Eckdaten:
Für die 32. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 904 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Allgemeiner Beifall.
Der Klubobmann der Grünen Dr. Van der Bellen ist gestern nach einem längeren Krankenhausaufenthalt in die Rekonvaleszenz entlassen worden. Ich bin überzeugt davon, dass er heute zu Hause vor dem Fernseher sitzt und sich die Aktuelle Stunde, deren Themenauswahl von seiner grünen Fraktion stammt, ansieht. Ich denke, wir werden ihm alle beste Genesungswünsche nach Hause schicken. (Allgemeiner Beifall.)
Rufe bei Abgeordneten der ÖVP: Guten Morgen!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Einen schönen guten Morgen wünsche ich Ihnen. Einen schönen guten Morgen bei einem Lärmpegel (Rufe bei Abgeordneten der ÖVP: Guten Morgen!), der – obwohl sich noch viele unterhalten – immer noch wesentlich niedriger ist als jener entlang der österreichischen Transitrouten.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es gibt aber nicht nur den inneren Schweinehund, der die Gesundheitsvorsorge sozusagen notwendig macht, sondern es braucht Maßnahmen von Seiten der Politik. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Die Abgeordneten Dipl.‑Ing. Pirklhuber und Dr. Gabriela Moser stellen vor der Regierungsbank ein LKW-Fahrverbotsschild mit der Aufschrift „Fahrverbot für Stinker“ auf. – Abg. Großruck: Das geht aber nicht!
Wie Sie wahrscheinlich wissen, gibt es bei den LKW Schadstoffklassen von Euro 1, 2 und 3. Auch Euro-0-LKW sind leider noch immer unterwegs. (Die Abgeordneten Dipl.‑Ing. Pirklhuber und Dr. Gabriela Moser stellen vor der Regierungsbank ein LKW-Fahrverbotsschild mit der Aufschrift „Fahrverbot für Stinker“ auf. – Abg. Großruck: Das geht aber nicht!) Es fahren allerdings fast keine Österreicher mehr mit diesen LKW, sondern in erster Linie Südeuropäer. Das wäre eine dringend notwendige Maßnahme – auch bei Ihnen, Herr Kollege (Abg. Großruck: Das ist nicht geschlechtsneutral! Und „Stinkerinnen“!) –, nicht nur im Tiroler Inntal, sondern das gilt auch für jene Bundesländer, die in Zukunft sehr stark vom Transitverkehr betroffen sein werden.
Abg. Großruck: Das ist nicht geschlechtsneutral! Und „Stinkerinnen“!
Wie Sie wahrscheinlich wissen, gibt es bei den LKW Schadstoffklassen von Euro 1, 2 und 3. Auch Euro-0-LKW sind leider noch immer unterwegs. (Die Abgeordneten Dipl.‑Ing. Pirklhuber und Dr. Gabriela Moser stellen vor der Regierungsbank ein LKW-Fahrverbotsschild mit der Aufschrift „Fahrverbot für Stinker“ auf. – Abg. Großruck: Das geht aber nicht!) Es fahren allerdings fast keine Österreicher mehr mit diesen LKW, sondern in erster Linie Südeuropäer. Das wäre eine dringend notwendige Maßnahme – auch bei Ihnen, Herr Kollege (Abg. Großruck: Das ist nicht geschlechtsneutral! Und „Stinkerinnen“!) –, nicht nur im Tiroler Inntal, sondern das gilt auch für jene Bundesländer, die in Zukunft sehr stark vom Transitverkehr betroffen sein werden.
Abg. Mag. Molterer: Die Parlamentsmitarbeiter müssen hackeln, weil die Grünen nicht in der Lage sind, für Ordnung zu sorgen! Das ist eine Zumutung!
Das gilt natürlich auch für die heimische Wirtschaft. Das ist eine Maßnahme, die die Umrüstung auf schadstoffarme LKW beschleunigen soll, und zwar aus folgendem ganz einfachen Grund: Nach dem Auslaufen des Transitvertrages gibt es keine Motivation mehr, dass unsere Wirtschaft auf schadstoffarme LKW umrüstet. (Abg. Mag. Molterer: Die Parlamentsmitarbeiter müssen hackeln, weil die Grünen nicht in der Lage sind, für Ordnung zu sorgen! Das ist eine Zumutung!)
Abg. Mag. Molterer: Sie haben keinen Respekt vor den Mitarbeitern dieses Hauses!
Herr Klubobmann Molterer! Wenn Sie das, was wir hier aufgestellt haben, als große Belastung empfinden (Abg. Mag. Molterer: Sie haben keinen Respekt vor den Mitarbeitern dieses Hauses!), dann erinnere ich an das Vogelmodell der ÖVP-Fraktion, das vor dem Sommer hier aufgestellt wurde und wo der Vogel den Kopf in den Sand steckte. Herr Kollege Molterer, da hat es von Ihrer Seite null Aufregung gegeben.
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.
Wenn es aber um die Gesundheit der Bevölkerung entlang der Transitrouten geht, meine Damen und Herren von der ÖVP, wird es wohl nicht zu viel sein, wenn ein Pappschild, das hier aufgestellt wird, dann weggetragen werden muss. Sie sollten sich einmal im Inntal ansiedeln, dann würden Sie sehen, wie „lustig“ es ist, wenn sie dann, wenn der Schwerverkehr fährt, die Fenster zumachen müssen und sich nicht mehr im Garten aufhalten können. Meine Damen und Herren, das ist unzumutbar! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei den Grünen.
Deswegen haben wir Grüne auch gefordert – und fordern es nach wie vor –, Sozialbetrug, wie er hier stattfindet, wirklich schwereren Strafen zu unterwerfen und es den Unternehmen nicht mehr zu ermöglichen, mit einer billigen Geldstrafe davonzukommen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wattaul: Da müssen Sie aber anfangen!
Meine Damen und Herren! Schadstoffe haben kein Mascherl. Die Zeit des Protektionismus in der Europäischen Union muss vorbei sein. Die Zeit, in der uns die anderen EU-Staaten vorwerfen konnten, dass wir ausschließlich die heimischen Frächter begünstigen, um sozusagen einen Wirtschaftskrieg zu führen, muss vorbei sein. Wir müssen einerseits glaubwürdige Maßnahmen setzen, ein glaubwürdiges Maßnahmenpaket schnüren (Abg. Wattaul: Da müssen Sie aber anfangen!), um endlich wieder auf europäischer Ebene agieren zu können, aber auf der anderen Seite tut mir Minister Gorbach Leid, denn das, was in den letzten Jahren verpatzt worden ist, hat er jetzt auszubaden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Unterstützen Sie unser Maßnahmenpaket, das im Verkehrsausschuss liegt! Damit setzen Sie einen wichtigen Schritt gegen die Verkehrsbelastung und für die Gesundheit der Menschen in Österreich, vor allem jener in den belasteten Gebieten entlang der Autobahnen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Dann tun wir es doch!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Hubert Gorbach: Geschätzter Herr Präsident! Geschätzter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Ich hätte eigentlich, wenn es aus formalen Gründen nicht richtig wäre, nichts dagegen gehabt, wenn dieses Schild stehen geblieben wäre, denn: Stinker, wo sie auch überall sein mögen, auf der Straße oder sonst wo, habe ich auch nicht gerne, und ich bin durchaus dazu bereit, ein Verbot für solche LKW auszusprechen. Da sind wir auf der gleichen Linie, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Lichtenberger: Dann tun wir es doch!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Als ich die Schilder mit den LKW-Fahrverboten, die hier gezeigt wurden, bei Ihnen gesehen habe, ist mir schon in den Sinn gekommen, dass Sie heute Früh wohl Ihre Zeitung gelesen, eine frische Semmel, vielleicht auch ein Müsli oder ein Knäckebrot gegessen haben und sich dabei vielleicht auch der Tatsache bewusst gewesen sind, dass all das vermutlich nicht mit dem Flugzeug, nicht mit der Bahn, nicht mit der Straßenbahn und auch nicht mit dem Schiff von A nach B transportiert wurde, sondern dass es schon Transporte mit dem LKW, mit dem Klein-LKW braucht, um eben den Wohlstand, den wir auch gerne genießen, sicherzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Was ich einleitend damit sagen möchte, ist einfach nur die Feststellung – bei aller Sensibilität für dieses Thema, die auch ich habe, glauben Sie mir das! –: Es ist falsch, wenn man wieder beginnt, den LKW, die Straße, den Straßenverkehr gegen andere Verkehrsträger auszuspielen! Das ist falsch! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Sagen Sie das dem Staatssekretär!
Wir müssen alles tun, damit wir so wenig LKW-Verkehr wie möglich auf der Straße haben, damit wir so viele Güter wie möglich auf der Schiene transportieren, aber wir dürfen diese beiden Verkehrsträger nicht gegeneinander ausspielen, sondern wir müssen schauen, dass wir sie sinnvoll kombinieren. (Abg. Öllinger: Sagen Sie das dem Staatssekretär!) Dann ist gewährleistet, dass die Wirtschaft ihre Wege hat, dann ist gewährleistet, dass Sie und ich und wir alle auch die Waren, die wir brauchen, bekommen. Dann ist auch gewährleistet, dass wir eine vernünftige Verkehrspolitik in diesem Lande diskutieren können. (Abg. Öllinger: Sprechen Sie mit Ihrem Staatssekretär!)
Abg. Öllinger: Sprechen Sie mit Ihrem Staatssekretär!
Wir müssen alles tun, damit wir so wenig LKW-Verkehr wie möglich auf der Straße haben, damit wir so viele Güter wie möglich auf der Schiene transportieren, aber wir dürfen diese beiden Verkehrsträger nicht gegeneinander ausspielen, sondern wir müssen schauen, dass wir sie sinnvoll kombinieren. (Abg. Öllinger: Sagen Sie das dem Staatssekretär!) Dann ist gewährleistet, dass die Wirtschaft ihre Wege hat, dann ist gewährleistet, dass Sie und ich und wir alle auch die Waren, die wir brauchen, bekommen. Dann ist auch gewährleistet, dass wir eine vernünftige Verkehrspolitik in diesem Lande diskutieren können. (Abg. Öllinger: Sprechen Sie mit Ihrem Staatssekretär!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir kämpfen trotzdem bis zur letzten Sekunde, Frau Abgeordnete, das können Sie mir glauben! Dazu brauche ich auch keine Aktuelle Stunde im Parlament, das tue ich auf jeden Fall. Ich habe in Tirol – und dazu stehe ich! – gesagt, dass ich für eine Nachfolgeregelung kämpfen werde, nicht nur, wie es sich für einen österreichischen Verkehrsminister gehört, nicht nur, wie es sich für einen Bürger gehört, dem die Umwelt, dem die Gesundheit der Mitmenschen etwas wert ist, sondern ich werde so kämpfen, als wäre ich ein betroffener Tiroler. Glauben Sie mir das! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Deswegen machen wir es auch! – Abg. Sburny: ... nichts machen dagegen!
fälle zu verzeichnen sind, 2700 zusätzliche Fälle von chronischer Bronchitis bei Erwachsenen, 20 600 zusätzliche Fälle von chronischer Bronchitis bei Kindern unter 15 Jahren und 1,3 Millionen zusätzliche Krankenstandstage zu verzeichnen sind. Das kann man nicht oft genug erwähnen! (Abg. Dr. Lichtenberger: Deswegen machen wir es auch! – Abg. Sburny: ... nichts machen dagegen!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Zu wenig!
Also: Wir tun ohnehin alles, was man tun kann. (Abg. Dr. Lichtenberger: Zu wenig!) Helfen Sie uns! Packen wir das gemeinsam an! Frau Kollegin, es wäre sehr dienlich gewesen, wenn auch Ihre Fraktion im EU-Parlament dem Caveri-Bericht nicht zugestimmt, sondern die österreichischen Interessen vertreten hätte. Das war aber nicht der Fall. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Also: Wir tun ohnehin alles, was man tun kann. (Abg. Dr. Lichtenberger: Zu wenig!) Helfen Sie uns! Packen wir das gemeinsam an! Frau Kollegin, es wäre sehr dienlich gewesen, wenn auch Ihre Fraktion im EU-Parlament dem Caveri-Bericht nicht zugestimmt, sondern die österreichischen Interessen vertreten hätte. Das war aber nicht der Fall. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das sind ja nicht Arbeitsplätze, ... eher Sklaverei!
Es ist aber auch klar: Ich werde die Situation rund um die LKW und den Transit auf der Straße niemals ausnützen, um die Leute gegen die Wirtschaft aufzuhetzen, um mit durchaus berechtigten Anliegen Arbeitsplätze zu gefährden. Wir brauchen alles! Es gehört zur Lebensqualität auch ein Arbeitsplatz, auch ein Transport von A nach B – und eben eine gesunde Umwelt. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das sind ja nicht Arbeitsplätze, ... eher Sklaverei!) Wir werden das Beste tun, damit wir das bestmöglich unter einen Hut bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es ist aber auch klar: Ich werde die Situation rund um die LKW und den Transit auf der Straße niemals ausnützen, um die Leute gegen die Wirtschaft aufzuhetzen, um mit durchaus berechtigten Anliegen Arbeitsplätze zu gefährden. Wir brauchen alles! Es gehört zur Lebensqualität auch ein Arbeitsplatz, auch ein Transport von A nach B – und eben eine gesunde Umwelt. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das sind ja nicht Arbeitsplätze, ... eher Sklaverei!) Wir werden das Beste tun, damit wir das bestmöglich unter einen Hut bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Wattaul: Wahlkampf!
Abgeordneter Georg Keuschnigg (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Wir befassen uns heute innerhalb kürzester Zeit bereits zum dritten Mal mit der Transitproblematik – im Juli bei der Sondersitzung des Nationalrates und hier und heute auf Antrag der Tiroler Grünen. (Abg. Wattaul: Wahlkampf!) Ich werde das Gefühl nicht los, dass dieses Thema, das an sich eines parteiübergreifenden Konsenses bedürfte, immer mehr zur aktionistischen Profilierungsbühne missbraucht wird, und zwar auf dem Rücken der Bevölkerung – wie man am Thema der heutigen Aktuellen Stunde sieht.
Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist interessant! Sehr interessant!
Jene Gewerbebetriebe im Lande, die die Nahversorgung sicherstellen, die die kurzen Strecken fahren, haben also ältere Fahrzeuge und können nicht so rasch umsteigen. Ich bin zwar dem Grunde nach nicht dagegen, dass wir das mittelfristige Verbot der Klassen Euro 0, Euro 1 und Euro 2 diskutieren (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist interessant! Sehr interessant!), aber was sagen Sie diesen Gewerbebetrieben? (Abg. Dr. Lichtenberger: Umstiegshilfen!) Was sagen Sie diesen lokalen und regionalen Transporteuren? Was sagen Sie der regionalen Bauwirtschaft? Was sagen Sie diesen tausenden Familien, die letztlich nicht so schnell umstellen können und um deren Existenz es geht?
Abg. Dr. Lichtenberger: Umstiegshilfen!
Jene Gewerbebetriebe im Lande, die die Nahversorgung sicherstellen, die die kurzen Strecken fahren, haben also ältere Fahrzeuge und können nicht so rasch umsteigen. Ich bin zwar dem Grunde nach nicht dagegen, dass wir das mittelfristige Verbot der Klassen Euro 0, Euro 1 und Euro 2 diskutieren (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist interessant! Sehr interessant!), aber was sagen Sie diesen Gewerbebetrieben? (Abg. Dr. Lichtenberger: Umstiegshilfen!) Was sagen Sie diesen lokalen und regionalen Transporteuren? Was sagen Sie der regionalen Bauwirtschaft? Was sagen Sie diesen tausenden Familien, die letztlich nicht so schnell umstellen können und um deren Existenz es geht?
Abg. Dr. Lichtenberger: Die gibt es, Herr Kollege, die gibt es! Die Antworten gibt es!
Wir brauchen also diese Antworten, bevor wir das Thema Verbot diskutieren. (Abg. Dr. Lichtenberger: Die gibt es, Herr Kollege, die gibt es! Die Antworten gibt es!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist ja nicht wahr! Sie haben es nicht verstanden!
Noch dazu ist dieses angestrebte Verbot teilweise auch in der Sache falsch, denn ohne die Einbeziehung des nationalen, aber auch internationalen Transits ist eine Lösung in der Sache nicht möglich. Sie haben es ja in Ihrem eigenen Redebeitrag gesagt – und ich habe mir das sehr genau angeschaut –: Der Anteil des Schwerverkehrs an den Stickoxidemissionen steigt ständig, von 40 Prozent 1980 auf 54 Prozent 1991 bis auf 66 Prozent im Jahre 2000. Nur die heimische Wirtschaft zu belasten, ist also eine völlig falsche Maßnahme! (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist ja nicht wahr! Sie haben es nicht verstanden!)
Abg. Dr. Lichtenberger: ... strategisch falsch!
Und diese ... (Abg. Dr. Lichtenberger: ... strategisch falsch!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Abgeordnete Dr. Lichtenberger! Wir haben auf Wunsch der Frauen in der Präsidialkonferenz festgestellt, dass man die Redner nicht ständig durch Zwischenrufe stören soll, und schon gar nicht von einem fremden Sitzplatz aus. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Aber das hat für die VPler, die bei mir dazwischengerufen haben, nicht gegolten! – Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich würde Sie und auch alle anderen bitten, die Redner nicht ständig zu stören. (Abg. Dr. Lichtenberger: Aber das hat für die VPler, die bei mir dazwischengerufen haben, nicht gegolten! – Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Das war Kollege Großruck!
Abgeordneter Georg Keuschnigg (fortsetzend): Frau Abgeordnete Lichtenberger! Die Störung Ihrer Rede ist vor allem dadurch entstanden, dass Sie hier Verkehrsschilder aufgestellt haben. Das muss man auch einmal feststellen! (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lichtenberger: Nein! Das war Kollege Großruck!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Georg Keuschnigg (fortsetzend): Danke schön. – Ich möchte als Schlusssatz nur noch sagen: Die Verlagerung des Verkehrs auf die Bahn, mit allen notwendigen Begleitmaßnahmen, ist der richtige Weg, und er muss weitergegangen werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Nicht ganz unschuldig daran, sehr geehrte Damen und Herren, Herr Abgeordneter Keuschnigg, ist die ÖVP, denn Landeshauptmann van Staa spielt in Tirol zwar oft den mächtigen Mann, aber dann, wenn er nach Wien kommt, ist er nicht mehr ganz so laut, dann geht er oft in die Knie – und in Brüssel passiert das Gleiche. Wir haben ein eigenes EU-Büro in Brüssel, von dem man aber nichts hört und auch nichts sieht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Er ist ein wichtiger Mann, das stimmt!
Wir haben ja auch hier wichtige Männer in der ÖVP, die aus Tirol stammen. Herr Präsident Khol, da möchte ich Sie nicht ausnehmen: Wo bleibt denn Ihr kämpferischer Einsatz für das Vaterland? Oder sind Ihnen in diesem Fall die Menschen in Tirol egal, Herr Präsident? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Er ist ein wichtiger Mann, das stimmt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Als Vorsitzende des Ausschusses für Bürgerinitiativen muss ich sagen: Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine Bürgerinitiative an mich herantritt und mir eine tragische Geschichte nach der anderen erzählt, und sie kämpfen meist schon jahrelang, aber es geht einfach nichts weiter! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Reheis, Kollege Niederwieser und ich haben am 12. August dieses Jahres wieder einmal einen diesbezüglichen Entschließungsantrag an die Regierung eingebracht, um ein Umdenken bei der Regierung beziehungsweise mehr Nachdruck für unsere Forderungen zu erreichen. Unsere Forderungen haben wir stets offen dargelegt, sie sind glasklar: umgehende Aufnahme von Verhandlungen um eine Nachfolgeregelung für den Transitverkehr, Einführung des Road-Pricing ab 1. Jänner 2004 – es wurde ja von der ÖVP ewig verzögert! –, die Festlegung der Wegekostenrichtlinie seitens der EU mit Querfinanzierung und eine Festlegung der sensiblen Alpenzone. Letzteres ist ein besonders wichtiger Punkt. Herr Bundeskanzler Schüssel hat ja ungeniert die Alpenzone auf ganz Österreich ausgeweitet, und dass man uns dann bei Verhandlungen in Brüssel nicht ernst nimmt, brauche ich hier wohl nicht extra zu betonen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Bravo!
Ihnen spreche ich den guten Willen nicht ab, Herr Gorbach! Gerade gestern habe ich mit EU-Abgeordneten Hannes Swoboda gesprochen. Sie bemühen sich sehr. (Ruf bei den Freiheitlichen: Bravo!) Sie haben allerdings auch viel gutzumachen von dem, was innerhalb der letzten drei Jahre von dieser Bundesregierung vermurkst wurde. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ihnen spreche ich den guten Willen nicht ab, Herr Gorbach! Gerade gestern habe ich mit EU-Abgeordneten Hannes Swoboda gesprochen. Sie bemühen sich sehr. (Ruf bei den Freiheitlichen: Bravo!) Sie haben allerdings auch viel gutzumachen von dem, was innerhalb der letzten drei Jahre von dieser Bundesregierung vermurkst wurde. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Abgeordnete! Sie haben mich als Tiroler Abgeordneten direkt angesprochen. Ich kann Ihnen von diesem Platz aus als der den Vorsitz führende Präsident leider nicht antworten, Sie wissen das, aber mein Kollege Hermann Gahr wird Ihnen darauf antworten, dass auch ich mich ständig für die Anliegen vor allem bezüglich des Brenner-Basistunnels einsetze. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Wir sind die Einzigen, die da etwas getan haben!
Brüssel! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Wir sind die Einzigen, die da etwas getan haben!)
Abg. Mag. Wurm: Wir sind die Einzigen, die etwas getan haben!
Ich finde es wirklich eigenartig, dass Sie sich getrauen, hier herauszugehen und andere für das, was Sie selbst zu verschulden haben, verantwortlich zu machen. (Abg. Mag. Wurm: Wir sind die Einzigen, die etwas getan haben!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das wissen wir alle! Es ist eine scheinheilige Politik dieser Landesregierung, und ich fordere an dieser Stelle die Tiroler auf, dieser Macht Grenzen zu setzen. Wählen Sie freiheitlich, dann wählen Sie etwas Gutes! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das wissen Sie hoffentlich schon länger?!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Wir haben gehört, der Transitvertrag läuft aus. Wir haben gehört, Herr Minister Gorbach, Sie wollen noch alles Mögliche unternehmen. (Abg. Scheibner: Das wissen Sie hoffentlich schon länger?!)
Beifall bei den Grünen, die runde Schilder in die Höhe halten, auf denen ein Fahrverbot für LKW dargestellt ist, und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister Gorbach! Sie waren Landesrat! Sie waren Landesrat in Vorarlberg und haben dort – das haben Sie uns nicht gesagt! – sehr massiv Maßnahmen im Straßenbau getroffen, den Ausbau von Verkehrsrouten vorangetrieben, den Transitverkehr durch Vorarlberg durch Straßenbau verstärkt (Bundesminister Gorbach: 10 Prozent!) und insgesamt die Belastung durch Stinker und die Belastung durch lärmintensive LKW erhöht, Herr Minister. Das haben Sie uns verschwiegen! (Beifall bei den Grünen, die runde Schilder in die Höhe halten, auf denen ein Fahrverbot für LKW dargestellt ist, und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber wahr!
Ich sage Ihnen: Allein dadurch, dass Sie solche Stinker, solche Lärmerreger relativ ungebremst durch Österreich durchdonnern und auf Österreichs Straßen fahren lassen, gefährden Sie Leben, und darüber soll man nicht leichtfertig hinweggehen und sagen: Meine Güte, zum Frühstück brauchen wir eine Semmel! Das ist lächerlich, Herr Minister. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber wahr!)
Beifall bei den Grünen.
Auch die Todesrate steigt mit jedem Jahr. Sie alle sind verantwortlich dafür. Sie leisten, wenn Sie nicht die Verminderungspakete, die Alternativpakete von Seiten der Betroffenen, von Seiten der alternativ denkenden grünen Politikerin unterstützen, Beihilfe dazu, und das ist für mich das Erschreckende. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Mainoni: Geh bitte!
Sie leisten Beihilfe zu Schlafstörungen, Sie leisten Beihilfe zu Blutdrucksteigerungen, Sie leisten Beihilfe bei der Erhöhung der Herzfrequenz, Sie provozieren Herzinfarkte. (Abg. Mag. Mainoni: Geh bitte!) Sie wissen genau, dass vier von fünf Österreicherinnen sich massiv über Verkehrslärm beschweren. Herr Minister, es gibt diesbezüglich längst Handlungsbedarf. Es gibt kein Lärmschutzgesetz in Österreich. Wir haben ein Luftemissionsschutzgesetz, aber wir haben kein Lärmschutzgesetz.
Abg. Murauer: Es gibt in ganz Europa nicht so viele Lärmschutzwände wie in Österreich!
Denken Sie bitte bei den Kosten nicht nur an Lärm! (Abg. Murauer: Es gibt in ganz Europa nicht so viele Lärmschutzwände wie in Österreich!) Die Kosten im Zusammenhang mit Lärm alleine sind relativ hoch: 741 Millionen € pro Jahr im Zusammenhang mit Lärmschäden. (Das rote Lämpchen auf dem Rednerpult blinkt, und Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Das rote Lämpchen auf dem Rednerpult blinkt, und Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Denken Sie bitte bei den Kosten nicht nur an Lärm! (Abg. Murauer: Es gibt in ganz Europa nicht so viele Lärmschutzwände wie in Österreich!) Die Kosten im Zusammenhang mit Lärm alleine sind relativ hoch: 741 Millionen € pro Jahr im Zusammenhang mit Lärmschäden. (Das rote Lämpchen auf dem Rednerpult blinkt, und Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (fortsetzend): Der kurze Schlusssatz heißt: Es ist mir beileibe zu wenig, wenn ein Umweltminister auf das Fahrrad umsteigt. Wir müssen längst weiter denken, und entsprechende Maßnahmen sind nicht getätigt worden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Abgeordneten Wurm, Herr Präsident Khol kann Ihnen nicht antworten. Sie haben hier festgestellt, er hätte nichts getan. Ich darf, um das, was Sie gesagt haben, richtig zu stellen, feststellen: Herr Präsident Khol hat in der vergangenen Periode massiv für den Bau der Unterinntal-Trasse gewirkt, und er wirkt derzeit auch wieder sehr intensiv für die Umsetzung des Brenner-Basistunnel-Projektes. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ja, wir brauchen Begrenzungen beim Transit, wir brauchen Lenkungsmaßnahmen, wir brauchen Investitionen, wir brauchen neue Konzepte, aber ich bitte auch, dass wir mit diesem Thema etwas sensibler umgehen und nicht alles schlecht machen. Die Wirtschaft ist nicht unser Feind, die Wirtschaft ist unser Partner, und nur mit der Wirtschaft können wir auch das Transitproblem in den Griff bekommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es hat noch nie so viele Maßnahmen wie in letzter Zeit gegeben: Road-Pricing wird umgesetzt, schwefelfreier Diesel wird eingeführt, die Anerkennung als sensible Zone ist im Laufen, es gibt ein Nachtfahrverbot in Tirol, die Unterinntal-Trasse wird gebaut, der Brenner-Basistunnel befindet sich in der Planungs- und Umsetzungsphase, und es gibt das ehrliche Bemühen vom Bundesminister Gorbach, dass wir auch eine Nachfolgeregelung oder Übergangsregelung für den Transitvertrag bekommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Doch was machen unsere Grünen? – Sie sind gegen den Bau der Unterinntal-Trasse aufgetreten, Klubobfrau Glawischnig bezeichnet den Brenner-Basistunnel als „stilles Örtchen“ oder dessen Realisierung als Geldvernichtung, Tirols grüner Klubobmann Georg Willi fährt nach Deutschland und er schreibt Briefe – heraus kommt nichts, wir sehen keine Antworten –, Grüne stimmen in Brüssel bei strategischen Entscheidungen dagegen und gefährden eine geschlossene Position, Grüne vergleichen Österreich mit dem EU-Nichtmitgliedsland Schweiz, Grüne lehnen Beteiligungen ab, und Grüne reden von Chaos und Debakel und bringen selbst nichts weiter. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt innerstaatliche Maßnahmen. So wurden beispielsweise die Kontrollen verstärkt. Den LKW zu verbannen, das ist zu billig, Frau Abgeordnete Lichtenberger. Sie selbst haben wahrscheinlich noch nie einen Arbeitsplatz geschaffen oder erhalten. In meinem Dorf gibt es sieben Tischlerunternehmen. Ein LKW fährt 20 Jahre, er fährt im Jahr zwischen 5 000 und 7 000 Kilometer und kann nicht jedes Jahr ausgetauscht werden. Sie müssten einmal die Investitionen für diese Klein- und Mittelbetriebe übernehmen, dann würden Sie anders denken. Ich glaube, Sie sollten das Maß und die Realität einmal hinterfragen. Es gibt viele Transportunternehmer, welche sich solche Investitionen einfach nicht leisten können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: Das tun wir!
Denken Sie auch an die Arbeitsplätze, denken Sie an die Menschen, die damit Wohlstand und Lebensqualität sichern wollen! (Abg. Brosz: Das tun wir!) Wir brauchen für die Zukunft zwei Wege: Der eine ist einmal die Bahn. Sie muss ausgebaut und professionalisiert werden. Wir brauchen einen geordneten Warenverkehr auf der Bahn, wir brauchen eine neue Logistik, wir brauchen neue Konzepte im Personennah- und -fernverkehr, und daher wünsche ich unserem Staatssekretär Kukacka viel Gefühl und Glück bei der Umsetzung der ÖBB-Reform! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Viel Gefühl – das kann er brauchen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Viel Gefühl – das kann er brauchen!
Denken Sie auch an die Arbeitsplätze, denken Sie an die Menschen, die damit Wohlstand und Lebensqualität sichern wollen! (Abg. Brosz: Das tun wir!) Wir brauchen für die Zukunft zwei Wege: Der eine ist einmal die Bahn. Sie muss ausgebaut und professionalisiert werden. Wir brauchen einen geordneten Warenverkehr auf der Bahn, wir brauchen eine neue Logistik, wir brauchen neue Konzepte im Personennah- und -fernverkehr, und daher wünsche ich unserem Staatssekretär Kukacka viel Gefühl und Glück bei der Umsetzung der ÖBB-Reform! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig: Viel Gefühl – das kann er brauchen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir sind uns der Verantwortung bewusst. Es braucht langfristige Konzepte, es braucht laufende Initiativen, auch harte Verhandlungen, es braucht aber sicherlich keine Panikmache. Tirol ist ein schönes Land, und mit Landeshauptmann van Staa werden wir auch das Transitthema in Zukunft massiv und offensiv aufzeigen und für die Bürger unseres Landes eine Lösung einfordern. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Als ich den Kollegen Gahr so reden gehört habe, dachte ich mir, das spiegelt genau das wider, was in Tirol im Moment so gespielt wird: schöne Worte vor Wahlen, aber ansonsten nur lauter Luft, leere Worte! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Sie sind ja selber in der Landesregierung drinnen! Tun Sie doch nicht so scheinheilig, als wären Sie nicht dabei!
Doch Sie von der Freiheitlichen Partei, Kollege Wittauer, tragen dies auf Bundesebene mit, nämlich in der ÖVP/FPÖ-Regierung. Ich nehme es dem Herrn Bundesminister wirklich ab, dass er sich sehr bemüht, auch die Transitlösungen ernst zu nehmen, aber trotzdem: Es geht nichts weiter, er hat seine Bremser schon in der Regierung sitzen. Da sitzt ... (Abg. Wittauer: Sie sind ja selber in der Landesregierung drinnen! Tun Sie doch nicht so scheinheilig, als wären Sie nicht dabei!)
Beifall bei der SPÖ.
den Freiheitlichen machen mit. Das ist Ihr Dilemma, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Durch dieses Verhalten ist natürlich auch die Bundesregierung mehr als säumig: Drei Verkehrsminister vor Gorbach haben nichts weitergebracht, sie haben verhindert, sie haben nichts und null weitergebracht, und jetzt stehen wir vor dem Dilemma, dass wir keine Lösung haben, keinen Transitvertrag, nur das Dilemma Transitverkehr, die Stinker auf der Straße, und das ist eine Situation, die zu Recht diese Aktuelle Stunde heute erforderlich gemacht hat. Dass wir die Möglichkeit gehabt haben, heute wieder zu diesem Thema zu sprechen, dafür möchte mich bedanken. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe des Abg. Wittauer
Landeshauptmann van Staa, meine Damen und Herren, spricht immer von Tiroler Positionen, vom Halten der Ökopunkte-Regelung und der 108-Prozent-Klausel (Zwischenrufe des Abg. Wittauer) – hören Sie gut zu! –, er beharrt auf den Beschlüssen des Tiroler Landtages, also auf der Einhaltung der LKW-Obergrenze, ja er fordert sogar seinen Parteikollegen Schüssel zu mehr Mut und Durchsetzungsfähigkeit auf. Er kündigt an – noch einmal ein Zitat von Landeshauptmann van Staa –, seine bisherige öffentliche Zurückhaltung gegenüber Kanzler Schüssel aufzugeben. – Schneck’n, meine Damen und Herren! Er ist selber mutlos – besonders gegenüber dieser Regierung Schüssel und vor allem gegenüber der gesamten Bundesregierung in Sachen Verkehrspolitik.
Abg. Wittauer: Die nichts zustande gebracht haben! Nichts!
Meine Damen und Herren! Die einzige Alternative dazu ist die Tiroler SPÖ, sind die Tiroler Sozialdemokraten (Abg. Wittauer: Die nichts zustande gebracht haben! Nichts!), denn es ist der einzige Sozialdemokrat Hannes Gschwentner, der Landeshauptmann-Stellvertreter (Abg. Wattaul: Der hat nichts zustande gebracht!), der zur Selbsthilfe gegriffen hat und sich konsequent und geradlinig für die Tiroler Bevölkerung eingesetzt hat, ein LKW-Nachtfahrverbot und ein sektorales Fahrverbot durchgesetzt hat. Der Ball liegt jetzt allerdings noch bei der EU, aber ich denke, auch die EU wird sich für die Menschen und gegen den freien Warenverkehr aussprechen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Das ist ein Blödsinn!)
Abg. Wattaul: Der hat nichts zustande gebracht!
Meine Damen und Herren! Die einzige Alternative dazu ist die Tiroler SPÖ, sind die Tiroler Sozialdemokraten (Abg. Wittauer: Die nichts zustande gebracht haben! Nichts!), denn es ist der einzige Sozialdemokrat Hannes Gschwentner, der Landeshauptmann-Stellvertreter (Abg. Wattaul: Der hat nichts zustande gebracht!), der zur Selbsthilfe gegriffen hat und sich konsequent und geradlinig für die Tiroler Bevölkerung eingesetzt hat, ein LKW-Nachtfahrverbot und ein sektorales Fahrverbot durchgesetzt hat. Der Ball liegt jetzt allerdings noch bei der EU, aber ich denke, auch die EU wird sich für die Menschen und gegen den freien Warenverkehr aussprechen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Das ist ein Blödsinn!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Das ist ein Blödsinn!
Meine Damen und Herren! Die einzige Alternative dazu ist die Tiroler SPÖ, sind die Tiroler Sozialdemokraten (Abg. Wittauer: Die nichts zustande gebracht haben! Nichts!), denn es ist der einzige Sozialdemokrat Hannes Gschwentner, der Landeshauptmann-Stellvertreter (Abg. Wattaul: Der hat nichts zustande gebracht!), der zur Selbsthilfe gegriffen hat und sich konsequent und geradlinig für die Tiroler Bevölkerung eingesetzt hat, ein LKW-Nachtfahrverbot und ein sektorales Fahrverbot durchgesetzt hat. Der Ball liegt jetzt allerdings noch bei der EU, aber ich denke, auch die EU wird sich für die Menschen und gegen den freien Warenverkehr aussprechen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Das ist ein Blödsinn!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Bei der Tiroler Sozialdemokratie sind Sie in besseren Händen als bei den Freiheitlichen, die keine Meinung haben, oder bei der ÖVP, die null Antworten hat. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mandak: Durch Naturschutzgebiete Straßen planen ...!
Frau Abgeordnete Moser! Herr Landesrat Gorbach war Straßenbaulandesrat in Vorarlberg, und da liegt es halt einmal in der Natur der Sache, dass man sich um die Straßenbelange kümmert. Aber ich darf Ihnen in diesem Zusammenhang eines sagen: Er hat sich in Vorarlberg deshalb beliebt gemacht und hat deshalb diese Wahlerfolge gehabt, weil er sehr sensibel im Umgang mit dem Straßenbau war. (Abg. Mandak: Durch Naturschutzgebiete Straßen planen ...!) Es ist ihm zu verdanken, dass viele Umfahrungen gekommen sind, und es ist ihm zu verdanken, dass es zu einer Entlastung gekommen ist und dass viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger dadurch vom Verkehr entlastet wurden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Abgeordnete Moser! Herr Landesrat Gorbach war Straßenbaulandesrat in Vorarlberg, und da liegt es halt einmal in der Natur der Sache, dass man sich um die Straßenbelange kümmert. Aber ich darf Ihnen in diesem Zusammenhang eines sagen: Er hat sich in Vorarlberg deshalb beliebt gemacht und hat deshalb diese Wahlerfolge gehabt, weil er sehr sensibel im Umgang mit dem Straßenbau war. (Abg. Mandak: Durch Naturschutzgebiete Straßen planen ...!) Es ist ihm zu verdanken, dass viele Umfahrungen gekommen sind, und es ist ihm zu verdanken, dass es zu einer Entlastung gekommen ist und dass viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger dadurch vom Verkehr entlastet wurden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Nürnberger: Aber ein zahmer Löwe! – Abg. Dr. Jarolim: Bei so einem Löwen muss man aufpassen! Man sollte mehr an die Menschen denken!
Unser Bundesminister – und das ist unbestritten, das habe ich Gott sei Dank auch von der Opposition gehört – kämpft wie ein Löwe für unsere Anliegen. (Abg. Nürnberger: Aber ein zahmer Löwe! – Abg. Dr. Jarolim: Bei so einem Löwen muss man aufpassen! Man sollte mehr an die Menschen denken!) Und wir sind auch zuversichtlich, dass diese unsere Sorgen, die wir alle hier teilen sollten – nicht nur die Sorgen der Tirolerinnen und Tiroler, sondern die Anliegen von allen Österreichern –, diesem riesigen tauben David in Brüssel endlich doch noch zu Gehör gebracht werden. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass der Herr Bundesminister einen Erfolg dabei erzielen wird. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Unser Bundesminister – und das ist unbestritten, das habe ich Gott sei Dank auch von der Opposition gehört – kämpft wie ein Löwe für unsere Anliegen. (Abg. Nürnberger: Aber ein zahmer Löwe! – Abg. Dr. Jarolim: Bei so einem Löwen muss man aufpassen! Man sollte mehr an die Menschen denken!) Und wir sind auch zuversichtlich, dass diese unsere Sorgen, die wir alle hier teilen sollten – nicht nur die Sorgen der Tirolerinnen und Tiroler, sondern die Anliegen von allen Österreichern –, diesem riesigen tauben David in Brüssel endlich doch noch zu Gehör gebracht werden. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass der Herr Bundesminister einen Erfolg dabei erzielen wird. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Das stimmt!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ganz kurz zu den Vorrednern einige Korrekturen. Es wurde kritisiert, Grüne hätten in Brüssel gegen Österreichs Interessen gestimmt. (Abg. Mag. Molterer: Das stimmt!) Wahr ist vielmehr: Wogegen Grüne gestimmt haben, war eine Lösung, die mehr Verkehr gebracht hätte, was Sie verschwiegen haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ganz kurz zu den Vorrednern einige Korrekturen. Es wurde kritisiert, Grüne hätten in Brüssel gegen Österreichs Interessen gestimmt. (Abg. Mag. Molterer: Das stimmt!) Wahr ist vielmehr: Wogegen Grüne gestimmt haben, war eine Lösung, die mehr Verkehr gebracht hätte, was Sie verschwiegen haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Deswegen haben wir nächstes Jahr einen schwefelfreien Diesel!
Aber zur Sache. Ich frage Sie: Können Haare gefährlich werden? Natürlich werden Sie jetzt sagen, beim Grünewald sicher nicht, aber ich werde Ihnen erklären, warum. Dieselrußpartikel haben teilweise eine Größe von 0,1 Mikrometer. (Abg. Wittauer: Deswegen haben wir nächstes Jahr einen schwefelfreien Diesel!) Das ist zirka ein Tausendstel des Durchmessers eines Menschenhaares. Auf Grund dieser Kleinheit können diese Partikel bis in die letzten Verzweigungen der Lunge gelangen, teilweise sogar das Blutgefäßsystem durchbrechen und in die Blutbahn gelangen. Das hat eine Reihe von Erkrankungshäufungen zur Folge, angefangen von akuter Bronchitis bei Kindern – 20 000 Fälle für Österreich rechnet die WHO aus –, chronischer Bronchitis bei Älteren über 35 Jahren, wo man mit 40 000 Fällen rechnet, wie auch die WHO in einer Studie belegt hat. Die WHO schreibt auch – Gorbach hat es dankenswerterweise zitiert – von 2 400 Todesfällen in Österreich pro Jahr, die durch diese Feinstäube des Dieselrußes bedingt sind und daher auch vermeidbar wären.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn wir uns vor Augen führen, dass in Tirol von elf Messstellen acht an mehr als 35 Tagen pro Jahr erhöhte Grenzwerte feststellen in Bereichen, die gesundheitsgefährdend sind, dann glaube ich, es wird eine Aktuelle Stunde nicht ausreichen, um hier etwas zu ändern. Herr Minister Gorbach! Sie müssen ein „aktuelles Jahr“ ausrufen, und zwar nicht morgen, sondern schon heute, und zwar mit allen Parteien zusammen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Da von Regierungsseite wenige beschlussreife Vorlagen eingetroffen sind, kann man annehmen, dass man nicht mehr beschlussreife Vorlagen zustande gebracht hat, weshalb auf den zweiten Tag verzichtet wird. Es hat einen großen Konsens gegeben, dass ein wichtiger Tagesordnungspunkt, der 85 000 junge Leute betrifft, an die Spitze dieser Tagesordnung gestellt wird und ausführlich diskutiert wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
So, was ist dann passiert? – Gestern, völlig überraschend, kommt zu Mittag im grünen Klub die Mitteilung herein, dass sich der Bundeskanzler und auch der Vizekanzler ganz spontan dazu entschlossen haben, im Parlament eine Erklärung über die Prioritäten in der Herbstarbeit abzugeben. – Wir hatten das schon einmal, nämlich im Juli vor der Sommerpause. Sie erinnern sich, es gab drei Tage lang Plenarsitzung, es ist sehr schwer gewesen, den Finanzminister ins Parlament zu bringen, auf Grund seines dichten Terminkalenders – am dritten Tag war es dann endlich möglich. Und auch damals: Blitzartig fällt es dem Bundeskanzler ein, er möchte eine Erklärung zur wirtschaftlichen Lage der Nation abgeben, die im Wesentlichen nicht aktueller war als der Bericht, der ein halbes Jahr vorher vom Wirtschaftsministerium publiziert worden ist. (Beifall bei den Grünen.) – Gleichzeitig langt die Bitte des ORF ein, diese Debatte auch übertragen zu dürfen.
Abg. Scheibner: Eure Aktuelle Stunde hat mit den Wahlen natürlich überhaupt nichts zu tun!
Daher ist eine zweite Erklärung sehr wahrscheinlich: Wir haben in vier Tagen Landtagswahlen in Oberösterreich und in Tirol. Die Situation der Bundesregierung ist nicht die beste. (Abg. Scheibner: Eure Aktuelle Stunde hat mit den Wahlen natürlich überhaupt nichts zu tun!) Ich möchte nicht verhehlen, ich diskutiere gern mit dem Bundeskanzler über die Situation der Bundesregierung (Abg. Großruck: Dann nützen Sie die Chance der Diskussion!), über ihre Handlungsfähigkeit, darüber, warum eine Steuerreform nicht zustande kommt, warum ein Familienpaket nicht zustande kommt, warum ein Klimaschutzpaket nicht zustande kommt (Abg. Scheibner: Das können Sie ja dann alles diskutieren!), aber ich und die gesamte grüne Fraktion, wir akzeptieren es nicht, dass das Parlament zu einer Kulisse, zu einer verlängerten Pressekonferenz des Bundeskanzlers wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Großruck: Dann nützen Sie die Chance der Diskussion!
Daher ist eine zweite Erklärung sehr wahrscheinlich: Wir haben in vier Tagen Landtagswahlen in Oberösterreich und in Tirol. Die Situation der Bundesregierung ist nicht die beste. (Abg. Scheibner: Eure Aktuelle Stunde hat mit den Wahlen natürlich überhaupt nichts zu tun!) Ich möchte nicht verhehlen, ich diskutiere gern mit dem Bundeskanzler über die Situation der Bundesregierung (Abg. Großruck: Dann nützen Sie die Chance der Diskussion!), über ihre Handlungsfähigkeit, darüber, warum eine Steuerreform nicht zustande kommt, warum ein Familienpaket nicht zustande kommt, warum ein Klimaschutzpaket nicht zustande kommt (Abg. Scheibner: Das können Sie ja dann alles diskutieren!), aber ich und die gesamte grüne Fraktion, wir akzeptieren es nicht, dass das Parlament zu einer Kulisse, zu einer verlängerten Pressekonferenz des Bundeskanzlers wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das können Sie ja dann alles diskutieren!
Daher ist eine zweite Erklärung sehr wahrscheinlich: Wir haben in vier Tagen Landtagswahlen in Oberösterreich und in Tirol. Die Situation der Bundesregierung ist nicht die beste. (Abg. Scheibner: Eure Aktuelle Stunde hat mit den Wahlen natürlich überhaupt nichts zu tun!) Ich möchte nicht verhehlen, ich diskutiere gern mit dem Bundeskanzler über die Situation der Bundesregierung (Abg. Großruck: Dann nützen Sie die Chance der Diskussion!), über ihre Handlungsfähigkeit, darüber, warum eine Steuerreform nicht zustande kommt, warum ein Familienpaket nicht zustande kommt, warum ein Klimaschutzpaket nicht zustande kommt (Abg. Scheibner: Das können Sie ja dann alles diskutieren!), aber ich und die gesamte grüne Fraktion, wir akzeptieren es nicht, dass das Parlament zu einer Kulisse, zu einer verlängerten Pressekonferenz des Bundeskanzlers wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher ist eine zweite Erklärung sehr wahrscheinlich: Wir haben in vier Tagen Landtagswahlen in Oberösterreich und in Tirol. Die Situation der Bundesregierung ist nicht die beste. (Abg. Scheibner: Eure Aktuelle Stunde hat mit den Wahlen natürlich überhaupt nichts zu tun!) Ich möchte nicht verhehlen, ich diskutiere gern mit dem Bundeskanzler über die Situation der Bundesregierung (Abg. Großruck: Dann nützen Sie die Chance der Diskussion!), über ihre Handlungsfähigkeit, darüber, warum eine Steuerreform nicht zustande kommt, warum ein Familienpaket nicht zustande kommt, warum ein Klimaschutzpaket nicht zustande kommt (Abg. Scheibner: Das können Sie ja dann alles diskutieren!), aber ich und die gesamte grüne Fraktion, wir akzeptieren es nicht, dass das Parlament zu einer Kulisse, zu einer verlängerten Pressekonferenz des Bundeskanzlers wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Widerspruch bei den Grünen und der SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: „Arroganz“ verwenden wir nicht, Frau Abgeordnete! (Widerspruch bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (fortsetzend): Ich glaube, nicht einmal 24 Stunden vorher 183 Menschen zu sagen: Wir machen einfach alles ganz anders, weil ich das so will!, das kann man nicht anders bezeichnen als als Arroganz. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Nürnberger: Arrogant ist der Herr Präsident!
Ich kann auch sagen: Allmachtsanspruch, wenn Ihnen das lieber ist, Herr Präsident. (Abg. Nürnberger: Arrogant ist der Herr Präsident!) Das ist ein Anspruch, der sich bei sehr vielen Gesetzesvorlagen zeigt: über die Betroffenen drüberzufahren, keinen Dialog zu führen, nicht auf Konsens angewiesen zu sein, sondern einfach das zu machen, was einem gerade einfällt. Und das ist Arroganz der Macht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich kann auch sagen: Allmachtsanspruch, wenn Ihnen das lieber ist, Herr Präsident. (Abg. Nürnberger: Arrogant ist der Herr Präsident!) Das ist ein Anspruch, der sich bei sehr vielen Gesetzesvorlagen zeigt: über die Betroffenen drüberzufahren, keinen Dialog zu führen, nicht auf Konsens angewiesen zu sein, sondern einfach das zu machen, was einem gerade einfällt. Und das ist Arroganz der Macht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir erleben heute tatsächlich eine Premiere. Bisher bin ich es gewohnt gewesen, dass die Opposition sich darüber beschwert, zu wenig Diskussionsmöglichkeiten über die Pläne der Bundesregierung zu haben. Heute beschwert sich die Opposition plötzlich darüber, dass die Regierung eine Erklärung über die Prioritäten der Herbstarbeit abgibt. – Wie hätten Sie es denn gerne, Frau Kollegin Glawischnig? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Wirklich Arroganz der Macht!
Ich sage Ihnen als Parlamentarier, ich bin froh, dass diese Bundesregierung diese Erklärung heute abgibt (Abg. Mag. Wurm: Wirklich Arroganz der Macht!), weil damit dem Parlament, allen Fraktionen des Hauses, die Möglichkeit geboten wird, eine Bewertung über die politische Prioritätensetzung und über die politische Planung in diesem Land für den Herbst des heurigen Jahres abzugeben. Das ist doch das, was das Parlament eigentlich ursächlich zu tun hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen als Parlamentarier, ich bin froh, dass diese Bundesregierung diese Erklärung heute abgibt (Abg. Mag. Wurm: Wirklich Arroganz der Macht!), weil damit dem Parlament, allen Fraktionen des Hauses, die Möglichkeit geboten wird, eine Bewertung über die politische Prioritätensetzung und über die politische Planung in diesem Land für den Herbst des heurigen Jahres abzugeben. Das ist doch das, was das Parlament eigentlich ursächlich zu tun hat, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
tische Meinungsbildung in Ihrem Klub zuwege zu bringen, Frau Abgeordnete Glawischnig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie beantragen gleichzeitig die Absetzung von zwei Tagesordnungspunkten. Damit jeder weiß, worum es hier geht: Ein Tagesordnungspunkt behandelt die Geldwäscherei. Und ich finde, dass es richtig ist, dass das Parlament hier saubere Spielregeln verabschiedet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen daher abschließend: Ich bin sehr dafür, dass wir diese Erklärungen als Tagesordnungspunkte 1 und 2 heute behandeln, weil damit alle Fraktionen ausreichend Gelegenheit haben, die Herbstarbeit zu diskutieren und zu kommentieren, und wir damit auch einer breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, transparent über die wichtigen Zukunftsprojekte in diesem Land zu diskutieren. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Geh, bitte! Rein sachlich!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Geschätzte Damen und Herren der Bundesregierung! Herr Klubobmann Molterer, was Sie hier zum Besten gegeben haben, würde auch den Begriff „Arroganz“ verlangen. Ich sage, es war überheblich, so wie Sie das dargestellt haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Geh, bitte! Rein sachlich!)
Abg. Mag. Molterer: Vor Beginn der Herbstarbeit!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn wir schon über Planung und über Prioritäten reden, dann würde ich der Meinung sein, wir sollten diese Planung vor Beginn der Arbeit kennen. Geplant wird vor Arbeitsbeginn und nicht jetzt. (Abg. Mag. Molterer: Vor Beginn der Herbstarbeit!) Die Herbstarbeit beginnt heute, das weiß ich. Aber wir wissen auch, dass die Regierung unter Umständen etwas nervös ist, denn vor kurzem gab es eine Pressekonferenz des Vizekanzlers und des Bundeskanzlers, da war die Einigkeit nicht so gegeben. Jetzt muss man schnell die Fernsehzeit im Parlament
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundeskanzler, ich muss Ihnen sagen, Sie missachten eigentlich die Würde dieses Hohen Hauses. Sie stören die Arbeit, nur um sich selbst darzustellen. Sie machen aus diesem Parlament eine Spielwiese für Ihre Selbstdarstellung. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Über das können wir alles diskutieren! – Abg. Mag. Mainoni: Dafür diskutieren wir!
Herr Bundeskanzler, eine weitere Frage habe ich noch an Sie. Sie kündigen heute die Prioritäten für die Herbstarbeit an. Mir liegt ein geheimes Papier aus dem Innenministerium vor, wo schon die Sicherheit total durchgestylt und durchgecheckt ist, in dem wortwörtlich steht: In den nächsten Wochen ist dieses Papier nicht zu veröffentlichen. – Das steht dort wortwörtlich gleich auf der ersten Seite! (Abg. Scheibner: Über das können wir alles diskutieren! – Abg. Mag. Mainoni: Dafür diskutieren wir!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Werden wir das heute hören? Ich bin gespannt darauf. Wissen Sie, warum wir es nicht hören sollen? – Weil nämlich in diesem Papier drinnen steht, dass allein in Oberösterreich sieben Bezirksgendarmeriekommanden zugesperrt werden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Also es geht weiter mit dem Zusperren bei uns draußen im ländlichen Raum. Es geht weiter mit der Zerstörung der Strukturen. Herr Bundeskanzler! Ich bin gespannt, welche Erklärung Sie dazu abgeben werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Also doch!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Also doch!
Werden wir das heute hören? Ich bin gespannt darauf. Wissen Sie, warum wir es nicht hören sollen? – Weil nämlich in diesem Papier drinnen steht, dass allein in Oberösterreich sieben Bezirksgendarmeriekommanden zugesperrt werden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Also es geht weiter mit dem Zusperren bei uns draußen im ländlichen Raum. Es geht weiter mit der Zerstörung der Strukturen. Herr Bundeskanzler! Ich bin gespannt, welche Erklärung Sie dazu abgeben werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Also doch!)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Jarolim.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter! Wir reden darüber, an welchem Platz der Tagesordnung eine Erklärung abzugeben ist. Sie haben einen Ruf zur Sache bereits erhalten. Wenn Sie weiter in der Sache selber diskutieren, erhalten Sie den zweiten Ruf zur Sache. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Jarolim.) – Sie sind am Wort, Herr Abgeordneter Gaßner.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die Zeiten werden deswegen nicht einfacher, weil diese Bundesregierung, weil der Kanzler und der Vizekanzler dieses Haus nicht ernst nehmen und hier ihre politische Show abziehen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ja, Herr Abgeordneter Gaßner, wir sind auch gespannt darauf, und es freut mich, dass das jetzt Ihre Arbeit nicht mehr stört und auch keine Missachtung des Parlaments darstellt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wir sind alle vielmehr darauf gespannt, was der Bundeskanzler und der Vizekanzler hier sagen werden.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Gaßner, Sie sind gar nicht auf der Rednerliste für diese Debatte. Also ich hoffe, Sie werden sich noch nachnominieren lassen, damit Sie das machen können, was wir als selbstbewusste Abgeordnete machen wollen, nämlich mit der Bundesregierung über ihre Herbstarbeit diskutieren. Wir wollen zu Beginn dieser Herbstarbeit wissen, was auch auf uns zukommt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Wir wollen darüber diskutieren. Wir wollen auch, wenn es notwendig ist, kritisieren.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Mich wundert es, dass Sie die Gelegenheit nicht wahrnehmen wollen, auch die Regierung zu kritisieren. Daraus kann man nur zwei Erkenntnisse ziehen: Erstens: Sie haben hier keine eigenen Ideen einzubringen. Zweitens: Die Bundesregierung arbeitet so gut, dass Sie auch nicht kritisieren wollen und können. – Meine Damen und Herren! Dem können wir durchaus einiges abgewinnen. Wir von den Regierungsparteien haben eigene Ideen. Wir würden und werden, wenn es notwendig ist, auch Kritik anbringen. Da ersetzen wir leider auch die Opposition in diesem Hohen Haus. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Ich freue mich schon darauf, mit dem Bundeskanzler, mit der Bundesregierung darüber zu diskutieren, wann und in welchem Ausmaß wir eine Steuerreform einführen (Beifall bei den Freiheitlichen), wie die Sicherheitsstandards aussehen und welche Maßnah-
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
men zu treffen sind, um diese Sicherheitsstandards zu verbessern; wie wir die Harmonisierung der Pensionssysteme in Angriff nehmen und wie auch das Parlament hier einzubinden ist – und zwar nicht erst dann, wenn die Entscheidungen getroffen sind. Das möchten wir heute hier diskutieren – Sie als abgetretene Opposition anscheinend nicht. Sie wollen das erst, wenn überhaupt, zu mitternächtlicher Stunde diskutieren. Und es ist auch gut, dass das im Fernsehen übertragen wird, denn dann sieht die Bevölkerung, was sie an der Regierung hat und was sie im Gegensatz dazu an der Opposition zu leiden hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Andreas Khol: Bevor ich dem letzten Redner hiezu das Wort erteile, begrüße ich sehr herzlich den Präsidenten der Region Friaul-Julisch Venetien Riccardo Illy in unserer Mitte. (Allgemeiner Beifall.) Seien Sie herzlich willkommen, Herr Präsident!
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich könnte es mir jetzt einfach machen und sagen, der Zustand dieser Regierung zeigt sich am besten daran, dass sie am 22. September draufkommt, dass am 23. September der Herbst und die Herbstarbeit beginnen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das war die ÖVP-Klausur, bitte! Das ist ein großer Unterschied!
Es ist aber noch schlimmer, meine sehr geehrten Damen und Herren. Wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich gestern als Bericht im ORF über den Ministerrat gehört, dass der Bundeskanzler einzelnen Regierungsmitgliedern aufgetragen hat, bis zur Regierungsklausur oder Sitzung des Ministerrates im Oktober die Hausaufgaben für die Herbstarbeit zu machen. (Abg. Scheibner: Das war die ÖVP-Klausur, bitte! Das ist ein großer Unterschied!) – ÖVP-Klausur, ist mir auch recht, also nur die ÖVP-Minister. (Abg. Ellmauer: Sie bringen alles durcheinander!) Er hat also aufgetragen, dass die ÖVP-Minister im Oktober ihre Herbstaufgaben dann präsentieren.
Abg. Ellmauer: Sie bringen alles durcheinander!
Es ist aber noch schlimmer, meine sehr geehrten Damen und Herren. Wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich gestern als Bericht im ORF über den Ministerrat gehört, dass der Bundeskanzler einzelnen Regierungsmitgliedern aufgetragen hat, bis zur Regierungsklausur oder Sitzung des Ministerrates im Oktober die Hausaufgaben für die Herbstarbeit zu machen. (Abg. Scheibner: Das war die ÖVP-Klausur, bitte! Das ist ein großer Unterschied!) – ÖVP-Klausur, ist mir auch recht, also nur die ÖVP-Minister. (Abg. Ellmauer: Sie bringen alles durcheinander!) Er hat also aufgetragen, dass die ÖVP-Minister im Oktober ihre Herbstaufgaben dann präsentieren.
Abg. Scheibner: Hier sind wir Parlamentarier, Herr Kollege! Da wollen wir diskutieren!
Ich finde es bestürzend, Herr Klubobmann Scheibner, dass Sie als Vertreter einer Regierungspartei, die eigentlich wissen sollte, was sie der Regierung aufträgt (Abg. Scheibner: Hier sind wir Parlamentarier, Herr Kollege! Da wollen wir diskutieren!) zu machen, sagen: Ich bin ja so froh, dass ich erfahre, was die Regierung vorhat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) – Das ist doch bestürzend, Herr Klubobmann Scheibner!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich finde es bestürzend, Herr Klubobmann Scheibner, dass Sie als Vertreter einer Regierungspartei, die eigentlich wissen sollte, was sie der Regierung aufträgt (Abg. Scheibner: Hier sind wir Parlamentarier, Herr Kollege! Da wollen wir diskutieren!) zu machen, sagen: Ich bin ja so froh, dass ich erfahre, was die Regierung vorhat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) – Das ist doch bestürzend, Herr Klubobmann Scheibner!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!
Sie waren es, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, die diese Debatte verweigert haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Es waren die Oppositionsparteien, Herr Klubobmann Molterer, die diese Debatte über Sondersitzungen in das Hohe Haus herein-
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Klubobmann Molterer! Herr Klubobmann Scheibner! Das Parlament ist nicht die verlängerte Werkbank der Bundesregierung! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Und der Parlamentspräsident ist nicht der Reparaturdienst für den Herrn Bundeskanzler.
Abg. Scheibner: Aber eure Sondersitzungen darf man schon übertragen!
Auch wenn der ORF damit befasst werden soll, hätten wir gern, dass das in einem Ausmaß und Umfang geschieht, das gleiche Rechte und gleiche Chancen für alle schafft, aber nicht auf Knopfdruck und auf Bestellung, die im Bundeskanzleramt abgegeben wird. (Abg. Scheibner: Aber eure Sondersitzungen darf man schon übertragen!) So schaut es nämlich aus. So weit sind wir in dieser Republik schon gekommen, dass offensichtlich der Herr Bundeskanzler mit einem Knopfdruck über den Parlamentspräsidenten – der ja vor wenigen Wochen noch ganz etwas anderes gesagt hat, was die Erklärungen der Bundesregierung betrifft, und gemeinsam mit der Präsidiale auch vertreten hat – hier andere Verhältnisse schafft. Lassen Sie sich das gesagt sein: Wir bestehen darauf, dass sich das Parlament selbst ernst nimmt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Auch wenn der ORF damit befasst werden soll, hätten wir gern, dass das in einem Ausmaß und Umfang geschieht, das gleiche Rechte und gleiche Chancen für alle schafft, aber nicht auf Knopfdruck und auf Bestellung, die im Bundeskanzleramt abgegeben wird. (Abg. Scheibner: Aber eure Sondersitzungen darf man schon übertragen!) So schaut es nämlich aus. So weit sind wir in dieser Republik schon gekommen, dass offensichtlich der Herr Bundeskanzler mit einem Knopfdruck über den Parlamentspräsidenten – der ja vor wenigen Wochen noch ganz etwas anderes gesagt hat, was die Erklärungen der Bundesregierung betrifft, und gemeinsam mit der Präsidiale auch vertreten hat – hier andere Verhältnisse schafft. Lassen Sie sich das gesagt sein: Wir bestehen darauf, dass sich das Parlament selbst ernst nimmt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Aber nicht nur einer!
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Hohes Haus! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich darf darauf hinweisen, dass ich das Wort „Parlament“ eigentlich von „parlare“ – „sprechen“, „miteinander reden“ (Abg. Dr. Lichtenberger: Aber nicht nur einer!) – ableite, und ich denke, dass es ganz vernünftig ist, wenn man am Beginn der Herbstarbeit miteinander darüber spricht, welche Themen wichtig sind, welche auf der Tagesordnung stehen, sei es von europäischer Seite – Abgeordneter Voggenhuber, Grün-Abgeordneter im Europaparlament, hat übrigens moniert, dass es eine Erklärung seitens der Bundesregierung geben soll –, sei es von nationaler Seite. Ich bin natürlich gerne dazu bereit, auch auf diese Themen im Rahmen meiner Erklärung einzugehen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich meine, eine 20-Minuten-Rede hat mit Allmacht relativ wenig zu tun. Ich werde mich auch sehr bemühen, nicht auf die Landtagswahlkämpfe, die sowieso ihre Eigengesetzlichkeit haben und, wie ich meine, auch für die Landeshauptleute nicht so schlecht laufen, einzugehen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Hohes Haus! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich darf darauf hinweisen, dass ich das Wort „Parlament“ eigentlich von „parlare“ – „sprechen“, „miteinander reden“ (Abg. Dr. Lichtenberger: Aber nicht nur einer!) – ableite, und ich denke, dass es ganz vernünftig ist, wenn man am Beginn der Herbstarbeit miteinander darüber spricht, welche Themen wichtig sind, welche auf der Tagesordnung stehen, sei es von europäischer Seite – Abgeordneter Voggenhuber, Grün-Abgeordneter im Europaparlament, hat übrigens moniert, dass es eine Erklärung seitens der Bundesregierung geben soll –, sei es von nationaler Seite. Ich bin natürlich gerne dazu bereit, auch auf diese Themen im Rahmen meiner Erklärung einzugehen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich meine, eine 20-Minuten-Rede hat mit Allmacht relativ wenig zu tun. Ich werde mich auch sehr bemühen, nicht auf die Landtagswahlkämpfe, die sowieso ihre Eigengesetzlichkeit haben und, wie ich meine, auch für die Landeshauptleute nicht so schlecht laufen, einzugehen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Hohes Haus! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich darf darauf hinweisen, dass ich das Wort „Parlament“ eigentlich von „parlare“ – „sprechen“, „miteinander reden“ (Abg. Dr. Lichtenberger: Aber nicht nur einer!) – ableite, und ich denke, dass es ganz vernünftig ist, wenn man am Beginn der Herbstarbeit miteinander darüber spricht, welche Themen wichtig sind, welche auf der Tagesordnung stehen, sei es von europäischer Seite – Abgeordneter Voggenhuber, Grün-Abgeordneter im Europaparlament, hat übrigens moniert, dass es eine Erklärung seitens der Bundesregierung geben soll –, sei es von nationaler Seite. Ich bin natürlich gerne dazu bereit, auch auf diese Themen im Rahmen meiner Erklärung einzugehen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich meine, eine 20-Minuten-Rede hat mit Allmacht relativ wenig zu tun. Ich werde mich auch sehr bemühen, nicht auf die Landtagswahlkämpfe, die sowieso ihre Eigengesetzlichkeit haben und, wie ich meine, auch für die Landeshauptleute nicht so schlecht laufen, einzugehen. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wachstum als die Bundesrepublik Deutschland erzielt. Und dieser Vergleich macht sicher! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist auch die Lehre: Wenn die Bevölkerung erkennt, dass es bestimmte Strukturreformen dringend geben muss, dann soll man darüber informieren und auch in aller Offenheit darüber reden, aber man soll diese Dinge nicht nur diskutieren, sondern sie auch umsetzen. Das haben wir getan, und das hat, denke ich, Österreich letztlich auch gut getan, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das europäische Themenbukett in diesem Herbst und im kommenden Frühjahr wird außerordentlich intensiv sein. Wir haben zunächst in 30 Wochen die Erweiterung der Europäischen Union – gut vorbereitet, ganz wichtig allerdings für uns, dass wir ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Na sicher gut vorbereitet, das zeigen auch die Ergebnisse bei den Referenden, das zeigt die hohe Akzeptanz, die die Erweiterung heute in ganz Europa hat. Denken Sie zurück! Das war nicht immer so. Es ist ein gemeinsamer Erfolg, zu dem wir, wie ich meine, auch gemeinsam stehen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das europäische Themenbukett in diesem Herbst und im kommenden Frühjahr wird außerordentlich intensiv sein. Wir haben zunächst in 30 Wochen die Erweiterung der Europäischen Union – gut vorbereitet, ganz wichtig allerdings für uns, dass wir ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Na sicher gut vorbereitet, das zeigen auch die Ergebnisse bei den Referenden, das zeigt die hohe Akzeptanz, die die Erweiterung heute in ganz Europa hat. Denken Sie zurück! Das war nicht immer so. Es ist ein gemeinsamer Erfolg, zu dem wir, wie ich meine, auch gemeinsam stehen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden das sehr genau prüfen, meine Damen und Herren! Ich meine schon, dass es ein gemeinsames Interesse sein muss, hier nicht einfach abzunicken und zu sagen: Damit wir in der Regierungskonferenz nicht mehr diskutieren müssen, akzeptieren wir den Text, wie er ist. – Das muss genau geprüft werden, damit unsere Prioritäten, dass wir den Zugriff auf unser Wasser behalten, dass wir die hohe Dienstleistung unserer Gemeinden in der Gesundheitsvorsorge, in der Entsorgung bewahren, nicht aufs Spiel gesetzt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ebenso über die institutionellen Fragen, denn – ehrlich gesagt – ich weiß nicht, ob man wirklich so leichtfertig von der rotierenden Ratspräsidentschaft weggehen soll. Wie schaut vor allem die Balance zwischen den Institutionen aus? Besonders wichtig scheint mir zu sein, darauf zu beharren, dass jedes Land in jeder Institution gleichberechtigt mit Sitz und Stimme vertreten ist. Ich hoffe sehr, dass Sie gemeinsam mit mir in diesem Sinne vorgehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kollege Öllinger, Sie haben die Voest angesprochen. Ich sage Ihnen – was ich auch hier schon gesagt habe –: Am Ende dieser Privatisierung wird die Voest ein mehrheitlich österreichisches Unternehmen sein. – Gesagt und erfüllt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich habe gesagt: Am Ende dieser Privatisierung wird, mit den Mitarbeitern, ein oberösterreichischer Kern von mindestens 25 Prozent da sein. – Gesagt und erfüllt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich habe gesagt, dass wir einen deutlichen Impuls für die Kleinaktionäre bekommen. – Und so war es auch. Wir haben Tausende Mitarbeiter zu sehr begünstigten Konditionen eingeladen, Aktien zu zeichnen, und es ist gelungen. Wir haben heute 25 000 Privataktionäre, denen die Voest gehört, und die Politik ist draußen. Und das, Freunde, ist an sich das Beste, was geschehen kann! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher beerdigen Sie die Idee eines Untersuchungsausschusses, in dem diese erfolgreiche Firma in Wahrheit monatelang öffentlich durch den Kakao gezogen wird! Gehen Sie ab von dieser Idee! Die Voest verdient es nicht, ununterbrochen parteipolitisch vereinnahmt zu werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vergleich mit Deutschland: In Deutschland muss jeder Arbeitslose im Durchschnitt 33 Wochen lang warten, bis er einen Arbeitsplatz vermittelt bekommt. In Österreich wird in weniger als der halben Zeit, nämlich im Durchschnitt in 15 Wochen, jeder Arbeitslose vermittelt. Diese Situation muss man noch weiter verbessern, darauf werden wir drängen, aber auf diesen Zwischenstand sind wir bereits stolz, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir wollen die Nachmittagsbetreuung deutlich verbessern, allerdings bei Wahrung der Wahlfreiheit für die Eltern und die Kinder. Ich will nicht über die Köpfe der Eltern und der Familien hinweg ein einziges Modell. Moderne Bildungspolitik heißt Vielfalt, Buntheit und Schaffung von Wahlmöglichkeiten, die der Einzelne braucht. Dass wir natürlich mehr Nachmittagsbetreuungen brauchen – Stand heute: 45 000 Kinder –, ist klar. Liesl Gehrer wird in den nächsten zwei Jahren 20 Prozent mehr Betreuungsplätze allein seitens des Bundes anbieten. Ich lade jetzt schon die Gemeinden und Länder dazu ein, diesen Weg mitzugehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Auch durch Strasser! Auch durch den Innenminister!
Meine Damen und Herren! Das nächste große Thema ist natürlich die Sicherheit, denn machen wir uns doch nichts vor: Durch die Erweiterung, durch das organisierte Verbrechertum gibt es auch neue Bedrohungsbilder. (Abg. Dr. Jarolim: Auch durch Strasser! Auch durch den Innenminister!) Daher ist es ganz wichtig, dass durch die Zusammenlegung der Dienste, durch die neuen Herausforderungen an die Sicherheitsprofis die Strukturen an die neue Zeit angepasst werden. Die alten Strukturen passen nicht mehr, sie sind hinderlich, sie müssen angepasst werden. Wir brauchen ein neues Konzept, das der Bevölkerung Sicherheit aus einer Hand bietet und den Polizisten und Gendarmen eine klare Perspektive für ihre Arbeit bietet. Das bedeutet auch weniger Bürokratie, Einsparung in der Verwaltung, aber mehr Kontakt mit der Bevölkerung vor Ort, auf der Straße und in den Brennpunkten, wo es die Menschen wirklich betrifft. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das nächste große Thema ist natürlich die Sicherheit, denn machen wir uns doch nichts vor: Durch die Erweiterung, durch das organisierte Verbrechertum gibt es auch neue Bedrohungsbilder. (Abg. Dr. Jarolim: Auch durch Strasser! Auch durch den Innenminister!) Daher ist es ganz wichtig, dass durch die Zusammenlegung der Dienste, durch die neuen Herausforderungen an die Sicherheitsprofis die Strukturen an die neue Zeit angepasst werden. Die alten Strukturen passen nicht mehr, sie sind hinderlich, sie müssen angepasst werden. Wir brauchen ein neues Konzept, das der Bevölkerung Sicherheit aus einer Hand bietet und den Polizisten und Gendarmen eine klare Perspektive für ihre Arbeit bietet. Das bedeutet auch weniger Bürokratie, Einsparung in der Verwaltung, aber mehr Kontakt mit der Bevölkerung vor Ort, auf der Straße und in den Brennpunkten, wo es die Menschen wirklich betrifft. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
in Richtung des Abg. Dr. Einem
Natürlich bekommen die Mitarbeiter dieses neuen Sicherheitsapparates, des Teams 04, die modernsten Techniken in die Hand. Die Schweden waren nicht in der Lage, eine DNA-Untersuchung zu machen – in Österreich haben wir die modernsten Einrichtungen dieser Art. Ich bin sehr stolz, dass Ernst Strasser mit seinem Sicherheitsapparat einen guten Weg geht und neben der Schaffung des Bundeskriminalamtes und vielen inneren Reformen einen Standard erreicht hat, der uns zu einem der sichersten Länder der Welt gemacht hat. Diesen Status werden wir auch sicherlich beibehalten. Herr ehemaliger Innenminister (in Richtung des Abg. Dr. Einem), auch Sie haben gute Arbeit geleistet, das sage ich an dieser Stelle durchaus dazu! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Natürlich bekommen die Mitarbeiter dieses neuen Sicherheitsapparates, des Teams 04, die modernsten Techniken in die Hand. Die Schweden waren nicht in der Lage, eine DNA-Untersuchung zu machen – in Österreich haben wir die modernsten Einrichtungen dieser Art. Ich bin sehr stolz, dass Ernst Strasser mit seinem Sicherheitsapparat einen guten Weg geht und neben der Schaffung des Bundeskriminalamtes und vielen inneren Reformen einen Standard erreicht hat, der uns zu einem der sichersten Länder der Welt gemacht hat. Diesen Status werden wir auch sicherlich beibehalten. Herr ehemaliger Innenminister (in Richtung des Abg. Dr. Einem), auch Sie haben gute Arbeit geleistet, das sage ich an dieser Stelle durchaus dazu! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Uns liegt die Vernunft am Herzen!
Meine Damen und Herren! Ich bin überzeugt, diese Themen, die ich angesprochen habe, werden auch Ihnen am Herzen liegen. (Abg. Dr. Jarolim: Uns liegt die Vernunft am Herzen!) Mir ist es wichtig, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen und dennoch das Notwendige und das Richtige zu tun. Wir von der Bundesregierung sind bereit, mit Ihnen nicht nur in den europäischen Themen, sondern auch in allen anderen Fragen zusammenzuarbeiten; Sozialpartner- und Oppositionsgespräche mit uns sind ja im Laufen, und ich hoffe sehr, dass dies auch zu Ergebnissen führen wird. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Ich bin überzeugt, diese Themen, die ich angesprochen habe, werden auch Ihnen am Herzen liegen. (Abg. Dr. Jarolim: Uns liegt die Vernunft am Herzen!) Mir ist es wichtig, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen und dennoch das Notwendige und das Richtige zu tun. Wir von der Bundesregierung sind bereit, mit Ihnen nicht nur in den europäischen Themen, sondern auch in allen anderen Fragen zusammenzuarbeiten; Sozialpartner- und Oppositionsgespräche mit uns sind ja im Laufen, und ich hoffe sehr, dass dies auch zu Ergebnissen führen wird. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich verspreche den Österreicherinnen und Österreichern, dass wir es auch im Herbst so halten werden wie vor dem Sommer (Zwischenrufe bei der SPÖ): Die angekündig-
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
ten Reformen finden statt – im Interesse der Bürger, im Interesse der Betriebe, der Arbeitsplätze und der Menschen hier in Österreich! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Reheis: Das ist Ihr Schicksal!
Bundesminister für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Vizekanzler Mag. Herbert Haupt: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte dort fortsetzen, wo der Herr Bundeskanzler begonnen und schlussendlich dann auch nach 20 Minuten seine Rede beendet hat. (Abg. Reheis: Das ist Ihr Schicksal!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Erstens: Die Entwicklung in der Europäischen Union wird für uns in Österreich in den nächsten Jahren auch die Umsetzung jener Bemühungen bedeuten, von denen wir alle träumen und sprechen, nämlich die Schaffung eines Europas der Bürger und nicht eines Europas der Eliten gegen die Bürger. Daher wird es wichtig sein, dass die Ergebnisse des Europa-Konvents und des Österreich-Konvents so in Einklang gebracht werden, dass die Bürger im neuen Europa eine Heimat finden und sich selbst mit ihren Rechten vertreten fühlen und nicht einige wenige über die Interessen der Bürgerinnen und Bürger in Europa entscheiden werden. Das wird das Entscheidende für die nächsten Tage, Wochen und Monate sein. Und dass auch wir Österreicher – und nicht nur die großen Länder Europas – uns mit Stimmrecht als gleichberechtigter Partner in Europa wieder finden wollen, ist für uns in der Bundesregierung und hoffentlich auch im österreichischen Parlament im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher unbestritten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
der Straße beschritten worden ist, denn nur so kann die Entwicklung in Österreich im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger auf gemeinsamer Basis stattfinden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: ... die Männergesellschaft!
Ich bin aber als Sozialminister sehr betroffen, dass wir 14 Jahre nach dem Lainz-Skandal in Wien wieder einen Pflegeskandal auf Kosten der älteren Menschen in diesem Lande haben. Ich bin betroffen, dass ich in den Tageszeitungen lesen muss, dass offensichtlich schon vor zweieinhalb Jahren, als noch der jetzige Finanzstadtrat Rieder zuständig war, die ersten Beschwerden an die Wiener Stadtverwaltung gegangen sind (Abg. Mag. Wurm: ... die Männergesellschaft!) und dort nur Versetzungen stattgefunden haben und sonst nichts geschehen ist.
Abg. Mag. Wurm: Die Frauen ...!
Wir werden diese Pflegeberufe brauchen (Abg. Mag. Wurm: Die Frauen ...!), damit wir Pflegemissstände, so wie sie in Wien derzeit festzustellen sind, in Zukunft nicht mehr haben werden. Ein 15-jähriger Streit zwischen den Bundesländern konnte endlich beigelegt werden, und wir werden im Herbst dieses Jahres diese Artikel-15a-Vereinbarungen zur gemeinsamen Pflegeausbildung in Österreich im Interesse der älteren Menschen umsetzen, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden diese Pflegeberufe brauchen (Abg. Mag. Wurm: Die Frauen ...!), damit wir Pflegemissstände, so wie sie in Wien derzeit festzustellen sind, in Zukunft nicht mehr haben werden. Ein 15-jähriger Streit zwischen den Bundesländern konnte endlich beigelegt werden, und wir werden im Herbst dieses Jahres diese Artikel-15a-Vereinbarungen zur gemeinsamen Pflegeausbildung in Österreich im Interesse der älteren Menschen umsetzen, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Zukunft, Herr Vizekanzler!
Wir haben in der Vergangenheit (Abg. Dr. Puswald: Zukunft, Herr Vizekanzler!) gemeinsam mit Bundesminister Böhmdorfer Entwürfe für Heimverträge und Heimgesetze vorgelegt. Es gibt nur mehr zwei Bundesländer, die diese Initiative des Sozialministeriums und des Justizministeriums nicht aufgegriffen haben. Bezeichnenderweise sind dies das Bundesland Wien und das Bundesland Tirol. Wir werden daher, nachdem wir Ende Juni das Verfahren vor dem Verfassungsgerichtshof mit dem Land Vorarlberg erledigt haben, nunmehr ein bundesweites Heimgesetz und, darauf folgend, auch ein bundesweites Heimaufenthaltsgesetz verabschieden.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es geht hier um wichtige Rahmengesetze für die österreichische Gesetzgebung, um wichtige Rahmengesetze für die Pflegepersonen im Bereich der Heimbetreuung in Österreich, um wichtige Rahmengesetze in der Zukunft, damit wir von der gesetzlichen Seite alles tun, um im Hinblick auf die Rechte der älteren Menschen, die sich in Heimpflege begeben müssen, weil sie keine Angehörigen haben oder keine Angehörigen, die in der Lage sind, die Pflege auszuführen, in diesem Bereich endlich Sicherheit zu schaffen. Damit wird von dieser Bundesregierung ein längst fälliger Prozess im Herbst dieses Jahres im Interesse der älteren Menschen positiv erledigt, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Im Gegensatz zu anders lautenden Äußerungen in der Öffentlichkeit hat diese Bundesregierung die Sozialquote erhöht. Wir haben die Sozialquote gezielt in jenen Bereichen erhöht, wo wir glauben, dass dies für die Aufrechterhaltung und Erfüllung des Generationenvertrages besonders wichtig ist. Wir haben daher die Familienförderungen auch auf die Zwillingsgeburten ausgedehnt. Wir haben im Bereich der Pensionsreform Frauen mit Arbeits- und Familienleistungen als eine Gruppe bevorzugt. Wir haben für jene, die es sich nicht richten können, im Bereich der Invaliditätspension bereits im verabschiedeten Pensionsreform-Modell bessere Vorkehrungen vorgesehen, und ab 1. Jänner 2004 wird endlich die Unfallrentenbesteuerung wieder der Vergangenheit angehören (Zwischenrufe bei der SPÖ), und das ist gut so (Beifall bei den Freiheitlichen –
Abg. Reheis: So eine Verhöhnung!
Abg. Reheis: Das ist eine Verhöhnung!), weil damit 1,6 Milliarden Schilling wieder in den Brieftaschen der behinderten Menschen in Österreich bleiben werden. (Abg. Reheis: So eine Verhöhnung!) Und das ist gut so, dass dies mit 1.1.2004, zum Positiven für die behinderten Menschen, wieder erreicht werden kann. (Abg. Reheis: Das ist zynisch und verächtlich! – Abg. Dr. Wittmann: Warum haben Sie diesen Unsinn gemacht?)
Abg. Reheis: Das ist zynisch und verächtlich! – Abg. Dr. Wittmann: Warum haben Sie diesen Unsinn gemacht?
Abg. Reheis: Das ist eine Verhöhnung!), weil damit 1,6 Milliarden Schilling wieder in den Brieftaschen der behinderten Menschen in Österreich bleiben werden. (Abg. Reheis: So eine Verhöhnung!) Und das ist gut so, dass dies mit 1.1.2004, zum Positiven für die behinderten Menschen, wieder erreicht werden kann. (Abg. Reheis: Das ist zynisch und verächtlich! – Abg. Dr. Wittmann: Warum haben Sie diesen Unsinn gemacht?)
Abg. Dr. Wittmann: Warum haben Sie diesen Unsinn gemacht, Herr Vizekanzler? Warum haben Sie diesen Unsinn eingeführt?
Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Dr. Wittmann: Warum haben Sie diesen Unsinn gemacht, Herr Vizekanzler? Warum haben Sie diesen Unsinn eingeführt?) Ich werde in den nächsten Tagen die Richtlinien, in denen 10 Millionen € für Angehörige von behinderten Menschen vorgesehen sind, damit sie sich bis zu 14 Tage Urlaub pro Jahr leisten können und in dieser Zeit auch davon ausgehen können, dass ihre pflegebedürftigen Angehörigen qualitativ hochwertig gepflegt werden, in die Begutachtung schicken. Ich darf Sie daran erinnern, dass in der Debatte zum Budgetbegleitgesetz die Opposition diese 10 Millionen € nicht haben wollte. Es hat mich gefreut, dass vor 14 Tagen der für die Caritas sprechende Direktor Landau im Fernsehen diese meine Vorstellungen nunmehr auch als Forderungen von außerhalb des Bundes tätigen Organisationen im Pflegebereich formuliert hat, weil er als jemand, der aus der Tätigkeit der Caritas weiß, wie es pflegenden Angehörigen ergeht, es doch nur als positiv erachten kann, dass die Bundesregierung hier nach Jahrzehnten endlich bereit ist, den pflegenden Angehörigen entsprechend entgegenzukommen. Das halte ich für gut, und ich bitte Sie, an der Ausgestaltung dieser Rahmenbedingungen positiv mitzuarbeiten, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Dr. Wittmann: Warum haben Sie diesen Unsinn gemacht, Herr Vizekanzler? Warum haben Sie diesen Unsinn eingeführt?) Ich werde in den nächsten Tagen die Richtlinien, in denen 10 Millionen € für Angehörige von behinderten Menschen vorgesehen sind, damit sie sich bis zu 14 Tage Urlaub pro Jahr leisten können und in dieser Zeit auch davon ausgehen können, dass ihre pflegebedürftigen Angehörigen qualitativ hochwertig gepflegt werden, in die Begutachtung schicken. Ich darf Sie daran erinnern, dass in der Debatte zum Budgetbegleitgesetz die Opposition diese 10 Millionen € nicht haben wollte. Es hat mich gefreut, dass vor 14 Tagen der für die Caritas sprechende Direktor Landau im Fernsehen diese meine Vorstellungen nunmehr auch als Forderungen von außerhalb des Bundes tätigen Organisationen im Pflegebereich formuliert hat, weil er als jemand, der aus der Tätigkeit der Caritas weiß, wie es pflegenden Angehörigen ergeht, es doch nur als positiv erachten kann, dass die Bundesregierung hier nach Jahrzehnten endlich bereit ist, den pflegenden Angehörigen entsprechend entgegenzukommen. Das halte ich für gut, und ich bitte Sie, an der Ausgestaltung dieser Rahmenbedingungen positiv mitzuarbeiten, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin daher sehr zufrieden, dass die zukünftige Entwicklung des Gesundheitssystems von allen einvernehmlich gestaltet worden ist, dass in Zukunft nicht mehr in populistischen Aussagen auf Kosten der älteren Menschen etwas anderes dargestellt wird, als in dieser Republik Tatsache ist, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.
Gestatten Sie mir auch, dass ich auf den Bereich des Kollegen Gorbach eingehe: 1995, am Beginn der Amtszeit der sozialdemokratischen Regierung unter Bundeskanzler Klima, hatte die Forschung in Österreich einen Anteil von 1,57 Prozent am BIP. Jetzt, am Beginn der Amtszeit dieser Bundesregierung, hatten wir einen Anteil von 1,96 Prozent, und wir werden am Ende dieser Legislaturperiode 2,5 Prozent erreicht haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Wittmann.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Ich glaube, dass es wichtig ist, dass die Forschung in diesem Lande nicht nur in den Reden im Parlament immer als wichtige Grundlage für die Wirtschaftsentwicklung dieses Landes dargestellt wird, sondern dass uns endlich auch die finanzielle Ausstattung zumindest in das mittlere Niveau der europäischen Staaten bringt und mit der Zielsetzung, im Jahre 2010 3 Prozent zu erreichen, in der Zukunft auch an die Spitze der europäischen Staaten bringen wird. Forschung und Entwicklung sind ja letztlich – darin sind wir uns alle einig – genau jene Bereiche, die den Wirtschaftsstandort Österreich im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und im Interesse der Unternehmungen bestmöglich absichern. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
maßgeblich mitzuarbeiten und sie mitzutragen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger
Lieber Hubert, herzliche Gratulation! Mach so weiter! Die Konzepte, die du hast, werden in den nächsten Jahren finanziell abgesichert (ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger), sodass wir auch sicher sein können, dass in Österreich bis zum Jahre 2010 im Bereich der Infrastruktur 12 Milliarden € verbaut werden – eine Wirtschaftsleistung und eine Infrastrukturleistung, die wir in Österreich dringend brauchen!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte es einfach ausdrücken: Die Klagen der Autofahrer, dass hinter jeder Ecke eine Baustelle ist, sind der Beweis dafür, dass in Österreich endlich in die Infrastruktur investiert wird – und nicht, so wie in der Vergangenheit, von der Infrastruktur nur gesprochen und nichts investiert wird, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Wittmann: Da haben Sie Recht! Da haben Sie wirklich Recht! So kann es nicht weitergehen!
Glauben Sie mir aber auch, sehr geehrte Damen und Herren, dass es in der Zukunft im Rechtsstaat Österreich nicht so weitergehen kann (Abg. Dr. Wittmann: Da haben Sie Recht! Da haben Sie wirklich Recht! So kann es nicht weitergehen!), dass auf der einen Seite in den Außenbezirken Österreichs die alten Menschen darüber klagen, dass sie die Sicherheit nicht gewährleistet sehen, während wir auf der anderen Seite feststellen müssen, dass die Verfolgung von Straftätern immer länger dauert.
Abg. Dr. Wittmann: Lassen Sie die Gerichte bitte arbeiten!
Wir erwarten uns auch von der Richterschaft in diesem Lande, dass die Rechtsstaatlichkeit und die Rechtssicherheit in diesem Lande mit mehr Tempo erfüllt wird. Das ist eine Forderung, die für den Sicherheitsapparat in Österreich, für die Sicherheit der Menschen in Österreich und für die Rechtsstaatlichkeit in Österreich eine billige Forderung der österreichischen Bevölkerung an eine Berufsgruppe ist (Abg. Dr. Wittmann: Lassen Sie die Gerichte bitte arbeiten!) – und nicht das Gegenteil davon, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Lassen Sie die Gerichte in Ruhe! Die machen gute Arbeit!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Lassen Sie die Gerichte in Ruhe! Die machen gute Arbeit!
Wir erwarten uns auch von der Richterschaft in diesem Lande, dass die Rechtsstaatlichkeit und die Rechtssicherheit in diesem Lande mit mehr Tempo erfüllt wird. Das ist eine Forderung, die für den Sicherheitsapparat in Österreich, für die Sicherheit der Menschen in Österreich und für die Rechtsstaatlichkeit in Österreich eine billige Forderung der österreichischen Bevölkerung an eine Berufsgruppe ist (Abg. Dr. Wittmann: Lassen Sie die Gerichte bitte arbeiten!) – und nicht das Gegenteil davon, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Lassen Sie die Gerichte in Ruhe! Die machen gute Arbeit!)
Abg. Mag. Prammer: Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
sungswidrigkeit nach der anderen begehen!) – Für alle anderen ist aber in Österreich endlich ein Asylgesetz umzusetzen, das es nicht ermöglicht, dass sich Straftäter sechs oder sieben Jahre lang in Österreich im ersten, zweiten und dritten Asylverfahren befinden, sich hier in Österreich aufhalten und die Sicherheitssituation in Österreich verschlechtern. (Abg. Mag. Prammer: Was hat das eine mit dem anderen zu tun?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich erwarte mir daher auch in der Asyldebatte vom Hohen Haus eine Berücksichtigung der Interessen der Österreicherinnen und Österreicher im Hinblick auf die Sicherheit in diesem Lande, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das ist eine Forderung, die wir für die nächste Generation zu erheben haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das wäre höchste Zeit!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir werden aber auch nicht darüber hinwegkommen, den Menschen zu erklären, warum manche Maßnahmen dieser Bundesregierung erfolgt sind. (Abg. Öllinger: Das wäre höchste Zeit!)
Abg. Dr. Stummvoll nickt zustimmend.
Der Herr Bundeskanzler hat das Thema Voest angesprochen; ich möchte es auch ansprechen. Ich bin 1986 noch von Präsident Benya hier im Parlament angelobt worden. In der Zeit von 1986 bis zum Jahr 1995 hat die verstaatlichte Industrie in Österreich 126 Milliarden Schilling an Steuerzuwendungen bekommen und 56 000 Arbeitsplätze verloren. Es ist daher falsch, wenn der Eindruck erweckt wird, dass die verstaatlichte Industrie jeden Arbeitsplatz garantiert. (Abg. Dr. Stummvoll nickt zustimmend.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher glaube ich, sehr geehrte Damen und Herren, dass wir, die wir als Bundesregierung im Jahre 2000 10 Milliarden € Schulden aus dieser Zeit geerbt haben, im Interesse der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und im Interesse einer nachhaltigen Finanzpolitik auch daran interessiert sein müssen, diese 10 Milliarden € des Jahres 2000 sukzessive auf null zu stellen; denn nur dann kann die nächste Generation über ihre Steuerschillinge frei verfügen und Investitionen in die Infrastruktur, in die Forschung, in die Bildung, in den Sozialstaat und in den Gesundheitsstaat Österreichs leisten, wenn sie nicht mehr die Schulden der Vergangenheit abzuzahlen hat. – Ein wichtiger Punkt für mich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Sie haben es uns versprochen!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich darf auch darauf hinweisen, dass uns die Sozialpartner versprochen haben, bis Ende September ihre Vorstellungen vorzulegen, und ich möchte sie heute hier daran erinnern. (Abg. Öllinger: Sie haben es uns versprochen!) Wir von der Bundesregierung sind bereit, die Ziele, die wir uns gesetzt haben, umzusetzen und die von uns gemachten Versprechungen einzuhalten. Wir werden die Harmonisierung der Pensionssysteme mit jenem Nachdruck verfolgen, den wir gewohnt sind. Ich hoffe, nein, ich bin mir eigentlich sicher, dass die Sozialpartner ihre Versprechungen auch einhalten werden, uns möglichst bald einen Termin für die nächste politische Runde geben werden (ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Prammer), sodass die Arbeiten zur Harmonisierung der Pensionssysteme weiter vorangehen können.
ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Prammer
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich darf auch darauf hinweisen, dass uns die Sozialpartner versprochen haben, bis Ende September ihre Vorstellungen vorzulegen, und ich möchte sie heute hier daran erinnern. (Abg. Öllinger: Sie haben es uns versprochen!) Wir von der Bundesregierung sind bereit, die Ziele, die wir uns gesetzt haben, umzusetzen und die von uns gemachten Versprechungen einzuhalten. Wir werden die Harmonisierung der Pensionssysteme mit jenem Nachdruck verfolgen, den wir gewohnt sind. Ich hoffe, nein, ich bin mir eigentlich sicher, dass die Sozialpartner ihre Versprechungen auch einhalten werden, uns möglichst bald einen Termin für die nächste politische Runde geben werden (ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Prammer), sodass die Arbeiten zur Harmonisierung der Pensionssysteme weiter vorangehen können.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich darf Ihnen jetzt in meiner Eigenschaft als Veterinär noch mitteilen, dass wir planen, den Tierschutzgesetzentwurf, der in seinem Konzept nun fertig gestellt wird, im Dezember im österreichischen Parlament einzubringen. Damit soll das 15-jährige Anliegen eines bundeseinheitlichen Tierschutzgesetzes ab 2004 Wirklichkeit werden. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Haben Sie nicht zugehört?
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Erwartungshaltung an die beiden Erklärungen, die heute hier abgegeben wurden, war hoch. Nachdem gestern ein Ministerrat stattgefunden hat und so kurzfristig diese Erklärungen angesetzt wurden, hat man doch erwarten können, dass heute Neues, nicht unbedingt Sensationelles, aber Wegweisendes für die Zukunft Österreichs von der österreichischen Bundesregierung präsentiert wird. Wie Sie sehen können, sind die Abgeordneten hier im Parlament einigermaßen enttäuscht, denn außer einigen blassen Ankündigungen hat diese Bundesregierung keine wirklich neuen Projekte präsentiert, und das ist eigentlich schade für Österreich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Mainoni: Haben Sie nicht zugehört?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fasslabend: Sie sollten das in Wien machen! – Abg. Großruck: Sie sollten mit Herrn Häupl reden!
Dr. Fasslabend: In Wien!) Nachdem Tausende Lehrlinge auf einen Lehrplatz warten, wäre eine solche Ansage Ihrerseits angebracht gewesen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fasslabend: Sie sollten das in Wien machen! – Abg. Großruck: Sie sollten mit Herrn Häupl reden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Das müssen Sie in Wien einmal machen!
Es wäre eine Ansage dahin gehend angebracht gewesen, dass Sie die 1 000 offenen Plätze in den österreichischen Lehrwerkstätten füllen werden. Aber es wäre auch eine Ansage dahin gehend angebracht gewesen, dass Sie das erfolgreiche Modell der Vorarlberger Metallindustrie für ganz Österreich in der Frage der Lehrlingsausbildung übernehmen werden und dass Sie das Modell der Lehrlingsstiftung wieder aufleben lassen wollen. Doch all das haben wir vermisst, meine sehr verehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Das müssen Sie in Wien einmal machen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist kein gutes Zeugnis für ein modernes Land, wenn an den Hochschuleinrichtungen solche Zustände herrschen! Auf diese Fragen wären Antworten angebracht gewesen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Jetzt, eine Woche vor den Landtagswahlen in Tirol und in Oberösterreich, kann man auf einmal von der Frau Bundesministerin, die das nie wollte, hören, dass10 000 Plätze zur Verfügung gestellt werden, und der Herr Bundeskanzler fügt dem hinzu, dass er die Länder und Gemeinden dazu einlädt. Er hat aber vergessen, dazuzusagen, wozu er sie wirklich einlädt. Er lädt sie nämlich in Wahrheit dazu ein, dass sie das finanzieren sollen. Wenn es nämlich nach der Bundesregierung geht, wird es weiterhin keine Ganztagsschulplätze in Österreich geben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber es ist schon erstaunlich, dass unter der Verantwortung von Innenminister Strasser in den letzten Jahren, in welchen die Kriminalitätsrate gestiegen ist – wohlgemerkt: dafür kann er nichts –, aber die Aufklärungsquote gesunken ist. Das heißt, dass die Sicherheit in Österreich nicht mehr so effizient organisiert ist, und das hat natürlich auch einen klaren Grund. Wenn Jahr für Jahr parteipolitische Personalpolitik im Innenministerium gemacht wird, dort so genannte Reformen dazu verwendet werden, ein Ministerium zu „säubern“, dass dann am Ende die Beamten verunsichert sind und es dann weniger und nicht mehr Sicherheit gibt, das darf einen wirklich nicht verwundern, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Weniger!
Die viel strapazierte Ansage, es werde zwar in der Verwaltung gespart, aber es werde auf der Straße, bei den Bürgern mehr Polizisten und Gendarmen geben, hat auch nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Diese Ansage hören wir seit Jahren von Ihnen, die Wahrheit ist aber: Kein einziger Polizist mehr ist auf der Straße zu finden! (Abg. Mag. Wurm: Weniger!) Daher steigt die Unsicherheit in Österreich an, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die viel strapazierte Ansage, es werde zwar in der Verwaltung gespart, aber es werde auf der Straße, bei den Bürgern mehr Polizisten und Gendarmen geben, hat auch nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Diese Ansage hören wir seit Jahren von Ihnen, die Wahrheit ist aber: Kein einziger Polizist mehr ist auf der Straße zu finden! (Abg. Mag. Wurm: Weniger!) Daher steigt die Unsicherheit in Österreich an, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Großruck: Das ist falsch!
Weil Sie sich gestern Bayern als Vorbild genommen haben, Herr Bundeskanzler, möchte ich Ihnen sagen: Machen Sie das, was dort in der Sicherheitspolitik gemacht wird! Dort werden 1 400 neue Polizisten und Gendarmen eingestellt, während in Österreich weiterhin beim Personal reduziert wird. (Abg. Großruck: Das ist falsch!) Ich darf Ihnen sagen: Es wird mit weniger Polizisten und Gendarmen nicht mehr Sicherheit geben! Das ist eine absolute Illusion, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Großruck: Das ist die Unwahrheit!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Großruck: Das ist die Unwahrheit!
Weil Sie sich gestern Bayern als Vorbild genommen haben, Herr Bundeskanzler, möchte ich Ihnen sagen: Machen Sie das, was dort in der Sicherheitspolitik gemacht wird! Dort werden 1 400 neue Polizisten und Gendarmen eingestellt, während in Österreich weiterhin beim Personal reduziert wird. (Abg. Großruck: Das ist falsch!) Ich darf Ihnen sagen: Es wird mit weniger Polizisten und Gendarmen nicht mehr Sicherheit geben! Das ist eine absolute Illusion, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Großruck: Das ist die Unwahrheit!)
Abg. Großruck: Bezirkskommissariate gibt es keine!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist also die Sicherheitspolitik in Österreich nicht allein durch die externen Gefährdungen herausgefordert, sondern herausgefordert vor allem durch das, was Innenminister Strasser macht. Wenn er jetzt den Prozess des Abbaus der Sicherheit damit fortsetzt, dass auch noch in Oberösterreich, dass auch noch in allen anderen Bundesländern reihenweise die Bezirkskommissariate zugesperrt werden (Abg. Großruck: Bezirkskommissariate gibt es keine!), dann wird er nicht der Innenminister dieser Zeit sein, sondern der Unsicherheitsminister unserer Tage, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist also die Sicherheitspolitik in Österreich nicht allein durch die externen Gefährdungen herausgefordert, sondern herausgefordert vor allem durch das, was Innenminister Strasser macht. Wenn er jetzt den Prozess des Abbaus der Sicherheit damit fortsetzt, dass auch noch in Oberösterreich, dass auch noch in allen anderen Bundesländern reihenweise die Bezirkskommissariate zugesperrt werden (Abg. Großruck: Bezirkskommissariate gibt es keine!), dann wird er nicht der Innenminister dieser Zeit sein, sondern der Unsicherheitsminister unserer Tage, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fasslabend: Die vergangene, die verstaatlichte!
Wenn Sie sich Sorgen um den Ruf machen, dann frage ich erneut: Welches Problem hat die voestalpine am Beginn des Jahres 2003 gehabt? (Abg. Dr. Fasslabend: Die vergangene, die verstaatlichte!) Dazu fällt mir nur Folgendes ein: ein erfolgreiches Unternehmen, hohe Gewinne, ein gutes Management und motivierte Mitarbeiter! Aber seit Sie den Totalprivatisierungskurs bei der Voest angegangen sind, ist die Voest ins öffentliche Gerede gelangt. Die Voest hat keine Probleme gehabt, Sie haben dieser Voest erst Probleme gemacht, meine sehr verehrten Damen und Herren von den Koalitionsparteien! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn Sie sich Sorgen um den Ruf machen, dann frage ich erneut: Welches Problem hat die voestalpine am Beginn des Jahres 2003 gehabt? (Abg. Dr. Fasslabend: Die vergangene, die verstaatlichte!) Dazu fällt mir nur Folgendes ein: ein erfolgreiches Unternehmen, hohe Gewinne, ein gutes Management und motivierte Mitarbeiter! Aber seit Sie den Totalprivatisierungskurs bei der Voest angegangen sind, ist die Voest ins öffentliche Gerede gelangt. Die Voest hat keine Probleme gehabt, Sie haben dieser Voest erst Probleme gemacht, meine sehr verehrten Damen und Herren von den Koalitionsparteien! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Weil Sie in Zusammenhang mit der Privatisierung einen Vergleich mit Bayern anstellen wollen, Herr Bundeskanzler, darf ich sagen: Ein guter Vergleich! Ich kann mich noch daran erinnern, dass Sie, als wir hier im Hohen Haus Ihre erste Regierungserklärung diskutiert haben, Privatisierungsvorhaben genannt haben und ich Ihnen folgenden Vorschlag gemacht habe: Wenn schon privatisiert wird, dann sollte man nach dem bayrischen Weg vorgehen! Dort kommen nämlich alle Privatisierungserlöse in einen so genannten Zukunftsfonds hinein, und mit diesem Zukunftsfonds wird die Beteiligung und der Aufbau von neuen Firmen finanziert. Dort werden nämlich Privatisierungsgelder für Investitionen in die Zukunft verwendet und nicht, wie bei Ihnen, zum Ankauf von Abfangjägern, die wir in Österreich nicht brauchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
fährliche Drohung betrachten, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Denn zumindest in drei Bereichen war dieses Frühjahr von einem massiven Bruch der Wahlversprechen gekennzeichnet. Ich nenne nur drei Beispiele.
Abg. Dr. Stummvoll: Pensionssicherungsreform!
Erstens: Die ÖVP hat im vergangenen Herbst gesagt, bei den Pensionen müsse man nichts ändern, denn es gebe die Pensionsreform des Jahres 2000, das sei eine Jahrhundertreform! – Was ist geschehen? In diesem Sommer erfolgte die größte Pensionskürzungsreform, die es jemals gegeben hat. (Abg. Dr. Stummvoll: Pensionssicherungsreform!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Zweiter Bruch des Wahlversprechens: Sie persönlich, Herr Bundeskanzler, haben im Herbst vergangenen Jahres gesagt, es werde für den Kauf der Abfangjäger kein Euro aus dem Budget genommen, das alles werde eine Wirtschaftsplattform bezahlen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Die Wahrheit ist: Jeder Euro für die Abfangjäger kommt aus dem Budget, und noch dazu auf Pump und für Flugzeuge, die nicht einsatztauglich sind, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Zweiter Bruch des Wahlversprechens: Sie persönlich, Herr Bundeskanzler, haben im Herbst vergangenen Jahres gesagt, es werde für den Kauf der Abfangjäger kein Euro aus dem Budget genommen, das alles werde eine Wirtschaftsplattform bezahlen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Die Wahrheit ist: Jeder Euro für die Abfangjäger kommt aus dem Budget, und noch dazu auf Pump und für Flugzeuge, die nicht einsatztauglich sind, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Wurm: Die Reichen!
Der dritte Bruch der Wahlversprechen war folgender: Eine Woche vor der Wahl sind Sie mit dem Finanzminister in einer Pressekonferenz aufgetreten und haben gesagt, es werde im Jahre 2004 die größte Steuerentlastung für alle Österreicherinnen und Österreicher geben. Alle werden um 1 000 € weniger Steuern zahlen müssen. (Abg. Mag. Wurm: Die Reichen!) – Doch was ist die Realität? Die Belastungspolitik der Bundesregierung ist fortgesetzt worden, und von einer Steuersenkung kann keine Rede sein, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Der dritte Bruch der Wahlversprechen war folgender: Eine Woche vor der Wahl sind Sie mit dem Finanzminister in einer Pressekonferenz aufgetreten und haben gesagt, es werde im Jahre 2004 die größte Steuerentlastung für alle Österreicherinnen und Österreicher geben. Alle werden um 1 000 € weniger Steuern zahlen müssen. (Abg. Mag. Wurm: Die Reichen!) – Doch was ist die Realität? Die Belastungspolitik der Bundesregierung ist fortgesetzt worden, und von einer Steuersenkung kann keine Rede sein, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Trinkl: Das wünschen Sie sich!
Daher kann ich Ihnen nur eines sagen: Wenn Sie Ihre Politik des Frühjahrs, des konstanten Bruches von Wahlversprechen fortsetzen, dann wird auch die österreichische Bevölkerung kein Vertrauen in diese österreichische Bundesregierung finden können! Sie haben in Wirklichkeit den Vertrauensvorsprung, den Sie bei der letzten Wahl gehabt haben, in der Zwischenzeit zu hundert Prozent verspielt (Abg. Dr. Trinkl: Das wünschen Sie sich!) – durch den permanenten Bruch von Wahlversprechen, von Ihnen in diesem Frühjahr begangen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher kann ich Ihnen nur eines sagen: Wenn Sie Ihre Politik des Frühjahrs, des konstanten Bruches von Wahlversprechen fortsetzen, dann wird auch die österreichische Bevölkerung kein Vertrauen in diese österreichische Bundesregierung finden können! Sie haben in Wirklichkeit den Vertrauensvorsprung, den Sie bei der letzten Wahl gehabt haben, in der Zwischenzeit zu hundert Prozent verspielt (Abg. Dr. Trinkl: Das wünschen Sie sich!) – durch den permanenten Bruch von Wahlversprechen, von Ihnen in diesem Frühjahr begangen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Lebhafter lang anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Der Redner überreicht Bundesminister Mag. Haupt den erwähnten Gesetzentwurf.
gen. – Danke schön. (Lebhafter lang anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Der Redner überreicht Bundesminister Mag. Haupt den erwähnten Gesetzentwurf.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Zuhören! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vor wenigen Tagen habe ich in einer österreichischen Tageszeitung gelesen: Wir sind bereit! Nach dieser Rede weiß ich, wozu: Sie sind bereit zum Nein-Sagen, und Sie sind bereit zur Zukunftsverweigerung! Mehr habe ich aus dieser Rede von Kollegem Gusenbauer zur Bereitschaft nicht gehört, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Zuhören! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Falsche Rede!
Hingegen habe ich aus der Erklärung des Herrn Bundeskanzlers und des Herrn Vizekanzlers gehört: Jawohl, wir sind bereit für die Zukunft! Wir sind bereit für die Bewältigung der Probleme, die es in diesem Lande auch gibt, zu arbeiten! (Abg. Dr. Jarolim: Falsche Rede!) Wir sind bereit, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen! Wir sind bereit, für die Zukunft des Landes zu arbeiten! – Diese Bereitschaft der Bundesregierung findet unsere volle Unterstützung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Hingegen habe ich aus der Erklärung des Herrn Bundeskanzlers und des Herrn Vizekanzlers gehört: Jawohl, wir sind bereit für die Zukunft! Wir sind bereit für die Bewältigung der Probleme, die es in diesem Lande auch gibt, zu arbeiten! (Abg. Dr. Jarolim: Falsche Rede!) Wir sind bereit, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen! Wir sind bereit, für die Zukunft des Landes zu arbeiten! – Diese Bereitschaft der Bundesregierung findet unsere volle Unterstützung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Heute sind wir in Österreich in der Lage, zu sagen: Wir haben im Jahr 2001 und im Jahr 2002 de facto ein Nulldefizit erreicht, und wir unterscheiden uns mit dieser Budgetsituation strukturell von der großen Mehrzahl der europäischen Länder. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In Deutschland diskutiert der Bundestag, meine Damen und Herren, ein Budgetdefizit von knapp 4 Prozent, und in Frankreich wird ein Defizit von über 4 Prozent diskutiert. Wie lautet die Antwort der Sozialdemokratie? In der letzten Sondersitzung beziehungsweise in der vorletzten Sondersitzung wurde vorgeschlagen, die Schleusen zu öffnen und die Verschuldung in Österreich zu steigern. Ich habe Ihnen, Herr Kollege Gusenbauer, damals gesagt, damit werden Sie bei uns auf entschiedenen Widerstand stoßen, denn wer die Schuldenschleuse öffnet, der gefährdet die Zukunft dieses Landes, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie haben damals mit der Frage der Beschäftigungsentwicklung argumentiert, und jetzt gebe ich Ihnen darauf folgende Antwort: Die Beschäftigungsentwicklung in Deutschland sieht folgendermaßen aus: Im Jahr 2002 gab es eine Arbeitslosigkeit von 8,6 Prozent, für das Jahr 2003 wurde eine solche von 8,9 Prozent prognostiziert. Das heißt, dort steigen die Schulden und die Arbeitslosigkeit. Diese rot-grüne Politik wird von uns sicher nicht nachgemacht. Ganz im Gegenteil: Wir kämpfen für die Vollbeschäftigung und für die Sanierung der Haushalte! (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: Mehr als genug!
Die politische Antwort der SPÖ hingegen lautet: Da gehen wir dann vielleicht zum Verfassungsgerichtshof! – Übrigens: Wer sich diese Klage ansieht, wird zweifelsohne bemerken: darin keine inhaltliche Kritik, es geht ausschließlich um die Frage des Geschäftsordnungsgesetzes. Offensichtlich haben Sie nichts Inhaltliches zu kritisieren. (Rufe bei der SPÖ: Mehr als genug!)
Widerspruch bei der SPÖ.
Und die Antwort der SPÖ lautet: Wir schreiben – wieder einmal – einen Pensionistenbrief! Wir kennen das ja. Dieses Mal nicht Unterschrift Vranitzky, sondern Haider, Erich Haider, um präzise zu sein. Und Haider schreibt in diesen Brief die nackte Unwahrheit hinein. (Widerspruch bei der SPÖ.) – Distanzieren Sie sich davon! Bleiben Sie bei der Wahrheit! Hineinzuschreiben, dass es einen halben Prozentpunkt Pensionskürzung gibt, ist die nackte Unwahrheit, meine Damen und Herren! Ich erwarte, dass man auch in einer Wahlauseinandersetzung bei der Wahrheit bleibt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und die Antwort der SPÖ lautet: Wir schreiben – wieder einmal – einen Pensionistenbrief! Wir kennen das ja. Dieses Mal nicht Unterschrift Vranitzky, sondern Haider, Erich Haider, um präzise zu sein. Und Haider schreibt in diesen Brief die nackte Unwahrheit hinein. (Widerspruch bei der SPÖ.) – Distanzieren Sie sich davon! Bleiben Sie bei der Wahrheit! Hineinzuschreiben, dass es einen halben Prozentpunkt Pensionskürzung gibt, ist die nackte Unwahrheit, meine Damen und Herren! Ich erwarte, dass man auch in einer Wahlauseinandersetzung bei der Wahrheit bleibt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Aber Sie vielleicht! – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.
Sie von der SPÖ haben also keine Antworten auf die Zukunftsfrage des Generationenvertrags und dessen Sicherung. (Abg. Öllinger: Aber Sie vielleicht! – Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Unglaublich!
Zum Thema Steuerentlastung: Wir müssen Impulse setzen, damit wir den möglichen Konjunkturaufschwung auch tatsächlich offensiv nutzen. Jawohl, das Wifo bestätigt uns: Wir liegen richtig mit unseren Konjunkturpaketen I und II, und wir arbeiten bereits an einem Konjunkturpaket III. – Was aber macht die SPÖ? Die SPÖ lehnt die Steuerentlastung per 1. Jänner 2004, die hier im Haus bereits beschlossen ist, ab. (Rufe bei der ÖVP: Unglaublich!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Unglaublich! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, lehnen eine Steuerentlastung für die kleinsten Einkommensbezieher ab. Weiters lehnen Sie eine steuerliche Begünstigung nicht entnommener Gewinne ab. (Abg. Dr. Mitterlehner: Unglaublich! – Gegenrufe bei der SPÖ.) Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, lehnen weiters ab, dass, was die Umsatzsteuer betrifft, das Jahr nur zwölf und nicht 13 Monate hat. Das ist die Wahrheit! Sie lehnen Entlastungen in Wahrheit ab! Das ist Ihre Antwort. (Ruf bei der SPÖ: Märchenstunde! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Märchenstunde! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, lehnen eine Steuerentlastung für die kleinsten Einkommensbezieher ab. Weiters lehnen Sie eine steuerliche Begünstigung nicht entnommener Gewinne ab. (Abg. Dr. Mitterlehner: Unglaublich! – Gegenrufe bei der SPÖ.) Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, lehnen weiters ab, dass, was die Umsatzsteuer betrifft, das Jahr nur zwölf und nicht 13 Monate hat. Das ist die Wahrheit! Sie lehnen Entlastungen in Wahrheit ab! Das ist Ihre Antwort. (Ruf bei der SPÖ: Märchenstunde! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Gaál: Weil es einen Aufnahmestopp bei den Bundesdienststellen gibt ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Gegenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zu den Themen Arbeitsmarkt und Lehrlingszahl: Herr Kollege Gusenbauer, schauen Sie sich doch die Zahlen an! In Oberösterreich ein Minus bei der Arbeitslosenentwicklung von 9 Prozent. 9 Prozent weniger Arbeitslose. – In Wien hingegen sage und schreibe plus 9 Prozent Arbeitslose! (Abg. Gaál: Weil es einen Aufnahmestopp bei den Bundesdienststellen gibt ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Gegenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich meine daher: Kehren Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, vor Ihrer eigenen Tür, auch was die Lehrlinge betrifft! Ich kenne die Statistik in der Lehrlingsfrage und weiß, wo das Problem liegt. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das Problem heißt Wien, Frau Kollegin, und Sie wissen das! Arbeiten Sie von der SPÖ in Wien
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
professionell – und dann werden wir es in ganz Österreich statistisch und in der Sache besser haben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich meine, auch die von Ihnen geführte Voest-Debatte muss bewertet werden. Die Voest-Privatisierung ist ein Erfolgsprojekt, die Voest ist österreichisch, die Voest ist ein starkes österreichisches Unternehmen; es gibt einen starken oberösterreichischen Kern in diesem Unternehmen, die größte Mitarbeiterbeteiligung, und zwar mit über 10 Prozent, die in einem Unternehmen dieser Größenordnung überhaupt gegeben ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Übrigens: Die Mitarbeiterbeteiligung ist eine Idee der Volkspartei. Sie von der SPÖ lehnen diese Privatisierung jetzt ab. (Rufe der Abgeordneten Gaál und Dr. Wittmann: Falscher Zeitpunkt!)
Rufe der Abgeordneten Gaál und Dr. Wittmann: Falscher Zeitpunkt!
Ich meine, auch die von Ihnen geführte Voest-Debatte muss bewertet werden. Die Voest-Privatisierung ist ein Erfolgsprojekt, die Voest ist österreichisch, die Voest ist ein starkes österreichisches Unternehmen; es gibt einen starken oberösterreichischen Kern in diesem Unternehmen, die größte Mitarbeiterbeteiligung, und zwar mit über 10 Prozent, die in einem Unternehmen dieser Größenordnung überhaupt gegeben ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Übrigens: Die Mitarbeiterbeteiligung ist eine Idee der Volkspartei. Sie von der SPÖ lehnen diese Privatisierung jetzt ab. (Rufe der Abgeordneten Gaál und Dr. Wittmann: Falscher Zeitpunkt!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Genau! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte Ihnen hier schon die Frage stellen, die auch Herr Professor Felderer in einem Interview meiner Meinung nach sehr richtig aufgeworfen hat. – Sie von der SPÖ haben gesagt, es ist Ihnen der Kurs, es sind Ihnen diese 32,5 € zu niedrig. Wissen Sie, was Felderer sagt? – Dieser geringe Kursverlust nach einem Plus von 50 Prozent hätte vermieden werden können, wenn die Diskussion nicht so aggressiv, so politisch und wirtschaftsfremd geführt worden wäre. (Abg. Dr. Mitterlehner: Genau! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Vielleicht geht es Ihnen dabei aber doch um eine Ideologie, die Ihnen von der Vergangenheit her „nicht ganz fremd“ ist, wie Georg Wailand schreibt. Und ich zitiere Wailand weiter: „Wäre es so, dass Staatsbetriebe besser als privat geführte sind, dann hätten die Sowjetunion, die DDR und auch Kuba zu neuen Vorbildern in der Ökonomie werden müssen.“ (Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mein Vorbild ist das nicht, sondern mein Vorbild ist das erfolgreiche Unternehmen Voest, das nun von privaten Eigentümern in eine gute Zukunft geführt wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Die Abfangjäger werden Ihnen noch auf den Kopf fallen!
Zur Sicherheitspolitik. Meine Damen und Herren von der SPÖ, Sie sagen, die Sicherheit ist eines der wichtigsten Güter. – Ja, das unterschreibe ich. Aber dann frage ich Sie: Warum lehnen Sie eigentlich den Kauf der Abfangjäger ab, die doch ein Teil unseres Sicherheitskonzeptes sind, einer Sicherheit, auf die die Menschen Österreichs Anspruch haben. (Abg. Dr. Gusenbauer: Die Abfangjäger werden Ihnen noch auf den Kopf fallen!) Warum lehnen Sie von der SPÖ eigentlich die militärische Landesverteidigung ab? – Ich meine, die Menschen haben das Recht auf Sicherheit, selbstverständlich auch auf militärische Sicherheit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zur Sicherheitspolitik. Meine Damen und Herren von der SPÖ, Sie sagen, die Sicherheit ist eines der wichtigsten Güter. – Ja, das unterschreibe ich. Aber dann frage ich Sie: Warum lehnen Sie eigentlich den Kauf der Abfangjäger ab, die doch ein Teil unseres Sicherheitskonzeptes sind, einer Sicherheit, auf die die Menschen Österreichs Anspruch haben. (Abg. Dr. Gusenbauer: Die Abfangjäger werden Ihnen noch auf den Kopf fallen!) Warum lehnen Sie von der SPÖ eigentlich die militärische Landesverteidigung ab? – Ich meine, die Menschen haben das Recht auf Sicherheit, selbstverständlich auch auf militärische Sicherheit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Weil es schlecht ist! – Abg. Gaál: Weil es menschenverachtend ist! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zum Thema innere Sicherheit. Ich habe mir über die gestrige Diskussion, was das Asylgesetz betrifft, berichten lassen. Und ich frage Sie, Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ: Warum haben Sie verhindert, dass es noch vor dem Sommer eine Beschlussfassung eines notwendigen, eines modernen und korrekten Asylgesetzes gegeben hat? (Abg. Dr. Gusenbauer: Weil es schlecht ist! – Abg. Gaál: Weil es menschenverachtend ist! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Sie von der SPÖ haben eine Beschlussfassung des Asylgesetzes verhindert (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) und tragen damit die Verantwortung dafür, dass wir diese notwendige Maßnahme für die Sicherheit erst jetzt setzen können! Sie sind die Ursache dafür, dass manche Probleme, die über den Sommer aufgetreten sind, nicht wirklich gelöst werden konnten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dann stehen Sie aber bitte auch dazu – und gehen nicht hier mit Krokodilstränen heraus, um zu sagen, Ihnen sei die Sicherheit etwas wert! Dann verhalten Sie sich eben anders, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie von der SPÖ haben eine Beschlussfassung des Asylgesetzes verhindert (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) und tragen damit die Verantwortung dafür, dass wir diese notwendige Maßnahme für die Sicherheit erst jetzt setzen können! Sie sind die Ursache dafür, dass manche Probleme, die über den Sommer aufgetreten sind, nicht wirklich gelöst werden konnten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dann stehen Sie aber bitte auch dazu – und gehen nicht hier mit Krokodilstränen heraus, um zu sagen, Ihnen sei die Sicherheit etwas wert! Dann verhalten Sie sich eben anders, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie von der SPÖ haben eine Beschlussfassung des Asylgesetzes verhindert (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) und tragen damit die Verantwortung dafür, dass wir diese notwendige Maßnahme für die Sicherheit erst jetzt setzen können! Sie sind die Ursache dafür, dass manche Probleme, die über den Sommer aufgetreten sind, nicht wirklich gelöst werden konnten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dann stehen Sie aber bitte auch dazu – und gehen nicht hier mit Krokodilstränen heraus, um zu sagen, Ihnen sei die Sicherheit etwas wert! Dann verhalten Sie sich eben anders, Herr Kollege Gusenbauer! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Gerade jetzt, meine Damen und Herren, stehen aber wichtige Weichenstellungen an, Weichenstellungen etwa durch europäische Entwicklungen, Weichenstellungen beispielsweise durch Konjunkturmöglichkeiten, die vor uns stehen, oder auch solche im Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung. Ich meine, dass ein Parlament wie das unsere die Pflicht hat – auf Basis dieser exzellenten Erklärungen von Schüssel und Haupt (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) –, die Europa-Linie beispielsweise mit zu definieren. Ich stelle Konsens fest in diesem Haus: ja zur Erweiterung! In diesem Hause muss es jedoch genauso Konsens darüber geben, dass wir die österreichischen Interessen in Europa kompromisslos vertreten. Das ist die Aufgabe der Bundesregierung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Gerade jetzt, meine Damen und Herren, stehen aber wichtige Weichenstellungen an, Weichenstellungen etwa durch europäische Entwicklungen, Weichenstellungen beispielsweise durch Konjunkturmöglichkeiten, die vor uns stehen, oder auch solche im Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung. Ich meine, dass ein Parlament wie das unsere die Pflicht hat – auf Basis dieser exzellenten Erklärungen von Schüssel und Haupt (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) –, die Europa-Linie beispielsweise mit zu definieren. Ich stelle Konsens fest in diesem Haus: ja zur Erweiterung! In diesem Hause muss es jedoch genauso Konsens darüber geben, dass wir die österreichischen Interessen in Europa kompromisslos vertreten. Das ist die Aufgabe der Bundesregierung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wer hat das kritisiert?
Daher verstehe ich nicht, dass jemand kritisiert, dass zusätzliche Wünsche zum EU-Konvent geäußert werden. (Abg. Dr. Gusenbauer: Wer hat das kritisiert?) Ich würde es eher verstehen, wenn kritisiert würde, wir würden sozusagen alles, was dort auf dem Tisch liegt, schlucken. Ich vertrete die Meinung, dass selbstverständlich jedes Land, auch ein kleineres oder mittelgroßes, ein Recht auf einen EU-Kommissar hat.
Abg. Dr. Gusenbauer: Die scheut ja die ÖVP wie der Teufel das Weihwasser!
Es wird zum Testfall für die SPÖ werden, ob sie in der Frage der Harmonisierung – wiederum! – auf halbem Wege stehen bleibt und sie der Mut verlässt, so, wie das ja auch bei der Pensionssicherungsreform der Fall war. (Abg. Dr. Gusenbauer: Die scheut ja die ÖVP wie der Teufel das Weihwasser!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es wird zum Testfall für die SPÖ in der Bildungspolitik werden, ob Sie weiter für Zwangsmaßnahmen im Sinne von Zwangsbeglückung eintreten – oder ob Sie Vielfalt und Freiwilligkeit wachsen lassen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei den Grünen: Ich habe gar nicht gewusst, dass die SPÖ regiert!
Es wird zum Testfall für die SPÖ werden, ob sie in der Standortfrage bereit ist, wichtige Strukturänderungen wie beispielsweise die notwendige Bundesbahnreform mitzutragen, ob sie bereit ist, etwa in der Forschung und Entwicklung wichtige Strukturimpulse mitzutragen, am Konjunkturpaket – entgegen Ihrem bisherigen Verhalten – wirklich für die Zukunft unseres Landes mitzuarbeiten. (Ruf bei den Grünen: Ich habe gar nicht gewusst, dass die SPÖ regiert!) Wir laden Sie dazu jedenfalls ein, meine Damen und Herren von der SPÖ.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Unser Maßstab heißt: Was dient dem Land? Und unser Maßstab heißt weiters: Was sichert die Zukunft? – Zu solchen Lösungen sind wir bereit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Brinek: Da haben Sie nicht zugehört! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundeskanzler, Sie haben vorhin davon gesprochen, dass das Wort „Parlament“ von „parlare“ kommt, also von reden. Ja, Herr Bundeskanzler, Sie haben geredet – aber was Sie im Herbst machen wollen, haben Sie nicht gesagt. (Abg. Dr. Brinek: Da haben Sie nicht zugehört! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und das ist eigentlich etwas dürftig für die Ankündigung, sich über die Regierungsarbeit hier erklären zu wollen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundeskanzler, Sie haben vorhin davon gesprochen, dass das Wort „Parlament“ von „parlare“ kommt, also von reden. Ja, Herr Bundeskanzler, Sie haben geredet – aber was Sie im Herbst machen wollen, haben Sie nicht gesagt. (Abg. Dr. Brinek: Da haben Sie nicht zugehört! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und das ist eigentlich etwas dürftig für die Ankündigung, sich über die Regierungsarbeit hier erklären zu wollen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bleiben wir beim EU-Konvent: Warum, Herr Bundeskanzler, hat sich die österreichische Bundesregierung im Rahmen des EU-Konvents nicht dafür eingesetzt, kein Wort darüber verloren, dass die Rolle der Neutralen und Bündnisfreien im Rahmen der europäischen Verfassung mit beschrieben wird? Haben wir nicht ein Neutralitätsgesetz, meine sehr geehrten Damen und Herren, das wir auch umzusetzen haben – und nicht nur in politischen Debatten, die diese Bundesregierung mit sich immer wieder führt, sozusagen auf den Schutthaufen werfen sollen? (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Gesundheitsvorsorge ...!
Herr Bundeskanzler! Ich schätze Ihre Diskussionsbereitschaft, ja, aber Sie portionieren sie ganz gehörig. Sie haben uns von der Opposition in der Frage der Gesundheitsreform den Dialog angeboten. Ja, wir stehen dazu: Wir sind bereit, mit Ihnen über die großen und dringend zu lösenden Probleme des Gesundheitswesens zu reden. Und es gab auch eine offene Debatte in dieser kleinen Runde. Aber wenn dann Ihr Klubobmann Molterer genauso wie die Gesundheitsministerin außerhalb dieses Gipfels gleich die Beitöne dazu geben und die Opposition schon wieder auf den „Teststand“ bitten wollen mit der Bemerkung: Wie schaut es denn aus – das haben Sie so gesagt – mit etwas mehr Eigenverantwortung?, dann, Herr Klubobmann Molterer, wissen wir ja, woher der Wind weht. (Abg. Mag. Molterer: Gesundheitsvorsorge ...!)
Beifall bei den Grünen.
Daher: Mit uns von den Grünen gibt es keine Ausweitung der Selbstbehalte! Das sei Ihnen klar gesagt! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ist Gesundheitsvorsorge keine Eigenvorsorge?
(Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ist Gesundheitsvorsorge keine Eigenvorsorge?)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das sagen Sie andauernd!
Herr Klubobmann Molterer, wir sollten heute hier diskutieren über Regierungsvorhaben. Und was haben Sie gemacht? Und ich wiederhole: Das ist Arroganz! Sie haben gesagt: Wir werden „Testfälle“ herstellen für die Opposition! Dazu sitzen wir nicht hier, dass wir Ihre Testobjekte darstellen! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das sagen Sie andauernd!) Das ist nicht unsere Aufgabe! Wir wollen Probleme lösen, und wir verlangen von Ihnen von den Regierungsparteien, dass Sie sich auch dazu äußern, was die Probleme sind.
Abg. Mag. Molterer: 25 000 hat er gesagt! Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Reden wir also, wenn wir über diese Regierung reden, auch über den Katalog ihres Versagens, über diesen Katalog des Versagens, den der Bundeskanzler irgendwie breitmundig von sich gewiesen hat, indem er gesagt hat: Bei der Voest-Privatisierung alles in Butter, alles super gelaufen, nur 40 000 österreichische Aktionäre ... (Abg. Mag. Molterer: 25 000 hat er gesagt! Bleiben Sie bei der Wahrheit!) – Danke, nur 25 000 österreichische Aktionäre. Noch schlimmer! (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Wieso? Eine Verdoppelung, bitte!)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Wieso? Eine Verdoppelung, bitte!
Reden wir also, wenn wir über diese Regierung reden, auch über den Katalog ihres Versagens, über diesen Katalog des Versagens, den der Bundeskanzler irgendwie breitmundig von sich gewiesen hat, indem er gesagt hat: Bei der Voest-Privatisierung alles in Butter, alles super gelaufen, nur 40 000 österreichische Aktionäre ... (Abg. Mag. Molterer: 25 000 hat er gesagt! Bleiben Sie bei der Wahrheit!) – Danke, nur 25 000 österreichische Aktionäre. Noch schlimmer! (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Wieso? Eine Verdoppelung, bitte!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Bis vor wenigen Tagen gab es 8 Millionen ÖsterreicherInnen, die im Besitz von knapp 35 Prozent der Voest-Aktien waren. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie aber haben es geschafft, aus 8 Millionen Aktienbesitzern – natürlich treuhänderisch die Republik beziehungsweise die ÖIAG –, die Erträge aus diesem Besitz für das Gemeinwohl lukriert haben, 25 000 zu machen! Das nennen Sie einen „Erfolg“?! Das soll ein Erfolg sein?! (Staatssekretär Mag. Kukacka: Das ist ja wie in der DDR!)
Staatssekretär Mag. Kukacka: Das ist ja wie in der DDR!
Herr Bundeskanzler! Bis vor wenigen Tagen gab es 8 Millionen ÖsterreicherInnen, die im Besitz von knapp 35 Prozent der Voest-Aktien waren. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie aber haben es geschafft, aus 8 Millionen Aktienbesitzern – natürlich treuhänderisch die Republik beziehungsweise die ÖIAG –, die Erträge aus diesem Besitz für das Gemeinwohl lukriert haben, 25 000 zu machen! Das nennen Sie einen „Erfolg“?! Das soll ein Erfolg sein?! (Staatssekretär Mag. Kukacka: Das ist ja wie in der DDR!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was haben Sie sich gedacht: holla?
Herr Bundeskanzler! Ich glaube mich daran erinnern zu können, dass Sie es waren, der vor zwei oder drei Wochen – ausgerechnet Sie, Herr Bundeskanzler, das ist schon merkwürdig – gesagt hat, 32 € für eine Voest-Aktie wäre eigentlich ein fairer und anständiger Preis. Da habe ich mir gedacht: Holla (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was haben Sie sich gedacht: holla?), ausgerechnet der Bundeskanzler, der mit seinem „Zwilling“, dem Finanzminister, immer davon gesprochen hat, die Politik muss die Hände davon weggeben, darf sich nicht in solche Vorgänge einmischen, ausgerechnet also der Bundeskanzler macht eine Vorgabe an die Adresse ÖIAG, natürlich so ins Blaue hinein, 32 € hiefür wären eigentlich sehr schön. Wissen Sie, dass das einer der massivsten Eingriffe von Seiten der Politik in den Privatisierungsvorgang war!? – Und das ausgerechnet von Ihrer Seite, der Sie immer sagen: Hände weg von einem Wirtschaftsunternehmen! Hier in der Debatte haben Sie jedoch die Opposition dafür verantwortlich gemacht. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Herr Bundeskanzler! Ich glaube mich daran erinnern zu können, dass Sie es waren, der vor zwei oder drei Wochen – ausgerechnet Sie, Herr Bundeskanzler, das ist schon merkwürdig – gesagt hat, 32 € für eine Voest-Aktie wäre eigentlich ein fairer und anständiger Preis. Da habe ich mir gedacht: Holla (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was haben Sie sich gedacht: holla?), ausgerechnet der Bundeskanzler, der mit seinem „Zwilling“, dem Finanzminister, immer davon gesprochen hat, die Politik muss die Hände davon weggeben, darf sich nicht in solche Vorgänge einmischen, ausgerechnet also der Bundeskanzler macht eine Vorgabe an die Adresse ÖIAG, natürlich so ins Blaue hinein, 32 € hiefür wären eigentlich sehr schön. Wissen Sie, dass das einer der massivsten Eingriffe von Seiten der Politik in den Privatisierungsvorgang war!? – Und das ausgerechnet von Ihrer Seite, der Sie immer sagen: Hände weg von einem Wirtschaftsunternehmen! Hier in der Debatte haben Sie jedoch die Opposition dafür verantwortlich gemacht. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie sich wieder „holla“ gedacht ...?
Ich hätte mir auch etwas erwartet – vielleicht kommt das dann noch von Herrn Scheibner; der erwartet sich sicherlich auch Ansagen von der Bundesregierung, die jedoch nicht gekommen sind – in Sachen Steuerreform. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie sich wieder „holla“ gedacht ...?) Frau Abgeordnete Partik-Pablé, wo ist denn der „Muskel“ der Freiheitlichen Partei in der Frage der Steuerreform? Wo sind Sie denn? (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Wo ist denn der Vizekanzler, der
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich hätte mir auch etwas erwartet – vielleicht kommt das dann noch von Herrn Scheibner; der erwartet sich sicherlich auch Ansagen von der Bundesregierung, die jedoch nicht gekommen sind – in Sachen Steuerreform. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie sich wieder „holla“ gedacht ...?) Frau Abgeordnete Partik-Pablé, wo ist denn der „Muskel“ der Freiheitlichen Partei in der Frage der Steuerreform? Wo sind Sie denn? (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Wo ist denn der Vizekanzler, der
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja sexistisch, wie Sie reden ...!
schon seit Monaten einen Anlauf nach dem anderen nimmt – und immer wieder hinfällt in der Frage der Steuerreform?! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja sexistisch, wie Sie reden ...!)
Abg. Großruck: Wir machen ja etwas, sonst hätten wir viel mehr Arbeitslose! Siehe Deutschland!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sind gefordert, aber nicht nur, sich hier hinzustellen und mit dem Ausdruck des Bedauerns zu sagen: Ja, wir wissen, jeder Arbeitslose ist einer zu viel. Machen Sie etwas! (Abg. Großruck: Wir machen ja etwas, sonst hätten wir viel mehr Arbeitslose! Siehe Deutschland!)
Beifall bei den Grünen.
Wo sind die Programme der Bundesregierung gegen Jugendarbeitslosigkeit? Wo sind die Programme, in denen nicht nur vollmundig gesagt wird, dass kein Jugendlicher ohne Beschäftigung, ohne Ausbildung bleiben werde, sondern die den Jugendlichen auch nach der Ausbildung leichter eine Beschäftigungsmöglichkeit bieten, und zwar durch den Einstieg in arbeitsmarktpolitische Programme und Hilfen, die über das hinausgehen, was Sie derzeit anzubieten haben? – Nichts haben wir gehört. Doch da wären, meine sehr geehrten Damen und Herren, die Antworten dringend notwendig. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das dürfen Sie jetzt nicht sagen! Das haben Sie vorhin kritisiert, dass wir das so machen mit Nagelprobe und so!
Ich nehme nur einen Punkt heraus: Kinderbetreuung. – Ja, 10 000 Plätze wird es mehr geben, hat die Frau Bundesministerin gesagt. Gut! Sie werden heute noch die Möglichkeit haben, über diese 10 000 Kinderbetreuungsplätze abzustimmen. Wir werden sie einfordern. (Abg. Scheibner: Das dürfen Sie jetzt nicht sagen! Das haben Sie vorhin kritisiert, dass wir das so machen mit Nagelprobe und so!) Aber interessant ist doch auch die Begleitmusik, die es dazu spielt (Abg. Scheibner: Testfälle haben wir keine!): Nicht nur die des Herrn Innenminister Strasser, der da von Vandalismus auf den Straßen spricht, wenn die Ganztagsbetreuung ausgebaut wird, sondern interessanterweise auch von einem Landeshauptmann Herwig van Staa, der angesichts der Forderung nach einem Ausbau der Nachmittagsbetreuung gleich dazu übergeht, die Frauen, die das einfordern, aufs Wüsteste zu beschimpfen. (Abg. Mag. Wurm: Das kennen wir ja!)
Abg. Scheibner: Testfälle haben wir keine!
Ich nehme nur einen Punkt heraus: Kinderbetreuung. – Ja, 10 000 Plätze wird es mehr geben, hat die Frau Bundesministerin gesagt. Gut! Sie werden heute noch die Möglichkeit haben, über diese 10 000 Kinderbetreuungsplätze abzustimmen. Wir werden sie einfordern. (Abg. Scheibner: Das dürfen Sie jetzt nicht sagen! Das haben Sie vorhin kritisiert, dass wir das so machen mit Nagelprobe und so!) Aber interessant ist doch auch die Begleitmusik, die es dazu spielt (Abg. Scheibner: Testfälle haben wir keine!): Nicht nur die des Herrn Innenminister Strasser, der da von Vandalismus auf den Straßen spricht, wenn die Ganztagsbetreuung ausgebaut wird, sondern interessanterweise auch von einem Landeshauptmann Herwig van Staa, der angesichts der Forderung nach einem Ausbau der Nachmittagsbetreuung gleich dazu übergeht, die Frauen, die das einfordern, aufs Wüsteste zu beschimpfen. (Abg. Mag. Wurm: Das kennen wir ja!)
Abg. Mag. Wurm: Das kennen wir ja!
Ich nehme nur einen Punkt heraus: Kinderbetreuung. – Ja, 10 000 Plätze wird es mehr geben, hat die Frau Bundesministerin gesagt. Gut! Sie werden heute noch die Möglichkeit haben, über diese 10 000 Kinderbetreuungsplätze abzustimmen. Wir werden sie einfordern. (Abg. Scheibner: Das dürfen Sie jetzt nicht sagen! Das haben Sie vorhin kritisiert, dass wir das so machen mit Nagelprobe und so!) Aber interessant ist doch auch die Begleitmusik, die es dazu spielt (Abg. Scheibner: Testfälle haben wir keine!): Nicht nur die des Herrn Innenminister Strasser, der da von Vandalismus auf den Straßen spricht, wenn die Ganztagsbetreuung ausgebaut wird, sondern interessanterweise auch von einem Landeshauptmann Herwig van Staa, der angesichts der Forderung nach einem Ausbau der Nachmittagsbetreuung gleich dazu übergeht, die Frauen, die das einfordern, aufs Wüsteste zu beschimpfen. (Abg. Mag. Wurm: Das kennen wir ja!)
Abg. Mag. Wurm: Bravo! Was sagt die ÖVP-Fraktion dazu? Was sagen die Frauen der ÖVP dazu?
jeden Tag einen anderen Papa zumuten.“ (Abg. Mag. Wurm: Bravo! Was sagt die ÖVP-Fraktion dazu? Was sagen die Frauen der ÖVP dazu?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Holler!
Na, danke schön! Wenn das die Begleitmusik ist, die Mitglieder dieser Koalitionsparteien angesichts der berechtigte Sorge und des berechtigten Begehrens nach dem Ausbau von Kinderbetreuung anzubieten haben, dass nämlich die Mütter beschimpft werden, dass die Jugendlichen beschimpft werden, dann sage ich, das ist offensichtlich (Abg. Dr. Partik-Pablé: Holler!) eine Politik, wie sie nur der ÖVP eigen ist in dieser Bundesregierung. (Abg. Mag. Wurm: Was sagen die ÖVP-Frauen zu so einer Aussage? Sie schweigen!) Das hat jedoch nichts damit zu tun, dass Sie das Anliegen dieser Frauen und auch der Jugendlichen ernst nehmen.
Abg. Mag. Wurm: Was sagen die ÖVP-Frauen zu so einer Aussage? Sie schweigen!
Na, danke schön! Wenn das die Begleitmusik ist, die Mitglieder dieser Koalitionsparteien angesichts der berechtigte Sorge und des berechtigten Begehrens nach dem Ausbau von Kinderbetreuung anzubieten haben, dass nämlich die Mütter beschimpft werden, dass die Jugendlichen beschimpft werden, dann sage ich, das ist offensichtlich (Abg. Dr. Partik-Pablé: Holler!) eine Politik, wie sie nur der ÖVP eigen ist in dieser Bundesregierung. (Abg. Mag. Wurm: Was sagen die ÖVP-Frauen zu so einer Aussage? Sie schweigen!) Das hat jedoch nichts damit zu tun, dass Sie das Anliegen dieser Frauen und auch der Jugendlichen ernst nehmen.
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich hätte mir auch gewünscht, dass der Herr Staatssekretär oder auch der Herr Bundesminister eine politische Debatte zum Bereich Verkehr nicht nur mit Aussagen über den Abbau von 10 000 oder 12 000 ÖBB-Bediensteten führt, sondern ich hätte mir gewünscht, dass wir eine Debatte über den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, und zwar in dem Sinn führen, dass die Bundesregierung mit dem ÖBB-Vorstand aushandelt, wie viele Millionen Tonnage auf die Schiene kommen, wie viele Millionen Personenkilometer auf die Schiene kommen. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das wäre eine Ansage und ein Programm gewesen, das einer Bundesregierung, die sich auf die Schulter klopft und nichts außer Gratulation für sich und gegenseitig hat, würdig gewesen wäre! Aber dazu sind Sie nicht in der Lage. Schönreden allein nützt nichts! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Zu einem späteren Zeitpunkt!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Herr Kollege Öllinger, Ihre Fraktion hat sich ja sehr vehement gegen diese Debatte heute hier ausgesprochen. (Abg. Öllinger: Zu einem späteren Zeitpunkt!) – Ja, in der Nacht, da niemand zuhört und niemand sieht, dass Sie in Wirklichkeit überhaupt keine Konzepte für die Zukunft dieses Landes haben und nicht einmal zuhören können, Herr Kollege Öllinger. Wenn Sie nämlich sagen, es ist von der Bundesregierung nichts gekommen, dann haben Sie entweder ein selektives Wahrnehmungsvermögen (Abg. Dr. Jarolim: Na, geh!) oder Sie waren nicht aufmerksam, denn es sind in den wichtigen Kernbereichen – vor allem der Zukunft des Landes und seiner Bevölkerung – die Konzepte präsentiert worden. (Abg. Öllinger: Wo denn? – Abg. Dr. Jarolim: Das kann man ja nicht als Konzepte bezeichnen!) An Ihnen und an uns liegt es jetzt, darüber zu diskutieren und zu schauen, dass sie so rasch wie möglich umgesetzt werden. Und wir klopfen uns nicht auf die Schulter, Herr Kollege Öllinger, sondern wir krempeln die Ärmel auf und packen es an. Das würde auch Ihnen gut an-
Abg. Dr. Jarolim: Na, geh!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Herr Kollege Öllinger, Ihre Fraktion hat sich ja sehr vehement gegen diese Debatte heute hier ausgesprochen. (Abg. Öllinger: Zu einem späteren Zeitpunkt!) – Ja, in der Nacht, da niemand zuhört und niemand sieht, dass Sie in Wirklichkeit überhaupt keine Konzepte für die Zukunft dieses Landes haben und nicht einmal zuhören können, Herr Kollege Öllinger. Wenn Sie nämlich sagen, es ist von der Bundesregierung nichts gekommen, dann haben Sie entweder ein selektives Wahrnehmungsvermögen (Abg. Dr. Jarolim: Na, geh!) oder Sie waren nicht aufmerksam, denn es sind in den wichtigen Kernbereichen – vor allem der Zukunft des Landes und seiner Bevölkerung – die Konzepte präsentiert worden. (Abg. Öllinger: Wo denn? – Abg. Dr. Jarolim: Das kann man ja nicht als Konzepte bezeichnen!) An Ihnen und an uns liegt es jetzt, darüber zu diskutieren und zu schauen, dass sie so rasch wie möglich umgesetzt werden. Und wir klopfen uns nicht auf die Schulter, Herr Kollege Öllinger, sondern wir krempeln die Ärmel auf und packen es an. Das würde auch Ihnen gut an-
Abg. Öllinger: Wo denn? – Abg. Dr. Jarolim: Das kann man ja nicht als Konzepte bezeichnen!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Herr Kollege Öllinger, Ihre Fraktion hat sich ja sehr vehement gegen diese Debatte heute hier ausgesprochen. (Abg. Öllinger: Zu einem späteren Zeitpunkt!) – Ja, in der Nacht, da niemand zuhört und niemand sieht, dass Sie in Wirklichkeit überhaupt keine Konzepte für die Zukunft dieses Landes haben und nicht einmal zuhören können, Herr Kollege Öllinger. Wenn Sie nämlich sagen, es ist von der Bundesregierung nichts gekommen, dann haben Sie entweder ein selektives Wahrnehmungsvermögen (Abg. Dr. Jarolim: Na, geh!) oder Sie waren nicht aufmerksam, denn es sind in den wichtigen Kernbereichen – vor allem der Zukunft des Landes und seiner Bevölkerung – die Konzepte präsentiert worden. (Abg. Öllinger: Wo denn? – Abg. Dr. Jarolim: Das kann man ja nicht als Konzepte bezeichnen!) An Ihnen und an uns liegt es jetzt, darüber zu diskutieren und zu schauen, dass sie so rasch wie möglich umgesetzt werden. Und wir klopfen uns nicht auf die Schulter, Herr Kollege Öllinger, sondern wir krempeln die Ärmel auf und packen es an. Das würde auch Ihnen gut an-
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Sie fallen wieder um!
stehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Sie fallen wieder um!)
Abg. Dr. Jarolim: Kann!
Meine Damen und Herren! Es ist notwendig, die Weichenstellungen jetzt zu treffen, vor allem in einer Zeit, da wir wissen, dass wir durch die Konjunktur im Bereich des Arbeitsmarktes, im Bereich der Wirtschaft schwierige Zeiten haben, da wir aber hoffen – und alle Expertenaussagen und Prognosen zeigen in diese Richtung –, dass ab dem nächsten Jahr ein Konjunkturaufschwung erzielt werden kann. (Abg. Dr. Jarolim: Kann!) – Kann, natürlich, Herr Kollege, kann. Es wäre jetzt unsere und auch Ihre Aufgabe – Sie sind ja als Anwalt auch in der Wirtschaft tätig –, dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft diesen Konjunkturaufschwung wirklich erleben kann (Abg. Dr. Jarolim: Das geht halt leider nicht mit Ihren Konzepten!), dass wir die Kaufkraft der Bevölkerung steigern (Abg. Mag. Wurm: Steuerreform!), um so diese Hoffnung auch Realität werden zu lassen, meine Damen und Herren. Wir stehen dazu, dass wir das jetzt machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Das geht halt leider nicht mit Ihren Konzepten!
Meine Damen und Herren! Es ist notwendig, die Weichenstellungen jetzt zu treffen, vor allem in einer Zeit, da wir wissen, dass wir durch die Konjunktur im Bereich des Arbeitsmarktes, im Bereich der Wirtschaft schwierige Zeiten haben, da wir aber hoffen – und alle Expertenaussagen und Prognosen zeigen in diese Richtung –, dass ab dem nächsten Jahr ein Konjunkturaufschwung erzielt werden kann. (Abg. Dr. Jarolim: Kann!) – Kann, natürlich, Herr Kollege, kann. Es wäre jetzt unsere und auch Ihre Aufgabe – Sie sind ja als Anwalt auch in der Wirtschaft tätig –, dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft diesen Konjunkturaufschwung wirklich erleben kann (Abg. Dr. Jarolim: Das geht halt leider nicht mit Ihren Konzepten!), dass wir die Kaufkraft der Bevölkerung steigern (Abg. Mag. Wurm: Steuerreform!), um so diese Hoffnung auch Realität werden zu lassen, meine Damen und Herren. Wir stehen dazu, dass wir das jetzt machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Steuerreform!
Meine Damen und Herren! Es ist notwendig, die Weichenstellungen jetzt zu treffen, vor allem in einer Zeit, da wir wissen, dass wir durch die Konjunktur im Bereich des Arbeitsmarktes, im Bereich der Wirtschaft schwierige Zeiten haben, da wir aber hoffen – und alle Expertenaussagen und Prognosen zeigen in diese Richtung –, dass ab dem nächsten Jahr ein Konjunkturaufschwung erzielt werden kann. (Abg. Dr. Jarolim: Kann!) – Kann, natürlich, Herr Kollege, kann. Es wäre jetzt unsere und auch Ihre Aufgabe – Sie sind ja als Anwalt auch in der Wirtschaft tätig –, dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft diesen Konjunkturaufschwung wirklich erleben kann (Abg. Dr. Jarolim: Das geht halt leider nicht mit Ihren Konzepten!), dass wir die Kaufkraft der Bevölkerung steigern (Abg. Mag. Wurm: Steuerreform!), um so diese Hoffnung auch Realität werden zu lassen, meine Damen und Herren. Wir stehen dazu, dass wir das jetzt machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es ist notwendig, die Weichenstellungen jetzt zu treffen, vor allem in einer Zeit, da wir wissen, dass wir durch die Konjunktur im Bereich des Arbeitsmarktes, im Bereich der Wirtschaft schwierige Zeiten haben, da wir aber hoffen – und alle Expertenaussagen und Prognosen zeigen in diese Richtung –, dass ab dem nächsten Jahr ein Konjunkturaufschwung erzielt werden kann. (Abg. Dr. Jarolim: Kann!) – Kann, natürlich, Herr Kollege, kann. Es wäre jetzt unsere und auch Ihre Aufgabe – Sie sind ja als Anwalt auch in der Wirtschaft tätig –, dafür zu sorgen, dass die Wirtschaft diesen Konjunkturaufschwung wirklich erleben kann (Abg. Dr. Jarolim: Das geht halt leider nicht mit Ihren Konzepten!), dass wir die Kaufkraft der Bevölkerung steigern (Abg. Mag. Wurm: Steuerreform!), um so diese Hoffnung auch Realität werden zu lassen, meine Damen und Herren. Wir stehen dazu, dass wir das jetzt machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir sind darüber hinaus in der Koalition übereingekommen, dass wir 2005 mit einer umfassenden Tarifreform die größte steuerliche Entlastung der letzten Jahrzehnte für die Bürger umsetzen werden. Das ist beschlossen, und das wird auch umgesetzt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Wie winden Sie sich da wieder heraus?
Jetzt geht es darum, als Parlamentarier mit der Bundesregierung in einen Diskurs einzutreten. Aber, meine Damen und Herren, weil wir sehen, dass die Konjunktur anspringen könnte, wird es für uns auch notwendig sein, flexibel zu sein (Abg. Öllinger: Wie winden Sie sich da wieder heraus?) und uns genau anzusehen, welche der Maßnahmen, die wir erst mit 2005 einsetzen wollten, wir vorziehen können, sodass wir zu diesem schon beschlossenen Steuersenkungspaket 2004 noch zusätzliche kaufkraftfördernde Maßnahmen einsetzen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Jetzt geht es darum, als Parlamentarier mit der Bundesregierung in einen Diskurs einzutreten. Aber, meine Damen und Herren, weil wir sehen, dass die Konjunktur anspringen könnte, wird es für uns auch notwendig sein, flexibel zu sein (Abg. Öllinger: Wie winden Sie sich da wieder heraus?) und uns genau anzusehen, welche der Maßnahmen, die wir erst mit 2005 einsetzen wollten, wir vorziehen können, sodass wir zu diesem schon beschlossenen Steuersenkungspaket 2004 noch zusätzliche kaufkraftfördernde Maßnahmen einsetzen können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Da kommen Sie irgendwie heraus! Sie suchen sicher wieder einen Ausweg!
Das wird die Diskussion der nächsten Wochen sein müssen. Wir müssen zeigen, dass wir hier flexibel sind und im Interesse der Steuerzahler, im Interesse der Wirtschaft konjunkturbelebende Maßnahmen setzen werden. (Abg. Öllinger: Da kommen Sie irgendwie heraus! Sie suchen sicher wieder einen Ausweg!) – Sie schütteln den Kopf, Sie sind auch da wieder dagegen. Wunderbar! Hier reden, ankündigen, aber wenn es dann darum geht, wirklich etwas für die Bevölkerung zu tun, dann wissen wir nichts mehr davon.
Abg. Dr. Gusenbauer: Da war es sicher sehr schön!
Meine Damen und Herren! Wir haben unsere Klausurtagung als Parlamentarier in Gosau genützt, um konkrete ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Da war es sicher sehr schön!) – Das war wunderbar. Es war wunderbar, in dieser schönen Heimat Österreich
Abg. Dr. Bleckmann: Er war in Italien!
herauszugehen aus dem Parlament, Herr Kollege Gusenbauer. Das würde Ihnen auch ganz gut anstehen, dort die Kraft zu schöpfen und die Inhalte für die künftige Arbeit zu erarbeiten. (Abg. Dr. Bleckmann: Er war in Italien!) Wir haben diese Maßnahmen auch ganz konkret ausgearbeitet, soweit möglich. (Abg. Öllinger: Da ist wenig übrig geblieben! Die Kraft ist schon verbraucht!) Und wir werden das auch umsetzen, meine Damen und Herren, gemeinsam mit dem Koalitionspartner! Da können Sie sicher sein.
Abg. Öllinger: Da ist wenig übrig geblieben! Die Kraft ist schon verbraucht!
herauszugehen aus dem Parlament, Herr Kollege Gusenbauer. Das würde Ihnen auch ganz gut anstehen, dort die Kraft zu schöpfen und die Inhalte für die künftige Arbeit zu erarbeiten. (Abg. Dr. Bleckmann: Er war in Italien!) Wir haben diese Maßnahmen auch ganz konkret ausgearbeitet, soweit möglich. (Abg. Öllinger: Da ist wenig übrig geblieben! Die Kraft ist schon verbraucht!) Und wir werden das auch umsetzen, meine Damen und Herren, gemeinsam mit dem Koalitionspartner! Da können Sie sicher sein.
Abg. Mag. Wurm: Aber nicht so, wie Sie das jetzt machen!
Meine Damen und Herren! Auch wenn es darum geht – Sie haben das eingemahnt –, Pensions- und Krankenvorsorge zu sichern, kündigen Sie zwar hier an, dass das notwendig ist (Abg. Mag. Wurm: Aber nicht so, wie Sie das jetzt machen!), aber in der Praxis sind Sie immer dagegen, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten und von den Grünen. Sie agieren dann mit der Angst der Bevölkerung, mit der berechtigten Angst (Abg. Mag. Wurm: Jawohl, berechtigt!), dass in Zukunft, in 20, 30 Jahren, die Pensionen vielleicht nicht mehr gesichert sein könnten, das Gesundheitssystem vielleicht nicht mehr finanziert werden kann. (Abg. Dr. Jarolim: Ja, diese Angst ist berechtigt!)
Abg. Mag. Wurm: Jawohl, berechtigt!
Meine Damen und Herren! Auch wenn es darum geht – Sie haben das eingemahnt –, Pensions- und Krankenvorsorge zu sichern, kündigen Sie zwar hier an, dass das notwendig ist (Abg. Mag. Wurm: Aber nicht so, wie Sie das jetzt machen!), aber in der Praxis sind Sie immer dagegen, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten und von den Grünen. Sie agieren dann mit der Angst der Bevölkerung, mit der berechtigten Angst (Abg. Mag. Wurm: Jawohl, berechtigt!), dass in Zukunft, in 20, 30 Jahren, die Pensionen vielleicht nicht mehr gesichert sein könnten, das Gesundheitssystem vielleicht nicht mehr finanziert werden kann. (Abg. Dr. Jarolim: Ja, diese Angst ist berechtigt!)
Abg. Dr. Jarolim: Ja, diese Angst ist berechtigt!
Meine Damen und Herren! Auch wenn es darum geht – Sie haben das eingemahnt –, Pensions- und Krankenvorsorge zu sichern, kündigen Sie zwar hier an, dass das notwendig ist (Abg. Mag. Wurm: Aber nicht so, wie Sie das jetzt machen!), aber in der Praxis sind Sie immer dagegen, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten und von den Grünen. Sie agieren dann mit der Angst der Bevölkerung, mit der berechtigten Angst (Abg. Mag. Wurm: Jawohl, berechtigt!), dass in Zukunft, in 20, 30 Jahren, die Pensionen vielleicht nicht mehr gesichert sein könnten, das Gesundheitssystem vielleicht nicht mehr finanziert werden kann. (Abg. Dr. Jarolim: Ja, diese Angst ist berechtigt!)
Abg. Dr. Jarolim: Selbst Staatssekretär Finz lächelt über das, was Sie da sagen! Das ist ja ein Wahnsinn!
Und wenn Sie vor Selbstbehalten warnen, meine Damen und Herren, dann frage ich mich: Was ist unsozial an dem Modell, das wir Freiheitliche für die Sanierung des Gesundheitswesens vorschlagen? Wir schlagen vor, dasselbe System einzuführen, das seit vielen Jahren und Jahrzehnten bei den ÖBB offensichtlich – da werden Sie mir wohl Recht geben – sinnvoll funktioniert. Was ist unsozial an einem System, das Sie selbst den Österreichischen Bundesbahnen und deren Versicherten im Krankenbereich gegeben haben? (Abg. Dr. Jarolim: Selbst Staatssekretär Finz lächelt über das, was Sie da sagen! Das ist ja ein Wahnsinn!) Wenn das unsozial ist, dann müssen Sie sich selbst an der Nase nehmen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir glauben, dass das ein taugliches System für alle Österreicher im Krankenversicherungsbereich ist. Das wird unser Modell für die Zukunft sein! Hören Sie auf mit Ihren Angstparolen, und sorgen Sie dafür, dass wir das auch rasch beschließen können! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Das ist die Handschrift und die neue Art zu regieren, die Sie nicht zur Kenntnis nehmen können. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Frau Kollegin Silhavy, wie Sie Ihr soziales
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Das ist Ihre Sozialpolitik, meine Damen und Herren! Aber Sie werden von uns nicht erleben, dass wir da irgendeine Zustimmung geben oder dass wir uns von Ihnen irgendwelche Ratschläge geben lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn dann Ihr Landeshauptmann-Stellvertreter Haider in Oberösterreich einen Pensionistenbrief schickt, in dem er schreibt, dass die Pensionen gekürzt werden, dass die Kinder und Enkelkinder um ihre Pension zittern müssen, dass Selbstbehalte beim Arzt und im Spital ab dem übernächsten Jahr Krankheit unfinanzierbar machen, dann ist das Angstmache auf dem Rücken der Pensionisten, meine Damen und Herren, und unverantwortlich! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir machen keine Angst, sondern wir machen Reformen zum Wohle dieser Bevölkerung. Das sollten Sie endlich einmal zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zum Thema Voest, meine Damen und Herren! Übrigens, Herr Kollege Gusenbauer, wenn Sie die „Kronen Zeitung“ für Ihre Argumentation hernehmen, wonach bei der Voest-Privatisierung etwas falsch gelaufen sei, dann gibt es auch diese Schlagzeile (der Redner hält eine Zeitung in die Höhe), dass die Voest österreichisch bleibt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Man sieht also, Schlagzeilen in Zeitungen sind manchmal so wie Politikerreden, zumindest jene der Opposition: Sie sind rasch wandelbar, Herr Abgeordneter! (Anhaltende Zwischenrufe.)
Anhaltende Zwischenrufe.
Zum Thema Voest, meine Damen und Herren! Übrigens, Herr Kollege Gusenbauer, wenn Sie die „Kronen Zeitung“ für Ihre Argumentation hernehmen, wonach bei der Voest-Privatisierung etwas falsch gelaufen sei, dann gibt es auch diese Schlagzeile (der Redner hält eine Zeitung in die Höhe), dass die Voest österreichisch bleibt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Man sieht also, Schlagzeilen in Zeitungen sind manchmal so wie Politikerreden, zumindest jene der Opposition: Sie sind rasch wandelbar, Herr Abgeordneter! (Anhaltende Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Falsch! Sie haben das zum Wahlkampfthema gemacht! Das ist das Problem!
Abgeordneter Herbert Scheibner (fortsetzend): Die Realität zeigt sich in etwa in der Entwicklung der Aktienkurse. Der Kurs der Voest-Aktie ist, als über die Privatisierung konstruktiv gesprochen wurde, stark angestiegen. Er war dann auf einem sehr hohen Niveau, nämlich auf über 36 €. Aber Anfang September, als Sie in Oberösterreich „zufälligerweise“ dieses Paradeunternehmen und die Zukunftsängste der Voest-Arbeiter zu Ihrem Wahlkampfthema gemacht haben – bis hin zu Streikdrohungen –, ist der Kurs rapid gefallen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Falsch! Sie haben das zum Wahlkampfthema gemacht! Das ist das Problem!) Das ist in Wirklichkeit die Verantwortung, die Sie für den Kurs der Voest-Aktie zu tragen haben. Unterstellen Sie das nicht der Bundesregierung!
Abg. Dr. Jarolim: Das müssen Sie aber dem Herrn Bundeskanzler sagen! Sagen Sie das dem Kanzler!
Deshalb sage ich: Die Voest-Privatisierung ist in Ordnung, gut und richtig. Der Zeitpunkt war der falsche, und zwar deshalb, weil man wissen hätte müssen, dass es in einem Wahlkampf Parteien gibt (Abg. Dr. Jarolim: Das müssen Sie aber dem Herrn Bundeskanzler sagen! Sagen Sie das dem Kanzler!), die nicht an den Staat denken,
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ja unglaublich! Sagen Sie das dem Bundeskanzler! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
die nicht an die Arbeiter denken, die nicht an den Betrieb denken, sondern an ihren Wahlkampf und deshalb polemisieren, weshalb es einen Schaden für dieses Unternehmen geben könnte. Deshalb war der Zeitpunkt wahrscheinlich der falsche, aber auch das ist Ihre Verantwortung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Das ist ja unglaublich! Sagen Sie das dem Bundeskanzler! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Ja, aber was hat Strasser vorgelegt? Der Entwurf ist schlecht!
Meine Damen und Herren! Zum Punkt Sicherheit, einem ganz wichtigen Thema. Das ist nicht ein Thema der Vergangenheit, sondern das ist ein Thema der Gegenwart und der Zukunft. Es gibt steigende Kriminalitätszahlen und noch immer einen großen Asylmissbrauch, meine Damen und Herren. Wir sind dafür, dass den wirklich politisch Verfolgten Unterstützung gegeben wird, aber wenn wir Asylanträge von Menschen aus Deutschland, der Schweiz, Ungarn und ähnlichen Staaten haben, die dann auch noch das Recht auf ein Asylverfahren haben, dann wissen wir, dass das neue Asylgesetz dringend notwendig ist, damit diesem Missbrauch ein Riegel vorgeschoben wird, damit die Dauer verkürzt wird, damit auch garantiert werden kann, dass die wirklich politisch Verfolgten Unterstützung bekommen, aber der Missbrauch hintangehalten wird. (Abg. Mag. Wurm: Ja, aber was hat Strasser vorgelegt? Der Entwurf ist schlecht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Drogenbekämpfung: Ich würde mir erwarten, dass Sie jetzt endlich gegen diese Verharmlosung zu Felde ziehen. Wir brauchen keine Entkriminalisierung und auch keine Haschtrafiken, sondern Hilfe für die Süchtigen und volle Härte gegen die Drogendealer, die die Zukunft unserer Kinder zerstören, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (fortsetzend): – das ist mein letzter Satz – „... und einen vorbildhaften Sozialstaat geschaffen.“ Er hat diesen Brief an die Staatssekretärin Ursula Haubner gerichtet. Und da gebe ich ihm Recht, und das wird sie auch in Zukunft so halten. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Es ist festzustellen, dass die Stellungnahmen der beiden Kanzler, Bundeskanzler und Vizekanzler, enttäuschend waren. Wir haben uns heute wirklich anderes erwartet. Ich sage Ihnen: Gott sei Dank hat Erich Haider diesen Brief an die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher geschrieben. Er hat darin im Gegensatz zu Landeshauptmann Pühringer endlich reinen Wein eingeschenkt. Natürlich kommt es zu Pensionskürzungen! Das ist doch die Wahrheit, man muss doch endlich einmal die Wahrheit sagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dazu kommt, dass wir heute im Wirtschaftsteil der „Oberösterreichischen Nachrichten“ lesen können, dass dem AMS, dem Arbeitsmarktservice 2004 Bundesgeld für die Jugendausbildung fehlt. Eine Kürzung von 15 Millionen €! Das nennen Sie Beschäftigungspolitik, meine Damen und Herren von der Bundesregierung? Das trifft viele Jugendliche in Oberösterreich direkt, die eine Arbeit brauchen, die eine Ausbildung brauchen. Landeshauptmann Pühringer hätte in einem Brief zugestehen sollen, dass er sich in Wien nicht durchgesetzt hat. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Und dann gibt es noch die Auseinandersetzung um den Verkauf der voestalpine. Der Aktienpreis, zu dem die voestalpine verscherbelt wurde, betrug 32,50 €. Dr. Gusenbauer hat völlig zu Recht aufgezeigt, dass ein Großteil davon billig ins Ausland gegangen ist. Ich sage Ihnen: Privatisierung ist Privatisierung! Es wird einmal der Tag kommen, an dem jemand für die Aktien mehr bezahlt, und dann ist dieses Unternehmen nicht mehr in österreichischer Hand. Und irgendwann einmal ist dann vielleicht nicht einmal mehr der Standort Linz gesichert. Das ist das, was diese Bundesregierung zu verantworten hat. Und Landeshauptmann Pühringer hat sich wieder nicht durchgesetzt! Das ist das Ergebnis. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: 400!
Bedauerlich genug, dass Sie sich weigern, die Steuerreform vorzuziehen. Aber uns vorzuwerfen, dass wir bei diesem den Österreicherinnen und Österreichern Sand-in-die-Augen-Streuen nicht mitgemacht haben, als Sie eine „Steuererleichterung“ – 4 € pro Kopf und Jahr! – beschlossen haben, das ist doch ein Frotzeln der Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Scheibner: 400!) Das muss ich Ihnen schon sagen. Bei dem Unsinn, den Sie eingebracht haben, kann man doch nicht mitstimmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bedauerlich genug, dass Sie sich weigern, die Steuerreform vorzuziehen. Aber uns vorzuwerfen, dass wir bei diesem den Österreicherinnen und Österreichern Sand-in-die-Augen-Streuen nicht mitgemacht haben, als Sie eine „Steuererleichterung“ – 4 € pro Kopf und Jahr! – beschlossen haben, das ist doch ein Frotzeln der Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Scheibner: 400!) Das muss ich Ihnen schon sagen. Bei dem Unsinn, den Sie eingebracht haben, kann man doch nicht mitstimmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wissen Sie, dass wir in Österreich ein schwaches Wachstum, eine schlechte Beschäftigungsentwicklung, die höchste Arbeitslosenrate, dass wir, was die Investitionen, vor allem die öffentlichen betrifft, die rote Laterne haben, ist schon tragisch genug. Aber wenn jetzt Minister Bartenstein auch noch auf europäischer Ebene bei einer Konferenz der Wirtschaftsminister nicht einmal das Bestreben anderer großer EU-Mitgliedsländer unterstützt, dass es zu einer Investitionsoffensive kommt, damit endlich die europäische Wirtschaft angekurbelt wird, dann ist das ein Skandal! Was hätte das bedeutet? – Das hätte bedeutet, dass es zum Beispiel EU-Gelder für den Ausbau des Brenner-Basistunnels, den die Tirolerinnen und Tiroler so dringend brauchen, geben würde. Es ist Ihnen also gleichgültig, wie es mit dem Transit steht, wie es beim Verkehr geht und ob es einen Tunnel gibt. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Den Österreicherinnen und Österreichern etwas wegnehmen, aber Sie selber vergeuden es dann in den Ministerbüros: Das muss ein Ende finden! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Wo steht das?
Ich sage Ihnen noch etwas: Ich habe mir erwartet, dass der Herr Bundeskanzler, vielleicht auch der Herr Vizekanzler heute sagt: Jawohl, wir haben den Bericht des deutschen Bundesrechnungshofs über die Produktion der Eurofighter auch studiert. Aber natürlich wurde das nicht erwähnt. Es wäre jedoch zumindest ratsam gewesen, wenn das gemacht worden wäre. Wenn der Herr Verteidigungsminister zum Beispiel ankündigt, dass die Betriebskosten pro Jahr unter 50 Millionen € ausmachen werden, und es stellt sich dann heraus, dass sie wahrscheinlich bis zu 100 Millionen € betragen, und wenn der gleiche Verteidigungsminister behauptet, es mache nichts, dass die Flugzeuge in Österreich gar nicht erprobt worden seien, und sich auf die Hersteller beruft, denen gerade nachgewiesen wurde, dass das Flugzeug überhaupt nur zu sechs Prozent akzeptiert ist, wenn sich also herausstellt, dass er uns hier anscheinend die Unwahrheit gesagt hat, weil die Betriebskosten an die 100 Millionen € betragen werden, dann muss ich sagen: Da stimmt etwas nicht. (Abg. Scheibner: Wo steht das?) Daher gehört endlich ein Untersuchungsausschuss her, der Licht in das Eurofighter-Dunkel hineinbringt, das in Wahrheit herrscht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich sage Ihnen noch etwas: Ich habe mir erwartet, dass der Herr Bundeskanzler, vielleicht auch der Herr Vizekanzler heute sagt: Jawohl, wir haben den Bericht des deutschen Bundesrechnungshofs über die Produktion der Eurofighter auch studiert. Aber natürlich wurde das nicht erwähnt. Es wäre jedoch zumindest ratsam gewesen, wenn das gemacht worden wäre. Wenn der Herr Verteidigungsminister zum Beispiel ankündigt, dass die Betriebskosten pro Jahr unter 50 Millionen € ausmachen werden, und es stellt sich dann heraus, dass sie wahrscheinlich bis zu 100 Millionen € betragen, und wenn der gleiche Verteidigungsminister behauptet, es mache nichts, dass die Flugzeuge in Österreich gar nicht erprobt worden seien, und sich auf die Hersteller beruft, denen gerade nachgewiesen wurde, dass das Flugzeug überhaupt nur zu sechs Prozent akzeptiert ist, wenn sich also herausstellt, dass er uns hier anscheinend die Unwahrheit gesagt hat, weil die Betriebskosten an die 100 Millionen € betragen werden, dann muss ich sagen: Da stimmt etwas nicht. (Abg. Scheibner: Wo steht das?) Daher gehört endlich ein Untersuchungsausschuss her, der Licht in das Eurofighter-Dunkel hineinbringt, das in Wahrheit herrscht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Erklären Sie bitte den Österreicherinnen und Österreichern, dass Sie um 2 Milliarden € ein Flugzeug kaufen, das nicht flugfähig ist, bei dem die Betriebskosten explodieren, das für die Piloten und die Bevölkerung gefährlich ist. Ihnen werden die Eurofighter auf den Kopf fliegen, das wird das Ergebnis sein! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war jetzt frei nach Cicero!
Ich meine, am Sonntag ist der Tag, um ein Zeichen zu setzen, dass es so nicht weitergehen kann. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war jetzt frei nach Cicero!)
Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Großruck –: Jetzt kommt das Dichterbüro!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Großruck. Gleiche Redezeit. – Bitte. (Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Großruck –: Jetzt kommt das Dichterbüro!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Glauben Sie diesen Unsinn?
Hannes Androsch kritisieren, denn er war es, der zusammen mit Ludwig Scharinger in Oberösterreich eine Oberösterreich-Lösung zusammengebracht hat, wonach Oberösterreich, die Betriebe dort, Kernaktionär ist und die voestalpine im Sinne der Privatisierung ein oberösterreichischer Betrieb geblieben ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Glauben Sie diesen Unsinn?)
Abg. Öllinger: Wo sind denn eigentlich der Bundeskanzler und der Vizekanzler?
Meine Damen und Herren! Bundeskanzler Dr. Schüssel und Vizekanzler Haupt haben heute eine Reihe von Offensiven angekündigt: Bildungsoffensiven, Ausbildungsoffensiven, Wirtschaftsoffensiven und Sicherheitsoffensiven. (Abg. Öllinger: Wo sind denn eigentlich der Bundeskanzler und der Vizekanzler?) Es geht auch darum, die Herausforderungen der demographischen Entwicklung zu bewältigen und eine Diskussion über das Gesundheitssystem zu führen. Diese Aufgaben werden im Herbst auf uns zukommen, und wir werden sie, wie auch die anderen Probleme, die diese Bundesregierung bereits gelöst hat, entsprechend diskutieren und dann im Sinne der Bevölkerung entscheiden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Bundeskanzler Dr. Schüssel und Vizekanzler Haupt haben heute eine Reihe von Offensiven angekündigt: Bildungsoffensiven, Ausbildungsoffensiven, Wirtschaftsoffensiven und Sicherheitsoffensiven. (Abg. Öllinger: Wo sind denn eigentlich der Bundeskanzler und der Vizekanzler?) Es geht auch darum, die Herausforderungen der demographischen Entwicklung zu bewältigen und eine Diskussion über das Gesundheitssystem zu führen. Diese Aufgaben werden im Herbst auf uns zukommen, und wir werden sie, wie auch die anderen Probleme, die diese Bundesregierung bereits gelöst hat, entsprechend diskutieren und dann im Sinne der Bevölkerung entscheiden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Herr Gusenbauer, dass Ihre Hetzkampagnen, dass Ihre Verunsicherungen nichts genützt haben, das hätten Sie spätestens seit den letzten Wahlen wissen müssen. In jeder Wortmeldung – ich habe vor allem noch die Worte von Frau Bures in den Ohren – haben Sie die soziale Kälte, die Grauslichkeiten der Regierung angeprangert. Wissen Sie, was der Wähler gemacht hat? Er hat die Quittung präsentiert, indem er diese Regierung bestätigt hat, indem er ihr einen neuen Auftrag zu regieren gegeben hat, weil die Bürgerinnen und Bürger viel gescheiter sind als Sie. Die wissen, dass Reformen notwendig sind und gemacht werden müssen, um den Sozialstaat Österreich abzusichern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Gusenbauer.
Ein Beispiel, wie es geht, und der Herr Bundeskanzler hat es auch angeführt, ist Oberösterreich. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Gusenbauer.) – Lassen wir die Zahlen sprechen, Herr Gusenbauer, nicht lachen, sondern die Zahlen sprechen lassen! Natürlich können Sie lachen, wenn Sie wollen, aber so lächerlich ist das nicht. Ich erwarte mir vielmehr Ihren Beifall, meine Damen und Herren.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Lesen Sie das Inserat vor?
Das ist eine Politik mit der Handschrift der ÖVP! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Lesen Sie das Inserat vor?)
Abg. Mag. Wurm: Haben Sie auch die Zahlen zur Frauenbeschäftigung? – Anhaltende Zwischenrufe und Unruhe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Oder schauen wir uns die Arbeitslosenrate in Tirol an, die, wie übrigens auch in Oberösterreich – in beiden Bundesländern gibt es ÖVP-Landeshauptleute –, ganz hervorragend ist. Wir haben faktisch Vollbeschäftigung. Unsere Arbeitslosenzahlen sinken, während sie in Wien steigen. (Abg. Mag. Wurm: Haben Sie auch die Zahlen zur Frauenbeschäftigung? – Anhaltende Zwischenrufe und Unruhe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) 9 Prozent in Wien, 3,5 Prozent in Oberösterreich: Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können. (Beifall bei der ÖVP und
Abg. Mag. Gaßner: Von wem wird er so bezeichnet?
Herr Präsident! Bitte mir keine Ordnungsrufe zu geben, denn das ist der O-Ton, den die SPÖ in Oberösterreich verbreitet: „Lügner“ schimpfen sie den Landeshauptmann, „Verräter“ schimpft ihn der Sozialist Haider, als „Milupa-Baby“ wird er bezeichnet, sogar die Bezeichnung als Nazi muss er sich gefallen lassen. (Abg. Mag. Gaßner: Von wem wird er so bezeichnet?) Auf der Homepage spricht die SPÖ-Kampagne von Dr. Pühringer als „Zwerg“, bei dem das Genmaterial zu kurz geraten ist und so weiter. (Abg. Auer – in Richtung SPÖ –: Schämen Sie sich!) Man könnte diese Besudelei noch fortsetzen.
Abg. Auer – in Richtung SPÖ –: Schämen Sie sich!
Herr Präsident! Bitte mir keine Ordnungsrufe zu geben, denn das ist der O-Ton, den die SPÖ in Oberösterreich verbreitet: „Lügner“ schimpfen sie den Landeshauptmann, „Verräter“ schimpft ihn der Sozialist Haider, als „Milupa-Baby“ wird er bezeichnet, sogar die Bezeichnung als Nazi muss er sich gefallen lassen. (Abg. Mag. Gaßner: Von wem wird er so bezeichnet?) Auf der Homepage spricht die SPÖ-Kampagne von Dr. Pühringer als „Zwerg“, bei dem das Genmaterial zu kurz geraten ist und so weiter. (Abg. Auer – in Richtung SPÖ –: Schämen Sie sich!) Man könnte diese Besudelei noch fortsetzen.
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Die erste männliche Kindergartentante in der ÖVP!
(Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Die erste männliche Kindergartentante in der ÖVP!)
Abg. Ellmauer: Das ist nur teilweise richtig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin schon lange im Nationalrat und habe schon viele Gesetzwerdungen miterlebt, aber eine so einhellige Ablehnung eines Gesetzentwurfs von Seiten der gesamten Expertenszene, ob das jetzt Professoren, Vertreter von Kirchen oder Vertreter von Flüchtlingsorganisationen sind, aber auch seitens jener Institutionen, die sich Herr Bundesminister Strasser zu seiner eigenen Beratung eingerichtet hat, wie den Menschenrechtsbeirat, habe ich im Parlament noch selten erlebt. (Abg. Ellmauer: Das ist nur teilweise richtig!)
Abg. Krainer: Er liest sie ja nicht!
Es mutet schon mehr als seltsam an, wenn jene Einrichtung, die dem Minister für seine politischen Vorhaben beratend zur Seite steht, solche Bedenken im Parlament deponiert, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Krainer: Er liest sie ja nicht!) Und es zeigt, dass der wirkliche Grundrechts-Aufschrei, der von der Wissenschaft, den regierungsunabhängigen Organisationen und der Opposition ausgegangen ist, gleichzeitig auch gemeinschaftliches Bestreben aller parlamentarischen Fraktionen und aller Experten ist: Asylverfahren in diesem Land müssen schneller, besser und rechtsstaatlich einwandfrei werden.
Abg. Wittauer: Das stimmt ja nicht!
In den Wortmeldungen zum Thema ging es dann sogar so weit, dass sich Herr Klubobmann Scheibner dazu verstiegen hat, ein Szenario zu skizzieren, das bar jeder Realität ist. (Abg. Wittauer: Das stimmt ja nicht!) Er hat uns allen, die das hörten, tatsächlich weismachen wollen, dass es in Österreich Asylanträge aus Deutschland, aus Ungarn und aus der Schweiz gäbe, und das in größer Fülle. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht, ich habe nicht von großer Fülle gesprochen, sondern nur von der Möglichkeit!)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht, ich habe nicht von großer Fülle gesprochen, sondern nur von der Möglichkeit!
In den Wortmeldungen zum Thema ging es dann sogar so weit, dass sich Herr Klubobmann Scheibner dazu verstiegen hat, ein Szenario zu skizzieren, das bar jeder Realität ist. (Abg. Wittauer: Das stimmt ja nicht!) Er hat uns allen, die das hörten, tatsächlich weismachen wollen, dass es in Österreich Asylanträge aus Deutschland, aus Ungarn und aus der Schweiz gäbe, und das in größer Fülle. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht, ich habe nicht von großer Fülle gesprochen, sondern nur von der Möglichkeit!)
Abg. Scheibner: Das ist unwahr, was Sie da sagen!
Wissen Sie, Herr Klubobmann Scheibner, was auf der Homepage des Innenministeriums zu lesen ist? – Dass es drei Asylanträge aus Deutschland, zwei aus Ungarn und null aus der Schweiz gibt! Was ist das für ein Problem? (Abg. Scheibner: Das ist unwahr, was Sie da sagen!) – Dann lügt das Innenministerium in seiner Statistik! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Mir stehen immer nur die Zahlen des Innenministeriums zur Verfügung.
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wissen Sie, Herr Klubobmann Scheibner, was auf der Homepage des Innenministeriums zu lesen ist? – Dass es drei Asylanträge aus Deutschland, zwei aus Ungarn und null aus der Schweiz gibt! Was ist das für ein Problem? (Abg. Scheibner: Das ist unwahr, was Sie da sagen!) – Dann lügt das Innenministerium in seiner Statistik! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Mir stehen immer nur die Zahlen des Innenministeriums zur Verfügung.
Abg. Wittauer: Da ist ja Österreich vorbildlich! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Meine Damen und Herren! In diesen Fragen geht es darum, die Rechtsstaatlichkeit, die Grundrechte, die österreichische Verfassung und das Völkerrecht zu achten. (Abg. Wittauer: Da ist ja Österreich vorbildlich! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Die Experten haben ihre „grenzenlose Ablehnung“ dieses Entwurfes artikuliert. Es ist aber noch nicht zu spät. Der gute Wille aller Seiten ist gegeben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! In diesen Fragen geht es darum, die Rechtsstaatlichkeit, die Grundrechte, die österreichische Verfassung und das Völkerrecht zu achten. (Abg. Wittauer: Da ist ja Österreich vorbildlich! – Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Die Experten haben ihre „grenzenlose Ablehnung“ dieses Entwurfes artikuliert. Es ist aber noch nicht zu spät. Der gute Wille aller Seiten ist gegeben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Da ist die Schweiz!
Den momentanen Zustand der Bundesregierung dokumentiert jedoch am besten ein Minister, der leider auch nicht anwesend ist, nämlich Herr Minister Böhmdorfer, der sich doch tatsächlich dazu verstiegen hat, den Gedanken auszuformulieren, dass man in Österreich in Zukunft Richter auf Zeit bestellen könnte. (Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Da ist die Schweiz!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn sich ein Justizminister – und damit schließe ich – vorstellen kann, Richter in seine Abhängigkeit zu bringen, dann kann ich nur sagen: Das sind Gedanken, die einem Verfassungskonstrukt entsprechen, das in den Dreißiger- und Vierzigerjahren möglicherweise gegolten hat, aber heute keinen Platz hat! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Was für eine Schiene? Die, die ihr zusammenhaut? – Abg. Öllinger: Hilf dir selber auf die Schiene!
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen vor dem Fernsehschirm und hier im Saal! Ich muss heute der SPÖ wieder ein bisschen auf Schiene helfen und sie daran erinnern, was sie in den letzten 30 Jahren gemacht hat und was sie uns hinterlassen hat. (Abg. Mag. Kogler: Was für eine Schiene? Die, die ihr zusammenhaut? – Abg. Öllinger: Hilf dir selber auf die Schiene!)
Ruf bei der SPÖ: Blühende Landschaft!
Kollege Gusenbauer hat in seinen Ausführungen nur Kritik geübt. (Ruf bei der SPÖ: Blühende Landschaft!) Ich habe keine Vorschläge gehört, nur Kritik. Das hat auch die SPÖ-Wirtschaftspolitik in den letzten 30 Jahren mit SPÖ-Finanzministern, SPÖ-Sozialministern und so weiter gezeigt. (Abg. Krainer: FPÖ-Staatssekretär, FPÖ-Finanzminister!)
Abg. Krainer: FPÖ-Staatssekretär, FPÖ-Finanzminister!
Kollege Gusenbauer hat in seinen Ausführungen nur Kritik geübt. (Ruf bei der SPÖ: Blühende Landschaft!) Ich habe keine Vorschläge gehört, nur Kritik. Das hat auch die SPÖ-Wirtschaftspolitik in den letzten 30 Jahren mit SPÖ-Finanzministern, SPÖ-Sozialministern und so weiter gezeigt. (Abg. Krainer: FPÖ-Staatssekretär, FPÖ-Finanzminister!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Wieso müssen wir jetzt Reformen durchführen? – Weil in diesem Zeitraum Privilegien aufgebaut und ein dementsprechender Schuldenstand erarbeitet wurde: 2 200 Milliarden Schilling! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Liebe Kolleginnen und Kollegen von der
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Über 50 Prozent der Verstaatlichten wurden privatisiert. 56 000 Mitarbeiter der Verstaatlichten haben dadurch ihren Arbeitsplatz verloren. Ihr habt in der Voest Menschen unter 50 in die Pension gezwungen. Also sagt nicht, das machen jetzt die FPÖ und die ÖVP! Ihr seid es gewesen, die das gemacht haben! Hättet ihr dementsprechend wirtschaftlich gearbeitet und keine Privilegien bei den Pensionen und in der Sozialversicherung aufgebaut und vieles mehr, dann bräuchten wir diese Reformen jetzt nicht durchzuführen. Wir werden es aber machen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Erst denken, dann sprechen! – Zwischenruf des Abg. Krainer.
Kollege Öllinger, du hast nicht mitgestimmt. Du warst dagegen, und jetzt kritisiert gerade ihr uns wieder, indem ihr fragt, was mit der Steuerreform ist. Wenn es wieder so weit ist, stimmt ihr sowieso wieder dagegen! (Abg. Öllinger: Erst denken, dann sprechen! – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Abg. Öllinger: Was hast denn du gelesen? Was liest denn du für Zeitungen?
Wisst ihr überhaupt, was ihr in diesem Haus wollt? Was ist eigentlich die Politik der Grünen in Österreich? Ich entnehme verschiedenen Medien – und ich glaube, die schreiben ja nichts Unrichtiges –, dass grüne Abgeordnete fordern, der Treibstoffpreis gehöre erhöht, es sollen in Österreich keine Straßen mehr gebaut werden und Rückbauten sollen durchgeführt werden. (Abg. Öllinger: Was hast denn du gelesen? Was liest denn du für Zeitungen?) Es gibt aber keine Pferdefuhrwerke mehr, außer in Wien, wenn man Urlaub macht!
Abg. Öllinger: Ja, ja!
Wir Freiheitlichen sind dafür, dass die Infrastruktur ausgebaut wird. (Abg. Öllinger: Ja, ja!) Man sieht es ja: Seitdem Österreich einen freiheitlicher Infrastrukturminister hat (Abg. Öllinger: Drei habt ihr schon gehabt!), wird nicht nur geplant und geprüft, sondern auch gebaut. In den letzten Jahren gab es sehr viele Eröffnungen. Es werden Straßen und Brücken gebaut und auch für die Bahn wird etwas getan! Natürlich braucht das dementsprechende Prüfungen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Drei habt ihr schon gehabt!
Wir Freiheitlichen sind dafür, dass die Infrastruktur ausgebaut wird. (Abg. Öllinger: Ja, ja!) Man sieht es ja: Seitdem Österreich einen freiheitlicher Infrastrukturminister hat (Abg. Öllinger: Drei habt ihr schon gehabt!), wird nicht nur geplant und geprüft, sondern auch gebaut. In den letzten Jahren gab es sehr viele Eröffnungen. Es werden Straßen und Brücken gebaut und auch für die Bahn wird etwas getan! Natürlich braucht das dementsprechende Prüfungen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir Freiheitlichen sind dafür, dass die Infrastruktur ausgebaut wird. (Abg. Öllinger: Ja, ja!) Man sieht es ja: Seitdem Österreich einen freiheitlicher Infrastrukturminister hat (Abg. Öllinger: Drei habt ihr schon gehabt!), wird nicht nur geplant und geprüft, sondern auch gebaut. In den letzten Jahren gab es sehr viele Eröffnungen. Es werden Straßen und Brücken gebaut und auch für die Bahn wird etwas getan! Natürlich braucht das dementsprechende Prüfungen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Blamage! Blamiert habt ihr euch!
Ein Wort zur Voest-Privatisierung: Ich muss wirklich sagen, es ist wichtig und ihre Pflicht, dass die Voest-Personalvertreter sich für ihre Mitarbeiter einsetzen, damit dieses erfolgreiche Unternehmen in Oberösterreich erhalten bleibt. Unser freiheitlicher Initiativantrag im September, gegen den ihr ebenfalls gestimmt habt, und unsere freiheitliche Regierungsmannschaft haben gemeinsam mit der ÖVP eine österreichische Lösung möglich gemacht! (Abg. Öllinger: Blamage! Blamiert habt ihr euch!)
Abg. Öllinger: Blamiert! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Unser freiheitlicher Spitzenkandidat in Oberösterreich, Günther Steinkellner, hat dort Druck gemacht, dass sich einige beteiligen. (Abg. Öllinger: Blamiert! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich frage mich nur: Wo ist die Beteiligung der BAWAG? Die Mitarbeiterbeteiligung haben wir erhöht, Banken und Versicherungen beteiligen sich, aber ich lese nichts von der BAWAG. Das sind Gelder der Arbeitnehmer! Die BAWAG hätte sich dort saftig beteiligen können, wenn man den SPÖ-Gewerkschaftern Glauben schenken könnte. Aber ich werde es ja hören: Hoffentlich wird sich Kollege Verzetnitsch dazu zu Wort melden.
Abg. Öllinger: Jetzt auf einmal!
Zur Harmonisierung der Pensionssysteme: Ich fordere alle hier in diesem Hause parteiübergreifend dazu auf, die Harmonisierung zu unterstützen (Abg. Öllinger: Jetzt auf einmal!), damit es zu einer Gleichstellung kommt, ob das die ÖBB ist oder was auch immer: gleiche Einzahlungen, gleiche Anwartschaft, gleiches Pensionsantrittsalter. Das ist wichtig. Alle Privilegien müssen abgeschafft werden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die ÖBB-Reform ist wichtig. Wenn ich einen Betrieb in Österreich erhalten und nicht ständig Milliarden zuschießen will, dann muss ich auch reformwillig sein, nicht so wie heute wieder in Oberösterreich: Demonstrationen – da helfen vor allem die Sozialdemokraten und die Gewerkschafter zusammen –, die Arbeitnehmer in der Früh auf den Brücken aufhalten, damit sie nicht in die Arbeit kommen. Sie werden diese Situation bei der Wahl dementsprechend honorieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Pfeffer: Das glaubt kein Mensch!
Abgeordneter Maximilian Walch (fortsetzend): Ein Wort noch: Wir Freiheitlichen vertreten die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher ohne Wenn und Aber! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Pfeffer: Das glaubt kein Mensch!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Diskussion war aber auch gut, weil sie gezeigt hat, wie Sie mit Wahlkampfversprechen umgehen. Herr Bundeskanzler! Ihre Wahlkampfschmähs von den Abfangjägern, dass sie eine Wirtschaftsplattform finanziert, oder die versprochene Steuersenkung sind heute klar aufs Tapet gekommen. Sie haben offensichtlich Routine in leeren Versprechungen und Routine im Manipulieren von Fakten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Vizekanzler Mag. Haupt: Er hat sie nicht gestrichen!
Herr Bundeskanzler! Lassen Sie mich nur zwei Punkte erwähnen, bei denen Erklärungsbedarf besteht: Erklären Sie den 35 000 arbeitslosen Jugendlichen, warum sie keine Chance auf einen Lehr- oder Ausbildungsplatz haben! Oder erklären Sie jungen Familien, warum in einem wohlhabenden Land wie Österreich noch immer 90 000 Kinderbetreuungsplätze fehlen und Sie die Kindergartenmilliarde gestrichen haben! (Vizekanzler Mag. Haupt: Er hat sie nicht gestrichen!)
Abg. Mag. Mainoni: Mein Gott, ihr habt noch immer nichts dazugelernt!
warum Sie deren Eigentum – Frau Gehrer hat gesagt, auf Beschlusslage des Parteivorstandes der ÖVP – verschleudern und zu einem Diskontpreis verkaufen. Dieser Verkaufspreis entspricht der Höhe des Preises von drei Eurofightern. (Abg. Mag. Mainoni: Mein Gott, ihr habt noch immer nichts dazugelernt!) Das sind unnötige und – wie wir heute wissen – auch untaugliche Eurofighter! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
warum Sie deren Eigentum – Frau Gehrer hat gesagt, auf Beschlusslage des Parteivorstandes der ÖVP – verschleudern und zu einem Diskontpreis verkaufen. Dieser Verkaufspreis entspricht der Höhe des Preises von drei Eurofightern. (Abg. Mag. Mainoni: Mein Gott, ihr habt noch immer nichts dazugelernt!) Das sind unnötige und – wie wir heute wissen – auch untaugliche Eurofighter! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das sieht man bei Lainz, wie Sie sich unterscheiden! Gott sei Dank unterscheiden Sie sich von uns!
Wir Sozialdemokraten unterscheiden uns da von Ihnen massiv. (Abg. Scheibner: Das sieht man bei Lainz, wie Sie sich unterscheiden! Gott sei Dank unterscheiden Sie sich von uns!) Wir nehmen uns der Probleme der Menschen an. (Abg. Scheibner: Was habt ihr gemacht die letzten Jahre?) Wir haben ein Pensions-Fairnessmodell vorgestellt; wir haben ein Konzept für ein Gesundheitssystem, das allen den gleichen Zugang unabhängig vom Einkommen sichert; wir haben heute ein Bundespflegeheimgesetz überreicht; und wir sind die Einzigen, die ein Steuersenkungsprogramm in diesem Haus eingebracht haben.
Abg. Scheibner: Was habt ihr gemacht die letzten Jahre?
Wir Sozialdemokraten unterscheiden uns da von Ihnen massiv. (Abg. Scheibner: Das sieht man bei Lainz, wie Sie sich unterscheiden! Gott sei Dank unterscheiden Sie sich von uns!) Wir nehmen uns der Probleme der Menschen an. (Abg. Scheibner: Was habt ihr gemacht die letzten Jahre?) Wir haben ein Pensions-Fairnessmodell vorgestellt; wir haben ein Konzept für ein Gesundheitssystem, das allen den gleichen Zugang unabhängig vom Einkommen sichert; wir haben heute ein Bundespflegeheimgesetz überreicht; und wir sind die Einzigen, die ein Steuersenkungsprogramm in diesem Haus eingebracht haben.
Beifall bei der SPÖ.
Österreich hat sich eine bessere Politik als die Politik dieser Regierung verdient! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig: Welche Überraschung!
Für mich war bereits der erste heutige Tagesordnungspunkt ganz wesentlich, weil im Großen und Ganzen die völlig unterschiedlichen Zugangsweisen der Regierungs- und der Oppositionsparteien – insbesondere der Grünen – zu den verschiedenen politischen Themen wieder einmal deutlich auf den Tisch gelegt wurde. (Abg. Dr. Glawischnig: Welche Überraschung!)
Abg. Brosz: Tageszusammenfassung?
Erster Tagesordnungspunkt war die wichtige Transit- und Verkehrspolitik (Abg. Brosz: Tageszusammenfassung?), bei dem Frau Abgeordnete Lichtenberger wieder ein absolutes Nachtfahrverbot gefordert hat. (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein!) – Ein Fahrverbot für schadstoffreiche LKW. Sie entschuldigen. (Abg. Öllinger: Stinker! Sie können ruhig „Stinker“ sagen!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Nein!
Erster Tagesordnungspunkt war die wichtige Transit- und Verkehrspolitik (Abg. Brosz: Tageszusammenfassung?), bei dem Frau Abgeordnete Lichtenberger wieder ein absolutes Nachtfahrverbot gefordert hat. (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein!) – Ein Fahrverbot für schadstoffreiche LKW. Sie entschuldigen. (Abg. Öllinger: Stinker! Sie können ruhig „Stinker“ sagen!)
Abg. Öllinger: Stinker! Sie können ruhig „Stinker“ sagen!
Erster Tagesordnungspunkt war die wichtige Transit- und Verkehrspolitik (Abg. Brosz: Tageszusammenfassung?), bei dem Frau Abgeordnete Lichtenberger wieder ein absolutes Nachtfahrverbot gefordert hat. (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein!) – Ein Fahrverbot für schadstoffreiche LKW. Sie entschuldigen. (Abg. Öllinger: Stinker! Sie können ruhig „Stinker“ sagen!)
Abg. Reheis: Wir haben keine Antwort erhalten!
Unser Zugang ist, dass unsere Verkehrspolitiker mit unseren Landespolitikern und mit unseren Freunden und Freundinnen auf europäischer Ebene, mit den Politikern, die sich gut auskennen, diskutieren, was wichtig für einen Standort ist, dass man sich auf allen Ebenen in einem Netzwerk miteinander unterhält und kurzschließt. (Abg. Reheis: Wir haben keine Antwort erhalten!) Ergebnis dieses Prozesses, in dem mehr bedacht wird als nur eine Frage, nämlich die Lösung des Transitverkehrsproblems, ist, dass wir dieses Problem im europäischen Kontext lösen wollen und werden, und umgekehrt, dass wir unsere Hausaufgaben auf Tiroler Ebene zu Hause machen.
Abg. Reheis: Lauter leere Worte sind das, Frau Kollegin!
ten. (Abg. Reheis: Lauter leere Worte sind das, Frau Kollegin!) Das ist ein Projekt unseres Landeshauptmannes gemeinsam mit der Straßenbahn, bei dem wir ein Drittel der Kosten vom Bund benötigen und sicherlich auch Unterstützung finden werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
ten. (Abg. Reheis: Lauter leere Worte sind das, Frau Kollegin!) Das ist ein Projekt unseres Landeshauptmannes gemeinsam mit der Straßenbahn, bei dem wir ein Drittel der Kosten vom Bund benötigen und sicherlich auch Unterstützung finden werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Hoffentlich! – Abg. Großruck: Das nehmen wir an!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! In aller gebotenen Nüchternheit (Ruf bei den Freiheitlichen: Hoffentlich! – Abg. Großruck: Das nehmen wir an!): Das Problem ist ja nicht, dass sich hier irgendeine Regierung erklären will. Man fragt sich angesichts des Zustandes ohnehin, was es noch viel zu erklären gibt. Das Problem ist vielmehr, dass Sie sich dann, wenn es wirklich etwas zu erklären gäbe, dauernd verweigern. Diese Diskrepanz wurde aufgezeigt – und zwar, wie ich glaube, berechtigt aufgezeigt.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Man sollte nämlich nicht unter den Teppich kehren, dass Sie dann, wenn sich etwa ein Finanzminister oder andere Regierungsmitglieder vor den Kontrollgremien des Parlaments zu verantworten haben, dies mit Ihrer Übermacht und Mehrheit – und das war sehr wohl das Thema heute – unterbinden und verhindern wollen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Wir sollten das jetzt noch rechtzeitig in Erinnerung rufen, damit diese Verhältnisse nicht in immer mehr Bundesländern Platz greifen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch hier gibt es also einen Vorschlag für die Zukunft: Wenn Sie die Voest schon in die schwarze Einflusssphäre gebracht haben, dann schauen Sie wenigstens, dass ein Weiterverkauf nicht so ohne weiteres möglich ist! Aber auch das wollen Sie nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die wirkliche Schande – ich muss es so bezeichnen – ist ja der Umstand, dass das Börsenpaket um den Preis von zwei Eurofightern – das muss man sich einmal vorstellen! – gewandert ist und um weitere zwei Eurofighter die Wandelanleihe. Eine Schande! Das soll Ihre Wirtschaftspolitik sein? – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Das hätte sich aber durchaus gelohnt, Herr Präsident!
Ich wollte jetzt nicht zu dem einen oder anderen Ausdruck Stellung nehmen, weil das auf die Redezeit des Kollegen Wittauer ginge. – Bitte. (Abg. Mag. Molterer: Das hätte sich aber durchaus gelohnt, Herr Präsident!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Reheis.
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Es ist positiv, dass ich heute Gelegenheit habe, zu den Österreichern und vor allem zur Tiroler Bevölkerung zu sprechen, weil ja viele Dinge wirklich einmal aufgeklärt gehören. Diese Regierung hat sehr positiv gearbeitet. Es mag sein, dass Abgeordnete Bures den Eindruck hat, dass manchmal die Regierung nicht einer Meinung ist, aber ich kann Ihnen mit Gewissheit sagen: Freiheitliche Regierungsmitglieder und freiheitliche Abgeordnete kämpfen bei diesen Reformen für die Menschen, für Österreich und für unsere Zukunft. Es ist wichtig, das einmal klarzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Abg. Reheis: Umfaller!
Die Freiheitlichen sind als Reformpartei angetreten und haben als solche die ÖVP dazu gebracht, dass Reformen auch durchgeführt werden. (Abg. Reheis: Umfaller!) Ich darf Sie an das Kindergeld erinnern. Beim Kindergeld haben alle Parteien gesagt, das sei ein ungedeckter Scheck, Populismus, und wer solle das zahlen. Wir haben es versprochen, und wir haben es umgesetzt! (Abg. Öllinger: Ja, ja!) Wir sind in diese Regierung mit einem Versprechen gegangen, und wir haben dieses Versprechen auch gehalten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Ja, ja!
Die Freiheitlichen sind als Reformpartei angetreten und haben als solche die ÖVP dazu gebracht, dass Reformen auch durchgeführt werden. (Abg. Reheis: Umfaller!) Ich darf Sie an das Kindergeld erinnern. Beim Kindergeld haben alle Parteien gesagt, das sei ein ungedeckter Scheck, Populismus, und wer solle das zahlen. Wir haben es versprochen, und wir haben es umgesetzt! (Abg. Öllinger: Ja, ja!) Wir sind in diese Regierung mit einem Versprechen gegangen, und wir haben dieses Versprechen auch gehalten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Freiheitlichen sind als Reformpartei angetreten und haben als solche die ÖVP dazu gebracht, dass Reformen auch durchgeführt werden. (Abg. Reheis: Umfaller!) Ich darf Sie an das Kindergeld erinnern. Beim Kindergeld haben alle Parteien gesagt, das sei ein ungedeckter Scheck, Populismus, und wer solle das zahlen. Wir haben es versprochen, und wir haben es umgesetzt! (Abg. Öllinger: Ja, ja!) Wir sind in diese Regierung mit einem Versprechen gegangen, und wir haben dieses Versprechen auch gehalten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auf Landesebene in Tirol fordern wir jetzt das Kindergeld bis zum 6. Lebensjahr. – Da gab es wieder einen großen Aufschrei! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Mit unserer Spitzenkandidatin Nadja Pramsoler und Willi Tilg werden wir aber auch das durchsetzen. (Abg. Reheis: Schon wieder eine Belanglosigkeit! Das ist eine Belanglosigkeit!) Gerade bezüglich Tirol gibt es eine ganze Liste von Versprechungen, die von den Sozialdemokraten und von der ÖVP nicht eingehalten wurden. (Abg. Mag. Wurm: Die Kinderbetreuungseinrichtungen, wo sind die?)
Abg. Reheis: Schon wieder eine Belanglosigkeit! Das ist eine Belanglosigkeit!
Auf Landesebene in Tirol fordern wir jetzt das Kindergeld bis zum 6. Lebensjahr. – Da gab es wieder einen großen Aufschrei! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Mit unserer Spitzenkandidatin Nadja Pramsoler und Willi Tilg werden wir aber auch das durchsetzen. (Abg. Reheis: Schon wieder eine Belanglosigkeit! Das ist eine Belanglosigkeit!) Gerade bezüglich Tirol gibt es eine ganze Liste von Versprechungen, die von den Sozialdemokraten und von der ÖVP nicht eingehalten wurden. (Abg. Mag. Wurm: Die Kinderbetreuungseinrichtungen, wo sind die?)
Abg. Mag. Wurm: Die Kinderbetreuungseinrichtungen, wo sind die?
Auf Landesebene in Tirol fordern wir jetzt das Kindergeld bis zum 6. Lebensjahr. – Da gab es wieder einen großen Aufschrei! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Mit unserer Spitzenkandidatin Nadja Pramsoler und Willi Tilg werden wir aber auch das durchsetzen. (Abg. Reheis: Schon wieder eine Belanglosigkeit! Das ist eine Belanglosigkeit!) Gerade bezüglich Tirol gibt es eine ganze Liste von Versprechungen, die von den Sozialdemokraten und von der ÖVP nicht eingehalten wurden. (Abg. Mag. Wurm: Die Kinderbetreuungseinrichtungen, wo sind die?)
Abg. Öllinger: Ein Illegaler hat noch nie eine Sozialleistung gekriegt!
Ich habe leider Gottes zu wenig Zeit, aber ich möchte Ihnen schon noch Folgendes sagen: Gerade in der Asylpolitik ist Tirol ein gutes Beispiel. Wir Freiheitlichen haben gefordert, dass Illegale keine Sozialhilfe bekommen. (Abg. Öllinger: Ein Illegaler hat noch nie eine Sozialleistung gekriegt!) Wir fordern weiterhin: Keine Sozialhilfe für Illegale und keine Sozialhilfe für kriminell gewordene Asylwerber! Das ist eine wichtige Forderung. Tirol ist ein Eldorado für Illegale, denn gerade in Tirol ist es nicht möglich, diese Verordnung aufzuheben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe leider Gottes zu wenig Zeit, aber ich möchte Ihnen schon noch Folgendes sagen: Gerade in der Asylpolitik ist Tirol ein gutes Beispiel. Wir Freiheitlichen haben gefordert, dass Illegale keine Sozialhilfe bekommen. (Abg. Öllinger: Ein Illegaler hat noch nie eine Sozialleistung gekriegt!) Wir fordern weiterhin: Keine Sozialhilfe für Illegale und keine Sozialhilfe für kriminell gewordene Asylwerber! Das ist eine wichtige Forderung. Tirol ist ein Eldorado für Illegale, denn gerade in Tirol ist es nicht möglich, diese Verordnung aufzuheben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
verachtende Politik ...!) Wir Freiheitlichen stehen für die Familien, wir werden die Familien unterstützen. Die Jugend ist unsere Zukunft und diesen Weg werden wir weiter beschreiten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Peinlich!
Liebe Tirolerinnen und Tiroler! Gehen Sie zu dieser Wahl! Nehmen Sie die Verantwortung wahr, auch wenn die Medien uns Freiheitliche manchmal nicht fair behandeln. Unterstützen Sie Willi Tilg und sein Team, um diese Kontrolle durchzuführen und umzusetzen, denn die Sozialdemokraten und die Grünen sind nicht fähig dazu. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Peinlich!)
Abg. Öllinger: Sumpfblüte!
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Fernsehübertragung ist zu Ende gegangen und der Tiroler Wahlkampf hat hier seine letzte Blüte geschlagen. (Abg. Öllinger: Sumpfblüte!) Lassen Sie mich daher zu so manchen Sachfragen zurückkehren!
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Herr Bundeskanzler, Sie haben gesagt, Sie wollen, dass Österreich seine Spitzenposition, was die Jugendbeschäftigung betrifft, hält und noch verbessert. Herr Bundeskanzler, ich finde es – gelinde gesagt – peinlich, dass Sie dieses Thema so ansprechen, denn das, was wir in den letzten drei Jahren beobachtet haben, war und ist ein dramatischer Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit sowie eine dramatische Tatenlosigkeit auf Seiten der Regierung. Dass Sie jetzt im europäischen Vergleich noch relativ gute Zahlen haben, liegt ausschließlich daran, dass Sie von einem Spitzenwert ausgegangen sind, den Ihnen eine Regierung hinterlassen hat, der Sie zwar angehört haben, in der aber die Sozialdemokraten für dieses Thema verantwortlich waren. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich ein zweites Thema ansprechen, weil Sie so freundlich waren, mich in Ihr Lob für Minister Strasser einzubeziehen. Ich habe keinen besonderen Wert darauf gelegt, in dieses Lob einbezogen zu werden, weil wir uns in einem wesentlichen Punkt unterscheiden und unterschieden haben. Während Strasser in seiner Zeit einen dramatischen Anstieg der Kriminalitätsbelastung erlebt, aber nichts tut und gleichzeitig einen dramatischen Rückgang in der Aufklärungsquote verzeichnet, hatte ich beispielsweise in meiner Zeit als Minister, aber auch mein Vorgänger und mein Nachfolger, konsequent sinkende Kriminalitätsbelastungen und konsequent steigende Aufklärungsraten. Das macht den Unterschied aus! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundeskanzler, Sie haben gemeint, sich hier mit Deutschland vergleichen zu müssen und sich zu brüsten, dass Österreich ein doppelt so gutes Wachstum wie die Bundesrepublik Deutschland erzielt hätte. Erstens sind beide Werte erbärmlich und zweitens ist die Wirtschaftspolitik, die Sie betreiben und die in Deutschland betrieben wird, dieselbe. Und wir kritisieren beide Politiken. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Ich denke, das ist ein Punkt, den man deutlicher hervorkehren könnte. Das ist auch unsere Linie, da sind wir uns einig. Es braucht eine europäische Initiative, weil nur eine europäische Initiative tatsächlich den Effekt haben kann, maximalen Anschub für das zu geben, was wir dann in Österreich noch ergänzend tun können. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Abg. Mag. Molterer: In der Tat!
Lassen Sie mich einen letzten Punkt ansprechen! Herr Bundeskanzler, Sie haben gesagt, die EU-Erweiterung sei eines der Themen, das jetzt vor uns steht. – In der Tat! Sie haben aber zugleich erklärt, dass diese EU-Erweiterung gut vorbereitet ist (Abg. Mag. Molterer: In der Tat!) und haben als Argumente ausschließlich die Ergebnisse der Volksabstimmungen in den Kandidatenländern genannt.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Sburny. – Abg. Dr. Fischer: Ich möchte im Protokoll haben: Redner wird beglückwünscht!
Was davon haben Sie realisiert, wenn ich fragen darf? – Sie haben diese EU-Erweiterung innerösterreichisch nicht so vorbereitet, wie wir es damals gemeinsam verlangt haben. Daher kann ich Sie nur auffordern, das, was jetzt noch möglich ist, vor dem 1. Mai 2004 schleunigst in die Wege zu leiten. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Sburny. – Abg. Dr. Fischer: Ich möchte im Protokoll haben: Redner wird beglückwünscht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bisher war es nämlich so, dass manche Leute erst, als sie schon fast 19 waren, das erste Mal zur Wahl gehen konnten. Durch das Auseinanderklaffen des Stichtages und des Wahltages ist es dazu gekommen. Wir haben mit der jetzigen Gesetzesvorlage, wonach bereits 17-Jährige in die Wählerevidenz aufgenommen werden, eine sehr gute Lösung gefunden. Das ist auch eine von der Verwaltungstechnik her angepasste Lösung, um diese Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten zu beseitigen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Äußerst traurig!
Es gibt auch, wie Sie alle wissen, neuere Entwicklungen, wie zum Beispiel das E-Voting. Das ist eine noch wesentlich modernere Methode als die dagegen eigentlich schon altmodisch ausschauende Briefwahl. Das wird noch auf uns als Entscheidung zukommen. Wir werden damit konfrontiert sein, wie wir uns zum E-Voting stellen und werden nicht einmal das altmodische Instrument der Briefwahl gelöst haben. (Abg. Murauer: Äußerst traurig!) Und alles wegen der leider sehr altmodischen Blockadepolitik der SPÖ.
Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben kein Interesse daran!
Sie täuschen meiner Meinung nach durch diese Senkung des Wahlalters Modernität vor, haben diese aber nicht. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie haben kein Interesse daran!) Was jedoch richtig ist, ist Folgendes: Durch die Veränderung der Gesellschaft, durch die steigende Lebenserwartung, durch die Überalterung der Gesellschaft steigt auch der Anteil der älteren Bevölkerung an der gesellschaftlichen Mitbestimmung prozentuell. Dass wir darauf Antworten finden müssen, das stimmt. Aber mit der so einfach scheinenden Lösung der schlichten Senkung des Wahlalters ist diesem Problem meiner Meinung nach nicht beizukommen.
Abg. Krainer: Schauen Sie hinauf auf die Galerie, wie viele ...!
Ich weise auf Folgendes hin: Wir wissen aus vielen Studien, vor allem aus Jugendstudien, aus Wertestudien der Jugend, dass das Interesse der Jugend, an Wahlen teilzunehmen, nicht sehr groß ist. Die Jugendwertestudie zum Beispiel besagt ausdrücklich: Ein geringes Interesse ... (Abg. Krainer: Schauen Sie hinauf auf die Galerie, wie viele ...!) – Lassen Sie mich ausreden, ich werde es Ihnen gleich erklären. Ich glaube fast, dass Sie nicht das wollen, was ich Ihnen erklären möchte, und zwar, dass das geringe Interesse nachgewiesen ist, nämlich daran ... (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) – Lesen Sie nach! Das geringe Interesse ist nicht daran nachgewiesen, dass Politik im traditionellen Wert abgelehnt wird. Das ist es nicht! (Abg. Dr. Brinek – in Richtung SPÖ –: Lesen!)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Ich weise auf Folgendes hin: Wir wissen aus vielen Studien, vor allem aus Jugendstudien, aus Wertestudien der Jugend, dass das Interesse der Jugend, an Wahlen teilzunehmen, nicht sehr groß ist. Die Jugendwertestudie zum Beispiel besagt ausdrücklich: Ein geringes Interesse ... (Abg. Krainer: Schauen Sie hinauf auf die Galerie, wie viele ...!) – Lassen Sie mich ausreden, ich werde es Ihnen gleich erklären. Ich glaube fast, dass Sie nicht das wollen, was ich Ihnen erklären möchte, und zwar, dass das geringe Interesse nachgewiesen ist, nämlich daran ... (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) – Lesen Sie nach! Das geringe Interesse ist nicht daran nachgewiesen, dass Politik im traditionellen Wert abgelehnt wird. Das ist es nicht! (Abg. Dr. Brinek – in Richtung SPÖ –: Lesen!)
Abg. Dr. Brinek – in Richtung SPÖ –: Lesen!
Ich weise auf Folgendes hin: Wir wissen aus vielen Studien, vor allem aus Jugendstudien, aus Wertestudien der Jugend, dass das Interesse der Jugend, an Wahlen teilzunehmen, nicht sehr groß ist. Die Jugendwertestudie zum Beispiel besagt ausdrücklich: Ein geringes Interesse ... (Abg. Krainer: Schauen Sie hinauf auf die Galerie, wie viele ...!) – Lassen Sie mich ausreden, ich werde es Ihnen gleich erklären. Ich glaube fast, dass Sie nicht das wollen, was ich Ihnen erklären möchte, und zwar, dass das geringe Interesse nachgewiesen ist, nämlich daran ... (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) – Lesen Sie nach! Das geringe Interesse ist nicht daran nachgewiesen, dass Politik im traditionellen Wert abgelehnt wird. Das ist es nicht! (Abg. Dr. Brinek – in Richtung SPÖ –: Lesen!)
Beifall bei der ÖVP.
Weiters glaube ich auch, dass mit einer parteipolitisch motivierten Politisierung der Jugend in den Klassenzimmern eigentlich nicht wirklich Politikinteresse geweckt werden kann. Ich möchte auch sagen, dass 18 Jahre, das Alter, mit dem diese Teilnahme jetzt anfängt, kein so schlecht gewähltes Alterslimit ist. Die Schule oder die Lehre endet, das ist ein Alter, in dem viele Jugendliche ihre Berufswahl treffen. Man wird volljährig mit 18. Daher kann man 18 als richtiges Schlüsselalter annehmen, ab dem auch die Partizipation im demokratischen Wege möglich ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Heinisch-Hosek: Frau Oberlehrerin! Stundenkürzungen!
Nichtsdestotrotz denke ich, dass die Jugend an die Demokratie herangeführt werden muss und dass wir hier auch verstärkt politische Bildung in der Schule vorsehen sollten. (Abg. Heinisch-Hosek: Frau Oberlehrerin! Stundenkürzungen!) Die Senkung auf 16 Jahre, Frau Kollegin Oberlehrerin, ist in Wirklichkeit eine populistische Forderung; das klingt einfach modern.
Abg. Krainer: Das habe ich Ihnen schon in der ersten Lesung erklärt!
Ich habe Sie schon einmal gefragt. Warum nicht 15, warum nicht 14, warum nicht zwölf? (Abg. Krainer: Das habe ich Ihnen schon in der ersten Lesung erklärt!) – Teilnahme, Partizipation ist wichtig, Politik für die Jugend war und ist der ÖVP immer wichtig. Da müssen wir Lösungen finden. Sie finden uns als Partner für kluge Lösungen, Sie finden uns nicht als Partner für Populismus. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe Sie schon einmal gefragt. Warum nicht 15, warum nicht 14, warum nicht zwölf? (Abg. Krainer: Das habe ich Ihnen schon in der ersten Lesung erklärt!) – Teilnahme, Partizipation ist wichtig, Politik für die Jugend war und ist der ÖVP immer wichtig. Da müssen wir Lösungen finden. Sie finden uns als Partner für kluge Lösungen, Sie finden uns nicht als Partner für Populismus. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Im ersten Teil ihrer Ausführungen hatte meine Vorrednerin ja durchaus in manchen Sachen Recht. Ich möchte aber am Anfang eine Berichtigung machen: Zu dieser Regelung ist keine Initiative von der ÖVP ausgegangen, sondern es war Herr Abgeordneter Krainer, der sich hier besonders eingesetzt hat – und er gehört immer noch der SPÖ an. (Beifall bei der SPÖ.) – Das nur zur Richtigstellung, dass man sich vieles an den Hut heftet, was man eigentlich lange Zeit verhindert hat.
Abg. Scheibner: Das wollte die Opposition, Herr Kollege!
Schade ist nur, dass auch diese Lösung von der ÖVP mehrere Monate lang verzögert wurde, denn wir waren eigentlich bereits im Frühsommer mit dieser Lösung fertig und hatten sie auch vereinbart. Trotzdem wurde vertagt. Das lässt natürlich den Verdacht aufkommen, dass man kein Präjudiz (Abg. Scheibner: Das wollte die Opposition, Herr Kollege!) für die Landeswahlordnungen in Oberösterreich und in Tirol schaffen wollte, mit dem man unter Umständen Gefahr laufen könnte, in diesen Bundesländern jene jungen Leute zur Wahl zu bringen, die vielleicht nicht genehm sind. (Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn!) Letztendlich ist es nicht aufzuhalten, und es wird auch dort den Vollzug dieses oder eines ähnlichen Gesetzes geben.
Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn!
Schade ist nur, dass auch diese Lösung von der ÖVP mehrere Monate lang verzögert wurde, denn wir waren eigentlich bereits im Frühsommer mit dieser Lösung fertig und hatten sie auch vereinbart. Trotzdem wurde vertagt. Das lässt natürlich den Verdacht aufkommen, dass man kein Präjudiz (Abg. Scheibner: Das wollte die Opposition, Herr Kollege!) für die Landeswahlordnungen in Oberösterreich und in Tirol schaffen wollte, mit dem man unter Umständen Gefahr laufen könnte, in diesen Bundesländern jene jungen Leute zur Wahl zu bringen, die vielleicht nicht genehm sind. (Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn!) Letztendlich ist es nicht aufzuhalten, und es wird auch dort den Vollzug dieses oder eines ähnlichen Gesetzes geben.
Abg. Dr. Brinek: Sie hat differenziert geantwortet!
welchen Studien von irgendwelchen Leuten, die irgendwelche Meinungen abgeben. (Abg. Dr. Brinek: Sie hat differenziert geantwortet!)
Abg. Scheibner: Was? Mit 16?
Man lässt sie alle Geschäfte des täglichen Lebens verrichten: Sie können Verträge abschließen, sie können Konten eröffnen, sie können Steuer zahlen. (Abg. Scheibner: Was? Mit 16?) Alle Geschäfte des täglichen Lebens sind erlaubt und werden auch gemacht. Sie dürfen Steuern zahlen, dürfen aber nicht über die Verwendung dieser ihrer Steuern mitbestimmen. Das ist erstens ein logisch falscher Schluss und zweitens auch im Hinblick auf den Generationenvertrag, der in den Diskussionen der letzten Monate so oft beschworen wurde, schlecht.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es gibt absurde Vorstellungen wie etwa das „Vertretungswahlrecht“ für Kinder für deren Eltern. Das ist meiner Meinung nach wirklich an den Haaren herbeigezogen! Aber denjenigen, die schon steuerliche Leistungen, und somit Leistungen für diesen Staat erbringen, das Wahlrecht nicht zu geben, ist absurd. Eine solche Ausweitung des Wahlrechts abzulehnen, ist antik, meiner Meinung nach vollkommen veraltet und zeigt eindeutig die konservative Politik, diese Versteinerungspolitik, wie sie im konservativen Lager nach wie vor üblich ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist aber nicht seriös, diese Argumentation!
Überhaupt ist für mich die ganze Diskussion merkwürdig, wenn die Frau Bundesminister von einer Generation, die mehr auf Partys geht, als Kinder macht, spricht, letztendlich aber selber Kinder hat, die wiederum keine Kinder haben und Doppelverdiener sind. Man kann natürlich immer mit zweierlei Maß messen. Wenn es mich selbst betrifft, dann lieber nicht, wenn es die andern betrifft, dann schon. (Abg. Scheibner: Das ist aber nicht seriös, diese Argumentation!) – Das ist schon seriös, weil es so ist. Es ist eine Tatsache! Man kann immer Wasser predigen und Wein trinken. Wenn für die anderen das Wasser recht ist, dann soll es aber auch für denjenigen, der eine solche Diskussion eröffnet, recht sein.
Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Damit schließen Sie Menschen aus!
Es ist schade, dass man sich von Seiten der Regierungsparteien nicht zu einer Wahlaltersenkung durchringt. Sie wäre höchst an der Zeit, sie wäre notwendig! Aber Sie ziehen permanent einen alten Kalauer hervor, nämlich die Briefwahl (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Damit schließen Sie Menschen aus!), die, wie Sie selbst gesagt haben, bereits überholt ist, weil sie wahrscheinlich durch das E-Voting überholt wird. Es wäre wahrscheinlich gescheiter, wenn wir uns gleich über die neue Lösung unterhalten, als die alte permanent aus den Hut zu ziehen – als irgendeine Forderung, die mehrmals auf den Tisch kommt, aber immer gleich schlecht bleibt! (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Die ist nicht schlecht!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Die ist nicht schlecht!
Es ist schade, dass man sich von Seiten der Regierungsparteien nicht zu einer Wahlaltersenkung durchringt. Sie wäre höchst an der Zeit, sie wäre notwendig! Aber Sie ziehen permanent einen alten Kalauer hervor, nämlich die Briefwahl (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Damit schließen Sie Menschen aus!), die, wie Sie selbst gesagt haben, bereits überholt ist, weil sie wahrscheinlich durch das E-Voting überholt wird. Es wäre wahrscheinlich gescheiter, wenn wir uns gleich über die neue Lösung unterhalten, als die alte permanent aus den Hut zu ziehen – als irgendeine Forderung, die mehrmals auf den Tisch kommt, aber immer gleich schlecht bleibt! (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Die ist nicht schlecht!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist schade, dass man sich von Seiten der Regierungsparteien nicht zu einer Wahlaltersenkung durchringt. Sie wäre höchst an der Zeit, sie wäre notwendig! Aber Sie ziehen permanent einen alten Kalauer hervor, nämlich die Briefwahl (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Damit schließen Sie Menschen aus!), die, wie Sie selbst gesagt haben, bereits überholt ist, weil sie wahrscheinlich durch das E-Voting überholt wird. Es wäre wahrscheinlich gescheiter, wenn wir uns gleich über die neue Lösung unterhalten, als die alte permanent aus den Hut zu ziehen – als irgendeine Forderung, die mehrmals auf den Tisch kommt, aber immer gleich schlecht bleibt! (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Die ist nicht schlecht!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Heinisch-Hosek: Wir!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich werde mich nicht an dieser fast mit einer DNA-Analyse vorgenommenen Untersuchung beteiligen, wer jetzt der Urheber dieser Reform ist. (Abg. Heinisch-Hosek: Wir!) Seien wir doch froh, dass wir einmal in einer wichtigen Frage des Wahlrechts, eines gerechten Wahlrechts gerade für die jungen Österreicherinnen und Österreicher, gemeinsam einen Konsens erzielt haben. Ich werde auch nicht die Frage stellen, wer diesen Unsinn eingeführt hat, dass wir das Wahlalter zwar theoretisch mit 18 Jahren festgelegt haben, der Stichtag aber mit 1. Jänner des Wahljahres normiert wurde, sodass beim letzten Mal, einer Dezemberwahl, über 80 000 per Verfassung Wahlberechtigte nicht wählen konnten.
Abg. Gradwohl: Steuern zahlen!
Allerdings, Herr Abgeordneter Wittmann, sollte man, wenn man schon Vergleiche bringt wie, dass sie Auto fahren und schon Verträge abschließen dürfen und so weiter (Abg. Gradwohl: Steuern zahlen!) – und Steuern bezahlen dürfen, dann auch exakt argumentieren, denn wenn Sie hier diese Möglichkeit, Geschäfte des täglichen Lebens abzuschließen, als Argument für ein Wahlalter von 16 Jahren anführen, dann müssen Sie wissen, dass der mündige Minderjährige, um den es sich hiebei handelt, schon mit 14 beginnt. Also: Das richtige Argument auch für den richtigen Faktor heranziehen und nicht das eine ein bisschen unter den Tisch kehren!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diesbezüglich haben wir wirklich einiges zu tun, und zwar endlich zu tun, um unsere Strukturen – und ich sage noch einmal, das gilt wohl für alle Parteien hier – so zu überdenken, auch den Modus der Erstellung von Kandidatenlisten, auch die Frage, wie die Mechanismen in den Jugendorganisationen, die alle schon bessere Zeiten hatten, was ihren Einfluss in der Politik und in der Öffentlichkeit anbelangt, adaptiert werden können, dass sie für junge Menschen in Zukunft attraktiver gestaltet werden. Jeder, der hinsichtlich dieser Frage für seine Partei einen neuen, einen richtigen Weg aufzeigt, hat in Wirklichkeit für das gesamte parteipolitische Gefüge viel getan! Das sei uns allen und unseren Parteizentralen ins Stammbuch geschrieben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich sage es noch einmal: Der heutige Tag ist positiv, da wir alle, alle Fraktionen dieses Hauses, der Gerechtigkeit im Wahlrecht, im Wahlsystem einen Schritt weiter zum Durchbruch verholfen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: „Lex Glawischnig“!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Die Reife einer Demokratie misst sich meiner Meinung nach an zwei Kriterien (Ruf bei den Freiheitlichen: „Lex Glawischnig“!): am Umgang mit Minderheiten und daran, in welchem Ausmaß Partizipation gewährleistet ist.
Beifall bei den Grünen.
Dies belegt die Wahlbeteiligungskurve. Wir kennen diese Kurve. Bei jenen mit 18 Jahren ist die Wahlbeteiligung noch relativ niedrig, sie steigt dann mit dem Lebensalter an. Aber gerade die ganz jungen Leute haben ein sehr hohes Interesse daran, sich zu beteiligen. Und es ist extrem wichtig, das auch zu berücksichtigen! Es ist das erste Mal, und die Erfahrungen aus Deutschland, aus Graz, aus Kärnten und aus dem Burgenland zeigen, dass das der richtige Weg wäre. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Im Übrigen, um auch ein Argument von Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer zu entkräften, wählen wir in der Regel – Ausnahmen bestätigen die Regel – nur alle vier Jahre. (Heiterkeit bei den Grünen.) – Verzeihen Sie, dass ich jetzt Sie angeschaut habe, Herr Scheibner! Das war wohl eine Assoziation zu Freiheitlichen in der Regierung. – Da wir also in der Regel nur alle vier Jahre wählen, bedeutet das, dass das durchschnittliche Alter der ErstwählerInnen 18 Jahre, und nicht 16 wäre.
Beifall bei den Grünen.
Bei der letzten Nationalratswahl war dieser Effekt durch diese Stichtagsregelung noch höher. Infolge dieser geringen Möglichkeit, das nur alle vier Jahre zu machen, wäre es, denke ich, zusätzlich gerechtfertigt, dieser Generation von 16 bis 20 die Möglichkeit zu geben, sich zu beteiligen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! „Auch“!
Diese Generation, die oft als „Internet-Generation“ bezeichnet worden ist, ist an Politik interessiert. Ich glaube, man muss das zur Kenntnis nehmen, dass es eine Differenzierung gibt zwischen Parteipolitik und inhaltlicher Politik. Und ich glaube nicht, Herr Kollege Scheibner, dass man Politik nur innerhalb von Parteien machen kann, im Gegenteil! (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! „Auch“!) Ich halte soziale Bewegungen, aber auch, dass junge Leute, wie jetzt beim Irak-Krieg, für etwas auf die Straße gehen, ebenfalls für politische Aktivitäten. Das ist eine Zivilgesellschaft, die politisch aktiv ist.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Mitterlehner: Sollen sie in die Politik gehen!
Auch Vereine, NGOs, also Nichtregierungsorganisationen, sind ein Teil des politischen Lebens. Wir sollten diese im politischen Leben mit Rechten bedenken. Wir kämpfen schon lange darum, dass NGOs auch in Verfahren gewisse Möglichkeiten haben. Mehr Beteiligung für Politik machen, nicht nur in den Parteien, wäre eine wichtige Frage, mit der Sie, denke ich, bei Jugendlichen sehr viel Anerkennung finden würden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Mitterlehner: Sollen sie in die Politik gehen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Wichtig ist, dass sie spricht!
nach vor!“. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Wichtig ist, dass sie spricht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Aber reden dürfen sie nicht! – Abg. Krainer: Da halte ich aber schon mit, oder?
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Kollegin Glawischnig! Ich finde es schade – um bei Ihrem Wort zu bleiben –, dass nur wir Jugendvertreter hier im Parlament haben, denn nur wir von der ÖVP haben drei, die sich wirklich jung nennen können. Das finde ich schade! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Aber reden dürfen sie nicht! – Abg. Krainer: Da halte ich aber schon mit, oder?)
Abg. Sburny: Manche ... aber nicht!
Wir waren alle einmal jung (Abg. Sburny: Manche ... aber nicht!), aber das ist unser Schicksal. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Gott sei Dank sitzen einige unserer Fraktion auch heute noch hier. Wenn ich in die SPÖ-Fraktion schaue, da sind die meisten schon mehr ergraut als ich, liebe Kollegin! (Abg. Mag. Wurm: Hand aufs Herz: Sagen Sie, dass wir alt sind! – Weitere Zwischenrufe.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir waren alle einmal jung (Abg. Sburny: Manche ... aber nicht!), aber das ist unser Schicksal. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Gott sei Dank sitzen einige unserer Fraktion auch heute noch hier. Wenn ich in die SPÖ-Fraktion schaue, da sind die meisten schon mehr ergraut als ich, liebe Kollegin! (Abg. Mag. Wurm: Hand aufs Herz: Sagen Sie, dass wir alt sind! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Wurm: Hand aufs Herz: Sagen Sie, dass wir alt sind! – Weitere Zwischenrufe.
Wir waren alle einmal jung (Abg. Sburny: Manche ... aber nicht!), aber das ist unser Schicksal. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Gott sei Dank sitzen einige unserer Fraktion auch heute noch hier. Wenn ich in die SPÖ-Fraktion schaue, da sind die meisten schon mehr ergraut als ich, liebe Kollegin! (Abg. Mag. Wurm: Hand aufs Herz: Sagen Sie, dass wir alt sind! – Weitere Zwischenrufe.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen. – Abg. Heinisch-Hosek: Sie sagen es! – Abg. Mag. Wurm: Bravo!
Ich kann mich noch daran erinnern, dass, als ich mit Klubobmann Cap und Herrn Gusenbauer seinerzeit in der österreichischen Friedensbewegung und bei anderen Treffen zusammen war, auch für uns noch galt, dass wir jung waren. Aber manche von uns glauben, immer jung zu bleiben, für immer jung! Es ist nicht nur immer eine Sache des Alters, ob man jung ist, sondern auch eine Sache der Einstellung. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen. – Abg. Heinisch-Hosek: Sie sagen es! – Abg. Mag. Wurm: Bravo!) – Ich freue mich, dass Sie da meiner Meinung sind. Wir haben hier kein Problem mit der Jugend, überhaupt nicht!
Abg. Sburny: Manchmal aber auch Mütter!
Für mich sehr interessant ist – und das ist wieder das Positive –, dass sich alle vier Fraktionen darin einig sind, dass wir mit dem, was wir heute beschließen, in eine richtige Richtung unterwegs sind, dass das richtig und gut ist. Und wie überall haben dann Erfolge viele Väter. (Abg. Sburny: Manchmal aber auch Mütter!) Wenn etwas als Niederlage gesehen wird, ist es meistens ein Waisenkind.
Abg. Dr. Glawischnig: Warum?
Noch eine Bemerkung zur Wahlaltersenkung auf 16 Jahre: Niemand von uns, niemand in der ÖVP hat, wie es angedeutet worden ist, Angst vor einem Wahlalter von 16 Jahren! Die Frage ist aber immer, ob es richtig ist, wenn man diesen Schritt setzt. Es ist eine völlige Verkehrung von Fakten, wenn man uns unterstellt, dass wir aus parteipolitischen Motiven nicht dafür sind. Wir halten es schlichtweg demokratiepolitisch nicht für zielführend und auch nicht für sinnvoll. (Abg. Dr. Glawischnig: Warum?)
Abg. Öllinger: Manchmal ist das auch so!
Und wir sind da auch nicht versteinert, Kollege Wittmann, denn dann wäre ganz Europa versteinert. (Abg. Öllinger: Manchmal ist das auch so!) Wo ist bei einer gesetzgebenden Körperschaft in Europa das Wahlalter 16? Wo? (Abg. Heinisch-Hosek: Beispiel ...!) – Das gute Beispiel ist, die Jugend hier, Schritt für Schritt, ... (Abg. Mag. Wurm: Man kann ja auch Vorreiter sein!) – Ja wir sind doch hier Vorreiter! Die erste Gemeinde, in der mit 16 Jahren gewählt werden konnte, war in der Steiermark, nämlich das kleine Oberzeiring. (Abg. Dr. Glawischnig: ... gesetzgebende Körperschaft!) Dort gab es eine von der SPÖ unterstützte Bürgermeisterin. Nach Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre haben wir jetzt einen ÖVP-Bürgermeister. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Heinisch-Hosek: Beispiel ...!
Und wir sind da auch nicht versteinert, Kollege Wittmann, denn dann wäre ganz Europa versteinert. (Abg. Öllinger: Manchmal ist das auch so!) Wo ist bei einer gesetzgebenden Körperschaft in Europa das Wahlalter 16? Wo? (Abg. Heinisch-Hosek: Beispiel ...!) – Das gute Beispiel ist, die Jugend hier, Schritt für Schritt, ... (Abg. Mag. Wurm: Man kann ja auch Vorreiter sein!) – Ja wir sind doch hier Vorreiter! Die erste Gemeinde, in der mit 16 Jahren gewählt werden konnte, war in der Steiermark, nämlich das kleine Oberzeiring. (Abg. Dr. Glawischnig: ... gesetzgebende Körperschaft!) Dort gab es eine von der SPÖ unterstützte Bürgermeisterin. Nach Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre haben wir jetzt einen ÖVP-Bürgermeister. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Man kann ja auch Vorreiter sein!
Und wir sind da auch nicht versteinert, Kollege Wittmann, denn dann wäre ganz Europa versteinert. (Abg. Öllinger: Manchmal ist das auch so!) Wo ist bei einer gesetzgebenden Körperschaft in Europa das Wahlalter 16? Wo? (Abg. Heinisch-Hosek: Beispiel ...!) – Das gute Beispiel ist, die Jugend hier, Schritt für Schritt, ... (Abg. Mag. Wurm: Man kann ja auch Vorreiter sein!) – Ja wir sind doch hier Vorreiter! Die erste Gemeinde, in der mit 16 Jahren gewählt werden konnte, war in der Steiermark, nämlich das kleine Oberzeiring. (Abg. Dr. Glawischnig: ... gesetzgebende Körperschaft!) Dort gab es eine von der SPÖ unterstützte Bürgermeisterin. Nach Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre haben wir jetzt einen ÖVP-Bürgermeister. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig: ... gesetzgebende Körperschaft!
Und wir sind da auch nicht versteinert, Kollege Wittmann, denn dann wäre ganz Europa versteinert. (Abg. Öllinger: Manchmal ist das auch so!) Wo ist bei einer gesetzgebenden Körperschaft in Europa das Wahlalter 16? Wo? (Abg. Heinisch-Hosek: Beispiel ...!) – Das gute Beispiel ist, die Jugend hier, Schritt für Schritt, ... (Abg. Mag. Wurm: Man kann ja auch Vorreiter sein!) – Ja wir sind doch hier Vorreiter! Die erste Gemeinde, in der mit 16 Jahren gewählt werden konnte, war in der Steiermark, nämlich das kleine Oberzeiring. (Abg. Dr. Glawischnig: ... gesetzgebende Körperschaft!) Dort gab es eine von der SPÖ unterstützte Bürgermeisterin. Nach Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre haben wir jetzt einen ÖVP-Bürgermeister. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Und wir sind da auch nicht versteinert, Kollege Wittmann, denn dann wäre ganz Europa versteinert. (Abg. Öllinger: Manchmal ist das auch so!) Wo ist bei einer gesetzgebenden Körperschaft in Europa das Wahlalter 16? Wo? (Abg. Heinisch-Hosek: Beispiel ...!) – Das gute Beispiel ist, die Jugend hier, Schritt für Schritt, ... (Abg. Mag. Wurm: Man kann ja auch Vorreiter sein!) – Ja wir sind doch hier Vorreiter! Die erste Gemeinde, in der mit 16 Jahren gewählt werden konnte, war in der Steiermark, nämlich das kleine Oberzeiring. (Abg. Dr. Glawischnig: ... gesetzgebende Körperschaft!) Dort gab es eine von der SPÖ unterstützte Bürgermeisterin. Nach Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre haben wir jetzt einen ÖVP-Bürgermeister. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die zweite Gemeinde in der Steiermark mit einem Wahlalter von 16 Jahren war die Landeshauptstadt Graz. In der Landeshauptstadt Graz hätten wir nicht elf Prozent zugelegt, wenn wir nicht bei der Jugend, bei den 16- bis 18-Jährigen, überdurchschnittlich gewonnen hätten! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Sehen Sie, wie altruistisch wir sind! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Also dort, wo es auf kommunaler Ebene sinnvoll ist, hat sich die Jugend immer eindeutig ... (Abg. Mag. Wurm: Sehen Sie, wie altruistisch wir sind! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Es ist so! Das sind Fakten! (Abg. Krainer: Burgenland!) Diese Wahlen waren erst nachher. (Abg. Krainer: Burgenland! Graz war lange nach dem Burgenland!) Es war das kleine Oberzeiring – ich sage es Ihnen noch einmal –, wo erstmals in Österreich Sechzehnjährige wählen durften. (Abg. Krainer: Graz war viel später!) – Vorher war Oberzeiring! (Abg. Krainer: Graz war viel später!) – Lassen Sie Oberzeiring, dieser kleinen Gemeinde, die Freude, dass dort erstmals in Österreich Sechzehnjährige wählen durften!
Abg. Krainer: Burgenland!
Also dort, wo es auf kommunaler Ebene sinnvoll ist, hat sich die Jugend immer eindeutig ... (Abg. Mag. Wurm: Sehen Sie, wie altruistisch wir sind! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Es ist so! Das sind Fakten! (Abg. Krainer: Burgenland!) Diese Wahlen waren erst nachher. (Abg. Krainer: Burgenland! Graz war lange nach dem Burgenland!) Es war das kleine Oberzeiring – ich sage es Ihnen noch einmal –, wo erstmals in Österreich Sechzehnjährige wählen durften. (Abg. Krainer: Graz war viel später!) – Vorher war Oberzeiring! (Abg. Krainer: Graz war viel später!) – Lassen Sie Oberzeiring, dieser kleinen Gemeinde, die Freude, dass dort erstmals in Österreich Sechzehnjährige wählen durften!
Abg. Krainer: Burgenland! Graz war lange nach dem Burgenland!
Also dort, wo es auf kommunaler Ebene sinnvoll ist, hat sich die Jugend immer eindeutig ... (Abg. Mag. Wurm: Sehen Sie, wie altruistisch wir sind! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Es ist so! Das sind Fakten! (Abg. Krainer: Burgenland!) Diese Wahlen waren erst nachher. (Abg. Krainer: Burgenland! Graz war lange nach dem Burgenland!) Es war das kleine Oberzeiring – ich sage es Ihnen noch einmal –, wo erstmals in Österreich Sechzehnjährige wählen durften. (Abg. Krainer: Graz war viel später!) – Vorher war Oberzeiring! (Abg. Krainer: Graz war viel später!) – Lassen Sie Oberzeiring, dieser kleinen Gemeinde, die Freude, dass dort erstmals in Österreich Sechzehnjährige wählen durften!
Abg. Krainer: Graz war viel später!
Also dort, wo es auf kommunaler Ebene sinnvoll ist, hat sich die Jugend immer eindeutig ... (Abg. Mag. Wurm: Sehen Sie, wie altruistisch wir sind! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Es ist so! Das sind Fakten! (Abg. Krainer: Burgenland!) Diese Wahlen waren erst nachher. (Abg. Krainer: Burgenland! Graz war lange nach dem Burgenland!) Es war das kleine Oberzeiring – ich sage es Ihnen noch einmal –, wo erstmals in Österreich Sechzehnjährige wählen durften. (Abg. Krainer: Graz war viel später!) – Vorher war Oberzeiring! (Abg. Krainer: Graz war viel später!) – Lassen Sie Oberzeiring, dieser kleinen Gemeinde, die Freude, dass dort erstmals in Österreich Sechzehnjährige wählen durften!
Abg. Krainer: Graz war viel später!
Also dort, wo es auf kommunaler Ebene sinnvoll ist, hat sich die Jugend immer eindeutig ... (Abg. Mag. Wurm: Sehen Sie, wie altruistisch wir sind! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Es ist so! Das sind Fakten! (Abg. Krainer: Burgenland!) Diese Wahlen waren erst nachher. (Abg. Krainer: Burgenland! Graz war lange nach dem Burgenland!) Es war das kleine Oberzeiring – ich sage es Ihnen noch einmal –, wo erstmals in Österreich Sechzehnjährige wählen durften. (Abg. Krainer: Graz war viel später!) – Vorher war Oberzeiring! (Abg. Krainer: Graz war viel später!) – Lassen Sie Oberzeiring, dieser kleinen Gemeinde, die Freude, dass dort erstmals in Österreich Sechzehnjährige wählen durften!
Abg. Mag. Wurm: Ach! Nicht?
Also: Aus rein parteipolitischen Gründen könnten wir sofort sagen: Ja, bitte Wahlalter 16! Aber Wahlrechtsfragen sind für uns keine Fragen, die man durch die parteipolitische Brille betrachten sollte. (Abg. Mag. Wurm: Ach! Nicht?) – Nein, sondern Wahlrechtsfragen sollen, so wie wir es heute in vorbildlicher Art und Weise machen, mit einer Vier-Parteien-Einigung beschlossen werden. Das nämlich muss unser Ziel sein: eine Vier-Parteien-Einigung, wie wir sie heute hier geschafft haben!
Abg. Öllinger: Warum wollen Sie den Rest nicht wählen lassen?
Jetzt muss man fragen: warum? Und da, sage ich Ihnen, ist es unsere Aufgabe, in viel breiteren Bereichen, als es bisher möglich war, Partizipation und Mitwirkung für die Jugend zu ermöglichen. (Abg. Öllinger: Warum wollen Sie den Rest nicht wählen lassen?) Da hat mir sehr gefallen, was Klubobmann Scheibner gesagt hat: Es sind alle Parteien gefordert, darüber nachzudenken – bei der demographischen Entwicklung, die wir haben –, wie wir es auch parteiintern schaffen, dass Junge, die mittun wollen, auch das Gefühl haben, ernst genommen zu werden, und dann auch die Chance haben, Mandate zu besetzen – ob auf Gemeindeebene, auf Landes- oder auf Bundesebene.
Abg. Krainer: Haben wir ja nicht ausgelassen!
Wenn Sie jetzt sagen: Diesen Schritt lassen wir aus, wir gehen gleich zum E-Voting über!, dann ist das für mich alles andere als logisch. (Abg. Krainer: Haben wir ja nicht ausgelassen!) Obwohl ich sehr wohl dafür bin, dass wir uns rechtzeitig darauf einstellen. Denn das wäre jene Form der Beteiligung, die dann ganz massiv gerade auch wieder von Jüngeren, für die es selbstverständlich ist, mit diesem Medium zu arbeiten, in Anspruch genommen würde. (Abg. Öllinger: Da müssen sie aber auch wählen dürfen!)
Abg. Öllinger: Da müssen sie aber auch wählen dürfen!
Wenn Sie jetzt sagen: Diesen Schritt lassen wir aus, wir gehen gleich zum E-Voting über!, dann ist das für mich alles andere als logisch. (Abg. Krainer: Haben wir ja nicht ausgelassen!) Obwohl ich sehr wohl dafür bin, dass wir uns rechtzeitig darauf einstellen. Denn das wäre jene Form der Beteiligung, die dann ganz massiv gerade auch wieder von Jüngeren, für die es selbstverständlich ist, mit diesem Medium zu arbeiten, in Anspruch genommen würde. (Abg. Öllinger: Da müssen sie aber auch wählen dürfen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher zusammenfassend und auf den Punkt gebracht: Lassen Sie zu, dass wir eine bessere Möglichkeit haben, was die Wahlberechtigung betrifft, denn ich halte es – und das sage ich abschließend – nicht für gut, wenn bei einzelnen Wahlen – Stichwort letzte Wiener Gemeinderats- und Landtagswahl – die größte Fraktion die Nichtwähler sind. Bei den Europaparlamentswahlen war das noch viel massiver. Der erste Schritt wäre die Briefwahl, und es ist ganz, ganz wichtig, dass wir den nächsten Schritt tun, nachdem wir heute beschlossen haben, den Stichtag mit 18 neu zu regeln. Über alles andere kann man diskutieren. Wenn es sich auf kommunaler Ebene weiter bewährt – und es hat sich bisher bewährt! –, dann bitte ich Sie, den nächsten Schritt mit uns zu gehen und die Briefwahl zu ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das wäre ja keine Fernsehzeit gewesen!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich verstehe jetzt viel besser, warum es nicht gewünscht war, dass dieses Thema heute in der Fernsehzeit diskutiert wird (Abg. Scheibner: Das wäre ja keine Fernsehzeit gewesen!), denn, angefangen von der Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer, dermaßen lustlos ein Thema vorzutragen, mit skurrilen Argumenten gespickt, die überhaupt nicht stimmen, das spricht für sich. (Abg. Dr. Fekter: Da haben Sie nicht aufgepasst! Die Frau Kollegin Baumgartner war ziemlich engagiert und sachlich! Sachlich war sie! Das ist etwas, was Sie nicht kennen!)
Abg. Dr. Fekter: Da haben Sie nicht aufgepasst! Die Frau Kollegin Baumgartner war ziemlich engagiert und sachlich! Sachlich war sie! Das ist etwas, was Sie nicht kennen!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich verstehe jetzt viel besser, warum es nicht gewünscht war, dass dieses Thema heute in der Fernsehzeit diskutiert wird (Abg. Scheibner: Das wäre ja keine Fernsehzeit gewesen!), denn, angefangen von der Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer, dermaßen lustlos ein Thema vorzutragen, mit skurrilen Argumenten gespickt, die überhaupt nicht stimmen, das spricht für sich. (Abg. Dr. Fekter: Da haben Sie nicht aufgepasst! Die Frau Kollegin Baumgartner war ziemlich engagiert und sachlich! Sachlich war sie! Das ist etwas, was Sie nicht kennen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn Herr Kollege Lopatka Studien zitiert, soll er nicht immer die Hälfte weglassen. Die Dreizehn- bis Sechzehnjährigen, die von dieser großen Studie in Wien erfasst wurden, waren sehr wohl dafür, dass sie mit 16 wählen dürfen. Die Älteren haben das nur nicht so betrachtet, sehr geehrte Frau Kollegin Fekter, und jung sein allein ist noch kein Programm. Ich kann jung sein, aber alte Thesen vertreten. Das sieht man sehr genau an der Kollegin Fuhrmann mit ihrer Generationendebatte, die sie als Scheindebatte gegen die Frau Bundesministerin Gehrer führt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Murauer: Warum sind Sie gegen die Briefwahl?
Sie haben bisher immer so viel Mut bei Ihren Reformen gehabt. (Abg. Murauer: Warum sind Sie gegen die Briefwahl?) Sie haben mit großer Geschwindigkeit Beschlüsse
Abg. Murauer: Sagen Sie in einem Satz, warum Sie gegen eine Briefwahl sind!
gefasst, wie etwa eine Pensionskürzungsreform, die genau diese Jugendlichen trifft, die in 30 Jahren minus 30, minus 40 Prozent Pensionen bekommen werden. (Abg. Murauer: Sagen Sie in einem Satz, warum Sie gegen eine Briefwahl sind!) Ich verstehe, dass Sie nicht in der Fernsehzeit darüber diskutieren wollen: weil das Themen sind, die die Jugendlichen treffen, Sie aber mit der Internet-Generation überhaupt nichts am Hut haben und dieser Bevölkerungsgruppe null Interesse entgegenbringen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
gefasst, wie etwa eine Pensionskürzungsreform, die genau diese Jugendlichen trifft, die in 30 Jahren minus 30, minus 40 Prozent Pensionen bekommen werden. (Abg. Murauer: Sagen Sie in einem Satz, warum Sie gegen eine Briefwahl sind!) Ich verstehe, dass Sie nicht in der Fernsehzeit darüber diskutieren wollen: weil das Themen sind, die die Jugendlichen treffen, Sie aber mit der Internet-Generation überhaupt nichts am Hut haben und dieser Bevölkerungsgruppe null Interesse entgegenbringen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Keine Briefwahl! Ihr verhindert das!
Meine Damen und Herren, ich wiederhole es gerne noch einmal: Es waren immerhin 85 000 junge Leute, die, obwohl sie volljährig waren, bei der letzten Wahl nicht wahlberechtigt waren. (Abg. Dr. Fekter: Keine Briefwahl! Ihr verhindert das!) Sie haben nicht sofort reagiert. Es waren die Initiativen der SPÖ und der Grünen, die Sie Monate lang darüber nachdenken ließen, ob Sie überhaupt etwas ändern sollen. Der Druck ist größer geworden, und dann haben Sie sich mit der Opposition auf eine Vier-Parteien-Einigung verständigt. Im Juni – eigentlich viel zu spät; das hätten wir alles noch vor dem Sommer beschließen können – ist der Vier-Parteien-Antrag endlich zu Stande gekommen, und heute – wir werden natürlich dabei sein bei diesem Vier-Parteien-Antrag – können wir das beschließen.
Abg. Murauer: Ach so?
Und weil heute das Kinderwahlrecht angesprochen wurde. – Das wird plötzlich sympathisch gefunden vom Herrn Minister Bartenstein, von der Frau Ministerin Gehrer. Diese beiden sind ohnehin die größten Verhinderer im Bereich der Bildung und Ausbildung der jungen Menschen (Abg. Murauer: Ach so?), und jetzt finden sie es sympathisch, wenn die Eltern über die Köpfe der Jungen hinweg irgendwelche Stimmen abgeben?
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Jugend allein ist noch kein Programm. Ich orte bei Ihnen allen große Jugendverdrossenheit, bei allen Mitgliedern der Bundesregierung und allen Kolleginnen und Kollegen der Regierungsparteien hier, denn mit Ihrem Verhalten stoßen Sie wirklich eine große Gruppe von wichtigen jungen Wählerinnen und Wählern – nämlich 200 000 – vor den Kopf. Und Demokratie ist kein Privileg des Alters, Demokratie ist ein Recht auf Mitbestimmung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Öllinger: Sie sind schon sehr bescheiden geworden!
Ich glaube, es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, den Jugendlichen, die bis zum Wahltag ihr 18. Lebensjahr abgeschlossen haben, ein Mitbestimmungsrecht zu geben. Das ist für mich als Jugendvertreter eines der Highlights, die ich bisher in diesem Haus erlebt habe, nämlich ein wichtiger Schritt für unsere Jugend. (Abg. Öllinger: Sie sind schon sehr bescheiden geworden!) – Ja, man wird bescheiden in diesem Haus. (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Ich glaube, es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, den Jugendlichen, die bis zum Wahltag ihr 18. Lebensjahr abgeschlossen haben, ein Mitbestimmungsrecht zu geben. Das ist für mich als Jugendvertreter eines der Highlights, die ich bisher in diesem Haus erlebt habe, nämlich ein wichtiger Schritt für unsere Jugend. (Abg. Öllinger: Sie sind schon sehr bescheiden geworden!) – Ja, man wird bescheiden in diesem Haus. (Heiterkeit.)
Abg. Sburny: Man muss einen jungen Mann überhaupt nicht in ein Formel-1-Auto hineinsetzen! – Abg. Öllinger: Auch eine junge Frau muss weder in die Formel 1 hinein, noch muss sie wählen! Sie soll nur das Recht haben!
setzen, sondern man muss sich, glaube ich, langsam nach oben arbeiten. Das ist auch wichtig. (Abg. Sburny: Man muss einen jungen Mann überhaupt nicht in ein Formel-1-Auto hineinsetzen! – Abg. Öllinger: Auch eine junge Frau muss weder in die Formel 1 hinein, noch muss sie wählen! Sie soll nur das Recht haben!) – Nein, aber wenn ich die Kommunalpolitik mit der Bundespolitik vergleiche, dann kann man den Vergleich Gokart – Formel 1 durchaus ziehen. Von daher sollten wir die Jungendlichen langsam heranbringen. Ich meine, das ist der richtige Weg.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich denke, es ist der richtige Weg, den wir in Kärnten gegangen sind, und ich hoffe, es bleibt noch weiterhin viel Diskussionsstoff auch hier in diesem Haus übrig. Ich bin froh, dass wir heute dieses Wahlaltergesetz, diesen Stichtag, neu definieren und so mehr Jugendlichen eine faire und gerechte Chance geben, zu wählen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Lichtenegger! Ich freue mich ja sehr, dass du sagst, ein langer Wunsch nach – wie hast du gesagt? – einer „Mitbestimmungsphase“ geht zu Ende, und wir sollen jetzt endlich die Jugendlichen einbinden. Mir ist noch nicht ganz klar, warum das bei der Wahlaltersenkung enden soll. Wir werden dazu ja heute einen Antrag einbringen, und die freiheitliche Fraktion ist selbstverständlich herzlich dazu eingeladen, mitzustimmen, wie sie auch in verschiedenen Landtagen schon mitgestimmt hat. Das Problem ist hier, wie auch sonst immer wieder bei Ihnen, dass Sie einmal so und einmal so stimmen und leider keine durchgängige politische Überzeugung in dieser Frage haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Kollege Lichtenegger hat auch diesen Vergleich vom Gokart-Fahren und der Formel 1 gebracht. Abgesehen davon, dass die Gemeindepolitikerinnen und Gemeindepolitiker wahrscheinlich keine große Freude mit diesem Vergleich haben werden, denke ich, beide fahren sinnlos im Kreis herum. Die einen fahren ein bisschen geschwinder und die anderen ein bisschen langsamer, und bei der Formel 1 ist die Ausfallsrate höher, wie Sie wissen, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, aber sonst geht es im Prinzip um die gleiche Sache. Es ist nicht einzusehen, warum Sechzehnjährige nicht auch in der Formel 1 mitbestimmen können. Sie sind dazu sehr wohl in der Lage. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Murauer: Das ist ja nicht schlecht! Die Briefwahl ist ja nichts Böses!
Nach dem Redebeitrag des Kollegen Lopatka ist mir allerdings klar geworden, dass es de facto wohl nicht um das Wahlrecht der 16-Jährigen geht, sondern um die Briefwahl. (Abg. Murauer: Das ist ja nicht schlecht! Die Briefwahl ist ja nichts Böses!) Sie ver-
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Lopatka! Wir machen nicht so Politik, dass wir überlegen: Bringt es uns eine Stimme oder nicht? Hier geht es um die Frage: Sind Sechzehnjährige in der Lage, mitbestimmen zu können, mitwählen zu können?, und wir sagen dazu ein ganz klares Ja. Uns ist es egal, wie diese Sechzehnjährigen abstimmen werden – das ist ihre Entscheidung, aber wir müssen ihnen die Voraussetzung dafür geben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
nicht nur schöne Worte, sondern machen Sie auch entsprechende Politik! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Krainer: Die Jugend der ÖVP!
Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Donabauer. – Bitte. (Abg. Krainer: Die Jugend der ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Kollege! Die Frage ist nicht, wer jung in der ÖVP ist, sondern die Frage ist, wie wir zu diesem Thema stehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Wenn Sie heute hier abwechselnd der ÖVP vorleiern, wie jugendfreundlich Sie seien, dann schauen Sie bitte in unsere Reihen: Hier (in Richtung ÖVP weisend) sitzen die Jungen, und dort (in Richtung SPÖ weisend) haben Sie die alten Gedanken! Das müssen Sie zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Wir senken es nicht ab, leider!
Erfreulich ist die Tatsache, dass wir gemeinsam mit einem Vier-Parteien-Antrag das Wahlalter absenken. (Abg. Öllinger: Wir senken es nicht ab, leider!) Und Sie sollten keiner Partei unterstellen, dass sie nur spekulative Absichten hätte. Das haben ja alle. Ich kenne keine Partei, auch nicht die Ihre, Herr Öllinger, die sagt: Ich will keine Stimmen. Jede Partei hat in der Demokratie das Recht, sich um Wähler zu bemühen und die Wähler um ihr Vertrauen zu bitten. Was wir hier machen, ist, dass wir ganz klar sagen, ab nun sollen die Bürgerinnen und Bürger Österreichs mit 18 Jahren das aktive Wahlrecht ausüben können. Und ich denke, das ist korrekt. (Abg. Öllinger: Das ist aber ein bisschen wenig!)
Abg. Öllinger: Das ist aber ein bisschen wenig!
Erfreulich ist die Tatsache, dass wir gemeinsam mit einem Vier-Parteien-Antrag das Wahlalter absenken. (Abg. Öllinger: Wir senken es nicht ab, leider!) Und Sie sollten keiner Partei unterstellen, dass sie nur spekulative Absichten hätte. Das haben ja alle. Ich kenne keine Partei, auch nicht die Ihre, Herr Öllinger, die sagt: Ich will keine Stimmen. Jede Partei hat in der Demokratie das Recht, sich um Wähler zu bemühen und die Wähler um ihr Vertrauen zu bitten. Was wir hier machen, ist, dass wir ganz klar sagen, ab nun sollen die Bürgerinnen und Bürger Österreichs mit 18 Jahren das aktive Wahlrecht ausüben können. Und ich denke, das ist korrekt. (Abg. Öllinger: Das ist aber ein bisschen wenig!)
Abg. Heinisch-Hosek: Sie treffen ja die Jungen mit Ihrer Pensionskürzungsreform! Das ist eindeutig! Die haben dann nichts!
Frau Kollegin Heinisch-Hosek sagt, das Wahlrecht sei für sie irgendwo suspekt im Zusammenhang mit der Pensionsreform. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie treffen ja die Jungen mit Ihrer Pensionskürzungsreform! Das ist eindeutig! Die haben dann nichts!) Auf Grund ihres fehlenden Weitblickes hat sie heute festgestellt, die Pensionsreform würde den Leuten, die in 30 Jahren in Pension gehen, die Pensionen um 40, 50 Prozent kürzen. – Frau Kollegin! Wenn nichts gemacht werden würde, dann wäre diese Gefahr gegeben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das glauben Sie ja selber nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das glauben Sie ja selber nicht!
Frau Kollegin Heinisch-Hosek sagt, das Wahlrecht sei für sie irgendwo suspekt im Zusammenhang mit der Pensionsreform. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie treffen ja die Jungen mit Ihrer Pensionskürzungsreform! Das ist eindeutig! Die haben dann nichts!) Auf Grund ihres fehlenden Weitblickes hat sie heute festgestellt, die Pensionsreform würde den Leuten, die in 30 Jahren in Pension gehen, die Pensionen um 40, 50 Prozent kürzen. – Frau Kollegin! Wenn nichts gemacht werden würde, dann wäre diese Gefahr gegeben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Das glauben Sie ja selber nicht!)
Abg. Heinisch-Hosek: Nein, nein, nein! – Abg. Krainer: Falsch!
Wir beschließen heute die Absenkung des Wahlalters, korrekt. (Abg. Heinisch-Hosek: Nein, nein, nein! – Abg. Krainer: Falsch!) Wo bleibt bitte der Einstieg in die Briefwahl,
Beifall bei der ÖVP.
ein Vorhaben, über das wir bereits jahrelang diskutieren? Und Sie sind nicht einmal bereit, darüber ein ordentliches Gespräch mit uns zu führen! Das ist ein demokratiepolitisches Vakuum! Das ist eine Schande! Und da sollten Sie sich bewegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Krainer: Das ist nicht Aufgabe des Gesetzgebers!
Ich bin froh darüber, dass es zu dieser Entscheidung gekommen ist, und möchte abschließend noch einen Gedanken einbringen. Nicht nur die Briefwahl ist dringend notwendig, sondern wir sollten auch darüber nachdenken, wie wir die Wahlzeiten attraktiver gestalten können, und zwar so, dass die Menschen auch tatsächlich bei ihrem Tagesablauf die Möglichkeit haben, sich an der Wahl zu beteiligen. (Abg. Krainer: Das ist nicht Aufgabe des Gesetzgebers!) Das sind in Wahrheit die Herausforderungen, die wir zu diskutieren haben, denen wir uns zu stellen haben und die wir in der nächsten Zeit auch zu erledigen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin froh darüber, dass es zu dieser Entscheidung gekommen ist, und möchte abschließend noch einen Gedanken einbringen. Nicht nur die Briefwahl ist dringend notwendig, sondern wir sollten auch darüber nachdenken, wie wir die Wahlzeiten attraktiver gestalten können, und zwar so, dass die Menschen auch tatsächlich bei ihrem Tagesablauf die Möglichkeit haben, sich an der Wahl zu beteiligen. (Abg. Krainer: Das ist nicht Aufgabe des Gesetzgebers!) Das sind in Wahrheit die Herausforderungen, die wir zu diskutieren haben, denen wir uns zu stellen haben und die wir in der nächsten Zeit auch zu erledigen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. – Abg. Dr. Mitterlehner: Wir sagen es der Frau Gehrer!
Dabei treffen Jugendliche vielfach schon vor ihrem 16. Lebensjahr Entscheidungen von erheblicher Tragweite für ihr weiteres Leben. Man denke nur an die Wahl des Ausbildungsweges, an die Berufswahl, an die Verfügungsmöglichkeit über eigenes Geld. Sie tragen Verantwortung in partnerschaftlichen Beziehungen, und dazu gehört zum Beispiel auch verantwortungsbewusste Familienplanung, was ja nicht allen Regierungsmitgliedern recht zu sein scheint. Und da, um beim Thema zu bleiben, hoffe ich schon, dass der Debatte um die Wahlaltersenkung ein anderes Bild von Jugendlichen zu Grunde gelegt wird als das vergnügungssüchtiger Party-Tiger. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. – Abg. Dr. Mitterlehner: Wir sagen es der Frau Gehrer!) – Bitte, richten Sie es ihr aus!
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger
Die Jugend ist wahrscheinlich nicht mehr beeinflussbar als andere Bevölkerungsgruppen, sondern ist vielmehr äußerst kritisch gegenüber Versprechungen von Erwachsenen. Die Politik darf die kritische Auseinandersetzung mit der Jugend nicht scheuen, sondern muss sich auch oder gerade vor der Jugend verantworten. Und das zentrale Mittel der Verantwortung der Politik sind in einer Demokratie die Wahlen, und dieses Mittel dürfen wir den jungen Menschen in diesem Land nicht mehr länger vorenthalten. Hier appelliere ich besonders an die Jugendvertreterin und den Jugendvertreter der Regierungsparteien. Emanzipieren Sie sich von Ihrer Rolle als jugendliches Feigenblatt einer ultrakonservativen Politik (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger), und besinnen Sie sich auf jene, die zu vertreten Sie angetreten sind! Die Diskussion um die Wahlaltersenkung gibt Ihnen künftig reichlich Gelegenheit dazu. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Jugend ist wahrscheinlich nicht mehr beeinflussbar als andere Bevölkerungsgruppen, sondern ist vielmehr äußerst kritisch gegenüber Versprechungen von Erwachsenen. Die Politik darf die kritische Auseinandersetzung mit der Jugend nicht scheuen, sondern muss sich auch oder gerade vor der Jugend verantworten. Und das zentrale Mittel der Verantwortung der Politik sind in einer Demokratie die Wahlen, und dieses Mittel dürfen wir den jungen Menschen in diesem Land nicht mehr länger vorenthalten. Hier appelliere ich besonders an die Jugendvertreterin und den Jugendvertreter der Regierungsparteien. Emanzipieren Sie sich von Ihrer Rolle als jugendliches Feigenblatt einer ultrakonservativen Politik (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger), und besinnen Sie sich auf jene, die zu vertreten Sie angetreten sind! Die Diskussion um die Wahlaltersenkung gibt Ihnen künftig reichlich Gelegenheit dazu. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn man sich das Ganze anschaut, stellt sich meiner Meinung nach die Frage, wann man das erste Mal durchschnittlich wählen können soll, in welchem Alter man das Wahlrecht bekommen soll. Meines Erachtens ist ein Alter zwischen 16 und 20 absolut gerechtfertigt, auch wenn dann einige früher wählen. Und wenn es dann einige geben wird, die mit 16 sagen: Ich will noch nicht wählen!, dann muss das auch gerechtfertigt sein. Es gehen ja auch nicht alle 80-Jährigen zur Wahl. Warum soll das bei den 16-Jährigen anders sein als bei den Älteren? Das ist ja nicht begründbar. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
In der Praxis zeigt sich, die Wahlbeteiligung ist sehr hoch. Meiner Meinung nach führt eine Absenkung des Wahlalters auch dazu, dass die Interessen dieser Gruppe mehr berücksichtigt werden. Gerade die ÖVP als eine Partei, der Machtpolitik nicht fern ist, wird mir zustimmen, dass man für jene dann mehr machen muss. Auch aus diesem Grund, nämlich aus Sicht der Interessenvertretung der Jungen, halte ich es für höchst sinnvoll, als nächsten Schritt eine Wahlaltersenkung auf 16 durchzuführen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich verweise nur auf den deutschen Jugendforscher Klaus Hurrelmann, der genau das immer wieder betont, nämlich dass der Ausschluss bei den Themen, wo man mitbestimmen will, zur Passivität erst in weiteren Schritten führt. Das heißt, die Möglichkeit, sehr früh eingebunden zu werden, ist auch ein Schutzmechanismus gegen die demokratische Verweigerung. Auch Kollegin Glawischnig hat ausgeführt, dass die Wahlbeteiligung der 16- bis 17-Jährigen höher ist als die in der Folge. Nach der Forschung ist klar, jene, die bei der ersten Möglichkeit wählen gehen, gehen in einem relativ hohen Ausmaß auch in der Zukunft wählen. Die Chance, wählen gehen zu können, beim ersten Mal zu vertun, stellt eine Gefährdung der Verweigerung demokratischer Prozesse in der Zukunft dar. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich finde, das wäre genau die Qualität, die die Schule auch leisten kann, sich mit demokratischen Prozessen auseinander zu setzen, sich anzuschauen, wie die Parteiprogramme ausschauen, wofür welche Parteien stehen, sich in Projektunterrichtsform, wie das moderne Schulen auch schon machen, anhand von Wahlen anzusehen, wie hoch die Wahlbeteiligung bei den Wahlen in den Schulen ist. Das wäre doch ein qualitativer demokratischer Fortschritt und nicht ein Schreckgespenst, das Sie immer an die Wand malen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn es immer heißt, jung sein allein ist kein Programm: Was denn sonst, bitte schön?! Es sind nur die Regierungsparteien, die Vertreter in einem Alter unter 30 haben. Im Übrigen hat die SPÖ bei einer großen Anzahl von Abgeordneten den höchsten Altersdurchschnitt im Vergleich aller Fraktionen. Ich frage mich also, was der ganze Vorwurf soll. (Beifall bei der ÖVP.) – Das ist einmal der erste Punkt.
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Der zweite Punkt ist: Es gibt Umfragen, wonach Betroffene sagen, sie wollen eigentlich noch nicht wählen. In diesem Bereich gibt es die verschiedensten Umfragen. Selbst die AKS, die SPÖ-nahe Schülerorganisation, hat eine Umfrage gemacht, bei der herausgekommen ist, der Großteil der Betroffenen will das eigentlich nicht. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Das ist etwas, was aus Ihrem Haus kommt, und Sie erklären uns hier, dass Sie die Studien nicht ernst nehmen. Wissen Sie, das kommt mir so vor, wie wenn mir meine Mutter zu Hause zu erklären versucht, was ich zu tun und zu lassen habe. Im Übrigen ist sie aber genauso alt wie Sie – vielleicht kann man vor diesem Hintergrund Ihr Verhalten hier auch verstehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Meine Nerven!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Meine Nerven!
Der zweite Punkt ist: Es gibt Umfragen, wonach Betroffene sagen, sie wollen eigentlich noch nicht wählen. In diesem Bereich gibt es die verschiedensten Umfragen. Selbst die AKS, die SPÖ-nahe Schülerorganisation, hat eine Umfrage gemacht, bei der herausgekommen ist, der Großteil der Betroffenen will das eigentlich nicht. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Das ist etwas, was aus Ihrem Haus kommt, und Sie erklären uns hier, dass Sie die Studien nicht ernst nehmen. Wissen Sie, das kommt mir so vor, wie wenn mir meine Mutter zu Hause zu erklären versucht, was ich zu tun und zu lassen habe. Im Übrigen ist sie aber genauso alt wie Sie – vielleicht kann man vor diesem Hintergrund Ihr Verhalten hier auch verstehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Meine Nerven!)
Abg. Öllinger: In Ihren Ländern gibt es das ja nicht! In Wien gibt es das!
Wenn es um eine Mitbestimmung der jüngeren Generation geht, dann ist es auch wichtig, dabei die demographische Entwicklung zu betrachten, da wir alle miteinander wissen, dass die Zielgruppe der Senioren immer die größere sein wird und bald allein ausschlaggebend für eine Wahl sein wird. Als Burgenländerin kann ich sagen, es war durchaus erfolgreich, dass wir auf Gemeinderatsebene die jungen Leute haben mitbestimmen lassen. Nur kann ich nicht auf Bundesebene eine Wahlaltersenkung herbeiführen, wenn sich die Gemeinden und Länder dagegen sträuben. Daher sind alle Ihre Landesorganisationen und die Vertreter Ihrer Parteien angehalten, in den Ländern dafür zu sorgen, dass einmal gesagt wird, ob sie dafür oder dagegen sind. (Abg. Öllinger: In Ihren Ländern gibt es das ja nicht! In Wien gibt es das!) Wenn wir das in der ÖVP tun und die Steiermark hier eine andere Position hat als andere Bundesländer, dann zeigt das nur, dass wir in unserer Partei die Diskussion und den Diskurs zulassen und dass einem bei Ihnen nur der Maulkorb umgebunden wird. (Abg. Öllinger: Es klappt ja in Ihren Ländern nicht!)
Abg. Öllinger: Es klappt ja in Ihren Ländern nicht!
Wenn es um eine Mitbestimmung der jüngeren Generation geht, dann ist es auch wichtig, dabei die demographische Entwicklung zu betrachten, da wir alle miteinander wissen, dass die Zielgruppe der Senioren immer die größere sein wird und bald allein ausschlaggebend für eine Wahl sein wird. Als Burgenländerin kann ich sagen, es war durchaus erfolgreich, dass wir auf Gemeinderatsebene die jungen Leute haben mitbestimmen lassen. Nur kann ich nicht auf Bundesebene eine Wahlaltersenkung herbeiführen, wenn sich die Gemeinden und Länder dagegen sträuben. Daher sind alle Ihre Landesorganisationen und die Vertreter Ihrer Parteien angehalten, in den Ländern dafür zu sorgen, dass einmal gesagt wird, ob sie dafür oder dagegen sind. (Abg. Öllinger: In Ihren Ländern gibt es das ja nicht! In Wien gibt es das!) Wenn wir das in der ÖVP tun und die Steiermark hier eine andere Position hat als andere Bundesländer, dann zeigt das nur, dass wir in unserer Partei die Diskussion und den Diskurs zulassen und dass einem bei Ihnen nur der Maulkorb umgebunden wird. (Abg. Öllinger: Es klappt ja in Ihren Ländern nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Peinlich war die Gehrer!
Gesehen hat man das bei der Generationendebatte. Frau Heinisch-Hosek, Ihre Realitätsverweigerung war peinlich! Es war peinlich zu sagen, es gibt keine Konflikte zwischen den Generationen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Peinlich war die Gehrer!) Und dass sich Ihre Jugendorganisationen, die Junge Generation und die Jungen Sozialisten, nicht einmal zu Wort gemeldet haben, das ist überhaupt das Peinlichste! Aber die sind wahrscheinlich unfähig, denn sonst würden sie auch im Parlament sitzen. Das ist der Punkt. Aber das wollen Sie ja nicht hören. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Gesehen hat man das bei der Generationendebatte. Frau Heinisch-Hosek, Ihre Realitätsverweigerung war peinlich! Es war peinlich zu sagen, es gibt keine Konflikte zwischen den Generationen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Peinlich war die Gehrer!) Und dass sich Ihre Jugendorganisationen, die Junge Generation und die Jungen Sozialisten, nicht einmal zu Wort gemeldet haben, das ist überhaupt das Peinlichste! Aber die sind wahrscheinlich unfähig, denn sonst würden sie auch im Parlament sitzen. Das ist der Punkt. Aber das wollen Sie ja nicht hören. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Sie sind ganz schön tief, Frau Fuhrmann!
Wenn Sie in Ihrer Jugend zu wenig Partys gefeiert haben und deshalb so frustriert sind, Frau Kollegin Heinisch-Hosek, dann sind Sie selbst schuld. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Sie sind ganz schön tief, Frau Fuhrmann!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Kollegin Fuhrmann, als Sie in dieses Haus gekommen sind, haben Sie immer gemeint, Sie wollen nicht diese Altpolitikersprache verwenden, aber die Polemik vor allem am Schluss Ihrer Rede war ganz alt und alles andere als jung. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen
Dass es in der Generationendebatte in der ÖVP heiß hergeht, kann jeder beobachten. Auch in der SPÖ gibt es natürlich Diskussionen zwischen den Generationen um die wichtigen Knackpunkte, nur ist der Unterschied der, dass die SPÖ bereits vor Monaten jene Positionen vertreten hat, wie etwa Solidarbeitrag für besser verdienende Pensionisten – ja, Kollege Stummvoll, Sie können gleich das Brieftascherl zücken (Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen); Entschuldigung, es war der Kalender, es hat nur so ausgesehen wie eine Brieftasche – oder die Harmonisierung, dass die SPÖ in diesen Fragen als ganze Partei, als Allianz zwischen Jung und Alt genau jene Positionen vertritt, die jetzt die Junge ÖVP ansatzweise vertritt. – So viel zur Frage, wie jung welche Partei ist.
Abg. Scheibner: Wer hat denn diesen Unsinn eingeführt?
An und für sich ist das heute meiner Ansicht nach ein Zeichen für Parlamentarismus, wenn eine Partei, die in Opposition ist, einen Antrag einbringt, immerhin mit Verfassungsbestimmungen, und die Parteien der kleinen Koalition dem hier zustimmen und im Prinzip konstruktiv in dieser Frage mitarbeiten. Es ist nur schade, dass solche Urheberrechtsstreitigkeiten passieren. Kollege Scheibner, Sie müssen keine DNA-Analyse machen, Sie müssen nur den Antrag, den die SPÖ im März eingebracht hat, und den Vier-Parteien-Antrag übereinander legen, und dann werden Sie sehen, sie sind deckungsgleich. – So viel zur DNA- oder DNS-Analyse, von der Sie gemeint haben, dass Sie sie bräuchten. (Abg. Scheibner: Wer hat denn diesen Unsinn eingeführt?)
Abg. Scheibner: Wer hat denn den Unsinn eingeführt?
Aber zu diesem Antrag, so wichtig er ist – und der Kollege Amon hat am Anfang des letzten Wahlkampfes immer dazwischen geschrien: Das war ja meine Idee! – (Abg. Scheibner: Wer hat denn den Unsinn eingeführt?), muss ich doch sagen: Diese Idee hatten letztes Jahr 85 000. Ich könnte jetzt auch einen Antrag zitieren, den ich 1986 geschrieben habe, der das betrifft, denn das ist überhaupt nichts Neues. (Abg. Steibl: So alt bist du schon?!) So alt, stellen Sie sich vor! Ich war mit 17 schon politisch aktiv, es tut mir sehr Leid, ich bin jetzt 35, die grauen Haare von Ihnen habe ich allerdings noch nicht. Ich sage jetzt nur, ich bin jetzt ... (Zwischenruf des Abg. Amon.) – Dann sind Sie erst letztes Jahr draufgekommen, wie das ist.
Abg. Steibl: So alt bist du schon?!
Aber zu diesem Antrag, so wichtig er ist – und der Kollege Amon hat am Anfang des letzten Wahlkampfes immer dazwischen geschrien: Das war ja meine Idee! – (Abg. Scheibner: Wer hat denn den Unsinn eingeführt?), muss ich doch sagen: Diese Idee hatten letztes Jahr 85 000. Ich könnte jetzt auch einen Antrag zitieren, den ich 1986 geschrieben habe, der das betrifft, denn das ist überhaupt nichts Neues. (Abg. Steibl: So alt bist du schon?!) So alt, stellen Sie sich vor! Ich war mit 17 schon politisch aktiv, es tut mir sehr Leid, ich bin jetzt 35, die grauen Haare von Ihnen habe ich allerdings noch nicht. Ich sage jetzt nur, ich bin jetzt ... (Zwischenruf des Abg. Amon.) – Dann sind Sie erst letztes Jahr draufgekommen, wie das ist.
Zwischenruf des Abg. Amon.
Aber zu diesem Antrag, so wichtig er ist – und der Kollege Amon hat am Anfang des letzten Wahlkampfes immer dazwischen geschrien: Das war ja meine Idee! – (Abg. Scheibner: Wer hat denn den Unsinn eingeführt?), muss ich doch sagen: Diese Idee hatten letztes Jahr 85 000. Ich könnte jetzt auch einen Antrag zitieren, den ich 1986 geschrieben habe, der das betrifft, denn das ist überhaupt nichts Neues. (Abg. Steibl: So alt bist du schon?!) So alt, stellen Sie sich vor! Ich war mit 17 schon politisch aktiv, es tut mir sehr Leid, ich bin jetzt 35, die grauen Haare von Ihnen habe ich allerdings noch nicht. Ich sage jetzt nur, ich bin jetzt ... (Zwischenruf des Abg. Amon.) – Dann sind Sie erst letztes Jahr draufgekommen, wie das ist.
Abg. Murauer: Werden wir Ihnen zeigen!
Ein letzter Punkt, weil Sie immer das Briefwahlrecht ansprechen. Ich sitze zwar noch kein Jahr in diesem Haus, aber ich kenne keinen Vorschlag von Ihnen. (Abg. Murauer: Werden wir Ihnen zeigen!) Ich habe noch keinen Antrag von Ihnen gesehen, über den man diskutieren könnte. Ich weiß, dass es diese Diskussion gab. Es gibt ja deswegen auch bei Nationalratswahlen etwas sehr Ähnliches, nämlich ein Briefwahlrecht vom Ausland her. Es gibt keinen einzigen Antrag. Zeigen Sie mir den Antrag, der hier liegt in diesem Haus, ich kenne ihn nicht. Sagen Sie mir die A-Nummer, die J-Nummer, was auch immer, den Antrag gibt es nicht. Legen Sie den vor, diskutieren kann man über alles, und diskutieren müssen wir vor allem auch über die wichtigen Fragen wie zum Beispiel über die Senkung des aktiven Wahlalters auf 16. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ein letzter Punkt, weil Sie immer das Briefwahlrecht ansprechen. Ich sitze zwar noch kein Jahr in diesem Haus, aber ich kenne keinen Vorschlag von Ihnen. (Abg. Murauer: Werden wir Ihnen zeigen!) Ich habe noch keinen Antrag von Ihnen gesehen, über den man diskutieren könnte. Ich weiß, dass es diese Diskussion gab. Es gibt ja deswegen auch bei Nationalratswahlen etwas sehr Ähnliches, nämlich ein Briefwahlrecht vom Ausland her. Es gibt keinen einzigen Antrag. Zeigen Sie mir den Antrag, der hier liegt in diesem Haus, ich kenne ihn nicht. Sagen Sie mir die A-Nummer, die J-Nummer, was auch immer, den Antrag gibt es nicht. Legen Sie den vor, diskutieren kann man über alles, und diskutieren müssen wir vor allem auch über die wichtigen Fragen wie zum Beispiel über die Senkung des aktiven Wahlalters auf 16. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Hans Langreiter (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Wer 18 ist, soll auch tatsächlich wählen – so ist die Quintessenz. Bevor wir da ein Ranking dahin gehend machen, wer als Erster den Initiativantrag eingebracht hat, muss ich ganz ehrlich sagen, dem Ranking stellen wir uns, denn letztendlich war das Bundesland Salzburg das erste Bundesland, das diese Wahlrechtsänderung auch vorgenommen hat, meine Damen und Herren. Und das muss man auch dazusagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir liefern Ihnen Argumente, warum wir nicht für die Herabsetzung des Wahlalters sind. Ich habe heute kein Argument gehört, warum Sie gegen die Briefwahl sind. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Interessant ist, meine Damen und Herren, dass hier 3 Millionen € seitens des Bundes und dieselbe Summe seitens der Bundesländer zur Verfügung zu stellen ist. Ich danke dem Land Oberösterreich, das angekündigt hat, wenn notwendig, mehr zur Verfügung zu stellen. Da zeigt sich wiederum, wie positiv die Politik ist, die in diesem Bundesland gemacht wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
volle und wichtige Hinweise liefern, damit auch in Hinkunft gerade der Grünlandbereich und andere Kulturen, wie zum Beispiel auch der Weinbau, mit einbezogen werden können. Wichtig ist jedoch, jetzt rasch zu helfen. Der Antrag Grillitsch und Scheuch trägt dazu bei. Wir geben seitens unserer Fraktion gerne die Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich möchte die Gelegenheit aber nützen, ein bisschen Revue passieren zu lassen, was es mit dem Hochwasser sonst noch auf sich hatte. Im Jahr 2002 hatten wir eine der schlimmsten Hochwasserkatastrophen der letzten Jahrzehnte, ja fast Jahrhunderte. Ein Unterschied, meine Damen und Herren, war feststellbar: Wir haben im Bereich der Bundeshauptstadt Wien kein Problem mit dem Hochwasser gehabt, und zwar deswegen nicht, weil eine vernünftige Verwaltung in diesem Bundesland Hochwasserpräventivschutz betrieben hat – und das gegen die Stimmen der ÖVP. So wurde die Möglichkeit geschaffen, die Gefährdung von der Stadt abzuwenden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Es wären die Bewohner in Oberösterreich und in Niederösterreich glücklich gewesen, wenn deren Bundesländer etwas mehr getan hätten. Wir sind wieder in der Situation, dass für den präventiven Schutz zu wenig gemacht wird. (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Mag. Molterer: Klima oder was?
Aber mir ist noch etwas Zweites wichtig, und jetzt sind wir bei dem Thema, was aus Anlass des Hochwassers noch gemacht wurde: In der Zeit, als hier der Regen gefallen ist und ein paar Regierungsmitglieder – inzwischen sind sie Generaldirektoren von Banken – oder der Herr Bundeskanzler in neuen Gummistiefeln Katastrophenschau gemacht haben, hat man die Gelegenheit genutzt ... (Abg. Mag. Molterer: Klima oder was?) – Klima hat wenigstens einen Kübel in die Hand genommen und ist nicht nur mit den Medienvertretern und den Sicherheitsorganen aufmarschiert. – In dieser Situation wurde die Steuerreform 2003 verschoben und der FPÖ in die Schuhe geschoben, sie sei schuld am Zerbrechen der Regierung. Was den Punkt Entlastung betrifft, hatte zu diesem Zeitpunkt die FPÖ Recht, die ÖVP aber nicht. Die Kosten beliefen sich nur auf 303 Millionen €. Dies war kein Grund, die Steuerreform ad infinitum zu verschieben.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das Thema Dürreschäden ist nur ein kleiner Ausschnitt der gesamten Frage der Agrarfinanzierung. Die Agrarwirtschaft in Österreich hat auch die sehr wichtige Aufgabe der Landschaftspflege, und wir alle sind uns im Klaren darüber, dass die „kleinen Bauern“, die unter schwierigsten Bedingungen insbesondere sehr steile Hänge bewirtschaften, von sozialer Armut bedroht sind, für die Bewahrung der Natur für uns aber von großer Bedeutung sind. Ich möchte Sie daher einladen, gemeinsam mit uns Schritte zu überlegen, wie wir Fördergelder für großflächige Betriebe mit über 100 Hektar, wie etwa im Marchfeld, wo der Grundwasserspiegel immer weiter sinkt – das hat nichts mehr mit Landschaftspflege zu tun –, teilweise umleiten können für jene Menschen, die wirklich hart an der Scholle arbeiten, die wenig Geld haben. Das wäre ein Beitrag, den wir leisten könnten. – Danke, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sprechen darüber, wie schwer es die Bauern in den Bergen, die Bauern an der Scholle haben, Herr Kollege. Ich darf Sie vielleicht auffordern, einmal dorthin zu gehen und sich das anzuschauen, denn nur darüber zu sprechen ist zu wenig. Ich komme aus einer Gegend, wo wirklich Hunderte, ja Tausende Bauern auf Bergen „picken“ und arbeiten, und die sind alle zu bewundern. Und die Unterstützung, die wir heute hier in einem breiten Konsens beschließen werden, ist eine Unterstützung für eben diese Bauern und nicht für Großbetriebe aus Oberösterreich und Niederösterreich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Wattaul: Und Niederösterreich!
Die Geldmittel sind bei den Betroffenen angekommen, und wir werden natürlich auch dafür eintreten, dass diese Mittel verstärkt werden. Wir werden dafür sorgen, dass die Betroffenen in Kärnten zumindest im gleichen Ausmaß entschädigt werden wie jene in Oberösterreich, denn auch jedes Kärntner Haus, jeder Kärntner Betrieb und jede Kärntner Kirche sollen und müssen gleich viel Geld bekommen wie in Oberösterreich. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Wattaul: Und Niederösterreich!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Finanzminister sagt in derselben Anfragebeantwortung außerdem noch, dass die Arbeitsgruppe die Kontrolle abgelehnt hat. – Und diese eben abgelehnte Kontrolle soll beim Bundeskanzler stattfinden? Also irgendetwas kann da nicht stimmen. Wir werden dem sicher noch nachgehen, was mit diesen 18,2 Millionen € passiert ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Worum geht es? – Projekte wie das an der Großache zum Vorbild zu nehmen für die Renaturierung anderer Flüsse, eben zum Beispiel auch des Kamp, um Hochwasser in jenem Ausmaß wie im Vorjahr, soweit das eben möglich ist, möglichst in Bahnen zu lenken – im Sinne der Umwelt, aber eben auch im Sinne der Menschen, die von dieser Katastrophe betroffen waren. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Es ist eine gute Maßnahme, die aber vielleicht vom Volumen her nicht ausreicht. Ich muss Ihnen sagen, dass wir im Weinviertel Schäden in den Kulturen haben, die sich erst jetzt bei der Ernte zeigen und die wirklich furchtbar und katastrophal und für einzelne Landwirte wahrscheinlich existenzbedrohend sind, weil es sich eben um ertragreiche Kulturen handelt. Wir werden darüber noch zu reden haben. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abschließend: Ich habe mich gefreut, dass Kollege Matznetter von der Scholle gesprochen hat. Aber zu dem, was er gesagt hat, kann ich nur sagen: Ich als Bauer rede von der Scholle und meine meine Erde, und wenn Kollege Matznetter von der Scholle redet, dann sollte er weiterhin einen flachen Fisch meinen, und dazu würde ich dem Herrn von der Barolo-Fraktion Chardonnay oder Grauen Burgunder als Ergänzung empfehlen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Trunk: Nachher!
Präsident Dr. Andreas Khol: Die nächste Rednerin wäre Frau Abgeordnete Trunk. 2 Minuten Restredezeit. Wollen Sie jetzt anfangen, und ich unterbreche Sie, oder später? (Abg. Mag. Trunk: Nachher!)
Abg. Dr. Fekter – auf die Reihen der SPÖ weisend –: Für eine Dringliche ist das Interesse nicht sehr groß! So dringlich kann es nicht sein, wenn sich keiner interessiert dafür!
Wir gelangen zur dringlichen Behandlung des Selbständigen Antrages 211/A (E). (Abg. Dr. Fekter – auf die Reihen der SPÖ weisend –: Für eine Dringliche ist das Interesse nicht sehr groß! So dringlich kann es nicht sein, wenn sich keiner interessiert dafür!)
Abg. Mag. Molterer: Dazu muss man den Mut haben und nicht auf halbem Weg stehen bleiben!
Regierungsverantwortung zu tragen heißt in erster Linie Verantwortung zu tragen. (Abg. Mag. Molterer: Dazu muss man den Mut haben und nicht auf halbem Weg stehen bleiben!) Sie aber bleibt untätig. Warum? – Ihre Antwort ist eine sehr seltsame. Sie ist nämlich davon überzeugt, dass die Zukunft eines Landes offensichtlich weniger in der Bildungspolitik liegt, sondern dass die Zukunft dann gesichert ist, wenn ein Land Kinder hat. – Das ist die Antwort.
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin! Ich frage Sie: Was ist eigentlich Ihr Amtsverständnis? Was ist Ihr Verständnis von einer politischen Verantwortung als Bildungsministerin, dass Sie diesen Kreuzzug, diesen „Werte-Kreuzzug“ führen? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Muttonen.
Ich denke, etwas könnten wir einmal außer Streit stellen – und ich würde Sie dazu eingehend auffordern –, heute und auch in Zukunft: Es gibt so etwas wie eine private Seite bei der Familienplanung. Es gilt das Prinzip Selbstbestimmung, wenn es um die Entscheidung geht, ob man eine Familie gründen will oder nicht. Und auch jemand, der das nicht möchte, erfüllt seine BürgerInnenpflichten. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Muttonen.)
Abg. Amon: Frau Dr. Glawischnig, das hat niemand in Frage gestellt!
Es ist dies eine höchst persönliche Entscheidung – und keine BürgerInnenpflicht. (Abg. Amon: Frau Dr. Glawischnig, das hat niemand in Frage gestellt!)
Abg. Mag. Molterer: Genau diese Frage hat Gehrer gestellt! Genau das war die Frage der Frau Bundesminister!
Ich denke, wenn man über die Zukunft des Landes diskutieren will, dann gibt es dafür wahrlich andere Themen: 80 Prozent der Frauen wünschen sich tatsächlich Kinder, wollen eine Familie gründen, aber nur 45 Prozent der 15- bis 45-Jährigen kommen diesem Wunsch auch nach. Dieses Auseinanderklaffen zwischen Realität und Wunschvorstellung hat auch Ursachen, und das sind die Rahmenbedingungen (Abg. Mag. Molterer: Genau diese Frage hat Gehrer gestellt! Genau das war die Frage der Frau Bundesminister!) – und nicht die Party und nicht das Domizil in Lech oder Ibiza.
Beifall bei den Grünen.
Die Kunst der Politik ist nicht, zu moralisieren und sich in Appelle zu versteigen, sondern die entsprechende Gestaltung genau dieser Rahmenbedingungen in Angriff zu nehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
In Niederösterreich können Kinder erst ab dem dritten Lebensjahr einen Betreuungsplatz bekommen, in Vorarlberg gar erst ab dem vierten Lebensjahr. Es gibt massive Beschwerden über die Qualität. Das soll ja eine Bildungseinrichtung sein – es ist die erste Bildungseinrichtung. Es gibt massive Unzufriedenheit mit den Öffnungszeiten, und es besteht absolute Unvereinbarkeit mit dem Beruf, selbst mit Teilzeitberufen. Und wir wissen, dass Teilzeitberufe, vor allem für Frauen, sehr rasch in die Armut führen. – Kein einziger Betreuungsplatz wird durch solche moralischen Appelle geschaffen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Was ist Ihr Vorschlag? – Abg. Lentsch: „Männer zwingen!“
Der Anteil der Väterkarenz von zwei Prozent verbessert sich durch diese Ansagen auch nicht; es ist dies beschämend wenig im internationalen Vergleich. Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern, zum Beispiel aus Dänemark oder aus Schweden, stellen oft die Frage: Warum ist das in Österreich so? Warum nehmen so wenige Väter diese Karenzmöglichkeit in Anspruch? (Abg. Dr. Brinek: Was ist Ihr Vorschlag? – Abg. Lentsch: „Männer zwingen!“)
Beifall bei den Grünen.
Schade ist auch, dass, obwohl Kinderbetreuungsplätze oder das Recht auf Teilzeitarbeit Dinge sind, die schon sehr lange diskutiert werden, der Bundeskanzler mittlerweile zum Ankündigungskanzler wird und dass seine Erklärungen im Parlament schon fast mit Sonntagsreden gleichzusetzen sind, was ihre tatsächliche Wirksamkeit betrifft. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: 20! 20 Mitarbeiter!
Das Recht auf Teilzeit soll jetzt unter Umständen für Betriebe eingeführt werden, die mehr als 50 MitarbeiterInnen haben. (Abg. Dr. Brinek: 20! 20 Mitarbeiter!) Sie führen jetzt mit dem Recht auf Teilzeit – das ohnehin nicht als echtes Recht, sondern nur mit Schiedsgericht und so weiter eingeführt wird – auch da eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei den Familien ein. Mir ist das völlig unverständlich!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Lentsch: ... keine Ahnung!
Herr Bundeskanzler! Ich glaube, wenn man Ihre Wahrheiten mit der Zeit in einen Zusammenhang setzt, dann kann man sagen: Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit, und das Recht auf Teilzeit ist jedenfalls keine Wahrheit. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lentsch: ... keine Ahnung!)
Beifall bei den Grünen.
Schrillen da bei Ihnen nicht die Alarmglocken? Haben Sie nicht das Gefühl, dass Sie diese Menschen in einer gewissen Form beleidigt haben, als Sie ihnen Lech und Ibiza und das Rauschen von Party zu Party vorgeworfen haben? Sind Sie so weit entfernt von der Lebensrealität? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hornek: Frau Kollegin, warum? Warum?
Und dann kommt Ihnen noch Innenminister Strasser zu Hilfe, der so etwas von krass uninformiert ist und so eine blanke Polemik betreibt, dass mir die Haare zu Berge stehen! Er behauptet nämlich im bewährten Muster der ÖVP, dass alles, was in Deutschland stattfindet, sozialdemokratische Politik sei, und das sei schlecht, das sei das rot-grüne Deutschland und so weiter; und er versteigt sich zu der Behauptung, dass Ganztagsschulen einer der großen Misserfolge sozialdemokratischer Politik in Deutschland seien, die zur Verelendung, zur Anonymisierung und zu vandalisierenden Jugendlichen in den Großstädten geführt habe. – Was er dabei vergessen hat: Es gibt in Deutschland keine Ganztagsschulen! Nur drei Prozent führen ihre Schulen ganztags. (Abg. Hornek: Frau Kollegin, warum? Warum?)
Abg. Lentsch: Und warum gibt es sie nicht?
In Deutschland wird auf Grund des Schocks, den die PISA-Studie verursacht hat, gerade über Ganztagsschulen diskutiert, weil in den skandinavischen Ländern so viele Modelle mit ganztägigen Schulformen das dortige Bildungssystem – im Vergleich zu Deutschland – auszeichnen. In Deutschland diskutiert man also jetzt darüber, aber es gibt sie nicht. (Abg. Lentsch: Und warum gibt es sie nicht?)
Beifall bei den Grünen.
Ganztägige Schulformen, Frau Ministerin, haben nichts mit Nachmittagsbetreuung zu tun, sondern dabei geht es darum, ein pädagogisch sinnvolles Ganzes zu schaffen. Ich würde Ihnen nahe legen zu lesen, was Ihr Kollege Universitätsprofessor Bernd Schilcher in der Steiermark schreibt. In einem sehr schönen Artikel in der „Kleinen Zeitung“ vergleicht er, wie es auf der einen Seite einem österreichischen Hans geht, der in der Obersteiermark lebt, 16 Kilometer in die Schule fahren muss und einmal um 13 Uhr, einmal um 14 Uhr und vielleicht einmal um 16 Uhr aus hat, dessen Mutter berufstätig ist und der einen Zettel am Küchentisch vorfindet – und auf der anderen Seite einem John in Bradford in einer Ganztagsschule und einem Jean in Frankreich. Das ist wirklich sehr lesenswert, und ich denke, das sollte man ohne ideologische Scheuklappen angehen, sondern ausschließlich nach dem Kriterium, was pädagogisch das Wertvollste für unsere Generation an Kindern ist. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: Das ist eh klar!
Ein weiteres Problem, bei dem Sie Ihren ureigensten Aufgabenbereich sichtlich negieren – auf Grund Ihrer „wichtigen Wertediskussion“ –, ist die Frage: Was ist das zentrale Kriterium für den Bildungsweg? – Auch da haben wir Besorgnis erregende Zahlen, aus denen nämlich hervorgeht, dass nach wie vor Kinder aus begüterten Familien höhere Schulabschlüsse machen als Kinder aus weniger begüterten Familien (Ruf bei der ÖVP: Das ist eh klar!), dass auch die Bildung der Eltern immer noch einen sehr, sehr großen Anteil am Bildungsniveau der Kinder hat und dass Österreich hier international im Hintertreffen ist.
Abg. Dr. Brinek: Geh! Da waren Sie noch nicht in Berlin!
Frau Ministerin! Eines der Probleme, die Sie mittlerweile schon seit Jahren ignorieren – wenn Sie schon im Schulbereich nicht hinschauen wollen –, sind selbstverständlich die österreichischen Universitäten. Ich glaube, so laut kann man gar nicht mehr schreien, um von Ihnen überhaupt noch gehört zu werden, denn der Notstand, der sich jetzt breit macht, wird international mittlerweile schon als bemerkenswert registriert. (Abg. Dr. Brinek: Geh! Da waren Sie noch nicht in Berlin!) Auch in internationalen Zeitungen finden wir Bemerkungen zur Situation an den österreichischen Universitäten. Hier wirkt sich auch wieder auf bemerkenswerte Weise jenes Fach aus, das es in der Schule, so glaube ich, laut Grasser und Prinzhorn eigentlich in viel höherem Ausmaß geben müsste, nach dem Motto: Die Orchideenfächer weg, und Marketing als das Hauptfach! Was Minister Grasser in seiner Budgetrede versprochen hat, das kann man mit Rechnen nicht mehr begreifen, das kann man nur noch mit Marketing begreifen, nämlich ein Plus von einer halben Milliarde € – die sich im Budget allerdings nicht findet!
Beifall bei den Grünen.
Ich denke, wenn Sie etwas beitragen wollen, dann kümmern Sie sich um Ihren eigenen Bereich, um Ihren ureigensten Verantwortungsbereich! Regieren heißt auch, Verantwortung zu übernehmen – und als Bildungsministerin tragen Sie besonders viel Verantwortung, gerade für die junge Generation! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dobnigg.
Abschließend bitte ich Sie insbesondere, auch im Hinblick auf die österreichischen Frauen, auf die jungen Frauen, uns mit einer Wertedebatte à la ÖVP zu verschonen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dobnigg.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Geh! – Abg. Öllinger: Jaja!
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Dieser Dringliche Antrag, der von den Grünen gestellt wurde, ist für mich ein erschütterndes Beispiel dafür, wie grundsätzliche Diskussionen missverstanden, umgedreht und falsch gedeutet werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei der SPÖ: Geh! – Abg. Öllinger: Jaja!)
Ruf bei der SPÖ: Genau! – Abg. Dr. Cap: Stimmt!
Sie schreiben in diesem Dringlichen Antrag, ich hätte eine „pauschale Diffamierung der jungen Menschen“ vorgenommen. (Ruf bei der SPÖ: Genau! – Abg. Dr. Cap: Stimmt!) Ich weise das auf das Schärfste zurück.
Abg. Riepl: Momentan sind sie aber arbeitslos!
Meine Damen und Herren! Eine Diskussion über die Zukunft eines Landes muss auch die Frage enthalten: Wie viele junge Menschen werden in Zukunft als gut ausgebildete Arbeitskräfte in den Arbeitsprozess eintreten? (Abg. Riepl: Momentan sind sie aber arbeitslos!) Wie viele junge Menschen werden in Zukunft in die Pensionskassen einzahlen, damit das Umlagesystem funktioniert? Das ist eine wichtige Diskussion für die Zukunft eines Landes.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn der deutsche Bundeskanzler Dr. Schröder sagt: Wir haben zu wenige Kinder!, dann sagt die Opposition in Deutschland, er führt eine ernsthafte Diskussion. Wenn die österreichische Bundesregierung darüber nachdenkt, dann behaupten Sie, dass sei eine Diffamierung junger Leute. Ich verstehe Ihre zwiespältige Einstellung wirklich nicht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Nicht in allen Bereichen!
Ich werde Ihnen ganz klar und deutlich nachweisen, dass unser Bildungssystem ein sehr gutes ist. Ich verstehe diese Ihre Sehnsucht nicht, dieses Bildungssystem in allen Bereichen öffentlich als ein schlechtes darzustellen. (Abg. Öllinger: Nicht in allen Bereichen!) Zu allen Ihren Anträge, die Sie hier gestellt haben, kann man, wenn man sie einzeln genau betrachtet, sagen, dass sie entweder bereits behandelt wurden oder in nächster Zeit umgesetzt werden oder nicht notwendig sind. So schaut es in Wirklichkeit aus! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Das hätten wir gerne detaillierter!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Das hätten wir gerne detaillierter!
Ich werde Ihnen ganz klar und deutlich nachweisen, dass unser Bildungssystem ein sehr gutes ist. Ich verstehe diese Ihre Sehnsucht nicht, dieses Bildungssystem in allen Bereichen öffentlich als ein schlechtes darzustellen. (Abg. Öllinger: Nicht in allen Bereichen!) Zu allen Ihren Anträge, die Sie hier gestellt haben, kann man, wenn man sie einzeln genau betrachtet, sagen, dass sie entweder bereits behandelt wurden oder in nächster Zeit umgesetzt werden oder nicht notwendig sind. So schaut es in Wirklichkeit aus! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Das hätten wir gerne detaillierter!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Erstens: Betreuungsplätze. – Die Betreuung von Kindern ist für mich ein wichtiges politisches Anliegen. Die Bundesregierung hat in der Familienförderung Maßstäbe gesetzt, um die uns andere europäische Länder beneiden. Mit dem Kindergeld, mit der Möglichkeit, die Kindererziehungszeiten pensionsbegründend, pensionserweiternd anzurechnen, mit der Möglichkeit, Zeiten für die Betreuung von Kindern vom Durchrechnungszeitraum für die Pension abzuziehen, haben wir Verbesserungen für Frauen geschaffen, die es so früher überhaupt nicht gegeben hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Betreuung im Schulbereich ist mir ein ernstes Anliegen, das ist überhaupt keine ideologische Frage. Dort, wo Betreuung notwendig ist, soll man diese anbieten. So einfach ist es! Bereits jetzt können Ganztagsschulen, die Sie für so wahnsinnig wichtig halten, überall dort angeboten werden, wo die Eltern und die Lehrer dies mit Zweidrittelmehrheit beschließen. Ich möchte die Wahlfreiheit für die Eltern! Das ist mein Anliegen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich werde die dafür Verantwortlichen, die Gemeinden und die Länder, zu einer Gesprächsrunde einladen. Wir werden eine Statuserhebung machen, dann den Bedarf erheben, und wir werden selbstverständlich von Bundesseite die notwendigen Finanzierungen – das sind fünf Unterrichtsstunden pro Gruppe, die betreut wird, zehn Betreuungsstunden – in den Budgets 2005 und 2006 vorsehen, denn unsere Kinder haben es sich verdient, dass sie die beste Betreuung bekommen – entweder durch die Familie oder durch die Schule! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Es kann immer noch schlimmer sein!
Meine Damen und Herren! Auch die Behauptung, die von Ihnen ständig aufgestellt wird, dass bei uns Kinder aus sozial schwächeren Familien keine Chancen hätten, ist einfach falsch. Lesen Sie die OECD-Studie! Dort steht zu lesen, dass in den nordischen Ländern, aber auch in Österreich der Zusammenhang zwischen familiärem Wohlstand und der Schülerleistung verhältnismäßig schwach ist. (Abg. Sburny: Es kann immer noch schlimmer sein!)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich liegt uns alles daran, den Schülern, die nicht so gute Startbedingungen haben, zu helfen: mit differenziertem Unterricht, mit Förderstunden. Ich darf Sie darauf hinweisen, dass 15 Prozent aller Dienstposten im Schulbereich für den Bereich der Förderleistungen zur Verfügung gestellt werden. In dieser Weise fördern wir die jungen Menschen, die es etwas schwerer im Leben haben, die sich etwas schwerer tun. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Was den Bereich der Universitäten und der Forschung betrifft, so ist es wirklich traurig, dass Sie da manche Dinge einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Ich betone: Es wurde in Österreich noch nie so viel für Forschung ausgegeben wie in diesem Jahr! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich war vor kurzem in Deutschland bei einer Veranstaltung der FernUniversität Hagen und kann Folgendes berichten: Der dortige Staatssekretär hat erklärt, dass das österreichische Universitätsgesetz 2002 ein leuchtendes Beispiel dafür ist, wie die Selbstständigkeit der Universitäten im 21. Jahrhundert gestaltet werden sollte. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei den Grünen: Genau!
Meine Damen und Herren! Ich stelle zusammenfassend fest: Wir sollten auf unser Bildungswesen stolz sein! Wir sollten auf unsere Lehrerinnen und Lehrer und auf diejenigen, die an den Universitäten tätig sind, stolz sein! Wir sollten denjenigen, die in der Forschung tätig sind, den jungen Wissenschaftern, auch von der Politik her die notwendige Rückendeckung geben! (Ruf bei den Grünen: Genau!)
Lebhafter lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir sollten aber gemeinsam danach trachten, dass alles noch besser ausgestaltet wird, um diesen guten Level, den wir jetzt haben, auch in Zukunft erhalten zu können. (Lebhafter lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
„Verleumderische Bosheit“ heißt „Diffamierung“. Wenn man den Jungen wiederholt vorwirft, dass bei ihnen der Sinn des Lebens ausschließlich in einer Party-Generation bestehe und dass es doch nicht der Sinn des Lebens sein könne, eine Ferienwohnung in Ibiza und ein Domizil in Lech zu haben, so sage ich: Das ist angesichts der Lebenssituation junger Menschen in Österreich schlicht und einfach eine Diffamierung. (Beifall bei den Grünen.)
Kopfschütteln und ironische Heiterkeit des Abg. Mag. Molterer.
Da denke ich – ich habe Ihnen dies auch schon am Sonntag nach der „Pressestunde“ über die Medien ausrichten lassen – beziehungsweise habe manchmal das Gefühl, Sie sitzen am Minoritenplatz, darüber steht eine riesige Käseglocke, und das, was an Lebensrealität draußen stattfindet, wird von Ihnen einfach nicht wahrgenommen. (Kopfschütteln und ironische Heiterkeit des Abg. Mag. Molterer.)
Abg. Mag. Molterer: Wie ist das mit dem Universitätsprofessor, der 100 Prozent Pensionsanspruch hat?
Aber ich sage Ihnen auch etwas zum Thema Generationenkonflikt bei den Politikern: Hier hätten wir auch darüber reden können, warum es nach wie vor so sein muss, dass diese völlig ungerechtfertigte Situation aufrecht bleibt. (Abg. Mag. Molterer: Wie ist das mit dem Universitätsprofessor, der 100 Prozent Pensionsanspruch hat?) Wir haben Ihnen schon mehrmals klargemacht, dass es insbesondere den jungen Menschen nicht zu erklären ist, dass es in Österreich ein System gibt, wonach bei AltpolitikerInnen nach wie vor Politikerpensionen bestehen, die ein Vielfaches der durchschnittlichen Gehälter der Österreicherinnen und Österreicher ausmachen. Das ist nicht argumentierbar! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wie ist das bei Van der Bellen?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wie ist das bei Van der Bellen?
Aber ich sage Ihnen auch etwas zum Thema Generationenkonflikt bei den Politikern: Hier hätten wir auch darüber reden können, warum es nach wie vor so sein muss, dass diese völlig ungerechtfertigte Situation aufrecht bleibt. (Abg. Mag. Molterer: Wie ist das mit dem Universitätsprofessor, der 100 Prozent Pensionsanspruch hat?) Wir haben Ihnen schon mehrmals klargemacht, dass es insbesondere den jungen Menschen nicht zu erklären ist, dass es in Österreich ein System gibt, wonach bei AltpolitikerInnen nach wie vor Politikerpensionen bestehen, die ein Vielfaches der durchschnittlichen Gehälter der Österreicherinnen und Österreicher ausmachen. Das ist nicht argumentierbar! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wie ist das bei Van der Bellen?)
Beifall bei den Grünen.
Schauen wir einmal, ob zumindest das möglich ist! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
als Bildungsministerin mache, nämlich, dass Sie die sozialen Probleme an Österreichs Schulen ignorieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Weiters gebe ich zu bedenken: Was glauben Sie, welche sozialen Auswirkungen das haben wird?! Wer wird es sich leisten können, um mehrere tausend Schilling, wie es einst war, oder um mehrere hundert Euro pro Monat, wie es jetzt ist, die Kinder in die Nachmittagsbetreuung der Schulen zu geben? – Das ist doch wieder eine Frage, ob es sich rechnet, denn in dem Moment, in dem der Verdienst aus der Berufsausübung eins zu eins in die Betreuung der Kinder fließt, wird es nicht stattfinden. Die Aufgabe ist daher, hier eine sozial gerechte Politik zu machen, aber diese Aufgabe vernachlässigen Sie seit Jahren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte in aller Deutlichkeit sagen, dass wir mit Elisabeth Gehrer eine sehr erfahrene Frau an der Spitze des Bildungsministeriums haben, die mehrfache Mutter und Großmutter ist, die in zweifelsohne schwierigerer Zeit, als das heute der Fall ist, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachhaltig bewiesen hat, die erfolgreich im Beruf steht und die, glaube ich, eine Qualifizierung dieser Art keinesfalls notwendig hat! (Beifall bei der ÖVP.) Ich möchte Ihnen noch etwas sagen. Jemand, der damit kokettiert, für das höchste Amt im Staate zu kandidieren, sollte in der Bewertung derartiger Dinge wesentlich sensibler sein, als das bei Ihnen der Fall ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte in aller Deutlichkeit sagen, dass wir mit Elisabeth Gehrer eine sehr erfahrene Frau an der Spitze des Bildungsministeriums haben, die mehrfache Mutter und Großmutter ist, die in zweifelsohne schwierigerer Zeit, als das heute der Fall ist, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachhaltig bewiesen hat, die erfolgreich im Beruf steht und die, glaube ich, eine Qualifizierung dieser Art keinesfalls notwendig hat! (Beifall bei der ÖVP.) Ich möchte Ihnen noch etwas sagen. Jemand, der damit kokettiert, für das höchste Amt im Staate zu kandidieren, sollte in der Bewertung derartiger Dinge wesentlich sensibler sein, als das bei Ihnen der Fall ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Prammer: Wieso sind Sie dann nicht zu Hause?
Diese Debatte zu führen ist spannend. Diese Debatte sollten wir führen, und ich glaube, dass es sehr ... (Abg. Mag. Prammer: Wieso sind Sie dann nicht zu Hause?) Bitte, Frau Mag. Prammer? (Abg. Mag. Prammer: Ich wollte nur wissen, wieso Sie dann noch nicht zu Hause sind!) Ich darf Ihnen sagen – man sieht es mir hoffentlich, sage ich jetzt einmal, nicht an –, ich bin werdender Vater, und ich freue mich wahnsinnig darauf! Das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie der Abg. Mag. Stoisits. – Abg. Dr. Fischer: Bravo! Werden Sie in Karenz gehen? – Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.)
Abg. Mag. Prammer: Ich wollte nur wissen, wieso Sie dann noch nicht zu Hause sind!
Diese Debatte zu führen ist spannend. Diese Debatte sollten wir führen, und ich glaube, dass es sehr ... (Abg. Mag. Prammer: Wieso sind Sie dann nicht zu Hause?) Bitte, Frau Mag. Prammer? (Abg. Mag. Prammer: Ich wollte nur wissen, wieso Sie dann noch nicht zu Hause sind!) Ich darf Ihnen sagen – man sieht es mir hoffentlich, sage ich jetzt einmal, nicht an –, ich bin werdender Vater, und ich freue mich wahnsinnig darauf! Das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie der Abg. Mag. Stoisits. – Abg. Dr. Fischer: Bravo! Werden Sie in Karenz gehen? – Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie der Abg. Mag. Stoisits. – Abg. Dr. Fischer: Bravo! Werden Sie in Karenz gehen? – Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.
Diese Debatte zu führen ist spannend. Diese Debatte sollten wir führen, und ich glaube, dass es sehr ... (Abg. Mag. Prammer: Wieso sind Sie dann nicht zu Hause?) Bitte, Frau Mag. Prammer? (Abg. Mag. Prammer: Ich wollte nur wissen, wieso Sie dann noch nicht zu Hause sind!) Ich darf Ihnen sagen – man sieht es mir hoffentlich, sage ich jetzt einmal, nicht an –, ich bin werdender Vater, und ich freue mich wahnsinnig darauf! Das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie der Abg. Mag. Stoisits. – Abg. Dr. Fischer: Bravo! Werden Sie in Karenz gehen? – Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits.)
Abg. Mag. Posch: ... zustimmen! – Abg. Broukal: Stimmen Sie zu!
Da die Grünen heute einen Entschließungsantrag, einen Dringlichen Antrag einbringen, möchte ich mich mit den einzelnen Punkten auseinander setzen, insbesondere mit den Punkten, die sich mit dem schulischen Bereich beschäftigen. Ich werde Ihnen nachweisen, dass im Grunde genommen alle Punkte, die Sie hier anführen – wie die Frau Bundesministerin bereits ausgeführt hat –, entweder schon in Arbeit sind oder überhaupt erledigt sind. Ähnlich wie bei dem Entschließungsantrag, den Sie dann als zweiten eingebracht haben und bei dem es auch ganz lustig ist, dass Sie einen Entschließungsantrag einbringen, in dem genau das steht, von dem die Frau Bundesministerin ohnehin angekündigt hat, dass es passieren wird. (Abg. Mag. Posch: ... zustimmen! – Abg. Broukal: Stimmen Sie zu!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich verstehe das überhaupt nicht; Sie sollten sich vielleicht auch überlegen, eigene Ideen zu haben. (Beifall bei der ÖVP.) Es ist schön, dass Sie damit eigentlich die Richtigkeit dieser Maßnahme bestätigen. Denn genau das, was hier die Grünen für richtig erachten, hat die Frau Bundesministerin am vergangenen Sonntag in der „Pressestunde“ bereits angekündigt. (Abg. Brosz: Dann werden eh alle zustimmen! – Abg. Dr. Fischer: Werden Sie zustimmen?)
Abg. Brosz: Dann werden eh alle zustimmen! – Abg. Dr. Fischer: Werden Sie zustimmen?
Ich verstehe das überhaupt nicht; Sie sollten sich vielleicht auch überlegen, eigene Ideen zu haben. (Beifall bei der ÖVP.) Es ist schön, dass Sie damit eigentlich die Richtigkeit dieser Maßnahme bestätigen. Denn genau das, was hier die Grünen für richtig erachten, hat die Frau Bundesministerin am vergangenen Sonntag in der „Pressestunde“ bereits angekündigt. (Abg. Brosz: Dann werden eh alle zustimmen! – Abg. Dr. Fischer: Werden Sie zustimmen?)
Abg. Öllinger: Wäre aber wichtig!
Zum zweiten Punkt, den Sie ansprechen, nämlich der Frage der unterschiedlichen pädagogischen Möglichkeiten: Auch hier negieren Sie die Ergebnisse der PISA-Studie. Die PISA-Studie hat auch eindeutig festgestellt, dass nicht die Organisationsform von Schule ausschlaggebend ist für die Leistungen, die ein Bildungssystem letztlich erbringt. Es sind zahlreiche andere Faktoren, auf die ich im Augenblick nicht eingehen kann. (Abg. Öllinger: Wäre aber wichtig!)
Abg. Brosz: 10 Prozent Erhöhung!
Der letzte Punkt, den ich ansprechen möchte und den Sie als vierten Punkt in Ihrem Entschließungsantrag haben, ist die Frage der Lehrerbesoldung. Auch da kommen Sie zu spät. Wir haben bereits im Sommer angekündigt, dass wir daran arbeiten, weil das ein wesentlicher Punkt ist. (Abg. Brosz: 10 Prozent Erhöhung!) Es ist richtig, dass wir die Umverteilung der Lebenseinkommenskurve als richtige Maßnahme sehen, und wir wollen auch in der Diskussion um diese Veränderung in der Lehrerbesoldung die Einstiegsgehälter deutlich anheben, weil das eine sinnvolle Maßnahme ist. (Abg. Brosz: ... gehören erhöht!)
Abg. Brosz: ... gehören erhöht!
Der letzte Punkt, den ich ansprechen möchte und den Sie als vierten Punkt in Ihrem Entschließungsantrag haben, ist die Frage der Lehrerbesoldung. Auch da kommen Sie zu spät. Wir haben bereits im Sommer angekündigt, dass wir daran arbeiten, weil das ein wesentlicher Punkt ist. (Abg. Brosz: 10 Prozent Erhöhung!) Es ist richtig, dass wir die Umverteilung der Lebenseinkommenskurve als richtige Maßnahme sehen, und wir wollen auch in der Diskussion um diese Veränderung in der Lehrerbesoldung die Einstiegsgehälter deutlich anheben, weil das eine sinnvolle Maßnahme ist. (Abg. Brosz: ... gehören erhöht!)
Abg. Öllinger: Die sind angekündigt, aber nicht mehr!
Ich glaube, insgesamt ist Ihr Dringlicher Antrag heute deshalb nicht allzu dringlich, weil Sie lauter Punkte verlangen, die entweder schon erfüllt oder in Arbeit sind. (Abg. Öllinger: Die sind angekündigt, aber nicht mehr!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Dann könnten Sie zustimmen!
In diesem Sinne: Steigen Sie ein in eine konstruktive Diskussion! Ich glaube, wir werden in diesen Bereichen eine Reihe von guten Maßnahmen setzen können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Dann könnten Sie zustimmen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Herr Kollege Amon, ich hoffe, dass jetzt nicht wir alle hier den Nachweis erbringen müssen, Kinder in die Welt gesetzt zu haben, damit wir uns in dieser Debatte zu Wort melden dürfen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Gahr: Ja! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es ist fürwahr kein Nachteil, mit Kindern zu leben. Aber vielleicht sollten in dieser Debatte genau jene mehr zu Wort kommen, die sich dagegen entschieden haben, Kinder zu bekommen. (Abg. Gahr: Ja! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und vielleicht sollten wir in dieser Debatte genau mit jenen darüber reden, warum sie sich so entschieden haben, damit wir wissen, was wir verbessern müssen, Kollege Amon! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Gahr: Man muss auch für etwas sein, nicht nur dagegen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Gahr: Man muss auch für etwas sein, nicht nur dagegen!
Es ist fürwahr kein Nachteil, mit Kindern zu leben. Aber vielleicht sollten in dieser Debatte genau jene mehr zu Wort kommen, die sich dagegen entschieden haben, Kinder zu bekommen. (Abg. Gahr: Ja! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und vielleicht sollten wir in dieser Debatte genau mit jenen darüber reden, warum sie sich so entschieden haben, damit wir wissen, was wir verbessern müssen, Kollege Amon! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Gahr: Man muss auch für etwas sein, nicht nur dagegen!)
Abg. Murauer: Machen wir die Welt besser ...!
Selbstverständlich halte ich es für ganz besonders wichtig, zu diskutieren und darüber zu debattieren, warum Wunsch und Wirklichkeit in der Frage des Lebens mit Kindern so sehr auseinander klaffen. Selbstverständlich ist dies eine wichtige Diskussion. Aber wir sollten uns im Vorfeld zwei Fragen stellen, nämlich die eine Frage: Wie schauen die Rahmenbedingungen aus, unter denen junge Leute die Entscheidung für oder gegen Kinder treffen müssen? Und zweitens: Wie schaut die Welt aus, in die wir heute ein Kind setzen? Macht nicht auch das die Entscheidung so schwer wie nie zuvor? (Abg. Murauer: Machen wir die Welt besser ...!)
Abg. Großruck: In Wien steigt sie!
Wenn Sie heute eine Politik machen, die dazu führt, dass das soziale Netz zurückgenommen wird, dass die Arbeitslosigkeit steigt (Abg. Großruck: In Wien steigt sie!), dass die Leute das Gefühl haben, man kann sich heute auf nichts mehr verlassen, dann müssen Sie damit rechnen, dass das in die Lebensplanung der jungen Menschen einfließt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Das ist auch zutiefst verantwortungsvoll von den jungen Menschen, die eine derartige Entscheidung zu treffen haben.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wenn Sie heute eine Politik machen, die dazu führt, dass das soziale Netz zurückgenommen wird, dass die Arbeitslosigkeit steigt (Abg. Großruck: In Wien steigt sie!), dass die Leute das Gefühl haben, man kann sich heute auf nichts mehr verlassen, dann müssen Sie damit rechnen, dass das in die Lebensplanung der jungen Menschen einfließt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Das ist auch zutiefst verantwortungsvoll von den jungen Menschen, die eine derartige Entscheidung zu treffen haben.
Abg. Scheibner: Das ist in der SPÖ auch notwendig!
Aber wenn wir uns die Diskussion über die Rahmenbedingungen in den letzten Wochen angehört haben, so bekommen wir da den Eindruck – ich habe gelernt, mich über kleine Schritte zu freuen (Abg. Scheibner: Das ist in der SPÖ auch notwendig!) –, dass es ein bisschen weitergegangen ist, zumindest in der Debatte. Ich fürchte aber, dass Sie in der Rhetorik stecken bleiben.
Abg. Öllinger: Nein, Konsens ...!
Der erste Punkt ist die Frage nach den Kinderbetreuungseinrichtungen. Da besteht zumindest einmal Konsens darüber, dass sie fehlen, dass sie in hohem Ausmaß fehlen. (Abg. Öllinger: Nein, Konsens ...!) Interessanterweise bleiben Sie aber bei dieser Erkenntnis stecken und sagen: Aber wir wollen sie nicht schaffen; wir wissen, dass sie fehlen, aber wir werden nichts dafür tun, sie zu schaffen. – Also leider reine Rhetorik. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Steibl: Das sagt niemand!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Steibl: Das sagt niemand!
Der erste Punkt ist die Frage nach den Kinderbetreuungseinrichtungen. Da besteht zumindest einmal Konsens darüber, dass sie fehlen, dass sie in hohem Ausmaß fehlen. (Abg. Öllinger: Nein, Konsens ...!) Interessanterweise bleiben Sie aber bei dieser Erkenntnis stecken und sagen: Aber wir wollen sie nicht schaffen; wir wissen, dass sie fehlen, aber wir werden nichts dafür tun, sie zu schaffen. – Also leider reine Rhetorik. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Steibl: Das sagt niemand!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Was die Ganztagsschulen betrifft, hat es einen sehr wertvollen Diskussionsbeitrag, einen Vorstoß von der steirischen ÖVP gegeben; da möchte ich nicht hintanstehen, das zu sagen. Der wertvolle Beitrag besteht darin, dass wir in der Diskussion endlich so weit kommen, dieses Thema pragmatisch zu diskutieren; einfach darüber zu diskutieren, was pädagogisch sinnvoll ist und was die Eltern brauchen. Es tut mir sehr Leid, Frau Bundesministerin, dass Sie heute hinter diese Diskussion zurückgefallen sind und wieder von der „Zwangstagsschule“ sprechen. Sie sagen: Wahlmöglichkeit erhalten. Ich sage, Frau Bundesministerin: Wahlmöglichkeit schaffen! Es gibt in weiten Teilen Österreichs diese Wahlmöglichkeit nicht! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir brauchen zusätzliche Nachmittagsbetreuungsplätze in Ganztagsschulen und anderen ganztägigen Schulformen für 429 000 Kinder – zusätzlich! Wir haben heute 45 000, davon zwei Drittel in Wien – das heißt, hier gibt es ein breites Betätigungsfeld. Schaffen Sie Wahlmöglichkeit, Frau Bundesministerin, regional und auch in unterschiedlichen Formen! Es gibt wahrscheinlich nicht die richtige Form, es gibt unterschiedliche richtige Angebote. Aber lassen Sie bitte die Ganztagsschule als wichtiges, sinnvolles pädagogisches Konzept nicht ganz außer Acht! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Missethon.
Zu der Frage, in welche Gesellschaft man heute ein Kind setzt, hat mich ein Satz von Ulrich Beck in einem Interview neulich in der „Zeit“ sehr hellhörig gemacht. Er hat gesagt: Früher haben die jungen Menschen die Möglichkeit gehabt, sich zwischen Chancen zu entscheiden; heute müssen sich junge Menschen zwischen Übeln entscheiden. – Ich denke, der Satz ist ziemlich pointiert, aber er sollte uns zum Nachdenken bringen. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Missethon.) Gute Chancen für Kinder, für junge Menschen zu schaffen, ist ein vorrangiges Anliegen der Politik, und das sollte uns hier doch einen. Die Chancengesellschaft zu erarbeiten, Schritte in diese Richtung zu setzten, das sollte Priorität in der Politik sein, auch in Ihrer Budgetpolitik – und dort fehlt sie! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Zu der Frage, in welche Gesellschaft man heute ein Kind setzt, hat mich ein Satz von Ulrich Beck in einem Interview neulich in der „Zeit“ sehr hellhörig gemacht. Er hat gesagt: Früher haben die jungen Menschen die Möglichkeit gehabt, sich zwischen Chancen zu entscheiden; heute müssen sich junge Menschen zwischen Übeln entscheiden. – Ich denke, der Satz ist ziemlich pointiert, aber er sollte uns zum Nachdenken bringen. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Missethon.) Gute Chancen für Kinder, für junge Menschen zu schaffen, ist ein vorrangiges Anliegen der Politik, und das sollte uns hier doch einen. Die Chancengesellschaft zu erarbeiten, Schritte in diese Richtung zu setzten, das sollte Priorität in der Politik sein, auch in Ihrer Budgetpolitik – und dort fehlt sie! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Dass das österreichische Schulsystem soziale Selektion verstärkt, statt auszugleichen, dafür haben Sie bereits zwei Belege auf dem Tisch, Frau Bundesministerin, die PISA-Studie und die Studie des Instituts für Familienforschung. Was ich überhaupt nicht verstehe, ist, dass die Zukunftskommission nicht den Auftrag bekommen hat, in diesem ganz zentralen Punkt der Bildungspolitik Vorschläge auf den Tisch zu legen. Das wird ausgeklammert – das verstehe ich nicht. Da unterstütze ich den Antrag der Grünen: Das muss eine zentrale Aufgabe der Zukunftskommission sein, Frau Bundesministerin. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Anstatt Maßnahmen zu setzen, um diese Situation an den Schulen zu verbessern, wird immer mehr an Fördermaßnahmen und Begleitmaßnahmen abgebaut, was dazu führt, dass die Kinder, die Unterstützung brauchen, an den Schulen zunehmend allein gelassen werden. Wenn Sie mit Lehrerinnen und Lehrern reden – nicht nur Lehrern, die unserer Fraktion angehören, sondern durchaus auch solchen von Ihren Fraktionen –, dann hören Sie, dass sie sagen: Die Fördermaßnahmen fehlen den Kindern, und sie fürchten, dass Sie, wenn Sie abtreten, an den Schulen verbrannte Erde hinterlassen, und das zu Lasten unserer Kinder, Frau Bundesministerin! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim: Es ist wirklich unglaublich, dass die Kinder die Rechnung zahlen müssen! – Abg. Großruck: „Eurolim“ sollte Jarolim ...!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr gelangt Frau Abgeordnete Rossmann zu Wort. 10 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Es ist wirklich unglaublich, dass die Kinder die Rechnung zahlen müssen! – Abg. Großruck: „Eurolim“ sollte Jarolim ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Sehr verehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! „Es ist unverständlich, wenn die Kinder die Rechnung zahlen müssen“, sagt Kollege Broukal. Ich sage, es ist völlig unverständlich für viele Österreicherinnen und Österreicher und vor allem für die Jugend – und auch für viele Grün-Wähler, das sage ich ebenfalls dazu –, wenn man Bildung nicht ideologiefrei diskutiert. Völlig unverständlich! Die Jugend hat kein Verständnis dafür, Bildungspolitik mit dem gefärbten Filter der Parteipolitik zu betreiben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bildungspolitik sollte ausschließlich qualitäts- und leistungsorientiert durchgeführt werden. Deshalb gilt es – auch das sage ich durchaus –, rasch auf gesellschaftliche Rahmenbedingungen, auf gesellschaftlichen Wandel, aber auch auf die Veränderung in der Arbeitswelt zu reagieren. Die Bundesregierung hat sich hier sehr viel vorgenommen. Im Regierungsübereinkommen ist vieles enthalten, um insbesondere die Qualität und die Leistung des Schulsystems zu steigern. Ich sage auch – und habe es bereits im Ausschuss gesagt –, wir müssen hier völlig tabufrei diskutieren dürfen, tabufrei über eingefahrene Themen und eingefahrene Strukturen diskutieren. Das Schulsystem hat natürlich noch Krusten und Strukturen eines alt eingefahrenen rot-schwarzen Proporzsystems; machen wir uns doch bitte nichts vor! Die Schulen müssen entpolitisiert werden – das ist unsere Botschaft heute von dieser Stelle aus! Alles andere versteht niemand mehr. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Dann sagen Sie, wo Schulpolitik mit Parteibuch gemacht wird!
Sie können mir glauben, ich bin als Bildungssprecherin unserer Fraktion viel in Schulen unterwegs; übrigens bin ich selbst Mutter zweier Töchter. (Abg. Dr. Puswald: Dann sagen Sie, wo Schulpolitik mit Parteibuch gemacht wird!) Es versteht kein Mensch mehr, dass Schule politisch gefärbt sein muss, dass Lehreranstellungen mit einem politischen Parteibuch in Einklang zu bringen sind. (Abg. Reheis: Sie sind ja ... Ihrer Fraktion!) Das sind Zwangsbeglückungen, die heute niemand mehr will: die will die Jugend
Abg. Reheis: Sie sind ja ... Ihrer Fraktion!
Sie können mir glauben, ich bin als Bildungssprecherin unserer Fraktion viel in Schulen unterwegs; übrigens bin ich selbst Mutter zweier Töchter. (Abg. Dr. Puswald: Dann sagen Sie, wo Schulpolitik mit Parteibuch gemacht wird!) Es versteht kein Mensch mehr, dass Schule politisch gefärbt sein muss, dass Lehreranstellungen mit einem politischen Parteibuch in Einklang zu bringen sind. (Abg. Reheis: Sie sind ja ... Ihrer Fraktion!) Das sind Zwangsbeglückungen, die heute niemand mehr will: die will die Jugend
Abg. Reheis: ... hat es noch nie gegeben! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
nicht, auch nicht die Lehrer, und schon gar nicht die Eltern! (Abg. Reheis: ... hat es noch nie gegeben! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim
Wir Freiheitliche stehen dazu – auch wenn es manche aus dem linken Flügel nicht hören wollen –, dass es auf Nestwärme ankommt. Das mag für viele vielleicht ein altmodisches Wort sein (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim), aber Nestwärme und Geborgenheit ist aus freiheitlicher Sicht das Rezept, den Boden und das Fundament zu legen für eine gedeihliche Weiterentwicklung der Jugend und auch für selbstbewusste Menschen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitliche stehen dazu – auch wenn es manche aus dem linken Flügel nicht hören wollen –, dass es auf Nestwärme ankommt. Das mag für viele vielleicht ein altmodisches Wort sein (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim), aber Nestwärme und Geborgenheit ist aus freiheitlicher Sicht das Rezept, den Boden und das Fundament zu legen für eine gedeihliche Weiterentwicklung der Jugend und auch für selbstbewusste Menschen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Haben auch alle schwarze Lehrer!
Hier gibt es natürlich ideologische Unterschiede. Die Diskussion der letzten Wochen hat dies speziell in der Steiermark daran gezeigt, dass Landeshauptmann-Stellvertreter Genosse Voves, neuer Parteivorsitzender der SPÖ in der Steiermark, am liebsten wirklich den Einfluss hätte: sprichwörtlich sozialistisches Gedankengut von der Wiege bis zur Bahre, Erziehung durch den Staat, festgeschrieben von 8.30 bis 16 Uhr – in der Steiermark die so genannte Ganztagsschule. (Abg. Dr. Lichtenberger: Haben auch alle schwarze Lehrer!)
Abg. Mag. Posch: Wie heißt der steirische Parteisekretär der FPÖ?
Ich sage, das ist nicht unser Modell. Wir Freiheitliche wollen eine Ganztagsbetreuung – das ist sehr wohl ein Unterschied –, eine Ganztagsbetreuung nach regionalen Anforderungen, auf freiwilliger Basis und durchaus auch leistbar. (Abg. Mag. Posch: Wie heißt der steirische Parteisekretär der FPÖ?) Dann kann man auch für sozial Schwache Modelle entwickeln, wie es die Privatschulen bereits machen, nämlich dass man Fonds einrichtet, Schultöpfe einrichtet, um für sozial Schwache eine kostenlose Nachmittagsbetreuung sicherzustellen. (Abg. Dr. Cap: Politisch betreuen?)
Abg. Dr. Cap: Politisch betreuen?
Ich sage, das ist nicht unser Modell. Wir Freiheitliche wollen eine Ganztagsbetreuung – das ist sehr wohl ein Unterschied –, eine Ganztagsbetreuung nach regionalen Anforderungen, auf freiwilliger Basis und durchaus auch leistbar. (Abg. Mag. Posch: Wie heißt der steirische Parteisekretär der FPÖ?) Dann kann man auch für sozial Schwache Modelle entwickeln, wie es die Privatschulen bereits machen, nämlich dass man Fonds einrichtet, Schultöpfe einrichtet, um für sozial Schwache eine kostenlose Nachmittagsbetreuung sicherzustellen. (Abg. Dr. Cap: Politisch betreuen?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Natürlich sind hier Kooperationen erforderlich. Ich sage durchaus auch, viele Schulen sind noch nicht gerüstet, auch baulich und räumlich nicht. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Da sind Kooperationen unter den Schulen erforderlich, Kooperationen, wenn es um die Mittagsbetreuung und um das Mittagessen geht, mit der Gastronomie. Warum sprechen wir nicht über Schulmensen wie in Großbritannien? Hier gibt es längst schon ein Problem, nämlich das Problem der Mittagsbetreuung. Viele Schüler haben nachmittags verpflichtend Unterricht, sei es die Turnstunde oder seien es Wahlpflichtfächer. Mir haben Schüler erzählt, sie müssen zu Mittag die Schule verlassen, sie dürfen gar nicht in der Schule bleiben, weil die Haftungsfrage nicht gelöst ist.
Abg. Öllinger: Sie haben überhaupt keine Ahnung! Sie sind Bildungssprecherin! Es ist eine Schande, wenn Sie so unbedarft daherreden!
man ihm erklären, dass Lehrer ohnehin nur 21 Stunden verpflichtend in der Schule sind? (Abg. Öllinger: Sie haben überhaupt keine Ahnung! Sie sind Bildungssprecherin! Es ist eine Schande, wenn Sie so unbedarft daherreden!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.
Das gilt meines Erachtens auch für jene Lehrer, die einen attraktiven Unterricht gestalten. Viele Lehrer machen sich sehr viel Arbeit, um einen lebendigen, motivierenden Unterricht zu führen, und die Schüler lieben diese Lehrer auch dafür. Die Liebe der Schüler ist allerdings das Einzige, was zurückkommt. Pekuniär ist in diesem Besoldungssystem noch nichts sichtbar. Ich meine, dass der Leistungsgedanke wirklich festgeschrieben werden sollte! (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.) Jene Lehrer, die nicht seit 40 Jahren im Unterricht immer das Gleiche vorbeten, sollen wirklich eine dementsprechende Belohnung im Besoldungssystem in Form eines Bonussystems bekommen.
Abg. Dr. Jarolim: Sie sprechen jetzt von Klassenwillkür! Wir haben diese schon immer aufgezeigt!
Der Gipfel der politischen Gremien ist das Kollegium in der Steiermark: Dort wird nicht nach dem D’Hondtschen System vorgegangen, sondern es herrschen dort überhaupt Willkürverhältnisse, die dem D’Hondtschen System absolut nicht entsprechen. (Abg. Dr. Jarolim: Sie sprechen jetzt von Klassenwillkür! Wir haben diese schon immer aufgezeigt!) Das haben Sie gesagt, aber ich gebe Ihnen in diesem Fall Recht! Es ist dies aber auch das einzige Bundesland, in allen anderen sind die Kollegien eins zu eins dem D’Hondtschen System angeglichen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Öllinger und Mag. Posch.
Wir sollten aber auch generell darüber sprechen: Brauchen wir die Kollegien noch? Brauchen wir den Landesschulrat? Brauchen wir den Bezirksschulrat? Sollten wir nicht besser ein von Parteipolitik freies Bildungsmanagement mit bundeseinheitlicher Objektivierung installieren? (Zwischenrufe der Abgeordneten Öllinger und Mag. Posch.) Da lachen Sie, weil es Ihnen nicht passt! Es sollte zu einer bundeseinheitlichen Objektivierung kommen, bei der entsprechende Standards festgeschrieben sind, so dass wirklich objektiviert werden kann und die Lehrerbestellung nicht nach einer Warteliste und nach
Beifall bei den Freiheitlichen.
Parteibuch vorgenommen wird. Ich glaube, das wären auch neue Ansätze. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der Grünen.
Ich komme zum Schlusssatz. Mir ist bewusst, dass innerhalb der Koalition auch diesbezüglich noch viel zu diskutieren ist. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich appelliere an Sie alle hier: Nützen wir in Zukunft auch die Chance, die uns der Österreich-Konvent bietet, eine Schule ohne Parteipolitik zu schaffen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Bundesminister! Ich werde mich nicht in Spekulationen versteigen, ob Pillenenzyklika und Verhütungsverbot auf Grund eines Initiativantrages der ÖVP im Vatikan verordnet wurden, sondern ich möchte, weil man bei so vielen Höhenflügen der Regierung bescheiden wird, gleich mit meinem Entschließungsantrag beginnen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt: Grasser ist keiner Selbsttäuschung unterlegen, sondern er hat andere Leute getäuscht. Diese Charaktereigenschaften sind meines Erachtens allerdings mit einer guten und wahrhaftigen Politik nicht kompatibel. Ich würde diesen Wunsch oder Hang nach Wahrheit, Frau Minister Gehrer, sehr wohl auch als Wertediskussion auffassen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Zumindest würde ich das so lange tun, solange die Wahrheit ein Wert ist und nicht nur eine Tochter der Zeit oder gar ein Findelkind der ÖVP. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt: Grasser ist keiner Selbsttäuschung unterlegen, sondern er hat andere Leute getäuscht. Diese Charaktereigenschaften sind meines Erachtens allerdings mit einer guten und wahrhaftigen Politik nicht kompatibel. Ich würde diesen Wunsch oder Hang nach Wahrheit, Frau Minister Gehrer, sehr wohl auch als Wertediskussion auffassen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Zumindest würde ich das so lange tun, solange die Wahrheit ein Wert ist und nicht nur eine Tochter der Zeit oder gar ein Findelkind der ÖVP. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Das sagen viele!
Ich habe den Eindruck, dass das Bildungs- und Forschungsministerium – Sie mögen mir verzeihen oder auch nicht! – eigentlich letztlich wie eine Werbeagentur geführt wird. (Abg. Dr. Jarolim: Das sagen viele!) Das kann es aber nicht sein, denn eine Werbeagentur hat keine Ähnlichkeit mit einem Wissenschaftsressort! Im Hinblick darauf wundert es mich allerdings nicht, dass viele meinen, dass sämtliche Argumente eher einem intellektuellen Irrgarten als einer nachvollziehbaren Erklärung über die Ist-Stände, die Missstände und darüber, was man erreichen will, ähneln.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Im Hinblick darauf kann ich nur meinen Wunsch und den Wunsch der Innsbrucker Universität hier wiedergeben: Lassen Sie nicht so lange wählen, bis dem Rat und Ihnen der Kandidat endlich mundet! Das wäre der Tod der Universität! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: O tempora, o mores!
Herr Kollege Grünewald! Darüber hinaus stelle ich fest, dass objektiver Bedarf an einer Exegese des römischen Stoikers Gellius besteht, der den Satz: „Veritas filia temporis“ geprägt hat. (Abg. Dr. Cap: O tempora, o mores!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es muss also zwischen Wunsch und Wirklichkeit ein Maß gefunden und ein maßvoller Weg gegangen werden, wie ihn auch andere moderne Staaten in Europa gehen wie etwa die Niederlande, skandinavische Länder oder die Schweiz. Dem Beispiel Deutschlands, an den Universitäten und an der Forschung massiv zu sparen und trotzdem im Minus zu sein, wollen wir hingegen nicht folgen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Broukal: Da gab es Verringerungen!
Rektor Winckler sagte mir auf die Frage betreffend die Reinigungsverhältnisse, dass Prioritäten gesetzt wurden. Das erachten wir für richtig. Die Sommerreinigung war eine zumutbare Regelung: Die Leute nehmen Urlaub, sind forschungsmäßig auswärts und nicht anwesend. (Abg. Broukal: Da gab es Verringerungen!) Herr Kollege Broukal! Ich bin 20 Jahre an der Universität beschäftigt, und ich will Ihnen nicht sagen, wie oft ich selbst schon vor Jahren Hand angelegt, Vorhänge abgenommen und selbst gewaschen habe. (Abg. Mag. Posch: Das entspricht nicht dem Humboldt’schen Bildungsideal!) Es geht nicht darum, dass die Dinge so viel schlechter geworden sind. Es entspricht dies nicht dem Humboldt’schen Bildungsideal, das ist richtig, so war es aber auch schon unter Kreisky und Scholten und anderen Ministern, wenn Sie sich erinnern wollen!
Abg. Mag. Posch: Das entspricht nicht dem Humboldt’schen Bildungsideal!
Rektor Winckler sagte mir auf die Frage betreffend die Reinigungsverhältnisse, dass Prioritäten gesetzt wurden. Das erachten wir für richtig. Die Sommerreinigung war eine zumutbare Regelung: Die Leute nehmen Urlaub, sind forschungsmäßig auswärts und nicht anwesend. (Abg. Broukal: Da gab es Verringerungen!) Herr Kollege Broukal! Ich bin 20 Jahre an der Universität beschäftigt, und ich will Ihnen nicht sagen, wie oft ich selbst schon vor Jahren Hand angelegt, Vorhänge abgenommen und selbst gewaschen habe. (Abg. Mag. Posch: Das entspricht nicht dem Humboldt’schen Bildungsideal!) Es geht nicht darum, dass die Dinge so viel schlechter geworden sind. Es entspricht dies nicht dem Humboldt’schen Bildungsideal, das ist richtig, so war es aber auch schon unter Kreisky und Scholten und anderen Ministern, wenn Sie sich erinnern wollen!
Abg. Dr. Cap: Das ist eine resignative Rede!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie uns mit Blick auf die Zukunft sagen, was an dieser Fragestellung und an diesem Antrag dringlich ist: Das hat ein wenig mit dem turnusmäßigen Auftakt am Beginn des Herbstes zu tun. Ich freue mich, dass von den 600 Millionen an Forschungsgeldern, die in Aussicht gestellt sind, die versprochenen Teile schon eingelöst wurden. (Abg. Dr. Cap: Das ist eine resignative Rede!) Der FWF hat am Wochenende klargestellt, dass mit den zusätzlichen Mitteln für den Forschungsfonds auch die wesentlichsten Druckstellen beseitigt sind und dass die Universitäten mit dem neuen Personalrecht freie Hand haben, junge Forscherinnen und Forscher ihrer Wahl anzustellen und unter dem Schutz des Angestelltenrechtes zu beschäftigen, der zum Teil größer ist als nach dem Vertragsbedienstetenrecht, welches das Angestelltenrecht des Bundes war. (Abg. Dr. Cap: Sie haben nichts mehr vor, Sie wollen nichts, Sie haben kein Ziel!)
Abg. Dr. Cap: Sie haben nichts mehr vor, Sie wollen nichts, Sie haben kein Ziel!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie uns mit Blick auf die Zukunft sagen, was an dieser Fragestellung und an diesem Antrag dringlich ist: Das hat ein wenig mit dem turnusmäßigen Auftakt am Beginn des Herbstes zu tun. Ich freue mich, dass von den 600 Millionen an Forschungsgeldern, die in Aussicht gestellt sind, die versprochenen Teile schon eingelöst wurden. (Abg. Dr. Cap: Das ist eine resignative Rede!) Der FWF hat am Wochenende klargestellt, dass mit den zusätzlichen Mitteln für den Forschungsfonds auch die wesentlichsten Druckstellen beseitigt sind und dass die Universitäten mit dem neuen Personalrecht freie Hand haben, junge Forscherinnen und Forscher ihrer Wahl anzustellen und unter dem Schutz des Angestelltenrechtes zu beschäftigen, der zum Teil größer ist als nach dem Vertragsbedienstetenrecht, welches das Angestelltenrecht des Bundes war. (Abg. Dr. Cap: Sie haben nichts mehr vor, Sie wollen nichts, Sie haben kein Ziel!)
Abg. Dr. Cap: Ihre Rede ist fast schon depressiv!
Meine Damen und Herren! Die Lehre an den Universitäten ist gesichert, das gibt der Rektorenchef zu. Ich frage mich daher, warum es am Institut für Soziologie in Wien einen Engpass gibt und dort angeblich nur 30 Stellen für Seminaranwärter angeboten werden. Da kann etwas nicht stimmen! Das muss an der lokalen Organisation der Verhältnisse liegen! (Abg. Dr. Cap: Ihre Rede ist fast schon depressiv!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Meine Damen und Herren! Ich meine, wir sollten aufhören, die Universitäten in eine Armseligkeit zu reden und so zu tun, als würden hier fast Nachkriegsbedingungen herrschen! Ich kenne Universitäten in Europa, auch in Amerika, und es gibt prächtigere, aber es gibt auch viel, viel bescheidener ausgestattete. Die Motivation hängt wohl nicht davon ab, ob man eine besonders luxuriöse Ausstattung anbieten kann, sondern davon, inwieweit ein bestimmter Forscher- und Neugiergeist und eine bestimmte akademische Haltung an den Instituten unter autonomen Bedingungen entwickelt werden können und an die Jugend weitergegeben werden können. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Beifall bei der ÖVP.
sieren, sondern sollten ernsthaft in eine konstruktive Debatte um eine konstruktive Lösungssuche eintreten. Das Budget 2004 wird eine Steigerung vorsehen – die Frau Ministerin hat es angekündigt –, es sind 200 Millionen €. Ich betone: 200 Millionen €! Damit wird der Personaldruck weggenommen werden können, und die Forschungsmittel werden aufgestockt. Insofern kann sich das Programm sehen lassen. Gehen wir an die Arbeit und hören wir auf, saisonbedingte Pseudodebatten zu führen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geschätzte Frau Dr. Brinek! Was ist eigentlich an den letzten Monaten zumutbar gewesen? Ich war letzte Woche an der Universität Innsbruck und hatte Gelegenheit, mit etwa 30 bis 40 Professoren, Dozenten, Assistenten und Projektassistenten zu sprechen, wobei mir die Projektassistenten glaubhaft versichert haben, dass sie bis dahin nicht wussten, ob sie ab 1. Oktober noch Projektassistenten sein würden oder ob sie arbeitslos auf der Straße stehen würden. Was ist daran zumutbar? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Aber die flüchten doch nicht alle nur aus Österreich!
Wenn ich nur eine einzige Zeitung nehme, den „Standard“ von heute, Seite 1, so bekomme ich das bestätigt, denn da heißt es: „Uni-Institute bald ohne Wissenschafter. Innsbrucks Vizerektor kämpft um Personal.“ – Nicht die Opposition! Aus Seite 6 heißt es: „Uni-Krise: Junge Wissenschafter suchen Absprung.“ – Sie haben es geschafft, dass dieses Universitätssystem von den jungen Akademikerinnen und Adademikern als so chancen- und zukunftslos gesehen wird, dass sie den erstbesten Weg ins Ausland und in die Privatwirtschaft ergreifen. (Abg. Dr. Brinek: Aber die flüchten doch nicht alle nur aus Österreich!) Nicht die Opposition, die jungen Wissenschafter sagen es selbst, was auch Sie wissen, denn wir lesen ja alle die gleichen Zeitungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn ich nur eine einzige Zeitung nehme, den „Standard“ von heute, Seite 1, so bekomme ich das bestätigt, denn da heißt es: „Uni-Institute bald ohne Wissenschafter. Innsbrucks Vizerektor kämpft um Personal.“ – Nicht die Opposition! Aus Seite 6 heißt es: „Uni-Krise: Junge Wissenschafter suchen Absprung.“ – Sie haben es geschafft, dass dieses Universitätssystem von den jungen Akademikerinnen und Adademikern als so chancen- und zukunftslos gesehen wird, dass sie den erstbesten Weg ins Ausland und in die Privatwirtschaft ergreifen. (Abg. Dr. Brinek: Aber die flüchten doch nicht alle nur aus Österreich!) Nicht die Opposition, die jungen Wissenschafter sagen es selbst, was auch Sie wissen, denn wir lesen ja alle die gleichen Zeitungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Es ist wieder nicht die Opposition, sondern es sind die beiden Rektoren Bast und Schmidt-Wulffen, die sagen, die augenblickliche Politik gehe am Rande der Verantwortungslosigkeit vorbei. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Dr. Brinek: Das war vor 20 Jahren!
Wie überall an der Universität Wien, Frau Doktor – das dürfte ihnen nicht unbekannt sein –, gibt es auch am Institut für Erziehungswissenschaften kein Geld mehr für Reinigung. Einige WissenschafterInnen nehmen nach meinen Informationen ihre private Haushaltshilfe mit, und von Ihnen habe ich gehört, dass Sie die Vorhänge selber waschen. (Abg. Dr. Brinek: Das war vor 20 Jahren!) Ich nehme an, Sie sind dafür aber überbezahlt, Frau Dr. Brinek. Dafür sind Sie absolut überbezahlt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Ich will, dass Sie dort forschen und lehren, ich will nicht, dass Sie dort Vorhänge waschen müssen. (Abg. Dr. Brinek: Vor 20 Jahren!) Dieses Nachkriegsethos brauche ich überhaupt nicht. Ich will, dass die Universitäten ordentlich gereinigt werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wie überall an der Universität Wien, Frau Doktor – das dürfte ihnen nicht unbekannt sein –, gibt es auch am Institut für Erziehungswissenschaften kein Geld mehr für Reinigung. Einige WissenschafterInnen nehmen nach meinen Informationen ihre private Haushaltshilfe mit, und von Ihnen habe ich gehört, dass Sie die Vorhänge selber waschen. (Abg. Dr. Brinek: Das war vor 20 Jahren!) Ich nehme an, Sie sind dafür aber überbezahlt, Frau Dr. Brinek. Dafür sind Sie absolut überbezahlt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Ich will, dass Sie dort forschen und lehren, ich will nicht, dass Sie dort Vorhänge waschen müssen. (Abg. Dr. Brinek: Vor 20 Jahren!) Dieses Nachkriegsethos brauche ich überhaupt nicht. Ich will, dass die Universitäten ordentlich gereinigt werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Vor 20 Jahren!
Wie überall an der Universität Wien, Frau Doktor – das dürfte ihnen nicht unbekannt sein –, gibt es auch am Institut für Erziehungswissenschaften kein Geld mehr für Reinigung. Einige WissenschafterInnen nehmen nach meinen Informationen ihre private Haushaltshilfe mit, und von Ihnen habe ich gehört, dass Sie die Vorhänge selber waschen. (Abg. Dr. Brinek: Das war vor 20 Jahren!) Ich nehme an, Sie sind dafür aber überbezahlt, Frau Dr. Brinek. Dafür sind Sie absolut überbezahlt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Ich will, dass Sie dort forschen und lehren, ich will nicht, dass Sie dort Vorhänge waschen müssen. (Abg. Dr. Brinek: Vor 20 Jahren!) Dieses Nachkriegsethos brauche ich überhaupt nicht. Ich will, dass die Universitäten ordentlich gereinigt werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wie überall an der Universität Wien, Frau Doktor – das dürfte ihnen nicht unbekannt sein –, gibt es auch am Institut für Erziehungswissenschaften kein Geld mehr für Reinigung. Einige WissenschafterInnen nehmen nach meinen Informationen ihre private Haushaltshilfe mit, und von Ihnen habe ich gehört, dass Sie die Vorhänge selber waschen. (Abg. Dr. Brinek: Das war vor 20 Jahren!) Ich nehme an, Sie sind dafür aber überbezahlt, Frau Dr. Brinek. Dafür sind Sie absolut überbezahlt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Ich will, dass Sie dort forschen und lehren, ich will nicht, dass Sie dort Vorhänge waschen müssen. (Abg. Dr. Brinek: Vor 20 Jahren!) Dieses Nachkriegsethos brauche ich überhaupt nicht. Ich will, dass die Universitäten ordentlich gereinigt werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Vor 20 Jahren, unter Minister Scholten, habe ich die Vorhänge selber gewaschen! Nur damit Sie wissen, wann das war!
Tutoren und Tutorinnen machen die Regale in der Bibliothek sauber, lese ich. Also die wissenschaftlichen ... (Abg. Dr. Brinek: Vor 20 Jahren, unter Minister Scholten, habe ich die Vorhänge selber gewaschen! Nur damit Sie wissen, wann das war!) Unter Minister Scholten? Der war vor 20 Jahren Minister? Ja, gut, okay. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber jetzt ist doch alles viel besser, lernen wir immer. Es hat sich aber anscheinend nichts geändert im dritten Jahr der „Glückseligkeit“ von Schwarz-Blau an den Universitäten. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Tutoren und Tutorinnen machen die Regale in der Bibliothek sauber, lese ich. Also die wissenschaftlichen ... (Abg. Dr. Brinek: Vor 20 Jahren, unter Minister Scholten, habe ich die Vorhänge selber gewaschen! Nur damit Sie wissen, wann das war!) Unter Minister Scholten? Der war vor 20 Jahren Minister? Ja, gut, okay. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber jetzt ist doch alles viel besser, lernen wir immer. Es hat sich aber anscheinend nichts geändert im dritten Jahr der „Glückseligkeit“ von Schwarz-Blau an den Universitäten. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Tutoren und Tutorinnen machen die Regale in der Bibliothek sauber, lese ich. Also die wissenschaftlichen ... (Abg. Dr. Brinek: Vor 20 Jahren, unter Minister Scholten, habe ich die Vorhänge selber gewaschen! Nur damit Sie wissen, wann das war!) Unter Minister Scholten? Der war vor 20 Jahren Minister? Ja, gut, okay. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber jetzt ist doch alles viel besser, lernen wir immer. Es hat sich aber anscheinend nichts geändert im dritten Jahr der „Glückseligkeit“ von Schwarz-Blau an den Universitäten. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Ab jetzt!
„Ich wünsche mir mehr Geld“ – ein weiterer Leitsatz Ihrer Rede. Ich habe mir vorgenommen, heute ruhig zu reden, und ich tue es. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Ab jetzt!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich bin hier jetzt viele Monate dabei und frage mich: Wer hat Recht: die Rektoren oder die Frau Gehrer? Sie behaupten nämlich immer das Gegenteil. Doch dann schaue ich mir diese Rektoren so an und denke mir, das sind lauter ernst zu nehmende seriöse Menschen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Vorsicht! Sie wissen es genau. Halbsteuersatz für Unternehmer, Halbsteuersatz für nicht entnommene Gewinne. Vielen Dank! (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich bin hier jetzt viele Monate dabei und frage mich: Wer hat Recht: die Rektoren oder die Frau Gehrer? Sie behaupten nämlich immer das Gegenteil. Doch dann schaue ich mir diese Rektoren so an und denke mir, das sind lauter ernst zu nehmende seriöse Menschen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Vorsicht! Sie wissen es genau. Halbsteuersatz für Unternehmer, Halbsteuersatz für nicht entnommene Gewinne. Vielen Dank! (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich hoffe, wir können uns darauf einigen, dass wir das gemeinsam so sehen, dass die Universitäten kein Exerzierfeld für exzessiven Sparzwang sind. Ich bitte Sie darum! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Broukal: Waschen Sie die Vorhänge der FPÖ-Bundesgeschäftsstelle selbst?
gewaschen haben, oder wie? (Abg. Broukal: Waschen Sie die Vorhänge der FPÖ-Bundesgeschäftsstelle selbst?)
Abg. Broukal: Und fürs Vorhänge-Waschen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Da sage ich schon: Die Universitäten sollten in meinen Augen ein Vorbild sein, und zwar sollten sie ein Vorbild für sparsames Wirtschaften sein! (Abg. Broukal: Und fürs Vorhänge-Waschen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die Universitäten sollten ein Vorbild dafür sein, wie man wirtschaftlich auch mit den Geldern, die man erhält, umgeht! Da halte ich es schon für richtig, dass es die Unis dann auch selber lernen müssen, wie sie ihr Reinigungspersonal einteilen. Das ist halt auch eine Art und Weise: dass man, wenn man etwas lehrt, es dann auch umsetzen muss, wenn man dazu Gelegenheit hat (Abg. Broukal: Man lehrt, wie man Vorhänge wäscht! Super!), und diese Gelegenheit haben die Unis. Regen Sie sich darüber nicht auf! Es ist jetzt so! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Broukal: Man lehrt, wie man Vorhänge wäscht! Super!
Da sage ich schon: Die Universitäten sollten in meinen Augen ein Vorbild sein, und zwar sollten sie ein Vorbild für sparsames Wirtschaften sein! (Abg. Broukal: Und fürs Vorhänge-Waschen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die Universitäten sollten ein Vorbild dafür sein, wie man wirtschaftlich auch mit den Geldern, die man erhält, umgeht! Da halte ich es schon für richtig, dass es die Unis dann auch selber lernen müssen, wie sie ihr Reinigungspersonal einteilen. Das ist halt auch eine Art und Weise: dass man, wenn man etwas lehrt, es dann auch umsetzen muss, wenn man dazu Gelegenheit hat (Abg. Broukal: Man lehrt, wie man Vorhänge wäscht! Super!), und diese Gelegenheit haben die Unis. Regen Sie sich darüber nicht auf! Es ist jetzt so! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da sage ich schon: Die Universitäten sollten in meinen Augen ein Vorbild sein, und zwar sollten sie ein Vorbild für sparsames Wirtschaften sein! (Abg. Broukal: Und fürs Vorhänge-Waschen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Die Universitäten sollten ein Vorbild dafür sein, wie man wirtschaftlich auch mit den Geldern, die man erhält, umgeht! Da halte ich es schon für richtig, dass es die Unis dann auch selber lernen müssen, wie sie ihr Reinigungspersonal einteilen. Das ist halt auch eine Art und Weise: dass man, wenn man etwas lehrt, es dann auch umsetzen muss, wenn man dazu Gelegenheit hat (Abg. Broukal: Man lehrt, wie man Vorhänge wäscht! Super!), und diese Gelegenheit haben die Unis. Regen Sie sich darüber nicht auf! Es ist jetzt so! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Noch etwas: Wenn man ein neues Dienstrecht macht und es dann niemanden gibt, der dieses Dienstrecht in Anspruch nimmt, das jetzt langsam zu einer Gleichschaltung führt, also zu dem, was Sie auch immer fordern, dass eben alle in das ASVG hineinkommen, dann regen Sie sich auf und sagen: Es bewirbt sich ja niemand um solche Stellen, weil es ein neues Dienstrecht gibt! – Ja genau deshalb wurde ein neues Dienstrecht geschaffen, damit da eine Gleichstellung erfolgt. Das ist genau das, was Sie eigentlich auch immer wollen, aber da passt es Ihnen dann auf einmal nicht! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Also messen Sie hier nicht mit zweierlei Maß, sondern tragen Sie mit dazu bei, dass die Universitäten auch einmal Vorbildwirkung haben und Vorbildwirkung zeigen. Das würde ich mir auch von Ihnen erwarten.
Abg. Dr. Lichtenberger: Was sollen Sie sonst machen?
Ich darf es Ihnen zur Kenntnis bringen: Man sei dem Ministerium für diese außergewöhnlichen Maßnahmen sehr dankbar, sagt Präsident Georg Wick, weil er froh ist ... (Abg. Dr. Lichtenberger: Was sollen Sie sonst machen?) – na, passen Sie weiter auf!, das scheint Ihnen entgangen zu sein! –, dass 8,5 Millionen € oder 9 Prozent mehr als im Vorjahr gezahlt werden. 100 Millionen € konnten es insgesamt sein. Das ist mehr als im Vorjahr, was da gemacht wurde. Das haben Sie schlicht und einfach negiert. Das ist vielleicht ein Problem des Marketings. Man hat es nicht gut genug verkauft, man spricht nicht so viel über die guten Dinge, die die Regierung tut. Daher haben sogar Sie es überlesen und das Falsche in Ihre Anfrage hineingenommen.
Abg. Dr. Lichtenberger: Wie ist das mit der Kinderbetreuung in Tirol?
Ein Punkt auch noch zur Generationenfrage, weil das ja auch hier in diese ganze Anfrage mit hinein genommen wurde. Da sollten wir doch überlegen, wie man die Generationensolidarität insgesamt in der Zukunft wieder einmal dazu bringt, dass es wieder existierende Familien gibt, in denen man sich untereinander hilft. In diesem Zusammenhang darf ich Folgendes bemerken: Etwas, was die SPÖ in jahrzehntelanger Arbeit geschafft hat, ist, dass es Betreuung von der Wiege bis zur Bahre gibt, wie es so schön heißt. Man schaut, die Kinder möglichst früh aus dem Haus zu bringen und die ältere Generation dann in Heime abzuschieben, damit die Familie auseinander bricht und somit die Identität nicht mehr vorhanden ist. (Abg. Dr. Lichtenberger: Wie ist das mit der Kinderbetreuung in Tirol?) Das ist das, was Sie jahrzehntelang betrieben haben, und damit haben Sie die Familien sehr wohl auseinander gerissen.
Abg. Hagenhofer: Sie gehen doch mehr auf Partys!
Aber nach wie vor – und deshalb bin ich froh, dass es in der Bevölkerung nicht so nachhaltig gewirkt hat – sehen 80 Prozent aller Befragten, vor allem auch Jugendliche, Familie als einen der höchsten Werte an (Abg. Hagenhofer: Sie gehen doch mehr auf Partys!) – Freizeit ist weiter hinten, viele andere Dinge sind weiter hinten – und wollen zwei Kinder haben. Warum bringen sie es nicht zustande? (Abg. Dr. Puswald: Wegen Ihrer Politik!) Wir haben das hier erst drei Jahre lang maßgeblich mitgestalten können. Wir können nicht in drei Jahren das, was Sie jahrzehntelang in die falsche Richtung verändert haben, rückgängig machen. Das können wir nicht von heute auf morgen machen, aber wir haben schon einiges gemacht. Seien Sie beruhigt, wir werden auch noch mehr machen, dass es den Familien in Österreich wieder besser geht. (Abg. Dr. Puswald: Was haben Sie schon gemacht?) Das Kinderbetreuungsgeld haben wir gemacht, und wir werden es weiter machen. Wir werden dafür sorgen, dass diese falsche Richtung, die die SPÖ eingeschlagen hat, wieder in Richtung von mehr Familie geht. Wir werden den Kindern und den Familien in Österreich wieder mehr Wert geben. Da werden Sie noch schauen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Wie? (Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Ja, deshalb sind alle, die das Kinderbetreuungsgeld bekommen, sehr froh, weil die Familien inzwischen realisiert haben, dass die Freiheitliche Partei jene Partei ist, die in der Bundesregierung mit der ÖVP den Familien einen hohen Stellenwert einräumt. Das haben die Familien zum Glück begriffen. Das ist das Gute. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puswald: Wegen Ihrer Politik!
Aber nach wie vor – und deshalb bin ich froh, dass es in der Bevölkerung nicht so nachhaltig gewirkt hat – sehen 80 Prozent aller Befragten, vor allem auch Jugendliche, Familie als einen der höchsten Werte an (Abg. Hagenhofer: Sie gehen doch mehr auf Partys!) – Freizeit ist weiter hinten, viele andere Dinge sind weiter hinten – und wollen zwei Kinder haben. Warum bringen sie es nicht zustande? (Abg. Dr. Puswald: Wegen Ihrer Politik!) Wir haben das hier erst drei Jahre lang maßgeblich mitgestalten können. Wir können nicht in drei Jahren das, was Sie jahrzehntelang in die falsche Richtung verändert haben, rückgängig machen. Das können wir nicht von heute auf morgen machen, aber wir haben schon einiges gemacht. Seien Sie beruhigt, wir werden auch noch mehr machen, dass es den Familien in Österreich wieder besser geht. (Abg. Dr. Puswald: Was haben Sie schon gemacht?) Das Kinderbetreuungsgeld haben wir gemacht, und wir werden es weiter machen. Wir werden dafür sorgen, dass diese falsche Richtung, die die SPÖ eingeschlagen hat, wieder in Richtung von mehr Familie geht. Wir werden den Kindern und den Familien in Österreich wieder mehr Wert geben. Da werden Sie noch schauen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Wie? (Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Ja, deshalb sind alle, die das Kinderbetreuungsgeld bekommen, sehr froh, weil die Familien inzwischen realisiert haben, dass die Freiheitliche Partei jene Partei ist, die in der Bundesregierung mit der ÖVP den Familien einen hohen Stellenwert einräumt. Das haben die Familien zum Glück begriffen. Das ist das Gute. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puswald: Was haben Sie schon gemacht?
Aber nach wie vor – und deshalb bin ich froh, dass es in der Bevölkerung nicht so nachhaltig gewirkt hat – sehen 80 Prozent aller Befragten, vor allem auch Jugendliche, Familie als einen der höchsten Werte an (Abg. Hagenhofer: Sie gehen doch mehr auf Partys!) – Freizeit ist weiter hinten, viele andere Dinge sind weiter hinten – und wollen zwei Kinder haben. Warum bringen sie es nicht zustande? (Abg. Dr. Puswald: Wegen Ihrer Politik!) Wir haben das hier erst drei Jahre lang maßgeblich mitgestalten können. Wir können nicht in drei Jahren das, was Sie jahrzehntelang in die falsche Richtung verändert haben, rückgängig machen. Das können wir nicht von heute auf morgen machen, aber wir haben schon einiges gemacht. Seien Sie beruhigt, wir werden auch noch mehr machen, dass es den Familien in Österreich wieder besser geht. (Abg. Dr. Puswald: Was haben Sie schon gemacht?) Das Kinderbetreuungsgeld haben wir gemacht, und wir werden es weiter machen. Wir werden dafür sorgen, dass diese falsche Richtung, die die SPÖ eingeschlagen hat, wieder in Richtung von mehr Familie geht. Wir werden den Kindern und den Familien in Österreich wieder mehr Wert geben. Da werden Sie noch schauen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Wie? (Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Ja, deshalb sind alle, die das Kinderbetreuungsgeld bekommen, sehr froh, weil die Familien inzwischen realisiert haben, dass die Freiheitliche Partei jene Partei ist, die in der Bundesregierung mit der ÖVP den Familien einen hohen Stellenwert einräumt. Das haben die Familien zum Glück begriffen. Das ist das Gute. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!
Aber nach wie vor – und deshalb bin ich froh, dass es in der Bevölkerung nicht so nachhaltig gewirkt hat – sehen 80 Prozent aller Befragten, vor allem auch Jugendliche, Familie als einen der höchsten Werte an (Abg. Hagenhofer: Sie gehen doch mehr auf Partys!) – Freizeit ist weiter hinten, viele andere Dinge sind weiter hinten – und wollen zwei Kinder haben. Warum bringen sie es nicht zustande? (Abg. Dr. Puswald: Wegen Ihrer Politik!) Wir haben das hier erst drei Jahre lang maßgeblich mitgestalten können. Wir können nicht in drei Jahren das, was Sie jahrzehntelang in die falsche Richtung verändert haben, rückgängig machen. Das können wir nicht von heute auf morgen machen, aber wir haben schon einiges gemacht. Seien Sie beruhigt, wir werden auch noch mehr machen, dass es den Familien in Österreich wieder besser geht. (Abg. Dr. Puswald: Was haben Sie schon gemacht?) Das Kinderbetreuungsgeld haben wir gemacht, und wir werden es weiter machen. Wir werden dafür sorgen, dass diese falsche Richtung, die die SPÖ eingeschlagen hat, wieder in Richtung von mehr Familie geht. Wir werden den Kindern und den Familien in Österreich wieder mehr Wert geben. Da werden Sie noch schauen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Wie? (Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Ja, deshalb sind alle, die das Kinderbetreuungsgeld bekommen, sehr froh, weil die Familien inzwischen realisiert haben, dass die Freiheitliche Partei jene Partei ist, die in der Bundesregierung mit der ÖVP den Familien einen hohen Stellenwert einräumt. Das haben die Familien zum Glück begriffen. Das ist das Gute. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!
Aber nach wie vor – und deshalb bin ich froh, dass es in der Bevölkerung nicht so nachhaltig gewirkt hat – sehen 80 Prozent aller Befragten, vor allem auch Jugendliche, Familie als einen der höchsten Werte an (Abg. Hagenhofer: Sie gehen doch mehr auf Partys!) – Freizeit ist weiter hinten, viele andere Dinge sind weiter hinten – und wollen zwei Kinder haben. Warum bringen sie es nicht zustande? (Abg. Dr. Puswald: Wegen Ihrer Politik!) Wir haben das hier erst drei Jahre lang maßgeblich mitgestalten können. Wir können nicht in drei Jahren das, was Sie jahrzehntelang in die falsche Richtung verändert haben, rückgängig machen. Das können wir nicht von heute auf morgen machen, aber wir haben schon einiges gemacht. Seien Sie beruhigt, wir werden auch noch mehr machen, dass es den Familien in Österreich wieder besser geht. (Abg. Dr. Puswald: Was haben Sie schon gemacht?) Das Kinderbetreuungsgeld haben wir gemacht, und wir werden es weiter machen. Wir werden dafür sorgen, dass diese falsche Richtung, die die SPÖ eingeschlagen hat, wieder in Richtung von mehr Familie geht. Wir werden den Kindern und den Familien in Österreich wieder mehr Wert geben. Da werden Sie noch schauen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Wie? (Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Ja, deshalb sind alle, die das Kinderbetreuungsgeld bekommen, sehr froh, weil die Familien inzwischen realisiert haben, dass die Freiheitliche Partei jene Partei ist, die in der Bundesregierung mit der ÖVP den Familien einen hohen Stellenwert einräumt. Das haben die Familien zum Glück begriffen. Das ist das Gute. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber nach wie vor – und deshalb bin ich froh, dass es in der Bevölkerung nicht so nachhaltig gewirkt hat – sehen 80 Prozent aller Befragten, vor allem auch Jugendliche, Familie als einen der höchsten Werte an (Abg. Hagenhofer: Sie gehen doch mehr auf Partys!) – Freizeit ist weiter hinten, viele andere Dinge sind weiter hinten – und wollen zwei Kinder haben. Warum bringen sie es nicht zustande? (Abg. Dr. Puswald: Wegen Ihrer Politik!) Wir haben das hier erst drei Jahre lang maßgeblich mitgestalten können. Wir können nicht in drei Jahren das, was Sie jahrzehntelang in die falsche Richtung verändert haben, rückgängig machen. Das können wir nicht von heute auf morgen machen, aber wir haben schon einiges gemacht. Seien Sie beruhigt, wir werden auch noch mehr machen, dass es den Familien in Österreich wieder besser geht. (Abg. Dr. Puswald: Was haben Sie schon gemacht?) Das Kinderbetreuungsgeld haben wir gemacht, und wir werden es weiter machen. Wir werden dafür sorgen, dass diese falsche Richtung, die die SPÖ eingeschlagen hat, wieder in Richtung von mehr Familie geht. Wir werden den Kindern und den Familien in Österreich wieder mehr Wert geben. Da werden Sie noch schauen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Wie? (Abg. Dr. Puswald: Die Familien haben Ihre Politik schon realisiert!) Ja, deshalb sind alle, die das Kinderbetreuungsgeld bekommen, sehr froh, weil die Familien inzwischen realisiert haben, dass die Freiheitliche Partei jene Partei ist, die in der Bundesregierung mit der ÖVP den Familien einen hohen Stellenwert einräumt. Das haben die Familien zum Glück begriffen. Das ist das Gute. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenn es umgekehrt ist, dann schreien die Sozialisten wieder!
Wir haben in der Präsidialkonferenz den Präsidenten die Aufgabe gegeben, genau solche Dinge, wenn Frauen ständig so drangsaliert werden, zu unterbinden. Ich bitte Sie, das nicht mehr weiter zu tun. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenn es umgekehrt ist, dann schreien die Sozialisten wieder!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb fordere ich Sie schon auf: Hören Sie auf, alles krankzujammern, schlechtzureden, sondern beteiligen Sie sich auch einmal an dem, was die Regierung tut, und machen Sie sich einmal die Mühe, sich die Zahlen, Daten und Fakten anzuschauen, und sehen Sie auch das, was die Regierung schon Gutes getan hat, vor allem Gutes für die Familien, und was sie noch Gutes im Bildungs- und im Schulbereich tun wird! Ich fordere Sie nachdrücklich dazu auf. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte richtig stellen, dass die Sozialdemokratische Partei Österreichs möchte, dass die Ganztagsschule mehr als bisher ein Angebot ist, aber es soll nicht das einzige Angebot sein. Es soll eine Möglichkeit für jene Eltern sein, die sie annehmen wollen, und nicht für alle. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte bitten, dass wir in dieser Debatte, die in den letzten Stunden so interessant geführt wurde, nicht immer dazwischen dann wieder Watschenpolemiken haben. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Wir sind gerade dabei, uns sachlich über dieses Thema zu einigen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte bitten, dass wir in dieser Debatte, die in den letzten Stunden so interessant geführt wurde, nicht immer dazwischen dann wieder Watschenpolemiken haben. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Wir sind gerade dabei, uns sachlich über dieses Thema zu einigen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter! Das war eine etwas weite Auslegung der Geschäftsordnung. Daher ist es doch notwendig, dass man Ihnen die Bestimmungen in Erinnerung ruft, auch wenn es nichts nützt. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Ministerin Gehrer! Das Zitat „Was macht das Leben lebenswert? Etwa wenn man von Party zu Party rauscht, ist es das Single-Leben?“ wird Sie wahrscheinlich noch länger verfolgen. Als ich dieses Zitat das erste Mal gehört habe, habe ich mir gedacht, Querflöte spielen und Wanderlieder singen ist qualitativ auch nicht um so viel besser. Also bitte lassen Sie der Jugend die Freizeitbeschäftigungen, die Sie gerne haben will, und Ihnen seien Ihre von Herzen vergönnt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt spaltet sich da etwas auf. Ich denke mir, wir müssen uns fragen: Warum wollen junge Leute dann doch keine Kinder haben? Da ist es klar, dass dieses Ja zur Familie auch ein Grundmaß an Sicherheit braucht und an politischen Entscheidungen, die den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen, und diese gesellschaftlichen Entwicklungen wurden in der Vergangenheit verschlafen. Es hat wesentliche Veränderungen gegeben. Das betrifft das Zusammenbleiben der Paare – sie bleiben nicht mehr so häufig ein Leben lang zusammen –, es gibt völlig neue Lebens- und Wohnformen, die Zahl der Alleinerzieher ist sehr stark gestiegen. Auch auf die Fragen der Mobilität und damit verbunden der räumlichen Trennung von Familien haben Sie keine politischen Antworten gegeben. Die einzige Antwort, die Sie immer geben, ist die Wahlfreiheit, die sich allerdings darin erschöpft, ob Frauen lieber zu Hause oder daheim bleiben, denn mehr Alternativen haben sie nicht, wenn man die Realität anschaut. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich wehre mich ganz vehement dagegen, dass die Entscheidung, ein Kind zu haben oder nicht zu haben, sozusagen als politisch zu verordnende in den Raum gestellt wird. Das ist eine persönliche Entscheidung, und ich würde mir auch hier herinnen wünschen, dass in einer politischen Diskussion niemand dafür verantwortlich gemacht wird, ob er oder sie Kinder oder Enkelkinder hat. Das ist jeweils die persönliche Entscheidung einzelner Personen und ist als solche zu respektieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Mein letzter Punkt betrifft Kinder, die bereits hier in Österreich leben. Sie rufen nach Kindern. Frau Bundesministerin! Es gibt 7 000 Kinder in Österreich, die hier illegalen Aufenthalt haben. Geben Sie diesen Kindern einen legalen Aufenthalt und geben Sie Ihnen damit auch das Recht, hier eine gute Ausbildung und einen Arbeitsplatz zu bekommen, wenn sie in Österreich bleiben! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Brosz: Damit war eine Wertedebatte à la Gehrer gemeint!
Abgeordnete Silvia Fuhrmann (ÖVP): Hohes Haus! Ich habe zu Beginn der Debatte über den Dringlichen Antrag den Satz der Kollegin Glawischnig gehört, dass sie uns eigentlich alle von einer Wertedebatte verschonen möchte. Ich kann dazu nur sagen, dass mir das wahnsinnig Leid tut. (Abg. Brosz: Damit war eine Wertedebatte à la Gehrer gemeint!) Ich als junge Abgeordnete möchte vielmehr alle Kolleginnen und Kollegen dazu auffordern, gemeinsam diese Wertedebatte zu führen und uns nicht davor zu scheuen, zu überlegen, was der Generationenvertrag ist und welche Werte jede Generation – denn es gibt mehr als die zwei, auf europäischer Ebene sind fünf definiert worden – mitbringen muss, um ein Leben in Europa, ein Leben in Österreich nicht nur erträglich, sondern schön und friedlich zu machen.
Abg. Öllinger: Aber wie!
Die ÖVP stellt sich dieser Diskussion und dieser Wertedebatte, und darüber bin ich sehr froh. (Abg. Öllinger: Aber wie!) Ich würde mir wünschen, dass die Jugendorganisationen aller anderen Parteien und die Jugendsprecher, die hier anwesend sind, mich dabei unterstützen würden. Der Beginn der Debatte hat gezeigt, dass es da etwa bei den Grünen Unterschiede gibt: Kollegin Mandak hat gesagt, es gebe keine Probleme, alles sei in Ordnung, während Frau Glawischnig gesagt hat, nein, es gebe sie eigentlich doch. Vielleicht kann man das auch innerhalb der Parteien einmal klären. (Abg. Öllinger: Sie sollten nicht vergessen, auch zu anderen Meinungen in der ÖVP einmal etwas zu sagen!)
Abg. Öllinger: Sie sollten nicht vergessen, auch zu anderen Meinungen in der ÖVP einmal etwas zu sagen!
Die ÖVP stellt sich dieser Diskussion und dieser Wertedebatte, und darüber bin ich sehr froh. (Abg. Öllinger: Aber wie!) Ich würde mir wünschen, dass die Jugendorganisationen aller anderen Parteien und die Jugendsprecher, die hier anwesend sind, mich dabei unterstützen würden. Der Beginn der Debatte hat gezeigt, dass es da etwa bei den Grünen Unterschiede gibt: Kollegin Mandak hat gesagt, es gebe keine Probleme, alles sei in Ordnung, während Frau Glawischnig gesagt hat, nein, es gebe sie eigentlich doch. Vielleicht kann man das auch innerhalb der Parteien einmal klären. (Abg. Öllinger: Sie sollten nicht vergessen, auch zu anderen Meinungen in der ÖVP einmal etwas zu sagen!)
Abg. Öllinger: Was sind 1,3 Kinder?
Es wurde angesprochen, dass zwar die Jugendwertestudie den Kinderwunsch bestätigt, es aber in der Umsetzung Mängel gibt. Es gibt natürlich auch Gegebenheiten, warum das so ist. Erstens gibt es in Österreich Gott sei Dank eine hohe Erwerbstätigkeit der Frauen, die im europäischen Feld gesehen wirklich an der Spitze liegt. Das führt dazu, dass es mittlerweile mehr weibliche Akademikerinnen und Schulabsolventinnen gibt, die natürlich ihren Beruf auch ausüben wollen. Das merkt dann der Vater und der Großvater, die dem Mädchen eine teure Ausbildung finanziert haben. Man ist dann schnell einmal 30, und dann gehen sich eben nicht mehr die zehn Kinder aus, sondern vielleicht doch nur noch der Schnitt von 1,3. (Abg. Öllinger: Was sind 1,3 Kinder?) Trotzdem ist das Humankapital das Wichtigste, was wir in Österreich schützen müssen. (Abg. Öllinger: Reden Sie doch lieber von Menschen, die sind wichtiger!) Dazu gehört auch der Bereich Bildung, der Bereich Nachmittagsbetreuung, um Familie und Beruf tatsächlich gut vereinbaren zu können.
Abg. Öllinger: Reden Sie doch lieber von Menschen, die sind wichtiger!
Es wurde angesprochen, dass zwar die Jugendwertestudie den Kinderwunsch bestätigt, es aber in der Umsetzung Mängel gibt. Es gibt natürlich auch Gegebenheiten, warum das so ist. Erstens gibt es in Österreich Gott sei Dank eine hohe Erwerbstätigkeit der Frauen, die im europäischen Feld gesehen wirklich an der Spitze liegt. Das führt dazu, dass es mittlerweile mehr weibliche Akademikerinnen und Schulabsolventinnen gibt, die natürlich ihren Beruf auch ausüben wollen. Das merkt dann der Vater und der Großvater, die dem Mädchen eine teure Ausbildung finanziert haben. Man ist dann schnell einmal 30, und dann gehen sich eben nicht mehr die zehn Kinder aus, sondern vielleicht doch nur noch der Schnitt von 1,3. (Abg. Öllinger: Was sind 1,3 Kinder?) Trotzdem ist das Humankapital das Wichtigste, was wir in Österreich schützen müssen. (Abg. Öllinger: Reden Sie doch lieber von Menschen, die sind wichtiger!) Dazu gehört auch der Bereich Bildung, der Bereich Nachmittagsbetreuung, um Familie und Beruf tatsächlich gut vereinbaren zu können.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Auf der Rednerliste habe ich gesehen, dass nach mir Kollegin Heinisch-Hosek spricht, das heißt, ich warte schon wieder auf ein paar nette Untergriffe und bin gespannt, was Sie sich ausgedacht haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Cap: Genau! – Widerspruch bei der ÖVP.
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen Ministerinnen auf der Regierungsbank! In aller Freundschaft, Kollegin Fuhrmann, ich war nie untergriffig. (Abg. Dr. Cap: Genau! – Widerspruch bei der ÖVP.) Der letzte auf mich abzielende Satz Ihrer letzten Wortmeldung – schauen wir uns das Protokoll an, und reden wir dann darüber bei einem Kaffee! – war, so meine ich, untergriffig!
Abg. Mag. Molterer: Das ist gut! Wann, wenn nicht jetzt, wer, wenn nicht er?
Trotzdem möchte ich Sie, Frau Kollegin Fuhrmann, am Beginn meiner Wortmeldung daran erinnern, dass Sie schon auch allen Gesetzen zugestimmt haben, doch jetzt stellen Sie sich hier heraus und sagen: Wir brauchen eine Harmonisierung, wir brauchen einen Solidarbeitrag! Wir müssen ja schließlich zur Kenntnis nehmen, dass wir Jungen in eine dritte Säule einzuzahlen haben. Sie haben dem allem doch zugestimmt! Ich weiß nicht, ob Sie ab und zu auch mit Lehrlingen sprechen. Mit 350 € Lehrlingsentschädigung pro Monat im ersten Lehrjahr ist es schon ziemlich schwierig, noch in eine private Vorsorge einzuzahlen, wenn man überhaupt eine Lehrstelle hat. Genau das ist meiner Meinung nach auch mit Thema dieses Dringlichen Antrags an Frau Bundesministerin Gehrer, denn wann, Frau Kollegin Fuhrmann, wenn nicht jetzt im Herbst – Kollegin Brinek hat das so ein bisschen heruntergemacht –, nach Schulbeginn, wenn es einfach große Gruppen am stärksten trifft, dass eigentlich wenig passiert ist, sollen wir denn über Themen wie Bildung und Ausbildung sprechen. (Abg. Mag. Molterer: Das ist gut! Wann, wenn nicht jetzt, wer, wenn nicht er?)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Doch was ist passiert? – Stundenkürzungen, welche die Schülerinnen und Schüler eigentlich gar nicht wollen, wenn sie sich umhören, Kollege Amon. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sicher, reden Sie mit den Schülerinnen und Schülern! Das geht nämlich auf Kosten des Lehrplans, das ist wohl klar. Es war eine Kürzung der Zahl von Lehrerdienstposten damit verbunden, und das war der wahre Hintergrund.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Eine Einladung an die Länder ist zu wenig. Die Länder und Gemeinden – diese darf ich nicht vergessen – sind mehr als ausgehungert und werden das in Zukunft nicht leisten können, was Sie sich vorstellen. Der Bund ist jetzt gefordert! (Beifall bei der SPÖ.)
Abgeordnete der SPÖ umringen die Bank des Abg. Dr. Cap.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Klubobmann Cap! (Abgeordnete der SPÖ umringen die Bank des Abg. Dr. Cap.) Wir haben genau auf das, was jetzt hier geschieht, in der Präsidiale Bezug genommen und gesagt, dass wir das in Zukunft nicht mehr tun werden.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Nicht zum tausendsten Mal! Ich habe damals die Lage der Universitäten, in die Sie sie bereits gebracht haben, unterschätzt!
Man möge sich vorstellen, was diese Aussage für die Universitäten bedeutet hätte, wenn das bei einem Gesamtbudget von 1,5 Milliarden € für die Universitäten umgesetzt worden wäre! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Broukal: Nicht zum tausendsten Mal! Ich habe damals die Lage der Universitäten, in die Sie sie bereits gebracht haben, unterschätzt!)
Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenberger.
Herr Kollege Grünewald, ich nehme immer sehr ernst, was Sie sagen, Sie sind ein Insider der Universität, und ich unterhalte mich mit Ihnen dann auch gerne über die Vorgänge bei der Bestellung des Rektors. Mir ist es auch nicht recht, wie diese Sachen vor sich gehen, allerdings mische ich mich absolut nicht ein. (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenberger.) Ich denke auch und bin mir sicher, dass das Universitätskuratorium einen Weg finden wird. Wenn wir im Ministerium aber ständig nach irgendwelchen rechtlichen Auskünften gefragt werden, dann bemüht man sich eben so gut wie möglich, diese rechtliche Auskunft zu erteilen.
Abg. Öllinger: Schon lange nicht mehr!
Wer immer den Kopf hängen lässt, der sieht auch nicht, welche Weiterentwicklungen es gibt und in welchem schönen Land wir leben. Schauen Sie sich doch einmal an, wie die Bedingungen in Österreich wirklich sind! Wir sind beim Umweltschutz Nummer eins. (Abg. Öllinger: Schon lange nicht mehr!) Wir liegen bei der Lebensqualität an der Spitze. Wir haben nur ein Prozent Inflation. Das ist vorbildlich in ganz Europa! Wir haben mit 4,5 Prozent die zweitniedrigste Arbeitslosigkeit, das heißt die zweitbeste Beschäftigung in Europa.
Abg. Öllinger: Ja, ja!
Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 7,1 Prozent eine der niedrigsten. Ich sage Ihnen aber: Jeder einzelne Jugendarbeitslose ist uns einer zu viel. (Abg. Öllinger: Ja, ja!) Deshalb werden wir mit dem Aufwärtstrend, der sich für die nächsten Jahre abzeichnet, auch für diese jungen Menschen gute Bedingungen schaffen. In Ihrem Lieblingsland Finnland, das anscheinend immer für alles Positive herhalten muss, gibt es 21 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war das Schweden!) Ich denke daher, dass unser Bildungssystem besser ist als das Bildungssystem in
Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war das Schweden!
Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 7,1 Prozent eine der niedrigsten. Ich sage Ihnen aber: Jeder einzelne Jugendarbeitslose ist uns einer zu viel. (Abg. Öllinger: Ja, ja!) Deshalb werden wir mit dem Aufwärtstrend, der sich für die nächsten Jahre abzeichnet, auch für diese jungen Menschen gute Bedingungen schaffen. In Ihrem Lieblingsland Finnland, das anscheinend immer für alles Positive herhalten muss, gibt es 21 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Früher war das Schweden!) Ich denke daher, dass unser Bildungssystem besser ist als das Bildungssystem in
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Die Abgeordneten Öllinger und Brosz: Peinlich, peinlich!
Finnland und den jungen Menschen bessere Chancen gibt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Die Abgeordneten Öllinger und Brosz: Peinlich, peinlich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Österreich, das Vorbild für die ganze Welt!
Ich meine, dass wir in Österreich gute Bedingungen haben, aber es gibt einen sehr schönen Spruch, der heißt: Wer aufhört, besser zu werden, der ist auch nicht mehr gut! Genau das ist mein Bestreben: in allen Bereichen noch besser zu werden, damit wir die guten Positionen, die wir in Europa haben, damit wir die guten Positionen, die wir in der Welt haben, weiter festigen, für die Jugend und für die besten Bedingungen für unsere Jugend. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Österreich, das Vorbild für die ganze Welt!)
Abg. Dr. Glawischnig: Also doch nicht privat! – Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.
Auf Grund des heute Gehörten kann man erkennen, dass immer noch ein großer Aufklärungsbedarf über demographische Zusammenhänge und auch über den gesellschaftlichen Stellenwert dieser Zusammenhänge besteht. Das sieht man an oft wiederholten Bemerkungen wie jener, dass die Entscheidung für Kinder privat sei. – No na, selbstverständlich ist diese Entscheidung privat! Die gesellschaftspolitischen Folgen für einen Sozialstaat sind jedoch enorm. Das ist genau der Punkt, weshalb wir diese Frage nicht vernachlässigen dürfen, und ich bin erstaunt, dass man sich darüber wundern kann, wenn jemand sagt, dass in den Kindern die Zukunft unseres Landes liegt. (Abg. Dr. Glawischnig: Also doch nicht privat! – Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Dr. Glawischnig: Das ist viel komplizierter! Das ist die spannende Frage: Auf welcher Basis wird das Sozialsystem finanziert?
Die Zusammenhänge eines Sozialstaates liegen ja auf der Hand: Er beruht auf dem Umlageverfahren. Das heißt, für den Generationenvertrag als gesellschaftliche Vereinbarung, dass die jeweils erwerbstätige Generation jene, die nicht mehr oder noch nicht erwerbstätig sind, erhalten muss, ist wesentlich, dass die demographischen Verhältnisse stimmen. Andernfalls kommt dieser Generationenvertrag ins Trudeln. – So einfach ist das, und da stehen wir jetzt. (Abg. Dr. Glawischnig: Das ist viel komplizierter! Das ist die spannende Frage: Auf welcher Basis wird das Sozialsystem finanziert?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wie man es also auch dreht und wendet: Wenn die Geburtenrate so bleibt, wie sie ist, bleibt kein Stein auf dem anderen – nicht wirtschaftlich, nicht sozial und nicht politisch. Wenn wir doch wollen, dass dieses Land so, wie wir es kennen und lieben, eine Zukunft hat, so werden wir uns zu eigenen Kindern entschließen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Wertediskussion, die in den letzten Wochen geführt wurde, hat die Standorte und Standpunkte der Generationen wieder genau beleuchtet. Was deutlich wurde, ist, dass wir natürlich ganz andere Lebensperspektiven vor uns haben, aber à la longue einander ungeheuer brauchen – und zwar als Menschen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es liegt noch sehr viel vor ihnen, und es ist sehr schön für einen älteren Menschen, zu wissen, da kann viel geschehen. Heute wurde gesagt, dass sich junge Menschen früher aussuchen konnten, welche Chancen sie ergreifen, dass sie heute aber nur mehr zwischen Übeln wählen könnten. Ich hoffe wirklich, dass das nicht durch die Arbeit der heute älteren Generationen zu Stande gekommen ist, denn das wäre für die Arbeit meiner Generation wirklich kein gutes Zeugnis. Ich finde, dass es auch heute enorme, wenn auch andere Chancen gibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Land, in dem wir leben. Wenn wir uns aber im Ausland und in anderen Bereichen umschauen, dann kann man das wirklich nicht sagen, und es ist frivol, so über uns zu denken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher: Pensionistensteuer – nein, beschlossene Solidarbeiträge – ja. Meine Damen und Herren! Ich bitte Sie auch weiterhin um eine Wertediskussion und um Zuwendung: zu unserer jungen Generation, aber auch zu den Pensionisten! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin! Dem muss ich heftig widersprechen. Es ist eine Notwendigkeit, aufzuzeigen, dass Ihre Arbeit und Ihr Durchsetzungsvermögen gegenüber dem Finanzminister in der letzten Zeit, in der unmittelbaren Vergangenheit, schlecht war und dass nicht unsere Bildung schlecht ist. Ich bedaure es trotzdem sehr, vor allem, dass die Einsparungen, die Sie ausgelöst und eingeleitet haben, unser Schulsystem und unsere Kinder so massiv getroffen haben. Dass trotz all dieser Einsparungen und Verschlechterungen das enorme Engagement der LehrerInnen noch immer da ist, dazu kann man nur ein herzliches Dankeschön sagen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Schule muss sich ganz deutlich weiterentwickeln, und ich freue mich sehr über die momentan stattfindende Diskussion in Richtung Ganztagsschule. Es ist eine langjährige, ganz massive Forderung der Sozialdemokratie, gerade in diesem Bereich einen weiteren Ausbau zu schaffen, nicht nur in Wien, wo zwei Drittel aller nötigen Ganztagsschulplätze bereits vorhanden sind, sondern in ganz Österreich, um den jungen Leuten genau diese Chance zu geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie sprechen von Chancen und vom Ermöglichen dieser Chancen. – Dann tun Sie es auch, Frau Bundesministerin! Ermöglichen Sie flächendeckend die Wahlfreiheit, von der Sie sprechen – die Wahlfreiheit, auch am flachen Land eine Ganztagsschule besuchen zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesministerin! Die wohlhabenden Eltern haben es immer schon gewusst: Sie haben ihre Kinder schon immer in ganztägig geführte Privatschulen gegeben. Schaffen wir hier Chancengleichheit, Frau Bundesministerin! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Man kann dem Entschließungsantrag der Abgeordneten Amon und Rossmann, den sie eingebracht haben, um das zu untermauern, was die Frau Bundesministerin vorgegeben hat, zustimmen. Es ist zwar viel zu wenig, aber es ist ein erster Schritt in eine richtige Richtung, denn bis jetzt waren ja für die Regierungskoalitionen ganztägige Schulformen so etwas wie – sehr salopp formuliert – in anderen Bereichen das Weihwasser für den Ungnädigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe auf weitere gedeihliche Zusammenarbeit. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Das hat sie nicht gesagt!
Frau Ministerin Gehrer! Es kann ja wohl nicht ernsthaft Ihre Meinung sein, dass ausschließlich Kinder einem Leben von Menschen Sinn geben können (Abg. Dr. Khol: Das hat sie nicht gesagt!), denn da würden Sie sehr viele Menschen sofort vor den Kopf stoßen und ihnen jeglichen Sinn des Lebens absprechen. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Sie reden einen Unsinn!)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Sie reden einen Unsinn!
Frau Ministerin Gehrer! Es kann ja wohl nicht ernsthaft Ihre Meinung sein, dass ausschließlich Kinder einem Leben von Menschen Sinn geben können (Abg. Dr. Khol: Das hat sie nicht gesagt!), denn da würden Sie sehr viele Menschen sofort vor den Kopf stoßen und ihnen jeglichen Sinn des Lebens absprechen. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Sie reden einen Unsinn!)
Beifall bei den Grünen.
Ich rede aber gerne über Werte. Vielleicht noch eine Anmerkung an Frau Kollegin Fuhrmann gerichtet: Unter Wertedebatte stelle ich mir nicht eine Diskussion über den Preis eines Eintrittstickets für Pensionisten oder für Jugendliche für ein Museum vor. Betreffend Werte stelle ich mir zum Beispiel die Frage: Möchte ich an der Spitze eines Bildungsressorts, eines Kultur- und Wissenschaftsressorts jemanden haben, der eine Wertehaltung vertritt, mit der man Kritik abwürgt, jemanden, der mit der Patriotismuskeule kommt? Wer kritisiert, dem wird gesagt: Das ist doch nicht erlaubt, wir sind stolz auf unser schönes Land! – Und morgen erklärt man mir vielleicht noch, gleich vor der Tür ist ein Meeresstrand, weil man es so beschlossen hat. Angesichts der Debatte, wie sie geführt wird, wird das auch niemanden mehr überraschen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Ist das Ihre Wertedebatte?
Wollen wir eine strenge Zuchtmeisterin an der Spitze des Zukunftsressorts Bildung, Wissenschaft und Kultur, oder wollen wir jemanden, der Offenheit, Kritikfähigkeit, Gleichstellung und Selbstbestimmung als Werte vertritt? Reden wir doch einmal über diese Werte! Reden wir darüber, warum denn ausgerechnet Gleichstellung angesichts der Realität in der Kinderbetreuung, angesichts der Forscherinnenrealität nicht gegeben ist! Und da rede ich nicht vom Vorhänge-Waschen. Reden wir doch angesichts der Erwerbsquote von Frauen in Österreich, die nämlich nicht Spitze ist, wie auch schon einmal behauptet worden ist, einmal darüber, warum Gleichbehandlung kein Thema für eine Zukunftskommission ist und welche Wertehaltung hier dahinter steht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Ist das Ihre Wertedebatte?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir werden zähneknirschend dem Antrag zur Kinderbetreuung, der es an Konkretheit fehlen lässt, zustimmen und sind froh, dass es zu dem anderen Antrag der Opposition wenigstens die Zustimmung der Regierungsparteien gibt. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Gegen den Gehrer-Antrag!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Entschließungsantrag betreffend 10 000 zusätzliche Nachmittagsbetreuungsplätze zustimmen, um ein Zeichen. – Das ist mehrheitlich abgelehnt. (Abg. Öllinger: Gegen den Gehrer-Antrag!)
Allgemeiner Beifall.
Ich will auch dieses Thema hier sehr behutsam angehen. Ich selber bin als Hausarzt tagtäglich mit dieser Frage konfrontiert. Ich habe auch mit dem Pflegeheim Lainz Erfahrungen. Ich hatte einen Bruder mit einem Hirntumor. Dieser musste fünf Jahre lang dort gepflegt werden. Ich muss ganz ehrlich sagen: In diesen fünf Jahren ist er, obwohl er völlig steif war, so gut gepflegt worden, dass er kein einziges Mal wund gelegen ist. Ich finde, das war sicher eine Weltklasseleistung. Man muss den vielen Pflegekräften in Wien, die sehr gute Arbeit leisten, hier ein großes Danke sagen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Man hört fast überhaupt nichts!
Das prinzipielle Problem ist, dass die Pflege eine enorme Belastung ist. Diese wird vor allem von Frauen geleistet, die oft körperlich, aber auch psychisch total überfordert sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Man hört fast überhaupt nichts!) Bedenken Sie einmal, wie es ist, wenn Sie auf einer Alzheimerstation 37 schwerst Demente oder schwerst Parkinsonkranke oder Schlaganfallpatienten betreuen müssen! Und bedenken Sie: Oft gibt es keine Aussicht auf Heilung, oft erfolgt ein weiterer Abbau. Da wundert es dann oft gar nicht, dass Pflegepersonal eher in andere Bereiche ausweicht. Ganz schlimm ist es, wenn Posten nicht besetzt werden, denn das führt automatisch zu einer Überbelastung des verbliebenen Pflegepersonals. Mich wundert nicht, dass bei diversen Studien als Ergebnis herauskommt, dass es gerade auf diesen Stationen ein hohes Burn-out-Risiko gibt.
Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht! Sie hat angezeigt!
Wenn ein Sachwalter zwei Jahre lang eine Eingabe nach der anderen macht und mehr oder minder – auf Wienerisch gesagt – „abgeschasselt“ wird und erst eine überfallsartige Kontrolle Missstände an den Tag bringt, dann stärkt das doch nicht gerade das Vertrauen der Bürger in derartige Instanzen. Und auch die erste Reaktion von Frau Stadträtin Pittermann war ja sehr „bedeutsam“, hat sie doch gesagt: Alles in Ordnung!, und hat sie einmal abgewimmelt. – So sollte man an die Lösung eines Problems nicht herangehen, dass man Kontrollen zuerst prinzipiell ignoriert beziehungsweise diese gering schätzt. (Abg. Mag. Lapp: Das stimmt nicht! Sie hat angezeigt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne ist es, wie ich meine, sinnvoll, da weiterzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Lassen Sie mich aber auch, meine Damen und Herren, gleich zu Beginn sagen, dass wir über die Diskussion darüber nicht vergessen dürfen, dass viele Tausende betagte und hochbetagte Menschen in österreichischen Pflegeheimen ausgezeichnet untergebracht sind und bestens gepflegt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne hoffe ich auf eine gute Zusammenarbeit in diesem Bereich. – Ich danke Ihnen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Unwahrscheinlich ist der Skandal!
Aber nicht nur die Situation der zu Pflegenden war in den letzten Wochen und Tagen Hauptthema, sondern auch die unglaublichen Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegeheimen, verschuldet durch eine inkompetente Stadträtin, der nichts anderes einfällt, als sich bei ihren Beamten abzuputzen. Pittermann schiebt über die Medien dem stellvertretenden Generaldirektor des Krankenanstaltenverbundes Kaspar die Verantwortung zu, dieser wiederum gibt das Binkerl an die Pflegeleitung in Lainz weiter, und so weiter. (Abg. Mag. Molterer: Unwahrscheinlich ist der Skandal!) – Führungs- und Lösungskompetenz in Wien vom Feinsten, kann ich da nur sagen!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und anstatt endlich wirklich zu reagieren, fällt ihr nichts anderes ein als in der „Kronen Zeitung“ zu sagen, dass sie ganz scharf aufs Kontrollieren ist. – Super! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Ein Skandal!
Meine Damen und Herren! Bei all dieser unglaublichen Verantwortungslosigkeit bleiben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Pflegeheimen ihr Bestes geben, echt auf der Strecke. In Lainz allein sind 70 Planposten nicht besetzt, was die Gewerkschaft schon im März dieses Jahres kritisiert hat. (Abg. Dr. Fekter: Ein Skandal!) Überhaupt ist der chronische Personalmangel seit Jahren immer wieder Gegenstand von zahlreichen Beschwerden, Briefen – in den Medien auch viel zitiert – an Pittermann und ihren Vorgänger Rieder. Es hat sich allerdings nichts zum Positiven verändert.
Abg. Dr. Stummvoll: Zurückzutreten!
Abschließend kann ich Stadträtin Pittermann nur sehr dringend empfehlen (Abg. Dr. Stummvoll: Zurückzutreten!), endlich mit dieser unerträglichen Vernaderungsaktion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegeheimen der Stadt Wien aufzuhören, denn das, meine Damen und Herren, haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort wirklich nicht verdient. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abschließend kann ich Stadträtin Pittermann nur sehr dringend empfehlen (Abg. Dr. Stummvoll: Zurückzutreten!), endlich mit dieser unerträglichen Vernaderungsaktion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegeheimen der Stadt Wien aufzuhören, denn das, meine Damen und Herren, haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort wirklich nicht verdient. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist die Konsequenz? Wo ist die Konsequenz? – Abg. Dr. Fekter: Das ist Ihr Skandal! Sozialdemokratischer Skandal!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Frau Marek müsste sich öfters in ihrem Wahlkreis aufhalten, dann wäre ihr die Entwicklung im Franz-Joseph-Spital mit der Errichtung eines neuen Geriatriezentrums nicht entgangen, und sie hätte sich nicht in ein Thema verbohrt, wo die Vorfälle aufgedeckt werden, wo die Vorfälle behandelt und erledigt werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist die Konsequenz? Wo ist die Konsequenz? – Abg. Dr. Fekter: Das ist Ihr Skandal! Sozialdemokratischer Skandal!) – Wollen Sie jetzt sprechen? Dann tragen Sie sich bitte in die Liste ein! (Abg. Scheibner: Na, vielleicht überheblich sein!)
Abg. Scheibner: Na, vielleicht überheblich sein!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Frau Marek müsste sich öfters in ihrem Wahlkreis aufhalten, dann wäre ihr die Entwicklung im Franz-Joseph-Spital mit der Errichtung eines neuen Geriatriezentrums nicht entgangen, und sie hätte sich nicht in ein Thema verbohrt, wo die Vorfälle aufgedeckt werden, wo die Vorfälle behandelt und erledigt werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist die Konsequenz? Wo ist die Konsequenz? – Abg. Dr. Fekter: Das ist Ihr Skandal! Sozialdemokratischer Skandal!) – Wollen Sie jetzt sprechen? Dann tragen Sie sich bitte in die Liste ein! (Abg. Scheibner: Na, vielleicht überheblich sein!)
Abg. Mag. Molterer: ... Pittermann-Skandal!
Ich möchte jetzt über ein Tabuthema in unserer Gesellschaft sprechen, denn Kranksein, Altwerden, Behindertsein sind in einer Gesellschaft (Abg. Mag. Molterer: ... Pittermann-Skandal!), in der Wellness, Fitsein und Jugendlichkeit Schwerpunkte sind, kein Thema in der öffentlichen Diskussion. (Abg. Scheibner: Kein Wort zu diesem Skandal!) Das sind Tabuthemen, und wir sollten uns wirklich bemühen, darüber sachlich zu diskutieren. Ich weiß, dass Sie einer sachlichen Diskussion nicht immer leicht folgen können. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Kein Wort zu diesem Skandal!
Ich möchte jetzt über ein Tabuthema in unserer Gesellschaft sprechen, denn Kranksein, Altwerden, Behindertsein sind in einer Gesellschaft (Abg. Mag. Molterer: ... Pittermann-Skandal!), in der Wellness, Fitsein und Jugendlichkeit Schwerpunkte sind, kein Thema in der öffentlichen Diskussion. (Abg. Scheibner: Kein Wort zu diesem Skandal!) Das sind Tabuthemen, und wir sollten uns wirklich bemühen, darüber sachlich zu diskutieren. Ich weiß, dass Sie einer sachlichen Diskussion nicht immer leicht folgen können. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte jetzt über ein Tabuthema in unserer Gesellschaft sprechen, denn Kranksein, Altwerden, Behindertsein sind in einer Gesellschaft (Abg. Mag. Molterer: ... Pittermann-Skandal!), in der Wellness, Fitsein und Jugendlichkeit Schwerpunkte sind, kein Thema in der öffentlichen Diskussion. (Abg. Scheibner: Kein Wort zu diesem Skandal!) Das sind Tabuthemen, und wir sollten uns wirklich bemühen, darüber sachlich zu diskutieren. Ich weiß, dass Sie einer sachlichen Diskussion nicht immer leicht folgen können. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie! Hören Sie einmal auf mit Ihrer Überheblichkeit! Sagen Sie einmal etwas zu diesem Skandal!
Es geht darum, dass im Pflegebereich eine einheitliche Berufsausbildung geschaffen wird. (Abg. Scheibner: Sie! Hören Sie einmal auf mit Ihrer Überheblichkeit! Sagen Sie einmal etwas zu diesem Skandal!) Es geht darum, dass, wenn 80 Prozent der Angehörigen in unserem Land pflegebedürftige Familienmitglieder pflegen, diese Angehörigen gestärkt werden. Es geht darum, dass wir Qualitätskriterien für die Pflege entwickeln. (Abg. Mag. Molterer: Und sonst ist alles in Ordnung in Wien?!) Es geht darum, dass es eine Tagesbetreuung für pflegende Angehörige gibt, damit die pflegebedürftigen Familienmitglieder dort untergebracht werden können. Und es muss auch die Möglichkeit vom Urlaub von der Pflege gegeben sein.
Abg. Mag. Molterer: Und sonst ist alles in Ordnung in Wien?!
Es geht darum, dass im Pflegebereich eine einheitliche Berufsausbildung geschaffen wird. (Abg. Scheibner: Sie! Hören Sie einmal auf mit Ihrer Überheblichkeit! Sagen Sie einmal etwas zu diesem Skandal!) Es geht darum, dass, wenn 80 Prozent der Angehörigen in unserem Land pflegebedürftige Familienmitglieder pflegen, diese Angehörigen gestärkt werden. Es geht darum, dass wir Qualitätskriterien für die Pflege entwickeln. (Abg. Mag. Molterer: Und sonst ist alles in Ordnung in Wien?!) Es geht darum, dass es eine Tagesbetreuung für pflegende Angehörige gibt, damit die pflegebedürftigen Familienmitglieder dort untergebracht werden können. Und es muss auch die Möglichkeit vom Urlaub von der Pflege gegeben sein.
Abg. Wittauer: Das ist erstmalig, dass ich das höre! Wenn es so ist, werde ich es ...!
Aber es liegt mir ein Bericht aus dem Bundesland Tirol vor, wo Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen nur fünf Mal im Jahr hinauskommen, wo sie keine großen Möglichkeiten zur Körperpflege et cetera haben. Diese Vorfälle in Tirol werden nicht wahrgenommen und nicht bearbeitet. (Abg. Wittauer: Das ist erstmalig, dass ich das höre! Wenn es so ist, werde ich es ...!)
Abg. Großruck: Ihr habt einen Skandal, aber die anderen haben Schuld!
In der Anfragebeantwortung der Frau Ministerin steht: „Der Umgang mit behinderten Menschen, mit Alten und Kranken ist der Gradmesser für das soziale Gewissen einer Gesellschaft.“ – Das sind schöne Sätze an einer Fassade. Hinter der Fassade ist bei der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung die soziale Wüste. Diese Scheinheiligkeit der Fassade ist ein Kennzeichen der ÖVP-Regierungspolitik. (Abg. Großruck: Ihr habt einen Skandal, aber die anderen haben Schuld!) Das sind Zeichen, dass scheinheilige und hohle Phrasen die Politik bestimmen. Dahinter bestimmen Sozialabbau, Maßnahmen beim Gesundheitsabbau wie die Einführung von Selbstbehalten, Unfallrentenbesteuerung und Pensionsanpassungen unter der Inflationsrate die Wirklichkeit für sehr, sehr viele Menschen in unserem Land. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Dieser Scheinheiligkeit will ich mich ein bisschen stärker widmen.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
In der Anfragebeantwortung der Frau Ministerin steht: „Der Umgang mit behinderten Menschen, mit Alten und Kranken ist der Gradmesser für das soziale Gewissen einer Gesellschaft.“ – Das sind schöne Sätze an einer Fassade. Hinter der Fassade ist bei der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung die soziale Wüste. Diese Scheinheiligkeit der Fassade ist ein Kennzeichen der ÖVP-Regierungspolitik. (Abg. Großruck: Ihr habt einen Skandal, aber die anderen haben Schuld!) Das sind Zeichen, dass scheinheilige und hohle Phrasen die Politik bestimmen. Dahinter bestimmen Sozialabbau, Maßnahmen beim Gesundheitsabbau wie die Einführung von Selbstbehalten, Unfallrentenbesteuerung und Pensionsanpassungen unter der Inflationsrate die Wirklichkeit für sehr, sehr viele Menschen in unserem Land. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Dieser Scheinheiligkeit will ich mich ein bisschen stärker widmen.
Abg. Mag. Molterer: Mein Gott, na! – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!
So wurde hier davon gesprochen, dass es wichtig ist, dass mehr Pflegepersonal zur Verfügung gestellt wird. Und dieses Pflegepersonal kann in Wien nicht gefunden werden, weil von Seiten dieser Bundesregierung eine restriktive Zuwanderungspolitik gemacht wird. (Abg. Mag. Molterer: Mein Gott, na! – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!) Pflegepersonen werden nicht als Schlüsselkräfte tituliert und können daher nicht berufstätig sein und nicht die Pflege übernehmen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
So wurde hier davon gesprochen, dass es wichtig ist, dass mehr Pflegepersonal zur Verfügung gestellt wird. Und dieses Pflegepersonal kann in Wien nicht gefunden werden, weil von Seiten dieser Bundesregierung eine restriktive Zuwanderungspolitik gemacht wird. (Abg. Mag. Molterer: Mein Gott, na! – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!) Pflegepersonen werden nicht als Schlüsselkräfte tituliert und können daher nicht berufstätig sein und nicht die Pflege übernehmen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Molterer: Ausreden!
Wien gibt 405 Millionen € für Pflege und Betreuung aus. (Abg. Mag. Molterer: Ausreden!) Der Bund gibt das Dreifache davon aus, hat aber ein wesentlich größeres Budget. In Wien – und das werden Sie, werte Kolleginnen und Kollegen, nicht wissen – werden Angehörige nicht zur Finanzierung der Pflege ihrer Familienmitglieder herangezogen. Es gibt, glaube ich, nur noch ein weiteres Bundesland in unserem Staat, in dem das so ist. (Abg. Großruck: Auch in Oberösterreich nicht!)
Abg. Großruck: Auch in Oberösterreich nicht!
Wien gibt 405 Millionen € für Pflege und Betreuung aus. (Abg. Mag. Molterer: Ausreden!) Der Bund gibt das Dreifache davon aus, hat aber ein wesentlich größeres Budget. In Wien – und das werden Sie, werte Kolleginnen und Kollegen, nicht wissen – werden Angehörige nicht zur Finanzierung der Pflege ihrer Familienmitglieder herangezogen. Es gibt, glaube ich, nur noch ein weiteres Bundesland in unserem Staat, in dem das so ist. (Abg. Großruck: Auch in Oberösterreich nicht!)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie erkennen daran: Die Scheinheiligkeit von Seiten der Bundesregierung lässt sich leicht aufdecken! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das soziale Wien ist nach wie vor fest. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie erkennen daran: Die Scheinheiligkeit von Seiten der Bundesregierung lässt sich leicht aufdecken! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das soziale Wien ist nach wie vor fest. (Beifall bei der SPÖ.)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Pfui!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte Sie auf eine skandalöse E-Card auf der Homepage der ÖVP-Wien hinweisen, auf der steht, dass alte Menschen in Pflegeheimen wie Tiere behandelt werden. Das ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit und ein weiteres Beispiel für die Scheinheiligkeit der ÖVP! Ziehen Sie das zurück, und kehren Sie zur sachpolitischen Diskussion zurück! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Pfui!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Wie wir jetzt eindeutig gesehen haben, wird die Methode der sozialistischen Mehrheit im Wiener Rathaus hier fortgesetzt. Es wird so getan, als ob es überhaupt keinen Skandal gäbe, als ob alles in Ordnung wäre. Es wird gesagt: Die Familien sollen gestärkt werden, Hilfe für die Angehörigen und so weiter. Aber dass einmal Kritik an der eigenen SPÖ-Fraktion drüben im Rathaus geübt wird, das geschieht hier ganz einfach nicht! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich gebe schon zu, Frau Abgeordnete Lapp, Sie haben einen außerordentlich schweren Stand, denn solche Missstände zu verteidigen, wie sie in Lainz, noch dazu unter einer sozialdemokratischen Regierung, passiert sind, das ist natürlich etwas, was wirklich sehr, sehr weh tut! Sie wollen ja immer die Sozialen sein! Sie behaupten ja immer, die Bundesregierung hätte die „soziale Kälte“ ausgerufen. Tatsächlich sind aber Sie es, welche die soziale Kälte verursachen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe mir wirklich sehnlichst gewünscht, dass Bürgermeister Häupl, Frau Stadträtin Pittermann und auch noch andere, die in Wien für das Pflegewesen verantwortlich sind, einmal bei einer solchen Simulation mitmachen. Im Übrigen habe ich mir das auch schon gewünscht, wenn ich mit dem Rollstuhl durch Wien gehe, dass nämlich einmal der Bürgermeister einen solchen Rollstuhl durch Wien schiebt. Dann würde er nämlich sehen, was das soziale Wien den Alten, den Kranken und den Behinderten wirklich bietet, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Unwahrscheinlich! – Abg. Dr. Stummvoll: Skandal!
Was mich aber wirklich erschüttert hat, nicht nur jetzt hier im Parlament, sondern auch in der gesamten Debatte seit der Aufdeckung des Skandals, ist, dass, als die ersten Anzeichen wahrzunehmen waren, dass sich wieder so ein Skandal anbahnt, weder Frau Stadträtin Pittermann noch Landeshauptmann Häupl, der ja die höchste Kompetenz für die Pflegeheime hat, reagiert haben. (Abg. Mag. Molterer: Unwahrscheinlich! – Abg. Dr. Stummvoll: Skandal!) Sie haben die vielen Aufforderungen, die vielen Anfragen auf Rathausebene ganz einfach nicht beachtet, sie wurden arrogant weggewischt, genauso arrogant, wie heute Frau Abgeordnete Lapp das ganze Thema behandelt hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was mich aber wirklich erschüttert hat, nicht nur jetzt hier im Parlament, sondern auch in der gesamten Debatte seit der Aufdeckung des Skandals, ist, dass, als die ersten Anzeichen wahrzunehmen waren, dass sich wieder so ein Skandal anbahnt, weder Frau Stadträtin Pittermann noch Landeshauptmann Häupl, der ja die höchste Kompetenz für die Pflegeheime hat, reagiert haben. (Abg. Mag. Molterer: Unwahrscheinlich! – Abg. Dr. Stummvoll: Skandal!) Sie haben die vielen Aufforderungen, die vielen Anfragen auf Rathausebene ganz einfach nicht beachtet, sie wurden arrogant weggewischt, genauso arrogant, wie heute Frau Abgeordnete Lapp das ganze Thema behandelt hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Ja, das haben sie!
Die wirkliche Krönung ist, dass Frau Stadtrat Pittermann gestern gesagt hat, es wollen ihr die Politiker der anderen Parteien, die sie kritisiert haben, das Gesundheitssystem kaputt machen, und sie würden alles nur aufbauschen! Also da muss man sich schon fragen: Haben die Rathaussozialisten wirklich den Sinn für die Realität verloren? Da muss man wirklich einmal nachfragen. (Abg. Mag. Molterer: Ja, das haben sie!)
Rufe bei der ÖVP: Weil sie kein Parteibuch haben!
helfer an, die gern in einem Pflegeheim arbeiten möchten. Aber diese finden keine Arbeit, sie werden nicht genommen! Nein! (Rufe bei der ÖVP: Weil sie kein Parteibuch haben!) Billige Arbeitskräfte, ausländische Arbeitskräfte, mit denen sie sich nicht einmal unterhalten können, mutet man den alten Menschen zu. Das muss man auch einmal sehen, dass das menschenunwürdig ist. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
helfer an, die gern in einem Pflegeheim arbeiten möchten. Aber diese finden keine Arbeit, sie werden nicht genommen! Nein! (Rufe bei der ÖVP: Weil sie kein Parteibuch haben!) Billige Arbeitskräfte, ausländische Arbeitskräfte, mit denen sie sich nicht einmal unterhalten können, mutet man den alten Menschen zu. Das muss man auch einmal sehen, dass das menschenunwürdig ist. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Frau Minister Rauch-Kallat hat festgestellt, es bestehe ein Verbesserungsbedarf in der Pflege. – Das ist richtig! Sehr geehrte Frau Minister! Ich glaube, man müsste dringend zum Rotationsprinzip übergehen, denn es ist ganz einfach nicht möglich, diese schwierige Aufgabe ein Leben lang, ein Berufsleben lang zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die vier Fraktionen haben noch nicht ... – Jetzt hätte ich beinahe die Debatte geschlossen, dabei gelangt Herr Abgeordneter Dr. Grünewald noch zu Wort. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Abg. Öllinger: Das geht aber schnell! Das geht aber sehr schnell!
Was mir auffällt, Kollege Rasinger: Ihre Anfrage wurde am 15. September gestellt. Eingelangt ist die Anfragebeantwortung nicht, wie üblich, nach zwei Monaten – bei Rauch-Kallat könnte es vielleicht etwas schneller gehen –, sondern in der Rekordzeit von sieben Tagen, am 22. September. (Abg. Öllinger: Das geht aber schnell! Das geht aber sehr schnell!) Ich traue Ihnen zu, dass es bei Ihnen immer so schnell geht, aber darüber nachdenken wird man schon noch dürfen. (Abg. Dr. Khol: Ich beantworte alle Anfragen in zwei Tagen!)
Abg. Dr. Khol: Ich beantworte alle Anfragen in zwei Tagen!
Was mir auffällt, Kollege Rasinger: Ihre Anfrage wurde am 15. September gestellt. Eingelangt ist die Anfragebeantwortung nicht, wie üblich, nach zwei Monaten – bei Rauch-Kallat könnte es vielleicht etwas schneller gehen –, sondern in der Rekordzeit von sieben Tagen, am 22. September. (Abg. Öllinger: Das geht aber schnell! Das geht aber sehr schnell!) Ich traue Ihnen zu, dass es bei Ihnen immer so schnell geht, aber darüber nachdenken wird man schon noch dürfen. (Abg. Dr. Khol: Ich beantworte alle Anfragen in zwei Tagen!)
Abg. Mag. Molterer: Das denk’ ich mir!
Kurzum: Ich glaube, dass Defizite im Gesundheits- und Pflegebereich nichts Wientypisches sind. Wien ist groß, und rein statistisch betrachtet wird auch da öfter etwas vorkommen. Das halte ich für statistisch normal, in jeder anderen Hinsicht würde ich es nicht gern als normal bezeichnen. Ich bin auch nicht der Pressesprecher der Primaria Pittermann – und möchte es auch nicht sein. (Abg. Mag. Molterer: Das denk’ ich mir!) Ich glaube auch nicht, dass man diese Zustände verteidigen muss, man muss diese Zustände vielmehr analysieren und daraus Schlüsse ziehen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da gibt es eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft, und dann tun Sie das beschönigen?!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Da gibt es eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft, und dann tun Sie das beschönigen?!
Kurzum: Ich glaube, dass Defizite im Gesundheits- und Pflegebereich nichts Wientypisches sind. Wien ist groß, und rein statistisch betrachtet wird auch da öfter etwas vorkommen. Das halte ich für statistisch normal, in jeder anderen Hinsicht würde ich es nicht gern als normal bezeichnen. Ich bin auch nicht der Pressesprecher der Primaria Pittermann – und möchte es auch nicht sein. (Abg. Mag. Molterer: Das denk’ ich mir!) Ich glaube auch nicht, dass man diese Zustände verteidigen muss, man muss diese Zustände vielmehr analysieren und daraus Schlüsse ziehen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Da gibt es eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft, und dann tun Sie das beschönigen?!)
Abg. Scheibner: ..., was Sie da jetzt gesagt haben! Das haben wir gern! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich beschönige gar nichts! (Abg. Scheibner: ..., was Sie da jetzt gesagt haben! Das haben wir gern! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Na bitte! Ich habe gesagt, ich möchte nicht der Pressesprecher der Frau Primaria sein. Also, dass man im Parlament seine Sinne, zumindest den Gehörsinn, beisammen hat, würde ich bei einer Debatte voraussetzen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich beschönige gar nichts! (Abg. Scheibner: ..., was Sie da jetzt gesagt haben! Das haben wir gern! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Na bitte! Ich habe gesagt, ich möchte nicht der Pressesprecher der Frau Primaria sein. Also, dass man im Parlament seine Sinne, zumindest den Gehörsinn, beisammen hat, würde ich bei einer Debatte voraussetzen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wittauer: Sozialdemokraten sind auch in dieser Landesregierung!
Es gibt einen so genannten Tiroler Minutenschlüssel; das ist der Schlüssel der Tiroler Landesregierung zur Personalzumessung in Alten- und Pflegeheimen. Hören Sie zu! – Frisieren: 2 Minuten. Maniküre: 2 Minuten. Pediküre: 2 Minuten. Mittagessen eingeben: 7 Minuten. (Abg. Wittauer: Sozialdemokraten sind auch in dieser Landesregierung!) – Haben Sie schon einmal in 7 Minuten Mittag gegessen, auch wenn Sie keine Gebissträgerin oder kein Gebissträger sind? – Ich glaube nicht.
Abg. Wittauer: Das ist auf der Landesebene ...!
Augen- und Mundpflege ... (Abg. Wittauer: Das ist auf der Landesebene ...!) – Das ist Landessache. Das brauchen Sie mir nicht zu erklären; ich weiß es, und auch Frau Rauch-Kallat weiß es.
Abg. Wittauer: Da hat der Österreich-Konvent ja eine Aufgabe!
Und da kommen wir gleich zum zweiten Übel: das sind die Kompetenzzersplitterungen im Gesundheits- und Pflegebereich. Der Pflegebereich ist Landeskompetenz, weil das mit Gesundheit anscheinend nichts zu tun hat. Aber erklären Sie mir bitte: Sind zu Pflegende gesund? Hat das mit Gesundheit oder Krankheit nichts zu tun? Aber es ist Landessache, und da gibt es einen Landesschlüssel. Ich habe ein Heimgesetz gelesen, darin steht: Das Halten von Vögeln und das Füttern derselbigen ist für HeimeinwohnerInnen verboten. Und wer nicht um 17 Uhr bei der Mahlzeit ist, hat kein Recht auf ein warmes Abendessen. – Auch das steht noch in Heimgesetzen! Und ein bundeseinheitliches Heimgesetz scheitert an oberstgerichtlichen Sprüchen, weil es diesbezüglich keine Kompetenzen des Bundes gibt! Ich meine: Da muss man eben schauen, dass man sie bekommt! (Abg. Wittauer: Da hat der Österreich-Konvent ja eine Aufgabe!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum dann all die Anzeigen an die StA, wenn eh alles in Butter ist?
Also bitte: Kümmern wir uns nicht nur um Wien, kümmern wir uns um ganz Österreich und um alle alten Leute! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum dann all die Anzeigen an die StA, wenn eh alles in Butter ist?)
Abg. Mag. Molterer: Frau Kollegin, was soll das heißen?
Zweitens: Kollege Auer hat die Ausführungen des Kollegen Matznetter ganz offensichtlich aus intellektuellen Gründen nicht verstanden (Abg. Mag. Molterer: Frau Kollegin, was soll das heißen?), denn Kollege Matznetter hat darauf hingewiesen, dass diese Bundesregierung, dass die entsprechenden Budgetansätze kaum Mittel für Katastrophenprävention im klassischen Sinn vorsehen. (Abg. Mag. Molterer: Frau Kollegin, ich würde bitten, dass Sie sich dafür entschuldigen!) Das heißt, es ist besser und effizienter, Mittel etwa im Bereich der Wildbach- und Lawinenverbauung vorzeitig einzusetzen, statt später Katastrophenfondsmittel nützen zu müssen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ich erwarte eine Entschuldigung für die Beleidigung des Kollegen Auer!)
Abg. Mag. Molterer: Frau Kollegin, ich würde bitten, dass Sie sich dafür entschuldigen!
Zweitens: Kollege Auer hat die Ausführungen des Kollegen Matznetter ganz offensichtlich aus intellektuellen Gründen nicht verstanden (Abg. Mag. Molterer: Frau Kollegin, was soll das heißen?), denn Kollege Matznetter hat darauf hingewiesen, dass diese Bundesregierung, dass die entsprechenden Budgetansätze kaum Mittel für Katastrophenprävention im klassischen Sinn vorsehen. (Abg. Mag. Molterer: Frau Kollegin, ich würde bitten, dass Sie sich dafür entschuldigen!) Das heißt, es ist besser und effizienter, Mittel etwa im Bereich der Wildbach- und Lawinenverbauung vorzeitig einzusetzen, statt später Katastrophenfondsmittel nützen zu müssen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ich erwarte eine Entschuldigung für die Beleidigung des Kollegen Auer!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ich erwarte eine Entschuldigung für die Beleidigung des Kollegen Auer!
Zweitens: Kollege Auer hat die Ausführungen des Kollegen Matznetter ganz offensichtlich aus intellektuellen Gründen nicht verstanden (Abg. Mag. Molterer: Frau Kollegin, was soll das heißen?), denn Kollege Matznetter hat darauf hingewiesen, dass diese Bundesregierung, dass die entsprechenden Budgetansätze kaum Mittel für Katastrophenprävention im klassischen Sinn vorsehen. (Abg. Mag. Molterer: Frau Kollegin, ich würde bitten, dass Sie sich dafür entschuldigen!) Das heißt, es ist besser und effizienter, Mittel etwa im Bereich der Wildbach- und Lawinenverbauung vorzeitig einzusetzen, statt später Katastrophenfondsmittel nützen zu müssen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Ich erwarte eine Entschuldigung für die Beleidigung des Kollegen Auer!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Frau Kollegin, Sie waren überhaupt nie im Gailtal!
Was ist die Wahrheit? – Die Wahrheit ist, dass im März dieses Jahres 500 000 € beschlossen wurden. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Frau Kollegin, Sie waren überhaupt nie im Gailtal!) Im März! Ich nehme nicht an, dass die Bundesregierung hellseherische Fähigkeiten besitzt und die Unwetter am 29. und 30. August vorhersehen kann. Diese Mittel waren also für andere Katastrophen und dadurch verursachte Schäden gedacht.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist leicht zu merken: Scheuch und Scheucher!
bracht haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist leicht zu merken: Scheuch und Scheucher!) – Ja, ein eigenartiges Duett.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Haben wir alles schon getan, Frau Kollegin! Ist alles schon erledigt! Die Sommerpause ist schon vorbei!
(Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Haben wir alles schon getan, Frau Kollegin! Ist alles schon erledigt! Die Sommerpause ist schon vorbei!) – Herr Kollege Scheuch, Sie waren ganz offensichtlich seit 30. August nicht mehr in Kärnten, sonst könnten Sie einen solchen Nonsens nicht von sich geben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Sommerpause ist vorbei! Über 2 Millionen sind geflossen! Lesen – denken – sprechen! – Abg. Mag. Trunk – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Das fällt Ihnen schwer, ja! – Heiterkeit.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Sommerpause ist vorbei! Über 2 Millionen sind geflossen! Lesen – denken – sprechen! – Abg. Mag. Trunk – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Das fällt Ihnen schwer, ja! – Heiterkeit.
(Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Haben wir alles schon getan, Frau Kollegin! Ist alles schon erledigt! Die Sommerpause ist schon vorbei!) – Herr Kollege Scheuch, Sie waren ganz offensichtlich seit 30. August nicht mehr in Kärnten, sonst könnten Sie einen solchen Nonsens nicht von sich geben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Sommerpause ist vorbei! Über 2 Millionen sind geflossen! Lesen – denken – sprechen! – Abg. Mag. Trunk – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Das fällt Ihnen schwer, ja! – Heiterkeit.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Dr. Alfred Finz: Sehr verehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Wie ich bereits im Finanzausschuss sagte, wurden dem Land Kärnten auf Antrag bereits rund 500 000 € überwiesen, und demnächst werden rund 1 Million € zur Abgeltung der Schäden an Privatvermögen überwiesen werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Hinsichtlich der Forderungen betreffend finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau der zerstörten Pfarrkirche von Vorderberg ist festzuhalten, dass dem Bundesministerium für Finanzen bisher kein Antrag des Landes Kärnten zugegangen ist. Es müsste ein Antrag zugehen, in dem das genaue Schadensausmaß ermittelt wird, also es ist eine Kärntner Sache. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr viele direkt Betroffene haben nach einer kurzen Zeit des Schocks gesagt: Wir krempeln die Ärmel hoch, wir packen das wieder an!, und haben viel dazu beigetragen, den früheren Zustand wieder herzustellen, Abwanderungen zu verhindern, Arbeitsplätze zu erhalten. Mein Dank gilt all jenen, die diese Mühen nicht gescheut haben, die diese Mühen auf sich genommen und nicht resigniert haben. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
In diesem Zusammenhang auch eine massive Kritik an Ihrem ersten Schritt der Umsetzung, nämlich an der Verteilung der freien A-Quote von 36 000 Tonnen. Diese A-Quote wurde ausschließlich auf Betriebe aufgeteilt, die bereits in den letzten drei Jahren ein Kontingent zugekauft beziehungsweise durchgehend Kontingente geleast haben. Damit sind wieder einmal die Großbetriebe die Nutznießer, während die kleinen Bäuerinnen und Bauern, und vor allem die breite Masse der Milchbauern, keinen einzigen Liter zusätzliche Quote bekommen. Das ist unglaublich! Diese Maßnahme beziehungsweise diese Verordnung wäre von Bundesminister Pröll dringend zurückzunehmen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluss noch einen Finanzierungsvorschlag. Das ganz Jahr über, vom August des Vorjahres bis heuer, haben wir gehört: Weil die Hochwasserkatastrophe so enorm war, habe die Bundesregierung spontan auf sechs Eurofighter verzichtet. – Die Hochwasseropfer warten noch immer auf dieses Geld. Sechs Eurofighter machen, rund 600 Millionen € aus. Wissen Sie, was wir damit noch alles machen könnten? – Da könnten wir die Hochwasseropfer ohne weiteres zu 80 Prozent entschädigen und auch Maßnahmen für die Zukunft treffen. Ich würde Sie allerdings ersuchen, das bald zu tun, diese Mittel bald freizugeben, denn die Eurofighter, von denen wir nicht wissen, ob sie tatsächlich fliegen, werden täglich weniger wert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, wir haben gleichzeitig viele Auswirkungen einer einzigen Ursache, nämlich dieser Klimaänderung, auf die wir nicht reagieren wollen. Das ist so ähnlich wie bei der Atomkraft: Bevor nicht etwas ganz Katastrophales passiert, das viele Millionen Menschen betrifft, werden keine Schritte unternommen. Für die pazifischen Inselstaaten, die auch WTO-Mitglieder sind, wird es sich dann womöglich nicht mehr ausgehen. Sie liegen nur fünf Meter über dem Meeresspiegel, haben ihren Protest bei den USA angemeldet, weil diese dem Kyoto-Protokoll nicht beigetreten sind. Aber ich fürchte, bis die USA und auch wir, die anderen Industriestaaten, eingesehen haben, dass eine Änderung unserer Politik dringend notwendig ist, wird es für diese Inselstaaten leider zu spät sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Staatssekretär, ich würde auch noch bitten, dass wir in Hinkunft bei Naturkatastrophen Zwischenberichte über den Stand der Zahlungen beziehungsweise über die noch aushaftenden Zahlungen erhalten, damit wir alle miteinander darüber informiert sind, wie die Situation der betroffenen Landwirte aussieht – und vor allem, welche finanziellen Mittel hiefür sozusagen aus anderen Bereichen flüssig gemacht werden müssen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sollten die jetzt vorhandenen Mittel nicht ausreichen, wird man mit den Ländern noch zu klären haben, in welcher Form eine Regelung gefunden werden kann. Entweder schießen die Länder etwas zu, oder aber man verteilt die vorhandenen Mittel entsprechend den Mehranträgen anders um. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Lentsch.
Ich halte es für unverantwortlich, dass sich in reinen Abflussbereichen, also in der roten Zone, noch immer Häuser befinden, die extrem gefährdet sind, wenn Hochwasser auftritt. (Zwischenruf der Abg. Lentsch.) – Es ist nun einmal so, dass man im Flächenwidmungsplan auch entsprechende Raumreserven schaffen muss, die das Hochwasser dann letztlich beanspruchen kann.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich sage abschließend noch etwas dazu: Wir sollten endlich einmal lernen, mit der Natur zu leben und nicht gegen die Natur zu wirtschaften. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Wenn man das erkennt, dann muss man sagen, dass vieles von dem, was heute getan wird, in Wirklichkeit nicht funktionieren kann, weil der Gesamtzusammenhang viel zu wenig beachtet wird, und zwar sowohl bei der Planung als auch bei der konkreten Umsetzung der Maßnahmen.
Beifall bei der SPÖ.
Jeder weiß, dass es besser ist vorzubeugen, als sich immer wieder mit Schäden von Betroffenen beschäftigen zu müssen, die noch dazu ungemeines menschliches Leid verursachen. Man könnte sich viel davon ersparen, würden entsprechende Maßnahmen auch im organisatorischen Bereich, nämlich bei der Flächenplanung und der Raumordnung, gesetzt. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Gartlehner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Ing. Gartlehner. Ist das kein Irrtum, dass nur 2 Minuten Redezeit vorgesehen sind? (Abg. Ing. Gartlehner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein!) – Okay. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
In einem Gespräch mit den Kollegen Stummvoll und Molterer, das ich im Vorfeld geführt habe, bin ich zu der Auffassung gelangt, dass es möglich sein wird, hier eine Lösung zu erreichen. Ich ersuche Sie, Herr Staatssekretär, Ihre in diese Richtung gehenden Bemühungen auch zu dokumentieren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Trunk, ich weiß nicht, wieso Sie hier immer so aggressiv und aufgeregt argumentieren. Sie fallen auch immer durch giftige Pressemeldungen auf. Ich verstehe diesen destruktiven Kurs nicht, weil er uns auch nicht wirklich weiterbringt – noch dazu, wenn es um ein so ernstes Thema wie die Hilfe für das Katastrophengebiet in Kärnten geht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Trunk: Wir auch!
Frau Kollegin Trunk, Sie können sicher sein, wir Kärntner Abgeordnete werden sehr genau darauf achten, dass jene Gelder, die dafür vorgesehen sind und die auch gleich nach dem Schadensfall vor Ort zugesagt und versprochen wurden, fließen werden. Kollege Scheuch hat ja schon darauf hingewiesen: Wir haben bereits am 2. September einen entsprechenden Entschließungsantrag gestellt, Frau Kollegin, am 2. September! (Abg. Mag. Trunk: Wir auch!) – Fein! Deswegen meine ich ja auch, wir sollten gemeinsam versuchen, das konstruktiv drüberzubringen. Aber das allein ist zu wenig.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Ich habe mich jetzt extra noch einmal erkundigt. Im Bundesministerium für Finanzen ist jetzt bereits fixiert, dass am 20. Oktober eine weitere Million € auf Grund dieses Postens überwiesen wird. Das hat auch der Herr Staatssekretär festgestellt. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.) – Natürlich! Es tagt jetzt die Schadensfeststellungskommission. Und wenn die privaten Schäden festgestellt sind, dann werden auch die entsprechenden finanziellen Mittel angewiesen werden. Das ist ein ganz normaler Vorgang.
Beifall bei der ÖVP.
Aber ich sage auch ganz bewusst: Anträge alleine, aufgeregte Diskussionen, giftige Pressemeldungen reichen nicht aus. Unser Bundesminister Pröll hat seinen Urlaub unterbrochen und ist mit Landesrat Wurmitzer und anderen Abgeordneten ins Katastrophengebiet gefahren. Er hat dort mit den Menschen gesprochen. Er hat ihnen Sicherheit gegeben, er hat ihnen Mut gemacht. Auch darauf kommt es an, Frau Kollegin Trunk! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Staatssekretär Morak persönlich Kontakt mit Cornelius Kolig aufgenommen. Ich kann Sie insofern auch beruhigen, es liegen jetzt bereits Hunderte Zeichnungen, Hunderte Werke von Cornelius Kolig in der Nationalbibliothek zur Restaurierung. Der Staatssekretär wird dafür sorgen, dass diese Restaurierung auch finanziert wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich wiederhole auch noch einmal, dass am 20. Oktober, Frau Kollegin Trunk – wir werden sehr genau darauf achten, dass das auch passiert –, die erste Million € in diese Richtung angewiesen wird. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Er ist aber zu weit, weil wir natürlich keine neuen Fälle aufmachen wollen. Wir wollen nur jene Fälle nehmen, in denen der Hochwasserschaden zeitgerecht festgestellt wurde. Wir haben vereinbart – und wir haben auch vorige Woche vor dem Finanzausschuss mit Herrn Staatssekretär Finz schon gesprochen –, dass wir hier eine Lösung suchen, dass alle Varianten, wo es in Einzelfällen unverschuldete Verzögerungen gab, weil der Bau von Hochwasserschutzbauten oder Brücken einfach länger gedauert hat, einbezogen werden. Es sollte hier zu einer Regelung kommen, dass die Betroffenen sehr wohl in den Genuss jener Bestimmungen kommen, die wir hier im Parlament beschlossen haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Staatssekretär Dr. Finz: Der Ankauf!
Was jetzt? – Der Ankauf oder die Dürre oder wie? (Staatssekretär Dr. Finz: Der Ankauf!) Herr Staatssekretär, ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar, wenn Sie für mich ein wenig Licht in dieses Dunkel bringen würden, denn eine der Aufgaben dieses Hauses ist es, dafür Sorge zu tragen, dass die Verteilung von öffentlichen Geldern an diejenigen, die es brauchen, erfolgt und dass die Kriterien dementsprechend gesichert sind.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Staatssekretär! Diese Antwort bringt dieses Licht in dieses Dunkel nicht. Ich würde Sie wirklich ersuchen, auch im Interesse des gesamten Hauses, denn es wird einen einstimmigen Beschluss geben, dafür Sorge zu tragen, dass uns nachgewiesen wird, wie die Betroffenen entschädigt werden, denn nur der Kauf von Raufutter kann einfach nicht ausreichend sein als Nachweis für Dürreschädigungen. Ich bitte Sie hier um Aufklärung, Herr Staatssekretär. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Neu ist die Kostenteilung bei Schäden, die auf fremdem Grund beispielsweise durch Wurzeln eines Baumes entstehen. Wenn das Eigentum eines Grundstückseigentümers einen Schaden beim Nachbarn anrichtet – wie schon erwähnt: wenn die Wurzeln zum Beispiel die Terrasse ramponieren oder die Hauseinfahrt, den Asphalt aufbrechen –, dann konnte zwar schon nach geltendem Recht der Geschädigte die Wurzeln entfernen, musste dies aber auf eigene Kosten tun. Daher haben wir nunmehr eine Kostenteilung normiert. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist ein sehr vielseitiges Gesetzeswerk, es sind eigentlich nur Novellen einzelner Teile, aber für die Bürger bringen diese Neuerungen Rechtsschutz und Rechtssicherheit, und daher bin ich sehr froh darüber, dass dieser Gesamtkomplex heute beschlossen werden kann – ich hoffe einstimmig! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Mainoni: Aber das Problem kennen Sie auch!
Ich würde schon sehr ersuchen, Herr Bundesminister für Justiz, dass wir eine Diskussion eher darüber führen, wie man einzelne Missstände innerhalb der Gerichtsbarkeit – beispielsweise lange Wartefristen – beseitigen kann, aber eine solche Diskussion nicht mit den bereits erwähnten Schritten zu beginnen. Mein Wunsch wäre, dass Sie, Herr Bundesminister, zu erkennen geben, dass Sie mit dieser Aussage nicht wirklich Ihre Grundsatzeinstellung zur Justiz zum Ausdruck gebracht haben, sondern dass es sich hiebei möglicherweise um ein Missverständnis gehandelt hat. – Das habe ich bis heute allerdings noch nicht von Ihnen gehört. (Abg. Mag. Mainoni: Aber das Problem kennen Sie auch!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister, ich möchte nochmals gratulieren: Ich bin froh darüber, dass wir auch den Konsumentenschutz ein Stückchen weitergebracht haben. Es war nicht einfach – das habe ich bemerkt an der Regierungsarbeit –, der Einsatz hat sich jedoch gelohnt, und dafür danken wir. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Neu ist auch – und ich muss sagen, das gefällt mir gut – die Aufforderung, dass die Eigentümer benachbarter Grundstücke bei der Ausübung ihres Rechtes aufeinander Rücksicht zu nehmen haben. Ich finde, das signalisiert soziale Verantwortung und soll darauf aufmerksam machen, dass der Nachbar nicht schikaniert wird, weil man weiß, dass es da sehr starke Emotionen gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Aber der Herr Minister hat das wirklich ...! Das muss ich schon sagen! So bin ich!
Ich betrachte das – im Gegensatz zu Kollegen Puswald, der im Ausschuss gemeint hat, es sei dies eine „hohle Formel“ – nicht als leere Floskel, sondern als wirklichen Appell an die Vernunft der jeweiligen Grundstückseigentümer, sich zuerst einmal selbst, wenn möglich, mit dem Nachbarn auseinander zu setzen, wenn es Differenzen gibt. Solche Auseinandersetzungen werden ja, wie ich gerade erwähnt habe, ziemlich emotional geführt; die Vernunft wird da oft außer Acht gelassen. Und durch diesen Appell soll eben die Vernunft sozusagen ein bisschen in Gang gesetzt werden. (Abg. Dr. Jarolim: Aber der Herr Minister hat das wirklich ...! Das muss ich schon sagen! So bin ich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das waren einige Punkte zu der sehr umfangreichen Gesetzesmaterie, über die wir dann abzustimmen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Korosec!
Ich möchte, ohne das, was bereits über die inhaltlichen Aspekte ausgeführt wurde, zu wiederholen, auch sagen, dass ich die Frage des Rechts auf Licht jahrelang begleitet habe, weil das ein ganz wesentliches Anliegen war, das Frau Volksanwältin Bauer verfolgt hat und (Abg. Dr. Jarolim: Korosec!) auch schon ihre Vorgängerin vor zwei Jahren, Frau Kollegin Korosec. (Abg. Dr. Jarolim: Irreführenderweise die Korosec!) Deshalb sind wir sehr befriedigt, dass das jetzt endlich umgesetzt wird.
Abg. Dr. Jarolim: Irreführenderweise die Korosec!
Ich möchte, ohne das, was bereits über die inhaltlichen Aspekte ausgeführt wurde, zu wiederholen, auch sagen, dass ich die Frage des Rechts auf Licht jahrelang begleitet habe, weil das ein ganz wesentliches Anliegen war, das Frau Volksanwältin Bauer verfolgt hat und (Abg. Dr. Jarolim: Korosec!) auch schon ihre Vorgängerin vor zwei Jahren, Frau Kollegin Korosec. (Abg. Dr. Jarolim: Irreführenderweise die Korosec!) Deshalb sind wir sehr befriedigt, dass das jetzt endlich umgesetzt wird.
Abg. Dr. Jarolim: Das wäre was für den Innenminister Strasser! Für den wäre diese Formulierung was!
Angesichts der Machtlosigkeit gegen Schatten, die viele Menschen in den vergangenen Jahren gespürt haben, die dem Schatten ausgesetzt waren, und des rechtlichen Instrumentariums, das die österreichische Rechtsordnung da bietet – man war sozusagen machtlos gegen die nicht vorhandenen Möglichkeiten –, ist das Ganze meiner Einschätzung nach jetzt bemerkenswert gelöst worden. Im allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch zu normieren, dass „die Eigentümer benachbarter Grundstücke“ – und das ist jetzt ein wörtliches Zitat aus § 364 – „bei der Ausübung ihrer Rechte aufeinander Rücksicht zu nehmen“ haben, das halte ich, muss ich sagen, für eine ausgesprochen gelungene Formulierung. Die Frage ist nur, ob diese wirklich schöne, geradezu lyrische Formulierung (Abg. Dr. Jarolim: Das wäre was für den Innenminister Strasser! Für den wäre diese Formulierung was!) auch jene beeindrucken wird, die sich in verbissenen Streitigkeiten – Sie als langjähriger Anwalt kennen das ja sicher – befinden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bitte Sie, jetzt hier im Nationalrat die Gelegenheit dafür zu nützen, eine wirklich unmissverständliche und eindeutige Klärung dieses Sachverhalts vorzunehmen. Ich werde ganz genau aufpassen! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Das ist fast eine Fußgängerzone, diese Straße! Das glaubt doch kein Mensch!
Ich kann nur sagen: Die Justiz hat auch einen Anspruch darauf, entsprechende Räumlichkeiten zu haben, und sie hat auch einen Anspruch darauf, zu repräsentieren – und nicht in zwei getrennten Gebäuden, sicherheitsgefährdend durch eine Straße getrennt, in unzumutbaren Umgebungen arbeiten zu müssen. (Abg. Dr. Jarolim: Das ist fast eine Fußgängerzone, diese Straße! Das glaubt doch kein Mensch!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ sowie der Abg. Sburny.
Ich danke für die Anerkennung des Nachbarschaftsrechtes. Ich leite diesen Dank und diese Anerkennung an Herrn Professor Dr. Kathrein weiter, der im Justizministerium dieses Gesetz gestaltet hat. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ sowie der Abg. Sburny.) Es ist immer gut für unsere Beamten, wenn sie hier im Hohen Hause öffentliche Anerkennung bekommen – sie haben es verdient.
Abg. Dr. Jarolim: Das gilt auch für die Bundesregierung!
Die Formulierung, dass sich die Parteien vertragen sollen, soll man nicht unterschätzen. (Abg. Dr. Jarolim: Das gilt auch für die Bundesregierung!) Es gibt in unseren Gesetzen viele so genannte sanktionslose Normen – Normen, die sozialpolitisch gedacht sind, die das Zusammenleben steuern sollen und die sehr erfolgreich sind. Ich glaube, dass die gewählte Formulierung, die Sie auch als richtig empfunden haben, ihren Zweck erfüllen wird.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Da kann sich ein Strasser eine Ecke abschneiden!
Ich bitte aber zuzugestehen, dass man im kleinen Kreis, in einem vertraulichen, informellen Gespräch auch einmal nicht zu verfolgende Gedanken äußern darf. Der Gedanke wurde verworfen – nehmen Sie das bitte zur Kenntnis. Wenn das eine Verfehlung war, glaube ich, Ihnen nicht zustimmen zu können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Da kann sich ein Strasser eine Ecke abschneiden!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Und wir werden weiterhin gemeinsam – ich weiß das, wie das hier zu sagen ist – auf dem Boden stehen, dass die Unabhängigkeit der Richter unser höchstes Gut im Rechtsstaat ist und bleibt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaál: Naja, ...!
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich möchte vorweg dem Herrn Bundesminister noch einmal für seine ausdrückliche Klarstellung danken. Auch wenn wir alle nicht daran gezweifelt haben, so hat dies, glaube ich, noch einmal unterstrichen, dass wirklich niemand – auch wenn die Opposition das manchmal anders darzustellen versucht – in dieser Regierung und in dieser Regierungskonstellation auch nur im Entferntesten daran denkt, die Unabhängigkeit der Richter in irgendeiner Weise in Frage zu stellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaál: Naja, ...!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Insgesamt gesehen kann man sagen, dass wir den richtigen Weg gehen, wenn wir sehr maßvoll mit dem Anspruch auf immateriellen Schadenersatz umgehen, diese Entwicklung mit Vorsicht betrachten, aber dort, wo Bedarf ist, auch nicht davor zurückschrecken, einen solch immateriellen Schadenersatz zuzuerkennen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Abschließend noch eines, Herr Bundesminister: Ich begrüße Ihre Feststellungen, zur Verfahrensbeschleunigung eine Staatshaftung einzuführen, aber ich meine, auch Sie sind im Verzug, nämlich was die Staatshaftung für legislatives Unrecht betrifft. Wir kennen die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes und wissen, dass in Österreich eine derartige Regelung für Staatshaftungsangelegenheiten fehlt. Wir erwarten uns, Herr Bundesminister, dass Sie in Kürze auch eine derartige Regelung dem Parlament vorlegen werden. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das betrifft natürlich nicht eine kurze Flugzeugverspätung, ein schmutziges Besteck oder möglicherweise ein Buffet, das einem nicht ganz passt, und es betrifft zum Beispiel auch nicht den mangelnden Schneefall im Winterurlaub, denn das ist ja nicht ein Verschulden des Hoteliers. Aber nichtsdestotrotz gibt es eine ganze Reihe von Fällen – gerade im Bereich des Konsumentenschutzes sind Beschwerden gekommen –, die zur Notwendigkeit, ein solches Gesetz zu schaffen, geführt haben. Wir sind sehr froh darüber, dass es hier nun zur Beschlussfassung kommen wird. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Bundesminister Dr. Böhmdorfer entfernt sich kurz von der Regierungsbank.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Kolleginnen haben schon darauf hingewiesen, dass der Konsumentenschutz massiven Aufwind braucht. Herr Minister, Sie waren immerhin in der Lage ... (Bundesminister Dr. Böhmdorfer entfernt sich kurz von der Regierungsbank.) Sie gehen, aber ich wollte mich doch bei Ihnen bedanken.
Abg. Mag. Mainoni: Ziemlich genau vor einem Jahr!
Herr Minister, Sie waren immerhin in der Lage, erstmals – ich betone: erstmals – einen Antrag der Grünen zu einem positiven Abschluss zu bringen. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich persönlich am 20. September im Jahr 2002 den Entschließungsantrag eingebracht habe (Abg. Mag. Mainoni: Ziemlich genau vor einem Jahr!), in welchem gefordert wurde, dass endlich entsprechende gesetzliche Regelungen geschaffen werden, dass Reiseveranstalter für vergeudete Urlaubszeit Ersatz leisten müssen. Herr Minister, seit dem Jahr 2000 liegt dieser Vorschlag im Parlament. Ich bin ja dankbar dafür, dass er nach drei Jahren beschlussreif geworden ist, aber die Urheberschaft ist eindeutig. (Abg. Mag. Mainoni: „2002“ haben Sie gesagt!) Nein, 2000! Ich habe ihn extra vorgelesen und habe gesagt: 20. September im Jahr 2000. (Abg. Mag. Regler: Sie haben gesagt „2002“!) Danke, dass Sie mich darauf aufmerksam machen, aber Sie können jederzeit im „parlinkom“ nachschauen, dort ist alles dokumentiert.
Abg. Mag. Mainoni: „2002“ haben Sie gesagt!
Herr Minister, Sie waren immerhin in der Lage, erstmals – ich betone: erstmals – einen Antrag der Grünen zu einem positiven Abschluss zu bringen. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich persönlich am 20. September im Jahr 2002 den Entschließungsantrag eingebracht habe (Abg. Mag. Mainoni: Ziemlich genau vor einem Jahr!), in welchem gefordert wurde, dass endlich entsprechende gesetzliche Regelungen geschaffen werden, dass Reiseveranstalter für vergeudete Urlaubszeit Ersatz leisten müssen. Herr Minister, seit dem Jahr 2000 liegt dieser Vorschlag im Parlament. Ich bin ja dankbar dafür, dass er nach drei Jahren beschlussreif geworden ist, aber die Urheberschaft ist eindeutig. (Abg. Mag. Mainoni: „2002“ haben Sie gesagt!) Nein, 2000! Ich habe ihn extra vorgelesen und habe gesagt: 20. September im Jahr 2000. (Abg. Mag. Regler: Sie haben gesagt „2002“!) Danke, dass Sie mich darauf aufmerksam machen, aber Sie können jederzeit im „parlinkom“ nachschauen, dort ist alles dokumentiert.
Abg. Mag. Regler: Sie haben gesagt „2002“!
Herr Minister, Sie waren immerhin in der Lage, erstmals – ich betone: erstmals – einen Antrag der Grünen zu einem positiven Abschluss zu bringen. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich persönlich am 20. September im Jahr 2002 den Entschließungsantrag eingebracht habe (Abg. Mag. Mainoni: Ziemlich genau vor einem Jahr!), in welchem gefordert wurde, dass endlich entsprechende gesetzliche Regelungen geschaffen werden, dass Reiseveranstalter für vergeudete Urlaubszeit Ersatz leisten müssen. Herr Minister, seit dem Jahr 2000 liegt dieser Vorschlag im Parlament. Ich bin ja dankbar dafür, dass er nach drei Jahren beschlussreif geworden ist, aber die Urheberschaft ist eindeutig. (Abg. Mag. Mainoni: „2002“ haben Sie gesagt!) Nein, 2000! Ich habe ihn extra vorgelesen und habe gesagt: 20. September im Jahr 2000. (Abg. Mag. Regler: Sie haben gesagt „2002“!) Danke, dass Sie mich darauf aufmerksam machen, aber Sie können jederzeit im „parlinkom“ nachschauen, dort ist alles dokumentiert.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Der Pilz hat ihr nicht gelauscht!
diese Anliegen forciert in Angriff nehmen. Ich hoffe, dass das nicht nur ein Wort in Gottes Ohr ist, sondern dass das wirklich bei Ihnen auf fruchtbaren Boden fällt. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Der Pilz hat ihr nicht gelauscht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Sehr gut, Herr Minister!
Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Abgeordnete Moser, das Heimaufenthaltsgesetz ist nach menschlichem Ermessen am 21. Oktober dieses Jahres im Ministerrat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Sehr gut, Herr Minister!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte abschließend feststellen, dass ich glaube, dass der Umgang mit Eigentum in gewissem Sinne gelernt sein will. Gerade bei frischgebackenen Grundbesitzern stellt man oft fest, dass das Recht auf Eigentum sehr penibel und sehr extrem ausgelegt wird und weniger die damit verbundenen Pflichten gesehen werden. Aber ohne Toleranz und gegenseitiges Verständnis kann oft eine angestrebte Idylle im Grünen zur Hölle werden. Ich glaube daher, dass es gut, notwendig und richtig war, dass der Gesetzgeber mit einem einleitenden Satz dazu Stellung nahm – dieser Satz wurde heute schon ein paar Mal zitiert –, nämlich dass „die Eigentümer benachbarter Grundstücke bei der Ausübung ihrer Rechte aufeinander Rücksicht zu nehmen“ haben. An und für sich würde dieser Satz allein alles regeln. Was er aber nicht regelt, regeln die übrigen Paragraphen des Gesetzes, und wir sind sehr froh über dieses neue Gesetz. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollegin Dr. Partik-Pablé hat eingangs gesagt, dass sie befürchtet, dass dann eventuell so wertvolle und schöne Dramen wie Shakespeares „Romeo und Julia“ nicht mehr geschrieben werden; ich hoffe aber, dass es noch andere Stoffe gibt, damit für die Weltliteratur entsprechende Dramen geschrieben werden können. Ich glaube, das ist trotzdem noch möglich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch ich möchte das Lob bekräftigen, das der Herr Bundesminister für Justiz ausgesprochen hat, und – das sage ich jetzt aus Lokalchauvinismus dazu – dem Tiroler Dr. Kathrein herzlich für diese gelungene Gesetzesvorlage danken! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es hat mich lediglich gewundert, dass dieses Gesetz erst mit 1. Juli 2004 in Kraft treten soll. Das ist das Einzige, was ich zu bemängeln habe. Ich kann mir nicht ganz erklären, warum dieses Gesetz nicht schon mit 1. Jänner 2004 in Kraft treten soll. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube, dass diese Gesetzesmaterien im Sinne des Konsumenten und der Unternehmer liegen, und wir stimmen diesen Materien zu. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gestatten Sie mir aber auch, wie es im Justizausschuss lange Tradition hat, mich namens meiner Fraktion, aber auch persönlich bei der hohen Beamtenschaft sehr herzlich zu bedanken, und zwar nicht nur für die erstklassige Vorbereitung der Gesetze, sondern vor allem auch für die Unterstützung und für die Zusammenarbeit! Ich meine, es ist zumindest im Justizbereich wirklich immer erfrischend, wie man hier wichtige Materien in Angriff nimmt! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich meine, dass bei einem Tagesordnungspunkt wie diesem, der von allen Rednern positiv und im Konsens vorgetragen wurde, sehr wohl auch sichtbar wird, dass man, wenn man sich im Vorfeld der Ausschussarbeit und im Ausschuss bemüht, Fragen, die für die Menschen sehr wichtig sind, gemeinsam zu lösen, dazu auch in der Lage ist. – In diesem Sinne werden wir von sozialdemokratischer Seite dieser Gesetzesvorlage sehr gerne die Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wie das Beispiel, das ich hier geschildert habe, zeigt, sind das notwendige und gute Änderungen im Gesetz, und ich freue mich, dass heute Einvernehmen darüber herrscht, dass dieses Gesetz gemeinsam verabschiedet wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Allerdings haben nicht alle Gerichte diese Regelung berücksichtigt. Daher ist diese Novelle ganz wesentlich. Immerhin sind es 3 000 Konsumenten pro Jahr, die zum Verein für Konsumenteninformation gehen und in solchen Fällen Beschwerde einreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Fraktion wird dieser Novelle auch zustimmen. Es sind berechtigte Forderungen der Konsumentenschützer darin umgesetzt, und auch viele Einwände, die in den Stellungnahmen der Interessenvertreter gemacht wurden, sind in diese Novelle eingearbeitet und umgesetzt worden. Daher wird es auch eine Zustimmung geben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
längst fällig, und hier sind Sie säumig, Herr Minister. Ich wollte Sie nur bei dieser Gelegenheit wieder einmal daran erinnern. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Mainoni: Na geh!
Ich denke, Herr Minister, das ist skandalös (Abg. Mag. Mainoni: Na geh!), das müssen Sie zurücknehmen. Ich bin davon überzeugt, dass die Richterinnen und Richter kein Desinteresse an ihrer Arbeit haben, sondern dass Ihre Politik, gepaart mit jener der ÖVP, nicht wirklich zu optimaler Unterstützung beiträgt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Wir reden über einen gemeinsamen Antrag!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Wir reden über einen gemeinsamen Antrag!
Ich denke, Herr Minister, das ist skandalös (Abg. Mag. Mainoni: Na geh!), das müssen Sie zurücknehmen. Ich bin davon überzeugt, dass die Richterinnen und Richter kein Desinteresse an ihrer Arbeit haben, sondern dass Ihre Politik, gepaart mit jener der ÖVP, nicht wirklich zu optimaler Unterstützung beiträgt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Wir reden über einen gemeinsamen Antrag!)
Abg. Wittauer: Sie auch nicht!
Die Neuregelung des Nachbarrechts, so positiv sie ist, wird das Arbeitspensum der Richter und Richterinnen erhöhen, aber Sie haben sich ja nicht einmal Gedanken darüber gemacht, Herr Minister. (Abg. Wittauer: Sie auch nicht!) Ich entnehme einem gestrigen „Kurier“-Artikel über dieses Gesetz, dass man im Justizministerium noch keine Vorstellung hat, wie oft der Klagsweg beschritten werden wird.
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe den Eindruck, Minister Böhmdorfers Arbeitsweise ist wie folgt: Er hat eine Idee, möchte sie so schnell wie möglich umsetzen, ist zwar nicht sehr erfolgreich dabei, weil er doch immer wieder von der ÖVP gebremst wird und die ÖVP blockiert, und er kümmert sich dann nicht um die Konsequenzen. Ich hoffe nur, dass uns diese Art von Politik nicht irgendwann auf den Kopf fällt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Gerade auch in der aktuellen Diskussion um die Strafprozessreform wird dieses Politikmuster wieder sichtbar. Die Pläne, die Sie schmieden, sind nicht personalkompatibel. Sie müssen schon auch an die Konsequenzen denken, und es wird Zeit, dass Sie sich endlich gegenüber dem Finanzminister und gegenüber der ÖVP durchsetzen und mehr Personal und mehr Geld für das Justizwesen bekommen. Unsere Unterstützung haben Sie. Ich schätze allerdings, dass Sie von der ÖVP-Fraktion gebremst werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer – in Richtung SPÖ –: Wo sind eure Chefs? – Abg. Scheibner: Wenn nicht einmal eure Chefs zustimmen, stimmen wir auch nicht zu! Ohne Chefs wird nicht zugestimmt!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein diesbezügliches Zeichen. – Es ist dies die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Wittauer – in Richtung SPÖ –: Wo sind eure Chefs? – Abg. Scheibner: Wenn nicht einmal eure Chefs zustimmen, stimmen wir auch nicht zu! Ohne Chefs wird nicht zugestimmt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Entwurf bringt Rechtssicherheit und große Vorteile für den Wirtschaftsstandort Österreich. Er wird hoffentlich dazu führen, dass Unternehmen saniert werden können. Er wird hoffentlich dazu führen, dass Unternehmer und Gesellschafter ihrer Verantwortung für die Arbeitsplätze und für ihre Unternehmen in Zukunft noch mehr nachkommen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne hoffe ich, dass das das letzte Mal war. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein zweiter Punkt, den ich noch ansprechen möchte: Frau Kollegin Stoisits! Sie haben gegenüber unserem Justizminister, wenn auch sehr süffisant, das Wort „Wiederholungstäter“ gebraucht. Ich darf Sie schon daran erinnern, Frau Stoisits, dass es gerade in der ersten schwarz-blauen Regierungsperiode doch eine gewisse Aufgeregtheit darüber gegeben hat, dass wir Freiheitliche an der Regierung sind, und man natürlich ganz bewusst den Herrn Justizminister als persönlichen Bekannten von Jörg Haider ganz besonders treffen wollte. Ich meine, dass das auch der Hauptgrund für insgesamt sechs oder sieben Misstrauensanträge war. Sie sehen aber, dass die Arbeit unseres Justizministers wirklich vollkommen unbestritten und qualitativ sehr hochwertig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Zum Schluss kommend: Die Äußerungen des Herrn Justizministers waren vollkommen klar. Und der Aufschrei zu diesem Thema ist meines Erachtens schon auch sehr künstlich, denn beispielsweise in der Bundesrepublik Deutschland gibt es die Ernennungen auf Zeit für Richter. Es gibt die Ernennung auf Zeit, auf zwölf Jahre, es gibt aber auch die Ernennung auf Probe, nämlich für fünf Jahre. Es gibt also auch in anderen Staaten diese Diskussion. Wir gehen jedoch davon aus – und das ist unmissverständlich erklärt worden –, dass das bei uns nicht der Fall sein wird. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Mainoni: Das ehrt mich sehr!
Vertrauen in Sie ist jedoch größer als das in Abgeordneten Mainoni, und ich hoffe, ich täusche mich nicht. (Abg. Mag. Mainoni: Das ehrt mich sehr!)
Abg. Dr. Trinkl: Die Unruhe kam von außen!
Unruhe in die Sache hat nicht die Opposition gebracht, sondern die Unruhe in diesem Punkt wurde von den Regierungsfraktionen in den Justizausschuss gebracht, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Dr. Trinkl: Die Unruhe kam von außen!) Es ist doch bitte ein völlig logisches, normales parlamentarisches Procedere, dass Lobbyisten, wie es so schön auf Neudeutsch heißt, nämlich Interessenvertreter jede Möglichkeit nutzen, und sei es auch bis zur letzten Sekunde der Beschlussfassung eines Gesetzes, um ihre Interessen zu deponieren, und das vor allem dann, wenn sie sie für sträflich vernachlässigt halten. Sie würden doch ihre eigenen Interessen verraten, täten sie das nicht.
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister! Das sollte Ihnen vielleicht als kleine Denksportaufgabe für den Rest des Abends noch mit auf den Weg gegeben werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mein Wunsch an den Herrn Justizminister und an das Justizministerium ist, dass man möglichst rasch auch die Urkunden aus der Urkundensammlung der Vergangenheit in dieses elektronische Urkundenregister aufnimmt, sodass es nicht Jahre dauern wird, bis ein halbwegs interessanter Bestand an Urkunden auch wirklich elektronisch erfasst ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Das war jetzt wieder „tiefschürfend“!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Mainoni irrt: Dieses Gesetz bietet keine ausreichende Rechtssicherheit, hat keine gute Qualität, sondern es ist leider wiederum eine Fortsetzung der Husch-Pfusch-Gesetzgebung, die wir von dieser schwarz-blauen Regierung schon seit Monaten gewohnt sind. (Abg. Dr. Fekter: Das war jetzt wieder „tiefschürfend“!) Die Auswirkungen sind zwar Gott sei Dank nicht so fatal wie bei der Husch-Pfusch-Gesetzgebung bei den Budgetbegleitgesetzen mit der verpfuschten Pensionskürzungsreform, dem Abfangjägerkauf, der uns allen noch entsetzliches Kopfweh bereiten wird, und so weiter und so fort. Auch die blamable Voest-Privatisierung wurde vom Zaun gebrochen und fällt in die Kategorie Husch-Pfusch-Gesetze. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Bleiben wir doch sachlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Bleiben wir doch sachlich!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Mainoni irrt: Dieses Gesetz bietet keine ausreichende Rechtssicherheit, hat keine gute Qualität, sondern es ist leider wiederum eine Fortsetzung der Husch-Pfusch-Gesetzgebung, die wir von dieser schwarz-blauen Regierung schon seit Monaten gewohnt sind. (Abg. Dr. Fekter: Das war jetzt wieder „tiefschürfend“!) Die Auswirkungen sind zwar Gott sei Dank nicht so fatal wie bei der Husch-Pfusch-Gesetzgebung bei den Budgetbegleitgesetzen mit der verpfuschten Pensionskürzungsreform, dem Abfangjägerkauf, der uns allen noch entsetzliches Kopfweh bereiten wird, und so weiter und so fort. Auch die blamable Voest-Privatisierung wurde vom Zaun gebrochen und fällt in die Kategorie Husch-Pfusch-Gesetze. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Bleiben wir doch sachlich!)
Abg. Dr. Fekter: Und was ist dann Husch-Pfusch?
Warum spreche ich auch hiebei von einem Husch-Pfusch-Gesetz? – Die Tragödie ist nämlich – und das ist das besonders Bedauerliche –, dass wir ein Gesetz vorliegen haben, das seit sechs Jahren in Verhandlungen steht, das von Beamten ausgearbeitet wurde, die von höchster Qualität sind – und ich sage das Letztere ganz deutlich, damit man mir nicht wieder das Wort im Munde umdreht. (Abg. Dr. Fekter: Und was ist dann Husch-Pfusch?)
Abg. Dr. Fekter: GesmbH!
In § 5 folgt dann die Definition, nur mit einem kleinen Schönheitsfehler: Dort finden wir die „Frau Gesellschafterin“ nicht mehr. – Ist die jetzt vom Gesetz ausgenommen? (Abg. Dr. Fekter: GesmbH!) Wir haben das im Justizausschuss diskutiert, und ich weiß, Sie verhöhnen diese Aussage jetzt, aber Sie wissen offenbar nicht, wie die Gerichtspraxis aussieht. Ich sage Ihnen, dass damit die Rechtssicherheit nicht verbessert wurde. (Abg. Dr. Trinkl: Können Sie noch einen ernsten Satz sagen?)
Abg. Dr. Trinkl: Können Sie noch einen ernsten Satz sagen?
In § 5 folgt dann die Definition, nur mit einem kleinen Schönheitsfehler: Dort finden wir die „Frau Gesellschafterin“ nicht mehr. – Ist die jetzt vom Gesetz ausgenommen? (Abg. Dr. Fekter: GesmbH!) Wir haben das im Justizausschuss diskutiert, und ich weiß, Sie verhöhnen diese Aussage jetzt, aber Sie wissen offenbar nicht, wie die Gerichtspraxis aussieht. Ich sage Ihnen, dass damit die Rechtssicherheit nicht verbessert wurde. (Abg. Dr. Trinkl: Können Sie noch einen ernsten Satz sagen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Machen Sie einen Abänderungsantrag!
einzufordern und dem Husch-Pfusch ein Ende anzusagen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Machen Sie einen Abänderungsantrag!)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Dass man sechs Jahre lang daran gearbeitet hat, liegt sicher darin, dass es ganz einfach eine neue Materie ist, die in der Praxis zwar schon sehr weit reichende Bedeutung hat, zu der aber auch aus den Nachbarländern noch keine Gesetze vorhanden sind. Da wollte man eben ganz einfach wirklich lange überlegen, bevor man das in Worte fasst. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Im Wesentlichen ist zur Urkundensammlung schon alles gesagt, auch zum Eigenkapitalersatz-Gesetz, und deshalb möchte ich meine Ausführungen beenden und versichern, dass wir zustimmen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Puswald: Sie sind gemacht worden! Sie haben sie nicht aufgegriffen!
serungsvorschläge einzubringen; es ist aber eigentlich kein einziger von ihm gekommen. (Abg. Dr. Puswald: Sie sind gemacht worden! Sie haben sie nicht aufgegriffen!) Er sucht nur jede Möglichkeit, um nein sagen zu können.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was aber auch nicht stimmt!
Das, was Kollegin Stoisits vorher gesagt hat, dass sie bemüht ist, eine konstruktive Opposition zu bilden, hat mir gefallen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was aber auch nicht stimmt!) – Und da sind Zweifel schon angebracht, Frau Kollegin Partik-Pablé, aber: Kollege Puswald versucht ja nicht einmal mehr, sich den Anschein an Konstruktivität zu geben, sondern sucht nur irgendeinen Grund – und sei dieser noch so lächerlich, grotesk und skurril! –, nein sagen zu können. Ich bin sehr froh, Kollege Puswald, dass Sie da jedenfalls heute offensichtlich kein pars pro toto Ihrer Fraktion sind.
Abg. Dr. Puswald: Ich habe gute Qualität gefordert!
Dieses Gesetz ist nämlich viel zu wichtig, als dass man es hier mit einer solchen Lächerlichkeit kommentieren sollte. Es geht dabei um nicht mehr und nicht weniger als um die Hilfe für Unternehmen und Arbeitnehmer: Es geht darum, in Unternehmen, die sich in einer krisenhaften Situation befinden, die Möglichkeit zu eröffnen, das Unternehmen und damit die Arbeitsplätze zu retten. Das ist kein Anlass, sich in irgendeiner Weise ironisch und zynisch zu äußern! (Abg. Dr. Puswald: Ich habe gute Qualität gefordert!)
Abg. Dr. Puswald: Eben nicht!
Vielleicht fehlt Ihnen die Praxiskenntnis, wie das so oft bei der Opposition festzustellen ist. Diese Praxiskenntnis nehme ich für mich in Anspruch, Kollege Puswald, und ich sage Ihnen: Da geht es um das Schicksal von Unternehmen und von Menschen. Warum? – Es geht darum, dass in einer schwierigen Situation eines Unternehmens mit diesem Gesetz jene Rechtssicherheit geschaffen wird, dass Gesellschafter bereit sein können, noch einmal über Darlehen und Kredite Liquidität zuzuführen. (Abg. Dr. Puswald: Eben nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: In der Qualität!
Deshalb kann es auch nicht einer einzigen Interessensgruppe, die mit ihren Forderungen nicht ganz durchgekommen ist, ermöglicht werden, alles im letzten Augenblick zu kippen. Wir würden damit auch Präzedenzfälle schaffen, die mit meinem Selbstverständnis – und ich hoffe, mit dem der Mehrheit des Hohen Hauses, jedenfalls in den Regierungsparteien gilt das – nicht einhergeht. Unser Selbstverständnis ist es nämlich, als Gesetzgeber auch Verantwortung zu übernehmen, vor allem, wenn es um eine so wichtige Gesetzesmaterie geht. Aber da unterscheiden sich eben Regierungsparteien und Opposition leider allzu häufig. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Puswald: In der Qualität!) – In der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, da Sie ja gesagt haben, man soll das Wort nicht im Mund umdrehen. Ich fordere auch Sie dazu auf!
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (fortsetzend): Ich komme schon zum Schluss: Daher bin ich froh, dass letzten Endes Vernunft und Verantwortung im Sinne der österreichischen Unternehmen und deren Arbeitnehmer gesiegt haben und wir diese Gesetzesvorlage heute gemeinsam beschließen können. Ich glaube, dass wir damit unserer Verantwortung gerecht werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist nicht gut! – Abg. Dr. Trinkl: Keine gute Entscheidung!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn ich das, was Kollege Ikrath gesagt hat, höre, muss ich sagen: Ich finde es ein bisschen schade, wie eine in diesem Haus so selten gewordene Konsensmaterie wie diese drei Vorlagen, die wir jetzt in einem diskutieren, behandelt wird. Zu einer der drei Vorlagen, nämlich zu der, zu der Herr Kollege Ikrath Stellung genommen hat, möchte ich auch ein paar kritische Bemerkungen anbringen und an meinen Kollegen Puswald anschließen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist nicht gut! – Abg. Dr. Trinkl: Keine gute Entscheidung!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Wir haben sie gelesen! Noch besser!
Es ist eine Materie, bei der es Einwendungen gibt, bei der der Kreditschutzverband beim Eigenkapitalersatz-Gesetz sagt, da gibt es Einwendungen und Bedenken, und die Abgeordneten ersucht, sich damit auseinander zu setzen. Die normale Reaktion jedes vernünftigen Menschen wäre eigentlich, zu sagen: Hören wir uns doch diese Einwendungen an! (Abg. Mag. Donnerbauer: Wir haben sie gelesen! Noch besser!) Setzen wir uns mit diesen Einwendungen auseinander, schauen wir, ob sie nicht Sinn machen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es war ja nichts Vernünftiges!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Es war ja nichts Vernünftiges!
Es ist eine Materie, bei der es Einwendungen gibt, bei der der Kreditschutzverband beim Eigenkapitalersatz-Gesetz sagt, da gibt es Einwendungen und Bedenken, und die Abgeordneten ersucht, sich damit auseinander zu setzen. Die normale Reaktion jedes vernünftigen Menschen wäre eigentlich, zu sagen: Hören wir uns doch diese Einwendungen an! (Abg. Mag. Donnerbauer: Wir haben sie gelesen! Noch besser!) Setzen wir uns mit diesen Einwendungen auseinander, schauen wir, ob sie nicht Sinn machen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es war ja nichts Vernünftiges!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Aber geh! – Abg. Dr. Stummvoll: Nein!
Fraktionen sagen: Setzen wir uns mit dem, was der KSV sagt, auseinander! – Sie hingegen laufen angstvoll, dialogunfähig und schrill herum und versuchen, eine Situation herzustellen, die meiner Auffassung nach gerade eines Justizausschusses unwürdig ist und auch der guten Tradition des Justizausschusses widerspricht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Aber geh! – Abg. Dr. Stummvoll: Nein!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, es ist aber wichtig, dass wir bei allem, was wir unter dem Titel Terrorbekämpfung diskutieren, immer doch auch mitbedenken müssen – auch deshalb, weil es international schlechte Beispiele gibt –, wie weit Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus gehen können, ohne gleichzeitig einen unverantwortlichen Abbau von Bürgerrechten mit sich zu bringen. Ich glaube, dass das eine demokratiepolitisch wichtige Diskussion ist und dass es auf Grund der Vorlage des Justizministers und vor allem der Experten im Ministerium gelungen ist, eine Vorlage auf den Tisch zu legen, die einen Beitrag zur Terrorbekämpfung darstellt, aber keine Einschränkung oder Gefährdung der Bürgerrechte bedeutet und daher eine korrekte Umsetzung dieser EU-Richtlinie darstellt. Daher wird die SPÖ diesen drei Vorlagen auch sehr gerne zustimmen – aber nicht ohne kritische Bemerkungen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Das können wir bestätigen! – Gegenruf des Abg. Dr. Puswald.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Minister! Ich bin ja heute schon mehrmals angesprochen worden. Kollege Jarolim hat von einer „emotionalen Auseinandersetzung“ gesprochen. Richtig, ich war – muss ich ganz ehrlich sagen – emotional, ich war auch richtig aufgebracht, aber, Frau Kollegin Bures: Ängstlich war ich sicherlich nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Das können wir bestätigen! – Gegenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Abg. Dr. Trinkl: Zu der Zeit hat er es nicht gelesen gehabt!
Frau Kollegin Bures und Herr Kollege Jarolim, was ist wirklich passiert? – Tatsache war, dass wir eine Woche vor der Ausschusssitzung bereits in einem Vier-Parteien-Gespräch auch mit der Opposition deren Wünsche zu den Vorlagen beraten haben. Von dort ist aber keine einzige Silbe gekommen! Herr Kollege Puswald hätte beispielsweise schon damals einen Abänderungsantrag anregen können, damit wir das mit der „Gesellschafterin“ beziehungsweise dem „Gesellschafter“ vielleicht noch hätten berücksichtigen können. (Abg. Dr. Trinkl: Zu der Zeit hat er es nicht gelesen gehabt!) Bedauerlicherweise ist damals von Ihnen nichts gekommen.
Abg. Bures: Nicht mehr, seit Sie da sind! Das war früher so!
Im Übrigen, Herr Kollege Puswald: Sie sind noch sehr neu im Justizausschuss, und daher ist es mir ein Anliegen, Ihnen mitzuteilen, dass wir im Justizausschuss keinen Biertischjargon pflegen. Dort wird sachlich argumentiert (Abg. Bures: Nicht mehr, seit Sie da sind! Das war früher so!), zugegebenermaßen emotional und auch in divergierenden Themenstellungen. Aber eine derart polemische Art und Weise legt im Justizausschuss außer Ihnen kein einziges Mitglied – auch sonst niemand von ihrer Fraktion! – an den Tag. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Das war rein sachlich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Das war rein sachlich!
Im Übrigen, Herr Kollege Puswald: Sie sind noch sehr neu im Justizausschuss, und daher ist es mir ein Anliegen, Ihnen mitzuteilen, dass wir im Justizausschuss keinen Biertischjargon pflegen. Dort wird sachlich argumentiert (Abg. Bures: Nicht mehr, seit Sie da sind! Das war früher so!), zugegebenermaßen emotional und auch in divergierenden Themenstellungen. Aber eine derart polemische Art und Weise legt im Justizausschuss außer Ihnen kein einziges Mitglied – auch sonst niemand von ihrer Fraktion! – an den Tag. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Das war rein sachlich!)
Abg. Dr. Puswald: Die habe ich ja ausdrücklich ausgenommen!
Bei den Regierungsvorlagen, die aus dem Justizressort kommen, von „husch-pfusch“ zu reden, ist absolut ungerechtfertigt und eine Desavouierung der Beamtenschaft (Abg. Dr. Puswald: Die habe ich ja ausdrücklich ausgenommen!), die nämlich aus hervorragenden Legisten besteht. (Abg. Dr. Puswald: Stimmt!) Ich bedanke mich bei diesen Legisten, die die Gesetze immer ausgezeichnet vorbereiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puswald: Stimmt!
Bei den Regierungsvorlagen, die aus dem Justizressort kommen, von „husch-pfusch“ zu reden, ist absolut ungerechtfertigt und eine Desavouierung der Beamtenschaft (Abg. Dr. Puswald: Die habe ich ja ausdrücklich ausgenommen!), die nämlich aus hervorragenden Legisten besteht. (Abg. Dr. Puswald: Stimmt!) Ich bedanke mich bei diesen Legisten, die die Gesetze immer ausgezeichnet vorbereiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bei den Regierungsvorlagen, die aus dem Justizressort kommen, von „husch-pfusch“ zu reden, ist absolut ungerechtfertigt und eine Desavouierung der Beamtenschaft (Abg. Dr. Puswald: Die habe ich ja ausdrücklich ausgenommen!), die nämlich aus hervorragenden Legisten besteht. (Abg. Dr. Puswald: Stimmt!) Ich bedanke mich bei diesen Legisten, die die Gesetze immer ausgezeichnet vorbereiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Bitte schön!
Wir sind gewohnt, dass Lobbyisten zu uns kommen, aber der Justizausschuss schießt nicht aus der Hüfte und schon gar nicht auf medialen Druck hin, sondern wir werden unser bisheriges System beibehalten, seriös mit den Experten die Dinge vorzubereiten und auszuverhandeln und die Opposition schon vor dem Ausschuss einzubinden, damit wir den sachlichen Rahmen im Ausschuss wahren. Herr Dr. Puswald, ich ersuche Sie, sich in Zukunft sachlicher zu äußern! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Bitte schön!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was ich nicht möchte, ist, dass bloße Ideen, die geäußert werden, gleich unter „Strafsanktionen“ fallen. Wir sollten diese Kommission einmal arbeiten lassen. Sie werden sehen: Im Interesse unserer Bevölkerung werden dann die Verfahren sehr erheblich beschleunigt werden. Das war ja der eigentliche Grundgedanke, und zu dem sollten wir zurückkehren. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Im Ausschuss! – Abg. Scheibner: Sachlich – ist das etwas Überraschendes?
Meine Damen und Herren! Als dritte Bemerkung darf ich nur festhalten: Kollege Puswald war wirklich außerordentlich sachlich im Ausschuss. Das darf ich bestätigen: Er war außerordentlich sachlich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Im Ausschuss! – Abg. Scheibner: Sachlich – ist das etwas Überraschendes?)
Abg. Dr. Fekter: Aber ängstlich ist sie nicht!
Ich halte fest, ich kenne Frau Kollegin Fekter wirklich schon viele, viele Jahre. Ich habe sie erlebt ... (Abg. Dr. Fekter: Aber ängstlich ist sie nicht!) Das bestätige ich, ängstlich ist sie nicht. Aber ich kenne sie auch als Staatssekretärin, ich habe sie viele Jahre durchaus auch in dieser Funktion erlebt und konnte feststellen, dass sie bestimmte Interessen immer sehr, sehr eingehend verfolgt hat. Sie war manches Mal sehr einseitig fixiert, das ist ganz klar. Und jetzt, als Abgeordnete wieder in die Bank hinein verbannt, scheint es manchmal dazu zu führen, dass sie sozusagen bestimmte Gefühls-
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
ausbrüche erleidet. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Manchmal leidet auch ein wenig die Konsensbereitschaft darunter, und das ist bedauerlich. Aber ich glaube, Kollegin Fekter, auch Sie sind in der Lage, sich zu bessern und den Konsens wiederherzustellen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
ausbrüche erleidet. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Manchmal leidet auch ein wenig die Konsensbereitschaft darunter, und das ist bedauerlich. Aber ich glaube, Kollegin Fekter, auch Sie sind in der Lage, sich zu bessern und den Konsens wiederherzustellen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir stimmen diesen Vorlagen trotzdem zu. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Mainoni: Was will er sagen?
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Jarolim, Sie telefonieren seit 3 Minuten im Plenum – wir kommen jetzt zu den Abstimmungen. (Abg. Mag. Mainoni: Was will er sagen?)
Abg. Mag. Mainoni: Wo ist Puswald?
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Gesetzentwurf die Zustimmung erteilen, um ein Zeichen. (Abg. Mag. Mainoni: Wo ist Puswald?) – Das ist einstimmig angenommen.
Die Abgeordneten Mag. Molterer, Dr. Cap und Scheibner besprechen sich vor den Sitzreihen.
Meine Damen und Herren! (Die Abgeordneten Mag. Molterer, Dr. Cap und Scheibner besprechen sich vor den Sitzreihen.) Hier gibt es eine Zusammenrottung der Klubobleute. Ich möchte Sie bitten, dies aus Respekt vor dem Redner einzustellen. (Abg. Scheibner: Herr Präsident, wir „rotten“ nicht!) Es gibt jedenfalls keine gebührende Beachtung für einen Redner. Meine Aufgabe ist es, diese Beachtung sicherzustellen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Scheibner: Herr Präsident, wir „rotten“ nicht!
Meine Damen und Herren! (Die Abgeordneten Mag. Molterer, Dr. Cap und Scheibner besprechen sich vor den Sitzreihen.) Hier gibt es eine Zusammenrottung der Klubobleute. Ich möchte Sie bitten, dies aus Respekt vor dem Redner einzustellen. (Abg. Scheibner: Herr Präsident, wir „rotten“ nicht!) Es gibt jedenfalls keine gebührende Beachtung für einen Redner. Meine Aufgabe ist es, diese Beachtung sicherzustellen. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Meine Damen und Herren! (Die Abgeordneten Mag. Molterer, Dr. Cap und Scheibner besprechen sich vor den Sitzreihen.) Hier gibt es eine Zusammenrottung der Klubobleute. Ich möchte Sie bitten, dies aus Respekt vor dem Redner einzustellen. (Abg. Scheibner: Herr Präsident, wir „rotten“ nicht!) Es gibt jedenfalls keine gebührende Beachtung für einen Redner. Meine Aufgabe ist es, diese Beachtung sicherzustellen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Neudeck: Ist das Eigenwerbung?
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen!“ (Abg. Neudeck: Ist das Eigenwerbung?) Dieser Spruch, meine sehr verehrten Damen und Herren, könnte auf diesen Gesetzesantrag, der von der sozialdemokratischen Fraktion eingebracht wurde, angewandt werden. Wir stellen nämlich mit Genugtuung fest, dass dieser Initiativantrag dazu geführt hat – nach einer längeren Diskussion im Gesundheitsausschuss –, dass diese Bestimmung bei der Änderung des Öffnungszeitengesetzes und der Änderung der Gewerbeordnung aufgenommen wurde.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Ich appelliere daher an die Regierungsparteien, den Antrag der sozialdemokratischen Fraktion hinsichtlich verunreinigter Nahrungsergänzungsmittel, die als Arzneimittel zu qualifizieren sind, wieder auf die Tagesordnung des Gesundheitsausschusses zu nehmen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher sei mir die Feststellung gestattet: eine positive Wirkung der Gewerbeordnungs-Novelle 2002! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenberger.
Abgeordneter Elmar Lichtenegger (Freiheitliche): Der „Mohr“ bin wahrscheinlich ich. – Ich bin sehr froh, dass wir die Gewerbeordnung auch hinsichtlich der Nahrungsergänzungsmittel geändert haben. Mir ist es heuer auch sehr wichtig gewesen, dass dieses Problem ... (Heiterkeit der Abg. Dr. Lichtenberger.) Das ist natürlich ein ernstes Problem; jetzt hat es einmal mich betroffen. Ich glaube, das war sehr wichtig, und vielleicht war es ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass es genau mich betroffen hat, weil ich die Möglichkeit habe, darüber Aufklärungsarbeit zu leisten.
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Insofern bin ich, wie ich eingangs gesagt habe, froh, dass es mich betroffen hat. Ich kann, oder wir gemeinsam können hier mit dieser Änderung der Gewerbeordnung auch meine Sportkollegen schützen, vielleicht auch die öffentliche Meinung hinsichtlich der Nahrungsergänzungsmittel ein wenig sensibilisieren und die Leute auch ein bisschen darauf aufmerksam machen, dass sie darauf achten sollen, was sie zu sich nehmen. In diesem Sinne: einen schönen Abend noch! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Gelegenheit macht Diebe, das wissen alle. Ich glaube, dass die Gefahr der Verknüpfung von Daten gegeben ist, dass hier das Grundrecht auf Datenschutz grob verletzt wird. Daher möchte ich, dass man diese drei Bestimmungen zur Abfragung der Daten schlicht und einfach streicht. Diese braucht man nicht, auch wenn man den Bildungsverlauf feststellen will. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit.
Erster Redner ist Herr Abgeordneter Amon. 5 Minuten Redezeit. Sie brauchen diese aber nicht auszuschöpfen. (Heiterkeit.)
Abg. Mag. Wurm: Der Datenschutzrat hat Einspruch erhoben!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zu meiner Vorrednerin: Wir haben, als wir das Bildungsdokumentationsgesetz im letzten Jahr beschlossen haben, an sich ausreichend und umfassend darüber diskutiert. (Abg. Mag. Wurm: Der Datenschutzrat hat Einspruch erhoben!) Es ist so, dass wir eigentlich großes Interesse an anonymisierten Bildungsverläufen haben, ja haben müssen, wenn wir eine zielgerichtete Bildungspolitik machen. Da wir heute etwa die Frage von sozio-ökonomischen Hintergründen diskutiert haben und welche Auswirkungen selbe auf den Bildungsverlauf haben, so muss man diese Daten natürlich irgendwie erheben.
Abg. Mag. Wurm: Was soll das jetzt? Das gehört genauso abgeschafft!
ordneten von ÖVP und Freiheitlichen) – und nicht nur nach der Sozialversicherungsnummer der Mutter, sondern auch nach der Sozialversicherungsnummer des Vaters und nach der Sozialversicherungsnummer der Kinder! (Abg. Mag. Wurm: Was soll das jetzt? Das gehört genauso abgeschafft!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Ich bin nicht in Wien!
Wenn Sie also der Meinung sind, dass das derart problematisch ist, dann würde ich Ihnen empfehlen, das zunächst in Wien mit Ihrer absoluten Mehrheit abzuschaffen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Wurm: Ich bin nicht in Wien!)
Abg. Mag. Wurm: Das macht es nicht besser!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich schließe mich den Ausführungen meines Vorredners an und möchte nur noch einmal darauf hinweisen, dass auch jetzt schon Sozialversicherungsdaten in wesentlichen Bereichen erfragt werden (Abg. Mag. Wurm: Das macht es nicht besser!) und natürlich auch dafür dieser Datenschutz zu gelten hat. Sollte die Sozialversicherungsnummer nicht mehr verlangt werden, dann könnte zum Beispiel die Statistik Austria diese Datenerhebung, die man heute auch für OECD- oder UNESCO-Studien und für die EU-Statistik insgesamt braucht, nicht durchführen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich schließe mich den Ausführungen meines Vorredners an und möchte nur noch einmal darauf hinweisen, dass auch jetzt schon Sozialversicherungsdaten in wesentlichen Bereichen erfragt werden (Abg. Mag. Wurm: Das macht es nicht besser!) und natürlich auch dafür dieser Datenschutz zu gelten hat. Sollte die Sozialversicherungsnummer nicht mehr verlangt werden, dann könnte zum Beispiel die Statistik Austria diese Datenerhebung, die man heute auch für OECD- oder UNESCO-Studien und für die EU-Statistik insgesamt braucht, nicht durchführen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Mag. Wurm: Verfassungswidrig!
Abschließend möchte ich sagen, dass aus unserer Sicht zurzeit kein Handlungsbedarf besteht, das Bildungsdokumentationsgesetz zu ändern. (Abg. Mag. Wurm: Verfassungswidrig!) Wir werden das aber sensibel beobachten und sind für die Zukunft durchaus offen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend möchte ich sagen, dass aus unserer Sicht zurzeit kein Handlungsbedarf besteht, das Bildungsdokumentationsgesetz zu ändern. (Abg. Mag. Wurm: Verfassungswidrig!) Wir werden das aber sensibel beobachten und sind für die Zukunft durchaus offen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich denke, dass mit den Regierungsparteien im Ausschuss nicht wirklich viel herauskommen wird, aber wir werden sehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir laden Sie ein, unserem Antrag beizutreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
In Österreich gelingt dies in beispielgebender Art und Weise. Daher möchte ich heute und hier bei dieser ersten Lesung allen Mitarbeitern und Beamten herzlichen Dank aussprechen und auch klarmachen, dass sie Großartiges leisten. Wir werden diesen Antrag im Ausschuss sicherlich weiter beraten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Man kann sich natürlich wünschen, dass noch schneller, noch besser gearbeitet wird, aber ich muss schon darauf hinweisen, dass diese Regierung gerade wegen der Politik der Vergangenheit der Sozialdemokraten einen Sparkurs fahren muss. Die Qualität des Datenschutzes wird sicherlich nicht leiden. Wir werden dort das Geld ausgeben, wo es notwendig ist, aber nicht für Vorschläge aus diesen Anträgen. Deshalb werden die Freiheitlichen dies nicht unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Aber wir nicht!
Die Tagesordnung ist erschöpft (Abg. Mag. Molterer: Aber wir nicht!), aber noch lange nicht unsere Arbeit, meine Damen und Herren.
Abg. Mag. Mainoni: Glauben Sie alles, was in der Zeitung steht?
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wie geht’s Ihnen eigentlich, wenn Sie Folgendes lesen: privatisiertes Desaster. Karl Heinz Grasser hat mit seinen Privatisierungsaktionen mittlerweile schon gut 500 Millionen € in den Sand gesetzt. Er schadet dem Staat. – Zitatende. (Abg. Mag. Mainoni: Glauben Sie alles, was in der Zeitung steht?)
Abg. Scheibner: Von wem?
Was sagen Sie dazu, Herr Kollege? Wie geht es Ihnen dabei? Stimmt das, stimmt das nicht oder erwarten Sie sogar Lob dafür? – Ich kann Ihnen sagen: Die Öffentlichkeit, die Damen und Herren Journalisten loben Sie nicht. Ganz im Gegenteil, Herr Kollege Scheibner: Sie werden in Grund und Boden kritisiert für diese Verschleuderung von Volksvermögen (Abg. Scheibner: Von wem?), die Sie ja auch mitzuverantworten haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Vorsichtiger Applaus!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Vorsichtiger Applaus!
Was sagen Sie dazu, Herr Kollege? Wie geht es Ihnen dabei? Stimmt das, stimmt das nicht oder erwarten Sie sogar Lob dafür? – Ich kann Ihnen sagen: Die Öffentlichkeit, die Damen und Herren Journalisten loben Sie nicht. Ganz im Gegenteil, Herr Kollege Scheibner: Sie werden in Grund und Boden kritisiert für diese Verschleuderung von Volksvermögen (Abg. Scheibner: Von wem?), die Sie ja auch mitzuverantworten haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Vorsichtiger Applaus!)
Abg. Mag. Molterer: Und Professor Aiginger und Professor Felderer!
Wie hält es der Finanzminister mit dem Lob? – Der Finanzminister lobt das professionelle Management bei der ÖIAG. (Abg. Mag. Molterer: Und Professor Aiginger und Professor Felderer!) Mein Gott! Ganz zum Schluss hat man sich noch ein bisschen um 6 Millionen € verrechnet. Aber das ist ja nur das letzte Beispiel dieses jämmerlichen Schauspiels.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Schüchterner Applaus! – Abg. Großruck: Ein Misstrauensantrag wäre noch fällig!
Der Herr Finanzminister war auch ganz pikiert, dass er selbst nicht gelobt wurde – und das auf Grund eines für ihn ja vernichtenden Rechnungshofberichtes, was die Managerverträge betrifft. Aber menschlich, meine Damen und Herren, kann ich das ja verstehen: Wer vom Präsidium des Nationalrates aus für eine inferiore Budgetrede mit „brillante Rede“ gelobt wird, wobei der Herr Finanzminister ja sogar mit Plus und Minus auf Kriegsfuß stand, da kann ich schon verstehen, dass er dann mit den Bruchlinien zwischen Lob und Kritik ein wenig durcheinander kommt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Schüchterner Applaus! – Abg. Großruck: Ein Misstrauensantrag wäre noch fällig!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Und jetzt kommt’s: Dass der Bundeskanzler persönlich vor einer Woche von einem Preis von 32 € sprach, als der noch bei knapp 37 € lag, ist unfassbar. Dafür sollte jemand die Verantwortung übernehmen. – Zitatende. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Was wollen Sie da untersuchen?
So schaut’s aus! Rechtfertigt das nicht einen Untersuchungsausschuss, Kollege Molterer? (Abg. Scheibner: Was wollen Sie da untersuchen?) Welche Kursphantasie hat denn da den Herrn Bundeskanzler getrieben?
Abg. Großruck: Er hat es aber gekauft!
Sie zitieren ja immer wieder gerne Hannes Androsch. Androsch sagt dazu, das sei eine reine Vermögensvernichtung. (Abg. Großruck: Er hat es aber gekauft!) Er sagt auch, wenn Private eine solche Verschleuderung machen, dann sei das dumm, aber eine reine Privatsache; wenn das jedoch der Staat macht, dann werde Staatsvermögen vernichtet. (Abg. Großruck: Der Androsch hätte ruhig mehr zahlen können dafür!) Herr Kollege Großruck! Warum wollen Sie keinen Untersuchungsausschuss, wenn Staatsvermögen vernichtet wird?
Abg. Großruck: Der Androsch hätte ruhig mehr zahlen können dafür!
Sie zitieren ja immer wieder gerne Hannes Androsch. Androsch sagt dazu, das sei eine reine Vermögensvernichtung. (Abg. Großruck: Er hat es aber gekauft!) Er sagt auch, wenn Private eine solche Verschleuderung machen, dann sei das dumm, aber eine reine Privatsache; wenn das jedoch der Staat macht, dann werde Staatsvermögen vernichtet. (Abg. Großruck: Der Androsch hätte ruhig mehr zahlen können dafür!) Herr Kollege Großruck! Warum wollen Sie keinen Untersuchungsausschuss, wenn Staatsvermögen vernichtet wird?
Abg. Mag. Mainoni: Gibt es etwas Neues auch?
Die Kontrolle haben Sie über den Sommer abgeblockt. Es gibt jede Menge offene Fälle. Ich denke nur an die Homepage des Herrn Grasser, an die Honorarsache, an die Eurofighter, an das ÖIAG-Debakel und so weiter. (Abg. Mag. Mainoni: Gibt es etwas Neues auch?) Sie haben im Ausschuss alles abgeblockt, aber es wird trotzdem aufgeklärt werden.
Abg. Großruck: Da sagt euer Parteigenosse Struck etwas anderes! Er ist anderer Meinung!
Der deutsche Bundesrechnungshof ist in der Eurofighter-Causa zur Hilfe geeilt. (Abg. Großruck: Da sagt euer Parteigenosse Struck etwas anderes! Er ist anderer Meinung!) Es gibt einen identischen Steuerfall zu Grassers Honorar-Causa. Der Teilbericht über die Gagen bei der ÖIAG liegt vor, ebenso der Bericht über die Ministerbüros. Und Ihre Selbstdarstellung bezüglich ÖIAG wäre ohnehin nicht zu übertreffen.
Abg. Mag. Mainoni: Der Lombard-Club!
Es ist ja bezeichnend, dass der Wirtschaftsminister Bartenstein sagt, es wäre ja absurd, hier einen Untersuchungsausschuss einzusetzen. (Abg. Mag. Mainoni: Der Lombard-Club!) Die Rolle des Managers Wolf zum Beispiel, sollte man die nicht einmal untersuchen? (Abg. Scheibner: Was wollen Sie denn untersuchen?)
Abg. Scheibner: Was wollen Sie denn untersuchen?
Es ist ja bezeichnend, dass der Wirtschaftsminister Bartenstein sagt, es wäre ja absurd, hier einen Untersuchungsausschuss einzusetzen. (Abg. Mag. Mainoni: Der Lombard-Club!) Die Rolle des Managers Wolf zum Beispiel, sollte man die nicht einmal untersuchen? (Abg. Scheibner: Was wollen Sie denn untersuchen?)
Abg. Großruck: Das ist ein Monolog!
Ich würde sagen, er sollte sich überhaupt ein bisschen mehr seinen Aufgaben widmen, der Staatssekretär Finz, und ein bisschen weniger der Steuercausa Grasser! Da hat er halb Europa nach irgendeinem Gutachten abgesucht, hat dann ein unpassendes gefunden, das er nicht einmal herzeigen wollte. Das schallende Gelächter der Journalisten war ja dann eigentlich die gerechte Entlohnung. (Abg. Großruck: Das ist ein Monolog!)
Abg. Großruck: Eine Dichterlesung hält er jetzt!
Kollege Großruck! Ein Letztes: Sie sind ja auch kein besonderer Aufdecker und Aufklärer, wie sich herausgestellt hat. (Abg. Großruck: Eine Dichterlesung hält er jetzt!) Die Regierung erfüllt ihre Aufgaben nicht. Sie hat kein Konzept. Sie verschleudert Volksvermögen, applaudiert sich dann selber, und Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ und von der ÖVP, verhindern die Untersuchung! Das ist eine Methode, die die Wählerinnen und Wähler längst durchschaut haben, Kollege Rasinger, und die Rechnung wird bei den nächsten Wahlen präsentiert werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck: Eine „flammende“ Rede!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck: Eine „flammende“ Rede!
Kollege Großruck! Ein Letztes: Sie sind ja auch kein besonderer Aufdecker und Aufklärer, wie sich herausgestellt hat. (Abg. Großruck: Eine Dichterlesung hält er jetzt!) Die Regierung erfüllt ihre Aufgaben nicht. Sie hat kein Konzept. Sie verschleudert Volksvermögen, applaudiert sich dann selber, und Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ und von der ÖVP, verhindern die Untersuchung! Das ist eine Methode, die die Wählerinnen und Wähler längst durchschaut haben, Kollege Rasinger, und die Rechnung wird bei den nächsten Wahlen präsentiert werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck: Eine „flammende“ Rede!)
Abg. Dr. Cap: Pflichtverteidiger!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Mitterlehner. – Bitte. (Abg. Dr. Cap: Pflichtverteidiger!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich muss sagen, das war eine sehr schwache Pflichtübung, die Sie da geboten haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es war kein beweiskräftiges Argument dabei, sondern das war ein reines Verlesen von schon in Zeitungen erschienenen Wiedergaben und Behauptungen, die durch überhaupt nichts belegt sind. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich muss sagen, das war eine sehr schwache Pflichtübung, die Sie da geboten haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Es war kein beweiskräftiges Argument dabei, sondern das war ein reines Verlesen von schon in Zeitungen erschienenen Wiedergaben und Behauptungen, die durch überhaupt nichts belegt sind. (Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Dann ist das Zweite passiert. – Das können Sie am Aktienkurs nachvollziehen: Im Endeffekt haben Ihre politische Diskussion, das Wecken von Emotionen und die Aktivitäten des Betriebsrates dazu beigetragen, dass der Börsenkurs gefallen ist. Daher haben Sie es sich selbst zuzuschreiben und müssten eigentlich einen Untersuchungsausschuss gegen sich selbst beantragen, wenn Sie feststellen, da sei nicht das Maximum erzielt worden, das eigentlich sonst möglicherweise festgestanden wäre oder hätte erzielt werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es darf Sie daher nicht wundern, wenn unsere Fraktion diesen Antrag vehement ablehnt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Mach einen Vorschlag!
Abgeordneter Mag. Hans Moser (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Sie haben ja Herrn Mitterlehner und seine Interpretation der Unternehmenswertsteigerung selbst gehört. (Abg. Dr. Mitterlehner: Mach einen Vorschlag!) Meine bisherigen Erfahrungen als Unternehmensführer haben gezeigt, dass ein Unternehmen dann mehr wert wird, wenn man investiert, und nicht dann, wenn man verkauft. Das ist der Unterschied, Herr Mitterlehner! (Abg. Dr. Mitterlehner: Haben Sie nicht zugehört?) Das müssen Sie einmal zur Kenntnis nehmen. Das ist der erste Punkt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Haben Sie nicht zugehört?
Abgeordneter Mag. Hans Moser (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Sie haben ja Herrn Mitterlehner und seine Interpretation der Unternehmenswertsteigerung selbst gehört. (Abg. Dr. Mitterlehner: Mach einen Vorschlag!) Meine bisherigen Erfahrungen als Unternehmensführer haben gezeigt, dass ein Unternehmen dann mehr wert wird, wenn man investiert, und nicht dann, wenn man verkauft. Das ist der Unterschied, Herr Mitterlehner! (Abg. Dr. Mitterlehner: Haben Sie nicht zugehört?) Das müssen Sie einmal zur Kenntnis nehmen. Das ist der erste Punkt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Hans Moser (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Sie haben ja Herrn Mitterlehner und seine Interpretation der Unternehmenswertsteigerung selbst gehört. (Abg. Dr. Mitterlehner: Mach einen Vorschlag!) Meine bisherigen Erfahrungen als Unternehmensführer haben gezeigt, dass ein Unternehmen dann mehr wert wird, wenn man investiert, und nicht dann, wenn man verkauft. Das ist der Unterschied, Herr Mitterlehner! (Abg. Dr. Mitterlehner: Haben Sie nicht zugehört?) Das müssen Sie einmal zur Kenntnis nehmen. Das ist der erste Punkt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Einen Verlust haben Sie gebaut, das ist die Wahrheit!
Zweiter Punkt: Wenn Sie das Unternehmen nicht verkauft hätten, dann hätte der Staat über die Dividendenerträge wesentlich mehr eingenommen, als Sie jetzt mit diesem niedrigen Kurs durch den Verkauf realisiert haben. (Abg. Dr. Matznetter – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Einen Verlust haben Sie gebaut, das ist die Wahrheit!) Das ist der Kernpunkt. Man muss schließlich auch feststellen, dass dieses gesamte Privatisierungschaos einfach durch ideologisch begründete Verschleuderung vom Zaun gebrochen wurde.
Abg. Mag. Molterer: Weil die oberösterreichische SPÖ polemisch war! Das ist die Wahrheit!
Warum sagt Finanzminister Grasser, dass in der Aktie der voestalpine Phantasie stecke? – Eine wichtige Frage! Warum setzt daraufhin zum Nachteil aller Österreicher ein Kursverfall von 10 Prozent ein? (Abg. Mag. Molterer: Weil die oberösterreichische SPÖ polemisch war! Das ist die Wahrheit!) Herr Mitterlehner, das ist ein ganz wichtiger Punkt für Sie: Warum hat nach dem 5. September eine dramatische Zunahme an Aktienverkäufen stattgefunden? Es wurde das Zehnfache von dem gehandelt, was sonst üblich war. Warum wusste Bundeskanzler Schüssel bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt, dass die Aktie 32 € wert sein wird? (Abg. Großruck: Ein guter Kaufmann!)
Abg. Großruck: Ein guter Kaufmann!
Warum sagt Finanzminister Grasser, dass in der Aktie der voestalpine Phantasie stecke? – Eine wichtige Frage! Warum setzt daraufhin zum Nachteil aller Österreicher ein Kursverfall von 10 Prozent ein? (Abg. Mag. Molterer: Weil die oberösterreichische SPÖ polemisch war! Das ist die Wahrheit!) Herr Mitterlehner, das ist ein ganz wichtiger Punkt für Sie: Warum hat nach dem 5. September eine dramatische Zunahme an Aktienverkäufen stattgefunden? Es wurde das Zehnfache von dem gehandelt, was sonst üblich war. Warum wusste Bundeskanzler Schüssel bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt, dass die Aktie 32 € wert sein wird? (Abg. Großruck: Ein guter Kaufmann!)
Abg. Ellmauer: Das ist kein Stahlunternehmen! Schauen Sie sich die Werte der internationalen Stahlunternehmen an! Sie wollen ein Fachmann sein?
Was ist die Rolle von Generaldirektor Scharinger in diesem Zusammenhang? Glauben Sie, dass Minister Bartenstein oder Herr Prinzhorn ihre Unternehmen unter den Eigenmitteln verkaufen würden? Glauben Sie das? Stellen Sie diese Frage! (Abg. Ellmauer: Das ist kein Stahlunternehmen! Schauen Sie sich die Werte der internationalen Stahlunternehmen an! Sie wollen ein Fachmann sein?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es ist eine gute Chance für Sie, Kolleginnen und Kollegen von den Regierungsfraktionen! Nützen Sie diese Möglichkeit zur Aufklärung, dann wird Österreich wieder einen besseren Weg einschlagen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Wir brauchen es nicht!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Mitterlehner hat diese Debatte und das Begehren der SPÖ auf einen Untersuchungsausschuss als „Pflichtübung“ bezeichnet. (Ruf bei den Freiheitlichen: Wir brauchen es nicht!) – Ich würde sagen, es ist nicht nur eine Pflichtübung, sondern es ist eines der mageren Ergebnisse einer SPÖ-Klubklausur, und das wundert mich schon. Ich sage noch einmal, was ich heute schon einmal gesagt habe: Ich würde auch der SPÖ empfehlen, ein bisschen in andere Gefilde hinauszugehen, vielleicht hat man dann eine bessere Inspiration und auch andere inhaltliche Ergebnisse als solche wirklich nur vordergründigen Aktivitäten wie diesen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses.
Abg. Dr. Kräuter: Leider!
Die Argumente sind auch nicht neu. (Abg. Dr. Kräuter: Leider!) Wir haben erwartet, dass Sie einmal irgendetwas Gehaltvolles hier hereinbringen. (Abg. Dr. Kräuter: Leider!) Herr Kollege Kräuter, ich will jetzt hier nicht sagen, was ich von Ihrer Rede so halte. (Abg. Dr. Kräuter: ... Minerva!) Bitte! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) Sie versteht man auch nicht, wenn Sie Zwischenrufe machen.
Abg. Dr. Kräuter: Leider!
Die Argumente sind auch nicht neu. (Abg. Dr. Kräuter: Leider!) Wir haben erwartet, dass Sie einmal irgendetwas Gehaltvolles hier hereinbringen. (Abg. Dr. Kräuter: Leider!) Herr Kollege Kräuter, ich will jetzt hier nicht sagen, was ich von Ihrer Rede so halte. (Abg. Dr. Kräuter: ... Minerva!) Bitte! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) Sie versteht man auch nicht, wenn Sie Zwischenrufe machen.
Abg. Dr. Kräuter: ... Minerva!
Die Argumente sind auch nicht neu. (Abg. Dr. Kräuter: Leider!) Wir haben erwartet, dass Sie einmal irgendetwas Gehaltvolles hier hereinbringen. (Abg. Dr. Kräuter: Leider!) Herr Kollege Kräuter, ich will jetzt hier nicht sagen, was ich von Ihrer Rede so halte. (Abg. Dr. Kräuter: ... Minerva!) Bitte! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) Sie versteht man auch nicht, wenn Sie Zwischenrufe machen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Die Argumente sind auch nicht neu. (Abg. Dr. Kräuter: Leider!) Wir haben erwartet, dass Sie einmal irgendetwas Gehaltvolles hier hereinbringen. (Abg. Dr. Kräuter: Leider!) Herr Kollege Kräuter, ich will jetzt hier nicht sagen, was ich von Ihrer Rede so halte. (Abg. Dr. Kräuter: ... Minerva!) Bitte! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) Sie versteht man auch nicht, wenn Sie Zwischenrufe machen.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ich habe das heute auch schon einmal gesagt, aber ich glaube, es ist gut, wenn man Ihnen noch einmal vor Augen führt, wann der Aktienkurs gefallen und wann er gestiegen ist: Gestiegen ist er zu dem Zeitpunkt, als erstmals klar wurde, dass mit der Privatisierung Ernst gemacht wird, sogar noch damals, als es darum gegangen ist, einen strategischen Partner zu finden. Gesunken ist er, als Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, diese Voest-Privatisierung zum Wahlkampfthema gemacht haben und damit die Investoren verunsichert haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Dr. Matznetter: O ja!
Es wäre interessant, das aufzuklären, aber dazu brauchen wir keinen Untersuchungsausschuss (Abg. Dr. Matznetter: O ja!), denn das wäre – und das wissen wir – eine Entsprechung Ihrer politischen Handlungsweise, ausgetragen auf dem Rücken eines
Abg. Dr. Matznetter: Totengräber der Voest!
wichtigen Unternehmens und auf dem Rücken der Arbeitnehmer der Voest! (Abg. Dr. Matznetter: Totengräber der Voest!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es war schon interessant – wir haben es ja in einer „Zeit im Bild 2“ einmal gesehen –, als die Unternehmensführung – die Ihnen ja auch nicht so ganz fern steht – der Voest die Mitarbeiter wirklich authentisch über das Ergebnis der Privatisierung informiert hat und die Mitarbeiter verängstigt durch Ihre Propaganda in diese Betriebsversammlung hineingegangen sind und beruhigt über die Ergebnisse wieder herausgekommen sind. Das ist der Unterschied zwischen Propaganda und authentischer Information. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: Na bitte!
Das habe ich heute auch schon einmal gesagt: Der Zeitpunkt war nicht der richtige, er war nicht optimal (Abg. Dr. Matznetter: Na bitte!), vor allem deshalb, weil man gewusst hat, dass in Oberösterreich Landtagswahlen stattfinden und weil man befürchten musste, dass dieses Thema polemisch und taktisch missbraucht wird. (Abg. Dr. Matznetter: Dass Sie umfallen!)
Abg. Dr. Matznetter: Dass Sie umfallen!
Das habe ich heute auch schon einmal gesagt: Der Zeitpunkt war nicht der richtige, er war nicht optimal (Abg. Dr. Matznetter: Na bitte!), vor allem deshalb, weil man gewusst hat, dass in Oberösterreich Landtagswahlen stattfinden und weil man befürchten musste, dass dieses Thema polemisch und taktisch missbraucht wird. (Abg. Dr. Matznetter: Dass Sie umfallen!)
Abg. Dr. Matznetter: Die wurden nicht eingehalten!
Meine Damen und Herren! Für uns als Freiheitliche waren bestimmte Kriterien wichtig. – Herr Kollege Matznetter, Sie haben auch nicht mitgestimmt, als wir hier den Entschließungsantrag eingebracht haben, in dem die Kriterien für die Privatisierung der Voest enthalten waren. Für diese Kriterien hätten wir ganz gerne Ihre Zustimmung gehabt, aber Sie waren dagegen. (Abg. Dr. Matznetter: Die wurden nicht eingehalten!)
Abg. Dr. Matznetter: 10 Prozent war im Juni schon ausgemacht!
Wir sind heute froh, dass es gelungen ist, die Mitarbeiterbeteiligung auszuweiten. (Abg. Dr. Matznetter: 10 Prozent war im Juni schon ausgemacht!) Wir sind froh, dass es über die Wandelanleihe auch in den nächsten drei Jahren noch einen Einfluss der ÖIAG auf das Unternehmen gibt, und wir sind froh, dass es über den Aktienverkauf auch eine breite Streuung bei der Bevölkerung gibt.
Abg. Mag. Gaßner: Verscherbelung!
Meine Damen und Herren! Es ist schon auch entlarvend, wenn Sie hier den Verdacht äußern, dass der niedrige Abgabepreis deshalb so gewählt wurde, weil man über prognostizierte Kursgewinne in den nächsten Wochen und Monaten einen Privatisierungserfolg darstellen möchte. Von Schändlichkeit sprechen Sie hier. Es ist schon interessant, warum Sie das vermuten. – Deshalb, weil Sie es genauso gemacht haben, denn als Sie die Voest-Privatisierung Teil 1 – nämlich mehr als 50 Prozent – durchgeführt haben, war es ja genau so. (Abg. Mag. Gaßner: Verscherbelung!) Ja, da hat man vielleicht von einer Verscherbelung sprechen können! Da ist nämlich der Kurs der Voest am ersten Tag um 14 Prozent gestiegen. (Abg. Dr. Matznetter: Damals gab es einen Gewinn, und jetzt haben Sie einen Veräußerungsverlust!) Damals haben Sie den Kurs zu niedrig angesetzt und die Anteile um 28 Millionen € verschleudert. Das war nicht das Beispiel, dem wir nachgekommen sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: Damals gab es einen Gewinn, und jetzt haben Sie einen Veräußerungsverlust!
Meine Damen und Herren! Es ist schon auch entlarvend, wenn Sie hier den Verdacht äußern, dass der niedrige Abgabepreis deshalb so gewählt wurde, weil man über prognostizierte Kursgewinne in den nächsten Wochen und Monaten einen Privatisierungserfolg darstellen möchte. Von Schändlichkeit sprechen Sie hier. Es ist schon interessant, warum Sie das vermuten. – Deshalb, weil Sie es genauso gemacht haben, denn als Sie die Voest-Privatisierung Teil 1 – nämlich mehr als 50 Prozent – durchgeführt haben, war es ja genau so. (Abg. Mag. Gaßner: Verscherbelung!) Ja, da hat man vielleicht von einer Verscherbelung sprechen können! Da ist nämlich der Kurs der Voest am ersten Tag um 14 Prozent gestiegen. (Abg. Dr. Matznetter: Damals gab es einen Gewinn, und jetzt haben Sie einen Veräußerungsverlust!) Damals haben Sie den Kurs zu niedrig angesetzt und die Anteile um 28 Millionen € verschleudert. Das war nicht das Beispiel, dem wir nachgekommen sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es ist schon auch entlarvend, wenn Sie hier den Verdacht äußern, dass der niedrige Abgabepreis deshalb so gewählt wurde, weil man über prognostizierte Kursgewinne in den nächsten Wochen und Monaten einen Privatisierungserfolg darstellen möchte. Von Schändlichkeit sprechen Sie hier. Es ist schon interessant, warum Sie das vermuten. – Deshalb, weil Sie es genauso gemacht haben, denn als Sie die Voest-Privatisierung Teil 1 – nämlich mehr als 50 Prozent – durchgeführt haben, war es ja genau so. (Abg. Mag. Gaßner: Verscherbelung!) Ja, da hat man vielleicht von einer Verscherbelung sprechen können! Da ist nämlich der Kurs der Voest am ersten Tag um 14 Prozent gestiegen. (Abg. Dr. Matznetter: Damals gab es einen Gewinn, und jetzt haben Sie einen Veräußerungsverlust!) Damals haben Sie den Kurs zu niedrig angesetzt und die Anteile um 28 Millionen € verschleudert. Das war nicht das Beispiel, dem wir nachgekommen sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: So ist es!
Zunächst zu Herrn Kollegen Scheibner: Eigentlich bräuchten wir – oder vielmehr Sie – ja einen regierungsinternen Untersuchungsausschuss, denn wenn ich mich recht erinnere, waren es FPÖ-Minister, die mehr oder weniger verzweifelt am Tag des so genannten Privatisierungsbeginns in die ÖIAG-Zentrale gepilgert sind, mit Rechtsmeinungen, die, wie ich meine, überhaupt nicht so abwegig waren. Da wurde vom Herrn Vizekanzler behauptet, der ganze Regierungsbeschluss kann nur darin enden, dass 25 Prozent bei der ÖIAG bleiben müssen. (Abg. Dr. Matznetter: So ist es!) Diese Meinung hätte ich zwar nicht geteilt ... (Abg. Scheibner: Hat er nicht gesagt!) – Natürlich hat er das gesagt! Das hat er zwar zur Überraschung aller gesagt, das gebe ich zu, aber er hat es gesagt. (Abg. Scheibner: Er hat gesagt: Wenn es nicht möglich ist, die 25 Prozent ...!)
Abg. Scheibner: Hat er nicht gesagt!
Zunächst zu Herrn Kollegen Scheibner: Eigentlich bräuchten wir – oder vielmehr Sie – ja einen regierungsinternen Untersuchungsausschuss, denn wenn ich mich recht erinnere, waren es FPÖ-Minister, die mehr oder weniger verzweifelt am Tag des so genannten Privatisierungsbeginns in die ÖIAG-Zentrale gepilgert sind, mit Rechtsmeinungen, die, wie ich meine, überhaupt nicht so abwegig waren. Da wurde vom Herrn Vizekanzler behauptet, der ganze Regierungsbeschluss kann nur darin enden, dass 25 Prozent bei der ÖIAG bleiben müssen. (Abg. Dr. Matznetter: So ist es!) Diese Meinung hätte ich zwar nicht geteilt ... (Abg. Scheibner: Hat er nicht gesagt!) – Natürlich hat er das gesagt! Das hat er zwar zur Überraschung aller gesagt, das gebe ich zu, aber er hat es gesagt. (Abg. Scheibner: Er hat gesagt: Wenn es nicht möglich ist, die 25 Prozent ...!)
Abg. Scheibner: Er hat gesagt: Wenn es nicht möglich ist, die 25 Prozent ...!
Zunächst zu Herrn Kollegen Scheibner: Eigentlich bräuchten wir – oder vielmehr Sie – ja einen regierungsinternen Untersuchungsausschuss, denn wenn ich mich recht erinnere, waren es FPÖ-Minister, die mehr oder weniger verzweifelt am Tag des so genannten Privatisierungsbeginns in die ÖIAG-Zentrale gepilgert sind, mit Rechtsmeinungen, die, wie ich meine, überhaupt nicht so abwegig waren. Da wurde vom Herrn Vizekanzler behauptet, der ganze Regierungsbeschluss kann nur darin enden, dass 25 Prozent bei der ÖIAG bleiben müssen. (Abg. Dr. Matznetter: So ist es!) Diese Meinung hätte ich zwar nicht geteilt ... (Abg. Scheibner: Hat er nicht gesagt!) – Natürlich hat er das gesagt! Das hat er zwar zur Überraschung aller gesagt, das gebe ich zu, aber er hat es gesagt. (Abg. Scheibner: Er hat gesagt: Wenn es nicht möglich ist, die 25 Prozent ...!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Augen ist das eine Schadensherbeiführung mit Absicht, und das ist das Problem. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Aber es ist nicht ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen ist für bestimmte Abnehmer auf der anderen Seite, weil man ja was davon hat, wenn man etwas billig bekommt. Und jetzt gehen Sie noch her und reden von den derart Begünstigten als den „Kernaktionären“. Sie wissen es ganz genau und viel besser: Es gibt keinen Kernaktionär! Eine lose Aneinanderreihung von Aktieninhabern mit österreichischem Reisepass ist kein Kernaktionär. Das sollten Sie wissen, und sagen Sie wenigstens im Nachhinein ... – Na gut, bis Sonntag werden Sie es noch brauchen, aber tun Sie uns das hier nicht an, bitte schön! Das ist doch eine Beleidigung für Sie selber, aber auch für alle anderen hier. – Es ist wirklich genug! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)