Eckdaten:
Für die 116. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 1010 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei den Freiheitlichen
Ich verstehe es sehr wohl, wenn es die ÖVP macht, wenn die ÖVP dieses Ergebnis bejubelt, da sie von der Pharma- und der Gentechnikindustrie mehr oder weniger ferngesteuert war. Die Vorsitzende Rauch-Kallat war nämlich nichts anderes als eine Marionette des Dr. Nikolaus Zacherl (Beifall bei den Freiheitlichen), welcher als der oberste Lobbyist der Gentechnikindustrie in diesem Ausschuß vertreten war und die Linie bestimmt hat. Die ÖVP hat all das, was Zacherl vorgegeben hat, schön brav nachvollzogen, ist widerspruchslos dem gefolgt, was die Industrie vorgegeben hat.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesminister! Mit dieser Ihrer gestrigen Stellungnahme fallen Sie den Unterzeichnern des Gentechnik-Volksbegehrens, denen Sie sehr viel Hoffnung gemacht haben, in den Rücken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Weiters gibt es keine Haftung für Schäden, die nach Zulassung eines Produktes auftreten, und somit gibt es keine Haftung bei eventuellen Langzeitfolgen. Schaut so ein scharfes Haftungsgesetz aus, Herr Kollege Lukesch? (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.) Zudem wurde die Bestimmung, daß die Ersatzpflicht den entgangenen Gewinn umfaßt, die im Gesetz ursprünglich enthalten war, eliminiert. Können Sie mir sagen, Herr Kollege Lukesch, warum diese im Gesetz ursprünglich enthaltene Bestimmung bezüglich des entgangenen Gewinns eliminiert wurde? – Das ist doch ein wesentlicher Rückschritt gegenüber der geltenden Rechtsprechung. Das ist doch keine Verschärfung, sondern eine Aufweichung der Haftungsgesetze, Kollege Lukesch!. – All das geschieht im Interesse der Lobbyisten der Gentechnikindustrie. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Weiters gibt es keine Haftung für Schäden, die nach Zulassung eines Produktes auftreten, und somit gibt es keine Haftung bei eventuellen Langzeitfolgen. Schaut so ein scharfes Haftungsgesetz aus, Herr Kollege Lukesch? (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.) Zudem wurde die Bestimmung, daß die Ersatzpflicht den entgangenen Gewinn umfaßt, die im Gesetz ursprünglich enthalten war, eliminiert. Können Sie mir sagen, Herr Kollege Lukesch, warum diese im Gesetz ursprünglich enthaltene Bestimmung bezüglich des entgangenen Gewinns eliminiert wurde? – Das ist doch ein wesentlicher Rückschritt gegenüber der geltenden Rechtsprechung. Das ist doch keine Verschärfung, sondern eine Aufweichung der Haftungsgesetze, Kollege Lukesch!. – All das geschieht im Interesse der Lobbyisten der Gentechnikindustrie. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Gegen die Biobauern, die im Interesse der österreichischen kleinstrukturierten bäuerlichen Landwirtschaft agieren, die den Feinkostladen Österreich tatsächlich aufbauen wollen, ist all das, was wir heute zum Gesetz machen wollen, gerichtet. Das müssen Sie den Biobauern einmal erklären! Sie sind doch die Vertreter des Feinkostladens! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Lesen Sie das doch in dem Brief, den Ihnen Ihre ÖVP-Biobauern wahrscheinlich gestern auch zugesandt haben, nach!
Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner.
Wer kann uns die Gewähr geben, daß eine Bedrohung der genetischen Vielfalt durch diese Versuche tatsächlich ausgeschlossen ist? (Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner.) Herr Kollege Leiner! Können Sie als prononcierter Gentechnikbefürworter alle Sekundärauswirkungen, die es in 20, 30 Jahren geben wird, zur Gänze beschreiben? Können Sie uns sagen, wie das in 20 und 30 Jahren ausschauen wird? – Natürlich können Sie das nicht. Ich bin überzeugt davon, daß es hypothetische Risken gibt, die zum Zeitpunkt der Veränderung nicht abschätzbar sind, weil sie erst später entstehen. Selbstverständlich gibt es diese. Wie groß das Risiko dabei ist, interessiert Sie auch nicht. Sie erledigen lediglich das Geschäft der gewinnsüchtigen Lobbyisten – zu Lasten der österreichischen Bevölkerung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wer kann uns die Gewähr geben, daß eine Bedrohung der genetischen Vielfalt durch diese Versuche tatsächlich ausgeschlossen ist? (Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner.) Herr Kollege Leiner! Können Sie als prononcierter Gentechnikbefürworter alle Sekundärauswirkungen, die es in 20, 30 Jahren geben wird, zur Gänze beschreiben? Können Sie uns sagen, wie das in 20 und 30 Jahren ausschauen wird? – Natürlich können Sie das nicht. Ich bin überzeugt davon, daß es hypothetische Risken gibt, die zum Zeitpunkt der Veränderung nicht abschätzbar sind, weil sie erst später entstehen. Selbstverständlich gibt es diese. Wie groß das Risiko dabei ist, interessiert Sie auch nicht. Sie erledigen lediglich das Geschäft der gewinnsüchtigen Lobbyisten – zu Lasten der österreichischen Bevölkerung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puttinger: Wo ist der Patient? – Abg. Dr. Leiner: Die kranken Leute!
Wer erzielt denn den Gewinn aus der neuen gesetzlichen Lage? – Die von Ihnen befolgte Gentechnik-Lobby. – Wer trägt das Risiko? – Die gesamte österreichische Bevölkerung. Der Nahrungsmitteleinkäufer trägt das Risiko. (Abg. Dr. Puttinger: Wo ist der Patient? – Abg. Dr. Leiner: Die kranken Leute!) Den Gewinn haben einige wenige, das Risiko tragen alle.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es besteht zudem, meine Damen und Herren, keinerlei Bedarf nach genmanipulierten Nahrungsmitteln. Es gibt keinen Bedarf danach. Das wollen wir einmal klar und deutlich feststellen! Der Weg sollte genau in die andere Richtung gehen. Die Grundlagen für die Ernährung werden mit der Gentechnik nicht verbessert, nicht gesichert, sondern eher auf lange Sicht gefährdet. Wenn Österreich der Feinkostladen Europas werden soll, dann muß die naturnahe Produktion geschützt und darf nicht gefährdet werden, so wie Sie das tun. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lukesch: Du bestehst aus Genen!
Wir Freiheitliche vertreten die Interessen der Unterzeichner des Gentechnik-Volksbegehrens mehr als dessen Proponenten, kann ich am Ende des dafür eingesetzen Sonderausschusses sagen, denn diese haben sich zwischendurch sogar bereit erklärt, nur mehr Mindestforderungen zu stellen. Wir sind für ein gentechnikfreies Österreich, solange die Risken nicht abschätzbar sind. (Abg. Dr. Lukesch: Du bestehst aus Genen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es werden alle abhängig gemacht: die Bauern und die Konsumenten. Noch dazu geht man ein großes Risiko ein. Was steht am Ende? – Am Ende steht ein riesengroßer Markt, der von einigen wenigen beherrscht wird. Jene, die früher die österreichische Bevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgt haben, können nicht mehr mithalten. Das bedeutet das Ende des Feinkostladens Österreich. Doch die Verantwortung dafür trägt federführend die ÖVP und der Erfüllungsgehilfe SPÖ. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Lassen Sie mich ganz kurz zu den Ergebnissen etwas sagen. Dieser Abänderungsantrag beziehungsweise dieser Antrag zum Gentechnikgesetz enthält eine der strengsten Haftungen weltweit. Wir haben mit dieser Haftungsregelung sichergestellt, daß alle Ansprüche, die aufgrund möglicher Schäden entstehen könnten, und zwar sowohl an Sachen als auch an der Umwelt als auch an der Gesundheit, umfassend abgedeckt werden. Damit ist Österreich weltweit führend. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Gleichzeitig haben wir einer Forderung des Gentechnik-Volksbegehrens nach einer umfassenden Parteienstellung Rechnung getragen. War es bisher so, daß nur der Antragsteller das Recht hatte, als Partei zu gelten, ist es nun auch der unmittelbar betroffene Nachbar, und zwar sowohl der Grundeigentümer als auch ein allfälliger Pächter. Es ist aber auch die Standortgemeinde, es ist, wenn das Grundstück an der Gemeindegrenze liegt, die Nachbargemeinde, und es ist das jeweilige Bundesland, das nunmehr Parteienstellung hat, womit auch sichergestellt ist, daß die Interessen und Rechte der Betroffenen gewahrt werden können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Trotzdem glaube ich, daß wir mit diesem Ergebnis auch in demokratiepolitischer Hinsicht gezeigt haben, daß Volksbegehren in diesem Hause ernst genommen werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es haben aber die Beratungen und auch die Initiative gezeigt, die von Proponenten dreier Volksbegehren gesetzt wurde, daß noch zusätzliche Mechanismen eingeführt werden sollten und müßten, um die direkte Demokratie in Österreich zu verbessern. Es wird meine Fraktion daher nach der Bundespräsidentenwahl einen Selbständigen Antrag zur Verbesserung der Instrumente der direkten Demokratie einbringen, der sich vor allem darauf konzentrieren wird, daß die Einleitungsverfahren für Volksbegehren ausschließlich von Bürgern und nicht von politischen Parteien durchgeführt werden können und daß auch die Möglichkeit, den Bundespräsidenten mit fünf Unterschriften von Nationalratsabgeordneten zu unterstützen, abgeschafft und durch Unterschriften von Bürgern, und zwar von mindestens 6 000 Bürgern, ersetzt wird, und der auch die Erleichterung der Abgabe von Unterstützungserklärungen betreffen wird. All das wird meine Partei nach der Bundespräsidentenwahl in einem entsprechenden Antrag einbringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.
Die zweite Forderung hieß: keine Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen in Österreich. Da war es uns wichtig, Österreich von der wissenschaftlichen Forschung nicht abzukoppeln. Das ist eine ganz wesentliche Bestimmung beziehungsweise Entscheidung – weil Österreich weltweit nicht allein agieren kann, nicht sozusagen die „Insel der Seligen“ bleiben kann. Außerdem kann es nicht angehen, daß österreichische Forscher möglicherweise in das Ausland gehen müssen, um Forschungen betreiben zu können. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Partei bekennt sich dazu, und es ist uns gar nicht peinlich, auch wenn das ein Vertreter beziehungsweise ein Lobbyist von Greenpeace heute im „standard“ schreibt. Wir von der ÖVP bekennen uns zur Erhaltung von Arbeitsplätzen. Das ist, so glaube ich, das, was die Österreicher erwarten können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich zum Schluß noch all jenen danken, die an diesem Ausschuß mitgewirkt haben, allen voran meinem Kollegen Gradwohl, der in überaus kooperativer Weise den gewählten Weg gegangen ist. Ich möchte aber auch allen Expertinnen und Experten, sowohl den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Fraktionen als auch den Kollegen von den Fraktionen, aber auch den Beamten in den Ministerien und den Ministern selbst sehr herzlich danken. Ich glaube, daß wir mit dem erzielten Ergebnis durchaus zufrieden sein können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Kopf: Das ist eine Glaubensfrage!
Seit wir in diesem Haus über Gentechnologie und die gesetzlichen Grundlagen für die Gentechnologie in Österreich reden, hat man es verabsäumt, einen fairen Interessenausgleich zuzulassen – mit dem Ergebnis, daß wir heute genau vor der Situation stehen, daß sehr viele Sorgen und Ängste existieren, daß niemand glaubt, daß hinter dieser Technologie beherrschbare Risken stehen, sondern alle Sorge haben, daß das etwas ist, das uns entgleiten kann. Das wird durch das Verhalten, das auch im Ausschuß gesetzt ... (Abg. Kopf: Das ist eine Glaubensfrage!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.
Meine Damen und Herren! Genauso ist es auch. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.) Herr Abgeordneter Posch! Sie werden sehen: Das, was im Ausschuß an Arbeit geleistet worden ist, wird die Situation in Österreich nicht zu einem zufriedenstellenden Dialog führen. Herr Abgeordneter Gradwohl muß sich – das sage ich einmal so – von der Frau Abgeordneten Rauch-Kallat loben lassen, daß er doch in dieser Hinsicht sehr konstruktiv gearbeitet hätte. Das haben auch andere bis zum Schluß des Ausschusses getan. Als dann aber klar wurde, daß in Wahrheit kein echter Kompromiß erwünscht wird, habe auch ich für mich die Konsequenzen gezogen und habe gesagt: Dann werde ich dem Ausschuß nicht bis zu seinem Ende beiwohnen, sondern werde meinen Protest dadurch zum Ausdruck bringen, daß ich vor Ende der letzten Sitzung den Ausschuß verlasse.
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Es stand bereits zweimal hier im Hohen Haus das Führerscheingesetz zur Verhandlung. Zweimal ist dieses Versprechen des Herrn Bundeskanzlers nicht eingelöst worden. Offenbar kann der Herr Bundeskanzler Klima sagen, was er will, seine Fraktion in diesem Hohen Hause kratzt das überhaupt nicht. Das ist das Problem, das Sie haben. (Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Abg. Dr. Lukesch: Das können Sie doch jederzeit, Herr Kollege!
Das hat man auch bei der Diskussion um die Beschickung der wissenschaftlichen Ausschüsse gesehen. Was, meine Damen und Herren, spricht denn dagegen, die wissenschaftlichen Ausschüsse, die nichts anderes als Beratungsorgane sind, die ihre Entscheidung mit Mehrheit fassen, nicht nur mit ein, zwei, drei kritischen Personen – definitiv von kritischen Organisationen, nämlich der Gentechnologie kritisch gegenüberstehenden Organisationen – beschicken zu lassen? Was spricht denn dagegen, dort auch ein Minderheitenvotum zuzulassen? (Abg. Dr. Lukesch: Das können Sie doch jederzeit, Herr Kollege!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.
Genau das ist nicht der Fall, Herr Abgeordneter! Das Problem ist, daß eine einzige Person dorthin delegiert wird – und zwar nach wie vor eine Person von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – und daß man Organisationen ausgeschlossen hat, die definitiv der Gentechnologie kritisch gegenüberstehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.) Das, Herr Abgeordneter Nowotny, ist genau jenes Versäumnis, das man diesem Ausschuß vorwerfen muß! Sie werden sehen, daß es nicht zu einer Beruhigung der Situation führt, wenn Sie glauben, man könne einfach drüberfahren und 1,2 Millionen Unterschriften bräuchten Sie nicht zu kratzen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Genau das ist nicht der Fall, Herr Abgeordneter! Das Problem ist, daß eine einzige Person dorthin delegiert wird – und zwar nach wie vor eine Person von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – und daß man Organisationen ausgeschlossen hat, die definitiv der Gentechnologie kritisch gegenüberstehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny.) Das, Herr Abgeordneter Nowotny, ist genau jenes Versäumnis, das man diesem Ausschuß vorwerfen muß! Sie werden sehen, daß es nicht zu einer Beruhigung der Situation führt, wenn Sie glauben, man könne einfach drüberfahren und 1,2 Millionen Unterschriften bräuchten Sie nicht zu kratzen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lukesch: Das kommt ja! Das liegt ja schon in Brüssel!
Wahr ist, daß Sie eine Haftung, die dann zulässig ist, wenn eine Mitverursachung eines Schadens durch die gentechnisch veränderten Eigenschaften eines Organismus stattfindet, ablehnen. Im neuen Entwurf gibt es eine solche Haftung nicht. Es gibt nur noch dann eine Haftung, wenn ein Schaden unter Mitwirkung anderer gefährlicher Eigenschaften eines GVO entsteht. Der Tatbestand einer Mitverursachung eines Schadens aufgrund der gentechnisch veränderten Eigenschaften, die ein Organismus hat, ist zwar im ersten Entwurf enthalten gewesen, Sie haben ihn aber aus Ihrem Antrag herausgestrichen. Es ist keine Bestimmung über das Produkthaftungsgesetz enthalten, es geht daher nur bis zum Zulassen des Inverkehrbringens, Herr Abgeordneter Lukesch. (Abg. Dr. Lukesch: Das kommt ja! Das liegt ja schon in Brüssel!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wahr ist doch vielmehr, daß dies in diesem Entwurf noch enthalten ist, und zwar mit den entsprechenden Inkrafttretungsbestimmungen, und daß es in jenem Entwurf, den Sie vorlegen, nicht drinnen ist. Das ist die Wahrheit! Wahr ist auch, daß Sie – und zwar als das Gentechnikgesetz in diesem Hause beschlossen wurde – versprochen haben, daß es Haftungsbestimmungen geben wird. Es bedurfte erst eines Volksbegehrens mit 1,2 Millionen Unterschriften, um Sie an Ihr Versprechen zu erinnern, das Sie jetzt schon wieder nur unzureichend erfüllen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Es wäre fair gewesen, in Gentechnikbereich eine Solidarhaftung zu etablieren. Das wäre sowohl ein Mittel, mit dem man dem Geschädigten entgegenkäme, als auch eine Auflage, die jedem gentechnikbetreibenden Unternehmen in Österreich vorgeschrieben werden müßte. Doch Sie sagen, da passiere ohnehin nichts. Sie sagen: Wir sind zum einen nicht nur sehr vorsichtig, sondern die Technologie an sich ist auch nicht gefährlich! – Wenn sie nicht gefährlich ist, dann kann daraus kein Schaden entstehen. Aber wenn daraus kein Schaden entstehen kann, dann kann man dafür sehr offensiv haften. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Von September 1997 bis heute, als die Verhandlungen stattfanden, war doch genügend Zeit, dies außerhalb der Sitzungen zu erledigen. Die Termine waren bekannt, es war also möglich. Aber da hat es offensichtlich keine Einigung unter den Regierungsfraktionen gegeben. Deswegen, weil es die Regierungsfraktionen nicht für wert hielten, im Ausschuß zu beraten, sondern draußen „weiche“ Entschließungsanträge verhandelten, die Sie dann dem Ausschuß vorlegten, haben sich alle anderen Teilnehmer im Ausschuß – auch die Expertinnen und Experten – geneppt gefühlt. Sich in Anbetracht dessen dann darüber aufzuregen, daß die Proponenten des Volksbegehrens den Ausschuß verlassen haben, nachdem dieses Verhalten von den Regierungsfraktionen gesetzt worden war, halte ich zumindest für einäugig. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Rauch-Kallat: Habe ich gesagt!
Meine Damen und Herren! Die Liberalen sind überzeugt davon, daß in bezug auf die Gentechnologie in Österreich keine Verhältnisse geschaffen wurden, die eine gedeihliche Entwicklung der Gentechnik in jenen Bereichen, in welchen sie sinnvoll ist, möglich machen. Sie haben in den Ergebnissen dieses Sonderausschusses die Ängste und Sorgen, die im Volksbegehren zum Ausdruck gekommen sind – und die sind massig –, nicht berücksichtigt. Die Verwaltungsverfahren gewährleisten nach wie vor keinen fairen Interessenausgleich. Das wird man auch bei sämtlichen Bestimmungen, die die Rechte der Nachbarn betreffen, sehen. Sie haben nämlich beispielsweise verschwiegen, daß eine Nachbargemeinde in einem Verfahren nur dann unmittelbar Parteienstellung hat, wenn das Grundstück, auf dem die Freisetzung stattfindet, unmittelbar angrenzt. (Abg. Rauch-Kallat: Habe ich gesagt!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich hoffe nur, daß nach der nächsten Wahl ein Ergebnis vorliegen wird, wonach Sie nur noch über eine solche Mehrheit verfügen werden, mit der Sie eine solche Vorgangsweise einfach nicht mehr durchziehen können. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Wabl: Dank sagen!
Ich möchte abschließend diese Gelegenheit auch noch dazu nützen, Dank zu sagen. Ich möchte mich im Namen der sozialdemokratischen Fraktion (Abg. Wabl: Dank sagen!), Herr Kollege Wabl, bei allen Expertinnen und Experten bedanken, die uns in den Ausschußberatungen zur Verfügung gestanden sind und denen wir nach diesen Ausschußberatungen ein entsprechend höheres Maß an Wissen verdanken.
Abg. Wabl: Das verstehe ich!
Besonders bedanken möchte ich mich aber bei der Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Abg. Wabl: Das verstehe ich!) – es freut mich, daß Sie Verständnis dafür zeigen, Kollege Wabl –, denn es wurde durch die Novelle zur Änderung des Gentechnikgesetzes, welche sie im Dezember des Vorjahres zur Begutachtung ausgesandt hat, und die dazu eingelangten Stellungnahmen nicht nur dieser heute zu beschließende § 27-Antrag immens erleichtert, sondern es war aufgrund der legistischen Unterstützung von seiten ihres Ressorts auch möglich, innerhalb kurzer Zeit diesen Antrag umzusetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Besonders bedanken möchte ich mich aber bei der Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Abg. Wabl: Das verstehe ich!) – es freut mich, daß Sie Verständnis dafür zeigen, Kollege Wabl –, denn es wurde durch die Novelle zur Änderung des Gentechnikgesetzes, welche sie im Dezember des Vorjahres zur Begutachtung ausgesandt hat, und die dazu eingelangten Stellungnahmen nicht nur dieser heute zu beschließende § 27-Antrag immens erleichtert, sondern es war aufgrund der legistischen Unterstützung von seiten ihres Ressorts auch möglich, innerhalb kurzer Zeit diesen Antrag umzusetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der heute zu beschließende Kompromiß ist, wie ich meine, kein Erfolg für die eine oder die andere Fraktion, auch kein Erfolg für eine bestimmte Lobby, sondern es werden durch das heute zu beschließende Gesetz sozusagen Leitschienen der Rechtssicherheit auf dem Gebiet der Gentechnik geschaffen, die Ansprüche abgesichert und klare Regelungen für die Forschung, für die Wirtschaft, für die Wissenschaft, für die Biobauern, für die Arbeitskräfte und für die Konsumenten geschaffen. Insgesamt ist dieses Gesetz daher ein Erfolg für Österreich, und darauf können wir stolz sein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ja wenn Sie, meine Damen und Herren, damit meinen, daß man Volksbegehren in einen Ausschuß verweist, eine Debatte abführt, die man durchführen muß, weil das die Geschäftsordnung halt so vorschreibt, aber über die tatsächlichen Gesetzesänderungen nach wie vor im Hinterzimmer diskutiert wird – die werden von den Gentechniklobbyisten alleine geschrieben, darüber dürfen nicht einmal die Oppositionsabgeordneten vorher Informationen bekommen –, und wenn Sie eine solche Vorgangsweise als demokratiepolitisch redlich und als einen Fortschritt im Vergleich zu 1994 bezeichnen, dann muß ich Ihnen wirklich sagen: Wir haben eine grundsätzlich unterschiedliche Auffassung von demokratischer Auseinandersetzung und von Parlamentarismus. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Das ist nicht die Vorgangsweise, die wir uns vorstellen, wie man mit Sorgen von 1,27 Millionen Menschen umgeht.
Abg. Rauch-Kallat: Das ist Demokratie!
Sie haben natürlich formal die Proponenten in den Ausschuß eingeladen. Sie konnten dort reden, sie konnten dort ihre Anliegen vorbringen. Doch was wurde dort wirklich gemacht? – Es haben Experten gesprochen, das war hochinteressant, und das Ganze könnte man zusammenfassen und in einem Band über unterschiedliche Ansichten zu verschiedenen Themenbereichen publizieren. (Abg. Rauch-Kallat: Das ist Demokratie!) Das ist Demokratie, Frau Abgeordnete, genau, Sie verstehen das unter Demokratie: Man darf hinkommen, man darf die Hand heben, man darf ein bisserl was sagen, dem zwar wenig zugehört wird – aber die wirklichen Vorhaben, die wirklichen Entscheidungen werden nicht im Ausschuß diskutiert.
Abg. Tichy-Schreder: Sie aber auch nicht!
Sie haben uns damals den eigentlichen Gesetzesantrag eine Stunde vor der letzten Ausschußsitzung übermittelt. Wir können ja noch froh darüber sein, daß Sie ihn uns nicht unmittelbar im Ausschuß gegeben haben. Sie haben nie mit uns substantiell – weder mit den Oppositionsparteien noch mit den Initiatoren des Volksbegehrens – die konkreten Gesetzesänderungen durchdiskutiert, das wollten Sie auch gar nicht. (Abg. Tichy-Schreder: Sie aber auch nicht!) Die hat Herr Dr. Zacherl für Sie geschrieben und andere Gentechnikexperten und Juristen aus den verschiedenen Ressorts. Im Ausschuß ist das nie passiert, dieser Ausschuß hat sich nie konkret mit den Gesetzesänderungen auseinandersetzen können, das war fachlich und sachlich überhaupt nicht möglich. Wir haben fast ein Jahr lang über die einzelnen Bereiche debattiert: Freisetzung hier und gentechnikfreie Lebensmittel ja oder nein? dort, das wurde getan. Aber wenn es um die Substanz geht, wollen Sie unter sich bleiben, denn da fürchten Sie sich offensichtlich davor, daß von den Initiatoren des Volksbegehrens und auch von den Vertretern der Oppositionsparteien gute und konkrete Vorschläge gemacht werden.
Beifall bei den Grünen.
Uns ist daran gelegen – Kollege Barmüller hat das schon ausgeführt –, daß es zu einem Interessenausgleich kommt. Uns wäre daran gelegen, daß Sie die Ängste, die Anliegen derjenigen, die das Volksbegehren unterzeichnet haben, wirklich ernst nehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lukesch: Sie hätten doch Abänderungsanträge einbringen können!
Herr Abgeordneter Lukesch, Sie schütteln den Kopf. Sie sind es so gewohnt, ein Abgeordneter einer Mehrheitspartei und einer Regierungspartei zu sein, daß Sie überhaupt keine Ahnung haben, wie es eigentlich wäre, Opposition und auch Initiatoren eines Volksbegehrens in die Beratungen wirklich mit einzubeziehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lukesch: Sie hätten doch Abänderungsanträge einbringen können!)
Beifall bei den Grünen
Warum sind denn die Initiatoren und auch die Grünen im Dezember aus dem Ausschuß ausgezogen? – Weil, während wir über einen Entschließungsantrag verhandelt haben, der ursprünglich von den Sozialdemokraten kam und in weiten Bereichen mit den Vorstellungen der Frau Ministerin Prammer übereingestimmt hat und weit umfassender war als das, was heute hier beschlossen werden soll, im Nebenzimmer Ihr Experte Dr. Zacherl und einige andere Vertreter der Ministerien an den konkreten Bestimmungen gearbeitet und überhaupt keine Informationen darüber weitergegeben haben. Dieser Ausschuß war eine Farce, und deshalb sind damals im Dezember sowohl die Initiatoren des Volksbegehrens als auch die Grünen ausgezogen, um öffentlich zu demonstrieren, daß die Anliegen nicht ernst genommen werden (Beifall bei den Grünen), daß hier nicht substantiell verhandelt wird, daß hier nur Schaumschlägerei betrieben und dann so getan wird, als wäre der Demokratie wirklich voll gedient worden, als wären die Anliegen der Unterzeichner ernst genommen worden. Das war nicht so.
Beifall bei den Grünen.
Trotzdem kommen Sie hier heraus – und das ist blanker Populismus – und sagen, das sei eine Technologie, die Arbeitsplätze schaffe. (Beifall bei den Grünen.) Nein, das ist sie nicht! Das ist eine Technologie, die in den Bereichen, um die es uns hier heute geht, nämlich in den Bereichen Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie, Arbeitsplätze vernichtet und nicht Arbeitsplätze schafft.
Abg. Kröll: Sie sind ja Volksvertreter!
Im Bereich der Bürgerbeteiligung, der so wichtig ist, weil Sie damit tatsächlich einen Interessenausgleich hätten schaffen können, haben Sie die Mindestforderungen nicht erfüllt. Ja, die Gemeinde, das Bundesland haben jetzt Parteienstellung, und das ist ein Fortschritt zu früher. Aber die Notwendigkeit, Bürgerinitiativen, einzelne Bürger leicht zur Parteienstellung kommen zu lassen, die haben Sie unberücksichtigt gelassen. Und es scheint so, als ob man die Bürgermeister, die meist entweder von ÖVP oder SPÖ sind und über die man schon irgendwie die Hand halten kann, in das Verfahren einbindet (Abg. Kröll: Sie sind ja Volksvertreter!), aber Verbände, Bürgerinitiativen nach wie vor außer acht gelassen würden. Gerade um diese hätte man sich aber kümmern müssen, wenn es darum geht, einen Interessenausgleich und eine konfliktfreie Abwicklung zukünftiger Verfahren zustande zu bringen.
Abg. Mag. Haupt: Der Entwurf war besser als das, was nachgekommen ist!
Die Haftungsregelung ist völlig ungenügend. Mein Vorredner hat sich beim Justizminister dafür bedankt; ich muß sagen, ich weiß nicht, wie ernst er das meint. (Abg. Mag. Haupt: Der Entwurf war besser als das, was nachgekommen ist!) Ich bedanke mich auch bei ihm, aber für seinen Vorschlag; er war nämlich sehr gut und viel weiter gehender als das, was hier heute beschlossen wird.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Barmüller.
†Abgeordnete Ing. Monika Langthaler¦ (fortsetzend): Herr Präsident, ich komme zum Schlußsatz. – Man kann folgendermaßen zusammenfassen: Es ist nicht gelungen, einen Interessenausgleich zu finden, es ist nicht gelungen, die Ängste der Bevölkerung wirklich zu berücksichtigen. Das heutige Ergebnis ist eine Enttäuschung für alle, die vor einem Jahr das Volksbegehren unterschrieben haben (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Barmüller.)
Abg. Mag. Barmüller: Na bitte!
†Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz Mag. Barbara Prammer¦: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Lassen Sie mich zunächst auf einige Aussagen von Vorrednerinnen und Vorredner eingehen. Es wurde sowohl von Frau Abgeordneter Langthaler als auch von Herrn Abgeordneten Barmüller gesagt, daß Verhandlungen unter Ausschluß der Opposition geführt wurden. Ich bedauere zutiefst, daß die Opposition jedes Mal gerade dann, wenn in die Diskussion eingegangen wurde, den Ausschuß verlassen hat. (Abg. Mag. Barmüller: Na bitte!) Und gerade in der letzten Ausschußsitzung, in der sehr engagiert über die sehr spezielle und sehr spezifische Angelegenheit der Haftung diskutiert wurde, war die Opposition nicht dabei. (Abg. Ing. Langthaler: Am Tag des Ausschusses haben wir den Antrag bekommen! Eine Stunde vor dem Ausschuß!)
Abg. Ing. Langthaler: Am Tag des Ausschusses haben wir den Antrag bekommen! Eine Stunde vor dem Ausschuß!
†Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz Mag. Barbara Prammer¦: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Lassen Sie mich zunächst auf einige Aussagen von Vorrednerinnen und Vorredner eingehen. Es wurde sowohl von Frau Abgeordneter Langthaler als auch von Herrn Abgeordneten Barmüller gesagt, daß Verhandlungen unter Ausschluß der Opposition geführt wurden. Ich bedauere zutiefst, daß die Opposition jedes Mal gerade dann, wenn in die Diskussion eingegangen wurde, den Ausschuß verlassen hat. (Abg. Mag. Barmüller: Na bitte!) Und gerade in der letzten Ausschußsitzung, in der sehr engagiert über die sehr spezielle und sehr spezifische Angelegenheit der Haftung diskutiert wurde, war die Opposition nicht dabei. (Abg. Ing. Langthaler: Am Tag des Ausschusses haben wir den Antrag bekommen! Eine Stunde vor dem Ausschuß!)
Abg. Hans Helmut Moser: Es geht darum, wie Sie mit der Opposition umgehen!
Frau Abgeordnete Langthaler! Es war tatsächlich eine sehr spannende Diskussion, und ich habe wirklich – das sage ich aus voller Überzeugung – zutiefst bedauert, daß Sie nicht dabei waren und diese Diskussion nicht mit geführt haben (Abg. Hans Helmut Moser: Es geht darum, wie Sie mit der Opposition umgehen!), weil die Materie tatsächlich eine sehr diffizile ist und weil auch schon Vorwegnahmen geschehen sind. Erst die Judikatur wird zeigen, wie mit den Haftungsbestimmungen in Zukunft umgegangen werden wird. (Abg. Mag. Barmüller: Frau Ministerin, warum schränken Sie dann die Parteienstellung in diesem Antrag ein?)
Abg. Mag. Barmüller: Frau Ministerin, warum schränken Sie dann die Parteienstellung in diesem Antrag ein?
Frau Abgeordnete Langthaler! Es war tatsächlich eine sehr spannende Diskussion, und ich habe wirklich – das sage ich aus voller Überzeugung – zutiefst bedauert, daß Sie nicht dabei waren und diese Diskussion nicht mit geführt haben (Abg. Hans Helmut Moser: Es geht darum, wie Sie mit der Opposition umgehen!), weil die Materie tatsächlich eine sehr diffizile ist und weil auch schon Vorwegnahmen geschehen sind. Erst die Judikatur wird zeigen, wie mit den Haftungsbestimmungen in Zukunft umgegangen werden wird. (Abg. Mag. Barmüller: Frau Ministerin, warum schränken Sie dann die Parteienstellung in diesem Antrag ein?)
Beifall bei der SPÖ.
Ich weiß, daß Österreich damit Neuland betritt. Es gibt nichts Vergleichbares in Europa, und wir können sehr, sehr stolz darauf sein, daß wir diesen Schritt gesetzt haben. (Beifall bei der SPÖ.) Ob er schon das Definitivum für alle Zeit und alle Zukunft ist, kann niemand – niemand hier im Hohen Haus, niemand hier auf dieser Regierungsbank – beantworten. Diesen Absolutheitsanspruch habe zumindest ich für mich nicht gepachtet.
Abg. Mag. Barmüller: Warum schränken Sie die Parteienstellung wieder ein im Gegensatz zu dem, was im Bericht steht?
Lassen Sie mich auch noch folgendes sagen: Sie reden von Interessenausgleich. Ich denke, die Ergebnisse haben genau den gewünschten Interessenausgleich zustande gebracht. (Abg. Mag. Barmüller: Warum schränken Sie die Parteienstellung wieder ein im Gegensatz zu dem, was im Bericht steht?) Ich hätte mir durchaus in einigen Bereichen das eine oder andere noch sehr gut vorstellen können, aber es war notwendig, einen Interessenausgleich durchzuführen: auf der einen Seite der Bevölkerung gegenüber, jenen, die Sorge haben, die skeptisch sind, die Risken sehen, und auf der anderen Seite denen gegenüber, die in der Wirtschaft, in der Wissenschaft tätig sind und hieraus Chancen für sich und auch für die Bevölkerung ableiten.
Abg. Ing. Langthaler: Das ist ja das Mindeste!
Ich glaube auch, daß es notwendig sein wird, mit der Bevölkerung verstärkt in den Dialog einzutreten (Abg. Ing. Langthaler: Das ist ja das Mindeste!) – übrigens ein Anliegen, das für mich von Anfang an wichtig war. Das habe ich ja auch immer von der Wirtschaft, von den Wissenschafterinnen und Wissenschaftern verlangt. Sie können sich nicht quasi in einen Raum ohne Fenster zurückziehen und dort ihre Arbeiten betreiben und zu Ergebnissen kommen. Sie müssen sich dem Dialog mit der Bevölkerung stellen. Angst läßt sich nicht anders nehmen als mit diesem Dialog. Vor allen Dingen – Frau Abgeordnete Langthaler hat es ja zitiert, da gebe ich Ihnen hundertprozentig recht – brauchen die Menschen Information, um abschätzen zu können, welche Chancen und welche Risken tatsächlich im einen und im anderen Fall stecken.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Österreich hat sich – und ich ganz besonders, ich habe da nie meinen Weg verlassen – für die Einzelfallentscheidung ausgesprochen. Und ich bin heute sehr, sehr glücklich darüber – der Tag ist ein Zufall, das konnte von uns nicht beeinflußt werden –, daß wir, dieses kleine Österreich mit dem exotischen Dasein, was die Gentechnik betrifft, uns gestern im Artikel-21-Ausschuß durchgesetzt haben, was das Importverbot für Genmais betrifft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Importverbot Österreichs wird weiterhin aufrecht bleiben. Die Angelegenheit muß wieder in den Rat, muß im Umweltministerrat im Juni wieder behandelt werden. Und wir, Kollege Bartenstein und ich, werden nicht aufhören, unser Lobbying in den einzelnen Mitgliedstaaten, was speziell diesen Mais betrifft, zu führen, weil es notwendig ist, differenziert vorzugehen. Dieser Mais hat tatsächlich Mängel, die ernst zu nehmen und nicht so einfach vom Tisch zu wischen sind. In anderen Fällen wird man wahrscheinlich zu ganz anderen Ergebnissen kommen und wird ganz andere Erkenntnisse gewinnen. Diese Einzelfallentscheidung ist etwas Wesentliches und Wichtiges, was Europa zum Nachdenken gebracht hat, weil es notwendig ist, da sensibel vorzugehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist ja längst entschieden!
Ich glaube auch, daß es wesentlich und interessant ist, wie die Frage betreffend die Kennzeichnung der Zusatzstoffe ausgehen wird. Und ich sage nach wie vor ... (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist ja längst entschieden!) Das ist nicht wahr, ich kann Ihnen die Letztinformation geben. Es ist der Entwurf der Zusatzstoffkennzeichnungsverordnung nach wie vor in Brüssel, zu einer neuerlichen Notifikation, weil auf Brüsseler Seite bedauerlicherweise, was Fristen und Amtsläufe betrifft, nicht sachgemäß vorgegangen wurde. Die Kommission hat zwar Antworten gegeben, aber nicht konkret auf das Verlangen um Notifizierung.
Abg. Mag. Schweitzer: Das sagt Farnleitner nicht! Warum will Farnleitner das nicht?
Wir werden sehen, wie die Entscheidung ausgeht, denn eines ist sicher: Umfassende Kennzeichnung muß eine tatsächliche umfassende Kennzeichnung sein. Österreich wird auch weiterhin dafür werben, daß nicht nur Teilprodukte gekennzeichnet werden, damit wir das, was wir den Menschen versprochen haben, nämlich wählen zu können, entscheiden zu können, auch wirklich garantieren können. (Abg. Mag. Schweitzer: Das sagt Farnleitner nicht! Warum will Farnleitner das nicht?) Das kann und darf nichts Gefährliches für die Wirtschaft sein! Warum soll sich die Wirtschaft davor fürchten, wo doch gerade jene, die diese Technik anwenden, so überzeugt davon sind, Gutes zu tun und den Menschen Gutes zu Verfügung zu stellen? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden sehen, wie die Entscheidung ausgeht, denn eines ist sicher: Umfassende Kennzeichnung muß eine tatsächliche umfassende Kennzeichnung sein. Österreich wird auch weiterhin dafür werben, daß nicht nur Teilprodukte gekennzeichnet werden, damit wir das, was wir den Menschen versprochen haben, nämlich wählen zu können, entscheiden zu können, auch wirklich garantieren können. (Abg. Mag. Schweitzer: Das sagt Farnleitner nicht! Warum will Farnleitner das nicht?) Das kann und darf nichts Gefährliches für die Wirtschaft sein! Warum soll sich die Wirtschaft davor fürchten, wo doch gerade jene, die diese Technik anwenden, so überzeugt davon sind, Gutes zu tun und den Menschen Gutes zu Verfügung zu stellen? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Die Arbeit ist für mich als zuständige Ministerin ganz sicher nicht beendet, sondern wird heute mit einem neuen Anfang fortgesetzt, mit einem für mich sehr positiven neuen Anfang, weil wesentliche Bestimmungen, die ich von Anfang an vermißt habe, heute und hier beschlossen werden sollen. Ich glaube, daß mit den Parteienstellungen, mit dem Öffnen und dem Neuzugang der wissenschaftlichen Ausschüsse, mit den Haftungsbestimmungen und mit vielem anderen mehr tatsächlich die Basis dafür geschaffen wurde, daß wir in Fairneß, in Offenheit und vor allen Dingen case by case, Fall für Fall, in Zukunft der Gentechnik gegenüberstehen werden. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Schweitzer: Was bleibt übrig?
†Bundesminister für Justiz Dr. Nikolaus Michalek¦: Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Im Sinne des mir vom Nationalrat im Dezember erteilten Auftrages zur Vorlage von Haftungsregelungen im Rahmen des Gentechnikgesetzes bis 15. April habe ich einen aufgrund der Ergebnisse des Begutachtungsverfahrens zum Ministerialentwurf und unter Berücksichtigung weiterer Beratungen auf Expertenebene modifizierten Gesetzentwurf zur Beschleunigung des Vorhabens und zur Erleichterung der parlamentarischen Prozeduren wunschgemäß dem Parlament direkt zur Verfügung gestellt. Dieser Gesetzestext ist auch in den heute vorliegenden Antrag eingeflossen. (Abg. Mag. Schweitzer: Was bleibt übrig?)
Abg. Mag. Stadler: Wie ist das mit Amerika?
Nun zu den eigentlichen Haftungsregelungen im Gentechnikgesetz. Wenn auch der diesbezügliche Text im Selbständigen Antrag in einigen Punkten hinter dem Begutachtungsentwurf zurückbleibt, so müssen die nun vorgesehenen strengen Haftungsregelungen europaweit doch keinen Vergleich scheuen (Abg. Mag. Stadler: Wie ist das mit Amerika?) und gehen insbesondere über die im deutschen Gentechnikgesetz vorgesehenen Haftungsbestimmungen hinaus. (Abg. Mag. Stadler: Wie ist es mit Amerika?) So ist insbesondere die Haftung der Höhe nach unbeschränkt; alle Ersatzansprüche und insbesondere auch das Schmerzensgeld sind erfaßt, und die im Interesse des Geschädigten vorgesehenen Beweiserleichterungen kommen dem Betroffenen weit stärker entgegen, als dies im deutschen Recht der Fall ist.
Abg. Mag. Stadler: Wie ist es mit Amerika?
Nun zu den eigentlichen Haftungsregelungen im Gentechnikgesetz. Wenn auch der diesbezügliche Text im Selbständigen Antrag in einigen Punkten hinter dem Begutachtungsentwurf zurückbleibt, so müssen die nun vorgesehenen strengen Haftungsregelungen europaweit doch keinen Vergleich scheuen (Abg. Mag. Stadler: Wie ist das mit Amerika?) und gehen insbesondere über die im deutschen Gentechnikgesetz vorgesehenen Haftungsbestimmungen hinaus. (Abg. Mag. Stadler: Wie ist es mit Amerika?) So ist insbesondere die Haftung der Höhe nach unbeschränkt; alle Ersatzansprüche und insbesondere auch das Schmerzensgeld sind erfaßt, und die im Interesse des Geschädigten vorgesehenen Beweiserleichterungen kommen dem Betroffenen weit stärker entgegen, als dies im deutschen Recht der Fall ist.
Abg. Mag. Stadler: Aber schwieriger wird es!
Viele heute hier und in früheren Presseaussendungen geäußerte Kritiken an den Haftungsregelungen, die im Selbständigen Antrag enthalten sind, kann ich nicht nachvollziehen. Vor allem kann keine Rede davon sein, daß die vorgesehenen Regelungen hinter geltendem Recht oder geltender Rechtsprechung zurückbleiben. Frau Abgeordnete Langthaler! Wenn beispielsweise der entgangene Gewinn anders als im Begutachtungsentwurf nicht mehr ausdrücklich als ersatzpflichtig erwähnt wird, so heißt dies selbstverständlich nicht, daß der betroffene Nachbar, Liegenschaftseigentümer den entgangenen Gewinn im Rahmen eines Ausgleichsanspruchs überhaupt nicht ersetzt erhielte. (Abg. Mag. Stadler: Aber schwieriger wird es!) Es geschieht allerdings weiterhin nicht auf der Grundlage des Gentechnikgesetzes (Abg. Ing. Langthaler: Ja, aber warum?), sondern – so wie bisher – auf der Grundlage der durch die Haftungsregelungen unberührt bleibenden allgemeinen Bestimmungen des § 364a ABGB. (Abg. Mag. Stadler: Ich werde Ihnen etwas erzählen dazu! – Abg. Mag. Schweitzer: Ihr Entwurf war ja gut!) – Ich sage ja nur, daß man nicht sagen kann, daß es das überhaupt nicht mehr gibt. Es gibt das nach wie vor. (Abg. Mag. Stadler: Schwieriger ist es halt!) Überhaupt ist die Frage der Ersatzpflicht für entgangenen Gewinn aus der Sicht des Schadenersatzrechtes nicht von allzu großer praktischer Bedeutung (Zwischenrufe der Abg. Ing. Langthaler), da der Oberste Gerichtshof Ansprüche, die man gemeinhin als entgangenen Gewinn qualifiziert, ohnehin sehr weitgehend als positiven Schaden zuerkennt. (Abg. Ing. Langthaler: Ja, eben!) Das bleibt!
Abg. Ing. Langthaler: Ja, aber warum?
Viele heute hier und in früheren Presseaussendungen geäußerte Kritiken an den Haftungsregelungen, die im Selbständigen Antrag enthalten sind, kann ich nicht nachvollziehen. Vor allem kann keine Rede davon sein, daß die vorgesehenen Regelungen hinter geltendem Recht oder geltender Rechtsprechung zurückbleiben. Frau Abgeordnete Langthaler! Wenn beispielsweise der entgangene Gewinn anders als im Begutachtungsentwurf nicht mehr ausdrücklich als ersatzpflichtig erwähnt wird, so heißt dies selbstverständlich nicht, daß der betroffene Nachbar, Liegenschaftseigentümer den entgangenen Gewinn im Rahmen eines Ausgleichsanspruchs überhaupt nicht ersetzt erhielte. (Abg. Mag. Stadler: Aber schwieriger wird es!) Es geschieht allerdings weiterhin nicht auf der Grundlage des Gentechnikgesetzes (Abg. Ing. Langthaler: Ja, aber warum?), sondern – so wie bisher – auf der Grundlage der durch die Haftungsregelungen unberührt bleibenden allgemeinen Bestimmungen des § 364a ABGB. (Abg. Mag. Stadler: Ich werde Ihnen etwas erzählen dazu! – Abg. Mag. Schweitzer: Ihr Entwurf war ja gut!) – Ich sage ja nur, daß man nicht sagen kann, daß es das überhaupt nicht mehr gibt. Es gibt das nach wie vor. (Abg. Mag. Stadler: Schwieriger ist es halt!) Überhaupt ist die Frage der Ersatzpflicht für entgangenen Gewinn aus der Sicht des Schadenersatzrechtes nicht von allzu großer praktischer Bedeutung (Zwischenrufe der Abg. Ing. Langthaler), da der Oberste Gerichtshof Ansprüche, die man gemeinhin als entgangenen Gewinn qualifiziert, ohnehin sehr weitgehend als positiven Schaden zuerkennt. (Abg. Ing. Langthaler: Ja, eben!) Das bleibt!
Abg. Mag. Stadler: Ich werde Ihnen etwas erzählen dazu! – Abg. Mag. Schweitzer: Ihr Entwurf war ja gut!
Viele heute hier und in früheren Presseaussendungen geäußerte Kritiken an den Haftungsregelungen, die im Selbständigen Antrag enthalten sind, kann ich nicht nachvollziehen. Vor allem kann keine Rede davon sein, daß die vorgesehenen Regelungen hinter geltendem Recht oder geltender Rechtsprechung zurückbleiben. Frau Abgeordnete Langthaler! Wenn beispielsweise der entgangene Gewinn anders als im Begutachtungsentwurf nicht mehr ausdrücklich als ersatzpflichtig erwähnt wird, so heißt dies selbstverständlich nicht, daß der betroffene Nachbar, Liegenschaftseigentümer den entgangenen Gewinn im Rahmen eines Ausgleichsanspruchs überhaupt nicht ersetzt erhielte. (Abg. Mag. Stadler: Aber schwieriger wird es!) Es geschieht allerdings weiterhin nicht auf der Grundlage des Gentechnikgesetzes (Abg. Ing. Langthaler: Ja, aber warum?), sondern – so wie bisher – auf der Grundlage der durch die Haftungsregelungen unberührt bleibenden allgemeinen Bestimmungen des § 364a ABGB. (Abg. Mag. Stadler: Ich werde Ihnen etwas erzählen dazu! – Abg. Mag. Schweitzer: Ihr Entwurf war ja gut!) – Ich sage ja nur, daß man nicht sagen kann, daß es das überhaupt nicht mehr gibt. Es gibt das nach wie vor. (Abg. Mag. Stadler: Schwieriger ist es halt!) Überhaupt ist die Frage der Ersatzpflicht für entgangenen Gewinn aus der Sicht des Schadenersatzrechtes nicht von allzu großer praktischer Bedeutung (Zwischenrufe der Abg. Ing. Langthaler), da der Oberste Gerichtshof Ansprüche, die man gemeinhin als entgangenen Gewinn qualifiziert, ohnehin sehr weitgehend als positiven Schaden zuerkennt. (Abg. Ing. Langthaler: Ja, eben!) Das bleibt!
Abg. Mag. Stadler: Schwieriger ist es halt!
Viele heute hier und in früheren Presseaussendungen geäußerte Kritiken an den Haftungsregelungen, die im Selbständigen Antrag enthalten sind, kann ich nicht nachvollziehen. Vor allem kann keine Rede davon sein, daß die vorgesehenen Regelungen hinter geltendem Recht oder geltender Rechtsprechung zurückbleiben. Frau Abgeordnete Langthaler! Wenn beispielsweise der entgangene Gewinn anders als im Begutachtungsentwurf nicht mehr ausdrücklich als ersatzpflichtig erwähnt wird, so heißt dies selbstverständlich nicht, daß der betroffene Nachbar, Liegenschaftseigentümer den entgangenen Gewinn im Rahmen eines Ausgleichsanspruchs überhaupt nicht ersetzt erhielte. (Abg. Mag. Stadler: Aber schwieriger wird es!) Es geschieht allerdings weiterhin nicht auf der Grundlage des Gentechnikgesetzes (Abg. Ing. Langthaler: Ja, aber warum?), sondern – so wie bisher – auf der Grundlage der durch die Haftungsregelungen unberührt bleibenden allgemeinen Bestimmungen des § 364a ABGB. (Abg. Mag. Stadler: Ich werde Ihnen etwas erzählen dazu! – Abg. Mag. Schweitzer: Ihr Entwurf war ja gut!) – Ich sage ja nur, daß man nicht sagen kann, daß es das überhaupt nicht mehr gibt. Es gibt das nach wie vor. (Abg. Mag. Stadler: Schwieriger ist es halt!) Überhaupt ist die Frage der Ersatzpflicht für entgangenen Gewinn aus der Sicht des Schadenersatzrechtes nicht von allzu großer praktischer Bedeutung (Zwischenrufe der Abg. Ing. Langthaler), da der Oberste Gerichtshof Ansprüche, die man gemeinhin als entgangenen Gewinn qualifiziert, ohnehin sehr weitgehend als positiven Schaden zuerkennt. (Abg. Ing. Langthaler: Ja, eben!) Das bleibt!
Zwischenrufe der Abg. Ing. Langthaler
Viele heute hier und in früheren Presseaussendungen geäußerte Kritiken an den Haftungsregelungen, die im Selbständigen Antrag enthalten sind, kann ich nicht nachvollziehen. Vor allem kann keine Rede davon sein, daß die vorgesehenen Regelungen hinter geltendem Recht oder geltender Rechtsprechung zurückbleiben. Frau Abgeordnete Langthaler! Wenn beispielsweise der entgangene Gewinn anders als im Begutachtungsentwurf nicht mehr ausdrücklich als ersatzpflichtig erwähnt wird, so heißt dies selbstverständlich nicht, daß der betroffene Nachbar, Liegenschaftseigentümer den entgangenen Gewinn im Rahmen eines Ausgleichsanspruchs überhaupt nicht ersetzt erhielte. (Abg. Mag. Stadler: Aber schwieriger wird es!) Es geschieht allerdings weiterhin nicht auf der Grundlage des Gentechnikgesetzes (Abg. Ing. Langthaler: Ja, aber warum?), sondern – so wie bisher – auf der Grundlage der durch die Haftungsregelungen unberührt bleibenden allgemeinen Bestimmungen des § 364a ABGB. (Abg. Mag. Stadler: Ich werde Ihnen etwas erzählen dazu! – Abg. Mag. Schweitzer: Ihr Entwurf war ja gut!) – Ich sage ja nur, daß man nicht sagen kann, daß es das überhaupt nicht mehr gibt. Es gibt das nach wie vor. (Abg. Mag. Stadler: Schwieriger ist es halt!) Überhaupt ist die Frage der Ersatzpflicht für entgangenen Gewinn aus der Sicht des Schadenersatzrechtes nicht von allzu großer praktischer Bedeutung (Zwischenrufe der Abg. Ing. Langthaler), da der Oberste Gerichtshof Ansprüche, die man gemeinhin als entgangenen Gewinn qualifiziert, ohnehin sehr weitgehend als positiven Schaden zuerkennt. (Abg. Ing. Langthaler: Ja, eben!) Das bleibt!
Abg. Ing. Langthaler: Ja, eben!
Viele heute hier und in früheren Presseaussendungen geäußerte Kritiken an den Haftungsregelungen, die im Selbständigen Antrag enthalten sind, kann ich nicht nachvollziehen. Vor allem kann keine Rede davon sein, daß die vorgesehenen Regelungen hinter geltendem Recht oder geltender Rechtsprechung zurückbleiben. Frau Abgeordnete Langthaler! Wenn beispielsweise der entgangene Gewinn anders als im Begutachtungsentwurf nicht mehr ausdrücklich als ersatzpflichtig erwähnt wird, so heißt dies selbstverständlich nicht, daß der betroffene Nachbar, Liegenschaftseigentümer den entgangenen Gewinn im Rahmen eines Ausgleichsanspruchs überhaupt nicht ersetzt erhielte. (Abg. Mag. Stadler: Aber schwieriger wird es!) Es geschieht allerdings weiterhin nicht auf der Grundlage des Gentechnikgesetzes (Abg. Ing. Langthaler: Ja, aber warum?), sondern – so wie bisher – auf der Grundlage der durch die Haftungsregelungen unberührt bleibenden allgemeinen Bestimmungen des § 364a ABGB. (Abg. Mag. Stadler: Ich werde Ihnen etwas erzählen dazu! – Abg. Mag. Schweitzer: Ihr Entwurf war ja gut!) – Ich sage ja nur, daß man nicht sagen kann, daß es das überhaupt nicht mehr gibt. Es gibt das nach wie vor. (Abg. Mag. Stadler: Schwieriger ist es halt!) Überhaupt ist die Frage der Ersatzpflicht für entgangenen Gewinn aus der Sicht des Schadenersatzrechtes nicht von allzu großer praktischer Bedeutung (Zwischenrufe der Abg. Ing. Langthaler), da der Oberste Gerichtshof Ansprüche, die man gemeinhin als entgangenen Gewinn qualifiziert, ohnehin sehr weitgehend als positiven Schaden zuerkennt. (Abg. Ing. Langthaler: Ja, eben!) Das bleibt!
Abg. Mag. Stadler – applaudierend –: Zwischenrede! Bravo! – Abg. Ing. Langthaler: Mein Zwischenruf war, Herr Bundesminister: Wie Sie selbst sagen, ... progressiver! Warum schreibt man das dann nicht ins Gentechnikgesetz hinein! – Weitere Zwischenrufe.
†Präsident Dr. Heinz Fischer¦: Herr Minister! Gestatten Sie einen Zwischenruf der Frau Abgeordneten Langthaler? – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Mag. Stadler – applaudierend –: Zwischenrede! Bravo! – Abg. Ing. Langthaler: Mein Zwischenruf war, Herr Bundesminister: Wie Sie selbst sagen, ... progressiver! Warum schreibt man das dann nicht ins Gentechnikgesetz hinein! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Langthaler: Nicht der Rechtslage, der Rechtsprechung!
†Bundesminister für Justiz Dr. Nikolaus Michalek¦ (fortsetzend): Ich wende mich gegen die Äußerung, daß dieser Text gegenüber der derzeitigen Rechtslage oder Rechtsprechung ein Rückschritt ist. (Abg. Ing. Langthaler: Nicht der Rechtslage, der Rechtsprechung!) Es wird an der derzeitigen Rechtslage und Rechtsprechung nichts geändert. Gegen anderslautende Aussagen habe ich mich gewendet. Daß wir im Begutachtungsentwurf etwas anderes hatten, habe ich damit nicht verschwiegen. (Abg. Mag. Stadler: Wären Sie beharrlich geblieben, Herr Minister, wäre es besser gewesen!) Beharrlich ...! – Wollen noch weitere zwischenrufen? (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie eine Zwischenrede gestatten! – Abg. Mag. Schweitzer: Von Ihrem Entwurf ist nicht viel geblieben, Herr Minister!)
Abg. Mag. Stadler: Wären Sie beharrlich geblieben, Herr Minister, wäre es besser gewesen!
†Bundesminister für Justiz Dr. Nikolaus Michalek¦ (fortsetzend): Ich wende mich gegen die Äußerung, daß dieser Text gegenüber der derzeitigen Rechtslage oder Rechtsprechung ein Rückschritt ist. (Abg. Ing. Langthaler: Nicht der Rechtslage, der Rechtsprechung!) Es wird an der derzeitigen Rechtslage und Rechtsprechung nichts geändert. Gegen anderslautende Aussagen habe ich mich gewendet. Daß wir im Begutachtungsentwurf etwas anderes hatten, habe ich damit nicht verschwiegen. (Abg. Mag. Stadler: Wären Sie beharrlich geblieben, Herr Minister, wäre es besser gewesen!) Beharrlich ...! – Wollen noch weitere zwischenrufen? (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie eine Zwischenrede gestatten! – Abg. Mag. Schweitzer: Von Ihrem Entwurf ist nicht viel geblieben, Herr Minister!)
Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie eine Zwischenrede gestatten! – Abg. Mag. Schweitzer: Von Ihrem Entwurf ist nicht viel geblieben, Herr Minister!
†Bundesminister für Justiz Dr. Nikolaus Michalek¦ (fortsetzend): Ich wende mich gegen die Äußerung, daß dieser Text gegenüber der derzeitigen Rechtslage oder Rechtsprechung ein Rückschritt ist. (Abg. Ing. Langthaler: Nicht der Rechtslage, der Rechtsprechung!) Es wird an der derzeitigen Rechtslage und Rechtsprechung nichts geändert. Gegen anderslautende Aussagen habe ich mich gewendet. Daß wir im Begutachtungsentwurf etwas anderes hatten, habe ich damit nicht verschwiegen. (Abg. Mag. Stadler: Wären Sie beharrlich geblieben, Herr Minister, wäre es besser gewesen!) Beharrlich ...! – Wollen noch weitere zwischenrufen? (Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie eine Zwischenrede gestatten! – Abg. Mag. Schweitzer: Von Ihrem Entwurf ist nicht viel geblieben, Herr Minister!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bin der Meinung, daß die künftige Gentechnik-Haftung auch in der Fassung des vorliegenden Antrags in ihrem Anwendungsbereich, nämlich der Erweiterung und Erprobung von GVOs, den Sorgen und Ängsten der Bevölkerung, wie sie im Gentechnik-Volksbegehren manifestiert wurden, Rechnung trägt. Sie ist vor allem aufgrund der Regelung des Haftungsumfanges, der Kausalitätsvermutung, der Auskunftspflichten des Betreibers und der Verpflichtung zur Deckungsvorsorge durchaus, wenn ich so sagen darf, geschädigtenfreundlich, indem sie das Erreichen eines Schadensausgleichs erheblich erleichtern und damit auch die ihr zugedachte Präventivfunktion entfalten wird. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Langthaler: Das spricht aber nicht unbedingt für diese Industrie!
Lassen Sie mich ergänzend die Herren zitieren, die in dieser Studie schreiben – und das paßt eben nicht in Ihr Konzept der Gentechnik- und Biotechnikindustrie: grenzenlose Profitgier, rasches Abkassieren, rasche Dividenden; das haben Sie vom Rednerpult des Hohen Hauses aus gesagt –, daß in den USA nur 3 Prozent dieser Industrie heute rentabel arbeiten, 97 Prozent Verluste produzieren und nur 10 bis 15 Prozent der Unternehmen in diesem Bereich eine Überlebenschance haben. (Abg. Ing. Langthaler: Das spricht aber nicht unbedingt für diese Industrie!) – Sagen Sie das bitte auch dazu, wenn Sie davon sprechen, daß in diesem Bereich rasch abkassiert werden soll, rasch Dividenden lukriert werden sollen!
Abg. Mag. Stadler: Die haben aber ein sehr strenges Produkthaftungsrecht!
Diese Novelle zum Gentechnikgesetz beinhaltet ja auch manches, was ein Hinterherhinken verhindern soll (Abg. Mag. Stadler: Die haben aber ein sehr strenges Produkthaftungsrecht!), da ich mich der Ansicht des Abgeordneten Gradwohl durchaus anschließe, nämlich daß es sich dabei um eine Zukunftstechnologie handelt. (Abg. Mag. Stadler: Die Amerikaner haben das schärfste Verursachungsprinzip der Welt!) Das, was Sie heute beschließen werden, dient nicht nur dazu, den Österreichern Sorgen und Ängste zu nehmen – zumindest den Versuch dazu zu unternehmen –, sondern es sollen auch Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine kontrollierte Entwicklung der Forschung und der wichtigen Industrie in diesem Bereich in Österreich auch in Zukunft ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Die Amerikaner haben das schärfste Verursachungsprinzip der Welt!
Diese Novelle zum Gentechnikgesetz beinhaltet ja auch manches, was ein Hinterherhinken verhindern soll (Abg. Mag. Stadler: Die haben aber ein sehr strenges Produkthaftungsrecht!), da ich mich der Ansicht des Abgeordneten Gradwohl durchaus anschließe, nämlich daß es sich dabei um eine Zukunftstechnologie handelt. (Abg. Mag. Stadler: Die Amerikaner haben das schärfste Verursachungsprinzip der Welt!) Das, was Sie heute beschließen werden, dient nicht nur dazu, den Österreichern Sorgen und Ängste zu nehmen – zumindest den Versuch dazu zu unternehmen –, sondern es sollen auch Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine kontrollierte Entwicklung der Forschung und der wichtigen Industrie in diesem Bereich in Österreich auch in Zukunft ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Novelle zum Gentechnikgesetz beinhaltet ja auch manches, was ein Hinterherhinken verhindern soll (Abg. Mag. Stadler: Die haben aber ein sehr strenges Produkthaftungsrecht!), da ich mich der Ansicht des Abgeordneten Gradwohl durchaus anschließe, nämlich daß es sich dabei um eine Zukunftstechnologie handelt. (Abg. Mag. Stadler: Die Amerikaner haben das schärfste Verursachungsprinzip der Welt!) Das, was Sie heute beschließen werden, dient nicht nur dazu, den Österreichern Sorgen und Ängste zu nehmen – zumindest den Versuch dazu zu unternehmen –, sondern es sollen auch Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine kontrollierte Entwicklung der Forschung und der wichtigen Industrie in diesem Bereich in Österreich auch in Zukunft ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Langthaler: Der war ja hier! Wir haben mit ihm geredet!
Ich schließe, sehr verehrte Frau Abgeordnete Langthaler, meine geschätzten Damen und Herren des Hohen Hauses, mit der Schätzung hinsichtlich der Arbeitsplätze, die die Herren von Prognos abgegeben haben und die auch in den richtigen Kontext gestellt gehört. (Abg. Ing. Langthaler: Der war ja hier! Wir haben mit ihm geredet!) Es gibt heute in Deutschland in diesem Bereich nur 20 000 Arbeitsplätze. Die Herren schätzen, daß innerhalb der nächsten vier Jahre – vier Jahre! – die Zahl der Arbeitsplätze um 40 000 bis 80 000, also auf das Drei- bis Fünffache, gesteigert werden kann – innerhalb von nur vier Jahren! (Abg. Ing. Langthaler: Aber nicht in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ...! Das sollten Sie als Chemiker schon wissen, Herr Minister!) – Ich würde Sie bitten, das bei nächster Gelegenheit in Ergänzung zu zitieren, um Ihr Zitat der Prognos-Studie zu vervollständigen.
Abg. Ing. Langthaler: Aber nicht in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ...! Das sollten Sie als Chemiker schon wissen, Herr Minister!
Ich schließe, sehr verehrte Frau Abgeordnete Langthaler, meine geschätzten Damen und Herren des Hohen Hauses, mit der Schätzung hinsichtlich der Arbeitsplätze, die die Herren von Prognos abgegeben haben und die auch in den richtigen Kontext gestellt gehört. (Abg. Ing. Langthaler: Der war ja hier! Wir haben mit ihm geredet!) Es gibt heute in Deutschland in diesem Bereich nur 20 000 Arbeitsplätze. Die Herren schätzen, daß innerhalb der nächsten vier Jahre – vier Jahre! – die Zahl der Arbeitsplätze um 40 000 bis 80 000, also auf das Drei- bis Fünffache, gesteigert werden kann – innerhalb von nur vier Jahren! (Abg. Ing. Langthaler: Aber nicht in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ...! Das sollten Sie als Chemiker schon wissen, Herr Minister!) – Ich würde Sie bitten, das bei nächster Gelegenheit in Ergänzung zu zitieren, um Ihr Zitat der Prognos-Studie zu vervollständigen.
Beifall bei der ÖVP.
Im übrigen schließe ich mich den Ausführungen meiner Kollegin Prammer und meines Kollegen Michalek vollinhaltlich an. – Ich bedanke mich für die Worterteilung, sehr geehrter Herr Präsident. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
†Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch¦ (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Herren Bundesminister! Ich hatte ja immer schon den Verdacht, daß Frau Langthaler in heiklen Situationen nur die halbe Wahrheit sagt – um höflich zu bleiben. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Umso dankbarer bin ich dem Herrn Bundesminister dafür, daß er den zweiten Teil der Wahrheit jetzt betont hat.
Abg. Dr. Haselsteiner: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen! – weitere Zwischenrufe
Frau Langthaler! Sie haben Adorno zitiert, ich werde Ihnen ein Zitat eines anderen Philosophen entgegenhalten (Abg. Dr. Haselsteiner: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen! – weitere Zwischenrufe): In einer Situation, in der die Zukunft unsicher erscheint, ist der schlechteste aller Ratgeber die Angst. – Genau auf dieser Ebene hat sich jedoch die Diskussion in der Öffentlichkeit abgespielt. (Abg. Ing. Langthaler: Wer schürt denn die Angst mit den Arbeitsplätzen? – Sie tun das doch die ganze Zeit!) Wobei aber diese Zukunft, meine Damen und Herren, eigentlich nur das Nachholen eines Diskussionsprozesses ist, der in anderen Ländern – in den USA, aber auch in anderen europäischen Ländern (Abg. Ing. Langthaler: Weil Sie die Diskussion fünf Jahre verweigert haben!) – vor 10, 15 Jahren abgelaufen ist und dort – das muß man heute auch sagen – anders als in unserem Lande ausgegangen ist, da wir mit dem Vorsorgeprinzip wesentlich stärker in die gentechnische Forschung und Entwicklung eingegriffen haben, als das in anderen Ländern der Fall war. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Langthaler: Wer schürt denn die Angst mit den Arbeitsplätzen? – Sie tun das doch die ganze Zeit!
Frau Langthaler! Sie haben Adorno zitiert, ich werde Ihnen ein Zitat eines anderen Philosophen entgegenhalten (Abg. Dr. Haselsteiner: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen! – weitere Zwischenrufe): In einer Situation, in der die Zukunft unsicher erscheint, ist der schlechteste aller Ratgeber die Angst. – Genau auf dieser Ebene hat sich jedoch die Diskussion in der Öffentlichkeit abgespielt. (Abg. Ing. Langthaler: Wer schürt denn die Angst mit den Arbeitsplätzen? – Sie tun das doch die ganze Zeit!) Wobei aber diese Zukunft, meine Damen und Herren, eigentlich nur das Nachholen eines Diskussionsprozesses ist, der in anderen Ländern – in den USA, aber auch in anderen europäischen Ländern (Abg. Ing. Langthaler: Weil Sie die Diskussion fünf Jahre verweigert haben!) – vor 10, 15 Jahren abgelaufen ist und dort – das muß man heute auch sagen – anders als in unserem Lande ausgegangen ist, da wir mit dem Vorsorgeprinzip wesentlich stärker in die gentechnische Forschung und Entwicklung eingegriffen haben, als das in anderen Ländern der Fall war. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ing. Langthaler: Weil Sie die Diskussion fünf Jahre verweigert haben!
Frau Langthaler! Sie haben Adorno zitiert, ich werde Ihnen ein Zitat eines anderen Philosophen entgegenhalten (Abg. Dr. Haselsteiner: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen! – weitere Zwischenrufe): In einer Situation, in der die Zukunft unsicher erscheint, ist der schlechteste aller Ratgeber die Angst. – Genau auf dieser Ebene hat sich jedoch die Diskussion in der Öffentlichkeit abgespielt. (Abg. Ing. Langthaler: Wer schürt denn die Angst mit den Arbeitsplätzen? – Sie tun das doch die ganze Zeit!) Wobei aber diese Zukunft, meine Damen und Herren, eigentlich nur das Nachholen eines Diskussionsprozesses ist, der in anderen Ländern – in den USA, aber auch in anderen europäischen Ländern (Abg. Ing. Langthaler: Weil Sie die Diskussion fünf Jahre verweigert haben!) – vor 10, 15 Jahren abgelaufen ist und dort – das muß man heute auch sagen – anders als in unserem Lande ausgegangen ist, da wir mit dem Vorsorgeprinzip wesentlich stärker in die gentechnische Forschung und Entwicklung eingegriffen haben, als das in anderen Ländern der Fall war. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Frau Langthaler! Sie haben Adorno zitiert, ich werde Ihnen ein Zitat eines anderen Philosophen entgegenhalten (Abg. Dr. Haselsteiner: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen! – weitere Zwischenrufe): In einer Situation, in der die Zukunft unsicher erscheint, ist der schlechteste aller Ratgeber die Angst. – Genau auf dieser Ebene hat sich jedoch die Diskussion in der Öffentlichkeit abgespielt. (Abg. Ing. Langthaler: Wer schürt denn die Angst mit den Arbeitsplätzen? – Sie tun das doch die ganze Zeit!) Wobei aber diese Zukunft, meine Damen und Herren, eigentlich nur das Nachholen eines Diskussionsprozesses ist, der in anderen Ländern – in den USA, aber auch in anderen europäischen Ländern (Abg. Ing. Langthaler: Weil Sie die Diskussion fünf Jahre verweigert haben!) – vor 10, 15 Jahren abgelaufen ist und dort – das muß man heute auch sagen – anders als in unserem Lande ausgegangen ist, da wir mit dem Vorsorgeprinzip wesentlich stärker in die gentechnische Forschung und Entwicklung eingegriffen haben, als das in anderen Ländern der Fall war. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich kann sagen: Wir präsentieren heute ein Ergebnis, das die Sorgen der Wählerinnen und Wähler, die das Volksbegehren unterschrieben haben, sehr ernst nimmt. Es ist schon gesagt worden – und wurde von Ihnen von der Opposition nicht widerlegt; auch von Ihnen nicht, Herr Kollege Schweitzer! –, daß Österreich heute jenes Land ist, das von allen Ländern der Erde die strengsten Vorschriften und Auflagen sowie die breitesten Mitwirkungsrechte der Bevölkerung in Fragen der Gentechnik und Biotechnologie hat. Daran führt kein Weg vorbei, und das sollten Sie auch anerkennen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich kann man einwenden, daß die Forderungen der Betreiber des Volksbegehrens, so wie sie formuliert worden sind, nicht 1:1 umgesetzt wurden. Aber dazu möchte ich schon sagen – und ich zitiere aus der heutigen Ausgabe der „Kronen-Zeitung“ –, daß auch Frau Dr. Sima von „Global 2000“ gemeint hat, daß auch ihr klar war, daß diese Forderungen nicht 1:1 umzusetzen gewesen sind. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hätten wir das getan, hätten wir die Forderungen wirklich 1:1 umgesetzt, besonders die drei wesentlichen Forderungen, dann hätten wir uns von einem der zukunftsträchtigsten Zweige der Wissenschaft, der Forschung, aber auch der wirtschaftlichen Anwendung und Umsetzung abgekoppelt. Das kann doch nicht unser Ziel sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Ein Tiroler!
Frau Kollegin Langthaler! Entschuldigen Sie: Mir als Tiroler – und neben Ihnen sitzt der Kollege Van der Bellen, der auch sehr viel mit Tirol zu tun hat (Abg. Dr. Khol: Ein Tiroler!) – ist es eben nicht egal, ob die Firma Biochemie in Kundl mit ihren 2 000 Arbeitsplätzen in Tirol bleibt und produziert oder ob sie abwandert. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist doch die Alternative, die Sie einfach leugnen! (Abg. Ing. Langthaler: Nein! Das ist Ihre Angstmache!) Dort geht es um 2 000 qualitativ hochwertige Arbeitsplätze, das ergibt mit den Familien etwa 8 000 Menschen. Die wollen Sie aus unserem Land vertreiben! Da machen wir nicht mit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Kollegin Langthaler! Entschuldigen Sie: Mir als Tiroler – und neben Ihnen sitzt der Kollege Van der Bellen, der auch sehr viel mit Tirol zu tun hat (Abg. Dr. Khol: Ein Tiroler!) – ist es eben nicht egal, ob die Firma Biochemie in Kundl mit ihren 2 000 Arbeitsplätzen in Tirol bleibt und produziert oder ob sie abwandert. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist doch die Alternative, die Sie einfach leugnen! (Abg. Ing. Langthaler: Nein! Das ist Ihre Angstmache!) Dort geht es um 2 000 qualitativ hochwertige Arbeitsplätze, das ergibt mit den Familien etwa 8 000 Menschen. Die wollen Sie aus unserem Land vertreiben! Da machen wir nicht mit! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Langthaler: Nein! Das ist Ihre Angstmache!
Frau Kollegin Langthaler! Entschuldigen Sie: Mir als Tiroler – und neben Ihnen sitzt der Kollege Van der Bellen, der auch sehr viel mit Tirol zu tun hat (Abg. Dr. Khol: Ein Tiroler!) – ist es eben nicht egal, ob die Firma Biochemie in Kundl mit ihren 2 000 Arbeitsplätzen in Tirol bleibt und produziert oder ob sie abwandert. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist doch die Alternative, die Sie einfach leugnen! (Abg. Ing. Langthaler: Nein! Das ist Ihre Angstmache!) Dort geht es um 2 000 qualitativ hochwertige Arbeitsplätze, das ergibt mit den Familien etwa 8 000 Menschen. Die wollen Sie aus unserem Land vertreiben! Da machen wir nicht mit! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Kollegin Langthaler! Entschuldigen Sie: Mir als Tiroler – und neben Ihnen sitzt der Kollege Van der Bellen, der auch sehr viel mit Tirol zu tun hat (Abg. Dr. Khol: Ein Tiroler!) – ist es eben nicht egal, ob die Firma Biochemie in Kundl mit ihren 2 000 Arbeitsplätzen in Tirol bleibt und produziert oder ob sie abwandert. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist doch die Alternative, die Sie einfach leugnen! (Abg. Ing. Langthaler: Nein! Das ist Ihre Angstmache!) Dort geht es um 2 000 qualitativ hochwertige Arbeitsplätze, das ergibt mit den Familien etwa 8 000 Menschen. Die wollen Sie aus unserem Land vertreiben! Da machen wir nicht mit! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Langthaler: Genau! Ohne Bürgerbeteiligung!
In der Diskussion mit den Betreibern des Volksbegehrens hatte ich allerdings bei vielen Detailfragen den Eindruck, daß es ihnen gar nicht so sehr um die Umsetzung der einzelnen Forderungen geht, sondern vielmehr um eine prinzipielle, fundamentale Ablehnung der Gentechnik und Biotechnologie – so, wie wir das auch schon im Jahre 1994 erlebt haben, als wir ein sehr klares, sehr transparentes und stringentes Gentechnikgesetz beschlossen haben. (Abg. Ing. Langthaler: Genau! Ohne Bürgerbeteiligung!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Zum Schluß kommend, möchte ich sagen: Es ist schon richtig, daß die Erkenntnisse der Wissenschaft nicht immer zum Wohle der Menschheit genutzt worden sind. Ich widerspreche Ihnen aber, Herr Kollege Barmüller, wenn Sie meinen, daß wir Politiker in diesem Bereich ein wenig hilflos sind und daß das dazu führen wird, daß weitere Diskussionen und Verunsicherungen stattfinden. Ich finde, gerade in dem Bereich der Änderung des Gentechnikgesetzes hat die Politik eine führende Rolle eingenommen, und zwar im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten, Wissenschaft, Forschung und eine vernünftige Anwendung der Gentechnik zuzulassen, sie aber auch entsprechend zu kontrollieren. In diesem Sinne war die Vernunft der Leiter unserer Handlungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben dem Parlament einen völlig korrekten, richtigen und an unserer Rechtsordnung orientierten Entwurf zugeleitet, sind dann aber aus uns nicht erfindlichen Gründen in die Knie gegangen. Wir bedauern das, Herr Bundesminister! Wir bedauern, daß Sie sich von der ÖVP und einer wahrscheinlich sehr mächtigen Industrielobby in die Knie haben zwingen lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie wissen genau, daß dieses Gentechnikgesetz von den Gerichten in Zukunft nach der Lex-posterior-Regel und nach der Lex-specialis-Regel anzuwenden sein wird, daß dieses neue Gesetz die alten Normen überlagert und daß es dem betroffenen, dem geschädigten Bürger nahezu unmöglich gemacht wird, zu seinem Schadenersatz zu kommen. Meine Damen und Herren, das ist bedauerlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Da lachen ja die Hühner! Das ist Rechtsbruch!
Es zeigt auch, wie mächtig die Konzerne hier sind. Wenn etwa die Obergrenze für den Schadenersatz bei 300 000 S gezogen wird, meine Damen und Herren, dann ist das einfach zum Lachen. (Abg. Ing. Reichhold: Da lachen ja die Hühner! Das ist Rechtsbruch!) Wissen Sie, wieviel das für einen Konzern ist? – Es gibt Konzernherren, die gehen um 300 000 S abendessen! Und das ist die Obergrenze für den Schadenersatz für den kleinen Mann und für den Bürger, meine Damen und Herren. Das ist bedauerlich, das ist schändlich!
Abg. Dr. Lukesch, sich vom Platz erhebend: Aber jetzt kommt der Schluß!
Das Argument, das in diesem Zusammenhang immer wieder gebracht wird, daß die Konzerne dann nicht mehr in Österreich bleiben, daß die Gentechnikforschung nicht mehr stattfinden wird, hat der Herr Bundesminister Bartenstein selbst widerlegt. Er hat sehr richtig referiert, daß Amerika im Gentechnikbereich zehn Jahre Vorsprung hat. Meine Damen und Herren! Wissen Sie, daß Amerika eines der schärfsten Produkthaftungsrechte der gesamten Welt hat? – Und trotzdem ... (Abg. Dr. Lukesch, sich vom Platz erhebend: Aber jetzt kommt der Schluß!) – Eine Zwischenrede, gut. (Abg. Dr. Lukesch: Wie viele Schadenersatzprozesse wurden in gentechnischen Fragen in den USA angestrengt?! – Null, Null-Komma-Josef!)
Abg. Dr. Lukesch: Wie viele Schadenersatzprozesse wurden in gentechnischen Fragen in den USA angestrengt?! – Null, Null-Komma-Josef!
Das Argument, das in diesem Zusammenhang immer wieder gebracht wird, daß die Konzerne dann nicht mehr in Österreich bleiben, daß die Gentechnikforschung nicht mehr stattfinden wird, hat der Herr Bundesminister Bartenstein selbst widerlegt. Er hat sehr richtig referiert, daß Amerika im Gentechnikbereich zehn Jahre Vorsprung hat. Meine Damen und Herren! Wissen Sie, daß Amerika eines der schärfsten Produkthaftungsrechte der gesamten Welt hat? – Und trotzdem ... (Abg. Dr. Lukesch, sich vom Platz erhebend: Aber jetzt kommt der Schluß!) – Eine Zwischenrede, gut. (Abg. Dr. Lukesch: Wie viele Schadenersatzprozesse wurden in gentechnischen Fragen in den USA angestrengt?! – Null, Null-Komma-Josef!)
Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.
Meine Damen und Herren! Es ist Zynismus, der aus Ihnen spricht. Sie brauchen wahrscheinlich so wie im Atomrecht ein Gentechnik-Tschernobyl, bis Sie umdenken werden, bis Sie nicht mehr auf die Konzerne hören, sondern wieder den Bürger, die Schädigung und das Gefahrenpotential für den Bürger im Auge haben. (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.)
Abg. Dr. Krüger: Wenn ein Weg dazwischen ist, dann ist es kein Anrainer mehr!
Es ist bedauerlich, daß man in dem Abänderungsantrag der Kollegin Rauch-Kallat in der Frage, wer Parteienstellung im Verfahren bekommt, sogar hinter das Baurecht zurückgegangen ist. Schreiben Sie doch hinein, daß Sie nur den Anrainer mit Parteienstellung ausstatten wollen und nicht den Nachbarn. Im Baurecht ist der Nachbar jeder, der vom Bauwerk betroffen ist, jeder, der von Emissionen betroffen ist. Aber Sie haben hier nur den Anrainer vorgesehen. Nur den Anrainer, den unmittelbaren Grundstücksnachbarn! (Abg. Dr. Krüger: Wenn ein Weg dazwischen ist, dann ist es kein Anrainer mehr!) Wenn dazwischen ein Bacherl, eine Straße, ein Fußweg ist, dann ist er schon kein Anrainer mehr. Dann kann er sich brausen gehen, seine Parteienstellung ist dahin.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Man sieht, wie eng man die Rechte des Bürgers gestalten möchte und wie weit man das Betätigungsfeld für mächtige, aber angeblich so arme Konzerne offen hält. Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Das, was Sie heute beschließen, ist ein Konzernrecht und kein Recht für den Bürger! Das ist äußerst bedauerlich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Nichts Verhandelbares!
Sie gehen mit den Betreibern des Volksbegehrens in einer Art und Weise um, wie das die Frau Kollegin Langthaler bereits beschrieben hat: Die Teilnehmer der Koalitionsparteien ziehen sich zur Befehlsausgabe in das Nebenzimmer zurück, kommen dann zurück und sagen den Volksbegehrensbetreibern, was sie überhaupt noch weiter in der Diskussion einzubringen haben. (Abg. Mag. Schweitzer: Nichts Verhandelbares!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Zum ersten Mal, Herr Kollege Khol, haben sich die Betreiber dreier Volksbegehren zusammengeschlossen zu einer „Initiative Direkte Demokratie“ (der Redner hält eine Unterlage in die Höhe, die diese Überschrift trägt): die Betreiber des Frauen-Volksbegehrens, Frau Bundesministerin Prammer, des Gentechnik-Volksbegehrens und des Tierschutz-Volksbegehrens, und zwar deshalb, weil alle drei Volksbegehren von der Koalition mit Füßen getreten werden. Das ist das Ergebnis der Behandlung dieser Volksbegehren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sagen Sie doch dem Bürger, daß er zwar keine Rechte mehr hat, aber daß er sich dann wenigstens nicht auch noch diese riesigen Apparate mit unzähligen Privilegienbeziehern leisten muß. Meine Damen und Herren! Sagen Sie das den Leuten! Sagen Sie das, dann werden Sie von den Leuten zumindest ernst genommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gredler: Hätten Sie gestern zugestimmt!
Untersuchungsausschüsse werden nicht zugelassen. Das Kontrollrecht des Parlaments wird mit Füßen getreten. Der Rechnungshofunterausschuß – da sind die Grünen ebenfalls Leidtragende, so wie wir – ist zu einer Institution verkommen, mit der sich die Regierung ... (Abg. Dr. Gredler: Hätten Sie gestern zugestimmt!) Nein, meine liebe Frau Kollegin! Daß Sie sich hierher gestellt haben und für Ihr eigenes demokratiepolitisches Versagen auch noch den Bundespräsidenten verantwortlich machen wollten, das konnte ich nicht unterstützen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Barmüller: Umgefallen seid ihr in der Kurden-Frage!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Barmüller: Umgefallen seid ihr in der Kurden-Frage!
Untersuchungsausschüsse werden nicht zugelassen. Das Kontrollrecht des Parlaments wird mit Füßen getreten. Der Rechnungshofunterausschuß – da sind die Grünen ebenfalls Leidtragende, so wie wir – ist zu einer Institution verkommen, mit der sich die Regierung ... (Abg. Dr. Gredler: Hätten Sie gestern zugestimmt!) Nein, meine liebe Frau Kollegin! Daß Sie sich hierher gestellt haben und für Ihr eigenes demokratiepolitisches Versagen auch noch den Bundespräsidenten verantwortlich machen wollten, das konnte ich nicht unterstützen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Barmüller: Umgefallen seid ihr in der Kurden-Frage!)
Abg. Mag. Barmüller: Umgefallen!
Der Bundespräsident, ein direkt demokratisch gewähltes Organ, wird in seinen Rechten weiter beschnitten. Die letzte Novelle haben Sie vom Liberalen Forum ebenfalls mitgetragen. Das war die Novelle zum Oesterreichischen Nationalbankgesetz. So geht das tagtäglich. (Abg. Mag. Barmüller: Umgefallen!)
Abg. Mag. Barmüller: Sie wird nicht so weit hinuntergehen wie du!
Ich erinnere mich daran, daß die Versuche des Präsidenten Fischer, die Rechte des Bundespräsidenten beim EU-Begleitverfassungsgesetz weiter zu beschneiden, auch von Ihrer Fraktion unterstützt worden sind. Das habe ich noch sehr gut in Erinnerung. Und jetzt will Ihre Frau Bundespräsidentenkandidatin so tun, als würde sie eine starke Bundespräsidentin werden. – Aber in diese Verlegenheit wird sie nie kommen. Sie wird bei der Wahl kläglich untergehen, glauben Sie mir das. Sie wird wahrscheinlich noch hinter dem Richard Lugner zu liegen kommen. (Abg. Mag. Barmüller: Sie wird nicht so weit hinuntergehen wie du!)
Abg. Dr. Gredler: Oh! Schau, schau!
Meine Damen und Herren vom Liberalen Forum! Das zeigt die Doppelzüngigkeit, mit der Sie Politik betreiben – je nachdem, wie es Ihnen gerade paßt. Verstehen Sie mich: Deswegen ist die grüne Fraktion, die geschlossen eine Linie verfolgt, einfach noch der ernstere und ernstzunehmendere Ansprechpartner und, was das Gentechnikrecht anlangt, mit Sicherheit auch der kompetentere Ansprechpartner. (Abg. Dr. Gredler: Oh! Schau, schau!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
150 Jahre nach der Revolution von 1848 ist ein neues Biedermeiertum angesagt. Die kleinen „Mini-Metterniche“ sind wieder da – ob sie Einem oder Kostelka heißen, spielt gar keine Rolle mehr. Die kleinen „Mini-Metterniche“ sind wieder die, die das Sagen haben und die sich auf mächtige Lobbies stützen – nicht aber auf das Votum des Bürgers. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Meine Damen und Herren! Die Zensur der „Political Correctness“ ist es, die uns heute denken und reden verbieten soll. Das ist das Problem!
Abg. Dr. Kostelka: Redezeit!
Herr Bundesminister! Der Bürger ist daher von einer Demokratie, die so gestaltet wird, daß seine Rechte permanent abnehmen, während die Rechte mächtiger Lobbies permanent zunehmen, mehr und mehr enttäuscht. Ich halte das für einen schwer verantwortbaren (Abg. Dr. Kostelka: Redezeit!), für meine Fraktion jedenfalls nicht verantwortbaren Weg: weg von der Demokratie, weg vom Parlamentarismus und hin zu Oligarchien. Das ist etwas, was wir nicht wollen. (Abg. Dr. Kostelka: Redezeit!) – Bitte, das ist meine Redezeit. (Abg. Dr. Kostelka: Das Licht leuchtet!)
Abg. Dr. Kostelka: Redezeit!
Herr Bundesminister! Der Bürger ist daher von einer Demokratie, die so gestaltet wird, daß seine Rechte permanent abnehmen, während die Rechte mächtiger Lobbies permanent zunehmen, mehr und mehr enttäuscht. Ich halte das für einen schwer verantwortbaren (Abg. Dr. Kostelka: Redezeit!), für meine Fraktion jedenfalls nicht verantwortbaren Weg: weg von der Demokratie, weg vom Parlamentarismus und hin zu Oligarchien. Das ist etwas, was wir nicht wollen. (Abg. Dr. Kostelka: Redezeit!) – Bitte, das ist meine Redezeit. (Abg. Dr. Kostelka: Das Licht leuchtet!)
Abg. Dr. Kostelka: Das Licht leuchtet!
Herr Bundesminister! Der Bürger ist daher von einer Demokratie, die so gestaltet wird, daß seine Rechte permanent abnehmen, während die Rechte mächtiger Lobbies permanent zunehmen, mehr und mehr enttäuscht. Ich halte das für einen schwer verantwortbaren (Abg. Dr. Kostelka: Redezeit!), für meine Fraktion jedenfalls nicht verantwortbaren Weg: weg von der Demokratie, weg vom Parlamentarismus und hin zu Oligarchien. Das ist etwas, was wir nicht wollen. (Abg. Dr. Kostelka: Redezeit!) – Bitte, das ist meine Redezeit. (Abg. Dr. Kostelka: Das Licht leuchtet!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Herr Kollege Kostelka hat ein Licht entdeckt! Es ist ihm ein Lichtlein aufgegangen! Herr Kollege Kostelka, ich weiß nicht, ob Ihrem Bundesgeschäftsführer Rudas auch ein Lichtlein aufgegangen ist, als er sich die Buchhaltung durchgeschaut und entdeckt hat, daß Sie 33 Millionen Schilling überwiesen haben, die Sie nicht hätten überweisen dürfen. Herr Kollege Kostelka! Wissen Sie, Sie sollten sich nicht um meine Redezeit oder um die Redezeit meiner Fraktion kümmern. Kümmern Sie sich lieber um die Bürgerrechte, dann wird man Sie wieder ernst nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Schweitzer: Schwere Kriegsverletzung bei Kostelka!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Nunmehr gelangt Frau Abgeordnete Anna Huber zu Wort. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer: Schwere Kriegsverletzung bei Kostelka!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir Österreicher haben in der Europäischen Union den Boden für eine umfassende Kennzeichnung aufbereitet, nämlich eine Kennzeichnung mit allen Zusatzstoffen. Ich gratuliere insbesondere unserer Verbraucherschutzministerin für ihre außerordentlich konsequente Haltung, für ihre Zähigkeit und für ihr Durchsetzungsvermögen. Ihr ist es gelungen, das zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich begrüße daher ganz besonders die Informationsoffensive unserer Verbraucherschutzministerin. Es wird nämlich noch vieles auf uns zukommen, was derzeit noch gar nicht absehbar und abschätzbar ist. Daher halte ich es für besonders wichtig, daß wir uns als Gesetzgeber bemühen, die Entwicklungen in diesem Bereich der neuen Technologien sehr genau und sehr aufmerksam zu verfolgen und sofort, wenn dies nötig ist, Schranken und Sicherheitsmechanismen einzuschalten – zu unser aller Wohl und zu unser aller Schutz! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwemlein spricht mit der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Mag. Prammer
†Abgeordnete Dr. Martina Gredler¦ (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Frau Bundesministerin, ich bin mit Ihrer Äußerung, daß Sie es bedauert haben, daß nicht alle Ausschußmitglieder anwesend waren, als es um die Haftung gegangen ist, nicht einverstanden. Wie ich dem Ausschußprotokoll entnehme, haben Sie selbst gesagt, daß die Unterlagen unvollständig waren. Sie haben ausgeführt – das steht auf Seite 19 –: Die in Kürze vorliegenden Ergebnisse weisen den Weg in die richtige Richtung. – Also Sie verweisen auf Ergebnisse, die dem Ausschuß noch gar nicht vorliegen, und wundern sich dann darüber, daß die Ausschußmitglieder, die keine Diskussionsgrundlage haben, keine therapeutische Stunde mit Ihnen möchten, sondern erst die Grundlagen zur Verfügung haben wollen, um zu diskutieren beziehungsweise auch ihre Meinungen zu äußern. Ich finde das durchaus korrekt. Ich meine, sie werden ja nicht bezahlt, um mit Ihnen zu töpfern oder um eine nette Stunde zu verbringen, sondern es soll im Ausschuß auf einer Grundlage etwas geschaffen werden. Daß Sie sich dann beschweren und sagen, Sie sehen nicht ein, daß man sich der Diskussion verweigert, halte ich für besonders merkwürdig. Das sei Ihnen gesagt (Abg. Schwemlein spricht mit der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Mag. Prammer) – auch wenn Sie jetzt von Herrn Kollegen Schwemlein abgelenkt werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
†Abgeordnete Dr. Martina Gredler¦ (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Frau Bundesministerin, ich bin mit Ihrer Äußerung, daß Sie es bedauert haben, daß nicht alle Ausschußmitglieder anwesend waren, als es um die Haftung gegangen ist, nicht einverstanden. Wie ich dem Ausschußprotokoll entnehme, haben Sie selbst gesagt, daß die Unterlagen unvollständig waren. Sie haben ausgeführt – das steht auf Seite 19 –: Die in Kürze vorliegenden Ergebnisse weisen den Weg in die richtige Richtung. – Also Sie verweisen auf Ergebnisse, die dem Ausschuß noch gar nicht vorliegen, und wundern sich dann darüber, daß die Ausschußmitglieder, die keine Diskussionsgrundlage haben, keine therapeutische Stunde mit Ihnen möchten, sondern erst die Grundlagen zur Verfügung haben wollen, um zu diskutieren beziehungsweise auch ihre Meinungen zu äußern. Ich finde das durchaus korrekt. Ich meine, sie werden ja nicht bezahlt, um mit Ihnen zu töpfern oder um eine nette Stunde zu verbringen, sondern es soll im Ausschuß auf einer Grundlage etwas geschaffen werden. Daß Sie sich dann beschweren und sagen, Sie sehen nicht ein, daß man sich der Diskussion verweigert, halte ich für besonders merkwürdig. Das sei Ihnen gesagt (Abg. Schwemlein spricht mit der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Mag. Prammer) – auch wenn Sie jetzt von Herrn Kollegen Schwemlein abgelenkt werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schwemlein spricht nach wie vor mit Bundesministerin Mag. Prammer
Aber es geht weiter. Ich würde mir eigentlich wünschen, daß wir nicht im Plenum Abänderungsanträge zu 20 Punkten in diesem Gesetz bekommen. Entweder ist das in der Regierung akkordiert worden oder nicht. (Abg. Schwemlein spricht nach wie vor mit Bundesministerin Mag. Prammer ) – Herr Schwemlein! Bitte führen Sie Ihre Diskussionen dann, wenn wir mit der Debatte fertig sind. Ich sehe ein, daß Sie die Frau Bundesministerin begrüßen wollen, sie ist eine sehr nette Person, aber wenn Sie ein Problem mit ihr besprechen wollen, dann tun Sie das außerhalb des Plenums.
Beifall beim Liberalen Forum.
Was heißt denn hier „Eigentümer des Grundstückes“? – Da muß ich ausnahmsweise Herrn Abgeordneten Stadler recht geben. Wenn das Grundstück gepachtet worden ist, dann hat man keine Parteienstellung mehr, beziehungsweise wenn man kein unmittelbarer Nachbar ist, ist man bereits aus dem Gesprächszyklus heraußen, und außerdem hat man noch diese drei Bedingungen zu erfüllen. Das halte ich nicht für einen Fortschritt, sondern für einen Rückschritt! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das hat große Enttäuschung bei den Europaparlamentariern, die dort vertreten waren, hervorgerufen, weil sie wirklich auf Österreich gebaut haben. Sie hätten gewünscht, daß wir einen Vollprofi entsenden und nicht jemanden, der die Mechanismen, die in Brüssel aktiv sind, einfach noch nicht beherrscht. Bitte, Frau Bundesministerin, die Sie über Ihr Engagement in Brüssel sprechen, verwenden Sie dort auch Ihre besten Beamten! (Bundesministerin Mag. Prammer: Das ist der Wirtschaftsminister! Das ist nicht mein Bereich!) Ja dann sorgen Sie dafür, daß der Herr Wirtschaftsminister von der anderen Regierungspartei die besten Leute einsetzt. Ich sehe nicht ein, warum sich dauernd ein Regierungskollege auf den anderen ausredet. Seid ihr in einer Regierung oder nicht? – Das ist wirklich die Frage! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller: Herr Dr. Schwimmer! Hören Sie auf, etwas zu behaupten, was nicht der Wahrheit entspricht!
†Abgeordneter Dr. Walter Schwimmer¦ (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eine kurze Bemerkung zur Frau Dr. Gredler: Ihre letzten Bemerkungen haben sich sehr gut eingefügt in das, was Sie gestern abend hier geboten haben, nämlich mit leichter Hand zu diffamieren, mit leichter Hand jemanden herunterzumachen. Noch dazu haben Sie sich nicht auf eigene Wahrnehmungen gestützt, sondern behauptet, daß andere KollegInnen im Europäischen Parlament gesagt hätten, der österreichische Beamte wäre nicht fähig gewesen. Ich halte diese Art, einen Beamten, der seine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen macht, der dort österreichische Interessen vertritt, so zu diffamieren, für schäbig, Frau Dr. Gredler, und weise das zurück! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Barmüller: Herr Dr. Schwimmer! Hören Sie auf, etwas zu behaupten, was nicht der Wahrheit entspricht!)
Abg. Mag. Barmüller: Das ist nicht gemacht worden! Sie wissen das!
Herr Barmüller! Es wird sich überhaupt niemand mehr getrauen, österreichische Interessen zu vertreten, wenn danach seine berufliche Ehre vom Liberalen Forum – sehr „liberal“ übrigens – hier so in den Dreck gezogen wird. (Abg. Mag. Barmüller: Das ist nicht gemacht worden! Sie wissen das!) Das ist zurückzuweisen, Herr Barmüller! Sie als Jurist sollten Frau Dr. Gredler den Rat geben, eine solche Vorgangsweise hier zu unterlassen! Ich möchte das in aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Barmüller! Es wird sich überhaupt niemand mehr getrauen, österreichische Interessen zu vertreten, wenn danach seine berufliche Ehre vom Liberalen Forum – sehr „liberal“ übrigens – hier so in den Dreck gezogen wird. (Abg. Mag. Barmüller: Das ist nicht gemacht worden! Sie wissen das!) Das ist zurückzuweisen, Herr Barmüller! Sie als Jurist sollten Frau Dr. Gredler den Rat geben, eine solche Vorgangsweise hier zu unterlassen! Ich möchte das in aller Deutlichkeit sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Gredler: Das habe ich nicht gesagt!
Sie gehen ja ohnedies mit der Wahrheit ganz leichtfertig um. Die heutige Debatte war in höchstem Maße entlarvend. Auch Sie haben Krokodilstränen über die Ausschußsitzung am 5. Dezember 1997 vergossen und haben behauptet, daß man die Sitzung verlassen mußte, weil die Koalitionsparteien nicht anwesend waren und im Nebenzimmer ... (Abg. Dr. Gredler: Das habe ich nicht gesagt!) Ich habe nicht von Ihnen, Frau Gredler, gesprochen. (Abg. Mag. Barmüller: Am 5. Dezember haben Sie im Hinterzimmer des Parlaments verhandelt!) Lassen Sie mich ausreden, Herr Barmüller! Sie wollen die Wahrheit nicht hören, weil dann Ihre Argumentation zusammenbricht.
Abg. Mag. Barmüller: Am 5. Dezember haben Sie im Hinterzimmer des Parlaments verhandelt!
Sie gehen ja ohnedies mit der Wahrheit ganz leichtfertig um. Die heutige Debatte war in höchstem Maße entlarvend. Auch Sie haben Krokodilstränen über die Ausschußsitzung am 5. Dezember 1997 vergossen und haben behauptet, daß man die Sitzung verlassen mußte, weil die Koalitionsparteien nicht anwesend waren und im Nebenzimmer ... (Abg. Dr. Gredler: Das habe ich nicht gesagt!) Ich habe nicht von Ihnen, Frau Gredler, gesprochen. (Abg. Mag. Barmüller: Am 5. Dezember haben Sie im Hinterzimmer des Parlaments verhandelt!) Lassen Sie mich ausreden, Herr Barmüller! Sie wollen die Wahrheit nicht hören, weil dann Ihre Argumentation zusammenbricht.
Abg. Dr. Gredler: Wer hat das gesagt?
Sie haben behauptet, die Koalition wäre nicht anwesend gewesen und hätte im Hinterzimmer verhandelt und deshalb mußte man ausziehen. (Abg. Dr. Gredler: Wer hat das gesagt?) Frau Abgeordnete Rauch-Kallat, meine Fraktionskollegin, hat während der gesamten Ausschußsitzung den Vorsitz geführt. Es war mit einer Ausnahme die gesamte ÖVP-Fraktion anwesend. Es war mit einer Ausnahme die gesamte SPÖ-Fraktion anwesend. Zwei Abgeordnete haben draußen mit Experten einen Antrag beraten, den man im Ausschuß einbringen wollte.
Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Ich kann mich nicht erinnern, Herr Barmüller, daß Sie jemals in einem Ausschuß mit Ihren Experten vor den Augen und Ohren der anderen beraten hätten, wie Sie einen Antrag formulieren. Sie kommen mit einem fix und fertigen Antrag in die Sitzung oder bekommen während der Sitzung von einem Klubmitarbeiter den Antrag vorgelegt, damit Sie ihn einbringen können. (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.) Dagegen ist nichts zu sagen. Ein Ausschuß ist kein Redaktionskomitee für Fraktionen. Das hat man gefälligst außerhalb des Ausschusses zu machen, und dies ist geschehen. Das ist also eine wirklich unsinnige Ausrede!
Ironische Rufe des Erstaunens bei der ÖVP.
Herr Barmüller! Die letzte Ausschußsitzung war ja überhaupt entlarvend. Wieder haben Vertreter des Volksbegehrens und Oppositionsabgeordnete unter Protest das Ausschußlokal verlassen, weil die Vorgangsweise angeblich völlig unmöglich war. Rein zufällig erfolgten der Protest und das Verlassen der Sitzung zu einem Zeitpunkt, zu dem man vorher schon eine Pressekonferenz einberufen hatte. (Ironische Rufe des Erstaunens bei der ÖVP.) Genau zum gleichen Zeitpunkt! Die Strategie ist aber schiefgegangen. Die Journalisten, die eingeladen waren, haben gewußt, warum Sie herausgekommen sind – nicht aus Protest, sondern weil Sie eingeladen hatten!
Abg. Mag. Barmüller: Das stimmt nicht!
Dann ist folgendes passiert, Herr Barmüller – das möchte ich jetzt in aller Deutlichkeit klarlegen –: Frau Langthaler hat ein richtiges Zitat gebracht. Sie hat Frau Abgeordnete Rauch-Kallat richtig zitiert: Die Koalitionsparteien haben die Anliegen und Ängste der Unterzeichner des Volksbegehrens ernst genommen. Wir haben daher auch einen konkreten Gesetzesvorschlag im Ausschuß eingebracht. Ich habe mir gedacht, vielleicht habe ich irgend etwas übersehen. Ich habe mir daher noch einmal die Ausschußberichte durchgelesen. Von keiner der Oppositionsparteien ist ein konkreter Gesetzesantrag gestellt worden, weder von Barmüller noch von Langthaler, weder von Schweitzer noch von Pumberger. (Abg. Mag. Barmüller: Das stimmt nicht!) Nein, nein, es ist kein konkreter Gesetzesantrag gestellt worden. Daher konnte auch nicht abgestimmt werden. (Abg. Mag. Barmüller: Der Antrag ist eingebracht worden! Dann haben Sie nicht abgestimmt! Das wäre geschäftsordnungswidrig!)
Abg. Mag. Barmüller: Der Antrag ist eingebracht worden! Dann haben Sie nicht abgestimmt! Das wäre geschäftsordnungswidrig!
Dann ist folgendes passiert, Herr Barmüller – das möchte ich jetzt in aller Deutlichkeit klarlegen –: Frau Langthaler hat ein richtiges Zitat gebracht. Sie hat Frau Abgeordnete Rauch-Kallat richtig zitiert: Die Koalitionsparteien haben die Anliegen und Ängste der Unterzeichner des Volksbegehrens ernst genommen. Wir haben daher auch einen konkreten Gesetzesvorschlag im Ausschuß eingebracht. Ich habe mir gedacht, vielleicht habe ich irgend etwas übersehen. Ich habe mir daher noch einmal die Ausschußberichte durchgelesen. Von keiner der Oppositionsparteien ist ein konkreter Gesetzesantrag gestellt worden, weder von Barmüller noch von Langthaler, weder von Schweitzer noch von Pumberger. (Abg. Mag. Barmüller: Das stimmt nicht!) Nein, nein, es ist kein konkreter Gesetzesantrag gestellt worden. Daher konnte auch nicht abgestimmt werden. (Abg. Mag. Barmüller: Der Antrag ist eingebracht worden! Dann haben Sie nicht abgestimmt! Das wäre geschäftsordnungswidrig!)
Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es noch nicht einmal verteilt gehabt!
Es ist zum heute zu beschließenden Antrag auf Änderung des Gentechnikgesetzes von seiten der Opposition kein Abänderungsantrag gestellt worden. Das konnte auch nicht mehr geschehen, denn Sie waren ja nicht mehr anwesend. Sie waren draußen bei der Pressekonferenz. (Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es noch nicht einmal verteilt gehabt!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.
Für folgendes bin ich Frau Abgeordneter Gredler sehr dankbar: In das Volksbegehren – dafür sind nicht die Unterzeichner verantwortlich, sondern die Initiatoren – wurden nur Dinge hineingeschrieben, die Lebensmittel betreffen, und es wurde gesagt: Was die Medizin betrifft, ist überhaupt alles völlig außer Frage gestellt! – Das ist an sich wissenschaftlicher Unsinn, weil es in Wirklichkeit um die gleichen Techniken geht. Wenn man nämlich eine Pflanze gentechnisch verändert, indem man Sequenzen einer anderen Pflanze verwendet, um ihr andere Eigenschaften zu geben, dann ist das um überhaupt nichts monströser oder gefährlicher, als wenn man Gensequenzen der menschlichen Bauchspeicheldrüse in ein Kolibakterium, das sich normalerweise im menschlichen Darm aufhält, transferiert, damit dieses Bakterium menschliches Insulin produzieren kann. (Zwischenruf des Abg. Mag. Barmüller.) Gott sei Dank ist das gelungen! Dieses Humaninsulin ist wesentlich verträglicher als jenes Schweineinsulin, das man vorher verwenden mußte und das Generationen von Zuckerkranken neue Schwierigkeiten bereitet hat. Das gleiche gilt für den Gerinnungsfaktor 8 und andere Dinge.
Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es nicht einmal verstanden!
Deshalb meine ich, daß die Koalitionsparteien auf dem richtigen Weg sind: Wir haben die Anliegen und Ängste der Unterzeichner ernst genommen. (Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es nicht einmal verstanden!) Ich gebe zu, in einem Punkt waren wir nicht erfolgreich: Die Angstmacherei der Abgeordneten Barmüller, Langthaler, Schweitzer, Pumberger et cetera konnten wir nicht abstellen. Sie werden weiter versuchen, mit der Angst Politik zu machen, aber ich glaube, die Österreicher werden sie durchschauen. (Abg. Mag. Barmüller: Ihre Polemik entlarvt sie selber!) Und die Niederösterreicher haben das Liberale Forum schon längst durchschaut, Herr Barmüller. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Barmüller: Ihre Polemik entlarvt sie selber!
Deshalb meine ich, daß die Koalitionsparteien auf dem richtigen Weg sind: Wir haben die Anliegen und Ängste der Unterzeichner ernst genommen. (Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es nicht einmal verstanden!) Ich gebe zu, in einem Punkt waren wir nicht erfolgreich: Die Angstmacherei der Abgeordneten Barmüller, Langthaler, Schweitzer, Pumberger et cetera konnten wir nicht abstellen. Sie werden weiter versuchen, mit der Angst Politik zu machen, aber ich glaube, die Österreicher werden sie durchschauen. (Abg. Mag. Barmüller: Ihre Polemik entlarvt sie selber!) Und die Niederösterreicher haben das Liberale Forum schon längst durchschaut, Herr Barmüller. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Deshalb meine ich, daß die Koalitionsparteien auf dem richtigen Weg sind: Wir haben die Anliegen und Ängste der Unterzeichner ernst genommen. (Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es nicht einmal verstanden!) Ich gebe zu, in einem Punkt waren wir nicht erfolgreich: Die Angstmacherei der Abgeordneten Barmüller, Langthaler, Schweitzer, Pumberger et cetera konnten wir nicht abstellen. Sie werden weiter versuchen, mit der Angst Politik zu machen, aber ich glaube, die Österreicher werden sie durchschauen. (Abg. Mag. Barmüller: Ihre Polemik entlarvt sie selber!) Und die Niederösterreicher haben das Liberale Forum schon längst durchschaut, Herr Barmüller. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Barmüller.
Herr Abgeordneter Schwimmer hat weiters behauptet, daß eine Grenzziehung zwischen der Anwendung der Gentechnik in der Medizin und im Lebensmittelbereich nicht möglich sei. – Auch diese Behauptung ist völlig unrichtig, ansonsten würde ich alle anwesenden Kollegen dazu auffordern, daß in Zukunft ein Gesetz produziert wird, das auch beim Verkauf von Lebensmitteln die Ausgabe von Beipacktexten und das Durchlesen derselben genau regelt. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Barmüller.)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Herr Abgeordneter Dr. Schwimmer, Sie haben sich zu einer persönlichen Erwiderung gemeldet. Bitte, begründen Sie kurz, warum Sie persönlich betroffen sind. (Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Ruf bei den Grünen: Das ist ein glatter Mißbrauch! – Abg. Ing. Langthaler: Wir haben einen eigenen Gesetzesantrag gestellt!
Ich stelle richtig: Ich habe von der Ausschußsitzung berichtet, daß im Ausschuß von der Opposition kein Gesetzesantrag gestellt worden ist. Ich habe mich nochmals anhand des Berichtes des Ausschusses vergewissert: Es wurden von den Oppositionsabgeordneten Haupt, Schweitzer, Pumberger und Langthaler Entschließungsanträge gestellt, die keine Mehrheit gefunden haben; es wurde kein Gesetzesantrag gestellt. (Ruf bei den Grünen: Das ist ein glatter Mißbrauch! – Abg. Ing. Langthaler: Wir haben einen eigenen Gesetzesantrag gestellt!) Ich habe daher die Wahrheit gesagt, und Frau Langthaler hat mich zu Unrecht der Unwahrheit geziehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Zur Geschäftsbehandlung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Zur Geschäftsbehandlung!
Ich stelle richtig: Ich habe von der Ausschußsitzung berichtet, daß im Ausschuß von der Opposition kein Gesetzesantrag gestellt worden ist. Ich habe mich nochmals anhand des Berichtes des Ausschusses vergewissert: Es wurden von den Oppositionsabgeordneten Haupt, Schweitzer, Pumberger und Langthaler Entschließungsanträge gestellt, die keine Mehrheit gefunden haben; es wurde kein Gesetzesantrag gestellt. (Ruf bei den Grünen: Das ist ein glatter Mißbrauch! – Abg. Ing. Langthaler: Wir haben einen eigenen Gesetzesantrag gestellt!) Ich habe daher die Wahrheit gesagt, und Frau Langthaler hat mich zu Unrecht der Unwahrheit geziehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Zur Geschäftsbehandlung!)
Abg. Dr. Schwimmer: Ich darf mich gegen Unwahrheit nicht wehren?
†Abgeordneter Andreas Wabl¦ (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Kollege Schwimmer hat einfach das noch einmal behauptet, was er schon vorher behauptet hat. Das war keine persönliche Erwiderung, sondern ein Mißbrauch der Geschäftsordnung! (Abg. Dr. Schwimmer: Ich darf mich gegen Unwahrheit nicht wehren?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Barmüller: Sie wurde mir sogar verweigert, Herr Präsident!
Wir können das in den Protokollen nachlesen und in der nächsten Präsidiale behandeln. Diese Art der Erwiderung wurde nie zugelassen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Barmüller: Sie wurde mir sogar verweigert, Herr Präsident!)
Abg. Ing. Langthaler: Aber nur für Parteikollegen!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Herr Abgeordneter! Die Diskussion, was im Rahmen einer tatsächlichen Berichtigung zulässig ist, ebenso im Rahmen einer persönlichen Erwiderung, hat eine gewisse Tradition in diesem Haus. (Abg. Ing. Langthaler: Aber nur für Parteikollegen!) Sie wissen das. Wir haben uns in der Präsidiale mehrfach damit beschäftigt, und wir werden auch diesen Fall zum Anlaß nehmen, ein weiteres Mal darüber zu diskutieren.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
†Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller¦ (Liberales Forum) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident Neisser! Ich möchte nur anmerken, daß mir bei einer anderen Gelegenheit, als ich in einem ähnlichen Fall eine persönliche Erwiderung machen wollte, diese von Herrn Präsidenten Fischer nicht zugestanden wurde, und zwar mit der Begründung beziehungsweise Aussage, daß ich persönlich nicht betroffen gewesen sei. Dabei handelte es sich um den ganz gleichen Fall wie hier gegenüber Herrn Abgeordneten Schwimmer. Es ist unfair, eine solch ungleiche Behandlung zwischen Opposition und Regierung zu machen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Petrovic: Schwimmer lügt!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Herr Abgeordneter! Ich kann den Fall, den Sie erwähnt haben, nicht beurteilen, weil ich damals den Vorsitz nicht geführt habe. Wir werden uns in der Präsidiale darüber unterhalten. (Abg. Dr. Petrovic: Schwimmer lügt!)
Abg. Dr. Petrovic: Schwimmer lügt! – Ruf bei der ÖVP: Sie hat „Schwimmer lügt“ geschrieen! – Abg. Dr. Petrovic: Schwimmer lügt!
Zu Wort gelangt jetzt Frau Abgeordnete Dr. Gabriela Moser. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Petrovic: Schwimmer lügt! – Ruf bei der ÖVP: Sie hat „Schwimmer lügt“ geschrieen! – Abg. Dr. Petrovic: Schwimmer lügt!)
Abg. Dr. Schwimmer: Sie lacht noch!
Wir setzen jetzt in der Diskussion fort. (Abg. Dr. Schwimmer: Sie lacht noch!)
Abg. Wabl: Schwimmer sagt wissentlich die Unwahrheit! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Gabriela Moser. Sie haben noch eine Redezeit von insgesamt 16 Minuten zur Verfügung, und ich bitte jetzt um Aufmerksamkeit für die Rednerin. – Bitte. (Abg. Wabl: Schwimmer sagt wissentlich die Unwahrheit! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Schwimmer: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt: Kein Gesetzesantrag im Besonderen Ausschuß!
†Abgeordnete Dr. Gabriela Moser¦ (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Minister! Sehr geehrtes Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Kollege Schwimmer! Gleich eine kleine Nachhilfe: Es ist unrichtig, daß die Opposition keinerlei Anträge im Zusammenhang mit dem Gentechnik-Volksbegehren vorgelegt hätte. Drei Anträge liegen vor. (Abg. Dr. Schwimmer: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt: Kein Gesetzesantrag im Besonderen Ausschuß!)
Abg. Dr. Schwimmer: Sie haben keinen Gesetzesantrag gestellt!
Es gibt drei Anträge; einer davon stammt aus dem Gesundheitsausschuß (Abg. Dr. Schwimmer: Sie haben keinen Gesetzesantrag gestellt!), und dieser wurde, so wie Sie richtigerweise festgestellt haben – bitte, passen Sie auf! –, im Sonderausschuß nicht behandelt, weil die Vorgangsweise jene war, daß im Sonderausschuß derart mit uns umgegangen wurde, daß wir dieser Sitzung des Sonderausschusses fernbleiben mußten, um überhaupt noch gentechnisch etwas weiterzubekommen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Es gibt drei Anträge; einer davon stammt aus dem Gesundheitsausschuß (Abg. Dr. Schwimmer: Sie haben keinen Gesetzesantrag gestellt!), und dieser wurde, so wie Sie richtigerweise festgestellt haben – bitte, passen Sie auf! –, im Sonderausschuß nicht behandelt, weil die Vorgangsweise jene war, daß im Sonderausschuß derart mit uns umgegangen wurde, daß wir dieser Sitzung des Sonderausschusses fernbleiben mußten, um überhaupt noch gentechnisch etwas weiterzubekommen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Deshalb ist im Sonderausschuß solch ein Antrag auch nicht zur Sprache gekommen! Es hat aber sehr wohl von seiten der Opposition Anträge gegeben, und diese liegen im Gesundheitsausschuß. – Soviel nur zur Richtigstellung. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Lukesch: Das ist eine unehrenhafte Unterstellung!
Heute hat Frau Ministerin Prammer zwar darauf hingewiesen, daß im Zusammenhang mit der EU diverse Verzögerungen möglich waren; Minister Bartenstein hat das auch angesprochen. Herr Minister Michalek hat auf die „großartige“ Haftungsregelung hingewiesen. Insgesamt sind die Erfolge aber äußerst minimal; die wesentlichsten Punkte konnten nicht durchgesetzt wurden. Wie schaut es etwa aus in bezug auf die Parteienstellung? – Es gibt kein unmittelbares Parteienstellungsrecht der Bürgerinitiativen, und das ist ein großes Manko. Es gibt auch hinsichtlich der Ausgewogenheit der Gentechnik-Kommission sehr, sehr große Defizite. Sie haben es verabsäumt, eine unabhängige Kommission zu installieren. Sie haben diese Aufgabe der Akademie der Wissenschaft übertragen, die diesbezüglich fünf Jahre lang die Besetzung vornimmt. Diese Besetzung ist ehrenamtlich. Das heißt also, jene Wissenschafter, die darauf angewiesen sind, Geld aus der Industrie zu lukrieren, um ihre Forschung vorantreiben zu können, sitzen gleichzeitig in der Kommission der Akademie der Wissenschaft, die dann die Entscheidung trifft, ob etwas zulässig ist oder nicht. (Abg. Dr. Lukesch: Das ist eine unehrenhafte Unterstellung!)
Abg. Dr. Lukesch: Das ist eine unzulässige Unterstellung!
Da macht man doch bitte wissentlich den Bock zum Gärtner! Das ist doch ganz klar. Über die Hintertür der Kommission werden praktisch die Interessen der Industrie wieder in den Vordergrund gestellt. Ein geschicktes, raffiniertes Methodeneinfädeln, aber de facto bringt das keine objektive Beurteilung. (Abg. Dr. Lukesch: Das ist eine unzulässige Unterstellung!) Sie haben sehr wohl auch die Möglichkeit, den einen oder anderen Unabhängigen oder einen vom Forum der Österreichischen Wissenschafter stammenden Repräsentanten dort hineinzunominieren, aber dieser geht ja unter, weil die Regelung, was die Mehrheitsfindung anlangt, so ist, daß eine einfache Mehrheit reicht; eine einfache Mehrheit in einem sehr, sehr umstrittenen und technologisch noch sehr, sehr offenem Bereich.
Ruf bei der ÖVP: Stimmt schon!
Deshalb unsere grundsätzliche Kritik an dieser Vorgangsweise – deshalb vor allem auch mein Hinweis darauf, daß Ihre heutige Vorgangsweise in dieser Diskussion sehr, sehr fragwürdig und auch demokratiepolitisch sehr gefährlich ist. Auch das, was Herr Minister Bartenstein meiner Kollegin Langthaler in bezug auf das Arbeitsplatzargument erwidert hat, nämlich sein Hinweis auf die Prognos-Studie stimmt nicht! (Ruf bei der ÖVP: Stimmt schon!) In der Prognos-Studie wird folgendes eindeutig deklariert – ich zitiere noch einmal –:
Abg. Dr. Lukesch: Dann schaffen Sie doch die Pflüge ab! Das sind Uralt-Argumente!
Ein weiteres Argument, das sehr deutlich zeigt, daß die Arbeitsplatzdiskussion diesbezüglich in einer falschen Dimension geführt wird, ist, daß sehr arbeitsintensive Praktiken, wie sie jetzt üblich sind, infolge der Gentechnik – das ist ja wohl der Sinn und Zweck des Ganzen; warum ist denn die Industrie so dahinter? – mechanisiert, sozusagen auf Maschinen verlagert werden und insoferne arbeitsplatzreduzierend wirken. (Abg. Dr. Lukesch: Dann schaffen Sie doch die Pflüge ab! Das sind Uralt-Argumente!) Wieso ist denn die Industrie so sehr dafür? – Weil sie mechanisieren und Arbeitskräfte einsparen kann. Deswegen steht sie dahinter. Insofern ist diese Technologie sehr wohl arbeitsplatzvernichtend! Das ist eine klare Rechnung! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ein weiteres Argument, das sehr deutlich zeigt, daß die Arbeitsplatzdiskussion diesbezüglich in einer falschen Dimension geführt wird, ist, daß sehr arbeitsintensive Praktiken, wie sie jetzt üblich sind, infolge der Gentechnik – das ist ja wohl der Sinn und Zweck des Ganzen; warum ist denn die Industrie so dahinter? – mechanisiert, sozusagen auf Maschinen verlagert werden und insoferne arbeitsplatzreduzierend wirken. (Abg. Dr. Lukesch: Dann schaffen Sie doch die Pflüge ab! Das sind Uralt-Argumente!) Wieso ist denn die Industrie so sehr dafür? – Weil sie mechanisieren und Arbeitskräfte einsparen kann. Deswegen steht sie dahinter. Insofern ist diese Technologie sehr wohl arbeitsplatzvernichtend! Das ist eine klare Rechnung! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Vor allem verstehe ich das auch vor dem Hintergrund nicht, da ja einzelne österreichische Landtage – zum Beispiel auch Ihre Parteikollegen – die Kennzeichnungsregelung, daß durch Gentechnik veränderte Lebensmittel dieses Etikett auch tragen, beschlossen haben. (Zwischenrufe. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Sogar die Landtage sind schon weiter als Sie hier im Parlament! Sie sind noch nicht so weit wie die Forderungen des Volksbegehrens. Es gibt da eine demokratiepolitische Kaskade. Was ich anfangs gesagt habe, möchte ich zum Schluß noch einmal unterstreichen: Insgesamt ist die Vorgangsweise, die in diesem Sonderausschuß im Zusammenhang mit dem Gentechnik-Volksbegehren eingeschlagen wurde, wirklich ein Skandal! Das zeugt von einem demokratiepolitischen Absturz und vor allem von einem Kniefall gegenüber der Gentechnik-Lobby! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Aumayr: Da sind 20 Jahre eine recht kurze Frist!
Damals waren ähnliche Bedenken vorhanden. Ich möchte Ihnen dazu einige Zitate bringen, zuerst eines von Chargaff über die Verwendung von Escherichia coli bei den Experimenten. Er sagte: Meine Generation war die erste, die unter der Führung der exakten Wissenschaften einen zerstörerischen Krieg gegen die Natur führt. Die Zukunft wird uns dafür verfluchen. – Seit mehr als 20 Jahren ist es mittlerweile angewendet worden, und bis jetzt sind noch keine negativen Folgen bekanntgeworden. (Abg. Aumayr: Da sind 20 Jahre eine recht kurze Frist!) Vieles im Leben geht in kürzeren Abläufen vor sich.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter.
Gentechnisch hergestelltes Erythropoietin hilft, Bluttransfusionen einzusparen. Somatische Gentherapie ist ein Hoffnungsstrahl bei unheilbaren Erkrankungen. Das ist mir wesentlich lieber als eine Diskussion über Sterbehilfe, weil man den Menschen sonst nicht helfen kann. Ich bin dafür, daß die Wissenschaft weiterforscht, um die Menschen zu retten, um die Gesundheit zu erhalten und zu verbessern. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Fortschritte sind jedoch so rasant, daß sie viele Menschen überfordern. Diese wollen dann den Entwicklungen Einhalt gebieten, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Es gibt aber keinen Weg zurück, und es gibt nicht den Stillstand. Wenn wir nicht selbst vorwärts drängen, werden wir getrieben. Wir können dann aber nicht mitbestimmen, und wir werden nicht Nutznießer sein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte noch ein Zitat von Berg wiedergeben: Erwartungsgemäß ist die öffentliche Debatte von der Frage, wie Forschung sicher durchzuführen sei, übergesprungen auf die Frage, ob sie überhaupt zugelassen werden sollte. – Wir müssen Forschung zulassen, und wir müssen sie fördern. Eine Langzeitungefährlichkeit wird noch lange nicht beweisbar sein, aber die Gentechnologie ist ein Quantensprung des Fortschrittes und sollte weniger emotional debattiert werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aus der Medizin ist sie, wie vorher gesagt, nicht mehr wegdenkbar, dort gibt sie Hoffnung zur Beherrschung unheilbarer Erkrankungen. Ich respektiere Ängste sowie gesellschaftspolitische Bedenken der Gentechnikgegner, jedoch erwarte ich auch von ihnen Verständnis für konträre Ansichten. Das Volksbegehren wurde sehr ernst genommen und mit Experten ausführlich debattiert. Einstimmigkeit war nicht erzielbar. Anträge, Berichte, Entschließungen und Gesetzentwurf dieses Besonderen Ausschusses sind dank der äußerst konstruktiven Arbeit der Frau Bundesminister Prammer, ihrer MitarbeiterInnen und der Abgeordneten unserer beiden Fraktionen erarbeitet worden. Sie haben den größten gemeinsamen Nenner der verschiedenen Interessen gebracht. Daher stimmen wir gerne zu. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Kopf: Keinen Gesetzesantrag!
†Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller¦ (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Schwimmer hat behauptet, die Liberalen hätten im Zuge dieses Sonderausschusses keinen Antrag eingebracht. (Abg. Kopf: Keinen Gesetzesantrag!) Keinen Gesetzesantrag, Verzeihung! Ich habe mir das jetzt ausheben lassen. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Hier ist der Antrag, der unter der Ordnungszahl 1/13 im Ausschuß eingebracht worden ist und der am 31. März von Frau Abgeordneter Rauch-Kallat genannt worden ist im Hinblick darauf, daß er abgestimmt werden würde.
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich kann daher nicht nachvollziehen, aus welchem Grund Herr Abgeordneter Schwimmer behauptet, wir hätten nichts eingebracht. Sollte der Antrag nicht im Bericht stehen, dann liegt damit meiner Ansicht nach ein Versäumnis vor, das man wird klären müssen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Grünen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP, dem Liberalem Forum sowie Grünen.
†Abgeordneter MMag. Dr. Willi Brauneder¦ (Freiheitliche): Sehr verehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! (Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP, dem Liberalem Forum sowie Grünen.) Ich kann verstehen, daß die Wogen weiterhin hoch gehen und Diskussion stattfindet – zwar nicht im Sinne der Geschäftsordnung, aber sicherlich aus guten Gründen. Denn diese Gespräche zeigen – wie ähnliche vorher –, daß tatsächlich berechtigterweise ein Unbehagen darüber besteht, wie Mittel der direkten Demokratie im Hohen Haus behandelt werden. Mir ist klar, daß Volksbegehren nicht eins zu eins umzusetzen sind und umgesetzt werden können. Allerdings sind Argumente wie etwa jenes, man müsse die Meinung der 4 Millionen Wahlberechtigten ebenfalls berücksichtigen, die sich nicht geäußert haben, relativ schwierig nachzuvollziehen. Denn offenbar ist es nicht direkt Sache eines Ausschusses, nicht geäußerte Meinungen zu berücksichtigen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordneter MMag. Dr. Willi Brauneder¦ (Freiheitliche): Sehr verehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! (Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP, dem Liberalem Forum sowie Grünen.) Ich kann verstehen, daß die Wogen weiterhin hoch gehen und Diskussion stattfindet – zwar nicht im Sinne der Geschäftsordnung, aber sicherlich aus guten Gründen. Denn diese Gespräche zeigen – wie ähnliche vorher –, daß tatsächlich berechtigterweise ein Unbehagen darüber besteht, wie Mittel der direkten Demokratie im Hohen Haus behandelt werden. Mir ist klar, daß Volksbegehren nicht eins zu eins umzusetzen sind und umgesetzt werden können. Allerdings sind Argumente wie etwa jenes, man müsse die Meinung der 4 Millionen Wahlberechtigten ebenfalls berücksichtigen, die sich nicht geäußert haben, relativ schwierig nachzuvollziehen. Denn offenbar ist es nicht direkt Sache eines Ausschusses, nicht geäußerte Meinungen zu berücksichtigen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Banalität möchte ich erwähnen: Wir haben im Prinzip eine Regierungsgesetzgebung und keine Gesetzgebung durch das Parlament. Wenn ich mich an manche Ausschußsitzungen erinnere, in denen den Mitgliedern im letzten Augenblick Papiere über Papiere hingelegt werden und vor allem die Oppositionsparteien keine Gelegenheit mehr haben, sich ein Bild über die letzte Fassung der Abänderung eines Gesetzes zu machen, dann muß ich sagen: Das hat mit Parlamentarismus wenig zu tun! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Posch: Was hat das mit der Gentechnik zu tun? – Abg. Mag. Stadler: Genau so ist das Volksbegehren behandelt worden!
Dazu zählt auch die Verkürzung der Kontrollrechte. Ich will nur auf eines neuerlich hinweisen, weil man nicht müde werden darf, darauf aufmerksam zu machen, nämlich daß Österreich in dieser Hinsicht weit unter dem europäischen Standard liegt: Das Einsetzen von Untersuchungsausschüssen ist – entgegen jeder parlamentarischen Gepflogenheit – in Österreich kein Minderheitsrecht! (Abg. Mag. Posch: Was hat das mit der Gentechnik zu tun? – Abg. Mag. Stadler: Genau so ist das Volksbegehren behandelt worden!) Das hat damit zu tun, daß wir jetzt über ein Volksbegehren sprechen und daß die Kulisse hinter der Art, in der Volksbegehren behandelt werden, eine allgemeine Kulisse dafür ist, wie hier mit dem Parlamentarismus umgegangen wird. Das ist es! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Als Parlamentarier, Herr Kollege, kann man das nicht oft genug aufzeigen. Gerade dann, wenn es Stöße von Prospekten über Ausstellungen gibt, die das Jahr 1848 loben, muß man die Realität des Parlamentarismus daran messen!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dazu zählt auch die Verkürzung der Kontrollrechte. Ich will nur auf eines neuerlich hinweisen, weil man nicht müde werden darf, darauf aufmerksam zu machen, nämlich daß Österreich in dieser Hinsicht weit unter dem europäischen Standard liegt: Das Einsetzen von Untersuchungsausschüssen ist – entgegen jeder parlamentarischen Gepflogenheit – in Österreich kein Minderheitsrecht! (Abg. Mag. Posch: Was hat das mit der Gentechnik zu tun? – Abg. Mag. Stadler: Genau so ist das Volksbegehren behandelt worden!) Das hat damit zu tun, daß wir jetzt über ein Volksbegehren sprechen und daß die Kulisse hinter der Art, in der Volksbegehren behandelt werden, eine allgemeine Kulisse dafür ist, wie hier mit dem Parlamentarismus umgegangen wird. Das ist es! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Als Parlamentarier, Herr Kollege, kann man das nicht oft genug aufzeigen. Gerade dann, wenn es Stöße von Prospekten über Ausstellungen gibt, die das Jahr 1848 loben, muß man die Realität des Parlamentarismus daran messen!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weiters möchte ich auf eine bestimmte Art von Anfragebeantwortungen hinweisen. Es gibt zum Beispiel Anfragen, in denen im Umfang von 33 Zeilen um technische Auskünfte im Hinblick auf Funktion, Wirkungsbereich, Entscheidungsbefugnis oder Rechtsform angefragt wird, die zu folgender Anfragebeantwortung führen: 13 Fragen werden – unter Zusammenfassung der Fragen 1 bis 4 und 5 bis 13 – in 23 Zeilen und selbstverständlich nichtssagend beantwortet. Auch das ist ein Umgang mit dem Parlamentarismus, der sich unwürdig in den Umgang mit den Mitteln der direkten Demokratie einreiht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Über folgenden Punkt wird heute noch zu reden sein – ich hoffe, ich kann dazu Stellung nehmen –: Wenn ein Volksbegehren verlangt, daß gesetzliche Maßnahmen getroffen werden, und es dann zu einer Verfassungsbestimmung kommt, die völlig überflüssig ist, dann ist dies meiner Einschätzung nach eine dilatorische Behandlung eines der ganz wenigen Mittel der direkten Demokratie, die wir haben. Ich sage das ohne Werturteil. Wir haben nur wenige Mittel der direkten Demokratie, aber diejenigen, die wir haben, sollten vom Parlament ernst genommen werden. Ich bedauere, daß dies nicht der Fall ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Diese Formulierung habe ich erwartet!
†Abgeordneter Karl Donabauer¦ (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Große Veränderungsprozesse beschäftigen uns tagtäglich und berühren unser gesamtes Leben. Nicht alles, was alt ist, ist gut, und nicht alles, was neu ist, ist schlecht. Eines jedenfalls ist klar: Man soll neuen Entwicklungen nicht mit Angst und Panikmacherei begegnen, sondern man muß sich ihnen engagiert stellen. (Abg. Mag. Stadler: Diese Formulierung habe ich erwartet!) Man muß den Mut haben, auch unangenehme Wege zu gehen.
Abg. Mag. Schweitzer: Die Demokratie steht auf der Seite der Verlierer!
Wenn heute Mag. Schweitzer hier sagte, er teilt ein in Gewinner und Verlierer, dann kann ich ihm nur eines sagen: Er steht sicher auf der Seite der Verlierer (Abg. Mag. Schweitzer: Die Demokratie steht auf der Seite der Verlierer!), denn all jene, die ausgezogen sind, haben an einer positiven, brauchbaren Lösung kein Interesse gezeigt, haben nicht mitgewirkt und sind deshalb nicht als Sieger zu bezeichnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn heute Mag. Schweitzer hier sagte, er teilt ein in Gewinner und Verlierer, dann kann ich ihm nur eines sagen: Er steht sicher auf der Seite der Verlierer (Abg. Mag. Schweitzer: Die Demokratie steht auf der Seite der Verlierer!), denn all jene, die ausgezogen sind, haben an einer positiven, brauchbaren Lösung kein Interesse gezeigt, haben nicht mitgewirkt und sind deshalb nicht als Sieger zu bezeichnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.
Nicht alles bejahen und zulassen, aber aus der vorhin genannten Blockade herauszufinden: Das war die besondere Leistung des Ausschusses! Dafür sollten wir nicht nur der Ausschußvorsitzenden Maria Rauch-Kallat und dem Herrn Abgeordneten Gradwohl danke sagen, sondern auch allen Mitarbeitern in den Ministerien, die an der Ausschußarbeit mitgewirkt haben, vor allem aber auch allen Experten, die bereit waren, die gesamten Ausschußberatungen mitzutragen, mitzuverfolgen und mitzugestalten. Ich glaube, daß wir damit für unser Land etwas ganz Wichtiges erreicht haben. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ein Alleingang Österreichs in diesem Bereich ist und wäre nie zielführend gewesen. Was wir brauchen, ist ein neues Denken, sind reale Erwartungen. Eines ist klar: Die Forderung nach einem gentechnikfreien Österreich ist unrealistisch. Das entspricht nicht den heutigen Tatsachen und auch nicht den Erwartungen der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Bürger. Deshalb haben wir diese wirklich schwierige Materie auch in Zukunft umfassend zu sehen, mit den Bürgern zu diskutieren und in allen Bereichen eine umfassende Aufklärungsarbeit zu leisten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Motter – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein, ich habe mir keine gegeben!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Motter. 10 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. (Abg. Motter – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein, ich habe mir keine gegeben!) Frau Abgeordnete, die 10 Minuten sind das Restkontingent von der Gesamtzeit, die auf Ihren Klub entfällt. – Bitte, Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort.
Abg. Dr. Schwimmer: Frau Motter! Darf ich einen Zwischenruf machen?
†Abgeordnete Klara Motter¦ (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Dr. Schwimmer, zu Ihren medizinischen Feststellungen, die Sie hier heute gemacht haben, möchte ich nur kurz festhalten, daß der Sonderausschuß für Gentechnik meiner Meinung nach leider einen Mangel hatte: Es wurde laut Berichten darin kaum über Gentechnik im Bereich der Medizin befunden. Das tut mir im nachhinein leid. (Abg. Dr. Schwimmer: Frau Motter! Darf ich einen Zwischenruf machen?) Ja, Sie dürfen. (Abg. Dr. Schwimmer: Das ist vom Volksbegehren selbst ausdrücklich ausgeklammert!)
Abg. Dr. Schwimmer: Das ist vom Volksbegehren selbst ausdrücklich ausgeklammert!
†Abgeordnete Klara Motter¦ (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Dr. Schwimmer, zu Ihren medizinischen Feststellungen, die Sie hier heute gemacht haben, möchte ich nur kurz festhalten, daß der Sonderausschuß für Gentechnik meiner Meinung nach leider einen Mangel hatte: Es wurde laut Berichten darin kaum über Gentechnik im Bereich der Medizin befunden. Das tut mir im nachhinein leid. (Abg. Dr. Schwimmer: Frau Motter! Darf ich einen Zwischenruf machen?) Ja, Sie dürfen. (Abg. Dr. Schwimmer: Das ist vom Volksbegehren selbst ausdrücklich ausgeklammert!)
Abg. Mag. Haupt: Auch freiheitliche Gesetzesanträge liegen dort!
Entschuldigen Sie bitte, ich möchte weiter ausführen! – Ich glaube, daß auch Sie, Herr Kollege Schwimmer, wissen, daß im Hohen Haus seit langem ein Unterausschuß Gentechnik/Gesundheit bestanden hatte. Doch dieser Ausschuß wurde einfach eliminiert, es wurde statt dessen ein Sonderausschuß eingesetzt, und in diesem Ausschuß liegen viele unerledigte Anträge, auch solche von uns Liberalen, wie Kollege Bamüller vorhin klargestellt hat. (Abg. Mag. Haupt: Auch freiheitliche Gesetzesanträge liegen dort!) Danke, Herr Kollege Haupt!
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich möchte auch sagen, daß ich es bedauerlich und nicht in Ordnung finde, daß nur deswegen, weil ein Unterausschuß von einem Oppositionspolitiker geführt wird, der nicht ganz ins Konzept paßt, ein Sonderausschuß eingesetzt wird, mit dessen Vorsitzführung ein Abgeordneter von einer der beiden Koalitionsparteien betraut wird. Ich finde das nicht in Ordnung und möchte unsere Kritik hier noch einmal deponieren: Der Gesundheitsunterausschuß ist lahmgelegt worden! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich frage Sie, in welcher Weise die Gentechnologie diskriminiert wird, wenn bei Produkten darauf hingewiesen wird, daß darin gentechnisch erzeugte oder veränderte Organismen enthalten sind, darauf, daß sie gentechnisch hergestellt sind. Diese Angst, meine Damen und Herren, hat nur Berechtigung, wenn man von der Unsicherheit der Gentechnologie ausgeht. Ich hoffe allerdings, daß der Grund für das Zögern von seiten der ÖVP sechs Jahre danach keine Gültigkeit mehr hat, denn sonst wäre das heutige Bekenntnis nur eine Farce. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Aumayr: Welcher Landtag?
Ich frage Sie: Wo liegt da der Erfolg, wenn nach sechs Jahre des Zögerns eine ÖVP-dominierte Landesregierung dies einfordern muß? (Abg. Aumayr: Welcher Landtag?) Der Oberösterreichische Landtag. (Abg. Aumayr: Sie haben „österreichisch“ gesagt!) Entschuldigung! Ich korrigiere: der Oberösterreichische Landtag.
Abg. Aumayr: Sie haben „österreichisch“ gesagt!
Ich frage Sie: Wo liegt da der Erfolg, wenn nach sechs Jahre des Zögerns eine ÖVP-dominierte Landesregierung dies einfordern muß? (Abg. Aumayr: Welcher Landtag?) Der Oberösterreichische Landtag. (Abg. Aumayr: Sie haben „österreichisch“ gesagt!) Entschuldigung! Ich korrigiere: der Oberösterreichische Landtag.
Beifall beim Liberalen Forum.
Abschließend möchte ich hier festhalten, daß zwar ein kleiner Schritt in der Sicherheit im Umgang mit Gentechnologie erzielt wurde, als zufriedenstellend – auch im Sinne des Volksbegehrens – kann man allerdings die Ergebnisse der Verhandlungen, die sich bereits über sechs Jahre hier im Hohen Haus hinziehen, nicht bezeichnen. Ich hoffe und wünsche mir, daß mit der heutigen Beschlußfassung, der wir sicher nicht die Zustimmung geben können, noch lange nicht das letzte Wort in der Gentechnologie gesprochen ist. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Ing. Reichhold: Ich schon!
Erst kürzlich habe ich im Fernsehen einen Beitrag über ein In-Lokal hier in Wien gesehen. Australisches Krokodilfleisch, irgendwelche „Ungeheuer“ wie gegrillte Heuschrecken sind der ganz besondere Hit dieses Hauses. Da haben wir keine Angst? Da müssen wir schon ein bißchen überlegen. (Abg. Ing. Reichhold: Ich schon!) Das beruhigt mich, Herr Kollege Reichhold.
Beifall der Abg. Dr. Krammer
Also nicht ein Produktions- und Verkaufsverbot kann es sein, sondern Kennzeichnungen (Beifall der Abg. Dr. Krammer), allerdings – wie auch schon oft gesagt wurde – für Zusatzstoffe und auch für das Herstellungsverfahren.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir haben Verantwortung, und diese kann sich nur auf dem Boden der Realität abspielen. Wir haben Verantwortung im Gesundheitsbereich, in der Forschung, zur Erhaltung des Standortes, für die betreffenden Arbeitnehmer und so weiter. Die lange Vorgeschichte zeigt den verantwortungsbewußten Umgang mit der Gentechnik insgesamt, den wir gepflegt haben und sicher auch weiter pflegen werden. Auf Information zu setzen, um der Angstmache etwas entgegenzustellen, ist allerdings nach wie vor wichtig. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Hans Helmut Moser: Da siehst du, welche wesentliche Bedeutung ein Schriftführer hat!
†Abgeordneter Mag. Herbert Haupt¦ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrter Herr Justizminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte zunächst im Gedenken an die Streitereien um den Antrag mit der Ordnungsnummer 1/13 zwei Dinge klarstellen: Ich war Schriftführer in der letzten Sitzung des Sonderausschusses zur Behandlung des Gentechnik-Volksbegehrens, weil ich im Gegensatz zu dem, was hier behauptet worden ist, als oppositioneller Abgeordneter nicht ausgezogen bin. Ich kann mich daher erinnern, daß ich dem Antrag die Zustimmung gegeben habe, daß er abgestimmt worden ist, und ich glaube auch, daß es der politischen Korrektheit entspricht, daß die tatsächlichen Vorgänge dieses Ausschusses auch korrekt festgehalten werden. (Abg. Hans Helmut Moser: Da siehst du, welche wesentliche Bedeutung ein Schriftführer hat!)
Beifall bei den Freiheitlichen, bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.
Ich möchte daher als Schriftführer deutlich und klar für das Protokoll feststellen, daß der Antrag erstens eingebracht worden ist, daß er zweitens zur Abstimmung gelangt ist und daß er drittens mit der Mehrheit der Regierungsparteien gegen meine Stimme abgelehnt worden ist. Ich glaube, es gehört zur politischen Fairneß, auch diese Dinge in entsprechender Form klarzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen, bei der ÖVP und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Leiner: Wer ist denn Vorsitzender?
Ich möchte auch deutlich sagen, daß ich nichts davon halte, daß für die Behandlung des Gentechnik-Volksbegehrens ein eigener Ausschuß eingesetzt worden ist. Ich bin lange genug Parlamentarier, und ich weiß – die Usance in diesem Hause war eigentlich seit 1945 ungebrochen –, daß entsprechende Anträge in jenen Ausschüssen behandelt worden sind, in die sie sachlich ressortieren. Das wäre im vorliegenden Fall für das Gentechnik-Volksbegehren der Gesundheitsausschuß gewesen. Die legistischen Anträge der Grünen, des Liberalen Forums und der freiheitlichen Fraktion liegen auch im Unterausschuß des Gesundheitsausschusses zur Behandlung, und es ist für mich schon eine demokratiepolitische Katastrophe, daß die beiden Regierungsparteien seit nunmehr einem Jahr nicht in der Lage sind, einen Termin für eine weitere Sitzung dieses Unterausschusses des Gesundheitsausschusses zur Verfügung zu stellen. (Abg. Dr. Leiner: Wer ist denn Vorsitzender?)
Abg. Dr. Leiner: Wer ist denn Vorsitzender?
Ich glaube, Herr Kollege Leiner, da ist nichts zu beschönigen. (Abg. Dr. Leiner: Wer ist denn Vorsitzender?) Sie wissen, daß diese Termine einvernehmlich in der Präsidiale auszuhandeln sind. (Abg. Dr. Leiner: Der Vorsitzende kann das veranlassen!) Wenn Sie Ihre Wortmeldung ernst meinen, dann werden wir ein Exempel statuieren. Dann wird Kollege Pumberger die Sitzung einberufen, wir werden es Ihnen mitteilen, und wir werden uns dann anschauen, wer von seiten der Regierungsparteien kommt, um diese Sitzung tatsächlich durchzuführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Leiner: Der Vorsitzende kann das veranlassen!
Ich glaube, Herr Kollege Leiner, da ist nichts zu beschönigen. (Abg. Dr. Leiner: Wer ist denn Vorsitzender?) Sie wissen, daß diese Termine einvernehmlich in der Präsidiale auszuhandeln sind. (Abg. Dr. Leiner: Der Vorsitzende kann das veranlassen!) Wenn Sie Ihre Wortmeldung ernst meinen, dann werden wir ein Exempel statuieren. Dann wird Kollege Pumberger die Sitzung einberufen, wir werden es Ihnen mitteilen, und wir werden uns dann anschauen, wer von seiten der Regierungsparteien kommt, um diese Sitzung tatsächlich durchzuführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, Herr Kollege Leiner, da ist nichts zu beschönigen. (Abg. Dr. Leiner: Wer ist denn Vorsitzender?) Sie wissen, daß diese Termine einvernehmlich in der Präsidiale auszuhandeln sind. (Abg. Dr. Leiner: Der Vorsitzende kann das veranlassen!) Wenn Sie Ihre Wortmeldung ernst meinen, dann werden wir ein Exempel statuieren. Dann wird Kollege Pumberger die Sitzung einberufen, wir werden es Ihnen mitteilen, und wir werden uns dann anschauen, wer von seiten der Regierungsparteien kommt, um diese Sitzung tatsächlich durchzuführen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Wir, Herr Kollege Leiner, werden Ihrer Anregung mit Ihrer Unterstützung, die nunmehr im Protokoll nachzulesen ist, gerne nachkommen (Beifall bei den Freiheitlichen), und ich bin überzeugt davon, daß Sie als Mitglied des Gesundheitsausschusses für die Österreichische Volkspartei noch diese Woche von Kollegen Pumberger eine entsprechende Einberufung zu diesem Unterausschuß bekommen werden. Ich werde mir dann anschauen, Kollege Leiner, wer von Ihrer Fraktion und welcher Minister von Ihrer Fraktion tatsächlich zu dieser Unterausschußsitzung kommt.
Abg. Rosemarie Bauer: Das kann nicht sein!
Wir haben auch das schon einmal erlebt. Da haben Sie im Plenum entsprechende Zusagen gemacht, bei der Einberufung des Unterausschusses sind dann null Personen von seiten der Regierung erschienen. (Abg. Rosemarie Bauer: Das kann nicht sein!) Der Unterausschuß mußte dann unter Verschwendung von Steuergeldern wieder abgebrochen werden, weil keine entsprechende tragfähige Mehrheit vorhanden war.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, daß es auch im Zusammenhang mit den Möglichkeiten der direkten Demokratie bezeichnend war, daß ausgerechnet Abgeordneter Posch gemeint hat, wozu die Wortmeldung des Herrn Universitätsprofessors Brauneder denn sinnvoll wäre und daß sie gar nicht zur Sache gehöre, denn das ist die Einstellung, die sehr viele in der SPÖ-Fraktion zur direkten Demokratie haben: Ja, derf’n s’ denn des überhaupt, die Herren souveränen Staatsbürger, sich ohne einen Parteifunktionär der Sozialdemokratie einzuschalten, sich direkt an das Parlament zu wenden? Das merkt man auch in der parlamentarischen Praxis draußen in den Landtagen, das merkt man in der parlamentarischen Praxis in den Gemeinderäten. Herr Kollege Posch ist sicher der Berufene gewesen, die direkte Demokratie hier im Hohen Hause wieder einmal beiseite schieben zu wollen. Das ist bezeichnend, daß ausgerechnet von ihm dieser Zwischenruf gekommen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Schwimmer: Herr Kollege Haupt! Das ist eine Verwechslung! Ich habe das nicht gesagt! Da muß ich wieder eine tatsächliche Berichtigung machen!
Ich glaube, Herr Kollege Schwimmer, Sie werden in der nächsten Zeit noch eines Besseren belehrt werden. (Abg. Dr. Schwimmer: Herr Kollege Haupt! Das ist eine Verwechslung! Ich habe das nicht gesagt! Da muß ich wieder eine tatsächliche Berichtigung machen!) Sie werden erkennen müssen, daß die Position, die die ÖVP-Fraktion im Ausschuß gezeigt hat, weder die Haltung der fortschrittlichen Wissenschaft noch der fortschrittlichen Forschung noch die Haltung der relevanten Kräfte in diesem Staat ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, Herr Kollege Schwimmer, Sie werden in der nächsten Zeit noch eines Besseren belehrt werden. (Abg. Dr. Schwimmer: Herr Kollege Haupt! Das ist eine Verwechslung! Ich habe das nicht gesagt! Da muß ich wieder eine tatsächliche Berichtigung machen!) Sie werden erkennen müssen, daß die Position, die die ÖVP-Fraktion im Ausschuß gezeigt hat, weder die Haltung der fortschrittlichen Wissenschaft noch der fortschrittlichen Forschung noch die Haltung der relevanten Kräfte in diesem Staat ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Langthaler: Die Industriellenvereinigung hat gesagt, sie werde nicht mehr von 50 000 Arbeitsplätzen sprechen!
Die Kollegin Langthaler hat vor einiger Zeit das Thema Arbeitsplätze und die Diskussion mit der Industriellenvereinigung angesprochen und auch eine Prognos-Studie, über die diskutiert wurde, zitiert. Ich glaube nicht, Kollegin Langthaler, daß Sie da mit dem Generalsekretär der Industriellenvereinigung Lorenz Fritz auf einen von Ihnen zitierten Konsens oder eine Übereinstimmung gekommen sind, denn in einer heutigen APA-Meldung bezeichnet er es nach wie vor als bedauerlich, „daß in Zeiten nationaler Anstrengungen für die Freilegung von Beschäftigungspotentialen eine der dynamischsten Wirtschaftsbranchen der Zukunft grundlegend in ihren beschäftigungsrelevanten Entfaltungsmöglichkeiten behindert werde“. – Also das scheint offensichtlich nicht der Fall gewesen zu sein. (Abg. Ing. Langthaler: Die Industriellenvereinigung hat gesagt, sie werde nicht mehr von 50 000 Arbeitsplätzen sprechen!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold.
Die Gentechnikgegner werfen den Befürwortern immer Einseitigkeit vor. Die Gegner werfen auch der einschlägigen Wirtschaft immer rein materielle Interessen und das Handeln nach diesen Interessen und Motiven vor. Ich würde meinen, wenn man ehrlich ist, dann muß man auch in Richtung der NGOs sagen: In beiden Bereichen steht es bestenfalls 1 : 1 zwischen der Wirtschaft und diesem Bereich der Gesellschaft. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold.)
Abg. Ing. Reichhold: Du hast gesagt, materielle Interessen!
Bitte, natürlich gebe ich zu, daß die Wirtschaft einschlägige Interessen hat – es wäre schlimm, wenn es anders wäre –, aber ich behaupte, daß bei den NGOs ähnlich gelagerte Interessen, nur halt in die andere Richtung, gegeben sind. (Abg. Ing. Reichhold: Du hast gesagt, materielle Interessen!)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Genau in diesem Lichte muß man auch die Motive der Gegner, muß man letzten Endes auch das Volksbegehren und dessen Zustandekommen sehen. Hier haben Gegner ein Volksbegehren formuliert, von dem sie heute selber sagen – Zitat im heutigen „Kurier“ von Frau Sima –: „Uns ist schon klar, daß man die Forderungen nicht eins zu eins umsetzen kann“, von dem sie also selber sagen, die Forderungen sind in dieser Formulierung, in dieser Ausprägung nicht umsetzbar. Was ist das jetzt? – Manipulation? (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Koppler.
Was liegt nun zur Abstimmung vor? – Eine sehr umfassende Gesetzesänderung, durch die die weltweit strengsten Haftungsbestimmungen, die strengsten Regelungen, die es zu diesem Thema überhaupt gibt, erstmals in Österreich eingeführt werden. Für diese ausgewogene Behandlung möchte ich als Mitglied des Gentechnik-Sonderausschusses der Vorsitzenden, unserer Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat, aber auch dem Kollegen Gradwohl seitens der SPÖ, besonders herzlich danken. Sie haben für uns, die gesetzgebende Körperschaft des Bundes, in schwierigen Verhandlungen ein ausgewogenes Ergebnis zustandegebracht, das der Aufgabenstellung voll und ganz gerecht wird. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Koppler.)
Abg. Dr. Leiner: Warum nicht?!
†Abgeordneter Dr. Alois Pumberger¦ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dem Dank meines Vorredners, des Herrn Kollegen Kopf, kann ich mich nicht anschließen. (Abg. Dr. Leiner: Warum nicht?!) Denn das, was in diesen Ausschußrunden an Arbeit geleistet wurde, und das, was dann als Ergebnis herauskam, steht in keinem vernünftigen Verhältnis zueinander.
Abg. Dr. Leiner: Die Bevölkerung ist sehr stolz darauf!
Herr Abgeordneter Gradwohl spricht von einem Erfolg für Österreich und ist stolz auf dieses Verhandlungsergebnis. – Herr Abgeordneter! Sie können darauf nicht stolz sein! Sie mögen zwar stolz sein, und auch die ÖVP muß ganz besonders stolz sein, weil sie die SPÖ diesmal – ausnahmsweise einmal umgekehrt! – über den Tisch gezogen hat. Stolz auf das Ergebnis sind aber weder die Betreiber des Volksbegehrens (Abg. Dr. Leiner: Die Bevölkerung ist sehr stolz darauf!) noch eine einzige Oppositionspartei, vor allem aber kein einziger der 1,2 Millionen Unterzeichner! Und das sollte Ihnen zu denken geben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben für sich gearbeitet und danach getrachtet, die Lobbyisten, die Gentechnikindustrie zu befriedigen. Es ist Ihnen völlig egal, welche Anliegen die Bevölkerung in dieser Frage hatte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Die SPÖ hat es nicht einmal geschafft, den Wunsch des Bundeskanzlers zu erfüllen. Der Bundeskanzler hat bei der Besprechung der Dringlichen Anfrage zu diesem Thema auf die Frage, was er von einer umfassenden Parteienstellung halte, ganz klar mit Ja geantwortet. Auch zu einer ausgewogenen Besetzung der wissenschaftlichen Ausschüsse hat er ein klares Ja gesagt. – Nichts ist dabei herausgekommen, gar nichts. Die eigene Partei, die SPÖ, ist ihrem Kanzler in den Rücken gefallen und hat sich von der ÖVP im Sinne der Genlobbyisten über den Tisch ziehen lassen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Die Meinung der Bevölkerung wurde nicht akzeptiert!
Abg. Koppler: Du hättest dich das nicht getraut!
Die SPÖ macht ohnehin nur das, was sie gerade glaubt. Das Wort des Kanzlers gilt bei der Partei offensichtlich nicht mehr viel, sonst wäre es nicht erklärbar, daß entgegen der Weisung des Bundeskanzlers so viele SPÖ-Abgeordnete für die Bundespräsidentschaftskandidatur der Frau Knoll unterschrieben haben. Entgegen der Weisung des Bundeskanzlers! (Abg. Koppler: Du hättest dich das nicht getraut!) Der Kanzler kann sich also in seiner eigenen Partei nicht mehr durchsetzen.
Abg. Müller: Bei uns herrscht Demokratie! – Abg. Dr. Stippel: Wir sind keine Führerpartei!
Die SPÖ läßt sich in diesem Fall schon mehr von der ÖVP beeinflussen als vom eigenen Kanzler! (Abg. Müller: Bei uns herrscht Demokratie! – Abg. Dr. Stippel: Wir sind keine Führerpartei!) In der SPÖ schaut es mies aus, und das wird auch durch die Wahlergebnisse der vergangenen zwei Jahre, die alle mit Niederlagen der SPÖ geendet haben, dokumentiert. Aber auch die ÖVP braucht sich nicht zu freuen, sie hat genauso viel verloren. (Abg. Dr. Leiner: Und Niederösterreich?)
Abg. Dr. Leiner: Und Niederösterreich?
Die SPÖ läßt sich in diesem Fall schon mehr von der ÖVP beeinflussen als vom eigenen Kanzler! (Abg. Müller: Bei uns herrscht Demokratie! – Abg. Dr. Stippel: Wir sind keine Führerpartei!) In der SPÖ schaut es mies aus, und das wird auch durch die Wahlergebnisse der vergangenen zwei Jahre, die alle mit Niederlagen der SPÖ geendet haben, dokumentiert. Aber auch die ÖVP braucht sich nicht zu freuen, sie hat genauso viel verloren. (Abg. Dr. Leiner: Und Niederösterreich?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Maitz: Reines Wunschdenken!
Die Politik einer solchen großen Koalition wird sogar schon in der Bundesrepublik Deutschland gefürchtet. Theo Waigel warnt die Deutschen vor einer großen Koalition. Die Politik der großen Koalition wird aber auch von der österreichischen Bevölkerung immer weniger gutgeheißen, und das erklärt auch Ihre Wahlniederlagen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Maitz: Reines Wunschdenken!)
Abg. Rauch-Kallat: Nicht exakt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zum Punkt „genfreie Lebensmittel“. Dazu hat die ÖVP Herrn Dr. Zacherl, Mitarbeiter einer großen Genfirma, als Experten geladen. Dieser hat ganz klar gesagt, wo das Genfrei-Pickerl darauf kommt. Von der Negativkennzeichnung war dabei überhaupt keine Rede. Frau Kallat meinte sogar, eine Positivkennzeichnung könne nur freiwillig sein, denn man könne das von den Firmen im Sinne einer Wettbewerbsverzerrung nicht verlangen und in der EU auch nicht durchsetzen. – So ungefähr war ihr Kommentar dazu. (Abg. Rauch-Kallat: Nicht exakt!) – Herr Zacherl äußerte die Meinung, daß Lebensmittel auch dann noch „genfrei“ seien, wenn bis zu 3 Prozent genmanipulierte Stoffe darin enthalten seien. (Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zum Punkt „genfreie Lebensmittel“. Dazu hat die ÖVP Herrn Dr. Zacherl, Mitarbeiter einer großen Genfirma, als Experten geladen. Dieser hat ganz klar gesagt, wo das Genfrei-Pickerl darauf kommt. Von der Negativkennzeichnung war dabei überhaupt keine Rede. Frau Kallat meinte sogar, eine Positivkennzeichnung könne nur freiwillig sein, denn man könne das von den Firmen im Sinne einer Wettbewerbsverzerrung nicht verlangen und in der EU auch nicht durchsetzen. – So ungefähr war ihr Kommentar dazu. (Abg. Rauch-Kallat: Nicht exakt!) – Herr Zacherl äußerte die Meinung, daß Lebensmittel auch dann noch „genfrei“ seien, wenn bis zu 3 Prozent genmanipulierte Stoffe darin enthalten seien. (Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner.
Oder zur Freisetzung: Es ist wirklich ein Hohn, zu sagen, die Strafe bei illegaler Freisetzung werde auf 300 000 S angehoben. Eine solche Summe zahlen die Gentechnikfirmen doch aus der Portokasse! Durch 300 000 S werden sie doch nicht von illegalen Freisetzungen abgeschreckt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Leiner.)
Abg. Koppler: Ich glaube, 7 Minuten sind um!
Zu den Haftungsregelungen hat der Herr Bundesminister für Justiz einen schönen Entwurf vorgelegt. Darin wäre noch etwas gestanden, womit man hätte leben können. Aber all das wurde leider herausgestrichen. Man spricht jetzt von den schärfsten Haftungsbestimmungen der Welt: Fast so scharf sind die Haftungsregelungen der Bundesrepublik Deutschland, aber in Österreich sind sie noch ein bißchen schärfer. – Das kann schon sein. Aber noch „besser“ ist ja der Ausschluß der Haftung, praktisch alles wird ausgeschlossen! Wenn zum Beispiel ein Betreiber nachweisen beziehungsweise als wahrscheinlich dartun kann, daß der Schaden nicht durch die Genmanipulation entstanden ist, dann ist er schon „aus dem Schneider“ und braucht nicht mehr zu haften. (Abg. Koppler: Ich glaube, 7 Minuten sind um!) Somit ist das ein Enthaftungsgesetz für die Genindustrie und nicht eine Haftungsbestimmung für die Bevölkerung, die diese Produkte essen muß und sich damit dieser Technologie ausgesetzt sieht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher hat dieser Ausschuß nicht im Sinne der Bevölkerung, sondern nur im Sinne der Genindustrie gehandelt. Sie wurde von der ÖVP unterstützt, die SPÖ wurde dabei über den Tisch gezogen! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Was sagen Sie jetzt dazu?
†Abgeordnete Heidrun Silhavy¦ (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! (Abg. Ing. Reichhold: Was sagen Sie jetzt dazu?) Was ich dazu sage, haben Sie gefragt, Herr Kollege? – Ganz einfach! Es gibt einen Spruch, den Sie vielleicht kennen. Er bezieht sich darauf, daß irgend etwas kurze Beine hat. – Das ist meine Aussage dazu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
†Abgeordnete Heidrun Silhavy¦ (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! (Abg. Ing. Reichhold: Was sagen Sie jetzt dazu?) Was ich dazu sage, haben Sie gefragt, Herr Kollege? – Ganz einfach! Es gibt einen Spruch, den Sie vielleicht kennen. Er bezieht sich darauf, daß irgend etwas kurze Beine hat. – Das ist meine Aussage dazu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Pumberger hat sich mit seinem Debattenbeitrag ohnedies selbst qualifiziert. Es lohnt sich nicht, darauf näher einzugehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Eine eigene Meinung zu haben, ist schwierig, ich weiß!
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sie sollten sich einmal mit Studien befassen und nicht nur mit Ihren eigenen Meinungen. Das kann ich Ihnen aber nur empfehlen; was die FPÖ macht, ist ja ihre Sache. (Abg. Dr. Ofner: Eine eigene Meinung zu haben, ist schwierig, ich weiß!) – Eine eigene Meinung zu haben, ist in der FPÖ sicher schwierig, da man ja meistens nur darauf wartet, was ein gewisser Herr namens „H. J.“ dazu sagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sie sollten sich einmal mit Studien befassen und nicht nur mit Ihren eigenen Meinungen. Das kann ich Ihnen aber nur empfehlen; was die FPÖ macht, ist ja ihre Sache. (Abg. Dr. Ofner: Eine eigene Meinung zu haben, ist schwierig, ich weiß!) – Eine eigene Meinung zu haben, ist in der FPÖ sicher schwierig, da man ja meistens nur darauf wartet, was ein gewisser Herr namens „H. J.“ dazu sagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Aber mit „Na ja!“
39 Prozent der Nichtunterzeichner haben gesagt, sie hätten das Volksbegehren deshalb nicht unterzeichnet, weil man die Haltung zur Gentechnik nicht einfach mit Ja oder Nein beurteilen kann. (Abg. Aumayr: Aber mit „Na ja!“)
Abg. Dr. Ofner: Management by Umfragen!
Eine Klärung scheint auch eine andere Fragestellung zu zeigen, nämlich ob man für Verbot oder Kontrolle dieser Gentechnologie ist. Zwei Drittel der Befragten meinten, sie seien für die Kontrolle und nicht für das Verbot. Das heißt, die überwiegende Mehrheit ist für den kontrollierten Einsatz von Gentechnologie und gegen ein grundsätzliches Verbot. (Abg. Dr. Ofner: Management by Umfragen!)
Abg. Aumayr: Also was jetzt? Werden jetzt mehr oder weniger Arbeitsplätze geschaffen?
Für Deutschland rechnet man bis zum Jahr 2000 mit 40 000 direkt durch die Anwendung der Gentechnologie erreichbaren Arbeitsplätzen. Allerdings muß man im Umkehrschluß dazu auch sagen, daß im Bereich der pharmazeutischen Industrie in den herkömmlichen Herstellungsverfahren eine Stagnation beziehungsweise eine Rationalisierung der Arbeitsplätze erfolgen wird. (Abg. Aumayr: Also was jetzt? Werden jetzt mehr oder weniger Arbeitsplätze geschaffen?)
Zwischenrufe der Abg. Aumayr und Haller.
Durch die Gentechnologie werden neue Arbeitsplätze geschaffen, Frau Kollegin. (Zwischenrufe der Abg. Aumayr und Haller.) Wenn Sie zuhörten, würden Sie den Unterschied erkennen, aber dabei sind Sie offensichtlich etwas überfordert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Durch die Gentechnologie werden neue Arbeitsplätze geschaffen, Frau Kollegin. (Zwischenrufe der Abg. Aumayr und Haller.) Wenn Sie zuhörten, würden Sie den Unterschied erkennen, aber dabei sind Sie offensichtlich etwas überfordert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zu dem Demokratieverständnis der FPÖ verweise ich nur auf den Entschließungsantrag, den sie bei der letzten Ausschußsitzung eingebracht hat. Er war weder mit dem Willen der Unterzeichner des Volksbegehrens noch mit dem der Proponenten vereinbar. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Leiner: Schon wieder Demokratieverständnis!
†Abgeordneter Dr. Stefan Salzl¦ (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zum Demokratieverständnis, das meine Vorrednerin angesprochen hat, möchte ich im Laufe meiner Rede noch kurz eingehen. (Abg. Dr. Leiner: Schon wieder Demokratieverständnis!)
Abg. Dr. Leiner: So ist es!
Eines hat sich aber in diesem Zusammenhang ganz klar gezeigt, nämlich daß die Aussage, nur die große Koalition könne große Probleme dieser Republik lösen, schlicht und einfach (Abg. Dr. Leiner: So ist es!) – Herr Kollege Leiner, Sie können nachher darauf zurückkommen – ein Wahlslogan war und daß die Realität leider ganz anders aussieht. In Wahrheit ist diese Koalition nämlich in vielen Bereichen festgefahren und unfähig, die Probleme tatsächlich zu lösen. Es hat sich dies gestern besonders bei der NATO-Frage gezeigt, und es hat sich im Bereich des Tierschutzes gezeigt, da in Richtung eines bundeseinheitlichen Tierschutzgesetzes die ÖVP noch immer den Bremser darstellt. Der angebliche Macher Klima bringt eben mit dem Bremser Schüssel nichts weiter und tritt auf der Stelle.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hoffentlich werden Ihnen diese insgesamt weit über 2 Millionen Unterzeichner von Volksbegehren bei der nächsten Wahl die Rechnung dafür präsentieren, wie schändlich und schäbig Sie mit der direkten Demokratie umgehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.
Die Anforderungen und detaillierten Aufträge, die bezüglich des Gentechnik-Volksbegehrens an uns herangetragen wurden, hatten nur mehr ganz ferne etwas mit dem Volksbegehren zu tun beziehungsweise teilweise überhaupt nichts. Und angesichts dessen wird das Ganze für mich schon fragwürdig, vor allem dann, wenn man sieht, daß die Initiatoren nicht mehr mit jenen, die das Volksbegehren eigentlich durchgeführt haben und eigentlich die Rädelsführer und die Sprecher waren, identisch sind. (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.) Von diesen Initiatoren waren nur Vertreter von zwei Organisationen, nämlich der ARGE Schöpfungsverantwortung und der Österreichischen Bergbauernvereinigung, einmal anwesend, sonst wurden die Gespräche von Global 2000 und von Greenpeace, die keine Initiatoren waren, geführt. Das möchte ich nur dazusagen. (Abg. Ing. Langthaler: Weil nur drei Personen zugelassen waren! Die haben sich das untereinander ausgemacht!)
Abg. Ing. Langthaler: Weil nur drei Personen zugelassen waren! Die haben sich das untereinander ausgemacht!
Die Anforderungen und detaillierten Aufträge, die bezüglich des Gentechnik-Volksbegehrens an uns herangetragen wurden, hatten nur mehr ganz ferne etwas mit dem Volksbegehren zu tun beziehungsweise teilweise überhaupt nichts. Und angesichts dessen wird das Ganze für mich schon fragwürdig, vor allem dann, wenn man sieht, daß die Initiatoren nicht mehr mit jenen, die das Volksbegehren eigentlich durchgeführt haben und eigentlich die Rädelsführer und die Sprecher waren, identisch sind. (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.) Von diesen Initiatoren waren nur Vertreter von zwei Organisationen, nämlich der ARGE Schöpfungsverantwortung und der Österreichischen Bergbauernvereinigung, einmal anwesend, sonst wurden die Gespräche von Global 2000 und von Greenpeace, die keine Initiatoren waren, geführt. Das möchte ich nur dazusagen. (Abg. Ing. Langthaler: Weil nur drei Personen zugelassen waren! Die haben sich das untereinander ausgemacht!)
Abg. Ing. Langthaler: Das sind Initiatoren gewesen! Das ist falsch!
Ich hätte mir erwartet, daß die Initiatoren die ganze Zeit dort gewesen wären. Greenpeace und Global 2000 waren nicht die Initiatoren. (Abg. Ing. Langthaler: Das sind Initiatoren gewesen! Das ist falsch!) Nein, das ist nicht falsch. Lesen Sie es nach!
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben die Entscheidungen nach unserem Gewissen getroffen und dementsprechend in eine Gesetzesvorlage eingebracht. In erster Linie wurden dabei die soziale Gerechtigkeit, der Wirtschaftsstandort und der Wissenschaftsstandort Österreich in den Mittelpunkt gestellt. Vor diesem ethischen Hintergrund erscheinen mir die vom Besonderen Ausschuß in dessen Bericht befürworteten und zum Teil heute zur Beschlußfassung vorgelegten Maßnahmen sehr angemessen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Es waren nicht mehr möglich als diese drei Plätze, und insofern möchte ich Sie berichtigen: Selbstverständlich waren jene, die das Volksbegehren getragen haben, also die Proponenten, auch jene, die im Ausschuß für das Volksbegehren gesprochen haben. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Mein Gott!
†Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Ich entschuldige mich hiemit namens meiner Fraktion für den arroganten Umgang mit den Unterschriften von 1,2 Millionen Menschen durch die ÖVP und durch die SPÖ. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Mein Gott!) Ich verspreche aber auch namens meiner Fraktion, namens der Freiheitlichen, daß wir uns weiterhin kompromißlos für den Einsatz der direkten Demokratie einsetzen werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn nichts, Herr Kollege Koppler, aber schon gar nichts, ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Und die Zeit für die direkte Demokratie ist gekommen. Aber Sie haben das noch nicht mitbekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Krammer: Dann fangt im eigenen Klub an mit der Demokratie, dort gibt es sie nämlich nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Ich entschuldige mich hiemit namens meiner Fraktion für den arroganten Umgang mit den Unterschriften von 1,2 Millionen Menschen durch die ÖVP und durch die SPÖ. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Mein Gott!) Ich verspreche aber auch namens meiner Fraktion, namens der Freiheitlichen, daß wir uns weiterhin kompromißlos für den Einsatz der direkten Demokratie einsetzen werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn nichts, Herr Kollege Koppler, aber schon gar nichts, ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Und die Zeit für die direkte Demokratie ist gekommen. Aber Sie haben das noch nicht mitbekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Krammer: Dann fangt im eigenen Klub an mit der Demokratie, dort gibt es sie nämlich nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Krammer: Dann fangt im eigenen Klub an mit der Demokratie, dort gibt es sie nämlich nicht!
†Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Ich entschuldige mich hiemit namens meiner Fraktion für den arroganten Umgang mit den Unterschriften von 1,2 Millionen Menschen durch die ÖVP und durch die SPÖ. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Mein Gott!) Ich verspreche aber auch namens meiner Fraktion, namens der Freiheitlichen, daß wir uns weiterhin kompromißlos für den Einsatz der direkten Demokratie einsetzen werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn nichts, Herr Kollege Koppler, aber schon gar nichts, ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Und die Zeit für die direkte Demokratie ist gekommen. Aber Sie haben das noch nicht mitbekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Krammer: Dann fangt im eigenen Klub an mit der Demokratie, dort gibt es sie nämlich nicht!)
Abg. Aumayr: Das ist ein Skandal, so einen Vergleich anzustellen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es geht im Grunde genommen darum, daß die Politik in diesem Hause eine Entscheidung zu treffen hat. Ich relativiere damit keinesfalls das Anliegen der Befürworter und Vertreter des Volksbegehrens. Ich möchte nur eines klarstellen: Es kann nicht im Sinne unserer Demokratie sein, Ergebnisse eines Volksbegehrens 1 : 1 zu übernehmen. Ich persönlich würde mich zum Beispiel mit allen Mitteln dagegen wehren, daß, sollte etwa ein Volksbegehren zur Einführung der Todesstrafe eingebracht werden, wir in diesem Hause an einen solchen Beschluß gebunden wären. (Abg. Aumayr: Das ist ein Skandal, so einen Vergleich anzustellen!)
Abg. Aumayr: Das ist unbeschreiblich!
Frau Kollegin Aumayr! (Abg. Aumayr: Das ist unbeschreiblich!) Wenn Sie von der direkten Demokratie sprechen und wenn ich mir die Politik der Freiheitlichen Partei anschaue, dann muß ich sagen, das ist eine gefährliche Drohung, und dann müssen wir damit rechnen. Lassen Sie mich das mit aller Deutlichkeit festhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wenitsch: Das ist ein Skandal!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wenitsch: Das ist ein Skandal!
Frau Kollegin Aumayr! (Abg. Aumayr: Das ist unbeschreiblich!) Wenn Sie von der direkten Demokratie sprechen und wenn ich mir die Politik der Freiheitlichen Partei anschaue, dann muß ich sagen, das ist eine gefährliche Drohung, und dann müssen wir damit rechnen. Lassen Sie mich das mit aller Deutlichkeit festhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wenitsch: Das ist ein Skandal!)
Beifall bei der SPÖ.
Namens meiner Fraktion darf ich Sie einladen, mitzustimmen. Ich weiß genau, die Opposition werde ich nicht überzeugen können. Wir werden aber diese Entscheidung in dem Bewußtsein treffen, die Rechtsposition für die österreichischen Verbraucherinnen und Verbraucher zu verbessern. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen
Das Argument, man müßte Genmedizin in Österreich zulassen, weil das sehr viele Arbeitsplätze brächte, ist kein wahres Argument. Hätten Sie nur einen Bruchteil jener finanziellen Mittel, die Sie in der Genmedizin verwendet haben, in die Umweltmedizin investiert, dann würde es wahrscheinlich sehr viele Krankheiten, die es heute bei uns gibt, gar nicht mehr geben, oder bestimmte Risikogruppen würden vielleicht gar nicht mehr auftreten, weil wir eine bessere Umwelt hätten (Beifall bei den Grünen) und weil wir feststellen könnten, welche Krankheiten in gewissen Regionen vermehrt auftreten.
Beifall bei den Grünen.
Die Grenzen der Genmedizin dürfen nicht noch weiter ausgehöhlt werden! Menschen dürfen nicht zu Versuchsobjekten gemacht werden! Ich finde, das geht an den humanitären Zielen vorbei. Außerdem werden auch die ethischen Voraussetzungen in der Genmedizin bei weitem nicht mehr erfüllt, obwohl es eigentlich gälte, sie zu erfüllen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist wichtig, daß die Bevölkerung weiß, worum es geht. Mit Transparenz kann auch Vertrauen geschaffen werden. Denn nur, wo Vertrauen geschaffen werden kann, ist es möglich, daß Produkte, daß Erzeugnisse, daß wissenschaftlicher Kenntnisstand auch akzeptiert werden. (Beifall bei der SPÖ.) Ohne diese Akzeptanz hat Gentechnik oder auch eine andere Technologie keine Garantie – nicht in Österreich, nicht in Europa und auch nicht weltweit. Aber das wollen wir. Wir wollen einen Technologiefortschritt auf Basis von Sicherheit und Vertrauen und vor allen Dingen immer unter Einbeziehung der Bevölkerung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist wichtig, daß die Bevölkerung weiß, worum es geht. Mit Transparenz kann auch Vertrauen geschaffen werden. Denn nur, wo Vertrauen geschaffen werden kann, ist es möglich, daß Produkte, daß Erzeugnisse, daß wissenschaftlicher Kenntnisstand auch akzeptiert werden. (Beifall bei der SPÖ.) Ohne diese Akzeptanz hat Gentechnik oder auch eine andere Technologie keine Garantie – nicht in Österreich, nicht in Europa und auch nicht weltweit. Aber das wollen wir. Wir wollen einen Technologiefortschritt auf Basis von Sicherheit und Vertrauen und vor allen Dingen immer unter Einbeziehung der Bevölkerung. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
†Abgeordneter Josef Schrefel¦ (ÖVP): Hohes Haus! Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Eine neue österreichische Studie hat belegt, daß sich die Österreicherinnen und Österreicher als Zerrissene präsentieren, wenn es um wissenschaftlichen und technischen Fortschritt geht. Demnach ist zwar mehr als die Hälfte der Österreicher dafür, daß man den wissenschaftlichen Fortschritt noch stärker fördern sollte, um mit Hilfe der Wissenschaft die heutigen Probleme überwinden zu können, gleichzeitig aber unterschrieben fast neun von zehn Befragten, man dürfe nicht alles tun, was möglich ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.)
Beifall bei der ÖVP.
Politisches Handeln ist notwendig, damit positive Entwicklungen gefördert, andere aber zurückgedrängt werden. Das Ergebnis des Besonderen Ausschusses zeigt, meine Damen und Herren, daß sich verantwortungsvolle Politik nicht von der Boulevardpresse und vom Populismus der Öko-Opposition vereinnahmen läßt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr¦ (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Maier! Durch Ihre Ausführungen und Ihre Unterstellung haben Sie gezeigt, wie Sie diese 1,2 Millionen Unterschriften tatsächlich werten. Sie setzen 1,2 Millionen Unterschriften gegen den Gentechnikeinsatz mit Unterschriften für die Einführung der Todesstrafe gleich, Herr Kollege Maier! Das haben Sie vom Pult aus gemacht. Das ist nicht nur Arroganz, Herr Kollege Maier, sondern das ist ein Skandal! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie, Herr Kollege Maier, Charakter haben, dann werden Sie sich bei diesen 1,2 Millionen Menschen entschuldigen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Aha! Ah so! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
†Abgeordneter Mag. Johann Maier¦ (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Ich habe Charakter, und ich muß auf Ihre Ausführungen antworten, Frau Abgeordnete Aumayr. – Lassen Sie mich festhalten: Souverän ist das Volk – in diesem Haus vertreten durch gewählte Mandatare von fünf Parteien, aber nicht durch Vertreter eines Volksbegehrens. (Abg. Aumayr: Aha! Ah so! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Setzen! Fünf! Nicht genügend!
Wenn ich davon gesprochen habe, daß wir die direkte Demokratie sehr sorgfältig beobachten, dann habe ich gemeint, wir tun das besonders dann, wenn die Freiheitliche Partei mit Inhalten kommt. (Abg. Mag. Stadler: Setzen! Fünf! Nicht genügend!) Denn eines sage ich Ihnen sehr wohl: Ihre Rechtspolitik lautet: „Einsperren und strafen!“, und in der Frauenpolitik heißt es: „Frauen zurück an den Herd!“ (Abg. Mag. Stadler: Wo haben Sie die Verfassungsrechtsprüfung gemacht? – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Wo haben Sie die Verfassungsrechtsprüfung gemacht? – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wenn ich davon gesprochen habe, daß wir die direkte Demokratie sehr sorgfältig beobachten, dann habe ich gemeint, wir tun das besonders dann, wenn die Freiheitliche Partei mit Inhalten kommt. (Abg. Mag. Stadler: Setzen! Fünf! Nicht genügend!) Denn eines sage ich Ihnen sehr wohl: Ihre Rechtspolitik lautet: „Einsperren und strafen!“, und in der Frauenpolitik heißt es: „Frauen zurück an den Herd!“ (Abg. Mag. Stadler: Wo haben Sie die Verfassungsrechtsprüfung gemacht? – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Antidemokrat!
Die Sozialdemokratische Partei – lassen Sie mich das in aller Deutlichkeit sagen – wird gegen derartige Vorhaben, auch wenn sie im Wege der direkten Demokratie an dieses Haus herangetragen werden, immer Widerstand leisten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Antidemokrat!)
Abg. Dr. Mertel: Was haben Sie dafür getan?
Es ist aus freiheitlicher Sicht traurig und beschämend, daß diesen 645 000 UnterzeichnerInnen keine konkreten Vorschläge zur Verbesserung gemacht werden können. (Abg. Dr. Mertel: Was haben Sie dafür getan?) Es ist ein Faktum: In dieser österreichischen Koalitionsregierung geht einfach nichts mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und es ist genauso traurig und beschämend, Frau Bundesministerin, daß Sie die Schuld an diesem Versagen der österreichischen Regierung der ÖVP, ja sogar der konservativen Mehrheit in diesem Parlament zuschieben wollen (Abg. Dr. Mertel: Das heißt, auch Ihre! – Ruf: Das ist genauso die Schuld der SPÖ!), wobei Sie ja nicht verheimlichen können, daß Sie selbst nicht imstande sind, frauenpolitische Interessen in Ihrer eigenen Partei umzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist aus freiheitlicher Sicht traurig und beschämend, daß diesen 645 000 UnterzeichnerInnen keine konkreten Vorschläge zur Verbesserung gemacht werden können. (Abg. Dr. Mertel: Was haben Sie dafür getan?) Es ist ein Faktum: In dieser österreichischen Koalitionsregierung geht einfach nichts mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und es ist genauso traurig und beschämend, Frau Bundesministerin, daß Sie die Schuld an diesem Versagen der österreichischen Regierung der ÖVP, ja sogar der konservativen Mehrheit in diesem Parlament zuschieben wollen (Abg. Dr. Mertel: Das heißt, auch Ihre! – Ruf: Das ist genauso die Schuld der SPÖ!), wobei Sie ja nicht verheimlichen können, daß Sie selbst nicht imstande sind, frauenpolitische Interessen in Ihrer eigenen Partei umzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Das heißt, auch Ihre! – Ruf: Das ist genauso die Schuld der SPÖ!
Es ist aus freiheitlicher Sicht traurig und beschämend, daß diesen 645 000 UnterzeichnerInnen keine konkreten Vorschläge zur Verbesserung gemacht werden können. (Abg. Dr. Mertel: Was haben Sie dafür getan?) Es ist ein Faktum: In dieser österreichischen Koalitionsregierung geht einfach nichts mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und es ist genauso traurig und beschämend, Frau Bundesministerin, daß Sie die Schuld an diesem Versagen der österreichischen Regierung der ÖVP, ja sogar der konservativen Mehrheit in diesem Parlament zuschieben wollen (Abg. Dr. Mertel: Das heißt, auch Ihre! – Ruf: Das ist genauso die Schuld der SPÖ!), wobei Sie ja nicht verheimlichen können, daß Sie selbst nicht imstande sind, frauenpolitische Interessen in Ihrer eigenen Partei umzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist aus freiheitlicher Sicht traurig und beschämend, daß diesen 645 000 UnterzeichnerInnen keine konkreten Vorschläge zur Verbesserung gemacht werden können. (Abg. Dr. Mertel: Was haben Sie dafür getan?) Es ist ein Faktum: In dieser österreichischen Koalitionsregierung geht einfach nichts mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und es ist genauso traurig und beschämend, Frau Bundesministerin, daß Sie die Schuld an diesem Versagen der österreichischen Regierung der ÖVP, ja sogar der konservativen Mehrheit in diesem Parlament zuschieben wollen (Abg. Dr. Mertel: Das heißt, auch Ihre! – Ruf: Das ist genauso die Schuld der SPÖ!), wobei Sie ja nicht verheimlichen können, daß Sie selbst nicht imstande sind, frauenpolitische Interessen in Ihrer eigenen Partei umzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: So ein Zufall!
Es ist ja kein Geheimnis mehr, daß kurz vor dem Ausscheiden aus der Regierung der damalige Bundesminister Scholten schnell noch eine dem Gleichbehandlungsgebot zuwiderlaufende Postenvergabe vorgenommen hat, und „zufälligerweise“ war der Betroffene der Schwager des Wiener Bürgermeisters Häupl (Rufe bei den Freiheitlichen: So ein Zufall!) Schon ein bißchen makaber, muß ich sagen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das verlangen wir! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Auch stehen wir, Frau Bundesministerin, nach wie vor zum Kinderbetreuungsscheck – da können Sie schwammige Formulierungen dagegen finden, so viele Sie wollen. Es ist Tatsache, daß der Kinderbetreuungsscheck den österreichischen Frauen Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung brächte – und dazu stehen wir. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen stehen auch zum Recht auf eine Grundpension, aber wir wollen, daß Kindererziehungs- und Pflegezeiten nicht nur pensionserhöhend wirken, sondern pensionsbegründend sind. Das fordern wir schon seit vielen Jahren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich hoffe, daß die Diskussion darüber nicht erledigt ist. Aber es wäre besser gewesen, und es wäre vor allem für das politische Klima besser gewesen, wenn man alle hier im Parlament vertretenen Parteien in die Vorberatungen mit einbezogen hätte und wenn die Forderungen weniger überzogen angesetzt gewesen wären und dadurch mehr Chancen auf Umsetzung gehabt hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte betonen, daß auch die Wirtschaft gefragt ist, hier entgegenzukommen, hier mehr Flexibilität und Bereitschaft zu zeigen. Ich denke, daß die Frauen sehr wertvolle Arbeitskräfte sind, und es muß die Möglichkeit für sie geben, Beruf und Familie zu verbinden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin Haller hat gesagt, daß wir eine verfehlte Politik im Bereich der Frauen betrieben haben. Ich habe jetzt nicht die Zeit, auf alles einzugehen, ich möchte nur stichwortartig erwähnen, was in den Jahren seit 1970, seitdem wir die Hauptverantwortung tragen, geschehen ist. Es ist die Familienrechtsreform beschlossen worden, die Fristenregelung, und es ist sehr viel im Bereich der Bildungspolitik geschehen. Es hat doch eine Bildungsexplosion gegeben, und diese Bildungsexplosion ist mit dem Namen Firnberg untrennbar verbunden, die die Universitäten für die Frauen geöffnet hat. Das war doch eine wirklich große Leistung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nun zur Verfassungsbestimmung: Die einen sagen, es sei eine Augenauswischerei. Herr Präsident Neisser – ich zitiere ihn sinngemäß – sagt, es handle sich dabei um eine Staatszielbestimmung mit Gesetzgebungsauftrag. Hier gibt es also sehr unterschiedliche Interpretationen. Wir haben ursprünglich eine andere Formulierung vorgesehen, das gebe ich gerne zu; der entsprechende Antrag liegt nach wie vor im Verfassungsausschuß. Ich denke aber, daß es doch ein Signal ist, was wir hier zustande gebracht haben, und es wird vor allem auf die Praxis ankommen. Die Praxis wird zeigen, daß unsere Regierungsmitglieder – dafür können wir uns verbürgen – dafür sorgen werden, daß es Maßnahmen von seiten des Staates für die Frauen geben wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, das sind wichtige Punkte, deren Umsetzung doch eigentlich selbstverständlich sein müßte, und daher bitte ich wirklich darum, daß diese Vorlage endlich ins Haus kommt, damit wir sie endlich beschließen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Vor allem möchten wir jene Forderungen, die wir gestellt haben, weiter aufrechterhalten. Ich wiederhole sie noch einmal: Es geht uns um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es geht uns darum, daß Frauen, die in Karenz gehen, auch die Garantie haben, daß, wenn sie zurückkommen, ihr Job noch da ist. Das ist für die Frauen eine ganz essentielle Frage, und es ist gesellschaftspolitisch auch eine wichtige Frage, den Frauen zu garantieren, daß sie, wenn sie Kinder bekommen, dadurch keine Nachteile erleiden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir erheben auch nach wie vor Forderungen im Zusammenhang mit dem Karenzurlaub für Alleinerzieherinnen. Wir werden dazu auch die entsprechenden Initiativanträge einbringen. Ich glaube, daß sie sogar schon beim Präsidium eingebracht worden sind. Wir haben sie jedenfalls unterschrieben, weil diese Forderungen für uns weiter bestehen und nicht vom Tisch sind. Diese Probleme, die die Frauen haben, müssen gelöst werden. Für uns sind die Verhandlungen jetzt nicht damit beendet, daß es einen Endbericht gibt. Für uns wird die Diskussion weitergehen. Ich verspreche, daß wir uns dafür einsetzen werden, daß diese Forderungen für die Frauen erfüllt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stoisits: Das wäre ja noch schöner! – Abg. Mag. Kammerlander: Sensationell!
Der dritte Punkt, warum ich eine positive Bilanz ziehen möchte: Heute und auch in den letzten Monaten wurde kein Schritt in die falsche Richtung gesetzt. (Abg. Mag. Stoisits: Das wäre ja noch schöner! – Abg. Mag. Kammerlander: Sensationell!) Die Wahrscheinlichkeit, daß Schritte in die falsche Richtung gesetzt werden ... (Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Ich sage es Ihnen gleich. Haben Sie die Frau Abgeordnete Haller mit ihren Forderungen gehört? Vergleichen Sie doch diese Forderungen mit jenen des Frauen-Volksbegehrens! (Beifall bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Der dritte Punkt, warum ich eine positive Bilanz ziehen möchte: Heute und auch in den letzten Monaten wurde kein Schritt in die falsche Richtung gesetzt. (Abg. Mag. Stoisits: Das wäre ja noch schöner! – Abg. Mag. Kammerlander: Sensationell!) Die Wahrscheinlichkeit, daß Schritte in die falsche Richtung gesetzt werden ... (Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Ich sage es Ihnen gleich. Haben Sie die Frau Abgeordnete Haller mit ihren Forderungen gehört? Vergleichen Sie doch diese Forderungen mit jenen des Frauen-Volksbegehrens! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der dritte Punkt, warum ich eine positive Bilanz ziehen möchte: Heute und auch in den letzten Monaten wurde kein Schritt in die falsche Richtung gesetzt. (Abg. Mag. Stoisits: Das wäre ja noch schöner! – Abg. Mag. Kammerlander: Sensationell!) Die Wahrscheinlichkeit, daß Schritte in die falsche Richtung gesetzt werden ... (Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Ich sage es Ihnen gleich. Haben Sie die Frau Abgeordnete Haller mit ihren Forderungen gehört? Vergleichen Sie doch diese Forderungen mit jenen des Frauen-Volksbegehrens! (Beifall bei der SPÖ.)
Weiterer Zwischenruf der Abg. Mag. Kammerlander.
Ich habe nichts von einem Kinderbetreuungsscheck in den Punktationen des Frauen-Volksbegehrens gelesen. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Mag. Kammerlander.) Ich habe nichts von der steuerlichen Absetzung des Dienstleistungsschecks in den Forderungen des Frauen-Volksbegehrens gelesen. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber eine schwache Argumentation, Frau Minister!) Und es ist wichtig und wesentlich, zu erkennen, welche Frauenpolitik hier im Raum steht, wie die politischen Parteien Frauenpolitik auffassen und in welche Richtung es in Zukunft gehen soll. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Kammerlander.)
Abg. Dr. Fekter: Das ist aber eine schwache Argumentation, Frau Minister!
Ich habe nichts von einem Kinderbetreuungsscheck in den Punktationen des Frauen-Volksbegehrens gelesen. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Mag. Kammerlander.) Ich habe nichts von der steuerlichen Absetzung des Dienstleistungsschecks in den Forderungen des Frauen-Volksbegehrens gelesen. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber eine schwache Argumentation, Frau Minister!) Und es ist wichtig und wesentlich, zu erkennen, welche Frauenpolitik hier im Raum steht, wie die politischen Parteien Frauenpolitik auffassen und in welche Richtung es in Zukunft gehen soll. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Kammerlander.)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Kammerlander.
Ich habe nichts von einem Kinderbetreuungsscheck in den Punktationen des Frauen-Volksbegehrens gelesen. (Weiterer Zwischenruf der Abg. Mag. Kammerlander.) Ich habe nichts von der steuerlichen Absetzung des Dienstleistungsschecks in den Forderungen des Frauen-Volksbegehrens gelesen. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber eine schwache Argumentation, Frau Minister!) Und es ist wichtig und wesentlich, zu erkennen, welche Frauenpolitik hier im Raum steht, wie die politischen Parteien Frauenpolitik auffassen und in welche Richtung es in Zukunft gehen soll. (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Kammerlander.)
Abg. Mag. Kammerlander: Aber wir sind nicht in einer Oppositionskoalition! Wir sind drei verschiedene Parteien, Frau Minister! Nehmen Sie das zur Kenntnis! – Abg. Mag. Stoisits: Wir haben kein Regierungsübereinkommen umzusetzen!
Frau Abgeordnete Kammerlander! Sie kennen, glaube ich, schon die Mehrheitsverhältnisse in diesem Haus. Es gibt genug Punkte des Frauen-Volksbegehrens, zu denen es nicht einmal in den Oppositionsparteien eine einheitliche Meinung gibt. Tun wir doch nicht so, als würden wir ständig mit einer Zunge sprechen! Machen wir doch den Frauen nichts vor: Es gibt in diesem Bereich ganz unterschiedliche Weltbilder und ganz unterschiedliche Zielrichtungen, mit denen Politik gemacht wird. (Abg. Mag. Kammerlander: Aber wir sind nicht in einer Oppositionskoalition! Wir sind drei verschiedene Parteien, Frau Minister! Nehmen Sie das zur Kenntnis! – Abg. Mag. Stoisits: Wir haben kein Regierungsübereinkommen umzusetzen!)
Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Frauen wollen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Frauen wollen sich selbst verwirklichen. Sie wollen Chancen, sie wollen Aufstiegschancen, und sie brauchen dazu Förderung. (Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Die Frau Abgeordnete Haller hat bis heute nicht verstanden, wo der Unterschied zwischen Diskriminierung und Gleichstellung und Frauenförderung liegt. Das ist nicht verstanden worden. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.) Frauen müssen bis zu dem Zeitpunkt gefördert werden, zu dem sie tatsächlich gleichgestellt sind. Dazu hat sich auch und gerade der Staat zu bekennen. Es wäre sehr schön gewesen, und es wäre uns allen miteinander beziehungsweise Ihnen kein Stein aus der Krone gefallen – das sage ich jetzt als Regierungsmitglied, ich weiß, das steht mir nicht zu –, eine entsprechende Verfassungsbestimmung zu normieren, damit das Bekenntnis und der Auftrag zur Frauenförderung in der Verfassung stehen. (Abg. Mag. Fekter: Sie haben ja die Frauenförderung heraußen haben wollen! Ihre Fraktion hat das heraußen haben wollen!)
Abg. Mag. Fekter: Sie haben ja die Frauenförderung heraußen haben wollen! Ihre Fraktion hat das heraußen haben wollen!
Die Frau Abgeordnete Haller hat bis heute nicht verstanden, wo der Unterschied zwischen Diskriminierung und Gleichstellung und Frauenförderung liegt. Das ist nicht verstanden worden. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.) Frauen müssen bis zu dem Zeitpunkt gefördert werden, zu dem sie tatsächlich gleichgestellt sind. Dazu hat sich auch und gerade der Staat zu bekennen. Es wäre sehr schön gewesen, und es wäre uns allen miteinander beziehungsweise Ihnen kein Stein aus der Krone gefallen – das sage ich jetzt als Regierungsmitglied, ich weiß, das steht mir nicht zu –, eine entsprechende Verfassungsbestimmung zu normieren, damit das Bekenntnis und der Auftrag zur Frauenförderung in der Verfassung stehen. (Abg. Mag. Fekter: Sie haben ja die Frauenförderung heraußen haben wollen! Ihre Fraktion hat das heraußen haben wollen!)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Abgeordnete Fekter! Sie waren aber schon dabei. Es ist ganz einfach, wir können das schnell korrigieren. Frau Abgeordnete Fekter, wir können das ganz einfach korrigieren. Wir können diesen einen Schritt weiter gehen, um hier tatsächlich die Aufgabe des Bundes in der Verfassung zu sehen, wenn Sie das wollen. (Beifall bei der SPÖ.) Sie alle können gerne heute und hier noch darüber verhandeln, diesen weiteren Schritt zu setzen. Dann können die Freiheitlichen Farbe bekennen, dann können alle Farbe bekennen, inklusive der SPÖ, inklusive meiner Partei. (Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und den Grünen.
Frau Abgeordnete Fekter! Sie waren aber schon dabei. Es ist ganz einfach, wir können das schnell korrigieren. Frau Abgeordnete Fekter, wir können das ganz einfach korrigieren. Wir können diesen einen Schritt weiter gehen, um hier tatsächlich die Aufgabe des Bundes in der Verfassung zu sehen, wenn Sie das wollen. (Beifall bei der SPÖ.) Sie alle können gerne heute und hier noch darüber verhandeln, diesen weiteren Schritt zu setzen. Dann können die Freiheitlichen Farbe bekennen, dann können alle Farbe bekennen, inklusive der SPÖ, inklusive meiner Partei. (Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, es ist wichtig, daß wir heute und in Zukunft darangehen, diese Erwartungen der Frauen zu realisieren. Der Kinderbetreuungsscheck ist nicht die Antwort. Ganz sicher nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir brauchen ein flächendeckendes Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen. Niemand kommt auf die Idee, die Straßen zu privatisieren, damit jeder sich seine Straße selber baut, dort, wo er sie gerade braucht. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß der Staat Infrastrukturen zur Verfügung stellt, auf die man zurückgreifen will und muß, und dazu gehören auch die Kinderbetreuungseinrichtungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Teilzeitarbeit – ein ganz wichtiges Thema. Teilzeitarbeit kann auch gefährlich sein für Frauen, kann auch eine Sackgasse sein. Aber trotzdem brauchen wir das Recht auf Teilzeit für die Frauen, denn heute haben wir die Situation, zwar die finanzielle Unterstützung in Form von Teilzeitkarenz anbieten zu können, nur kann sie niemand annehmen, weil die Unternehmen, die Betriebe nicht darauf einsteigen. Aus diesem Grund braucht es einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit und auf Rückkehr zur Vollzeitarbeit, wenn die Kinder wieder größer und aus dem Gröbsten heraußen sind. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Brinek.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Vieles ist zu tun. Wir sollten es gemeinsam tun, vor allem weil die Frauen nicht mehr lange warten können, weil sie diese Umsetzung heute und nicht morgen brauchen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Mag. Kammerlander: Na wunderbar! Vor der Dringlichen gibt es eine Regierungsdebatte! Das ist ja wirklich toll!
†Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Elisabeth Gehrer¦: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Mag. Kammerlander: Na wunderbar! Vor der Dringlichen gibt es eine Regierungsdebatte! Das ist ja wirklich toll!)
Weitere Zwischenrufe.
†Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder¦: Entschuldigung, darf ich Sie unterbrechen? Die Wortmeldung der Frau Bundesministerin ist völlig geschäftsordnungskonform. – Bitte, Frau Bundesministerin. (Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, daß gerade diese Diskussion zeigen wird, inwieweit Männer bereit sind, sich für Frauen einzusetzen, inwieweit diese Anliegen nicht nur Sache der Frauen sind. Ich halte es für äußerst wichtig, daß Männer sich mit diesen Anliegen auseinandersetzen, daß Männer ihre Beiträge bringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Schaffenrath: Hätten Sie das auch im Ausschuß gesagt!
Heute werden wir über 12 Anträge abstimmen, für die eine Mehrheit in diesem Haus gefunden wurde – das ist ein Schritt nach vorne. Noch viele weitere Schritte werden notwendig sein. Mir ist es ein ganz besonderes Anliegen, aufzuzeigen, daß die Frauen in der Bundesregierung eine sehr starke Achse bilden, daß die Frauen in der Bundesregierung, in dieser Koalition sehr stark und sehr zielstrebig zusammenarbeiten. (Abg. Schaffenrath: Hätten Sie das auch im Ausschuß gesagt!)
Abg. Mag. Kammerlander: Das war alles schon da! Das haben Sie alles gekürzt mit Ihrem Sparpaket! – Ruf bei der ÖVP: Ruhe! Zuhören!
Wir haben in jedem Ministerium Maßnahmen gesetzt, um die Anliegen der Frauen, der Mädchen besser durchzusetzen, besser umzusetzen. Gerade die gestrige Diskussion in der Regierung hat gezeigt, wie stark im Nationalen Aktionsplan die Gleichstellung der Frauen, die Maßnahmen für die Frauen verankert sind. Im Nationalen Aktionsplan gibt es die Säule 4: Chancengleichheit. In der Leitlinie 16 sind neun konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen verankert, beschlossen, werden umgesetzt. In der Leitlinie 17, Bereitstellung von Versorgungseinrichtungen ... (Abg. Mag. Kammerlander: Das war alles schon da! Das haben Sie alles gekürzt mit Ihrem Sparpaket! – Ruf bei der ÖVP: Ruhe! Zuhören!) In einer Demokratie ist es ein demokratischer Vorgang, daß Vorschläge eine Mehrheit finden müssen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.
Wir haben in jedem Ministerium Maßnahmen gesetzt, um die Anliegen der Frauen, der Mädchen besser durchzusetzen, besser umzusetzen. Gerade die gestrige Diskussion in der Regierung hat gezeigt, wie stark im Nationalen Aktionsplan die Gleichstellung der Frauen, die Maßnahmen für die Frauen verankert sind. Im Nationalen Aktionsplan gibt es die Säule 4: Chancengleichheit. In der Leitlinie 16 sind neun konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen verankert, beschlossen, werden umgesetzt. In der Leitlinie 17, Bereitstellung von Versorgungseinrichtungen ... (Abg. Mag. Kammerlander: Das war alles schon da! Das haben Sie alles gekürzt mit Ihrem Sparpaket! – Ruf bei der ÖVP: Ruhe! Zuhören!) In einer Demokratie ist es ein demokratischer Vorgang, daß Vorschläge eine Mehrheit finden müssen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.)
Abg. Mag. Kammerlander: Und was haben Sie in den letzten drei Jahren gemacht? Gekürzt und reduziert haben Sie! Abgeschafft haben Sie!
In der Leitlinie 17, Bereitstellung von Versorgungseinrichtungen, wird ganz klar festgehalten, daß 18 000 Kinderbetreuungsplätze zusätzlich geschaffen werden, daß das Berufsbild Tageseltern geschaffen wird, daß Förderungen für Betriebskindergärten geschaffen werden. Ich meine also, daß diese so wie noch viele weitere Maßnahmen im Nationalen Aktionsplan ganz klar zeigen, daß die Regierung berechtigte Forderungen der Frauen in allen Bereichen berücksichtigt und umsetzt. (Abg. Mag. Kammerlander: Und was haben Sie in den letzten drei Jahren gemacht? Gekürzt und reduziert haben Sie! Abgeschafft haben Sie!) Für alles muß eine Mehrheit gefunden werden in einer Demokratie!
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny. – Abg. Schaffenrath: Welche, Frau Ministerin? Welche haben Sie umgesetzt?
Zwei weitere Beispiele zeigen, daß gerade im Bildungsministerium, das ja in die Zukunft blicken muß, das die Weichen für die Zukunft stellen muß, entsprechende Maßnahmen bereits seit drei Jahren erarbeitet und umgesetzt werden – ich erinnere nur an den Aktionsplan 2000. Ich habe bezüglich dieses Aktionsplanes ein sehr konkretes, ein sehr konstruktives Gespräch mit den Vertreterinnen des Frauen-Volksbegehrens gehabt. Wir haben 99 Maßnahmen festgelegt. Diese Aktionsmaßnahmen wurden voriges Jahr begonnen umzusetzen. Wir haben eine Wandzeitung dazu gemacht, wir haben ein Info-Blatt zusammengestellt, eine Broschüre. Ein Drittel der Maßnahmen ist bereits umgesetzt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny. – Abg. Schaffenrath: Welche, Frau Ministerin? Welche haben Sie umgesetzt?)
Abg. Mag. Kammerlander: Das noch aufzuzählen! Sie werden gar nicht rot, Frau Ministerin!
das @fem-training-net@, ein COMENIUS-Projekt, eine Schule für Mädchen und Jungen: „Gleichheit teilen“ – eine transnationale Fortbildungsveranstaltung, das Projekt „Chancengleichheit COMENIUS“, Mädchentage im BIZ, wo ich selbst hingehe – wir haben bereits sieben derartige Veranstaltungen gemacht –, Aktion Schülerinnen fragen Fachfrauen, Workshop für Schülerinnen für ungewöhnliche Berufe, Seminar Bildungsberater, Schwerpunkte Mädchenförderung, Förderung von Mädchen- und Frauenprojekten zur Berufsorientierung, Aktion mädchenfreundliche HTL, Schnupperkurse in Werkstätten, Computerveranstaltungen für Schülerinnen, Video: Mädchen in technischen Berufen, Schnupperprogramm für Maturantinnen in Technik, das Projekt „Die Technikerin“- eine dreitägige Veranstaltung –, eine Aktion „Ökotechnik und Umweltbildung“ speziell für Mädchen und junge Frauen. (Abg. Mag. Kammerlander: Das noch aufzuzählen! Sie werden gar nicht rot, Frau Ministerin!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.
Wir haben in der Schriftenreihe zahlreiche Broschüren erarbeitet, es gibt die Aktion „Bewußte Koedukation“, wir haben eine Studie zur Erforschung der Bildungsmotivation von Mädchen in Auftrag gegeben, und wir haben im Rahmen der Weiterbildung, der Erwachsenenbildung, den Schwerpunkt Frauen gesetzt und zahlreiche Kursangebote in den Ländern verwirklicht. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Nowotny.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin auch bemüht, bei allen Maßnahmen des Ministeriums der Frauenbildung, der Gleichstellung, der Mädchenförderung besonderes Augenmerk zu schenken. Wir haben vor kurzem eigene Lehrpläne für die Berufsorientierung erarbeitet, die neu eingeführt worden ist für die dritte und vierte Klasse Hauptschule sowie die dritte und vierte Klasse AHS. In diesen Lehrplänen für Berufsorientierung ist ganz klar festgehalten, daß die Problematik Mädchenberufe – Bubenberufe in den Klassen besprochen werden muß, daß die nach den Geschlechtern getrennte Arbeitswelt beleuchtet werden muß, daß Konsequenzen für die Lebens- und Berufslaufbahn beleuchtet werden müssen, daß eine Stärkung des Selbstwertgefühls für Mädchen erfolgen muß, daß die Doppelbelastung für berufstätige Frauen aufgezeigt werden muß, daß Lösungsansätze mit den Mädchen diskutiert werden müssen und daß vor allem die partnerschaftliche Aufgabenteilung, das neue Rollenverständnis ein ganz wichtiger Inhalt ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Prammer hat erwähnt, daß wir an der Schwelle eines neuen Jahrtausends stehen. Man muß sich die Frage stellen: War das 20. Jahrhundert ein Jahrhundert der Frauen? – Es ist viel gemacht worden, aber wahrscheinlich zuwenig, wahrscheinlich muß noch viel mehr gemacht werden. Ich meine aber, daß das 21. Jahrhundert ein Jahrhundert der Frauen werden muß, und vor allem ein Jahrhundert der neuen Partnerschaft. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir müssen uns dessen bewußt sein, daß viele weitere Schritte notwendig sind zu einer echten Gleichstellung, daß auch viele weitere Schritte notwendig sind, um bei den Männern eine entsprechende Bewußtseinsbildung zu erreichen. Wir müssen diese Schritte gemeinsam verfolgen, und wir sollten das Motto haben: Frauen fördern und Männer fordern! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
†Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander¦ (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Zur Geschäftsbehandlung: Die Geschäftsordnung sieht nach § 13 vor, daß es in der Debatte zu einem Austausch der Meinungen der Abgeordneten und der Regierungsmitglieder kommen soll. Im Verlauf dieser Debatte ist es, bevor sie zum Aufruf des Dringlichen Antrages unterbrochen werden wird, zu diesem Austausch zwischen den Meinungen der Abgeordneten und der Regierungsmitglieder nicht gekommen, weil drei Parteien ihre Meinungen nicht austauschen konnten. Ich möchte eine Debatte zur Geschäftsordnung, damit dieser Meinungsaustausch stattfinden kann. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Fekter: Sie aber auch nicht!
Ich halte vor allem auch fest, daß Frau Bundesministerin Gehrer keinen einzigen Ausschußtermin in Sachen Frauen-Volksbegehren wahrgenommen hat. (Abg. Dr. Fekter: Sie aber auch nicht!) Daher ist es durchaus sinnvoll, daß sie heute hier dazu gesprochen hat. Es ist sinnvoll, ja, aber sie sich hätte bei eingermaßen diszipliniertem und solidarischem Verhalten an die Usancen dieses Hauses halten können, die normalerweise – ich bin vielleicht nicht ganz so alt und erfahren wie Herr Klubobmann Khol – so ablaufen, daß die Redner der fünf Fraktionen Positionen eintragen, in der Folge die Regierungsmitglieder sich äußern, dann die Debatte fortgesetzt wird und selbstverständlich in der Folge die Regierungsmitglieder sich häufig zu Wort melden. (Rufe bei der ÖVP: Geschäftsordnung!)
Rufe bei der ÖVP: Geschäftsordnung!
Ich halte vor allem auch fest, daß Frau Bundesministerin Gehrer keinen einzigen Ausschußtermin in Sachen Frauen-Volksbegehren wahrgenommen hat. (Abg. Dr. Fekter: Sie aber auch nicht!) Daher ist es durchaus sinnvoll, daß sie heute hier dazu gesprochen hat. Es ist sinnvoll, ja, aber sie sich hätte bei eingermaßen diszipliniertem und solidarischem Verhalten an die Usancen dieses Hauses halten können, die normalerweise – ich bin vielleicht nicht ganz so alt und erfahren wie Herr Klubobmann Khol – so ablaufen, daß die Redner der fünf Fraktionen Positionen eintragen, in der Folge die Regierungsmitglieder sich äußern, dann die Debatte fortgesetzt wird und selbstverständlich in der Folge die Regierungsmitglieder sich häufig zu Wort melden. (Rufe bei der ÖVP: Geschäftsordnung!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich meine einfach, es ist die Geschäftsordnung zwar formal – da haben Sie schon recht, Herr Präsident – richtig gehandhabt worden, aber es war notwendig, im Rahmen einer Geschäftsordnungsdebatte darauf hinzuweisen, daß es eine sehr eigenwillige Vorgangsweise der Regierungsmitglieder gewesen ist, noch dazu, wo es sich um ein Volksbegehren handelt und nicht einmal um eine Regierungsvorlage. – Das war mir wichtig zu sagen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und dem Liberalen Forum.
Ich nehme darauf Bezug und stelle einen Antrag nach der Geschäftsordnung, eine Debatte darüber durchzuführen, wie das gehandhabt werden soll, daß es zu einer Wechselrede kommt und zu einem Austausch der Meinungen kommen kann. (Beifall bei den Grünen und dem Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stoisits: Aber der Geist der Geschäftsordnung!
Weiters zur Geschäftsordnung ... (Abg. Mag. Stoisits: Aber der Geist der Geschäftsordnung!)
Abg. Mag. Stoisits: Aber nach den fünf Abgeordneten!
†Abgeordneter Dr. Andreas Khol¦ (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Hohes Haus! Bei der Behandlung des Gentechnik-Volksbegehrens heute vormittag haben nach Frau Ministerin Prammer zwei weitere Minister gesprochen – Herr Dr. Michalek und Herr Dr. Bartenstein. (Abg. Mag. Stoisits: Aber nach den fünf Abgeordneten!) Ich frage mich, was den Grünen so ein besonderer Dorn im Auge ist – vielleicht ist es die „Rose von Weppersdorf“ –, daß jetzt hier so ein Theater aufgeführt wird.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Das ist eine Debatte und keine Vorlesung!
Es wird kein Antrag gestellt, es wurde kein Antrag gestellt, und daher kann auch über nichts abgestimmt werden. Ich würde bitten, daß man sich endlich wieder dem Frauen-Volksbegehren zuwendet und nicht Formalentscheidungen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Das ist eine Debatte und keine Vorlesung!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich verstehe den Unmut der Kolleginnen und Kollegen. Ich muß aber hinzufügen: Wäre kein Dringlicher Antrag eingebracht worden, hätte es diese Diskussion überhaupt nicht gegeben. Die Problematik ist dadurch entstanden, daß eine wichtige Materie durch einen Dringlichen Antrag überdeckt wird. Das ist aber ein Problem, das geschäftsordnungsmäßig nicht lösbar ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
†Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic¦ (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Ich schließe an die Ausführungen des Klubobmannes Kostelka an. – Herr Klubobmann! Würde kein Dringlicher Antrag zum Aufruf gelangen, dann hätten sich die beiden Bundesministerinnen auch nicht jetzt zu Wort gemeldet. Ich appelliere hier schon ein wenig an die Frauensolidarität und stelle den Antrag, auch im Sinne der Erwähnungen im Zögernitz-Kommentar, daß über einen geschäftsodnungsrelevanten Vorgang hier eine kurze Debatte stattfinden soll und daß der Nationalrat darüber abstimmen möge. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Kostelka: Wieso denn?
†Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder¦: Ich lasse nun über den Geschäftsordnungsantrag – ich glaube, es war zuletzt jener der Frau Kollegin Petrovic – abstimmen. (Abg. Dr. Kostelka: Wieso denn?)
Fischer, Kostelka u. a.
Ein Beitritt zur NATO wird vor allem vom Moskau-Flügel der SPÖ (Fischer, Kostelka u. a.) damit abgetan, daß dieser Schritt keinerlei Sicherheitsgewinn für Österreich bedeuten würde. Die Argumente dafür sind mehr als schwach:
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Meine Damen und Herren! Das vorhergegangene Kapitel ist abgeschlossen, wir behandeln ein anderes Thema. Ich bitte um Aufmerksamkeit für den Redner. (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP! In der gesamten demokratischen Welt ist es üblich, daß man in der Sicherheitspolitik möglichst rasch auf geänderte Rahmenbedingungen reagiert, daß man versucht, in einer offenen Diskussion einen nationalen Konsens im Land herbeizuführen und gemeinsam – bei ausreichender Information der Bevölkerung – die notwendigen Maßnahmen zu setzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Nicht so, wie Sie es machen, daß Sie die öffentliche Diskussion, auch in den Medien, jetzt über Wochen und Monate mit der Frage: Kann sich diese Regierung auf eine Linie einigen oder nicht? füllen und versuchen, dadurch zu kaschieren, daß Sie auch in den anderen Bereichen, die die Bevölkerung noch stärker betreffen als etwa die Sicherheitspolitik und die noch aktueller sind, keine Alternativen und Lösungsvorschläge für die Probleme anzubieten haben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich erinnere daran, daß etwa Finnland im Jahre 1990 sofort nach der Wende, sofort nach dem Zerfall des Kommunismus den Friedensvertrag mit der Sowjetunion – dann Rußland – aufgelöst hat. Man hat gesagt: Das ist jetzt eine andere Zeit, wir sind ein souveräner Staat. Zur selben Zeit hat unser Parlament, nämlich im Herbst 1990, den österreichischen Staatsvertrag in weiten Bereichen zementiert. Schon damals hat man gesehen, daß Ihnen der Mut zu einer wirklich offensiven Ausrichtung und Neuausrichtung in der Staats- und Sicherheitspolitik fehlt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben in den letzten acht Jahren die Sicherheitspolitik immer wieder als Themenfüller in den medialen Sommerlöchern verwendet. Ich erinnere mich daran, daß Kollege Cap im Juli einmal Vorreiter war, da es im Juli nicht ganz so hitzig ist mit der Politik. Damals hat man getestet: Wie schaut es denn aus in der Bevölkerung, wenn die SPÖ einmal verlangt, daß Österreich der NATO beitreten sollte? Und dann hat man auch versucht – vor allem die Sozialdemokraten –, diese Frage als Wahlkampfthema zu mißbrauchen und dafür, die parteitaktischen Spielchen innerhalb der Regierung auf den Gipfel zu treiben. – Meine Damen und Herren von der Regierung! Sie haben damit in unverantwortlicher Weise die Interessen Österreichs gefährdet und durch Ihre unglaubliche Falschinformation der Bevölkerung und Ihren Wankelmut die Österreicher verunsichert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: In die Schatzkammer!
Meine Damen und Herren! Das haben Sie sich vorzuwerfen, und zwar beide Fraktionen! Denn die Österreichische Volkspartei, die jetzt so tut, als sei sie schon immer für die NATO-, für die Bündnismitgliedschaft Österreichs gewesen, sollte einmal ihre eigenen Presseaussendungen lesen: Ihre Meinung hat sich ja fast wöchentlich geändert. Einmal hat es geheißen: Ja, hinein in die NATO, das ist unsere Sicherheit!, dann hat es geheißen: NATO-Beitritt steht nicht zur Debatte! Klubobmann Khol hat die Neutralität einmal in den Tabernakel verbannt. (Abg. Dr. Khol: In die Schatzkammer!) In die Schatzkammer, auch gut; dort ist sie auch gut aufgehoben, Kollege Khol. (Abg. Schwarzenberger: Tabernakel ist woanders!) Nur, Herr Kollege Khol, warum haben Sie dann ... (Abg. Dr. Khol: Sie wissen nicht den Unterschied zwischen Tabernakel und Schatzkammer? – Das habe ich immer gewußt!) Gut, es ist sehr schön, daß Sie das wissen, Sie werden mir dann einen Vortrag darüber halten.
Abg. Schwarzenberger: Tabernakel ist woanders!
Meine Damen und Herren! Das haben Sie sich vorzuwerfen, und zwar beide Fraktionen! Denn die Österreichische Volkspartei, die jetzt so tut, als sei sie schon immer für die NATO-, für die Bündnismitgliedschaft Österreichs gewesen, sollte einmal ihre eigenen Presseaussendungen lesen: Ihre Meinung hat sich ja fast wöchentlich geändert. Einmal hat es geheißen: Ja, hinein in die NATO, das ist unsere Sicherheit!, dann hat es geheißen: NATO-Beitritt steht nicht zur Debatte! Klubobmann Khol hat die Neutralität einmal in den Tabernakel verbannt. (Abg. Dr. Khol: In die Schatzkammer!) In die Schatzkammer, auch gut; dort ist sie auch gut aufgehoben, Kollege Khol. (Abg. Schwarzenberger: Tabernakel ist woanders!) Nur, Herr Kollege Khol, warum haben Sie dann ... (Abg. Dr. Khol: Sie wissen nicht den Unterschied zwischen Tabernakel und Schatzkammer? – Das habe ich immer gewußt!) Gut, es ist sehr schön, daß Sie das wissen, Sie werden mir dann einen Vortrag darüber halten.
Abg. Dr. Khol: Sie wissen nicht den Unterschied zwischen Tabernakel und Schatzkammer? – Das habe ich immer gewußt!
Meine Damen und Herren! Das haben Sie sich vorzuwerfen, und zwar beide Fraktionen! Denn die Österreichische Volkspartei, die jetzt so tut, als sei sie schon immer für die NATO-, für die Bündnismitgliedschaft Österreichs gewesen, sollte einmal ihre eigenen Presseaussendungen lesen: Ihre Meinung hat sich ja fast wöchentlich geändert. Einmal hat es geheißen: Ja, hinein in die NATO, das ist unsere Sicherheit!, dann hat es geheißen: NATO-Beitritt steht nicht zur Debatte! Klubobmann Khol hat die Neutralität einmal in den Tabernakel verbannt. (Abg. Dr. Khol: In die Schatzkammer!) In die Schatzkammer, auch gut; dort ist sie auch gut aufgehoben, Kollege Khol. (Abg. Schwarzenberger: Tabernakel ist woanders!) Nur, Herr Kollege Khol, warum haben Sie dann ... (Abg. Dr. Khol: Sie wissen nicht den Unterschied zwischen Tabernakel und Schatzkammer? – Das habe ich immer gewußt!) Gut, es ist sehr schön, daß Sie das wissen, Sie werden mir dann einen Vortrag darüber halten.
Abg. Dr. Khol: Das werde ich tun!
Ich frage Sie – vielleicht beantworten Sie mir dann auch die Frage (Abg. Dr. Khol: Das werde ich tun!) –, warum Sie dann, als die SPÖ angedroht hatte, die Frage der Neutralität zum Wahlkampfthema der EU-Wahl zu machen, hier an diesem Rednerpult plötzlich ein glühendes Bekenntnis zur Neutralität abgegeben haben? – Das ist Wähler-Falschinformation, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber glauben Sie doch nicht, daß Ihnen das noch irgend jemand abnimmt! Das ist Ihre Konsequenz, und daran sieht man auch, wie wenig ernst Sie in Wirklichkeit diese Frage genommen haben und nach wie vor nehmen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage Sie – vielleicht beantworten Sie mir dann auch die Frage (Abg. Dr. Khol: Das werde ich tun!) –, warum Sie dann, als die SPÖ angedroht hatte, die Frage der Neutralität zum Wahlkampfthema der EU-Wahl zu machen, hier an diesem Rednerpult plötzlich ein glühendes Bekenntnis zur Neutralität abgegeben haben? – Das ist Wähler-Falschinformation, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber glauben Sie doch nicht, daß Ihnen das noch irgend jemand abnimmt! Das ist Ihre Konsequenz, und daran sieht man auch, wie wenig ernst Sie in Wirklichkeit diese Frage genommen haben und nach wie vor nehmen.
Abg. Mag. Kukacka: Bis sie gescheiter geworden sind!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Sie sagen jetzt – Kollege Maitz hat es gestern angesprochen –, daß Sie nun den Koalitionspartner überzeugen und nicht überstimmen wollen – überzeugen! Kollege Maitz! Wie lange brauchen Sie denn noch, um den Koalitionspartner zu überzeugen? (Abg. Mag. Kukacka: Bis sie gescheiter geworden sind!) Wie lange haben Sie denn schon Zeit gehabt!? Es ist doch nicht so, daß Sie mit der Sicherheitspolitik und mit der Verteidigungspolitik nichts zu tun haben! Ihr Außenminister Schüssel ist der Hauptverantwortliche für diese Bereiche! Ihr Verteidigungsminister Fasslabend ist mitverantwortlich!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was haben Sie denn in letzter Zeit an Überzeugungsarbeit geleistet? Jetzt wollen Sie den Regierungspartner überzeugen? – Es gelingt Ihnen beim Wähler nicht, ihn zu überzeugen, daher ist es auch kein Wunder, daß Sie den Koalitionspartner SPÖ von Ihrer Politik auch nicht überzeugen können. Aber in diesem Fall wäre es eben an der Zeit, endlich einmal von der Überzeugungsarbeit abzugehen und Konsequenzen zu ziehen, Kollege Murauer, klare Abstimmungen herbeizuführen, zu ermöglichen und hier klar in dem Sinn, den Sie immer vorgeben, zu agieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Ich bin ein Wiener!
Die SPÖ versucht, meine Damen und Herren – das habe ich schon gesagt –, die Neutralität immer wieder ins Spiel zu bringen. Sie haben ja einige Blamagen hinnehmen müssen wie zuletzt jene in Niederösterreich, Herr Kollege Schieder, wo Herr Höger noch inseriert hat: Neutralität statt NATO! Ich möchte wissen, was ein Landeshauptmann-Stellvertreter mit diesen Fragen zu tun hat. (Abg. Schieder: Ich bin ein Wiener!) Das Wahlergebnis hat sich ja entsprechend niedergeschlagen. (Abg. Schieder: Ich bin ein Wiener Abgeordneter!) – Ja, Sie sind ein Wiener Abgeordneter, aber außenpolitischer Sprecher und Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses und deshalb nicht ganz unverantwortlich für die Linie in Ihrer Partei und in Ihrem Klub.
Abg. Schieder: Ich bin ein Wiener Abgeordneter!
Die SPÖ versucht, meine Damen und Herren – das habe ich schon gesagt –, die Neutralität immer wieder ins Spiel zu bringen. Sie haben ja einige Blamagen hinnehmen müssen wie zuletzt jene in Niederösterreich, Herr Kollege Schieder, wo Herr Höger noch inseriert hat: Neutralität statt NATO! Ich möchte wissen, was ein Landeshauptmann-Stellvertreter mit diesen Fragen zu tun hat. (Abg. Schieder: Ich bin ein Wiener!) Das Wahlergebnis hat sich ja entsprechend niedergeschlagen. (Abg. Schieder: Ich bin ein Wiener Abgeordneter!) – Ja, Sie sind ein Wiener Abgeordneter, aber außenpolitischer Sprecher und Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses und deshalb nicht ganz unverantwortlich für die Linie in Ihrer Partei und in Ihrem Klub.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Wann habe ich „Ho Chi Minh“ skandiert?
Ich spreche deshalb Sie, Herr Abgeordneter Schieder, ganz konkret an, weil ich glaube, daß man mit Ihnen reden kann, beim Herrn Klubobmann hat man vielleicht größere Probleme, wobei ich das auch verstehe, denn jemand, der noch vor wenigen Jahren „Ho Chi Minh“ skandiert hat, hat jetzt eben ein Problem, dieses „Feindbild“ NATO nun als Option zu sehen, Kollege Kostelka. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Wann habe ich „Ho Chi Minh“ skandiert?)
Abg. Dr. Khol: Das war der Pilz, Herr Kollege Scheibner! Das war der Pilz mit Ho Chi Minh!
Kollege Kostelka, Sie als Vertreter der „Havanna-Fraktion“ haben damit ja auch ein ganz gutes Mittel, um sich innerparteiliche, innerfraktionelle Konkurrenten vom Leibe zu halten (Abg. Dr. Khol: Das war der Pilz, Herr Kollege Scheibner! Das war der Pilz mit Ho Chi Minh!): Cap, der ganz gerne die Nachfolge antreten würde, ist für die NATO, und Sie müssen dann eben den Gegenpart spielen. Wenig überzeugend, Herr Klubobmann Kostelka, aber auch wenig staatspolitisch! (Abg. Dr. Khol: Wie kann man Kostelka mit Pilz verwechseln?!) Mit einer Greuelpropaganda die Bevölkerung zu verunsichern – allein aus parteitaktischen Gründen! –, ist das Schändliche, das wir Ihnen vorwerfen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Wo habe ich Greuelpropaganda gemacht?)
Abg. Dr. Khol: Wie kann man Kostelka mit Pilz verwechseln?!
Kollege Kostelka, Sie als Vertreter der „Havanna-Fraktion“ haben damit ja auch ein ganz gutes Mittel, um sich innerparteiliche, innerfraktionelle Konkurrenten vom Leibe zu halten (Abg. Dr. Khol: Das war der Pilz, Herr Kollege Scheibner! Das war der Pilz mit Ho Chi Minh!): Cap, der ganz gerne die Nachfolge antreten würde, ist für die NATO, und Sie müssen dann eben den Gegenpart spielen. Wenig überzeugend, Herr Klubobmann Kostelka, aber auch wenig staatspolitisch! (Abg. Dr. Khol: Wie kann man Kostelka mit Pilz verwechseln?!) Mit einer Greuelpropaganda die Bevölkerung zu verunsichern – allein aus parteitaktischen Gründen! –, ist das Schändliche, das wir Ihnen vorwerfen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Wo habe ich Greuelpropaganda gemacht?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Wo habe ich Greuelpropaganda gemacht?
Kollege Kostelka, Sie als Vertreter der „Havanna-Fraktion“ haben damit ja auch ein ganz gutes Mittel, um sich innerparteiliche, innerfraktionelle Konkurrenten vom Leibe zu halten (Abg. Dr. Khol: Das war der Pilz, Herr Kollege Scheibner! Das war der Pilz mit Ho Chi Minh!): Cap, der ganz gerne die Nachfolge antreten würde, ist für die NATO, und Sie müssen dann eben den Gegenpart spielen. Wenig überzeugend, Herr Klubobmann Kostelka, aber auch wenig staatspolitisch! (Abg. Dr. Khol: Wie kann man Kostelka mit Pilz verwechseln?!) Mit einer Greuelpropaganda die Bevölkerung zu verunsichern – allein aus parteitaktischen Gründen! –, ist das Schändliche, das wir Ihnen vorwerfen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Wo habe ich Greuelpropaganda gemacht?)
Abg. Dr. Kostelka: Ist es eines, oder ist es keines?
Sie kommen jedesmal mit der Argumentation: Nicht in dieses Militärbündnis NATO (Abg. Dr. Kostelka: Ist es eines, oder ist es keines?), wir wollen keine Atomwaffen hier in Österreich, wir wollen keine fremden Truppenstationierungen (Abg. Dr. Kostelka: Gibt es die, oder gibt es sie nicht?), wir wollen die Neutralität, das heißt, Frieden und Freiheit für Österreich aufrechterhalten! – Und gleichzeitig, Herr Klubobmann Kostelka, stimmen Sie mit der Österreichischen Volkspartei still und heimlich immer wieder bei Beschlüssen mit (Abg. Dr. Kostelka: Im Nationalrat still und heimlich?) und unterstützen Maßnahmen der Regierung unter Ihrem Bundeskanzler, die mit der Neutralität, würde man sie ernst nehmen, völlig unvereinbar wären.
Abg. Dr. Kostelka: Gibt es die, oder gibt es sie nicht?
Sie kommen jedesmal mit der Argumentation: Nicht in dieses Militärbündnis NATO (Abg. Dr. Kostelka: Ist es eines, oder ist es keines?), wir wollen keine Atomwaffen hier in Österreich, wir wollen keine fremden Truppenstationierungen (Abg. Dr. Kostelka: Gibt es die, oder gibt es sie nicht?), wir wollen die Neutralität, das heißt, Frieden und Freiheit für Österreich aufrechterhalten! – Und gleichzeitig, Herr Klubobmann Kostelka, stimmen Sie mit der Österreichischen Volkspartei still und heimlich immer wieder bei Beschlüssen mit (Abg. Dr. Kostelka: Im Nationalrat still und heimlich?) und unterstützen Maßnahmen der Regierung unter Ihrem Bundeskanzler, die mit der Neutralität, würde man sie ernst nehmen, völlig unvereinbar wären.
Abg. Dr. Kostelka: Im Nationalrat still und heimlich?
Sie kommen jedesmal mit der Argumentation: Nicht in dieses Militärbündnis NATO (Abg. Dr. Kostelka: Ist es eines, oder ist es keines?), wir wollen keine Atomwaffen hier in Österreich, wir wollen keine fremden Truppenstationierungen (Abg. Dr. Kostelka: Gibt es die, oder gibt es sie nicht?), wir wollen die Neutralität, das heißt, Frieden und Freiheit für Österreich aufrechterhalten! – Und gleichzeitig, Herr Klubobmann Kostelka, stimmen Sie mit der Österreichischen Volkspartei still und heimlich immer wieder bei Beschlüssen mit (Abg. Dr. Kostelka: Im Nationalrat still und heimlich?) und unterstützen Maßnahmen der Regierung unter Ihrem Bundeskanzler, die mit der Neutralität, würde man sie ernst nehmen, völlig unvereinbar wären.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Beide gemeinsam, ÖVP und SPÖ, haben ein wichtiges Gebot einer ernst genommenen Neutralität nie wirklich ernst genommen und umgesetzt, nämlich die bewaffnete Neutralität, nach der jemand, der für sich selbst die Neutralität statuiert, das heißt, daß er allein gegen alle möglichen Konfliktparteien gerüstet sein will, ein ordentlich gerüstetes und ausgerüstetes Bundesheer braucht. Das haben Sie doch in den letzten 40 Jahren sträflichst vernachlässigt! Sie haben unser Bundesheer an den Rand des Abgrunds getrieben. Allein schon durch das Budget, Herr Kollege Kostelka, mit einem Anteil von 0,8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Damit sind wir in Europa absolutes Schlußlicht, noch hinter Luxemburg. Also: Sie haben keine einzige Bedingung, die an einen dauernd neutralen Staat gestellt wird, in den letzten Jahren erfüllt! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Im Gegenteil. Sie haben alles gebrochen, was noch zu brechen war.
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Ich meine, daß es nun an der Zeit ist, daß dieses Parlament endlich handelt, daß dieses Parlament in das Vakuum, das diese Regierung erzeugt hat, einbricht und endlich zeigt, daß es als Volksvertretung Verantwortung für dieses Land übernimmt (Beifall bei den Freiheitlichen), klar die Optionen aufzeigt und dann auch klare Entscheidungen über die Zukunft der österreichischen Sicherheitspolitik trifft. Das ist ja der Auftrag, den wir vom Wähler haben. (Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Meine Damen und Herren! Ich meine, daß es nun an der Zeit ist, daß dieses Parlament endlich handelt, daß dieses Parlament in das Vakuum, das diese Regierung erzeugt hat, einbricht und endlich zeigt, daß es als Volksvertretung Verantwortung für dieses Land übernimmt (Beifall bei den Freiheitlichen), klar die Optionen aufzeigt und dann auch klare Entscheidungen über die Zukunft der österreichischen Sicherheitspolitik trifft. Das ist ja der Auftrag, den wir vom Wähler haben. (Zwischenruf des Abg. Wabl.)
Abg. Wabl: Wir auch nicht!
Herr Kollege Wabl! Wir fürchten uns nicht vor dem Wähler. (Abg. Wabl: Wir auch nicht!) Wir wissen ganz genau, daß der Wähler, daß der Bürger die richtigen Entscheidungen trifft, wenn er die richtigen Informationen bekommt. (Abg. Wabl: Wir lieben den Wähler!) Deshalb haben wir auch gesagt, daß sich die Politik nicht vor der Entscheidung drücken darf. Wir müssen hier die Optionen aufzeigen und unsere Anträge beschließen, und dann muß selbstverständlich auch das Volk mit dieser Frage befaßt werden.
Abg. Wabl: Wir lieben den Wähler!
Herr Kollege Wabl! Wir fürchten uns nicht vor dem Wähler. (Abg. Wabl: Wir auch nicht!) Wir wissen ganz genau, daß der Wähler, daß der Bürger die richtigen Entscheidungen trifft, wenn er die richtigen Informationen bekommt. (Abg. Wabl: Wir lieben den Wähler!) Deshalb haben wir auch gesagt, daß sich die Politik nicht vor der Entscheidung drücken darf. Wir müssen hier die Optionen aufzeigen und unsere Anträge beschließen, und dann muß selbstverständlich auch das Volk mit dieser Frage befaßt werden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wie weit sind wir denn hier in diesem Parlament gekommen, daß Anträge hier eingebracht werden – auf Druck von Regierungspolitikern –, über die wir zwar diskutieren dürfen, über die uns aber die Abstimmung verwehrt wird? Haben Sie denn noch ein Selbstwertgefühl als Mandatare dieser Republik? Wollen Sie nur diskutieren, oder wollen Sie die Geschicke dieses Landes mitgestalten und mitentscheiden? Aber dann müssen Sie Anträge und Abstimmungen hier zulassen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wir werden Ihnen in diesem Bereich Hilfestellungen geben!
Abg. Schieder: Aber Sie vergleichen Länder, die auch Seestreitkräfte haben, mit Österreich! Die haben doch Seestreitkräfte!
Sie bringen in diesem Zusammenhang immer Schweden als gutes Beispiel. Dann sagen Sie aber auch dazu, was Schweden, die Schweiz oder Finnland in den letzten Jahrzehnten für ihre eigene Landesverteidigung ausgegeben haben: das Doppelte bis Dreifache – aber über 40 Jahre hinweg! Wenn Sie das aufholen wollen, dann müssen Sie den Leuten aber auch sagen, daß Sie ohne objektive Begründung jetzt 30 Milliarden, 40 Milliarden Schilling in eine ernst genommene Landesverteidigung, die auf sich gestellt ist, investieren wollen. Das müssen Sie den Leuten erklären. (Abg. Schieder: Aber Sie vergleichen Länder, die auch Seestreitkräfte haben, mit Österreich! Die haben doch Seestreitkräfte!) Die Seestreitkräfte der Schweiz können Sie mir zeigen! Vielleicht fahren ein paar Schinakel auf dem Genfer See, Herr Kollege Schieder. Ich weiß nicht, ob die Kosten dafür hier miteinzubeziehen sind. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider – in Richtung des Abg. Schieder –: Wollen Sie Schiffe? – Abg. Schieder: Nein, aber weil er die Kosten vergleicht, und die haben auch Kosten für die Schiffahrt! 1 : 1 kann man sie nicht vergleichen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider – in Richtung des Abg. Schieder –: Wollen Sie Schiffe? – Abg. Schieder: Nein, aber weil er die Kosten vergleicht, und die haben auch Kosten für die Schiffahrt! 1 : 1 kann man sie nicht vergleichen!
Sie bringen in diesem Zusammenhang immer Schweden als gutes Beispiel. Dann sagen Sie aber auch dazu, was Schweden, die Schweiz oder Finnland in den letzten Jahrzehnten für ihre eigene Landesverteidigung ausgegeben haben: das Doppelte bis Dreifache – aber über 40 Jahre hinweg! Wenn Sie das aufholen wollen, dann müssen Sie den Leuten aber auch sagen, daß Sie ohne objektive Begründung jetzt 30 Milliarden, 40 Milliarden Schilling in eine ernst genommene Landesverteidigung, die auf sich gestellt ist, investieren wollen. Das müssen Sie den Leuten erklären. (Abg. Schieder: Aber Sie vergleichen Länder, die auch Seestreitkräfte haben, mit Österreich! Die haben doch Seestreitkräfte!) Die Seestreitkräfte der Schweiz können Sie mir zeigen! Vielleicht fahren ein paar Schinakel auf dem Genfer See, Herr Kollege Schieder. Ich weiß nicht, ob die Kosten dafür hier miteinzubeziehen sind. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider – in Richtung des Abg. Schieder –: Wollen Sie Schiffe? – Abg. Schieder: Nein, aber weil er die Kosten vergleicht, und die haben auch Kosten für die Schiffahrt! 1 : 1 kann man sie nicht vergleichen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Aber vor ein paar Jahren haben Sie es noch selbst verlangt von da!
Herr Kollege Kostelka! Herr Bundeskanzler! Sie fahren doch immer in der Weltgeschichte herum: 11 von 15 Mitgliedsländern der EU, hauptsächlich sozialdemokratisch regiert – das sind doch Ihre Genossen! –, sind Mitglied der NATO. Die haben doch kein Interesse daran, für Sie – und zwar nur deshalb, weil Sie ein Problem haben, innerhalb Ihrer Fraktion in dieser Hinsicht für Ordnung zu sorgen – Milliardeninvestitionen bereitzustellen, um eine neue Struktur aufzubauen. Herr Bundeskanzler! Das glauben Sie doch wohl selbst nicht! Erkundigen Sie sich bei Ihren Genossen in der internationalen Staatengemeinschaft! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Aber vor ein paar Jahren haben Sie es noch selbst verlangt von da!)
Abg. Dr. Haider: Er will eh, aber er darf nicht, Kostelka ist zu stark!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Schieder! Selbstverständlich wollen wir eine stärkere europäische Komponente. (Abg. Dr. Haider: Er will eh, aber er darf nicht, Kostelka ist zu stark!) Da sind alle europäischen Länder gefragt, denn es ist doch eine Blamage, daß bei jedem sicherheitspolitischen Konflikt der Vergangenheit und der Gegenwart immer die USA als Vermittler einschreiten mußte, etwa in der Nordirland-Krise, im Kosovo, in Bosnien. Aber das liegt doch in der Verantwortung der Europäer! Wie wollen Sie diese Verantwortung übernehmen, wenn Sie sich selbst nicht in die sicherheitspolitischen Strukturen integrieren wollen?
Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser
Die Westeuropäische Union – auch an die Kollegen des Liberalen Forums gerichtet – hat für sich selbst doch auch klar festgehalten, daß sie keine eigenständige Struktur aufbauen wird, weil es unsinnig wäre, die erforderlichen Mittel dafür auszugeben (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser), daß sie nur gemeinsam und innerhalb der NATO funktionieren kann und wird, und es deshalb ausgeschlossen ist, der Westeuropäischen Union beizutreten, ohne gleichzeitig auch NATO-Mitglied zu sein. Auch in diesem Zusammenhang wäre – selbst wenn Präsidentschaftswahlkampf ist, selbst wenn man sich manche Optionen für eine Regierungsbeteiligung offenlassen will – ein bißchen mehr Ehrlichkeit in der öffentlichen Debatte gefragt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Westeuropäische Union – auch an die Kollegen des Liberalen Forums gerichtet – hat für sich selbst doch auch klar festgehalten, daß sie keine eigenständige Struktur aufbauen wird, weil es unsinnig wäre, die erforderlichen Mittel dafür auszugeben (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser), daß sie nur gemeinsam und innerhalb der NATO funktionieren kann und wird, und es deshalb ausgeschlossen ist, der Westeuropäischen Union beizutreten, ohne gleichzeitig auch NATO-Mitglied zu sein. Auch in diesem Zusammenhang wäre – selbst wenn Präsidentschaftswahlkampf ist, selbst wenn man sich manche Optionen für eine Regierungsbeteiligung offenlassen will – ein bißchen mehr Ehrlichkeit in der öffentlichen Debatte gefragt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kostelka: Nicht?! Nördlich und südlich der österreichischen Grenze!
Es geht hier nicht darum, einem Militärpakt beizutreten, sondern es geht darum, politische Werte von Demokratie und defensiver Verteidigungspolitik umzusetzen. Und all Ihre Greuelmärchen über Atomwaffen stimmen nicht. Das ist alles geregelt. Es gibt keine Atomwaffen mehr landgestützt im Europa der NATO (Abg. Dr. Kostelka: Nicht?! Nördlich und südlich der österreichischen Grenze!) – Herr Kollege Kostelka! Fragen Sie doch nach! –, und ich glaube kaum, daß der Neusiedler See oder die Donau für den Einsatz von U-Booten geeignet sind.
Abg. Dr. Kostelka: Stimmt ja nicht!
Im Vertrag mit Rußland – lesen Sie es nach – ist eindeutig festgehalten, daß in den neuen Mitgliedsländern keine Atomwaffen stationiert werden (Abg. Dr. Kostelka: Stimmt ja nicht!) und auch keine permanenten Truppenstationierungen stattfinden können. (Abg. Dr. Kostelka: Mit Ausnahme der Artikel 5 und 6!)
Abg. Dr. Kostelka: Mit Ausnahme der Artikel 5 und 6!
Im Vertrag mit Rußland – lesen Sie es nach – ist eindeutig festgehalten, daß in den neuen Mitgliedsländern keine Atomwaffen stationiert werden (Abg. Dr. Kostelka: Stimmt ja nicht!) und auch keine permanenten Truppenstationierungen stattfinden können. (Abg. Dr. Kostelka: Mit Ausnahme der Artikel 5 und 6!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Neutralität – ich habe es schon angesprochen – wird heute von niemandem mehr ernst genommen, und es ist auch klar, daß sie uns keinen sicherheitspolitischen Schutz mehr bieten kann. Deshalb sollten wir uns möglichst rasch als Vollmitglied in die Sicherheitsorganisationen der NATO und der Westeuropäischen Union einbinden und Österreich damit die Möglichkeit geben, am Aufbau einer europäischen Sicherheitskomponente mitzuwirken und andererseits auch kostengünstig und effizient die Sicherheit unseres Landes und der Bevölkerung zu gewährleisten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Bundesregierung ist gescheitert. Der Bundeskanzler wird uns heute seine Ausflüchte noch zur Kenntnis bringen. Wir als Parlamentarier sind jetzt gefordert, rasche Entscheidungen zu treffen. Ich kann Sie nur einladen, diesen Dringlichen Antrag heute mitzubeschließen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich als Bundeskanzler dieser Republik bin im Gegensatz dazu sehr dankbar dafür, feststellen zu können, daß in mehr als vier Jahrzehnten schon viele Bundeskanzler der beiden staatstragenden Parteien hier standen, die eine europäische, eine österreichische Sicherheitspolitik begründet und entwickelt haben, die Österreich sicher und zu einem international angesehenen Land gemacht haben. (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Erlauben Sie mir auch, als Bundeskanzler der Republik Österreich in diesem Hohen Hause klar zu sagen: Ich weise jede Form einer Beleidigung unseres Landes als Trittbrettfahrer massiv zurück! (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Österreich ist aufgrund seiner in über vier Jahrzehnten bewährten Sicherheitspolitik, die aus Neutralität und gelebter Solidarität bestanden hat, eines der aktivsten Länder bei der Teilnahme an friedenserhaltenden und friedensschaffenden Maßnahmen auf dieser Welt. Über 38 000 österreichische Personen – mit einem Aufwand von über 7 Milliarden Schilling, mit mehr als 30 Einsätzen auf dieser Welt; allein derzeit an 11 Orten der Welt –, Zivilpersonen und Soldaten, Männer und Frauen, sind tätig, um den Frieden auf der Welt zu sichern. Österreich ist kein Trittbrettfahrer und wird nie ein Trittbrettfahrer sein! (Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich meine, daß es diesem Hohen Haus und mir als Bundeskanzler auch gut ansteht, einmal jenen über tausend Menschen, die in diesem Bereich im Rahmen einer österreichischen aktiven Sicherheitspolitik an vielen Plätzen dieser Welt tätig sind, für ihren Einsatz zu danken. (Beifall bei der SPÖ, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall des Abg. Wabl.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Österreich hat sich immer zu einer umfassenden Sicherheitspolitik bekannt. (Beifall des Abg. Wabl.) Umfassende Sicherheitspolitik bedeutet, daß wir nicht nur dann bereit sind, viel Geld für Waffen, Munition, Logistik und Transport auszugeben, wenn es für Frieden schon zu spät ist, wenn die Krisenherde schon brennen, sondern daß wir auch bereit dazu sind, durch eine aktive engagierte Außenpolitik – wie jene des jetzigen Außenministers –, aber auch durch unsere Bereitschaft in der Entwicklungshilfe, in der Unterstützung von jungen Demokratien Hilfe beim Erreichen eines gewissen Wohlstandes und Lebensstandards zu geben, aber auch gegen die tatsächlichen neuen Bedrohungen dieser Welt als Republik Österreich einzutreten.
Abg. Scheibner: Haben Sie nicht die Verantwortung, Vorsorge zu betreiben?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Scheibner! Wenn Sie mit den Österreicherinnen und Österreichern reden, dann werden Sie feststellen: Die Österreicher fühlen sich seit dem – Gott sei Dank erfolgten – Zerfall des Warschauer Paktes nicht bedrohter. (Abg. Scheibner: Haben Sie nicht die Verantwortung, Vorsorge zu betreiben?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir haben in der inneren Sicherheit und in der äußeren Sicherheit vor allem dafür zu sorgen, daß wir die tatsächlichen Bedrohungsszenarien bekämpfen. Daher widmen wir dem Kampf gegen die organisierte Kriminalität, gegen Drogenhandel, gegen Menschenschmuggel und so weiter soviel Kraft. Und auch in diesem Punkt kann diese Bundesregierung stolz sein: Österreich ist ein Stück sicherer geworden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich verstehe aber eines nicht: Meiner Meinung nach hat sich die entscheidende Diskussion um die österreichische Sicherheitspolitik zu einem anderen Zeitpunkt ergeben, und zwar am 1. Jänner 1995, dem Datum des Beitritts Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft, zur Europäischen Union. Und für all jene, die in dieser Europäischen Union das einzig mögliche Projekt für ein friedliches und gemeinsames Europa sehen, muß es auch ein Bekenntnis zu einer gemeinsamen europäischen Außenpolitik und einer gemeinsamen europäischen Sicherheitspolitik geben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das haben Sie kaputt gemacht!
Sie bekennt sich zu dieser erweiterten „Partnerschaft für den Frieden“. Sie bekennt sich auch dazu, daß wir ein leistungsfähiges und effizientes Bundesheer brauchen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie kaputt gemacht!) Ich bin daher dafür eingetreten, daß wir vor wenigen Tagen, trotz aller Diskussionen, im Ministerrat den Beschluß über die Heeresreform im Sinne eines effizienten und leistungsfähigen österreichischen Bundesheeres auch mit entsprechender gerätetechnischer Ausstattung gefaßt haben. Das ist ein wichtiges Bekenntnis. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sie bekennt sich zu dieser erweiterten „Partnerschaft für den Frieden“. Sie bekennt sich auch dazu, daß wir ein leistungsfähiges und effizientes Bundesheer brauchen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie kaputt gemacht!) Ich bin daher dafür eingetreten, daß wir vor wenigen Tagen, trotz aller Diskussionen, im Ministerrat den Beschluß über die Heeresreform im Sinne eines effizienten und leistungsfähigen österreichischen Bundesheeres auch mit entsprechender gerätetechnischer Ausstattung gefaßt haben. Das ist ein wichtiges Bekenntnis. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn wir diese Diskussion führen, dann müssen wir sie auch in der Öffentlichkeit und mit der österreichischen Bevölkerung führen. Die NATO hat noch immer die nukleare Erstschlagdoktrin. Die NATO nimmt noch immer für sich in Anspruch, als erster Atomwaffen einsetzen zu wollen und zu können. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist eine klare Tatsache. Und es gibt, meine sehr geehrten Damen und Herren, darüber hinaus noch vieles, was zu klären wäre. Selbstverständlich! (Abg. Dr. Haider: Völliger Unsinn!) Nein, leider nicht!
Abg. Dr. Haider: Völliger Unsinn!
Wenn wir diese Diskussion führen, dann müssen wir sie auch in der Öffentlichkeit und mit der österreichischen Bevölkerung führen. Die NATO hat noch immer die nukleare Erstschlagdoktrin. Die NATO nimmt noch immer für sich in Anspruch, als erster Atomwaffen einsetzen zu wollen und zu können. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist eine klare Tatsache. Und es gibt, meine sehr geehrten Damen und Herren, darüber hinaus noch vieles, was zu klären wäre. Selbstverständlich! (Abg. Dr. Haider: Völliger Unsinn!) Nein, leider nicht!
Abg. Scheibner: Ich habe geglaubt, „es gibt keine Krisen mehr“!
Für den Friedensfall kann man vieles vereinbaren. Sie wissen aber, daß man für den Krisenfall nicht vereinbaren kann, daß in Österreich keine Atomwaffen stationiert werden, daß man für den Krisenfall nicht vereinbaren kann, daß hier keine fremden Truppen stationiert werden, und viele dieser Punkte mehr. Dabei geht es um eine sachliche Diskussion. (Abg. Scheibner: Ich habe geglaubt, „es gibt keine Krisen mehr“!)
Abg. Dr. Haider: Probieren wir es einmal!
Mir geht es im Augenblick um etwas anderes, und ich möchte versuchen, Sie ein Stückchen auf diese Gedankenreise mitzunehmen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Ein Stückchen nur. Versuchen Sie es bitte! (Abg. Dr. Haider: Probieren wir es einmal!)
Abg. Dr. Haider: Noch haben wir sie nicht!
Wir bekennen uns und ich bekenne mich zu dieser europäischen Perspektive, und Europa muß sich über den Binnenmarkt hinweg zu einer gemeinsamen politischen Kraft entwickeln. Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, daß Europa eine gemeinsame Währung haben wird? (Abg. Dr. Haider: Noch haben wir sie nicht!) – Ich weiß schon, Sie waren nicht dafür, aber ich halte sie für wichtig für die Stellung Europas in der Welt als größter Wirtschaftsblock.
Abg. Dr. Haider: Der falsche Zeuge!
Wenn wir nun diese gemeinsame europäische Währung haben werden, dann brauchen wir eine gemeinsam koordinierte europäische Wirtschaftspolitik und eine gemeinsam koordinierte europäische Sozialpolitik. Wir brauchen auch eine gemeinsam koordinierte Außenwirtschaftspolitik, und natürlich brauchen wir – Herr Dr. Mock hat das immer zu Recht als Ziel formuliert (Abg. Dr. Haider: Der falsche Zeuge!) – eine gemeinsame europäische Außenpolitik.
Abg. Scheibner: Was werden Sie dazu tun?
Aber wo ist denn das Selbstverständnis der Europäer, wenn sie sich nicht das Ziel setzen, eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik zu haben? – Ich würde mich zutiefst unwohl fühlen, wenn wir als Europäer auch in Zukunft aufgrund fehlender technischer und organisatorischer Strukturen nicht in der Lage wären, Krisen wie in Bosnien oder im Kosovo selber in Frieden zu lösen. – Heute sind wir dazu noch nicht in der Lage. (Abg. Scheibner: Was werden Sie dazu tun?)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir werden sehen, wie sich diese europäische Vision, die wir gemeinsam haben, in den nächsten Jahren entwickeln wird. Das wird nicht morgen der Fall sein, morgen wird das alles sicher noch nicht funktionieren. Aber ich möchte als selbstbewußter Europäer dieses Ziel einer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik nicht aufgeben! Und ich bin davon überzeugt, daß das auch die gemeinsame Basis der in Österreich so bewährten Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesregierung ist. – Danke schön. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordneter Dr. Jörg Haider¦ (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Würde man jetzt einen Zuseher oder Zuhörer nach dieser Rede des Bundeskanzlers fragen, wie sein Eindruck ist, dann würde er sagen: Schön hat er g’red’t, aber nix hat er g’sagt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Genau das ist der Eindruck, den man haben muß. Der Herr Bundeskanzler erzählt uns: 7 Milliarden Schilling gibt Österreich aus, mit 38 000 tapferen Österreichern in der ganzen Welt! – Ja, was hindert Sie denn daran, auch die eigene Sicherheit der Österreicher einmal ernstzunehmen und in diesen Bereich etwas zu investieren, nicht nur unsere Leute in der ganzen Welt herumflanieren zu lassen, sondern hier in Österreich einmal etwas zu tun?! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenbemerkung des Bundeskanzlers Mag. Klima.
Und das ist der Grund, Herr Bundeskanzler ... (Zwischenbemerkung des Bundeskanzlers Mag. Klima.) Beruhigen Sie sich, Herr Bundeskanzler! Sie selbst haben sich ja mit einem Antrag gebunden, aber auf diesen sind Sie überhaupt nicht eingegangen. Dieser Antrag ist aber der Grund dafür, warum wir heute hier debattieren. Sie haben im Parlament nämlich einen Antrag eingebracht, in dem Sie erklärt haben: Mit Ende März liegt der Sicherheitsbericht mit den Optionen vor. Aber Sie konnten ihn nicht vorlegen. Dafür erklären Sie uns jetzt wortreich, mit wieviel Milliarden Schilling die Österreicher in der ganzen Welt im Einsatz sind.
Abg. Dr. Khol: Herr Präsident! Tatsächliche Berichtigung!
Daß Ihnen diese Debatte unangenehm ist, ist klar. Es hat ja sogar Herr Klubobmann Khol heute an höchster Stelle im ORF interveniert und gesagt, die Debatte sei nicht so wichtig, man solle sie nicht übertragen. – Das ist ja das Interessante, meine Damen und Herren. Der Herr Klubobmann übt Zensur im staatlichen Rundfunk! Das ist wirklich interessant. Er hat versucht, Journalisten dafür zu gewinnen, nicht über die Debatte zu berichten. Meine Damen und Herren! Das ist der Grund, warum heute die ÖVP von der Debatte so unangenehm berührt ist. (Abg. Dr. Khol: Herr Präsident! Tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Khol, das ist Ihr Stil: Überall erzählen Sie das, was Ihnen vielleicht gerade richtig vorkommt. Aber hier im Parlament werden Sie Farbe bekennen müssen. Dazu werden wir Sie zwingen – auch heute mit der Abstimmung. Da werden wir einmal schauen, ob Ihre Freunde in der ÖVP geistige Freiheit haben, oder ob sie am Nasenring des Klubobmanns durch das Parlament geführt werden. Das werden wir uns anschauen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben auch keine WEU, denn die gibt es noch nicht, das ist eine Briefkastenfirma. Wir haben keine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, das hat der Bundeskanzler selbst zugegeben. Er hat ja gesagt, wenn ich ihn richtig verstanden habe, er würde sich schämen, wenn die europäische Außenpolitik im Kosovo keine Lösung erzielen könnte. – Zur Stunde, bitte, kann es die Außenpolitik nicht. Aber wie lange sollen denn die Völker dort noch aufeinander losgehen? Bis Sie sich darauf geeinigt haben, ein eigenes Sicherheitssystem zu schaffen? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum Glück ist man nicht Ihrem Ratschlag gefolgt, Herr Bundeskanzler – mit Verlaub und bei aller Wertschätzung Ihrer Person. Aber was Sie gesagt haben, als die Serben auf die Kosovo-Albaner losgegangen sind – Sie haben die Kosovo-Albaner gerügt, anstatt die Serben gegenüber einer Minderheit zur Vernunft zu rufen –, hat nichts zur Lösung des Konfliktes beigetragen. Das war nicht gerade eine Glanzstunde der österreichischen Außenpolitik. Der Kreisky würde sich im Grab umdrehen, wenn er diese Art der Verklärung gehört hätte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie produzieren hier ein Phantomwort nach dem anderen. Sie sprechen von einer „eigenen europäischen Sicherheitsarchitektur“. Vielleicht könnten Sie einmal ein bißchen beschreiben, wie dieses Phantom nach Ihren Vorstellungen ausschauen sollte. Denn Sie haben das gern in Ihrer Politik. Sie verwenden überall Phantomwörter: Exportoffensive – aber dann kommt nichts; Technologieoffensive – aber dann kommt nichts; Lehrplatzoffensive – aber dann kommt nichts, wir haben nur arbeitslose Lehrlinge in unserem Lande; Sicherheitsoffensive. Ja wie wollen Sie denn diese sicherstellen, Herr Bundeskanzler? – Von 15 EU-Mitgliedern sind elf bei der NATO. Werden Sie jetzt diese alle überzeugen und bewirken, daß sie aus der NATO austreten und in Ihre noch nicht vorhandene Sicherheitsarchitektur eintreten? – Das werden Sie den Österreichern nicht erzählen können. Das ist genau Ihre Traummännleinrolle, die Sie auch in der österreichischen Sicherheitspolitik spielen. Sie lassen Österreich sicherheitspolitisch mit beiden Beinen in der Luft hängen. Das ist das Problem, das wir hier aufzeigen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
In all diesen Aufmarschplänen war von der NATO aus vorgesehen, daß Österreich unter dem Schutzschirm der NATO steht. Das wollen Sie nicht wahrhaben. Wir haben niemals unsere Neutralität selbst verteidigen können, sondern wir sind immer darauf angewiesen gewesen, daß es einen westlichen, atlantischen Partner gibt. Ihren primitiven Antiamerikanismus werden Sie einmal an den Nagel hängen müssen, und Sie werden zur Kenntnis nehmen müssen, daß die Geschichte über Sie hinweggeht, wenn Sie nicht bereit sind, endlich die Dinge richtig zu sehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit. – Abg. Dr. Kostelka: Um so viel älter ist er nicht!
Es sind die ideologischen Spiele in der SPÖ: Herr Fischer fährt zur Duma nach Moskau und erzählt, daß die Neutralität verteidigt werden muß. Es ist doch nicht die Aufgabe eines österreichischen Parlamentspräsidenten, die anderen aufzuhussen und Schwierigkeiten in der Sicherheitspolitik zu machen! Das war mißverständlich vom Kollegen Scheibner. Da muß ich Kollegen Kostelka verteidigen, der hat nicht „Ho Chi Minh“ geschrien, das konnte er noch gar nicht, sondern Fischer hat es geschrien. Der war also bei dieser Aktion schon dabei. (Heiterkeit. – Abg. Dr. Kostelka: Um so viel älter ist er nicht!) Der war es also. Das ist ja sattsam bekannt und dokumentiert.
Abg. Dr. Kostelka: Eindeutig nachvollziehbar!
Ich glaube, daß es ja nicht von ungefähr kommt, wenn jetzt innerhalb der SPÖ ein Blattschuß auf Kostelka wegen der nicht eindeutig nachvollziehbaren Klubfinanzierung abgefeuert wurde. (Abg. Dr. Kostelka: Eindeutig nachvollziehbar!) Das kommt ja sicherlich von einer Seite, die sich ärgert, daß Klima mit seiner Pro-NATO-Haltung untergegangen ist und sich in seinem eigenen Klub nicht durchsetzen kann. Das war es ja, das wissen wir. (Abg. Dr. Kostelka: Aber so scheint das Spielchen der FPÖ zu laufen!) Das ärgert ihn ja auch, daß der Macher eigentlich nicht sagen kann, das machen wir, weil seine eigene Fraktion ihm in dieser Frage nicht gefolgt ist. Denn als Bundeskanzler gibt er die Linie vor. So ist er eben leider unterlegen und muß das jetzt mit allen möglichen Wortkaskaden erklären. Herr Cap darf nicht einmal mehr herinnensitzen bei einer Debatte über die NATO, meine Damen und Herren, der ist schon weg. Der hat überhaupt keine Chance mehr. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Er dürfte, aber er ist nicht da! Er sollte sogar da sein! Er fehlt nur!) Ja, ja, er fehlt auffallend oft, wenn es um diese entscheidenden Dinge geht. Ich glaube, daß das das Bild abrundet, von dem wir Freiheitlichen zu Recht sagen, es sind hier Entscheidungen in eine klare Richtung zu treffen.
Abg. Dr. Kostelka: Aber so scheint das Spielchen der FPÖ zu laufen!
Ich glaube, daß es ja nicht von ungefähr kommt, wenn jetzt innerhalb der SPÖ ein Blattschuß auf Kostelka wegen der nicht eindeutig nachvollziehbaren Klubfinanzierung abgefeuert wurde. (Abg. Dr. Kostelka: Eindeutig nachvollziehbar!) Das kommt ja sicherlich von einer Seite, die sich ärgert, daß Klima mit seiner Pro-NATO-Haltung untergegangen ist und sich in seinem eigenen Klub nicht durchsetzen kann. Das war es ja, das wissen wir. (Abg. Dr. Kostelka: Aber so scheint das Spielchen der FPÖ zu laufen!) Das ärgert ihn ja auch, daß der Macher eigentlich nicht sagen kann, das machen wir, weil seine eigene Fraktion ihm in dieser Frage nicht gefolgt ist. Denn als Bundeskanzler gibt er die Linie vor. So ist er eben leider unterlegen und muß das jetzt mit allen möglichen Wortkaskaden erklären. Herr Cap darf nicht einmal mehr herinnensitzen bei einer Debatte über die NATO, meine Damen und Herren, der ist schon weg. Der hat überhaupt keine Chance mehr. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Er dürfte, aber er ist nicht da! Er sollte sogar da sein! Er fehlt nur!) Ja, ja, er fehlt auffallend oft, wenn es um diese entscheidenden Dinge geht. Ich glaube, daß das das Bild abrundet, von dem wir Freiheitlichen zu Recht sagen, es sind hier Entscheidungen in eine klare Richtung zu treffen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Er dürfte, aber er ist nicht da! Er sollte sogar da sein! Er fehlt nur!
Ich glaube, daß es ja nicht von ungefähr kommt, wenn jetzt innerhalb der SPÖ ein Blattschuß auf Kostelka wegen der nicht eindeutig nachvollziehbaren Klubfinanzierung abgefeuert wurde. (Abg. Dr. Kostelka: Eindeutig nachvollziehbar!) Das kommt ja sicherlich von einer Seite, die sich ärgert, daß Klima mit seiner Pro-NATO-Haltung untergegangen ist und sich in seinem eigenen Klub nicht durchsetzen kann. Das war es ja, das wissen wir. (Abg. Dr. Kostelka: Aber so scheint das Spielchen der FPÖ zu laufen!) Das ärgert ihn ja auch, daß der Macher eigentlich nicht sagen kann, das machen wir, weil seine eigene Fraktion ihm in dieser Frage nicht gefolgt ist. Denn als Bundeskanzler gibt er die Linie vor. So ist er eben leider unterlegen und muß das jetzt mit allen möglichen Wortkaskaden erklären. Herr Cap darf nicht einmal mehr herinnensitzen bei einer Debatte über die NATO, meine Damen und Herren, der ist schon weg. Der hat überhaupt keine Chance mehr. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Er dürfte, aber er ist nicht da! Er sollte sogar da sein! Er fehlt nur!) Ja, ja, er fehlt auffallend oft, wenn es um diese entscheidenden Dinge geht. Ich glaube, daß das das Bild abrundet, von dem wir Freiheitlichen zu Recht sagen, es sind hier Entscheidungen in eine klare Richtung zu treffen.
Abg. Schieder: Der Raab hat sich dann durchgesetzt!
Denn, meine Damen und Herren, vergessen Sie eines nicht: Auch Ihr hochgelobter Bruno Kreisky als historische Persönlichkeit hat im Jahre 1955 bei den Staatsvertragsverhandlungen gegen die Übernahme der Position einer dauernden Neutralität massiven Widerstand geleistet, weil er ganz genau gewußt hat, daß sie in Wirklichkeit eine Schimäre für einen Kleinstaat bleibt, der zwischen zwei Blöcken ist, und daß man immer darauf angewiesen sein wird, dieses kleine Land im größeren Verteidigungsschirm einer partnerschaftlichen Gemeinschaft unterzubringen. (Abg. Schieder: Der Raab hat sich dann durchgesetzt!)
Abg. Dr. Khol: Lei, lei, Fasching!
Dann fragen Sie einmal, Herr Bundeskanzler, warum Sie eigentlich dazu gezwungen werden, ein Militärbündnis mit den osteuropäischen Staaten etwa in Form einer gemeinsamen Brigade mit Ungarn, der Slowakei und Slowenien einzugehen, wenn Sie so für die Neutralität sind. (Abg. Dr. Khol: Lei, lei, Fasching!) Ist das die neue Sicherheitsarchitektur, von der Sie träumen? – Es ist nicht sehr überzeugend, daß man gerade mit der Slowakei eine gemeinsame Verteidigungsstrategie entwickelt, eine Armee bildet, eine Brigade aufstellt, mit der man auch Angriffskriege führen kann ... (Abg. Dr. Kostelka: Das darf nicht wahr sein!) Selbstverständlich! Lieber Kostelka! Du bist wahrscheinlich ein „weißer“ Jahrgang (Abg. Dr. Kostelka: Ich bin kein „weißer“ Jahrgang!) und hast keine Ahnung, aber friedensschaffende Maßnahmen heißt auch, entsprechende militärische Interventionen zu riskieren.
Abg. Dr. Kostelka: Das darf nicht wahr sein!
Dann fragen Sie einmal, Herr Bundeskanzler, warum Sie eigentlich dazu gezwungen werden, ein Militärbündnis mit den osteuropäischen Staaten etwa in Form einer gemeinsamen Brigade mit Ungarn, der Slowakei und Slowenien einzugehen, wenn Sie so für die Neutralität sind. (Abg. Dr. Khol: Lei, lei, Fasching!) Ist das die neue Sicherheitsarchitektur, von der Sie träumen? – Es ist nicht sehr überzeugend, daß man gerade mit der Slowakei eine gemeinsame Verteidigungsstrategie entwickelt, eine Armee bildet, eine Brigade aufstellt, mit der man auch Angriffskriege führen kann ... (Abg. Dr. Kostelka: Das darf nicht wahr sein!) Selbstverständlich! Lieber Kostelka! Du bist wahrscheinlich ein „weißer“ Jahrgang (Abg. Dr. Kostelka: Ich bin kein „weißer“ Jahrgang!) und hast keine Ahnung, aber friedensschaffende Maßnahmen heißt auch, entsprechende militärische Interventionen zu riskieren.
Abg. Dr. Kostelka: Ich bin kein „weißer“ Jahrgang!
Dann fragen Sie einmal, Herr Bundeskanzler, warum Sie eigentlich dazu gezwungen werden, ein Militärbündnis mit den osteuropäischen Staaten etwa in Form einer gemeinsamen Brigade mit Ungarn, der Slowakei und Slowenien einzugehen, wenn Sie so für die Neutralität sind. (Abg. Dr. Khol: Lei, lei, Fasching!) Ist das die neue Sicherheitsarchitektur, von der Sie träumen? – Es ist nicht sehr überzeugend, daß man gerade mit der Slowakei eine gemeinsame Verteidigungsstrategie entwickelt, eine Armee bildet, eine Brigade aufstellt, mit der man auch Angriffskriege führen kann ... (Abg. Dr. Kostelka: Das darf nicht wahr sein!) Selbstverständlich! Lieber Kostelka! Du bist wahrscheinlich ein „weißer“ Jahrgang (Abg. Dr. Kostelka: Ich bin kein „weißer“ Jahrgang!) und hast keine Ahnung, aber friedensschaffende Maßnahmen heißt auch, entsprechende militärische Interventionen zu riskieren.
Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordneter Dr. Jörg Haider¦ (fortsetzend): Die Österreicher sollten das Recht haben, auch über diese Dimensionen ihrer Zukunftsentwicklung ehrlich und offen informiert zu werden. Lassen Sie sie abstimmen, dann sind die Dinge klar! (Lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Er hat mit dem ORF telephoniert!
†Abgeordneter Dr. Andreas Khol¦ (ÖVP): Mein Vorredner hat behauptet (Abg. Dr. Haider: Er hat mit dem ORF telephoniert!), ich hätte beim ORF interveniert, daß es heute keine Fernsehübertragung dieser Debatte geben sollte.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Richtig ist vielmehr, daß ich in höchstem Maße interessiert daran bin, daß diese Debatte übertragen wird. Wir haben sogar gestern in der Aktuellen Stunde diese Frage thematisiert, weil wir wissen, daß es dann in der Fernsehwelt vorkommt und direkt übertragen wird. Mein Vorredner hat daher wie immer die Unwahrheit gesprochen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Pfadfinder!
Ich bin deswegen dankbar, Herr Kollege Haider, weil sich in dieser Debatte herausstellt, wer sich mit Sicherheitspolitik beschäftigt und wer Büttenreden hält. Und in diesem Zusammenhang zuerst einmal zur Frage, die Sie immer wieder anschneiden, warum Österreich bei der CENCOOP mitmacht, und zu dem Märchen, das Sie mühsam aufzubauen versuchen, daß österreichisch-slowakisch-ungarische Kampfverbände zum Angriff gegen den Osten eingerichtet werden. (Abg. Mag. Stadler: Pfadfinder!)
Abg. Mag. Stadler: Was heißt denn „forces“?
Meine Damen und Herren! Nehmen Sie in diesem Zusammenhang schlicht und einfach zur Kenntnis, daß das, was hier geschieht, im Rahmen des Systems der Standby Forces der Vereinten Nationen geschieht, und zwar unter voller Wahrung dessen, was die Charta der Vereinten Nationen vorsieht. (Abg. Mag. Stadler: Was heißt denn „forces“?) Herr Bundesminister Fasslabend möchte, wie er mehrfach erklärt hat, der NATO beitreten. Aber selbst er erklärt in einem Papier vom 19. Februar dieses Jahres, daß diese CENCOOP-Beteiligung unter voller Wahrung der Bestimmungen des Bundesverfassungsgesetzes vom 26. Oktober 1955 über die Neutralität Österreichs erfolgt, weil diese Zusammenarbeit weder auf einen Beitritt zu einem Militärbündnis noch auf die Errichtung militärischer Stützpunkte fremder Staaten auf österreichischem Boden gerichtet ist.
Beifall bei der SPÖ.
Hören Sie auf mit diesen Ammenmärchen! Österreich ist, wie der Herr Bundeskanzler gesagt hat, kein Trittbrettfahrer. Aus diesem Grund üben wir internationale Solidarität und bereiten uns auch im Rahmen des SA-Systems der Vereinten Nationen darauf vor. Das ist es und nichts anderes. Und ich sage Ihnen, als Österreicher bin ich stolz darauf. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Hat niemand behauptet!
Nur zur Information, Kollege Haider: Im Kosovo gibt es keinen NATO-Einsatz. (Abg. Dr. Haider: Hat niemand behauptet!) In Bosnien findet im Augenblick der einzige NATO-Einsatz statt, und Österreich nimmt an elf von 17 Einsätzen der Vereinten Nationen teil. Um gleich auch Nachfragen zu beantworten: In Albanien fand kein NATO-Einsatz statt, sondern ein Einsatz unter dem Leading-Nation-System der Vereinten Nationen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Du wirst so unter Druck gesetzt, sonst schießt dich der Rudas ab! – Abg. Mag. Stadler: Deswegen geht der Rudas mit einer Anzeige gegen Sie, Herr Kostelka, vor!
Ein Letztes im Zusammenhang mit dem, was Sie gesagt haben: Die Sicherheitspolitik in der sozialdemokratischen Fraktion und in der Regierung wurde konsensual unter Vorsitz des Bundeskanzlers erarbeitet. Sie werden in diesem Zusammenhang kein Blatt Papier zwischen mich, ihn und irgend jemanden anderen bringen. Wir sind in dieser Frage geschlossen, Herr Kollege Haider, weil wir nicht nur in der Sozialdemokratie über eine Mehrheit in diesem Zusammenhang verfügen, sondern auch wissen, daß die österreichische Bevölkerung auf dem Boden dieses Gesetzes, das nach wie vor in Geltung steht, nämlich des Neutralitätsgesetzes, steht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Du wirst so unter Druck gesetzt, sonst schießt dich der Rudas ab! – Abg. Mag. Stadler: Deswegen geht der Rudas mit einer Anzeige gegen Sie, Herr Kostelka, vor!)
Abg. Mag. Stadler: Rudas will Ihnen helfen!
Meine Damen und Herren von der freiheitlichen Fraktion! Sollen wir wirklich wegen Migrationsbewegungen, wegen ethnischer und religiöser Konflikte oder wegen der Sicherheit von Atomkraftwerken einem Militärbündnis beitreten? – Das ist doch in vollkommen klarer Weise eine Abstrusität des Gedankens. (Abg. Mag. Stadler: Rudas will Ihnen helfen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Vorsicht! Rudas! Er bringt Sie in den Häfen, damit der Bundeskanzler in die NATO darf! – Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ich bin nicht der Rudas, ich habe mich rasiert!
Herr Kollege Stadler! Wenn Sie jüngste Veröffentlichungen in „NEWS“ ansprechen, dann möchte ich sagen: Ich bin bereit, in meiner Fraktion Kontrollorganen die Buchhaltung zu öffnen. Ob Sie das tun, das ist die große Frage. Wir werden uns darüber morgen in der Präsidiale unterhalten. Mein Angebot liegt schon vor. Kommen Sie heraus und sagen Sie dasselbe! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Vorsicht! Rudas! Er bringt Sie in den Häfen, damit der Bundeskanzler in die NATO darf! – Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ich bin nicht der Rudas, ich habe mich rasiert!)
Abg. Mag. Stadler: Der Kanzler ist hinausgegangen bei deiner Rede!
Meine Damen und Herren! Die SPÖ steht für einen umfassenden Sicherheitsbegriff, der sich nicht nur auf militärische Konzepte bezieht. Für uns ist Sicherheit nicht die Anwendung von Militärgewalt, sondern darüber hinaus die Anwendung politischer Mittel. Die Sicherheit bezieht neben der NATO und neben anderen Perspektiven selbstverständlich vor allem die UNO, die OSZE und die Europäische Union ein. Das ist eine wesentliche Forderung, die wir an das Sicherheitssystem stellen: Sie hat vor allem europäisch zu sein. Sie hat europäisch zu sein, um sicherzustellen, daß wir nicht eines Beschlusses des Senates der Vereinigten Staaten von Amerika bedürfen, um in Bosnien Sicherheit und ein Vermeiden von Krieg zu gewährleisten. (Abg. Mag. Stadler: Der Kanzler ist hinausgegangen bei deiner Rede!)
Abg. Scheibner: Das verlangen Sie doch selbst!
Meine Damen und Herren! Auch noch ein Wort zu den Kosten: Ich bin in diesem Zusammenhang wirklich der Überzeugung, was not tut, ist mehr Ehrlichkeit; ist deswegen mehr Ehrlichkeit, weil die Berechnungen, die vorgelegt werden, jeder Grundlage entbehren. Die Berechnung des Verteidigungsministeriums kommt zwar zu dem Ergebnis, daß ein NATO-Beitritt nur 700 bis 800 Millionen Schilling kosten würde, wenn man aber nachblättert, dann kommt man darauf, daß dem Ganzen ein Budget in der Höhe von 1 Prozent des BIP zugrunde gelegt wird, das heißt, es wird von vornherein von einem Militärbudget in Österreich ausgegangen, das 3,5 Milliarden Schilling über dem liegt, was wir derzeit aufwenden, mit dem Ergebnis, daß man, wenn man alles zusammenrechnet, auf über 4,5 Milliarden Schilling mehr kommt, ein Betrag, meine Damen und Herren, der 20 Prozent über dem derzeitigen Budget liegt. (Abg. Scheibner: Das verlangen Sie doch selbst!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich komme zum Schluß, meine Damen und Herren. Das, was wir brauchen, ist mehr Ehrlichkeit in der Diskussion. Herr Kollege Haider! Wir brauchen auch einen etwas weiteren Horizont, und wir brauchen weniger Denken in militärischen Kategorien. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Es ist keine tatsächliche Berichtigung, was er sagen will!
†Präsident Dr. Heinz Fischer¦: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Herbert Scheibner gemeldet. Sie kennen die Geschäftsordnung. – Bitte. (Abg. Schieder: Es ist keine tatsächliche Berichtigung, was er sagen will!)
Abg. Schieder: Daß es Fasslabend sagt!
†Abgeordneter Herbert Scheibner¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Klubobmann Kostelka hat behauptet, daß die Teilnahme Österreichs an der Zentraleuropäischen Kooperation nicht in Konflikt mit der angeblich noch bestehenden österreichischen Neutralität steht. (Abg. Schieder: Daß es Fasslabend sagt!) – Das ist unrichtig, meine Damen und Herren. (Abg. Schieder: O ja, der hat es gesagt! Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Er hat gesagt: Fasslabend sagt!)
Abg. Schieder: O ja, der hat es gesagt! Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Er hat gesagt: Fasslabend sagt!
†Abgeordneter Herbert Scheibner¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Klubobmann Kostelka hat behauptet, daß die Teilnahme Österreichs an der Zentraleuropäischen Kooperation nicht in Konflikt mit der angeblich noch bestehenden österreichischen Neutralität steht. (Abg. Schieder: Daß es Fasslabend sagt!) – Das ist unrichtig, meine Damen und Herren. (Abg. Schieder: O ja, der hat es gesagt! Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Er hat gesagt: Fasslabend sagt!)
Abg. Schieder: Das ist ein Debattenbeitrag! Sie mißbrauchen die Geschäftsordnung!
Für einen dauernd Neutralen gibt es zwei wichtige, zwei grundsätzliche Verpflichtungen: zum einen, daß dieser dauernd Neutrale kein Mitglied in einem Militärbündnis sein darf, und zum zweiten, daß er in Friedenszeiten alles zu tun hat, um zu verhindern, in einen Krieg oder in kriegerische Handlungen verwickelt zu werden. (Abg. Schieder: Das ist ein Debattenbeitrag! Sie mißbrauchen die Geschäftsordnung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Zentraleuropäische Kooperation sieht nun unter ihren Aufgaben Maßnahmen der Friedensdurchsetzung, der Friedenskonsolidierung und der Friedensschaffung vor, Herr Kollege Schieder, und Maßnahmen zur Friedensschaffung sind Kampfeinsätze gegen den Willen der Beteiligten. Das widerspricht den Grundsätzen des Völkerrechts, der Neutralität! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Der nicht ins Fernsehen wollte!
†Präsident Dr. Heinz Fischer¦: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Khol. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Stadler: Der nicht ins Fernsehen wollte!)
Abg. Dr. Haider: Der Bundeskanzler meint, der Atlantik ist Europa!
Da möchte ich Peter Kostelka die Aussagen des Bundeskanzlers vorlesen, der in Madrid gesagt hat: „Die Entwicklung voll funktionsfähiger europäischer Sicherheitsstrukturen ist für Europas Sicherheit und daher auch für Österreich essentiell. Wir sind für eine Zusammenarbeit im Geiste der Solidarität willens und bereit. Wir sind uns der Tatsache bewußt, daß diese Aufgabe nur im Rahmen der transatlantischen Partnerschaft bewerkstelligt werden kann.“ (Abg. Dr. Haider: Der Bundeskanzler meint, der Atlantik ist Europa!) – Nur im Rahmen der transatlantischen Partnerschaft, ja. – „Die Schaffung einer neuen Friedensordnung in Europa ist ein fortschreitender Prozeß. In diesem Sinne sind die gestrigen Entscheidungen mehr als nur ein Tagesordnungspunkt einer weiteren internationalen Konferenz. Die gestrigen die Erweiterung betreffenden Entscheidungen der Allianz“ – Kollege Kostelka kann der Wahrheit nicht entgegensehen, er hat sich verabschiedet – „sind für den Prozeß der Schaffung einer neuen NATO beispielhaft.“ – Und so weiter.
Beifall bei der ÖVP.
Die Perspektive, die Peter Schieder gestern aufgezeigt hat, ist durchaus beachtlich. Unser Vizekanzler hat gestern den NATO-Beitritt vertreten und gemeint, das wäre die erste Sicherheitsadresse. Ich glaube, daß für alle denkenden Menschen unbestritten ist, daß ohne NATO in Europa und in der Welt keine Sicherheitspolitik zu machen ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Die wäre heute, Herr Khol!
Meine Damen und Herren! Der Regierungsbericht ist nicht zustande gekommen. Das ist verschüttete Milch, und bekanntlich steht es nicht dafür, über verschüttete Milch Tränen zu vergießen. Ich glaube allerdings, daß in dieser Angelegenheit die Stunde des Parlaments kommen wird. (Abg. Mag. Stadler: Die wäre heute, Herr Khol!) Deswegen hat die Volkspartei ihre Option auf den Tisch gelegt und gestern als Antrag eingebracht. Diese Option liegt jetzt im Ausschuß, dort soll sie beraten werden. Es gibt bereits einen Ausschußtermin, und zwar am 8. Mai, und wir können dann diese Option beraten – eine rotweißrote Option. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Schauen Sie, Sie können dem heute zustimmen! Das ist das Titelbild der Option!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Schauen Sie, Sie können dem heute zustimmen! Das ist das Titelbild der Option!
Meine Damen und Herren! Der Regierungsbericht ist nicht zustande gekommen. Das ist verschüttete Milch, und bekanntlich steht es nicht dafür, über verschüttete Milch Tränen zu vergießen. Ich glaube allerdings, daß in dieser Angelegenheit die Stunde des Parlaments kommen wird. (Abg. Mag. Stadler: Die wäre heute, Herr Khol!) Deswegen hat die Volkspartei ihre Option auf den Tisch gelegt und gestern als Antrag eingebracht. Diese Option liegt jetzt im Ausschuß, dort soll sie beraten werden. Es gibt bereits einen Ausschußtermin, und zwar am 8. Mai, und wir können dann diese Option beraten – eine rotweißrote Option. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Schauen Sie, Sie können dem heute zustimmen! Das ist das Titelbild der Option!)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei den Grünen: Sehr witzig!
Wir können auch die Option der Grünen beraten – ich bin überzeugt davon, daß die Grünen diese Option heute einbringen werden –, bei der allerdings interessant ist, daß dort, wo „Österreich“ steht, ein Loch ist. (Der Redner zeigt eine Broschüre.) Dort, wo bei uns rot-weiß-rot ist, ist bei Ihnen ein großes Loch, meine Damen und Herren von den Grünen! (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei den Grünen: Sehr witzig!) Aber trotzdem möchte ich sagen, es ist beachtenswert, daß Sie sich der Mühe unterzogen haben, Ihre Vorstellungen, die durchaus diskussionswürdig sind, auf den Tisch zu legen.
Abg. Mag. Stadler: Was tut die ÖVP denn?!
Bei der FPÖ gehe ich davon aus, daß sie heute in bewährter Manier das machen wird, was sie immer wieder tut: Anträge von uns abzuschreiben und hier einzubringen, sie zur Abstimmung zu bringen, um auf diese Weise zu zeigen, daß sie schneller ist – wie der Hase und der Igel. (Abg. Mag. Stadler: Was tut die ÖVP denn?!) Wir sind aber froh, daß sich die Freiheitlichen unserer Option anschließen. (Abg. Mag. Stadler: Das werden wir sehen, ob die ÖVP sich ihrer eigenen Option anschließt!) Es ist immer eine gute Haltung, Herr Kollege „Waldi“ Stadler, wenn man Dinge, die klug sind, abschreibt. (Abg. Mag. Stadler: Was wird die ÖVP mit ihrer eigenen Option machen? Werden Sie zustimmen?) Manche schreiben allerdings auch Dinge ab, die nicht klug sind. – Jedenfalls sollte das, was Sie heute als Option vorlegen, auch im Ausschuß beraten werden. (Abg. Scheibner: Herr Kollege Khol! Von welchem Antrag sprechen Sie?)
Abg. Mag. Stadler: Das werden wir sehen, ob die ÖVP sich ihrer eigenen Option anschließt!
Bei der FPÖ gehe ich davon aus, daß sie heute in bewährter Manier das machen wird, was sie immer wieder tut: Anträge von uns abzuschreiben und hier einzubringen, sie zur Abstimmung zu bringen, um auf diese Weise zu zeigen, daß sie schneller ist – wie der Hase und der Igel. (Abg. Mag. Stadler: Was tut die ÖVP denn?!) Wir sind aber froh, daß sich die Freiheitlichen unserer Option anschließen. (Abg. Mag. Stadler: Das werden wir sehen, ob die ÖVP sich ihrer eigenen Option anschließt!) Es ist immer eine gute Haltung, Herr Kollege „Waldi“ Stadler, wenn man Dinge, die klug sind, abschreibt. (Abg. Mag. Stadler: Was wird die ÖVP mit ihrer eigenen Option machen? Werden Sie zustimmen?) Manche schreiben allerdings auch Dinge ab, die nicht klug sind. – Jedenfalls sollte das, was Sie heute als Option vorlegen, auch im Ausschuß beraten werden. (Abg. Scheibner: Herr Kollege Khol! Von welchem Antrag sprechen Sie?)
Abg. Mag. Stadler: Was wird die ÖVP mit ihrer eigenen Option machen? Werden Sie zustimmen?
Bei der FPÖ gehe ich davon aus, daß sie heute in bewährter Manier das machen wird, was sie immer wieder tut: Anträge von uns abzuschreiben und hier einzubringen, sie zur Abstimmung zu bringen, um auf diese Weise zu zeigen, daß sie schneller ist – wie der Hase und der Igel. (Abg. Mag. Stadler: Was tut die ÖVP denn?!) Wir sind aber froh, daß sich die Freiheitlichen unserer Option anschließen. (Abg. Mag. Stadler: Das werden wir sehen, ob die ÖVP sich ihrer eigenen Option anschließt!) Es ist immer eine gute Haltung, Herr Kollege „Waldi“ Stadler, wenn man Dinge, die klug sind, abschreibt. (Abg. Mag. Stadler: Was wird die ÖVP mit ihrer eigenen Option machen? Werden Sie zustimmen?) Manche schreiben allerdings auch Dinge ab, die nicht klug sind. – Jedenfalls sollte das, was Sie heute als Option vorlegen, auch im Ausschuß beraten werden. (Abg. Scheibner: Herr Kollege Khol! Von welchem Antrag sprechen Sie?)
Abg. Scheibner: Herr Kollege Khol! Von welchem Antrag sprechen Sie?
Bei der FPÖ gehe ich davon aus, daß sie heute in bewährter Manier das machen wird, was sie immer wieder tut: Anträge von uns abzuschreiben und hier einzubringen, sie zur Abstimmung zu bringen, um auf diese Weise zu zeigen, daß sie schneller ist – wie der Hase und der Igel. (Abg. Mag. Stadler: Was tut die ÖVP denn?!) Wir sind aber froh, daß sich die Freiheitlichen unserer Option anschließen. (Abg. Mag. Stadler: Das werden wir sehen, ob die ÖVP sich ihrer eigenen Option anschließt!) Es ist immer eine gute Haltung, Herr Kollege „Waldi“ Stadler, wenn man Dinge, die klug sind, abschreibt. (Abg. Mag. Stadler: Was wird die ÖVP mit ihrer eigenen Option machen? Werden Sie zustimmen?) Manche schreiben allerdings auch Dinge ab, die nicht klug sind. – Jedenfalls sollte das, was Sie heute als Option vorlegen, auch im Ausschuß beraten werden. (Abg. Scheibner: Herr Kollege Khol! Von welchem Antrag sprechen Sie?)
Abg. Mag. Stadler: ... warum Sie gegen die eigene Option stimmen werden!
Die Liberalen haben bereits ihre Option des WEU-Beitritts vorgelegt, die wiederum mit Vorstellungen, die Peter Schieder gestern anklingen hat lassen, konform geht. Und ich gehe davon aus, daß auch die Sozialdemokraten ihre Vorstellungen auf den Tisch legen werden. All das können wir dann im Ausschuß beraten. Das ist schon ein Grund (Abg. Mag. Stadler: ... warum Sie gegen die eigene Option stimmen werden!), Herr Kollege Stadler, warum wir heute Ihren Winkelzug, unseren Antrag abzuschreiben und, bevor er in den Ausschuß kommt, hier zur Abstimmung zu stellen, um damit Zwist zu säen, nicht unterstützen und diesem Antrag nicht zustimmen werden. Wir brauchen die Ausschußberatungen. Wir wollen Konsens, Sie wollen Zwietracht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Liberalen haben bereits ihre Option des WEU-Beitritts vorgelegt, die wiederum mit Vorstellungen, die Peter Schieder gestern anklingen hat lassen, konform geht. Und ich gehe davon aus, daß auch die Sozialdemokraten ihre Vorstellungen auf den Tisch legen werden. All das können wir dann im Ausschuß beraten. Das ist schon ein Grund (Abg. Mag. Stadler: ... warum Sie gegen die eigene Option stimmen werden!), Herr Kollege Stadler, warum wir heute Ihren Winkelzug, unseren Antrag abzuschreiben und, bevor er in den Ausschuß kommt, hier zur Abstimmung zu stellen, um damit Zwist zu säen, nicht unterstützen und diesem Antrag nicht zustimmen werden. Wir brauchen die Ausschußberatungen. Wir wollen Konsens, Sie wollen Zwietracht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Unser Antrag geht auch nicht in die Richtung, daß wir jetzt sofort der NATO beitreten sollen. Wir glauben aber, daß das eine wichtige Perspektive ist, und wollen vor allem die offenen Fragen erkunden. Wir haben schon von unseren Vorrednern gehört, daß es in diesem Bereich sehr viele Mißverständnisse gibt. Wer etwa heute noch davon spricht, daß die NATO eine atomare Erstschlagdoktrin hat, der kennt die letzten Beschlüsse dieser Organisation nicht. Wir sollten auch erkunden, wie das Anforderungsprofil aussieht, das im Falle des Beitritts zu einer solchen Organisation an uns gestellt wird. Wir sollten auch die Kosten erkunden; auch diesbezüglich gibt es ja Schauermärchen. All das sollte in Form eines intensivierten Dialoges erfolgen. Diesen intensivierten Dialog schlagen wir vor, und wir sollten die Beratungen darüber aufnehmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Aber ja, mit Ihnen, mit der ÖVP!
Wir werden daher dem Dringlichen Antrag der Freiheitlichen nicht zustimmen. Die Freiheitlichen wollen die Ausschußberatungen verhindern, die Freiheitlichen wollen den Konsens nicht herstellen (Abg. Mag. Stadler: Aber ja, mit Ihnen, mit der ÖVP!), die Freiheitlichen wollen überstimmen, nicht überzeugen. Im übrigen: Mit Ihrer Mehrheit, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, wäre nichts gewonnen, denn niemand gibt uns die Garantie, daß nicht das gleiche passiert, was beim EU-Beitritt passiert ist: Zuerst waren Sie dafür, und dann haben Sie dagegen gestimmt. Das ist die wildeste Zickzackpolitik, die es gibt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden daher dem Dringlichen Antrag der Freiheitlichen nicht zustimmen. Die Freiheitlichen wollen die Ausschußberatungen verhindern, die Freiheitlichen wollen den Konsens nicht herstellen (Abg. Mag. Stadler: Aber ja, mit Ihnen, mit der ÖVP!), die Freiheitlichen wollen überstimmen, nicht überzeugen. Im übrigen: Mit Ihrer Mehrheit, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, wäre nichts gewonnen, denn niemand gibt uns die Garantie, daß nicht das gleiche passiert, was beim EU-Beitritt passiert ist: Zuerst waren Sie dafür, und dann haben Sie dagegen gestimmt. Das ist die wildeste Zickzackpolitik, die es gibt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich vertraue auf die Kraft der Geschichte, ich vertraue auf die Kraft der Überzeugung. Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade! Wir werden dieses Ziel erreichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf: Herr Bundeskanzler!
†Abgeordneter Hans Helmut Moser¦ (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! (Ruf: Herr Bundeskanzler!) Entschuldigung. Herr Bundeskanzler! Ich freue mich, und es ist schön, daß der Herr Bundeskanzler heute an dieser sicherheitspolitischen Debatte teilnimmt. Aber es ist bedauerlich, daß wir in diesem Hohen Haus immer nur dann über sicherheitspolitische und außenpolitische Fragen diskutieren, wenn seitens der Oppositionsparteien Aktivitäten gesetzt werden, so wie etwa der heutige Dringliche Antrag. (Abg. Dr. Khol: Was ist gestern gewesen? Was war gestern?!)
Abg. Dr. Khol: Was ist gestern gewesen? Was war gestern?!
†Abgeordneter Hans Helmut Moser¦ (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! (Ruf: Herr Bundeskanzler!) Entschuldigung. Herr Bundeskanzler! Ich freue mich, und es ist schön, daß der Herr Bundeskanzler heute an dieser sicherheitspolitischen Debatte teilnimmt. Aber es ist bedauerlich, daß wir in diesem Hohen Haus immer nur dann über sicherheitspolitische und außenpolitische Fragen diskutieren, wenn seitens der Oppositionsparteien Aktivitäten gesetzt werden, so wie etwa der heutige Dringliche Antrag. (Abg. Dr. Khol: Was ist gestern gewesen? Was war gestern?!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Kollege Khol! Eigentlich hätte ich mir erwartet, daß seitens der Österreichischen Volkspartei oder seitens der beiden Regierungsparteien ein Dringlicher Antrag kommt, denn die Dringlichkeit dieser sicherheitspolitischen Debatte ist tatsächlich gegeben. Diesen Zeitdruck haben sich die Regierungsparteien ja selbst auferlegt, weil man vereinbart hat, bis zum Beginn der Vorsitzführung Österreichs im Rahmen der Europäischen Union dem Parlament einen Optionenbericht vorzulegen, damit wir darüber diskutieren und dann eine Entscheidung treffen können. Das ist bis heute nicht geschehen, und daher besteht eine Dringlichkeit dahin gehend, daß wir uns mit den Perspektiven der österreichischen Sicherheitspolitik entsprechend auseinandersetzen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich meine, daß es wirklich notwendig ist, die Fragen der Sicherheitspolitik in diesem Hohen Hause in Hinkunft verstärkt zu behandeln. Es sind wirklich viele entscheidende Fragen an diesem Parlament vorbeigegangen. Herr Bundeskanzler! Ich darf Sie zum Beispiel an die Frage der Teilnahme Österreichs an der „Partnerschaft für den Frieden“ im Rahmen der NATO erinnern. Das ist ein politischer Staatsvertrag, und daher hätte das Parlament damit befaßt werden müssen. Oder die Frage von CENCOOP: Da geht es um eine Kooperation mit anderen Staaten in Fragen, die die Sicherheit des Landes berühren, in Fragen der öffentlichen Sicherheit und der militärischen Landesverteidigung. Daher wäre das Parlament aufgrund des Artikels 50 der Bundesverfassung damit zu befassen. Das hat die Bundesregierung bis heute verabsäumt, und ich erwarte, daß wir zumindest im Zuge der Debatte über die sicherheitspolitischen Optionen auch darüber noch werden reden können. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Im Ausschuß!
Meine Damen und Herren! Wenn die Österreichische Volkspartei einen Antrag vorgelegt hat, dann muß ich fragen: Was sollen wir mit diesem Antrag wirklich machen, wenn gleichzeitig die Parole ausgegeben wird, Herr Klubobmann Khol, daß darüber nicht abgestimmt werden darf? (Abg. Dr. Khol: Im Ausschuß!) Das heißt, Sie wollen von vornherein keine ernsthafte Debatte im Ausschuß. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.) Ja, Sie wollen im Ausschuß debattieren, aber der Sinn einer Debatte im Ausschuß ist ja, daß darüber dann auch im Plenum diskutiert wird und daß dann auch im Plenum eine Abstimmung erfolgt. Wenn Sie sagen, über Ihren Antrag darf nicht abgestimmt werden, dann verhindern Sie von vornherein eine seriöse, sinnvolle Debatte. Sie wollen keine Abstimmung und damit auch keine Diskussion und keine Beratung.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.
Meine Damen und Herren! Wenn die Österreichische Volkspartei einen Antrag vorgelegt hat, dann muß ich fragen: Was sollen wir mit diesem Antrag wirklich machen, wenn gleichzeitig die Parole ausgegeben wird, Herr Klubobmann Khol, daß darüber nicht abgestimmt werden darf? (Abg. Dr. Khol: Im Ausschuß!) Das heißt, Sie wollen von vornherein keine ernsthafte Debatte im Ausschuß. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Khol.) Ja, Sie wollen im Ausschuß debattieren, aber der Sinn einer Debatte im Ausschuß ist ja, daß darüber dann auch im Plenum diskutiert wird und daß dann auch im Plenum eine Abstimmung erfolgt. Wenn Sie sagen, über Ihren Antrag darf nicht abgestimmt werden, dann verhindern Sie von vornherein eine seriöse, sinnvolle Debatte. Sie wollen keine Abstimmung und damit auch keine Diskussion und keine Beratung.
Abg. Dr. Khol: Wo wollen Sie denn diskutieren?
Ich glaube, wir brauchen eine sehr offene Diskussion. Es sollten alle Optionen, die es gibt, ... (Abg. Dr. Khol: Wo wollen Sie denn diskutieren?) Zuerst im Ausschuß und dann im Plenum. (Abg. Dr. Khol: Ja, so wollen wir es auch!) Aber wenn Sie Ihre Option, Herr Kollege Khol, gar nicht ins Plenum bringen wollen, weil das hieße, darüber abzustimmen ... (Abg. Dr. Khol: Haben wir ja! Wir wollten sie nur nicht im Zuge der gestrigen Debatte abgestimmt haben!) Lieber Herr Kollege Khol! Es ist die Parole ausgegeben worden, die Österreichische Volkspartei bringt einen Antrag ein, aber es wird darüber nicht abgestimmt.
Abg. Dr. Khol: Ja, so wollen wir es auch!
Ich glaube, wir brauchen eine sehr offene Diskussion. Es sollten alle Optionen, die es gibt, ... (Abg. Dr. Khol: Wo wollen Sie denn diskutieren?) Zuerst im Ausschuß und dann im Plenum. (Abg. Dr. Khol: Ja, so wollen wir es auch!) Aber wenn Sie Ihre Option, Herr Kollege Khol, gar nicht ins Plenum bringen wollen, weil das hieße, darüber abzustimmen ... (Abg. Dr. Khol: Haben wir ja! Wir wollten sie nur nicht im Zuge der gestrigen Debatte abgestimmt haben!) Lieber Herr Kollege Khol! Es ist die Parole ausgegeben worden, die Österreichische Volkspartei bringt einen Antrag ein, aber es wird darüber nicht abgestimmt.
Abg. Dr. Khol: Haben wir ja! Wir wollten sie nur nicht im Zuge der gestrigen Debatte abgestimmt haben!
Ich glaube, wir brauchen eine sehr offene Diskussion. Es sollten alle Optionen, die es gibt, ... (Abg. Dr. Khol: Wo wollen Sie denn diskutieren?) Zuerst im Ausschuß und dann im Plenum. (Abg. Dr. Khol: Ja, so wollen wir es auch!) Aber wenn Sie Ihre Option, Herr Kollege Khol, gar nicht ins Plenum bringen wollen, weil das hieße, darüber abzustimmen ... (Abg. Dr. Khol: Haben wir ja! Wir wollten sie nur nicht im Zuge der gestrigen Debatte abgestimmt haben!) Lieber Herr Kollege Khol! Es ist die Parole ausgegeben worden, die Österreichische Volkspartei bringt einen Antrag ein, aber es wird darüber nicht abgestimmt.
Abg. Dr. Kostelka: O ja!
Ich bedauere wirklich, daß Herr Klubobmann Kostelka heute seine Einschätzung der NATO wieder wie folgt erläutert hat: Die NATO ist nicht neu, sie ist ein altes Konzept; atomarer Erstschlag. – Herr Klubobmann, das stimmt nicht! (Abg. Dr. Kostelka: O ja!) Die NATO kennt den atomaren Erstschlag nicht mehr. Sie kennt nur die Antwort auf einen atomaren Erstschlag. Das hat die NATO in ihrer Konzeption, aber nicht einen Erstschlag im Falle eines Angriffes, von wem auch immer. (Abg. Schieder: Das ist aber auch nicht exakt! Die Antwort auf einen Erstschlag mit atomaren Waffen!) Mit atomaren Waffen; das steht im Antrag. (Abg. Schieder: Die Antwort ist das!) Richtig, aber Herr Kollege Kostelka hat von einem Erstschlagskonzept der NATO gesprochen. (Abg. Schieder: Ja, die NATO verwendet es als erste!) Das ist falsch. Die NATO verwendet es nicht als Erstschlag. Die NATO verwendet es als Antwort auf einen Erstschlag eines anderen Landes. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schieder: Das ist aber auch nicht exakt! Die Antwort auf einen Erstschlag mit atomaren Waffen!
Ich bedauere wirklich, daß Herr Klubobmann Kostelka heute seine Einschätzung der NATO wieder wie folgt erläutert hat: Die NATO ist nicht neu, sie ist ein altes Konzept; atomarer Erstschlag. – Herr Klubobmann, das stimmt nicht! (Abg. Dr. Kostelka: O ja!) Die NATO kennt den atomaren Erstschlag nicht mehr. Sie kennt nur die Antwort auf einen atomaren Erstschlag. Das hat die NATO in ihrer Konzeption, aber nicht einen Erstschlag im Falle eines Angriffes, von wem auch immer. (Abg. Schieder: Das ist aber auch nicht exakt! Die Antwort auf einen Erstschlag mit atomaren Waffen!) Mit atomaren Waffen; das steht im Antrag. (Abg. Schieder: Die Antwort ist das!) Richtig, aber Herr Kollege Kostelka hat von einem Erstschlagskonzept der NATO gesprochen. (Abg. Schieder: Ja, die NATO verwendet es als erste!) Das ist falsch. Die NATO verwendet es nicht als Erstschlag. Die NATO verwendet es als Antwort auf einen Erstschlag eines anderen Landes. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schieder: Die Antwort ist das!
Ich bedauere wirklich, daß Herr Klubobmann Kostelka heute seine Einschätzung der NATO wieder wie folgt erläutert hat: Die NATO ist nicht neu, sie ist ein altes Konzept; atomarer Erstschlag. – Herr Klubobmann, das stimmt nicht! (Abg. Dr. Kostelka: O ja!) Die NATO kennt den atomaren Erstschlag nicht mehr. Sie kennt nur die Antwort auf einen atomaren Erstschlag. Das hat die NATO in ihrer Konzeption, aber nicht einen Erstschlag im Falle eines Angriffes, von wem auch immer. (Abg. Schieder: Das ist aber auch nicht exakt! Die Antwort auf einen Erstschlag mit atomaren Waffen!) Mit atomaren Waffen; das steht im Antrag. (Abg. Schieder: Die Antwort ist das!) Richtig, aber Herr Kollege Kostelka hat von einem Erstschlagskonzept der NATO gesprochen. (Abg. Schieder: Ja, die NATO verwendet es als erste!) Das ist falsch. Die NATO verwendet es nicht als Erstschlag. Die NATO verwendet es als Antwort auf einen Erstschlag eines anderen Landes. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schieder: Ja, die NATO verwendet es als erste!
Ich bedauere wirklich, daß Herr Klubobmann Kostelka heute seine Einschätzung der NATO wieder wie folgt erläutert hat: Die NATO ist nicht neu, sie ist ein altes Konzept; atomarer Erstschlag. – Herr Klubobmann, das stimmt nicht! (Abg. Dr. Kostelka: O ja!) Die NATO kennt den atomaren Erstschlag nicht mehr. Sie kennt nur die Antwort auf einen atomaren Erstschlag. Das hat die NATO in ihrer Konzeption, aber nicht einen Erstschlag im Falle eines Angriffes, von wem auch immer. (Abg. Schieder: Das ist aber auch nicht exakt! Die Antwort auf einen Erstschlag mit atomaren Waffen!) Mit atomaren Waffen; das steht im Antrag. (Abg. Schieder: Die Antwort ist das!) Richtig, aber Herr Kollege Kostelka hat von einem Erstschlagskonzept der NATO gesprochen. (Abg. Schieder: Ja, die NATO verwendet es als erste!) Das ist falsch. Die NATO verwendet es nicht als Erstschlag. Die NATO verwendet es als Antwort auf einen Erstschlag eines anderen Landes. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bedauere wirklich, daß Herr Klubobmann Kostelka heute seine Einschätzung der NATO wieder wie folgt erläutert hat: Die NATO ist nicht neu, sie ist ein altes Konzept; atomarer Erstschlag. – Herr Klubobmann, das stimmt nicht! (Abg. Dr. Kostelka: O ja!) Die NATO kennt den atomaren Erstschlag nicht mehr. Sie kennt nur die Antwort auf einen atomaren Erstschlag. Das hat die NATO in ihrer Konzeption, aber nicht einen Erstschlag im Falle eines Angriffes, von wem auch immer. (Abg. Schieder: Das ist aber auch nicht exakt! Die Antwort auf einen Erstschlag mit atomaren Waffen!) Mit atomaren Waffen; das steht im Antrag. (Abg. Schieder: Die Antwort ist das!) Richtig, aber Herr Kollege Kostelka hat von einem Erstschlagskonzept der NATO gesprochen. (Abg. Schieder: Ja, die NATO verwendet es als erste!) Das ist falsch. Die NATO verwendet es nicht als Erstschlag. Die NATO verwendet es als Antwort auf einen Erstschlag eines anderen Landes. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Kostelka: Das strategische Konzept ist nach wie vor alt!
Herr Kollege Kostelka! Sie haben offensichtlich die Entwicklung der letzten Jahre verschlafen. (Abg. Dr. Kostelka: Das strategische Konzept ist nach wie vor alt!) Ich darf Sie daran erinnern: Die NATO hat Grundakte mit Rußland abgeschlossen. Die NATO hat sich entwickelt, die NATO hat sich verändert. Es gibt die Grundakte mit Rußland (Abg. Dr. Kostelka: Völkerrechtlich nicht verbindlich!), es gibt das Partnerschaftsabkommen mit der Ukraine, es gibt weitere Mitglieder in der NATO. Es gab die Konferenz von Berlin und die Konferenz von Madrid, wo die NATO neue Strukturen festgelegt hat. Die NATO hat weniger Streitkräfte als vor Jahren. Es gibt den NATO-Kooperationsrat. Es gibt neue Schwerpunkte in der Aufgabenstellung der NATO, sie bewegt sich weg von der klassischen militärischen Verteidigung hin zum Krisenmanagement. Das ist die Entwicklung der NATO, Herr Klubobmann Kostelka. Es hat sich tatsächlich eine neue Entwicklung ergeben und sich etwas verändert.
Abg. Dr. Kostelka: Völkerrechtlich nicht verbindlich!
Herr Kollege Kostelka! Sie haben offensichtlich die Entwicklung der letzten Jahre verschlafen. (Abg. Dr. Kostelka: Das strategische Konzept ist nach wie vor alt!) Ich darf Sie daran erinnern: Die NATO hat Grundakte mit Rußland abgeschlossen. Die NATO hat sich entwickelt, die NATO hat sich verändert. Es gibt die Grundakte mit Rußland (Abg. Dr. Kostelka: Völkerrechtlich nicht verbindlich!), es gibt das Partnerschaftsabkommen mit der Ukraine, es gibt weitere Mitglieder in der NATO. Es gab die Konferenz von Berlin und die Konferenz von Madrid, wo die NATO neue Strukturen festgelegt hat. Die NATO hat weniger Streitkräfte als vor Jahren. Es gibt den NATO-Kooperationsrat. Es gibt neue Schwerpunkte in der Aufgabenstellung der NATO, sie bewegt sich weg von der klassischen militärischen Verteidigung hin zum Krisenmanagement. Das ist die Entwicklung der NATO, Herr Klubobmann Kostelka. Es hat sich tatsächlich eine neue Entwicklung ergeben und sich etwas verändert.
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist unsere Perspektive. Wir haben unseren Antrag entsprechend eingebracht, und ich glaube, daß im Zuge der Beratungen des Ausschusses auch über diese Option ernsthaft diskutiert werden sollte. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Hans Helmut Moser: Ein weißer Fleck!
†Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander¦ (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Kolleginnen und Kollegen! – Herr Kollege Khol! Ich kann Ihnen schon erklären, was das ist (die Rednerin hält eine Broschüre in die Höhe): Das ist kein Loch, das ist eine weiße Zone. (Abg. Hans Helmut Moser: Ein weißer Fleck!) Wenn Sie die Gelegenheit wahrgenommen hätten, einen Blick in unseren Optionenbericht zu werfen, vor allem in das letzte Kapitel (Abg. Dr. Khol: Habe ich!), dann hätten Sie feststellen können, daß einer unserer Vorschläge zu diesen Optionen, eine der Möglichkeiten, die Österreich hat, lautet, sich aktiv an der Schaffung weiterer solcher weißer Zonen zu beteiligen.
Abg. Dr. Khol: Habe ich!
†Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander¦ (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Kolleginnen und Kollegen! – Herr Kollege Khol! Ich kann Ihnen schon erklären, was das ist (die Rednerin hält eine Broschüre in die Höhe): Das ist kein Loch, das ist eine weiße Zone. (Abg. Hans Helmut Moser: Ein weißer Fleck!) Wenn Sie die Gelegenheit wahrgenommen hätten, einen Blick in unseren Optionenbericht zu werfen, vor allem in das letzte Kapitel (Abg. Dr. Khol: Habe ich!), dann hätten Sie feststellen können, daß einer unserer Vorschläge zu diesen Optionen, eine der Möglichkeiten, die Österreich hat, lautet, sich aktiv an der Schaffung weiterer solcher weißer Zonen zu beteiligen.
Abg. Scheibner: In Rußland gibt es das noch!
Aber damit komme ich bereits zu einem Punkt, der heute hier vor allem vom Antragsteller Scheibner vertreten und dann noch von Herrn Kollegen Moser verstärkt wurde. Und da frage ich mich manchmal – ich kenne das ja aus diversen Diskussionen –, ob ich mich hier in einer Märchenstunde befinde oder ob das alles vielleicht im Bereich der Legenden und Sagen liegt. Da wird nämlich so getan, als ob wir gar nicht mehr über Atomwaffenstationierungen sprechen müßten, als ob das ad acta gelegt und vorbei wäre, als ob es keine bodengestützten Atomwaffen oder keine atomare Abschreckung mehr gäbe – und so weiter –, als ob das alles nicht stimmen würde. Dabei wissen Sie sehr genau darüber Bescheid, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: In Rußland gibt es das noch!)
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Zum zweiten Punkt. Sowohl die NATO als auch die Westeuropäische Union haben nach wie vor die nukleare Abschreckung in ihrem Programm, in ihren Zielen, enthalten. Die Frage, Herr Kollege Moser, was ein Erstschlag ist oder wer den Erstschlag setzt, ist eher eine semantische als eine tatsächlich politische Frage. Ich kann mir nicht vorstellen – und die NATO kann sich das selbst auch nicht vorstellen –, daß die NATO ein derartiges Potential an Atomwaffen schafft, nur um dann abzuwarten, bis sie zuerst angegriffen wird. Inzwischen erübrigt sich diese Frage ja insoferne, als niemand sagen kann, wer denn die NATO überhaupt angreifen würde, weil sich ja, wie wir wissen, die geopolitische Situation verändert hat – und das nicht nur in Europa. (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) – Die Angriffsmöglichkeiten sind nicht mehr im früheren Ausmaß gegeben. Wir wissen zum Beispiel, daß es gegenüber Rußland eine Vorwarnzeit von fünf bis zehn Jahren gibt – das muß man natürlich in Betracht ziehen –, und auch, daß es nicht mehr die Situation wie zu Zeiten des kalten Krieges gibt.
Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das schon wieder?
Zu guter Letzt zu Ihrem Argument hinsichtlich der bodengestützten Atomwaffen. Auch das stimmt nicht – und Sie wissen ganz genau, daß das nicht stimmt. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das schon wieder?) Es gibt in Westeuropa nach wie vor 520 außerhalb der Besitzländer stationierte Atombomben (Abg. Scheibner: Wo?!), und zwar an 14 verschiedenen Orten in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Holland, Italien, Griechenland und in der Türkei. (Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!) Selbstverständlich gibt es das noch, zwar reduziert – das ist richtig –, aber nach wie vor. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das?! Sagen Sie, woher Sie das haben!) Sie wissen, daß nach wie vor genug Atombomben in Westeuropa lagern – mit einer Gesamtsprengkraft, die das Potential der Atombombe von Hiroshima um ein Tausendfaches übersteigt.
Abg. Scheibner: Wo?!
Zu guter Letzt zu Ihrem Argument hinsichtlich der bodengestützten Atomwaffen. Auch das stimmt nicht – und Sie wissen ganz genau, daß das nicht stimmt. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das schon wieder?) Es gibt in Westeuropa nach wie vor 520 außerhalb der Besitzländer stationierte Atombomben (Abg. Scheibner: Wo?!), und zwar an 14 verschiedenen Orten in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Holland, Italien, Griechenland und in der Türkei. (Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!) Selbstverständlich gibt es das noch, zwar reduziert – das ist richtig –, aber nach wie vor. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das?! Sagen Sie, woher Sie das haben!) Sie wissen, daß nach wie vor genug Atombomben in Westeuropa lagern – mit einer Gesamtsprengkraft, die das Potential der Atombombe von Hiroshima um ein Tausendfaches übersteigt.
Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!
Zu guter Letzt zu Ihrem Argument hinsichtlich der bodengestützten Atomwaffen. Auch das stimmt nicht – und Sie wissen ganz genau, daß das nicht stimmt. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das schon wieder?) Es gibt in Westeuropa nach wie vor 520 außerhalb der Besitzländer stationierte Atombomben (Abg. Scheibner: Wo?!), und zwar an 14 verschiedenen Orten in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Holland, Italien, Griechenland und in der Türkei. (Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!) Selbstverständlich gibt es das noch, zwar reduziert – das ist richtig –, aber nach wie vor. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das?! Sagen Sie, woher Sie das haben!) Sie wissen, daß nach wie vor genug Atombomben in Westeuropa lagern – mit einer Gesamtsprengkraft, die das Potential der Atombombe von Hiroshima um ein Tausendfaches übersteigt.
Abg. Scheibner: Woher haben Sie das?! Sagen Sie, woher Sie das haben!
Zu guter Letzt zu Ihrem Argument hinsichtlich der bodengestützten Atomwaffen. Auch das stimmt nicht – und Sie wissen ganz genau, daß das nicht stimmt. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das schon wieder?) Es gibt in Westeuropa nach wie vor 520 außerhalb der Besitzländer stationierte Atombomben (Abg. Scheibner: Wo?!), und zwar an 14 verschiedenen Orten in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Holland, Italien, Griechenland und in der Türkei. (Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!) Selbstverständlich gibt es das noch, zwar reduziert – das ist richtig –, aber nach wie vor. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das?! Sagen Sie, woher Sie das haben!) Sie wissen, daß nach wie vor genug Atombomben in Westeuropa lagern – mit einer Gesamtsprengkraft, die das Potential der Atombombe von Hiroshima um ein Tausendfaches übersteigt.
Abg. Scheibner: Es ist aber so!
Und folgendes stammt ebenfalls aus dem Reich der Legenden. Sie haben die NATO-Debatte sozusagen am schwächsten Punkt begonnen, dabei ist dieser gerade am einfachsten zu widerlegen: Es stimmt nämlich nicht, daß die NATO mit Atomwaffen, mit Atomwaffenstationierung nichts mehr zu tun hat. Das ist einfach nicht richtig. (Abg. Scheibner: Es ist aber so!)
Abg. Mag. Stadler: Und die ÖVP!
Wenn im Zusammenhang mit der NATO-Mitgliedschaft irgend jemand ein Trittbrettfahrer ist, dann ist das die österreichische Rüstungsindustrie und das österreichische Bundesheer. (Abg. Mag. Stadler: Und die ÖVP!) Denn eines ist unbestritten – und das wissen wir –, daß nämlich seit dem Fall des Eisernen Vorhanges, seit dem Ende des Kalten Krieges die Rüstungsindustrie dramatische Einbußen erlitten hat – vor allem die westeuropäische, die osteuropäische und die russische Rüstungsindustrie. Die einzigen, die von einer NATO-Osterweiterung profitieren, sind die amerikanischen Rüstungsbetriebe. Das sind die einzigen, die seit dem Jahre 1987 zugelegt haben und trotz aller gegenläufigen Tendenzen nicht am absteigenden Ast sind. (Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn! Wollen Sie die europäische Rüstungsindustrie stärken?) Das können Sie nachlesen. Das ist veröffentlicht. Das können Sie jederzeit überprüfen.
Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn! Wollen Sie die europäische Rüstungsindustrie stärken?
Wenn im Zusammenhang mit der NATO-Mitgliedschaft irgend jemand ein Trittbrettfahrer ist, dann ist das die österreichische Rüstungsindustrie und das österreichische Bundesheer. (Abg. Mag. Stadler: Und die ÖVP!) Denn eines ist unbestritten – und das wissen wir –, daß nämlich seit dem Fall des Eisernen Vorhanges, seit dem Ende des Kalten Krieges die Rüstungsindustrie dramatische Einbußen erlitten hat – vor allem die westeuropäische, die osteuropäische und die russische Rüstungsindustrie. Die einzigen, die von einer NATO-Osterweiterung profitieren, sind die amerikanischen Rüstungsbetriebe. Das sind die einzigen, die seit dem Jahre 1987 zugelegt haben und trotz aller gegenläufigen Tendenzen nicht am absteigenden Ast sind. (Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn! Wollen Sie die europäische Rüstungsindustrie stärken?) Das können Sie nachlesen. Das ist veröffentlicht. Das können Sie jederzeit überprüfen.
Abg. Scheibner: Das ist auch so!
Zuletzt noch folgendes: Zum Begriff „friedenschaffend“ haben Sie beziehungsweise hat Herr Kollege Haider gesagt, er beinhalte auch militärische Angriffe. Das kann schon stimmen (Abg. Scheibner: Das ist auch so!), aber damit kommen wir auf einen Punkt zu sprechen, der vor allem die Koalition betrifft: Sie hat nämlich wieder einmal bei der Vorlage zur Zentraleuropäischen Initiative, zur CENCOOP, im Ministerrat nur den deutschen Wortlaut vorliegen gehabt, als das beschlossen wurde. Im deutschen Wortlaut ist die Rede von „friedenschaffend“, in der englischen Vorlage steht klarerweise „peace support“.
Abg. Scheibner: Auch das stimmt nicht!
Wenn Sie sich mit den NATO-Dokumenten einigermaßen befassen, dann wissen Sie, daß „peace support“ etwas ganz anderes bedeutet, nämlich genaue Durchführungsbestimmungen für Interventionen. (Abg. Scheibner: Auch das stimmt nicht!) Es ist das Programm der Interventionen. Es ist aber andererseits klar, daß vor allem die SPÖ, die Sozialdemokratie, auf der Grundlage dieses sehr schwammigen Betriffs des Friedenschaffens ständig versucht, sozusagen herüberzuretten, daß das mit der Neutralität vereinbar sei, während wir längst wissen, daß das nicht vereinbar ist. (Abg. Scheibner: Das ist alles falsch!)
Abg. Scheibner: Das ist alles falsch!
Wenn Sie sich mit den NATO-Dokumenten einigermaßen befassen, dann wissen Sie, daß „peace support“ etwas ganz anderes bedeutet, nämlich genaue Durchführungsbestimmungen für Interventionen. (Abg. Scheibner: Auch das stimmt nicht!) Es ist das Programm der Interventionen. Es ist aber andererseits klar, daß vor allem die SPÖ, die Sozialdemokratie, auf der Grundlage dieses sehr schwammigen Betriffs des Friedenschaffens ständig versucht, sozusagen herüberzuretten, daß das mit der Neutralität vereinbar sei, während wir längst wissen, daß das nicht vereinbar ist. (Abg. Scheibner: Das ist alles falsch!)
Beifall bei den Grünen.
(Beifall bei den Grünen.)
Abg. Schieder: Das Wort „verlangt“ ist inkorrekt!
Ich glaube daher nicht, daß wir, die Opposition, die – wie es etwa Peter Schieder ausgedrückt hat – „Keule“ des Termindruckes schwingen, sondern daß die Abgeordneten Schieder und Spindelegger mit der Mehrheit dieses Parlaments bereits vor mehr als einem Jahr die „Keule“ eines Beschlusses herbeigeführt haben. (Abg. Schieder: Das Wort „verlangt“ ist inkorrekt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Wo steht das Wort „verlangt“? Wo steht das Wort „verlangt“ in diesem Zusammenhang?
Herr Kollege Schieder! Es hat geheißen: „spätestens im Laufe des ersten Quartals 1998.“ – Sie werden doch den Text Ihrer eigenen Entschließung nicht bestreiten, Herr Kollege Schieder! Falls Sie ihn schon vergessen haben sollten, lese ich Ihnen diesen gerne vor, damit Sie den korrekten Text Ihrer eigenen Entschließung hier zu Gehör bekommen, damit Sie wissen, wer die „Keule“ mitgebracht hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: Wo steht das Wort „verlangt“? Wo steht das Wort „verlangt“ in diesem Zusammenhang?)
Wiederholte Ja-Rufe des Abg. Schieder. – Abg. Schieder: Wo ist das Wort „verlangt“? – Abg. Scheibner: Aufgefordert!
In Ihrer Entschließung heißt es – ich zitiere –: Die Bundesregierung wird in diesem Antrag weiters aufgefordert, „im Lichte des Verlaufs der Regierungskonferenz und der Entwicklung in der europäischen Sicherheitspolitik alle weiterführenden sicherheitspolitischen Optionen, einschließlich der Frage einer Vollmitgliedschaft Österreichs in der WEU, einer umfassenden Überprüfung zu unterziehen und dem Parlament hierüber noch vor der Übernahme des EU-Vorsitzes durch Österreich, spätestens jedoch im Laufe des ersten Quartals 1998 zu berichten“. (Wiederholte Ja-Rufe des Abg. Schieder. – Abg. Schieder: Wo ist das Wort „verlangt“? – Abg. Scheibner: Aufgefordert!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: „Verlangt“ ist etwas anderes! Zwischen „verlangen“ und „auffordern“ ist ein Unterschied! Verlangt haben wir gar nichts! – Abg. Dr. Khol: Er hat nichts verlangt! – Abg. Mag. Stadler: Er hat es nur beschlossen!
Herr Kollege Schieder! Sie können hier semantisch das Wort „verlangt“ in den Raum stellen: Vom Inhalt her war sich das Hohe Haus darüber einig, daß zumindest bis Ende des ersten Quartals, also bis 31. März 1998, dieser Optionenbericht vorzulegen ist, Herr Kollege Schieder. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schieder: „Verlangt“ ist etwas anderes! Zwischen „verlangen“ und „auffordern“ ist ein Unterschied! Verlangt haben wir gar nichts! – Abg. Dr. Khol: Er hat nichts verlangt! – Abg. Mag. Stadler: Er hat es nur beschlossen!)
Abg. Schieder: Ich habe keinen Zeitdruck!
Herr Kollege Schieder! Es ist für mich wirklich geradezu kurios, daß heute ausgerechnet Sie und Herr Klubobmann Khol den Zeitdruck beklagen und ihn als Grund dafür angeben, warum Sie dem vorliegenden Dringlichen Antrag der Freiheitlichen heute nicht zustimmen können. (Abg. Schieder: Ich habe keinen Zeitdruck!)
Abg. Schieder: Das habe ich nicht gesagt!
Für einen Umstand bin ich allerdings dankbar, daß nämlich in der heutigen Diskussion wenigstens jener Schwachsinn aufgehört hat, davon zu sprechen, daß nunmehr durch den Antrag der Freiheitlichen die NATO-Grenze näher an Moskau gerückt wird, denn offensichtlich haben Sie seit der gestrigen Debatte wenigstens in einem Atlas nachgesehen. (Abg. Schieder: Das habe ich nicht gesagt!)
Abg. Schieder: Ich habe das nicht gesagt!
Herr Kollege Schieder, Sie haben offensichtlich schon vergessen, was die Damen und Herren aus Ihrer Fraktion in der gestrigen Debatte eingewandt haben. (Abg. Schieder: Ich habe das nicht gesagt!) Ich darf Sie daran erinnern, Herr Kollege Schieder, daß die NATO-Grenze der Türkei mit 1 230 Kilometern näher bei Moskau ist, daß sie von Norwegen näher bei Moskau ist, als das nach einem Beitritt Tschechiens oder Ungarns der Fall sein wird. Aber das wissen Sie ohnehin.
Abg. Schieder: Ich habe das nicht gesagt mit der Geographie!
Solche „Argumente“ verwenden Sie auf internationaler Ebene ohnehin nie. Sie glauben aber, daß Sie das hier den Österreicherinnen und Österreichern servieren können, weil sich die Leute Ihrer Ansicht nach in der Geographie nicht auskennen. (Abg. Schieder: Ich habe das nicht gesagt mit der Geographie!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bin der Ansicht, Herr Kollege Schieder, daß die Bundesregierung besser daran wäre, wenn sie in bezug auf die Sicherheitspolitik endlich einen Optionenbericht vorlegen würde, wenn sie diesen Optionenbericht endlich dem österreichischen Souverän, nämlich den Wählerinnen und Wählern, in einer Volksabstimmung zur Beschlußfassung vorlegen würde. Denn dann würden Sie mit Sicherheit und Klarheit erkennen, Herr Abgeordneter Schieder, daß die Österreicherinnen und Österreicher in der Sicherheitsfrage schon längst weiter sind als die Hälfte Ihres linken Klubs in den hinteren Reihen Ihrer Fraktion. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Das ist sehr interessant! Das ist hochinteressant!
Herr Kollege Schieder! Obwohl Sie eine abfällige Handbewegung machen, möchte ich Ihnen sagen, daß Sie folgendes nicht verdrängen sollten: Gerade in der Frage eines Erstschlages wäre es doch gar nicht uninteressant, als Gesprächspartner in der NATO zu sitzen und mitzuentscheiden, ob solch ein Erstschlag als Präventionsschlag erfolgen darf, erfolgen soll oder erfolgen kann – statt sozusagen draußen vor der Türe zu sitzen und im „PfP“-Verfahren darauf zu warten, daß die NATO einem dann mitteilt, daß sie einen entsprechenden Beschluß gefaßt hat. (Abg. Schieder: Das ist sehr interessant! Das ist hochinteressant!)
Abg. Schieder: Sehr interessant! Sehr interessant!
Ich kann mich noch daran erinnern, Herr Kollege Schieder, daß Sie in anderen Angelegenheiten der Europäischen Union durchaus immer das Argument der Mitsprache angeführt haben. (Abg. Schieder: Sehr interessant! Sehr interessant!) Ich finde es immerhin kurios, Herr Kollege Schieder, daß Sie jetzt in diesem Zusammenhang das Mitspracheargument zwar sehr interessant finden, es aber nicht mehr in der Diskussion verwenden. Irgendwie haben Sie sich, was das wichtige Mitspracherecht betrifft, seit dem EU-Beitritt bis heute oder bis zu einem möglichen NATO-Beitritt von Ihrer damaligen Position entfernt. Sollten die Erfahrungen Ihrer sozialdemokratischen Regierungsfreunde daran schuld sein, und zwar jener elf, die in der NATO vertreten sind, dann sagen Sie das den Österreicherinnen und Österreichern! Sagen Sie, daß Sie mit Ihren eigenen Parteifreunden keinen „G’schatz“ haben, wie das so schön volkstümlich heißt. Oder sollten es vielleicht andere Überlegungen sein, die Sie auf einmal in dieser Position zu einer Umkehr geführt haben? Was ist der Grund, Herr Kollege Schieder, warum Sie nicht mehr mitreden, sondern als Befehlsempfänger vor der Türe darauf warten wollen, worüber Ihre elf sozialdemokratischen Partner in der NATO abgestimmt haben? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich kann mich noch daran erinnern, Herr Kollege Schieder, daß Sie in anderen Angelegenheiten der Europäischen Union durchaus immer das Argument der Mitsprache angeführt haben. (Abg. Schieder: Sehr interessant! Sehr interessant!) Ich finde es immerhin kurios, Herr Kollege Schieder, daß Sie jetzt in diesem Zusammenhang das Mitspracheargument zwar sehr interessant finden, es aber nicht mehr in der Diskussion verwenden. Irgendwie haben Sie sich, was das wichtige Mitspracherecht betrifft, seit dem EU-Beitritt bis heute oder bis zu einem möglichen NATO-Beitritt von Ihrer damaligen Position entfernt. Sollten die Erfahrungen Ihrer sozialdemokratischen Regierungsfreunde daran schuld sein, und zwar jener elf, die in der NATO vertreten sind, dann sagen Sie das den Österreicherinnen und Österreichern! Sagen Sie, daß Sie mit Ihren eigenen Parteifreunden keinen „G’schatz“ haben, wie das so schön volkstümlich heißt. Oder sollten es vielleicht andere Überlegungen sein, die Sie auf einmal in dieser Position zu einer Umkehr geführt haben? Was ist der Grund, Herr Kollege Schieder, warum Sie nicht mehr mitreden, sondern als Befehlsempfänger vor der Türe darauf warten wollen, worüber Ihre elf sozialdemokratischen Partner in der NATO abgestimmt haben? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, Herr Kollege Schieder, daß wichtige Positionen, die die Sozialdemokratie in Fragen der Sicherheitspolitik und die der Herr Bundeskanzler heute von der Regierungsbank aus vertreten hat, in sich nicht schlüssig sind und eine Gefährdung der österreichischen Sicherheit, zumindest der militärischen Sicherheit, darstellen. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn das, was der Herr Bundeskanzler heute hier gesagt hat, ernst gemeint war, dann sollten Sie wenigstens im sozialen Absicherungsbereich diesen 38 000 österreichischen Soldaten endlich auch eine pensionsrechtliche Besserstellung gewähren! Dann würde ich Ihnen zumindest das glauben, was Sie heute zu diesem Punkt gesagt haben. So lange Sie das aber nicht machen, Herr Kollege Schieder, sind Sie meiner Ansicht nach auch in diesem Punkt unglaubwürdig! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit.
†Präsident Dr. Heinz Fischer¦: Ich „verlange“ jetzt Herrn Kollegen Schieder zum Rednerpult. (Heiterkeit.)
Abg. Scheibner: Das hat er nicht gesagt!
†Abgeordneter Peter Schieder¦ (SPÖ): Herr Präsident, ich folge sofort und hoffe, daß ich auch eine „Gutminute“ dafür bekomme. – Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Kollege Haupt hat unter anderem folgendes gesagt: Man sollte sich doch wünschen, dabei zu sein, um mitentscheiden zu können, gegen wen ein atomarer Erstschlag geführt wird. (Abg. Scheibner: Das hat er nicht gesagt!) So war die Formulierung. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ob und gegen wen; wir können das ja nachlesen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
†Abgeordneter Peter Schieder¦ (SPÖ): Herr Präsident, ich folge sofort und hoffe, daß ich auch eine „Gutminute“ dafür bekomme. – Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Kollege Haupt hat unter anderem folgendes gesagt: Man sollte sich doch wünschen, dabei zu sein, um mitentscheiden zu können, gegen wen ein atomarer Erstschlag geführt wird. (Abg. Scheibner: Das hat er nicht gesagt!) So war die Formulierung. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ob und gegen wen; wir können das ja nachlesen.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Egal, wie er es gesagt hat: Für mich ist jene Vorstellung furchtbar, daß es überhaupt einen atomaren Schlag gibt, daß überhaupt Atomwaffen verwendet werden, und daß Menschen getötet werden! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wir können es im Protokoll nachlesen. Ich glaube, ich hoffe, er hat es nicht so gemeint. Was er gesagt hat, war furchtbar. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Schreien Sie nicht, helfen Sie ihm nicht, da ist ihm nicht zu helfen! (Abg. Scheibner: Das habe ich bei Ihnen gelernt, wie man hineinschreien kann! – Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.) Wir werden das nachlesen können. Gott sei Dank bestimmt nicht er darüber.
Abg. Scheibner: Das habe ich bei Ihnen gelernt, wie man hineinschreien kann! – Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.
Wir können es im Protokoll nachlesen. Ich glaube, ich hoffe, er hat es nicht so gemeint. Was er gesagt hat, war furchtbar. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Schreien Sie nicht, helfen Sie ihm nicht, da ist ihm nicht zu helfen! (Abg. Scheibner: Das habe ich bei Ihnen gelernt, wie man hineinschreien kann! – Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.) Wir werden das nachlesen können. Gott sei Dank bestimmt nicht er darüber.
Abg. Scheibner: Was haben Sie immer dazwischengeschrien! – Abg. Mag. Haupt: Da sehen Sie, wie das ist!
Meine Damen und Herren! Ich möchte zu einem ruhigeren Gesprächsklima zurückkommen. (Abg. Scheibner: Was haben Sie immer dazwischengeschrien! – Abg. Mag. Haupt: Da sehen Sie, wie das ist!) Ich meine, es ist wichtiger, zu überlegen, ob nicht tatsächlich die europäische Option, die Sie so heftig ablehnen und als unrealistisch bezeichnen, es wert wäre, in diesem Haus und von österreichischer Seite überlegt zu werden. (Abg. Scheibner: Da müssen Sie zuerst die elf NATO-Mitglieder in der EU davon überzeugen!) – Ich komme noch darauf zu sprechen.
Abg. Scheibner: Da müssen Sie zuerst die elf NATO-Mitglieder in der EU davon überzeugen!
Meine Damen und Herren! Ich möchte zu einem ruhigeren Gesprächsklima zurückkommen. (Abg. Scheibner: Was haben Sie immer dazwischengeschrien! – Abg. Mag. Haupt: Da sehen Sie, wie das ist!) Ich meine, es ist wichtiger, zu überlegen, ob nicht tatsächlich die europäische Option, die Sie so heftig ablehnen und als unrealistisch bezeichnen, es wert wäre, in diesem Haus und von österreichischer Seite überlegt zu werden. (Abg. Scheibner: Da müssen Sie zuerst die elf NATO-Mitglieder in der EU davon überzeugen!) – Ich komme noch darauf zu sprechen.
Abg. Scheibner: Alle zehn, die bei der WEU sind, sind auch bei der NATO!
Auch in dem Vorschlag, einen Optionenbericht zu machen, hat es ja nicht „einschließlich des NATO-Beitrittes“ geheißen, sondern „einschließlich des WEU-Beitrittes“. Man ist also bereits damals davon ausgegangen, daß es eine WEU-Möglichkeit im Zusammenhang mit der EU gibt. Ich denke, das wäre einer Überlegung wert, auch wenn Sie sagen, daß unter den 15 EU-Mitgliedern – wie wir wissen – elf bei der NATO sind, zehn bei der WEU und vier neutral, blockfrei oder non-allied. (Abg. Scheibner: Alle zehn, die bei der WEU sind, sind auch bei der NATO!)
Abg. Scheibner: Das wäre viel zu teuer!
Das stimmt schon, aber wenn eine gemeinsame Linie gefunden wird – es verlangt ja niemand, daß die elf aus der NATO austreten, es ist auch niemand dagegen, daß es die NATO gibt; niemand verlangt, daß die NATO aufgelöst wird, und niemand hat Sorge, wenn mit der NATO in vielen Bereichen zusammengearbeitet wird –, dann geht es um folgendes: Soll dies das einzige Ziel bleiben, der einzige Mechanismus, oder ist es der Anstrengung wert, sich in Europa darüber den Kopf zu zerbrechen, ob es nicht auch eine europäische Lösung geben kann? (Abg. Scheibner: Das wäre viel zu teuer!)
Abg. Scheibner: Wo ist diese? Wo sind dafür Ansätze?!
Über die europäische Lösung, die Sie jetzt so lautstark in den Bereich der Utopie verbannen wollen, wird selbst im Entwurf eines Berichtes des Europäischen Parlaments, vorgestellt von Tindemans im Dezember letzten Jahres – das ist kein Sozialdemokrat, wie Sie wissen –, sehr deutlich gesagt: Jede Verteidigungspolitik, sei sie national, europäisch oder transatlantisch, muß dem neuen geostrategischen Umfeld Rechnung tragen. Den Mitgliedstaaten der Union stellt sich die Frage, ob sie weiterhin eine voneinander unabhängige oder eine – was für eine Mehrheit von ihnen zutrifft – in Bündnissen koordinierte Verteidigungspolitik verfolgen wollen, oder ob sie es für wirksamer halten, eine gemeinsame Verteidigungspolitik zu betreiben. (Abg. Scheibner: Wo ist diese? Wo sind dafür Ansätze?!)
Abg. Scheibner: Was wollen Sie damit sagen?
Der Kernsatz in diesem Bericht zur außenpolitischen Dimension einer europäischen Verteidigungspolitik sagt sehr deutlich: Die Notwendigkeit einer Verteidigungspolitik der Europäischen Union wird sich in noch schärferer Form stellen, wenn die Länder Mittel- und Osteuropas und Zypern der Europäischen Union beitreten. Diesen Ländern ist an Sicherheitsvorkehrungen gelegen, wie die meisten von ihnen durch ihren Willen, NATO-Mitglieder zu werden, gezeigt haben. Gleichzeitig ist es nicht sicher, daß die NATO all diese Länder aufnimmt, insbesondere wegen der Vorbehalte einiger ihrer derzeitigen Mitglieder. Damit stellt sich die Frage nach der künftigen Entwicklung der GASP, der Rolle der WEU und ihrer Territorialgarantie und den Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Dies sind komplexe Fragen, die gestellt werden müssen, auch wenn es noch keine endgültige Antwort darauf gibt. – Soweit dieser Bericht. (Abg. Scheibner: Was wollen Sie damit sagen?)
Abg. Scheibner: Auf das zu warten ...!
Ich stimme Ihnen zu: Das ist nicht die wahrscheinlichste Lösung. Es ist nicht die Lösung, die automatisch auf uns zukommt. (Abg. Scheibner: Auf das zu warten ...!) Aber es ist eine der Möglichkeiten in diesem Europa, und es wäre wert, daß sich ein neues Mitglied dieser Union – wie Österreich – auf diese Linie verständigt und dies gemeinsam versucht. Was spricht dagegen? Wovor haben Sie Angst, wenn es darum geht, gemeinsam zu versuchen, eine europäische Linie zu finden? (Abg. Scheibner: Niemand kann die Sicherheitsgarantie für Österreich übernehmen!)
Abg. Scheibner: Niemand kann die Sicherheitsgarantie für Österreich übernehmen!
Ich stimme Ihnen zu: Das ist nicht die wahrscheinlichste Lösung. Es ist nicht die Lösung, die automatisch auf uns zukommt. (Abg. Scheibner: Auf das zu warten ...!) Aber es ist eine der Möglichkeiten in diesem Europa, und es wäre wert, daß sich ein neues Mitglied dieser Union – wie Österreich – auf diese Linie verständigt und dies gemeinsam versucht. Was spricht dagegen? Wovor haben Sie Angst, wenn es darum geht, gemeinsam zu versuchen, eine europäische Linie zu finden? (Abg. Scheibner: Niemand kann die Sicherheitsgarantie für Österreich übernehmen!)
Abg. Scheibner: Das ist schon beschlossen!
Die WEU-Lösung ist möglich, wenn nicht die WEU bestimmt, sondern die Union, wenn die Entscheidung in der EU fällt und wenn die WEU-Staaten nicht automatisch auch Mitglieder der NATO sein müssen. (Abg. Scheibner: Das ist schon beschlossen!) Nein, es gibt einen europäischen Weg! (Abg. Scheibner: Das ist auch in der NATO schon beschlossen!) Wenn die vielbeschworene österreichische Einheitlichkeit Wirkung zeigen sollte, dann beschwören Sie das nicht (Abg. Scheibner: Das können Sie ins Traumbuch hineinschreiben!), sondern tragen Sie dazu bei, daß wir einen gemeinsamen Vorstoß machen, in dem wir uns gemeinsam finden können, damit wir eine europäische Verteidigungsidentität schaffen. (Abg. Scheibner: Das ist entschieden!) Lassen Sie es uns versuchen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Abg. Scheibner: Das ist auch in der NATO schon beschlossen!
Die WEU-Lösung ist möglich, wenn nicht die WEU bestimmt, sondern die Union, wenn die Entscheidung in der EU fällt und wenn die WEU-Staaten nicht automatisch auch Mitglieder der NATO sein müssen. (Abg. Scheibner: Das ist schon beschlossen!) Nein, es gibt einen europäischen Weg! (Abg. Scheibner: Das ist auch in der NATO schon beschlossen!) Wenn die vielbeschworene österreichische Einheitlichkeit Wirkung zeigen sollte, dann beschwören Sie das nicht (Abg. Scheibner: Das können Sie ins Traumbuch hineinschreiben!), sondern tragen Sie dazu bei, daß wir einen gemeinsamen Vorstoß machen, in dem wir uns gemeinsam finden können, damit wir eine europäische Verteidigungsidentität schaffen. (Abg. Scheibner: Das ist entschieden!) Lassen Sie es uns versuchen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Abg. Scheibner: Das können Sie ins Traumbuch hineinschreiben!
Die WEU-Lösung ist möglich, wenn nicht die WEU bestimmt, sondern die Union, wenn die Entscheidung in der EU fällt und wenn die WEU-Staaten nicht automatisch auch Mitglieder der NATO sein müssen. (Abg. Scheibner: Das ist schon beschlossen!) Nein, es gibt einen europäischen Weg! (Abg. Scheibner: Das ist auch in der NATO schon beschlossen!) Wenn die vielbeschworene österreichische Einheitlichkeit Wirkung zeigen sollte, dann beschwören Sie das nicht (Abg. Scheibner: Das können Sie ins Traumbuch hineinschreiben!), sondern tragen Sie dazu bei, daß wir einen gemeinsamen Vorstoß machen, in dem wir uns gemeinsam finden können, damit wir eine europäische Verteidigungsidentität schaffen. (Abg. Scheibner: Das ist entschieden!) Lassen Sie es uns versuchen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Abg. Scheibner: Das ist entschieden!
Die WEU-Lösung ist möglich, wenn nicht die WEU bestimmt, sondern die Union, wenn die Entscheidung in der EU fällt und wenn die WEU-Staaten nicht automatisch auch Mitglieder der NATO sein müssen. (Abg. Scheibner: Das ist schon beschlossen!) Nein, es gibt einen europäischen Weg! (Abg. Scheibner: Das ist auch in der NATO schon beschlossen!) Wenn die vielbeschworene österreichische Einheitlichkeit Wirkung zeigen sollte, dann beschwören Sie das nicht (Abg. Scheibner: Das können Sie ins Traumbuch hineinschreiben!), sondern tragen Sie dazu bei, daß wir einen gemeinsamen Vorstoß machen, in dem wir uns gemeinsam finden können, damit wir eine europäische Verteidigungsidentität schaffen. (Abg. Scheibner: Das ist entschieden!) Lassen Sie es uns versuchen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser.
Die WEU-Lösung ist möglich, wenn nicht die WEU bestimmt, sondern die Union, wenn die Entscheidung in der EU fällt und wenn die WEU-Staaten nicht automatisch auch Mitglieder der NATO sein müssen. (Abg. Scheibner: Das ist schon beschlossen!) Nein, es gibt einen europäischen Weg! (Abg. Scheibner: Das ist auch in der NATO schon beschlossen!) Wenn die vielbeschworene österreichische Einheitlichkeit Wirkung zeigen sollte, dann beschwören Sie das nicht (Abg. Scheibner: Das können Sie ins Traumbuch hineinschreiben!), sondern tragen Sie dazu bei, daß wir einen gemeinsamen Vorstoß machen, in dem wir uns gemeinsam finden können, damit wir eine europäische Verteidigungsidentität schaffen. (Abg. Scheibner: Das ist entschieden!) Lassen Sie es uns versuchen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Abg. Wabl: Die Diskussion geht am Thema vorbei!
Viele Österreicher hängen an der Neutralität, obwohl diese keine Funktion mehr hat. (Abg. Wabl: Die Diskussion geht am Thema vorbei!) Den Kalten Krieg haben wir überwunden (Abg. Wabl: Davon redet kein Mensch!), aber die Neutralität Österreichs, Kollege Wabl, ist als Relikt des Kalten Krieges geblieben. Die Österreicher warten auf eine klare Antwort.
Abg. Wabl: Davon redet kein Mensch!
Viele Österreicher hängen an der Neutralität, obwohl diese keine Funktion mehr hat. (Abg. Wabl: Die Diskussion geht am Thema vorbei!) Den Kalten Krieg haben wir überwunden (Abg. Wabl: Davon redet kein Mensch!), aber die Neutralität Österreichs, Kollege Wabl, ist als Relikt des Kalten Krieges geblieben. Die Österreicher warten auf eine klare Antwort.
Abg. Wabl: Ein Tourismusverein!
Die Diskussion über die bestmögliche künftige Sicherheitspolitik geht weiter, auch in der Sozialdemokratischen Partei. Es gibt in der Sozialdemokratischen Partei auch Erkenntnisse, daß sich das NATO-Bündnis nicht zu einem reinen Militärpakt entwickelt hat, Herr Klubobmann Kostelka (Abg. Wabl: Ein Tourismusverein!), sondern zu einer Allianz für Stabilität und Krisenbewältigung. Es gibt viele Beispiele – das ist auch ein Teil meiner Antwort an Kollegen Scheibner –, die uns Anlaß dazu geben, daß wir unsere Überzeugungsarbeit weiterführen werden. (Abg. Wabl: Panzergeschäfte! – Abg. Scheibner: Da werden wir ja alt miteinander!)
Abg. Wabl: Panzergeschäfte! – Abg. Scheibner: Da werden wir ja alt miteinander!
Die Diskussion über die bestmögliche künftige Sicherheitspolitik geht weiter, auch in der Sozialdemokratischen Partei. Es gibt in der Sozialdemokratischen Partei auch Erkenntnisse, daß sich das NATO-Bündnis nicht zu einem reinen Militärpakt entwickelt hat, Herr Klubobmann Kostelka (Abg. Wabl: Ein Tourismusverein!), sondern zu einer Allianz für Stabilität und Krisenbewältigung. Es gibt viele Beispiele – das ist auch ein Teil meiner Antwort an Kollegen Scheibner –, die uns Anlaß dazu geben, daß wir unsere Überzeugungsarbeit weiterführen werden. (Abg. Wabl: Panzergeschäfte! – Abg. Scheibner: Da werden wir ja alt miteinander!)
Abg. Wabl: Das tun sie auch!
25. Februar 1998, Präsident Fischer: „Kein NATO-Beitritt unter gegebenen Umständen“. In dem Artikel heißt es weiter – ich zitiere –: „... betonte Fischer, daß sie“ – nämlich die SPÖ – „flexibel bleiben, keiner Versteinerungstheorie angehören und auf alle Veränderungen innovativ reagieren werde.“ – Ich hoffe das! (Abg. Wabl: Das tun sie auch!)
Abg. Scheibner: Das ist aber sehr verschwommen!
Meine Damen und Herren! Auch das ist Wahrheit in dieser Diskussion. Wenn es unter wahltaktischen Überlegungen in der SPÖ derzeit auch andere Positionen gibt, dann werden wir diese auch durch Diskussion verändern können. Die Volkspartei hat eine klare Position: Wir wollen den intensivierten Dialog mit den NATO-Ländern, und wir wollen die Perspektive eines Beitrittes Österreichs zur NATO. (Abg. Scheibner: Das ist aber sehr verschwommen!) Das ist nachzulesen in dem Bericht, der vorliegt. (Abg. Scheibner: „Perspektive“ und „Dialog“ ist nicht „Mitgliedschaft“!)
Abg. Scheibner: „Perspektive“ und „Dialog“ ist nicht „Mitgliedschaft“!
Meine Damen und Herren! Auch das ist Wahrheit in dieser Diskussion. Wenn es unter wahltaktischen Überlegungen in der SPÖ derzeit auch andere Positionen gibt, dann werden wir diese auch durch Diskussion verändern können. Die Volkspartei hat eine klare Position: Wir wollen den intensivierten Dialog mit den NATO-Ländern, und wir wollen die Perspektive eines Beitrittes Österreichs zur NATO. (Abg. Scheibner: Das ist aber sehr verschwommen!) Das ist nachzulesen in dem Bericht, der vorliegt. (Abg. Scheibner: „Perspektive“ und „Dialog“ ist nicht „Mitgliedschaft“!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Also wie ist das jetzt?!
Die Kollegen von der freiheitlichen Fraktion haben heute eine epochale Erfindung gemacht. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Sie haben mit diesem Entschließungsantrag – kopiert, unser Bericht – den „Rank-Xerox-Parlamentarismus“ erfunden! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Also wie ist das jetzt?!)
Abg. Dr. Khol: Die Kupferstecher-Fraktion!
†Präsident Dr. Heinz Fischer¦: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Martina Gredler. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Die Kupferstecher-Fraktion!)
Abg. Wabl: Lesen Sie die Schlußfolgerungen!
Jetzt möchte ich Herrn Wabl von der grünen Fraktion fragen, in welche Richtung die Sicherheitsbestrebungen der Grünen gehen. (Abg. Wabl: Lesen Sie die Schlußfolgerungen!) Dieses Buch ist sehr informativ. Ich habe die sieben Optionen im Vergleich vor mir. Da gibt es die Optionen 4, 5 und 6. Die Nummer 4 betrifft die aktive Neutralität, darin heißt es zum Schluß: Politisch vereint sind die Sozialdemokraten, die Grünen und Stimmen aus dem konservativen Lager.
Abg. Wabl: Es heißt ja nicht „Diskussionsbericht“, sondern „Optionenbericht“!
Als nächstes kommt die Option Nummer 6, die Aufwertung der UN und kollektive Neutralität durch ein globales Sicherheitssystem: Die UN-Option unterstützen Vertreter der SPÖ und der Grünen. (Abg. Wabl: Es heißt ja nicht „Diskussionsbericht“, sondern „Optionenbericht“!)
Abg. Wabl: Liebe Frau Gredler! Daß Sie verwirrt sind, verstehe ich!
Herr Kollege Wabl! Ich möchte Sie bitten, dem Haus entweder zu sagen, was Sie wollen, oder uns zumindest ein Privatissimum zu geben – was mit Ihnen wahrscheinlich ohnehin sehr lustig wäre. Aber ich fürchte, daß in diesem Bericht die Position der Grünen ein klein wenig verwirrend dargestellt ist. (Abg. Wabl: Liebe Frau Gredler! Daß Sie verwirrt sind, verstehe ich!)
Abg. Wabl: Wissen Sie, was passiert, wenn die Nabelschnur bricht? – Der Tod des Kindes ist die Folge! Wenn eine Nabelschnur bricht, ist das verheerend!
Was das Liberale Forum zum Ziel hat, ist klarer: eine Vollmitgliedschaft in der WEU und eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in der Europäischen Union, welche überhaupt erst die Vorbedingung für die Westeuropäische Union schafft. Dort möchten wir gerne zusammenarbeiten. Daß es dort eine Nabelschnur zur NATO gibt, bestreite ich nicht. Nur möchte ich diese Nabelschnur möglichst flexibel und dünn halten und nicht ein Amalgam zwischen den Europäern und den Amerikanern haben, ohne daß Flexibilität zustande kommt. (Abg. Wabl: Wissen Sie, was passiert, wenn die Nabelschnur bricht? – Der Tod des Kindes ist die Folge! Wenn eine Nabelschnur bricht, ist das verheerend!)
Abg. Wabl: Das sind die Entzündungen, die Herr Moser dauernd präsentiert!
Sie wird nicht brechen, weil das eine gallertartige Masse ist, die flexibel ist. Das sollten Sie wissen. Noch dazu hat sie einen sehr nahrhaften Charakter. (Abg. Wabl: Das sind die Entzündungen, die Herr Moser dauernd präsentiert!) Herr Moser ist kein Mediziner. Aber wenn es um Nabelschnüre geht, dann kann ich Ihnen versichern, das habe ich gelernt. Da können Sie mir mehr vertrauen als Herrn Moser! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Da haben Sie recht! Das haben Sie gelernt!) Das habe ich gelernt, auch wenn ich kein Latein beherrscht habe, um mir diese Materie anzueignen, Herr Khol!
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Da haben Sie recht! Das haben Sie gelernt!
Sie wird nicht brechen, weil das eine gallertartige Masse ist, die flexibel ist. Das sollten Sie wissen. Noch dazu hat sie einen sehr nahrhaften Charakter. (Abg. Wabl: Das sind die Entzündungen, die Herr Moser dauernd präsentiert!) Herr Moser ist kein Mediziner. Aber wenn es um Nabelschnüre geht, dann kann ich Ihnen versichern, das habe ich gelernt. Da können Sie mir mehr vertrauen als Herrn Moser! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Da haben Sie recht! Das haben Sie gelernt!) Das habe ich gelernt, auch wenn ich kein Latein beherrscht habe, um mir diese Materie anzueignen, Herr Khol!
Fischer, Kostelka u. a.
Jetzt komme ich zum Schluß. Im Antrag der Freiheitlichen Partei steht etwas über den „Moskau-Flügel der SPÖ“ (Fischer, Kostelka u. a.). – Jetzt kenne ich mich nicht aus. Es gibt angeblich eine „Kuba-Fraktion“, hat Kollege Scheibner vorhin am Rednerpult gesagt. (Abg. Scheibner: Stimmt, das war ein Fehler! Es ist ein Moskau-Flügel!) Es gibt eine „Toskana-Fraktion“, weiters gibt es einen „Moskau-Flügel“. (Abg. Wabl: International!)
Abg. Scheibner: Stimmt, das war ein Fehler! Es ist ein Moskau-Flügel!
Jetzt komme ich zum Schluß. Im Antrag der Freiheitlichen Partei steht etwas über den „Moskau-Flügel der SPÖ“ (Fischer, Kostelka u. a.). – Jetzt kenne ich mich nicht aus. Es gibt angeblich eine „Kuba-Fraktion“, hat Kollege Scheibner vorhin am Rednerpult gesagt. (Abg. Scheibner: Stimmt, das war ein Fehler! Es ist ein Moskau-Flügel!) Es gibt eine „Toskana-Fraktion“, weiters gibt es einen „Moskau-Flügel“. (Abg. Wabl: International!)
Abg. Wabl: International!
Jetzt komme ich zum Schluß. Im Antrag der Freiheitlichen Partei steht etwas über den „Moskau-Flügel der SPÖ“ (Fischer, Kostelka u. a.). – Jetzt kenne ich mich nicht aus. Es gibt angeblich eine „Kuba-Fraktion“, hat Kollege Scheibner vorhin am Rednerpult gesagt. (Abg. Scheibner: Stimmt, das war ein Fehler! Es ist ein Moskau-Flügel!) Es gibt eine „Toskana-Fraktion“, weiters gibt es einen „Moskau-Flügel“. (Abg. Wabl: International!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Wabl: Das verstehe ich!
Bei der sozialdemokratischen Fraktion kenne ich mich jetzt nicht mehr aus: Ist das jetzt eine Fraktion, oder sind es mehrere? Ich ersuche den Herrn Präsidenten, in seinem nächsten Debattenbeitrag von diesem Rednerpult aus als Abgeordneter klarzustellen, welcher Partei in diesem Hause er angehört. Ich glaube, daß ich ihn noch immer als Sozialdemokrat ansprechen kann, aber ich gebe zu, daß ich ein klein wenig verwirrt bin. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Wabl: Das verstehe ich!)
Abg. Dr. Khol: Beides probiert – kein Vergleich!
Ich bitte um Entschuldigung, ich habe mich geirrt: Herr Abgeordneter Wabl gelangt zu Wort. (Abg. Dr. Khol: Beides probiert – kein Vergleich!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Maitz: Für euch ist Österreich rosarot!
†Abgeordneter Andreas Wabl¦ (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Um die Verwirrung ein bißchen zu verringern – vielleicht gelingt es mir, Frau Abgeordnete Gredler –: Es heißt „Optionenbericht“ und nicht „Optionsbericht“. Es handelt sich also um mehrere Optionen, die in einer Demokratie zur Diskussion gestellt und von verschiedenen Seiten beleuchtet werden. Wir Grünen haben nämlich nicht die Arroganz der ÖVP, die auf dem Deckblatt ihres Optionenberichtes einen rot-weiß-roten Hintergrund wählt und schreibt: „Der Bericht“. (Der Redner zeigt ein Exemplar des Optionenberichtes der ÖVP vor.) Alles andere ist Makulatur und enthält strittige Dinge. Aber die ÖVP nennt ihren Bericht „Der Bericht“, geschrieben auf rot-weiß-rotem Hintergrund. Darunter steht: „Österreichs Sicherheit“. Da steht nichts von der ÖVP, weil die ÖVP praktisch Staatspartei schlechthin ist. Das ist ihre Identität. Das ist so ähnlich wie beim Klestil mit seinen Wahlkampfhelfern. Da ist die Identität auch gegeben. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Maitz: Für euch ist Österreich rosarot!)
Abg. Scheibner: Weil das nicht stimmt! Lesen Sie die nächste Seite, wo diese Dinge entkräftet werden!
Was ist daran schwach? (Abg. Scheibner: Weil das nicht stimmt! Lesen Sie die nächste Seite, wo diese Dinge entkräftet werden!) Das stimmt also nicht. Sie entkräften das. Gut. (Abg. Scheibner: Weil das nicht ausreicht!)
Abg. Scheibner: Weil das nicht ausreicht!
Was ist daran schwach? (Abg. Scheibner: Weil das nicht stimmt! Lesen Sie die nächste Seite, wo diese Dinge entkräftet werden!) Das stimmt also nicht. Sie entkräften das. Gut. (Abg. Scheibner: Weil das nicht ausreicht!)
Abg. Scheibner: Stimmt!
Ich frage Sie dann später, wie Sie das mit der NATO gemeint haben. Da kommen wir gleich hin. Aber wir können eigentlich gleich darüber diskutieren, weil Sie nämlich weiter hinten über die NATO sprechen, wo es heißt: „Die NATO selbst entwickelt sich immer mehr zu einem umfassenden Sicherheitssystem. Neben dem reinen militärischen Verteidigungsauftrag hat sie eine immer stärkere Rolle als Akteur der Krisenprävention und des Krisenmanagements“ (Abg. Scheibner: Stimmt!) – stimmt! – „im Rahmen von UNO-Einsätzen.“ (Abg. Dr. Khol: Stimmt auch!)
Abg. Dr. Khol: Stimmt auch!
Ich frage Sie dann später, wie Sie das mit der NATO gemeint haben. Da kommen wir gleich hin. Aber wir können eigentlich gleich darüber diskutieren, weil Sie nämlich weiter hinten über die NATO sprechen, wo es heißt: „Die NATO selbst entwickelt sich immer mehr zu einem umfassenden Sicherheitssystem. Neben dem reinen militärischen Verteidigungsauftrag hat sie eine immer stärkere Rolle als Akteur der Krisenprävention und des Krisenmanagements“ (Abg. Scheibner: Stimmt!) – stimmt! – „im Rahmen von UNO-Einsätzen.“ (Abg. Dr. Khol: Stimmt auch!)
Abg. Scheibner: Mengenlehre würde Ihnen nicht schaden, damit Sie das verstehen könnten! Das lernt man in der Volksschule! Die UNO gibt keine Sicherheitsgarantie!
Jetzt frage ich Sie: Wenn ich in die UNO voll integriert bin, also in den Rahmen, und die NATO eine Teilmaterie darstellt, was ist dann vernünftiger: die volle Integration in die UNO oder die Integration in die NATO? (Abg. Scheibner: Mengenlehre würde Ihnen nicht schaden, damit Sie das verstehen könnten! Das lernt man in der Volksschule! Die UNO gibt keine Sicherheitsgarantie!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Abgeordneter Scheibner! Damit wollte ich nur die Begriffsverwirrungen ein wenig aufklären. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zweitens führen Sie als schwaches Argument an: „Die NATO sei ein Militärbündnis und somit ein Instrument des ,Kalten Krieges‘ ...“ (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ein Militärbündnis – das ist sie doch wohl? (Abg. Dr. Maitz: Wer?) Die NATO. Oder ist sie das nicht? (Abg. Dr. Maitz: Auch! – Abg. Scheibner: Nicht nur!) Bitte schön, Herr Maitz!
Abg. Dr. Maitz: Wer?
Zweitens führen Sie als schwaches Argument an: „Die NATO sei ein Militärbündnis und somit ein Instrument des ,Kalten Krieges‘ ...“ (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ein Militärbündnis – das ist sie doch wohl? (Abg. Dr. Maitz: Wer?) Die NATO. Oder ist sie das nicht? (Abg. Dr. Maitz: Auch! – Abg. Scheibner: Nicht nur!) Bitte schön, Herr Maitz!
Abg. Dr. Maitz: Auch! – Abg. Scheibner: Nicht nur!
Zweitens führen Sie als schwaches Argument an: „Die NATO sei ein Militärbündnis und somit ein Instrument des ,Kalten Krieges‘ ...“ (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ein Militärbündnis – das ist sie doch wohl? (Abg. Dr. Maitz: Wer?) Die NATO. Oder ist sie das nicht? (Abg. Dr. Maitz: Auch! – Abg. Scheibner: Nicht nur!) Bitte schön, Herr Maitz!
Abg. Dr. Khol: Ein Herzogtum!
Herr Maitz! Sie werden mir hundertmal erzählen können, daß die Steiermark kein Fürstentum ist, das weiß ich schon. (Abg. Dr. Khol: Ein Herzogtum!) Aber daß die NATO kein Militärbündnis ist, sondern ein Friedensinstitut, das glaube ich nicht. Diese Terminologie kenne ich noch aus Zeiten, als die Menschen marschiert sind und „Ho, ho, Ho Chi-minh!“ gerufen haben. (Abg. Dr. Maitz: Eine Sicherheitsgemeinschaft für Frieden, Freiheit und militärische Verteidigung!) Da wurde auch immer von der größten Friedensorganisation im Osten geredet. (Abg. Dr. Petrovic: ... das NATO-Land Türkei!) Herr Abgeordneter Maitz, das ist ausdiskutiert. Man sollte die Dinge so nennen, wie sie sind. Man kann sie nur in der Wirklichkeit überprüfen. Und ich habe nicht den Eindruck, daß die NATO eine Friedensinstitution ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Ich schon! Eindeutig!)
Abg. Dr. Maitz: Eine Sicherheitsgemeinschaft für Frieden, Freiheit und militärische Verteidigung!
Herr Maitz! Sie werden mir hundertmal erzählen können, daß die Steiermark kein Fürstentum ist, das weiß ich schon. (Abg. Dr. Khol: Ein Herzogtum!) Aber daß die NATO kein Militärbündnis ist, sondern ein Friedensinstitut, das glaube ich nicht. Diese Terminologie kenne ich noch aus Zeiten, als die Menschen marschiert sind und „Ho, ho, Ho Chi-minh!“ gerufen haben. (Abg. Dr. Maitz: Eine Sicherheitsgemeinschaft für Frieden, Freiheit und militärische Verteidigung!) Da wurde auch immer von der größten Friedensorganisation im Osten geredet. (Abg. Dr. Petrovic: ... das NATO-Land Türkei!) Herr Abgeordneter Maitz, das ist ausdiskutiert. Man sollte die Dinge so nennen, wie sie sind. Man kann sie nur in der Wirklichkeit überprüfen. Und ich habe nicht den Eindruck, daß die NATO eine Friedensinstitution ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Ich schon! Eindeutig!)
Abg. Dr. Petrovic: ... das NATO-Land Türkei!
Herr Maitz! Sie werden mir hundertmal erzählen können, daß die Steiermark kein Fürstentum ist, das weiß ich schon. (Abg. Dr. Khol: Ein Herzogtum!) Aber daß die NATO kein Militärbündnis ist, sondern ein Friedensinstitut, das glaube ich nicht. Diese Terminologie kenne ich noch aus Zeiten, als die Menschen marschiert sind und „Ho, ho, Ho Chi-minh!“ gerufen haben. (Abg. Dr. Maitz: Eine Sicherheitsgemeinschaft für Frieden, Freiheit und militärische Verteidigung!) Da wurde auch immer von der größten Friedensorganisation im Osten geredet. (Abg. Dr. Petrovic: ... das NATO-Land Türkei!) Herr Abgeordneter Maitz, das ist ausdiskutiert. Man sollte die Dinge so nennen, wie sie sind. Man kann sie nur in der Wirklichkeit überprüfen. Und ich habe nicht den Eindruck, daß die NATO eine Friedensinstitution ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Ich schon! Eindeutig!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Ich schon! Eindeutig!
Herr Maitz! Sie werden mir hundertmal erzählen können, daß die Steiermark kein Fürstentum ist, das weiß ich schon. (Abg. Dr. Khol: Ein Herzogtum!) Aber daß die NATO kein Militärbündnis ist, sondern ein Friedensinstitut, das glaube ich nicht. Diese Terminologie kenne ich noch aus Zeiten, als die Menschen marschiert sind und „Ho, ho, Ho Chi-minh!“ gerufen haben. (Abg. Dr. Maitz: Eine Sicherheitsgemeinschaft für Frieden, Freiheit und militärische Verteidigung!) Da wurde auch immer von der größten Friedensorganisation im Osten geredet. (Abg. Dr. Petrovic: ... das NATO-Land Türkei!) Herr Abgeordneter Maitz, das ist ausdiskutiert. Man sollte die Dinge so nennen, wie sie sind. Man kann sie nur in der Wirklichkeit überprüfen. Und ich habe nicht den Eindruck, daß die NATO eine Friedensinstitution ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Maitz: Ich schon! Eindeutig!)
Abg. Dr. Maitz: 28 europäische Länder wissen das!
Aber wir können ja wieder einmal eine Besichtigung dort machen und schauen, wie friedlich sich die Menschen dort organisieren. (Abg. Dr. Maitz: 28 europäische Länder wissen das!)
Heiterkeit.
Ich wollte auch dem Herrn Abgeordneten Haider etwas sagen. Eigentlich würde mich interessieren, was er getan hat, als der Herr Student Fischer „Ho Chi-minh!“ gerufen hat und gegen den Vietnamkrieg marschiert ist, ob denn damals Herr Haider noch den „Turnvater“ Jahn angebetet hat. (Heiterkeit.) Aber wir könnten vielleicht ein bißchen Geschichtsforschung machen und nachschauen, wie das damals war. (Abg. Mag. Schweitzer: Jahn und Ho Chi-minh?)
Abg. Mag. Schweitzer: Jahn und Ho Chi-minh?
Ich wollte auch dem Herrn Abgeordneten Haider etwas sagen. Eigentlich würde mich interessieren, was er getan hat, als der Herr Student Fischer „Ho Chi-minh!“ gerufen hat und gegen den Vietnamkrieg marschiert ist, ob denn damals Herr Haider noch den „Turnvater“ Jahn angebetet hat. (Heiterkeit.) Aber wir könnten vielleicht ein bißchen Geschichtsforschung machen und nachschauen, wie das damals war. (Abg. Mag. Schweitzer: Jahn und Ho Chi-minh?)
Abg. Mag. Schweitzer: Paßt schon besser! – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, lesen wir weiter: „Bei einem NATO-Beitritt würden fremde Soldaten in Österreich stationiert.“ (Abg. Mag. Schweitzer: Paßt schon besser! – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Herr Abgeordneter Scheibner, was ist daran nicht richtig? (Abg. Scheibner: Es stimmt nicht!) Ah, das stimmt nicht. Das heißt, jedes NATO-Mitglied hat die Soldaten im eigenen Land. Ist das so? Wird das in der NATO so gehandhabt? (Abg. Scheibner: Bei Übungen ...!) Bei Übungen wird woanders geübt. (Abg. Scheibner: Bei den neuen Mitgliedsländern gibt es keine Stationierung!) Sie meinen, die Stationierung sei nicht für ewig, sondern erfolge nur zwischendurch, dann, wenn es Übungen gibt, dann werde auch einmal auf unserem wunderschönen Truppenübungsplatz geübt. Herr Scheibner, diese Argumente sollten Sie denjenigen erzählen, die neben großen Truppenübungsplätzen wohnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Es stimmt nicht!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, lesen wir weiter: „Bei einem NATO-Beitritt würden fremde Soldaten in Österreich stationiert.“ (Abg. Mag. Schweitzer: Paßt schon besser! – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Herr Abgeordneter Scheibner, was ist daran nicht richtig? (Abg. Scheibner: Es stimmt nicht!) Ah, das stimmt nicht. Das heißt, jedes NATO-Mitglied hat die Soldaten im eigenen Land. Ist das so? Wird das in der NATO so gehandhabt? (Abg. Scheibner: Bei Übungen ...!) Bei Übungen wird woanders geübt. (Abg. Scheibner: Bei den neuen Mitgliedsländern gibt es keine Stationierung!) Sie meinen, die Stationierung sei nicht für ewig, sondern erfolge nur zwischendurch, dann, wenn es Übungen gibt, dann werde auch einmal auf unserem wunderschönen Truppenübungsplatz geübt. Herr Scheibner, diese Argumente sollten Sie denjenigen erzählen, die neben großen Truppenübungsplätzen wohnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Bei Übungen ...!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, lesen wir weiter: „Bei einem NATO-Beitritt würden fremde Soldaten in Österreich stationiert.“ (Abg. Mag. Schweitzer: Paßt schon besser! – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Herr Abgeordneter Scheibner, was ist daran nicht richtig? (Abg. Scheibner: Es stimmt nicht!) Ah, das stimmt nicht. Das heißt, jedes NATO-Mitglied hat die Soldaten im eigenen Land. Ist das so? Wird das in der NATO so gehandhabt? (Abg. Scheibner: Bei Übungen ...!) Bei Übungen wird woanders geübt. (Abg. Scheibner: Bei den neuen Mitgliedsländern gibt es keine Stationierung!) Sie meinen, die Stationierung sei nicht für ewig, sondern erfolge nur zwischendurch, dann, wenn es Übungen gibt, dann werde auch einmal auf unserem wunderschönen Truppenübungsplatz geübt. Herr Scheibner, diese Argumente sollten Sie denjenigen erzählen, die neben großen Truppenübungsplätzen wohnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Bei den neuen Mitgliedsländern gibt es keine Stationierung!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, lesen wir weiter: „Bei einem NATO-Beitritt würden fremde Soldaten in Österreich stationiert.“ (Abg. Mag. Schweitzer: Paßt schon besser! – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Herr Abgeordneter Scheibner, was ist daran nicht richtig? (Abg. Scheibner: Es stimmt nicht!) Ah, das stimmt nicht. Das heißt, jedes NATO-Mitglied hat die Soldaten im eigenen Land. Ist das so? Wird das in der NATO so gehandhabt? (Abg. Scheibner: Bei Übungen ...!) Bei Übungen wird woanders geübt. (Abg. Scheibner: Bei den neuen Mitgliedsländern gibt es keine Stationierung!) Sie meinen, die Stationierung sei nicht für ewig, sondern erfolge nur zwischendurch, dann, wenn es Übungen gibt, dann werde auch einmal auf unserem wunderschönen Truppenübungsplatz geübt. Herr Scheibner, diese Argumente sollten Sie denjenigen erzählen, die neben großen Truppenübungsplätzen wohnen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, lesen wir weiter: „Bei einem NATO-Beitritt würden fremde Soldaten in Österreich stationiert.“ (Abg. Mag. Schweitzer: Paßt schon besser! – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Herr Abgeordneter Scheibner, was ist daran nicht richtig? (Abg. Scheibner: Es stimmt nicht!) Ah, das stimmt nicht. Das heißt, jedes NATO-Mitglied hat die Soldaten im eigenen Land. Ist das so? Wird das in der NATO so gehandhabt? (Abg. Scheibner: Bei Übungen ...!) Bei Übungen wird woanders geübt. (Abg. Scheibner: Bei den neuen Mitgliedsländern gibt es keine Stationierung!) Sie meinen, die Stationierung sei nicht für ewig, sondern erfolge nur zwischendurch, dann, wenn es Übungen gibt, dann werde auch einmal auf unserem wunderschönen Truppenübungsplatz geübt. Herr Scheibner, diese Argumente sollten Sie denjenigen erzählen, die neben großen Truppenübungsplätzen wohnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Khol: Das stimmt nicht!
Nächster Punkt: „Die Kosten für die Landesverteidigung würden in der NATO sprunghaft ansteigen.“ Kollege Kostelka hat sie heute vorgerechnet und gemeint, sie würden dreieinhalb bis vier Milliarden Schilling ausmachen. (Abg. Dr. Khol: Das stimmt nicht!) Herr Abgeordneter! Ich weiß schon, daß ihr Koalitionspartner oft unrecht hat, Sie sind sich halt in dieser Frage nicht ganz einig.
Abg. Dr. Maitz: Das ist eine primitive Unterstellung!
Aber was ist denn im Landesverteidigungsrat passiert? – 10 Milliarden Schilling wurden dort beschlossen, damit das Einstiegsgeschäft mit der NATO gemacht wird. 10 Milliarden Schilling, fast 11 Milliarden Schilling, genau 10,8 Milliarden Schilling kostet das Einstiegsgeschäft mit der NATO. (Abg. Dr. Maitz: Das ist eine primitive Unterstellung!) Herr Maitz, Sie wissen ganz genau, wie freundlich und untertänig Sie dem Oberchef von der NATO gesagt haben, Sie würden sofort alles tun, damit auch die weiteren Geschäfte in Ordnung gehen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Maitz: Völliger Unsinn!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Maitz: Völliger Unsinn!
Aber was ist denn im Landesverteidigungsrat passiert? – 10 Milliarden Schilling wurden dort beschlossen, damit das Einstiegsgeschäft mit der NATO gemacht wird. 10 Milliarden Schilling, fast 11 Milliarden Schilling, genau 10,8 Milliarden Schilling kostet das Einstiegsgeschäft mit der NATO. (Abg. Dr. Maitz: Das ist eine primitive Unterstellung!) Herr Maitz, Sie wissen ganz genau, wie freundlich und untertänig Sie dem Oberchef von der NATO gesagt haben, Sie würden sofort alles tun, damit auch die weiteren Geschäfte in Ordnung gehen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Maitz: Völliger Unsinn!)
Abg. Dr. Maitz: Ich lade Sie ein, Ende Juni fahren wir ins Hauptquartier der NATO, fahren Sie mit!
Ich kann mich noch daran erinnern, wie Ihr Kollege aus Bayern gekommen ist und gesagt hat: Vielleicht, Herr Maitz, könnte sich Österreich überlegen, den Eurofighter zu kaufen und nicht eine Saab oder nicht eine Mirage oder nicht irgendeine F 14 oder eine F 16 oder sonst etwas. (Abg. Dr. Maitz: Ich lade Sie ein, Ende Juni fahren wir ins Hauptquartier der NATO, fahren Sie mit!) Es waren Ihre NATO-Freunde da und haben gesagt: Mein Gott, Herr Maitz, könnten wir nicht über den Eurofighter diskutieren? (Abg. Dr. Maitz: Fahren Sie mit ins Hauptquartier, dort können Sie sich informieren!) Herr Abgeordneter! Soll ich mir dort die Friedenseinrichtungen anschauen? Geh, Herr Abgeordneter Maitz, bitte schön, seien Sie mir nicht böse, bei der NATO einen Kontrollbesuch von Friedenseinrichtungen! (Abg. Dr. Maitz: Im Hauptquartier können Sie sich darüber informieren! – Abg. Dr. Khol: Wabl will seine Vorurteile behalten!) Herr Abgeordneter! Wissen Sie, die Friedenseinrichtungen der NATO, die sind so glaubwürdig ... (Abg. Dr. Maitz: Ich lade Sie ein! – Abg. Schieder: Sie laden ... der NATO ein, Herr Kollege Maitz?)
Abg. Dr. Maitz: Fahren Sie mit ins Hauptquartier, dort können Sie sich informieren!
Ich kann mich noch daran erinnern, wie Ihr Kollege aus Bayern gekommen ist und gesagt hat: Vielleicht, Herr Maitz, könnte sich Österreich überlegen, den Eurofighter zu kaufen und nicht eine Saab oder nicht eine Mirage oder nicht irgendeine F 14 oder eine F 16 oder sonst etwas. (Abg. Dr. Maitz: Ich lade Sie ein, Ende Juni fahren wir ins Hauptquartier der NATO, fahren Sie mit!) Es waren Ihre NATO-Freunde da und haben gesagt: Mein Gott, Herr Maitz, könnten wir nicht über den Eurofighter diskutieren? (Abg. Dr. Maitz: Fahren Sie mit ins Hauptquartier, dort können Sie sich informieren!) Herr Abgeordneter! Soll ich mir dort die Friedenseinrichtungen anschauen? Geh, Herr Abgeordneter Maitz, bitte schön, seien Sie mir nicht böse, bei der NATO einen Kontrollbesuch von Friedenseinrichtungen! (Abg. Dr. Maitz: Im Hauptquartier können Sie sich darüber informieren! – Abg. Dr. Khol: Wabl will seine Vorurteile behalten!) Herr Abgeordneter! Wissen Sie, die Friedenseinrichtungen der NATO, die sind so glaubwürdig ... (Abg. Dr. Maitz: Ich lade Sie ein! – Abg. Schieder: Sie laden ... der NATO ein, Herr Kollege Maitz?)
Abg. Dr. Maitz: Im Hauptquartier können Sie sich darüber informieren! – Abg. Dr. Khol: Wabl will seine Vorurteile behalten!
Ich kann mich noch daran erinnern, wie Ihr Kollege aus Bayern gekommen ist und gesagt hat: Vielleicht, Herr Maitz, könnte sich Österreich überlegen, den Eurofighter zu kaufen und nicht eine Saab oder nicht eine Mirage oder nicht irgendeine F 14 oder eine F 16 oder sonst etwas. (Abg. Dr. Maitz: Ich lade Sie ein, Ende Juni fahren wir ins Hauptquartier der NATO, fahren Sie mit!) Es waren Ihre NATO-Freunde da und haben gesagt: Mein Gott, Herr Maitz, könnten wir nicht über den Eurofighter diskutieren? (Abg. Dr. Maitz: Fahren Sie mit ins Hauptquartier, dort können Sie sich informieren!) Herr Abgeordneter! Soll ich mir dort die Friedenseinrichtungen anschauen? Geh, Herr Abgeordneter Maitz, bitte schön, seien Sie mir nicht böse, bei der NATO einen Kontrollbesuch von Friedenseinrichtungen! (Abg. Dr. Maitz: Im Hauptquartier können Sie sich darüber informieren! – Abg. Dr. Khol: Wabl will seine Vorurteile behalten!) Herr Abgeordneter! Wissen Sie, die Friedenseinrichtungen der NATO, die sind so glaubwürdig ... (Abg. Dr. Maitz: Ich lade Sie ein! – Abg. Schieder: Sie laden ... der NATO ein, Herr Kollege Maitz?)
Abg. Dr. Maitz: Ich lade Sie ein! – Abg. Schieder: Sie laden ... der NATO ein, Herr Kollege Maitz?
Ich kann mich noch daran erinnern, wie Ihr Kollege aus Bayern gekommen ist und gesagt hat: Vielleicht, Herr Maitz, könnte sich Österreich überlegen, den Eurofighter zu kaufen und nicht eine Saab oder nicht eine Mirage oder nicht irgendeine F 14 oder eine F 16 oder sonst etwas. (Abg. Dr. Maitz: Ich lade Sie ein, Ende Juni fahren wir ins Hauptquartier der NATO, fahren Sie mit!) Es waren Ihre NATO-Freunde da und haben gesagt: Mein Gott, Herr Maitz, könnten wir nicht über den Eurofighter diskutieren? (Abg. Dr. Maitz: Fahren Sie mit ins Hauptquartier, dort können Sie sich informieren!) Herr Abgeordneter! Soll ich mir dort die Friedenseinrichtungen anschauen? Geh, Herr Abgeordneter Maitz, bitte schön, seien Sie mir nicht böse, bei der NATO einen Kontrollbesuch von Friedenseinrichtungen! (Abg. Dr. Maitz: Im Hauptquartier können Sie sich darüber informieren! – Abg. Dr. Khol: Wabl will seine Vorurteile behalten!) Herr Abgeordneter! Wissen Sie, die Friedenseinrichtungen der NATO, die sind so glaubwürdig ... (Abg. Dr. Maitz: Ich lade Sie ein! – Abg. Schieder: Sie laden ... der NATO ein, Herr Kollege Maitz?)
Abg. Scheibner: „Müßte“ stimmt nicht!
Nächster Punkt: „Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen.“ Was ist daran falsch? Herr Abgeordneter Scheibner, was ist an der Argumentation, Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen, falsch? (Abg. Scheibner: „Müßte“ stimmt nicht!) – Muß. (Abg. Scheibner: Nein! Lesen Sie den Artikel 5, wo steht, daß man keine Soldaten abstellen muß!) Man kann auch zahlen, man kann Geräte schicken, oder wie ist das beim Beistandspakt? (Abg. Scheibner: Man muß unterstützen! Das kann man selbst entscheiden!) Man muß unterstützen. Man kann auch schöne Briefe schicken oder Friedenstauben zum Beispiel, wie es Herr Maitz immer meint. Was tut man denn beim Beistandspakt? Was tun Sie denn? Die FPÖ schickt ihre Fähnleinführer hin oder so etwas ähnliches. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Geh, Herr Scheibner, bitte schön, machen Sie sich doch nicht lächerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie machen sich lächerlich!)
Abg. Scheibner: Nein! Lesen Sie den Artikel 5, wo steht, daß man keine Soldaten abstellen muß!
Nächster Punkt: „Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen.“ Was ist daran falsch? Herr Abgeordneter Scheibner, was ist an der Argumentation, Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen, falsch? (Abg. Scheibner: „Müßte“ stimmt nicht!) – Muß. (Abg. Scheibner: Nein! Lesen Sie den Artikel 5, wo steht, daß man keine Soldaten abstellen muß!) Man kann auch zahlen, man kann Geräte schicken, oder wie ist das beim Beistandspakt? (Abg. Scheibner: Man muß unterstützen! Das kann man selbst entscheiden!) Man muß unterstützen. Man kann auch schöne Briefe schicken oder Friedenstauben zum Beispiel, wie es Herr Maitz immer meint. Was tut man denn beim Beistandspakt? Was tun Sie denn? Die FPÖ schickt ihre Fähnleinführer hin oder so etwas ähnliches. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Geh, Herr Scheibner, bitte schön, machen Sie sich doch nicht lächerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie machen sich lächerlich!)
Abg. Scheibner: Man muß unterstützen! Das kann man selbst entscheiden!
Nächster Punkt: „Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen.“ Was ist daran falsch? Herr Abgeordneter Scheibner, was ist an der Argumentation, Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen, falsch? (Abg. Scheibner: „Müßte“ stimmt nicht!) – Muß. (Abg. Scheibner: Nein! Lesen Sie den Artikel 5, wo steht, daß man keine Soldaten abstellen muß!) Man kann auch zahlen, man kann Geräte schicken, oder wie ist das beim Beistandspakt? (Abg. Scheibner: Man muß unterstützen! Das kann man selbst entscheiden!) Man muß unterstützen. Man kann auch schöne Briefe schicken oder Friedenstauben zum Beispiel, wie es Herr Maitz immer meint. Was tut man denn beim Beistandspakt? Was tun Sie denn? Die FPÖ schickt ihre Fähnleinführer hin oder so etwas ähnliches. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Geh, Herr Scheibner, bitte schön, machen Sie sich doch nicht lächerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie machen sich lächerlich!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Nächster Punkt: „Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen.“ Was ist daran falsch? Herr Abgeordneter Scheibner, was ist an der Argumentation, Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen, falsch? (Abg. Scheibner: „Müßte“ stimmt nicht!) – Muß. (Abg. Scheibner: Nein! Lesen Sie den Artikel 5, wo steht, daß man keine Soldaten abstellen muß!) Man kann auch zahlen, man kann Geräte schicken, oder wie ist das beim Beistandspakt? (Abg. Scheibner: Man muß unterstützen! Das kann man selbst entscheiden!) Man muß unterstützen. Man kann auch schöne Briefe schicken oder Friedenstauben zum Beispiel, wie es Herr Maitz immer meint. Was tut man denn beim Beistandspakt? Was tun Sie denn? Die FPÖ schickt ihre Fähnleinführer hin oder so etwas ähnliches. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Geh, Herr Scheibner, bitte schön, machen Sie sich doch nicht lächerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie machen sich lächerlich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie machen sich lächerlich!
Nächster Punkt: „Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen.“ Was ist daran falsch? Herr Abgeordneter Scheibner, was ist an der Argumentation, Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen, falsch? (Abg. Scheibner: „Müßte“ stimmt nicht!) – Muß. (Abg. Scheibner: Nein! Lesen Sie den Artikel 5, wo steht, daß man keine Soldaten abstellen muß!) Man kann auch zahlen, man kann Geräte schicken, oder wie ist das beim Beistandspakt? (Abg. Scheibner: Man muß unterstützen! Das kann man selbst entscheiden!) Man muß unterstützen. Man kann auch schöne Briefe schicken oder Friedenstauben zum Beispiel, wie es Herr Maitz immer meint. Was tut man denn beim Beistandspakt? Was tun Sie denn? Die FPÖ schickt ihre Fähnleinführer hin oder so etwas ähnliches. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Geh, Herr Scheibner, bitte schön, machen Sie sich doch nicht lächerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie machen sich lächerlich!)
Abg. Scheibner: Aber nicht mit Soldaten! Nicht unbedingt!
Ich bin dafür, daß Sie reinen Wein einschenken. NATO-Beitritt heißt natürlich Beistandsverpflichtung, was denn sonst? (Abg. Scheibner: Aber nicht mit Soldaten! Nicht unbedingt!) Das heißt, alle NATO-Mitglieder werden sagen: Bitte schön, wir sind zwar NATO-Mitglied, aber Soldaten schicken wir keine! (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl! – Abg. Scheibner: Das entscheidet man selbst!) Dann schickt Deutschland keine, Frankreich keine, Amerika keine, Italien keine, auch Österreich natürlich keine. (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl, das reicht!) Alle stellen sich hin in einer Reihe und sagen: Wir schicken keine! Wir schicken Friedenstauben, die Friedenseinrichtungen des Herrn Kollegen Maitz! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl! – Abg. Scheibner: Das entscheidet man selbst!
Ich bin dafür, daß Sie reinen Wein einschenken. NATO-Beitritt heißt natürlich Beistandsverpflichtung, was denn sonst? (Abg. Scheibner: Aber nicht mit Soldaten! Nicht unbedingt!) Das heißt, alle NATO-Mitglieder werden sagen: Bitte schön, wir sind zwar NATO-Mitglied, aber Soldaten schicken wir keine! (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl! – Abg. Scheibner: Das entscheidet man selbst!) Dann schickt Deutschland keine, Frankreich keine, Amerika keine, Italien keine, auch Österreich natürlich keine. (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl, das reicht!) Alle stellen sich hin in einer Reihe und sagen: Wir schicken keine! Wir schicken Friedenstauben, die Friedenseinrichtungen des Herrn Kollegen Maitz! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl, das reicht!
Ich bin dafür, daß Sie reinen Wein einschenken. NATO-Beitritt heißt natürlich Beistandsverpflichtung, was denn sonst? (Abg. Scheibner: Aber nicht mit Soldaten! Nicht unbedingt!) Das heißt, alle NATO-Mitglieder werden sagen: Bitte schön, wir sind zwar NATO-Mitglied, aber Soldaten schicken wir keine! (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl! – Abg. Scheibner: Das entscheidet man selbst!) Dann schickt Deutschland keine, Frankreich keine, Amerika keine, Italien keine, auch Österreich natürlich keine. (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl, das reicht!) Alle stellen sich hin in einer Reihe und sagen: Wir schicken keine! Wir schicken Friedenstauben, die Friedenseinrichtungen des Herrn Kollegen Maitz! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich bin dafür, daß Sie reinen Wein einschenken. NATO-Beitritt heißt natürlich Beistandsverpflichtung, was denn sonst? (Abg. Scheibner: Aber nicht mit Soldaten! Nicht unbedingt!) Das heißt, alle NATO-Mitglieder werden sagen: Bitte schön, wir sind zwar NATO-Mitglied, aber Soldaten schicken wir keine! (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl! – Abg. Scheibner: Das entscheidet man selbst!) Dann schickt Deutschland keine, Frankreich keine, Amerika keine, Italien keine, auch Österreich natürlich keine. (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl, das reicht!) Alle stellen sich hin in einer Reihe und sagen: Wir schicken keine! Wir schicken Friedenstauben, die Friedenseinrichtungen des Herrn Kollegen Maitz! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Übungen haben wir jetzt schon! Seien Sie nicht so blind!
Herr Kollege Scheibner! Ich schätze es, wenn Sie sagen, daß das Modell der Freiheitlichen der Beitritt zur NATO ist. Aber bitte schön, sagen Sie doch den Menschen in Österreich, was das bedeutet! Sagen Sie den Menschen, daß das auch Stationierung und Übungen von fremden Soldaten auf österreichischem Territorium bedeutet! (Abg. Scheibner: Übungen haben wir jetzt schon! Seien Sie nicht so blind!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Da haben Sie recht. Bei der Kritik an der SPÖ haben Sie recht, wo der Schieder immer hochgeht und in Saft geht und sich nur mehr hinter der dünnen Fassade des Herrn Fasslabend versteckt, wo man durch dieses Milchglas schon durchsehen kann. Meine Damen und Herren, da haben Sie recht mit Ihrer Kritik an der SPÖ. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Was ist jetzt Ihre Meinung?
Ich muß jetzt noch – sonst passiert mir dasselbe wie gestern – unseren Entschließungsantrag verlesen. (Abg. Scheibner: Was ist jetzt Ihre Meinung?)
Beifall bei den Grünen. – Allgemeine Heiterkeit.
†Abgeordneter Andreas Wabl¦ (fortsetzend): Ich bin gespannt, was die Sozialdemokratische Partei Österreichs ... (Beifall bei den Grünen. – Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich darf auch darauf hinweisen, daß die Bundesregierung gestern durch den Beschluß des Nationalen Aktionsplanes zur Beschäftigung bewiesen hat, daß es möglich ist, in wichtigen zentralen Fragen, die die Menschen bewegen – und Beschäftigung ist eine solche –, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Ähnliches wird uns auch in der Sicherheitspolitik gelingen, nämlich eine gemeinsame Lösung im Interesse und zum Wohle der Sicherheit Österreichs. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Außerdem: Wenn man sich in der Sicherheitspolitik einmal irrt, kann es existentiell werden, dann kann man oft nicht mehr reformieren. Wenn man sich in der Wirtschaftspolitik irrt, kann man wieder zurückgewinnen, was verloren wurde, zumindest gelegentlich. Sicherheitsfragen sind Existenzfragen, dessen müssen wir uns bewußt sein. Ich verbeuge mich zwar nicht vor der Opposition und bin wie der Bundeskanzler dankbar dafür, daß sie den Dringlichen Antrag eingebracht hat, aber ich bin froh, daß darüber diskutiert wird, denn je mehr darüber diskutiert wird, je mehr informiert wird, desto eher werden die Menschen entdecken, wie wichtig diese Frage ist, was alles daran hängt. Wir werden einen ähnlichen Weg gehen, wie wir ihn beim Beitritt zur Europäischen Union gegangen sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Petrovic: Genau!
Das hat Jugoslawien gezeigt. Da hieß es zunächst: Keine militärische Lösung. Monatelang wurde Stimmung gegen militärische Lösungen gemacht. Erst nach Srebrenica – 15 000 Menschen, vor allem alte Menschen, Zivilisten wurden umgebracht – hat die NATO eingegriffen und das Morden zu einem Stillstand gebracht. Wenn man noch sechs Monate keine militärische Lösung gesucht hätte, wäre man wahrscheinlich bei Biha% zum selben mörderischen Ergebnis gekommen (Abg. Dr. Petrovic: Genau!), dann hätte man ein Großserbien gehabt. Und solche Lösungen, die mit „Groß“ begonnen haben, haben immer schon eine fatale Perspektive gehabt. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Das hat Jugoslawien gezeigt. Da hieß es zunächst: Keine militärische Lösung. Monatelang wurde Stimmung gegen militärische Lösungen gemacht. Erst nach Srebrenica – 15 000 Menschen, vor allem alte Menschen, Zivilisten wurden umgebracht – hat die NATO eingegriffen und das Morden zu einem Stillstand gebracht. Wenn man noch sechs Monate keine militärische Lösung gesucht hätte, wäre man wahrscheinlich bei Biha% zum selben mörderischen Ergebnis gekommen (Abg. Dr. Petrovic: Genau!), dann hätte man ein Großserbien gehabt. Und solche Lösungen, die mit „Groß“ begonnen haben, haben immer schon eine fatale Perspektive gehabt. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Kollege Kostelka! Sie haben ungefähr gesagt – wenn ich richtig zitiere –, Sie möchten nicht haben, daß im amerikanischen Senat in Washington eine Peace-keeping-Aktion oder ähnliches für Europa beschlossen wird. Ich war froh darüber, daß sich der Senat schon im Zweiten Weltkrieg eingemischt hat, in Europa geholfen hat, eine andere Option zu vermeiden, die furchtbar gewesen wäre. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) Ich war froh darüber, daß der Marshallplan aufgebaut wurde, im Senat gebilligt wurde, um uns die Substanz zu geben, auch den Druck des damaligen Ostens zu überleben, durchzustehen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) Ich war froh darüber, daß der Doppelraketenbeschluß – durch den Bundeskanzler Dr. Schmidt praktisch gefällt wurde von den eigenen Leuten – durchgezogen wurde. Ich war froh bis herauf zu Bosnien, wo Amerika – Gott sei Dank! – gesagt hat, wir gehen trotzdem – ursprünglich wollten sie ja nicht –, weil wir in Europa nicht in der Lage waren, die Probleme so zu lösen.
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Kollege Kostelka! Sie haben ungefähr gesagt – wenn ich richtig zitiere –, Sie möchten nicht haben, daß im amerikanischen Senat in Washington eine Peace-keeping-Aktion oder ähnliches für Europa beschlossen wird. Ich war froh darüber, daß sich der Senat schon im Zweiten Weltkrieg eingemischt hat, in Europa geholfen hat, eine andere Option zu vermeiden, die furchtbar gewesen wäre. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) Ich war froh darüber, daß der Marshallplan aufgebaut wurde, im Senat gebilligt wurde, um uns die Substanz zu geben, auch den Druck des damaligen Ostens zu überleben, durchzustehen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) Ich war froh darüber, daß der Doppelraketenbeschluß – durch den Bundeskanzler Dr. Schmidt praktisch gefällt wurde von den eigenen Leuten – durchgezogen wurde. Ich war froh bis herauf zu Bosnien, wo Amerika – Gott sei Dank! – gesagt hat, wir gehen trotzdem – ursprünglich wollten sie ja nicht –, weil wir in Europa nicht in der Lage waren, die Probleme so zu lösen.
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Was haben denn die Frauen gemacht in Srebrenica, die vor kurzem demonstriert haben, weil ihre Toten – die liegen noch irgendwo in den Wäldern herum – noch nicht begraben wurden? Sie haben Tafeln getragen mit der Aufschrift: „Help NATO!“ (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Aber wir müssen wissen, daß diese Gefahren immer wieder lauern, immer wieder da sind, und sollten daraus das Maximum an Sicherheit für unser Land herausholen, nämlich unserem Land und unseren Bürgern maximale Sicherheit geben. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wabl: Die NATO müßte der UNO unterstellt werden und nicht dem amerikanischen Senat! – Abg. Dr. Gredler: Das wird schwerlich gehen!
Nur, ob wir Mitläufer sind, sozusagen auf den Zug aufspringen, nichts dazu leisten, das können nicht wir bestimmen – den Ruf bestimmen die anderen, meine Damen und Herren. Wenn wir für Solidarität bei der Bekämpfung der Großkriminalität sind, für Solidarität bei der Bekämpfung anderer Zivilisationsprobleme, dann sollten wir doch auch für Solidarität sein, wenn es um Aggression geht und darum, sie abzulehnen. (Abg. Wabl: Die NATO müßte der UNO unterstellt werden und nicht dem amerikanischen Senat! – Abg. Dr. Gredler: Das wird schwerlich gehen!) Die UNO hat neben vielen Schwächen doch auch so viele Vorteile, daß ich sie nicht in diesem Zusammenhang hier polemisch qualifizieren möchte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nur, ob wir Mitläufer sind, sozusagen auf den Zug aufspringen, nichts dazu leisten, das können nicht wir bestimmen – den Ruf bestimmen die anderen, meine Damen und Herren. Wenn wir für Solidarität bei der Bekämpfung der Großkriminalität sind, für Solidarität bei der Bekämpfung anderer Zivilisationsprobleme, dann sollten wir doch auch für Solidarität sein, wenn es um Aggression geht und darum, sie abzulehnen. (Abg. Wabl: Die NATO müßte der UNO unterstellt werden und nicht dem amerikanischen Senat! – Abg. Dr. Gredler: Das wird schwerlich gehen!) Die UNO hat neben vielen Schwächen doch auch so viele Vorteile, daß ich sie nicht in diesem Zusammenhang hier polemisch qualifizieren möchte. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Richtig!
Ich bin optimistisch, meine Damen und Herren. Wir werden auch das schaffen. Die Frage ist nur, ob wir es nicht zu spät schaffen. Das ist das Problem. Man zögert immer mehr bei der EU und auch bei der NATO, neue Bewerber aufzunehmen. Derzeit würden wir noch willkommen sein. Die erste Runde haben wir versäumt – man muß gelegentlich auch einen Preis dafür bezahlen. Schauen wir, daß diesmal auch wieder das Fenster von uns rechtzeitig geöffnet und zugemacht wird. Versäumen wir es nicht! Wir haben es einige Male zustande gebracht, die „Fenstersituation“ zu nützen: Ein Jahr später wäre kein Staatsvertrag, sechs Monate später wäre kein Südtirol-Paket mehr möglich gewesen. (Abg. Dr. Khol: Richtig!) Es kann auch bei der NATO sein, daß die Amerikaner einmal sagen: So, jetzt ist Schluß! Wir sind nicht die ständigen Kindergärtner der Europäer, wenn sie es selbst nicht schaffen.
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Gaál.
Ich bin für europäische Lösungen, aber in voller Partnerschaft mit denen, die bisher bewiesen haben, daß ihnen Menschenrechte und Frieden ein Anliegen sind! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Gaál.)
Abg. Dr. Maitz: Jetzt kommt wieder die Antithese!
†Präsident Dr. Heinz Fischer¦: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. Die restliche Redezeit der Grünen beträgt 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Maitz: Jetzt kommt wieder die Antithese!)
Abg. Dr. Maitz: Die Frau Oberlehrer beurteilt das!
Sehr bemerkenswert war jetzt das Beifallsverhalten, insbesondere bei der Österreichischen Volkspartei. Sehr bemerkenswert war auch, daß hier doch einige – und gar nicht verhalten – dem Bundeskanzler applaudiert haben (Abg. Dr. Maitz: Die Frau Oberlehrer beurteilt das!), der meiner Meinung nach heute ein sehr klares und sehr deutliches Statement abgegeben hat. Dem müssen jetzt auch Taten folgen. Die haben wir oftmals vermißt. Aber dieses Statement gibt Anlaß zur Hoffnung, daß diese Taten jetzt auch folgen werden.
Abg. Großruck: Belehren Sie nicht den Dr. Mock!
Eines hat Herr Abgeordneter Mock sehr deutlich und in meinen Augen sehr richtig gesagt: Die NATO hat in Bosnien eingegriffen – nach Srebrenica. Und das Wort „nach“ ist das, was einer ganz typischen Militärlogik entspricht, Herr Abgeordneter. Und das wird nie anders sein, wenn die Logik der Sicherheit ausschließlich dem militärischen Kalkül folgt. (Abg. Großruck: Belehren Sie nicht den Dr. Mock!)
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Maitz! Ich spreche hier auch als Angehörige von Vertriebenen und Getöteten, und ich kann Ihnen eines sagen: Dieses Bild, dieses Jubelbild der NATO wird von den Bosnierinnen und Bosniern nicht geteilt. Viele haben sich gefragt: Wie lange hat man gewartet? Warum hat man gewartet? Was waren die militärstrategischen Interessen? (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Hätte es nicht, meine Damen und Herren von der ÖVP, ein ökonomisches, ein politisches, ein soziales Eingreifen 1989 gebraucht, als der Kosovo de facto erobert wurde? (Beifall bei den Grünen.) Sie kommen immer dann, wenn es zu spät ist. Das ist die Logik der Militärs! (Abg. Dr. Maitz: Was haben denn die Frauen im Kosovo in die Höhe gehalten? – „NATO help!“ „Wo ist die NATO?“ – Abg. Schwarzenberger: Wollten Sie weiteres Morden im Kosovo? – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Maitz: Was haben denn die Frauen im Kosovo in die Höhe gehalten? – „NATO help!“ „Wo ist die NATO?“ – Abg. Schwarzenberger: Wollten Sie weiteres Morden im Kosovo? – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Hätte es nicht, meine Damen und Herren von der ÖVP, ein ökonomisches, ein politisches, ein soziales Eingreifen 1989 gebraucht, als der Kosovo de facto erobert wurde? (Beifall bei den Grünen.) Sie kommen immer dann, wenn es zu spät ist. Das ist die Logik der Militärs! (Abg. Dr. Maitz: Was haben denn die Frauen im Kosovo in die Höhe gehalten? – „NATO help!“ „Wo ist die NATO?“ – Abg. Schwarzenberger: Wollten Sie weiteres Morden im Kosovo? – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Maitz: „Wo ist die NATO?“ haben die Frauen im Kosovo gefragt und nicht: Wo ist die Frau Petrovic? Sie hat niemand gebraucht!
Herr Abgeordneter Maitz! Sagen Sie doch einmal den Österreicherinnen und Österreichern: Wir sind auch für die Bekämpfung der Kriminalität! – Mit Ihren 500 Panzern um 11,3 Milliarden Schilling? Wie bekämpfen Sie das Wohlstandsgefälle? Mit Abfangjägern, Herr Abgeordneter Maitz? (Abg. Dr. Maitz: „Wo ist die NATO?“ haben die Frauen im Kosovo gefragt und nicht: Wo ist die Frau Petrovic? Sie hat niemand gebraucht!) Halten Sie es so wie der amtierende Außenminister, daß Sie sagen: Die Bloßfüßigen, was scheren uns die? Wir riegeln einen militärischen Kordon ab mit 500 neuen Panzern! Panzer, meine Damen und Herren, um 11 Milliarden Schilling, die uns fehlen in der Sozialpolitik. Sozialpolitik, Umweltpolitik und präventives Krisenmanagement – das ist Sicherheitspolitik heute, nicht aufrüsten und schießen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Sie wollten weiter morden lassen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Sie wollten weiter morden lassen!
Herr Abgeordneter Maitz! Sagen Sie doch einmal den Österreicherinnen und Österreichern: Wir sind auch für die Bekämpfung der Kriminalität! – Mit Ihren 500 Panzern um 11,3 Milliarden Schilling? Wie bekämpfen Sie das Wohlstandsgefälle? Mit Abfangjägern, Herr Abgeordneter Maitz? (Abg. Dr. Maitz: „Wo ist die NATO?“ haben die Frauen im Kosovo gefragt und nicht: Wo ist die Frau Petrovic? Sie hat niemand gebraucht!) Halten Sie es so wie der amtierende Außenminister, daß Sie sagen: Die Bloßfüßigen, was scheren uns die? Wir riegeln einen militärischen Kordon ab mit 500 neuen Panzern! Panzer, meine Damen und Herren, um 11 Milliarden Schilling, die uns fehlen in der Sozialpolitik. Sozialpolitik, Umweltpolitik und präventives Krisenmanagement – das ist Sicherheitspolitik heute, nicht aufrüsten und schießen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Sie wollten weiter morden lassen!)
Abg. Dr. Schwimmer: Das ist sogar schon passiert! Das ist schon passiert in Deutschland!
Wenn ich rekapituliere, was seine Argumentation war, dann muß ich sagen, ich war einigermaßen amüsiert, wenn sein Blick etwas verklärt auf die NATO gefallen ist als eine Institution der völlig selbstlosen Pazifisten, in der es überhaupt nicht um Interessen geht, in der es überhaupt nicht um Einflußzonen geht und in der man sich gefragt hat, wann jetzt endlich der erste NATO-General seine Uniform mit grobgestrickten Schafwollsocken austauschen wird. So hat er das Friedensapostelimage der NATO dargestellt. (Abg. Dr. Schwimmer: Das ist sogar schon passiert! Das ist schon passiert in Deutschland!) Ah, ist schon passiert. Der Bastian, ich weiß.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Damit hat Kollege Scheibner wirklich neue Standards gesetzt, allerdings Standards in dem Versuch, die öffentliche Meinung zu manipulieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Dr. Maitz.
Richtig ist vielmehr, meine sehr verehrten Damen und Herren, daß die alte NATO-Doktrin nach wie vor auf der Annahme einer sowjetischen Invasion in Europa fußt. Das ist die alte NATO-Doktrin. Damit ist die NATO bestens auf eine Bedrohung vorbereitet, die nicht mehr existiert. (Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Dr. Maitz.) Nein, ich gestehe zu, daß die NATO davon weg will, aber noch nicht weg ist. Wir wissen nicht, wann sie vielleicht davon weg sein wird, aber wir wissen, daß es höchst unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Entwicklung der NATO gibt.
Abg. Ing. Reichhold: Vor allem in Bosnien! Es gibt kein Erdöl in Bosnien!
Das sind die klaren Vorstellungen, die in vielen Kreisen der USA heute vorhanden sind, wie ja im übrigen – das muß man in der Debatte auch dazusagen – nicht immer, wenn irgendwo Menschenrechte verletzt werden, sofort die internationale Friedenseinheit der NATO kommt und dort für Recht und Ordnung sorgt, sondern nur in sehr ausgewählten Fällen, bei denen es auch eine Interessenidentität mit den einzelnen nationalstaatlichen und vor allem den amerikanischen Interessen gibt. (Abg. Ing. Reichhold: Vor allem in Bosnien! Es gibt kein Erdöl in Bosnien!)
Abg. Ing. Reichhold: Sie hätten noch monatelang zugeschaut, wie die Frauen vergewaltigt werden!
Es muß auch legitim sein, ohne daß man primitiv beschimpft wird, die Frage zu stellen, ob für alle Zukunft europäische und amerikanische Interessen in allen Teilen der Welt so identisch sein werden, daß immer ein gemeinsames Vorgehen gegeben ist. (Abg. Ing. Reichhold: Sie hätten noch monatelang zugeschaut, wie die Frauen vergewaltigt werden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Keine Fakten!
Ich bin der Meinung, die Kooperation mit den USA soll es geben, aber man muß sehen, wo es auch unterschiedliche Interessen gibt. Diese erfordern eine stärkere europäische Organisierung, diese erfordern, daß die ausgetrampelten Pfade des kalten Krieges von NATO bis Warschauer Pakt verlassen werden. Der Amsterdamer Vertrag bietet eine günstige Grundlage hiefür. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Keine Fakten!)
Abg. Ing. Reichhold: Das ist von vorgestern!
Die österreichische Bevölkerung will eine Weiterentwicklung unseres Konzepts von Neutralität und Solidarität. (Abg. Ing. Reichhold: Das ist von vorgestern!) Dieser Wunsch und Wille der österreichischen Bevölkerung ist der politische Auftrag der Sozialdemokratie. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die österreichische Bevölkerung will eine Weiterentwicklung unseres Konzepts von Neutralität und Solidarität. (Abg. Ing. Reichhold: Das ist von vorgestern!) Dieser Wunsch und Wille der österreichischen Bevölkerung ist der politische Auftrag der Sozialdemokratie. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich bedauere, Herr Dr. Mock, daß Sie derzeit nicht Außenminister dieser Republik sind, ich bedauere, daß Sie nicht Klubobmann der Österreichischen Volkspartei sind (Beifall bei den Freiheitlichen), weil ich überzeugt davon bin, daß Sie sowohl in der einen wie in der anderen Funktion der Österreichischen Volkspartei, dem Parlament und dieser Republik die Peinlichkeiten erspart hätten, die Ihnen der Herr Mock (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol), pardon, die Ihnen Herr Schüssel und Herr Khol eingebrockt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich bedauere, Herr Dr. Mock, daß Sie derzeit nicht Außenminister dieser Republik sind, ich bedauere, daß Sie nicht Klubobmann der Österreichischen Volkspartei sind (Beifall bei den Freiheitlichen), weil ich überzeugt davon bin, daß Sie sowohl in der einen wie in der anderen Funktion der Österreichischen Volkspartei, dem Parlament und dieser Republik die Peinlichkeiten erspart hätten, die Ihnen der Herr Mock (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol), pardon, die Ihnen Herr Schüssel und Herr Khol eingebrockt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich bedauere, Herr Dr. Mock, daß Sie derzeit nicht Außenminister dieser Republik sind, ich bedauere, daß Sie nicht Klubobmann der Österreichischen Volkspartei sind (Beifall bei den Freiheitlichen), weil ich überzeugt davon bin, daß Sie sowohl in der einen wie in der anderen Funktion der Österreichischen Volkspartei, dem Parlament und dieser Republik die Peinlichkeiten erspart hätten, die Ihnen der Herr Mock (ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Khol), pardon, die Ihnen Herr Schüssel und Herr Khol eingebrockt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich stehe aber auch unter dem Eindruck der Redebeiträge von Petrovic und Gusenbauer. – Das ist blanker Zynismus. Wenn das jemand gehört hat, Frau Kollegin Petrovic, der dort unten von Serben – und zwar gleich sonder Zahl – vergewaltigt wurde, wenn das jemand zu hören bekommen hat, was Sie hier gesagt haben, der dort unten Angehörige, Kinder verloren hat, wenn das jemand zu hören bekommen hat, der noch selbst auf den Knien Europa um Hilfe gebeten und sie nicht bekommen hat, weil UNO-Soldaten zugeschaut haben, wie Frauen vergewaltigt und umgebracht wurden, wenn das jemand gehört hat, der die Europäische Union um Hilfe angefleht hat und dann erst bei der NATO Hilfe bekommen hat, dann glaube ich, daß er null Verständnis für Ihren Zynismus hat, meine Damen und Herren! Glauben Sie mir das! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: War doch kein NATO-Beschluß!
Die europäischen UNO-Soldaten haben zugeschaut, wie eine Frau abgeschlachtet wurde wie ein Tier. Unter den Augen dieser Soldaten! Erst diese Bilder haben dazu geführt, daß man in der NATO gesagt hat: So, jetzt ist es genug! Das war Srebrenica, Frau Kollegin Petrovic! Das war Srebrenica! Diese Frau hat den Preis bezahlt. (Abg. Schieder: War doch kein NATO-Beschluß!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Schieder! Aber das ist doch nicht wahr! Die Europäische Union hat das nicht zustande gebracht, von dem Ihr Bundeskanzler ständig faselt. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die dortigen Menschen haben den Preis dafür bezahlt, und wenn es so weitergeht, dann werden die Menschen im Kosovo den nächsten Preis dafür bezahlen, weil sie immer noch nicht jene europäische Sicherheitsarchitektur haben, von der Ihr Bundeskanzler immer noch faselt, weil er sich nicht durchgesetzt hat. In Madrid hat er schon begriffen – damals stand er noch unter dem Eindruck von Srebrenica –, wohin die Reise geht. (Abg. Wabl: Das ist schon Schwachsinn!) Es hat auch Herr Swoboda begriffen, wohin die Reise geht beziehungsweise wo sie hingehen muß. Auch Herr Cap hat es begriffen, auch wenn er jetzt nicht mehr anwesend sein darf. Er hat es begriffen.
Abg. Wabl: Das ist schon Schwachsinn!
Herr Kollege Schieder! Aber das ist doch nicht wahr! Die Europäische Union hat das nicht zustande gebracht, von dem Ihr Bundeskanzler ständig faselt. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die dortigen Menschen haben den Preis dafür bezahlt, und wenn es so weitergeht, dann werden die Menschen im Kosovo den nächsten Preis dafür bezahlen, weil sie immer noch nicht jene europäische Sicherheitsarchitektur haben, von der Ihr Bundeskanzler immer noch faselt, weil er sich nicht durchgesetzt hat. In Madrid hat er schon begriffen – damals stand er noch unter dem Eindruck von Srebrenica –, wohin die Reise geht. (Abg. Wabl: Das ist schon Schwachsinn!) Es hat auch Herr Swoboda begriffen, wohin die Reise geht beziehungsweise wo sie hingehen muß. Auch Herr Cap hat es begriffen, auch wenn er jetzt nicht mehr anwesend sein darf. Er hat es begriffen.
Beifall des Abg. Scheibner.
Kollege Gaál hat vor wenigen Minuten unter dem Applaus Ihrer Fraktion, Herr Kollege Schieder, gesagt – ich zitiere wörtlich –: Wir müssen rasch Verhandlungen aufnehmen, damit wir zum frühestmöglichen Zeitpunkt den NATO-Beitritt stattfinden lassen können. Das hat Kollege Gaál hier heraußen gesagt. (Beifall des Abg. Scheibner.) Sie haben begriffen, wohin die Reise geht, Sie haben begriffen, was notwendig ist. Aber ein paar Altstalinisten in Ihrer Fraktion wollen es aus ideologischer Verblendung nicht begreifen, meine Damen und Herren! Das ist das Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Gaál hat vor wenigen Minuten unter dem Applaus Ihrer Fraktion, Herr Kollege Schieder, gesagt – ich zitiere wörtlich –: Wir müssen rasch Verhandlungen aufnehmen, damit wir zum frühestmöglichen Zeitpunkt den NATO-Beitritt stattfinden lassen können. Das hat Kollege Gaál hier heraußen gesagt. (Beifall des Abg. Scheibner.) Sie haben begriffen, wohin die Reise geht, Sie haben begriffen, was notwendig ist. Aber ein paar Altstalinisten in Ihrer Fraktion wollen es aus ideologischer Verblendung nicht begreifen, meine Damen und Herren! Das ist das Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei! Das ist heute nicht Jux und Tollerei. Ich appelliere an Sie, heute mit diesem Entschließungsantrag, den ich jetzt vortragen werde, der SPÖ einiges klarzumachen. – Da geht es nicht um Überzeugungsarbeit. Wie lange brauchen Sie denn noch, Herr Kollege Khol? – Sie haben im Februar des Vorjahres im Außenpolitischen Ausschuß begonnen, und jetzt sind Sie immer noch dort, wo Sie vor einem Jahr gewesen sind. Sie werden noch fünf Jahre warten müssen, wenn Sie auf Ihre Überzeugungsleistungen vertrauen. Machen Sie mit einem Beschluß der SPÖ klar, was die sicherheitspolitischen Prioritäten dieses Landes sind. Machen Sie heute mit einem Votum, das nicht schmerzt – die SPÖ weiß, daß dieses Votum zustande kommen kann und muß; sie bringt es nur nicht fertig, es in den eigenen Reihen umzusetzen –, wenigstens zum Teil, Herr Kollege Mock und einige wenige in Ihrer Fraktion, die Courage haben, der SPÖ klar, indem Sie heute bei der Abstimmung für Österreich aufstehen – für Österreich und nicht für die FPÖ! –, indem Sie diesem Entschließungsantrag zustimmen (Beifall bei den Freiheitlichen), daß sie mit ihrem Verhalten Österreich schadet! Vielleicht begreift sie es dann.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher fordere ich Sie heute auf – das hat jetzt nichts mit Koalitionsgeplänkel zu tun –: Machen Sie klar, daß in Österreich die Uhren so laufen, daß die österreichischen Interessen vor irgendwelche parteiideologische Interessen gehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Nein! Ich habe genau zugehört!
Ich darf Sie berichtigen, Herr Kollege Stadler. Ich habe gesagt: Wir Sozialdemokraten sehen daher unter den gegebenen Umständen derzeit keine Notwendigkeit, wie Sie es in Ihrem Antrag verlangen, in Verhandlungen einzutreten, damit ein Beitritt zur NATO zum frühestmöglichen Zeitpunkt stattfinden kann. – Das liegt schriftlich vor. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Nein! Ich habe genau zugehört!)
Abg. Scheibner: Sehr wankelmütig!
†Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch¦ (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Kollege Stadler! Respekt vor Ihrem Respekt vor unserem ehemaligen Bundesparteiobmann und Außenminister. Aber die Haltung der ÖVP in Sicherheitsfragen, so wie sie von Wolfgang Schüssel und Klubobmann Andreas Khol eingenommen wird, ist ganz klar und deckt sich mit dem (Abg. Scheibner: Sehr wankelmütig!), was der ehemalige Außenminister Mock hier vorgetragen hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
†Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch¦ (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Kollege Stadler! Respekt vor Ihrem Respekt vor unserem ehemaligen Bundesparteiobmann und Außenminister. Aber die Haltung der ÖVP in Sicherheitsfragen, so wie sie von Wolfgang Schüssel und Klubobmann Andreas Khol eingenommen wird, ist ganz klar und deckt sich mit dem (Abg. Scheibner: Sehr wankelmütig!), was der ehemalige Außenminister Mock hier vorgetragen hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Dann stimmt zu!
Wir wollen einen breiten Konsens in Sicherheitsfragen, auch und vor allem mit der Bevölkerung. Wir wollen aber nicht Österreich zum weißen Fleck auf der europäischen Landkarte degenerieren lassen. (Abg. Mag. Stadler: Dann stimmt zu!) Wir wollen im Außenpolitischen Ausschuß eine Diskussion zu diesen Sicherheitsfragen, die uns vorwärts bringt. (Abg. Scheibner: Man hat Jahre Zeit gehabt!) Wir wollen unseren Koalitionspartner und natürlich auch seine Wähler (Abg. Aumayr: Nicht verlieren!) überzeugen, aber nicht überstimmen. Und ich bin voll überzeugt davon, daß es keine europäische Sicherheitspolitik ohne NATO gibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Man hat Jahre Zeit gehabt!
Wir wollen einen breiten Konsens in Sicherheitsfragen, auch und vor allem mit der Bevölkerung. Wir wollen aber nicht Österreich zum weißen Fleck auf der europäischen Landkarte degenerieren lassen. (Abg. Mag. Stadler: Dann stimmt zu!) Wir wollen im Außenpolitischen Ausschuß eine Diskussion zu diesen Sicherheitsfragen, die uns vorwärts bringt. (Abg. Scheibner: Man hat Jahre Zeit gehabt!) Wir wollen unseren Koalitionspartner und natürlich auch seine Wähler (Abg. Aumayr: Nicht verlieren!) überzeugen, aber nicht überstimmen. Und ich bin voll überzeugt davon, daß es keine europäische Sicherheitspolitik ohne NATO gibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Aumayr: Nicht verlieren!
Wir wollen einen breiten Konsens in Sicherheitsfragen, auch und vor allem mit der Bevölkerung. Wir wollen aber nicht Österreich zum weißen Fleck auf der europäischen Landkarte degenerieren lassen. (Abg. Mag. Stadler: Dann stimmt zu!) Wir wollen im Außenpolitischen Ausschuß eine Diskussion zu diesen Sicherheitsfragen, die uns vorwärts bringt. (Abg. Scheibner: Man hat Jahre Zeit gehabt!) Wir wollen unseren Koalitionspartner und natürlich auch seine Wähler (Abg. Aumayr: Nicht verlieren!) überzeugen, aber nicht überstimmen. Und ich bin voll überzeugt davon, daß es keine europäische Sicherheitspolitik ohne NATO gibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen einen breiten Konsens in Sicherheitsfragen, auch und vor allem mit der Bevölkerung. Wir wollen aber nicht Österreich zum weißen Fleck auf der europäischen Landkarte degenerieren lassen. (Abg. Mag. Stadler: Dann stimmt zu!) Wir wollen im Außenpolitischen Ausschuß eine Diskussion zu diesen Sicherheitsfragen, die uns vorwärts bringt. (Abg. Scheibner: Man hat Jahre Zeit gehabt!) Wir wollen unseren Koalitionspartner und natürlich auch seine Wähler (Abg. Aumayr: Nicht verlieren!) überzeugen, aber nicht überstimmen. Und ich bin voll überzeugt davon, daß es keine europäische Sicherheitspolitik ohne NATO gibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Reitsamer und Apfelbeck werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführerinnen Reitsamer und Apfelbeck werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP
†Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder¦: Ich nehme die unterbrochene Sitzung wieder auf (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ und ÖVP), nachdem nicht nur ausgezählt, sondern auch sehr gründlich kontrolliert wurde, und ich danke für den Applaus, der natürlich den Kontrollierenden und Auszählenden gilt.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wabl: Bravo!
Ich gebe nun das Abstimmungsergebnis bekannt: Es wurden 162 Stimmen abgegeben, davon 36 „Ja“-Stimmen und 126 „Nein“-Stimmen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wabl: Bravo!)
Abg. Dr. Khol: Das ist der Punkt!
Denn hier geht es nicht um diskrete Zahlungen im Hinterzimmer, um diskrete Absprachen in einem Hinterzimmer, hier geht es um 17,4 Millionen Schilling. Die sind nämlich geflossen, damit ehemalige Bewohner und ehemalige Opfer den Mund halten. Und das werfe ich der strafverfolgenden Behörde vor: Es wäre 1992 (Abg. Dr. Khol: Das ist der Punkt!) – 1992! – bei einiger Mühe der verfolgenden Behörden, bei einigem Lesen der Literatur möglich gewesen, daß sie diesen Tatbestand aufgedeckt hätten.
Heiterkeit bei der ÖVP.
Es waren natürlich rote Politiker, die die schützende Hand über Herrn Mühl gehalten haben. Es waren Herr Kreisky, Herr Sinowatz, Herr Blecha, Frau Hawlicek und Herr Kery. Und dir, lieber Josef Cap, wäre es sehr wohl angestanden, nicht nur zu fragen: Auf wen und worauf schießt du denn im Keller, lieber Kery?, sondern du hättest durchaus etwas später fragen können: Was hast du denn am „Friedrichshof“ gemacht, Genosse Kery? (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich muß dir sagen, daß gerade deine Leute das lange Zeit für ein sozialutopistisches Experiment gehalten haben, was nur eine schäbige Sozialdiktatur war. – Ich danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Bei der NATO war er nicht da, da hat er nicht dürfen! Beim „Friedrichshof“ darf er!
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Cap. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Khol: Bei der NATO war er nicht da, da hat er nicht dürfen! Beim „Friedrichshof“ darf er!)
Abg. Dr. Khol: Jetzt beginnt die Verteidigungsrede!
Hinzufügen möchte ich noch: Mir liegt nichts ferner, als hier eine Verteidigungsrede für Mühl als Künstler, als Mensch oder sonstwas zu halten. Ich habe hier schon einmal zum Ausdruck gebracht, daß ich vehemente Kritik anzubringen habe, und da gibt es nichts zu verteidigen. Aber das, was hier getan wird (Abg. Dr. Khol: Jetzt beginnt die Verteidigungsrede!) – und interessanterweise vom Kultursprecher –, ist der Versuch, in ein laufendes Strafverfahren einzugreifen, indem öffentlich Druck auf den Minister gemacht wird, damit er Einfluß nimmt, in welcher Weise auch immer. Und diese Vorgangsweise hat auch irgendwie, und sollte das eben verjährt sein, die Komponente einer Vorverurteilung. Und das Wichtige dabei ist aber die politische Stoßrichtung: die vielen „Kumpane“, die es geben soll, wie er es vorhin gesagt hat, die vielen Menschen, die aus welchen Gründen auch immer „Kumpane“ des rechtskräftig verurteilten Otto Mühl waren.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Also ich sehe darin nicht die große künstlerische, moralische Berechtigung, sich in dieser Anfrage als Kultursprecher zu präsentieren. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber ich habe die Lösung wahrscheinlich im zweiten Lied der Seite B dieser Platte, wo er wahrscheinlich schon vorausschauend auf die heutige Anfragebeantwortung folgendes gesungen hat – denn es steht hier: „Franz Morak: Gesang“, also er ist hier vor allem der Singende; ich zitiere –:
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Höchtl: Was hat das mit dem Mühl zu tun?
Ich glaube, das erklärt doch alles, oder? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Höchtl: Was hat das mit dem Mühl zu tun?)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
†Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter¦ (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! – Lieber Herr Kollege Cap, Sie können es nicht verwinden, daß unser Franz Morak einfach besser ist als Sie. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Denn das, was Sie zum besten gegeben haben, war nicht einmal ein Abgesang und, ich muß sagen, angesichts des Ernsts des Themas unpassend. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schaffenrath: Doppelmoral!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schaffenrath: Doppelmoral!
†Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter¦ (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! – Lieber Herr Kollege Cap, Sie können es nicht verwinden, daß unser Franz Morak einfach besser ist als Sie. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Denn das, was Sie zum besten gegeben haben, war nicht einmal ein Abgesang und, ich muß sagen, angesichts des Ernsts des Themas unpassend. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schaffenrath: Doppelmoral!)
Abg. Schaffenrath: Das sagen Sie, Frau Fekter? – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Es ist klar, daß die Sensibilität im Jahre 1988 eine andere war, als sie es heute in den Fragen Kinderschändung, Kindesmißbrauch ist. Kinderschändung ist heute kein Kavaliersdelikt mehr. Bedauerlicherweise aber ... (Abg. Schaffenrath: Das sagen Sie, Frau Fekter? – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Es war Kinderschändung nie ein Kavaliersdelikt, Frau Kollegin Schaffenrath (Beifall bei der ÖVP), aber die Art und Weise, wie damals damit umgegangen worden ist, läßt doch eine gewisse Sensibilität vermissen. Denn sonst könnte es nicht sein, daß hier das Umfeld so wenig und so ungenau untersucht worden ist und man sich eigentlich mit der Bestrafung der Spitze des Eisbergs begnügt hat.
Beifall bei der ÖVP
Es ist klar, daß die Sensibilität im Jahre 1988 eine andere war, als sie es heute in den Fragen Kinderschändung, Kindesmißbrauch ist. Kinderschändung ist heute kein Kavaliersdelikt mehr. Bedauerlicherweise aber ... (Abg. Schaffenrath: Das sagen Sie, Frau Fekter? – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Es war Kinderschändung nie ein Kavaliersdelikt, Frau Kollegin Schaffenrath (Beifall bei der ÖVP), aber die Art und Weise, wie damals damit umgegangen worden ist, läßt doch eine gewisse Sensibilität vermissen. Denn sonst könnte es nicht sein, daß hier das Umfeld so wenig und so ungenau untersucht worden ist und man sich eigentlich mit der Bestrafung der Spitze des Eisbergs begnügt hat.
Abg. Wabl: Warum haben Sie das Buch nicht gelesen und eine Anzeige gemacht?
Es ist, wie Herr Kollege Morak ja erwähnt hat, schon sehr früh bekannt gewesen, daß hier Zahlungen fließen, um Zeugen zu beeinflussen. Zumindest stand dieser Verdacht im Raum – ob es hätte bewiesen werden können, ist nie wirklich geklärt worden. Und daher stellt sich schon die Frage, warum man diese Verdachtsmomente damals nicht untersucht hat und geprüft hat. (Abg. Wabl: Warum haben Sie das Buch nicht gelesen und eine Anzeige gemacht?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich stehe nämlich auf dem Standpunkt, daß gerade bei Kindesmißbrauch und gerade bei Kinderschändung diese Schlampigkeiten nicht vorkommen dürften, und das kritisieren wir. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwemlein: Amen!
Wir haben dieses Thema mit Sicherheit nicht ad acta gelegt, denn wir wollen, daß gerade in diesem Bereich die Sensibilität noch verstärkt wird. Ich bin sehr froh, Herr Minister, daß sich in der aktuellen Justizpolitik diesbezüglich eine gravierende Änderung abzeichnet und daß auch in Ihrem Ressort derzeit dem Opferschutz eine sehr große Bedeutung beigemessen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwemlein: Amen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nun, ich glaube, daß es der Autonomie des Parlaments und jedes Abgeordneten entspricht, eine Anfrage zu jedem Zeitpunkt und zu welchem Verfahren auch immer einzubringen. Ich glaube, diese Selbstbeschränkung sollten wir uns wirklich nicht auferlegen, denn da würden wir uns selber in unseren Rechten beschneiden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap – in Richtung des Abg. Morak weisend –: Das ist von ihm!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Insgesamt – und diese Aussage richte ich jetzt an Rot und Schwarz – ist die gesamte Debatte über die Anfragebeantwortung nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver. Es hat sich Kollege Cap mit irgendeinem Lied des Kollegen Morak auseinandergesetzt. Das war für meine Begriffe nicht einmal humoristisch, es war nur tief. (Abg. Dr. Cap – in Richtung des Abg. Morak weisend –: Das ist von ihm!) Es war tief, aber es entspricht leider deinem Stilmittel. Ich frage mich, ob wir uns so wenig ernst nehmen dürfen in diesem Hohen Haus. Als nächstes zitiert jemand irgendwelche Schulaufsätze aus der Volksschule, nur um jemandem etwas am Zeug zu flicken. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber auch sehr tief gewesen!) Ich hätte mir erwartet, Kollege Cap, daß du deutliche Worte findest in der Verurteilung des Herrn Mühl und in der politischen Verantwortung.
Abg. Dr. Fekter: Das ist aber auch sehr tief gewesen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Insgesamt – und diese Aussage richte ich jetzt an Rot und Schwarz – ist die gesamte Debatte über die Anfragebeantwortung nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver. Es hat sich Kollege Cap mit irgendeinem Lied des Kollegen Morak auseinandergesetzt. Das war für meine Begriffe nicht einmal humoristisch, es war nur tief. (Abg. Dr. Cap – in Richtung des Abg. Morak weisend –: Das ist von ihm!) Es war tief, aber es entspricht leider deinem Stilmittel. Ich frage mich, ob wir uns so wenig ernst nehmen dürfen in diesem Hohen Haus. Als nächstes zitiert jemand irgendwelche Schulaufsätze aus der Volksschule, nur um jemandem etwas am Zeug zu flicken. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber auch sehr tief gewesen!) Ich hätte mir erwartet, Kollege Cap, daß du deutliche Worte findest in der Verurteilung des Herrn Mühl und in der politischen Verantwortung.
Abg. Dr. Khol: Das war der Noever! Gehrer hat es mißbilligt!
Und damit bin ich beim Kollegen Morak. Er mahnt völlig zu Recht – Originalzitat – die politische Verantwortung ein. Nur frage ich mich: Wo liegt denn die politische Verantwortung, Kollege Morak? In wessen Ressort fällt das Museum für angewandte Kunst, ein Museum, das unmittelbar nach der Haftentlassung des Otto Mühl dem Otto Mühl breiteste Gelegenheit gegeben hat, seine Bilder auszustellen? Wer macht das? Wer billigt das? In wessen Einflußbereich liegt das? (Abg. Dr. Khol: Das war der Noever! Gehrer hat es mißbilligt!) Frau Ministerin Gehrer ist dafür zuständig. Und wenn man die politische Verantwortung einfordert, dann muß man sich dazu bekennen, zu sagen: Ich mißbillige das. (Abg. Dr. Khol: Das hat sie getan!)
Abg. Dr. Khol: Das hat sie getan!
Und damit bin ich beim Kollegen Morak. Er mahnt völlig zu Recht – Originalzitat – die politische Verantwortung ein. Nur frage ich mich: Wo liegt denn die politische Verantwortung, Kollege Morak? In wessen Ressort fällt das Museum für angewandte Kunst, ein Museum, das unmittelbar nach der Haftentlassung des Otto Mühl dem Otto Mühl breiteste Gelegenheit gegeben hat, seine Bilder auszustellen? Wer macht das? Wer billigt das? In wessen Einflußbereich liegt das? (Abg. Dr. Khol: Das war der Noever! Gehrer hat es mißbilligt!) Frau Ministerin Gehrer ist dafür zuständig. Und wenn man die politische Verantwortung einfordert, dann muß man sich dazu bekennen, zu sagen: Ich mißbillige das. (Abg. Dr. Khol: Das hat sie getan!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist zuwenig. Sie hat im Ausschuß gesagt, man habe dem Otto Mühl eigentlich gar keinen guten Dienst erwiesen. Das ist zuwenig! Man muß politische Konsequenzen ziehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Und diese politischen Konsequenzen zieht sie nicht. Der Herr Noever wird wahrscheinlich noch bis zu seinem 65. Lebensjahr im Museum sitzen. Und da ist es völlig egal, daß er im Zusammenhang mit der Ausgliederungsdebatte sagt, man schickt das MAK und die öffentlichen Museen auf den Strich und er ist gegen die Ausgliederung. Später spricht er schön devot im Ausschuß davon, daß er die Ausgliederung als so geglückt empfindet.
Abg. Schieder: Richtig!
Und die zweite politische Verantwortung, und das ist die gravierendere, besteht darin, daß das Œuvre des Otto Mühl – wenn es überhaupt eines gibt, das soll jeder für sich entscheiden – ein Œuvre der bildenden Kunst ist, aber nicht der darstellenden Kunst. (Abg. Schieder: Richtig!) Das ist der Skandal im Zusammenhang mit dem Auftritt im Burgtheater.
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordneter Dr. Michael Krüger¦ (fortsetzend): ... „Die Geister, die ich rief, die werd ich nicht mehr los.“ Das ist ein letzter Bosheitsakt des Peymann der Sozialdemokratie gegenüber gewesen. – Das haben Sie von Ihrer Solidarität einem Peymann und auch teilweise einem Mühl gegenüber! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Ach so! Ich hab schon gar nicht mehr gewußt, warum ich hier sitze!
†Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller¦ (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Zur Erklärung für jene, die heute dieser Debatte hier noch folgen: Was hier stattfindet, ist eine Besprechung einer Anfragebeantwortung. (Abg. Dr. Mertel: Ach so! Ich hab schon gar nicht mehr gewußt, warum ich hier sitze!) Frau Abgeordnete Mertel! Wenn Sie sich die einzelnen Redebeiträge anhören, dann werden Sie erkennen, daß jemand, der nicht mit den Abläufen dieses Hauses vertraut ist – und hier sitzen noch einige, die zuhören –, nicht wissen wird, worum es hier eigentlich gegangen ist.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Mag. Kukacka: Der Barmüller ist letztklassig! – Abg. Dr. Khol: Er hat das Aschenkreuz schon auf seiner Stirn!
Wenn Sie also hier nicht einer Doppelmoral das Wort reden wollen, dann begeben Sie sich in diesen Bereich. Führen wir diese Diskussion offensiv, dann würde mehr herauskommen, als wenn Sie den Herrn Bundesminister herzitieren zu einer Stunde, zu der es nicht notwendig ist, wegen einer Anfragebeantwortung, die völlig korrekt ist. Da haben Sie die Geschäftsordnung mißbraucht! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Mag. Kukacka: Der Barmüller ist letztklassig! – Abg. Dr. Khol: Er hat das Aschenkreuz schon auf seiner Stirn!)
Abg. Mag. Barmüller: Stimmt es nicht?
†Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits¦ (Grüne): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Drei Bemerkungen zu einer an sich heute absolut nicht angebrachten Diskussion. Ich möchte nicht wiederholen, was Kollege Barmüller gesagt hat. (Abg. Mag. Barmüller: Stimmt es nicht?) Ich möchte nur nicht wiederholen, was du gesagt hast!
Abg. Mag. Kukacka: Die FPÖ hat den Dringlichen Antrag eingebracht und nicht wir! Da müssen Sie die FPÖ kritisieren!
Meine Damen und Herren! So war es ausgemacht: Zu Mittag sollte über 600 000 Österreicherinnen und Österreichern hier in einer öffentlichen Diskussion Rede und Antwort gestanden werden, was mit ihren Anliegen im Parlament passiert ist – aber nicht am Abend! (Abg. Mag. Kukacka: Die FPÖ hat den Dringlichen Antrag eingebracht und nicht wir! Da müssen Sie die FPÖ kritisieren!) Und all das, was heute stattgefunden hat, sogar die nicht uninteressante und durchaus notwendige Debatte zur Sicherheitspolitik, wäre an diesem Nachmittag nicht angebracht gewesen.
Abg. Koppler: Hören Sie auf, dann geht es schneller!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß es nicht nur darum geht, zu verzögern, sondern daß es auch darum geht, anderen – sprich der Opposition – Debatten, die heute eine gewisse Aktualität hätten, nicht zu ermöglichen. – Das ist das eine. (Abg. Koppler: Hören Sie auf, dann geht es schneller!)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Als zweites zum Kollegen Cap: Es gibt viele, die Kunst und Wirklichkeit verwechseln. Er scheint einer davon zu sein. Wie ich die Rede des Kollegen Morak bewerte, das ist eine Sache. Aber das, was Josef Cap gemacht hat, ist etwas, was eines Kultursprechers einer Partei nicht würdig ist. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Morak, Kultursprecher der ÖVP! Literatur lügt – auch im positiven Sinn. Das sei Ihnen gesagt, wenn Sie als Kultursprecher in justizpolitischen Dingen das Wort ergreifen. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Geht der Staatsanwalt amtswegig vor, Herr Minister?
Das nachträglich erschienene, heute hier zitierte Buch ist weder mir noch meinen zuständigen Mitarbeitern bislang bekannt gewesen. Hätte es uns jemand bekannt gemacht oder die darin erhobenen Vorwürfe seinerzeit an die Justiz herangetragen, wären diese Vorwürfe sicher Gegenstand von Ermittlungen gewesen. (Abg. Dr. Khol: Geht der Staatsanwalt amtswegig vor, Herr Minister?)
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wer liest schon ein Buch, das offenbar niemand von Ihnen hier bis jetzt gelesen hat? – Ich kann nicht etwas ermitteln, von dem ich nichts weiß! (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Wer von den Abgeordneten hat bis vor kurzem dieses Buch gekannt? – Niemand. (Abg. Dr. Khol: Das sind ja keine Staatsanwälte, Herr Minister!) Der Staatsanwalt muß aber auch nicht sämtliche Neuerscheinungen lesen. Das ist doch wirklich unverständlich!
Abg. Dr. Khol: Das sind ja keine Staatsanwälte, Herr Minister!
Wer liest schon ein Buch, das offenbar niemand von Ihnen hier bis jetzt gelesen hat? – Ich kann nicht etwas ermitteln, von dem ich nichts weiß! (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Wer von den Abgeordneten hat bis vor kurzem dieses Buch gekannt? – Niemand. (Abg. Dr. Khol: Das sind ja keine Staatsanwälte, Herr Minister!) Der Staatsanwalt muß aber auch nicht sämtliche Neuerscheinungen lesen. Das ist doch wirklich unverständlich!
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Mehr kann ich zu der Sache im Augenblick nicht sagen. Die Ergebnisse der Ermittlungen werden sicherlich noch einige Zeit auf sich warten lassen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
†Abgeordnete Maria Schaffenrath¦ (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin Prammer! Ich muß jetzt schon noch einmal auf den ersten Teil der Debatte zurückkommen. Es ist mir klar, daß Minister und Ministerinnen grundsätzlich das Recht haben, hier zu jedem beliebigen Zeitpunkt das Wort zu ergreifen. Aber nicht nur, daß die Vorgangsweise gegen die Usancen in diesem Haus war, ist es für mich auch wirklich – und das muß ich Ihnen sagen – eine Frage der Höflichkeit und eine Frage der Fairneß, wie mit diesem Recht hier in diesem Hause tatsächlich umgegangen wird. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Und wenn Sie und die Frau Unterrichtsministerin, die bezeichnenderweise jetzt nicht mehr da ist, als Vertreterinnen, als namhafte Vertreterinnen Ihrer Parteien in der Regierung die Frauenanliegen mit genausoviel Engagement vorangetrieben hätten, mit dem Sie sich heute hier an das Mikrophon gedrängt haben, dann wären wir in der Frauenpolitik sicherlich ein gutes Stück weiter. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Noch etwas: Wenn ich die heutige Aktion hier positiv beurteilen möchte, dann beurteile ich sie als Versuch der Selbstdarstellung, um noch zeitgerecht in den Medien unterzukommen – aber das ist Ihnen nicht gelungen, die „Zeit im Bild 1“ berichtet nicht darüber. Wenn ich es negativ beurteilen möchte, Frau Ministerin, dann muß ich sagen: Sie haben heute den Anliegen des Frauen-Volksbegehrens geschadet, Sie haben parteipolitisches Kalkül vor eine sachliche Diskussion gestellt, sehr geehrte Frau Ministerin! Sie haben verhindert, daß die Anliegen der Frauen in den Printmedien erscheinen, und das Frauen-Volksbegehren in die mediale Situation gebracht, daß es tot ist, und das tut mir leid. Das tut mir leid für die Frauen, die sehr engagiert dahintergestanden sind. (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Aumayr!
Frau Kollegin Haller – ich glaube, es war Frau Kollegin Haller – hat von dieser Stelle aus gesagt, sie möchte sich bei den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern des Gentechnik-Volksbegehrens entschuldigen. (Rufe bei der ÖVP: Aumayr!) Es war Frau Kollegin Aumayr. Entschuldigung. Dann bitte ich Frau Kollegin Aumayr, das auch bei den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern des Frauen-Volksbegehrens zu tun, denn sie haben sich im gleichen Maße engagiert.
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Ich meine, Papier und schöne Worte haben wir schon genug, jetzt müssen wir die Versprechen, die wir den Frauen gegeben haben, einlösen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Weil Sie, Frau Ministerin, heute gesagt haben, es wäre ein bemerkenswerter Erfolg, keinen Schritt in die falsche Richtung getan zu haben, muß ich Sie fragen: Wie weit wollen wir noch in die falsche Richtung gehen – ich denke an die Sparpakete 1 und 2, die eindeutig Frauen einseitig diskriminiert haben?! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Haller: Weil sie nicht notwendig ist!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich komme jetzt zur Änderung des Artikels 7 der Bundesverfassung. Frau Kollegin Haller, Sie haben mich heute schon überrascht mit Ihrer Kritik an dieser Position. Ich sage aber gleich in positiver Weise dazu: Ich bin froh über Ihren Sinneswandel, denn im schriftlichen Positionspapier, das Sie noch im Ausschuß eingebracht haben, hat sich die FPÖ ganz eindeutig gegen eine verfassungsrechtliche Verankerung ausgesprochen; das ist nachzulesen. (Abg. Haller: Weil sie nicht notwendig ist!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Jedenfalls ist es zuwenig, sich nur zur Gleichstellung zu bekennen – das haben wir schon, darin sind wir uns schon einig. Daher werden wir diesem Antrag der Koalitionsparteien nicht zustimmen, da das nicht mehr ist als ein rechtlich wirkungsloses Lippenbekenntnis. Ich glaube, jede engagierte Frau auf seiten der SPÖ wird dieser Auffassung zustimmen. Die Grünen und die Liberalen werden hier einen gemeinsamen Abänderungsantrag einbringen, und dann werden Sie herausgefordert sein. Wir wollen nur ein Wort ändern: Wir wollen „bekennen“ durch „verpflichten“ ersetzt sehen, denn eine Verfassung ist kein Glaubensbekenntnis. Eine Verfassung hat klare rechtliche Regelungen vorzugeben, die dann verpflichtend einfach-gesetzlich umzusetzen sind. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.
Die Initiatorinnen des Frauen-Volksbegehrens haben unser klares Ja zu bildungspolitischen Maßnahmen, und aufgrund der Verpflichtung hätten wir die Chance, die dafür notwendigen Mittel einzufordern. Wir wissen, daß das AMS hinsichtlich der finanziellen Mittel ausgebeutet ist, wir wissen, daß das AMS Frauenprojekte aushungert, wir wissen, daß zuwenig Geld vorhanden ist, um Wiedereinsteigerinnen zu fördern, wir wissen, daß zuwenig Geld vorhanden ist, um Koordinierungsstellen für Frauenprojekte und Vorfinanzierungen zu gewährleisten. Wir wissen, daß wir im Bildungsbereich – es wäre schön, wenn die Unterrichtsministerin hier wäre – endlich Änderungen brauchen, um dieser Segmentierung des Arbeitsmarktes, diesem Einteilen in gut bezahlte Männerarbeit und schlecht bezahlte Frauenarbeit entgegenwirken zu können. Aber hiezu kam auch von der Unterrichtsministerin nicht mehr als ein Lippenbekenntnis und eine gut inszenierte Selbstdarstellung am heutigen Tage. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Wir müssen doch auch Bedingungen schaffen, um eigene Initiativen zu fördern. Wir müssen Anreize geben, daß Betriebe, daß Privatpersonen in diesem Bereich tätig werden, denn nur so werden wir rascher eine entsprechende Versorgung mit Kinderbetreuungseinrichtungen erreichen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Wir haben ein Problem hinsichtlich des gesetzlich garantierten Anspruches auf Teilzeit. Dieser mag vordergründig familienfreundlich sein, aber das, was familienfreundlich ist, ist nicht unbedingt auch frauenfreundlich. Der Vorteil der besseren Vereinbarkeit von Kindern und Beruf wiegt nicht immer den Nachteil auf, keine Karrierechancen zu haben, im betrieblichen Fortkommen gehindert zu sein. Ich denke, auch dieser Punkt muß ein Anliegen einer emanzipatorischen Frauenpolitik sein. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Jetzt komme ich zu einem klaren Ja zur Grundpension, zu einem klaren Ja zu einem Mindesteinkommen, zu einem klaren Ja zu einer eigenständigen sozialrechtlichen Absicherung auch der geringfügig Beschäftigten. Aber das wird nach den alten Strukturen nicht gehen, dafür braucht man ein neues Modell, und dieses haben wir mit unserer Grundsicherung eingebracht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zum Schluß kommend: Schöne Worte machen Frauen nicht satt! – Das hat auch eine Initiatorin des Frauen-Volksbegehrens gesagt. Ich glaube nicht an die Allmacht der Worte, ich glaube auch nicht an die Versprechungen, auch nicht an jene, die der amtierende Bundespräsident in seinem ersten Wahlkampf den Frauen gegenüber abgegeben und nicht eingelöst hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Jetzt ist es ja klarer, jetzt richtet er einen Brief an alle Österreicher, jetzt meint er die Frauen auch gar nicht mehr. Das ist zumindest ehrlicher. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zum Schluß kommend: Schöne Worte machen Frauen nicht satt! – Das hat auch eine Initiatorin des Frauen-Volksbegehrens gesagt. Ich glaube nicht an die Allmacht der Worte, ich glaube auch nicht an die Versprechungen, auch nicht an jene, die der amtierende Bundespräsident in seinem ersten Wahlkampf den Frauen gegenüber abgegeben und nicht eingelöst hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Jetzt ist es ja klarer, jetzt richtet er einen Brief an alle Österreicher, jetzt meint er die Frauen auch gar nicht mehr. Das ist zumindest ehrlicher. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich kann für mich und für meine Liberale Fraktion sagen, daß wir uns jedenfalls auch dafür einsetzen werden, daß die Aufbruchsstimmung, die Diskussion und die Motivation, die dieses Volksbegehren innerhalb der Frauen und innerhalb der Gesellschaft bewirkt hat, nicht sterben, sondern lebendig bleiben! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Also, das ist ja unerhört!
†Abgeordnete Rosemarie Bauer¦ (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe mich heute über die Einbringung des Dringlichen Antrages durch die Freiheitlichen sehr geärgert, denn ich hatte nicht gedacht, daß es eine Fraktion wagen würde, die Diskussion über das Frauen-Volksbegehren zu unterbrechen. (Abg. Mag. Stadler: Also, das ist ja unerhört!)
Abg. Mag. Stadler: Ihre Ministerin mißbraucht die Geschäftsordnung, und Sie machen uns Vorwürfe! Das ist ein starkes Stück!
In der Zwischenzeit mußte ich feststellen, daß das Ganze auch etwas Gutes an sich hat. Ein Spruch lautet ja: Es hat jedes Ding zwei Seiten, immer auch etwas Gutes! (Abg. Mag. Stadler: Ihre Ministerin mißbraucht die Geschäftsordnung, und Sie machen uns Vorwürfe! Das ist ein starkes Stück!) Und das Gute daran ist, daß sich die Köpfe etwas abgekühlt haben, was vielleicht eine Chance ist, von nun an das Frauen-Volksbegehren und Frauenthemen in weniger schrillen Tonlagen zu diskutieren, als dies schon am Anfang zu befürchten war. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In der Zwischenzeit mußte ich feststellen, daß das Ganze auch etwas Gutes an sich hat. Ein Spruch lautet ja: Es hat jedes Ding zwei Seiten, immer auch etwas Gutes! (Abg. Mag. Stadler: Ihre Ministerin mißbraucht die Geschäftsordnung, und Sie machen uns Vorwürfe! Das ist ein starkes Stück!) Und das Gute daran ist, daß sich die Köpfe etwas abgekühlt haben, was vielleicht eine Chance ist, von nun an das Frauen-Volksbegehren und Frauenthemen in weniger schrillen Tonlagen zu diskutieren, als dies schon am Anfang zu befürchten war. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir konnten Ihnen diesen Gefallen nicht tun, weil das nicht unser Denkansatz war. (Beifall bei der ÖVP.) Wir meinen nämlich, daß wir den Frauen sehr wohl vieles schuldig sind! Wir glauben auch, daß dieses Volksbegehren ein Instrument ist, das zur richtigen Zeit kommt, in der wir mehr durchsetzen können, und daß wir diesen Aufbruch und dieses Signal sehr gut als Rückenstärkung brauchen können.
Abg. Dr. Mertel: Das ist eine selektive Wahrnehmung!
Ich denke aber, daß durch diese Strategieüberlegungen der Schuldzuweisungen viel Kraft, viel positive Kraft für die Umsetzung verbraucht wurde. Wir haben uns jedenfalls um ein gutes Gesprächsklima bemüht (Abg. Dr. Mertel: Das ist eine selektive Wahrnehmung!), und mein Eindruck war, daß die Hearings und Verhandlungen im Unterausschuß und all das, was uns im Zusammenhang mit dem Frauen-Volksbegehren beschäftigt hat, eigentlich in einem guten, konstruktiven Klima stattgefunden haben und für mich und die Frauen meiner Fraktion, die in diesem Ausschuß waren, auch sehr positiv waren. Man konnte dadurch vieles in den verschiedensten Facetten sehen.
Beifall bei der ÖVP.
Demokratie ist nun einmal mühsam. Wir haben zu diesem Zeitpunkt gerade das Vergaberecht diskutiert, das in seiner Komplexibilität wirklich sehr schwierig ist, sodaß es eigentlich noch mehr Zeit beansprucht hätte, als wir zur Verfügung hatten. Sie vom Unabhängigen Frauenforum haben das „Handtuch geworfen“, und das hat mich sehr enttäuscht. Denn Sie haben sich damit von einem demokratischen Prozeß verabschiedet, der für uns sehr informativ war, und der, wie ich meine, auch für die Damen des Unabhängigen Frauenforums sehr interessant gewesen wäre, denn auch ihnen hätte dieses vertiefte Wissen zur Verfügung gestellt werden sollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Mertel: Unglaublich, was Sie zusammenreden!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mit uns nicht! Man merkt die Absicht und ist verstimmt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Mertel: Unglaublich, was Sie zusammenreden!)
Abg. Dr. Khol: Das ist die wahre Solidarität!
Liebe Frau Bundesministerin! Ich habe für Ihre Situation sehr viel Verständnis. Es ist nicht lustig, daß Ihre Vorvorgängerin Ihnen öffentlich Vorwürfe für Versäumnisse macht, für die Sie sicherlich nicht verantwortlich sind und für die Sie sicherlich nichts können. Denn die Frauensituation und all das, was hier als Mangel aufgezeigt wird, ist ja nicht wie irgendeine Infektion über uns gekommen, sondern das sind natürlich Entwicklungen, die weiter zurückliegen als zwei Jahre. Daher gibt es in diesem Bereich vieles aufzuarbeiten, was natürlich noch in die Verantwortung der Johanna Dohnal fällt, die sich plötzlich – ich möchte mich hier nicht wiederholen; ich habe es in der ersten Lesung schon gesagt – in einem unabhängigen Forum wiederfindet und ihrer Nachfolgerin praktisch einen Forderungskatalog auf den Tisch legt und sagt: So, und das hast du jetzt in einem Jahr zu erfüllen! (Abg. Dr. Khol: Das ist die wahre Solidarität!)
Beifall bei der ÖVP.
Das habe ich nicht fein gefunden. Daher verbindet mich eine große Solidarität mit der Frau Bundesministerin, weil ich weiß, daß sie es nicht einfach hat, und ich verstehe auch ihr Bemühen. Frau Bundesministerin! Ich verstehe Ihr Bemühen, und Sie werden auch unsere Unterstützung haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Die Abgeordneten Dr. Gredler und Motter: Warum nicht?!
Oder: Auch für zwei Jahre Karenzurlaub für Alleinerzieherinnen sind wir nicht. (Die Abgeordneten Dr. Gredler und Motter: Warum nicht?!) Wenn schon, dann müßte natürlich der alte Zustand wiederhergestellt werden. Warum wollen Sie differenzieren zwischen Kindern, die von den Eltern betreut werden können, und Kindern, die nicht von den Eltern betreut werden können? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Gredler, demonstrativ den Saal verlassend: Reden Sie allein weiter!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Gredler, demonstrativ den Saal verlassend: Reden Sie allein weiter!
Oder: Auch für zwei Jahre Karenzurlaub für Alleinerzieherinnen sind wir nicht. (Die Abgeordneten Dr. Gredler und Motter: Warum nicht?!) Wenn schon, dann müßte natürlich der alte Zustand wiederhergestellt werden. Warum wollen Sie differenzieren zwischen Kindern, die von den Eltern betreut werden können, und Kindern, die nicht von den Eltern betreut werden können? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Gredler, demonstrativ den Saal verlassend: Reden Sie allein weiter!)
Beifall bei der ÖVP.
Auch wir würden eine pensionsbegründende Anrechnung der Pflegezeiten und Kindererziehungszeiten wünschen. Letzteres ist ja jetzt eher schon wieder in den Bereich des Möglichen gerutscht, weil wir bei den Pflegezeiten dies bereits ermöglicht haben. Der Wunsch bezüglich der Kinderbetreuungszeiten ist natürlich noch offen. Wir würden uns insgesamt zum Thema Alterssicherung ganz aggressiv, muß ich sagen, eine Lösung, und zwar und eine baldige Lösung wünschen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist wieder ein Punkt, bei dem ich meine, daß es eben ein falscher Weg ist, die Frauen zuerst sozusagen unter dem Aspekt der Befreiung aus den Händen des Mannes zu befreien, sie aber dann in das soziale Netz und zum Sozialamt abzuschieben. Das ist keine Lösung und nicht unsere Vorstellung von einer guten Frauenpolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kiss: Mit den Männern! Wir wollen auch dabeisein! – Abg. Puttinger: Immer alles ohne Männer!
Ich schlage daher von dieser Stelle aus vor, es heuer anders zu machen. Liebe Kolleginnen hier im Haus! Wir sollten anläßlich des Internationalen Frauentages am 8. März 1999 die Initiative ergreifen und zu einer Veranstaltung hier in dieses Haus einladen. Wir sollten – vielleicht in diesem Saal – eine Frauenveranstaltung zum Thema Alterssicherung machen. Wir sollten darüber debattieren, vielleicht in Form einer Enquete. Wie immer wir es auch machen, wir sollten uns dieses Thema hier in diesem Haus vornehmen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kiss: Mit den Männern! Wir wollen auch dabeisein! – Abg. Puttinger: Immer alles ohne Männer!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man hat von der Frau Bundesministerin auch den Kinderbetreuungsscheck urgiert. Frau Kollegin Haller hat ihn heute ins Gespräch gebracht. Dieser Scheck steht nicht zur Diskussion. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Auch die Frauenförderpläne sind nicht zur Diskussion gestanden, obwohl diese eine ausgesprochen gute Sache sind. Ich will dem Kinderbetreuungsscheck nicht das Wort reden, allein aus dem Grund, weil uns noch nicht einmal eine Machbarkeitsstudie darüber vorliegt.
Beifall bei der ÖVP.
Eines muß ich Ihnen schon sagen, Frau Kollegin Mertel, und zwar Ihnen speziell. Sie haben in Niederösterreich versucht, den Wahlkampf vorzubereiten, und die SPÖ-Frauen Niederösterreichs haben durch die Verteufelung des Kinderbetreuungsschecks ganz aggressiv politisch geworben. – Das Ergebnis ist bekannt, ich habe dem nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der ÖVP.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo! Tolle Rede! – Abg. Dr. Mertel: Nichtssagend! Aber sie nimmt Ovationen entgegen!
Somit gibt es keinen Schlußstrich, sondern es wird lediglich im parlamentarischen Protokoll dem Bericht einmal ein Ende gesetzt. – Danke. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Bravo! Tolle Rede! – Abg. Dr. Mertel: Nichtssagend! Aber sie nimmt Ovationen entgegen!)
Abg. Rosemarie Bauer ist umringt von Kolleginnen und Kollegen, die ihr zu ihrer Rede gratulieren
†Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander¦ (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Kolleginnen und Kollegen! – Frau Kollegin Bauer! Wir haben zwar vielleicht nicht so eine aufgeregte Stimmung, wie Sie das bezeichnet haben, aber wir sind wieder dort gelandet, wo wir bei Frauenthemen immer sind (Abg. Rosemarie Bauer ist umringt von Kolleginnen und Kollegen, die ihr zu ihrer Rede gratulieren) – Sie sind jetzt beschäftigt, aber ich sage es Ihnen trotzdem –: nämlich spät am Abend.
Abg. Dr. Mertel: Danke!
Meine Fraktion hat nicht nur alle Punkte unterstützt – das ist an Sie gerichtet, Frau Kollegin Mertel –, sondern wir wissen auch, was wir wollen und was wir hier sagen. Das ist vielleicht ein Unterschied zu Ihrer Fraktion, Frau Kollegin, denn wir haben in dem letzten halben Jahr gemerkt, daß Sie das nicht immer gewußt haben. Das soll einmal ein Seitenschlenker zu Ihnen sein. (Abg. Dr. Mertel: Danke!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rosemarie Bauer und Dr. Brinek.
Ich kann Ihnen eine ganze Latte von Beweisen dafür vorlegen. Wir haben es aber auch im Ausschuß gehört. Wir haben ausgezeichnete Referate von Expertinnen gehört, die sich im übrigen in manchen Bereichen gar nicht so sehr voneinander unterschieden haben. Im Arbeitsbereich, im Sozialbereich waren diese Meinungen der Expertinnen durchaus deckungsgleich. Nur der Nachvollzug fehlt, wenn wir uns diesen durchaus deckungsgleichen Meinungen der Expertinnen anschließen dürfen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rosemarie Bauer und Dr. Brinek.)
Abg. Gaugg: 30 Jahre sozialistische Politik!
Das durchschnittliche Einkommen der Männer liegt nach wie vor 44 Prozent über dem der Frauen. Bei den Angestellten allein ist das noch drastischer. Nach wie vor ist es so, daß 58 Prozent der Frauen weniger als 14 000 S netto verdienen. Nach wie vor ist es so, daß 90 Prozent der Teilzeitarbeit von Frauen geleistet werden. Nach wie vor ist es so, daß der Anteil an geringfügig Beschäftigten bei den Frauen besonders stark zunimmt, was Besorgnis erregen muß. Und nach wie vor ist es so, daß 50 Prozent der Frauen, die geringfügig beschäftigt sind, kein anderes, weiteres Einkommen haben. (Abg. Gaugg: 30 Jahre sozialistische Politik!)
Beifall bei den Grünen.
Dieses Bild ist uns gezeichnet worden. Und Sie, Frau Ministerin, sagen heute hier stolz als Ergebnis: Wenigstens ist kein Schritt in eine falsche Richtung gesetzt worden! – Das ist ein Armutszeugnis, das Sie abgegeben haben. (Beifall bei den Grünen.) Das ist ein Einbekenntnis, daß Sie gar nicht in eine andere Richtung gehen können und daß Sie offensichtlich nur damit beschäftigt sind, abzublocken, damit wenigstens kein Schritt in eine weitere falsche Richtung gesetzt wird.
Abg. Dr. Mertel: Und war die Frau Prammer als Ministerin an diesen Sparpaketen beteiligt?!
Meine Vorrednerin, Frau Kollegin Schaffenrath, hat ganz richtig gesagt: Schauen wir uns doch die Sparpakete an! Was waren denn das für Schritte, und in welche Richtung wurden sie gesetzt? Waren das Schritte in die richtige Richtung?! – Ich bezweifle das vehement, weil wir wissen, daß die Initiative zum Frauen-Volksbegehren bei den Sparpaketen ihren Ausgang genommen hat. Der Auslöser waren die Sparpakete, weil die Frauen dramatisch darunter gelitten haben! (Abg. Dr. Mertel: Und war die Frau Prammer als Ministerin an diesen Sparpaketen beteiligt?!)
Abg. Dr. Petrovic bringt der Rednerin eine Unterlage zum Rednerpult. – Abg. Dr. Mertel: Schummelzettel!
Schauen Sie sich die Situation der Frauenberatungsstellen einmal an! Ich habe Ihnen hier schon einmal referiert, wie dramatisch die Situation ist, wie die Frauenberatungsstellen ihrer Arbeit gar nicht nachkommen können, weil die Mittel dazu fehlen. Und dann steht die Frau Ministerin Gehrer, die bezeichnenderweise – das wurde schon gesagt – nie in den Beratungen im Ausschuß war, hier und rühmt sich dieses Nationalen Beschäftigungsprogrammes, ohne zu erwähnen, wie das ausschauen und wie das finanziert werden wird. (Abg. Dr. Petrovic bringt der Rednerin eine Unterlage zum Rednerpult. – Abg. Dr. Mertel: Schummelzettel!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Mertel: Sie spricht aber von der intakten Familie!
Aber kommen wir ruhig auch auf die Haltung der ÖVP zu sprechen. Ich finde sehr interessant, Frau Kollegin Bauer, was Sie in Ihrem Minderheitsbericht über die alleinstehenden Karenzgeldbezieherinnen gesagt haben. Sie schreiben: Es kann keine Bevorzugung der Alleinerzieherinnen geben. Als ob da von einer Bevorzugung die Rede sein könnte! Sie scheinen völlig zu mißachten, daß die Karenzgeldbezieherinnen unter vielfachem Druck stehen, unter vielfacher Diskriminierung leiden und daß es daher um ein Gleichziehen der Situation geht. Alleinerzieherinnen haben gar nicht die Möglichkeit, nach eineinhalb Jahren arbeiten zu gehen, weil die Kinderbetreuungseinrichtungen fehlen. Aber das ignorieren Sie! Und Sie schreiben dann noch so „tolle“ Sätze, wie etwa: Die sollen nicht belohnt werden. Sie scheinen zu vergessen – obwohl Sie eine Familiensprecherin haben, die geschieden ist –, daß jede dritte Ehe geschieden wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Mertel: Sie spricht aber von der intakten Familie!) Wie können Sie bitte die Stirn haben und hier herausgehen und sagen: Alleinerzieherinnen sollen nicht bevorzugt werden!? – Das finde ich wirklich absurd!
Zwischenruf der Abg. Dr. Hlavac.
Ich bin verblüfft, wie heute die Expertin, Frau Dr. Hornig, vielfach völlig falsch zitiert wurde. Ich habe die Stellungnahme des Vereins der österreichischen Juristinnen bekommen. Die Stellungnahme von Frau Dr. Hornig lautete folgendermaßen: Bevor Sie so etwas beschließen, sollten Sie es besser lassen, denn in dem Fall ist die derzeit geltende Verfassung besser als das, was Sie beschließen wollen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Hlavac.) Das Bekenntnis zur Chancengleichheit ist ein Rückschritt gegenüber dem, was heute in der Verfassung steht. Es erfüllt nicht die völkerrechtlichen Verpflichtungen.
Abg. Dr. Mertel: Wann war eine längere Behaltefrist?
Das ist übrigens auch eine der Maßnahmen, die dem Sparpaket zum Opfer gefallen ist – wie so manches andere auch. Denn es gab früher eine längere Behaltefrist. (Abg. Dr. Mertel: Wann war eine längere Behaltefrist?) Ich bin schon am Ende meiner Rede und werde nicht mehr auf Ihre Zwischenrufe eingehen. (Abg. Dr. Mertel: Sie können nicht Sachen sagen, die nicht stimmen!)
Abg. Dr. Mertel: Sie können nicht Sachen sagen, die nicht stimmen!
Das ist übrigens auch eine der Maßnahmen, die dem Sparpaket zum Opfer gefallen ist – wie so manches andere auch. Denn es gab früher eine längere Behaltefrist. (Abg. Dr. Mertel: Wann war eine längere Behaltefrist?) Ich bin schon am Ende meiner Rede und werde nicht mehr auf Ihre Zwischenrufe eingehen. (Abg. Dr. Mertel: Sie können nicht Sachen sagen, die nicht stimmen!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Sie betrifft das sicher nicht!
Lesen Sie nur, was neulich in der Zeitung stand (die Rednerin hält einen Zeitungsausschnitt in die Höhe): Da ist die Rede davon, daß 240 000 Frauen ohne Beschäftigung sind und daß viele Frauen auf den Arbeitsmarkt zurückkehren wollen, um sich selbständig, eigenständig, durch Arbeit ihre sozialen Ansprüche zu erwerben, aber ihnen dies nicht möglich ist, weil es keine Arbeitsplätze gibt, weil es keine Kinderbetreuungseinrichtungen gibt, weil es sozusagen hinten und vorne mangelt. Ich bin daher überzeugt, daß das Rezept, die Frauen in den, wie Sie es genannt haben, „Händen der Männer“ zu behalten, grundlegend falsch ist. Dieses Rezept hat uns dorthin geführt, wo wir heute stehen, und ist der Grund, daß wir uns mit einem Frauen-Volksbegehren befassen müssen und mit all dem, was in diesem Frauen-Volksbegehren vollkommen zu Recht gefordert worden ist. (Ruf bei den Freiheitlichen: Sie betrifft das sicher nicht!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter.
Es sind dies übrigens Minimalforderungen, beschämende Minimalforderungen sind diese elf Punkte. In keiner Weise sind es extreme Forderungen. Schauen Sie sich das an: Es handelt sich in vielen Bereichen nur um Korrekturmaßnahmen der Sparpakete der vergangenen Jahre. Es sind Minimalforderungen, auf die Sie nicht eingehen, die Sie in keiner Weise berücksichtigen. Sie begnügen sich, wie gesagt, mit Entschließungsanträgen und mit Appellen an die eigenen Regierungsmitglieder. Das finde ich beschämend. Das halte ich wirklich für ein parlamentarisches Begräbnis der Sonderklasse. Das hat sich die Frauenpolitik nicht verdient, daß Sie nach zehn Jahren eines eigenen Frauenressorts und nach einem solchen Frauen-Volksbegehren mit Entschließungsanträgen versuchen, politisch etwas zu verändern. In diesem Tempo werden wir nie zu einer tatsächlichen Gleichstellung kommen! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Motter.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist Sozialismus!
Wir haben das Gleichbehandlungsgesetz vor 19 Jahren als einer der ersten Staaten in Europa geschaffen, aber nach wie vor haben wir in Österreich 160 000 Männer und 360 000 Frauen, die unter 15 000 S verdienen, also doppelt so viele Frauen, obwohl der Männeranteil an den Berufstätigen wesentlich höher ist. (Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist Sozialismus!)
Abg. Dr. Mertel: Frauen und Kinder!
Und noch immer – ich finde das in höchstem Maße betrüblich – werden Diskussionen über die Teilung von Hausarbeit mit einem Lächeln quittiert und wird darüber hinweggegangen, daß Gewalt in der Familie in erster Linie Frauen trifft. (Abg. Dr. Mertel: Frauen und Kinder!)
Abg. Mag. Stadler: Es wird alles anders, wenn die Sozialisten an die Regierung kommen!
Frauenpensionen betragen in der Regel zwei Drittel der Pension von Männern. (Abg. Mag. Stadler: Es wird alles anders, wenn die Sozialisten an die Regierung kommen!) Und am eindringlichsten wird das für mich klar, wenn wir die Entwicklung auf dem universitären Boden betrachten. 53 Prozent der Erstinskribierenden sind Mädchen (Abg. Parnigoni: Sozialistische Bildungspolitik!), jedoch Absolventen 44 Prozent, Assistenten 20 Prozent, Dozentinnen 8,4 Prozent und Professorinnen 3,61 Prozent. Das ist jene Lebenslaufbahn, wo man nicht nur von Chancengleichheit reden kann, sondern diese auch schaffen muß.
Abg. Parnigoni: Sozialistische Bildungspolitik!
Frauenpensionen betragen in der Regel zwei Drittel der Pension von Männern. (Abg. Mag. Stadler: Es wird alles anders, wenn die Sozialisten an die Regierung kommen!) Und am eindringlichsten wird das für mich klar, wenn wir die Entwicklung auf dem universitären Boden betrachten. 53 Prozent der Erstinskribierenden sind Mädchen (Abg. Parnigoni: Sozialistische Bildungspolitik!), jedoch Absolventen 44 Prozent, Assistenten 20 Prozent, Dozentinnen 8,4 Prozent und Professorinnen 3,61 Prozent. Das ist jene Lebenslaufbahn, wo man nicht nur von Chancengleichheit reden kann, sondern diese auch schaffen muß.
Ironische Rufe des Erstaunens bei den Freiheitlichen.
Dieses Frauen-Volksbegehren hätte an den Ausschuß zurückverwiesen werden sollen. Wir sind mit diesem Vorschlag gescheitert. Aber wir werden die Voraussetzungen schaffen, damit die Diskussion anhand unserer Vorschläge weitergeht. Und wir werden in diesem Zusammenhang zu diskutieren haben, was unser Koalitionspartner uns aus der Hand geschlagen hat. (Ironische Rufe des Erstaunens bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir nehmen nicht zur Kenntnis von der ÖVP, daß es im Bereiche des Karenzurlaubes für Alleinerzieherinnen keinen Handlungsbedarf gibt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.
Frau Kollegin Bauer! Im Jahre 1996 waren 30,3 Prozent der Karenzgeldbezieherinnen arbeitslos. Wenn angesichts dieser Zahl kein Handlungsbedarf besteht, dann habe ich von den Notwendigkeiten zum Handeln einen anderen Begriff als Sie. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne bitte ich meine Wortmeldung auch als Aufruf zu mehr Sensibilität zu verstehen. Die Frauengleichheit ist zu schaffen – aber nicht erst im Jahre 2018! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Sie haben es genossen!
†Abgeordneter Dipl.-Ing. Leopold Schöggl¦ (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Minister! Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es freut mich, Klubobmann Kostelka als Mitstreiter für den Gleichbehandlungsausschuß gewonnen zu haben, und ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit, denn bisher hatte ich als einziger Mann in diesem Ausschuß eine eher harte und schwierige Position. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Sie haben es genossen!) Herzlich willkommen als Mitstreiter für die Angelegenheiten der Frauen! (Ruf bei der SPÖ: Auch der Herr Brauneder spricht zu diesem Thema!)
Ruf bei der SPÖ: Auch der Herr Brauneder spricht zu diesem Thema!
†Abgeordneter Dipl.-Ing. Leopold Schöggl¦ (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Minister! Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es freut mich, Klubobmann Kostelka als Mitstreiter für den Gleichbehandlungsausschuß gewonnen zu haben, und ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit, denn bisher hatte ich als einziger Mann in diesem Ausschuß eine eher harte und schwierige Position. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Mertel: Sie haben es genossen!) Herzlich willkommen als Mitstreiter für die Angelegenheiten der Frauen! (Ruf bei der SPÖ: Auch der Herr Brauneder spricht zu diesem Thema!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich sage Ihnen aber gleich, was wir nicht wollen: Wir wollen nicht, daß durch die Forderungen des Frauen-Volksbegehrens und überhaupt in der Arbeit des Gleichbehandlungsausschusses zwischen Männern und Frauen polarisiert wird. Das wollen wir sicher nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wenn es Fortschritte in Richtung Gleichbehandlung geben kann, dann nur gemeinsam.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und was ich noch eindeutig hier feststellen möchte: Gleichbehandlung findet, wie Herr Klubobmann Kostelka gesagt hat, in den Köpfen statt. Ich möchte das sogar ergänzen: in den Herzen und in den Köpfen. Aber Gleichbehandlung darf nicht zu einer einseitigen Diskriminierung von Männern führen. Dagegen werden wir uns sicherlich wehren. Das ist ganz klar. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Rolle der ÖVP, die Anträge eingebracht hat, die sogar sehr vernünftig sind, wie etwa der Antrag betreffend Arbeitsplatz, Unternehmen, Haushalte, neue Arbeitsplätze schaffen. Diese wurden zurückgezogen, und jetzt lese ich im Protokoll, daß der gleiche Antrag wieder dem Gleichbehandlungsausschuß zugewiesen wurde – ein sehr vernünftiger Antrag. Warum haben Sie diesen überhaupt zurückgezogen? – Es wäre wichtig, Frauen, die derzeit im Graubereich arbeiten, legal im Haushalt beschäftigen zu können. Das wäre eine ganz wichtige Sache, ein Anliegen, von dem Sie aber im Ausschuß Abstand genommen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Als „Gustostückerl“ vielleicht noch die Forderung, eine bessere Information für Karenzurlauberinnen betreffend Wiedereinstiegsmöglichkeiten zu beschließen. – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist doch nichts anderes als das Eingeständnis, daß die Frauenministerin bisher ihre Arbeit schlecht gemacht hat, denn sonst wäre sie dieser Informationspflicht schon lange nachgekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir laden die Frauen ein, in Zukunft verstärkt freiheitlich zu wählen. Ihre Anliegen sind bei uns in guten Händen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein zweiter Weg ist, auf Gleichberechtigung, das heißt, auf formale und materielle Gleichberechtigung zu setzen, das heißt, formal und faktisch den Mädchen Zutritt zu allen Ebenen von Gesellschaft, Beruf, Öffentlichkeit, Politik, Machtentscheidungen zu gewähren. Eine Analyse der Verfassung hat ergeben, daß die in die konstitutionelle Monarchie zurückreichende Verfassung auch bloß auf die Gleichheit vor dem Gesetz und nicht durch das Gesetz abgestellt hat. Insoferne bin ich froh darüber, daß ich Rückmeldungen auch etwa von Frau Professor Kucsko-Stadlmayer habe, nämlich daß wir mit unserem Vorschlag bezüglich Verfassungsregelung richtig liegen; richtig im Sinne der Weiterentwicklung der Verfassung und richtig im Sinne der Frauenrechte. Das einmal zur Aufklärung. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Was ist das? – Etwa: Sicherung der Frauenförderung und Gleichstellungsmaßnahmen durch die ausgehandelte und Ihnen vorgestellte Verfassungsbestimmung, Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. Es ist auch keine Schande, wenn sich der Bund dieser Angelegenheit annimmt und sie zu seiner Sache macht. Bis zum Jahre 1962 lagen die Kinderbetreuungs- und Kindergartenangelegenheiten beim Unterrichtsressort, das heißt, sie waren schon einmal Bundesangelegenheit. Und bundeseinheitliche Kriterien zu entwickeln, halte ich für keinen Schaden. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Mertel: Das ist Ihrer nicht würdig! Das ist Ihrer nicht würdig, Frau Kollegin!
Es gibt aber gegenwärtig gerade ein Beispiel, das mich sehr besorgt macht. Eine Bewerberin um das höchste Amt im Staate ist sich offenbar mehr und mehr nicht gewahr, daß sie Produkt einiger reifer Männer wird und sich in mädchenhafter Koketterie auf die „Macht des Bauches“ verläßt – weniger auf die Kraft und Macht des Verstandes. Sie verzichtet auf Professionalität, sie läßt sich selbst zum Verzicht auf Argumentation verführen. Ich meine aber, daß Demokratie die Kompetenz des Differenzierens und der Gedanken braucht. Wer das Auftreten des Hauptbewerbers um das Amt des Bundespräsidenten als „royal“ und „unpassend“ bezeichnet, sich selbst aber mit einer tragisch-schillernden Prinzessin vergleicht, wer sich von der anerkannten Kirchenfrau zur „Rose aus Weppersdorf“ machen läßt, muß scheitern. (Abg. Dr. Mertel: Das ist Ihrer nicht würdig! Das ist Ihrer nicht würdig, Frau Kollegin!)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir heute, am 16. April 1998, über die Zukunft der Frauenpolitik reden, dann stimme ich zu, daß es nicht weiter darum geht, bei Feuerbach, Hegel, Schopenhauer oder dort anzusetzen, wo gesagt wird: „Sein ist das Weib, Denken der Mann.“ – Wenn wir uns weiter an Feuerbach, Hegel und Schopenhauer halten wollen – Sein ist das Weib, Gefühl ist das Weib, Denken ist der Mann –, dann gehen wir in die falsche Richtung, denn Frauenkompetenz ist nicht automatisch mit Reduktion auf Gefühl gleichzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mehr Denken, meine Damen! Mehr Denken und mehr Kraft! Gemeinsam schaffen wir es! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
†Abgeordnete Klara Motter¦ (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Brinek! Gemeinsam schaffen wir es! – Ich bin schon sehr lange hier im Hause und habe immer an die Gemeinsamkeit geglaubt, aber ich glaube langsam nicht mehr daran, wenn ich das magere Ergebnis von heute vor Augen geführt bekomme. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Gredler: Genau! – Abg. Dr. Mertel: Aber der Herr Khol ist da!
Die heutige Rede von Herrn Klubobmann Kostelka war wunderschön. Er hat die Ungleichheit der Frauen erkannt, aber ich frage ihn jetzt – er ist nicht da –: Was unternimmt er wirklich, damit das geändert wird? – Ich sage es ihm: Nichts! Es geht aber immer darum, was bis jetzt tatsächlich getan wurde. (Abg. Dr. Gredler: Genau! – Abg. Dr. Mertel: Aber der Herr Khol ist da!) Er hat noch nicht gesprochen. Ich nehme an, Sie werden noch zum Thema „Frauen“ sprechen. (Abg. Dr. Khol: Nein!) Nicht? – Schade! (Abg. Dr. Khol: Ich sage Ihnen das lateinische Sprichwort vor: Si tacuisses, philosophus mansisses!) Das ist auch ein Grundsatz, ja. – Daß nicht einmal ein Volksbegehren, wie wir es heute behandeln, ernst genommen wird, ist ein Faktum!
Abg. Dr. Khol: Nein!
Die heutige Rede von Herrn Klubobmann Kostelka war wunderschön. Er hat die Ungleichheit der Frauen erkannt, aber ich frage ihn jetzt – er ist nicht da –: Was unternimmt er wirklich, damit das geändert wird? – Ich sage es ihm: Nichts! Es geht aber immer darum, was bis jetzt tatsächlich getan wurde. (Abg. Dr. Gredler: Genau! – Abg. Dr. Mertel: Aber der Herr Khol ist da!) Er hat noch nicht gesprochen. Ich nehme an, Sie werden noch zum Thema „Frauen“ sprechen. (Abg. Dr. Khol: Nein!) Nicht? – Schade! (Abg. Dr. Khol: Ich sage Ihnen das lateinische Sprichwort vor: Si tacuisses, philosophus mansisses!) Das ist auch ein Grundsatz, ja. – Daß nicht einmal ein Volksbegehren, wie wir es heute behandeln, ernst genommen wird, ist ein Faktum!
Abg. Dr. Khol: Ich sage Ihnen das lateinische Sprichwort vor: Si tacuisses, philosophus mansisses!
Die heutige Rede von Herrn Klubobmann Kostelka war wunderschön. Er hat die Ungleichheit der Frauen erkannt, aber ich frage ihn jetzt – er ist nicht da –: Was unternimmt er wirklich, damit das geändert wird? – Ich sage es ihm: Nichts! Es geht aber immer darum, was bis jetzt tatsächlich getan wurde. (Abg. Dr. Gredler: Genau! – Abg. Dr. Mertel: Aber der Herr Khol ist da!) Er hat noch nicht gesprochen. Ich nehme an, Sie werden noch zum Thema „Frauen“ sprechen. (Abg. Dr. Khol: Nein!) Nicht? – Schade! (Abg. Dr. Khol: Ich sage Ihnen das lateinische Sprichwort vor: Si tacuisses, philosophus mansisses!) Das ist auch ein Grundsatz, ja. – Daß nicht einmal ein Volksbegehren, wie wir es heute behandeln, ernst genommen wird, ist ein Faktum!
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist für uns auch selbstverständlich, daß Tagesmütter auszubilden und arbeits- und sozialrechtlich abzusichern sind. Wir unterstützen daher heute voll die Forderung der Vorarlberger Pflegeeltern nach arbeits- und sozialrechtlicher Absicherung, die sie gestern an die Vorarlberger Landesregierung gestellt haben, und ich hoffe, daß das auch andere Bundesländer in Zukunft auf ihre Fahnen heften werden. Ich bin zuversichtlich – Vorarlberg setzt ja oft Prioritäten –, daß vielleicht doch bald auch unserer alten Forderung entsprochen und das eingerichtet wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Gegenüber der Organisation einer privaten Kinderbetreuungseinrichtung, der durch die Gemeinde oder das Land in irgendeiner Form eine Förderung gewährt wird, hat die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten den großen Vorteil, daß nicht eine Fülle von Vorschriften einzuhalten ist. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Mertel: Sie brauchen sich nicht zu beeilen!
Meine Damen und Herren! Es ist leider auch eine Tatsache, daß Kinder, Küche und Karenz sich immer mehr zum Jobkiller für Frauen in der Arbeitswelt entwickeln. Denn nur noch 20 Prozent aller Frauen, die für die Erziehung der Sprößlinge karenziert waren, schaffen den Wiedereinstieg ins Berufsleben. (Abg. Dr. Mertel: Sie brauchen sich nicht zu beeilen!) Vor vier Jahren waren es immerhin noch rund 33 Prozent, die ohne größere Schwierigkeiten in ihren Beruf zurückfanden.
Abg. Dr. Gredler: Genau!
Einer der Hauptgründe für die Probleme bei der Rückkehr in den Beruf sind noch immer die fehlenden Kinderbetreuungsplätze. (Abg. Dr. Gredler: Genau!) Wenn also auch Betriebe vermehrt Kinderbetreuungsplätze bereitstellten, wäre dies für Frauen eine große Entlastung. Es wäre für erwerbstätige Mütter und Väter sehr motivierend und beruhigend, wenn sie ihr Kind gleich in der Nähe gut versorgt wüßten. Darüber hinaus würden zeitaufwendige Bring- und Abholwege entfallen, wodurch Teilzeitarbeit auch für Väter attraktiver werden könnte. (Beifall beim Liberalen Forum.) Außerdem würde ein erhöhter Freibetrag für den Unternehmer oder die Unternehmerin einen zusätzlichen Anreiz zur Errichtung eines Betriebskindergartens bedeuten.
Beifall beim Liberalen Forum.
Einer der Hauptgründe für die Probleme bei der Rückkehr in den Beruf sind noch immer die fehlenden Kinderbetreuungsplätze. (Abg. Dr. Gredler: Genau!) Wenn also auch Betriebe vermehrt Kinderbetreuungsplätze bereitstellten, wäre dies für Frauen eine große Entlastung. Es wäre für erwerbstätige Mütter und Väter sehr motivierend und beruhigend, wenn sie ihr Kind gleich in der Nähe gut versorgt wüßten. Darüber hinaus würden zeitaufwendige Bring- und Abholwege entfallen, wodurch Teilzeitarbeit auch für Väter attraktiver werden könnte. (Beifall beim Liberalen Forum.) Außerdem würde ein erhöhter Freibetrag für den Unternehmer oder die Unternehmerin einen zusätzlichen Anreiz zur Errichtung eines Betriebskindergartens bedeuten.
Beifall beim Liberalen Forum.
Für uns Liberale hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine klare Priorität. In dieser Hinsicht sind auch gezielte Maßnahmen für AlleinerzieherInnen zu ergreifen. Außerdem sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit die Inanspruchnahme der Karenzzeit durch Väter trotz der durch die unterschiedliche Einkommenssituation der Geschlechter bestehenden Problematik zumindest organisatorisch erleichtert wird. Um eine Flexibilisierung zu erreichen, haben wir einen Antrag betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Mutterschutzgesetz 1979 geändert wird, eingebracht, wonach die Meldefrist für die Inanspruchnahme einer Karenzzeit auf spätestens acht Wochen vor dem letztmöglichen Antritt erweitert wird. Eine solche Verlängerung soll es vor allem den Vätern erleichtern, Karenzzeit in Anspruch zu nehmen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Um es den Männern zu ermöglichen, ihr Rollenverhalten zu reflektieren und sich der neuen Situation zu stellen, sollten sie mehr als vier Wochen nach der Entbindung zur Verfügung haben, um sich für eine Karenzzeit zu entscheiden. Die Ausweitung der Frist von derzeit vier Wochen nach der Geburt soll auch als eine Zeit zur Bewußtseinsbildung dienen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Silhavy: Frau Kollegin Motter hat den Bericht nicht gelesen!
Aber auch auf diese Forderungen ging die Regierung nicht ein, obwohl sich die SPÖ – Frau Kollegin Mertel, ich schaue Sie bewußt an – ursprünglich für die Verlängerung der Karenzzeit für AlleinerzieherInnen eingesetzt hat. Ein Jahr nach dem Volksbegehren muß ich leider zur Kenntnis nehmen, daß keine einzige Forderung umgesetzt wurde, sondern nur Studien in Auftrag gegeben wurden, die über mögliche Maßnahmen berichten sollen. (Abg. Silhavy: Frau Kollegin Motter hat den Bericht nicht gelesen!) Schade, daß wir in der Frauenpolitik keinen Schritt vorwärts kommen, nur weil ideologische Standpunkte sich zeitgemäßen Verbesserungen verschließen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Ich weiß, meine Ausführungen waren etwas lang, aber es war uns ein echtes Bedürfnis, unsere Forderungen noch einmal klar zu definieren. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Gredler: Die Entschließungsanträge sind schon im Ausschuß eingebracht worden!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Frau Abgeordnete Motter! Ich möchte der Klarheit halber festhalten, daß Sie in Ihrem Debattenbeitrag Entschließungsanträge im Wortlaut vorgelesen haben, die dem Präsidium nicht überreicht worden sind und nicht zur Verhandlung stehen. (Abg. Dr. Gredler: Die Entschließungsanträge sind schon im Ausschuß eingebracht worden!) Gut. Das dient nur zur Klarheit.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gredler.
Die politische Zielsetzung dieser AktivistInnen war, daß die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen geschaffen werden sollen, daß Frauen in Zukunft unabhängig und selbstbestimmt ihr Leben gestalten können. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gredler.)
Zwischenruf der Abg. Madl.
Zwei kleine Beispiele seien erwähnt, da die Debatte meiner Ansicht nach gezeigt hat, daß die Auseinandersetzung mit den Rednerinnen der Freiheitlichen Partei ohnedies müßig ist. (Zwischenruf der Abg. Madl.) Jeder weiß, die Forderung nach Kindergeld oder -scheck, der nicht einzulösen ist, sowie die Forderung nach Putzgeld sind Mittel, die Frauen in die Steinzeit zurückzudrängen, und haben überhaupt nichts mit den Wünschen und der Lebensrealität der Frauen zu tun. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.
Zwei kleine Beispiele seien erwähnt, da die Debatte meiner Ansicht nach gezeigt hat, daß die Auseinandersetzung mit den Rednerinnen der Freiheitlichen Partei ohnedies müßig ist. (Zwischenruf der Abg. Madl.) Jeder weiß, die Forderung nach Kindergeld oder -scheck, der nicht einzulösen ist, sowie die Forderung nach Putzgeld sind Mittel, die Frauen in die Steinzeit zurückzudrängen, und haben überhaupt nichts mit den Wünschen und der Lebensrealität der Frauen zu tun. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Ich fühle mich sehr wohl!
Kollege Schöggl! Sie müssen verstehen, daß sich mein Mitleid wegen Ihrer „Einsamkeit“ im Unterausschuß in Grenzen hält. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Ich fühle mich sehr wohl!) Ich persönlich hätte Ihre Teilnahme auch für entbehrlich gehalten, und ich glaube, es steht der Öffentlichkeit zu, daß ich nun ein Zitat von Ihnen aus dem Ausschuß bringe. (Abg. Böhacker: Reine Überheblichkeit! – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Da muß ich leider eine tatsächliche Berichtigung machen!)
Abg. Böhacker: Reine Überheblichkeit! – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Da muß ich leider eine tatsächliche Berichtigung machen!
Kollege Schöggl! Sie müssen verstehen, daß sich mein Mitleid wegen Ihrer „Einsamkeit“ im Unterausschuß in Grenzen hält. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Ich fühle mich sehr wohl!) Ich persönlich hätte Ihre Teilnahme auch für entbehrlich gehalten, und ich glaube, es steht der Öffentlichkeit zu, daß ich nun ein Zitat von Ihnen aus dem Ausschuß bringe. (Abg. Böhacker: Reine Überheblichkeit! – Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Da muß ich leider eine tatsächliche Berichtigung machen!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist eine richtige Aussage!
Kollege Schöggl hat in der Diskussion über die Frage des Ausbaus von Kinderbetreuungseinrichtungen auf unsere Aussage, daß es für Kinder unter drei Jahren am meisten an Betreuungseinrichtungen fehle und dort anzusetzen sei, gemeint, wenn Frauen mit einem so kleinen Kind schon arbeiten gingen, dann setze er das mit Kindesweglegung gleich. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Das ist eine richtige Aussage!) Das halte ich für einen Skandal! Daher sind Sie für mich entbehrlich gewesen in diesem Ausschuß, und mein Mitleid hält sich in Grenzen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Auch auf die Position der ÖVP und auf die Ausführungen der Kollegin Bauer möchte ich eingehen. Unsere Zielsetzungen stimmen nicht überein, wenn es um Ihr Modell der Pensionsabsicherung, der eigenständigen Altersabsicherung von Frauen geht. Sich eine Pension durch Heirat, sozusagen durch „Durchdienen“ der Ehe zu erwerben, hat nichts mit eigenständiger Altersabsicherung zu tun. Kollegin Fekter hat gesagt, wir sollten eben ein bißchen bei den Pensionen der Männer mitnaschen. – Das ist nicht Eigenständigkeit, das ist nicht Unabhängigkeit, und daher würde damit das falsche Ziel erreicht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Rosemarie Bauer: Nachzulesen beim Hearing!
Ich komme noch kurz zum Minderheitenbericht der ÖVP. – Frau Kollegin Bauer! Sie haben von diesem Rednerpult aus gesagt, der Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit sei nicht das Gelbe vom Ei. In Ihrem Bericht jedoch schreiben Sie im ersten Satz, daß der Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit eine familienpolitisch wünschenswerte Maßnahme sei. (Abg. Rosemarie Bauer: Nachzulesen beim Hearing!) Es folgt auf über zehn Zeilen, daß er leider nicht eingeführt wird. Das heißt, die Frauen halten es für familienpolitisch wünschenswert – Dr. Khol und die Mehrheit der ÖVP sind dagegen. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.)
Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.
Ich komme noch kurz zum Minderheitenbericht der ÖVP. – Frau Kollegin Bauer! Sie haben von diesem Rednerpult aus gesagt, der Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit sei nicht das Gelbe vom Ei. In Ihrem Bericht jedoch schreiben Sie im ersten Satz, daß der Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit eine familienpolitisch wünschenswerte Maßnahme sei. (Abg. Rosemarie Bauer: Nachzulesen beim Hearing!) Es folgt auf über zehn Zeilen, daß er leider nicht eingeführt wird. Das heißt, die Frauen halten es für familienpolitisch wünschenswert – Dr. Khol und die Mehrheit der ÖVP sind dagegen. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer.)
Abg. Dr. Khol: Lesen Sie das Hearing-Protokoll!
Frau Kollegin Brinek! Daher würde ich meinen, richten Sie Ihren Appell, mehr zu denken, nicht an die Frauen, sondern an Ihren Kollegen Khol. (Abg. Dr. Khol: Lesen Sie das Hearing-Protokoll!) Herr Kollege Khol! Denken Sie in Zukunft in frauenpolitischen Fragen mehr nach; es wäre angebracht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Frau Kollegin Brinek! Daher würde ich meinen, richten Sie Ihren Appell, mehr zu denken, nicht an die Frauen, sondern an Ihren Kollegen Khol. (Abg. Dr. Khol: Lesen Sie das Hearing-Protokoll!) Herr Kollege Khol! Denken Sie in Zukunft in frauenpolitischen Fragen mehr nach; es wäre angebracht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Dr. Mertel: Die meint das so!
Ich teile daher die Auffassung, daß das Ergebnis, das nun real auf dem Tisch liegt, unbefriedigend ist und den Mehrheitsverhältnissen in diesem Haus entspricht. – Frau Kollegin Kammerlander! Sie haben vom einem Begräbnis erster Ordnung, vom Begräbnis dieser Forderungen gesprochen. Ich weiß, daß Sie das wahrscheinlich nicht so gemeint haben. (Abg. Dr. Mertel: Die meint das so!) Aber ich möchte das abschließend zum Anlaß nehmen, zu betonen, daß ich, wenn es ein Begräbnis ist, dieses Frauen-Volksbegehren sozusagen wieder ausgraben werde. Für uns liegt nämlich jede einzelne Forderung noch auf dem Tisch. Sie werden auch nicht vom Tisch zu wischen sein. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gredler. – Abg. Dr. Khol: Ihr habt halt nicht die Mehrheit! So einfach ist die Welt! Sie sollten vorher nicht so viel versprechen!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gredler. – Abg. Dr. Khol: Ihr habt halt nicht die Mehrheit! So einfach ist die Welt! Sie sollten vorher nicht so viel versprechen!
Ich teile daher die Auffassung, daß das Ergebnis, das nun real auf dem Tisch liegt, unbefriedigend ist und den Mehrheitsverhältnissen in diesem Haus entspricht. – Frau Kollegin Kammerlander! Sie haben vom einem Begräbnis erster Ordnung, vom Begräbnis dieser Forderungen gesprochen. Ich weiß, daß Sie das wahrscheinlich nicht so gemeint haben. (Abg. Dr. Mertel: Die meint das so!) Aber ich möchte das abschließend zum Anlaß nehmen, zu betonen, daß ich, wenn es ein Begräbnis ist, dieses Frauen-Volksbegehren sozusagen wieder ausgraben werde. Für uns liegt nämlich jede einzelne Forderung noch auf dem Tisch. Sie werden auch nicht vom Tisch zu wischen sein. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gredler. – Abg. Dr. Khol: Ihr habt halt nicht die Mehrheit! So einfach ist die Welt! Sie sollten vorher nicht so viel versprechen!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Sie sind auch nicht im Ausschuß gewesen!
†Abgeordneter Karl Öllinger¦ (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren! Ich gratuliere Ihnen. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Sie sind auch nicht im Ausschuß gewesen!) Es ist Ihnen gelungen, das, was die Frauen mit einem Frauen-Volksbegehren zu erreichen versucht haben, erfolgreich abzuwehren. Es ist Ihnen wirklich sehr gut gelungen.
Das Mikrophon beim Rednerpult funktioniert für kurze Zeit nicht. – Abg. Dr. Fuhrmann: So schlecht ist die Rede nicht! Man gebe ihm Strom!
Nachdem Sie, meine Herren, im Zuge der Sparpakete durchgesetzt haben, daß die Frauen in ihren Möglichkeiten und Rechten eindeutig beschnitten worden sind – ich erwähne nur die Karenzgeldregelung, Herr Abgeordneter Hums, und die Karenzzeitregelung –, und nachdem es Ihnen gelungen ist, die Verfügbarkeit von Frauen als ein Kriterium einzuführen, mit dem sie aus dem Arbeitsmarkt hinausgedrängt werden können, können Sie sich nun wundern. Ich zitiere den „Standard“ von voriger Woche – oder war es diese Woche? –, in dem es ungefähr hieß: Ja hoppla, die Frauen ... (Das Mikrophon beim Rednerpult funktioniert für kurze Zeit nicht. – Abg. Dr. Fuhrmann: So schlecht ist die Rede nicht! Man gebe ihm Strom!)
Abg. Silhavy: Sollten!
Auch wenn Herr Abgeordneter Kostelka von diesem Rednerpult aus bewegt davon spricht, daß ja auch Männer bei der Erziehung der Kinder eine Rolle spielen (Abg. Silhavy: Sollten!) – ja, sollten –, so kann ich nicht den Eindruck gewinnen, daß die Politik, die Gesetzgebung in den letzten Jahren Maßnahmen gesetzt hat, die den Männern diese Möglichkeit erleichtern. (Abg. Gatterer: Die geteilte Karenz!) Kollegin Gatterer, die Frauen kommen dann eh noch dran. – Es gibt keinen eigenständigen Karenzanspruch, ob bezahlt oder unbezahlt, für die Männer. Das muß viele Männer daran hindern, ihre Möglichkeiten in bezug auf die Kindererziehung, die Betreuung und Begleitung von Kindern auszuüben. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber scheinheilig!)
Abg. Gatterer: Die geteilte Karenz!
Auch wenn Herr Abgeordneter Kostelka von diesem Rednerpult aus bewegt davon spricht, daß ja auch Männer bei der Erziehung der Kinder eine Rolle spielen (Abg. Silhavy: Sollten!) – ja, sollten –, so kann ich nicht den Eindruck gewinnen, daß die Politik, die Gesetzgebung in den letzten Jahren Maßnahmen gesetzt hat, die den Männern diese Möglichkeit erleichtern. (Abg. Gatterer: Die geteilte Karenz!) Kollegin Gatterer, die Frauen kommen dann eh noch dran. – Es gibt keinen eigenständigen Karenzanspruch, ob bezahlt oder unbezahlt, für die Männer. Das muß viele Männer daran hindern, ihre Möglichkeiten in bezug auf die Kindererziehung, die Betreuung und Begleitung von Kindern auszuüben. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber scheinheilig!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist aber scheinheilig!
Auch wenn Herr Abgeordneter Kostelka von diesem Rednerpult aus bewegt davon spricht, daß ja auch Männer bei der Erziehung der Kinder eine Rolle spielen (Abg. Silhavy: Sollten!) – ja, sollten –, so kann ich nicht den Eindruck gewinnen, daß die Politik, die Gesetzgebung in den letzten Jahren Maßnahmen gesetzt hat, die den Männern diese Möglichkeit erleichtern. (Abg. Gatterer: Die geteilte Karenz!) Kollegin Gatterer, die Frauen kommen dann eh noch dran. – Es gibt keinen eigenständigen Karenzanspruch, ob bezahlt oder unbezahlt, für die Männer. Das muß viele Männer daran hindern, ihre Möglichkeiten in bezug auf die Kindererziehung, die Betreuung und Begleitung von Kindern auszuüben. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber scheinheilig!)
Abg. Dr. Fekter: Wieviel Prozent machen es denn?
Frau Kollegin Fekter! (Abg. Dr. Fekter: Wieviel Prozent machen es denn?) Es geht um einen Rechtsanspruch! (Abg. Dr. Fekter: Sie tun es trotzdem nicht!) Ich komme deswegen darauf, weil Abgeordneter Kostelka gerade vorhin sehr bewegt eingefordert hat, daß auch den Männern dieser Anspruch sichergestellt werden sollte.
Abg. Dr. Fekter: Sie tun es trotzdem nicht!
Frau Kollegin Fekter! (Abg. Dr. Fekter: Wieviel Prozent machen es denn?) Es geht um einen Rechtsanspruch! (Abg. Dr. Fekter: Sie tun es trotzdem nicht!) Ich komme deswegen darauf, weil Abgeordneter Kostelka gerade vorhin sehr bewegt eingefordert hat, daß auch den Männern dieser Anspruch sichergestellt werden sollte.
Abg. Dr. Fekter: So ein Blödsinn!
Das war Ihnen aber nicht wichtig, sondern es ist Ihnen – ich komme rekapitulierend darauf zurück – mit den Maßnahmen in den Sparpaketen darum gegangen, die Frauen aus dem Arbeitsmarkt tendenziell hinauszudrängen. (Abg. Dr. Fekter: So ein Blödsinn!) Meine Herren! Das ist das Problem, und deswegen muß man Ihnen gratulieren.
Abg. Dr. Fekter: Die wollen wir ja gerade! Ja! Die wollen wir haben!
Das Frauen-Volksbegehren war die Antwort auf diese Sparpakete. Natürlich ist es nur darum gegangen, jene Rechte der Frauen, die ihnen teilweise genommen worden waren, a) wiederherzustellen und b) auch zu solchen Rechten zu erweitern, die die Frauen in der Wirtschaft, in der Gesellschaft und natürlich auch in der Sozialversicherung – denn eine eigenständige Altersversorgung für Frauen wäre doch etwas! – als eigenständige Subjekte wahrnehmen. (Abg. Dr. Fekter: Die wollen wir ja gerade! Ja! Die wollen wir haben!) Oder sind sie mindere Menschen, Menschen zweiter Klasse? (Abg. Dr. Fekter: Versorgungsausgleich!)
Abg. Dr. Fekter: Versorgungsausgleich!
Das Frauen-Volksbegehren war die Antwort auf diese Sparpakete. Natürlich ist es nur darum gegangen, jene Rechte der Frauen, die ihnen teilweise genommen worden waren, a) wiederherzustellen und b) auch zu solchen Rechten zu erweitern, die die Frauen in der Wirtschaft, in der Gesellschaft und natürlich auch in der Sozialversicherung – denn eine eigenständige Altersversorgung für Frauen wäre doch etwas! – als eigenständige Subjekte wahrnehmen. (Abg. Dr. Fekter: Die wollen wir ja gerade! Ja! Die wollen wir haben!) Oder sind sie mindere Menschen, Menschen zweiter Klasse? (Abg. Dr. Fekter: Versorgungsausgleich!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Feurstein: Das ist eine große Ungerechtigkeit!
Und nicht nur in dieser Frage, sondern auch in bezug auf die verfassungsrechtlichen Bestimmungen, die heute diskutiert werden, wären Mehrheiten hier in diesem Haus zu finden. Es besteht natürlich ein Unterschied zwischen einer verfassungsrechtlichen Bestimmung für die Frauen und einer Strafbestimmung für die Frauen, so wie es bei dieser Karenzgeldbestimmung für die Alleinerziehenden der Fall ist. Das kostet niemanden etwas: Das kostet den Steuerzahler nichts, das kostet die Sozialversicherung nichts, das kostet nicht einmal die Koalitionsparteien etwas. Denn ich würde mir gerne anhören, mit welcher Begründung die ÖVP es Frauen, die Alleinerzieherinnen sind und aus guten Gründen den Namen des Kindesvaters nicht nennen können oder wollen, verweigert, daß ihnen ein Karenzgeld bevorschußt wird, bei dem sie sich verpflichten, es nachher zurückzuzahlen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Feurstein: Das ist eine große Ungerechtigkeit!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie nur einen Grund finden, daß diese Frauen in Zukunft bestraft werden sollen, dann sagen Sie es, Herr Kollege Feurstein! (Beifall bei den Grünen.) Aber seien Sie einmal etwas ehrlicher!
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Wenn Sie zu dieser Bilanz stehen können, meine Herren von der ÖVP, dann bin ich einverstanden. Der Rest dieses Plenums sollte sich aber deutlich davon distanzieren. Dazu hätte es im Ausschuß eine Möglichkeit gegeben. Statt dessen gibt es einen negativen Ausschußbericht zu dieser Frage. In der nächsten Sitzung des Sozialausschusses im Juni wird es noch eine Möglichkeit geben, das zu ändern, und ich hoffe, daß Sie diese bescheidene Gelegenheit wahrnehmen werden, um sich wenigstens in dieser Frage ein Stück zu bewegen. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Mertel: Reden Sie mit uns – oder mit der Galerie?
†Abgeordnete Edeltraud Gatterer¦ (ÖVP): Herr Präsident! Frau Frauenministerin! Den Initiatoren des Frauen-Volksbegehrens muß man zugestehen, daß das Thema „Frauen“ wieder ins Gespräch gebracht wurde. Ich würde wirklich gern wissen, was sich vor allem die vier jungen Damen auf der Galerie vom Frauen-Volksbegehren erwarten! (Abg. Dr. Mertel: Reden Sie mit uns – oder mit der Galerie?) Frau Kollegin Mertel! Ihre Zwischenrufe sind bekanntlich charmant! (Abg. Dr. Mertel: Sie erwarten Erziehungsgeld!)
Abg. Dr. Mertel: Sie erwarten Erziehungsgeld!
†Abgeordnete Edeltraud Gatterer¦ (ÖVP): Herr Präsident! Frau Frauenministerin! Den Initiatoren des Frauen-Volksbegehrens muß man zugestehen, daß das Thema „Frauen“ wieder ins Gespräch gebracht wurde. Ich würde wirklich gern wissen, was sich vor allem die vier jungen Damen auf der Galerie vom Frauen-Volksbegehren erwarten! (Abg. Dr. Mertel: Reden Sie mit uns – oder mit der Galerie?) Frau Kollegin Mertel! Ihre Zwischenrufe sind bekanntlich charmant! (Abg. Dr. Mertel: Sie erwarten Erziehungsgeld!)
Beifall bei der ÖVP.
Auch der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen ist positiv. Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bekennen sich alle Frauen. Wir könnten uns auch vorstellen, daß mehr als 600 Millionen Schilling dafür aufgewendet werden. In diesem Zusammenhang muß auch betont werden – Kollegin Bauer hat das andiskutiert, denn Niederösterreich ist ein sehr gutes Beispiel dafür –, daß man nicht immer nur an die staatliche Kinderbetreuung denken darf. Vielmehr müssen wir versuchen, auch neue Formen von Kinderbetreuung zu finden. Das Berufsbild der Tagesmutter, das wir einfordern, ist ein ganz wichtiger Schritt dazu. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein zweites wichtiges Ziel für die ÖVP ist, daß Frauen das Recht haben müssen, auszuwählen, für welches Lebensmodell sie sich entscheiden. Es kann und darf kein aufgesetztes Lebensmodell für Frauen geben. – Das ist ein zweites wichtiges Prinzip der ÖVP, von dem ich meine, daß es ein Grundrecht ist, das wir den Frauen erhalten sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Feurstein: Jawohl!
Das dritte Prinzip der ÖVP besagt, daß wir bei allen Forderungen für Frauen die Balance zwischen Schutz der Frauen und Hürde für Frauen halten müssen. Ich glaube, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürfen wir im Sinne der Frauen nicht den Fehler machen, die Hürde in Richtung Beruf für sie noch höher zu machen, als sie ohnehin schon ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Feurstein: Jawohl!)
Abg. Silhavy: Wenn die Forderungen vernünftig werden, dann wären wir einverstanden!
Es ist heute schon einige Male von Frauensolidarität gesprochen worden. Da muß man die Frage stellen: Was ist Frauensolidarität? Bedeutet Frauensolidarität, daß ÖVP-Frauen absolut einer Meinung mit den SPÖ-Frauen sein müssen, oder könnte es auch umgekehrt sein? Wäre es nicht auch notwendige Frauensolidarität, daß die SPÖ mit den ÖVP-Forderungen einverstanden ist? (Abg. Silhavy: Wenn die Forderungen vernünftig werden, dann wären wir einverstanden!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ihr Klubobmann hat heute behauptet, daß ihm die ÖVP etwas aus der Hand geschlagen habe. Ich weiß nicht, was er in der Hand gehabt hat, ich habe nichts gesehen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich habe eher das Gefühl, daß es ihm die SPÖ-Frauen, nachdem er es ausverhandelt hatte, aus der Hand geschlagen haben – was auch immer es war! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.) Sie müssen zwar hinter seinem Rücken gewesen sein, weil er nicht gesehen hat, daß es die SPÖ-Frauen waren, aber sie sind nicht hinter ihm gestanden. Das muß man in diesem Zusammenhang wirklich sagen!
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Ihr Klubobmann hat heute behauptet, daß ihm die ÖVP etwas aus der Hand geschlagen habe. Ich weiß nicht, was er in der Hand gehabt hat, ich habe nichts gesehen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich habe eher das Gefühl, daß es ihm die SPÖ-Frauen, nachdem er es ausverhandelt hatte, aus der Hand geschlagen haben – was auch immer es war! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.) Sie müssen zwar hinter seinem Rücken gewesen sein, weil er nicht gesehen hat, daß es die SPÖ-Frauen waren, aber sie sind nicht hinter ihm gestanden. Das muß man in diesem Zusammenhang wirklich sagen!
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte für die ÖVP noch einmal betonen: Wir haben für die Frauen wichtige Anträge eingebracht. Ich bedauere es sehr, daß es nicht möglich war, mit der Sozialministerin und mit der Frauenministerin ein vernünftiges Modell der Neubewertung der Arbeit zu finden. Ich bedauere es sehr, daß der Versorgungsausgleich, welcher vielen unversorgten älteren Frauen sehr schnell Hilfe bringen würde, abgelehnt wurde, weil die Pensionen nicht andiskutiert werden. Selbst wenn wir ein Modell der Eigenversorgung schaffen, nützt das diesen Frauen nichts. Es gibt eine Studie im Auftrag der Frauenministerin, in welcher es heißt, daß es diesen vielen Frauen nichts nützt, wenn es in 30 oder 40 Jahren ein Modell der Eigenversorgung gibt. Wir meinen: Mit dem Versorgungsausgleich wäre diesen Frauen sofort geholfen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Homeservice!
Vor allem Klubobmann Kostelka, aber auch die anderen RednerInnen haben gesagt, daß die ÖVP eine endlose Wunschliste habe. Einige Wünsche stehen schon sehr lange auf unserer Liste (Abg. Dr. Khol: Homeservice!): Homeservice, Neubewertung der Arbeit mit Pensionsbegründung der Kindererziehung. Wir könnten uns auch vorstellen, daß Frauen die Kindererziehung angerechnet bekommen, die vor 1956 geboren haben. Warum sind gerade diese Frauen, die eine sehr schwere Zeit mitgemacht haben, die sogenannten Trümmerfrauen, davon ausgeschlossen? – Wir haben viele Wünsche. Wir könnten uns da vieles vorstellen. Daher meine ich, daß es nicht zielführend ist, daß wir einander alles aufrechnen.
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Und wenn Kollegin Bures über die Freiheitlichen gesagt hat, daß sie im Unterausschuß einsam waren, dann muß ich von den Abgeordneten der SPÖ sagen, daß sie im Unterausschuß schweigsam waren. Denn ich kann nicht sagen, was sich die SPÖ-Frauen wirklich gewünscht haben. Ich war bei allen Unterausschußsitzungen anwesend und mußte feststellen, daß sie sich sehr vornehm zurückgehalten und eigentlich nicht gesagt haben, was sie wollen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.) Auch Sie nicht, Frau Kollegin Mertel! Sie waren zwar zweimal oder zumindest einmal dabei, das weiß ich, aber Ihre Wünsche haben Sie nicht zum Ausdruck gebracht. Deswegen glaube ich, daß Schweigsamkeit ... (Ruf bei der SPÖ: Wir haben keine Wunschzettel ausgegeben!) Ihr habt keine Wunschzettel ausgeben, aber ihr wart zu unserer großen Verwunderung schweigsam.
Ruf bei der SPÖ: Wir haben keine Wunschzettel ausgegeben!
Und wenn Kollegin Bures über die Freiheitlichen gesagt hat, daß sie im Unterausschuß einsam waren, dann muß ich von den Abgeordneten der SPÖ sagen, daß sie im Unterausschuß schweigsam waren. Denn ich kann nicht sagen, was sich die SPÖ-Frauen wirklich gewünscht haben. Ich war bei allen Unterausschußsitzungen anwesend und mußte feststellen, daß sie sich sehr vornehm zurückgehalten und eigentlich nicht gesagt haben, was sie wollen. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.) Auch Sie nicht, Frau Kollegin Mertel! Sie waren zwar zweimal oder zumindest einmal dabei, das weiß ich, aber Ihre Wünsche haben Sie nicht zum Ausdruck gebracht. Deswegen glaube ich, daß Schweigsamkeit ... (Ruf bei der SPÖ: Wir haben keine Wunschzettel ausgegeben!) Ihr habt keine Wunschzettel ausgeben, aber ihr wart zu unserer großen Verwunderung schweigsam.
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, die Frauen müssen weiterkämpfen. Diese heutige Besprechung des Frauen-Volksbegehrens und der eingebrachten Entschließungsanträge ist für mich kein Schlußstrich. Denn Frauenpolitik besteht aus Kampf und Bewegung. Wir haben noch viele Ziele vor uns. Aber ich möchte sagen: Aufgrund der heutigen Debatte und der eingebrachten Entschließungsanträge kann ich für mich und für die ÖVP eine gute Zwischenbilanz ziehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
†Abgeordnete Elfriede Madl¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Die Frau Bundesministerin hat den Saal verlassen. Ich verstehe sie, denn wenn ich vier Stunden lang das Versagen vor die Nase gehalten bekäme, würde es auch mir irgendwann einmal zuviel! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Das ist nichts Neues!
Frau Kollegin Gatterer! Es freut mich ungemein, daß die ÖVP in einigen Punkten endlich auf die Linie der Freiheitlichen eingeschwenkt ist. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Das ist nichts Neues!) Wahrscheinlich sind Sie endlich draufgekommen, daß die Ideen der Freiheitlichen wirklich gut sind und daß sie sich auch durchsetzen lassen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Gatterer, wenn die ÖVP-Frauen fordern – lassen Sie sich nicht durch Herrn Feurstein ablenken! –, daß Kindererziehungszeiten pensionsbegründend sein sollen, dann muß ich Ihnen sagen: Lesen Sie im Stenographischen Protokoll die Rede meiner Kollegin Haller von heute mittag nach. Das hat nämlich sie gesagt, und Sie haben das nur nachgesagt! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich freue mich ungemein, wenn sich hier Ideen kumulieren, denn dann könnte für die Frauen wirklich einmal etwas herausschauen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) So ist es!
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Frau Kollegin Gatterer, wenn die ÖVP-Frauen fordern – lassen Sie sich nicht durch Herrn Feurstein ablenken! –, daß Kindererziehungszeiten pensionsbegründend sein sollen, dann muß ich Ihnen sagen: Lesen Sie im Stenographischen Protokoll die Rede meiner Kollegin Haller von heute mittag nach. Das hat nämlich sie gesagt, und Sie haben das nur nachgesagt! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich freue mich ungemein, wenn sich hier Ideen kumulieren, denn dann könnte für die Frauen wirklich einmal etwas herausschauen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) So ist es!
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Und auch zwei, drei Forderungen, die Sie, Frau Kollegin Silhavy, gestellt haben, predigen wir Freiheitlichen schon seit Jahren ununterbrochen. Jetzt haben Sie das endlich auch ausgesprochen. Das freut mich! Das ist ein Erfolg! Es ist wahrscheinlich ein Erfolg für die Frauen. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Die Frau Bundesministerin hat behauptet, daß uns die heute zur Abstimmung gelangenden zwölf Punkte schon ein Stück weiterbringen. – Das wird die Frauen nicht einmal ein kleines Stück weiterbringen! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Sie können nachher reden, Sie haben ohnedies genug Redezeit. Ihr Dreinschreien nützt nämlich gar nichts. Obwohl Sie eine so hohe Stimme haben, macht mir das gar nichts aus!
Abg. Dr. Mertel: Schauen Sie sich die Protokelle erst einmal selbst an!
Die Bundesministerin hat gesagt, daß heute zwölf Punkte abgestimmt werden und daß dadurch etwas weitergebracht wird. – Null wird das weiterbringen, nichts! Aber was kann man von einer Frauenministerin verlangen, die in der oberösterreichischen Landesregierung Landesrätin war und die, als es um die Verteilung der Ressorts ging, das Frauenressort abgelehnt hat. Das Frauenressort, das sie jetzt unbedingt übernehmen mußte, ist halt ein unliebsames Ressort. In Oberösterreich mußte ein Mann das Frauenressort übernehmen – lesen Sie die Protokolle der Landtagssitzungen nach! (Abg. Dr. Mertel: Schauen Sie sich die Protokelle erst einmal selbst an!) Das hört die Bundesministerin natürlich nicht gern. Aber wir haben die Protokolle zu Hause, und jedes Mal, wenn sie versagt, wird sie das wieder hören. Nicht wahr, so war es doch, Frau Bundesministerin? – Es ist ein ungeliebtes Ressort, das Frauenressort! Sie haben es als Landesrätin von Oberösterreich abgelehnt, als man es Ihnen angeboten hat, nicht wahr? Darauf können Sie nichts erwidern! In Anbetracht dessen wundert es mich nicht, daß bei den frauenpolitischen Themen absolut nichts weitergeht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Maier hat heute gesagt, daß die gewählten Mandatare schließlich die Volksvertreter sind und die Forderungen der Unterzeichner des Volksbegehrens nicht berücksichtigen müssen. Wenn die Sozialdemokratische Partei einen Abgeordneten hat, der so etwas im Zusammenhang mit dem Gentechnik-Volksbegehren behauptet, dann zeigt das, daß sie die Bürger wirklich nur als „Stimmvieh“ benützt. Die Bürger tun ihre Pflicht und Schuldigkeit bei den Wahlen, da werden sie vorher drei Monate lang betoniert, damit sie das Kreuzerl an der richtigen Stelle machen, und dann sollen sie wieder vier Jahre lang schweigen. – Das ist Ihr Verständnis von Demokratie und Ihr Verständnis eines Volksbegehrens! Da muß ich sagen: Die sozialdemokratische Fraktion hat sich heute im Zusammenhang mit dem Gentechnik-Volksbegehren entlarvt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Sie ist da!
Ich komme noch einmal auf etwas zurück, was heute schon ein paarmal angesprochen worden ist, nämlich auf Art. 7 Abs. 1 Bundes-Verfassungsgesetz. Frau Schaffenrath ist leider nicht mehr da. (Abg. Silhavy: Sie ist da!) Sie waren ganz erstaunt, weil wir heute gesagt haben, daß wir eine Verpflichtung zur tatsächlichen Gleichstellung haben wollen. – Wir haben unsere Meinung damals deswegen schriftlich deponiert, weil nur die Rede von einem Bekenntnis war. Und bevor man mit dem geplanten Bekenntnis in Abs. 2 den Abs. 1 des Art. 7 Bundes-Verfassungsgesetz derartig verwässert und fast aufhebt, ist es doch wirklich besser, wir belassen es so, wie es ist – es sei denn, es handelt sich um eine Verpflichtung. Darum, Frau Kollegin, haben wir in unserer schriftlichen Stellungnahme festgehalten, daß Art. 7 so bleiben soll, wie er ist. Denn er ist restriktiv genug, er muß nur exekutiert werden. So war es! (Abg. Schaffenrath: Zu dem Zeitpunkt, als Sie es abgelehnt haben, lag der Vorschlag der Koalitionsparteien noch gar nicht vor!) Es gab aber in den Medien schon diverse Signale, Frau Kollegin! Sie wissen, wie das läuft. Vor dem Ausschuß konnten wir all das schon den Zeitungen, der APA und der OTS entnehmen.
Abg. Schaffenrath: Zu dem Zeitpunkt, als Sie es abgelehnt haben, lag der Vorschlag der Koalitionsparteien noch gar nicht vor!
Ich komme noch einmal auf etwas zurück, was heute schon ein paarmal angesprochen worden ist, nämlich auf Art. 7 Abs. 1 Bundes-Verfassungsgesetz. Frau Schaffenrath ist leider nicht mehr da. (Abg. Silhavy: Sie ist da!) Sie waren ganz erstaunt, weil wir heute gesagt haben, daß wir eine Verpflichtung zur tatsächlichen Gleichstellung haben wollen. – Wir haben unsere Meinung damals deswegen schriftlich deponiert, weil nur die Rede von einem Bekenntnis war. Und bevor man mit dem geplanten Bekenntnis in Abs. 2 den Abs. 1 des Art. 7 Bundes-Verfassungsgesetz derartig verwässert und fast aufhebt, ist es doch wirklich besser, wir belassen es so, wie es ist – es sei denn, es handelt sich um eine Verpflichtung. Darum, Frau Kollegin, haben wir in unserer schriftlichen Stellungnahme festgehalten, daß Art. 7 so bleiben soll, wie er ist. Denn er ist restriktiv genug, er muß nur exekutiert werden. So war es! (Abg. Schaffenrath: Zu dem Zeitpunkt, als Sie es abgelehnt haben, lag der Vorschlag der Koalitionsparteien noch gar nicht vor!) Es gab aber in den Medien schon diverse Signale, Frau Kollegin! Sie wissen, wie das läuft. Vor dem Ausschuß konnten wir all das schon den Zeitungen, der APA und der OTS entnehmen.
Beifall bei den Freiheitlichen
Das würde den Frauen ein bißchen weiterhelfen. (Beifall bei den Freiheitlichen)
Abg. Aumayr: So ein Blödsinn!
†Abgeordnete Dr. Helga Konrad¦ (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Madl! Ihr Vorsitzender, der jetzt zwar nicht da ist, hat einmal ein frauenpolitisches Bekenntnis abgegeben, indem er gesagt hat, es gibt in jeder Beziehung einen führenden Teil und einen dienenden Teil. – Und mit dem dienenden Teil sind natürlich die Frauen gemeint! (Abg. Aumayr: So ein Blödsinn!) Ich halte das auch für einen Blödsinn! Da haben Sie recht! Ich halte das für einen ausgesprochenen Blödsinn! (Beifall bei der SPÖ.) Das sollten Sie zu gegebener Zeit, vielleicht auch öfters, Ihrem Vorsitzenden sagen! (Abg. Aumayr: Belegen Sie das!)
Beifall bei der SPÖ.
†Abgeordnete Dr. Helga Konrad¦ (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Madl! Ihr Vorsitzender, der jetzt zwar nicht da ist, hat einmal ein frauenpolitisches Bekenntnis abgegeben, indem er gesagt hat, es gibt in jeder Beziehung einen führenden Teil und einen dienenden Teil. – Und mit dem dienenden Teil sind natürlich die Frauen gemeint! (Abg. Aumayr: So ein Blödsinn!) Ich halte das auch für einen Blödsinn! Da haben Sie recht! Ich halte das für einen ausgesprochenen Blödsinn! (Beifall bei der SPÖ.) Das sollten Sie zu gegebener Zeit, vielleicht auch öfters, Ihrem Vorsitzenden sagen! (Abg. Aumayr: Belegen Sie das!)
Abg. Aumayr: Belegen Sie das!
†Abgeordnete Dr. Helga Konrad¦ (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Madl! Ihr Vorsitzender, der jetzt zwar nicht da ist, hat einmal ein frauenpolitisches Bekenntnis abgegeben, indem er gesagt hat, es gibt in jeder Beziehung einen führenden Teil und einen dienenden Teil. – Und mit dem dienenden Teil sind natürlich die Frauen gemeint! (Abg. Aumayr: So ein Blödsinn!) Ich halte das auch für einen Blödsinn! Da haben Sie recht! Ich halte das für einen ausgesprochenen Blödsinn! (Beifall bei der SPÖ.) Das sollten Sie zu gegebener Zeit, vielleicht auch öfters, Ihrem Vorsitzenden sagen! (Abg. Aumayr: Belegen Sie das!)
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das heißt, Sie und leider Gottes auch die anderen Frauen von der FPÖ versuchen, die Frauen für dumm zu verkaufen. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die Frauen merken das aber längst! Dennoch möchte ich hier noch einmal deutlich sagen, daß Sie zu fast allen Punkten des Frauen-Volksbegehrens nein gesagt haben und das dann als frauenpolitische Maßnahme verkaufen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Was haben denn die Männer von Ihrer Partei mit Ihnen gemacht? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Was haben denn die Männer von Ihrer Partei mit Ihnen gemacht? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Das heißt, Sie und leider Gottes auch die anderen Frauen von der FPÖ versuchen, die Frauen für dumm zu verkaufen. (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die Frauen merken das aber längst! Dennoch möchte ich hier noch einmal deutlich sagen, daß Sie zu fast allen Punkten des Frauen-Volksbegehrens nein gesagt haben und das dann als frauenpolitische Maßnahme verkaufen wollen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Aumayr: Was haben denn die Männer von Ihrer Partei mit Ihnen gemacht? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich weiß schon, daß Sie das nicht gerne hören. Sie sind gegen Frauenförderung, wenn es konkret wird. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.) Sie sind gegen konkrete Maßnahmen, wenn es darum geht, daß auch für Frauen Beruf und Familie vereinbar sein sollen. Sie sind gegen die Eigenständigkeit von Frauen. Darum geht es heute aber nicht, sondern es geht heute um Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Das wollen wir heute hier diskutieren! (Abg. Aumayr: Um welche Maßnahmen geht es? Nennen Sie mir eine einzige! – Zwischenruf des Abg. Ing. Nußbaumer. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich glaube Ihnen, daß Sie nicht wissen, um welche Maßnahmen es geht. Es geht um die Maßnahmen, die im Frauen-Volksbegehren aufgelistet sind. Um diese Maßnahmen geht es!
Abg. Aumayr: Um welche Maßnahmen geht es? Nennen Sie mir eine einzige! – Zwischenruf des Abg. Ing. Nußbaumer. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich weiß schon, daß Sie das nicht gerne hören. Sie sind gegen Frauenförderung, wenn es konkret wird. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.) Sie sind gegen konkrete Maßnahmen, wenn es darum geht, daß auch für Frauen Beruf und Familie vereinbar sein sollen. Sie sind gegen die Eigenständigkeit von Frauen. Darum geht es heute aber nicht, sondern es geht heute um Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Das wollen wir heute hier diskutieren! (Abg. Aumayr: Um welche Maßnahmen geht es? Nennen Sie mir eine einzige! – Zwischenruf des Abg. Ing. Nußbaumer. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich glaube Ihnen, daß Sie nicht wissen, um welche Maßnahmen es geht. Es geht um die Maßnahmen, die im Frauen-Volksbegehren aufgelistet sind. Um diese Maßnahmen geht es!
Abg. Aumayr: Warum sind Sie nicht mehr Frauenministerin?
Meine Damen und Herren! Ich muß sagen, wenn es das Frauen-Volksbegehren vor einem Jahr nicht gegeben hätte (Abg. Aumayr: Warum sind Sie nicht mehr Frauenministerin?) – das ist ohnedies schade (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) –, dann würde sich das Parlament nicht so intensiv mit Gleichstellungsmaßnahmen beschäftigen, wie es jetzt geschehen ist. Für viele war das sicher eine Nachhilfe in Fragen der Gleichstellung von Frauen und Männern. Wenn auch Sie das so genützt haben – umso besser!
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Ich muß sagen, wenn es das Frauen-Volksbegehren vor einem Jahr nicht gegeben hätte (Abg. Aumayr: Warum sind Sie nicht mehr Frauenministerin?) – das ist ohnedies schade (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) –, dann würde sich das Parlament nicht so intensiv mit Gleichstellungsmaßnahmen beschäftigen, wie es jetzt geschehen ist. Für viele war das sicher eine Nachhilfe in Fragen der Gleichstellung von Frauen und Männern. Wenn auch Sie das so genützt haben – umso besser!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir waren sehr froh darüber, daß Ihre Amtszeit kurz war!
Da Sie das erwähnt haben: Auch in meiner kurzen Zeit als Frauenministerin wurde ein Paket auf den Tisch gelegt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir waren sehr froh darüber, daß Ihre Amtszeit kurz war!) Ja, sie war etwas kurz, aber ich freue mich trotzdem, wenn Sie froh sind! – Dieses Paket beinhaltete genau die Forderungen, die wir heute wieder diskutieren. Es ging auch damals und in all den Folgejahren um die Forderung, die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern als Staatsziel in der Verfassung festzuschreiben. Es ging um konkrete Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Kindern für Frauen erleichtern oder überhaupt möglich machen sollen. Es ging um Modelle zur eigenständigen Existenzsicherung für Frauen, und es ging um konkrete Vorschläge zur Novellierung der einschlägigen Gleichbehandlungsgesetze.
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokratinnen werden die Forderungen des Frauen-Volksbegehrens jedenfalls nicht ad acta legen. Wir haben Anträge eingebracht, und wir werden intensiv in Richtung Gleichstellung der Geschlechter weiterarbeiten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir als oppositionelle Liberale sagen Ihnen, daß wir die Fragen des Frauen-Volksbegehrens selbstverständlich auch nicht von der Agenda nehmen. Wir werden vielmehr die Gangart verschärfen, insbesondere nachdem uns heute am Beginn der Debatte zwei Bundesministerinnen vorgeführt haben, was sie von parlamentarischen Usancen halten. Besonders bemerkenswert war das bei Frau Bundesministerin Gehrer, die bei den gesamten 35 Beratungsstunden in den Ausschüssen keine einzige Minute anwesend war, hier eine vergleichsweise überflüssige Wortmeldung abgegeben und sich dann gleich wieder entfernt hat. In der Debatte hat sie ihre Wortmeldung im übrigen damit begründet, daß sie in die Diskussion eingreifen will. Dazu kann ich sagen: Wenn jemand in die Diskussion eingreift, indem er ein Statement abgibt und sich dann verdrückt, dann sagt das alles über seine politische Gesinnung aus! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Immer das erste zuerst, das zweite danach! Ich bitte Sie, denken Sie darüber nach! Das Thema bleibt auf der Agenda. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Schaffenrath.
†Abgeordnete Ridi Steibl¦ (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mit einem Fax beginnen, das von einem Frauenverein aus Vorarlberg abgeschickt wurde. (Die Rednerin hält ein Blatt Papier in die Höhe, auf dem eine alte, Grimassen schneidende Frau abgebildet ist.) Ich glaube, dieses Bild allein zeigt, wie diskriminierend Frauen miteinander umgehen. Dieser Frauenverein wird noch von der öffentlichen Hand, sprich aus Mitteln des Frauenministeriums, gefördert. Das Bild dieser alten Frau allein zeigt meiner Meinung nach, daß von der vielzitierten Frauensolidarität nicht sehr viel vorhanden ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Schaffenrath.) Guten Morgen! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Schaffenrath.) Ich glaube, daß das nicht notwendig ist. Man soll sich das einmal genau anschauen und einmal darüber nachdenken, welche Frauengruppen welche Absicherung brauchen, meine Kolleginnen aus dem LIF. (Beifall bei der ÖVP.) Man sollte dem nicht soviel Beachtung schenken, es aber trotzdem erwähnen. (Abg. Dr. Mertel: Aber Sie haben unsere Beachtung darauf gezogen! Ich mache Sie darauf aufmerksam!)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Schaffenrath.
†Abgeordnete Ridi Steibl¦ (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mit einem Fax beginnen, das von einem Frauenverein aus Vorarlberg abgeschickt wurde. (Die Rednerin hält ein Blatt Papier in die Höhe, auf dem eine alte, Grimassen schneidende Frau abgebildet ist.) Ich glaube, dieses Bild allein zeigt, wie diskriminierend Frauen miteinander umgehen. Dieser Frauenverein wird noch von der öffentlichen Hand, sprich aus Mitteln des Frauenministeriums, gefördert. Das Bild dieser alten Frau allein zeigt meiner Meinung nach, daß von der vielzitierten Frauensolidarität nicht sehr viel vorhanden ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Schaffenrath.) Guten Morgen! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Schaffenrath.) Ich glaube, daß das nicht notwendig ist. Man soll sich das einmal genau anschauen und einmal darüber nachdenken, welche Frauengruppen welche Absicherung brauchen, meine Kolleginnen aus dem LIF. (Beifall bei der ÖVP.) Man sollte dem nicht soviel Beachtung schenken, es aber trotzdem erwähnen. (Abg. Dr. Mertel: Aber Sie haben unsere Beachtung darauf gezogen! Ich mache Sie darauf aufmerksam!)
Beifall bei der ÖVP.
†Abgeordnete Ridi Steibl¦ (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mit einem Fax beginnen, das von einem Frauenverein aus Vorarlberg abgeschickt wurde. (Die Rednerin hält ein Blatt Papier in die Höhe, auf dem eine alte, Grimassen schneidende Frau abgebildet ist.) Ich glaube, dieses Bild allein zeigt, wie diskriminierend Frauen miteinander umgehen. Dieser Frauenverein wird noch von der öffentlichen Hand, sprich aus Mitteln des Frauenministeriums, gefördert. Das Bild dieser alten Frau allein zeigt meiner Meinung nach, daß von der vielzitierten Frauensolidarität nicht sehr viel vorhanden ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Schaffenrath.) Guten Morgen! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Schaffenrath.) Ich glaube, daß das nicht notwendig ist. Man soll sich das einmal genau anschauen und einmal darüber nachdenken, welche Frauengruppen welche Absicherung brauchen, meine Kolleginnen aus dem LIF. (Beifall bei der ÖVP.) Man sollte dem nicht soviel Beachtung schenken, es aber trotzdem erwähnen. (Abg. Dr. Mertel: Aber Sie haben unsere Beachtung darauf gezogen! Ich mache Sie darauf aufmerksam!)
Abg. Dr. Mertel: Aber Sie haben unsere Beachtung darauf gezogen! Ich mache Sie darauf aufmerksam!
†Abgeordnete Ridi Steibl¦ (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mit einem Fax beginnen, das von einem Frauenverein aus Vorarlberg abgeschickt wurde. (Die Rednerin hält ein Blatt Papier in die Höhe, auf dem eine alte, Grimassen schneidende Frau abgebildet ist.) Ich glaube, dieses Bild allein zeigt, wie diskriminierend Frauen miteinander umgehen. Dieser Frauenverein wird noch von der öffentlichen Hand, sprich aus Mitteln des Frauenministeriums, gefördert. Das Bild dieser alten Frau allein zeigt meiner Meinung nach, daß von der vielzitierten Frauensolidarität nicht sehr viel vorhanden ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mertel und Schaffenrath.) Guten Morgen! (Beifall bei der ÖVP. – Neuerliche Zwischenrufe der Abg. Schaffenrath.) Ich glaube, daß das nicht notwendig ist. Man soll sich das einmal genau anschauen und einmal darüber nachdenken, welche Frauengruppen welche Absicherung brauchen, meine Kolleginnen aus dem LIF. (Beifall bei der ÖVP.) Man sollte dem nicht soviel Beachtung schenken, es aber trotzdem erwähnen. (Abg. Dr. Mertel: Aber Sie haben unsere Beachtung darauf gezogen! Ich mache Sie darauf aufmerksam!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Das mußt du dem Mühlbachler auch bestellen!
Deshalb ist jene Initiative, wonach die Betriebsinhaber verstärkt verpflichtet werden, mit dem Betriebsrat Frauenförderpläne abzusprechen, und umgekehrt die Betriebsräte die Verpflichtung haben, Frauenförderpläne einzufordern, für uns ein wichtiger Punkt. Es ist ein weiterer Schritt und auch eine Herausforderung für die Betriebsräte. Ich denke mir, die Gewerkschaft könnte sich verstärkt dafür einsetzen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Silhavy: Das mußt du dem Mühlbachler auch bestellen!)
Beifall bei der ÖVP.
Liebe Frau Kollegin Heidrun Silhavy! Für eine Frauenvorsitzende oder eine Gewerkschaftssekretärin ist das ein breites Feld der Betätigung. Ich freue mich auf all jene Betriebsräte, die sich nun für Frauenförderpläne in den Betrieben einsetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mertel: Was ist daran schlecht?
Es ist weiters interessant, daß die Frauenministerin ab 1999 in allen SPÖ-Ressorts die Vergabe an eben diese Vorgabe koppeln will. (Abg. Dr. Mertel: Was ist daran schlecht?) Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie das dann im Frauenministerium durchgeführt wird, denn dann müßten alle Frauenprojekte einmal klar deklarieren, welche Frauenförderprogramme oder Chancengleichheitsprogramme sie haben. Und es kommt noch etwas Besseres hinzu: daß es uns damit endlich einmal gelingt, zu erfahren, welche Projekte wirklich gefördert werden. Denn bei der letzten Anfrage zum Budget – dafür danke ich meiner Kollegin Apfelbeck aus der Steiermark – ist das nicht möglich gewesen.
Abg. Dr. Mertel: Aus Kärnten haben Sie nichts?
Liebe Frau Ministerin! Ich habe hier über 400 Adressen von Betrieben aus der Steiermark, aus Niederösterreich und aus Wien – Vorarlberg folgt in der nächsten Zeit –, die speziell diese Programme bereits haben. (Abg. Dr. Mertel: Aus Kärnten haben Sie nichts?) Ich wünsche mir, daß Sie aus diesen vier Bundesländern jeweils einen Betrieb herauspicken und diesen dann auch mit Ihren Fördermitteln unterstützen. Wir haben in dieser Richtung schon sehr viel getan, und ich bin sehr stolz darauf, daß wir speziell mit unserer Initiative „Taten statt Worte“, von der ich anfangs schon gesprochen habe, Vorfeldarbeit in bezug auf Frauenförderprogramme und Chancengleichheit in den Betrieben geleistet haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Liebe Frau Ministerin! Ich habe hier über 400 Adressen von Betrieben aus der Steiermark, aus Niederösterreich und aus Wien – Vorarlberg folgt in der nächsten Zeit –, die speziell diese Programme bereits haben. (Abg. Dr. Mertel: Aus Kärnten haben Sie nichts?) Ich wünsche mir, daß Sie aus diesen vier Bundesländern jeweils einen Betrieb herauspicken und diesen dann auch mit Ihren Fördermitteln unterstützen. Wir haben in dieser Richtung schon sehr viel getan, und ich bin sehr stolz darauf, daß wir speziell mit unserer Initiative „Taten statt Worte“, von der ich anfangs schon gesprochen habe, Vorfeldarbeit in bezug auf Frauenförderprogramme und Chancengleichheit in den Betrieben geleistet haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Steibl überreicht Bundesministerin Mag. Prammer das in der Rede erwähnte Handbuch.
Man muß sich das alles sehr genau anschauen, und ich kann Ihnen auch noch ein Handbuch mitgeben – es gibt auch eines seitens der Gewerkschaft –, das Ihnen sicher gute Dienste für die von Ihnen angestrebten Frauenförderpläne leisten wird. Ich denke, daß wir mit dem Ergebnis des Frauen-Volksbegehrens auf einem guten Weg sind. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit – und das nach 21 Uhr. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Steibl überreicht Bundesministerin Mag. Prammer das in der Rede erwähnte Handbuch.)
Abg. Dr. Khol: 10 Minuten ist sehr lieb!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Zu Wort gelangt nun Frau Abgeordnete Mag. Stoisits. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Khol: 10 Minuten ist sehr lieb!)
Abg. Tichy-Schreder: Das ist typisch! Was die Männer vernachlässigen, müssen die Frauen nachholen!
†Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits¦ (Grüne): Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich mit meinen eigentlichen Ausführungen beginne, muß ich eine mir durchaus sympathische, willkommene, aber doch Pflichtübung erfüllen. Kollege Öllinger hat zwar 15 Minuten lang einen Abänderungsantrag begründet, und es haben ihm auch alle aufmerksam gelauscht, aber er hat ihn formal nicht verlesen. Das muß ich jetzt nachholen. (Abg. Tichy-Schreder: Das ist typisch! Was die Männer vernachlässigen, müssen die Frauen nachholen!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Geh!
Das haben die Initiatorinnen getan. Über Parteigrenzen, über ideologisch festgefahrene Grenzen hinweg haben sie sich zusammengeschlossen und das Heft in die Hand genommen. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Geh!) Ich habe, da ich an vielen ihrer Veranstaltungen teilgenommen und viele kennengelernt habe, bemerkt, daß die Frauen, die sich engagiert haben, sehr wohl aus sehr unterschiedlichen weltanschaulichen Lagern gekommen sind. – Dieses Gebot haben sie also erfüllt. Sozusagen ein Pluspunkt.
Abg. Dr. Mertel: Klax.max!
Das ist etwas, was nicht zutrifft. Ganz schnell wurden die Frauenkoalitionen vergessen, aber nicht von den Initiatorinnen, sondern von den VolksvertreterInnen. Denn – heute ist schon so oft gesagt worden, man solle doch frauensolidarisch sein; auch ich habe es als nicht sehr frauensolidarisch bezeichnet, als sich Frau Ministerin Prammer und Frau Ministerin Gehrer zu Wort gemeldet haben – das Ergebnis, meine Damen und Herren, das herausgekommen ist, obwohl es eine so breite Frauenkoalition gegeben hat, das Ergebnis, das nun zur Umsetzung gelangt, ist ja wirklich ein Klacks. So schnell war eine Koalition vergessen. (Abg. Dr. Mertel: Klax.max!)
Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Der Bruno soll auch etwas machen!
Genau das geschieht aber in der Realität. Ständig werden Männer von Windeln und Geschirr ferngehalten und können so nicht das Glück der Windeln, der Teller und des Geschirrs erleben. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Der Bruno soll auch etwas machen!) Aber das machen nicht die sogenannten integren, netten und adretten Frauen und Damen, die sich eben nicht mit den mittlerweile schon pejorativ gewordenen Bezeichnungen Feministin, Emanze und so weiter abkanzeln lassen, sondern wer macht es? – Wir machen es! Wir Frauen im Hohen Haus leisten dem Vorschub, daß Männer von Tellern, Geschirr, Windeln und Kindern ferngehalten werden, weil wir genau jene positiven Maßnahmen, die zur Frauenförderung notwendig wären, nicht setzen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.
Genau das geschieht aber in der Realität. Ständig werden Männer von Windeln und Geschirr ferngehalten und können so nicht das Glück der Windeln, der Teller und des Geschirrs erleben. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Der Bruno soll auch etwas machen!) Aber das machen nicht die sogenannten integren, netten und adretten Frauen und Damen, die sich eben nicht mit den mittlerweile schon pejorativ gewordenen Bezeichnungen Feministin, Emanze und so weiter abkanzeln lassen, sondern wer macht es? – Wir machen es! Wir Frauen im Hohen Haus leisten dem Vorschub, daß Männer von Tellern, Geschirr, Windeln und Kindern ferngehalten werden, weil wir genau jene positiven Maßnahmen, die zur Frauenförderung notwendig wären, nicht setzen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Scheibner: Wer hat denn die Heindl abgesagelt?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gebe zu, daß mit der Änderung der Bundesverfassung, mit der Novelle zum Artikel 7, ein Versuch in diese Richtung gestartet wurde (Abg. Scheibner: Wer hat denn die Heindl abgesagelt?), aber ein meiner Ansicht nach völlig untauglicher. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wollten nicht Sie die Nachfolgerin der Frau Heindl werden?) Es ist ein völlig untauglicher Versuch, meine Damen und Herren, denn wenn man sich nicht einmal, obwohl es eine ganz glatte Mehrheit hier im Haus dazu gibt, zum Wort „verpflichten“ entschließen kann, sondern bei „Bekenntnissen“ bleibt – was ist von solchen Geboten dann tatsächlich zu halten? (Abg. Scheibner: Die Frau Heindl war nicht sehr begeistert!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wollten nicht Sie die Nachfolgerin der Frau Heindl werden?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gebe zu, daß mit der Änderung der Bundesverfassung, mit der Novelle zum Artikel 7, ein Versuch in diese Richtung gestartet wurde (Abg. Scheibner: Wer hat denn die Heindl abgesagelt?), aber ein meiner Ansicht nach völlig untauglicher. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wollten nicht Sie die Nachfolgerin der Frau Heindl werden?) Es ist ein völlig untauglicher Versuch, meine Damen und Herren, denn wenn man sich nicht einmal, obwohl es eine ganz glatte Mehrheit hier im Haus dazu gibt, zum Wort „verpflichten“ entschließen kann, sondern bei „Bekenntnissen“ bleibt – was ist von solchen Geboten dann tatsächlich zu halten? (Abg. Scheibner: Die Frau Heindl war nicht sehr begeistert!)
Abg. Scheibner: Die Frau Heindl war nicht sehr begeistert!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gebe zu, daß mit der Änderung der Bundesverfassung, mit der Novelle zum Artikel 7, ein Versuch in diese Richtung gestartet wurde (Abg. Scheibner: Wer hat denn die Heindl abgesagelt?), aber ein meiner Ansicht nach völlig untauglicher. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wollten nicht Sie die Nachfolgerin der Frau Heindl werden?) Es ist ein völlig untauglicher Versuch, meine Damen und Herren, denn wenn man sich nicht einmal, obwohl es eine ganz glatte Mehrheit hier im Haus dazu gibt, zum Wort „verpflichten“ entschließen kann, sondern bei „Bekenntnissen“ bleibt – was ist von solchen Geboten dann tatsächlich zu halten? (Abg. Scheibner: Die Frau Heindl war nicht sehr begeistert!)
Abg. Schieder – da das Licht beim Rednerpult leuchtet –: Was ist denn das für ein Licht?
Daher – das zum Schluß, da die Zeit eilt – wird es weiterhin so sein, daß, entgegen den Vorschlägen meiner Kollegin Doris Pollet-Kammerlander, die einen Entschließungsantrag eingebracht hat, sprachliche Diskriminierungen nicht abgeschafft werden (Abg. Schieder – da das Licht beim Rednerpult leuchtet –: Was ist denn das für ein Licht?) und personenbezogene Bezeichnungen geschlechtsneutral oder männlich oder weiblich – je nachdem, wie es paßt, wie es sprachlich und auch gesetzes- und verwaltungstechnisch möglich wäre – nicht verpflichtend vorgeschrieben werden. (Abg. Schieder: Ist das freiwillige Redezeit?)
Abg. Schieder: Ist das freiwillige Redezeit?
Daher – das zum Schluß, da die Zeit eilt – wird es weiterhin so sein, daß, entgegen den Vorschlägen meiner Kollegin Doris Pollet-Kammerlander, die einen Entschließungsantrag eingebracht hat, sprachliche Diskriminierungen nicht abgeschafft werden (Abg. Schieder – da das Licht beim Rednerpult leuchtet –: Was ist denn das für ein Licht?) und personenbezogene Bezeichnungen geschlechtsneutral oder männlich oder weiblich – je nachdem, wie es paßt, wie es sprachlich und auch gesetzes- und verwaltungstechnisch möglich wäre – nicht verpflichtend vorgeschrieben werden. (Abg. Schieder: Ist das freiwillige Redezeit?)
Abg. Dr. Krüger: Das sind die wahren Probleme! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Nichts davon ist passiert! Die Passage ist immer noch schwammig, nichtssagend und so, daß man gerade noch ein bißchen den Schein wahrt. Außerdem steht drinnen, es können diese Formen verwendet werden. Darum werde ich, wenn ich mich an die Frau Landeshauptfrau Klasnic in der Steiermark wenden möchte, immer noch das Problem haben, wie ich sie brieflich anspreche. Schreibe ich „Sehr geehrter Herr Landeshauptmann“ oder „Sehr geehrte Frau Landeshauptmann“ oder etwa „Sehr geehrte Herr Landeshauptmann“? (Abg. Dr. Krüger: Das sind die wahren Probleme! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal die Leute, ob sie das interessiert?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mit diesem Wischiwaschi, das immerhin die Bundesverfassung ändert, werden Sie mir keine Lösung für mein Dilemma bieten. Und auch wenn es die Frau Landeshauptfrau der Steiermark möglicherweise nicht stört, daß sie nach dem Gesetz ein Mann ist (Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal die Leute, ob sie das interessiert?), so gibt es hoffentlich bald andere Landeshauptfrauen, die das sehr wohl stört. Vielleicht gehören diese dann einer Fraktion an, die einen gewissen Druck in diese Richtung macht. (Abg. Dr. Puttinger: Fragen Sie die Österreicher, ob sie das interessiert?) Das macht mir noch etwas Hoffnung!
Abg. Dr. Puttinger: Fragen Sie die Österreicher, ob sie das interessiert?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mit diesem Wischiwaschi, das immerhin die Bundesverfassung ändert, werden Sie mir keine Lösung für mein Dilemma bieten. Und auch wenn es die Frau Landeshauptfrau der Steiermark möglicherweise nicht stört, daß sie nach dem Gesetz ein Mann ist (Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal die Leute, ob sie das interessiert?), so gibt es hoffentlich bald andere Landeshauptfrauen, die das sehr wohl stört. Vielleicht gehören diese dann einer Fraktion an, die einen gewissen Druck in diese Richtung macht. (Abg. Dr. Puttinger: Fragen Sie die Österreicher, ob sie das interessiert?) Das macht mir noch etwas Hoffnung!
Beifall bei den Grünen.
Den Initiatorinnen des Frauen-Volksbegehrens möchte ich sagen: Bitte, geben Sie schlicht und einfach nicht auf! Der lange Atem und der Glaube an das aufklärerische Moment der Politik soll Ihnen nicht verlorengehen, auch nicht angesichts eines so mageren Ergebnisses! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Du bist ja auch einer davon! Das ist eindeutig!
†Abgeordneter Dr. Günther Kräuter¦ (SPÖ): Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich werde, ähnlich wie meine Vorrednerin, in meinem Beitrag auch einige Punkte aufzählen, die mir im Zusammenhang mit dem Volksbegehren und der Frauenpolitik wichtig sind. Mit dem Problem „Landeshauptmann oder Landeshauptfrau“ werde ich mich allerdings nicht beschäftigen. Diesen Punkt halte ich für nicht so wichtig. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Du bist ja auch einer davon! Das ist eindeutig!)
Abg. Dr. Fekter: Haben Sie das dem Finanzminister auch gesagt?
Was sind eigentlich die politischen Ursachen für das heutige Debakel für Frauenanliegen? – Es ist zum einen konservative Ideologie, zum anderen ein verklärtes Bild einer heilen Familienidylle, die in der Realität einfach nicht existiert – Menschen leben eben oft alleine, es gibt Alleinerzieher und Alleinerzieherinnen aus verschiedensten Gründen –, und der Kernpunkt ist meiner Ansicht nach das Übergewicht von Wirtschaftsinteressen. Das ist der beschämende Kernpunkt, meine Damen und Herren, denn trotz bester Konjunkturprognosen gibt es, wie auch das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung im März 1998 festgestellt hat, keine Bereitschaft der Wirtschaft, den Frauen, die wichtige Trägerinnen dieser Entwicklung sind, einen auch nur einigermaßen gerechten Ausgleich für die Zusatzbelastungen zuzugestehen; zum Beispiel dann, wenn es um die Ausdehnung der Behaltefrist nach dem Karenzurlaub geht – Punkt 9 des Volksbegehrens und SPÖ-Antrag (Abg. Dr. Fekter: Haben Sie das dem Finanzminister auch gesagt?) –, zum Beispiel, wenn es um die Verbesserung des Karenzgeldes für Alleinstehende geht – Punkt 7 des Volksbegehrens und SPÖ-Antrag (Abg. Dr. Fekter: Da haben wir nichts dagegen! Das ist scheinheilig! Er hätte zuzugeben, daß der Finanzminister nicht genug Geld hat?) –, oder dann – jetzt kommen die Unternehmer dran, Frau Kollegin Fekter –, wenn es um Erleichterungen bei den Teilzeitbeschäftigungen für Frauen geht, also zur Abwechslung einmal um Flexibilisierung für Frauen und nicht nur für Unternehmer.
Abg. Dr. Fekter: Da haben wir nichts dagegen! Das ist scheinheilig! Er hätte zuzugeben, daß der Finanzminister nicht genug Geld hat?
Was sind eigentlich die politischen Ursachen für das heutige Debakel für Frauenanliegen? – Es ist zum einen konservative Ideologie, zum anderen ein verklärtes Bild einer heilen Familienidylle, die in der Realität einfach nicht existiert – Menschen leben eben oft alleine, es gibt Alleinerzieher und Alleinerzieherinnen aus verschiedensten Gründen –, und der Kernpunkt ist meiner Ansicht nach das Übergewicht von Wirtschaftsinteressen. Das ist der beschämende Kernpunkt, meine Damen und Herren, denn trotz bester Konjunkturprognosen gibt es, wie auch das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung im März 1998 festgestellt hat, keine Bereitschaft der Wirtschaft, den Frauen, die wichtige Trägerinnen dieser Entwicklung sind, einen auch nur einigermaßen gerechten Ausgleich für die Zusatzbelastungen zuzugestehen; zum Beispiel dann, wenn es um die Ausdehnung der Behaltefrist nach dem Karenzurlaub geht – Punkt 9 des Volksbegehrens und SPÖ-Antrag (Abg. Dr. Fekter: Haben Sie das dem Finanzminister auch gesagt?) –, zum Beispiel, wenn es um die Verbesserung des Karenzgeldes für Alleinstehende geht – Punkt 7 des Volksbegehrens und SPÖ-Antrag (Abg. Dr. Fekter: Da haben wir nichts dagegen! Das ist scheinheilig! Er hätte zuzugeben, daß der Finanzminister nicht genug Geld hat?) –, oder dann – jetzt kommen die Unternehmer dran, Frau Kollegin Fekter –, wenn es um Erleichterungen bei den Teilzeitbeschäftigungen für Frauen geht, also zur Abwechslung einmal um Flexibilisierung für Frauen und nicht nur für Unternehmer.
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Später und inoffiziell sind die Damen zu mir gekommen und haben gesagt: Herr Kräuter! Wir sagen Ihnen, wie es wirklich ist: Es wird uns immer erst in der Vorwoche mitgeteilt, wie die Dienstzeit in der nächsten Woche ausschaut. Oft sind das drei Stunden am Vormittag, dann zwei Stunden am Nachmittag, das nächste Mal zwei Stunden Vormittag, fünf Stunden am Abend, dann wieder am Samstag. Natürlich bringt das allergrößte, nahezu unlösbare Probleme für die Familien und die Kinderbetreuung. Betriebsrat? (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.) – Wehe, wenn jemand im Betrieb dieses Wort auch nur in den Mund nimmt! Und der Geschäftsführer meint, wenn das jemandem nicht paßt – das ist natürlich inoffiziell –, dann kann er gleich seinen Mantel abgeben. Es warten genug andere. (Abg. Dietachmayr: Das ist die Realität!)
Abg. Dietachmayr: Das ist die Realität!
Später und inoffiziell sind die Damen zu mir gekommen und haben gesagt: Herr Kräuter! Wir sagen Ihnen, wie es wirklich ist: Es wird uns immer erst in der Vorwoche mitgeteilt, wie die Dienstzeit in der nächsten Woche ausschaut. Oft sind das drei Stunden am Vormittag, dann zwei Stunden am Nachmittag, das nächste Mal zwei Stunden Vormittag, fünf Stunden am Abend, dann wieder am Samstag. Natürlich bringt das allergrößte, nahezu unlösbare Probleme für die Familien und die Kinderbetreuung. Betriebsrat? (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.) – Wehe, wenn jemand im Betrieb dieses Wort auch nur in den Mund nimmt! Und der Geschäftsführer meint, wenn das jemandem nicht paßt – das ist natürlich inoffiziell –, dann kann er gleich seinen Mantel abgeben. Es warten genug andere. (Abg. Dietachmayr: Das ist die Realität!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Meine Damen und Herren! So etwas gibt es in einem Bundesland, in dem der Familienminister der ÖVP nie um schöne Worte verlegen ist, und in einem Bezirk, wo eine ÖVP-Abgeordnete, die auch diesem Hause angehört und sich hier vor zehn Minuten mit Selbstlob überschüttet hat, in einem Referat des Landes vorgibt, für Frauen und Mütter einzutreten. Es sind wirklich traurige Zustände! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Abschließend, Frau Kollegin Fekter: Für Fortschritte ist leider heute hier im Parlament der Weg versperrt! Aber es gibt auch gute Tage für die Frauen hier im Parlament. Ich erinnere an die Pensionsreform, bei welcher wirklich relevante Verbesserungen für die Frauen erzielt worden sind. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Daher, Frau Fekter, wird die SPÖ entschlossen, kämpferisch und glaubwürdig für die gerechte Sache der Frauen eintreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend, Frau Kollegin Fekter: Für Fortschritte ist leider heute hier im Parlament der Weg versperrt! Aber es gibt auch gute Tage für die Frauen hier im Parlament. Ich erinnere an die Pensionsreform, bei welcher wirklich relevante Verbesserungen für die Frauen erzielt worden sind. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Daher, Frau Fekter, wird die SPÖ entschlossen, kämpferisch und glaubwürdig für die gerechte Sache der Frauen eintreten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schieder: Das ist die traurige Wirklichkeit!
Frau Abgeordnete Konrad! Über eine Ihrer Äußerungen war ich sehr erstaunt: Sie haben quasi zwangsweise postuliert, daß in einer Partnerschaft der schwächere Teil die Frau ist. Jetzt weiß ich nicht: Ist das Ihr Gesellschaftsbild? Ist das das Gesellschaftsbild Ihrer Fraktion? (Abg. Schieder: Das ist die traurige Wirklichkeit!) Für uns gibt es durchaus Wechselwirkungen zwischen schwach und stark bei Frau und Mann. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Aber lassen wir das beiseite. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Frau Abgeordnete Konrad! Über eine Ihrer Äußerungen war ich sehr erstaunt: Sie haben quasi zwangsweise postuliert, daß in einer Partnerschaft der schwächere Teil die Frau ist. Jetzt weiß ich nicht: Ist das Ihr Gesellschaftsbild? Ist das das Gesellschaftsbild Ihrer Fraktion? (Abg. Schieder: Das ist die traurige Wirklichkeit!) Für uns gibt es durchaus Wechselwirkungen zwischen schwach und stark bei Frau und Mann. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Aber lassen wir das beiseite. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Abgeordnete Konrad! Über eine Ihrer Äußerungen war ich sehr erstaunt: Sie haben quasi zwangsweise postuliert, daß in einer Partnerschaft der schwächere Teil die Frau ist. Jetzt weiß ich nicht: Ist das Ihr Gesellschaftsbild? Ist das das Gesellschaftsbild Ihrer Fraktion? (Abg. Schieder: Das ist die traurige Wirklichkeit!) Für uns gibt es durchaus Wechselwirkungen zwischen schwach und stark bei Frau und Mann. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Aber lassen wir das beiseite. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Fuchs.
Hören Sie sich einmal an, was Ulli Simma, die Sprecherin von Global 2000, sagt. (Zwischenruf der Abg. Fuchs.) Sie sagt – Sie müssen mir jetzt zuhören! –: „Zudem hatten wir oft das Gefühl, daß die Regierung nach außen zwar sagte: Wir sind auf der Seite der Unterzeichner. Im Gesetz steht aber dann das, was die Industrielobby diktiert.“ – Beides stimmt: Ideologie und Lobbyismus verhindern seit Jahrzehnten eine wirklich effiziente Frauenpolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hören Sie sich einmal an, was Ulli Simma, die Sprecherin von Global 2000, sagt. (Zwischenruf der Abg. Fuchs.) Sie sagt – Sie müssen mir jetzt zuhören! –: „Zudem hatten wir oft das Gefühl, daß die Regierung nach außen zwar sagte: Wir sind auf der Seite der Unterzeichner. Im Gesetz steht aber dann das, was die Industrielobby diktiert.“ – Beides stimmt: Ideologie und Lobbyismus verhindern seit Jahrzehnten eine wirklich effiziente Frauenpolitik! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Oder: Laut einem Antrag soll die Ministerin eine Studie zur Einkommensentwicklung vorlegen. – Ich stelle fest: Das ist insgesamt eine typisch österreichische Nichtlösung von Problemen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Das ist auch nur ein Schlagwort!
Unser Grundsatz zu dieser ganzen Gleichbehandlungsthematik war immer, gleiche Entscheidungs‑ und Gestaltungsfreiheit für Männer und Frauen in vergleichbaren Situationen zu schaffen. (Abg. Dr. Fekter: Das ist auch nur ein Schlagwort!) Wir können nicht allen Punkten des Frauen-Volksbegehrens zustimmen, aber wir haben versucht, uns zu den wichtigen Punkten zu positionieren und effektive und rasch umsetzbare Lösungen aufzuzeigen.
Lebhafte Zwischenrufe.
Oder die Forderung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Das ist eine ganz klare, praktisch schon jahrhundertealte Forderung, die wir natürlich unterstützen. Wenn man dieser Forderung entsprechen will, kann eine Veränderung der Lohnpolitik in Österreich nur durch steuerliche Entlastung von Betrieben und Einkommen erfolgen. (Lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Schaffenrath: Was glauben Sie, wer zu Hause bleibt?
Eine weitere, für uns ganz wichtige Forderung ist die Entscheidungsfreiheit der Frau für Beruf und/oder Familie. Dies wird von uns schon seit Jahren durch den Kinderbetreuungsschecks eingefordert. Dieser Antrag betreffend Kinderbetreuungsscheck liegt aber noch immer im Ministerium von Minister Bartenstein zur Prüfung und wird nicht geprüft! (Abg. Schaffenrath: Was glauben Sie, wer zu Hause bleibt?) Ich habe gesagt: Entscheidung für Beruf und/oder Familie. Sie müssen mir schon zuhören, Frau Abgeordnete Schaffenrath! Das haben Sie auch im Ausschuß oft nicht getan. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine weitere, für uns ganz wichtige Forderung ist die Entscheidungsfreiheit der Frau für Beruf und/oder Familie. Dies wird von uns schon seit Jahren durch den Kinderbetreuungsschecks eingefordert. Dieser Antrag betreffend Kinderbetreuungsscheck liegt aber noch immer im Ministerium von Minister Bartenstein zur Prüfung und wird nicht geprüft! (Abg. Schaffenrath: Was glauben Sie, wer zu Hause bleibt?) Ich habe gesagt: Entscheidung für Beruf und/oder Familie. Sie müssen mir schon zuhören, Frau Abgeordnete Schaffenrath! Das haben Sie auch im Ausschuß oft nicht getan. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen von der Sozialdemokratie! Seit der Kreisky-Ära gibt es ein Staatssekretariat für Frauen, seit einigen Jahren gibt es ein Frauenministerium, und nach so vielen Jahren sozialdemokratischer Frauenpolitik treten wir noch immer auf derselben Stelle! Aber ich bin sehr froh, daß Frau Ministerin Prammer heute zu dem Schluß gekommen ist, daß tatsächlich noch viel zu tun ist. Eine überraschend gute Äußerung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Das liegt aber an Ihrer Rede und nicht an den Frauenfragen!
Noch immer aber stehen – wie Ihre Ministerin gesagt hat – die Frauen im Vorzimmer der Macht, noch immer gibt es viel zuwenig Frauen in leitenden Positionen, noch immer werden bei gleicher Qualifikation Männer den Frauen vorgezogen. – Herr Abgeordneter Kostelka schläft übrigens schon ein bei dieser Rede über die Qualifikation von Frauen! (Abg. Schieder: Das liegt aber an Ihrer Rede und nicht an den Frauenfragen!) Und was geschieht, wenn sich diese Frauen dann an die Gleichbehandlungskommission wenden, die Sie ja für so gut empfinden? – Dann werden sie finanziell abgefunden, aber das ändert an den Personalentscheidungen und an der Personalbesetzung überhaupt und absolut nichts!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! So wie diese Gleichbehandlungskommission keine kausale Änderung der Frauenproblematik oder Frauenpolitik zustande bringt, so wurden auch durch die Behandlung des Frauen-Volksbegehrens die Probleme überhaupt nicht gelöst. Das Begehren des Volkes als Stimme des Volkes ist den Regierenden und den Mächtigen einfach nicht mehr wichtig. Das wurde uns bei drei Volksbegehren ganz deutlich vor Augen geführt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es gibt keine gelebte direkte Demokratie. Denn eine sinnvolle Umsetzung eines Volksbegehrens kann nur dann stattfinden, wenn es nach dem Volksbegehren zwingend zu einer Volksabstimmung kommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Sie sind zu lange an der Macht! Sie haben vergessen, durch wen und für wen Sie regieren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Außerdem gefällt mir das Bild nicht, das heute gezeichnet wird. Wenn man hier einige Stunden lang zuhört, dann hat man das Gefühl, daß die Frauen eine schützenswerte Minderheit seien. Meine Damen! Wir sind keine schützenswerte Minderheit. Die Frauen machen mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.
Grundlage jeder erfolgreichen Entwicklung ist natürlich die Ausbildung. Hier sind wir auf gutem Wege. (Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.) Ja, sehr schön! Im universitären Bereich erhöhte sich die Anzahl der Absolventinnen auf 45 Prozent, der Anteil der Frauen bei den Erstinskribienten liegt schon bei 55 Prozent. Diese jungen Frauen werden ihre Plätze erobern, davon bin ich heute überzeugt!
Beifall bei der ÖVP.
In der Frauenpolitik ist es für mich sehr wichtig, eklatante Benachteiligungen der Frauen zu bekämpfen. Im Sozialrecht wurden zum Beispiel bei der letzten Änderung allen Frauen, die nach dem 1. September 1941 geboren sind, die Anspruchsvoraussetzungen für die Pension um fünf Jahre erhöht. Sie haben nicht damit gerechnet. Dies ist umso dramatischer, als diese Frauen – es trifft auch viele Frauen im landwirtschaftlichen Bereich, aber nicht nur dort – kaum die Möglichkeit haben, diese Voraussetzungen zu erfüllen, sondern gezwungen sein werden, um fünf Jahre länger im Berufsleben zu bleiben. Ich glaube, daß diese Maßnahme neben den daraus entstehenden familienpolitischen Nachteilen auch das Vertrauen der Frauen in die Sozialpolitik und Sozialgesetzgebung empfindlich gestört hat. Eine stufenweise Übergangslösung, gerade für diese vier Jahre, um die es sich hier handelt, wäre dringend notwendig, und ich fordere Sie auf, Frau Minister, sich dafür einzusetzen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Vorrednerinnen sind auf unsere Initiativanträge schon näher eingegangen. Wichtig scheint mir besonders der Entschließungsantrag betreffend Weiterentwicklung der gesetzlichen Pensionsversicherung in Richtung eigenständiger Alterssicherung für jede Frau zu sein. Es geht dabei sicherlich auch darum, Kindererziehungszeiten pensionsbegründend zu machen. Für mich wäre auch der Weg – er ist heute schon mehrmals angesprochen worden – des Kinderbetreuungsschecks, verknüpft mit der Verpflichtung, Pensionsbeiträge zu bezahlen, eine mögliche Lösung. Dann bestünde nämlich tatsächlich Wahlfreiheit für die Frauen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Manche werden sich jetzt denken: Jetzt redet die Letzte von gestern. Aber wenn Sie mit jungen Müttern reden und wenn Sie die Studie lesen, in der es heißt, daß über 80 Prozent der jungen Mütter es vorziehen würden, die ersten vier Jahre beim Kind zu bleiben, dann sind wir mit unseren Forderungen vielleicht die Ersten von morgen. Vielleicht gibt es ein Umdenken über die Wertigkeit, auch bei den Vätern. Denn auch die Väter gehören viel mehr zu den Kindern, als es bisher der Fall ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Heute haben wir hinsichtlich der Kinderbetreuung eine sehr ungerechte Situation. Denken Sie einmal darüber nach! Wenn ein Mann und eine Frau jeweils einen guten Beruf haben, sehr viel Geld verdienen und die Frau dieses Kind mit eineinhalb Jahren in die Kinderkrippe gibt, so zahlen sie dafür im Schnitt etwa 3 000 S monatlich, und die öffentliche Hand zahlt noch 12 000 S dazu. Hat eine Frau jedoch vier Kinder und bleibt bei diesen vier Kindern zu Hause, dann gibt es nur einen Verdiener und für die Kinderbetreuung gibt es nichts. Die Frau hat keine Möglichkeit, sich einen Pensionsanspruch zu erkaufen, und sie kann die Kindererziehungszeiten nirgends aufrechnen, weil kein Pensionsanspruch besteht. Ihre Kinder werden die Pensionen für Frauen zahlen, die keine Kinder aufgezogen haben, die eigene Mutter hat jedoch keinen Anspruch. Gerecht finde ich das nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Grünen verstehe ich in dieser Sache eigentlich nicht. Sie müßten in diesem Punkt eigentlich voll mit uns gehen. Ihr Grünen setzt euch für alles Schützenswerte ein – das gestehe ich euch auch ehrlich zu –: Ihr schützt die Kröte, ihr schützt den Haselnußstrauch, ihr wollt keine Natur aus zweiter Hand, aber die Kinder, das Wertvollste, das wir haben, sollen mit der zweitbesten Lösung vorliebnehmen, nämlich mit der staatlichen Kinderbetreuung. Das Beste und Natürlichste für jedes Kind ist in den ersten Jahren die Betreuung durch die eigene Mutter und den eigenen Vater. Dafür gibt es keinen Ersatz! (Beifall bei der ÖVP.) Ab dem vierten Lebensjahr ist es dann aber sinnvoll, daß die Kinder in den Kindergarten kommen.
Beifall bei der ÖVP.
Frau Minister! Ich ersuche Sie daher, Frauenpolitik umfassend zu sehen und sich für alle Berufsgruppen und alle Frauen einzusetzen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Überflüssig ist im Detail auch der zweite Satz, daß Maßnahmen – und so weiter – zulässig sind. – Natürlich sind Maßnahmen in dem Sinne, wie sie hier festgeschrieben sind, zulässig! Hier schlägt die Überflüssigkeit sogar in Schädlichkeit um, und zwar ganz gravierend, denn bisher jedenfalls waren derartige Maßnahmen klarerweise geboten. In jedem Grundrecht, auch wenn es ein subjektives öffentliches Recht geworden ist, steckt eine Staatszielbestimmung und damit ein Gebot. Das ist anhand verschiedener Beispiele nachweisbar. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) 5 Minuten, Frau Kollegin Fekter! Ich unterhalte mich gerne nachher mit Ihnen, unter anderem auch darüber!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Schließlich – und das ist schädlich –: Wenn man aus dem Wort „Maßnahmen“ herausliest, daß eine Quotenregelung geboten ist, dann widerspricht dieser – ich will ihn einmal so bezeichnen – kollektive Gleichheitsgrundsatz dem bisher individuellen Gleichheitsgrundsatz. Denn es könnte der Fall eintreten, daß man unter Bewerbern beider Geschlechter, verteilt auf mehrere Personen, einen bevorzugt, um eine Quote aufzufüllen, und den Besserqualifizierten, weil er nicht in die Quote fällt, nicht in Betracht zieht, was in diesem speziellen Fall gleichheitswidrig ist. Und wer sich zu unserem Grund- und Freiheitsrechten als individuelle Rechte und nicht als kollektive Rechte bekennt, der müßte dafür ein besonders geschärftes Auge haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Drittens: Im Volksbegehren wurde unter anderem begehrt, daß die tatsächliche Gleichstellung durch gesetzliche Maßnahmen herzustellen ist. Dafür gibt es einen ganzen Katalog, und dieser Katalog ist in dieser Form nicht umgesetzt worden. – Ich habe heute schon einmal gesagt: Volksbegehren müssen von uns als Auch-Souverän nicht eins zu eins umgesetzt werden. Aber wenn man die Einführung dieser Verfassungsbestimmung sozusagen als Trost für jene wertet, die das Volksbegehren unterschrieben haben, dann muß ich das, auch wenn ich jetzt das Wort „Mißbrauch der Verfassung“ nicht benützen will, doch als ein starkes Stück bezeichnen. Es ist ein starkes Stück, etwas in die Verfassung hineinzuschreiben, was legistisch dort überhaupt keinen Platz hat! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
†Abgeordnete Mag. Gisela Wurm¦ (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Ich hatte einen Traum. Ich hatte einen Traum, daß Frauen und Männer in diesem Staat tatsächlich gleichberechtigt leben werden, und zwar nicht erst 2020 oder gar erst 2050, wenn all das vielleicht endlich historisch gewachsen ist, sondern bereits in dieser Legislaturperiode. Ich hoffte, daß wir jetzt schon die Weichen stellen können. Ich hatte die Hoffnung, daß dieses vor zirka einem Jahr eingebrachte Volksbegehren, dieses 12 Punkte umfassende Frauenmanifest, die nötige Schubkraft bringen würde, damit Maßnahmengesetze beschlossen werden, mit welchen diese Forderungen umgesetzt werden, damit die konkrete Lebenssituation der Frauen in diesem Staat grundlegend zum Besseren verändert wird, die Benachteiligungen abgebaut und in weiterer Folge beseitigt werden. Für die Schaffung einer Geschlechterdemokratie – Kollege Kier hat das heute schon einmal angesprochen –, was etwas mit Gleichbehandlungs‑ und Gleichstellungspolitik und Gerechtigkeit zu tun hat, seine Kraft einzusetzen und darauf hinzuarbeiten, das lohnt sich allemal! (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich hatte einen Traum, nämlich daß sich die Frauen über die Parteigrenzen hinweg solidarisieren, daß sie sich bei den Männern ihrer Klubs durchsetzen und daß wir so die wesentlichen Punkte der Forderungen umsetzen werden können. Bei den Diskussionen im Unterausschuß sah es anfangs so aus und Frau konnte Hoffnung schöpfen, daß es funktionieren könnte, daß wir Parlamentarierinnen in einigen Punkten gemeinsam agieren, gemeinsam marschieren, kämpfen und auch einiges umsetzen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Krüger und Meischberger. – Abg. Dr. Karlsson, in Richtung der Freiheitlichen: Sie haben wohl schon zu tief ins Glas geguckt!
Meine Damen und Herren! Wir wollen einiges umsetzen für eine gemeinsame und gerechte Sache. (Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Krüger und Meischberger. – Abg. Dr. Karlsson, in Richtung der Freiheitlichen: Sie haben wohl schon zu tief ins Glas geguckt!) Jawohl, ich hatte diesen Traum, auch wenn Sie lachen! Doch dann kam die Ernüchterung: Frauenpolitik trennt die Parteien offenbar mehr als anderes. Die Trennlinien werden dabei klar und sichtbar. Es wurde klar, daß die konservative Mehrheit und die Sozialdemokratinnen Welten trennen. Es wurde klar, daß fortschrittliche Politikpositionen der ÖVP-Frauen, die es gab, im ÖVP-Klub nicht die Mehrheit finden konnten, sondern daß sich die diejenigen – das ist meine Beurteilung – durchgesetzt haben, die mit ihrem verzopften Frauenbild und ihren Uraltideologien schon Generationen von Frauen gepiesackt haben (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum) und die einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen, daß die gesellschaftliche Realität sie schon längst eingeholt hat und schon längst eine andere ist.
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum
Meine Damen und Herren! Wir wollen einiges umsetzen für eine gemeinsame und gerechte Sache. (Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Krüger und Meischberger. – Abg. Dr. Karlsson, in Richtung der Freiheitlichen: Sie haben wohl schon zu tief ins Glas geguckt!) Jawohl, ich hatte diesen Traum, auch wenn Sie lachen! Doch dann kam die Ernüchterung: Frauenpolitik trennt die Parteien offenbar mehr als anderes. Die Trennlinien werden dabei klar und sichtbar. Es wurde klar, daß die konservative Mehrheit und die Sozialdemokratinnen Welten trennen. Es wurde klar, daß fortschrittliche Politikpositionen der ÖVP-Frauen, die es gab, im ÖVP-Klub nicht die Mehrheit finden konnten, sondern daß sich die diejenigen – das ist meine Beurteilung – durchgesetzt haben, die mit ihrem verzopften Frauenbild und ihren Uraltideologien schon Generationen von Frauen gepiesackt haben (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum) und die einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen, daß die gesellschaftliche Realität sie schon längst eingeholt hat und schon längst eine andere ist.
Beifall bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.
Wo sind denn heute die Khols und Stummvolls auf der RednerInnenliste der ÖVP? Kein einziger von jenen ist auf der Rednerliste! Dennoch, sehr geehrte Damen und Herren, führen sie hier Regie. Ich spreche auch die rechtere Seite an: Wo sind die Haiders und Stadlers bei dieser ganzen Debatte gewesen? Sie sind nicht anwesend, die Haiders und Stadlers, die von einer Partnerschaft träumen, in der es einen führenden und einen dienenden Teil gibt! (Beifall bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe des Abg. Scheibner.
Wenn man Gleichstellungspolitik und Frauenpolitik ernst meint, dann muß man ernsthafte Vorschläge machen und diese auch umsetzen. Dabei helfen vorgeschlagene Abstrusitäten und Sonntagsreden nichts, in denen alles, was gut und teuer ist, befürwortet wird, denn die Vorschläge müssen auch in die Tat umgesetzt werden können! (Zwischenrufe des Abg. Scheibner.) Der Versorgungsausgleich ist deshalb keine gute Lösung, weil es, wie wir Ihnen bei den Ausschußsitzungen schon gesagt haben, auch unverheiratete Frauen gibt, die auch ein Recht auf eine würdige Altersversorgung haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Warum haben Sie sich mit unserem Konzept nicht auseinandergesetzt?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Warum haben Sie sich mit unserem Konzept nicht auseinandergesetzt?
Wenn man Gleichstellungspolitik und Frauenpolitik ernst meint, dann muß man ernsthafte Vorschläge machen und diese auch umsetzen. Dabei helfen vorgeschlagene Abstrusitäten und Sonntagsreden nichts, in denen alles, was gut und teuer ist, befürwortet wird, denn die Vorschläge müssen auch in die Tat umgesetzt werden können! (Zwischenrufe des Abg. Scheibner.) Der Versorgungsausgleich ist deshalb keine gute Lösung, weil es, wie wir Ihnen bei den Ausschußsitzungen schon gesagt haben, auch unverheiratete Frauen gibt, die auch ein Recht auf eine würdige Altersversorgung haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Warum haben Sie sich mit unserem Konzept nicht auseinandergesetzt?)
Abg. Mag. Stadler: Welcher Opa war das, von dem Sie vorhin gesprochen haben?
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich komme zum Schluß, denn die Zeit ist knapp bemessen: Was wir hier und heute beschließen ... (Abg. Mag. Stadler: Welcher Opa war das, von dem Sie vorhin gesprochen haben?) Welcher Opa war das? – Sie sind noch nicht Opa, aber auch nicht mehr rüstig!
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Was hier und heute beschlossen wird, kann nur als ein erster Schritt bezeichnet werden. Es ist schon viel geschehen, und zwar von seiten der Sozialdemokraten und -demokratinnen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Ich habe es schon bei der ersten Debatte zum Frauen-Volksbegehren gesagt: Im Frauen-Volksbegehren wären noch andere Forderungen gestanden, wenn sie am Ruder gewesen wären! (Abg. Mag. Stadler: Ich bin noch nicht Opa!) Ja, seien Sie froh!
Abg. Mag. Stadler: Ich bin noch nicht Opa!
Was hier und heute beschlossen wird, kann nur als ein erster Schritt bezeichnet werden. Es ist schon viel geschehen, und zwar von seiten der Sozialdemokraten und -demokratinnen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) Ich habe es schon bei der ersten Debatte zum Frauen-Volksbegehren gesagt: Im Frauen-Volksbegehren wären noch andere Forderungen gestanden, wenn sie am Ruder gewesen wären! (Abg. Mag. Stadler: Ich bin noch nicht Opa!) Ja, seien Sie froh!
Beifall bei der SPÖ.
Die weitergehenden Forderungen scheiterten an den Mehrheiten hier im Haus. Sie sind aber nicht vom Tisch, und ich habe nach wie vor einen Traum, für dessen Verwirklichung es sich zu kämpfen lohnt! (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Verabschieden möchte ich mich jetzt mit dem tirolerischen Gruß beziehungsweise fast Kampfruf: Frauen, ’s ischt Zeit! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Auch vom Opa hat man nichts gehört!
†Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Ministerin! – Frau Ministerin, so redselig wie heute hätte ich Sie eigentlich gerne im Ausschuß erlebt. Ich muß Kollegin Gatterer recht geben: Auch die SPÖ-Damen waren in den Unterausschüssen dermaßen schweigsam und zurückhaltend, daß man bis zum Schluß wirklich nicht gewußt hat, was sie eigentlich wollen! (Abg. Mag. Stadler: Auch vom Opa hat man nichts gehört!) Wenn Sie jetzt hergehen und uns die Schuld geben, daß nichts weitergegangen ist, dann ist das äußerst billig! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
†Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Ministerin! – Frau Ministerin, so redselig wie heute hätte ich Sie eigentlich gerne im Ausschuß erlebt. Ich muß Kollegin Gatterer recht geben: Auch die SPÖ-Damen waren in den Unterausschüssen dermaßen schweigsam und zurückhaltend, daß man bis zum Schluß wirklich nicht gewußt hat, was sie eigentlich wollen! (Abg. Mag. Stadler: Auch vom Opa hat man nichts gehört!) Wenn Sie jetzt hergehen und uns die Schuld geben, daß nichts weitergegangen ist, dann ist das äußerst billig! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich erinnere nur an die erste Unterausschußsitzung, Frau Ministerin: Sie waren nur ganz kurz anwesend, erinnern Sie sich? Sie hatten einen dringenden Termin in Graz. Sie hätten Ihrer Vorgängerin, Frau Kollegin Konrad, damals aus der Patsche helfen sollen. – Frau Ministerin! Sie waren nicht erfolgreich in Graz, Sie waren aber auch beim Frauen-Volksbegehren nicht erfolgreich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Ministerin! Sie haben dieses Frauen-Volksbegehren für sich vereinnahmt. Genau deswegen waren Sie nicht erfolgreich, Sie haben sich vielmehr dabei total übernommen. Denn Sie betreiben keine Frauenpolitik, sondern ganz schlicht und einfach sozialistische Ideologie. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fuchs: Hoffentlich!
Anders ist es einfach nicht erklärbar, daß Sie derartig heftig reagieren, wenn wir den Kinderbetreuungsscheck thematisieren. Den werde es nicht geben, haben Sie heute von der Regierungsbank aus gesagt. (Abg. Fuchs: Hoffentlich!)
Abg. Fuchs: Und was ist mit den anderen?
Ich möchte wirklich wissen, welche Argumente es gegen diesen Kinderbetreuungsscheck gibt. Frau Ministerin! Das würde Wahlfreiheit bedeuten. Es stört Sie aber, daß es dann wahrscheinlich keine staatliche Kindererziehung mehr gibt. Denn es könnten einige Frauen auf die Idee kommen, daß sie eigentlich bei ihren Kindern bleiben und die Erziehung nicht in Ihre Hände legen wollen. (Abg. Fuchs: Und was ist mit den anderen?) Das ist der einzige Grund! Sie wollen eine staatliche, eine ideologische Erziehung, und deshalb paßt Ihnen die Familie nicht. (Abg. Fuchs: Sie haben keine Ahnung! Nicht ein bißchen!)
Abg. Fuchs: Sie haben keine Ahnung! Nicht ein bißchen!
Ich möchte wirklich wissen, welche Argumente es gegen diesen Kinderbetreuungsscheck gibt. Frau Ministerin! Das würde Wahlfreiheit bedeuten. Es stört Sie aber, daß es dann wahrscheinlich keine staatliche Kindererziehung mehr gibt. Denn es könnten einige Frauen auf die Idee kommen, daß sie eigentlich bei ihren Kindern bleiben und die Erziehung nicht in Ihre Hände legen wollen. (Abg. Fuchs: Und was ist mit den anderen?) Das ist der einzige Grund! Sie wollen eine staatliche, eine ideologische Erziehung, und deshalb paßt Ihnen die Familie nicht. (Abg. Fuchs: Sie haben keine Ahnung! Nicht ein bißchen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist nicht in Ordnung, eine Politik zu machen, durch die die Leistungen jener Frauen, die sich dafür entscheiden – und das ist ihr ureigenstes Recht und ihre Pflicht –, für ihre Kinder dazusein und für sie zu sorgen, nicht mit einem einzigen Schilling abgegolten werden. Ich sage Ihnen, das ist wirklich ein Skandal! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie fördern Emanzipation auf Kosten der Kinder! Dafür wird es niemals eine Unterstützung der Freiheitlichen geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist nicht in Ordnung, eine Politik zu machen, durch die die Leistungen jener Frauen, die sich dafür entscheiden – und das ist ihr ureigenstes Recht und ihre Pflicht –, für ihre Kinder dazusein und für sie zu sorgen, nicht mit einem einzigen Schilling abgegolten werden. Ich sage Ihnen, das ist wirklich ein Skandal! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie fördern Emanzipation auf Kosten der Kinder! Dafür wird es niemals eine Unterstützung der Freiheitlichen geben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fuchs: Sagen Sie das bitte schön einer Erzieherin!
Wie notwendig die Erziehung der Kinder im Familienverband ist, ist bereits an allen Ecken und Enden zu erkennen. Lesen Sie überhaupt keine Zeitungen mehr? In der letzten Ausgabe von „Die Zeit“ steht: „Es sind unsere Kinder, die Gewalt nimmt unter Jugendlichen dramatisch zu.“ Heute in der „Kronen-Zeitung“: „Die Monster schlagen zurück. Immer mehr Jugendliche werden straffällig, drogenabhängig, schwerst straffällig.“ Oder in einer anderen Zeitung: „Kollektiverziehung macht krank!“ (Abg. Fuchs: Sagen Sie das bitte schön einer Erzieherin!) Nein! Wenn man durch die Politik den Kindern keine Möglichkeit gibt, in ihren ersten Jahren ihr Recht auf Geborgenheit, auf Liebe und auf Schutz zu bekommen, dann dürfen wir uns nicht wundern (Abg. Fuchs: Dazu gibt es so viele wissenschaftliche Studien!) – nein, Frau Kollegin! –, wenn es derartige Probleme mit unseren Jugendlichen gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fuchs: Dazu gibt es so viele wissenschaftliche Studien!
Wie notwendig die Erziehung der Kinder im Familienverband ist, ist bereits an allen Ecken und Enden zu erkennen. Lesen Sie überhaupt keine Zeitungen mehr? In der letzten Ausgabe von „Die Zeit“ steht: „Es sind unsere Kinder, die Gewalt nimmt unter Jugendlichen dramatisch zu.“ Heute in der „Kronen-Zeitung“: „Die Monster schlagen zurück. Immer mehr Jugendliche werden straffällig, drogenabhängig, schwerst straffällig.“ Oder in einer anderen Zeitung: „Kollektiverziehung macht krank!“ (Abg. Fuchs: Sagen Sie das bitte schön einer Erzieherin!) Nein! Wenn man durch die Politik den Kindern keine Möglichkeit gibt, in ihren ersten Jahren ihr Recht auf Geborgenheit, auf Liebe und auf Schutz zu bekommen, dann dürfen wir uns nicht wundern (Abg. Fuchs: Dazu gibt es so viele wissenschaftliche Studien!) – nein, Frau Kollegin! –, wenn es derartige Probleme mit unseren Jugendlichen gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie notwendig die Erziehung der Kinder im Familienverband ist, ist bereits an allen Ecken und Enden zu erkennen. Lesen Sie überhaupt keine Zeitungen mehr? In der letzten Ausgabe von „Die Zeit“ steht: „Es sind unsere Kinder, die Gewalt nimmt unter Jugendlichen dramatisch zu.“ Heute in der „Kronen-Zeitung“: „Die Monster schlagen zurück. Immer mehr Jugendliche werden straffällig, drogenabhängig, schwerst straffällig.“ Oder in einer anderen Zeitung: „Kollektiverziehung macht krank!“ (Abg. Fuchs: Sagen Sie das bitte schön einer Erzieherin!) Nein! Wenn man durch die Politik den Kindern keine Möglichkeit gibt, in ihren ersten Jahren ihr Recht auf Geborgenheit, auf Liebe und auf Schutz zu bekommen, dann dürfen wir uns nicht wundern (Abg. Fuchs: Dazu gibt es so viele wissenschaftliche Studien!) – nein, Frau Kollegin! –, wenn es derartige Probleme mit unseren Jugendlichen gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fuchs: Das ist sinnlos!
Wir wollen, daß jene Frauen, die sich für ihre Kinder Zeit nehmen, Zeit, Liebe und Geduld ... (Abg. Fuchs: Das ist sinnlos!) Nein, das ist nicht sinnlos! Sinnlos ist Ihre Politik. Wir wollen, daß die Leistungen dieser Frauen genauso abgegolten werden wie die einer berufstätigen Frau. (Abg. Fuchs: Die machen nichts mit ihren Kindern, die berufstätigen Frauen?!) Genau das wollen wir! Das paßt nicht in Ihre Ideologie, und darum scheitert jede Politik in diese Richtung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Fuchs: Die machen nichts mit ihren Kindern, die berufstätigen Frauen?!
Wir wollen, daß jene Frauen, die sich für ihre Kinder Zeit nehmen, Zeit, Liebe und Geduld ... (Abg. Fuchs: Das ist sinnlos!) Nein, das ist nicht sinnlos! Sinnlos ist Ihre Politik. Wir wollen, daß die Leistungen dieser Frauen genauso abgegolten werden wie die einer berufstätigen Frau. (Abg. Fuchs: Die machen nichts mit ihren Kindern, die berufstätigen Frauen?!) Genau das wollen wir! Das paßt nicht in Ihre Ideologie, und darum scheitert jede Politik in diese Richtung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir wollen, daß jene Frauen, die sich für ihre Kinder Zeit nehmen, Zeit, Liebe und Geduld ... (Abg. Fuchs: Das ist sinnlos!) Nein, das ist nicht sinnlos! Sinnlos ist Ihre Politik. Wir wollen, daß die Leistungen dieser Frauen genauso abgegolten werden wie die einer berufstätigen Frau. (Abg. Fuchs: Die machen nichts mit ihren Kindern, die berufstätigen Frauen?!) Genau das wollen wir! Das paßt nicht in Ihre Ideologie, und darum scheitert jede Politik in diese Richtung. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
die Rednerin deutet auf Abg. Fuchs
Es wird am Rednerpult ein Thema angeschnitten und massiv vertreten, worauf von dort hinten (die Rednerin deutet auf Abg. Fuchs) Äußerungen wie „Da spring’ ich Ihnen ins Gesicht“ kommen. (Abg. Mag. Peter: Das habe ich nicht gehört!) Ich muß Ihnen ganz ehrlich sagen, das entsetzt mich. (Abg. Mag. Peter: Das hat sie nicht gesagt! Da bin ich Zeuge!) Dann tut es mir leid, wenn ich das falsch verstanden habe. Es war für mich aber schon eine Aggressivität in der Tonlage erkennbar.
Abg. Mag. Peter: Das habe ich nicht gehört!
Es wird am Rednerpult ein Thema angeschnitten und massiv vertreten, worauf von dort hinten (die Rednerin deutet auf Abg. Fuchs) Äußerungen wie „Da spring’ ich Ihnen ins Gesicht“ kommen. (Abg. Mag. Peter: Das habe ich nicht gehört!) Ich muß Ihnen ganz ehrlich sagen, das entsetzt mich. (Abg. Mag. Peter: Das hat sie nicht gesagt! Da bin ich Zeuge!) Dann tut es mir leid, wenn ich das falsch verstanden habe. Es war für mich aber schon eine Aggressivität in der Tonlage erkennbar.
Abg. Mag. Peter: Das hat sie nicht gesagt! Da bin ich Zeuge!
Es wird am Rednerpult ein Thema angeschnitten und massiv vertreten, worauf von dort hinten (die Rednerin deutet auf Abg. Fuchs) Äußerungen wie „Da spring’ ich Ihnen ins Gesicht“ kommen. (Abg. Mag. Peter: Das habe ich nicht gehört!) Ich muß Ihnen ganz ehrlich sagen, das entsetzt mich. (Abg. Mag. Peter: Das hat sie nicht gesagt! Da bin ich Zeuge!) Dann tut es mir leid, wenn ich das falsch verstanden habe. Es war für mich aber schon eine Aggressivität in der Tonlage erkennbar.
Abg. Fuchs: Sie hat es nicht verstanden!
Ich persönlich habe den Eindruck gewonnen, daß die linke Seite dieses Hauses Kinderbetreuung für etwas geradezu Verabscheuungswürdiges hält. Frau Schaffenrath hat einmal zwischengerufen: Das Frauenfeindlichste, was es gibt und was es möglichst zu vermeiden gilt! (Abg. Fuchs: Sie hat es nicht verstanden!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Diese Meinung kann die ÖVP nicht teilen. Es tut mir leid, aber wir haben ein anderes Verständnis vom Dasein einer Frau und von Kinderbetreuung. Verstehen Sie mich nicht falsch! Gerade ich bin ein typisches Beispiel jener Frauen, die nicht zu Hause am Herd sein möchten. Aber ich bin stolz darauf, daß ich die Wahlfreiheit hatte. Diese Wahlfreiheit, nämlich sich entweder für ein Berufsleben oder für die Kinderbetreuung zu Hause zu entscheiden, müssen wir den Frauen ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nun zur Verfassungsbestimmung und zu der, wie mir scheint, nicht ganz fairen Argumentation der Freiheitlichen. Die Freiheitlichen haben zuerst Zustimmung signalisiert, und als wir dann auf ihre Forderung im Ausschuß hin in unserem Antrag den Ausdruck „Förderung der Chancengleichheit“ in „faktische Gleichstellung“ geändert haben, haben sie trotzdem nicht zugestimmt. Und heute kritisiert Kollege Brauneder von diesem Rednerpult aus eben dieses Wort „Gleichstellung“, das vorher sowohl von der freiheitlichen als auch von der linken Seite massiv gefordert worden war. Ich weiß nicht, wie wir uns hätten verhalten sollen, um Ihre Zustimmung zu bekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich betrachte das eher als Einschränkung, denn mit dem dezidierten Voranstellen von Gebietskörperschaften kommt es zu einer Beschränkung auf den öffentlichen Dienst. Wir von der ÖVP hätten das nicht unbedingt gebraucht, aber es war leider notwendig, mit den Sozialdemokraten eine so einschränkende Lösung zu treffen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Alle Experten und Expertinnen waren sich darin einig, daß die Pflichten innerhalb der Familien der Grund dafür sind, daß Frauen gegenüber den Männern im Berufsleben bis zur Pension benachteiligt sind. – In dieser Frage haben wir, denke ich, keine Differenzen. Die Frauenerwerbsquote liegt in Österreich derzeit bei ungefähr 60,7 Prozent, ein Wert, der im europäischen Vergleich nicht besonders hoch ist. In der gegenwärtigen Situation nimmt die Frauenarbeitslosigkeit sogar noch zu, deshalb halte ich es für notwendig, die Frauen bei ihrer Rückkehr in die Berufstätigkeit nach der Karenz zu unterstützen. Die Verwirklichung der Forderung nach der Behaltefrist wäre dazu sehr notwendig gewesen. Auch die Umsetzung der Forderung nach der gesetzlich verpflichtenden Möglichkeit zur Teilzeitarbeit für Väter und Mütter wäre eine wichtige Sache gewesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist kein Problem, Frau Kollegin!
Ich bin enttäuscht, daß, wenn es um diese Fragen geht, sich die Familienpartei ÖVP sehr rasch in die Wirtschaftspartei ÖVP verwandelt. Da Herr Dr. Stummvoll in der gestrigen Budgetdebatte klargestellt hat, daß sich die österreichische Wirtschaft derzeit in einer sehr guten Lage befindet, müßte meiner Ansicht nach auch der österreichischen Wirtschaft daran gelegen sein, diesen kleinen Wunsch nach Teilzeitarbeit für Mütter und Väter, die gleichzeitig Betreuungspflichten haben, zu erfüllen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist kein Problem, Frau Kollegin!)
Beifall bei der SPÖ.
Wann können wir solche Forderungen stellen, wenn nicht in einer Zeit, in der die Wirtschaft halbwegs gut funktioniert? Ich finde es sehr enttäuschend, daß es nicht möglich war, das zu verwirklichen. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten werden nicht zulassen, daß die Interessen der Wirtschaft über die Interessen der Familie und des Privatlebens gestellt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin Bauer hat die sehr konstruktive Arbeit im Ausschuß angesprochen. Ich möchte das bestätigen. Auch die Diskussionen waren interessant. Es war eine gute Arbeit. Ich bedauere aber sehr und muß noch einmal wiederholen, was einige Kolleginnen bereits angesprochen haben: Offensichtlich war es in den Verhandlungen, auch mit Klubobmann Dr. Khol, trotzdem nicht möglich, wesentliche Punkte des Frauen-Volksbegehrens in die Tat umzusetzen. Insofern bleibt uns Sozialdemokratinnen nichts anderes übrig, als die vorliegenden Anträge, die wir zu den Themen „Teilzeitarbeit“ und „Behaltefrist“ eingebracht haben, auch weiterhin zu diskutieren und weiter zu behandeln. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy geht zum Rednerpult.
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Frau Abgeordnete, Sie haben noch eine Redezeit von 9 Minuten zur Verfügung. (Abg. Silhavy geht zum Rednerpult.) Ich habe zwar manchmal Sehbeschwerden, aber so weit kann ich schon noch unterscheiden.
Abg. Steibl: Ich habe nicht „Rechtswidrigkeit“ gesagt!
Ein kurze vierte Bemerkung zu Frau Steibl, die gemeint hat, eine Änderung des Vergabegesetzes in Richtung verpflichtender Berücksichtigung von Frauen sei verfassungswidrig, EU-rechtswidrig. (Abg. Steibl: Ich habe nicht „Rechtswidrigkeit“ gesagt!) – Das ist eine sehr defensive Argumentation. Hätten die GenkritikerInnen so agiert, das Verbot von Genmais wäre nie erreicht worden. Hätte die Sozialdemokratie am Anfang so argumentiert, würden wir heute noch 16 Stunden arbeiten. Dieses Argument zählt überhaupt nicht. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Ein kurze vierte Bemerkung zu Frau Steibl, die gemeint hat, eine Änderung des Vergabegesetzes in Richtung verpflichtender Berücksichtigung von Frauen sei verfassungswidrig, EU-rechtswidrig. (Abg. Steibl: Ich habe nicht „Rechtswidrigkeit“ gesagt!) – Das ist eine sehr defensive Argumentation. Hätten die GenkritikerInnen so agiert, das Verbot von Genmais wäre nie erreicht worden. Hätte die Sozialdemokratie am Anfang so argumentiert, würden wir heute noch 16 Stunden arbeiten. Dieses Argument zählt überhaupt nicht. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sind aber wirklich nicht die Probleme der Frauen, Frau Abgeordnete!
In einem fünften und letzten konkreten Punkt zur Nomenklatur: Ich frage jene, die es für egal halten, ob eine Bezeichnung männlich oder weiblich ist: Wenn es so egal ist, warum wird dann nicht einmal durchgängig die männliche Bezeichnung verwendet? – Bei bestimmten untergeordneten Funktionen von Frauen wurde das „in“ immer schon verwendet: die Bedienerin, die Wäscherin, die Büglerin, die Krankenschwester, das Stubenmädchen. Bei diesen Bezeichnungen gab es immer schon die weiblichen Formen. Nur bei der Frau Präsident oder der Frau Minister hat man das „in“ gerne verschwiegen. Sprache kann verräterisch sein! Ich schlage dringend vor, auch zu diesem Punkt gesetzliche Verpflichtungen einzuführen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sind aber wirklich nicht die Probleme der Frauen, Frau Abgeordnete!)
Abg. Nürnberger: Was ist denn schon wieder?
Ich weiß nicht, worüber Sie sich empören, Herr Kollege Nürnberger und andere. (Abg. Nürnberger: Was ist denn schon wieder?) Vielleicht ist Ihnen das nicht so wichtig. Es sollte aber gerade Sozialdemokraten interessieren. Abgeordneter Kräuter hat gesagt, es sei ein beschämendes Ergebnis, Frau Abgeordnete Wurm hatte einen Traum, und es wurde von Ihnen durchwegs behauptet, schuld seien vor allem die ÖVP und die FPÖ.
Abg. Silhavy: Kollege Brauneder hat aber etwas anderes gesagt!
Meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Fraktion! Ich sehe das anders. Sie wissen, daß es mittlerweile vier Parteien gibt, die eine etwas härtere und auch legistisch bessere Verfassungsbestimmung mittragen. (Abg. Silhavy: Kollege Brauneder hat aber etwas anderes gesagt!) Es wurde gesagt, auch die Kolleginnen und Kollegen der freiheitlichen Partei würden den von Grünen und Liberalen, von Frau Pollet-Kammerlander und von Frau Schaffenrath eingebrachten Antrag mittragen. Das wären vier Parteien mit einer satten Zweidrittelmehrheit.
Abg. Dr. Mertel: Das ist verhindert worden!
Meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Fraktion! Man fragt sich, wer denn eigentlich das Koalitionsabkommen ausverhandelt hat. War es denn die Sache der Frauen nicht wert, einen koalitionsfreien Raum zu vereinbaren? War wirklich nur die Promillegrenze und ein bißchen was sonst diesbezüglich durchsetzbar? (Abg. Dr. Mertel: Das ist verhindert worden!) Hätten Sie darum nicht auch so streiten können wie um die Anteilsrechte der Bank Austria? Oder sind die Frauen nicht so viel wert?
Abg. Mag. Stadler: Das stimmt! – Abg. Bures: Das stimmt nicht!
Es liegt hier und heute nur an der Sozialdemokratie! (Abg. Mag. Stadler: Das stimmt! – Abg. Bures: Das stimmt nicht!) Vier Parteien wären dafür, und es gibt keinen Grund und keine Entschuldigung, denn die ÖVP läßt wegen dieser zwei Worte nicht die Koalition platzen. Die Freiheitlichen werden sich bei der Abstimmung so verhalten. (Abg. Mag. Stadler: Ich kann Ihnen das bestätigen!) Sie bestätigen es. Alle werden so abstimmen. Wir werden namentlich abstimmen. Alle Abgeordneten dieser Partei werden namentlich abstimmen, so wie auch Sie, Frau Bures.
Abg. Mag. Stadler: Ich kann Ihnen das bestätigen!
Es liegt hier und heute nur an der Sozialdemokratie! (Abg. Mag. Stadler: Das stimmt! – Abg. Bures: Das stimmt nicht!) Vier Parteien wären dafür, und es gibt keinen Grund und keine Entschuldigung, denn die ÖVP läßt wegen dieser zwei Worte nicht die Koalition platzen. Die Freiheitlichen werden sich bei der Abstimmung so verhalten. (Abg. Mag. Stadler: Ich kann Ihnen das bestätigen!) Sie bestätigen es. Alle werden so abstimmen. Wir werden namentlich abstimmen. Alle Abgeordneten dieser Partei werden namentlich abstimmen, so wie auch Sie, Frau Bures.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Bures: Unser Antrag liegt im Haus!
Es ist immer wieder die mangelnde Bereitschaft der Sozialdemokratie zu erkennen, für irgendeinen inhaltlichen Punkt, für den sie einmal gestanden ist, auch wirklich zu kämpfen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Bures: Unser Antrag liegt im Haus!)
Abg. Dr. Khol: Ja, untereinander können wir gut!
Meine Damen und Herren! Es ist außerordentlich erfreulich, daß die Präsenz so perfekt ist, aber das erhöht natürlich wiederum die Schwierigkeit zu reden. (Abg. Dr. Khol: Ja, untereinander können wir gut!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Frau Kollegin Petrovic! Sie kennen unseren Antrag – ich gehe jedenfalls davon aus, daß Sie ihn gelesen haben – und wissen ganz genau, daß in Wahrheit der SPÖ-Antrag das Wort „bekennen“ und Ihrer das Wort „verpflichten“ beinhaltet hat. Daher kennen Sie auch die inhaltlichen Begründungen. Es wirkt sehr lustig, wenn die FPÖ sagt, sie geht mit Ihrem Antrag mit. Wenn man den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Brauneder gelauscht hat, dann ist man nicht zu dieser Auffassung gelangt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Also ich weiß nicht! Aber das ist die typische Art der FPÖ: Man weiß nicht, was sie eigentlich will und wohin sie geht. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.
Frau Kollegin Petrovic! Sie kennen unseren Antrag – ich gehe jedenfalls davon aus, daß Sie ihn gelesen haben – und wissen ganz genau, daß in Wahrheit der SPÖ-Antrag das Wort „bekennen“ und Ihrer das Wort „verpflichten“ beinhaltet hat. Daher kennen Sie auch die inhaltlichen Begründungen. Es wirkt sehr lustig, wenn die FPÖ sagt, sie geht mit Ihrem Antrag mit. Wenn man den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Brauneder gelauscht hat, dann ist man nicht zu dieser Auffassung gelangt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Also ich weiß nicht! Aber das ist die typische Art der FPÖ: Man weiß nicht, was sie eigentlich will und wohin sie geht. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.)
Abg. Steibl: Das allein ist noch kein Frauenförderungsprogramm!
Die Ausführungen der Frau Kollegin Gatterer zum Beispiel waren hochinteressant. Sie bedauert, daß zwei Ministerinnen nicht in der Lage sind, ein Modell einer Arbeitsbewertung zu finden. Frau Kollegin Steibl meinte, daß es in Zukunft die Aufgabe der Betriebsräte ist, Frauenförderungsprogramme umzusetzen. – Frau Kollegin Steibl! Was ist denn mit den Unternehmen? Wo waren Aussagen von Ihnen, Frau Steibl, oder irgend jemand anderem aus der ÖVP zu hören, als zum Zeitpunkt des Frauen-Volksbegehrens der Wirtschaftskammerpräsident der Steiermark eine sehr interessante Aussage getätigt hat? (Abg. Steibl: Das allein ist noch kein Frauenförderungsprogramm!)
Abg. Dr. Fekter: O ja! Ich bin ein typisches Beispiel dafür!
Herr Kollege Stummvoll! Vielleicht hören Sie nun genau zu, was Präsident Mühlbacher zum Frauen-Volksbegehren gesagt hat: Er unterschreibe nicht! Eine Frau müsse sich entscheiden, ob sie Karriere machen oder eine Frau sein wolle. – Also: Karriere oder Frau! Beides gibt es für die ÖVP offensichtlich nicht. (Abg. Dr. Fekter: O ja! Ich bin ein typisches Beispiel dafür!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Wir sind für die Wahlfreiheit der Frauen!
Frau Kollegin Fekter! Hören Sie zu! Mühlbacher von der Wirtschaftskammer Steiermark sagte weiters, viele Männer seien auch deswegen leistungsfähiger, weil sie ein geborgenes Zuhause hätten. – Das heißt, die Frau ist für die Hausarbeit zuständig. Dienet/herrschet, wie es auch die FPÖ vertritt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kukacka: Wir sind für die Wahlfreiheit der Frauen!)
Beifall bei der SPÖ.
Den Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ und der ÖVP, vor allem den Kolleginnen, möchte ich einen Gedankengang mitgeben: Selbstbewußte und im Leben stehende Männer haben mit Gleichbehandlung und Chancengleichheit kein Problem. Fördern Sie das Selbstbewußtsein Ihrer Abgeordnetenkollegen, dann werden wir in Zukunft die von uns hier im Haus eingebrachten Anträge bald umgesetzt haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
†Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler¦ (Freiheitliche): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Speziell meine Damen von der SPÖ! Es mag nicht in Ihr Weltbild passen, aber Frau Kollegin Petrovic hat völlig richtig berichtet. Präsident Brauneder hat Ihnen dargetan, warum mit dieser Verfassungsbestimmung und einem sich zur tatsächlichen Gleichberechtigung Bekennen für die Frauen nicht nur nichts gewonnen ist, sondern unter Umständen, Frau Ministerin, sogar noch etwas verloren wird. Das ist unsere, von Professor Brauneder sehr gut und fundiert begründete Meinung. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Gestatten Sie mir, Frau Kollegin Fekter, daß wir eine Meinung dazu haben! – Danke sehr.
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Daher sage ich Ihnen: Wir werden heute bei der namentlichen Abstimmung – deswegen wollen wir unter anderem namentlich abstimmen – für diesen Antrag eintreten. Er ist nämlich, wenn man eine derartige Staatszielbestimmung mit der Verpflichtung oder sozusagen mit dem Auftrag an die Gebietskörperschaften ausstattet, für eine Gleichstellung von Mann und Frau einzutreten, um Klassen besser! (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Frau Kollegin Fekter! Es ist ein Unterschied, ob ich ein Bekenntnis in eine Verfassungsbestimmung aufnehme oder einen Auftrag an die Gebietskörperschaften. Wenn Sie die Verfassung nur einmal durchgeblättert haben – vielleicht haben Sie einmal Muße dazu, es würde Ihnen als Vorsitzende des Justizausschusses nicht schaden! –, dann werden Sie kein einziges Glaubensbekenntnis darin gefunden haben beziehungsweise finden. Da verwechseln Sie etwas. Wenn irgendwo eine Staatszielbestimmung vorhanden ist, dann handelt es sich nur um einen Auftrag an die Gebietskörperschaften. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Sind Sie nicht meiner Meinung? Dann nennen Sie mir ein Bekenntnis in der Bundesverfassung! (Abg. Schieder: Da hat Stadler schon recht!) Natürlich! Es gibt darin ein derartiges Bekenntnis nicht, sondern es gibt Aufträge, es gibt Grundrechte und es gibt subjektiv öffentliche Rechte, die der einzelne durchsetzen kann. Das, was die Regierung heute vorhat, ist ein juristisches Novum, das aber zu Lasten der Frauen gehen wird! Da hat Kollege Brauneder völlig recht. Wenn man das ganz genau untersucht, dann sieht man, daß man den Frauen damit nicht nur keinen guten Dienst erweist, sondern unter Umständen sogar schadet. (Abg. Tichy-Schreder: Wenn Männer sagen, daß etwas zu Lasten der Frauen geht, dann stimmt etwas nicht!) Frau Kollegin! Sie haben doch die Möglichkeit, es juristisch besser zu argumentieren, als Frau, wenn Sie glauben, daß Sie gute Argumente für Ihr Bekenntnis in der Bundesverfassung haben.
Abg. Schieder: Da hat Stadler schon recht!
Frau Kollegin Fekter! Es ist ein Unterschied, ob ich ein Bekenntnis in eine Verfassungsbestimmung aufnehme oder einen Auftrag an die Gebietskörperschaften. Wenn Sie die Verfassung nur einmal durchgeblättert haben – vielleicht haben Sie einmal Muße dazu, es würde Ihnen als Vorsitzende des Justizausschusses nicht schaden! –, dann werden Sie kein einziges Glaubensbekenntnis darin gefunden haben beziehungsweise finden. Da verwechseln Sie etwas. Wenn irgendwo eine Staatszielbestimmung vorhanden ist, dann handelt es sich nur um einen Auftrag an die Gebietskörperschaften. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Sind Sie nicht meiner Meinung? Dann nennen Sie mir ein Bekenntnis in der Bundesverfassung! (Abg. Schieder: Da hat Stadler schon recht!) Natürlich! Es gibt darin ein derartiges Bekenntnis nicht, sondern es gibt Aufträge, es gibt Grundrechte und es gibt subjektiv öffentliche Rechte, die der einzelne durchsetzen kann. Das, was die Regierung heute vorhat, ist ein juristisches Novum, das aber zu Lasten der Frauen gehen wird! Da hat Kollege Brauneder völlig recht. Wenn man das ganz genau untersucht, dann sieht man, daß man den Frauen damit nicht nur keinen guten Dienst erweist, sondern unter Umständen sogar schadet. (Abg. Tichy-Schreder: Wenn Männer sagen, daß etwas zu Lasten der Frauen geht, dann stimmt etwas nicht!) Frau Kollegin! Sie haben doch die Möglichkeit, es juristisch besser zu argumentieren, als Frau, wenn Sie glauben, daß Sie gute Argumente für Ihr Bekenntnis in der Bundesverfassung haben.
Abg. Tichy-Schreder: Wenn Männer sagen, daß etwas zu Lasten der Frauen geht, dann stimmt etwas nicht!
Frau Kollegin Fekter! Es ist ein Unterschied, ob ich ein Bekenntnis in eine Verfassungsbestimmung aufnehme oder einen Auftrag an die Gebietskörperschaften. Wenn Sie die Verfassung nur einmal durchgeblättert haben – vielleicht haben Sie einmal Muße dazu, es würde Ihnen als Vorsitzende des Justizausschusses nicht schaden! –, dann werden Sie kein einziges Glaubensbekenntnis darin gefunden haben beziehungsweise finden. Da verwechseln Sie etwas. Wenn irgendwo eine Staatszielbestimmung vorhanden ist, dann handelt es sich nur um einen Auftrag an die Gebietskörperschaften. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Sind Sie nicht meiner Meinung? Dann nennen Sie mir ein Bekenntnis in der Bundesverfassung! (Abg. Schieder: Da hat Stadler schon recht!) Natürlich! Es gibt darin ein derartiges Bekenntnis nicht, sondern es gibt Aufträge, es gibt Grundrechte und es gibt subjektiv öffentliche Rechte, die der einzelne durchsetzen kann. Das, was die Regierung heute vorhat, ist ein juristisches Novum, das aber zu Lasten der Frauen gehen wird! Da hat Kollege Brauneder völlig recht. Wenn man das ganz genau untersucht, dann sieht man, daß man den Frauen damit nicht nur keinen guten Dienst erweist, sondern unter Umständen sogar schadet. (Abg. Tichy-Schreder: Wenn Männer sagen, daß etwas zu Lasten der Frauen geht, dann stimmt etwas nicht!) Frau Kollegin! Sie haben doch die Möglichkeit, es juristisch besser zu argumentieren, als Frau, wenn Sie glauben, daß Sie gute Argumente für Ihr Bekenntnis in der Bundesverfassung haben.
Beifall bei den Freiheitlichen, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wir sagen: Es muß einen Auftrag an die Gebietskörperschaften geben. Diesen Auftrag bringt nun der Antrag der Grünen und der Liberalen zum Ausdruck. Das haben Sie verpaßt! Das ist das Problem dabei, und daher werden wir heute bei der namentlichen Abstimmung diesem Antrag der Liberalen und der Grünen zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie, wovon reden Sie eigentlich?
Ein Schlagwort, das sehr häufig gebraucht wird, ist „Flexibilität“. Die Flexibilität ist heute schon einige Male angesprochen worden. Flexibilität wird von den Arbeitnehmern in allen Lebenslagen verlangt. Und wenn wir wollen, daß alle Mitglieder der Gesellschaft am Wirtschaftsleben teilnehmen können, dann darf man es meiner Ansicht nach nicht als Hürde sehen, wenn bestimmte gesetzliche Rahmenbedingungen, auf die ich noch eingehen werde, kommen. Ich betrachte das vielmehr auch als Möglichkeit der Wirtschaft. Ich sehe das Recht auf Teilzeitarbeit nicht als Hürde und als besondere Erschwernis für die Wirtschaft. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie, wovon reden Sie eigentlich?) Es ist dies eine Gewöhnungssache: Wenn sich jeder Arbeitnehmer an die Flexibilisierung zu gewöhnen hat, sich umzustellen und auf neue Situationen einzustellen hat, dann muß auch die Wirtschaft Flexibilität zeigen. – Die entsprechenden Anträge werden von uns eingebracht werden, und ich meine, daß wir diesen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit mit Rückkehrrecht in einen Vollzeitjob wirklich durchbringen sollten. Ich bitte hier um Gemeinsamkeit.
Beifall bei der SPÖ.
Ein besonderes Anliegen ist mir auch, daß die Behaltepflicht auf 26 Wochen nach Rückkehr aus der Karenzzeit ausgedehnt wird. Denn es ist vielen nicht geholfen, wenn sie nach der Schutzfrist von vier Wochen nicht mehr im Arbeitsverhältnis bleiben können. (Beifall bei der SPÖ.) Daran sollten wir arbeiten, und daran haben wir alle gemeinsam zu arbeiten, wenn wir wollen, daß alle am Wirtschaftsaufschwung teilnehmen. Zufrieden werden wir erst sein, wenn alle Frauen von dieser Forderung profitiert haben beziehungsweise profitieren können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein besonderes Anliegen ist mir auch, daß die Behaltepflicht auf 26 Wochen nach Rückkehr aus der Karenzzeit ausgedehnt wird. Denn es ist vielen nicht geholfen, wenn sie nach der Schutzfrist von vier Wochen nicht mehr im Arbeitsverhältnis bleiben können. (Beifall bei der SPÖ.) Daran sollten wir arbeiten, und daran haben wir alle gemeinsam zu arbeiten, wenn wir wollen, daß alle am Wirtschaftsaufschwung teilnehmen. Zufrieden werden wir erst sein, wenn alle Frauen von dieser Forderung profitiert haben beziehungsweise profitieren können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich halte es für unzulässig, diese Diskussion so zu führen. Bitte spielen Sie jetzt nicht die Bauern gegen die Frauen aus, sondern geben Sie den Frauen im Gesetz das, was sie verdienen! Geben Sie ihnen jenen Stellenwert, den sie brauchen, und geben Sie auch den Bauern jenen Stellenwert in den Gesetzen, den sie verdienen und brauchen, um überleben zu können! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum zweiten: Frau Abgeordnete Madl! Ich möchte nur der Wahrheit zum Durchbruch verhelfen: Nachdem ich auf die wortgetreue Wiedergabe meiner persönlichen Geschichte Wert lege, stelle ich klar: Als ich damals Landesrätin in Oberösterreich wurde, wurde mir zwar einerseits das Frauenressort durch einen Antrag des Herrn Landesrates Achatz angeboten, gleichzeitig wurde aber eine restlose Umverteilung der Kompetenzen innerhalb der Landesregierung vorgenommen, und mir wären als erster und einziger Frau so wesentliche Ressorts wie der Wohnbau abhanden gekommen und dorthin gewandert, von wo die Antragstellung ausging. Das verstehe ich nicht unter Frauenpolitik! (Beifall bei der SPÖ.) Denn Frauenpolitik bedeutet auch, daß man in allen Bereichen tätig und aktiv ist. Und ich konnte gerade als Wohnbaulandesrätin in diesen zwei Jahren sehr viel Frauenpolitik machen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Zum zweiten: Frau Abgeordnete Madl! Ich möchte nur der Wahrheit zum Durchbruch verhelfen: Nachdem ich auf die wortgetreue Wiedergabe meiner persönlichen Geschichte Wert lege, stelle ich klar: Als ich damals Landesrätin in Oberösterreich wurde, wurde mir zwar einerseits das Frauenressort durch einen Antrag des Herrn Landesrates Achatz angeboten, gleichzeitig wurde aber eine restlose Umverteilung der Kompetenzen innerhalb der Landesregierung vorgenommen, und mir wären als erster und einziger Frau so wesentliche Ressorts wie der Wohnbau abhanden gekommen und dorthin gewandert, von wo die Antragstellung ausging. Das verstehe ich nicht unter Frauenpolitik! (Beifall bei der SPÖ.) Denn Frauenpolitik bedeutet auch, daß man in allen Bereichen tätig und aktiv ist. Und ich konnte gerade als Wohnbaulandesrätin in diesen zwei Jahren sehr viel Frauenpolitik machen. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren Abgeordneten! Ich möchte noch einige Bemerkungen zur Kinderbetreuung in Richtung des Liberalen Forums machen, weil diese so oft angesprochen wurde: Ich bin keine Gegnerin privater Einrichtungen, aber ich würde mir von Ihnen wünschen, daß Sie auch nicht Gegnerinnen und Gegner von öffentlichen Einrichtungen sind, denn diese Botschaft kommt immer herüber. (Beifall bei der SPÖ.) Das fällt mir immer wieder auf.
Beifall bei der SPÖ.
Dazu sage ich Ihnen: Wir können nur zu einem flächendeckenden Angebot kommen, wenn wir wirklich alle möglichen Ressourcen, die wir anzubieten haben, kombinieren. (Beifall bei der SPÖ.) Es läuft gerade jetzt ein Projekt, das sehr spannend ist: Neutrale außenstehende Personen versuchen in einer bestimmten Region, verschiedene Einrichtungen verschiedener Kommunen, von den Tagesmüttern bis zu den Horten, so zu vernetzen, daß wir in diesem einen Gebiet im Rahmen dieses Projektes tatsächlich zu einem flächendeckenden Angebot kommen, und zwar für Kinder von eineinhalb Jahren bis zu dem Alter, in dem die Kinder das nicht mehr brauchen. Ich meine, daß es in der nächsten Zeit darum gehen wird, daß alle miteinander auch über diese Hürde springen, um die entsprechenden Angebote garantieren zu können.
Beifall bei der SPÖ.
Ich komme noch einmal – ich habe das heute schon bei meiner ersten Wortmeldung gesagt – zum Kinderbetreuungsscheck: Dieser ist keine Alternative, wenn entsprechende Einrichtungen nicht bestehen. Ein Scheck, der nicht eingelöst werden kann, weil es die Einrichtungen nicht gibt beziehungsweise diese nicht weiterentwickelt werden, ist nicht die Perspektive, die Frauen brauchen – auch die Männer nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Frauenförderung ist ein weiterer sehr wesentlicher Punkt und ein weiteres sehr wesentliches Standbein. Frauenförderung und Frauenförderpläne dürfen nicht mit Familienförderungsplänen verglichen werden. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, daß sich Betriebe unter dem Titel Frauenförderung der Familienförderung verschreiben und Rollen nur einzementiert und nicht aufgelöst werden. Genau das muß immer wieder hinterfragt und beobachtet werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Gredler: Auch in der Regierung!
In diesem Zusammenhang sind wesentliche, wichtige und sehr erfreuliche Ansätze im Nationalen Aktionsplan enthalten. Es wird natürlich eine große Herausforderung sein, all das mit Leben zu erfüllen und diese vielen Punkte in den nächsten fünf Jahren auch zügig umzusetzen. Ich finde es ganz wichtig, daß alle Punkte mit Frauenquoten versehen sind, denn die große Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, wie wir Frauen die Möglichkeit ... (Abg. Dr. Gredler: Auch in der Regierung!) Auch in der Regierung, Frau Abgeordnete! (Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Gredler.) Auch da muß sich etwas ändern, da gebe ich Ihnen hundertprozentig recht.
Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Gredler.
In diesem Zusammenhang sind wesentliche, wichtige und sehr erfreuliche Ansätze im Nationalen Aktionsplan enthalten. Es wird natürlich eine große Herausforderung sein, all das mit Leben zu erfüllen und diese vielen Punkte in den nächsten fünf Jahren auch zügig umzusetzen. Ich finde es ganz wichtig, daß alle Punkte mit Frauenquoten versehen sind, denn die große Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, wie wir Frauen die Möglichkeit ... (Abg. Dr. Gredler: Auch in der Regierung!) Auch in der Regierung, Frau Abgeordnete! (Demonstrativer Beifall der Abg. Dr. Gredler.) Auch da muß sich etwas ändern, da gebe ich Ihnen hundertprozentig recht.
Beifall bei der SPÖ.
Diese Perspektive gibt Hoffnung, daß wir nun – wie ich es heute schon bei der Gentechnik gesagt habe, ich wiederhole mich bereits – nicht an einem Endpunkt angelangt sind, sondern einen neuen Anfang setzen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer ruft die Namen der Abgeordneten auf und wiederholt diese zusammen mit dem jeweiligen Stimmverhalten der einzelnen Abgeordneten.
(Präsident Dr. Fischer ruft die Namen der Abgeordneten auf und wiederholt diese zusammen mit dem jeweiligen Stimmverhalten der einzelnen Abgeordneten.)
Die Schriftführerinnen Apfelbeck und Reitsamer nehmen die Stimmenzählung vor.
(Die Schriftführerinnen Apfelbeck und Reitsamer nehmen die Stimmenzählung vor.)
Der auf der Regierungsbank sitzende Bundesminister Dr. Einem schmunzelt.
†Präsident Dr. Heinz Fischer¦: Wir gelangen nun zu den Punkten 19 und 20 der Tagesordnung, über welche die Debatte unter einem durchgeführt wird. – Unter einem, Herr Minister! (Der auf der Regierungsbank sitzende Bundesminister Dr. Einem schmunzelt.)
Abg. Dr. Khol überreicht Abg. Rosemarie Bauer einen Strauß roter Rosen. – Die Abgeordneten der ÖVP applaudieren.
Es sind dies die Berichte des Ausschusses für Wissenschaft und Forschung über die Anträge 695/A und 731/A. (Abg. Dr. Khol überreicht Abg. Rosemarie Bauer einen Strauß roter Rosen. – Die Abgeordneten der ÖVP applaudieren.)
Abg. Dr. Stippel: Ja!
Auf eine mündliche Berichterstattung wurde verzichtet, hingegen ist zu Punkt 19 der Abgeordnete Dr. Stippel in meinem Croquis als Berichterstatter vorgesehen. Ist das ein Irrtum? (Abg. Dr. Stippel: Ja!) – Eine Berichterstattung wird also nicht gewünscht.
Abg. Schwarzenberger: Sie können trotzdem gratulieren!
†Abgeordneter Dr. Michael Krüger¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich kenne zwar nicht den Grund, der Herrn Klubobmann Khol veranlaßt hat, Frau Kollegin Bauer mit einem so schönen roten Blumenstrauß die Aufwartung zu machen. (Abg. Schwarzenberger: Sie können trotzdem gratulieren!) Welcher Grund es auch immer sein mag: Ich möchte mich dieser Gratulation sehr herzlich anschließen. (Heiterkeit und allgemeiner Beifall.) Ich weiß nicht, ob es ein Geburtstag ist oder eher ein Trost. (Abg. Dr. Khol: Nein! Eine Anerkennung! Die Anerkennung des Frauen-Volksbegehrens!) Ein Blumenstrauß, übergeben zum Zeichen des Trostes, weil Sie Ihre Frauenforderungen in diesem Haus nicht durchgebracht haben. – Sei es, wie es sei. Jedenfalls herzliche Gratulation!
Heiterkeit und allgemeiner Beifall.
†Abgeordneter Dr. Michael Krüger¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich kenne zwar nicht den Grund, der Herrn Klubobmann Khol veranlaßt hat, Frau Kollegin Bauer mit einem so schönen roten Blumenstrauß die Aufwartung zu machen. (Abg. Schwarzenberger: Sie können trotzdem gratulieren!) Welcher Grund es auch immer sein mag: Ich möchte mich dieser Gratulation sehr herzlich anschließen. (Heiterkeit und allgemeiner Beifall.) Ich weiß nicht, ob es ein Geburtstag ist oder eher ein Trost. (Abg. Dr. Khol: Nein! Eine Anerkennung! Die Anerkennung des Frauen-Volksbegehrens!) Ein Blumenstrauß, übergeben zum Zeichen des Trostes, weil Sie Ihre Frauenforderungen in diesem Haus nicht durchgebracht haben. – Sei es, wie es sei. Jedenfalls herzliche Gratulation!
Abg. Dr. Khol: Nein! Eine Anerkennung! Die Anerkennung des Frauen-Volksbegehrens!
†Abgeordneter Dr. Michael Krüger¦ (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich kenne zwar nicht den Grund, der Herrn Klubobmann Khol veranlaßt hat, Frau Kollegin Bauer mit einem so schönen roten Blumenstrauß die Aufwartung zu machen. (Abg. Schwarzenberger: Sie können trotzdem gratulieren!) Welcher Grund es auch immer sein mag: Ich möchte mich dieser Gratulation sehr herzlich anschließen. (Heiterkeit und allgemeiner Beifall.) Ich weiß nicht, ob es ein Geburtstag ist oder eher ein Trost. (Abg. Dr. Khol: Nein! Eine Anerkennung! Die Anerkennung des Frauen-Volksbegehrens!) Ein Blumenstrauß, übergeben zum Zeichen des Trostes, weil Sie Ihre Frauenforderungen in diesem Haus nicht durchgebracht haben. – Sei es, wie es sei. Jedenfalls herzliche Gratulation!
Abg. Parnigoni: Wir haben nichts anderes vermutet!
Anfang Februar 1998 haben durchaus umstrittene Äußerungen des Wissenschaftsministers Widerhall in der Medienwelt gefunden. Es handelte sich um ein Interview in der Tageszeitung „Der Standard“. Diese Wortmeldungen wurden gemeinhin unter dem Terminus „Spitzelaffäre“ zusammengefaßt, und es gab fürwahr entsprechende Wortmeldungen in der öffentlichen Diskussion. Es war von Stasi-Mentalität und dergleichen die Rede. (Abg. Parnigoni: Wir haben nichts anderes vermutet!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Dem Herrn Bundesminister ist es aber nicht darum gegangen, sich davon zu distanzieren. Zwar gab es eine halbherzige Distanzierung des Sektionschefs Höllinger, das war eine Art geordneter Rückzug, aber eine Distanzierung von den geplanten untragbaren Bespitzelungstendenzen ist bis zum heutigen Tag nicht erfolgt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.)
Abg. Mag. Stadler spricht mit Präsident Dr. Fischer. – Abg. Parnigoni: Der Präsident kann nicht zuhören, weil ihn der Stadler stört!
Herr Präsident Fischer! Es ist für mich wirklich untragbar, wenn die Opposition einen Ausschußtermin dringend urgiert, der notwendig ist, weil alle, die Universitäten, Abgeordnete und Studierende, irritiert sind, aber kein Termin vereinbart werden kann. (Abg. Mag. Stadler spricht mit Präsident Dr. Fischer. – Abg. Parnigoni: Der Präsident kann nicht zuhören, weil ihn der Stadler stört!) Selbstverständlich ist in dieser Situation ein Ausschuß einzuberufen. (Abg. Parnigoni: Beschweren Sie sich doch endlich bei ihm!)
Abg. Parnigoni: Beschweren Sie sich doch endlich bei ihm!
Herr Präsident Fischer! Es ist für mich wirklich untragbar, wenn die Opposition einen Ausschußtermin dringend urgiert, der notwendig ist, weil alle, die Universitäten, Abgeordnete und Studierende, irritiert sind, aber kein Termin vereinbart werden kann. (Abg. Mag. Stadler spricht mit Präsident Dr. Fischer. – Abg. Parnigoni: Der Präsident kann nicht zuhören, weil ihn der Stadler stört!) Selbstverständlich ist in dieser Situation ein Ausschuß einzuberufen. (Abg. Parnigoni: Beschweren Sie sich doch endlich bei ihm!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Parnigoni! Ich weiß nicht, was Sie von Wissenschaft und vom Wissenschaftsausschuß verstehen, aber ich glaube, es hält sich in sehr engen Grenzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Sie haben moniert, Präsident Fischer höre Ihnen nicht zu! Das kann er gar nicht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es geht darum, daß es einen dringenden Bedarf gegeben hat. (Abg. Parnigoni: Sie haben moniert, Präsident Fischer höre Ihnen nicht zu! Das kann er gar nicht!)
Abg. Parnigoni: Diese Präpotenz können Sie irgendwo abgeben, aber nicht im Hohen Haus!
Herr Kollege Parnigoni! Auch wenn Sie noch so laut sprechen, Ihre Argumente werden nicht besser. Halten Sie sich eher zurück. Ich glaube, Sie verstehen nichts von dieser Materie. Lehnen Sie sich wieder ein bißchen zurück. (Abg. Parnigoni: Diese Präpotenz können Sie irgendwo abgeben, aber nicht im Hohen Haus!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ja, ja! Gut! Herr Kollege Parnigoni! Von Ihnen nehme ich diese Zensur nicht entgegen. Wenn Sie aber schon davon sprechen, dann muß ich sagen, das ehrt mich, denn das aus Ihrem Mund zu erfahren, kann ich nur als Ehrung empfinden, Herr Kollege. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Koalitionsparteien, insbesondere von der SPÖ! Sie mögen zwar politisch geschickt agiert haben, aber der Demokratie haben Sie einen denkbar schlechten Dienst erwiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie können dann natürlich sagen, daß die Festsetzung des Vorsitzes noch immer eine Mehrheitsentscheidung des Parlamentes ist. Ich lasse mich mit dieser Begründung auch gerne abberufen, denn ich hoffe und glaube, daß die Bevölkerung verstehen wird, daß man sich als Ausschußvorsitzender nicht zum Hampelmann der Koalition degradieren lassen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Krüger: Haben Sie gehört, was er gesagt hat?
Zum einen haben Sie Kollegen Parnigoni zu Unrecht zurechtgewiesen. Er hat nämlich nur auf etwas aufmerksam gemacht. (Abg. Dr. Krüger: Haben Sie gehört, was er gesagt hat?) Ja, ja. (Abg. Scheibner: Er spricht so undeutlich!) Er hat darauf aufmerksam gemacht, daß, während Sie den Präsidenten gebeten haben, ihm zuzuhören, Ihr geschäftsführender Klubobmann den Präsidenten die längste Zeit mit seinen Anliegen beschäftigt hat. (Abg. Mag. Stadler: Potz Blitz! Darf er denn das?!) So wichtig sind Ihrem Klubobmann offensichtlich die Abgeordneten der eigenen Fraktion!
Abg. Scheibner: Er spricht so undeutlich!
Zum einen haben Sie Kollegen Parnigoni zu Unrecht zurechtgewiesen. Er hat nämlich nur auf etwas aufmerksam gemacht. (Abg. Dr. Krüger: Haben Sie gehört, was er gesagt hat?) Ja, ja. (Abg. Scheibner: Er spricht so undeutlich!) Er hat darauf aufmerksam gemacht, daß, während Sie den Präsidenten gebeten haben, ihm zuzuhören, Ihr geschäftsführender Klubobmann den Präsidenten die längste Zeit mit seinen Anliegen beschäftigt hat. (Abg. Mag. Stadler: Potz Blitz! Darf er denn das?!) So wichtig sind Ihrem Klubobmann offensichtlich die Abgeordneten der eigenen Fraktion!
Abg. Mag. Stadler: Potz Blitz! Darf er denn das?!
Zum einen haben Sie Kollegen Parnigoni zu Unrecht zurechtgewiesen. Er hat nämlich nur auf etwas aufmerksam gemacht. (Abg. Dr. Krüger: Haben Sie gehört, was er gesagt hat?) Ja, ja. (Abg. Scheibner: Er spricht so undeutlich!) Er hat darauf aufmerksam gemacht, daß, während Sie den Präsidenten gebeten haben, ihm zuzuhören, Ihr geschäftsführender Klubobmann den Präsidenten die längste Zeit mit seinen Anliegen beschäftigt hat. (Abg. Mag. Stadler: Potz Blitz! Darf er denn das?!) So wichtig sind Ihrem Klubobmann offensichtlich die Abgeordneten der eigenen Fraktion!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Lesen Sie das Protokoll! – Abg. Mag. Stadler: Ich bin ganz zerknirscht!
Kollege Stadler! Ich halte das für eine Desavouierung jedes Abgeordneten, der um die Aufmerksamkeit des Präsidenten bittet, während Sie gleichzeitig zu ihm hinaufgehen. – Sie verlangen alles immer nur für sich. Sie verlangen für sich alles und sind selbst überhaupt nicht bereit, demokratische Spielregeln zu respektieren. Das ist Ihre Einstellung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Lesen Sie das Protokoll! – Abg. Mag. Stadler: Ich bin ganz zerknirscht!) Es ist mir Wurscht, was Sie sind. (Abg. Mag. Stadler: Na sehen Sie! Was reden Sie denn dann davon?!) Na wirklich! So wichtig sind Sie auch wieder nicht. Sie sind ja nicht das Zentrum dieses Hauses. (Abg. Mag. Stadler: So ist es! Kommen Sie endlich zur Sache!)
Abg. Mag. Stadler: Na sehen Sie! Was reden Sie denn dann davon?!
Kollege Stadler! Ich halte das für eine Desavouierung jedes Abgeordneten, der um die Aufmerksamkeit des Präsidenten bittet, während Sie gleichzeitig zu ihm hinaufgehen. – Sie verlangen alles immer nur für sich. Sie verlangen für sich alles und sind selbst überhaupt nicht bereit, demokratische Spielregeln zu respektieren. Das ist Ihre Einstellung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Lesen Sie das Protokoll! – Abg. Mag. Stadler: Ich bin ganz zerknirscht!) Es ist mir Wurscht, was Sie sind. (Abg. Mag. Stadler: Na sehen Sie! Was reden Sie denn dann davon?!) Na wirklich! So wichtig sind Sie auch wieder nicht. Sie sind ja nicht das Zentrum dieses Hauses. (Abg. Mag. Stadler: So ist es! Kommen Sie endlich zur Sache!)
Abg. Mag. Stadler: So ist es! Kommen Sie endlich zur Sache!
Kollege Stadler! Ich halte das für eine Desavouierung jedes Abgeordneten, der um die Aufmerksamkeit des Präsidenten bittet, während Sie gleichzeitig zu ihm hinaufgehen. – Sie verlangen alles immer nur für sich. Sie verlangen für sich alles und sind selbst überhaupt nicht bereit, demokratische Spielregeln zu respektieren. Das ist Ihre Einstellung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Krüger: Lesen Sie das Protokoll! – Abg. Mag. Stadler: Ich bin ganz zerknirscht!) Es ist mir Wurscht, was Sie sind. (Abg. Mag. Stadler: Na sehen Sie! Was reden Sie denn dann davon?!) Na wirklich! So wichtig sind Sie auch wieder nicht. Sie sind ja nicht das Zentrum dieses Hauses. (Abg. Mag. Stadler: So ist es! Kommen Sie endlich zur Sache!)
Abg. Mag. Stadler: Ja, jetzt kommt er zur Sache!
Zweitens (Abg. Mag. Stadler: Ja, jetzt kommt er zur Sache!): Kollege Krüger hat eingemahnt, daß wir, was die Festlegung eines Termines anlangt, ... (Abg. Mag. Stadler: Aber er hat keine Ahnung davon!) Vielleicht haben Sie, wenn Sie schon irgendwelche Angriffe starten, die Güte, einmal auch die Antwort anzuhören. Oder wissen Sie sie schon? (Abg. Mag. Stadler: Kommen Sie endlich zur Sache!) Wissen Sie sie schon? (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Aber er hat keine Ahnung davon!
Zweitens (Abg. Mag. Stadler: Ja, jetzt kommt er zur Sache!): Kollege Krüger hat eingemahnt, daß wir, was die Festlegung eines Termines anlangt, ... (Abg. Mag. Stadler: Aber er hat keine Ahnung davon!) Vielleicht haben Sie, wenn Sie schon irgendwelche Angriffe starten, die Güte, einmal auch die Antwort anzuhören. Oder wissen Sie sie schon? (Abg. Mag. Stadler: Kommen Sie endlich zur Sache!) Wissen Sie sie schon? (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Kommen Sie endlich zur Sache!
Zweitens (Abg. Mag. Stadler: Ja, jetzt kommt er zur Sache!): Kollege Krüger hat eingemahnt, daß wir, was die Festlegung eines Termines anlangt, ... (Abg. Mag. Stadler: Aber er hat keine Ahnung davon!) Vielleicht haben Sie, wenn Sie schon irgendwelche Angriffe starten, die Güte, einmal auch die Antwort anzuhören. Oder wissen Sie sie schon? (Abg. Mag. Stadler: Kommen Sie endlich zur Sache!) Wissen Sie sie schon? (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zweitens (Abg. Mag. Stadler: Ja, jetzt kommt er zur Sache!): Kollege Krüger hat eingemahnt, daß wir, was die Festlegung eines Termines anlangt, ... (Abg. Mag. Stadler: Aber er hat keine Ahnung davon!) Vielleicht haben Sie, wenn Sie schon irgendwelche Angriffe starten, die Güte, einmal auch die Antwort anzuhören. Oder wissen Sie sie schon? (Abg. Mag. Stadler: Kommen Sie endlich zur Sache!) Wissen Sie sie schon? (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist nicht zur Sache!
Zum Zweiten hat Kollege Krüger gesagt, daß wir nicht bereit gewesen seien, einen Ausschußtermin zu fixieren, und er hat angedroht, seinen Ausschußvorsitz zur Verfügung zu stellen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist nicht zur Sache!)
Abg. Mag. Stadler: Ich muß aber einmal hinausgehen! Darf ich das? – Abg. Dr. Nowotny: Das ist kindisch!
Zu den beiden Gesetzen, die hier anstehen: Die Entwicklung des Fachhochschul-Studiengesetzes verläuft überaus positiv. Mit der heutigen Änderung wird einer für diesen Bereich sehr großen Gruppe – man spricht von rund 60 000 HTL-Ingenieuren – die Möglichkeit geboten, eine Nachqualifizierung vorzunehmen. Es sind hier aber auch darüber hinausgehende Gruppen mit eingeschlossen. Das Neue an dieser Lösung ist, daß wir versuchen, das im wesentlichen in Form eines Fernstudiums anzubieten. Das heißt, es ist ausdrücklich im Gesetz festgeschrieben, daß diese Ausbildung im Bereich der Fernstudien absolviert werden muß. – Kollege Stadler! Bleiben Sie doch einmal auf Ihrem Platz sitzen! Oder fällt Ihnen das so schwer? (Abg. Mag. Stadler: Ich muß aber einmal hinausgehen! Darf ich das? – Abg. Dr. Nowotny: Das ist kindisch!) Na ja, wenn Sie müssen! (Abg. Dr. Gredler: Aber nur kurz! – Abg. Mag. Stadler: Ja oder nein? – Abg. Parnigoni: Gescheiter wäre es, wenn Sie gleich draußen blieben!)
Abg. Dr. Gredler: Aber nur kurz! – Abg. Mag. Stadler: Ja oder nein? – Abg. Parnigoni: Gescheiter wäre es, wenn Sie gleich draußen blieben!
Zu den beiden Gesetzen, die hier anstehen: Die Entwicklung des Fachhochschul-Studiengesetzes verläuft überaus positiv. Mit der heutigen Änderung wird einer für diesen Bereich sehr großen Gruppe – man spricht von rund 60 000 HTL-Ingenieuren – die Möglichkeit geboten, eine Nachqualifizierung vorzunehmen. Es sind hier aber auch darüber hinausgehende Gruppen mit eingeschlossen. Das Neue an dieser Lösung ist, daß wir versuchen, das im wesentlichen in Form eines Fernstudiums anzubieten. Das heißt, es ist ausdrücklich im Gesetz festgeschrieben, daß diese Ausbildung im Bereich der Fernstudien absolviert werden muß. – Kollege Stadler! Bleiben Sie doch einmal auf Ihrem Platz sitzen! Oder fällt Ihnen das so schwer? (Abg. Mag. Stadler: Ich muß aber einmal hinausgehen! Darf ich das? – Abg. Dr. Nowotny: Das ist kindisch!) Na ja, wenn Sie müssen! (Abg. Dr. Gredler: Aber nur kurz! – Abg. Mag. Stadler: Ja oder nein? – Abg. Parnigoni: Gescheiter wäre es, wenn Sie gleich draußen blieben!)
Beifall bei der SPÖ.
Auch zu später Stunde und nach einem anstrengenden Tag kann ich sagen: Hiemit sind uns zwei gute Gesetze gelungen, die die Universitäten wieder weiterbringen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lukesch: Das Liberale Forum ist aber nicht im Internet!
Ich möchte trotzdem ein Lob aussprechen, und zwar dafür, daß die Grundlagen der Studienförderung jetzt über das Internet abrufbar sind. Dafür möchte ich mich bedanken, Herr Bundesminister. (Abg. Dr. Lukesch: Das Liberale Forum ist aber nicht im Internet!) Nein? – Das tut mir leid. Ich lade Sie in mein Büro ein, da können wir dann nach Lust und Laune herumsurfen und werden alles mögliche finden. Wenn Sie jedoch meinen, daß ich Herrn Bundesminister Einem dieses Kompliment nicht aussprechen sollte, dann ist das Ihr Problem, Herr Kollege Lukesch.
Beifall beim Liberalen Forum.
Was ist jedoch geschehen? – Zwei Monate lang mußten wir warten, bis ein Termin zustande kam! Und es kann mir keiner einreden, daß der Herr Bundesminister keine Zeit hatte oder daß die zwei Herren von den Regierungsparteien keinen Termin gefunden haben. Ich habe es selbst erlebt, daß man mehr als einmal über meine Terminnöte hinweg gefahren ist. Ich habe mich daran gewöhnt, mich zu fügen. Allerdings müssen Sie sich daran gewöhnen, daß man, wenn die Opposition einmal verlangt, Dinge zu besprechen, die wirklich brisant sind, diesen Wunsch ebenfalls zu respektieren hat. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Gredler: Die Grenze war einmal bei 40 Jahren! – Zwischenruf der Abg. Schaffenrath.
Wir haben beim Studienförderungsgesetz versucht, auf die Lebensumstände Spätberufener einzugehen. Und ich freue mich, daß es insbesondere gelungen ist – auch im Zusammenhang mit der heutigen Diskussion über die Gleichstellung, Gleichbehandlung und Förderung der Frauen –, die Kindererziehungszeiten anzurechnen, wodurch die Altersgrenze für Spätberufene, für Mütter ebenso wie für Erwerbstätige, erhöht wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Gredler: Die Grenze war einmal bei 40 Jahren! – Zwischenruf der Abg. Schaffenrath.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens: Die kleine Novelle des Fachhochschul-Studiengesetzes wurde inhaltlich schon mit einem Höherqualifizierungsmotiv für unsere Ingenieure dargestellt. Es ist mir dabei ein besonderes Anliegen gewesen, endlich einmal Fernstudien verpflichtend einzuführen. Das entspricht einerseits den modernen Methoden des „distant learning“, und andererseits verhilft es auch der regionalen Chancengerechtigkeit, für die die ÖVP immer eingetreten ist, besser zum Durchbruch als die Konzentration an einzelnen Siedlungsschwerpunkten und in Hauptstädten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Krüger: Ist das Spitzelwesen?
Kollege Krüger! Über etwas wundere ich mich – wir haben es im Ausschuß schon angesprochen –, nämlich über die sogenannte Spitzelaffäre. Ich habe Ihnen damals gesagt, daß die Freiheitlichen gegen Lehrveranstaltungen und Prüfungen von mir opponiert und 1994 Anfragen an den Minister gerichtet haben, ob ich denn tatsächlich objektiv unterrichte oder meine Studierenden unter Umständen parteipolitisch indoktriniere. (Abg. Dr. Krüger: Ist das Spitzelwesen?) Genau das ist ein Spitzelwesen!
Beifall bei der ÖVP.
Wer sind Ihre Konfidenten? Wer sind Ihre Spitzel? – Das frage ich Sie! Und ich wäre wirklich erfreut, wenn Sie mir darauf eine Antwort geben könnten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher glaube ich, daß es ein guter Kompromiß ist, daß die Studienbeihilfe bis zum 35. Lebensjahr beantragt werden kann, was bedeutet, daß man bis zum 39. Lebensjahr oder zum Teil auch bis zum 40. Lebensjahr studieren kann. Daß man dafür eine bestimmte Zeit an Berufstätigkeit nachweisen muß, ist bestimmt nicht das Komplizierteste für einen werktätigen Studenten oder eine werktätige Studentin. – Das kann ich Ihnen sagen, denn ich war selbst davon betroffen! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Auch ich bin dafür, daß den HTL-Ingenieuren die Chance auf Höherqualifizierung möglichst rasch gegeben wird. Denn ich sehe ein, daß es den HTL-Ingenieuren, die meistens im Beruf, also in der Praxis stehen, nicht allzu schwer gemacht werden soll, dieses Ziel zu erreichen. Aber muß dieses Ziel unbedingt durch einen Fernstudienlehrgang erreichbar sein? (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich lade Sie alle herzlich dazu ein, diesem Antrag zuzustimmen! Denn damit ersparen wir uns möglicherweise eine weitere Reparatur. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Insgesamt betrachtet, meine Damen und Herren, eröffnet diese Novelle durch das Fernstudium an den Fachhochschulen einer großen Gruppe von Berufstätigen die Möglichkeit, die Schiene des lebensbegleitenden Lernens zu betreten und diese Möglichkeit wahrzunehmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bitte Sie, entweder diesem Antrag zuzustimmen oder allenfalls die Überlegungen noch einmal zurück an den Ausschuß zu verweisen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall der Abgeordneten Dr. Gredler und Schaffenrath.
†Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek¦ (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Lassen Sie mich nur einige Punkte richtigstellen: Für Dr. Grollitsch, seine Vorrednerin Dr. Gredler und andere ist jede Altersbeschränkung, jede Begrenzung, ob mit 30, 35 oder 40 Jahren, eine politische Setzung. Ja, so ist es. Sie ist aber, wie ich meine, wohlbegründet, denn es ließen sich auch Ideen entwickeln, wie zum Beispiel, es dürfe gar keine Altersbegrenzung für Stipendienbezieher geben. (Beifall der Abgeordneten Dr. Gredler und Schaffenrath.)
Abg. Dr. Gredler: Billige Polemik!
Ich würde in diesem Zusammenhang gerne ÖH-Vertreter – mit dem Kollegen Amon habe ich mich schon unterhalten – fragen, mit wieviel Freude er/sie bei den jüngeren zugunsten der älteren Studenten, der Seniorenstudenten, auf einen Teil des Stipendiums verzichten würde, falls es nun zu einer Umverteilung käme. (Abg. Dr. Gredler: Billige Polemik!)
Abg. Schaffenrath: Das ist auch nicht mehr lang! Nur mehr zwei Jahre!
Wenn man im Sinne von mehr Gerechtigkeit agieren will, muß man bei der Begrenzung von 35 Jahren bleiben. Alles, was in Richtung Phantasie geht, ist, denke ich, für das nächste Jahrtausend. (Abg. Schaffenrath: Das ist auch nicht mehr lang! Nur mehr zwei Jahre!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Diese Chance zur Weiterentwicklung der Didaktik und des lebenslangen Lernens sollten wir nützen und uns nicht fürchten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wir sollten meiner Ansicht nach überlegt die alte, gute und faire Tradition wieder aufgreifen, daß nämlich ein Regierungsmitglied im Hohen Haus nicht das letzte Wort haben soll. Nach der Rede eines Regierungsmitgliedes sollen noch Wortmeldungen von Abgeordneten, vor allem zumindest eines Oppositionsabgeordneten, folgen. Das ist eine Bitte eines Abgeordneten, der schon fast zwei Jahrzehnte lang in diesem Haus seinen Dienst versieht und die Dinge beobachtet. (Beifall bei den Freiheitlichen, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich höre schon einige Redner sagen, daß sie das alles nicht wollen. Es solle dort, wo es darauf ankommt, nämlich im Strafverfahren selbst, keine Besserstellung der Opfer geben. Man wolle nur alle über ihre Rechte aufklären. – Aber mit dem Aufklären allein sind wir bald fertig. Man braucht nur zu sagen: Sie haben keine Rechte! Damit hat man der Wahrheit entsprechend alle voll aufgeklärt. Das ist uns aber zuwenig. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Ofner: Das eine schließt das andere nicht aus!
Kollege Ofner! In Ihrem Antrag fehlt mir, wie man mit Situationen, die man zwar in der Öffentlichkeit kennt, mit denen wir uns allerdings noch nicht auseinandergesetzt haben, prozessual umgeht. Wir wissen alle, daß es eine Reihe von Vernehmungsmöglichkeiten im Strafverfahren gibt, die für das Opfer außerordentlich unangenehm sind und eher einen Spießrutenlauf bedeuten. Sie lassen das Opfer im Strafverfahren eigentlich zum zweiten Mal zum Opfer werden. Ich halte es für notwendig, daß wir uns damit auseinandersetzen, wie man diese Situation verbessern kann. Ich denke zum Beispiel an die Möglichkeit einer kontradiktorischen, schonenden Einvernahme. (Abg. Dr. Ofner: Das eine schließt das andere nicht aus!)
Abg. Dr. Ofner: Das habe ich gesagt!
Ich denke hier etwa an das Anbieten grundsätzlicher Verfahrenshilfe, und zwar unabhängig von der Einkommenssituation. – Das ist etwas, dem ich nichts abgewinnen kann. Wenn die Möglichkeit besteht, daß das Opfer bei einer Verurteilung des Beschuldigten, wenn dieser tatsächlich der Täter war, die ihm entstandenen Verfahrenskosten erstattet bekommt, so sind diese Kosten inkludiert. Sie sind verlangbar, und daher geht es in dieser Phase eigentlich darum, einen Vorschuß zu leisten oder nicht zu leisten. Man sollte das, denke ich, von der Einkommenssituation abhängig machen. (Abg. Dr. Ofner: Das habe ich gesagt!) Es steht aber nicht so im Antrag, Herr Kollege. (Abg. Mag. Stadler: So war es gemeint!) Wenn Sie es so meinen, dann habe ich kein Problem damit. (Abg. Mag. Stadler: Es ist aber so referiert worden!) Verehrter Kollege! Sie haben einen Antrag eingebracht. Dieser Antrag liegt so vor, Sie haben ihn nicht abgeändert. Ich kann dazu nur das sagen.
Abg. Mag. Stadler: So war es gemeint!
Ich denke hier etwa an das Anbieten grundsätzlicher Verfahrenshilfe, und zwar unabhängig von der Einkommenssituation. – Das ist etwas, dem ich nichts abgewinnen kann. Wenn die Möglichkeit besteht, daß das Opfer bei einer Verurteilung des Beschuldigten, wenn dieser tatsächlich der Täter war, die ihm entstandenen Verfahrenskosten erstattet bekommt, so sind diese Kosten inkludiert. Sie sind verlangbar, und daher geht es in dieser Phase eigentlich darum, einen Vorschuß zu leisten oder nicht zu leisten. Man sollte das, denke ich, von der Einkommenssituation abhängig machen. (Abg. Dr. Ofner: Das habe ich gesagt!) Es steht aber nicht so im Antrag, Herr Kollege. (Abg. Mag. Stadler: So war es gemeint!) Wenn Sie es so meinen, dann habe ich kein Problem damit. (Abg. Mag. Stadler: Es ist aber so referiert worden!) Verehrter Kollege! Sie haben einen Antrag eingebracht. Dieser Antrag liegt so vor, Sie haben ihn nicht abgeändert. Ich kann dazu nur das sagen.
Abg. Mag. Stadler: Es ist aber so referiert worden!
Ich denke hier etwa an das Anbieten grundsätzlicher Verfahrenshilfe, und zwar unabhängig von der Einkommenssituation. – Das ist etwas, dem ich nichts abgewinnen kann. Wenn die Möglichkeit besteht, daß das Opfer bei einer Verurteilung des Beschuldigten, wenn dieser tatsächlich der Täter war, die ihm entstandenen Verfahrenskosten erstattet bekommt, so sind diese Kosten inkludiert. Sie sind verlangbar, und daher geht es in dieser Phase eigentlich darum, einen Vorschuß zu leisten oder nicht zu leisten. Man sollte das, denke ich, von der Einkommenssituation abhängig machen. (Abg. Dr. Ofner: Das habe ich gesagt!) Es steht aber nicht so im Antrag, Herr Kollege. (Abg. Mag. Stadler: So war es gemeint!) Wenn Sie es so meinen, dann habe ich kein Problem damit. (Abg. Mag. Stadler: Es ist aber so referiert worden!) Verehrter Kollege! Sie haben einen Antrag eingebracht. Dieser Antrag liegt so vor, Sie haben ihn nicht abgeändert. Ich kann dazu nur das sagen.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege! Zusammenfassend: Es ist eine Diskussionsgrundlage. Aufgrund dieses Vorverfahrenspapiers gibt es breite Diskussionsmöglichkeiten. Wir werden alle gemeinsam danach trachten, eine signifikante Verbesserung der Rechte der Opfer zustande zu bringen. Unsere Hilfe haben Sie jedenfalls. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wabl: Zwei Minuten ist aber zuwenig!
†Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder¦: Weiters ist Frau Abgeordnete Dr. Fekter zu Wort gemeldet. Freiwillige Redezeit: 2 Minuten. (Abg. Wabl: Zwei Minuten ist aber zuwenig!) – Bitte, Frau Abgeordnete.
Abg. Dr. Ofner: Frau Kollegin, nur ein Wort! Die ist immer da!
Es ist erfreulich, daß bereits ein Diskussionsentwurf zur Reform der strafprozessuellen Vorverfahren vorliegt. (Abg. Dr. Ofner: Frau Kollegin, nur ein Wort! Die ist immer da!) Darin ist in einem Kapitel speziell darauf eingegangen worden, Privatkläger, Privatbeteiligte und Subsidiarkläger einer besseren Rechtsstellung zuzuführen. Ich glaube, daß wir ... (Abg. Dr. Ofner: Was haben Sie da in der Hand?)
Abg. Dr. Ofner: Was haben Sie da in der Hand?
Es ist erfreulich, daß bereits ein Diskussionsentwurf zur Reform der strafprozessuellen Vorverfahren vorliegt. (Abg. Dr. Ofner: Frau Kollegin, nur ein Wort! Die ist immer da!) Darin ist in einem Kapitel speziell darauf eingegangen worden, Privatkläger, Privatbeteiligte und Subsidiarkläger einer besseren Rechtsstellung zuzuführen. Ich glaube, daß wir ... (Abg. Dr. Ofner: Was haben Sie da in der Hand?)
Abg. Dr. Ofner: Kann ich das auch haben? Dann können wir vielleicht besser reden! Das ist der neue Stil der Regierung!
Der neue Diskussionsentwurf des Justizressorts wird heute der Presse vorgestellt werden und genau das, Herr Kollege Ofner, will ich Ihnen mitteilen. (Abg. Dr. Ofner: Kann ich das auch haben? Dann können wir vielleicht besser reden! Das ist der neue Stil der Regierung!) Er ist auch den Oppositionsparteien vom Justizressort zugegangen. (Abg. Dr. Ofner: Der Presse vielleicht!) Er wird ja erst heute vormittag der Presse vorgestellt. Dann werden wir ihn intensiv diskutieren können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Mit der Presse wahrscheinlich!)
Abg. Dr. Ofner: Der Presse vielleicht!
Der neue Diskussionsentwurf des Justizressorts wird heute der Presse vorgestellt werden und genau das, Herr Kollege Ofner, will ich Ihnen mitteilen. (Abg. Dr. Ofner: Kann ich das auch haben? Dann können wir vielleicht besser reden! Das ist der neue Stil der Regierung!) Er ist auch den Oppositionsparteien vom Justizressort zugegangen. (Abg. Dr. Ofner: Der Presse vielleicht!) Er wird ja erst heute vormittag der Presse vorgestellt. Dann werden wir ihn intensiv diskutieren können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Mit der Presse wahrscheinlich!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Mit der Presse wahrscheinlich!
Der neue Diskussionsentwurf des Justizressorts wird heute der Presse vorgestellt werden und genau das, Herr Kollege Ofner, will ich Ihnen mitteilen. (Abg. Dr. Ofner: Kann ich das auch haben? Dann können wir vielleicht besser reden! Das ist der neue Stil der Regierung!) Er ist auch den Oppositionsparteien vom Justizressort zugegangen. (Abg. Dr. Ofner: Der Presse vielleicht!) Er wird ja erst heute vormittag der Presse vorgestellt. Dann werden wir ihn intensiv diskutieren können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: Mit der Presse wahrscheinlich!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Meine Damen und Herren! Der vorliegende Antrag, der nun diskutiert wird, wird zusammen mit dem, was nun im Rahmen der Strafprozeßordnung in Vorbereitung ist, auch für die Liberalen eine seriöse Beratungsgrundlage sein. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Abg. Dr. Khol: Die wird er nicht brauchen, der Krüger, er ist ja ein Humanist! – Abg. Mag. Stadler: Wir haben immer zuwenig Redezeit!
†Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder¦: Eine weitere Wortmeldung liegt von Herrn Abgeordneten Dr. Krüger vor. Restredezeit Ihres Klubs: 7 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Khol: Die wird er nicht brauchen, der Krüger, er ist ja ein Humanist! – Abg. Mag. Stadler: Wir haben immer zuwenig Redezeit!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist eine Abstimmung in erster Lesung! – Abg. Dr. Khol: Er kennt den Akt nicht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diesen Antrag gibt es seit März 1996. Er hat das zweijährige Jubiläum gefeiert, ehe er im Ausschuß vorberaten und jetzt zur Abstimmung vorgelegt wurde. Ich verstehe eines nicht ... (Abg. Dr. Fekter: Das ist eine Abstimmung in erster Lesung! – Abg. Dr. Khol: Er kennt den Akt nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Das nennt man „die Kurve kratzen“! – Abg. Mag. Stadler: Rhetorische Fähigkeiten!
Herr Kollege Khol! Das ist noch viel schlimmer! Wenn ein Antrag zwei Jahre braucht, um auf die Tagesordnung des Hohen Hauses zu kommen, ist die parlamentarische Schande eigentlich noch viel größer, als wenn er schon zwei Jahre lang im Ausschuß vorbehandelt worden oder überhaupt abgestimmt worden wäre. Das ist noch viel ärger. Sie brauchen sich also nicht zu rühmen, Herr Kollege! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Das nennt man „die Kurve kratzen“! – Abg. Mag. Stadler: Rhetorische Fähigkeiten!)
Abg. Mag. Stadler: Nur ein kleiner Teil!
Es gab einmal in der Sozialdemokratie den Begriff „Vision“. Er wurde aber je nach Führung der Sozialdemokratie unterschiedlich gehandhabt. Sie wissen, es gab die Diskussion um die Vision der gefängnislosen Gesellschaft von Broda. Ich verhehle nicht, daß Justizminister Broda eine Reformpolitik eingeleitet hat, die teilweise durchaus ihre Berechtigung hatte. (Abg. Mag. Stadler: Nur ein kleiner Teil!) Im Bereich des Strafrechtes mit der Vision der gefängnislosen Gesellschaft jedenfalls nicht! Das ist überhaupt keine Frage! (Abg. Dr. Khol: Gott sei Dank!)
Abg. Dr. Khol: Gott sei Dank!
Es gab einmal in der Sozialdemokratie den Begriff „Vision“. Er wurde aber je nach Führung der Sozialdemokratie unterschiedlich gehandhabt. Sie wissen, es gab die Diskussion um die Vision der gefängnislosen Gesellschaft von Broda. Ich verhehle nicht, daß Justizminister Broda eine Reformpolitik eingeleitet hat, die teilweise durchaus ihre Berechtigung hatte. (Abg. Mag. Stadler: Nur ein kleiner Teil!) Im Bereich des Strafrechtes mit der Vision der gefängnislosen Gesellschaft jedenfalls nicht! Das ist überhaupt keine Frage! (Abg. Dr. Khol: Gott sei Dank!)
Abg. Mag. Stadler: Der braucht auch einen Arzt!
Die umgekehrte Interpretation allerdings, die man seinerzeit dem damaligen Bundeskanzler Vranitzky unterstellt hat oder auch wahrheitsgemäß wiedergegeben wurde, nämlich daß jemand, der Visionen hat, einen Arzt braucht, hieße, das Kind mit dem Bade auszuschütten. – Denn ich bin der Meinung, Politik kann nicht ganz ohne Visionen auskommen, da jemand, der keine Visionen hat, mittel- und langfristig auch keine Änderungen herbeiführen kann. (Abg. Mag. Stadler: Der braucht auch einen Arzt!) Vor allen Dingen aber müssen die Visionen von der Realität getragen werden, und es muß auch der Realität zum Durchbruch verholfen werden. (Abg. Dr. Khol: Schlußsatz!)
Abg. Dr. Khol: Schlußsatz!
Die umgekehrte Interpretation allerdings, die man seinerzeit dem damaligen Bundeskanzler Vranitzky unterstellt hat oder auch wahrheitsgemäß wiedergegeben wurde, nämlich daß jemand, der Visionen hat, einen Arzt braucht, hieße, das Kind mit dem Bade auszuschütten. – Denn ich bin der Meinung, Politik kann nicht ganz ohne Visionen auskommen, da jemand, der keine Visionen hat, mittel- und langfristig auch keine Änderungen herbeiführen kann. (Abg. Mag. Stadler: Der braucht auch einen Arzt!) Vor allen Dingen aber müssen die Visionen von der Realität getragen werden, und es muß auch der Realität zum Durchbruch verholfen werden. (Abg. Dr. Khol: Schlußsatz!)
Abg. Dr. Fekter – ein Schriftstück hochhaltend –: Doch, doch!
Wenn immer von Visionen die Rede ist, dann sollte endlich auch über jene – es ist tragisch, daß es noch immer eine Vision ist – eines verbesserten Opferschutzes die Rede sein. Ich höre immer nur, daß der Schwerpunkt in der Justizpolitik der Opferschutz sei. Aber in Wirklichkeit geschieht nichts! Es tut sich nichts! (Abg. Dr. Fekter – ein Schriftstück hochhaltend –: Doch, doch!) Ein Antrag liegt zwei Jahre vor. Endlich kommt er auf die Tagesordnung des Hohen Hauses, und dann wachelt Frau Kollegin Fekter stolz mit einem Papier in einem blauen Einband (Abg. Dr. Fekter: Das muß einem gefallen!) und sagt: Das ist die Diskussionsgrundlage! Wir stellen diese morgen vormittag vor.
Abg. Dr. Fekter: Das muß einem gefallen!
Wenn immer von Visionen die Rede ist, dann sollte endlich auch über jene – es ist tragisch, daß es noch immer eine Vision ist – eines verbesserten Opferschutzes die Rede sein. Ich höre immer nur, daß der Schwerpunkt in der Justizpolitik der Opferschutz sei. Aber in Wirklichkeit geschieht nichts! Es tut sich nichts! (Abg. Dr. Fekter – ein Schriftstück hochhaltend –: Doch, doch!) Ein Antrag liegt zwei Jahre vor. Endlich kommt er auf die Tagesordnung des Hohen Hauses, und dann wachelt Frau Kollegin Fekter stolz mit einem Papier in einem blauen Einband (Abg. Dr. Fekter: Das muß einem gefallen!) und sagt: Das ist die Diskussionsgrundlage! Wir stellen diese morgen vormittag vor.
Abg. Dr. Fekter: Ich nicht! Der Herr Justizminister!
Ihr habt durch das Ministerium die notwendige Legistik, aber es geschieht trotzdem nichts. (Abg. Dr. Fekter: Ich nicht! Der Herr Justizminister!) Das ist doch das Faktum! Es geschieht nichts! Im Zentrum des Interesses der Strafrechtspflege und der Justiz steht und stand der Täter, daran hat sich bis zum heutigen Datum noch nichts geändert. In der Volkspartei hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen, daß das auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Man soll jetzt etwas für die Opfer tun. In Wirklichkeit geschieht aber nichts.
Abg. Dr. Fekter: Wieviel Redezeit hast du noch?
Dieses Papier beinhaltet einen seriösen Vorschlag. Das wurde, wie ich glaube, dem Kollegen Ofner, von dem dieser Antrag in erster Linie stammt, allseits beschieden. Aber es ist zuwenig, Herr Kollege Jarolim, wenn Sie sagen, daß das eine Diskussionsgrundlage ist. Sie haben doch alle Möglichkeiten, diese Diskussionsgrundlage auch in entsprechende Anträge zu gießen mit Ihrer Legistik, die Ihnen zur Verfügung steht. Es kann nicht immer nur bei leeren Worten bleiben, die Worte müssen fraglos auch umgesetzt werden. (Abg. Dr. Fekter: Wieviel Redezeit hast du noch?) Frau Kollegin Fekter! Was war das für ein Zwischenruf? (Abg. Dr. Fekter: Wieviel Redezeit du noch hast!) – Liebe Kollegin Fekter! Ich habe deine Reden auch erdulden und ertragen müssen! Ich glaube, du solltest die Fairneß haben, auch die Letztausführungen meiner Rede zur Kenntnis zu nehmen.
Abg. Dr. Fekter: Wieviel Redezeit du noch hast!
Dieses Papier beinhaltet einen seriösen Vorschlag. Das wurde, wie ich glaube, dem Kollegen Ofner, von dem dieser Antrag in erster Linie stammt, allseits beschieden. Aber es ist zuwenig, Herr Kollege Jarolim, wenn Sie sagen, daß das eine Diskussionsgrundlage ist. Sie haben doch alle Möglichkeiten, diese Diskussionsgrundlage auch in entsprechende Anträge zu gießen mit Ihrer Legistik, die Ihnen zur Verfügung steht. Es kann nicht immer nur bei leeren Worten bleiben, die Worte müssen fraglos auch umgesetzt werden. (Abg. Dr. Fekter: Wieviel Redezeit hast du noch?) Frau Kollegin Fekter! Was war das für ein Zwischenruf? (Abg. Dr. Fekter: Wieviel Redezeit du noch hast!) – Liebe Kollegin Fekter! Ich habe deine Reden auch erdulden und ertragen müssen! Ich glaube, du solltest die Fairneß haben, auch die Letztausführungen meiner Rede zur Kenntnis zu nehmen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage noch einmal: Dieser strapazierte Begriff „Opferschutz“ ist eine Seifenblase – sonst gar nichts! Ohne Umsetzung nützt das überhaupt nichts! Das hat keinen Sinn und hilft keinem einzigen Opfer! Denn es hat sich bis zu den Opfern noch nicht durchgesprochen, daß es diese Vision gibt. Wenn hier nur mit einem blauen Papier gewachelt wird – wenngleich die Farbe sicherlich nicht schlecht gewählt ist –, dann nützt es nichts, wenn es dann an der Umsetzung mangelt. Es genügt nicht, wenn lediglich irgendwelche Absichtserklärungen in der Presse bekanntgegeben werden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Krüger kennt den Akt offenbar nicht!
†Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits¦ (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Um mit den Worten des Kollegen Krüger zu sprechen: Weil der Realität zum Durchbruch verholfen werden muß, muß ich Ihnen mitteilen: Dieser Antrag ist vom 26. Feber 1998 und nicht zwei Jahre alt, wie er gesagt hat! (Abg. Dr. Khol: Krüger kennt den Akt offenbar nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte nur noch mit einem Satz sagen, daß auch im Zuge der Diskussion um das Gesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie sehr viel von Opferschutz die Rede war und es auch diesbezüglich noch unerledigte Versprechen gibt. Ich hoffe, daß im Zusammenhang mit dem Antrag von Harald Ofner, aber auch mit der Diskussion um die Diversion, die ja kommen wird, den Versprechungen Rechnung getragen wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stadler: Jetzt kommt der „Höhepunkt“ des Tages! – Abg. Wabl – auf dem Weg zum Rednerpult in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Bitte keine Provokationen!
Zu Wort gelangt nun der Antragsteller, Herr Abgeordneter Wabl, mit einer Maximalredezeitbeschränkung von 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt kommt der „Höhepunkt“ des Tages! – Abg. Wabl – auf dem Weg zum Rednerpult in Richtung des Abg. Mag. Stadler –: Bitte keine Provokationen!)
Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie der Abg. Dr. Mertel.
†Abgeordneter Andreas Wabl¦ (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Eigentlich habe ich mir für heute erwartet, daß der Bundespräsident in seiner Loge sitzen wird, denn ich finde, daß sich ein echter Bürgerkandidat einmal um die Volksvertretung kümmern sollte! Hier werden nämlich Dinge verhandelt, von denen er sich einiges abschneiden und abschauen könnte. Bei den kritischen Reden von den ÖVP-Frauen, bei diesen absolut radikalfeministischen Ansätzen von Frau Rauch-Kallat und von Frau Bauer, wäre für Herrn Klestil was drinnen gewesen. Das sage ich Ihnen. (Beifall bei den Grünen, beim Liberalen Forum sowie der Abg. Dr. Mertel.)
Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.
Herr Wurmitzer! Peinlich wäre es für Herrn Klestil natürlich gewesen, wenn die Frauen und Mannen von Haider die Sozialdemokraten auf einmal links überholen. Das wäre insbesondere für Herrn Klestil ganz peinlich gewesen. (Zwischenruf des Abg. Wurmitzer.)
Abg. Rosemarie Bauer: Immer live dabei!
Ich habe mir nämlich gedacht: Was bedeutet diese vielsagende Meldung einer Zeitung vom Freitag, 17. April? – Übrigens bin ich froh, daß ich immer voll informiert bin, denn ich habe schon die Ausgabe vom 17. April vor mir. (Abg. Rosemarie Bauer: Immer live dabei!) Klestil sagt: „Künftig könnte ich kritischer sein.“ – Da habe ich mir gedacht: Wie schafft das ein Präsident, der möglicherweise gar nicht weiß, was kritisch ist? (Heiterkeit bei den Grünen.)
Heiterkeit bei den Grünen.
Ich habe mir nämlich gedacht: Was bedeutet diese vielsagende Meldung einer Zeitung vom Freitag, 17. April? – Übrigens bin ich froh, daß ich immer voll informiert bin, denn ich habe schon die Ausgabe vom 17. April vor mir. (Abg. Rosemarie Bauer: Immer live dabei!) Klestil sagt: „Künftig könnte ich kritischer sein.“ – Da habe ich mir gedacht: Wie schafft das ein Präsident, der möglicherweise gar nicht weiß, was kritisch ist? (Heiterkeit bei den Grünen.)
Abg. Dr. Schwimmer: Herr Präsident! Welches Thema wird jetzt eigentlich behandelt?
Meine Damen und Herren! Ich habe mir diesen Artikel dann näher angeschaut und festgestellt, daß er wirklich sehr interessant ist (Abg. Dr. Schwimmer: Herr Präsident! Welches Thema wird jetzt eigentlich behandelt?), selbstverständlich im Zusammenhang mit der Kurden-Problematik. Ich habe mir gedacht: Wie kann ich eine so staatstragende Partei und den Herrn Khol, den Katholiken und Christen (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Tautologie! – Abg. Dr. Mertel: Das heißt Pleonasmus!), irgendwie noch animieren? – Denn provozieren wollte ich ihn eigentlich nicht mehr, denn das tut ihm heute sicherlich nicht mehr gut! Ich habe mir gedacht: Wie könnte ich ihn dazu bringen, daß er noch irgend etwas dazu sagt, daß ein Präsident wie Klestil offensichtlich kein Problem damit hat, daß von einem Großteil der Opposition und auch von der Mehrheit der Medien der Verdacht der Kooperation der Staatsspitze mit Mördern in den Raum gestellt wird? (Abg. Rosemarie Bauer: Haben Sie die Osterhasenparade gesehen?) Was kann da noch gesagt werden? Aber das regt ihn nicht auf! (Abg. Dr. Schwimmer: Das ist lauter Blödsinn!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Tautologie! – Abg. Dr. Mertel: Das heißt Pleonasmus!
Meine Damen und Herren! Ich habe mir diesen Artikel dann näher angeschaut und festgestellt, daß er wirklich sehr interessant ist (Abg. Dr. Schwimmer: Herr Präsident! Welches Thema wird jetzt eigentlich behandelt?), selbstverständlich im Zusammenhang mit der Kurden-Problematik. Ich habe mir gedacht: Wie kann ich eine so staatstragende Partei und den Herrn Khol, den Katholiken und Christen (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Tautologie! – Abg. Dr. Mertel: Das heißt Pleonasmus!), irgendwie noch animieren? – Denn provozieren wollte ich ihn eigentlich nicht mehr, denn das tut ihm heute sicherlich nicht mehr gut! Ich habe mir gedacht: Wie könnte ich ihn dazu bringen, daß er noch irgend etwas dazu sagt, daß ein Präsident wie Klestil offensichtlich kein Problem damit hat, daß von einem Großteil der Opposition und auch von der Mehrheit der Medien der Verdacht der Kooperation der Staatsspitze mit Mördern in den Raum gestellt wird? (Abg. Rosemarie Bauer: Haben Sie die Osterhasenparade gesehen?) Was kann da noch gesagt werden? Aber das regt ihn nicht auf! (Abg. Dr. Schwimmer: Das ist lauter Blödsinn!)
Abg. Rosemarie Bauer: Haben Sie die Osterhasenparade gesehen?
Meine Damen und Herren! Ich habe mir diesen Artikel dann näher angeschaut und festgestellt, daß er wirklich sehr interessant ist (Abg. Dr. Schwimmer: Herr Präsident! Welches Thema wird jetzt eigentlich behandelt?), selbstverständlich im Zusammenhang mit der Kurden-Problematik. Ich habe mir gedacht: Wie kann ich eine so staatstragende Partei und den Herrn Khol, den Katholiken und Christen (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Tautologie! – Abg. Dr. Mertel: Das heißt Pleonasmus!), irgendwie noch animieren? – Denn provozieren wollte ich ihn eigentlich nicht mehr, denn das tut ihm heute sicherlich nicht mehr gut! Ich habe mir gedacht: Wie könnte ich ihn dazu bringen, daß er noch irgend etwas dazu sagt, daß ein Präsident wie Klestil offensichtlich kein Problem damit hat, daß von einem Großteil der Opposition und auch von der Mehrheit der Medien der Verdacht der Kooperation der Staatsspitze mit Mördern in den Raum gestellt wird? (Abg. Rosemarie Bauer: Haben Sie die Osterhasenparade gesehen?) Was kann da noch gesagt werden? Aber das regt ihn nicht auf! (Abg. Dr. Schwimmer: Das ist lauter Blödsinn!)
Abg. Dr. Schwimmer: Das ist lauter Blödsinn!
Meine Damen und Herren! Ich habe mir diesen Artikel dann näher angeschaut und festgestellt, daß er wirklich sehr interessant ist (Abg. Dr. Schwimmer: Herr Präsident! Welches Thema wird jetzt eigentlich behandelt?), selbstverständlich im Zusammenhang mit der Kurden-Problematik. Ich habe mir gedacht: Wie kann ich eine so staatstragende Partei und den Herrn Khol, den Katholiken und Christen (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Tautologie! – Abg. Dr. Mertel: Das heißt Pleonasmus!), irgendwie noch animieren? – Denn provozieren wollte ich ihn eigentlich nicht mehr, denn das tut ihm heute sicherlich nicht mehr gut! Ich habe mir gedacht: Wie könnte ich ihn dazu bringen, daß er noch irgend etwas dazu sagt, daß ein Präsident wie Klestil offensichtlich kein Problem damit hat, daß von einem Großteil der Opposition und auch von der Mehrheit der Medien der Verdacht der Kooperation der Staatsspitze mit Mördern in den Raum gestellt wird? (Abg. Rosemarie Bauer: Haben Sie die Osterhasenparade gesehen?) Was kann da noch gesagt werden? Aber das regt ihn nicht auf! (Abg. Dr. Schwimmer: Das ist lauter Blödsinn!)
Abg. Dr. Fekter: Das hatte nichts mit der Exekutionsordnung zu tun, sondern mit der Strafprozeßordnung! – Heiterkeit.
Herr Abgeordneter Schwimmer! Ich weiß, daß es in diesem Haus oft schwierig ist, die Relationen noch richtig hinzubringen. Am Anfang stand heute das schwierige Thema Gentechnik, bei welchem Sie immer nur die Genkartoffeln vor sich haben. Dann kam das schwierige Problem Frauen-Volksbegehren, in dessen Zusammenhang Sie wahrscheinlich inzwischen von der Pike auf gelernt haben, was eigentlich das Problem des Feminismus ist. Und dann kommt auch noch das schwierige Problem, das Kollege Ofner dargelegt hat, im Zusammenhang mit der Exekutionsordnung ... (Abg. Dr. Fekter: Das hatte nichts mit der Exekutionsordnung zu tun, sondern mit der Strafprozeßordnung! – Heiterkeit.) Okay, mit der Strafprozeßordnung. Ich war nicht im Saal, das tut mir furchtbar leid!
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und SPÖ.
Der ununterbrochene Themenwechsel macht natürlich Schwierigkeiten, Herr Schwimmer. Ich sage Ihnen eines: Ich habe auch schon Schwierigkeiten damit. Ich habe wirklich Schwierigkeiten damit! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und SPÖ.) Wenn ich Ihr Gesicht sehe, dann denke ich mir: Was haben die „Salzburger Nachrichten“ mit der Formulierung „Fratze des Unrechtsstaates“ gemeint? (Heiterkeit bei den Grünen.) Und auch wenn ich das Gesicht von Khol sehe, denke ich mir: Was war wirklich damit gemeint? War damit gemeint, daß der Klestil sich endlich vornehmen soll, kritischer zu sein? (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.) War damit vielleicht gemeint, daß Sie, Herr Schwimmer, endlich anfangen zu begreifen, daß in diesem Hause Volksvertreter sitzen sollten und nicht nur Ämtermultis? – Ich weiß nicht genau, was gemeint war! Ich werde aber noch darüber nachdenken, vielleicht komme ich bis zum Wahlsonntag darauf, was Klestil gemeint hat.
Heiterkeit bei den Grünen.
Der ununterbrochene Themenwechsel macht natürlich Schwierigkeiten, Herr Schwimmer. Ich sage Ihnen eines: Ich habe auch schon Schwierigkeiten damit. Ich habe wirklich Schwierigkeiten damit! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und SPÖ.) Wenn ich Ihr Gesicht sehe, dann denke ich mir: Was haben die „Salzburger Nachrichten“ mit der Formulierung „Fratze des Unrechtsstaates“ gemeint? (Heiterkeit bei den Grünen.) Und auch wenn ich das Gesicht von Khol sehe, denke ich mir: Was war wirklich damit gemeint? War damit gemeint, daß der Klestil sich endlich vornehmen soll, kritischer zu sein? (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.) War damit vielleicht gemeint, daß Sie, Herr Schwimmer, endlich anfangen zu begreifen, daß in diesem Hause Volksvertreter sitzen sollten und nicht nur Ämtermultis? – Ich weiß nicht genau, was gemeint war! Ich werde aber noch darüber nachdenken, vielleicht komme ich bis zum Wahlsonntag darauf, was Klestil gemeint hat.
Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Der ununterbrochene Themenwechsel macht natürlich Schwierigkeiten, Herr Schwimmer. Ich sage Ihnen eines: Ich habe auch schon Schwierigkeiten damit. Ich habe wirklich Schwierigkeiten damit! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und SPÖ.) Wenn ich Ihr Gesicht sehe, dann denke ich mir: Was haben die „Salzburger Nachrichten“ mit der Formulierung „Fratze des Unrechtsstaates“ gemeint? (Heiterkeit bei den Grünen.) Und auch wenn ich das Gesicht von Khol sehe, denke ich mir: Was war wirklich damit gemeint? War damit gemeint, daß der Klestil sich endlich vornehmen soll, kritischer zu sein? (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.) War damit vielleicht gemeint, daß Sie, Herr Schwimmer, endlich anfangen zu begreifen, daß in diesem Hause Volksvertreter sitzen sollten und nicht nur Ämtermultis? – Ich weiß nicht genau, was gemeint war! Ich werde aber noch darüber nachdenken, vielleicht komme ich bis zum Wahlsonntag darauf, was Klestil gemeint hat.
Heiterkeit. – Abg. Dr. Schwarzenberger: Er weiß nicht mehr, wozu er spricht!
†Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder¦: Herr Kollege Wabl! Sie entfernen sich jetzt doch sehr weit von den sogenannten Kurden-Morden! (Heiterkeit. – Abg. Dr. Schwarzenberger: Er weiß nicht mehr, wozu er spricht!)
Abg. Schieder: Sagen Sie doch wenigstens einmal „Untersuchungsausschuß“!
†Abgeordneter Andreas Wabl¦ (fortsetzend): Herr Präsident! Ich danke für den Hinweis! Herr Präsident! (Abg. Schieder: Sagen Sie doch wenigstens einmal „Untersuchungsausschuß“!) Es geht darum, daß wir einen Untersuchungsausschuß einrichten wollen! (Beifall und lebhafte Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Es ist die Frage zu stellen, warum ... (Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall und lebhafte Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
†Abgeordneter Andreas Wabl¦ (fortsetzend): Herr Präsident! Ich danke für den Hinweis! Herr Präsident! (Abg. Schieder: Sagen Sie doch wenigstens einmal „Untersuchungsausschuß“!) Es geht darum, daß wir einen Untersuchungsausschuß einrichten wollen! (Beifall und lebhafte Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Es ist die Frage zu stellen, warum ... (Allgemeine Heiterkeit.)
Allgemeine Heiterkeit.
†Abgeordneter Andreas Wabl¦ (fortsetzend): Herr Präsident! Ich danke für den Hinweis! Herr Präsident! (Abg. Schieder: Sagen Sie doch wenigstens einmal „Untersuchungsausschuß“!) Es geht darum, daß wir einen Untersuchungsausschuß einrichten wollen! (Beifall und lebhafte Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Es ist die Frage zu stellen, warum ... (Allgemeine Heiterkeit.)
Neuerliche Heiterkeit.
†Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder¦: Bitte, setzen Sie fort, Herr Abgeordneter! (Neuerliche Heiterkeit.)
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Dr. Schwimmer: Man sollte den Alkomaten einsetzen!
†Abgeordneter Andreas Wabl¦ (fortsetzend): Herr Präsident! Sie müssen dafür sorgen, daß dieses Haus bei diesem Thema etwas ernster wird! (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Dr. Schwimmer: Man sollte den Alkomaten einsetzen!) Das mit dem Alkomaten wäre eine sehr gute Provokation, da haben Sie recht, Herr Schwimmer! Nur weiß ich nicht, wem man diesen Alkomaten hinstellen sollte! (Neuerliche Heiterkeit.)
Neuerliche Heiterkeit.
†Abgeordneter Andreas Wabl¦ (fortsetzend): Herr Präsident! Sie müssen dafür sorgen, daß dieses Haus bei diesem Thema etwas ernster wird! (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Dr. Schwimmer: Man sollte den Alkomaten einsetzen!) Das mit dem Alkomaten wäre eine sehr gute Provokation, da haben Sie recht, Herr Schwimmer! Nur weiß ich nicht, wem man diesen Alkomaten hinstellen sollte! (Neuerliche Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Wir werden diesen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses noch öfter einbringen. (Heiterkeit.) Ich weiß schon, daß Sie das sehr witzig finden! Ich finde es auch manchmal sehr lustig, weil ich die Relationen nicht mehr herstellen kann, daß Sie Volksvertreter sind ...
Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
†Abgeordneter Andreas Wabl¦ (fortsetzend): Herr Präsident! Der Untersuchungsausschuß sollte eingerichtet werden, um die Rolle des Präsidenten Klestil als Generalsekretär des Außenamtes zu überprüfen, und deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Stimmung unser kritischer Bundespräsident im Hohen Haus verbreitet, da offensichtlich zu diesem Thema keine Mehrheit mehr zu finden ist. (Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Neuerliche Heiterkeit.
Herr Präsident! Ich weiß schon, daß es um diese Zeit sehr schwierig ist, dafür noch ernste Worte zu finden. (Neuerliche Heiterkeit.) Das gebe ich schon zu! Ich gebe schon zu, daß das – wie ich schon angedeutet habe – bei diesem ständigen Themenwechsel sehr schwierig ist. Aber vielleicht können Sie doch noch einen Augenblick ernst sein. Ich bemühe mich jetzt auch.
Der Redner hebt die Hand und deutet eine bestimmte Geste an. – Lebhafte Heiterkeit.
Sie können sich vielleicht noch an meine Geste hier in diesem Haus erinnern. – Es gibt manchmal Situationen, in denen Worte nicht mehr ausreichen. (Der Redner hebt die Hand und deutet eine bestimmte Geste an. – Lebhafte Heiterkeit.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
†Abgeordneter Andreas Wabl¦ (fortsetzend): Herr Präsident! Ich erwarte mir zumindest von Ihnen, nachdem Sie der einzige sind, der noch wirklich ernst ist, daß Sie diesem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zustimmen, denn die Freiheitliche Partei war ja immer dafür, daß Mißstände aufgedeckt werden! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Allgemeine Heiterkeit.
†Abgeordnete Dr. Martina Gredler¦ (Liberales Forum): Ich möchte den Faden dort aufgreifen, wo ihn mein Vorredner liegengelassen hat. (Allgemeine Heiterkeit.) Leider kann ich nicht so lustig sein wie er! Aber ich möchte Sie mit ein paar Äußerungen konfrontieren, die den Medien zu entnehmen waren.
Ruf bei der ÖVP: Der Hofer war’s!
Weiters hieß es am 30. März, daß er, nachdem er im Iran gewesen war, von einer „Atmosphäre größerer Liberalität“ gesprochen habe. – Offenbar ist die Situation im Iran aber doch nicht so liberal, denn Außenminister Kinkel schränkte ein, daß die Entwicklung der deutsch-iranischen Beziehungen auch vom Fall des im Iran zum Tode verurteilten Deutschen Helmut Hofer abhängen werde. Die iranische Menschenrechtskommission urteilt allerdings, daß das Todesurteil gegen den Deutschen korrekt sei. Hofer strengt jetzt ein Berufungsverfahren an. Der 54 Jahre alte Hofer war wegen des Vorwurfs der verbotenen sexuellen Beziehungen zu einer Moslime zum Tod verurteilt worden. (Ruf bei der ÖVP: Der Hofer war’s!) Und der Iran hatte unmißverständlich klargestellt, daß er im Falle des zum Tode verurteilten Deutschen keine ausländische Einmischung zu dulden bereit ist.
Abg. Dr. Schwimmer: Was hat das zu tun mit dem Antrag?
Weiters – jetzt komme ich bereits zu einer Meldung vom 30. März 1998 –: „Iran kritisiert Norwegens Regierungschef nach Treffen mit Rushdie; Drohung mit verschärften Sanktionen gegen Oslo.“ (Abg. Dr. Schwimmer: Was hat das zu tun mit dem Antrag?) – Das ist die „Atmosphäre größerer Liberalität“! Und ich sage Ihnen jetzt, was das mit dem Antrag zu tun hat: Es wäre meiner Meinung nach die Pflicht jedes Vertreters der österreichischen Regierung, der Kontakt aufnimmt, nachdem die Botschafter zurückgekehrt sind, gewesen, der Behandlung des Auslieferungsantrags, der noch immer nicht berücksichtigt wurde, im Iran nachzugehen. Es wäre seine Verpflichtung gewesen, die Kurden-Morde dort anzusprechen. Das hat er jedoch nicht getan!
Abg. Dr. Schwimmer: Was hat das mit dem Antrag zu tun?
Da ist der Zusammenhang zu sehen, wenn jemand sagt, daß man sich im Iran nun in einer „Atmosphäre größerer Liberalität“ befinde. – Denn offensichtlich ist dem nicht so, wenn man Oslo sogar mit Wirtschaftssanktionen droht, falls es möglicherweise zu einer Entwicklung kommt, die der Iran nicht sehen möchte! Und Herr Karabastchi, der Bürgermeister der iranischen Hauptstadt, einer, der liberal wäre, befindet sich im Gefängnis. (Abg. Dr. Schwimmer: Was hat das mit dem Antrag zu tun?)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Mag. Barmüller: „Macht braucht Kontrolle!“
Meine Damen und Herren! Wir wollen die Kurden-Morde in Österreich aufklären. Wir wollen wissen, wie es sich damals verhalten hat. Wir wollen wissen, ob es politische Verantwortungen für die Tatsache gibt, daß der dritte Tatverdächtige verschwunden ist, nachdem es einen Befehl des Herrn Klestil, damals Generalsekretär, gegeben hat, die Bewachung zu lockern. Wir möchten, daß das – neben anderen Dingen – aufgeklärt wird! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Mag. Barmüller: „Macht braucht Kontrolle!“)
Abg. Mag. Stadler: Das liegt aber nicht an mir!
Natürlich können Sie sagen, daß das, was ich gestern gesagt habe, nicht korrekt ist. Ich sehe ein, daß die Causa prima vielleicht in diesem Zusammenhang nicht zu erwähnen wäre. Aber, Herr Kollege Stadler, Sie haben auch gleichzeitig ein Problem mit der Pension des Herrn Bundespräsidenten erwähnt. Da habe ich den Zusammenhang mit dem Untersuchungsausschuß auch nicht verstanden! (Abg. Mag. Stadler: Das liegt aber nicht an mir!) Ich wüßte nicht, was ihm im Zusammenhang mit dem Untersuchungsausschuß vorzuwerfen wäre. Wenn Sie meinen, daß ein Antrag, den er gestellt hat, wo er dann sehr überrascht war, daß ihm die Pension überwiesen wurde, und er sich dann plötzlich in seiner Hilflosigkeit dem Parlament zugewandt hat, um diese Vorgangsweise ...
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
†Abgeordnete Dr. Martina Gredler¦ (fortsetzend): Er hat sich an das Parlament gewandt, um die Vorgangsweise des Finanzministeriums zu korrigieren. Das steht wirklich nicht im Zusammenhang mit dem Untersuchungsausschuß. Ich möchte jedoch, daß die Vorgangsweise von damals aufgeklärt wird. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)