Eckdaten:
Für die 47. Sitzung der 23. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 848 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Beifall bei der ÖVP.
besondere Beachtung findet. Wir haben während unseres EU-Vorsitzes und danach dafür gesorgt, dass gerade bei den EU-Missionen, wo wir das auch beeinflussen können, entsprechende Richtlinien erarbeitet werden. Das ist ganz eindeutig ein österreichischer Beitrag in dieser Arbeit gewesen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich muss sagen, ich habe gestern hier auch wieder neue Einblicke bekommen. Es waren in etwa 25 Frauen aus der Region, aus Israel, aus den palästinensischen Gebieten, aus anderen arabischen Ländern hier in Wien und haben die Arbeit untereinander verstärkt. Auch das war noch einmal ein Beitrag zur Kommunikation, zur Verständigung in der Zivilgesellschaft, durch die Multiplikatoren der Medien besonders betont. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Wir haben uns in der Vergangenheit und auch jetzt immer klar für die weltweite, für die universelle Beachtung der Menschenrechte eingesetzt. Es kann für eine Frau keinen Unterschied machen, in welcher Region der Welt sie geboren ist und was die kulturellen Einflüsse in der jeweiligen Region sein mögen. Für diese Linie haben wir uns vonseiten des Außenministeriums, vonseiten der österreichischen Außenpolitik immer eingesetzt. Ich wirke in diesem Sinne auch innerhalb Österreichs auf ein besseres Miteinander, auf ein besseres Verständnis der verschiedenen Religionen und Kulturen hin, insbesondere zur Situation der Frauen, der Jugendlichen und im Bereich der Bildung und Erziehung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Großruck: Auch im Tschad!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Guten Morgen, Frau Ministerin! Da Sie laut Ansicht Ihrer Parteikollegin, die die Frage gestellt hat, offenbar für Frauen der Welt auch zuständig sind, möchte ich eine aktuelle Frage an Sie stellen: Derzeit gibt es scheußliche Übergriffe an Frauen im Zusammenhang mit den Unruhen in Kenia, insbesondere Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. (Abg. Großruck: Auch im Tschad!) Welche Initiativen haben Sie bereits gesetzt, um den Frauen in Kenia zur Seite zu stehen?
Beifall bei der ÖVP.
Ich greife dieses Thema regelmäßig auch mit meinen Amtskollegen und -kolleginnen aus der Region auf, egal ob Männer oder Frauen, denn es ist ein unerträglicher Zustand. Wir weisen in unseren bilateralen Kontakten darauf hin – das gilt nicht nur für mich, sondern auch für die anderen europäischen Außenminister und Außenministerinnen – und auch in unseren Stellungnahmen als Europäische Union. Unsere Botschaften, soweit wir in den Ländern entsprechend vertreten sind, befassen sich, sosehr sie das aus ihrer Situation können, ebenfalls mit dem Thema. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Schüssel: Geh bitte!
(Abg. Dr. Schüssel: Geh bitte!)
Beifall bei ÖVP und BZÖ.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Frau Abgeordnete, ich bin ganz einfach nicht Ihrer Meinung. Es handelt sich aus meiner Sicht nicht um eine „Peinlichkeit“, sondern um eine verantwortungsvolle Vorgangsweise. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Großruck: Richtig!
Wir haben aus diesem Katastrophenfonds eine Reihe von Sofortmaßnahmen und Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau finanziert. Ich finde, das war eine verantwortungsvolle und sinnvolle Vorgangsweise. Und ich sehe keinen Grund, warum man mit Gewalt das Geld der österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler hätte ausgeben sollen. Es hat keine entsprechenden Projekte mehr gegeben. (Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Großruck: Richtig!)
Beifall bei ÖVP und BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich respektiere die Freiheit der Österreicherinnen und Österreicher, für die Projekte zu spenden und für die Organisationen zu spenden, die ihnen in einem bestimmten Zusammenhang wichtig sind. (Beifall bei ÖVP und BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Es kann daraus kein Zwang für öffentliche Mittel, die ja Steuermittel sind – also „Zwangsspenden“ in Anführungszeichen –, erwachsen, entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen. (Abg. Mag. Lunacek: Sie haben es versprochen!)
Abg. Mag. Lunacek: Sie haben es versprochen!
Ich respektiere die Freiheit der Österreicherinnen und Österreicher, für die Projekte zu spenden und für die Organisationen zu spenden, die ihnen in einem bestimmten Zusammenhang wichtig sind. (Beifall bei ÖVP und BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Es kann daraus kein Zwang für öffentliche Mittel, die ja Steuermittel sind – also „Zwangsspenden“ in Anführungszeichen –, erwachsen, entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen. (Abg. Mag. Lunacek: Sie haben es versprochen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Das ist eine Aufgabe Ihres Ministeriums!
Wir haben 86 Todesopfer zu beklagen gehabt, wir haben insgesamt 1 700 Österreicherinnen und Österreicher aus der Krisenregion evakuiert, zurückgebracht, nach Hause gebracht. Wir haben dafür erhebliche Mittel eingesetzt. Diese Mittel wurden meinem Haus vom Auslandskatastrophenfonds refundiert. Dieser Mittelaufwand für insgesamt 31 Ambulanz- und Rückkehrflüge und die konsularische Arbeit hat sich auf etwa 1,4 Millionen € erstreckt. Dieser Betrag war gut angelegt. Wir haben den Österreicherinnen und Österreichern geholfen, denn auch sie waren vom Tsunami betroffen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Das ist eine Aufgabe Ihres Ministeriums!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Es gab eine Reihe von sehr unterschiedlichen Projekten, die der medizinischen Versorgung der Bevölkerung im Ankauf von Schiffen und Booten, der Wiederinstandsetzung von Gebäuden und medizinischen Unterstützungsmöglichkeiten gedient haben. Dafür haben wir in etwa 2 Millionen € ausgegeben, die nicht aus dem Auslandskatastrophenfonds refundiert worden sind. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Frau Abgeordnete, es geht darum, im jeweiligen Einzelfall die passende Lösung zu finden. Hier muss es ein kohärentes Zusammenwirken von bilateralen Hilfsmöglichkeiten geben, von EU-Hilfe, die auch in großem Umfang gewährt wurde, und von Hilfsmaßnahmen über die Vereinten Nationen. Ich habe mich daher auch bei meinem Besuch in der Region, in etwa ein Monat nach dem Tsunami, mit den verschiedenen Organisationen, internationalen Organisationen, die zum Teil vor Ort gearbeitet haben, in Verbindung gesetzt. Wir haben sehr darauf geachtet, dass all das, was hier an Steuermitteln eingesetzt wurde – nur darüber kann ich Auskunft geben und nur dafür bin ich verantwortlich –, nach allerbestem Wissen und Gewissen und unter genauer Kontrolle eingesetzt wurde. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch im Zusammenhang mit unserer Arbeit mit NGOs, die oft lokale NGOs sind, müssen wir besonders aufmerksam sein. Das ist etwa im Zusammenhang mit dem Tsunami geschehen. Wir haben, ich habe das von Anfang an gesagt, keine Botschaft in Sri Lanka, keine eigene österreichische Vertretungsbehörde, Sri Lanka ist auch kein Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gewesen, und daher waren wir besonders darauf bedacht, hier auch regional nur mit Partnern, die entsprechend vertrauenswürdig sind, zu arbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Vielleicht ist es wichtig, das einmal klarzustellen, damit auch die Fernsehzuseher und -zuseherinnen wissen, dass es nicht so ist, dass irgendwo im Außenministerium oder sonst wo ein geheimer Geldtopf existiert, der unbenützt und ungebraucht ist. Es geht um allgemeine Budgetmittel, es geht um Steuergelder, und deren sparsame und wirtschaftliche Verwendung muss uns allen ein Anliegen sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Bayr und Scheibner.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Herr Abgeordneter, ich danke Ihnen für die Möglichkeit, endlich etwas klarzustellen, das ist mir schon seit langem ein Bedürfnis: Ich habe nicht „verlauten lassen“, sondern dieses angebliche Zitat ist ein offenbar vorsätzlich falsches Zitat! Weder ich noch einer meiner Sprecher oder Mitarbeiter haben je eine derart unsinnige – ersparen Sie mir die Qualifikation in der Eskalationsskala – Aussage getätigt. Sie ist inhaltlich falsch und in aller Schärfe zurückzuweisen! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Bayr und Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Schieder.
Daher noch einmal: Ich weise dieses Falschzitat als das zurück, was es ist, nämlich ein ganz bewusster Versuch, einen Einsatz des österreichischen Bundesheeres im Rahmen einer EU-Mission zu diffamieren. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Schieder.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Frau Bundesminister, jetzt sage ich Ihnen ganz offen, ich danke Ihnen, dass Sie das klargestellt haben. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Ich habe nämlich schon gezweifelt an unserer Regierung, an der Regierung meines Heimatlandes. (Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und BZÖ.) Österreich ist mein Heimatland, und Sie werden mir das nicht miesmachen; auch Herr Westenthaler kann das nicht.
Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und BZÖ.
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Frau Bundesminister, jetzt sage ich Ihnen ganz offen, ich danke Ihnen, dass Sie das klargestellt haben. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Ich habe nämlich schon gezweifelt an unserer Regierung, an der Regierung meines Heimatlandes. (Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und BZÖ.) Österreich ist mein Heimatland, und Sie werden mir das nicht miesmachen; auch Herr Westenthaler kann das nicht.
Neuerliche Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und BZÖ.
Abgeordneter Lutz Weinzinger (fortsetzend): Frau Präsidentin, was soll ich machen? (Neuerliche Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Mag. Schieder und Scheibner.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Herr Abgeordneter, ich schulde Ihnen noch eine Ergänzung zu meiner Antwort auf Ihre vorige Frage, ob die österreichische Kandidatur für den Sicherheitsrat ein entscheidendes oder beeinflussendes Element gewesen sein könnte: Nein, das war es nicht und das wird es auch nicht sein. Österreich hat es nicht notwendig, hier irgendeinen Nachweis zu erbringen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Mag. Schieder und Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP.
Selbstverständlich sind die österreichischen Soldaten entsprechend vorbereitet, nicht nur auf die klimatischen, sondern auch auf die politischen Bedingungen, auf den religiösen und sozialen Kontext. Ihre Aufgabe dort wird es sein, die Flüchtlingslager zu schützen, den Zugang zu den Flüchtlingslagern entsprechend zu sichern, den Menschen dort ein Minimum an Sicherheit zu gewähren, indem sich auch die UNO-Mission MINURCAT entfalten kann, die mit den lokalen Behörden dafür sorgen wird, dass sich die Sicherheitslage verbessert. Es wird auch vonseiten der UNO eine eigene tschadische Polizei entwickelt werden, aber Voraussetzung für diese Arbeit der Vereinten Nationen ist die EU-Mission, an der wir uns auf Grundlage nicht nur eines EU-Mandates, sondern auch eines Mandates der Vereinten Nationen beteiligen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Selbstverständlich wird darauf zu achten sein, dass weiterhin die strikte Trennung zwischen der langjährigen Präsenz französischer Truppen und der neu in das Land kommenden EUFOR Tschad gewährleistet wird, aber wir müssen auch anerkennen, dass es etwa Frankreich war, das die Lücken in der Materialausrüstung der gesamten Truppe der Europäischen Union geschlossen hat. Der Herr Verteidigungsminister hat sich dazu ja bereits positiv geäußert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
An dieser Stelle noch ein Hinweis für Frau Abgeordnete Lunacek: Botschafter Georg Lennkh ist nicht nur der Tschad-Beauftragte des österreichischen Vorsitzes und Österreichs gewesen, sondern auch der portugiesischen Präsidentschaft. Selbstverständlich bringen wir uns auch in Richtung eines politischen Dialogs, in Richtung einer politischen Lösung im Tschad ein. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe, wie Sie wissen, aber wir scheuen hier keine Anstrengungen unsererseits, so weit das möglich ist, zu einer Befriedung, zu einer inneren Befriedung im Tschad auf politischem Weg beizutragen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben uns daher auch als Motto für diese Sicherheitsratskandidatur die Rule of Law, die Rechtsstaatlichkeit genommen, ein Thema, das insbesondere für Länder unserer Größenordnung – und das ist ja die Mehrheit der Staatenwelt – von besonderer Bedeutung ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Insgesamt 14 Staaten von 27 werden sich mit Truppenkontingenten an der EU-Mission im Tschad beteiligen. Neben Irland und Österreich werden auch Schweden und Finnland als weitere neutrale beziehungsweise bündnisfreie Staaten an dieser Mission teilnehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Teil meiner Zuständigkeit bezieht sich auf die konsularische Unterstützung der Österreicherinnen und Österreicher, die im Zusammenhang mit dem Tsunami in eine Notsituation geraten sind. Ich habe auch bereits Gelegenheit gehabt, darüber zu berichten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Für die Koordination der Entwicklungs-, Wiederaufbauprojekte und Soforthilfeprojekte haben wir vonseiten des Außenministeriums damals Ernst Strasser gebeten, uns zu unterstützen. Er hat das getan, er hat das ehrenamtlich getan, das heißt ohne Bezahlung. Er hat auf große Erfahrung zurückblicken können nicht nur als Innenminister, sondern auch im Bereich NGO-Arbeit als Präsident des Niederösterreichischen Hilfswerkes. Und für diesen Fall hat sich die von uns gewählte Form der Zusammenarbeit und Verantwortung durchaus bewährt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben dann auch noch einen Trauerflug organisiert und betreut, denn die Angehörigen wollten auf diese Art und Weise Abschied nehmen oder der verstorbenen Angehörigen gedenken. Ich glaube, dass sich auch unsere Betreuung im sozialen und psychischen Bereich hier durchaus beispielgebend bewährt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Ja, aber Sie sind in der Regierung!
Das Thema der steuerlichen Absetzbarkeit ist eines, das regelmäßig auf der politischen Agenda auftaucht, und ich bitte, das ganz einfach mit den zuständigen Ressortministern (Abg. Scheibner: Ja, aber Sie sind in der Regierung!), sprich: dem Bundeskanzler und dem Finanzminister, in Zukunft zu diskutieren. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Das Thema der steuerlichen Absetzbarkeit ist eines, das regelmäßig auf der politischen Agenda auftaucht, und ich bitte, das ganz einfach mit den zuständigen Ressortministern (Abg. Scheibner: Ja, aber Sie sind in der Regierung!), sprich: dem Bundeskanzler und dem Finanzminister, in Zukunft zu diskutieren. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Es hat in dieser Angelegenheit jeweils die ganz normale Tätigkeit der inneren Revision gegeben, die Arbeit des Rechnungshofes, es hat einen entsprechenden Rechnungshofbericht gegeben. Es hat zudem, vom Finanzministerium beauftragt, einen Beirat gegeben, der sich speziell mit der Verwendung der Mittel aus dem Auslandskatastrophenfonds befasst hat und der einen entsprechenden Bericht vorgelegt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Aber was ist mit den 5 Millionen?
Aber noch einmal, Frau Abgeordnete – ich bringe in Erinnerung, was ich schon gesagt habe –: Es ist nicht so, dass sich irgendwo ein Topf mit 5 Millionen oder 80 Millionen oder wie viel auch immer befindet und die österreichische Bundesregierung sich weigert, hier Geld auszugeben. Es handelt sich um Steuermittel, die ganz einfach im regulären Bundesbudget enthalten sind. Also lassen Sie bitte nicht zu, dass da ein falscher Eindruck ventiliert oder erweckt wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Moser: Aber was ist mit den 5 Millionen?)
Beifall bei der ÖVP.
Das heißt, unsere Mitgliedschaft in der Europäischen Union, insbesondere auch seit der Erweiterung um unsere Nachbarn im Osten und im Süden, hat sich für Österreich bezahlt gemacht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Wer hat überhaupt profitiert? – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ sowie Gegenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Frau Bundesministerin, hat auch Kärnten von dieser EU-Mitgliedschaft profitiert? (Abg. Strache: Wer hat überhaupt profitiert? – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ sowie Gegenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Vielfalt der Projekte, die in Kärnten durch die entsprechenden EU-Mittel gefördert wurden, spricht für sich, auch die Möglichkeiten, die es für die jungen Menschen gibt, insbesondere die Zusammenarbeit auf universitärer Ebene. Aber ich sehe hier auch den Hinweis und den Dank der Bauern und Bäuerinnen für das, was im Rahmen der Europäischen Union auch für Kärnten möglich geworden ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Murauer – in Richtung des Abg. Dolinschek –: Du brauchst nur nachzulesen!
und die juristische Basis für die Entscheidung über den Reformvertrag ist ganz klar in der österreichischen Bundesverfassung festgehalten. (Abg. Murauer – in Richtung des Abg. Dolinschek –: Du brauchst nur nachzulesen!) Es ist dies kein Fall für eine Volksabstimmung. Wir werden daher diesen Vertrag genauso genehmigen, wie wir das in der Vergangenheit mit anderen Vertragswerken vergleichbarer Art getan haben, nämlich durch Sie, durch die gewählten Volksvertreter hier im Hohen Haus. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kickl: Das ist die „Bürgernähe“! – Abg. Strache: Das ist die „gelebte Demokratie und Bürgernähe“!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kickl: Das ist die „Bürgernähe“! – Abg. Strache: Das ist die „gelebte Demokratie und Bürgernähe“!
und die juristische Basis für die Entscheidung über den Reformvertrag ist ganz klar in der österreichischen Bundesverfassung festgehalten. (Abg. Murauer – in Richtung des Abg. Dolinschek –: Du brauchst nur nachzulesen!) Es ist dies kein Fall für eine Volksabstimmung. Wir werden daher diesen Vertrag genauso genehmigen, wie wir das in der Vergangenheit mit anderen Vertragswerken vergleichbarer Art getan haben, nämlich durch Sie, durch die gewählten Volksvertreter hier im Hohen Haus. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Kickl: Das ist die „Bürgernähe“! – Abg. Strache: Das ist die „gelebte Demokratie und Bürgernähe“!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Schieder.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Ich glaube, es kann keinen Zweifel daran geben, dass gerade ich persönlich in diesem Bereich, nämlich der Frage der Verhandlungen mit der Türkei klargestellt habe, dass es hier keine Automatik geben kann, dass es hier ergebnisoffene Verhandlungen gibt. Aber wir sollten auch in Ruhe und in Nüchternheit einmal verhandeln, wobei ein Verhandlungsergebnis sich selbstverständlich an den Standards und an den Voraussetzungen der Europäischen Union, die ja völlig unverändert sind, orientiert. Dann können wir uns ein Bild machen. Dann wird auch ein Verhandlungsergebnis dem österreichischen Volk vorzulegen sein. Dafür gibt es eine politische Verpflichtung. Aber bis dorthin gibt es keinen Grund, diesbezüglich in eine voreilige Panik, Furcht oder Angst zu verfallen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Schieder.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Der Herr Bundeskanzler, ich selbst und alle Mitglieder der Bundesregierung vertreten dieses Anliegen, das ein allgemein österreichisches Anliegen ist, auf allen Ebenen, in allen Gesprächen, in denen sich dazu sinnvollerweise die Möglichkeit ergibt. Es ist in der Europäischen Union alles andere als ein unbekanntes Thema, welche Position Österreich hier vertritt. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Beifall bei der ÖVP.
Sollte es notwendig werden, wie das bedauerlicherweise im Augenblick der Fall ist, dass es ein gerichtliches Verfahren gibt, arbeiten wir mit den ermittelnden Behörden und mit der Justiz voll zusammen, denn wir haben das allergrößte Interesse daran, dass derartige Praktiken abgestellt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch nimmt eine Tafel mit und stellt sie vor sich auf das Rednerpult; er lässt diese nach dem Ende seiner Rede dort stehen.
Als Erster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Grillitsch. Gewünschte Redezeit: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Grillitsch nimmt eine Tafel mit und stellt sie vor sich auf das Rednerpult; er lässt diese nach dem Ende seiner Rede dort stehen.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir diskutieren heute den Grünen Bericht, der eine Analyse der Einkommensentwicklung für unsere Bäuerinnen und Bauern ist, und ich möchte vorweg unseren Bäuerinnen und Bauern wirklich ganz, ganz herzlich danken für ihre großartigen Leistungen, die sie für Österreich und für die Menschen in Österreich jeden Tag erbringen, die sie erbracht haben und auch in Zukunft erbringen werden. Herzlichen Dank! (Allgemeiner Beifall.)
Ruf bei der SPÖ: Mit der SPÖ!
Der Grüne Bericht für 2006 zeigt, dass es eine gute Preisentwicklung gibt, die sich Gott sei Dank auch für die Bäuerinnen und Bauern positiv auswirkt. Der Grüne Bericht zeigt auch, dass wir in Österreich in den letzten Jahren gute Agrarpolitik gemacht haben, mit der ÖVP an der Spitze (Ruf bei der SPÖ: Mit der SPÖ!), sodass die Bauern auch Planbarkeit und Kalkulierbarkeit in den Programmen haben. (Abg. Dr. Cap: Danke, SPÖ!)
Abg. Dr. Cap: Danke, SPÖ!
Der Grüne Bericht für 2006 zeigt, dass es eine gute Preisentwicklung gibt, die sich Gott sei Dank auch für die Bäuerinnen und Bauern positiv auswirkt. Der Grüne Bericht zeigt auch, dass wir in Österreich in den letzten Jahren gute Agrarpolitik gemacht haben, mit der ÖVP an der Spitze (Ruf bei der SPÖ: Mit der SPÖ!), sodass die Bauern auch Planbarkeit und Kalkulierbarkeit in den Programmen haben. (Abg. Dr. Cap: Danke, SPÖ!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und BZÖ.
Das wollen wir auch in Zukunft, meine Damen und Herren, denn wir erleben die Globalisierung, die Liberalisierung, wir haben ständig Diskussionen über Veränderungen, auch auf EU-Ebene, wir haben im Zusammenhang mit dem Klima Herausforderungen zu bewältigen, und da sind besonders die Bauern gefordert, gerade auch in den letzten Tagen. Weil sie eben ihre Werkstätte in der freien Natur haben, wissen sie, was es heißt, wenn es zu Katastrophen und negativen Klimaeinwirkungen kommt. Daher sollten wir alle hier in diesem Haus nur eines im Sinn haben: den Bauern nicht ständig verunsichernde politische Diskussionen zu bieten, sondern den Bauern Sicherheit zu bieten für ihre Programme, damit sie diese Herausforderungen auch bestehen können, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ und BZÖ.)
Abg. Scheibner: Den interessieren die Bauern nicht!
Ich nehme heute diese Gelegenheit wahr, eine Aussage aus der SPÖ hier anzusprechen, weil es die Bauern nicht verdient haben, in ein Eck gestellt zu werden in Zusammenhang mit einer Zeit, wo Bürgerkrieg in diesem Lande vorgeherrscht hat. Herr Dr. Cap, leider ist der Bundeskanzler nicht hier (Abg. Scheibner: Den interessieren die Bauern nicht!), aber Sie können es ihm ausrichten: Ich vermisse auch den politischen und persönlichen Anstand von ihm, nämlich sich bei den Bauern zu entschuldigen für die Aussage des Bundesgeschäftsführers Kalina, die Bauernvertreter wären Ständestaatsvertreter. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Ruf bei der ÖVP: Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Ruf bei der ÖVP: Das ist ja unglaublich!
Ich nehme heute diese Gelegenheit wahr, eine Aussage aus der SPÖ hier anzusprechen, weil es die Bauern nicht verdient haben, in ein Eck gestellt zu werden in Zusammenhang mit einer Zeit, wo Bürgerkrieg in diesem Lande vorgeherrscht hat. Herr Dr. Cap, leider ist der Bundeskanzler nicht hier (Abg. Scheibner: Den interessieren die Bauern nicht!), aber Sie können es ihm ausrichten: Ich vermisse auch den politischen und persönlichen Anstand von ihm, nämlich sich bei den Bauern zu entschuldigen für die Aussage des Bundesgeschäftsführers Kalina, die Bauernvertreter wären Ständestaatsvertreter. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Ruf bei der ÖVP: Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP.
Das ist eine wirklich unglaubliche Entgleisung, weil es viele Persönlichkeiten aus dem Bauernstand gibt, die Österreich mit aufgebaut haben, die Österreich zu dem gemacht haben, was es heute ist. Daher noch einmal: Nehmen Sie diese Chance wahr, sich bei den Bäuerinnen und Bauern für diese Entgleisung heute hier zu entschuldigen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher: Schluss mit den ständig verunsichernden politischen Diskussionen! Geben wir den Bäuerinnen und Bauern und den Konsumenten in Österreich Sicherheit! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was sagen Sie zu dem Vorwurf von Herrn Grillitsch? – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich bei den Bauern!
Bei den öffentlichen Geldern wirkte sich laut Bericht besonders die Bioförderung des ÖPUL positiv aus. (Abg. Scheibner: Was sagen Sie zu dem Vorwurf von Herrn Grillitsch? – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich bei den Bauern!) Erstmals seit langem nahm der Anteil der öffentlichen Gelder am Einkommen im Durchschnitt aller Betriebe geringfügig von 81 Prozent auf 78 Prozent ab. Der Anteil der öffentlichen Gelder am Ertrag beträgt 24 Prozent. Grund dafür ist die gute Einkommenssituation.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Was? – Rufe bei ÖVP und BZÖ: Oje! Oje! – Abg. Scheibner: Das ist eine gefährliche Drohung!
Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Was? – Rufe bei ÖVP und BZÖ: Oje! Oje! – Abg. Scheibner: Das ist eine gefährliche Drohung!) Mit diesen Worten spricht der Bauernbund-Rebell Leo Steinbichler, ehemaliger ÖVP-Bundesrat und Bauernbundspitzenfunktionär (Abg. Grillitsch: Der tritt ja ständig für euch auf!), aus meinem Heimatbezirk Vöcklabruck vielen Landwirten,
Abg. Grillitsch: Der tritt ja ständig für euch auf!
Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Was? – Rufe bei ÖVP und BZÖ: Oje! Oje! – Abg. Scheibner: Das ist eine gefährliche Drohung!) Mit diesen Worten spricht der Bauernbund-Rebell Leo Steinbichler, ehemaliger ÖVP-Bundesrat und Bauernbundspitzenfunktionär (Abg. Grillitsch: Der tritt ja ständig für euch auf!), aus meinem Heimatbezirk Vöcklabruck vielen Landwirten,
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Der wird ja von euch bezahlt – und missbraucht!
Konsumentinnen und Konsumenten und auch mir aus der Seele. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Der wird ja von euch bezahlt – und missbraucht!) Ihr Funktionär aus dem Bauernbund sagt das!
Beifall bei der SPÖ.
Ich verstehe die Sorgen unserer Landwirte nur zu gut, und wir alle, allen voran Sie, Herr Minister Pröll, sind gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, damit unsere österreichischen Landwirte keine IG-Milch und keine IG-Fleisch brauchen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber nimmt die Tafel vom Rednerpult weg und legt sie auf den Platz des Abg. Grillitsch. – Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schalle. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die ist eh grün! – Abg. Grillitsch: Willst du dich nicht bedanken?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber zu Wort. 7 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber nimmt die Tafel vom Rednerpult weg und legt sie auf den Platz des Abg. Grillitsch. – Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schalle. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die ist eh grün! – Abg. Grillitsch: Willst du dich nicht bedanken?)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Es war bezeichnend: Kritik der Kollegin Schönpass, gleichzeitig lässt sie sich von der ÖVP einspannen für einen Lobgesang auf eine Agrarpolitik, obwohl diese in der Sackgasse ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Das ist aber nicht schlecht!
Das ist das Problem: Eine gute Agrarpolitik geht durch den Magen, eine schlechte leider auch. Und die österreichische Agrarpolitik ist ganz massiv in die Sackgasse geraten, meine Damen und Herren. Und Sie wissen es. So mancher Kollege von der SPÖ hat ja versucht – auch in der letzten Legislaturperiode –, das eine oder andere aufzugreifen und in der politischen Debatte auch anzusprechen. In der Umsetzung ist aber bisher keine Handschrift der Koalition sichtbar, sondern ausschließlich eine Handschrift, nämlich die des Österreichischen Bauernbundes, des ÖVP-Bauernbundes. (Abg. Grillitsch: Das ist aber nicht schlecht!)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wo denn? Wo?
Meine Damen und Herren, da frage ich mich schon: Warum hat Bundesminister Pröll so lange gegen diese Transparenz gemauert? (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wo denn? Wo?) Sie waren in den Agrarministerräten dagegen, ganz klar! Das steht auf allen öffentlichen Foren der Europäischen Union, dass sich Österreich dagegen ausgesprochen hat. Und das waren Sie persönlich. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Bei der Abstimmung?) Ja, vielleicht haben Sie Ihre Meinung geändert. Das ist ja gut so, da bin ich bei Ihnen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Bei der Abstimmung?
Meine Damen und Herren, da frage ich mich schon: Warum hat Bundesminister Pröll so lange gegen diese Transparenz gemauert? (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wo denn? Wo?) Sie waren in den Agrarministerräten dagegen, ganz klar! Das steht auf allen öffentlichen Foren der Europäischen Union, dass sich Österreich dagegen ausgesprochen hat. Und das waren Sie persönlich. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Bei der Abstimmung?) Ja, vielleicht haben Sie Ihre Meinung geändert. Das ist ja gut so, da bin ich bei Ihnen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Meine Damen und Herren, da frage ich mich schon: Warum hat Bundesminister Pröll so lange gegen diese Transparenz gemauert? (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wo denn? Wo?) Sie waren in den Agrarministerräten dagegen, ganz klar! Das steht auf allen öffentlichen Foren der Europäischen Union, dass sich Österreich dagegen ausgesprochen hat. Und das waren Sie persönlich. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Bei der Abstimmung?) Ja, vielleicht haben Sie Ihre Meinung geändert. Das ist ja gut so, da bin ich bei Ihnen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Beifall bei den Grünen.
Und da bin ich beim Dank an die Bäuerinnen und Bauern, denn es ist eigentlich unglaublich, dass es immer noch so viele Bäuerinnen und Bauern gibt, Menschen, die trotz dieses ungerechten Systems bereit sind, Landwirtschaft zu betreiben, die Kulturlandschaft zu erhalten und Qualitätsprodukte zu erzeugen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.
Das ist ja eigentlich sozusagen ein bisschen das Liebkind der österreichischen Agrarpolitik. Ich meine, zu Recht. Wir können stolz darauf sein, dass wir rechtzeitig in die ländliche Entwicklung und nicht nur in diese Marktzahlungen investiert haben. (Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.) Das haben wir Franz Fischler zu verdanken. Im Rahmen des EU-Beitrittes hat er sich damals massiv dafür eingesetzt.
Beifall bei den Grünen.
Meine ganz konkrete Frage an Sie, Herr Bundesminister, ist jetzt die: Werden Sie sich dafür einsetzen, dass diese Chance in Zukunft ab 2009 besteht, dass wir bei den Betriebsprämien endlich in ein gerechteres Modell einsteigen können? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Das stimmt gar nicht!
Derzeit haben wir zu wenig Futtergetreide. Es sieht so aus, dass wir da in einen Engpass kommen. Und was ist Faktum? – Mit dem neuen Programm „Ländliche Entwicklung“ sind die Biobäuerinnen und Biobauern besonders Leidtragende, indem sie nämlich Kürzungen von mehr als 30 Prozent auf einzelbetrieblicher Ebene hinnehmen müssen. (Abg. Grillitsch: Das stimmt gar nicht!)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend möchte ich sagen: Statt Wachsen oder Weichen ginge es jetzt darum, eine Zukunftspolitik zu betreiben, wirklich die bäuerlichen Familienbetriebe zu unterstützen und nicht den Strukturwandel voranzutreiben. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ
Tatsache ist, dass Ihre Mitglieder reihenweise den Bauernbund verlassen, nicht zu Unrecht, weil Leute wie Leo Steinbichler – den kennen Sie offenbar – mit Füßen hinausgetreten werden (Beifall bei der FPÖ), und zwar deshalb, weil er sich für die Bauern und die Interessen der ländlichen Bevölkerung einsetzt. Das ist der Grund, warum Ihnen reihenweise die Funktionäre davonlaufen und warum Ihre Politik keine Zukunft haben wird. Das ist Faktum. (Abg. Grillitsch: Sie reden wie der Blinde von der Farbe!)
Abg. Grillitsch: Sie reden wie der Blinde von der Farbe!
Tatsache ist, dass Ihre Mitglieder reihenweise den Bauernbund verlassen, nicht zu Unrecht, weil Leute wie Leo Steinbichler – den kennen Sie offenbar – mit Füßen hinausgetreten werden (Beifall bei der FPÖ), und zwar deshalb, weil er sich für die Bauern und die Interessen der ländlichen Bevölkerung einsetzt. Das ist der Grund, warum Ihnen reihenweise die Funktionäre davonlaufen und warum Ihre Politik keine Zukunft haben wird. Das ist Faktum. (Abg. Grillitsch: Sie reden wie der Blinde von der Farbe!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich kenne ja die Ideologie der Grünen. Die schauen oft durch die „grüne Brille“, aber die sehen wenigstens was. Durch die „grüne Brille“ kann man noch etwas sehen, aber durch die „schwarze Brille“ sieht man nichts mehr. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Da sieht man keine Realität mehr, da ist es finster, da ist es vorbei, Herr Grillitsch. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist bei Ihnen dramatischer. Ich möchte auch keine „schwarze Brille“ haben, ich möchte auch nicht blind durch die Gegend gehen müssen. Aber Sie gehen ja blind durch die Gegend. Das ist das Problem der ÖVP und vor allem des Bauernbundes!
Beifall bei der FPÖ.
Ich kenne ja die Ideologie der Grünen. Die schauen oft durch die „grüne Brille“, aber die sehen wenigstens was. Durch die „grüne Brille“ kann man noch etwas sehen, aber durch die „schwarze Brille“ sieht man nichts mehr. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Da sieht man keine Realität mehr, da ist es finster, da ist es vorbei, Herr Grillitsch. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist bei Ihnen dramatischer. Ich möchte auch keine „schwarze Brille“ haben, ich möchte auch nicht blind durch die Gegend gehen müssen. Aber Sie gehen ja blind durch die Gegend. Das ist das Problem der ÖVP und vor allem des Bauernbundes!
Abg. Grillitsch: Das ist die öko-soziale Marktwirtschaft!
Dass das ja nicht so von irgendwoher kommt, beweisen auch Arbeiten von Universitäten. Ich stelle Ihnen gerne die Studien zur Verfügung, liebe Kollegen vom Bauernbund, die Sie offenbar auch nicht kennen, und diese Studien an Universitäten sprechen von der so genannten multifunktionalen Landwirtschaft. (Abg. Grillitsch: Das ist die öko-soziale Marktwirtschaft!)
Abg. Grillitsch: Öko-soziale Marktwirtschaft – unser Programm!
Unter diesen Bedingungen kann eine vielfältige Landwirtschaft entstehen, mit Wald an wenig fruchtbaren Hochflächen und Oberhängen, Waldweide auf sehr steilen Abschnitten, Ackerbau an tiefgründigeren Hangschultern, Weide/Mähwiesen auf übrigen Flächen. Landwirtschaft kann dadurch aber auch – und das ist das Wichtige – Landschaft gestalten und erzeugt hohe ökologische Vielfalt, um die Existenzgrundlage der bäuerlichen Familie zu sichern und Nahrungsmittel und Rohstoffe zu erzeugen. – Das sind also Ideen, die heute geboren werden. (Abg. Grillitsch: Öko-soziale Marktwirtschaft – unser Programm!)
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Denken Sie zurück an diese kleinen Bauernhöfe, an die kleinen Strukturen in den Ortschaften, die es früher gab! Das ist genau das Ergebnis dieser Studien. Das empfehlen heute Universitäten. (Zwischenruf des Abg. Eßl.) Liebe Kollegen von der ÖVP, regen Sie sich ein bisschen weniger auf!
Der Redner überreicht Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll einige Schriftstücke.
Herr Minister, lesen Sie das bitte durch! Das ist für Sie. (Der Redner überreicht Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll einige Schriftstücke.) Herr Grillitsch, auch Sie bekommen eine Kopie! – Jedenfalls: Das ist die Realität, wie sie jetzt ausschaut.
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Herr Minister, schauen Sie Ihre eigenen Berichte an! – Und, Herr Grillitsch, vielleicht legen Sie das Handy weg und seien Sie ein bisschen aufmerksamer, um aus den Zahlen, die auch Sie betreffen ... (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Erzählen Sie das dem Bauernbund, erzählen Sie das Ihren Leuten, dann wird die Dramatik wirklich klar! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
in Richtung des Abg. Grillitsch
Übrigens sehr interessant: Die „kleinen Fritzi“, die Vorlauten, die sitzen normal immer in der letzten Bank. Bei Ihnen (in Richtung des Abg. Grillitsch) macht die ÖVP eine Ausnahme. Ich weiß nicht, warum Sie so weit vorne sitzen. Normal gehören diese unaufmerksamen Leute in die letzte Bank und nicht da vorne hinein. Das vielleicht noch als Ergänzung zu Ihnen, Herr Grillitsch! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Übrigens sehr interessant: Die „kleinen Fritzi“, die Vorlauten, die sitzen normal immer in der letzten Bank. Bei Ihnen (in Richtung des Abg. Grillitsch) macht die ÖVP eine Ausnahme. Ich weiß nicht, warum Sie so weit vorne sitzen. Normal gehören diese unaufmerksamen Leute in die letzte Bank und nicht da vorne hinein. Das vielleicht noch als Ergänzung zu Ihnen, Herr Grillitsch! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP
Abschließend kommt dieser Bericht, und das ist ganz interessant, zu folgender Conclusio (neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP) – hören Sie zu, liebe Kollegen, das ist ganz, ganz wichtig für Sie; erzählen Sie diese Sätze auch dem Bauernbund! –:
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Hornek: Sie haben keine Ahnung!
Das sind Punkte, die interessant sind. Sparen Sie sich in Zukunft diese Grünen Berichte. Schauen Sie, was Sie wirklich tun können für die Landwirtschaft! Schauen Sie, was Sie tun können, um den ländlichen Raum zu erhalten! Das sind Ihre Aufgaben. Und hören Sie bitte damit auf, Bauern gegeneinander auszuspielen und vor allem Bauern falsch zu informieren, liebe Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Hornek: Sie haben keine Ahnung!)
Heiterkeit und Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kolleginnen und Kollegen! Der Grüne Bericht hat durchaus positive Entwicklungen. Er stammt ja auch aus einer Zeit, in der eine gute Regierung gute Rahmenbedingungen gesetzt hat. (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das glaube ich nicht!
Krainer sagte weiters: „Finanzminister Molterer und Wirtschaftsminister Bartenstein können hier nicht weiter tatenlos zusehen, sondern müssen endlich wirkungsvolle Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation setzen“. – Bravo, Herr Abgeordneter Krainer! Er hat es verstanden. (Abg. Dr. Stummvoll: Das glaube ich nicht!) Ich bin sehr überrascht.
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Das ist ein ganz sachlicher Antrag der Abgeordneten Westenthaler betreffend Teuerungsausgleich für Bürgerinnen und Bürger in Österreich. Herr Kollege Cap, lesen Sie sich diesen Antrag durch! Da ist nicht eine Polemik drinnen. Da ist nicht ein falsches Zitat drinnen. Das ist ein sachlicher Antrag, ohne Schuldzuweisungen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Alles ist vage!
In diesen Antrag haben wir keine Zahl hineingeschrieben und auch die Bevölkerungsgruppen nicht näher definiert. (Abg. Dr. Stummvoll: Alles ist vage!) Da haben Sie genug Gestaltungsspielraum, Herr Kollege Cap!
Beifall beim BZÖ.
Nicht ich sage das, sondern Ihr Koalitionspartner sagt das! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dann tun Sie es, Herr Kollege Cap! Heute haben Sie die einmalige Chance, am Ende der Debatte über diesen Tagesordnungspunkt einen Teuerungsausgleich hier per Entschließung an die Regierung zu beschließen. Dazu laden wir Sie ein. Tun Sie etwas für die Menschen! Tun Sie etwas, damit die Menschen wieder mehr Geld in der Tasche haben! Und hören Sie auf, in der Großen Koalition zu streiten! – Das wäre eine gute Maßnahme! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie die SPÖ heute reagieren wird. Sie haben heute die einmalige Gelegenheit, endlich etwas zu tun und auch der ÖVP zu zeigen, wo wirklich das soziale Gewissen beheimatet ist! Bei uns jedenfalls, denn wir haben einen Teuerungsausgleich schon mehrmals beantragt. Heute haben Sie wieder eine Chance, da mitzugehen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es freut mich, dass so viele Besucher auf der Galerie sind. Auch die Landwirtschaftskammerpräsidenten aus ganz Österreich habe ich gesehen. Das ist auch ein sehr, sehr gutes Zeichen dafür, dass wir heute hier diese Debatte führen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich will mich dem Dank an die Bäuerinnen und Bauern in diesem Land für die von ihnen geleistete Arbeit anschließen, aber auch einen Dank an die Beamtinnen und Beamten meines Ressorts aussprechen, die mit dem Grünen Bericht immer wieder ein Standardwerk schaffen, das eine Grundlage für die Diskussion, aber auch für die Entscheidungen der Zukunft ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Empfehlungen sind nicht abgearbeitet!
dieses Grünen Berichts gehört. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Empfehlungen sind nicht abgearbeitet!)
Beifall bei der ÖVP.
Erster Punkt: Einkommenssteigerung je Betrieb um 15,2 Prozent für unsere bäuerlichen Familienbetriebe. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Klement: Agrarkonzerne!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, damit liegen wir im europäischen Vergleich im Spitzenfeld. Viele Länder liegen hinter uns. Dies gibt Optimismus für die Zukunft. Damit verbunden ist auch das Faktum, dass wir in der Landwirtschaft, im ländlichen Raum eine Investitionswelle erleben wie schon seit Jahrzehnten nicht. In den beiden letzten Jahren, 2006 und 2007, gab es einen Investitionsboom, der seinesgleichen sucht. (Abg. Dipl.-Ing. Klement: Agrarkonzerne!) Und das ist auf eine erfolgreiche Agrarpolitik zurückzuführen, die stabile Rahmenbedingungen schafft, und das ist verbunden mit der Einkommensentwicklung, die bewirkt, dass die Bauern wieder Optimismus fassen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Es wird immer besser: Kürzungen weit über 30 Prozent!
Zweiter Punkt: Auch die Biobetriebe, die Sie bereits angesprochen haben, liegen bei der Zunahme des Einkommens im Schnitt jener aller anderen Betriebe. Wir haben für die Biobetriebe im Grünen Pakt für die Zukunft, bis 2013, stabile Rahmenbedingungen geschaffen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es wird immer besser: Kürzungen weit über 30 Prozent!)
Beifall bei der ÖVP.
Es wurde im Jahr 2006 ein Betrag in der Höhe von 2,3 Milliarden € an Leistungsabgeltungen und Ausgleichszahlungen gezahlt. Davon sind 59 Prozent EU-Mittel, 20 Prozent Bundesmittel und 21 Prozent Ländermittel. Das System funktioniert. Es ist uns nämlich in der Verhandlungsführung nicht nur gelungen, das Geld aus Brüssel zu sichern – das haben wir in der ersten Säule und auch in der zweiten Säule der ländlichen Entwicklung getan –, sondern wir haben auch dafür Sorge getragen – und es ist bei manchen Bundesländern leider nicht mehr selbstverständlich, dass der Bund/Länder-Aufteilung von 60 : 40 zugestimmt wird –, dass kein einziger Euro in Brüssel liegen geblieben ist. Die Bauern können sich auf diese politische Verlässlichkeit auch in Zukunft stützen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Klement: Es sind ja gar keine mehr da zum Sterben!
bei nur fünf Betrieben pro Tag. (Abg. Dipl.-Ing. Klement: Es sind ja gar keine mehr da zum Sterben!) Wir haben zwischen 2003 und 2005 sage und schreibe 790 Betriebe verloren. Ich sage: Jeder einzelne Betrieb, den wir verlieren, ist zu viel – aber es sind so wenig wie in keinem anderen europäischen Land. Der Strukturwandel hat sich verflacht, und wir haben Stabilität, auch was die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe betrifft. – Das sind Zahlen, auf die man sich stützen kann, auf die wir gemeinsam stolz sein können! Und die kommen nicht von ungefähr, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
bei nur fünf Betrieben pro Tag. (Abg. Dipl.-Ing. Klement: Es sind ja gar keine mehr da zum Sterben!) Wir haben zwischen 2003 und 2005 sage und schreibe 790 Betriebe verloren. Ich sage: Jeder einzelne Betrieb, den wir verlieren, ist zu viel – aber es sind so wenig wie in keinem anderen europäischen Land. Der Strukturwandel hat sich verflacht, und wir haben Stabilität, auch was die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe betrifft. – Das sind Zahlen, auf die man sich stützen kann, auf die wir gemeinsam stolz sein können! Und die kommen nicht von ungefähr, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.)
Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.
Vorneweg zum Grünen Pakt: Wenn Herr Abgeordneter Pirklhuber hier heraußen sagt, es müsse etwas anderes getan werden, der Grüne Pakt sei nicht erfolgreich verhandelt worden, dann muss ich ihm sagen: Es ist ein Unterschied, ob man für Österreichs Landwirtschaft in Österreich Geld aufbringt und in Brüssel um Förderungen verhandelt, oder ob man, wie Sie, nach Brüssel geht und dieses Programm vernadert. (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich weiß schon, dass das die wesentlich angenehmere politische Rolle ist. Aber, Herr Abgeordneter (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – kein Grund, nervös zu werden! –, die Bauern können sich auf uns verlassen, die Bauern müssen sich, Gott sei Dank, nicht auf Sie verlassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich weiß schon, dass das die wesentlich angenehmere politische Rolle ist. Aber, Herr Abgeordneter (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – kein Grund, nervös zu werden! –, die Bauern können sich auf uns verlassen, die Bauern müssen sich, Gott sei Dank, nicht auf Sie verlassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und was haben wir dann getan? – Wir haben mit dem Grünen Pakt neue Schwerpunkte gesetzt. Erstens haben wir die Ausgleichszahlung für die Bergbauern außer Streit gestellt und führen sie in derselben Höhe bis in das Jahr 2013 weiter. (Beifall bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.
Zweitens haben wir in diesem Grünen Pakt mit dem Umweltprogramm für eine umweltgerechte, extensive Landwirtschaft neue Schwerpunkte gesetzt, das Programm redimensioniert, eingereicht und jetzt bewilligt bekommen. Die Bauern haben die größte Auszahlung, die es auf einmal gab, im Dezember 2007 verlässlich erhalten. Auch dieses Umweltprogramm, mit dem Kernstück „Biobereich“, wird bis 2013 fortgeführt und wird die Struktur der österreichischen Landwirtschaft, die familiären bäuerlichen Betriebe mit ihrer nachhaltigen Landwirtschaft absichern können. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Sie, Herr Abgeordneter Pirklhuber, kommen jetzt wieder daher und sagen – wie andere auch –, es müsse mehr moduliert werden, sprich: Geld abgeräumt werden in der ersten Säule (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), damit es dann wieder über neue Instrumentarien an die Bauern verteilt werden kann. Dafür, Herr Abgeordneter, bin ich in dieser Diskussion nicht zu haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie, Herr Abgeordneter Pirklhuber, kommen jetzt wieder daher und sagen – wie andere auch –, es müsse mehr moduliert werden, sprich: Geld abgeräumt werden in der ersten Säule (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), damit es dann wieder über neue Instrumentarien an die Bauern verteilt werden kann. Dafür, Herr Abgeordneter, bin ich in dieser Diskussion nicht zu haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Pirklhuber und Frau Abgeordnete Schönpass, klar ist: Diese Transparenzdebatte wird sich nach der Offenlegung der Agrargelder nicht alleine auf diesen Sektor beschränken. Wir werden sehr klar und deutlich auch zu diskutieren haben, wie das bei den anderen öffentlichen Transferzahlungen aussieht, wer was warum und in welcher Höhe bekommt. Folgen Sie dann diesem gutem Beispiel auch in den anderen Transferzahlungsbereichen! Die Landwirtschaft wird hier vorgehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich habe auch deswegen – Herr Abgeordneter Pirklhuber, befassen Sie sich auch mit den Entscheidungen der Transparenzverordnung! – im Rat zugestimmt. Es ist glatt falsch, was sie hier im Plenum sagen, nämlich, dass diese Entscheidung negativ gewesen wäre.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Grüne Bericht zeigt Folgendes: Die Landwirtschaft in Österreich ist gut aufgestellt. Der Strukturwandel konnte spürbar zurückgeführt werden – darauf können wir stolz sein. Die Einkommen entwickeln sich positiv. Die Bauern – auch das zeigt der Grüne Bericht – sind von Nahrungsmittelproduzenten und Landschaftspflegern auch zu Energiewirten geworden und haben auch in diesem neuen Zukunftsfeld eine große Chance. Es liegt an uns, diesen Weg in Österreich – Bund und Länder gemeinsam – und vor allem in der Europäischen Union konsequent weiterzugehen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Das stimmt ja! Das ist ja richtig! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister Pröll, Sie haben hier behauptet, ich hätte in Brüssel die österreichische Agrarpolitik „vernadert“. (Abg. Grillitsch: Das stimmt ja! Das ist ja richtig! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Das ist eine persönliche Darstellung!
Ich berichtige tatsächlich: Ich habe mit den Mitarbeitern der EU-Kommission unseren Antrag vom Juni 2005 zum Programm ländliche Entwicklung (Abg. Steibl: Das ist eine persönliche Darstellung!), den Sie in den Ausschüssen immer vertagt haben, den der Bauernbund und Sie nicht ernsthaft diskutieren wollten, sehr ernsthaft und sehr gut diskutiert. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Keine tatsächliche Berichtigung, Frau Präsidentin!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Keine tatsächliche Berichtigung, Frau Präsidentin!
Ich berichtige tatsächlich: Ich habe mit den Mitarbeitern der EU-Kommission unseren Antrag vom Juni 2005 zum Programm ländliche Entwicklung (Abg. Steibl: Das ist eine persönliche Darstellung!), den Sie in den Ausschüssen immer vertagt haben, den der Bauernbund und Sie nicht ernsthaft diskutieren wollten, sehr ernsthaft und sehr gut diskutiert. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Keine tatsächliche Berichtigung, Frau Präsidentin!)
Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Bundesminister Pröll versprochen, an die Bauern gegangen sind! (Beifall bei der ÖVP. – Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja gar nicht ...!
Herr Kollege Pirklhuber! Ich hätte mich ja gewundert, wenn es Ihnen nicht gelungen wäre, wieder die Debatte der Neidgenossenschaft, groß und klein, hier loszutreten. Das erkennen wir bei Ihnen ja immer wieder. Aber nur zur Erinnerung: Es gab eine nicht unpopuläre grüne Landwirtschaftsministerin in Deutschland, Künast hieß sie, die hätte die Chance und hätte es in der Hand gehabt, dafür zu sorgen, dass die Degression bei den größeren Betrieben tatsächlich einsetzt. Was hat sie gemacht? – Sie hat es verhindert, Herr Kollege Pirklhuber! (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja gar nicht ...!)
Abg. Mag. Gaßner: Der kleine Schmied kriegt so viel, dass er bleiben kann! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Eines muss ich Ihnen aber auch sagen: Es ist ein Unterschied, ob jemand 100 Hektar begrünen soll, muss oder sich dazu verpflichtet oder ob jemand 5 Hektar begrünt. Die Voest als großer Leitbetrieb – wir in Oberösterreich sind stolz darauf – erhält auch mehr Förderung als der kleine Schmied im Dorf. Seien Sie mir bitte nicht böse, aber diese Vergleiche sind wirklich nicht angebracht, Herr Kollege Pirklhuber! (Abg. Mag. Gaßner: Der kleine Schmied kriegt so viel, dass er bleiben kann! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Über Folgendes wundere ich mich noch mehr: Es ist heute hier das erste Mal diese Unterlage, der Grüne Bericht, dessen Daten und Fakten unzweifelhaft seriös sind, in Zweifel gezogen worden, und zwar vom Kollegen Klement. – Meine Damen und Herren! Das haben die Bauern, die die Daten in mühevoller Arbeit liefern, und die Beamten, die diese Unterlage objektiv erstellen, nicht verdient. Das ist ein hervorragendes Nachschlagewerk, das sei einmal festgehalten! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ja, es ist auch den Bäuerinnen und Bauern zu danken für die Leistungen, die sie erbringen. Wir sind stolz in der Welt, wir sind stolz auf Österreichs Küche – die Produkte hiefür werden von den österreichischen Bauern in toller Qualität geliefert. Wir sind stolz auf den Tourismus in Österreich – einen wesentlichen Teil zu diesem Erfolg trägt der Landschaftstourismus bei. Schauen Sie sich einmal jene Gegenden an, wo dies nicht mehr machbar wäre. Auch in diesem Bereich erbringen die Bauern Leistungen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
der Redner zeigt in Richtung des Abg. Grillitsch, der ein Schaubild in die Höhe hält
Ich habe heute in der Früh einen Wecken Brot, eine Semmel und einen Liter Milch gekauft. (Der Redner zeigt die genannten Produkte.) Meine Damen und Herren, wissen Sie, wie hoch der Anteil des Bauern am Preis dieser Semmel ist? – 2 Prozent! Wissen Sie, wie hoch der Anteil des Bauern am Preis dieses Wecken Brots ist? – Dort steht es (der Redner zeigt in Richtung des Abg. Grillitsch, der ein Schaubild in die Höhe hält): 3,9 oder aufgerundet 4 Prozent! Beim Liter Milch sind es immerhin schon 30 Prozent. Und dann den Bauern zu unterstellen, Sie wären schuld an der hohen Inflation, ist ein starkes Stück. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe heute in der Früh einen Wecken Brot, eine Semmel und einen Liter Milch gekauft. (Der Redner zeigt die genannten Produkte.) Meine Damen und Herren, wissen Sie, wie hoch der Anteil des Bauern am Preis dieser Semmel ist? – 2 Prozent! Wissen Sie, wie hoch der Anteil des Bauern am Preis dieses Wecken Brots ist? – Dort steht es (der Redner zeigt in Richtung des Abg. Grillitsch, der ein Schaubild in die Höhe hält): 3,9 oder aufgerundet 4 Prozent! Beim Liter Milch sind es immerhin schon 30 Prozent. Und dann den Bauern zu unterstellen, Sie wären schuld an der hohen Inflation, ist ein starkes Stück. (Beifall bei der ÖVP.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!
Als Schlusssatz meint dieser Autor: Wie wäre es, wenn die SPÖ – anstatt Inserate zu formulieren – intensiv darüber nachdenken würde, wie eine Agrarpolitik nach 2013 aussehen könnte? (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) – Weniger Polemik könnte die Phantasie für Zukunftslösungen durchaus begünstigen. (Abg. Grillitsch: Genau!) – Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Genau!
Als Schlusssatz meint dieser Autor: Wie wäre es, wenn die SPÖ – anstatt Inserate zu formulieren – intensiv darüber nachdenken würde, wie eine Agrarpolitik nach 2013 aussehen könnte? (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) – Weniger Polemik könnte die Phantasie für Zukunftslösungen durchaus begünstigen. (Abg. Grillitsch: Genau!) – Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Als Schlusssatz meint dieser Autor: Wie wäre es, wenn die SPÖ – anstatt Inserate zu formulieren – intensiv darüber nachdenken würde, wie eine Agrarpolitik nach 2013 aussehen könnte? (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) – Weniger Polemik könnte die Phantasie für Zukunftslösungen durchaus begünstigen. (Abg. Grillitsch: Genau!) – Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neugebauer: Da schließe ich mich an!
Zum Grünen Bericht: Auch ich möchte den MitarbeiterInnen des Lebensministeriums ganz herzlich danken. Der Bericht ist wirklich gut gestaltet, man erhält viele Einblicke, und dafür möchte ich wirklich herzlich Danke sagen. (Abg. Neugebauer: Da schließe ich mich an!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister, ich muss Ihnen schon sagen, man kann einen Bericht lesen, wie man ihn lesen möchte, je nachdem, wie man ihn anschaut. Wir haben einen Blick auf die Schieflage bei der Förderpolitik, die es eindeutig gibt, geworfen. Wenn 73 Prozent der Betriebe nur 37 Prozent der Fördermittel erhalten und im Gegenzug dazu 27 Prozent der Betriebe 63 Prozent der Fördermittel, dann ist das nicht gerecht! Das ist ungerecht und führt unserer Meinung nach dazu, dass noch immer Betriebe zusperren. Egal, ob 1 Betrieb, 5 oder 13 Betriebe zusperren, unserer Meinung nach ist jeder zu viel, der zusperrt, weil das natürlich auch den ländlichen Raum schwächt. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Herr Minister und Herr Kollege Grillitsch, das trägt unserer Ansicht nach dazu bei, dass in Zukunft vielleicht wirklich die Kulturlandschaft nicht mehr so erhalten werden kann, denn es sind nicht die großen Betriebe, die die Kulturlandschaft erhalten, sondern die kleinen. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Und eigentlich müssten wir in diese Richtung gemeinsam arbeiten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister und Herr Kollege Grillitsch, das trägt unserer Ansicht nach dazu bei, dass in Zukunft vielleicht wirklich die Kulturlandschaft nicht mehr so erhalten werden kann, denn es sind nicht die großen Betriebe, die die Kulturlandschaft erhalten, sondern die kleinen. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Und eigentlich müssten wir in diese Richtung gemeinsam arbeiten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Für Klassenkampf stehen Sie!
Wir stehen für Verteilungsgerechtigkeit und für Gerechtigkeit auch für die kleinstrukturierte Landwirtschaft. (Abg. Grillitsch: Für Klassenkampf stehen Sie!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es genügt auch nicht, Herr Minister, die Genussregionen zu schaffen – die wir gut finden, die wir natürlich auch unterstützen –, sondern man muss den Lebensraum, den ländlichen Raum für alle Bürgerinnen und Bürger erhalten. Und dafür sollten wir gemeinsam arbeiten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
(Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) – Nein, das tun wir deswegen nicht. (Abg. Hornek: Das sehen Ihre Kollegen aus Deutschland und Luxemburg aber anders!) Aber wir haben auch nichts davon, wenn man es anbaut und dann weiß Gott wohin fährt.
Abg. Hornek: Das sehen Ihre Kollegen aus Deutschland und Luxemburg aber anders!
(Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) – Nein, das tun wir deswegen nicht. (Abg. Hornek: Das sehen Ihre Kollegen aus Deutschland und Luxemburg aber anders!) Aber wir haben auch nichts davon, wenn man es anbaut und dann weiß Gott wohin fährt.
Abg. Hornek: Zum 4. Punkt sage ich Ihnen dann schon etwas dazu!
(Abg. Hornek: Zum 4. Punkt sage ich Ihnen dann schon etwas dazu!) – Sie können nachher gerne etwas dazu sagen. (Abg. Hornek: Das mache ich, darauf können Sie sich verlassen!)
Abg. Hornek: Das mache ich, darauf können Sie sich verlassen!
(Abg. Hornek: Zum 4. Punkt sage ich Ihnen dann schon etwas dazu!) – Sie können nachher gerne etwas dazu sagen. (Abg. Hornek: Das mache ich, darauf können Sie sich verlassen!)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt frage ich: Was ist es uns wert, dass diese Frau, die heuer 78 Jahre alt wird, all die Jahre hindurch so schwer gearbeitet hat? – Sie bekommt eine Eigenpension von 112,31 €, eine Witwenpension von 178,89 € und eine Ausgleichszulage von 67,50 €. Das ergibt für zahlreiche harte Arbeitsjahre eine „wunderbare“ Pension von 358,70 €. Das fällt unter: „Danke! Ihrer ÖVP.“ (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Danke, liebe Bauern, dass Sie so viel arbeiten! Danke, dass Sie Ihre körperlichen Schädigungen auf sich nehmen! Danke dafür, dass Sie unsere Landschaft pflegen! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Und das ist dann der Lohn, der im Endeffekt für die wahren Bauern, die das machen, herauskommt?! – Ich rede hier bitte nicht von den Großbauern, die den Großteil ihrer Arbeit auf Maschinen verlagern, sondern von denen, die wirklich noch hart am Berg arbeiten.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Hornek: So etwas Zynisches! – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Beleidigung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn das Ihr „Danke-Programm“ ist, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass Pröll sonderlich recht hat, wenn er sagt: Die Bauern können sich auf uns verlassen! – Es sei denn, man hängt noch hinzu: Und dann sind sie verlassen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Hornek: So etwas Zynisches! – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Beleidigung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
in der Landwirtschaft!, dann füge ich noch hinzu: Danke auch für die kulturellen Leistungen der Landwirte. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Meine sehr verehrten Damen und Herren vom Bauernbund, Sie verwechseln aber immer die Landwirte mit dem Bauernbund, denn umgekehrt werden sich die Landwirte nicht bei Ihnen bedanken. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Umgekehrt wird man von den Landwirten nicht hören: Danke, Herr Minister Pröll, dass Sie uns in die EU geführt haben. Danke dem Bauernbund, dass er uns in die EU geführt hat. – Das werden Sie nicht hören!
Abg. Grillitsch: Das war die Zeit, als es SPÖ-Minister gegeben hat!
Offensichtlich ist auch Ihr eigener Koalitionspartner nicht dieser Meinung. Ich darf Ihnen hier eine Werbung, ein Inserat der SPÖ-Parlamentsfraktion kurz vorstellen: Pro Tag müssen 13 Höfe zusperren. – Da müssen Sie sich jetzt einmal einigen, Herr Landwirtschaftsminister, ob das richtig oder falsch ist. (Abg. Grillitsch: Das war die Zeit, als es SPÖ-Minister gegeben hat!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Weiters: Seit dem Jahre 1999 sind 28 000 Betriebe eingestellt worden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Herr Grillitsch, werden Sie nicht nervös, Sie können sich ja melden und auch wieder reden. Ich weiß, Sie haben immer ein Problem damit, wenn man Ihnen die Wahrheit vor Augen führt.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wer hat denn das geschrieben?
„Das Geld müsste nur an alle landwirtschaftlichen Betriebe gerecht verteilt werden. Genau das verhindern aber die ÖVP und der Bauerbund. In den letzten Jahren unternahm die ÖVP-Großbauernlobby alles, um den Bauern das Leben so schwer wie möglich zu machen“ – (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wer hat denn das geschrieben?) –: „40.000 Milchbauern wurde die Milchquote verweigert, um sie großen Bauern zuschanzen zu können. Außerdem: 7.500 Bauern warten seit Jahren auf die ihnen zugesagten Betriebsprämien.“
Beifall bei der FPÖ. – Der Redner überreicht Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll ein Schriftstück.
Ich darf Ihnen das überreichen, Herr Landwirtschaftsminister. (Beifall bei der FPÖ. – Der Redner überreicht Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll ein Schriftstück.) „Schauen Sie sich das an!“, hat es einmal geheißen.
Abg. Hörl: Na Gott sei Dank!
Herr Grillitsch, auf Sie komme ich auch noch zurück (Abg. Hörl: Na Gott sei Dank!), denn im letzten zitierten Satz ist es um die Milchquote gegangen. Sie gehen ja gerne mit Frau Kommissarin Fischer Boel auf die Jagd – ist das richtig? (Abg. Grillitsch: Das ist falsch! Das ist schon wieder eine Lüge! – Ruf bei der ÖVP: Unwahrheit!) – Dann werden wir dieser Sache einmal nachgehen. Sonst sind Sie ja in Ihren Aussendungen immer sehr feindlich gesinnt gegenüber Frau Fischer Boel.
Abg. Grillitsch: Das ist falsch! Das ist schon wieder eine Lüge! – Ruf bei der ÖVP: Unwahrheit!
Herr Grillitsch, auf Sie komme ich auch noch zurück (Abg. Hörl: Na Gott sei Dank!), denn im letzten zitierten Satz ist es um die Milchquote gegangen. Sie gehen ja gerne mit Frau Kommissarin Fischer Boel auf die Jagd – ist das richtig? (Abg. Grillitsch: Das ist falsch! Das ist schon wieder eine Lüge! – Ruf bei der ÖVP: Unwahrheit!) – Dann werden wir dieser Sache einmal nachgehen. Sonst sind Sie ja in Ihren Aussendungen immer sehr feindlich gesinnt gegenüber Frau Fischer Boel.
Abg. Grillitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit, Herr Kollege! Sagen Sie die Wahrheit!
Schauen wir uns einmal an, was die EU-Kommission vorschlägt, wenn wir in der EU-Landwirtschaftspolitik so erfolgreich sind. (Abg. Grillitsch: Bleiben Sie bei der Wahrheit, Herr Kollege! Sagen Sie die Wahrheit!) Wissen Sie, was da drinsteht? – Das ist die Mitteilung der Kommission an den Rat und an das Europäische Parlament: Vorbereitung auf den GAP-Gesundheitscheck. Hören Sie zu, Herr Grillitsch, was da für die Milchbauern drinsteht!
Abg. Grillitsch: Genau!
Es heißt: Allgemein wird erwartet, dass das Auslaufen der Milchquotenregelung zu einem Anstieg der Produktion, zu sinkenden Preisen und zu mehr Wettbewerbsfähigkeit für den Milchsektor führen wird. (Abg. Grillitsch: Genau!)
Beifall bei der FPÖ.
Sie dagegen? Wo sind hier die Konzepte in der Landwirtschaftspolitik? – Die vermissen wir! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grillitsch: Die nächste Lüge!
Sie haben überhaupt keine Konzepte! Sie wissen ja selbst nicht, wovon Sie reden. Sie sind ja selbst nicht einmal mehr als Landwirt tätig. (Abg. Grillitsch: Die nächste Lüge!) Da ist es schon gut, wenn Landwirte nicht von Landwirten vertreten werden.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Noch etwas, Herr Grillitsch: Wie geht es Ihnen mit Herrn Steinbichler in Oberösterreich? Wie können Sie sich erklären, dass Herr Steinbichler bei x Veranstaltungen in Oberösterreich herumläuft und die Bauernbundpolitik madig macht, die angeblich so gut ist, wo Herr Steinbichler über Jahrzehnte dabei war? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei der ÖVP
Da wird es einer starken freiheitlichen Kraft bedürfen (ironische Heiterkeit bei der ÖVP), denn wir haben schon einmal die Bauern befreit, und zwar 1848! (Beifall bei der FPÖ.) Und offensichtlich ist es wieder einmal notwendig, dass wir die Landwirte befreien!
Beifall bei der FPÖ.
Da wird es einer starken freiheitlichen Kraft bedürfen (ironische Heiterkeit bei der ÖVP), denn wir haben schon einmal die Bauern befreit, und zwar 1848! (Beifall bei der FPÖ.) Und offensichtlich ist es wieder einmal notwendig, dass wir die Landwirte befreien!
Abg. Zweytick: Es ist gut, dass Fasching ist!
Aber so ist es halt, auch mit der „hohen Jagd“ und der „niederen Jagd“. Auch der Herr Landwirtschaftsminister sitzt hier sehr gut in seinem Sessel und fühlt sich sehr wohl. Aber ich würde mich auch wohlfühlen, wenn ich wüsste, dass ich der Nachfolger von Herrn Christian Konrad als Generaldirektor werde. Da würde ich auch ruhiger schlafen, denn da müsste ich mir nicht mehr allzu große Sorgen machen um die Landwirte in Österreich, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Abg. Zweytick: Es ist gut, dass Fasching ist!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wie war das 1848, als die Nationalliberalen den Bauern zumindest die Jagd ermöglicht haben? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber jetzt unterscheidet man auch schon wieder zwischen der „hohen Jagd“ und der „niederen Jagd“. Auf die „hohe Jagd“ gehen die Bauernbundfunktionäre, auf die „niedere Jagd“ dürfen die normalen Landwirte gehen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wie war das 1848, als die Nationalliberalen den Bauern zumindest die Jagd ermöglicht haben? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber jetzt unterscheidet man auch schon wieder zwischen der „hohen Jagd“ und der „niederen Jagd“. Auf die „hohe Jagd“ gehen die Bauernbundfunktionäre, auf die „niedere Jagd“ dürfen die normalen Landwirte gehen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Ja, genau!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir werden dafür sorgen, dass es in Österreich wirklich wieder einen freien Bauern gibt, denn wir brauchen den freien Bauern! (Abg. Grillitsch: Ja, genau!) Wir brauchen viele Bauern, wir brauchen die Leistungen der Landwirte. Wir brauchen ihre Leistungen in der Kultur (Beifall bei der FPÖ), wir brauchen aber auch Nahrungssicherheit in Österreich, und das gewährleisten Sie mit dieser europäischen Landwirtschaftspolitik nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Grillitsch: Und Sie gewährleisten das?)
Beifall bei der FPÖ
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir werden dafür sorgen, dass es in Österreich wirklich wieder einen freien Bauern gibt, denn wir brauchen den freien Bauern! (Abg. Grillitsch: Ja, genau!) Wir brauchen viele Bauern, wir brauchen die Leistungen der Landwirte. Wir brauchen ihre Leistungen in der Kultur (Beifall bei der FPÖ), wir brauchen aber auch Nahrungssicherheit in Österreich, und das gewährleisten Sie mit dieser europäischen Landwirtschaftspolitik nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Grillitsch: Und Sie gewährleisten das?)
Abg. Grillitsch: Und Sie gewährleisten das?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir werden dafür sorgen, dass es in Österreich wirklich wieder einen freien Bauern gibt, denn wir brauchen den freien Bauern! (Abg. Grillitsch: Ja, genau!) Wir brauchen viele Bauern, wir brauchen die Leistungen der Landwirte. Wir brauchen ihre Leistungen in der Kultur (Beifall bei der FPÖ), wir brauchen aber auch Nahrungssicherheit in Österreich, und das gewährleisten Sie mit dieser europäischen Landwirtschaftspolitik nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Grillitsch: Und Sie gewährleisten das?)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Grillitsch, kommen Sie hier zum Rednerpult und erklären Sie, was Sie meinen, aber schreien Sie nicht immer dazwischen! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Zweytick: Immer von vorne nach hinten!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Geschätzte Zuhörer auf der Galerie! Den Grünen Bericht kann man natürlich so oder so lesen (Abg. Zweytick: Immer von vorne nach hinten!), aber es ist, glaube ich, unbestritten, dass der Grüne Bericht über die Land- und Forstwirtschaft ein ganz, ganz wichtiges Nachschlagewerk ist, das einen Überblick über die Vergangenheit gibt und auch einen Ausblick für die Zukunft bietet.
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Heute war hier schon zu vernehmen, dass den „großen Kuchen“ natürlich die Großbauernschaften, die Großbetriebe und Gutseigentümer bekommen. Aber natürlich ist es ein großer Unterschied, ob jemand 100 oder 200 Hektar grüner Fläche zu bewirtschaften hat oder 5 Hektar. (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Aber natürlich, Herr Kollege, ist es genauso wichtig, dass man die kleinbäuerlichen Betriebe und auch den ländlichen Raum fördert, weil es da ja natürlich auch um die Kulturerhaltung draußen im ländlichen Raum geht. Aber das ist ja jetzt abgesteckt, und auch die EU gibt ja vor, den ländlichen Raum zu unterstützen.
Abg. Dr. Graf: Sigi, so viele Zahlen! Sag was Inhaltliches!
Ich weiß schon, man kann natürlich das Ganze ein bisserl anheben oder verschieden gewichten. Das ist Anschauungssache. Aber summa summarum ist es, das muss man ganz ehrlich sagen, eine positive Bilanz. (Abg. Dr. Graf: Sigi, so viele Zahlen! Sag was Inhaltliches!)
Abg. Dr. Graf: ... 58! – Heiterkeit.
Die Zahl der Pensionsempfänger beträgt 185 171, und die durchschnittliche Alterspension bei den Bäuerinnen und Bauern beträgt 672 €. Im Vergleich dazu: Bei einem Arbeiter sind es 739 €, bei einem Angestellten 1 257 €. (Abg. Dr. Graf: ... 58! – Heiterkeit.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Bundesminister, ich appelliere aber auch an Sie – und das ist auch angekündigt worden –: Der Herr Landeshauptmann und Finanzreferent von Kärnten, Dr. Jörg Haider, wird den Finanzminister um Aufstockung des Katastrophenfonds ersuchen, und auch Herr Agrarlandesrat Martinz wird an Sie das Ersuchen richten, im Bereich der ländlichen Entwicklung noch Mittel freizumachen, um den Betroffenen vor Ort zu helfen. Ich hoffe, diese Ersuchen stoßen nicht auf taube Ohren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Danke, Herr Minister!
Dank des großartigen Einsatzes von Bundesminister Pröll und Klubobmann Schüssel stehen uns im so genannten Grünen Pakt 3,9 Milliarden € aus Brüssel für den ländlichen Raum und für die Landwirtschaft zur Verfügung. (Abg. Mag. Gaßner: Danke, Herr Minister!) Es war ein großer Erfolg, und die Gelder konnten großteils bereits im Dezember an unsere Bauern ausbezahlt werden. In anderen Ländern der EU konnte das nicht gemacht werden, weil es mit Brüssel keine Einigung gab. Ich bitte Sie, insbesondere die Kritiker, diese Verhandlungserfolge für die Bauern positiv zu sehen.
Abg. Dr. Haimbuchner: Versteh’ ich auch!
Da Herr Abgeordneter Haimbuchner als Jurist hier so tut, als ob er weiß Gott was von der Landwirtschaft verstünde (Abg. Dr. Haimbuchner: Versteh’ ich auch!): Mit dem Reden bist du natürlich sehr gut. Ich würde dir aber vorschlagen, einmal bei deinem Nachbarn Auer Anleitungen zu holen, einmal bei ihm in den Stall zu gehen und bei ihm in der Landwirtschaft mitzuarbeiten. Dann hättest du vielleicht auch eine bessere Legitimation, hier solche Vorträge zu halten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da Herr Abgeordneter Haimbuchner als Jurist hier so tut, als ob er weiß Gott was von der Landwirtschaft verstünde (Abg. Dr. Haimbuchner: Versteh’ ich auch!): Mit dem Reden bist du natürlich sehr gut. Ich würde dir aber vorschlagen, einmal bei deinem Nachbarn Auer Anleitungen zu holen, einmal bei ihm in den Stall zu gehen und bei ihm in der Landwirtschaft mitzuarbeiten. Dann hättest du vielleicht auch eine bessere Legitimation, hier solche Vorträge zu halten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren, ich danke unseren Bäuerinnen und Bauern für die Produktion von gesunden Lebensmitteln, für die Pflege unserer Kulturlandschaft und für die umweltschonende Bewirtschaftung der Felder und der Wiesen sowie der Forste. Um dies alles in der bestehenden Form weiter gewährleisten zu können, brauchen sie Stabilität und Planbarkeit. Und dafür wird sich der Bauernbund einsetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Dr. Graf.
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Zunächst einmal darf ich mich dem Dank an die Bäuerinnen und Bauern, an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, an die Wirtschaft in diesem Land anschließen. Wir haben – Gott sei Dank! – in allen Bereichen ausgezeichnete Wirtschaftstreibende, Mitarbeiter, egal, ob sie selbständig oder unselbständig erwerbstätig sind. (Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Dr. Graf.) Herzlichen Dank dafür!
Beifall bei der SPÖ.
Es wurden heute schon die hohen Preise für die Konsumenten angesprochen. Ich möchte diese Diskussion erweitern, da von der Produktion zum Handel bis zum Konsumenten so eine große Spanne ist, und da sollte man sich meines Erachtens auch im Wirtschaftsministerium einmal Gedanken machen, die Spannen vielleicht entsprechend zu reduzieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Dein Parteivorsitzender wollte einmal den Bergbauern 50 Prozent wegnehmen!
Was ebenfalls besonders bedauerlich ist – im Wirtschaftsteil des „Kurier“ als große Überschrift –: „Bio aus Österreich wird Mangelware“. Ich denke, hier sollte man ganz konkret auf die Bergbauernbetriebe, die ja hauptsächlich Bioprodukte erzeugen, Rücksicht nehmen und die Politik entsprechend ausrichten. (Abg. Grillitsch: Dein Parteivorsitzender wollte einmal den Bergbauern 50 Prozent wegnehmen!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
„Der Wert der widerrechtlich ins Eigentum von Agrargemeinschaften übertragenen Grundflächen wird mit ca. zweieinhalb Milliarden Euro geschätzt. Dieser an sich ja schon hohe Betrag spiegelt aber das Vermögen, das die Öffentlichkeit verloren hat, nur unzureichend wieder, weil er im wesentlichen auf Freilandpreisen beruht, während die Gemeinden, wenn sie einen kleinen Teil dieses Gebietes wieder ... haben wollen, ... ein Vielfaches des Freilandpreises“ an die Agrargemeinschaften zahlen müssen, damit sie wieder zu diesen Grundstücken, die eigentlich den Gemeinden gehören, kommen. – Das gehört genau angeschaut. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: War es in der Frist oder nicht? – Abg. Mag. Gaßner: Ungeheuerlich!
Was ganz schlimm ist, Hohes Haus, ist, dass, bevor ich die Anfragebeantwortung zugestellt bekam – und ich habe ja diese Anfrage gestellt! –, der zuständige Sektionschef im Landwirtschaftsministerium nach Tirol fährt, die Landwirtschaftsfunktionäre mit dieser Anfragebeantwortung konfrontiert und ihnen Auskunft erteilt, und zwar drei Tage, bevor ich sie habe! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: War es in der Frist oder nicht? – Abg. Mag. Gaßner: Ungeheuerlich!)
Abg. Grillitsch: Sozialismus und Kommunismus – nicht weit auseinander!
„Stoff für eine Revolution“: Dass Tirols Bauern über rund 2 000 Quadratmeter Grund verfügen, der ihnen nicht gehört, war vielleicht Eduard Wallnöfers Glanzstück. Alle Tiroler Nichtbauern zahlen dafür einen hohen Preis – bis heute. (Abg. Grillitsch: Sozialismus und Kommunismus – nicht weit auseinander!) Das ist keine Parteizeitung und keine kommunistische Zeitung!
Abg. Grillitsch: Das war jetzt die Offenbarung: Die Bauern zu enteignen!
„Die irre Macht der Bauern“, „windige Gesellen“, „unter der Gürtellinie“ – Bürgermeister Sepp Reinstadler aus Jerzens, ÖVP. (Abg. Grillitsch: Das war jetzt die Offenbarung: Die Bauern zu enteignen!)
Abg. Grillitsch: Reheis will die Bauern enteignen! – Abg. Mag. Gaßner: Wenn mir etwas nicht gehört, muss ich es zurückgeben, oder?
„ECHO“, Ausgabe Februar 2008: Agrargemeinschaften: Missbrauch aufgezeigt. Eine Sachverhaltsdarstellung macht den vielfach geäußerten Verdacht auf Amtsmissbrauch der Agrarbehörde in Zusammenhang mit den Agrargemeinschaften Mieming erstmals zum Thema der Staatsanwaltschaft ... (Abg. Grillitsch: Reheis will die Bauern enteignen! – Abg. Mag. Gaßner: Wenn mir etwas nicht gehört, muss ich es zurückgeben, oder?)
Abg. Grillitsch: Das ist eine Schlagzeile: Reheis will die Tiroler Bauern enteignen!
Meine Damen und Herren, es gäbe viele Dinge, die hier zu berücksichtigen sind, und das muss ich noch sagen, auch wenn das rote Lämpchen hier schon leuchtet (Abg. Grillitsch: Das ist eine Schlagzeile: Reheis will die Tiroler Bauern enteignen!): Meine parlamentarische Anfrage war Gegenstand einer Prüfung des Verfassungsdienstes, bevor ich sie abgegeben habe. Und ein Satz aus dem Schreiben des Verfassungsdienstes: Im Hinblick auf die Feststellung des Verfassungsgerichtshofes erweisen sich die in der vorliegenden Anfrage gestellten Forderungen aus rechtspolitischer Sicht als durchaus nachvollziehbar.
Beifall bei der SPÖ.
Mehr Zeit habe ich nicht mehr, aber darüber ließe sich stundenlang referieren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch hält eine grüne Tafel mit der Aufschrift: „Danke! allen Bäuerinnen und Bauern“ in die Höhe
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Grillitsch (Abg. Grillitsch hält eine grüne Tafel mit der Aufschrift: „Danke! allen Bäuerinnen und Bauern“ in die Höhe), Sie haben heute sehr schön „Danke!“ da hingeschrieben, aber Sie scheinen etwas vergessen zu haben, nämlich den Bauern zu sagen: Danke, liebe Bauern, dass ihr die Augen so schön zumacht, wäh-
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Höfinger: Herr Kollege, das ist falsch!
„Bauernbund hat Märchenstund’“ – das ist das Motto des heutigen Tages. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Höfinger: Herr Kollege, das ist falsch!)
Abg. Höfinger: Ihre Rede ist erschreckend!
Das ist ein Ausbund an Schönfärberei und Selbstdarstellung. Wie „effizient“ und „ausgewogen“ ist doch die Grillitsch’sche und Pröll’sche Agrarpolitik: So „ausgewogen“, dass es nach über 217 000 Betrieben im Jahr 1999 im Jahr 2005 gerade noch ein bisschen über 189 000 gibt. So „ausgewogen“, dass in sechs Jahren fast 30 000 Bauernhöfe zusperren mussten; das sind 13 Betriebe täglich. 30 000 Bauernhöfe sind das, die heute nicht mehr bewirtschaftet werden, die maximal noch für den Blumenschmuck-Wettbewerb dienlich sind, um nicht so offensichtlich als trostloses Mahnmal schwarzer Bauernbundpolitik zu dienen. Das ist eine Entwicklung, die erschreckend deutlich Ihre sogenannten Erfolge zeigt. (Abg. Höfinger: Ihre Rede ist erschreckend!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie haben null Konzept, null Ideen für die Bauern dieses Landes, außer für die 4 Prozent von Großgrundbesitzern und Landadeligen, denen Sie 20 Prozent aller Förderungen in den Rachen schmeißen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit bei der SPÖ.
Warum legen Sie denn die Agrarförderungen nicht offen? Herr Minister, haben Sie Angst davor? Haben Sie Angst davor, Herr Bundesminister, dass da eine modulierte Bauernregel in Kraft tritt, die da lautet: Pickt der Minister an der Mauer, war der Bauer richtig sauer? (Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit bei der SPÖ.) Trauen Sie sich nicht, die nackten Tatsachen auf den Tisch zu legen? – Vielleicht nicht in Form von Ziffern und Zahlen.
Abg. Höfinger: Wissen Sie zum Grünen Bericht auch etwas?
Aber andererseits ist es Ihnen nicht zu blöd, nackte Tatsachen in Form eines Jungbauernkalenders auf den Tisch zu knallen. „Fleischeslust siegt über Geldesfrust“ ist das Motto des Bauernbundes. Und so versuchen Sie, die anständigen Bauern hinters Licht zu führen. (Abg. Höfinger: Wissen Sie zum Grünen Bericht auch etwas?)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Haben Sie ihn sich gekauft?
Mit Halbnacktfotos versuchen Sie, angeblich das Image des Bauernstandes aufzupolieren und das Selbstwertgefühl dieser Leute zu stärken. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Haben Sie ihn sich gekauft?) Wissen Sie, was in Wahrheit das Selbstwertgefühl dieser Menschen stärkt? Nicht, dass Sie vielleicht große Augen beim Durchblättern dieses Kalenders machen, sondern die Sicherheit eines fairen Einkommens, die beweist, dass die tägliche Schwerarbeit, die diese Menschen leisten, Ihnen etwas wert ist.
Abg. Grillitsch: Genau!
Herr Kollege Grillitsch, nun ganz kurz zu Ihnen. Sie haben gerade heute den Koalitionspartner aufgefordert, sich dafür zu entschuldigen, dass er den Bauernbund als „ständestaatliches Konstrukt“ bezeichnet hat. (Abg. Grillitsch: Genau!)
Abg. Sieber: Die Zahlen sind falsch! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Da klatschen nicht einmal die eigenen!
Wissen Sie, Kollege Grillitsch, mit den Entschuldigungen ist das so eine Sache, denn wenn ich daran denke, was Sie und Ihr Bauernbund den Landwirten alles angetan haben, dann ist es hoch an der Zeit, dass Sie sich dafür entschuldigen, dass seit 1999 13 Betriebe pro Tag zusperren. 13 Entschuldigungen pro Tag, über 4 600 Entschuldigungen pro Jahr. Fangen Sie am besten gleich an, damit Sie irgendwann einmal fertig werden. (Abg. Sieber: Die Zahlen sind falsch! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Da klatschen nicht einmal die eigenen!) – Es klatschen eh Sie dafür.
Beifall bei der FPÖ.
tik gehört renationalisiert. Und uns geht es vor allem um die Aufrechterhaltung der klein strukturierten Landwirtschaft. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Wissen Sie überhaupt, wie ein Traktor aussieht?
Im Jahre 2007 kostete ein Festmeter Holz 80 €, ein Traktor 40 000 €. Das heißt, ich brauche 500 Festmeter Holz. Das zeigt doch ganz offensichtlich, dass da etwas aus dem Ruder läuft. Die Amortisationsdauer der Investitionen geht ins Unendliche. Es kann schon sein, dass Sie das nicht rechnen können und sich schwertun beim Nachvollziehen. Oder es ist Ihnen wurscht. (Ruf bei der ÖVP: Wissen Sie überhaupt, wie ein Traktor aussieht?) Das zeigt dann wieder, dass Sie von vernünftiger Agrarpolitik so viel verstehen wie ein Rindvieh vom Weitspringen.
Beifall bei der FPÖ.
Es reicht! Machen Sie anständige Agrarpolitik! Die Bauern haben es nicht verdient, ständig von einer Horde am Sonntag zur Beichte laufender und am Montag wieder weiter wurschtelnder Quasi-Agrarfunktionäre hinters Licht geführt zu werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Sieber begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine grüne Tafel mit der Aufschrift auf: „Danke! allen Bäuerinnen und Bauern“.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Sieber. 2 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Sieber begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine grüne Tafel mit der Aufschrift auf: „Danke! allen Bäuerinnen und Bauern“.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie Tiroler Bergbauern?
Abgeordneter Norbert Sieber (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Als Milch produzierender Landwirt und Bergbauer bin ich sehr froh darüber, Frau Zwerschitz, dass Sie die Schwere der Arbeit der Bergbauern erkannt haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie Tiroler Bergbauern?)
Beifall bei der ÖVP.
Aber so wie Sie über die größeren Betriebe, über die Ackerbaubetriebe quasi hinweggefahren sind, so wie Sie über die Arbeit der Ackerbaubetriebe einfach hinweggefegt sind und diese niedergemacht haben, ist das einfach nicht in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie hat nur gesagt, die Mechanisierung ...! Haben Sie nicht zugehört?
Ich hoffe, dass Sie einmal zu einem Betrieb gehen und dort lernen, sich einen Tag lang auf einen Traktor zu setzen, auf eine Maschine zu setzen und am Abend vielleicht auch zu wissen, was es bedeutet, diese Flächen zu bewirtschaften. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie hat nur gesagt, die Mechanisierung ...! Haben Sie nicht zugehört?)
Beifall bei der ÖVP.
Als einer der 46 000 Milchbauern in Österreich möchte ich hier jetzt aber doch die Leistungen der Milchwirtschaft in Österreich herausstreichen. Im Vergleichszeitraum wurden in Österreich 3,2 Milliarden Liter Milch produziert. Das ist eine großartige Leistung, vor allem wenn man weiß, dass 99 Prozent dieser Milch ohne Qualitätsabzüge, das heißt in bester Qualität, produziert worden sind. Das ist ein Wert, der in Europa an der Spitze liegt. Und ich glaube, dazu kann man den Milchbauern in Österreich gratulieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Klement: Eine eigenwillige Interpretation, Herr Kollege!
Zum Ersten, zur FPÖ. Herr Klement, Sie sitzen mir hier gerade gegenüber und haben eine doch etwas sehr rückwärts gewandte Vorstellung von Agrarpolitik. Es gibt in Vorarlberg den FPÖ-Sprecher Daniel Allgäuer. Er bewirtschaftet einen Betrieb mit über 100 Hektar, hat zirka 80 Kühe. Das ist ein großer Betrieb, einer der größten Betriebe in Vorarlberg und – ich sage Ihnen –, ein sauber geführter Betrieb, der durchaus herzeigbar ist. Ich möchte Daniel Allgäuer von dieser Stelle aus auch gratulieren. Aber nach Ihrer Vorstellung muss dieser Betrieb zerstückelt und auf zehn andere Bauern aufgeteilt werden. Das kann es nicht sein! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Klement: Eine eigenwillige Interpretation, Herr Kollege!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Soll ich Ihnen das das nächste Mal vorlegen?
Zur SPÖ. Herr Gaßner, Sie versuchen es mit Annoncen, in denen Sie einfach mit unwahren Zahlen arbeiten. Bitte, wenn Sie solche Annoncen schalten, dann recherchieren Sie besser und verwenden Sie die richtigen Zahlen! Vielleicht glaubt Ihnen der eine Bauer oder die andere Bäuerin. So ist das einfach nur lächerlich! Aber machen Sie so weiter, bei den Bauern werden Sie damit nicht landen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Soll ich Ihnen das das nächste Mal vorlegen?)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Nun zu Ihnen, Herr Dr. Pirklhuber. Wo ist denn die Vertretung der agrarischen Politik bei Ihnen? In der vergangenen Periode war Heidi Rest-Hinterseer hier vertreten. Beim Bundeskongress vor der letzten Wahl wurde Heidi Rest-Hinterseer in die Wüste geschickt oder, besser gesagt, auf die grüne Wiese. – Auch das ist Bauernvertretung! So verstehen die Grünen Bauernvertretung, nämlich die Bauern mit den Füßen treten. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Binder-Maier – beim Rednerpult ankommend –: Kollege Sieber, Ihr Taferl! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ich nehme es derweil!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Als Nächste gelangt Frau Abgeordnete Binder-Maier zu Wort. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Binder-Maier – beim Rednerpult ankommend –: Kollege Sieber, Ihr Taferl! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ich nehme es derweil!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Abgeordnete Gabriele Binder-Maier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Kollege Sieber, Sie sind den Gegenbeweis zur Annonce des Kollegen Gaßner schuldig geblieben. Sie haben keine Antworten gegeben beziehungsweise keinen Wahrheitsbeweis angetreten. Also es steht Aussage gegen Aussage. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) – Eben, aber Kollege Sieber hat ihn angesprochen.
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Dennoch, Herr Bundesminister, stellen wir auf Grundlage des Grünen Berichts fest, dass es zu einer bedauerlichen Abnahme der Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe und der betriebswirtschaftlichen Flächen kommt. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Beifall bei der SPÖ.
Hören Sie auf mit den Worthülsen, kommen wir zu den Fakten des Grünen Berichts, Kollege Grillitsch! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.
Vielleicht noch eines, Herr Kollege Grillitsch: Wir kritisieren nicht die Bauern, wir kritisieren auch nicht die Arbeit der Bauern. Im Gegenteil! Wir haben großen Respekt. Wir kritisieren jedoch die Förderpolitik, die Sie zu verantworten haben, Herr Kollege Grillitsch. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Lentsch: Mit Bergen!
Meine Damen und Herren, da ich aus Niederösterreich komme: Niederösterreich ist ja das Agrarland schlechthin, und wir haben unter anderem ... (Abg. Lentsch: Mit Bergen!) – Auch, Frau Kollegin. Wir haben auch Berge in Niederösterreich, nicht nur die großen, weiten, ebenen Flächen im Weinviertel.
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Devise von uns SozialdemokratInnen lautet: Lust aufs Land machen! Und dafür brauchen wir Grundlagen. Diese heißen: gepflegte Kultur- und Erholungslandschaften, qualitativ hochwertige Lebensmittel und vor allen Dingen gerechte Verteilung der vorhandenen Geldmittel. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Abg. Höllerer begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine grüne Tafel mit der Aufschrift auf: „Danke! allen Bäuerinnen und Bauern“.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Als nächste Rednerin gelangt Frau Abgeordnete Höllerer zu Wort. 2 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Höllerer begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine grüne Tafel mit der Aufschrift auf: „Danke! allen Bäuerinnen und Bauern“.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Klement: Da lachen Sie aber selber!
Ich möchte mich auch an dieser Stelle ganz herzlich für die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern bedanken, die hochqualitative Lebensmittel in ausreichender Menge für alle Menschen, die in Österreich leben, zu Verfügung stellen, die mit ihrer Hände Arbeit eine Landschaft schaffen, die touristisch vermarktet wird, die aber auch als Naherholungsraum wichtig ist. Und ich möchte mich auch beim Herrn Bundesminister auf das Herzlichste bedanken, der den Grünen Pakt ausverhandelt hat, der uns Stabilität und Sicherheit für die Zukunft gibt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Klement: Da lachen Sie aber selber!)
Abg. Dipl.-Ing. Klement: Märchenstunde!
Sehr geehrte Damen und Herren, lesen Sie es nach! Im Grünen Bericht stehen die Fakten drinnen. (Abg. Dipl.-Ing. Klement: Märchenstunde!) Damit können Sie auch die künftige Entwicklung genau verfolgen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Und dem Bauernbund!
Ich bedanke mich auch bei den Beamten des Ministeriums und vor allem auch bei allen Mitgliedern der § 7-Kommission, die an diesem Bericht gearbeitet haben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Und dem Bauernbund!)
Abg. Grillitsch: Das wäre etwas ganz Neues!
Es geht um die Rückerstattung der Mineralölsteuer. Mir geht es um etwas anderes. Es geht mir nicht darum, Neid zu schüren, sondern ich möchte hier Transparenz haben. (Abg. Grillitsch: Das wäre etwas ganz Neues!) Auf der einen Seite sind das Kleingewerbetreibende, die ähnlich Fahrzeuge nutzen – ob das Hubstapler oder Aggregate sind, die am Firmengelände mit Kraftstoffen betrieben werden –, die aber davon nicht profitieren, was gar nicht schlecht für Klein- und Mittelbetriebe wäre, diesbezüglich eine Entlastung zu erfahren. Bei den Landwirten kommt da das Argument, sie würden ja die öffentlichen Straßen nicht nützen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.
Es geht um die Rückerstattung der Mineralölsteuer. Mir geht es um etwas anderes. Es geht mir nicht darum, Neid zu schüren, sondern ich möchte hier Transparenz haben. (Abg. Grillitsch: Das wäre etwas ganz Neues!) Auf der einen Seite sind das Kleingewerbetreibende, die ähnlich Fahrzeuge nutzen – ob das Hubstapler oder Aggregate sind, die am Firmengelände mit Kraftstoffen betrieben werden –, die aber davon nicht profitieren, was gar nicht schlecht für Klein- und Mittelbetriebe wäre, diesbezüglich eine Entlastung zu erfahren. Bei den Landwirten kommt da das Argument, sie würden ja die öffentlichen Straßen nicht nützen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
dem Zusammenleben abträglich, da muss man Transparenz hineinbringen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Bitte schön, der Kollege Bodenseer hat mit uns nichts zu tun, der kommt ja aus der Wirtschaftskammer Tirol. Die „Tiroler Tageszeitung“ schreibt das genau so. Die ist kein „rotes Hetzblatt“, meine Damen und Herren, sondern eine Ihnen nahestehende Zeitung kritisiert das und will Licht ins Dunkel bringen. Und wir unterstützen das. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
dem Zusammenleben abträglich, da muss man Transparenz hineinbringen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Bitte schön, der Kollege Bodenseer hat mit uns nichts zu tun, der kommt ja aus der Wirtschaftskammer Tirol. Die „Tiroler Tageszeitung“ schreibt das genau so. Die ist kein „rotes Hetzblatt“, meine Damen und Herren, sondern eine Ihnen nahestehende Zeitung kritisiert das und will Licht ins Dunkel bringen. Und wir unterstützen das. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich begrüße auch die Leitung der Jungbauernschaft mit Obfrau Elisabeth Köstinger auf der Zuschauergalerie. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Klement: Fakten aufzählen ist für Sie „raunzen“?
Ich habe mir die gesamte Debatte bis jetzt angehört. Eine Sache stört mich, eine Sache stört mich ganz besonders: jammern, raunzen und schlechtreden. Das ist das Einzige, was einige Fraktionen hier im Zuge dieser Agrardebatte imstande sind beizutragen. (Abg. Dipl.-Ing. Klement: Fakten aufzählen ist für Sie „raunzen“?) Es wundert mich auch nicht, denn wenn man nicht weiß, was es heißt, in der Landwirtschaft tätig sein, Bäuerin oder Bauer sein, dann kann man auch nur schwer darüber reden.
Abg. Dipl.-Ing. Klement: Kommen Sie zu mir nach Kärnten!
Ich würde einigen meiner Vorredner von den anderen Fraktionen empfehlen, in der Sommerpause einen Monat lang in einem Milchwirtschaftsbetrieb mitzuarbeiten. Dann wüssten sie wenigstens, wovon sie reden sollten. (Abg. Dipl.-Ing. Klement: Kommen Sie zu mir nach Kärnten!) Kollege Haimbuchner, der Jakob Auer hat sogar einen blauen Traktor. Es würde dir dann wahrscheinlich leichter fallen, dort einmal einen Monat lang die Grundzüge von Ackerbau und Viehzucht kennenzulernen. (Beifall bei der ÖVP.) Das würde der Debatte hier im Hohen Haus ein bisschen ein höheres Niveau verleihen. Das hätte sich die Landwirtschaft auch verdient.
Beifall bei der ÖVP.
Ich würde einigen meiner Vorredner von den anderen Fraktionen empfehlen, in der Sommerpause einen Monat lang in einem Milchwirtschaftsbetrieb mitzuarbeiten. Dann wüssten sie wenigstens, wovon sie reden sollten. (Abg. Dipl.-Ing. Klement: Kommen Sie zu mir nach Kärnten!) Kollege Haimbuchner, der Jakob Auer hat sogar einen blauen Traktor. Es würde dir dann wahrscheinlich leichter fallen, dort einmal einen Monat lang die Grundzüge von Ackerbau und Viehzucht kennenzulernen. (Beifall bei der ÖVP.) Das würde der Debatte hier im Hohen Haus ein bisschen ein höheres Niveau verleihen. Das hätte sich die Landwirtschaft auch verdient.
Abg. Mag. Gaßner: Die Landarbeiterkammer ...!
Auch wenn landwirtschaftliche Betriebe vergrößert werden, meine Damen und Herren, dann ist das überhaupt nicht Schlechtes. Viele Menschen profitieren davon. Gerade im ländlichen Raum werden mit dieser richtigen Agrarpolitik zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahlen der Landarbeiterkammer beweisen dies (Abg. Mag. Gaßner: Die Landarbeiterkammer ...!) – Landarbeiterkammer, ja (Abg. Mag. Gaßner: Die nabelt sich ab!) –: Niederösterreich plus 24 Prozent; Vorarlberg plus 21 Prozent; Kärnten plus 17 Prozent und so weiter. Daher verstehe ich überhaupt nicht die Aufregung, die es im Zuge dieser Debatte gibt, wenn auch Betriebe vergrößert werden. Das ist doch nichts Schlechtes! Es passiert ja in der Wirtschaft auch nichts anderes. Man sollte den jungen Bäuerinnen und Bauern den Weg nicht vermauern. Das kann keine sinnvolle Politik für die Zukunft der Landwirtschaft sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Die nabelt sich ab!
Auch wenn landwirtschaftliche Betriebe vergrößert werden, meine Damen und Herren, dann ist das überhaupt nicht Schlechtes. Viele Menschen profitieren davon. Gerade im ländlichen Raum werden mit dieser richtigen Agrarpolitik zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahlen der Landarbeiterkammer beweisen dies (Abg. Mag. Gaßner: Die Landarbeiterkammer ...!) – Landarbeiterkammer, ja (Abg. Mag. Gaßner: Die nabelt sich ab!) –: Niederösterreich plus 24 Prozent; Vorarlberg plus 21 Prozent; Kärnten plus 17 Prozent und so weiter. Daher verstehe ich überhaupt nicht die Aufregung, die es im Zuge dieser Debatte gibt, wenn auch Betriebe vergrößert werden. Das ist doch nichts Schlechtes! Es passiert ja in der Wirtschaft auch nichts anderes. Man sollte den jungen Bäuerinnen und Bauern den Weg nicht vermauern. Das kann keine sinnvolle Politik für die Zukunft der Landwirtschaft sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch wenn landwirtschaftliche Betriebe vergrößert werden, meine Damen und Herren, dann ist das überhaupt nicht Schlechtes. Viele Menschen profitieren davon. Gerade im ländlichen Raum werden mit dieser richtigen Agrarpolitik zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahlen der Landarbeiterkammer beweisen dies (Abg. Mag. Gaßner: Die Landarbeiterkammer ...!) – Landarbeiterkammer, ja (Abg. Mag. Gaßner: Die nabelt sich ab!) –: Niederösterreich plus 24 Prozent; Vorarlberg plus 21 Prozent; Kärnten plus 17 Prozent und so weiter. Daher verstehe ich überhaupt nicht die Aufregung, die es im Zuge dieser Debatte gibt, wenn auch Betriebe vergrößert werden. Das ist doch nichts Schlechtes! Es passiert ja in der Wirtschaft auch nichts anderes. Man sollte den jungen Bäuerinnen und Bauern den Weg nicht vermauern. Das kann keine sinnvolle Politik für die Zukunft der Landwirtschaft sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Klement: Dann stellen Sie das Fördersystem um!
Meine Damen und Herren, abschließend möchte ich noch sagen: Jeder Arbeitsplatz in der Landwirtschaft sichert drei weitere Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Bereich. (Abg. Dipl.-Ing. Klement: Dann stellen Sie das Fördersystem um!) Wir haben eine positive Entwicklung bei den Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft.
Abg. Dipl.-Ing. Klement: Trotz der ÖVP!
Ich bedanke mich abschließend bei allen Bäuerinnen und Bauern für die hervorragenden Leistungen, die von dieser wichtigen Berufsgruppe tagtäglich erbracht werden. (Abg. Dipl.-Ing. Klement: Trotz der ÖVP!) Vor allem bedanke ich mich für die qualitativ hochwertigen, hervorragenden Lebensmittel, die uns allen in Österreich von unseren Bäuerinnen und Bauern zur Verfügung gestellt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grillitsch: Bravo!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grillitsch: Bravo!
Ich bedanke mich abschließend bei allen Bäuerinnen und Bauern für die hervorragenden Leistungen, die von dieser wichtigen Berufsgruppe tagtäglich erbracht werden. (Abg. Dipl.-Ing. Klement: Trotz der ÖVP!) Vor allem bedanke ich mich für die qualitativ hochwertigen, hervorragenden Lebensmittel, die uns allen in Österreich von unseren Bäuerinnen und Bauern zur Verfügung gestellt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grillitsch: Bravo!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Bravo!
Ich denke, dass es wichtig ist, dass wir uns mit diesem Thema in Zukunft verstärkt auseinandersetzen, und ersuche noch einmal darum, dass dieses Thema in Zukunft auch im Grünen Bericht aufscheint. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Bravo!)
Abg. Mag. Gaßner: Aber es werden immer weniger!
Aufgrund der Größenstruktur werden bei uns, verglichen mit anderen europäischen Ländern, sehr viele Bauernhöfe im Nebenerwerb geführt. In Oberösterreich bewirtschaften die 19 100 Nebenerwerbsbetriebe rund 23 Prozent der Fläche. Speziell die Bäuerinnen leisten einen wesentlichen Beitrag. Ohne die Nebenerwerbsbetriebe gäbe es keine flächendeckende Bewirtschaftung, sie stellen eine wertvolle Säule im ländlichen Raum dar. (Abg. Mag. Gaßner: Aber es werden immer weniger!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Das steht aber nicht im Grünen Bericht!
Als Bürgermeister einer kleinen ländlichen Gemeinde halte ich die unlängst von Staatssekretär Matznetter erhobene Forderung nach Auflösung der Gemeinderäte für eine ausgemachte Schnapsidee. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Das steht aber nicht im Grünen Bericht!) Das ist ein Affront gegenüber den vielen bäuerlichen und ländlichen Funktionärinnen und Funktionären, die täglich an der Gestaltung des ländlichen Raumes und an dessen Funktionieren arbeiten.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Abschließend sei mir noch ein Wort an den Abgeordneten Pirklhuber erlaubt. Herr Kollege Pirklhuber, unabhängig davon, dass das Fotografieren in den Abgeordnetenreihen eigentlich verboten ist, halte ich es nicht für sehr sinnvoll, wenn man zu anderen Fraktionen – wie in dem Fall zur ÖVP – geht (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), um
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Welche?
Unterlagen vielleicht möglichst dumm oder schlecht ins Bild zu bekommen. Ich halte das für, sagen wir einmal, des Hauses unwürdig. Wenn Sie Charakter haben, dann sind die Bilder schon gelöscht – und die Bemerkung, die mir herausgerutscht ist, nehme ich zurück. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Welche?)
Abg. Mag. Gaßner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Mich dürfen Sie fotografieren!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Gaßner. 4 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Mag. Gaßner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Mich dürfen Sie fotografieren!)
Beifall bei SPÖ und FPÖ. – Abg. Hornek: Aber nicht unsachlich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister Pröll – oder Herr Generaldirektor Pröll! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wissen Sie, sehr geehrte Kollegen von der ÖVP, was mich bei dieser Debatte etwas befremdet, ist die Tatsache, dass einige von Ihnen herauskommen und es ständig kritisieren, dass hier zum Landwirtschaftsthema von anderen Kollegen des Hauses geredet wird, die nicht Bauern sind. Ja ist es denn nicht erlaubt, als Nicht-Bauer über die Landwirtschaft zu reden? (Beifall bei SPÖ und FPÖ. – Abg. Hornek: Aber nicht unsachlich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich finde, das ist nicht in Ordnung, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ihr werdet schon wieder laut, daher habe ich recht gehabt. Immer wenn es laut wird, passt es.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Förderbericht!
Zum eigentlichen Thema: Sie alle haben in den letzten Tagen einen Brief eines gewissen Herrn Montecuccoli bekommen. Der Brief ist nicht sehr spannend, aber da steht eine interessante Zahl drin, nämlich: 700 Land- und Forstwirte vertritt dieser Herr Präsident. Diese 700 habe ich wiedergefunden (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Förderbericht!); dass es genau diese 700 sind, möchte ich nicht behaupten, aber ich fand sie wieder im Grünen Bericht.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Genau auf derselben Seite dieses Grünen Berichtes steht dann, dass 1 100 Betriebe und ein paar Zerquetschte die unterste Fördergruppe bilden. Das betrifft allerdings 48 000 Bauern, das kann man sich aus diesem Grünen Bericht herausrechnen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Genau das ist es, was wir ständig sagen, die Schieflage der Förderkulisse ist Gegenstand unserer Kritik. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Klement.
Wir bedanken uns ganz speziell bei all jenen, die mit 1 300 € an Förderung trotzdem noch immer bereit sind, die Landwirtschaften zu betreuen, unsere Gegend zu erhalten und hervorragende Lebensmittel zu produzieren. Bei denen bedanken wir uns ganz, ganz herzlich dafür, dass sie noch nicht zugesperrt haben! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Klement.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: 790!
Herr Bundesminister, wenn Sie gesagt haben, dass seit 2003 900 Betriebe (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: 790!) oder 790 Betriebe zugesperrt haben, dann verstehe ich eines nicht. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Es sind nur 189 ...!) Da drinnen heißt es,
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Es sind nur 189 ...!
Herr Bundesminister, wenn Sie gesagt haben, dass seit 2003 900 Betriebe (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: 790!) oder 790 Betriebe zugesperrt haben, dann verstehe ich eines nicht. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Es sind nur 189 ...!) Da drinnen heißt es,
Zwischenruf der Abg. Mikesch.
144 000 Betriebe sind gefördert worden, und ein Stück weiter unten steht: Es wurden 3 Prozent weniger an Förderungen in Anspruch genommen. Wenn wir diese 3 Prozent ausrechnen, kommen wir drauf, es sind genau 4 300 pro Jahr, die aufhören. Denn ich denke nicht, dass diese Betriebe die Förderungen nicht annehmen, das kann ich mir nicht vorstellen, Herr Bundesminister. Das sind also genau diejenigen, die weniger werden. (Zwischenruf der Abg. Mikesch.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Wir haben uns aber auch darauf geeinigt, meine sehr geehrten Damen und Herren – und das habe ich hier, um es vorzuzeigen, Gaßner und Grillitsch steht darunter (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe) –, und ein Parteienübereinkommen abgeschlossen, in dem es unter anderem darum geht, eine Härtefallkommission genau für diejenigen, die ungerecht behandelt wurden, einzurichten. Wir fordern nicht mehr als Gerechtigkeit für alle Bauern, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Grillitsch: Jetzt kommt es! Jetzt wird es spannend!
Was ist bisher passiert? (Abg. Grillitsch: Jetzt kommt es! Jetzt wird es spannend!) – Herr Grillitsch hat uns eingeladen – oder nicht Herr Grillitsch, das ist eigentlich vom Ministerium gekommen, Herr Minister. Härtefallkommission: Eine Einladung für den 4. Dezember, da sollte diese Kommission zusammentreten und sich konstituieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Im letzten Ausschuss ...!) Am Vorabend, am 3. Dezember ... (Abg. Grillitsch: Aber du musst schon dazusagen, was dann passiert ist!) – Pass auf, dass du es nicht vergisst! (Abg. Grillitsch: Sag einmal die Wahrheit!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Im letzten Ausschuss ...!
Was ist bisher passiert? (Abg. Grillitsch: Jetzt kommt es! Jetzt wird es spannend!) – Herr Grillitsch hat uns eingeladen – oder nicht Herr Grillitsch, das ist eigentlich vom Ministerium gekommen, Herr Minister. Härtefallkommission: Eine Einladung für den 4. Dezember, da sollte diese Kommission zusammentreten und sich konstituieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Im letzten Ausschuss ...!) Am Vorabend, am 3. Dezember ... (Abg. Grillitsch: Aber du musst schon dazusagen, was dann passiert ist!) – Pass auf, dass du es nicht vergisst! (Abg. Grillitsch: Sag einmal die Wahrheit!)
Abg. Grillitsch: Aber du musst schon dazusagen, was dann passiert ist!
Was ist bisher passiert? (Abg. Grillitsch: Jetzt kommt es! Jetzt wird es spannend!) – Herr Grillitsch hat uns eingeladen – oder nicht Herr Grillitsch, das ist eigentlich vom Ministerium gekommen, Herr Minister. Härtefallkommission: Eine Einladung für den 4. Dezember, da sollte diese Kommission zusammentreten und sich konstituieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Im letzten Ausschuss ...!) Am Vorabend, am 3. Dezember ... (Abg. Grillitsch: Aber du musst schon dazusagen, was dann passiert ist!) – Pass auf, dass du es nicht vergisst! (Abg. Grillitsch: Sag einmal die Wahrheit!)
Abg. Grillitsch: Sag einmal die Wahrheit!
Was ist bisher passiert? (Abg. Grillitsch: Jetzt kommt es! Jetzt wird es spannend!) – Herr Grillitsch hat uns eingeladen – oder nicht Herr Grillitsch, das ist eigentlich vom Ministerium gekommen, Herr Minister. Härtefallkommission: Eine Einladung für den 4. Dezember, da sollte diese Kommission zusammentreten und sich konstituieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Im letzten Ausschuss ...!) Am Vorabend, am 3. Dezember ... (Abg. Grillitsch: Aber du musst schon dazusagen, was dann passiert ist!) – Pass auf, dass du es nicht vergisst! (Abg. Grillitsch: Sag einmal die Wahrheit!)
Abg. Grillitsch: Sag einmal die Wahrheit!
Am 3. Dezember 2007 hat also jemand an unseren Klubsekretär Dr. Kracher ein SMS geschickt (Abg. Grillitsch: Sag einmal die Wahrheit!): Dieser Termin ist abgesagt. (Abg. Grillitsch: Sag endlich einmal die Wahrheit!) – Wenn hier etwas nicht stimmt, dann komm heraus und sag, was nicht stimmt! (Abg. Grillitsch: Sag endlich einmal die Wahrheit!) Herr Grillitsch, du hast für mich Handschlagqualität verloren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Sag endlich einmal die Wahrheit!
Am 3. Dezember 2007 hat also jemand an unseren Klubsekretär Dr. Kracher ein SMS geschickt (Abg. Grillitsch: Sag einmal die Wahrheit!): Dieser Termin ist abgesagt. (Abg. Grillitsch: Sag endlich einmal die Wahrheit!) – Wenn hier etwas nicht stimmt, dann komm heraus und sag, was nicht stimmt! (Abg. Grillitsch: Sag endlich einmal die Wahrheit!) Herr Grillitsch, du hast für mich Handschlagqualität verloren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Sag endlich einmal die Wahrheit!
Am 3. Dezember 2007 hat also jemand an unseren Klubsekretär Dr. Kracher ein SMS geschickt (Abg. Grillitsch: Sag einmal die Wahrheit!): Dieser Termin ist abgesagt. (Abg. Grillitsch: Sag endlich einmal die Wahrheit!) – Wenn hier etwas nicht stimmt, dann komm heraus und sag, was nicht stimmt! (Abg. Grillitsch: Sag endlich einmal die Wahrheit!) Herr Grillitsch, du hast für mich Handschlagqualität verloren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Am 3. Dezember 2007 hat also jemand an unseren Klubsekretär Dr. Kracher ein SMS geschickt (Abg. Grillitsch: Sag einmal die Wahrheit!): Dieser Termin ist abgesagt. (Abg. Grillitsch: Sag endlich einmal die Wahrheit!) – Wenn hier etwas nicht stimmt, dann komm heraus und sag, was nicht stimmt! (Abg. Grillitsch: Sag endlich einmal die Wahrheit!) Herr Grillitsch, du hast für mich Handschlagqualität verloren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Was mich etwas stört, ist die Tatsache, dass auch der Herr Bundesminister dies duldet. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) Wenn man vereinbart – das liegt schriftlich vor –, eine Härtefallkommission einzurichten, um allen Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen, daraufhin wird abgesagt und seither hat es keinen Kontakt mehr gegeben, dann ist das der Verlust der Handschlagqualität. Darüber kann man nicht mehr hinwegsehen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Klement: Grillitsch! Tatsächliche Berichtigung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir werden uns weiterhin genau für diejenigen einsetzen, die Ihretwegen ungerecht zum Handkuss gekommen sind. Mich wundert es nicht, dass Leute wie Leo Steinbichler bei ihren Veranstaltungen, zu denen der Bauernbund ja nicht hingeht, mehr Besucher haben, als Montecuccoli in ganz Österreich vertritt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Klement: Grillitsch! Tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Mag. Gaßner: Die bringen wir entgegen!
zung nicht gegeben ist. (Abg. Mag. Gaßner: Die bringen wir entgegen!) Das war heute in einigen Reden sicherlich nicht der Fall. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
zung nicht gegeben ist. (Abg. Mag. Gaßner: Die bringen wir entgegen!) Das war heute in einigen Reden sicherlich nicht der Fall. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Qualitativ hochwertige Produkte, die in der Region erzeugt und auch in der Region verstärkt vermarktet werden, führen zu einer Win-Win-Situation. Wir können nur herzlichen Dank sagen für das Projekt, das in Niederösterreich mit der Initiative „Echt aus Niederösterreich“ ins Leben gerufen wurde, wobei der Lebensmittelhandel und die Landwirtschaft eng zusammenarbeiten. Wir hoffen auf weitere gute Zusammenarbeit. Alles Gute! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mikesch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Karlheinz Klement, MAS (FPÖ): Herr Präsident! Frau Mikesch, Sie haben in Ihren Ausführungen gesagt, die Opposition hätte nicht Wertschätzung für alle Bauern, ob das jetzt kleine Bauern oder große Bauern sind, klargelegt. (Abg. Mikesch: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Ruf bei der ÖVP: Keine tatsächliche Berichtigung!
Wahrheit ist, dass wir sehr wohl allen Bauern gegenüber unsere Wertschätzung geäußert haben. (Ruf bei der ÖVP: Keine tatsächliche Berichtigung!) Wir haben aber sehr wohl die unterschiedliche Förderpolitik der Regierung kritisiert – und das war der Unterschied, der entscheidend ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wahrheit ist, dass wir sehr wohl allen Bauern gegenüber unsere Wertschätzung geäußert haben. (Ruf bei der ÖVP: Keine tatsächliche Berichtigung!) Wir haben aber sehr wohl die unterschiedliche Förderpolitik der Regierung kritisiert – und das war der Unterschied, der entscheidend ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.
Ich darf mich – und Sie sehen, dass das heute durchgängig so ist – bei den Bäuerinnen und Bauern für die großartigen Leistungen bedanken. Ich bedanke mich aber auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten, die wichtige Partner für uns sind und das auch in Zukunft sein sollen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Gaßner.)
Abg. Mag. Gaßner: Ungleichgewicht!
Kollege Gaßner spricht immer von der Förderungspolitik (Abg. Mag. Gaßner: Ungleichgewicht!) und stellt irgendwo in den Raum, die Bauern bekämen da ein Geld, das ihnen vielleicht gar nicht zusteht. Ich sage konkret: Dafür stehen Leistungen, und für diese Leistungen bekommen sie Gegenleistungen! (Beifall bei der ÖVP.) Das ermöglicht es natürlich auch, dass in der Vielfalt der Betriebe unterschiedlich hohe Leistungen hinkommen.
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Gaßner spricht immer von der Förderungspolitik (Abg. Mag. Gaßner: Ungleichgewicht!) und stellt irgendwo in den Raum, die Bauern bekämen da ein Geld, das ihnen vielleicht gar nicht zusteht. Ich sage konkret: Dafür stehen Leistungen, und für diese Leistungen bekommen sie Gegenleistungen! (Beifall bei der ÖVP.) Das ermöglicht es natürlich auch, dass in der Vielfalt der Betriebe unterschiedlich hohe Leistungen hinkommen.
Abg. Mag. Gaßner: Nicht alle! – Abg. Reheis: Unrechtmäßig!
Ein Wort noch zum Thema Eigentum. Herr Kollege Reheis! Wenn Sie sehr stark hinterfragen und beklagen, wie die Eigentumsübertragung von den Gemeinden hin zu den Agrargemeinschaften vor sich gegangen ist, dann sage ich Ihnen: Sie dürfen nicht 1960 zu denken aufhören! Ich frage Sie: Wie sind denn die Gemeinden zu diesem Eigentum gekommen? Die haben das nämlich seinerzeit als Verwaltungseinheit stellvertretend für die bäuerlichen Eigentümer übernommen. (Abg. Mag. Gaßner: Nicht alle! – Abg. Reheis: Unrechtmäßig!) Dann müsste man das also bis dahin zurückverfolgen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Wort noch zum Thema Eigentum. Herr Kollege Reheis! Wenn Sie sehr stark hinterfragen und beklagen, wie die Eigentumsübertragung von den Gemeinden hin zu den Agrargemeinschaften vor sich gegangen ist, dann sage ich Ihnen: Sie dürfen nicht 1960 zu denken aufhören! Ich frage Sie: Wie sind denn die Gemeinden zu diesem Eigentum gekommen? Die haben das nämlich seinerzeit als Verwaltungseinheit stellvertretend für die bäuerlichen Eigentümer übernommen. (Abg. Mag. Gaßner: Nicht alle! – Abg. Reheis: Unrechtmäßig!) Dann müsste man das also bis dahin zurückverfolgen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Ich habe hier jetzt leider nicht die Zeit, all das zu diskutieren. Ich stelle hier nur fest: Der Bauernbund kämpft auch für das Eigentum. Ich darf auch feststellen, dass die Ergebnisse dieses Grünen Berichtes nicht nur Bestätigung, sondern auch Auftrag sind. Die Österreicherinnen und Österreicher können sich auf die Bäuerinnen und Bauern verlassen, und die Bäuerinnen und Bauern können sich auf den Bauernbund und die ÖVP verlassen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ing. Schultes –: Er wird wieder sagen: Du kennst dich nicht aus! – Abg. Ing. Schultes: Leider kennst du dich eh aus, aber in einer anderen Liga! – Abg. Ing. Schultes stellt auf dem Rednerpult eine grüne Tafel mit der Aufschrift auf: „Danke! allen Bäuerinnen und Bauern“.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Ing. Schultes zu Wort. 2 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Kollege. (Abg. Mag. Gaßner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Ing. Schultes –: Er wird wieder sagen: Du kennst dich nicht aus! – Abg. Ing. Schultes: Leider kennst du dich eh aus, aber in einer anderen Liga! – Abg. Ing. Schultes stellt auf dem Rednerpult eine grüne Tafel mit der Aufschrift auf: „Danke! allen Bäuerinnen und Bauern“.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
haben gestern mit Genuss ein Schnitzel gegessen, gell, Herr Doktor? (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neugebauer: Nicht schlecht!
Liebe Freunde hier im Hohen Haus, wir wissen ganz genau, dass die österreichische Landwirtschaft ihre Leistungen erbringt, weil sie so vielfältig aufgestellt ist. Wir haben die kleinen Betriebe, die mit Liebe und Leidenschaft ihre Landschaft erhalten, schützen und auch produzieren, aber wir haben auch die Betriebe, die größer sind, und die Großen, die mit dem Strukturwandel mitgehen und wettbewerbsfähig unsere Verarbeitungsbetriebe beliefern, sodass wir im Inland und im Ausland konkurrenzfähig sind. Und das wissen Sie ganz genau, Herr Gaßner, dass wir auch die Betriebe, über die Sie gerade so geschimpft haben, brauchen, damit wir die 600 000 Arbeitsplätze des Sektors in Österreich erhalten können. (Abg. Neugebauer: Nicht schlecht!) Ihnen geht es aber nicht um die Wahrheit, sondern Ihnen geht es um Polemik. Das mache ich Ihnen persönlich zum Vorwurf. (Abg. Mag. Gaßner: Ihre persönlichen Vorwürfe stören mich nicht sehr!)
Abg. Mag. Gaßner: Ihre persönlichen Vorwürfe stören mich nicht sehr!
Liebe Freunde hier im Hohen Haus, wir wissen ganz genau, dass die österreichische Landwirtschaft ihre Leistungen erbringt, weil sie so vielfältig aufgestellt ist. Wir haben die kleinen Betriebe, die mit Liebe und Leidenschaft ihre Landschaft erhalten, schützen und auch produzieren, aber wir haben auch die Betriebe, die größer sind, und die Großen, die mit dem Strukturwandel mitgehen und wettbewerbsfähig unsere Verarbeitungsbetriebe beliefern, sodass wir im Inland und im Ausland konkurrenzfähig sind. Und das wissen Sie ganz genau, Herr Gaßner, dass wir auch die Betriebe, über die Sie gerade so geschimpft haben, brauchen, damit wir die 600 000 Arbeitsplätze des Sektors in Österreich erhalten können. (Abg. Neugebauer: Nicht schlecht!) Ihnen geht es aber nicht um die Wahrheit, sondern Ihnen geht es um Polemik. Das mache ich Ihnen persönlich zum Vorwurf. (Abg. Mag. Gaßner: Ihre persönlichen Vorwürfe stören mich nicht sehr!)
Beifall bei der ÖVP.
Darum lasst uns die Chance, diesen Bereich weiterzuentwickeln, denn dann können wir auch in der Frage der Gentechnikfreiheit der Landwirtschaft eine kostengünstige, preiswerte Antwort geben, und das Geld bleibt im Land und geht nicht ins Ausland. Jeder Liter Ethanol, der eingesetzt wird, spart 50 Prozent des CO2-Ausstoßes ein, den ein Auto ansonsten hätte. Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! Polemisieren Sie nicht aus irgendwelchen Gründen dagegen, denn damit schaden Sie sich, uns und Österreich, und das wäre doch schade. Wir können den guten Weg ja weiterentwickeln, der Grüne Bericht liefert den Beweis, und Minister Pröll ist für mich der Garant dafür. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: 5 Minuten!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. – Herr Kollege, wollen Sie eine Redezeit eingestellt bekommen? (Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: 5 Minuten!) 5 Minuten. – Bitte, Sie sind am Wort.
Abg. Öllinger: Grillitsch glaubt das schon!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! (Zurufe, die am Rednerpult lehnende Tafel des Vorredners zu entfernen.) Ich habe nichts gegen das Taferl, selbstverständlich nicht, möchte allerdings schon auf eines hinweisen: Es hat hier niemand den Alleinvertretungsanspruch für die bäuerliche Bevölkerung, und es reicht auch nicht, wenn sich die Bauern auf den Bauernbund und die ÖVP verlassen können. (Abg. Öllinger: Grillitsch glaubt das schon!) Sie sollten sich auf die gesamte Politik, auf die gesamte Regierung und auch auf den Nationalrat verlassen können. Das haben sich unsere Bauern verdient, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! (Zurufe, die am Rednerpult lehnende Tafel des Vorredners zu entfernen.) Ich habe nichts gegen das Taferl, selbstverständlich nicht, möchte allerdings schon auf eines hinweisen: Es hat hier niemand den Alleinvertretungsanspruch für die bäuerliche Bevölkerung, und es reicht auch nicht, wenn sich die Bauern auf den Bauernbund und die ÖVP verlassen können. (Abg. Öllinger: Grillitsch glaubt das schon!) Sie sollten sich auf die gesamte Politik, auf die gesamte Regierung und auch auf den Nationalrat verlassen können. Das haben sich unsere Bauern verdient, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
in Richtung des sich aus dem Sitzungssaal begebenden Abg. Dr. Mitterlehner
Ein Bauer kann ganz einfach nicht, etwa weil es ihm an seinem Platz gerade nicht passt, seinen Hof verlegen, irgendwo 300 Kilometer weiter entfernt weitermachen, wo es vielleicht besser ginge. Er kann auch nicht von heute auf morgen schnell einmal – viele haben es probiert und dann vielleicht auch einmal auf das falsche Pferd gesetzt – seine Produktpalette ändern, von Viehzucht auf Getreide etwa. Der Kollege (in Richtung des sich aus dem Sitzungssaal begebenden Abg. Dr. Mitterlehner) geht jetzt, denn er glaubt das nicht. Vielleicht ist es aber doch nicht ganz blöd, was ich sage. Bleibe daher noch ein bisschen da!
Beifall beim BZÖ.
Niemand weiß, was in einem Jahr, in zwei Jahren, in drei Jahren sein wird. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass wir der bäuerlichen Bevölkerung signalisieren: Egal, wie die Rahmenbedingungen sind, wir werden hinter ihr stehen, weil dieser Berufsstand auch in Zukunft für uns unbedingt notwendig ist. (Beifall beim BZÖ.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Da waren Sie schon dabei?
Erinnern Sie sich, meine Damen und Herren! Wir haben hier im Hohen Haus schon vor zehn, 15 Jahren – Stichwort „Huber-Plan“, die Älteren werden das noch wissen – darauf hingewiesen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Da waren Sie schon dabei?) – Selbstverständlich war ich dabei, vor 15 Jahren war ich selbstverständlich hier im Hohen Haus, du nicht, Herr Minister, aber ich war schon dabei und habe damals gemeinsam mit unseren Bauernvertretern dafür gekämpft, dass man den Bauern nicht nur als Lebensmittelerzeuger sieht, weil wir damals schon gewusst haben, dass es schwierig sein wird, allein aus diesem Bereich ein ausreichendes Einkommen zu sichern, sondern dass man den Bauern auch in seiner landschaftspflegerischen Funktion ernst nehmen muss, Herr Kollege Pirklhuber. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Einen „Pirklhuber-Plan“ kenne ich allerdings nicht, denn damals warst du hier noch nicht mit dabei. Aber das wäre ein Anliegen für uns alle.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Erinnern Sie sich, meine Damen und Herren! Wir haben hier im Hohen Haus schon vor zehn, 15 Jahren – Stichwort „Huber-Plan“, die Älteren werden das noch wissen – darauf hingewiesen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Da waren Sie schon dabei?) – Selbstverständlich war ich dabei, vor 15 Jahren war ich selbstverständlich hier im Hohen Haus, du nicht, Herr Minister, aber ich war schon dabei und habe damals gemeinsam mit unseren Bauernvertretern dafür gekämpft, dass man den Bauern nicht nur als Lebensmittelerzeuger sieht, weil wir damals schon gewusst haben, dass es schwierig sein wird, allein aus diesem Bereich ein ausreichendes Einkommen zu sichern, sondern dass man den Bauern auch in seiner landschaftspflegerischen Funktion ernst nehmen muss, Herr Kollege Pirklhuber. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Einen „Pirklhuber-Plan“ kenne ich allerdings nicht, denn damals warst du hier noch nicht mit dabei. Aber das wäre ein Anliegen für uns alle.
Abg. Mag. Gaßner: Zu spät!
zu demonstrieren. Wenn Sie richtigerweise kritisieren, dass auch die bäuerliche Bevölkerung durch die Teuerungswelle besonders belastet wird, warum stimmen Sie dann heute nicht gemeinsam mit uns für den Antrag für einen Teuerungsausgleich, den Herr Klubobmann Westenthaler eingebracht hat? Ich weiß schon, Sie schauen skeptisch und Kollege Cap auch, vielleicht (Abg. Mag. Gaßner: Zu spät!) Wieso ist es zu spät? (Abg. Mag. Gaßner: Das haben wir gestern schon verlangt!)
Abg. Mag. Gaßner: Das haben wir gestern schon verlangt!
zu demonstrieren. Wenn Sie richtigerweise kritisieren, dass auch die bäuerliche Bevölkerung durch die Teuerungswelle besonders belastet wird, warum stimmen Sie dann heute nicht gemeinsam mit uns für den Antrag für einen Teuerungsausgleich, den Herr Klubobmann Westenthaler eingebracht hat? Ich weiß schon, Sie schauen skeptisch und Kollege Cap auch, vielleicht (Abg. Mag. Gaßner: Zu spät!) Wieso ist es zu spät? (Abg. Mag. Gaßner: Das haben wir gestern schon verlangt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch ein Angebot!
Herr Kollege Cap, hören Sie zu: Wenn Sie wollen, dann streichen wir den Namen Westenthaler durch und schreiben „Cap“ drauf und machen das als Cap-Antrag! (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist doch ein Angebot!) Wir werden diesem Antrag auch zustimmen, wenn Sie ihn einbringen.
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie das ernst nehmen, was Ihr Bundeskanzler gestern gesagt hat, was Ihr Bundesgeschäftsführer gesagt hat, was Sie heute hier gesagt haben, dann gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit, nämlich die, einem derartigen Antrag auf Teuerungsausgleich im Interesse der bäuerlichen Bevölkerung zuzustimmen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall des Abg. Amon.
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Was der Grüne Bericht für die österreichische Landwirtschaft ist, das ist der Umweltkontrollbericht für die Umweltsituation in Österreich, und ich bin sehr froh darüber, dass es unserem Bundesminister Josef Pröll gelungen ist, in den letzten Monaten und Wochen Österreich entsprechend für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren. Die Menschen erkennen, dass das eine globale Herausforderung ist und dass das Problem Klimaschutz nur global gelöst werden kann, dass wir aber sehr wohl auch lokal und vor allem national in Österreich entsprechende Ziele setzen müssen. Dazu müssen wir aber auch Umsetzungsmechanismen finden. Das ist dem Bundesminister in einer breiten Kampagne meiner Meinung nach wirklich gut gelungen. (Beifall des Abg. Amon.)
Beifall bei der ÖVP.
Und jetzt bitte ich Sie und lade Sie alle ein: Arbeiten wir gemeinsam wirklich mit Vernunft an einem neuen Ökostromgesetz, damit die Menschen, jene Unternehmer, die mit Risikobereitschaft, mit Unternehmungsgeist, mit Innovationskraft in Projekte hineingehen, um Klimaschutz zu betreiben, um Arbeit zu schaffen, auch die nötige Sicherheit haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In den nächsten Wochen und Monaten sind wir hier im Hohen Haus wirklich gefordert, jene Handschlagqualität zu beweisen, die wir in den letzten sieben Jahren bereits bewiesen haben. – Die SPÖ ist ja vergangenen Sonntag in Graz abgewählt worden, weil sie keine Handschlagqualität hat. – Daher lade ich Sie jetzt ein: Zeigen wir den Menschen in Österreich, dass wir miteinander können! (Beifall bei der ÖVP.)
Die Rednerin hält Abg. Grillitsch die am Rednerpult lehnende Tafel entgegen, der diese an sich nimmt. – Abg. Grillitsch: Danke, dass Sie so nett danke sagen!
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Herr Kollege Grillitsch, Holen Sie es sich ab? – Danke vielmals. (Die Rednerin hält Abg. Grillitsch die am Rednerpult lehnende Tafel entgegen, der diese an sich nimmt. – Abg. Grillitsch: Danke, dass Sie so nett danke sagen!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.
Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Achte Umweltkontrollbericht ist wirklich ein sehr vorbildhafter Bericht, sowohl was die Breite der behandelten Themen als auch was seine inhaltliche Tiefe und seine Übersichtlichkeit betrifft. Ich halte die Trennung in gedrucktes Papier einerseits und weiterführende elektronische Hinweise andererseits für sehr, sehr wertvoll, genauso wie die Empfehlungen am Ende jedes Kapitels. Die liefern einen guten Überblick über Handlungsoptionen. In diesem Sinne möchte ich mich wirklich namens meiner Fraktion und, ich denke, auch namens des ganzen Hauses bei allen zu dieser hervorragenden Arbeit Beitragenden bedanken. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Alle Österreicherinnen und alle Österreicher haben das Recht, saubere Luft einzuatmen, und wir hier haben es in der Hand, die Rahmenbedingungen zur Schaffung von sauberer Luft mitzugestalten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Betreffend den Klimaschutz weiß ich nicht, wo Herr Grillitsch lebt: Herr Grillitsch phantasiert von irgendwelchen Senkungen der CO2-Emissionen. – Wir wissen, dass das Gegenteil der Fall ist, und letztendlich wissen wir auch, dass wir Schlusslicht sind. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Und wer ist da schuld?!
Herr Minister, der letzte Bereich, den ich heute ausführe, ist der Bereich Atom: Wir wissen, dass wir vor Österreichs Haustür viele unsichere Kraftwerke haben, sei es Temelín, sei es Mochovce, das vor dem Ausbau steht, oder sei es Isar. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Und wer ist da schuld?!) – Schuld, Herr Minister, ist in jedem Fall auch ein Minister wie Sie, der immer nur zuschaut, was denn vor der Haustür passiert, wenn Sie schon so konkret fragen.
Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Der Umweltkontrollbericht zeigt die Mängel, zeigt die Schwächen auf, zeigt aber auch die Fortschritte auf. Wir sollten bei den ganzen Handlungsoptionen, die wir haben, den Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, ansetzen, und ich lade Sie sehr herzlich ein, unsere Anträge heute zu unterstützen. Herr Minister! Ich denke, das ist eine gute Unterstützung für Sie bei Ihrer Arbeit. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Wenn wir uns jetzt diesen Anteil beim Ökostrom ohne Wasserkraft ansehen, dann haben wir 48,1 Prozent aus Wind, 41,5 Prozent aus Biomasse, 8,6 Prozent aus Biogas und 1,4 Prozent sonstige. Das heißt, hier gibt es für uns noch viel zu tun, und deswegen brauchen wir in Österreich dieses Erneuerbare-Energien-Gesetz nach dem Vorbild Deutschlands. – Es ist uns sehr wichtig, dass das auch umgesetzt wird! (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!
Es gibt viele, die daran interessiert sind, nicht nur weil es sich rechnet, sondern auch deswegen, weil man etwas für den Umweltschutz tun will. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) Viele Österreicher sind bereit, auch dann, wenn man etwas dazuzahlt, etwas zu tun, damit die Heimat Energie-autonomer wird, denn wir alle haben Verantwortung auch für die nächsten Generationen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich bin davon überzeugt, dass Österreich im Jahr 2050 ein Land sein wird, wo man nicht mehr von fossilen Energieträgern abhängig ist, wo nicht mehr jeder Bürger 1 000 € ins Ausland investieren muss, um Öl und Erdgas zu kaufen, wo man mit Elektrofahrzeugen unterwegs ist, wo der öffentliche Verkehr viel stärker ausgebaut ist und wo wir wirklich die Chance haben, unsere reine Luft, unser klares Wasser auch in Zukunft und für zukünftige Generationen zu erhalten, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister Pröll! Meine Damen und Herren! Der Achte Umweltkontrollbericht des Herrn Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft ist ein Werk, das detailliert den Ist-Stand aufzeigt. Ich denke, es ist ein sehr gutes Regelwerk, und ich darf mich hier, an dieser Stelle, bei allen Beteiligten, die daran mitgearbeitet haben, herzlich bedanken. Es hilft einem sehr weiter! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Billa-Parkplätze!
Jeden Tag haben die Bau- und Verkehrsflächen um zirka 11,5 Hektar zugenommen – das muss man sich wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen!; man glaubt es gar nicht, wenn man das in Ruhe liest –, und pro Tag verlieren wir ganze 5 Hektar durch Versiegelung der Böden. (Abg. Rädler: Billa-Parkplätze!) – Vielleicht auch dadurch. Da haben Sie sicher recht, vielleicht auch dadurch. Davon sind oft hochwertige landwirtschaftliche Böden betroffen.
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Zurück zum Thema Landwirtschaft: Ziel ist eine Förderung gesunder und qualitativ hochwertiger Produkte. Umweltfreundliche Produktionsmethoden – einschließlich Biolandbau – und der Schutz der biologischen Vielfalt sind das Gebot der Stunde. Ganz wichtig ist mir – und da möchte ich mich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben –, dass es in Österreich nach wie vor keine gentechnisch veränderten Organismen gibt und dass die Landwirtschaft auch in Zukunft frei von Gentechnik bleibt. Ich möchte mich ganz offensiv auch bei Ihnen und bei allen anderen in den Ländern bedanken, dass Sie sich dafür eingesetzt haben. – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Was?
Ich merke das aber auch ein bisschen an der AMA-Werbung. Die AMA-Werbung hat in den letzten zwei Monaten überhaupt keine Werbung für Bio gemacht, sondern meistens nur die Regierungsmitglieder beworben. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Was?) Denn gerade der Biolandbau ist ein Garant für den Abbau von CO2-Emissionen. (Abg. Hornek: „Ja, natürlich“!) In Deutschland gibt es schon Bestrebungen, dass die Reduktion von CO2 aus dem biologischen Landbau auch dem CO2-Budget zugerechnet oder abgerechnet wird. Ich denke, hier sollte man am Ball bleiben (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek), weil der biologische Landbau dreimal so viel für CO2 leistet wie eine
Abg. Hornek: „Ja, natürlich“!
Ich merke das aber auch ein bisschen an der AMA-Werbung. Die AMA-Werbung hat in den letzten zwei Monaten überhaupt keine Werbung für Bio gemacht, sondern meistens nur die Regierungsmitglieder beworben. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Was?) Denn gerade der Biolandbau ist ein Garant für den Abbau von CO2-Emissionen. (Abg. Hornek: „Ja, natürlich“!) In Deutschland gibt es schon Bestrebungen, dass die Reduktion von CO2 aus dem biologischen Landbau auch dem CO2-Budget zugerechnet oder abgerechnet wird. Ich denke, hier sollte man am Ball bleiben (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek), weil der biologische Landbau dreimal so viel für CO2 leistet wie eine
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek
Ich merke das aber auch ein bisschen an der AMA-Werbung. Die AMA-Werbung hat in den letzten zwei Monaten überhaupt keine Werbung für Bio gemacht, sondern meistens nur die Regierungsmitglieder beworben. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Was?) Denn gerade der Biolandbau ist ein Garant für den Abbau von CO2-Emissionen. (Abg. Hornek: „Ja, natürlich“!) In Deutschland gibt es schon Bestrebungen, dass die Reduktion von CO2 aus dem biologischen Landbau auch dem CO2-Budget zugerechnet oder abgerechnet wird. Ich denke, hier sollte man am Ball bleiben (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Hornek), weil der biologische Landbau dreimal so viel für CO2 leistet wie eine
Abg. Hornek: Ja!
Ein wichtiger Punkt ist für mich auch die Nutzug der Brachflächen für Energiepflanzen. Ich denke, dass das eine ganz sinnvolle und gescheite Sache ist (Abg. Hornek: Ja!), auch für die Landwirte, um ein Zusatzbrot zu verdienen. Ich denke, wir sind im Großen und Ganzen auf einem ganz gutem Weg und Sie sollten ihn nicht verlassen – bis auf den Biolandbau, der mir ein besonderes Anliegen ist, Herr Bundesminister. Ich würde Sie wirklich bitten, dass Sie sich das einmal anschauen, dass das nicht zum Stoppen kommt, sondern dass die Erfolgsgeschichte des österreichischen Biolandbaus weitergeht. – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein wichtiger Punkt ist für mich auch die Nutzug der Brachflächen für Energiepflanzen. Ich denke, dass das eine ganz sinnvolle und gescheite Sache ist (Abg. Hornek: Ja!), auch für die Landwirte, um ein Zusatzbrot zu verdienen. Ich denke, wir sind im Großen und Ganzen auf einem ganz gutem Weg und Sie sollten ihn nicht verlassen – bis auf den Biolandbau, der mir ein besonderes Anliegen ist, Herr Bundesminister. Ich würde Sie wirklich bitten, dass Sie sich das einmal anschauen, dass das nicht zum Stoppen kommt, sondern dass die Erfolgsgeschichte des österreichischen Biolandbaus weitergeht. – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.
Man kann hier und heute eines klar und deutlich sagen – und das zeigt der Umweltkontrollbericht –: Das hohe Niveau der Qualität der österreichischen Umwelt konnte in den letzten Jahren beibehalten werden, wir konnten sie in einzelnen Bereichen verbessern, bei anderen besteht nach wie vor durchaus Handlungsbedarf. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.) – Frau Abgeordnete Lichtenecker, auch Ihnen gratuliere ich. Es ist schön zu hören, dass der Umweltkontrollbericht die Basis für Ihre akademische Karriere war. Es soll ja auch so sein, dass man mit diesen Daten, die hier drinnen sind, weit darüber hinaus auch eine Basis schaffen kann, um dann die richtigen Dinge für sich selbst und in der Politik zu entwickeln. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.
Man kann hier und heute eines klar und deutlich sagen – und das zeigt der Umweltkontrollbericht –: Das hohe Niveau der Qualität der österreichischen Umwelt konnte in den letzten Jahren beibehalten werden, wir konnten sie in einzelnen Bereichen verbessern, bei anderen besteht nach wie vor durchaus Handlungsbedarf. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.) – Frau Abgeordnete Lichtenecker, auch Ihnen gratuliere ich. Es ist schön zu hören, dass der Umweltkontrollbericht die Basis für Ihre akademische Karriere war. Es soll ja auch so sein, dass man mit diesen Daten, die hier drinnen sind, weit darüber hinaus auch eine Basis schaffen kann, um dann die richtigen Dinge für sich selbst und in der Politik zu entwickeln. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Abg. Schalle: Das weiß man bis heute nicht!
Zur Frage des Abgeordneten Schalle, warum es dann etwas weniger im Zuwachs geworden ist. Das sei auch deutlich erklärt: Weil es 2006 und 2007 eine massive Zurückhaltung in der Landwirtschaft beim Umstieg auf Bio gab. Warum? – Weil der grüne Pakt auch aufgrund politischer Diskussionen lange nicht im Detail klar war. Wenn man heute mit den Bäuerinnen und Bauern spricht, sehen die sehr wohl große Chancen im Biolandbau. Sie haben nur auf die endgültige Entscheidung gewartet, womit sie als Biobauern bis 2013 rechnen können. (Abg. Schalle: Das weiß man bis heute nicht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des BZÖ.
Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir mit dieser Sicherheit und aufgrund der vom Abgeordneten Pirklhuber im Rahmen des vorangegangenen Tagesordnungspunkts angesprochenen Tatsache, dass der Biomarkt an sich boomt, wieder mehr Biobauern und auch ein Größenwachstum in der Fläche der Biolandwirtschaft haben werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.
Der nächste Punkt, der angesprochen wurde und der aus meiner Sicht in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik ein großer Erfolg war und ist, ist, dass wir – entgegen allen Versuchen der Europäischen Union, der internationalen Gemeinschaft, was WTO-Vorgaben betrifft – Österreich gentechnikfrei gehalten haben. Und das werden wir auch in der Linie ganz konsequent verfolgen: Kein Anbau von gentechnisch veränderten Konstrukten in Österreich! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.
Ich weiß schon, wir haben Verbotsverordnungen für einzelne Konstrukte gehabt. Wir konnten letztes Mal – das war im Herbst vergangenen Jahres – diese Mehrheit im Europäischen Rat nicht mehr darstellen. Obwohl ein Großteil der Länder und eine überwiegende Stimmanzahl mit uns gestimmt haben, liegt es jetzt an der Kommission, die Entscheidung herbeizuführen, ob diese Verbotsverordnungen in Österreich aufzulösen sind oder nicht. Viele haben damals schon gefeiert und geschrien und gesagt, der Minister hat versagt, die Gentechnik wird jetzt nach Österreich kommen. Aber siehe da: Zweimal ist die Entscheidung schon von der Tagesordnung der Kommission genommen worden. Wir sind auf dem richtigen Weg. (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.
Auch im Naturschutz haben wir etwas geschafft, was wenige andere Länder der Europäischen Union und international behaupten können. Wir haben es geschafft, dass alle sechs österreichischen Nationalparks von der IUCN international anerkannt sind. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schalle: Lassen Sie sich vom Wirtschaftsminister nichts dreinreden!
Das Ökostromgesetz neu wird uns in den nächsten Monaten beschäftigen. Aber auch hier sei noch einmal zur ganzen Debatte rund um Teuerung und Inflation eines gesagt: Wir werden diese Frage – Ökostromgesetz und Ausweitung – nur auf einer fairen Basis miteinander diskutieren können. Klimaschutz und Energiepolitik im Bereich der Erneuerbaren wird ohne unseren Beitrag – der Gesellschaft, der Konsumentinnen und Konsumenten, der Wirtschaft, von uns allen – nicht machbar sein. Diese Rechnung, vom Umweltminister und von den Umweltpolitikern die Erreichung der Klimaschutz- und Energieziele zu verlangen – und das kostenlos –, wird aus jetziger Sicht nicht aufgehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schalle: Lassen Sie sich vom Wirtschaftsminister nichts dreinreden!) Ich sage das nur an dieser Stelle, weil ich von vielen, mit denen dieses Gesetz zu verhandeln ist, dann immer gegenteilige Meinungen in der Öffentlichkeit höre. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schalle.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schalle.
Das Ökostromgesetz neu wird uns in den nächsten Monaten beschäftigen. Aber auch hier sei noch einmal zur ganzen Debatte rund um Teuerung und Inflation eines gesagt: Wir werden diese Frage – Ökostromgesetz und Ausweitung – nur auf einer fairen Basis miteinander diskutieren können. Klimaschutz und Energiepolitik im Bereich der Erneuerbaren wird ohne unseren Beitrag – der Gesellschaft, der Konsumentinnen und Konsumenten, der Wirtschaft, von uns allen – nicht machbar sein. Diese Rechnung, vom Umweltminister und von den Umweltpolitikern die Erreichung der Klimaschutz- und Energieziele zu verlangen – und das kostenlos –, wird aus jetziger Sicht nicht aufgehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schalle: Lassen Sie sich vom Wirtschaftsminister nichts dreinreden!) Ich sage das nur an dieser Stelle, weil ich von vielen, mit denen dieses Gesetz zu verhandeln ist, dann immer gegenteilige Meinungen in der Öffentlichkeit höre. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Schalle.)
Beifall bei der ÖVP.
im Bereich der Umsetzung der Wohnbauförderung, wo wir gerade eine 15a-Vereinbarung entsprechend entwickeln; aber auch in dem Bereich, für den ich direkt Verantwortung trage – mehr Biosprit für Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Nein, bitte!
Ich kann den Argumenten seitens der Grünen überhaupt nicht folgen, die da heißen: Biosprit heraus aus der Volkswirtschaft, heraus aus den Treibstoffen. Reden Sie allen Ernstes den fossilen Energieträgern in diesem Bereich das Wort? (Abg. Öllinger: Nein, bitte!) – Wir haben 5,75 Prozent Beimischung. Ich könnte Ihnen hier heute aus Ihren Wahlprogrammen, vor Jahren, noch viele, viele Anmerkungen zur Offensive im Biotreibstoffbereich vorlesen. (Abg. Öllinger: Aber wir sind lernfähig, Sie nicht!) Das erspare ich Ihnen und dem Hohen Haus, aber Sie waren immer ganz massiv dafür. Jetzt haben wir es umgesetzt in Österreich, federführend in der EU (Abg. Öllinger: Jetzt kommt wieder Lobbyismus!), und wir werden den Anteil von erneuerbaren Energieträgern auch beim Treibstoff zu erhöhen haben, weil das Jahr 2006 alleine schon zeigt, dass die Beimischung zur Erreichung des Kyoto-Ziels massiver beiträgt als viele andere Maßnahmen zuvor. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wir sind ja nicht undifferenziert, Herr Minister!)
Abg. Öllinger: Aber wir sind lernfähig, Sie nicht!
Ich kann den Argumenten seitens der Grünen überhaupt nicht folgen, die da heißen: Biosprit heraus aus der Volkswirtschaft, heraus aus den Treibstoffen. Reden Sie allen Ernstes den fossilen Energieträgern in diesem Bereich das Wort? (Abg. Öllinger: Nein, bitte!) – Wir haben 5,75 Prozent Beimischung. Ich könnte Ihnen hier heute aus Ihren Wahlprogrammen, vor Jahren, noch viele, viele Anmerkungen zur Offensive im Biotreibstoffbereich vorlesen. (Abg. Öllinger: Aber wir sind lernfähig, Sie nicht!) Das erspare ich Ihnen und dem Hohen Haus, aber Sie waren immer ganz massiv dafür. Jetzt haben wir es umgesetzt in Österreich, federführend in der EU (Abg. Öllinger: Jetzt kommt wieder Lobbyismus!), und wir werden den Anteil von erneuerbaren Energieträgern auch beim Treibstoff zu erhöhen haben, weil das Jahr 2006 alleine schon zeigt, dass die Beimischung zur Erreichung des Kyoto-Ziels massiver beiträgt als viele andere Maßnahmen zuvor. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wir sind ja nicht undifferenziert, Herr Minister!)
Abg. Öllinger: Jetzt kommt wieder Lobbyismus!
Ich kann den Argumenten seitens der Grünen überhaupt nicht folgen, die da heißen: Biosprit heraus aus der Volkswirtschaft, heraus aus den Treibstoffen. Reden Sie allen Ernstes den fossilen Energieträgern in diesem Bereich das Wort? (Abg. Öllinger: Nein, bitte!) – Wir haben 5,75 Prozent Beimischung. Ich könnte Ihnen hier heute aus Ihren Wahlprogrammen, vor Jahren, noch viele, viele Anmerkungen zur Offensive im Biotreibstoffbereich vorlesen. (Abg. Öllinger: Aber wir sind lernfähig, Sie nicht!) Das erspare ich Ihnen und dem Hohen Haus, aber Sie waren immer ganz massiv dafür. Jetzt haben wir es umgesetzt in Österreich, federführend in der EU (Abg. Öllinger: Jetzt kommt wieder Lobbyismus!), und wir werden den Anteil von erneuerbaren Energieträgern auch beim Treibstoff zu erhöhen haben, weil das Jahr 2006 alleine schon zeigt, dass die Beimischung zur Erreichung des Kyoto-Ziels massiver beiträgt als viele andere Maßnahmen zuvor. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wir sind ja nicht undifferenziert, Herr Minister!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wir sind ja nicht undifferenziert, Herr Minister!
Ich kann den Argumenten seitens der Grünen überhaupt nicht folgen, die da heißen: Biosprit heraus aus der Volkswirtschaft, heraus aus den Treibstoffen. Reden Sie allen Ernstes den fossilen Energieträgern in diesem Bereich das Wort? (Abg. Öllinger: Nein, bitte!) – Wir haben 5,75 Prozent Beimischung. Ich könnte Ihnen hier heute aus Ihren Wahlprogrammen, vor Jahren, noch viele, viele Anmerkungen zur Offensive im Biotreibstoffbereich vorlesen. (Abg. Öllinger: Aber wir sind lernfähig, Sie nicht!) Das erspare ich Ihnen und dem Hohen Haus, aber Sie waren immer ganz massiv dafür. Jetzt haben wir es umgesetzt in Österreich, federführend in der EU (Abg. Öllinger: Jetzt kommt wieder Lobbyismus!), und wir werden den Anteil von erneuerbaren Energieträgern auch beim Treibstoff zu erhöhen haben, weil das Jahr 2006 alleine schon zeigt, dass die Beimischung zur Erreichung des Kyoto-Ziels massiver beiträgt als viele andere Maßnahmen zuvor. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wir sind ja nicht undifferenziert, Herr Minister!)
Abg. Öllinger: Es gibt genügend! Im Bereich der Landwirtschaft gibt es genügend!
In diesem Sinne: Seien wir stolz auf das Erreichte! Österreich ist ein Umweltmusterland, was die Lebensqualität, die Wasserqualität, die Luftqualität, alles das, was uns dieses Land auch so schön macht, betrifft. Darauf sollten wir stolz sein und verbessern wir das, wo es noch Mängel gibt. (Abg. Öllinger: Es gibt genügend! Im Bereich der Landwirtschaft gibt es genügend!) Die seien heute nicht versteckt, das habe ich auch angeführt, da gilt es noch, hart zu arbeiten. Aber wir sind – und das zeigt der Achte Umweltkontrollbericht – auf dem richtigen Weg. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Bravo!)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Bravo!
In diesem Sinne: Seien wir stolz auf das Erreichte! Österreich ist ein Umweltmusterland, was die Lebensqualität, die Wasserqualität, die Luftqualität, alles das, was uns dieses Land auch so schön macht, betrifft. Darauf sollten wir stolz sein und verbessern wir das, wo es noch Mängel gibt. (Abg. Öllinger: Es gibt genügend! Im Bereich der Landwirtschaft gibt es genügend!) Die seien heute nicht versteckt, das habe ich auch angeführt, da gilt es noch, hart zu arbeiten. Aber wir sind – und das zeigt der Achte Umweltkontrollbericht – auf dem richtigen Weg. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Bravo!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenecker: Wo ist der effizient? – Zwischenruf des Abg. Neugebauer.
Die Österreichische Volkspartei mit Bundesminister Pröll steht für einen innovativen, einen effizienten und einen realistischen Weg im Bereich der Umweltpolitik. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenecker: Wo ist der effizient? – Zwischenruf des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, seit den achtziger Jahren wird mehr an fossilen Energieträgern verbraucht, als weltweit neu entdeckt wird. Abgesehen von der sicherheitspolitischen Abhängigkeit gilt, dass wir besser kurz- als langfristig ein neues System der erneuerbaren Energieversorgung zur Marktreife bringen müssen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Der Umweltkontrollbericht zeigt eine Fülle von Möglichkeiten auf, wie eine nachhaltige Energiezukunft ausschauen kann. Ich meine, die Zeit der Analyse und der Versuche ist endgültig vorbei, Herr Minister! Jetzt muss endlich gehandelt werden. Dazu sind Sie aufgefordert. Der Umweltkontrollbericht gibt Ihnen genügend Anleitungen dazu. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Hornek: Sie haben recht, das war zu wenig! – Abg. Neugebauer: Die Zeit war zu kurz!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ich glaube, Herr Minister, Sie haben ungefähr zehn Minuten dafür verwendet, die positive Entwicklung im Umweltbereich in Österreich dazustellen. (Abg. Hornek: Sie haben recht, das war zu wenig! – Abg. Neugebauer: Die Zeit war zu kurz!) – Ich bin ja froh, dass Sie sich diese Zeit genommen haben, weil ich diese Lebensqualität auch selbst schätze. – Herr Minister, Sie haben vielleicht 20 Sekunden dafür verwendet, auf unser größtes Umwelt-, Klima- und Gesundheitsproblem hinzuweisen, nämlich auf den Verkehr.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die Schiene ausbauen, was sonst?!
Herr Minister, In Ihrem Bericht, den Sie so gelobt haben – und den auch ich lobe, der wirklich qualitativ gut ist –, gibt es von Seite 185 bis Seite 203 eine lange detaillierte Liste von den massiven Verschlechterungen, Versäumnissen, geradezu Gefährdungen durch die Verkehrspolitik, die Sie einfach tolerieren, die Sie nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern durch Ihre Position innerhalb der ÖVP sogar noch vorantreiben. Sie sind ja nicht nur Umweltminister, Sie sind auch in der Bundesregierung für die Koordination verantwortlich. Und wer ist Ihr Co-Koordinator? – Herr Verkehrsminister Faymann. Was machen Sie gemeinsam mit Herrn Verkehrsminister Faymann? (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die Schiene ausbauen, was sonst?!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Hornek: Wollen Sie das Verkehrsministerium abschaffen?
Man liest im „Falter“, dass nicht nur die Schiene ausgebaut wird – was uns zum Teil nützt, aber ich sage „zum Teil“ –, sondern dass Sie sich in erster Linie abendlang blendend unterhalten. Aber was sollen Sie denn? Sie sollen Ihren Kollegen Faymann dazu bringen, dass er endlich die schlichte Hausaufgabe in der Verkehrspolitik macht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Hornek: Wollen Sie das Verkehrsministerium abschaffen?)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Sie überschätzen meine Macht! – Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Ich lese Ihnen das jetzt einmal kurz vor. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Sie überschätzen meine Macht! – Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) – Aber ich unterschätze Ihren Charme nicht. – So, ich lese Ihnen schlicht vor. Auf Seite 187 steht: „Starke Zunahme der Verkehrsleistung“, plus 21 Prozent. Auf der nächsten Seite: „Entwicklung der Transportleistung im Güterverkehr“, plus 58 Prozent. Wir blättern um. Auf der nächsten Seite, auf Seite 189: „Klimatreiber Verkehr“, plus 92 Prozent Treibhausgasemissionen. Wir blättern weiter um. Seite 191: „Problematische Partikelemissionen“,
Zwischenruf des Abg. Vilimsky.
Was Verkehrspolitik angeht, sind wir bitte im internationalen Vergleich fast Schlusslicht! Wir subventionieren ja völlig falsch. Sie können lesen. Ich kann es Ihnen noch einmal zitieren. In Ihrem herrlichen Umweltkontrollbericht auf Seite 195 steht: „Verkehr verursacht hohe Kosten“. (Zwischenruf des Abg. Vilimsky.) – Bitte, Herr Kollege Vilimsky! Das lese ich gerade für meine Kollegen der FPÖ vor; auch für den Kollegen Weinzinger, der nicht da ist. – Da steht: „Die gesamten Einnahmen aus dem PKW-Verkehr decken nur einen Anteil von 46 % der hervorgerufenen Kosten ab ...“
Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer: 10 000! – Abg. Dr. Stummvoll: Ein Problem mit der Zehnerpotenz!
Herr Minister, da wird in die völlig falsche, in eine ruinöse Richtung subventioniert, und zwar gesundheitlich, lärmmäßig, abgasmäßig und klimamäßig – und dazu geben Sie mit Ihrer Stimme im Ministerrat und in diesem Parlament auch Budgetgeld her! Das muss sich ändern! Darum sage ich: Diese 20 Sekunden, die Sie für die Erwähnung des Themas Verkehr verwendet haben, sind ein Armutszeugnis für einen Umweltminister, der hier eigentlich wirklich „an vorderster Front“ – ich muss den militärischen Ausdruck verwenden – für eine bessere Situation kämpfen müsste, denn wir zahlen ja! Bei Ihrem Dächer-Programm geht Ihnen ja das Geld ab! Ich will ja nicht haben, dass wir nur 1 000 Dächer haben, ich will ja 100 000 Dächer. (Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer: 10 000! – Abg. Dr. Stummvoll: Ein Problem mit der Zehnerpotenz!) Dieses Geld geht uns ab, diese 2,5 Milliarden € an Pönale, die wir dann zahlen werden, weil wir im Verkehrsbereich urassen.
Ruf bei der ÖVP: Er ist nicht Verkehrsminister! Thema verfehlt!
Lassen Sie sich zum Schluss noch einen Vergleich vorführen! Herr Umweltminister, Sie, der Sie eine gewisse Lebensfreude pflegen – was ich sehr unterstütze –, werden sicherlich nicht Menschen mit Zuckerkrankheit das Insulin verweigern und sie stattdessen ständig mit Punschkrapfen füttern. Aber in der Verkehrspolitik machen Sie genau das! (Ruf bei der ÖVP: Er ist nicht Verkehrsminister! Thema verfehlt!) Es muss endlich den Menschen eine andere, eine gerechte und gesunde Form der Mobilität zugänglich sein. Die Menschen sollen nicht ständig mit gefährlichen Mobilitätsformen subventioniert und überfüttert werden. So ist es! Weg vom Punschkrapfen in der Verkehrspolitik – das ist ja wie bei den Zuckerkranken, wie ich ausgeführt habe – hin zu einem sinnvollen Maßnahmenkatalog!
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Josef Pröll!
Danke, Erwin Pröll! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Josef Pröll!) Wie heißen Sie? – Bitte, Josef Pröll. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Danke, Erwin Pröll! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Josef Pröll!) Wie heißen Sie? – Bitte, Josef Pröll. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Schüler hoffentlich nicht mehr, wir sind hoffentlich Meister!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Frau Kollegin, so drastisch, wie Sie es jetzt geschildert haben, schaut das alles auch wieder nicht aus. Wir sind in vielen Fragen im Umweltbereich ein absolutes Musterland. Wir sind Musterschüler (Abg. Dr. Pirklhuber: Schüler hoffentlich nicht mehr, wir sind hoffentlich Meister!) und müssen uns deshalb dafür auch zumindest national immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, dass wir bereits zu viele Einschränkungen haben. Das heißt, dass die Umweltpolitik, die hier unter Josef Pröll in den letzten Jahren gemacht wird, wirklich musterhaft ist. Dafür gibt es genug Beispiele. Ihre Anträge müssen Sie also bestenfalls an den Verkehrsminister richten.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher ist dieses Fördergeld auch für die Forstwirtschaft und für die Waldbesitzer gut angelegt. Wir brauchen noch zusätzlich Gelder für die Investition in die Forschung und dürfen auch nicht vergessen, dass Österreichs Wald ohnehin einer der größten Kohlenstoffspeicher ist. Das heißt, hier wird unentgeltlich sehr viel für unser Klima zur Verfügung gestellt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Auch ich möchte mich herzlich bei den Beamtinnen und Beamten für die Erstellung dieses ausführlichen und übersichtlichen Berichts bedanken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Aus Österreich?
Crutzen. Der holländische Nobelpreisträger hat klar gefordert, dass Politiker endlich die Konsequenzen aus der Forschung ziehen. – Genau das, Herr Bundesminister, tun Sie eben nicht, denn: Wie ist es anders zu verstehen, wenn man offensiv in eine Strategie geht – indem man sagt: Noch mehr Agrotreibstoffe! –, und gleichzeitig aus dem Umweltkontrollbericht klar ist, dass die Energienutzfläche in Österreich – wenn überhaupt so viel – 200 000, aber maximal 300 000 Hektar betragen kann? (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Aus Österreich?) – Aus Österreich. So steht es Ihrem Umweltkontrollbericht.
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Eines auch zum Bereich des gentechnikfreien Anbaus. Sie haben das heute wieder zu Recht so dargestellt, dass wir dafür bisher Mehrheiten auf europäischer Ebene haben. – Das stimmt. Wir haben aber keine qualifizierten Mehrheiten mehr, und das ist das Dilemma. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.) – Sie haben alles korrekt berichtet. – Und jetzt ist die Herausforderung, den Anbau weiter gentechnikfrei zu halten.
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundesminister, ich ersuche Sie, in dieser Richtung tätig zu sein – und das Hohe Haus, diesen Antrag zu unterstützen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich vielen Bereichen ist auch anzuerkennen, dass wir besser geworden sind. Dort, wo es Defizite gibt, werden wir uns sehr anstrengen. Der Bericht dient ja auch dazu, eine Ist-Situation zu haben und dann auf die geeigneten Maßnahmen zu setzen, um besser zu werden. Nur schlechtzureden ist die falsche Maßnahme; besser zu werden ist die richtige Maßnahme. Und da ist Minister Josef Pröll zweifellos der richtige Garant für eine effiziente und engagierte Umweltpolitik hier in diesem Land, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: Feinstaub ist „super“!
Auch bezüglich Luft wurde ein ganz tolles Ergebnis erzielt. (Abg. Brosz: Feinstaub ist „super“!) Luftschutz ist auch Klimaschutz! Klimaschutz und Klimawandel sind die großen Herausforderungen für die Zukunft. Da werden wir zweifellos auch noch die richtigen Maßnahmen setzen, denn Umweltpolitik heißt auch vernetztes Denken und Handeln.
Beifall bei der ÖVP.
Bezüglich des Kyoto-Ziels hat die Europäische Union ihre Ziele definiert. Österreich wird diese ambitionierten Ziele übernehmen und umsetzen. Die Länder und die Gemeinden leisten ihren Beitrag. Ich denke, dass dieser Bericht eine gute Basis ist, die erfolgreiche Umweltpolitik in Österreich weiter fortzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Zum Ausbau der öffentlichen Verkehrsstruktur muss man schon sagen, Frau Kollegin Moser, dass unser Minister Faymann sehr aktiv dabei ist, in die öffentliche Infrastruktur zu investieren – Stichwort Koralmbahn, Südbahn. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) Schauen wir doch, dass wir diese Bahnverbindung endlich zustande bringen! Das würde für den ganzen Süden Österreichs eine gewaltige Verbesserung für den Klimaschutz und vor allem auch bezüglich der Feinstaubbelastung bedeuten. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) – Frau Kollegin! Das geht halt nicht von heute auf morgen! Das kostet sehr viel Geld. Es ist sehr viel an Auflagen damit verbunden. Aber wir kämpfen darum. Und ich denke, dass der Minister die richtigen Schritte eingeleitet und in die Wege gesetzt hat.
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Zum Ausbau der öffentlichen Verkehrsstruktur muss man schon sagen, Frau Kollegin Moser, dass unser Minister Faymann sehr aktiv dabei ist, in die öffentliche Infrastruktur zu investieren – Stichwort Koralmbahn, Südbahn. (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) Schauen wir doch, dass wir diese Bahnverbindung endlich zustande bringen! Das würde für den ganzen Süden Österreichs eine gewaltige Verbesserung für den Klimaschutz und vor allem auch bezüglich der Feinstaubbelastung bedeuten. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) – Frau Kollegin! Das geht halt nicht von heute auf morgen! Das kostet sehr viel Geld. Es ist sehr viel an Auflagen damit verbunden. Aber wir kämpfen darum. Und ich denke, dass der Minister die richtigen Schritte eingeleitet und in die Wege gesetzt hat.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne möchte auch ich mich noch einmal sehr herzlich bei den Expertinnen und Experten des Umweltamtes für diesen hervorragenden Bericht bedanken und kann sagen, dass es wichtig sein wird, dass wir die geäußerten Anregungen ernst nehmen. – Wir werden unseren Teil dazu beitragen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.
Frau Abgeordnete Moser, so einfach kann man es sich nicht machen! Auch Verantwortung ist teilbar. Ich glaube, in Oberösterreich gibt es einen grünen Umweltlandesrat. Wenn Sie den Umweltminister für die Verkehrssituation verantwortlich machen, dann sollte man, glaube ich, auch in Oberösterreich eine Verantwortung einbeziehen können. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.) – Das aber nur zu diesem Debattenbeitrag.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir haben aber auch – und das ist gestern bei der Debatte durchgekommen – schon einiges geleistet. Ich denke nur an die Situation bei den Biogasanlagen – 270 Biogasanlagen –, die wirtschaftlich in der Luft gelegen sind. Diese haben wir mit diesen 4 Cent für den Rohstoffzuschlag auf den Weg gebracht, der zukunftsweisend ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.
An die Grünen gerichtet: Ich habe etwa in Niederösterreich einiges bemerken müssen. Sie könnten einmal nachfragen bei Monika Langthaler, die ja bei der Programmgestaltung in den letzten Wochen einiges in Richtung Niederösterreich als Umweltmusterland zu vermerken hatte. Wir sind jenes Land, wo der Klimaschutz in der Verfassung verankert wurde, jenes Land mit 290 Klimabündnisgemeinden! Das ist blau-gelbe Politik. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Umweltpolitik trägt in Österreich einen Namen: auf Bundesebene Josef Pröll und in Niederösterreich Erwin Pröll! Vielleicht merken Sie sich das für den 9. März 2008. – Danke. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Ich freue mich ja über die positiven Dinge, aber lesen Sie den Verkehrsteil!
Frau Kollegin Moser, freuen Sie sich doch über unsere sauberen Seen, Gewässer, Flüsse und so weiter! (Abg. Dr. Moser: Ich freue mich ja über die positiven Dinge, aber lesen Sie den Verkehrsteil!) Freuen Sie sich doch, dass wir beispielsweise auch in der Luft sehr große Vorteile und Fortschritte gemacht haben, wie beispielsweise bei den SO2-Ausstößen und Ammoniak-Ausstößen und so weiter! Freuen Sie sich doch, dass wir insgesamt auch die Sammelziele der Abfallwirtschaft übertroffen und erreicht haben! Freuen Sie sich doch, dass wir gerade in der Landwirtschaft noch immer und wahrscheinlich auch nachhaltig gentechnikfrei sind! Und freuen Sie sich doch, dass wir in etwa seit dem Jahr 2000 30 Prozent mehr an biologischen Anbauflächen dazubekommen haben.
Beifall bei der ÖVP.
Eines noch: Die Wirtschaft hat enorme Herausforderungen zu bewältigen, um auch die Wettbewerbsnachteile innerhalb der Europäischen Union ausgleichen zu können. Schafft sie es nicht, wird das grobe Nachteile in der Beschäftigung haben. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenecker: Das ist eine „Lösung“!
Alles in allem ist das eine gute Situation. Beim Verkehr haben wir schon Probleme. In Tirol nimmt der Transitverkehr sehr zu. Gerade im Inntal ist Folgendes eine ganz eine tolle Sache: Mit dem Bau der Unterinntaltrasse findet man eine intelligente Lösung. Wir bringen so viel Verkehr wie möglich unter die Erde, und das zum Schutz der Bevölkerung. (Abg. Dr. Lichtenecker: Das ist eine „Lösung“!) Mit dem Bau des Brenner-Basistunnels, der im Vergleich zum Konkurrenzprojekt Koralmtunnel geradezu ein finanzielle Okkasion ist, sollten wir dringend und ganz vordergründig beginnen, denn ich glaube, das ist intelligent, was wir hier machen könnten.
Beifall bei der ÖVP.
lebenswerten Land gehören auch Arbeitsplätze und Wohlstand. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin sehr froh, in so einem Land mit meiner Familie leben zu können. Vielen Dank allen, die dazu beitragen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Abschluss möchte ich sagen: Nur gemeinsam werden wir es schaffen, für uns und für unsere Kinder eine vernünftige Umweltsituation mittelfristig und langfristig zu gewährleisten. Wir in der ÖVP handeln, wir tragen Verantwortung! Dafür möchte ich auch Ihnen, Herr Bundesminister, sehr herzlich danken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Lichtenecker – in Richtung SPÖ und ÖVP –: Das sind die Empfehlungen, meine Damen und Herren! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die dürften nichts wert sein!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Damit abgelehnt. (Abg. Dr. Lichtenecker – in Richtung SPÖ und ÖVP –: Das sind die Empfehlungen, meine Damen und Herren! – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die dürften nichts wert sein!)
Abg. Öllinger: Das ist ja traurig mit den Regierungsparteien! – Abg. Dr. Lichtenecker: Wirklich enttäuschend!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist wiederum die Minderheit. Damit abgelehnt. (Abg. Öllinger: Das ist ja traurig mit den Regierungsparteien! – Abg. Dr. Lichtenecker: Wirklich enttäuschend!)
Abg. Öllinger: Blockadepolitik durch die Regierungsparteien!
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für diesen Entschließungsantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Damit abgelehnt. (Abg. Öllinger: Blockadepolitik durch die Regierungsparteien!)
Allgemeiner Beifall.
Ich begrüße Frau Bundesministerin a.D. Elisabeth Gehrer! Herzlich willkommen im Hohen Haus! (Allgemeiner Beifall.)
Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Ich musste leider ein paar Freunde aus dem Parlament hinausbegleiten, deshalb meine kurze Verspätung. (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Um das gleich außer Streit zu stellen: Grundsätzlich halte ich den Schutz und die Unterschutzstellung besonderer Gebiete natürlich für eine tolle Sache. Auch den Bauern, die in diesen Gebieten wirtschaften müssen, seien sämtliche Einnahmen gegönnt. Es ist auch eine Frage des Anstandes, dass wir die Vereinbarungen in diesem Zusammenhang künftig auch einhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich bitte Sie, helfen Sie der im Nationalpark lebenden Bevölkerung, damit das wahr wird, was Vizekanzler Molterer, Landeshauptfrau Burgstaller, auch die Landesräte, die anwesend waren, im vergangenen September bei der Einweihung des Nationalpark-Zentrums in Mittersill gesagt haben: Nicht nur schützen, sondern vor allem auch nützen – und das für alle Wirtschaftsformen! – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein Einziges werden wir ändern – heute sitzt Frau Staatssekretärin Marek auf der Regierungsbank, aber das hat nicht nur mit Frauensolidarität zu tun, sondern mit Arbeitsweise –: Ich erwarte mir vom Herrn Bundesminister – die Frau Staatssekretärin wird es ihm sagen, und beide werden es umsetzen –, dass wir Abgeordneten des Nationalrates nicht nur wollen, sondern ein Recht darauf haben, dass wir zu allen Arbeitsgruppen, Plattformen und Initiativen, die unsere Anträge umsetzen, von den Modellregionen bis zur Alternativenergie, auch eingeladen werden. Wir wollen nicht nur Inhalte vorgeben, Anträge beschließen, sondern diese auch mitgestalten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser – auf dem Weg zum Rednerpult –: 2 Minuten!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Moser mit 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Moser – auf dem Weg zum Rednerpult –: 2 Minuten!) 2 Minuten, einverstanden.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich stelle also Vorsichtsmaßnahmen und Bedenken durchaus in den Hintergrund und hoffe darauf, dass wir gemeinsam mit der Österreich Werbung ein Paket schnüren können, um unser Vorhaben, die hohe Lebensqualität in Österreich, Österreichs herausragende landschaftliche Schönheit wirklich in vollem Umfang weltweit anzupreisen und den Leuten zur Kenntnis zu bringen, auch umzusetzen. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Hörl!
Es ist aber wichtig, auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Nationalparks zu schaffen. Von der schönen Landschaft allein kann ja leider niemand leben. Wenn man schon bereit ist, hinter dem Produkt Nationalpark zu stehen, dann – waren wir der Meinung – ist auch mehr Unterstützung für die Wirtschaft und primär natürlich für den Tourismus, der ja mit diesem Nationalpark-Gedanken kommuniziert, erforderlich. Deswegen war es meine Intention – von Anfang an unterstützt von Frau Mag. Trunk; Grüne und BZÖ waren dann auch gleich dabei –, mehr Geld für die Nationalparks zur Verfügung zu stehen. (Rufe bei der ÖVP: Hörl!)
Ruf bei der ÖVP: Das stimmt ja nicht!
Unsere Intention war es, da wir bereits verkaufbare Produkte haben, ein zusätzliches Budget zu bekommen, unter dem Dach der Österreich Werbung generell für sämtliche Nationalparks und Naturparks Basiswerbung zu machen und 50 Prozent dieser zusätzlichen Mittel dafür zu verwenden, diese Tourismusprodukte jetzt schon zu verkaufen, zu vermarkten. Das war die Intention, und ich bedauere wirklich, dass wir nicht die Unterstützung der ÖVP für diese Intention bekommen haben. Alle anderen Fraktionen hätten diese Idee unterstützt. Leider Gottes ist die direkte, unmittelbare Umsetzung derzeit nicht möglich, weil die ÖVP sagt, es braucht nicht mehr Geld, sondern es müssen zuerst Reformen gemacht werden. (Ruf bei der ÖVP: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben also mit der Diskussion allein die Nationalparks aufgewertet, wir haben Interesse geweckt, es kommt zusätzlich Motivation in diese Regionen, weil sie merken: Das Parlament beschäftigt sich mit uns. – Das war positiv. So gesehen hat der Tourismus-Ausschuss etwas erreicht. Es ist mehr möglich, und wir werden weiter dafür kämpfen. Ich bitte auch um die Unterstützung sämtlicher Fraktionen, damit die finanzielle Dotierung zukünftig ebenfalls besser wird. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Zu lang!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Bucher. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Stummvoll: Zu lang!)
Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Pfeffer und Öllinger.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Entschließungsantrag ist ja ein lebendiger Beweis dafür, dass die Funktionalität des Tourismus-Ausschusses vorhanden ist, dass wir alle bemüht sind, das Beste für den Tourismus zu erreichen – das trotz einer zahlreichen Schar an Experten im Tourismus-Ausschuss; das muss ich sagen, weil dort Gott sei Dank auch sehr viele Tourismus-Unternehmer vertreten sind und wir alle auch zufrieden sein können mit der touristischen Entwicklung der letzten Wochen. Dem Wintertourismus geht es gut. Trotz mangeldem Schnee in manchen Regionen können wir uns darüber freuen, dass die Nächtigungszahlen weiter ansteigen und sich insgesamt die Wertschöpfungsentwicklung als sehr positiv abzeichnet. Daher bedanke ich mich auch bei den vielen Unternehmerinnen und Unternehmern in unserem Land, aber auch bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die dazu beigetragen haben, dass der „Tourismus-Europameister Österreich“ weiterhin auf einem Höhenflug bleibt. (Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Pfeffer und Öllinger.)
Bundesminister Dr. Bartenstein telefoniert, in der letzten Bankreihe neben Abg. Dr. Huainigg stehend, mit seinem Handy
Ich hoffe, die ÖVP wird das einsehen – ich sehe erste Anzeichen dafür. Und was den Herrn Bundesminister betrifft – sofern er sich hier im Saal befindet; gesehen habe ich seinen Schatten irgendwo (Bundesminister Dr. Bartenstein telefoniert, in der letzten Bankreihe neben Abg. Dr. Huainigg stehend, mit seinem Handy) –, so hoffe ich, dass er dieses Ansinnen ebenfalls mittragen und die Österreich Werbung künftig entsprechend mit Mitteln ausstatten wird. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ich hoffe, die ÖVP wird das einsehen – ich sehe erste Anzeichen dafür. Und was den Herrn Bundesminister betrifft – sofern er sich hier im Saal befindet; gesehen habe ich seinen Schatten irgendwo (Bundesminister Dr. Bartenstein telefoniert, in der letzten Bankreihe neben Abg. Dr. Huainigg stehend, mit seinem Handy) –, so hoffe ich, dass er dieses Ansinnen ebenfalls mittragen und die Österreich Werbung künftig entsprechend mit Mitteln ausstatten wird. (Beifall beim BZÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Christine Marek: Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Frau Abgeordnete Rauch-Kallat verlässt gerade den Sitzungssaal. Gestatten Sie mir, dass ich ihr zuvor noch zu ihrem heutigen Geburtstag von ganzem Herzen alles Gute wünsche! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Für mich als Arbeitsstaatssekretärin ist es ganz wichtig, den Tourismus auch als Arbeitsplatzmotor zu sehen. Wir haben hier auch ganz ausgezeichnete Zahlen: Fast 169 000 unselbständig Beschäftigte sind in der Tourismuswirtschaft beschäftigt. Und das sind, meine Damen und Herren, 5,1 Prozent aller unselbständig Beschäftigten in Österreich. Auch den Frauen bietet der Tourismus, die Tourismusbranche ausgezeichnete Chancen. Wir haben hier Höchstwerte in den Top- und mittleren Führungsebenen, was die Frauen betrifft. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Da möchte ich mich ganz herzlich bedanken, denn diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Diese Erfolge sind in den Betrieben, von den Betrieben erwirtschaftet, mit teilweise harter Arbeit. Daher hier ein Dank an die Betriebe, die auch in nicht so rosigen Zeiten durchtauchen und erfolgreich sind. Und bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist, glaube ich, ein Danke angesagt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir haben ja – es ist immer wieder in den Diskussionen Thema – die Kompetenzproblematik, dass der Tourismus von der Kompetenzlage her bei den Ländern liegt und dass – Frau Abgeordnete Trunk hat es zum Teil angesprochen – hier gerade bei den Arbeitsgruppen und so weiter natürlich die Länder die Träger sind. Deswegen haben wir eine Tourismusplattform zwischen Bund und Ländern geschaffen und im BMWA bereits im Oktober eine erste Sitzung abgehalten, um einfach die Vernetzung zwischen Bund und Ländern viel stärker zu forcieren, mit den Landestourismusdirektoren, die hier sehr stark mit uns im Boot sind und wirklich auf einer ausgezeichneten Ebene zusammenarbeiten. Beide, Bund und Länder, tragen diese Tourismusplattform, wo es darum geht, gemeinsam Strategien für eine nachhaltige Sicherung des Tourismusstandortes Österreich zu erarbeiten und auch die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Tourismusbetriebe entsprechend zu forcieren und weiterzuführen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein wichtiger Aspekt im heurigen Jahr ist natürlich – mittlerweile omnipräsent – die EURO 2008. Sie wird im Bereich der Tourismuswerbung über die Österreich Werbung ein wichtiger Faktor sein. Hier gibt es von Seiten des BMWA ein Zusatzbudget von 6 Millionen €, das wir durch Umschichtungen der Österreich Werbung entsprechend zur Verfügung stellen konnten. Die Österreich Werbung hat das in ihre neue Kampagne mit einbezogen, es gibt eigene Sujets. Hier geht es einfach darum, nicht die EURO selbst, das Fußballereignis selbst zu bewerben, sondern die Aufmerksamkeit, die hier weltweit auf Österreich gerichtet ist, zu nutzen und Österreich als wunderschönes Urlaubsland, als Urlaubsdestination stärker zu positionieren. Es gibt in diesem Zusammenhang insgesamt 650 Aktivitäten in über 30 Märkten. Hier ist die Österreich Werbung entsprechend erfolgreich und entsprechend aktiv. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Verein Österreich Werbung kann nur vermarktbare Produkte auf der ganzen Welt bewerben. Das ist überhaupt das erste Prinzip im Marketing, in der Werbung: Wenn es kein Produkt gibt, dann kann man nichts bewerben! (Beifall bei der ÖVP.) – Das ist genau das Problem, das wir in diesem Fall auch haben.
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, es ist die falsche Reihenfolge, die Herr Abgeordneter Bucher und Herr Abgeordneter Hauser hier gesehen haben: Zuerst das Geld, und dann schauen wir, was wir damit machen! – Aus unserer Sicht muss es einfach heißen: Zuerst das Produkt und zuerst überlegen – und dann die Strategie von den finanziellen Rahmenbedingungen her entsprechend mit zur Verfügung stellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
men und Herren. Aber, wie gesagt, wir stehen hier für die weitere Zusammenarbeit sehr gerne zur Verfügung. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Gabriel Obernosterer (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Herr Minister! Hohes Haus! Ich möchte Ihnen, Frau Staatssekretärin und Herr Minister, zu diesem Tourismusbericht wirklich gratulieren, denn diese touristische Erfolgsgeschichte, die Österreich vorzuweisen hat, ist natürlich auf der Basis der Betriebe aufgebaut. Die Höchstverantwortlichen sitzen hier als Minister und als Staatssekretärin, und ich danke deshalb, weil es nicht immer so sein kann, dass, wenn es gut funktioniert, nur die Betriebe und die Regionen und die Länder zuständig sind, und wenn es schlecht funktioniert, dann ist der Minister oder die Staatssekretärin zuständig. Deshalb muss man bei beiden auch beides sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
auch im Bereich der Wertschöpfung! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher ist es gut, die Nationalparks – so unverwechselbar sie auch sind – in einem gemeinsamen Bild zusammenzufassen: dem eines Österreich, das reich an Natur ist und besondere Schutzbestimmungen auf sich nimmt, um seine Juwele auch in Zukunft anbieten zu können. In diesem Sinne begrüße auch ich diese Initiative. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall der Abg. Mag. Aubauer
Mir wurde auch mitgeteilt, dass es bereits auf Bundesebene eine Struktur gibt, wo die Nationalparks zusammenarbeiten. Unter dem Titel „Nationalpark Austria“ werden Konzepte erarbeitet. Es ist wichtig, dass man genau da ansetzt, wir brauchen eine Dachmarke für die österreichischen Nationalparks (Beifall der Abg. Mag. Aubauer), damit sie auch von der Österreich Werbung bestens vermarktet werden können.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Dieser sanfte Tourismus ist für uns und selbstverständlich für die Menschen und für die Gemeinden, die in den Regionen der Nationalparks zu Hause sind und dort auch Wirtschaftsbetriebe unterhalten, unverzichtbar. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Elmar Mayer (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte zunächst einmal unserer Tourismussprecherin recht herzlich danken für ihre Hartnäckigkeit und das Durchsetzungsvermögen, das dafür gesorgt hat, dass diese Dinge in den Ausschuss gebracht werden, dass der Ausschuss abgehalten wird und dieser Antrag dann hier im Haus, auch wenn alle dafür sind, was ja toll ist, breit diskutiert werden kann, weil ich überzeugt bin, dass es eine Nische im Bereich Tourismus ist, die wir bisher zu wenig genützt haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Mich freut es daher, dass dieser Antrag heute von allen unterstützt wird. Ich freue mich auf zukünftige Initiativen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne glaube ich, dass diese heutige Initiative ein guter Schritt in die richtige Richtung ist, dass die Erfolgsgeschichte Nationalparks in Österreich durch eine bessere Kooperation, eine bessere Vermarktung weiter fortgeschrieben und hier in eine gute Zukunft gegangen werden kann. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir von der SPÖ werden diesen Prozess, den wir gerne initiiert haben, nicht nur begleiten, sondern gerne auch mitgestalten und überwachen, damit das eine Erfolgsgeschichte werden kann. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Gerade diese länderübergreifenden Projekte sind ja sogar ausdrücklich erwünscht. Das könnte den zweifelsfrei vorhandenen, aber möglicherweise noch zu wenig koordinierten Bemühungen der Regionen Nachdruck verleihen und den Tourismus in diesen Nationalparks stärken. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit dem heutigen Antrag wollen wir neben den Aspekten Umweltschutz und Landwirtschaft, Arten- und Naturschutz auch die touristisch-wirtschaftlichen Möglichkeiten berücksichtigen. Dies soll die Basis sowohl für eine nachhaltige Präsentation als auch für die verstärkte Nutzung durch die anrainende Bevölkerung und deren Gäste schaffen. Und alle Ergebnisse, meine Damen und Herren, sind in den Werbe- und Marketingüberlegungen der Österreich Werbung zu implementieren. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trunk: Das ist letztklassig! Das ist letztklassig, Frau Kollegin!
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Als Touristikerin freue ich mich natürlich besonders über diesen Entschließungsantrag, der von allen fünf Parteien unterstützt wird. Was mich aber verwundert, ist schon, jetzt wollen alle die Initiatoren dieses Entschließungsantrages gewesen sein und die Arbeit gemacht haben. Aber ich glaube, alle, die da mitgearbeitet haben, wissen schon, wer wirklich an diesem Entschließungsantrag gearbeitet hat, nämlich die ÖVP-Fraktion, unser Abgeordneter Hörl. Herzlichen Dank, Herr Abgeordneter, für die viele Arbeit! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trunk: Das ist letztklassig! Das ist letztklassig, Frau Kollegin!)
Beifall bei der ÖVP.
Dieser Antrag wird sicher dazu beitragen, dass die Tourismusentwicklung in Österreich weiterhin eine Erfolgsgeschichte schreiben wird. Herzlichen Dank an alle Unternehmerinnen und Unternehmer, vor allem an die Frauen, die in dieser Branche arbeiten, und vielen, vielen Dank auch dem Herrn Minister und der Frau Staatssekretärin! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Koalitionskrise! – Abg. Mag. Trunk – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein, es geht um Korrektheit!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Trunk zu Wort gemeldet. Frau Abgeordnete, Sie kennen die gesetzlichen Bestimmungen. – Bitte. (Abg. Dr. Haimbuchner: Koalitionskrise! – Abg. Mag. Trunk – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein, es geht um Korrektheit!)
Beifall bei der SPÖ.
Richtig ist: Diese Initiative ging von der SPÖ-Fraktion aus, gleichzeitig mit der inhaltlichen Arbeit des Herrn Kollegen Hauser von der FPÖ. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Erleichterungen für Unternehmensgründungen sind nach wie vor nicht erkennbar. Maßnahmen zur Senkung der Lohnnebenkosten, zum Beispiel Abschaffung der Kommunalsteuer, Senkung der Kammerbeiträge et cetera, sind auch nicht vorhanden und auch nicht angedacht in nächster Zeit, soviel ich weiß. Die Schaffung eines einheitlichen und vereinfachten Betriebsanlagenrechtes anzudiskutieren wäre höchst an der Zeit. Die Eintragungsgebühr bei der Wirtschaftskammer stammt ebenfalls aus der Steinzeit. Das wäre auch abzuschaffen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Eine Entlastung der heimischen Betriebe von unnotwendigen und aufwendigen statistischen Meldepflichten, wie zum Beispiel die Intrastat, die speziell kleine Betriebe ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Herr Dr. Mitterlehner, dass Sie für die Klein- und Mittelbetriebe, für den Mittelstand nicht so viel übrig haben, das wissen in der Zwischenzeit alle. Also darüber müssen wir uns überhaupt nicht unterhalten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Eine Entlastung der heimischen Betriebe von unnotwendigen und aufwendigen statistischen Meldepflichten, wie zum Beispiel die Intrastat, die speziell kleine Betriebe ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Herr Dr. Mitterlehner, dass Sie für die Klein- und Mittelbetriebe, für den Mittelstand nicht so viel übrig haben, das wissen in der Zwischenzeit alle. Also darüber müssen wir uns überhaupt nicht unterhalten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Das stimmt ja überhaupt nicht! Wir haben mehr Betriebe denn je! – Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Dass Sie, Herr Dr. Mitterlehner, einzig und allein Lobbying für die Großindustrie betreiben, ist auch jedem bekannt, und dass wir mit Wirtschaftsminister Bartenstein, der jetzt bereits 14 Jahre im Amt ist, für die Klein- und Mittelbetriebe nichts erreicht haben und auch in Zukunft nichts zu erreichen sein wird, das wissen wir auch alle. (Abg. Dr. Schüssel: Das stimmt ja überhaupt nicht! Wir haben mehr Betriebe denn je! – Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Dr. Schüssel – in Richtung Bundesminister Dr. Bartenstein –: Martin, das hast du nicht verdient!
Zur Entbürokratisierung des Arbeitnehmerschutzes und zum Abbau bürokratischer Hürden: Sie machen es Klein- und Mittelbetrieben überhaupt nicht leicht, sich in dieser Wirtschaftswelt des 21. Jahrhunderts zu behaupten. Es wäre besser gewesen, einmal darüber nachzudenken, wie man die Gewerbeordnung grundsätzlich ändert, um den Klein- und Mittelbetrieben zu helfen. Im Gegensatz dazu nehmen die Kammern – das tun alle Kammern, auch die SPÖ mit ihrer Arbeiterkammer – eine Festschreibung in der Verfassung vor, damit gewährleistet ist, dass sich in den nächsten Jahren nichts ändern wird. – Danke. (Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Dr. Schüssel – in Richtung Bundesminister Dr. Bartenstein –: Martin, das hast du nicht verdient!)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Wir von der Freiheitlichen Partei haben Anfang der neunziger Jahre festgestellt und erkannt, dass mit dem Gesetz, welches das Recht auf Familienzusammenführung gewährleistet, aus dem Gastarbeiter ein Einwanderer geworden ist. Wir haben festgestellt, dass dieses Gesetz massive Auswirkungen auf die – tatsächlich bald darauf einsetzenden – Wanderungsbewegungen haben wird. Wir haben gesagt: Es wird Probleme geben, wenn das in diesem Ausmaß mehrere Jahre weitergeht. Wir haben ein Volksbegehren zu dieser Frage in die Wege geleitet, für das wir massiv beschimpft und auch bekämpft worden sind. Und es ist tatsächlich alles, was wir damals gesagt haben, eingetroffen, beziehungsweise sind unsere Erwartungen leider noch stark übertroffen worden! (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Zwischenruf bei den Grünen.
Plattitüde mit dem Prager Telefonbuch. Ich könnte jetzt mit der gleichen Plattitüde kontern und aus dem Prager Telefonbuch die Herren Gottwald und Klaus und so weiter heraussuchen. – Es ist ja ganz klar, dass der grenzüberschreitende Bevölkerungsaustausch von Nachbarländern mit nahezu gleicher Kultur völlig unerheblich ist! Es ist egal, ob ein Znaimer in Wien Wohnsitz nimmt oder umgekehrt. Das war immer der Fall, das hat aber nichts mit dem zu tun, was in den letzten anderthalb Jahrzehnten stattgefunden hat. (Zwischenruf bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Und was ist, wenn es sich um einen Moslem aus Prag handelt?
Sie werden mir wohl zugeben, dass ein Unterschied besteht, ob ein Mensch moslemischer Überzeugung, der aus einem völlig anderen Kulturkreis kommt und auch nicht vorhat, seine Überzeugung zu ändern – warum bilden Sie sich eigentlich immer ein, dass diese Leute vorhaben, sich zu ändern, wenn es gar nicht zutrifft? –, und das in erheblicher Anzahl, hier Wohnsitz nimmt oder ob jemand aus Prag, Brünn oder Budapest hierher zuwandert. Da besteht ein erheblicher Unterschied! (Abg. Öllinger: Und was ist, wenn es sich um einen Moslem aus Prag handelt?) Es stimmt nicht, dass Österreich in dem Sinn, in dem es jetzt Einwanderungsland geworden ist, schon immer Einwanderungsland war! Das ist falsch! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie werden mir wohl zugeben, dass ein Unterschied besteht, ob ein Mensch moslemischer Überzeugung, der aus einem völlig anderen Kulturkreis kommt und auch nicht vorhat, seine Überzeugung zu ändern – warum bilden Sie sich eigentlich immer ein, dass diese Leute vorhaben, sich zu ändern, wenn es gar nicht zutrifft? –, und das in erheblicher Anzahl, hier Wohnsitz nimmt oder ob jemand aus Prag, Brünn oder Budapest hierher zuwandert. Da besteht ein erheblicher Unterschied! (Abg. Öllinger: Und was ist, wenn es sich um einen Moslem aus Prag handelt?) Es stimmt nicht, dass Österreich in dem Sinn, in dem es jetzt Einwanderungsland geworden ist, schon immer Einwanderungsland war! Das ist falsch! (Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Die Reaktion, die dann oft kommt, wenn man über dieses Thema gesprochen hat, ist: Es ist halt de facto so, da kann man nichts machen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Vor allem Sie sagen dann immer quasi mit gewissem Jubel: Österreich ist ein Einwanderungsland! – Darauf sage ich: Nein, das stimmt nicht! Man wird nicht ein Einwanderungsland durch Fakten, beziehungsweise wenn die Fakten so sind, dann wurde in dem Land eben schlechte Politik gemacht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Reaktion, die dann oft kommt, wenn man über dieses Thema gesprochen hat, ist: Es ist halt de facto so, da kann man nichts machen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Vor allem Sie sagen dann immer quasi mit gewissem Jubel: Österreich ist ein Einwanderungsland! – Darauf sage ich: Nein, das stimmt nicht! Man wird nicht ein Einwanderungsland durch Fakten, beziehungsweise wenn die Fakten so sind, dann wurde in dem Land eben schlechte Politik gemacht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Man ist nicht aufgrund von Fakten ein Einwanderungsland, sondern man wird ein Einwanderungsland durch eine politische Entscheidung, die einer politischen Diskussion folgt. Ein Land ist dann ein Einwanderungsland, wenn es aktiv darum wirbt, dass bestimmte Personen mit bestimmten Qualifikationen um einen dauerhaften Aufenthalt und um den Erwerb der Staatsbürgerschaft ansuchen. Das ist ein Einwanderungsland! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Dabei muss man zur Ehrenrettung der Sozialdemokratie sagen: Unter sozialdemokratischen Innenministern wurde das Problem wieder ein bisschen eingedämmt. Nach dem erschreckenden Anstieg zu Anfang der neunziger Jahre sind die Zahlen bis zum Ende der neunziger Jahre wieder zurückgegangen. Ein wirklicher Dammbruch ist dann aber unter der bürgerlichen Regierung ab dem Jahr 2000 erfolgt, und das ist auch einer der Gründe, warum die Freiheitliche Partei mit ihrer Regierungsfraktion ganz und gar nicht zufrieden war, und zwar zu Recht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Ins Sozialsystem wandert überhaupt niemand zu!
So sagt Professor Faßmann auf die Frage in der „Presse“, ob die Zuwanderung rein volkswirtschaftlich ein Gewinn sei, dass es aufgrund der Familienzusammenführung keine zielgenaue Zuwanderung mehr gibt, die den Interessen des Arbeitsmarktes angepasst wäre. Das sei auch der Unterschied zu den vergangenen Jahrzehnten: In den sechziger und siebziger Jahren sei die Arbeitslosenquote unter den Gastarbeitern immer geringer als die der einheimischen Bevölkerung gewesen. Das habe sich in den letzten Jahrzehnten gedreht. Das ist der Preis, den wir dafür zahlen müssen! Die Zahl jener, die auf die Bedürfnisse des österreichischen Arbeitsmarktes hin gesteuert zuwandern, belaufe sich lediglich etwa auf 5 000 Personen, das sind 10 Prozent. Das heißt – erlaubter Umkehrschluss –: 90 Prozent wandern direkt ins Sozialsystem zu. (Abg. Öllinger: Ins Sozialsystem wandert überhaupt niemand zu!) Das ist natürlich eine Defizitrechnung sondergleichen für eine Volkswirtschaft!
Abg. Öllinger: All das, was Sie da sagen, stimmt nicht!
Es ist nicht nur die soziale Sicherheit gefährdet, sondern es ist auch die Kriminalität massiv angestiegen. Auch das ist ein ganz klares Faktum, das anhand von Zahlen zu belegen ist. (Abg. Öllinger: All das, was Sie da sagen, stimmt nicht!) Es ist mittlerweile stark bemerkbar, sonst müsste es ja keinen Integrationsbericht geben: Die Integration hat sich in der zweiten oder dritten Generation nicht verbessert, sondern ganz im Gegenteil. Auch das wissen wir. Die erste Generation kam, weil sie kommen und hier leben wollte, und hatte daher auch das Bedürfnis, sich hier anzupassen.
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Sie werden sich erinnern, dass es die Geschichte mit den Kopftüchern in den sechziger oder siebziger Jahren überhaupt nicht gegeben hat. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Jetzt sieht man aber, dass die zweite und dritte Generation immer bil-
Beifall bei der FPÖ.
Zum Zweiten müssen wir darauf achten, dass die Dinge von Anfang an, wenn man sieht, dass etwas schief läuft, sofort klargestellt und ins Lot gerückt werden. Dabei ist ganz sicher, dass der Grundsatz gelten muss: Unsere Regeln gelten für alle. Es gibt Grundpfeiler in unserem Gesellschaftssystem, die jeder einhalten muss, der hier leben will: Ein Prinzip ist mit Sicherheit die Trennung von Kirche und Staat, egal um welche Religion es sich handelt. Und das zweite Prinzip ist – und dahinter darf man nicht um einen Millimeter zurückgehen! – die Gleichberechtigung der Geschlechter, und zwar auch im Detail und im Kleinen. Es ist an einer österreichischen öffentlichen Schule nicht möglich, dass jemand nicht zulässt, dass seine Töchter mit männlichen Schulkollegen im Schwimmbad sind. Wir haben im öffentlichen Raum keine getrennten Räume für Männer und für Frauen, und wir wollen auch nicht tolerieren, dass das jemals kommt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Damit komme ich zum Schluss: Die ungesteuerte Einwanderung ist kein schicksalsgegebener Prozess, sondern das ist oft ein politisch zumindest geduldeter, nein, eigentlich verursachter Prozess. Daher auch unsere Mahnung und unser Appell: Das können wir nicht hingehen lassen! Es wird sonst fürchterlich werden und kein Stein auf dem andern bleiben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben die Punkte in diesem Antrag zusammengefasst, mit deren Hilfe es ermöglicht wird, den Fortgang dieser unheilvollen Entwicklung zu stoppen und die Folgen, die bereits eingetreten sind, zu lindern und zu mildern und dafür zu sorgen, dass Österreich ein lebenswertes Land und das Land der Österreicher bleibt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Die ÖVP stellt seit 2001 den Innenminister!
Bundesminister für Inneres Günther Platter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Als ich heute um zirka 10 Uhr erfahren habe, dass die FPÖ einen Dringlichen Antrag zu diesem Thema stellt, habe ich mir gedacht: Warum macht die FPÖ das eigentlich? In Wahrheit hätte man vielleicht drei Jahre vorher so einen Antrag stellen müssen. (Abg. Dr. Haimbuchner: Die ÖVP stellt seit 2001 den Innenminister!) Dieser Antrag kommt eigentlich drei Jahre zu spät. Und es gibt auch überhaupt keine Veranlassung, hier über diese Situation zu diskutieren. (Abg. Strache: Die Sicherheit Österreichs ist oftmals ein Thema in allen Zeitungen, seit Jahren!) Aber wenn man weiß, dass Landtagswahlen in Niederösterreich vor der Tür stehen, so, glaube ich, ist die Begründung eindeutig und klar. Aber ich bin sehr gerne bereit, heute vielleicht eine Bilanz zu ziehen, wie die Situation hier in Österreich im Bereich der Sicherheit, im Bereich des Asyls und im Bereich der Zuwanderung tatsächlich ist.
Abg. Strache: Die Sicherheit Österreichs ist oftmals ein Thema in allen Zeitungen, seit Jahren!
Bundesminister für Inneres Günther Platter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Als ich heute um zirka 10 Uhr erfahren habe, dass die FPÖ einen Dringlichen Antrag zu diesem Thema stellt, habe ich mir gedacht: Warum macht die FPÖ das eigentlich? In Wahrheit hätte man vielleicht drei Jahre vorher so einen Antrag stellen müssen. (Abg. Dr. Haimbuchner: Die ÖVP stellt seit 2001 den Innenminister!) Dieser Antrag kommt eigentlich drei Jahre zu spät. Und es gibt auch überhaupt keine Veranlassung, hier über diese Situation zu diskutieren. (Abg. Strache: Die Sicherheit Österreichs ist oftmals ein Thema in allen Zeitungen, seit Jahren!) Aber wenn man weiß, dass Landtagswahlen in Niederösterreich vor der Tür stehen, so, glaube ich, ist die Begründung eindeutig und klar. Aber ich bin sehr gerne bereit, heute vielleicht eine Bilanz zu ziehen, wie die Situation hier in Österreich im Bereich der Sicherheit, im Bereich des Asyls und im Bereich der Zuwanderung tatsächlich ist.
Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.
Ich möchte Sie jetzt mit den Zahlen konfrontieren, die zweifellos sehr wichtig sind. Es stimmt, dass wir im Jahre 2005 22 500 Asylwerber gehabt haben. Im Vergleichszeitraum, im selben Betrachtungszeitraum waren es in den USA rund 50 000, die an erster Stelle standen, und in Deutschland 28 000, obwohl Deutschland zehnmal so groß wie Österreich ist. Durch dieses Fremdenrechtspaket ist es gelungen – und das muss man letztlich auch akzeptieren –, dass wir um 40 Prozent weniger Asylwerber im Jahre 2006 hatten und im Jahre 2007 wiederum um 11 Prozent weniger Asylwerber. (Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.) Wir haben innerhalb von zwei Jahren die Zahl der Asylwerber, der Anträge halbiert, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte Sie jetzt mit den Zahlen konfrontieren, die zweifellos sehr wichtig sind. Es stimmt, dass wir im Jahre 2005 22 500 Asylwerber gehabt haben. Im Vergleichszeitraum, im selben Betrachtungszeitraum waren es in den USA rund 50 000, die an erster Stelle standen, und in Deutschland 28 000, obwohl Deutschland zehnmal so groß wie Österreich ist. Durch dieses Fremdenrechtspaket ist es gelungen – und das muss man letztlich auch akzeptieren –, dass wir um 40 Prozent weniger Asylwerber im Jahre 2006 hatten und im Jahre 2007 wiederum um 11 Prozent weniger Asylwerber. (Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.) Wir haben innerhalb von zwei Jahren die Zahl der Asylwerber, der Anträge halbiert, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Es geht doch nicht um die Schlüsselarbeitskräfte!
Ich bin sehr froh darüber, dass wir hier ebenfalls eine ausgezeichnete Bilanz ziehen. Betrachtet man als Vergleichszeitraum das Jahr 2006 gegenüber dem Jahr 2005, dann ist um insgesamt 62 Prozent weniger Zuwanderung festzustellen. Das sind also in Zahlen: Rund 53 000 hatten wir im Jahr 2005, exakt 53 366, die zugewandert sind, und im Jahre 2006 waren es 20 259. Und wenn ich jetzt das Jahr 2007 genauer betrachte, dann muss ich sagen, es stimmt, dass wir einen kleinen Anstieg von ungefähr 1 300 Zuwanderern haben. Kennen Sie den Hintergrund? – Der Hintergrund ist, dass wir für Schlüsselarbeitskräfte etwas aufgemacht haben, weil es im Interesse unseres Arbeitsmarktes wichtig ist, Schlüsselarbeitskräfte zu bekommen. (Abg. Dr. Graf: Es geht doch nicht um die Schlüsselarbeitskräfte!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Es geht um die deutschen Demonstranten!
Deshalb haben wir mit der Niederlassungsverordnung eine ganz klare, sinnvolle Regelung, wo wir auch mit den Ländern ganz genau immer wieder die Quoten diskutieren und es so im Interesse des Arbeitsmarktes letztlich auch ermöglichen, dass Schlüsselarbeitskräfte hier in Österreich arbeiten, im Interesse des Wirtschaftsstandortes Österreich. Das glaube ich schon, dass diese Regelung sehr sinnvoll und gut ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Es geht um die deutschen Demonstranten!)
Abg. Öllinger: Das müssen wir jetzt von Ihnen hören! Sie sind Experte!
Sie haben die Diskussion jetzt geführt und die Integration angeführt. Ich kann feststellen, dass hier immer wieder Vermischungen stattfinden, was Integration bedeutet, was Asyl bedeutet und neue Zuwanderung. (Abg. Öllinger: Das müssen wir jetzt von Ihnen hören! Sie sind Experte!) Bei Integration geht es darum, dass wir uns bei Menschen, die einen Migrationshintergrund haben, die langfristig legal und rechtmäßig in Österreich leben, Gedanken darüber machen müssen (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Abschiebung!), wie wir die Integration fördern, und andererseits müssen wir aber auch fordern, dass die Menschen integrationswillig sind. Ich habe diesen Prozess jetzt im Namen der österreichischen Bundesregierung begonnen und glaube, dass wir dabei sehr offensiv vorgegangen sind. (Abg. Strache: Nach 20 Jahren!)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Abschiebung!
Sie haben die Diskussion jetzt geführt und die Integration angeführt. Ich kann feststellen, dass hier immer wieder Vermischungen stattfinden, was Integration bedeutet, was Asyl bedeutet und neue Zuwanderung. (Abg. Öllinger: Das müssen wir jetzt von Ihnen hören! Sie sind Experte!) Bei Integration geht es darum, dass wir uns bei Menschen, die einen Migrationshintergrund haben, die langfristig legal und rechtmäßig in Österreich leben, Gedanken darüber machen müssen (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Abschiebung!), wie wir die Integration fördern, und andererseits müssen wir aber auch fordern, dass die Menschen integrationswillig sind. Ich habe diesen Prozess jetzt im Namen der österreichischen Bundesregierung begonnen und glaube, dass wir dabei sehr offensiv vorgegangen sind. (Abg. Strache: Nach 20 Jahren!)
Abg. Strache: Nach 20 Jahren!
Sie haben die Diskussion jetzt geführt und die Integration angeführt. Ich kann feststellen, dass hier immer wieder Vermischungen stattfinden, was Integration bedeutet, was Asyl bedeutet und neue Zuwanderung. (Abg. Öllinger: Das müssen wir jetzt von Ihnen hören! Sie sind Experte!) Bei Integration geht es darum, dass wir uns bei Menschen, die einen Migrationshintergrund haben, die langfristig legal und rechtmäßig in Österreich leben, Gedanken darüber machen müssen (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Abschiebung!), wie wir die Integration fördern, und andererseits müssen wir aber auch fordern, dass die Menschen integrationswillig sind. Ich habe diesen Prozess jetzt im Namen der österreichischen Bundesregierung begonnen und glaube, dass wir dabei sehr offensiv vorgegangen sind. (Abg. Strache: Nach 20 Jahren!)
Abg. Öllinger: Gleichzeitig schieben Sie Integrierte ab!
Ich habe mit den Religionsgemeinschaften, mit den NGOs, Integrationsvereinigungen, Experten, Sozialpartnern und Gebietskörperschaften Gespräche geführt. Darüber hinaus hat das Innenministerium mit dem Österreichischen Integrationsfonds und Experten über die verschiedenen Themenbereiche Bericht erstattet. (Abg. Öllinger: Gleichzeitig schieben Sie Integrierte ab!) Es wurden alle Ideensammlungen angenommen, und zwar ohne politische Wertung. Es wurde bei diesem Bericht keine politische Wertung vorgenommen, damit wir einen offenen, einen ehrlichen Dialog über die Integration führen.
Abg. Öllinger: Heilig, heilig, heilig!
Dieser Bericht liegt nun vor, und ich kann Sie alle sehr herzlich einladen, dass Sie sich mit diesem Bericht befassen, denn ich möchte letztlich eines haben: dass diese Integrationsplattform auf 8 Millionen Menschen erweitert wird, dass alle die Möglichkeit haben, zu diesem Integrationsbericht ihre Stellungnahme abzugeben, mit der Zielsetzung ... (Abg. Öllinger: Heilig, heilig, heilig!) – Ja, ich weiß, Sie wird das vielleicht nicht so interessieren, aber, meine Damen und Herren, mich interessiert die Integration. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ah! Wenn Integration zur Abschiebung führt, sind Sie dabei!) Wissen Sie, warum? – Gerade ein Innenminister hat größtes Interesse daran, dass das friedliche Zusammenleben funktioniert. Ich bin absolut dagegen, wenn solche Töne geäußert werden, wie das in Graz der Fall war. Das war schäbig, meine Damen und Herren, so kann es nicht sein! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Ich möchte ein friedliches Zusammenleben innerhalb der Republik Österreich haben. (Abg. Strache: Morddrohungen!) Deshalb werde ich mich auch weder von der FPÖ noch von den Grünen von diesem Weg abbringen lassen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ah! Wenn Integration zur Abschiebung führt, sind Sie dabei!
Dieser Bericht liegt nun vor, und ich kann Sie alle sehr herzlich einladen, dass Sie sich mit diesem Bericht befassen, denn ich möchte letztlich eines haben: dass diese Integrationsplattform auf 8 Millionen Menschen erweitert wird, dass alle die Möglichkeit haben, zu diesem Integrationsbericht ihre Stellungnahme abzugeben, mit der Zielsetzung ... (Abg. Öllinger: Heilig, heilig, heilig!) – Ja, ich weiß, Sie wird das vielleicht nicht so interessieren, aber, meine Damen und Herren, mich interessiert die Integration. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ah! Wenn Integration zur Abschiebung führt, sind Sie dabei!) Wissen Sie, warum? – Gerade ein Innenminister hat größtes Interesse daran, dass das friedliche Zusammenleben funktioniert. Ich bin absolut dagegen, wenn solche Töne geäußert werden, wie das in Graz der Fall war. Das war schäbig, meine Damen und Herren, so kann es nicht sein! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Ich möchte ein friedliches Zusammenleben innerhalb der Republik Österreich haben. (Abg. Strache: Morddrohungen!) Deshalb werde ich mich auch weder von der FPÖ noch von den Grünen von diesem Weg abbringen lassen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Dieser Bericht liegt nun vor, und ich kann Sie alle sehr herzlich einladen, dass Sie sich mit diesem Bericht befassen, denn ich möchte letztlich eines haben: dass diese Integrationsplattform auf 8 Millionen Menschen erweitert wird, dass alle die Möglichkeit haben, zu diesem Integrationsbericht ihre Stellungnahme abzugeben, mit der Zielsetzung ... (Abg. Öllinger: Heilig, heilig, heilig!) – Ja, ich weiß, Sie wird das vielleicht nicht so interessieren, aber, meine Damen und Herren, mich interessiert die Integration. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ah! Wenn Integration zur Abschiebung führt, sind Sie dabei!) Wissen Sie, warum? – Gerade ein Innenminister hat größtes Interesse daran, dass das friedliche Zusammenleben funktioniert. Ich bin absolut dagegen, wenn solche Töne geäußert werden, wie das in Graz der Fall war. Das war schäbig, meine Damen und Herren, so kann es nicht sein! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Ich möchte ein friedliches Zusammenleben innerhalb der Republik Österreich haben. (Abg. Strache: Morddrohungen!) Deshalb werde ich mich auch weder von der FPÖ noch von den Grünen von diesem Weg abbringen lassen.
Abg. Strache: Morddrohungen!
Dieser Bericht liegt nun vor, und ich kann Sie alle sehr herzlich einladen, dass Sie sich mit diesem Bericht befassen, denn ich möchte letztlich eines haben: dass diese Integrationsplattform auf 8 Millionen Menschen erweitert wird, dass alle die Möglichkeit haben, zu diesem Integrationsbericht ihre Stellungnahme abzugeben, mit der Zielsetzung ... (Abg. Öllinger: Heilig, heilig, heilig!) – Ja, ich weiß, Sie wird das vielleicht nicht so interessieren, aber, meine Damen und Herren, mich interessiert die Integration. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Ah! Wenn Integration zur Abschiebung führt, sind Sie dabei!) Wissen Sie, warum? – Gerade ein Innenminister hat größtes Interesse daran, dass das friedliche Zusammenleben funktioniert. Ich bin absolut dagegen, wenn solche Töne geäußert werden, wie das in Graz der Fall war. Das war schäbig, meine Damen und Herren, so kann es nicht sein! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Ich möchte ein friedliches Zusammenleben innerhalb der Republik Österreich haben. (Abg. Strache: Morddrohungen!) Deshalb werde ich mich auch weder von der FPÖ noch von den Grünen von diesem Weg abbringen lassen.
Beifall bei der ÖVP.
Zielsetzung wird es sein, dass wir in den Ländern die Diskussion führen, dass wir in den Ländern dann auch eine entsprechende Wanderausstellung durchführen, hinunterbrechen auf die Bezirke, Städte und Gemeinden, dort, wo die Integration stattfindet, nicht nur hier im Hohen Haus. Integration findet in einem anderen Bereich statt. Zielsetzung wird es letztlich sein, dass noch vor dem Sommer die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket beschließt. Das ist der Weg, den wir sehr offensiv gehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Statistische Beschönigungen haben es möglich gemacht: zehn Autoeinbrüche als ein Delikt werten, das kann man alles reduzieren!
Zur Kriminalitätsentwicklung. Es ist sehr interessant, welche Zahlen hier genannt werden. Wissen Sie, Frau Abgeordnete Rosenkranz, dass wir vom Jahr 2004 auf 2005 einen Rückgang bei den Kriminalitätsanfällen um 6 Prozent hatten? Wir hatten einen Rückgang auf das Jahr 2006 wiederum um 2 Prozent, und wir hatten zweifellos eine Problemstellung zu Beginn des Jahres 2007. (Abg. Strache: Statistische Beschönigungen haben es möglich gemacht: zehn Autoeinbrüche als ein Delikt werten, das kann man alles reduzieren!) Sie wollen das nicht hören. Zu Beginn des Jahres 2007 hatten wir Problemstellungen. Wir hatten eine Steigerung. Wir haben überall Strategiegespräche geführt, entsprechende Maßnahmen punktgenau getroffen und pendeln uns heuer wiederum ein.
Abg. Dr. Graf: Super, nur 594 000!
Ich sage Ihnen, wenn Sie Zahlen nennen, ich kann Ihnen die korrekten Zahlen ge- ben: Wir hatten im Jahr 2004 insgesamt 643 000 Delikte, die angezeigt wurden. Im Jahr 2007 waren es 594 000. (Abg. Dr. Graf: Super, nur 594 000!) Das heißt, wir haben einen absolut guten Trend in diesem Bereich. (Abg. Dr. Graf: Wie hoch ist die Aufklärungsquote? – Abg. Strache: Die Aufklärungsquote sinkt weiter fröhlich!) Das ist aber eine riesige Herausforderung für alle Polizistinnen und Polizisten, damit wir dieses Niveau, das wir haben, das international sehr anerkannt ist, halten können. Und ich bedanke mich bei den hervorragenden Polizistinnen und Polizisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Wie hoch ist die Aufklärungsquote? – Abg. Strache: Die Aufklärungsquote sinkt weiter fröhlich!
Ich sage Ihnen, wenn Sie Zahlen nennen, ich kann Ihnen die korrekten Zahlen ge- ben: Wir hatten im Jahr 2004 insgesamt 643 000 Delikte, die angezeigt wurden. Im Jahr 2007 waren es 594 000. (Abg. Dr. Graf: Super, nur 594 000!) Das heißt, wir haben einen absolut guten Trend in diesem Bereich. (Abg. Dr. Graf: Wie hoch ist die Aufklärungsquote? – Abg. Strache: Die Aufklärungsquote sinkt weiter fröhlich!) Das ist aber eine riesige Herausforderung für alle Polizistinnen und Polizisten, damit wir dieses Niveau, das wir haben, das international sehr anerkannt ist, halten können. Und ich bedanke mich bei den hervorragenden Polizistinnen und Polizisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen, wenn Sie Zahlen nennen, ich kann Ihnen die korrekten Zahlen ge- ben: Wir hatten im Jahr 2004 insgesamt 643 000 Delikte, die angezeigt wurden. Im Jahr 2007 waren es 594 000. (Abg. Dr. Graf: Super, nur 594 000!) Das heißt, wir haben einen absolut guten Trend in diesem Bereich. (Abg. Dr. Graf: Wie hoch ist die Aufklärungsquote? – Abg. Strache: Die Aufklärungsquote sinkt weiter fröhlich!) Das ist aber eine riesige Herausforderung für alle Polizistinnen und Polizisten, damit wir dieses Niveau, das wir haben, das international sehr anerkannt ist, halten können. Und ich bedanke mich bei den hervorragenden Polizistinnen und Polizisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Das kann man Ihnen zum Vorwurf machen, Herr Minister! Das haben Sie gemacht!
Sie strapazieren die Schengen-Erweiterung. Und ich sage Ihnen, es wird etwas nicht wahrer, wenn man Unwahrheit immer wieder wiederholt. (Abg. Strache: Das kann man Ihnen zum Vorwurf machen, Herr Minister! Das haben Sie gemacht!) Ich kann Ihnen Folgendes sagen: Wir waren auf die Schengenerweiterung exzellent und hervorragend vorbereitet. Denn wer von Sicherheitspolitik eine Ahnung hat, der weiß, dass man gerade im Bereich der organisierten Kriminalität, der internationalen Kriminalität nur durch internationale Zusammenarbeit punkten kann.
Abg. Rosenkranz: Das ist ja keine Alternative!
Schauen wir uns an: DNA-Analyse – eine Erfolgsstory, meine Damen und Herren! Und nehmen Sie zur Kenntnis, dass, gerade was den DNA-Profileaustausch betrifft, Österreich gemeinsam mit Deutschland Vorreiter war. (Abg. Rosenkranz: Das ist ja keine Alternative!) Wir haben mit 1. Dezember 2006 mit dem Austausch der DNA-Profile begonnen und haben unglaubliche Erfolge erzielt. Der Doppelmord in Teneriffa konnte aufgeklärt werden aufgrund der Tatsache, dass einer Einbrecherbande DNA-Profile abgenommen wurden, und dergleichen mehr. Diese internationale Zusammenarbeit ist eine absolute Erfolgsstory.
Abg. Strache: Also die Polizisten jammern alle, dass sie unterbesetzt sind und dass zu wenig Personal vorhanden ist!
Zum Dritten haben wir zusätzlich einen Sicherheitsgurt in Österreich eingezogen. Es sind Polizistinnen und Polizisten weiterhin im grenznahen Raum im Einsatz, zusätzlich ist das österreichische Bundesheer behilflich. Ich kann Ihnen jetzt eines sagen: Ich habe keinen einzigen Hinweis, dass die Kriminalität seit dem 21. Dezember 2007 gestiegen ist. Im Gegenteil, die Kriminalität ist zurückgegangen. Wir werden Ihnen die Statistiken dann auch zum richtigen Zeitpunkt präsentieren. Aber eines ist auch klar: Mir ist dieser Beleuchtungszeitraum noch zu kurz, um eine klare Bilanz zu ziehen. Ich bleibe mit den Experten, Polizistinnen und Polizisten auf der Hut, um letztlich ganz genau zu beobachten, wie sich die Situation entwickelt. Wir sind einen behutsamen Weg gegangen, und ich bin der Überzeugung, dass wir einen Weg des Erfolges in breiter Sicherheitspolitik gehen, auch durch die Schengen-Erweiterung. (Abg. Strache: Also die Polizisten jammern alle, dass sie unterbesetzt sind und dass zu wenig Personal vorhanden ist!)
Abg. Strache: Dann reden Sie einmal mit den Exekutivbeamten an der Basis, wie es ihnen geht! Die sagen, dass sie unterbesetzt sind!
Und so darf ich sagen, meine Damen und Herren von der FPÖ, herzlichen Dank, dass Sie diesen Dringlichen Antrag gestellt haben. Es war eine gute Möglichkeit, Ihnen zu sagen, dass Sie nicht recht haben (Abg. Strache: Dann reden Sie einmal mit den Exekutivbeamten an der Basis, wie es ihnen geht! Die sagen, dass sie unterbesetzt sind!), sondern dass die Bilanz eine ausgezeichnete ist und dass das mit Sicherheit für Sie kein Vorteil sein wird in Bezug auf die Landtagswahl in Niederösterreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und so darf ich sagen, meine Damen und Herren von der FPÖ, herzlichen Dank, dass Sie diesen Dringlichen Antrag gestellt haben. Es war eine gute Möglichkeit, Ihnen zu sagen, dass Sie nicht recht haben (Abg. Strache: Dann reden Sie einmal mit den Exekutivbeamten an der Basis, wie es ihnen geht! Die sagen, dass sie unterbesetzt sind!), sondern dass die Bilanz eine ausgezeichnete ist und dass das mit Sicherheit für Sie kein Vorteil sein wird in Bezug auf die Landtagswahl in Niederösterreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Bitte nicht alle Polizeidienststellen aufzählen! – Abg. Mayerhofer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich werde dich fragen, was ich dann in den nächsten Monaten anfrage, und werde in deinem Büro verlässlich Rücksprache halten!
Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Mayerhofer. 8 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte. (Abg. Öllinger: Bitte nicht alle Polizeidienststellen aufzählen! – Abg. Mayerhofer – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich werde dich fragen, was ich dann in den nächsten Monaten anfrage, und werde in deinem Büro verlässlich Rücksprache halten!)
Zwischenruf des Abg. Kainz.
Hier auch einige Beispiele, die die Politiker von der ÖVP besonders leicht vergessen, auch die Grünen. Ich habe mir den Vorfall in der Theodor-Körner-Schule etwas näher angeschaut. Ich würde auch den Politikern von den Grünen wirklich raten, sich das bei den Eltern oder im Elternverein näher anzuschauen. Dann würden sie die Dramatik etwas besser miterleben. (Zwischenruf des Abg. Kainz.) – Kollege, melde dich zu Wort und sage dann irgendetwas! (Abg. Strache: Ganz im Gegenteil: aufpassen und zuhören!)
Abg. Strache: Ganz im Gegenteil: aufpassen und zuhören!
Hier auch einige Beispiele, die die Politiker von der ÖVP besonders leicht vergessen, auch die Grünen. Ich habe mir den Vorfall in der Theodor-Körner-Schule etwas näher angeschaut. Ich würde auch den Politikern von den Grünen wirklich raten, sich das bei den Eltern oder im Elternverein näher anzuschauen. Dann würden sie die Dramatik etwas besser miterleben. (Zwischenruf des Abg. Kainz.) – Kollege, melde dich zu Wort und sage dann irgendetwas! (Abg. Strache: Ganz im Gegenteil: aufpassen und zuhören!)
Beifall bei der FPÖ.
Leider wird das alles nicht mehr so transportiert, weil solche Vorfälle schon richtig zum Alltag gehören. Aber die dort angestammte Bevölkerung hält das nicht mehr aus, findet aber leider bei Ihnen nicht mehr das nötige Gehör. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich weiß nicht, wo Sie Ihre Ohren haben, den Mund nehmen Sie hier voll und verkünden, dass alles nicht so schlimm ist. – Es ist ärger! Sie sollten in die Gemeindebauten gehen, im 15. Bezirk, im 14. Bezirk draußen, wo ich seit 30 Jahren Dienst mache. Und ich sage Ihnen hier als Polizist, das multikulturelle Projekt ist auch in Österreich insgesamt gescheitert. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich war bei einer Veranstaltung der „NÖN“ in Niederösterreich, wo alles so herzig und lieb organisiert war – die Zuhörerschaft, auch die Wortmeldungen, das war sensationell. Dort hörte man nur mehr von „Sicherheitsgefühl“. Herr Minister! Ich verlange von Ihnen, dass Sie sich nicht von Gefühlen leiten lassen, sondern die Fakten beachten. Dafür sind Sie gewählt, wie jeder andere Politiker hier im Hause. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Mit fleißiger Unterstützung durch Innenminister Platter!
Die Sicherheitsshow beginnt ganz besonders vor den Wahlen und jetzt in Niederösterreich. Der Sicherheitszirkus und die Sicherheitsshow befinden sich zurzeit in besonderem Maße in Niederösterreich, Hauptdarsteller Dr. Erwin Pröll. (Abg. Strache: Mit fleißiger Unterstützung durch Innenminister Platter!) – Ganz toll, und das ist Dienstleistung des Herrn Ministers.
Beifall bei der FPÖ.
Besonders erschreckend ist auch, dass die Zahl der Zuwanderer und der Fremden solch ein Ausmaß angenommen hat, dass der einheimische und angestammte Bürger den Eindruck gewinnt, dass von den Regierenden verlangt wird, dass sich die einheimische und angestammte Bevölkerung den Zugewanderten anzupassen hätte. Das ist eine Forderung, die eigentlich jeder Grundregel des Anstandes entbehrt. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Der Höhepunkt ist der: Jetzt beginnen Parallelgesellschaften nicht nur in den Städten zu entstehen, sondern auch in der Polizei nehmen sie schon Raum und Platz, indem man dort Migranten für die Polizei sucht. Dann haben wir auch in den Polizeiwachstuben eine Parallelgesellschaft. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: „Angestammt“ – das haben Sie jetzt unzählige Male hier gesagt!
Ich fordere Sie auf, Herr Minister: Richten Sie Ihr Augenmerk auf die Sicherheitsbedürfnisse der angestammten Bevölkerung! Stimmen Sie, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, hier im Plenum unserem Antrag zu! Das sollten Sie tun, wenn Sie sich weiterhin als Volksvertreter der österreichischen Bevölkerung bezeichnen wollen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: „Angestammt“ – das haben Sie jetzt unzählige Male hier gesagt!)
Abg. Strache: Da sieht man in den Haftanstalten etwas anderes! Dort sind über 50 Prozent Nichtösterreicher!
Ich zitiere aus der jüngst erschienenen Integrationsstudie. In dieser heißt es wortwörtlich: „Die Kriminalität von Ausländern in Österreich ist im Kontext eher gering.“ – So viel zu den Fakten. (Abg. Strache: Da sieht man in den Haftanstalten etwas anderes! Dort sind über 50 Prozent Nichtösterreicher!)
Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Frau Kollegin Rosenkranz, wir werden froh sein, wenn in Niederösterreich endlich gewählt wird – das ist am 9. März –, denn dann haben wir hier das Plenum nicht immer als Wahlkampfpodium für den niederösterreichischen Wahlkampf, für Dr. Pröll und für Ihre Scharmützel, die Sie auf Kosten der österreichischen Bevölkerung, und zwar der In- und Ausländer, machen. So fängt es einmal an! (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das haben wir ja kritisiert! Da sind wir Ihrer Meinung!
Seit wann, Frau Kollegin Rosenkranz, verstärken Sie das Parlament? Meines Wissens sind Sie Mitglied des Hohen Hauses seit dem Jahre 2002. Wissen Sie, Frau Kollegin Rosenkranz, wann die höchste Kriminalitätsentwicklung in Österreich zu verzeichnen war? – Als die neue Bundesregierung, damals, im Jahr 2000, angelobt wurde. (Abg. Strache: Das haben wir ja kritisiert! Da sind wir Ihrer Meinung!) Danach hatten wir eine Kriminalität von unter 500 000 Fällen. Im Jahr 2002/03 war die Marke bei 643 000. Sie sind dafür verantwortlich, und jetzt betreiben Sie Kindesweglegung. Sie wollen wieder nichts davon wissen. (Abg. Strache: Wir machen keine Kindesweglegung, sondern wir weisen ausdrücklich darauf hin!)
Abg. Strache: Wir machen keine Kindesweglegung, sondern wir weisen ausdrücklich darauf hin!
Seit wann, Frau Kollegin Rosenkranz, verstärken Sie das Parlament? Meines Wissens sind Sie Mitglied des Hohen Hauses seit dem Jahre 2002. Wissen Sie, Frau Kollegin Rosenkranz, wann die höchste Kriminalitätsentwicklung in Österreich zu verzeichnen war? – Als die neue Bundesregierung, damals, im Jahr 2000, angelobt wurde. (Abg. Strache: Das haben wir ja kritisiert! Da sind wir Ihrer Meinung!) Danach hatten wir eine Kriminalität von unter 500 000 Fällen. Im Jahr 2002/03 war die Marke bei 643 000. Sie sind dafür verantwortlich, und jetzt betreiben Sie Kindesweglegung. Sie wollen wieder nichts davon wissen. (Abg. Strache: Wir machen keine Kindesweglegung, sondern wir weisen ausdrücklich darauf hin!)
Abg. Dr. Graf: Ja! Ein Fehler! Aber Sie können es jetzt rückgängig machen!
Faktum ist weiters, dass die Sicherheitslage in Österreich in Ihrer Regierungszeit – Sie waren dabei, auch wenn Sie jetzt nichts mehr davon wissen wollen – so aussah, dass über 3 000 Polizisten und Polizistinnen abgebaut wurden. (Abg. Dr. Graf: Ja! Ein Fehler! Aber Sie können es jetzt rückgängig machen!)
Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Faktum ist, dass in Ihrer Regierungszeit zig Dienststellen und Wachzimmer zugesperrt und Gendarmerieposten gestrichen wurden, dass Einheiten, die der Polizei sehr genutzt haben, wie das Mobile Einsatzkommando, schlicht und einfach wegrationalisiert wurden. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie waren dafür verantwortlich, dass innerhalb der Polizei eine wirklich schwierige Lage entstand, weil die Polizisten und Polizistinnen durch diese ewige Umstrukturierung und Neuerung demotiviert waren. (Abg. Dr. Graf: Jetzt sind Sie an der Macht, regeln Sie es!)
Abg. Dr. Graf: Jetzt sind Sie an der Macht, regeln Sie es!
Faktum ist, dass in Ihrer Regierungszeit zig Dienststellen und Wachzimmer zugesperrt und Gendarmerieposten gestrichen wurden, dass Einheiten, die der Polizei sehr genutzt haben, wie das Mobile Einsatzkommando, schlicht und einfach wegrationalisiert wurden. (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie waren dafür verantwortlich, dass innerhalb der Polizei eine wirklich schwierige Lage entstand, weil die Polizisten und Polizistinnen durch diese ewige Umstrukturierung und Neuerung demotiviert waren. (Abg. Dr. Graf: Jetzt sind Sie an der Macht, regeln Sie es!)
Abg. Dr. Graf: Und alles ist wieder gut!
In Wirklichkeit ist schon unter der Frau Ministerin Prokop eine Wende in der Sicherheits- und in der Kriminalitätsentwicklung erfolgt. Es wurde dann der Anstieg der Kriminalität Gott sei Dank gebremst. Man kann von einem Stopp sprechen beziehungsweise von einer Kehrtwende. (Abg. Dr. Graf: Und alles ist wieder gut!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich sage Ihnen noch etwas in diesem Zusammenhang, Frau Rosenkranz: dass erstmals wieder seit Jahren das Budget für die Sicherheit erhöht wurde und dass es seit diesem Jahr wieder mehr Polizisten und Polizistinnen auf der Straße gibt. Und das ist das Verdienst aller, die in dieser Regierung sitzen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Aber Kriminalität ist schon oftmals eine importierte!
Zum Thema Integration möchte ich Ihnen sagen: Ich finde es wirklich bedauerlich, Frau Kollegin Rosenkranz, dass Sie sich der Frage der Zuwanderung so nähern, wie Sie es in diesem Dringlichen Antrag gemacht haben, nämlich, dass Sie zwei Politikfelder bewusst miteinander vermengen beziehungsweise vermischen, und zwar setzen Sie die Frage der Zuwanderungspolitik gleich mit einer beängstigenden Kriminalitätsentwicklung. Das ist nicht redlich, das ist nicht Ordnung, das ist Hetze! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Aber Kriminalität ist schon oftmals eine importierte!)
Beifall und Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Mag. Wurm: 2002!
Ich berichtige tatsächlich: Frau Kollegin Rosenkranz ist erst Ende 2002 hier ins Parlament gekommen; sie kann also gar nicht dafür verantwortlich gemacht werden. (Beifall und Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Mag. Wurm: 2002!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das geht nicht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer persönlichen Erwiderung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Wurm zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht nicht!) Natürlich geht es! (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht nur dann, wenn sie persönlich betroffen ist! Wodurch ist sie persönlich betroffen? – Abg. Mag. Wurm – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Meine persönliche Betroffenheit werde ich Ihnen gleich erklären!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es geht nur dann, wenn sie persönlich betroffen ist! Wodurch ist sie persönlich betroffen? – Abg. Mag. Wurm – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Meine persönliche Betroffenheit werde ich Ihnen gleich erklären!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer persönlichen Erwiderung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Wurm zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Das geht nicht!) Natürlich geht es! (Abg. Ing. Westenthaler: Es geht nur dann, wenn sie persönlich betroffen ist! Wodurch ist sie persönlich betroffen? – Abg. Mag. Wurm – in Richtung des Abg. Ing. Westenthaler –: Meine persönliche Betroffenheit werde ich Ihnen gleich erklären!)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Wir sind immer zur Stelle, wenn Sie etwas brauchen!
Frau Abgeordnete Wurm, Sie sind definitiv – da hat Herr Klubobmann Westenthaler recht – nicht persönlich angesprochen worden, und daher kann es auch keine persönliche Erwiderung geben. Da ist gut aufgepasst worden. Vielen Dank! (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Präsidentin! Wir sind immer zur Stelle, wenn Sie etwas brauchen!) Danke schön.
Abg. Strache: Beschäftigt uns das nicht schon seit Jahren?
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Meine Damen und Herren! Dieser Dringliche Antrag, der hier vonseiten der FPÖ eingebracht worden ist, ist – und das ist jetzt deutlich zum Ausdruck gekommen – mit der Rede vom Kollegen Mayerhofer zu einer politischen Inszenierung geworden. Das ist sicherlich auch im Zusammenhang mit der Landtagswahl in Niederösterreich zu sehen. (Abg. Strache: Beschäftigt uns das nicht schon seit Jahren?) – Ich bitte, zuzuhören und nicht dreinzureden. Du kannst dich dann zu Wort melden. (Abg. Strache: Ich muss Ihnen schon die Wahrheit entgegenhalten: Seit Jahren beschäftigt uns das hier! )
Abg. Strache: Ich muss Ihnen schon die Wahrheit entgegenhalten: Seit Jahren beschäftigt uns das hier!
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Meine Damen und Herren! Dieser Dringliche Antrag, der hier vonseiten der FPÖ eingebracht worden ist, ist – und das ist jetzt deutlich zum Ausdruck gekommen – mit der Rede vom Kollegen Mayerhofer zu einer politischen Inszenierung geworden. Das ist sicherlich auch im Zusammenhang mit der Landtagswahl in Niederösterreich zu sehen. (Abg. Strache: Beschäftigt uns das nicht schon seit Jahren?) – Ich bitte, zuzuhören und nicht dreinzureden. Du kannst dich dann zu Wort melden. (Abg. Strache: Ich muss Ihnen schon die Wahrheit entgegenhalten: Seit Jahren beschäftigt uns das hier! )
Abg. Strache: Das wird der Souverän entscheiden!
Kollege Strache, ich habe es ohnehin klar und deutlich zum Ausdruck gebracht: Deine Fremdenpolitik ist so, dass sie an und für sich in einer Demokratie nichts verloren hat. Das muss man wirklich sagen! (Abg. Strache: Das wird der Souverän entscheiden!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ausgezeichnete Sicherheitssprecherin!
waren mit dabei – ich kann mich noch genau erinnern –, als Frau Partik-Pablé als Sicherheitssprecherin der FPÖ hier den Maßnahmen zugestimmt hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ausgezeichnete Sicherheitssprecherin!) Sie sind mit dabei gewesen, als wir hier diese Maßnahmen beschlossen haben. Ich denke da etwa an das Asylgesetz 2003. Dem haben Sie ebenfalls zugestimmt.
Abg. Strache: In den letzten 30 Jahren!
Also Sie können nicht sagen: Ich habe mit der Vergangenheit nichts zu tun!, und Sie können nicht so tun, als ob die Migration der 1,4 Millionen Zuwanderer nur in den letzten drei Jahren vor sich gegangen wäre. Das ist nicht richtig! Ich bitte schon darum, dass man das richtig darstellt. Da waren Sie mit dabei. Das ist nicht eine Sache, die in den letzten drei Jahren passiert ist, sondern im Laufe der letzten 15 oder 20 Jahre ist diese Situation entstanden. (Abg. Strache: In den letzten 30 Jahren!)
Abg. Strache: Da hat die Frau Abgeordnete Rosenkranz dagegengestimmt, weil es zu wenig weit geht!
Aber eines ist Faktum: Im Jahre 2002 hatten wir die höchste Zahl bei den Asylanträgen, und zwar in der Größenordnung von 40 000. Ab diesem Zeitpunkt wurde mit dem Asylgesetz 2003 und natürlich auch mit dem Asylgesetz 2005 diese Entwicklung dementsprechend in die Schranken gewiesen. (Abg. Strache: Da hat die Frau Abgeordnete Rosenkranz dagegengestimmt, weil es zu wenig weit geht!)
Abg. Neugebauer: Ein ausgezeichneter Bericht!
Klar ist: Wir müssen die Integration vor die Zuwanderung stellen. Das ist überhaupt keine Frage. Ich glaube, dass wir mit unseren Bemühungen auf dem richtigen Weg sind. Das bestätigt auch der Integrationsbericht, der von Experten erstellt worden ist. (Abg. Neugebauer: Ein ausgezeichneter Bericht!)
Abg. Strache: Sie bauen doch Exekutivbeamte ab!
An dieser Stelle muss ich aber auch sagen: Gerade die FPÖ stellt sich hier her und kritisiert die hohe Kriminalitätsentwicklung – darauf werden wir sicherlich noch zu sprechen kommen –, obwohl gerade sie es ist, die dagegen ist, wenn es darum geht, politische Rahmenbedingungen für die Polizei zu schaffen, damit sie effizient arbeiten kann. Ich weise da auf das Sicherheitspolizeigesetz hin, das im Dezember beschlossen worden ist. (Abg. Strache: Sie bauen doch Exekutivbeamte ab!)
Abg. Strache: Sie sparen doch beim Wachkörper ein, sodass man dort nicht mehr weiß, wie man arbeiten soll!
Kollege Strache, das kannst du nicht so einfach wegdiskutieren! Du bist dagegen. So ist es! (Abg. Strache: Sie sparen doch beim Wachkörper ein, sodass man dort nicht mehr weiß, wie man arbeiten soll!) Du bist grundsätzlich dagegen. Du bist auch nicht bereit, Verantwortung zu tragen. Du bist ein reiner Oppositionspolitiker, ein Populist von vorne bis hinten. So ist es! (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.
Kollege Strache, das kannst du nicht so einfach wegdiskutieren! Du bist dagegen. So ist es! (Abg. Strache: Sie sparen doch beim Wachkörper ein, sodass man dort nicht mehr weiß, wie man arbeiten soll!) Du bist grundsätzlich dagegen. Du bist auch nicht bereit, Verantwortung zu tragen. Du bist ein reiner Oppositionspolitiker, ein Populist von vorne bis hinten. So ist es! (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das nehmen Sie doch selbst nicht ernst! – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Nun ein Wort zur Schengen-Erweiterung. Ich meine, dass die Schengen-Erweiterung ein wesentliches Mehr an Sicherheit bringt. (Abg. Strache: Das nehmen Sie doch selbst nicht ernst! – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich sage euch etwas. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Frau Kollegin Rosenkranz, ich bin gerne bereit, mit Ihnen an die Grenze zu fahren, zu den Dienststellen, zu den Leuten, die uns in den letzten Wochen regelmäßig angerufen haben. Schauen Sie, was in den Medien steht! (Abg. Dr. Graf: Es gibt keine mehr! Wohin soll man denn fahren?)
Abg. Dr. Graf: Es gibt keine mehr! Wohin soll man denn fahren?
Ich sage euch etwas. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Frau Kollegin Rosenkranz, ich bin gerne bereit, mit Ihnen an die Grenze zu fahren, zu den Dienststellen, zu den Leuten, die uns in den letzten Wochen regelmäßig angerufen haben. Schauen Sie, was in den Medien steht! (Abg. Dr. Graf: Es gibt keine mehr! Wohin soll man denn fahren?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Es gibt keine Grenzen mehr!
Du kennst nur die Grenze von Wien, alles andere kennst du nicht. Das ist ja das Problem! Du musst die Schengen-Grenze betrachten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Es gibt keine Grenzen mehr!)
Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.
Im grenznahen Bereich, wo jetzt ein Sicherheitsgürtel eingezogen worden ist, gibt es dazu eine große Zustimmung, weil das ein Mehr an Sicherheit gibt. Die Bevölkerung ist ... (Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.) – Ich bin gerne bereit, einmal dorthin zu fahren. Das ist kein Problem.
Abg. Rosenkranz: Ich auch!
In den letzten Wochen bin ich mehrmals angerufen worden, dass ... (Abg. Rosenkranz: Ich auch!) – Ja, aber genau in die andere Richtung gehend. Ich war nämlich im Dezember an der Grenze, wo mir die Sorgen von der dortigen Bevölkerung mitgeteilt worden sind. Und jetzt wird mir gesagt: Wir sehen so viel Polizei, das hat es überhaupt noch nicht gegeben! Wir fühlen uns jetzt bei Weitem sicherer als vorher! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
In den letzten Wochen bin ich mehrmals angerufen worden, dass ... (Abg. Rosenkranz: Ich auch!) – Ja, aber genau in die andere Richtung gehend. Ich war nämlich im Dezember an der Grenze, wo mir die Sorgen von der dortigen Bevölkerung mitgeteilt worden sind. Und jetzt wird mir gesagt: Wir sehen so viel Polizei, das hat es überhaupt noch nicht gegeben! Wir fühlen uns jetzt bei Weitem sicherer als vorher! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Durch die Zusammenführung von Polizei und Gendarmerie zu einem gemeinsamen Wachkörper, durch die Einrichtung des Bundeskriminalamtes und durch die Zusammenarbeit mit den Erweiterungsländern ist es uns gelungen, eine sehr effiziente internationale Zusammenarbeit im Polizeibereich zu schaffen. Ich glaube, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind. Das steht außer Streit. Wir brauchen nichts zu beschönigen. Wo es zu arbeiten gilt, dort wird gearbeitet. Und da haben wir mit Bundesminister Platter den richtigen Mann an der richtigen Stelle. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Sie ist zufälligerweise die Sicherheitssprecherin der FPÖ!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Herr Minister! Hat noch irgendjemand einen Zweifel daran, was dieser Dringliche Antrag bewirken soll? Wahlkampf pur! – So ein Zufall! Die Spitzenkandidatin aus Niederösterreich musste die Begründung dafür halten. So ein Zufall, dass ausgerechnet die Familiensprecherin die Qualifizierteste für die Migrationsdiskussion ist. (Abg. Dr. Graf: Sie ist zufälligerweise die Sicherheitssprecherin der FPÖ!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wobei ich sagen: Der Ausdruck „qualifiziert“ ist im Zusammenhang mit Zuwanderung und FPÖ eher ein gewagtes Wort. So „qualifiziert“ wie Ihre Frau Winter in Graz! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen. –Abg. Dr. Graf: Ja, ja, Wahlkampf ist!
Es würde Ihnen übrigens gut anstehen, sich endlich von dieser Form der politischen Brandstifterei der Frau Winter zu distanzieren. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen. –Abg. Dr. Graf: Ja, ja, Wahlkampf ist!)
Abg. Dr. Graf: Na machen Sie es! – Abg. Strache: Na bitte, beginnen Sie mit der tatsächlichen Berichtigung!
Wenn man sich den Dringlichen Antrag anschaut, so sieht man, dass dessen Qualität ganz eindeutig ist: Man hat ganz schnell etwas zusammengestoppelt, damit man irgendetwas debattieren kann. Das ist ein argumentatives Kauderwelsch, bespickt mit allen möglichen Zahlen. Da würde ich jetzt, glaube ich, 17 tatsächliche Berichtigungen brauchen, um damit richtig umzugehen. (Abg. Dr. Graf: Na machen Sie es! – Abg. Strache: Na bitte, beginnen Sie mit der tatsächlichen Berichtigung!)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Als Kronzeugin rufen Sie ausgerechnet die „Kronen-Zeitung“ auf und zitieren ein paar einzelne Chronik-Meldungen. Bei allem Respekt vor der journalistischen Vielfalt in diesem Lande, aber der Hort der wissenschaftlichen Migrationswahrheit ist die „Kronen-Zeitung“ noch nicht. Etwas anderes haben Sie aber offensichtlich nicht bei der Hand gehabt. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Es wird in einem Bericht gezählt, in dem anderen nicht! Das ist das, was uns stört!
Die Grundbotschaft ist aber dafür glasklar, und die heißt: Es sind zu viele! – Das finden Sie! Sie diskutieren sogar noch zwischen den Reihen darüber: Na ja, diese Formulierung „Migrationshintergrund“, die greift eigentlich zu kurz, denn – böse, böse, böse! – jemand, der in Österreich als Kind von eingebürgerten Zuwanderern geboren ist, wird gar nicht mehr gezählt! Da müsste man doch auch Generationen nach hinten rechnen, um wirklich herauszufinden, wer ein „angestammter“ Bürger ist, wer zur Stammesbevölkerung Österreichs zählt. – Oder? Wollten Sie nicht vorhin darauf hinaus? Also, wie viele Generationen? (Abg. Dr. Graf: Es wird in einem Bericht gezählt, in dem anderen nicht! Das ist das, was uns stört!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Wir nehmen die Probleme der Österreicher sehr ernst – im Unterschied zu Ihnen!
Entweder lassen Sie dieses dumme Schüren von Ängsten und diese Abgrenzungen, oder ich muss annehmen, dass Sie das bewusst machen. Sie machen bewusst Generationenzählereien. Das hatten wir in diesem Land schon einmal, nämlich, dass Generationen gezählt werden mussten für einen lupenreinen Nachweis. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Wir nehmen die Probleme der Österreicher sehr ernst – im Unterschied zu Ihnen!)
Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.
Was würden wir im Übrigen – da Sie finden, es seien zu viele – ohne diese Menschen tun? (Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.) Frau Rosenkranz, Sie haben sich auch ein bisschen mit dem Gesundheitswesen beschäftigt, Sie sollten daher als Allererste wissen, wie die Situation im Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe ohne Arbeitskräfte, die nach Österreich zugewandert sind und die wir uns aus dem Ausland holen, ausschauen würde. (Abg. Rosenkranz: Schauen Sie doch einmal ins AKH!)
Abg. Rosenkranz: Schauen Sie doch einmal ins AKH!
Was würden wir im Übrigen – da Sie finden, es seien zu viele – ohne diese Menschen tun? (Zwischenruf der Abg. Rosenkranz.) Frau Rosenkranz, Sie haben sich auch ein bisschen mit dem Gesundheitswesen beschäftigt, Sie sollten daher als Allererste wissen, wie die Situation im Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe ohne Arbeitskräfte, die nach Österreich zugewandert sind und die wir uns aus dem Ausland holen, ausschauen würde. (Abg. Rosenkranz: Schauen Sie doch einmal ins AKH!)
Abg. Strache: Das will ja keiner!
Oder, an die Adresse der spärlich vorhandenen ÖVP-Vertreter gerichtet – ich kann jetzt auf die Schnelle nicht sehen, wie viele Wirtschaftsbündler da sind –: Wo wären wir denn im Tourismus ohne ausländische Arbeitskräfte? Wo wären wir in der Landwirtschaft ohne Saisonniers, die man sich laufend aus dem Ausland holt? Wo stünde diese Wirtschaft und wo stünde diese Gesellschaft, wenn wir schlagartig alle Menschen mit Migrationshintergrund irgendwohin entsorgen würden, so wie Sie es oder der Herr Westenthaler am liebsten hätten? (Abg. Strache: Das will ja keiner!) Traurig würde es dann in diesen Bereichen ausschauen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das, was Sie da unterstellen, will ja niemand!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das, was Sie da unterstellen, will ja niemand!
Oder, an die Adresse der spärlich vorhandenen ÖVP-Vertreter gerichtet – ich kann jetzt auf die Schnelle nicht sehen, wie viele Wirtschaftsbündler da sind –: Wo wären wir denn im Tourismus ohne ausländische Arbeitskräfte? Wo wären wir in der Landwirtschaft ohne Saisonniers, die man sich laufend aus dem Ausland holt? Wo stünde diese Wirtschaft und wo stünde diese Gesellschaft, wenn wir schlagartig alle Menschen mit Migrationshintergrund irgendwohin entsorgen würden, so wie Sie es oder der Herr Westenthaler am liebsten hätten? (Abg. Strache: Das will ja keiner!) Traurig würde es dann in diesen Bereichen ausschauen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Das, was Sie da unterstellen, will ja niemand!)
Abg. Strache: Verurteilt werden in der Zwischenzeit wenige! Das hat schon gegriffen! Heute kann man gegen das Gesetz verstoßen und wird nicht verurteilt!
Sie schauen sich Kriminalstatistiken an – bevorzugt solche, wo Verdächtige aufgelistet werden, nicht Verurteilte – und leiten daraus einen Generalverdacht gegen alles mit Migrationshintergrund ab. (Abg. Strache: Verurteilt werden in der Zwischenzeit wenige! Das hat schon gegriffen! Heute kann man gegen das Gesetz verstoßen und wird nicht verurteilt!) Das bedarf keines Kommentars. Schluss mit einem Generalverdacht und Schluss mit der Kriminalisierung von Migrantinnen und Migranten! (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.
Sie schauen sich Kriminalstatistiken an – bevorzugt solche, wo Verdächtige aufgelistet werden, nicht Verurteilte – und leiten daraus einen Generalverdacht gegen alles mit Migrationshintergrund ab. (Abg. Strache: Verurteilt werden in der Zwischenzeit wenige! Das hat schon gegriffen! Heute kann man gegen das Gesetz verstoßen und wird nicht verurteilt!) Das bedarf keines Kommentars. Schluss mit einem Generalverdacht und Schluss mit der Kriminalisierung von Migrantinnen und Migranten! (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Strache.)
Abg. Strache: Nein, das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ganz klar definiert! Es gibt kein Recht auf Familiennachzug!
Es gibt natürlich ein Menschenrecht auf Privat- und Familienleben, auch wenn es Ihnen hundertmal nicht passt. (Abg. Strache: Nein, das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ganz klar definiert! Es gibt kein Recht auf Familiennachzug!) – Lesen Sie endlich einmal die Europäische Menschenrechtskonvention, Artikel 8 – ganz kurz, zweieinhalb Zeilen, das sollte Sie nicht überfordern. Dort steht es eindeutig: ein Menschenrecht. Das können Sie nicht abschaffen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Ja, zu Hause!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Ja, zu Hause!
Es gibt natürlich ein Menschenrecht auf Privat- und Familienleben, auch wenn es Ihnen hundertmal nicht passt. (Abg. Strache: Nein, das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ganz klar definiert! Es gibt kein Recht auf Familiennachzug!) – Lesen Sie endlich einmal die Europäische Menschenrechtskonvention, Artikel 8 – ganz kurz, zweieinhalb Zeilen, das sollte Sie nicht überfordern. Dort steht es eindeutig: ein Menschenrecht. Das können Sie nicht abschaffen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Ja, zu Hause!)
Abg. Scheibner: Weil es das nicht ist!
Die Debatte wäre ja eigentlich überhaupt sehr viel gewichtiger mit dem Innenminister und der ÖVP zu führen. Was die Freiheitlichen machen, das kennen wir zur Genüge: möglichst laut. Vielleicht wirkt es, wir werden es sehen. Das, was ich viel bedenklicher finde, ist, dass es ein ÖVP-Innenminister – noch dazu einer, der gerade versucht, sich mit dem Mäntelchen Integration zu verbrämen – partout nicht und nicht über die Lippen bringt zu sagen, ja, Österreich ist ein Einwanderungsland. (Abg. Scheibner: Weil es das nicht ist!)
Abg. Strache: Das entscheidet der Wähler und der Souverän, aber nicht Sie! Sie entscheiden das nicht! Der Wähler und der Souverän entscheiden das!
Österreich war historisch immer ein Einwanderungsland. (Abg. Strache: Das entscheidet der Wähler und der Souverän, aber nicht Sie! Sie entscheiden das nicht! Der Wähler und der Souverän entscheiden das!) Der Herr Minister verbrämt sich zwar mit Integration, aber diesen Satz schafft er nicht.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Die Industrielobby der Grünen für Billigarbeitskräfte ist heute am Werk!
Wir sagen: Vorrang für die Zuwanderung von Familienangehörigen und Vorrang für gezielte Zuwanderung von Facharbeitern und -arbeiterinnen, die wir dringend brauchen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Die Industrielobby der Grünen für Billigarbeitskräfte ist heute am Werk!)
Abg. Rädler: Arigona! Jetzt kommt das wieder!
Herr Minister! AMS? Wirtschaftsministerium? Herr Minister, wenn Sie über Integration ernsthaft reden wollen, sind Sie a) völlig unglaubwürdig, wenn Sie sagen, ja, reden wir darüber, aber eine Änderung des Fremdenrechtspakets kommt nicht in Frage, und b) Sie sind noch viel unglaubwürdiger, wenn Sie währenddessen die ganze Zeit voll integrierte Menschen abschieben. (Abg. Rädler: Arigona! Jetzt kommt das wieder!)
Beifall bei den Grünen.
Entweder eine offene Debatte, oder Sie hören auf mit diesem Marketingschmäh, wie ich an die Adresse der ÖVP überhaupt nur sagen kann: Schluss mit dieser politisch kultivierten Ausländerfeindlichkeit, die Sie betreiben, Schluss mit der Anbiederung an einen Rosenkranz-rechten Rand, wenn Sie nicht zur rechten Randerscheinung werden wollen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Das hat nichts mit Einwanderung zu tun!
Vor allem an die Adresse der ÖVP: Schluss mit der Wirtschaftsfeindlichkeit! (Abg. Rädler: Das hat nichts mit Einwanderung zu tun!)
Abg. Strache: ... haben wir mit Massen an pflichtschulabschließenden Zuwanderern Schlüsselarbeitskräfte gewonnen! So leben wir heute!
Das Thema Zuwanderung ist eine der Schlüsselfragen der Wirtschaftsentwicklung dieses Landes. Fragen Sie den Herrn Mitterlehner! Darüber brauchen Sie gar nicht mit mir zu diskutieren; Mitterlehner kann Ihnen das alles wunderbar erklären. (Abg. Strache: ... haben wir mit Massen an pflichtschulabschließenden Zuwanderern Schlüsselarbeitskräfte gewonnen! So leben wir heute!)
Beifall bei den Grünen.
Vor allem aber – christlich-sozial, sozialdemokratisch oder wie immer: Kennen Sie Menschenrechte? Schluss mit den Menschenrechtsverletzungen durch Österreich! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Besonders demokratisch, so eine Gesinnung!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist schon lustig, dass man Debatten immer als Wahlkampf bezeichnet. Ja und wenn schon! Dann dürfte man überhaupt keine Debatten führen, weil jeder, der aus einem Bundesland kommt, wo zufällig irgendwann einmal Wahlkampf geführt wird, missbraucht dann seine Redezeit für irgendeinen Wahlkampf. (Abg. Dr. Haimbuchner: Besonders demokratisch, so eine Gesinnung!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Lutz Weinzinger: Oje!
Das ist doch wirklich unsinnig. Es gibt keine Themen, mit denen man sich in einem Wahlkampf nicht oder besonders beschäftigen soll, und ich glaube, gerade das Zuwanderungsthema – es sei denn, es passt einem gerade nicht – ist eines, das permanent aktuell ist, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Lutz Weinzinger: Oje!)
Beifall beim BZÖ.
Aber auf der anderen Seite sind auch pauschale Idealisierungen und die Scheuklappen vor den Problemen nicht angebracht, und vor allem diese einseitige Sichtweise, wie Sie sie immer haben: alle Rechte den Zuwanderern. Über Menschenrechte wird diskutiert, aber über das Menschenrecht auf Sicherheit, das Menschenrecht auf Heimat – auch der einheimischen Bevölkerung –, darüber wollen Sie nicht diskutieren, Frau Kollegin! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Öllinger: Wie ist das mit dem Kärcher in Graz?
Ja, das ist eh klar. Sie sagen immer wieder, mein Gott, das ist ja völlig egal. Dann reden Sie einmal mit den Menschen, die betroffen sind, gerade in den Ballungsräu- men! Ich sage Ihnen: Selbstverständlich haben wir immer wieder Zuwanderung gehabt, aber eine geordnete Zuwanderung. (Abg. Öllinger: Wie ist das mit dem Kärcher in Graz?) – Womit? Mit was für einem Kärcher? Gehen Sie ins Bauhaus, da haben Sie genug Kärcher, wenn Sie einen anschaffen wollen. Das hat nichts mit einer ordentlichen Integrationspolitik zu tun.
Abg. Öllinger: Wir reden auch über die Gewalt am Wirtshaustisch!
Aber Sie verschließen eben die Augen, und Sie nehmen dann gerne die Bälle auf, die dann kommen – leider, weil Sie sagen dann, darüber darf man nicht reden, etwa über Gewalt gegen Frauen in nicht integrierten türkischen Familien. (Abg. Öllinger: Wir reden auch über die Gewalt am Wirtshaustisch!)
Abg. Öllinger: Wir sind auch gegen Gewalt im Wirtshaus!
dann wollen Sie nicht darüber reden. (Abg. Öllinger: Wir sind auch gegen Gewalt im Wirtshaus!) Das passt nicht in das Weltbild, das Sie uns hier vormachen wollen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
dann wollen Sie nicht darüber reden. (Abg. Öllinger: Wir sind auch gegen Gewalt im Wirtshaus!) Das passt nicht in das Weltbild, das Sie uns hier vormachen wollen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist der Beginn der Parallelgesellschaft, wie wir sie in Berlin haben. Das wollen wir aber nicht hier in Österreich, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.) Deshalb muss man rechtzeitig – es ist ohnehin schon fast zu spät! – Maßnahmen setzen, denn dort haben ja Idealisten wie Sie Schiffbruch erlitten mit der multikulturellen Gesellschaft und mit dem Glauben, dass das alles so wunderbar funktioniert.
Beifall beim BZÖ.
Das wollen wir hier in Österreich nicht. Das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun. – Ganz im Gegenteil: Die Ausländer, die sich integriert haben, verlangen genau diese Kriterien für die Neuzuwanderung. Darum geht es, und um nichts anderes. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn man für Integration ist, gerade an den Schulen, gerade in den Kindergärten, dann muss man genau für solche Initiativen einstehen und nicht dafür, dass wir diese unhaltbaren Zustände mit einer Parallelgesellschaft weiterführen, vor allem in den Ballungsräumen und da vor allem in Wien. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Kein Mensch sagt das! Sagen Sie, dass das auch Geld kostet! Das wollen Sie nicht sagen! Mehr Schulen, aber kosten darf es nichts!
Herr Professor Van der Bellen! Alles ist gut; alles ist wunderbar. Ja, das hätte ich auch gerne, dass alles wunderbar wäre, aber Sie müssen doch endlich einmal ... (Abg. Dr. Van der Bellen: Kein Mensch sagt das! Sagen Sie, dass das auch Geld kostet! Das wollen Sie nicht sagen! Mehr Schulen, aber kosten darf es nichts!) – Haben Sie meiner Vorrednerin zugehört? – Nein, haben Sie nicht. Was sagen Sie? (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie wollen mehr Schulen, das kostet auch mehr! Da sind wir dabei!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Sie wollen mehr Schulen, das kostet auch mehr! Da sind wir dabei!
Herr Professor Van der Bellen! Alles ist gut; alles ist wunderbar. Ja, das hätte ich auch gerne, dass alles wunderbar wäre, aber Sie müssen doch endlich einmal ... (Abg. Dr. Van der Bellen: Kein Mensch sagt das! Sagen Sie, dass das auch Geld kostet! Das wollen Sie nicht sagen! Mehr Schulen, aber kosten darf es nichts!) – Haben Sie meiner Vorrednerin zugehört? – Nein, haben Sie nicht. Was sagen Sie? (Abg. Dr. Van der Bellen: Sie wollen mehr Schulen, das kostet auch mehr! Da sind wir dabei!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Und Geld ausgeben, sehr richtig!
Na bitte! Na also! Da sind wir uns ja einig. Wenn das das Kriterium ist – hurra! Da haben wir schon etwas erreicht. Professor Van der Bellen ist mit uns der Meinung, wir brauchen mehr Schulen, mehr Schulklassen, damit der Anteil von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache an den Schulen auf 30 Prozent gesenkt wird. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Und Geld ausgeben, sehr richtig!) – Danke, Herr Professor Van der Bellen! Ich kann meine Rede beenden. (Abg. Lutz Weinzinger: Ja, bitte, das wäre ein Lichtblick!)
Abg. Lutz Weinzinger: Ja, bitte, das wäre ein Lichtblick!
Na bitte! Na also! Da sind wir uns ja einig. Wenn das das Kriterium ist – hurra! Da haben wir schon etwas erreicht. Professor Van der Bellen ist mit uns der Meinung, wir brauchen mehr Schulen, mehr Schulklassen, damit der Anteil von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache an den Schulen auf 30 Prozent gesenkt wird. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Van der Bellen: Und Geld ausgeben, sehr richtig!) – Danke, Herr Professor Van der Bellen! Ich kann meine Rede beenden. (Abg. Lutz Weinzinger: Ja, bitte, das wäre ein Lichtblick!)
Beifall beim BZÖ.
Die Grünen haben wir schon überzeugt. Vielleicht gelingt uns das noch mit den Sozialdemokraten, dann haben wir mit der heutigen Debatte schon einiges erreicht. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Die Wahrheit!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Haimbuchner. (Abg. Strache: Die Wahrheit!) 8 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte.
Abg. Dr. Van der Bellen: Das waren nicht die Grünen!
Frau Präsidentin, ich werde jetzt Zitate der Grünen bringen, denn ich würde diese Wörter niemals verwenden. Was haben die Grünen plakatiert? – „Nimm ein Flaggerl für dein Gaggerl.“ Und: „Wer Österreich liebt, ist scheiße.“ (Abg. Dr. Van der Bellen: Das waren nicht die Grünen!) – Das haben Sie in Wien plakatiert. (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein!) Und Sie treten als Partei des Herrn Universitätsprofessor Van der Bellen auf. Das ist ein Skandal! Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nein!
Frau Präsidentin, ich werde jetzt Zitate der Grünen bringen, denn ich würde diese Wörter niemals verwenden. Was haben die Grünen plakatiert? – „Nimm ein Flaggerl für dein Gaggerl.“ Und: „Wer Österreich liebt, ist scheiße.“ (Abg. Dr. Van der Bellen: Das waren nicht die Grünen!) – Das haben Sie in Wien plakatiert. (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein!) Und Sie treten als Partei des Herrn Universitätsprofessor Van der Bellen auf. Das ist ein Skandal! Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Frau Präsidentin, ich werde jetzt Zitate der Grünen bringen, denn ich würde diese Wörter niemals verwenden. Was haben die Grünen plakatiert? – „Nimm ein Flaggerl für dein Gaggerl.“ Und: „Wer Österreich liebt, ist scheiße.“ (Abg. Dr. Van der Bellen: Das waren nicht die Grünen!) – Das haben Sie in Wien plakatiert. (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein!) Und Sie treten als Partei des Herrn Universitätsprofessor Van der Bellen auf. Das ist ein Skandal! Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Weil es Unsinn ist!
Ein weiteres Zitat für Sie: Wissen Sie, was auf der Homepage der Grünen zu finden war? – Da lachen Sie, Herr Professor Van der Bellen! Da lachen Sie. (Abg. Dr. Van der Bellen: Weil es Unsinn ist!) Wissen Sie, auf der Homepage der Grünen hat man ein Lied gefunden, in dem zu hören sei, dass man am Tag der Fahne einmal auf die Fahne brunzen möchte. (Abg. Dr. Van der Bellen: Was weiß ich ...!) – Was weiß ich, sagen Sie? Das wissen Sie nicht? Haben Sie Ihre Partei nicht unter Kontrolle? (Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht so wie Sie!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Was weiß ich ...!
Ein weiteres Zitat für Sie: Wissen Sie, was auf der Homepage der Grünen zu finden war? – Da lachen Sie, Herr Professor Van der Bellen! Da lachen Sie. (Abg. Dr. Van der Bellen: Weil es Unsinn ist!) Wissen Sie, auf der Homepage der Grünen hat man ein Lied gefunden, in dem zu hören sei, dass man am Tag der Fahne einmal auf die Fahne brunzen möchte. (Abg. Dr. Van der Bellen: Was weiß ich ...!) – Was weiß ich, sagen Sie? Das wissen Sie nicht? Haben Sie Ihre Partei nicht unter Kontrolle? (Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht so wie Sie!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht so wie Sie!
Ein weiteres Zitat für Sie: Wissen Sie, was auf der Homepage der Grünen zu finden war? – Da lachen Sie, Herr Professor Van der Bellen! Da lachen Sie. (Abg. Dr. Van der Bellen: Weil es Unsinn ist!) Wissen Sie, auf der Homepage der Grünen hat man ein Lied gefunden, in dem zu hören sei, dass man am Tag der Fahne einmal auf die Fahne brunzen möchte. (Abg. Dr. Van der Bellen: Was weiß ich ...!) – Was weiß ich, sagen Sie? Das wissen Sie nicht? Haben Sie Ihre Partei nicht unter Kontrolle? (Abg. Dr. Van der Bellen: Nicht so wie Sie!)
Abg. Rädler: Ihr seid nur mitgeritten!
Bei der ÖVP kann man sagen: Sie sind die Soletti-Partei. – Ich kann das nur immer wieder erwähnen. Sie waren immer dabei. (Abg. Rädler: Ihr seid nur mitgeritten!) Herr Bundesminister! Es hat eine Kriminalitätssteigerung gegeben, vor allem unter ÖVP-Innenminister-Verantwortung. – Das muss man an dieser Stelle auch einmal sagen. Das gehört einmal erwähnt.
Abg. Öllinger: Das verstehen Sie nicht!
Da frage ich mich: Was soll das überhaupt? Für was braucht man das überhaupt? (Abg. Öllinger: Das verstehen Sie nicht!) Wissen Sie, was wir brauchen? Wir brauchen einen Bericht zur Lage der Jugend in Österreich, aber nicht irgendein Geschwafel, wo sich kein Mensch auskennt und wo vielleicht wieder irgendwer daran verdient. (Rufe bei Grünen und SPÖ: Sie kennen sich nicht aus!) – So einen Bericht brauchen wir bei Gott nicht! Den können wir gleich einmal beiseite legen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Rufe bei Grünen und SPÖ: Sie kennen sich nicht aus!
Da frage ich mich: Was soll das überhaupt? Für was braucht man das überhaupt? (Abg. Öllinger: Das verstehen Sie nicht!) Wissen Sie, was wir brauchen? Wir brauchen einen Bericht zur Lage der Jugend in Österreich, aber nicht irgendein Geschwafel, wo sich kein Mensch auskennt und wo vielleicht wieder irgendwer daran verdient. (Rufe bei Grünen und SPÖ: Sie kennen sich nicht aus!) – So einen Bericht brauchen wir bei Gott nicht! Den können wir gleich einmal beiseite legen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.
Da frage ich mich: Was soll das überhaupt? Für was braucht man das überhaupt? (Abg. Öllinger: Das verstehen Sie nicht!) Wissen Sie, was wir brauchen? Wir brauchen einen Bericht zur Lage der Jugend in Österreich, aber nicht irgendein Geschwafel, wo sich kein Mensch auskennt und wo vielleicht wieder irgendwer daran verdient. (Rufe bei Grünen und SPÖ: Sie kennen sich nicht aus!) – So einen Bericht brauchen wir bei Gott nicht! Den können wir gleich einmal beiseite legen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Heftige Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Heinisch-Hosek: Multiple Persönlichkeit!
Österreich? – Das wollen wir einmal wissen. (Abg. Heinisch-Hosek: Multiple Persönlichkeit!)
Abg. Strache: Das ist wahrscheinlich ein Unwissender! Der ist bedenklich! Was nicht sein darf, darf nicht sein!
Ach so ist das? (Abg. Strache: Das ist wahrscheinlich ein Unwissender! Der ist bedenklich! Was nicht sein darf, darf nicht sein!) – Das ist ein Unwissender! Der weiß sicher nichts, Herr Bundesminister.
Ruf bei der SPÖ: Welche?
Wissen Sie, das hat vielleicht vor 20 Jahren gewirkt. Ich würde sagen, vielleicht auch noch vor zehn oder 15 Jahren. Wir müssen jedoch zu den Herausforderungen unserer Zeit auch geeignete Gegenmaßnahmen setzen, und da sind Sie komplett planlos. (Ruf bei der SPÖ: Welche?) – Fangen wir einmal an! Wir brauchen einmal einen Bericht zur Lage der Jugend. Wir brauchen eine Zusammenführung der Statistiken von Innen- und Justizministerium betreffend die Anzahl der Anzeigen und Verurteilungen, je nach Art des Deliktes, nach dem Alter, nach der Schwere des Deliktes. (Ruf bei der SPÖ: Das gibt es schon!)
Ruf bei der SPÖ: Das gibt es schon!
Wissen Sie, das hat vielleicht vor 20 Jahren gewirkt. Ich würde sagen, vielleicht auch noch vor zehn oder 15 Jahren. Wir müssen jedoch zu den Herausforderungen unserer Zeit auch geeignete Gegenmaßnahmen setzen, und da sind Sie komplett planlos. (Ruf bei der SPÖ: Welche?) – Fangen wir einmal an! Wir brauchen einmal einen Bericht zur Lage der Jugend. Wir brauchen eine Zusammenführung der Statistiken von Innen- und Justizministerium betreffend die Anzahl der Anzeigen und Verurteilungen, je nach Art des Deliktes, nach dem Alter, nach der Schwere des Deliktes. (Ruf bei der SPÖ: Das gibt es schon!)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Den Gender-Hintergrund!
Dann brauchen wir auch eine Evaluierung. Wir müssen uns auch einmal die sozialen Hintergründe anschauen. Frau Kollegin Weinzinger, natürlich müssen wir auch den Migrationshintergrund beachten, denn so ohne ist das nicht. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Den Gender-Hintergrund!) – Schauen Sie einmal in die Justizanstalt! Wissen Sie, Sie sitzen da und reden abgehoben von irgendeiner Politik. Schauen Sie einmal hinein! Schauen Sie sich das einmal an! Ich bin damit tagtäglich beschäftigt.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Zauberhaft!
Raub mit 14 Jahren. Da sollte er gleich 48 Stunden im Gefängnis verbringen. Da bin ich neugierig, ob er nicht auf eine andere Idee kommt, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Zauberhaft!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Traumhaft! Zauberhaft!
Sie haben also, wie gesagt, überhaupt keinen Plan. Sie haben irgendwelche Berichte. Schade, dass Sie keinen Plan haben, denn unsere Heimat und unsere Menschen verdienen den Schutz vor weiteren kriminellen Menschen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Traumhaft! Zauberhaft!)
Abg. Heinisch-Hosek: Unfassbar!
Abgeordnete Dr. Elisabeth Hlavac (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Dass es bei dieser Debatte emotionell hoch hergehen wird, war ja zu erwarten, aber dass jemand Gender Mainstreaming und geschlechtersensible Politik einfach als Schwachsinn abtut (Abg. Heinisch-Hosek: Unfassbar!) und erklärt, dass das etwas ist, was niemand versteht, ist eine Niveaulosigkeit, die ich Ihnen eigentlich nicht zugetraut hätte. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Heinisch-Hosek: Ich schon!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Heinisch-Hosek: Ich schon!
Abgeordnete Dr. Elisabeth Hlavac (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Dass es bei dieser Debatte emotionell hoch hergehen wird, war ja zu erwarten, aber dass jemand Gender Mainstreaming und geschlechtersensible Politik einfach als Schwachsinn abtut (Abg. Heinisch-Hosek: Unfassbar!) und erklärt, dass das etwas ist, was niemand versteht, ist eine Niveaulosigkeit, die ich Ihnen eigentlich nicht zugetraut hätte. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Heinisch-Hosek: Ich schon!)
Abg. Ing. Westenthaler: AusländerInnen, heißt das korrekt!
Sie machen hier in dieser Debatte und auch bei diesem Antrag etwas, was nicht seriös ist: Sie tun verschiedene Themen und Problemfelder zusammen, Sie mixen da etwas, um Ängste zu schüren. Ängste vor wem? – Vor den Ausländern, obwohl es die Ausländer gar nicht gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: AusländerInnen, heißt das korrekt!) Es sind verschiedene Gruppen, die Sie hier ansprechen, und auch hier wird generalisiert in einer Weise, die nicht zulässig ist.
Beifall bei der SPÖ.
Mehr Polizisten und Polizistinnen ist eine Forderung, wobei es, wie schon erwähnt worden ist, seit Frau Ministerin Bures für die Beamten zuständig ist, einen Zuwachs an Polizistinnen und Polizisten gegeben hat und es eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.
Integrationspolitik ist vor allem Bildungspolitik und Arbeitsmarktpolitik. Es geht auch um Gesundheitspolitik. Es geht darum, wie die sogenannten Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter, die vor langer Zeit nach Österreich gekommen sind, als PensionistInnen leben, wie sie mit ihrem Geld auskommen, wie die Familienbeziehungen sind, wie ihre Gesundheitsvorsorge ist. Es geht also auch um sehr viele andere Bereiche. Es geht um den Spracherwerb – keine Frage –, es geht in hohem Maße um Frauen- und Mädchenförderung, es geht aber auch um eine intensive Befassung mit den männlichen Jugendlichen, die oft ein besonderes Problem haben, sich in dieser Gesellschaft zurechtzufinden. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.)
Abg. Hornek: Realität ist auch sehr wichtig!
Wir müssen gerade der zweiten und dritten Generation eine Perspektive geben – da gibt es tatsächlich in manchen Bereichen Probleme. Dazu gehört, zu zeigen, dass es sinnvoll ist, eine gute Ausbildung zu erwerben, dass es wichtig ist, in unserer Gesellschaft anzukommen (Abg. Hornek: Realität ist auch sehr wichtig!), und dazu gehören Werte wie Demokratie, Gleichberechtigung und gewaltfreie Konfliktaustragung.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Als die FPÖ in der Regierung war, hat sie sich damit nicht befasst, und auch jetzt eigentlich nicht. Es geht hier nicht um Polemik, sondern darum, dieses sehr komplexe Thema seriös zu behandeln. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Bundesministerin für Justiz Dr. Maria Berger: Frau Präsidentin! Da, wie zu befürchten war, hier mit Zahlen operiert wird – schon im Antrag selbst, aber auch in der Argumentation des Herrn Abgeordneten Haimbuchner –, möchte ich einiges richtig stellen, denn ich denke, wenn wir an der Lösung der Probleme – es sind sehr ernste Probleme, die wir im Zusammenhang mit Kriminalität und speziell mit Jugendkriminalität zu lösen haben – arbeiten, sollen wir sachlich bleiben. Wir sollen die Dimension richtig sehen, und erst dann können wir erkennen, wo wir noch wirkungsvoller ansetzen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Seit einigen Jahren gibt es auch die diversionelle Erledigung für Jugendliche, und die ist, vor allem wenn sie sich als Alternative zu einer kurzen Freiheitsstrafe versteht – diese Schnupperstrafhaft hat sich auch in Deutschland bereits als gänzlich gescheitert herausgestellt –, also zum Beispiel Arbeiten beim Roten Kreuz für Autorowdys, die vorher nicht kapiert haben, was sie anrichten können, wenn sie mit überhöhter Geschwindigkeit über unsere Straßen fahren, eine gemeinnützige Arbeit bei der Straßenmeisterei oder beim Roten Kreuz nach einem Autounfall, das ist wesentlich sinnvoller als eine kurze Strafhaft. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich denke, die Gesellschaft muss reagieren. Aber ich bitte, wirklich die ausländischen Beispiele anzuschauen, die alle gescheitert sind, und nicht zu glauben, dass gerade bei Jugendlichen die kurze Strafhaft die Wunderwaffe ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Jetzt kommen Sie mit den rhetorischen Qualitäten!
Abgeordneter Christoph Kainz (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Liebe Jugend auf der Zuschauergalerie! Das, was Herr Abgeordneter Haimbuchner hier an Rhetorik und Inhalt von sich gegeben hat, ist eher ein Einzelfall in diesem Hohen Haus. – Jeder hat das Recht, hier alles zu sagen, ich möchte aber haben, dass Sie mit dem richtigen Eindruck vom Hohen Haus nach Hause gehen und nicht mit dem schlechtesten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Jetzt kommen Sie mit den rhetorischen Qualitäten!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ein trüber schwarzer Blick!
Die wichtigste Voraussetzung für den Bereich Asyl und Integration ist eine klare Linie, basierend auf Menschenwürde und einem klaren Blick für Österreich. Für diese Linie, meine sehr geehrten Damen und Herren, steht die Österreichische Volkspartei mit Bundesminister Platter an der Spitze. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Ein trüber schwarzer Blick!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Und warum können dann 5 000 Asylmissbraucher in Österreich bleiben und werden nicht abgeschoben?
Österreich hat immer bewiesen, dass es ein großes Herz für Flüchtlinge hat; ich denke an die Ungarnkrise 1956, aber auch an Polen 1981 und 1982. Eine klare Linie ist aber auch heute notwendig, einerseits Herz, andererseits die klare Linie. Und diese klare Linie gibt die Österreichische Volkspartei auch in der Asylpolitik vor, nämlich: Wer politisch verfolgt wird, sich integriert und an die Gesetze hält, hat Anspruch auf Asyl! Wer aus anderen Gründen kommt, sich nicht integriert, Asylmissbrauch betreibt und kriminell wird, hat keinen Platz hier in Österreich! – Das ist klar und das sollten wir auch sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Und warum können dann 5 000 Asylmissbraucher in Österreich bleiben und werden nicht abgeschoben?)
Abg. Strache: Die Soldaten im Tschad, das ist ein Sicherheitsrisiko! Die Soldaten in den Tschad und nach Afghanistan zu schicken, das ist ein Sicherheitsrisiko! Die Neutralität mit Füßen zu treten, das ist ein Sicherheitsrisiko!
In Blickrichtung der Blauen: Die Blauen wurden mit ihren Aussagen im Grazer Wahlkampf zu einem Sicherheitsrisiko für Österreich, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Strache: Die Soldaten im Tschad, das ist ein Sicherheitsrisiko! Die Soldaten in den Tschad und nach Afghanistan zu schicken, das ist ein Sicherheitsrisiko! Die Neutralität mit Füßen zu treten, das ist ein Sicherheitsrisiko!) – Wir diskutieren heute die Asylpolitik. Man kann nicht in einer Diskussion über alles diskutieren. Das Sicherheitsrisiko stellt ihr dar. Das, was eure Spitzenkandidatin in Graz aufgeführt und von sich gegeben hat, ist ein Sicherheitsrisiko für Österreich. (Abg. Strache: Deshalb hat die Bundesregierung eine Morddrohung bekommen, weil sie die Soldaten nach Afghanistan entsendet hat!) Das weiß ganz Österreich, aber das weiß mittlerweile garantiert auch Bundesobmann Strache, da bin ich mir sicher. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Deshalb hat die Bundesregierung eine Morddrohung bekommen, weil sie die Soldaten nach Afghanistan entsendet hat!
In Blickrichtung der Blauen: Die Blauen wurden mit ihren Aussagen im Grazer Wahlkampf zu einem Sicherheitsrisiko für Österreich, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Strache: Die Soldaten im Tschad, das ist ein Sicherheitsrisiko! Die Soldaten in den Tschad und nach Afghanistan zu schicken, das ist ein Sicherheitsrisiko! Die Neutralität mit Füßen zu treten, das ist ein Sicherheitsrisiko!) – Wir diskutieren heute die Asylpolitik. Man kann nicht in einer Diskussion über alles diskutieren. Das Sicherheitsrisiko stellt ihr dar. Das, was eure Spitzenkandidatin in Graz aufgeführt und von sich gegeben hat, ist ein Sicherheitsrisiko für Österreich. (Abg. Strache: Deshalb hat die Bundesregierung eine Morddrohung bekommen, weil sie die Soldaten nach Afghanistan entsendet hat!) Das weiß ganz Österreich, aber das weiß mittlerweile garantiert auch Bundesobmann Strache, da bin ich mir sicher. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In Blickrichtung der Blauen: Die Blauen wurden mit ihren Aussagen im Grazer Wahlkampf zu einem Sicherheitsrisiko für Österreich, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Strache: Die Soldaten im Tschad, das ist ein Sicherheitsrisiko! Die Soldaten in den Tschad und nach Afghanistan zu schicken, das ist ein Sicherheitsrisiko! Die Neutralität mit Füßen zu treten, das ist ein Sicherheitsrisiko!) – Wir diskutieren heute die Asylpolitik. Man kann nicht in einer Diskussion über alles diskutieren. Das Sicherheitsrisiko stellt ihr dar. Das, was eure Spitzenkandidatin in Graz aufgeführt und von sich gegeben hat, ist ein Sicherheitsrisiko für Österreich. (Abg. Strache: Deshalb hat die Bundesregierung eine Morddrohung bekommen, weil sie die Soldaten nach Afghanistan entsendet hat!) Das weiß ganz Österreich, aber das weiß mittlerweile garantiert auch Bundesobmann Strache, da bin ich mir sicher. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Keinen Wahlkampf!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir über Asylpolitik diskutieren, dann haben wir, denke ich, aus niederösterreichischer Sicht ein besonderes Recht, uns hier intensiv einzubringen. (Abg. Strache: Keinen Wahlkampf!) Warum? – Wir tragen mit dem Flüchtlingslager, mittlerweile Erstaufnahmestelle, in Traiskirchen die Hauptlast der Asylpolitik. (Abg. Strache: Niederösterreich soll nicht Traiskirchen werden, nicht?) Ich als Bürgermeister der Nachbargemeinde von Traiskirchen, der Weinbaugemeinde Pfaffstätten, kenne die Situation sehr, sehr genau.
Abg. Strache: Niederösterreich soll nicht Traiskirchen werden, nicht?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir über Asylpolitik diskutieren, dann haben wir, denke ich, aus niederösterreichischer Sicht ein besonderes Recht, uns hier intensiv einzubringen. (Abg. Strache: Keinen Wahlkampf!) Warum? – Wir tragen mit dem Flüchtlingslager, mittlerweile Erstaufnahmestelle, in Traiskirchen die Hauptlast der Asylpolitik. (Abg. Strache: Niederösterreich soll nicht Traiskirchen werden, nicht?) Ich als Bürgermeister der Nachbargemeinde von Traiskirchen, der Weinbaugemeinde Pfaffstätten, kenne die Situation sehr, sehr genau.
Beifall bei der ÖVP.
Wenn man Asylpolitik diskutiert, sollte man einen Blick auf die Asylstatistik werfen, darauf, wie sie sich verändert hat. Ich nehme die Asylstatistik aus dem Jahr 2007: Von Jänner bis Dezember 2006 wurden 13 349 Asylanträge gestellt, von Jänner bis Dezember 2007 11 878, das ist ein Rückgang von 11 Prozent. – Wir sind nicht unmenschlicher geworden, nein, wir haben nur klare Regeln aufgestellt. Die Bevölkerung unterstützt diesen unseren Weg und gibt uns recht. Und ich als Politiker der Österreichischen Volkspartei bin lieber auf der Seite der Bevölkerung als auf der Seite der Grünen oder anderer Träumer in Fragen der Asylpolitik. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, diese Asyl- und Sicherheitspolitik stimmt. Gehen wir diesen Weg engagiert weiter! Minister Platter ist der Garant dafür. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Abgeordneter Kainz hat behauptet, die Grünen hätten für kriminelle Asylwerber demonstriert. – Das ist grundfalsch und zurückzuweisen! (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Richtig ist, wir haben für unbescholtene integrierte Asylwerber demonstriert, wie Arigona Zogaj, oder für AsylwerberInnen wie Safete Zeqaj, die selbst Gewaltopfer ist und durch ihre Abschiebung von Gewalt weiter bedroht wäre. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Vor den Grünen!
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Schützen wir uns vor Sicherheitspolitikern (Abg. Rädler: Vor den Grünen!), die ihre Maßnahmen auf Basis von Anzeigenstatistiken setzen. Die gesamte Jugendkriminalitätsdebatte hat gezeigt, wie man sich von seiner eigenen Statistik hineinlegen lassen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Schützen wir uns vor Sicherheitspolitikern (Abg. Rädler: Vor den Grünen!), die ihre Maßnahmen auf Basis von Anzeigenstatistiken setzen. Die gesamte Jugendkriminalitätsdebatte hat gezeigt, wie man sich von seiner eigenen Statistik hineinlegen lassen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Sind alle brav geworden!
Seriöser ist es, sich die Verurteilungsstatistik anzuschauen. Und wenn wir uns die Verurteilungsstatistik nichtösterreichischer Staatsbürger anschauen, sehen wir ein klares Bild. (Abg. Rädler: Sind alle brav geworden!) Hören Sie zu und lesen Sie Ihren Sicherheitsbericht! Dort sind nämlich die Zahlen zu lesen, und wenn Sie den Bericht lesen würden, könnten Sie auch die richtigen Zahlen zitieren.
Beifall bei den Grünen.
Die Frau Bundesminister hat es auch schon gesagt: Insgesamt ist die Zahl der Verurteilungen bei nichtösterreichischen Staatsangehörigen zurückgegangen. Statt sich zu fürchten, sollten Sie sich darüber freuen, denn es ist ja gut, dass die Kriminalität in diesem Bereich zurückgeht. Machen Sie den Leuten keine Angst, sondern freuen Sie sich darüber, und diskutieren wir seriös darüber, was man noch alles machen kann, um die Zahl der Delikte in diesem Bereich weiter zu senken. (Beifall bei den Grünen.)
ironische Heiterkeit bei der FPÖ
In Wirklichkeit ist das primär der Ausdruck einer verfehlten Integrationspolitik (ironische Heiterkeit bei der FPÖ): in der Schulpolitik, der Bildungspolitik, der Ausbildungspolitik. Dafür können aber die nichtösterreichischen Staatsbürger nichts, sondern die Bundesregierung der letzten Jahre trägt für diesen Missstand in der Integrationspolitik die volle Verantwortung! Bei jemandem, der keine Ausbildung hat, der keine Perspektive hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er straffällig wird, höher. Aber das ist ja nichts Besonderes, das gilt für Inländer wie für Nichtösterreicher gleichermaßen.
Abg. Dr. Haimbuchner: Kennen Sie § 73?!
Aber wir müssen noch etwas thematisieren: Wir müssen auch thematisieren – auch das bringt die Verurteilungsstatistik zum Ausdruck –, dass NichtösterreicherInnen schneller in Untersuchungshaft kommen, schneller verurteilt werden und weniger oft in den Genuss von diversionellen Maßnahmen kommen. (Abg. Dr. Haimbuchner: Kennen Sie § 73?!) So ist das! Davor können Sie ihre Augen nicht verschließen. Und Ihre Maßnahmen, etwa Einsparen von sozialpolitischen Leistungen, werden kein Beitrag zu mehr Sicherheit in diesem Land sein, sondern das Gegenteil ist der Fall. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber wir müssen noch etwas thematisieren: Wir müssen auch thematisieren – auch das bringt die Verurteilungsstatistik zum Ausdruck –, dass NichtösterreicherInnen schneller in Untersuchungshaft kommen, schneller verurteilt werden und weniger oft in den Genuss von diversionellen Maßnahmen kommen. (Abg. Dr. Haimbuchner: Kennen Sie § 73?!) So ist das! Davor können Sie ihre Augen nicht verschließen. Und Ihre Maßnahmen, etwa Einsparen von sozialpolitischen Leistungen, werden kein Beitrag zu mehr Sicherheit in diesem Land sein, sondern das Gegenteil ist der Fall. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Graf: Warum eigentlich?
Wenn Sie immer über die negative Sozialbilanz jammern – ich sage es Ihnen noch einmal; wir haben es ja schon einmal diskutiert –: Jeder, der in diesem Land weniger als 1 760 € verdient, hat eine negative Sozialbilanz, egal, ob er Inländer oder Ausländer ist. Es ist wenig überraschend, dass NichtösterreicherInnen in Österreich tendenziell zu Schlechterverdienenden gehören (Abg. Dr. Graf: Warum eigentlich?), also haben sie eine negative Sozialbilanz. Aber das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass sie sozusagen, um in Ihrer Diktion zu sprechen, Sozialschmarotzer sind.
Abg. Dr. Graf: In absoluten Zahlen?
Wenn man ähnliche Einkommensgruppen vergleicht, nämlich Niedrigverdiener, NichtösterreicherInnen und ÖsterreicherInnen, erkennt man, dass NichtösterreicherInnen in der Regel viel weniger Sozialleistungen beziehen als ÖsterreicherInnen. (Abg. Dr. Graf: In absoluten Zahlen?)
Beifall bei den Grünen.
Daher gibt es ein Ziel: Ja, wir wollen die Kriminalität senken, und wir brauchen eine funktionierende soziale Sicherheit. Aber hören wir auf zu differenzieren, zu segmentieren, ständig Gruppen gegeneinander auszuspielen, zu teilen in NichtösterreicherInnen und ÖsterreicherInnen! Das ist nicht die Frage. Wir brauchen ein vernünftige Kriminalitätspolitik und eine gute Sozialpolitik! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Ein paar Worte zur Schnupperhaft!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Pendl zum Wort. Gewünschte Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Ein paar Worte zur Schnupperhaft!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner
Aber ich möchte, bevor ich mich da in einzelne Fragen vertiefe, Kolleginnen und Kollegen der FPÖ, doch eines anmerken: Ihr seid immer für unser Bundesheer und für unsere Kolleginnen und Kollegen des Bundesheeres gestanden. Lieber Kollege Haimbuchner! Hier zu sagen, die machen so etwas wie eine „Zeltwachterei“ da unten im Burgenland (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner), das haben sich unsere Soldatinnen und Soldaten nicht verdient, und dafür sollten Sie sich eigentlich entschuldigen! Ich sage Ihnen das von dieser Stelle aus. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Aber ich möchte, bevor ich mich da in einzelne Fragen vertiefe, Kolleginnen und Kollegen der FPÖ, doch eines anmerken: Ihr seid immer für unser Bundesheer und für unsere Kolleginnen und Kollegen des Bundesheeres gestanden. Lieber Kollege Haimbuchner! Hier zu sagen, die machen so etwas wie eine „Zeltwachterei“ da unten im Burgenland (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner), das haben sich unsere Soldatinnen und Soldaten nicht verdient, und dafür sollten Sie sich eigentlich entschuldigen! Ich sage Ihnen das von dieser Stelle aus. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Dr. Haimbuchner.
Ich sage Ihnen auch, dass die österreichische Exekutive und die Angehörigen des Bundesheeres eine erstklassige Leistung in unser aller Interesse, im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher erbringen. Sie haben es nicht notwendig, dass man hier vom Rednerpult aus abfällige Bemerkungen über sie macht! (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Dr. Haimbuchner.)
Zwischenruf des Abg. Neugebauer.
Lesen Sie es nach, Sie werden ja noch wissen, was Sie gesagt haben, meine geschätzten Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Neugebauer.) – So ist es, Fritz! Es ist aber notwendig, glaube ich, dass man das klarstellt.
Abg. Scheibner: War eine gute Zeit!
Diese Dringliche Anfrage ist wirklich interessant. Und es ist nicht die Frage, Kollege Graf, ob jetzt Frau Kollegin A, B, C – wie auch immer – hier gesessen ist, Tatsache ist, dass die FPÖ in der Regierung war. Und jetzt könnt ihr selbst ausdiskutieren, wann das passiert ist und wie das passiert ist. Ich bin sehr froh und dankbar, dass auch klargestellt worden ist, zu welcher Zeit was passiert ist und welche Beschlüsse gefasst worden sind. (Abg. Scheibner: War eine gute Zeit!) Ich habe auch geschmunzelt, als du, Günter Kößl, klargestellt hast, welche Beschlüsse wann gefasst worden sind.
Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Wir haben danach eine lange harte Diskussion – ich bekenne mich dazu – über das Fremdenrechtsgesetz geführt, und wir haben gewusst, dass wir, wenn es humane, rasche Entscheidungen geben soll, etwas machen müssen. Das ist überhaupt keine Frage. Man soll aber immer bei den Tatsachen bleiben. Ich kann mich gut erinnern, dass ihr damals unter den Lachern wart: Ich habe auch zu denen gehört, die da tausend Planstellen gefordert haben. War das lustig! – Und heute fordert ihr das! (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der tut wenigstens was!
Meine Herren vom BZÖ, sagt mir einmal, auf welcher Rechtsgrundlage euer Landeshauptmann die Leute, noch dazu die „Verkehrten“, nach Traiskirchen schickt! Dem sind die niederösterreichischen Bürger egal, dem sind die Traiskirchner Bürger egal, die Bürger unseres Bezirkes egal, Kollege Kainz, und anscheinend ist ihm auch der Rechtsstaat egal. Auf irgendeiner Rechtsgrundlage muss er ja handeln, oder? (Abg. Ing. Westenthaler: Der tut wenigstens was!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich würde einmal einladen, darüber nachzudenken, wie man mit Menschen in einem Rechtsstaat umgeht, liebe Freunde, bevor ihr euch hier ans Rednerpult stellt und uns immer wieder Botschaften mit auf den Weg gebt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, wenn wir alle unsere Hausaufgaben ernst nehmen, und das nicht nur am Sonntag oder wenn gerade eine Fernsehkamera da ist und wir daher schön reden, dann haben wir in jeder Richtung – im Interesse der Humanität, im Interesse der Menschlichkeit, im Interesse der Rechtsstaatlichkeit und im Interesse unseres geliebten Österreich – ganz einfach unsere Arbeit zu machen. Und wenn wir die Probleme lösen wollen, tun wir unsere Arbeit – statt Dringliche Anträge zu stellen. Ich lade jedenfalls dazu ein. Alles Gute! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Lieber Herr Kollege Pendl von der SPÖ, ich schätze Sie, aber bleiben Sie bei der Wahrheit und vergleichen Sie nicht Äpfel mit Birnen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Da haben wir von den Regierungsparteien schon ganz andere tatsächliche Berichtigungen gehört!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich lasse es gerade noch durchgehen als tatsächliche Berichtigung; man könnte es auch anders interpretieren. (Abg. Dr. Haimbuchner: Da haben wir von den Regierungsparteien schon ganz andere tatsächliche Berichtigungen gehört!)
Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Haben Sie wieder Sehnsucht gehabt?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Herr Bundeskanzler, es freut mich, dass Sie auch hier sind, aber ich glaube, Sie sind eher schon für den nächsten Tagesordnungspunkt gerüstet. Trotzdem. (Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Haben Sie wieder Sehnsucht gehabt?) – Ich habe Sehnsucht gehabt. Ich möchte ja die Pensionsdebatte von gestern noch weiterführen und hoffe, dass sie noch nicht zu Ende ist mit Ihrer Ankündigung von gestern.
Ruf: Immer schön gendern! – Abg. Heinisch-Hosek: Hören Sie auf mit diesen Gender-G’schichterln! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir dürfen aber schon noch was sagen?!
Aber jetzt zu dem Thema des Dringlichen Antrages. – Glauben Sie mir oder uns, oder glauben Sie es auch nicht: Jedenfalls ist es sicher so, dass wir die Probleme, die es im Zusammenleben zwischen In- und Ausländern gibt, auch weiblich: Ausländerinnen, nicht leugnen wollen. (Ruf: Immer schön gendern! – Abg. Heinisch-Hosek: Hören Sie auf mit diesen Gender-G’schichterln! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir dürfen aber schon noch was sagen?!)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt diese Probleme, nur: Mit welchem Ansatz und mit welcher Perspektive geht man an die Probleme heran? Wen macht man verantwortlich? Wen ernennt man zum Sündenbock? Das ist der Punkt. Solang wir auf dieser Ebene diskutieren müssen, weil bestimmte Gruppen, politische Gruppen, immer gerne AusländerInnen zu Sündenböcken erklären, erklären müssen, weil sie politisch gar nichts anderes auf die Bühne bringen können, so lange ist es schwierig, tatsächlich eine Debatte, einen Diskurs darüber zu führen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: ... sind es 90!
Ich nenne Ihnen zwei Beispiele, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das eine: das Schulproblem. Sie sagen, mehr als 30 Prozent AusländerInnen in Schulen sollten nicht sein. (Abg. Ing. Westenthaler: ... sind es 90!) – Herr Kollege, Sie brauchen mich nicht zu belehren mit den 90! Ich habe auch das gehört, und das ist mein nächstes Beispiel.
Abg. Strache: Deshalb haben Sie sie nachher in die Privatschule gegeben, oder?
Meine ältere Tochter ist in eine öffentliche Schule gegangen, in eine Volksschule im 2. Wiener Gemeindebezirk. Das ist jetzt schon einige Jahre her, aber dort gab es damals schon 90 Prozent Anteil an ausländischen Kindern beziehungsweise Kindern mit Migrationshintergrund. (Abg. Strache: Deshalb haben Sie sie nachher in die Privatschule gegeben, oder?)
Abg. Strache: Deshalb haben Sie sie nachher in die Privatschule gegeben!
Ich sage Ihnen: Am schulischen Erfolg meiner Tochter könnten Sie ermessen, dass ihr das mit Sicherheit nicht geschadet hat! Nur, der Unterschied von damals zu jetzt (Abg. Strache: Deshalb haben Sie sie nachher in die Privatschule gegeben!) – hören Sie mir zu! – ist, es gab damals eine Stütz- oder Integrationslehrerin für diese Schüler mit Migrationshintergrund, und wie es so üblich war und ist im 2. Bezirk, kamen die Kinder nicht nur aus einer Ethnie oder aus einem Herkunftsland, sondern aus 10, 15 verschiedenen Ländern, und trotzdem war es möglich! Das war eine phantastische Leistung natürlich auch von den LehrerInnen, überhaupt keine Frage, aber auch von den Eltern, die die Kinder begleitet haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Die StützlehrerInnen haben zehn Sprachen können?) Trotzdem war es möglich, dass sich die österreichischen Kinder genauso gut entwickeln konnten wie ein Gutteil der Kinder mit Migrationshintergrund, weil es damals im schulischen Bereich – Kollege Neugebauer hört jetzt weg, aber er sollte genau da zuhören! – noch Integrations- und Stützlehrer für Integration gegeben hat, die es jetzt nicht mehr gibt. Reden wir auf dieser Ebene, aber reden wir nicht auf der Ebene 30 Prozent oder 90 Prozent! Das bringt überhaupt nichts, Herr Kollege Westenthaler!
Abg. Ing. Westenthaler: Die StützlehrerInnen haben zehn Sprachen können?
Ich sage Ihnen: Am schulischen Erfolg meiner Tochter könnten Sie ermessen, dass ihr das mit Sicherheit nicht geschadet hat! Nur, der Unterschied von damals zu jetzt (Abg. Strache: Deshalb haben Sie sie nachher in die Privatschule gegeben!) – hören Sie mir zu! – ist, es gab damals eine Stütz- oder Integrationslehrerin für diese Schüler mit Migrationshintergrund, und wie es so üblich war und ist im 2. Bezirk, kamen die Kinder nicht nur aus einer Ethnie oder aus einem Herkunftsland, sondern aus 10, 15 verschiedenen Ländern, und trotzdem war es möglich! Das war eine phantastische Leistung natürlich auch von den LehrerInnen, überhaupt keine Frage, aber auch von den Eltern, die die Kinder begleitet haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Die StützlehrerInnen haben zehn Sprachen können?) Trotzdem war es möglich, dass sich die österreichischen Kinder genauso gut entwickeln konnten wie ein Gutteil der Kinder mit Migrationshintergrund, weil es damals im schulischen Bereich – Kollege Neugebauer hört jetzt weg, aber er sollte genau da zuhören! – noch Integrations- und Stützlehrer für Integration gegeben hat, die es jetzt nicht mehr gibt. Reden wir auf dieser Ebene, aber reden wir nicht auf der Ebene 30 Prozent oder 90 Prozent! Das bringt überhaupt nichts, Herr Kollege Westenthaler!
Abg. Rädler: Haben Sie auch nachgefragt in Ternitz?
Und das ist das eigentlich Erschütternde an dieser Geschichte: Ich habe mir die Mühe gemacht, in der Bundesrepublik zu recherchieren, wie das wirklich war, und auch, wie das wirklich war in Graz, das Beispiel von Vergewaltigung, auf das er Bezug genommen hat. (Abg. Rädler: Haben Sie auch nachgefragt in Ternitz?) Ich habe in der Polizeidirektion Hessen angerufen. Die Polizeidirektion Hessen hat mir erklärt, bei dem Fall von Sodomie, der vor der Einstellung steht, gibt es überhaupt keinen Hinweise auf einen ethnischen Hintergrund und schon gar nicht auf einen religiösen Hintergrund. Herr Winter behauptet das!
Abg. Strache: Obwohl das Mädchen im Verhör genau was anderes gesagt hat! Das Mädchen, das vergewaltigt worden ist, hat das ausgesagt!
Da habe ich mir gedacht: Na ja, dann möchte ich auch wissen, wie das in Graz war mit der Vergewaltigung des Mädchens. Ich habe die Polizeidirektion Graz, die Sittenpolizei, angerufen und habe dann auch einen Herrn erreicht, der mir Auskunft gegeben hat. Er hat gesagt, ja, das war eine ganz schwierige, langwierige Ermittlung. Wir haben uns lange damit beschäftigt, hat er gesagt, wir haben auch eine Gegenüberstellung gemacht, weil ein Name gefallen ist und wir geglaubt haben, diese Person könnte es sein, weil die auch dort in der Nähe wohnt et cetera. Wir haben die Personen gegenübergestellt – es war auch ein Türke –, aber es hat sich herausgestellt, dass er es nicht ist. (Abg. Strache: Obwohl das Mädchen im Verhör genau was anderes gesagt hat! Das Mädchen, das vergewaltigt worden ist, hat das ausgesagt!) Und dieser Herr bei der Sittenpolizei hat mir dann gesagt: Wir ermitteln inzwischen nicht mehr gegen Personen mit türkischem Migrationshintergrund, sondern gegen Unbekannt.
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird eine ganz liebe Geschichte!
Jetzt erzähle ich Ihnen noch eine Geschichte, weil ja schon mehrmals das Thema Kriminalität und Jugendkriminalität angesprochen wurde, aus meinem persönlichen Hintergrund. (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird eine ganz liebe Geschichte!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das wird eine ganz liebe Geschichte!
Mein Großvater war – ich komme aus einer Landgemeinde – Gendarm, Gendarmerierevierinspektor in dieser Landgemeinde. Ich komme aus dem Innviertel, aus einer Gegend (Abg. Ing. Westenthaler: Das wird eine ganz liebe Geschichte!) – Herr Westenthaler, passen Sie lieber auf! –, wo es bis in die Zwischenkriegszeit sogenannte Zechen gegeben hat.
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Strache: Die Räubergeschichten!
sucht, sich mit dem Messer gegenseitig aufzuschlitzen. So war das. Sie können es nachlesen. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Strache: Die Räubergeschichten!)
Beifall bei Grünen und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner. – Abg. Strache: Aus Ihnen ist etwas geworden!
Dass Sie damit ein Problem haben, Herr Strache, das weiß ich, denn in akademisch gebildeten Kreisen macht man das mit Säbeln. Auf dem Land hat man das mit den Messerchen beziehungsweise mit den Fäusten gemacht. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner. – Abg. Strache: Aus Ihnen ist etwas geworden!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Victor Adler!
Wissen Sie, was mir mein Großvater erzählt hat, Herr Minister? – Sie können weghören, denn er ist schon längst in Pension gewesen. Das war in der Zwischenkriegszeit! (Abg. Dr. Haimbuchner: Victor Adler!) Die Polizei ist dort gar nicht hingegangen, hat sich nicht eingemischt. Das war für mich als Jugendlichen völlig unverständlich. Sagen wir einmal so: Das hat die Kriminalitätsrate im Innviertel und in Oberösterreich in den damaligen Jahren sehr niedrig gehalten, weil jeder Polizist es tunlichst vermieden hat, auch nur irgendwie dort anzustreifen. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Wissen Sie, was mir mein Großvater erzählt hat, Herr Minister? – Sie können weghören, denn er ist schon längst in Pension gewesen. Das war in der Zwischenkriegszeit! (Abg. Dr. Haimbuchner: Victor Adler!) Die Polizei ist dort gar nicht hingegangen, hat sich nicht eingemischt. Das war für mich als Jugendlichen völlig unverständlich. Sagen wir einmal so: Das hat die Kriminalitätsrate im Innviertel und in Oberösterreich in den damaligen Jahren sehr niedrig gehalten, weil jeder Polizist es tunlichst vermieden hat, auch nur irgendwie dort anzustreifen. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Mag. Wurm: Selten!
Das sagt überhaupt nichts aus, ob es Kriminalität gegeben hat oder nicht. Aber: Was können wir mitnehmen? – Es waren damals und auch heute sehr häufig männliche Jugendliche. Sie werden nirgends Frauen finden, die sich gegenseitig mit Fäusten die Schädel einhauen oder Messer verwenden. (Abg. Mag. Wurm: Selten!) Nirgends! Suchen Sie! Bringen Sie mir ein Beispiel! Es waren Männer. Damals waren es Inländer. Ja, mittlerweile gibt es auch Ausländer, die sich gegenseitig oder mit Inländern gegenseitig die Schädel einhauen. Jugendliche. (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Das sagt überhaupt nichts aus, ob es Kriminalität gegeben hat oder nicht. Aber: Was können wir mitnehmen? – Es waren damals und auch heute sehr häufig männliche Jugendliche. Sie werden nirgends Frauen finden, die sich gegenseitig mit Fäusten die Schädel einhauen oder Messer verwenden. (Abg. Mag. Wurm: Selten!) Nirgends! Suchen Sie! Bringen Sie mir ein Beispiel! Es waren Männer. Damals waren es Inländer. Ja, mittlerweile gibt es auch Ausländer, die sich gegenseitig oder mit Inländern gegenseitig die Schädel einhauen. Jugendliche. (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Diese Auseinandersetzung kann sicher nicht dadurch besser geschehen, dass man sie in irgendwelche Erziehungscamps schickt, sondern die Auseinandersetzung sollte über die Familie laufen, die Auseinandersetzung sollte auch über öffentliche Beispiele laufen, und die Auseinandersetzung kann auch über einen Minister laufen. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Wegen Asylmissbrauch!
Darum, Herr Minister – abschließender Satz –: Ich bin bei Ihnen, wenn wir über Integration reden wollen. Aber erklären Sie mir, warum Integration bei Ihnen bedeutet, dass man integrierte Familien wie die Zogajs abschieben soll! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Wegen Asylmissbrauch!)
Abg. Strache: Dass Sie Probleme negieren!
Das zeigt wieder einmal mehr (Abg. Strache: Dass Sie Probleme negieren!), dass wir in diesem Haus oder Sie in diesem Haus immer wieder die zwei unterschiedlichen, von einander unabhängig zu sehenden Felder wie Kriminalitätsentwicklung, Kriminalitätsbekämpfung und Integrationspolitik vermischen und immer wieder in einem diskutieren
Abg. Strache: Wer hat im Regierungsprogramm weitere 500 Planstellen zum Abbau freigegeben?
Deswegen, denke ich, müssen wir auf der einen Seite die Kriminalitätsbekämpfung anschauen. Und dazu braucht es – das muss sich auch der Herr Minister anhören – genug Polizistinnen und Polizisten. Leider wurden in den letzten Jahren über 3 000 Polizistinnen und Polizisten eingespart, auch mit Ihrer Mithilfe, auch mit der Freiheitlichen Partei. (Abg. Strache: Wer hat im Regierungsprogramm weitere 500 Planstellen zum Abbau freigegeben?) Das ist sehr, sehr schade. Wir brauchen einfach genug PolizistInnen. Es darf nicht so sein, dass Polizeiinspektionen, speziell in den ländlichen Regionen, zugesperrt werden. (Abg. Strache: Das ist interessant!) Das ist auch unter Ihrer Regierungsbeteiligung passiert, geschätzter Herr Kollege Strache.
Abg. Strache: Das ist interessant!
Deswegen, denke ich, müssen wir auf der einen Seite die Kriminalitätsbekämpfung anschauen. Und dazu braucht es – das muss sich auch der Herr Minister anhören – genug Polizistinnen und Polizisten. Leider wurden in den letzten Jahren über 3 000 Polizistinnen und Polizisten eingespart, auch mit Ihrer Mithilfe, auch mit der Freiheitlichen Partei. (Abg. Strache: Wer hat im Regierungsprogramm weitere 500 Planstellen zum Abbau freigegeben?) Das ist sehr, sehr schade. Wir brauchen einfach genug PolizistInnen. Es darf nicht so sein, dass Polizeiinspektionen, speziell in den ländlichen Regionen, zugesperrt werden. (Abg. Strache: Das ist interessant!) Das ist auch unter Ihrer Regierungsbeteiligung passiert, geschätzter Herr Kollege Strache.
Abg. Dr. Graf: Das hat sie nicht verlangt!
Frau Kollegin Rosenkranz hat mehr oder weniger gesagt, wir können doch nicht meinen, dass sie ihre Kultur und ihre Religion aufgeben. – Nein, Frau Kollegin Rosenkranz, das sollen sie auch nicht aufgeben. (Abg. Dr. Graf: Das hat sie nicht verlangt!) Ich denke, das ist dann Assimilation und nicht Integration. Wir möchten Integration. (Abg. Dr. Graf: Unsere Regeln übernehmen!) Selbstverständlich müssen sie sich an unsere Gesetze halten, keine Frage. Aber ihre Kultur nicht aufgeben und ihre Religion nicht aufgeben, das kann auch eine Chance sein. Das kann eine Chance für uns alle
Abg. Dr. Graf: Unsere Regeln übernehmen!
Frau Kollegin Rosenkranz hat mehr oder weniger gesagt, wir können doch nicht meinen, dass sie ihre Kultur und ihre Religion aufgeben. – Nein, Frau Kollegin Rosenkranz, das sollen sie auch nicht aufgeben. (Abg. Dr. Graf: Das hat sie nicht verlangt!) Ich denke, das ist dann Assimilation und nicht Integration. Wir möchten Integration. (Abg. Dr. Graf: Unsere Regeln übernehmen!) Selbstverständlich müssen sie sich an unsere Gesetze halten, keine Frage. Aber ihre Kultur nicht aufgeben und ihre Religion nicht aufgeben, das kann auch eine Chance sein. Das kann eine Chance für uns alle
Abg. Öllinger: Die Burschenschafter-Regeln nicht!
sein, denn man kann ja voneinander lernen. Vielleicht kann man das auch einmal so sehen. (Abg. Öllinger: Die Burschenschafter-Regeln nicht!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, es nützt nichts, wenn man polemisiert, es nützt nichts, wenn man Ängste schürt. Es nützt nichts, wenn man immer nur Pauschalverurteilungen ausspricht, so wie Sie das ständig tun, Kollegen und Kolleginnen von den Freiheitlichen und vom BZÖ. Das hilft nicht auf dem Weg zum gemeinsamen Leben, denn ich glaube, wir haben alle Rechte und Pflichten: die Aufnahmegesellschaft und jene Menschen, die zu uns kommen und die auch bei uns bleiben wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten!
Ein Wort noch zum Kollegen Haimbuchner. Wenn Sie in Ihrem Redebeitrag ganz ernsthaft Genderaktivitäten als Blödsinn abgetan und gesagt haben, das habe überhaupt keinen Sinn und sei absurd, dann frage ich mich schon, welche rückwärtsgewandte Politik Sie denn betreiben. Überall spricht man über Gleichstellungspolitik, das heißt es nämlich, nicht Feminismus. Das heißt Gleichstellungspolitik. Frauen und Männer sollen gleichberechtigt leben können. Und da sagen Sie, dass das ein Blödsinn ist, im 21. Jahrhundert? Da frage ich mich wirklich, wo Sie denn aufgewachsen sind und welche Einstellung Sie haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten!)
Abg. Neugebauer: Wer ihn kennt, weiß das!
Nur zu sagen, ihr seid nicht willkommen, wir wollen euch nicht sehen, das ist eines Staates wie Österreich nicht würdig. Ich lade Sie wirklich ein: Arbeiten wir gemeinsam an Lösungen! Ich lade auch die ÖVP ein. Und ich wünsche mir sehr, dass die Worte von Innenminister Platter ehrlich gemeint sind, dass sie mit Leben erfüllt werden (Abg. Neugebauer: Wer ihn kennt, weiß das!), dass wir gemeinsam ehrliche Integrationspolitik betreiben und dass wir diese wichtige Herausforderung nicht den polemischen Wortmeldungen der Freiheitlichen und des BZÖ überlassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nur zu sagen, ihr seid nicht willkommen, wir wollen euch nicht sehen, das ist eines Staates wie Österreich nicht würdig. Ich lade Sie wirklich ein: Arbeiten wir gemeinsam an Lösungen! Ich lade auch die ÖVP ein. Und ich wünsche mir sehr, dass die Worte von Innenminister Platter ehrlich gemeint sind, dass sie mit Leben erfüllt werden (Abg. Neugebauer: Wer ihn kennt, weiß das!), dass wir gemeinsam ehrliche Integrationspolitik betreiben und dass wir diese wichtige Herausforderung nicht den polemischen Wortmeldungen der Freiheitlichen und des BZÖ überlassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Jetzt mag natürlich sein, dass die Regierung da nicht wirklich Handlungsbedarf sieht und sich auf den Standpunkt zurückzieht: Na ja, wenn der Haider die Verfassung sowieso nicht einhält, hat es gar keinen Sinn, dass wir Verordnungen und Verordnungen erlassen, denn er stellt ja die zweisprachigen Ortstafeln sowieso nicht auf! Aber dass eine Regierung selbst säumig ist und ihrerseits die Verfassung nicht einhält, das ist ein anderes Problem. Das muss ich Ihnen jetzt leider doch vorwerfen: Hier haben Sie nicht verfassungskonform repariert und sind daher eigentlich auch fahrlässig geworden – oder Sie sind vielleicht zu faul dafür! Ich weiß es nicht, vielleicht gibt es strategische, wahlstrategische Manöver. Vielleicht rechnen Sie sich irgendwas mit der ÖVP oder mit dem BZÖ oder sonst irgendjemandem in Kärnten aus – jedenfalls aber auf dem Rücken der Minderheiten! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die größte Verantwortung der Bundesregierung in dieser Situation, in dieser Sache besteht überhaupt darin, zu verhindern, dass so etwas wie ein Lerneffekt entsteht, also dass durch diese Verfehlungen in Kärnten seitens des Landeshauptmannes, wenn da nicht entsprechende Konsequenzen gezogen werden, dann andere auch auf die Idee kommen, dass die Verfassung vielleicht gar nicht so wichtig ist und dass es dann sukzessive eine Erosion der Verfassung gibt. Da kann ich nur sagen: Diese Verantwortung tragen Sie schon jetzt mit! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Antworten. Sie können ankreuzen: 1.) einiges, 2.) nichts, 3.) ich weiß nicht. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Dann können wir warten, bis wir schwarz werden! Blau-schwarz!
Ich bin der Meinung, dass eine solche Lösung in jedem Fall sinnvoll und möglich wäre. Es liegt ausschließlich an denen, die bisher die Zustimmung versagt haben, ihre Haltung zu überdenken und hier im Hohen Haus auf Basis dieses Initiativantrages die Arbeit anzugehen. Dann könnte das meiner Meinung nach zu einem sinnvollen Abschluss gebracht werden (Abg. Öllinger: Dann können wir warten, bis wir schwarz werden! Blau-schwarz!), weil das Gesamtpaket, das hier vorliegt, sehr geeignet ist, das friedliche Zusammenleben der Volksgruppen in Kärnten zu stärken, und in jedem Fall damit ein Fortschritt für alle Kärntnerinnen und Kärntner erreicht werden würde.
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin gerne bereit, dem Parlament auch in Zukunft für diese Beratungen zur Verfügung zu stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Gescheitert ist es im Endeffekt, weil das der Kärntner Landeshauptmann aus einem klaren politischen Grund nicht wollte und es auch in Zukunft weiter nicht will. Das ist sein einziges Thema, das er hat, mit dem er sich in die künftigen Auseinandersetzungen hineinbegeben möchte. Es ist aber auch an der Kärntner ÖVP gescheitert – das muss man dazusagen (Zwischenrufe bei der ÖVP) –, die ihre Entscheidung daran gekoppelt hat. Es sei noch hinzugefügt: Damit hat das keine Mehrheit gehabt, damit ist es nicht zustande gekommen, und das ist sehr schade! Das möchte ich schon noch hinzufügen.
Beifall bei der SPÖ.
Es bleibt natürlich den Kärntnerinnen und Kärntnern überlassen, was sie zu dieser Art der Vorgangsweise bei der Erfüllung von gesetzlichen Grundlagen zu denken haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Ihr Vorredner war der Herr Bundeskanzler!
Eines sage ich schon noch dazu: Mein grüner Vorredner macht es sich ein bisschen leicht. Das ist ein bisschen aus der Wiener Kaffeehaus-Perspektive kommentiert. (Abg. Großruck: Ihr Vorredner war der Herr Bundeskanzler!) Herr Abgeordneter Zinggl, wenn Sie sich hier herstellen und sagen: Herr Bundeskanzler, was ist los, wieso stehen die Ortstafeln nicht?, dann muss ich Ihnen entgegnen: Na, mit welcher Weisung? Es gibt kein Weisungsrecht an den Landeshauptmann, es gibt kein Weisungsrecht an die Landesregierung! Soll das Bundesheer dort einmarschieren? Was ist das? – Bei den wöchentlichen Treffen des Klubs der Ahnungslosen in dem Wiener Kaffeehaus können Sie dieses Problem nicht lösen!
Abg. Dr. Zinggl: Ihr könnt ja sonst auch ...!
Ich war dabei, ich habe all diese Konsenskonferenzen ... (Abg. Dr. Zinggl: Ihr könnt ja sonst auch ...!) Na, die Polemik sei gestattet, weil das gar so übertrieben ahnungslos war. – Ich war bei diesen Konsenskonferenzen dabei, die von Bundeskanzler Schüssel einberufen wurden. Es war eine gute Idee, das zu machen. Da hat man nämlich einen sehr guten Einblick bekommen, wie dort die Diskussion vor sich gegangen ist.
Abg. Dr. Zinggl: Das wissen wir eh! Da habt ihr aber lange gebraucht!
Da waren einmal die zwei Kärntner Heimatverbände dafür und dann nur eine Slowenenorganisation. Das nächste Mal waren die beiden Slowenenorganisationen und nur ein Heimatverband dabei. Einmal waren alle dafür, da war der Abwehrkämpferbund nicht dabei. Als der Abwehrkämpferbund dabei war, war dann plötzlich wieder die Kärntner Regierung nicht dabei. So ist das die ganze Zeit gegangen, ich habe das wirklich über einen sehr langen Zeitraum mitverfolgt. (Abg. Dr. Zinggl: Das wissen wir eh! Da habt ihr aber lange gebraucht!)
Abg. Mag. Darmann: Was war denn im Sommer 2006?
herumgegangen, weil es in Kärnten einfach eine Gruppe gibt (Abg. Mag. Darmann: Was war denn im Sommer 2006?), die mit den Ortstafeln Politik machen will und denen der Rest wurscht ist! (Beifall bei der SPÖ.) In Emotionen herumwühlen, an alten Vorurteilen ansetzen und die Verfassung nicht achten! (Abg. Mag. Darmann: Wer war das im Sommer 2006?)
Beifall bei der SPÖ.
herumgegangen, weil es in Kärnten einfach eine Gruppe gibt (Abg. Mag. Darmann: Was war denn im Sommer 2006?), die mit den Ortstafeln Politik machen will und denen der Rest wurscht ist! (Beifall bei der SPÖ.) In Emotionen herumwühlen, an alten Vorurteilen ansetzen und die Verfassung nicht achten! (Abg. Mag. Darmann: Wer war das im Sommer 2006?)
Abg. Mag. Darmann: Wer war das im Sommer 2006?
herumgegangen, weil es in Kärnten einfach eine Gruppe gibt (Abg. Mag. Darmann: Was war denn im Sommer 2006?), die mit den Ortstafeln Politik machen will und denen der Rest wurscht ist! (Beifall bei der SPÖ.) In Emotionen herumwühlen, an alten Vorurteilen ansetzen und die Verfassung nicht achten! (Abg. Mag. Darmann: Wer war das im Sommer 2006?)
Abg. Mag. Darmann: Die SPÖ hat im Sommer 2006 einen Konsens verhindert!
Herr Darmann, blasen Sie sich hier nicht auf! Sie sind ja hier nicht in einem Kärntner Tal, Sie sind hier im Parlament. Versuchen Sie, sachlich an diesem Diskussionsprozess teilzunehmen! (Abg. Mag. Darmann: Die SPÖ hat im Sommer 2006 einen Konsens verhindert!)
Abg. Mag. Darmann: Sie sind um 3 Uhr in der Früh aufgestanden und davongelaufen!
Wissen Sie, was das für ein Bild über Kärnten gibt? (Abg. Mag. Darmann: Sie sind um 3 Uhr in der Früh aufgestanden und davongelaufen!) – Kärnten sollte das Signal geben, dass es ein offenes Land ist: für den Tourismus, für Investitionen, für all die Besucher, die dorthin kommen! (Abg. Mag. Darmann: Die SPÖ hat den Konsens 2006/2007 verhindert!)
Abg. Mag. Darmann: Die SPÖ hat den Konsens 2006/2007 verhindert!
Wissen Sie, was das für ein Bild über Kärnten gibt? (Abg. Mag. Darmann: Sie sind um 3 Uhr in der Früh aufgestanden und davongelaufen!) – Kärnten sollte das Signal geben, dass es ein offenes Land ist: für den Tourismus, für Investitionen, für all die Besucher, die dorthin kommen! (Abg. Mag. Darmann: Die SPÖ hat den Konsens 2006/2007 verhindert!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.
Slowenien ist mittlerweile in der Europäischen Union, es gibt enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen Slowenien und Kärnten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.) Und Sie kommen daher – na, dann reden wir das nächste Mal davon: War der Westfälische Friede 1648 geglückt oder nicht geglückt? Wir können das endlos weitermachen. Hätten wir die Schlacht im Teutoburger Wald vielleicht doch gewinnen können?
Abg. Mag. Darmann: Wieso haben Sie den Konsens verhindert?
Das können wir alles noch machen, wir können uns in die Vergangenheit vergraben! Aber die Zukunft Kärntens ist nicht die Vergangenheit, die Zukunft Kärntens ist die Zukunft. (Abg. Mag. Darmann: Wieso haben Sie den Konsens verhindert?) Ich finde, dazu kann man hier einen Beitrag leisten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Darmann: Wieso hat die SPÖ einen Konsens verhindert?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Darmann: Wieso hat die SPÖ einen Konsens verhindert?
Das können wir alles noch machen, wir können uns in die Vergangenheit vergraben! Aber die Zukunft Kärntens ist nicht die Vergangenheit, die Zukunft Kärntens ist die Zukunft. (Abg. Mag. Darmann: Wieso haben Sie den Konsens verhindert?) Ich finde, dazu kann man hier einen Beitrag leisten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Darmann: Wieso hat die SPÖ einen Konsens verhindert?)
Abg. Mag. Darmann: Beantworten Sie mir diese Frage!
Ich finde, man sollte einen neuen Anlauf nehmen und den Vorschlag aufgreifen, den der Bundeskanzler erarbeitet hat und der der weitestgehende und beste ist! (Abg. Mag. Darmann: Beantworten Sie mir diese Frage!) Da waren nämlich die Bürgermeister dabei! Der Einzige, der hinter Haider gestanden ist, war Haider selbst: Sein Schatten, sein immer kleiner werdender Schatten ist hinter Haider gestanden. (Abg. Mag. Darmann: Herr Klubobmann! Sie haben die Möglichkeit, eine Frage zu beantworten!) Das war alles. Leider ist die Kärntner ÖVP mitgegangen. (Abg. Mag. Darmann: Wieso sind Sie aufgestanden?)
Abg. Mag. Darmann: Herr Klubobmann! Sie haben die Möglichkeit, eine Frage zu beantworten!
Ich finde, man sollte einen neuen Anlauf nehmen und den Vorschlag aufgreifen, den der Bundeskanzler erarbeitet hat und der der weitestgehende und beste ist! (Abg. Mag. Darmann: Beantworten Sie mir diese Frage!) Da waren nämlich die Bürgermeister dabei! Der Einzige, der hinter Haider gestanden ist, war Haider selbst: Sein Schatten, sein immer kleiner werdender Schatten ist hinter Haider gestanden. (Abg. Mag. Darmann: Herr Klubobmann! Sie haben die Möglichkeit, eine Frage zu beantworten!) Das war alles. Leider ist die Kärntner ÖVP mitgegangen. (Abg. Mag. Darmann: Wieso sind Sie aufgestanden?)
Abg. Mag. Darmann: Wieso sind Sie aufgestanden?
Ich finde, man sollte einen neuen Anlauf nehmen und den Vorschlag aufgreifen, den der Bundeskanzler erarbeitet hat und der der weitestgehende und beste ist! (Abg. Mag. Darmann: Beantworten Sie mir diese Frage!) Da waren nämlich die Bürgermeister dabei! Der Einzige, der hinter Haider gestanden ist, war Haider selbst: Sein Schatten, sein immer kleiner werdender Schatten ist hinter Haider gestanden. (Abg. Mag. Darmann: Herr Klubobmann! Sie haben die Möglichkeit, eine Frage zu beantworten!) Das war alles. Leider ist die Kärntner ÖVP mitgegangen. (Abg. Mag. Darmann: Wieso sind Sie aufgestanden?)
Abg. Mag. Trunk: Genau! – Abg. Mag. Darmann: Ich komme ja in 10 Minuten dran!
So, jetzt können Sie herauskommen und hier Ihre Zwischenrufe zu einer Rede formen. Ich sage Ihnen nur eines: Es wird nichts lösen, wie auch in der Vergangenheit nicht! – Kommen Sie her und verantworten Sie sich, warum Sie das die ganze Zeit hintertreiben! Ich treffe permanent Kärntnerinnen und Kärntner, die sich schon an den Kopf greifen (Abg. Mag. Trunk: Genau! – Abg. Mag. Darmann: Ich komme ja in 10 Minuten dran!) und sagen: Wir machen uns in der Welt lächerlich damit, wie das dort abläuft! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Darmann: Sie machen das!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Darmann: Sie machen das!
So, jetzt können Sie herauskommen und hier Ihre Zwischenrufe zu einer Rede formen. Ich sage Ihnen nur eines: Es wird nichts lösen, wie auch in der Vergangenheit nicht! – Kommen Sie her und verantworten Sie sich, warum Sie das die ganze Zeit hintertreiben! Ich treffe permanent Kärntnerinnen und Kärntner, die sich schon an den Kopf greifen (Abg. Mag. Trunk: Genau! – Abg. Mag. Darmann: Ich komme ja in 10 Minuten dran!) und sagen: Wir machen uns in der Welt lächerlich damit, wie das dort abläuft! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Darmann: Sie machen das!)
Beifall bei der SPÖ.
Das hat Kärnten nicht verdient, sage ich Ihnen. Das hat Kärnten nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ.) Wir lieben Kärnten. Wir fahren gern dorthin auf Urlaub. Wir lieben Kärnten, die Kärntnerinnen und Kärntner. Aber was wir nicht lieben, ist, dass es dort Leute gibt, die Kärnten nicht genügend lieben – wie der Herr Landeshauptmann! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das hat Kärnten nicht verdient, sage ich Ihnen. Das hat Kärnten nicht verdient! (Beifall bei der SPÖ.) Wir lieben Kärnten. Wir fahren gern dorthin auf Urlaub. Wir lieben Kärnten, die Kärntnerinnen und Kärntner. Aber was wir nicht lieben, ist, dass es dort Leute gibt, die Kärnten nicht genügend lieben – wie der Herr Landeshauptmann! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Darmann: Das ist die Wahrheit! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber die Bundes-SPÖ hat damals leider nicht zugestimmt! Die Bundes-SPÖ war es auch, die damals ihre Kärntner SPÖ im Stich gelassen hat. Das muss hier einmal ganz klar gesagt werden! (Abg. Mag. Darmann: Das ist die Wahrheit! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich glaube, Kollegin Schaunig in Kärnten, die Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin, hat flehentlich darum gebeten, dass es eine Zustimmung gibt, aber auch die Kärntner SPÖ-Abgeordneten wurden hier nicht erhört. (Beifall bei der ÖVP.) Daher haben wir eben dieses Thema leider hier.
Beifall bei der ÖVP.
Aber die Bundes-SPÖ hat damals leider nicht zugestimmt! Die Bundes-SPÖ war es auch, die damals ihre Kärntner SPÖ im Stich gelassen hat. Das muss hier einmal ganz klar gesagt werden! (Abg. Mag. Darmann: Das ist die Wahrheit! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich glaube, Kollegin Schaunig in Kärnten, die Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin, hat flehentlich darum gebeten, dass es eine Zustimmung gibt, aber auch die Kärntner SPÖ-Abgeordneten wurden hier nicht erhört. (Beifall bei der ÖVP.) Daher haben wir eben dieses Thema leider hier.
Abg. Mag. Trunk: Herr Kollege Auer! Das sind ja nicht Sie!
Es war, glaube ich, auch ein schwerer politischer Fehler. Denn: Jetzt hat die SPÖ, jetzt haben Sie, Herr Bundeskanzler, das Problem! Ja, es steht im Regierungsprogramm drin, aber Sie haben es bisher nicht zustande gebracht, das Problem zu lösen. Die Anstrengungen dafür waren leider nur mäßig, und ich unterstreiche das, wenn ich „mäßig“ meine, mit den Bemühungen, die Sie unternommen haben. Es waren eben nur Verhandlungen im stillen Kämmerlein mit den einzelnen Betroffenen – nicht so, wie es Bundeskanzler Schüssel damals mit einer breiten, öffentlichen Konsenskonferenz gemacht hat –, und in Beichtstuhlgesprächen erreicht man in so einer Frage selten einen Konsens. Das bringt sicherlich keinen Erfolg! (Abg. Mag. Trunk: Herr Kollege Auer! Das sind ja nicht Sie!)
Abg. Mag. Darmann: Kollegin Trunk! Die Wahrheit tut weh!
Die Grünen waren natürlich immer dagegen. (Abg. Mag. Darmann: Kollegin Trunk! Die Wahrheit tut weh!) Sie waren es damals, und sie sind daher auch heute diejenigen, die mit verantwortlich sind. (Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!) Sie waren immer dagegen, auch 2006. (Abg. Öllinger: Das können Sie fünf Mal noch sagen, das stimmt nicht!) Ganz sicher waren Sie dagegen!
Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!
Die Grünen waren natürlich immer dagegen. (Abg. Mag. Darmann: Kollegin Trunk! Die Wahrheit tut weh!) Sie waren es damals, und sie sind daher auch heute diejenigen, die mit verantwortlich sind. (Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!) Sie waren immer dagegen, auch 2006. (Abg. Öllinger: Das können Sie fünf Mal noch sagen, das stimmt nicht!) Ganz sicher waren Sie dagegen!
Abg. Öllinger: Das können Sie fünf Mal noch sagen, das stimmt nicht!
Die Grünen waren natürlich immer dagegen. (Abg. Mag. Darmann: Kollegin Trunk! Die Wahrheit tut weh!) Sie waren es damals, und sie sind daher auch heute diejenigen, die mit verantwortlich sind. (Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!) Sie waren immer dagegen, auch 2006. (Abg. Öllinger: Das können Sie fünf Mal noch sagen, das stimmt nicht!) Ganz sicher waren Sie dagegen!
Abg. Öllinger: Kommunisten gibt es gar nicht in Kärnten!
Ich war selbst mit dabei: Sie waren eher auf einer Linie mit den Kommunisten. Ich war damals bei einer Konferenz beziehungsweise einer Tagung in St. Kanzian am Klopeiner See. (Abg. Öllinger: Kommunisten gibt es gar nicht in Kärnten!) Da war Ihre Kollegin Stoisits gemeinsam mit den Kommunisten, dann auch mit dem Kollegen Zach auf einer Linie. (Abg. Öllinger: Wer sind die Kommunisten in Kärnten?) Erinnern Sie sich zurück, wer der Spitzenkandidat war (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk); der war da mit Ihnen auf einer Linie. Ich glaube, da haben Sie wirklich eine ganz extreme Linie eingenommen. (Abg. Öllinger: Sind Sie ein Traumtänzer?)
Abg. Öllinger: Wer sind die Kommunisten in Kärnten?
Ich war selbst mit dabei: Sie waren eher auf einer Linie mit den Kommunisten. Ich war damals bei einer Konferenz beziehungsweise einer Tagung in St. Kanzian am Klopeiner See. (Abg. Öllinger: Kommunisten gibt es gar nicht in Kärnten!) Da war Ihre Kollegin Stoisits gemeinsam mit den Kommunisten, dann auch mit dem Kollegen Zach auf einer Linie. (Abg. Öllinger: Wer sind die Kommunisten in Kärnten?) Erinnern Sie sich zurück, wer der Spitzenkandidat war (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk); der war da mit Ihnen auf einer Linie. Ich glaube, da haben Sie wirklich eine ganz extreme Linie eingenommen. (Abg. Öllinger: Sind Sie ein Traumtänzer?)
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk
Ich war selbst mit dabei: Sie waren eher auf einer Linie mit den Kommunisten. Ich war damals bei einer Konferenz beziehungsweise einer Tagung in St. Kanzian am Klopeiner See. (Abg. Öllinger: Kommunisten gibt es gar nicht in Kärnten!) Da war Ihre Kollegin Stoisits gemeinsam mit den Kommunisten, dann auch mit dem Kollegen Zach auf einer Linie. (Abg. Öllinger: Wer sind die Kommunisten in Kärnten?) Erinnern Sie sich zurück, wer der Spitzenkandidat war (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk); der war da mit Ihnen auf einer Linie. Ich glaube, da haben Sie wirklich eine ganz extreme Linie eingenommen. (Abg. Öllinger: Sind Sie ein Traumtänzer?)
Abg. Öllinger: Sind Sie ein Traumtänzer?
Ich war selbst mit dabei: Sie waren eher auf einer Linie mit den Kommunisten. Ich war damals bei einer Konferenz beziehungsweise einer Tagung in St. Kanzian am Klopeiner See. (Abg. Öllinger: Kommunisten gibt es gar nicht in Kärnten!) Da war Ihre Kollegin Stoisits gemeinsam mit den Kommunisten, dann auch mit dem Kollegen Zach auf einer Linie. (Abg. Öllinger: Wer sind die Kommunisten in Kärnten?) Erinnern Sie sich zurück, wer der Spitzenkandidat war (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk); der war da mit Ihnen auf einer Linie. Ich glaube, da haben Sie wirklich eine ganz extreme Linie eingenommen. (Abg. Öllinger: Sind Sie ein Traumtänzer?)
Abg. Öllinger: Das gibt es ja nicht! Wo sind denn Sie unterwegs?
Sie haben es damit auch ermöglicht, dass in Kärnten die Ortstafel-Irrfahrten seitens des Landeshauptmannes nach wie vor stattgefunden haben (Abg. Öllinger: Das gibt es ja nicht! Wo sind denn Sie unterwegs?), die volksgruppenpolitisch – da sind wir uns sicherlich einig, und da stimme ich Herrn Kollegen Cap zu – durchaus doppelbödig sind. Das wissen wir. Denn: Er wehrt sich nach wie vor mit Händen und Füßen gegen zweisprachige Ortstafeln, und das tut dem Land Kärnten nicht gut. Ja, das weiß ich auch, damit stehen wir international durchaus am Pranger, damit sind wir wirtschaftlich in keiner guten Situation, die Kaufkraft ist nicht die beste, et cetera, die Bevölkerungsentwicklung, und, und, und. (Abg. Mag. Darmann: Sind Sie Arzt?)
Abg. Mag. Darmann: Sind Sie Arzt?
Sie haben es damit auch ermöglicht, dass in Kärnten die Ortstafel-Irrfahrten seitens des Landeshauptmannes nach wie vor stattgefunden haben (Abg. Öllinger: Das gibt es ja nicht! Wo sind denn Sie unterwegs?), die volksgruppenpolitisch – da sind wir uns sicherlich einig, und da stimme ich Herrn Kollegen Cap zu – durchaus doppelbödig sind. Das wissen wir. Denn: Er wehrt sich nach wie vor mit Händen und Füßen gegen zweisprachige Ortstafeln, und das tut dem Land Kärnten nicht gut. Ja, das weiß ich auch, damit stehen wir international durchaus am Pranger, damit sind wir wirtschaftlich in keiner guten Situation, die Kaufkraft ist nicht die beste, et cetera, die Bevölkerungsentwicklung, und, und, und. (Abg. Mag. Darmann: Sind Sie Arzt?)
Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.
Wenn ich hier andererseits das Beispiel der letzten Tage hernehme, werte Kollegen vom BZÖ, hilft es nichts, jetzt um Finanzmittel für die zweisprachigen Kindergärten zu jammern. Sorgen Sie dafür, dass eine durchgängige, einheitliche Volksgruppenpolitik herrscht, dann wird auch das Geld fließen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.) Ihr Kollege Dörfler in Kärnten jammert um Geld für zweisprachige Kindergärten, und das ist sicherlich doppelbödig.
Abg. Öllinger: Gilt für Sie die Verfassung?
Herr Bundeskanzler! Zum Abschluss kommend darf ich Sie um Folgendes ersuchen: Suchen Sie diesen breiten Konsens, so wie es Ihr Vorgänger gemacht hat! Nehmen Sie auch eine Anleihe an Bundeskanzler Bruno Kreisky, der damals auch eine Ortstafelkommission eingerichtet hat, damit wirklich auf breiter Ebene der Konsens hergestellt werden kann und damit endlich Frieden im Land sein kann (Abg. Öllinger: Gilt für Sie die Verfassung?), denn das Land Kärnten braucht das für seine Entwicklung! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundeskanzler! Zum Abschluss kommend darf ich Sie um Folgendes ersuchen: Suchen Sie diesen breiten Konsens, so wie es Ihr Vorgänger gemacht hat! Nehmen Sie auch eine Anleihe an Bundeskanzler Bruno Kreisky, der damals auch eine Ortstafelkommission eingerichtet hat, damit wirklich auf breiter Ebene der Konsens hergestellt werden kann und damit endlich Frieden im Land sein kann (Abg. Öllinger: Gilt für Sie die Verfassung?), denn das Land Kärnten braucht das für seine Entwicklung! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Kollege Cap! Das Wort „ahnungslos“ ist schnell ausgesprochen, aber ich möchte Sie daran erinnern, was wir kritisieren. Wir kritisieren nicht, dass Sie und die ÖVP den Haider nicht zur Raison bringen, das wäre von Ihnen wirklich zu viel erwartet, sondern wir kritisieren, dass Sie nicht einmal mit Ihrem eigenen Koalitionspartner ein Gesetz zusammenbringen, das eine Grundlage dafür wäre, Druck auszuüben. Das ist die staatspolitische Bankrotterklärung! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Schüssel war sieben Jahre Bundeskanzler!
Man muss auch einmal klar sagen, warum die ÖVP das hat scheitern lassen. Die ÖVP hat es scheitern lassen, weil sie dem Kanzler Gusenbauer offensichtlich keinen Erfolg vergönnt hat, den der Kanzler Schüssel nicht einfahren konnte. Das ist der Grund, und das ist die staatspolitische Verantwortung der ÖVP! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Schüssel war sieben Jahre Bundeskanzler!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Euer Leistungsnachweis in der Bundesregierung besteht darin, dass ihr eigentlich alles verhindert und dass nichts weitergeht. Das ist eure Leistung in der Bundesregierung! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.
International schadet das der Reputation Österreichs. Kärnten und der Kärntner Tourismus leiden unter der Ortstafelpolitik. Man wird immer wieder darauf angesprochen. Das versteht in Österreich niemand, das verstehen in Kärnten viele nicht, und das wird international schon gar nicht verstanden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.) Kärnten hat mehr verdient, lösen wir die Ortstafelfrage! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
International schadet das der Reputation Österreichs. Kärnten und der Kärntner Tourismus leiden unter der Ortstafelpolitik. Man wird immer wieder darauf angesprochen. Das versteht in Österreich niemand, das verstehen in Kärnten viele nicht, und das wird international schon gar nicht verstanden. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann.) Kärnten hat mehr verdient, lösen wir die Ortstafelfrage! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Öllinger: Doch eher die Südtiroler!
Die erste wichtige Feststellung, liebe Kollegen von den Grünen: Die Slowenen in Kärnten sind die bestgeförderte Minderheit Europas. Das ist ein Faktum, und ich werde es Ihnen erzählen. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Öllinger: Doch eher die Südtiroler!) – Das ist Faktum!
Abg. Dr. Zinggl: Es geht um die Verfassung!
in allen Bereichen für die slowenische Minderheit in Summe von 22 Millionen € pro Jahr. (Abg. Dr. Zinggl: Es geht um die Verfassung!)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Davon kann man sich nicht loskaufen! Es geht um die Erfüllung des Staatsvertrags!
22 Millionen € pro Jahr bekommt die slowenische Minderheit, und das sage und schreibe für 5 000 bis 6 000 Kärntner Slowenen. Das ist nicht einmal 1 Prozent der Gesamtbevölkerung. Diese Förderungen würden sich andere Minderheiten in Europa auch wünschen. Die bekommen sie nirgends, außer in Kärnten und in Österreich. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Davon kann man sich nicht loskaufen! Es geht um die Erfüllung des Staatsvertrags!)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Das stellt auch Professor Günther Winkler fest, der hier – und ich zitiere – in seinem Buch festhält: „Der Verfassungsgerichtshof entwickelte in den letzten fünf Jahren eine neuartige Judikatur zur Aufhebung von deutschen Ortsbezeichnungen, um zusätzliche slowenische Ortsnamen zu erzwingen“, und schuf „problematische Maßstäbe für Gesetzgebung und Vollziehung“, und dabei „versetzte“ er „sich selbst in die Rolle eines materiellen Gesetzgebers“. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Öllinger: Bitte, nicht schon wieder diese Haider-Sprüche!
Ich komme zum Schlusssatz: Das werden wir uns nicht gefallen lassen! Sie tragen sozialen Unfrieden in unser Land. (Abg. Öllinger: Bitte, nicht schon wieder diese Haider-Sprüche!) Wir Kärntner werden uns dagegen zu wehren wissen. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Öllinger: Sie sind eben doch ein Klon von Haider!)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Öllinger: Sie sind eben doch ein Klon von Haider!
Ich komme zum Schlusssatz: Das werden wir uns nicht gefallen lassen! Sie tragen sozialen Unfrieden in unser Land. (Abg. Öllinger: Bitte, nicht schon wieder diese Haider-Sprüche!) Wir Kärntner werden uns dagegen zu wehren wissen. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Öllinger: Sie sind eben doch ein Klon von Haider!)
Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abgeordneten Mag. Darmann –: Der nächste Haider-Klon!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Darmann. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abgeordneten Mag. Darmann –: Der nächste Haider-Klon!)
Abg. Öllinger: Sie ist leider wahr!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Danke, Herr Kollege Öllinger! Eine sehr nette Aussage. (Abg. Öllinger: Sie ist leider wahr!)
Zwischenrufe.
Herr Präsident! Herr Kanzler! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Verehrte Zuseher auf der Galerie und zu Hause im Internet! Geschätzte Damen und Herren! Es ist mir ein Anliegen: Ich habe mir wirklich vorgenommen, hier Emotionen bestmöglich draußen zu lassen, aber was ich hier heute schon an Unwahrheiten – also nicht einmal Halbwahrheiten – gehört habe, nämlich vonseiten der SPÖ und der Grünen, sucht seinesgleichen. Denn gleich einmal in die Reden einzugehen und festzuhalten, Herr Kollege ... (Zwischenrufe.) – Hören Sie zu! Dann vielleicht werden Sie wissen, wieso Sie vieles – wie Sie selbst sagten – nicht verstehen in Kärnten: weil Sie sich nämlich nicht informiert haben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Herr Präsident! Herr Kanzler! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Verehrte Zuseher auf der Galerie und zu Hause im Internet! Geschätzte Damen und Herren! Es ist mir ein Anliegen: Ich habe mir wirklich vorgenommen, hier Emotionen bestmöglich draußen zu lassen, aber was ich hier heute schon an Unwahrheiten – also nicht einmal Halbwahrheiten – gehört habe, nämlich vonseiten der SPÖ und der Grünen, sucht seinesgleichen. Denn gleich einmal in die Reden einzugehen und festzuhalten, Herr Kollege ... (Zwischenrufe.) – Hören Sie zu! Dann vielleicht werden Sie wissen, wieso Sie vieles – wie Sie selbst sagten – nicht verstehen in Kärnten: weil Sie sich nämlich nicht informiert haben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.)
Abg. Mag. Trunk: Das ist die Unwahrheit!
noch hinzu, dass der Bundeskanzler dann im Jahr 2007 – ich darf Sie da auch korrigieren, Herr Bundeskanzler, es sind laut Ihrem Vorschlag nicht 162 zweisprachige Ortstafeln, sondern 163 gewesen, die Sie vorgeschlagen haben, und zusätzlich über 500 zweisprachige Hinweisschilder auf Autobahnen und sonstigen Straßen in Kärnten – beispielsweise auch im Bezirk Hermagor zwei Ortschaften laut seinem Plan eingebaut hat, die 2, 3 Prozent Angehörige der slowenischsprachigen Minderheit aufweisen. (Abg. Mag. Trunk: Das ist die Unwahrheit!) – Nein, das ist nicht die Unwahrheit! Lesen Sie Ihre eigenen Vorschläge, die Vorschläge Ihrer Partei! Sie reden immer, ohne sich informiert zu haben – kommen Sie da heraus, bitte. Genau gleich wie die Grünen! Sie stellen sich hier heraus und erzählen der Bevölkerung irgendetwas, irgendwelche Unwahrheiten, und es ist dann auch kein Wunder, dass sich die Bevölkerung außerhalb von Kärnten nicht auskennt, wenn Ihre Partei überall nur Unwahrheiten erzählt. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
noch hinzu, dass der Bundeskanzler dann im Jahr 2007 – ich darf Sie da auch korrigieren, Herr Bundeskanzler, es sind laut Ihrem Vorschlag nicht 162 zweisprachige Ortstafeln, sondern 163 gewesen, die Sie vorgeschlagen haben, und zusätzlich über 500 zweisprachige Hinweisschilder auf Autobahnen und sonstigen Straßen in Kärnten – beispielsweise auch im Bezirk Hermagor zwei Ortschaften laut seinem Plan eingebaut hat, die 2, 3 Prozent Angehörige der slowenischsprachigen Minderheit aufweisen. (Abg. Mag. Trunk: Das ist die Unwahrheit!) – Nein, das ist nicht die Unwahrheit! Lesen Sie Ihre eigenen Vorschläge, die Vorschläge Ihrer Partei! Sie reden immer, ohne sich informiert zu haben – kommen Sie da heraus, bitte. Genau gleich wie die Grünen! Sie stellen sich hier heraus und erzählen der Bevölkerung irgendetwas, irgendwelche Unwahrheiten, und es ist dann auch kein Wunder, dass sich die Bevölkerung außerhalb von Kärnten nicht auskennt, wenn Ihre Partei überall nur Unwahrheiten erzählt. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Mag. Trunk: Lei-lei!
Das ist ja unglaublich, eine Ungeheuerlichkeit! Aber kommen Sie doch heraus bitte, wenn Sie so genau Bescheid wissen, kommen Sie hierher! Sie können auch von mir ein bisschen Informationen bekommen. Vielleicht kennen Sie dann einmal die Tatsachen. (Abg. Mag. Trunk: Lei-lei!)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Entsprechend der dabei erhobenen Prozentsätze sollen dann die zweisprachigen Ortstafeln umgesetzt werden. Was ist daran so schwierig, diesen Konsensvorschlag auch vonseiten des Bundeskanzlers zu akzeptieren, wenn das sogar Bestandteil der Verfassung ist, wenn das ein Menschenrecht ist? Und wir haben auch ein Schreiben, einen offenen Brief an den Verfassungsgerichtshof gerichtet, der sich ja immer wieder hiezu geäußert und auch die Meinung vertreten hat (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen) – ich komme zum Schluss (Abg. Mag. Trunk: Danke, Herr Präsident!) –, alles besser zu wissen. Seitdem wir ihm vorgeschlagen haben, diesen Weg zu gehen und dazu Stellung zu beziehen, hat sich der Verfassungsgerichtshof nicht mehr gemeldet, da er selbst einsieht, dass diese Variante einer Erhebung der Muttersprache
Abg. Mag. Trunk: Danke, Herr Präsident!
Entsprechend der dabei erhobenen Prozentsätze sollen dann die zweisprachigen Ortstafeln umgesetzt werden. Was ist daran so schwierig, diesen Konsensvorschlag auch vonseiten des Bundeskanzlers zu akzeptieren, wenn das sogar Bestandteil der Verfassung ist, wenn das ein Menschenrecht ist? Und wir haben auch ein Schreiben, einen offenen Brief an den Verfassungsgerichtshof gerichtet, der sich ja immer wieder hiezu geäußert und auch die Meinung vertreten hat (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen) – ich komme zum Schluss (Abg. Mag. Trunk: Danke, Herr Präsident!) –, alles besser zu wissen. Seitdem wir ihm vorgeschlagen haben, diesen Weg zu gehen und dazu Stellung zu beziehen, hat sich der Verfassungsgerichtshof nicht mehr gemeldet, da er selbst einsieht, dass diese Variante einer Erhebung der Muttersprache
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
der einzig gangbare Weg ist. – Danke. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall des Abg. Dr. Stummvoll.
Damit erhält als Nächster Herr Abgeordneter Schalle das Wort. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Dieser verzichtet. So kommen wir schneller weiter. (Beifall des Abg. Dr. Stummvoll.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Steindl.
Ganz zum Schluss möchte ich sagen, dass damit ein letzter Mangel in einer Materie behoben wird, die wir in den letzten Sitzungen über viele Stunden hinweg vorbereitet und letztlich einer Verabschiedung zugeführt haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Steindl.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Marizzi.
Sie wissen, sehr geehrte Damen und Herren, dass seit einigen Jahren der Zugang zum Gewerbe auch ohne Meisterprüfung möglich geworden ist. Wir haben dadurch gerade in den letzten Jahren verstärkt Probleme mit der Qualität verschiedener Leistungen, was bei den Schlichtungseinrichtungen sichtbar wird. Wie auch mein Vorredner, Kollege Bauer, ausgeführt hat, meine auch ich, dass das Gütesiegel ein guter Schritt zur Qualifizierung ist und um damit verstärkt auf die Meisterausbildung hinzuweisen. Deshalb bin ich dankbar, dass der Wirtschaftsminister und der Wirtschaftsausschuss das ermöglicht haben. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Marizzi.)
Abg. Riepl – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Schalle –: Hoffentlich weiß er das auch! – Abg. Schalle – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich weiß das schon!
Einen Augenblick noch! – Kollege Schalle ist ein Contra-Redner, und weil er der einzige Contra-Redner ist, gebührt ihm jetzt das Wort. – Sie sind am Wort. (Abg. Riepl – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Schalle –: Hoffentlich weiß er das auch! – Abg. Schalle – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich weiß das schon!)
Abg. Eßl: Wer ist denn rechts vom BZÖ?
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Kärntner Debatte regt einen mehr auf. Es gibt da so viel Unverständnis von links und rechts, dass man sich nur wundern kann. (Abg. Eßl: Wer ist denn rechts vom BZÖ?) – Noch einmal: Danke für das Verständnis.
Abg. Dr. Bauer: Das ist eine Frage an den Minister!
Gleich vorweg möchte ich darauf hinweisen, dass die Mitarbeiter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit nichts dafür können. Ich möchte sie daher auch in Schutz nehmen. Sie können die Termingestaltung der Bundesregierung nicht beeinflussen. Die Bundesregierung hat im Ministerrat die Gesetzesbeschlüsse so zu fassen, dass ein rechtzeitiges Inkrafttreten ohne verfassungsrechtliche Schwierigkeiten sichergestellt ist. (Abg. Dr. Bauer: Das ist eine Frage an den Minister!) Das will ich nur einmal vorweg festgestellt haben.
Beifall beim BZÖ.
In der zweiten Lesung werden wir daher natürlich – ausgenommen zur Ziffer 88 – zustimmen. Leider können wir in der dritten Lesung nicht zustimmen, weil uns das Thema viel zu wichtig ist. – Danke. Das war es eigentlich schon. Alles andere haben wir schon beim letzten Mal, bei der letzten Sitzung vorgebracht. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP
Ich denke, dass wir alle auch darin übereinstimmen, dass wir mit Recht stolz – oder zumindest beruhigt – sein können, dass wir einen mutigen, couragierten und engagierten Bundespräsidenten an der Spitze der Republik Österreich haben (Zwischenruf bei der ÖVP), der ein sehr wachsames Auge auf die Gesetze dieser Republik hat, der sich nicht parteiisch verhält, wenn Fehler passieren, sondern im Sinne des Rechtsstaates. Ich denke, das beruhigt!
Beifall bei der SPÖ.
einiges einfallen, jenen seriösen Gastronomen zu helfen, sich vor diesen ganz wenigen im Wettbewerb zu schützen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: ... Landeshauptmann!
Natürlich habe ich die Ausführungen des Herrn Bundespräsidenten zu verschiedenen aktuellen Fragen schon mit einigem Interesse gehört: Ich habe mit Interesse gehört, dass er im Fall der Arigona Zogaj gemeint hat, dass man, wenn die Gesetze nicht sind, noch eben schnell andere Gesetze ändern sollte und dass da noch Zeit ist, dass er aber in der Frage der Pflegeproblematik gemeint hat, dass man sich an die Gesetze halten soll. (Abg. Mag. Gaßner: ... Landeshauptmann!) – Gott sei Dank haben wir jetzt trotzdem die Amnestie noch verlängert!
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, wir alle sollten dem Herrn Bundespräsidenten mitgeben, dass er vorsichtig sein sollte, damit er nicht zum Zwischenrufer der Tagespolitik wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Murauer: Das ist aber lieb!
Abgeordneter Peter Marizzi (SPÖ): Hohes Haus! Betreffend die Schuldfrage sind wir dahin gehend übereingekommen, dass wir alle schuld sind. – Mein Gott, der Herr Bundespräsident hat eben das Gesetz zurückgewiesen! Ich bin froh darüber, dass der Herr Bundespräsident in der Hofburg sitzt und aufpasst, dass wir im Parlament letztendlich auch gute Gesetze beschließen. (Abg. Murauer: Das ist aber lieb!) – Das ist nicht lieb, sondern das ist die Aufgabe des Herrn Bundespräsidenten! Auch das gehört zu seinen Aufgaben, und da kann man herumreden und herumdeuteln, wie man will. Der Herr Bundespräsident hat eben diese Aufgaben, jawohl!
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, das Gesetz kann jetzt beschlossen werden. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit dem heutigen Beschluss dieser Novelle wird ihre parlamentarische Behandlung endgültig abgeschlossen. Bedauerlich ist dabei nur, dass sämtliche Inhalte verspätet in Kraft treten werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluss möchte ich darauf hinweisen, dass das Gütesiegel auch dazu beitragen wird, das Image der Facharbeit, der Facharbeiterinnen und Facharbeiter in Österreich zu heben – eine längst fällige Imagekorrektur. Ich glaube, das berechtigte bessere Image der Facharbeit wird sich dann auch auf den Berufsnachwuchs positiv auswirken und in diese Richtung ausstrahlen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne darf ich Sie ersuchen, dieser Gesetzesnovelle zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich darf mich noch einmal beim Hohen Haus für die konstruktive Zusammenarbeit bedanken. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Marizzi.
In der Sache selbst wundert es mich schon ein bisschen, dass sich jetzt alle sozusagen Asche aufs Haupt streuen und sagen, jeder sei schuld, weil man nicht gesehen hat, dass das Ganze rückwirkend in Kraft gesetzt worden wäre, und nur der Herr Bundespräsident hat uns gerettet. (Zwischenruf des Abg. Marizzi.) – Ganz ehrlich: Wer von Ihnen hat sich jetzt wirklich mit dem Kundmachungsdatum auseinandergesetzt?
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
wir beschließen es noch einmal. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Aber euren Abgeordneten geht es ja genauso: Sie müssen zum Teil Abänderungen einbringen, die von Regierungsstellen gemacht werden, obwohl sie in der Kürze gar nicht überprüfen können, was sie da tun, und obwohl sie mit ihrem Namen dafür herhalten müssen. – Das ist doch das Problem! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Aubauer.
Möglicherweise ist dieser Anlassfall gar kein großes Problem gewesen, aber es könnte ein Anlassfall dafür sein, über die wirklichen Fragen nachzudenken. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Aubauer.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Scheibner: Bravo!
Abgeordneter Peter Marizzi (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Verfassungsausschuss hat am Dienstag einstimmig beschlossen, dass wir für unsere parlamentarischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwas tun. Sie können den Betriebskindergarten des Bundes benutzen. Ich glaube, das ist ein wesentlicher Schritt und eine Erleichterung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir sind stolz darauf, dass Frau Präsidentin Prammer und ihre Kolleginnen und Kollegen von der Präsidiale und auch die Präsidenten und die Präsidentinnen dieses Unterfangen unterstützen und geben dieser Gesetzesnovelle gerne unsere Zustimmung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Scheibner: Bravo!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir haben noch andere Themen in der „Pipeline“, die wir gemeinsam – alle fünf Fraktionen – erledigen werden. Das ist die Frage der Anwendbarkeit des Token, ausreichend Büromaterial, Diensthandy, Fortbildung, Reisebewegungen. Das wollen wir auch bis zum Sommer erledigt haben. Ich wünsche uns allen dazu viel Erfolg – herzlichen Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Der zweite Punkt, den Kollege Neugebauer angesprochen hat: Es gibt andere Vorstellungen bezüglich der ParlamentsmitarbeiterInnen. Fortbildung ist, glaube ich, noch nicht erwähnt worden, ist aber ein Punkt, den wir für notwendig und wichtig erachten. Diese Fortbildung scheitert offenbar bislang am Veto des Herrn Finanzministers. Insofern glaube ich, dass man hier durchaus ein gewisses Selbstbewusstsein im Haus an den Tag legen könnte, wenn es den Willen gibt, hier zu Verbesserungen zu kommen, was die Reisekosten betrifft und unter anderem vor allem auch Fortbildungsmaßnahmen. Dann sollte es nicht daran scheitern, dass die Bundesregierung dem Hohen Haus sagt, dass es für die ParlamentsmitarbeiterInnen nicht mehr Geld geben kann. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten auch darüber eine Einigung erzielen werden. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Ich bedanke mich vor allem nicht nur bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch bei der Parlamentsdirektion, bei der Frau Präsidentin, dass sie sich und natürlich die Anliegen der Mitarbeiter so konstruktiv einbringt. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Ich glaube, dass ein sehr guter Geist herrscht in diesem Ausschuss, der zum Wohle der Mitarbeiter bestellt ist. (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Pfeffer.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Pfeffer.
Ich bedanke mich vor allem nicht nur bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch bei der Parlamentsdirektion, bei der Frau Präsidentin, dass sie sich und natürlich die Anliegen der Mitarbeiter so konstruktiv einbringt. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Ich glaube, dass ein sehr guter Geist herrscht in diesem Ausschuss, der zum Wohle der Mitarbeiter bestellt ist. (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Pfeffer.)
Abg. Sburny: Haben Sie zugehört? – Abg. Brosz: Sie haben nicht zugehört!
Abgeordnete Anita Fleckl (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Brosz, ich glaube nicht, dass es im Bundeskindergarten an der Qualität der Kindergärtnerinnen mangelt. (Abg. Sburny: Haben Sie zugehört? – Abg. Brosz: Sie haben nicht zugehört!) Das sind ausgebildete Kindergärtnerinnen, und ich bin davon überzeugt, dass die Kinder dort bestens betreut sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Brosz: Gruppengröße ist Ihnen wieder einmal egal! – Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Brosz: Gruppengröße ist Ihnen wieder einmal egal! – Zwischenruf der Abg. Sburny.
Abgeordnete Anita Fleckl (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Brosz, ich glaube nicht, dass es im Bundeskindergarten an der Qualität der Kindergärtnerinnen mangelt. (Abg. Sburny: Haben Sie zugehört? – Abg. Brosz: Sie haben nicht zugehört!) Das sind ausgebildete Kindergärtnerinnen, und ich bin davon überzeugt, dass die Kinder dort bestens betreut sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Brosz: Gruppengröße ist Ihnen wieder einmal egal! – Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Beifall bei der SPÖ.
geworden und aus unserem Umfeld nicht mehr wegzudenken. – Ich danke herzlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend eine Bemerkung: Diese Anfrage und die Erledigung dieser Anfrage wurden nicht in der Hängematte durchgeführt, sondern hier im Parlament, auf einem Schreibtisch. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Es wurde schon alles gesagt, aber nicht von jedem!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich glaube, zum Inhalt braucht man jetzt nicht wirklich noch einmal etwas sagen. (Abg. Dr. Graf: Es wurde schon alles gesagt, aber nicht von jedem!) Alle haben sich bei allen MitarbeiterInnen bedankt. Das ist wichtig. Ich glaube, Kollege Neugebauer hat gleich einleitend gesagt, was in den nächsten Monaten und Wochen noch auf dem Programm steht. Ich glaube, es ist wichtig, dass man auch in diesem wichtigen Bereich am Puls der Zeit ist.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Bei allem Respekt und bei allem Bekenntnis zu unseren Mitarbeitern: Ich glaube, wir sollten auch schauen, dass wir selbst am Puls der Zeit sind. – Alles Gute! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Rechnungshofpräsident Dr. Moser: Fast!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Heute haben wir eine ganze Reihe von Rechnungshofberichten zu diskutieren, und wir sind so flott unterwegs, dass der Herr Präsident des Rechnungshofes, den ich somit begrüßen darf, fast zu spät gekommen wäre. (Rechnungshofpräsident Dr. Moser: Fast!)
Beifall bei der SPÖ.
Und was mich sehr verwundert hat: Der Rechnungshof stellt fest, dass die medizinische Betreuung auf Werkvertragsbasis mit Ärzten – Thalheim und Traiskirchen – um 250 Prozent gestiegen ist. Das kann doch auch nicht sein. Daher sollten wir uns doch selbst einmal bemühen, die Beamten, die Leute, die sich mit den Asylverfahren zu beschäftigen haben, derartig gut auszustatten, dass wir uns nicht sozusagen selbst aufhalten, damit nicht unser eigenes Verhalten dazu führt, dass diese Verfahren so lange dauern. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Neugebauer: Ich schließe mich dem Dank an!
Zum Schluss bedanke ich mich bei den Mitarbeitern des Rechnungshofes für die solide und sehr gut nachvollziehbare Aufarbeitung dieser Thematik. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Neugebauer: Ich schließe mich dem Dank an!)
Zwischenruf des Abg. Sieber.
Der Aktenrückstau, der sich damit aufgebaut hat, ist beträchtlich. Der Rechnungshof selbst schätzt, dass es jedenfalls sechs Jahre dauern wird, ihn abzutragen. So viel zur Kalkulation der Regierung, bis wann man mit dem jetzt ausgerufenen Asylgerichtshof alles wieder erledigt haben wird, nämlich bis zum Jahr 2010. Wenn ich rechne, gehen sich sechs Jahre bis zum Jahr 2010 nur noch sehr knapp aus. (Zwischenruf des Abg. Sieber.) Aber das ist vermutlich eine Rechnung, die mein Vorredner wieder anstellen könnte.
Beifall bei den Grünen.
Das ist eine internationale Verurteilung, die für Österreich wirklich blamabel ist. Es bleibt daher zu hoffen, dass dieser Rechnungshofbericht irgendwo im Innenministerium an politisch relevanter Steller auf offene Ohren stößt. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.
Ich möchte noch etwas klarstellen: Die mangelhafte Grundversorgung stelle nicht ich fest. Österreich ist bezogen auf seine Bevölkerungszahl das Asylland Nummer eins; das ist heute schon mehrfach angesprochen worden. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.) In Relation zu Deutschland zehnmal so viel! Amerika hat die doppelte Anzahl an Asylfällen in Relation zu Österreich; das brauchen wir gar nicht auf die Personen umzurechnen! Die Grundversorgung und die Versorgung von Asylwerbern überhaupt ist mehr als gut. Da sind wir Weltmeister, sonst würden nicht so viele Asylwerber zu uns kommen. Es wird ja bitte in ausländischen Medien für das Paradies Österreich geworben, so nach dem Motto: Geht nach Österreich! Da ist die Grundversorgung am besten, schaut, dass ihr dorthin kommt! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.
Ich möchte noch etwas klarstellen: Die mangelhafte Grundversorgung stelle nicht ich fest. Österreich ist bezogen auf seine Bevölkerungszahl das Asylland Nummer eins; das ist heute schon mehrfach angesprochen worden. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.) In Relation zu Deutschland zehnmal so viel! Amerika hat die doppelte Anzahl an Asylfällen in Relation zu Österreich; das brauchen wir gar nicht auf die Personen umzurechnen! Die Grundversorgung und die Versorgung von Asylwerbern überhaupt ist mehr als gut. Da sind wir Weltmeister, sonst würden nicht so viele Asylwerber zu uns kommen. Es wird ja bitte in ausländischen Medien für das Paradies Österreich geworben, so nach dem Motto: Geht nach Österreich! Da ist die Grundversorgung am besten, schaut, dass ihr dorthin kommt! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bin wirklich froh darüber, dass auch der Rechnungshof in diesem Bereich profund aufgezeigt hat, wo Verbesserungsvorschläge notwendig sind und wo diese umzusetzen sind, denn allein die 325 Millionen € an vermeidbaren Mehrkosten rechtfertigen den engagierten Einsatz und die Verbesserung in diesem Bereich. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
auch all jene bewusst sein, die versuchen, ständig neue Forderungen aufzustellen. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Ob Ungarn-Aufstand, Prager Frühling, Militärputsch in Chile: Immer haben wir Flüchtlinge aufgenommen, immer haben wir Flüchtlinge betreut. Mit dem Zerfall des Ostblocks, den Kriegen in Tschetschenien und Jugoslawien stieg die Flüchtlingswelle wieder dramatisch an. Was haben wir getan? – Wir haben wieder Flüchtlinge aufgenommen, wir haben wieder Flüchtlinge betreut! (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, wir ÖsterreicherInnen haben damit sehr menschlich auf diese Asylwelle reagiert, wir haben aber auch gezeigt, dass wir die Probleme auch organisatorisch im Griff haben, dass wir jenen helfen, die Hilfe brauchen, und dass wir aber auch schauen, wer wirklich Hilfe braucht. Das fordert nicht nur der Rechnungshof von uns, das fordert vor allem auch die österreichische Bevölkerung von uns, denn sie ist es, die das mittragen muss, sie ist es, die das finanzieren muss. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich danke dem Rechnungshof für seine wertvollen Beiträge dazu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dem muss man wirklich entgegentreten, dass in letzter Konsequenz alle kleinen Gemeinden keine Nahversorger mehr haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch
Böses Beispiel zum Schluss: In der Stadt, wo ich aufgewachsen bin, in Hartberg, ist es schon so arg, dass bei jeder Ortseinfahrt solche Zentren (Zwischenruf des Abg. Grillitsch) – nicht nur Supermärkte! – herausschießen. Bei einer ist es sich gar nicht mehr ausgegangen. Da steht nur mehr das Skelett, da sind gar keine Firmen mehr reingegangen. So viele Ungarn können gar nicht nach Österreich fahren, dass ganz Hartberg als Einkaufszentrum durchgeht! Also haben wir nur mehr die Skelette und ein paar Kreisverkehre herum, im Acker. Alles hergerichtet für diesen Wahnsinn! Wer zahlt denn das? – Der Steuerzahler. Das sind Aspekte, die da noch gar nicht drinstehen. Aber ich gratuliere! Ich kann Ihnen nachweisen, wer da versagt hat. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Böses Beispiel zum Schluss: In der Stadt, wo ich aufgewachsen bin, in Hartberg, ist es schon so arg, dass bei jeder Ortseinfahrt solche Zentren (Zwischenruf des Abg. Grillitsch) – nicht nur Supermärkte! – herausschießen. Bei einer ist es sich gar nicht mehr ausgegangen. Da steht nur mehr das Skelett, da sind gar keine Firmen mehr reingegangen. So viele Ungarn können gar nicht nach Österreich fahren, dass ganz Hartberg als Einkaufszentrum durchgeht! Also haben wir nur mehr die Skelette und ein paar Kreisverkehre herum, im Acker. Alles hergerichtet für diesen Wahnsinn! Wer zahlt denn das? – Der Steuerzahler. Das sind Aspekte, die da noch gar nicht drinstehen. Aber ich gratuliere! Ich kann Ihnen nachweisen, wer da versagt hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Auer: Ich habe etwas gemacht!
Ich möchte einige Worte zur schon zitierten Nahversorgung aufgrund der Prüfung die Einkaufszentren betreffend sagen. Ich komme ja, wie Sie wissen, aus dem Lebensmittelbereich und kenne mich da ein bisschen aus. Mir kommt es heute so vor, wie es die ganzen Jahre passiert ist: Es werden hier Sonntagsreden gehalten. Jeder Politiker, jeder Bürgermeister hat immer wieder betont: Bei der Nahversorgung muss etwas geschehen, da muss man etwas dafür tun! (Abg. Auer: Ich habe etwas gemacht!) – Herr Auer, das stimmt! Einige Bürgermeister sind ausgenommen, Sie zum Beispiel. – Es gab in Summe vor 20 Jahren zirka 18 000 selbständige Einzelhändler im Lebensmittelbereich, heute sind es nur mehr 3 000. Da sind Existenzen vernichtet worden unter dem Gesichtspunkt der Politik! Die Politik hat zugeschaut. Sie hat zwar immer wieder gesagt: Da muss etwas geschehen, da müssen wir forcieren, da müssen wir unterstützen!, und das ist auch passiert, aber mit der Gießkanne. Man hat einfach überall ein bisschen Geld hingegeben. Dieses Geld war zum Leben zu wenig, zum Sterben scheinbar noch zu viel.
Abg. Auer: „Land lebt auf!“
Es gibt Möglichkeiten, die Nahversorgung wieder anzukurbeln: Es gibt in Oberösterreich ein Projekt, das sich „Land lebt auf!“ nennt. (Abg. Auer: „Land lebt auf!“) – Jawohl, wir kennen es. – In der Zwischenzeit sind es vier Betriebe im Raum Oberösterreich. Das Prinzip ist ganz einfach erklärt: Unter einem Dach gibt es viele unterschiedliche Branchen, die von einem Partner geführt werden, und zwar im Franchisesystem, das heißt, Lebensmittelanbieter, Gastronomiebetrieb, die Post (Abg. Auer: Tankstelle!), eine Tankstelle, Kopieranstalt, Entgegennahme von Textilputzerei et cetera. Wenn man diese verschiedene Branchen in eine Hand gibt, dann erreicht man auch, dass diese Einheit lebensfähig ist. Diese Leute gehören unterstützt. Wenn Sie sich dafür interessieren: Ich glaube, die Raiffeisenlandesbank ist gerne bereit, die entsprechenden Hinweise zu geben. – Danke schön! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Auer: Tankstelle!
Es gibt Möglichkeiten, die Nahversorgung wieder anzukurbeln: Es gibt in Oberösterreich ein Projekt, das sich „Land lebt auf!“ nennt. (Abg. Auer: „Land lebt auf!“) – Jawohl, wir kennen es. – In der Zwischenzeit sind es vier Betriebe im Raum Oberösterreich. Das Prinzip ist ganz einfach erklärt: Unter einem Dach gibt es viele unterschiedliche Branchen, die von einem Partner geführt werden, und zwar im Franchisesystem, das heißt, Lebensmittelanbieter, Gastronomiebetrieb, die Post (Abg. Auer: Tankstelle!), eine Tankstelle, Kopieranstalt, Entgegennahme von Textilputzerei et cetera. Wenn man diese verschiedene Branchen in eine Hand gibt, dann erreicht man auch, dass diese Einheit lebensfähig ist. Diese Leute gehören unterstützt. Wenn Sie sich dafür interessieren: Ich glaube, die Raiffeisenlandesbank ist gerne bereit, die entsprechenden Hinweise zu geben. – Danke schön! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP.
Es gibt Möglichkeiten, die Nahversorgung wieder anzukurbeln: Es gibt in Oberösterreich ein Projekt, das sich „Land lebt auf!“ nennt. (Abg. Auer: „Land lebt auf!“) – Jawohl, wir kennen es. – In der Zwischenzeit sind es vier Betriebe im Raum Oberösterreich. Das Prinzip ist ganz einfach erklärt: Unter einem Dach gibt es viele unterschiedliche Branchen, die von einem Partner geführt werden, und zwar im Franchisesystem, das heißt, Lebensmittelanbieter, Gastronomiebetrieb, die Post (Abg. Auer: Tankstelle!), eine Tankstelle, Kopieranstalt, Entgegennahme von Textilputzerei et cetera. Wenn man diese verschiedene Branchen in eine Hand gibt, dann erreicht man auch, dass diese Einheit lebensfähig ist. Diese Leute gehören unterstützt. Wenn Sie sich dafür interessieren: Ich glaube, die Raiffeisenlandesbank ist gerne bereit, die entsprechenden Hinweise zu geben. – Danke schön! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Beifall des Abg. Schalle.
Die fairste Lösung wäre, ein Modell zu finden, damit diese Gemeinden auch über ein funktionales Budget verfügen, über einen Haushalt verfügen, mit dem sie ihren Aufgaben gerecht werden können. Das wäre ein Vorschlag dazu, wie wir den ländlichen Raum aufrechterhalten können – im Interesse der Landwirtschaft, im Interesse der dort lebenden Bevölkerung und letztendlich auch im Interesse des Tourismus. (Beifall des Abg. Schalle.)
Beifall bei der ÖVP.
Schlussendlich sind wir aber dennoch dazu aufgerufen, dieser Entwicklung möglichst entgegenzusteuern. Die Politik hat auch einige Maßnahmen, die sie aber in den Ländern durchaus noch sehr zögerlich verwendet. Aber eines ist, glaube ich, an uns alle gerichtet und so wichtig, dass wir das auch hier heraußen vertreten sollten: dass nämlich der Konsument tagtäglich die Entscheidung fällt. Dort, wo er seinen Einkauf tätigt, unterstützt er auch. Wenn die Konsumenten bereit sind, im eigenen Ort beim eigenen Nahversorger nicht nur das zu kaufen, was sie im großen Einkaufszentrum zu besorgen vergessen haben, dann werden wir es in Zukunft vielleicht auch schaffen, örtliche Nahversorger zu halten und auch wiederzubeleben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Abgeordneter Kogler hat heute gemeint, dass wir auch auf unsere eigenen Parteifreunde einwirken sollten, auch was die Länder und die Gemeinden betrifft. Ich bin eine Wiener Abgeordnete, und ich freue mich, dass Sie das gesagt haben, Herr Abgeordneter Kogler, denn bei uns ist es so – frei nach dem alten Sprichwort: „Wenn der Herrgott net will, nutzt des gar nix!“ –: Wenn der Häupl net will, nutzt des gar nix! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Rossmann hat das gestern in der Debatte um die Erhöhung der Negativsteuer bei den Pendlern auch gesagt: eine Prämie für die Zersiedelungspolitik, und ich muss jetzt wiederholen, was ich auch schon gestern gesagt habe: Viele der Menschen, die in diesen Einkaufszentren arbeiten, diese Frauen und Männer, die Familie zu Hause haben und vielleicht mit einem öffentlichen Verkehrsmittel fahren würden, können es sich nicht aussuchen und müssen trotzdem mit dem Auto fahren. Daher muss ich sagen: Wir sollten uns wirklich überlegen, wie wir das in Zukunft mit den Einkaufszentren regeln – gerade in Wien! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne sollte man sich manchmal auch am eigenen Schopf packen, wenn man Kritik übt, und nicht nur auf die Bürgermeisterpartei oder andere Parteien mit dem Finger zeigen. (Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Das heißt, der Rechnungshof hat gezeigt, dass seine Empfehlungen Inhalte haben, die umsetzbar sind. Sie wurden von den geprüften Stellen übernommen und umgesetzt. Das ist sicherlich für den Steuerzahler eine gute Arbeit, aber auch für Sie ein Beweis dafür, dass Kontrolle funktioniert. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ.
Der dritte und für mich ganz wesentliche Punkt sind die Wohnungspreise für kaufinteressierte Mieter, die deutlich höher waren, als sie dann im Rahmen des Unternehmensverkaufs an das Käuferkonsortium erwirtschaftet wurden. Bei der BUWOG betrug der Quadratmeterpreis beim Verkauf an die Mieter 1 132 €, der Transaktionswert, der erzielt wurde, lag bei 597 €. Das heißt, die Mieter waren in Wirklichkeit zweimal benachteiligt: durch den wesentlich höheren Verkaufspreis und dadurch, dass der Verkauf wesentlich erschwert wurde, weil eben diese Grenze von 25 Prozent der kaufinteressierten Mieter eingezogen wurde. Die Mieter haben die Rechnungen dafür bezahlt, dass die Käufer binnen kurzer Zeit enorme Wertsteigerungen erzielen konnten. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Also: Keine Alternative zu diesem Projekt! Wir sollten aus diesen Fehlern und aus diesen Schwächen lernen, weil wir ja vor der – hoffentlich baldigen – Realisierung des nächsten Projektes, Brenner-Basistunnel, stehen. – Danke. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Rädler: Mit Kat oder ohne?
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen einen Gebrauchtwagen um 15 000 € (Abg. Rädler: Mit Kat oder ohne?) – mit Kat natürlich, sonst ist er ja weniger wert –, und dann kommen Sie drauf, acht Monate später entdecken Sie, dass Sie mit diesem Gebrauchtwagen um 15 000 € im Handschuhfach 5 000 € mit verkauft haben. Die haben Sie nämlich irrtümlicherweise drinnen liegen gelassen. Und jetzt müssen Sie mit dem Käufer verhandeln (Abg. Neugebauer: Da gehörst du eh gestraft!), ob die 5 000 € noch Ihnen gehören oder ob die sozusagen mit Verkauf des Autos auch verkauft wurden, ob das inkludiert ist. (Abg. Neugebauer: Da gehörst du eh gestraft! – Abg. Riepl: Das passiert sehr selten, nicht?)
Abg. Neugebauer: Da gehörst du eh gestraft!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen einen Gebrauchtwagen um 15 000 € (Abg. Rädler: Mit Kat oder ohne?) – mit Kat natürlich, sonst ist er ja weniger wert –, und dann kommen Sie drauf, acht Monate später entdecken Sie, dass Sie mit diesem Gebrauchtwagen um 15 000 € im Handschuhfach 5 000 € mit verkauft haben. Die haben Sie nämlich irrtümlicherweise drinnen liegen gelassen. Und jetzt müssen Sie mit dem Käufer verhandeln (Abg. Neugebauer: Da gehörst du eh gestraft!), ob die 5 000 € noch Ihnen gehören oder ob die sozusagen mit Verkauf des Autos auch verkauft wurden, ob das inkludiert ist. (Abg. Neugebauer: Da gehörst du eh gestraft! – Abg. Riepl: Das passiert sehr selten, nicht?)
Abg. Neugebauer: Da gehörst du eh gestraft! – Abg. Riepl: Das passiert sehr selten, nicht?
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen einen Gebrauchtwagen um 15 000 € (Abg. Rädler: Mit Kat oder ohne?) – mit Kat natürlich, sonst ist er ja weniger wert –, und dann kommen Sie drauf, acht Monate später entdecken Sie, dass Sie mit diesem Gebrauchtwagen um 15 000 € im Handschuhfach 5 000 € mit verkauft haben. Die haben Sie nämlich irrtümlicherweise drinnen liegen gelassen. Und jetzt müssen Sie mit dem Käufer verhandeln (Abg. Neugebauer: Da gehörst du eh gestraft!), ob die 5 000 € noch Ihnen gehören oder ob die sozusagen mit Verkauf des Autos auch verkauft wurden, ob das inkludiert ist. (Abg. Neugebauer: Da gehörst du eh gestraft! – Abg. Riepl: Das passiert sehr selten, nicht?)
Abg. Mag. Hauser: Mehr! Mehr!
Und dabei hat das Kabinett Grasser mindestens 200 bis 300 Millionen € – ich muss ja selbst immer wieder nachdenken, denn es ist ein wirklich unfassbarer Betrag – den Investoren, den Käufern geschenkt (Abg. Mag. Hauser: Mehr! Mehr!) – ja, wahrscheinlich sogar mehr, ich bin ja vorsichtig –, genauso, wie der Autoverkäufer die 5 000 € im Handschuhfach mit verschenkt hat. So ging Grasser um mit unseren Vermögenswerten, so ging er um mit dem, was teilweise unsere Steuerleistungen waren – und so wird jetzt von der ÖVP klammheimlich vertuscht, was damals wirklich gelaufen ist! Ich bin ja dem Herrn Präsidenten des Rechnungshofes sehr dankbar, dass er während zweier intensiver Sitzungen des Rechnungshofausschusses sehr gut die Aktenlage dargestellt hat, die ja seine Kritik, die Ihnen in gedruckter Form vorliegt, eingehend untermauert.
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, dieses Beispiel zeigt uns sehr deutlich, wie sehr die Privatisierungspolitik von Schwarz-Blau zulasten der Menschen in dieser Republik gegangen ist und dass wir heute in unserem Budget ein Loch haben, das auf jeden Fall darauf zurückzuführen ist, dass damals nicht das Ziel erreicht wurde, das eigentlich lautete: Erlösmaximierung. – Das ist mein größter Vorwurf: Das Kabinett Grasser hat sich das Ziel Erlösmaximierung gesetzt, und was ist herausgekommen? – Man hat die Privaten bedient und die Immofinanz mehr als saniert! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe von Abgeordneten der ÖVP
So weit sind wir, bitte! Ich bin wirklich ein junger Mandatar (Zwischenrufe von Abgeordneten der ÖVP) – ja, jung, gemessen an der Zeit meiner Tätigkeit in diesem Haus – und habe die Tätigkeit des Rechnungshofes seit einem halben Jahr verfolgen können. Ich sage Ihnen, das ist hochinteressant – und jeder Bericht ist haarsträubend, bitte! Was da drinnen steht, was da aufgezeigt wird, welche Verfehlungen da gemacht werden von sogenannten hochgeschätzten Persönlichkeiten, die unser Volksvermögen verschenken, das ist kaum zu glauben!
Abg. Dr. Mitterlehner: Ein bissel leiser, ...!
Bei der Privatisierung der BUWOG – das ist ja auch haarsträubend – wurde Geld nach allen Richtungen verschenkt. Es wurden auch Gutachten, teure Beratung durch ein Investmenthaus zugekauft: um 8,2 Millionen €! – Das scheint mir so die nächste Homepage eines Finanzministers Grasser zu sein. Also alles in dieser Dimension: 8,2 Millionen € für Beratungsleistungen, bitte, im Zusammenhang mit dieser Privatisierung! (Abg. Dr. Mitterlehner: Ein bissel leiser, ...!)
Abg. Dr. Schelling: War der Grasser nicht aus eurem Nahbereich?
Lieber Doktor! Wenn Sie so etwas verteidigen, dann verstehe ich Sie überhaupt nicht! (Abg. Dr. Schelling: War der Grasser nicht aus eurem Nahbereich?) Wir haben uns das im Rechnungshofausschuss angeschaut. Mich macht das wirklich betroffen, wie fahrlässig da mit dem Geld umgegangen wird!
Ruf bei der ÖVP: Für Tirol ist nichts zu teuer!
Zur Unterinntaltrasse: Aus Tiroler Sicht ein absolut wichtiges Projekt! Seien wir froh, dass es kommt! Aber auch da muss ich sagen: Kostenüberschreitungen von ursprünglich 1,35 Milliarden auf 1,99 Milliarden €! – Im Ausschuss sind wir dann draufgekommen, dass diese 1,99 Milliarden auch nicht zu halten sind. Der Dr. Vavrovsky hat ja festgestellt, wenn man das valorisiert, dann werden das 2,06 bis 2,1 Milliarden € sein – also tatsächlich das, was der Finanzchef Trattner uns bereits vor einem halben, dreiviertel Jahr über die „Tiroler Tageszeitung“ kundgetan hat: dass diese Kosten tatsächlich so hoch liegen werden. (Ruf bei der ÖVP: Für Tirol ist nichts zu teuer!)
Zwischenruf des Abg. Hörl
Damit das nicht passiert und auch dieses an sich verkehrspolitisch wichtige Projekt realisiert wird (Zwischenruf des Abg. Hörl), Franz, brauchen wir die begleitende Kontrolle des Rechnungshofes. Das müssen wir wirklich umsetzen, damit exorbitante Kostenexplosionen vermieden werden und damit wir endlich einmal ein Körberlgeld für all jene Projekte haben, die wie wir hier flehentlich vom Rednerpult aus einfordern, zu denen
Beifall bei der FPÖ.
es dann aber von der Regierungsbank aus immer heißt: Das ist nicht budgetiert, dafür haben wir kein Geld! – Aber wenn ich mir die Rechnungshofberichte anschaue, dann weiß ich, wo das Geld ist, das wir nicht haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube nicht!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsident! Hohes Haus! Zum ersten Wunsch des Kollegen Hauser, dem Wunsch nämlich, dass der Rechnungshof sozusagen in Regierungsrang gestellt wird – das müssten Sie dann beantworten, Herr Präsident Dr. Moser, ob Sie das wollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube nicht!) Das übernehme ich nicht für Sie.
Abg. Öllinger: Weil Sie ihm so ähnlich schauen! – Heiterkeit des Abg. Neugebauer.
Ich weiß nicht, warum ich jetzt in die Situation komme, den ehemaligen Finanzminister Grasser zu verteidigen. (Abg. Öllinger: Weil Sie ihm so ähnlich schauen! – Heiterkeit des Abg. Neugebauer.) Ich hoffe, dass da von der ÖVP auch noch etwas kommt. Ich rolle nur so viel auf: Herr Kollege Hauser, wenn Sie über die hellseherischen Fähigkeiten verfügen, zu wissen, wie sich Kosten künftig entwickeln – in welchem Bereich auch immer –, dann sind Sie hier falsch am Platz, das darf ich Ihnen sagen. Sie würden viel mehr Geld verdienen, wenn Sie sich beispielsweise in den Aktienmarkt oder sonst irgendwohin in die Wirtschaft begeben. Dort verdienen Sie Millionen, vielleicht Milliarden, wenn Sie wissen, wie sich manche Kostenpositionen zukünftig entwickeln.
Beifall des Abg. Schalle.
Aber heute in der retrospektiven Bewertung des gesamten Vorganges tun wir uns etwas leichter. Das ist überhaupt keine Frage: Hinterher ist man immer klüger, hinterher weiß man alles immer besser. Nur: Diese unfaire Haltung sollten wir nicht einnehmen. Natürlich, wenn man ganz fair ist, muss man auch sagen, es hat ein faires Bieterverfahren gegeben. Hätte es kein faires Bieterverfahren gegeben, wären Klagswege beschritten worden. Solche sind nicht beschritten worden. Somit ist alles reibungslos, korrekt über die Bühne gegangen, meine Damen und Herren! (Beifall des Abg. Schalle.)
Beifall bei der SPÖ.
Also: Unter dem Strich ein Rechnungshofbericht, der ein weiteres Beweisstück dafür ist, dass Grasser als Synonym für Misswirtschaft steht. So bleibt am Ende wohl zu hoffen, dass die Hoffnung des Finanzstaatssekretärs in Erfüllung geht, dass zumindest für die Zukunft Lehren aus diesem Bericht gezogen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch eine Information zur Immofinanz. Der Buchwert der gekauften Wohnungen war damals 1,2 Milliarden, so wurden sie in die Bilanz genommen, heute sind sie 1,9 Milliarden wert, und zwar deswegen, weil zusätzliche Investitionen getätigt wurden und der Wert eines weiteren 54-Prozent-Anteils an der Kärntner ESG dazukam. Außerdem wurden 700 Objekte fertiggestellt. Damit ist diese Wertsteigerung zu erklären. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
heute auf diese Art und Weise damit auseinandersetzen müssen, sondern auch die Verhandlungen zu den Eurofightern geführt hat. Traumüller selbst hat in den Untersuchungsausschüssen, dann sogar in jenem zu den Eurofightern – das ist ein umtriebiger Mann gewesen, es hat ja keinen Untersuchungsausschuss gegeben, wo der nicht gebraucht wurde, so auch im letzten Rechnungshofausschuss hier –, das sogar noch begründet damit, dass er die Verhandlungen zum Eurofighter-Vertrag für das Ministerium für Finanzen deshalb geführt hat, weil er beim Verkauf der Bundeswohnungen so erfolgreich war. Genauso haben dann der Abfangjägerdeal und der Vertragsabschluss auch ausgesehen. So schließt sich der Kreis. – Seien Sie einsichtig! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Man bekommt schon den Eindruck, dass der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser 65 000 BUWOG-Wohnungen an bevorzugte Anbieter zum Nachteil der Steuerzahler verscherbelt hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Ministerin! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Ministerin!
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! (Rufe bei der SPÖ: Ministerin! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Ministerin!) – Frau Bundesminister, Entschuldigung! Die Frau Bundesminister weiß, dass sie meine größte Wertschätzung hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! (Rufe bei der SPÖ: Ministerin! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Ministerin!) – Frau Bundesminister, Entschuldigung! Die Frau Bundesminister weiß, dass sie meine größte Wertschätzung hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.
Ich hoffe, Herr Präsident des Rechnungshofes, dass man Ihre Vorschläge hier besonders berücksichtigt und in Zukunft verstärkt laufende Kontrollen bei derartigen Großprojekten vornimmt. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Schlussendlich hat ein Zusammenwirken zwischen ASFINAG und Rechnungshof dazu geführt, dass 5,99 Millionen an Kostensenkung erreicht werden konnten. – Das ist also auch ein Erfolg, den der Rechnungshof in diesem Bereich durch seine Prüfung bewirken konnte. – Ich hoffe, das war nicht zu lang und danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Dienstrechts- und Besoldungsreform bedarf sicherlich noch einer intensiven Diskussion, aber auch der Bereitstellung entsprechender finanzieller Mittel. Unsere Frau Bundesministerin Doris Bures ist auf gutem Weg. Ich danke ihr für die engagierte Arbeit, auch im Sinne der Bediensteten! (Beifall bei der SPÖ.)
Bravoruf des Abg. Hörl.
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Gahr. 2 Minuten Redezeit. – Bitte. (Bravoruf des Abg. Hörl.)
Beifall bei der ÖVP. – Bravoruf des Abg. Hörl.
Insgesamt beinhaltet diese Prüfung durchaus einen klaren politischen Auftrag, und ich hoffe und wünsche, dass es uns gelingt, diese Reformen insgesamt zum Wohle und zum Nutzen der Beamten, die größtenteils tolle beziehungsweise gute Arbeit leisten, umzusetzen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Bravoruf des Abg. Hörl.)
Abg. Neugebauer: Wir haben die meisten Nebengebühren mit beschlossen!
Ich könnte mir vorstellen, dass Herr Kollege Morak alle Nebengebühren, die da enthalten sind, in wirklich schönem Schönbrunner-Deutsch deklamiert: Wahrscheinlich würden die Abgeordneten dann reihenweise in Ohnmacht fallen! Wahrscheinlich könnte nur Abgeordneter Neugebauer heldenhaft Widerstand leisten und der Ohnmacht entgehen. (Abg. Neugebauer: Wir haben die meisten Nebengebühren mit beschlossen!) Somit könnte er die Niederlage der Nebengebühren vielleicht verhindern!
Abg. Dr. Graf: So wenig?
Aber Scherz beiseite, meine Damen und Herren: Da kommen wirklich unglaubliche Gebühren vor! – Bleiben wir noch kurz bei der Schuss- und Fangpauschale: Da gibt es nämlich zum Beispiel eine „Schuss- und Fangpauschale wildernde Katze“. Das deutet darauf hin, dass also offenbar zwischen einer „Schuss- und Fangpauschale wildernder Hund“, einer „Schuss- und Fangpauschale streunender Tiger“ und der genannten Pauschale unterschieden wird. Jedenfalls wird die Pauschale betreffend die wildernde Katze extra angeführt. Sie beträgt pro wildernde Katze 1,38 €. (Abg. Dr. Graf: So wenig?)
Abg. Hörl: Ich schon!
Können Sie sich unter der „Zerwirkerpauschale“ etwas vorstellen? (Abg. Hörl: Ich schon!) Sie schon! Gut! Dann werden Sie das vermutlich dann auch noch erklären!
Zwischenruf des Abg. Neugebauer.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte es jetzt nicht mehr erklären. Im Ausschuss haben der Rechnungshofpräsident und seine Beamten den verzweifel- ten Versuch angestellt, diese 600 Nebengebühren in Form von Grafiken darzustellen und dann trichterförmig zu veranschaulichen, wie diese 600 Nebengebühren auf zirka 100 Nebengebühren reduziert werden könnten. Sie waren leider nicht da, Herr Abgeordneter Neugebauer, sonst wäre der Versuch schon im Ansatz erstickt worden, aber ich halte es für ein sinnvolles Unternehmen. (Zwischenruf des Abg. Neugebauer.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Im Übrigen sage ich nur mehr zu den Beamtenpensionssystemen: Wir haben das ganz kurz diskutiert. Es wäre tatsächlich sinnvoll, die Bundesländer dazu zu bringen, dass sie mit dem Bund schon aus Gerechtigkeitsgründen harmonisieren. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wie die Beamtenpensionssysteme in den Bundesländern sollten auch die Bezügepensionen doch etwas deutlicher, als es in der Vergangenheit der Fall war, harmonisiert werden. Zudem – und dieser Hinweis war sehr deutlich – ist die Harmonisierung im Zusammenhang mit der Oesterreichischen Nationalbank ein eigenes Kapitel, die im Grunde noch gänzlich ausständig ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Hörl: Bringt mir ein Messer, dann zeige ich es euch!
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Minister! Herr Rechnungshofpräsident! Kollege Dr. Martin Graf fragt gerade nach der „Zewirkapauschale“. Ich weiß auch nicht, was das ist, aber Kollege Hörl meinte, dass er es weiß. Ich trete ihm gerne eine halbe Minute ab! Erklär uns, was das ist! (Abg. Hörl: Bringt mir ein Messer, dann zeige ich es euch!) – Ein Messer? Ich glaube, da rede ich lieber selbst weiter! Das scheint mir ja sehr gefährlich zu sein
Abg. Hörl: Das heißt Zerwirkerpauschale!
Wobei man natürlich nicht das Kind mit dem Bade ausschütten darf. Natürlich wird es weiterhin Zulagen und Zuschläge geben müssen, etwa für gefährliche Tätigkeiten oder wirkliche Mehrleistungen, das ist ja selbstverständlich. Aber mit Dingen wie dem „Zewirkapauschale“, mit denen wir alle nichts anfangen können ... (Abg. Hörl: Das heißt Zerwirkerpauschale!) – „Zewirka“? Ich kann leider weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas anfangen! Jetzt haben wir das wirklich so oft angesprochen, Herr Präsident, vielleicht könnten Sie uns dann im Bericht erklären, was diese „Zewirkapauschale“ tatsächlich darstellt!
Beifall bei der FPÖ.
Zu den Nebengebühren möchte ich sonst nichts sagen. Ausgehend von dem Bericht möchte ich sagen, dass das ebenfalls wirklich eine Erfolgsgeschichte ist! Jetzt sind die Bundesländer gefordert: Dort kann man die Pensionsreform noch umsetzen, und es ist wirklich höchst an der Zeit, damit man auch hier zu einem ehrlichen, fairen Ausgleich für die Pensionisten kommt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hörl: Endlich ein Fachmann!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Den Herrn Präsidenten des Rechnungshofes habe ich schon vier Mal begrüßt. Meine sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin ein bekennender Fischer, das sage ich gleich vorweg. Die Zerwirkerpauschale bedeutet: Das „Zerwirken“ des Wildes ist sozusagen das Aufbrechen des Wildes – und damit ist das Rätsel gelöst. (Abg. Hörl: Endlich ein Fachmann!)
Beifall beim BZÖ.
Natürlich ist in der Nationalbank noch sehr viel zu tun. Da müssen noch sehr viele Maßnahmen getroffen werden, wenn man weiß, dass dort heute noch sehr viele Mitarbeiter mit 55 in Pension gehen und den Letztbezug quasi als Pension mitnehmen. Da gibt es noch viel zu tun, und ich hoffe, dass wir einmal gemeinsam einen Beitrag leisten und bei der Einforderung der Reformen Übereinstimmung finden! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist also ein ausgezeichneter Bericht, der Anlass dafür gibt, dass wir diese Diskussion führen und auch schon Schritte eingeleitet haben. Das Einzige, worum ich noch bitten möchte, ist, dass wir sagen: Es gibt für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, die hervorragende Arbeit leisten – die österreichische öffentliche Verwaltung liegt, was die Qualität und die Korruptionsresistenz betrifft, im europäischen Vergleich im Spitzenfeld –, auch Nebengebühren, die ihre Berechtigung haben. Diese sollte es auch in Zukunft geben. Daher möchte ich wirklich ersuchen, dass wir uns gemeinsam darum bemühen die Nebengebühren zu reduzieren, aber auch eine differenzierte Betrachtungsweise an den Tag zu legen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass gerade die Berichte des Rechnungshofes gut Aufschluss geben, aber die Hausaufgaben muss man vor Ort erledigen. Es ist, wie ich meine, höchste Zeit, da nachzusehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Mittlerweile zahlt der Bund ja mehr als ein Fünftel der Entlohnung nicht für Grundgehälter, sondern für Zulagen und Nebengebühren. Bei den Zulagen sind es in etwa 260 Millionen € und bei den Nebengebühren in etwa 1 Milliarde €. Dank des Kollegen Öllinger wissen wir jetzt auch, welche verschiedenen Nebengebühren es gibt. Diese brauche ich heute auch nicht mehr anzuführen. Für Schreibkräfte gibt es eine Erschwernis- und Mehrleistungszulage, die auch nicht mehr adäquat ist, weil sich die ganze Situation geändert hat. Es war sehr amüsant, da könnte man direkt ein Kabarett machen, wenn wir das weiterverfolgten. Wir haben alle sehr viel zu diesem Thema erfahren. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der ÖVP.
Wie gesagt, der Rechnungshof hat uns vor Augen geführt, dass wir einen neuen Zulagenkatalog erstellen sollen. Wir haben gesagt, vielleicht an die 100 Titel. Die Frau Bundesministerin denkt, dass es schwierig sein wird. Ich möchte Sie, Frau Bundesministerin, bitten, in Zusammenarbeit mit der GÖD alle diese Nebengebühren zu durchforsten und festzustellen, welche nicht mehr zeitgemäß sind und nur mehr finanziellen Aufwand bedeuten. Wir wollen den Beamtinnen und Beamten natürlich nichts wegnehmen, sie sollen das behalten, was sie haben, aber es soll nicht zu einem bürokratischen Aufwand werden, damit alle wirklich Gewinner in diesem System sind. – Danke nochmals, Herr Präsident, für diesen fundierten Bericht. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Ganz aktuell gibt es einen Rechnungshofbericht betreffend die Spanische Hofreitschule. Darin zeigt der Rechnungshof auf, dass ein Bereiter in der Hofreitschule bis zu 173 000 € Jahresgage hat, und zwar nicht deshalb, weil er so ein hohes Gehalt hat, sondern weil dieses Gehalt durch Nebengebühren und Sondervergütungen um bis zu zwei Drittel aufgebessert wird. Das ist einfach ein Wahnsinn! So etwas wäre in der Privatwirtschaft undenkbar. (Zwischenruf des Abg. Hornek.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Neugebauer: Wenn es keine Kurbel gibt, kurbelt niemand!
Frau Minister, ich wünsche Ihnen viel Erfolg, vor allen Dingen viel Erfolg bei der Durchsetzung gegen den Herrn Neugebauer. Ich glaube, da werden Sie noch einiges zu tun haben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Neugebauer: Wenn es keine Kurbel gibt, kurbelt niemand!)
Beifall bei der ÖVP.
Generell ist zu sagen, dass sich im gebietskörperschaftsübergreifenden Vergleich ganz klar zeigt, dass die Pensionsregelungen des Landes Niederösterreich die höchsten Einsparungen mit sich bringen. Das ist zurückzuführen auf die Harmonisierung mit der APG-Pensionsberechnung. Ich hoffe sehr, dass auch die anderen Bundesländer nachziehen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herzlichen Dank an Sie, Frau Bundesministerin, an Sie, Herr Rechnungshofpräsident, und Ihre MitarbeiterInnen für Ihre verantwortungsvolle Tätigkeit, die hoffentlich jetzt leichter wird, auch im Sinne aller Beamtinnen und Beamten. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Das ist ein wichtiges Motiv, jawohl!
Abgeordneter Thomas Einwallner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Rechnungshofpräsident! Hohes Haus! Es ist aus Sicht der Jugend die Reform der Beamten- und der Beamtenpensionssysteme im Bund natürlich erfreulich, wenn man bedenkt, der Bund gibt jährlich rund 7 Milliarden € für die Pensionsleistungen aus. Das ist eine gewaltige Summe. Durch die Pensionsharmonisierung ist eine Trendumkehr gelungen, weg vom Problem zu geringer Einnahmen an Pensionsbeiträgen und zu hoher Ausgaben an Ruhebezügen hin zu einer Systematik, die leistungsgerecht und finanzierbar ist. Und da muss ich immer wieder betonen, dass es natürlich das Verdienst der Regierung Schüssel ist, im Bewusstsein, nachhaltige und vernünftige Politik für junge Menschen zu machen, und dass diese Reformen natürlich im Interesse der Jungen in diesem Land umgesetzt wurden und hoffentlich auch halten werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Das ist ein wichtiges Motiv, jawohl!)
Allgemeiner Beifall.
Abschließend möchte ich mich bei Ihnen nochmals sehr herzlich für die positive Beurteilung der Arbeit des Rechnungshofes bedanken. Ich leite dieses Lob gerne an meinen Bediensteten weiter, denn die Leistung, die Sie hier als positiv bezeichnet haben, ist hauptsächlich von den Bediensteten des Rechnungshofes erbracht worden. Herzlichen Dank und alles Gute! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Antrag bezieht sich auf die Situation von Kleinkindern mit Behinderungen. Beim Pflegegeld werden Kleinkinder mit Behinderungen massiv schlecht eingestuft, weil die Zeit der Betreuung, die ein Kleinkind ohnehin braucht, automatisch abgezogen wird. Und das führt bei Eltern von Kindern mit Behinderungen zu einer untragbaren Situation. Deshalb ist es notwendig, dass mit den Ländern, die in der Regel das Pflegegeld ausbezahlen, vereinbart wird, dass behinderte Kleinkinder gegenüber erwachsenen Menschen mit Behinderungen beim Pflegegeld nicht schlechter gestellt werden, sondern genauso wie diese eingestuft werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Mitte dieses Jahres wird es von jenen Arbeitsgruppen des Sozialministeriums, die Minister Buchinger initiiert hat, Berichte geben, um gemeinsam mit den Ländern, mit den Interessenvertretungen und mit den Verbänden die bestmöglichen Ergebnisse für die Zukunftsmodelle der Pflege zu erzielen. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Liebe Frau Kollegin, für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind Betreuung und Pflege ein Schlüsselthema für die Zukunft unseres österreichischen Sozialsystems. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mitte dieses Jahres wird es von jenen Arbeitsgruppen des Sozialministeriums, die Minister Buchinger initiiert hat, Berichte geben, um gemeinsam mit den Ländern, mit den Interessenvertretungen und mit den Verbänden die bestmöglichen Ergebnisse für die Zukunftsmodelle der Pflege zu erzielen. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Liebe Frau Kollegin, für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind Betreuung und Pflege ein Schlüsselthema für die Zukunft unseres österreichischen Sozialsystems. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich freue mich, dass sich jetzt schon abzeichnet, dass es hier breite Unterstützung für die Sondereinstufung beim Pflegegeld für Kinder und Jugendliche geben wird. Daher freue ich mich besonders auf den Diskurs im Sozialausschuss. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Die Frage der Pflegegeldeinstufung für behinderte Kleinkinder ist meiner Meinung nach zu überdenken. Die derzeitige Regelung ist meiner Meinung nach falsch und stellt eine große Belastung für jene dar, die pflegen müssen. Ich glaube, wir sollten dem Rechnung tragen. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
behindert ist, schwer behindert ist, dann ist die Qualität der Betreuung und der Pflege doch eine völlig andere. Daher ist es notwendig, das auch bei der Einstufung beim Pflegegeld zu berücksichtigen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr
Frau Kollegin Haidlmayr! Ich bin allerdings sehr skeptisch, dass Ihr Antrag oder mein Antrag (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr) – es gibt von mir auch einen Antrag – die Zustimmung der Regierungsparteien erfahren wird. Diese werden einen eigenen Antrag machen und werden ihn hier beschließen. Das soll uns nicht stören. Hauptsache ist, dass es eine Lösung für die Betroffenen gibt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Kollegin Haidlmayr! Ich bin allerdings sehr skeptisch, dass Ihr Antrag oder mein Antrag (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr) – es gibt von mir auch einen Antrag – die Zustimmung der Regierungsparteien erfahren wird. Diese werden einen eigenen Antrag machen und werden ihn hier beschließen. Das soll uns nicht stören. Hauptsache ist, dass es eine Lösung für die Betroffenen gibt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Wir sind auch für eine Überarbeitung des Pflegegeldgesetzes, weil es in Hinkunft möglich sein muss, dass auch behinderte Kinder eine 24-Stunden-Pflege erhalten. Deshalb stehen wir diesem Antrag auch positiv gegenüber. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber ich würde mir auch wünschen, dass wir die Durchführungsverordnung überarbeiten. Meine Kollegin Durchschlag wird dann näher darauf hinweisen, dass das in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt ist. Ich glaube, dass wir das als Gesamtpaket betrachten sollten. Und ich bin zuversichtlich, dass wir, wenn wir gut miteinander verhandeln, auch ein gutes Ergebnis erzielen werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was ich mir aber in diesem Zusammenhang wünschen würde – das ist mir sehr wichtig; das ist auch im Sinne der Familien mit behinderten und mehrfach behinderten Kindern –, ist eine intensivere Diskussion, ein verstärktes Aufgreifen des Themas Integration. Ich meine da echte Integration, Integration, die nicht mit dem Ende der Schulpflicht endet, Integration, die sich wirklich an den Bedürfnissen, an den Möglichkeiten von behinderten Menschen orientiert. Nutzen wir die Situation, auch das im Ausschuss wieder vermehrt zu thematisieren! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich bitte Sie, diesen Antrag im Ausschuss zu diskutieren. Ich weiß, dass er nicht eins zu eins umgesetzt werden wird, aber ich bitte darum, dass diese Idee der progressiven Ausgleichstaxe weiterverfolgt wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ist es der richtige Weg? Gelingt es uns wirklich, mit der in diesem Antrag enthaltenen Erhöhung der Ausgleichstaxen Betriebe zu motivieren, ihre soziale Verantwortung besser und verstärkt wahrzunehmen? Oder ist es das Ziel, durch Mehreinnahmen durch die Ausgleichstaxen Betriebe stärker finanziell zu unterstützen, die bereits Arbeitsplätze für Behinderte zur Verfügung stellen, oder jene Betriebe stärker in die Verantwortung zu nehmen und finanziell zu unterstützen, die bis dato noch keine Arbeitsplätze für behinderte Menschen zur Verfügung gestellt haben? Oder wäre es nicht sinnvoll, all diese positiven Maßnahmen und Vorschläge, die bestehen und eingebracht wurden, unter einen Hut zu bringen und ein Gesamtpaket für behinderte Menschen umzusetzen? – Das sind Fragen, meine sehr geehrten Damen und Herren, die wir im Sozialausschuss zu beraten haben. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, dass es viel erfolgversprechender ist, Anreizsysteme und Unterstützungsstrukturen zu schaffen und auszubauen – insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe, die Menschen mit Behinderung ohne Verpflichtung einstellen oder die Quote übererfüllen – und als zusätzlichen Schritt eine Diskussion um die Ausgleichstaxe in Kombination mit einem Kündigungsschutz zu führen, als so weiterzutun. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ein Freikaufsverbot für Bund, Länder und staatsnahe Betriebe ist, glaube ich, unumgänglich, und wenn wir das erfüllt hätten, dann würden wir die Arbeitslosenzahl von Menschen mit Behinderungen sofort halbieren. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Ich bin der Garant unserer Fraktion für kurze Reden. Herr Kollege Hofer! Sie verfolgen mit diesem Antrag natürlich ein absolut berechtigtes Anliegen. Die Frage ist nur, ob wir das Ziel, das Sie ansteuern, über ein Bonus-Malus-System erreichen können oder ob es beispielsweise einer Hilfe und Unterstützung für Behinderte im Bereich Arbeitsassistenz oder Aufgabenassistenz bedarf. Wir sehen einer Ausschussberatung der ganzen Sache neutral entgegen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde den betreffenden Personen Ersteres nicht nur persönlich wünschen, sondern ich glaube, sie verstehen das tatsächlich auch als ein Zeichen, dass sie die Republik nicht vergisst. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Jetzt! Also, die Steuerreform!
Es ist allerdings nicht möglich, dass Herr Minister Buchinger aus seinem Ressort die Bedeckung vornehmen kann. Er hat daher auch persönlich mit dem Finanzminister in dieser Frage Kontakt aufgenommen, und es ist vereinbart, dass die Verhandlungen dazu im Rahmen der Steuerreform erfolgen sollen. (Abg. Öllinger: Jetzt! Also, die Steuerreform!) Es wird also im Ausschuss die Möglichkeit und die Gelegenheit geben, gemeinsam mit Experten über die notwendigen Geldvolumina zu beraten.
Beifall bei der SPÖ.
Klar ist für die SPÖ auch, dass nicht zuletzt wegen des Alters der Faktor Zeit eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Aus unserer Sicht verdienen die Betroffenen Respekt und Anerkennung. Daher muss es auch einen Weg geben, dass diesem Personenkreis dieses Opfer höher als in der Vergangenheit abgegolten wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne lade ich Sie ein, dieser Vorlage positiv gegenüberzustehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch eine kleine Randbemerkung am Schluss. Lieber Kollege Maier, mit diesem Antrag hast du hoffentlich nicht eine Ablösung der Landeshauptfrau von Salzburg eingeleitet, da du im Gesetzestext schreibst „Der Landeshauptmann und das Bundesamt für Ernährungssicherheit ...“. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Was Ihre Sensibilität in Gender-Fragen betrifft, möchte ich Sie bekräftigen und Ihnen vor allem Folgendes mitgeben: Wenn Sie dies auch in den politischen Gremien der Landwirtschaftskammer in Salzburg lebten und umsetzten, wären wir alle ein Stück weiter. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dieses Informationsdefizit des jeweiligen Landeshauptmannes und der zuständigen Bundesminister gehört jedenfalls repariert. Ich kann diesem Antrag einiges abgewinnen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Wählerwille!
Die stärkste Partei – damit habe ich den Vorsitz im Hauptausschuss – hat eine Koalition mit der fünft- und sechststärksten Partei. Und diese Koalition kommt überein: Wir drei stellen die drei Volksanwälte. Der Vorsitzende des Hauptausschusses schmettert alle anderen Vorschläge ab und lässt nur über den Vorschlag, den die Koalition, bestehend aus der stärksten, der fünft- und sechststärksten Partei, eingebracht hat, abstimmen. (Ruf bei der ÖVP: Wählerwille!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Darmann.
Ich meine, solche Dinge sollten uns doch sehr zu denken geben, und ich glaube, dass man gerade im Bereich der Verfassung einigen Handlungsbedarf in unserem Lande hat. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Darmann.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Die endgültige Entscheidung liegt natürlich immer – das sei unbenommen – bei der parlamentarischen Mehrheit des Hauptausschusses, aber das Vorschlagsrecht sollte nur jenen zukommen, die nicht in der Regierung, sondern in der Opposition sitzen. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Fest steht jedenfalls, dass die derzeitige Rechtslage dem Parlament wesentlich mehr Mitwirkungsrechte einräumt, als das in anderen Staaten der Fall ist, eben indem das Einvernehmen mit dem Hauptausschuss herzustellen ist. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) An diesem kooperativen Verfahren sollte man jedenfalls festhalten.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Wir sind ja nicht am Opernball!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Faschingsausklang. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Wir sind ja nicht am Opernball!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Aspöck.
Artikel 23c Abs. 1 des Bundes-Verfassungsgesetzes sieht vor, dass die österreichische Mitwirkung an der Ernennung von Mitgliedern des Europäischen Rechnungshofes der Bundesregierung obliegt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Aspöck.) Dieser Absatz bleibt aber durch den vorliegenden Antrag unverändert. Diesen Absatz haben Sie nicht verändert!
Ruf bei der FPÖ: Zweiter Antrag!
Was gilt denn jetzt? (Ruf bei der FPÖ: Zweiter Antrag!) – Die Zuständigkeit der Bundesregierung nach Absatz 1, der ja unverändert geblieben ist, oder die Zuständigkeit des Hauptausschusses nach Absatz 3? (Rufe bei der FPÖ: Zwei Anträge!)
Rufe bei der FPÖ: Zwei Anträge!
Was gilt denn jetzt? (Ruf bei der FPÖ: Zweiter Antrag!) – Die Zuständigkeit der Bundesregierung nach Absatz 1, der ja unverändert geblieben ist, oder die Zuständigkeit des Hauptausschusses nach Absatz 3? (Rufe bei der FPÖ: Zwei Anträge!)
Abg. Öllinger: Nein! Nein! Bitte!
Zur Intention dieses Antrages sei angemerkt, dass es um eine Ausweitung der Minderheitsrechte der Opposition geht. Dazu muss man aber wissen, dass der österreichische Nationalrat hinsichtlich der Kontroll- und Minderheitsrechte im Spitzenfeld der europäischen Parlamente liegt (Abg. Öllinger: Nein! Nein! Bitte!) und unsere Minderheitsrechte besonders stark den Kleinstparteien zugute kommen.
Abg. Strache betritt den Sitzungssaal im Frack. – Oh- und Bravorufe bei der ÖVP.
Schauen Sie sich bitte die europaweite Umfrage an, die die Parlamentsdirektion in Auftrag gegeben hat, in dieser kommt das sehr klar und deutlich zum Ausdruck! Schauen Sie sich diese an – ich habe sie mir angesehen, und ich kann Ihnen gerne die Ergebnisse zeigen. (Abg. Strache betritt den Sitzungssaal im Frack. – Oh- und Bravorufe bei der ÖVP.) – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Die ÖVP verscheucht die eigenen Redner!)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Die ÖVP verscheucht die eigenen Redner!
Schauen Sie sich bitte die europaweite Umfrage an, die die Parlamentsdirektion in Auftrag gegeben hat, in dieser kommt das sehr klar und deutlich zum Ausdruck! Schauen Sie sich diese an – ich habe sie mir angesehen, und ich kann Ihnen gerne die Ergebnisse zeigen. (Abg. Strache betritt den Sitzungssaal im Frack. – Oh- und Bravorufe bei der ÖVP.) – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Die ÖVP verscheucht die eigenen Redner!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Graf.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Auf dieser Seite des Hauses war jetzt nicht ganz klar, ob das Gejohle in den hinteren Rängen die Rednerin gleich mit verscheucht hat, aber das machen Sie sich jetzt in genau diesen Reihen dort hinten aus. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Graf.)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Großruck: Sie hat recht!
Zum Antrag: Sie werden schon recht haben, ein paar Widersprüche waren augenfällig. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Großruck: Sie hat recht!) Aber natürlich können wir das so machen: Ein Kollege macht einen Antrag, das Anlie-
Zwischenruf bei der ÖVP
Was ist die Intention des Antrages? – Bleiben wir nur einmal beim Europäischen Rechnungshof in concreto, der ist doch auch ein Gremium, das auf europäischer Ebene selbst dem öffentlichen Controlling zur Verfügung stehen soll, Finanzkontrolle und andere Dinge, die da auf EU-Ebene anfallen, mithin die gemeinsamen Kontrollen mit den nationalen Rechnungshöfen. Bei uns kommt ja auch keiner auf die Idee (Zwischenruf bei der ÖVP) – Sie natürlich schon; bei Ihnen weiß ich es noch nicht, aber ich sage es halt vorsichtshalber –, dass die Regierung die Kandidatinnen und Kandidaten für den Rechnungshof vorschlägt – realpolitisch geschieht es schon so ähnlich –, formal zu sagen, dass von der Regierungsbank vorgeschlagen wird, wer im Rechnungshof, der dazu berufen ist, die Regierung zu kontrollieren, sitzt.
Beifall bei Grünen und FPÖ.
Jetzt wird halt übrig bleiben, dass wir uns weiter damit auseinandersetzen müssen, und zwar nicht nur was die Nominierungsrechte in Richtung Europäischen Rechnungshof betrifft, sondern auch für Österreich selbst. Es wäre nämlich wirklich sehr weise, darüber nachzudenken, wie wir zu Rechnungshofpräsidenten kommen, die nicht von vornherein dem Vorschlagsrecht von Regierungsfraktionen ausgesetzt sein müssen, obwohl der jetzige sein Geschäft sehr gut macht. Das ist aber nicht deshalb der Fall, weil ihn die Regierung vorgeschlagen hat, sondern weil wenigstens einige wenige weise Bestimmungen in unserer Bundesverfassung vorhanden sind, nämlich jene, dass er zwölf Jahre völlig unabhängig gestellt ist und gar nicht wiedergewählt werden kann. Aber es wäre wichtig, auch für diese Funktion das Vorschlagsrecht für den Nationalrat mit aufrechtzuerhalten. Das ist es! (Beifall bei Grünen und FPÖ.)
Abg. Dr. Aspöck – auf dem Weg zum Rednerpult –: Brauche ich nicht mehr!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es hat sich Herr Abgeordneter Dr. Aspöck noch einmal zu Wort gemeldet. Ich stelle die Uhr auf die gewünschten 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Aspöck – auf dem Weg zum Rednerpult –: Brauche ich nicht mehr!)
Abg. Großruck: Nein, nein!
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (FPÖ): Frau Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kollegin Karl hat sich in einigen wesentlichen Punkten, glaube ich, doch sehr geirrt. (Abg. Großruck: Nein, nein!)
Beifall bei der FPÖ.
Damit, Frau Kollegin, ist jeglicher Widerspruch, den Sie vermeintlich aufgezeigt haben, wieder aufgehoben! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Zur Geschäftsordnung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gehen in die Debatte ein. (Abg. Dr. Graf: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Dr. Graf: Frau Präsidentin! Zur Geschäftsordnung!
Im Sinne des § 57a Abs. 1 der Geschäftsordnung (Abg. Dr. Graf: Frau Präsidentin! Zur Geschäftsordnung!) – Moment! – beträgt die Redezeit in dieser Debatte 5 Minuten, wobei der Erstredner zur Begründung über eine Redezeit von 10 Minuten verfügt.
Beifall bei der FPÖ.
Ich stelle daher gemäß § 18 Abs. 3 der Geschäftsordnung des Nationalrates den Antrag, den Herrn Bundeskanzler sowie die Frau Außenministerin zu laden, damit diese bei diesem Gegenstand Stellung nehmen können. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Das müssen Sie dem Strache sagen! – weitere Zwischenrufe
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Auch wenn es spät ist, auch wenn es nette Bälle gibt (Ruf bei der ÖVP: Das müssen Sie dem Strache sagen! – weitere Zwischenrufe): Wir beschäftigen uns hier mit einem Thema, das tatsächlich ernst zu nehmen ist und dem Sie hier bitte auch die notwendige Aufmerksamkeit widmen sollten.
Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ
Zum selben Zeitpunkt hat der sozialdemokratische Abgeordnete Edelmayer in einem persönlichen Gespräch Ferrero-Waldner auf diese Missstände aufmerksam gemacht. Nach einem Monat bekam er einen Anruf, dass geprüft worden sei und dass eigentlich alles in Ordnung sei (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ) – Sie sollten das schon ernst nehmen; Sie sitzen da jetzt zwar in der Koalition, aber diese Geschichte wird nicht so schnell aus sein, wie manche das möchten –, und er wurde am Telefon davon benachrichtigt, dass eigentlich alles passe. Edelmayer hat dennoch Anzeige erstattet.
Abg. Mag. Kukacka: Das ist alles in der Zeitung gestanden! Dafür haben wir ja die Gerichte!
Mittlerweile sind sieben Botschaftsmitarbeiter angeklagt. Die Anklage lautet auf Amtsmissbrauch, auf das Vergehen der Schlepperei und auf kriminelle Vereinigung. Betroffen sind die Botschaften in Budapest, in Bukarest, in Belgrad, in Sarajewo und in Kiew, und der Hauptangeklagte ist, wie bereits gesagt, vor Prozessbeginn im 67. Lebensjahr plötzlich und unerwartet verstorben. (Abg. Mag. Kukacka: Das ist alles in der Zeitung gestanden! Dafür haben wir ja die Gerichte!)
Beifall bei der FPÖ.
Ja, aber jetzt wird es erst zum Prozess! – Das und die Geständnisse stehen in krassem Widerspruch zu dem, was das Außenministerium dazu sagt. Und was das Außenministerium sagt, hat keine große Plausibilität und wirft auch auf die, die es sagen, kein besonders günstiges Licht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Großruck: Das hat damit überhaupt nichts zu tun!
erster Instanz verurteilt wurde. (Abg. Großruck: Das hat damit überhaupt nichts zu tun!) Das ist dieselbe Materie; es dreht sich um Schlepperei. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
erster Instanz verurteilt wurde. (Abg. Großruck: Das hat damit überhaupt nichts zu tun!) Das ist dieselbe Materie; es dreht sich um Schlepperei. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Kommen Sie einmal zur Sache!
Ich habe noch ein Beispiel. Solche „Fehlleistungen“, wie das Außenministerium das beschönigend nennt, kommen nicht nur auf Botschaften vor, sondern haben zum Beispiel auch auf niederösterreichischen Bezirkshauptmannschaften gefunden, wie Sie vielleicht wissen. Da hat es einen Prozess in St. Pölten gegeben, bei dem der Hauptangeklagte – zwei waren es, war ein Pärchen aus St. Pölten – beschuldigt wurde, für mehrere Frauen aus der Karibik und aus Osteuropa Visa organisiert zu haben. (Abg. Dr. Mitterlehner: Kommen Sie einmal zur Sache!) Das ist ganz zur Sache, Herr Mitterlehner!
Beifall bei der FPÖ.
Ich sage, das hat keine Qualität eines Einzelfalles. Das hat auch nicht die Qualität von bloßer Korruption. Meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist viel mehr. Das ist hohe Kriminalität, die ist gezielt, die ist vernetzt, und sie reicht in die Politik. Und wenn Sie heute hier nicht zustimmen: Ich kann Ihnen versprechen, es wird zu diesem Thema – jedenfalls irgendwann einmal – einen Untersuchungsausschuss geben, weil es einen Untersuchungsausschuss zu diesem Thema geben muss! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte auch vor allem dem ehemaligen oberösterreichischen SPÖ-Landtagsabgeordneten Edelmayer unseren Dank aussprechen, denn durch sein Engagement ist das erst an das Tageslicht gekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Graf.
Diese Mitarbeiter in den Konsularabteilungen werden aber auch sehr oft allein gelassen. Hunderttausende Visa sind dort zu bearbeiten, es herrscht Personalknappheit, sie haben oft schwierige Aktenberge zu erledigen und haben nicht die Ressourcen, die sie sich erwarten. Ich möchte daher auch an dieser Stelle all jenen, die eine gute, ehrliche, fleißige und manchmal sogar ihre Grenzen überschreitende Arbeit im Dienste Österreichs im diplomatischen Dienst leisten, meinen Dank aussprechen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Graf.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich erwarte mir eine offene Diskussion und auch einen ganz scharfen und offenen Bericht auch in den parlamentarischen Gremien. Ich glaube, dass wir diesen Bericht über die detaillierten Maßnahmen entweder im Außenpolitischen Ausschuss oder in einem Rat für Integration und Außenpolitik machen sollten, damit wir das detailliert diskutieren können. Denn das ist der richtige Ort. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Großruck –: Vierzeiler?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Großruck zu Wort. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Rufe – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Großruck –: Vierzeiler?)
Abg. Rosenkranz: Da irren Sie sich völlig!
Frau Kollegin Rosenkranz, ich glaube, Sie werden froh sein, wenn die niederösterreichischen Wahlen vorbei sind (Abg. Rosenkranz: Da irren Sie sich völlig!), denn dann müssen Sie nicht jedes Mal als Vertreterin der FPÖ ans Rednerpult treten – heute die
Abg. Riepl: Das war aber jetzt kein Vierzeiler!
Dringliche Anfrage und jetzt ein Antrag auf Untersuchungsausschuss –, um hier pflichtgemäß die Parteipflicht zu erfüllen. (Abg. Riepl: Das war aber jetzt kein Vierzeiler!)
Abg. Strache: Genau! Und wie die 40 000 Visa-Betrugsgeschichten von selbst passiert sind! – Abg. Mag. Kogler: Sie klären schon immer alles auf, bevor was passiert ist!
Sie können mir glauben, dass sowohl die Vorgängerin, die jetzige Frau Kommissarin Benita Ferrero-Waldner, als auch die jetzige Bundesministerin, Frau Ursula Plassnik, daran interessiert sind, dass in ihrem Ministerium restlos aufgeklärt wird. (Abg. Strache: Genau! Und wie die 40 000 Visa-Betrugsgeschichten von selbst passiert sind! – Abg. Mag. Kogler: Sie klären schon immer alles auf, bevor was passiert ist!) Da brauchen Sie keinen Untersuchungsausschuss, das machen sie von selber, denn welcher Minister kann denn Interesse daran haben, dass in seinem Verantwortungsbereich kriminelle Machenschaften passieren? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Sie können mir glauben, dass sowohl die Vorgängerin, die jetzige Frau Kommissarin Benita Ferrero-Waldner, als auch die jetzige Bundesministerin, Frau Ursula Plassnik, daran interessiert sind, dass in ihrem Ministerium restlos aufgeklärt wird. (Abg. Strache: Genau! Und wie die 40 000 Visa-Betrugsgeschichten von selbst passiert sind! – Abg. Mag. Kogler: Sie klären schon immer alles auf, bevor was passiert ist!) Da brauchen Sie keinen Untersuchungsausschuss, das machen sie von selber, denn welcher Minister kann denn Interesse daran haben, dass in seinem Verantwortungsbereich kriminelle Machenschaften passieren? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, wir wissen, was ein Untersuchungsausschuss in diesem Fall bedeutet. Das haben wir ja zu Beginn dieser Legislaturperiode gesehen. Das war ein politisches Tribunal – und herausgekommen ist nichts bei diesen zwei Untersuchungsausschüssen! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, und genau das wollen Sie auch jetzt haben! Sie wollen ein politisches Thema am Köcheln halten und punkten mit etwas, was die Gerichte viel besser untersuchen können, viel objektiver, viel effizienter, als das in diesem Fall vielleicht ein Untersuchungsausschuss machen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Uns geht es um Aufklärung!
Motto: Irgendwas wird schon hängen bleiben. Nein, meine Damen und Herren! Ursula Plassnik hat selbst größtes Interesse ... (Abg. Dr. Haimbuchner: Uns geht es um Aufklärung!) Schrei nicht so herein, halte dich ein bisschen zurück, Herr Kollege aus Oberösterreich! – Die Außenministerin hat größtes Interesse daran, dass hier gerichtlich aufgeklärt wird, denn sie kann kein Interesse haben, dass es in ihrem Verantwortungsbereich solche kriminellen Machenschaften gibt.
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Mehr als ein einfacher Zweizeiler ist mir zu dem Antrag nicht eingefallen. – Entschuldigen Sie. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Riepl: „Rote“ hat er nicht gesagt! „Rote Schafe“! Hat er gesagt!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da hat es jetzt ja eine Reihe von deutlichen Hinweisen gegeben; ich habe sie zumindest so interpretiert. Da sagt jemand von der ÖVP, nämlich der Kollege Großruck: Liebe Leute, es gibt möglicherweise auch Rote dabei, also SPÖ-Mitglieder, die unter Umständen irgendwo in einem Konsulat tätig waren. (Abg. Riepl: „Rote“ hat er nicht gesagt! „Rote Schafe“! Hat er gesagt!) Das ist auch mein Hinweis, und darum habe ich vorhin nicht geklatscht, als, was ich verstehe und auch für richtig finde, dem Kollegen Edelmayer gedankt wurde.
Abg. Murauer: Gut ist’s! Jetzt wissen wir es!
Nicht, weil ich glaube, dass Frau Ferrero-Waldner im Dienste des organisierten Verbrechens steht – na sicher nicht! Aber ich frage mich: Was führt dazu, dass eine Außenministerin, eine durchaus reputierte Außenministerin, Personen zu einem Aufenthaltsstatus verhilft, von denen klar ist, dass sie ihn nicht erhalten sollen? Warum wird da heftig interveniert? Warum wird die Außenministerin in solchen Sachen eingesetzt, wo sich nachher herausstellt, die betreffenden Personen waren nicht nur gerade nicht „sauber“, sondern da gibt es erhebliche Probleme mit ihrer Lauterkeit? (Abg. Murauer: Gut ist’s! Jetzt wissen wir es!) – Ich glaube, dass Ihnen das unangenehm ist; ich verstehe das schon.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Aber ich kann Ihnen sagen: Sie werden jetzt dagegenstimmen. Wir kennen das Spiel auch aus der Vergangenheit. Sie haben mehrmals dagegengestimmt. Irgendwann kommt der Punkt, an dem Sie durch öffentliche Ermittlungen so weit „weichgekocht“ sind und Ihnen nichts anderes übrigbleibt, als auch einer Untersuchung dieser Causa zuzustimmen. Und wenn Sie dann nach wie vor nicht zustimmen, so wird Sie diese Untersuchung ereilen. Dann werden Sie abgestraft werden, ohne dass das Parlament sich damit befassen kann. Und das wäre das Schechteste. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall, da sich Abg. Strache mit einem Frack bekleidet zum Rednerpult begibt.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster ist Herr Klubobmann Strache zu Wort gemeldet. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Heiterkeit und Beifall, da sich Abg. Strache mit einem Frack bekleidet zum Rednerpult begibt.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Der Redner weist auf die leere Regierungsbank.) Diese Herrschaften vermisst man ja leider Gottes, denn sie sitzen wahrscheinlich schon in der Loge des Herrn Baumeisters Lugner, weil sie lieber beim Opernball zugegen sind, als offenbar hier in diesem Haus zu arbeiten. (Unruhe im Saal.) Das ist schon etwas, was man einmal anmerken muss. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
In dieser Frage haben wahrscheinlich die Regierungsmitglieder ein bisschen Fracksausen bekommen – ein bisschen Fracksausen, weil es da doch eine unangenehme Kriminalitätsgeschichte gibt, die mit dem Außenministerium in Verbindung steht. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Sie mokieren sich über meine Kleidung. Also ich sage, die Kleidung ist sicherlich der Würde des Hauses entsprechend. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Überangepasst!)
Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Überangepasst!
In dieser Frage haben wahrscheinlich die Regierungsmitglieder ein bisschen Fracksausen bekommen – ein bisschen Fracksausen, weil es da doch eine unangenehme Kriminalitätsgeschichte gibt, die mit dem Außenministerium in Verbindung steht. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Sie mokieren sich über meine Kleidung. Also ich sage, die Kleidung ist sicherlich der Würde des Hauses entsprechend. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Überangepasst!)
Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (fortsetzend): ..., dass der Kongress tanzt, und in dem Fall unsere Regierung tanzt. Das ganze Jahr über wird gestritten, aber jetzt sind Sie alle geschlossen, während einer Parlamentssitzung, schon längst beim Opernball und feiern. Ich sage, da sollte man schon Prioritäten setzen, Prioritäten, die ich bei Klubobmann Schüssel genauso vermisse wie bei Klubobmann Van der Bellen oder seiner Dritten Präsidentin, der Frau Glawischnig. Ich nehme nicht an, dass beide am Opernball sein werden, ausnahmsweise glaube ich, dass sie heute bei den Gegendemonstranten stehen. Da gebe ich Ihnen schon recht. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Klubobmann Cap bekommt mein äußerstes Lob – Sie sind hier. Ich wäre heute auch gerne am Opernball, aber die Materie ist zu wichtig. (Beifall bei der FPÖ.) Und genau darum geht es. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) – Sie lachen.
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Klubobmann Cap bekommt mein äußerstes Lob – Sie sind hier. Ich wäre heute auch gerne am Opernball, aber die Materie ist zu wichtig. (Beifall bei der FPÖ.) Und genau darum geht es. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) – Sie lachen.
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.
Herr Großruck, der hier draußen war, dem die Spucke weggeblieben ist und der hier gar nichts mehr findet – ja, ich verstehe das! – bei einem ÖVP-Landtagsabgeordneten Gumpinger, der mit Schlepperkriminalität zu tun hat und in erster Instanz verurteilt worden ist. Da haben ÖVP-Abgeordnete Erfahrung darin. Da verstehe ich, dass Ihnen die Spucke wegbleibt, dass Sie hier herauskommen und sich in dieser unglaublichen Art und Weise hier über das Haus lustig machen. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es geht um 40 000 Visa-Betrugsfälle! Um 40 000, wenn nicht mehr, wenn nicht sogar 60 000 Visa-Betrugsfälle, wo offensichtlich das ÖVP-geführte Außenministerium davon gewusst hat, nicht tätig geworden ist und ein politisches Versagen vorgelebt hat, wie es in der Zweiten Republik einmalig ist. Wahrscheinlich hat Herr Mitterlehner für die Industrie ein paar Facharbeitskräfte über diese Visa-Sache ins Land hereingebracht. Der Verdacht liegt ja fast schon nahe, so wie Sie heute hier versuchen, diese unglaubliche Skandalgeschichte herunterzumachen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist unglaublich, wie Sie hier mit der Würde des Hauses umgehen bei einer Kriminalitätsgeschichte, bei einer organisierten Kriminalitätsgeschichte, angesichts dessen, dass Sie von der ÖVP sich als Sicherheitspartei gerieren und für die Unsicherheit im Land verantwortlich zu machen sind. Es ist unglaublich, wie Sie sich heute hier herausstellen und versuchen, das alles einfach wegzureden. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Hier geht es um politische Verantwortung. Es geht darum, dass es ein Strafverfahren gibt, das im Gange ist, und nächste Woche ein Urteil fällig sein wird. Das heißt, die juristischen Ermittlungen sind zu Ende. Nächste Woche gibt es ein Urteil. Jetzt sind wir zu einem Punkt gekommen, an dem die politische Verantwortung zu überprüfen ist. Und diese politische Verantwortung haben mit großer Wahrscheinlichkeit Sie von der ÖVP, sind aber nicht bereit, das überprüfen zu lassen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Hörl hält drei Finger in die Höhe.
Aber ich habe ja doch irgendwo die Hoffnung, dass die Sozialdemokratie hier auch ihrem eigenen Wahlversprechen treu wird. (Abg. Hörl hält drei Finger in die Höhe.) Die SPÖ hat ja – Herr Klubobmann Cap, ich erinnere Sie –, Sie haben gesagt: Minderheitenrechte stärken. Die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses muss ein Minderheitenrecht werden.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich glaube, heute könnten wir ein Zeichen setzen. Zeigen Sie, dass Ihr gesprochenes Wort auch ehrlich gemeint ist und helfen Sie mit, einen Untersuchungsausschuss herbeizuführen! Genau darum geht es. Und verweigern Sie nicht wieder die Überprüfung der politischen Verantwortung! Das sind die Nagelproben, um die es heute geht – die Nagelproben, wo man doch eines festmachen muss. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) –
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Ja, aber genau dann muss man über die Parteigrenzen hinweg für Ordnung sorgen und muss auch sicherstellen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), dass so etwas nirgendwo vorkommen kann, dass in keiner Partei, und schon gar nicht im Außenministerium solche Betrügereien stattfinden! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ja, aber genau dann muss man über die Parteigrenzen hinweg für Ordnung sorgen und muss auch sicherstellen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), dass so etwas nirgendwo vorkommen kann, dass in keiner Partei, und schon gar nicht im Außenministerium solche Betrügereien stattfinden! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Der Herr Westenthaler ist beim Opernball!
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich verstehe zwar jetzt die Aufregung, bitte aber darum, doch noch kurz durchzuhalten und Ruhe zu bewahren, mir zuzuhören und mir die Möglichkeit zu geben, zu diesem Thema Stellung zu beziehen. (Abg. Strache: Der Herr Westenthaler ist beim Opernball!) – Stimmt nicht!
Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Strache: Die Justiz hat abgeschlossen!
Das ist jetzt natürlich eine schwierige Sache. Tatsache ist jedoch, dass dieser Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses betreffend die Visa-Affäre inhaltlich etwas für sich hat. Er hat inhaltlich sehr wohl etwas für sich, aber – und das gebe ich zu bedenken – zu gegebener Zeit. (Ironische Heiterkeit bei der FPÖ. – Abg. Strache: Die Justiz hat abgeschlossen!)
Abg. Strache: Es ist vorbei! Das Urteil ist nächste Woche öffentlich! Wir können mit den politisch Verantwortlichen beginnen!
Herr Klubobmann Strache, Sie wissen ganz genau, welche Probleme es in den Ausschüssen gegeben hat, und zwar sowohl im Eurofighter- als auch im Banken-Ausschuss, wie sich alle Personen, die in gerichtliche Verfahren involviert waren, ständig der Aussage entschlagen haben. (Abg. Strache: Es ist vorbei! Das Urteil ist nächste Woche öffentlich! Wir können mit den politisch Verantwortlichen beginnen!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Wieder mal die ÖVP!
Das heißt: formal nein, inhaltlich ja. Aber diesen Antrag können wir dann zum gegebenen Zeitpunkt zustimmen; heute nicht. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Wieder mal die ÖVP!)
Heiterkeit bei der ÖVP, weil sich die FPÖ zuerst nicht von ihren Sitzen erhebt, dies dann doch tut. – Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Heiterkeit bei der ÖVP, weil sich die FPÖ zuerst nicht von ihren Sitzen erhebt, dies dann doch tut. – Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)