Europa nützt, in einer solchen Krise zu bestehen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es war daher uns beiden sehr wichtig, dass wir beim Europäischen Rat auch eine Erklärung der Kommission erreicht haben, dass Länder wie Österreich, die schon jetzt ein Niveau an erneuerbaren Energien haben, das sich im europäischen Vergleich durchaus sehen lassen kann, vor dem Erreichen der letzten Prozentsätze noch einmal eine Art Evaluierung werden durchführen können. Das bedeutet, dass dann die Kosten-Nutzen-Relation in den letzten Prozentsätzen noch einmal von der Kommission überprüft wird und wir nicht vor der Situation stehen, nur mit unverhältnismäßigen Mitteln die Ziele erreichen zu müssen. Das war uns beiden wichtig, und ich glaube, dies ist auch ein guter Erfolg für Österreich beim Europäischen Rat. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Vilimsky: Volksabstimmung!
Lassen Sie mich auf den Vertrag von Lissabon zu sprechen kommen. Beim Europäischen Rat haben wir darüber ausgiebig diskutiert, und es war richtig so. Wir haben in dieser Diskussion für Irland einen Weg gewiesen (Abg. Vilimsky: Volksabstimmung!), der jetzt die Möglichkeit bietet, dass das irische Volk noch einmal über den Vertrag abstimmt (Abg. Strache: So lange abstimmen, bis das Ergebnis passt! – Abg. Vilimsky: Wir wollen abstimmen!) – aber, meine Damen und Herren, mit Begleiterscheinungen, die aus meiner Sicht richtig und gut sind. (Abg. Strache: Wo ist da der Weg für Österreich? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich komme gleich auf die Konsequenzen für Österreich zu sprechen. (Abg. Vilimsky: Volksabstimmung!)
Abg. Strache: So lange abstimmen, bis das Ergebnis passt! – Abg. Vilimsky: Wir wollen abstimmen!
Lassen Sie mich auf den Vertrag von Lissabon zu sprechen kommen. Beim Europäischen Rat haben wir darüber ausgiebig diskutiert, und es war richtig so. Wir haben in dieser Diskussion für Irland einen Weg gewiesen (Abg. Vilimsky: Volksabstimmung!), der jetzt die Möglichkeit bietet, dass das irische Volk noch einmal über den Vertrag abstimmt (Abg. Strache: So lange abstimmen, bis das Ergebnis passt! – Abg. Vilimsky: Wir wollen abstimmen!) – aber, meine Damen und Herren, mit Begleiterscheinungen, die aus meiner Sicht richtig und gut sind. (Abg. Strache: Wo ist da der Weg für Österreich? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich komme gleich auf die Konsequenzen für Österreich zu sprechen. (Abg. Vilimsky: Volksabstimmung!)
Abg. Strache: Wo ist da der Weg für Österreich? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Lassen Sie mich auf den Vertrag von Lissabon zu sprechen kommen. Beim Europäischen Rat haben wir darüber ausgiebig diskutiert, und es war richtig so. Wir haben in dieser Diskussion für Irland einen Weg gewiesen (Abg. Vilimsky: Volksabstimmung!), der jetzt die Möglichkeit bietet, dass das irische Volk noch einmal über den Vertrag abstimmt (Abg. Strache: So lange abstimmen, bis das Ergebnis passt! – Abg. Vilimsky: Wir wollen abstimmen!) – aber, meine Damen und Herren, mit Begleiterscheinungen, die aus meiner Sicht richtig und gut sind. (Abg. Strache: Wo ist da der Weg für Österreich? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich komme gleich auf die Konsequenzen für Österreich zu sprechen. (Abg. Vilimsky: Volksabstimmung!)
Abg. Vilimsky: Volksabstimmung!
Lassen Sie mich auf den Vertrag von Lissabon zu sprechen kommen. Beim Europäischen Rat haben wir darüber ausgiebig diskutiert, und es war richtig so. Wir haben in dieser Diskussion für Irland einen Weg gewiesen (Abg. Vilimsky: Volksabstimmung!), der jetzt die Möglichkeit bietet, dass das irische Volk noch einmal über den Vertrag abstimmt (Abg. Strache: So lange abstimmen, bis das Ergebnis passt! – Abg. Vilimsky: Wir wollen abstimmen!) – aber, meine Damen und Herren, mit Begleiterscheinungen, die aus meiner Sicht richtig und gut sind. (Abg. Strache: Wo ist da der Weg für Österreich? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich komme gleich auf die Konsequenzen für Österreich zu sprechen. (Abg. Vilimsky: Volksabstimmung!)
Abg. Strache: Hauptsache, bei den Posten ist man wieder dabei! Aber sonst vergisst man auf Österreich!
In diesen Schlussfolgerungen des Rates wird festgelegt, dass auch zukünftig der Grundsatz gelten wird: Ein Kommissar pro Land! Wir Österreicher werden davon profitieren, es ist ein Vorteil für uns. Wir wollten das, weil in der Kommission als dem Motor der Europäischen Union Entscheidungen fallen und Vorbereitungen getroffen werden (Abg. Strache: Hauptsache, bei den Posten ist man wieder dabei! Aber sonst vergisst man auf Österreich!), sodass es wichtig ist, dass Österreich dort mit Sitz und Stimme vertreten ist. (Abg. Strache: Hauptsache Posten!) Wir können uns daher freuen, dass dieser Grundsatz, der dort festgelegt wurde, auch für uns positive Auswirkungen hat. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Verhaltener Applaus bei der ÖVP!)
Abg. Strache: Hauptsache Posten!
In diesen Schlussfolgerungen des Rates wird festgelegt, dass auch zukünftig der Grundsatz gelten wird: Ein Kommissar pro Land! Wir Österreicher werden davon profitieren, es ist ein Vorteil für uns. Wir wollten das, weil in der Kommission als dem Motor der Europäischen Union Entscheidungen fallen und Vorbereitungen getroffen werden (Abg. Strache: Hauptsache, bei den Posten ist man wieder dabei! Aber sonst vergisst man auf Österreich!), sodass es wichtig ist, dass Österreich dort mit Sitz und Stimme vertreten ist. (Abg. Strache: Hauptsache Posten!) Wir können uns daher freuen, dass dieser Grundsatz, der dort festgelegt wurde, auch für uns positive Auswirkungen hat. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Verhaltener Applaus bei der ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Verhaltener Applaus bei der ÖVP!
In diesen Schlussfolgerungen des Rates wird festgelegt, dass auch zukünftig der Grundsatz gelten wird: Ein Kommissar pro Land! Wir Österreicher werden davon profitieren, es ist ein Vorteil für uns. Wir wollten das, weil in der Kommission als dem Motor der Europäischen Union Entscheidungen fallen und Vorbereitungen getroffen werden (Abg. Strache: Hauptsache, bei den Posten ist man wieder dabei! Aber sonst vergisst man auf Österreich!), sodass es wichtig ist, dass Österreich dort mit Sitz und Stimme vertreten ist. (Abg. Strache: Hauptsache Posten!) Wir können uns daher freuen, dass dieser Grundsatz, der dort festgelegt wurde, auch für uns positive Auswirkungen hat. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der FPÖ: Verhaltener Applaus bei der ÖVP!)
Abg. Strache: Unglaublich!
Zum Zweiten: Meine Damen und Herren, mit dem Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon wird es auch möglich sein, die Zahl der Abgeordneten, also unserer Repräsentanten im Europäischen Parlament, zu erhöhen: Wir haben derzeit 18 und nach dem Vertrag von Nizza bei der nächsten Europawahl 17; mit dem Vertrag von Lissabon werden es 19 sein. Das heißt, gegenüber dem Szenario, das bei den nächsten Europawahlen eine Rolle spielen wird, wird Österreich mit zwei Abgeordneten mehr vertreten sein. (Abg. Strache: Unglaublich!) Ich glaube, dass das demokratiepolitisch für uns gut ist, dass es gut ist, dass Österreich Abgeordnete wählen kann (Abg. Strache: Da wird das Volk jubeln!), die auch im Europäischen Parlament unsere Interessen vertreten. Darauf kommt es an, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Da wird die Bevölkerung jubeln! Jubelgeschrei bricht aus!)
Abg. Strache: Da wird das Volk jubeln!
Zum Zweiten: Meine Damen und Herren, mit dem Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon wird es auch möglich sein, die Zahl der Abgeordneten, also unserer Repräsentanten im Europäischen Parlament, zu erhöhen: Wir haben derzeit 18 und nach dem Vertrag von Nizza bei der nächsten Europawahl 17; mit dem Vertrag von Lissabon werden es 19 sein. Das heißt, gegenüber dem Szenario, das bei den nächsten Europawahlen eine Rolle spielen wird, wird Österreich mit zwei Abgeordneten mehr vertreten sein. (Abg. Strache: Unglaublich!) Ich glaube, dass das demokratiepolitisch für uns gut ist, dass es gut ist, dass Österreich Abgeordnete wählen kann (Abg. Strache: Da wird das Volk jubeln!), die auch im Europäischen Parlament unsere Interessen vertreten. Darauf kommt es an, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Da wird die Bevölkerung jubeln! Jubelgeschrei bricht aus!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Da wird die Bevölkerung jubeln! Jubelgeschrei bricht aus!
Zum Zweiten: Meine Damen und Herren, mit dem Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon wird es auch möglich sein, die Zahl der Abgeordneten, also unserer Repräsentanten im Europäischen Parlament, zu erhöhen: Wir haben derzeit 18 und nach dem Vertrag von Nizza bei der nächsten Europawahl 17; mit dem Vertrag von Lissabon werden es 19 sein. Das heißt, gegenüber dem Szenario, das bei den nächsten Europawahlen eine Rolle spielen wird, wird Österreich mit zwei Abgeordneten mehr vertreten sein. (Abg. Strache: Unglaublich!) Ich glaube, dass das demokratiepolitisch für uns gut ist, dass es gut ist, dass Österreich Abgeordnete wählen kann (Abg. Strache: Da wird das Volk jubeln!), die auch im Europäischen Parlament unsere Interessen vertreten. Darauf kommt es an, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Da wird die Bevölkerung jubeln! Jubelgeschrei bricht aus!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, dass auch die aktuelle Krise uns zeigt, dass wir im Bereich Energie ein Mehr an Europa brauchen. Im Artikel 176a des Vertrages von Lissabon ist eine der Konsequenzen dargestellt, die wir aus der Energiekrise im Jahr 2006 gezogen haben: dass Europa auch dort mehr an Kompetenzen braucht, wo es um eine gemeinsame Sicherstellung der Energieversorgung, um eine gemeinsame Vernetzung der Energienetze geht. Das ist in diesem Vertrag vorgesehen. Ich glaube daher, dass es uns auch eine Anleitung sein kann, wenn wir den Vertrag von Lissabon in Kraft setzen, dass Europa zukünftig besser gemeinsam auf eine solche Energiekrise reagieren kann. Ich halte das für einen Vorteil, damit insgesamt für einen Vorteil für Österreich. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Der Tschad-Einsatz war die Bedingung!
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich auch auf zwei aktuelle Fragen eingehen, die uns derzeit sehr beschäftigen. Österreich ist seit 1. Jänner im UNO-Sicherheitsrat, als ein nicht permanentes Mitglied, mit Sitz und Stimme ausgestattet. Das ist eine herausfordernde Aufgabe, eine sehr schwierige Aufgabe, da dort eine Vielzahl von Konflikten behandelt wird (Abg. Strache: Der Tschad-Einsatz war die Bedingung!) und Österreich sich auch entscheiden muss, wie es sich in einer Frage verhält und abstimmt, wie es auch in Vorgesprächen dazu beiträgt, dass man zu Lösungen kommt oder auch nicht.
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich möchte mich herzlich bedanken: bei unserem Botschafter Mayr-Harting, bei unseren dortigen Mitarbeitern, die sich nicht nur gut eingearbeitet haben, sondern hervorragende Arbeit im Interesse Österreichs leisten! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Lassen Sie mich zum Thema Gaza Folgendes erwähnen: Es ist heute in den Morgenstunden geglückt, dass alle österreichischen Doppelstaatsbürger, die im Gaza-Streifen leben und ausreisewillig waren, heute herausgebracht wurden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Art der Versorgung, der Betreuung unserer Österreicher im Gaza-Streifen sichergestellt haben, in ständigem telefonischen Kontakt waren und es jetzt auch geschafft haben, sie herauszubringen. Ich freue mich darüber und bedanke mich besonders bei Botschafter Rendi für seine außerordentlich gute Arbeit! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt gibt es einen Waffenstillstand, jetzt ist es notwendig, dass man humanitäre Hilfe leistet und dass man wieder zu einem Friedensprozess kommt. Eine Lösung für den Nahen Osten wird es nur dann geben, wenn es in Gaza beginnt, das ist meine feste Überzeugung. Wir alle sollten einen Beitrag dazu leisten! Wir werden uns bemühen, was die humanitäre Hilfe anlangt, diese jetzt sehr schnell auch von österreichischer Seite mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu gewährleisten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Europa verteufelt niemand!
feln, wir alle haben nur dann etwas davon, wenn dieses Projekt Europa und damit Österreich erfolgreich ist. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Europa verteufelt niemand!)
Ruf bei der SPÖ: Super!
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Bundeskanzler! Werte Bundesregierungsmitglieder! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man heute den Erklärungen des Bundeskanzlers und des Herrn Außenministers zugehört hat, dann kann man sagen (Ruf bei der SPÖ: Super!), da muss jeder den Eindruck haben – genau das, was Sie soeben dazwischengerufen haben –: In dieser Europäischen Union fließen Milch und Honig, da fliegen den Menschen die gebratenen Tauben geradezu von selbst in den Mund. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) Das ist genau dieses Prinzip, das wir immer wieder erleben können.
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Bundeskanzler! Werte Bundesregierungsmitglieder! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man heute den Erklärungen des Bundeskanzlers und des Herrn Außenministers zugehört hat, dann kann man sagen (Ruf bei der SPÖ: Super!), da muss jeder den Eindruck haben – genau das, was Sie soeben dazwischengerufen haben –: In dieser Europäischen Union fließen Milch und Honig, da fliegen den Menschen die gebratenen Tauben geradezu von selbst in den Mund. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Dr. Fekter.) Das ist genau dieses Prinzip, das wir immer wieder erleben können.
Ruf bei der ÖVP: Weil er richtig ist!
Ich sage ganz offen, Sie setzen leider Gottes genau den bisher gelebten EU-Politik-Kurs der alten, abgewählten Bundesregierung fort. Genau jenen EU-Kurs, der unter Gusenbauer/Molterer, aber auch Außenministerin Plassnik gelebt wurde, darf jetzt eben Herr Spindelegger als neuer Außenminister fortsetzen. Er hat jetzt das Vergnügen, diese EU-Lobeshymne weiterzusingen. Das ist der einzige Unterschied. Es wurden teilweise Personen ausgetauscht, aber inhaltlich ist der Weg genau der gleiche geblieben. (Ruf bei der ÖVP: Weil er richtig ist!) Das ist ein Weg der Bürgerferne, ein Weg der Bürgerverhöhnung, ein Weg, auf dem man nicht bereit ist, endlich auch das Recht auf Volksabstimmung für die Österreicher sicherzustellen. Das wollen wir möglich machen, und darum geht es! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage ganz offen, Sie setzen leider Gottes genau den bisher gelebten EU-Politik-Kurs der alten, abgewählten Bundesregierung fort. Genau jenen EU-Kurs, der unter Gusenbauer/Molterer, aber auch Außenministerin Plassnik gelebt wurde, darf jetzt eben Herr Spindelegger als neuer Außenminister fortsetzen. Er hat jetzt das Vergnügen, diese EU-Lobeshymne weiterzusingen. Das ist der einzige Unterschied. Es wurden teilweise Personen ausgetauscht, aber inhaltlich ist der Weg genau der gleiche geblieben. (Ruf bei der ÖVP: Weil er richtig ist!) Das ist ein Weg der Bürgerferne, ein Weg der Bürgerverhöhnung, ein Weg, auf dem man nicht bereit ist, endlich auch das Recht auf Volksabstimmung für die Österreicher sicherzustellen. Das wollen wir möglich machen, und darum geht es! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie, Herr Bundesminister Spindelegger, vom Zuhören reden, dann haben Sie schon recht: All die letzten Jahre und Jahrzehnte haben rote und schwarze Parteien und Politiker weggehört statt zugehört. Zuhören, damit beginnt eine vernünftige Politik und vor allen Dingen eine demokratische Politik! Denn man sollte zuhören, man sollte das Ohr beim Bürger haben: Die Bürger wollen in einer überwiegenden Mehrheit, zu 80 Prozent, eine Volksabstimmung und sind entsetzt darüber, dass SPÖ, ÖVP, aber auch Grüne und BZÖ diesem Verfassungsvertrag hier zugestimmt haben und keine Volksabstimmung möglich gemacht haben! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir Freiheitliche waren die einzige Partei im Parlament, damals zwar nur mit einer Abgeordneten vertreten, aber Barbara Rosenkranz ist als einzige damals vorhandene FPÖ-Abgeordnete im Parlament vehement für diese Volksabstimmung eingetreten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Da sind wir auch die konsequente Österreichvertretungs-Partei.
Abg. Großruck: Wen kennen Sie denn in Brüssel?
Wer die Herrschaften in Brüssel kennt, der weiß ganz genau, was die weiteren Ziele in nächster Zeit sein werden. (Abg. Großruck: Wen kennen Sie denn in Brüssel?) Wenn man den Widerstand der Bevölkerung in Irland nach wiederholten Anläufen endlich gebrochen hat, dann will man nicht nur die Verfassung durchgepeitscht wissen, sondern dann soll auch der nächste Schritt folgen, nämlich die Türkei als nichteuropäisches Land in die Europäische Union zu holen, auch ohne Volksabstimmung. Das ist doch der Plan, und genau das gilt es zu verhindern! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wer die Herrschaften in Brüssel kennt, der weiß ganz genau, was die weiteren Ziele in nächster Zeit sein werden. (Abg. Großruck: Wen kennen Sie denn in Brüssel?) Wenn man den Widerstand der Bevölkerung in Irland nach wiederholten Anläufen endlich gebrochen hat, dann will man nicht nur die Verfassung durchgepeitscht wissen, sondern dann soll auch der nächste Schritt folgen, nämlich die Türkei als nichteuropäisches Land in die Europäische Union zu holen, auch ohne Volksabstimmung. Das ist doch der Plan, und genau das gilt es zu verhindern! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb ist es so wichtig, auch in dieser Frage und gerade in dieser Frage entschlossenen Widerstand zu leisten, von unserer freiheitlichen Seite deutlich festzuhalten, dass die kommende EU-Wahl im Juni eine Abrechnung werden wird mit jenen im Hohen Haus, die die Volksabstimmung verhindert haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Großruck: So stellt sich halt der kleine Maxl die Welt vor!
Wo bleiben denn die großen Lösungskompetenzen der Europäischen Union bei der Bewältigung der Finanzkrise? Da hat es keinen großen Wurf der Europäischen Union gegeben. Auch beim Konflikt im Nahen Osten, den Sie, Herr Außenminister, angesprochen haben, habe ich eher den Eindruck gehabt, dass man hier eigentlich auf Tauchstation war. Ähnlich bei der Gaskrise, wo man es nicht gewagt hat, die Ukraine zur Räson zu rufen. (Abg. Großruck: So stellt sich halt der kleine Maxl die Welt vor!)
Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
An dieser Stelle sage ich sehr deutlich: Wir von den Freiheitlichen sind nicht europafeindlich, aber unsere Losung ist: „Österreich zuerst!“ (Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ
Es geht also darum, unsere österreichischen Interessen zu vertreten. Den Verein Europäische Union, bitte, den gilt es zu kritisieren in seinen Fehlentwicklungen, um endlich ein soziales, gerechtes, föderales Europa der Vaterländer sicherzustellen. (Beifall bei der FPÖ).
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Ich sage Ihnen zum Abschluss: Wir wollen ein eigenständiges, neutrales Österreich. Die Europapolitik dieser Bundesregierung ist aber in vielen Bereichen eine Politik der Selbstaufgabe österreichischer Interessen und vor allen Dingen auch von Verfassungsgrundsätzen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Art und Weise, wie diese Bundesregierung gehandelt hat, schadet in vielen Bereichen dem europäischen Gedanken. Wir werden in diesem Punkt dagegen halten, wir werden ein Gegengewicht sein, und wir schämen uns nicht, Österreicher zu sein. Wir sind stolz darauf, Österreicher zu sein in einem Europa, das wir anders und besser gestaltet wissen wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Föderal, bürgernahe, sozial gerecht!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Kollege Strache, am Ende Ihrer Rede haben Sie gesagt, Sie wollen ein anderes Europa. Sie haben uns aber die ganze Redezeit über im Verborgenen suchen lassen, was für ein Europa Sie eigentlich wollen. (Abg. Strache: Föderal, bürgernahe, sozial gerecht!)
Abg. Strache: Volksabstimmung zum Beispiel!
Ja, das sind Schlagwörter. Mit Überschriften können wir nicht leben. Was ist das blaue Modell? Ich sitze genug weit vorne, um alles zu hören. Was ist das blaue Modell? – Sie können keine Antwort darauf geben. (Abg. Strache: Volksabstimmung zum Beispiel!)
Abg. Strache: Die Volksabstimmung wurde leider nicht Wirklichkeit, weil ÖVP, SPÖ und Grüne sie verhindert haben!
Offenbar war Ihre ganze Rede vom falschen Chip gesteuert, den Sie da irrtümlich eingeworfen haben, denn das ist nicht mehr die Wirklichkeit, was Sie da geschildert haben. (Abg. Strache: Die Volksabstimmung wurde leider nicht Wirklichkeit, weil ÖVP, SPÖ und Grüne sie verhindert haben!) Es gibt nun einmal die Wirtschafts- und Finanzkrise, und der entscheidende Unterschied zu 1929 ist unter anderem auch der, dass es in Europa diese Europäische Union gibt, die konzertiert und gemeinsam auftreten kann – und sie ist auch gemeinsam aufgetreten, wenn ich beispielsweise an das 200-Milliarden-€-Paket denke. Das zeigt den wirklich qualitativen Fortschritt in der Bewälti-
Abg. Strache: Das schauen wir uns noch an, wie die Krise bewältigt werden wird!
gung solcher Krisen, wenn es diese Art von Organisationsform, wie die Europäische Union eine ist, gibt. (Abg. Strache: Das schauen wir uns noch an, wie die Krise bewältigt werden wird!) Deswegen sind wir auch Verfechter dessen, dass es diese Europäische Union auch weiterhin geben soll, und sie soll hier nicht in Frage gestellt werden.
Abg. Strache: Da geben Sie mir ja doch recht!
Auch wir sagen jedoch, dass man da natürlich Verbesserungen und Reformen andenken kann. Auch wir sagen, es muss eigentlich über eine „EU neu“ nachgedacht werden, denn wir wissen, dass es hier Kritik der Bürgerinnen und Bürger gibt. (Abg. Strache: Da geben Sie mir ja doch recht!)
Beifall bei SPÖ. – Abg. Strache: Jetzt glauben Sie schon selbst an Ihre manipulierten Umfragen!
Die Europäische Union wird in Österreich an sich nicht in Frage gestellt, aber dass wir Änderungen und Verbesserungen anstreben, das ist auch unbestritten. Das soll man jedoch so konstruktiv machen, dass am Ende des Tages die EU stärker und nicht schwächer ist und eine Perspektive hat und nicht letztlich implodiert oder zerstört wird. Das ist der entscheidende Unterschied, und den sollte man auch immer wieder herausarbeiten. (Beifall bei SPÖ. – Abg. Strache: Jetzt glauben Sie schon selbst an Ihre manipulierten Umfragen!)
Abg. Bucher: Es ist auch der Tag eins für unsere Bundesregierung!
Ich möchte noch auf einen Punkt eingehen, weil ich bislang eigentlich nur auf den Vorredner eingegangen bin. Ich bin ja für Diskurs und für Diskussion. Es ist heute der Tag eins der neuen Präsidentschaft der USA. Gestern war die Angelobung von Barack Obama. (Abg. Bucher: Es ist auch der Tag eins für unsere Bundesregierung!) Wer das gesehen hat, konnte feststellen, dass 1,5 oder 2 Millionen Menschen dem neuen Präsidenten zugejubelt haben. Obama ist der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten, und er versprüht mit den Satz: Wir nehmen die Herausforderung an!, sehr viel Optimismus, sehr viel Zukunftsperspektive.
Abg. Strache: Sie verlassen sich auf Obama? Da wird man bald verlassen sein!
Wir haben gesehen, dass die Wirtschaftskrise ihren Ausgang in Amerika genommen hat, und wir wissen auch, dass es wichtig ist, dass es in Amerika wieder eine Entwicklung gibt, die uns mit Optimismus erfüllt. Es wird dort jetzt wirklich versucht, unter Einbeziehung aller ethnischen und religiösen Gruppierungen, kurz der gesamten Bevölkerung, einen neuen Aufbruch anzustreben. (Abg. Strache: Sie verlassen sich auf Obama? Da wird man bald verlassen sein!) Das kann auch für die wirtschaftliche Entwicklung, für die Stimmung bedeutsam sein. Da ist nämlich viel Psychologie dabei. Das Gegenteil bewirken apokalyptische Bilder. Wenn Sie reden, geht das Licht im Saal aus und dunkle Bilder erscheinen an den Wänden. Das ist dann die Quintessenz Ihrer Rede.
Abg. Strache: Die Menschen sollen Aufbruchstimmung spüren! Wo spüren denn die Menschen bei uns Aufbruchstimmung?
Wofür wir sorgen müssen, ist, dass es hier Licht, Aufbruchstimmung gibt, dass die Herausforderung angenommen wird. (Abg. Strache: Die Menschen sollen Aufbruchstimmung spüren! Wo spüren denn die Menschen bei uns Aufbruchstimmung?) – Für Sie drehe ich das Licht gleich noch einmal heller auf, damit Sie besser lesen können! – Ich sage Ihnen jedenfalls: Das ist eine entscheidende Perspektive, und das wird möglicherweise weltweit von der Vereinigten Staaten ausgehen.
Abg. Vilimsky: In Afghanistan!
Das ist positiv, und man sollte das, wenn wir einmal ein bisschen über den engen Raum dieses Saales hinaussehen, würdigen, was sich in den Vereinigten Staaten von Amerika an revolutionärer Veränderung andeutet. Das wird Auswirkungen auf die transatlantische Zusammenarbeit haben. Die Achse der USA und der Europäischen Union wird nicht nur in wirtschaftlichen Fragen eine wesentliche Rolle spielen. (Abg. Vilimsky: In Afghanistan!)
Abg. Grosz: Das funktioniert aber nicht! Ihre Regierung ist der krasse Gegensatz zu Obama!
Das ist es, was ich als so wichtig empfinde für Europa und auch für Österreich: Wir müssen die Herausforderung annehmen. Die Regierung hat bereits signalisiert, dass sie das will. Es geht darum, dass wir hier im Parlament gemeinsam an diesem Prozess mitwirken. Wir sollten da keine kleinlichen Streite ausfechten, sondern gemeinsam, auf einem nationalen Grundkonsens aller fünf Parteien basierend diese Herausforderung annehmen, diese Chance erkennen, die Chance, die sich jetzt ergibt. Jede Krise ist negativ, jede Krise hat zerstörerische Elemente, aber sie hat auch etwas Positives, sie bietet die Chance, einen neuen Anlauf zu nehmen, um auch wirklich Lösungen anzustreben. (Abg. Grosz: Das funktioniert aber nicht! Ihre Regierung ist der krasse Gegensatz zu Obama!)
Beifall bei der SPÖ.
Österreich kann sein Gesellschaftsmodell, sein Sozialmodell, seine Erfahrungen in vielen anderen Bereichen einbringen. Österreich kann seine traditionell guten Dienste als neutrales Land in der Europäischen Union bei der Lösung von Konflikten einbringen. Auf diesem Gebiet kann, so meine ich, sehr viel geschehen. Die Quelle all dessen sollte der Optimismus, die Zukunftsorientierung sein. Es geht darum, dass wir diese Stimmung mittragen, die seit gestern wiederum so deutlich auch aus Amerika kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Cap soll doch gleich ein Dauervisum für die USA beantragen!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Tempora mutantur, Kollege Cap, was? Ich habe noch in Erinnerung, wie ich als ganz junger, frischer Staatsbürger Josef Cap bei seiner Wahlbewegung beobachtet habe. Da hat er noch einen Vorzugsstimmen-Wahlkampf geführt, ein Palästinensertuch um den Hals getragen und fleißig auf Amerika geschimpft. Auf das andere Land will ich gar nicht eingehen. – Heute ist Cap geradezu euphorisch von einer „Droge“ namens Obama erfasst, und er kann sich vor lauter Amerikanophilie und Begeisterung für Amerika kaum mehr halten. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap soll doch gleich ein Dauervisum für die USA beantragen!)
Abg. Strache: Stadler früher!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Das Problem mit dieser Europäischen Union ist, dass dauernd Sinnvolles mit völlig Unsinnigem vermischt ist. Niemand, der vernünftig ist, sagt, dass diese Europäische Union oder eine europäische Integration gänzlich abgelehnt wird. Das sagt niemand, der vernünftig ist. (Abg. Strache: Stadler früher!) Es gibt ein paar im Haus, das wissen wir schon, die glauben, es würde alles besser werden, wenn man die Europäische Union möglichst rasch zerstampfen, zerschlagen würde. (Abg. Strache: Der Schürzerlträger führt sich wieder auf!) – Bitte? – Ja genau! Kollege Strache – ich hätte beinahe vergessen, wie er heißt – ist zum Beispiel so einer, der das glaubt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Das ist Strache-Phobie!) – Nein, ich habe keine Strache-Phobie. Um Gottes willen! Das bist du gar nicht wert. Was glaubst du denn? Sei doch nicht so eingebildet! – Nein! (Abg. Strache: Logenbruder!)
Abg. Strache: Der Schürzerlträger führt sich wieder auf!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Das Problem mit dieser Europäischen Union ist, dass dauernd Sinnvolles mit völlig Unsinnigem vermischt ist. Niemand, der vernünftig ist, sagt, dass diese Europäische Union oder eine europäische Integration gänzlich abgelehnt wird. Das sagt niemand, der vernünftig ist. (Abg. Strache: Stadler früher!) Es gibt ein paar im Haus, das wissen wir schon, die glauben, es würde alles besser werden, wenn man die Europäische Union möglichst rasch zerstampfen, zerschlagen würde. (Abg. Strache: Der Schürzerlträger führt sich wieder auf!) – Bitte? – Ja genau! Kollege Strache – ich hätte beinahe vergessen, wie er heißt – ist zum Beispiel so einer, der das glaubt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Das ist Strache-Phobie!) – Nein, ich habe keine Strache-Phobie. Um Gottes willen! Das bist du gar nicht wert. Was glaubst du denn? Sei doch nicht so eingebildet! – Nein! (Abg. Strache: Logenbruder!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Das ist Strache-Phobie!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Das Problem mit dieser Europäischen Union ist, dass dauernd Sinnvolles mit völlig Unsinnigem vermischt ist. Niemand, der vernünftig ist, sagt, dass diese Europäische Union oder eine europäische Integration gänzlich abgelehnt wird. Das sagt niemand, der vernünftig ist. (Abg. Strache: Stadler früher!) Es gibt ein paar im Haus, das wissen wir schon, die glauben, es würde alles besser werden, wenn man die Europäische Union möglichst rasch zerstampfen, zerschlagen würde. (Abg. Strache: Der Schürzerlträger führt sich wieder auf!) – Bitte? – Ja genau! Kollege Strache – ich hätte beinahe vergessen, wie er heißt – ist zum Beispiel so einer, der das glaubt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Das ist Strache-Phobie!) – Nein, ich habe keine Strache-Phobie. Um Gottes willen! Das bist du gar nicht wert. Was glaubst du denn? Sei doch nicht so eingebildet! – Nein! (Abg. Strache: Logenbruder!)
Abg. Strache: Logenbruder!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Das Problem mit dieser Europäischen Union ist, dass dauernd Sinnvolles mit völlig Unsinnigem vermischt ist. Niemand, der vernünftig ist, sagt, dass diese Europäische Union oder eine europäische Integration gänzlich abgelehnt wird. Das sagt niemand, der vernünftig ist. (Abg. Strache: Stadler früher!) Es gibt ein paar im Haus, das wissen wir schon, die glauben, es würde alles besser werden, wenn man die Europäische Union möglichst rasch zerstampfen, zerschlagen würde. (Abg. Strache: Der Schürzerlträger führt sich wieder auf!) – Bitte? – Ja genau! Kollege Strache – ich hätte beinahe vergessen, wie er heißt – ist zum Beispiel so einer, der das glaubt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Das ist Strache-Phobie!) – Nein, ich habe keine Strache-Phobie. Um Gottes willen! Das bist du gar nicht wert. Was glaubst du denn? Sei doch nicht so eingebildet! – Nein! (Abg. Strache: Logenbruder!)
Abg. Mag. Stadler hält eine Kopie der „Kronen-Zeitung“ in die Höhe.
Vernünftig ist es, sich zusammenzuschließen, wenn es um große Fragen geht. Da gäbe es einiges zu tun; ich will Ihnen dann gleich ein paar Beispiele nennen. Aber was die Österreicher ärgert, sind diese Dinge – Herr Bundeskanzler, diese Zeitung ist Ihnen ja nicht so fremd. (Abg. Mag. Stadler hält eine Kopie der „Kronen-Zeitung“ in die Höhe.) Wie ich weiß, ist das fast die einzige Zeitung, die Sie lesen.
Beifall beim BZÖ.
Herr Bundeskanzler, wenn ich lese, dass die Europäische Union mir jetzt in ihrem gesundheitsreligiösen Wahnsinn sagen will, wie viel Salz ich noch auf meinem Salzstangerl haben darf, dann geht nicht nur mir das „Geimpfte“ auf, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das kann der Bürger gar nicht mehr nachvollziehen, aber das sollte europaweit nachvollziehbar sein. Die Europäische Union sollte sich nicht um Salzstangerl und nicht um irgendwelche Gurkenkrümmungen, sondern um diese Dinge kümmern, meine Damen und Herren! Das erwartet sich der Bürger von der Europäischen Union! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich bleibe bei meiner Hauptfrage, die keine Fraktion dieses Hauses bis heute hinreichend beantworten konnte, weil sie die Union selbst nicht beantworten will. Herr Kollege Schüssel! Herr Bundeskanzler! Herr Außenminister! Wie glaubt man eine Union ohne Bevölkerung, ohne die europäischen Völker oder gar gegen die europäischen Völker bauen zu können? Das soll man mir einmal erklären, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich weiß aus unserer Nachbarschaft eines, das überlebt hat, aber dieses multinationale, multiethnische, multireligiöse und auch multiregionale Gebilde – nämlich die Schweizer Konföderation – hat nur deswegen überlebt, weil man die Bevölkerung immer wieder in alle wichtigen politischen Fragen einbindet, meine Damen und Herren! Nur das hat dort Stabilität erzeugt! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Die Bevölkerung der einzelnen Länder einbinden: Das gilt natürlich für Österreich, aber das gilt auch für alle anderen Länder. Wenn ein großes Land wie Deutschland bis heute nicht einmal das Instrument der Volksabstimmung kennt, wie will es dann die deutsche Bevölkerung für diese Europäische Union auf Dauer begeistern können, meine Damen und Herren? – Sie haben sie nicht, und dafür müsste man sorgen! Das wäre doch einmal eine Aufgabe für die Union: Frau Merkel klarzumachen, dass sie auch ihr eigenes Volk ein bisschen mehr respektieren sollte, wenn es um die Frage der europäischen Integration geht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Hohes Haus! Meine Damen und Herren, Sie werden sehen, wie Sie an der Türkei-Frage auch in Deutschland scheitern werden – mit oder ohne Volksabstimmung. Die Leute werden in Fragen der Europäischen Union ihren Politikern zunehmend die Gefolgschaft verweigern, und, so sage ich, zu Recht, und zwar so lange zu Recht, solange man nicht bereit ist, die Völker Europas in den politischen Entscheidungsprozess mit einzubinden. So lange werden Sie von den europäischen Völkern keine Gefolgschaft erwarten dürfen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher wird die Union die Zukunftsfrage zu lösen haben, wie sie mit den Völkern Europa baut und nicht gegen die Völker. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Das ist ja ungeheuerlich, was Sie da behaupten! Das ist ja ungeheuerlich, was Sie hier unterstellen! Das ist ja ungeheuerlich, schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich frage Sie: Wie erklären Sie uns, den Abgeordneten dieses Hauses, dass unter den Mitarbeitern Ihres Büros der Hitlergruß „Heil Hitler!“ offenbar zu einer üblichen Begrüßungsformel gehört? (Abg. Strache: Das ist ja ungeheuerlich, was Sie da behaupten! Das ist ja ungeheuerlich, was Sie hier unterstellen! Das ist ja ungeheuerlich, schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Wie erwarten Sie, Herr Präsident Graf, dass wir, die Abgeordneten dieses Hauses – ich komme gleich dazu, Herr Strache –, das unseren Besuchern aus dem In- und Ausland erklären?
der Redner hält ein T-Shirt in die Höhe – Abg. Scheibner: Wo haben Sie das gekauft? – Zwischenruf des Abg. Mag. Haider
Wir haben ein T-Shirt kopiert (der Redner hält ein T-Shirt in die Höhe – Abg. Scheibner: Wo haben Sie das gekauft? – Zwischenruf des Abg. Mag. Haider), denn wir haben uns natürlich geweigert, diesem Versand weitere Profite zu bescheren. Wir haben ein T-Shirt kopiert, das ich Ihnen zeige – zunächst aus meiner Sicht Ihnen links und dann Ihnen rechts, den Sozialdemokraten (der Redner zeigt das T-Shirt entsprechend) –, das zunächst unbedeutend aussieht.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Riepl.
Herr Präsident Graf, das ist ja nur die Spitze des „Nazidrecks“ – um Ihren eigenen Ausdruck zu verwenden –, den Ihre Mitarbeiter bei diesem Versand bestellt haben. Als Abgeordneter dieses Hauses fordere ich Sie auf: Befreien Sie uns von diesem „Nazidreck“ – noch einmal: Ihre eigenen Worte! –, denn ich halte diesen Zustand für untragbar und unhaltbar! Und wenn Sie dazu nicht in der Lage sind, wenn Sie dazu nicht willens sind, dann treten Sie von Ihrem Amt als Dritter Präsident des Nationalrates zurück! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Riepl.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Weinzinger: Das ist Menschenhatz, ununterbrochene Menschenhatz!
Abschließend beantrage ich eine Debatte gemäß § 59 Abs. 3 der Geschäftsordnung. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Weinzinger: Das ist Menschenhatz, ununterbrochene Menschenhatz!)
Abg. Mag. Lunacek: Was ist unwahr daran?
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrter Präsident! Ich finde es unerhört und skandalös, wie sich Herr Abgeordneter Van der Bellen hier herausstellt und mit nachweisbaren Diffamierungen, mit nachweisbaren Unwahrheiten (Abg. Mag. Lunacek: Was ist unwahr daran?) und Fälschungen Dinge über unbescholtene Bürger behauptet, von denen er weiß, dass sie nicht stimmen!
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ, Grünen und BZÖ.
Herr Abgeordneter Van der Bellen weiß, dass diese Dinge nicht stimmen, weil nämlich belegt ist, dass diese unwahren Behauptungen, die seit drei Jahren auch in der Öffentlichkeit in der Wochenzeitschrift „profil“ abgedruckt wurden, nachweislich nicht stimmen. Es handelt sich dabei um nachweislich gefälschte Dateien, die von den Grünen veröffentlicht wurden. Es ist bewiesen, dass der Begriff „Ostmark“ als Fälschung eingebaut wurde und Behauptungen über Bestellungen aufgestellt werden, die nie getätigt wurden. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ, Grünen und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dieses Leibchen, das Sie hier darlegen, wurden von den Mitarbeitern nie bestellt. Ich sage Ihnen, die einzigen Leibchen, die bestellt wurden – nehmen Sie das zur Kenntnis! –, sind Leibchen mit dem Aufdruck „Mir stinken die Linken“! Und ich kann das verstehen, denn was Sie hier an Denunzierung, Diffamierung und Unwahrheiten über unbescholtene Bürger an den Tag legen, wo Sie eine Hatz gegen Menschen vornehmen und denen Dinge unterstellen, die einfach nicht richtig sind, ist wirklich letztklassig! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es handelt sich hier nicht um eine Fragestunde gegenüber dem Präsidenten, der hier würdig das Haus zu vertreten hat und sich mit solchen Unwahrheiten auch nicht konfrontieren lassen soll! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Das ist leider wirklich so, dass Sie kein Thema sind! – Gegenruf bei der FPÖ: Und Sie sind grüner Aktionist, sonst nichts!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Bevor ich jetzt das Wort Herrn Klubobmann Kopf erteile, möchte ich kurz festhalten, dass ein geschäftsordnungsmäßiger Antrag auf Durchführung einer Debatte auch ein Thema umfassen sollte. Der Dritte Präsident des österreichischen Nationalrates ist kein Gegenstand der Vollziehung der Geschäftsordnung und daher auch kein Thema. (Abg. Öllinger: Das ist leider wirklich so, dass Sie kein Thema sind! – Gegenruf bei der FPÖ: Und Sie sind grüner Aktionist, sonst nichts!)
Abg. Mag. Lunacek: Ganz „natürlich“!
Diese Verantwortung, Herr Präsident Graf, werden Sie gegenüber der Öffentlichkeit sowie gegenüber diesem Haus wahrnehmen müssen, wenngleich ohne Konsequenzen natürlich. (Abg. Mag. Lunacek: Ganz „natürlich“!) – Ohne rechtliche, ohne rechtlich zwingende Konsequenzen, meine Damen und Herren!
Beifall bei der ÖVP.
Ganz abgesehen davon, ob ein formal richtiger Antrag vorliegt oder nicht: Das würde die Geschäftsordnung auch sonst nicht hergeben. Das heißt, einen solchen Antrag, selbst wenn er noch präzisiert würde, Herr Kollege Van der Bellen, müssten wir ablehnen, aber diese Klarstellung war notwendig. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Das ist eine Lüge!
Hinzufügen möchte ich, dass Sie, Herr Präsident Graf, bei der Auswahl Ihrer Mitarbeiter persönlich die politische Verantwortung zu übernehmen haben. Wenn das alles stimmt, was hier präsentiert wurde (Abg. Strache: Das ist eine Lüge!), dann gibt es klare rechtliche Regelungen, wie das zu ahnden und mit welchen Urteilen das abzuschließen ist, aber politisch haben Sie, Herr Präsident Graf, mit Sicherheit die Verantwortung zu tragen. Sie haben sich auch der öffentlichen Debatte zu stellen.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin daher der Auffassung, dass das in Zukunft damit nicht ad acta gelegt sein kann. Ansonsten, was die geschäftsordnungsmäßige Interpretation anbelangt, stimme ich dem Kollegen Kopf voll zu. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Er hat gar nichts verurteilt!
Das Zweite ist, dass wir in der Präsidiale darüber übereingekommen sind, dass diese Aktion der beiden Mitarbeiter des Dritten Nationalratspräsidenten eine verwerfliche war, die er auch selbst verurteilt hat. (Abg. Öllinger: Er hat gar nichts verurteilt!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Wir stehen auch dazu, dass jedes Anstreifen an nationalsozialistisches Gedankengut und jede Sympathiebekundung in diese Richtung zu unterbinden ist; überhaupt keine Diskussion und keine Frage. Ich frage mich allerdings auch, ob es in Österreich nicht grundlegendere und wichtigere Themen gibt, wie zum Beispiel die Themen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsbelebung, über die wir uns vordergründig zu unterhalten haben. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Wenn Sie zu diesem Thema Diskussionsbedarf haben, meine Damen und Herren von den Grünen und der FPÖ, dann veranstalten Sie diese Diskussion bitte außerhalb des Hohen Hauses! – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Strache: Wenn doch die Behauptungen nicht stimmen!
Wir kennen Sie, Herr Präsident Graf, seit vielen Jahren als Abgeordneten, der durchaus eine Meinung, ein Profil hat, der aber gerade in diesem Bereich sehr sensibel ist. Ich glaube nicht, dass es ausreicht, sich jetzt auf Untersuchungen zu beziehen. Hier wird einfach anderes von Ihnen erwartet. Ich glaube, Sie sollten die Größe aufbringen, das auch konkret ... (Abg. Strache: Wenn doch die Behauptungen nicht stimmen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Vorverurteilung aufgrund unwahrer Behauptungen!
Noch einmal: Ich kommentiere jetzt keine Leiberlaufschriften. Es geht mir darum, dass der österreichische Nationalrat wirklich auch anderes diskutieren soll. Und dazu kann Herr Präsident Graf auch seinen Beitrag leisten. Ich glaube, das sollte man hier durchaus mit anbringen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Vorverurteilung aufgrund unwahrer Behauptungen!) – Herr Abgeordneter Strache, Lautstärke hilft da nichts! Ich habe ein Mikrophon, Sie nicht; Sie werden nur heiser, ich nicht. Und jetzt diskutieren wir wieder über Europa, wo ich Ihnen durchaus das eine oder andere sagen könnte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Sie werden immer unwichtiger, das ist Ihr Problem!) – Aber geh!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Sie werden immer unwichtiger, das ist Ihr Problem!
Noch einmal: Ich kommentiere jetzt keine Leiberlaufschriften. Es geht mir darum, dass der österreichische Nationalrat wirklich auch anderes diskutieren soll. Und dazu kann Herr Präsident Graf auch seinen Beitrag leisten. Ich glaube, das sollte man hier durchaus mit anbringen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Vorverurteilung aufgrund unwahrer Behauptungen!) – Herr Abgeordneter Strache, Lautstärke hilft da nichts! Ich habe ein Mikrophon, Sie nicht; Sie werden nur heiser, ich nicht. Und jetzt diskutieren wir wieder über Europa, wo ich Ihnen durchaus das eine oder andere sagen könnte. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Sie werden immer unwichtiger, das ist Ihr Problem!) – Aber geh!
Beifall bei der ÖVP.
Daher sage ich: Dieses Europa schützt und nützt. Und mit Verlaub gesagt: Gegen die Krise hilft uns keine Volksabstimmung. Auch das sage ich hier im vollen Ernst. Wir sollten die Kräfte auf die Bewältigung der Fragen konzentrieren – und nicht auf Scheinfragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin dankbar, dass etwa die Sorgen der Forscher und der Universitäten jetzt durch die jüngsten Ankündigungen des Wissenschaftsministers deutlich verringert wurden. Das ist richtig und notwendig. Daher ist es gut, dass wir in der Union sind; es ist gut, dass mit Michael Spindelegger ein Außenminister an der Spitze des Ressorts steht, der seine Arbeit wie seine Amtsvorgängerin hervorragend machen und eine starke Stimme für Österreich in dieser Europäischen Union und in der Welt sein wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Es ist richtig, dass wir in der jetzigen Krise – das ist in der Dringlichen Anfrage der Grünen, die heute um 15 Uhr debattiert wird, sehr schön formuliert – zu wenig in der Lage waren, unseren Nachbarländern zu helfen. Wir werden also auf nationale Souveränität verzichten müssen, wenn wir es mit einer europäischen Energiepolitik ernst meinen. (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bin sicher, dass Michael Spindelegger und das Außenamt in den kommenden zwei Jahren im UNO-Sicherheitsrat eine gute Rolle spielen werden. Viel Glück! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Bitte keinen Wahlkampf! – Abg. Scheibner: Unterlassen Sie bitte Drohungen!
Meine Damen und Herren im Hohen Haus! Meine Damen und Herren auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen! Die meisten von Ihnen werden es wohl mitverfolgt haben und wissen daher, dass ich seit wenigen Tagen eine neue Rolle im Rahmen der Politik habe. Als Spitzenkandidatin für die Europawahl werde ich mich in den nächsten Monaten noch mehr als bisher mit dem Thema der heutigen Erklärung des Herrn Außenministers und des Bundeskanzlers beschäftigen, noch mehr mit europäischen Fragen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte keinen Wahlkampf! – Abg. Scheibner: Unterlassen Sie bitte Drohungen!)
Abg. Scheibner: Das bestimmen Sie?!
Der Grund dafür, dass ich das hier erwähne, ist, dass ich mich auf sehr lebhafte Debatten freue; nicht immer auf alle Details, vor allem nicht auf solche, die nationalistischen Charakter haben und die dieses gemeinsame Europa leugnen. (Abg. Scheibner: Das bestimmen Sie?!) Aber als begeisterte Europäerin möchte ich auf jeden Fall dazu beitragen, dass sich in Österreich, in einem Land, in dem sich tatsächlich sowohl ökonomisch als auch im Sinne des Öffnens dieses Landes sehr viel getan hat – Insel der Seligen, das ist lange her, wenn es überhaupt jemals gestimmt hat –, in dem mit dem Beitritt zur EU sehr wohl auch ein Modernisieren, Europäisieren in den Köpfen der Leute stattgefunden hat, in dem in den letzten Jahren aber ein Stimmungswandel eingetreten ist, wo starke Ablehnung, Zweifel, Skepsis gegenüber der EU zu bemerken sind, das wieder ändert und wieder mehr Zustimmung, aber auch Begeisterung für das, was in Europa möglich ist, an den Tag gelegt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Der Grund dafür, dass ich das hier erwähne, ist, dass ich mich auf sehr lebhafte Debatten freue; nicht immer auf alle Details, vor allem nicht auf solche, die nationalistischen Charakter haben und die dieses gemeinsame Europa leugnen. (Abg. Scheibner: Das bestimmen Sie?!) Aber als begeisterte Europäerin möchte ich auf jeden Fall dazu beitragen, dass sich in Österreich, in einem Land, in dem sich tatsächlich sowohl ökonomisch als auch im Sinne des Öffnens dieses Landes sehr viel getan hat – Insel der Seligen, das ist lange her, wenn es überhaupt jemals gestimmt hat –, in dem mit dem Beitritt zur EU sehr wohl auch ein Modernisieren, Europäisieren in den Köpfen der Leute stattgefunden hat, in dem in den letzten Jahren aber ein Stimmungswandel eingetreten ist, wo starke Ablehnung, Zweifel, Skepsis gegenüber der EU zu bemerken sind, das wieder ändert und wieder mehr Zustimmung, aber auch Begeisterung für das, was in Europa möglich ist, an den Tag gelegt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!
Gerade jetzt, in dieser Finanzkrise, sehen wir ja, dass zum Teil wieder mehr Zustimmung gegeben ist, da die Leute merken, dass wir Europa brauchen. (Abg. Scheibner: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!) Aber wir brauchen ein Europa (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!), das in dieser Finanz- und Wirtschaftskrise tatsächlich Maßnahmen setzt, Nägel mit Köpfen macht, so etwas wie eine europäische Finanzmarktaufsicht einführt, den viel zu freien Finanzmärkten Regeln setzt und Riegel vorschiebt und klar sagt, dass wir so etwas wie eine Finanztransaktionssteuer brauchen, das klarmacht, dass Spekulationen Grenzen haben müssen. Es geht nicht an, dass damit einige Personen Millionen verdienen, reich werden und andere immer weniger haben. Das darf in diesem Europa nicht sein. Und dazu braucht es zum Beispiel eine Finanztransaktionssteuer, eine gemeinsame europäische Finanzmarktaufsicht, dazu braucht es vor allem aber auch ein Trockenlegen der Steueroasen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!
Gerade jetzt, in dieser Finanzkrise, sehen wir ja, dass zum Teil wieder mehr Zustimmung gegeben ist, da die Leute merken, dass wir Europa brauchen. (Abg. Scheibner: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!) Aber wir brauchen ein Europa (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!), das in dieser Finanz- und Wirtschaftskrise tatsächlich Maßnahmen setzt, Nägel mit Köpfen macht, so etwas wie eine europäische Finanzmarktaufsicht einführt, den viel zu freien Finanzmärkten Regeln setzt und Riegel vorschiebt und klar sagt, dass wir so etwas wie eine Finanztransaktionssteuer brauchen, das klarmacht, dass Spekulationen Grenzen haben müssen. Es geht nicht an, dass damit einige Personen Millionen verdienen, reich werden und andere immer weniger haben. Das darf in diesem Europa nicht sein. Und dazu braucht es zum Beispiel eine Finanztransaktionssteuer, eine gemeinsame europäische Finanzmarktaufsicht, dazu braucht es vor allem aber auch ein Trockenlegen der Steueroasen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Gerade jetzt, in dieser Finanzkrise, sehen wir ja, dass zum Teil wieder mehr Zustimmung gegeben ist, da die Leute merken, dass wir Europa brauchen. (Abg. Scheibner: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!) Aber wir brauchen ein Europa (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!), das in dieser Finanz- und Wirtschaftskrise tatsächlich Maßnahmen setzt, Nägel mit Köpfen macht, so etwas wie eine europäische Finanzmarktaufsicht einführt, den viel zu freien Finanzmärkten Regeln setzt und Riegel vorschiebt und klar sagt, dass wir so etwas wie eine Finanztransaktionssteuer brauchen, das klarmacht, dass Spekulationen Grenzen haben müssen. Es geht nicht an, dass damit einige Personen Millionen verdienen, reich werden und andere immer weniger haben. Das darf in diesem Europa nicht sein. Und dazu braucht es zum Beispiel eine Finanztransaktionssteuer, eine gemeinsame europäische Finanzmarktaufsicht, dazu braucht es vor allem aber auch ein Trockenlegen der Steueroasen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren, das ist das, wo die EU handeln kann und muss und wo es wichtig ist, dass sie das bald tut. Denn es gibt eine gewisse „Gefahr“ – zwischen Anführungszeichen –: Mit der gestrigen Angelobung des US-Präsidenten Obama könnte es sein, dass die Europäische Union, wenn sie da nicht bald handelt, ins Hintertreffen gerät, auch im Klimaschutzbereich. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es gab ein ambitioniertes Programm der Europäischen Kommission – das hätte von den Grünen sein können – vom 26. November 2008, Mitteilung der Kommission, wo gefordert wurde, dass Investitionen in Energieeffizienz erfolgen, um Arbeitsplätze zu schaffen und Energie zu sparen, wo auch gefordert wurde, dass die Automobilindustrie für die Märkte von morgen fit gemacht werden muss. Und wissen Sie, was dann beim Rat geschehen ist, wo auch die österreichische Vertretung mitgestimmt hat? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Die Verschrottungsprämie für den Automobilsektor wurde eingeführt, was auch jetzt von den Regierungsparteien als „tolle Maßnahme“ für den Klimaschutz gesehen wird.
Abg. Dr. Rosenkranz: Das wissen wir eh!
Dieser Ratsbeschluss vom Dezember zeigt wieder einmal deutlich, dass es die nationalen Regierungen sind, Herr Kollege Strache – Kollege Strache ist jetzt leider nicht im Saal –, nicht die „böse EU“, die an allem schuld ist, was Sie für schlecht halten. Es ist nicht die Europäische Union. In diesem Fall hat die Kommission ganz sinnvolle Vorschläge gemacht. Und wer hat sie verwässert und abgeschwächt? – Die nationalen Regierungen, wie auch die österreichische. Lernen Sie das einmal, die paar Damen und vielen Herren von der FPÖ! (Abg. Dr. Rosenkranz: Das wissen wir eh!)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Sehr oft ist es so, dass von der EU sehr wohl sinnvolle Maßnahmen kommen. Aber Sie schimpfen ständig dagegen und sagen: Diese EU brauchen wir nicht, wir wollen sie nicht! – Sie wollen nur nationale Souveränität. Sie wollen am liebsten Österreich abschotten und aus der Europäische Union heraus. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das ist das, was Sie wollen. Sie wollen keine andere Europäische Union – Sie sagen es zwar immer wieder, allein mir fehlt der Glaube. (Abg. Neubauer: Sie haben ja alle zwei Monate eine andere EU-Linie!) Es stimmt einfach nicht. Sie haben das nicht vor.
Abg. Neubauer: Sie haben ja alle zwei Monate eine andere EU-Linie!
Sehr oft ist es so, dass von der EU sehr wohl sinnvolle Maßnahmen kommen. Aber Sie schimpfen ständig dagegen und sagen: Diese EU brauchen wir nicht, wir wollen sie nicht! – Sie wollen nur nationale Souveränität. Sie wollen am liebsten Österreich abschotten und aus der Europäische Union heraus. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das ist das, was Sie wollen. Sie wollen keine andere Europäische Union – Sie sagen es zwar immer wieder, allein mir fehlt der Glaube. (Abg. Neubauer: Sie haben ja alle zwei Monate eine andere EU-Linie!) Es stimmt einfach nicht. Sie haben das nicht vor.
Ruf bei der FPÖ: Change!
Das Zweite, was Obama gelungen ist: Es ist ihm gelungen ... (Ruf bei der FPÖ: Change!) – Genau: Change. Es ist Obama gelungen, die Begeisterung bei den Menschen für Politik, dafür, dass Politik gestaltbar ist, dass sie etwas ändern können, zu wecken. Und das muss uns auch in Österreich und in Europa gelingen.
Ruf bei der FPÖ: Bravo!
Noch etwas zu Herrn Strache: Ich glaube, Ihnen liegt überhaupt nichts an einem sozialen Europa, an der Lösung der Wirtschafts- und Finanzkrise, an der Armutsbekämpfung. Die ganze Zeit haben Sie nur vom Österreich der Vaterländer, vom eigenständigen Österreich gesprochen. (Ruf bei der FPÖ: Bravo!) Das, was Sie wollen, ist Nationalismus. Sie fördern Rassismus! Sie fördern ein Sündenbock-Denken gegenüber Brüssel, gegenüber Ausländern und Ausländerinnen! (Abg. Dr. Haimbuchner: Geh, bitte!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Geh, bitte!
Noch etwas zu Herrn Strache: Ich glaube, Ihnen liegt überhaupt nichts an einem sozialen Europa, an der Lösung der Wirtschafts- und Finanzkrise, an der Armutsbekämpfung. Die ganze Zeit haben Sie nur vom Österreich der Vaterländer, vom eigenständigen Österreich gesprochen. (Ruf bei der FPÖ: Bravo!) Das, was Sie wollen, ist Nationalismus. Sie fördern Rassismus! Sie fördern ein Sündenbock-Denken gegenüber Brüssel, gegenüber Ausländern und Ausländerinnen! (Abg. Dr. Haimbuchner: Geh, bitte!)
Beifall bei den Grünen.
Mein Europa, unser Europa ist ein anderes. Es ist ein Europa der Gemeinsamkeiten, der ethnischen Vielfalt. Das ist unser Europa, und nicht das, was Sie wollen. (Beifall bei den Grünen.) Ihres ist antieuropäisch. Sie wollen eine Internationale der Nationalen. Das ist eine Pervertierung des Internationalismus und nichts anderes. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Mein Europa, unser Europa ist ein anderes. Es ist ein Europa der Gemeinsamkeiten, der ethnischen Vielfalt. Das ist unser Europa, und nicht das, was Sie wollen. (Beifall bei den Grünen.) Ihres ist antieuropäisch. Sie wollen eine Internationale der Nationalen. Das ist eine Pervertierung des Internationalismus und nichts anderes. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Volksabstimmung ist Missbrauch – sehr gut!
Wenn ich Sie höre, weiß ich auch wieder, warum ich gegen nationale Volksabstimmungen bin, gegen eine nationale Volksabstimmung über den Lissabon-Vertrag. Zu diesen nationalistischen Tendenzen, die Sie hier wollen, gibt es von mir ein klares Nein. Der Missbrauch durch Ihre rechte Ideologie wäre mir zu gefährlich. (Abg. Dr. Rosenkranz: Volksabstimmung ist Missbrauch – sehr gut!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Lampe leuchtet! Es ist schon die Zeit vorbei! Die Zeit ist um!
Ein Letztes: die Atom-Renaissance in der EU. – Ich fordere von der österreichischen Bundesregierung, dass sie endlich das tut, was sie Jahre hindurch nicht getan hat, nämlich dass sie sich mit den anderen zehn EU-Staaten verbündet, die noch keine Atomkraft haben und auch keine haben wollen, und dass sie endlich auch den Ausstieg aus Euratom vorantreibt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Lampe leuchtet! Es ist schon die Zeit vorbei! Die Zeit ist um!)
Beifall bei den Grünen.
Ein letztes Wort zu Herrn Präsidenten Graf: So wie auch Herr Schüssel meine ich, dazu braucht es eine politische Debatte. Und ich bin der Meinung, dass ein Präsident wie Sie, Herr Graf, der immer wieder am Rechtsextremismus anstreift, nicht tragbar ist und fordere daher Ihren Rücktritt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Sehr geehrte Frau Kollegin, für Ihre Behauptung und Aussage, Herr Strache und die FPÖ fördern Rassismus in Europa, erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident Graf, diese Korrektheit sollten Sie vielleicht besser in eigenen Angelegenheiten anwenden, das wäre dort wohl besser aufgehoben. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Liebe Ulrike Lunacek, ich möchte dir zunächst ganz herzlich zu deiner Kandidatur gratulieren, ich möchte aber auch dem unterlegenen Kandidaten Johannes Voggenhuber zu seiner wertvollen Arbeit im Europäischen Parlament ganz herzlich gratulieren, mich dafür bedanken und ihm für den weiteren Lebensweg alles Gute wünschen. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Scheibner: Passen Sie auf, dass Sie nicht dort bleiben – bei den Visabestimmungen!
Ich setze auch – jetzt unternehme ich wiederum einen Ausflug in die Vereinigten Staaten von Amerika (Abg. Scheibner: Passen Sie auf, dass Sie nicht dort bleiben – bei den Visabestimmungen!) – große, wenn auch keine übertriebenen Hoffnungen in den neuen Präsidenten, Barack Obama, dass sich auch im sogenannten Mekka des freien Marktes ein Umdenkprozess einstellt und auch dort der Staat verstärkt seine Verantwortung wahrnimmt und verstärkt regulierend eingreift (Abg. Ing. Westenthaler: Der Kreisky wird schon eifersüchtig!), damit es nicht noch einmal passiert, dass das System in solch eklatanter Weise aus den Angeln gehoben wird.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Kreisky wird schon eifersüchtig!
Ich setze auch – jetzt unternehme ich wiederum einen Ausflug in die Vereinigten Staaten von Amerika (Abg. Scheibner: Passen Sie auf, dass Sie nicht dort bleiben – bei den Visabestimmungen!) – große, wenn auch keine übertriebenen Hoffnungen in den neuen Präsidenten, Barack Obama, dass sich auch im sogenannten Mekka des freien Marktes ein Umdenkprozess einstellt und auch dort der Staat verstärkt seine Verantwortung wahrnimmt und verstärkt regulierend eingreift (Abg. Ing. Westenthaler: Der Kreisky wird schon eifersüchtig!), damit es nicht noch einmal passiert, dass das System in solch eklatanter Weise aus den Angeln gehoben wird.
Beifall bei der SPÖ. – Rufe beim BZÖ: Yes we can!
Wieder den Bogen zu den drängenden Problemen der wirtschaftlichen Situation spannend, Energiekrise und so weiter, kann ich nur an Sie alle appellieren, an einem Strang zu ziehen. Es ist in diesen schwierigen Zeiten einfach unerlässlich, alle Kräfte zu bündeln, sonst stehen wir wirklich einmal vor den Trümmern dessen, was über Jahrzehnte aufgebaut worden ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe beim BZÖ: Yes we can!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Ursula Plassnik (ÖVP): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Lassen Sie mich mit einem Wort der Anerkennung für Außenminister Michael Spindelegger starten. Er hatte in den letzten Wochen – das haben vielleicht nicht alle in der Dichte miterlebt – sehr viel zu bewältigen, und er hat das großartig gemacht. – Danke, Michael! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren, die Situation ist in der Tat humanitär erschütternd. Ich habe gestern in Genf den Chef des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz getroffen. Er hat gesagt, man kann sich die Verletzungen nicht vorstellen. Ich appelliere daher an den Gesundheitsminister, zu prüfen, ob Österreich da nicht auf der medizinischen Seite Hilfe leisten kann – ich bin überzeugt davon, dass wir es können; aber: wie wir es können –, Soforthilfe für die Verletzten in Palästina. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Also warum nicht jetzt auch die amerikanische Administration auffordern, Ernst zu machen, mit dem Iran zu sprechen? Es kann nicht so sein, dass hier Stillschweigen über Jahrzehnte hinweg als einzige „Politik“ – unter Anführungszeichen – betrieben wird. (Beifall bei der ÖVP.) Das wird uns keinen Erfolg, keinen dauerhaften Frieden im Nahen Osten bringen.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.
Ich bin überzeugt davon, dass sich hier auch die österreichische Diplomatie erfolgreich einbringen kann. Wir brauchen Beharrungsvermögen, wir brauchen entsprechende Hartnäckigkeit, aber wir dürfen nicht aufgeben. Es zahlt sich aus! – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Danke für das erteilte Wort. – Zuerst apropos Grundkonsens: Herr Professor Van der Bellen, ich habe bisher gedacht, dass es auch ein Teil des Grundkonsenses in einem zivilisierten demokratischen Parlament ist, dass man prinzipiell beim Thema bleibt und dass man nicht den ersten Moment, in dem die Kameras auf einen schauen, dazu nützt, Antifa-Agitation zu machen und das Thema möglichst in den Sand zu führen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Großruck: Island!
Und jetzt ist die Argumentation: Wir dürfen nicht darüber reden, denn wir haben die Krise; und die Krise haben wir nur so gut bewältigt, weil wir die Eurozone und die EU haben. – Auch das ist natürlich fachlich falsch, und das haben wir auch den Wortmeldungen und Zeitungen entnommen. Es wird die Rezession beispielsweise in der Eurozone sogar noch um 0,1 Prozent schärfer ausfallen als in der Nicht-Euro-Zone. Es sind Länder in der Eurozone durch die Krise stärker destabilisiert als Länder außerhalb dieser Zone – nehmen wir als Beispiel Portugal, Spanien, aber auch Griechenland. Es sind Länder, die in der EU sind, aber den Euro nicht haben, viel stärker destabilisiert als Länder außerhalb der EU – nehmen wir als Beispiel Ungarn oder Lettland. (Abg. Großruck: Island!) – EU-Mitglieder! Island ist kein EU-Mitglied, darauf möchte ich hinweisen. (Abg. Großruck: Aber außerhalb der EU ...!) – Die sind bei Weitem stärker betroffen als etwa Kroatien oder auch Serbien und Mazedonien, die weit von der EU-Mitgliedschaft entfernt sind.
Abg. Großruck: Aber außerhalb der EU ...!
Und jetzt ist die Argumentation: Wir dürfen nicht darüber reden, denn wir haben die Krise; und die Krise haben wir nur so gut bewältigt, weil wir die Eurozone und die EU haben. – Auch das ist natürlich fachlich falsch, und das haben wir auch den Wortmeldungen und Zeitungen entnommen. Es wird die Rezession beispielsweise in der Eurozone sogar noch um 0,1 Prozent schärfer ausfallen als in der Nicht-Euro-Zone. Es sind Länder in der Eurozone durch die Krise stärker destabilisiert als Länder außerhalb dieser Zone – nehmen wir als Beispiel Portugal, Spanien, aber auch Griechenland. Es sind Länder, die in der EU sind, aber den Euro nicht haben, viel stärker destabilisiert als Länder außerhalb der EU – nehmen wir als Beispiel Ungarn oder Lettland. (Abg. Großruck: Island!) – EU-Mitglieder! Island ist kein EU-Mitglied, darauf möchte ich hinweisen. (Abg. Großruck: Aber außerhalb der EU ...!) – Die sind bei Weitem stärker betroffen als etwa Kroatien oder auch Serbien und Mazedonien, die weit von der EU-Mitgliedschaft entfernt sind.
Abg. Großruck: Das war einmal ein Musterstaat!
Es wird immer Island, ein Ministaat mit einem ganz speziellen Problem (Abg. Großruck: Das war einmal ein Musterstaat!), einer Wirtschaft, die ganz auf die Finanz-
Beifall bei der FPÖ.
Wenn wir die EU bauen wollen, dann muss das mit dem Konsens, mit dem Willen und mit dem Gefühl der Leute passieren und nicht mit der Entscheidung von Bürokraten. Dafür gibt es ein Beispiel, das der Kollege Stadler – neben all seinen Tiraden, die er wie üblich von sich gegeben hat – sehr richtig gebracht hat, das ist die Schweiz. Die Schweiz ist das Modell, das zeigt, dass ein multinationales Gebilde funktioniert, wenn es auf Basis des Volkswillens gegründet ist und wenn es über den Volkswillen weiterentwickelt wird. Alle anderen multinationalen Gebilde – es ist egal, ob wir unser eigenes aus der Vergangenheit, die österreichisch-ungarische Monarchie als Beispiel heranziehen oder ob wir die Tschechoslowakei oder ob wir Jugoslawien nehmen – sind gescheitert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn es in Europa eine einzige Volksabstimmung zum Lissabon-Vertrag gegeben hat, in einem einzigen Land, und die lief negativ, dann sollte es eigentlich eine selbstverständliche Verpflichtung von uns allen sein – und zwar in jedem Land, nicht nur in Österreich –, diesen Vertrag beziehungsweise eine Änderung dieses Vertrages, die kommen wird, einer Volksabstimmung zu unterziehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Ah-Rufe und Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist keine Fälschung! Das ist eine Original-Homepage!
Ich lese aus der Homepage der Bundesjugendvertretung vor, wo von der Grünalternativen Jugend unter der Überschrift „Wenn die GJA“ – Grünalternative Jugend – „das Jugendministerium über hätte“ folgende erste Forderung gestellt wird: Die GJA würde dann als Erstes „einen Antrag auf Abschaffung von Regierung und Parlament einbringen“. (Ah-Rufe und Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das ist keine Fälschung! Das ist eine Original-Homepage!)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist keine Fälschung, sondern das ist ein sogenannter Screenshot, den wir uns vor Kurzem aus dem Internet beschafft haben. – Da vermissen wir natürlich schmerzhaft den moralischen Zeigefinger der Frau Kollegin Lunacek oder des Herrn Professor Van der Bellen, und da vermissen wir schmerzhaft die Entrüstung aus der letzten Bank. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Hübner sucht in seinen Unterlagen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da muss man ihn zuerst finden, nicht wahr? – Rufe: Schneller! Die Zeit! Die Redezeit ist bald um!
Ich darf daher abschließend unseren Antrag verlesen ... (Abg. Dr. Hübner sucht in seinen Unterlagen. – Abg. Ing. Westenthaler: Da muss man ihn zuerst finden, nicht wahr? – Rufe: Schneller! Die Zeit! Die Redezeit ist bald um!)
Beifall bei der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Hübner.
(Beifall bei der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Hübner.)
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren von der Bundesregierung, unabhängig jetzt von den EU-Themen: Hier ist absoluter Handlungsbedarf gegeben! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Mich wundert, dass Obama jetzt das neue Leitbild für die Sozialdemokratie ist. Oder vielleicht wundert es mich auch nicht, denn man würde sich ja erwarten, dass der eigene Bundeskanzler das Leitbild ist, so wie das früher einmal der Fall gewesen ist. Vielleicht gibt es da entsprechende Defizite und man muss über den großen Teich hinüberschauen, damit man neue Idole für die Politik finden kann. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Scheibner-Hype wird es nie geben!) – Na ja, bei Ihnen nicht. Aber vielleicht gibt es einmal einen Jarolim-Hype – aber erst dann, wenn Sie nicht nur zwischenrufen können, sondern hier einmal ordentliche Reden halten und vor allem auch im Ausschuss etwas Gescheites zusammenbringen. Darauf warten wir bis jetzt noch vergeblich. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ und des Abg. Strache.
Genauso ist es in der Nahost-Problematik. Es wird zu wenig sein, wenn die Europäische Union jetzt mit dem Geld von uns allen die zerstörte Infrastruktur dort wieder aufbaut, damit diese beim nächsten Mal wieder zerstört wird, sondern hier gilt es stark aufzutreten, um für gleichberechtigte Friedensverhandlungen aller Beteiligten zu sorgen – ob das die Palästinenser sind, ob das die Israelis sind, ob das die Syrer oder andere sind. Da muss es eine klare Linie geben, bevor man darüber nachdenkt, wie man jetzt wieder Millionen und Milliarden an Subventionen austeilen kann. (Beifall beim BZÖ und des Abg. Strache.) Das wäre interessant für die österreichische Außenpolitik.
Abg. Mag. Lunacek: Und Sozialpolitik!
Zur Frage Volksabstimmung: Frau Kollegin Lunacek, die Forderung nach einer Volksabstimmung kann ja nicht nationalistisch sein, sie muss nur vernünftig sein. Es kann einmal richtig sein, so etwas zu verlangen, es kann aber auch falsch sein. Die Forderung nach einer Volksabstimmung allein ist zu wenig. Das ist ein bisschen auch die Kritik, die wir hier anbringen. Es ist Unsinn, jetzt zu sagen: Jetzt treten wir aus der EU aus!, sondern man muss überlegen: Wie wollen wir die EU haben? – Eben mit einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, mit einer gemeinsamen Energiepolitik, mit einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik. (Abg. Mag. Lunacek: Und Sozialpolitik!) Wenn wir dieses Konzept aufgestellt haben, Frau Kollegin, dann ist es unbedingt notwendig, dass man die Bevölkerung in Form einer Volksabstimmung darüber befragt, ob sie an diesem neuen Konzept einer Europäischen Union teilnehmen will.
Beifall beim BZÖ.
und sind begeistert, das ist zu wenig. (Beifall beim BZÖ.) Es wundert mich gerade bei den Grünen, die sonst immer so demokratisch spielen, dass man sich hier dagegen ausspricht.
Beifall beim BZÖ.
Meine Damen und Herren, in diesem Sinne hoffe ich, dass diese merkwürdigen Diskussionen und Verschleierungen der Vergangenheit angehören und dass wir in Österreich im Bereich der Wirtschaftskrise, im Bereich der Energiekrise, im Bereich auch der Nahostkrise Motor für eine aktive Rolle der Europäischen Union sind, dass wir aber auch die Zukunftsperspektive der EU – unter Einbeziehung der österreichischen Bevölkerung! – nicht außer Acht lassen, sondern das als wirkliche Frage in dieser Legislaturperiode und für die Zukunft ansehen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Besser machen!
Herr Strache, ob Sie wollen oder nicht: Ein kleines Land, aber auch die großen Länder innerhalb der Europäischen Union sind außerstande, mit ihren eigenen nationalen Mitteln eine Wirtschaftskrise wie diese zu bekämpfen. Sicher kann man sagen, die europäischen Institutionen, die nationalen Finanzmarktaufsichten, die Amerikaner et cetera hätten sozusagen die Blasen verhindern können und müssen, haben es aber verabsäumt. Ja, das ist aber jetzt vergossene Milch. Jetzt müssen wir auf budgetpolitischer Ebene handeln – mit einer Reform der Europäischen Finanzmarktaufsicht, der Europäischen Bankenaufsicht. Das können Sie nur auf europäischer Ebene machen, oder Sie machen es nicht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Besser machen!)
Abg. Strache: Es muss nur besser werden, und dafür kämpfen wir! Deshalb müssen wir unsere Interessen durchsetzen!
Noch einmal: Ob das alles ausreichen wird, das wissen wir heute noch nicht. Aber dass wir eine europäische Koordination brauchen in der Budgetpolitik, in der Fiskalpolitik, in der Hilfe für die mittel- und osteuropäischen Länder – auch das, Herr Kollege Strache, liegt im österreichischen Interesse –, ist wohl eindeutig. (Abg. Strache: Es muss nur besser werden, und dafür kämpfen wir! Deshalb müssen wir unsere Interessen durchsetzen!) Und deswegen brauchen wir die Europäische Union. Und deswegen sage ich auch in diesem Zusammenhang wieder: Wenn es die Union nicht gäbe, Herr Kollege Strache, dann müssten wir sie erfinden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Aber doch keine zentralistische!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Aber doch keine zentralistische!
Noch einmal: Ob das alles ausreichen wird, das wissen wir heute noch nicht. Aber dass wir eine europäische Koordination brauchen in der Budgetpolitik, in der Fiskalpolitik, in der Hilfe für die mittel- und osteuropäischen Länder – auch das, Herr Kollege Strache, liegt im österreichischen Interesse –, ist wohl eindeutig. (Abg. Strache: Es muss nur besser werden, und dafür kämpfen wir! Deshalb müssen wir unsere Interessen durchsetzen!) Und deswegen brauchen wir die Europäische Union. Und deswegen sage ich auch in diesem Zusammenhang wieder: Wenn es die Union nicht gäbe, Herr Kollege Strache, dann müssten wir sie erfinden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Aber doch keine zentralistische!)
Beifall bei den Grünen.
Das sind Maßnahmen, die wir hier in Österreich autonom treffen können, sollen und hoffentlich werden. Dafür brauchen wir keine Europäische Union. Aber im Bereich der Konjunkturpolitik allgemein, im Bereich der internationalen Bankenaufsicht, der Versicherungsaufsicht und so weiter brauchen wir, um Krisen wie diese in Zukunft zu vermeiden, Europa. Und insofern sollten wir dankbar sein, dass es die Europäische Union schon gibt und wir sie nicht neu erfinden müssen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Strache: 17 Prozent Rückgang des Kreditvolumens!
Was das Banken-Paket anlangt – auch wenn die Kritik stimmt, dass wir uns mehr erwartet haben, was die Kredite für die KMUs in den letzten Wochen betrifft –, hat der Herr Bundeskanzler klar gesagt, dass das ja erst eine Bank in Anspruch nehmen konnte. Es ist Aufgabe für die nächsten Wochen und Monate, mit hohem Druck darauf zu achten, dass die Finanzierung passt. (Abg. Strache: 17 Prozent Rückgang des Kreditvolumens!) – Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel, Herr Kollege Strache; Sie haben mitgestimmt! (Abg. Strache: Aber der Herr Finanzminister Molterer hat damals versprochen, dass es die Kontrolle geben wird! Dieses Versprechen ist bis heute nicht eingelöst worden!)
Abg. Strache: Aber der Herr Finanzminister Molterer hat damals versprochen, dass es die Kontrolle geben wird! Dieses Versprechen ist bis heute nicht eingelöst worden!
Was das Banken-Paket anlangt – auch wenn die Kritik stimmt, dass wir uns mehr erwartet haben, was die Kredite für die KMUs in den letzten Wochen betrifft –, hat der Herr Bundeskanzler klar gesagt, dass das ja erst eine Bank in Anspruch nehmen konnte. Es ist Aufgabe für die nächsten Wochen und Monate, mit hohem Druck darauf zu achten, dass die Finanzierung passt. (Abg. Strache: 17 Prozent Rückgang des Kreditvolumens!) – Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel, Herr Kollege Strache; Sie haben mitgestimmt! (Abg. Strache: Aber der Herr Finanzminister Molterer hat damals versprochen, dass es die Kontrolle geben wird! Dieses Versprechen ist bis heute nicht eingelöst worden!)
Beifall bei der SPÖ.
Denken Sie daran, was auch wir als Gesetzgeber mit diesem Paket geleistet haben, dass wir nämlich innerhalb von Tagen die Einlagen der Österreicherinnen und Österreicher gesichert haben! Diese Aufgabe haben wir gut bewältigt, und ich bin froh für die Millionen Sparerinnen und Sparer, dass wir diese Sicherheit der Spareinlagen herstellen konnten. Das hat gezeigt, dass, wenn es ein wirkliches Problem in unserem Land gibt, dieses gelöst wird, dass das eben funktioniert. Und da haben sowohl die Regierung als auch das Parlament gute Arbeit geleistet; das sollte man daher auch nicht schlechtreden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht haben sie es nicht gebraucht? – Abg. Strache: Das ist der richtige Einwand! Das hat die Schweiz gar nicht notwendig gehabt!
Zum Beispiel Schweiz, das Kollege Hübner und auch Kollege Stadler gebracht haben: Niemals in dieser Situation möchte ich ein Schweizer Politiker sein, denn als es jetzt diese Schwierigkeiten mit den Banken gab, war die Schweiz nicht in der Lage, ein Bankensicherungspaket größeren Umfangs zu machen; lediglich mit kriegswirtschaftlicher Notverordnung war ein kleiner Teil an Sicherung möglich. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht haben sie es nicht gebraucht? – Abg. Strache: Das ist der richtige Einwand! Das hat die Schweiz gar nicht notwendig gehabt!) – Nein! Was sozusagen den Rest anlangt, mussten die Schweizer die Amerikaner bitten, die Großbanken zu retten!
Abg. Strache: Es geht um eine Volksabstimmung zum EU-Vertrag und nicht übers Bankenpaket!
So schön es ist, Volksabstimmungen zu machen, so wichtig ist es auch in einem Staat, Entscheidungen rasch treffen zu können. Und da ist die Verfassung der Republik Österreich in vielen Dingen besser als die der Schweiz. (Abg. Strache: Es geht um eine Volksabstimmung zum EU-Vertrag und nicht übers Bankenpaket!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Also liegt es doch nicht an der Europäischen Union? – Also bitte! Ein Widerspruch nach dem anderen!
Und diese vernünftige Wirtschaftspolitik wollen wir fortsetzen. – Ich danke Ihnen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Also liegt es doch nicht an der Europäischen Union? – Also bitte! Ein Widerspruch nach dem anderen!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher: Gehen wir das gemeinsam an! Die Menschen haben es sich verdient, dass wir nicht ihre Ängste schüren, sondern dass wir ihnen Vertrauen und Sicherheit geben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Weiters darf ich Sie davon in Kenntnis setzen, dass offensichtlich auch die Börsen von diesem „Change“ nicht besonders viel gehalten haben, denn diese sind heute total abgestürzt. Bei der Amtseinführung eines amerikanischen Präsidenten hat es noch nie ein so schlechtes Abschneiden auf den Börsen gegeben, wie das eben jetzt der Fall ist. Das sollte uns auch zu denken geben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb sagen wir Freiheitlichen, wir wollen ein anderes Europa, wir wollen ein Europa, das von den Bürgerinnen und Bürgern getragen wird, ein Europa, das auf die unterschiedlichen Staaten Rücksicht nimmt, ein Europa, das nach außen hin stark ist, wobei aber innerhalb der Europäischen Union die Staaten ihre Souveränität beibehalten und es Unabhängigkeit, auch eine gute Zusammenarbeit in Frieden und Freiheit gibt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Um jetzt wieder ernst zu werden: Herr Klubobmann Cap, ich bin schon sehr gespannt – und das gehört zur Europäischen Union dazu –, was Sie zum neuesten Vorschlag des deutschen Außenministers sagen, der nämlich vor wenigen Minuten die glorreiche Idee vertreten hat, dass Europa, die Europäische Union Guantanamo-Häftlinge aufnehmen soll. Da bin ich schon sehr gespannt, ob Sie dann zum Schwechater Flughafen fahren und diese Guantanamo-Häftlinge in Empfang nehmen werden! Wir verwahren uns dagegen – obwohl es richtig ist, Guantanamo zuzusperren, keine Frage! –, dass das Problem nach Europa ausgelagert wird, möglicherweise noch nach Österreich und wir plötzlich ein Problem bekommen. Dazu sagen wir Nein, Herr Klubobmann Cap, ganz klar! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nicht viel mitgekriegt!
Ähnlich ist es auch beim Klimaschutz, um auf diesen Punkt noch zu kommen. Ist es wirklich die einzig große Vision der Europäischen Union, die Glühbirne zu verbieten? Das ist nämlich die einzige konkrete Maßnahme der letzten Wochen, die wir als Konsumenten und Bürger seitens der Europäischen Union auf den Tisch bekommen haben. Es ist nicht die einzige Maßnahme! Wenn man ein bisschen nachschaut, wird es noch interessanter. Ich habe mir das angeschaut. Es gibt mittlerweile 1 000 Regulierungsausschüsse in der Europäischen Union. Die bringen so Unsinnigkeiten hervor wie teilweises Verbot von Spielzeugeisenbahnen, Verbot von Waschmaschinen, Regelung von Wasserhähnen und Duschköpfen. Der Höhepunkt war zuletzt eine Leiterverordnung, wo geregelt wird, wie man Leitern richtig aufstellt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nicht viel mitgekriegt!)
Beifall beim BZÖ.
Es ist schon richtig: Am 7. Juni 2009 wird eine Grundsatzentscheidung getroffen werden. Ich bin schon sehr gespannt, wie jene Parteien – und das sind SPÖ und ÖVP – dann wieder in den Wahlkampf ziehen und um die Stimmen jener Menschen bitten werden, deren Stimmen sie in den letzten Wochen nie gehört haben, wenn es da- rum ging, eine Volksabstimmung durchzusetzen. Ich bin schon sehr gespannt. Der 7. Juni 2009 wird auch eine Abrechnung mit diesen Gedanken sein. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Wöginger: Das ist ein vollkommener Blödsinn! Sie sollen vielleicht einmal zu den Leuten hinausgehen!
Meine Damen und Herren, die Menschen in unserem Land hecheln eigentlich mehr oder weniger durchs Leben. Sie sind mit ihrem Job unzufrieden und sie sind in höchstem Maße auch mit der Politik unzufrieden. (Abg. Wöginger: Das ist ein vollkommener Blödsinn! Sie sollen vielleicht einmal zu den Leuten hinausgehen!) Und das nicht zu Unrecht! Denn jahrelang hat die ÖVP mit dem BZÖ in der Regierung, mit der FPÖ, auch mit den Sozialdemokraten am neoliberalen Umbau unseres Wohlfahrtsstaates gearbeitet. Meine Damen und Herren, unter welchem Vorwand? – Unter dem Vorwand, das sei notwendig in der Europäischen Union, wegen des europäischen Wettbewerbs, der Globalisierung. Aber wahr ist doch vielmehr, dass Sie immer vorne in der ersten Reihe mit dabei waren, wenn es darum ging, neoliberalen Umbau stattfinden zu lassen, wenn es darum ging, Sozial-, Lohn- und auch Steuerdumping zu betreiben. Und das muss endlich vorbei sein! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, die Menschen in unserem Land hecheln eigentlich mehr oder weniger durchs Leben. Sie sind mit ihrem Job unzufrieden und sie sind in höchstem Maße auch mit der Politik unzufrieden. (Abg. Wöginger: Das ist ein vollkommener Blödsinn! Sie sollen vielleicht einmal zu den Leuten hinausgehen!) Und das nicht zu Unrecht! Denn jahrelang hat die ÖVP mit dem BZÖ in der Regierung, mit der FPÖ, auch mit den Sozialdemokraten am neoliberalen Umbau unseres Wohlfahrtsstaates gearbeitet. Meine Damen und Herren, unter welchem Vorwand? – Unter dem Vorwand, das sei notwendig in der Europäischen Union, wegen des europäischen Wettbewerbs, der Globalisierung. Aber wahr ist doch vielmehr, dass Sie immer vorne in der ersten Reihe mit dabei waren, wenn es darum ging, neoliberalen Umbau stattfinden zu lassen, wenn es darum ging, Sozial-, Lohn- und auch Steuerdumping zu betreiben. Und das muss endlich vorbei sein! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Vilimsky: Aber Blödsinn! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wollen Sie das wissen?
Und schließlich noch ein Satz zum Schluss: Ich bin im Übrigen der Meinung, dass Sie, Herr Präsident Graf, der immer wieder am Rechtsextremismus anstreift, als Präsident dieses Hauses untragbar sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Vilimsky: Aber Blödsinn! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Woher wollen Sie das wissen?)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Unser Ersuchen ergeht an die Mitglieder der Bundesregierung, das Land Salzburg und die Arbeitnehmer im Land dabei zu unterstützen. Dieser M-real-Sappi-Deal muss zu Fall gebracht werden. Um diese Unterstützung darf ich Sie im Namen der Salzburger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ersuchen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Johann Maier.
Die Idee einer föderalen Union von Nationalstaaten, die in Freiheit und Wohlstand zusammenleben, hat 60 Jahre später nichts an Aktualität verloren. Es ist so, dass wir heute die besonderen Herausforderungen, die die europäischen Staaten zu bewältigen haben, gemeinsam bewältigen können. Damals wie heute gilt rasches gemeinsames Handeln, und das ist wichtig und richtig. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Johann Maier.)
Beifall bei der ÖVP.
Österreichs Unternehmen sind in einer guten Verfassung. Sie haben in den letzten Jahren sehr gut gewirtschaftet und haben gute Rahmenbedingungen vorgefunden. Wir in Österreich können stolz auf die Unternehmerinnen und Unternehmer sein, denn 65 Prozent sind KMUs. Und diese geben 65 Prozent aller Beschäftigten einen Arbeitsplatz. In Krisenzeiten ist dies ein starkes Standbein und nimmt damit in Österreich eine Sonderstellung ein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein gesundes Maß zwischen Sparen und Investieren muss gefunden werden. Auch wenn das Sparen vielleicht zurzeit als Unwort gilt, ich halte es trotzdem für ein sehr vernünftiges Prinzip, weil sparsam als sorgsam gesehen werden sollte. Unsere Investitionen sollten wie Dünger wirken, der Wachstum fördert, wenn er im richtigen Maß zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ausgebracht wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, was wir brauchen, ist eine Trendumkehr innerhalb der Europäischen Union. Wir brauchen eine aktive Sprachpolitik. Vorbilder dafür sind Frankreich und England, die französischen Sprachschutzkonferenzen, das französische Sprachschutzgesetz. Was wir brauchen, sind ein Bekenntnis zur eigenen Muttersprache und die Durchsetzung der deutschen Sprache endlich auch innerhalb der Europäischen Union. (Beifall bei der FPÖ.)
Rufe beim BZÖ: Ui! Oh!
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich finde es wunderbar, dass die SPÖ heute von Aufbruch, von Hoffnung redet, über den Großen Teich blickt, es im eigenen Haus aber drunter und drüber geht. Herr Kollege Cap, während Sie davon reden, dass wir Hoffnung und Aufbruch brauchen, zerreißt es die SPÖ Kärnten in ihre Einzelteile, wird eine amtierende Landtagsabgeordnete aus der Partei ausgeschlossen. (Rufe beim BZÖ: Ui! Oh!) Das heißt, ich rate Ihnen, bevor Sie über den Großen Teich schauen, zuerst in der eigenen Partei für Ordnung zu sorgen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich finde es wunderbar, dass die SPÖ heute von Aufbruch, von Hoffnung redet, über den Großen Teich blickt, es im eigenen Haus aber drunter und drüber geht. Herr Kollege Cap, während Sie davon reden, dass wir Hoffnung und Aufbruch brauchen, zerreißt es die SPÖ Kärnten in ihre Einzelteile, wird eine amtierende Landtagsabgeordnete aus der Partei ausgeschlossen. (Rufe beim BZÖ: Ui! Oh!) Das heißt, ich rate Ihnen, bevor Sie über den Großen Teich schauen, zuerst in der eigenen Partei für Ordnung zu sorgen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Eine Botschaft noch an die Kärntnerinnen und Kärntner: Auf das BZÖ kann man sich im Unterschied zur SPÖ verlassen; die streiten, wir sind geschlossen und arbeiten für das Land. – So viel dazu. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das heißt, man muss auch bekennen, dass die Europäische Zentralbank dadurch, dass sie in großen Mengen billiges Geld gedruckt und auf den Markt geworfen hat, mit schuld an der Krise ist. Sie hat vor allem eines nicht getan hat – und da bin ich bei Ihnen, Herr Kollege Van der Bellen –, sie hat den Spekulanten, den Banken, die auch mit schuld an dieser Krise sind, nicht Einhalt geboten. Sie hat keine Gegenmaßnahmen gesetzt, zum Beispiel eine europaweite Spekulationssteuer, wie sie das BZÖ schon seit Langem fordert und auch des Öfteren hier beantragt hat. (Beifall beim BZÖ.) Das BZÖ hat die Bundesregierung auch beauftragt, sich auf europäischer Ebene für die Einführung dieser Spekulationssteuer einzusetzen. Das wäre eine der richtigen Antworten, die Europa geben könnte, die sie aber derzeit nicht gibt. Diese Antworten erwarten wir uns, darauf hoffen wir.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Deshalb hat das BZÖ gegen die Volksabstimmung gestimmt!
Europa. Wir sind für ein Europa, das Antworten auf die Herausforderungen und Fragen der heutigen Zeit gibt. – Danke. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Deshalb hat das BZÖ gegen die Volksabstimmung gestimmt!)
Abg. Strache: Das will ja die Regierung! Das will ja diese Regierung: Unsere österreichische Verfassung auf den Müllhaufen der Geschichte werfen! Das wollen wir nicht!
Da es jetzt die Europäische Union nun einmal schon gibt – ich schließe mich Alexander Van der Bellen an: man müsste sie sonst erfinden –, geht es jetzt im Ergebnis schlicht und ergreifend nur mehr darum: Wenn die Union eine schlechte Politik macht – auch aus Sicht der FPÖ meinetwegen –, dann kann es doch nicht so sein, dass sie gleich abgeschafft wird. Um einen Vergleich zu strapazieren: Wenn die österreichische Politik eine schlechte ist, dann soll ja auch nicht gleich entweder die Verfassung abgeschafft werden oder die Bundesregierung oder am Schluss überhaupt die Republik. – Nur bei der Union sehen Sie das anders. (Abg. Strache: Das will ja die Regierung! Das will ja diese Regierung: Unsere österreichische Verfassung auf den Müllhaufen der Geschichte werfen! Das wollen wir nicht!)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Deshalb ist es völlig klar, worum es geht: Es geht darum, dass die Union auch danach zu bewerten ist, welche Politik sie macht – auch in ihren politischen Ausflüssen. Das ist schon richtig, aber das ist ein Ergebnis der Machtverhältnisse dort: Werden die Konservativen gestärkt oder die Liberalen oder die Sozialdemokraten? – Genauso wie hier. Und zu diesem Denken müssen wir hin: Weg von Ihrem kleinkarierten Kirchturmdenken dahin, dass das als ein ganz normales und sehr brauchbares und opportunes Gebilde betrachtet wird, das die großen Probleme löst oder lösen kann, die jetzt anstehen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Wir verhehlen aber nicht, dass wir natürlich auch betrachten, was dort in der Debatte passiert, welche Machverhältnisse sich durchsetzen, und die gilt es zu beeinflussen. Es ist das Normalste der Welt, dass man jetzt bei den Europawahlen antritt, und dann ist es halt die Frage, ob mehr liberales Gedankengut zum Zug kommt, mehr konservatives, möglicherweise mehr von dem, was uns die jetzige Krise mit beschert hat, oder meinetwegen mehr sozialdemokratisches, mehr grünes – wie Sie das eben wollen. Aber tun wir doch nicht dauernd so, als ob das etwas Absurdes, geradezu Perverses wäre. – Ich weise das zurück. (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
In Ihre Schrebergärten passt das ganz gut hinein, das mag schon sein. Deshalb ist es auch nur logisch, dass Sie sich in Wirklichkeit vor all diesen Auseinandersetzungen drücken und das dauernd absichtlich verwechseln und verschwimmen lassen. Sie wollen eigentlich hinaus aus der Union. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das wäre die einzige Konsequenz, die Sie ziehen müssten, und darüber sollten wir vielleicht einmal abstimmen. Dann ist mit diesen Krakeelen einmal Schluss.
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Im Übrigen, Herr Dritter Präsident Graf – jetzt sitzen Sie ja da herunten im Plenum –, bin ich auch der Meinung, dass Sie (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), solange Sie sich von diesem Anstreifen nicht distanzieren, selber untragbar sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Weinzinger: „Ceterum censeo“ heißt das!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Weinzinger: „Ceterum censeo“ heißt das!
Im Übrigen, Herr Dritter Präsident Graf – jetzt sitzen Sie ja da herunten im Plenum –, bin ich auch der Meinung, dass Sie (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen), solange Sie sich von diesem Anstreifen nicht distanzieren, selber untragbar sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Weinzinger: „Ceterum censeo“ heißt das!)
Wirtschaftsminister Mitterlehner, Der Standard, 8. 1. 2009
„Damit sollten wir in den nächsten 14 Tagen bestehen können, vielleicht sogar länger.“ (Wirtschaftsminister Mitterlehner, Der Standard, 8. 1. 2009)
Wirtschaftsminister Mitterlehner, Salzburger Nachrichten 13.1.2009, auf die Frage zu möglichen österreichischen Gas-Hilfslieferungen an die Slowakei im Zusammenhang mit der geplanten Wiederinbetriebnahme des AKW Bohunice.
"Wir können, was Gas anbelangt, momentan nichts liefern, weil wir selbst eigentlich an der Engpassstelle angelangt sind und beispielsweise heute zwei Millionen Kubikmeter pro Stunde brauchen." (Wirtschaftsminister Mitterlehner, Salzburger Nachrichten 13.1.2009, auf die Frage zu möglichen österreichischen Gas-Hilfslieferungen an die Slowakei im Zusammenhang mit der geplanten Wiederinbetriebnahme des AKW Bohunice.)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde Ihnen empfehlen, sich dieser Illusion nicht hinzugeben. Das Thema Energiesicherheit und Energieversorgung wird Sie jeden Tag Ihres Lebens als Energieminister und als Wirtschaftsminister der Republik Österreich verfolgen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem Sie es richtig und zukunftssicher beantwortet haben. (Beifall bei den Grünen.) – Wir werden im Übrigen auch das Unsrige dazu beitragen.
Beifall bei den Grünen.
einen neuen Weg geht – oder ob er nur halbherzig ein bisschen darüber redet. Ein bisschen darüber zu reden reicht nämlich nicht. Man muss sehr real und auch sehr ehrlich und offensiv für diese Energiewende arbeiten, sonst holt sie einen ein. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Hofer: Womit heizen Sie?
Jetzt möchte ich Ihren Begriff von Realismus schon ein bisschen auf die Probe stellen, der, was die Zukunft betrifft, wirklich naiv ist. Ich glaube, dieser historische Gasstreit markiert eine Zäsur, und diese Zäsur bedeutet, dass kein vernünftiger Politiker in Österreich oder in der Europäischen Union behaupten kann – sicher behaupten kann –, die Versorgung mit Öl und Gas sei eine zukunftssichere Option. (Abg. Ing. Hofer: Womit heizen Sie?) Das ist vorbei. Das kann man nie wieder behaupten.
Abg. Ing. Hofer: Aber Sie heizen ja auch !
worden, die das sehr drastisch beschreibt: Selbst ohne Gasstreit, selbst wenn alles glattgeht, wenn alle Transitländer dieser Welt sich kooperativ verhalten, ist dieser Gasweg nicht mehr weiter begehbar. Die Gasabhängigkeit in der Europäischen Union wird selbst ohne Streitigkeiten, wenn alles glattgeht, wenn es keine Konflikte und auch sonst nichts gibt, um 70 Prozent steigen. Die eigenen Reserven werden zu Ende gehen, in Norwegen spätestens in 20 bis 25 Jahren. Russland wird sehr viel mehr Gas selbst brauchen, wird sehr viel Geld brauchen, um Gas zu fördern, und wird auch versuchen, das zu kriegen. (Abg. Ing. Hofer: Aber Sie heizen ja auch !)
Abg. Mag. Kogler: Weil sie da alle im Gefangenenchor singen!
Ihre große Hoffnung ist die „Nabucco“-Pipeline. Was ich bis heute nicht ganz verstehe, ist, warum sie diesen Namen aus der Opernliteratur trägt. (Abg. Mag. Kogler: Weil sie da alle im Gefangenenchor singen!) – „Gefangenenchor“ ist ein gutes Stichwort!
Beifall bei den Grünen.
Das sind ganz simple Rechnungen. Also was ist hier realistisch oder was ist hier naiv? Ich sage, das ist naiv: sich auf „Nabucco“ zu verlassen, sich darauf zu verlassen, dass Putin vielleicht nicht an einem Gaskartell arbeitet, vielleicht nicht mit allen Gas exportierenden Staaten bereits darüber nachdenkt, wie man die Ära des – wie er es nennt – billigen Gases beenden wird. – O-Ton Putin. Darauf können Sie sich verlassen. Das wird geschehen. Eine Abhängigkeit vom russischen Gas über die Ukraine gegen eine Abhängigkeit von den kaspischen Staaten oder von Ahmadinejad mit seinem Atomprogramm einzutauschen, das nenne ich naiv, und das ist tatsächlich naiv und alles andere als zukunftssicher. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Weinzinger: Hainburg! – Rufe bei der ÖVP: Das ist neu!
Wir sagen auch, wie: im Strombereich durch Stabilisieren des Verbrauchs. 2 bis 4 Prozent Wachstum sind kein Naturgesetz. Österreich ist eines der wenigen Länder, die die Energieeffizienz-Richtlinie nicht umsetzen und in diesem Bereich de facto gar nichts machen. Wir sagen auch, wo wir zubauen wollen: Wir sind für neue Kraftwerke. Das ist vielleicht für manche auch noch etwas Bemerkenswertes, aber die Grünen sind für neue Kraftwerke. (Abg. Weinzinger: Hainburg! – Rufe bei der ÖVP: Das ist neu!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Gahr: Reich wird da niemand!
Wir wollen den Bereich der Kleinwasserkraft verdoppeln, und wir wollen vor allem – und jetzt hören Sie bitte sehr genau zu! – die österreichischen Bauern – nämlich die Forstwirtschaft und die österreichischen Waldbauern – reich machen, dadurch, dass wir auch in der Stromproduktion auf einen heimischen Rohstoff setzen, und zwar auf Biomasse-Heizkraftwerke. Das machen andere Länder auch. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Gahr: Reich wird da niemand!)
Beifall bei den Grünen.
Das ist im Wesentlichen eine kurze Umschreibung unseres Konzeptes der Energiewende. Sie haben sich bis zum heutigen Tag damit noch nicht ernsthaft auseinandergesetzt, aber das werden Sie müssen, und zwar je früher, desto besser. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Also ich glaube, der grundsätzliche Zusammenhang zwischen Energiewende, Unabhängigkeit, Ausbau der Erneuerbaren, Effizienz und Atomausstieg ist bei der SPÖ noch nicht angekommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Diesen Vorwurf müssen Sie sich gefallen lassen. Wenn Sie in Österreich nicht konsequent Ökostrom ausbauen und auf Energieeffizienz setzen, sind Sie der Handlanger von Bohunice, von Temelín, von Kosloduj, von den deutschen Kraftwerken, von den Schweizer Kraftwerken. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich meine, Solidarität sieht anders aus. Andere Länder haben auch geholfen, obwohl sie angeblich kleinere Gasspeicher haben als wir. (Beifall bei den Grünen.) Deutschland hat geholfen, sogar Serbien hat Bosnien-Herzegowina geholfen.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
höheres Ziel, nämlich 45 Prozent. Warum sind Sie davon abgegangen? (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Und zweitens: Worauf beziehen Sie überhaupt diese 40 Prozent? In welchem Zeitraum?
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte gerne, dass Sie sich sehr konkret und sehr ernsthaft mit dieser Energiewende auseinandersetzen und dass Sie auch eine Antwort darauf haben, wie wir das in Zukunft lösen werden. Tun Sie das nicht, stehen Sie auf der Seite der Zukunftsblockierer. Stellen Sie sich auf unsere Seite! Wir haben ein Angebot dazu gelegt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn Sie jetzt aber – und diese Anfrage umfasst ja mehrere Teile – beispielsweise als erste Überschrift „Aus den Krisen nichts gelernt“ und außerdem wörtlich schreiben: „Einzige konkrete Maßnahme war die Vergrößerung der Gasspeicher“, dann möchte ich Ihnen antworten, das war die Maßnahme, die Österreich dazu befähigt hat, am besten von allen Ländern in ganz Europa die Krise zu bewältigen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher: Daraus abzuleiten, Österreich wäre säumig gewesen – das möchte ich nicht so stehen lassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Schon gar nicht widersprüchlich!
Ich kann Ihnen nur sagen: Alle drei Aussagen, die Sie zitiert haben, sind richtig, aber sie sind nicht ausschließlich und vollständig zitiert. Es ist so ... (Abg. Kopf: Schon gar nicht widersprüchlich!) – Und vor allem nicht widersprüchlich. Danke für den Hinweis. – Ein Gesamtplan wird selbstverständlich – und dazu stehe ich auch – Gaskraftwerke und Pipelines zusätzlich beinhalten, um unsere Abhängigkeit zu verringern, und wird natürlich auch für den Biomassebereich der Landwirtschaft entsprechende Inhalte haben, aber eben alles in einem Masterplan zusammengefasst.
Abg. Dr. Pirklhuber: Alles ohne Einspeisung!
Jahr 2000, St. Andrä mit 124 MW im Jahr 2004 und Voitsberg 3 mit 330 MW im Jahr 2006. (Abg. Dr. Pirklhuber: Alles ohne Einspeisung!)
Abg. Mag. Kogler: Eigentümer sind wir schon auch!
Es handelt sich dabei um eine vertrauliche Unternehmensinformation, und es gilt Gleiches wie eben: Es ist das keine Frage der Vollziehung. (Abg. Mag. Kogler: Eigentümer sind wir schon auch!) – Es ist Sache des Unternehmens, zu entscheiden, inwieweit in den Beziehungen zu seinen Lieferanten von rechtlichen Schritten Gebrauch gemacht wird. Ich habe schon bei mehreren anderen Punkten ausgeführt: Meiner Meinung nach ist die Empfehlung – ich halte sonst sehr viel von der Kommission – an die Firmen, Schadenersatzforderungen zu überlegen, eine problematische Empfehlung, was die Beweisbarkeit der Forderung anlangt. Es liegt aber eben am einzelnen Unternehmen in der Gesamtbewertung, sich für eine Klage zu entscheiden oder nicht. Da Österreich eben nicht Vertragspartner ist, stellt sich eine Klagssituation für die Republik nicht.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich darf zusammenfassen: Wir ziehen aus der gesamten Situation die Konsequenz, dass wir selbstverständlich eine intensive Weiterentwicklung der gesamten Energieversorgung in Österreich vornehmen müssen – unter Einbeziehung aller Betroffenen. Ich bin mir aber sicher, dass wir im internationalen Gleichklang sowohl Preissituation und Preisentwicklung als auch Versorgungssicherheit in ausreichendem Maß in den nächsten Jahren gewährleisten beziehungsweise auch verbessern können. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Genau das ist es, was wir für Österreich brauchen: einen akkordierten Energieplan. Der weitere Ausbau der Gaskraft steht einem De-facto-Stopp beim Ökostromausbau gegenüber. Offenbar sind die Rahmenbedingungen hier so schlecht, dass die Mittel, die jetzt schon zur Verfügung stehen würden, nicht einmal ausgenützt werden. Das können Sie leider nicht schönreden, hier bedarf es schon weit mehr Anstrengungen in Zukunft. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
und Ölpreissteigerungen – für Haushalte, Gewerbe und Dienstleistungen auf 100 Prozent bis zum Jahr 2030. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Auch im Verkehr ist, glaube ich, ein Umdenken ganz wesentlich, um auch hier nicht wieder an veralteten Strukturen, an bisherigen Strukturen festzuhalten, sondern nachhaltige Verkehrssysteme und Energiesysteme zu installieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir stehen jetzt, glaube ich, vor einer sehr wichtigen Entscheidung für die Zukunft: Wollen wir abhängig bleiben von Russland oder auch irgendwelchen anderen Ländern, wollen wir damit auch der Atomlobby den Rücken stärken – oder wollen wir die Energieversorgung in Österreich unabhängig gestalten, basierend auf erneuerbaren Energieträgern? Wollen wir eine leistbare Energieversorgung für die österreichische Bevölkerung und dadurch auch noch Arbeitsplätze schaffen? – Das ist jetzt Ihre Entscheidung. Wir erwarten uns endlich entsprechendes Handeln und entsprechende Maßnahmen! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Was in Zukunft auch in Österreich keine Rolle spielen wird, ist die Atomenergie. Ich verstehe schon, dass verschiedene Äußerungen von ehemaligen Politikern und anderen Persönlichkeiten in diese Richtung Anlass zur Sorge oder zur Diskussion geben. Ich möchte für die Fraktion der Sozialdemokraten hier klar festhalten, dass die Atomenergie für uns keine Zukunftsoption ist. Und ich gehe auch davon aus, dass der Konsens zwischen allen Parlamentsparteien in diesem Haus, dass Atomkraft keine Zukunftslösung ist, weiter besteht und dass sich auch an der österreichischen Position dazu innerhalb der Europäischen Union nichts ändern wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Was die europäische Dimension der Energiepolitik betrifft, möchte ich aber nicht verabsäumen, darauf hinzuweisen, dass wir manchen Überlegungen, die es in der Europäischen Union gibt, sehr zurückhaltend beziehungsweise ablehnend gegenüberstehen. Im Besonderen geht es dabei um das Konzept des „Ownership Unbundlings“, weil wir hier davon ausgehen, dass es dadurch zu einem massiven Rückgang von notwendigen Netzinvestitionen kommen würde, was zwangsläufig einen Rückgang der Versorgungssicherheit zur Folge hätte. Und nach den Erfahrungen, die wir aus der Gaskrise haben, Maßnahmen zu unterstützen, die die Versorgungssicherheit in Frage stellen, das kann und wird nicht unser Ziel sein. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Martin Bartenstein (ÖVP): Sehr verehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Herr Abgeordneter Katzian, ich bedanke mich für das neuerliche Bekenntnis der Sozialdemokratie zur Ablehnung der Atomkraft. Bitte, seien Sie so nett und sagen Sie das auch dem Herrn Androsch, der zwar nicht im Hohen Hause sitzt, aber jedenfalls unwidersprochen als Chefwirtschaftsberater des Herrn Bundeskanzlers firmiert und Atomkraftgegner, die in diesem Hause die deutliche Mehrheit haben, abkanzelt, und das, obwohl er das selbst niemals war, nämlich Kanzler! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Dabei würde uns der Ausbau der Wasserkraft, der Masterplan Wasserkraft – ich betone das noch einmal: unter Verzicht auf ökologisch kritische Standorte wie Hainburg, wie Wachau; na selbstverständlich, das kommt nicht in Frage – innerhalb der nächsten zehn Jahre, wie gesagt, selbst unter Verzicht auf diese Standorte, eine Gesamterzeugungsmenge von Strom pro Jahr von rund 7 Milliarden Kilowattstunden bringen. Das ist zufällig oder auch nicht zufällig ziemlich genau das, was wir im Moment an Importmengen verzeichnen müssen. Österreich ist ja leider Gottes zum Stromnettoimporteur geworden. (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Ja, Frau Klubobfrau Glawischnig, da ist Atomstrom dabei, no na, möchte man fast sagen. Strom hat ja kein Mascherl und wird lediglich umgespannt.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Weil zuletzt auch von der Kollegin Brunner von der Wasserrahmen-Richtlinie die Rede war: Erstens wird diese nicht Minister Mitterlehner, sondern Kollege Berlakovich umzusetzen haben, aber sei’s drum. Da geht es ganz sicher darum, sie zwar umzusetzen, aber bitte schön so umzusetzen, dass im Wesentlichen die Erzeugungskapazitäten aus dem Titel Wasserkraft erhalten bleiben, alles andere wäre völlig unsinnig. Denn wer in Österreich ja zum Klimaschutz, wer in Österreich ja zur erneuerbaren Energie sagt, muss natürlich, Freund Schultes, auch ja zur Biomasse, ja zur Windkraft, ja zur Photovoltaik sagen, aber zuallererst, meine sehr verehrten Damen und Herren, ja zur Wasserkraft – und nicht nur in Form von Lippenbekenntnissen, nicht nur hier herinnen, sondern dann auch draußen vor Ort, wenn es um die Gespräche mit den Bürgern geht, sehr geehrte Frau Dr. Glawischnig! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ich werde jetzt täglich zu Ihnen beichten kommen! Mein persönliches Leben interessiert Sie sehr!
Auch in der ganzen Diskussion rund um Wasserkraft, um die Verwendung von Gas müssten wir ehrlich sein. Ich habe vorhin die Frau Kollegin Glawischnig gefragt: Wie heizen Sie selbst zu Hause? Auch mit Gas. Das verstehe ich, weil Sie in Wien wohnen, und da geht es halt nicht anders, wenn man eine Wohnung hat. Aber es ist irrsinnig schwierig, dem Bürger zu vermitteln, dass man aus dieser Energiequelle aussteigen muss, wenn man selbst als Politiker, der hier vorbildlich sein will, diese Energiequelle nutzt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ich werde jetzt täglich zu Ihnen beichten kommen! Mein persönliches Leben interessiert Sie sehr!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Über die Solarthermie-Anlage reden Sie nicht! ...
Ich hoffe, Frau Glawischnig, Sie sagen nicht, die Heizung gehört Ihrem Mann. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Über die Solarthermie-Anlage reden Sie nicht! ...) Ja, aber Sie heizen mit Gas? Das ist doch richtig, oder? (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ich
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ich beichte alle meine Sünden bei Ihnen!
heize mit einer Solarthermie-Anlage!) Und mit Gas? Gut, in Ordnung. Das wollte ich nur wissen, danke. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ich beichte alle meine Sünden bei Ihnen!) Ich kritisiere Sie ja gar nicht, ich sage ja nur die Wahrheit, Frau Glawischnig! Und wenn Sie die Wahrheit nicht aushalten, haben Sie den falschen Beruf erwählt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
heize mit einer Solarthermie-Anlage!) Und mit Gas? Gut, in Ordnung. Das wollte ich nur wissen, danke. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ich beichte alle meine Sünden bei Ihnen!) Ich kritisiere Sie ja gar nicht, ich sage ja nur die Wahrheit, Frau Glawischnig! Und wenn Sie die Wahrheit nicht aushalten, haben Sie den falschen Beruf erwählt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das Auto gibt es gar nicht!
Das letzte Mal sind Sie zu mir gekommen und haben gesagt, das ist nicht mein Auto, das Auto gehört meinem Mann. Na gut, Sie sind halt nur mit diesem Auto gefahren, das interessiert mich auch nicht, aber wenn Sie von den Österreichern verlangen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das Auto gibt es gar nicht!) – Hören Sie doch auf, mich hier anzukeifen! (Beifall bei der FPÖ.) – Wenn Sie, Frau Abgeordnete Glawischnig, von den Österreichern verlangen, dass sie aussteigen müssen, dann müssen Sie auch selbst Vorbild sein! (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Das letzte Mal sind Sie zu mir gekommen und haben gesagt, das ist nicht mein Auto, das Auto gehört meinem Mann. Na gut, Sie sind halt nur mit diesem Auto gefahren, das interessiert mich auch nicht, aber wenn Sie von den Österreichern verlangen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das Auto gibt es gar nicht!) – Hören Sie doch auf, mich hier anzukeifen! (Beifall bei der FPÖ.) – Wenn Sie, Frau Abgeordnete Glawischnig, von den Österreichern verlangen, dass sie aussteigen müssen, dann müssen Sie auch selbst Vorbild sein! (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.)
Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.
Das letzte Mal sind Sie zu mir gekommen und haben gesagt, das ist nicht mein Auto, das Auto gehört meinem Mann. Na gut, Sie sind halt nur mit diesem Auto gefahren, das interessiert mich auch nicht, aber wenn Sie von den Österreichern verlangen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das Auto gibt es gar nicht!) – Hören Sie doch auf, mich hier anzukeifen! (Beifall bei der FPÖ.) – Wenn Sie, Frau Abgeordnete Glawischnig, von den Österreichern verlangen, dass sie aussteigen müssen, dann müssen Sie auch selbst Vorbild sein! (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, das ist genau das Gleiche wie mit dem Kollegen Graf. Sie kritisieren die Mitarbeiter des Kollegen Graf – und was macht Ihre Jugend? Diese will das Parlament und die Bundesregierung ausschalten, und sie will die Besatzungsmächte wieder nach Österreich holen! Na das ist eine tolle Truppe, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.) Da zweifle ich schon an der Intelligenz dieser Chaostruppe bei der Grünen Jugend! (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Ja, hineinschreien, das können Sie, aber sonst können Sie überhaupt nichts, gar nichts!
Zwischenrufe bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, das ist genau das Gleiche wie mit dem Kollegen Graf. Sie kritisieren die Mitarbeiter des Kollegen Graf – und was macht Ihre Jugend? Diese will das Parlament und die Bundesregierung ausschalten, und sie will die Besatzungsmächte wieder nach Österreich holen! Na das ist eine tolle Truppe, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.) Da zweifle ich schon an der Intelligenz dieser Chaostruppe bei der Grünen Jugend! (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Ja, hineinschreien, das können Sie, aber sonst können Sie überhaupt nichts, gar nichts!
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie lügen am laufenden Band!
Ich sage noch einmal: Sie sind extrem unglaubwürdig! Van der Bellen steigt vom Alfa um auf einen Toyota Prius Hybrid, weil man ihm das Auto geschenkt hat – vorher war er dazu nicht bereit. Glawischnig heizt mit Gas. Wabl bezieht Atomstrom. Sie sind extrem unglaubwürdig, meine Damen und Herren von den Grünen! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie lügen am laufenden Band!)
Beifall bei der FPÖ.
Da ist ja die KPÖ noch eine fortschrittliche Partei im Vergleich zu den Grünen, eine fortschrittliche Partei. Deswegen heißt es auch immer zu Recht: Grüne Parteipolitik, das ist wie mit den Melonen: außen grün, innen rot. Genauso ist es, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die zweite Maßnahme betrifft – das habe ich heute auch bereits einmal gesagt – den Sicherheitskamin. Leider ist nicht mehr in allen Bauordnungen in Österreich dieser Sicherheitskamin vorgesehen. Das heißt, ich kann heute im Burgenland ein Haus bauen, kann dieses Haus mit Strom heizen und muss keinen Kamin vorsehen – oder mit Gas heizen, so wie die Frau Glawischnig. So, was passiert dann? Es trifft kein Gas mehr ein, es gibt keine Stromlieferungen, und ich habe nicht einmal die Möglichkeit, mein Haus mit normalen Holzscheiten zu heizen. Das heißt, es ist notwendig, auch aus Gründen der Sicherheit, aus Gründen der inneren Sicherheit verpflichtend diesen Sicherheitskamin für jeden Haushalt, für jedes Haus in Österreich vorzusehen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Das hängt eng zusammen!
Meine Damen und Herren! Gedanken müssen wir uns auch machen über den Bereich der Mobilität, den Verkehr. Ich wäre sehr dafür, wenn wir im Rahmen der motorbezogenen Versicherungssteuer einen völlig neuen Weg gehen würden und nicht mehr die Leistung des Autos, sondern den Verbrauch von Treibstoff besteuern würden (Abg. Dr. Moser: Das hängt eng zusammen!), denn es ist durchaus möglich, dass ein Fahrzeug, das 150, 160, 170 PS hat, weniger Treibstoff verbraucht als ein Fahrzeug, das 70, 80 PS hat. Das heißt, da ist es wesentlich sinnvoller, einen anderen Weg zu gehen, nämlich nach dem Treibstoffverbrauch, und zwar auch bei der motorbezogenen Versicherungssteuer, zu besteuern.
Beifall bei der FPÖ.
Diesen Weg sind wir bereit gemeinsam mit allen verantwortungsvollen Kräften in diesem Haus zu beschreiten. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Hohes Haus! Sehr geehrte Präsidentin! Der Herr Bundeskanzler hat gesagt, dass er die Krise schon vorhergesehen hat. Er hat gesagt, ihm war vollkommen klar, schon vor langer Zeit, dass diese Krise viel schwerer ausfallen wird, als das von vielen vermutet wurde. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es war schon der Herr Bundeskanzler!
Abg. Mag. Stadler: Weil sie schläft! Weil sie döst!
Warum findet sich im Regierungsprogramm nichts, was die Wirtschaftskrise betrifft? Wenn man sich das anschaut (der Redner hält ein Exemplar des Regierungsprogramms in die Höhe), dann muss man sagen: Das sind zwar sehr, sehr viele Seiten, aber man findet darin nichts Konkretes. Und zu den wenigen Maßnahmen, die drinnen stehen, die der Wirtschaft helfen könnten, muss ich Sie fragen: Warum beschließen wir die nicht schon heute oder morgen? Warum wird von der Regierung diesbezüglich nichts vorgelegt? (Abg. Mag. Stadler: Weil sie schläft! Weil sie döst!) Warum kann hier nichts davon beschlossen werden? Warum ist da die Regierung säumig? (Beifall beim BZÖ. – Abg. Bucher: Kurzarbeit!) Ganz genau!
Beifall beim BZÖ. – Abg. Bucher: Kurzarbeit!
Warum findet sich im Regierungsprogramm nichts, was die Wirtschaftskrise betrifft? Wenn man sich das anschaut (der Redner hält ein Exemplar des Regierungsprogramms in die Höhe), dann muss man sagen: Das sind zwar sehr, sehr viele Seiten, aber man findet darin nichts Konkretes. Und zu den wenigen Maßnahmen, die drinnen stehen, die der Wirtschaft helfen könnten, muss ich Sie fragen: Warum beschließen wir die nicht schon heute oder morgen? Warum wird von der Regierung diesbezüglich nichts vorgelegt? (Abg. Mag. Stadler: Weil sie schläft! Weil sie döst!) Warum kann hier nichts davon beschlossen werden? Warum ist da die Regierung säumig? (Beifall beim BZÖ. – Abg. Bucher: Kurzarbeit!) Ganz genau!
Abg. Hörl: Das ist schon etwas!
Die Regierung hat ein oberstes Ziel, und dieses oberste Ziel heißt, möglichst nicht zu streiten und möglichst keine Fehler zu machen. (Abg. Hörl: Das ist schon etwas!) Ja, ja! Ich kann Ihnen eines garantieren: Diese Regierung wird, wenn Sie so weitermacht, keine Fehler machen! (Abg. Hagen: Wer nichts arbeitet, kann auch keine Fehler machen!) Genau! Wer nichts arbeitet, kann auch keine Fehler machen (Beifall beim BZÖ), so nach dem Motto: Nimm dir nichts vor, dann schlägt dir nichts fehl! Das ist die Vorgangsweise dieser Regierung. Aber diese Regierung muss aus meiner Sicht endlich den Taktstock in die Hand nehmen und Maßnahmen ergreifen.
Abg. Hagen: Wer nichts arbeitet, kann auch keine Fehler machen!
Die Regierung hat ein oberstes Ziel, und dieses oberste Ziel heißt, möglichst nicht zu streiten und möglichst keine Fehler zu machen. (Abg. Hörl: Das ist schon etwas!) Ja, ja! Ich kann Ihnen eines garantieren: Diese Regierung wird, wenn Sie so weitermacht, keine Fehler machen! (Abg. Hagen: Wer nichts arbeitet, kann auch keine Fehler machen!) Genau! Wer nichts arbeitet, kann auch keine Fehler machen (Beifall beim BZÖ), so nach dem Motto: Nimm dir nichts vor, dann schlägt dir nichts fehl! Das ist die Vorgangsweise dieser Regierung. Aber diese Regierung muss aus meiner Sicht endlich den Taktstock in die Hand nehmen und Maßnahmen ergreifen.
Beifall beim BZÖ
Die Regierung hat ein oberstes Ziel, und dieses oberste Ziel heißt, möglichst nicht zu streiten und möglichst keine Fehler zu machen. (Abg. Hörl: Das ist schon etwas!) Ja, ja! Ich kann Ihnen eines garantieren: Diese Regierung wird, wenn Sie so weitermacht, keine Fehler machen! (Abg. Hagen: Wer nichts arbeitet, kann auch keine Fehler machen!) Genau! Wer nichts arbeitet, kann auch keine Fehler machen (Beifall beim BZÖ), so nach dem Motto: Nimm dir nichts vor, dann schlägt dir nichts fehl! Das ist die Vorgangsweise dieser Regierung. Aber diese Regierung muss aus meiner Sicht endlich den Taktstock in die Hand nehmen und Maßnahmen ergreifen.
Abg. Hörl: Es sind eh alle unterwegs!
Deshalb sage ich: Unsere Regierung muss endlich das Heft in die Hand nehmen und Maßnahmen ergreifen! (Abg. Hörl: Es sind eh alle unterwegs!) Genau, sie sind nicht hier! Entweder sind sie fleißig an der Arbeit und arbeiten Programme aus (Abg. Hörl: Eben!), die wir hoffentlich bald beschließen können, oder sie machen einfach eine Pause. Ich weiß nicht, was eher zutrifft, wir werden sehen.
Abg. Hörl: Eben!
Deshalb sage ich: Unsere Regierung muss endlich das Heft in die Hand nehmen und Maßnahmen ergreifen! (Abg. Hörl: Es sind eh alle unterwegs!) Genau, sie sind nicht hier! Entweder sind sie fleißig an der Arbeit und arbeiten Programme aus (Abg. Hörl: Eben!), die wir hoffentlich bald beschließen können, oder sie machen einfach eine Pause. Ich weiß nicht, was eher zutrifft, wir werden sehen.
Beifall beim BZÖ.
Es gibt in Österreich über 20 000 öffentliche Gebäude. Laut einer aktuellen Studie könnten mehr als 90 Prozent davon von einer thermischen Sanierung profitieren. Zusätzlich gibt es in Österreich 1,5 Millionen Einfamilienhäuser, die zwischen 1945 und 1980 gebaut wurden. Bei diesen 1,5 Millionen Einfamilienhäusern kann man bis zu 80 Prozent Energie einsparen. Wenn man das alles zusammennimmt, so sieht man, dass hier ein Sparpotential von 2 Milliarden € pro Jahr vorhanden ist. Das heißt, wenn wir das jetzt vernünftig angehen, dann können wir hier Energie im Wert von 2 Milliarden € einsparen, die weder importiert noch produziert werden muss, was natürlich auch der Volkswirtschaft hilft, weil 2 Milliarden € dann für Maßnahmen im Inland zur Verfügung stehen und nicht nach Russland oder sonstwohin gehen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Mehr!
Es gibt eine GfK-Studie, die das im Prinzip wiedergibt, was ich jetzt gesagt habe. In dieser Studie steht, dass solche Sanierungsmaßnahmen nur Vorteile haben. Warum haben sie nur Vorteile? – Auf der einen Seite spare ich Energie, das bringt langfristig für jeden etwas. Auf der anderen Seite fördere ich die Wirtschaft, vor allem die Bauwirtschaft, das Baunebengewerbe. Drittens werde ich energieautark. Das heißt, ich kann 20 Prozent der Gesamtenergie einsparen. Allein mit der thermischen Sanierung, dort, wo sie Sinn macht, können wir 20 Prozent der Gesamtenergie einsparen. Wissen Sie, was das bedeutet? (Abg. Rädler: Mehr!) Sogar mehr! Die ÖVP sagt, sogar noch mehr. Stellen Sie sich das vor! Doch wir lassen diese Gelegenheit einfach so aus.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Bucher: Das reicht nicht einmal für Villach! – Abg. Kopf: Wir reden von Förderung, nicht von Investition!
Aber was macht diese Regierung? Schauen wir uns das einmal an! Diese Regierung hat ja auch ganz „ambitionierte“ Ziele: Sie will 100 Millionen in die Hand nehmen. Ich betone: 100 Millionen für die thermische Sanierung! Wissen Sie, was das bedeutet, 100 Millionen? Ich habe mir das angeschaut. Das sind die Sanierungskosten von 10 bis 15 größeren öffentlichen Gebäuden – von über 20 000! Genau das kann man mit diesen 100 Millionen machen. Das ist eindeutig viel, viel zu wenig. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Bucher: Das reicht nicht einmal für Villach! – Abg. Kopf: Wir reden von Förderung, nicht von Investition!)
Beifall beim BZÖ.
Ich erwarte mir von der Regierung, dass sie entsprechende Vorlagen macht, dass sie entsprechende Programme entwickelt, dass sie unsere Ideen aufgreift, und wir als BZÖ können garantieren, dass wir bei vernünftigen Vorschlägen immer mitstimmen werden. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grillitsch: Na geh, bitte! Entschuldige dich!
Ich darf Sie daran erinnern, dass es außer den Grünen auch andere gibt, die diese Probleme schon erkannt haben – vielleicht hilft Ihnen das! –, und darf Ihnen ein Zitat der Internationalen Energieagentur aus dem World Energy Outlook vortragen, um einmal die Dimensionen hier deutlich zu machen. Das ist bei der ÖVP im Besonderen notwendig, denn sonst hätte Ihr Vorgänger und nunmehrige Abgeordnete Bartenstein nicht ebenso retrogewandt kleingeistig argumentiert. (Abg. Grillitsch: Na geh, bitte! Entschuldige dich!) Na, schauen Sie, Sie müssen sich ja noch überlegen, was das „P“ im Namen Ihrer Partei in Anbetracht dieser Energiepolitik bedeutet. Vielleicht kommen wir heute noch darauf zurück.
Abg. Hörl: Pellets!
Ich zitiere: Die derzeitigen Trends von Energieversorgung und -verbrauch sind eindeutig nicht zukunftsfähig, und zwar in ökologischer wie auch in wirtschaftlicher oder sozialer Hinsicht. – (Abg. Hörl: Pellets!) So ein Geistesblitz ist das nicht!
Abg. Grillitsch: Was meinst du mit „P“?
Lassen Sie mich weiterzitieren: Das kann jedoch und muss geändert werden. Dazu bedarf es nichts Geringerem als einer Energierevolution. – Zitatende. (Abg. Grillitsch: Was meinst du mit „P“?)
Abg. Grillitsch: Was meinst du mit „P“?
Schauen Sie, Sie investieren einfach in die Vergangenheit, Sie investieren in weitere Abhängigkeit, denn alleine, was die Investitionen in die Gaskraftwerke und die Pipelines in Österreich betrifft, halten wir jetzt bei plus/minus 5 Milliarden. Da ist die Beteiligung am „Nabucco“-Projekt, auf das noch einzugehen sein wird, gar nicht dabei. (Abg. Grillitsch: Was meinst du mit „P“?)
Abg. Grillitsch: Genau!
Das könnten Sie auch einmal anders rechnen! Das könnten Sie einmal so rechnen, dass wir dieses Geld heranziehen könnten, um in Österreich zu investieren, beispielsweise in den Ausbau von Biomasse (Abg. Grillitsch: Genau!) – da ist er wieder dabei! (Abg. Hörl: B wie Berta heißt das, was Sie meinen! Biomasse!) –, wo dann in kleinräumigeren Lösungen sowohl Strom als auch Wärme produziert wird, wo nicht, wie bei den von Ihnen apostrophierten Projekt Mellach, die meiste Energie dazu verwendet wird, dass die Luft und die Mur aufgeheizt wird. Bei diesen Mengen könnten Sie ja unten bei der Mur gleich ein Fischsuppenlokal anschließen. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hörl: B wie Berta heißt das, was Sie meinen! Biomasse!
Das könnten Sie auch einmal anders rechnen! Das könnten Sie einmal so rechnen, dass wir dieses Geld heranziehen könnten, um in Österreich zu investieren, beispielsweise in den Ausbau von Biomasse (Abg. Grillitsch: Genau!) – da ist er wieder dabei! (Abg. Hörl: B wie Berta heißt das, was Sie meinen! Biomasse!) –, wo dann in kleinräumigeren Lösungen sowohl Strom als auch Wärme produziert wird, wo nicht, wie bei den von Ihnen apostrophierten Projekt Mellach, die meiste Energie dazu verwendet wird, dass die Luft und die Mur aufgeheizt wird. Bei diesen Mengen könnten Sie ja unten bei der Mur gleich ein Fischsuppenlokal anschließen. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Das könnten Sie auch einmal anders rechnen! Das könnten Sie einmal so rechnen, dass wir dieses Geld heranziehen könnten, um in Österreich zu investieren, beispielsweise in den Ausbau von Biomasse (Abg. Grillitsch: Genau!) – da ist er wieder dabei! (Abg. Hörl: B wie Berta heißt das, was Sie meinen! Biomasse!) –, wo dann in kleinräumigeren Lösungen sowohl Strom als auch Wärme produziert wird, wo nicht, wie bei den von Ihnen apostrophierten Projekt Mellach, die meiste Energie dazu verwendet wird, dass die Luft und die Mur aufgeheizt wird. Bei diesen Mengen könnten Sie ja unten bei der Mur gleich ein Fischsuppenlokal anschließen. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hörl: Immerhin!
Das ist, gemessen am Restpotential, das es in Österreich gibt, in gewisser Weise für sich genommen eine beschränkte Energieform. Es sind von dem ganzen Potential, das es da an diesen Flussläufen gibt, überhaupt nur mehr 30 Prozent verfügbar – das haben Sie heute schon einmal gehört –, und davon ist mindestens die Hälfte durch internationale Verträge schon gebunden. Was Sie mit dem Ausbauplan noch erreichen können, deckt bis 2020 – wenn überhaupt! – die Zuwachsmengen, die wir im Stromverbrauch und im Strombedarf haben. (Abg. Hörl: Immerhin!) Da ist es doch zehnmal gescheiter, einmal auf die Verbrauchsreduktion das Augenmerk zu richten und in diese zu investieren. Auch das kann man! Das heißt Energieeffizienz. Da ist in Österreich leider der völlig falsche Weg beschritten worden. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Bartenstein.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Bartenstein.
Das ist, gemessen am Restpotential, das es in Österreich gibt, in gewisser Weise für sich genommen eine beschränkte Energieform. Es sind von dem ganzen Potential, das es da an diesen Flussläufen gibt, überhaupt nur mehr 30 Prozent verfügbar – das haben Sie heute schon einmal gehört –, und davon ist mindestens die Hälfte durch internationale Verträge schon gebunden. Was Sie mit dem Ausbauplan noch erreichen können, deckt bis 2020 – wenn überhaupt! – die Zuwachsmengen, die wir im Stromverbrauch und im Strombedarf haben. (Abg. Hörl: Immerhin!) Da ist es doch zehnmal gescheiter, einmal auf die Verbrauchsreduktion das Augenmerk zu richten und in diese zu investieren. Auch das kann man! Das heißt Energieeffizienz. Da ist in Österreich leider der völlig falsche Weg beschritten worden. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Bartenstein.)
Abg. Rädler: In Oberösterreich!
Sie lachen darüber! Bis vor kurzem hat es Bundesländer gegeben, in welchen die Wohnbauförderung so ausgesehen hat, dass Elektroheizungen mit gefördert worden sind. Das ist doch ein Energieverbrechen! (Abg. Rädler: In Oberösterreich!) So war es! Im Burgenland zum Beispiel. Gerade eben erst ist das auf Druck der Grünen dort herausgekommen. Gehen Sie einmal auf den Naschmarkt und schauen Sie, wie in Österreich elektrischer Strom verwendet wird! Da werden mittlerweile, damit man draußen bei Minusgraden Party feiern kann, Strahler, die auch im Freien wirken, mit Strom betrieben. Also offensichtlich ist da alles möglich. So lange so etwas möglich ist, nämlich eine derartige Verschwendung, teilweise auch noch in der Industrie, brauchen wir nicht darüber zu reden, die letzten Flussläufe zuzubetonieren, insbesondere dann, wenn sie unberührt sind. Dort, wo es ökologisch verträglich ist, sind wir dabei.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Hören Sie endlich auf, hier Ihre Ammenmärchen zu verbreiten, weil Sie da auch nicht glaubwürdig sind, denn wenn es um Windkraft oder Ähnliches geht, sind es meistens die Parteigänger Ihrer Partei, die dagegen sind! Auch diese Aufforderung spreche ich aus, und dann schauen wir einmal, wer hier wirklich quer im Stall steht – um hier weiter beim Kollegen Grillitsch Anleihe zu nehmen, der vorhin mit seinen Zwischenrufen hier etwas provozieren wollte. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Das meinen wir, sonst täten wir es nicht! – Abg. Grillitsch: Wir tun es auch!
Es ist einfach so: Sie von der ÖVP meinen, hier in die richtige Richtung zu gehen. (Abg. Kopf: Das meinen wir, sonst täten wir es nicht! – Abg. Grillitsch: Wir tun es auch!) In Wirklichkeit – und das ist das wirklich Enttäuschende daran! – vergeben Sie
Beifall bei den Grünen. – Abg. Kopf: Jetzt hat er nicht gesagt, was er mit „P“ meint!
ganz große Chancen, was den Arbeitsmarkt betrifft und was die wirtschaftliche regionale Wertschöpfung betrifft. Deshalb sind Sie nicht nur in diesem Bereich nicht glaubwürdig, sondern haben letztlich auch in der Energiewirtschaftsfrage – und woanders vielleicht auch noch – als Wirtschaftspartei längst abgedankt. Das ist das Problem! Die Herausforderung werden wir annehmen und das Match mit Ihnen suchen. Damit können Sie, Herr Bundesminister Dr. Mitterlehner und Herr Abgeordneter Bartenstein, auch in der Steiermark rechnen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kopf: Jetzt hat er nicht gesagt, was er mit „P“ meint!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher denke ich, dass der Mix aus Innovation, dem Ausbau der Sicherheit in der traditionellen Struktur – wir haben ja auch noch die Möglichkeit, einige Gaslager in Oberösterreich mit einigen Milliarden Kubikmetern Erdgas anzufüllen –, dass der Bereich Innovation und der Bereich der Energieeinsparung in Summe der Mix sein wird, der Österreich im Energiebereich einerseits absichert, durch den aber andererseits in Zukunft auch sehr viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Oh-Rufe und demonstrativer Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, es gibt viele gute Beispiele, man muss sie in diesem Zusammenhang nur multiplizieren. Wir müssen in Zukunft mehr Wert auf Innovation und Forschung legen, wir müssen aber gewisse Dinge auch nur zur Kenntnis nehmen und massiv verändern. Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass in Österreich beinahe dieselbe Menge an Dieselöl wie an Heizöl verwendet wird! Es ist aber keine intelligente Lösung, Öl im Keller zu verbrennen. Daher bin ich in hohem Maße für eine Verschrottungsprämie für Ölheizkessel – genauso wie für alte Fahrzeuge, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Oh-Rufe und demonstrativer Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Verschrottungsprämie für Ölheizungen: Eine super Idee!
Viele dieser Maßnahmen sind es, die wir in Zukunft setzen müssen. Aber – Frau Kollegin Glawischnig, auch an Ihre Adresse gerichtet (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Verschrottungsprämie für Ölheizungen: Eine super Idee!) – wir müssen uns rascher bewegen, wenn es darum geht, Turbinensätze auszutauschen, die nichts anderes bewirken als eine höhere Effizienz. Mehr ökonomischer Ertrag und mehr ökologischer Ertrag: Das bedeutet, es nicht durch sinnlose Umweltverträglichkeitsprüfungen, wobei ich sage, dass ich das in Summe positiv bewerte, zu behindern. (Abg. Gahr: Bravo!) Wir müssen ganzheitlich denken, und ich bitte Sie in diesem Zusammenhang ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Dafür sind die Länder zuständig, für die UVP!) – Nein, auch wir sind im Zuge des Umweltrates dafür zuständig; das wissen Sie.
Abg. Gahr: Bravo!
Viele dieser Maßnahmen sind es, die wir in Zukunft setzen müssen. Aber – Frau Kollegin Glawischnig, auch an Ihre Adresse gerichtet (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Verschrottungsprämie für Ölheizungen: Eine super Idee!) – wir müssen uns rascher bewegen, wenn es darum geht, Turbinensätze auszutauschen, die nichts anderes bewirken als eine höhere Effizienz. Mehr ökonomischer Ertrag und mehr ökologischer Ertrag: Das bedeutet, es nicht durch sinnlose Umweltverträglichkeitsprüfungen, wobei ich sage, dass ich das in Summe positiv bewerte, zu behindern. (Abg. Gahr: Bravo!) Wir müssen ganzheitlich denken, und ich bitte Sie in diesem Zusammenhang ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Dafür sind die Länder zuständig, für die UVP!) – Nein, auch wir sind im Zuge des Umweltrates dafür zuständig; das wissen Sie.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Dafür sind die Länder zuständig, für die UVP!
Viele dieser Maßnahmen sind es, die wir in Zukunft setzen müssen. Aber – Frau Kollegin Glawischnig, auch an Ihre Adresse gerichtet (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Verschrottungsprämie für Ölheizungen: Eine super Idee!) – wir müssen uns rascher bewegen, wenn es darum geht, Turbinensätze auszutauschen, die nichts anderes bewirken als eine höhere Effizienz. Mehr ökonomischer Ertrag und mehr ökologischer Ertrag: Das bedeutet, es nicht durch sinnlose Umweltverträglichkeitsprüfungen, wobei ich sage, dass ich das in Summe positiv bewerte, zu behindern. (Abg. Gahr: Bravo!) Wir müssen ganzheitlich denken, und ich bitte Sie in diesem Zusammenhang ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Dafür sind die Länder zuständig, für die UVP!) – Nein, auch wir sind im Zuge des Umweltrates dafür zuständig; das wissen Sie.
Beifall bei der ÖVP.
Ich wünsche mir, dass wir in Bezug auf Energieversorgung und Energieversorgungssicherheit und im Bereich der Zukunftsstrategie gemeinsam vorgehen, um den möglichst besten Schutz für die Bevölkerung Österreichs zu gewährleisten, und bitte um Unterstützung für diesen Entschließungsantrag. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb müsste man eigentlich Herrn Putin und Frau Timoschenko vielleicht für einen Energie- und Umweltpreis vorschlagen, denn sie haben etwas geschafft, was sonst eigentlich niemand in den letzten Jahren geschafft hat, nämlich eine Förderung der Bewusstseinsbildung dafür, wie schwierig dieser Weg in der Gasnutzung ist und wie schwierig es ist, in Zukunft noch auf fossile Energieträger zu setzen. Niemand hat erfolgreicher für diesen Ausstieg Werbung betrieben, als dies Putin und Timoschenko in diesen zwei Wochen getan haben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie werden nicht mehr vorhanden sein, und es ist ein Problem, das uns immer wieder beherrscht, dass diese Absichtserklärungen da sind, aber letztendlich keine Taten gesetzt werden. (Beifall bei der FPÖ.) Die Ideologien darüber, wie man an dieses Problem herantritt, sind offenkundig zu unterschiedlich.
Abg. Weinzinger: Die Regierung!
Frau Kollegin Bayr und Frau Kollegin Grossmann, die Sie heute gesagt haben, Sie haben so großartige Ideen: Bitte, wer hindert Sie denn daran, diese umzusetzen?! (Abg. Weinzinger: Die Regierung!) Sie sind ja in der Regierung, warum machen sie es nicht? – Sie sagen, dass wir kritisieren. Ja, zu Recht kritisieren wir! Sie sind in der Regierung, tun Sie endlich etwas! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Kollegin Bayr und Frau Kollegin Grossmann, die Sie heute gesagt haben, Sie haben so großartige Ideen: Bitte, wer hindert Sie denn daran, diese umzusetzen?! (Abg. Weinzinger: Die Regierung!) Sie sind ja in der Regierung, warum machen sie es nicht? – Sie sagen, dass wir kritisieren. Ja, zu Recht kritisieren wir! Sie sind in der Regierung, tun Sie endlich etwas! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Der Import von Atomstrom hat sich auf 30 Prozent erhöht, meine sehr geehrten Damen und Herren, und das in einem Land, das stolz darauf ist, mit einem Plebiszit Zwentendorf verhindert zu haben. Das kann es ja wohl nicht sein! Ich warne vor einer Rückkehr der Atomkraft, auch wenn Lobbyisten wie Androsch und andere in der EU dies immer wieder massiv fordern. Ich warne davor, dass man den Klimaschutz missbraucht, um die Atomkraft über die Hintertür wieder in die EU hereinzuholen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, es kann nicht sein, dass wir in die Vergangenheit zurückgehen, um die Energiefragen der Zukunft zu lösen! (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Bohunice, Mochovce, Krško und Temelín sind Schrottreaktoren, und diese Schrottreaktoren gehören wirklich entsorgt, meine Damen und Herren! Hier hat die EU massiv versagt, denn es kann ja wohl nicht sein, dass – am Beispiel Bohunice gesagt – nur eine Abschaltverpflichtung besteht. Man hat sich so den Eintritt in die Europäische Union über die Hintertür erschlichen, denn das Abschalten allein kann nicht das Problem lösen, sondern da müssen Mechanismen greifen, meine sehr geehrten Damen und Herren, auch mit technischen Maßnahmen, dass die Wiederinbetriebnahme in Zukunft nicht mehr möglich sein kann. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb: Unterstützen Sie unseren Antrag! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Weinzinger: Weil er vom BZÖ war!
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kollegen und Kolleginnen! Eine kleine Korrektur zu den Ausführungen des Kollegen von der FPÖ. – Wenn ihr eine Völkerrechtsklage einbringt draußen in Brüssel, ist das gut und richtig. Ich frage mich nur: Warum habt ihr unseren Antrag beim letzten Mal auf eine Völkerrechtsklage gegen Tschechien nicht unterstützt? (Abg. Weinzinger: Weil er vom BZÖ war!) Ich frage mich das nur! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kollegen und Kolleginnen! Eine kleine Korrektur zu den Ausführungen des Kollegen von der FPÖ. – Wenn ihr eine Völkerrechtsklage einbringt draußen in Brüssel, ist das gut und richtig. Ich frage mich nur: Warum habt ihr unseren Antrag beim letzten Mal auf eine Völkerrechtsklage gegen Tschechien nicht unterstützt? (Abg. Weinzinger: Weil er vom BZÖ war!) Ich frage mich das nur! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Kärnten ist ein Wahnsinn!
Darf ich Ihnen ein positives Beispiel bringen? – Kärnten hat bereits 42 Prozent an erneuerbarer Energie erreicht. Und das wäre eigentlich der Maßstab auch für Österreich. (Abg. Dr. Haimbuchner: Kärnten ist ein Wahnsinn!) Kärnten ist ein Wahnsinn – vollkommen richtig dieser Zwischenruf von der FPÖ –, weil es eben orange regiert wird. Das ist überhaupt kein Thema! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Darf ich Ihnen ein positives Beispiel bringen? – Kärnten hat bereits 42 Prozent an erneuerbarer Energie erreicht. Und das wäre eigentlich der Maßstab auch für Österreich. (Abg. Dr. Haimbuchner: Kärnten ist ein Wahnsinn!) Kärnten ist ein Wahnsinn – vollkommen richtig dieser Zwischenruf von der FPÖ –, weil es eben orange regiert wird. Das ist überhaupt kein Thema! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir brauchen mehr! Wir brauchen intelligente, konkrete Konzepte, Ziele mit Finanzierungsplänen dazu. Das haben wir nicht! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir brauchen eine Regierung, die mehr ist als eine Regierung des Lächelns, eine Regierung, die mehr bietet als sich fünf Jahre durchzulächeln und freundlich zu sein. Wir erleben ja eine Regierung des Stillstandes. Zwei Tage Plenum – und insgesamt zwei Regierungsvorlagen. Was ist denn das für ein Arbeitseinsatz, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Was willst du denn? Du hast doch ohnehin die Minister Fekter und Mitterlehner!
Ich habe mir in mein Konzept noch hineingeschrieben: Sie haben Regierungskurzarbeit, aber wenn ich da hinter mich schaue, leisten Sie nur Regierungsnichtarbeit. Das ist der Punkt, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Was willst du denn? Du hast doch ohnehin die Minister Fekter und Mitterlehner!)
Ruf bei der ÖVP: Und das BZÖ?
Im Gegensatz zu Mitterlehner, der meint, er brauche keinen Energiegipfel, glaube ich schon, dass er den braucht, denn es gibt sehr viele Menschen in Österreich, die gute Ideen haben, sei es auf den Universitäten, seien es Experten, sei es in der Wirtschaftskammer, sei es in der Industriellenvereinigung, seien es auch die Bauunternehmer, seien es auch die Banken. Die würde ich mir alle einmal an einen Tisch holen, um zu erörtern, wo denn der Zug hinfahren soll. Das wäre gescheit! (Ruf bei der ÖVP: Und das BZÖ?) – Und auch das BZÖ! Ein vollkommen richtiger Zwischenruf aus den Reihen der ÖVP. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Im Gegensatz zu Mitterlehner, der meint, er brauche keinen Energiegipfel, glaube ich schon, dass er den braucht, denn es gibt sehr viele Menschen in Österreich, die gute Ideen haben, sei es auf den Universitäten, seien es Experten, sei es in der Wirtschaftskammer, sei es in der Industriellenvereinigung, seien es auch die Bauunternehmer, seien es auch die Banken. Die würde ich mir alle einmal an einen Tisch holen, um zu erörtern, wo denn der Zug hinfahren soll. Das wäre gescheit! (Ruf bei der ÖVP: Und das BZÖ?) – Und auch das BZÖ! Ein vollkommen richtiger Zwischenruf aus den Reihen der ÖVP. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Bei der EU-Politik wisst ihr von der ÖVP eigentlich ohnehin, wie es geht. Warum unterstützt ihr unsere Anträge nicht? Darauf komme ich jetzt gleich zu sprechen: EURATOM ist bereits vielfach angesprochen worden. Die charmante Kollegin Fuhrmann – sie ist jetzt nicht mehr im Saal – meinte: Man muss die Atomkraftwerke sicher machen! – Ja wissen Sie denn, was Sie mit 40 Millionen € Steuergeldern jährlich finanzieren? Sie verfüttern 40 Millionen € Steuergelder jährlich an die Atomlobby der EU, um Hochrisikoreaktoren länger am Leben zu erhalten. Das ist der Punkt! Und dazu kann man nur nein sagen. Wir müssen die einmotten und abschalten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Neubauer: Beim BZÖ kann man sich einfach nicht zurückhalten! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Folgendes noch an die Adresse der Regierung, auch an die Adresse der FPÖ, die hier immer so vorlaut hineinschreit: Wir haben im November 2008 ... (Abg. Neubauer: Beim BZÖ kann man sich einfach nicht zurückhalten! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Hört einmal zu! Da könnt ihr am äußersten rechten Rand des Linksblockes noch etwas lernen! Hört bitte einmal zu! (Abg. Weinzinger: Was ist das für ein neuer Tick, dass ihr immer auf die FPÖ losgeht? Ist das wegen der Landtagswahlen?)
Abg. Weinzinger: Was ist das für ein neuer Tick, dass ihr immer auf die FPÖ losgeht? Ist das wegen der Landtagswahlen?
Folgendes noch an die Adresse der Regierung, auch an die Adresse der FPÖ, die hier immer so vorlaut hineinschreit: Wir haben im November 2008 ... (Abg. Neubauer: Beim BZÖ kann man sich einfach nicht zurückhalten! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Hört einmal zu! Da könnt ihr am äußersten rechten Rand des Linksblockes noch etwas lernen! Hört bitte einmal zu! (Abg. Weinzinger: Was ist das für ein neuer Tick, dass ihr immer auf die FPÖ losgeht? Ist das wegen der Landtagswahlen?)
Abg. Ing. Westenthaler: War das ein Treffen des BZÖ?
Wir haben im November eine Tagung der Europarlamentarier gehabt in Brüssel, in Straßburg draußen gemeinsam mit den nationalen Parlamenten. Wer durch Abwesenheit geglänzt hat, das wart ihr von der FPÖ; und auch die ÖVP war verhindert. (Abg. Ing. Westenthaler: War das ein Treffen des BZÖ?)
Beifall beim BZÖ.
Auch dort habe ich bereits vor der Kommissarin Wallström und auch vor dem Präsidenten des Europaparlaments den Standpunkt vertreten, dass wir aus diesem EURATOM-Vertrag aussteigen müssen, dass es Sache der Länder, die keine Atomkraft haben, sein muss, da nicht mehr hineinzuzahlen. Ich wünsche mir, dass ihr, wenn ihr schon groß redet – und das gilt auch für SPÖ und ÖVP –, denselben Standpunkt draußen in Straßburg, in Brüssel auch vertretet. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: 1 Milliarde!
Zu Österreich selber – und das ist eigentlich mein Kernpunkt –: Da geht es um die thermische Sanierung. Kollege Lugar hat das ausgeführt. Was sind denn 100 Millionen €? Das sind gerade einmal 15, 20 größere Unternehmen. Wenn man die saniert, ist das Geld weg. Ich verlange von Ihnen also, dass Sie das Programm ausbauen auf 100, 200, 300, 400, 500 Millionen €, damit eine echte ... (Abg. Rädler: 1 Milliarde!) – 1 Milliarde € ist noch besser.
Beifall beim BZÖ.
Die Bausaison beginnt im März und im April. Und wo sind die Programme? – Nicht da! Das einzige, was Sie haben, sind 100 Millionen € trocken hineingeschrieben in ein fades Regierungsprogramm. Das ist alles. Und das ist der Punkt! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Großruck: Eisfreiheit für Grönland haben Sie vergessen!
Meine Damen und Herren (Abg. Großruck: Eisfreiheit für Grönland haben Sie vergessen!), im Sinne der österreichischen und europäischen Energiezukunft ersuche ich Sie heute, diesen Antrag zu unterstützen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren (Abg. Großruck: Eisfreiheit für Grönland haben Sie vergessen!), im Sinne der österreichischen und europäischen Energiezukunft ersuche ich Sie heute, diesen Antrag zu unterstützen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit den Fördergeldern sollen innovative Projekte vorwiegend in Bezug auf eine Energie schonende und umweltfreundliche Zukunft unterstützt werden. Ich möchte aber auch klar festhalten, dass der vermehrte Einsatz von erneuerbaren Energien wie Wasserkraft, Windmühlen und Windkraftwerke, Solarenergie, Sonnenkollektoren, Thermikkraftwerken und die energetische Nutzung von Biomasse zu forcieren und zu fördern sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neubauer: Entschuldigung, das ist ein Fakt!
Nun abschließend noch ein paar Worte zu Ihrer haltlosen Anschuldigung, die Regierung habe energiepolitisch versagt. (Abg. Neubauer: Entschuldigung, das ist ein Fakt!) – In den heutigen ORF-Nachrichten wurde Folgendes berichtet: Österreich besitzt prozentuell das größte Erdgaslager weltweit. – Ich denke, dies ist das Ergebnis einer nicht nur angepassten, sondern einer vorausschauenden Energiepolitik.
Beifall bei der SPÖ.
Eine sichere, nachhaltige und sozialverträgliche Energieversorgung steht im Mittelpunkt der Energiepolitik unserer Bundesregierung. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollen es nicht „möchten“, Sie sollen es tun!
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Kollege Widmann vom BZÖ – er ist jetzt nicht da. Ich würde ihm raten, den Entschließungsantrag der ÖVP durchzulesen, denn dort kann er sich orientieren, was Euratom betrifft. – Darin steht genau, dass wir den Schutzzweck ausbauen möchten, und dafür, glaube ich, tritt ja auch er ein. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Sie sollen es nicht „möchten“, Sie sollen es tun!)
Abg. Öllinger: ... darum ... Anfrage!
Aber nun zum eigentlichen Antrag, zu dieser Dringlichen Anfrage der Grünen mit 25 Fragen: Inhaltlich ist eigentlich nichts dabei, was Antwort geben könnte auf die Zukunft (Abg. Öllinger: ... darum ... Anfrage!), sondern nur Versäumtes. (Abg. Brosz: Haben Sie die Anträge auch gelesen?) Das erinnert mich an die Zeit von damals: Da sind wir jetzt wieder bei Hainburg, da sind wir wieder bei der Atomkraft, wir sind in den siebziger Jahren, in den achtziger Jahren angelangt.
Abg. Brosz: Haben Sie die Anträge auch gelesen?
Aber nun zum eigentlichen Antrag, zu dieser Dringlichen Anfrage der Grünen mit 25 Fragen: Inhaltlich ist eigentlich nichts dabei, was Antwort geben könnte auf die Zukunft (Abg. Öllinger: ... darum ... Anfrage!), sondern nur Versäumtes. (Abg. Brosz: Haben Sie die Anträge auch gelesen?) Das erinnert mich an die Zeit von damals: Da sind wir jetzt wieder bei Hainburg, da sind wir wieder bei der Atomkraft, wir sind in den siebziger Jahren, in den achtziger Jahren angelangt.
Abg. Öllinger: ... Merkel, für die waren wir nicht verantwortlich!
Darf ich eure Kollegen an Folgendes erinnern: In der Bundesrepublik Deutschland wart ihr in der Regierung und habt euch zum Ausstieg aus der Atomkraft bekannt! – Was ist denn daraus geworden? Mehr Atomkraft als in der Bundesrepublik Deutschland wird nirgendwo verwendet! Das ist die Wahrheit! (Abg. Öllinger: ... Merkel, für die waren wir nicht verantwortlich!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kogler – wo ist er denn?; jetzt ist er draußen – hat gesagt: Ja, wir bekennen uns zur Wasserkraft! – Sehr erfreulich, wenn ihr euch jetzt zur Wasserkraft bekennt! Aber dieses Denken hat sich potenziert, nämlich hin in die kleinen Regionen: Ich kann euch viele Kleinkraftwerke im Bereich Wasserkraft nennen, die von euch verhindert wurden, aber nicht nur Kleinkraftwerke, sondern auch touristische Projekte, bei denen eine Versorgung mit Biogas oder mit Biomasse stattfinden sollte, gegen die sich die Grünen gestellt und die sie verhindert haben, nur deshalb, weil die Zufahrtsstraße zu diesem Projekt an einem Augebiet vorbeigeht. – Das ist die wahre Einstellung: Verhindern und keine Antwort auf die Zukunft haben, und dagegen wehren wir uns! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da gibt es viele Bereiche: Im Wohnbaubereich haben wir in Niederösterreich in einem einzigen Jahr 12 000 Wohneinheiten thermisch saniert. (Beifall bei der ÖVP.) CO2-Einsparung dabei: 13,5 Prozent im abgelaufenen Jahr.
Beifall bei der ÖVP.
Dann werden wir das Ziel erreichen und uns nicht nur im Negativbereich bewegen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf beim BZÖ: Welcher Rechtsexperte war das?
Bevor ich zum eigentlich Thema komme, noch ein Wort zu einem meiner Vorredner, zu Herrn Abgeordnetem Widmann vom BZÖ, und seiner Frage, warum die Freiheitlichen die Völkerrechtsklage des BZÖ nicht unterstützt hätten. – Darauf bereits zum x-ten Mal unsere Antwort: Wir haben auf Rückfrage von mehreren Rechtsexperten klar die Auskunft erhalten, dass das rechtlich gar nicht möglich ist. – Vielleicht verstehen Sie es jetzt. (Ruf beim BZÖ: Welcher Rechtsexperte war das?)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Weinzinger.
Wir reden jetzt seit Wochen und Monaten von angehender Wirtschaftskrise, von Rezession, wir reden von Energie, von Energieversorgung für Österreich, von Energiesicherheit, und ich sage Ihnen ganz ehrlich, ich traue weder Ihnen noch Ihren Regierungskollegen zu, hier wirklich Maßnahmen zu setzen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Weinzinger.) – Ich sage Ihnen auch, warum.
Abg. Riepl: ... kommt aus der Wirtschaft!
Erstens geht es hier um Wirtschaftsfragen, und wie Sie alle wissen, kommt ein überwiegender beziehungsweise der Großteil dieser Regierungsmannschaft nicht aus der Wirtschaft, er kommt aus dem geschützten Bereich, so wie Sie das auch sehen. Das ist im Prinzip nichts Böses, aber wenn es um Wirtschaftsfragen geht, dann glaube ich schon eher einem Wirtschafter, der wirklich mit beiden Füßen in der Wirtschaft steht, der auch selbst Wirtschaft praktiziert hat und nicht nur auf Einsager angewiesen ist, die ihm dann vielleicht den falschen Weg weisen. (Abg. Riepl: ... kommt aus der Wirtschaft!)
Beifall bei der FPÖ.
Jetzt reden wir von sinkenden Wirtschaftsleistungen, von Rezession, wir haben Probleme mit der Energieversorgung und wissen nicht, wann vielleicht das nächste Mal das Gas abgedreht oder umgeleitet wird oder was auch immer, und Sie halten es absolut nicht für notwendig, den zuständigen Ausschuss in diesem Hohen Haus damit zu befassen! Wissen Sie, das ist nicht nur nicht fleißig, das sage ich Ihnen auch, sondern es ist verantwortungslos. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage Ihnen Folgendes: Wenn Sie nicht blitzartig umdenken, dann sehe ich schwarz für diese Regierung! – Leider werden dann die Roten wahrscheinlich auch schwarz umgefärbt; Sie haben diese Farbe ja bereits als Parteifarbe. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bedank dich für die Neujahrswünsche!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Abg. Grosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bedank dich für die Neujahrswünsche!)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zunächst einmal einen herzlichen Dank für die sehr netten Neujahrswünsche eingangs Ihrer Vorsitzführung. (Beifall beim BZÖ.) – Diese haben uns ebenso überrascht wie gefreut.
Abg. Mag. Lunacek: Oder mit dem Fahrrad!
Wenig erfreut uns natürlich die aktuelle Situation auf dem Energiemarkt; wir haben heute Vormittag schon darüber diskutiert. Über die Glaubwürdigkeit mancher grüner Forderungen ist auch schon diskutiert worden, wobei man das nicht so eng sehen sollte, denn wenn wir alle uns darauf verständigen, dass fossile Brennstoffe und Energieträger auf absehbare Zeit nicht gänzlich ersetzbar sind, dann müssen selbstverständlich auch die Grünen, wenn sie ins Parlament oder sonst irgendwohin zu interessanten Veranstaltungen fahren wollen, ab und zu auch einmal mit dem Auto fahren, und das Auto fährt eben leider ... (Abg. Mag. Lunacek: Oder mit dem Fahrrad!) – Ja, auch mit dem Fahrrad. Das ist besonders gefährlich, wenn die Herrschaften glauben, sie müssen auch noch bei Schnee und Eis mit dem Fahrrad fahren und so Leute gefährden. – Aber das ist wieder etwas anderes.
Beifall beim BZÖ.
Trotzdem – ich wiederhole hier meine Forderung vom Vormittag – sollte man auf EU-Ebene dafür sorgen, dass alle Mitgliedsländer der Europäischen Union gleiche Lagerbestände im Bereich des Notwendigen und Möglichen anschaffen, damit die Europäische Union und damit auch wir nicht erpressbar sind, wenn Russland oder andere Produzentenländer glauben, dass sie für einige Tage oder Wochen diese Lieferungen einstellen, weil sie eigene Ziele verfolgen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist der zweite Punkt. Das eine ist die Energie und die Sicherheit der Versorgung, das andere aber ist die Preisgestaltung. Da erwarten wir uns von Ihnen, von den entsprechenden Regulatoren Auskunft und Untersuchung. Wir werden in diesem Sinne auch eine entsprechende parlamentarische Anfrage einbringen, ob es hier wirklich eine Weitergabe der Preissenkungen an die Bevölkerung gegeben hat. Das ist gerade jetzt, wo die Kaufkraft sinkt und wir schauen müssen, dass die Bevölkerung so viel Geld hat wie möglich, damit die Kaufkraft gestärkt wird, von ganz besonderer Bedeutung. Herr Wirtschaftsminister, wir hoffen, dass wir die entsprechenden Auskünfte bekommen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.
Was Herrn Androsch betrifft – da dieser zitiert wurde –: Ich denke, wir haben Meinungsfreiheit. Jeder Bürger, jeder Pensionist, jeder Unternehmer, jeder sollte natürlich seine persönliche Meinung sagen können. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.) – Nicht in Atomfragen, nicht in Energiefragen, zum Glück.
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, es gibt eine ganze Menge an guten Maßnahmen, die wir in diesen kommenden fünf Jahren umsetzen werden. Es ist klar, dass noch sehr viel zu tun ist, dass noch große Herausforderungen vor uns liegen, dass wir noch sehr, sehr viel Geld in nachhaltige Energieversorgung investieren werden müssen. Aber Investitionen in eine nachhaltige Energieversorgung sind auf jeden Fall sehr gute Investitionen in die Zukunft. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
eingemahnt, weil sie nicht aufgrund irgendwelcher politischer Beurteilungen, sondern aufgrund der tatsächlichen Faktenlage dokumentiert, dass es a) linke Gewalt in Österreich gibt, und b) linke Gewalt in Österreich auch ausgeübt wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Bei unserer Abschlusskundgebung zur Nationalratswahl waren Randalierer von der Sozialistischen Jugend, von der Sozialistischen LinksPartei, von Grünen-Sympathisanten, von Marxisten – Peter Pilz war ja in seiner Jugend bei den Revolutionären Marxisten, jetzt sind es die normalen Marxisten, die dabei waren –, 300 in Summe, die randaliert haben, die Krawall gemacht haben, die Personen Schaden zugefügt haben. Es hat zahlreiche Verletzte gegeben, davon sechs Exekutivbeamte. Ich sage den Polizisten ein herzliches Dankeschön dafür, dass sie uns vor diesen Horden bewahrt haben; ihnen gebührt ein Orden für diese Leistung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber das interessiert Sie offensichtlich auch nicht. Ich behaupte sogar, dass das System des Linksextremismus in Ihren Reihen sozialisiert wurde. Es ist ja kein Wunder, dass Herr Abgeordneter Öllinger gerade jetzt den Angriff gegen den Herrn Dritten Nationalratspräsidenten Graf gestartet hat, aufgrund seiner Jugend, wo ja vieles, vieles dokumentiert ist, wobei die ÖVP auch einmal auf der Seite des Anstands und der Moral gestanden ist, als ihre Abgeordneten Kiss, Kukacka und Khol noch mutig versucht hatten, zur Wahrheit zu stehen. Heute machen jedoch Sie von der ÖVP den Sekundanten für Herrn Öllinger, wohl wissend, dass Herr Öllinger als engsten Mitarbeiter Herrn Lukas Wurz beschäftigt, der immerhin Gründungsobmann des „TATblatts“ war. – Verharmlosen Sie das nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Jungnazis bei Ihnen?!
Wir haben keine Angst zu kämpfen (Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Jungnazis bei Ihnen?!) – Hören Sie zu! Es gibt keine Jungnazis, bei Ihnen gibt es aber die Linksextremisten!
Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.
Es geht weiter. Nächste Anschlagserklärung: Wir sind verantwortlich für den Brandanschlag auf die Mercedes-Niederlassung in Wien – Zitatende, und so weiter und so fort. Von Ihnen habe ich nie auch nur das leiseste Wort einer Distanzierung gehört! (Beifall bei der FPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Es ist nicht das erste Mal!
Das war, glaube ich, gerade zu der Zeit, als Sie – darüber haben wir heute schon gesprochen – den Palästinenserschal getragen haben und auf der Seite des Anstands, behaupte ich, gegen die Amerikaner eingetreten sind. Heute gilt für Sie das Prinzip Change. Sie haben sich gewandelt. Sie sind Teil des Systems. Und da, wo noch Ungerechtigkeit ist, höre ich nichts von Ihnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Es ist nicht das erste Mal!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Hier sieht man einen brennenden Autoreifen auf einem gelben Leiberl abgebildet, und ich frage Sie: Gibt es das im „TATblatt“, das es ja seit 2005 nicht mehr gibt? Gibt es das im Grünen Klub? – Sie sind entschuldigt, bei Ihnen gibt es das nicht. – Aber das gibt es auf der Seite der Sozialistischen Jugend, und das wurde nicht vor einem Jahr, sondern heute ausgedruckt. Jeder, der will, kann sich die brennenden Autoreifen bei Ihrer Parteijugend bestellen! Und Sie wollen tatsächlich irgendwo von irgendwem einmahnen, dass er sich distanzieren soll?! – Das ist ein Treppenwitz der Geschichte, den Sie da veranstalten! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Diese Leute sollen aus dem Hohen Haus hinausgefeuert werden, aber wenn in Ihren Reihen, wo der politische Extremismus sich sozialisiert hat, Gründungsobleute von Terroristenpostillen sitzen, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als linksextrem qualifiziert wurden, dann sagen Sie nichts! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Und die Grüne Jugend, die das Parlament auflösen will! – Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich weiß schon, Sie haben es gerne, dass an der Spitze jemand steht, der den dahinter stehenden Rest gut verstellt. Zuerst war es Herr Van der Bellen, der als gemächlicher, durchaus bürgerlicher Präsident aufgetreten ist, jetzt haben Sie in die Haute-Couture-Fraktion der Frau Glawischnig gewechselt. Aber wenn man hinter diese Kulissen schaut, wenn man in Ihren Klub, in Ihre Partei schaut, in die Wiener Bezirksorganisationen schaut, dann ist man wirklich sehr froh und hat einen Lotto-Sechser, wenn man nicht einen ehemaligen Kommunisten oder Marxisten findet. Und Sie, wie Sie da sind, haben Berührungsängste mit der Demokratie! (Abg. Strache: Und die Grüne Jugend, die das Parlament auflösen will! – Zwischenrufe bei den Grünen.) – Ja, die Grünen, die das Parlament auflösen möchten, und so weiter.
Abg. Dr. Wittmann: Sehr schwach! Sehr beschämend!
Meine Damen und Herren, es ist eine Situation eingetreten, in der jeder in sich gehen möge, sein politisches Gewissen, seinen Anstand und seine Moral auf den Prüfstand stellen möge, ob er auf dem richtigen Weg, auf dem richtigen Pfad unterwegs ist, wenn es darum geht, mit offenen Augen in beide Richtungen die Demokratie zu verteidigen. (Abg. Dr. Wittmann: Sehr schwach! Sehr beschämend!) – Kommen Sie nachher heraus, Sie exaltieren sich dort in den hinteren Reihen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren, es ist eine Situation eingetreten, in der jeder in sich gehen möge, sein politisches Gewissen, seinen Anstand und seine Moral auf den Prüfstand stellen möge, ob er auf dem richtigen Weg, auf dem richtigen Pfad unterwegs ist, wenn es darum geht, mit offenen Augen in beide Richtungen die Demokratie zu verteidigen. (Abg. Dr. Wittmann: Sehr schwach! Sehr beschämend!) – Kommen Sie nachher heraus, Sie exaltieren sich dort in den hinteren Reihen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Wittmann: Sehr schwach!
Was sagen Sie denn zu diesem Leiberl, wo Sie die Autoreifen in Brand setzen? (Abg. Dr. Wittmann: Sehr schwach!) – Genau das ist es: eine Unkultur! Und ich fordere von der Nationalratspräsidentin von der SPÖ, vom Zweiten Präsidenten Distanzierungen, die sie bis heute nicht gemacht haben, und das ist schändlich! (Beifall bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Was sagen Sie denn zu diesem Leiberl, wo Sie die Autoreifen in Brand setzen? (Abg. Dr. Wittmann: Sehr schwach!) – Genau das ist es: eine Unkultur! Und ich fordere von der Nationalratspräsidentin von der SPÖ, vom Zweiten Präsidenten Distanzierungen, die sie bis heute nicht gemacht haben, und das ist schändlich! (Beifall bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Strache: Präsidentin Prammer hat mit diesem Leiberl kein Problem! – Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Es nimmt Ihnen das auch jegliche Glaubwürdigkeit, wenn Sie in irgendwelche andere Richtungen Distanzierungen einmahnen. Distanzieren und Gewissenserforschung sollten Sie einmal in die eigene Richtung betreiben, da wäre es gut. (Abg. Strache: Präsidentin Prammer hat mit diesem Leiberl kein Problem! – Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Eine Distanzierung vom „TATblatt“ und all den linken Gewaltaktionen, Herr Öllinger, würde ich heute gerne einmal hören – und von Ihrem Mitarbeiter. Das sind Sie bis zur jetzigen Minute schuldig. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das genügt schon! – Weiterer Ruf beim BZÖ: Passt schon!
Bundesministerin für Inneres Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Die Abgeordneten zum Nationalrat Klubobmann Strache, Vilimsky und weitere Abgeordnete haben am 20. November unter der Zahl 207/J an mich eine schriftliche parlamentarische Anfrage betreffend linke Gewaltexzesse gegen Wahlkampfveranstaltung eingebracht und heute diese Besprechung der Anfragebeantwortung verlangt. Da aber Kollege Vilimsky zu den konkreten Fragen und meinen darauf gegebenen Antworten überhaupt kein Wort gesagt hat, möchte ich eigentlich nur den Sachverhalt hinter dieser Anfragebeantwortung dartun. (Abg. Mag. Stadler: Das genügt schon! – Weiterer Ruf beim BZÖ: Passt schon!)
Beifall bei ÖVP, BZÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Hornek: Für das Protokoll: besonderer Applaus!
Ich gehe einmal davon aus, dass die, die das heute verlangt haben, mit den Antworten zufrieden waren, denn ich habe nicht eine Frage an mich oder Kritik dazu gehört. (Beifall bei ÖVP, BZÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Hornek: Für das Protokoll: besonderer Applaus!)
Abg. Öllinger: Das gibt es nicht, 2009!
Am 26. September 2009 war eine Schlussveranstaltung der Freiheitlichen Partei zur Wahl, nämlich die Wahlabschlussveranstaltung. (Abg. Öllinger: Das gibt es nicht, 2009!) Hauptredner war dabei der Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache. Die Veranstaltung war ordnungsgemäß angemeldet, und zum Hauptprogramm, der Rede – diese war in etwa um 17 Uhr –, waren mehr als 3 000 Teilnehmer bei der Veranstaltung.
Abg. Strache: Auch mit Eisenstangerln!
Etwas später erfolgte durch die Störer ein massiver Einsatz von Pyrotechnik, Knallkörpern, und es wurde dadurch starker Rauch produziert. (Abg. Strache: Auch mit Eisenstangerln!) Außerdem versuchten nun die Störer massiv, in Richtung Rednerbühne vorzudringen. (Abg. Strache: Eisenstangerln gegen Polizeibeamte!)
Abg. Strache: Eisenstangerln gegen Polizeibeamte!
Etwas später erfolgte durch die Störer ein massiver Einsatz von Pyrotechnik, Knallkörpern, und es wurde dadurch starker Rauch produziert. (Abg. Strache: Auch mit Eisenstangerln!) Außerdem versuchten nun die Störer massiv, in Richtung Rednerbühne vorzudringen. (Abg. Strache: Eisenstangerln gegen Polizeibeamte!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Ich glaube, dass ein derartiges Vorkommnis nicht von demokratischer Reife zeugt. Wir versuchen, das in Zukunft zu verhindern. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Vilimsky: Brennende Autoreifen!
Abgeordneter Rudolf Plessl (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Kollegen von der FPÖ, wir haben heute schon einiges von Ihnen zu diesem Thema gehört. Kollege Vilimsky war sehr impulsiv und hat theatralisch hier gesprochen. Der größte Teil seiner Rede war aber dem Bemühen gewidmet, seinen Präsidenten, den Dritten Präsidenten des Nationalrates, zu verteidigen. (Abg. Vilimsky: Brennende Autoreifen!) Er ist eigentlich gar nicht auf die Fragen, die von seiner Partei gestellt wurden, eingegangen.
Abg. Weinzinger: Die Ministerin hat sie gerade gesagt!
Welche Fakten liegen uns eigentlich vor? Welche Angaben haben einen realen Hintergrund? (Abg. Weinzinger: Die Ministerin hat sie gerade gesagt!)
Abg. Strache: Sehr korrekt!
Ende September 2008 – am 22.9., am 26.9. und am 27.9. – wurden am Viktor-Adler-Platz mehrere Veranstaltungen betreffend die Nationalratswahlen abgehalten. Die Frau Minister hat sich schon sehr ausführlich dazu geäußert. (Abg. Strache: Sehr korrekt!)
Abg. Strache: Bei 20 Besuchern ist das klar!
Am Montag, dem 22.9., war eine BZÖ-Veranstaltung, wo insgesamt 43 Einsatzbeamte mit Personalkosten von zirka 3 300 € eingesetzt waren. (Abg. Strache: Bei 20 Besuchern ist das klar!)
Abg. Strache: Das war FPÖ und SPÖ!
Am Samstag, dem 27.9. – da wird noch diskutiert, ob das nur eine reine SPÖ-Veranstaltung war, ob nicht vielleicht auch die FPÖ-Veranstaltung überwacht wurde –, wurden insgesamt 48 Einsatzbeamte mit Gesamtpersonalkosten von zirka 9 300 € eingesetzt. (Abg. Strache: Das war FPÖ und SPÖ!)
Abg. Weinzinger: Was wollen Sie aussagen?
Demokratiepolitisch ist es sehr wichtig, dass diese Wahlveranstaltungen zu sichern sind (Abg. Weinzinger: Was wollen Sie aussagen?), auch – das muss ich auch ganz klar sagen – wenn es zu unterschiedlichen Sicherheitsleistungen und dadurch höheren Zahlungen kommt.
Abg. Lausch: Was will er uns sagen?
Die Innenministerin hat am 14. Jänner 2009 die Beantwortung durchgeführt und übermittelt. Daraus geht ganz klar hervor, am 26. September waren 170 Einsatzbeamte vorgesehen – 170 sind sehr viele –, und zwar deshalb, weil sich eine zweite Gruppe herauskristallisiert hat (Abg. Lausch: Was will er uns sagen?), die aus zirka 300 Personen bestand. Vorsorglich wurde mehr Personal bereitgestellt.
Abg. Vilimsky: Von wem denn? – Abg. Strache: Von wem sind sie verletzt worden?
Ich möchte hier festhalten: Sechs Einsatzbeamte wurden verletzt. (Abg. Vilimsky: Von wem denn? – Abg. Strache: Von wem sind sie verletzt worden?) – Das ist sehr bedauerlich. Ich wünsche den verletzten Einsatzbeamten alles Gute für ihre Genesung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte hier festhalten: Sechs Einsatzbeamte wurden verletzt. (Abg. Vilimsky: Von wem denn? – Abg. Strache: Von wem sind sie verletzt worden?) – Das ist sehr bedauerlich. Ich wünsche den verletzten Einsatzbeamten alles Gute für ihre Genesung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Von den Veranstaltern der Grünen Jugend und Vermummten!
Zum Ablauf teile ich mit ... (Abg. Strache: Von den Veranstaltern der Grünen Jugend und Vermummten!) Zum Ablauf: Bei Beginn der Vermummung der Demonstranten wurden Einsatzkräfte zusammengezogen, gegen Vermummte wurde eingeschritten – das unter Bedachtnahme auf die Verhältnismäßigkeit. (Ruf bei der FPÖ: Kollege, das interessiert ja keinen! – Heiterkeit.) Die notwendigen Maßnahmen waren verhältnismäßig. Und hier gebührt den Polizisten, den Polizistinnen, die für unsere Demokratie eingetreten sind, unser Dank. (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.)
Ruf bei der FPÖ: Kollege, das interessiert ja keinen! – Heiterkeit.
Zum Ablauf teile ich mit ... (Abg. Strache: Von den Veranstaltern der Grünen Jugend und Vermummten!) Zum Ablauf: Bei Beginn der Vermummung der Demonstranten wurden Einsatzkräfte zusammengezogen, gegen Vermummte wurde eingeschritten – das unter Bedachtnahme auf die Verhältnismäßigkeit. (Ruf bei der FPÖ: Kollege, das interessiert ja keinen! – Heiterkeit.) Die notwendigen Maßnahmen waren verhältnismäßig. Und hier gebührt den Polizisten, den Polizistinnen, die für unsere Demokratie eingetreten sind, unser Dank. (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.)
Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.
Zum Ablauf teile ich mit ... (Abg. Strache: Von den Veranstaltern der Grünen Jugend und Vermummten!) Zum Ablauf: Bei Beginn der Vermummung der Demonstranten wurden Einsatzkräfte zusammengezogen, gegen Vermummte wurde eingeschritten – das unter Bedachtnahme auf die Verhältnismäßigkeit. (Ruf bei der FPÖ: Kollege, das interessiert ja keinen! – Heiterkeit.) Die notwendigen Maßnahmen waren verhältnismäßig. Und hier gebührt den Polizisten, den Polizistinnen, die für unsere Demokratie eingetreten sind, unser Dank. (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.)
Abg. Neubauer: Was haben Sie dagegen unternommen?
Ich halte fest, dass es zirka 50 bis 70 vermummte Personen waren. (Abg. Neubauer: Was haben Sie dagegen unternommen?) Es wurden fünf Anzeigen aufgrund von Strafbestimmungen, StGB, erstattet. Diese Anzeigen werden dem Gericht zur rechtlichen Beurteilung vorgelegt.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Weinzinger. – Ruf: Was war jetzt die Botschaft?
Ich möchte hier aber auch noch ganz klar sagen, dass sehr viel für die Polizei getan wird. Gerade im Regierungsprogramm ist die Sicherheit ein zentrales Thema. Darin ist auch die Ausbildung von jährlich 1 000 Polizistinnen und Polizisten vorgesehen, sodass in den fünf Regierungsjahren insgesamt 1 000 Einsatzbeamte mehr vorhanden sein werden. Eine bessere Ausrüstung ist vorgesehen, und – ein weiterer Punkt; er steht heute noch zur Diskussion – das Passgesetz wird adaptiert. Das ist ebenfalls ein wichtiger Beitrag zu mehr Sicherheit. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Weinzinger. – Ruf: Was war jetzt die Botschaft?)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Zuerst möchte ich auch den Beamtinnen und Beamten der Sicherheitswache herzlichst dafür danken, dass sie bei solchen Veranstaltungen, wie sie die FPÖ nicht nur in Wahlkampfzeiten oder hauptsächlich in Wahlkampfzeiten veranstaltet, immer wieder vor Ort ist, um die anwesenden Personen, auch die anwesenden Politiker, zu schützen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Kickl
Aber wenn man sich das anhört und auch das weiß, was wir danach in den Zeitungen darüber lesen konnten, nämlich welche Botschaft Herr Strache vom Rednerpult aus an diese 3 000 oder 3 500 Menschen ausgesendet hat (Zwischenruf des Abg. Kickl) – er hat gegen Muslime und gegen Moscheen einen massiven Angriff geritten (Zwischenruf bei der FPÖ) –, muss man sagen: Wer Hass sät (Abg. Strache: Das ist ein Blödsinn! Das ist eine miese Unterstellung!), darf sich nicht wundern, dass er Hass erntet, Herr Kollege Strache! (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Strache: Wollen Sie ...? Was heißt denn das?)
Zwischenruf bei der FPÖ
Aber wenn man sich das anhört und auch das weiß, was wir danach in den Zeitungen darüber lesen konnten, nämlich welche Botschaft Herr Strache vom Rednerpult aus an diese 3 000 oder 3 500 Menschen ausgesendet hat (Zwischenruf des Abg. Kickl) – er hat gegen Muslime und gegen Moscheen einen massiven Angriff geritten (Zwischenruf bei der FPÖ) –, muss man sagen: Wer Hass sät (Abg. Strache: Das ist ein Blödsinn! Das ist eine miese Unterstellung!), darf sich nicht wundern, dass er Hass erntet, Herr Kollege Strache! (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Strache: Wollen Sie ...? Was heißt denn das?)
Abg. Strache: Das ist ein Blödsinn! Das ist eine miese Unterstellung!
Aber wenn man sich das anhört und auch das weiß, was wir danach in den Zeitungen darüber lesen konnten, nämlich welche Botschaft Herr Strache vom Rednerpult aus an diese 3 000 oder 3 500 Menschen ausgesendet hat (Zwischenruf des Abg. Kickl) – er hat gegen Muslime und gegen Moscheen einen massiven Angriff geritten (Zwischenruf bei der FPÖ) –, muss man sagen: Wer Hass sät (Abg. Strache: Das ist ein Blödsinn! Das ist eine miese Unterstellung!), darf sich nicht wundern, dass er Hass erntet, Herr Kollege Strache! (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Strache: Wollen Sie ...? Was heißt denn das?)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Strache: Wollen Sie ...? Was heißt denn das?
Aber wenn man sich das anhört und auch das weiß, was wir danach in den Zeitungen darüber lesen konnten, nämlich welche Botschaft Herr Strache vom Rednerpult aus an diese 3 000 oder 3 500 Menschen ausgesendet hat (Zwischenruf des Abg. Kickl) – er hat gegen Muslime und gegen Moscheen einen massiven Angriff geritten (Zwischenruf bei der FPÖ) –, muss man sagen: Wer Hass sät (Abg. Strache: Das ist ein Blödsinn! Das ist eine miese Unterstellung!), darf sich nicht wundern, dass er Hass erntet, Herr Kollege Strache! (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Strache: Wollen Sie ...? Was heißt denn das?)
Abg. Strache: Wollen Sie, dass alle liquidiert werden?
Herr Kollege Strache, ich habe gestern ... (Abg. Strache: Wollen Sie, dass alle liquidiert werden?) – Nein, überhaupt nicht! (Abg. Strache: Was ist denn das für eine Äußerung?) Ich habe von Liquidation ... (Abg. Strache: Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Strache: Was ist denn das für eine Äußerung?
Herr Kollege Strache, ich habe gestern ... (Abg. Strache: Wollen Sie, dass alle liquidiert werden?) – Nein, überhaupt nicht! (Abg. Strache: Was ist denn das für eine Äußerung?) Ich habe von Liquidation ... (Abg. Strache: Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Strache: Das ist ja ungeheuerlich!
Herr Kollege Strache, ich habe gestern ... (Abg. Strache: Wollen Sie, dass alle liquidiert werden?) – Nein, überhaupt nicht! (Abg. Strache: Was ist denn das für eine Äußerung?) Ich habe von Liquidation ... (Abg. Strache: Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Strache: Da muss man einmal Ihre demokratische Gesinnung hinterfragen! Was haben Sie denn für eine undemokratische Gesinnung? Da muss man einmal Ihre demokratische Gesinnung ...!
Wollen Sie, dass die Muslime liquidiert werden, weil Sie mir das unterstellen? (Abg. Strache: Da muss man einmal Ihre demokratische Gesinnung hinterfragen! Was haben Sie denn für eine undemokratische Gesinnung? Da muss man einmal Ihre demokratische Gesinnung ...!)
Abg. Strache: Der Austrofaschismus ist offensichtlich Ihre Gesinnung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Sie haben eine austrofaschistische Gesinnung, die Sie hier zum Ausdruck bringen! – Ruf: Das ist ungeheuerlich! – Weitere anhaltende Zwischenrufe.
Wie stellen Sie sich das vor, wenn Sie als Wiener Bürgermeister ständig gegen Ausländer wettern und möchten ... (Abg. Strache: Der Austrofaschismus ist offensichtlich Ihre Gesinnung! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Strache: Sie haben eine austrofaschistische Gesinnung, die Sie hier zum Ausdruck bringen! – Ruf: Das ist ungeheuerlich! – Weitere anhaltende Zwischenrufe.) – Herr Präsident.
Beifall bei SPÖ und Grünen
Ich möchte einmal klarstellen – Sie können ruhig hinausgehen, Herr Kollege Strache (Beifall bei SPÖ und Grünen) –, dass sich die ÖVP sowohl von Links- als auch von Rechtsextremismus gänzlich distanziert, dass wir damit nichts zu tun haben wollen und dass wir die Einzigen sind, die sich wirklich davon distanzieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte einmal klarstellen – Sie können ruhig hinausgehen, Herr Kollege Strache (Beifall bei SPÖ und Grünen) –, dass sich die ÖVP sowohl von Links- als auch von Rechtsextremismus gänzlich distanziert, dass wir damit nichts zu tun haben wollen und dass wir die Einzigen sind, die sich wirklich davon distanzieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Rosenkranz: Und das rechtfertigt Gewalt?
Ich glaube, dass man sich nicht herstellen und sagen kann: Bitte, beschützt uns vor dem Linksextremismus!, wenn man selbst in den eigenen Reihen immer wieder am Rechtsextremismus anstreift und bei diesen Veranstaltungen immer wieder auch Rechtsextreme dabei sind. (Abg. Dr. Rosenkranz: Und das rechtfertigt Gewalt?)
Abg. Mag. Stefan: Warum sagen Sie es dann?
Das rechtfertigt Gewalt überhaupt nicht (Abg. Mag. Stefan: Warum sagen Sie es dann?), aber Sie können nicht verlangen, dass man sich vom Linksextremismus distanziert, wenn Sie sich niemals vom Rechtsextremismus distanziert haben. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Graf: Das machen wir doch dauernd! – Abg. Mag. Stefan: Sie haben es ja von uns auch eingefordert! Haben Sie es von uns eingefordert?)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Graf: Das machen wir doch dauernd! – Abg. Mag. Stefan: Sie haben es ja von uns auch eingefordert! Haben Sie es von uns eingefordert?
Das rechtfertigt Gewalt überhaupt nicht (Abg. Mag. Stefan: Warum sagen Sie es dann?), aber Sie können nicht verlangen, dass man sich vom Linksextremismus distanziert, wenn Sie sich niemals vom Rechtsextremismus distanziert haben. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Graf: Das machen wir doch dauernd! – Abg. Mag. Stefan: Sie haben es ja von uns auch eingefordert! Haben Sie es von uns eingefordert?)
Abg. Mag. Stefan: Das darf doch nicht wahr sein! Da kommen Gewalttäter – und wir polarisieren!?
Ich glaube, dass es nicht in Ordnung ist, wenn wir es – die Frau Innenministerin hat das beantwortet –, wenn wir Abgeordnete als Volksvertreter eine Frage an einen Minister stellen und diese dann sachlich beantwortet wird, nicht einmal der Mühe wert finden, wie soeben Herr Kollege Vilimsky, auf diese Anfragebeantwortung einzugehen, wenn schon eine Kurzdebatte gefordert wird. Sie stellen sich hier her, polemisieren, polarisieren – und dann wundern Sie sich, wenn irgendwelche Streitereien entstehen. (Abg. Mag. Stefan: Das darf doch nicht wahr sein! Da kommen Gewalttäter – und wir polarisieren!?)
Abg. Dr. Graf: Das stimmt ja gar nicht!
Herr Kollege Strache geht gleich hinaus, und Herr Präsident Graf, der auch keine Distanz hält zum Rechtsextremismus und sich auch nicht davon distanziert (Abg. Dr. Graf: Das stimmt ja gar nicht!), braucht auch nicht zu fordern, dass sich alle vom Linksextremismus distanzieren sollen. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Herr Kollege Strache geht gleich hinaus, und Herr Präsident Graf, der auch keine Distanz hält zum Rechtsextremismus und sich auch nicht davon distanziert (Abg. Dr. Graf: Das stimmt ja gar nicht!), braucht auch nicht zu fordern, dass sich alle vom Linksextremismus distanzieren sollen. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Und wenn man gewählt ist?!
Ich möchte eines festhalten: Sollte, was sicher nie vorkommen wird, Herr Strache in Richtung Bürgermeister von Wien tendieren, dann kann man Wien zusperren, denn dann werden es auch 1 000 Polizisten mehr nicht schaffen, alle Menschen rund um einen Viktor-Adler-Markt oder rund um andere große Versammlungsorte zu schützen, denn man muss sich auch als Volksvertreter zur Demokratie, zur Versammlungsfreiheit und zur Meinungsfreiheit bekennen. (Abg. Dr. Graf: Und wenn man gewählt ist?!) Da muss man sich ganz einfach in seinem eigenen Tun und seinem eigenen Wirken entsprechend zurücknehmen. (Abg. Mag. Stefan: Natürlich, wenn es den Demonstranten nicht passt, muss man etwas anderes sagen! Das ist ja das nächste Argument: Wenn ein Gewalttäter kommt, hat er einen Fehler gemacht!)
Abg. Mag. Stefan: Natürlich, wenn es den Demonstranten nicht passt, muss man etwas anderes sagen! Das ist ja das nächste Argument: Wenn ein Gewalttäter kommt, hat er einen Fehler gemacht!
Ich möchte eines festhalten: Sollte, was sicher nie vorkommen wird, Herr Strache in Richtung Bürgermeister von Wien tendieren, dann kann man Wien zusperren, denn dann werden es auch 1 000 Polizisten mehr nicht schaffen, alle Menschen rund um einen Viktor-Adler-Markt oder rund um andere große Versammlungsorte zu schützen, denn man muss sich auch als Volksvertreter zur Demokratie, zur Versammlungsfreiheit und zur Meinungsfreiheit bekennen. (Abg. Dr. Graf: Und wenn man gewählt ist?!) Da muss man sich ganz einfach in seinem eigenen Tun und seinem eigenen Wirken entsprechend zurücknehmen. (Abg. Mag. Stefan: Natürlich, wenn es den Demonstranten nicht passt, muss man etwas anderes sagen! Das ist ja das nächste Argument: Wenn ein Gewalttäter kommt, hat er einen Fehler gemacht!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Herr Kollege Strache das nicht aushält, dann kann er auch nicht Politik machen, aber dann kann er auch nicht fordern, dass er Wiener Bürgermeister wird – dann werden wir sehen, wie er dann die Lage mit den Ausländern oder mit den Muslimen meistert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Jedenfalls möchte ich mich bei der Polizei noch einmal bedanken, denn es ist sicherlich schwierig, bei dem einen Extremismus und bei dem anderen Extremismus die Arbeit zu bewältigen und die Sicherheit zu gewährleisten. Aber nehmen Sie sich bitte an Ihrer eigenen Nase und fordern Sie nicht immer Distanzierung ein! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein schönes neues Jahr! – Ruf bei der SPÖ: Das war eine brillante Rede!
Präsident Fritz Neugebauer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein schönes neues Jahr! – Ruf bei der SPÖ: Das war eine brillante Rede!) Ich glaube, in einem sind wir uns einig: dass es sich hier um eine sehr sensible Materie handelt (Abg. Dr. Kurzmann: Das sagen Sie aber Ihrer Kollegin!), dass da wie dort Emotionen hochgehen. Ich bitte daher alle Beteiligten, auch im Sinne des einander Verstehens und Verstehen-Wollens – das setze ich bei jedem/jeder voraus –, bei der Wortwahl besonders Bedacht zu nehmen.
Abg. Dr. Kurzmann: Das sagen Sie aber Ihrer Kollegin!
Präsident Fritz Neugebauer: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein schönes neues Jahr! – Ruf bei der SPÖ: Das war eine brillante Rede!) Ich glaube, in einem sind wir uns einig: dass es sich hier um eine sehr sensible Materie handelt (Abg. Dr. Kurzmann: Das sagen Sie aber Ihrer Kollegin!), dass da wie dort Emotionen hochgehen. Ich bitte daher alle Beteiligten, auch im Sinne des einander Verstehens und Verstehen-Wollens – das setze ich bei jedem/jeder voraus –, bei der Wortwahl besonders Bedacht zu nehmen.
Abg. Dr. Schüssel: Herr Präsident! Herr Präsident, zur Geschäftsordnung!
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Kollege Kickl. (Abg. Dr. Schüssel: Herr Präsident! Herr Präsident, zur Geschäftsordnung!) – Bitte.
Abg. Strache: Bei euch hängt noch der Dollfuß im Klub! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident, ich weiß nicht, ob Sie den Zwischenruf des Abgeordneten Strache zu unserer Rednerin gehört haben. Er hat ihr „austrofaschistische Gesinnung“ vorgeworfen, und wir verlangen dafür einen Ordnungsruf. (Abg. Strache: Bei euch hängt noch der Dollfuß im Klub! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Wöginger: Da denkt doch ihr einmal bei euch nach!
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Na ja, das Verhältnis der ÖVP zur eigenen Parteigeschichte ist durchaus etwas, was hinterfragenswert ist. Da gibt es genug Probleme, wenn es darum geht, dass Sie in Sachen Vergangenheitsbewältigung wirklich einmal ehrlich und offen mit Ihrer eigenen Geschichte umgehen würden. Da gibt es genug Probleme! (Abg. Wöginger: Da denkt doch ihr einmal bei euch nach!)
Beifall bei der FPÖ.
Das Zweite ist die Gegenwart. Und da landet die Dame, die sich da gerade über den Stil der FPÖ echauffiert hat, in Simmering bei 8 Prozent. Ich sage Ihnen: Die Tendenz wird sinkend sein, und Sie werden in Simmering unter 5 Prozent liegen. Da wird der Bürgermeister im Wiener Rathaus Heinz-Christian Strache heißen! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Korun
Eines, meine Damen und Herren, zeigt ja die Debatte und zeigen auch die ganzen Entwicklungen der letzten Tage, der letzten Wochen ganz deutlich: dass der Extremismus in Österreich links ist. Und wenn man „links“ sagt, dann ist damit gemeint, dass er insbesondere grün ist. Und es wäre ja heute bei dieser ersten Sitzung im neuen Jahr wirklich ein politisches Wunder gewesen, wenn wenigstens den einen oder anderen in diesem Grünen Klub, wie er hier versammelt sitzt, angesichts dieses unwürdigen Theaters, das da seit Wochen rund um zwei unbescholtene junge Leute aufgeführt wird, wo in einer unglaublichen Art und Weise mit tatkräftiger Unterstützung von den linken Medien nichts anderes betrieben wird als Menschenhatz (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun), wenn wenigstens einen von Ihnen da einmal das Gewissen drücken würde und wenn ihm einmal der Kragen platzen würde und man sagen könnte, es hängt ihm zum Hals heraus. (Abg. Öllinger – auf Abg. Dr. Graf weisend –: Da sitzt das Problem!)
Abg. Öllinger – auf Abg. Dr. Graf weisend –: Da sitzt das Problem!
Eines, meine Damen und Herren, zeigt ja die Debatte und zeigen auch die ganzen Entwicklungen der letzten Tage, der letzten Wochen ganz deutlich: dass der Extremismus in Österreich links ist. Und wenn man „links“ sagt, dann ist damit gemeint, dass er insbesondere grün ist. Und es wäre ja heute bei dieser ersten Sitzung im neuen Jahr wirklich ein politisches Wunder gewesen, wenn wenigstens den einen oder anderen in diesem Grünen Klub, wie er hier versammelt sitzt, angesichts dieses unwürdigen Theaters, das da seit Wochen rund um zwei unbescholtene junge Leute aufgeführt wird, wo in einer unglaublichen Art und Weise mit tatkräftiger Unterstützung von den linken Medien nichts anderes betrieben wird als Menschenhatz (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun), wenn wenigstens einen von Ihnen da einmal das Gewissen drücken würde und wenn ihm einmal der Kragen platzen würde und man sagen könnte, es hängt ihm zum Hals heraus. (Abg. Öllinger – auf Abg. Dr. Graf weisend –: Da sitzt das Problem!)
Abg. Strache: Grüne Gemeinderäte zum Beispiel!
Hier herinnen sind Sie noch nicht so weit. Aber in der Zwischenzeit, Herr Öllinger – es wird Sie freuen, das zu hören, denn dann können Sie gleich den innerparteilichen Notstand ausrufen –, rufen ja Ihre Funktionäre, die früher auch einmal etwas bestellt haben bei diesem ach so dubiosen Verlag (Abg. Strache: Grüne Gemeinderäte zum Beispiel!), schon bei uns an und sagen: Na ja, gut, wir werden den Herrn Öllinger damit konfrontieren, dass auch wir solche Bestellungen vorgenommen haben, weil uns das furchtbar auf den Nerv geht, was der Öllinger da aufführt, nur um sich innerparteilich noch einmal drüberzuretten. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Grüne Gemeinderäte, die bei diesem Verlag bestellt haben!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Grüne Gemeinderäte, die bei diesem Verlag bestellt haben!
Hier herinnen sind Sie noch nicht so weit. Aber in der Zwischenzeit, Herr Öllinger – es wird Sie freuen, das zu hören, denn dann können Sie gleich den innerparteilichen Notstand ausrufen –, rufen ja Ihre Funktionäre, die früher auch einmal etwas bestellt haben bei diesem ach so dubiosen Verlag (Abg. Strache: Grüne Gemeinderäte zum Beispiel!), schon bei uns an und sagen: Na ja, gut, wir werden den Herrn Öllinger damit konfrontieren, dass auch wir solche Bestellungen vorgenommen haben, weil uns das furchtbar auf den Nerv geht, was der Öllinger da aufführt, nur um sich innerparteilich noch einmal drüberzuretten. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Grüne Gemeinderäte, die bei diesem Verlag bestellt haben!)
Beifall und Bravoruf bei der FPÖ.
Ich meine, ich weiß ja nicht, Herr Kollege Öllinger, ob Sie zwischen Ihren Vernaderungs- und Spitzelaktivitäten auch noch die Zeit finden, einmal hinauszugehen zu den Leuten und sich anzuhören, wie die Bevölkerung darüber denkt. Wenn Sie da nämlich einmal zuhören würden, dann würden Sie nämlich hören, dass sich die Leute schon fragen, ob das der tiefere und der eigentliche Sinn Ihres politischen Mandats in diesem Haus ist, statt Sacharbeit nichts anderes zu betreiben als eine „Stasi neu“ aufzubauen. Das ist ja das, was Sie von hier aus etablieren. Und dafür haben die Leute kein Verständnis. (Beifall und Bravoruf bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es kotzt auch immer mehr Österreicher an, dass Sie zwar groß von Meinungsfreiheit daherreden, aber darunter nur verstehen, dass jeder die Meinung haben darf, die Sie am liebsten vorgeben wollen. Das ist doch das, was Sie unter Meinungsfreiheit verstehen, und nichts anderes! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, das Theater, das der Kollege Öllinger da federführend seit einigen Wochen in angeblicher Sorge um die Demokratie und um den Rechtsstaat, oder ich weiß nicht warum, aufführt, ist in Wirklichkeit an Jämmerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Sie, Kollege Öllinger, sind einer, der in die Abteilung „Scheinheilig“ hineingehört! Das ist Ihr eigentlicher Platz! Und das Prädikat, dass Sie in Wahrheit ein Großmeister der politischen Heuchelei sind, das kann Ihnen niemand nehmen, auch innerparteilich. Und das ist eine besondere Leistung, weil ja gerade Ihre Partei nicht arm an Persönlichkeiten ist, die nichts anderes zu tun haben, als Leute, die Ihnen nicht ins Zeug passen, zu vernadern und politisch zu verfolgen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: So wie der Van der Bellen heute, mit falsch behaupteten Darstellungen!
Meine Damen und Herren, da wird einfach im Zusammenspiel mit so manchen Journalisten, die dafür bekannt sind, dass sie selbst lieber Politik machen als über Politik zu berichten – und ich spreche da insbesondere auch den ORF an –, und die in diesem Fall eine ganz, ganz miese Rolle von Mittätern übernommen haben, mit blanken Unterstellungen, mit Verdrehungen, mit Halbwahrheiten, mit Verfälschungen herumhantiert, als ob das alles das Normalste auf der Welt wäre. (Abg. Strache: So wie der Van der Bellen heute, mit falsch behaupteten Darstellungen!)
Abg. Öllinger – auf Abg. Dr. Graf weisend –: Da ist das Problem!
Ich weiß nicht, Herr Öllinger, wie es Ihnen dabei geht, wenn Sie – denn im Grunde genommen machen Sie ja nichts anderes – Menschen öffentlich für vogelfrei erklären und damit natürlich den Boden aufbereiten für einen Haufen Spinner und Fanatiker aus Ihrer Ecke, die möglicherweise auf lustige Ideen kommen können, weil sie von Ihnen motiviert worden sind, wenn dann aber einer der beiden, auf die Sie es offensichtlich abgesehen haben, eben niedergeschlagen wird. (Abg. Öllinger – auf Abg. Dr. Graf weisend –: Da ist das Problem!) – Mit dieser Verantwortung sollten Sie einmal umgehen, genauso wie mit der Verantwortung, dass dann Ihre Freunde und Ihre Aktivisten auf
Beifall bei der FPÖ.
der Universität regelrechte Steckbriefe von diesen Leuten aushängen und sagen: Wenn der auf der Universität auftaucht, dann gehört der hochkantig hinausgeschmissen! – Dafür tragen Sie eine Mitverantwortung, Herr Öllinger, durch die Art und Weise, wie Sie agieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Das ist ganz der Geist, der eigentlich ein Ungeist ist, bei den Grünen. Und ich sage Ihnen eines: Ich darf Sie nur daran erinnern, dass nicht die Freiheitliche Partei es war, sondern die Partei der Grünen, die einen Herrn Balluch, der ein bekannter Extremist ist, aus dem Häf’n heraus auf die Spitzenkandidatenliste gebracht hat! (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall und Bravoruf bei der FPÖ.
Ja, so ist es! Sie haben ihn herausgeholt als ein Signal! – Sie sollten sich einmal fragen, welches Signal das ist, wenn man einen Menschen zum Kandidaten macht, der lauthals darüber nachdenkt, ob es nicht zulässig wäre, jemanden, der sich an den Tieren vergreift, gleich abzumurksen. Das ist nämlich der Stil des Herrn Balluch! Und da hätten Sie im eigenen Haus und im eigenen Klub wirklich genug zu tun, und da sollten Sie sich nicht an irgendwelchen Leuten, die unbescholten sind, politisch vergreifen. (Beifall und Bravoruf bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich darf eingangs den Landeshauptmann von Kärnten Gerhard Dörfler in unserer Mitte begrüßen. (In Richtung Balkon:) Lieber Gerhard, sei herzlich willkommen! (Beifall beim BZÖ.) – Wir haben eine gute Arbeitsteilung: Der Präsident spricht Neujahrswünsche aus, ich begrüße die Leute in diesem Haus. Ist auch kein Problem.
Abg. Strache: Jetzt kommt das Gutmenschen-Sprech des Herrn Grosz! – Sechs zum Teil schwer verletzte Polizisten sind dem Herrn Grosz gleichgültig!
Ich bin eigentlich über die heutige Diskussion schon ein wenig verwundert, und vor allem auch über die Reaktionen der Freiheitlichen. Also, wovor die hehren Lichtgestalten der FPÖ aus dem germanischen Wallhalla jetzt Angst haben, wenn ein paar Pfeiferlrufer vor der Bühne stehen? (Abg. Strache: Jetzt kommt das Gutmenschen-Sprech des Herrn Grosz! – Sechs zum Teil schwer verletzte Polizisten sind dem Herrn Grosz gleichgültig!) Vielleicht sollten Sie nicht die Frau Innenministerin fragen, sondern Wotan anrufen; er wird Sie bei Ihren künftigen Parteiveranstaltungen beschützen. (Beifall bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Strache: Sechs zum Teil schwer verletzte Polizisten sind dem Herrn Grosz gleichgültig!)
Beifall bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Strache: Sechs zum Teil schwer verletzte Polizisten sind dem Herrn Grosz gleichgültig!
Ich bin eigentlich über die heutige Diskussion schon ein wenig verwundert, und vor allem auch über die Reaktionen der Freiheitlichen. Also, wovor die hehren Lichtgestalten der FPÖ aus dem germanischen Wallhalla jetzt Angst haben, wenn ein paar Pfeiferlrufer vor der Bühne stehen? (Abg. Strache: Jetzt kommt das Gutmenschen-Sprech des Herrn Grosz! – Sechs zum Teil schwer verletzte Polizisten sind dem Herrn Grosz gleichgültig!) Vielleicht sollten Sie nicht die Frau Innenministerin fragen, sondern Wotan anrufen; er wird Sie bei Ihren künftigen Parteiveranstaltungen beschützen. (Beifall bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Strache: Sechs zum Teil schwer verletzte Polizisten sind dem Herrn Grosz gleichgültig!)
Abg. Strache: Sechs schwer verletzte Polizisten sind Ihnen gleichgültig!
Herr Klubobmann Strache, es nützt auch nichts, wenn Sie mit den üblichen 1 500 Megahertz, mit denen Sie Hauptstädte wie Graz oder Wien unsicher machen, mir entgegenbrüllen. Auch mein Mikrophon – um mit Schüssel zu sprechen – ist heute ein wenig lauter; also ich kann schon. (Abg. Strache: Sechs schwer verletzte Polizisten sind Ihnen gleichgültig!)
Abg. Strache: Einen neuen Witz vielleicht! Einen neuen Witz des Landeshauptmanns!
Ich glaube, dass wir in diesem Land andere Probleme haben. (Abg. Strache: Einen neuen Witz vielleicht! Einen neuen Witz des Landeshauptmanns!) Ich glaube tatsächlich, dass dieses Parlament sich mit Arbeitslosigkeit zu beschäftigen hat. Ich bin der Meinung, dass sich das Parlament, wenn es die Innenministerin heute hier hat, mit der Kriminalität in Österreich, mit dem Anstieg der Kriminalität, mit einem Schubhaftzentrum, mit einem Asyl-Erstaufnahmezentrum Süd zu beschäftigen hätte.
Beifall beim BZÖ.
benan im Parlamentsgebäude: Gehen Sie hinein, gehen Sie im Kreis, machen Sie psychotherapeutische Übungen! Es gibt sicher Mentoren in Ihren Reihen. Das ist besser. Aber lähmen Sie nicht das Parlament! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Neubauer: Der Westenthaler hat ...!
Und im Übrigen, eines sage ich zu den Freiheitlichen, aber auch zu den Grünen: Ihre Frau Winter aus Graz, die heute nicht da ist, weil sie morgen Madame Justitia vorgeführt wird, hat unseren Rechtsstaat 200 000 € gekostet. Das waren nämlich die Kosten der Bewachung durch die Polizei (Abg. Neubauer: Der Westenthaler hat ...!), nachdem Sie gemeint haben, ihr einen dummen Gag einzureden für eine Wahlkampfveranstaltung, die uns eigentlich nichts gebracht hat und Graz nur in den Dreck gezogen hat. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Als der Haider geschützt worden ist, war das eine Selbstverständlichkeit! Eine Selbstverständlichkeit war das!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Als der Haider geschützt worden ist, war das eine Selbstverständlichkeit! Eine Selbstverständlichkeit war das!
Und im Übrigen, eines sage ich zu den Freiheitlichen, aber auch zu den Grünen: Ihre Frau Winter aus Graz, die heute nicht da ist, weil sie morgen Madame Justitia vorgeführt wird, hat unseren Rechtsstaat 200 000 € gekostet. Das waren nämlich die Kosten der Bewachung durch die Polizei (Abg. Neubauer: Der Westenthaler hat ...!), nachdem Sie gemeint haben, ihr einen dummen Gag einzureden für eine Wahlkampfveranstaltung, die uns eigentlich nichts gebracht hat und Graz nur in den Dreck gezogen hat. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Als der Haider geschützt worden ist, war das eine Selbstverständlichkeit! Eine Selbstverständlichkeit war das!)
Beifall bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Strache – in Richtung Grüne und BZÖ weisend –: Da sitzen beide nebeneinander!
Und zu den Grünen: Solange Sie in Graz und in Wien regelmäßig Demonstrationen mit Personen wie einer Frau Aftenberger, mit Personen wie einer Frau Jahn Hausbesetzungen organisieren, können Sie sich auch recht zurückhalten – denn Sie beide stehen einander um nichts nach, Sie trennt nur die Ideologie! Bei der Herangehensweise, wie Sie es machen, Recht zu beugen und dem Steuerzahler Kosten zu verursachen, da sind Sie sehr identisch, und daher bin ich auch dankbar, dass Sie beide nebeneinander sitzen. Damit ist der gewalttätige Block dieses Hauses auch lokalisiert. (Beifall bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Strache – in Richtung Grüne und BZÖ weisend –: Da sitzen beide nebeneinander!)
Abg. Dr. Graf: Welche „Dringliche Anfrage“?
Herr „Obama bin Cap“ – ich empfehle Ihnen auch, um Ihrer Rolle als amerikanisches Präsidenten-Double gerechter zu werden, vielleicht ein anderes Toupet zu nehmen, mit etwas anderer Haarqualität; aber sei’s drum! –, ich weiß nicht, Ihr Abgeordneter Plessl hat hier vorhin eine Rede gehalten, wo ich bis jetzt nicht weiß, was er darin eigentlich gesagt hat. War das vielleicht die Verteidigungs- und Erklärungsrede dafür, dass wir heute hier eine Dingliche Anfragebesprechung Ihres Koalitionspartners abhalten? (Abg. Dr. Graf: Welche „Dringliche Anfrage“?) – Frau Burgstaller, Herr Voves! – Gibt es Ihnen eigentlich nicht zu denken, dass eine ganze Fraktion aus diesem Haus auszieht, mit 1 500 Dezibel von Austrofaschismus und sonstigen Dingen hier herumbrüllt, aber es sich dabei eigentlich um den neuen und geheimen Koalitionspartner Ihrer Frau Burgstaller und Ihres Herrn Voves handelt? Dreht es Ihnen eigentlich nicht den Magen um? Dreht es der Frau Silhavy und diesen Abgeordneten, Kräuter und wie sie alle heißen, die noch im Wahlkampf vor den Freiheitlichen gewarnt haben und bei Demonstrationen mitgemacht haben, nicht den Magen um? – Dazu hätten Sie und Ihr Abgeordneter Plessl heute durchaus eine Erklärung abgeben können.
Beifall beim BZÖ.
Ansonsten glaube ich, das Hohe Haus wurde mit dieser Thematik genug belästigt. Widmen wir uns wieder den Problemen der Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Hornek: Der Pilz zeigt das erste Leiberl!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! (Abg. Hornek: Der Pilz zeigt das erste Leiberl!) Nach den Wortmeldungen von FPÖ und BZÖ kann ich nur positiv anmerken, dass zumindest keine Gelegenheit besteht, dass Herr Dörfler hier im Plenum einen Witz erzählt. Zumindest das bleibt uns heute erspart. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Aber Sie sind ein guter Büttenredner, Herr Pilz!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Aber Sie sind ein guter Büttenredner, Herr Pilz!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! (Abg. Hornek: Der Pilz zeigt das erste Leiberl!) Nach den Wortmeldungen von FPÖ und BZÖ kann ich nur positiv anmerken, dass zumindest keine Gelegenheit besteht, dass Herr Dörfler hier im Plenum einen Witz erzählt. Zumindest das bleibt uns heute erspart. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Aber Sie sind ein guter Büttenredner, Herr Pilz!)
Abg. Vilimsky: Vor euch zu schützen!
zu schützen, zum Glück!), mit Störung von Wahlkundgebungen fertig zu werden und das Versammlungsrecht in Österreich nachhaltig und wirkungsvoll zu schützen. (Abg. Vilimsky: Vor euch zu schützen!)
Rufe bei der FPÖ: Von wem? Von wem? – Abg. Strache: Einseitige Gewalt!
Zum Dritten: Die Frau Innenministerin hat auch darauf hingewiesen, dass es am besagten Tag zu gegenseitigen Provokationen gekommen ist, die in Gewalttätigkeiten geendet haben. (Rufe bei der FPÖ: Von wem? Von wem? – Abg. Strache: Einseitige Gewalt!) Was nicht verwundert: Wer die Menschen aufhetzt, darf sich nicht wundern, wenn aufgehetzte Menschen in gegenseitigen Provokationen einen Einsatz der Sicherheitsexekutive notwendig machen. (Abg. Strache: Wenn Ihnen unsere politische Meinung nicht passt, dann ist bei Ihnen Gewalt legitim!)
Abg. Strache: Wenn Ihnen unsere politische Meinung nicht passt, dann ist bei Ihnen Gewalt legitim!
Zum Dritten: Die Frau Innenministerin hat auch darauf hingewiesen, dass es am besagten Tag zu gegenseitigen Provokationen gekommen ist, die in Gewalttätigkeiten geendet haben. (Rufe bei der FPÖ: Von wem? Von wem? – Abg. Strache: Einseitige Gewalt!) Was nicht verwundert: Wer die Menschen aufhetzt, darf sich nicht wundern, wenn aufgehetzte Menschen in gegenseitigen Provokationen einen Einsatz der Sicherheitsexekutive notwendig machen. (Abg. Strache: Wenn Ihnen unsere politische Meinung nicht passt, dann ist bei Ihnen Gewalt legitim!)
lebhafte Heiterkeit bei der FPÖ
Die Kärntner Polizei hat übrigens vom letzten Wochenende in Klagenfurt – und Sie können das in der „Kleinen Zeitung“ nachlesen – berichtet, dass bei einer friedlichen Kundgebung vor dem Eingang zur freiheitlichen Versammlung die Polizei verhindern musste, dass ein aggressiver freiheitlicher Saalschutz (lebhafte Heiterkeit bei der FPÖ) auf Kundgebungsteilnehmer losgeht. (Abg. Strache: Geh bitte! Jetzt kommt wieder die Erfindung dran!) – Ich kann nur wiedergeben, was die Polizei berichtet. (Abg. Strache: Jetzt kommt wieder die Erfindung dran! Das sagen Sie nur, weil Sie die Immunität schützt!)
Abg. Strache: Geh bitte! Jetzt kommt wieder die Erfindung dran!
Die Kärntner Polizei hat übrigens vom letzten Wochenende in Klagenfurt – und Sie können das in der „Kleinen Zeitung“ nachlesen – berichtet, dass bei einer friedlichen Kundgebung vor dem Eingang zur freiheitlichen Versammlung die Polizei verhindern musste, dass ein aggressiver freiheitlicher Saalschutz (lebhafte Heiterkeit bei der FPÖ) auf Kundgebungsteilnehmer losgeht. (Abg. Strache: Geh bitte! Jetzt kommt wieder die Erfindung dran!) – Ich kann nur wiedergeben, was die Polizei berichtet. (Abg. Strache: Jetzt kommt wieder die Erfindung dran! Das sagen Sie nur, weil Sie die Immunität schützt!)
Abg. Strache: Jetzt kommt wieder die Erfindung dran! Das sagen Sie nur, weil Sie die Immunität schützt!
Die Kärntner Polizei hat übrigens vom letzten Wochenende in Klagenfurt – und Sie können das in der „Kleinen Zeitung“ nachlesen – berichtet, dass bei einer friedlichen Kundgebung vor dem Eingang zur freiheitlichen Versammlung die Polizei verhindern musste, dass ein aggressiver freiheitlicher Saalschutz (lebhafte Heiterkeit bei der FPÖ) auf Kundgebungsteilnehmer losgeht. (Abg. Strache: Geh bitte! Jetzt kommt wieder die Erfindung dran!) – Ich kann nur wiedergeben, was die Polizei berichtet. (Abg. Strache: Jetzt kommt wieder die Erfindung dran! Das sagen Sie nur, weil Sie die Immunität schützt!)
Abg. Mag. Stefan: Ja, irrtümlich! – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Nächster Punkt: Zum „TATblatt“. Meine Damen und Herren von der FPÖ, Sie wissen, dass das „TATblatt“ vom Bundeskanzleramt seinerzeit eine Presseförderung erhalten hat. Wissen Sie, welche politische Partei in diesem Haus der Presseförderung zugestimmt hat? – Die Freiheitliche Partei! (Abg. Mag. Stefan: Ja, irrtümlich! – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Zwei Mal der Presseförderung für das „TATblatt“ zugestimmt (Abg. Strache: Bis wir draufgekommen sind, was das für ein Blatt ist!), wie den Protokollen des Bundeskanzleramtes zu entnehmen ist. (Abg. Strache: Bis wir draufgekommen sind, was das für ein extremistisches Blatt ist!)
Abg. Strache: Bis wir draufgekommen sind, was das für ein Blatt ist!
Nächster Punkt: Zum „TATblatt“. Meine Damen und Herren von der FPÖ, Sie wissen, dass das „TATblatt“ vom Bundeskanzleramt seinerzeit eine Presseförderung erhalten hat. Wissen Sie, welche politische Partei in diesem Haus der Presseförderung zugestimmt hat? – Die Freiheitliche Partei! (Abg. Mag. Stefan: Ja, irrtümlich! – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Zwei Mal der Presseförderung für das „TATblatt“ zugestimmt (Abg. Strache: Bis wir draufgekommen sind, was das für ein Blatt ist!), wie den Protokollen des Bundeskanzleramtes zu entnehmen ist. (Abg. Strache: Bis wir draufgekommen sind, was das für ein extremistisches Blatt ist!)
Abg. Strache: Bis wir draufgekommen sind, was das für ein extremistisches Blatt ist!
Nächster Punkt: Zum „TATblatt“. Meine Damen und Herren von der FPÖ, Sie wissen, dass das „TATblatt“ vom Bundeskanzleramt seinerzeit eine Presseförderung erhalten hat. Wissen Sie, welche politische Partei in diesem Haus der Presseförderung zugestimmt hat? – Die Freiheitliche Partei! (Abg. Mag. Stefan: Ja, irrtümlich! – Heiterkeit der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Zwei Mal der Presseförderung für das „TATblatt“ zugestimmt (Abg. Strache: Bis wir draufgekommen sind, was das für ein Blatt ist!), wie den Protokollen des Bundeskanzleramtes zu entnehmen ist. (Abg. Strache: Bis wir draufgekommen sind, was das für ein extremistisches Blatt ist!)
Abg. Mag. Stefan: Die nehmen wir ernst! Es tut uns zutiefst leid!
Ich möchte Sie nicht allein dafür verantwortlich machen, dass das „TATblatt“ mit Steuergeldern finanziert worden ist, aber Sie tragen eine Mitverantwortung, und Sie sollten diese Mitverantwortung auch ernst nehmen. (Abg. Mag. Stefan: Die nehmen wir ernst! Es tut uns zutiefst leid!) Sie sind nicht bereit, darüber nachzudenken, wie leicht eine verbal gewalttätige Politik – und, Herr Strache, Sie sind derzeit mit Abstand der verbal gewalttätigste Politiker dieser Republik (Beifall bei den Grünen) – zu echten Gewalttätigkeiten führt, und Sie sind wohl der Einzige in diesem Saal, der das noch nicht weiß oder nicht zu wissen vorgibt. (Abg. Strache: Diese Erfahrung haben nur Sie! Was Gewalt betrifft, haben nur Sie die Erfahrung, Herr Peter Pilz!)
Beifall bei den Grünen
Ich möchte Sie nicht allein dafür verantwortlich machen, dass das „TATblatt“ mit Steuergeldern finanziert worden ist, aber Sie tragen eine Mitverantwortung, und Sie sollten diese Mitverantwortung auch ernst nehmen. (Abg. Mag. Stefan: Die nehmen wir ernst! Es tut uns zutiefst leid!) Sie sind nicht bereit, darüber nachzudenken, wie leicht eine verbal gewalttätige Politik – und, Herr Strache, Sie sind derzeit mit Abstand der verbal gewalttätigste Politiker dieser Republik (Beifall bei den Grünen) – zu echten Gewalttätigkeiten führt, und Sie sind wohl der Einzige in diesem Saal, der das noch nicht weiß oder nicht zu wissen vorgibt. (Abg. Strache: Diese Erfahrung haben nur Sie! Was Gewalt betrifft, haben nur Sie die Erfahrung, Herr Peter Pilz!)
Abg. Strache: Diese Erfahrung haben nur Sie! Was Gewalt betrifft, haben nur Sie die Erfahrung, Herr Peter Pilz!
Ich möchte Sie nicht allein dafür verantwortlich machen, dass das „TATblatt“ mit Steuergeldern finanziert worden ist, aber Sie tragen eine Mitverantwortung, und Sie sollten diese Mitverantwortung auch ernst nehmen. (Abg. Mag. Stefan: Die nehmen wir ernst! Es tut uns zutiefst leid!) Sie sind nicht bereit, darüber nachzudenken, wie leicht eine verbal gewalttätige Politik – und, Herr Strache, Sie sind derzeit mit Abstand der verbal gewalttätigste Politiker dieser Republik (Beifall bei den Grünen) – zu echten Gewalttätigkeiten führt, und Sie sind wohl der Einzige in diesem Saal, der das noch nicht weiß oder nicht zu wissen vorgibt. (Abg. Strache: Diese Erfahrung haben nur Sie! Was Gewalt betrifft, haben nur Sie die Erfahrung, Herr Peter Pilz!)
Abg. Strache: Ihre grünen gewalttätigen Demonstranten sind das! Die kosten den Staat Geld!
Wir müssen heute darüber reden, was derartige Einsätze, derartige Auftritte von Ihnen, Herr Strache, in Zukunft die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in dieser Republik noch kosten werden. (Abg. Strache: Ihre grünen gewalttätigen Demonstranten sind das! Die kosten den Staat Geld!) Die Gründe, dass immer mehr Sicherheitsexekutive auftreten muss, um Ihre Wahlkampfveranstaltungen zu schützen (Abg. Strache: Die grünen Gewalttäter kosten den Staat Geld!), die liegen in Ihrer Rhetorik, die liegen in Ihrer Politik und die liegen in der gewalttätigen Art und Weise, wie Sie die Menschen für Ihre Politik missbrauchen und aufhetzen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Opernball-Demonstranten!)
Abg. Strache: Die grünen Gewalttäter kosten den Staat Geld!
Wir müssen heute darüber reden, was derartige Einsätze, derartige Auftritte von Ihnen, Herr Strache, in Zukunft die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in dieser Republik noch kosten werden. (Abg. Strache: Ihre grünen gewalttätigen Demonstranten sind das! Die kosten den Staat Geld!) Die Gründe, dass immer mehr Sicherheitsexekutive auftreten muss, um Ihre Wahlkampfveranstaltungen zu schützen (Abg. Strache: Die grünen Gewalttäter kosten den Staat Geld!), die liegen in Ihrer Rhetorik, die liegen in Ihrer Politik und die liegen in der gewalttätigen Art und Weise, wie Sie die Menschen für Ihre Politik missbrauchen und aufhetzen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Opernball-Demonstranten!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Opernball-Demonstranten!
Wir müssen heute darüber reden, was derartige Einsätze, derartige Auftritte von Ihnen, Herr Strache, in Zukunft die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in dieser Republik noch kosten werden. (Abg. Strache: Ihre grünen gewalttätigen Demonstranten sind das! Die kosten den Staat Geld!) Die Gründe, dass immer mehr Sicherheitsexekutive auftreten muss, um Ihre Wahlkampfveranstaltungen zu schützen (Abg. Strache: Die grünen Gewalttäter kosten den Staat Geld!), die liegen in Ihrer Rhetorik, die liegen in Ihrer Politik und die liegen in der gewalttätigen Art und Weise, wie Sie die Menschen für Ihre Politik missbrauchen und aufhetzen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Opernball-Demonstranten!)
Abg. Strache: Mit Ihren Lügen wollen wir uns auseinandersetzen!
Und ein Vorletztes: Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Anlass für die ganze Debatte nichts mit Favoriten, sondern alles mit Herrn Dr. Martin Graf zu tun hat. Sie haben es ja auch ganz offen gesagt: Sie wollen nicht, dass die Auseinandersetzung um die politischen Ansichten und um die Beschäftigten des Herrn Dr. Graf weitergeht. (Abg. Strache: Mit Ihren Lügen wollen wir uns auseinandersetzen!) Sie wollen ablenken. Sie wollen woandershin. Aber das geht nicht!
Ruf bei der FPÖ: Da wird der Öllinger schon in Pension sein!
Solang diese Mitarbeiter im Haus beschäftigt werden (Ruf bei der FPÖ: Da wird der Öllinger schon in Pension sein!), solang der Verdacht besteht, dass das österreichische Parlament im Präsidium vor rechtsradikaler Propaganda nicht sicher ist, solange die Möglichkeit besteht, dass dieses Haus nicht politisch wiederbetätigungsfrei ist, so lange wird diese Auseinandersetzung geführt werden. (Abg. Strache: Die werden wir führen! Bei diesen miesen Unterstellungen! Die werden wir führen!)
Abg. Strache: Die werden wir führen! Bei diesen miesen Unterstellungen! Die werden wir führen!
Solang diese Mitarbeiter im Haus beschäftigt werden (Ruf bei der FPÖ: Da wird der Öllinger schon in Pension sein!), solang der Verdacht besteht, dass das österreichische Parlament im Präsidium vor rechtsradikaler Propaganda nicht sicher ist, solange die Möglichkeit besteht, dass dieses Haus nicht politisch wiederbetätigungsfrei ist, so lange wird diese Auseinandersetzung geführt werden. (Abg. Strache: Die werden wir führen! Bei diesen miesen Unterstellungen! Die werden wir führen!)
Abg. Dr. Graf: Und gleich einsperren am besten, den Vilimsky!
Und ein Allerletztes: Ich würde der Justizministerin empfehlen, sich die Rede des Herrn Abgeordneten Vilimsky anzusehen. (Abg. Dr. Graf: Und gleich einsperren am besten, den Vilimsky!) Denn damit sollte die Frage Taser und der Einsatz bei Menschen endgültig erledigt sein. (Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.
Und ein Allerletztes: Ich würde der Justizministerin empfehlen, sich die Rede des Herrn Abgeordneten Vilimsky anzusehen. (Abg. Dr. Graf: Und gleich einsperren am besten, den Vilimsky!) Denn damit sollte die Frage Taser und der Einsatz bei Menschen endgültig erledigt sein. (Beifall bei den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): ... und deshalb auch in dieser Hinsicht freiheitlichen Vorschlägen nicht nähergetreten werden sollte. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, dass die richtige Antwort sein muss: Nie wieder – nie wieder! – darf dieses Atomkraftwerk in Betrieb gehen! Ich hoffe, dass wir diesbezüglich nicht nur in Österreich einer Meinung sind, sondern ich denke, dass es notwendig ist, zu versuchen, auch auf europäischer Ebene diese Initiative zu unterstützen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Heute passiert das, meine Damen und Herren! Und ich glaube, dass wir als Europäische Union auch die Aufgabe haben, diese Verbrechen zu thematisieren; nicht immer auf die anderen und auf andere Verbrechen zu schauen, sondern auch hier geschehen tagein, tagaus massenweise Verbrechen. Und ich würde ersuchen und fordere die handelnden Personen, vor allem auch die Regierung, auf, überall dort die Finger in diese Wunden zu legen und diese Verbrechen zu thematisieren. Ich glaube, das ist wichtig. Das sind wir unserer Kultur, das sind wir auch den Menschen und Glaubenskollegen auf der ganzen Welt schuldig. Das wollte ich hier nur einbringen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Rot ist der Kanzler, laut Proporz, doch der Kopf herin ist schwarz. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist die Realität im heutigen Europa, und man könnte auch sagen, das ist die Bürgernähe der heutigen EU oder mancher EU-Staaten. So, meine Damen und Herren, haben wir uns die EU nicht vorgestellt! Wir haben etwas anderes vorgehabt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Hunderte stimmt nicht!
wird mir das bestätigen können. (Abg. Mag. Wurm: Hunderte stimmt nicht!) Diese Leute sind Tag für Tag auf der Straße und bieten unseren Kindern und Jugendlichen Rauschgift an. Da könnte die neue Justizministerin gleich ein Betätigungsfeld finden, um unsere Kinder und unsere Jugendlichen zu schützen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
wird mir das bestätigen können. (Abg. Mag. Wurm: Hunderte stimmt nicht!) Diese Leute sind Tag für Tag auf der Straße und bieten unseren Kindern und Jugendlichen Rauschgift an. Da könnte die neue Justizministerin gleich ein Betätigungsfeld finden, um unsere Kinder und unsere Jugendlichen zu schützen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Faktum ist: Die EU hat jetzt die Kompetenz, tut nichts, und wir können nichts tun. Und auch das ist ein unhaltbarer Zustand, den wir so nicht hinnehmen werden! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, im Interesse von Volk und Heimat ersuche ich Sie um Zustimmung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ
Klubobmann Bucher hat heute zwar schon angedeutet, dass die Europäische Union gerade im letzten Herbst festgestellt hat, und das schwarz auf weiß in einem Bericht, dass Kärnten vorbildlich ist im Hinblick auf Minderheitenförderung, speziell was die Kulturförderung betrifft (Beifall beim BZÖ), die zweisprachigen Schulen. Da hat es in den vergangenen Jahren gerade seit 1999/2000 unter unserem leider zu früh verstorbenen Landesvater Jörg Haider eine große Anzahl von Initiativen gegeben, um diese Förderung um hunderte Prozente in die Höhe zu schrauben. Aber immer wieder wird, gerade vonseiten der Sozialdemokratie, versucht – und es ist ja ein offenes Geheimnis, dass Landeshauptmann-Stellvertreter Rohr von der SPÖ gemeinsam mit Herrn Kanzler Faymann daran arbeitet –, Kärnten nach der Landtagswahl in Kärnten mit weiteren Ortstafeln zu überschwemmen.
Beifall beim BZÖ.
Die Sozialdemokratie arbeitet daran, alles schlecht und madig zu machen, was in Kärnten für die Minderheiten getan wird. Und es ist Tatsache, geschätzte Damen und Herren, dass im Jahr 1998 SPÖ und ÖVP gemeinsam mit anderen Fraktionen das „Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten“ hier im Hohen Haus ratifiziert haben, ein Rahmenübereinkommen, das festhält, dass jeder Bürger in einem Land, jeder Bürger einer Nation ein Recht darauf hat, sich zu seiner Muttersprache und zu seinem Volkstum zu bekennen. Und genau das muss die Grundlage einer Erhebung in Kärnten sein, die in weiterer Folge das Zahlenmaterial dafür liefert, wie viele Ortstafeln in Zukunft in Kärnten aufzustellen sind. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich sage Ihnen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, es wird kein Weg daran vorbeiführen, da das wirklich ein Menschenrecht ist, ein Menschenrecht auf Muttersprachen-Bekenntnis, ein Menschenrecht auf Volkstums-Bekenntnis. Und wenn es zu einer solchen Muttersprachen-Erhebung in Kärnten kommen wird – und es wird kein Weg daran vorbeiführen –, dann wird es in Kärnten nicht mehr Ortstafeln geben, sondern weniger. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es ist ebenso festzuhalten, geschätzte Damen und Herren, dass Herr Bundeskanzler Faymann mit seinem Regierungskollegium, egal ob vor oder nach der Landtagswahl in Kärnten, nicht über die Kärntnerinnen und Kärntner drüberfahren darf! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Kärnten hat sich etwas Besseres verdient. Kärnten hat sich eine ordentliche Politik verdient, die wirklich auf den Bürger schaut, auf die Interessen der Bürger schaut, die auf die Mehrheitsbevölkerung genauso Rücksicht nimmt, und deswegen wird das BZÖ alles Erdenkliche, alles rechtlich Mögliche tun, um den Ideen und den Visionen der SPÖ entgegenzutreten. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ.
ber, auch nicht in Kärnten, weder der Herr Bundeskanzler noch der Landeshauptmann-Stellvertreter Rohr. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne hoffe ich, dass wir in Österreich und auch in den anderen Staaten entsprechende Maßnahmen setzen. Dieser Entschließungsantrag soll ein Beitrag für eine friedlichere Welt in einem geeinten Europa sein, denn wir brauchen mehr Europa und nicht weniger. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Lunacek: In Österreich nicht unbedingt!
Wenn hier heute mehrmals auch von der Amtseinführung Barack Obamas gesprochen wurde, die viele Leute beeindruckt hat, dann war das Wesentliche daran nicht alleine die Tatsache, dass er ein Schwarzer ist – mit Schwarzen kann man immer eine gute Politik machen (Abg. Mag. Lunacek: In Österreich nicht unbedingt!) – sondern es war, wie ich glaube, etwas ganz anderes: Es ist ihm nämlich gelungen, die Bürger klar anzusprechen, sie abzuholen, sie zu mobilisieren, sie auch auf eine gemeinsame Sache einzuschwören. Und ich denke, dass das ganz, ganz wichtig ist. Das wird auch unsere Aufgabe in der nächsten Zeit sein, wenn wir all das bewältigen wollen, was uns ein großes Anliegen ist.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Mitarbeiten sollen wir vor allem auch an einer guten Weiterentwicklung, und da ist es wichtig, dass wir unsere Ideen einbringen, unsere Emotionen einbringen und auch unsere Bereitschaft zeigen, für die Gemeinschaft das Höchstmögliche zu tun – denn nur dann kann Europa das bieten, was sich letzten Endes doch jeder erwartet, nämlich den Frieden zu sichern und uns auch in eine, wenn Sie so wollen, gedeihliche Zukunft zu begleiten. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ruf beim BZÖ: Das tut weh!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Sehr geehrte Damen und Herren! Nach Einsicht in das vorläufige Stenographische Protokoll erteile ich Herrn Abgeordnetem Strache für seinen Zwischenruf „Sie haben eine austrofaschistische Gesinnung, die Sie hier zum Ausdruck bringen!“, gemacht in Richtung der Kollegin Tamandl, einen Ordnungsruf. (Ruf beim BZÖ: Das tut weh!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Lunacek: Zu den Freiheitlichen wird er sicherlich nicht wechseln, da brauchen Sie sich keine Hoffnungen zu machen!
Es wird entscheidend sein, was die Kollegin Lunacek hier bei der EU-Wahl anbieten wird. Ich bin gespannt darauf. Die heutige Rede hat mich nicht besonders überzeugt. Ich bin verwundert, dass Kollege Voggenhuber bei so einer Rede überhaupt durchfallen konnte. Das ist bemerkenswert. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Lunacek: Zu den Freiheitlichen wird er sicherlich nicht wechseln, da brauchen Sie sich keine Hoffnungen zu machen!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich gratuliere aber dem Kollegen Voggenhuber insgesamt, dass er es geschafft hat, sich von den Grünen so weit zu distanzieren, dass er von dieser Partei die Nase voll hat. Wenn eine Partei sich nur noch mit Menschenhatz, mit Spitzelwesen und mit Österreich-Beschimpfung beschäftigt, dann kann ich mir auch die Haltung des Kollegen Voggenhuber erklären. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Haben Sie Mut und stimmen Sie zu! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Etwas enttäuscht bin ich von der Präsidentin, dass man hier beim Umbau des Plenarsaals bremst – denn hier muss man plötzlich sparen. Ich glaube, auch wir sollten ein Zeichen setzen, dass die Wirtschaft angekurbelt gehört. 39 Prozent der Österreicher glauben noch, dass die EU eine gute Sache ist – nur mehr 39 Prozent! Ich glaube, das liegt an der EU selbst, daran, dass sie nicht in der Lage ist, Themen so aufzubreiten, dass sie der Bürger spürt, dass sie der Bürger erkennt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ein gutes Beispiel wäre es aus meiner Sicht, aus der Sicht des Tourismus, wenn es gelingen würde, die Ferienordnung neu zu regeln und so zu gestalten, dass die Ferien für die Bürger wirklich verteilt wären und wir im Tourismus so keine Spitzenzeiten hätten, sondern längere Zeiten mit Urlaubsgästen. Vielleicht wäre das ein Punkt, den Sie, liebe Vertreter im Europäischen Parlament, oder die Vertreter Ihrer Parteien umsetzen könnten, zur Sprache bringen könnten, damit wir etwas davon profitieren. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie man Europapolitik für den Bürger umsetzen und trotzdem eine starke EU haben kann. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich glaube, wir alle profitieren davon, wenn die Menschen spüren, dass Sie sich in Krisenzeiten auf die sozialen Sicherungssysteme verlassen können. Bei aller Unterschiedlichkeit innerhalb der Länder Europas wird es notwendig werden – und das ist Aufgabe der Europäischen Union; wir sind Mitglied der Europäischen Union und werden dafür auch eintreten –, dass genau diese stärkere Betonung der sozialen Absicherungssysteme neben der notwendigen weiteren Ausgestaltung eines wettbewerbsfähigen Marktes auch entsprechend Eingang wird finden müssen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Lunacek: Das ist aber ganz neu! Das sehe ich nicht so! – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich möchte in diesem Zusammenhang meine Verwunderung bezüglich der grünen Position ausdrücken. Geschätzte Kollegin Lunacek, ich glaube, es kann nicht sein, dass man einerseits begeisterte Europäerin – und heute haben Sie durchaus in diesem Sinne gesprochen –, andererseits aber europakritisch ist! Das sind zwei grundsätzlich sehr verschiedene Dinge! (Abg. Mag. Lunacek: Das ist aber ganz neu! Das sehe ich nicht so! – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Übrigen darf ich alle hier im Haus bitten, am gemeinsamen Haus Europa weiter mit zu bauen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
chischen Bevölkerung bestenfalls auf Grund des hohen Preises für Kaffeemaschinen in Brüssel auf Kosten der europäischen Bürger bekannt ist? – Das ist kein Europa, das viele junge Menschen gewinnen wird, an Projekt Europa mitzumachen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Da helfen auch die messianischen und prophetischen Reden von Klubobmann Cap und der Abgeordneten Grossmann nichts, die sich offenbar ständig selbst mit Barack Obama im Rahmen dieser Europadiskussion vergleichen! Es gibt nämlich einen gewaltigen Unterschied, Herr Klubobmann, zwischen Ihnen, Ihrer Partei und der ÖVP einerseits und Herrn Barack Obama, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, andererseits! Herr Obama will das System des Herrn Bush aufbrechen. Sie persönlich wohnen diesem Hohen Haus seit Jahrzehnten bei, und Sie sind ein Systembewahrer, der ausschließlich dieses System, das bekannterweise Bürger verschreckt und verjagt hat, bewahren will! Sie verkörpern das Elend der europäischen Politik – und im Gegensatz zu Ihnen ist Obama Hoffnung! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dieser Entschließungsantrag wurde verteilt, und ich bitte Sie, diesem zuzustimmen. Das wäre Demokratie, und auf diese Weise könnten Sie die Menschen tatsächlich dazu animieren, an Europa wieder zu glauben! – Ich danke Ihnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit der Europäischen Union Arbeitsplätze sichern und ausbauen, das war immer das Ziel – und das muss auch in Zukunft unser gemeinsames Ziel sein. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
(Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne hoffe ich, dass wir hier in den nächsten Wochen einige sehr interessante Informationen bekommen werden. In Summe glaube ich, dass sich – um noch einmal zur Europäischen Union zurückzukommen – diesbezüglich wirklich eine hervorragende Chance bietet, in einem geeinten Europa gemeinsam Maßnahmen zu setzen, um diese Krise zu beenden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Nicht „Deutschland“! Deutsch!
Ich möchte nur sagen: Mit diesem Antrag rennen Sie offene Türen ein! Es gab ja schon im Europaparlament eine Petition, wo 50 Europaparlamentsabgeordnete unterschrieben haben. Die Kommission hat diesen Schritt zur Förderung der Sprachenvielfalt schon begrüßt und hat festgestellt, dass Deutschland eh schon Verfahrenssprache ist (Abg. Mag. Molterer: Nicht „Deutschland“! Deutsch!) und damit anderen Amtssprachen gegenüber privilegiert ist.
Beifall bei den Grünen.
Sie rennen da also offene Türen ein. Wir werden dem auch zustimmen. Ich möchte aber schon darauf hinweisen, dass es im europäischen Kontext schon auch Sinn macht, wenn man Fremdsprachen spricht und sich auch in diesen unterhalten kann und nicht nur darauf pocht, die deutsche Sprache zu verwenden. In einem Europa der Vielfalt und auch der Sprachenvielfalt macht das schon auch Sinn. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist einstimmig so angenommen. (E 6.) (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Dr. Pilz: Spüren Sie es noch?
Ich habe überlegt, ob ich in Richtung BZÖ etwas sage. Das habe ich mir verkniffen, aber dem Herrn Pilz möchte ich etwas ausrichten: Sie haben mir unterstellt – das war ein ziemlicher Untergriff –, dass durch diesen Versuch mit dem Taser offensichtlich Hirnzellen absterben. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Dr. Pilz: Spüren Sie es noch?) Ich habe mich da medizinisch schlau gemacht: Das ist nicht der Fall. Aber wissen Sie, Herr Pilz, was medizinisch dokumentiert ist? – Dass Hirnzellen beim Genuss von Drogen oder Haschisch absterben. Sie selbst haben ja schon zugegeben, dass Sie das genossen haben, und Sie treten ja massiv und vehement für die Freigabe von Drogen ein. (Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit des Abg. Strache.)
Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit des Abg. Strache.
Ich habe überlegt, ob ich in Richtung BZÖ etwas sage. Das habe ich mir verkniffen, aber dem Herrn Pilz möchte ich etwas ausrichten: Sie haben mir unterstellt – das war ein ziemlicher Untergriff –, dass durch diesen Versuch mit dem Taser offensichtlich Hirnzellen absterben. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Dr. Pilz: Spüren Sie es noch?) Ich habe mich da medizinisch schlau gemacht: Das ist nicht der Fall. Aber wissen Sie, Herr Pilz, was medizinisch dokumentiert ist? – Dass Hirnzellen beim Genuss von Drogen oder Haschisch absterben. Sie selbst haben ja schon zugegeben, dass Sie das genossen haben, und Sie treten ja massiv und vehement für die Freigabe von Drogen ein. (Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit des Abg. Strache.)
Abg. Prinz: Nicht nur angeblich, sondern tatsächlich!
An die ÖVP hätte ich noch gerne eine Frage gerichtet. Den Herrn Klubobmann a. D. Schüssel sehe ich jetzt nicht, aber er hat sich so echauffiert, dass angeblich der Vorwurf des Austrofaschismus erhoben worden sein soll. (Abg. Prinz: Nicht nur angeblich, sondern tatsächlich!) Hängt er oder hängt er nicht im Klub, der Dollfuß? Vielleicht kann jemand ja oder nein sagen! Hängt er oder hängt er nicht? Traut sich jemand? – Ja, er hängt. Ja, er hängt im Klub der ÖVP! Und was war der Dollfuß? Geschichtsfrage! (Abg. Strache: Was war er?) Was war er? – Wir werden das mit einer Anfrage an die Präsidentin des Hauses sicherstellen, ob das auch der Würde dieses Hauses entspricht.
Abg. Strache: Was war er?
An die ÖVP hätte ich noch gerne eine Frage gerichtet. Den Herrn Klubobmann a. D. Schüssel sehe ich jetzt nicht, aber er hat sich so echauffiert, dass angeblich der Vorwurf des Austrofaschismus erhoben worden sein soll. (Abg. Prinz: Nicht nur angeblich, sondern tatsächlich!) Hängt er oder hängt er nicht im Klub, der Dollfuß? Vielleicht kann jemand ja oder nein sagen! Hängt er oder hängt er nicht? Traut sich jemand? – Ja, er hängt. Ja, er hängt im Klub der ÖVP! Und was war der Dollfuß? Geschichtsfrage! (Abg. Strache: Was war er?) Was war er? – Wir werden das mit einer Anfrage an die Präsidentin des Hauses sicherstellen, ob das auch der Würde dieses Hauses entspricht.
Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.
Nun, meine sehr geehrten Damen und Herren, materiell zum Passgesetz, über das wir heute zu debattieren haben: Ziel dieser Novelle des Passgesetzes ist es, ein weiteres Identifikationsmerkmal zu schaffen. Man hat das Foto zuerst digitalisiert ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.) – Kommen Sie nachher heraus! Aus der hinteren Reihe hört man Sie nicht! – Ziel ist es, ein weiteres Identifikationsmerkmal zu schaffen und neben dem digitalisierten Foto auch Fingerabdrücke aufzunehmen. So weit, so gut. Jetzt muss man einmal ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Mag. Ikrath.) Kommen Sie heraus! Wenn Sie sich immer wiederholen, tut das nicht gut!
Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Mag. Ikrath.
Nun, meine sehr geehrten Damen und Herren, materiell zum Passgesetz, über das wir heute zu debattieren haben: Ziel dieser Novelle des Passgesetzes ist es, ein weiteres Identifikationsmerkmal zu schaffen. Man hat das Foto zuerst digitalisiert ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.) – Kommen Sie nachher heraus! Aus der hinteren Reihe hört man Sie nicht! – Ziel ist es, ein weiteres Identifikationsmerkmal zu schaffen und neben dem digitalisierten Foto auch Fingerabdrücke aufzunehmen. So weit, so gut. Jetzt muss man einmal ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Mag. Ikrath.) Kommen Sie heraus! Wenn Sie sich immer wiederholen, tut das nicht gut!
Abg. Ing. Westenthaler: Wieso seid ihr kontra gemeldet? Ist das auch der Taser?
Jetzt wollen aber nicht wir diejenigen sein, die die Österreicher die Zeche bezahlen lassen, sondern wir werden dieser Novelle, dass es dieses zusätzliche Identifikationsmerkmal gibt, zustimmen (Abg. Ing. Westenthaler: Wieso seid ihr kontra gemeldet? Ist das auch der Taser?), und wir werden auch zustimmen – und da gibt es einen gemeinsamen Antrag –, dass es für Kinder bis 12 Jahre, von denen diese Fingerprints nicht abgenommen und digitalisiert werden, so sein wird, dass hier eine Verbilligung stattfindet.
Beifall bei der FPÖ.
Insofern ist es eine gute Vorgangsweise. Wenn man die Motivlage richtig definiert, hoffe ich zumindest, dass Rot und Schwarz und diejenigen, die die Verantwortung haben, ihre richtigen Schlüsse daraus für die Migrations-, Immigrations- und Asylpolitik der Zukunft ziehen. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Vilimsky: Das haben uns die Innenministeriumsbeamten erklärt!
Das, was Sie angesprochen haben, ist SIS II Schengen. Die Frau Bundesministerin wird es darlegen, dass es hier derzeit Probleme bei der Umsetzung auf europäischer Ebene gibt. Ihre Argumentation war schlichtweg falsch. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Vilimsky: Das haben uns die Innenministeriumsbeamten erklärt!)
Beifall bei der ÖVP.
Generell muss man sagen, dass diese Passgesetz-Novelle ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit für die Menschen in unserem Lande ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei Grünen und BZÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! Zuerst ein persönliches Bedauern für die ersten Spätfolgen des Taser-Einsatzes. Der Abgeordnete Vilimsky hat sich als Kontra-Redner gemeldet und festgestellt, dass er selbstverständlich zustimmen wird. (Heiterkeit bei Grünen und BZÖ.) Durch die Selbsttaserung ist die Unterscheidung zwischen pro und kontra verloren gegangen. Die nächsten Spätfolgen könnten durchaus Verlust des räumlichen, persönlichen und politischen Orientierungsvermögens sein. (Heiterkeit bei den Grünen.) In dem Moment, wo der Abgeordnete Vilimsky zu einem Hydranten „H. C.“ sagt, vermute ich, dass es erste Abgeordnete auch der Freiheitlichen Partei gibt, die abraten werden, den Taser zumindest im Selbstversuch einzusetzen.
Heiterkeit bei den Grünen.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! Zuerst ein persönliches Bedauern für die ersten Spätfolgen des Taser-Einsatzes. Der Abgeordnete Vilimsky hat sich als Kontra-Redner gemeldet und festgestellt, dass er selbstverständlich zustimmen wird. (Heiterkeit bei Grünen und BZÖ.) Durch die Selbsttaserung ist die Unterscheidung zwischen pro und kontra verloren gegangen. Die nächsten Spätfolgen könnten durchaus Verlust des räumlichen, persönlichen und politischen Orientierungsvermögens sein. (Heiterkeit bei den Grünen.) In dem Moment, wo der Abgeordnete Vilimsky zu einem Hydranten „H. C.“ sagt, vermute ich, dass es erste Abgeordnete auch der Freiheitlichen Partei gibt, die abraten werden, den Taser zumindest im Selbstversuch einzusetzen.
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Die Joints müssen schon gut geschmeckt haben!
Bitte, dem Abgeordneten Vilimsky die nötige Unterstützung klubintern angedeihen zu lassen! Er hat es sich wirklich in jeder Hinsicht verdient. So viel dazu. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Die Joints müssen schon gut geschmeckt haben!)
Zwischenruf des Abg. Kößl.
Zur vorliegenden Novelle möchte ich nur eines feststellen: Die Innenministerin ist in diesem Fall ausnahmsweise weitgehend unschuldig, weil es sich um eine Verordnung aus Brüssel handelt, die uns zwingt, Punkt für Punkt genau das in österreichisches Recht umzusetzen. Die Verordnung, die ich grundsätzlich für sehr problematisch halte, zwingt uns, ein Problem zu lösen, das nicht existiert hat. Hätten Sie die Vorgänger und Vorgängerinnen der amtierenden Frau Innenministerin gefragt, ob der österreichische Pass fälschungssicher ist, hätte jeder von ihnen gesagt: Na selbstverständlich, einen fälschungssicheren Pass als diesen Pass gibt es nicht! Und das Problem, das jetzt gelöst wird, ist: Wie kann ich einen fälschungssicheren Pass durch Fingerabdrücke fälschungssicher machen? (Zwischenruf des Abg. Kößl.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Lettenbichler.
Ich befürchte, dass die Innenministerin als Person und als Politikerin nicht die geeignete Vertreterin der Interessen des Datenschutzes in Wien, aber auch in Brüssel ist. Deswegen müssen wir hoffen, dass das Europäische Parlament falscher Ratspolitik, wie sie auch von der Innenministerin vertreten wird, etwas entgegensetzt. Das ist alles, was ich dazu bemerken wollte. (Zwischenruf des Abg. Mag. Lettenbichler.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Dem Kollegen Vilimsky wünsche ich aus tiefstem Herzen Gesundheit und gute Besserung! (Heiterkeit bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Vilimsky: Das sagen gerade Sie! Das sagt gerade ein Gift-Pilz! – Abg. Dr. Haimbuchner: Ich glaube, die Grünen haben kein anderes Thema mehr! Das ist ein Wahlverlust-Thema!
Zum Abschluss noch eine, wie ich meine, selbstverständliche Feststellung: Ich bin im Übrigen der Meinung, dass ein Präsident wie Sie, Herr Graf, der immer wieder am Rechtsextremismus anstreift, nicht nur in diesem Parlament nicht tragbar ist. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Vilimsky: Das sagen gerade Sie! Das sagt gerade ein Gift-Pilz! – Abg. Dr. Haimbuchner: Ich glaube, die Grünen haben kein anderes Thema mehr! Das ist ein Wahlverlust-Thema!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kößl.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir werden daher diesem Antrag der Abgeordneten Kößl und Pendl zustimmen, weil wir – und das betone ich! – die datenschutzrechtlichen Problemlagen geklärt sehen. Gleichzeitig müssen wir gerade auf europäischer Ebene diese Diskussion sehr sensibel verfolgen, denn es gibt natürlich Risken bei der digitalen Verarbeitung biometrischer Daten. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Kößl.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie gibt es das? Als Kontraredner wieder?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Windbüchler-Souschill. – Entschuldigen Sie bitte, nein, Sie sind nicht als Nächste zu Wort gemeldet, sondern Herr Abgeordneter Dr. Fichtenbauer. Gewünschte Redezeit: 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie gibt es das? Als Kontraredner wieder?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch ein bewusster Missbrauch!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Man sieht, wo Menschen arbeiten, können Fehler auftreten: Es war ein Fehler, dass Kollege Vilimsky und ich als Kontraredner eingetragen sind. Wir sind Proredner, obwohl wir kritische Punkte anzumerken haben. Genauso beim Kollegen Hofer beim nächsten Punkt und genauso jetzt bei dem kleinen Fehler im Aufruf der Rednerliste. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch ein bewusster Missbrauch!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung!
Der Grund, hierüber zu sprechen, liegt in Folgendem: Wir stimmen zu. – Gut. Es geht um die Umsetzung einer EU-Verordnung, einer Richtlinie. – Ja, auch gut. Wozu dient ein Reisepass? – Zur Feststellung der Identität einer Person. Daher ist die Anreicherung eines Fotos durch ein biometrisches Element ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung!) – Das ist schon korrigiert. Das lohnt sich nicht; das ist am Präsidium korrigiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch kein Fehler! Ein ganz bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung! – Abg. Strache: Er hat gerade gesagt, dass es sich um einen Fehler handelt! – Ruf beim BZÖ: Dann korrigiert es! – Abg. Strache: Er hat es jetzt korrigiert! – Ruf beim BZÖ: Wenn es korrigiert wäre, würde er jetzt nicht reden! – Abg. Mag. Stadler: Das ist Geschäftsordnungs-Missbrauch!) Die biometrischen Daten weiter festzuhalten ist daher vom ersten Ansehen her unbedenklich, weil es die Verdichtung der Identität der Person betrifft.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch kein Fehler! Ein ganz bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung! – Abg. Strache: Er hat gerade gesagt, dass es sich um einen Fehler handelt! – Ruf beim BZÖ: Dann korrigiert es! – Abg. Strache: Er hat es jetzt korrigiert! – Ruf beim BZÖ: Wenn es korrigiert wäre, würde er jetzt nicht reden! – Abg. Mag. Stadler: Das ist Geschäftsordnungs-Missbrauch!
Der Grund, hierüber zu sprechen, liegt in Folgendem: Wir stimmen zu. – Gut. Es geht um die Umsetzung einer EU-Verordnung, einer Richtlinie. – Ja, auch gut. Wozu dient ein Reisepass? – Zur Feststellung der Identität einer Person. Daher ist die Anreicherung eines Fotos durch ein biometrisches Element ... (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung!) – Das ist schon korrigiert. Das lohnt sich nicht; das ist am Präsidium korrigiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch kein Fehler! Ein ganz bewusster Missbrauch der Geschäftsordnung! – Abg. Strache: Er hat gerade gesagt, dass es sich um einen Fehler handelt! – Ruf beim BZÖ: Dann korrigiert es! – Abg. Strache: Er hat es jetzt korrigiert! – Ruf beim BZÖ: Wenn es korrigiert wäre, würde er jetzt nicht reden! – Abg. Mag. Stadler: Das ist Geschäftsordnungs-Missbrauch!) Die biometrischen Daten weiter festzuhalten ist daher vom ersten Ansehen her unbedenklich, weil es die Verdichtung der Identität der Person betrifft.
Beifall bei der FPÖ.
Die heutige Bedrohung von Grund- und Freiheitsrechten ist nicht der Prügel des Polizisten – kann es natürlich auch sein –, sondern es ist der gläserne Mensch in Zusammenhang mit unkontrollierten Datenströmen. Daher diese Anmerkung zu der heutigen Materie. Jacky Maier ist bestimmt ein seriöser Gesprächspartner für diese künftigen Vorhaben. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Die Frau Bundesministerin Fekter war damals noch Abgeordnete, voll der Empörung!
Wir haben das dann am 2.10. – also kurze Zeit danach – ausgeweitet und haben gesagt, wir fordern das auch deshalb, weil Fingerprints in den nächsten Jahren – ich habe damals gesagt, in fünf Jahren – in ganz Europa kommen werden. Ich gestehe, ich habe mich geirrt. Es hat nicht fünf Jahre, sondern siebeneinhalb Jahre gedauert. Aber was sich damals zu der Zeit – die, die damals dabei waren, wissen es – abgespielt hat, ein Sturm der Entrüstung gegen diesen Vorschlag seitens aller anderen Fraktionen, das möchte ich schon noch ein bisschen in Erinnerung rufen. (Abg. Mag. Stadler: Die Frau Bundesministerin Fekter war damals noch Abgeordnete, voll der Empörung!) – Jawohl, die Frau Bundesministerin war damals Abgeordnete.
Abg. Mag. Kuntzl: Das war sicher so! Das hat sicher gestimmt!
„Westenthaler versucht offenbar, das gesteigerte Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung nach den schrecklichen Terroranschlägen zu missbrauchen, um seine Vision eines Überwachungsstaates durchzusetzen.“ (Abg. Mag. Kuntzl: Das war sicher so! Das hat sicher gestimmt!)
Abg. Mag. Stadler: Sie hat jetzt auch Visionen!
Beschließen Sie heute den Überwachungsstaat, Frau Kollegin Kuntzl? (Abg. Mag. Stadler: Sie hat jetzt auch Visionen!)
Abg. Mag. Wurm: Die Daten sind nicht gespeichert!
Na wunderbar, Frau Kollegin Kuntzl! Wie erklären Sie uns die Zustimmung heute? (Abg. Mag. Wurm: Die Daten sind nicht gespeichert!) Wir schaffen heute die Freiheitsrechte ab? Wir gefährden heute Österreich und machen aus Österreich einen Überwachungsstaat? – Hochinteressant! (Abg. Mag. Wurm: Speicherung nur zwei Monate!)
Abg. Mag. Wurm: Speicherung nur zwei Monate!
Na wunderbar, Frau Kollegin Kuntzl! Wie erklären Sie uns die Zustimmung heute? (Abg. Mag. Wurm: Die Daten sind nicht gespeichert!) Wir schaffen heute die Freiheitsrechte ab? Wir gefährden heute Österreich und machen aus Österreich einen Überwachungsstaat? – Hochinteressant! (Abg. Mag. Wurm: Speicherung nur zwei Monate!)
Beifall beim BZÖ.
Wissen Sie, was Dr. Schüssel damals gesagt hat? Zitat: Eine verpflichtende Fingerabdruck-Abnahme bei allen Österreichern kommt nicht in Frage! – Er hat das, wie in der damaligen Aussendung zu lesen ist, folgendermaßen begründet: „Man wolle ja nicht die Welt vor den Österreichern schützen.“ Das war damals seine plausible Erklärung. „Es bleibe dabei, dass Fingerprints nur von Verbrechern genommen werden.“ – Und heute beschließen wir, dass die Fingerprints von allen in die Reisepässe hineinkommen, weil sie ein ganz wichtiges weiteres Identifikationsmerkmal sind, das zu mehr Sicherheit vor Kriminalität und im weitesten Sinne auch vor Terrorismus beiträgt. Richten Sie ihm das aus, dem Dr. Schüssel! (Beifall beim BZÖ.)
Ruf beim BZÖ: Im Buffet!
Aber der Herr Jarolim, der Justizsprecher der SPÖ – wo ist er denn? (Ruf beim BZÖ: Im Buffet!) –, wird heute auch zustimmen. Der hat gesagt, wenn man Fingerprints für alle beschließt, wäre das eine tragische Entwicklung für den österreichischen Rechtsstaat und die Grundrechte in Österreich. – Das hat Jarolim damals gesagt.
Zwischenruf des Abg. Haberzettl. – Abg. Grosz – in Richtung SPÖ –: Ihr habt ja beim BAWAG-Prozess eh schon alle die Fingerabdrücke abgegeben!
Und die Gewerkschaft – wo sind denn die Gewerkschafter, die heute alle für die Fingerprints stimmen? – hat diese Forderung damals als letztklassig bezeichnet und die Frage gestellt, ob jene, die das fordern, überhaupt für öffentliche Ämter geeignet sind. Heute beschließen sie das alle. Haberzettl, die Gewerkschaft hat damals in Frage gestellt, dass Menschen, die Fingerprints für alle fordern, für öffentliche Ämter geeignet sind. – Und heute stimmen Sie selber zu. (Zwischenruf des Abg. Haberzettl. – Abg. Grosz – in Richtung SPÖ –: Ihr habt ja beim BAWAG-Prozess eh schon alle die Fingerabdrücke abgegeben!) Es ist die Frage, ob Sie für ein öffentliches Amt geeignet sind. Jetzt müssen Sie sich selbst hinterfragen. Sie stimmen dem heute zu. Halbwertszeit: siebeneinhalb Jahre.
Beifall beim BZÖ.
Wir sind heute froh: Wir haben das nach siebeneinhalb Jahren konsequenter Arbeit durchgesetzt, weil es richtig ist, weil wir ein Sicherheitsmerkmal einbauen, das im Kampf gegen die Kriminalität wichtig sein wird. Ich bin heute sehr stolz und froh, dass wir diese Forderung umgesetzt haben und dass wir heute alle dieser Forderung zustimmen werden. – Kompliment, ich gratuliere Ihnen, dass Sie siebeneinhalb Jahre danach etwas klüger geworden sind. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Ich habe schon einmal einen Pass bekommen, Frau Ministerin, ...!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, rund 1 Million Österreicher bekommt jährlich einen neuen Pass, das ist keine geringe Zahl. Und diese Personen profitieren dann von der größtmöglichen Sicherheit des Dokuments und von einem reibungslosen Ablauf in der Ausstellung und Zustellung. (Abg. Mag. Stadler: Ich habe schon einmal einen Pass bekommen, Frau Ministerin, ...!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Grosz: Kann man das schriftlich auch haben für die Pass-Stelle?
Ich glaube, dass wir mit diesen Maßnahmen Sicherheit bekommen, die uns auch davor schützt, dass kriminelle Energie Missbrauch womöglich mit gestohlenen Pässen betreiben kann. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Grosz: Kann man das schriftlich auch haben für die Pass-Stelle?)
Abg. Mag. Johann Maier: Abänderungsantrag – das habe ich gesagt!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Hohes Haus! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Erstens eine Klarstellung: Im Innenausschuss haben die Grünen natürlich nicht dem Antrag zugestimmt, sondern ausschließlich dem Abänderungsantrag in Anerkennung der beratenden Gespräche mit der Innenministerin. (Abg. Mag. Johann Maier: Abänderungsantrag – das habe ich gesagt!) Und das wurde auch so kommuniziert. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das war ja Wunsch der Grünen!)
Bundesministerin Dr. Fekter: Das war ja Wunsch der Grünen!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Hohes Haus! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Erstens eine Klarstellung: Im Innenausschuss haben die Grünen natürlich nicht dem Antrag zugestimmt, sondern ausschließlich dem Abänderungsantrag in Anerkennung der beratenden Gespräche mit der Innenministerin. (Abg. Mag. Johann Maier: Abänderungsantrag – das habe ich gesagt!) Und das wurde auch so kommuniziert. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das war ja Wunsch der Grünen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das beschließen wir ja heute!
Zweitens: Zum Entschließungsantrag möchte ich sagen, dass wir diesem prinzipiell zustimmen werden. Dieser geht uns aber nicht weit genug. Vielleicht könnte das nächste Mal bei beratenden Gesprächen auch darüber nachgedacht werden, allen Minderjährigen kostengünstigere Pässe zur Verfügung zu stellen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das beschließen wir ja heute!)
Beifall bei den Grünen.
Es wirkt vielmehr, als wäre es eine Markierung, eine Stigmatisierung von Jugendlichen. Es wirkt so, dass es, wenn bei einer Kontrolle ein roter Ausweis gezeigt wird für unter 18-Jährige, heißt: Stopp, ein Jugendlicher! Hilfe, Vandalen! Hilfe, kriminelle Energie! Und das kann es ja wohl wirklich nicht sein, denn die Freiheit für Jugendliche wird ständig eingeschränkt, und einmal mehr wird markiert, wird stigmatisiert. Und da können wir Grüne aus diesem Grund auch nicht mitgehen, denn Jugendliche brauchen keine Markierung, sondern einen gelebten Jugendschutz. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Jugendschutz bedeutet auch, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, dass Jugendliche und Kinder vor gesundheitlichen, sittlichen und sonstigen Gefahren geschützt werden. Rechtsextremismus ist eine sonstige Gefahr, und Jugendliche müssen vor Menschen wie dem Dritten Nationalratspräsidenten eindeutig geschützt werden. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stadler: Bei der ÖVP!
Dass Kollege Westenthaler die siebeneinhalb Jahre in den Mittelpunkt stellt, das verstehe ich. Vielleicht kann man es so erklären, gute Dinge brauchen länger, oder? (Abg. Mag. Stadler: Bei der ÖVP!) – Bitte? (Abg. Ing. Westenthaler: Bei euch!) Es hat sich in siebeneinhalb Jahren auch technisch einiges verbessert und verändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Finger ist immer der Gleiche! Sieben Jahre lang! – Abg. Mag. Stadler: Wir wollen ja nur einen Finger, ihr wollt zwei haben!) – Ja, da haben wir halt die doppelte Sicherheit, wenn wir es mit zwei Fingern machen.
Abg. Ing. Westenthaler: Bei euch!
Dass Kollege Westenthaler die siebeneinhalb Jahre in den Mittelpunkt stellt, das verstehe ich. Vielleicht kann man es so erklären, gute Dinge brauchen länger, oder? (Abg. Mag. Stadler: Bei der ÖVP!) – Bitte? (Abg. Ing. Westenthaler: Bei euch!) Es hat sich in siebeneinhalb Jahren auch technisch einiges verbessert und verändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Finger ist immer der Gleiche! Sieben Jahre lang! – Abg. Mag. Stadler: Wir wollen ja nur einen Finger, ihr wollt zwei haben!) – Ja, da haben wir halt die doppelte Sicherheit, wenn wir es mit zwei Fingern machen.
Abg. Ing. Westenthaler: Der Finger ist immer der Gleiche! Sieben Jahre lang! – Abg. Mag. Stadler: Wir wollen ja nur einen Finger, ihr wollt zwei haben!
Dass Kollege Westenthaler die siebeneinhalb Jahre in den Mittelpunkt stellt, das verstehe ich. Vielleicht kann man es so erklären, gute Dinge brauchen länger, oder? (Abg. Mag. Stadler: Bei der ÖVP!) – Bitte? (Abg. Ing. Westenthaler: Bei euch!) Es hat sich in siebeneinhalb Jahren auch technisch einiges verbessert und verändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Finger ist immer der Gleiche! Sieben Jahre lang! – Abg. Mag. Stadler: Wir wollen ja nur einen Finger, ihr wollt zwei haben!) – Ja, da haben wir halt die doppelte Sicherheit, wenn wir es mit zwei Fingern machen.
Beifall bei der ÖVP.
Die Staatsdruckerei wird als Stelle, die diese Dokumente ausstellt, auch mit äußersten Sicherheitsvorschriften ausgestattet sein. Auch die Regelungen zu den Sicherheitsvorkehrungen, wenn es Zugriffe auf die Daten des Chips gibt, sind rundherum gegeben. Es geht um die Sicherheit, um unser höchstes Gut. Daher bedanke ich mich bei allen, die dieser heutigen Gesetzesinitiative zustimmen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Wie ist das jetzt mit der menschenverachtenden Fingerabdruck-Kartei?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Wurm. Gewünschte Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Wurm –: Wie ist das jetzt mit der menschenverachtenden Fingerabdruck-Kartei?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nichts von speichern gesagt!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Speicherfunktionen haben Sie kurz angesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nichts von speichern gesagt!) Sie haben auch die Frage der Fingerprints angesprochen und dass Sie ja schon so lange dafür kämpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur für einen Finger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur für einen Finger!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Speicherfunktionen haben Sie kurz angesprochen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe nichts von speichern gesagt!) Sie haben auch die Frage der Fingerprints angesprochen und dass Sie ja schon so lange dafür kämpfen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nur für einen Finger!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen gar nichts speichern!
Nicht dazugesagt haben Sie, dass die Fristen für die Speicherung zum Beispiel heruntergesetzt wurden, dass genau diese Fristen auch dankenswerterweise auf Anregung des Datenschutzrates von vier auf zwei Monate heruntergesetzt wurden, und so weiter. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen gar nichts speichern!) – Ich sage es Ihnen nur. Und wir setzen hier, wie Sie wissen, eine EU-Verordnung um.
Abg. Mag. Stadler: Das Neutrum verwenden: „Magistrum“, „Ingenieurum“!
Auf noch etwas möchte ich Sie aufmerksam machen, vor allen Dingen sehr geehrte Herren, aber auch Damen. Es wird immer wieder, wenn man mit Menschen in Österreich, vor allen Dingen mit Frauen redet, Klage darüber geführt, gerade jetzt vor Kurzem wieder, dass es, wenn man einen Reisepass beantragt und einen weiblichen akademischen Titel hat, nicht möglich ist, die Abkürzung dieses Titels, zum Beispiel Mag.a iur., im Pass entsprechend vermerkt zu bekommen. Hier wird die Rechtsmeinung vertreten, dass Mag. oder Dr. genauso neutral zu sehen ist, also auch als weiblich zu gelten hat. (Abg. Mag. Stadler: Das Neutrum verwenden: „Magistrum“, „Ingenieurum“!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler
Daher, Frau Bundesministerin, würde ich an Sie appellieren, dass wir uns zusammensetzen, dass wir auch mit dem Bundesminister für Wissenschaft Gespräche diesbezüglich führen (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler), dass nämlich das Universitätsgesetz insofern geändert wird, damit es möglich ist, dass für jene, die es wollen ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Das ist kein Orchideenthema, Herr Ewald Stadler, Magister. Ich bin Magistra und würde das auch gerne vermerkt haben. Es ist kein Orchideenthema, dass ich zum Beispiel als Magistra oder Doktorin in meinem Reisepass wiedererkennbar bin. Das wird man mir und auch sehr vielen anderen Frauen wohl zugestehen müssen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Daher, Frau Bundesministerin, würde ich an Sie appellieren, dass wir uns zusammensetzen, dass wir auch mit dem Bundesminister für Wissenschaft Gespräche diesbezüglich führen (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler), dass nämlich das Universitätsgesetz insofern geändert wird, damit es möglich ist, dass für jene, die es wollen ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Das ist kein Orchideenthema, Herr Ewald Stadler, Magister. Ich bin Magistra und würde das auch gerne vermerkt haben. Es ist kein Orchideenthema, dass ich zum Beispiel als Magistra oder Doktorin in meinem Reisepass wiedererkennbar bin. Das wird man mir und auch sehr vielen anderen Frauen wohl zugestehen müssen.
Beifall bei der SPÖ.
Das sind wir den Frauen schuldig. Das ist ein Minimum an Gleichstellungspolitik; das haben wir zu tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Mit der Reaktionszeit einer Schlaftablette – denn siebeneinhalb Jahre sind nicht anders zu bezeichnen – beschließen wir heute etwas, was damalige Abgeordnete eingefordert haben, zu Recht eingefordert haben zur Steigerung der Sicherheit. Aber wissen Sie, was mich so ärgert, ist, dass Sie die siebeneinhalb Jahre hier in dieser Diskussion überhaupt ausblenden und kein einziger Abgeordneter der beiden Regierungsparteien dabei die Schneid hat, hier an das Rednerpult zu treten und zu sagen, Herr Abgeordneter Westenthaler, ich gebe Ihnen recht, wir hätten es schon vor siebeneinhalb Jahren machen müssen, dann hätten wir uns sicherheitstechnisch in den letzten siebeneinhalb Jahren vieles erspart. – Ein ehrliches Wort hilft manchmal mehr. (Beifall beim BZÖ.)
Oh-Rufe beim BZÖ.
Die von Westenthaler geforderten Fingerprints bezeichnet Strasser darin als veraltetes System. Es ist das System aus den fünfziger Jahren. (Oh-Rufe beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
(Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich ersuche die Abgeordneten Schönegger, Schaffenrath, Riener und Silhavy, die steirischen Abgeordneten, hier einmal mehr Rückgrat zu zeigen und die Interessen ihrer beiden Bundesländer zu vertreten. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es nicht kapiert!
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (ÖVP): Herr Präsident! Ich werde mich kurz halten. Herr Abgeordneter Grosz, ich war in den letzten Tagen wirklich sehr positiv von Ihnen überrascht und meine Sympathie für Sie ist immens gestiegen. Aber mit Ihrer schnoddrigen Wortmeldung heute, ich muss Ihnen ehrlich sagen, diese Sympathie ist wieder komplett weg, denn so geht es auch nicht, was Sie hier loslassen über ehemalige Regierungspartner. Wahrscheinlich wart ihr dann zu schwach dafür, dass ihr euch nicht durchgesetzt habt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt es nicht kapiert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt auf einmal!
Aber nun zum Inhalt dieses Passgesetzes. – Aus meiner Sicht wichtig sind die schon erwähnten Sicherheitsstandards und der Umstand, dass Missbrauch praktisch hintangehalten werden kann. Das ist ein ganz wichtiger Schutz, und ich bin sicher, dass Frau Bundesministerin Fekter auch alles daransetzen wird, dass die Zertifikate nur für jene Behörden ausgestellt werden, die sie auch wirklich brauchen, nämlich die Grenzkontrollstellen. Ich glaube, dass durch dieses neue Passgesetz nicht nur Österreich, sondern auch Europa sicherer werden wird. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt auf einmal!)
Beifall bei der ÖVP.
Eine Anmerkung noch: Ich verstehe nicht, warum sich die Grünen immer so aufregen, wenn es um Datenschutz und Fingerprints geht. Herr Pilz fliegt zum Beispiel sehr gerne in die USA, und da macht es ihm überhaupt nichts aus, wenn er alle zehn Fingerprints hergeben muss. Es macht dem Herrn Abgeordneten Pilz auch nichts aus, wenn er geheime Informationen aus Untersuchungsausschüssen hinausgehen lässt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was hat sich geändert?
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Westenthaler, ich bitte ganz kurz um Ihre Aufmerksamkeit! Sie zitieren so gerne, was Abgeordnete vor sieben Jahren gesagt haben – in der Zwischenzeit hat sich da ein wenig geändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat sich geändert?) Sie haben es gehört, es haben sich die Rahmenbedingungen geändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Gar nichts hat sich geändert!)
Abg. Ing. Westenthaler: Gar nichts hat sich geändert!
Abgeordneter Hannes Fazekas (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Herr Westenthaler, ich bitte ganz kurz um Ihre Aufmerksamkeit! Sie zitieren so gerne, was Abgeordnete vor sieben Jahren gesagt haben – in der Zwischenzeit hat sich da ein wenig geändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat sich geändert?) Sie haben es gehört, es haben sich die Rahmenbedingungen geändert. (Abg. Ing. Westenthaler: Gar nichts hat sich geändert!)
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und BZÖ.
Ich kann mich daran erinnern, dass Sie, Herr Westenthaler, einmal gesagt haben: Ich nehme den Hut, adieu! – Jetzt sind Sie wieder da – Sie halten sich auch nicht an das, was Sie sagen. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und BZÖ.) Also ich würde nicht mit Steinen werfen, wenn ich im Glashaus sitze, und würde das doch ein wenig anders beurteilen.
Abg. Strache: In den Häftlingsanstalten sehen wir leider ...! Über 85 Prozent Nichtösterreicher!
Wir haben schon gesagt, diese Gesetzesänderung fußt auch auf einer EU-Richtlinie. Ich denke, dass es wichtig und gut ist, dass dieses Dokument fälschungssicherer wird. Was mich ein bisschen verwundert bei den Freiheitlichen, aber auch beim BZÖ: Wenn wir über Sicherheit reden, reden Sie in erster Linie immer nur von Migration, von Migrantinnen und Migranten. (Abg. Strache: In den Häftlingsanstalten sehen wir leider ...! Über 85 Prozent Nichtösterreicher!) Wir dürfen nicht vergessen, es gibt auch andere Themen, mit denen wir uns im Zusammenhang mit der Sicherheit in unserem Land auseinandersetzen können.
Abg. Ing. Westenthaler: Das macht aber normalerweise der Pendl! Bedanken tut sich der Pendl!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte diese Gelegenheit auch dazu nützen, mich bei all jenen zu bedanken (Abg. Ing. Westenthaler: Das macht aber normalerweise der Pendl! Bedanken tut sich der Pendl!), nämlich bei den Passbehörden, die
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, die Vorlage ist ein sehr vernünftiges Werk, alle Themen sind besprochen worden. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Christoph Hagen (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! Ich möchte zur Kollegin von der ÖVP schon eines sagen: Es ist nichts Neues, dass unsereins Ideen einbringt und diese dann von der ÖVP Jahre später verwirklicht werden. Ich erlebe das in meiner Heimatgemeinde in Vorarlberg fast monatlich: dass alte Anträge von uns wieder aufgegriffen und dann von der ÖVP als neue verkauft und verwirklicht werden. – Nun ja, man kann sich das Seinige dazu denken. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden diesem unseren langjährigen Antrag natürlich zustimmen, ich freue mich schon auf die Abstimmung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich berichtige: Im Jahre 2007 gab es allein im Innenministerium nur in zwei Fällen strafrechtliche Ermittlungen. Der Missbrauch war früher bei dem normalen Krankenschein um vieles, um das Hundertfache höher als bei der e-card. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ich bitte jene Damen und Herren, die dem vorliegenden Gesetzentwurf auch in dritter Lesung ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist ebenfalls mehrheitlich angenommen. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher ist die Erhöhung des Verpflegungsgeldes analog zum Bundesheer, die wir mit dieser Novelle beschließen, die Anhebung des Taggeldes von 13,60 € auf 16 € notwendig und absolut gerechtfertigt. Der Dank, meine Damen und Herren, gilt unserer Frau Bundesministerin Dr. Fekter, die diese Verbesserung für die Zivildiener zur Umsetzung gebracht hat. Vor der Wahl angekündigt, nach der Wahl umgesetzt. – Danke, Frau Bundesministerin, für diese Initiative! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abschließend, meine Damen und Herren, möchte ich mich ganz herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ministerium bedanken, die für den Zivildienst zuständig sind, bei der gesamten Mitarbeiterschaft in der Zivildienstserviceagentur, die hervorragend arbeitet, auch für unser aller Interventionen in diesem Bereich – danke –, und zu guter Letzt, aber nicht zum Schluss bei allen Zivildienern, die in den verschiedensten Organisationen rund um die Uhr für unsere Bevölkerung im Einsatz sind – aus Hilfsbereitschaft und Liebe zum Menschen. Herzlichen Dank! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
schätzte Kolleginnen und Kollegen, gerade im Rettungsbereich wird es wichtig sein, in Zukunft auch Freiwillige zu finden, und wenn das Interesse dafür über den Zivildienst geweckt wird, dann, denke ich, haben wir zwei Fliegen auf einen Schlag erlegt, weil einerseits ein großer Dienst an der Gesellschaft getan wird und andererseits die Freiwilligenarbeit auch weiterhin durchgeführt werden kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Gleich vorweg: Als ich meinen Wehrdienst abgeleistet habe, war es so – das muss ich zugeben –, dass Zivildiener bei uns keine große Anerkennung hatten. Wir haben uns freiwillig einjährig gemeldet, haben das mit großer Begeisterung getan, und damals gab es ja auch noch die Gewissensfrage, die auch Bundesminister Darabos vortragen musste, nämlich den Dienst mit der Waffe aus Gewissensgründen nicht durchführen zu können. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es hat sich dann – und das hat mich in meiner Meinung damals bestärkt – ein guter Freund von mir, der immer sehr der SPÖ zugeneigt war oder eher den Grünen, also irgendwo in diesem Bereich angesiedelt war, zum Zivildienst gemeldet und wurde dann den „Kinderfreunden“ zugeteilt, und er hat bei den „Kinderfreunden“ Telefondienst versehen und musste sich mit „Freundschaft“ am Telefon melden, und er wurde auch eingeteilt, für den 1. Mai die Fahnen vorzubereiten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe meine Meinung, die ich mir damals in meinem einjährigen Freiwilligenjahr gebildet habe, mittlerweile revidiert. Für mich sind Zivildiener sehr engagierte junge Menschen, die bereit sind, einen sozialen Beitrag für unsere Heimat Österreich zu leisten, und dafür gebührt großer Respekt und große Anerkennung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Das gilt aber auch für die Feuerwehren, meine Damen und Herren! Wenn wir in allen Gemeinden Österreichs eine Berufsfeuerwehr aufrechterhalten müssten, dann könnten wir uns alle das nicht leisten. Das heißt, es wäre notwendig, dass zumindest die Anschaffung jener Gerätschaften, die dem Einsatz dienen, bei der Feuerwehr etwa diese Bergegeräte, um Verletzte aus dem Auto rausschneiden zu können, von der Mehrwertsteuer befreit wird beziehungsweise dass die Republik, dass die öffentliche Hand in diesem Bereich die Mehrwertsteuer rückerstattet. Das wäre eine ganz, ganz wichtige Maßnahme. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ganz zum Schluss: Kollege August Wöginger hat angeführt, dass es eine gute Idee wäre, die Leistungen jährlich zu valorisieren. Ich bin auch dieser Meinung, füge aber an, dass ich erst dann dieser Maßnahme zustimmen würde, wenn sichergestellt ist, dass auch alle Familienleistungen jährlich valorisiert werden und dass auch das Pflegegeld jährlich wertangepasst wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich habe auch positiv festgestellt – und das ist vorhin auch schon angesprochen worden –, dass diese jungen Leute, die bei der Rettung den Zivildienst verbracht haben, dann freiwillig bei diesen Rettungsorganisationen bleiben und damit einen unheimlich großen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Das kann man nur sehr, sehr positiv erwähnen und sich bei diesen jungen Leuten wirklich herzlich bedanken. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich möchte aber trotzdem ein bisschen kritisch bemerken, nachdem wir mit den zwei Ämtern jetzt einen sogenannten Wehrsportminister haben, dass der Herr Minister Darabos damals, soweit mir bekannt ist, seinen Zivildienst in einem sozialistischen Studentenheim abgeleistet hat. Das ist meiner Ansicht nach eigentlich ein Missbrauch des Ganzen und sollte nicht vorkommen. Aber nichtsdestotrotz stimmt unsere Fraktion diesem Antrag natürlich gerne zu. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Das Interesse am Zivildienst ist die Gewissensfreiheit, und alle Männer, die aus ihrer Gewissensfreiheit heraus nicht den Dienst mit der Waffe, sondern anstatt dessen den Zivildienst leisten, sind ganz klar die Stütze dieses Sozialsystems, die Stütze des Wohlfahrtsstaates. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) – Danke.
Abg. Scheibner: Aber das wollen Sie doch nicht!
Zu Gesprächen über eine Adaptierung bin ich jederzeit bereit. Ich bin für die jährliche Valorisierung, aber wir Grüne sind auch für die Verkürzung des Zivildienstes. Ein ganz klares Nein gibt es zur Öffnung des Zivildienstes für Frauen, weil ganz klar ist, wir leben in einer Gesellschaft, in der gerade Frauen noch immer die Pflichten von Haushalt, von Betreuung, von Pflege übernehmen müssen, noch immer müssen. (Abg. Scheibner: Aber das wollen Sie doch nicht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber das ist gerade das Rollenklischee!
Deshalb wäre die Öffnung des Zivildienstes für Frauen ganz, ganz kontraproduktiv für das Rollenklischee der Frau in unserer Gesellschaft. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber das ist gerade das Rollenklischee!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich meine, die jungen Männer haben es sich verdient, dass ihre herausragende Leistung sozusagen auch vor den Vorhang geholt wird, dass sie geehrt werden, dass sie mediale Aufmerksamkeit genießen und dass ihre Leistung als Vorbild für die anderen Zivildiener und überhaupt für die Jugend in der Gesellschaft auch in der Öffentlichkeit publik gemacht wird. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bitte Sie, das in Ihren Trägern publik zu machen, sodass wir für 2009 entsprechende Nominierungen erhalten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, mit den angesprochenen Punkten werden im Sinne einer gut funktionierenden Gesellschaftspolitik wichtige Maßnahmen getroffen. Ich bedanke mich sehr herzlich bei den hiefür zuständigen Ministern: bei Bundesministerin Dr. Fekter und Vizekanzler Josef Pröll. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Es freut mich wirklich aufrichtig, dass alle fünf in diesem Haus vertretenen Parteien der notwendigen und richtigen Erhöhung des Verpflegungsgeldes zustimmen werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Darmann: Gegen die Parteilinie der ÖVP Kärnten!
Da ich gerade bei dem Thema „Sicherheit“ bin und vorhin auch das Thema „Asylwerber-Erstaufnahmestelle“ angesprochen wurde, möchte ich sagen – und jeder, der mich kennt, weiß, wie ich zu diesem Thema stehe –: Das ist kein Thema von Kärnten, das ist kein Thema von der Steiermark, sondern das ist ein Thema, das ganz Österreich betrifft. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Darmann: Gegen die Parteilinie der ÖVP Kärnten!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich muss auch noch eines sagen: Es ist abzulehnen, was in Kärnten passiert ist, nämlich, dass die Asylantragsteller aus einem anderen Lager herauskommen und irgendwohin auf die Alm geschickt werden und dann von dort verschwinden und unbeaufsichtigt im Lande herumlaufen. So darf die Sicherheitspolitik dieses Staates nicht ausschauen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wo sind sie denn nicht unter Aufsicht? Was reden Sie da? Solch ein Unsinn!
Wir treten dafür ein, dass die Leute, die nach Österreich kommen und hier um Asyl ansuchen, dorthin kommen, wo sie unter Aufsicht sind, und dass wir dafür die Verantwortung tragen, und das soll in einem Ausmaß geschehen, das das Land verträgt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wo sind sie denn nicht unter Aufsicht? Was reden Sie da? Solch ein Unsinn!)
Beifall bei der SPÖ.
Diese jungen Männer leisten großartige Arbeit. Dafür gebührt ihnen wirklich Dank. Dank alleine ist jedoch nicht genug. In diesem Sinne darf ich noch zusätzlich zu dem einstimmig angenommenen Entschließungsantrag, den wir im Ausschuss gefasst haben, Ihre Wortmeldung, Frau Bundesministerin, begrüßen, in welcher Sie noch einmal bekräftigt haben, dass Sie die Verordnung so rasch wie möglich oder sogar gleichzeitig mit dem Inkrafttreten des Gesetzes erlassen werden. Dafür möchte ich Ihnen im Voraus danken. Wir werden dieser Vorlage natürlich auch zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Das stimmt nicht!
Der nächste Grund für diese seine Aussage sind Begebenheiten im Bezirk Gänserndorf. In meinem Bezirk Gänserndorf sind nämlich mehrere FPÖ-Parteiausschließungsverfahren durchgeführt worden. Der FPÖ-Bezirksobmann und vier weitere Bezirksmitglieder wurden von der Partei ausgeschlossen. (Ruf bei der FPÖ: Das stimmt nicht!) – Das stimmt schon! – Der Nachfolger ist sogar von sich aus zurückgetreten. Das Interessante daran ist der Grund, warum er ausgeschlossen worden ist: Das war die Aufnahme eines BZÖ-Politikers in die FPÖ.
Abg. Mag. Stadler: Zur Sache!
Das ist nicht meine Aussage, sondern die Aussage des Herrn, der ausgeschlossen worden ist. (Abg. Mag. Stadler: Zur Sache!) Ich habe auch die diesbezüglichen Medienberichte hier, da können Sie das Ganze nachlesen.
Abg. Mag. Stadler: Zur Sache!
Aber ich glaube trotzdem nicht, dass das der Grund war, warum er sich zu solch einer Aussage hat hinreißen lassen. (Abg. Mag. Stadler: Zur Sache!) Ich glaube, der tatsächliche Grund dafür ist die mangelnde Kenntnis der gesetzlichen Vorschriften. Denn: Im § 17 Beamten-Dienstrechtsgesetz ist ganz klar geregelt, was ein Exekutivbeamter machen kann. Da gibt es zwei Möglichkeiten: die Dienstfreistellung und die Außerdienststellung.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ing. Schultes.
Viele Zivildiener sind im Rettungswesen, in der Behindertenhilfe und in der Alten- und Krankenpflege tätig. Besonders erwähnen möchte ich hier aber, dass der Bund durch die Übernahme der Kosten dafür gesorgt hat, dass es zu keiner zusätzlichen finanziellen Belastung dieser Organisationen kommt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Ing. Schultes.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Auf die Ausführungen meines Vorredners gehe ich besser nicht ein, denn sonst kommt er hier noch einmal heraus und erzählt uns das Ganze ein zweites Mal, und das wollen wir denn doch alle nicht. Ich gehe lieber auf den Debattenbeitrag des Kollegen Obernosterer ein und muss sagen: Seine Rede hat mich schon etwas verwundert. Aber wenn man sich die Wahlergebnisse der ÖVP in Kärnten ansieht, dann sind seine Ausführungen hier doch nicht verwunderlich, denn bei der Parteilinie, nach der ihr agiert, so abgehoben von den Wünschen der Bevölkerung, ist es kein Wunder, dass ihr in Kärnten keine Wähler habt. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
und dass dort, wo Missbrauch betrieben wird, abzuschieben ist, und zwar rasch, und dass auch zu verhindern ist, dass Asylwerber straffällig und damit zu einer Gefahr für die Bevölkerung werden. Das ist, lieber Kollege, die Aufgabe eines Nationalratsabgeordneten, egal, aus welchem Bundesland er kommt. Das gilt auch für die Österreichische Volkspartei in Kärnten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Hörl: ... staatsmännisch!
Wenn ich schon bei der Volkspartei bin ... (Abg. Hörl: ... staatsmännisch!) Was heißt „staatsmännisch“? Es ist ganz einfach notwendig, dass man dafür sorgt, dass Asylwerber, die straffällig sind, nicht weiter zu einer Gefahr für die Bevölkerung werden. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn ich schon bei der Volkspartei bin ... (Abg. Hörl: ... staatsmännisch!) Was heißt „staatsmännisch“? Es ist ganz einfach notwendig, dass man dafür sorgt, dass Asylwerber, die straffällig sind, nicht weiter zu einer Gefahr für die Bevölkerung werden. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Wöginger: Die Gewissensprüfung gibt es nicht mehr!
Das steht noch immer so in der Verfassung, lieber Kollege Wöginger. Lesen Sie einmal in der Bundesverfassung nach! (Abg. Wöginger: Die Gewissensprüfung gibt es nicht mehr!) Die Gewissensprüfung gibt es nicht mehr, aber der Zivildienst ist trotzdem nur dort zulässig, wo der Zivildienstwerber aus Gewissensgründen – und nicht aus gewissen Gründen! – den Dienst mit der Waffe ablehnt. Und um das entsprechend abzubilden, habt ihr – das war in eurer Regierungszeit – in das Gesetz hineingeschrieben, dass genau diese Bedingungen entsprechend umzusetzen sind. Und solange dies die Verfassungslage ist, nämlich dass der Zivildienst ein Wehrersatzdienst ist und als solcher als Ausnahme bei Gewissensgründen gilt ... (Abg. Wöginger: Das habt ihr geregelt, nicht wir!) – Lieber Freund, lerne einmal Geschichte und die Verfassung, dann melde dich hier zu Wort! (Abg. Wöginger: 1986 war noch Blau in der Regierung!) Es war doch nicht 1986 die Abschaffung der Kommission. Das ist doch ein Unsinn! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Wöginger: Das habt ihr geregelt, nicht wir!
Das steht noch immer so in der Verfassung, lieber Kollege Wöginger. Lesen Sie einmal in der Bundesverfassung nach! (Abg. Wöginger: Die Gewissensprüfung gibt es nicht mehr!) Die Gewissensprüfung gibt es nicht mehr, aber der Zivildienst ist trotzdem nur dort zulässig, wo der Zivildienstwerber aus Gewissensgründen – und nicht aus gewissen Gründen! – den Dienst mit der Waffe ablehnt. Und um das entsprechend abzubilden, habt ihr – das war in eurer Regierungszeit – in das Gesetz hineingeschrieben, dass genau diese Bedingungen entsprechend umzusetzen sind. Und solange dies die Verfassungslage ist, nämlich dass der Zivildienst ein Wehrersatzdienst ist und als solcher als Ausnahme bei Gewissensgründen gilt ... (Abg. Wöginger: Das habt ihr geregelt, nicht wir!) – Lieber Freund, lerne einmal Geschichte und die Verfassung, dann melde dich hier zu Wort! (Abg. Wöginger: 1986 war noch Blau in der Regierung!) Es war doch nicht 1986 die Abschaffung der Kommission. Das ist doch ein Unsinn! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Wöginger: 1986 war noch Blau in der Regierung!
Das steht noch immer so in der Verfassung, lieber Kollege Wöginger. Lesen Sie einmal in der Bundesverfassung nach! (Abg. Wöginger: Die Gewissensprüfung gibt es nicht mehr!) Die Gewissensprüfung gibt es nicht mehr, aber der Zivildienst ist trotzdem nur dort zulässig, wo der Zivildienstwerber aus Gewissensgründen – und nicht aus gewissen Gründen! – den Dienst mit der Waffe ablehnt. Und um das entsprechend abzubilden, habt ihr – das war in eurer Regierungszeit – in das Gesetz hineingeschrieben, dass genau diese Bedingungen entsprechend umzusetzen sind. Und solange dies die Verfassungslage ist, nämlich dass der Zivildienst ein Wehrersatzdienst ist und als solcher als Ausnahme bei Gewissensgründen gilt ... (Abg. Wöginger: Das habt ihr geregelt, nicht wir!) – Lieber Freund, lerne einmal Geschichte und die Verfassung, dann melde dich hier zu Wort! (Abg. Wöginger: 1986 war noch Blau in der Regierung!) Es war doch nicht 1986 die Abschaffung der Kommission. Das ist doch ein Unsinn! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das steht noch immer so in der Verfassung, lieber Kollege Wöginger. Lesen Sie einmal in der Bundesverfassung nach! (Abg. Wöginger: Die Gewissensprüfung gibt es nicht mehr!) Die Gewissensprüfung gibt es nicht mehr, aber der Zivildienst ist trotzdem nur dort zulässig, wo der Zivildienstwerber aus Gewissensgründen – und nicht aus gewissen Gründen! – den Dienst mit der Waffe ablehnt. Und um das entsprechend abzubilden, habt ihr – das war in eurer Regierungszeit – in das Gesetz hineingeschrieben, dass genau diese Bedingungen entsprechend umzusetzen sind. Und solange dies die Verfassungslage ist, nämlich dass der Zivildienst ein Wehrersatzdienst ist und als solcher als Ausnahme bei Gewissensgründen gilt ... (Abg. Wöginger: Das habt ihr geregelt, nicht wir!) – Lieber Freund, lerne einmal Geschichte und die Verfassung, dann melde dich hier zu Wort! (Abg. Wöginger: 1986 war noch Blau in der Regierung!) Es war doch nicht 1986 die Abschaffung der Kommission. Das ist doch ein Unsinn! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Es ist nämlich ein uraltes Rollenbild, wenn man sagt: Den Wehrdienst und den Zivildienst für die Männer und alles andere für die Frauen! Wir wollen den Dienst beim österreichischen Bundesheer auf freiwilliger Basis, und wir wollen auch den Zivildienst als Sozialdienst auf freiwilliger Basis, als Dienst für das Soziale hier in Österreich. Das wären interessante Ansätze, über die wir nachdenken sollten, anstatt irgendwelche Merkwürdigkeiten von sich zu geben und hier merkwürdige Geschichts- und Verfassungsaufarbeitungen vorzunehmen, weil es halt jetzt gerade nicht en vogue ist, dass man auch für die Landesverteidigung einen Beitrag leistet. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Bucher: Das haben auch wir gesagt!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! In der Debatte zum Kollegen Graf beziehungsweise in der Debatte über die Anfragebeantwortung hat einer der Kollegen von der Freiheitlichen Partei gesagt: Haben wir nicht etwas Wichtigeres zu diskutieren? (Abg. Bucher: Das haben auch wir gesagt!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Johann Maier.
beitslosen in den nächsten Jahren 300 000, 400 000 oder 500 000 Arbeitslose in diesem Land von diesem minimalen Geld leben müssen, sollte man nicht die Debatte anfangen: Müssen wir ihnen weniger zahlen oder gleich bleiben?, sondern: Müsste man ihnen mehr geben? – Es tut uns gut, und es tut diesen Menschen gut, nicht nur aus sozialpolitischen Gründen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Johann Maier.)
Abg. Öllinger: Gern!
Ich denke aber auch, dass es dazu noch ein Bündel von anderen Maßnahmen in Zukunft wird geben müssen, wenn man sich die Zahlen anschaut, die uns jetzt prognostiziert werden (Abg. Öllinger: Gern!), wonach man leider mehr arbeitslose Menschen erwarten muss; ich hoffe, nicht in der Anzahl, die du angesprochen hast, aber es werden sicher um einige Prozent mehr werden. Man darf da auch nicht von Prozenten sprechen, sondern das sind ja Menschen, das sind Schicksale, die man da immer anspricht, wenn man von 300 000 Menschen spricht. Jeder Einzelne ist meiner Meinung nach einer zu viel.
Abg. Öllinger: Alles gut! Aber es werden mehr Arbeitslose!
Soweit mir jetzt bekannt ist, wird ein wichtiger Bestandteil dieses neuen Kurzarbeitszeitmodells sein, dass man vor allem in die Qualifizierung für die Zeit, in der Menschen kürzer arbeiten sollen oder müssen, investiert. Ich glaube, auch das ist ganz wichtig, denn wenn man sich anschaut, welche Menschen am meisten von Arbeitslosigkeit betroffen sind ... (Abg. Öllinger: Alles gut! Aber es werden mehr Arbeitslose!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Ich auch!
Ich glaube, da sind wir alle gefordert. Die Menschen erwarten das von uns, und ich denke, sie erwarten es zu Recht. Ich bin sehr gespannt auf die Diskussion im Ausschuss. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Ich auch!)
Abg. Öllinger: Ja!
„Das Arbeitslosenversicherungsrecht enthält eine ganze Reihe von Bestimmungen, deren einziges Ziel es offenkundig ist, die Höhe der Bezüge lohnarbeitsloser Menschen möglichst niedrig zu halten.“ – Zitatende. (Abg. Öllinger: Ja!)
Abg. Kickl: Sie können ja heute den Gegenbeweis antreten!
Ich denke, die gesetzlichen Maßnahmen für arbeitslose Österreicher und Österreicherinnen haben das Ziel (Abg. Kickl: Sie können ja heute den Gegenbeweis antreten!), zu unterstützen und in einer Notsituation zu helfen, und das tun sie auch. (Abg. Öllinger: Nur bedingt!) Also: ein klares Nein zu Ihrer Aussage im Antrag! Das Ziel – beziehungsweise auch das Ziel dieser Bundesregierung – ist es, zu schauen und Maßnahmen zu setzen, auch die Schaffung von Arbeitsplätzen und eine Beschäftigungsaufnahme zu forcieren. (Abg. Öllinger: Ja, die Botschaft höre ich wohl!)
Abg. Öllinger: Nur bedingt!
Ich denke, die gesetzlichen Maßnahmen für arbeitslose Österreicher und Österreicherinnen haben das Ziel (Abg. Kickl: Sie können ja heute den Gegenbeweis antreten!), zu unterstützen und in einer Notsituation zu helfen, und das tun sie auch. (Abg. Öllinger: Nur bedingt!) Also: ein klares Nein zu Ihrer Aussage im Antrag! Das Ziel – beziehungsweise auch das Ziel dieser Bundesregierung – ist es, zu schauen und Maßnahmen zu setzen, auch die Schaffung von Arbeitsplätzen und eine Beschäftigungsaufnahme zu forcieren. (Abg. Öllinger: Ja, die Botschaft höre ich wohl!)
Abg. Öllinger: Ja, die Botschaft höre ich wohl!
Ich denke, die gesetzlichen Maßnahmen für arbeitslose Österreicher und Österreicherinnen haben das Ziel (Abg. Kickl: Sie können ja heute den Gegenbeweis antreten!), zu unterstützen und in einer Notsituation zu helfen, und das tun sie auch. (Abg. Öllinger: Nur bedingt!) Also: ein klares Nein zu Ihrer Aussage im Antrag! Das Ziel – beziehungsweise auch das Ziel dieser Bundesregierung – ist es, zu schauen und Maßnahmen zu setzen, auch die Schaffung von Arbeitsplätzen und eine Beschäftigungsaufnahme zu forcieren. (Abg. Öllinger: Ja, die Botschaft höre ich wohl!)
Abg. Öllinger: Für die Arbeitslosen nicht!
Natürlich gibt es ein Verbesserungspotenzial, das ist schon klar. Aber ich denke auch, dass Sie mir darin zustimmen müssen, dass gerade das jetzige Regierungsprogramm sehr, sehr viele Maßnahmen setzt, um diesen Punkt aufzuarbeiten und Menschen in einer Notsituationen auch in diesen Krisenzeiten aufzufangen. (Abg. Öllinger: Für die Arbeitslosen nicht!) Ich denke auch, ganz besonders ist es da vor allem noch einmal der Punkt, zu schauen, dass man wieder in den Arbeitsprozess zurückkommt, das heißt: die effiziente Vermittlung, die rasche Reintegration in den Arbeitsmarkt (Abg. Öllinger: ... einen Job geben!) und auch Maßnahmen zur Hebung des Qualifizierungsniveaus, sprich auch die Weiterbildung, um den Betroffenen Arbeitsmarktchancen zu bieten.
Abg. Öllinger: ... einen Job geben!
Natürlich gibt es ein Verbesserungspotenzial, das ist schon klar. Aber ich denke auch, dass Sie mir darin zustimmen müssen, dass gerade das jetzige Regierungsprogramm sehr, sehr viele Maßnahmen setzt, um diesen Punkt aufzuarbeiten und Menschen in einer Notsituationen auch in diesen Krisenzeiten aufzufangen. (Abg. Öllinger: Für die Arbeitslosen nicht!) Ich denke auch, ganz besonders ist es da vor allem noch einmal der Punkt, zu schauen, dass man wieder in den Arbeitsprozess zurückkommt, das heißt: die effiziente Vermittlung, die rasche Reintegration in den Arbeitsmarkt (Abg. Öllinger: ... einen Job geben!) und auch Maßnahmen zur Hebung des Qualifizierungsniveaus, sprich auch die Weiterbildung, um den Betroffenen Arbeitsmarktchancen zu bieten.
Abg. Öllinger: Inflationsausgleich, Frau Kollegin!
Aber es gibt auch viele andere Maßnahmen, seien es die mindestsichernden Elemente beziehungsweise die Vereinfachung im Arbeitslosenversicherungsrecht. Ich denke, dass wir hier auf einem guten Weg sind und dass wir alle, in der Regierung und in den Parteien, das ernst nehmen. (Abg. Öllinger: Inflationsausgleich, Frau Kollegin!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich schon auf die Verhandlungen im Sozialausschuss. Ich denke, dass Sie sich da einbringen können, und wünsche mir, dass dann die Grünen dem zustimmen, was wir gemeinsam erarbeiten, und es auch mittragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Haben Sie eine Ahnung!
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe mich bei der Betrachtung der Tagesordnung durchaus darüber gefreut, dass dieser Antrag der Grünen, in dem es um die Valorisierung der Leistungen in der Arbeitslosenversicherung geht, auf der Tagesordnung ist: zum einen, weil die Sache wichtig und es tatsächlich höchst an der Zeit ist, für diese benachteiligte Gruppe endlich einmal aktiv zu werden und nicht nur dauernd herumzureden, wie es gerade vorhin wieder passiert ist, und zum anderen, weil das – das ist an den Kollegen Öllinger gerichtet – für mich ein kleiner Silberstreif am Horizont ist, der zeigt, dass Sie neben Ihrer derzeitigen Haupt- und Lieblingsbeschäftigung, nämlich einfach ein System der Gesinnungsschnüffelei (Abg. Öllinger: Haben Sie eine Ahnung!) und ein System der Vernaderung von hier herinnen aus zu etablieren, doch auch noch andere Sachen wahrnehmen. Das freut mich sehr.
Beifall bei der FPÖ.
Erlauben Sie mir abschließend, meine Damen und Herren, noch einen Satz, mit dem ich zu dem zurückkehre, womit ich begonnen habe. Wissen Sie, ich finde es ausgezeichnet und finde es richtig, dass Frau Kollegin Glawischnig – nicht, weil wir so bösartig sind und die Freiheitlichen da irgendetwas verhindert hätten, sondern weil der Wähler so entschieden hat – ihre Position als Präsidentin dieses Hohen Hauses los ist. Ich würde Sie, wenn Sie den Wählerwillen tatsächlich ernst nehmen, eindringlich bitten, das endlich zur Kenntnis zu nehmen und mit Ihrer Schmuddelkampagne, die derzeit Ihr Hauptbetätigungsfeld ist, endlich aufzuhören! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Es ist aber meiner Ansicht nach auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass eine entsprechende Differenz zwischen einem erwerbslosen Einkommen, dem Arbeitslosengeld und dem Erwerbseinkommen, also jenem Einkommen, das sozusagen als Mindestlohn gehandhabt wird, vorhanden ist, damit auch der Anreiz zur Arbeit gegeben ist. Wenn ich mir anschaue, dass ab 1. Jänner 2009 der Mindestlohn bei 1 000 € liegt, dann ist mir das zu wenig. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ihr habt einen ähnlichen Vorschlag mit 7 € oder 7,25 € pro Stunde, womit man auf ungefähr 1 300 € bei Vollbeschäftigung kommt, so wie es auch bei unserem Vorschlag der Fall ist. Damit ist schon eine entsprechende Differenz gegeben, was eigentlich gut ist, und daran sollten wir auch arbeiten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Geschätzte Damen und Herren, eine jährliche Anpassung des Arbeitslosengeldes für die Beitragsgrundlage ist grundsätzlich zu begrüßen, und die Leistungsbezieher sollten nicht in die Armut gedrängt werden. Es ist aber auch wichtig, dass es Teuerungsausgleiche gibt, wie zum Beispiel in Kärnten mit einer Einmalzahlung, die oft kritisiert wird. Aber wenn man hergeht und eine Pensionsauszahlung um zwei Monate vorzieht, was dann brutto von mir aus 149 € ausmacht, aber netto bekommt man um 49 € weniger heraus, dann ist das doch nicht im Sinne des Erfinders. Dort muss man zumindest die Einkommensteuergrenze um so viel anheben, sodass jemand das, was brutto ausgezahlt wird, auch netto bekommt. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt haben wir nämlich verschiedene Studien – ich erwähne nur die REFLEX-Studie, Adlkofer, ein internationales Forschungsprojekt –, die uns sehr wohl beweisen, dass es politisch notwendig ist, diese Vorsorgemaßnahmen zu treffen, denn es ist meines Erachtens politisch in keinster Weise verantwortbar, dass gerade Menschen, die es sich nicht leisten können, gesundheitlich besonders beeinträchtigt sind. Ich kann Ihnen dann bei der nächsten Debatte gerne weitere Beispiele nennen und hoffe auf Ihre Unterstützung, damit wir sehr bald diesen unseren Antrag im Ausschuss beraten können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich denke, dass es, wenn man hier Maßnahmen setzen möchte oder müsste, seitens des Gesundheitsministeriums, des Sanitätsrates zu neuen Grenzwerten kommen müsste. Wir werden das aber noch im Ausschuss genauer diskutieren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Da muss man doch etwas tun dagegen!
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Abgeordnete Moser, ich glaube auch, dass es Menschen mit größerer Sensibilität für elektromagnetische Strahlung gibt, und ich bedau- re diese auch aufrichtig, wenn sie Probleme wegen der Mobilfunkstrahlung haben. (Abg. Dr. Moser: Da muss man doch etwas tun dagegen!)
Abg. Dr. Moser: Ihr Bruder kann sich doch ein anderes Federbett kaufen? Von den Handymasten hingegen kommt man nicht weg!
Mein Bruder hat eine schwere Federn-Allergie. Ich kann deswegen nicht alle Federbetten und deren Verkauf in Österreich verbieten. (Abg. Dr. Moser: Ihr Bruder kann sich doch ein anderes Federbett kaufen? Von den Handymasten hingegen kommt man nicht weg!)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Kollegin Moser, auf diesen Grundlagen können wir eine derart wichtige Technologie nicht verunmöglichen. Ich stehe nicht dafür zur Verfügung, Grenzwerte vorzuschreiben, die bei einem Aufrechthalten und Funktionieren von Mobilfunktelephonie in der Praxis nicht einmal einhaltbar sind; derart belügen möchte ich die Bevölkerung nicht. Da stelle ich mich lieber hin und versuche, Angst zu nehmen. Ich ersuche Sie, dabei auch endlich mitzutun. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Im Übrigen, meine sehr geehrten Damen und Herren, bin ich der Meinung, dass es sehr gut ist – auch aus Gründen der politischen Hygiene –, dass der Wähler dafür gesorgt hat, dass ein untadeliger Mann wie Dr. Martin Graf Dritter Nationalratspräsident ist und nicht mehr eine den Linksextremismus verharmlosende Eva Glawischnig-Piesczek. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Weinzinger: Da hat es das BZÖ noch gar nicht gegeben!
Abgeordneter Josef Jury (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Dr. Moser, ich bin sehr froh darüber, dass Sie unseren Antrag vom Dezember 2004, den Antrag des BZÖ (Abg. Weinzinger: Da hat es das BZÖ noch gar nicht gegeben!), dass Sie unseren Antrag vom 4. Dezember 2007, also einen Antrag des BZÖ, jetzt fast wortgleich eingebracht haben. (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Josef Jury (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Dr. Moser, ich bin sehr froh darüber, dass Sie unseren Antrag vom Dezember 2004, den Antrag des BZÖ (Abg. Weinzinger: Da hat es das BZÖ noch gar nicht gegeben!), dass Sie unseren Antrag vom 4. Dezember 2007, also einen Antrag des BZÖ, jetzt fast wortgleich eingebracht haben. (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Niemand jedoch fühlt sich zuständig, die elektromagnetischen Felder in Österreich auf deren Auswirkungen hin zu überprüfen beziehungsweise die österreichische Bevölkerung vor elektromagnetischen Strahlen zu schützen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Depressionen, Allergien, vorzeitige Arbeitslosigkeit durch Arbeitsunfähigkeit sind dann die Folge, sozusagen der Output dieser verantwortungslosen Politik. Ich fordere daher alle hier im Parlament vertretenen Fraktionen auf, diesen wichtigen Punkt im Hinblick auf die Zukunft unserer Kinder nicht als lächerlich abzutun. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Ich habe mich schon damals bei den Debatten sehr, sehr kritisch zu Wort gemeldet, und die Antwort war, die Freiheitlichen – damals waren es, glaube ich, noch die Freiheitlichen – oder das BZÖ wolle das nicht. Genauso gab es damals die Antwort, die ÖVP wolle das nicht, weil sowieso schon der Führerschein bei einer Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von über 50 km/h entzogen wird. – Ja, entschuldigen Sie, das ist ja wirklich ein Wahnwitz, wenn man 50 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit dahinprescht! (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn ich 40 km/h oder 45 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit im Ortsgebiet unterwegs bin, dann hat das keinerlei Konsequenzen als Vormerkdelikt. Das ist ja völlig irre! Bei 50 km/h an Überschreitung verliere ich den Führerschein, bei 45 km/h an Überschreitung hat es als Vormerkdelikt keinerlei Relevanz. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich bekomme, wenn ich erwischt werde, zwar eine Geldstrafe, aber es ist nicht für den Wiederholungsfall vorgesorgt. Und das ist unser Problem!
Abg. Riepl: Und b’soffen sind sie noch dazu!
Es gibt den täglichen Mord auf der Straße, denn wöchentlich stirbt eine Familie auf der Straße, und meistens wegen überhöhter Geschwindigkeit! (Abg. Riepl: Und b’soffen sind sie noch dazu!) Und dass das nicht mit entsprechenden Maßnahmen – ich rede noch gar nicht von Strafen, ich rede einmal nur vom Vormerksystem – geahndet wird, das muss der Vergangenheit angehören!
Abg. Mayerhofer: Die Autofahrer haben kein Geld mehr, Frau Abgeordnete! – Abg. Großruck: ... Italien nicht mit Mitteleuropa vergleichen!
östlichen Nachbarstaaten! Da gibt es Systeme, die bei weitem rigoroser sind! (Abg. Mayerhofer: Die Autofahrer haben kein Geld mehr, Frau Abgeordnete! – Abg. Großruck: ... Italien nicht mit Mitteleuropa vergleichen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Aufhören zu reden, das bringt auch etwas! Prost! – Abg. Dr. Moser – das Rednerpult verlassend –: Danke, Frau Steibl! Auf Ihr Wohl!
Das geht nicht! Das geht nicht, deswegen appelliere ich zum Schluss noch: Reformieren Sie das Vormerksystem, bitte! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Aufhören zu reden, das bringt auch etwas! Prost! – Abg. Dr. Moser – das Rednerpult verlassend –: Danke, Frau Steibl! Auf Ihr Wohl!)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Sie sehen, es wird intensivst für die Sicherheit auf Österreichs Straßen gearbeitet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Das werden aber Debatten sein, die wir dann im Ausschuss führen werden, wobei ich sagen muss, dass für uns seitens der Österreichischen Volkspartei die Sicherheit im Straßenverkehr natürlich oberstes Gebot ist. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Riepl: Nein, die verdient mehr!
Diese Strafen sind meines Erachtens auch ohne Bezug zur Lebenspraxis: 14 Tage Entzug des Führerscheins sind neben einer Bestrafung von bis zu 700 € die Folge, das sind 10 000 Schilling! Das verdient eine Billa-Verkäuferin im Monat – im Monat! (Abg. Riepl: Nein, die verdient mehr!)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Die Verpflichtung zu einer Nachschulung und dieses ganze Nachschulungswesen, das entwickelt sich zu einer Kultur, betreffend welche andere und sehr anerkannte Journalisten in der Presse dargetan haben, dass das eigentlich nur eine Geldbeschaffungsaktion von dem Verkehrsministerium nahestehenden Vereinen et cetera ist. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Kommen wir zu den Handys: Telefonieren am Steuer hat vor kurzem noch 36 € gekostet – das haben wir ohnehin erst vor 12 Monaten auf 50 € erhöht, Frau Abgeordnete Moser! Die Kollegen müssen sich schon Rucksäcke umhängen, wenn sie hinausgehen, um die Leute abzustrafen, weil sie schon dermaßen viel Geld mit sich tragen; sie werden neuerlich Opfer der Sicherheitspolitik in Österreich! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.) Sie brauchen einen eigenen Bewacher, der sie und diese Geldmengen bewacht! – Bitte entledigen Sie sich dieser Idee, dass die Exekutivbeamten die Finanzlöcher in der Himmelpfortgasse beseitigen können! Sie können es nicht mehr, beim besten Willen nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Kommen wir zu den Handys: Telefonieren am Steuer hat vor kurzem noch 36 € gekostet – das haben wir ohnehin erst vor 12 Monaten auf 50 € erhöht, Frau Abgeordnete Moser! Die Kollegen müssen sich schon Rucksäcke umhängen, wenn sie hinausgehen, um die Leute abzustrafen, weil sie schon dermaßen viel Geld mit sich tragen; sie werden neuerlich Opfer der Sicherheitspolitik in Österreich! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.) Sie brauchen einen eigenen Bewacher, der sie und diese Geldmengen bewacht! – Bitte entledigen Sie sich dieser Idee, dass die Exekutivbeamten die Finanzlöcher in der Himmelpfortgasse beseitigen können! Sie können es nicht mehr, beim besten Willen nicht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Moser: Es geht halt um Leben und Tod!
Wir gelangen zur Ansicht, dass der einzelne Autofahrer das meistsanktionierte, meistüberwachte, meistdisziplinierte Mitglied der Gesellschaft ist, und so kann es auch nicht weitergehen in diesem Land. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Moser: Es geht halt um Leben und Tod!)
Rufe: Warum?
Abgeordneter Kurt List (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Frau Dr. Moser, am liebsten würde ich Ihrem Antrag auf Gesetzesänderung beim Führerscheinvormerksystem aufgrund der Art, in der Sie diese Diskussion eingeleitet haben, zustimmen, aber leider wird das nicht möglich sein. (Rufe: Warum?)
Beifall beim BZÖ
Für das Schnellfahren und Telefonieren am Steuer gibt es andere Sanktionen. Wenn irgendjemand eine Gesetzesübertretung oder eine Verwaltungsübertretung begeht, wird er dementsprechend bestraft (Beifall beim BZÖ), das kann sogar bis zum Führerscheinentzug führen – Sie, Frau Dr. Moser, haben es ohnehin gesagt.
Beifall beim BZÖ.
Wir vom Bündnis Zukunft Österreich wollen die Verantwortung nicht abschieben! Die Kraftfahrer sind mündig und sollen selbst entscheiden, wie sie sich im Verkehr verhalten – Sie haben auch alle Konsequenzen gemäß den gültigen Gesetzen zu tragen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Schon wieder? Das ist ja Reise-Tourismus zum Rednerpult!
Zunächst erhält die Antragstellerin, Frau Dr. Moser, für 5 Minuten das Wort. – Bitte. (Abg. Grosz: Schon wieder? Das ist ja Reise-Tourismus zum Rednerpult!)
Ruf bei der FPÖ: Das trifft sogar freiheitliche Abgeordnete!
Sie alle kennen das aus dem Bekanntenkreis: Durchschnittlich leiden die Menschen darunter am meisten und erzählen dann auch ihre Negativabenteuer, wenn etwas nicht klappt, wenn sie zum Beispiel eine Fahrplanänderung erleben wie die PendlerInnen, die aus dem Kremser Bereich kommen, durch die diese, wenn sie nach Wien wollen, jetzt aufgrund einer Fahrplanänderung auf einmal umsteigen müssen, sie teilweise ohne geschützten Wartebereich die Zeit verbringen müssen, um den Anschlusszug nach Wien zu erreichen, und sie dann eine tägliche Fahrzeitverlängerung von bis zu einer Stunde hinnehmen müssen. (Ruf bei der FPÖ: Das trifft sogar freiheitliche Abgeordnete!)
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Kollege Heinzl hat bei seiner Antrittsrede ein flammendes Plädoyer für verbesserte „Öffis“ gehalten. (Zwischenruf des Abg. Bucher.) – Kollege Heinzl, ich hoffe, du wirst dieses Plädoyer heute fortsetzen und ebenfalls dafür eintreten, dass wir mehr Mittel in diese Richtung verwenden. Ursprünglich hat es geheißen, dass der Klimafonds das ermöglichen wird, aber heute beziehungsweise in letzter Zeit habe ich nichts mehr davon gehört.
Beifall bei den Grünen.
Deswegen: Reden wir im Ausschuss möglichst schnell über diese bessere Dotation für das, was die Menschen wirklich brauchen, um ihre Mobilitätsbedürfnisse umweltgerecht und sozial verträglich befriedigen zu können. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Aus all dem ergibt sich – und das ist meine Meinung –, dass für eine Aufstockung der Bestellerförderung kurzfristig keine Veranlassung gegeben ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.
Das sind die Anliegen, die die Bürger tagtäglich berühren, und dem sollte man sich widmen – und nicht solchen Forderungen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser
Ich denke dabei zum Beispiel an die Umweltverträglichkeitsprüfung. Es sind die Grünen immer die Ersten, die bei Bürgerinitiativen gegen Projekte kämpfen, die aktiv dagegen arbeiten (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser) – und dann ist man immer überrascht, dass sich ein Projekt, das eigentlich schon lange auf Schiene ist, verzögert. (Abg. Dr. Moser: ... betreiben und bestellen! – Abg. Großruck: Zuerst bauen, dann betreiben!) – Zuerst bauen, dann betreiben, genau.
Abg. Dr. Moser: ... betreiben und bestellen! – Abg. Großruck: Zuerst bauen, dann betreiben!
Ich denke dabei zum Beispiel an die Umweltverträglichkeitsprüfung. Es sind die Grünen immer die Ersten, die bei Bürgerinitiativen gegen Projekte kämpfen, die aktiv dagegen arbeiten (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser) – und dann ist man immer überrascht, dass sich ein Projekt, das eigentlich schon lange auf Schiene ist, verzögert. (Abg. Dr. Moser: ... betreiben und bestellen! – Abg. Großruck: Zuerst bauen, dann betreiben!) – Zuerst bauen, dann betreiben, genau.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
den Fahrplan. Und zwischendurch spart man immer wieder Züge ein oder ändert Züge, sodass das für den Kunden, der diese Verkehrsmittel benützen möchte, einfach unübersichtlich wird. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Riepl: Na ja, jetzt übertreiben Sie!
Wenn ich von Unübersichtlichkeit rede, dann rede ich auch von den Fahrplänen. Man muss schon ein regelmäßiger Benutzer dieser Verkehrsmittel sein, damit man diese Fahrpläne auch lesen kann. Wenn jemand erstmalig am Bahnhof schaut, wann der nächste Zug fährt, hat er keine Chance, das wirklich zu erkennen. (Abg. Riepl: Na ja, jetzt übertreiben Sie!)
Abg. Dr. Cap: Zum Beispiel?
Oder: die Sauberkeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei den Haltestellen. Da graust einem manchmal – und da wird fast nichts gemacht. (Abg. Dr. Cap: Zum Beispiel?)
Abg. Riepl: Womit fahren Sie dann?
Oder: die Bewerbung der Jahresnetzkarten – hier wird fast nichts gemacht. Ich selbst bin Benutzer einer Jahresnetzkarte, und seit ich diese Jahresnetzkarte habe, überlege ich, wenn ich von Mödling nach Wien fahre, ob ich mit dem Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahre. (Abg. Riepl: Womit fahren Sie dann?)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Daher grundsätzlich ja zum Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, aber im Detail wird man sich im Ausschuss darüber unterhalten müssen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Cap: Da stimmt was nicht!
Zum vorliegenden Antrag kann ich nur sagen: Es gibt aus dem Jahr 2005 einen vom BZÖ schon ausgearbeiteten Antrag, den die Frau Bundesminister nur aufzugreifen braucht, ... (Abg. Dr. Cap: Da stimmt was nicht!) Doch, doch! Das hat Verkehrsminister Gorbach noch gemacht. Das wurde dann vom Land Wien (Ruf bei der SPÖ: Wer?) – Gorbach, Hubert Gorbach! – zu Fall gebracht. Die Frau Bundesminister braucht nur diesen Antrag aufzugreifen. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Wer?
Zum vorliegenden Antrag kann ich nur sagen: Es gibt aus dem Jahr 2005 einen vom BZÖ schon ausgearbeiteten Antrag, den die Frau Bundesminister nur aufzugreifen braucht, ... (Abg. Dr. Cap: Da stimmt was nicht!) Doch, doch! Das hat Verkehrsminister Gorbach noch gemacht. Das wurde dann vom Land Wien (Ruf bei der SPÖ: Wer?) – Gorbach, Hubert Gorbach! – zu Fall gebracht. Die Frau Bundesminister braucht nur diesen Antrag aufzugreifen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Zum vorliegenden Antrag kann ich nur sagen: Es gibt aus dem Jahr 2005 einen vom BZÖ schon ausgearbeiteten Antrag, den die Frau Bundesminister nur aufzugreifen braucht, ... (Abg. Dr. Cap: Da stimmt was nicht!) Doch, doch! Das hat Verkehrsminister Gorbach noch gemacht. Das wurde dann vom Land Wien (Ruf bei der SPÖ: Wer?) – Gorbach, Hubert Gorbach! – zu Fall gebracht. Die Frau Bundesminister braucht nur diesen Antrag aufzugreifen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dass in den letzten Jahren die Fahrpläne katastrophal geworden sind, dass die Taktung nicht stimmt, das ist wahr. Dass im ersten Halbjahr 2009 der Bund aufgrund eines Wahlgags den ÖBB 15 Millionen € für die Nichterhöhung der Tarife bereitstellt, ist auch wahr. Aber eines ist sicher: Frau Lutter – das ist die Personenverkehrs-Chefin – sagt, dass die Preise um mindestens 5 Prozent erhöht werden müssen. – Das sollten wir auch bearbeiten. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Wer hat denn denen das eingeredet?
Rückblende: Im Jahr 2002 hat es die letzte Änderung im Bereich des § 278a Strafgesetzbuch gegeben, und damals hat Amnesty International eine Stellungnahme abgegeben, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Es wurde damals von Amnesty International festgestellt, dass „Widerstand gegen die Staatsgewalt oder schwere Sachbeschädigung“ zwar ohne Zweifel „in einer demokratischen Gesellschaft nicht sozialadäquates Verhalten darstellen“ und „in jedem Fall strafgesetzlich verboten bleiben sollen“, es jedoch inadäquat ist, aus der Verabredung mehrerer Demonstranten, Widerstand leisten zu wollen, eine Gruppe organisierten Verbrechens konstruieren zu wollen. Und Amnesty International hat damals schon gesagt, dass diese Bestimmung dem Wortlaut nach auch auf Umweltorganisationen wie Greenpeace, die ein Atomkraftwerk besetzen, angewendet werden könnte. (Abg. Mag. Stadler: Wer hat denn denen das eingeredet?)
Beifall bei den Grünen.
Wir schlagen daher vor, dass der Teil, der den „erheblichen Einfluss auf Politik oder Wirtschaft“ beschreibt, wegfällt und dass in Zukunft dieser Teil des Paragraphen so lautet, dass eine kriminelle Organisation sich dadurch auszeichnet, dass sie in Gewinnabsicht handelt und dadurch eine Bereicherung in großem Umfang anstrebt. Durch diese kleine Korrektur ist gewährleistet, dass gegen organisierte Kriminalität – Waffenhändler, Menschenhändler, Geldwäscher – dieser Paragraph weiter angewendet werden kann, NGOs aber nicht zum Adressaten und zur Zielgruppe dieses Paragraphen werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Bravo!
Ich glaube, die Emotionen sind sehr hochgegangen, und sie sind kein guter Begleiter für eine derartige Diskussion. Sachlichkeit ist angesagt! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Bravo!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir stehen natürlich einer Diskussion all dieser Argumente offen gegenüber, aber ich wollte auch klar sagen, was mit uns nicht zu machen ist, nämlich strafbare Handlungen zu verharmlosen und sozusagen einer Strafverfolgung zu entziehen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Nun, mich wundert es eigentlich, dass sich die Grünen gerade hier als Hüter der Demokratie, der Grundrechte und Ähnliches aufspielen, denn ich kenne andere Fälle aus der jüngsten Vergangenheit, gerade hier in diesem Haus, wo die Vorverurteilung von Personen, die sich bis jetzt nichts, vor allem auch nichts Strafbares zuschulden kommen haben lassen, gang und gäbe ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben gehört, dass sich Frau Kollegin Abgeordnete Schatz heute Sorgen gemacht hat bezüglich der Jugendarbeitslosigkeit. – Das, was die Grünen in den letzten Tagen und Wochen gefordert haben, ist ein Berufsverbot für politisch anders Denkende. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Nichts anderes ist das – und es sind junge Menschen. Also diese Doppelzüngigkeit und diese Scheinmoral kann ich nicht nachvollziehen. Daher glaube ich auch nicht ganz, dass Sie es mit diesem Interesse, diese Strafrechtsnovelle zu machen, so hundertprozentig ernst nehmen und ein hehres Ziel dahinter sehen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bin gespannt: Wahrscheinlich in den nächsten Tagen, vielleicht in einer Woche wird es wiederum eine Kundgebung unter der Patronanz der einen oder anderen grünen Landesgruppe oder vielleicht sogar der Bundes-Grünen geben, oder mit der Sympathie von dem einen oder anderen Grün-Abgeordneten. Dort wird auch nur zum zivilen Ungehorsam oder zum zivilen Widerstand aufgefordert. Nur eines: Allzu oft beginnen diese Veranstaltungen mit zivilem Ungehorsam und enden dann mit Brandstiftung, mit Sachbeschädigung, mit Nötigung, mit Widerstand gegen die Staatsgewalt und mit Körperverletzung. Und das wollen wir auf keinen Fall. Das Strafrecht hat für alle gleich da zu sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Stadler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Sieben, haben wir gesagt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Mag. Stadler gelangt nun zu Wort. 3 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Sieben, haben wir gesagt!) – Herr Abgeordneter, ich stelle die Uhr auf 7 Minuten. Das ist die Gesamt-Restredezeit des BZÖ. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler: Jawohl! Exakt, Frau Präsidentin!)
Abg. Mag. Stadler: Jawohl! Exakt, Frau Präsidentin!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Mag. Stadler gelangt nun zu Wort. 3 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Sieben, haben wir gesagt!) – Herr Abgeordneter, ich stelle die Uhr auf 7 Minuten. Das ist die Gesamt-Restredezeit des BZÖ. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler: Jawohl! Exakt, Frau Präsidentin!)
Ruf: Amnesty International!
Es ist schlicht und einfach barer Unsinn, zu behaupten, dass Greenpeace in Österreich wegen des § 278a StGB gefährdet sei. (Ruf: Amnesty International!) – Das haben Sie gesagt: Sie haben gesagt, § 278a gefährdet Greenpeace! Sie haben in diesem Zusammenhang eine Stellungnahme von Amnesty International zitiert.
Beifall beim BZÖ.
Aber im konkreten Fall sind sie ja vorgelegen, das ist ja die Crux an der Geschichte, deswegen passt Ihnen das Delikt nämlich auf einmal nicht mehr! Da spielt es dann keine Rolle, Herr Kollege Grillitsch, ob Landwirte 600 000 € Schaden haben oder nicht, denn die höhere Sache, nämlich die Tierrechte, rechtfertigen das ja alles. Political correctness rechtfertigt Einbruch, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Besitzstörung, das ist alles in Ordnung, wenn es um die gute Sache geht – die natürlich von den Grünen definiert wird, nicht von uns. Sehen Sie, das ist die Crux an der Sache! (Beifall beim BZÖ.)
Heiterkeit.
Also, ich halte fest: Die ’Ndrangheta in Sizilien oder in Neapel hätte ihre Gaudi mit dem Antrag, denn Sie verlangen jetzt, dass in Zukunft nur mehr die Gewinnabsicht Tatbestandsvoraussetzung für eine Bestrafung wäre, die mit vorliegen muss. Beweisen Sie der ’Ndrangheta einmal die Gewinnabsicht. Das schaue ich mir an! (Heiterkeit.)
Beifall beim BZÖ.
Verstehen Sie, es ist wesentlich leichter, Ihren Tierschutzheinis zu beweisen, dass sie versuchen, ungerechtfertigt Einfluss auf die Politik zu nehmen, und dabei das Vermögen von Bauern schädigen. Deswegen stört Sie dieses Delikt, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser.
Also, die ’Ndrangheta hätte ihre Gaudi, wenn sie läse, dass in Zukunft nur mehr eine spezielle Bereicherungsabsicht mit einer Gewinnabsicht verknüpft werden muss. Bereicherungsabsicht, Herr Kollege Steinhauser, ist wesentlich mehr, das geht wesentlich weiter als die Gewinnabsicht. Aber Sie wollen nur mehr eine Gewinnabsicht, die eine Bereicherungsabsicht zur Folge hat, als gesetzwidrige Handlung definieren. Die ’Ndrangheta wird Ihnen dafür dankbar sein. (Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser.) – Nein, das ist nicht wahr! Sie versuchen hier, Ihre Tierschutzfreunde zu schützen, indem Sie versuchen, dieses Delikt wirkungslos zu machen; das ist alles.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Diese Leute sind – das hat Kollege Rosenkranz richtig herausgestrichen – Gegenstand von strafrechtlichen Ermittlungsmaßnahmen geworden, die vollkommen im Einklang mit dem Gesetz sind, weil auch jene Landwirte ein Recht darauf haben, durch die Rechtsordnung vor der Agitation von Leuten geschützt zu werden, die sich über die Rechtsordnung bei jeder Gelegenheit hinwegsetzen, meine Damen und Herren. Das ist der zentrale Punkt. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher sage ich Ihnen: Bevor ich Ihren Tierschützern zuliebe die ’Ndrangheta in diesem Land schütze, bleiben wir bei der jetzigen Rechtsordnung! (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)