Eckdaten:
Für die 145. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 812 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Dr. Kostelka: Wieso muß der Herr Finanzminister dableiben, Herr Präsident? – Heiterkeit. – Abg. Dr. Schmidt: Vielleicht gibt er doch noch eine Erklärung ab!
Als erste zu Wort in der Einwendungsdebatte im Sinne des Antrages des Liberalen Forums gelangt Frau Abgeordnete Dr. Schmidt. (Bundesminister Edlinger begibt sich von seinem Platz auf der Regierungsbank weg.) – Herr Finanzminister, würden Sie noch eine Sekunde dableiben! – Gegenstand der Einwendungsdebatte ist das Verlangen, den Punkt 9 der Tagesordnung als Punkt 2 zu fixieren. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Kostelka: Wieso muß der Herr Finanzminister dableiben, Herr Präsident? – Heiterkeit. – Abg. Dr. Schmidt: Vielleicht gibt er doch noch eine Erklärung ab!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Daß die Mehrheiten darüber entscheiden, wie etwas auszusehen hat, ist klar, daß sich aber die Mehrheiten ihre Geschäftsordnung de facto machen, ist nicht einzusehen. So, wie wir in diesem Land eben auch eine Realverfassung haben, die sich immer weiter von der geschriebenen Verfassung entfernt, so ähnlich scheint es mir nun auch mit der Praxis in diesem Haus zu sein: Es wird eine Realgeschäftsordnung praktiziert, die mit dem Geist der geschriebenen Geschäftsordnung überhaupt nichts mehr zu tun hat. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wenn ich das höre und wenn ich sehe, wie ÖVP und SPÖ im Rechnungshof-Unterausschuß auch bezüglich Ennsnahe Trasse vorgegangen sind, indem sie nämlich gemauert haben, wenn es darum ging, Auskunftspersonen zu laden, wenn ich jetzt lese – und dieser Brief ist eben erst eingelangt –, daß die Landeshauptfrau der Steiermark, die sich lieber "Landeshauptmann" nennt, der Auffassung ist, daß die Auskünfte, die in diesem Rechnungshofunterausschuß gegeben werden, absolut ausreichend sind – und das sagt sie erst, nachdem man sie gemahnt hat, einen Brief des Präsidenten des Nationalrates gefälligst auch zu beantworten –, dann sage ich: Es ist zu spät, diese Thematik als Tagesordnungspunkt 9 zu nachtschlafender Zeit zu behandeln. Dieser Punkt muß zu einem Zeitpunkt behandelt werden, zu dem auch Zuhörerinnen und Zuhörer auf der Galerie sind und sich anhören können, wie die Mehrheit in diesem Parlament mit der Minderheit umgeht, zu einem Zeitpunkt, zu dem auch noch Journalisten anwesend sind, um darüber zu berichten, weil wir keine andere Wahl haben, als das in die Öffentlichkeit zu tragen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Smolle: Thema verfehlt! Thema verfehlt!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Abgeordnete Dr. Schmidt, ich habe in der Präsidiale nicht den Vorwurf erhoben, daß die Geschäftsordnung mißbraucht wird, sondern ich habe von einer mißbräuchlichen Verwendung gesprochen, und ich bleibe bei dieser Bemerkung, denn Sie haben in Ihrem Redebeitrag praktisch kein einziges Wort dazu gefunden, was wirklich Gegenstand dieser Debatte ist, daß nämlich die Wirtschaftslenkungsgesetze von der Tagesordnung genommen werden sollen, Gesetze, die in 56 Tagen in Kraft treten sollen. (Abg. Smolle: Thema verfehlt! Thema verfehlt!) Ich bitte Sie daher um Verständnis dafür, daß ich davon ausgehe, daß Sie den alten österreichischen Grundsatz: Lerne zu klagen, ohne zu leiden! auch hier im Parlament praktizieren. (Abg. Mag. Peter: Sie sind bei der falschen Debatte! Das ist peinlich!)
Abg. Mag. Peter: Sie sind bei der falschen Debatte! Das ist peinlich!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Abgeordnete Dr. Schmidt, ich habe in der Präsidiale nicht den Vorwurf erhoben, daß die Geschäftsordnung mißbraucht wird, sondern ich habe von einer mißbräuchlichen Verwendung gesprochen, und ich bleibe bei dieser Bemerkung, denn Sie haben in Ihrem Redebeitrag praktisch kein einziges Wort dazu gefunden, was wirklich Gegenstand dieser Debatte ist, daß nämlich die Wirtschaftslenkungsgesetze von der Tagesordnung genommen werden sollen, Gesetze, die in 56 Tagen in Kraft treten sollen. (Abg. Smolle: Thema verfehlt! Thema verfehlt!) Ich bitte Sie daher um Verständnis dafür, daß ich davon ausgehe, daß Sie den alten österreichischen Grundsatz: Lerne zu klagen, ohne zu leiden! auch hier im Parlament praktizieren. (Abg. Mag. Peter: Sie sind bei der falschen Debatte! Das ist peinlich!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Die Opposition in diesem Hause hat Rechte, wie es sie kaum in einem anderen Parlament gibt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Bei einer Klubstärke von fünf Mitgliedern gibt es Rechte wie in keinem anderen Parlament. (Abg. Wabl: Zur Sache! Zur Sache!) Sie können Sondersitzungen verlangen, sie können Dringliche Anfragen stellen, und zwar eine nicht unwesentliche Anzahl pro Sitzungsjahr, und haben darüber hinaus weitere Rechte, die es woanders nicht gibt. (Abg. Mag. Peter: Falscher Zettel!)
Abg. Wabl: Zur Sache! Zur Sache!
Die Opposition in diesem Hause hat Rechte, wie es sie kaum in einem anderen Parlament gibt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Bei einer Klubstärke von fünf Mitgliedern gibt es Rechte wie in keinem anderen Parlament. (Abg. Wabl: Zur Sache! Zur Sache!) Sie können Sondersitzungen verlangen, sie können Dringliche Anfragen stellen, und zwar eine nicht unwesentliche Anzahl pro Sitzungsjahr, und haben darüber hinaus weitere Rechte, die es woanders nicht gibt. (Abg. Mag. Peter: Falscher Zettel!)
Abg. Mag. Peter: Falscher Zettel!
Die Opposition in diesem Hause hat Rechte, wie es sie kaum in einem anderen Parlament gibt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Bei einer Klubstärke von fünf Mitgliedern gibt es Rechte wie in keinem anderen Parlament. (Abg. Wabl: Zur Sache! Zur Sache!) Sie können Sondersitzungen verlangen, sie können Dringliche Anfragen stellen, und zwar eine nicht unwesentliche Anzahl pro Sitzungsjahr, und haben darüber hinaus weitere Rechte, die es woanders nicht gibt. (Abg. Mag. Peter: Falscher Zettel!)
Abg. Smolle: Mittlerweile hat sich der Soronics gemeldet!
Es ist Ihnen in der Präsidiale darum gegangen, 13 Punkte von Kollegen Peter auf der Tagesordnung zu haben; damals war keine Rede von Oppositionsrechten und vom Umgang mit Oppositionskontrollrechten. (Abg. Smolle: Mittlerweile hat sich der Soronics gemeldet!) Heute gehen Sie im wesentlichen auf die damaligen Vorschläge des Kollegen Stadler ein. Ich nehme an, daß das eher etwas damit zu tun hat, wie und wann etwas in der Öffentlichkeit diskutiert wird und was Inhalt der Diskussionsargumente ist. Ich bitte Sie um Verständnis dafür, daß wir dieser medialen Vorgangsweise nicht zustimmen werden. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder.
Es ist Ihnen in der Präsidiale darum gegangen, 13 Punkte von Kollegen Peter auf der Tagesordnung zu haben; damals war keine Rede von Oppositionsrechten und vom Umgang mit Oppositionskontrollrechten. (Abg. Smolle: Mittlerweile hat sich der Soronics gemeldet!) Heute gehen Sie im wesentlichen auf die damaligen Vorschläge des Kollegen Stadler ein. Ich nehme an, daß das eher etwas damit zu tun hat, wie und wann etwas in der Öffentlichkeit diskutiert wird und was Inhalt der Diskussionsargumente ist. Ich bitte Sie um Verständnis dafür, daß wir dieser medialen Vorgangsweise nicht zustimmen werden. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tichy-Schreder.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nur, Frau Kollegin Schmidt, gestatten Sie mir einen Nebensatz: Sie sollten sich nicht ständig über die Geschäftsordnung aufregen, wenn Sie von diesen beiden Regierungsparteien bei der letzten Geschäftsordnungsreform über den Tisch gezogen worden sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Lernen Sie daraus: Wenn Oppositionsrechte auf dem Spiel stehen, dann sollte die Opposition über alle ideologischen Grenzen hinweg zusammenstehen! (Abg. Wabl: Die Tagesordnung wird in der Präsidiale festgelegt!)
Abg. Wabl: Die Tagesordnung wird in der Präsidiale festgelegt!
Nur, Frau Kollegin Schmidt, gestatten Sie mir einen Nebensatz: Sie sollten sich nicht ständig über die Geschäftsordnung aufregen, wenn Sie von diesen beiden Regierungsparteien bei der letzten Geschäftsordnungsreform über den Tisch gezogen worden sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Lernen Sie daraus: Wenn Oppositionsrechte auf dem Spiel stehen, dann sollte die Opposition über alle ideologischen Grenzen hinweg zusammenstehen! (Abg. Wabl: Die Tagesordnung wird in der Präsidiale festgelegt!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch
Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen folgendes: So wie Sie in diesem Haus im Unterausschuß des Rechnungshofausschusses in der Frage Ennsnahe Trasse vorgegangen sind, so wie Sie mit dem Heeresbeschaffungswesen umgegangen sind, als man dem Haus leere Blätter zugeleitet hat – leere Blätter, blanko kopiert, da war oben nur ein Briefkopf zu sehen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch) –, so wie man damit umgeht, Herr Kollege Lukesch, so geht man um bei einer Gesinnungstäterschaft! Man kann es derzeit im Wiener Landtag nachvollziehen, wie Sie mit der Baukartellaffäre umgehen. Das ist die Gesinnung dieser Fraktion, mit der Sie in einem Boot sitzen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Wer ist denn Vorsitzender?) Das ist Gesinnungstäterschaft, meine Damen und Herren!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Wer ist denn Vorsitzender?
Meine Damen und Herren! Ich sage Ihnen folgendes: So wie Sie in diesem Haus im Unterausschuß des Rechnungshofausschusses in der Frage Ennsnahe Trasse vorgegangen sind, so wie Sie mit dem Heeresbeschaffungswesen umgegangen sind, als man dem Haus leere Blätter zugeleitet hat – leere Blätter, blanko kopiert, da war oben nur ein Briefkopf zu sehen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch) –, so wie man damit umgeht, Herr Kollege Lukesch, so geht man um bei einer Gesinnungstäterschaft! Man kann es derzeit im Wiener Landtag nachvollziehen, wie Sie mit der Baukartellaffäre umgehen. Das ist die Gesinnung dieser Fraktion, mit der Sie in einem Boot sitzen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Wer ist denn Vorsitzender?) Das ist Gesinnungstäterschaft, meine Damen und Herren!
Abg. Edler: Wer hat denn den Vorsitz?
Es ist bezeichnend, daß ein Wiener Abgeordneter der Sozialdemokraten im Ausschuß jegliche Kontrolle verhindert. Das ist bezeichnend. Das ist Ihre Gesinnung, Ihre demokratiefeindliche, kontrollfeindliche Gesinnung, die Sie hier an den Tag legen! Antidemokratische Gesinnung in Reinkultur ist das (Abg. Edler: Wer hat denn den Vorsitz?) – derzeit nachzuvollziehen im Wiener Landtag beim Umgang mit der Baukartellaffäre, die wir übrigens schon vor zwei Jahren aufgedeckt haben! Vor zwei Jahren bitte! Wir werden noch darüber diskutieren müssen, wie die Justiz mit all diesen Dingen umgeht, aber das wird noch eine eigene Diskussion bringen.
Abg. Haigermoser: Wo?
Nur, meine Damen und Herren, darüber zu klagen, daß in diesem Haus keine Kontrolle stattfindet, ist das eine, das andere ist, darüber nachzudenken, wie die Regierungsparteien mit Akten der Regierung umgehen. Da nimmt sich ein Minister, wenn er in Pension geht, vertraulichste Handakten mit. Wo lagert er sie ab? – In der Parteiakademie der Österreichischen Volkspartei, meine Damen und Herren. (Abg. Haigermoser: Wo?) In der Parteiakademie der Österreichischen Volkspartei! Das ist jenes Springer Schlößl, das die ÖVP einem jüdischen Vorbesitzer abgestohlen hat. In der Parteiakademie ...
Abg. Dr. Haider: Das stimmt ja!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter, ich bitte... (Abg. Dr. Haider: Das stimmt ja!)
Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Aber Sie können doch nicht einer Partei vorwerfen, gestohlen zu haben. (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich!) Bitte, ich weise das vom Präsidium aus zurück, Herr Abgeordneter! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Aber Sie können doch nicht einer Partei vorwerfen, gestohlen zu haben. (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich!) Bitte, ich weise das vom Präsidium aus zurück, Herr Abgeordneter! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Herr Präsident! Es wurde massenhaft jüdisches Vermögen gestohlen, und heute ist es im Besitz von Großparteien, meine Damen und Herren, Herr Präsident! Das halte ich für schandbar – ich würde das zurückweisen, Herr Präsident, nicht meine Ausführungen dazu. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.
Akten, die man dem Parlament nicht zuleitet – Herr Präsident, das ist auch eine Aufgabe, die Kontrollrechte des Hauses zu wahren –, finden sich in der Parteiakademie der ÖVP, finden sich in der Parteiakademie der SPÖ im Renner-Institut, finden sich in einem Denunzianten-Institut wie dem DÖW, meine Damen und Herren. Das ist die Realität in dieser Republik! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.)
Abg. Dr. Nowotny: Sie mißbrauchen die Immunität!
Das ist die Realität: Das Parlament hat nichts zu kontrollieren. (Abg. Dr. Nowotny: Sie mißbrauchen die Immunität!) Wer mißbraucht hier die Immunität, Herr Kollege Nowotny? Herr Kollege Nowotny, Professor Jagschitz hat gesagt ...
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Unglaublich! Unglaublich!
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Herr Präsident, bitte gestatten Sie mir, auf den Zwischenruf Ihres Kollegen und Genossen Nowotny einzugehen. Nach österreichischer Rechtsprechung ist es zulässig, über dieses Denunzianten-Institut zu sagen, daß es ein Denunzianten-Institut ist, wenn es um das DÖW geht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Unglaublich! Unglaublich!) Es gibt ein Urteil, ich übermittle Ihnen dieses Urteil.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden das Verlangen nach Umreihung der Tagesordnung unterstützen, weil es auch unser Anliegen war, und wir freuen uns darüber, daß auch schon andere Fraktionen draufgekommen sind, wie in diesem Lande mit Akten umgegangen wird und wie in diesem Lande mit einem demokratisch gewählten Parlament umgegangen wird. Jeder bekommt Akten, solange er sich im parteinahen Bereich von Rot und Schwarz befindet, nur das Parlament bekommt keine Akten, um seine Kontrollrechte wahrnehmen zu können. Das ist Ihre antidemokratische Gesinnungstäterschaft! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Hans Helmut Moser: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!
Ich verstehe Ihre Entrüstung nicht, Frau Abgeordnete Schmidt. Sie haben gestern angekündigt, daß Sie heute eine Dringliche Anfrage bezüglich Schwarzarbeit an Frau Minister Hostasch richten werden. Wenn es Ihnen wirklich wichtig wäre, zu einer medienfreundlichen Zeit – um das geht es Ihnen ja – den Bericht des Rechnungshof-Unterausschusses zu diskutieren, dann brächten Sie doch bitte keine Dringliche Anfrage ein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Hans Helmut Moser: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!)
Abg. Dr. Haider: Gestohlen!
Da es bei Einwendungsdebatten keine tatsächlichen Berichtigungen gibt, muß ich, Herr Präsident, mit Ihrer Genehmigung auf die Anschuldigung des Herrn Stadler betreffend Parteiakademie der ÖVP, sie sei gestohlen, wie folgt antworten: Die Parteiakademie der ÖVP liegt auf den sogenannten Springer-Gründen, die der Baronin Rothschild gehört haben. Diese Springer-Gründe wurden zwangsgeraubt, man nennt das "Arisierung". (Abg. Dr. Haider: Gestohlen!) In der nationalsozialistischen Zeit hat es dort eine Gauschule gegeben. (Abg. Mag Stadler: Gestohlen! – Abg. Dr. Haider: Gestohlen habt ihr es!) Im Jahre 1945 wurden sie in die öffentliche Verwaltung, an die Stadt Wien, übertragen. Die Stadt Wien hat dort ein Studentenheim bis in das Jahr 1947 betrieben. 1947 wurde das Rückstellungsverfahren abgeschlossen, und die Baronin Rothschild, eine Tochter der Springer-Erben, hat dieses ganze Besitztum im Jahre 1953 an den Verein "Wiener Volksheime" verkauft.
Abg. Mag Stadler: Gestohlen! – Abg. Dr. Haider: Gestohlen habt ihr es!
Da es bei Einwendungsdebatten keine tatsächlichen Berichtigungen gibt, muß ich, Herr Präsident, mit Ihrer Genehmigung auf die Anschuldigung des Herrn Stadler betreffend Parteiakademie der ÖVP, sie sei gestohlen, wie folgt antworten: Die Parteiakademie der ÖVP liegt auf den sogenannten Springer-Gründen, die der Baronin Rothschild gehört haben. Diese Springer-Gründe wurden zwangsgeraubt, man nennt das "Arisierung". (Abg. Dr. Haider: Gestohlen!) In der nationalsozialistischen Zeit hat es dort eine Gauschule gegeben. (Abg. Mag Stadler: Gestohlen! – Abg. Dr. Haider: Gestohlen habt ihr es!) Im Jahre 1945 wurden sie in die öffentliche Verwaltung, an die Stadt Wien, übertragen. Die Stadt Wien hat dort ein Studentenheim bis in das Jahr 1947 betrieben. 1947 wurde das Rückstellungsverfahren abgeschlossen, und die Baronin Rothschild, eine Tochter der Springer-Erben, hat dieses ganze Besitztum im Jahre 1953 an den Verein "Wiener Volksheime" verkauft.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Wabl
Der Verein "Wiener Volksheime" hat das bis zum Jahre 1974 verwaltet (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Wabl), und 1974 hat die Parteiakademie – das war alles freiwillig (Abg. Wabl: Alles freiwillig?!) – der Österreichischen Volkspartei (Abg. Wabl: Seit 1947 alles freiwillig, Herr Khol?! – Abg. Dr. Fekter: 1953!) vom Eigentümer Verein "Wiener Volksheime" diesen Grund gekauft. (Abg. Dr. Haider: ... und die Krauland-Akten aus dem Ministerium entfernt!)
Abg. Wabl: Alles freiwillig?!
Der Verein "Wiener Volksheime" hat das bis zum Jahre 1974 verwaltet (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Wabl), und 1974 hat die Parteiakademie – das war alles freiwillig (Abg. Wabl: Alles freiwillig?!) – der Österreichischen Volkspartei (Abg. Wabl: Seit 1947 alles freiwillig, Herr Khol?! – Abg. Dr. Fekter: 1953!) vom Eigentümer Verein "Wiener Volksheime" diesen Grund gekauft. (Abg. Dr. Haider: ... und die Krauland-Akten aus dem Ministerium entfernt!)
Abg. Wabl: Seit 1947 alles freiwillig, Herr Khol?! – Abg. Dr. Fekter: 1953!
Der Verein "Wiener Volksheime" hat das bis zum Jahre 1974 verwaltet (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Wabl), und 1974 hat die Parteiakademie – das war alles freiwillig (Abg. Wabl: Alles freiwillig?!) – der Österreichischen Volkspartei (Abg. Wabl: Seit 1947 alles freiwillig, Herr Khol?! – Abg. Dr. Fekter: 1953!) vom Eigentümer Verein "Wiener Volksheime" diesen Grund gekauft. (Abg. Dr. Haider: ... und die Krauland-Akten aus dem Ministerium entfernt!)
Abg. Dr. Haider: ... und die Krauland-Akten aus dem Ministerium entfernt!
Der Verein "Wiener Volksheime" hat das bis zum Jahre 1974 verwaltet (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Wabl), und 1974 hat die Parteiakademie – das war alles freiwillig (Abg. Wabl: Alles freiwillig?!) – der Österreichischen Volkspartei (Abg. Wabl: Seit 1947 alles freiwillig, Herr Khol?! – Abg. Dr. Fekter: 1953!) vom Eigentümer Verein "Wiener Volksheime" diesen Grund gekauft. (Abg. Dr. Haider: ... und die Krauland-Akten aus dem Ministerium entfernt!)
Beifall bei der ÖVP
Das heißt also, diese Ausführungen waren absolut unrichtig und eine vorsätzliche Unwahrheit (Beifall bei der ÖVP), weil Herr Stadler genau weiß, daß es so ist (Abg. Dr. Haider: Wo sind denn die Krauland-Akten, die ihr aus dem Ministerium entfernt habt? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen): Rückgestellt nach dem Rückstellungsgesetz, verkauft – und zwar nicht 1947, sondern 1953 – und von der Politischen Akademie 1974 gekauft. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Wo sind denn die Krauland-Akten, die ihr aus dem Ministerium entfernt habt? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Das heißt also, diese Ausführungen waren absolut unrichtig und eine vorsätzliche Unwahrheit (Beifall bei der ÖVP), weil Herr Stadler genau weiß, daß es so ist (Abg. Dr. Haider: Wo sind denn die Krauland-Akten, die ihr aus dem Ministerium entfernt habt? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen): Rückgestellt nach dem Rückstellungsgesetz, verkauft – und zwar nicht 1947, sondern 1953 – und von der Politischen Akademie 1974 gekauft. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das heißt also, diese Ausführungen waren absolut unrichtig und eine vorsätzliche Unwahrheit (Beifall bei der ÖVP), weil Herr Stadler genau weiß, daß es so ist (Abg. Dr. Haider: Wo sind denn die Krauland-Akten, die ihr aus dem Ministerium entfernt habt? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen): Rückgestellt nach dem Rückstellungsgesetz, verkauft – und zwar nicht 1947, sondern 1953 – und von der Politischen Akademie 1974 gekauft. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Was sind die Akten aus dem Krauland-Ministerium? Weggeschafft! – Abg. Dr. Haider – zu einem Abgeordneten der ÖVP –: Geh doch hinaus, wenn du dich traust!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Wabl. Gleiche Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Haider: Was sind die Akten aus dem Krauland-Ministerium? Weggeschafft! – Abg. Dr. Haider – zu einem Abgeordneten der ÖVP –: Geh doch hinaus, wenn du dich traust!)
Abg. Rosemarie Bauer: Das ist ja auch wahr!
Frau Kollegin Schmidt hat schon von der ungeheuerlichen Tatsache gesprochen, daß Minister dieser Republik offensichtlich meinen, sie könnten Akten mit nach Hause nehmen. An diesem Vorgang gabt es Kritik seitens der Opposition. Was aber sagte unser "herziger" Außenminister und Vizekanzler Schüssel dazu? – Schüssel wörtlich zum Fall Soronics: Es ist nicht nötig, zu schnattern. (Abg. Rosemarie Bauer: Das ist ja auch wahr!) Dieses aufgeregte Herumschnattern der Opposition, was soll das? – Zitatende.
Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.
Herr Schüssel hat noch nicht ganz verstanden, daß es nicht ganz in die demokratische Kultur eines westeuropäischen Landes paßt, daß Minister selbstverständlich Akten mit nach Hause nehmen. (Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum.) Er hat nicht ganz verstanden, daß das nichts mit einem "Schnattern" zu tun hat. Aber ich habe den Verdacht, der Sprachgebrauch des Herrn Außenministers hat sich in der letzten Zeit überhaupt ein bißchen geändert.
Abg. Dr. Kostelka: Aber Kollegin Schmidt hat sich dem Antrag Petrovic selbstverständlich angeschlossen!
Abgeordneter Andreas Wabl (fortsetzend): Danke schön, Herr Präsident! Ich hätte mir schon gewünscht, daß Sie bei Herrn Kollegen Kostelka, der nicht ganz verstanden hat, daß wir nicht in der Debatte Soronics, sondern in der Debatte Ennsnahe Trasse sind, auch darauf hinweisen. (Abg. Dr. Kostelka: Aber Kollegin Schmidt hat sich dem Antrag Petrovic selbstverständlich angeschlossen!) Da haben Sie nur geschmunzelt, Herr Präsident. Aber ich nehme diese Kritik selbstverständlich gerne zur Kenntnis.
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Meine Damen und Herren! Zum Thema Ennsnahe Trasse flatterte uns ein Brief der Frau Klasnic ins Haus – ÖVP-Mitglied, Landeshauptfrau der Steiermark –, deren Aussage oder Auskunftserteilung im Kontrollausschuß, im Rechnungshofunterausschuß mehrmals abgelehnt wurde, wobei Herr Wurmitzer und Herr Lukesch eine elegante "Pimperlmauer" oder "Schnattermauer" – oder wie immer man dazu sagen möchte – errichtet haben, um zu verhindern, daß die Frau Landeshauptfrau hier Auskunft gibt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.)
Abg. Dr. Lukesch: Falsch!
Der Herr Präsident des Nationalrates hat einen Brief geschrieben, in dem er sein Befremden darüber ausdrückt, daß die Mitglieder der steirischen Landesregierung keine Auskunft in einer Causa erteilen, die unmittelbar die Bundesverwaltung betrifft. (Abg. Dr. Lukesch: Falsch!) Dieser Brief wird wie folgt beantwortet:
Heiterkeit des Abg. Mag. Stadler.
Ihrem Schreiben entnehme ich, daß Sie eine Beantwortung Ihres Schreibens vom Juli erwartet hatten. (Heiterkeit des Abg. Mag. Stadler.) – Man muß also der Frau Landeshauptfrau zweimal einen Brief schreiben, damit sie versteht, daß dieses Haus gerne eine Antwort hätte.
Zwischenrufe bei der ÖVP
Herr Wurmitzer, schnattern Sie nicht so viel! Werden Sie Mitglied des Heeres-Nachrichtendienstes! Da können Sie ungehindert weiterhin Ihr schamloses Treiben gestalten (Zwischenrufe bei der ÖVP), da brauchen Sie nicht die Kontrolle dieses Hauses, da brauchen Sie nicht die Kontrolle ...
Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Wabl.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die Redezeit ist beendet. (Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Wabl.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Dr. Petrovic.
Es ist in diesem Ausschuß klar geworden, daß es rechtswidrige Vorgänge gibt, die von Parteigängern und Parteiangehörigen, insbesondere auch der ÖVP, zu verantworten sind, aber man hat durch die Nichtladung von Auskunftspersonen eine Aufklärung dieser Verhältnisse nicht zugelassen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Dr. Petrovic.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Insofern, meine Damen und Herren, muß auch die Kritik des Herrn Abgeordneten Kostelka zurückgewiesen werden, weil es uns nicht darum geht, die Geschäftsordnung hier im Hause irgendwie instrumentalisierend, anders als das in der Präsidiale der Fall gewesen ist, zu gebrauchen, sondern weil wir schlicht und einfach erreichen wollen, daß, wenn Sie schon eine parlamentarische Kontrolle in diesem Land nicht mehr zulassen, das in diesem Hause wenigstens zu einer Zeit besprochen werden kann, die gewährleistet, daß sich die Menschen in Österreich darüber ein Bild machen können, und nicht verschämt zur Geisterstunde in der Nacht, wobei wir wissen, daß das zwar im Protokoll stehen wird, aber nicht wirklich öffentlich gemacht werden kann. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum – Abg. Mag. Stadler: Das stimmt!
Das ist unser Anliegen, und insofern grenzen wir uns auch von diesen weinerlichen Wiederholungen des Herrn Abgeordneten Stadler ab, der immer wieder beklagt, daß die Obstruktionsmöglichkeiten, die die Geschäftsordnung vor der Reform noch enthalten hat, nunmehr verloren sind. Herr Abgeordnete Stadler wird zur Kenntnis nehmen müssen, daß es nicht nur darauf ankommt, daß hier am Rednerpult geredet wird, sondern daß es auch darauf ankommt, was hier am Rednerpult geredet wird (Beifall beim Liberalen Forum – Abg. Mag. Stadler: Das stimmt!), und das ist von Ihrer Seite, Herr Abgeordneter Stadler, noch nie ein guter Beitrag gewesen, wie Sie wissen! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Das ist unser Anliegen, und insofern grenzen wir uns auch von diesen weinerlichen Wiederholungen des Herrn Abgeordneten Stadler ab, der immer wieder beklagt, daß die Obstruktionsmöglichkeiten, die die Geschäftsordnung vor der Reform noch enthalten hat, nunmehr verloren sind. Herr Abgeordnete Stadler wird zur Kenntnis nehmen müssen, daß es nicht nur darauf ankommt, daß hier am Rednerpult geredet wird, sondern daß es auch darauf ankommt, was hier am Rednerpult geredet wird (Beifall beim Liberalen Forum – Abg. Mag. Stadler: Das stimmt!), und das ist von Ihrer Seite, Herr Abgeordneter Stadler, noch nie ein guter Beitrag gewesen, wie Sie wissen! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Abg. Wurmitzer: Stimmt ja nicht!
Es war so, daß Herr Landesrat Hirschmann und Herr Landesamtsdirektor Wielinger, beide aus der Steiermark, zwar in den Ausschuß gekommen sind, aber in wichtigen Vorfragen jede Auskunft unter Berufung darauf verweigert haben, daß man das ausschließlich in Landeskompetenz zu behandeln hätte. Sie wissen aber, daß die Naturschutzfragen, wiewohl sie Landessache sind, ein essentieller Bestandteil der Causa Ennsnahe Trasse sind. Daß hier keine Unterstützung von Länderebene gegeben wurde, sondern daß die Herren nach Wien kommen, sich aber hier verschweigen (Abg. Wurmitzer: Stimmt ja nicht!), ist etwas, was auch im Interesse des Ansehens des Parlaments auch von Ihnen nicht akzeptiert werden dürfte (Abg. Wurmitzer: Stimmt ja nicht!), Herr Abgeordneter Wurmitzer. (Abg. Wurmitzer: Nichts stimmt!) Aber Sie haben dazu geschwiegen, Sie haben zugelassen, daß sich die Herren so verhalten. Es ist schon verwunderlich – Herr Abgeordneter Wabl hat es bereits angeschnitten –, daß man Frau Landeshauptfrau Klasnic zweimal einen Brief schreiben muß, damit sie einmal versteht, daß das ein Vorgehen ist, das nicht akzeptabel ist.
Abg. Wurmitzer: Stimmt ja nicht!
Es war so, daß Herr Landesrat Hirschmann und Herr Landesamtsdirektor Wielinger, beide aus der Steiermark, zwar in den Ausschuß gekommen sind, aber in wichtigen Vorfragen jede Auskunft unter Berufung darauf verweigert haben, daß man das ausschließlich in Landeskompetenz zu behandeln hätte. Sie wissen aber, daß die Naturschutzfragen, wiewohl sie Landessache sind, ein essentieller Bestandteil der Causa Ennsnahe Trasse sind. Daß hier keine Unterstützung von Länderebene gegeben wurde, sondern daß die Herren nach Wien kommen, sich aber hier verschweigen (Abg. Wurmitzer: Stimmt ja nicht!), ist etwas, was auch im Interesse des Ansehens des Parlaments auch von Ihnen nicht akzeptiert werden dürfte (Abg. Wurmitzer: Stimmt ja nicht!), Herr Abgeordneter Wurmitzer. (Abg. Wurmitzer: Nichts stimmt!) Aber Sie haben dazu geschwiegen, Sie haben zugelassen, daß sich die Herren so verhalten. Es ist schon verwunderlich – Herr Abgeordneter Wabl hat es bereits angeschnitten –, daß man Frau Landeshauptfrau Klasnic zweimal einen Brief schreiben muß, damit sie einmal versteht, daß das ein Vorgehen ist, das nicht akzeptabel ist.
Abg. Wurmitzer: Nichts stimmt!
Es war so, daß Herr Landesrat Hirschmann und Herr Landesamtsdirektor Wielinger, beide aus der Steiermark, zwar in den Ausschuß gekommen sind, aber in wichtigen Vorfragen jede Auskunft unter Berufung darauf verweigert haben, daß man das ausschließlich in Landeskompetenz zu behandeln hätte. Sie wissen aber, daß die Naturschutzfragen, wiewohl sie Landessache sind, ein essentieller Bestandteil der Causa Ennsnahe Trasse sind. Daß hier keine Unterstützung von Länderebene gegeben wurde, sondern daß die Herren nach Wien kommen, sich aber hier verschweigen (Abg. Wurmitzer: Stimmt ja nicht!), ist etwas, was auch im Interesse des Ansehens des Parlaments auch von Ihnen nicht akzeptiert werden dürfte (Abg. Wurmitzer: Stimmt ja nicht!), Herr Abgeordneter Wurmitzer. (Abg. Wurmitzer: Nichts stimmt!) Aber Sie haben dazu geschwiegen, Sie haben zugelassen, daß sich die Herren so verhalten. Es ist schon verwunderlich – Herr Abgeordneter Wabl hat es bereits angeschnitten –, daß man Frau Landeshauptfrau Klasnic zweimal einen Brief schreiben muß, damit sie einmal versteht, daß das ein Vorgehen ist, das nicht akzeptabel ist.
Beifall beim Liberalen Forum.
Darüber ist im Zusammenhang mit dem Bericht des Unterausschusses des Rechnungshofausschusses betreffend Ennsnahe Trasse zu reden, und das wollen wir nicht als Tagesordnungspunkt 9, sondern als Tagesordnungspunkt 2 behandeln. Wir bitten Sie daher auch, dieser Umreihung zuzustimmen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wabl: Das, was Sie als genügend betrachten, Herr Kollege Wurmitzer!
Ich darf dem Hohen Haus berichten, daß die Regierungsfraktionen in keiner Weise weder die Bestimmungen der Geschäftsordnung noch gesetzliche Bestimmungen verletzt haben. Es wurden insgesamt 22 Auskunftspersonen vor den Ausschuß geladen, und es hat in genügendem Maße die Möglichkeit gegeben, diese Auskunftspersonen zu befragen (Abg. Wabl: Das, was Sie als genügend betrachten, Herr Kollege Wurmitzer!) und entsprechende Informationen zu erhalten. (Abg. Wabl: Was der ÖVP genügt! Der genügt ja ein Geschnattere!)
Abg. Wabl: Was der ÖVP genügt! Der genügt ja ein Geschnattere!
Ich darf dem Hohen Haus berichten, daß die Regierungsfraktionen in keiner Weise weder die Bestimmungen der Geschäftsordnung noch gesetzliche Bestimmungen verletzt haben. Es wurden insgesamt 22 Auskunftspersonen vor den Ausschuß geladen, und es hat in genügendem Maße die Möglichkeit gegeben, diese Auskunftspersonen zu befragen (Abg. Wabl: Das, was Sie als genügend betrachten, Herr Kollege Wurmitzer!) und entsprechende Informationen zu erhalten. (Abg. Wabl: Was der ÖVP genügt! Der genügt ja ein Geschnattere!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Wabl! Ich war nicht einmal, sondern mehrmals veranlaßt, Auskunftspersonen vor Ihnen in Schutz zu nehmen, weil Sie die Grenzen dessen, was einem Menschen zumutbar ist, nicht erkannten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wabl: So ein Blödsinn! So ein Blödsinn!
Sie haben sowohl die Grenzen des guten Geschmacks als auch und noch viel mehr die der persönlichen Zumutbarkeit in vielen Fällen deutlich überschritten. Sie haben bei der letzten Sitzung des Ausschusses die Vertreter von ÖVP und SPÖ als "Nazis" bezeichnet! (Abg. Wabl: So ein Blödsinn! So ein Blödsinn!) Wir haben es als Gründer und Träger dieser Republik Österreich nicht notwendig, uns von Abgeordneten als Nazis hin- beziehungsweise darstellen zu lassen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie haben sowohl die Grenzen des guten Geschmacks als auch und noch viel mehr die der persönlichen Zumutbarkeit in vielen Fällen deutlich überschritten. Sie haben bei der letzten Sitzung des Ausschusses die Vertreter von ÖVP und SPÖ als "Nazis" bezeichnet! (Abg. Wabl: So ein Blödsinn! So ein Blödsinn!) Wir haben es als Gründer und Träger dieser Republik Österreich nicht notwendig, uns von Abgeordneten als Nazis hin- beziehungsweise darstellen zu lassen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie haben die Möglichkeit, hier im Hause ausführlich über dieses Thema zu reden, und Sie haben auch die Möglichkeit, auf den zeitlichen Ablauf Einfluß zu nehmen, indem Sie die Diskussion entsprechend gestalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Die Grünen und das Liberale Forum beklagen heute larmoyant das, was sich in diesem Parlament eigentlich immer wieder abspielt, nämlich daß die Regierungsparteien über alle Wünsche der Opposition drüberfahren, daß sie unangenehme Tagesordnungspunkte ganz an den Schluß reihen, damit die Öffentlichkeit nur ja nicht zuhören kann. Außerdem geschieht es im Parlament ja auch ständig, daß die Kontrolle "abgedreht" wird. Nur: Sie sind ja diejenigen, die sich immer zum Wasserträger der Regierung gemacht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Das haben wir bei der Kurden-Geschichte erlebt! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Wir würden von Ihnen – von den Grünen und von den Liberalen – erwarten, daß Sie viel mehr mit uns gemeinsam diese Kontrollrechte, die sie heute jämmerlich beklagen, wahrnehmen. Das tun Sie nämlich nicht! (Abg. Wabl: Das haben wir bei der Kurden-Geschichte erlebt! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Aber die meiste Zeit leisten Sie die Arbeit der Regierung, Herr Kollege Öllinger! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Das haben wir ja bei der Kurden-Geschichte erlebt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Das haben wir ja bei der Kurden-Geschichte erlebt!
Wir würden von Ihnen – von den Grünen und von den Liberalen – erwarten, daß Sie viel mehr mit uns gemeinsam diese Kontrollrechte, die sie heute jämmerlich beklagen, wahrnehmen. Das tun Sie nämlich nicht! (Abg. Wabl: Das haben wir bei der Kurden-Geschichte erlebt! – Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Aber die meiste Zeit leisten Sie die Arbeit der Regierung, Herr Kollege Öllinger! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wabl: Das haben wir ja bei der Kurden-Geschichte erlebt!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wabl
Aber ich kann Ihnen versichern, auch mir tut es sehr leid, daß es heute keinen Bericht des Innenministers gibt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wabl), denn es wäre dringend notwendig, einmal darüber zu reden, welche Strukturen im Innenministerium nach wie vor aufrecht sind. Denn es ist ja kein Einzelfall, daß im Innenministerium Akten mit nach Hause genommen werden, sondern das scheint geradezu ein Spezifikum des Innenministeriums zu sein.
Abg. Dr. Haider: Jö!
Diejenigen, die schon länger hier im Parlament sind, werden sich vielleicht daran erinnern können, daß es einmal die Affäre Lucona beziehungsweise Udo Proksch gegeben hat. Damals war Blecha Innenminister, und er hat zwar die Akten nicht selbst mit nach Hause genommen, aber er hat Akten mit nach Hause nehmen lassen. Und wissen Sie, durch wen? – Durch den jetzigen Geschäftsführer der Sozialdemokratischen Partei, Herrn Rudas! (Abg. Dr. Haider: Jö!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Unglaublich!
Herr Rudas ist aufgefordert worden, einen sehr unangenehmen Akt mit nach Hause zu nehmen, und nur durch eine Indiskretion seiner Frau ist bekanntgeworden, daß dieser Akt jahrelang im Tiefkühlfach des Hauses Rudas aufbewahrt wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Unglaublich!)
Abg. Mag. Stadler: Wie kalt war es in der Tiefkühltruhe?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Dasselbe, was ich Herrn Abgeordneten Wurmitzer gesagt habe, bitte ich auch Frau Dr. Partik-Pablé zu beachten: Wir diskutieren über die Umreihung der Tagesordnung. (Abg. Mag. Stadler: Wie kalt war es in der Tiefkühltruhe?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete! Mir ist gar nichts unangenehm, sondern ich halte die Geschäftsordnung ein, und die gilt für alle Fraktionen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (fortsetzend): Es muß doch wohl gestattet sein, darüber zu reden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Wenn es um die alten Freundschaften geht, sind Sie sehr empfindlich!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Kier. (Abg. Dr. Haider: Wenn es um die alten Freundschaften geht, sind Sie sehr empfindlich!)
Abg. Wurmitzer: Was ist mißbräuchlich?
Herr Kollege Wurmitzer! Wenn Sie wirklich der Meinung sind, daß das mißbräuchliche Einsetzen von Mehrheiten in einem Ausschuß nur deswegen nicht zu kritisieren ist, weil in einem Ausschuß natürlich abgestimmt werden kann (Abg. Wurmitzer: Was ist mißbräuchlich?), dann ist das ganz übel. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Kollege Wurmitzer! Wenn Sie wirklich der Meinung sind, daß das mißbräuchliche Einsetzen von Mehrheiten in einem Ausschuß nur deswegen nicht zu kritisieren ist, weil in einem Ausschuß natürlich abgestimmt werden kann (Abg. Wurmitzer: Was ist mißbräuchlich?), dann ist das ganz übel. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wurmitzer: Überhaupt nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Überhaupt nicht!
Wenn das aber Ihrer Meinung nach gar kein Problem ist, wenn Sie nichts zu verbergen haben, warum haben Sie dann Angst davor (Abg. Wurmitzer: Überhaupt nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Überhaupt nicht!), diese Gegenstände als zweiten Tagesordnungspunkt zu diskutieren? (Beifall beim Liberalen Forum.) Wenn Sie nichts zu verbergen haben, dann brauchen Sie die Diskussion auch nicht zu fürchten!
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn das aber Ihrer Meinung nach gar kein Problem ist, wenn Sie nichts zu verbergen haben, warum haben Sie dann Angst davor (Abg. Wurmitzer: Überhaupt nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Überhaupt nicht!), diese Gegenstände als zweiten Tagesordnungspunkt zu diskutieren? (Beifall beim Liberalen Forum.) Wenn Sie nichts zu verbergen haben, dann brauchen Sie die Diskussion auch nicht zu fürchten!
Beifall beim Liberalen Forum.
Daß Sie das im Ausschuß so handhaben, ist übel genug, aber der Ausschuß ist vertraulich und nicht öffentlich. Wenn dies an die zweite Stelle der Tagesordnung umgereiht würde, dann hätten wir hier die Möglichkeit, öffentlich zu machen, wie Sie Ihren merkwürdigen – vorsichtig gesagt: merkwürdigen – schwarzen Beamten und Landesräten im Ausschuß die Mauer machen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Es ist auch bemerkenswert, wie Sie eine Landeshauptfrau Klasnic schützen, die nicht einmal dazu in der Lage ist, Briefe des Präsidenten des Nationalrates richtig zu verstehen, sondern erst in einem zweiten Anlauf antworten kann und diese Antwort dann außerdem noch unverschämt formuliert. Das möchte ich deutlich sagen: unverschämt! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Ruf: Rudas!
Unverschämt insofern, als sie nämlich dem Rechnungshofausschuß mitteilt, Herr Kollege Maitz, daß sie zu befinden geruht, welche Fragen im Rechnungshofausschuß gestellt werden dürfen. Das war der Schlußabsatz des Briefes von Frau Landeshauptfrau Klasnic, und der ist bemerkenswert genug. Daneben – im Vergleich – nimmt sich die Äußerung des Vizekanzlers Schlüssel zur Affäre Soronics (Ruf: Rudas!) und auch Rudas – ganz richtig! – geradezu rührend aus. Es ist allerdings auch sehr erhellend – genauso erhellend wie Wurmitzer und Maitz jetzt –, daß er gemeint hat: Daß regelmäßig rechtswidrige Abläufe in allen Ministerien stattfinden, das solle doch niemanden aufregen, darüber sei "nicht zu schnattern". – O-Ton Schüssel.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Herr Präsident! Das ist durchaus dieselbe Sache. Ich bitte daher, mir keinen Ruf zur Sache zu geben, wenn ich Ihnen sage: Es geht um dasselbe demokratiepolitische Verständnis, und man muß sich als Oppositionspartei nach der Tagesordnung strecken. Man muß sich nach der Tagesordnung richten, wann man die Möglichkeit hat, demokratiepolitische Defizite aufzuzeigen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Richtig wäre es gewesen, wenn Herr Bundesminister Schlögl zum Beispiel von selber gekommen wäre und eine Erklärung abgegeben hätte oder wenn der Herr Bundesminister für Finanzen von selber gekommen wäre und uns etwas zur Bankenaufsicht erzählt hätte. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich meine, in einem Parlament, in dem sich die Regierungsmehrheit so sehr vor der Wahrheit fürchtet, daß sie jedes Instrument – durchaus im Rahmen der Geschäftsordnung und durchaus rechtens im formalen Sinn – benützt, um Diskussionen abzuwürgen, ist die Demokratie nicht am besten aufgehoben. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Haider: Zur Sache!
Was hat man uns damals gesagt? – Es gibt keine Geschäftsordnung, keinen Schutz für Auskunftspersonen und Zeugen. Wir haben diese Geschäftsordnung geschaffen. Es hat nichts genützt. (Abg. Dr. Haider: Zur Sache!) Dann hat es geheißen: Ihr bekommt andere Instrumente, um genau in solchen Fällen wie bei der Ennsnahen Trasse Aufklärung zu schaffen, nämlich den Unterausschuß des Rechnungshofausschusses als sogenannten kleinen Untersuchungsausschuß. (Abg. Haigermoser: Es geht um die Umreihung der Tagesordnung!) Und dann teilte uns die Frau Landeshauptfrau mit, sie empfiehlt den Abgeordneten, sie mögen doch nicht mit solchen Anschuldigungen ihre Zeit verschwenden.
Abg. Haigermoser: Es geht um die Umreihung der Tagesordnung!
Was hat man uns damals gesagt? – Es gibt keine Geschäftsordnung, keinen Schutz für Auskunftspersonen und Zeugen. Wir haben diese Geschäftsordnung geschaffen. Es hat nichts genützt. (Abg. Dr. Haider: Zur Sache!) Dann hat es geheißen: Ihr bekommt andere Instrumente, um genau in solchen Fällen wie bei der Ennsnahen Trasse Aufklärung zu schaffen, nämlich den Unterausschuß des Rechnungshofausschusses als sogenannten kleinen Untersuchungsausschuß. (Abg. Haigermoser: Es geht um die Umreihung der Tagesordnung!) Und dann teilte uns die Frau Landeshauptfrau mit, sie empfiehlt den Abgeordneten, sie mögen doch nicht mit solchen Anschuldigungen ihre Zeit verschwenden.
Abg. Haigermoser: Umreihung der Tagesordnung!
Da ist auch sehr viel Geld verschwendet worden. Dort steht eine völlig rechtswidrig gebaute Brücke in der Landschaft, dort gab es Verbrechen im Hintergrund – und ich weiß, wovon ich rede –, falsche Gutachten, Büro Zottl und Erber, zwei verschiedene Gutachten vom selben Tag, gedeckt von Frau Landeshauptfrau Klasnic und der Landesadministration. Aber das Parlament verschwendet seine Zeit damit. (Abg. Haigermoser: Umreihung der Tagesordnung!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): Sie werden um diese Kontrolle, und zwar zu einer angemessenen Tageszeit, ganz sicher nicht herumkommen! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Das zeigt Ihr Problem, das Sie hier in diesem Hohen Haus haben. Sie als Volksvertreter sollten eigentlich hier sitzen und Kontrollfunktion ausüben (Beifall bei den Freiheitlichen), Ihrem Auftrag, den Sie von den Wählern bekommen haben, nachkommen und nicht Mehrheitsbeschaffer für die Bundesregierung spielen. Aber das ist ja bei all diesen Kontrollinstrumenten immer Ihr Problem gewesen. Das war auch so bei den Untersuchungsausschüssen so, deren Einsetzung nach wie vor kein Minderheitsrecht ist wie in anderen Parlamenten, sondern wo Sie mit Ihrer Zweidrittelmehrheit alle Kontrollen, alle Untersuchungen verhindern können.
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Frau Kollegin Petrovic! Wenn Sie sich da so groß aufspielen und das jetzt bejammern, so erinnere ich Sie daran: Das war doch auch Ihr Begehren. Warum haben Sie denn diesen Geschäftsordnungsnovellen zugestimmt? – Hauptsache, man erreicht, daß man den Freiheitlichen Redezeit und Dringliche Anfragen und Sondersitzungen abschneidet. (Zwischenruf des Abg. Wabl.) Da haben Sie sich dazu gefunden, weiterhin dafür zu stimmen, daß Untersuchungsausschüsse ein Mehrheitsrecht bleiben, Herr Kollege Wabl. Damals haben Sie sich mit diesem Unterausschuß des Rechnungshofausschusses abspeisen lassen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wabl.) Da waren sich alle hier einig: Das ist jetzt das Kontrollinstrument. Damit werde man die Kontrolle durchführen können, die man mittels der Untersuchungsausschüsse nicht machen könne.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wabl.
Frau Kollegin Petrovic! Wenn Sie sich da so groß aufspielen und das jetzt bejammern, so erinnere ich Sie daran: Das war doch auch Ihr Begehren. Warum haben Sie denn diesen Geschäftsordnungsnovellen zugestimmt? – Hauptsache, man erreicht, daß man den Freiheitlichen Redezeit und Dringliche Anfragen und Sondersitzungen abschneidet. (Zwischenruf des Abg. Wabl.) Da haben Sie sich dazu gefunden, weiterhin dafür zu stimmen, daß Untersuchungsausschüsse ein Mehrheitsrecht bleiben, Herr Kollege Wabl. Damals haben Sie sich mit diesem Unterausschuß des Rechnungshofausschusses abspeisen lassen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wabl.) Da waren sich alle hier einig: Das ist jetzt das Kontrollinstrument. Damit werde man die Kontrolle durchführen können, die man mittels der Untersuchungsausschüsse nicht machen könne.
Abg. Mag. Stadler: So war das bei der Riegerbank!
Das ist ungefähr so, als käme ein Finanzprüfer in ein Unternehmen und der Überprüfte dort sagt: Ja lieber Freund, in Belege lasse ich dich nicht hineinschauen. Du kannst einen Bericht von mir haben. Den darfst du kontrollieren, und darüber können wir dann diskutieren! (Abg. Mag. Stadler: So war das bei der Riegerbank!) – Das ist die Kontrolle à la Wurmitzer. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist ungefähr so, als käme ein Finanzprüfer in ein Unternehmen und der Überprüfte dort sagt: Ja lieber Freund, in Belege lasse ich dich nicht hineinschauen. Du kannst einen Bericht von mir haben. Den darfst du kontrollieren, und darüber können wir dann diskutieren! (Abg. Mag. Stadler: So war das bei der Riegerbank!) – Das ist die Kontrolle à la Wurmitzer. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Peter.
Abgeordneter Herbert Scheibner (fortsetzend): Oder haben Sie ein solches Verständnis, daß Sie Mehrheitsbeschaffer in diesem Haus sind? – Das ist Ihre Verantwortung, und diese sollten Sie möglichst rasch klären! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Mag. Peter.)
Abg. Dr. Haider: Viel Armut!
Wenn bei diesen Wirtschaftslenkungsgesetzen, deren Absetzung von der Tagesordnung wir beantragen, unter anderem das Lebensmittelbewirtschaftungsgesetz angeführt ist, dann fragt sich meiner Meinung nach nicht nur die grüne Oppositionsfraktion, wie Regierungsparteien mit Demokratie umgehen. Wenn sich in Zeiten, in denen sich die Regale in den Geschäften vor Nahrungsmittel biegen und wir wissen, daß im Zuge des internationalen Handels nicht einmal der Funke irgendeiner Gefährdung von Versorgungssicherheit zu befürchten ist, wenn es aber auch bei den Lebensmitteln ... (Abg. Dr. Haider: Viel Armut!) Es gibt Armut, sicherlich (Abg. Dr. Haider: Es gibt viel Armut, Frau Kollegin!), aber das ist ein Problem der Verteilung, das ist – so hoffe ich zumindest – kein Problem der Lebensmittelbewirtschaftung in diesem Lande.
Abg. Dr. Haider: Es gibt viel Armut, Frau Kollegin!
Wenn bei diesen Wirtschaftslenkungsgesetzen, deren Absetzung von der Tagesordnung wir beantragen, unter anderem das Lebensmittelbewirtschaftungsgesetz angeführt ist, dann fragt sich meiner Meinung nach nicht nur die grüne Oppositionsfraktion, wie Regierungsparteien mit Demokratie umgehen. Wenn sich in Zeiten, in denen sich die Regale in den Geschäften vor Nahrungsmittel biegen und wir wissen, daß im Zuge des internationalen Handels nicht einmal der Funke irgendeiner Gefährdung von Versorgungssicherheit zu befürchten ist, wenn es aber auch bei den Lebensmitteln ... (Abg. Dr. Haider: Viel Armut!) Es gibt Armut, sicherlich (Abg. Dr. Haider: Es gibt viel Armut, Frau Kollegin!), aber das ist ein Problem der Verteilung, das ist – so hoffe ich zumindest – kein Problem der Lebensmittelbewirtschaftung in diesem Lande.
Beifall bei den Grünen.
Ich weiß nicht, ob das Präsidium oder irgendein Mitglied der Bundesregierung glaubt, daß es im Moment, am Ende des Jahres 1998, Priorität Nummer eins ist, über die Lebensmittelbewirtschaftung zu sprechen, während wir gleichzeitig hören, daß Bankiers auf der Flucht sind, wieder zurückkommen und von jahrzehntelangen Fälschungen von Bilanzen berichten. Das ganze Ausland spricht über Österreich. Hier ist möglicherweise wirklich eine Gefährdung eines Wirtschaftszweiges gegeben. Wenn der österreichische Bankensektor weiterhin so im Gerede bleibt und hier offenbar keine Kontrolle stattfindet, dann können wir das hervorragendste Lebensmittelbewirtschaftungsgesetz haben, dergleichen wird unserer Wirtschaft insgesamt nicht sehr guttun. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie auf Dauer so damit umgehen, daß das, was in aller Öffentlichkeit diskutiert wird und wichtig ist, hier entweder überhaupt nicht diskutiert wird oder durch das Verhalten von Landesbehörden wie Frau Klasnic – gleichzeitig mit einem Verhöhnungsbrieflein an das gesamte Parlament – abgeblockt wird, wenn gleichzeitig auch noch nicht einmal im Rahmen der Tagesordnung jene Punkte, bei denen es eine Möglichkeit gäbe, über Kontrolle zu reden, wie das eben im Antrag der Liberalen der Fall ist, vorgereiht werden, und wenn es noch nicht einmal eine Selbstverständlichkeit ist, daß Regierungsmitglieder von sich aus hier zu Aktualitäten Stellung nehmen, dann frage ich Sie wirklich, was in bezug auf das Ansehen dieses Hauses von seiten der Regierungsparteien angerichtet wird, dann frage ich Sie wirklich, ob Sie allen Ernstes glauben, daß Sie dem Ansehen dieses Hauses und auch jenem der Regierungsparteien einen guten Dienst erweisen, wenn Sie die Lebensmittelbewirtschaftung vor die Kontrolle im Bankenbereich stellen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schmidt: Nein! Nein! Dies ist ein Mißverständnis von Ihnen!
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Petrovic, es geht nicht darum, die Tagesordnungspunkte 2 bis 5 nach hinten zu reihen, sondern es geht, wie Sie Ihrem eigenen Antrag entnehmen können, darum, diese abzusetzen. Meiner Wahrnehmung zufolge hat sich Frau Kollegin Schmidt diesem Antrag angeschlossen. (Abg. Dr. Schmidt: Nein! Nein! Dies ist ein Mißverständnis von Ihnen!) Wir werden im Protokoll sehen, ob das der Fall ist oder nicht. Das war der Grund für diese meine Bemerkung.
Abg. Dr. Kier: Schon wieder die falsche Rede! – Abg. Dr. Schmidt: Wir haben ja keine Dringliche gestellt!
Sie haben sich schlicht und einfach schon entschieden, was Sie mit diesem heutigen Parlamentstag tun werden: Sie haben entschieden, daß die Abgeordneten Kier, Peter und PartnerInnen eine Dringliche Anfrage an das Sozialministerium betreffend Regierungspfusch im Schwarzarbeitsgesetz stellen. Das ist Ihr first choice. Sie haben Ihre Entscheidung getroffen und damit im Grunde genommen darauf verzichtet (Abg. Dr. Kier: Schon wieder die falsche Rede! – Abg. Dr. Schmidt: Wir haben ja keine Dringliche gestellt!), über ein anderes Thema zu diskutieren.
Beifall bei der SPÖ.
Tun Sie es morgen! Sie sind frei in diesem Zusammenhang. Tun Sie es morgen! Sie können sich frei entscheiden, ob Sie eine entsprechende Anfrage stellen. Sie können werten, politisch werten – Sie, und niemand anderer! Wir wollen Ihnen das nicht abnehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kostelka: Sondern was Sie in Innenstadtbars mit dem Herrn Rieger besprochen haben!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Kostelka! Es geht hier nicht so sehr darum, wieviel verschwunden ist und wohin es verschwunden ist, sondern es geht darum ... (Abg. Dr. Kostelka: Sondern was Sie in Innenstadtbars mit dem Herrn Rieger besprochen haben!) Es geht darum, Herr Kollege Kostelka – lesen Sie einmal das Bankwesengesetz! (Abg. Dr. Kostelka: Sie sind doch ein Freund von Herrn Rieger! Was ist mit den darüberliegenden Wohnungen? Reden Sie einmal zu den wirklich interessanten Dingen!) –, es geht darum, welche Aufsichtsmittel der Bundesminister für Finanzen hat und wer in diesem Fall fahrlässig gehandelt hat. Das ist die Frage!
Abg. Dr. Kostelka: Sie sind doch ein Freund von Herrn Rieger! Was ist mit den darüberliegenden Wohnungen? Reden Sie einmal zu den wirklich interessanten Dingen!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Kostelka! Es geht hier nicht so sehr darum, wieviel verschwunden ist und wohin es verschwunden ist, sondern es geht darum ... (Abg. Dr. Kostelka: Sondern was Sie in Innenstadtbars mit dem Herrn Rieger besprochen haben!) Es geht darum, Herr Kollege Kostelka – lesen Sie einmal das Bankwesengesetz! (Abg. Dr. Kostelka: Sie sind doch ein Freund von Herrn Rieger! Was ist mit den darüberliegenden Wohnungen? Reden Sie einmal zu den wirklich interessanten Dingen!) –, es geht darum, welche Aufsichtsmittel der Bundesminister für Finanzen hat und wer in diesem Fall fahrlässig gehandelt hat. Das ist die Frage!
Abg. Dr. Kostelka: Nicht bei Rosenstingl! Ist die finanzielle Bereinigung in Niederösterreich über die Riegerbank gelaufen?
Das ist ganz eindeutig im BWG geregelt. Der Bundesminister für Finanzen hat die Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen. Er hat die Einhaltung der Vorschriften erstens einmal dahin gehend zu überprüfen, daß es im volkswirtschaftlichen Sinn ein funktionierendes Bankwesengesetz gibt. (Abg. Dr. Kostelka: Nicht bei Rosenstingl! Ist die finanzielle Bereinigung in Niederösterreich über die Riegerbank gelaufen?) Hören Sie auf, mich zu unterbrechen! Ich habe nur fünf Minuten Zeit, Sie können sich dann noch einmal zu Wort melden. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Kostelka.)
Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Kostelka.
Das ist ganz eindeutig im BWG geregelt. Der Bundesminister für Finanzen hat die Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen. Er hat die Einhaltung der Vorschriften erstens einmal dahin gehend zu überprüfen, daß es im volkswirtschaftlichen Sinn ein funktionierendes Bankwesengesetz gibt. (Abg. Dr. Kostelka: Nicht bei Rosenstingl! Ist die finanzielle Bereinigung in Niederösterreich über die Riegerbank gelaufen?) Hören Sie auf, mich zu unterbrechen! Ich habe nur fünf Minuten Zeit, Sie können sich dann noch einmal zu Wort melden. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Kostelka.)
Abg. Mag. Stadler: So ist das!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (fortsetzend): Zweitens geht es auch darum, daß ein entsprechender Gläubigerschutz gewährleistet ist, wobei die Bankenaufsicht zwei Funktionen hat: Die erste Funktion der Bankenaufsicht besteht in der Konzessionserteilung. Bei der Konzessionserteilung nach § 4 und § 5 des Bankwesengesetzes erläßt das Finanzministerium den Bescheid. Wer hat denn damals den Bescheid erlassen? Wer ist denn damals mit der Registrierung für eine Wechselstubenkonzession in das Finanzministerium gekommen? – Es war Ihr ehemaliger Klubobmann, ehemaliger Abgeordneter und jetziger Richter am Europäischen Gerichtshof Willi Fuhrmann. (Abg. Mag. Stadler: So ist das!) Er war der eigentliche Auslöser dafür, daß eine falsche Registrierung beim Finanzministerium erfolgte. Das gehört einmal hinterfragt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (fortsetzend): Zweitens geht es auch darum, daß ein entsprechender Gläubigerschutz gewährleistet ist, wobei die Bankenaufsicht zwei Funktionen hat: Die erste Funktion der Bankenaufsicht besteht in der Konzessionserteilung. Bei der Konzessionserteilung nach § 4 und § 5 des Bankwesengesetzes erläßt das Finanzministerium den Bescheid. Wer hat denn damals den Bescheid erlassen? Wer ist denn damals mit der Registrierung für eine Wechselstubenkonzession in das Finanzministerium gekommen? – Es war Ihr ehemaliger Klubobmann, ehemaliger Abgeordneter und jetziger Richter am Europäischen Gerichtshof Willi Fuhrmann. (Abg. Mag. Stadler: So ist das!) Er war der eigentliche Auslöser dafür, daß eine falsche Registrierung beim Finanzministerium erfolgte. Das gehört einmal hinterfragt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kostelka: Das haben Sie mit dem Rieger in Nachtbars besprochen?
In einem solchen Fall ist auch die Nationalbank anzuhören. Offensichtlich hat in diesem Fall auch die Nationalbank die Zustimmung gegeben. Und wenn ein Institut ... (Abg. Dr. Kostelka: Das haben Sie mit dem Rieger in Nachtbars besprochen?) Lesen Sie einmal das BWG, dann können Sie mit mir diskutieren! Solange Sie das Bankwesengesetz nicht kennen, brauchen Sie mit mir überhaupt nicht zu diskutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Der Rosenstingl! – Abg. Dr. Kostelka: Ihr Finanzreferent möchte ich nicht sein!) Sie können nur blöde Zwischenrufe machen, sonst gar nichts. Kehren Sie einmal vor Ihrer eigenen Tür! Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Der Rosenstingl! – Abg. Dr. Kostelka: Ihr Finanzreferent möchte ich nicht sein!
In einem solchen Fall ist auch die Nationalbank anzuhören. Offensichtlich hat in diesem Fall auch die Nationalbank die Zustimmung gegeben. Und wenn ein Institut ... (Abg. Dr. Kostelka: Das haben Sie mit dem Rieger in Nachtbars besprochen?) Lesen Sie einmal das BWG, dann können Sie mit mir diskutieren! Solange Sie das Bankwesengesetz nicht kennen, brauchen Sie mit mir überhaupt nicht zu diskutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Der Rosenstingl! – Abg. Dr. Kostelka: Ihr Finanzreferent möchte ich nicht sein!) Sie können nur blöde Zwischenrufe machen, sonst gar nichts. Kehren Sie einmal vor Ihrer eigenen Tür! Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!
Abg. Dr. Niederwieser: Hast du das dem Rosenstingl auch vorgewiesen?
Zum nächsten Punkt: Wenn ein Geldinstitut Einlagen entgegennimmt, dann ist auch nach § 93 Abs. 2 BWG die Einlagensicherung zu informieren. (Abg. Dr. Niederwieser: Hast du das dem Rosenstingl auch vorgewiesen?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (fortsetzend): Der Bezug zum Tagesordnungspunkt ist sehr wohl hergestellt. Es geht nämlich darum, daß die von mir angesprochenen Punkte von eminenter Wichtigkeit sind: Was hat sich bei der Registrierung im Finanzministerium abgespielt? Was hat sich im Finanzministerium im Laufe der zehn Jahre abgespielt? Wie konnten zehn Jahre lang Bilanzen in einer Größenordnung bis zu 1 Milliarde Schilling gefälscht werden? In der Aufsichtsbehörde des Finanzministeriums sitzen hochbezahlte Beamte. Jeder von ihnen schaut weg und sagt: Um Gottes willen, es ist schon wieder etwas passiert! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Überprüfen Sie einmal diese gesetzlichen Regelungen! Kommen Sie Ihrer Aufsichtspflicht nach, bevor Sie hier zu polemisieren anfangen, Kollege Kostelka! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Gesetzgebung und auch Kontrolle sind Hauptfunktionen des Nationalrates. Ich kann dem Antrag der Liberalen, ich kann dem zur Verhandlung stehenden Antrag der Grünen nicht beitreten (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter) – der Grünen, habe ich gerade gesagt –, diese sehr wichtigen Wirtschaftslenkungsgesetze heute von der Tagesordnung abzusetzen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich verstehe diesen Antrag überhaupt nicht und möchte Herrn Kollegen Van der Bellen, den ich als seriösen Fachmann schätze, fragen, wie er es begründen kann, daß wir die Behandlung dieser drei, vier oder fünf Gesetze, die zur wirtschaftlichen Grundsicherung dieses Landes gehören und die wir zwar – zum Glück – nicht in Anspruch nehmen müssen, die aber das Kriseninstrumentarium dieses Landes ausmachen, diese verfassungsgesetzlich abgesicherten Gesetze ganz einfach absetzen sollen. Ich verstehe das nicht! Meine Fraktion ist an der Sicherheit des Landes zutiefst interessiert. Wir wollen diese Gesetze diskutieren und beschließen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Des Rosenstingl wegen!
Ich verstehe aber weder die Freiheitlichen noch die Liberalen, noch die Grünen. Es gibt in der Geschäftsordnung drei wichtige Instrumente, aktuelle Fragen, die man zu diskutieren wünscht, dem Nationalrat vorzulegen. Diese drei Instrumente stehen an jedem ersten Sitzungstag einer Sitzungswoche zur Verfügung. Eines davon ist die Aktuelle Stunde. Niemand hat die Freiheitlichen daran gehindert, dieses Instrument zu gebrauchen, wenn ihnen die Bankenaufsicht wichtig ist. Und ich verstehe sie, denn die Bankenaufsicht ist uns auch wichtig. Wir haben das uns zur Verfügung stehende Instrument der Anfrage an den Finanzminister zum Thema Bankenaufsicht genützt. Ihnen ist dieses Instrument offensichtlich nicht wichtig, sonst hätten Sie heute in der Aktuellen Stunde den Chef der Bankenaufsicht dazu befragt, und wir hätten darüber diskutieren können. Aber nein, das wollten Sie nicht. (Abg. Dr. Schmidt: Des Rosenstingl wegen!)
Abg. Dr. Schmidt: Es geht nicht um unsere Frage, sondern um die Tagesordnungspunkte 2 bis 5! Die Debatte war vorher!
Ich verstehe aber auch die Liberalen nicht. Wenn Ihnen die Fragen, wie es um den Geheimnisschutz in diesem Lande steht, wie es um die Rechte der Staatspolizei steht, wichtig sind, wenn Ihnen die Frage, wieso ein 70jähriger Altminister eine Kopie eines Aktenstückes zu Hause haben kann, wichtig ist, ja bitte, dann machen Sie doch heute vom zweiten zur Verfügung stehenden Instrument Gebrauch: der Dringlichen Anfrage. – Nein, auch die Dringliche Anfrage wollen Sie nicht! (Abg. Dr. Schmidt: Es geht nicht um unsere Frage, sondern um die Tagesordnungspunkte 2 bis 5! Die Debatte war vorher!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Da schau her! – Abg. Dr. Haider: "Pressesprecher der FPÖ" Dr. Khol! – Abg. Mag. Stadler: Der Westenthaler hat aber seine Haare rasch verloren!
Ich gebe Ihnen hiemit bekannt, daß der freiheitliche Wirtschafts- und Industriesprecher Thomas Prinzhorn, der Finanzkontrollor im Rosenstingl-Skandal und im Skandal um die niederösterreichischen Parteifinanzen, mit sofortiger Wirkung aus sämtlichen Funktionen in der Freiheitlichen Partei zurücktritt und auch sein Mandat niederlegt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Da schau her! – Abg. Dr. Haider: "Pressesprecher der FPÖ" Dr. Khol! – Abg. Mag. Stadler: Der Westenthaler hat aber seine Haare rasch verloren!)
Abg. Dr. Khol: Ich höre Sie!
Herr Kollege Kostelka! Ich meine, Sie haben heute tatsächlich zweimal die Debatte verwechselt. Sie haben in der ersten Debatte, in der es um den Antrag unserer Fraktion auf Umreihung der Tagesordnung ging, über den Antrag der grünen Fraktion gesprochen, und in der zweiten Debatte haben Sie zu unserem Antrag gesprochen. Das, würde ich sagen, ist zwar vielleicht nicht gerade einen Ruf zur Sache wert, aber es muß herausgestrichen werden, daß es so ist. Zweimal zu verwechseln ist schlecht – einmal ist möglich, das kann passieren, zweimal hintereinander ist allerdings schlecht. Klubobmann Khol verläßt den Raum, weil es ihm offenbar ... (Abg. Dr. Khol: Ich höre Sie!) Nein, ich habe Klubobmann Kostelka gemeint, der soeben den Raum verläßt, da es ihm offenbar peinlich ist.
Abg. Dr. Khol: Warum machen Sie keine Dringliche Anfrage?
Wenn die liberale Fraktion nicht vor zwei Jahren eine umfassende parlamentarische Anfrage zur Bankenaufsicht gestellt hätte, wenn ich also die Antworten des damaligen Bundesministers für Finanzen im Jahr 1996 – ich bitte Sie kurz einmal nachzudenken, wer das war! – nicht schriftlich in Händen hätte, in der uns der Bundesminister für Finanzen mitteilt, daß alles bestens sei und kein Reformbedarf in der Bankenaufsicht erkannt werden könne, daß die Aufsichtsräte in den Banken, die Aktiengesellschaften sind, mit allen Möglichkeiten dieser Welt ausgestattet seien, daß die Nationalbank, die so eng mit der Bankenaufsicht zusammenarbeitet, wunderbar ... (Abg. Dr. Khol: Warum machen Sie keine Dringliche Anfrage?) Herr Kollege Khol, weil wir bereits vor zwei Jahren diese Anfrage gestellt haben. Die Antwort war intransigent, glauben Sie mir das: intransigent. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Das hat sich sicher geändert!) Sie war so unverschämt wie alles, was die Mehrheitsparteien hier machen. Deswegen waren wir der Meinung, daß auch die Arbeitslosigkeit und die Schwarzarbeit Ihnen vielleicht kein, aber uns ein Anliegen sind. Herr Klubobmann Khol! Merken Sie sich das! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Das hat sich sicher geändert!
Wenn die liberale Fraktion nicht vor zwei Jahren eine umfassende parlamentarische Anfrage zur Bankenaufsicht gestellt hätte, wenn ich also die Antworten des damaligen Bundesministers für Finanzen im Jahr 1996 – ich bitte Sie kurz einmal nachzudenken, wer das war! – nicht schriftlich in Händen hätte, in der uns der Bundesminister für Finanzen mitteilt, daß alles bestens sei und kein Reformbedarf in der Bankenaufsicht erkannt werden könne, daß die Aufsichtsräte in den Banken, die Aktiengesellschaften sind, mit allen Möglichkeiten dieser Welt ausgestattet seien, daß die Nationalbank, die so eng mit der Bankenaufsicht zusammenarbeitet, wunderbar ... (Abg. Dr. Khol: Warum machen Sie keine Dringliche Anfrage?) Herr Kollege Khol, weil wir bereits vor zwei Jahren diese Anfrage gestellt haben. Die Antwort war intransigent, glauben Sie mir das: intransigent. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Das hat sich sicher geändert!) Sie war so unverschämt wie alles, was die Mehrheitsparteien hier machen. Deswegen waren wir der Meinung, daß auch die Arbeitslosigkeit und die Schwarzarbeit Ihnen vielleicht kein, aber uns ein Anliegen sind. Herr Klubobmann Khol! Merken Sie sich das! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wenn die liberale Fraktion nicht vor zwei Jahren eine umfassende parlamentarische Anfrage zur Bankenaufsicht gestellt hätte, wenn ich also die Antworten des damaligen Bundesministers für Finanzen im Jahr 1996 – ich bitte Sie kurz einmal nachzudenken, wer das war! – nicht schriftlich in Händen hätte, in der uns der Bundesminister für Finanzen mitteilt, daß alles bestens sei und kein Reformbedarf in der Bankenaufsicht erkannt werden könne, daß die Aufsichtsräte in den Banken, die Aktiengesellschaften sind, mit allen Möglichkeiten dieser Welt ausgestattet seien, daß die Nationalbank, die so eng mit der Bankenaufsicht zusammenarbeitet, wunderbar ... (Abg. Dr. Khol: Warum machen Sie keine Dringliche Anfrage?) Herr Kollege Khol, weil wir bereits vor zwei Jahren diese Anfrage gestellt haben. Die Antwort war intransigent, glauben Sie mir das: intransigent. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Das hat sich sicher geändert!) Sie war so unverschämt wie alles, was die Mehrheitsparteien hier machen. Deswegen waren wir der Meinung, daß auch die Arbeitslosigkeit und die Schwarzarbeit Ihnen vielleicht kein, aber uns ein Anliegen sind. Herr Klubobmann Khol! Merken Sie sich das! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Hätten Sie das getan!
Wir wollten eine Erklärung des Finanzministers. Um dafür Raum zu schaffen, haben wir beantragt, die Punkte 2 bis 5 – heute! – abzusetzen. Diese Gesetze haben keinerlei Dringlichkeit. Ob wir sie heute, morgen oder bei der nächsten Sitzung beschließen, ist völlig gleichgültig. Herr Kollege Khol, das wissen Sie genauso wie ich. Das war praktisch willkürlich herausgegriffen. Wir hätten genauso gut die Absetzung von Top 6 bis 8 verlangen können, in deren Rahmen so interessante Dinge wie zum Beispiel das Protokoll zum Madrider Abkommen, angenommen in Madrid am 27. Juni 1989, behandelt werden sollen. (Abg. Dr. Khol: Hätten Sie das getan!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Das paßt ja alles in Ihre Politik, das haben ja bereits viele Redner in den Raum gestellt. Sie wollen keine Diskussion über die Ennsnahe Trasse, und wenn, dann soll sie um Mitternacht stattfinden. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Sie wollen auch keine Erklärung des Finanzministers! Den ersten Fall verstehe ich ja noch, den zweiten verstehe ich überhaupt nicht. (Abg. Dr. Khol: Welchen?) Es kann ja wohl nicht sein, daß sich Aufsichtsrat, Wirtschaftsprüfung, Bankenaufsicht, Justiz und Kollege Trattner, muß ich in diesem Zusammenhang sagen, abputzen und sagen: Wir können alle nichts dafür! Die einzige Institution, die nachvollziehbar in den letzten zehn, 15 Jahren etwas in dieser Causa unternommen hat, ist meines Erachtens die Nationalbank.
Abg. Dr. Khol: Welchen?
Das paßt ja alles in Ihre Politik, das haben ja bereits viele Redner in den Raum gestellt. Sie wollen keine Diskussion über die Ennsnahe Trasse, und wenn, dann soll sie um Mitternacht stattfinden. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Sie wollen auch keine Erklärung des Finanzministers! Den ersten Fall verstehe ich ja noch, den zweiten verstehe ich überhaupt nicht. (Abg. Dr. Khol: Welchen?) Es kann ja wohl nicht sein, daß sich Aufsichtsrat, Wirtschaftsprüfung, Bankenaufsicht, Justiz und Kollege Trattner, muß ich in diesem Zusammenhang sagen, abputzen und sagen: Wir können alle nichts dafür! Die einzige Institution, die nachvollziehbar in den letzten zehn, 15 Jahren etwas in dieser Causa unternommen hat, ist meines Erachtens die Nationalbank.
Abg. Dr. Nowotny: Richtig! – Abg. Wabl: Sehr beachtlich, die fleißigen kleinen Sparer!
Kollege Trattner, Sie haben uns wortreich über die Bankenaufsicht belehrt. Dafür danke ich Ihnen, ich werde alles nachschlagen, aber Krokodilstränen sind völlig unangebracht. Im Dezember 1996 haben Sie eine schriftliche Anfrage zur Riegerbank eingebracht, die von Unterstellungen gegenüber der Nationalbank nur so strotzt. (Abg. Dr. Nowotny: Richtig! – Abg. Wabl: Sehr beachtlich, die fleißigen kleinen Sparer!) Das ist ja das Problem: Speziell in dieser Causa haben sich viele Journalisten, aus welchen Motiven immer, einfangen lassen, auch einzelne Politiker. – Herr Kollege Trattner, schauen Sie sich diese Anfrage an. Heute wird es Ihnen leid tun, daß Sie sie gestellt haben, aber damals haben Sie zugunsten der Riegerbank Partei ergriffen, zugunsten einer Institution ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Warum, weiß ich nicht. Kollege Trattner wird noch ausreichend Gelegenheit haben, sein Verhalten vor zwei Jahren zu begründen und zu rechtfertigen.
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Kollege Trattner, Sie haben uns wortreich über die Bankenaufsicht belehrt. Dafür danke ich Ihnen, ich werde alles nachschlagen, aber Krokodilstränen sind völlig unangebracht. Im Dezember 1996 haben Sie eine schriftliche Anfrage zur Riegerbank eingebracht, die von Unterstellungen gegenüber der Nationalbank nur so strotzt. (Abg. Dr. Nowotny: Richtig! – Abg. Wabl: Sehr beachtlich, die fleißigen kleinen Sparer!) Das ist ja das Problem: Speziell in dieser Causa haben sich viele Journalisten, aus welchen Motiven immer, einfangen lassen, auch einzelne Politiker. – Herr Kollege Trattner, schauen Sie sich diese Anfrage an. Heute wird es Ihnen leid tun, daß Sie sie gestellt haben, aber damals haben Sie zugunsten der Riegerbank Partei ergriffen, zugunsten einer Institution ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Warum, weiß ich nicht. Kollege Trattner wird noch ausreichend Gelegenheit haben, sein Verhalten vor zwei Jahren zu begründen und zu rechtfertigen.
Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie die Kanzlei Fuhrmann damit beauftragen, dann funktioniert das! Nehmen Sie die Kanzlei Fuhrmann, dann können Sie einen Würstelstand als Bank titulieren!
Ich möchte nur noch folgendes sagen: Es geht keineswegs allein darum, daß der Finanzminister hier eine Erklärung über eine Causa abgibt, die sich primär in seinem Haus abgespielt hat. Es kann ja nicht sein, daß die Bankenaufsicht einfach so tut, als wäre sie dafür nicht zuständig. Das muß man sich einmal vorstellen: Ich mache einen Würstelstand auf, schreibe "Bank" darüber. Und was blüht mir dann? – Ich bekomme vielleicht ein Verfahren von der Bezirkshauptmannschaft wegen – wie es heißt – nicht legitimierter, unbefugter Gewerbeausübung und eventuell eine Strafe von 10 000 S. (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie die Kanzlei Fuhrmann damit beauftragen, dann funktioniert das! Nehmen Sie die Kanzlei Fuhrmann, dann können Sie einen Würstelstand als Bank titulieren!) Das ist ja im Fall Rieger alles schon vorgekommen. Er ist tatsächlich mit 10 000 S bestraft worden.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Das war ein Untergriff, Kollege Van der Bellen! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Minister Edlinger wird sich auch Gedanken machen müssen, wenn er eines Tages dazu Stellung nimmt, falls er sich traut. Wahrscheinlich befürchtet er Amtshaftungsklagen in Millionenhöhe. Das ist auch ein Problem der Bankenaufsicht beziehungsweise der dort beschäftigten Beamten. Auch ein Minister ist davor nicht gefeit. Er wird auch einmal zum Verhalten der Justiz Stellung nehmen müssen. Es wird behauptet, daß es im Jahre 1998 17 Klagen gegeben habe. Die Staatsanwaltschaft sagt aber: Bei uns sind nur drei eingelangt! – Gibt es da einen Herrn Soronics in der Staatsanwaltschaft, der Akten mit nach Hause nimmt und dort bearbeitet, oder liegt der Fehler bei der Bankenaufsicht? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Khol: Das war ein Untergriff, Kollege Van der Bellen! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Okay, Schlußsatz: Das Verhalten der Justiz in diesem Zusammenhang ist mindestens so aufklärungsbedürftig wie das Verhalten der Bankenaufsicht. – Herr Präsident, vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Niederwieser: Der Oberfinanzexperte der FPÖ!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Haider. Gleiche Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Niederwieser: Der Oberfinanzexperte der FPÖ!)
Abg. Wabl: Weil der Prinzhorn zurückgetreten ist!
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Wir sind ja sehr interessiert daran, die Argumente der Regierungsparteien zu hören, warum die Umstellung der Tagesordnung beziehungsweise die Absetzung eines Tagesordnungspunktes nicht möglich ist. (Abg. Wabl: Weil der Prinzhorn zurückgetreten ist!) Ich werde dir das gleich erklären.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der ÖVP-Sprecher hat gemeint, es gebe das Instrument der Dringlichen Anfrage, der Anfragebesprechung, aber die Opposition nehme es nicht wahr. Ich frage mich nur, warum die beiden Regierungsparteien etwa im Zusammenhang mit der Causa Rosenstingl nicht davon Gebrauch gemacht haben. Damals ist der Herr Justizminister sofort aufgetreten und hat – entgegen der vereinbarten Tagesordnung – dem Parlament einen Bericht gegeben. Genau das wollen wir heute vom bereits anwesenden Finanzminister! Um nichts anderes geht es! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Niederwieser: Was war das für ein Casino? Welches Casino? – Ruf bei den Freiheitlichen: Da schau her!
Wir wollen, daß überlegt wird, ob jemand eine Bankenaufsicht federführend leiten kann wie zum Beispiel der zuständige Sektionschef, der schon einmal dabei erwischt worden ist, daß er als oberster Kontrollor des Glücksspielmonopols gleichzeitig Direktor in einem Casino gewesen ist und einen millionenschweren Nebenverdienst bekommen hat. (Abg. Dr. Niederwieser: Was war das für ein Casino? Welches Casino? – Ruf bei den Freiheitlichen: Da schau her!) Darüber liegt ja bereits einiges auf dem Tisch. Es würde uns sehr interessieren, warum es den Regierungsparteien völlig gleichgültig ist, daß mehr als 1 000 Kleinanleger geschädigt werden, die – so wie bei der BHI-Bank – wieder durch die Finger schauen werden, wenn man ihnen keine Hilfe angedeihen läßt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir wollen, daß überlegt wird, ob jemand eine Bankenaufsicht federführend leiten kann wie zum Beispiel der zuständige Sektionschef, der schon einmal dabei erwischt worden ist, daß er als oberster Kontrollor des Glücksspielmonopols gleichzeitig Direktor in einem Casino gewesen ist und einen millionenschweren Nebenverdienst bekommen hat. (Abg. Dr. Niederwieser: Was war das für ein Casino? Welches Casino? – Ruf bei den Freiheitlichen: Da schau her!) Darüber liegt ja bereits einiges auf dem Tisch. Es würde uns sehr interessieren, warum es den Regierungsparteien völlig gleichgültig ist, daß mehr als 1 000 Kleinanleger geschädigt werden, die – so wie bei der BHI-Bank – wieder durch die Finger schauen werden, wenn man ihnen keine Hilfe angedeihen läßt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Bei welcher Bank ist der Trattner Lobbyist?
Herr Kollege Van der Bellen! Ihre Argumentation in Ehren, aber Sie sind offenbar ein Lobbyist der Nationalbank geworden, da Sie die Nationalbank so gelobt haben. (Abg. Dr. Nowotny: Bei welcher Bank ist der Trattner Lobbyist?) – Herr Kollege Nowotny! Bei Ihnen ist es leider danebengegangen: Sie sind bei der Europäischen Zentralbank für Ihr Lob nichts geworden.
Abg. Dr. Niederwieser: Aber mit Sicherheit!
Lassen Sie mich folgendes sagen: Herr Abgeordneter Trattner hat eine Anfrage eingereicht, die nicht vor Unterstellungen gestrotzt hat. (Abg. Dr. Niederwieser: Aber mit Sicherheit!) Wissen Sie, worauf er sie aufgebaut hat? – Auf einem rechtsgültigen OGH-Urteil! Der Oberste Gerichtshof kritisierte die Oesterreichische Nationalbank! Wenn Sie meinen, das sei eine Unterstellung, dann sind Sie eben mit dem Rechtsstaat in Konflikt, aber das ist bei Grünen ja des öfteren der Fall. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe des Abg. Wabl.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe des Abg. Wabl.
Lassen Sie mich folgendes sagen: Herr Abgeordneter Trattner hat eine Anfrage eingereicht, die nicht vor Unterstellungen gestrotzt hat. (Abg. Dr. Niederwieser: Aber mit Sicherheit!) Wissen Sie, worauf er sie aufgebaut hat? – Auf einem rechtsgültigen OGH-Urteil! Der Oberste Gerichtshof kritisierte die Oesterreichische Nationalbank! Wenn Sie meinen, das sei eine Unterstellung, dann sind Sie eben mit dem Rechtsstaat in Konflikt, aber das ist bei Grünen ja des öfteren der Fall. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe des Abg. Wabl.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch die Liberalen interessieren sich sehr für eine Umstellung der Tagesordnung. Ich finde, das ist in Ordnung, denn so könnte man gleich mituntersuchen, ob Frau Campregher, die Freundin des Herrn Rieger, die in Oberösterreich auch LIF-Funktionärin ist und Spitzenkandidatin werden sollte, ihre Geldspenden an das LIF aus dem Rieger-Fonds oder von anderswo getätigt hat. Auch das sind Dinge, die zu untersuchen sind, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich hätte noch viel zu sagen, aber das werde ich Herrn Kollegen Van der Bellen persönlich in einem Privatgespräch mitteilen, damit er weiß, daß er die Nationalbank umsonst gelobt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Rufe bei den Freiheitlichen: Na geh!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Hohes Haus! Das war wieder Haider pur: Zuerst schmeißt er seinen Wirtschaftssprecher hinaus, weil dieser eine eigene Meinung hat, und dann diffamiert er eine Linzer Unternehmerin. (Beifall beim Liberalen Forum. – Rufe bei den Freiheitlichen: Na geh!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer
Frau Campregher ist keine Funktionärin des Liberalen Forums, sie ist weder Partnerin, noch war sie auf einer Liste (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer); sie ist Interessentin am Liberalen Form, das heißt, daß sie gelegentlich an Veranstaltungen teilnimmt. (Abg. Mag. Stadler: Sie ist Mitglied bei Ihnen!) Bevor ich Frau Campregher verurteile, warte ich ab, ob die Untersuchungshaft beziehungsweise die Verwahrungshaft, in die man sie 48 Stunden genommen hat, Rechtens oder nicht Rechtens war. Mehr ist dazu nicht zu sagen. – Nur: Diese Art und Weise, Politik zu machen, ist eben wirklich bezeichnend und wird die Freiheitlichen dorthin bringen, wo sie eigentlich hingehören, nämlich ins politische Aus.
Abg. Mag. Stadler: Sie ist Mitglied bei Ihnen!
Frau Campregher ist keine Funktionärin des Liberalen Forums, sie ist weder Partnerin, noch war sie auf einer Liste (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer); sie ist Interessentin am Liberalen Form, das heißt, daß sie gelegentlich an Veranstaltungen teilnimmt. (Abg. Mag. Stadler: Sie ist Mitglied bei Ihnen!) Bevor ich Frau Campregher verurteile, warte ich ab, ob die Untersuchungshaft beziehungsweise die Verwahrungshaft, in die man sie 48 Stunden genommen hat, Rechtens oder nicht Rechtens war. Mehr ist dazu nicht zu sagen. – Nur: Diese Art und Weise, Politik zu machen, ist eben wirklich bezeichnend und wird die Freiheitlichen dorthin bringen, wo sie eigentlich hingehören, nämlich ins politische Aus.
Abg. Dr. Kostelka: Ist das was Neues?
Aber worum geht es, Herr Klubobmann Kostelka? – Herr Klubobmann Kostelka! Sie haben einen Partner im Deutschen Bundestag – er ist Klubobmann der Sozialdemokraten im Deutschen Bundestag –, und anläßlich seiner Wahl wurde er von der Presse gefragt, wie er denn jetzt sein Amt wahrnehmen würde. Wissen Sie, was er gesagt hat? – Er hat wörtlich gesagt: Ich werde als Klubobmann der Sozialdemokraten der deutschen Bundesregierung auf die Finger schauen, ich werde ihr auf die Finger klopfen. – Das heißt, Herr Kostelka, Ihr Kollege im Deutschen Bundestag hat verstanden, was Parlamentarismus ist (Abg. Dr. Kostelka: Ist das was Neues?): daß die Kontrolle selbstverständlich auch eine Aufgabe der Mitglieder der Regierungsfraktionen ist! (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Aber worum geht es, Herr Klubobmann Kostelka? – Herr Klubobmann Kostelka! Sie haben einen Partner im Deutschen Bundestag – er ist Klubobmann der Sozialdemokraten im Deutschen Bundestag –, und anläßlich seiner Wahl wurde er von der Presse gefragt, wie er denn jetzt sein Amt wahrnehmen würde. Wissen Sie, was er gesagt hat? – Er hat wörtlich gesagt: Ich werde als Klubobmann der Sozialdemokraten der deutschen Bundesregierung auf die Finger schauen, ich werde ihr auf die Finger klopfen. – Das heißt, Herr Kostelka, Ihr Kollege im Deutschen Bundestag hat verstanden, was Parlamentarismus ist (Abg. Dr. Kostelka: Ist das was Neues?): daß die Kontrolle selbstverständlich auch eine Aufgabe der Mitglieder der Regierungsfraktionen ist! (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Sie, Herr Khol, und Sie, Herr Kostelka, nehmen diese Kontrolle nicht wahr! Ihre Aufgabe ist es, der Bundesregierung à tout prix die Mauer zu machen, zuzudecken, keine Debatte zu ermöglichen. Das ist Ihre Politik, was ich zutiefst bedauere. (Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Das Versagen der Bankenaufsicht liegt so eklatant auf der Hand, daß es zum Himmel stinkt! Warum machen Sie der Bankenaufsicht die Mauer? Sind Sie ein Kontrollparlament, oder sind Sie dazu da, der Regierung die Mauer zu machen? (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Unkritisch, ungefragt, sozusagen als Stimmvieh!
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine Damen und Herren! Der Parlamentarismus in Österreich ist noch sehr, sehr unterentwickelt; wir könnten von vielen anderen Parlamenten in Europa lernen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da dieses Thema so wichtig ist, meine ich, daß es in der Demokratie legitim sein sollte, die vorgesehenen Tagesordnungspunkte um drei Wochen zu verschieben – nicht mehr, nur um drei Wochen – und damit dieser Diskussion entsprechenden Freiraum einzuräumen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Niederwieser: Kollege Firlinger! Sind Sie Kleinanleger oder Großanleger?
Es geht letztlich auch um die Frage, auf welche Art und Weise Kleinanleger geschädigt wurden. Denn es ist ja bekannt, daß über Inserate in der "Kronen Zeitung" Sparer mit Einlagenvolumen von 50 000 S beworben wurden, denen dann auch die Riegerbankanleihe verkauft wurde. Mich würde interessieren, ob beispielsweise die Bundeswertpapieraufsicht aufgetreten ist, um diesen Zeichnungsprospekt anzusehen, und so weiter. Also dazu gibt es eine ganze Menge Fragen. (Abg. Dr. Niederwieser: Kollege Firlinger! Sind Sie Kleinanleger oder Großanleger?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es geht mir letztendlich auch um die wichtige und umfassend zu diskutierende Thematik, wie in Zukunft dem Finanzplatz Österreich, der durch eine Fülle von negativen Begleitumständen ohnedies schwerstens beeinträchtigt ist, wieder auf die Sprünge geholfen werden kann. Darum geht es mir in erster Linie, denn aus der Sicht des Auslandes, aber auch aus der Sicht der inländischen Anleger hat der Finanzplatz Österreich mit sehr großen Imageproblemen zu kämpfen. Meine Damen und Herren! Das wäre doch wirklich eine Debatte wert, die man nicht zu mitternächtlicher Stunde abhalten sollte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Darum geht es uns, nämlich jene vielen Fragen – von der Einlagensicherung bis hin zu den versagenden Kontrollen – in einem klaren Licht erscheinen zu lassen. Sie wären es wert, daß sich das Parlament einmal grundlegend dieser Thematik annimmt und dafür vielleicht andere Sachen – temporär! – zur Seite legt. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Nein, falsch!
Also noch einmal: Wenn man das alles berücksichtigt, wenn man das alles bedenkt, dann muß man sich wirklich fragen, warum man heute so lange darüber diskutiert und das nicht schon in der Präsidiale vor ein paar Tagen beim Beschluß der Tagesordnung, als all das schon bekannt war, was heute kritisiert wird, getan hat. (Abg. Wabl: Nein, falsch!) – Gar nicht, Herr Kollege Wabl, ich habe mich erkundigt: Die Tagesordnung in der vorliegenden Form wurde von allen Fraktionen verlangt, auch daß es der Punkt 1 ist.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dazu kommt noch, daß die eine Oppositionsfraktion diesen Bericht will, die andere jenen. Welche Tagesordnung soll man also beschließen? – Man kann sich ja einigen. Jetzt diskutieren wir schon zwei Stunden darüber, ob diese Tagesordnung gut oder schlecht ist und nicht hätte anders gemacht werden können. Ich frage mich, ob man nicht bereits in der Präsidiale über eine andere Tagesordnung hätte diskutieren können, sodaß wir heute nicht zwei Stunden im wahrsten Sinne des Wortes dadurch hätten verschwenden müssen, daß wir zu einer sogenannten guten Zeit diese Thematik diskutieren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist bereits die zweite Einwendungsdebatte gegen die Tagesordnung, und die Opposition beklagt, daß wir den Bericht des Rechnungshofunterausschusses nicht rechtzeitig behandeln. Merken Sie denn eigentlich nicht, welch komische Figur Sie damit machen? Durch diese Diskussion verschieben Sie selbst die Behandlung des Tagesordnungspunktes Ennsnahe Trasse bis nach Mitternacht. – Das ist doch nicht ernst zu nehmen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte mich aber mit den Freiheitlichen auseinandersetzen, damit ich nicht auch einen Ruf zur Sache vom Herrn Präsidenten bekomme, der ja einmahnt, daß wir uns, so die Freiheitlichen, bezüglich der Vorkommnisse um die Riegerbank mit dem Herrn Finanzminister auseinandersetzen sollten. Dazu darf ich einmal für die Österreichische Volkspartei folgendes feststellen: Wir haben größtes Interesse an den Fragen, wie denn die Bankenaufsicht, die Einlagensicherung und die Funktion der Oesterreichischen Nationalbank in ihrer Kontrollaufgabe funktioniert hat beziehungsweise nicht funktioniert hat. Das war auch der Grund dafür, warum die ÖVP sofort eine Anfrage an den Finanzminister gerichtet hat, um massiv entsprechende Informationen einzuholen, wie Schäden für die Einleger beziehungsweise Anleger verhindert werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Zum Beispiel?
Herr Dr. Haider – es tut mir leid, daß er nicht anwesend ist, ich würde mich gerne mit ihm auseinandersetzen, es wird schon seinen Grund haben, warum er in die höheren Gefilde dieses Hauses entwichen ist – weint hier Krokodilstränen; das ist unglaubwürdig! Die Freiheitliche Partei hat dieser ominösen Riegerbank mehrfach die Mauer gemacht, hat sie unterstützt und versucht, sie gegen entsprechende Maßnahmen der Oesterreichischen Nationalbank zu unterstützen. (Abg. Mag. Stadler: Zum Beispiel?)
Heiterkeit bei der ÖVP
Herr Kollege Stadler! Beispiele gebe ich Ihnen gerne, ich brauche sie ja nur vorzulesen: In einer Presseaussendung vom 15. April 1997 stellt Herr Dr. Haider fest, die Vorgänge innerhalb der Nationalbank würden in bezug auf das Verhalten gegenüber der Riegerbank immer dubioser (Heiterkeit bei der ÖVP), denn seit acht Jahren kämpfe diese Riegerbank darum, daß eine Konzession, die der Finanzminister ihr erteilt habe, nämlich die Devisenhändlerkonzession, endlich auch von der Oesterreichischen Nationalbank bestätigt werde, damit sie sich auch auf dem internationalen Devisenmarkt entsprechend frei bewegen könne. – Das war Ihr Einsatz für die Riegerbank, für den Herrn Rieger. Nehmen Sie das doch zur Kenntnis! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Herr Kollege Stadler! Beispiele gebe ich Ihnen gerne, ich brauche sie ja nur vorzulesen: In einer Presseaussendung vom 15. April 1997 stellt Herr Dr. Haider fest, die Vorgänge innerhalb der Nationalbank würden in bezug auf das Verhalten gegenüber der Riegerbank immer dubioser (Heiterkeit bei der ÖVP), denn seit acht Jahren kämpfe diese Riegerbank darum, daß eine Konzession, die der Finanzminister ihr erteilt habe, nämlich die Devisenhändlerkonzession, endlich auch von der Oesterreichischen Nationalbank bestätigt werde, damit sie sich auch auf dem internationalen Devisenmarkt entsprechend frei bewegen könne. – Das war Ihr Einsatz für die Riegerbank, für den Herrn Rieger. Nehmen Sie das doch zur Kenntnis! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Wissen Sie nicht, was ein OGH-Urteil ist?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich zitiere aus einem Dringlichen Antrag des Abgeordneten Stadler vom 14. Mai 1997, damit man sieht, wie Sie versuchen, der Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen; wir werden das aber verhindern. (Abg. Mag. Stadler: Wissen Sie nicht, was ein OGH-Urteil ist?) Es handelt sich um einen Antrag mit einem entsprechenden Motivenbericht, wo er sich wieder auf diesen Bescheid des Finanzministeriums – Devisenberechtigungserteilung – beruft und sagt (Abg. Mag. Stadler: Herr Professor! Sie sollten doch wissen, was ein OGH-Urteil ist!):
Abg. Mag. Stadler: Herr Professor! Sie sollten doch wissen, was ein OGH-Urteil ist!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich zitiere aus einem Dringlichen Antrag des Abgeordneten Stadler vom 14. Mai 1997, damit man sieht, wie Sie versuchen, der Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen; wir werden das aber verhindern. (Abg. Mag. Stadler: Wissen Sie nicht, was ein OGH-Urteil ist?) Es handelt sich um einen Antrag mit einem entsprechenden Motivenbericht, wo er sich wieder auf diesen Bescheid des Finanzministeriums – Devisenberechtigungserteilung – beruft und sagt (Abg. Mag. Stadler: Herr Professor! Sie sollten doch wissen, was ein OGH-Urteil ist!):
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Offenbar hat die Oesterreichische Nationalbank die Genehmigung aus Wettbewerbsverhinderungsgründen verweigert. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) – Das war Ihre Argumentation für die Riegerbank: Sie ist doch ein fairer Mitwettbewerber! Man soll sie auf dem Markt lassen, man soll sie entsprechend austoben lassen. Das war die Linie der Freiheitlichen Partei, Kollege Trattner! (Lebhafter Beifall bei der ÖVP.)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP.
Offenbar hat die Oesterreichische Nationalbank die Genehmigung aus Wettbewerbsverhinderungsgründen verweigert. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) – Das war Ihre Argumentation für die Riegerbank: Sie ist doch ein fairer Mitwettbewerber! Man soll sie auf dem Markt lassen, man soll sie entsprechend austoben lassen. Das war die Linie der Freiheitlichen Partei, Kollege Trattner! (Lebhafter Beifall bei der ÖVP.)
Oje-Rufe bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Wo ist denn der Prinzhorn, Herr Trattner? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Als erster zu Wort gemeldet ist nicht jener Abgeordnete, dessen Name im Computer aufscheint, sondern es ist Herr Abgeordneter Mag. Trattner. Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Oje-Rufe bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Wo ist denn der Prinzhorn, Herr Trattner? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Auer: Was würde der Prinzhorn sagen?
Lieber Herr Finanzminister, was soll das Ganze? Was hat denn diese Steuerreformkommission eineinhalb Jahre lang für eine Aufgabe gehabt? – Sie haben ihr offensichtlich nur eine Vorgabe gegeben, wie man es auch einem Architekten sagt: Bauen Sie mir ein Haus, Fenster und Türen sollen vorhanden sein! – Wieviel die ganze Geschichte aber kosten darf, haben Sie der Reformkommission beziehungsweise dem Architekten nicht gesagt. Sie müßten natürlich der Reformkommission auch sagen, welches Spielkapital zur Verfügung steht. Wir wollen nämlich nicht über eine aufkommensneutrale Steuerreform reden, sondern wir wollen über eine Steuerreform reden, die zu einer echten Entlastung der österreichischen Steuerzahler führt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Auer: Was würde der Prinzhorn sagen?) Für diese Steuerreform setzen sich die Freiheitlichen ganz vehement ein.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es dauert eben bei Ihnen immer eineinhalb bis zwei Jahre, bis Sie Ideen von den Freiheitlichen aufnehmen; dann werden diese umgesetzt, und es heißt auf einmal, die SPÖ habe das eingebracht. Das soll uns auch recht sein. Wenn es der österreichischen Bevölkerung nützt und mit einer zeitlichen Verzögerung kommt, soll es uns auch recht sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Maitz: Was sagt der Prinzhorn dazu?
Aber Sie haben sich ja unser Steuerkonzept überhaupt nicht angeschaut. Innerhalb Ihrer Beamtenschaft schwirren unterschiedliche Zahlen herum: Einmal kostet das Modell 140 Milliarden Schilling, dann kostet es 120 Milliarden, dann kostet es nur noch 90 Milliarden. Sie wissen gar nicht, was das Ganze kostet, Sie haben es gar nicht nachgerechnet. (Abg. Dr. Maitz: Was sagt der Prinzhorn dazu?) Das einzige, was Sie der Bevölkerung zu sagen haben, ist folgendes: Ein Hunderter im Monat wird es wahrscheinlich weniger sein, aber auf der anderen Seite wird man das durch eine Steuererhöhung wieder hereinholen. – Sie wollen also nur eine aufkommensneutrale Steuerreform machen. Wir hingegen wollen eine Steuerreform mit Inhalt machen, eine Steuerreform mit Inhalt, die zu einer echten Entlastung der österreichischen Steuerzahler führt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber Sie haben sich ja unser Steuerkonzept überhaupt nicht angeschaut. Innerhalb Ihrer Beamtenschaft schwirren unterschiedliche Zahlen herum: Einmal kostet das Modell 140 Milliarden Schilling, dann kostet es 120 Milliarden, dann kostet es nur noch 90 Milliarden. Sie wissen gar nicht, was das Ganze kostet, Sie haben es gar nicht nachgerechnet. (Abg. Dr. Maitz: Was sagt der Prinzhorn dazu?) Das einzige, was Sie der Bevölkerung zu sagen haben, ist folgendes: Ein Hunderter im Monat wird es wahrscheinlich weniger sein, aber auf der anderen Seite wird man das durch eine Steuererhöhung wieder hereinholen. – Sie wollen also nur eine aufkommensneutrale Steuerreform machen. Wir hingegen wollen eine Steuerreform mit Inhalt machen, eine Steuerreform mit Inhalt, die zu einer echten Entlastung der österreichischen Steuerzahler führt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Marizzi: Dann zahlt der Haider für das Bärental statt ...!
Dabei geht es darum, daß wir einen einheitlichen Steuersatz von 23 Prozent haben wollen, mit dem jeder besteuert werden soll: ein linearer Steuersatz von 23 Prozent. Dieser ersetzt praktisch die bisherige Einkommensteuer, Lohnsteuer, Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer. (Abg. Marizzi: Dann zahlt der Haider für das Bärental statt ...!) Und damit Sie mit dem Sozialargument – weil Sie immer wieder sagen, das sei die sogenannte Reichensteuer – gar nicht erst "hereinschlüpfen" können, sieht unser Konzept auch entsprechende Freibeträge vor, und zwar Freibeträge von 150 000 S pro Erwachsenem und von 75 000 S pro Kind. Das heißt, eine Familie mit zwei Kindern hätte in Österreich eine steuerliche Entlastung in der Größenordnung von 450 000 S pro Jahr, was bedeuten würde, daß jemand mit einem Einkommen von bis zu 450 000 S mit zwei Kindern null Steuer zahlen würde. – Das soll nicht sozial sein?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das soll ungerecht sein? Die Durchschnittsfamilie in Österreich mit einem Einkommen von 350 000 bis 450 000 S zahlt in Zukunft 0 Prozent Steuern, und der Generaldirektor mit einem Einkommen von einer Million Schilling zahlt 20 Prozent Steuern. Das soll sozial ungerecht sein? – Sie müssen erst einmal Ihren sogenannten Wählern erklären, ob ein nullprozentiger Steuersatz gegenüber einem 20prozentigen Steuersatz sozial gerecht oder sozial ungerecht ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was heißt denn das? – Es gibt im Jahr 1998 laut der letzten volkswirtschaftlichen Gemeinrechnung Bruttoanlageninvestitionen in der Höhe von zirka 648 Milliarden Schilling. Ein 25prozentiger Investitionsschub nur aufgrund der nichtentnommenen Gewinne würde 150 Milliarden Schilling mehr an Investitionen ausmachen. Haben Sie einmal nachgerechnet, was das auch für Sie zusätzlich an Steuereinnahmen brächte, wie viele Arbeitsplätze mehr dadurch geschaffen werden könnten, wie viele Sozialhilfeempfänger dadurch entlastet werden könnten, daß damit auch Impulse geschaffen würden? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Von Ihnen hört man immer nur: Das geht nicht. Ich habe nicht mehr im Sackl!
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Wenn Sie immer nur herumreden und sagen, Sie hätten kein Geld, wenn Sie eine Steuerreformkommission eineinhalb Jahre lang arbeiten lassen und nichts dabei herauskommt, dann werden Sie keine positiven Impulse in Österreich setzen. Ihre Steuersystematik, die Sie jetzt betreiben – immer nach dem Motto: Loch auf, Loch zu! –, geht nur in eine Richtung, Herr Finanzminister: daß immer mehr Arbeitsplätze in Österreich verlorengehen, Wirtschaftsstandorte ausgegliedert und wir mit einer neuerlichen Arbeitslosenwelle konfrontiert werden. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Damit wir auch zum Ausdruck bringen, daß wir es mit der Argumentation, daß diese Reform sozial gerecht ist, ernst meinen, haben wir Freiheitlichen gesagt, daß die Höchstbemessungsgrundlage für die Sozialversicherung für die Arbeitnehmer fällt. Das heißt, die Höchstbemessungsgrundlage von derzeit zirka 42 000 S fällt. Wenn jemand mehr verdient, dann ist künftig die Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherung der entsprechende höhere Betrag. Denn das System, das derzeit vorherrscht, begünstigt die Reichen und fällt den Armen auf den Kopf. Das wollen wir auf alle Fälle verhindern! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist keine gute Steuerpolitik! Schauen Sie sich unser Konzept an! Wir werden auf alle Fälle nicht lockerlassen, dieses Konzept in ganz Österreich entsprechend zu verbreiten, damit auch Sie unter Druck gesetzt werden, sich mit diesem System auseinanderzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesminister für Finanzen Rudolf Edlinger: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Zunächst eine Feststellung, die die Aufgabe der Steuerreformkommission definieren soll, obwohl Sie, sehr geehrter Herr Abgeordneter, meinen Standpunkt zu dieser Frage mehrfach ausgelotet haben. Ich habe immer wieder das gleiche gesagt: Die Bundesregierung, durch meine Person vertreten, hat im April 1997 eine Steuerreformkommission eingesetzt. Die Zeitabschätzung Ihrerseits, das seien zwei Jahre, ist etwa so präzise wie Ihre Berechnung der "flat tax" – aber das nur nebenbei. Es sind eineinhalb Jahre. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich füge hinzu: Ich möchte im Jahre 2000 eine Steuerreform wirksam haben, die Antworten auf die von mir zitierten Fragen gibt, aber gleichzeitig noch etwas erreicht: daß sich der Finanzminister dieser Republik in die Öffentlichkeit stellen und sagen kann, daß diese Steuerreform dazu beiträgt, daß strukturelle Verbesserung erfolgen, daß aber jedenfalls eines nicht passiert, und zwar, daß die österreichische Bevölkerung ein oder zwei Jahre später mit einem Sparpaket Nummer drei konfrontiert wird. Das ist nicht die Politik, meine sehr verehrten Damen und Herren, die ich als Ergebnis der Steuerreform haben möchte! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Deswegen habe ich mich in jenen Punkten öffentlich geäußert, die ich aus Gründen der politischen Machbarkeit nicht in Frage stelle. Ich werde daher, selbst wenn solche Vorschläge aus der Steuerreformkommission kommen, sicherlich nicht mit meinem Koalitionspartner verhandeln, wenn es darum geht, das 13. und 14. Monatsgehalt in Frage zu stellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Wo bleibt Ihr Gestaltungswille, Herr Minister?
Dabei handelt es sich zwar um eine Ausnahmeerscheinung im österreichischen Steuerrecht, aber es ist ein Faktum, mit dem sich die österreichischen Arbeitnehmer in einem sehr positiven Ausmaß identifizieren. (Abg. Dr. Schmidt: Wo bleibt Ihr Gestaltungswille, Herr Minister?) – Ich sage Ihnen: Ich halte das für politisch nicht machbar. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist doch bemerkenswert!) Gnädige Frau! Nehmen Sie meinen Standpunkt zur Kenntnis. Ich kenne Ihre Argumentation und bin Ihnen auch sehr dankbar dafür, daß das Liberale Forum in der Öffentlichkeit erklärt, daß das 13. und 14. Monatsgehalt besteuert werden sollen. Die Österreicher sollen entscheiden, was sie wollen. Ich sage ihnen: 13. und 14. Monatsgehalt bleiben unangetastet. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Schmidt: Das ist doch bemerkenswert!
Dabei handelt es sich zwar um eine Ausnahmeerscheinung im österreichischen Steuerrecht, aber es ist ein Faktum, mit dem sich die österreichischen Arbeitnehmer in einem sehr positiven Ausmaß identifizieren. (Abg. Dr. Schmidt: Wo bleibt Ihr Gestaltungswille, Herr Minister?) – Ich sage Ihnen: Ich halte das für politisch nicht machbar. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist doch bemerkenswert!) Gnädige Frau! Nehmen Sie meinen Standpunkt zur Kenntnis. Ich kenne Ihre Argumentation und bin Ihnen auch sehr dankbar dafür, daß das Liberale Forum in der Öffentlichkeit erklärt, daß das 13. und 14. Monatsgehalt besteuert werden sollen. Die Österreicher sollen entscheiden, was sie wollen. Ich sage ihnen: 13. und 14. Monatsgehalt bleiben unangetastet. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Dabei handelt es sich zwar um eine Ausnahmeerscheinung im österreichischen Steuerrecht, aber es ist ein Faktum, mit dem sich die österreichischen Arbeitnehmer in einem sehr positiven Ausmaß identifizieren. (Abg. Dr. Schmidt: Wo bleibt Ihr Gestaltungswille, Herr Minister?) – Ich sage Ihnen: Ich halte das für politisch nicht machbar. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist doch bemerkenswert!) Gnädige Frau! Nehmen Sie meinen Standpunkt zur Kenntnis. Ich kenne Ihre Argumentation und bin Ihnen auch sehr dankbar dafür, daß das Liberale Forum in der Öffentlichkeit erklärt, daß das 13. und 14. Monatsgehalt besteuert werden sollen. Die Österreicher sollen entscheiden, was sie wollen. Ich sage ihnen: 13. und 14. Monatsgehalt bleiben unangetastet. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Schmidt: Sie sind ein Populist, nichts weiter! Das ist reiner Populismus!
Meine zweite Position, die ich auch ganz klar dargelegt habe, ist folgende: Ich bin mir ... (Abg. Dr. Schmidt: Sie sind ein Populist, nichts weiter! Das ist reiner Populismus!) Ich bin kein Populist, sondern ein Realist, Frau Dr. Schmidt, und ich möchte eine Steuerreform machen, über die sich die Menschen freuen und die unsere Strukturen verbessert. Das ist meine Aufgabe als Politiker, der Verantwortung trägt! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Die Aufgabe eines Sozialdemokraten ist es, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Die Aufgabe eines Sozialdemokraten ist es, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen!
Meine zweite Position, die ich auch ganz klar dargelegt habe, ist folgende: Ich bin mir ... (Abg. Dr. Schmidt: Sie sind ein Populist, nichts weiter! Das ist reiner Populismus!) Ich bin kein Populist, sondern ein Realist, Frau Dr. Schmidt, und ich möchte eine Steuerreform machen, über die sich die Menschen freuen und die unsere Strukturen verbessert. Das ist meine Aufgabe als Politiker, der Verantwortung trägt! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Schmidt: Die Aufgabe eines Sozialdemokraten ist es, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen!)
Abg. Dr. Schmidt: Dann warten wir doch bis nach 2000!
Ich werde aber nicht an die Grundsteuer herangehen, und zwar deshalb, weil es sich hiebei um eine kommunale Steuer handelt und wir alle Bereiche, die FAG-Relevanz haben, im Rahmen des Wirksamwerdens der Steuerreform 2000 aus guten Gründen nicht in Frage stellen können. (Abg. Dr. Schmidt: Dann warten wir doch bis nach 2000!) Das wird im Rahmen des FAG zu diskutieren sein.
Abg. Dr. Schmidt: Sie sind nicht realistisch, Sie werfen das Handtuch! Das ist ein Unterschied!
Realistischerweise – und ich bin ein realistischer Politiker – muß ich sagen, daß die FAG-relevanten Dinge nicht angegriffen werden können (Abg. Dr. Schmidt: Sie sind nicht realistisch, Sie werfen das Handtuch! Das ist ein Unterschied!), und es ist auch für mich ganz klar und deutlich – und ich habe das bereits in der Öffentlichkeit erklärt –: Im Rahmen der Steuerreform 2000 wird der Finanzminister der Republik keinen Vorschlag machen, der eine Veränderung der derzeitigen Grundsteuer nach sich zieht. Ich bin eigentlich sehr dankbar, daß ich heute die Möglichkeit habe, das hier in aller Deutlichkeit zu sagen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Realistischerweise – und ich bin ein realistischer Politiker – muß ich sagen, daß die FAG-relevanten Dinge nicht angegriffen werden können (Abg. Dr. Schmidt: Sie sind nicht realistisch, Sie werfen das Handtuch! Das ist ein Unterschied!), und es ist auch für mich ganz klar und deutlich – und ich habe das bereits in der Öffentlichkeit erklärt –: Im Rahmen der Steuerreform 2000 wird der Finanzminister der Republik keinen Vorschlag machen, der eine Veränderung der derzeitigen Grundsteuer nach sich zieht. Ich bin eigentlich sehr dankbar, daß ich heute die Möglichkeit habe, das hier in aller Deutlichkeit zu sagen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Das ist mathematisch richtig!
Sehr geehrter Herr Mag. Trattner! Nun zur "flat tax": Wir haben diese Frage bereits im Finanzausschuß diskutiert. Sie werfen mir vor, daß die Einschätzung der Kosten Ihrer "flat tax" von 140 zu 120 und 90 Milliarden Schilling wechselt. – Ich möchte Sie nur darauf hinweisen, daß auch die Vorschläge der Freiheitlichen Partei stark wechseln: Sie sind im September von 15 bis 20 Prozent ausgegangen. Nachdem ich gesagt habe – oder vielleicht sind Sie selbst draufgekommen –, daß das ein bißchen niedrig ist, haben Sie es auf 23 Prozent aufgebessert. Die Differenz zwischen 15 oder 23 Prozent Einheitssteuer beträgt fast 50 Prozent! Darf ich das schon in aller Deutlichkeit sagen! Es ist ja nicht egal, ob ich 15 Prozent Einheitssteuer verlange oder 23 Prozent. Da liegen 50 Prozent Steuerertrag dazwischen! (Abg. Mag. Peter: Das ist mathematisch richtig!) Das ist schon ein bißchen mehr als Banalität!
Abg. Dr. Khol: Richtig! – Abg. Mag. Stadler: Stimmt nicht!
Sehr geehrter Herr Mag. Trattner! Ich möchte Ihnen noch folgendes sagen: Wir haben natürlich, soweit wir Unterlagen aus den Medien entnehmen konnten, Ihre "flat tax" immer wieder nachgerechnet. Und ich resümiere nach wie vor: Die "flat tax" begünstigt die Besserverdienenden, das ist überhaupt keine Frage! (Abg. Dr. Khol: Richtig! – Abg. Mag. Stadler: Stimmt nicht!)
Abg. Dr. Haider: Wer hat dir denn das ausgerechnet?
Sie haben dann nachgebessert: Ab 600 000 S an Jahreseinkommen gibt es keine Absetzbeträge mehr. Haben Sie sich ausgerechnet, was es heißt, wenn Sie zwischen 450 000 und 600 000 S an Jahreseinkommen einschleifen? – Das bedeutet, daß beispielsweise eine vierköpfige Familie mit 450 000 S Jahreseinkommen keine Steuer zahlt! Wenn sie aber nur um 75 000 S mehr verdient, also um die Hälfte innerhalb der Einschleifregelung, zahlt sie für diese 75 000 S nach Ihrem Modell zwischen, je nach welchem Modell, 80 und 90 Prozent Steuer! Damit entsteht eine Progression, die ganz gewaltig ist! (Abg. Dr. Haider: Wer hat dir denn das ausgerechnet?)
Abg. Mag. Stadler: In der "Pressestunde" haben Sie noch gesagt, das sei ein Jux! – Abg. Mag. Trattner: Jetzt sind Sie schon ein bißchen weiter!
Die "flat tax" ist durchaus diskutierbar! (Abg. Mag. Stadler: In der "Pressestunde" haben Sie noch gesagt, das sei ein Jux! – Abg. Mag. Trattner: Jetzt sind Sie schon ein bißchen weiter!) Diskutierbar ist alles, nur bin ich absolut gegen dieses System, und zwar deshalb, weil es aufgrund der Vereinheitlichung des Steuersatzes auf soziale Komponenten nicht Rücksicht nimmt.
Abg. Dr. Haider: Selber keine Konzepte, aber die anderen kritisieren!
Zum zweiten – und auch das sage ich Ihnen in aller Deutlichkeit –: Sie sagen immer, das sei ein modernes Steuersystem. Das ist überhaupt kein ... (Abg. Dr. Haider: Selber keine Konzepte, aber die anderen kritisieren!) Sie werden mein Konzept früh genug bekommen. Sie waren nicht im Saal; ich habe gerade Herrn Trattner erklärt, wann wir das vorlegen werden. Wären Sie hier gewesen, hätten Sie jetzt keinen Zwischenruf machen müssen. Aber das stört mich nicht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zum zweiten – und auch das sage ich Ihnen in aller Deutlichkeit –: Sie sagen immer, das sei ein modernes Steuersystem. Das ist überhaupt kein ... (Abg. Dr. Haider: Selber keine Konzepte, aber die anderen kritisieren!) Sie werden mein Konzept früh genug bekommen. Sie waren nicht im Saal; ich habe gerade Herrn Trattner erklärt, wann wir das vorlegen werden. Wären Sie hier gewesen, hätten Sie jetzt keinen Zwischenruf machen müssen. Aber das stört mich nicht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Immer nur oben stehen und auf die anderen herunterhacken! Das ist ja keine Politik! Als Finanzminister muß man ein Konzept haben!
Lassen Sie mich den Gedanken fertig ausführen! (Abg. Dr. Haider: Immer nur oben stehen und auf die anderen herunterhacken! Das ist ja keine Politik! Als Finanzminister muß man ein Konzept haben!) Ich habe das Parlament nicht geplant, aber daß ich oben stehe und Sie unten sitzen hat vielleicht auch eine andere Begründung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Lassen Sie mich den Gedanken fertig ausführen! (Abg. Dr. Haider: Immer nur oben stehen und auf die anderen herunterhacken! Das ist ja keine Politik! Als Finanzminister muß man ein Konzept haben!) Ich habe das Parlament nicht geplant, aber daß ich oben stehe und Sie unten sitzen hat vielleicht auch eine andere Begründung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Sie haben selber keine Ahnung!
Ich habe überhaupt nicht vor, Ihr Konzept herunterzumachen, sondern ich stelle Fakten fest. (Abg. Dr. Haider: Sie haben selber keine Ahnung!) Das habe ich gesagt, als Sie nicht im Saal waren. (Abg. Dr. Haider: O ja! Ich habe Ihnen von hinten zugehört!) Nein! Ich habe gesagt: Die "flat tax" ist ein Konzept, dessen Ergebnis und dessen strukturelle Inhalte ich aufgrund meiner politischen Position nicht anstrebe. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Haider: O ja! Ich habe Ihnen von hinten zugehört!
Ich habe überhaupt nicht vor, Ihr Konzept herunterzumachen, sondern ich stelle Fakten fest. (Abg. Dr. Haider: Sie haben selber keine Ahnung!) Das habe ich gesagt, als Sie nicht im Saal waren. (Abg. Dr. Haider: O ja! Ich habe Ihnen von hinten zugehört!) Nein! Ich habe gesagt: Die "flat tax" ist ein Konzept, dessen Ergebnis und dessen strukturelle Inhalte ich aufgrund meiner politischen Position nicht anstrebe. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Ich habe überhaupt nicht vor, Ihr Konzept herunterzumachen, sondern ich stelle Fakten fest. (Abg. Dr. Haider: Sie haben selber keine Ahnung!) Das habe ich gesagt, als Sie nicht im Saal waren. (Abg. Dr. Haider: O ja! Ich habe Ihnen von hinten zugehört!) Nein! Ich habe gesagt: Die "flat tax" ist ein Konzept, dessen Ergebnis und dessen strukturelle Inhalte ich aufgrund meiner politischen Position nicht anstrebe. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Haider: Keine Ahnung! Sie sind ein Steuererfinder, wir sind die Steuersenker!
Lassen Sie mich noch einen letzten Gedanken vorbringen, da Sie sagen immer, das sei ein modernes Steuerkonzept: Es ist ein Uralt-Steuerkonzept! (Abg. Dr. Haider: Keine Ahnung! Sie sind ein Steuererfinder, wir sind die Steuersenker!) Es ist ein Steuerkonzept, das die Berater selbst bei Herrn Reagan nicht durchgesetzt haben – und das heißt etwas! Ich möchte dem Parlament auch mitteilen, daß es die "flat tax" in extrem modernen Staaten gibt, nämlich in Hongkong, in Estland und auf den britischen Kanalinseln. – Ob das jene Länder sind, die moderne Steuersysteme haben, welche wir uns zum Vorbild nehmen sollen, wage ich zu bezweifeln. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Lassen Sie mich noch einen letzten Gedanken vorbringen, da Sie sagen immer, das sei ein modernes Steuerkonzept: Es ist ein Uralt-Steuerkonzept! (Abg. Dr. Haider: Keine Ahnung! Sie sind ein Steuererfinder, wir sind die Steuersenker!) Es ist ein Steuerkonzept, das die Berater selbst bei Herrn Reagan nicht durchgesetzt haben – und das heißt etwas! Ich möchte dem Parlament auch mitteilen, daß es die "flat tax" in extrem modernen Staaten gibt, nämlich in Hongkong, in Estland und auf den britischen Kanalinseln. – Ob das jene Länder sind, die moderne Steuersysteme haben, welche wir uns zum Vorbild nehmen sollen, wage ich zu bezweifeln. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Böhacker: Keine Polemik von der Regierungsbank aus!
Ich wiederhole: Ich werde Ende November ... (Abg. Böhacker: Keine Polemik von der Regierungsbank aus!) Es ist aber sehr unangenehm, wenn Sie meinen, daß es polemisch ist, wenn ich meine Meinung vertrete. Falls Sie das so empfunden haben, entschuldige ich mich ausdrücklich dafür. Ich vertrete aber hier nur meine Meinung. Und das darf man auch als Minister in diesem Hause: seine Meinung vertreten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich wiederhole: Ich werde Ende November ... (Abg. Böhacker: Keine Polemik von der Regierungsbank aus!) Es ist aber sehr unangenehm, wenn Sie meinen, daß es polemisch ist, wenn ich meine Meinung vertrete. Falls Sie das so empfunden haben, entschuldige ich mich ausdrücklich dafür. Ich vertrete aber hier nur meine Meinung. Und das darf man auch als Minister in diesem Hause: seine Meinung vertreten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler, in Richtung ÖVP: Das Wahlkampfthema gibt er Ihnen vor! Ihr kapiert es nur noch nicht!
Ich werde Ende November die Ergebnisse der Steuerreformkommission und auch meine persönliche Einschätzung dazu vorlegen. Danach werden wir innerhalb der Koalition versuchen, eine jenen Eckdaten, die ich zu Beginn meines Diskussionsbeitrages genannt habe, entsprechende Steuerreform zu entwickeln. (Abg. Mag. Stadler, in Richtung ÖVP: Das Wahlkampfthema gibt er Ihnen vor! Ihr kapiert es nur noch nicht!) Sie werden ausreichend Gelegenheit dazu haben, meine sehr verehrten Damen und Herren, auch aus freiheitlicher Sicht dieser Steuerreform Ihre Zustimmung zu geben. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich werde Ende November die Ergebnisse der Steuerreformkommission und auch meine persönliche Einschätzung dazu vorlegen. Danach werden wir innerhalb der Koalition versuchen, eine jenen Eckdaten, die ich zu Beginn meines Diskussionsbeitrages genannt habe, entsprechende Steuerreform zu entwickeln. (Abg. Mag. Stadler, in Richtung ÖVP: Das Wahlkampfthema gibt er Ihnen vor! Ihr kapiert es nur noch nicht!) Sie werden ausreichend Gelegenheit dazu haben, meine sehr verehrten Damen und Herren, auch aus freiheitlicher Sicht dieser Steuerreform Ihre Zustimmung zu geben. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Marizzi: Vielleicht kommt die "flat tax" in Brasilien! Der Rosenstingl könnte sie in Brasilien einführen und sich rehabilitieren!
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Verehrter Herr Präsident! Herr Finanzminister! Sie haben wieder einmal viel gesprochen und nichts gesagt. (Abg. Marizzi: Vielleicht kommt die "flat tax" in Brasilien! Der Rosenstingl könnte sie in Brasilien einführen und sich rehabilitieren!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Finanzminister! Sie haben uns vorgeworfen, daß wir den Steuersatz in unserem "flat tax"-Modell mehrfach angepaßt haben. Wir haben aber immer gesagt, daß er davon abhängt, wie hoch wir die sozialen Freibeträge gestalten, ob der 13. und 14. Bezug entsprechend eingerechnet wird. Das ist nichts Neues! Es ist alles im Fluß, und wir Freiheitliche haben hier sehr, sehr verantwortungsvoll und sozial unser System der "flat tax" ausgerichtet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Zum zweiten: Herr Finanzminister, Sie sprechen von der "flat tax" wie ein Blinder von den Farben. Sie haben gemeint, es sei eine Einschleifregelung zwischen 450 000 und 600 000 S geplant – das ist absolut unrichtig! (Zwischenbemerkung des Bundesministers Edlinger.) Sie sind nicht auf dem neuesten Stand, Herr Finanzminister, denn Sie argumentieren mit Zahlen, die hinten und vorne nicht stimmen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Nehmen Sie endlich zur Kenntnis: Wenn Sie über ein bestimmtes Modell diskutieren wollen, dann erkundigen Sie sich zuerst nach dem aktuellen Stand dieses Modell (Abg. Marizzi: Der Prinzhorn ist schon weg!), erst dann können Sie entsprechend argumentieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Marizzi: Der Prinzhorn ist schon weg!
Zum zweiten: Herr Finanzminister, Sie sprechen von der "flat tax" wie ein Blinder von den Farben. Sie haben gemeint, es sei eine Einschleifregelung zwischen 450 000 und 600 000 S geplant – das ist absolut unrichtig! (Zwischenbemerkung des Bundesministers Edlinger.) Sie sind nicht auf dem neuesten Stand, Herr Finanzminister, denn Sie argumentieren mit Zahlen, die hinten und vorne nicht stimmen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Nehmen Sie endlich zur Kenntnis: Wenn Sie über ein bestimmtes Modell diskutieren wollen, dann erkundigen Sie sich zuerst nach dem aktuellen Stand dieses Modell (Abg. Marizzi: Der Prinzhorn ist schon weg!), erst dann können Sie entsprechend argumentieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum zweiten: Herr Finanzminister, Sie sprechen von der "flat tax" wie ein Blinder von den Farben. Sie haben gemeint, es sei eine Einschleifregelung zwischen 450 000 und 600 000 S geplant – das ist absolut unrichtig! (Zwischenbemerkung des Bundesministers Edlinger.) Sie sind nicht auf dem neuesten Stand, Herr Finanzminister, denn Sie argumentieren mit Zahlen, die hinten und vorne nicht stimmen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Nehmen Sie endlich zur Kenntnis: Wenn Sie über ein bestimmtes Modell diskutieren wollen, dann erkundigen Sie sich zuerst nach dem aktuellen Stand dieses Modell (Abg. Marizzi: Der Prinzhorn ist schon weg!), erst dann können Sie entsprechend argumentieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Leikam: Der Prinzhorn hätte das besser gemacht!
Lassen Sie mich folgendes feststellen: Die österreichischen Steuerzahler brauchen eine nachhaltige und umfassende Steuersenkung wie einen Bissen Brot, wie ein Ertrinkender den rettenden Strohhalm. (Abg. Leikam: Der Prinzhorn hätte das besser gemacht!) Österreich hat – auch wenn Sie das nicht gerne hören, Herr Finanzminister – dank sozialistischer Finanzminister die höchste Steuer- und Abgabenquote der Zweiten Republik. Jeder Österreicher und jede Österreicherin muß fast ein halbes Jahr arbeiten, um die ständig steigende Begehrlichkeit des Staates zu erfüllen – für den Finanzminister und für den Sozialminister. (Abg. Dr. Nowotny: Das ist ja absurd!) Die Fakten liegen auf dem Tisch.
Abg. Dr. Nowotny: Das ist ja absurd!
Lassen Sie mich folgendes feststellen: Die österreichischen Steuerzahler brauchen eine nachhaltige und umfassende Steuersenkung wie einen Bissen Brot, wie ein Ertrinkender den rettenden Strohhalm. (Abg. Leikam: Der Prinzhorn hätte das besser gemacht!) Österreich hat – auch wenn Sie das nicht gerne hören, Herr Finanzminister – dank sozialistischer Finanzminister die höchste Steuer- und Abgabenquote der Zweiten Republik. Jeder Österreicher und jede Österreicherin muß fast ein halbes Jahr arbeiten, um die ständig steigende Begehrlichkeit des Staates zu erfüllen – für den Finanzminister und für den Sozialminister. (Abg. Dr. Nowotny: Das ist ja absurd!) Die Fakten liegen auf dem Tisch.
Abg. Mag. Stadler: Wo ist da die Gewerkschaft?
Herr Finanzminister! Vom Jahre 1988 bis zum Jahre 1998 ist allein die Lohnsteuer um 110 Milliarden Schilling angestiegen. (Abg. Mag. Stadler: Wo ist da die Gewerkschaft?) Das sind 125 Prozent, obwohl die Masseneinkommen nur um 60 Prozent gestiegen sind. (Abg. Dr. Ofner: Edler, was sagst’ jetzt? Nichts mehr!) – Diese großkoalitionäre Steuerpolitik ist schlicht und ergreifend unfair, ja unmenschlich und darüber hinaus ein volkswirtschaftlicher Nonsens. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Ofner: Edler, was sagst’ jetzt? Nichts mehr!
Herr Finanzminister! Vom Jahre 1988 bis zum Jahre 1998 ist allein die Lohnsteuer um 110 Milliarden Schilling angestiegen. (Abg. Mag. Stadler: Wo ist da die Gewerkschaft?) Das sind 125 Prozent, obwohl die Masseneinkommen nur um 60 Prozent gestiegen sind. (Abg. Dr. Ofner: Edler, was sagst’ jetzt? Nichts mehr!) – Diese großkoalitionäre Steuerpolitik ist schlicht und ergreifend unfair, ja unmenschlich und darüber hinaus ein volkswirtschaftlicher Nonsens. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Finanzminister! Vom Jahre 1988 bis zum Jahre 1998 ist allein die Lohnsteuer um 110 Milliarden Schilling angestiegen. (Abg. Mag. Stadler: Wo ist da die Gewerkschaft?) Das sind 125 Prozent, obwohl die Masseneinkommen nur um 60 Prozent gestiegen sind. (Abg. Dr. Ofner: Edler, was sagst’ jetzt? Nichts mehr!) – Diese großkoalitionäre Steuerpolitik ist schlicht und ergreifend unfair, ja unmenschlich und darüber hinaus ein volkswirtschaftlicher Nonsens. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dann erhebt sich das große Wehklagen darüber, daß immer mehr Österreicherinnen und Österreicher in einer Art Notwehraktion in die steuerpolitische Grauzone abdriften. Ich bin der letzte, der der Steuerhinterziehung oder der Abgabenkürzung das Wort redet. Ganz im Gegenteil! Ich trete für die Gleichmäßigkeit der Besteuerung ein. Jene aber, die das heute aus Notwehr machen müssen, driften nicht in die Grauzone ab, um sich zu bereichern, sondern es geht in vielen Fällen schlicht und ergreifend ums Überleben. Wenn das Ihre soziale Komponente in der Steuerpolitik ist, dann sollten Sie das Wort "sozial" aus Ihrem Parteinamen lieber herausstreichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny – ironisch lachend –: Nur die Zahlen sprechen dagegen!
Herr Finanzminister! Hören Sie bitte endlich damit auf, den österreichischen Bürgerinnen und Bürgern zu drohen, daß eine nachhaltige und umfassende Steuersenkung, wie wir Freiheitlichen sie fordern, zwangsläufig zu einem neuen Belastungspaket führen muß. Das ist ein veritabler Unsinn. (Abg. Dr. Nowotny – ironisch lachend –: Nur die Zahlen sprechen dagegen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie, Herr Finanzminister, und Ihre Vorgänger haben es bewiesen: Sie haben in den letzten zehn Jahren – mit wenigen Ausnahmen – permanent die Steuer- und Abgabenbelastung erhöht und immer tiefer in die Taschen der Steuerzahler gegriffen. Das Ergebnis ist aber nicht etwa, daß Ihnen eine Steuersenkung in großem Ausmaß gelingen wird. Ganz im Gegenteil! Sie haben trotz permanenter Steuererhöhungen den Österreicherinnen und Österreichern zwei Belastungspakete auferlegt, die unfair und unmenschlich sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Angesichts dessen, was die Sozialdemokratische Partei bezüglich der Steuerreform vorhat, möchte ich Hans Rauscher vom "Standard" – wahrlich kein Freund der Freiheitlichen – zitieren: "Was die SPÖ will, ist eine Pseudoreform, die nur zehn Milliarden kosten darf und gerade die kalte Progression der letzten Jahre ausgleicht. Vielleicht wird die Energie ein wenig verteuert, das heißt dann ökologische Reform. Zur Befriedigung der antikapitalistischen Reflexe wird dann noch die Kapitalgewinnsteuer aus Aktien als fixes Show-Element eingebaut. Sie bringt zwar nichts, wie man im Finanzministerium an höchster Stelle jovial zugibt, aber sie vermiest wenigstens private Altersvorsorge per Investmentfonds oder ähnlichem. Diese Mischung wird Viktor Klima als ,große Steuerreform‘ verkaufen." (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Finanzminister! Das ist erbärmlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Immer die alte Leier!
Abgeordneter Dr. Ewald Nowotny (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Die Steuerreform ist sicherlich ein wichtiges Thema. Sie ist aber vor allem viel zu wichtig, um für politisches Kleingeld mißbraucht zu werden. Genau das geschieht aber von seiten der FPÖ! (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Immer die alte Leier!)
Abg. Dr. Haider: Das sagt nicht einmal dein Finanzminister!
Sie holen dieses uralte Konzept der "flat tax", ein altes Projekt konservativer amerikanischer Gruppen, hervor und halten darüber einen Sonderparteitag ab. (Abg. Dr. Haider: Das sagt nicht einmal dein Finanzminister!) Herr Kollege Haider! Das Problem – das hat sich gerade wieder im Zusammenhang mit den Redebeiträgen von Trattner und Böhacker gezeigt – ist, daß nicht einmal ganz klar ist, was eigentlich der letzte Stand Ihres Konzeptes ist. Offensichtlich hat Herr Kollege Böhacker ein anderes Konzept im Auge gehabt als vor ihm Herr Kollege Trattner. (Abg. Böhacker: Entweder wollen oder können Sie es nicht verstehen! Sehr bedenklich!)
Abg. Böhacker: Entweder wollen oder können Sie es nicht verstehen! Sehr bedenklich!
Sie holen dieses uralte Konzept der "flat tax", ein altes Projekt konservativer amerikanischer Gruppen, hervor und halten darüber einen Sonderparteitag ab. (Abg. Dr. Haider: Das sagt nicht einmal dein Finanzminister!) Herr Kollege Haider! Das Problem – das hat sich gerade wieder im Zusammenhang mit den Redebeiträgen von Trattner und Böhacker gezeigt – ist, daß nicht einmal ganz klar ist, was eigentlich der letzte Stand Ihres Konzeptes ist. Offensichtlich hat Herr Kollege Böhacker ein anderes Konzept im Auge gehabt als vor ihm Herr Kollege Trattner. (Abg. Böhacker: Entweder wollen oder können Sie es nicht verstehen! Sehr bedenklich!)
Abg. Mag. Stadler: Kriegen Sie!
Um mir darüber Klarheit zu verschaffen – denn ich bemühe mich ja um Fairneß –, habe ich schon vor einiger Zeit Herrn Parteiobmann Haider einen Brief geschrieben und ihn darin höflich darum ersucht, er möge mir doch die authentisch letzte Fassung zuschicken. (Abg. Mag. Stadler: Kriegen Sie!) Leider habe ich bis jetzt nichts bekommen. (Abg. Mag. Stadler: Aber Sie kriegen es noch!) Offensichtlich ist das Ganze noch immer im unklaren. (Abg. Dr. Haider überreicht dem Redner ein Manuskript.) Das kann doch wohl nicht das ganze Konzept sein, von dem Sie hier sprechen. (Abg. Dr. Haider: Unbürokratisch und einfach!) Ich empfehle Ihnen, Herr Kollege Haider, das auf jeden Fall zunächst einmal in Ihrem eigenen Klub zu verteilen, damit die Leute wissen, wovon sie reden. Diese Unseriosität geht offensichtlich vielen, auch in Ihren eigenen Reihen, auf die Nerven, und diejenigen, die können, ziehen auch die Konsequenzen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Die haben es aber beschlossen!)
Abg. Mag. Stadler: Aber Sie kriegen es noch!
Um mir darüber Klarheit zu verschaffen – denn ich bemühe mich ja um Fairneß –, habe ich schon vor einiger Zeit Herrn Parteiobmann Haider einen Brief geschrieben und ihn darin höflich darum ersucht, er möge mir doch die authentisch letzte Fassung zuschicken. (Abg. Mag. Stadler: Kriegen Sie!) Leider habe ich bis jetzt nichts bekommen. (Abg. Mag. Stadler: Aber Sie kriegen es noch!) Offensichtlich ist das Ganze noch immer im unklaren. (Abg. Dr. Haider überreicht dem Redner ein Manuskript.) Das kann doch wohl nicht das ganze Konzept sein, von dem Sie hier sprechen. (Abg. Dr. Haider: Unbürokratisch und einfach!) Ich empfehle Ihnen, Herr Kollege Haider, das auf jeden Fall zunächst einmal in Ihrem eigenen Klub zu verteilen, damit die Leute wissen, wovon sie reden. Diese Unseriosität geht offensichtlich vielen, auch in Ihren eigenen Reihen, auf die Nerven, und diejenigen, die können, ziehen auch die Konsequenzen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Die haben es aber beschlossen!)
Abg. Dr. Haider überreicht dem Redner ein Manuskript.
Um mir darüber Klarheit zu verschaffen – denn ich bemühe mich ja um Fairneß –, habe ich schon vor einiger Zeit Herrn Parteiobmann Haider einen Brief geschrieben und ihn darin höflich darum ersucht, er möge mir doch die authentisch letzte Fassung zuschicken. (Abg. Mag. Stadler: Kriegen Sie!) Leider habe ich bis jetzt nichts bekommen. (Abg. Mag. Stadler: Aber Sie kriegen es noch!) Offensichtlich ist das Ganze noch immer im unklaren. (Abg. Dr. Haider überreicht dem Redner ein Manuskript.) Das kann doch wohl nicht das ganze Konzept sein, von dem Sie hier sprechen. (Abg. Dr. Haider: Unbürokratisch und einfach!) Ich empfehle Ihnen, Herr Kollege Haider, das auf jeden Fall zunächst einmal in Ihrem eigenen Klub zu verteilen, damit die Leute wissen, wovon sie reden. Diese Unseriosität geht offensichtlich vielen, auch in Ihren eigenen Reihen, auf die Nerven, und diejenigen, die können, ziehen auch die Konsequenzen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Die haben es aber beschlossen!)
Abg. Dr. Haider: Unbürokratisch und einfach!
Um mir darüber Klarheit zu verschaffen – denn ich bemühe mich ja um Fairneß –, habe ich schon vor einiger Zeit Herrn Parteiobmann Haider einen Brief geschrieben und ihn darin höflich darum ersucht, er möge mir doch die authentisch letzte Fassung zuschicken. (Abg. Mag. Stadler: Kriegen Sie!) Leider habe ich bis jetzt nichts bekommen. (Abg. Mag. Stadler: Aber Sie kriegen es noch!) Offensichtlich ist das Ganze noch immer im unklaren. (Abg. Dr. Haider überreicht dem Redner ein Manuskript.) Das kann doch wohl nicht das ganze Konzept sein, von dem Sie hier sprechen. (Abg. Dr. Haider: Unbürokratisch und einfach!) Ich empfehle Ihnen, Herr Kollege Haider, das auf jeden Fall zunächst einmal in Ihrem eigenen Klub zu verteilen, damit die Leute wissen, wovon sie reden. Diese Unseriosität geht offensichtlich vielen, auch in Ihren eigenen Reihen, auf die Nerven, und diejenigen, die können, ziehen auch die Konsequenzen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Die haben es aber beschlossen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Die haben es aber beschlossen!
Um mir darüber Klarheit zu verschaffen – denn ich bemühe mich ja um Fairneß –, habe ich schon vor einiger Zeit Herrn Parteiobmann Haider einen Brief geschrieben und ihn darin höflich darum ersucht, er möge mir doch die authentisch letzte Fassung zuschicken. (Abg. Mag. Stadler: Kriegen Sie!) Leider habe ich bis jetzt nichts bekommen. (Abg. Mag. Stadler: Aber Sie kriegen es noch!) Offensichtlich ist das Ganze noch immer im unklaren. (Abg. Dr. Haider überreicht dem Redner ein Manuskript.) Das kann doch wohl nicht das ganze Konzept sein, von dem Sie hier sprechen. (Abg. Dr. Haider: Unbürokratisch und einfach!) Ich empfehle Ihnen, Herr Kollege Haider, das auf jeden Fall zunächst einmal in Ihrem eigenen Klub zu verteilen, damit die Leute wissen, wovon sie reden. Diese Unseriosität geht offensichtlich vielen, auch in Ihren eigenen Reihen, auf die Nerven, und diejenigen, die können, ziehen auch die Konsequenzen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Die haben es aber beschlossen!)
Abg. Dr. Haider: Lesen Sie es zuerst!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es hat der Herr Finanzminister schon darauf hingewiesen, daß Ihr Konzept – auch in der letzten Version, die wir zumindest kennen konnten – extrem unsozial ist. Außerdem ist es – das ist ein zweiter Punkt – von der Finanzierungsseite her mit einem massiven Steuerausfall verbunden. (Abg. Dr. Haider: Lesen Sie es zuerst!) Ich kann mich nur auf das beziehen, was bis jetzt in der Öffentlichkeit bekanntgeworden ist. Das muß man eben sagen. Das ist letztlich auch die wahre Zielsetzung. Ich bin mir nicht sicher, oder ich fürchte, Herr Kollege Haider, Sie wissen eigentlich gar nicht genau, mit welchen Sektierern Sie sich in dieser Frage "flat tax" eingelassen haben. (Abg. Mag. Stadler: Gary S. Becker ist ein Sektierer! Aber geh! Ein Nobelpreisträger! – Abg. Dr. Haider: Ein Wirtschaftsnobelpreisträger ist ein Sektierer!)
Abg. Mag. Stadler: Gary S. Becker ist ein Sektierer! Aber geh! Ein Nobelpreisträger! – Abg. Dr. Haider: Ein Wirtschaftsnobelpreisträger ist ein Sektierer!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es hat der Herr Finanzminister schon darauf hingewiesen, daß Ihr Konzept – auch in der letzten Version, die wir zumindest kennen konnten – extrem unsozial ist. Außerdem ist es – das ist ein zweiter Punkt – von der Finanzierungsseite her mit einem massiven Steuerausfall verbunden. (Abg. Dr. Haider: Lesen Sie es zuerst!) Ich kann mich nur auf das beziehen, was bis jetzt in der Öffentlichkeit bekanntgeworden ist. Das muß man eben sagen. Das ist letztlich auch die wahre Zielsetzung. Ich bin mir nicht sicher, oder ich fürchte, Herr Kollege Haider, Sie wissen eigentlich gar nicht genau, mit welchen Sektierern Sie sich in dieser Frage "flat tax" eingelassen haben. (Abg. Mag. Stadler: Gary S. Becker ist ein Sektierer! Aber geh! Ein Nobelpreisträger! – Abg. Dr. Haider: Ein Wirtschaftsnobelpreisträger ist ein Sektierer!)
Abg. Mag. Stadler: Mr. Becker gehört zur Sekte der Nobelpreisträger!
Herr Kollege Prinzhorn, der sich in Amerika etwas besser auskennt als Herr Haider, meint wahrscheinlich aus genau diesem Grund, daß das nicht jene Leute seien, mit denen Sie Steuerpolitik machen sollten. (Abg. Mag. Stadler: Mr. Becker gehört zur Sekte der Nobelpreisträger!) Zum Beispiel spricht Herr Rabushka, ein sehr eigenartiger Experte, den Sie hierher geholt haben, nicht davon, den Staat schlank machen zu wollen, sondern er sagt – das ist ein wörtliches Zitat –: Ich möchte den Staat aushungern! – Die Idee dahinter ist, durch einen massiven Steuerausfall einen starken Druck zu erzeugen, um auf diese Weise einen Abbau des Sozialstaates zu erzwingen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Prinzhorn, der sich in Amerika etwas besser auskennt als Herr Haider, meint wahrscheinlich aus genau diesem Grund, daß das nicht jene Leute seien, mit denen Sie Steuerpolitik machen sollten. (Abg. Mag. Stadler: Mr. Becker gehört zur Sekte der Nobelpreisträger!) Zum Beispiel spricht Herr Rabushka, ein sehr eigenartiger Experte, den Sie hierher geholt haben, nicht davon, den Staat schlank machen zu wollen, sondern er sagt – das ist ein wörtliches Zitat –: Ich möchte den Staat aushungern! – Die Idee dahinter ist, durch einen massiven Steuerausfall einen starken Druck zu erzeugen, um auf diese Weise einen Abbau des Sozialstaates zu erzwingen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Ohne Paierl! Ohne Leitl!
Das ist ein Konzept der amerikanischen Rechten. Dort gibt es auch entsprechend große Gruppen, die solche sozialdarwinistische Positionen vertreten. – Ich aber möchte sehr deutlich sagen: Die sozialdemokratische Partei wird – und ich glaube, ich kann auch für unseren Koalitionspartner sprechen (Abg. Mag. Stadler: Ohne Paierl! Ohne Leitl!) – alles tun, um zu verhindern, daß solche sozialdarwinistischen Versuche, das österreichische Sozial- und Wirtschaftssystem zurückzurollen, Erfolg haben. Wir stehen für einen leistungsfähigen österreichischen Sozialstaat. Das ist genau das Gegenteil von dem, was Sie mit der "flat tax" anstreben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Plus Paierl! Plus Leitl!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Plus Paierl! Plus Leitl!
Das ist ein Konzept der amerikanischen Rechten. Dort gibt es auch entsprechend große Gruppen, die solche sozialdarwinistische Positionen vertreten. – Ich aber möchte sehr deutlich sagen: Die sozialdemokratische Partei wird – und ich glaube, ich kann auch für unseren Koalitionspartner sprechen (Abg. Mag. Stadler: Ohne Paierl! Ohne Leitl!) – alles tun, um zu verhindern, daß solche sozialdarwinistischen Versuche, das österreichische Sozial- und Wirtschaftssystem zurückzurollen, Erfolg haben. Wir stehen für einen leistungsfähigen österreichischen Sozialstaat. Das ist genau das Gegenteil von dem, was Sie mit der "flat tax" anstreben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Plus Paierl! Plus Leitl!)
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zweiter Punkt: Die Steuerreform muß kleine und mittlere Einkommen entlasten. Man muß sich dabei auch klar darüber sein, daß gerade für kleine und mittlere Einkommen, für Familien die wirkliche Entlastungswirkung von der Transferseite über staatliche Leistungen geschieht. Genau das werden wir ab 1. Jänner 1999 tun, wenn die Familienbeihilfen um 12 Milliarden Schilling erhöht werden. Das wird eben den kleinen und mittleren Einkommen zugute kommen. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Dritter Punkt: Wir werden für die steuerliche Entlastung des Faktors Arbeit und für eine stärkere Steuergerechtigkeit zwischen Arbeit und Kapital eintreten. Das heißt zum Beispiel, daß nicht nur die Lohnkosten, sondern auch realisierte Wertzuwächse steuerlich zu erfassen sind. (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Vierter Punkt: Wir halten uns an die vereinbarte Vorgangsweise, die der Herr Finanzminister hier geschildert hat. Auf diese Weise werden wir eine solide, gerechte und langfristig wirkungsvolle Steuerreform durchführen. Sie wird planmäßig mit 1. Jänner 2000 in Kraft treten. Dafür garantieren sowohl diese Regierung als auch im speziellen Finanzminister Edlinger. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Wie die ÖVP!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eine bevorstehende Steuerreform – ebenso wie eine Debatte über eine solche Steuerreform – ist selbstverständlich auf der ganzen Welt eine Versuchung, mit einem Paket von Forderungen an den Finanzminister heranzutreten und damit eine Art Lizitationspolitik zu betreiben. (Abg. Böhacker: Wie die ÖVP!)
Abg. Mag. Stadler: So wie bei der Getränkesteuer!
Ich denke, wir sollten diesen Fehler nicht machen. (Abg. Mag. Stadler: So wie bei der Getränkesteuer!) Ich sage es ganz offen: Wir sollten es dem Finanzminister – das sage ich in aller Freundschaft – nicht so leicht machen, daß er zur Antwort geben kann: Ich bin nicht der Weihnachtsmann; was ihr da alles fordert, ist nicht erfüllbar, lassen wir es daher lieber gleich bleiben! – So einfach sollte man es meiner Ansicht nach keinem Finanzminister auf der ganzen Welt machen!
Abg. Mag. Stadler: Neuwahlen hat er angekündigt!
Herr Finanzminister! Wir wissen, daß Sie kein Weihnachtsmann sind. Wir wissen aber selbstverständlich auch, daß wir derzeit die höchste Abgaben- und Steuerquote in der Geschichte der Zweiten Republik haben. Ebenso wissen wir, daß hier zwei Regierungsparteien gemeinsam eine Steuerreform machen müssen, die natürlich sehr unterschiedliche ordnungspolitische, ideologische und gesellschaftspolitische Positionen haben. Das ist gar keine Frage; das ist auch keine Schande. (Abg. Mag. Stadler: Neuwahlen hat er angekündigt!) Das ist eben der Unterschied zwischen Liebesheirat und Vernunftehe; gar keine Frage.
Abg. Mag. Stadler: Neuwahlen mit einem Pimperlthema!
Meine Damen und Herren! Selbstverständlich ist es primär sozialdemokratisches Gedankengut, möglichst viel zu verteilen, und um viel verteilen zu können, muß man möglichst viel einheben. Gar keine Frage! Wir von der Volkspartei bekennen uns dazu (Abg. Mag. Stadler: Neuwahlen mit einem Pimperlthema!), daß der Grundsatz gilt: Mehr Geld in der Hand des Bürgers und weniger Geld in der Hand des Staates! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Selbstverständlich ist es primär sozialdemokratisches Gedankengut, möglichst viel zu verteilen, und um viel verteilen zu können, muß man möglichst viel einheben. Gar keine Frage! Wir von der Volkspartei bekennen uns dazu (Abg. Mag. Stadler: Neuwahlen mit einem Pimperlthema!), daß der Grundsatz gilt: Mehr Geld in der Hand des Bürgers und weniger Geld in der Hand des Staates! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Schmidt: Und das ist es doch!
Meine Damen und Herren! Wir von der Volkspartei verstehen Sparen nicht im Sinne von Sparen zu Lasten des Bürgers (Abg. Dr. Schmidt: Und das ist es doch!), daher gibt es auch kein Gespenst eines neuen Sparpaketes, sondern für uns heißt Sparen: Sparen zu Lasten der Bürokratie und zur Entlastung des Bürgers, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Sie machen aber das Gegenteil!) Ich denke, es ist wichtig, auch das einmal festzustellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Trinkl – in Richtung Freiheitliche –: Hört zu, dann könnt ihr etwas lernen! – Abg. Haller: Genau das Gegenteil!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Sie machen aber das Gegenteil!
Meine Damen und Herren! Wir von der Volkspartei verstehen Sparen nicht im Sinne von Sparen zu Lasten des Bürgers (Abg. Dr. Schmidt: Und das ist es doch!), daher gibt es auch kein Gespenst eines neuen Sparpaketes, sondern für uns heißt Sparen: Sparen zu Lasten der Bürokratie und zur Entlastung des Bürgers, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Sie machen aber das Gegenteil!) Ich denke, es ist wichtig, auch das einmal festzustellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Trinkl – in Richtung Freiheitliche –: Hört zu, dann könnt ihr etwas lernen! – Abg. Haller: Genau das Gegenteil!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Trinkl – in Richtung Freiheitliche –: Hört zu, dann könnt ihr etwas lernen! – Abg. Haller: Genau das Gegenteil!
Meine Damen und Herren! Wir von der Volkspartei verstehen Sparen nicht im Sinne von Sparen zu Lasten des Bürgers (Abg. Dr. Schmidt: Und das ist es doch!), daher gibt es auch kein Gespenst eines neuen Sparpaketes, sondern für uns heißt Sparen: Sparen zu Lasten der Bürokratie und zur Entlastung des Bürgers, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Sie machen aber das Gegenteil!) Ich denke, es ist wichtig, auch das einmal festzustellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Trinkl – in Richtung Freiheitliche –: Hört zu, dann könnt ihr etwas lernen! – Abg. Haller: Genau das Gegenteil!)
Abg. Mag. Stadler: So ein Schmarren!
Wir werden auch nicht der Verlockung verfallen, uns dem Modell der "flat tax" zuzuneigen. Meine Meinung deckt sich dabei völlig mit jener des Herrn Finanzministers. Die "flat tax" war in der Geschichte über Jahrhunderte hinweg ein sehr erfolgreiches Konzept. Sie war das Steuerkonzept des Mittelalters: 10 Prozent Zehent ist das gleiche wie die "flat tax". Es war ein erfolgreiches Konzept für das Mittelalter, meine Damen und Herren (Abg. Mag. Stadler: So ein Schmarren!), aber es vernachlässigt alle Erfahrungen der Finanzpolitik und der Finanzwissenschaft der letzten 200 Jahre! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Herr Kollege Stadler! Das tut Ihnen weh, wenn ich das sage! (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Schmarren!) Ich verstehe Ihre Aufgeregtheit. Seien Sie damit zufrieden, daß es ein erfolgreiches Konzept für das Mittelalter war. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Landesrat Leitl, oberösterreichische ÖVP! Landesrat Paierl, steiermärkische ÖVP! – Abg. Dr. Khol: Auch die Kuenringer!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir werden auch nicht der Verlockung verfallen, uns dem Modell der "flat tax" zuzuneigen. Meine Meinung deckt sich dabei völlig mit jener des Herrn Finanzministers. Die "flat tax" war in der Geschichte über Jahrhunderte hinweg ein sehr erfolgreiches Konzept. Sie war das Steuerkonzept des Mittelalters: 10 Prozent Zehent ist das gleiche wie die "flat tax". Es war ein erfolgreiches Konzept für das Mittelalter, meine Damen und Herren (Abg. Mag. Stadler: So ein Schmarren!), aber es vernachlässigt alle Erfahrungen der Finanzpolitik und der Finanzwissenschaft der letzten 200 Jahre! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Herr Kollege Stadler! Das tut Ihnen weh, wenn ich das sage! (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Schmarren!) Ich verstehe Ihre Aufgeregtheit. Seien Sie damit zufrieden, daß es ein erfolgreiches Konzept für das Mittelalter war. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Landesrat Leitl, oberösterreichische ÖVP! Landesrat Paierl, steiermärkische ÖVP! – Abg. Dr. Khol: Auch die Kuenringer!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Schmarren!
Wir werden auch nicht der Verlockung verfallen, uns dem Modell der "flat tax" zuzuneigen. Meine Meinung deckt sich dabei völlig mit jener des Herrn Finanzministers. Die "flat tax" war in der Geschichte über Jahrhunderte hinweg ein sehr erfolgreiches Konzept. Sie war das Steuerkonzept des Mittelalters: 10 Prozent Zehent ist das gleiche wie die "flat tax". Es war ein erfolgreiches Konzept für das Mittelalter, meine Damen und Herren (Abg. Mag. Stadler: So ein Schmarren!), aber es vernachlässigt alle Erfahrungen der Finanzpolitik und der Finanzwissenschaft der letzten 200 Jahre! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Herr Kollege Stadler! Das tut Ihnen weh, wenn ich das sage! (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Schmarren!) Ich verstehe Ihre Aufgeregtheit. Seien Sie damit zufrieden, daß es ein erfolgreiches Konzept für das Mittelalter war. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Landesrat Leitl, oberösterreichische ÖVP! Landesrat Paierl, steiermärkische ÖVP! – Abg. Dr. Khol: Auch die Kuenringer!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Landesrat Leitl, oberösterreichische ÖVP! Landesrat Paierl, steiermärkische ÖVP! – Abg. Dr. Khol: Auch die Kuenringer!
Wir werden auch nicht der Verlockung verfallen, uns dem Modell der "flat tax" zuzuneigen. Meine Meinung deckt sich dabei völlig mit jener des Herrn Finanzministers. Die "flat tax" war in der Geschichte über Jahrhunderte hinweg ein sehr erfolgreiches Konzept. Sie war das Steuerkonzept des Mittelalters: 10 Prozent Zehent ist das gleiche wie die "flat tax". Es war ein erfolgreiches Konzept für das Mittelalter, meine Damen und Herren (Abg. Mag. Stadler: So ein Schmarren!), aber es vernachlässigt alle Erfahrungen der Finanzpolitik und der Finanzwissenschaft der letzten 200 Jahre! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Herr Kollege Stadler! Das tut Ihnen weh, wenn ich das sage! (Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Schmarren!) Ich verstehe Ihre Aufgeregtheit. Seien Sie damit zufrieden, daß es ein erfolgreiches Konzept für das Mittelalter war. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Landesrat Leitl, oberösterreichische ÖVP! Landesrat Paierl, steiermärkische ÖVP! – Abg. Dr. Khol: Auch die Kuenringer!)
Abg. Mag. Stadler: Leitl, Paierl – beide haben sich auch dafür ausgesprochen!
Meine Damen und Herren! Uns von der Volkspartei geht es aber, da Steuerpolitik Gesellschaftspolitik und Wirtschaftspolitik ist, auch darum (Abg. Mag. Stadler: Leitl, Paierl – beide haben sich auch dafür ausgesprochen!), klar folgendes herauszuarbeiten: Was sind die steuerpolitischen, ordnungspolitischen, gesellschaftspolitischen und wirtschaftspolitischen Ziele einer Steuerreform?
Beifall bei der ÖVP.
Erstes Ziel: Stärkung der Familie. Ich bin sehr froh darüber, daß wir heute schon sagen können: Dieses Ziel ist durch massives Eintreten unserer Volkspartei bereits erreicht, meine sehr verehrten Damen und Herren! Seien Sie ehrlich: Wer hätte vor zwei Jahren geglaubt, daß wir bereits vor der großen Debatte über die Steuerreform die Entlastung der Familie als abgehakt bezeichnen können?! (Beifall bei der ÖVP.) Ein Erfolg unseres Familienministers, aber auch ein Erfolg der gesamten Regierung und der Mehrheit hier im Hohen Haus! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: ... Ablösegesetz!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: ... Ablösegesetz!
Erstes Ziel: Stärkung der Familie. Ich bin sehr froh darüber, daß wir heute schon sagen können: Dieses Ziel ist durch massives Eintreten unserer Volkspartei bereits erreicht, meine sehr verehrten Damen und Herren! Seien Sie ehrlich: Wer hätte vor zwei Jahren geglaubt, daß wir bereits vor der großen Debatte über die Steuerreform die Entlastung der Familie als abgehakt bezeichnen können?! (Beifall bei der ÖVP.) Ein Erfolg unseres Familienministers, aber auch ein Erfolg der gesamten Regierung und der Mehrheit hier im Hohen Haus! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: ... Ablösegesetz!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haller: Reden kann er ja gut, der Herr Kollege, aber an den Taten soll er gemessen werden!
Zweites Ziel: Entlastung des leistungsfähigen Mittelstandes. Meine Damen und Herren! Das ist eine zweite wichtige Zielsetzung für diese Steuerreform. Leistung muß sich wieder lohnen! Dafür müssen wir den Steuerdruck mindern. Gar keine Frage! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haller: Reden kann er ja gut, der Herr Kollege, aber an den Taten soll er gemessen werden!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Das ist ein "Pimperlthema"!
Dritter Schwerpunkt – und ich wundere mich darüber, daß von unserem Koalitionspartner so wenige Vorschläge zu diesem Thema kommen –: Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich. Das ist Beschäftigungssicherung, das ist Arbeitsplatzpolitik, meine Damen und Herren: Entlastung des Wirtschaftsstandortes Österreich! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Das ist ein "Pimperlthema"!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Aber schon auch der Schenkungssteuer!
Ich gehe jetzt auf keine Details ein, sondern nenne nur zwei Beispiele: zunächst die Abschaffung der Erbschaftssteuer bei Betriebsübergabe. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Aber schon auch der Schenkungssteuer!) Ich lese in Zeitungsinseraten: Neue Arbeit durch neue Unternehmer. – Wenn wir das ernst meinen, ist die Erbschaftssteuer bei Betriebsübernahme als Jobkiller sofort abzuschaffen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich gehe jetzt auf keine Details ein, sondern nenne nur zwei Beispiele: zunächst die Abschaffung der Erbschaftssteuer bei Betriebsübergabe. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Aber schon auch der Schenkungssteuer!) Ich lese in Zeitungsinseraten: Neue Arbeit durch neue Unternehmer. – Wenn wir das ernst meinen, ist die Erbschaftssteuer bei Betriebsübernahme als Jobkiller sofort abzuschaffen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.
Ich lese: Neue Arbeit durch neue Unternehmen. Das heißt, bitte: Abschaffung der heutigen Diskriminierung des Eigenkapitals. Eigenkapital ist heute diskriminiert, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.) Ich bin da sehr hoffnungsfroh. (Abg. Dr. Ofner: Ihr seid ja in der Regierung! – Abg. Aumayr: Sie sind in der Regierung, Herr Kollege! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Ofner: Ihr seid ja in der Regierung! – Abg. Aumayr: Sie sind in der Regierung, Herr Kollege! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Ich lese: Neue Arbeit durch neue Unternehmen. Das heißt, bitte: Abschaffung der heutigen Diskriminierung des Eigenkapitals. Eigenkapital ist heute diskriminiert, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.) Ich bin da sehr hoffnungsfroh. (Abg. Dr. Ofner: Ihr seid ja in der Regierung! – Abg. Aumayr: Sie sind in der Regierung, Herr Kollege! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Haider: Wie lange ist die ÖVP schon in der Regierung?
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (fortsetzend): Ich bin sehr hoffnungsvoll, daß wir aus diesen Slogans konkrete Politik machen können (Abg. Dr. Haider: Wie lange ist die ÖVP schon in der Regierung?), das heißt, Politik zur Sicherung der Arbeitsplätze, Politik zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (fortsetzend): Ich bin sehr hoffnungsvoll, daß wir aus diesen Slogans konkrete Politik machen können (Abg. Dr. Haider: Wie lange ist die ÖVP schon in der Regierung?), das heißt, Politik zur Sicherung der Arbeitsplätze, Politik zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Es ist ein wirkliches Vergnügen ... (Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Es ist ein wirkliches Vergnügen, nach dem Abgeordneten Stummvoll zu sprechen. Man kann ihm einfach nicht widersprechen: Mehr Geld in der Hand des Bürgers, weniger beim Staat, Entlastung und Stärkung des Wirtschaftsstandorts! Herr Dr. Stummvoll, Sie haben meine Stimme! (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Nowotny: Aufhören!
Neue Arbeit durch neue Unternehmer: der neue Weg in die Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik. Meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten, Sie haben meine Stimme! (Abg. Dr. Nowotny: Aufhören!) Das ist doch großartig, endlich kommt in dieser Republik etwas in Bewegung!
Abg. Edler: Da muß man die richtige Seite zeigen!
Das einzige Problem, das ich habe, ist diese Seite, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien! (Der Redner hält ein unbeschriebenes Blatt Papier in die Höhe.) Da steht nichts darauf, bisher waren es nur Worte. (Abg. Edler: Da muß man die richtige Seite zeigen!) Aber dahinter ist noch nichts.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Erst nach der Wahl!
Jetzt möchte ich vorschlagen, daß Sie das einfach tun, was Sie sagen. Ich finde es toll, daß Sie in der Regierung sind, daß Sie die Mehrheit haben und daß Sie gute Vorschläge machen. Jetzt tun Sie es doch auch, bitte schön! Das scheint der Punkt zu sein. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Erst nach der Wahl!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Nowotny hat vom politischen Kleingeld gesprochen. Herr Finanzminister! Wechseln Sie nicht ein bißchen politisches Kleingeld, wenn Sie genau wissen, daß der 13. und 14. Monatsbezug ein Privileg der hier sitzenden Besserverdienenden ist? – Ein Privileg der Abgeordneten, der Politiker, der Journalisten, der gut verdienenden DirektorInnen, der gut verdienenden Manager – deren Privileg ist es! Es ist nicht das Privileg der kleinen Leute, sondern sie sind es, die dieses Privileg durch zu hohe Steuersätze bezahlen. Das ist das Thema! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Bundesminister Edlinger: Das ist nicht von mir!
Daß Sie von der Europäischen Zentralbank Zinssenkungen verlangen, halte ich für legitim. Daß Sie die Frage stellen, ob man die Investitionen des Staates aus der Defizitquote herausrechnen sollte, halte ich hingegen für ein sehr gefährliches Spiel. (Beifall beim Liberalen Forum. – Bundesminister Edlinger: Das ist nicht von mir!) Darüber wurde auf europäischer Ebene gesprochen. Sie waren dabei und haben sich im anschließenden Interview ... (Bundesminister Edlinger: Kommissar Monti hat diesen Vorschlag gemacht!) Sie treten diesem Vorschlag also nicht bei? (Bundesminister Edlinger: Ich habe gesagt, man muß darüber diskutieren!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich weise darauf hin, daß die Zinssteuerquote trotz sinkender Tendenz netto noch immer über 20 Prozent beträgt und daß wir in den letzten 30 Jahren im Vorgriff auf die Zukunft gelebt haben. Das müßte Sie, Herr Finanzminister – da auch Sie Enkelkinder haben –, genauso wie mich betreffen. Ich denke daher, die Währungspolitik sollte man bei der Europäischen Zentralbank belassen und sie nicht dem Wahlspiel der Finanzminister anheimstellen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Kiss: Exzellente Ausführungen!
Am Ende einer Legislaturperiode, da Ihr Koalitionspartner genauso wie Sie selbst – und wir selbstverständlich auch – in den Startlöchern für die Wahlen steht, zu erwarten, daß jetzt, abgesehen von einzelnen Zwischenrufen, in Ruhe die Optionen des Machbaren für die Steuerreform vorgelegt werden und Sie dann gemeinsam mit der ÖVP in Ruhe debattieren, was man machen kann und was nicht, das halte ich für absolut unwahrscheinlich, Herr Minister! Wir brauchen uns ja nur die heutige Rede von Herrn Kollegen Stummvoll anzuhören. Herr Kollege Stummvoll hat ... (Abg. Kiss: Exzellente Ausführungen!) Ja, exzellente Ausführung, mag schon sein (Abg. Dr. Khol: Dem haben Sie wenig entgegenzusetzen, Herr Kollege!), aber im wesentlichen hat er gesagt: Wir verlangen eine Steuerentlastung hier, wir verlangen eine Steuerentlastung dort (Abg. Dr. Trinkl: Das verlangen Sie auch!), wir verlangen eine Abschaffung der Erbschaftssteuer, wir verlangen eine Begünstigung des Mittelstandes und und und – ohne bei irgendeinem Punkt dazuzusagen, wie er sich die Finanzierung vorstellt. (Abg. Dr. Trinkl: O ja, das hat er eingangs gesagt!) Das habe ich nicht gehört. – Das also wird kommen? Ja, jetzt im Wahlkampf. (Abg. Dr. Khol: Das werden wir mit dem Finanzminister verhandeln!)
Abg. Dr. Khol: Dem haben Sie wenig entgegenzusetzen, Herr Kollege!
Am Ende einer Legislaturperiode, da Ihr Koalitionspartner genauso wie Sie selbst – und wir selbstverständlich auch – in den Startlöchern für die Wahlen steht, zu erwarten, daß jetzt, abgesehen von einzelnen Zwischenrufen, in Ruhe die Optionen des Machbaren für die Steuerreform vorgelegt werden und Sie dann gemeinsam mit der ÖVP in Ruhe debattieren, was man machen kann und was nicht, das halte ich für absolut unwahrscheinlich, Herr Minister! Wir brauchen uns ja nur die heutige Rede von Herrn Kollegen Stummvoll anzuhören. Herr Kollege Stummvoll hat ... (Abg. Kiss: Exzellente Ausführungen!) Ja, exzellente Ausführung, mag schon sein (Abg. Dr. Khol: Dem haben Sie wenig entgegenzusetzen, Herr Kollege!), aber im wesentlichen hat er gesagt: Wir verlangen eine Steuerentlastung hier, wir verlangen eine Steuerentlastung dort (Abg. Dr. Trinkl: Das verlangen Sie auch!), wir verlangen eine Abschaffung der Erbschaftssteuer, wir verlangen eine Begünstigung des Mittelstandes und und und – ohne bei irgendeinem Punkt dazuzusagen, wie er sich die Finanzierung vorstellt. (Abg. Dr. Trinkl: O ja, das hat er eingangs gesagt!) Das habe ich nicht gehört. – Das also wird kommen? Ja, jetzt im Wahlkampf. (Abg. Dr. Khol: Das werden wir mit dem Finanzminister verhandeln!)
Abg. Dr. Trinkl: Das verlangen Sie auch!
Am Ende einer Legislaturperiode, da Ihr Koalitionspartner genauso wie Sie selbst – und wir selbstverständlich auch – in den Startlöchern für die Wahlen steht, zu erwarten, daß jetzt, abgesehen von einzelnen Zwischenrufen, in Ruhe die Optionen des Machbaren für die Steuerreform vorgelegt werden und Sie dann gemeinsam mit der ÖVP in Ruhe debattieren, was man machen kann und was nicht, das halte ich für absolut unwahrscheinlich, Herr Minister! Wir brauchen uns ja nur die heutige Rede von Herrn Kollegen Stummvoll anzuhören. Herr Kollege Stummvoll hat ... (Abg. Kiss: Exzellente Ausführungen!) Ja, exzellente Ausführung, mag schon sein (Abg. Dr. Khol: Dem haben Sie wenig entgegenzusetzen, Herr Kollege!), aber im wesentlichen hat er gesagt: Wir verlangen eine Steuerentlastung hier, wir verlangen eine Steuerentlastung dort (Abg. Dr. Trinkl: Das verlangen Sie auch!), wir verlangen eine Abschaffung der Erbschaftssteuer, wir verlangen eine Begünstigung des Mittelstandes und und und – ohne bei irgendeinem Punkt dazuzusagen, wie er sich die Finanzierung vorstellt. (Abg. Dr. Trinkl: O ja, das hat er eingangs gesagt!) Das habe ich nicht gehört. – Das also wird kommen? Ja, jetzt im Wahlkampf. (Abg. Dr. Khol: Das werden wir mit dem Finanzminister verhandeln!)
Abg. Dr. Trinkl: O ja, das hat er eingangs gesagt!
Am Ende einer Legislaturperiode, da Ihr Koalitionspartner genauso wie Sie selbst – und wir selbstverständlich auch – in den Startlöchern für die Wahlen steht, zu erwarten, daß jetzt, abgesehen von einzelnen Zwischenrufen, in Ruhe die Optionen des Machbaren für die Steuerreform vorgelegt werden und Sie dann gemeinsam mit der ÖVP in Ruhe debattieren, was man machen kann und was nicht, das halte ich für absolut unwahrscheinlich, Herr Minister! Wir brauchen uns ja nur die heutige Rede von Herrn Kollegen Stummvoll anzuhören. Herr Kollege Stummvoll hat ... (Abg. Kiss: Exzellente Ausführungen!) Ja, exzellente Ausführung, mag schon sein (Abg. Dr. Khol: Dem haben Sie wenig entgegenzusetzen, Herr Kollege!), aber im wesentlichen hat er gesagt: Wir verlangen eine Steuerentlastung hier, wir verlangen eine Steuerentlastung dort (Abg. Dr. Trinkl: Das verlangen Sie auch!), wir verlangen eine Abschaffung der Erbschaftssteuer, wir verlangen eine Begünstigung des Mittelstandes und und und – ohne bei irgendeinem Punkt dazuzusagen, wie er sich die Finanzierung vorstellt. (Abg. Dr. Trinkl: O ja, das hat er eingangs gesagt!) Das habe ich nicht gehört. – Das also wird kommen? Ja, jetzt im Wahlkampf. (Abg. Dr. Khol: Das werden wir mit dem Finanzminister verhandeln!)
Abg. Dr. Khol: Das werden wir mit dem Finanzminister verhandeln!
Am Ende einer Legislaturperiode, da Ihr Koalitionspartner genauso wie Sie selbst – und wir selbstverständlich auch – in den Startlöchern für die Wahlen steht, zu erwarten, daß jetzt, abgesehen von einzelnen Zwischenrufen, in Ruhe die Optionen des Machbaren für die Steuerreform vorgelegt werden und Sie dann gemeinsam mit der ÖVP in Ruhe debattieren, was man machen kann und was nicht, das halte ich für absolut unwahrscheinlich, Herr Minister! Wir brauchen uns ja nur die heutige Rede von Herrn Kollegen Stummvoll anzuhören. Herr Kollege Stummvoll hat ... (Abg. Kiss: Exzellente Ausführungen!) Ja, exzellente Ausführung, mag schon sein (Abg. Dr. Khol: Dem haben Sie wenig entgegenzusetzen, Herr Kollege!), aber im wesentlichen hat er gesagt: Wir verlangen eine Steuerentlastung hier, wir verlangen eine Steuerentlastung dort (Abg. Dr. Trinkl: Das verlangen Sie auch!), wir verlangen eine Abschaffung der Erbschaftssteuer, wir verlangen eine Begünstigung des Mittelstandes und und und – ohne bei irgendeinem Punkt dazuzusagen, wie er sich die Finanzierung vorstellt. (Abg. Dr. Trinkl: O ja, das hat er eingangs gesagt!) Das habe ich nicht gehört. – Das also wird kommen? Ja, jetzt im Wahlkampf. (Abg. Dr. Khol: Das werden wir mit dem Finanzminister verhandeln!)
Abg. Dr. Khol: Da stimme ich Ihnen zu!
Niemals werden Sie das tatsächlich machen! Sie werden genau das gleiche machen wie die FPÖ, nämlich Steuervorschläge hinauflizitieren, und ob das dann 10, 20, 40 oder 50 Milliarden Schilling kostet, ist Wurscht. Der qualitative – oder, wenn Sie so wollen, quantitative – Unterschied ist, daß die "flat tax" der Freiheitlichen nach meiner – zugegeben oberflächlichen – Einschätzung mindestens 100 Milliarden Schilling Steueraufkommensausfall kosten wird. (Abg. Dr. Khol: Da stimme ich Ihnen zu!) Das kann sich Österreich schlicht nicht leisten, außer man will das, was Herr Rabushka in Wirklichkeit will: den Staat ruinieren. Wie hast du (in Richtung des Abg. Dr. Nowotny) es genannt? (Abg. Dr. Nowotny: Aushungern!) Nicht ruinieren, sondern aushungern; aber das läuft auf dasselbe hinaus. (Abg. Dr. Khol: Sozialrückbau zu Lasten der Menschen!)
in Richtung des Abg. Dr. Nowotny
Niemals werden Sie das tatsächlich machen! Sie werden genau das gleiche machen wie die FPÖ, nämlich Steuervorschläge hinauflizitieren, und ob das dann 10, 20, 40 oder 50 Milliarden Schilling kostet, ist Wurscht. Der qualitative – oder, wenn Sie so wollen, quantitative – Unterschied ist, daß die "flat tax" der Freiheitlichen nach meiner – zugegeben oberflächlichen – Einschätzung mindestens 100 Milliarden Schilling Steueraufkommensausfall kosten wird. (Abg. Dr. Khol: Da stimme ich Ihnen zu!) Das kann sich Österreich schlicht nicht leisten, außer man will das, was Herr Rabushka in Wirklichkeit will: den Staat ruinieren. Wie hast du (in Richtung des Abg. Dr. Nowotny) es genannt? (Abg. Dr. Nowotny: Aushungern!) Nicht ruinieren, sondern aushungern; aber das läuft auf dasselbe hinaus. (Abg. Dr. Khol: Sozialrückbau zu Lasten der Menschen!)
Abg. Dr. Nowotny: Aushungern!
Niemals werden Sie das tatsächlich machen! Sie werden genau das gleiche machen wie die FPÖ, nämlich Steuervorschläge hinauflizitieren, und ob das dann 10, 20, 40 oder 50 Milliarden Schilling kostet, ist Wurscht. Der qualitative – oder, wenn Sie so wollen, quantitative – Unterschied ist, daß die "flat tax" der Freiheitlichen nach meiner – zugegeben oberflächlichen – Einschätzung mindestens 100 Milliarden Schilling Steueraufkommensausfall kosten wird. (Abg. Dr. Khol: Da stimme ich Ihnen zu!) Das kann sich Österreich schlicht nicht leisten, außer man will das, was Herr Rabushka in Wirklichkeit will: den Staat ruinieren. Wie hast du (in Richtung des Abg. Dr. Nowotny) es genannt? (Abg. Dr. Nowotny: Aushungern!) Nicht ruinieren, sondern aushungern; aber das läuft auf dasselbe hinaus. (Abg. Dr. Khol: Sozialrückbau zu Lasten der Menschen!)
Abg. Dr. Khol: Sozialrückbau zu Lasten der Menschen!
Niemals werden Sie das tatsächlich machen! Sie werden genau das gleiche machen wie die FPÖ, nämlich Steuervorschläge hinauflizitieren, und ob das dann 10, 20, 40 oder 50 Milliarden Schilling kostet, ist Wurscht. Der qualitative – oder, wenn Sie so wollen, quantitative – Unterschied ist, daß die "flat tax" der Freiheitlichen nach meiner – zugegeben oberflächlichen – Einschätzung mindestens 100 Milliarden Schilling Steueraufkommensausfall kosten wird. (Abg. Dr. Khol: Da stimme ich Ihnen zu!) Das kann sich Österreich schlicht nicht leisten, außer man will das, was Herr Rabushka in Wirklichkeit will: den Staat ruinieren. Wie hast du (in Richtung des Abg. Dr. Nowotny) es genannt? (Abg. Dr. Nowotny: Aushungern!) Nicht ruinieren, sondern aushungern; aber das läuft auf dasselbe hinaus. (Abg. Dr. Khol: Sozialrückbau zu Lasten der Menschen!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wie kommen Sie auf 100 Milliarden?
Herr Kollege Trattner! Ich wäre sehr dankbar – wo ist er; er ist im Moment nicht da –, wenn ich auch einmal die endgültige Fassung Ihres Steuermodells bekommen könnte. Ich kann nur sagen: Wenn Sie im Ernst erwarten, daß dieser Steuerausfall von 100 Milliarden Schilling über Wachstumseffekte hereinkommt – bitte, Sie brauchen erstens die entsprechenden ... (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wie kommen Sie auf 100 Milliarden?)
Abg. Dr. Haider: Es geht auch um die Arbeitsplätze! Mehr Einkommen, mehr Arbeitsplätze, mehr Investitionen! Ist das so schwer verständlich?
Bei einer "flat tax" von 23 Prozent, mit der Sie de facto – ich kann es nicht genau errechnen, weil Sie mir die Unterlagen noch nicht gegeben haben, aber über den Daumen gepeilt – zwei Drittel aller Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen aus der Lohn- und Einkommensteuer herausnehmen, frage ich mich ernsthaft, warum Sie die Lohn- und Einkommensteuer nicht überhaupt abschaffen wollen. Das wäre doch viel einfacher! Dann hätten wir endgültig ein regressives Steuersystem. Aber das scheint Sie nicht zu bekümmern. (Abg. Dr. Haider: Es geht auch um die Arbeitsplätze! Mehr Einkommen, mehr Arbeitsplätze, mehr Investitionen! Ist das so schwer verständlich?) Geh, bitte! (Abg. Dr. Haider: Ist es so schwer verständlich, daß mehr Investitionen mehr Arbeitsplätze schaffen? – Abg. Dr. Nowotny: Pseudo-Ökonom Haider!)
Abg. Dr. Haider: Ist es so schwer verständlich, daß mehr Investitionen mehr Arbeitsplätze schaffen? – Abg. Dr. Nowotny: Pseudo-Ökonom Haider!
Bei einer "flat tax" von 23 Prozent, mit der Sie de facto – ich kann es nicht genau errechnen, weil Sie mir die Unterlagen noch nicht gegeben haben, aber über den Daumen gepeilt – zwei Drittel aller Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen aus der Lohn- und Einkommensteuer herausnehmen, frage ich mich ernsthaft, warum Sie die Lohn- und Einkommensteuer nicht überhaupt abschaffen wollen. Das wäre doch viel einfacher! Dann hätten wir endgültig ein regressives Steuersystem. Aber das scheint Sie nicht zu bekümmern. (Abg. Dr. Haider: Es geht auch um die Arbeitsplätze! Mehr Einkommen, mehr Arbeitsplätze, mehr Investitionen! Ist das so schwer verständlich?) Geh, bitte! (Abg. Dr. Haider: Ist es so schwer verständlich, daß mehr Investitionen mehr Arbeitsplätze schaffen? – Abg. Dr. Nowotny: Pseudo-Ökonom Haider!)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Ein bißchen Arithmetik ... (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) – einen Schlußsatz noch –, ein bißchen Arithmetik, Herr Kollege Haider: Um 100 Milliarden Schilling hereinzubringen, bräuchten Sie ein zusätzliches Wachstum beim Sozialprodukt in der Größenordnung von 10 bis 15 Prozent! Bitte! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums. – Abg. Dr. Haider: Fragen Sie Professor Schneider! – Abg. Dr. Van der Bellen – das Rednerpult verlassend –: Schneider frage ich nicht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums. – Abg. Dr. Haider: Fragen Sie Professor Schneider! – Abg. Dr. Van der Bellen – das Rednerpult verlassend –: Schneider frage ich nicht!
Ein bißchen Arithmetik ... (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) – einen Schlußsatz noch –, ein bißchen Arithmetik, Herr Kollege Haider: Um 100 Milliarden Schilling hereinzubringen, bräuchten Sie ein zusätzliches Wachstum beim Sozialprodukt in der Größenordnung von 10 bis 15 Prozent! Bitte! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums. – Abg. Dr. Haider: Fragen Sie Professor Schneider! – Abg. Dr. Van der Bellen – das Rednerpult verlassend –: Schneider frage ich nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Reinhart Gaugg (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Herr Bundesminister Edlinger, Sie haben in Ihren Ausführungen in der Aktuellen Stunde ein klares Schuldeinbekenntnis abgelegt, indem Sie gesagt haben, in den letzten Jahren seien die Belastungen bei den Arbeitern um 7 Prozent gestiegen und die Kapitalbesteuerung sei um 10 Prozent gesunken. Das sind Ihre Worte und Ihre Aussagen. Das heißt: ein klares Versagen der Sozialdemokratischen Partei in diesem Land! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie beklagen einerseits den Verlust von Milliarden Schilling, weil es zuviel Schwarzarbeit in Österreich gäbe, andererseits treiben Sie die Menschen geradezu in die Schwarzarbeit, weil sie aufgrund Ihrer Steuerpolitik sonst nicht mehr überleben würden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Herr Rabushka ist kein Nobelpreisträger!
Da kommt es dann zu Redebeiträgen Ihres Budget- und Finanzsprechers Nowotny, in denen von Sektierern die Rede ist. Immerhin handelt es sich auch um Nobelpreisträger, und von denen – von Becker und anderen – sind Sie meilenweit entfernt. (Abg. Dr. Nowotny: Herr Rabushka ist kein Nobelpreisträger!)
Abg. Edler: Der Gorbach?
Ich sage Ihnen dazu eines, da auch Sie, Herr Klubobmann Khol, vom Mittelalter sprechen. Hier habe ich einen Brief vom 30. Oktober 1998 – wenn das für Sie Mittelalter ist, dann mag es so sein –, darin schreibt ein Vorarlberger an die ÖVP-Bundespartei (Abg. Edler: Der Gorbach?): Ihre Stellungnahmen gegenüber dem FP-Steuermodell "flat tax" sind für uns ein weiteres Negativsignal der ÖVP. Wir sind eine Vorarlberger Familie mit zwei Kindern und einem Familieneinkommen. Für uns ist die derzeitige Steuerbelastung unerträglich. – Das wird dann näher begründet.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Sehr gut! Hat das einer von der "F" geschrieben?
Weiter heißt es darin: Wir haben bisher Ihre Partei gewählt. Jetzt ist es offensichtlich Zeit für einen Wechsel. – Das sollte zum Nachdenken anregen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Sehr gut! Hat das einer von der "F" geschrieben?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wo bleibt denn der Einsatz der Regierungsparteien für den einfachen Arbeiter und Angestellten in dieser Republik? – Sie unterstützen in Österreich das Nichtstun nachweislich mehr als die Arbeit! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie unterstützen das Nichtstun und belasten die Arbeit!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Na, dann rechnen Sie es einmal nach, und dann reden wir darüber, dann diskutieren wir darüber! Aber wenn Sie schon von Haus aus nein dazu sagen, dann zeigt das nur, daß auch Sie einer von jenen sind, die an einem Regierungssyndrom leiden und nach dem Motto: "Mir san mir, und auf alles, was von der Opposition kommt, sagen wir nein!" vorgehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dafür sollten Sie sich schämen! Wenn nämlich alle Betroffenen solche Anträge stellen würden, dann könnten Sie das derzeit bereits nicht mehr finanzieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Der zweite Schritt einer Steuerreform wird im kommenden Frühjahr festgeschrieben, und ich kann Ihnen garantieren, daß die österreichische Sozialdemokratie größten Wert darauf legen wird, daß diese "Steuerreform 2000" sozial gerecht ist, daß kleinere und mittlere Einkommen entlastet werden, daß die Leistungsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft nach wie vor nachhaltig gegeben sein wird – so wie sie das ja auch jetzt tagtäglich beweist. Ich kann Ihnen auch versichern, daß wir nicht bereit sein werden, den leistungsfähigen österreichischen Sozialstaat aus gesamtwirtschaftlichen Interessen aufzugeben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! In diesem Sinne schließe ich meinen Beitrag zu dieser Debatte, die ja im übrigen nur einen sehr populistischen Charakter hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Aber keinen Kopf!
Thema Nummer eins, unser eigenes Steuerkonzept. Wir von der ÖVP haben im Juni dieses Jahres ein Steuerreformkonzept vorgelegt, das Hand und Fuß hat. (Abg. Dr. Haider: Aber keinen Kopf!) Dieses Konzept weist vor allem ganz klar in eine Richtung: Wir wollen eine Steuersenkung für den Mittelstand, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Thema Nummer eins, unser eigenes Steuerkonzept. Wir von der ÖVP haben im Juni dieses Jahres ein Steuerreformkonzept vorgelegt, das Hand und Fuß hat. (Abg. Dr. Haider: Aber keinen Kopf!) Dieses Konzept weist vor allem ganz klar in eine Richtung: Wir wollen eine Steuersenkung für den Mittelstand, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Und sonst bleibt alles gleich?! Das ist schon eine Steuerreform?!
Das ungeheure derzeitige Aufkommen an Lohnsteuer und seine starke Zunahme in den letzten Jahren geben Anlaß dazu, die mittleren Tarifstufen um 2 Prozent zu senken. Das bedeutet nach unserem Konzept für den Durchschnittsverdiener, der derzeit im Jahr ungefähr 300 000 S verdient, eine Senkung seiner Steuerlast um 7 600 S oder 11 Prozent pro Jahr. Das sind keine Peanuts, sondern das ist – das möchte ich ausdrücklich festhalten – für den Durchschnittsverdiener eine wesentliche Steuerentlastung! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Peter: Und sonst bleibt alles gleich?! Das ist schon eine Steuerreform?!)
Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.
Wenn man sich wiederum auf den Durchschnittsverdiener von 300 000 S Jahreseinkommen bezieht, dann stellt man fest, dieser würde nach Ihrem neuen Steuerreformkonzept eine Lohnsteuerentlastung von 2 900 S im Monat erhalten. Wenn wir uns hingegen einen Steuerzahler anschauen, der eine Million im Jahr verdient, dann sieht man, dieser würde nach Ihrem neuesten Konzept eine monatliche Entlastung von 13 000 S erhalten. – Und da wollen Sie uns heute hier blauäugig erklären, der Besserverdiener werde bei Ihnen nicht besonders bevorzugt, sondern für Sie sei immer noch der kleine Mann entscheidend?! (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Unglaublich!
Meine Damen und Herren! Sie haben sich heute damit, wie Sie dieses Konzept vorgelegt haben, auch entlarvt. Sie haben den Millionär im Auge und nicht den kleinen Mann, und das ist ein wesentlicher Unterschied zu unserer Steuerpolitik! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Unglaublich!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.
Ich möchte einen dritten kurzen Punkt zu unseren lieben Kollegen von der sozialdemokratischen Fraktion sagen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.) Wir kennen uns bei Ihnen langsam nicht mehr aus! Sie haben uns zuerst erklärt, Sie warten zu. Sie haben uns dann einmal über den Herrn Finanzminister erklärt, eine Steuerreform habe im derzeitigen Budget eigentlich zu wenig Pouvoir. Der Herr Bundeskanzler wolle aber trotzdem rasch eine Steuerreform abschließen. – Und nach dem SPÖ-Parteitag vom letzten Wochenende haben wir gehört, ohne eine Aktiensteuer gehe keine Steuerreform.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Richtig!
Es würde mich sehr interessieren, einmal von Ihnen zu hören oder zu lesen, welche Steuerreform Sie eigentlich machen wollen. Wir vermissen nach wie vor ein Konzept von Ihnen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Richtig!)
Abg. Edler: Haben Sie dem Finanzminister zugehört?!
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Ich fordere Sie auf: Legen Sie ein Konzept vor, über das wir reden können! (Abg. Edler: Haben Sie dem Finanzminister zugehört?!) Kehren Sie vom Parteitag zurück an den Verhandlungstisch und reden Sie mit uns darüber, wie man dem durchschnittlich verdienenden Österreicher mit einer Steuerentlastung wieder zu mehr Geld in der Tasche verhelfen könnte! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren von der SPÖ! Ich fordere Sie auf: Legen Sie ein Konzept vor, über das wir reden können! (Abg. Edler: Haben Sie dem Finanzminister zugehört?!) Kehren Sie vom Parteitag zurück an den Verhandlungstisch und reden Sie mit uns darüber, wie man dem durchschnittlich verdienenden Österreicher mit einer Steuerentlastung wieder zu mehr Geld in der Tasche verhelfen könnte! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Herrn Bundesminister Edlinger zur Reform der Steuern im Bereich der unselbständig Erwerbstätigen nichts anderes einfällt, als daß er sagt, es muß jedenfalls die Struktur gleich bleiben – das heißt, ein Sechstel des Jahreseinkommens muß steuerfrei oder annähernd steuerfrei bleiben; dafür wird der Rest umso höher besteuert, damit im Mischverhältnis den Unselbständigen eine Begünstigung zukommt –, dann ist das überhaupt nicht nachvollziehbar! Warum muß das so bewerkstelligt werden, daß man ein Sechstel annähernd steuerfrei hält und fünf Sechstel hoch besteuert? Warum kann man nicht den gesamten Jahresbezug mit niedrigeren Steuern fair besteuern? (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zuerst nimmt man es ihnen weg – und dann gibt man es ihnen in Form eines Transfers wieder zurück. Transfers werden Sie dort brauchen, wo die Leute gar kein Einkommen haben oder ein so niedriges, daß sie froh wären, wenn sie ein höheres hätten und Steuern zahlen müßten. Für diese Menschen brauchen Sie Transfermittel. Sie brauchen Transfermittel doch nicht primär bei jenen Leuten einzusetzen, die ohnedies Steuern zahlen! Nehmen Sie diesen Leuten lieber weniger Steuern weg, Sie könnten sich dadurch die eine oder andere Beihilfe ersparen. Aber das würde eine tiefgreifende Strukturreform erfordern. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Herr Bundesminister! Das ist auch ein Thema beim Finanzausgleich. Ich denke dabei zum Beispiel an die Sozialhilfe, eine Frage, die bei den Bundesländern liegt und dort im argen ist, weil es noch nicht einmal gelingt, bundeseinheitliche Standards zu entwickeln. Ich gebe zu, das alles sind nicht Ihre unmittelbaren Themen, aber betroffen ist Ihr Ressort jedes Mal wieder, und zwar durch die Hintertür des Finanzausgleichs. Daher machen Sie, Herr Bundesminister, von der Stärke, die Sie als Finanzminister als der für den Budgetvollzug Verantwortliche haben, Gebrauch und treiben Sie Ihre Regierungskollegen vor sich hier, statt daß Sie sagen: Ich kann leider nicht, weil der will nicht, die will nicht, und der läßt mich nicht. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Abg. Mag. Peter: Aber wieso denn nicht?!
Natürlich müßte man auch über die Steuerbegünstigung beim 13. und 14. Gehalt sprechen, aber nicht in der Form, wie Kollege Peter das verlangt. (Abg. Mag. Peter: Aber wieso denn nicht?!) Selbstverständlich gibt es da auch Möglichkeiten, zu differenzieren, Kollege Peter! Es gab darüber bereits Vorschläge, die teilweise von Vorgängern des Herrn Finanzministers gemacht worden sind. Daher hütet sich ja Herr Bundesminister Edlinger so davor, diese Vorschläge wieder einmal in den Mund zu nehmen. Denn im Prinzip sind alle Finanzminister bisher daran gescheitert: an einer Debatte über das Tabu der Besteuerung des 13. und 14. Gehalts, an der Debatte über eine, wie ich meine, gerechte Form, ihn zu besteuern. Er spricht dieses Thema nicht an. – Das scheint klug zu sein, ist es aber nicht. Es ist in jedem Fall sozial ungerecht.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Ich möchte abschließend, und das vor allem an die Adresse der ÖVP und FPÖ, aber leider in diesem Fall auch an die Adresse der Liberalen gerichtet, sagen – wir werden ja heute am Nachmittag noch einmal darüber diskutieren können –: Einen armen, schlanken Staat können sich nur die Reichen leisten, aber nicht diejenigen, die ihn wirklich brauchen! (Beifall bei den Grünen.)
Allgemeine Heiterkeit, da Bundesminister Dr. Farnleitner auf der Regierungsbank sitzt. – Der Redner dreht sich um und bemerkt seinen Irrtum.
Abgeordneter Heinz Anton Marolt (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Leider ist der Herr Wirtschaftsminister heute nicht anwesend ... (Allgemeine Heiterkeit, da Bundesminister Dr. Farnleitner auf der Regierungsbank sitzt. – Der Redner dreht sich um und bemerkt seinen Irrtum.) Er ist da, was mich sehr freut. (Abg. Schwarzenberger: So geht die FPÖ mit der Wahrheit um!) Sie können sich schon wieder beruhigen. Auch die Abgeordneten der FPÖ haben hinten keine Augen. Es freut mich, daß der Herr Minister zwischenzeitlich eingelangt ist. (Abg. Auer: Brauchen Sie eine Brille?) Das werden wir erst sehen. Noch nicht! (Abg. Auer: Noch nicht, aber Zeit wird’s! – Abg. Dr. Graf: Der Herr Minister ist auf leisen Sohlen durch die Hintertür gekommen!)
Abg. Schwarzenberger: So geht die FPÖ mit der Wahrheit um!
Abgeordneter Heinz Anton Marolt (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Leider ist der Herr Wirtschaftsminister heute nicht anwesend ... (Allgemeine Heiterkeit, da Bundesminister Dr. Farnleitner auf der Regierungsbank sitzt. – Der Redner dreht sich um und bemerkt seinen Irrtum.) Er ist da, was mich sehr freut. (Abg. Schwarzenberger: So geht die FPÖ mit der Wahrheit um!) Sie können sich schon wieder beruhigen. Auch die Abgeordneten der FPÖ haben hinten keine Augen. Es freut mich, daß der Herr Minister zwischenzeitlich eingelangt ist. (Abg. Auer: Brauchen Sie eine Brille?) Das werden wir erst sehen. Noch nicht! (Abg. Auer: Noch nicht, aber Zeit wird’s! – Abg. Dr. Graf: Der Herr Minister ist auf leisen Sohlen durch die Hintertür gekommen!)
Abg. Auer: Brauchen Sie eine Brille?
Abgeordneter Heinz Anton Marolt (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Leider ist der Herr Wirtschaftsminister heute nicht anwesend ... (Allgemeine Heiterkeit, da Bundesminister Dr. Farnleitner auf der Regierungsbank sitzt. – Der Redner dreht sich um und bemerkt seinen Irrtum.) Er ist da, was mich sehr freut. (Abg. Schwarzenberger: So geht die FPÖ mit der Wahrheit um!) Sie können sich schon wieder beruhigen. Auch die Abgeordneten der FPÖ haben hinten keine Augen. Es freut mich, daß der Herr Minister zwischenzeitlich eingelangt ist. (Abg. Auer: Brauchen Sie eine Brille?) Das werden wir erst sehen. Noch nicht! (Abg. Auer: Noch nicht, aber Zeit wird’s! – Abg. Dr. Graf: Der Herr Minister ist auf leisen Sohlen durch die Hintertür gekommen!)
Abg. Auer: Noch nicht, aber Zeit wird’s! – Abg. Dr. Graf: Der Herr Minister ist auf leisen Sohlen durch die Hintertür gekommen!
Abgeordneter Heinz Anton Marolt (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Leider ist der Herr Wirtschaftsminister heute nicht anwesend ... (Allgemeine Heiterkeit, da Bundesminister Dr. Farnleitner auf der Regierungsbank sitzt. – Der Redner dreht sich um und bemerkt seinen Irrtum.) Er ist da, was mich sehr freut. (Abg. Schwarzenberger: So geht die FPÖ mit der Wahrheit um!) Sie können sich schon wieder beruhigen. Auch die Abgeordneten der FPÖ haben hinten keine Augen. Es freut mich, daß der Herr Minister zwischenzeitlich eingelangt ist. (Abg. Auer: Brauchen Sie eine Brille?) Das werden wir erst sehen. Noch nicht! (Abg. Auer: Noch nicht, aber Zeit wird’s! – Abg. Dr. Graf: Der Herr Minister ist auf leisen Sohlen durch die Hintertür gekommen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Doch Vranitzky hatte keine Gelegenheit mehr, das von ihm Erkannte umzusetzen und den Tourismus wirklich zur Kanzlersache zu machen. Vranitzky hat sich aber immerhin die statistischen Zahlen, die jetzt Ihr Ministerium, Herr Minister, aktualisiert hat, genauer angesehen, als Sie dies nun als zuständiger Minister tun, obwohl er letztendlich für den Tourismusbereich auch nichts anderes gemacht hat, als weitere Belastungen zu schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Blau auch?
Sie brauchen, Herr Bundesminister, nicht einmal grandiose Einfälle oder Ideen zu haben, die Wirtschaft draußen beziehungsweise die Tourismusbranche selbst gibt doch stetig Lösungen vor und stellt Forderungen! Selbst die Kämmerer aller Couleurs, ob von Rot, Schwarz oder Blau (Abg. Eder: Blau auch?), fordern seit Jahren die Umsetzung von politischen Maßnahmen und die Schaffung von Erleichterungen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Werfen Sie diese Studien und Situationsberichte weg, wenn Sie ohnehin nichts tun wollen oder aufgrund der sozialistischen Geiselhaft nichts tun dürfen! Schneiden Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, doch endlich die Nabelschnur zur SPÖ ab und besinnen Sie sich Ihres ureigensten Wahlauftrages, nämlich für die Wirtschaft dazusein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wissen Sie, Herr Minister, was die Leute draußen wirklich interessiert? – Ich werde es Ihnen sagen: Es ist das betriebliche Überleben, das Minuseigenkapital, der Termin, an dem Zinsen und Raten fällig sind, die Lieferantenrechnungen oder der Zustand der Betriebe, die sich Gedanken darüber machen, wie sie die alten Duschen, Bäder, Rohrleitungen, Teppiche erneuern sollen – und das bei über 103 Prozent an Lohnnebenkosten, wobei kein Geld vorhanden ist und darüber hinaus die Abschreibungszeiträume zu lange angesetzt sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
die Lampe beim Rednerpult blinkt – Zwischenruf bei der ÖVP
Ich möchte nun diesbezüglich (die Lampe beim Rednerpult blinkt – Zwischenruf bei der ÖVP) – das Licht werde ich respektieren und zu Ende kommen – einen Entschließungsantrag zur Verlesung bringen und hiermit einbringen. Das ist ein alter Antrag, der schon einmal abgeschmettert wurde. Ich hoffe, daß er dieses Mal auch von seiten der ÖVP Unterstützung finden wird.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Als Begründung für den letzten Punkt darf ich noch folgendes kundtun: Kärnten ist ein Tourismusland. Wenn unseren Betriebsinhabern die Möglichkeit genommen wird, kreative Veranstaltungen durchzuführen, Betriebe auf den modernsten Stand zu bringen, eine High-life-Szene zu veranstalten, wird die Kärntner Tourismuswirtschaft baden gehen, und dann kann man mit Recht sagen: Gute Nacht, Kärnten! – In diesem Sinne danke ich fürs Zuhören. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Schwächer!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Puttinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich wollte eigentlich zu den Ausführungen meines Vorredners nichts sagen, aber ich glaube, daß man wenigstens einen Satz doch dazu sagen sollte: Seine Rede habe ich im Ausschuß schon gehört, ihr Inhalt ist nicht besser geworden (Abg. Eder: Schwächer!), der einzige Unterschied ist der: Den Minister hat er dort noch erkannt! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Puttinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich wollte eigentlich zu den Ausführungen meines Vorredners nichts sagen, aber ich glaube, daß man wenigstens einen Satz doch dazu sagen sollte: Seine Rede habe ich im Ausschuß schon gehört, ihr Inhalt ist nicht besser geworden (Abg. Eder: Schwächer!), der einzige Unterschied ist der: Den Minister hat er dort noch erkannt! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, meine sehr verehrten Damen und Herren, wir haben alle Anstrengungen zu unternehmen, um jene Menschen zu unterstützen, die in diese Richtung gehen, die ein Dach für den österreichischen Tourismus bauen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter.
Erlauben Sie mir an dieser Stelle einen kleinen Sidestep, Herr Kollege Peter. Erstens freut es mich, daß Sie schon informiert sind, bevor der entsprechende Finanzerlaß draußen ist, daß Sie schon früher Informationen bekommen haben. Und es freut mich auch, daß Sie ein kleines fremdes Federl auf dem Hut haben, obwohl ich mich eigentlich nicht erinnern kann, daß Sie sich vor dem Minister-Erlaß jemals damit auseinandergesetzt haben, ob die Karten hineinkommen, ob die Vignetten hineinkommen, ob die Reitlehrer hineinkommen. Aber sie sind drinnen, Gott sei Dank, und wir sollen uns gemeinsam darüber freuen, daß das zustande gekommen ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter.
50 Prozent von ihnen werden in den nächsten Jahren übergeben. Auch ihren Nachfolgern, diesen jungen Menschen müssen wir die Chance geben, aktiv tätig sein zu können. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Hohes Haus! Die Hotellerie, die Wirte – sie alle prägen unser Leben. Die Hotellerie, die Wirte – sie prägen aber auch unsere gesellschaftliche Entwicklung. Und ich sage Ihnen eines: Der kleinste Wirt im hintersten Tal prägt diese Entwicklung oftmals vielleicht mehr als einer unserer Abgeordneten in diesem Hause. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Tichy-Schreder: Mittagszeit! Die Gastwirte sollen etwas zu tun bekommen!
Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Liebe fliehenden Mandatare der Österreichischen Volkspartei! (Abg. Tichy-Schreder: Mittagszeit! Die Gastwirte sollen etwas zu tun bekommen!) Nehmen wir doch die Gelegenheit wahr, in Erinnerung zu rufen, welche Wachstumsbranche die Tourismus- und Freizeitwirtschaft weltweit ist. Wir haben uns leider seit fünf Jahren von diesem Wachstumspfad abgekoppelt. Wir haben an Marktanteilen verloren, wir sind also ins Hintertreffen geraten.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich weiß schon, daß Sie nicht Finanzminister sind. Sie sind auch nicht Umweltminister und auch nicht Sozialminister. Das ist mir bekannt, Herr Bundesminister. Aber Sie sind in der Bundesregierung dafür verantwortlich, im Rahmen dieser Querschnittsmaterie im Gespräch mit Ihren Regierungskolleginnen und Regierungskollegen, von welcher Partei auch immer sie sein mögen, Lösungen für die Tourismusbranche zu finden. (Beifall beim Liberalen Forum.) Da können Sie nicht sagen, wir spielen über die Bande, wenn wir an Sie ganz konkrete Fragen herantragen.
Abg. Böhacker: Wandern kann man in Zürs! Sehr schön!
Das heißt, ein Drittel, wenn nicht die Hälfte der Arbeitslosigkeit in der Tourismus- und Freizeitbranche, die Sie uns zugerechnet haben, wo Sie ein Bonus-Malus-System vorschlagen – dazu komme ich noch –, kommt aus einer Sockelarbeitslosigkeit heraus, die Sie doch nicht der Branche anlasten können, einer Branche, die immer noch das Problem hat, natürlich kundenbezogen, saisonbezogen und wetterbezogen arbeiten zu müssen. Es wird eben nicht möglich sein, im Mai und im Juni in Zürs am Arlberg irgend etwas zu tun. (Abg. Böhacker: Wandern kann man in Zürs! Sehr schön!)
Abg. Haigermoser: Das sagt die Akademie der Wissenschaften!
Eine Bitte an Sie – das waren Forderungen der Politik; aber auch da sind Sie nicht zuständig: Wir haben beispielsweise große Probleme mit der Einreise unserer Gäste aus den Reformstaaten, aus den GUS-Staaten. Wir haben teilweise Probleme mit der Einreise unserer Gäste aus südostasiatischen Staaten. Da muß es doch gelingen, durch Reisebüroabschlüsse, durch Nachweis einer Buchung bei einem Tour-Operator oder was immer es sein mag klarzustellen, daß unsere Grenzen durchlässig sind für diese Menschen. Die ewige Bedrohung, die uns vor allem die freiheitliche Fraktion vor die Nase hält, ist ein Popanz. Herr Haider hat uns wieder einmal in einem Fernsehinterview wissen lassen: Wenn die Osterweiterung kommt, werden uns 870 000 Menschen überfluten. So ein hanebüchener Unsinn! (Abg. Haigermoser: Das sagt die Akademie der Wissenschaften!) Das ist ganz einfach ein hanebüchener Unsinn.
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn man die Schrift der Akademie der Wissenschaft liest und sie nicht "haideresk" interpretiert, dann kommt man sehr bald darauf, daß es sich da um Potentiale und nicht um Bedrohungsbilder handelt. Den Menschen immer damit Angst zu machen, daß die bösen slawischen Untermenschen zu uns kommen, das ist die Politik der Vorvergangenheit, nicht einmal mehr der Vergangenheit. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube – ganz im Gegenteil! –, daß die Ostöffnung ein ganz großer Schritt in die Zukunft ist, ich glaube, daß wir damit ein ganz neues Gästepotential bekommen werden. Ich glaube sogar, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, daß wir damit einen unnatürlichen Zustand wieder bereinigen, nämlich den unnatürlichen Zustand, der 1918 und 1945 eingetreten ist, daß aus Nachbarn Menschen über der Grenze wurden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft wird weiterhin ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Leistung und wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Lande leisten. Ich würde mir nur wünschen, daß es ihr diese Bundesregierung mit ihrer Politik nicht so unsäglich schwer macht. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter
Denn wenn dem so wäre – so viele gravierende Änderungen haben wir in der Steuerpolitik im letzten Jahr nicht gehabt (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter) –, dann hätte eines, Herr Kollege, nicht Platz greifen können: Sie selbst haben von Betrieben geredet, die eine positive Entwicklung gehabt haben. Wir können es regional sehen. Wenn wir uns anschauen, wie sich zum Beispiel die Tourismuspolitik in Wien in Verbindung mit den Kulturevents, mit der Kulturpolitik, dem Städtetourismus entwickelt hat, dann sehen wir – das spielt in die Auslastungszahlen hinein, wie es Kollege Puttinger richtigerweise gesagt hat – folgende Entwicklung: weg vom Hochpreisland – das sind wir –, weg vom Massentourismus hin zum punktuellen Qualitätstourismus, denn auch da ist die Wertschöpfung exemplarisch hoch. Das wissen wir, da brauchen wir gar nicht herumzureden. Die Ausgaben eines Touristen, der zu uns kommt, um ein Kulturerlebnis zu haben, sind erheblich größer als bei anderen. Und in diese Richtung müssen unsere Überlegungen gehen.
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Jetzt wird es darauf ankommen, auf diesem Weg der Strukturverbesserungen weiterzumachen. Wenn uns das gelingt, dann bin ich zutiefst überzeugt davon, daß wir sicherlich nicht mehr bloß von den Nächtigungszahlen träumen werden. Es werden wahrscheinlich nicht mehr 130 Millionen oder ähnliches sein, aber es würde schon genügen, wenn wir 110 oder 115 Millionen haben – aber diese mit entsprechender Wertschöpfung, das heißt Verbesserung der Auslastung, das heißt Verlängerung der Aufenthaltsdauer. – All das wird sich insgesamt wieder betriebswirtschaftlich zu Buche schlagen. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube und bin überzeugt davon, daß wir auf dem richtigen Weg sind und der Tourismus jene Bedeutung, die er für unsere Volkswirtschaft hat – er macht immerhin 13 Prozent des Bruttonationalproduktes aus –, beibehalten und vielleicht sogar verbessern wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es spricht einiges für die Brisanz der Lage der Tourismuswirtschaft, daß wir hier vor einem fast leeren Haus über diese Frage diskutieren. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Das hängt natürlich auch damit zusammen, was wir am Anfang diskutiert haben.
Abg. Mag. Peter: Vielleicht ist es mehr als eine "Leier"!
Was mich verblüfft – ich bin Herrn Kollegen Heindl für seinen Hinweis durchaus dankbar –, ist, daß fast in allen Debatten über den Tourismus in diesem Hohen Haus immer wieder dieselbe Leier losgelassen wird. Kollege Peter hat wieder einmal die hohen Sozialkosten und die Steuerbelastungen beklagt. Herr Kollege Heindl hat daher für mich richtigerweise darauf verwiesen, daß die Währungsrelationen (Abg. Mag. Peter: Vielleicht ist es mehr als eine "Leier"!) – ich versuche das zu erklären, Herr Kollege Peter – in den letzten Jahren und Jahrzehnten für die Entwicklung von Gästeströmen aus bestimmten Ländern viel entscheidender waren als die einprozentige Anhebung irgendeines Steuersatzes. (Abg. Mag. Peter: Auch das spielt eine Rolle! Beides spielt eine Rolle!) – Beides spielt eine Rolle, das will ich nicht leugnen. Doch für die Entscheidung von Gästen, ob sie nach Österreich kommen, hat das Sinken des Dollars um 5 oder 10 Prozent, was wir phasenweise immer wieder erleben, eine wesentlich größere Bedeutung, und das kann auch mittels Steuersenkungen in beträchtlichem Ausmaß nicht kompensiert werden. Das müßten schon riesige Steuersenkungen sein.
Abg. Mag. Peter: Auch das spielt eine Rolle! Beides spielt eine Rolle!
Was mich verblüfft – ich bin Herrn Kollegen Heindl für seinen Hinweis durchaus dankbar –, ist, daß fast in allen Debatten über den Tourismus in diesem Hohen Haus immer wieder dieselbe Leier losgelassen wird. Kollege Peter hat wieder einmal die hohen Sozialkosten und die Steuerbelastungen beklagt. Herr Kollege Heindl hat daher für mich richtigerweise darauf verwiesen, daß die Währungsrelationen (Abg. Mag. Peter: Vielleicht ist es mehr als eine "Leier"!) – ich versuche das zu erklären, Herr Kollege Peter – in den letzten Jahren und Jahrzehnten für die Entwicklung von Gästeströmen aus bestimmten Ländern viel entscheidender waren als die einprozentige Anhebung irgendeines Steuersatzes. (Abg. Mag. Peter: Auch das spielt eine Rolle! Beides spielt eine Rolle!) – Beides spielt eine Rolle, das will ich nicht leugnen. Doch für die Entscheidung von Gästen, ob sie nach Österreich kommen, hat das Sinken des Dollars um 5 oder 10 Prozent, was wir phasenweise immer wieder erleben, eine wesentlich größere Bedeutung, und das kann auch mittels Steuersenkungen in beträchtlichem Ausmaß nicht kompensiert werden. Das müßten schon riesige Steuersenkungen sein.
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister! Ich würde mir in dieser Hinsicht klarere Konzepte nicht nur von Ihnen als Tourismusminister, sondern von der Bundesregierung insgesamt erwarten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Der Tourismusbericht 1997 steht zur Debatte, und ich möchte eingangs zur Vorlage selbst etwas sagen. Der Bericht ist sehr detailliert gegliedert, übersichtlich und ohne Substanzverlust einfach zu lesen. Ich möchte als positiv anmerken, daß der Herr Minister, bevor dieser Bericht verfaßt wurde, die Tourismussprecher aller Parlamentsfraktionen eingeladen hat, bestimmte Schwerpunkte zu setzen. Diese sind eingearbeitet worden. Das zeigt, daß Herr Minister Farnleitner mit dem Parlament sehr flexibel kooperiert, und das ist, wie ich meine, gut so. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher haben wir von der ÖVP uns bereits Gedanken darüber gemacht und werden das in die Steuerreformverhandlungen einbringen. Diese Punkte wurden heute schon genannt. Wir wollen unbedingt eine Stärkung der Eigenkapitalbasis! Das ist ein ganz wichtiger Punkt in unserem Steuerreformkonzept. (Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Smolle.
Ich frage mich, wo es bei uns zum Beispiel Speisekarten auf Ungarisch oder auf Tschechisch gibt. – So etwas findet man bei uns kaum. Wo bieten wir etwas in anderen Sprachen an? (Demonstrativer Beifall des Abg. Smolle.) Es ist manchmal – da gebe ich Herrn Kollegen Öllinger recht – eine Mentalitätsfrage, eine Frage der Einstellung, wie wir den anderen Menschen sehen. Wir reden ja auch immer noch sehr oft vom Fremdenverkehr. Das sind aber keine Fremden, das sind Gäste! Gott sei Dank gibt es auch nicht mehr den Fremdenverkehrsbericht, sondern den Tourismusbericht. (Beifall bei der ÖVP.) – Das heißt, das ist sehr wohl auch eine Einstellungsfrage.
Beifall bei der ÖVP.
Ich frage mich, wo es bei uns zum Beispiel Speisekarten auf Ungarisch oder auf Tschechisch gibt. – So etwas findet man bei uns kaum. Wo bieten wir etwas in anderen Sprachen an? (Demonstrativer Beifall des Abg. Smolle.) Es ist manchmal – da gebe ich Herrn Kollegen Öllinger recht – eine Mentalitätsfrage, eine Frage der Einstellung, wie wir den anderen Menschen sehen. Wir reden ja auch immer noch sehr oft vom Fremdenverkehr. Das sind aber keine Fremden, das sind Gäste! Gott sei Dank gibt es auch nicht mehr den Fremdenverkehrsbericht, sondern den Tourismusbericht. (Beifall bei der ÖVP.) – Das heißt, das ist sehr wohl auch eine Einstellungsfrage.
Beifall bei der ÖVP.
Ich komme schon zum Schluß. Ich glaube, der Tourismusbericht 1997, aber auch die Daten von 1998 geben uns Anlaß zur Hoffnung. Ich sehe das sehr optimistisch. Ich meine, Herr Minister, wir sind auf dem richtigen Weg, und von diesem Weg sollten wir uns nicht abbringen lassen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.
Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich wollte vorhin kurz mit Herrn Kollegen Puttinger, dem Tourismussprecher der ÖVP, in einen Dialog eintreten. Aber heute ist das ein schwieriges Unterfangen gewesen, da Kollege Puttinger eigentlich zwei Personen in einer darstellte, nämlich einen Regierungsabgeordneten und einen Oppositionsabgeordneten gleichzeitig. Kollege Puttinger, du trainierst wahrscheinlich schon für die nächste Gesetzgebungsperiode, wo die "Ampel" nicht mehr nur blinken, sondern zur Realität werden wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.
Das heißt auch klar und deutlich, daß die gewaltigen Leistungen der Fremdenverkehrswirtschaft in Österreich in diesem Lande steuerlich nicht unterstützt, nicht begleitet werden, Herr Kollege Puttinger. Es ist traurig, daß auch du alle Anträge der Freiheitlichen, die zur Unterstützung der Fremdenverkehrswirtschaft eingebracht wurden, niedergestimmt hast. Das ist das Problem, und deswegen wurdest du mit deinen Freunden bei der jüngsten Tagung in Eisenstadt auch ausgepfiffen, Kollege Puttinger. Ich betone: Ausgepfiffen! Mich wundert es nicht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.) – Rede dich nicht wieder auf die Opposition aus! Ihr sollt regieren, und nicht nur auf der Regierungsbank sitzen! Regieren heißt handeln, Kollege Puttinger! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das heißt auch klar und deutlich, daß die gewaltigen Leistungen der Fremdenverkehrswirtschaft in Österreich in diesem Lande steuerlich nicht unterstützt, nicht begleitet werden, Herr Kollege Puttinger. Es ist traurig, daß auch du alle Anträge der Freiheitlichen, die zur Unterstützung der Fremdenverkehrswirtschaft eingebracht wurden, niedergestimmt hast. Das ist das Problem, und deswegen wurdest du mit deinen Freunden bei der jüngsten Tagung in Eisenstadt auch ausgepfiffen, Kollege Puttinger. Ich betone: Ausgepfiffen! Mich wundert es nicht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puttinger.) – Rede dich nicht wieder auf die Opposition aus! Ihr sollt regieren, und nicht nur auf der Regierungsbank sitzen! Regieren heißt handeln, Kollege Puttinger! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ursache dieses Barrikadensteigens – 150 Jahre nach der Revolution von 1848; jetzt kommen die Wirte an die Reihe – ist die sozialistische Politik mit ÖVP-Restbeteiligung, meine Damen und Herren! Das ist das Problem: daß Sie nicht bereit sind, Nägel mit Köpfen zu machen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Ich muß Sie wieder einmal fragen: Sind Sie in der Opposition oder in der Regierung? – Entscheiden Sie sich endlich! Ich weiß schon, daß Sie von den Genossen ständig über den Koalitionstisch gezogen werden, aber sagen Sie das der Öffentlichkeit wenigstens! Schenken Sie ihr reinen Wein ein und machen Sie nicht immer diese doppelzüngige Politik, meine Damen und Herren von der ÖVP! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puttinger: Hättest du geschwiegen, wärst du ein Philosoph geblieben!
All die Arbeitnehmer und Wirtschaftstreibenden in diesem Bereich haben sich wahrlich eine seriöse Tourismuspolitik verdient und nicht leere Versprechungen bei Sonntagsreden, sondern aktives Handeln der Koalition, der Bundesregierung. Zuvorderst Sie, Herr Bundesminister für Tourismus, sind hiefür verantwortlich! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puttinger: Hättest du geschwiegen, wärst du ein Philosoph geblieben!)
Beifall bei der ÖVP.
Zum ersten bin ich gefragt worden, wie es sich mit den Zahlen des heurigen Jahres verhält. Nach den Zahlen, die mir vorliegen, erwarten wir im heurigen Jahr insgesamt einen Zuwachs der Umsätze von 5 Prozent, und auch für das nächste Jahr steht angesichts der jetzt vorhersehbaren Entwicklungen ein etwa gleiches Wachstum bevor. Wir haben in den Sommermonaten Mai bis September einen Zuwachs in der Höhe von 7 Prozent, sprich 83 Milliarden Schilling, gehabt. Wer nach einem solchen Sommer behauptet, daß wir generell ein Krisenszenario haben, war auf dem Markt nicht unterwegs. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte an diesem Beispiel demonstrieren, daß es tatsächlich so ist, daß ich mich nicht dabei einmische, ob sich ein Unternehmer dazu entschließt zu investieren oder nicht. Daher diese kulinarische Bezeichnung. Ich werde mich aber sehr wohl weiter anstrengen, damit wir jenen, die im Sektor weiter investieren wollen, optimale Refinanzierungs- und Finanzierungsbedingungen bieten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Lassen Sie mich auch einen Satz zur Insolvenzentwicklung sagen, denn auch da soll man auf rezentere Teile eingehen. Wir hatten 1987/88 eine deutliche Verbesserung der Insolvenzquote im Tourismus zu verzeichnen, weil die steigenden Umsätze und die neuen Finanzierungshorizonte auch andere Betriebsinhaber wieder dazu veranlaßt haben, es doch wieder auf dem investiven Sektor zu versuchen. Und die Insolvenzrate – gemessen an der Gesamtwirtschaft beträgt sie 1,8 Prozent insgesamt – ist im Tourismus mit 0,89 Prozent deutlich niedriger. Daher bitte ich schon, beide Komponenten in den Diskussionen zu berücksichtigen. Einerseits haben wir es wieder mit einem Wachstumspfad im Umsatzbereich mit pro Kopf steigenden Einnahmen je Nächtigung oder Aufenthaltsdauer zu tun, und zum zweiten haben wir es mit deutlich besseren Finanzierungsbedingungen als in der Periode der Krise in den frühen neunziger Jahren zu tun. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Zum Öllinger wäre ich auch unfreundlich!
Abgeordneter Günter Kiermaier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zwei Bemerkungen zu Ausführungen meiner Vorredner. Kollege Öllinger hat angeführt, daß es doch relativ oft Mitarbeiter und auch Inhaber von Betrieben gibt, die unfreundlich sind. Natürlich gibt es das. (Abg. Haigermoser: Zum Öllinger wäre ich auch unfreundlich!) Das gibt es in jeder Branche, überall. Ich habe auch schon Beamte erlebt, die, wenn man vor dem Schalter steht, ebenfalls nicht freundlich sind, und Handwerker, die nicht freundlich sind. Das gibt es überall, das sollte man nicht verallgemeinern. Es gibt überall nette und höfliche Leute, und auch in unserer Branche dominiert, das glaube ich sagen zu können, die Freundlichkeit.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ganz zum Schluß möchte ich wie immer die Gelegenheit dazu nützen, mich bei allen meinen Kolleginnen und Kollegen – von der Abwäscherin bis zur Reinigungskraft, vom Lehrling bis zum Hoteldirektor – für die von ihnen geleistete Arbeit als Kollege und Abgeordneter dieses Hauses zu bedanken. Kollege Puttinger hat es heute auch schon gesagt, und das sollten wir nicht vergessen: daß wir Botschafter für dieses Land sind und daß einer, der in einem Haus bei uns gut untergebracht ist, für dieses Land vielleicht mehr Reklame macht als so manch andere Institution. – Ich danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister, Sie haben in Ihrer letzten Wortmeldung die Meinung vertreten, daß es vernünftige und interessante Finanzierungsmöglichkeiten für touristische Betriebe gibt, und haben den Fall einer Sanierung dargestellt. Das löst aber das Problem in Wahrheit nicht! Ich glaube, man darf sich auch als der für den Tourismus verantwortliche Wirtschaftsminister nicht darüber hinwegschwindeln, daß das Problem der Sanierung deshalb entstanden ist, weil die vorherrschenden Rahmenbedingungen nicht funktionieren. Ansonsten müßten ja 80 Prozent der heimischen Tourismusbetriebe unfähig sein, eine erfolgreiche Wirtschaft zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist der Grund, warum wir Freiheitlichen sagen: Tun Sie doch endlich das, was auch die Partei, der Sie entstammen, ständig fordert! Verwirklichen Sie ein Steuersystem, das eigenkapitalfreundlich ist und damit Investitionen begünstigt und nicht im nachhinein Sanierungen notwendig macht, wenn jemand erfolgreich tätig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da nützen mir die heute im Steuerrecht vorgegebenen Abschreibungszeiträume von fünf Jahren, von neun Jahren, von 15 Jahren, von 20 Jahren überhaupt nichts, wenn das Produkt schon zu einem Zeitpunkt veraltet ist, zu dem ich es noch abschreiben darf. Sie müssen die Möglichkeit bieten, rasch und unbürokratisch investieren zu dürfen, und wer investiert, hat die Steuerfreistellung zu bekommen. Das ist das Entsprechende, das schafft Arbeitsplätze! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puttinger: Wenn Sie 10 Millionen Schilling abschreiben, erhöhen Sie Ihr Eigenkapital überhaupt nicht! Die Eigenkapitalbasis wird nicht stärker, wenn Sie 10 Millionen abschreiben! Das müssen Sie einmal verdienen!
Da gibt es eine Menge an Argumenten, die auch von ÖVP-Leuten kommen. Ihr Wirtschaftslandesrat in Oberösterreich vertritt ja das gleiche Modell, und der Herr Puttinger vertritt es ja auch im Rahmen des Wirtschaftsbundes. Ich frage mich nur: Was macht die ÖVP in dieser Bundesregierung? – Seit sechs Jahren verspricht sie dasselbe, was wir Freiheitlichen auch wollen, aber nicht einen einzigen Antrag habt ihr bisher unterstützt, nicht einem einzigen Antrag habt ihr zugestimmt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puttinger: Wenn Sie 10 Millionen Schilling abschreiben, erhöhen Sie Ihr Eigenkapital überhaupt nicht! Die Eigenkapitalbasis wird nicht stärker, wenn Sie 10 Millionen abschreiben! Das müssen Sie einmal verdienen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich rede nicht vom großen Puttinger, der mit den Millionen jongliert. Ich rede von jenem Familienbetrieb, der die Norm in Österreich ist, lieber Herr Puttinger, und der sagt: Wenn ich einen Gewinn erwirtschafte, dann laßt mir doch das Geld zum Investieren, und nehmt es mir nicht weg, damit ich dann wieder um eine Förderung ansuchen muß. Das ist doch unsere Philosophie! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist unsere Philosophie! Alles andere ist in Wirklichkeit sozusagen ökonomische Leichenfledderei, wo der Wirtschaftsminister, die Hoteltreuhand, Sanierungsunternehmungen eingeschaltet werden müssen, wo die Bürokratie entscheidet, ob eine Investition gut oder schlecht war, wo die Bürokratie entscheidet, ob ein Betrieb lebensfähig ist oder nicht. Vergeßt doch das endlich! Wenn ihr das ernst nehmt, was ihr in euren Programmen sagt, nämlich die Bürokratie ist zu groß, der Einfluß des Staates ist zu groß, die Eigenkapitaldecke ist zu dünn, dann, bitte, handelt endlich danach, und schafft nicht lauter neue Krücken, die wieder bürokratische Entscheidungen mit sich bringen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Klopse!
Ich würde mir das noch einreden lassen, wenn diese Linie wirklich durchgehalten würde. Aber ich frage mich – weil Sie jetzt so stolz darauf sind, daß Sie einen neuen Lehrberuf, die Systemgastronomie, geschaffen haben –: Wer bei McDonald’s oder bei sonst einer Hamburger-Kette als Lehrling angestellt ist, kann dort seine Lehrausbildung machen. Aber was ist da österreichisch am Hamburger und an der McDonald’s-Kette? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Klopse!) Sie erschlagen sich ja mit Ihren eigenen Argumenten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich würde mir das noch einreden lassen, wenn diese Linie wirklich durchgehalten würde. Aber ich frage mich – weil Sie jetzt so stolz darauf sind, daß Sie einen neuen Lehrberuf, die Systemgastronomie, geschaffen haben –: Wer bei McDonald’s oder bei sonst einer Hamburger-Kette als Lehrling angestellt ist, kann dort seine Lehrausbildung machen. Aber was ist da österreichisch am Hamburger und an der McDonald’s-Kette? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Klopse!) Sie erschlagen sich ja mit Ihren eigenen Argumenten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist wieder typisch für die österreichische Handelskammer! Da sitzen sie alle aufgefädelt, einer nach dem anderen, reden groß vom Tourismus, reden groß von der Lehrlingsoffensive und verbieten den in Österreich angesiedelten steuerzahlenden, Beschäftigung gebenden und wirtschaftlich erfolgreich tätigen Unternehmungen, Lehrlinge auszubilden. Also blöder geht es wirklich nicht mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Das stimmt doch alles nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das stimmt alles! Das stimmt alles!
Denn es ist ja schon so weit, daß folgendes vorkommen kann, wie dies am Katschberg in einem Hotel passiert ist: Ein Lehrmädchen, das jeden Abend pünktlich aus der Küche geht, wartet im Vorraum an der Bar in der Arbeitskleidung darauf, daß es von seinen Eltern abgeholt wird. Wenn nun der Vater 10 Minuten nach 9 Uhr kommt, dann sagt der Arbeitsinspektor, es gibt eine Strafe für den Lehrherrn, weil das Mädchen nach Arbeitsschluß in der Dienstkleidung angetroffen wurde – ich betone: nicht in der Küche, nicht im Service, sondern an der Bar sitzend, auf seine Eltern wartend. (Ruf bei der SPÖ: Das stimmt doch alles nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das stimmt alles! Das stimmt alles!)
Abg. Haigermoser – in Richtung des Abg. Dr. Puttinger –: Das ist es ja! Das ist es ja, Günter!
Man kann nun sagen, das Mädchen muß sich umziehen, es muß sich sozusagen flott machen, wenn der Papa es abholt, um es diese 10 Minuten oder diese Viertelstunde lang nach Hause zu führen. – Ich halte es wirklich für schikanös, dem betroffenen Lehrherrn 42 000 S an Strafe zu verpassen. (Abg. Haigermoser – in Richtung des Abg. Dr. Puttinger –: Das ist es ja! Das ist es ja, Günter!) Das sind genau die Gründe, warum so viele Leute in unserem Land so "frustig" sind. Das müssen Sie einmal abstellen, Herr Minister! Die Kompetenz dazu haben Sie. Diese Kraft müssen Sie haben, dann erleichtern Sie den Menschen das Leben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man kann nun sagen, das Mädchen muß sich umziehen, es muß sich sozusagen flott machen, wenn der Papa es abholt, um es diese 10 Minuten oder diese Viertelstunde lang nach Hause zu führen. – Ich halte es wirklich für schikanös, dem betroffenen Lehrherrn 42 000 S an Strafe zu verpassen. (Abg. Haigermoser – in Richtung des Abg. Dr. Puttinger –: Das ist es ja! Das ist es ja, Günter!) Das sind genau die Gründe, warum so viele Leute in unserem Land so "frustig" sind. Das müssen Sie einmal abstellen, Herr Minister! Die Kompetenz dazu haben Sie. Diese Kraft müssen Sie haben, dann erleichtern Sie den Menschen das Leben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Bitte, das stimmt! – Abg. Dr. Kostelka: ... die Beispiele von Haider dementiert! – Ruf bei der SPÖ: Bisher war noch kein Beispiel wahr! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Puttinger: Laßt Kollegin Gatterer doch reden!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist nun Frau Abgeordnete Gatterer. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 8 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Haigermoser: Bitte, das stimmt! – Abg. Dr. Kostelka: ... die Beispiele von Haider dementiert! – Ruf bei der SPÖ: Bisher war noch kein Beispiel wahr! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Puttinger: Laßt Kollegin Gatterer doch reden!)
Abg. Böhacker: Kärnten! Kärnten!
Abgeordnete Edeltraud Gatterer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Auch der Tourismusbericht 1997 weist Österreich als eines der tourismusintensivsten Länder weltweit aus. Kollege Puttinger und mehrere andere Vorredner haben schon aufgezeigt, daß Österreich mit dem aus dem Tourismus erwirtschafteten Anteil am Bruttoinlandsprodukt wirklich Weltspitze ist und auch Tourismusländer wie Spanien, Portugal, Neuseeland, Griechenland, die Türkei oder Irland weit hinter sich läßt. (Abg. Böhacker: Kärnten! Kärnten!)
Abg. Dr. Puttinger: In Kärnten! In Kärnten!
Wenn Herr Dr. Haider gesagt hat, der Herr Wirtschaftsminister sei beim Tourismus in diesem Jahr nicht so stark in Erscheinung getreten, dann möchte ich genau das Gegenteil behaupten. Denn die Präsidentschaft der EU wurde hervorragend für den Tourismus genutzt (Abg. Dr. Puttinger: In Kärnten! In Kärnten!), und alle Bundesländer – und ich bedanke mich speziell als Kärntner Abgeordnete dafür – konnten ihre touristischen Werte, die Vorzüge ihres Landes im besten Licht präsentieren. Ich finde, das ist etwas, was wir auch unterstreichen sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Herr Dr. Haider gesagt hat, der Herr Wirtschaftsminister sei beim Tourismus in diesem Jahr nicht so stark in Erscheinung getreten, dann möchte ich genau das Gegenteil behaupten. Denn die Präsidentschaft der EU wurde hervorragend für den Tourismus genutzt (Abg. Dr. Puttinger: In Kärnten! In Kärnten!), und alle Bundesländer – und ich bedanke mich speziell als Kärntner Abgeordnete dafür – konnten ihre touristischen Werte, die Vorzüge ihres Landes im besten Licht präsentieren. Ich finde, das ist etwas, was wir auch unterstreichen sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte aber auch noch einmal die volle Unterstützung der Bundesregierung für die "Winterspiele ohne Grenzen" im Jahre 2006 erbitten. Ich glaube, die Kärntner haben sich mit den Regionen Friaul und Slowenien beim IOC sehr gut präsentiert. Ich glaube, das war sehr positiv. Auch bei der Präsidentschaft konnte Kärnten beweisen, daß wir sehr wohl in der Lage sind, auch große Veranstaltungen zu organisieren, daß die Sicherheit absolut gegeben ist und auch, daß die Infrastruktur in diesem Bereich paßt. Ich glaube, auch diesbezüglich hat der EU-Vorsitz im Grunde die Probe aufs Exempel gebracht. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Eine weitere positive Feststellung in diesem Bericht, die ich noch einmal herausstreichen möchte, ist, daß Österreich nach wie vor das beliebteste Urlaubsland der Österreicher ist. Auch dies spricht sehr für unseren Tourismus, für die Freundlichkeit, für die Professionalität in diesem Bereich und auch für die Angebotsvielfalt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ... den Familien das Geld lassen!
Ich meine, wir sollten in diesem Bereich auch unsere Anstrengungen verstärken. Der Seniorentourismus wurde schon angesprochen, aber auch in den familienfreundlichen Tourismus sollten wir noch mehr Anstrengungen investieren. Es gibt da schon sehr positive Initiativen (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ... den Familien das Geld lassen!), aber wir müssen natürlich auch dafür sorgen, daß die Nutzung unserer Freizeit-, Sport- und Kultureinrichtungen, daß die Erlebnismöglichkeiten und Einrichtungen im Tourismus für die Familien auch finanzierbar sind.
Beifall bei der ÖVP.
Vor allem müssen wir wissen: Wenn die Kinder die Schönheit und die Vielfalt Österreichs auch wirklich erleben und nutzen können, dann werden sie diese schätzen lernen, und es wird dann auch in den zukünftigen Tourismusberichten hoffentlich stehen, daß Österreich das liebste Urlaubsland der Österreicher ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen zum Abschluß folgendes, Herr Bundesminister: Eigentlich müßte man jedem Unternehmer in Österreich, der in diesem Bereich noch tätig ist, eine Medaille für Verdienste um die Republik Österreich umhängen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn unter diesen Rahmenbedingungen ist eine richtige und effiziente Tourismuswirtschaft einfach nicht mehr möglich. Ich fordere Sie wirklich auf, endlich Strukturmaßnahmen zu setzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen zum Abschluß folgendes, Herr Bundesminister: Eigentlich müßte man jedem Unternehmer in Österreich, der in diesem Bereich noch tätig ist, eine Medaille für Verdienste um die Republik Österreich umhängen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn unter diesen Rahmenbedingungen ist eine richtige und effiziente Tourismuswirtschaft einfach nicht mehr möglich. Ich fordere Sie wirklich auf, endlich Strukturmaßnahmen zu setzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus, man müßte zu den Ausführungen von Abgeordnetem Haider vielleicht noch eines festhalten: Die Märchenstunde mit dem Traummännlein beginnt erst um 19 Uhr, und wir wissen, was wir von diesen Geschichten zu halten haben: Sie sind schlichtweg nicht wahr. – Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Das ist wieder so eine Geschichte!
Wir haben das Problem, daß die Bestimmungen des Preisauszeichnungsgesetzes nicht eingehalten werden. Daher kommt es vor, daß man Ihnen in Betrieben auf die Frage "Haben Sie eine Speisekarte?" antwortet: Nein, wir haben nur Ansichtskarten. (Abg. Böhacker: Das ist wieder so eine Geschichte!) Wenn man Kontrollen durchführt, dann wird man draufkommen (Ruf bei den Freiheitlichen: Wer hat das gesagt? Die Märchenstunde beginnt um 19 Uhr!), daß zu 20 bis 30 Prozent die Bestimmungen des Preisauszeichnungsgesetzes nicht eingehalten werden.
Ruf bei den Freiheitlichen: Wer hat das gesagt? Die Märchenstunde beginnt um 19 Uhr!
Wir haben das Problem, daß die Bestimmungen des Preisauszeichnungsgesetzes nicht eingehalten werden. Daher kommt es vor, daß man Ihnen in Betrieben auf die Frage "Haben Sie eine Speisekarte?" antwortet: Nein, wir haben nur Ansichtskarten. (Abg. Böhacker: Das ist wieder so eine Geschichte!) Wenn man Kontrollen durchführt, dann wird man draufkommen (Ruf bei den Freiheitlichen: Wer hat das gesagt? Die Märchenstunde beginnt um 19 Uhr!), daß zu 20 bis 30 Prozent die Bestimmungen des Preisauszeichnungsgesetzes nicht eingehalten werden.
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend wünsche ich mir, daß diesen Verbraucherproblemen im künftigen Tourismusbericht ebenfalls ein Kapitel gewidmet wird. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Hohes Haus! Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wenn ich eben Kollegen Maier gehört habe, der unter anderem von einer Märchenstunde unseres Bundesparteiobmannes oder – in diesem Fall – des Herrn Abgeordneten Dr. Haider gesprochen hat, dann halte ich dem entgegen, daß in diesem Haus meiner Meinung nach seit 13 Jahren eine Märchenstunde abgehalten wird, denn so lange gibt es diese große Koalition. Da habe ich immer nur Versprechungen gehört und nichts Vernünftiges. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puttinger: Zuhorchen, Herr Kollege! Ich habe gesagt, was wir erreicht haben und was wir erreichen wollen!
Da verstehe ich Kollegen Puttinger nicht, der heute in seiner Rede davon gesprochen hat, was er alles erreichen will, obwohl er in diesem Bereich schon seit Jahren tätig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puttinger: Zuhorchen, Herr Kollege! Ich habe gesagt, was wir erreicht haben und was wir erreichen wollen!) Da hätte er eigentlich der Bundesregierung sagen müssen, sie soll endlich das in Angriff nehmen, was wir Freiheitlichen uns wünschen und was sich auch die ÖVP wünscht: Verbesserungen im Tourismus in verschiedenen Bereichen. Und er hätte natürlich eines noch sagen können: 13 Jahre haben wir große Worte gehört, aber sonst nicht viel. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da verstehe ich Kollegen Puttinger nicht, der heute in seiner Rede davon gesprochen hat, was er alles erreichen will, obwohl er in diesem Bereich schon seit Jahren tätig ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puttinger: Zuhorchen, Herr Kollege! Ich habe gesagt, was wir erreicht haben und was wir erreichen wollen!) Da hätte er eigentlich der Bundesregierung sagen müssen, sie soll endlich das in Angriff nehmen, was wir Freiheitlichen uns wünschen und was sich auch die ÖVP wünscht: Verbesserungen im Tourismus in verschiedenen Bereichen. Und er hätte natürlich eines noch sagen können: 13 Jahre haben wir große Worte gehört, aber sonst nicht viel. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist eine Entwicklung, von der wir sagen müssen, daß Sie, Herr Bundesminister, jetzt nicht versuchen sollten, die Lage des Tourismus in Österreich schönzureden. Handeln Sie endlich! Setzen Sie Taten in einem Bereich, die unter anderem auch die ÖVP in ihr Programm aufgenommen hat und die wir Freiheitlichen schon seit Jahren vertreten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Leider ist meine Redezeit schon abgelaufen, aber ich kann nur noch eines versichern: Eine Tourismus- und Wirtschaftspolitik können wir nur dann akzeptieren, wenn in diesem Fall auch die gescheiten Vorschläge der Opposition verwirklicht werden. Unter den gegebenen Voraussetzungen werden wir den heute zur Debatte stehenden Tourismus- und Freizeitbericht nicht zur Kenntnis nehmen und ihm auch nicht zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Das ist korrekt!
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Hannes Farnleitner: Herr Präsident! Hohes Haus! Zunächst einige Feststellungen zum Bericht: Wir haben uns in einer Besprechung mit den Vertretern der Klubs darauf geeinigt, daß wir langjährige Zahlenketten und Zahlenfriedhöfe nicht mehr in den Bericht aufnehmen. Da Abgeordnete jetzt kritisieren, daß zuwenig enthalten ist, würde ich bitten, das zu berücksichtigen. Das war vereinbart, daß wir Sie damit nicht mehr belästigen. (Abg. Haigermoser: Das ist korrekt!) Ich bitte, das zur Kenntnis zu nehmen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zum dritten Punkt, zur Schlichtungsstelle. Die Schlichtungsstelle, Herr Abgeordneter Maier, existiert weiter in meinem Haus. Sie heißt jetzt nur "Servicestelle für Tourismus". Es haben sich alte Spieler zurückgezogen, weil ihnen bestimmte MitarbeiterInnen nicht zur Verfügung gestellt wurden. Jeder Ausländer, jeder Inländer, vor allem auch jeder Urlauber in Österreich kann sich in unserem Haus jederzeit sein Recht holen und bekommt es auch. Wir hatten 700 Beschwerdefälle und haben den Großteil friedlich geregelt. – Danke, Herr Präsident. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Auf, Peter! – Abg. Dr. Kostelka weist mit dem Daumen nach unten.
Für den Fall Ihrer Zustimmung bitte ich um ein entsprechendes Zeichen. (Abg. Dr. Haider – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Auf, Peter! – Abg. Dr. Kostelka weist mit dem Daumen nach unten.) – Dies geschieht durch die Minderheit. Der Antrag ist damit abgelehnt.
Abg. Tichy-Schreder: Aber selbstverständlich!
Fünftens übe ich Kritik daran, daß es trotz Zusage des Herrn Wirtschaftsministers – vertreten auch von Frau Abgeordneter Tichy-Schreder in ihrem Redebeitrag zu diesen Gesetzen am 12. Dezember 1996 – zu keinem Gespräch mit den Fraktionen darüber gekommen ist, wie diese Gesetze in Zukunft gestaltet werden sollen. Ich habe auch in der Fraktion nachgefragt: Eine Einladung ist bei uns nicht eingegangen. (Abg. Tichy-Schreder: Aber selbstverständlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Wenig, aber herzlich!
Wenngleich ich einräume, daß diese Materie natürlich nicht zu den Prioritäten Ihres Ressorts gehört, muß ich doch sagen, es ist eine Frage des Stils, Zusagen einzuhalten und eine grundlegende Überarbeitung dieser Gesetze in Richtung Effizienz, Zweckmäßigkeit und – aufgrund unserer EU-Mitgliedschaft – auch hinsichtlich Einbindung grenzüberschreitender Möglichkeiten entsprechend durchzuführen. – Ich danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Wenig, aber herzlich!)
Abg. Ing. Nußbaumer: Es steht aber nicht im Gesetz!
Herr Abgeordneter Nußbaumer, der Sie derzeit allein die Stellung in Ihrer Fraktion halten, ich kann Ihnen nur eines sagen: Der Herr Bundesminister hat genau gesagt, daß er bei den Verhandlungen mit internationalen Lebensmittelkonzernen auch darauf Wert gelegt hat, daß die Zentrallager in Österreich erhalten bleiben und nicht aus Österreich abgesiedelt werden. Das war einer der Verhandlungspunkte, Herr Abgeordneter Nußbaumer. (Abg. Ing. Nußbaumer: Es steht aber nicht im Gesetz!) Ich würde Sie bitten, daß Sie das, was man Ihnen als Antwort gibt, zur Kenntnis nehmen und auch akzeptieren, daß darüber gesprochen wurde und der Herr Bundesminister eine Zusicherung gegeben hat, daß keine Lager aus Österreich abwandern.
Abg. Ing. Nußbaumer: Sie hätten die Möglichkeit gehabt!
Dazu muß man sagen, daß es Gott sei Dank nicht nur einen großen Konzern in Österreich gibt, sondern mehrere und daß die Versorgung dadurch flächendeckend sichergestellt werden kann. Die Abgeltungsfragen sind ebenfalls determiniert, wenn auch in anderen und nicht in diesen Gesetzen. Wir hätten auch diese Frage im Ausschuß diskutieren können (Abg. Ing. Nußbaumer: Sie hätten die Möglichkeit gehabt!) – vielleicht geht der Herr Bundesminister noch darauf ein –, aber Sie, Herr Abgeordneter Nußbaumer, haben diesbezüglich im Ausschuß nicht gefragt, wie die Abgeltungsfragen geregelt sind.
Abg. Ing. Nußbaumer: Halten Sie Ihre Zusage ein!
Es besteht die Möglichkeit, über all das weiterhin zu diskutieren, und vielleicht haben wir noch einmal die Chance, gemeinsam mit allen Fraktionen über neue Leitlinien zu debattieren. (Abg. Ing. Nußbaumer: Halten Sie Ihre Zusage ein!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosemarie Bauer – in Richtung des Abg. Ing. Nußbaumer, der sich als einziger Abgeordneter der Freiheitlichen im Sitzungssaal befindet –: Sie sollten lieber auch aus dem Saal gehen! So allein, das ist gefährlich! Womöglich werden Sie auch noch ausgeschlossen!
Diesmal sind diese Gesetze ausnahmsweise nicht auf zwei Jahre befristet, sondern auf drei Jahre, gelten also um ein Jahr länger, denn bei der nächsten Änderung müssen die Beträge, die jetzt in Schilling angeführt sind, in Euro angegeben werden. Ich hoffe, daß wir in den kommenden drei Jahren Zeit finden werden, neuerdings über diese Versorgungssicherungs- und Krisengesetze zu debattieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rosemarie Bauer – in Richtung des Abg. Ing. Nußbaumer, der sich als einziger Abgeordneter der Freiheitlichen im Sitzungssaal befindet –: Sie sollten lieber auch aus dem Saal gehen! So allein, das ist gefährlich! Womöglich werden Sie auch noch ausgeschlossen!)
Abg. Oberhaidinger: Es gibt noch keine!
Diese Bereiche der dezentralen Energieversorgung haben in solch einer Debatte Platz und sollen in solch einer Debatte Platz haben, nämlich in dem Sinne, daß wir alle hoffen, daß es nie zu einem Krisenfall kommt, daß diese Gesetze, die Sie im Verfassungsrang beschließen werden und die Sie alle zwei Jahre beschließen, nie zur Anwendung kommen. Aber Sie sollten einfach daran denken, daß man nie warten soll, bis eine Krise kommt, sondern daß es das Wesentliche auch in der Wirtschaftspolitik ist, präventiv zu agieren. Herr Minister, nehmen Sie eine solche Debatte vielleicht auch als Anregung, und versuchen Sie, in Ihrer Funktion als Energieminister endlich eine zukunftsfähige Energiepolitik zu machen, aber keine, die immer nur nach hinten gerichtet ist und auf alten, starren Strukturen beharrt. (Abg. Oberhaidinger: Es gibt noch keine!)
Abg. Tichy-Schreder: Wirklich nicht!
Herr Abgeordneter Oberhaidinger, wir sehen das ja auch in der Debatte um die Tariflösung – "Brutto/Netto-Methode" als Stichwort. Ich sehe immer nur Konzepte, die wirklich in die sechziger, siebziger Jahre passen, Herr Minister. (Abg. Tichy-Schreder: Wirklich nicht!) Ja es ist so, als würden hier die Bundesregierung beziehungsweise manche Minister vor einer globalen Entwicklung fest die Augen zumachen. Man kann diese begrüßen oder sie kritisieren, aber in vielen Bereichen findet sie einfach statt. Wenn Sie nicht die Chancen für ein kleines Land erkennen, die Chancen, die in einer Umstrukturierung liegen, und die Chancen, die Sie gerade auch im Energiebereich durch dezentrale ökologische Strukturen ergreifen könnten, Herr Minister, dann, so meine ich, sind Sie möglicherweise ein Minister, der vielleicht bei solchen Krisengesetzen eine breite Zustimmung findet und diese hier auch vertreten kann, aber Sie sind kein Minister, der wirklich nach vorne blicken und zukunftsfähige Alternativen gemeinsam mit diesem Haus entwickeln kann. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Herr Abgeordneter Oberhaidinger, wir sehen das ja auch in der Debatte um die Tariflösung – "Brutto/Netto-Methode" als Stichwort. Ich sehe immer nur Konzepte, die wirklich in die sechziger, siebziger Jahre passen, Herr Minister. (Abg. Tichy-Schreder: Wirklich nicht!) Ja es ist so, als würden hier die Bundesregierung beziehungsweise manche Minister vor einer globalen Entwicklung fest die Augen zumachen. Man kann diese begrüßen oder sie kritisieren, aber in vielen Bereichen findet sie einfach statt. Wenn Sie nicht die Chancen für ein kleines Land erkennen, die Chancen, die in einer Umstrukturierung liegen, und die Chancen, die Sie gerade auch im Energiebereich durch dezentrale ökologische Strukturen ergreifen könnten, Herr Minister, dann, so meine ich, sind Sie möglicherweise ein Minister, der vielleicht bei solchen Krisengesetzen eine breite Zustimmung findet und diese hier auch vertreten kann, aber Sie sind kein Minister, der wirklich nach vorne blicken und zukunftsfähige Alternativen gemeinsam mit diesem Haus entwickeln kann. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne sind die Abgeordneten meiner Fraktion bereit, die anstehenden Gesetze zu verlängern, einschließlich der Verlängerung der Befristung von zwei auf drei Jahre. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Oberhaidinger: Warum?
Meine Damen und Herren! Diese turnusmäßige Verlängerung ist unserer Ansicht nach gerade im Hinblick auf die Euro-Situation fahrlässig, grob fahrlässig. (Abg. Oberhaidinger: Warum?) Sie sagen es ja: Im Bereich – ich sage dir das, Kollege – Lebensmittelbewirtschaftungsgesetz ist in den Allgemeinen Erläuterungen ein Widerspruch enthalten, und zwar dergestalt – auf die Frage eingehend –: "Im Hinblick auf die Umstellung auf den Euro und die damit notwendigen legistischen Anpassungen mit 1. Jänner 2002 ist eine dreijährige Befristung zweckmäßig und daher vorgesehen." Die Einführung des Euro erfolgt am 1.1.1999. (Abg. Oberhaidinger: Das ist die Umstellung!) Na selbstverständlich!
Abg. Oberhaidinger: Das ist die Umstellung!
Meine Damen und Herren! Diese turnusmäßige Verlängerung ist unserer Ansicht nach gerade im Hinblick auf die Euro-Situation fahrlässig, grob fahrlässig. (Abg. Oberhaidinger: Warum?) Sie sagen es ja: Im Bereich – ich sage dir das, Kollege – Lebensmittelbewirtschaftungsgesetz ist in den Allgemeinen Erläuterungen ein Widerspruch enthalten, und zwar dergestalt – auf die Frage eingehend –: "Im Hinblick auf die Umstellung auf den Euro und die damit notwendigen legistischen Anpassungen mit 1. Jänner 2002 ist eine dreijährige Befristung zweckmäßig und daher vorgesehen." Die Einführung des Euro erfolgt am 1.1.1999. (Abg. Oberhaidinger: Das ist die Umstellung!) Na selbstverständlich!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher, meine ich – der eine Grund wäre Grund genug, dieses Paket abzulehnen –, ist es verständlich und auch sachlich begründet, daß die freiheitliche Opposition dieses Paket der sogenannten Bewirtschaftungsgesetze – Oberhaidinger nennt es "Krisengesetze" – ablehnt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler.
Im Zuge dessen bitte ich den Herrn Wirtschaftsminister, einen zweiten Anlauf zu starten – auch wenn ein erster Anlauf nicht zustande gekommen ist –, damit darüber Gespräche geführt werden. Es sind doch sehr wesentliche Eingriffe in die Grundrechte, in die Menschenrechte, in die Wirtschaftsrechte, denen wir gerne zustimmen möchten, wenn wir in die Verhandlungen eingebunden sind. Wir stimmen also der Verlängerung um drei Jahre zu und hoffen auf ein baldiges Gespräch, Herr Bundesminister. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Ing. Langthaler.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Haigermoser hat angeführt, daß die wirtschaftlichen Nachteile, die es gibt, die Wettbewerbsverzerrung, die sich insbesondere aufgrund der Lebensmittelbevorratung einstellen wird, nicht unsere Zustimmung finden werden. Wir werden seitens der Freiheitlichen diese Beschlüsse nicht mittragen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Minister wird geprügelt, die Politiker werden geprügelt, während die Generaldirektoren sehr gutdotierte Verträge und langfristige Pensionsabsicherungen haben. Herr Minister! Wieso brauchen wir bei gleichzeitiger Reduktion des Beschäftigtenstandes vier Vorstandsdirektoren? Darüber müßte man auch einmal nachdenken. Diese Leute denken nicht langfristig, sondern sie denken kurzfristig. Wenn man im Gespräch mit ihnen von sanften Energien redet, dann lächeln sie einen an, wie wenn man als "E.T." von irgendwo herunterkommen würde. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Mein sehr geschätzter Herr Minister! Ich glaube, Sie sollten dort einmal ordentlich hineinfunken, damit nicht ein Strom-Lassing entsteht! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ansonsten bleibt mein Appell gleich – und das Hohe Haus wird sich im Hauptausschuß sehr rasch mit zwei Regelungen der Energiewirtschaft auseinandersetzen müssen, mit welchen es zu beweisen gilt, daß auch die Mitglieder des Hohen Hauses Druck auf die Energiestrukturen ausüben –, daß mehr österreichisch als kleinregional gedacht wird! – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Damit ist das Abstimmungsverfahren beendet. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Dringlichkeit unserer Anfrage ist weiters darin begründet, daß wir wissen, daß es ein Vorhaben der Bundesregierung gibt, das sich sozusagen in der Pipeline befindet und demnächst die Bundesregierung und in der Folge dieses Haus erreichen wird. Und wir haben in der Vergangenheit gelernt, daß es sehr nützlich, wertvoll und wichtig ist, wenn Probleme und anstehende Gesetzesmaterien rechtzeitig öffentlich und parlamentarisch diskutiert und erörtert werden, damit wir uns das ersparen, was wir in diesem Haus gelegentlich schon erlebt haben, nämlich daß Scheinlösungen auf den Tisch gelegt werden, die nicht ordentlich beziehungsweise bestenfalls hinter verschlossenen Türen diskutiert wurden, und diese Scheinlösungen dann im Ergebnis ein Gesetz ergeben, das man nur als Pfusch bezeichnen kann. Wir sprechen hier aus Erfahrung. Ich darf etwa daran erinnern, daß die Werkvertragsregelung eine Gesetzesmaterie war, die alle Merkmale eines Pfuschgesetzes getragen hat. (Beifall beim Liberalen Forum.) Allein die unzähligen Reparaturen, die notwendig waren, haben das bewiesen.
Abg. Dr. Feurstein: Das habe ich Ihnen im Ausschuß genau erklärt, Herr Kier!
Auch als das Notstandshilferecht reformiert wurde, hat man – so möchte ich es einmal formulieren – wahrscheinlich sogar bewußt auf die Frage der KarenzgeldbezieherInnen vorerst vergessen und hat dann repariert. Auch dieses Gesetz, das ebenfalls Verfassungswidrigkeiten enthielt, war ein Pfuschgesetz. (Abg. Dr. Feurstein: Das habe ich Ihnen im Ausschuß genau erklärt, Herr Kier!) Herr Kollege Feurstein! Sie werden wahrscheinlich das Wort in dieser Debatte ergreifen, daher lade ich Sie ein, das dann wirklich zu erklären!
Abg. Tichy-Schreder: Daran scheitert keiner!
Ich will, daß alles auf den Tisch kommt. Es gibt für jede Schwarzarbeit einen Auftraggeber, und jede Schwarzarbeit wird von jemandem durchgeführt. Beides muß gemeinsam betrachtet werden. Der einzige Ausweg kann aber nicht sein, die Strafdrohungen zu verschärfen. Abschreckung darf nicht das einzige Mittel sein, während sich um die Ursachen niemand kümmert! Abschreckung bis hin zu polizeistaatlicher Sekkiererei, bis hin zu verfassungswidrigen Regelungen, den Datenschutz in der Garderobe zu parken, das Denunziantentum als vorbildliche Leistung darzustellen, das Hausrecht, ein unverletzliches Grundrecht, beliebig zu brechen, Beschlagnahmungen und Betriebssperren ohne Mitwirkung unabhängiger Gerichte, nicht einmal im nachhinein: Das sind nach unserer Auffassung Zeichen einer politischen Hilflosigkeit! Denn wenn man sich nicht mehr anders zu helfen weiß, als einfach nur draufzuhauen, dann ist das zuwenig und außerdem bedenklich, denn die Ursachen liegen viel tiefer. Überlegen wir uns doch einmal, ob nicht eine der Ursachen für Schwarzarbeit auch die Tatsache ist, daß mancher, der ein Gewerbe ausüben möchte, das einfach deswegen nicht darf, weil er an den Zulassungsvorschriften scheitert, obwohl er bestens befähigt ist, aber gewissen Regeln nicht entspricht. (Abg. Tichy-Schreder: Daran scheitert keiner!)
Abg. Tichy-Schreder: Seinerzeit vielleicht!
Sie dürfen mir glauben, daß ich während meiner seinerzeitigen Praxis in einer Rechtsanwaltskanzlei genügend Fälle kennengelernt habe, in welchen die Leute Schwarzarbeit durchaus nicht aus steuerrechtlichen oder abgabenrechtlichen Gründen betrieben oder womöglich schwarz Beschäftigte bei sich eingesetzt haben, sondern Schwarzarbeit geleistet haben, weil es ihnen an der Gewerbeberechtigung gemangelt hat. (Abg. Tichy-Schreder: Seinerzeit vielleicht!) Und wenn einmal der erste Schritt in die Illegalität getan ist, und zwar mangels Zulassung zum Gewerbe, dann ist der zweite Schritt in die Illegalität, daß man gleich das ganze Geschäft außerhalb der Gesetze betreibt, möglicherweise viel leichter, als es sonst der Fall wäre.
Abg. Ellmauer: Schwarzarbeit kann man nicht kollaudieren!
Sollte das als echtes Äquivalent für die Mehrkosten nicht ausreichen – denn ich bin mir relativ sicher, daß die Lohnnebenkosten, die abzuführen sind, wenn man ein Haus baut und die dort beschäftigten Leute legal bezahlt, höher sind als der Vorteil aus dem Vorsteuerabzug –, dann wäre es allemal noch besser, sich zu überlegen, ob man nicht mit den Mitteln der Wohnbauförderung im Bereich der Häuselbauer nicht anders umgehen könnte, um Anreize zu setzen, daß Schwarzarbeit vermieden wird. Denn bekanntlich werden heute noch Bauten kollaudiert und abgenommen, von denen jeder in der Umgebung weiß, daß 98 Prozent letztlich durch Schwarzarbeit zustande gekommen sind. Der Bürgermeister kollaudiert jedoch ganz fröhlich, und die Landesregierung zahlt dann auch noch eine Wohnbauförderung dafür aus. (Abg. Ellmauer: Schwarzarbeit kann man nicht kollaudieren!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Diese Problematik darf nicht nur auf dem Rücken der Unternehmen mit Hilfe des Sozialministeriums ausgetragen werden. Sie bauen immer künstlich eine Feindschaft zwischen Sozialministerium und Unternehmen auf, statt sich Partnerschaften zu suchen. Wenn Sie dabei allerdings auf die Sozialpartner setzen, dann fürchte ich, daß diese Sie im Stich lassen werden. Denn diese werden an ihren Partikularinteressen hängenbleiben und sich nicht darauf konzentrieren, eine Gesamtschau zu erreichen. Denn sonst würde es die Pfuscherdebatte in der Form, wie sie jetzt läuft, gar nicht geben, sondern es wäre längst ein anderer Weg beschritten worden. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Weiters bin ich froh darüber, daß wir diese Debatte heute führen können, weil ich mir sicher bin, daß durch das Hohe Haus jene Unterstützung gegeben wird, die man in einem Rechtsstaat benötigt, wenn es darum geht, legale, korrekte Arbeitsbeziehungen und Arbeitsverhältnisse zu unterstützen und Illegales zu bekämpfen. Daher bin ich überzeugt, daß das politische Ziel der Bekämpfung der Schwarzarbeit ein gemeinsames Ziel der Bundesregierung und auch des Hohen Hauses ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Ich glaube, wir können mit Recht sagen: Für Anschläge auf den Sozial- und Leistungsstaat steht diese Bundesregierung nicht zur Verfügung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Seit Anfang dieses Jahres arbeiten aufgrund eines Ministerratsauftrages vom vorigen November das Sozialministerium, das Wirtschaftsministerium, das Justizministerium, das Bundeskanzleramt, das Innenministerium, das Finanzministerium, die Sozialpartner und die Verbindungsstelle der Bundesländer gemeinsam an der Erarbeitung dieses Entwurfes. Ich glaube, eine repräsentativere Zusammenarbeit, eine interministeriellere, stärkere Zusammenarbeit als in diesem Fall können wir nur in wenigen anderen Beispielen nachweisen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Kier: Im Entwurf ist keine Spur davon!
Folgendes sage ich mit Bedauern: Obwohl ich mich bemühe, durch mein Ressort doch immer wieder eine sehr umfangreiche Informationsarbeit, auch gegenüber dem Hohen Haus und den Klubs, zu machen, scheint diese Information doch nicht ganz punktgenau auch bei den Damen und Herren Abgeordneten des Liberalen Forums gelandet zu sein. Ich bedauere das wirklich, weil ich weiß, daß in vielen anderen Fällen die Informationen doch tatsächlich dort landen, wo sie sollten. (Abg. Dr. Kier: Im Entwurf ist keine Spur davon!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn man diese Maßnahmen dem entgegensetzt, was wir in Österreich für Privatpersonen, für Familien an Wohnbauförderung beitragen, dann sieht man, daß das unverhältnismäßig mehr ist. Wir haben das Finanzministerium gebeten, auszurechnen, was es bedeuten würde, ein derartiges Luxemburger Modell zu haben. Es wäre dies ein Nettosteuerausfall von 6 Milliarden Schilling, also für die Betroffenen ein Gewinn von 6 Milliarden Schilling. Demgegenüber stehen jedoch 29 Milliarden Schilling Wohnbauförderung. Also ich denke, damit haben wir eine wesentlich gerechtere, umfassendere, aber auch bessere Form der Förderung nicht nur der Betroffenen, sondern auch der Betriebe, der Unternehmen, der Branchen, die davon betroffen und angesprochen sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Gaugg: Frau Minister! Nicht!
Ich verstehe unter Nachbarschaftshilfe eine Tätigkeit, die einem Bekannten, Verwandten, Freund oder Nachbarn zugute kommt und meistens ohne Entgelt und auf Gegenseitigkeit geleistet wird. (Abg. Gaugg: Frau Minister! Nicht!) Die Grenze wird dann überschritten, wenn die Person, die ihre Dienste im Rahmen der Nachbarschaftshilfe anbietet, aus dieser Tätigkeit ein regelmäßiges oder doch umfangreicheres Einkommen erzielt und damit dem regulären Markt, der Steuern und Sozialversicherungsabgaben leistet, Marktanteile entzieht und dabei mangels Ablieferung öffentlicher Abgaben ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile gegenüber den offiziell anbietenden Unternehmen für sich in Anspruch nimmt. (Abg. Gaugg: Warum kriminalisieren Sie die Häuselbauer in Österreich?)
Abg. Gaugg: Warum kriminalisieren Sie die Häuselbauer in Österreich?
Ich verstehe unter Nachbarschaftshilfe eine Tätigkeit, die einem Bekannten, Verwandten, Freund oder Nachbarn zugute kommt und meistens ohne Entgelt und auf Gegenseitigkeit geleistet wird. (Abg. Gaugg: Frau Minister! Nicht!) Die Grenze wird dann überschritten, wenn die Person, die ihre Dienste im Rahmen der Nachbarschaftshilfe anbietet, aus dieser Tätigkeit ein regelmäßiges oder doch umfangreicheres Einkommen erzielt und damit dem regulären Markt, der Steuern und Sozialversicherungsabgaben leistet, Marktanteile entzieht und dabei mangels Ablieferung öffentlicher Abgaben ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile gegenüber den offiziell anbietenden Unternehmen für sich in Anspruch nimmt. (Abg. Gaugg: Warum kriminalisieren Sie die Häuselbauer in Österreich?)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Ich halte die Forderung nach der Absetzbarkeit von privaten Dienstleistungen für nicht zielführend. Diese steuerlichen Förderungen wären einkommensabhängig und sind daher verteilungspolitisch nicht zu rechtfertigen. Ein Lohnsteuerpflichtiger mit einem monatlichen Einkommen von unter 11 500 S würde von Ihren Vorschlägen überhaupt nicht profitieren, und auch Einkommensgruppen, die dann in weiterer Folge zu den niedrigeren gehören, könnten in keiner Weise Vorteile erzielen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Ich habe nur aus der Fülle jener Fälle, die unserem Ressort in diesem Zusammenhang auffallen und die uns bekannt werden, kurz berichtet. Ich glaube, das unterstreicht meine Bitte an Sie, mir bei der Umsetzung dieses Gesetzes zur Seite zu stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Wie oft redest du? Da kannst du ja gleich draußen bleiben!
Erster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Helmut Peter. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Ofner: Wie oft redest du? Da kannst du ja gleich draußen bleiben!)
Zwischenruf des Abg. Schwemlein.
Frau Bundesminister, was ist da passiert? – Seit dem Jahre 1970 sind die Sozialdemokraten in der Regierung. Hat ihre Unterrichtspolitik versagt, hat ihre Erziehungspolitik versagt, haben sie die öffentliche Moral versaut? Was kann schuld daran sein? (Zwischenruf des Abg. Schwemlein.) Eines haben Sie uns ja gesagt, Frau Bundesminister: Die Arbeitskosten können es nicht sein. Das haben Sie uns klar dargelegt. Die Höhe der Steuer- und Sozialquote, der Lohnnebenkosten kann es nicht sein. Dann muß es doch ein anderer Effekt Ihrer Politik sein. Oder sind die Österreicher aufgrund des Alters der Zweiten Republik einfach immer unehrlicher geworden? Ist es ein Trend, wenn eine Republik älter wird, daß dann die Menschen unehrlicher werden?
Heiterkeit der Abg. Dr. Gredler.
Ihre Antworten auf die, wie ich meine, sehr seriös vorgetragene Dringliche Anfrage des Herrn Kollegen Kier waren eigentlich ein bißchen kurz gegriffen – um es nicht anders ausdrücken zu müssen. Sie erklären uns doch tatsächlich, daß das alles miteinander nichts zu tun habe. Ich werde Ihnen jetzt die Zahlen vorlesen. Sie werden sie mir ohnehin nicht glauben, es ist sowieso sinnlos. Ich werde es aber trotzdem tun. (Heiterkeit der Abg. Dr. Gredler.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dietachmayr: Das ist polemisch!
Wissen Sie, wobei Sie erfolgreich waren? – Daß auf einmal nur noch 17 Prozent – anstatt früher 18 Prozent – der Menschen sagen, einen Krankenstand vorzutäuschen und blauzumachen, sei ein Kavaliersdelikt. Oder noch ein weiteres Kompliment an die Bundesregierung: Nur noch 4 Prozent – früher 9 Prozent – der Menschen sagen, betrunken Auto zu fahren sei ein Kavaliersdelikt. – Hier haben Sie offensichtlich Erfolg mit Ihrer Politik erzielt. Aber betreffend Schwarzarbeit haben Sie keine Erfolge erzielt; ganz im Gegenteil: Sie haben die Schwarzarbeit mit der Summe an Gesetzen und Normen, die Sie erlassen, verursacht. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dietachmayr: Das ist polemisch!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Schwemlein: Das war höchstens ein Kompott, was du gesagt hast! – Zwischenruf des Abg. Riepl.
Aber die Frau Bundesminister sagt uns: Meine Damen und Herren, eines müssen Sie schon verstehen: Mit den Lohnnebenkosten und der Steuer- und Abgabenquote hat das Ganze nichts zu tun. – Bei allem Respekt, Frau Bundesminister: So einen Schmarren habe ich schon lange nicht mehr gehört. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Schwemlein: Das war höchstens ein Kompott, was du gesagt hast! – Zwischenruf des Abg. Riepl.)
Zwischenruf des Abg. Koppler.
Ja, Herr Kollege, das ist alles nicht wahr. Dann sind die Österreicher unter Ihrer dreißigjährigen Regierung zu lauter Betrügern geworden. (Zwischenruf des Abg. Koppler.) Dann haben Sie aber in der Unterrichtspolitik etwas falsch gemacht, dann haben Sie sonst etwas falsch gemacht. Warum werden nach dreißig Jahren sozialdemokratischer Regierung die Österreicher auf einmal zu Schwarzarbeitern? Beantworten Sie die Frage! Stellen Sie sich der Diskussion, und sagen Sie nicht einfach sibyllinisch: Mit den Arbeitskosten hat das nichts zu tun. Das darf nicht sein. – So billig können Sie es sich wirklich nicht machen! (Abg. Schwemlein: Du wirst uns sicher sagen, wie es geht!)
Abg. Schwemlein: Du wirst uns sicher sagen, wie es geht!
Ja, Herr Kollege, das ist alles nicht wahr. Dann sind die Österreicher unter Ihrer dreißigjährigen Regierung zu lauter Betrügern geworden. (Zwischenruf des Abg. Koppler.) Dann haben Sie aber in der Unterrichtspolitik etwas falsch gemacht, dann haben Sie sonst etwas falsch gemacht. Warum werden nach dreißig Jahren sozialdemokratischer Regierung die Österreicher auf einmal zu Schwarzarbeitern? Beantworten Sie die Frage! Stellen Sie sich der Diskussion, und sagen Sie nicht einfach sibyllinisch: Mit den Arbeitskosten hat das nichts zu tun. Das darf nicht sein. – So billig können Sie es sich wirklich nicht machen! (Abg. Schwemlein: Du wirst uns sicher sagen, wie es geht!)
Abg. Koppler: Mach einen Vorschlag!
Sie werden einen Grund finden müssen. Ich kann Ihnen schon sagen, wo der Grund liegt. Die Menschen können sich offizielle Arbeit nicht mehr leisten. (Abg. Koppler: Mach einen Vorschlag!) – Der Vorschlag kommt gleich, Herr Koppler. Ich freue mich, daß Sie so gierig darauf sind. (Abg. Schwemlein: Wieviel Redezeit hast du noch?) – Fünf Minuten habe ich noch.
Abg. Schwemlein: Wieviel Redezeit hast du noch?
Sie werden einen Grund finden müssen. Ich kann Ihnen schon sagen, wo der Grund liegt. Die Menschen können sich offizielle Arbeit nicht mehr leisten. (Abg. Koppler: Mach einen Vorschlag!) – Der Vorschlag kommt gleich, Herr Koppler. Ich freue mich, daß Sie so gierig darauf sind. (Abg. Schwemlein: Wieviel Redezeit hast du noch?) – Fünf Minuten habe ich noch.
Abg. Schwemlein: Vorschlag!
Und drittens: Es ist selbstverständlich unsolidarisch der Gemeinschaft gegenüber, wenn die anderen ihre Sozialversicherungsbeiträge zahlen, man selbst aber nicht zahlt, jedoch Leistungen in Anspruch nimmt. – Das ist ein Faktum. Das steht unbestritten hier im Raum. (Abg. Schwemlein: Vorschlag!) Wir sind alle auf die Verfassung vereidigt.
Zwischenruf des Abg. Koppler
Nehmen Sie aber bitte zur Kenntnis, daß von 40 000 Gastronomiebetrieben unter der Summe von Gesetzen und Vorschriften, die dieses Hohe Haus überwiegend mit den Stimmen der Sozialdemokraten und der Volkspartei beschlossen hat, ein Viertel, nämlich 10 000, nicht lebensfähig wäre, wenn sie kein Schwarzgeld machen würden! Sie können nicht überleben! Das kann ich Ihnen anhand von Betriebsvergleichen, das kann ich Ihnen jederzeit anhand von Kostenrechnungen nachweisen. Das heißt, die einzige Chance, die es für diese Betriebe gibt, ist es, Schwarzgeld zu machen (Zwischenruf des Abg. Koppler), weil Sie eine Verteuerung der gewerblichen Tätigkeit sukzessive, Stück für Stück, hier im Nationalrat beschlossen haben, die mittlerweile einen so hohen Kostenlevel erreicht hat, daß der Konsument – Sie selber! – nicht mehr bereit ist, die Preise dafür zu bezahlen.
Abg. Dietachmayr: Schämen Sie sich!
Da oben sitzt der Herr Dietachmayr, der uns immer erklärt, wie teuer die Halbe Bier ist. Sie ist so teuer, weil Sie solche Gesetze gemacht haben, die die Halbe Bier so verteuert haben, und jetzt regen Sie sich über den Preis auf! Das ist ja ein Hammer, Herr Dietachmayr! (Abg. Dietachmayr: Schämen Sie sich!) Das ist ja ein Hammer! Ihre eigenen Gesetze haben das Bier so verteuert, und jetzt keppeln Sie über den teuren Bierpreis! Schämen Sie sich! Das ist der Punkt. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dietachmayr: Sie sollten sich schämen! Sie betreiben ...!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dietachmayr: Sie sollten sich schämen! Sie betreiben ...!
Da oben sitzt der Herr Dietachmayr, der uns immer erklärt, wie teuer die Halbe Bier ist. Sie ist so teuer, weil Sie solche Gesetze gemacht haben, die die Halbe Bier so verteuert haben, und jetzt regen Sie sich über den Preis auf! Das ist ja ein Hammer, Herr Dietachmayr! (Abg. Dietachmayr: Schämen Sie sich!) Das ist ja ein Hammer! Ihre eigenen Gesetze haben das Bier so verteuert, und jetzt keppeln Sie über den teuren Bierpreis! Schämen Sie sich! Das ist der Punkt. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dietachmayr: Sie sollten sich schämen! Sie betreiben ...!)
Zwischenruf des Abg. Koppler.
Was passiert daher jetzt? – Herr Koppler, Sie wollten wissen, was jetzt passiert. Jetzt kommt die Do-it-yourself-Gesellschaft. Jede Baufirma hat heute bereits ihren eigenen Abholmarkt, wo selbstverständlich "do it yourself" gemacht wird. Ihre Unterscheidung zwischen Schwarzarbeit und Nicht-Schwarzarbeit, zwischen Nachbarschaftshilfe und Nicht-Nachbarschaftshilfe, Frau Bundesminister, wie Sie aufgrund unserer Anfrage geantwortet haben, entbehrt ja nicht einer gewissen Komik. Ja selbstverständlich wird bei der Nachbarschaftshilfe gezahlt! Na ganz klar ist es so, daß alle zusammenkommen! Selbstverständlich bekommt der eine 150 S, und selbstverständlich bekommen Sie die Mehrwertsteuer auf den Wareneinsatz eines Ziegels – nicht aber auf den Ziegel mit all den Lohnkosten, die Sie aufgeschlagen haben, und all den Nebenkosten, die noch darauf sind. Das heißt, die Gesellschaft kann sich die Dienstleistung, die offiziell angeboten wird, nicht mehr leisten. Das Beispiel des Haarschneidens vom Kollegen Kier – das werde ich nicht gebrauchen, wie Sie verstehen – war ja wohl trefflich. (Zwischenruf des Abg. Koppler.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Koppler: Das war aber kein Ansatz! – Abg. Schwemlein: Ich bin enttäuscht von dir! Ich bin enttäuscht!
Meine Damen und Herren! Sie müssen sich überlegen, was Ihre Gesetze diesem Lande kosten. Dann werden Sie verstehen, warum es immer mehr Schwarzarbeit gibt. Mit der Polizei dagegen loszugehen, das ist die eine Seite und dient zur Aufrechterhaltung des Rechtsstaates, aber Maßnahmen zu setzen, damit Schwarzarbeit nicht mehr geleistet werden muß, damit sie nicht mehr vorkommen muß, das wäre Ihre wirkliche Aufgabe. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Koppler: Das war aber kein Ansatz! – Abg. Schwemlein: Ich bin enttäuscht von dir! Ich bin enttäuscht!)
Abg. Haigermoser: Die Uhr läuft schon! Wie beim Eishockey!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Kaufmann das Wort. (Abg. Haigermoser: Die Uhr läuft schon! Wie beim Eishockey!) Das heißt nicht, daß ich die Bemerkung des Abgeordneten Peter, die Rede der Frau Ministerin sei ein "Schmarren", akzeptiere. So kann man vielleicht in Ihrem Klub reden, aber nicht im Plenum! Das hat mich wirklich geärgert.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Kier – ein Exemplar der Dringlichen Anfrage in die Höhe haltend –: Lesen!
Abgeordneter Mag. Herbert Kaufmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Peter, Sie können hier noch so laut schreien und sich besonders künstlich empören. Diese Anfrage ist wirklich schwach formuliert. Ihre Argumentation stimmt in Wirklichkeit hinten und vorne nicht, und Sie machen überhaupt keinen einzigen Vorschlag zum Thema Schwarzarbeit selbst. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Kier – ein Exemplar der Dringlichen Anfrage in die Höhe haltend –: Lesen!)
Abg. Dr. Kier: Das kriegen wir dann 5 Minuten vor Sitzungsbeginn!
Zweiter Punkt: Ihre Dringliche Anfrage scheint mir überhaupt sonderbar zu sein. Dieses Schwarzarbeitsgesetz kommt ja ohnehin ins Hohe Haus, und Sie können dann im Ausschuß und im Plenum lange darüber diskutieren. Sie wehren sich immer wieder dagegen, daß im Vorfeld, zum Beispiel bei den Sozialpartnern, Regelungen diskutiert und getroffen werden. Aber jetzt versuchen Sie selbst, noch vor einem Regierungsbeschluß hier Einfluß zu nehmen. Also das paßt überhaupt nicht zusammen und widerspricht Ihrer eigenen Argumentation. (Abg. Dr. Kier: Das kriegen wir dann 5 Minuten vor Sitzungsbeginn!)
Abg. Mag. Peter: Das bestreitet niemand!
Herr Abgeordneter Kier! Sie haben selbst gesagt, Schwarzarbeit ist ein schlimmes Delikt. Sie führen auch mehrere Gründe an: Wettbewerbsverzerrung, Gefährdung des Rechtsstaates, eklatante Ausfälle an Sozialversicherungsgeldern et cetera. – Was Ihnen und Ihrer Partei überhaupt nicht einfällt, obwohl die Aufzählung stimmt, die Sie gemacht haben, ist, daß Sie zum Beispiel hinzufügen, Schwarzarbeit führt auch dazu, daß ein einzelner Arbeitnehmer in seinen individuellen Rechten besonders eingeschränkt wird. Das haben Sie überhaupt nicht gesagt. Das führt dazu, daß Arbeitsrechte nicht anerkannt werden, das führt dazu, daß jemand individuell um seine zukünftigen Sozialversicherungsansprüche gebracht wird. Auch das ist bei Ihnen überhaupt kein Thema. (Abg. Mag. Peter: Das bestreitet niemand!) – Das führen Sie aber nicht an, und das kommt auch in Ihrer Anfrage nicht vor.
Abg. Haigermoser: ... Osterweiterung!
Lohndumping ist Ihnen wohl überhaupt kein Begriff. Daß Schwarzarbeit auch zu Lohndumping führt, ist bei Ihnen ... (Abg. Haigermoser: ... Osterweiterung!) – Das werden wir noch oft genug diskutieren, Sie kennen meine Haltung dazu. – Daß Schwarzarbeit auch zu Lohndumping führt, ist bei Ihnen überhaupt kein Thema. Aber wenn es um Arbeitnehmer geht, fällt Ihnen nichts anderes dazu ein, als daß die Zahl der Krankenstände angeblich steigt. In Wirklichkeit sinkt derzeit die Zahl der Krankenstände, und zwar nicht deswegen, weil die Leute soviel gesünder sind, sondern deswegen, weil die Arbeitsbedingungen härter werden.
Beifall bei der SPÖ.
Uns geht es vor allem darum, illegale Beschäftigung, die im Rahmen von Unternehmungen, von Gewerbebetrieben, durchgeführt wird, zu bekämpfen. Das ist eindeutig auch das Hauptproblem. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Ein anderer Punkt bei den Lohnnebenkosten ist zum Beispiel der 13. und 14. Bezug, die man üblicherweise dazuzählt, obwohl das nicht ganz logisch ist. Wollen Sie den 13. und 14. Bezug schmälern, wollen Sie dort etwas wegnehmen? (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.) Und dann besteht weniger als die Hälfte der gesamten Lohnnebenkosten aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmeraufwendungen für Sozialversicherungen. – Soweit zu den Lohnnebenkosten.
Abg. Mag. Peter: Das stimmt!
Sie führen in Ihrer Anfrage auch an, daß die Vorbereitung zum Schwarzarbeitsgesetz ein Beweis dafür sei, daß die Regierung unfähig ist, interministeriell und vernetzt zu arbeiten. (Abg. Mag. Peter: Das stimmt!) Ein ausgewogenes Maßnahmenpaket hätte jedenfalls die Zusammenarbeit von Sozial-, Wirtschafts- und Finanzministerium erfordert. So heißt es in Ihrer Anfrage.
Abg. Dr. Kier: Nicht nur symptomatisch, auch kausal!
Die Gesetzesvorlage zum Schwarzarbeitsgesetz in der jetzt diskutierten Form ist meiner Meinung nach absolut notwendig. Schwarzarbeit muß bekämpft werden, und zwar wegen der Gründe, die Sie ohnehin in Ihrer Anfrage anführen (Abg. Dr. Kier: Nicht nur symptomatisch, auch kausal!), aber auch deswegen, weil individuelle Rechte von Arbeitnehmern nicht beschnitten werden sollen. (Abg. Dr. Kier: Nicht sagen, was nicht geht!)
Abg. Dr. Kier: Nicht sagen, was nicht geht!
Die Gesetzesvorlage zum Schwarzarbeitsgesetz in der jetzt diskutierten Form ist meiner Meinung nach absolut notwendig. Schwarzarbeit muß bekämpft werden, und zwar wegen der Gründe, die Sie ohnehin in Ihrer Anfrage anführen (Abg. Dr. Kier: Nicht nur symptomatisch, auch kausal!), aber auch deswegen, weil individuelle Rechte von Arbeitnehmern nicht beschnitten werden sollen. (Abg. Dr. Kier: Nicht sagen, was nicht geht!)
Abg. Dr. Kier: 42 Arbeitsplätze schaffen Sie damit!
Die wesentlichen Fortschritte in diesem Schwarzarbeitsgesetz sind – hören Sie zu, Herr Abgeordneter Kier, jetzt kommt das, was geht – erstens, daß die Kontrollrechte verstärkt werden und daß die Hauptzollämter in die Kontrolle miteingebunden werden. Derzeit stehen in ganz Österreich 35 Personen für die Bekämpfung der illegalen Beschäftigung zur Verfügung, dann werden es 184 sein. (Abg. Dr. Kier: 42 Arbeitsplätze schaffen Sie damit!) Wenn das keine wichtige Maßnahme ist! Es ist jedenfalls mehr, als Sie bisher von sich gegeben haben. (Abg. Dr. Kier: Das ist das mit der Kausalität, das ist aber nur die eine Seite!)
Abg. Dr. Kier: Das ist das mit der Kausalität, das ist aber nur die eine Seite!
Die wesentlichen Fortschritte in diesem Schwarzarbeitsgesetz sind – hören Sie zu, Herr Abgeordneter Kier, jetzt kommt das, was geht – erstens, daß die Kontrollrechte verstärkt werden und daß die Hauptzollämter in die Kontrolle miteingebunden werden. Derzeit stehen in ganz Österreich 35 Personen für die Bekämpfung der illegalen Beschäftigung zur Verfügung, dann werden es 184 sein. (Abg. Dr. Kier: 42 Arbeitsplätze schaffen Sie damit!) Wenn das keine wichtige Maßnahme ist! Es ist jedenfalls mehr, als Sie bisher von sich gegeben haben. (Abg. Dr. Kier: Das ist das mit der Kausalität, das ist aber nur die eine Seite!)
Abg. Dr. Kier: Den Datenwust haben Sie ja selber erzeugt!
Zweitens wird es strengere Sanktionen geben und drittens – das halte ich für besonders wichtig – die Bestimmung, daß sofort bei Arbeitsantritt die Anmeldung bei der Gebietskrankenkasse erfolgen muß. Dies muß zwar nicht im gesamten Umfang, den eine Anmeldung erfordern würde, geschehen, da das, wie jeder weiß, natürlich ein Datenwust wäre, der nicht so schnell zu erledigen ist. (Abg. Dr. Kier: Den Datenwust haben Sie ja selber erzeugt!) Man kann aber über Handy, Fax et cetera zumindest den Namen des Arbeitnehmers, den Arbeitgeber und den Beginn der Arbeit angeben. – Das ist ein sehr wichtiges Instrument, denn die häufigsten Einwände bei den Überprüfungen waren, daß dieser und jener Schwarzarbeiter, der angetroffen wurde, ohnehin angemeldet worden wäre, und 90 Prozent der Fälle aus diesem Titel waren überhaupt nicht verfolgbar. (Abg. Dr. Kier: Wie ist das kausal?) Daher ist die sofortige Anmeldung bei Arbeitsantritt – und das ist sehr kausal – ganz besonders bedeutend. (Abg. Dr. Kier: Nein, das ist nicht kausal!)
Abg. Dr. Kier: Wie ist das kausal?
Zweitens wird es strengere Sanktionen geben und drittens – das halte ich für besonders wichtig – die Bestimmung, daß sofort bei Arbeitsantritt die Anmeldung bei der Gebietskrankenkasse erfolgen muß. Dies muß zwar nicht im gesamten Umfang, den eine Anmeldung erfordern würde, geschehen, da das, wie jeder weiß, natürlich ein Datenwust wäre, der nicht so schnell zu erledigen ist. (Abg. Dr. Kier: Den Datenwust haben Sie ja selber erzeugt!) Man kann aber über Handy, Fax et cetera zumindest den Namen des Arbeitnehmers, den Arbeitgeber und den Beginn der Arbeit angeben. – Das ist ein sehr wichtiges Instrument, denn die häufigsten Einwände bei den Überprüfungen waren, daß dieser und jener Schwarzarbeiter, der angetroffen wurde, ohnehin angemeldet worden wäre, und 90 Prozent der Fälle aus diesem Titel waren überhaupt nicht verfolgbar. (Abg. Dr. Kier: Wie ist das kausal?) Daher ist die sofortige Anmeldung bei Arbeitsantritt – und das ist sehr kausal – ganz besonders bedeutend. (Abg. Dr. Kier: Nein, das ist nicht kausal!)
Abg. Dr. Kier: Nein, das ist nicht kausal!
Zweitens wird es strengere Sanktionen geben und drittens – das halte ich für besonders wichtig – die Bestimmung, daß sofort bei Arbeitsantritt die Anmeldung bei der Gebietskrankenkasse erfolgen muß. Dies muß zwar nicht im gesamten Umfang, den eine Anmeldung erfordern würde, geschehen, da das, wie jeder weiß, natürlich ein Datenwust wäre, der nicht so schnell zu erledigen ist. (Abg. Dr. Kier: Den Datenwust haben Sie ja selber erzeugt!) Man kann aber über Handy, Fax et cetera zumindest den Namen des Arbeitnehmers, den Arbeitgeber und den Beginn der Arbeit angeben. – Das ist ein sehr wichtiges Instrument, denn die häufigsten Einwände bei den Überprüfungen waren, daß dieser und jener Schwarzarbeiter, der angetroffen wurde, ohnehin angemeldet worden wäre, und 90 Prozent der Fälle aus diesem Titel waren überhaupt nicht verfolgbar. (Abg. Dr. Kier: Wie ist das kausal?) Daher ist die sofortige Anmeldung bei Arbeitsantritt – und das ist sehr kausal – ganz besonders bedeutend. (Abg. Dr. Kier: Nein, das ist nicht kausal!)
Abg. Dr. Kier: Wieso? Das ist eine Infamie!
Ich komme zum Schluß. – Herr Abgeordneter Kier! In Ihrer Anfrage steht auch, daß im Entwurf keine Antwort gegeben wird auf die Frage, wie über die Bekämpfung der Schwarzarbeit erreicht werden kann, daß sich die Konsumenten Dienstleistungen wieder leisten können. Wir wollen das auch nicht durch die Ermöglichung von Schwarzarbeit leistbar machen (Abg. Dr. Kier: Wieso? Das ist eine Infamie!), sondern durch höhere Löhne, höhere Gehälter und höhere Pensionen. Das ist unser Weg! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich komme zum Schluß. – Herr Abgeordneter Kier! In Ihrer Anfrage steht auch, daß im Entwurf keine Antwort gegeben wird auf die Frage, wie über die Bekämpfung der Schwarzarbeit erreicht werden kann, daß sich die Konsumenten Dienstleistungen wieder leisten können. Wir wollen das auch nicht durch die Ermöglichung von Schwarzarbeit leistbar machen (Abg. Dr. Kier: Wieso? Das ist eine Infamie!), sondern durch höhere Löhne, höhere Gehälter und höhere Pensionen. Das ist unser Weg! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr verehrte Frau Dr. Schmidt! Ich halte zwar einige Ihrer Aussagen für gerechtfertigt, aber das, was Sie heute geboten haben, war – verzeihen Sie mir – reine Show. (Beifall bei der ÖVP.) Denn – ich habe mir das genau aufgeschrieben, weil es mir wahnsinnig weh tut, daß wir in diesem Hause immer öfter nur mehr Schaum schlagen – in der Früh, also in der besten Zeit, versuchen Sie, der Regierung alles mögliche an den Kopf zu werfen. Es geht Ihnen dabei aber nur um die Show, denn die Einwendungsdebatten dauerten von 9.00 Uhr bis 10.52 Uhr, während die eigentliche Debatte über jene vier Tagesordnungspunkte genau 36 Minuten gedauert hat. Die Einwendungsdebatten waren dreimal so lange. Hätten Sie diese Dringliche Anfrage über ein Thema, das meines Erachtens zwar diskutiert werden muß, aber absolut nicht so dringlich ist, wie Sie es darstellen, nicht eingebracht, dann wären wir schon längst bei der Debatte über den Bericht des Unterausschusses des Rechnungshofausschusses zur "Ennsnahen Trasse". Mit einem Wort: Alles nur Show!
Beifall bei der ÖVP.
Ich bedauere das, weil ich bisher der Meinung war, Sie seien persönlich eine äußerst seriöse Politikerin. Heute habe ich vor Augen geführt bekommen, daß das nicht der Fall ist. Ich würde mich freuen, wenn Sie wieder zur Seriosität zurückkehren würden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Sie brauchen es ja nur zu beschließen!
Ich möchte aber auch noch etwas erwähnen, Frau Bundesministerin. Sie haben apodiktisch vom Luxemburger Modell und von der fehlenden Wohnbauförderung in Luxemburg et cetera gesprochen. Daß Luxemburg keine Wohnbauförderung hat, stimmt. Wir haben eine Wohnbauförderung, aber sich das Luxemburger Modell anzusehen und auf österreichisch abzuwandeln, wäre meiner Meinung nach eine Möglichkeit. Das verlangt auch die Wirtschaft seit langem. (Abg. Haigermoser: Sie brauchen es ja nur zu beschließen!)
Abg. Haigermoser: Stellen Sie keine Fragen! Sie haben Antworten zu geben!
Moment, meine Herren, hören Sie zu! Das Luxemburger Modell kommt vom Handwerk und Gewerbe. Es geht darum, wie es im Zusammenhang mit der Wohnbauförderung auszugestalten ist. Wie kann ich es umändern? Man soll ja über die verschiedensten Vorschläge diskutieren. (Abg. Haigermoser: Stellen Sie keine Fragen! Sie haben Antworten zu geben!) – Herr Abgeordneter Haigermoser! Diskutieren liegt Ihnen nicht, Sie wollen nur drüberfahren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Moment, meine Herren, hören Sie zu! Das Luxemburger Modell kommt vom Handwerk und Gewerbe. Es geht darum, wie es im Zusammenhang mit der Wohnbauförderung auszugestalten ist. Wie kann ich es umändern? Man soll ja über die verschiedensten Vorschläge diskutieren. (Abg. Haigermoser: Stellen Sie keine Fragen! Sie haben Antworten zu geben!) – Herr Abgeordneter Haigermoser! Diskutieren liegt Ihnen nicht, Sie wollen nur drüberfahren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Schmidt: Wenn die Themen unterschiedlich sind, dann sind auch die Argumente unterschiedlich!
Herr Abgeordneter Dr. Kier! Sie haben gesagt, der erste Schritt in die Illegalität führe praktisch dazu, daß weitere Schritte folgen. Ich muß Sie nun schon fragen: Vertreten Sie diese Meinung auch in der Drogendebatte? – Ich wäre an Ihrer Stelle vorsichtig mit dem Satz, daß der erste Schritt in die Illegalität in die weitere Illegalität führe. Seien Sie also bei Ihren Debattenbeiträgen vorsichtiger, damit man dann nicht sagt, daß man, wenn man einmal eine Droge nimmt, sofort in der Drogenwelt sei. Ich weiß, daß die Auffassung der Liberalen darüber ganz anders ist. Man muß halt ein Argument jeweils so anwenden, daß es überall gilt. – Aber Ihr Argument gilt nicht einmal in dieser Frage, und in der Drogenproblematik stimmt gerade das Gegenteil. Das wollte ich noch sagen. (Abg. Dr. Schmidt: Wenn die Themen unterschiedlich sind, dann sind auch die Argumente unterschiedlich!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, daß wir über dieses Thema noch eingehend diskutieren werden. Wir wollen gleiche Wettbewerbsbedingungen, nicht nur zwischen den Betrieben, sondern auch gegenüber den sogenannten Pfuschern, die sich bereits in den Tageszeitungen anbieten, von wo aus man sie sehr leicht verfolgen könnte. Möglichkeiten gäbe es, und ich hege große Hoffnungen, daß die Regierungsvorlage im Sinne unserer Wünsche zustande kommen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kaufmann: In diesem Punkt nicht!
Man hat das bisher immer so gemacht. Es gibt bereits eine Fülle von Kontrollen, der Staat ist gegenüber der Wirtschaft in einem ungeheuren Ausmaß tätig. (Abg. Mag. Kaufmann: In diesem Punkt nicht!) Zu den Arbeitsinspektoren, Gewerbeinspektoren, Gebietskrankenkasse-, Finanz- und Lohnsteuerprüfern kommen nun noch die Zöllner oder die besonderen "Pfuscherprüfer". Ich frage mich, ob die Menschen deshalb mehr Geld zur Verfügung haben werden, weil der Staat mehr Geld dafür aufwendet, die Pfuscher zu bekämpfen. Die eigentliche Aufgabe müßte doch sein, die Ursache des Problems in den Griff zu bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man hat das bisher immer so gemacht. Es gibt bereits eine Fülle von Kontrollen, der Staat ist gegenüber der Wirtschaft in einem ungeheuren Ausmaß tätig. (Abg. Mag. Kaufmann: In diesem Punkt nicht!) Zu den Arbeitsinspektoren, Gewerbeinspektoren, Gebietskrankenkasse-, Finanz- und Lohnsteuerprüfern kommen nun noch die Zöllner oder die besonderen "Pfuscherprüfer". Ich frage mich, ob die Menschen deshalb mehr Geld zur Verfügung haben werden, weil der Staat mehr Geld dafür aufwendet, die Pfuscher zu bekämpfen. Die eigentliche Aufgabe müßte doch sein, die Ursache des Problems in den Griff zu bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der erste Punkt lautet daher: Es ist wichtig, eine gescheite Steuerreform zu machen. Eine Regierung, die von der Bekämpfung der "Pfuscher" redet, aber den Arbeitnehmern seit zehn Jahren nicht einmal die kalte Progression zurückgibt, darf sich nicht wundern, wenn die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen immer mehr "schwarz" machen beziehungsweise auf den Schwarzmarkt ausweichen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Da schaust’ ja!
Sie als Verantwortlicher der Arbeiterkammer wissen besonders gut, daß die Regierung da wirklich in Verzug ist. Dasselbe spielt sich in der Frage der Lohnnebenkosten ab. Es ist wirklich amüsant, zu verfolgen, wie sich die beiden Regierungsparteien gegenseitig einschenken. Die schwarzen Wirtschaftsbündler – deren Herr Präsident ist ja anwesend – reiben sich in Inseraten an der roten Regierungshälfte, in denen sie behaupten, die Wirklichkeit sei fürchterlich: Belastungsrekord: höchste Steuer- und Abgabenbelastung der Zweiten Republik – darin stimme ich Ihnen zu, Herr Präsident –; Teilgewerbe: Arbeiterkammer und ÖGB verhindern die Ausbildung von Lehrlingen; Pfusch: die Schwarzarbeit boomt, weil nichts gegen die hohen Lohnnebenkosten getan wird. – Wirtschaft schafft Arbeit, Wirtschaftsbund der ÖVP. (Abg. Haigermoser: Da schaust’ ja!)
Abg. Ing. Maderthaner spricht mit Abg. Tichy-Schreder.
Dazu kann ich nur sagen: Bravo! Aber welche Konsequenzen ziehen Sie daraus? – Ihre Konsequenzen sind nicht, ein Modell zu entwickeln, wie die hohen Lohnnebenkosten reduziert werden können. Da gäbe es eine Menge Möglichkeiten. (Abg. Ing. Maderthaner spricht mit Abg. Tichy-Schreder.) – Herr Präsident Maderthaner! Vielleicht schenken Sie und die Frau Kollegin mir kurz Ihre geneigte Aufmerksamkeit. Ich möchte Sie persönlich ansprechen und fragen, warum Sie einerseits in einem Inserat die Senkung der Lohnnebenkosten fordern, die Wirtschaftskammer andererseits aber alles dazu beiträgt, daß die Lohnnebenkosten immer weiter steigen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da gibt es beispielsweise die Kammerumlage II. Seit dem Jahre 1986 wird kein Schilling mehr aus diesem Fonds für die Arbeiter-Abfertigung bezahlt, trotzdem nimmt die Wirtschaftskammer diese nur für die Arbeiter-Abfertigung eingeführte Kammerumlage II in Milliardenhöhe weiterhin ein. Sie könnten ja darauf verzichten! Es handelt sich dabei um mehr als 3 Milliarden Schilling! Das wäre eine substantielle Entlastung der Betriebe. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Seien Sie ehrlich: Sie haben allein bei der Arbeiterkammer Niederösterreich so viele Milliarden auf der hohen Kante, daß Sie jetzt die Milliarden verwenden, um für Mitarbeiter und Funktionäre ein Sonderpensionsrecht zu finanzieren, anstatt mit niedrigeren Beiträgen die Lohnnebenkosten zu senken und damit zur Beschäftigung beizutragen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Statistiken!
Was für Arbeitsstunden sind das? – Solche für Lohnverrechnungen, Steuerabrechnungen, Krankenkassen- und Sozialversicherungsabrechnungen. (Abg. Haigermoser: Statistiken!) Sind Sie denn nicht in der Lage, einmal einen Gesetzesantrag einzubringen, damit vielleicht eine einheitliche Bemessungsgrundlage für alle Lohnabgaben eingeführt wird, damit die Betriebe weniger Aufwand haben? – Das wäre schon einmal ein Vorschlag, um das Ganze ein bißchen billiger zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was für Arbeitsstunden sind das? – Solche für Lohnverrechnungen, Steuerabrechnungen, Krankenkassen- und Sozialversicherungsabrechnungen. (Abg. Haigermoser: Statistiken!) Sind Sie denn nicht in der Lage, einmal einen Gesetzesantrag einzubringen, damit vielleicht eine einheitliche Bemessungsgrundlage für alle Lohnabgaben eingeführt wird, damit die Betriebe weniger Aufwand haben? – Das wäre schon einmal ein Vorschlag, um das Ganze ein bißchen billiger zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Damit werden Sie die Probleme nicht lösen können. Statt jetzt zu sagen, daß der Pfusch eingedämmt werden muß und die Häuselbauer zur Verantwortung gezogen werden müssen, könnten wir es doch einmal mit dem Markt probieren! Vielleicht schaffen wir einmal ein Modell derart, daß man sagt: Jedem, der legal sein Häusel baut oder sein Eigenheim errichtet und dies durch legale Rechnungen von Professionisten belegt, dem geben wir die Mehrwertsteuer zurück! Damit werden Sie wesentlich mehr Erfolg haben, als wenn Sie mit neuen Polizeikräften auf den Baustellen herumsitzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Edler.
Aber die Politik geht in eine andere Richtung. Da wird nichts geändert, die Kammerumlagen bleiben gleich hoch, die Lohnnebenkosten werden nicht ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Edler.) Was denn? (Abg. Edler: Überall habt ihr das Geld!) Wo denn? (Abg. Edler: In der Kammer!) Wir haben dort nicht die Mehrheit. Die Freiheitlichen sind in der Bundeskammer, obwohl sie die zweitstärkste Fraktion sind, sogar aus dem Präsidium gedrängt worden, und die Sozialisten sind kooptiert worden, damit ihr weiterhin unter euch bleibt, meine lieben Freunde! Das ist die Realität. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Abkassierer seid ihr! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Abg. Edler: Überall habt ihr das Geld!
Aber die Politik geht in eine andere Richtung. Da wird nichts geändert, die Kammerumlagen bleiben gleich hoch, die Lohnnebenkosten werden nicht ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Edler.) Was denn? (Abg. Edler: Überall habt ihr das Geld!) Wo denn? (Abg. Edler: In der Kammer!) Wir haben dort nicht die Mehrheit. Die Freiheitlichen sind in der Bundeskammer, obwohl sie die zweitstärkste Fraktion sind, sogar aus dem Präsidium gedrängt worden, und die Sozialisten sind kooptiert worden, damit ihr weiterhin unter euch bleibt, meine lieben Freunde! Das ist die Realität. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Abkassierer seid ihr! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Abg. Edler: In der Kammer!
Aber die Politik geht in eine andere Richtung. Da wird nichts geändert, die Kammerumlagen bleiben gleich hoch, die Lohnnebenkosten werden nicht ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Edler.) Was denn? (Abg. Edler: Überall habt ihr das Geld!) Wo denn? (Abg. Edler: In der Kammer!) Wir haben dort nicht die Mehrheit. Die Freiheitlichen sind in der Bundeskammer, obwohl sie die zweitstärkste Fraktion sind, sogar aus dem Präsidium gedrängt worden, und die Sozialisten sind kooptiert worden, damit ihr weiterhin unter euch bleibt, meine lieben Freunde! Das ist die Realität. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Abkassierer seid ihr! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Abkassierer seid ihr! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Aber die Politik geht in eine andere Richtung. Da wird nichts geändert, die Kammerumlagen bleiben gleich hoch, die Lohnnebenkosten werden nicht ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Edler.) Was denn? (Abg. Edler: Überall habt ihr das Geld!) Wo denn? (Abg. Edler: In der Kammer!) Wir haben dort nicht die Mehrheit. Die Freiheitlichen sind in der Bundeskammer, obwohl sie die zweitstärkste Fraktion sind, sogar aus dem Präsidium gedrängt worden, und die Sozialisten sind kooptiert worden, damit ihr weiterhin unter euch bleibt, meine lieben Freunde! Das ist die Realität. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Abkassierer seid ihr! – Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Und in dieser Art und Weise geht es weiter. Der nächste Schritt, mit dem Sie ins Dilemma kommen werden, ist die Osterweiterung. Wenn Sie die Osterweiterung durchziehen, werden Sie wiederum mehr Billigarbeitskräfte illegal auf dem österreichischen Arbeitsmarkt haben, und die österreichischen Arbeitnehmer werden noch stärker in eine problematische Situation kommen. Auch dazu hätte ich gerne etwas von Ihnen gehört, Kollege Kaufmann! Sie wissen es nämlich, und das ist auch für Sie ein Problem. Aber Sie sollten es auch hier als Abgeordneter einer Regierungspartei offen aussprechen, daß der Weg, die Osterweiterung voranzutreiben, nur dazu führen wird, daß wir noch mehr Schwarzarbeit, noch mehr illegale Ausländer auf den Baustellen und noch mehr Lohndumping haben. Wir werden noch mehr Arbeitslose finanzieren müssen. Das ist der Erfolg einer Politik, die sagt: Wir müssen die Schwarzarbeit eindämmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dort muß man hinein: mit marktmäßigen Lösungen – und nicht mit Polizeistaatmethoden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Die Kritik geht wie immer gegen die Opposition! Das ist die Antwort an die Regierung!
Die Anfrage heißt zwar "Regierungspfusch bei Schwarzarbeit" ... (Abg. Dr. Graf: Die Kritik geht wie immer gegen die Opposition! Das ist die Antwort an die Regierung!) Ich werde die Antwort schon noch erklären. (Abg. Dr. Graf: Setzen Sie sich mit der Regierung auseinander! Aber das ist unangenehm! Der gewerkschaftliche Linksblock schlägt zu!)
Abg. Dr. Graf: Setzen Sie sich mit der Regierung auseinander! Aber das ist unangenehm! Der gewerkschaftliche Linksblock schlägt zu!
Die Anfrage heißt zwar "Regierungspfusch bei Schwarzarbeit" ... (Abg. Dr. Graf: Die Kritik geht wie immer gegen die Opposition! Das ist die Antwort an die Regierung!) Ich werde die Antwort schon noch erklären. (Abg. Dr. Graf: Setzen Sie sich mit der Regierung auseinander! Aber das ist unangenehm! Der gewerkschaftliche Linksblock schlägt zu!)
Abg. Mag. Peter: Die Schwarzarbeit habe ich nicht verteidigt!
Die Anfrage heißt zwar "Regierungspfusch bei Schwarzarbeit", aber sie macht einen grundlegenden Fehler. Besser gesagt: Sie, meine Damen und Herren vom Liberalen Forum, machen einen grundlegenden Fehler. Das hat jetzt auch der Abgeordnete Haider wieder nachvollzogen. Sie argumentieren mit Zahlen von Univ.-Prof. Dr. Schneider, die sich nicht auf die Schwarzarbeit beziehen. Diese Zahlen beziehen sich auf den Bereich Schattenwirtschaft, und Schattenwirtschaft, Herr Kollege Peter, ist zum Teil Schwarzarbeit, zum Teil Steuerhinterziehung, zum Großteil aber – lesen Sie bei Schneider nach! – jener Bereich, der sich nicht legalisieren läßt, wie Sie das in der Frage 7 vorschlagen. (Abg. Mag. Peter: Die Schwarzarbeit habe ich nicht verteidigt!)
Abg. Mag. Peter: Wer verteidigt das?
Der ganze Bereich krimineller Handlungen bis hin zum Menschenhandel ist Schattenwirtschaft (Abg. Mag. Peter: Wer verteidigt das?), der Drogenhandel ist Schattenwirtschaft (Abg. Haigermoser: Drogenhandel wollt ihr legalisieren!), der Ladendiebstahl ist genauso Schattenwirtschaft wie alles, was im Bereich organisierter Kriminalität an wirtschaftlichen Handlungen geschieht. Das erklärt die Summe von 230 Milliarden Schilling, die Univ.-Prof. Schneider für Österreich dafür veranschlagt.
Abg. Haigermoser: Drogenhandel wollt ihr legalisieren!
Der ganze Bereich krimineller Handlungen bis hin zum Menschenhandel ist Schattenwirtschaft (Abg. Mag. Peter: Wer verteidigt das?), der Drogenhandel ist Schattenwirtschaft (Abg. Haigermoser: Drogenhandel wollt ihr legalisieren!), der Ladendiebstahl ist genauso Schattenwirtschaft wie alles, was im Bereich organisierter Kriminalität an wirtschaftlichen Handlungen geschieht. Das erklärt die Summe von 230 Milliarden Schilling, die Univ.-Prof. Schneider für Österreich dafür veranschlagt.
Abg. Dr. Graf: Welchen Anteil hat Ihrer Meinung nach die Schwarzarbeit?
Nicht die gesamten 230 Milliarden Schilling betreffen Schwarzarbeit, sondern die Schwarzarbeit macht einen Teil davon aus. Das heißt, wenn wir darüber reden, dann müssen wir auch wissen, worüber wir reden. Wir reden eigentlich – nehme ich an – nicht über die Schattenwirtschaft, sondern über die Schwarzarbeit. (Abg. Dr. Graf: Welchen Anteil hat Ihrer Meinung nach die Schwarzarbeit?) Das ist keine Frage an mich, sondern eine Frage an Prof. Schneider, und er umgeht sie. Lesen Sie das in den Studien nach! (Abg. Dr. Haider: Uns umgeht er?) Bitte? (Abg. Dr. Haider: Umgeht er uns?) Möglich.
Abg. Dr. Haider: Uns umgeht er?
Nicht die gesamten 230 Milliarden Schilling betreffen Schwarzarbeit, sondern die Schwarzarbeit macht einen Teil davon aus. Das heißt, wenn wir darüber reden, dann müssen wir auch wissen, worüber wir reden. Wir reden eigentlich – nehme ich an – nicht über die Schattenwirtschaft, sondern über die Schwarzarbeit. (Abg. Dr. Graf: Welchen Anteil hat Ihrer Meinung nach die Schwarzarbeit?) Das ist keine Frage an mich, sondern eine Frage an Prof. Schneider, und er umgeht sie. Lesen Sie das in den Studien nach! (Abg. Dr. Haider: Uns umgeht er?) Bitte? (Abg. Dr. Haider: Umgeht er uns?) Möglich.
Abg. Dr. Haider: Umgeht er uns?
Nicht die gesamten 230 Milliarden Schilling betreffen Schwarzarbeit, sondern die Schwarzarbeit macht einen Teil davon aus. Das heißt, wenn wir darüber reden, dann müssen wir auch wissen, worüber wir reden. Wir reden eigentlich – nehme ich an – nicht über die Schattenwirtschaft, sondern über die Schwarzarbeit. (Abg. Dr. Graf: Welchen Anteil hat Ihrer Meinung nach die Schwarzarbeit?) Das ist keine Frage an mich, sondern eine Frage an Prof. Schneider, und er umgeht sie. Lesen Sie das in den Studien nach! (Abg. Dr. Haider: Uns umgeht er?) Bitte? (Abg. Dr. Haider: Umgeht er uns?) Möglich.
Abg. Dr. Haider: Konkret!
Sie wissen es besser, das weiß ich, Kollege Haider. Sie wissen es besser. Sie wissen, wie groß der Anteil an Schwarzarbeit in Österreich ist – eine Frage, um die sich viele aus berechtigten Gründen mehr Sorgen machen, die aber trotzdem etwas vorsichtiger in den Antworten sind. (Abg. Dr. Haider: Konkret!) Das, was Sie an Antworten geboten haben, hat mit dem eigentlichen Problem relativ wenig zu tun gehabt. (Abg. Gaugg: Was Sie uns bisher gesagt haben, hat damit überhaupt nichts zu tun!)
Abg. Gaugg: Was Sie uns bisher gesagt haben, hat damit überhaupt nichts zu tun!
Sie wissen es besser, das weiß ich, Kollege Haider. Sie wissen es besser. Sie wissen, wie groß der Anteil an Schwarzarbeit in Österreich ist – eine Frage, um die sich viele aus berechtigten Gründen mehr Sorgen machen, die aber trotzdem etwas vorsichtiger in den Antworten sind. (Abg. Dr. Haider: Konkret!) Das, was Sie an Antworten geboten haben, hat mit dem eigentlichen Problem relativ wenig zu tun gehabt. (Abg. Gaugg: Was Sie uns bisher gesagt haben, hat damit überhaupt nichts zu tun!)
Abg. Dr. Feurstein: Das ist aber nicht Schattenwirtschaft!
Damit habe ich ein Problem. Denn der Staat ist in diesem Zusammenhang derjenige Akteur, der auch im Bereich Grauarbeit, die sich an die Schwarzarbeit annähert und zur legalen Arbeit überführt, Vorgaben macht. Ich nehme zum Beispiel den Bereich der Pflegearbeit her, meine Damen und Herren. Was anderes als Grauarbeit ist das, bitte, was der Staat im Bereich der Pflegearbeit über das Pflegegeld zur Verfügung stellt? – Nicht Schwarzarbeit, sondern Grauarbeit ist das. (Abg. Dr. Feurstein: Das ist aber nicht Schattenwirtschaft!) Der Staat macht die Augen zu – Sie, Herr Kollege Feurstein, vor allem – und sagt: Wir wissen, daß diese Arbeit unbezahlbar ist und nicht legalisiert werden kann in dem Sinn, daß sie als normale Erwerbsarbeit bezahlt werden kann, und darum geben wir 20 S bis 30 S her. (Abg. Dr. Haider: Dann ist die Hausfrau auch Schattenwirtschaft! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Dr. Haider: Dann ist die Hausfrau auch Schattenwirtschaft! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Damit habe ich ein Problem. Denn der Staat ist in diesem Zusammenhang derjenige Akteur, der auch im Bereich Grauarbeit, die sich an die Schwarzarbeit annähert und zur legalen Arbeit überführt, Vorgaben macht. Ich nehme zum Beispiel den Bereich der Pflegearbeit her, meine Damen und Herren. Was anderes als Grauarbeit ist das, bitte, was der Staat im Bereich der Pflegearbeit über das Pflegegeld zur Verfügung stellt? – Nicht Schwarzarbeit, sondern Grauarbeit ist das. (Abg. Dr. Feurstein: Das ist aber nicht Schattenwirtschaft!) Der Staat macht die Augen zu – Sie, Herr Kollege Feurstein, vor allem – und sagt: Wir wissen, daß diese Arbeit unbezahlbar ist und nicht legalisiert werden kann in dem Sinn, daß sie als normale Erwerbsarbeit bezahlt werden kann, und darum geben wir 20 S bis 30 S her. (Abg. Dr. Haider: Dann ist die Hausfrau auch Schattenwirtschaft! – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Dr. Haider: Kollege! Dann ist die Hausfrau auch eine Schwarzarbeiterin! Sie bekommt Wirtschaftsgeld, das sie nicht versteuert!
Der Staat ist aber auch noch in einem anderen Bereich ... (Abg. Dr. Haider: Kollege! Dann ist die Hausfrau auch eine Schwarzarbeiterin! Sie bekommt Wirtschaftsgeld, das sie nicht versteuert!) Ich komme noch darauf zurück, Herr Kollege Haider! Ich will ja keine volkswirtschaftliche Vorlesung machen, wie Sie sie offensichtlich in den USA nicht richtig besucht haben. Aber ich komme schon noch auf die Hausarbeit zu sprechen. Jetzt rede ich vom Bereich Grauarbeit. (Abg. Dr. Graf: Sie werfen Nebelgranaten, um der Regierung zu helfen!)
Abg. Dr. Graf: Sie werfen Nebelgranaten, um der Regierung zu helfen!
Der Staat ist aber auch noch in einem anderen Bereich ... (Abg. Dr. Haider: Kollege! Dann ist die Hausfrau auch eine Schwarzarbeiterin! Sie bekommt Wirtschaftsgeld, das sie nicht versteuert!) Ich komme noch darauf zurück, Herr Kollege Haider! Ich will ja keine volkswirtschaftliche Vorlesung machen, wie Sie sie offensichtlich in den USA nicht richtig besucht haben. Aber ich komme schon noch auf die Hausarbeit zu sprechen. Jetzt rede ich vom Bereich Grauarbeit. (Abg. Dr. Graf: Sie werfen Nebelgranaten, um der Regierung zu helfen!)
Abg. Dr. Haider: Hören wir es uns einmal an!
Ich komme aber jetzt – denn das ist das Interessante, oder das wäre das eigentliche Thema – auf den Bereich Schwarzarbeit zurück. (Abg. Dr. Haider: Hören wir es uns einmal an!) Es gibt zwei große Regelungsmöglichkeiten: Entweder alles kontrollieren – das ist der Vorschlag, den die Frau Bundesministerin vertritt – oder – so der andere Vorschlag, der hier im Hohen Haus gemacht wird – dies im wesentlichen dem Markt überlassen. Senken wir die Steuersätze so weit wie möglich, dann wird es schon irgendwie gehen. Die Steuersätze sind derzeit zu hoch. Machen wir die Steuersätze so niedrig – da findet sich Dr. Haider mit seiner "flat tax" genauso wie die Damen und Herren von der ÖVP und teilweise auch vom Liberalen Forum wieder –, daß sie von der Wirtschaft akzeptiert werden.
Abg. Dr. Haider: Das ist ein Schritt, den man nachvollziehen kann!
Ich halte auch diesen Weg für unpraktikabel und falsch. (Abg. Dr. Haider: Das ist ein Schritt, den man nachvollziehen kann!) Es gibt auch entsprechende Resultate. Wo dieser Weg gegangen wurde, das wurde heute in der Debatte schon gesagt: in den USA unter Reagan. Mit einem riesigen Steuersenkungsprogramm hat man dort riesige Defizite für den Staat erwirtschaftet. Das war das Resultat.
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Eine sehr einfache Antwort wäre da möglich. Warum reden wir nicht darüber, daß in den Bereichen, in denen organisierte Schwarzarbeit stattfindet, die Beschäftiger die Arbeitslosenversicherungsbeiträge mindestens ein Jahr nachzahlen müssen, damit die Beschäftigten die Möglichkeit erhalten, ihren Status zu legalisieren? (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Das wäre eine "Lex Bärental", denn Herr Kollege Haider hat in seinem Bärental ...
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren! Wir brauchen Maßnahmen anderer Art. Wir brauchen Maßnahmen, die auch für diejenigen Verständnis schaffen, die als Schwarzarbeitnehmer in diesem Land tätig sein müssen (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), und nicht für diejenigen, die im Bereich der Nachbarschaftshilfe tätig sind. Es geht um andere Maßnahmen, meine Damen und Herren. Über diese sollten wir sprechen und nicht eine Scheindebatte, ein Schattengefecht führen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wir brauchen Maßnahmen anderer Art. Wir brauchen Maßnahmen, die auch für diejenigen Verständnis schaffen, die als Schwarzarbeitnehmer in diesem Land tätig sein müssen (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), und nicht für diejenigen, die im Bereich der Nachbarschaftshilfe tätig sind. Es geht um andere Maßnahmen, meine Damen und Herren. Über diese sollten wir sprechen und nicht eine Scheindebatte, ein Schattengefecht führen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich sehe einfach keinen Grund, warum zum Beispiel eine Frau, die gut nähen kann, die Änderungen durchführen kann – das sage ich auch als Frau, weil ich solche Änderungen häufig brauche –, sich in diesem Bereich nicht selbständig machen kann, warum sie eine Meisterprüfung, einen Befähigungsnachweis im Schneidereigewerbe braucht, statt die Chance zu erhalten, sich selbständig zu machen, warum sie nicht aus der Schwarzarbeit in legale Verhältnisse kommen und sich ihren eigenen Arbeitsplatz schaffen kann! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sehr geehrte Frau Ministerin und sehr geehrte Damen und Herren von den Regierungsparteien! Sie sollten sich wirklich ernsthaft darüber Gedanken machen, in welchen Bereichen Sie eigentlich Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft provozieren. Jammern und restriktive Maßnahmen werden das Problem jedenfalls nicht beseitigen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Haider spricht mit einem Fraktionskollegen
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Sehr verehrte Frau Bundesminister! Ich möchte mich zuerst mit einer Bemerkung des Kollegen Haider auseinandersetzen. Er hat in seinen Ausführungen von den Lohnnebenkosten gesprochen und in diesem Zusammenhang auch die Arbeiterkammerbeiträge genannt. Ich frage mich nur, Herr Kollege Haider, wie die Arbeiterkammerbeiträge zur Senkung der Lohnnebenkosten der Arbeitgeber beitragen sollen. Diesen Schluß haben Sie jedenfalls gezogen (Abg. Dr. Haider spricht mit einem Fraktionskollegen), aber ich merke, meine Frage interessiert Sie nicht. Damit ist das Thema für mich eigentlich auch erledigt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Peter: Das kann ich natürlich nicht teilen! So weit kann ich Ihnen nicht folgen!
Es gibt aber, und das möchte ich auch betonen, meiner Meinung nach noch einen dritten Grund, warum es in Österreich in den letzten Jahrzehnten bergauf gegangen ist. Das ist der Umstand, daß die Regierungsführung in diesem Land seit 28 Jahren in sozialdemokratischer Hand liegt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Peter: Das kann ich natürlich nicht teilen! So weit kann ich Ihnen nicht folgen!) Sehr verehrter Herr Kollege! Ich finde, das sollte man bei einer solchen Diskussion auch einmal erwähnen. Ich danke Ihnen daher für Ihre Einleitung der Dringlichen Anfrage, die eigentlich der Beweis dafür ist, daß meine Behauptung nicht unrichtig ist.
Beifall bei der SPÖ.
Ich finde, wir schaffen mit dieser Gesetzesvorlage ein Werkzeug mehr für die Bekämpfung der illegalen Beschäftigung, was letztendlich dazu führen wird, daß wir einen Schritt in die richtige Richtung tun werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bin auch für das, was Frau Ingrid Tichy-Schreder schon erwähnt hat, nämlich daß man den Gesetzentwurf eines Ministeriums schon zu einem möglichst frühen Zeitpunkt, auch wenn er noch keine Regierungsvorlage ist, hier im Hohen Haus diskutieren und die unterschiedlichen Standpunkte dazu austauschen kann. (Demonstrativer Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich aber auch eine klare Feststellung treffen: Wir sollten uns davor hüten, die Begriffe "Arbeit" und "Erwerbstätigkeit" durch dieses Gesetz zu kriminalisieren! Ich bin der Meinung, daß wir grundsätzlich eine positive Haltung gegenüber jenen Menschen einnehmen sollten, die arbeiten, die in der Wirtschaft tätig sind, die Geld verdienen und Leistungen erbringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweites Beispiel: Das Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie schreibt: "Vor Ergreifen von gesamtgesellschaftlich wenig akzeptierten, restriktiven Maßnahmen bei der Zurückdrängung der Schwarzarbeit" – das ist unser Anliegen – "sollten solche Maßnahmen überlegt werden, die zuvorderst einen positiven Anreiz für Erwerbstätigkeit im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen schaffen." – Meine Damen und Herren! Das ist ein ganz wichtiger Gesichtspunkt bei der weiteren Beratung dieses Gesetzes! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweiter, wichtiger Punkt ist die Nachbarschaftshilfe. Einige meiner Vorredner haben sie schon erwähnt. Ich möchte davor warnen, daß die Nachbarschaftshilfe durch dieses Gesetz beeinträchtigt wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Genauso ist es in der Frage der Nachbarschaftshilfe, die wir dringend brauchen. Ich habe, meine Damen und Herren vom Liberalen Forum, was das "Luxemburger Modell" betrifft, einige Bedenken. Damit kann man dieses Problem ganz sicher nicht lösen. Nachbarschaftshilfe muß ganz anders betrachtet werden, als das beim "Luxemburger Modell" der Fall ist. Ich möchte mich hier jetzt nicht mit der Definition des Wortes "Nachbarschaftshilfe" auseinandersetzen, aber die Frau Ministerin hat ganz richtig gemeint, daß man sich das sehr genau anschauen muß und daß das eine sehr sensible Frage ist. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Öllinger: Gleichstellen!
Meine Damen und Herren! Letzter Punkt: Schwarzarbeit. Schwarzarbeit ist dann problematisch, wenn es zu einem Mißbrauch von Sozialleistungen kommt. Das müssen wir auch in diesem Zusammenhang mit berücksichtigen. Es gibt den Mißbrauch von Sozialleistungen von zwei Seiten, und zwar zum einen, wenn jemand illegal beschäftigt wird. Ich kann auf keinen Fall dem zustimmen, was Herr Öllinger hier verlangt hat. Wer illegal beschäftigt wird, darf nicht bevorzugt werden. Das geht nicht! Das würde einen ganz massiven Eingriff in unser Rechtssystem bedeuten und würde denjenigen belohnen, der gegen Gesetze verstößt. (Abg. Öllinger: Gleichstellen!) Das heißt aber, daß wir sehr wohl darauf achten müssen, daß alle sozialversicherungspflichtig sind, die einer Erwerbstätigkeit, so wie das unsere Gesetze vorsehen, nachgehen.
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir all das berücksichtigen, so könnten wir, glaube ich, ein gutes Gesetz erarbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Da gehört Kriminalität auch dazu, und die hat mit Schwarzarbeit nichts zu tun!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Daß die Notwendigkeit besteht, der Schwarzarbeit entgegenzuwirken, ist richtig. Frau Bundesminister, Sie haben Zahlen genannt, unter anderem eine Zahl von Professor Schneider, und zwar 233 Milliarden. Ich nenne Ihnen noch jene Zahl, die er für das Vorjahr ausgewiesen hat, nämlich 220 Milliarden. Das heißt, daß sich eine steigende Tendenz abzeichnet. (Abg. Öllinger: Da gehört Kriminalität auch dazu, und die hat mit Schwarzarbeit nichts zu tun!)
Abg. Öllinger: Das stimmt gar nicht! Da müßte es in Skandinavien viel mehr Schwarzarbeit geben!
Immerhin ist das ein Segment der Schattenwirtschaft, die er anführt, und das ist auch, wie ich meine, bekannt. Es ist daher notwendig, dem entgegenzuwirken. Der Ansatz, wie dem entgegenzuwirken ist, ist allerdings unterschiedlich. Aber eines steht fest, Frau Bundesminister: Eine wesentliche Ursache für das Ausufern, für das Anwachsen des Steuerwiderstandes sind sicherlich die ständig steigenden Steuern, die ständig steigenden Abgaben. Sie wissen, daß wir in Österreich eine Abgabenquote in Höhe von 45,7 Prozent erreicht haben – Tendenz steigend! (Abg. Öllinger: Das stimmt gar nicht! Da müßte es in Skandinavien viel mehr Schwarzarbeit geben!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesminister! Es besteht natürlich ein Finanzierungsbedarf, aber Sie sind es ja auch, die sehr wohl auch zur Arbeitsplatzsicherung, wie Sie es sagen, Geldmittel zur Verfügung stellt. Ich denke da zum Beispiel an jenen Antrag der Firma Ankerbrot, der in Brüssel liegt, bei welchem es darum geht, dieser Firma mit 90 Millionen Schilling – davon stammen 45 Millionen Schilling aus Ihrem Ressort – unter die Arme zu greifen – nicht um, wie vorgegeben wird, Arbeitsplätze zu sichern oder zu schaffen, sondern um Arbeitsplätze zu vernichten, um der Firma behilflich zu sein, ihr Filialnetz auf Kosten der klein- und mittelständischen Wirtschaft, auf Kosten der gewerblichen Bäcker zu finanzieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesminister! Sie entwickeln sich zusammen mit Ihrem Kollegen, Herrn Finanzminister Edlinger, zum Schreckensduo dieser Bundesregierung. Der Herr Finanzminister kriminalisiert die Wirte, indem er pauschal drüberfährt und mit seinen Aktionen quasi jeden zum Steuerhinterzieher, zum Rechtsbrecher stempelt. Warum erweitern Sie Ihren Blick nicht? – Die Sicht der Dinge mag für Sie zugegebenermaßen eine andere sein. Warum greifen Sie aber die Möglichkeit, die die Freiheitlichen aufzeigen, nicht auf, zusammen mit Ihrem Finanzminister? Warum beschäftigen Sie sich nicht damit, tatsächlich einmal zu einer steuerlichen Entlastung zu kommen, dazu zu kommen, daß das Wirtschaften wieder wirtschaftenswert wird, dazu zu kommen, daß Kapital nicht verteufelt wird, dazu zu kommen, daß Gewinn nicht verteufelt, sondern als Notwendigkeit angesehen wird, damit die Wirtschaft floriert? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Denken Sie bitte um! Gehen Sie endlich dazu über, an steuerliche Reduktionen zu denken und an eine Rücknahme des Staates in vielen Bereichen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Smolle, auf dem Weg zum Rednerpult: 60 Minuten?
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Smolle. Restredezeit: 6 Minuten. (Abg. Smolle, auf dem Weg zum Rednerpult: 60 Minuten?) – 6 Minuten. (Abg. Smolle: Ich habe "60 Minuten" verstanden! Ich war begeistert!) Der Tag ist noch nicht um. Sie können ja später noch das Wort ergreifen. – Bitte.
Abg. Smolle: Ich habe "60 Minuten" verstanden! Ich war begeistert!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Smolle. Restredezeit: 6 Minuten. (Abg. Smolle, auf dem Weg zum Rednerpult: 60 Minuten?) – 6 Minuten. (Abg. Smolle: Ich habe "60 Minuten" verstanden! Ich war begeistert!) Der Tag ist noch nicht um. Sie können ja später noch das Wort ergreifen. – Bitte.
Abg. Schuster: Sind Sie für Nachbarschaftshilfe?
Wir alle hier sind natürlich gegen Schwarzarbeit, das ist klar, und auch unser Antrag weist eindeutig in diese Richtung. Nur, meine Damen und Herren: Wir wollen keine Symptome bekämpfen, sondern die Ursachen der Schwarzarbeit beseitigen. (Abg. Schuster: Sind Sie für Nachbarschaftshilfe?) – Ich bin natürlich für Nachbarschaftshilfe. So schneide ich zum Beispiel auch die Thujen meines Nachbarn, denn wir haben eine gemeinsame Grundstücksgrenze und tun das abwechselnd. Ich tue das sehr gern. Bei der Nachbarschaftshilfe gibt es für mich keinen theoretischen Zugang. Aber nun zum Ernst des Themas.
Abg. Gaugg: Was denn?
Frau Minister! Ich möchte noch einen Bereich, den ich für sehr wichtig halte, erwähnen. Das ist der Bereich der kulturellen Zusammenarbeit im Grenzbereich. Sie wissen, Frau Minister, worauf ich Sie anspreche. Es kann nicht angehen, daß kultureller Austausch sozusagen unter die gesamte Strenge der österreichischen Arbeitsbestimmungen fällt. (Abg. Gaugg: Was denn?) Wir haben es da mit Personen zu tun, die bei der Einreise nach Österreich eine Trompete oder eine Gitarre im Kofferraum mit sich führen, und diese werden für ein Jahr des Landes verwiesen, wenn sie sagen, sie seien zu irgendeiner Kulturveranstaltung im Südkärntner Raum oder irgendwo im Burgenland unterwegs. Ich glaube, daß man nicht zu solchen Maßnahmen greifen sollte, sondern es wäre meiner Meinung nach ganz wichtig, klare Ausnahmegenehmigungen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Gesetzesänderung, in der wir den Kulturaustausch fördern, einzuführen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist festzuhalten, daß wir unseren Wohlstand gerade dieser schon erfolgten Öffnung nach Osten und Süden verdanken, und daher sollten wir, so glaube ich, auch unsere Nachbarländer an unserem Wohlstand partizipieren lassen, denn gute Partner, wirtschaftlich starke Partner sind in der Lage, auch gute Wirtschaftspartner zu sein und stärken auch die Wirtschaftsbetriebe hier bei uns und sind letztlich ein Garant für einen soliden Arbeitsmarkt auch in Österreich. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Finanzminister sagte heute vormittag, daß in den letzten zehn Jahren der Faktor Arbeit eine Steuerlast von über 7 Prozent zugerechnet bekommen hat. Das zeigt sehr deutlich, daß eine Steuerreform dringend notwendig ist, und gerade wir von der Österreichischen Volkspartei können hier mit Recht und auch mit einer gewissen Genugtuung darauf hinweisen, daß wir schon seit geraumer Zeit wirklich brauchbare Papiere vorgelegt haben und hier auf dem besten Weg sind. Wir hoffen, daß wir diesbezüglich mit dem Regierungspartner eine gute Lösung finden können. (Beifall bei der ÖVP.) Wir alle wissen ja, daß eine Entlastung notwendig ist.
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin etwas verstimmt, wenn ich ihm Rahmen der Renten- und Pensionsanpassung die Diskussion verfolge und höre, daß man sich zwar im großen und ganzen bei einem sehr realistischen Anpassungsfaktor getroffen hat – das lobe ich –, daß man aber bezüglich der Anhebung der Ausgleichszulagenrichtsätze übermäßige Zurückhaltung übt. Ich glaube, daß gerade diese Menschen – über 300 000 an der Zahl – eine Aufbesserung, eine dringende Verbesserung brauchen, egal, aus welcher Gesellschaftsgruppe, aus welcher Berufsgruppe sie kommen. Sie sind österreichische Bürgerinnen und Bürger, und wir müssen ihre schwierige Lage erkennen und ihnen helfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Daß natürlich auch Familien mit Kindern, vor allem mit mehreren Kindern, stark betroffen sind, zeigt die Statistik der Armutskonferenz ebenfalls. Die Vorausmaßnahmen zur Steuerreform, nämlich die familienpolitischen Maßnahmen, sind gerade dazu angetan, auf diesem Gebiet eine gewaltige Verbesserung einzuleiten und auch umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Politik in Österreich, die Politik in Europa – wir alle sind gefordert, und wir haben diese Themen nicht nur heute und hier zu diskutieren, sondern wir haben uns tagtäglich dieser Diskussion zu stellen und gemeinsam nach vernünftigen, brauchbaren und anwendbaren Lösungen zu suchen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn man bedenkt – und das ist alles schon gesagt worden –, daß ein Arbeitnehmer einen ganzen Tag beziehungsweise acht Stunden lang arbeiten muß, um eine Stunde Arbeit eines Professionisten zu bezahlen, egal, ob das jetzt ein Kfz-Mechaniker oder sonst ein Handwerker ist, muß man feststellen: Mit dem derzeitigen Steuersystem, sehr geehrte Damen und Herren, treiben Sie die österreichische Bevölkerung ganz einfach in die Schwarzarbeit. Sie unterstützen das Nichtstun und fördern diese Schwarzarbeit noch, Frau Bundesminister. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren aller Couleurs! Wenn Sie den Pfusch wirklich wirkungsvoll einschränken wollen, dann senken Sie die Steuern! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Peter: Eine Einladung zum Nachdenken!
In dieser Debatte sind natürlich auch einige Bemerkungen gefallen, die man so nicht im Raum stehenlassen kann. Kollege Peter hat gemeint, es sei ganz normal, daß etwa 10 000 von 40 000 Wirten praktisch Steuern hinterziehen müssen und schwarzarbeiten, weil sie sonst keine Überlebenschance haben. Das war praktisch eine Einladung zur Schwarzarbeit. (Abg. Mag. Peter: Eine Einladung zum Nachdenken!) Dann muß in diesem Zusammenhang auch einmal gefragt werden: Wie schaut es mit dem Lohnniveau aus?
Abg. Marizzi: Unerhört!
Das ist völlig falsch. Ich habe mich beim Arbeitsinspektorat in Kärnten informiert, ebenso beim Arbeitsinspektorat in Salzburg. Tatsache ist, meine Damen und Herren, daß es seit 1991, also seit sieben Jahren überhaupt keine Kontrollen mehr in einem Betrieb am Katschberg gegeben hat (Abg. Marizzi: Unerhört!), überhaupt keine Kontrollen, und daß es vorher einige Fälle gegeben hat, kleinere Fälle, in denen Strafen zwischen 1 000 und 3 000 S ausgesprochen worden sind. Also: Herr Dr. Haider hat heute hier wieder einmal die Unwahrheit gesagt, nur um seine Argumente entsprechend zu untermauern. Er hat hier also gelogen; ich möchte es so bezeichnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist völlig falsch. Ich habe mich beim Arbeitsinspektorat in Kärnten informiert, ebenso beim Arbeitsinspektorat in Salzburg. Tatsache ist, meine Damen und Herren, daß es seit 1991, also seit sieben Jahren überhaupt keine Kontrollen mehr in einem Betrieb am Katschberg gegeben hat (Abg. Marizzi: Unerhört!), überhaupt keine Kontrollen, und daß es vorher einige Fälle gegeben hat, kleinere Fälle, in denen Strafen zwischen 1 000 und 3 000 S ausgesprochen worden sind. Also: Herr Dr. Haider hat heute hier wieder einmal die Unwahrheit gesagt, nur um seine Argumente entsprechend zu untermauern. Er hat hier also gelogen; ich möchte es so bezeichnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Leikam: Wie war das mit dem Lehrling? – Abg. Dr. Kostelka: Wie war das mit dem Lehrling?
Ich sage Ihnen jetzt etwas, was Sie gleich morgen früh hinterfragen können: Ihr Landtagsabgeordneter Kollmann, Günstling aus der ÖTK, der als Arbeitsmarktservicedirektor in Kärnten beim Sozialhilfeplan tätig ist, ist im Jahre 1996 zu einer Geldstrafe von 5 000 S verurteilt worden, weil er Illegale beschäftigt hat. (Abg. Leikam: Wie war das mit dem Lehrling? – Abg. Dr. Kostelka: Wie war das mit dem Lehrling?) Das ist die Realität bei Ihnen! Fragen Sie nach! Da können Sie morgen nachfragen, das ist Ihre Sicht der Dinge! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Wie war das mit dem Lehrling?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Wie war das mit dem Lehrling?
Ich sage Ihnen jetzt etwas, was Sie gleich morgen früh hinterfragen können: Ihr Landtagsabgeordneter Kollmann, Günstling aus der ÖTK, der als Arbeitsmarktservicedirektor in Kärnten beim Sozialhilfeplan tätig ist, ist im Jahre 1996 zu einer Geldstrafe von 5 000 S verurteilt worden, weil er Illegale beschäftigt hat. (Abg. Leikam: Wie war das mit dem Lehrling? – Abg. Dr. Kostelka: Wie war das mit dem Lehrling?) Das ist die Realität bei Ihnen! Fragen Sie nach! Da können Sie morgen nachfragen, das ist Ihre Sicht der Dinge! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Wie war das mit dem Lehrling?)
Abg. Koppler: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!
Aber jetzt zum eigentlichen Thema, Herr Kostelka, oder sollen wir die alten Sachen aufwärmen? Das können wir auch einmal machen. (Abg. Koppler: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!) Jetzt zum Thema der Dringlichen Anfrage, Herr Koppler; ich komme schon dazu. Eure Sozialministerin ist ja an und für sich ein positiv denkender Mensch (Beifall des Abg. Schwemlein), ein positiver Mensch; daher soll sie positive Anreize dafür schaffen, daß die Schwarzarbeit in diesem Land eingedämmt wird – aber nicht durch ständige Kontrollen, durch den Einsatz von Kopfgeldjägern, denn nichts anderes ist es, wenn man wieder 184 zusätzliche Bedienstete braucht, 60 Millionen Schilling an Personalkosten verursachen. (Abg. Dr. Krammer: Unterm Tisch ist er gesessen, der Schwarzarbeiter vom Haider, versteckt hat er sich!) Das ist etwa das, was Sie an Strafen von den illegal Beschäftigten hereinbekommen haben, wenn ich das richtig im Gedächtnis habe.
Beifall des Abg. Schwemlein
Aber jetzt zum eigentlichen Thema, Herr Kostelka, oder sollen wir die alten Sachen aufwärmen? Das können wir auch einmal machen. (Abg. Koppler: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!) Jetzt zum Thema der Dringlichen Anfrage, Herr Koppler; ich komme schon dazu. Eure Sozialministerin ist ja an und für sich ein positiv denkender Mensch (Beifall des Abg. Schwemlein), ein positiver Mensch; daher soll sie positive Anreize dafür schaffen, daß die Schwarzarbeit in diesem Land eingedämmt wird – aber nicht durch ständige Kontrollen, durch den Einsatz von Kopfgeldjägern, denn nichts anderes ist es, wenn man wieder 184 zusätzliche Bedienstete braucht, 60 Millionen Schilling an Personalkosten verursachen. (Abg. Dr. Krammer: Unterm Tisch ist er gesessen, der Schwarzarbeiter vom Haider, versteckt hat er sich!) Das ist etwa das, was Sie an Strafen von den illegal Beschäftigten hereinbekommen haben, wenn ich das richtig im Gedächtnis habe.
Abg. Dr. Krammer: Unterm Tisch ist er gesessen, der Schwarzarbeiter vom Haider, versteckt hat er sich!
Aber jetzt zum eigentlichen Thema, Herr Kostelka, oder sollen wir die alten Sachen aufwärmen? Das können wir auch einmal machen. (Abg. Koppler: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!) Jetzt zum Thema der Dringlichen Anfrage, Herr Koppler; ich komme schon dazu. Eure Sozialministerin ist ja an und für sich ein positiv denkender Mensch (Beifall des Abg. Schwemlein), ein positiver Mensch; daher soll sie positive Anreize dafür schaffen, daß die Schwarzarbeit in diesem Land eingedämmt wird – aber nicht durch ständige Kontrollen, durch den Einsatz von Kopfgeldjägern, denn nichts anderes ist es, wenn man wieder 184 zusätzliche Bedienstete braucht, 60 Millionen Schilling an Personalkosten verursachen. (Abg. Dr. Krammer: Unterm Tisch ist er gesessen, der Schwarzarbeiter vom Haider, versteckt hat er sich!) Das ist etwa das, was Sie an Strafen von den illegal Beschäftigten hereinbekommen haben, wenn ich das richtig im Gedächtnis habe.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Peter hat gemeint, vor 25 Jahren war der Pfusch noch nicht so ausgeprägt. Ich glaube, auch damals ist gepfuscht worden, nur waren die Differenzen nicht so groß wie heute. Wie soll jemand, der 15 000 S im Monat verdient – und wenn er sie hat, ist er schon glücklich –, überleben, wenn er zwei Kinder hat, die vielleicht beide studieren? – Das ist das sozialistische System. Herr Leikam machte hier am Rednerpult eine Selbstanklage, indem er sagte, 30 Jahre Sozialismus lassen es zu, daß die arbeitenden Menschen nicht einmal 15 000 S haben. Das ist Ihre Form der Politik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Marizzi: Ist der Prinzhorn der erste "flat-tax"-Flüchtling?
Ich lasse es nicht zu, daß es zu einer Kriminalisierung der Häuselbauer in Österreich kommt; daran wird ja auch gedacht. Liebe Frau Ministerin! Wenn die Definition der Nachbarschaftshilfe bei Ihnen derart ist, wie Sie es heute ausgeführt haben, dann führt das dazu, daß alle Häuselbauer in dieser Republik kriminalisiert werden. Wir werden uns dagegen zu wehren wissen. (Abg. Marizzi: Ist der Prinzhorn der erste "flat-tax"-Flüchtling?) – Du mußt ihn fragen, was ihn dazu veranlaßt, eine so nette Gemeinschaft zu verlassen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zusammenfassend möchte ich sagen, der Gesetzentwurf, wie er heute vorliegt, ist in sich ein Pfusch, wie schon in der Dringlichen Anfrage festgestellt wurde. Daher würde ich Ihnen dringend empfehlen, diesen Gesetzentwurf zurückzunehmen, neu zu überdenken, zu überarbeiten und dann wieder einzubringen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte aber zum Schluß noch einige Worte zur Regierungsvorlage über das Protokoll zum Madrider Abkommen über die internationale Registrierung von Marken sagen, das im Juni 1989 in Madrid angenommen und von Österreich am 29. Dezember 1989 unterzeichnet wurde. Es geht hiebei um die Ratifikation des Protokolls, zu dem Österreich verpflichtet ist. Wir werden dem nicht entgegenstehen, sondern unsere Zustimmung geben. Aber dessenungeachtet ist Kritik daran anzubringen, daß das Protokoll bereits mit 1. Dezember 1995 in Kraft getreten ist, aber wir dieses erst jetzt ratifizieren. Das heißt, wir haben auf die Vorteile, die dieses Protokoll für Österreichs Markenanmelder bringt – etwa auf die Möglichkeit zum erleichterten Markenerwerb in Staaten, die bisher nur durch gesonderte nationale Anmeldungen erreichbar waren, oder auf die Möglichkeit der aktiven Gestaltung und Mitsprache im Rahmen der Versammlung des Madrider Verbandes –, drei Jahre lang verzichtet. Wir haben darauf verzichtet! Von einer rasch und effizient arbeitenden Regierung kann in einem solchen Fall natürlich nicht gesprochen werden. – Danke vielmals. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Nußbaumer: Es gibt keine in Österreich!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Patentanmeldungen sind ein guter Indikator für die Innovationskraft einer Volkswirtschaft. (Abg. Ing. Nußbaumer: Es gibt keine in Österreich!) Herr Kollege Nußbaumer! Im Vergleich der EU-Länder liegen wir gar nicht so schlecht. Wir liegen immerhin im Mittelfeld. (Abg. Ing. Nußbaumer: Ich habe gerade ausgeführt, daß es keinen Schutz dafür gibt!) Mit zirka 400 Erfindungsanmeldungen im Jahr pro 1 Million Einwohner liegen wir auf dem guten – oder nicht so guten, je nachdem, wie Sie es sehen – sechsten Platz. Wir haben immerhin 3 230 Erfindungsanmeldungen. Ich gebe aber zu, daß wir hinter Deutschland, Finnland und Schweden liegen. Hinter uns liegen immerhin noch Großbritannien, Frankreich, Italien und Belgien – also durchaus auch ehrenwerte EU-Mitgliedsländer. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Abg. Ing. Nußbaumer: Ich habe gerade ausgeführt, daß es keinen Schutz dafür gibt!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Patentanmeldungen sind ein guter Indikator für die Innovationskraft einer Volkswirtschaft. (Abg. Ing. Nußbaumer: Es gibt keine in Österreich!) Herr Kollege Nußbaumer! Im Vergleich der EU-Länder liegen wir gar nicht so schlecht. Wir liegen immerhin im Mittelfeld. (Abg. Ing. Nußbaumer: Ich habe gerade ausgeführt, daß es keinen Schutz dafür gibt!) Mit zirka 400 Erfindungsanmeldungen im Jahr pro 1 Million Einwohner liegen wir auf dem guten – oder nicht so guten, je nachdem, wie Sie es sehen – sechsten Platz. Wir haben immerhin 3 230 Erfindungsanmeldungen. Ich gebe aber zu, daß wir hinter Deutschland, Finnland und Schweden liegen. Hinter uns liegen immerhin noch Großbritannien, Frankreich, Italien und Belgien – also durchaus auch ehrenwerte EU-Mitgliedsländer. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Trinkl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Patentanmeldungen sind ein guter Indikator für die Innovationskraft einer Volkswirtschaft. (Abg. Ing. Nußbaumer: Es gibt keine in Österreich!) Herr Kollege Nußbaumer! Im Vergleich der EU-Länder liegen wir gar nicht so schlecht. Wir liegen immerhin im Mittelfeld. (Abg. Ing. Nußbaumer: Ich habe gerade ausgeführt, daß es keinen Schutz dafür gibt!) Mit zirka 400 Erfindungsanmeldungen im Jahr pro 1 Million Einwohner liegen wir auf dem guten – oder nicht so guten, je nachdem, wie Sie es sehen – sechsten Platz. Wir haben immerhin 3 230 Erfindungsanmeldungen. Ich gebe aber zu, daß wir hinter Deutschland, Finnland und Schweden liegen. Hinter uns liegen immerhin noch Großbritannien, Frankreich, Italien und Belgien – also durchaus auch ehrenwerte EU-Mitgliedsländer. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser.)
Beifall bei der ÖVP.
Insgesamt, so meine ich, wird das Schutzrechtssystem in Europa, aber vor allem auch das österreichische Schutzrechtssystem, durch die vorliegende Novelle wesentlich verbessert, und wir können daher dieser Vorlage durchaus berechtigt unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Sie sind jetzt EU-Ratsvorsitzender, und ich nehme an, daß es eigentlich auch von seiten der EU eine Position zur Revision des TRIPS-Abkommens geben müßte. Mich würde gerade in Ihrer Funktion als EU-Vorsitzender der Wirtschaftsminister interessieren, welche Position Österreich vertritt, aber vor allem, welche Position die Europäische Union hinsichtlich dieser Revision nächstes Jahr einnehmen wird. Ich frage mich auch, ob dann die rechtliche Diskrepanz, die derzeit zwischen diesen beiden internationalen Verträgen herrscht, in irgend einer Weise bereinigt werden wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Puttinger: Über 80 Prozent!
Kollege Trinkl von der ÖVP hat noch davon gesprochen, daß die Patente für die Klein- und Mittelbetriebe sehr wichtig seien. Aber die Abgeordneten der Europäischen Volksparteien haben in der Diskussion, als es um die Klein- und Mittelbetriebe gegangen ist, als es darum gegangen ist, Erleichterungen bei diesem Gemeinschaftspatent durchzusetzen, im Europäischen Parlament beziehungsweise im Ausschuß dagegengestimmt. Es ging um die Frage, in welcher Amtssprache eingereicht werden soll, es ging um die Frage eines 50prozentigen Nachlasses. (Abg. Dr. Puttinger: Über 80 Prozent!) Ich muß schon sagen, ich war sehr überrascht darüber, daß die Mitglieder der Europäischen Volksparteien dem Antrag der Sozialdemokraten nicht folgen konnten.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ich glaube, daß die heutige Diskussion weitergeführt werden muß, daß es uns auf europäischer Ebene gelingen muß, mit einer Stimme zu sprechen, insbesondere dann, wenn es im Rahmen der transatlantischen Verhandlungen um ein weltweites Patentwesen geht. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Trinkl: Was Farnleitner konnte, hat er heute hier vorgelegt!
Faktum ist aber, Herr Kollege Trinkl, daß betreffend die gesamtstatistische Problematik laut Wirtschaftskammeraussage den Unternehmern der "Statistikkragen" platzt. Herr Bundesminister! Sie sind aber in Ihrer Verantwortung in der Bundesregierung zum Bundeskanzler zugeordnet und mitverantwortlich, daß ein einstimmiger Entschließungsantrag vom Juli 1997 zum Thema Statistikentlastungsoffensive bis dato seitens der Regierung nicht behandelt und umgesetzt wurde. (Abg. Dr. Trinkl: Was Farnleitner konnte, hat er heute hier vorgelegt!)
Abg. Dr. Trinkl: Für alle Statistiken ist aber nicht der Wirtschaftsminister zuständig!
Das heißt also, das Parlament interessiert Sie nicht, Herr Bundesminister! Diese Regierung hat einen einstimmigen Beschluß gefaßt, und die Regierung ist nicht einmal säumig. Sie sagt, das geht mich nichts an. Sie schiebt das weg, in die unterste, tiefste Schublade. (Abg. Dr. Trinkl: Für alle Statistiken ist aber nicht der Wirtschaftsminister zuständig!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben uns zu guter Letzt noch versprochen, daß Sie vor Jahresfrist im Bereich Intrastat auf europäischer Ebene tätig werden wollen. Jetzt hätte es genug Gelegenheit gegeben, anläßlich der EU-Vorsitzführung tätig zu werden und diese Intrastat-Problematik darauf zu beschränken, daß nur der jeweils ausführende Wirtschaftstreibende diese Statistik abzugeben hat und nicht auch die importierenden. Diese Doppelgleisigkeit sollte man schleunigst die Donau hinuntergehen lassen. Sie sollten die letzten Tage Ihrer Vorsitzführung in der EU dazu benutzen, zumindest einige kleine Vorzeigebeispiele nach Hause zu bringen, um die Statistikflut einzudämmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es werden sicherlich nicht alle Anmelder gleich ein Gemeinschaftspatent haben wollen; vielleicht wollen sie nur eine regionale Gliederung, und das vielleicht auch nur in wenigen Staaten. Auch das ist zu klären. Aber das Ziel all unserer Bemühungen muß – trotz aller Sprachenproblematik, die ich nicht verkenne – dieses Gemeinschaftspatent sein. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich hoffe, Herr Bundesminister, daß diese Initiative des österreichischen und russischen Patentamtes in der Praxis auch umgesetzt wird, denn ich halte es für eine partnerschaftliche Forschungsförderung, die im Sinne der russischen Erfinder und der österreichischen Wirtschaft sein könnte. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Darum glaube ich, daß wir europaweit – die Kommission hat diesbezüglich einige Vorschläge gemacht – darauf drängen müssen, daß es zu einer vernünftigen Regelung kommt, und zwar vernünftig in dem Sinn, daß auch jene Dienstnehmer, die nicht unmittelbar dazu beschäftigt werden, Erfindungen zu tätigen, verstärkt zu Erfindungen motiviert werden. Ich glaube, daß man damit sehr viel Energie, Motivation und Innovation im Sinne der Dienstnehmer, aber auch im Sinne unserer Wirtschaft erzeugen könnte. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Insgesamt macht die statistische Erhebung zwar nur 2,2 Prozent der gesamten Verwaltungskosten aus, es ist aber durch diese Gesetzesänderung gerade für Klein- und Mittelbetriebe und -unternehmungen ein Anfang zur Minimierung administrativer Auflagen gemacht. Aus diesem Grund, meine sehr geehrten Damen und Herren, stimmen wir sehr gerne dieser Gesetzesänderung zu. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Eine letzte Bemerkung noch zum Patentamt, auch in Richtung des Abgeordneten Maier: Ich glaube, daß es wenig Sinn macht, Teile des Patentamtes in eigene Kapitalgesellschaften auszugliedern. Das Patentamt per se bringt mehr, als es kostet. Ich glaube, daß es eine große Verlockung wäre, durch eine Verselbständigung des Patentamtes die entsprechenden Voraussetzungen für eine kundenorientiert, aber auch durchaus ertragsorientiert arbeitende Institution bei wettbewerbsfähigen Preisen zu schaffen. – Ich bedanke mich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Mir ist klar, daß Sie zu spät erkannt haben, welche Rechte Sie den Abgeordneten der Opposition mit der Schaffung dieses § 32e eingeräumt haben. Sie versuchen nun im nachhinein, dies zu reparieren, indem Sie die Geschäftsordnung so auslegen, wie Sie sie gerade brauchen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber, meine Damen und Herren von ÖVP und SPÖ, Sie "kastrieren" sich selbst, indem Sie sich weigern, bestimmte Auskunftspersonen zu laden, indem Sie, weil Sie in diesem Haus noch – ich betone das Wort "noch"! – die Mehrheit haben, Anträge stellen, daß Sie nur einen Bericht von den Geprüften haben wollen. Sie verpassen sich damit selbst ein Feigenblatt, aber der Wähler wird es Ihnen sicherlich entreißen! Und dagegen wird Ihnen weder ein neues Parteiprogramm noch ein schönes Mascherl helfen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Mir ist klar, daß Sie zu spät erkannt haben, welche Rechte Sie den Abgeordneten der Opposition mit der Schaffung dieses § 32e eingeräumt haben. Sie versuchen nun im nachhinein, dies zu reparieren, indem Sie die Geschäftsordnung so auslegen, wie Sie sie gerade brauchen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber, meine Damen und Herren von ÖVP und SPÖ, Sie "kastrieren" sich selbst, indem Sie sich weigern, bestimmte Auskunftspersonen zu laden, indem Sie, weil Sie in diesem Haus noch – ich betone das Wort "noch"! – die Mehrheit haben, Anträge stellen, daß Sie nur einen Bericht von den Geprüften haben wollen. Sie verpassen sich damit selbst ein Feigenblatt, aber der Wähler wird es Ihnen sicherlich entreißen! Und dagegen wird Ihnen weder ein neues Parteiprogramm noch ein schönes Mascherl helfen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ÖVP!
Als Vorsitzende dieses Ständigen Unterausschusses stelle ich nochmals fest, daß dieser Ausschuß seiner Aufgabe nicht nachkommen konnte, da die für dieses jahrzehntelange Desaster politisch tatsächlich Verantwortlichen nicht geladen, nicht befragt werden durften, wie zum Beispiel Landeshauptmann außer Dienst Dr. Josef Krainer (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ÖVP!) als früherer Straßenbaureferent, Frau Landeshauptfrau Klasnic (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Auch ÖVP!), auch als frühere Straßenbaureferentin, Herr Bundesminister Schüssel als ehemaliger Wirtschaftsminister (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Schon wieder ÖVP!), Herr Bundeskanzler Klima als früherer Finanzminister, Herr EU-Kommissär Fischler als früherer Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft. Diese Liste ist nicht vollständig, aber man kann die Namen im Minderheitsbericht der Abgeordneten Wabl, Grollitsch und Smolle nachlesen. (Abg. Dr. Lukesch: Der ist falsch!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Auch ÖVP!
Als Vorsitzende dieses Ständigen Unterausschusses stelle ich nochmals fest, daß dieser Ausschuß seiner Aufgabe nicht nachkommen konnte, da die für dieses jahrzehntelange Desaster politisch tatsächlich Verantwortlichen nicht geladen, nicht befragt werden durften, wie zum Beispiel Landeshauptmann außer Dienst Dr. Josef Krainer (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ÖVP!) als früherer Straßenbaureferent, Frau Landeshauptfrau Klasnic (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Auch ÖVP!), auch als frühere Straßenbaureferentin, Herr Bundesminister Schüssel als ehemaliger Wirtschaftsminister (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Schon wieder ÖVP!), Herr Bundeskanzler Klima als früherer Finanzminister, Herr EU-Kommissär Fischler als früherer Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft. Diese Liste ist nicht vollständig, aber man kann die Namen im Minderheitsbericht der Abgeordneten Wabl, Grollitsch und Smolle nachlesen. (Abg. Dr. Lukesch: Der ist falsch!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Schon wieder ÖVP!
Als Vorsitzende dieses Ständigen Unterausschusses stelle ich nochmals fest, daß dieser Ausschuß seiner Aufgabe nicht nachkommen konnte, da die für dieses jahrzehntelange Desaster politisch tatsächlich Verantwortlichen nicht geladen, nicht befragt werden durften, wie zum Beispiel Landeshauptmann außer Dienst Dr. Josef Krainer (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ÖVP!) als früherer Straßenbaureferent, Frau Landeshauptfrau Klasnic (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Auch ÖVP!), auch als frühere Straßenbaureferentin, Herr Bundesminister Schüssel als ehemaliger Wirtschaftsminister (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Schon wieder ÖVP!), Herr Bundeskanzler Klima als früherer Finanzminister, Herr EU-Kommissär Fischler als früherer Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft. Diese Liste ist nicht vollständig, aber man kann die Namen im Minderheitsbericht der Abgeordneten Wabl, Grollitsch und Smolle nachlesen. (Abg. Dr. Lukesch: Der ist falsch!)
Abg. Dr. Lukesch: Der ist falsch!
Als Vorsitzende dieses Ständigen Unterausschusses stelle ich nochmals fest, daß dieser Ausschuß seiner Aufgabe nicht nachkommen konnte, da die für dieses jahrzehntelange Desaster politisch tatsächlich Verantwortlichen nicht geladen, nicht befragt werden durften, wie zum Beispiel Landeshauptmann außer Dienst Dr. Josef Krainer (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: ÖVP!) als früherer Straßenbaureferent, Frau Landeshauptfrau Klasnic (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Auch ÖVP!), auch als frühere Straßenbaureferentin, Herr Bundesminister Schüssel als ehemaliger Wirtschaftsminister (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Schon wieder ÖVP!), Herr Bundeskanzler Klima als früherer Finanzminister, Herr EU-Kommissär Fischler als früherer Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft. Diese Liste ist nicht vollständig, aber man kann die Namen im Minderheitsbericht der Abgeordneten Wabl, Grollitsch und Smolle nachlesen. (Abg. Dr. Lukesch: Der ist falsch!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP! Sie haben nicht einmal zugelassen, daß der Umweltanwalt der Steiermark und die Volksanwältin Korosec geladen werden durften. So gehen Sie mit dem Recht auf Kontrolle um. So ernst nehmen Sie Ihre Aufgaben. Das ist Ihre Bürgernähe! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lukesch: Dann ist er noch einmal gekommen! – Abg. Wurmitzer: Auch ein Steirer!
Und zum Schluß noch ein Beispiel, damit Sie sehen, wie ernst dieser Ausschuß genommen wurde: Auf die Fragen der Abgeordneten im Ausschuß verweigerten Landesrat Hirschmann und Dr. Wielinger die Antwort. Der Beamte der Steiermärkischen Landesregierung meinte, das ginge den Ausschuß überhaupt nichts an. Und die Antwort des Herrn Landesrats lautete sinngemäß: Jetzt fahren wir wieder heim über den Semmering und gehen regieren. – Sagte es, stand auf und wollte den Ausschuß verlassen. Das ist der steirische Brauch! (Abg. Dr. Lukesch: Dann ist er noch einmal gekommen! – Abg. Wurmitzer: Auch ein Steirer!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein diesbezügliches Schreiben des Herrn Präsidenten an die Landeshauptfrau ist mir als Ausschußvorsitzende nicht zugekommen, sehr wohl aber dem SPÖ-Abgeordneten Kräuter, der das Antwortschreiben dann von mir im Ausschuß urgierte. Das ist eben der parlamentarische Brauch, meine Damen und Herren, so ist Ihre gelebte Demokratie! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn man in den vielen Sitzungen des Unterausschusses des Rechnungshofausschusses den Kollegen Wabl live erlebt hat – Herr Kollege Smolle, Sie waren nicht von Anfang an dabei –, wie er anerkannte Beamte und Experten wie Herrn Dr. Schurl und den Landesamtsdirektor und Universitätsprofessor Dr. Wielinger, um nur diese beiden zu nennen, abqualifizierte, wie er Vorwürfe gegen sie erhob und ihnen jede Kompetenz absprach, dann muß man sich schon fragen, worum es Kollegen Wabl eigentlich ging. In der letzten Sitzung – und darüber muß man schon noch einmal reden – mußten wir Abgeordneten uns gefallen lassen, daß Kollege Wabl uns, die wir die Dinge anders sehen als er, mit den Nazis vergleicht. Ich kann daher nur allzugut verstehen, daß Kollege Brix damals diese Behauptung wirklich empört zurückgewiesen hat. Auch ich weise sie auf das schärfste zurück. Wir sind keine Nazis und haben mit diesen nichts zu tun! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Der Wabl hat ja im Parlament auch schon die Nazi-Fahne aufgehängt!
Es ist auch kein Minderheitsrecht, daß man die Mehrheitsabgeordneten, wenn sie anderer Meinung sind, mit Nazis in Zusammenhang bringt. (Abg. Schwarzenberger: Der Wabl hat ja im Parlament auch schon die Nazi-Fahne aufgehängt!)
Abg. Wabl: Lesen Sie doch den Artikel richtig, Herr Kollege!
Während bereits gestern die Gemeinderätin der Grünen aus Wörschach, Frau Barbara Stangel, schon wieder neuen erbitterten Widerstand gegen jegliche Weiterführung der Straßenbauten angekündigt hat – jetzt schon wieder! –, setzen wir uns dafür ein (Abg. Wabl: Lesen Sie doch den Artikel richtig, Herr Kollege!), daß zuerst den Menschen in Stainach und möglichst rasch danach (Abg. Wabl: Lesen Sie den Artikel richtig, Herr Kollege!) allen Betroffenen im Ennstal geholfen wird. Daher unterstützen wir auch die Bemühungen der steirischen Landesregierung und der Bundesregierung, die verordnete Ennsnahe Trasse rasch zu bauen, und urgieren auch eine rasche Erledigung der noch ausständigen beziehungsweise anhängigen rechtlichen Genehmigungen.
Abg. Wabl: Lesen Sie den Artikel richtig, Herr Kollege!
Während bereits gestern die Gemeinderätin der Grünen aus Wörschach, Frau Barbara Stangel, schon wieder neuen erbitterten Widerstand gegen jegliche Weiterführung der Straßenbauten angekündigt hat – jetzt schon wieder! –, setzen wir uns dafür ein (Abg. Wabl: Lesen Sie doch den Artikel richtig, Herr Kollege!), daß zuerst den Menschen in Stainach und möglichst rasch danach (Abg. Wabl: Lesen Sie den Artikel richtig, Herr Kollege!) allen Betroffenen im Ennstal geholfen wird. Daher unterstützen wir auch die Bemühungen der steirischen Landesregierung und der Bundesregierung, die verordnete Ennsnahe Trasse rasch zu bauen, und urgieren auch eine rasche Erledigung der noch ausständigen beziehungsweise anhängigen rechtlichen Genehmigungen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Selbstverständlich sind auch wir für Rechtstaatlichkeit und Demokratie, sind auch wir für die Natur und auch für den Wachtelkönig und für andere Vögel. Aber noch mehr zählt für uns der Mensch, der dort täglich mit diesen unhaltbaren Zuständen leben muß! Das ist der große Unterschied! (Beifall bei der ÖVP.) Wachtelkönig und Mensch sind für uns in dieser Frage nicht gleich viel wert.
Beifall bei der ÖVP.
Für uns hat der Mensch absoluten Vorrang! Daher heißt es für uns nicht, wie bei Herrn Smolle, "Zurück an den Start!", sondern "Rasches Handeln hilft den Menschen!" Den Worten müssen endlich Taten folgen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch
Herr Abgeordneter! Wenn im Resümee der Regierungsfraktionen unter Punkt 7 zu lesen ist: "Die Behörden waren bemüht, die Verfahren aufgrund der Gesetze durchzuführen. Pauschale Vorwürfe der Rechtswidrigkeit entbehren jeder Grundlage", dann muß ich Ihnen sagen: Nun, das möchte ich doch hoffen! Ich möchte doch hoffen, daß die Behörden in Österreich bemüht sind (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch), zumindest bemüht sind – das sagt noch nichts darüber aus, ob es ihnen gelungen ist –, die Verwaltung aufgrund der Gesetze auszuüben. Daß das der Fall sein muß, können Sie schon in Artikel 18 unserer Verfassung nachlesen. Aber daß Sie hier auch noch die "Schneid" haben, hineinzuschreiben, daß pauschale Vorwürfe der Rechtswidrigkeit jeder Grundlage entbehren, und damit dem unaufmerksamen Leser, der unaufmerksamen Leserin vorgaukeln wollen, es sei hier alles in Ordnung gewesen, ist eine ganz bewußte Irreführung, und Sie wissen das auch!
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Gehen wir noch einmal zur Frage der Enteignungen, Herr Abgeordneter! Sie sagen, es gehe Ihnen um den Menschen, um die Menschen im Ennstal. Ich frage Sie: Was ist das für eine Enteignung, die eigentlich von der steirischen Landesregierung in erster Instanz durchgeführt hätte werden müssen, aber aus Gründen der politischen, sagen wir einmal, "Unpassenheit" – da man doch nicht von Landeshauptmann Krainer verlangen könne, Bauern im Ennstal, die nichts gemacht haben, zu enteignen – gleich an das Wirtschaftsministerium weitergegeben worden ist? – Wobei das jetzt nicht Herrn Bundesminister Farnleitner betrifft, sondern seinen Vorgänger. Daß man diesen Fall auf die Bundesebene abgeschoben und Bauern im Ennstal enteignet hat, ohne eine rechtliche Grundlage zu haben, und sie durch diese Devolution von der Landesebene zur Bundesebene hin auch noch ihrer Berufungsinstanz beraubt und gleich an die Höchstgerichte verwiesen hat: Wie finden Sie das, Herr Abgeordneter? Halten Sie das für eine den Menschen zuträgliche Vorgangsweise? Ist das der Menschenschutz, den Sie im Ennstal bevorzugen, daß Sie ohne gesetzliche Grundlage Bauern und Bäuerinnen ihres Eigentums, ihres Grundes und Bodens berauben? (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lukesch: Du bist ein Opfer deiner Oppositionsrolle!
Ich erinnere mich sehr gerne an die Diskussionen über das Mietrecht hier im Hause, im Zuge derer zu Recht auch von Ihrer Fraktion angemerkt wurde, daß das Mietrecht in weiten Teilen in Wahrheit eine kalte Enteignung für die Hauseigentümer sei. Es stehen mitunter unterschiedliche politische Einschätzungen auf der Tagesordnung, und diese werden eben so ausgetragen. Daß Sie aber, wenn es darum geht, einen Straßenbau im Ennstal durchzuführen, mit doppeltem Maß messen und den Leuten, obwohl Sie keine gesetzliche Grundlage haben, Grund und Boden wegnehmen; daß dann, wenn sich im Ausschuß herausstellt, daß die BeamtInnen auf Weisung gehandelt haben, daß die Beamten im Wirtschaftsministerium davor gewarnt und gesagt haben, es gäbe für eine Enteignung keine gesetzliche Grundlage, von der Opposition verlangt wird, eben jene Personen vor den Ausschuß zu bringen, damit man erfahren kann, wer diese politische Weisung gegeben hat (Abg. Dr. Lukesch: Du bist ein Opfer deiner Oppositionsrolle!), Sie aber, die ÖVP-Abgeordneten, mit den Stimmen der SPÖ-Abgeordneten diese Ladung verhindern und wir daher die Frage nicht klären konnten, Herr Abgeordneter Lukesch (Abg. Dr. Lukesch: Du weißt alles besser!), wer diese rechtswidrige Weisung gegeben hat, um aus politisch akkordierten Gründen Menschen ihres Grundes und Bodens zu berauben, das haben Sie zu verantworten! Das wirft kein schönes Licht auf die Kontrolle in diesem Haus, sondern das ist Vertuschung! Sie decken das zu! Sie wollen aus politischem Kalkül nicht haben, daß das aufgezeigt wird.
Abg. Dr. Lukesch: Du weißt alles besser!
Ich erinnere mich sehr gerne an die Diskussionen über das Mietrecht hier im Hause, im Zuge derer zu Recht auch von Ihrer Fraktion angemerkt wurde, daß das Mietrecht in weiten Teilen in Wahrheit eine kalte Enteignung für die Hauseigentümer sei. Es stehen mitunter unterschiedliche politische Einschätzungen auf der Tagesordnung, und diese werden eben so ausgetragen. Daß Sie aber, wenn es darum geht, einen Straßenbau im Ennstal durchzuführen, mit doppeltem Maß messen und den Leuten, obwohl Sie keine gesetzliche Grundlage haben, Grund und Boden wegnehmen; daß dann, wenn sich im Ausschuß herausstellt, daß die BeamtInnen auf Weisung gehandelt haben, daß die Beamten im Wirtschaftsministerium davor gewarnt und gesagt haben, es gäbe für eine Enteignung keine gesetzliche Grundlage, von der Opposition verlangt wird, eben jene Personen vor den Ausschuß zu bringen, damit man erfahren kann, wer diese politische Weisung gegeben hat (Abg. Dr. Lukesch: Du bist ein Opfer deiner Oppositionsrolle!), Sie aber, die ÖVP-Abgeordneten, mit den Stimmen der SPÖ-Abgeordneten diese Ladung verhindern und wir daher die Frage nicht klären konnten, Herr Abgeordneter Lukesch (Abg. Dr. Lukesch: Du weißt alles besser!), wer diese rechtswidrige Weisung gegeben hat, um aus politisch akkordierten Gründen Menschen ihres Grundes und Bodens zu berauben, das haben Sie zu verantworten! Das wirft kein schönes Licht auf die Kontrolle in diesem Haus, sondern das ist Vertuschung! Sie decken das zu! Sie wollen aus politischem Kalkül nicht haben, daß das aufgezeigt wird.
Abg. Dr. Lukesch: Schadenersatz! Darum ist es gegangen!
Ich sage Ihnen dies vor allem auch deshalb, weil, als sich die Menschen im Ennstal – jene Menschen, die Sie angeblich schützen wollen – dagegen gewehrt haben, daß man ihnen ohne gesetzliche Grundlage Grund und Boden weggenommen hat, und als sie dann die Baustellen besetzt haben, es in der Folge die Republik Österreich war, die über die Finanzprokuratur Studenten, Schüler, Bauern geklagt hat, und zwar um Streitwerte über Hunderttausende Schilling, um sie einzuschüchtern. Auch diesbezüglich ist im Ausschuß klar geworden, Herr Abgeordneter Lukesch ... (Abg. Dr. Lukesch: Schadenersatz! Darum ist es gegangen!) Das war Einschüchterung, und Sie wissen es auch! (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Ich sage Ihnen dies vor allem auch deshalb, weil, als sich die Menschen im Ennstal – jene Menschen, die Sie angeblich schützen wollen – dagegen gewehrt haben, daß man ihnen ohne gesetzliche Grundlage Grund und Boden weggenommen hat, und als sie dann die Baustellen besetzt haben, es in der Folge die Republik Österreich war, die über die Finanzprokuratur Studenten, Schüler, Bauern geklagt hat, und zwar um Streitwerte über Hunderttausende Schilling, um sie einzuschüchtern. Auch diesbezüglich ist im Ausschuß klar geworden, Herr Abgeordneter Lukesch ... (Abg. Dr. Lukesch: Schadenersatz! Darum ist es gegangen!) Das war Einschüchterung, und Sie wissen es auch! (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.)
Abg. Dr. Lukesch: Überlegen Sie sich die Bedeutung von Worten!
Herr Abgeordneter Lukesch! Hören Sie einmal auf, das rein parteipolitisch zu sehen! Wie würden Sie reagieren, wenn man Ihnen Ihren eigenen Grund und Boden für einen Straßenbau wegnimmt, ohne dafür eine gesetzliche Grundlage zu haben? Es mag sein, daß es im volkswirtschaftlichen Interesse und in einem gemeinschaftlichen Interesse, Herr Abgeordneter Kröll, notwendig ist, eine Enteignung durchzuführen – dafür gibt es diese Maßnahme mit gesetzlicher Grundlage auch, dafür ist sie festgelegt –, aber Privateigentum wird zu Recht geschützt, und zu Recht gibt es sehr, sehr restriktive Möglichkeiten, jemanden zu enteignen. Aber daß man dann in einer denkunmöglichen Gesetzesauslegung ... (Abg. Dr. Lukesch: Überlegen Sie sich die Bedeutung von Worten!)
Abg. Dr. Lukesch: Das ist falsch, was Sie sagen! Völlig falsch!
Herr Abgeordneter Lukesch! Ich überlege die Bedeutung von Worten, seit ich in diesem Unterausschuß sitze, und ich sage Ihnen, ich weiß keinen Rat mehr dafür, wie man den Menschen in Österreich klarmachen kann, daß es eine parlamentarische Kontrolle in diesem Land noch gibt. Ich empfinde es als Hohn, daß Sie sich auf eine formale Position zurückziehen und nicht anerkennen wollen, daß das Vorgehen des Staates, das die Bürger im Ennstal zu Recht wütend gemacht hat, unrechtmäßig ist. Ich finde es einfach unverantwortlich von Ihnen, daß Sie zwar im Mietrecht beklagen, daß das Privateigentum eingeschränkt wird, aber auf der anderen Seite kein Wort der Kritik für eine Enteignung ohne gesetzliche Grundlage finden. Das ist in meinen Augen Diebstahl! Das ist ganz normaler Diebstahl! (Abg. Dr. Lukesch: Das ist falsch, was Sie sagen! Völlig falsch!)
Abg. Dr. Lukesch: Er ist falsch! – Abg. Wurmitzer: Er ist falsch!
Man kann doch nicht einfach Leute ihrer Rechte berauben und dann in einem Ausschuß nicht einmal die politische "Schneid" haben, Herr Abgeordneter Lukesch, zu sagen: Wer von unseren Leuten hat das getan? Und wenn es jemand getan hat und es kommt heraus, dann muß es daraus Konsequenzen geben! Aber Sie lassen diese Aufklärung nicht zu, und das ist der Vorwurf, den Ihnen die gesamte Opposition zu Recht macht, und deshalb ist dieser Minderheitsbericht auch so umfangreich. (Abg. Dr. Lukesch: Er ist falsch! – Abg. Wurmitzer: Er ist falsch!) Nein, er ist nicht falsch, Herr Abgeordneter, und Sie wissen das. (Abg. Dr. Lukesch: Ganz einseitig!)
Abg. Dr. Lukesch: Ganz einseitig!
Man kann doch nicht einfach Leute ihrer Rechte berauben und dann in einem Ausschuß nicht einmal die politische "Schneid" haben, Herr Abgeordneter Lukesch, zu sagen: Wer von unseren Leuten hat das getan? Und wenn es jemand getan hat und es kommt heraus, dann muß es daraus Konsequenzen geben! Aber Sie lassen diese Aufklärung nicht zu, und das ist der Vorwurf, den Ihnen die gesamte Opposition zu Recht macht, und deshalb ist dieser Minderheitsbericht auch so umfangreich. (Abg. Dr. Lukesch: Er ist falsch! – Abg. Wurmitzer: Er ist falsch!) Nein, er ist nicht falsch, Herr Abgeordneter, und Sie wissen das. (Abg. Dr. Lukesch: Ganz einseitig!)
Abg. Wurmitzer: Er ist trotzdem falsch!
Dann sagen Sie mir einen Enteignungsbescheid, der aufrechtgeblieben ist. Herr Abgeordneter Wurmitzer! Sagen Sie mir einen Enteignungsbescheid, der aufrechtgeblieben ist. (Abg. Wurmitzer: Er ist trotzdem falsch!) Sie wissen, daß die Höchstgerichte diese samt und sonders aufgehoben haben und daß wir damit gleich zu einem nächsten Problem kommen, nämlich zu den Geldern, die jetzt schon überwiesen worden sind und noch immer auf irgendwelchen Privatkonten "herumkugeln", obwohl die Enteignungen aufgehoben worden sind. Aber, Herr Abgeordneter Lukesch, ich komme noch einmal zu dem Faktum zurück, daß es zu einer eklatanten Eskalation im Ennstal geführt hat, daß man von seiten des Staates aus politischen Gründen einfach etwas durchdrücken wollte, ohne die gesetzlichen Grundlagen dafür zu haben. (Abg. Dr. Lukesch: Falsch!) Und das ist der Vorwand ... (Abg. Dr. Lukesch: Genau das ist falsch, Herr Abgeordneter!)
Abg. Dr. Lukesch: Falsch!
Dann sagen Sie mir einen Enteignungsbescheid, der aufrechtgeblieben ist. Herr Abgeordneter Wurmitzer! Sagen Sie mir einen Enteignungsbescheid, der aufrechtgeblieben ist. (Abg. Wurmitzer: Er ist trotzdem falsch!) Sie wissen, daß die Höchstgerichte diese samt und sonders aufgehoben haben und daß wir damit gleich zu einem nächsten Problem kommen, nämlich zu den Geldern, die jetzt schon überwiesen worden sind und noch immer auf irgendwelchen Privatkonten "herumkugeln", obwohl die Enteignungen aufgehoben worden sind. Aber, Herr Abgeordneter Lukesch, ich komme noch einmal zu dem Faktum zurück, daß es zu einer eklatanten Eskalation im Ennstal geführt hat, daß man von seiten des Staates aus politischen Gründen einfach etwas durchdrücken wollte, ohne die gesetzlichen Grundlagen dafür zu haben. (Abg. Dr. Lukesch: Falsch!) Und das ist der Vorwand ... (Abg. Dr. Lukesch: Genau das ist falsch, Herr Abgeordneter!)
Abg. Dr. Lukesch: Genau das ist falsch, Herr Abgeordneter!
Dann sagen Sie mir einen Enteignungsbescheid, der aufrechtgeblieben ist. Herr Abgeordneter Wurmitzer! Sagen Sie mir einen Enteignungsbescheid, der aufrechtgeblieben ist. (Abg. Wurmitzer: Er ist trotzdem falsch!) Sie wissen, daß die Höchstgerichte diese samt und sonders aufgehoben haben und daß wir damit gleich zu einem nächsten Problem kommen, nämlich zu den Geldern, die jetzt schon überwiesen worden sind und noch immer auf irgendwelchen Privatkonten "herumkugeln", obwohl die Enteignungen aufgehoben worden sind. Aber, Herr Abgeordneter Lukesch, ich komme noch einmal zu dem Faktum zurück, daß es zu einer eklatanten Eskalation im Ennstal geführt hat, daß man von seiten des Staates aus politischen Gründen einfach etwas durchdrücken wollte, ohne die gesetzlichen Grundlagen dafür zu haben. (Abg. Dr. Lukesch: Falsch!) Und das ist der Vorwand ... (Abg. Dr. Lukesch: Genau das ist falsch, Herr Abgeordneter!)
Abg. Dr. Lukesch: Regen Sie sich nicht auf!
Herr Abgeordneter Lukesch! Ist es möglich, aufgrund von Naturschutzauflagen Gründe, die nicht unmittelbar für den Straßenbau notwendig sind, zu enteignen? Ist das möglich? Dann sagen Sie doch ja, wenn das möglich ist! Sie können aber nicht ja sagen, weil es nicht möglich ist und weil man dennoch genau das gemacht hat! (Abg. Dr. Lukesch: Regen Sie sich nicht auf!) Das ist der Vorwurf, der Ihnen in diesem Zusammenhang zu machen ist: Sie haben aus politischem Kalkül den Leuten kalt Privateigentum weggenommen, und daß diese sich gewehrt haben, war ihr gutes Recht. Das war ihr gutes Recht! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Lukesch und Abg. Wurmitzer: Falsch! Falsch!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Lukesch und Abg. Wurmitzer: Falsch! Falsch!
Herr Abgeordneter Lukesch! Ist es möglich, aufgrund von Naturschutzauflagen Gründe, die nicht unmittelbar für den Straßenbau notwendig sind, zu enteignen? Ist das möglich? Dann sagen Sie doch ja, wenn das möglich ist! Sie können aber nicht ja sagen, weil es nicht möglich ist und weil man dennoch genau das gemacht hat! (Abg. Dr. Lukesch: Regen Sie sich nicht auf!) Das ist der Vorwurf, der Ihnen in diesem Zusammenhang zu machen ist: Sie haben aus politischem Kalkül den Leuten kalt Privateigentum weggenommen, und daß diese sich gewehrt haben, war ihr gutes Recht. Das war ihr gutes Recht! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Lukesch und Abg. Wurmitzer: Falsch! Falsch!)
Abg. Dr. Lukesch: Ist Naturschutz Landessache oder Bundessache?
Nun sage ich Ihnen noch etwas, Herr Abgeordneter: Es ist meines Erachtens eigentümlich, daß Frau Landeshauptfrau Klasnic am letzten Tag, bevor der Ausschuß zu Ende ging, noch einen Brief an den Herrn Präsidenten schickte, nachdem er ihr schon den zweiten Brief geschickt hat, weil es von seiten der Landespolitiker – konkret: Hirschmann – und von seiten des Herrn Universitätsprofessors Wielinger, des höchsten Landesbeamten in der Steiermark, nicht möglich war, in kooperativer Art und Weise im Ausschuß Auskünfte über das Naturschutzverfahren zu erhalten. Das war nicht notwendig. Sie haben sich verweigert. Das wissen Sie. (Abg. Dr. Lukesch: Ist Naturschutz Landessache oder Bundessache?)
Abg. Dr. Lukesch: Ist er Landessache oder ist er Bundessache?
Herr Abgeordneter Lukesch! Der Naturschutz ist unbestritten Landessache, und Sie wissen, daß die Naturschutzfrage – unabhängig von der kompetenzrechtlichen Situation – eine wesentliche Vorfrage zur Klärung jener Fragen ist, die wir in diesem Ausschuß zu beantworten hatten. (Abg. Dr. Lukesch: Ist er Landessache oder ist er Bundessache?)
Abg. Dr. Lukesch: Das ist doch keine Vorfrage!
Herr Abgeordneter Lukesch! Wenn im Ausschuß von den entsprechenden Landespolitikern verweigert wird, die Vorfragen zu klären – was ihnen nicht verboten gewesen wäre (Abg. Dr. Lukesch: Das ist doch keine Vorfrage!) –, dann ist das eine Verweigerung einer Kooperation und die Ausschaltung der parlamentarischen Kontrolle, die von Ihrer Seite her nicht eingefordert worden ist, sondern angesichts deren Sie dort gesessen sind und gesagt haben: Ja, so ist das, so machen wir das, und so lassen wir das zu. So kommen wir zu der eigentümlichen Situation im Ennstal, daß es dort ein Naturschutzgebiet gibt, über das zwar die steirische Landesregierung selber Brüssel benachrichtigt hat (Abg. Dr. Lukesch: Aber viel später!) – man hat gesagt: Natura-2000-Gebiet, Vogelschutzrichtlinie unmittelbar anwendbar –, aber dennoch Ausnahmegenehmigungen gewährt, obwohl es auf europäischer Ebene Entscheidungen gibt, die klar sagen, Naturschutzgebiet und Straßenbau ist unvereinbar.
Abg. Dr. Lukesch: Aber viel später!
Herr Abgeordneter Lukesch! Wenn im Ausschuß von den entsprechenden Landespolitikern verweigert wird, die Vorfragen zu klären – was ihnen nicht verboten gewesen wäre (Abg. Dr. Lukesch: Das ist doch keine Vorfrage!) –, dann ist das eine Verweigerung einer Kooperation und die Ausschaltung der parlamentarischen Kontrolle, die von Ihrer Seite her nicht eingefordert worden ist, sondern angesichts deren Sie dort gesessen sind und gesagt haben: Ja, so ist das, so machen wir das, und so lassen wir das zu. So kommen wir zu der eigentümlichen Situation im Ennstal, daß es dort ein Naturschutzgebiet gibt, über das zwar die steirische Landesregierung selber Brüssel benachrichtigt hat (Abg. Dr. Lukesch: Aber viel später!) – man hat gesagt: Natura-2000-Gebiet, Vogelschutzrichtlinie unmittelbar anwendbar –, aber dennoch Ausnahmegenehmigungen gewährt, obwohl es auf europäischer Ebene Entscheidungen gibt, die klar sagen, Naturschutzgebiet und Straßenbau ist unvereinbar.
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Deshalb möchten wir auch haben, daß dieser Ausschußbericht noch einmal an den Rechnungshofausschuß rückverwiesen wird, damit wir dort die wenigen, aber wesentlichen Fragen, die noch offen sind, klären können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.) Wenn das nicht möglich ist, dann waren alle Sitzungen dieses Unterausschusses umsonst. Sie waren nicht gratis, aber sie waren umsonst, Herr Abgeordneter, und das sollten wir uns nicht sagen lassen. Wir sollten uns nicht sagen lassen, daß diese Veranstaltungen hier im Haus in Wirklichkeit "für die Fische" sind. Das sollten Sie sich nicht sagen lassen, das sollten wir uns nicht sagen lassen müssen (Abg. Dr. Lukesch: Nein, sie sind für die Menschen, für die vom Verkehr niedergewalzten Menschen von Stainach!), denn wir untergraben damit die Glaubwürdigkeit der demokratischen und parlamentarischen Instanzen in diesem Land, und das dürfen wir nicht zulassen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Lukesch: Nein, sie sind für die Menschen, für die vom Verkehr niedergewalzten Menschen von Stainach!
Deshalb möchten wir auch haben, daß dieser Ausschußbericht noch einmal an den Rechnungshofausschuß rückverwiesen wird, damit wir dort die wenigen, aber wesentlichen Fragen, die noch offen sind, klären können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.) Wenn das nicht möglich ist, dann waren alle Sitzungen dieses Unterausschusses umsonst. Sie waren nicht gratis, aber sie waren umsonst, Herr Abgeordneter, und das sollten wir uns nicht sagen lassen. Wir sollten uns nicht sagen lassen, daß diese Veranstaltungen hier im Haus in Wirklichkeit "für die Fische" sind. Das sollten Sie sich nicht sagen lassen, das sollten wir uns nicht sagen lassen müssen (Abg. Dr. Lukesch: Nein, sie sind für die Menschen, für die vom Verkehr niedergewalzten Menschen von Stainach!), denn wir untergraben damit die Glaubwürdigkeit der demokratischen und parlamentarischen Instanzen in diesem Land, und das dürfen wir nicht zulassen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Deshalb möchten wir auch haben, daß dieser Ausschußbericht noch einmal an den Rechnungshofausschuß rückverwiesen wird, damit wir dort die wenigen, aber wesentlichen Fragen, die noch offen sind, klären können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.) Wenn das nicht möglich ist, dann waren alle Sitzungen dieses Unterausschusses umsonst. Sie waren nicht gratis, aber sie waren umsonst, Herr Abgeordneter, und das sollten wir uns nicht sagen lassen. Wir sollten uns nicht sagen lassen, daß diese Veranstaltungen hier im Haus in Wirklichkeit "für die Fische" sind. Das sollten Sie sich nicht sagen lassen, das sollten wir uns nicht sagen lassen müssen (Abg. Dr. Lukesch: Nein, sie sind für die Menschen, für die vom Verkehr niedergewalzten Menschen von Stainach!), denn wir untergraben damit die Glaubwürdigkeit der demokratischen und parlamentarischen Instanzen in diesem Land, und das dürfen wir nicht zulassen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wabl: Brix, keine Tricks!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Abg. Wabl: Brix, keine Tricks!) Eingangs möchte ich, damit eure Mären einmal ein Ende finden, festhalten, daß die Regierungsparteien – ich spreche hier zunächst einmal für meine Partei, aber ich glaube, daß für beide das gleiche gilt – sehr wohl auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit stehen und daß sie sehr wohl im Parlament an der Kontrolle der Dinge, die in Österreich vorgehen, interessiert sind (Abg. Wabl: Ja, interessiert! Interessiert!) – sehr wohl! –, und wir werden auch weiterhin dazu beitragen (Abg. Smolle: Und warum nicht in diesem Fall? Warum nicht in diesem Fall?), daß die parlamentarische Kontrolle erhalten bleibt.
Abg. Wabl: Ja, interessiert! Interessiert!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Abg. Wabl: Brix, keine Tricks!) Eingangs möchte ich, damit eure Mären einmal ein Ende finden, festhalten, daß die Regierungsparteien – ich spreche hier zunächst einmal für meine Partei, aber ich glaube, daß für beide das gleiche gilt – sehr wohl auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit stehen und daß sie sehr wohl im Parlament an der Kontrolle der Dinge, die in Österreich vorgehen, interessiert sind (Abg. Wabl: Ja, interessiert! Interessiert!) – sehr wohl! –, und wir werden auch weiterhin dazu beitragen (Abg. Smolle: Und warum nicht in diesem Fall? Warum nicht in diesem Fall?), daß die parlamentarische Kontrolle erhalten bleibt.
Abg. Smolle: Und warum nicht in diesem Fall? Warum nicht in diesem Fall?
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! (Abg. Wabl: Brix, keine Tricks!) Eingangs möchte ich, damit eure Mären einmal ein Ende finden, festhalten, daß die Regierungsparteien – ich spreche hier zunächst einmal für meine Partei, aber ich glaube, daß für beide das gleiche gilt – sehr wohl auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit stehen und daß sie sehr wohl im Parlament an der Kontrolle der Dinge, die in Österreich vorgehen, interessiert sind (Abg. Wabl: Ja, interessiert! Interessiert!) – sehr wohl! –, und wir werden auch weiterhin dazu beitragen (Abg. Smolle: Und warum nicht in diesem Fall? Warum nicht in diesem Fall?), daß die parlamentarische Kontrolle erhalten bleibt.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Lukesch: Jawohl!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Aber man muß hier einmal feststellen, was man alles unter dem Wort "Kontrolle" versteht. Daran haben sich ja schon von Beginn an die Geister geschieden. Auf der einen Seite standen nämlich jene, die sehr wohl die Vorgänge beim Bau der Ennsnahen Trasse prüfen wollten, aber in erster Linie auch dafür sind, daß diese Straße mit dem Projekt Ennsnahe Trasse errichtet wird, und auf der anderen Seite standen jene, die in Wahrheit die Kontrolle nur vorgeschoben haben, um im Ennstal politisches Kleingeld zu wechseln, damit diese Trasse nicht errichtet werden kann. Das ist der Unterschied zwischen diesen beiden Kontrollen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Lukesch: Jawohl!)
Abg. Smolle: Darum geht es doch nicht! – Abg. Wabl: Das ist doch finsteres ...! – Abg. Mag. Barmüller: ... ist ein Bezirkskaiser!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Eines stimmt mich ja besonders traurig, nämlich daß man versucht, die Umwelt gegen die Menschen auszuspielen. Es ist interessant, daß zum Beispiel seltene Tierarten, wie der heute schon genannte Wachtelkönig, als Vergleich herhalten müssen, um zu sagen: Das müßt ihr alles schützen, aber die Menschen gehen uns nichts an. Dort darf keine Umfahrungsstraße errichtet werden! (Abg. Smolle: Darum geht es doch nicht! – Abg. Wabl: Das ist doch finsteres ...! – Abg. Mag. Barmüller: ... ist ein Bezirkskaiser!)
Abg. Schaffenrath: Echt?
Es wurde heute davon gesprochen, wer diese Demonstranten sind. Ich sage gleich dazu: Ich betrachte das sehr kritisch und frage mich: War es überhaupt sinnvoll, daß da ein Klageverfahren eingeleitet wurde? Ich sage gleich einmal vorweg: Ich betrachte das sehr kritisch. (Abg. Schaffenrath: Echt?) Für mich persönlich ist das Demonstrationsrecht ein großes Heiligtum, mit dem man sehr vorsichtig umgehen sollte.
Abg. Wabl: Ich komme aus der Südsteiermark! Es gibt keinen Heimatschein, um demonstrieren zu dürfen! – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Aber man sollte hier wenigstens den Mut haben, zu sagen, wer diese Demonstranten waren. Das waren in erster Linie Bürger, die nicht im Ennstal zu Hause sind, sondern die man aus anderen Teilen Österreichs herbeigeholt hat und die dann protestiert, sich angebunden und demonstriert haben! (Abg. Wabl: Ich komme aus der Südsteiermark! Es gibt keinen Heimatschein, um demonstrieren zu dürfen! – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Herr Abgeordneter Barmüller! Wenn es so gewesen wäre, wie Sie gesagt haben, dann hätte das Ergebnis der Abstimmung anders aussehen müssen. Sie haben vermutlich nicht aufgepaßt und nicht gehört, was Kollege Kröll hier berichtet hat. Er hat vorgelesen, wie das Abstimmungsergebnis in den Gemeinden ausgesehen hat. Ich habe es jetzt nicht hier bei mir, ich habe es nur im Kopf: Ungefähr 70 Prozent der Bürger in den betroffenen Gemeinden haben sich für die Ennsnahe Trasse ausgesprochen, und das ist doch eine sehr eindeutige Mehrheit. Also kann es nicht so gewesen sein, daß die Mehrheit dagegen demonstrieren wollte! (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Wabl: Aber abgelehnt haben Sie ihn!
Noch zwei weitere Anmerkungen zu den Vorgängen im Ausschuß. Wenn ich daran denke, wie versucht wurde, zu manipulieren, dann fällt mir ein, daß zum Beispiel einer der Geladenen laut Vorschlag ein gewisser Dr. Hauser war. Wir haben ihn nicht gekannt. (Abg. Wabl: Aber abgelehnt haben Sie ihn!) Wir haben dann erfahren, daß er ein bürgerfreundlicher Anwalt ist. Daher haben wir gesagt: Der hat ja mit der Sache nichts zu tun, darum lehnen wir ihn ab. (Abg. Wabl: Sie haben ihn nicht gekannt, aber abgelehnt haben Sie ihn!) – Daraufhin hat die grüne Fraktion gesagt: Dann wird er ganz einfach Fraktionsexperte. Er saß also als Fraktionsexperte im Ausschuß. Und Kollege Wabl hat dann gesagt: Wenn er als Fraktionsexperte im Ausschuß sitzt, dann bekommt er dafür Geld, also muß er auch reden, er kann ja nicht Geld bekommen und nur dasitzen und nichts reden. – Und mit Vehemenz wurde darauf gedrungen, daß er als Experte zum Reden kommt. Als wir dann gesagt haben, das ginge aber von der Geschäftsordnung her nicht, wurden wir als die Bösen hingestellt, die das abgelehnt haben.
Abg. Wabl: Sie haben ihn nicht gekannt, aber abgelehnt haben Sie ihn!
Noch zwei weitere Anmerkungen zu den Vorgängen im Ausschuß. Wenn ich daran denke, wie versucht wurde, zu manipulieren, dann fällt mir ein, daß zum Beispiel einer der Geladenen laut Vorschlag ein gewisser Dr. Hauser war. Wir haben ihn nicht gekannt. (Abg. Wabl: Aber abgelehnt haben Sie ihn!) Wir haben dann erfahren, daß er ein bürgerfreundlicher Anwalt ist. Daher haben wir gesagt: Der hat ja mit der Sache nichts zu tun, darum lehnen wir ihn ab. (Abg. Wabl: Sie haben ihn nicht gekannt, aber abgelehnt haben Sie ihn!) – Daraufhin hat die grüne Fraktion gesagt: Dann wird er ganz einfach Fraktionsexperte. Er saß also als Fraktionsexperte im Ausschuß. Und Kollege Wabl hat dann gesagt: Wenn er als Fraktionsexperte im Ausschuß sitzt, dann bekommt er dafür Geld, also muß er auch reden, er kann ja nicht Geld bekommen und nur dasitzen und nichts reden. – Und mit Vehemenz wurde darauf gedrungen, daß er als Experte zum Reden kommt. Als wir dann gesagt haben, das ginge aber von der Geschäftsordnung her nicht, wurden wir als die Bösen hingestellt, die das abgelehnt haben.
Beifall bei der SPÖ.
Ein weiterer Punkt betreffend die Freiheitlichen und ihr Verhalten in der heutigen Einwendungsdebatte: Da hat sich besonders Herr Abgeordneter Stadler hervorgetan und gesagt, der Abgeordnete Brix fällt ihm sowieso nie auf. – Dazu kann ich nur sagen: Mir ist es lieber, ich falle gar nicht auf, als so wie der Abgeordnete Stadler aufzufallen, der besonders dadurch auffällt, daß er Politiker, daß er Menschen einfach diskriminiert, diffamiert und ihnen gegenüber seine Menschenverachtung zeigt. Es ist mir wirklich lieber, nicht aufzufallen, als so aufzufallen wie er. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Sie haben keinen vorgelegt!
Gerade die Freiheitlichen haben in der Vorbesprechung stolz gesagt: Wir haben schon einen Bericht. Redet doch mit uns! Und der Abgeordnete Grollitsch saß da und hat immer mit seinem Bericht gewachelt. (Abg. Aumayr: Sie haben keinen vorgelegt!) Als wir aber gesagt haben: Bitte schön, zeigen Sie uns doch einmal den Bericht, lassen Sie uns den Bericht lesen!, da hat sich herausgestellt ... (Abg. Aumayr: Sie haben überhaupt keinen gehabt!) – Ich habe aber auch nicht gesagt, daß wir einen in der Hand hatten. Ich habe gesagt, wir hatten keinen in der Hand. Wir haben aber auch kein leeres Papier zum Wacheln gehabt. Uns war gar nicht so heiß, daß wir gewachelt hätten, wie es der Abgeordnete Grollitsch mit diesem Bericht getan hat. – In Wahrheit haben sich die Freiheitlichen auch bei dieser Gelegenheit nahtlos den anderen angeschlossen und haben versucht, auf dieser Oppositionswelle vor allem politisches Kleingeld zu wechseln.
Abg. Aumayr: Sie haben überhaupt keinen gehabt!
Gerade die Freiheitlichen haben in der Vorbesprechung stolz gesagt: Wir haben schon einen Bericht. Redet doch mit uns! Und der Abgeordnete Grollitsch saß da und hat immer mit seinem Bericht gewachelt. (Abg. Aumayr: Sie haben keinen vorgelegt!) Als wir aber gesagt haben: Bitte schön, zeigen Sie uns doch einmal den Bericht, lassen Sie uns den Bericht lesen!, da hat sich herausgestellt ... (Abg. Aumayr: Sie haben überhaupt keinen gehabt!) – Ich habe aber auch nicht gesagt, daß wir einen in der Hand hatten. Ich habe gesagt, wir hatten keinen in der Hand. Wir haben aber auch kein leeres Papier zum Wacheln gehabt. Uns war gar nicht so heiß, daß wir gewachelt hätten, wie es der Abgeordnete Grollitsch mit diesem Bericht getan hat. – In Wahrheit haben sich die Freiheitlichen auch bei dieser Gelegenheit nahtlos den anderen angeschlossen und haben versucht, auf dieser Oppositionswelle vor allem politisches Kleingeld zu wechseln.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Wir haben dieses Schreiben bis jetzt nicht bekommen, Herr Kollege!
Und so, wie Frau Landeshauptmann Klasnic mit dem Parlament umgeht, geht man erst recht nicht mit ihm um; denn es ist sicherlich empörend und ist zurückzuweisen, daß erst einen Tag vor der Debatte ein Brief eintrifft, und das nur, nachdem er schon zweimal vom Nationalratspräsidenten urgiert worden war. Das muß man an die Adresse der Steiermark sagen. Da gehört sicherlich einiges geändert, denn so kann man mit uns einfach nicht umgehen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Wir haben dieses Schreiben bis jetzt nicht bekommen, Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir Sozialdemokraten haben bis jetzt immer ein Prinzip verfolgt, nämlich eine gesunde Umwelt zu schaffen, in der die Menschen leben können. Daher wissen wir ganz genau, daß zu einer gesunden Umwelt auch eine Reduzierung des Lärms und der Verkehrsbelastung gehört. Und daher wissen wir, daß es notwendig ist, diese Straße zu errichten: Erstens, damit die Menschen in dieser Region gesünder leben können, und zweitens, damit man dort Arbeitsplätze für die Wirtschaft schafft. – Aus diesen beiden Gründen werden wir diesem Bericht auch zustimmen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Brix: Ich war nie dort!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wenn Parteimitglieder der SPÖ und Parteimitglieder der ÖVP, der christlich-sozialen Partei, hier an das Rednerpult treten und sagen, es gehe ihnen in erster Linie um Menschenschutz und erst in zweiter Linie um die Umwelt, um den Wachtelkönig und um die Natur, dann frage ich mich: Was haben meine lieben Freunde der Sozialdemokratie in den letzten 15 Jahren in ihrer Zukunftswerkstätte mit dem Josef Cap und den anderen diskutiert? (Abg. Brix: Ich war nie dort!) Was haben sie dort im Zusammenhang mit den Fragen der Ökologie und der Ökonomie diskutiert?
Abg. Kröll: Der Mensch lebt auch in der Natur!
Herr Kollege Kröll! Was haben Sie im Krainer-Haus in Graz mit Leuten wie Hirschmann, Schoeller und anderen diskutiert, wenn Sie heute – im Jahre 1998! – noch immer den Gegensatz von Ökologie und Ökonomie bemühen, und zwar im Sinne des Menschenschutzes?! Herr Kröll! Was diskutieren Sie denn mit dem Herrn Schüssel? Was diskutieren Sie denn mit dem Herrn Khol, wenn Sie immer noch nicht begriffen haben, daß die Natur Sie nicht braucht, aber Sie die Natur brauchen, um leben und überleben zu können?! (Abg. Kröll: Der Mensch lebt auch in der Natur!) – Sie haben immer noch nicht verstanden, daß die Ökonomie ein Teil der Ökologie ist. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Petrovic und Kröll.) Eine Ökonomie, die meint, diese beiden Begriffe seien ein Gegensatz, ist keine Ökonomie, sondern eine plumpe Ausbeutung der Natur, eine plumpe Profitmaximierung zu Lasten der späteren Generationen und letztendlich eine plumpe Ausbeutung der Menschen. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Petrovic und Kröll.
Herr Kollege Kröll! Was haben Sie im Krainer-Haus in Graz mit Leuten wie Hirschmann, Schoeller und anderen diskutiert, wenn Sie heute – im Jahre 1998! – noch immer den Gegensatz von Ökologie und Ökonomie bemühen, und zwar im Sinne des Menschenschutzes?! Herr Kröll! Was diskutieren Sie denn mit dem Herrn Schüssel? Was diskutieren Sie denn mit dem Herrn Khol, wenn Sie immer noch nicht begriffen haben, daß die Natur Sie nicht braucht, aber Sie die Natur brauchen, um leben und überleben zu können?! (Abg. Kröll: Der Mensch lebt auch in der Natur!) – Sie haben immer noch nicht verstanden, daß die Ökonomie ein Teil der Ökologie ist. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Petrovic und Kröll.) Eine Ökonomie, die meint, diese beiden Begriffe seien ein Gegensatz, ist keine Ökonomie, sondern eine plumpe Ausbeutung der Natur, eine plumpe Profitmaximierung zu Lasten der späteren Generationen und letztendlich eine plumpe Ausbeutung der Menschen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Kollege Kröll! Was haben Sie im Krainer-Haus in Graz mit Leuten wie Hirschmann, Schoeller und anderen diskutiert, wenn Sie heute – im Jahre 1998! – noch immer den Gegensatz von Ökologie und Ökonomie bemühen, und zwar im Sinne des Menschenschutzes?! Herr Kröll! Was diskutieren Sie denn mit dem Herrn Schüssel? Was diskutieren Sie denn mit dem Herrn Khol, wenn Sie immer noch nicht begriffen haben, daß die Natur Sie nicht braucht, aber Sie die Natur brauchen, um leben und überleben zu können?! (Abg. Kröll: Der Mensch lebt auch in der Natur!) – Sie haben immer noch nicht verstanden, daß die Ökonomie ein Teil der Ökologie ist. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Petrovic und Kröll.) Eine Ökonomie, die meint, diese beiden Begriffe seien ein Gegensatz, ist keine Ökonomie, sondern eine plumpe Ausbeutung der Natur, eine plumpe Profitmaximierung zu Lasten der späteren Generationen und letztendlich eine plumpe Ausbeutung der Menschen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie kommen immer mit dem Argument: Dort wohnen Menschen, die durch den Lärm gemartert und gefoltert werden. – Das wissen wir alle. Aber warum werden sie es denn? – Weil Sie jahrzehntelang eine Verkehrspolitik zugelassen haben, die genau die Zustände, die Sie jetzt beklagen, verursacht hat! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Koppler.
Was war denn das für eine Verkehrspolitik in den letzten fünf, zehn oder 20 Jahren? (Zwischenruf des Abg. Koppler.) – Herr Koppler! Sie haben doch in Hainburg demonstriert und erklärt, es gehe um den Menschen und nicht um die Natur. Sie haben doch auch in Zwentendorf demonstriert, wo Sie erklärt haben, es gehe um Arbeitsplätze und nicht um diese "ökologischen Spintisierereien". Warum wollen Sie denn diese "Betondebatte" ins nächste Jahrtausend hinüberretten? Warum können Sie nicht einmal darüber nachdenken, was das Problem ist? (Zwischenrufe der Abgeordneten Koppler und Kröll.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Koppler und Kröll.
Was war denn das für eine Verkehrspolitik in den letzten fünf, zehn oder 20 Jahren? (Zwischenruf des Abg. Koppler.) – Herr Koppler! Sie haben doch in Hainburg demonstriert und erklärt, es gehe um den Menschen und nicht um die Natur. Sie haben doch auch in Zwentendorf demonstriert, wo Sie erklärt haben, es gehe um Arbeitsplätze und nicht um diese "ökologischen Spintisierereien". Warum wollen Sie denn diese "Betondebatte" ins nächste Jahrtausend hinüberretten? Warum können Sie nicht einmal darüber nachdenken, was das Problem ist? (Zwischenrufe der Abgeordneten Koppler und Kröll.)
Abg. Dr. Lukesch: Das tun wir nicht!
Herr Kröll! Ich habe mich seit April, seit den ersten Sitzungen, bemüht, Ihnen klarzumachen, daß wir hier zwei verschiedene Dinge diskutieren. Auch Herr Kollege Barmüller hat Ihnen das hier wortreich erklärt. Die eine Sache ist die Verkehrspolitik; für diese hatten und haben Sie leider noch eine Mehrheit. Aber die andere Sache ist die, daß Sie glauben, weil Sie die Mehrheit in der Steiermark und in diesem Haus haben, rechtsstaatliche Prinzipien mit Füßen treten und Privateigentum ignorieren zu können, wenn Sie Ihren politischen Willen durchsetzen wollen. (Abg. Dr. Lukesch: Das tun wir nicht!) Sie glauben, daß Sie das legitimiert.
Zwischenruf des Abg. Kröll.
Wir – Herr Kollege Wurmitzer, Herr Kollege Lukesch und andere – haben auch lange über die Frage der Demokratie diskutiert. Es ist selbstverständlich, daß in einer Demokratie die Mehrheit das Gesetz des Handelns bestimmt. Selbstverständlich! Dagegen haben wir nichts. (Zwischenruf des Abg. Kröll.) – Herr Kröll, nehmen Sie bitte zur Kenntnis, daß die Mehrheit das "Bewegungsgesetz" bestimmt!
Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie des Abg. Jung. – Abg. Kröll: Das Oberste Gericht hat auch festgestellt, daß die verordnete Trasse rechtens war und auch heute noch rechtens ist!
Ich kann Ihnen – wie auch Kollege Barmüller und die Kollegen von der Freiheitlichen Partei – minutiös auflisten, wie Sie das Recht gebeugt haben, wie Sie die Gesetze mißachtet haben und wie Sie den Bauern und Bäuerinnen im Sinne Ihrer falschen Verkehrspolitik einfach ihr Eigentum geraubt haben! Auch wenn Sie eine Mehrheit haben, ist das so. (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie des Abg. Jung. – Abg. Kröll: Das Oberste Gericht hat auch festgestellt, daß die verordnete Trasse rechtens war und auch heute noch rechtens ist!)
Abg. Dr. Lukesch: Das war auch nicht so! Das war nicht so! Das reden Sie sich nur ein!
Herr Kröll! Nur weil die Verordnung rechtens ist, können Sie doch daraus nicht ableiten, daß alles, was Beamte im Namen der Verordnung machen, rechtens ist! Es kann doch nicht so sein, daß, wenn der Herr Wirtschaftsminister bezüglich einer Trasse eine Verordnung erläßt, dann vor Ort, um diese Trasse durchzusetzen, der Rechtsstaat von Ihren Beamten ignoriert wird, die Sie unter Einfluß ... (Abg. Dr. Lukesch: Das war auch nicht so! Das war nicht so! Das reden Sie sich nur ein!) – Herr Kollege Lukesch, es ist leider so. Herr Kollege Lukesch! Sie geben sogar in Ihrem Mehrheitsbericht zu, welch ungeheuerlicher Vorgang das war, allerdings beschönigen Sie es.
Abg. Dr. Lukesch: Stimmt ja gar nicht!
Rechtsbruch Nummer zwei: Hier in diesem Haus wurden Wasserrechtsgesetze beschlossen. Ich muß zugeben, es hat eine Änderung während des Verfahrens gegeben, aber der zuständige Beamte hat, damit die naturschutzrechtliche Bewilligung nicht verlorengeht, einen Gefälligkeitsbescheid für die Politik erstellt, in dem er Dinge behauptet hat, die klar rechtswidrig waren. (Abg. Dr. Lukesch: Stimmt ja gar nicht!) Er hat behauptet, es gebe einen konsensgemäßen Ausbau.
Abg. Dr. Lukesch: Das ist einfach unlogisch!
Aber das Unglaubliche an dieser Sache war, daß nicht einmal der konsensgemäße Zustand vorhanden war. Der Beamte wußte das! Er gibt das in den Protokollen auch zu. – Rechtsbruch Nummer zwei. Die Bescheide wurden vom Obersten Gerichtshof und vom Verwaltungsgerichtshof aufgehoben. (Abg. Dr. Lukesch: Das ist einfach unlogisch!)
Abg. Dr. Lukesch: Zu einer Rechtseinsicht!
Dann wurde also ein Devolutionsantrag – gegen sich selbst gerichtet – gestellt. Der Landeshauptmann stellte einen Devolutionsantrag dahin gehend, daß die Enteignungen im Wirtschaftsministerium durchzuführen wären. Und was passierte im Wirtschaftsministerium? – Der zuständige Beamte kam zu der Rechtseinsicht (Abg. Dr. Lukesch: Zu einer Rechtseinsicht!), Enteignungen seien nicht möglich. Er machte darüber auch einen Aktenvermerk.
Abg. Dr. Lukesch: Weil offensichtlich das Verfahren ins Leere gegangen ist! Es ist offensichtlich gescheitert! Das wird doch ein Beamter oder eine Abteilung ...!
Einen solchen Aktenvermerk hat es nicht gegeben. Es hat auch keine Besprechung gegeben, in der ein Protokoll darüber angefertigt wurde, sondern einzig und allein der politische Druck war entscheidend. Diese Enteignungen wurden über Weisung durchgeführt. (Abg. Dr. Lukesch: Weil offensichtlich das Verfahren ins Leere gegangen ist! Es ist offensichtlich gescheitert! Das wird doch ein Beamter oder eine Abteilung ...!)
Abg. Steibl: Was ist das für eine Sprache? – Abg. Dr. Lukesch: Das ist ungeheuerlich!
Herr Professor Lukesch! Es ist so erbärmlich, wie Sie hier ständig Rechtswidrigkeiten der Beamten verteidigen! (Abg. Steibl: Was ist das für eine Sprache? – Abg. Dr. Lukesch: Das ist ungeheuerlich!) Es ist einfach so etwas von tragisch, daß ein Professor, ein Intellektueller, der an einer Universität lehrt, wortreich mit allen Tricks und allen Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehen, in seiner Muttersprache versucht, hier offensichtlich rechtswidrige Zustände zu rechtfertigen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Meine Damen und Herren! Es war nicht möglich, jene Personen zu befragen, die letztendlich diese Weisung gegeben haben. Sie von der ÖVP wollten natürlich gar nicht wissen, wer das war, weil der vermutete Amtsmißbrauch möglicherweise bis ins Ministerzimmer hineinreicht. Aber damit nicht genug! Sie verlieren in allen Instanzen und versuchen dann auch noch, die Bäuerinnen und Bauern, die Umweltaktivistinnen und Umweltaktivisten mit Klagen einzuschüchtern. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.)
Abg. Dr. Lukesch: Die Landesbaudirektion war es!
Aber nachher, als diese Prozesse verlorengingen, wollte es keiner gewesen sein, Herr Professor Lukesch. Dann wollte es keiner gewesen sein, dann gab und gibt es sogar einen koalitionären Streit! (Abg. Dr. Lukesch: Die Landesbaudirektion war es!) Der Herr Pöltl, der Landesrat für die schöne Steiermark, hat für "seine" Bauern einen wunderbaren Brief geschrieben. Er schreibt: Lieber Herr Finanzminister! Stellen Sie doch diese Klagen ein! Wir wollen unsere armen Bauern nicht klagen. Sorgen Sie dafür, daß deeskaliert wird. Bitte seien Sie so lieb, Herr Finanzminister!
Abg. Dr. Lukesch: Steht ja drin: Landesbaudirektion!
Mit diesem Brief ist Herr Landesrat Pöltl von der ÖVP bei seinen Bauern herumgegangen. Er hat auch Abschriften der Klagen angefertigt, damit klargestellt wird, daß die ÖVP nichts damit zu tun hat. Die Klagen wurden von der Finanzprokuratur über Antrag eines politischen Funktionsträgers durchgeführt, aber Sie weigern sich, den Namen dieses Funktionsträgers in den Protokollen wiederzugeben. – Was ist das, Herr Kollege Wurmitzer? Ist das Demokratie? Ist das Ihr Demokratieverständnis, Herr Professor Lukesch, daß der Name jener Person, die den Auftrag gegeben hat, Bauern und Bäuerinnen, Umweltaktivistinnen und -aktivisten zu klagen, im Protokoll nicht aufscheint? Denn dann wäre es ja schwarz auf weiß dort gestanden! (Abg. Dr. Lukesch: Steht ja drin: Landesbaudirektion!)
Abg. Dr. Lukesch: Natürlich! Es sind ja auch Haftungsansprüche gestellt worden!
Die Landesbaudirektion! – Die Beamten waren es! Diese haben selbstverständlich die Klagen gegen die Bauern veranlaßt! (Abg. Dr. Lukesch: Natürlich! Es sind ja auch Haftungsansprüche gestellt worden!) – Herr Professor Lukesch! Genieren Sie sich denn nicht für dieses unglaubliche Spiel, das Sie hier betreiben? Haben Sie denn überhaupt kein Schamgefühl mehr? (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Die Landesbaudirektion! – Die Beamten waren es! Diese haben selbstverständlich die Klagen gegen die Bauern veranlaßt! (Abg. Dr. Lukesch: Natürlich! Es sind ja auch Haftungsansprüche gestellt worden!) – Herr Professor Lukesch! Genieren Sie sich denn nicht für dieses unglaubliche Spiel, das Sie hier betreiben? Haben Sie denn überhaupt kein Schamgefühl mehr? (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Mühlbachler: Ich würde einmal fragen, ob die Gesamtinteressen nicht vor den Einzelinteressen stehen!
Herr Professor Lukesch! Das hat nichts mit Verkehrspolitik zu tun, das ist eine unglaubliche Verhöhnung von Mitbürgern und Mitbürgerinnen in einem demokratischen Land, in Österreich, in einer demokratischen Republik. Ich sage Ihnen, Sie haben nicht ... (Abg. Mag. Mühlbachler: Ich würde einmal fragen, ob die Gesamtinteressen nicht vor den Einzelinteressen stehen!) Sie haben die Sitzung im Ausschuß nicht verfolgt. Herr Wurmitzer wollte noch bis zum Schluß damit argumentieren, das Unglück habe begonnen, weil die Gesetze so schlecht seien. (Abg. Dr. Lukesch: Gemeinnutz vor Eigennutz!)
Abg. Dr. Lukesch: Gemeinnutz vor Eigennutz!
Herr Professor Lukesch! Das hat nichts mit Verkehrspolitik zu tun, das ist eine unglaubliche Verhöhnung von Mitbürgern und Mitbürgerinnen in einem demokratischen Land, in Österreich, in einer demokratischen Republik. Ich sage Ihnen, Sie haben nicht ... (Abg. Mag. Mühlbachler: Ich würde einmal fragen, ob die Gesamtinteressen nicht vor den Einzelinteressen stehen!) Sie haben die Sitzung im Ausschuß nicht verfolgt. Herr Wurmitzer wollte noch bis zum Schluß damit argumentieren, das Unglück habe begonnen, weil die Gesetze so schlecht seien. (Abg. Dr. Lukesch: Gemeinnutz vor Eigennutz!)
Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist ganz klar! Als Opposition schauen Sie auf die Einzelinteressen, aber es gibt auch Gesamtinteressen!
Meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist ganz klar! Als Opposition schauen Sie auf die Einzelinteressen, aber es gibt auch Gesamtinteressen!) Sie verwechseln immer verkehrspolitische Fehlentscheidungen – oder richtige Entscheidungen, wie Sie es meinen – mit einer rechtlichen Situation. (Abg. Dr. Lukesch: Aber nein!) Warum wir in dieser Frage so kämpfen, ist relativ einfach: Sie können zwar mit Mehrheitsbeschlüssen bestimmte politische Dinge durchsetzen, und das ist auch gut so – oder auch nicht gut so –, aber Sie können nicht aufgrund politischer Willkür in einem Rechtsstaat Gesetze mißachten! Dagegen werde ich, solange ich kann, meine Stimme erheben. (Abg. Dr. Lukesch: Diese Vorwürfe gehen ins Leere! – Zwischenruf des Abg. Kröll.) Das werden Sie nicht können, Herr Wurmitzer und Herr Professor Lukesch, und das werden auch Sie, Herr Kröll, nicht können.
Abg. Dr. Lukesch: Aber nein!
Meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist ganz klar! Als Opposition schauen Sie auf die Einzelinteressen, aber es gibt auch Gesamtinteressen!) Sie verwechseln immer verkehrspolitische Fehlentscheidungen – oder richtige Entscheidungen, wie Sie es meinen – mit einer rechtlichen Situation. (Abg. Dr. Lukesch: Aber nein!) Warum wir in dieser Frage so kämpfen, ist relativ einfach: Sie können zwar mit Mehrheitsbeschlüssen bestimmte politische Dinge durchsetzen, und das ist auch gut so – oder auch nicht gut so –, aber Sie können nicht aufgrund politischer Willkür in einem Rechtsstaat Gesetze mißachten! Dagegen werde ich, solange ich kann, meine Stimme erheben. (Abg. Dr. Lukesch: Diese Vorwürfe gehen ins Leere! – Zwischenruf des Abg. Kröll.) Das werden Sie nicht können, Herr Wurmitzer und Herr Professor Lukesch, und das werden auch Sie, Herr Kröll, nicht können.
Abg. Dr. Lukesch: Diese Vorwürfe gehen ins Leere! – Zwischenruf des Abg. Kröll.
Meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Mühlbachler: Das ist ganz klar! Als Opposition schauen Sie auf die Einzelinteressen, aber es gibt auch Gesamtinteressen!) Sie verwechseln immer verkehrspolitische Fehlentscheidungen – oder richtige Entscheidungen, wie Sie es meinen – mit einer rechtlichen Situation. (Abg. Dr. Lukesch: Aber nein!) Warum wir in dieser Frage so kämpfen, ist relativ einfach: Sie können zwar mit Mehrheitsbeschlüssen bestimmte politische Dinge durchsetzen, und das ist auch gut so – oder auch nicht gut so –, aber Sie können nicht aufgrund politischer Willkür in einem Rechtsstaat Gesetze mißachten! Dagegen werde ich, solange ich kann, meine Stimme erheben. (Abg. Dr. Lukesch: Diese Vorwürfe gehen ins Leere! – Zwischenruf des Abg. Kröll.) Das werden Sie nicht können, Herr Wurmitzer und Herr Professor Lukesch, und das werden auch Sie, Herr Kröll, nicht können.
Abg. Dr. Lukesch: Schutzbehauptung!
Aber Sie werden uns nicht dazu bringen, daß wir dazu schweigen, daß Sie die Gesetze mit Füßen getreten haben, und wir werden nicht zur Kenntnis nehmen, daß Sie jetzt, nach 20 Jahren zähem Kampf, der nicht nur viel persönliche, sondern auch finanzielle Substanz gekostet hat – ich rede noch gar nicht von jenen Sachverständigen, die Ihre Behörde offensichtlich unter Druck gesetzt und in ihrer Existenz bedroht hat, davon rede ich gar nicht! (Abg. Dr. Lukesch: Schutzbehauptung!) –, erstens einmal durch Verhinderung der demokratischen Kontrolle so tun, als ob alles in Ordnung gewesen wäre, und daß Sie zweitens sagen, wir bauen nicht nur die kleine Umfahrung, wir machen nicht nur den Bestandsausbau, sondern auch noch zusätzlich jene Trasse, gegen die 20 Jahre zu Recht gekämpft wurde. Das werden Sie von uns nicht erleben! Wir werden dagegen Widerstand leisten, solange wir in der Demokratie dazu in der Lage sind! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber Sie werden uns nicht dazu bringen, daß wir dazu schweigen, daß Sie die Gesetze mit Füßen getreten haben, und wir werden nicht zur Kenntnis nehmen, daß Sie jetzt, nach 20 Jahren zähem Kampf, der nicht nur viel persönliche, sondern auch finanzielle Substanz gekostet hat – ich rede noch gar nicht von jenen Sachverständigen, die Ihre Behörde offensichtlich unter Druck gesetzt und in ihrer Existenz bedroht hat, davon rede ich gar nicht! (Abg. Dr. Lukesch: Schutzbehauptung!) –, erstens einmal durch Verhinderung der demokratischen Kontrolle so tun, als ob alles in Ordnung gewesen wäre, und daß Sie zweitens sagen, wir bauen nicht nur die kleine Umfahrung, wir machen nicht nur den Bestandsausbau, sondern auch noch zusätzlich jene Trasse, gegen die 20 Jahre zu Recht gekämpft wurde. Das werden Sie von uns nicht erleben! Wir werden dagegen Widerstand leisten, solange wir in der Demokratie dazu in der Lage sind! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lukesch: Nicht entschuldigen? – Zwischenruf des Abg. Brix.
Herr Kollege Wurmitzer und Herr Kollege Khol – er ist leider nicht anwesend –, Sie haben – vor allem Herr Kollege Khol – in den letzten Aussendungen einige wunderbare Dinge gesagt. Ich will auch zu diesem Nazi-Vorwurf, den Sie heute wieder vorgebracht haben, Stellung nehmen. (Abg. Dr. Lukesch: Nicht entschuldigen? – Zwischenruf des Abg. Brix.) – Ich denke nicht einmal daran! Ich denke nicht daran, Herr Professor Lukesch, Ihnen den Gefallen zu tun, dieses Spiel, das Sie seit dem Jahre 1945 in diesem Land spielen, hier mit Ihnen weiterzuspielen. (Abg. Wurmitzer: Eine Entschuldigung ist fällig!)
Abg. Wurmitzer: Eine Entschuldigung ist fällig!
Herr Kollege Wurmitzer und Herr Kollege Khol – er ist leider nicht anwesend –, Sie haben – vor allem Herr Kollege Khol – in den letzten Aussendungen einige wunderbare Dinge gesagt. Ich will auch zu diesem Nazi-Vorwurf, den Sie heute wieder vorgebracht haben, Stellung nehmen. (Abg. Dr. Lukesch: Nicht entschuldigen? – Zwischenruf des Abg. Brix.) – Ich denke nicht einmal daran! Ich denke nicht daran, Herr Professor Lukesch, Ihnen den Gefallen zu tun, dieses Spiel, das Sie seit dem Jahre 1945 in diesem Land spielen, hier mit Ihnen weiterzuspielen. (Abg. Wurmitzer: Eine Entschuldigung ist fällig!)
Abg. Mag. Steindl: Jetzt geht er auf die Wähler los!
Manchmal verstehe ich ganz bestimmte naive, geschichtslose Menschen, die einer bestimmten Partei ihre Stimme gegeben haben, worüber wir alle nicht sehr zufrieden sind. (Abg. Mag. Steindl: Jetzt geht er auf die Wähler los!) Sie haben seit 1945 immer so getan, als ob das, was vor 1945 passiert ist, mit uns nichts zu tun habe – nichts mit der SPÖ, nichts mit der ÖVP und nichts mit den anderen Menschen, die hier in diesem Hause sitzen. Das waren unsere Väter und Mütter, die das zu verantworten hatten, in welcher Funktion auch immer! (Abg. Dr. Lukesch: Meiner war ein Widerstandskämpfer!)
Abg. Dr. Lukesch: Meiner war ein Widerstandskämpfer!
Manchmal verstehe ich ganz bestimmte naive, geschichtslose Menschen, die einer bestimmten Partei ihre Stimme gegeben haben, worüber wir alle nicht sehr zufrieden sind. (Abg. Mag. Steindl: Jetzt geht er auf die Wähler los!) Sie haben seit 1945 immer so getan, als ob das, was vor 1945 passiert ist, mit uns nichts zu tun habe – nichts mit der SPÖ, nichts mit der ÖVP und nichts mit den anderen Menschen, die hier in diesem Hause sitzen. Das waren unsere Väter und Mütter, die das zu verantworten hatten, in welcher Funktion auch immer! (Abg. Dr. Lukesch: Meiner war ein Widerstandskämpfer!)
Abg. Brix: Das wurde ja nicht gesagt, das ist nicht wahr! Das war erst nachher die Erklärung! – Anhaltende Zwischenrufe.
Sie, Herr Brix, Herr Lukesch und Herr Wurmitzer, irren, wenn Sie glauben, daß es einem österreichischen Parlamentarier nicht gestattet ist, zu sagen, daß es auch in totalitären Ländern Mehrheitsabstimmungen gegeben hat, und auch in der Nazi-Zeit! (Abg. Brix: Das wurde ja nicht gesagt, das ist nicht wahr! Das war erst nachher die Erklärung! – Anhaltende Zwischenrufe.)
Neuerliche Zwischenrufe.
Präsident Dr. Heinrich Neisser (das Glockenzeichen gebend): Herr Abgeordneter, bitte um den Schlußsatz! Ihre 20 Minuten sind abgelaufen. (Neuerliche Zwischenrufe.)
Abg. Schwarzenberger: Herr Wabl! Wenn Sie ein anständiger Mensch sind, entschuldigen Sie sich! – Abg. Brix: Sie sollten sich dafür entschuldigen, was Sie gesagt haben!
Ich bitte Sie, sich mit den Zwischenrufen zurückzuhalten! Herr Abgeordneter Wabl spricht den Schlußsatz. (Abg. Schwarzenberger: Herr Wabl! Wenn Sie ein anständiger Mensch sind, entschuldigen Sie sich! – Abg. Brix: Sie sollten sich dafür entschuldigen, was Sie gesagt haben!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum für den das Rednerpult verlassenden Abg. Wabl.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter, Ihre Redezeit ist zu Ende! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum für den das Rednerpult verlassenden Abg. Wabl.)
Abg. Wabl: Es ist unglaublich! Es ist unglaublich!
Kollege Wabl! Alles, was Sie hier behauptet haben, sind persönliche Interpretationen. Sie sind durch die Untersuchungen des Ausschusses in keiner Weise gedeckt. (Abg. Wabl: Es ist unglaublich! Es ist unglaublich!) Sie haben wortwörtlich von plumper Gewinnmaximierung auf Kosten der Natur gesprochen, aber verschwiegen, daß es ein eminentes öffentliches Interesse für die Errichtung dieser Straße gegeben hat und auch heute noch gibt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Koppler: Das ist den Grünen Wurscht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Koppler: Das ist den Grünen Wurscht!
Kollege Wabl! Alles, was Sie hier behauptet haben, sind persönliche Interpretationen. Sie sind durch die Untersuchungen des Ausschusses in keiner Weise gedeckt. (Abg. Wabl: Es ist unglaublich! Es ist unglaublich!) Sie haben wortwörtlich von plumper Gewinnmaximierung auf Kosten der Natur gesprochen, aber verschwiegen, daß es ein eminentes öffentliches Interesse für die Errichtung dieser Straße gegeben hat und auch heute noch gibt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Koppler: Das ist den Grünen Wurscht!)
Abg. Smolle: Jawohl!
Daß dort Menschen wohnen, die unter dem Lärm leiden, das wissen wir alle, haben Sie behauptet. – Aber Sie handeln genau entgegengesetzt, Herr Kollege Wabl! Sie haben hier die Behauptung aufgestellt, rechtsstaatliche Prinzipien seien mit Füßen getreten worden. (Abg. Smolle: Jawohl!) Es ist interessant, daß sich gerade diejenigen, die zuerst die Naturschutzauflagen verlangen, später dagegen wehren, daß diese auch durchgesetzt und umgesetzt werden. Das ist ein doppeltes Spiel, bei dem wir nicht mitmachen werden.
Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Herr Kollege Barmüller! Auch das, was Sie im Zusammenhang mit dem föderalistischen Aufbau Österreichs und dem Verhalten der Vertreter der Steiermark gesagt haben, verstehe ich nicht. Wenn Sie für die Rechtstreue sind, dann müssen Sie wissen, daß Österreich föderalistisch aufgebaut ist, daß es Bundes- und Landeskompetenzen gibt, und daß das ein Gesetz im Verfassungsrang ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.) Wenn sich jemand darauf beruft, dann ist er im Recht, und nicht im Unrecht! Sie müssen zur Kenntnis nehmen: Die Rechtsstaatlichkeit und das rechtliche Prinzip gelten auch dann, wenn es Ihnen nicht gefällt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller: Das war ja sehr schön, was Sie gesagt haben! – Zwischenruf des Abg. Smolle.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller: Das war ja sehr schön, was Sie gesagt haben! – Zwischenruf des Abg. Smolle.
Herr Kollege Barmüller! Auch das, was Sie im Zusammenhang mit dem föderalistischen Aufbau Österreichs und dem Verhalten der Vertreter der Steiermark gesagt haben, verstehe ich nicht. Wenn Sie für die Rechtstreue sind, dann müssen Sie wissen, daß Österreich föderalistisch aufgebaut ist, daß es Bundes- und Landeskompetenzen gibt, und daß das ein Gesetz im Verfassungsrang ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.) Wenn sich jemand darauf beruft, dann ist er im Recht, und nicht im Unrecht! Sie müssen zur Kenntnis nehmen: Die Rechtsstaatlichkeit und das rechtliche Prinzip gelten auch dann, wenn es Ihnen nicht gefällt! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller: Das war ja sehr schön, was Sie gesagt haben! – Zwischenruf des Abg. Smolle.)
Abg. Smolle: Sie haben beide verhindert, sowohl den Martinek als auch den Baumann! Lesen Sie!
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Heute liegen zwei Berichte zur Beurteilung durch den Nationalrat vor: zum ersten der Bericht des Ausschusses und zum zweiten der Minderheitsbericht der Abgeordneten Wabl, Dr. Grollitsch und Smolle. (Abg. Smolle: Sie haben beide verhindert, sowohl den Martinek als auch den Baumann! Lesen Sie!) – Ja, ich möchte gerne lesen. Ich würde Ihnen sogar gerne vorlesen, was die Frau Landeshauptmann noch geschrieben hat.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Smolle.
Das war das Ziel, und das entspricht den Tatsachen. Heute stehen zwei Berichte zur Diskussion. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Smolle.) Der erste, der Bericht des Ausschusses, ist das Ergebnis seriöser und gewissenhafter Arbeit. Wir haben mit großer Genauigkeit geprüft. Wurden von der Vorsitzenden zunächst nur sechs Termine für die Untersuchung veranschlagt, so haben wir insgesamt neun Termine wahrgenommen. Wir wollten diesem Hohen Haus einen objektiven Bericht vorlegen und haben die maßgeblichen Persönlichkeiten – es sind 22 an der Zahl – auch eingeladen und intensiv dazu befragt.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die zweite Intention, die wir dabei verfolgt haben, war, der betroffenen Bevölkerung im Ennstal zu helfen. Wenn jemand berechtigt ist, einen Hilfeschrei auszustoßen, dann ist das keineswegs die Opposition, sondern die Bevölkerung von Stainach, Wörschach und Liezen. Ihr konzediere ich das Recht, einen Hilfeschrei auszustoßen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Barmüller: Das ist nicht wahr, Herr Abgeordneter! Das wissen Sie! Sie sagen bewußt die Unwahrheit!
Man kann also folgendes Resümee ziehen – und das ist der Kernsatz unserer Untersuchungen –: Es wurden keine rechtswidrigen Vorgänge festgestellt, und es hat sie auch nicht gegeben! (Ironische Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Barmüller: Das ist nicht wahr, Herr Abgeordneter! Das wissen Sie! Sie sagen bewußt die Unwahrheit!) Die Verordnung der Trasse ist rechtskräftig, und zwar seit dem 7. September 1990. Eine Verordnung ist für die Verwaltung bindend, daher ist es gar nicht notwendig, daß zusätzlich zur Verordnung weitere Weisungen gegeben werden. (Abg. Mag. Barmüller: Es geht nicht um die Trassenverordnung, es geht um die Naturschutzverordnung!) Der Naturschutzbescheid trägt das Datum vom 18. Februar 1988, liegt vor und ist rechtskräftig. Um seine Verlängerung wurde angesucht.
Abg. Mag. Barmüller: Es geht nicht um die Trassenverordnung, es geht um die Naturschutzverordnung!
Man kann also folgendes Resümee ziehen – und das ist der Kernsatz unserer Untersuchungen –: Es wurden keine rechtswidrigen Vorgänge festgestellt, und es hat sie auch nicht gegeben! (Ironische Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum. – Abg. Mag. Barmüller: Das ist nicht wahr, Herr Abgeordneter! Das wissen Sie! Sie sagen bewußt die Unwahrheit!) Die Verordnung der Trasse ist rechtskräftig, und zwar seit dem 7. September 1990. Eine Verordnung ist für die Verwaltung bindend, daher ist es gar nicht notwendig, daß zusätzlich zur Verordnung weitere Weisungen gegeben werden. (Abg. Mag. Barmüller: Es geht nicht um die Trassenverordnung, es geht um die Naturschutzverordnung!) Der Naturschutzbescheid trägt das Datum vom 18. Februar 1988, liegt vor und ist rechtskräftig. Um seine Verlängerung wurde angesucht.
Abg. Wabl: "Rechtsunsicherheit"!
Um die wasserrechtliche Genehmigung wurde ebenfalls nach der Novelle des Wasserrechtsgesetzes 1990 angesucht. – Herr Kollege Barmüller, vielleicht könntest du mir zuhören! Was es gibt, ist Rechtsunsicherheit in manchen Bereichen. (Abg. Wabl: "Rechtsunsicherheit"!) Bis zur Entscheidung des Obersten Gerichtshofes war nämlich nicht klar, ob die Enteignung von Flächen für naturschutzrechtliche Auflagen möglich oder nicht möglich ist. (Abg. Mag. Barmüller: Das hat es vor allem nie gegeben, das wissen Sie!) Nach dem Entscheid des Verfassungsgerichtshofes hat niemand mehr einen Enteignungsbescheid unterschrieben. Und auch die Frage der wasserrechtlichen Genehmigungspflicht war bis zum Inkrafttreten des Gesetzes im Jahre 1990 nicht klar geregelt.
Abg. Mag. Barmüller: Das hat es vor allem nie gegeben, das wissen Sie!
Um die wasserrechtliche Genehmigung wurde ebenfalls nach der Novelle des Wasserrechtsgesetzes 1990 angesucht. – Herr Kollege Barmüller, vielleicht könntest du mir zuhören! Was es gibt, ist Rechtsunsicherheit in manchen Bereichen. (Abg. Wabl: "Rechtsunsicherheit"!) Bis zur Entscheidung des Obersten Gerichtshofes war nämlich nicht klar, ob die Enteignung von Flächen für naturschutzrechtliche Auflagen möglich oder nicht möglich ist. (Abg. Mag. Barmüller: Das hat es vor allem nie gegeben, das wissen Sie!) Nach dem Entscheid des Verfassungsgerichtshofes hat niemand mehr einen Enteignungsbescheid unterschrieben. Und auch die Frage der wasserrechtlichen Genehmigungspflicht war bis zum Inkrafttreten des Gesetzes im Jahre 1990 nicht klar geregelt.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der Opposition! Ich mache Ihnen jetzt ein "Kompliment": Die Gegner der Ennsnahen Trasse haben diese Unsicherheit bis zum Exzeß ausgenützt und sie dazu benützt, alles zu blockieren und jede Baumaßnahme zu verhindern. So gesehen ist dieser Bericht auch eine Chronologie der gezielten und geplanten Verhinderung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Barmüller: Vogelschutz!
Punkt 2: Sie behaupten, daß ein Straßenbau durch ein nach EU-Recht verbindlich festgelegtes und gefördertes Schutzgebiet nicht möglich ist. – Auch diese Behauptung ist unrichtig. Artikel 6 Abs. 3 und 4 der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie läßt sehr wohl Ausnahmebewilligungen zu. (Abg. Mag. Barmüller: Vogelschutz!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Punkt 3: Sie behaupten pauschal, daß die Landwirte zu keiner Ablöse bereit waren. – Auch das ist unrichtig. Die Enteignungen im westlichen Bereich waren problemlos möglich; ein Großteil der Flächen im westlichen Bereich wurde im Einvernehmen erworben. Nur aufgrund Ihrer Hetzkampagnen war es dann im östlichen Bereich nicht mehr möglich, Grundflächen rechtmäßig und auf einvernehmlichem Wege zu erwerben. Und das führen Sie nun als Gegenargument an! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Wabl: Das ist ja falsch, was Sie sagen!
Erlauben Sie mir zum Schluß noch einen Satz zum politischen Stil. Herr Kollege Wabl! Wenn jemand den Mut hat, andere Fraktionen, die aufgrund demokratischer Wahlen Abgeordnete in dieses Haus entsenden, als Nazis zu bezeichnen – wortwörtlich so geschehen, von mir gehört und nicht nur von mir allein, sondern von allen Ausschußmitgliedern (Abg. Wabl: Das ist ja falsch, was Sie sagen!) –, dann sollte er auch den Mut haben, an dieses Rednerpult zu treten und zu sagen: Es tut mir leid, daß ich die Grenzen des Zumutbaren überschritten habe, und ich entschuldige mich dafür.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es wäre höchste Zeit, daß Sie Ihr Verhalten ändern. Dann werden wir etwas leichter miteinander auskommen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Lukesch: Sie haben gesagt: "Wie bei den Nazis"! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Wurmitzer hat behauptet, daß ich ihn im Unterausschuß als "Nazi" bezeichnet hätte. (Abg. Dr. Lukesch: Sie haben gesagt: "Wie bei den Nazis"! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.) – Was habe ich jetzt Ihrer Meinung nach gesagt? – Ich habe verstanden, daß Sie gesagt haben, ich hätte gesagt: "Sie sind ein Nazi" oder "Sie sind Nazis". (Abg. Brix: Nein, sondern "wie bei den Nazis"! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Brix: Nein, sondern "wie bei den Nazis"! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Wurmitzer hat behauptet, daß ich ihn im Unterausschuß als "Nazi" bezeichnet hätte. (Abg. Dr. Lukesch: Sie haben gesagt: "Wie bei den Nazis"! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.) – Was habe ich jetzt Ihrer Meinung nach gesagt? – Ich habe verstanden, daß Sie gesagt haben, ich hätte gesagt: "Sie sind ein Nazi" oder "Sie sind Nazis". (Abg. Brix: Nein, sondern "wie bei den Nazis"! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Stellen Sie richtig! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Schauen Sie, ich habe dort festgestellt – damit das klar ist – ... (Ruf bei der ÖVP: Stellen Sie richtig! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Bitte, Herr Kollege Wurmitzer, Sie können ja die Protokolle herausholen. Holen Sie die Protokolle heraus und zeigen Sie uns diese Stelle!
Abg. Brix: So lange hast du gar nicht geredet! Das stimmt nicht!
Ich habe gesagt: Eine Mehrheitsentscheidung muß noch lange keine demokratische Entscheidung sein. (Abg. Brix: So lange hast du gar nicht geredet! Das stimmt nicht!) In totalitären Systemen hat es genügend Mehrheitsentscheidungen gegeben, die zutiefst undemokratisch waren. Auch in der Nazizeit hat es Volksabstimmungen gegeben (Abg. Brix: So lange hast du gar nicht geredet!), mit großen Mehrheiten (Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit!), die menschenverachtend waren, undemokratisch waren, unsozial und rassistisch waren. – Damit Sie das auch noch hören, Herr Wurmitzer! (Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit! – Abg. Brix: Wo ist die Berichtigung?)
Abg. Brix: So lange hast du gar nicht geredet!
Ich habe gesagt: Eine Mehrheitsentscheidung muß noch lange keine demokratische Entscheidung sein. (Abg. Brix: So lange hast du gar nicht geredet! Das stimmt nicht!) In totalitären Systemen hat es genügend Mehrheitsentscheidungen gegeben, die zutiefst undemokratisch waren. Auch in der Nazizeit hat es Volksabstimmungen gegeben (Abg. Brix: So lange hast du gar nicht geredet!), mit großen Mehrheiten (Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit!), die menschenverachtend waren, undemokratisch waren, unsozial und rassistisch waren. – Damit Sie das auch noch hören, Herr Wurmitzer! (Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit! – Abg. Brix: Wo ist die Berichtigung?)
Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit!
Ich habe gesagt: Eine Mehrheitsentscheidung muß noch lange keine demokratische Entscheidung sein. (Abg. Brix: So lange hast du gar nicht geredet! Das stimmt nicht!) In totalitären Systemen hat es genügend Mehrheitsentscheidungen gegeben, die zutiefst undemokratisch waren. Auch in der Nazizeit hat es Volksabstimmungen gegeben (Abg. Brix: So lange hast du gar nicht geredet!), mit großen Mehrheiten (Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit!), die menschenverachtend waren, undemokratisch waren, unsozial und rassistisch waren. – Damit Sie das auch noch hören, Herr Wurmitzer! (Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit! – Abg. Brix: Wo ist die Berichtigung?)
Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit! – Abg. Brix: Wo ist die Berichtigung?
Ich habe gesagt: Eine Mehrheitsentscheidung muß noch lange keine demokratische Entscheidung sein. (Abg. Brix: So lange hast du gar nicht geredet! Das stimmt nicht!) In totalitären Systemen hat es genügend Mehrheitsentscheidungen gegeben, die zutiefst undemokratisch waren. Auch in der Nazizeit hat es Volksabstimmungen gegeben (Abg. Brix: So lange hast du gar nicht geredet!), mit großen Mehrheiten (Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit!), die menschenverachtend waren, undemokratisch waren, unsozial und rassistisch waren. – Damit Sie das auch noch hören, Herr Wurmitzer! (Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit! – Abg. Brix: Wo ist die Berichtigung?)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Wenn Sie als jene, die den Ausschuß nicht besucht haben, die beiden letzten Redner gehört haben, dann können Sie wahrscheinlich nicht glauben, daß diese beiden wirklich im gleichen Ausschuß waren, so unterschiedlich sind die beiden Darstellungen.
Abg. Mag. Barmüller: Ja!
Wir haben tatsächlich volle sieben Tage für dieses Thema verwendet. Der wohlgemeinte Versuch der Freiheitlichen, aber auch der Grünen, den verfahrenen Verkehrskarren im Ennstal ein bißchen flottzumachen, ist im großen und ganzen mißlungen. Das muß gesagt werden. Er ist mißlungen, weil die Bereitschaft der handelnden Personen der Regierungsparteien (Abg. Mag. Barmüller: Ja!), durch Einbekenntnis von Fehlern der Vergangenheit und durch Auslieferung der Personen, die diese Fehler begangen haben, zu einer Zukunftslösung zu finden, einfach nicht vorhanden war.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wem man keinen Vorwurf machen darf, das ist Frau Abgeordnete Apfelbeck. Sie hat sich redlich bemüht, diesen Ausschuß unter schwierigsten Bedingungen neutral zu führen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Brix.
Ich denke, auch Sie von den anderen Fraktionen werden mir in folgendem recht geben: Daß es nun eine Mini-Lösung für Stainach gibt, ist nichts anderes als die endlich erfolgte Anerkennung des Vorschlages des freiheitlichen Landesrates Schmid aus dem Jahr 1994, die Umfahrung Stainach als Erstlösung zu schaffen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Brix.) Das hat nun Herr Landesrat Ressel für sich vereinnahmt – sei’s drum! Wenn wenigstens die Umfahrung Stainach das Ergebnis der Ausschußdebatten war, dann soll es mir recht sein.
Abg. Dr. Lukesch: Das hat ein Teil der Bevölkerung bejaht!
Meine Herrschaften! Dort oben handelt es sich um ein Gebiet, das von den Bauern und den Arbeitern dort über Generationen hinweg der Natur abgerungen wurde. Die Enns wurde dort 200 Jahre lang händisch um zirka 4 Meter eingetieft, um den Boden urbar zu machen. Sie haben sehr unsensibel versucht, in dieses Gebiet ein Projekt hineinzuzwingen, ohne mit den dort ansässigen Personen ausreichend zu sprechen und ohne genügend zu recherchieren. (Abg. Dr. Lukesch: Das hat ein Teil der Bevölkerung bejaht!) Schlampig haben Sie Jahrzehnte hindurch gearbeitet, urschlampig und gesetzwidrig, wie es im Ausschuß de facto wirklich nachgewiesen wurde. Die Tatsache, daß wir noch immer keine Lösung haben, ist ja auch der Beweis dafür, wie schlampig gearbeitet wurde.
Abg. Brix: Das stand aber nicht zur Debatte!
Es ist nicht zu erwarten, daß die beiden genannten Vertreter in diesem Gebiet die Akzeptanz der Bevölkerung finden. Die Ennstaler sind streitbar, dort oben leben urige Menschen. (Abg. Brix: Das stand aber nicht zur Debatte!) Es gibt in diesem Gebiet etwa alle zehn Kilometer ein Bezirksgericht. Das kommt auch nicht von ungefähr, wie der Herr Bürgermeister Kröll weiß. In Liezen, in Irdning, in Gröbming und in Schladming wurde und wird fest gestritten und geklagt. Daher muß man in diesem Gebiet sehr sensibel vorgehen, aber nicht mit dieser Holzhackermethode. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist nicht zu erwarten, daß die beiden genannten Vertreter in diesem Gebiet die Akzeptanz der Bevölkerung finden. Die Ennstaler sind streitbar, dort oben leben urige Menschen. (Abg. Brix: Das stand aber nicht zur Debatte!) Es gibt in diesem Gebiet etwa alle zehn Kilometer ein Bezirksgericht. Das kommt auch nicht von ungefähr, wie der Herr Bürgermeister Kröll weiß. In Liezen, in Irdning, in Gröbming und in Schladming wurde und wird fest gestritten und geklagt. Daher muß man in diesem Gebiet sehr sensibel vorgehen, aber nicht mit dieser Holzhackermethode. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Aber geh!
Wenn wir hier gehört haben, daß die Mehrheit recht hat, auch wenn sie ungesetzlich handelt, dann ist es Ihnen zu danken, Herr Wurmitzer. Sie sind mit dieser Parole durch den Ausschuß marschiert und haben nicht das Gefühl für emotionale Wortmeldungen aufgebracht, wie sie etwa auch Herr Wabl vorgebracht hat – er hat sich intensiv mit dieser Sache beschäftigt –, oder für die Schlichtungsversuche der Vorsitzenden. Frau Apfelbeck hat sich redlich bemüht. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Aber geh!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich kann nur an die Vernunft appellieren und darum bitten, daß wir alle gemeinsam – das gilt auch für die FPÖ, denn Herr Landesrat Schmid hat sich ja sehr deutlich für diese Lösung, für die Ennsnahe Trasse, ausgesprochen – im Sinne der Bevölkerung, die dort leiden muß, zu einer Lösung kommen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Sigl: Dobar dan!
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Gospod predsednik! Gospod minister! Visoki Dom! (Abg. Sigl: Dobar dan!) Herr Minister! Herr Präsident! Hohes Haus! Der Ständige Unterausschuß wurde eingerichtet – so steht es hier sehr klar – "zur Prüfung rechtswidriger Vorgänge im Zusammenhang mit der Genehmigung ... der ‚Ennsnahen Trasse‘ und daraus resultierender finanzieller Belastungen" – diese müssen untersucht werden – und der "aussichtslosen Klagsführungen".
Abg. Dr. Lukesch: Vorverurteilung, Herr Smolle!
Selten kann man sozusagen schon an der Überschrift eines Ausschusses sehen, wozu er eingerichtet wurde, und nur selten kann man feststellen, daß eigentlich alles das, was sozusagen als Propositum voranstand, sich letztlich als bestehend erwiesen hat. (Abg. Dr. Lukesch: Vorverurteilung, Herr Smolle!) Denn es gab rechtswidrige Vorgänge (Abg. Dr. Lukesch: Nein!), es gab eine finanzielle Belastung für den Bund, die sich gewaschen hat – das kann man sagen –, und es gab aussichtslose Klagsführungen, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Lukesch: Wenn Sie den Rechtsstaat als Belastung empfinden, dann sind Sie gegen den Rechtsstaat!)
Abg. Dr. Lukesch: Nein!
Selten kann man sozusagen schon an der Überschrift eines Ausschusses sehen, wozu er eingerichtet wurde, und nur selten kann man feststellen, daß eigentlich alles das, was sozusagen als Propositum voranstand, sich letztlich als bestehend erwiesen hat. (Abg. Dr. Lukesch: Vorverurteilung, Herr Smolle!) Denn es gab rechtswidrige Vorgänge (Abg. Dr. Lukesch: Nein!), es gab eine finanzielle Belastung für den Bund, die sich gewaschen hat – das kann man sagen –, und es gab aussichtslose Klagsführungen, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Lukesch: Wenn Sie den Rechtsstaat als Belastung empfinden, dann sind Sie gegen den Rechtsstaat!)
Abg. Dr. Lukesch: Wenn Sie den Rechtsstaat als Belastung empfinden, dann sind Sie gegen den Rechtsstaat!
Selten kann man sozusagen schon an der Überschrift eines Ausschusses sehen, wozu er eingerichtet wurde, und nur selten kann man feststellen, daß eigentlich alles das, was sozusagen als Propositum voranstand, sich letztlich als bestehend erwiesen hat. (Abg. Dr. Lukesch: Vorverurteilung, Herr Smolle!) Denn es gab rechtswidrige Vorgänge (Abg. Dr. Lukesch: Nein!), es gab eine finanzielle Belastung für den Bund, die sich gewaschen hat – das kann man sagen –, und es gab aussichtslose Klagsführungen, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Lukesch: Wenn Sie den Rechtsstaat als Belastung empfinden, dann sind Sie gegen den Rechtsstaat!)
Abg. Dr. Lukesch: "Ohne Widerspruch zuzulassen"!
Ich stelle auch fest, daß Ihr Bericht – nämlich der Mehrheitsbericht – schon wieder mit falschen Behauptungen fortsetzt. Auf Seite 11 sagen Sie: Der seitens der Opposition apodiktisch – ich weiß nicht, was das in diesem Zusammenhang bedeutet (Abg. Dr. Lukesch: "Ohne Widerspruch zuzulassen"!) – erhobene Vorwurf der Rechtswidrigkeit im Zusammenhang mit den verschiedenen durchgeführten Verfahren entbehrt jeder Grundlage. (Abg. Wurmitzer: Richtig!)
Abg. Wurmitzer: Richtig!
Ich stelle auch fest, daß Ihr Bericht – nämlich der Mehrheitsbericht – schon wieder mit falschen Behauptungen fortsetzt. Auf Seite 11 sagen Sie: Der seitens der Opposition apodiktisch – ich weiß nicht, was das in diesem Zusammenhang bedeutet (Abg. Dr. Lukesch: "Ohne Widerspruch zuzulassen"!) – erhobene Vorwurf der Rechtswidrigkeit im Zusammenhang mit den verschiedenen durchgeführten Verfahren entbehrt jeder Grundlage. (Abg. Wurmitzer: Richtig!)
Abg. Wurmitzer: Du warst ja nicht dabei!
Was ist denn rechtswidrig, wenn nicht das, was der Verfassungsgerichtshof und der Verwaltungsgerichtshof aufheben? Ist das nun rechtswidrig, oder wie schaut die Sache aus? – Es ist ganz klar: Sie verwenden nicht einmal eine halbe Zeile für die Tatsachen, die nicht in Ordnung waren, meine Damen und Herren! (Abg. Wurmitzer: Du warst ja nicht dabei!)
Abg. Dr. Lukesch: Aber Sie wissen auch, daß es mehrere Rechtsmeinungen gegeben hat!
Meine Damen und Herren! Es ist Ihnen bekannt – Sie wissen das, und die Juristen im Haus wissen es auch –, daß Beamte nicht auf Basis von Vermutungen und argumentierbaren Standpunkten arbeiten dürfen, sondern auf Basis der Gesetze vorgehen müssen. (Abg. Dr. Lukesch: Aber Sie wissen auch, daß es mehrere Rechtsmeinungen gegeben hat!) Sie haben in diesem Zusammenhang sehr wohl gewußt, daß Sie keine gesetzliche Basis haben, aber Sie haben gesagt: Probieren wir es halt! Probieren wir Verfahren gegen den Bürger, vielleicht haben wir Erfolg! (Abg. Dr. Lukesch: Das ist Ihr apodiktischer Gesichtspunkt!) Vielleicht fährt den Bürgern sozusagen ein Schreck in die Glieder, wenn wir ihnen sagen: Bitte, geht nur demonstrieren, dann werden wir euch klagen, und dann werdet ihr euch noch anschauen!
Abg. Dr. Lukesch: Das ist Ihr apodiktischer Gesichtspunkt!
Meine Damen und Herren! Es ist Ihnen bekannt – Sie wissen das, und die Juristen im Haus wissen es auch –, daß Beamte nicht auf Basis von Vermutungen und argumentierbaren Standpunkten arbeiten dürfen, sondern auf Basis der Gesetze vorgehen müssen. (Abg. Dr. Lukesch: Aber Sie wissen auch, daß es mehrere Rechtsmeinungen gegeben hat!) Sie haben in diesem Zusammenhang sehr wohl gewußt, daß Sie keine gesetzliche Basis haben, aber Sie haben gesagt: Probieren wir es halt! Probieren wir Verfahren gegen den Bürger, vielleicht haben wir Erfolg! (Abg. Dr. Lukesch: Das ist Ihr apodiktischer Gesichtspunkt!) Vielleicht fährt den Bürgern sozusagen ein Schreck in die Glieder, wenn wir ihnen sagen: Bitte, geht nur demonstrieren, dann werden wir euch klagen, und dann werdet ihr euch noch anschauen!
Abg. Dr. Lukesch: Das ist genau die Antwort!
Denn auf der einen Fährte waren wir in Richtung Finanzprokuratur unterwegs, und da hätten wir den damaligen Finanzminister und jetzigen Herrn Bundeskanzler fragen müssen: Lieber Freund, wie war denn das? Sind die Klageanträge ohne dein Wissen geschehen? Oder hast du vielleicht sogar irgendwie – in Form einer Weisung, einer Empfehlung oder mit einem Achselzucken – gesagt: "Na ja, klagen wir eben, wenn ihr meint!"? Wie hast du dich da verhalten? – Das hätten wir den nunmehrigen Herrn Bundeskanzler gefragt. (Abg. Dr. Lukesch: Das ist genau die Antwort!)
Abg. Wurmitzer: Richtig! Das habt ihr getan!
Dann kommt der vollkommen harmlose Antrag, und zwar – das muß ich hinzufügen – von mir initiiert, der besagt: Andreas Wabl, machen wir noch einen Antrag! Machen wir noch einen Versuch in Richtung eines gemeinsamen Berichts oder vielleicht eines gemeinsamen Abschlusses! Laden wir noch die nächsthöheren beiden Herren! Lassen wir das Ganze nicht sozusagen auf den Rücken und Köpfen von kleinen Beamten enden wie das Hornberger Schießen! (Abg. Wurmitzer: Richtig! Das habt ihr getan!) Gehen wir ein bißchen höher hinauf! Denn ein Herr Martinek und ein Herr Baumann werden uns ja erzählen, was sich ihre Minister damals bei dieser Vorgangsweise gedacht haben.
Abg. Apfelbeck: Sie haben ihn wenigstens bekommen! Ich habe ihn noch überhaupt nicht gesehen!
Dann kommt noch eine dritte Person ins Spiel. Ich halte es wirklich für – entschuldigen Sie den Ausdruck – infam, daß wir nach Abschluß der Beratungen einen Brief von Frau Landeshauptmann Klasnic bekommen haben (der Redner hält den Brief in die Höhe), der sich auf die Ausschußberatungen bezieht, und wir weder als Ausschuß noch als einzelne Abgeordnete ... (Abg. Apfelbeck: Sie haben ihn wenigstens bekommen! Ich habe ihn noch überhaupt nicht gesehen!) – Ich bin selbstverständlich gerne bereit, Frau Obfrau, Ihnen den Brief zur Verfügung zu stellen. Hätte ich das gewußt, dann hätte ich ihn Ihnen schon früher gegeben. (Abg. Dr. Lukesch: Was steht denn darin?) – Daß wir nicht mehr darüber beraten können.
Abg. Dr. Lukesch: Was steht denn darin?
Dann kommt noch eine dritte Person ins Spiel. Ich halte es wirklich für – entschuldigen Sie den Ausdruck – infam, daß wir nach Abschluß der Beratungen einen Brief von Frau Landeshauptmann Klasnic bekommen haben (der Redner hält den Brief in die Höhe), der sich auf die Ausschußberatungen bezieht, und wir weder als Ausschuß noch als einzelne Abgeordnete ... (Abg. Apfelbeck: Sie haben ihn wenigstens bekommen! Ich habe ihn noch überhaupt nicht gesehen!) – Ich bin selbstverständlich gerne bereit, Frau Obfrau, Ihnen den Brief zur Verfügung zu stellen. Hätte ich das gewußt, dann hätte ich ihn Ihnen schon früher gegeben. (Abg. Dr. Lukesch: Was steht denn darin?) – Daß wir nicht mehr darüber beraten können.
Abg. Dr. Lukesch: Das stimmt ja!
Jetzt möchte ich euch bitten, endlich mit der Demagogie aufzuhören. Denn worüber redet ihr denn? – Immer heißt es: Die Stainacher Bürger und die Ennstaler, die liegen uns am Herzen. (Abg. Dr. Lukesch: Das stimmt ja!) Diese Untersuchungen im Haus behindern nicht die Baufortschritte und Baumaßnahmen.
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Lukesch: Ungeheuerlich!
Meine Damen und Herren! Wir wollen verhindern, daß auch anderswo wieder so vorgegangen wird: auf rechtloser Basis Enteignungen durchzuführen, Unrechtsakte zu setzen und dann diejenigen, die sich dagegen wehren, mit Klagen zu bedenken. Das ist sehr einfach ausgedrückt, aber das ist die Methode! (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Lukesch: Ungeheuerlich!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist Ihr Verständnis von Aufklärung. Damit können Sie auch einen so konstruktiven Menschen wie mich nicht auf Ihre Seite ziehen! Ihr macht auch aus einem ganz normalen eigenen Abgeordneten Oppositionelle. So geht das nicht, wir können da nicht zusehen! Sie können wirklich – was ich schon früher als Zwischenruf untergebracht habe – einen langen Brief des Dankes an die linke Reichshälfte hier schreiben: Danke schön, SPÖ, daß ihr uns wieder einmal den Kopf aus der Schlinge geholt habt, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Dazu möchte ich noch etwas Ulkiges vorbringen: Herr Hirschmann, der so lobend erwähnt wird und der im Ausschuß so schlimm beschimpft worden sein soll, ist als einer der Vordenker der Steiermark "berühmt" – unter Anführungszeichen. Er will ja Kärnten gleich mit vereinnahmen, indem er sagt: Machen wir ein gemeinsames großes kärntnerisches und steiermärkisches Bundesland! – Dazu kann ich nur sagen: Solange es einen so schlampigen Umgang mit Recht und Gesetz in der Steiermark gibt, wollen wir Kärntner vorläufig weiterhin unseren eigenen Landtag, in Kürze natürlich verstärkt durch eine Dame oder einen Herrn von der liberalen Fraktion; im Rahmen der Kandidatur 1999 wird es gelingen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.)
Abg. Dr. Lukesch: Drei Viertel der Bürger wollen die Straße, Smolle!
Ich verstehe auch dieses euer Herzensanliegen, das ist schon okay, aber hier in diesem Rahmen sind Sie berufen, im Namen der Bürger die Regierung zu kontrollieren und nicht die Regierung zu stützen. Ich glaube, daß die Regierung auch ... (Abg. Dr. Lukesch: Drei Viertel der Bürger wollen die Straße, Smolle!) Ja! Dazu gehören auch die, die Sie gewählt haben, Herr Lukesch! Sie verraten jedoch diese Wählerschaft!
Abg. Dr. Lukesch: Nein!
Meine Damen und Herren! Was ist also von einem Unterausschuß zu halten, der Rechtswidrigkeiten als nicht vorhanden bezeichnet? Daß es diese in Wirklichkeit allerdings gegeben hat, haben die Beratungen ergeben. (Abg. Dr. Lukesch: Nein!) Was ist von einem mehrheitlich dominierten Unterausschuß zu halten, der in einem Bericht festhält, daß es zwar irgendwelche Klagen gab, die quasi schon fast erfolgreich waren, die jetzt aber noch in der Revision hängen? Was ist von einem Unterausschuß zu halten, der nicht feststellt, daß nach wie vor Bauern in Schwierigkeiten sind, weil sie Entschädigungsgeld bekommen haben und jetzt nicht wissen, wie sie es retournieren sollen, meine Damen und Herren? (Abg. Dr. Lukesch: Sie und Wabl wollen die Bauern in diese Situation bringen!)
Abg. Dr. Lukesch: Sie und Wabl wollen die Bauern in diese Situation bringen!
Meine Damen und Herren! Was ist also von einem Unterausschuß zu halten, der Rechtswidrigkeiten als nicht vorhanden bezeichnet? Daß es diese in Wirklichkeit allerdings gegeben hat, haben die Beratungen ergeben. (Abg. Dr. Lukesch: Nein!) Was ist von einem mehrheitlich dominierten Unterausschuß zu halten, der in einem Bericht festhält, daß es zwar irgendwelche Klagen gab, die quasi schon fast erfolgreich waren, die jetzt aber noch in der Revision hängen? Was ist von einem Unterausschuß zu halten, der nicht feststellt, daß nach wie vor Bauern in Schwierigkeiten sind, weil sie Entschädigungsgeld bekommen haben und jetzt nicht wissen, wie sie es retournieren sollen, meine Damen und Herren? (Abg. Dr. Lukesch: Sie und Wabl wollen die Bauern in diese Situation bringen!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich halte daher nochmals fest: Ich gestehe zu, daß man Fehler machen kann, aber man darf nicht mit einer solchen Schlampigkeit vorgehen und all das, was einem unangenehm ist, nicht in den Bericht aufnehmen! So geht das nicht! Das ist doch nicht anständig! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lukesch: Jawohl!
Kollege Lukesch! (Abg. Dr. Lukesch: Jawohl!) Geben Sie sich doch einen Ruck! Seien Sie mutig und erklären Sie uns das, wie hier gepatzt wurde! (Abg. Dr. Lukesch: Lassen Sie mich endlich ans Rednerpult, ich halte es eh schon nicht mehr aus!) Haben Sie doch ein bißchen Mut! Ich meine, daran muß man doch bei einem anständigen Menschen appellieren können! Es steckt in jedem ein guter Kern, wahrscheinlich auch im Abgeordneten Lukesch, wie ich zumindest hoffe!
Abg. Dr. Lukesch: Lassen Sie mich endlich ans Rednerpult, ich halte es eh schon nicht mehr aus!
Kollege Lukesch! (Abg. Dr. Lukesch: Jawohl!) Geben Sie sich doch einen Ruck! Seien Sie mutig und erklären Sie uns das, wie hier gepatzt wurde! (Abg. Dr. Lukesch: Lassen Sie mich endlich ans Rednerpult, ich halte es eh schon nicht mehr aus!) Haben Sie doch ein bißchen Mut! Ich meine, daran muß man doch bei einem anständigen Menschen appellieren können! Es steckt in jedem ein guter Kern, wahrscheinlich auch im Abgeordneten Lukesch, wie ich zumindest hoffe!
Abg. Dr. Lukesch: Sie meinen also apodiktisch, daß da etwas herauskommen muß?
Meine Damen und Herren! Ich habe mich sehr bemüht – lesen Sie bitte das Protokoll; leider Gottes ist es nur den Ausschuß- und Unterausschußmitgliedern zugänglich –, und ich war guter Hoffnung, daß wir zu einem gemeinsamen Bericht kommen, damit man sagen kann: Die Regierungsfraktionen – Rote und Schwarz – sind zu dieser Auffassung gelangt, und die Opposition vertritt eine andere Meinung. Wir hätten sozusagen in Ausgewogenheit berichten können, damit sich das Haus und die Öffentlichkeit über die Ernsthaftigkeit der Sache ein Bild machen können. Nach diesem Bericht, liebe Freunde, gemäß welchem "eh" nichts vorgefallen ist, muß sich der Bürger jedoch fragen, warum Angelegenheiten untersucht werden, in denen sich nichts getan hat. Er wird sich sagen: Die sitzen in irgendeinem Ausschuß, unterhalten sich, machen einen Bericht und vergeuden unser Geld, obwohl ohnedies nichts vorgefallen ist. Was untersuchen die eigentlich, Vorgänge, die es nicht gibt? (Abg. Dr. Lukesch: Sie meinen also apodiktisch, daß da etwas herauskommen muß?)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! So kann man nicht vorgehen! Das ist nicht redlich! Redlichkeit ist für Beamte, Politiker und Abgeordnete wichtig, für jedermann! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lukesch: Das hat Eder ganz klar ausgeführt!
Verwechseln Sie bitte nicht die Beratungen im Unterausschuß mit der Frage der Lösung der Verkehrsprobleme im Ennstal. (Abg. Dr. Lukesch: Das hat Eder ganz klar ausgeführt!) Das haben Sie ja immer wieder versucht. Sie wollten den Bürger wieder einmal täuschen, indem Sie vorgaben, daß angeblich die Grünen, die Liberalen und die Freiheitlichen eine Verkehrslösung für das Ennstal verhindern. In Wirklichkeit wollen wir jedoch nur verhindern, daß in Zukunft weiterhin Unrechtstatbestände gesetzt werden. Das wollen wir verhindern!
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Es gibt somit, wie gesagt, immer noch eine Chance für beide Regierungsparteien, zu einem gemeinsamen Schlußbericht zu gelangen. Laden wir noch die genannten Herren! Wir werden sehen, welche Auskünfte sie geben, und dann machen wir einen guten Bericht. Diese Chance solltet ihr nicht verstreichen lassen, meine lieben Freunde! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Mag. Barmüller: Woher kommt die Ausgleichsfläche?
Das ist doch etwas, was der Hausverstand jedem nahelegt, und das ist auch ganz einfach zu argumentieren: Es gibt eine genehmigte Straße, dazu brauchen wir eine Ausgleichsfläche, und daher kommen wir überein, daß die Ausgleichsfläche zur Straße gehört. Denn wohin gehört sie sonst? Sie ist ja nicht selbständig! (Abg. Mag. Barmüller: Woher kommt die Ausgleichsfläche?)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Jetzt gebe ich Ihnen recht, Herr Barmüller, ich gebe Ihnen ja recht: Der Verfassungsgerichtshof ist – das verstehe ich und dem pflichte ich bei – ein sehr besorgter Hüter des privaten Eigentums- und Verfügungsrechtes. So gesehen pflichte ich ihm bei. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Nun stellt der Verfassungsgerichtshof jedoch fest, daß es eine Normenkollision zwischen Bundeskompetenzen und Landeskompetenzen gibt und daß auf der Basis der Landeskompetenz eine Enteignung nicht möglich ist. In Wirklichkeit stellt er damit fest, daß eine Gesetzeslücke zur Durchführung eines solchen Projektes und zur Einrichtung dieser Naturschutzflächen besteht. – Das hat er in Wirklichkeit gesagt! (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.) Aber in seinem Bestreben, privates Eigentum zu schützen, hat er gesagt: Die Enteignungen sind mit der bestehenden Gesetzeslage nicht zu argumentieren. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.) So ist es! Ganz einfach, Herr Barmüller!
Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Nun stellt der Verfassungsgerichtshof jedoch fest, daß es eine Normenkollision zwischen Bundeskompetenzen und Landeskompetenzen gibt und daß auf der Basis der Landeskompetenz eine Enteignung nicht möglich ist. In Wirklichkeit stellt er damit fest, daß eine Gesetzeslücke zur Durchführung eines solchen Projektes und zur Einrichtung dieser Naturschutzflächen besteht. – Das hat er in Wirklichkeit gesagt! (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.) Aber in seinem Bestreben, privates Eigentum zu schützen, hat er gesagt: Die Enteignungen sind mit der bestehenden Gesetzeslage nicht zu argumentieren. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.) So ist es! Ganz einfach, Herr Barmüller!
Lebhafte Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Und ich bin froh, daß in unserem freiheitlichen Rechtsstaat der Bürger, auch wenn es ein von Herrn Wabl verführter Bürger ist, sich gegen den Staat vor dem ... (Lebhafte Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Mag. Barmüller: Diese Ausführungen kann man nur fassungslos verfolgen, Herr Präsident! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Meine Damen und Herren! Sie werden vom Balkon aus mit fassungslosem Erstaunen beobachtet. Ich bitte Sie, sich zu beruhigen! (Abg. Mag. Barmüller: Diese Ausführungen kann man nur fassungslos verfolgen, Herr Präsident! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Es stellt sich Ihnen ein weiteres Problem, und da spreche ich Sie wieder als Jurist an: Wenn es tatsächlich so wäre, daß rechtswidrige Weisungen erteilt worden wären – von wem auch immer, von einem Vorgesetzten oder von einem Politiker; im Ausschuß ist das jedoch nicht festgestellt worden –, wenn es also solche Weisungen gegeben hätte, und wenn diese rechtswidrig gewesen wären, dann hätte der pragmatisierte Beamte von vornherein die Befolgung dieser Weisung zurückweisen müssen. Denn das ist Teil seiner Treuepflicht und ist ihm nach dem Beamtendienstrecht vorgeschrieben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.)
Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Petrovic.
Das ist nicht vorgekommen, daher wollen Sie den Leuten einreden, daß es rechtswidrige Weisungen gegeben habe, und die Beamten seien zu blöd, das zu erkennen, oder würden vor den Vorgesetzten herumkriechen und nicht die Zivilcourage haben zu sagen: Ich nehme keine rechtswidrige Weisung entgegen! – Das sind pragmatisierte Beamte! Die würden das auf jeden Fall sagen. (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Petrovic.) Die haben es nicht notwendig, von Wabl als parteiabhängig und Parteigänger irgendeiner Partei bezeichnet zu werden, wie es Herr Wabl permanent getan hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Das ist nicht vorgekommen, daher wollen Sie den Leuten einreden, daß es rechtswidrige Weisungen gegeben habe, und die Beamten seien zu blöd, das zu erkennen, oder würden vor den Vorgesetzten herumkriechen und nicht die Zivilcourage haben zu sagen: Ich nehme keine rechtswidrige Weisung entgegen! – Das sind pragmatisierte Beamte! Die würden das auf jeden Fall sagen. (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Petrovic.) Die haben es nicht notwendig, von Wabl als parteiabhängig und Parteigänger irgendeiner Partei bezeichnet zu werden, wie es Herr Wabl permanent getan hat. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Smolle.
Ich setze fort: Was mich an der Haltung des Liberalen Forums und auch an der Haltung der Freiheitlichen Partei besonders irritiert hat ... (Zwischenruf des Abg. Smolle.) Zunächst, Karel Smolle, sage ich dir etwas: Es hat mich nicht gewundert, daß der steirische LIF-Abgeordnete Barmüller seinen Sitz in diesem Unterausschuß an dich, den Kärntner Slowenen, abgetreten hat. Im Wahlkampf in der Steiermark hat das Liberale Forum nämlich diese Karten mit der Aufschrift "Liber Ennsnahe Trasse" – "Liber" ohne "ie", vielleicht um irgendwie an das LIF zu erinnern – verteilt. So hat man sich in der Steiermark gegeben, und du mußt jetzt die Kastanien für Barmüller aus dem Feuer holen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich setze fort: Was mich an der Haltung des Liberalen Forums und auch an der Haltung der Freiheitlichen Partei besonders irritiert hat ... (Zwischenruf des Abg. Smolle.) Zunächst, Karel Smolle, sage ich dir etwas: Es hat mich nicht gewundert, daß der steirische LIF-Abgeordnete Barmüller seinen Sitz in diesem Unterausschuß an dich, den Kärntner Slowenen, abgetreten hat. Im Wahlkampf in der Steiermark hat das Liberale Forum nämlich diese Karten mit der Aufschrift "Liber Ennsnahe Trasse" – "Liber" ohne "ie", vielleicht um irgendwie an das LIF zu erinnern – verteilt. So hat man sich in der Steiermark gegeben, und du mußt jetzt die Kastanien für Barmüller aus dem Feuer holen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.
Kollegen Grollitsch möchte ich auch noch etwas sagen: Er hat im letzten Ausschuß einen einzigen Satz besprochen und vorgeschlagen, diesen Satz zu ändern. Sie, Herr Smolle, haben das übrigens auch vorgeschlagen. Wir sind auf die Änderung diesen einen Satzes nicht eingegangen. Und plötzlich sind beide Oppositionsparteien, Freiheitliche und Smolle, auf den inhaltlich völlig anders geschriebenen Bericht des Herrn Wabl draufgegangen. So ist es Wabl gelungen, daß tatsächlich der Schwanz mit dem Hund gewedelt hat und nicht umgekehrt. Ich gratuliere ihm! (Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich komme zum Schluß, meine Damen und Herren: Ich habe sehr viel gelernt in diesem Unterausschuß. Das Ergebnis hat schon ein anderer vor mir beschrieben, als er sagte, es sei unbefriedigend, daß die Bundesstraßenverwaltung bei der Verwirklichung von landschaftspflegerischen Begleitmaßnahmen von der freiwilligen Einwilligung aller Grundbesitzer abhängig ist. – Das war die Meinung des Rechnungshofes aus dem Jahre 1993, und diese hat sich hier wieder bestätigt: Wir sollten daher entsprechende Änderungen im Interesse der vom Verkehr geplagten und vom Verkehr auch verunsicherten Bevölkerung im Ennstal vornehmen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Smolle: Ich melde mich auch zu einer tatsächlichen Berichtigung!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Es hat sich jetzt Herr Abgeordneter Mag. Barmüller zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. (Abg. Smolle: Ich melde mich auch zu einer tatsächlichen Berichtigung!) Herr Abgeordneter Smolle! Ich nehme Sie auch ad notam für eine tatsächliche Berichtigung gleich danach.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Smolle war, weil ich keine Zeit hatte, so freundlich, an den letzten beiden Ausschußsitzungen teilzunehmen, mich in diesen zu vertreten. Ich habe meinen Sitz nicht "abgetreten". Ich lege Wert darauf, daß ich nach wie vor Mitglied des Ständigen Unterausschusses des Rechnungshofausschusses bin. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist klar.
Beifall beim Liberalen Forum.
Zweiter Punkt: Sie haben gesagt, wir seien auf den Bericht des Abgeordneten Wabl einfach "draufgegangen". – Wahr ist, daß es, nachdem Abgeordneter Wabl und wir uns entschlossen haben, einen gemeinsamen Bericht zu machen, über diesen Bericht gemeinsame Verhandlungen gegeben hat und dieser Bericht unter Mitwirkung der Liberalen und auch unter Mitwirkung der Freiheitlichen in seiner endgültigen Fassung zustande gekommen ist. Wir sind also nicht nur kritiklos auf diesen Bericht "draufgegangen". Insofern ist dieser Minderheitsbericht ein richtiger Minderheitsbericht. Er wurde nicht nur von einer Fraktion entworfen, sondern er repräsentiert die Meinung der gesamten Opposition. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Stippel: Das haben wir eh schon gehört!
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Ich möchte folgendes tatsächlich berichtigen: Abgeordneter Lukesch hat hier behauptet, wir seien auf den Vorschlag, Antrag und Bericht von Herrn Abgeordneten Wabl nur "draufgegangen". (Abg. Dr. Stippel: Das haben wir eh schon gehört!) Er hat auf mich gezeigt! (Abg. Dr. Trinkl: Guten Morgen!)
Abg. Dr. Trinkl: Guten Morgen!
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Ich möchte folgendes tatsächlich berichtigen: Abgeordneter Lukesch hat hier behauptet, wir seien auf den Vorschlag, Antrag und Bericht von Herrn Abgeordneten Wabl nur "draufgegangen". (Abg. Dr. Stippel: Das haben wir eh schon gehört!) Er hat auf mich gezeigt! (Abg. Dr. Trinkl: Guten Morgen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich habe innerhalb meiner Fraktion mit Herrn Barmüller und auch mit den anderen Oppositionsparteien sehr ernste Beratungen geführt, und der Minderheitsbericht ist das Ergebnis von sehr intensiven Beratungen, meine Damen und Herren. Ich habe nicht vor, für jemand anderen die Kastanien aus dem Feuer zu holen, schon gar nicht aus einem Feuer, das Sie angezündet haben, liebe Freunde von der Regierungspartei! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Lukesch: Durchaus nicht!
Auch große Staatsmänner wie Bruno Kreisky mußten einen Fehler zugeben. Bei manchen hier in diesem Hause, Herr Abgeordneter Lukesch, habe ich allerdings den Eindruck, daß diese Debatte vollkommen spurlos vorbeigegangen ist! (Abg. Dr. Lukesch: Durchaus nicht!)
Abg. Dr. Lukesch: Nehmen Sie nicht die Bauern in Geiselhaft!
Und noch etwas, Herr Abgeordneter Lukesch: Sehen Sie die österreichischen Bauern als so willenlose Menschen, die man irgendwo hinhetzen und für irgend etwas instrumentalisieren kann? (Abg. Dr. Lukesch: Nehmen Sie nicht die Bauern in Geiselhaft!) Dann, Herr Abgeordneter Lukesch, frage ich Sie: Wie war denn das bei den von Ihnen angeregten Demonstrationen der Bauern auf dem Ballhausplatz? Hat es sich dabei um Verhetzte, Verirrte und um Leute gehandelt, die nicht wissen, was sie wollen? – Ich glaube, die österreichischen Bauern und auch die Bauern im Ennstal wissen sehr, sehr genau, was sie wollen! Sie wollen Ihre Verkehrspolitik nicht! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Der Verfassungsgerichtshof hat ihnen recht gegeben, und dieser ist wohl die oberste Instanz! Oder, Herr Abgeordneter Lukesch, Herr Professor, sind Sie weiser und rechtsstaatlicher als der Verfassungsgerichtshof? – Das ist doch sehr überraschend!
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Und noch etwas, Herr Abgeordneter Lukesch: Sehen Sie die österreichischen Bauern als so willenlose Menschen, die man irgendwo hinhetzen und für irgend etwas instrumentalisieren kann? (Abg. Dr. Lukesch: Nehmen Sie nicht die Bauern in Geiselhaft!) Dann, Herr Abgeordneter Lukesch, frage ich Sie: Wie war denn das bei den von Ihnen angeregten Demonstrationen der Bauern auf dem Ballhausplatz? Hat es sich dabei um Verhetzte, Verirrte und um Leute gehandelt, die nicht wissen, was sie wollen? – Ich glaube, die österreichischen Bauern und auch die Bauern im Ennstal wissen sehr, sehr genau, was sie wollen! Sie wollen Ihre Verkehrspolitik nicht! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Der Verfassungsgerichtshof hat ihnen recht gegeben, und dieser ist wohl die oberste Instanz! Oder, Herr Abgeordneter Lukesch, Herr Professor, sind Sie weiser und rechtsstaatlicher als der Verfassungsgerichtshof? – Das ist doch sehr überraschend!
Beifall bei den Grünen.
Denn das ist doch immer das Ergebnis: Sie verheißen den Menschen, daß sie Ruhe vor dem Verkehr bekommen werden, wissen aber ganz genau, daß das nicht der Fall sein wird. Sie wissen, daß Sie mit dem Bau einer Straße eine Lawine an Durchzugsverkehr lostreten und eine Gegend kaputtmachen. Sie wissen es! Wider besseres Wissen nützen Sie jedoch die verzweifelte Situation von Menschen aus, die nicht mehr schlafen können, denen aber genauso mit einer kleinen, nicht kapazitätssteigernden Umfahrung gedient wäre. Sie nützen diese Ängste und diese Sorgen aus, um einer ganzen Region Ihre Transitpolitik aufs Aug’ zu drücken und diese Region damit kaputtzumachen, so wie es am Brenner der Fall war! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lukesch: Der Verkehr ist schon dort, und er rollt durch die Schlafzimmer der Menschen!
Herr Abgeordneter Lukesch! Sie müssen außerdem ein schlechter Ökonom sein, denn es ist mittlerweile in der Volkswirtschaft und in der Verkehrswissenschaft eindeutig erwiesen, daß der Satz: Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten, zutrifft und daß die Kausalitäten tatsächlich so gelagert sind und nicht anders! (Abg. Dr. Lukesch: Der Verkehr ist schon dort, und er rollt durch die Schlafzimmer der Menschen!)
Beifall bei den Grünen.
Nun aber, meine Damen und Herren, zur Kontrolle: Sie schaffen immer neue Nachfrage, indem Sie ganz bewußt Alternativen nicht realisieren, indem Sie so tun, als wären die Zuwachsraten im motorisierten Straßenverkehr quasi vom lieben Gott gewollt oder von oben heruntergekommen. Wieso funktioniert es denn in anderen Relationen, wo man gehandelt hat, und wieso sind die Zustände am Brenner, wie sie sind? – Weil Sie dort eine schlechte Politik gemacht haben – und aus keinem anderen Grund! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Nun zur rechtlichen Situation – und deswegen auch die Empörung der Opposition und auch meine Empörung –: Ich verspreche Ihnen, daß es mit diesem Ausschuß nicht sein Bewenden haben wird, ganz sicher nicht! Das geht weiter! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Herr Abgeordneter Lukesch! Einmal mehr zur Rechtsstaatlichkeit: Was halten Sie von einem Bundesland, was halten Sie von einer Landeshauptfrau – damals in der Funktion einer Landesrätin –, die in ihren Schubladen zwei Gutachten hat, zwei Gutachten vom Büro Zottl & Erber mit gleichem Datum – gleiches Datum! –, jedoch mit völlig unterschiedlichem Inhalt? Zwei Gutachten, völlig identisches Datum, allerdings ein anderer Inhalt! (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.)
anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Lukesch
Das können Sie nicht nachvollziehen, weil Sie eben Auskunftspersonen wie Herrn Dr. Hauser und den Herrn Umweltanwalt, ja sogar ihre eigene Volksanwältin nicht geladen haben. Sie hätten Ihnen das genau gesagt. Ich habe diese Gutachten gelesen, Sie offenbar leider nicht, Herr Lukesch (anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Lukesch), weil Sie nicht hören und nicht sehen wollten. In diesem einen Gutachten, das der Realität entspricht, steht: Diese Trasse ist hochwassergefährdet. Nach dem HQ 30 ist diese Trasse hochwassergefährdet. (Abg. Dr. Lukesch: Das ist Ihre eigene Meinung! Lesen Sie die Beilage!)
Abg. Dr. Lukesch: Das ist Ihre eigene Meinung! Lesen Sie die Beilage!
Das können Sie nicht nachvollziehen, weil Sie eben Auskunftspersonen wie Herrn Dr. Hauser und den Herrn Umweltanwalt, ja sogar ihre eigene Volksanwältin nicht geladen haben. Sie hätten Ihnen das genau gesagt. Ich habe diese Gutachten gelesen, Sie offenbar leider nicht, Herr Lukesch (anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Lukesch), weil Sie nicht hören und nicht sehen wollten. In diesem einen Gutachten, das der Realität entspricht, steht: Diese Trasse ist hochwassergefährdet. Nach dem HQ 30 ist diese Trasse hochwassergefährdet. (Abg. Dr. Lukesch: Das ist Ihre eigene Meinung! Lesen Sie die Beilage!)
Abg. Dr. Lukesch: Geh bitte!
Die Konsequenz ist nicht nur eine juristische, es ist nicht nur so, daß das Ganze rechtswidrig ist, daß Sie zu Unrecht versuchen, die Opposition zurückzudrängen, sondern diese Konsequenz wäre sogar eine lebensgefährliche gewesen. (Abg. Dr. Lukesch: Geh bitte!) Sie haben bewußt in Kauf genommen, eine hochwassergefährdete Trasse zu bauen – keine Ennsnahe, sondern eine "Ennsnasse" Trasse. Sie hätten bewußt in Kauf genommen, daß dort bei entsprechender Witterungssituation möglicherweise Menschen in eine Aquaplaningsituation hineinrasen. Das hätten Sie in Kauf genommen! Es war Ihnen wert, diese lange zuvor getroffene politische Entscheidung durchzuziehen. Dafür hätten Sie sogar in Kauf genommen, daß Menschen in Lebensgefahr geraten. Da hört sich wirklich alles auf! Da hört sich wirklich alles auf, Herr Abgeordneter Lukesch! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Konsequenz ist nicht nur eine juristische, es ist nicht nur so, daß das Ganze rechtswidrig ist, daß Sie zu Unrecht versuchen, die Opposition zurückzudrängen, sondern diese Konsequenz wäre sogar eine lebensgefährliche gewesen. (Abg. Dr. Lukesch: Geh bitte!) Sie haben bewußt in Kauf genommen, eine hochwassergefährdete Trasse zu bauen – keine Ennsnahe, sondern eine "Ennsnasse" Trasse. Sie hätten bewußt in Kauf genommen, daß dort bei entsprechender Witterungssituation möglicherweise Menschen in eine Aquaplaningsituation hineinrasen. Das hätten Sie in Kauf genommen! Es war Ihnen wert, diese lange zuvor getroffene politische Entscheidung durchzuziehen. Dafür hätten Sie sogar in Kauf genommen, daß Menschen in Lebensgefahr geraten. Da hört sich wirklich alles auf! Da hört sich wirklich alles auf, Herr Abgeordneter Lukesch! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ein Allerletztes noch dazu: Es sind wirklich bewußt falsche Gutachten verwendet worden, und zwar von einer Frau, die heute Landeshauptfrau ist. Das ist ein harter Vorwurf, aber er stimmt. Ich habe diese Gutachten selbst gelesen. Ich war auch entsetzt und schockiert darüber. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit!
Ein Allerletztes: Von heute morgen an ... (Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit!) – Lesen wir die Gutachten gemeinsam, Herr Abgeordneter Wurmitzer, und dann werden Sie mir erklären, wieso das Büro Zottl & Erber mit gleichem Datum zwei verschiedene Gutachten vorlegt. Ich bezeichne das als eine bewußte Beugung des Rechtsstaates. Diese Beugung des Rechtsstaates haben Sie und Ihre steirischen Parteifreunde zu vertreten und niemand anderer. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lukesch: Sie haben die Ungeheuerlichkeit, hier Unwahrheiten zu verbreiten!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lukesch: Sie haben die Ungeheuerlichkeit, hier Unwahrheiten zu verbreiten!
Ein Allerletztes: Von heute morgen an ... (Abg. Wurmitzer: Das ist die Unwahrheit!) – Lesen wir die Gutachten gemeinsam, Herr Abgeordneter Wurmitzer, und dann werden Sie mir erklären, wieso das Büro Zottl & Erber mit gleichem Datum zwei verschiedene Gutachten vorlegt. Ich bezeichne das als eine bewußte Beugung des Rechtsstaates. Diese Beugung des Rechtsstaates haben Sie und Ihre steirischen Parteifreunde zu vertreten und niemand anderer. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lukesch: Sie haben die Ungeheuerlichkeit, hier Unwahrheiten zu verbreiten!)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Lukesch und Smolle.
Noch etwas zum Thema politische Kontrolle: Sie waren sehr echauffiert im Ausschuß, und Sie werden von diesen Empörungen wahrscheinlich auch nicht so schnell wegkommen. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Lukesch und Smolle.) Sie können Kontrolle eine Zeitlang unterdrücken, Sie können seit drei Legislaturperioden – das haben wir in der Zweiten Republik noch nie gehabt – jeden Untersuchungsausschuß verhindern, Sie können Auskunftspersonen nicht laden, aber Sie werden sich dann immer wieder – und zwar nicht nur vom Kollegen Wabl, sondern auch von mir, von der gesamten Opposition – zu Recht den Vorwurf gefallen lassen müssen, daß diese totale Kontrollblockade eine Facette ist, die es auch in totalitären Staaten gab und gibt. (Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Lukesch und Smolle.)
Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Lukesch und Smolle.
Noch etwas zum Thema politische Kontrolle: Sie waren sehr echauffiert im Ausschuß, und Sie werden von diesen Empörungen wahrscheinlich auch nicht so schnell wegkommen. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Lukesch und Smolle.) Sie können Kontrolle eine Zeitlang unterdrücken, Sie können seit drei Legislaturperioden – das haben wir in der Zweiten Republik noch nie gehabt – jeden Untersuchungsausschuß verhindern, Sie können Auskunftspersonen nicht laden, aber Sie werden sich dann immer wieder – und zwar nicht nur vom Kollegen Wabl, sondern auch von mir, von der gesamten Opposition – zu Recht den Vorwurf gefallen lassen müssen, daß diese totale Kontrollblockade eine Facette ist, die es auch in totalitären Staaten gab und gibt. (Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Lukesch und Smolle.)
Beifall bei den Grünen. – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Kiss und Smolle.
Damit ziehe ich keine direkten historischen Parallelen. Aber allein diese Facette von totalitären Regimen, die Sie kraft Ihrer Zweidrittelmehrheit einführen, ist dieses Hauses unwürdig, und das werden Sie auch im Rahmen der heranstehenden Wahlentscheidungen in aller Form zu vertreten haben. (Beifall bei den Grünen. – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Kiss und Smolle.)
Abg. Mag. Kammerlander: Hätten Sie doch eine andere Trasse gewählt!
Abgeordnete Hannelore Buder (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Kollegin Petrovic, etwas möchte ich Ihnen zugute halten: Sie kennen die örtlichen Gegebenheiten, denn Sie waren schon bei Pressekonferenzen im Schloß Trautenfels. Es hat ein schönes Ambiente für Pressekonferenzen, man kann auf die schönen Iriswiesen hinunterschauen. Aber seien Sie versichert: Uns Ennstalern sind sie genauso viel wert wie Ihnen. Auch wir wollen unsere Natur schützen. Die Menschen müssen nicht von irgendwo anders herkommen, um dies zu tun. Sie vergessen jedoch dabei die Menschen, die dort vom Verkehrsgeschehen geplagt sind, die zum Teil ihre Kinder nicht über die Straße schicken können, weil die LKWs und viele andere Autos vorbeidonnern. Das vergessen Sie! (Abg. Mag. Kammerlander: Hätten Sie doch eine andere Trasse gewählt!)
Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Mag. Kammerlander.
Liebe Frau Kollegin! Gestern habe ich es wieder gelesen: Neuer Widerstand gegen die Ennsnahe Trasse! Sie haben dort eine Aktivistin, die nur deswegen Aktivistin war, weil sie ein Mandat haben wollte. (Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Mag. Kammerlander.) Es geht jetzt wahrscheinlich auch wieder nur um Mandate, daher benutzen Sie auch dieses Parlament. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Liebe Frau Kollegin! Gestern habe ich es wieder gelesen: Neuer Widerstand gegen die Ennsnahe Trasse! Sie haben dort eine Aktivistin, die nur deswegen Aktivistin war, weil sie ein Mandat haben wollte. (Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Mag. Kammerlander.) Es geht jetzt wahrscheinlich auch wieder nur um Mandate, daher benutzen Sie auch dieses Parlament. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kammerlander: Was hat das mit der Ennsnahen Trasse zu tun?
Sie sind nicht für die Menschen in Ennstal. Aber ich kann Ihnen auch sagen: Ihre besten Zeiten im Ennstal sind vorbei. Ich habe die Ergebnisse der Nationalratswahlen von 1990, 1994 und 1995 vorliegen: 1990 und 1994 hatten Sie einen Höhenflug, 1995 liegen die Ergebnisse bereits unter denen von 1990. (Abg. Mag. Kammerlander: Was hat das mit der Ennsnahen Trasse zu tun?) Das hat sehr viel mit der Ennsnahen Trasse zu tun, weil Sie dort vertreten sind und alles blockieren und gezielt als Verhinderer tätig werden.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Für die Ressel-Tangente gab es eine breite Zustimmung, auch Ihrerseits. Was war einige Tage später? – Sie wollten sich ein Faustpfand zurückbehalten. Und das ist nicht angebracht. Sie haben den Kampf in das Parlament weitergetragen und hier fortgesetzt. – Was liest man heute? Heftiger Streit um Ennsnahe Trasse! – Bereits in der Früh stand das in den Zeitungen. Es gab dann auch noch einen Hilfeschrei der FPÖ, des LIF und der Grünen an die Öffentlichkeit. Haben Sie vergessen, daß es auch den Hilfeschrei der Menschen gibt, die endlich auf eine Lösung des Verkehrsproblems warten? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Kammerlander: Na ich werde halt eine andere Meinung haben! Stellen Sie sich vor!
Wir waren im Ausschuß vertreten, wir haben uns wirklich Zeit genommen, alles anzuhören. Es waren neun Termine, es waren bestimmt an die zwanzig Stunden, und wenn man weiß, wie lange das schon geht ... (Abg. Mag. Kammerlander: Na ich werde halt eine andere Meinung haben! Stellen Sie sich vor!) – Natürlich können Sie eine andere Meinungen haben, Frau Kollegin, aber letzten Endes wissen Sie ja, wie es in einer Demokratie ist.
Abg. Mag. Kammerlander: 20 Jahre haben Sie Zeit gehabt, Frau Kollegin!
Diese B 146, die Ressel-Tangente, ist der erste Schritt für die leidgeplagten Stainacher. Sie wissen, daß in Stainach eine Verkehrslawine rollt. 1997 waren es täglich 14 200 Fahrzeuge mit einem Schwerverkehrsanteil von 16 Prozent. (Abg. Mag. Kammerlander: 20 Jahre haben Sie Zeit gehabt, Frau Kollegin!) Das ist gegenüber 1996 eine Verkehrssteigerung von zirka 3 Prozent. Auch heuer rechnet man damit, daß es eine neuerliche Steigerung um 4 Prozent geben wird. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Tun Sie doch was!) Die Voraussagen für 2005 sind, daß man 18 000 bis 20 000 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden zählen wird.
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Tun Sie doch was!
Diese B 146, die Ressel-Tangente, ist der erste Schritt für die leidgeplagten Stainacher. Sie wissen, daß in Stainach eine Verkehrslawine rollt. 1997 waren es täglich 14 200 Fahrzeuge mit einem Schwerverkehrsanteil von 16 Prozent. (Abg. Mag. Kammerlander: 20 Jahre haben Sie Zeit gehabt, Frau Kollegin!) Das ist gegenüber 1996 eine Verkehrssteigerung von zirka 3 Prozent. Auch heuer rechnet man damit, daß es eine neuerliche Steigerung um 4 Prozent geben wird. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Tun Sie doch was!) Die Voraussagen für 2005 sind, daß man 18 000 bis 20 000 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden zählen wird.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Bauen Sie halt die Bahn ordentlich aus, und zwar zweigleisig!
Es wurden heute auch schon die Bauern angesprochen. Alle, die in das Ennstal fahren, sehen sicher dieses Wirtschaftsgebäude, auf dem steht: Ennstaler Bauern für die Ennsnahe Trasse. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Bauen Sie halt die Bahn ordentlich aus, und zwar zweigleisig!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Bauen Sie doch einmal die Bahn aus!
Diese Taten werden von der Politik gefordert, denn die Politik ist aufgefordert zu handeln, um dieser Misere im Ennstal endlich ein Ende zu bereiten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Bauen Sie doch einmal die Bahn aus!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Leopold Schöggl (Freiheitliche): Hohes Haus! Ich habe die tumultartigen Szenen bei dieser Debatte mitverfolgt. Jemandem nützen diese Tumulte sicher nicht, nämlich der Bevölkerung, die dort seit 27 Jahren auf eine Verkehrslösung wartet. Heute wird diese Verkehrslösung von der Koalition so wortreich gepriesen und verteidigt, aber während der letzten 20 Jahre haben Sie dort eigentlich nichts weitergebracht. Dabei wären einige Dinge wirklich sehr einfach zu realisieren gewesen. Ich komme darauf zurück. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Alles in allem, meine sehr verehrten Damen und Herren, sind das für die Bevölkerung unerträgliche Zustände. Aber der wirkliche Skandal an dieser unendlichen Geschichte Ennsnahe Trasse ist die Unbelehrbarkeit der Verantwortlichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Für uns ist dieser Mehrheitsbericht nicht annehmbar. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber zurück zur Trasse selbst: Fest steht, daß es eine verordnete Trasse gibt, die noch immer Gültigkeit hat und deren rechtmäßiges Zustandekommen auch der Verfassungsgerichtshof bestätigt hat. Es mag schon sein, daß es zum Thema Verkehr unterschiedliche Auffassungen zwischen den Regierungsparteien einerseits und der Opposition andererseits gibt, aber man muß der politischen Realität ins Auge schauen. Was ich nicht akzeptieren kann, ist, wenn man auf Kosten der leidgeprüften Bevölkerung eines gesamten Tales politischen Theaterdonner inszeniert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir bekennen uns zum Umweltschutz und zum Tierschutz, aber der Schutz der Menschen, in diesem Falle vor allem jener Menschen, die im Ennstal leben, steht für uns im Vordergrund. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Lukesch: Sie haben nicht zugehört oder es nicht verstanden, Frau Kollegin Moser!
Herr Kollege Lukesch! Sie haben in wunderbar pharisäerhafter, juristischer Winderei gemeint, es sollte doch – wenn ich Sie zitieren darf – das juridische Gespür die Oberhand gewinnen. Ich frage mich, wofür wir denn Gesetze haben, wenn Ihres Erachtens das juridische Gespür reichen würde. Sie haben außerdem gesagt, man solle doch den Hausverstand walten lassen und nicht sozusagen haarspalterisch und juridisch kleinkrämerisch an Naturschutzbescheiden und so weiter hängen. Ich frage mich: Wozu gibt es denn den Rechtsstaat, wenn sowieso der Hausverstand walten sollte? Wozu brauchen wir all die Juristen, wenn der Hausverstand oder das juristische Gespür des normalen Menschenverstandes genügt? (Abg. Dr. Lukesch: Sie haben nicht zugehört oder es nicht verstanden, Frau Kollegin Moser!) Meiner Ansicht nach war das eindeutig eine Vorlesung im Hinblick auf Pharisäertum in der juridischen Nomenklatur.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Morgen wird sich die Abstimmung über Zwentendorf zum 20. Mal jähren. Morgen werden Sie darauf hinweisen, daß die Bevölkerung vor 20 Jahren glücklicherweise recht gehabt hat. Ich fürchte, Sie werden das in 20 Jahren auch im Fall der Planung der Ennsnahen Trasse sagen. Auch da wird die Bevölkerung, werden die Bauern, werden die ansässigen Leute sicher recht haben gegenüber dem, was Sie als monströse Verkehrsplanung vorhaben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.
Meine Damen und Herren! Grundsätzlich: Wo es wirtschaftliches Leben gibt, wo es eine Entwicklung gibt, ist eine Verkehrsinfrastruktur unbedingt notwendig. Ich glaube, dessen sollten wir uns bewußt sein. Wer die Region persönlich kennt – ich habe eine Zeit meines Lebens dort verbracht, die Gegend ist auch mein geliebtes Urlaubsgebiet – und mit den Menschen dort redet, der weiß, welche Probleme dort vorhanden sind. Die Menschen wollen von den Politikern eine Lösung. Ich bin dafür – und das habe ich wiederholt zum Ausdruck gebracht –, daß die Menschen eingebunden werden, das ist überhaupt keine Frage. Alles ist auszudiskutieren, aber es muß auch zu einer Entscheidung kommen, es muß auch einen Kompromiß geben. (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Nun zum Stimmungsbild im Unterausschuß: Frau Vorsitzende, Frau Kollegin Apfelbeck, hat heute ja gemeint, wir von den Regierungsparteien hätten die Geschäftsordnung gebogen. Sie waren Vorsitzende, Sie haben das korrekt gemacht, ich bestätige das, aber Sie können uns nicht unterstellen, daß wir in irgendeinem Bereich die Geschäftsordnung nicht eingehalten hätten. Sie alle hatten die Möglichkeit, stundenlang zu hinterfragen. Kollege Wabl hat das auch wirklich in Anspruch genommen. Wenn man die Redezeiten zusammenrechnet, so hat Herr Kollege Wabl bestimmt zwei Drittel der Redezeit für sich für Anfragen – legitim! – in Anspruch genommen. Man kann wirklich nicht sagen, daß die Opposition ihre Möglichkeiten nicht ausnützen konnte, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kukacka: Wie lange stellt ihr schon den Verkehrsminister?
Nun noch zu einigen verkehrspolitischen Anmerkungen, die heute hier zu Recht gemacht wurden: Ich glaube, es wurde nicht ganz zu Unrecht betont, daß wir in den letzten Jahrzehnten in manchen Fällen eine falsche Verkehrspolitik gemacht haben, was die Bevorrangung der Straße vor der Schiene betrifft. Ich wiederhole jetzt, was ich schon mehrmals gesagt habe: Die Schiene wurde bis vor zirka zehn Jahren benachteiligt. Erst vor zirka zehn Jahren haben wir begonnen, umzudenken und auch die Schiene zu forcieren. (Abg. Mag. Kukacka: Wie lange stellt ihr schon den Verkehrsminister?) Kollege Kukacka! Erst in letzter Zeit ist Bundesminister Caspar Einem mit Vorschlägen vorgeprescht, wonach der Bahnausbau zu forcieren ist. Das ist richtig und gut. Trotzdem werden wir auch Straßen brauchen, vor allem Umfahrungsstraßen. Das sage ich vor allem als einer, der in Wien in einem Bezirk an der Südosttangente lebt. Dort haben wir, mit Zustimmung der Grünen, ins Terrain der Naturschützer eingegriffen – Kollege Wabl, ich nenne die Lobau, die Praterauen, die Donauinsel – und sogar das Grundwasser unterfahren müssen. Wir haben diese Probleme lösen müssen. Trotzdem glaube ich – und wer die Situation auf der Südosttangente kennt, weiß das –, daß wir weiteren Handlungsbedarf im Hinblick auf Umfahrungsstraßen haben.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Zusammenfassend möchte ich sagen: Wir sollten uns auch politisch dazu bekennen, daß so viele Straßen gebaut werden, wie unbedingt nötig sind, daß aber vor allem der Bahnausbau soviel wie möglich forciert wird. Dazu müssen wir uns bekennen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte nicht so weit gehen wie Kollege Barmüller, der von Diebstahl gesprochen hat, oder wie Kollege Wabl, der in der Hitze des Gefechts von Raub gesprochen hat. Aber die Gefahr, daß Rechte einzelner verletzt werden, besteht natürlich. Ich glaube, man sollte sich das Ziel setzen – und sei es auch ein visionäres –, Rahmenbedingungen zu schaffen, die in solchen Fällen machbare Lösungen ermöglichen, bei welchen rasch entschieden und umgesetzt wird, der Umweltschutz beachtet wird, Bürgerrechte geschützt werden und die Rechtsstaatlichkeit gewahrt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber sei’s drum: Wir sind zu einem positiven Abschluß gekommen. Der Bevölkerung im Raum Stainach kann in absehbarer Zeit geholfen werden. Danken wir dem steirischen Landesrat Ressel! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hums: Damals waren die Brillen noch schlecht, die Sie gehabt haben!
Meine Damen und Herren! Ich erinnere zunächst an die Dringliche Anfrage, die wir Freiheitlichen im Juni 1996 gestellt haben: Damals haben wir die Mißstände bei der Preisgestaltung bei den Heilbehelfen, Hilfsmitteln und Heilmitteln aufgezeigt. Dabei ist ein Ruck durch den Körper des Herr Abgeordneten Hums, damals Sozialminister, gegangen. Ich habe ihn noch nie so verdutzt gesehen wie damals. (Abg. Hums: Damals waren die Brillen noch schlecht, die Sie gehabt haben!) Das hat dann auch dazu geführt, daß es einen Fünfparteienantrag gegeben hat, daß das Sozialministerium einen Bericht vorlegen muß. Der Rechnungshof hat schon vor längerer Zeit seinen Bericht fertiggestellt, der nun vorliegt. In diesem werden die Kritikpunkte der damaligen Dringlichen Anfrage der Freiheitlichen fast zur Gänze bestätigt. Das freut uns einerseits. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich erinnere zunächst an die Dringliche Anfrage, die wir Freiheitlichen im Juni 1996 gestellt haben: Damals haben wir die Mißstände bei der Preisgestaltung bei den Heilbehelfen, Hilfsmitteln und Heilmitteln aufgezeigt. Dabei ist ein Ruck durch den Körper des Herr Abgeordneten Hums, damals Sozialminister, gegangen. Ich habe ihn noch nie so verdutzt gesehen wie damals. (Abg. Hums: Damals waren die Brillen noch schlecht, die Sie gehabt haben!) Das hat dann auch dazu geführt, daß es einen Fünfparteienantrag gegeben hat, daß das Sozialministerium einen Bericht vorlegen muß. Der Rechnungshof hat schon vor längerer Zeit seinen Bericht fertiggestellt, der nun vorliegt. In diesem werden die Kritikpunkte der damaligen Dringlichen Anfrage der Freiheitlichen fast zur Gänze bestätigt. Das freut uns einerseits. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Vergessen Sie Ihr Taferl nicht!
Meine Damen und Herren! Daher fordern wir, daß endlich Gesamtverträge geschaffen werden! Die jetzigen laufen mit 1. April 1999 aus. Bis dahin sollte ein neuer Gesamtvertrag zustande kommen, in dem festgehalten ist, daß österreichweit gleiche Tarife für gleiche Produkte gleicher Qualität unabhängig vom Hersteller gelten. Eine unabhängige Qualitätsprüfung und die Übernahme geeigneter ausländischer Qualitätsprüfungsergebnisse beziehungsweise Tarifkataloge sollten darin enthalten sein. Denn diese brauchen wir nicht neu zu erfinden. Außerdem sollte es die Möglichkeit der Direktverrechnung mit den Krankenkassen für alle Heilbehelfe auf Basis einer ausreichenden medizinischen Grundversorgung und die Aufzahlungsmöglichkeit durch den Patienten, wenn er Sonderwünsche hat, geben. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Vergessen Sie Ihr Taferl nicht!)
Die Rednerin entfernt die von Abg. Dr. Pumberger angebrachte Tafel. – Beifall des Abg. Dr. Khol.
Abgeordnete Dr. Elisabeth Pittermann (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Präsident Fiedler! Hohes Haus! Wieder einmal hat Herr Pumberger, wie üblich, alles schlechtgemacht und herabgewürdigt. (Die Rednerin entfernt die von Abg. Dr. Pumberger angebrachte Tafel. – Beifall des Abg. Dr. Khol.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Es war nicht nötig, diesen Rechnungshofbericht zu fordern, denn es war bereits alles vom Hauptverband in Auftrag gegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) Es wurde ein Gesamtvertrag ausgehandelt. Sie behaupten jedoch wie üblich, daß alles schlecht ist. Sie haben einen Arzt, der in einem Naheverhältnis zu einem Politiker steht, schlechtgemacht. Sie haben damals, im Jahr 1996, einen leitenden Angestellten schlechtgemacht. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie locker Herr Pumberger mit seinen Verleumdungen ist. Er hat mich hier gröblichst verleumdet. Ich konnte zu jedem Wort beweisen, daß es der Unwahrheit entsprochen hat. Aber das machen Sie immer wieder, das ist Ihre Methode! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Es war nicht nötig, diesen Rechnungshofbericht zu fordern, denn es war bereits alles vom Hauptverband in Auftrag gegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.) Es wurde ein Gesamtvertrag ausgehandelt. Sie behaupten jedoch wie üblich, daß alles schlecht ist. Sie haben einen Arzt, der in einem Naheverhältnis zu einem Politiker steht, schlechtgemacht. Sie haben damals, im Jahr 1996, einen leitenden Angestellten schlechtgemacht. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie locker Herr Pumberger mit seinen Verleumdungen ist. Er hat mich hier gröblichst verleumdet. Ich konnte zu jedem Wort beweisen, daß es der Unwahrheit entsprochen hat. Aber das machen Sie immer wieder, das ist Ihre Methode! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Er hat mich damals mit seinen Anwürfen verleumdet, das kann ich beweisen. Diese Anwürfe waren außerdem völlig falsch, denn eine Körperschaft öffentlichen Rechts kann jemandem nicht etwas anderes auszahlen, als in der Dienstordnung steht. Sie recherchieren überhaupt nicht, Sie behaupten einfach! Das kennen wir – und jetzt will ich mich gar nicht weiter mit Ihnen beschäftigen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Betreffend Heilmittel stelle ich fest, daß aufgrund der Senkung der Handelsspannen bereits 1995, also vor Ihrer Dringlichen Anfrage, Einsparungen von 500 Millionen Schilling und im Rahmen des Finanzkonsolidierungspaketes 1996 Einsparungen von zusätzlich 725 Millionen Schilling erzielt wurden. Sowohl im Bericht als auch in der Ausschußdebatte gab es Forderungen, die massive Kostensteigerungen für die Sozialversicherung bedeuten könnten. – Ich bin jedes Mal verwundert bis auch verärgert, wenn der Rechnungshof sich nicht auf die Prüfung beschränkt, sondern uns auch Ezzes gibt. Der Gesetzgeber wird wohl über die ausreichenden intellektuellen Fähigkeiten verfügen, um die richtigen Schlüsse aus einem Bericht ziehen zu können! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Aumayr.)
Abg. Dr. Pumberger: Fragen Sie die Patienten!
Die Sozialversicherung erfüllt somit ihre Aufgaben zukunftsweisend und korrekt. Wir Sozialdemokraten sind mit dieser Entwicklung zufrieden. (Abg. Dr. Pumberger: Fragen Sie die Patienten!) Vielleicht sind Ihre Patienten mit Ihnen nicht zufrieden! Das kann ich mir schon vorstellen! Die Wiener Patienten sind zufrieden!
Beifall bei der SPÖ.
Wir sind uns unserer politischen Verantwortung bewußt. Wir fordern nicht verschärfte Kontrollen und beklagen gleichzeitig den bürokratischen Aufwand. Wir rufen nicht nach Verschärfung des Selbstbehaltes, sondern nach systematischen Kontrollen. Wir haben ein effizientes, herzeigbares Gesundheitssystem zum Segen für unsere Bevölkerung. Wir werden es vor ungerechtfertigten Angriffen schützen und weiter zeitgemäß ausbauen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Ministerin! Das Bild vom Schreckgespenst Deutschland in diesem Zusammenhang, wie Sie es im Ausschuß wieder einmal an die Wand gemalt haben, kann ich nicht nachvollziehen. Denn die Versicherungspflicht, wie wir Liberalen sie wollen, wird in den Niederlanden und in Skandinavien bereits mit ausgezeichneten Erfahrungen praktiziert. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Geschätzte Frau Ministerin! Ich erwarte mir daher von Ihnen, daß Sie die Sozialpolitik offensiv, kreativ und vielleicht auch neugierig betreiben und sich nicht mit althergebrachten Dogmen zufriedengeben! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Präsident! Erlauben Sie mir noch eine Frage. Laut einer heutigen APA-Meldung von 15 Uhr beruft sich "NEWS" auf einen Rohbericht aus Ihrem Haus: "Lehrerpaket brachte geringere Einsparungen als erwartet". – Ohne auf den weiteren Inhalt eingehen zu wollen, frage ich Sie: Warum gelangen Rohberichte zuerst in die Medien? Warum müssen wir Abgeordneten diese Rohberichte aus den Medien entnehmen? Und warum sind die meisten Rohberichte schärfer formuliert als die Endberichte? – Ich hoffe, daß ich von Ihnen auf diese drei Fragen heute noch eine Antwort bekomme! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Ich hoffe, daß die im vorliegenden Sonderbericht enthaltenen, durchaus positiven Verbesserungsvorschläge des Rechnungshofes aufgenommen werden und daß Sie, Frau Ministerin, auch darüber hinaus Reformen im Bereich der Heilmittel und Heilbehelfe durch Strukturreformen in der Sozialversicherung insgesamt ermöglichen werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Meisinger.
Abgeordneter Mag. Franz Steindl (ÖVP): Frau Ministerin! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muß zugeben, daß der Antrag der Freiheitlichen auf Sonderprüfung der Gebarung der Träger der gesetzlichen Krankenversicherungen und des Hauptverbandes seine Berechtigung hatte; das muß man in aller Deutlichkeit feststellen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Meisinger.) Aber nicht wegen angeblicher Machenschaften, Skandale, Proporzbesetzungen und so weiter – davon war ja in diesem Antrag zwischen den Zeilen zu lesen –, sondern weil aufgrund der Prüfung durch den Rechnungshof eindeutig aufgezeigt wurde, daß man im Sozialversicherungsbereich mit weniger Bürokratie auskommen kann, mehr Flexibilität zu erwarten hat, und daß durch gewisse Systemänderungen auch große Preiseinsparungen möglich sind.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie zur SPÖ rüber! Die glauben das nicht!
Es ist dem Rechnungshof zu verdanken, daß für die einzelnen Versicherten wirklich Einsparungen in der Höhe von Hunderten Millionen Schilling erreicht wurden ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie zur SPÖ rüber! Die glauben das nicht!) Das wäre nie erreicht worden, hätte der Rechnungshof nicht geprüft.
Zwischenruf des Abg. Smolle.
Daß der Rechnungshof mit seinem Bericht ganz richtig liegt, hat die Debatte im Ausschuß bewiesen, ebenso wie die Debatte hier im Hohen Haus. Frau Kollegin Pittermann hat kritisiert, daß sich der Rechnungshof erlaubt hat, Empfehlungen abzugeben, während Frau Kollegin Motter vom Liberalen Forum kritisiert hat, daß der Rechnungshof in seinem Bericht zu lasch vorgegangen wäre. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte. Daher meine ich, daß dieser Rechnungshofbericht sehr wohl seine Bedeutung hat und daß der Rechnungshof die Mängel eindeutig aufgezeigt hat. (Zwischenruf des Abg. Smolle.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Etwas beweist mir diese Diskussion im Haus und auch im Ausschuß: daß es wichtig ist, im Rechnungshof unabhängige Beamte zu haben (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), und daß das Beamtentum beziehungsweise die Pragmatisierung in vielen Bereichen – Beispiel Rechnungshof – nicht angetastet werden darf. – Im Gegenteil: Wir müssen versuchen, diese Rechte auch auszubauen. Wohin würde das führen, wenn Abgeordnete beispielsweise versuchten, Berichte entsprechend zu beeinflussen? Daher steht die ÖVP zu diesem Beamtentum – vor allem im Rechnungshofbereich – und auch zur Pragmatisierung.
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich sagen: Ich glaube, die Prüfung des Rechnungshofes war berechtigt. Es gab und gibt immer noch immense Einsparungspotentiale. Die ÖVP bekennt sich zum System der Pflichtversicherung. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: 3 Minuten! Wegen der Kollegin Langthaler!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Gabriela Moser. Wünschen Sie eine bestimmte Zeit eingestellt? (Abg. Dr. Gabriela Moser: 3 Minuten! Wegen der Kollegin Langthaler!) – Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Bitte.
Beifall bei den Grünen.
Abschließend bedanke ich mich beim Rechnungshof, und, Frau Ministerin, Ihnen möchte ich auch für die Umsetzung danken. – Wann ist es möglich? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Zusammenfassend muß man sagen, daß der Wille zur Durchführung notwendiger Adaptierungen im Bereich der Heilmittel und Heilbehelfe durchaus vorhanden ist. Es konnten zahlreiche Reformfortschritte verwirklicht werden. Der Rechnungshofbericht gibt sicherlich neue und wichtige Anstöße zu notwendigen weiteren Veränderungen zum Nutzen der Patienten, zum Nutzen der Menschen in unserem Land. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man möchte meinen und vor allem auch wünschen, daß dieser Rechnungshofbericht auch wirklich dazu führt, daß sich Änderungen ergeben, und zwar zum Besseren der Patienten und auch der Sozialversicherungsanstalten, daß sparsamer gewirtschaftet wird und daß auch die Versorgung verbessert wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Genau umgekehrt!
Da es in diesem Bereich bestimmt eine schlechtere Versorgung gibt, Frau Ministerin, würde ich Sie bitten, daß Sie sich dieser Sache annehmen. Möglicherweise ist das System billiger, aber nicht alles, was billiger ist, ist auch besser. (Abg. Koppler: Genau umgekehrt!) Ich glaube, da muß man etwas tun, denn ich finde es geradezu unmenschlich, die Leute von einer Firma zur anderen zu schicken.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Wallner hat gemeint, alle Menschen sollen an den Fortschritten der Medizin gleichmäßig teilnehmen können. Ich gebe ihm recht. Es muß aber dafür Sorge getragen werden, daß auch gemäß der neuen technischen Vorrichtungen ausgeschrieben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, daß sich ein neuer Skandal abzeichnet, wenn sich auf den Gebieten, die ich erwähnt habe, keine Änderung ergibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt so viele Adoptionswünsche und unerfüllten Kindersegen. Ärzte, Primarii und Klinikvorstände sehen aus ärztlicher Sicht kein Hindernis. Daher dürfen auch für uns in diesem Zusammenhang finanzielle Gründe kein Gewicht haben. – Wieviel darf ein Leben kosten? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube daher, daß Frau Kollegin Pittermann in diesem Punkt irrt. Es ist nämlich sehr wohl Aufgabe des Rechnungshofes, Empfehlungen an die Legistik zu geben, um Mißstände abzustellen und in entsprechender Form zu reagieren. Die Kritik trifft eigentlich nur uns voll. Wir, einschließlich Ministerium und Hauptverband, haben nämlich von 1959 bis 1996, also mehr als 35 Jahre, die Kritik des Rechnungshofes betreffend Neugestaltung insgesamt sowie auch betreffend Bedürfnisse der Behinderten nach einer Neugestaltung des Kataloges einfach negiert, Zustände gebilligt und toleriert. Zumindest aber konnte in den zwei Jahren, die seit dieser Zeit vergangen sind, etwa 1 Milliarde Schilling eingespart werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Noch ein Wort aus meiner Sicht zur Homöopathie. Ich halte es schon lange für wünschenswert, daß die homöopathischen Produkte in die entsprechenden Listen aufgenommen und auch von der Gebietskrankenkasse oder anderen Kassen honoriert werden (Beifall bei den Freiheitlichen), und zwar aus zwei Gründen: Erstens weil ich die Homöopathie, ähnlich wie der Sanitätsrat, als sehr hilfreiche und zusätzliche komplementärmedizinische Behandlungsmethode mit hohen Erfolgschancen sehe und zweitens weil diese Maßnahme geeignet wäre, das Wirken der Scharlatane, die sich auf diesem Sektor breitgemacht haben, einzudämmen. Letzteres wäre im Interesse der Patienten und eines ordnungsgemäßen Umgangs mit einer verantwortlichen und wissenschaftlich fundierten Form der Homöopathie. So könnte verhindert werden, daß die Menschen an die neuen Gurus geraten, die schamlos die Patienten in den Bereichen, wo sie selbst bezahlen müssen, ausbeuten. Ich glaube nicht, daß die Homöopathie nur eine Angelegenheit für die reichen Bürger in diesem Land sein sollte, sondern für alle Bevölkerungsschichten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch ein Wort aus meiner Sicht zur Homöopathie. Ich halte es schon lange für wünschenswert, daß die homöopathischen Produkte in die entsprechenden Listen aufgenommen und auch von der Gebietskrankenkasse oder anderen Kassen honoriert werden (Beifall bei den Freiheitlichen), und zwar aus zwei Gründen: Erstens weil ich die Homöopathie, ähnlich wie der Sanitätsrat, als sehr hilfreiche und zusätzliche komplementärmedizinische Behandlungsmethode mit hohen Erfolgschancen sehe und zweitens weil diese Maßnahme geeignet wäre, das Wirken der Scharlatane, die sich auf diesem Sektor breitgemacht haben, einzudämmen. Letzteres wäre im Interesse der Patienten und eines ordnungsgemäßen Umgangs mit einer verantwortlichen und wissenschaftlich fundierten Form der Homöopathie. So könnte verhindert werden, daß die Menschen an die neuen Gurus geraten, die schamlos die Patienten in den Bereichen, wo sie selbst bezahlen müssen, ausbeuten. Ich glaube nicht, daß die Homöopathie nur eine Angelegenheit für die reichen Bürger in diesem Land sein sollte, sondern für alle Bevölkerungsschichten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Der Bericht war windelweich!
Abgeordneter Franz Hums (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Sehr geehrte Damen und Herren! Der vorliegende Prüfbericht des Rechnungshofes enthält sicher weitestgehend konstruktive Kritik. Im übrigen entspricht er in den Feststellungen auch weitestgehend dem Untersuchungsbericht, der vom Sozialministerium bereits am 31. Oktober 1996 dem Parlament zugeleitet wurde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pumberger: Der Bericht war windelweich! ) Sie können nachlesen, daß der Bericht weitestgehend nicht dem entspricht, was von den Freiheitlichen am 13. Juni 1996 hier behauptet wurde.
Beifall bei der SPÖ.
Wenn jetzt so getan wird, als wäre das Ganze von den Freiheitlichen initiiert worden, dann möchte ich doch daran erinnern: Am 13. Juni 1996 waren die Maßnahmen zu Kosteneinsparungen ohne Qualitätsverlust und die strukturellen Maßnahmen, die zur Konsolidierung der Finanzen der Krankenversicherungen geführt haben, längst eingeleitet. Diese wurden bereits in den Jahren 1994, 1995 und 1996 eingeleitet, waren teilweise vor der Beschlußfassung und teilweise schon wirksam. Diese Maßnahmen haben im übrigen dazu geführt, daß die Krankenversicherungen, von denen Frau Dr. Povysil am 13. Juni 1996 erklärt hat, daß sie dem Konkurs nahe sind, heute wieder eine aktive Gebarung ohne Qualitätsverlust haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Etwas muß uns klar sein: Die Medizin kann erfreulicherweise immer mehr, und die Menschen leben erfreulicherweise immer länger. Zum Nulltarif wird es das aber nie geben! Es ist aber eine permanente Herausforderung – und niemand kann sagen, daß etwas perfekt ist –, ständig weitere Verbesserungen und Kostensenkungen ohne Qualitätsverlust durchzuführen. Das wird immer notwendig sein. Und diese Möglichkeiten der Medizin wollen wir, im Gegensatz zu anderen Ländern, allen unabhängig von ihrem Alter und ihrem Einkommen zur Verfügung stellen! (Beifall bei der SPÖ.) Die entsprechenden Maßnahmen waren 1996 bereits eingeleitet und wirksam, sonst wäre es heute doch nicht so!
Beifall bei der SPÖ.
Ich hätte erwartet, daß wenigstens ein einziger Abgeordneter von den Freiheitlichen, die damals von Konkurs und von all dem geredet haben, anerkennend feststellt – aber vielleicht kommt es noch –, daß in diesem Zusammenhang Positives geschehen ist. – Wir müssen uns bei dieser Gelegenheit auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Krankenversicherungen und bei den Mitarbeitern im Bereich des Sozialministeriums bedanken! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch etwas festhalten: Am 13. Juni 1996 haben Sie, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, hier völlig unqualifiziert den Generaldirektor-Stellvertreter des Hauptverbandes, Dr. Probst, angegriffen, ihm quasi mafiose Handlungen unterstellt und Unredlichkeit vorgeworfen. Der vorliegende Rechnungshofbericht beweist, daß nichts davon wahr war! Im Gegenteil! Dr. Probst hat massiv dazu beigetragen, daß die Krankenversicherungen, die Sie damals bereits totgeredet haben, heute wieder so gut dastehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was aufgedeckt wurde, ist Ihnen nicht wichtig? Entschuldigen Sie sich für die Mißwirtschaft!
Ich habe damals Dr. Haider, der jetzt nicht hier ist, gesagt, daß ich von ihm erwarte, daß er sich, wenn sich bei den Prüfungen herausstellt, daß diese Angriffe auf Dr. Probst unrichtig waren – und das hat sich mehr als hundertprozentig herausgestellt –, im Sinne von Fairneß und Korrektheit hier in diesem Haus bei Dr. Probst für diese Angriffe vom 13. Juni 1996 entschuldigt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was aufgedeckt wurde, ist Ihnen nicht wichtig? Entschuldigen Sie sich für die Mißwirtschaft!) Sie haben noch Redner auf der Liste. Frau Dr. Povysil! Ich hoffe, Sie werden nicht anstehen, sich beim Generaldirektor-Stellvertreter des Hauptverbandes zu entschuldigen und damit stellvertretend bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Hauptverband und in den Sozialversicherungsträgern, die keinesfalls unredliche Handlungen begangen haben, sondern die, im Gegenteil, die Sozialversicherung so führen, wie man es kaum in einem anderen Land findet.
Beifall bei der SPÖ.
Frau Abgeordnete Motter! Ich schätze Ihre Beiträge immer sehr. Zu Ihrem Vergleich mit Deutschland möchte ich allerdings sagen: Vergleichen Sie bitte die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge und die Qualität der Leistungen in Deutschland und bei uns! (Beifall bei der SPÖ.) Dann werden Sie feststellen: Wir haben eine Krankenversicherung mit Spitzenleistungen! Und das soll auch in Zukunft so bleiben, wobei wir nicht verschweigen, daß es immer notwendig ist, weiter zu verbessern und auf konstruktive Kritik einzugehen. Daher danke ich auch den Mitarbeitern und dem Herrn Präsidenten des Rechnungshofes sehr herzlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Abgeordnete Motter! Ich schätze Ihre Beiträge immer sehr. Zu Ihrem Vergleich mit Deutschland möchte ich allerdings sagen: Vergleichen Sie bitte die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge und die Qualität der Leistungen in Deutschland und bei uns! (Beifall bei der SPÖ.) Dann werden Sie feststellen: Wir haben eine Krankenversicherung mit Spitzenleistungen! Und das soll auch in Zukunft so bleiben, wobei wir nicht verschweigen, daß es immer notwendig ist, weiter zu verbessern und auf konstruktive Kritik einzugehen. Daher danke ich auch den Mitarbeitern und dem Herrn Präsidenten des Rechnungshofes sehr herzlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hums: Eine neuerliche Senkung!
"Da die Umsätze im Großhandels- und Apothekenbereich im Jahre 1995 und insbesondere in den ersten vier Monaten 1996 überdurchschnittliche Zuwächse zeigten, hat sich der Hauptverband mit Schreiben vom 29. Juli 1996" – also deutlich nach dem 13. Juni 1996! – "an die Frau Bundesminister für Gesundheit und Kosumentenschutz mit dem Ersuchen gewandt, eine neuerliche Spannensenkung im Drogengroßhandels- und Apothekenbereich zu prüfen." (Abg. Hums: Eine neuerliche Senkung!) Das ist klar nachher!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Hums.
All das steht in diesem Bericht! All das sollte also erst geraume Zeit nach unserer Dringlichen Anfrage wirksam werden! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Hums.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diese Frau hat ein fortschreitendes Augenleiden! Diese Frau wird blind! Bis sie den Computer nach diesem Leidensweg, dieser Bürokratie und all den Schikanen bekommt, ist sie wahrscheinlich blind, möglicherweise auch schon tot. – Ich überlasse Ihnen die Beurteilung dieses Falles und die Beurteilung der Arbeit der Sozialversicherung selbst! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pumberger: Nennen Sie ein Beispiel!
Frau Abgeordnete Povysil! Zur Schilderung Ihres Falles: Es ist schon möglich, daß es sich so zugetragen hat. Der Fall ist sehr bedauerlich, das gebe ich schon zu. Allerdings machen Sie genauso wie Abgeordneter Pumberger immer wieder den Fehler, daß Sie herauskommen und irgendeinen Fall schildern, den man nicht nachvollziehen kann, bei dem man nicht überprüfen kann, ob das so überhaupt stimmt. Bei von Abgeordnetem Pumberger geschilderten Fällen haben wir bereits festgestellt, daß einiges, was er hier dargestellt hat, gar nicht stimmt. (Abg. Dr. Pumberger: Nennen Sie ein Beispiel!) Allerdings möchte ich betonen, daß ich hoffe, daß der Fall, der soeben erläutert wurde, sich nicht so zugetragen hat, wie er geschildert wurde, denn das wäre sehr bedauerlich. Das sage ich sehr deutlich.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte bei dieser Gelegenheit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der sozialen Krankenversicherung sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ministerium sehr herzlich danken sowie auch dem Rechnungshof meinen herzlichsten Dank aussprechen. – Herzliches Glückauf! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Abgeordnete Motter! Jetzt darf ich wieder Sie ansprechen: Ihnen war der Bericht des Rechnungshofes zuwenig scharf formuliert. Ich möchte in diesem Zusammenhang bemerken, daß sich der Bericht in der Diktion nicht von anderen Berichten des Rechnungshofes unterscheidet, möchte aber wieder in den Vordergrund stellen, daß es entscheidend ist, ob die Kritik, die der Rechnungshof übt, konstruktiv ist, ob die Empfehlungen, die er abgibt, umsetzbar sind, ob sie realistisch sind, ob in kooperativer Zusammenarbeit mit den geprüften Stellen etwas bewegt werden kann und ob sich Erfolg einstellt. Wieder geht Inhalt vor Form, und es kann nicht sein Bewenden damit haben, daß ein Bericht des Rechnungshofes unangenehm ist. Vielmehr hat der Rechnungshof natürlich besonderen Wert darauf zu legen, daß sich aufgrund eines Berichtes merkbarer Erfolg einstellt, und auch insofern war gerade dieser Bericht ein gutes Beispiel dafür, daß die Tätigkeit des Rechnungshofes höchst erfolgreich gewesen ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Prüfung stellt im Hinblick auf den Erfolg, der sich eingestellt hat, meines Erachtens nach zweierlei unter Beweis, einerseits die Effizienz des Rechnungshofes und die Qualität der Prüfer des Rechnungshofes und andererseits, welche Einsparungspotentiale im öffentlichen Sektor gegeben sind. (Beifall bei der ÖVP.) Und ich schließe mich einigen meiner Vorredner, auch Herrn Abgeordneten Koppler, an, wenn ich klarstelle, daß es im Zusammenhang mit dem Wort "Einsparungspotentiale" nicht darum gehen kann, die Leistungen zugunsten der Versicherten zu schmälern, sondern daß es darum geht, dort, wo es möglich ist, Leistungen ökonomischer zu erbringen, diese Möglichkeiten zu nützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Prüfung stellt im Hinblick auf den Erfolg, der sich eingestellt hat, meines Erachtens nach zweierlei unter Beweis, einerseits die Effizienz des Rechnungshofes und die Qualität der Prüfer des Rechnungshofes und andererseits, welche Einsparungspotentiale im öffentlichen Sektor gegeben sind. (Beifall bei der ÖVP.) Und ich schließe mich einigen meiner Vorredner, auch Herrn Abgeordneten Koppler, an, wenn ich klarstelle, daß es im Zusammenhang mit dem Wort "Einsparungspotentiale" nicht darum gehen kann, die Leistungen zugunsten der Versicherten zu schmälern, sondern daß es darum geht, dort, wo es möglich ist, Leistungen ökonomischer zu erbringen, diese Möglichkeiten zu nützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei den Freiheitlichen.
Ich glaube daher, daß diese Prüfung ein sehr gutes Beispiel dafür ist, daß durch die Kooperation zwischen dem Nationalrat, von dem dieser Prüfungsauftrag ja ausgegangen ist, dem Rechnungshof und den geprüften Stellen, die sich bereits während der Prüfung und auch danach bei der Umsetzung der Empfehlungen des Rechnungshofes sehr einsichtig gezeigt haben, für die Republik etwas erreicht werden kann. Damit stellt sich letztlich für den Steuerzahler, für den der Rechnungshof da ist, ein Erfolg ein, denn es sind seine Steuergelder, die auf diese Art und Weise eingespart werden können, es sind seine Steuergelder, für die der Rechnungshof tätig wird, und es sind seine Steuergelder, auf die wir alle ein Auge zu werfen haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Für mich stellt sich auch noch eine andere Frage: Warum gibt es verschiedene Versicherungsleistungen je nach Bundesland, aber gleiche Beitragszahlungen? Warum ist ein burgenländischer Versicherter nur halb soviel wert wie ein Versicherter in einem anderen Bundesland? Das halte ich für einen menschlichen Skandal, Frau Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Versichert wird in Österreich nicht der Mensch gemäß seiner Leistung und seinem Leiden, sondern gemäß seinem Geburtsort, Wohnort oder Arbeitsort.
Beifall bei den Freiheitlichen.
All diese Neuregelungen haben den Sozialversicherungen eine Ersparnis gebracht, den Bandagisten aber höhere Erlöse zugesichert. Dies alles ist aber zu Lasten der Versicherten erfolgt, meine Damen und Herren. Es besteht zu Recht der Vorwurf, daß der Hauptverband nicht die Interessen der Versicherten wahrgenommen hat – frei nach dem Motto: Was Unrecht ist, muß auch Unrecht bleiben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Zusammenfassend kann gesagt werden, daß innerhalb der Sozialversicherung viel geschehen ist, sowohl vor der Prüfung durch den Rechnungshof als auch als Ergebnis dieser Prüfung, um ein Optimum für die Sozialversicherung, vor allem aber für die Beitragszahler zu sichern. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Smolle: Wer’s glaubt, wird selig, Frau Ministerin!
Ich glaube, daß es auch wichtig ist, darauf zu verweisen – der Herr Präsident des Rechnungshofes hat es heute auch erwähnt –, daß bereits während des Prüfverfahrens eine Reihe von Veränderungen, eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt wurden beziehungsweise manches, was der Rechnungshof angeregt hat, bereits in Vorbereitung gewesen ist, sodaß konkrete Schritte gesetzt werden. (Abg. Smolle: Wer’s glaubt, wird selig, Frau Ministerin!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, sehr geschätzte Damen und Herren, daraus ist erkennbar, daß die Damen und Herren unserer Sozialversicherung, aber auch die Damen und Herren meines Ressorts die Hinweise, Empfehlungen und auch die Kritik von Ihnen und dem Rechnungshof sehr ernst nehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sehr geschätzte Damen und Herren! Ich bin stolz darauf, daß unser System, unser Gesundheitswesen einer 88jährigen Mindestrentnerin diese Leistung bietet. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich erinnere mich auch mit Freude noch an eine äußerst couragierte und sehr gute Rede unseres Umweltministers, in der er vor allem die Verantwortung der Amerikaner massiv eingefordert hat. Letzten Endes hat das Ganze zu einem Ergebnis geführt, das sogar dir, Frau Kollegin Langthaler, in deinen öffentlichen Aussagen Respekt abverlangt hat und gelobt worden ist. Ich glaube, das ist mit ein Verdienst unseres Umweltministers Martin Bartenstein gewesen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Martin Bartenstein hat im Anschluß daran gemeinsam mit Professor Schleicher und anderen Fachleuten ein konkretes Umsetzungspaket geschnürt und für Österreich auch ein recht hohes Reduktionsziel festlegen lassen. Ich bedauere in diesem Zusammenhang, daß wir bei der Umsetzung dieses Paketes im Augenblick etwas ins Stocken geraten, weil uns der Herr Finanzminister jene 100 Millionen Schilling blockiert, die die Kommunalkredit dringend brauchen würde, um bei der nächsten Kommissionssitzung noch in diesem Jahr jene wichtigen Projekte genehmigen und verabschieden zu können, die uns im Bemühen um Klimaschutz einen Schritt weiterbringen würden. Ich möchte von dieser Stelle aus an den Herrn Finanzminister dringend appellieren, im Sinne des Klimaschutzes, im Sinne der Umsetzung des Kyoto-Paketes diese Blockade der 100 Millionen Schilling fallenzulassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin also zuversichtlich. Wichtig ist vor allem, daß der Diskussionsprozeß zur Verbesserung der Klimasituation in Gang gehalten wird. Ich bin zuversichtlich, daß unser Herr Minister Bartenstein wieder einen ganz entscheidenden Beitrag dazu leisten wird. Wir werden das in wenigen Tagen mitverfolgen können. Ich glaube, wir sollten ihm jede Unterstützung geben, die wir ihm nur geben können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.
Ich hoffe, daß in Buenos Aires die Spielregeln vereinbart werden. Ich hoffe, daß nach dem Abschluß der Konferenz von Buenos Aires die Zahl der Ratifikationen zunehmen wird. Nomen sei Omen: Ich hoffe, daß Buenos Aires ein Fortschritt für eine gute Luft in dieser Welt wird. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.)
Abg. Ing. Langthaler: Das haben Sie falsch verstanden!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, daß das dem Artikel 3 dieses Rahmenübereinkommens ganz klar widerspricht, wenn da steht – und ich wiederhole es –: "Folglich sollen die Vertragsparteien, die entwickelte Länder sind, bei der Bekämpfung der Klimaänderungen und ihrer nachteiligen Auswirkungen die Führung übernehmen" – und nicht in Form eines Ökoimperialismus ihre gesamte Verantwortung abwälzen und sich bei den Entwicklungsländern die Reduktionspotentiale kaufen und im eigenen Land so weitermachen wie bisher. (Abg. Ing. Langthaler: Das haben Sie falsch verstanden!)
Abg. Ing. Langthaler: Rußland ist nicht wirklich ein Entwicklungsland!
Nein, nein, ich habe das nicht falsch verstanden. Natürlich geht es nach wie vor um Emission-trading in einer bestimmten Form. Man kauft sich halt die Reduktionspotentiale dazu. Das gibt es schon noch. In Rußland kann man es nicht kaufen. Rußland hat ein gewaltiges Potential, das zu kaufen ist. (Abg. Ing. Langthaler: Rußland ist nicht wirklich ein Entwicklungsland!) Darauf beziehe ich mich, und das sollte meiner Ansicht nach in dieser Form nicht stattfinden. Ich glaube, da sollten wir schon einer Meinung sein. Minister Bartenstein geht eben nicht mit dieser Position an die Sache heran und sagt: Diesen Handel darf es nicht geben. – Er sagt, man müsse halt schauen, daß dieser Handel nur in einer begrenzten Form stattfindet. Ich glaube, daß das dem Artikel 3 widerspricht und deshalb abzulehnen ist. (Abg. Kopf: Du hast vorhin von den Entwicklungsländern gesprochen!)
Abg. Kopf: Du hast vorhin von den Entwicklungsländern gesprochen!
Nein, nein, ich habe das nicht falsch verstanden. Natürlich geht es nach wie vor um Emission-trading in einer bestimmten Form. Man kauft sich halt die Reduktionspotentiale dazu. Das gibt es schon noch. In Rußland kann man es nicht kaufen. Rußland hat ein gewaltiges Potential, das zu kaufen ist. (Abg. Ing. Langthaler: Rußland ist nicht wirklich ein Entwicklungsland!) Darauf beziehe ich mich, und das sollte meiner Ansicht nach in dieser Form nicht stattfinden. Ich glaube, da sollten wir schon einer Meinung sein. Minister Bartenstein geht eben nicht mit dieser Position an die Sache heran und sagt: Diesen Handel darf es nicht geben. – Er sagt, man müsse halt schauen, daß dieser Handel nur in einer begrenzten Form stattfindet. Ich glaube, daß das dem Artikel 3 widerspricht und deshalb abzulehnen ist. (Abg. Kopf: Du hast vorhin von den Entwicklungsländern gesprochen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage mich, ob er wirklich hundertprozentiges Interesse daran hat oder ob er selbst, aus Österreich auch entsprechend instruiert, Interesse mitbringt, daß dieser begrenzte Handel mit Ländern, in denen die Industrie zusammengebrochen ist und dadurch ein gewisses Potential entstanden ist, betrieben werden kann. Ich glaube, daß das dem Artikel 3 widerspricht und daß deshalb die Position, mit der unser Bundesminister 28 Länder vertritt, nicht die beste ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kopf: Unsere Aufgabe ist das erst seit 1. Juli!
Denn was hat sich voriges Jahr in Kyoto ereignet? – Die Amerikaner, die sich mit den Entscheidungsstrukturen viel leichter tun, weil sie nur eine Delegation haben, die meistens über eine sehr klare inhaltliche Position verfügt, sind mit Vorschlägen vorgeprescht, während die 15 EU-Länder immer unendlich lange brauchen, bis sie sich endlich auf einen gemeinsamen Nenner einigen können. Und anstatt daß die EU angefangen hätte, sich sofort nach Kyoto für Buenos Aires vorzubereiten und endlich wirklich konkret eine einheitliche Position zu finden, hat man monatelang nichts getan. (Abg. Kopf: Unsere Aufgabe ist das erst seit 1. Juli!) Ja, aber in der Troika sitzen wir schon seit Jänner!
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Das sind vielleicht etwas trockene und für viele hier in diesem Saal leider nicht interessante Punkte. Aber Sie alle werden es noch zu spüren bekommen, denn in ein paar Jahren, wenn dieses Protokoll Wirklichkeit wird, werden sich die Energiekosten massiv verändern! (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Khol: Tatsächliche Berichtigung: Ich schlafe nicht!
Ich habe noch Redezeit! Ich merke, daß das Thema für viele Abgeordnete sehr spannend ist. Das sehe ich an den Gesichtern. Der Abgeordnete Khol schläft schon ein. (Abg. Dr. Khol: Tatsächliche Berichtigung: Ich schlafe nicht!) In den paar Minuten an Redezeit, die ich noch habe, möchte ich ... (Abg. Dr. Fekter: Sie sprechen eben so, daß man einschläft!) Nein! Ich glaube eher, daß dieses Thema um diese Stunde für Sie nicht mehr so spannend ist, wie es eigentlich sein sollte. Internationale Konferenzen haben leider oft den Nachteil, daß deren Inhalt den Abgeordneten in den nationalen Parlamenten erst dann bewußt wird, wenn dieser auch hier unmittelbar in Verhandlung steht. Das spannende daran ist, daß das, was Sie hier alle in zwei, drei Jahren betreffen wird, jetzt in den nächsten Tagen in Buenos Aires ausformuliert werden wird. Und ich bin froh, daß der Umweltminister einen sehr positiven Punkt hier im Parlament eingeführt hat, daß er nämlich tatsächlich Abgeordnete von jeder Fraktion in der Delegation nach Buenos Aires mitnimmt, sodaß wenigstens einige wenige Abgeordnete dort dabei sein werden und dann hoffentlich mit großem Enthusiasmus die folgenden Maßnahmen hier im Hohen Haus umsetzen können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Sie sprechen eben so, daß man einschläft!
Ich habe noch Redezeit! Ich merke, daß das Thema für viele Abgeordnete sehr spannend ist. Das sehe ich an den Gesichtern. Der Abgeordnete Khol schläft schon ein. (Abg. Dr. Khol: Tatsächliche Berichtigung: Ich schlafe nicht!) In den paar Minuten an Redezeit, die ich noch habe, möchte ich ... (Abg. Dr. Fekter: Sie sprechen eben so, daß man einschläft!) Nein! Ich glaube eher, daß dieses Thema um diese Stunde für Sie nicht mehr so spannend ist, wie es eigentlich sein sollte. Internationale Konferenzen haben leider oft den Nachteil, daß deren Inhalt den Abgeordneten in den nationalen Parlamenten erst dann bewußt wird, wenn dieser auch hier unmittelbar in Verhandlung steht. Das spannende daran ist, daß das, was Sie hier alle in zwei, drei Jahren betreffen wird, jetzt in den nächsten Tagen in Buenos Aires ausformuliert werden wird. Und ich bin froh, daß der Umweltminister einen sehr positiven Punkt hier im Parlament eingeführt hat, daß er nämlich tatsächlich Abgeordnete von jeder Fraktion in der Delegation nach Buenos Aires mitnimmt, sodaß wenigstens einige wenige Abgeordnete dort dabei sein werden und dann hoffentlich mit großem Enthusiasmus die folgenden Maßnahmen hier im Hohen Haus umsetzen können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich habe noch Redezeit! Ich merke, daß das Thema für viele Abgeordnete sehr spannend ist. Das sehe ich an den Gesichtern. Der Abgeordnete Khol schläft schon ein. (Abg. Dr. Khol: Tatsächliche Berichtigung: Ich schlafe nicht!) In den paar Minuten an Redezeit, die ich noch habe, möchte ich ... (Abg. Dr. Fekter: Sie sprechen eben so, daß man einschläft!) Nein! Ich glaube eher, daß dieses Thema um diese Stunde für Sie nicht mehr so spannend ist, wie es eigentlich sein sollte. Internationale Konferenzen haben leider oft den Nachteil, daß deren Inhalt den Abgeordneten in den nationalen Parlamenten erst dann bewußt wird, wenn dieser auch hier unmittelbar in Verhandlung steht. Das spannende daran ist, daß das, was Sie hier alle in zwei, drei Jahren betreffen wird, jetzt in den nächsten Tagen in Buenos Aires ausformuliert werden wird. Und ich bin froh, daß der Umweltminister einen sehr positiven Punkt hier im Parlament eingeführt hat, daß er nämlich tatsächlich Abgeordnete von jeder Fraktion in der Delegation nach Buenos Aires mitnimmt, sodaß wenigstens einige wenige Abgeordnete dort dabei sein werden und dann hoffentlich mit großem Enthusiasmus die folgenden Maßnahmen hier im Hohen Haus umsetzen können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)