Eckdaten:
Für die 41. Sitzung der 23. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 790 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Zahlen!
Was die konkrete Zahl der Sektionschefs und -chefinnen im Bundesdienst betrifft, kann ich Ihnen die erfreuliche Nachricht überbringen, dass es uns gelungen ist, von Ende 2006 bis heute den Anteil der Frauen an den SektionsleiterInnen von 10,6 Prozent auf 16 Prozent zu erhöhen. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Zahlen!) Ende 2006 haben wir sieben Sektionsleiterinnen gehabt. Ich glaube, mit dem heutigen Tag haben wir, nachdem Justizministerin Berger heute wieder eine Frau als Sektionschefin nominieren wird, von sieben auf elf Frauen als Sektionschefinnen aufgestockt. Das ist ein guter Weg, und diesen werden wir rasch weitergehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was die konkrete Zahl der Sektionschefs und -chefinnen im Bundesdienst betrifft, kann ich Ihnen die erfreuliche Nachricht überbringen, dass es uns gelungen ist, von Ende 2006 bis heute den Anteil der Frauen an den SektionsleiterInnen von 10,6 Prozent auf 16 Prozent zu erhöhen. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Zahlen!) Ende 2006 haben wir sieben Sektionsleiterinnen gehabt. Ich glaube, mit dem heutigen Tag haben wir, nachdem Justizministerin Berger heute wieder eine Frau als Sektionschefin nominieren wird, von sieben auf elf Frauen als Sektionschefinnen aufgestockt. Das ist ein guter Weg, und diesen werden wir rasch weitergehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Binder-Maier: Frage!
Vor etwa sechs Monaten hat Ihre Amtskollegin Justizministerin Berger bei der Besetzung der Justizanstalt in Eisenstadt einen schlechter qualifizierten Mann einer eindeutig besser qualifizierten Frau vorgezogen. Sie haben dabei nichts getan! (Abg. Binder-Maier: Frage!)
Beifall bei der SPÖ.
Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst Doris Bures: Frau Abgeordnete Rauch-Kallat! Ich habe gerade erwähnt – ich glaube, das wäre auch eine Unterstützung wert –, dass es Frau Bundesministerin Berger jetzt gelungen ist, im Justizbereich erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik eine Frau als Sektionschefin zu nominieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Mit allen dienstrechtlichen Maßnahmen, die mir als Frauen- und Beamtenministerin zur Verfügung stehen, werde ich dafür sorgen, dass wir die gläserne Decke für Frauen im öffentlichen Dienst durchbrechen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sind mehr als die Hälfte!
Grundsätzlich würde ich, wenn Sie mich so fragen, sagen, den Frauen gebührt die Hälfte des Budgets, weil sie auch die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sind mehr als die Hälfte!)
Abg. Dr. Schüssel: Sind Sie jetzt dafür oder nicht?
Wenn wir das wollen, wenn wir eigene Kultur-, Nachrichten-, Sportsendungen haben wollen – ich glaube, das ist wichtig, auch demokratiepolitisch wichtig – und nicht sozusagen deutsches Einheitsfernsehen alles bestimmen soll, dann müssen wir auch die finanzielle Situation im Auge haben. Sie wissen, dass nicht, wie gesagt, das Parlament die Gebühren erhöht, sondern dass der ORF Allgemeingut ist (Abg. Dr. Schüssel: Sind Sie jetzt dafür oder nicht?), weil er auch von der Allgemeinheit finanziert wird. Aber was die Frage der Gebührenerhöhung betrifft, halte ich es so, wie man es bei der letzten im Jahr 2004 gemacht hat, als Dr. Schüssel noch Bundeskanzler war und man davon gesprochen hat, dass man, wenn man 2004 die Erhöhung nicht vornimmt, ein eigenes österreichisches Fernsehen gefährdet. Das, was für 2004 gegolten hat, gilt für mich auch für 2008. (Abg. Dr. Schüssel: Gusenbauer gilt nicht mehr?)
Abg. Dr. Schüssel: Gusenbauer gilt nicht mehr?
Wenn wir das wollen, wenn wir eigene Kultur-, Nachrichten-, Sportsendungen haben wollen – ich glaube, das ist wichtig, auch demokratiepolitisch wichtig – und nicht sozusagen deutsches Einheitsfernsehen alles bestimmen soll, dann müssen wir auch die finanzielle Situation im Auge haben. Sie wissen, dass nicht, wie gesagt, das Parlament die Gebühren erhöht, sondern dass der ORF Allgemeingut ist (Abg. Dr. Schüssel: Sind Sie jetzt dafür oder nicht?), weil er auch von der Allgemeinheit finanziert wird. Aber was die Frage der Gebührenerhöhung betrifft, halte ich es so, wie man es bei der letzten im Jahr 2004 gemacht hat, als Dr. Schüssel noch Bundeskanzler war und man davon gesprochen hat, dass man, wenn man 2004 die Erhöhung nicht vornimmt, ein eigenes österreichisches Fernsehen gefährdet. Das, was für 2004 gegolten hat, gilt für mich auch für 2008. (Abg. Dr. Schüssel: Gusenbauer gilt nicht mehr?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht die Frage!
Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst Doris Bures: Ich bin für einen starken Österreichischen Rundfunk. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist nicht die Frage!) Ich bin für eine starke eigenständige, österreichische kulturelle Identität,
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie für die Gebührenerhöhung, ja oder nein? Eine ganz einfache Frage!
Sportberichterstattung, Nachrichtenberichterstattung (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie für die Gebührenerhöhung, ja oder nein? Eine ganz einfache Frage!) und dagegen, dass man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk finanziell aushungert (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe eine Frage gestellt!), weil das dazu führt, dass es in Zukunft dieses eigenständige österreichische Fernsehen nicht mehr gibt, und das will ich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, Sie sind für die Gebührenerhöhung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe eine Frage gestellt!
Sportberichterstattung, Nachrichtenberichterstattung (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie für die Gebührenerhöhung, ja oder nein? Eine ganz einfache Frage!) und dagegen, dass man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk finanziell aushungert (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe eine Frage gestellt!), weil das dazu führt, dass es in Zukunft dieses eigenständige österreichische Fernsehen nicht mehr gibt, und das will ich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, Sie sind für die Gebührenerhöhung!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, Sie sind für die Gebührenerhöhung!
Sportberichterstattung, Nachrichtenberichterstattung (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie für die Gebührenerhöhung, ja oder nein? Eine ganz einfache Frage!) und dagegen, dass man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk finanziell aushungert (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe eine Frage gestellt!), weil das dazu führt, dass es in Zukunft dieses eigenständige österreichische Fernsehen nicht mehr gibt, und das will ich nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Das heißt, Sie sind für die Gebührenerhöhung!)
Abg. Ing. Westenthaler: 10 Prozent Erhöhung!
Daher ist es ganz einfach: Die Frage der Finanzierung dieses Unternehmens obliegt nicht der Medienministerin, aber meine persönliche Meinung, die Sie auch in Presseaussendungen nachlesen können, ist, dass es – wie bei vielen anderen Gebühren auch – nicht gut ist, wenn es große Sprünge bei Gebührenerhöhungen gibt. (Abg. Ing. Westenthaler: 10 Prozent Erhöhung!) Ich war immer der Auffassung, dass wir die ORF-Gebühren der Inflationsrate anpassen sollten. Das wäre eine faire Regelung – anstatt wie im Jahr 2004, als die Gebühren um 8 Prozent erhöht wurden, wieder hohe Sprünge zu machen, um das österreichische Fernsehen finanziell abzusichern.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also dafür?
Ich bin also dafür, ORF-Gebühren jährlich der Inflationsrate anzupassen. Ich glaube, dann trifft das die kleinen Einkommensbezieher nicht in diesem Ausmaß, wobei gleichzeitig sichergestellt wäre, dass wir in Österreich einen starken ORF haben und kein deutsches Einheitsfernsehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Also dafür?)
Beifall bei der SPÖ.
stellen. Die 5 Prozent sind nicht nur erreicht, sondern wir haben im Jahr 2007 um 16 Prozent mehr Lehrlinge im öffentlichen Dienst als noch im Jahr davor. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Hörl.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Bundesministerin, die Lehrlinge und somit Facharbeiter von morgen müssen uns am Herzen liegen. Wann werden der Bundesregierung die Lehrlinge gleich viel wert sein wie beispielsweise die Schüler? (Demonstrativer Beifall des Abg. Hörl.)
Abg. Brosz: Hat das etwas mit Lehrlingen zu tun?
Abgeordneter Leopold Mayerhofer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Minister, warum werden im Jahr der EURO 2008 bei der Sicherheitsexekutive – sprich: Polizei – anstelle zusätzlichen Personals 398 Planstellen eingespart? (Abg. Brosz: Hat das etwas mit Lehrlingen zu tun?)
Beifall bei der SPÖ.
Diesen jungen Menschen, die es aufgrund ihrer Lerndefizite nicht rechtzeitig schaffen, die Lehre abzuschließen, bieten wir im öffentlichen Dienst an, die Lehre in vier bis maximal fünf Jahren zu absolvieren. Das Bundesministerium für Soziales, das Bundeskanzleramt und das Justizministerium haben auch solchen jungen Menschen, die es besonders schwer im Leben haben, die Chance gegeben, zu einer guten und qualifizierten Ausbildung zu kommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Empfehlen Sie uns als Regierungsmitglied nicht, was das Parlament zu tun hat!
ORF zu Überfinanzierungen, Ungereimtheiten oder Regelungen kommt, die zu Recht zu beanstanden wären, dann würde ich Ihnen empfehlen, von einem Instrument, das das Parlament hat, Gebrauch zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Empfehlen Sie uns als Regierungsmitglied nicht, was das Parlament zu tun hat!) Wenn es den Vorwurf gibt, dass es bei den Finanzströmen zu Ungereimtheiten kommt – die Kontrolle der Gebarung des ORF unterliegt dem Rechnungshof.
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, es ist gut, dass der Rechnungshof den ORF kontrollieren kann. Es ist gut, dass das österreichische Parlament über den Rechnungshof diese Kontrollmöglichkeit besitzt. Daher würde ich meinen, wenn solche Verdächtigungen im Raum stehen, sollte man keine Vorwürfe erheben, sondern Maßnahmen setzen und sich des Rechnungshofs als Kontrollorgan bedienen. Das kann der österreichische Nationalrat tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Falsch!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Frau Medienministerin! Da wir soeben erfahren haben, dass der ORF eine unglaubliche Gebührenerhöhung von 10 Prozent beantragen und durchziehen wird, die im Übrigen sofort eine durchschnittliche Mindestpensionserhöhung auffrisst (Abg. Parnigoni: Falsch!), stelle ich Ihnen jetzt eine Frage, anknüpfend an Ihre Beantwortung der letzten Frage – Sie haben gesagt, Sie wollen, dass die Gebührenerhöhung jährlich stattfindet –: Wie hoch soll die Gebührenerhöhung jährlich sein, und meinen Sie ernsthaft, dass die Menschen jährlich durch eine Gebührenerhöhung belastet werden sollten? (Abg. Parnigoni: Ist das eine Frage oder ein Festvortrag?)
Abg. Parnigoni: Ist das eine Frage oder ein Festvortrag?
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Frau Medienministerin! Da wir soeben erfahren haben, dass der ORF eine unglaubliche Gebührenerhöhung von 10 Prozent beantragen und durchziehen wird, die im Übrigen sofort eine durchschnittliche Mindestpensionserhöhung auffrisst (Abg. Parnigoni: Falsch!), stelle ich Ihnen jetzt eine Frage, anknüpfend an Ihre Beantwortung der letzten Frage – Sie haben gesagt, Sie wollen, dass die Gebührenerhöhung jährlich stattfindet –: Wie hoch soll die Gebührenerhöhung jährlich sein, und meinen Sie ernsthaft, dass die Menschen jährlich durch eine Gebührenerhöhung belastet werden sollten? (Abg. Parnigoni: Ist das eine Frage oder ein Festvortrag?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt alle Gebührenzahler belasten! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.
Was die Frage der Finanzierung des ORF betrifft, ist der Vorschlag offensichtlich, der, während ich in der Fragestunde war, gekommen ist, ... (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr wollt alle Gebührenzahler belasten! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.) – Ich würde gerne Ihre Frage beantworten, Herr Abgeordneter. Aber wenn Sie tratschen, ist das sehr schwierig.
Abg. Ing. Westenthaler: Am besten jeden Monat!
(Abg. Ing. Westenthaler: Am besten jeden Monat!), sondern alle Jahre die Inflationsrate abzugelten; das wären jährlich ein paar Cent.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Ich würde Sie daher ersuchen, diese Angstargumente, die völlig jeder Basis und Grundlage entbehren, hier im Hohen Haus nicht mehr vorzubringen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Abg. Ing. Westenthaler: Und dafür noch die Gebühren erhöht!
Ich möchte Sie fragen: Sind Sie auch der Meinung der ÖVP, dass der ORF verpflichtet ist, Regierungspropaganda, wenn sie von einer Partei eingefordert wird, automatisch betreiben zu müssen? (Abg. Ing. Westenthaler: Und dafür noch die Gebühren erhöht!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir auch!
Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst Doris Bures: Herr Klubobmann Cap, es stimmt schon, dass ich diese Diskussion als sehr eigenartig empfinde (Abg. Ing. Westenthaler: Wir auch!), wenn man nämlich auf der einen Seite permanent Maßnahmen setzt, die einem Unternehmen die wirtschaftliche Basis entziehen, und dann, wenn es darum geht, Maßnahmen zu setzen, um sicherzustellen, dass das Unternehmen ORF den Auftrag, den wir an ihn haben, auch erfüllen kann, sagt: Nein, das kommt nicht in Frage! – Zuerst die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen und dann zu allen Maßnahmen, um diese wieder sicherzustellen, Nein zu sagen, das ist eine Zerstörungsstrategie für den ORF, die, wie ich glaube, die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher wirklich nicht haben möchte.
Beifall bei der SPÖ.
Es stimmt, Herr Klubobmann Cap, dass es einen Beschluss im österreichischen Nationalrat – ich glaube auch, mit überwiegender Mehrheit beschlossen – gegeben hat, im Übrigen mit Zustimmung der ÖVP, Herr Abgeordneter Morak, in dem vereinbart wurde, dass es unsere gemeinsame soziale Verantwortung ist, die Gebühren für jene Menschen, die kleine Pensionen haben, die ein geringes Einkommen haben, die behindert sind, die gehörlos sind, zu übernehmen und dem ORF zu refundieren. – Wir hätten wahrscheinlich diese Diskussion um die Gebührenerhöhung heute nicht, wenn die blau-schwarze Regierung damals dieses schon vorhandene Gesetz nicht wieder abgeschafft hätte. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: „Noch gründlicher“? – Nicht einmal gelesen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Wir haben heute sehr viel Wichtiges und einen großen Berg an Gesetzen zu beschließen. Es hat im Vorfeld so manche Stimmen gegeben, die gemeint haben, das eine oder andere hätte man vielleicht im Rahmen eines Begutachtungsverfahrens noch gründlicher diskutieren können. (Abg. Öllinger: „Noch gründlicher“? – Nicht einmal gelesen!) Ich habe schon einmal an diesem Ort gesagt, dass das richtig ist. Das wäre sicherlich auch in Zukunft eine Überlegung, dass man das künftig selbstverständlich so macht.
Abg. Öllinger: Die Schludrigkeit ist in der Regierung!
Es ist das Recht des Asylwerbers auf anwaltliche Vertretung oder Vertretung durch die berühmten NGOs gewahrt. Es sollen die Entscheidungen des Asylgerichtshofes gesetzlich verpflichtend in anonymisierter Form umgehend veröffentlicht werden. Da ist nichts heimlich, das ist öffentlich. Das finde ich auch richtig so, dass es in dieser Form letztendlich präsentiert wird. Es soll auch durch massiven Ausbau des Personals dafür gesorgt werden, dass auch die erstinstanzlichen Entscheidungen eine andere Qualität haben. Bis jetzt war es so, dass es im Endeffekt mit den Aufhebungen, mit einer gewissen Schludrigkeit (Abg. Öllinger: Die Schludrigkeit ist in der Regierung!), die auch aufgrund dieses Arbeitsdrucks entstand, und aufgrund der Tatsache, dass so viele Fehler vorgelegen sind, natürlich auch mit zu einer Verzögerung kam, dass alle Instanzen ausgenützt wurden – klar: Wenn der Rechtsstaat das anbietet, haben ganze Rechtsanwaltskanzleien das selbstverständlich ausgenützt, keine Frage! Aber jetzt soll hier Ordnung hineinkommen: Ordnung, Rechtssicherheit, Menschlichkeit und natürlich auch eine Beschleunigung der Verfahren im Interesse derer, die diesen Antrag stellen und die als Asylwerber auftreten.
Abg. Ing. Westenthaler: „Bravo“!
Zum zweiten Punkt – wir reden heute ja nicht nur über den Asylgerichtshof –: Es wird ja heute beschlossen, dass die Sozialpartnerschaft in die Verfassung kommen soll. (Abg. Ing. Westenthaler: „Bravo“!) Ich möchte dazu nur ganz kurz etwas sagen: Seit über 50 Jahren gibt es diese Sozialpartnerschaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht in der Verfassung!) Seit über 50 Jahren gibt es die Kritik – bei allen Erfolgen der Sozialpartnerschaft –: Wir haben in der Verfassung das Parlament geregelt, die Regierung, den Bundespräsidenten, all diese Institutionen. Warum bewegt sich die Sozialpartnerschaft außerhalb der Verfassung? – Immer wieder haben wir das gehört.
Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht in der Verfassung!
Zum zweiten Punkt – wir reden heute ja nicht nur über den Asylgerichtshof –: Es wird ja heute beschlossen, dass die Sozialpartnerschaft in die Verfassung kommen soll. (Abg. Ing. Westenthaler: „Bravo“!) Ich möchte dazu nur ganz kurz etwas sagen: Seit über 50 Jahren gibt es diese Sozialpartnerschaft. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht in der Verfassung!) Seit über 50 Jahren gibt es die Kritik – bei allen Erfolgen der Sozialpartnerschaft –: Wir haben in der Verfassung das Parlament geregelt, die Regierung, den Bundespräsidenten, all diese Institutionen. Warum bewegt sich die Sozialpartnerschaft außerhalb der Verfassung? – Immer wieder haben wir das gehört.
Abg. Ing. Westenthaler: Kammerzwang in der Verfassung!
Jetzt gibt es das Bemühen – und das werden wir heute zu einem Abschluss bringen –, dass die Sozialpartnerschaft, die so viel Gutes für Österreich getan hat, ebenfalls Eingang in die Verfassung findet. (Abg. Ing. Westenthaler: Kammerzwang in der Verfassung!) Damit ist es geregelt, das ist ein sauberer Vorgang. Ich denke, dass das sicherlich ein Beitrag ist, um diese Kritik, die immer wieder geäußert wurde, zum Verstummen zu bringen. Es ist auch demokratisch: Es wird hier diskutiert, es wird hier beschlossen. Es ist nicht eine neue Einrichtung, die Gesetze beschließt – um da gleich Irrtümer vorwegzunehmen –, aber die Sozialpartner haben immer sehr viel Einfluss und Macht in Österreich gehabt, und ich finde schon, dass auch sie einer gewissen Regelung bedürfen, so wie wir alle geregelt sind und so wie hier die Demokratie in Österreich im Endeffekt geregelt ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Verfassungsknebelung! Unfreiheit der Menschen ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Verfassungsknebelung! Unfreiheit der Menschen ...!
Jetzt gibt es das Bemühen – und das werden wir heute zu einem Abschluss bringen –, dass die Sozialpartnerschaft, die so viel Gutes für Österreich getan hat, ebenfalls Eingang in die Verfassung findet. (Abg. Ing. Westenthaler: Kammerzwang in der Verfassung!) Damit ist es geregelt, das ist ein sauberer Vorgang. Ich denke, dass das sicherlich ein Beitrag ist, um diese Kritik, die immer wieder geäußert wurde, zum Verstummen zu bringen. Es ist auch demokratisch: Es wird hier diskutiert, es wird hier beschlossen. Es ist nicht eine neue Einrichtung, die Gesetze beschließt – um da gleich Irrtümer vorwegzunehmen –, aber die Sozialpartner haben immer sehr viel Einfluss und Macht in Österreich gehabt, und ich finde schon, dass auch sie einer gewissen Regelung bedürfen, so wie wir alle geregelt sind und so wie hier die Demokratie in Österreich im Endeffekt geregelt ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Verfassungsknebelung! Unfreiheit der Menschen ...!)
Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie die „Presse“ heute gelesen?
Da soll niemand unter Zwang gesetzt werden, da soll niemand irgendwie unter Druck gesetzt werden, sondern es ist eine Realverfassung, die Eingang in die Formalverfassung findet. (Abg. Ing. Westenthaler: Haben Sie die „Presse“ heute gelesen?) Das, so denke ich, ist ein Vorgang, der ebenfalls berechtigt ist und wo wir auch im Zuge dieser vielen Erfolge, die diese Sozialpartnerschaft in den letzten 50 Jahren zu verzeichnen hatte, hier damit einen Abschluss finden.
Beifall bei der SPÖ.
Das ist ein demokratischer Vorgang! Ich weiß, es hat eine zweite Denkschule gegeben, die gesagt hat: Realverfassung, was ist das überhaupt? – Ich finde, es ist gut, dass wir das heute beschließen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neugebauer: Ungeheuerlich!
Was mich persönlich schon gestört hat, war Folgendes: Einen Tag, nachdem wir das mit großer Mehrheit im Verfassungsausschuss beschlossen haben, hat dann Ihr Geschäftsführer es der Mühe wert gefunden, einen Sozialpartner, nämlich die Bauernvertretung, als ständestaatliches Relikt zu kritisieren. Meine Damen und Herren, entweder – oder! (Abg. Neugebauer: Ungeheuerlich!) Das geht nicht! Wir anerkennen die Rolle der Sozialpartner, aber das gilt für alle, auch für die Bauern, auch für die Arbeitnehmer, auch für die Wirtschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was mich persönlich schon gestört hat, war Folgendes: Einen Tag, nachdem wir das mit großer Mehrheit im Verfassungsausschuss beschlossen haben, hat dann Ihr Geschäftsführer es der Mühe wert gefunden, einen Sozialpartner, nämlich die Bauernvertretung, als ständestaatliches Relikt zu kritisieren. Meine Damen und Herren, entweder – oder! (Abg. Neugebauer: Ungeheuerlich!) Das geht nicht! Wir anerkennen die Rolle der Sozialpartner, aber das gilt für alle, auch für die Bauern, auch für die Arbeitnehmer, auch für die Wirtschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! In diesem Zusammenhang gibt es aber einen heiklen Punkt, auf den ich schon auch aufmerksam mache, weil da der Innenminister, der hinter mir sitzt, im europäischen Rat ziemlich isoliert ist. Da braucht er die volle Unterstützung dieses Hauses. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da geht es um die zirkuläre Migration. Dahinter steht natürlich in Wahrheit eine Aufteilung der Migrationsströme. Da sage ich wirklich ganz offen: Ich weiß, du bist da ziemlich allein, weil andere Minister, die in Wahrheit die gleiche innenpolitische Diskussion haben, sich bereits damit abgefunden haben. Ich sage ganz offen: Ich halte es für notwendig, dass man auch im Interesse der Subsidiarität, die wir immer hochhalten, dieses Prinzip sehr nachhaltig hinterfragt und nicht hier eine Entwicklung öffnet, wo wir dann in einigen Jahren womöglich die gleichen Probleme haben, die wir heute in der Folge der Balkankriege sehen. Daher volle Unterstützung dieses Hauses für dich, lieber Innenminister! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.
Das ist aber die gleiche Linie, die dahinter steht, wenn sozusagen öffentlich gefordert wird, es muss den gläsernen Abgeordneten geben. – Ja, es muss die gläserne und die volle Transparenz geben, wo öffentliche Bezüge gezahlt werden. Jeder soll das wissen, keine Frage. Aber die privaten Einkünfte und die Privatsphäre der Damen und Herren Abgeordneten sind genauso schützenswert wie die Privatsphäre aller anderen Bürger. Ich sage das mit dem Wissen, dass das vielleicht nicht überall populär sein mag. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Gestern hat sich Kurt Eder hier von uns verabschiedet. Frau Präsidentin Prammer und Herr Bundeskanzler Gusenbauer sind hier gesessen und haben fest applaudiert. Sind wir jetzt wirklich besser dran, wenn ein erfahrener Parlamentarier wie er das Handtuch wirft? Ich sage das: Mir wird er fehlen. Er ist von einer anderen Fraktion, aber ich habe immer seine Beiträge in der Sache geschätzt, weil ich gewusst habe, dass sie aus einer tiefen Verantwortung für das Haus, für die Gesellschaft, für die Politik kommen und im Wissen, was in der Wirtschaft vorgeht. Ich sage Ihnen ganz offen – und das spreche ich hier auch offen aus, auch wenn es nicht populär sein mag –: Manche Journalisten jagen im Moment Abgeordnete dieses Hauses mit Druck, mit Erpressung, dass sie ihre privaten Bezüge offenlegen sollen. Ich halte das nicht für richtig, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher stehe ich dazu, dass manche Dinge, die sich der eine oder der andere gewünscht hat, nicht in dieser Verfassungsnovelle enthalten sind. – Es lebe das Hohe Haus! (Lebhafter Beifall bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP
Das Hohe Haus ist im Moment in einem Zustand, in dem es, glaube ich, noch nie gewesen ist. Wir befinden uns in der tiefsten Zeit rot-schwarzer Packelei (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP), in der tiefsten Phase von Fledderei an der österreichischen Bundesverfassung (Beifall bei den Grünen) und in der tiefsten rot-schwarzen Zeit, in der die Bundesverfassung mit Füßen getreten wird und auch dieses Parlament und seine parlamentarische Arbeit mit Füßen getreten werden. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie wissen es ganz genau, denn seit Tagen sagen es uns die Verfassungsrechtler und richten es uns die Medien aus, dass der Umgang hier im Hohen Haus mit Verfassungsgesetzen beispiellos ist in der Geschichte der Zweiten Republik.
Beifall bei den Grünen
Das Hohe Haus ist im Moment in einem Zustand, in dem es, glaube ich, noch nie gewesen ist. Wir befinden uns in der tiefsten Zeit rot-schwarzer Packelei (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP), in der tiefsten Phase von Fledderei an der österreichischen Bundesverfassung (Beifall bei den Grünen) und in der tiefsten rot-schwarzen Zeit, in der die Bundesverfassung mit Füßen getreten wird und auch dieses Parlament und seine parlamentarische Arbeit mit Füßen getreten werden. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie wissen es ganz genau, denn seit Tagen sagen es uns die Verfassungsrechtler und richten es uns die Medien aus, dass der Umgang hier im Hohen Haus mit Verfassungsgesetzen beispiellos ist in der Geschichte der Zweiten Republik.
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das Hohe Haus ist im Moment in einem Zustand, in dem es, glaube ich, noch nie gewesen ist. Wir befinden uns in der tiefsten Zeit rot-schwarzer Packelei (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP), in der tiefsten Phase von Fledderei an der österreichischen Bundesverfassung (Beifall bei den Grünen) und in der tiefsten rot-schwarzen Zeit, in der die Bundesverfassung mit Füßen getreten wird und auch dieses Parlament und seine parlamentarische Arbeit mit Füßen getreten werden. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie wissen es ganz genau, denn seit Tagen sagen es uns die Verfassungsrechtler und richten es uns die Medien aus, dass der Umgang hier im Hohen Haus mit Verfassungsgesetzen beispiellos ist in der Geschichte der Zweiten Republik.
Beifall bei den Grünen.
Präsidenten der österreichischen Oberlandesgerichte, die Präsidentin des Obersten Gerichtshofes – Sie führen mit niemandem mehr einen Dialog, nicht einmal mit denen, die betroffen sind, und Sie führen schon gar nicht mit der Bevölkerung einen Dialog! Und ich glaube, bei Verfassungsfragen ist das die wesentliche Messlatte. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mag. Molterer.
Die Verfassung verkommt zur privaten Spielwiese von unserem Altpräsidenten Andreas Khol mit ein paar SPÖ-Verfassungsjuristen, die, ich weiß nicht was, im Bundeskanzleramt „ausbaldowern“ und es dann überfallsartig in den Verfassungsausschuss bringen, teilweise eine Stunde vor Beginn des Ausschusses. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mag. Molterer.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja auch unglaublich, eigentlich!
Es ist überfallsartig, wenn sogar die Justizministerin sagen muss: Ich hatte keine Zeit mehr, die Vorlage zu lesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja auch unglaublich, eigentlich!) – Das ist eine unglaubliche Aussage einer Justizministerin, die sagt: Ich bekam es 24 Stunden vor der Ministerratssitzung in Form einer Tischvorlage. –Mittlerweile werden also rechtsstaatliche Prinzipien in Form einer Tischvorlage abgeschafft! Ich weiß nicht, was man noch schlimmer machen kann in diesem Bereich. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Es ist überfallsartig, wenn sogar die Justizministerin sagen muss: Ich hatte keine Zeit mehr, die Vorlage zu lesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja auch unglaublich, eigentlich!) – Das ist eine unglaubliche Aussage einer Justizministerin, die sagt: Ich bekam es 24 Stunden vor der Ministerratssitzung in Form einer Tischvorlage. –Mittlerweile werden also rechtsstaatliche Prinzipien in Form einer Tischvorlage abgeschafft! Ich weiß nicht, was man noch schlimmer machen kann in diesem Bereich. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Klubobmann Cap müsste eigentlich jetzt rot werden, wenn er es nicht schon ist!
Ist das nicht ein wirkliches Treten der Bundesverfassung mit Füßen, meine Kollegen auf der Regierungsbank, wenn man das so macht? (Abg. Ing. Westenthaler: Der Klubobmann Cap müsste eigentlich jetzt rot werden, wenn er es nicht schon ist!) – Und es geht noch weiter: Die Richter müssen offene Briefe schreiben. Betroffene müssen offene Briefe schreiben.
Heiterkeit
Das würde mich wirklich interessieren, wie sich das bei Ihnen zu Hause am Abend dann abspielt. Stehen Sie dann mit dem Bußgürtel und schlagen sich selbst (Heiterkeit), weil Sie wieder einmal Ihre Versprechen nicht wahrgemacht haben und
Beifall bei Grünen und BZÖ.
dann hier im Haus sagen: Ich werde mich beschweren!? – Bitte ersparen Sie uns das in Zukunft. Ich meine, das ist nicht lustig. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Und was die Krokodilstränen betrifft, die von einzelnen MinisterInnen und Abgeordneten dann hier geweint werden – das ist schon noch erwähnenswert –: Wenn man so einen maßgeblichen Einschnitt in das rechtsstaatliche System macht, wie den Weg zum Verwaltungsgerichtshof für eine bestimmte Gruppe von Menschen in Österreich grundsätzlich auszuschließen, zum Verwaltungsgerichtshof, den es unabhängig seit mehreren Jahrzehnten – bis auf die Nazi-Zeit, da war er ausgeschaltet – in einer Form gibt, wo von niemandem und nirgendwo Kritik an seiner Unabhängigkeit geübt worden ist – und das für Asylwerberinnen und Asylwerber einfach mit einem Federstrich außer Kraft zu setzen, ist ein massiver Einschnitt in unser rechtsstaatliches System –, dann ist es ganz „schrecklich“ und ganz „furchtbar“, wenn dann einzelne Abgeordnete Krokodilstränen weinen. – Im Ausschuss hat kein Einziger dieser Abgeordneten auch nur eine Frage an die Experten gestellt, sich beim Hearing beteiligt, und es ist von ihrer Seite keine einzige kritische Wortmeldung gekommen, daher: Bitte ersparen Sie sich auch diese Krokodilstränen! – Zur Erinnerung: Dieser Ausdruck, dieses Bild kommt nämlich daher, dass die Krokodile, wenn sie ihre Opfer zerbeißen, aus Kraftanstrengung Tränen zerdrücken. Ich glaube, das können Sie sich in Zukunft auch sparen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Klubobmann Schüssel, Sie stellen sich jetzt hier her und verteidigen Intransparenz. – Ich bin sehr wohl der Meinung, dass die Bevölkerung ein Anrecht darauf hat zu wissen, was Abgeordnete in ihrer Freizeit von welchem Unternehmen für welche Tätigkeit bekommen. Ich glaube, dass es tatsächlich ein Interessenkonflikt sein kann, wenn man für einen großen Energieriesen tätig ist und dann hier im Hohen Haus für erneuerbare Energien aufstehen soll. Wenn Sie da keinen Interessenkonflikt sehen, dann tut mir das leid. (Beifall bei den Grünen.)
Vizekanzler Mag. Molterer: Dann halten Sie gute Reden!
Ich fordere Sie in aller Form auf: Wenn Sie wirklich daran Interesse haben, dass das Ansehen der österreichischen Politik nicht weiter sinkt (Vizekanzler Mag. Molterer: Dann halten Sie gute Reden!), dann machen Sie Ihre Parteikassen öffentlich! Dann sagen Sie, von welchen Unternehmen Sie für welchen Zweck welche Summe bekommen haben! – Ich glaube, das wäre ein guter Beitrag für demokratische Kontrolle und für Transparenz. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich fordere Sie in aller Form auf: Wenn Sie wirklich daran Interesse haben, dass das Ansehen der österreichischen Politik nicht weiter sinkt (Vizekanzler Mag. Molterer: Dann halten Sie gute Reden!), dann machen Sie Ihre Parteikassen öffentlich! Dann sagen Sie, von welchen Unternehmen Sie für welchen Zweck welche Summe bekommen haben! – Ich glaube, das wäre ein guter Beitrag für demokratische Kontrolle und für Transparenz. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: ... Rechtsanwalt!
Ich kann das nur unterstreichen: Ja, es ist ein Eselstritt gegen den Rechtsstaat! Aber nicht deswegen, ... (Ruf bei der ÖVP: ... Rechtsanwalt!) – Sie können vielleicht eines Tages froh sein über einen Rechtsanwalt, wenn Sie einen solchen brauchen. Das wissen Sie nicht! Genauso, wie man vielleicht morgen einen Zahnarzt braucht. Das kann man alles nicht sagen! – Aber lenken Sie nicht von der Hauptsache ab, Herr Kollege.
Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner
Nun, auch im Verfassungsausschuss habe ich schon – zur Empörung der dortigen Regierungsvertretung – Anlass gehabt, darauf zu verweisen, dass diese Implementierung Ursache gibt, an die ständische Verfassung des Jahres 1934 zu denken. Ich verstehe schon, dass seitens der ÖVP Protest dagegen erhoben wird, denn das Bundesgesetzblatt Nummer 239/1934 trägt schließlich die Unterschrift des Herrn Dollfuß, der in diesem Haus nicht allseits beliebt ist. Und wenn Sie noch dazu bedenken, dass der Bericht des Verfassungsausschusses auf das Vorblatt der Regierungsvorlage verweist, dass „entsprechend dem Regierungsprogramm ... zur Formulierung der notwendigen Rechtstexte beim Bundeskanzleramt eine Expertengruppe eingerichtet“ worden ist, so lässt das auch an das Jahr 1934 mit dieser Verfassung denken (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner), denn auch dort ist im Kommentar über die dort eingerichteten Organe der Bundesgesetzgebung zu lesen, dass der zweite Abschnitt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner) – Herr Kollege, lassen Sie sich doch etwas erzählen!; Sie wissen manche Sachen nicht, die Sie von mir hören können! – nähere Bestimmungen enthalte, von denen Artikel 50 hervorzuheben sei, demzufolge die Sitzungen der vorberatenden Organe nicht öffentlich seien. – Das war nämlich alles nicht öffentlich, was wir von dieser Expertengruppe bekommen haben.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner
Nun, auch im Verfassungsausschuss habe ich schon – zur Empörung der dortigen Regierungsvertretung – Anlass gehabt, darauf zu verweisen, dass diese Implementierung Ursache gibt, an die ständische Verfassung des Jahres 1934 zu denken. Ich verstehe schon, dass seitens der ÖVP Protest dagegen erhoben wird, denn das Bundesgesetzblatt Nummer 239/1934 trägt schließlich die Unterschrift des Herrn Dollfuß, der in diesem Haus nicht allseits beliebt ist. Und wenn Sie noch dazu bedenken, dass der Bericht des Verfassungsausschusses auf das Vorblatt der Regierungsvorlage verweist, dass „entsprechend dem Regierungsprogramm ... zur Formulierung der notwendigen Rechtstexte beim Bundeskanzleramt eine Expertengruppe eingerichtet“ worden ist, so lässt das auch an das Jahr 1934 mit dieser Verfassung denken (Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner), denn auch dort ist im Kommentar über die dort eingerichteten Organe der Bundesgesetzgebung zu lesen, dass der zweite Abschnitt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner) – Herr Kollege, lassen Sie sich doch etwas erzählen!; Sie wissen manche Sachen nicht, die Sie von mir hören können! – nähere Bestimmungen enthalte, von denen Artikel 50 hervorzuheben sei, demzufolge die Sitzungen der vorberatenden Organe nicht öffentlich seien. – Das war nämlich alles nicht öffentlich, was wir von dieser Expertengruppe bekommen haben.
Beifall bei der FPÖ.
Dieser Geist atmet – Sie können dagegen protestieren, wie Sie wollen –, denn: Wenn man in eine Verfassung die Sozialpartnerschaft implementiert, so hat das in Wahrheit nichts mit Selbstverwaltung zu tun, sondern mit Ausübung politischer Herrschaftsstrukturen, die wir kennen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Ich frage Sie: Wozu soll das dienen? – Das ist ein politisches Signal, dem wir schärfstens entgegentreten (Beifall bei der FPÖ), weil erstens das gesamte Adelaufhebungsgesetz verfassungsgesetzlichen Inhalt hat, das ist ein gesamtes Verfassungsgesetz. Und jetzt wieder aus diesem Gesamtverfassungsgesetz, das aus sieben Paragraphen besteht, den § 6 – welcher lautet: „Alle mit diesem Gesetz in Widerspruch stehenden Vorschriften treten außer Geltung“ – herauszulösen und für aufgehoben zu erklären, das ist ein seltsames politisches Signal, das nach Auffassung republikanischer Überzeugungen nicht nachvollziehbar ist.
Beifall bei der FPÖ.
Ich fasse zusammen: Das ist kein Freudentag, geschweige denn ein Jubeltag für die Verfassungsentwicklung Österreichs. Es sind diverseste schwerste Eingriffe, die schwer zu kritisieren sind und deren Diskussion mit dem heutigen Tag, an dem die große Koalition das durchpeitschen wird, nicht ihr Ende finden wird. Ich halte noch einmal fest: Dass der den Asylgerichtshof betreffende Teil ein wertvoller ist, ist von uns zu unterstreichen, aber das Übrige hätten Sie sich sparen können. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Parnigoni: Mehrheit ist Mehrheit!
Aber eines fehlt wieder einmal, nämlich dass es auch für die Zukunft ausgeschlossen ist, dass, so wie wir es jetzt wieder haben, eine Regierung mit Zweidrittelmehrheit Einfachgesetze in den Verfassungsrang hebt, damit der Verfassungsgerichtshof nicht prüfen kann. (Abg. Parnigoni: Mehrheit ist Mehrheit!) – Herr Kollege, wunderbar, danke für diese Offenheit! Für die Fernsehzuschauer zu Hause: Herr Abgeordneter Parnigoni von der SPÖ sagt: „Mehrheit ist Mehrheit!“ – Aha. Also wenn wir hier eine Zweidrittelmehrheit haben, dann interessiert uns keine Kontrolle mehr, dann interessiert uns kein Verfassungsgerichtshof. (Abg. Ing. Westenthaler: Da fahren wir drüber!)
Abg. Ing. Westenthaler: Da fahren wir drüber!
Aber eines fehlt wieder einmal, nämlich dass es auch für die Zukunft ausgeschlossen ist, dass, so wie wir es jetzt wieder haben, eine Regierung mit Zweidrittelmehrheit Einfachgesetze in den Verfassungsrang hebt, damit der Verfassungsgerichtshof nicht prüfen kann. (Abg. Parnigoni: Mehrheit ist Mehrheit!) – Herr Kollege, wunderbar, danke für diese Offenheit! Für die Fernsehzuschauer zu Hause: Herr Abgeordneter Parnigoni von der SPÖ sagt: „Mehrheit ist Mehrheit!“ – Aha. Also wenn wir hier eine Zweidrittelmehrheit haben, dann interessiert uns keine Kontrolle mehr, dann interessiert uns kein Verfassungsgerichtshof. (Abg. Ing. Westenthaler: Da fahren wir drüber!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ.
„Mehrheit ist Mehrheit!“ – wunderbar, ein größeres Eingeständnis einer Uraltpolitik einer großen Koalition hätte es gar nicht mehr gebraucht. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Nein, meine Damen und Herren! Der Grundsatz muss durchgesetzt werden: Asyl jenen, aber nur jenen, die es wirklich brauchen, die Asylgründe haben, und ein absolutes Nein zum Missbrauch des Asylrechtes, auch wenn das Verfahren über eine lange Dauer geht! (Beifall beim BZÖ.) Und das Asylgericht soll diese Verkürzung der Verfahren bringen.
Abg. Dr. Schüssel: Nicht nur EU, Staatsverträge allgemein!
Nächster Punkt: der Artikel 50 B-VG, der schon angesprochen wurde. Die Regierungsparteien sagen, das vereinfachte Verfahren in EU-Angelegenheiten ist keine Beschneidung. Das ist sehr kompliziert, ich werde versuchen, das verständlich hier darzulegen: Bis jetzt war es so, dass es vor jeder Ratifizierung eines EU-Vertrages hier im Parlament ein Ermächtigungsgesetz gegeben hat. (Abg. Dr. Schüssel: Nicht nur EU, Staatsverträge allgemein!) Ja, ja, über Staatsverträge, richtig. Und Sie, Herr Klubobmann, wissen im Gegensatz zum Klubobmann Strache, der immer sagt: Volksabstimmung über den Reformvertrag!, dass es in der österreichischen Bundesverfassung nicht möglich ist, über Staatsverträge eine Volksabstimmung durchzuführen, sondern nur über Gesetzesbeschlüsse.
Beifall beim BZÖ.
Sie fragen immer nur: Was haben Sie an Alternativen? – Ja, wir haben eine Alternative, auch in diesem Abänderungsantrag, um das zu bereinigen. Wir wollen den Artikel 43 B-VG dahin gehend ändern, dass es in Zukunft auch möglich sein soll, über völkerrechtliche Verträge, deshalb auch über EU-Verträge, auf Antrag des Hohen Hauses direkt Volksabstimmungen durchzuführen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie den Kommentar zur Bundesverfassung lesen – was ab und zu ganz gut ist, die Bundesverfassung auch zu lesen –, sehen Sie, dass der Verfassungsrechtsexperte Mayer sagt: Mit diesem Artikel 23f wird dem Neutralitätsgesetz materiell weitgehend derogiert. Das heißt, die Neutralität wird weitgehend aufgehoben. – Vor zehn Jahren haben Sie das gemacht, meine Damen und Herren, Kampfeinsätze zur Friedensschaffung auch ohne UNO-Mandat als Möglichkeit in der österreichischen Bundesverfassung verankert. Wo da Ihre so wichtige Neutralität geblieben ist, das wage ich hier zu fragen – ich werde keine befriedigende Antwort bekommen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Also das kann doch wirklich nicht sinnvoll sein. Sie verankern aus irgendwelchen Gründen Sozialpartnerschaft in der Bundesverfassung, damit wahrscheinlich auch die Zwangsmitgliedschaft, ohne überhaupt einmal zu definieren, wer denn das überhaupt ist. Es können hier Rechte an Personenverbindungen gegeben werden, ohne dass definiert ist, wer denn das überhaupt ist. Ich will nicht so weit gehen zu sagen, dass das Ständestaat ist, aber das ist ein Rückschritt ins Mittelalter zu den Zunftordnungen, die es damals gegeben hat. Das haben Sie in dieser großen Koalition geschaffen. „Großartig“, da kann man wirklich nur gratulieren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir haben hier einen Abänderungsantrag eingebracht, um auch diesen Sozialpartnerschaftsparagraphen herauszunehmen. Man hat immer gesagt, Lösungen großer Probleme brauchen große Mehrheiten im Parlament. Also wenn das die Lösung großer Probleme ist und das Ihre Lösungskompetenz, dann sage ich Ihnen, Herr Kollege Parnigoni, dann ist diese Regierungsmehrheit in diesem Hohen Haus zu groß und gehört reduziert. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Der Rückstau an offenen Asylverfahren soll bis zum Jahr 2010 abgebaut werden. Die Asylverfahren sollen von der Antragstellung bis zum endgültigen Abschluss, wenn möglich, nicht länger als 18 Monate dauern. Es wäre auch möglich gewesen, mit einer Personalaufstockung zu operieren, aber nach genauerer Analyse haben wir festgestellt, dass das alleine nicht ausreichen wird. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.
Nun ein Wort zu den Entscheidungen, bei denen aufgrund der Erkenntnisse des Verwaltungsgerichtshofes Asyl gewährt wurde. Dies waren in den Jahren 2004 bis 2007 genau 41 Fälle, und zwar 41 von 4 740 entschiedenen Fällen. Von diesen 41 Fällen wurde in 23 Fällen zuvor bereits ein Abschiebeschutz ausgesprochen. Das heißt, die Personen sind nicht abgeschoben worden. In einem Fall war die Asylgewährung aufgrund einer Amtsbeschwerde aufgehoben worden, und dann wurde neuerlich Asyl gewährt. Und in 14 Fällen wurde die Würdigung des Sachverhaltes, wie die Situation im Iran oder im Kosovo ist, vom Verwaltungsgerichtshof anders beurteilt, als das beim UBAS der Fall war. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist wohl ein Scherz! Jetzt reicht es aber langsam!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Damit bleibt der Verwaltungsgerichtshof das für Asylrechtsfragen maßgebliche Höchstgericht. Das ist von entscheidender Bedeutung. (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist wohl ein Scherz! Jetzt reicht es aber langsam!) Der Bundesminister für Inneres hat das Recht, eine solche Grundsatzentscheidung beim Asylgerichtshof zu beantragen, wobei wichtig ist, dass diese Antragstellung keine Auswirkung auf den Einzelfall haben wird. Es ist daher völlig unrichtig, davon zu sprechen, dass es hier zu einem Ungleichgewicht im Verfahren kommen wird.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Schon wieder falsch!
Nun zu den Personen und Persönlichkeiten, die dort tätig sind. Die Richter des Asylgerichtshofes sind Richter, ausgestattet mit allen richterlichen Garantien, die unsere Bundesverfassung vorsieht: Sie sind unabhängig, unabsetzbar und unversetzbar. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Schon wieder falsch!) Diese Rechtsstellung unterscheidet sie in keiner Weise von den Mitgliedern des Verfassungsgerichtshofes, des Verwaltungsgerichtshofes oder anderer Gerichte in der Republik Österreich. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Selbstverständlich!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Selbstverständlich!
Nun zu den Personen und Persönlichkeiten, die dort tätig sind. Die Richter des Asylgerichtshofes sind Richter, ausgestattet mit allen richterlichen Garantien, die unsere Bundesverfassung vorsieht: Sie sind unabhängig, unabsetzbar und unversetzbar. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Schon wieder falsch!) Diese Rechtsstellung unterscheidet sie in keiner Weise von den Mitgliedern des Verfassungsgerichtshofes, des Verwaltungsgerichtshofes oder anderer Gerichte in der Republik Österreich. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Selbstverständlich!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber Ihr Minister sucht sie sich aus!
Es ist richtig, dass wir nicht ausschließlich Justizrichter als Richter im Asylgericht vorsehen. Es ist der Bundesregierung aber wichtig, folgenden Punkt klarzumachen, und den sollten Sie sich merken, Frau Präsidentin Glawischnig, nämlich dass wir der Meinung sind, dass auch Verwaltungsbeamte, die zu Richtern ernannt werden, dieselbe Qualifikation aufweisen wie ihre Kollegen, die im Justizbereich tätig sind. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Aber Ihr Minister sucht sie sich aus!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist nicht der Punkt! Die Unabhängigkeit ist die Frage!
Das möchte ich Ihnen auch noch sagen: Es ist im Übrigen noch niemand auf die Idee gekommen, und ich würde es auch nicht raten, dem Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofes die Qualifikation abzusprechen, nur weil er vorher in der Verwaltung tätig war, meine sehr verehrten Damen und Herren. Die Leute, die von der Republik als Richter, ganz gleich wo, ernannt werden, bringen die Qualifikation, damit sie ihrer Arbeit auch tatsächlich nachkommen können. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist nicht der Punkt! Die Unabhängigkeit ist die Frage!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Merken Sie nicht, wie skurril das ist?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Alle Mitglieder des Asylgerichtshofes werden vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung ernannt. Für die Mitglieder des UBAS ist eine Übernahme in den Asylgerichtshof vorgesehen. Sollten einzelne Mitglieder des UBAS die Qualifikationen nicht erfüllen, so entscheidet darüber die Bundesregierung. Dieser Bescheid kann im Übrigen sowohl beim Verwaltungs- als auch beim Verfassungsgerichtshof bekämpft werden. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Merken Sie nicht, wie skurril das ist?)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Außer die Asylwerber!
Ja, Frau Präsidentin, so ist der Rechtsstaat: Es werden Entscheidungen getroffen, und Menschen, die davon betroffen sind, können sich bei den Gerichten dagegen zur Wehr setzen. – Ich halte das für eine sinnvolle Vorgangsweise. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Außer die Asylwerber!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Und ich bin davon überzeugt, dass mit dieser Neukonstruktion des Asylgerichtshofes ein seit langen Jahren ungelöstes Problem, das zu vielen Auseinandersetzungen und zu vielen Konflikten in der österreichischen Gesellschaft geführt hat, entschärft und gelöst werden wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das war ein Scherz!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Innenminister! Hohes Haus! Zunächst einmal gilt es, glaube ich, festzuhalten, dass in dieser Legislaturperiode bereits derart viele Verfassungsreformen gemacht worden sind, dass man, wenn man sie im Paket betrachtet – mit der morgigen Änderung des Haushaltsrechtes, mit dem Wahlrecht, das verändert wurde, mit der Verlängerung der Legislaturperiode, mit dem heutigen Paket –, sagen kann, dass diese Periode bisher eine der reformfreudigsten Perioden im Hinblick auf die Verfassung ist. (Abg. Öllinger: Das war ein Scherz!)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Dann muss man sagen: Wenn ich mich für die Verkürzung des Verfahrens entscheide, dann muss ich die rechtsstaatlichen Standards einhalten. Daher muss ich eine Verbesserung in den beiden bestehen bleibenden Instanzen herbeiführen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Abg. Öllinger: Wie ein Versicherungsvertreter reden Sie daher!
Das heißt: Wir haben auf der einen Seite eine Veränderung des Instanzenzuges mit einem verbesserten Rechtsschutzsystem und mit einem verbesserten direkten Zugang der Parteienstellung und auf der anderen Seite eine Verletzung der Menschenrechte. (Abg. Öllinger: Wie ein Versicherungsvertreter reden Sie daher!)
Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.
Darüber hinaus glaube ich, dass die langen Verfahren auch zu Rechtsmissbrauch führen. Wir brauchen doch nicht so zu tun, als ob alle Asylwerber Heilige wären, sondern müssen zur Kenntnis nehmen, dass da auch viel Rechtsmissbrauch betrieben wird, weil es ein zu langes Verfahren gibt. Das muss man auch sehen! (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Woher wissen Sie das vorher?
Zuwanderungspolitik über Asylrecht zu betreiben, das wird nicht möglich sein. Asyl ist ein ganz bestimmt definiertes Recht für Leute, die einer Verfolgung ausgesetzt sind, und nicht für Leute, die versuchen, eine Verfolgung vorzugeben, um Asyl zu erhalten. (Abg. Mag. Brigid Weinzinger: Woher wissen Sie das vorher?) Von diesen Verfahren gibt es, wie man an der Menge der Verfahren sieht, eigentlich nur eine geringe Anzahl.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Eine einzige Tragik!
Richtig ist: Das Gesetz wurde in wesentlichen Belangen hier im Haus verändert. Der Innenminister wurde anders eingebunden, nämlich nicht mehr direkt in das Verfahren, aber auch die einfachgesetzliche Festschreibung der Zulassung zum Verwaltungsgerichtshof ist herausgefallen. – Das ist falsch gewesen, was Sie da gesagt haben! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Eine einzige Tragik!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren Bundesminister! Auch die überzogene Kritik der Opposition kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Beschlussfassung des Fremdenrechtspakets 2005 sowohl als sinnvoll als auch als richtig erwiesen hat, denn schon im ersten Jahr des Vollzugs desselben gab es bei den Asylwerbern einen Rückgang von 40 Prozent. Im heurigen Jahr gab es einen weiteren Rückgang von 10 Prozent. Anhand dieser Entwicklung innerhalb dieser 20 Monate können wir feststellen, dass diese Fremdenrechtsgesetzgebung in die richtige Richtung geht: Wir haben weniger Asylwerber! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist richtig, dass wir einen Rückstau bei den offenen Verfahren haben, aber wir arbeiten vehement daran, dass sich dieser Rückstau vermindert. Zu diesem Zweck wurde bereits im letzten Jahr viel neues Personal aufgenommen: im Bundesasylamt 54 Personen, im UBAS 82 Personen. Und das Ergebnis ist: Wir haben eine Trendumkehr erreicht. Es gibt um 5 800 offene Verfahren weniger als am Ende des Jahres 2006. Das ist eine positive Entwicklung, die auch mit der Politik von Bundesminister Platter zu tun hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Menschen, die verfolgt werden, die echte Asylgründe haben, bekommen selbstverständlich weiterhin Asyl. Die Zuwanderung muss aber rechtlich anders behandelt werden. Wir alle haben Verständnis dafür, dass Menschen außerhalb der Europäischen Union gerne in Österreich leben wollen. Wir haben einen hohen Lebensstandard. Wir haben ein optimales Gesundheitssystem. Wir haben ein exzellentes Sozialsystem. Das alles kann aber letztlich kein Grund dafür sein, dass all jene zu uns kommen, die aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen eben zu uns kommen wollen. All denen können wir nicht Asyl gewähren. Das wäre völlig falsch! Wir dürfen auch keine falschen Hoffnungen bei den Bürgern in Europa und darüber hinaus wecken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit dem Fremdenrechtspaket ist es uns gelungen, eine klare Abgrenzung zu machen, eine klare rechtliche Trennung zwischen Asyl und Zuwanderung: Es gibt Schutz und Hilfe für jene, die diese Hilfe benötigen und die auch die richtigen Asylgründe dafür haben, und es gibt eine klare Absage an den Asylmissbrauch. Auch das war und ist selbstverständlich notwendig. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.
Es ist eine Tatsache, dass Asylverfahren lange dauern. Die Gründe – das wissen wir alle in der Zwischenzeit – liegen nicht allein beim Staat und bei den Behörden, sondern auch im extensiven Ausnutzen der bisherigen alten Rechtslage durch die Asylwerber und auch im bestens organisierten Netz der Asylhilfsorganisationen und ihrer Rechtsvertreter. Das darf man auch nicht unter den Tisch kehren, meine Damen und Herren. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brigid Weinzinger.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir bedauern in diesem Zusammenhang, Kollegin Weinzinger, vor allem die mangelnde Bereitschaft der Grünen, aber auch mancher NGOs und mancher kirchlicher Organisationen, in der Asyldiskussion klar zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und echten Asylanten, zwischen tatsächlichen Opfern und kriminellen Tätern ausreichend zu differenzieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch die Forderung nach Kirchenasyl, die hier von manchen Personen ins Spiel gebracht wurde, sozusagen für jene, die ungerechtfertigt abgeschoben wurden, lehnen wir selbstverständlich ab. In einem demokratischen Rechtsstaat kann es keine Sonderasylformen aus Gewissensgründen geben. In einer Demokratie und in einem Rechtsstaat gilt die Mehrheitsentscheidung. Und eine politische Instrumentalisierung quasi der christlichen Beistandspflicht nach dem Motto: Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zu Pflicht!, wie das von der Vorsitzenden der „Katholischen Aktion“ Luitgard Derschmidt bei der „Bleiberechtsdemonstration“ in Wien ausgedrückt wurde, ist jedenfalls inakzeptabel, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb lehnen wir auch kategorisch ab, wenn die Frau Glawischnig, immerhin Präsidentin dieses Hauses und auf die Gesetze dieses Hauses vereidigt, im Zusammenhang mit dem § 15 des Fremdenrechts, der die Beihilfe zum unbefugten Aufenthalt unter Strafe stellt, zu zivilem Ungehorsam gegen dieses Gesetz aufruft und sogar meint, dass ziviler Ungehorsam in diesem Punkt extrem wichtig und notwendig ist. – Das lehnen wir ganz entschieden ab, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Frau Abgeordnete Petrovic versteigt sich sogar dazu, anzukündigen, dass sie Asylwerber gesetzwidrig trotz Strafdrohung verstecken will. – Das ist eine völlig unvertretbare Haltung, die wir nicht akzeptieren können, insbesondere dann, wenn diese Haltung von auf die Gesetze dieser Republik vereidigten Abgeordneten gefordert und vertreten wird, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Broukal.
Es ist inakzeptabel, wenn jene, die illegal beim Untertauchen von Asylanten behilflich sind und die sich bewusst gegen Gesetze stellen, keine Konsequenzen zu erwarten hätten. Das würde den Rechtsstaat in Frage stellen, meine Damen und Herren. Das ist mit uns ganz sicher nicht zu machen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Broukal.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kukacka: Tut sie aber nicht!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Minister! Hohes Haus! Eine einzige Vorbemerkung zu meinem Vorredner: Wenn die Regierung mit ihrer Politik Menschenrechte verletzt, bin ich stolz darauf, dass es in diesem Land Menschen gibt, die Zivilcourage haben und sagen: Wir spielen da nicht mit! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kukacka: Tut sie aber nicht!)
Abg. Mag. Kukacka: Welchen denn?
Im Übrigen: Wenn jemand nicht einmal den richtigen Paragraphen zitieren kann, hat sich die Qualität der Ausführungen schon selbst entlarvt. (Abg. Mag. Kukacka: Welchen denn?)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Stellen Sie sich vor, Sie kriegen einen Strafzettel oder einen Baubescheid und meinen, Ihnen sei damit Unrecht geschehen. Sie haben gar nicht falsch geparkt, Sie waren ganz woanders, oder der Balkon ist gar nicht so breit. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Dann haben Sie natürlich die Möglichkeit, gegen einen solchen Bescheid in einem Verwaltungsverfahren Protest einzulegen, zum UVS zu gehen. Auch wenn Sie dort nicht Recht bekommen, haben Sie noch immer die Möglichkeit, zum Verwaltungsgerichtshof zu gehen, um zu Ihrem Recht als Staatsbürger oder Staatsbürgerin zu kommen. Das steht einem jeden Menschen in Österreich zu – egal, ob der Strafzettel zu Recht oder zu Unrecht ausgestellt wurde. Das soll ja das Verfahren klären. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Stellen Sie sich vor, Sie kriegen einen Strafzettel oder einen Baubescheid und meinen, Ihnen sei damit Unrecht geschehen. Sie haben gar nicht falsch geparkt, Sie waren ganz woanders, oder der Balkon ist gar nicht so breit. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Dann haben Sie natürlich die Möglichkeit, gegen einen solchen Bescheid in einem Verwaltungsverfahren Protest einzulegen, zum UVS zu gehen. Auch wenn Sie dort nicht Recht bekommen, haben Sie noch immer die Möglichkeit, zum Verwaltungsgerichtshof zu gehen, um zu Ihrem Recht als Staatsbürger oder Staatsbürgerin zu kommen. Das steht einem jeden Menschen in Österreich zu – egal, ob der Strafzettel zu Recht oder zu Unrecht ausgestellt wurde. Das soll ja das Verfahren klären. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Aber Sie wissen es!
Man kann nur hoffen, dass Dr. Josef Cap, Klubobmann der SPÖ, dort nicht sitzt, denn der erkennt schon an der Nasenspitze der Leute, ob sie tatsächlich einen Fluchtgrund haben oder nur aus Jux und Tollerei nach Österreich gekommen sind. (Abg. Dr. Mitterlehner: Aber Sie wissen es!)
Beifall bei den Grünen.
Wer seriös ist, wer sich auf dem Boden des Rechtsstaates bewegen will – und das sage ich im Besonderen Ihnen von der ÖVP und Ihnen von der SPÖ –, der kann nicht vor Ende des Verfahrens wissen, ob jemand recht bekommt oder nicht. Das ist politische Kaffeesudleserei. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Parnigoni: Das ist völlig falsch! – Abg. Broukal: Aber recht haben die Leute nicht bekommen!
Jetzt sind Sie diese Asylwerberin, die auch in der zweiten Instanz nicht Recht bekommen hat, die bislang so wie jeder Strafzettelbeschwerdeführer die Chance hatte, bis zum Verwaltungsgerichtshof zu gehen, und wir wissen, dass jeder fünfte Mensch dort recht bekommen hat. 20 Prozent der Bescheide des UBAS wurden vom Verwaltungsgerichtshofs aufgehoben, weil das Verfahren nicht korrekt geführt war. (Abg. Parnigoni: Das ist völlig falsch! – Abg. Broukal: Aber recht haben die Leute nicht bekommen!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.
Ja, darum geht es doch beim Verwaltungsgerichtshof, zu überprüfen ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.) – Herr Abgeordneter Broukal! Sie wissen es in Wirklichkeit wesentlich besser, als Sie jetzt tun. Sie wissen genau, es geht beim Verwaltungsgerichtshof darum, die Korrektheit des Verfahrens zu überprüfen. (Abg. Broukal: Wie gehen die Verfahren weiter?) Haben wir uns darauf geeinigt? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Broukal: Wie gehen die Verfahren weiter?
Ja, darum geht es doch beim Verwaltungsgerichtshof, zu überprüfen ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.) – Herr Abgeordneter Broukal! Sie wissen es in Wirklichkeit wesentlich besser, als Sie jetzt tun. Sie wissen genau, es geht beim Verwaltungsgerichtshof darum, die Korrektheit des Verfahrens zu überprüfen. (Abg. Broukal: Wie gehen die Verfahren weiter?) Haben wir uns darauf geeinigt? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ja, darum geht es doch beim Verwaltungsgerichtshof, zu überprüfen ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Broukal.) – Herr Abgeordneter Broukal! Sie wissen es in Wirklichkeit wesentlich besser, als Sie jetzt tun. Sie wissen genau, es geht beim Verwaltungsgerichtshof darum, die Korrektheit des Verfahrens zu überprüfen. (Abg. Broukal: Wie gehen die Verfahren weiter?) Haben wir uns darauf geeinigt? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die klare Absicht ist eine böse; von der ÖVP wissen wir seit langem, dass sie ganz weit nach rechts gerückt ist, sich dort blau-orange positioniert hat und das Wort „christlich-sozial“ nicht einmal mehr das Papier wert ist, auf dem es steht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Parnigoni: Wie kommen Sie zu dieser Annahme? Das ist ungeheuerlich!
Sie handeln aus Überzeugung gegen Menschenrecht und gegen Rechtsstaatlichkeit! (Abg. Parnigoni: Wie kommen Sie zu dieser Annahme? Das ist ungeheuerlich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Broukal: Genau das passiert aber jetzt!
Die Beschleunigung, die Sie predigen, haben Sie bei einer jeden Verschlechterung des Fremdenrechts noch immer gepredigt. Allein, sie ist nie gekommen. Sie wird auch diesmal nicht kommen. Wenn Sie wirklich schnellere Verfahren haben möchten, würden Sie substantiell in der ersten Instanz in Personal, in Ressourcen und in Ausbildung investieren. Seit Jahren sagen Ihnen das alle Expertinnen und Experten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Broukal: Genau das passiert aber jetzt!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie wirklich den Aktenberg abbauen möchten, würden Sie hergehen und sagen, alle Asylverfahren, die länger als drei oder fünf Jahre dauern, und die den Kriterien der Mitwirkung, der Unbescholtenheit und so weiter entsprechen, da bekommen die Antragsteller ein Bleiberecht. Das ist ein Menschenrecht; das Einzige, was schnell und tatsächlich wirken würde. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Es genügt!
Als Grüne sagen wir, das ist unwürdig. (Abg. Rädler: Es genügt!) Das ist einer Regierung unwürdig, und das ist vor allem Österreich unwürdig. Die Menschen in diesem Land sind zum Glück anders, und sie haben es sich wirklich nicht verdient, durch diese Regierung in Misskredit gebracht zu werden, dass hier Menschlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und die Verfassung mit Füßen getreten werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Als Grüne sagen wir, das ist unwürdig. (Abg. Rädler: Es genügt!) Das ist einer Regierung unwürdig, und das ist vor allem Österreich unwürdig. Die Menschen in diesem Land sind zum Glück anders, und sie haben es sich wirklich nicht verdient, durch diese Regierung in Misskredit gebracht zu werden, dass hier Menschlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und die Verfassung mit Füßen getreten werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Robert Aspöck (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Innenminister! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Wenn ich die bisherige Debatte so verfolge, dann wundert mich eigentlich eines: In 98 Prozent der Beiträge wird überhaupt grundsätzlich nur von den Asylanten geredet – von der österreichischen Bevölkerung, die Millionen und Abermillionen Kosten für Asylanten und falsche Asylwerber trägt, redet überhaupt niemand. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Immer noch gewählt!
Die größte, die auflagenstärkste Tageszeitung in Österreich schreibt auch heute zum wiederholten Male, dass 70 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher eine Volksabstimmung über den EU-Reformvertrag beziehungsweise den Vertrag von Lissabon wünschen. Da diese 70 Prozent, meine Damen und Herren, natürlich keine direkte Stimme in diesem Hause haben, sondern nur einige privilegierte Abgeordnete, übernehmen es wir Freiheitliche, entsprechende Anträge (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Immer noch gewählt!) – natürlich gewählt, Frau Präsidentin, aber trotzdem ganz schön privilegiert; das eine schließt das andere nicht aus – im Namen dieser 70 Prozent einzubringen.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Tagesordnung!
(Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Tagesordnung!) – Das gehört schon zum Tagesordnungspunkt 1, zum Artikel 50, meine Herrschaften! (Abg. Rädler: Falsche Rede erwischt!)
Abg. Rädler: Falsche Rede erwischt!
(Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Tagesordnung!) – Das gehört schon zum Tagesordnungspunkt 1, zum Artikel 50, meine Herrschaften! (Abg. Rädler: Falsche Rede erwischt!)
Abg. Parnigoni: Sind Sie Hellseher, Herr Kollege?
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, da ich annehme, dass Ihre Parteifreunde im Klub der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion zum Teil wohl nicht zu 100 Prozent aus Überzeugung, wohl aber aus Parteidisziplin unserem Antrag nicht zustimmen werden (Abg. Parnigoni: Sind Sie Hellseher, Herr Kollege?), bringe ich einen weiteren Entschließungsantrag ein (Abg. Rädler: Darum war er gestern nicht da!) – ich war den ganzen Tag gestern da –:
Abg. Rädler: Darum war er gestern nicht da!
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, da ich annehme, dass Ihre Parteifreunde im Klub der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion zum Teil wohl nicht zu 100 Prozent aus Überzeugung, wohl aber aus Parteidisziplin unserem Antrag nicht zustimmen werden (Abg. Parnigoni: Sind Sie Hellseher, Herr Kollege?), bringe ich einen weiteren Entschließungsantrag ein (Abg. Rädler: Darum war er gestern nicht da!) – ich war den ganzen Tag gestern da –:
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Ah so!?
Nun zum Tagesordnungspunkt 2. (Abg. Rädler: Ah so!?) Aus grundsätzlichen Überlegungen – das hat mein Kollege Fichtenbauer schon ausgeführt – sind wir natürlich für die Einrichtung des Asylgerichtshofes als grundsätzlich oberste Instanz in einem in Österreich durchaus üblichen zweistufigen Rechtsverfahren. Das hat seinen guten Grund. Einerseits soll der Asylwerber möglichst rasch erfahren, ob die von ihm ange-
Beifall bei der FPÖ.
Viel wichtiger ist aber, dass die österreichische Bevölkerung, die Steuerzahler ein Recht auf eine rasche Abwicklung von Asylverfahren haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, ich finde, es ist ein Skandal, dass wir für – zu einem sehr großen Teil – doch Scheinasylanten Millionen zum Fenster hinauswerfen und uns weder für unsere älteren Mitbürger, vor allem für die Mindestrentner anständige Pensionen leisten und auch nicht genügend Geld für eine entsprechende Familienpolitik zur Verfügung stellen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Schreiben Sie ein anständiges, striktes hundertprozentiges Neuerungsverbot in Ihre Regierungsvorlage und Sie haben die Stimmen der Freiheitlichen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ist das der Schluss daraus, oder ist das die neue Verhaltensregel im Ministerrat – vielleicht die Begründung dafür, warum der heutige Ministerrat nur wenige Minuten gedauert hat und sich alle wundern, was dort überhaupt passiert ist? Statt abstimmen ist die neue Verhaltensweise dieser Regierung durchwinken, in Deckung gehen und dann, wenn sie gefragt wird, Achselzucken und sagen, wir wissen nichts. – Das ist unverantwortlich, das ist keine Regierungspolitik, sondern eine Verhöhnung der Gesetzgebung und auch des Parlaments, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sehr interessant, Herr Bundeskanzler, das ist Ihr Koalitionspartner! Dilettantismus in dieser Regierung – sehr, sehr interessant. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Parnigoni: Sie versteigen sich da sehr! Das ist unglaublich!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bei so viel Misstrauen, vom Kanzler Misstrauen gegen die eigene Ministerin, vom Innenminister Misstrauen gegen die Justizministerin, vom Sicherheitssprecher der ÖVP Misstrauen, vom Generalsekretär des Koalitionspartners ÖVP Misstrauen, da ist es eigentlich ganz verständlich und selbstverständlich, dass auch wir heute unser Misstrauen gegen diese Ministerin ausdrücken, die dort, wo sie etwas tun sollte, alles stehen lässt, etwa bei Gewalt gegen Kinder wegschaut, bei Gesetzesinitiativen gegen die Gewalt gegen Kinder wegschaut (Abg. Parnigoni: Sie versteigen sich da sehr! Das ist unglaublich!), die aber dafür Strafhäftlinge freilässt und dann betreffend Asylgerichtshof einfach Gesetze nicht liest.
Beifall beim BZÖ.
Diese Ministerin ist rücktrittsreif, diese Ministerin hat in einer Bundesregierung nichts verloren. (Beifall beim BZÖ.) Daher stellen wir vom BZÖ heute gemäß § 55 Geschäftsordnungsgesetz einen Misstrauensantrag in diesem Hohen Haus.
Beifall beim BZÖ.
einmal klar gesagt werden, daher fordern wir den Rücktritt dieser gescheiterten Ministerin. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir werden daher gemäß § 73 der Geschäftsordnung einen Antrag betreffend Rückverweisung einbringen. Wir wollen, dass die beiden Tagesordnungspunkte an den Verfassungsausschuss rückverwiesen werden, damit sie ordentlich, so wie sich das für ein Hohes Haus, für ein Parlament gehört, diskutiert und auch beschlossen werden können. Das ist eine Vorgangsweise, wo wir der Meinung sind, dass sie dem Hohen Haus auch gerecht wird. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Bleibt frei!
Dagegen wehren wir uns auch massiv, das hat nichts mit Freiheit zu tun. Österreich ist frei (Abg. Dr. Schüssel: Bleibt frei!), um auch einen sehr historisch belegten Spruch zu verwenden, und es sollte auch frei bleiben. Es sollte jeder Mensch frei entscheiden können, welcher Gruppierung, welcher Interessenvertretung er sich anschließt oder nicht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dagegen wehren wir uns auch massiv, das hat nichts mit Freiheit zu tun. Österreich ist frei (Abg. Dr. Schüssel: Bleibt frei!), um auch einen sehr historisch belegten Spruch zu verwenden, und es sollte auch frei bleiben. Es sollte jeder Mensch frei entscheiden können, welcher Gruppierung, welcher Interessenvertretung er sich anschließt oder nicht. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das in den Verfassungsrang zu erheben erachte ich wirklich für skandalös, und Sie sollten sich das noch einmal gut überlegen! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Justizministerin? Hat sie es schon verstanden oder nicht?
Von der Regierungsbank aus hat sich Herr Bundesminister Platter zu Wort gemeldet. Seine Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie ist das jetzt mit der Justizministerin? Hat sie es schon verstanden oder nicht?)
Beifall bei der ÖVP.
Mit dieser heutigen Beschlussfassung des neuen Asylgerichtshofes ist gewährleistet, dass die Verfahren nun so rasch wie möglich abgeschlossen werden. Das ist gut für jene, die um Asyl werben, weil sie relativ rasch wissen, ob sie hier bleiben können oder nicht, aber letztlich ist es auch gut für Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Geburtstagswünsche!
Da heute schon der Ministerrat strapaziert wurde: Wir haben bedeutende Beschlussfassungen durchgeführt, zum Beispiel die Niederlassungsverordnung, wo wir die Antwort geben. (Abg. Scheibner: Geburtstagswünsche!) Wir werden im Bereich der qualifizierten Arbeitsplätze mehr Zuwanderung ermöglichen, denn das ist gut für den Arbeitsmarkt, das ist letztlich auch gut für Österreich. Aber diese Möglichkeit muss eine nationale Entscheidung sein und keine Entscheidung innerhalb der Europäischen Union. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da heute schon der Ministerrat strapaziert wurde: Wir haben bedeutende Beschlussfassungen durchgeführt, zum Beispiel die Niederlassungsverordnung, wo wir die Antwort geben. (Abg. Scheibner: Geburtstagswünsche!) Wir werden im Bereich der qualifizierten Arbeitsplätze mehr Zuwanderung ermöglichen, denn das ist gut für den Arbeitsmarkt, das ist letztlich auch gut für Österreich. Aber diese Möglichkeit muss eine nationale Entscheidung sein und keine Entscheidung innerhalb der Europäischen Union. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Dr. Fichtenbauer.
Geschätzte Damen und Herren, ich muss auch Folgendes sagen: Mir bereitet es tatsächlich Sorge, dass ein Teil der Asylwerber das Asyl als Deckmantel benützt und sogar gerichtlich strafbare Handlungen in Österreich begeht. Das hat nichts damit zu tun, dass alle Asylwerber kriminalisiert werden, nein – es gibt viele Asylwerber, die sich entsprechend unserer Rechtsordnung verhalten –, aber wenn ich mir die Entwicklung der letzten Jahre anschaue, so bereitet mir diese große Sorge. Und da darf es keine Toleranz geben, hier müssen wir effizient arbeiten. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Dr. Fichtenbauer.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
denrechtspaket beschlossen haben. Wir hatten um 40 Prozent weniger Asylanträge und dieses Jahr um 10 Prozent weniger. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Was bedeutet dieses Paket? – Letztlich bedeutet es, dass wir für Asylmissbrauch und „Asylshopping“ weniger attraktiv geworden sind, aber auch weniger attraktiv, was die Geschäfte im Bereich der Schleppermafia betrifft. Man schaue sich an, was sich da abspielt! Wenn man glaubt, dass das noch unterstützt werden soll, so kann ich nur sagen: Mit mir mit Sicherheit nicht! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.
Worum geht es darüber hinaus? – In weiterer Folge geht es auch darum, dass Österreich nicht die Gesamtlast zu tragen hat, da braucht es einen Ausgleich innerhalb der Europäischen Union. Schaut man sich in diesem Zusammenhang an, dass wir in den letzten 20 Jahren 800 000 Menschen die Möglichkeit gegeben haben, in Österreich zu bleiben, dann muss ich Folgendes ganz klar sagen: Wenn jemand behauptet, dass wir nicht hilfsbereit sind, muss ich das auf das Schärfste zurückweisen. Das Gegenteil ist der Fall: Österreich hat sehr viel geleistet im humanitären Bereich! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Öllinger: Widerlich, widerlich! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist eine ganz ...!
Die Grünen bezeichnen den heutigen natürlich als einen schlechten Tag, was ich verstehe, denn sie haben ja nur ein Interesse: dass die Verfahren so lange wie möglich dauern, damit man letztlich ein Bleiberecht begründen kann, was aber der falsche Weg ist. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Öllinger: Widerlich, widerlich! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist eine ganz ...!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: So einen unseriösen Minister habe ich schon lange nicht gehört! Der redet von der Ministerbank wie die FPÖ!
Sie wollen das Mittel Asyl haben, damit all diese Menschen in Österreich bleiben können. Schauen wir uns doch an, wie wir dann in einigen Jahren dastehen würden! – Mit Ihrer Politik habe ich nichts am Hut. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: So einen unseriösen Minister habe ich schon lange nicht gehört! Der redet von der Ministerbank wie die FPÖ!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Bösch.
Jenen, die da oder dort die Behörden und jene, die jetzt für Asyl zuständig sind, kritisieren, sei Folgendes gesagt: Das Bundesasylamt, das viele immer wieder in Bezug auf die Qualität kritisieren, wurde von der Europadirektorin des UNHCR bei einer Rede in Genf im März ganz besonders gelobt und als Vorbild bezeichnet, weil die Qualitätssicherung so ernst genommen wird. – Und was den UBAS betrifft: Wenn man sieht, wie viele Verfahren vom Verwaltungsgerichtshof dann anders beurteilt werden, ist das ein ganz geringer Prozentsatz. – Ich möchte jenen Beamtinnen und Beamten gegenüber, die diese schwierige Aufgabe erfüllen, meinen herzlichen Dank zum Ausdruck bringen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Bösch.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.
Wenn hier jetzt argumentiert wird, wie das wieder passiert ist, dass man diesen Richtern nicht zutraut, dass sie, so wie das vorher gesagt wurde, anständige Verfahren abwickeln, dass zwei Richter keine Entscheidung über Asyl ja oder nein treffen können, und, wenn diese sich uneinig sind, ein Fünfersenat einberufen wird, dann kenne ich mich nicht mehr aus. Ich bin zutiefst der Überzeugung, dass hier exzellent gearbeitet wird, so wie es im Rechtsstaat Österreich richtig und wichtig ist. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Parnigoni –: „Mehrheit ist Mehrheit!“ „Mehrheit ist Mehrheit!“
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Parnigoni. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Parnigoni –: „Mehrheit ist Mehrheit!“ „Mehrheit ist Mehrheit!“)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte Frau Kollegin Weinzinger schon sagen, dass – das ist ein Faktum! – der Verwaltungsgerichtshof in Wirklichkeit knapp über 2 Prozent der Entscheidungen des UBAS generell behoben hat, und nicht 22 Prozent. Und, meine Damen und Herren, Faktum ist auch, wie das der Herr Bundeskanzler schon gesagt hat, dass in den Jahren von 2005 bis einschließlich 2007 lediglich 41 Fälle positiv erledigt werden konnten. Daher meine ich, dass der UBAS auch jetzt schon mit durchaus hoher Qualität gearbeitet hat, und es ist den Damen und Herren des UBAS und auch dem Asylamt herzlich für ihre Tätigkeit zu danken. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner – in den Reihen der ÖVP sitzend –: Oja!
Meine Damen und Herren, ich möchte noch auf einen zweiten Punkt eingehen. Es ist bereits gesagt worden, dass mit dieser Novelle die Sozialpartner in den Verfassungsrang gehoben werden beziehungsweise Berücksichtigung finden. Hier möchte ich Kollegem Scheibner, der jetzt nicht anwesend ist ... (Abg. Scheibner – in den Reihen der ÖVP sitzend –: Oja!) – Entschuldigung! Ich konnte ja nicht wissen, dass sich hier eine neue Koalition bildet (Abg. Scheibner: Das ist die alte!), oder die alte, ja. (Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr nervös?!)
Abg. Scheibner: Das ist die alte!
Meine Damen und Herren, ich möchte noch auf einen zweiten Punkt eingehen. Es ist bereits gesagt worden, dass mit dieser Novelle die Sozialpartner in den Verfassungsrang gehoben werden beziehungsweise Berücksichtigung finden. Hier möchte ich Kollegem Scheibner, der jetzt nicht anwesend ist ... (Abg. Scheibner – in den Reihen der ÖVP sitzend –: Oja!) – Entschuldigung! Ich konnte ja nicht wissen, dass sich hier eine neue Koalition bildet (Abg. Scheibner: Das ist die alte!), oder die alte, ja. (Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr nervös?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr nervös?!
Meine Damen und Herren, ich möchte noch auf einen zweiten Punkt eingehen. Es ist bereits gesagt worden, dass mit dieser Novelle die Sozialpartner in den Verfassungsrang gehoben werden beziehungsweise Berücksichtigung finden. Hier möchte ich Kollegem Scheibner, der jetzt nicht anwesend ist ... (Abg. Scheibner – in den Reihen der ÖVP sitzend –: Oja!) – Entschuldigung! Ich konnte ja nicht wissen, dass sich hier eine neue Koalition bildet (Abg. Scheibner: Das ist die alte!), oder die alte, ja. (Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr nervös?!)
Abg. Scheibner: Nein, mit mir nicht!
Kollege Scheibner, genau diese alte Koalition hat es nämlich, weil wir von „Mehrheit ist Mehrheit“ reden, ... (Abg. Scheibner: Nein, mit mir nicht!) – Moment! Darf ich es erklären? Diese alte Koalition hat es so weit gebracht, dass sie mit der Mehrheit, die sie gehabt hat, zumindest 66 Sozialbestimmungen für die Menschen in diesem Land massiv verschlechtert hat. Das müssen Sie schon zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber der Verfassungsgerichtshof konnte kontrollieren!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber der Verfassungsgerichtshof konnte kontrollieren!
Kollege Scheibner, genau diese alte Koalition hat es nämlich, weil wir von „Mehrheit ist Mehrheit“ reden, ... (Abg. Scheibner: Nein, mit mir nicht!) – Moment! Darf ich es erklären? Diese alte Koalition hat es so weit gebracht, dass sie mit der Mehrheit, die sie gehabt hat, zumindest 66 Sozialbestimmungen für die Menschen in diesem Land massiv verschlechtert hat. Das müssen Sie schon zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber der Verfassungsgerichtshof konnte kontrollieren!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kenne niemanden, meine Damen und Herren, der abstreiten könnte, dass Sozialpartner einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung dieser Republik geleistet haben, wir werden daher der Novelle zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Herr Bundeskanzler, eine Entschuldigung ...!
Parteisekretär Kalina, der die Bauern als „Vertreter des Ständestaates“ bezeichnet hat. – Das ist ein Skandal! Damit hat Kalina viele Persönlichkeiten, die aus dem Bauernstand kommen und Österreich mit aufgebaut haben, tief verletzt! (Abg. Grillitsch: Herr Bundeskanzler, eine Entschuldigung ...!)
Beifall bei der ÖVP.
Das vorgesehene Vier-Augen-Prinzip und die Möglichkeit, den Sachverhalt in einer Verhandlung zu erörtern, sind für mich zweifellos Verbesserungen gegenüber dem bisherigen System. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister Platter! Gehen Sie diesen Weg geradlinig und konsequent weiter! – Das erwartet die Bevölkerung von Ihnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Wer ist die Nächste?
Wer ist der Nächste, dem der Rechtschutz genommen wird? – Das ist meine Frage. (Ruf bei der ÖVP: Wer ist die Nächste?) Herr Dr. Schüssel, Frau Staatssekretärin, wir stehen am Beginn der Verwaltungsreform: Wem noch wollen Sie noch den Zugang zum Verwaltungsgerichtshof nehmen? Sagen Sie das hier? Ist dies das Versuchslabor der Verwaltungsreform, oder was ist das? – Wenn Sie „niemand“ sagen, und wenn Sie sagen, das ist eine Ausnahme, dann sage ich Ihnen: Das ist perfide! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wer ist der Nächste, dem der Rechtschutz genommen wird? – Das ist meine Frage. (Ruf bei der ÖVP: Wer ist die Nächste?) Herr Dr. Schüssel, Frau Staatssekretärin, wir stehen am Beginn der Verwaltungsreform: Wem noch wollen Sie noch den Zugang zum Verwaltungsgerichtshof nehmen? Sagen Sie das hier? Ist dies das Versuchslabor der Verwaltungsreform, oder was ist das? – Wenn Sie „niemand“ sagen, und wenn Sie sagen, das ist eine Ausnahme, dann sage ich Ihnen: Das ist perfide! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Jedem soll also in Zukunft das Recht zustehen, Bescheide am Verwaltungsgerichtshof zu bekämpfen, nur nicht Asylwerbern, die sich in einer Ausnahmesituation befinden – das ist ein Skandal! Das ist eine diskriminierende verwaltungsrechtliche Sondergesetzgebung. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Abg. Kainz: Ist das Ihr Zugang?
Was sind von Rot-Schwarz die Argumente dafür? Schauen wir uns das einmal genauer an! Die Asylverfahren dauern zu lange. – Ja, das ist richtig, Asylverfahren dauern zu lange. Aber wenn Sie das sagen, dann ist das zynisch, weil man mit Ihrer Argumentation den Rechtsstaat gleich abschaffen kann: Die schnellste Entscheidung ist diejenige, die nur eine Instanz trifft, wenn der Rechtsschutz gleich gekappt wird. Das ist offensichtlich Ihre Ideologie und Ihre Mentalität. (Abg. Kainz: Ist das Ihr Zugang?)
Beifall bei den Grünen.
Das Zweite, was Sie verschweigen, ist: 40 Prozent der Bescheide der ersten Instanz werden durch die zweite Instanz aufgehoben, weil die Qualität nicht passt. – Ja, das kostet Zeit, wenn nicht ordentlich gearbeitet wird! (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei der ÖVP: 20!
Das Dritte, was Sie verschweigen, ist: 25 Prozent der Beschwerden beim Verwaltungsgerichtshof sind Amtsbeschwerden des Innenministers. (Ruf bei der ÖVP: 20!) – Ja, das kostet Zeit! Wir haben gehört, in einem Fall war er erfolgreich.
Abg. Parnigoni: Die halbe Regierung!
Das ist der Grund dafür, warum die Verfahren so lang dauern! Sie tragen mit Ihren Versäumnissen die Verantwortung, und Ihre Lösungen sind halbherzig. Besonders ... (Abg. Parnigoni: Die halbe Regierung!) – Sie mit, weil Sie die falschen Lösungen präsentieren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist der Grund dafür, warum die Verfahren so lang dauern! Sie tragen mit Ihren Versäumnissen die Verantwortung, und Ihre Lösungen sind halbherzig. Besonders ... (Abg. Parnigoni: Die halbe Regierung!) – Sie mit, weil Sie die falschen Lösungen präsentieren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir haben das im Ausschuss lange diskutiert. Doch offensichtlich gilt bei Ihnen: Jeder Häuselbauer darf bis zum Exzess streiten, aber der Asylwerber, für den es nachweislich um alles oder nichts geht, soll aufhören, er hat keinen Instanzenzug, und die Anwälte dürfen sich nicht für ihn einsetzen. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Ein Wort noch zum Chaos in der Regierung: Bundesministerin Berger hat gesagt, sie habe keine Zeit gehabt, das zu lesen, weil es eine Tischvorlage war. Das lässt tief blicken – aber nicht nur bei Bundesministerin Berger! Es ist, wenn es eine Tischvorlage war, davon auszugehen, dass sie niemand gelesen hat, außer vielleicht die zuständigen Bundesminister. Ich gehe davon aus, dass die gesamte Bundesregierung (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen) bei ihrem Ministerrat nicht gewusst hat, was sie abstimmt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ein Wort noch zum Chaos in der Regierung: Bundesministerin Berger hat gesagt, sie habe keine Zeit gehabt, das zu lesen, weil es eine Tischvorlage war. Das lässt tief blicken – aber nicht nur bei Bundesministerin Berger! Es ist, wenn es eine Tischvorlage war, davon auszugehen, dass sie niemand gelesen hat, außer vielleicht die zuständigen Bundesminister. Ich gehe davon aus, dass die gesamte Bundesregierung (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen) bei ihrem Ministerrat nicht gewusst hat, was sie abstimmt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Aber was sehen wir dann? Die Verankerung der Sozialpartner in der Verfassung? – Das ist das, bitte, was Universitätsprofessoren seit Jahrzehnten schwer kritisieren: die Verankerung einer Schattenregierung in der österreichischen Bundesverfassung, meine sehr verehrten Damen und Herren! Von einem freiheitlichen, demokratischen Standpunkt aus gesehen ist das absolut abzulehnen! So etwas hat in einer demokratischen Verfassung überhaupt nichts zu suchen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Parnigoni: Die Freiheitlichen ...!
Meine sehr verehrten Damen und Herren von der Koalition! (Abg. Parnigoni: Die Freiheitlichen ...!) Werden Sie nicht immer so nervös, Herr Parnigoni, ich komme ohnehin noch zu Ihnen! Sie wissen ja nicht einmal, was die Sozialpartner sind! (Abg. Parnigoni: Wir wissen das genau!) Angeblich sind es zwischen vier und fünf; das schreiben Sie nicht einmal fest. Wer ist denn, bitte, Sozialpartner? Ist das der ÖGB? Ist es die Arbeiterkammer? Oder sind es die vier Bünde der ÖVP? Schreiben wir das dann auch einmal in der Verfassung fest, dass man dann auch die Pflichtmitgliedsbeiträge einheben kann? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Wir wissen das genau!
Meine sehr verehrten Damen und Herren von der Koalition! (Abg. Parnigoni: Die Freiheitlichen ...!) Werden Sie nicht immer so nervös, Herr Parnigoni, ich komme ohnehin noch zu Ihnen! Sie wissen ja nicht einmal, was die Sozialpartner sind! (Abg. Parnigoni: Wir wissen das genau!) Angeblich sind es zwischen vier und fünf; das schreiben Sie nicht einmal fest. Wer ist denn, bitte, Sozialpartner? Ist das der ÖGB? Ist es die Arbeiterkammer? Oder sind es die vier Bünde der ÖVP? Schreiben wir das dann auch einmal in der Verfassung fest, dass man dann auch die Pflichtmitgliedsbeiträge einheben kann? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren von der Koalition! (Abg. Parnigoni: Die Freiheitlichen ...!) Werden Sie nicht immer so nervös, Herr Parnigoni, ich komme ohnehin noch zu Ihnen! Sie wissen ja nicht einmal, was die Sozialpartner sind! (Abg. Parnigoni: Wir wissen das genau!) Angeblich sind es zwischen vier und fünf; das schreiben Sie nicht einmal fest. Wer ist denn, bitte, Sozialpartner? Ist das der ÖGB? Ist es die Arbeiterkammer? Oder sind es die vier Bünde der ÖVP? Schreiben wir das dann auch einmal in der Verfassung fest, dass man dann auch die Pflichtmitgliedsbeiträge einheben kann? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist schon sehr durchschaubar. Die Hauptsache für Sie ist die Zwangsmitgliedschaft und dass Sie Beiträge einheben können! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da ist immer die Rede von Grundrechten, das wird immer wieder erwähnt. Meine sehr verehrten Damen und Herren, haben wir in der Zweiten Republik keine Grundrechte gehabt, bis wir der Europäischen Union beigetreten sind? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was für einen österreichischen Staatsbürger recht und billig ist, dass muss auch für einen Asylwerber genügen. (Beifall bei der FPÖ.) Wir müssen uns auch Gedanken um die österreichische Bevölkerung machen. Wir müssen die österreichische Bevölkerung vor kriminellen Asylwerbern schützen. Was fällt Ihnen dazu ein? – Nichts, kein einziger Satz!
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Zum Instanzenzug generell: Wissen Sie denn nicht, dass wir im österreichischen System grundsätzlich einen zweigliedrigen Instanzenzug haben? – Wir haben grundsätzlich im Zivilverfahren einen Zwei-Instanzen-Zug, wir haben ihn im Strafverfahren. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Hier geht es um sehr wichtige Rechte, aber das sehen Sie nicht.
Beifall bei der FPÖ.
Wir werden uns weiterhin für die österreichische Bevölkerung einsetzen. Dafür stehen wir Freiheitliche – und das weiß die Bevölkerung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZÖ): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich möchte zu Beginn auf das Thema Asylgerichtshof eingehen und kann gleich einmal dem Herrn Innenminister zustimmen. Ja, die Einrichtung dieses Asylgerichtshofes ist ein zweiter Schritt, folgend auf die Implementierung des Fremdenrechtsgesetzes 2005, das wirklich gute Arbeit leistet und beste Zahlen nach sich zieht, wenn man weiß, dass im Jahr 2006 die Asylanträge bereits um 40 Prozent zurückgegangen sind. Dennoch gibt es einen Anstau von vielen Anträgen, die abgearbeitet werden müssen, und dieser Asylgerichtshof wird sicherlich dazu beitragen können, hier schneller weiterzuarbeiten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Sehr spät, ja!
Ich möchte jedoch auch dem SPÖ-Abgeordneten und Kollegen Dr. Wittmann zu der späten, aber richtigen Erkenntnis gratulieren (Abg. Scheibner: Sehr spät, ja!), dass es, wie er gesagt hat, viele Asylwerber gibt, die Asylmissbrauch im Sinn haben. Ja, das sagen wir schon lange, das sehen wir in Österreich schon lange – interessant, dass jetzt im Zuge der Debatte um den Asylgerichtshof auch die SPÖ draufgekommen ist.
Beifall beim BZÖ.
Tatsache ist aber, dass wir schon seit jeher gefordert haben, dass es in diesem Bereich ein schnelles und korrektes Asylverfahren geben muss, und dies nicht nur im Sinne der Asylwerber, sondern vor allem auch im Sinne der Österreicher. Denn wer gewährt dieses Recht auf Zeit? Asyl ist ein Recht auf Zeit; wer gewährt das? – Das gewähren die Österreicher. Und wer finanziert das? – Das finanzieren die Österreicher. Aus diesem Grund muss es ein schnelles und korrektes Asylverfahren geben, und dafür wird der Asylgerichtshof verantwortlich sein. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir vom BZÖ meinen: Um auch in den Asylgerichtshof die hohe Qualität des Verwaltungsgerichtshofes hineinzubringen, muss das Besetzungsverfahren betreffend Asylgerichtshof der Besetzung des Verwaltungsgerichtshofes nachvollzogen werden. Aus diesem Grund schlägt das BZÖ vor, nicht die Bundesregierung einen Vorschlag machen zu lassen, sondern es soll der Verwaltungsgerichtshof einen Vorschlag machen, wer in diesem Asylgerichtshof arbeiten wird. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Reheis.
Wir sind anderer Meinung. In Kärnten werden wir daher alles daransetzen, die Meinung der österreichischen beziehungsweise der Kärntner Bevölkerung durch eine Volksbefragung zu eruieren, und dann die Meinung des Landes Kärnten kundtun, die hier nämlich genauso wichtig ist wie die Meinung aller anderen Bundesländer. Die Stellungnahmen aller Bundesländer ... (Zwischenruf des Abg. Reheis.) Kollege, bitte passen Sie auf, denn die Bundesregierung hat das verschlafen – da gehören Sie auch dazu –: Die Stellungnahmen aller Bundesländer sind gefordert bei der Ratifizierung dieses Vertrages. (Beifall beim BZÖ. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Wir sind anderer Meinung. In Kärnten werden wir daher alles daransetzen, die Meinung der österreichischen beziehungsweise der Kärntner Bevölkerung durch eine Volksbefragung zu eruieren, und dann die Meinung des Landes Kärnten kundtun, die hier nämlich genauso wichtig ist wie die Meinung aller anderen Bundesländer. Die Stellungnahmen aller Bundesländer ... (Zwischenruf des Abg. Reheis.) Kollege, bitte passen Sie auf, denn die Bundesregierung hat das verschlafen – da gehören Sie auch dazu –: Die Stellungnahmen aller Bundesländer sind gefordert bei der Ratifizierung dieses Vertrages. (Beifall beim BZÖ. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Ich komme zum Schlusssatz: Aus diesem Grund appelliere ich an alle Kärntnerinnen und Kärntner, diese Volksbefragung zu unterstützen und daran teilzunehmen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin in den letzten Wochen öfters von Journalistinnen und Journalisten angerufen worden mit der Frage: „Broukal, wie werden denn Sie in Sachen Asyl abstimmen?“ – Es ist mir „leider“ nicht gelungen (Zwischenrufe bei der ÖVP) – unter Anführungszeichen –, auch nur ein einziges Mal erwähnt zu werden, weil ich die erhoffte Antwort: Ich werde auf alle Fälle und ohne tiefe Prüfung gegen den Asylgerichtshof stimmen, nicht gegeben habe.
Abg. Mag. Kukacka: Das Ärgste für Broukal!
Jetzt kann ich sagen: Es ist mir das Zweitbeste passiert, ich bin überhaupt nicht erwähnt worden. Das ist immer – das weiß ich mittlerweile auch schon (Abg. Mag. Kukacka: Das Ärgste für Broukal!) – die zweitbeste Sache, die einem bei den Medien passieren kann. Und wenn das so ein alter Medienmann wie ich sagt, dann wird es wohl stimmen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Jetzt kann ich sagen: Es ist mir das Zweitbeste passiert, ich bin überhaupt nicht erwähnt worden. Das ist immer – das weiß ich mittlerweile auch schon (Abg. Mag. Kukacka: Das Ärgste für Broukal!) – die zweitbeste Sache, die einem bei den Medien passieren kann. Und wenn das so ein alter Medienmann wie ich sagt, dann wird es wohl stimmen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, es gibt Gesetze, die wir alle gerne und ohne viel Zögern beschließen: kleinere Schulklassen, Obergrenzen bei Rezeptgebühren, eine Verbesserung bei den Pensionen, Wirtschaftsförderungen, Förderungen für die Landwirtschaft. Dann gibt es andere, da ist das nicht so einfach, und da gilt es abzuwägen. Da gibt es zwei Seiten der Waagschale, und auf jeder Seite der Waagschale finden wir Argumente, die an und für sich schwer wiegen. Man muss dann lange und doch sorgfältig prüfen, was am Ende des Tages das eigene Argument sein wird. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Was ich kritisch anmerken will, und das tut mir wirklich sehr leid, ist, dass es nicht gelungen ist, den UNO-Flüchtlingshochkommissar dazu zu bringen, die Rolle anzunehmen, so wie der Innenminister Grundsatzentscheidungen an den Verwaltungsgerichtshof herantragen zu können. Wir haben alle mit Interesse und sehr viel Hochachtung die Kritik des UNO-Flüchtlingshochkommissars am neuen Asylgerichtshof zur Kenntnis genommen, aber ich sage: Wer solch grundsätzliche Kritik hat, der darf sich dann auch nicht zu fein sein, die Einladung anzunehmen, an diesem Verfahren auf Seiten der Flüchtlinge und im Interesse der Flüchtlinge teilzunehmen. Mir tut das sehr leid! – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das glaube ich!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich finde die vorgelegten Änderungen, was die Verfassungsbereinigung anbelangt, richtig. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das glaube ich!) Sie werden nicht überrascht sein. Ich finde auch die Ergänzungen, die vorgenommen werden, richtig.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann streichen wir das doch!
gesenkt. Wir haben bei den Mitgliedern eine Zustimmung mit besonders positiven Werten von 70 Prozent. Wir brauchen also eigentlich keine besondere verfassungsrechtliche Erwähnung. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Dann streichen wir das doch!) – Herr Westenthaler, passen Sie auf, bis ich fertig bin, und lachen Sie dann!
Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist es ja auch nicht besser!
Jetzt sage ich Ihnen auch noch etwas zu Ihrer Aufregung: Das ist bereits im Regierungsprogramm drinnen gestanden. Wahrscheinlich haben Sie es nicht gelesen. Wenn man nicht mehr dabei ist, liest man nicht alles so genau. (Abg. Ing. Westenthaler: Deswegen ist es ja auch nicht besser!) Das ist also im Regierungsprogramm gestanden und war ein Vorschlag des Konvents.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum dann nicht auch Greenpeace und die Caritas?
Ich zitiere: „Das trägt einer Realität Rechnung, auf die wir in Österreich stolz sind. Wenn man Verfassungspurist ist, wird man vielleicht jede Bestimmung, die über die Spielregeln staatlicher Willensbildung hinausgehen, ablehnen. Wenn man aber auch bestimmte Grundsatzpositionen in die Verfassung aufnimmt, gibt es keinen prinzipiellen Einwand, warum man nicht auch diese Institutionen entsprechend ihrer gesellschaftlichen Bedeutung in der Verfassung festschreiben soll und ihnen damit ein höheres Maß an Rechtssicherheit gibt.“ (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Warum dann nicht auch Greenpeace und die Caritas?)
Abg. Ing. Westenthaler: Claus Raidl!
Ich denke, dass ich die Angst durchaus entsprechend einordnen kann. Es gibt immer noch bestimmte Herren (Abg. Ing. Westenthaler: Claus Raidl!) – auf diesen Herrn werde ich noch zu sprechen kommen –, die heute noch meinen, dass die Pflichtmitgliedschaft eigentlich nicht in unser Land gehört.
Abg. Dr. Fichtenbauer: Ja!
Dazu muss ich Ihnen sagen, wir leben in einem Rechtsstaat. Herr Dr. Fichtenbauer! (Abg. Dr. Fichtenbauer: Ja!) Schauen Sie sich einmal europäische Entscheidungen an! Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat im Urteil zum Fall Le Compte aus dem Jahr 1981 ausgesprochen, dass die obligatorische Mitgliedschaft bei Berufskammern konventionskonform ist. Das entspricht also der Europäischen Menschenrechtskonvention.
Abg. Dr. Fichtenbauer: Das bestreitet ja keiner!
gerichtshof hat in Österreich ebenso eindeutig entschieden. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Das bestreitet ja keiner!)
Abg. Dr. Fichtenbauer: Das hat ja keiner behauptet!
Und jetzt, meine Damen und Herren, können Sie sagen: Ja, das interessiert mich alles nicht. Was ist schon Recht? (Abg. Dr. Fichtenbauer: Das hat ja keiner behauptet!) – Sie sollten sich vielleicht damit auseinandersetzen, wie Sie zur Verfassung stehen und wie Ihre Partei dazu steht (Abg. Dr. Fichtenbauer: Hervorragend! Ich stehe ausgezeichnet zur Verfassung!), wenn Leute in Uniform Wehrsportübungen durchführen, ohne dass sie beim Bundesheer sind. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Wer hat das gemacht? Ich vielleicht? Meinen Sie mich?) Das wäre einmal eine andere Auseinandersetzung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fichtenbauer: Hervorragend! Ich stehe ausgezeichnet zur Verfassung!
Und jetzt, meine Damen und Herren, können Sie sagen: Ja, das interessiert mich alles nicht. Was ist schon Recht? (Abg. Dr. Fichtenbauer: Das hat ja keiner behauptet!) – Sie sollten sich vielleicht damit auseinandersetzen, wie Sie zur Verfassung stehen und wie Ihre Partei dazu steht (Abg. Dr. Fichtenbauer: Hervorragend! Ich stehe ausgezeichnet zur Verfassung!), wenn Leute in Uniform Wehrsportübungen durchführen, ohne dass sie beim Bundesheer sind. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Wer hat das gemacht? Ich vielleicht? Meinen Sie mich?) Das wäre einmal eine andere Auseinandersetzung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Fichtenbauer: Wer hat das gemacht? Ich vielleicht? Meinen Sie mich?
Und jetzt, meine Damen und Herren, können Sie sagen: Ja, das interessiert mich alles nicht. Was ist schon Recht? (Abg. Dr. Fichtenbauer: Das hat ja keiner behauptet!) – Sie sollten sich vielleicht damit auseinandersetzen, wie Sie zur Verfassung stehen und wie Ihre Partei dazu steht (Abg. Dr. Fichtenbauer: Hervorragend! Ich stehe ausgezeichnet zur Verfassung!), wenn Leute in Uniform Wehrsportübungen durchführen, ohne dass sie beim Bundesheer sind. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Wer hat das gemacht? Ich vielleicht? Meinen Sie mich?) Das wäre einmal eine andere Auseinandersetzung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und jetzt, meine Damen und Herren, können Sie sagen: Ja, das interessiert mich alles nicht. Was ist schon Recht? (Abg. Dr. Fichtenbauer: Das hat ja keiner behauptet!) – Sie sollten sich vielleicht damit auseinandersetzen, wie Sie zur Verfassung stehen und wie Ihre Partei dazu steht (Abg. Dr. Fichtenbauer: Hervorragend! Ich stehe ausgezeichnet zur Verfassung!), wenn Leute in Uniform Wehrsportübungen durchführen, ohne dass sie beim Bundesheer sind. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Wer hat das gemacht? Ich vielleicht? Meinen Sie mich?) Das wäre einmal eine andere Auseinandersetzung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Cap: Er redet!
Und jetzt möchte ich auch noch fragen: Wo ist Herr Zach? Jetzt sitzt er zufällig da. Heute redet er nicht einmal in der Debatte! Sie sagen, wir haben ein „Artenschutzabkommen“ für Funktionäre, das in der Verfassung verankert werden muss. – Sie haben ein Artenschutzabkommen als Liberales Forum! Sie kommen nicht einmal beim Wähler vor. Sie dürfen da nicht einmal reden. (Abg. Dr. Cap: Er redet!)
Beifall bei der ÖVP.
Dann gehen Sie, Herr Zach, heute hinaus, machen eine Veranstaltung gegen diese verfassungsrechtliche Regelung. Wissen Sie, wer gekommen ist? – Einer! Der war von Ihnen bestellt und organisiert, dem haben Sie eine Zwangsjacke angelegt! Sonst niemand! Ich kann Ihnen sagen, Herr Zach: Das kann man noch toppen. Legen Sie sich selbst die Zwangsjacke an! Dann ist das die richtige Ausrichtung! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Zu Raidl wollten Sie noch etwas sagen!
So, und damit zum Schluss, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu Raidl wollten Sie noch etwas sagen!) Der Raidl sagt zu allem etwas. (Abg. Ing. Westenthaler: Er war aber immerhin Berater des Bundeskanzlers!)
Abg. Ing. Westenthaler: Er war aber immerhin Berater des Bundeskanzlers!
So, und damit zum Schluss, meine Damen und Herren. (Abg. Ing. Westenthaler: Zu Raidl wollten Sie noch etwas sagen!) Der Raidl sagt zu allem etwas. (Abg. Ing. Westenthaler: Er war aber immerhin Berater des Bundeskanzlers!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Und zum Schluss: Das ist der Aufregung zu viel. Ich finde, die Wirtschaft hat doch ganz andere, wichtigere Probleme. Diese Absicherung schadet niemandem, sie dient nur der Klärung. Widmen wir uns daher den wichtigen Themenstellungen, denn das interessiert die Bürger! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Barbara Zwerschitz (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Zum Thema Rechtssicherheit und zu den Ausführungen des Vorredners: Es wird jetzt zahlreiche Dissertationen geben. Insofern darf ich Ihnen im Namen aller möglichen Studentinnen und Studenten herzlich danken, denn die Rolle der SozialpartnerInnen in der Verfassung wird sie einiges an Kopfzerbrechen kosten, ihnen die Möglichkeit geben, ihre Studien abzuschließen. Es ermöglicht einen weiten Interpretationsspielraum und fällt schlichtweg unter Verfassungsschotter. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: War das der Verwaltungsgerichtshof?
Schauen wir uns die Fremdenrechtsfälle an, die in den Medien waren. Ich darf Sie zum Beispiel an die Familie Sharifi aus Leoben erinnern, für die sich auch ein Abgeordneter Missethon oder auch ein Abgeordneter Westenthaler eingesetzt hat. Das ist eine Familie, die, wenn es den Instanzenzug nicht gegeben hätte, heute nicht mehr in Österreich wäre. Die haben nämlich einen Instanzenzug gebraucht. Die haben ihn gebraucht, weil die Erstentscheidung einfach nicht richtig war. (Abg. Scheibner: War das der Verwaltungsgerichtshof?)
Abg. Scheibner: War das der Verwaltungsgerichtshof?
Was bedeutet das? Hat sich die erste Instanz geirrt, oder haben wir uns das einfach anders überlegt? (Abg. Scheibner: War das der Verwaltungsgerichtshof?) Waren die vorangegangenen Entscheidungen falsch, oder gibt es vielleicht doch auch eine Berechtigung in einem Rechtsstaat, Entscheidungen auch zu prüfen?
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Das ist auch falsch!
Wenn es so unwichtig wäre, diese dritte Instanz, wie kann es denn dann sein, dass im Hearing die Fachleute davon reden, dass über 20 Prozent der Verfahren nicht ordnungsgemäß waren? (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Das ist auch falsch!) Dass diese 20 Prozent unnotwendig sind, das können Sie doch nicht ernsthaft glauben!
Abg. Dr. Haimbuchner: Die österreichische Bevölkerung zu schützen!
Es geht Ihnen um Einsparungen, es geht Ihnen darum, Geld zu sparen. (Abg. Dr. Haimbuchner: Die österreichische Bevölkerung zu schützen!) Das machen Sie auf Menschenrechtskosten. Das hat in der Zwischenzeit in Österreich schon eine gewisse Kultur. Wie könnten Sie sonst noch einsparen? Sie könnten auch einsparen, indem wir einfach eine bessere Ausstattung hätten, indem wir eine bessere Ausbildung hätten, mehr Ressourcen.
Beifall bei den Grünen.
Die haben sich aber das Recht dazu nicht nehmen lassen. Sie haben sich trotzdem zu Wort gemeldet. Leider wird das nichts helfen, denn Sie werden das heute durchpeitschen. Sie werden das Fremdenrecht wirklich „vervollständigen“, dieses Fremdenrechtspaket, aber es ist unwürdig, es ist unserer Verfassung unwürdig. Das tut mir irrsinnig leid, denn es wird weiterhin dazu beitragen, dass auch Kinder und Jugendliche nicht verstehen werden, warum sie im Gefolge der Wahlaltersenkung solche PolitikerInnen wählen sollten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Sehr viele Minderheitenrechte!
Begonnen hat der Weg der Beschneidung der Rechte in den letzten beiden Jahrzehnten mit der Änderung der Geschäftsordnung 1997, mit der die Rechte der einzelnen Abgeordneten massiv eingeschränkt wurden, dank der nicht einmal mehr Redezeit für alle Abgeordneten im Plenum zur Verfügung steht und Ähnliches mehr. (Abg. Dr. Stummvoll: Sehr viele Minderheitenrechte!)
Abg. Dr. Kräuter: Daran ist nicht die SPÖ schuld!
Im Jahr 2000 ist dann das große Aufschreien seitens der Sozialdemokratie gekommen. Die Geschäftsordnung ist ein Wahnsinn! Keine Rechte mehr! Gleich daran angehängt wieder das Versprechen: Wenn wir in die Regierung kommen, wird alles gut und besser. Nichts wird! Die Geschäftsordnungsreform ist abgesagt worden. Das Komitee, das eingesetzt worden ist, ist vorgestern gescheitert. Da kommt nichts! (Abg. Dr. Kräuter: Daran ist nicht die SPÖ schuld!)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn man die Rechte der Abgeordneten einschränkt, schränkt man auch die Rechte der Bürger ein, denn wer soll für die Bürger letztendlich Partei ergreifen, wenn es schon die Rechtsordnung per se nicht mehr vorsieht? (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Ich weiß auch nicht, bei welchem Konvent er war, denn das, wovon er hier gesagt hat, dass das im Konvent besprochen worden sei, stimmt nicht. Wahrscheinlich war er beim CV auf irgendeinem Konvent, und dort ist das besprochen worden. Vielleicht kommt ja auch noch unter der nächsten großen Koalition die Festschreibung des CV und der Sozialistischen Jugend in der Verfassung als Bestandsschutz. Das würde ja noch fehlen. Das wird man wahrscheinlich auch noch brauchen. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Parnigoni: Nein, mehr!
Sie machen hier nicht Verfassung, Sie schreiben nur Ihre persönlichen Rechte in die Verfassung mit Dauerbestandsgarantie hinein, und das ist verwerflich. Wer sind die Sozialpartner? Es fehlt die Legaldefinition dazu. Die Sozialpartner bestehen nach üblichem Verständnis aus vier ... (Abg. Parnigoni: Nein, mehr!) Vier! Es gibt schon mehr, die noch dabei sind. Auf der einen Seite waren das die Arbeiterkammer und der ÖGB, denn damals bei der Entstehung der Sozialpartnerschaft hat es eben nur eine der linken Reichshälfte zugehörige Sozialpartnerkammer gegeben, und so hat man den ÖGB mit hineingenommen, der übrigens seit Jahren und Jahrzehnten immer mehr hoheitliche Rechte zugewiesen erhält, wogegen wir uns auch verwahren. (Abg. Parnigoni: Welche hoheitlichen Rechte hat der ÖGB?) Was passieren kann, wenn man einem Verein permanent hoheitliche Rechte in Gesetzen festgeschrieben zuordnet, haben wir ja gesehen. Auf der anderen Seite waren das die Wirtschaftskammer und die Bauernkammer. Jetzt werden es ein bisschen mehr.
Abg. Parnigoni: Welche hoheitlichen Rechte hat der ÖGB?
Sie machen hier nicht Verfassung, Sie schreiben nur Ihre persönlichen Rechte in die Verfassung mit Dauerbestandsgarantie hinein, und das ist verwerflich. Wer sind die Sozialpartner? Es fehlt die Legaldefinition dazu. Die Sozialpartner bestehen nach üblichem Verständnis aus vier ... (Abg. Parnigoni: Nein, mehr!) Vier! Es gibt schon mehr, die noch dabei sind. Auf der einen Seite waren das die Arbeiterkammer und der ÖGB, denn damals bei der Entstehung der Sozialpartnerschaft hat es eben nur eine der linken Reichshälfte zugehörige Sozialpartnerkammer gegeben, und so hat man den ÖGB mit hineingenommen, der übrigens seit Jahren und Jahrzehnten immer mehr hoheitliche Rechte zugewiesen erhält, wogegen wir uns auch verwahren. (Abg. Parnigoni: Welche hoheitlichen Rechte hat der ÖGB?) Was passieren kann, wenn man einem Verein permanent hoheitliche Rechte in Gesetzen festgeschrieben zuordnet, haben wir ja gesehen. Auf der anderen Seite waren das die Wirtschaftskammer und die Bauernkammer. Jetzt werden es ein bisschen mehr.
Beifall bei der FPÖ.
Was Sie heute hier machen, ist, dass Sie wieder ein Staatsbürgerrecht wegnehmen. Was bleibt denn in Österreich von der Staatsbürgerschaft noch übrig außer der Wehrpflicht? Und die dürfen sie dann im Tschad ausüben. Das kann es nicht sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Wenn man so mit der Verfassung umgeht, einen derart schludrigen Umgang damit hat und nur mehr persönliche Interessen, parteipolitische Interessen hineinschreibt (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), wenn man die Parteien, die Kammern, den Proporzstaat mit Zweidrittelmehrheit in der Verfassung festschreibt, dann hat man damit keine Verfassung geändert, sondern dann hat man sich um 70 Jahre zurückkatapultiert, in eine Zeit, die wir alle nicht mehr erleben wollen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Wenn man so mit der Verfassung umgeht, einen derart schludrigen Umgang damit hat und nur mehr persönliche Interessen, parteipolitische Interessen hineinschreibt (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), wenn man die Parteien, die Kammern, den Proporzstaat mit Zweidrittelmehrheit in der Verfassung festschreibt, dann hat man damit keine Verfassung geändert, sondern dann hat man sich um 70 Jahre zurückkatapultiert, in eine Zeit, die wir alle nicht mehr erleben wollen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Schüssel: Sonst immer, aber da nicht!
Herr Klubobmann Schüssel! Herr Parteichef Schüssel! Wollen Sie diesen Ansichten des Herrn Kollegen Raidl, der Sie immer berät, nicht auch Beachtung schenken? (Abg. Dr. Schüssel: Sonst immer, aber da nicht!) – In keinster Weise Beachtung schenken. Sie bleiben dabei, dass Sie eine Verstaatlichung der Sozialpartnerschaft in unserem Land durchführen.
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist eine Geringschätzung des Volkes in unserem Land. Das ist eine Geringschätzung auch der Fleißigen und Tüchtigen in unserem Land. Was Sie hier machen, ist eine sträfliche Vernachlässigung der Demokratie. (Beifall beim BZÖ.) Eine im Verfassungsrang stehende Sozialpartnerschaft hat sich unser Land nicht verdient. Wir sind für Freiheit und nicht für Sozialismus!
Beifall beim BZÖ.
Ich denke nur an einen berüchtigten Spruch des von mir immer geschätzten Herrn Kollegen Molterer, der immer gesagt hat: Markt plus Marx ist Murks. – Meine Damen und Herren! Genau das kommt mit dieser Gesetzgebung zum Ausdruck. – Danke sehr. (Beifall beim BZÖ.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
der Früh mit großem Interesse alle Wortspenden dazu angehört. Da waren Wortmeldungen, die ausgesprochen interessant waren, da waren Wortmeldungen, die höchst kritisch waren, insbesondere von den Grünen. Und ich habe versucht, die charmanten Damen von den Grünen zu verstehen. Ich habe es wirklich versucht. Ich verstehe es nicht! Ich verstehe es einfach nicht. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, und da soll man nicht die Verfahren, in denen man das aufklärt und die wiederum zurückschickt, verkürzen? – Na selbstverständlich! Und wenn die rechtliche Möglichkeit gegeben ist, dann kann man das nur begrüßen. Und daher verstehe ich die Damen und Herren von den Grünen in diesem Einsatz absolut nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ein ganz Letztes noch. Ich hätte mir eigentlich erwartet, dass der Präsident des Verfassungsgerichtshofes Korinek – er wurde ja eingeladen – von seinem Recht, von der Möglichkeit, im Verfassungsausschuss Stellung zu nehmen, Gebrauch macht. Er hat das nicht gemacht, er hat auch keinen Vertreter geschickt. Ich habe das eigentlich als einigermaßen desavouierend empfunden, und ich finde es besonders dann ärgerlich, wenn ich im „Standard“ von gestern und heute lese, dass Herr Professor Korinek sich jetzt nunmehr massiv über diese Novelle ärgert. Allerdings hat er auf der anderen Seite von der Möglichkeit, dass ein Vertreter des Verfassungsgerichtshofes hierher kommt, was wohl außer Streit steht, nicht Gebrauch gemacht hat. Ich glaube, wenn man sich zu Wort meldet, nachdem bereits entschieden worden ist, dann sollte man wirklich davor auch von dem Recht Gebrauch machen, hier seine Stellungnahme abzugeben. Das sei an die Adresse des Herrn Gerichtshofpräsidenten gerichtet. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Mängel geben sollte, werden wir dies bei der Evaluierung berücksichtigen, und zwar im Sinne der Menschen und auch der Menschenrechte. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Jetzt sind auf einmal die Anwälte schuld!
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Staatssekretärin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir werden heute mit jahrelangen Versäumnissen in der Asylpolitik konfrontiert. Der Rückstau von 34 000 anhängigen Verfahren wurde heute schon mehrmals thematisiert. Verfahren dauern oft wirklich bis zu zehn Jahre. Und in dieser Zeit kommen Kinder zu Welt, wachsen hier auf, haben oft keinen Bezug zu ihren Herkunftsländern und lernen auch nie deren Sprache. Und plötzlich halten dann die Eltern eine letztinstanzliche abschlägige Entscheidung in den Händen und wissen natürlich weder ein noch aus, nachdem ihnen von Rechtsvertretern hier auch jahrelang Hoffnungen gemacht wurden. (Abg. Dr. Haimbuchner: Jetzt sind auf einmal die Anwälte schuld!)
Abg. Steibl: Den Hintergrund!
Was das dann für eine menschliche Katastrophe ist, haben die prominenten Fälle in der letzten Zeit wirklich mehr als deutlich vor Augen geführt, nämlich auch für jene, meine Herren da in der letzten Reihe, die Asylwerber automatisch mit Kriminellen gleichsetzen wollen. Denn: Wenn nämlich politische Probleme ein Gesicht bekommen, dann ändert sich für viele die Perspektive. Und deshalb ist auch ganz besonders den Medien zu danken, die konkrete Fälle so anschaulich darstellen. (Abg. Steibl: Den Hintergrund!)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Diese Fälle, meine sehr geehrten Damen und Herren, Frau Kollegin Steibl, haben auch aufgezeigt, wie unmenschlich es ist, Menschen ewig lang in Rechtsunsicherheit zu halten. Ellenlange Verfahren in diesem Bereich sind verantwortungslos. Hier war wirklich akuter Handlungsbedarf gegeben. Und jetzt wurden endlich Handlungen gesetzt, um die Verfahrensdauer zu verkürzen. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) – Ich weiß nicht, warum Sie sich da jetzt so darüber aufregen. Es ist ja unser gemeinsamer Beschluss. Es geht nicht auf Kosten der Qualität, denn nur weil etwas länger dauert, muss es deshalb nicht besser sein. Das sage ich vor allem an die Adresse der Grünen.
Beifall bei der SPÖ.
Flüchtlingspolitik muss zunehmend solidarisch auf europäischer Ebene gemacht werden, weil kleine Länder und Länder an den südöstlichen Außengrenzen einfach heillos überfordert sind. Und die beste Politik ist eine, die ein Fliehen aus einem Land erst gar nicht notwendig macht. Flüchtlinge führen uns dramatisch vor Augen, dass uns der „Rest“ der Welt einfach nicht egal sein kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Gehören wir auch dazu!
Meine geschätzten Damen und Herren! Zur Erfolgsstory Zweite Republik Österreich gehören die Sozialpartner dazu! (Abg. Grillitsch: Gehören wir auch dazu!) Wir sind ihnen dankbar dafür, dass sie gemeinsam mit unseren Vorfahren dieses wunderbare Land so gestaltet haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Also tun wir nicht so, als gäbe es die Sozialpartner nicht, als gäbe es das realverfassungsmäßig nicht. (Abg. Grillitsch: Sagen Sie das dem Cap!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Zur Erfolgsstory Zweite Republik Österreich gehören die Sozialpartner dazu! (Abg. Grillitsch: Gehören wir auch dazu!) Wir sind ihnen dankbar dafür, dass sie gemeinsam mit unseren Vorfahren dieses wunderbare Land so gestaltet haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Also tun wir nicht so, als gäbe es die Sozialpartner nicht, als gäbe es das realverfassungsmäßig nicht. (Abg. Grillitsch: Sagen Sie das dem Cap!)
Abg. Grillitsch: Sagen Sie das dem Cap!
Meine geschätzten Damen und Herren! Zur Erfolgsstory Zweite Republik Österreich gehören die Sozialpartner dazu! (Abg. Grillitsch: Gehören wir auch dazu!) Wir sind ihnen dankbar dafür, dass sie gemeinsam mit unseren Vorfahren dieses wunderbare Land so gestaltet haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Also tun wir nicht so, als gäbe es die Sozialpartner nicht, als gäbe es das realverfassungsmäßig nicht. (Abg. Grillitsch: Sagen Sie das dem Cap!)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es gab Konsens im Konvent über ein zweistufiges Verfahren in allen Bereichen. Heute oder die letzten Tage so zu tun, als wäre das etwas ganz Neues, ist nicht richtig. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Der neue Asylgerichtshof stellt doch gegenüber der derzeitigen Regelung eine wesentliche rechtliche Verbesserung dar. Das wird nicht besser? – Da könnt ihr noch so viel zwischenrufen, wir haben das auch schon im Verfassungsausschuss diskutiert. (Abg. Dr. Haimbuchner: Übelster Proporz!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Übelster Proporz!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es gab Konsens im Konvent über ein zweistufiges Verfahren in allen Bereichen. Heute oder die letzten Tage so zu tun, als wäre das etwas ganz Neues, ist nicht richtig. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Der neue Asylgerichtshof stellt doch gegenüber der derzeitigen Regelung eine wesentliche rechtliche Verbesserung dar. Das wird nicht besser? – Da könnt ihr noch so viel zwischenrufen, wir haben das auch schon im Verfassungsausschuss diskutiert. (Abg. Dr. Haimbuchner: Übelster Proporz!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Grillitsch. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Hier ist hohe Qualität gegeben, nach unserem Dafürhalten ein höherer Rechtsschutz als in der Vergangenheit. Ich habe immer geglaubt, meine geschätzten Damen und Herren, dass wir alle uns darin einig sind: rasche Verfahren im Interesse der Betroffenen, im Interesse der Menschlichkeit, aber auch im Interesse – das sage ich ganz offen – unseres geliebten Österreich. Auf einmal aber habe ich den Eindruck, dass manche wirklich Interesse daran haben, dass die Verfahren lange dauern. Ich kann dem nicht nähertreten und meine, dass wir mit den heutigen Beschlüssen eine gute Lösung für die Zukunft haben, auch im Namen der Humanität. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Grillitsch. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Im Gegensatz zum EU-Reformvertrag!
Abgeordnete Maria Grander (ÖVP): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Mit dieser Vorlage nehmen wir eine wichtige Hürde der großen Staats- und Verwaltungsreform, die auch ein zentraler Punkt unseres Regierungsprogramms ist. Wenn auch noch viel zu tun ist, ist dies doch ein wichtiger Schritt zur Verfassungsbereinigung. Ich denke, die Verfassung wird lesbarer und verständlicher. (Abg. Dr. Haimbuchner: Im Gegensatz zum EU-Reformvertrag!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich werde mich in meiner Arbeit weiterhin für die Umsetzung dieser Forderung dieser Berufsgruppen einsetzen. Wir sehen, dass diese Sozialpartnerschaft in England und in den skandinavischen Ländern bereits funktioniert. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, sowohl die erste als auch die zweite Instanz werden entscheidend verbessert, und das System der Grundsatzentscheidungen wird ebenfalls dazu beitragen, die Verfahren zu beschleunigen und zu verbessern. Das ist im Interesse der Asylwerber und überhaupt im Interesse des Rechtsstaates. Ich habe mir all das sehr gut überlegt und bin zu dem Schluss gekommen, dass auch ich persönlich diesem Gesetz zustimmen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Prinzip wäre das ja gut so, aber es kann nicht sein, dass dann ein Bleiberecht daraus resultiert, wenn jemand nach Österreich kommt, um Asyl ansucht und lang genug hier ist, sein Ansuchen entsprechend verlängert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit diesem neuen Gesetz beschließen wir also Rechtssicherheit – es ist wirklich zu befürworten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: Beim Herrn Zach!
Die vielleicht interessantere Frage war: Wo rufen Sie an, wenn Sie Probleme haben? (Abg. Grillitsch: Beim Herrn Zach!) – Die Frage wurde Unternehmern gestellt! – Rufen Sie eher bei der Arbeiterkammer oder bei der Wirtschaftskammer an? – Da gibt die Mehrheit, und zwar 56 Prozent, an: Wir rufen bei der Arbeiterkammer an, weil wir bei der Wirtschaftskammer nichts bekommen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Die vielleicht interessantere Frage war: Wo rufen Sie an, wenn Sie Probleme haben? (Abg. Grillitsch: Beim Herrn Zach!) – Die Frage wurde Unternehmern gestellt! – Rufen Sie eher bei der Arbeiterkammer oder bei der Wirtschaftskammer an? – Da gibt die Mehrheit, und zwar 56 Prozent, an: Wir rufen bei der Arbeiterkammer an, weil wir bei der Wirtschaftskammer nichts bekommen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt sind die Herrschaften von BZÖ und FPÖ gefordert, nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln. Unterstützen Sie diesen Antrag, damit er hier zur Abstimmung gebracht werden kann, oder schweigen Sie für immer! – Danke. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Nun noch zum Thema der sonstigen Selbstverwaltung: Herr Zach, wenn Sie davon sprechen, dass die Kammern in die Verfassung flüchten würden, dann kann ich nur sagen: Sie sind der Einzige hier im Hohen Haus, der vor seiner Gesinnung geflüchtet ist. Und wenn Sie sich noch schwarze Hörner aufsetzen würden, gingen Sie am heutigen Krampustag vielleicht sogar noch als Krampus durch. Bekanntlich fürchten sich ja wenige Menschen davor. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zu Ihrer Erinnerung: Die gesetzliche Mitgliedschaft in der Wirtschaftskammer wurde am 10. Oktober 1946 durch dieses Hohe Haus begründet. Es ist keine Zwangs- oder Pflichtmitgliedschaft, sondern eine gesetzliche Mitgliedschaft. Die Frage der Organisation und der Finanzierung bleibt einfachgesetzlich geregelt. – Also, um mit ihren Worten zu sprechen, viel Lärm um nichts! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Tatsache, dass viele Tausende Asylwerberinnen und Asylwerber auf der Warteliste stehen, ist einfach nicht zu akzeptieren. Die Verfahren konnten nicht in angemessener Zeit abgewickelt werden. Das ist, glaube ich, Anlass genug, jetzt und hier einzugreifen und dafür zu sorgen, dass nicht nur die Verfahrensdauer massiv verkürzt wird, sondern dass diese Verfahren auch in der Qualität verbessert werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist aber auch unfair jenen gegenüber, die kein Recht erhalten haben, hier zu bleiben, und hier muss eine rasche Entscheidung fallen. Daher gilt es, Verantwortung zu zeigen und Entscheidungen zu treffen. Es ist kein Durchpeitschen, meine sehr geehrten Damen und Herren – das ist heute auch schon gefallen –, sondern es ist eine Entscheidung zu treffen. Diese Entscheidung wird heute hier und jetzt getroffen werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Wenn heute im Laufe der Debatte so eine „machtvolle“ Fraktion wie das BZÖ einen Misstrauensantrag gegen eine der erfolgreichsten Ministerinnen dieser Regierung einbringt, dann verdient diese Initiative natürlich eine Replik. (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte, um was geht es mir?
Ich möchte schon sagen, dass das heute ein vorgeschobenes Argument war und dass Sie ehrlicher sein sollten, Herr Klubobmann Westenthaler. Ihnen geht es ja in Wahrheit um etwas ganz anderes. (Abg. Ing. Westenthaler: Na bitte, um was geht es mir?)
Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie es nicht liest! Sie liest es nicht! – Sie soll es lesen!
Allein im Strafrechtspaket ... (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie es nicht liest! Sie liest es nicht! – Sie soll es lesen!) Ich muss Ihnen das deswegen erzählen, weil Sie sich damit gar nicht auseinandersetzen. (Abg. Öllinger: Das BZÖ hat ein ganz anderes Problem mit der Justiz!) Sie sollen hier ja inhaltlich argumentieren. – Damit verbunden ist ein Mehr an Sicherheit für die Bevölkerung, ein Weniger an Kriminalität, eine niedrigere Anzahl an Opfern. Das ist die Intention, die dahintersteht.
Abg. Öllinger: Das BZÖ hat ein ganz anderes Problem mit der Justiz!
Allein im Strafrechtspaket ... (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn sie es nicht liest! Sie liest es nicht! – Sie soll es lesen!) Ich muss Ihnen das deswegen erzählen, weil Sie sich damit gar nicht auseinandersetzen. (Abg. Öllinger: Das BZÖ hat ein ganz anderes Problem mit der Justiz!) Sie sollen hier ja inhaltlich argumentieren. – Damit verbunden ist ein Mehr an Sicherheit für die Bevölkerung, ein Weniger an Kriminalität, eine niedrigere Anzahl an Opfern. Das ist die Intention, die dahintersteht.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Da eben diese Justizministerin – eine mutige Justizministerin – eine ist, die wirklich einem modernen Rechtsverständnis verbunden ist, im Interesse der Bevölkerung, im Interesse der Österreicherinnen und Österreicher, wird sie unsere volle Unterstützung auch in Zukunft haben – und ganz besonders dann, wenn hier ein Pharisäer wie Sie auftritt und mit vorgeschobenen Argumenten agiert. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei den Grünen.
zwischen Behörden schaffen. Das heißt, die Gefahr – es ist nicht intendiert – des „gläsernen Bürgers“ ist durch die technische Gestaltung dieses Projektes durchaus möglich. Es ist wichtig, heute nein zu sagen, denn sonst werden wir in Zukunft – und wir wissen auch nicht, in welchem Rahmen – über Grundrechtseinschränkungen diskutieren, die auf Basis dieses technischen Systems dann durchgeführt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Beenden wir daher dieses teure und praxisuntaugliche Bürgerkartenprojekt! Bauen wir lieber die bestehenden Online-Angebote der Behörden auf Basis von Benutzernamen, Codes und Passwörtern aus! Diese funktionieren und werden auch angenommen. Klubobmann Josef Cap, der leider nicht da ist, hat 2006 gesagt: Wenn die SPÖ einmal etwas zu reden hat, dann wird es dieses Gesetz nicht mehr geben. – Gemeint war das E-Government-Gesetz. Das Gesetz gibt es immer noch. Jetzt wissen wir das, was wir ohnehin schon immer vermutet haben: Die SPÖ hat nichts zu reden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Demonstration ist nicht genehmigungspflichtig!
Ein zweiter Punkt ist problematisch, wo es Änderungen geben wird. Im Entwurf, was den § 13 AVG betrifft, ist etwas drinnen, was zu sehr kritischen Situationen führen könnte. Wenn beispielsweise jemand eine Demonstration an einem Samstag um 8 Uhr elektronisch bei einem unbesetzten Amt anmeldet und nach einem Zeitablauf von 24 Stunden mangels Widerspruch diese Demonstration als genehmigt gilt (Abg. Öllinger: Demonstration ist nicht genehmigungspflichtig!), dann wüsste das kein Mensch, und am Sonntag um 8 Uhr in der Früh stünde unter Umständen eine Gruppe Demonstranten auf der Straße. Niemand hat es gewusst, auch die Polizei nicht.
Abg. Öllinger: „Bürgernäher“?
Das heißt, es gibt jetzt hier Zeit, zwei bis drei Jahre. Es wird Fortschritte geben. Es wird einfacher, sparsamer und bürgernäher werden, und das ist, glaube ich ... (Abg. Öllinger: „Bürgernäher“?) – Herr Kollege Öllinger, ich hoffe, dass sich auch die Grünen da engagieren und mithelfen und nicht einfach sagen: Nein, zurück ins Mittelalter, wir brauchen das alles nicht!
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bedanke mich auch ausdrücklich für das Engagement der Praktiker der Landesverwaltungen, denn diese haben sehr wesentlich dazu beigetragen, dass wir zu einer sehr sinnvollen Regelung kommen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Bravo!
Es wird immer sehr viel vom Wirtschaftsstandort Österreich gesprochen. Natürlich ist es wichtig, dass die Verwaltung effizient und effektiv abläuft, wobei es hier durchaus auch sehr viele positive Beispiele gibt. Ich kann aus meiner eigenen beruflichen Praxis sagen, dass ich der Meinung bin, dass sehr viele Verwaltungsbehörden sehr ordentlich arbeiten, sehr rasch arbeiten. Es gibt hier durchaus manchmal auch Lob anzubringen. Man muss ja auch nicht alles schlechtreden. (Ruf bei der ÖVP: Bravo!)
Beifall bei der FPÖ.
Man muss sagen, dass das nicht wirklich durchdacht worden ist. Insofern werden wir diesem Bereich seitens der freiheitlichen Fraktion nicht zustimmen, obwohl wir grundsätzlich so wie beim E-Government-Gesetz natürlich die Verwaltungsvereinfachung, Bürgernähe, Raschheit befürworten. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich muss aber auch sagen: Die Grünen betätigen sich da schon seit Beginn der Bürgerkarte als Kassandra. Ich mache nur auf eine Sache aufmerksam: Als wir das seinerzeit beschlossen haben – ich glaube, es war im Jahr 2004 –, wurde ein Antrag von den Grünen eingebracht. Wir haben gesagt, wir werden diesen Rechtsakt im Grunde von Beginn bis Ende transparent online handhaben, und er wird dann digital vom Bundeskanzler und vom Bundespräsidenten unterschrieben. Die Grünen haben gesagt: Ja, aber wir möchten zusätzlich eine Kopie auf Papier haben, die zusätzlich im Parlament gelagert wird. Meine Damen und Herren, Bruder Baum lässt grüßen. In diesem Sinne: Verbesserungsbedarf ist gegeben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher auch von dieser offiziellen Stelle mein Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.
Eine letzte Anregung: Bis 2006 waren die Gebühren bei elektronischen Akten geringer, jetzt sind sie wieder die gleichen Gebühren. Man sollte im Rahmen einer nächsten Novelle darüber nachdenken, ob man nicht diese Verwaltungsvereinfachung auch zu einer Senkung der Gebühren nützt. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Das war wirklich prägnant! Sehr prägnant!
Ich ersuche um Zustimmung zu diesem Änderungsgesetz. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neugebauer: Das war wirklich prägnant! Sehr prägnant!)
Abg. Dr. Graf: Sind wir überhaupt genug? – Abg. Scheibner: Da gibt es gewisse Zerfallserscheinungen!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Dr. Graf: Sind wir überhaupt genug? – Abg. Scheibner: Da gibt es gewisse Zerfallserscheinungen!) – Das ist mit Mehrheit angenommen.
Abg. Dr. Graf: Sind überhaupt genug Abgeordnete da?
Wir kommen sogleich zur dritten Lesung. (Abg. Dr. Graf: Sind überhaupt genug Abgeordnete da?) – Wir haben gezählt, ja.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, dass ein Beratungsorgan der Regierung beizeiten einzuberufen ist, um schwerwiegende Entscheidungen gemeinsam fällen zu können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: „Strömungen“ gibt es da keine, bei der ÖVP!
Vielleicht böte das auch einmal eine Möglichkeit, auch über die generelle Position zur Frage der Minderheitsrechte auf Seiten der ÖVP zu diskutieren. Hier geht es offenbar, und hier ist es auch richtig. Und es sollte nicht so starr sein, wenn es um die Frage von Untersuchungsausschüssen geht, wenn es um die Frage von Oppositions- und Kontrollrechten geht. Hier ist einmal eine vernünftige Lösung getroffen worden, und vielleicht gibt es auch andere Strömungen in der ÖVP, die das auch bei der Frage der Minderheitsrechte im Parlament ermöglichen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: „Strömungen“ gibt es da keine, bei der ÖVP!)
Beifall der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dr. Spindelegger.
Mir ist nur wichtig, dass diese Gremien, vor allem auch der Nationale Sicherheitsrat, dann auch wirklich ernst genommen werden von den Regierungsparteien und auch von der Regierung, als Beratungsorgan, aber auch de facto als Mitentscheidungsorgan in wichtigen Angelegenheiten. Gerade beim Nationalen Sicherheitsrat geht es ja – und das war ja ursprünglich, bei der Einrichtung, auch die Intention – nicht so wie beim Landesverteidigungsrat eben wirklich nur um ein Diskussionsgremium, sondern um ein Mitentscheidungsgremium in wichtigen Belangen der nationalen Sicherheit – denn die geht uns alle an, nicht nur die Bundesregierung, sondern auch uns Parlamentarier, aber natürlich auch die gesamte Bevölkerung. Und deshalb ist es wichtig, dass die Beschlüsse dann auch entsprechend ernst genommen werden und dass dann aber natürlich auch – es gibt ja hier in weiten Bereichen Geheimhaltung – offen und umfassend über die wichtigen Materien informiert wird. (Beifall der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Dr. Spindelegger.)
Beifall bei den Grünen.
Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne ist das, glaube ich, eine gute Rechtsbestimmung. Daher können wir dieser zustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Die freiheitliche Fraktion ersucht dafür um Ihre Zustimmung. Wir glauben, dass es eine sinnvolle Sache ist, hier noch zuzuwarten, damit dann auf europäischer Ebene die Gegenseitigkeit, die Reziprozität gegeben ist. – Vielen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Und das Zweite – und ich glaube, das ist auch ein wichtiger Punkt – ist der Entschließungsantrag, der im Ausschuss beschlossen wurde, mit dem der Bundeskanzler, der Bundesminister für Inneres und der Bundesminister für Verkehr aufgefordert werden, nach einem Jahr dem Nationalrat über die Erfahrungen, über die Frage der Gegenseitigkeit zu berichten. Wir haben dann die Gelegenheit und werden diese natürlich auch wahrnehmen, diesen Erfahrungsbericht bei allfälligen weiteren Verbesserungen auch entsprechend zu berücksichtigen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ich halte, ehrlich gesagt, auch nichts von dem Entschließungsantrag, das auf 2010 zu verschieben, denn vielleicht ratifizieren die anderen diese entsprechenden Abkommen schon früher, 2009 oder 2008, dann könnte man es einführen. Besser wäre es gewesen, auf internationaler Ebene zu verhandeln, zu schauen, dass zumindest unsere Nachbarländer gleichzeitig diese Materie entsprechend umsetzen. Dann hätten wir das mit gutem Gewissen auch mittragen können. So müssen wir diese Vorlage leider ablehnen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Die anderen aber auch!
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Kollege Scheibner! So einfach ist das leider nicht, denn wir haben natürlich auch die Verpflichtung, das umzusetzen, was hier auf EU-Ebene beschlossen wurde. (Abg. Scheibner: Die anderen aber auch!) Und das ist nun einmal ein wichtiger Schritt. Natürlich alle anderen Staaten selbstverständlich auch, aber davon gehen wir aus,
Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist der falsche Vertrauensgrundsatz!
dass das dort in gleicher Weise geschieht. (Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist der falsche Vertrauensgrundsatz!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Auch gegenüber der ÖVP! Nicht nur gegenüber der EU!
Ja, ich weiß, Sie haben immer das Misstrauensprinzip gegenüber der EU. (Abg. Dr. Haimbuchner: Auch gegenüber der ÖVP! Nicht nur gegenüber der EU!) Sie haben immer in Ihrer Strategie, Vorurteile und Ressentiments zu schüren, und Sie nützen jeden Anlass, das zu tun, selbst beim Thema Verkehr. (Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist doch nicht richtig! Das wissen Sie doch, dass das nicht richtig ist!) Ich glaube, wir sollten froh sein, dass es hier einmal einen ersten Schritt gibt.
Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist doch nicht richtig! Das wissen Sie doch, dass das nicht richtig ist!
Ja, ich weiß, Sie haben immer das Misstrauensprinzip gegenüber der EU. (Abg. Dr. Haimbuchner: Auch gegenüber der ÖVP! Nicht nur gegenüber der EU!) Sie haben immer in Ihrer Strategie, Vorurteile und Ressentiments zu schüren, und Sie nützen jeden Anlass, das zu tun, selbst beim Thema Verkehr. (Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist doch nicht richtig! Das wissen Sie doch, dass das nicht richtig ist!) Ich glaube, wir sollten froh sein, dass es hier einmal einen ersten Schritt gibt.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir sehen das vor, wir machen einen entsprechenden Bericht im Ministerium, und wir werden nach einem Jahr evaluieren, ob das auch tatsächlich so funktioniert, wie die EU und wie wir uns selbst das vorstellen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
dass Sie diesem guten Gesetz Ihre Zustimmung geben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, wir alle miteinander haben das Ziel – ich hoffe, dass wir alle miteinander dieses Ziel haben –, die österreichischen Straßen sicherer zu machen, aber nicht nur die österreichischen Straßen, sondern wir wollen ja alle, wenn wir im Ausland unterwegs sind, auch dort sicher auf den Straßen unterwegs sein. Und das ist letzten Endes ein Ziel der Umsetzung dieser Rahmenrichtlinie, die wir heute hier beschließen werden oder von der ich hoffe, dass sie ihr zustimmen werden. – Danke herzlich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb mein abschließender Appell: Schießen wir bei den Kontrollvorschriften, Dokumentationen, Evaluierungen und so weiter nicht über das Ziel hinaus, denn schließlich sollen die Mittel in die Kernleistungen fließen und nicht in den Verwaltungsapparat! – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Staatssekretärin, in diesem Zusammenhang hätte ich Sie gebeten, in einem Punkt aktiv zu werden, und zwar ist in dieser Artikel-15a-Vereinbarung eigentlich der Gender Mainstreaming-Ansatz zwar erwähnt, aber es ist keine Leitlinie angedacht, wie das umgesetzt werden sollte. Und da hätte ich Sie ersucht, im Rahmen des vorgesehenen „Begleitausschusses“ dafür zu sorgen, dass es verbindliche Leitlinien für Gender Mainstreaming gibt. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Ich will die Debatte nicht unnötig in die Länge treiben. Es handelt sich hier um eine Konsensmaterie. Wir wissen, dieser Beschluss ist notwendig, um die Strukturförderungsmittel auch optimal nützen zu können, und deshalb stimmen wir dieser Vorlage zu. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Der zweite Punkt: Kollege Pirklhuber, ich bin 25 Jahre Frauensekretärin gewesen. Sie können sich darauf verlassen, dass ich den Schwerpunkt auf Gender Mainstreaming lege. Leider ist das in dieser Programmperiode ein bisschen zurückgedrängt worden. Aber ich habe bereits erste Gespräche geführt. Ich habe auch mit GENDER ALP, einem Programm, das Ihnen vielleicht auch bekannt ist, Kontakte. Wir werden selbstverständlich schauen, wie wir in den Programmen Gender Mainstreaming wieder besser festigen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend bedanke ich mich recht herzlich beim Bundeskanzleramt für die Vorlage dieses Gesetzes zur Erfüllung des Regierungsübereinkommens. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
die Frage, ob das eine besonders glückliche Regelung ist. Aber vielleicht bringt die Kontrollstelle da auch noch einiges zutage. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Wir sollten uns Gedanken darüber machen: Worauf ist die Entwicklung zurückzuführen, dass es zu immer mehr Gewalttaten gegenüber Kindern kommt, zu Missbrauch gegenüber Kindern kommt? – Das liegt mit Sicherheit daran, dass sich – und das müssen wir auch eingestehen – eine gewisse soziale Verwahrlosung in unserer Gesellschaft breitmacht. Wir müssen in Teilen unserer Gesellschaft wahrnehmen, dass Familien immer schlechter funktionieren. Und wir müssen uns fragen: Warum ist das so? Und was können wir dagegen unternehmen? Wie können wir vor allen Dingen den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft zur Seite stehen und ihnen all unsere Unterstützung angedeihen lassen, damit solche Taten zum einen nicht passieren können, es aber zum anderen keine Toleranz gegenüber Tätern gibt, die sich an den Schwächsten der Gesellschaft, nämlich an unseren Kindern, vergreifen? (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich gebe zu: So etwas begreife ich nicht, so etwas werde ich auch nicht begreifen! Und ist will es auch gar nicht begreifen, dass es Menschen als Ungeheuer gibt – ich kann diese Menschen nur so bezeichnen –, als Ungeheuer, die gegenüber den Schwächsten in unserer Gesellschaft, gegenüber unseren Kindern, Missbrauch, sexuelle Gewalt, Quälerei ausüben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es kann und darf nicht sein, dass Babys weniger zählen als erwachsene Menschen. Kleine Kinder, Babys müssen genauso den Wert eines Menschen haben, und da kann und darf es nicht der Fall sein, dass in unserer Gesellschaft ein Mord an einem Baby nach fünf Jahren verjährt! (Beifall bei der FPÖ.) Das sind vollwertige Menschen, und da
Beifall bei der FPÖ.
muss man die Gesetzgebung dahin gehend anpassen beziehungsweise sicherstellen, dass dem auch entsprochen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es ist für uns ganz wichtig, das einmal festzuhalten. Da darf es nicht sein, dass das nach fünf Jahren verjährt ist und quasi als Kavaliersdelikt abgehandelt wird. Wer sich an unseren Kindern vergeht, soll eben jederzeit wissen, dass er in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren, wenn man ihm draufkommt, auch zur Verantwortung gezogen werden muss in unserer Gesellschaft. Wir brauchen deshalb härtere Gesetze. Ich stehe dazu, die Freiheitliche Partei Österreichs steht dazu, dass wir hier auch härtere Gesetze festmachen müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir müssen auch in diesen Bereichen immer wieder evaluieren. Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir auch verlangen und sicherstellen, dass es eine unbedingte Anzeigepflicht für alle Personen gibt, die beruflich mit Minderjährigen zu tun haben, und zwar dann, wenn ein begründeter Verdacht des physischen, sexuellen oder psychischen Missbrauchs besteht. (Beifall bei der FPÖ.) Da hat es eine Anzeigepflicht zu geben, damit sich auch die Behörden mit solchen Fällen auseinandersetzen müssen.
Beifall bei der FPÖ.
Ja, und ich sage ganz bewusst, warum. Dieses verpflichtende Modell der gemeinsamen Obsorge, das es in Deutschland gibt – dort heißt es gemeinsame elterliche Sorge –, ist dort Regelfall nach einer Scheidung, bei uns nur dann, wenn es einvernehmlich zur gemeinsamen Obsorge kommt. Und genau da muss man ansetzen. Jener Elternteil, der in Deutschland die Alleinsorge für die Kinder anstrebt, muss nachweisen, dass die gemeinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl abträglich ist. Wenn das nachgewiesen wird, dann soll es selbstverständlich keine gemeinsame Obsorge geben. Aber wenn da nichts vorliegt, ist doch nicht einzusehen, dass es keine gemeinsame Obsorge gibt, denn es gibt ja bitte ein Recht der Kinder auf beide Elternteile. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da muss gesetzlich sichergestellt werden, dass eine unbedingte Entscheidungspflicht für Besuchs- und Obsorgeangelegenheiten spätestens nach sechs Monaten erfolgt. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich komme zum Schluss. Damit wird nicht nur ihre Seele zerstört, sondern auch die Seele unserer Gesellschaft zerstört. Eine Gesellschaft, die ihre Kleinsten nicht achtet, solch eine Gesellschaft verdient auch keinen Respekt – und das können und dürfen wir nicht zulassen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Aber dort müsste man ansetzen, Frau Justizministerin!
Das Problem besteht darin, dass die Anzeigepflicht auf den gesetzmäßigen Wirkungsbereich beschränkt ist, somit auf den Bereich der Gerichtsbarkeit und der Hoheitsverwaltung. Im Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung besteht damit keine Anzeigepflicht nach der Strafprozessordnung. Da die Jugendwohlfahrtsträger ganz überwiegend keine hoheitlichen Aufgaben erfüllen, trifft sie damit keine generelle Anzeigepflicht. (Abg. Strache: Aber dort müsste man ansetzen, Frau Justizministerin!) Sie brauchen eine Anzeige auch dann nicht zu erstatten, wenn durch sie eine amtliche Tätigkeit beeinträchtigt würde, die das persönliche Vertrauensverhältnis zum Beispiel eines Sozialarbeiters zu seinem Klienten beträfe. Allerdings gibt es auch hier wieder – und das ist ja schon ein Beweis für die Komplexität der Regel – die Ausnahme, dass die Anzeigepflicht dann generell ist, wenn sie notwendig ist, um weitere Gewalt zu verhindern.
Abg. Strache: Frau Justizministerin! Auf die anderen Prozent sollte man es auch ausweiten!
Zur gemeinsamen Obsorge haben Sie, Herr Abgeordneter, bereits aus der Studie, die im Auftrag des Justizministeriums durchgeführt wurde, zitiert. Die Studie hat das Ergebnis gebracht, dass sich in rund 54 Prozent der Fälle die Eltern für die gemeinsame Obsorge nach der Scheidung entscheiden. – Die Erfahrungen sind tatsächlich in der Regel sehr positiv, wir planen daher keine gesetzlichen Änderungen in diesem Bereich. (Abg. Strache: Frau Justizministerin! Auf die anderen Prozent sollte man es auch ausweiten!) – Dazu komme ich schon noch.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich habe für meinen Zuständigkeitsbereich die angedachten, zum Teil bereits umgesetzten oder in Planung befindlichen Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt an Kindern skizziert und werde auch mit meinen Ressortkollegen das Gespräch zu diesem Thema suchen und weitere gemeinsame Initiativen unterstützen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Riepl: Ich glaube, das stimmt!
Abgeordneter Lutz Weinzinger (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Justizministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was ist mit unserer Gesellschaft los? Es handelt sich hier sicher um ein gesellschaftliches Problem! Ich möchte nicht ausschließen, dass es solche Dinge, die uns heute in so ausführlicher und bedrückender Weise von Klubobmann Strache geschildert wurden, nicht auch schon vor 40, vor 80 Jahren und noch früher gegeben hat, aber sie waren ganz sicher seltener oder sie kamen nicht so an die Öffentlichkeit. (Abg. Riepl: Ich glaube, das stimmt!)
Beifall bei der FPÖ.
Wer ist denn aller involviert in diese Angelegenheit? Wer hat da Verantwortung? – Das Familienministerium; der Name sagt es ja schon. In der Familie leben die Kinder – soweit es überhaupt noch Familien gibt. Ebenso hat da das Gesundheitsministerium Verantwortung; das ist ja zusammengelegt mit dem Familienministerium. Weiters: das Frauenministerium. Mütter sind Frauen, und das Frauenministerium hat sich daher um Angelegenheiten der Frauen zu kümmern. Angelegenheiten der Frauen sind nicht nur Gender Mainstreaming! Überhaupt: welch hässliches Wort! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Maßnahmen müssen also jedenfalls gesetzt werden, damit wenigstens noch das Ärgste verhindert werden kann – und dass wir jenen, die anfällig sind in Bezug auf das Setzen von Gewalt, sagen und zeigen: Wir, der Staat, sind nicht bereit, uns das gefallen zu lassen, denn die Kinder sind unser größter Schatz. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, das wäre vielleicht ein Weg. – Ich bitte um Ihre Zustimmung für diesen Entschließungsantrag. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt auf einmal! Vor drei Wochen war das noch ganz anders! Bei der Dringlichen, da war alles noch in Ordnung: Da brauchen wir nichts tun! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Die Bilder in den eigenen Köpfen, als wir diese Berichte gelesen haben, waren völlig hinreichend. Wenn man sich nur das Martyrium vor Augen führt, dem so ein kleines, wehrloses Kind über Wochen und Monate ausgesetzt war! Uns allen war und ist klar: Wir wollen nicht länger zuschauen, sondern wollen handeln und Maßnahmen setzen. Da kann ich Ihnen nur recht geben, Herr Kollege Strache: Dieses Anliegen teilen wir, denke ich, alle hier im Hohen Haus. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt auf einmal! Vor drei Wochen war das noch ganz anders! Bei der Dringlichen, da war alles noch in Ordnung: Da brauchen wir nichts tun! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Ing. Westenthaler: ... minderbemittelt!
Herr Kollege Westenthaler, ich war sehr froh darüber, dass Herr Kollege Strache dieses Thema in einem sehr moderaten Ton hier behandelt hat, und ich meine auch, man sollte da wirklich ohne Polemik auskommen, aber, Herr Kollege Westenthaler, Sie machen mir das nicht leicht, denn auf Ihren Zwischenruf hin muss ich schon darauf aufmerksam machen, dass Ihre Partei sieben Jahre lang in der Bundesregierung gesessen ist, Sie aber diesbezüglich keine Initiativen gesetzt haben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Strache. – Abg. Ing. Westenthaler: ... minderbemittelt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Es muss immer erst etwas passieren, bevor Sie reagieren!
Unsere Justizministerin Berger hat heute einen Maßnahmenkatalog vorgelegt, hat in sehr verantwortungsvoller Art und Weise die Initiative ergriffen, einerseits im eigenen Hause Maßnahmen zu konzipieren und zu ergreifen – und andererseits auch einen Anstoß zu setzen, eine Initiative zu ergreifen, um da einen sehr notwendigen und umfassenden Prozess, der weit über das Justizressort hinausgehen muss, in Gang zu setzen. Und das alles geschah, Herr Kollege Westenthaler, nicht erst – das muss man auch dazusagen – aus Anlass der jüngsten Fälle (Abg. Ing. Westenthaler: Es muss immer erst etwas passieren, bevor Sie reagieren!), sondern es hat im Rahmen der Vorbereitung zur Familienrechtsreform Arbeitskreise im Justizministerium gegeben, gemeinsam mit dem Familienministerium, wobei sich eine dieser Gruppen mit der Frage beschäftigt hat, wie wir Kinder effizient vor Gewalt schützen können.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
sätzlichen politischen Verantwortungsbewusstsein, das unsere Justizministerin zum Glück auszeichnet. Ich denke, das beweist einmal mehr, dass es sehr richtig war, den heutigen Misstrauensantrag gegen Frau Ministerin Berger abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Allerdings möchte ich mich – sosehr ich in diesem Fall für eine gemeinsame Kraftanstrengung bin, das ist überhaupt keine Frage – schon gegen Untertöne, die zum Beispiel im Redebeitrag meines Vorredners durchgeblitzt sind, zur Wehr setzen, zum Beispiel dagegen, in diesem Zusammenhang die besondere Verantwortung der Mütter hervorzustreichen und damit außer Acht zu lassen, dass Frauen sehr häufig die Opfer von häuslicher Gewalt sind. Frauen sind eher sehr selten die Täterinnen, sie sind die Opfer von häuslicher Gewalt. Jetzt aufgrund des letzten Falles hier die Frauen als die schuldige Gruppe hinzustellen, das wäre, nein, das ist eine sehr falsche politische Schlagseite! (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Strache: Frau Abgeordnete! Aber Täter gibt es in allen Gesellschaftsbereichen, bei Frauen und bei Männern!
Auch der Hinweis auf die sozialen Verhältnisse, auf den Zusammenhang zwischen Schicht und Gewalt (Abg. Strache: Frau Abgeordnete! Aber Täter gibt es in allen Gesellschaftsbereichen, bei Frauen und bei Männern!) – so einfach wird es leider auch in diesem Fall nicht sein. (Abg. Strache: Täter und Opfer gibt es überall!) Aber das Mengenverhältnis ist sehr unterschiedlich, das werden Sie zugestehen, Herr Kollege Strache. (Abg. Strache: Es gibt leider Täter und Opfer in allen Bereichen!)
Abg. Strache: Täter und Opfer gibt es überall!
Auch der Hinweis auf die sozialen Verhältnisse, auf den Zusammenhang zwischen Schicht und Gewalt (Abg. Strache: Frau Abgeordnete! Aber Täter gibt es in allen Gesellschaftsbereichen, bei Frauen und bei Männern!) – so einfach wird es leider auch in diesem Fall nicht sein. (Abg. Strache: Täter und Opfer gibt es überall!) Aber das Mengenverhältnis ist sehr unterschiedlich, das werden Sie zugestehen, Herr Kollege Strache. (Abg. Strache: Es gibt leider Täter und Opfer in allen Bereichen!)
Abg. Strache: Es gibt leider Täter und Opfer in allen Bereichen!
Auch der Hinweis auf die sozialen Verhältnisse, auf den Zusammenhang zwischen Schicht und Gewalt (Abg. Strache: Frau Abgeordnete! Aber Täter gibt es in allen Gesellschaftsbereichen, bei Frauen und bei Männern!) – so einfach wird es leider auch in diesem Fall nicht sein. (Abg. Strache: Täter und Opfer gibt es überall!) Aber das Mengenverhältnis ist sehr unterschiedlich, das werden Sie zugestehen, Herr Kollege Strache. (Abg. Strache: Es gibt leider Täter und Opfer in allen Bereichen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir müssen einen kooperativen Prozess einleiten, der eine Vernetzung aller beteiligten Institutionen – von den Schulen und Kindergärten über Jugendwohlfahrt und Strafjustiz bis hin zur Polizei und zur Familiengerichtsbarkeit – umschließt, um in klarer Rollenverteilung eine gemeinsame Kraftanstrengung zu machen und gute Schnittstellen zum Wohle unserer Kinder zu organisieren. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Strache – demonstrativ Beifall spendend –: Jetzt klatsche ich einmal! – Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.
Ich möchte aber im Folgenden doch auf die verschiedenen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, kurz eingehen. Zuallererst sei einmal eines ganz klar gesagt – ich glaube, da sollten wir uns einig sein –: Der Schutz der Kinder vor Misshandlung, vor physischer, aber auch vor psychischer Gewalt, vor sexuellem Missbrauch und vor Ausbeutung muss unsere oberste Priorität sein. Gerade weil Kinder und Jugendliche ihren Peinigern oft schutzlos ausgeliefert sind, brauchen sie unseren Schutz ganz besonders, einerseits den Schutz der Gesetze, aber auch den Schutz der Gesellschaft insgesamt. Ich glaube, es ist unsere gemeinsame Aufgabe, hier entsprechend zu wirken. (Abg. Strache – demonstrativ Beifall spendend –: Jetzt klatsche ich einmal! – Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Neuerlicher demonstrativer Beifall des Abg. Strache.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Darüber hinaus gibt es aber auch einen gesellschaftlichen Bereich, den wir einerseits als Gesetzgeber mit beeinflussen durch verschiedene Signale, durch verschiedene gesetzliche Maßnahmen, den wir aber auch als Bürger und Bürgerin sowie letztlich als Vorbild mit beeinflussen können. Dazu gehört für mich ein ganz klares Bekenntnis zur Familie und zu Kindern sowie die Schaffung eines positiven und motivierenden Klimas für die Betreuung von Kindern und auch das klare Bekenntnis zum Vorrang der Interessen der Kinder vor allen anderen Interessen unserer Gesellschaft. (Neuerlicher demonstrativer Beifall des Abg. Strache.) – Danke sehr. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Darüber hinaus gibt es aber auch einen gesellschaftlichen Bereich, den wir einerseits als Gesetzgeber mit beeinflussen durch verschiedene Signale, durch verschiedene gesetzliche Maßnahmen, den wir aber auch als Bürger und Bürgerin sowie letztlich als Vorbild mit beeinflussen können. Dazu gehört für mich ein ganz klares Bekenntnis zur Familie und zu Kindern sowie die Schaffung eines positiven und motivierenden Klimas für die Betreuung von Kindern und auch das klare Bekenntnis zum Vorrang der Interessen der Kinder vor allen anderen Interessen unserer Gesellschaft. (Neuerlicher demonstrativer Beifall des Abg. Strache.) – Danke sehr. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, zusammengefasst: Ich glaube, es ist eine wichtige Diskussion, die wir heute Nachmittag führen. Ich glaube – wie schon eingangs erwähnt –, dass diese Fälle uns alle miteinander betroffen machen, und ich hoffe, dass diese Betroffenheit nicht nur dazu dient, politische Diskussionen zu führen, dass diese Betroffenheit nicht nur für Schlagzeilen und für politisches Kleingeld genützt wird, sondern dass wir diese Betroffenheit dazu nützen, gemeinsam und konstruktiv an den notwendigen Maßnahmen zu arbeiten. Das ist die beste Investition in unsere Zukunft. – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört?
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Das Thema ist ernst, zu ernst, um Scheinlösungen anzubieten. Die bloße Erhöhung der Strafrahmen ist so eine Scheinlösung. (Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört?) Das verhindert nämlich keinen einzigen Fall. (Abg. Strache: Dass es auch andere Vorschläge gegeben hat?)
Abg. Strache: Dass es auch andere Vorschläge gegeben hat?
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Das Thema ist ernst, zu ernst, um Scheinlösungen anzubieten. Die bloße Erhöhung der Strafrahmen ist so eine Scheinlösung. (Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört?) Das verhindert nämlich keinen einzigen Fall. (Abg. Strache: Dass es auch andere Vorschläge gegeben hat?)
Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört?
Wie stellen Sie sich das vor, Herr Strache? (Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört?) Ich habe Ihnen zugehört, Sie sagen auch immer das Gleiche. (Abg. Strache: Sie halten jetzt eine vorbereitete Rede und haben mir nicht einmal zugehört!) Wie stellen Sie sich das vor? – Wir haben eine geltende Gesetzeslage, jemand begeht einen Missbrauch, Sie setzen den Strafrahmen in die Höhe, und plötzlich sagt der Peiniger (Abg. Strache: Es ist ja ein Bündel!): Jetzt, wo der Strafrahmen höher ist (Abg. Strache: Wir haben ein Bündel von Vorschlägen!), weil Herr Strache den justizpolitischen Ton angibt, werde ich diese Tat nicht begehen! (Abg. Dr. Graf: Die Wiederholungsgefahr hintanhalten!)
Abg. Strache: Sie halten jetzt eine vorbereitete Rede und haben mir nicht einmal zugehört!
Wie stellen Sie sich das vor, Herr Strache? (Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört?) Ich habe Ihnen zugehört, Sie sagen auch immer das Gleiche. (Abg. Strache: Sie halten jetzt eine vorbereitete Rede und haben mir nicht einmal zugehört!) Wie stellen Sie sich das vor? – Wir haben eine geltende Gesetzeslage, jemand begeht einen Missbrauch, Sie setzen den Strafrahmen in die Höhe, und plötzlich sagt der Peiniger (Abg. Strache: Es ist ja ein Bündel!): Jetzt, wo der Strafrahmen höher ist (Abg. Strache: Wir haben ein Bündel von Vorschlägen!), weil Herr Strache den justizpolitischen Ton angibt, werde ich diese Tat nicht begehen! (Abg. Dr. Graf: Die Wiederholungsgefahr hintanhalten!)
Abg. Strache: Es ist ja ein Bündel!
Wie stellen Sie sich das vor, Herr Strache? (Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört?) Ich habe Ihnen zugehört, Sie sagen auch immer das Gleiche. (Abg. Strache: Sie halten jetzt eine vorbereitete Rede und haben mir nicht einmal zugehört!) Wie stellen Sie sich das vor? – Wir haben eine geltende Gesetzeslage, jemand begeht einen Missbrauch, Sie setzen den Strafrahmen in die Höhe, und plötzlich sagt der Peiniger (Abg. Strache: Es ist ja ein Bündel!): Jetzt, wo der Strafrahmen höher ist (Abg. Strache: Wir haben ein Bündel von Vorschlägen!), weil Herr Strache den justizpolitischen Ton angibt, werde ich diese Tat nicht begehen! (Abg. Dr. Graf: Die Wiederholungsgefahr hintanhalten!)
Abg. Strache: Wir haben ein Bündel von Vorschlägen!
Wie stellen Sie sich das vor, Herr Strache? (Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört?) Ich habe Ihnen zugehört, Sie sagen auch immer das Gleiche. (Abg. Strache: Sie halten jetzt eine vorbereitete Rede und haben mir nicht einmal zugehört!) Wie stellen Sie sich das vor? – Wir haben eine geltende Gesetzeslage, jemand begeht einen Missbrauch, Sie setzen den Strafrahmen in die Höhe, und plötzlich sagt der Peiniger (Abg. Strache: Es ist ja ein Bündel!): Jetzt, wo der Strafrahmen höher ist (Abg. Strache: Wir haben ein Bündel von Vorschlägen!), weil Herr Strache den justizpolitischen Ton angibt, werde ich diese Tat nicht begehen! (Abg. Dr. Graf: Die Wiederholungsgefahr hintanhalten!)
Abg. Dr. Graf: Die Wiederholungsgefahr hintanhalten!
Wie stellen Sie sich das vor, Herr Strache? (Abg. Strache: Haben Sie nicht zugehört?) Ich habe Ihnen zugehört, Sie sagen auch immer das Gleiche. (Abg. Strache: Sie halten jetzt eine vorbereitete Rede und haben mir nicht einmal zugehört!) Wie stellen Sie sich das vor? – Wir haben eine geltende Gesetzeslage, jemand begeht einen Missbrauch, Sie setzen den Strafrahmen in die Höhe, und plötzlich sagt der Peiniger (Abg. Strache: Es ist ja ein Bündel!): Jetzt, wo der Strafrahmen höher ist (Abg. Strache: Wir haben ein Bündel von Vorschlägen!), weil Herr Strache den justizpolitischen Ton angibt, werde ich diese Tat nicht begehen! (Abg. Dr. Graf: Die Wiederholungsgefahr hintanhalten!)
Abg. Strache: Wir haben ein Bündel ...!
Das ist doch naiv! (Abg. Strache: Wir haben ein Bündel ...!) Das ist Scharlatanerie (Abg. Strache: So ein Nonsens!), weil Sie nämlich Lösungen anbieten, die keine Lösungen sind (Abg. Strache: Das ist so peinlich!), und weil damit ernste Probleme nicht gelöst werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Unglaublich! Das ist schädlich und peinlich, was Sie hier von sich geben!)
Abg. Strache: So ein Nonsens!
Das ist doch naiv! (Abg. Strache: Wir haben ein Bündel ...!) Das ist Scharlatanerie (Abg. Strache: So ein Nonsens!), weil Sie nämlich Lösungen anbieten, die keine Lösungen sind (Abg. Strache: Das ist so peinlich!), und weil damit ernste Probleme nicht gelöst werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Unglaublich! Das ist schädlich und peinlich, was Sie hier von sich geben!)
Abg. Strache: Das ist so peinlich!
Das ist doch naiv! (Abg. Strache: Wir haben ein Bündel ...!) Das ist Scharlatanerie (Abg. Strache: So ein Nonsens!), weil Sie nämlich Lösungen anbieten, die keine Lösungen sind (Abg. Strache: Das ist so peinlich!), und weil damit ernste Probleme nicht gelöst werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Unglaublich! Das ist schädlich und peinlich, was Sie hier von sich geben!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Unglaublich! Das ist schädlich und peinlich, was Sie hier von sich geben!
Das ist doch naiv! (Abg. Strache: Wir haben ein Bündel ...!) Das ist Scharlatanerie (Abg. Strache: So ein Nonsens!), weil Sie nämlich Lösungen anbieten, die keine Lösungen sind (Abg. Strache: Das ist so peinlich!), und weil damit ernste Probleme nicht gelöst werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Unglaublich! Das ist schädlich und peinlich, was Sie hier von sich geben!)
Abg. Strache: Das ist gut, dass die Grünen wieder unter 10 Prozent kommen werden!
Ich sage Ihnen noch etwas darüber, wohin Ihre Maßnahmen führen würden. Die höheren Strafrahmen haben nämlich ein großes Risiko. (Abg. Strache: Das ist gut, dass die Grünen wieder unter 10 Prozent kommen werden!) Hören Sie mir zu!
Abg. Strache: Das ist gut, wenn die Österreicher zuschauen, wie die Grünen wieder unter 10 Prozent fallen!
Ein großes Risiko haben die höheren Strafrahmen aus folgendem Grund (Abg. Strache: Das ist gut, wenn die Österreicher zuschauen, wie die Grünen wieder unter 10 Prozent fallen!): 80 Prozent der Straftaten werden im Familienkreis begangen. Wir wissen genau, dass die Neigung der Verwandten, Anzeigen zu erstatten, sinkt, wenn der Strafrahmen steigt – was logisch ist, weil der Vater, der Freund, der Großvater, wer auch immer, länger ins Gefängnis geht. Das ist wissenschaftlich erwiesen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ein großes Risiko haben die höheren Strafrahmen aus folgendem Grund (Abg. Strache: Das ist gut, wenn die Österreicher zuschauen, wie die Grünen wieder unter 10 Prozent fallen!): 80 Prozent der Straftaten werden im Familienkreis begangen. Wir wissen genau, dass die Neigung der Verwandten, Anzeigen zu erstatten, sinkt, wenn der Strafrahmen steigt – was logisch ist, weil der Vater, der Freund, der Großvater, wer auch immer, länger ins Gefängnis geht. Das ist wissenschaftlich erwiesen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Wegschauen nützt den Kindern auch nichts!
Daher sind diese Maßnahmen möglicherweise gut gemeint, sie spielen aber indirekt den Tätern in die Hände, weil diese durch solche Maßnahmen geschützt werden. (Abg. Mag. Donnerbauer: Wegschauen nützt den Kindern auch nichts!)
Abg. Mag. Darmann: Evaluieren ist zu wenig!
Dennoch ist es unbestritten, dass wir das Ausmaß der Strafen evaluieren müssen. Denn eines ist klar: Diese schweren Delikte sind keine Kavaliersdelikte. Das ist unbestritten. (Abg. Mag. Darmann: Evaluieren ist zu wenig!) Aber geben wir uns nicht der naiven Illusion hin – so wie Sie –, dass die reine Erhöhung der Strafrahmen irgendetwas an der Situation ändert. (Abg. Strache: Das ist ein Teil eines Pakets!)
Abg. Strache: Das ist ein Teil eines Pakets!
Dennoch ist es unbestritten, dass wir das Ausmaß der Strafen evaluieren müssen. Denn eines ist klar: Diese schweren Delikte sind keine Kavaliersdelikte. Das ist unbestritten. (Abg. Mag. Darmann: Evaluieren ist zu wenig!) Aber geben wir uns nicht der naiven Illusion hin – so wie Sie –, dass die reine Erhöhung der Strafrahmen irgendetwas an der Situation ändert. (Abg. Strache: Das ist ein Teil eines Pakets!)
Abg. Strache: Was habe ich denn anderes gesagt?
Höhere Strafen können maximal eine einzige Bedeutung haben, nämlich die, eine klare gesellschaftliche Wertung zum Ausdruck zu bringen: dass wir diese Delikte nicht akzeptieren und tolerieren. (Abg. Strache: Was habe ich denn anderes gesagt?) Daher ist es legitim, wenn wir diese Strafrahmen evaluieren. Aber verkaufen Sie uns das nicht als Maßnahme, die eine einzige Tat verhindert! Wenn Sie das tun, ist das Scharlatanerie.
Abg. Strache: Also doch höhere Strafen!
Ich mache daher einen anderen Vorschlag. Diskutieren wir darüber, ob nicht allenfalls die Deliktsbegehung an Kindern als Erschwerungsgrund gewertet wird; natürlich immer unter der Berücksichtigung des Doppelbestrafungsverbots. (Abg. Strache: Also doch höhere Strafen!) Denn das würde dazu führen, dass bei gleichem Strafrahmen höhere
Abg. Strache: Höhere Strafen!
Verurteilungen herauskommen (Abg. Strache: Höhere Strafen!), aber der Negativ-Effekt des höheren Strafrahmens und damit des Nicht-Anzeigens vermieden wird.
Abg. Dr. Graf: Was ist der Unterschied zwischen Meldung und Anzeige?
Anzeigenpflicht: Wir können über eine Anzeigenpflicht diskutieren, aber auch hier bin ich für eine genaue Diskussion. Das Wichtigste ist, dass wir eine lückenlose Meldepflicht haben. Bei einer Anzeigepflicht besteht immer die Gefahr, dass in gewissen Grenzfällen die Anzeige unterbleibt, weil man sich nicht im Klaren ist: Ist da wirklich etwas passiert? Oder ist das Kind bei einem normalen Haushaltsunfall zu Schaden gekommen? (Abg. Dr. Graf: Was ist der Unterschied zwischen Meldung und Anzeige?)
Abg. Dr. Graf: Was ist der Unterschied zwischen Meldung und Anzeige?
Die lückenlose Meldepflicht garantiert, dass die zuständigen Behörden von diesem Fall Kenntnis erlangen, sich ihn näher anschauen können und dann klar ist, welche Schritte zu setzen sind. (Abg. Dr. Graf: Was ist der Unterschied zwischen Meldung und Anzeige?) Die Gefahr bei einer Anzeigepflicht – wenn Sie das nicht differenzieren – ist, dass solche Fälle nicht aufgegriffen werden, die Behörden daher keine Kenntnis erlangen und auch nicht einschreiten können.
Abg. Strache: Habe ich unter anderem gefordert, Herr Kollege!
Wenn wir aber eine umfassende und lückenlose Meldepflicht wollen, dann ist es die Grundvoraussetzung dafür, dass dieses Meldesystem funktioniert. Das heißt, wir brauchen eine ausreichende Personalausstattung bei den Jugendämtern. Wir haben ja nichts davon, wenn Fälle gemeldet werden, die dann aufgrund der Aktenberge dort gar nicht mehr weiterbearbeitet werden können, weil es viel zu wenige zuständige MitarbeiterInnen gibt. Ich habe mir die Zahlen für Wien angeschaut: Allein in den letzten fünf Jahren ... (Abg. Strache: Habe ich unter anderem gefordert, Herr Kollege!)
Abg. Strache: Weil Sie vorhin so getan haben, als hätte ich das nicht gefordert!
Kollege Strache, auch wenn Sie es gesagt haben, werden Sie mir nicht böse sein und darf ich trotzdem erwähnen, dass wir das auch als sinnvolle Maßnahme sehen. (Abg. Strache: Weil Sie vorhin so getan haben, als hätte ich das nicht gefordert!) Es ist selten, dass wir einer Meinung sind; hier sind wir es möglicherweise. Lassen Sie es mich doch aussprechen, und freuen Sie sich darüber, dass wir nicht in 100 Prozent, sondern nur in 75 Prozent aller Fälle nicht einer Meinung sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Bin ich froh darüber!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Bin ich froh darüber!
Kollege Strache, auch wenn Sie es gesagt haben, werden Sie mir nicht böse sein und darf ich trotzdem erwähnen, dass wir das auch als sinnvolle Maßnahme sehen. (Abg. Strache: Weil Sie vorhin so getan haben, als hätte ich das nicht gefordert!) Es ist selten, dass wir einer Meinung sind; hier sind wir es möglicherweise. Lassen Sie es mich doch aussprechen, und freuen Sie sich darüber, dass wir nicht in 100 Prozent, sondern nur in 75 Prozent aller Fälle nicht einer Meinung sind. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Bin ich froh darüber!)
Ruf bei der FPÖ: Nach fünf!
Zur Verjährung: Ja, über die Verlängerung der Verjährungsfristen müssen wir diskutieren, das müssen wir prüfen. Es kann nicht sein, dass schwerer sexueller Missbrauch nach zehn Jahren verjährt. Das ist mit Sicherheit zu kurz. (Ruf bei der FPÖ: Nach fünf!) – Je nach Strafhöhe.
Abg. Strache: Das hängt von den Straftaten ab! Das kann nur an den Straftaten festgemacht werden!
mentarium. Denn er ist Rechtsanwalt, er steht in der Praxis, und er kennt die Chancen. (Abg. Strache: Das hängt von den Straftaten ab! Das kann nur an den Straftaten festgemacht werden!)
Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitliche Partei vertritt!
Setzen Sie sich mit ihm auf einen Kaffee hin, hören Sie sich an, was er sagt. Er wird sprechen ... (Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitliche Partei vertritt!) Ja, ich weiß schon, wenn er dann redet und Sie hier sitzen, redet er anders als im Ausschuss. (Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitlichen vertreten!) Das kennen wir alles: Da wird er sozusagen vorgeschickt, da muss er kläffen. (Abg. Strache: Also, ein Mörder hat nicht entlassen zu werden!) Wenn man im Ausschuss mit ihm unter vier Augen redet, dann klingt er ganz anders, denn dann redet der Praktiker (Abg. Strache: Den möchte ich nicht mehr auf der Straße sehen, den Mörder und den, der sich an Kindern vergreift!) und nicht der Kläffer von Herrn Strache. (Abg. Strache: ... jemals wieder entlassen!)
Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitlichen vertreten!
Setzen Sie sich mit ihm auf einen Kaffee hin, hören Sie sich an, was er sagt. Er wird sprechen ... (Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitliche Partei vertritt!) Ja, ich weiß schon, wenn er dann redet und Sie hier sitzen, redet er anders als im Ausschuss. (Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitlichen vertreten!) Das kennen wir alles: Da wird er sozusagen vorgeschickt, da muss er kläffen. (Abg. Strache: Also, ein Mörder hat nicht entlassen zu werden!) Wenn man im Ausschuss mit ihm unter vier Augen redet, dann klingt er ganz anders, denn dann redet der Praktiker (Abg. Strache: Den möchte ich nicht mehr auf der Straße sehen, den Mörder und den, der sich an Kindern vergreift!) und nicht der Kläffer von Herrn Strache. (Abg. Strache: ... jemals wieder entlassen!)
Abg. Strache: Also, ein Mörder hat nicht entlassen zu werden!
Setzen Sie sich mit ihm auf einen Kaffee hin, hören Sie sich an, was er sagt. Er wird sprechen ... (Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitliche Partei vertritt!) Ja, ich weiß schon, wenn er dann redet und Sie hier sitzen, redet er anders als im Ausschuss. (Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitlichen vertreten!) Das kennen wir alles: Da wird er sozusagen vorgeschickt, da muss er kläffen. (Abg. Strache: Also, ein Mörder hat nicht entlassen zu werden!) Wenn man im Ausschuss mit ihm unter vier Augen redet, dann klingt er ganz anders, denn dann redet der Praktiker (Abg. Strache: Den möchte ich nicht mehr auf der Straße sehen, den Mörder und den, der sich an Kindern vergreift!) und nicht der Kläffer von Herrn Strache. (Abg. Strache: ... jemals wieder entlassen!)
Abg. Strache: Den möchte ich nicht mehr auf der Straße sehen, den Mörder und den, der sich an Kindern vergreift!
Setzen Sie sich mit ihm auf einen Kaffee hin, hören Sie sich an, was er sagt. Er wird sprechen ... (Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitliche Partei vertritt!) Ja, ich weiß schon, wenn er dann redet und Sie hier sitzen, redet er anders als im Ausschuss. (Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitlichen vertreten!) Das kennen wir alles: Da wird er sozusagen vorgeschickt, da muss er kläffen. (Abg. Strache: Also, ein Mörder hat nicht entlassen zu werden!) Wenn man im Ausschuss mit ihm unter vier Augen redet, dann klingt er ganz anders, denn dann redet der Praktiker (Abg. Strache: Den möchte ich nicht mehr auf der Straße sehen, den Mörder und den, der sich an Kindern vergreift!) und nicht der Kläffer von Herrn Strache. (Abg. Strache: ... jemals wieder entlassen!)
Abg. Strache: ... jemals wieder entlassen!
Setzen Sie sich mit ihm auf einen Kaffee hin, hören Sie sich an, was er sagt. Er wird sprechen ... (Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitliche Partei vertritt!) Ja, ich weiß schon, wenn er dann redet und Sie hier sitzen, redet er anders als im Ausschuss. (Abg. Strache: Er sagt genau das, was die Freiheitlichen vertreten!) Das kennen wir alles: Da wird er sozusagen vorgeschickt, da muss er kläffen. (Abg. Strache: Also, ein Mörder hat nicht entlassen zu werden!) Wenn man im Ausschuss mit ihm unter vier Augen redet, dann klingt er ganz anders, denn dann redet der Praktiker (Abg. Strache: Den möchte ich nicht mehr auf der Straße sehen, den Mörder und den, der sich an Kindern vergreift!) und nicht der Kläffer von Herrn Strache. (Abg. Strache: ... jemals wieder entlassen!)
Abg. Dr. Graf: Hier Fichtenbauer zu nennen, das ist ein Witz!
Ich sage Ihnen etwas zur bedingten Entlassung. Kollege Fichtenbauer wird Ihnen die Systematik gerne erklären. Bei der bedingten Entlassung handelt es sich nicht um eine Strafzumessungsvorschrift, sondern um eine Strafvollstreckungsnorm. Was heißt das? – Ich erkläre es Ihnen gerne. (Abg. Dr. Graf: Hier Fichtenbauer zu nennen, das ist ein Witz!) Nicht das Delikt ist entscheidend, sondern entscheidend für die bedingte Entlassung ist die Frage: Wie verhält sich derjenige im Vollzug, und wie ist seine Rückfallsprognose, wenn er freigelassen wird? – Das ist das zentrale Element, das muss geprüft werden! Denn die bedingte Entlassung ... (Abg. Strache: Der brutale Mörder wird bei Ihnen nach einem Jahr entlassen!)
Abg. Strache: Der brutale Mörder wird bei Ihnen nach einem Jahr entlassen!
Ich sage Ihnen etwas zur bedingten Entlassung. Kollege Fichtenbauer wird Ihnen die Systematik gerne erklären. Bei der bedingten Entlassung handelt es sich nicht um eine Strafzumessungsvorschrift, sondern um eine Strafvollstreckungsnorm. Was heißt das? – Ich erkläre es Ihnen gerne. (Abg. Dr. Graf: Hier Fichtenbauer zu nennen, das ist ein Witz!) Nicht das Delikt ist entscheidend, sondern entscheidend für die bedingte Entlassung ist die Frage: Wie verhält sich derjenige im Vollzug, und wie ist seine Rückfallsprognose, wenn er freigelassen wird? – Das ist das zentrale Element, das muss geprüft werden! Denn die bedingte Entlassung ... (Abg. Strache: Der brutale Mörder wird bei Ihnen nach einem Jahr entlassen!)
Abg. Strache: Der wird bei Ihnen entlassen! Das ist genau Ihre absurde Einstellung!
Nein! Hören Sie zu! (Abg. Strache: Der wird bei Ihnen entlassen! Das ist genau Ihre absurde Einstellung!) Hören Sie zu, ich habe es Ihnen gesagt: Die Prognose seiner Rückfallswahrscheinlichkeit ist das zentrale Element der bedingten Entlassung. Ein gefährlicher Täter wird natürlich nicht entlassen.
Abg. Strache: Die Rückfallsquote der unbedingt Verurteilten ...!
Es gibt noch zwei Anträge der FPÖ, mit denen man sich beschäftigen muss. (Abg. Strache: Die Rückfallsquote der unbedingt Verurteilten ...!) Das sind wieder solche Irrungen, wodurch vorgegeben wird, dass sich irgendetwas bewegt. (Abg. Strache: 7 600 sind Rückfallstäter, von 9 000!)
Abg. Strache: 7 600 sind Rückfallstäter, von 9 000!
Es gibt noch zwei Anträge der FPÖ, mit denen man sich beschäftigen muss. (Abg. Strache: Die Rückfallsquote der unbedingt Verurteilten ...!) Das sind wieder solche Irrungen, wodurch vorgegeben wird, dass sich irgendetwas bewegt. (Abg. Strache: 7 600 sind Rückfallstäter, von 9 000!)
Abg. Strache: Und Sie sagen, das geht zurück!
Das eine ist die Veröffentlichung der Namen von Tätern im Internet. (Abg. Strache: Und Sie sagen, das geht zurück!) Das ist nichts Neues, es ist schon x-mal diskutiert worden. (Abg. Strache: Das ist absurd! Abseits jeder Realität!) Und wiederum: Alle, die sich mit dem Thema beschäftigen, weisen darauf hin, dass diese Veröffentlichung nichts bringt, weil diese Stigmatisierung dazu führt, dass wiederum Verwandte die Täter in der Familie nicht anzeigen, weil sie nicht im Internet stehen wollen.
Abg. Strache: Das ist absurd! Abseits jeder Realität!
Das eine ist die Veröffentlichung der Namen von Tätern im Internet. (Abg. Strache: Und Sie sagen, das geht zurück!) Das ist nichts Neues, es ist schon x-mal diskutiert worden. (Abg. Strache: Das ist absurd! Abseits jeder Realität!) Und wiederum: Alle, die sich mit dem Thema beschäftigen, weisen darauf hin, dass diese Veröffentlichung nichts bringt, weil diese Stigmatisierung dazu führt, dass wiederum Verwandte die Täter in der Familie nicht anzeigen, weil sie nicht im Internet stehen wollen.
Beifall bei den Grünen.
Bezüglich schneller Entscheidung bei Obsorgestreitigkeiten bin ich mit Ihnen einer Meinung. Ich frage mich nur: Warum haben Sie dann das justizpolitische Personal unter Ihrem Justizminister zurückgefahren, sodass es heute eine chronische Unterbesetzung in den Familienabteilungen gibt und die Fälle nicht bewältigt werden können? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist schon gesagt worden: Die Gewalt geht durch alle Schichten, aber sie kennt gewisse Risikofaktoren: Beziehungsprobleme, Arbeitslosigkeit beziehungsweise wirtschaftliche Probleme, Wohnprobleme, Leistungsdruck und so weiter. Beherzigen wir das, wenn wir andere Gesetze beschließen, wenn wir nachhaltige Politik machen wollen! Wir sollten das immer mit bedenken, wenn wir in anderen Bereichen Gesetzgebungsvorhaben diskutieren. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Diskotheken!
Womit ich mich aber nicht abfinden kann – und das muss ich hier ganz einfach ansprechen, weil mich das schon vor dem Sommer dieses Jahres unheimlich geärgert hat –, ist die Tatsache, dass eine Initiative des BZÖ auf ein Berufsverbot für Sexualstraftäter in der Umgebung von Kindern (Abg. Öllinger: Diskotheken!) von vier Parteien dieses Hohen Hauses ohne Probleme mitgetragen wurde.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger – auf Abg. Mag. Steinhauser deutend –: Im Mai war er noch nicht im Parlament! Das ist ja Traumtänzerei!
Jetzt beten Sie uns allen etwas vor, wie wichtig es den Grünen ist, da irgendetwas zu bewegen. Bei uns ist es nicht so gewesen, dass es erst seit Tagen, Wochen oder ein paar Monaten um dieses Thema geht, sondern wir haben auch im Mai dieses Jahres schon einen Antrag gestellt – ganz genau Anfang Mai dieses Jahres. Und was war mit den Grünen? Sie waren nirgends, für nichts zu haben, auch für keine Gespräche. Also bitte halten Sie sich dann mit Ihren Ausführungen hier zurück. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Öllinger – auf Abg. Mag. Steinhauser deutend –: Im Mai war er noch nicht im Parlament! Das ist ja Traumtänzerei!)
Abg. Strache: Aber vor allen Dingen auch sexuelle Belästigung von Unter-Sechzehnjährigen!
Sie sind gerne eingeladen, diesen Antrag, der bereits seit einiger Zeit im Justizausschuss immer und immer wieder vertagt wird, zu unterstützen. Dann können wir hier gemeinsam an einem weiteren Vorgehen im Sinne der österreichischen Kinder arbeiten. (Abg. Strache: Aber vor allen Dingen auch sexuelle Belästigung von Unter-Sechzehnjährigen!) – Sexuelle Belästigung, keine Frage, das ist zu diskutieren, und darüber können wir auch im Ausschuss weiterreden. Aber da bin ich auch schon beim FPÖ-Antrag, der uns hier vorliegt.
Abg. Broukal: Das haben Sie richtig erkannt, Herr Kollege!
Das kann nicht der Sinn einer korrekten Regelung in diesem Bereich sein, wenn man mit Ernst an diese Thematik herangeht. (Abg. Broukal: Das haben Sie richtig erkannt, Herr Kollege!)
Beifall beim BZÖ.
Alles in allem ist natürlich dann zu diesem Antrag zu sagen, dass die Richtung, in die er geht, wirklich eine richtige ist, und wir werden diesen Weg auch unterstützen. Die Umsetzung ist jedoch leider mangelhaft. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Darmann: Das habe ich nicht gesagt! Das stimmt nicht! Falscher Vorhalt! – Abg. Ing. Westenthaler: Falscher Vorhalt! Er hat gesagt „die Grünen“, er hat keinen Namen genannt!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Abgeordneter Darmann hat in seinem Redebeitrag behauptet, dass Herr Abgeordneter Steinhauser in einer Sitzung des Ausschusses vom Mai die Vorschläge des BZÖ abgeschmettert hätte. (Abg. Mag. Darmann: Das habe ich nicht gesagt! Das stimmt nicht! Falscher Vorhalt! – Abg. Ing. Westenthaler: Falscher Vorhalt! Er hat gesagt „die Grünen“, er hat keinen Namen genannt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nie gesagt! Das ist schäbig, was Sie da machen! Das ist eine schäbige Vorgangsweise dem Herrn Darmann gegenüber! Aber das ist der Herr Öllinger, der ist halt schäbig! Das ist ein schäbiger Abgeordneter!
Das ist unrichtig und kann nur unrichtig sein, weil Herr Abgeordneter Steinhauser zu diesem Zeitpunkt noch nicht Abgeordneter im Parlament war. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nie gesagt! Das ist schäbig, was Sie da machen! Das ist eine schäbige Vorgangsweise dem Herrn Darmann gegenüber! Aber das ist der Herr Öllinger, der ist halt schäbig! Das ist ein schäbiger Abgeordneter!)
Rufe bei den Grünen: Wir auch!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Steinhauser, hätten wir – sagen wir – mehr als 50 Prozent Zustimmungs- oder Übereinstimmungsquote mit den Grünen, dann würden wir Freiheitliche wissen, dass wir einen falschen politischen Weg eingeschlagen haben. (Rufe bei den Grünen: Wir auch!) Das ist daher eine ziemlich klare Geschichte, dass uns Welten trennen.
Beifall bei der FPÖ.
Ich komme nun darauf zu sprechen, was die Frau Bundesministerin gesagt hat, und teile die Auffassung – die auch Lutz Weinzinger hier schon dargelegt hat –, dass das der Beginn eines positiv aufgezeigten Weges ist. Mit aller Klarheit und Deutlichkeit: Es ist allgemein höchste Zeit, dass gegenüber den Tätern die Samthandschuhe ausgezogen werden! Es muss ganz klar sein, dass Kinderschutz und Opferschutz vor allen anderen Überlegungen Vorrang haben! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Steinhauser: Nein, das hat keiner gesagt! Angemessen ...!
Wenn ich das interpoliere, was Kollege Steinhauser gesagt hat, dass es sehr gefährlich sei, den Strafrahmen hinaufzusetzen, denn das verhindere das Aufklären, dann wäre ja die logische Alternative dazu, den Strafrahmen auf Null zu stellen, dann käme es zu Aufklärungen vollinhaltlicher Art. – Das können Sie ja nicht gemeint haben. (Abg. Mag. Steinhauser: Nein, das hat keiner gesagt! Angemessen ...!) Ich verstehe, dass Sie das nicht gemeint haben, daher akzeptiere ich auch nicht die Logik dessen, was Sie bezüglich der Strafrahmenhöhe gesagt haben.
Abg. Öllinger: Er sagt nur Richtiges!
Sie haben etwas Richtiges gesagt (Abg. Öllinger: Er sagt nur Richtiges!), und zwar, dass die Höhe des Strafrahmens die Disqualifizierung der Tat im Rahmen des gesellschaftlichen Auffassungsspektrums darstellt. Schon allein aus diesem Grund ist der Ansatz richtig und wertvoll. Aus der Tatsache der Rechtsanwendung wissen wir, dass es ohnedies äußerst selten zur vollen Ausschöpfung des Strafrahmens kommt. Es muss aber der Rahmen zur Verfügung stehen, und es muss bei verschiedenen Dingen zu einer Anhebung des Mindeststrafsatzes kommen.
Beifall bei der FPÖ.
Frau Bundesminister, es muss Schluss sein mit den jahrelangen Nicht-Entscheidungen bei Streitigkeiten über Obsorgerecht und Besuchsrecht! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es muss eine unbedingte Entscheidungspflicht binnen sechs Monaten ab Antrag in erster Instanz und binnen drei Monaten in zweiter Instanz herbeigeführt werden, denn das lange Hinauszögern und das lange Nicht-Entscheiden ist ein Teil des Spektrums des gesamten Skandalwesens, das wir im Bereich dieses Unterhalts- oder Kindesfürsorgerechtes festzustellen haben. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Bitte, was sind die Ausnahmen? Das möchte ich schon wissen!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist wohltuend, dass wir zu diesem doch sehr emotionalisierenden Thema mit einer kleinen Ausnahme diesen Diskussionsstil gefunden haben, den wir bis jetzt hier einhalten. (Abg. Öllinger: Bitte, was sind die Ausnahmen? Das möchte ich schon wissen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
verbessern, und es nicht für tagespolitische populistische Ansätze zu missbrauchen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.
Daher ist es die erste und wichtigste Aufgabe dieser Institution, die es Gott sei Dank in unserem Land gibt und noch mehr geben sollte, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen, um ihre Arbeit auf diesen Grundfesten aufbauen zu können. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Abg. Mandak: Mehr Zeit!
Ich fordere hier mehr Eigenverantwortung dieser Personengruppen ein, mehr Eigenverantwortung im Schulbereich, im Kindergartenbereich, auch in der Ärzteschaft, also eben nicht nur hinzuschauen und festzustellen, dass da etwas passiert ist, sondern auch tätig zu werden. (Abg. Mandak: Mehr Zeit!) – Mehr Zeit, selbstverständlich, das ist der Punkt! Zeit für unsere Kinder.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es ist Zeit, dass wir nicht nur nicht wegschauen, sondern tätig werden. Und ich bin sehr dankbar, sehr geehrte Frau Bundesminister, dass Sie heute einen umfassenden Maßnahmenkatalog vorgestellt haben, und ich hoffe sehr, dass diese Maßnahmen auch rasch, unverzüglich und effizient zum Tragen kommen. Wir brauchen verstärkten Opferschutz und nicht Täterschutz. Es ist ein Verbrechen, und so ist es auch zu behandeln. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neugebauer: Hauptsache man hat wieder einen Schuldigen!
Es tut mir sehr leid, aber auf der einen Seite derartige emotionale Ausbrüche zu äußern und auf der anderen Seite den SozialarbeiterInnen und den zuständigen Stellen das Geld wegzunehmen und ihnen nur derartig wenig Ressourcen zur Verfügung stellen, das passt nicht zusammen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neugebauer: Hauptsache man hat wieder einen Schuldigen!)
Beifall bei den Grünen.
Wir sollten Kindern Möglichkeiten eröffnen, überhaupt über ihre Möglichkeiten Bescheid zu wissen, indem wir auch an den Schulen möglichst viele SozialarbeiterInnen installieren, um Ansprechpersonen zu bieten, indem wir Elternbildung anbieten, indem wir alle möglichen sozialen Angebote ausbauen und Eltern die Chance geben, sich an die SozialarbeiterInnen zu wenden, bevor es zu spät ist, wenn sie das Gefühl haben, dass sie mit der Situation nicht fertig werden. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt und hier sind wir auch verpflichtet, etwas zu ändern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Bösch: Wo ist denn Ihr Klubobmann?
Was mich allerdings noch besonders betrübt, und das möchte ich hier nicht unerwähnt lassen: Ich finde es äußerst interessant, dass, wenn wir über ein Thema, das sehr diffizil ist, das sehr schwierig ist, das alle von uns sehr betroffen macht, diskutieren der Klubobmann der FPÖ, die diesen Dringlichkeitsantrag eingebracht hat, nicht im Saal sitzt, weil es ihm offenbar nicht so wichtig ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Bösch: Wo ist denn Ihr Klubobmann?) – Das ist aber nicht der Dringlichkeitsantrag der Grünen. Es tut mir leid! Wenn wir einen haben, dann ist er garantiert da. (Abg. Dr. Bösch: Ich weiß nicht, ob das wirklich immer so war!)
Abg. Dr. Bösch: Ich weiß nicht, ob das wirklich immer so war!
Was mich allerdings noch besonders betrübt, und das möchte ich hier nicht unerwähnt lassen: Ich finde es äußerst interessant, dass, wenn wir über ein Thema, das sehr diffizil ist, das sehr schwierig ist, das alle von uns sehr betroffen macht, diskutieren der Klubobmann der FPÖ, die diesen Dringlichkeitsantrag eingebracht hat, nicht im Saal sitzt, weil es ihm offenbar nicht so wichtig ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Bösch: Wo ist denn Ihr Klubobmann?) – Das ist aber nicht der Dringlichkeitsantrag der Grünen. Es tut mir leid! Wenn wir einen haben, dann ist er garantiert da. (Abg. Dr. Bösch: Ich weiß nicht, ob das wirklich immer so war!)
Abg. Rudas: Welche? Nennen Sie mir einen!
Ein weiterer Punkt, der auch die psychischen Misshandlungen anbelangt, ist die Frage der Kinderkrippen. Landauf, landab wird ja immer ein Loblied auf die Kinderkrippen gesungen, und die Frage ist, ob zu Recht oder nicht zu Recht. Psychiater melden oft Zweifel an dieser Fremdbetreuung und an dieser Krippeneuphorie an, die landauf, landab herrscht. (Abg. Rudas: Welche? Nennen Sie mir einen!) Das Interessante ist, dass das Die-Kinder-ein-paar-Tage-in-der-Woche-Weggeben schon fast der Regelfall ist. Über eine Fragestellung liest man so gut wie nie: Ist es wirklich gut, wenn kleine
Abg. Rudas: Nennen Sie doch Experten, nennen Sie doch einmal Namen!
Kinder, Babys oftmals fremdbetreut werden, oder schadet es? Und finden die Kinder diese Krippen gut? (Abg. Rudas: Nennen Sie doch Experten, nennen Sie doch einmal Namen!)
Abg. Hradecsni: Das ist doch überhaupt nicht wahr!
„Homosexualität und Pädophilie sind zu unterscheiden. Nicht jeder Homosexuelle ist ipso facto pädophil oder ein potentieller Kinderschänder. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten der beiden Störungen der geschlechtlichen Orientierung – und gemessen an dem Plan Gottes mit Mann und Frau (...) ist jede sexuelle Neigung zu jemand (...) anderem als einem gegen-geschlechtlichen Partner eine mehr oder weniger starke und (...) gefährliche ,Störung‘“ (Abg. Hradecsni: Das ist doch überhaupt nicht wahr!):
Abg. Hradecsni: Das ist doch überhaupt nicht wahr!
„Pädophilie ist nicht genetisch bedingt, sondern geht auf Verwundungen in der Kindheit und Beziehungs-Störungen zurück.“ (Abg. Hradecsni: Das ist doch überhaupt nicht wahr!) „Ähnlich wie die homosexuelle Neigung kann auch Pädophilie geheilt werden. Wie bei organischen Krankheiten gilt freilich: Heilbarkeit heißt nicht, dass die Heilung einfach sein muss, und heißt erst recht nicht, dass jeder Einzelfall auf die Therapie anspricht. (...)
Abg. Hradecsni: Jetzt reicht’s!
Eine zweite Studie, die das belegt, ist eine amerikanische des National Opinion Research Center. Die Anzahl der Homosexuellen liegt ungefähr bei 1 Prozent. Trotz des geringen Bevölkerungsanteils von 1 Prozent werden 49 Prozent aller Kindesmissbräuche von Homos begangen. (Abg. Hradecsni: Jetzt reicht’s!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Hören Sie auf, das ist unerträglich!
(Beifall bei der FPÖ. – Abg. Öllinger: Hören Sie auf, das ist unerträglich!)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Laura Rudas (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe mich ja immer gewundert, warum die FPÖ einen Gleichstellungsbeauftragten hat. Und jetzt bin ich nicht nur verwundert, sondern habe pure Angst. Ich bin 26 und glaube, ich habe so einen Müll in meinem ganzen Leben noch nie gehört! Unglaublich! Respektlos und eines Parlamentes nicht würdig! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und Grünen.
Aber manchmal, wenn einem Selbstzweifel kommen, Dank an Herrn Klement, jetzt weiß ich wieder, warum ich in der Politik bin. Nie wieder dürfen Menschen wie Sie in eine Regierung kommen. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Lutz Weinzinger: Mein Gott! Jetzt geht sie auf unsere Mensur los!
wenn man Gewalt aushält und Gewalt austeilt, die es als männlich definieren, wenn man sich duelliert, ficht und einander verletzt. (Abg. Lutz Weinzinger: Mein Gott! Jetzt geht sie auf unsere Mensur los!) Und das dürfen wir nicht, wir dürfen nicht sagen, dass Gewalt männlich ist!
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Neubauer: Schämen Sie sich!
Ganz das Gegenteil ist nämlich der Fall: Gewalt ist schlecht, Gewalt dürfen wir nicht zulassen, und Gewalt müssen wir verhindern. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Neubauer: Schämen Sie sich!)
Abg. Lutz Weinzinger: Hoffentlich nicht!
Wir – und damit meine ich nicht nur uns Politikerinnen und Politiker, sondern uns Erwachsene – prägen ja auch das Gesellschaftsbild, wir sind ja durchaus auch Vorbilder für Kinder. (Abg. Lutz Weinzinger: Hoffentlich nicht!) Und wenn wir Kindern beibringen wollen, dass Gewalt an sich schlecht ist, wo sie auch nein, das darf man mit mir nicht machen, sagen müssen, dann dürfen wir ihnen eben diese Gewalt auch nicht vorleben. Dann darf aber, wie es letztens passiert ist, auch kein Landeshauptmann bei einer Veranstaltung aufgrund der Tatsache, dass er sich von Medien vernachlässigt fühlt, sagen: Wenn ein Kind im Waldviertel geschlagen wird, kommen die Medien sofort, aber bei der Eröffnung einer Universität nicht. – Es darf keinerlei Relativierung von Kindesmissbrauch geben, das darf in unserer Gesellschaft nicht sein. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir – und damit meine ich nicht nur uns Politikerinnen und Politiker, sondern uns Erwachsene – prägen ja auch das Gesellschaftsbild, wir sind ja durchaus auch Vorbilder für Kinder. (Abg. Lutz Weinzinger: Hoffentlich nicht!) Und wenn wir Kindern beibringen wollen, dass Gewalt an sich schlecht ist, wo sie auch nein, das darf man mit mir nicht machen, sagen müssen, dann dürfen wir ihnen eben diese Gewalt auch nicht vorleben. Dann darf aber, wie es letztens passiert ist, auch kein Landeshauptmann bei einer Veranstaltung aufgrund der Tatsache, dass er sich von Medien vernachlässigt fühlt, sagen: Wenn ein Kind im Waldviertel geschlagen wird, kommen die Medien sofort, aber bei der Eröffnung einer Universität nicht. – Es darf keinerlei Relativierung von Kindesmissbrauch geben, das darf in unserer Gesellschaft nicht sein. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Lutz Weinzinger: Sie macht aus diesem Thema eine parteipolitische Polemik! Sie wollen nur Ihre Gesinnung durchsetzen!
Es darf aber dann eben auch keine Wirtshausprügeleien geben oder andere Zusammenkünfte, wo es als besonders cool gilt, sich gegenseitig wehzutun. Das heißt, verhindern wir, dass Gewalt salonfähig wird, und schützen wir unsere Kinder in unserer Gesellschaft! (Abg. Lutz Weinzinger: Sie macht aus diesem Thema eine parteipolitische Polemik! Sie wollen nur Ihre Gesinnung durchsetzen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Einen Satz noch zur Kollegin Zwerschitz: Ich freue mich auf eine Diskussion über die Maßnahmen auch mit Ihnen. Ich denke nur, wenn Sie über Parteipolemik reden, ist es auch nicht angebracht, zwei Minuten vor der Debatte mit einem Antrag zu kommen. Das zeigt auch ein bisschen Ihre Einstellung zu dem Thema und wie wichtig es ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
wo ein Kind, das auf einem Fahrradständer herumgeturnt ist, abgerutscht und aufgrund eines Nasenbeinbruches ins Krankenhaus gekommen ist, wobei die Mutter von drei verschiedenen Personen über den Unfallhergang befragt wurde. Daher ist es auch ein sehr sensibles Thema, wo man auch eine generelle Anzeigepflicht hinterfragen muss. Diese Mutter war verständig und wusste natürlich ganz genau, dass es darum geht, Gewaltanwendung an Kindern zu verhindern. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Kinder sind unser höchstes Gut, aber sie sind auch die Schwächsten in unserer Gesellschaft und bedürfen unseres bestmöglichen Schutzes. Ich bin froh, dass wir von der Frau Bundesministerin heute ein Maßnahmenpaket vorgestellt bekommen haben. Es wird noch eindringlich zu diskutieren sein. Aber wir brauchen nicht nur diese gesetzlichen Rahmenbedingungen, sondern wir brauchen eine kinderfreundliche Gesellschaft mit Zivilcourage. Es geht darum, die Augen aufzumachen, hinzuschauen und nicht wegzuschauen. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Herr Kollege Klement, einen so ungeheuerlichen Blödsinn, wie Sie da vorher verzapft haben, habe ich schon lange nicht mehr gehört! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Es ist unglaublich, wirklich unglaublich! Das ist aber noch die bessere Annahme. Seien Sie froh, wenn ich das annehme, denn sonst müsste ich davon ausgehen, dass Sie Menschen, die homosexuell sind, bewusst und absichtlich diffamieren und in Richtung Kriminalität stellen wollen. (Abg. Rudas: Natürlich tut er das!) Ich glaube, das Erstere wird Ihnen lieber sein. (Abg. Öllinger: Er ist auch schon wieder weg, glaube ich!)
Abg. Rudas: Natürlich tut er das!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Herr Kollege Klement, einen so ungeheuerlichen Blödsinn, wie Sie da vorher verzapft haben, habe ich schon lange nicht mehr gehört! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Es ist unglaublich, wirklich unglaublich! Das ist aber noch die bessere Annahme. Seien Sie froh, wenn ich das annehme, denn sonst müsste ich davon ausgehen, dass Sie Menschen, die homosexuell sind, bewusst und absichtlich diffamieren und in Richtung Kriminalität stellen wollen. (Abg. Rudas: Natürlich tut er das!) Ich glaube, das Erstere wird Ihnen lieber sein. (Abg. Öllinger: Er ist auch schon wieder weg, glaube ich!)
Abg. Öllinger: Er ist auch schon wieder weg, glaube ich!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Herr Kollege Klement, einen so ungeheuerlichen Blödsinn, wie Sie da vorher verzapft haben, habe ich schon lange nicht mehr gehört! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Es ist unglaublich, wirklich unglaublich! Das ist aber noch die bessere Annahme. Seien Sie froh, wenn ich das annehme, denn sonst müsste ich davon ausgehen, dass Sie Menschen, die homosexuell sind, bewusst und absichtlich diffamieren und in Richtung Kriminalität stellen wollen. (Abg. Rudas: Natürlich tut er das!) Ich glaube, das Erstere wird Ihnen lieber sein. (Abg. Öllinger: Er ist auch schon wieder weg, glaube ich!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Schon im Jahr 1991 hat die Weltgesundheitsorganisation festgestellt, dass Homosexualität keine Krankheit ist. Das sollte langsam auch schon bis zu den freiheitlichen Reihen durchgesickert sein. Allerdings ist weder der angesprochene Herr Klement noch der Klubobmann Strache da – das bei der Diskussion über ihren eigenen Dringlichen Antrag. Das zeigt auch ein Stück weit, wie wichtig ihnen dieses Thema ist. Sie kommen, lassen ihren Patzen fallen, und dann gehen sie wieder. Das war es. Und das ist ihr politisches Engagement. Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Werte Kolleginnen! Und dafür haben Sie ein Stück weit auch mit Verantwortung. Man kann nicht einsparen, einsparen, einsparen, Kollegin Zwerschitz hat es schon gesagt, und sich dann wundern, wenn die Betroffenen nicht die Zeit für Beratung haben, die diesbezüglich dringend notwendig wäre. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Also hier haben wir auch noch einen ganz großen Handlungsbedarf. Es würde mich freuen, wenn auch dieser so wie andere Gesetzentwürfe, die Frau Ministerin Berger vorhat, zum Tragen käme. Das kann man nicht verordnen, das kann man nur erarbeiten und schauen, dass es so weit kommt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, von der ÖVP, von den Grünen und vom BZÖ, Sie haben diese Bürgerinitiative am 20. September abgelehnt. Sie tragen dafür die politische Verantwortung. Ihnen ist das Wohl der Kinder nicht so wichtig, wie Sie das von dieser Stelle aus durch Ihre Vorredner beteuern lassen haben! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Frau Bundesminister, wie wollen Sie denn sonst den Schutz dieser Kinder vor Straftätern sicherstellen? Das ist ja unglaublich! Das ist für Ihr Ministerium von einem Herrn Dr. Wolfgang Fellner unterfertigt, und ich bitte, doch einmal in Ihrem Ministerium für Ordnung zu sorgen! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Haimbuchner: Sehr gut!
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Immer, wenn wir glauben, dass es politisch nicht mehr tiefer geht, kommt die FPÖ mit einem „guten“ Vorschlag, und heute ist es ein Dringlicher Antrag. – Es ist dies zweifellos ein wichtiges Thema, kein Zweifel, das haben wir alle auch schon gesagt. Es bedarf aber wirklich der Anstrengung aller, die Opfer, nämlich die Kinder, zu schützen, und ich rechne es Bundesministerin Maria Berger sehr hoch an, dass sie sofort reagiert hat und ein Maßnahmenpaket vorschlägt. (Abg. Dr. Haimbuchner: Sehr gut!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.
Nun aber zurück zur FPÖ: Wie so oft bringen Sie ein Thema auf die Tagesordnung und versuchen, auf äußerst widerliche Art und Weise politisches Kleingeld zu wechseln. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.) Sie geben immer wieder falsche Antworten auf wichtige Fragen, und diese unseriöse Vorgangsweise ist absolut abzulehnen! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ihre Zwischenrufe bestätigen das ohnehin schon wieder.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Nun aber zurück zur FPÖ: Wie so oft bringen Sie ein Thema auf die Tagesordnung und versuchen, auf äußerst widerliche Art und Weise politisches Kleingeld zu wechseln. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.) Sie geben immer wieder falsche Antworten auf wichtige Fragen, und diese unseriöse Vorgangsweise ist absolut abzulehnen! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ihre Zwischenrufe bestätigen das ohnehin schon wieder.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement sowie weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Was mich sehr verärgert, ist die Tatsache, dass Sie die Bekämpfung des Kindesmissbrauchs mit der Forderung nach einer verpflichtenden gemeinsamen Obsorge koppeln. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement sowie weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist ein völlig absurder Vorschlag, und ich kann Ihnen, wenn Sie zuhören und Ihr Gekreische einstellen, auch erklären, warum.
Abg. Dr. Fichtenbauer: Sinnerfassend lesen!
Durch die Einführung der gemeinsamen Obsorge ist der Kindesmissbrauch nicht zurückgegangen, man kann das jedenfalls nicht messen. – Das heißt, Sie unterstellen mit dieser Forderung, dass einzig und allein die Mütter daran schuld sind, wenn Kinder misshandelt werden. Der ganze Antrag ist auf diese These aufgebaut! (Abg. Dr. Fichtenbauer: Sinnerfassend lesen!) Da sollten wir doch einmal einiges in die richtige Balance bringen!
Abg. Heinisch-Hosek: Das ist ja unglaublich!
Fällt Ihnen da irgendetwas auf? Fällt Ihnen auf, wer jeweils die Täter sind? Wer begeht die Gewalttaten? – Genau! Es sind die Väter und die Onkel, es sind die männlichen Mitglieder der Familie! Ihre Antwort darauf ist aber, dass die Mütter schuld sind, weil sie nicht fähig sind, ihre Kinder richtig zu erziehen, und dass man diesen Frauen daher die Obsorge aberkennen muss. (Abg. Heinisch-Hosek: Das ist ja unglaublich!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Durch eine verpflichtende gemeinsame Obsorge, wie Sie sie fordern, würde theoretisch auch die Möglichkeit bestehen, dass Sie gefährdete Kinder an einen potentiellen Missbraucher binden. Und das kann doch beim besten Willen nicht Ihr Ernst sein! (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.)
Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das, was Sie heute fordern, ist wieder einmal durch und durch nicht durchdacht, nicht schlüssig und völlig inkompetent. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.
Schön sichtbar wird dabei wieder einmal, dass sich dieser Antrag nahtlos in Ihre absurde Strategie, angeblich fehlende Männerrechte auszubauen, einreiht. Und wir haben ja auch die Performance des selbsternannten Gleichstellungsbeauftragten der FPÖ, Herrn Abgeordneten Klement, gesehen, die wirklich ein Wahnsinn war! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.
Ich möchte Sie außerdem an Ihre Pressekonferenz erinnern, die Sie vor einigen Wochen gegeben haben, bei der Sie allen Ernstes eine Rechnungsprüfungspflicht für Mütter gefordert haben, die Unterhalt für die Kinder bekommen. Das heißt, wir sollten oder müssten überprüfen, ob Mütter die Unterhaltszahlungen auch wirklich für die Kinder ausgegeben haben! Sie haben ja überhaupt keine Ahnung, was da läuft! Wissen Sie eigentlich, dass nicht einmal die Hälfte aller ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.) – Jetzt hören Sie doch einmal zu, Sie selbsternannter Gleichbehandlungsbeauftragter, damit Sie das nächste Mal nicht so einen Müll reden! „Blödsinn“ sage ich nicht, denn sonst bekomme ich einen Ordnungsruf. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte Sie außerdem an Ihre Pressekonferenz erinnern, die Sie vor einigen Wochen gegeben haben, bei der Sie allen Ernstes eine Rechnungsprüfungspflicht für Mütter gefordert haben, die Unterhalt für die Kinder bekommen. Das heißt, wir sollten oder müssten überprüfen, ob Mütter die Unterhaltszahlungen auch wirklich für die Kinder ausgegeben haben! Sie haben ja überhaupt keine Ahnung, was da läuft! Wissen Sie eigentlich, dass nicht einmal die Hälfte aller ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.) – Jetzt hören Sie doch einmal zu, Sie selbsternannter Gleichbehandlungsbeauftragter, damit Sie das nächste Mal nicht so einen Müll reden! „Blödsinn“ sage ich nicht, denn sonst bekomme ich einen Ordnungsruf. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Wissen Sie, dass nicht einmal die Hälfte der Frauen regelmäßig Unterhalt erhält? Wissen Sie – Sie brauchen jetzt gar keine wegwerfende Handbewegung zu machen! –, dass 17 Prozent überhaupt keinen Unterhalt beziehungsweise keinen Vorschuss bekommen? Wissen Sie überhaupt, was es bedeutet, wenn man jeden Monat überlegen muss, wie man mit seinem Kind überleben und das Leben halbwegs in den Griff bekommen kann? (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) Und dann kommen Sie mit Ihren abstrusen Thesen und Forderungen! Sie haben ja keine Ahnung vom Leben an sich! Das ist sehr schäbig!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich rede aus eigener Erfahrung, und das wird wahrscheinlich auch der Grund dafür sein, dass ich so emotional bin. Das, was Sie hier tun, ist wirklich extrem widerlich, nämlich mit solchen Forderungen politisches Kleingeld zu wechseln! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, wenn Sie schon irgendetwas zivilrechtlich ändern wollen, dann tragen Sie dazu bei, dass wir die Unterhaltsregelungen gut regeln, und dann arbeiten Sie auch bei der Umsetzung der Maßnahmen, die Ministerin Berger zuerst vorgestellt hat, mit! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Mein Credo lautet: Hinschauen – und nicht wegschauen! Das fordere ich und den entsprechenden Mut von allen! Für mich und für die ÖVP stehen nämlich vor dem Elternrecht das Kindesrecht und der Kinderschutz. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Wir Grüne sprechen uns seit Jahren für diese Transparenzkriterien aus. Seit Jahren kämpfen wir dafür, dass es hier zu einer Gesetzesänderung kommt – nicht zu irgendwelchen verwaschenen Goodwill-Aktionen, sondern zu klaren gesetzlichen Regelungen, die für die Öffentlichkeit auch nachvollziehbar sind. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das Problem ist, dass sich die ÖVP in dieser Frage als Vertreterin der Intransparenz, der Verschleierung und der Blockade sieht und jede Forderung nach Kontrolle hier als Majestätsbeleidigung anprangert, während sich die SPÖ mit Freude offensichtlich vor dieser Majestät verneigt und nicht geneigt ist, das, was sie angeblich fordert, auch wirklich durchzusetzen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das gipfelt in so skurrilen Situationen wie, dass Klubobmann Cap in einem Interview sagt, dass die SPÖ einen Antrag im Parlament liegen hat und dass sie schauen wird, dass da jetzt etwas weitergeht. – Diesen Antrag gibt es zwar nicht, den gibt es nämlich nur von den Grünen, nicht aber von der SPÖ, und wenn jener von den Grünen dann im Verfassungsausschuss behandelt wird, stimmt die SPÖ nicht vielleicht zu, sondern dann verneigt sie sich vor Ihrer Majestät der ÖVP und stimmt einer Vertagung dieses Antrages zu. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist offensichtlich die Rolle, die die SPÖ in diesen Auseinandersetzungen für sich in Anspruch nimmt. Das ist sehr schade. Wir stellen daher diesen Fristsetzungsantrag, damit wenigstens einer dieser Anträge vielleicht einmal eine Mehrheit bekommen kann. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Sburny: Da verzichten wir lieber auf jede Transparenz!
Wenn man jemandem etwas aufs Auge drückt und sagt, das ist auch okay, dann macht man es anders – und das Ergebnis ist das Gleiche. (Abg. Sburny: Da verzichten wir lieber auf jede Transparenz!) Ich möchte das jetzt nicht unterstellen, aber es ist nicht ganz auszuschließen, dass das so ist. – Das einmal dazu.
Rufe bei den Grünen: Nein!
Wir haben im Ausschuss eine interessante Debatte geführt, denn Sie haben ja auch Ihre Spenden veröffentlicht. Mir wurde dann in dem Ausschuss von Ihrer Vertreterin von der berühmten Spende erzählt, von den 6 500 €, die Peek & Cloppenburg gezahlt hat. Ich habe dann in dem Ausschuss gefragt, wofür die Grünen eigentlich 6 500 € von Peek & Cloppenburg bekommen. – Das muss aber in einem Zusammenhang gestanden sein mit den Tierschützern (Rufe bei den Grünen: Nein!) – oh ja, so war es dann –, die vor Peek & Cloppenburg demonstriert haben. Und die Grünen haben für Vermittlerdienste 6 500 € bekommen. (Abg. Sburny: Sie wollen nur ablenken von Ihrer Majestätsbeleidigung!) Ich gebe nur die Debatte wieder.
Abg. Sburny: Sie wollen nur ablenken von Ihrer Majestätsbeleidigung!
Wir haben im Ausschuss eine interessante Debatte geführt, denn Sie haben ja auch Ihre Spenden veröffentlicht. Mir wurde dann in dem Ausschuss von Ihrer Vertreterin von der berühmten Spende erzählt, von den 6 500 €, die Peek & Cloppenburg gezahlt hat. Ich habe dann in dem Ausschuss gefragt, wofür die Grünen eigentlich 6 500 € von Peek & Cloppenburg bekommen. – Das muss aber in einem Zusammenhang gestanden sein mit den Tierschützern (Rufe bei den Grünen: Nein!) – oh ja, so war es dann –, die vor Peek & Cloppenburg demonstriert haben. Und die Grünen haben für Vermittlerdienste 6 500 € bekommen. (Abg. Sburny: Sie wollen nur ablenken von Ihrer Majestätsbeleidigung!) Ich gebe nur die Debatte wieder.
Abg. Sburny: Legen Sie einmal Ihre Spenden offen, und dann reden wir weiter!
Es gibt so viele Handelsketten, es hätte ja Hennes & Mauritz auch sein können. Warum war es nicht Hennes & Mauritz? Warum war es nicht Trussardi? Warum war es nicht Versace? (Abg. Sburny: Legen Sie einmal Ihre Spenden offen, und dann reden wir weiter!) Warum war es eigentlich Peek & Cloppenburg?
Ironische Heiterkeit bei Grünen und FPÖ. – Ruf bei den Grünen: Wo liegt der Antrag? – Abg. Sburny: In der Schublade!
Ich sage gleich noch einmal, wir bleiben dabei: über 7 000 € veröffentlichen, kein Splitting, und wenn das nicht eingehalten wird, dann Sanktionen bei Kürzung von öffentlichen Geldern. Der Antrag liegt hier, und alle sind eingeladen zu einem Fünf-Parteien-Antrag, da ändern wir nichts. (Ironische Heiterkeit bei Grünen und FPÖ. – Ruf bei den Grünen: Wo liegt der Antrag? – Abg. Sburny: In der Schublade!)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Es gibt nur einen Punkt, der natürlich auch Berücksichtigung finden muss bei einer Argumentation, die wir aus diesem Ausschuss ... (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Da geht es zu. Was ist der Grund für diese Nervosität? Ich habe bis jetzt ja nur Peek & Cloppenburg erfahren, aber vielleicht gibt es noch andere, die irgendwie gespendet haben. (Ruf bei den Grünen: Wo ist der Antrag der SPÖ?) Dann veröffentlichen Sie es doch, erzählen Sie es mir. Vielleicht war es eine Molkerei oder jemand anderer. – Ich bin jetzt ganz durcheinander, weil hier diese Nervosität herrscht, das bringt mich ganz aus dem Redekonzept. (Abg. Öllinger: Das glaube ich!)
Ruf bei den Grünen: Wo ist der Antrag der SPÖ?
Es gibt nur einen Punkt, der natürlich auch Berücksichtigung finden muss bei einer Argumentation, die wir aus diesem Ausschuss ... (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Da geht es zu. Was ist der Grund für diese Nervosität? Ich habe bis jetzt ja nur Peek & Cloppenburg erfahren, aber vielleicht gibt es noch andere, die irgendwie gespendet haben. (Ruf bei den Grünen: Wo ist der Antrag der SPÖ?) Dann veröffentlichen Sie es doch, erzählen Sie es mir. Vielleicht war es eine Molkerei oder jemand anderer. – Ich bin jetzt ganz durcheinander, weil hier diese Nervosität herrscht, das bringt mich ganz aus dem Redekonzept. (Abg. Öllinger: Das glaube ich!)
Abg. Öllinger: Das glaube ich!
Es gibt nur einen Punkt, der natürlich auch Berücksichtigung finden muss bei einer Argumentation, die wir aus diesem Ausschuss ... (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Da geht es zu. Was ist der Grund für diese Nervosität? Ich habe bis jetzt ja nur Peek & Cloppenburg erfahren, aber vielleicht gibt es noch andere, die irgendwie gespendet haben. (Ruf bei den Grünen: Wo ist der Antrag der SPÖ?) Dann veröffentlichen Sie es doch, erzählen Sie es mir. Vielleicht war es eine Molkerei oder jemand anderer. – Ich bin jetzt ganz durcheinander, weil hier diese Nervosität herrscht, das bringt mich ganz aus dem Redekonzept. (Abg. Öllinger: Das glaube ich!)
Zwischenruf.
Aber ein Argument ist natürlich nicht schlecht, nämlich: Was machen wir mit Spendern, die gerne anonym bleiben möchten? – Jetzt kann man von Haus aus sagen: Das ist ein böser Lobbyist! – Es gehört daher noch etwas dazu, wenn wir diesen Weg gehen wollen, nämlich die offizielle Deklarierung von Lobbyisten wie in anderen Ländern auch: Sitz hier in Wien, Büro X, bin Lobbyist, mache das, spende – von mir aus – an alle fünf Parteien den Betrag XYZ, aus. Dann ist das sauber. (Zwischenruf.) – Die sollen ja auch etwas bekommen. Alle fünf, ich bin immer für alle fünf. Ich bin da eine ganz eigene Form von Demokrat, ich möchte haben, dass man gerade in diesem Bereich alle bedenkt, da lebt die Demokratie auf, wir sparen öffentliche Gelder, können sozusagen Wahlkämpfe mit der Kostenbeteiligung von vielen Privaten führen. Diesbezüglich bin ich ganz eigenartig.
Abg. Öllinger: Welcher?
Noch einmal: Unser Antrag steht (Abg. Öllinger: Welcher?), Sie können gleich mit unterschreiben. Ich sammle Unterschriften. Wenn die fünfte Unterschrift kommt, ist er schon da, aber ich möchte fünf Unterschriften haben. Ich sage es Ihnen ganz ehrlich, das wäre mir das Allerliebste.
Abg. Sburny: Sagen Sie „seriös“? Legen Sie einmal Ihre Spenden offen!
Führen wir die Diskussion ein bisschen seriöser (Abg. Sburny: Sagen Sie „seriös“? Legen Sie einmal Ihre Spenden offen!), und erklären Sie mir, wie es jetzt wirklich mit Peek & Cloppenburg war. Mich interessiert das, denn ich weiß nicht, ob ich dort noch einkaufe. Ich als potenzieller Kunde bin jetzt ganz verunsichert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Führen wir die Diskussion ein bisschen seriöser (Abg. Sburny: Sagen Sie „seriös“? Legen Sie einmal Ihre Spenden offen!), und erklären Sie mir, wie es jetzt wirklich mit Peek & Cloppenburg war. Mich interessiert das, denn ich weiß nicht, ob ich dort noch einkaufe. Ich als potenzieller Kunde bin jetzt ganz verunsichert. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei Grünen und FPÖ – Beifall bei den Grünen
Wenn ich die Debatte jetzt zusammenfasse – das ist schon interessant –: Kollege Cap sagt hier, dass das eine solch schwierige, wahnsinnig sensible Frage ist, da braucht man den Konsens aller fünf Parteien (Heiterkeit bei Grünen und FPÖ – Beifall bei den Grünen) – das ist so wichtig. – Ich habe da noch in Erinnerung: Lieber Josef Cap, heute Vormittag haben wir eine Verfassungsdebatte gehabt; „Verfassungsbereinigung“ hat das geheißen: Hui, da marschieren wir durch – schwupp! Schnell im Ausschuss und dann ins Plenum, da haben wir nicht viel Zeit für sensible Debatten, die öffentlich und breit geführt werden müssen, weil sie ins Innerste der Parteien gehen, da haben wir diese Zeit nicht.
Heiterkeit bei den Grünen.
Aber bei diesem Punkt haben wir alle Zeit – ja, natürlich, da könnten jemandes Interessen auch nur ganz diffizil berührt werden, da müssen wir vorsichtiger vorgehen. – Verstehe ich, ja. Möglichst alle fünf Parteien – ich wäre überhaupt dafür, dass wir sagen, 183 Abgeordnete müssen zustimmen, darunter machen wir es nicht! (Heiterkeit bei den Grünen.) Das wäre eine neue Form des Quorums, das wir hier einführen könnten. (Abg. Dr. Pilz: 184!)
Abg. Dr. Pilz: 184!
Aber bei diesem Punkt haben wir alle Zeit – ja, natürlich, da könnten jemandes Interessen auch nur ganz diffizil berührt werden, da müssen wir vorsichtiger vorgehen. – Verstehe ich, ja. Möglichst alle fünf Parteien – ich wäre überhaupt dafür, dass wir sagen, 183 Abgeordnete müssen zustimmen, darunter machen wir es nicht! (Heiterkeit bei den Grünen.) Das wäre eine neue Form des Quorums, das wir hier einführen könnten. (Abg. Dr. Pilz: 184!)
Abg. Dr. Cap: Wir mehr!
Lieber Josef Cap, machen wir ein Ranking: Wer hat wie oft in den letzten Jahren „gläserne Parteikassen“ gesagt? (Abg. Dr. Cap: Wir mehr!) – Ich würde meinen, du kommst ziemlich oft und weit vorne vor. Dann kommt wahrscheinlich irgendjemand aus den Reihen von FPÖ und BZÖ (Abg. Dr. Cap: Und dann kommt erst ihr!), und dann, ganz zum Schluss, kommen erst wir. Aber wir sind die Einzigen, lieber Josef Cap, die einen Antrag eingebracht haben, und die Einzigen, die dazu sprechen. Es ehrt ja Josef Cap, dass er wenigstens noch einen Beitrag dazu bringt; die anderen sagen: Nein, dieses Thema ist so diffizil, da schweigen wir lieber! – Vornehm ist es zu schweigen.
Abg. Dr. Cap: Und dann kommt erst ihr!
Lieber Josef Cap, machen wir ein Ranking: Wer hat wie oft in den letzten Jahren „gläserne Parteikassen“ gesagt? (Abg. Dr. Cap: Wir mehr!) – Ich würde meinen, du kommst ziemlich oft und weit vorne vor. Dann kommt wahrscheinlich irgendjemand aus den Reihen von FPÖ und BZÖ (Abg. Dr. Cap: Und dann kommt erst ihr!), und dann, ganz zum Schluss, kommen erst wir. Aber wir sind die Einzigen, lieber Josef Cap, die einen Antrag eingebracht haben, und die Einzigen, die dazu sprechen. Es ehrt ja Josef Cap, dass er wenigstens noch einen Beitrag dazu bringt; die anderen sagen: Nein, dieses Thema ist so diffizil, da schweigen wir lieber! – Vornehm ist es zu schweigen.
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Ich sage Ihnen, das ist nicht schwierig. In allen Fragen – ich kann Ihnen den Katalog vorlesen, Kollege Cap –, die zu klären wären, gibt es ganz einfache Regeln, auch wenn Sie jetzt Bedenken haben: Wie gehen wir mit den anonymen Spenden um? Auch für das Problem von anonymen Spenden gibt es ganz einfache Regelungen. Entweder legt die Partei offen, dass sie eine anonyme Spende erhalten hat, oder man macht es so, wie wir das vorgeschlagen haben: Wenn die Spende über einen bestimmten Betrag geht, darf sie sie nicht annehmen. – Pech gehabt, lieber Josef Cap (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), aber anderenfalls könnte es ja passieren,
Beifall bei den Grünen.
dass die ÖVP oder auch die SPÖ in anonymen Spenden ertrinkt. Und das wollen wir eigentlich, wenn es geht, vermeiden. (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man darf zu den Grünen nicht so unfair sein wie Sie, Herr Dr. Cap. Wenn man das Jutesäckchen von einst heute nicht mehr trägt, sondern zur Versace-Tasche gewechselt hat, dann ist natürlich klar, dass man irgendwo die Nähe zu den tollen und noblen Kleiderhäusern sucht. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.) Wenn man keine Birkenstock-Schlapfen mehr trägt, sondern sich eher von Trussardi und Versace verwöhnen lässt, dann ist es natürlich verständlich, dass noble Einkaufsketten eine Nähe zu den Grünen haben.
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Wir waren die Ersten, die gesagt haben, wir legen das offen. Wir legen nicht alles offen – wir legen nicht offen, wenn eines unserer Mitglieder etwa 20 € oder 30 € zusätzlich zahlt, seinen Beitrag aufdoppelt, weil das in Ordnung ist und der Maxi Huber und der Pepi Meier dem Rechnungshof gegenüber nicht unbedingt großartig präsentiert werden sollen –, aber alle Spenden über 1 000 €, die diese Freiheitliche Partei erhält, werden offengelegt. Und: Es sind null Euro! (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Sie haben alle Butter am Kopf, und Sie haben alle Ihre Gründe dafür, dass Sie das nicht veröffentlichen. (Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Zwischenruf des Abg. Reheis.
Wir waren die Ersten, die gesagt haben, wir legen das offen. Wir legen nicht alles offen – wir legen nicht offen, wenn eines unserer Mitglieder etwa 20 € oder 30 € zusätzlich zahlt, seinen Beitrag aufdoppelt, weil das in Ordnung ist und der Maxi Huber und der Pepi Meier dem Rechnungshof gegenüber nicht unbedingt großartig präsentiert werden sollen –, aber alle Spenden über 1 000 €, die diese Freiheitliche Partei erhält, werden offengelegt. Und: Es sind null Euro! (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Sie haben alle Butter am Kopf, und Sie haben alle Ihre Gründe dafür, dass Sie das nicht veröffentlichen. (Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Wir legen weiters offen – Sie können sich gerne zu Wort melden –, wie hoch die Zahl der Mitarbeiter ist, die in unserem parlamentarischen Klub tätig sind und die direkt von einer gigantisch großen Lobbyorganisation entsandt werden, nämlich von der Industriellenvereinigung. – Und da haben Sie die meiste Butter am Kopf! Ihr EU-Mandatar Karas sagt (Zwischenrufe bei der ÖVP) – der Haider gehört woanders hin, da haben Sie etwas verschlafen –, dass Sie sehr wohl von der IV Personalsubventionen nehmen und Ihr Generalsekretär vor laufender Kamera die Unwahrheit sagt, wenn er behauptet, der ÖVP sei niemand aus der IV dienstzugeteilt. Darüber lacht das ganze Haus, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir legen weiters offen – Sie können sich gerne zu Wort melden –, wie hoch die Zahl der Mitarbeiter ist, die in unserem parlamentarischen Klub tätig sind und die direkt von einer gigantisch großen Lobbyorganisation entsandt werden, nämlich von der Industriellenvereinigung. – Und da haben Sie die meiste Butter am Kopf! Ihr EU-Mandatar Karas sagt (Zwischenrufe bei der ÖVP) – der Haider gehört woanders hin, da haben Sie etwas verschlafen –, dass Sie sehr wohl von der IV Personalsubventionen nehmen und Ihr Generalsekretär vor laufender Kamera die Unwahrheit sagt, wenn er behauptet, der ÖVP sei niemand aus der IV dienstzugeteilt. Darüber lacht das ganze Haus, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
gilt das alles nicht mehr! Das hat irgendwo diese Eurofighter- und diese Studiengebührenqualität: Jetzt sind wir Regierung, und jetzt haben wir das Glück, dass die ÖVP ohnehin nicht will, jetzt kommen wir aus der ganzen Sache fein heraus. – Das ist nicht die Transparenz, die wir meinen, sondern wir meinen, dass der Steuerzahler sehr wohl das Recht hat, überall dort, wo Steuergeld im Einsatz ist, dieses auch entsprechend überprüfen zu können. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Ich bin dafür, dass in Österreich überhaupt keine Spenden von mehr als 1 000 € an politische Parteien ergehen sollten, denn ab dem Zeitpunkt, ab dem diese Gelder genommen werden, verliert man seine politische Unschuld. Glauben Sie wirklich, dass irgendein Industrieunternehmen oder eine Lobbyorganisation Geld an Sie spendet, ohne konkrete Aufträge an Sie zu formulieren? – Natürlich ist das so, natürlich greifen Geldgeber in die Gesetzgebung ein. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir sind für den Antrag der Grünen, weil wir gegen die Unkultur dieser Koalition sind, alles in die Wartehalle zu verbannen und nichts mehr materiell beurteilen zu wollen. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Sechs Jahre habt ihr nichts weitergebracht!
hat, die einzige Partei, die das offengelegt hat. (Abg. Öllinger: Sechs Jahre habt ihr nichts weitergebracht!)
Beifall beim BZÖ.
Aus diesen genannten Gründen werden wir dem Fristsetzungsantrag der Grünen auch zustimmen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Öllinger: Jetzt kommt die ÖVP-Tragödie zur Aufführung!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Morak; ebenfalls 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Öllinger: Jetzt kommt die ÖVP-Tragödie zur Aufführung!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Deswegen haben Sie sich jetzt gemeldet!
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Öllinger, Sie haben recht! Auch ich bin in dem Ausschuss gesessen und habe mich gefragt: Wieso sitzen bloß so viele schweigende Männer von der ÖVP neben mir? Manchmal habe ich das Gefühl gehabt, sie denken sich: Das Niveau dieser Diskussion ist so tief, da kann ich nicht mehr druntergehen!, oder irgendetwas in der Art. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Deswegen haben Sie sich jetzt gemeldet!)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich muss sagen, daran ist etwas Wahres, und ich sage jetzt auch, warum; Josef Cap hat das schon kurz erwähnt. Ich habe schon seit Langem einen Freund, den Galeristen Winter. Jeder im 7. Wiener Gemeindebezirk wusste, dass ich dort aus und ein gehe. Dann kam das Jahr 2000, und damals wurde diese Galerie vier Mal mit Hakenkreuz und so weiter niedergesprayt. Dieser Bezirk ist möglicherweise kein schwarzer Bezirk, und ich schließe auch aus, dass das damals die Blauen waren. Es gibt auch relativ mangelhaft Rote dort, aber es gibt wahnsinnig viele Grüne. Dieser Galerist hat mir nichts gespendet, er hat mir nichts gegeben, er hat keine Parteispenden abgeführt – allein deshalb, weil bekannt war, dass dieser Galerist mit mir bekannt ist, wurde er quasi öffentlich an den Pranger gestellt und zur Verantwortung gezogen! (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Kriegen Sie sicher wieder ein!
Rufe bei den Grünen: Was? Warum?
Das, was wir jetzt hier diskutieren, ist die eine Seite, nämlich dass Sie sagen, wir kriminalisieren jede politische Partei, die Geld bekommt. (Rufe bei den Grünen: Was? Warum?) Entschuldigung, aber so, wie die Ausführungen hier zu vernehmen waren, war das Kriminalisierung einer politischen Tätigkeit. (Abg. Sburny: In welchem Film waren Sie?)
Abg. Sburny: In welchem Film waren Sie?
Das, was wir jetzt hier diskutieren, ist die eine Seite, nämlich dass Sie sagen, wir kriminalisieren jede politische Partei, die Geld bekommt. (Rufe bei den Grünen: Was? Warum?) Entschuldigung, aber so, wie die Ausführungen hier zu vernehmen waren, war das Kriminalisierung einer politischen Tätigkeit. (Abg. Sburny: In welchem Film waren Sie?)
Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und BZÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Haimbuchner.
Jetzt lassen Sie mich noch sagen, dieses Argument von Josef Cap war nicht schlecht, wenn er nämlich dazu, dass sich Pelztiergegner vor Peek & Cloppenburg in der Mariahilfer Straße aufgestellt haben, meint – da ging die Phantasie plötzlich mit ihm durch –: Freunde, vielleicht kam da irgendein Abteilungsleiter heraus und fragte: Was ist es euch wert, wenn ihr ein Häusel weitergeht?! – Das sind diese 6 000 € auf eurer Homepage. Was soll mich daran hindern, das so zu denken? (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und BZÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Haimbuchner.)
Beifall bei ÖVP, SPÖ und BZÖ.
Ich muss Ihnen ehrlich sagen, diese Phantasie, die Abgeordneter Cap im Ausschuss gehabt hat, hat die Öffentlichkeit schon lange. Deshalb ist die Diskussion darüber auch nicht so einfach, nicht zwei glatt und zwei verkehrt, wie Sie uns glauben machen wollen, sondern relativ kompliziert. Ich bin gerne bereit, darüber zu diskutieren, aber bringen Sie endlich einmal andere Vorstellungen, andere Vorschläge und nicht nur Verdächtigungen. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und BZÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Die ÖVP ist eine Festzelttruppe! – Gegenrufe bei der ÖVP.
Zum Wort gemeldet ist in dieser Debatte als Nächster Herr Abgeordneter Dr. Fichtenbauer; 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte, Herr Kollege. (Abg. Mag. Kogler: Die ÖVP ist eine Festzelttruppe! – Gegenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Die Materie ist positiv und findet unsere Zustimmung. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Dass aber Sicherheitsbehörden ohne jede Schranken jedes Mobiltelefon eines jeden Österreichers anpeilen können und exakt in jedem Moment wissen, wo sich der Betreffende gerade befindet, das klingt schon sehr nach „1984“ von George Orwell, und das wollen wir, auch wenn es den internationalen Terrorismus gibt, auch wenn es die internationale Kriminalität gibt, hier in Österreich nicht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist aber eine Gelegenheit, anlässlich dieser Debatte der Datenschutzkommission den Dank dafür auszusprechen, dass sie doch immer wieder die Sammelwut, was Daten betrifft, einschränkt und verhindert, dass die Menschen total gläsern, total beobachtet und untersucht sind. Und das ist sehr positiv. (Beifall bei der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Staatssekretärin im Bundeskanzleramt Heidrun Silhavy: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Diskussion hat bewiesen, dass wir in Österreich über alle Parteigrenzen hinweg einen doch einheitlichen Standpunkt vertreten, was datenschutzrechtliche Standards im Großen und Ganzen anbelangt. Ich bedanke mich für die breite Zustimmung zu den vorliegenden Materien. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen.
Überlegen Sie, ob Sie dem nicht auch jetzt wieder zustimmen können! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler
Wir wissen, dass wir mit dem österreichischen Strafvollzug im internationalen Kontext teilweise nachhängen. Wir haben die bedingte Entlassung in Österreich in einem wesentlich geringeren Ausmaß als in Deutschland und in der Schweiz derzeit durchgeführt, und es bedarf daher legistischer Überlegungen, legistischer Schritte, um hier eine Verbesserung herbeizuführen. Nicht umsonst wird das Paket auch als Sicherheitspaket bezeichnet (ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler) und wird in Zukunft zu einer weiteren Verbesserung in Richtung geringere Rückfallsquoten führen.
Abg. Dr. Brinek: Es wurde nicht entsorgt!
Ich möchte jetzt nicht noch einmal das Projekt Jugendgerichtshof anführen, wir hatten das in der Vergangenheit ja erlebt. Das war ein Projekt, das in ganz Europa einzigartig geringe Rückfallswerte aufgewiesen hat. Daher wurde es auch entsorgt in der letzten Regierung unter Minister Böhmdorfer. (Abg. Dr. Brinek: Es wurde nicht entsorgt!) Insofern sieht man auch, dass hier sicher nicht die Vernunft im Vordergrund gestanden ist. Kollege Westenthaler hat da, glaube ich, mit wenig Sachkompetenz jedenfalls auch mitgewirkt. Das Ergebnis sehen wir jetzt alle, es gibt hier massive Verschlechterungen. Ich glaube daher, dass es sehr gut ist, sich dieser Überlegungen wieder zu besinnen und diese umfassende Institution wieder aufzunehmen und Verbesserungen herbeizuführen. – Das ist also die eine Thematik zum Strafrecht.
Beifall bei der SPÖ.
Das wurde also hier in der Vorlage ausgearbeitet, sodass wir hier Therapie statt Strafe in den Vordergrund gestellt haben, neben den zwangsläufig umzusetzenden Notwendigkeiten im Rahmenbeschluss. Wir glauben daher, dass das Gesamtpaket einen weiteren Schritt hin zu einer vernünftigen, effizienten Justizpflege bringen wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
beschrieben worden sind und von genau solchen die Rede war, wo es hieß, dass man bei uns bei gewissen Straftaten keine Angst haben muss, weil man da im Gefängnis sehr nobel, gut ausgestattet, mit Fernsehapparat et cetera, sitzt und auch noch frühzeitig entlassen wird und vielleicht dann sogar noch ein Geld dafür bekommt! Ob das einen georgischen Mafioso oder einen tschetschenischen Mafioso abschreckt, wage ich mehr als zu bezweifeln. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist oftmals das, was wir in der ganzen Debatte wahrnehmen müssen. Diese Täter-Opfer-Verkehrung ist einfach unerträglich und führt zu Pseudolösungen und letztlich auch zu dem völlig falschen Haftentlassungspaket, das wir heute hier vorfinden und heftig kritisieren müssen. Da ist die Frau Justizministerin auf den Spuren Brodas unterwegs, aber auch die ÖVP, die das mit unterstützt. Unser Weg ist das nicht für Österreich. Wir haben ein anderes Sicherheitskonzept im Gegensatz zur ÖVP und zur SPÖ. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Voll! Voll!
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Werter Herr Kollege Strache, Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen: Die ÖVP ist nicht auf Broda’schem Kurs! (Abg. Strache: Voll! Voll!) Wir garantieren für die Sicherheit Österreichs auch mit dieser Gesetzesvorlage. Sie können ruhig zustimmen.
Abg. Ing. Westenthaler: Und das ist Sicherheit, oder was?
Wie wir schon gehört haben, geht es bei dieser Vorlage darum, letztlich mehr Sicherheit für die Österreicherinnen und Österreicher zu bieten. Mir hat es persönlich leidgetan, dass dieses Paket von Beginn an mit dem verunglückten Namen „Haftentlastungspaket“ in der Öffentlichkeit diskutiert worden ist, denn uns geht es sicherlich nicht darum, einfach aus finanziellen Gründen beziehungsweise aufgrund von zu wenig Haftraum mehr Leute auf die Straße zu bringen, sondern es geht um die Sicherheit. Und wenn man die Sicherheit im Auge hat, dann muss man sich schon auch eingestehen, dass es natürlich sinnvoller ist, jemanden, der eine ihm zu Recht zuerkannte Strafe verbüßt, nicht bis zum letzten Tag, bis zur letzten Sekunde im Gefängnis zu halten und ihn dann auf die Straße zu stellen und zu sagen: Mach, was du willst!, sondern am Ende der Strafe dann durch eine bedingte Entlassung (Abg. Ing. Westenthaler: Und das ist Sicherheit, oder was?) mit Bewährungshilfe, mit Auflagen – und da wird es auch darum gehen, dass das von den Gerichten auch umgesetzt wird (Abg. Strache: Das führt dann zu den Fällen in der Justizanstalt ...!) – die Überwachung zu verlängern, mit der Bewährungshilfe auf dem Weg zurück, bei der Resozialisierung zu unterstützen und dann letztlich auch weniger Rückfälle zu verzeichnen. (Abg. Strache: So wie jetzt bei dem Freigänger aus der Justizanstalt ..., der jetzt überführt wurde,
Abg. Strache: Das führt dann zu den Fällen in der Justizanstalt ...!
Wie wir schon gehört haben, geht es bei dieser Vorlage darum, letztlich mehr Sicherheit für die Österreicherinnen und Österreicher zu bieten. Mir hat es persönlich leidgetan, dass dieses Paket von Beginn an mit dem verunglückten Namen „Haftentlastungspaket“ in der Öffentlichkeit diskutiert worden ist, denn uns geht es sicherlich nicht darum, einfach aus finanziellen Gründen beziehungsweise aufgrund von zu wenig Haftraum mehr Leute auf die Straße zu bringen, sondern es geht um die Sicherheit. Und wenn man die Sicherheit im Auge hat, dann muss man sich schon auch eingestehen, dass es natürlich sinnvoller ist, jemanden, der eine ihm zu Recht zuerkannte Strafe verbüßt, nicht bis zum letzten Tag, bis zur letzten Sekunde im Gefängnis zu halten und ihn dann auf die Straße zu stellen und zu sagen: Mach, was du willst!, sondern am Ende der Strafe dann durch eine bedingte Entlassung (Abg. Ing. Westenthaler: Und das ist Sicherheit, oder was?) mit Bewährungshilfe, mit Auflagen – und da wird es auch darum gehen, dass das von den Gerichten auch umgesetzt wird (Abg. Strache: Das führt dann zu den Fällen in der Justizanstalt ...!) – die Überwachung zu verlängern, mit der Bewährungshilfe auf dem Weg zurück, bei der Resozialisierung zu unterstützen und dann letztlich auch weniger Rückfälle zu verzeichnen. (Abg. Strache: So wie jetzt bei dem Freigänger aus der Justizanstalt ..., der jetzt überführt wurde,
Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben aber auch nur Sie!
Wir tun noch mehr: Wir ermöglichen, dass gerade ausländische Straftäter einerseits natürlich ihre Strafe zu verbüßen haben, auf der anderen Seite aber, weil dort eine bedingte Entlassung klarerweise nicht in Frage kommt, bewahren wir die Österreicherinnen und Österreicher davor, dass diese Straftäter nach kurzer Zeit wieder nach Österreich zurückkehren, weil der Druck, weil die Abschreckung durch das Instrument, das hier enthalten ist, entsprechend erhöht wird: Wenn ein solcher Straftäter, der bei einem Strafrest gegen Rückführung in sein Heimatland entlassen wird, wieder einmal seinen Fuß auf österreichisches Territorium setzt, dann sitzt er in der nächsten Sekunde im Gefängnis. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glauben aber auch nur Sie!) Und das wird ihn davon abhalten – davon bin ich überzeugt –, dass er nach Österreich kommt. Wo immer er sich sonst herumtreiben mag – nicht hier, nicht in unserem Land.
Abg. Strache: Das ist weit links! Das ist bei Broda! Das ist keine Mitte!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie alle und die Österreicherinnen und Österreicher können sicher sein, dass die ÖVP, eine Partei der Mitte, auch diesen Weg der Mitte weiter gehen wird (Abg. Strache: Das ist weit links! Das ist bei Broda! Das ist keine Mitte!): den Weg der Mitte zwischen Broda, gefängnisloser Gesellschaft, und dem Weg, den Herr Strache heute vorgezeichnet hat: alle möglichst ins Gefängnis, und das lebenslang. (Abg. Strache: Nein, nein! Sie sind für die Haftentlassung! Wenn das der Weg der Mitte ist, dann lachen die Hühner!) Der Weg der Mitte ist der Weg der Sicherheit für die Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Nein, nein! Sie sind für die Haftentlassung! Wenn das der Weg der Mitte ist, dann lachen die Hühner!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie alle und die Österreicherinnen und Österreicher können sicher sein, dass die ÖVP, eine Partei der Mitte, auch diesen Weg der Mitte weiter gehen wird (Abg. Strache: Das ist weit links! Das ist bei Broda! Das ist keine Mitte!): den Weg der Mitte zwischen Broda, gefängnisloser Gesellschaft, und dem Weg, den Herr Strache heute vorgezeichnet hat: alle möglichst ins Gefängnis, und das lebenslang. (Abg. Strache: Nein, nein! Sie sind für die Haftentlassung! Wenn das der Weg der Mitte ist, dann lachen die Hühner!) Der Weg der Mitte ist der Weg der Sicherheit für die Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie alle und die Österreicherinnen und Österreicher können sicher sein, dass die ÖVP, eine Partei der Mitte, auch diesen Weg der Mitte weiter gehen wird (Abg. Strache: Das ist weit links! Das ist bei Broda! Das ist keine Mitte!): den Weg der Mitte zwischen Broda, gefängnisloser Gesellschaft, und dem Weg, den Herr Strache heute vorgezeichnet hat: alle möglichst ins Gefängnis, und das lebenslang. (Abg. Strache: Nein, nein! Sie sind für die Haftentlassung! Wenn das der Weg der Mitte ist, dann lachen die Hühner!) Der Weg der Mitte ist der Weg der Sicherheit für die Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Na ja, das sind die Widersprüche bei der ÖVP! So weit links ist sie schon! So weit links ist die ÖVP gesellschaftspolitisch!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Kollege Donnerbauer, das war jetzt alles sehr nett, was Sie uns da gesagt haben. Heute um 9.30 Uhr hat das noch ein bisschen anders geklungen – aber das ist eben wie so oft bei der ÖVP: die Presseaussendung klingt anders, als man dann hier vom Rednerpult spricht –: Sie haben der Ministerin ein massives Glaubwürdigkeitsproblem vorgeworfen und haben gesagt, das ist ein Wahnsinn, dass die Justizministerin Gesetzesvorlagen, die noch dazu ihr Ressort betreffen, nicht genau liest und einfach zustimmt. (Abg. Strache: Na ja, das sind die Widersprüche bei der ÖVP! So weit links ist sie schon! So weit links ist die ÖVP gesellschaftspolitisch!)
Beifall beim BZÖ.
paket, dann könnten Sie nicht zustimmen! Aber da Sie hier zustimmen, ist völlig klar: Die ÖVP ist mit diesem Haftentlassungspaket als Sicherheitspartei abgetreten, Herr Kollege Donnerbauer. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Donnerbauer und vor allem auch die KollegInnen von der SPÖ und Frau Ministerin, reden Sie auch mit Exekutivbeamten darüber, was es da für Schmähs gibt, wie oft die wieder da sind, dieselben Leute? Sie heißen anders, haben eine andere Identität, aber immer dasselbe Gesicht! Die kommen wieder! Der Unterschied ist nur, Herr Kollege Donnerbauer, dass sie eben nicht in der Sekunde, wo sie das Land betreten, festgenommen werden, sondern sie werden vielleicht dann festgenommen, wenn sie wieder eine Straftat begangen haben: einen Raub, einen Überfall oder gar einen Mord. Und für jede weitere Straftat eines vorzeitig Entlassenen übernehmen dann Sie und auch die Justizministerin die Verantwortung! – Wir übernehmen sie nicht, denn wir sind gegen dieses Haftentlassungspaket, meine sehr geehrten Damen und Herren, denn es ist absolut eine Gefahr, was Sie hier aufführen! Es ist eine Gefahr! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn ich dann noch die Begnadigungen dazuzähle, so 500 im Jahresschnitt, dann komme ich auf eine unglaubliche Zahl von 3 000 Häftlingen, die vor Absitzen ihrer Strafzeit auf die Bevölkerung losgelassen werden. Das ist ein Skandal, und das ist Unsicherheit und nicht Sicherheit, Herr Kollege Donnerbauer! (Beifall beim BZÖ.) Und deswegen verstehe ich nicht, dass Sie hier zustimmen können.
Abg. Strache: Oder Trafikanten überfällt!
Und dann kommt dazu noch der gelockerte Strafvollzug. Ist auch klar, wunderbar. Wir haben schon jetzt zusammen, in Summe, 200 000 Freigangstermine im Jahr! Und dann kommt es eben vor, dass solche Termine nicht nur zum Arztbesuch oder für die Therapie oder für Sonstiges genutzt werden, sondern, wie es zuletzt in Wien der Fall war, dass jemand, ein Freigänger, ein sechsjähriges Mädchen in der Schule auf der Toilette vergewaltigt. (Abg. Strache: Oder Trafikanten überfällt!) Das war nämlich ein Freigänger!
Beifall beim BZÖ.
Glauben Sie, dass sich derjenige, der in die Schule gegangen ist und das Mädchen dort vergewaltigt hat, von Fußfesseln abhalten hätte lassen? Der wäre doch genauso auch mit Fußfesseln dort hingegangen! Eine solche Maßnahme bringt doch überhaupt nichts! In solchen Deliktsbereichen, wenn es um Sexualstraftaten geht und wenn es um die Sicherheit der Kinder geht, dürfen wir nicht die Augen zudrücken und Gefangene wieder freilassen! – Das ist das, was wir kritisieren, Frau Ministerin! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das war am 17. Oktober, Frau Ministerin. Ich darf Sie heute, einige Wochen danach, wo Sie genug Zeit gehabt haben, uns die Deliktsgruppen auszusortieren, höflichst ersuchen und bitten, uns diese Deliktsgruppen zu nennen, denn ich habe einen fürchterlichen Verdacht. Und dieser Verdacht lautet – da Sie das auch nicht ausgeschlossen haben –, dass schon unter den jetzt vorzeitig frei herumlaufenden Straftätern ein Großteil auch an Sexualstraftätern, möglicherweise auch an Kinderschändern ist. Und mich interessiert das wirklich brennend, ob wir derzeit eine Gesellschaft sind, die Sexualstraftäter und Kinderschänder schon vorzeitig freigelassen hat! – Das hat mit dem heutigen Gesetz noch gar nichts zu tun, denn das wird es noch schlimmer machen. Aber nennen Sie uns bitte diese Deliktsgruppen! Sie sind es der Öffentlichkeit schuldig, Sie sind es uns schuldig, Sie sind es dem Hohen Haus schuldig, denn Sie haben es am 17. Oktober versprochen. Ich bin sehr interessiert, zu hören, wie diese Zahlen ausschauen. Nennen Sie uns diese Zahlen, wir wollen sie wissen, Frau Ministerin! Sie sind nämlich wichtig für die Gesamtbeurteilung. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache: Weil die ÖVP keine Sicherheitspartei ist! Das ist der Grund!
partei ist!) – und das in Zeiten einer steigenden Kriminalität! (Abg. Strache: Weil die ÖVP keine Sicherheitspartei ist! Das ist der Grund!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war ja wirklich purer Schwachsinn!
Frau Ministerin, lassen Sie ab von so einer Politik! Menschen, die in diesem Land Verbrechen begehen und auch schwere Verbrechen begehen, und da zähle ich auch Verbrechen dazu, die mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe bedroht sind – wenn einer drei Jahre bekommt, dann muss er schon einiges angestellt haben! –, haben kein Recht, dass sie vorzeitig entlassen werden, dass sie in einen gelockerten Strafvollzug kommen und dass sie wieder Menschen in diesem Land gefährden oder zu Schaden kommen lassen. Deswegen lehnen wir dieses Gesetz eindringlichst ab. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Das war ja wirklich purer Schwachsinn!)
Abg. Ing. Westenthaler: Na, was ist richtig? War es ein Freigänger oder nicht?
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Eine lange Tradition hat die Zusammenarbeit im Justizausschuss, die – und ich bedanke mich bei allen – sehr sachlich ist. Das war jetzt hingegen Polemik – das ist schon ein vornehmer Ausdruck dafür –, und es wird nicht besser. Wir haben das letzte Mal über diesen Fall diskutiert: So traurig er war – ich habe Ihre Darstellung schon damals richtig gestellt, aber Sie wollen das nicht zur Kenntnis nehmen. Sie haben es wiederholt und wieder falsch erzählt. Aber es hört sich für die Bürgerinnen und Bürger eben gut an. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, was ist richtig? War es ein Freigänger oder nicht?) Nein, er war auf Ausgang und nicht verurteilt wegen des Delikts, im Gegensatz zu dem, was Sie immer behaupten. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber angezeigt!) Das war damals falsch und ist immer noch falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei der Exekutive angezeigt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber angezeigt!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Eine lange Tradition hat die Zusammenarbeit im Justizausschuss, die – und ich bedanke mich bei allen – sehr sachlich ist. Das war jetzt hingegen Polemik – das ist schon ein vornehmer Ausdruck dafür –, und es wird nicht besser. Wir haben das letzte Mal über diesen Fall diskutiert: So traurig er war – ich habe Ihre Darstellung schon damals richtig gestellt, aber Sie wollen das nicht zur Kenntnis nehmen. Sie haben es wiederholt und wieder falsch erzählt. Aber es hört sich für die Bürgerinnen und Bürger eben gut an. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, was ist richtig? War es ein Freigänger oder nicht?) Nein, er war auf Ausgang und nicht verurteilt wegen des Delikts, im Gegensatz zu dem, was Sie immer behaupten. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber angezeigt!) Das war damals falsch und ist immer noch falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei der Exekutive angezeigt!)
Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei der Exekutive angezeigt!
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Eine lange Tradition hat die Zusammenarbeit im Justizausschuss, die – und ich bedanke mich bei allen – sehr sachlich ist. Das war jetzt hingegen Polemik – das ist schon ein vornehmer Ausdruck dafür –, und es wird nicht besser. Wir haben das letzte Mal über diesen Fall diskutiert: So traurig er war – ich habe Ihre Darstellung schon damals richtig gestellt, aber Sie wollen das nicht zur Kenntnis nehmen. Sie haben es wiederholt und wieder falsch erzählt. Aber es hört sich für die Bürgerinnen und Bürger eben gut an. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, was ist richtig? War es ein Freigänger oder nicht?) Nein, er war auf Ausgang und nicht verurteilt wegen des Delikts, im Gegensatz zu dem, was Sie immer behaupten. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber angezeigt!) Das war damals falsch und ist immer noch falsch! (Abg. Ing. Westenthaler: Aber bei der Exekutive angezeigt!)
Beifall bei der SPÖ.
Und da, Frau Minister, herzlichen Dank Ihnen und der ganzen Justizbelegschaft, weil ich glaube, dass in diesem Bereich unter den gegebenen Rahmenbedingungen hervorragende Arbeit geleistet wird. Das muss man hier auch einmal in aller Klarheit zum Ausdruck bringen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Wer?
Ich habe es euch vom BZÖ schon ein paar Mal gesagt: Ihr habt eure eigene Ministerin, die vorige Ministerin, im Regen stehen lassen und habt sie abgeschirrt beim Personal und beim Geld. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer?) – Die Vorgängerin der jetzigen Frau Justizministerin. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, wie hat die geheißen? Wer war das? – Der weiß nicht einmal, wie die heißt!) – Machen wir uns nicht lustig, sondern halten wir ganz einfach fest: Ihr habt sie im Regen stehen lassen!
Abg. Ing. Westenthaler: Na, wie hat die geheißen? Wer war das? – Der weiß nicht einmal, wie die heißt!
Ich habe es euch vom BZÖ schon ein paar Mal gesagt: Ihr habt eure eigene Ministerin, die vorige Ministerin, im Regen stehen lassen und habt sie abgeschirrt beim Personal und beim Geld. (Abg. Ing. Westenthaler: Wer?) – Die Vorgängerin der jetzigen Frau Justizministerin. (Abg. Ing. Westenthaler: Na, wie hat die geheißen? Wer war das? – Der weiß nicht einmal, wie die heißt!) – Machen wir uns nicht lustig, sondern halten wir ganz einfach fest: Ihr habt sie im Regen stehen lassen!
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Frau Bundesministerin! Ich möchte mich nur, weil mir die Anliegen des Strafvollzuges zu wichtig sind, ganz einfach herzlich für das Engagement bedanken, dafür, dass Sie die richtige Richtung einschlagen und die Motivation dafür erkennen. Ich bin froh, dass der Vorsitzende des Justizausschusses das auch zum Ausdruck gebracht hat. Ich glaube, das Paket ist ein richtiges, es geht in die richtige Richtung, indem man auf der einen Seite klar sagt, wer in unseren Anstalten zu verbleiben hat, und auf der anderen Seite, wer für die Zukunft in einem freien Leben vorbereitet wird und wie er vorbereitet wird, denn wir reden ja von Menschen – ich glaube, da sind wir alle einer Meinung. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es geht nicht um Polemik, es geht um Menschen.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Präsident, ich ersuche darum, die Abänderungsanträge in die Verhandlung mit aufzunehmen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Darmann: Sie haben ja keine Ahnung!
Herr Kollege Westenthaler, wissen Sie, was Ihr Kollege Darmann dazu gesagt hat? Haben Sie sich das angeschaut? Das heißt Milde für straffällige Abgeordnete. FPÖ und BZÖ ist keine Strafe zu streng, kein Straftatbestand zu hoch, nur bei Abgeordneten absolute Milde. (Abg. Mag. Darmann: Sie haben ja keine Ahnung!)
Beifall bei den Grünen.
Aber ich sehe schon: Strenge bei allen anderen, Milde bei den Abgeordneten, das ist offensichtlich das Motto. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.
Und das Zweite ist die Streichung der Entscheidung der bedingten Entlassung durch interdisziplinäre Strafvollzugskommissionen, bestehend aus Richtern und Vollzugsbeamten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) Das wäre ein wichtiger Zugang gewesen, um eine breitere Sicht bei dieser schwierigen Entscheidung zu haben.
Abg. Dr. Haimbuchner: ... Sie haben nämlich kein Modell!
Ebenfalls unterstützen wir die Intention des Haftentlastungspakets, Nicht-EU-Staatsbürger früher aus der Haft zu entlassen, wenn sie rückkehrwillig sind. Auch da ist die Position der FPÖ und des BZÖ wieder äußerst sonderbar. Sie sind offensichtlich für eine Integration im Gefängnis, das ist die etwas andere Integrationspolitik, die uns hier vorgestellt wird. Anscheinend sind Sie für die grenzüberschreitende Vernetzung der Kriminalität in den österreichischen Gefängnissen. (Abg. Dr. Haimbuchner: ... Sie haben nämlich kein Modell!)
Beifall bei den Grünen.
Bei dieser Konstellation jetzt hat die Fremdenpolizei ein absolutes Veto. Wenn die Fremdenpolizei keine vorzeitige Haftentlassung bei Rückkehrwilligkeit will, dann wird sie einfach mit einem Aufenthaltsverbot zuwarten und so verhindern, dass eine vorzeitige Haftentlassung erfolgt. Damit, behaupte ich, haben Sie das Instrumentarium im Vollzug aus der Hand gegeben und der Fremdenpolizei überantwortet. Und das halte ich für schlichtweg falsch, weil das die Wirksamkeit deutlich unterminieren wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte hier den Kollegen Donnerbauer noch einmal zitieren, er hat es auf den Punkt gebracht: Der Weg der Mitte ist der Weg der Sicherheit. Sicherheit steht für uns in der ÖVP im Vordergrund. Die Vorteile der Bewährungshilfe liegen auf der Hand, durch Weisungen und Auflagen wird Rückfällen vorgebeugt. Eine längere Beobachtung und Unterstützung hilft den Verurteilten und der Bevölkerung, die Anspruch auf Sicherheit hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.
Ich darf darauf aufmerksam machen, dass das Gebot – und wir haben ja eine neue, jedenfalls klarstellende Formel –, dass bedingt zu entlassen ist, wenn ein Verurteilter die Hälfte der im Urteil verhängten oder im Gnadenweg festgesetzten zeitlichen Freiheitsstrafe verbüßt hat, eigentlich ein Unterlaufen des verhängten Strafsatzes ist. Das ist rechtstheoretisch nicht so ohne weiteres glattzubügeln. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Es tut mir leid, dass dieser Aspekt bisher überhaupt noch nicht aufgegriffen oder behandelt worden ist, dass auf EU-Ebene Gefängnisse einzurichten sind als Gemeinschaftseinrichtung, wo verurteilte Nicht-EU-Staatsbürger die Haft zur Gänze zu verbüßen hätten. – Danke vielmals. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich komme zum Schluss. Dieses Haftentlastungspaket ist meines Erachtens wohl überlegt. Es gewährleistet verbesserte Maßnahmen für die Reintegration, es schafft mehr Sicherheit für die Gesellschaft, es bedient allerdings nicht – das stimmt – die populären Rufe nach Law and Order. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Eine Woche in Stein, Herr Kollege!
Strafvollzug ist sehr gemäßigt, sehr gemütlich. Wir kennen unsere Gefängnisse, sie sind wirklich mit allem möglichem Luxus ausgestattet. Tatsache ist, der Österreicher kann auf das nicht zurückgreifen, und aus diesem Grund ist das sicherlich verfassungswidrig. (Abg. Parnigoni: Eine Woche in Stein, Herr Kollege!)
Beifall beim BZÖ.
Zum Suchtmittelgesetz muss ich sehr wohl wieder etwas Negatives anmerken: Diese Novelle zum Suchtmittelgesetz können wir nicht mittragen, kommt es doch aus unserer Sicht hier zu einer Aufweichung des Suchtmittelgesetzes, da eine Reduzierung der Probezeit von fix zwei Jahren auf ein bis zwei Jahre vorgesehen ist. – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
gesagt, dass sie diesen Punkt ganz genauso lesen wie ich. Aus diesem Grund kann ich – trotz vieler sehr positiver Punkte, die in diesem Gesetz enthalten sind – diesem Gesetz meine persönliche Zustimmung nicht geben und werde mich der Stimme enthalten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesministerin! Liebe Kollegin Hakl, ich finde dieses Gesetz auch problematisch, aber aus ganz anderen Gründen als Sie. (Abg. Ing. Westenthaler: Das glaube ich!) Jeder redet mit dem, den er gerne als Kronzeugen anführt. Wir haben einen Arbeitskreis gehabt, wo sich monatlich SuchtgiftexpertInnen getroffen haben. Wir haben eine kleine Enquete gemacht mit Leuten aus Frankfurt und Zürich, und zwar mit höchstrangigen Leuten, auch von den Behörden, und die sagen an und für sich etwas anderes.
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Eine Registrierung von Drogenkranken fördert nicht deren Therapiewilligkeit. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.) Das müssen Sie einsehen! Und das Durchbrechen der Schweigepflicht ohne wirklich manifestes, übergeordnetes, staatliches, gesundheitliches, strafrechtliches Interesse ist auch problematisch und lässt befürchten, dass sich viele Therapiewillige der Therapie entziehen.
Abg. Mag. Hakl: Es gibt aber auch die Nichtsüchtigen!
Bezüglich der Tagesdosis sollten Sie wissen, dass die übliche Tagesdosis 1,5 Gramm bei Heroin ist, und ab 3 Gramm bereits drei Jahre Haft möglich sind. Das ist die doppelte Tagesdosis. Glauben Sie wirklich, dass Suchtkranke sich jeden Tag etwas holen gehen und nicht vielleicht eine Dosis für zwei Tage bei sich tragen? Ich befürworte das nicht, ich beklatsche das nicht, aber das ist die Realität! Und die Leute, mit denen Sie gesprochen haben, haben Ihnen entweder Realitäten vorenthalten oder sie leben selbst auf dem Mond. (Abg. Mag. Hakl: Es gibt aber auch die Nichtsüchtigen!)
Abg. Mag. Hakl: Da ist auch der Nichtsüchtige dabei!
Ich glaube, derjenige, bei dem in diesen Gesetzen der Blick auf Sucht als Krankheit irgendwie verschwimmt durch den Glauben, man könnte eine drogenfreie Gesellschaft – die sich jeder wünscht, aber die noch niemand, kein Staat herstellen konnte! – schaffen, und derjenige, der nicht schaut, dass Begleitkriminalität, Selbstgefährdung und Fremdgefährdung durch Begleiterkrankungen in den Griff zu bekommen sind, liegt falsch. (Abg. Mag. Hakl: Da ist auch der Nichtsüchtige dabei!)
Beifall bei den Grünen.
Aber ich glaube im Prinzip, dass mit der Frau Justizministerin ein Dialog zu pflegen ist. Ich glaube, es wäre an der Zeit, den auch mit uns zu beginnen. Und ich bin da nicht ganz so schlechter Hoffnung. Aber, bitte, schauen Sie sich das Elend der Betroffenen an! Und Sie werden dann vielleicht ein bisschen anders denken. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir von der sozialdemokratischen Fraktion unterstützen diese Regelungen und laden Sie recht herzlich dazu ein, diesen Regelungen zuzustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Manfred Haimbuchner (FPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Werte Damen und Herren Kollegen! Hohes Haus! Verstöße gegen die Rechtsordnung sind mit dementsprechenden Sanktionen zu ahnden. Strafe muss sein – bei diesem Grundsatz werden wir wohl bleiben müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Stimmt!
Es ist interessant, wenn Kollege Steinhauser von den Grünen sagt: Die Generalprävention hat ja überhaupt keinen Sinn mehr. – Mich erinnert das immer an die Sitzkreis-Politik der Achtundsechziger, ich kann das nicht oft genug erwähnen, so nach dem Motto: Die Gesellschaft ist schuld! Das hat auch Kollege Pendl gemeint. Ihm halte ich aber zugute, dass er es sicherlich sehr ehrlich und sehr idealistisch aus sozialdemokratischer Sicht sieht. Aber man muss einmal sagen, dass das alles nicht so einfach ist und nicht immer nur die Gesellschaft schuld ist. Manchmal ist man auch selbst schuld. (Abg. Öllinger: Stimmt!)
Beifall bei der FPÖ.
Ich kann nur eines sagen: Man muss die Gesellschaft vor gewissen Personen schützen. Angesichts der Tatsache, dass laut Statistik die Hälfte der bedingt Entlassenen ohnehin wieder ins Gefängnis zurückwandert, könnten wir uns doch das Ganze ersparen. Lassen wir sie doch gleich die paar Jahre sitzen, denn sie werden noch bald genug herauskommen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass Straftäter weiterhin im Gefängnis bleiben. Es hat schon Sinn, dass sich ein Richter ein Strafausmaß überlegt. Und wir müssen uns viel mehr Gedanken über die Opfer machen und darüber, wie wir unsere Gesellschaft, unsere Gemeinschaft vor diesen Personen schützen können. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube und bin davon überzeugt, dass wir mit diesem Beschluss einen Schritt in die richtige Richtung setzen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mein Credo ist: Wir sollten die Eltern gerade in der Erziehungsarbeit und in ihrer Erziehungsaufgabe hier nicht alleine lassen. Sie müssen von der Gesellschaft, von der Politik und von allen, die Verantwortung tragen, dass junge Menschen erwachsen werden können, in jeglicher Form, die sie wünschen, unterstützt werden. Und vielleicht ist das ein kleiner Schritt dazu. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Kollege Darmann hat besonderes Interesse!
Wenn jemand glaubt, in unseren Strafanstalten gehe es luxuriös zu, sage ich Ihnen Folgendes: Abgeordnete haben das Recht, Strafanstalten zu besuchen. Ich kann nur alle einladen, mit mir einmal einen Besuch in Stein oder in der Justizanstalt Josefstadt zu machen, wo in Hafträumen, die für vier Personen ausgestattet sind, derzeit zehn Jugendliche untergebracht werden müssen. (Abg. Parnigoni: Kollege Darmann hat besonderes Interesse!) Also wenn jemand glaubt, es gehe dort so luxuriös zu, dann kann ich nur bitten: Besucht die Haftanstalten! Schaut, wie das dort wirklich ist! – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.
Wenn jemand glaubt, in unseren Strafanstalten gehe es luxuriös zu, sage ich Ihnen Folgendes: Abgeordnete haben das Recht, Strafanstalten zu besuchen. Ich kann nur alle einladen, mit mir einmal einen Besuch in Stein oder in der Justizanstalt Josefstadt zu machen, wo in Hafträumen, die für vier Personen ausgestattet sind, derzeit zehn Jugendliche untergebracht werden müssen. (Abg. Parnigoni: Kollege Darmann hat besonderes Interesse!) Also wenn jemand glaubt, es gehe dort so luxuriös zu, dann kann ich nur bitten: Besucht die Haftanstalten! Schaut, wie das dort wirklich ist! – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald.)
Beifall bei den Grünen.
Deswegen werden wir auch gegen dieses Gesetz stimmen, weil wir glauben, dass hier einem wichtigen Erfordernis aus dem UN-Übereinkommen nicht Rechnung getragen wurde. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Alles in allem kann ohne Zweifel von der größten Reform der Institution der Staatsanwaltschaft seit ihrer Schaffung im Jahr 1873 gesprochen werden. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Ich frage mich, was die Grünen reitet, hier eine neue Funktion einzuführen, die im Endeffekt genauso dem Nationalrat verantwortlich ist wie die Bundesministerin. Es ist ja absolut kein Unterschied, ob die Bundesministerin für die Staatsanwälte verantwortlich ist und unter Umständen eine Weisung gibt oder ein Bundesstaatsanwalt, der dem Nationalrat verantwortlich ist. Der kann genauso im Extremfall, den wir uns alle nicht wünschen, eine politische Weisung geben. Also das ist wieder eine Idee, die zwar recht schön klingt, aber nicht wirklich einen Inhalt hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber es ist ein Kompromiss in diese Richtung. Aus diesem Grund kann ich noch einmal alles in allem sagen, dass das BZÖ seine Zustimmung geben wird. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich würde daher die Frau Justizministerin ersuchen, hier noch einmal zu erläutern, ob und in welchem Ausmaß Vorbereitungen diesbezüglich stattgefunden haben. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: Was heißt, es ist nichts bestätigt worden?!
Das Beispiel Italien wurde genannt, und das beste Beispiel gegen eine weisungsfreie Staatsanwaltschaft ist das italienische Beispiel. Ich erinnere an die überfallartig in Haft genommenen Wintersportler vor zwei Jahren, die in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, geleitet und angeführt mittels Maßnahmen eines weisungsfreien Staatsanwaltes, festgenommen wurden. An dem ganzen Vorwurfskonstrukt war nichts dran: Kein einziger Tatverdacht konnte erhärtet werden, aber die Sportler wurden sehr in Misskredit gebracht, wurden aus dem Verkehr gezogen, konnten ihren sportlichen Betätigungen, für die sie sich jahrelang vorbereitet haben, nicht mehr nachgehen und so weiter und so fort. (Abg. Brosz: Was heißt, es ist nichts bestätigt worden?!)
Beifall bei der FPÖ.
Eine Änderung dessen würde eine „Verwürfelung“ des traditionell richtigen, staatlichen Einrichtungskonstrukts in Angelegenheiten der Rechtspflege bedeuten, für die kein Anlass besteht. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher bin ich überzeugt davon, dass mit der Schaffung dieser Staatsanwaltschaft ein sehr energischer Schritt zur Stärkung der Akzeptanz im Bereich Vertrauen und Handlungsfähigkeit des Staates gesetzt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Nochmals: Alles, was absehbar war und wir organisieren konnten, haben wir getan, und ich bin daher überzeugt davon, dass der Start am 1. Jänner 2008 sehr, sehr gut gelingen wird. Wenn es jedoch die eine oder andere Unsicherheit gibt, so hat das eben damit zu tun, dass das natürlich ein sehr großer Schritt ist, eine sehr durchgehende Reform, die sehr vieles an Änderungen nach sich zieht. Da kann es schon sein, dass in der einen oder anderen Staatsanwaltschaft die Nervosität ein bisschen steigt. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Die heute zu beschließende Novelle stellt jedenfalls auch eine bedeutende Verbesserung für die Schuldner dar und bringt eine optimierte Verfahrensbeschleunigung mit sich. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich gehe davon aus, dass seitens des Justizministeriums dieser Entwurf zügig zu einer Regierungsvorlage gemacht wird, und werde mich massiv dafür verwenden, dass wir diesen Entwurf im Justizausschuss auch schnell behandeln werden, sodass wir zugunsten des Wirtschaftsstandortes, aber auch der Marktteilnehmer – Käufer und Verkäufer – in der freiwilligen Versteigerung von Liegenschaften sehr rasch über eine zeitgemäße Regelung verfügen werden. Das sind wir dem Wirtschaftsstandort schuldig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Daher plädieren wir – und das habe ich schon einmal gemacht – für eine umfassende Reform in der Exekutionsordnung und hoffen, dass wir demnächst vom Justizministerium diesbezüglich hören werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Gleiche gilt für Änderungen in Bezug auf Gegenstände der Ergänzungsprüfung für Rechtsanwälte sowie der Ergänzungsprüfung für Notare. Das ist ebenfalls von diesem Änderungsantrag umfasst. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte um Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Der eingebrachte Entschließungsantrag geht in die richtige Richtung. Wir glauben jedenfalls, dass das überdacht werden soll, damit auch in Zukunft gewährleistet ist, dass strafrechtlich relevante Fakten von der Gerichtsmedizin aufgeklärt werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich habe das hiemit versucht und ersuche natürlich auch um Unterstützung meines Antrages. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich möchte an dieser Stelle auch den Beamten im Justizministerium dafür danken, dass sie offen waren und sich sehr vermittelnd zwischen behinderten Menschen und der Notariatskammer gezeigt haben. – Danke. (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Begründung, die Sie liefern, ist: Das ist ja jetzt viel harmloser, denn es wird anders verschlüsselt – das stimmt zum Teil – bei der Statistik Austria. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Stimmt, ja, okay. Aber dennoch kommt man jederzeit wieder mit der Sozialversicherungsnummer – auch nach 30 Jahren, auch wenn sie im Gesetz gelöscht ist – über die gleiche Verschlüsselung wieder zu der gleichen Kennzahl.
Beifall bei den Grünen.
Alle relevanten Institutionen, die damit zu tun hatten, haben also geraten, das zu lassen und es anders zu lösen. Es bleibt aber im Gesetz. Insofern können wir dieser Novellierung auch nicht zustimmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Sie haben überhaupt nicht aufgepasst!
Ich finde es eigentlich fatal, dass es Kolleginnen und Kollegen der ÖVP gibt, die sagen, weg damit, weil es ihnen jetzt nicht passt. (Abg. Dr. Brinek: Sie haben überhaupt nicht aufgepasst!) Ich würde schon einmal die Kollegen von der ÖVP, die aus der Wirtschaft kommen – den Kollegen Kopf, den Kollegen Mitterlehner – ersuchen, Ihnen, Frau Brinek, zu erklären zu versuchen, wie wichtig Evaluierungen sind. (Abg. Dr. Brinek: Die ganze Wahrheit ist das nicht! – Ruf bei der ÖVP: Reden Sie zum Bildungsdokumentationsgesetz!) Keine Firma in ganz Österreich, keine Firma in Europa, keine Firma auf der ganzen Welt würde nur einen Monat überleben, wenn sie nicht bis zum Letzten evaluieren würde. (Abg. Dr. Brinek: Sie lesen nicht die ganze Wahrheit!)
Abg. Dr. Brinek: Die ganze Wahrheit ist das nicht! – Ruf bei der ÖVP: Reden Sie zum Bildungsdokumentationsgesetz!
Ich finde es eigentlich fatal, dass es Kolleginnen und Kollegen der ÖVP gibt, die sagen, weg damit, weil es ihnen jetzt nicht passt. (Abg. Dr. Brinek: Sie haben überhaupt nicht aufgepasst!) Ich würde schon einmal die Kollegen von der ÖVP, die aus der Wirtschaft kommen – den Kollegen Kopf, den Kollegen Mitterlehner – ersuchen, Ihnen, Frau Brinek, zu erklären zu versuchen, wie wichtig Evaluierungen sind. (Abg. Dr. Brinek: Die ganze Wahrheit ist das nicht! – Ruf bei der ÖVP: Reden Sie zum Bildungsdokumentationsgesetz!) Keine Firma in ganz Österreich, keine Firma in Europa, keine Firma auf der ganzen Welt würde nur einen Monat überleben, wenn sie nicht bis zum Letzten evaluieren würde. (Abg. Dr. Brinek: Sie lesen nicht die ganze Wahrheit!)
Abg. Dr. Brinek: Sie lesen nicht die ganze Wahrheit!
Ich finde es eigentlich fatal, dass es Kolleginnen und Kollegen der ÖVP gibt, die sagen, weg damit, weil es ihnen jetzt nicht passt. (Abg. Dr. Brinek: Sie haben überhaupt nicht aufgepasst!) Ich würde schon einmal die Kollegen von der ÖVP, die aus der Wirtschaft kommen – den Kollegen Kopf, den Kollegen Mitterlehner – ersuchen, Ihnen, Frau Brinek, zu erklären zu versuchen, wie wichtig Evaluierungen sind. (Abg. Dr. Brinek: Die ganze Wahrheit ist das nicht! – Ruf bei der ÖVP: Reden Sie zum Bildungsdokumentationsgesetz!) Keine Firma in ganz Österreich, keine Firma in Europa, keine Firma auf der ganzen Welt würde nur einen Monat überleben, wenn sie nicht bis zum Letzten evaluieren würde. (Abg. Dr. Brinek: Sie lesen nicht die ganze Wahrheit!)
Abg. Dr. Brinek: Nein, Sie sind das!
Sie sind ja resistent in der Diskussion (Abg. Dr. Brinek: Nein, Sie sind das!), wenn man mit Ihnen redet, was zu verbessern ist. Sie sind getragen von Ihrer inneren Haltung. Das Einzige, was Sie ein bisschen heraushebt, ist, wenn Ihnen die Statistik sagt, dass es nicht passt. Daher gehört das her. (Abg. Dr. Brinek: Mein Gott, sind Sie simpel gestrickt!) Es ist richtig so. (Abg. Dr. Brinek: Eine Schule ist keine Firma! – Abg. Murauer: Kommen Sie zum Bildungsdokumentationsgesetz!) – Ich komme schon zum Bildungsdokumentationsgesetz. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Eine Schule ist keine Firma!) – Es ist so. Eine Schule ist keine Firma, da haben Sie vollkommen recht, aber letztlich ist auch Wissen ein bestimmter Erfolgsfaktor, der uns wirtschaftlich weiterbringen müsste.
Abg. Dr. Brinek: Mein Gott, sind Sie simpel gestrickt!
Sie sind ja resistent in der Diskussion (Abg. Dr. Brinek: Nein, Sie sind das!), wenn man mit Ihnen redet, was zu verbessern ist. Sie sind getragen von Ihrer inneren Haltung. Das Einzige, was Sie ein bisschen heraushebt, ist, wenn Ihnen die Statistik sagt, dass es nicht passt. Daher gehört das her. (Abg. Dr. Brinek: Mein Gott, sind Sie simpel gestrickt!) Es ist richtig so. (Abg. Dr. Brinek: Eine Schule ist keine Firma! – Abg. Murauer: Kommen Sie zum Bildungsdokumentationsgesetz!) – Ich komme schon zum Bildungsdokumentationsgesetz. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Eine Schule ist keine Firma!) – Es ist so. Eine Schule ist keine Firma, da haben Sie vollkommen recht, aber letztlich ist auch Wissen ein bestimmter Erfolgsfaktor, der uns wirtschaftlich weiterbringen müsste.
Abg. Dr. Brinek: Eine Schule ist keine Firma! – Abg. Murauer: Kommen Sie zum Bildungsdokumentationsgesetz!
Sie sind ja resistent in der Diskussion (Abg. Dr. Brinek: Nein, Sie sind das!), wenn man mit Ihnen redet, was zu verbessern ist. Sie sind getragen von Ihrer inneren Haltung. Das Einzige, was Sie ein bisschen heraushebt, ist, wenn Ihnen die Statistik sagt, dass es nicht passt. Daher gehört das her. (Abg. Dr. Brinek: Mein Gott, sind Sie simpel gestrickt!) Es ist richtig so. (Abg. Dr. Brinek: Eine Schule ist keine Firma! – Abg. Murauer: Kommen Sie zum Bildungsdokumentationsgesetz!) – Ich komme schon zum Bildungsdokumentationsgesetz. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Eine Schule ist keine Firma!) – Es ist so. Eine Schule ist keine Firma, da haben Sie vollkommen recht, aber letztlich ist auch Wissen ein bestimmter Erfolgsfaktor, der uns wirtschaftlich weiterbringen müsste.
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Eine Schule ist keine Firma!
Sie sind ja resistent in der Diskussion (Abg. Dr. Brinek: Nein, Sie sind das!), wenn man mit Ihnen redet, was zu verbessern ist. Sie sind getragen von Ihrer inneren Haltung. Das Einzige, was Sie ein bisschen heraushebt, ist, wenn Ihnen die Statistik sagt, dass es nicht passt. Daher gehört das her. (Abg. Dr. Brinek: Mein Gott, sind Sie simpel gestrickt!) Es ist richtig so. (Abg. Dr. Brinek: Eine Schule ist keine Firma! – Abg. Murauer: Kommen Sie zum Bildungsdokumentationsgesetz!) – Ich komme schon zum Bildungsdokumentationsgesetz. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Brinek: Eine Schule ist keine Firma!) – Es ist so. Eine Schule ist keine Firma, da haben Sie vollkommen recht, aber letztlich ist auch Wissen ein bestimmter Erfolgsfaktor, der uns wirtschaftlich weiterbringen müsste.
Abg. Kopf: Schämen Sie sich! So eine letztklassige ...!
Ich würde Ihnen empfehlen, reden Sie einmal nur mit Ihren Wirtschaftstreibenden! Ich weiß schon, dass es ein paar in der Kammer gibt, die nicht wollen, dass sich das Bildungssystem verbessert, damit man einfach ungebildete, ungeschulte Leute hat, die die niederen Arbeiten machen. (Abg. Kopf: Schämen Sie sich! So eine letztklassige ...!) Das höre ich auch oft aus der Kammer. Das ist so. Da gibt es auch gewisse Tendenzen. Das halte ich für völlig falsch. (Abg. Kopf: Setzen! Fünf! – Abg. Murauer: Das ist ja unfassbar!)
Abg. Kopf: Setzen! Fünf! – Abg. Murauer: Das ist ja unfassbar!
Ich würde Ihnen empfehlen, reden Sie einmal nur mit Ihren Wirtschaftstreibenden! Ich weiß schon, dass es ein paar in der Kammer gibt, die nicht wollen, dass sich das Bildungssystem verbessert, damit man einfach ungebildete, ungeschulte Leute hat, die die niederen Arbeiten machen. (Abg. Kopf: Schämen Sie sich! So eine letztklassige ...!) Das höre ich auch oft aus der Kammer. Das ist so. Da gibt es auch gewisse Tendenzen. Das halte ich für völlig falsch. (Abg. Kopf: Setzen! Fünf! – Abg. Murauer: Das ist ja unfassbar!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Frau Bundesministerin! – Aha, jetzt ist sie weg. Aber es ist wirklich so. Das höre ich oft. Die Gefahr der Wirtschaft, dass man Leute nicht über die Fachmatura ausbildet, ist da. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Nein, das ist so, Herr Kopf! Du kannst es nicht wegstreiten. Es ist so. Das ist determiniert, und das ist auch abgesprochen zwischen euch. (Abg. Kopf: Das ist letztklassig!) – Nein, das ist nicht letztklassig, das ist so, weil sich die Wirtschaft und die Industrie fürchten, einfach durch bessere Bildung höhere Löhne zahlen zu müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Brinek, Murauer, Steibl und Kopf.) – Wenn Sie jetzt abstreiten, Herr Kopf, dass die Evaluierung für Ihren Betrieb ein ganz wichtiger Faktor ist, dann haben Sie nie mehr in Ihrer Firma gearbeitet. – Sie sind ohnehin nie zu Hause. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Kopf: Das ist letztklassig!
Frau Bundesministerin! – Aha, jetzt ist sie weg. Aber es ist wirklich so. Das höre ich oft. Die Gefahr der Wirtschaft, dass man Leute nicht über die Fachmatura ausbildet, ist da. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Nein, das ist so, Herr Kopf! Du kannst es nicht wegstreiten. Es ist so. Das ist determiniert, und das ist auch abgesprochen zwischen euch. (Abg. Kopf: Das ist letztklassig!) – Nein, das ist nicht letztklassig, das ist so, weil sich die Wirtschaft und die Industrie fürchten, einfach durch bessere Bildung höhere Löhne zahlen zu müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Brinek, Murauer, Steibl und Kopf.) – Wenn Sie jetzt abstreiten, Herr Kopf, dass die Evaluierung für Ihren Betrieb ein ganz wichtiger Faktor ist, dann haben Sie nie mehr in Ihrer Firma gearbeitet. – Sie sind ohnehin nie zu Hause. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Brinek, Murauer, Steibl und Kopf.
Frau Bundesministerin! – Aha, jetzt ist sie weg. Aber es ist wirklich so. Das höre ich oft. Die Gefahr der Wirtschaft, dass man Leute nicht über die Fachmatura ausbildet, ist da. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Nein, das ist so, Herr Kopf! Du kannst es nicht wegstreiten. Es ist so. Das ist determiniert, und das ist auch abgesprochen zwischen euch. (Abg. Kopf: Das ist letztklassig!) – Nein, das ist nicht letztklassig, das ist so, weil sich die Wirtschaft und die Industrie fürchten, einfach durch bessere Bildung höhere Löhne zahlen zu müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Brinek, Murauer, Steibl und Kopf.) – Wenn Sie jetzt abstreiten, Herr Kopf, dass die Evaluierung für Ihren Betrieb ein ganz wichtiger Faktor ist, dann haben Sie nie mehr in Ihrer Firma gearbeitet. – Sie sind ohnehin nie zu Hause. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Frau Bundesministerin! – Aha, jetzt ist sie weg. Aber es ist wirklich so. Das höre ich oft. Die Gefahr der Wirtschaft, dass man Leute nicht über die Fachmatura ausbildet, ist da. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Nein, das ist so, Herr Kopf! Du kannst es nicht wegstreiten. Es ist so. Das ist determiniert, und das ist auch abgesprochen zwischen euch. (Abg. Kopf: Das ist letztklassig!) – Nein, das ist nicht letztklassig, das ist so, weil sich die Wirtschaft und die Industrie fürchten, einfach durch bessere Bildung höhere Löhne zahlen zu müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Brinek, Murauer, Steibl und Kopf.) – Wenn Sie jetzt abstreiten, Herr Kopf, dass die Evaluierung für Ihren Betrieb ein ganz wichtiger Faktor ist, dann haben Sie nie mehr in Ihrer Firma gearbeitet. – Sie sind ohnehin nie zu Hause. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Steibl: Ja, sicher!
Abgeordnete Anna Franz (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Leider konnte ich Herrn Faul nicht verstehen. Er hat so schnell geredet, dass ich da nicht mitgekommen bin. Ich habe nur verstanden, dass er gesagt hat, wir wollen keine Verbesserung des Bildungssystems. – Natürlich wollen auch wir eine Verbesserung des Bildungssystems! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Steibl: Ja, sicher!)
Beifall bei der ÖVP.
Diese Bildungsstatistik muss internationalen Anforderungen entsprechen, und die personenbezogenen Daten müssen so verschlüsselt sein, dass wir mit dem Datenschutz keine Probleme bekommen. All das erfüllt diese vorliegende Gesetzesänderung. Schade, dass da nicht alle zustimmen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Geräuschpegel gab, dass ich die epochale Rede des Herrn Kollegen Faul überhaupt nicht gehört habe; das ist mir leider nicht gelungen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Rasinger: Der ist in der PISA-Studie durchgefallen! – Abg. Kopf: Weil man es nicht verstanden hat!
Sie war aber wahrscheinlich eine von den so guten Reden, die es damals gebracht haben, dass er bei einer Wahl zum Präsidenten des Nationalrates 13 Stimmen erhalten hat. Es werden sich vielleicht noch manche daran erinnern. (Abg. Dr. Rasinger: Der ist in der PISA-Studie durchgefallen! – Abg. Kopf: Weil man es nicht verstanden hat!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir werden das auf jeden Fall beobachten, insbesondere auch hinsichtlich der Anfragebeantwortungen in den nächsten Jahren – so schnell ist das ja nicht eingerichtet –, ob die Qualität besser wird. Es bleibt zu hoffen, und wir begrüßen diesen Schritt, der gegangen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir werden das beobachten. Wir werden dieser Vorlage keine Zustimmung erteilen und stehen dem Ganzen in Zukunft kritisch gegenüber. Vielleicht haben wir uns ja auch in unserer Einschätzung geirrt. Wir werden es sehen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Ziele sind weiterhin: Frühförderung; länger gemeinsam zur Schule zu gehen; ganztägige Schulen; kleinere Klassen; eine verbesserte Lehrerinnen- und Lehrerausbildung. Wir sind auf einem guten Weg, und das Bundesinstitut für Bildungsforschung wird seinen Beitrag dazu leisten. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
Ich denke, dass mit dem schon angesprochenen BIFIE – Kollege Niederwieser hat es gesagt, und ich nehme die Kritik des Kollegen Graf ernst – keine Doppelgleisigkeiten entstehen. Die universitären Bildungs-Forschungsergebnisse, die man alle in der Bildungsforschungsübersicht der Frau Ministerialrätin Dr. Tajalli nachlesen kann, lieber Kollege Niederwieser, werden einbezogen. Ich habe diese Info selbst auf diesem Umweg aus dem Unterrichtsministerium bekommen. Es gibt also eine totale Übersicht über die gesamte Bildungsforschung und es herrscht höchste Transparenz. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
So viele mal, mal, mal x x x – stellen Sie sich eine noch größere Zahl vor – Fehlerquellen gibt es im PISA-System. Das liegt nicht an uns, an Österreich, sondern das liegt am System. Wir müssen uns der Relativität dieser Qualität bewusst sein und das eben durch nationale andere Forschungen ergänzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. DDr. Niederwieser.
Meine Damen und Herren, mit vielen solchen Studien haben wir eigentlich das, was sensible und erfahrene Volks- und HauptschullehrerInnen schon längst gewusst haben, bestätigt bekommen. Nehmen wir das ernst, dann wissen wir, wo wir vor allem in Wien mit der Leseförderung, mit der Sprachförderung beginnen müssen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. DDr. Niederwieser.)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt momentan ein einziges Bundesland, nämlich das Burgenland, von dem diese Daten vorgelegt wurden. Dort ist das in etwa so, wie in der Fußballmeisterschaft: Steigt jemand aus der dritten Leistungsgruppe auf, dann brauchen wir auch einen Absteiger aus der zweiten Leistungsgruppe. Die Gruppen sollen offenbar ziemlich gleich groß bleiben. Das zeigt schon, dass die Idee von Leistung, von Verbesserung nicht wirklich greifen kann, wenn man für jeden Aufsteiger auch einen Absteiger braucht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: Sie können nicht einmal ...!
Abschließend noch zu den Ausführungen der Kollegin Brinek: Ihre PISA-Qualifizierung war geradezu ein Musterbeispiel, als Sie gesagt haben: Ja stellen Sie sich vor, da werden naturwissenschaftliche Kenntnisse erhoben, und man geht nicht nur in die Schulen mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt! – Man sollte also nur diejenigen überprüfen, die einen entsprechenden Schwerpunkt haben. Wir sollten also beispielsweise die technischen Fähigkeiten in den HTLs überprüfen und dann daraus auf die gesamte österreichische Bevölkerung schließen. – Na, super! (Abg. Dr. Brinek: Sie können nicht einmal ...!)
Beifall bei den Grünen.
Wenn wir also untersuchen, wie die Österreicher schwimmen können, dann gehen wir zu Herrn Rogan und zu Frau Nadarajah und schauen, wie schnell die schwimmen. Dann sagen wir: Super, wir sind ein irrsinnig gutes Schwimmvolk, denn wir schwimmen unheimlich schnell! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Überhaupt eine solche Idee von Bildungsforschung zu kreieren, ist ja absurd. PISA hat ja genau die Aufgabe gehabt, eben nicht Schwerpunktschulen herauszugreifen, sondern nach einem Stichprobenverfahren, mit einer Zufallsauswahl danach zu trachten, dass wir qualitative Daten bekommen, die auch repräsentativ sind. Und das funktioniert wie in Meinungsbefragungen nach der Methode der Zufallsstichprobe. Logischerweise werden in dem Fall auch SchülerInnen gefragt, die einen anderen Schwerpunkt haben, weil das Ziel ja ist, 15-Jährige in ihrer Gesamtheit zu beobachten beziehungsweise zu bewerten. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Kollegin Brinek, Sie haben sich mit Ihren Ausführungen hier wissenschaftlich wirklich nachhaltig disqualifiziert! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Diese Mär hält sich schon seit mehr als 30 Jahren!
Zur Erinnerung: Die SPÖ hat in den letzten Jahren richtig erkannt, dass die soziale Benachteiligung im Schulsystem in Österreich eine relativ starke Wirkung hat und dass Kinder aus so genannten bildungsfernen Schichten, deren Eltern ... (Abg. Mag. Donnerbauer: Diese Mär hält sich schon seit mehr als 30 Jahren!) „Diese Mär hält sich schon seit mehr als 30 Jahren!“ Ich wiederhole nur fürs Protokoll, was Kollege Donnerbauer soeben gesagt hat! – Die Lesefähigkeit bei Studien ist offenbar relativ begrenzt! Aber so weit war sogar schon Kollege Amon, dass er zugestanden hat, dass wir da wirklich ein Problem haben! Vielleicht bedürfte es noch ein wenig an Aufklärungsarbeit in der Regierungspartei!
Beifall bei den Grünen.
Es sollte zumindest der Versuch eines besseren Unterrichts, der mit der Umsetzung der Vorschläge der Kommission Schilcher möglich wäre, gemacht werden. Mit diesem Abänderungsantrag besteht die letzte Möglichkeit, wenigstens ein bisschen etwas zu retten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wichtig ist, dass wir erkannt haben, dass wir im Hinblick auf die Bildungschancen der Kinder in unserem Land Weiterentwicklungen vornehmen müssen, damit die Treffsicherheit für jedes Kind gewährleistet ist und damit eine entsprechende Förderung den Kindern eine echte Bildungszukunft ermöglicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Nachher haben sich alle Eltern in Wirklichkeit geniert, dass sie sich dem untergeordnet haben. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Nein, ich nicht! Ich war immer der Einzige, der sich getraut hat. Wenn man aber die Leute gefragt hat, warum sie eigentlich gegen ihre eigene Überzeugung abgestimmt haben, haben sie gesagt: Mein Kind muss jetzt vier Jahre dort hingehen, und wir wollen den Schwierigkeiten aus dem Weg gehen; da ist uns das wurscht, wir wollen eigentlich nur, dass unser Kind durchkommt!
Abg. Öllinger: Zum Beispiel die Lesekompetenz!
wäre es durchaus interessant, parallel zu den Ergebnissen von PISA betreffend die Schüler – wie immer man dazu stehen mag – auch eine Bewertung der Lehrer im Verhältnis vorzunehmen. Da kann man sicherlich auch einiges abfragen. (Abg. Öllinger: Zum Beispiel die Lesekompetenz!) Ich meine jetzt nicht die Lesekompetenz, sondern die pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten und Ähnliches. Das lässt sich sehr wohl abfragen, Herr Kollege! Und es wäre wahrscheinlich gut, das einmal in der Gesamtheit zu diskutieren! So weit zu dem, wir haben nicht viel Redezeit.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Zum Thema Mittelschule. (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Wir haben noch ein bisserl mehr Redezeit als ihr, daher kann ich mich dem ein bisschen widmen. – Das neue Institut wird hoffentlich bessere Werbebroschüren machen als die, die schon gemacht wurden, Frau Bundesminister! Zumindest kündigen Sie das hier schon an, und das wurde heute ja auch beschlossen.
Abg. Neugebauer: Privatschulen!
Wenn Sie etwas anderes wollen, wenn Sie so genannte neue Eliteschulen haben wollen, sagen Sie es gleich! (Abg. Neugebauer: Privatschulen!)
Abg. Öllinger: Aber das, was Sie sagen, auch!
Frau Bundesminister, Sie sind die Bildungs- und Unterrichtsministerin aller Kinder, aller Eltern, aller Steuerzahler und für alle Schulen, möchte ich Ihnen ins Gedächtnis rufen. Kinder lernen voneinander am besten. Ich lasse das jetzt, ob Kinder zu Lehrern werden sollen. Gemeinplätze sind es manchmal auch, die da verkauft werden. (Abg. Öllinger: Aber das, was Sie sagen, auch!)
Abg. Csörgits: Haben Sie ein Problem damit?
Integration passiert offensichtlich nur dort, woanders darf es nicht passieren. Und dann schießen Sie überhaupt den Vogel ab, indem Sie dann sagen: „Gender – Chancengleichheit unabhängig vom Geschlecht: Schulen sind grundsätzlich zu Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit verpflichtet.“ – No na net! (Abg. Csörgits: Haben Sie ein Problem damit?)
Abg. Riepl: Das ist eine Leseübung, oder was?
„Externe ExpertInnen – die Schule öffnet sich“. – Na wieso nicht auch die anderen?, muss man fragen. (Abg. Riepl: Das ist eine Leseübung, oder was?) Das ist keine Leseübung. Genieren Sie sich vor der eigenen Propagandabroschüre, die von Ihrer Partei verteilt wird? Genieren Sie sich jetzt, Herr Kollege? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
„Externe ExpertInnen – die Schule öffnet sich“. – Na wieso nicht auch die anderen?, muss man fragen. (Abg. Riepl: Das ist eine Leseübung, oder was?) Das ist keine Leseübung. Genieren Sie sich vor der eigenen Propagandabroschüre, die von Ihrer Partei verteilt wird? Genieren Sie sich jetzt, Herr Kollege? (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Lapp: Für die Kinder!
Ich halte diese Broschüre für eine glatte Propagandabroschüre. Das ist durchaus legitim, man muss es nur auch so benennen können, finanziert mit öffentlichen Geldern. (Abg. Mag. Lapp: Für die Kinder!) Kein Kind liest das. Sie vermitteln damit den Eltern, dass es hier eine bessere Schule von Haus aus gibt (Abg. Riepl: Endlich!), obwohl Sie diese Dinge, die hier aufgezählt werden, alle in den derzeit bestehenden Schulformen ebenfalls umsetzen könnten.
Abg. Riepl: Endlich!
Ich halte diese Broschüre für eine glatte Propagandabroschüre. Das ist durchaus legitim, man muss es nur auch so benennen können, finanziert mit öffentlichen Geldern. (Abg. Mag. Lapp: Für die Kinder!) Kein Kind liest das. Sie vermitteln damit den Eltern, dass es hier eine bessere Schule von Haus aus gibt (Abg. Riepl: Endlich!), obwohl Sie diese Dinge, die hier aufgezählt werden, alle in den derzeit bestehenden Schulformen ebenfalls umsetzen könnten.
Beifall bei der FPÖ.
sätzlich zur Verfügung stehende Geld Ihres Ressorts, das Sie auch noch auftreiben, ausschließlich in Modellversuche hineingepulvert wird. Das wäre nämlich dann der Missbrauch zu Lasten der Mehrheit der Kinder in diesem Land zugunsten einer geringeren Minderheit auf Kosten oder aufgrund Ihrer ideologischen Überzeugung, parteipolitisch motiviert. Und das wollen wir nicht. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Aufreger der letzten Monate, liebe Kolleginnen und Kollegen, war die Schulorganisationsdebatte. Mit einem Konzept, das flächendeckend zentral als Versuchsmonopol einer Gesamtschule ähnlich angelegt gewesen ist, die wir in den achtziger Jahren mit einigen Kerzen und rotem Teppich begraben haben, die im sozialistisch dominierten Wien im Jahr 2003 wegen Erfolglosigkeit eingestellt worden ist, wollte man uns beglücken, obwohl nachweisbar auch in der Bundesrepublik Deutschland das differenzierte Schulwesen beste Erfolge hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es war ursprünglich auch geplant, diejenigen, die es angeht, gar nicht mitreden zu lassen. Wir trauen den Schulpartnern einiges zu, und es ist unsere Prämisse, dass sie mit entscheiden können. Schulpartner haben hier entsprechendes Mitbestimmungsrecht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Liebe Kolleginnen und Kollegen, die einzige Alternative zu einem differenzierten Schulwesen ist ein verbessertes differenziertes Schulwesen (Beifall bei der ÖVP), dass man ganz einfach eine Individualisierung für Risikogruppen und Spitzenschüler hat.
Abg. Dr. Brinek: Helmut Zilk – richtig?
Ich übergehe jetzt PISA und schließe mich fast meinem verehrten ehemaligen Professor für Pädagogik und Methodik an der Lehrerbildungsanstalt an, einem Ihrer Vorgänger, liebe Frau Bundesministerin, der zu PISA sagt – ich habe das in der Zeitung gelesen –, die Bildung lässt sich nicht mechanistisch messen, sondern die muss natürlich im Ganzen gesehen werden. (Abg. Dr. Brinek: Helmut Zilk – richtig?) Und da steht Österreich meiner Meinung nach nach wie vor hervorragend da. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich übergehe jetzt PISA und schließe mich fast meinem verehrten ehemaligen Professor für Pädagogik und Methodik an der Lehrerbildungsanstalt an, einem Ihrer Vorgänger, liebe Frau Bundesministerin, der zu PISA sagt – ich habe das in der Zeitung gelesen –, die Bildung lässt sich nicht mechanistisch messen, sondern die muss natürlich im Ganzen gesehen werden. (Abg. Dr. Brinek: Helmut Zilk – richtig?) Und da steht Österreich meiner Meinung nach nach wie vor hervorragend da. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: PISA!
Meine Damen und Herren, ich möchte nämlich diese gesellschaftspolitische Gesamtverantwortung am Ende meines Beitrages herausstreichen. Es ist eine unausrottbare Tatsache, dass junge Menschen Vorbilder brauchen. Das sind die Eltern, und das sind die Persönlichkeiten der Lehrer. Wir haben heute bewegende Themen gehabt. Wir haben über Gewalt gesprochen. Ich lese heute eine Aussendung der AKS: Noten sind strukturelle Gewalt. – Das habe ich in diesem Fall nicht verstanden, liebe Kolleginnen und Kollegen. Aber eines kann ich Ihnen von Pearl S. Buck mitgeben (Abg. Öllinger: PISA!):
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Weihnachten steht vor der Tür. Vielleicht kaufen wir keinen Tamagotchi, sondern sagen wir auch, dass es eine gute Kinder- und Jugendliteratur gibt und dass ein Programm, ein viereckiges Programm, das Programm der Familie, die Begegnung der Erziehungsberechtigten mit den Kindern nicht ersetzen kann. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und ÖVP.
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Ich habe ganz wenig Redezeit, aber so viel: Deinen letzten Satz, lieber Kollege Neugebauer, kann ich nur unterstreichen. (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Beifall bei BZÖ und ÖVP.
Sie sind keinesfalls dazu angetan, ein ganzes Schulsystem in Frage zu stellen, sondern es soll ein Anstoß sein, unser Schulsystem auch weiter zu entwickeln und zu optimieren, denn letztendlich gibt es nur ein Ziel: unsere Kinder, unsere Jugendlichen fit für die Zukunft zu machen, für eine Arbeitswelt, in der sie ständig gefordert sind, wo neben dem Wissen vernetztes Denken und Handeln unbedingt erforderlich sind. Dafür gibt es natürlich keine Patentlösung, auch die gemeinsame Schule ist keine Patentlösung dafür. (Beifall bei BZÖ und ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Es ist aber so, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass schon einiges für die gemeinsame Schule spricht, unter anderem auch, dass es keinen Zwang zur Entscheidung für Eltern und Kinder im Alter von zehn Jahren gibt. Das, glaube ich, ist richtig. Und es spricht auch für die gemeinsame Schule, dass es gerade im letzten Schuljahr eine ganz intensive Ausbildung und Berufsorientierung für alle Schülerinnen und Schüler gibt, um sich dann wirklich für die richtige Richtung entscheiden zu können. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Für uns ist dieser Schulversuch kein, wie Sie gesagt haben, Leuchtturm für einen Systemwechsel, sondern der kleinste gemeinsame Nenner mit vielen offenen Fragen. Wir werden daher heute nicht zustimmen, denn es bedarf noch einer sehr starken inhaltlichen Diskussion und Information ohne ideologische Scheuklappen, sage ich hier. Wir vom BZÖ werden uns daran beteiligen, denn eine offene Diskussion mit Ihnen und Ihrem Haus ist möglich. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der ÖVP: No na!
Einen Punkt sage ich jetzt schon auch in Ihre Richtung, Herr Abgeordneter Neugebauer: Es war nie daran gedacht, zentralistisch von oben ein Modell einzuführen. (Ruf bei der ÖVP: No na!) Es war immer die Einbindung der Landesschulräte vorgesehen und auch, dass vom Schulstandort über die Landesschulräte die Anträge eingebracht und beurteilt werden. Das war der Ausgangspunkt. Und der Ausgangspunkt waren die
Abg. Brosz: Eben nicht!
Ich bin froh, dass wir jetzt auf Basis von Rechtssicherheit und Bestandsgarantie, ausgehend von den einzelnen Bundesländern, 2008 mit einzelnen Modellregionen starten können, mit einzelnen Modellschulen. Und wie wir auch im Ausschuss besprochen haben, ist es ja keine Abstimmung, sondern eine Zustimmung nach dem Muster des seit 1962 geltenden § 7. (Abg. Brosz: Eben nicht!) Soviel von mir noch. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich bin froh, dass wir jetzt auf Basis von Rechtssicherheit und Bestandsgarantie, ausgehend von den einzelnen Bundesländern, 2008 mit einzelnen Modellregionen starten können, mit einzelnen Modellschulen. Und wie wir auch im Ausschuss besprochen haben, ist es ja keine Abstimmung, sondern eine Zustimmung nach dem Muster des seit 1962 geltenden § 7. (Abg. Brosz: Eben nicht!) Soviel von mir noch. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Öllinger: Welche Schüler?
Abgeordnete Silvia Fuhrmann (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Ich muss sagen, ich finde es trotzdem schade, und Sie wissen, dass sich die ÖVP sehr intensiv gerade auch am Schluss der Verhandlungen dafür eingesetzt hat. Wenn es schon darum geht, die Schulpartner bei den Modellversuchen mit einzubeziehen und sie mitbestimmen zu lassen, inwiefern sie auch bereit sind, sich diesem Schulversuch zu stellen, dann finde ich es schade, dass man bei den Betroffenen gerade die Schüler ausgelassen hat, weil ich glaube, dass sie schon auch ein wichtiges Wörtchen mitzureden haben, wenn es darum geht, wie ihre eigene Zukunft ausschauen soll. (Abg. Öllinger: Welche Schüler?)
Beifall bei der ÖVP.
Zuletzt darf ich daran erinnern, dass laut OECD festgestellt wurde, dass Jugendliche in gegliederten Schulsystemen im Durchschnitt weder besser noch schlechter sind als jene in anderen Schulsystemen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bildungsstandard, Lehrerausbildung, ich glaube, das sollten die nächsten Schritte sein. Frau Ministerin! Ich bitte Sie, auch hier aktiv zu werden. Wir werden Sie jedenfalls dabei unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das Problem der Elternabstimmungen hat mein Kollege Brosz schon erwähnt. Es gibt aber noch ganz andere. Zum Beispiel haben wir auch Lehrerabstimmungen an den Schulen gehabt, Lehrerabstimmungen, die irrsinnig interessant sind, nämlich insofern, als sie eigentlich keine Gesetzesvorlage hatten. Die Lehrerabstimmungen haben auf der Grundlage stattgefunden, was der Leiter der Expertenkommission Dr. Schilcher erklärt hat, der den LehrerInnen versprochen hat, es wird zwölf Stunden zusätzliche Ressourcen geben. Das macht er übrigens auch bei öffentlichen Veranstaltungen. Also wenn er das verspricht, dann würde ich doch herzlichst ersuchen, dass man dem auch einmal nachgeht, woher er das hat, warum er das sagt. Die LehrerInnen haben jedenfalls dafür gestimmt, denn mehr Ressourcen in diesem eingesparten und sowieso knapp ausgestatteten Schulsystem sind etwas, was gerade die Pflichtschulen dringend brauchen, weil in der letzten Zeit immer nur gespart wurde. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich hoffe sehr, dass es diese Schulversuche noch geben wird, dass die Neue Mittelschule noch kommen wird, weil wir sie für etwas Wichtiges und Richtiges halten, aber noch wichtiger wäre es für uns, dass Sie auch etwas dafür tun und nicht nur hier stehen und sagen, wir machen es jetzt. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Grünewald.
Abgeordneter Mag. Peter Eisenschenk (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich beginne mit einem Zitat von Sokrates, der gesagt hat: „Dumm ist der, der seine Gewissheit für wahr hält.“ (Zwischenruf des Abg. Dr. Grünewald.) – Wahrheiten sind daher immer, meine Damen und Herren, zu hinterfragen.
Beifall des Abg. Prinz.
Wenn auf der Homepage steht, dass sich der Übergang von der Volksschule in die Sekundarstufe 1 in Österreich gesellschaftlich und pädagogisch als falsch erwiesen hat, dann kann das nur die Gewissheit einiger Gesamtschulbefürworter und nicht die Wahrheit sein. (Beifall des Abg. Prinz.)
Zwischenruf des Abg. Faul.
Wenn in der vom Kollegen Graf angesprochenen Broschüre blendende Formulierungen stehen, wie zum Beispiel, niemand wird unterfordert, niemand wird überfordert, dann ist das die Darstellung einer perfekten Illusion. (Zwischenruf des Abg. Faul.)
Beifall bei der ÖVP.
Erfolg einer demokratischen Gesellschaft, und deswegen können wir stolz auf Österreich sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mit diesem Gesetz schaffen wir die Basis für einen hoffentlich fairen Vergleich, der letztendlich durch die wahren Experten gestützt wird: die Schüler, die Lehrer und die Eltern. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir Freiheitlichen glauben, dass das Gesamtschulsystem, aber auch die Neue Mittelschule das absolut falsche Signal im Bildungssystem sind, und wir können deshalb dieser Form nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP
Das heißt, wir von der ÖVP waren erfolgreich in der Beibehaltung der Differenzierung (Beifall bei der ÖVP), der Leistungsbeurteilung und der Schulpartnerschaft; davon sind wir nicht abgerückt. (Abg. Parnigoni: Dass Sie darauf noch stolz sind!) Und die Pisa-Studie hat auch gezeigt, dass wir recht haben, denn es gibt keinen positiven Effekt bei
Abg. Parnigoni: Dass Sie darauf noch stolz sind!
Das heißt, wir von der ÖVP waren erfolgreich in der Beibehaltung der Differenzierung (Beifall bei der ÖVP), der Leistungsbeurteilung und der Schulpartnerschaft; davon sind wir nicht abgerückt. (Abg. Parnigoni: Dass Sie darauf noch stolz sind!) Und die Pisa-Studie hat auch gezeigt, dass wir recht haben, denn es gibt keinen positiven Effekt bei
Abg. Parnigoni: Wie Sie auf das stolz sein können! Das ist ja schlimm!
den Gesamtschulen. (Abg. Parnigoni: Wie Sie auf das stolz sein können! Das ist ja schlimm!)
Beifall bei der ÖVP.
Und nur deshalb, weil wir vor allem in Großstädten die Probleme haben, brauchen wir keine schulische Zwangsjacke für alle Schüler nach dem Motto: Hauptsache, es sind alle gleich!, sondern wir brauchen eine gezielte Förderung der schlechten Schüler, vor allem der Migrantenkinder, oder zum Beispiel auch eine sprachliche Frühförderung. Das sind die Ziele, das sind die Wege für die ÖVP. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte Pisa heute nicht noch einmal strapazieren – ob gemeinsame Schule, ob ganztägige Schulform, eines ist klar und deutlich: Wir brauchen eine bessere Pädagogik, und die bessere Pädagogik – das ist auch klar und deutlich – kann man verwirklichen in der gemeinsamen Schule, in einer ganztägigen Schulform. So wie sie derzeit geprägt wird, ist sie keine gemeinsame Schule, sondern eine selektionierte Schule, und wir werden uns nicht zu wundern brauchen, wenn die Ergebnisse so ausschauen, wie sie ausschauen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Nein, das hat er nicht gesagt!
Das ist der gesamte Antrag – nicht mehr und nicht weniger. Ein Kollege von der freiheitlichen Fraktion hat dann gesagt – so in diesem Sinne –: schon wieder eine Forderung des Ausländer-Volksbegehrens umgesetzt. (Abg. Dr. Graf: Nein, das hat er nicht gesagt!) Genau, nämlich des „Österreich zuerst!“-Volksbegehrens. – Danke für die Berichtigung. Es bleibt gleich; beides war gleich grauslich, und auf keines von beiden können Sie stolz sein. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Mich hat es dann wirklich „hergebeutelt“, als ich erkannt habe, dass das ein Antrag der SPÖ ist. Das muss ich Ihnen, werte Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, tatsächlich sagen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Wir sind nicht dabei?)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Das ist der gesamte Antrag – nicht mehr und nicht weniger. Ein Kollege von der freiheitlichen Fraktion hat dann gesagt – so in diesem Sinne –: schon wieder eine Forderung des Ausländer-Volksbegehrens umgesetzt. (Abg. Dr. Graf: Nein, das hat er nicht gesagt!) Genau, nämlich des „Österreich zuerst!“-Volksbegehrens. – Danke für die Berichtigung. Es bleibt gleich; beides war gleich grauslich, und auf keines von beiden können Sie stolz sein. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Mich hat es dann wirklich „hergebeutelt“, als ich erkannt habe, dass das ein Antrag der SPÖ ist. Das muss ich Ihnen, werte Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, tatsächlich sagen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Wir sind nicht dabei?)
Abg. Mag. Donnerbauer: Wir sind nicht dabei?
Das ist der gesamte Antrag – nicht mehr und nicht weniger. Ein Kollege von der freiheitlichen Fraktion hat dann gesagt – so in diesem Sinne –: schon wieder eine Forderung des Ausländer-Volksbegehrens umgesetzt. (Abg. Dr. Graf: Nein, das hat er nicht gesagt!) Genau, nämlich des „Österreich zuerst!“-Volksbegehrens. – Danke für die Berichtigung. Es bleibt gleich; beides war gleich grauslich, und auf keines von beiden können Sie stolz sein. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Mich hat es dann wirklich „hergebeutelt“, als ich erkannt habe, dass das ein Antrag der SPÖ ist. Das muss ich Ihnen, werte Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, tatsächlich sagen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Wir sind nicht dabei?)
Abg. Dr. Jarolim: Er wird das erklären!
Wenn dann Kollege Mayer im Zuge seiner Argumentation im Ausschuss meint, das sei ja nur eine Schlagzeile, eigentlich sei das ganz anders gemeint, dann möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieser Satz, den ich hier gelesen habe, das Einzige ist, das Sie hier und heute fixieren, festschreiben und als Gesetz definieren. (Abg. Dr. Jarolim: Er wird das erklären!) – Er wird es erklären. Diesen Satz braucht man nicht zu erklären, Herr Kollege Jarolim, der steht für sich. (Abg. Mayerhofer: Passt ja eh!) Sie schieben die Verantwortung dafür, dass die Kinder bei Schuleintritt Deutsch können, einzig und allein den Eltern zu.
Abg. Mayerhofer: Passt ja eh!
Wenn dann Kollege Mayer im Zuge seiner Argumentation im Ausschuss meint, das sei ja nur eine Schlagzeile, eigentlich sei das ganz anders gemeint, dann möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieser Satz, den ich hier gelesen habe, das Einzige ist, das Sie hier und heute fixieren, festschreiben und als Gesetz definieren. (Abg. Dr. Jarolim: Er wird das erklären!) – Er wird es erklären. Diesen Satz braucht man nicht zu erklären, Herr Kollege Jarolim, der steht für sich. (Abg. Mayerhofer: Passt ja eh!) Sie schieben die Verantwortung dafür, dass die Kinder bei Schuleintritt Deutsch können, einzig und allein den Eltern zu.
Abg. Scheibner: In einen Intensivkurs!
Ich möchte wissen, was Sie mit einem Kind tun, das erst nach seinem Schuleintritt nach Österreich kommt, das während der Schulzeit kommt, das in die zweite Klasse kommt und dessen Eltern nicht oder nicht gut Deutsch können. Was tun Sie mit diesen Kindern? Was wird dann passieren? (Abg. Scheibner: In einen Intensivkurs!) – Herr Kollege Scheibner, es gibt kaum Angebote für Deutsch-Kurse für Kinder. Wer wird diese Deutsch-Kurse bezahlen, frage ich Sie? (Abg. Dr. Brinek: In Schweden heißt das „Vorbereitungsschule“!) So, wie das jetzt definiert ist, haben die Eltern dafür die Verantwortung. Da wird es dann heißen: Der Förderunterricht ist Ihre Verantwortung. Zahlen, damit Ihr Kind überhaupt den Förderunterricht besuchen kann!
Abg. Dr. Brinek: In Schweden heißt das „Vorbereitungsschule“!
Ich möchte wissen, was Sie mit einem Kind tun, das erst nach seinem Schuleintritt nach Österreich kommt, das während der Schulzeit kommt, das in die zweite Klasse kommt und dessen Eltern nicht oder nicht gut Deutsch können. Was tun Sie mit diesen Kindern? Was wird dann passieren? (Abg. Scheibner: In einen Intensivkurs!) – Herr Kollege Scheibner, es gibt kaum Angebote für Deutsch-Kurse für Kinder. Wer wird diese Deutsch-Kurse bezahlen, frage ich Sie? (Abg. Dr. Brinek: In Schweden heißt das „Vorbereitungsschule“!) So, wie das jetzt definiert ist, haben die Eltern dafür die Verantwortung. Da wird es dann heißen: Der Förderunterricht ist Ihre Verantwortung. Zahlen, damit Ihr Kind überhaupt den Förderunterricht besuchen kann!
Beifall bei den Grünen.
Wir alle hier herinnen wissen, was eine Artikel-15a-Vereinbarung bedeutet, noch dazu, wo es um wesentliche Finanzmittel geht, wenn man die Forderungen der Begründung ernst nimmt. Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis Sie diese Artikel-15a-Vereinbarung auf dem Tisch liegen haben. Wenn alle Forderungen erfüllt und die Voraussetzungen gegeben sind, dann können wir gerne darüber sprechen, wie weit auch die Verantwortung bei den Eltern liegt. Dann ja, aber nicht nur. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.
Das Angebot wird ausgebaut, und ab dem kommenden Schuljahr werden entsprechende Angebote auch dieser Verpflichtung gegenüberstehen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Neugebauer.)
Abg. Dr. Jarolim: Hat das eine Bedeutung, dass die Kollegin Brinek zu diesem Tagesordnungspunkt nicht spricht? – Abg. Scheibner: Das müsst ja ihr wissen in der Koalition!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Dr. Kurzmann ist der Nächste. Gewünschte Redezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Hat das eine Bedeutung, dass die Kollegin Brinek zu diesem Tagesordnungspunkt nicht spricht? – Abg. Scheibner: Das müsst ja ihr wissen in der Koalition!)
Beifall bei der FPÖ.
Wir haben in Graz bereits Schulen, wo sich die Eltern bei uns beschweren, dass die Kinder dort nichts mehr lernen, weil der Anteil der Nicht-Deutschsprachigen zu groß ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Wer die Bildung von sogenannten Parallelgesellschaften befürwortet, der wird aus ideologischen Gründen natürlich gegen einen solchen Antrag sein und der nimmt dann aber auch ganz bewusst in Kauf, dass wir über kurz oder lang ähnliche Verhältnisse vorfinden wie in den Vorstädten von Paris. Und genau das ist es, was wir Freiheitliche, aber zum Glück auch die große Koalition nicht wollen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Soweit ich weiß, wird der nun vorliegende Gesetzentwurf von allen Fraktionen mitgetragen. Ich lade Sie ein, ebenso weiterführend über die BHS nachzudenken. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir sagen ja dazu, dass Kinder, bevor sie in die Schule kommen, die deutsche Sprache können müssen. Wir sagen ja zur Verantwortung der Eltern, aber mit den besten Rahmenbedingungen und Voraussetzungen. – Danke. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Graf.
Fördermaßnahmen – das ist schon gesagt worden – sind vorgesehen. Die Botschaft heute lautet schlicht und einfach: Eltern, wenn ihr das Beste für euer Kind wollt, dann muss es so weit Deutsch reden und verstehen können, wie es für den Unterricht in der Schule notwendig ist, denn die Verantwortung kann nicht nur bei der Lehrerin, bei der Schule liegen. Auch das wird mit dem heutigen Beschluss, glaube ich, zu Recht ausgedrückt. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Graf.)
Beifall bei den Grünen.
Das finde ich bemerkenswert, weil das auch genau der Punkt ist: Wenn man will, dass Sprachförderung funktioniert, dann muss man bei jenen, wo zum Teil möglicherweise die sprachlichen Voraussetzungen nicht vorliegen, andere Alternativen anbieten. Ich meine, wir kennen die Sprachwissenschaft. Erstens geht es darum, dass das Kind seine Muttersprache beherrscht, um andere Sprachen zu lernen. Aber das andere ist – und das wissen wir seit Jahren, wenn Sie etwa Ottakring erwähnen –: Zum Teil können die Eltern selbst nicht ausreichend Deutsch, um ihren Kindern die Sprache beizubringen. Das ist der Kern der Problematik. Jetzt zu sagen, die Eltern sind dafür verantwortlich, löst das Problem doch nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wir können doch nicht ernsthaft die Schulgeldfreiheit in die Verfassung schreiben, und dann machen wir einen Kindergarten, wo man den Eltern, die es sich nicht leisten können, sagt: Wurscht, wo das Geld herkommt, ihr müsst es bezahlen! – Das „wunderbare“ Wien, das immer gelobt wird, hat eine Einkommensgrenze. Die heißt 1 018 € Haushaltseinkommen im Moment. Alles, was darüber ist, wird bezahlt, ab dann wird für den Kindergarten bezahlt. 1 018 € Haushaltseinkommen, inklusive Familienbeihilfe! Ich meine, rechnen Sie sich das einmal aus mit zwei Kindern! Das ist unter der Armutsgrenze. Dort setzt Wien den Hebel an, ab dem bezahlt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Schaffen wir endlich die Voraussetzungen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
das Erlernen der Grundfertigkeiten, die in der Volksschule verlangt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP: Genau!
Unsere Kinder sollen ab der ersten Volksschulklasse vor allem Schreiben, Lesen und Rechnen lernen. Um dabei erfolgreich zu sein, müssen sie aber unsere Sprache beherrschen. (Ruf bei der ÖVP: Genau!) Der bereits in der Ausschusssitzung diskutierte Abänderungsantrag zum Schulunterrichtsgesetz sieht eine Verpflichtung der Erziehungsberechtigten vor, dafür Sorge zu tragen, dass ihre Kinder zum Zeitpunkt der Schuleinschreibung und des Schuleintritts die Unterrichtssprache beherrschen. Das ist richtig so, denn bei der sprachlichen Frühförderung der Kinder dürfen wir die Eltern nicht aus der Verantwortung entlassen.
Zwischenruf der Abg. Mandak.
Wenn Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen von der grünen Fraktion, so wie in der Ausschusssitzung angesprochen, die sprachliche Frühförderung im ländlichen Raum für illusorisch halten, dann darf ich Ihnen schon sagen: Ich lebe im sogenannten ländlichen Raum und in einer kleinen Gemeinde, und seit Jahren werden im Kindergarten Asylantenkinder entsprechend betreut. (Zwischenruf der Abg. Mandak.) Dort lernen sie sozusagen in spielerischer Form unsere Sprache, um dann erfolgreich die Volksschule zu besuchen. (Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Zwischenruf der Abg. Sburny.
Wenn Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen von der grünen Fraktion, so wie in der Ausschusssitzung angesprochen, die sprachliche Frühförderung im ländlichen Raum für illusorisch halten, dann darf ich Ihnen schon sagen: Ich lebe im sogenannten ländlichen Raum und in einer kleinen Gemeinde, und seit Jahren werden im Kindergarten Asylantenkinder entsprechend betreut. (Zwischenruf der Abg. Mandak.) Dort lernen sie sozusagen in spielerischer Form unsere Sprache, um dann erfolgreich die Volksschule zu besuchen. (Zwischenruf der Abg. Sburny.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Bei manchen Bedenken, die Sie äußern, frage ich mich wirklich, wo Sie eigentlich leben. Die Politik hat für Rahmenbedingungen zu sorgen, damit Kinder so früh wie möglich unsere Sprache gut erlernen können. Aber es sind die Eltern, die diese Möglichkeiten auch nutzen müssen. Diese parlamentarische Initiative des heutigen Tages ist ein wichtiger und richtiger Schritt in die richtige Richtung. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Aber da muss man auch die Frau ...!
Abgeordneter Elmar Mayer (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin, ich muss einmal mehr meinen Hut vor Ihnen ziehen. Wenn ich denke, was Sie für ein Gegenüber haben, dann wundert mich, was Sie geschafft haben im Bereich der Schule. Das muss ich sagen. Es wundert mich, dass das noch möglich ist, dass wir heute diskutieren können – bei diesem Gegenüber. (Abg. Steibl: Aber da muss man auch die Frau ...!)
Abg. Neugebauer: Das ist doch ein aufgelegter Blödsinn, lieber Freund!
Ich denke da an die zehnfache Förderung in der Frühpädagogik, statt 500 000 € 5 Millionen €, ich denke, dass sich sogar im Land Vorarlberg jetzt endlich etwas bewegt, ich denke aber auch daran, Herr Kollege Neugebauer – und das muss ich Ihnen sagen –, dass Sie sich in die Geiselhaft der AHS-Lehrer nehmen lassen (Abg. Neugebauer: Das ist doch ein aufgelegter Blödsinn, lieber Freund!), die gesagt haben: Wir haben bessere Schüler, wir haben den besseren Lohn – warum sollen wir überhaupt etwas ändern? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich denke da an die zehnfache Förderung in der Frühpädagogik, statt 500 000 € 5 Millionen €, ich denke, dass sich sogar im Land Vorarlberg jetzt endlich etwas bewegt, ich denke aber auch daran, Herr Kollege Neugebauer – und das muss ich Ihnen sagen –, dass Sie sich in die Geiselhaft der AHS-Lehrer nehmen lassen (Abg. Neugebauer: Das ist doch ein aufgelegter Blödsinn, lieber Freund!), die gesagt haben: Wir haben bessere Schüler, wir haben den besseren Lohn – warum sollen wir überhaupt etwas ändern? (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Keiner dieser AHS-Gewerkschafter – kein einziger! – hat das Kind in den Mittelpunkt gestellt, und auch Sie nicht. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie tun es heute hier in einer Sonntagsrede. Sie stellen scheinheilig das Kind in den Mittelpunkt und meinen das ganz genaue Gegenteil mit Ihrer Schulpolitik. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Keiner dieser AHS-Gewerkschafter – kein einziger! – hat das Kind in den Mittelpunkt gestellt, und auch Sie nicht. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie tun es heute hier in einer Sonntagsrede. Sie stellen scheinheilig das Kind in den Mittelpunkt und meinen das ganz genaue Gegenteil mit Ihrer Schulpolitik. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
unterschiedlichen Lehrern beurteilt werden? Und warum wollen Sie, dass Eltern über Kinder anderer Eltern befinden können? Sagen Sie das! Wenn es Ihnen um das Kind geht, geben Sie auf diese Fragen eine Antwort und verstecken Sie sich nicht immer hinter AHS-Lehrergewerkschaftern. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Deshalb hat die ÖVP-Regierung den Förderunterricht gestrichen!
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesminister! Hohes Haus! Zu meinem Vorredner: Für uns, für die Österreichische Volkspartei war und ist das Kind im Mittelpunkt. Deshalb sind wir auch für die Vielfalt, und deshalb sind wir auch dafür, die Guten zu fordern und die weniger Guten zu fördern. Das ist der Punkt. Jedes Kind ist anders. Jedes Kind hat andere Talente, und das ist es eigentlich, worum es geht. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Deshalb hat die ÖVP-Regierung den Förderunterricht gestrichen!)
Abg. Parnigoni: Sieben Jahre haben Sie den Förderunterricht gestrichen!
Hohes Haus! Ich freue mich – es ist ein schöner Moment heute –, wenn ich das Kleinstformat von morgen aufschlage, wo „PISA-Test“ steht wie bei der „Millionenshow“. (Die Rednerin hält eine Zeitung in die Höhe.) Ich frage mich – da gibt es immer Gewinner –: Wer sind die Abcasher? Ich freue mich darüber, dass es hier eine 180-Grad-Wendung gibt, und da muss man dazu sagen ... (Abg. Parnigoni: Sieben Jahre haben Sie den Förderunterricht gestrichen!) – Ja, ja, ja.
Beifall bei der ÖVP.
Ich komme ganz kurz zum Schulzeitgesetz. Das Schulzeitgesetz ist ein wesentliches, weil es im Sinne der Familien, einer besseren Organisation eine Änderung herbeiführt. Ich freue mich darüber. Erstens haben wir dem Antrag der Schulpartner Rechnung getragen, zweitens für die Familien eine Verbesserung in organisatorischer Hinsicht geschaffen, vor allem für jene Familien, die Kinder an verschiedenen Schulen haben, und drittens bin ich auch überzeugt davon, dass es dem Wirtschaftsstandort Österreich gut tut, wenn hier zentral über das Bundesgebiet gesamt zwei Tage autonome Schulferien sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Ich bedanke mich herzlich und freue mich über die Schlagzeile des Kleinstformats. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Sehr vernünftige Rede!
Diese Frühförderung ist ein weiterer wichtiger Schritt, das Ziel aber lautet: Der Kindergarten als Bildungsgarten. Es muss nämlich gelingen, alle Kinder sprachlich zu fördern, unerheblich welcher Muttersprache sie sind und von welcher sozialen Schicht sie kommen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Sehr vernünftige Rede!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schasching überreicht Bundesministerin Dr. Schmied das genannte Hörbuch. – Abg. Dr. Brinek: Wir wollen es auch hören! – Abg. Dr. Jarolim: Brinek soll noch sprechen!
Damit ist nun zumindest teilweise Schluss. Ich bin sehr, sehr froh darüber, Frau Bundesministerin, dass die Regelung auf Basis der Schulpartnerentscheidung getroffen wurde und ein Kompromiss, so er heute verabschiedet wird, den Schulpartner vorgelegt haben, erzielt wird. Schulpartner, das sind gute Partner für das Ministerium – Elternverbände, Familienorganisationen –, und daher möchte ich auch eine ganz besondere Gabe heute überreichen, und zwar ein Hörbuch, das erste Hörbuch, dass das Schulkompetenzzentrum erstellt hat: „Eine andere Schule ist möglich!“ Als gute Partner wollen wir daran mitarbeiten, dass diese auch Realität wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schasching überreicht Bundesministerin Dr. Schmied das genannte Hörbuch. – Abg. Dr. Brinek: Wir wollen es auch hören! – Abg. Dr. Jarolim: Brinek soll noch sprechen!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Die BerichterstatterInnen wünschen kein Schlusswort. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) – Herr Abgeordneter Dr. Jarolim, Sie fordern offensichtlich einen Ordnungsruf heraus.
Beifall bei der ÖVP.
Jetzt gibt es die Möglichkeit, dass die Behörde entsprechend kontrollieren kann. Und wenn dadurch die Ticketpreise in den Sinkflug gehen, ist das ein Grund mehr, für dieses Gesetz zu stimmen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Lassen Sie mich bei dieser Gelegenheit der konsensualen Vorgangsweise auch meinem lieben, werten Kollegen, Herrn Abgeordnetem Eder für seine langjährige Tätigkeit im Verkehrsausschuss danken! Er hat ja unweit des Flughafens auch sein berufliches Wirkungsfeld. Insofern bietet für mich dieser Tagesordnungspunkt einfach die ideale Möglichkeit, hier noch einmal herzlich danke sagen zu können für seine Ratschläge, für seine Kameradschaft, obwohl es natürlich in vielen, vielen Punkten unterschiedliche Auffassungen gibt. Aber das belebt ja das Leben, und so soll es dann auch weitergehen bei dir, lieber Herr Kollege Eder. Ich hoffe, wir treffen uns noch öfter, nicht nur am Flughafen. – Danke. (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Summa summarum ist das natürlich kein Thema, sodass da sicher alle zustimmen werden. Ich hoffe, dass damit auch Sicherheit geschaffen wird, um einen fairen Wettbewerb in diesem Bereich zu gewährleisten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
der Mehrheit, die sich da mit so wenig zufrieden gibt. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Reheis.
Mir gefällt es, dass wir am heutigen Tag, an dem wir so wichtige Dinge wie die Verfassung, die Schulreform und alles Mögliche besprochen haben, auch dieses Thema, die Ausbildung und die Qualifikation der Lehrlinge, auf der Tagesordnung haben. Ich finde es für uns wichtig und halte es für eine vornehme Aufgabe des Hohen Hauses, darüber nachzudenken, wie wir die Ausbildung unserer Lehrlinge ständig verbessern können, weil wir nicht nur gut gebildete Akademiker brauchen, sondern sehr wohl auch gut ausgebildete Facharbeiter, damit es unserem Land gut gehen kann. Und ich freue mich, dass wir heute daran mitwirken können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Reheis.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Die Führerscheingesetz-Novelle beinhaltet Vereinfachungen beim Erwerb der Führerschein-Grundausbildung, die Aufnahme einer Bestimmung über die Ladungssicherung im Vormerksystem, was wir befürworten, und sie schließt auch für im Ausland erworbene Führerscheine gewisse Schlupflöcher. Deswegen werden wir dieser Novelle auch zustimmen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir stimmen also der vorliegenden Gesetzesinitiative gerne zu, weil sie einige bürokratische Vorteile bringt. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Nur gut, dass ihr so „konstruktiv“ seid!
Was das Kraftfahrgesetz anbelangt, werden wir die Zustimmung verweigern, weil auch da die Unkultur dieser Koalition zum Ausdruck kommt: Wenige Stunden vor einem Ausschuss kommt ein völlig wirrer Antrag zu einer Winterreifenpflicht! Und seit Beginn der Gesetzgebungsperiode wird im Verkehrsausschuss eine Praxis gelebt, wo man jeden Antrag der Opposition in die Wartehalle abqualifiziert, ihn nie wieder irgendwo zur Beschlussfassung bringen möchte. Insgesamt kam auch in den beiden vergangenen Tagen eine Politik zum Ausdruck, die dieses Hohe Haus, dieses Parlament in eine Richtung führt, in der sich alles andere entwickelt als ein gedeihlicher Beitrag für unsere Demokratie. (Ruf bei der SPÖ: Nur gut, dass ihr so „konstruktiv“ seid!)
Abg. Ing. Schultes: Seit der Stadler nicht mehr da ist, geht es bergab! – Abg. Vilimsky – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Mit euch aber!
Sie sollten, bevor Sie hier Zwischenrufe machen, ein bisschen Einkehr halten, ein bisschen nachdenken darüber, was Sie hier anstellen, was für eine negative Entwicklung des heimische Parlamentarismus Sie hier bewirken. Und in diesem Sinn wünsche ich Ihnen ein frohes Nachdenken. (Abg. Ing. Schultes: Seit der Stadler nicht mehr da ist, geht es bergab! – Abg. Vilimsky – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Mit euch aber!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Anita Fleckl (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Kollege Vilimsky! Es wundert mich, dass Sie die Ausdehnung der Winterreifenpflicht nicht irgendwie mit der Zuwanderungsquote in Verbindung gebracht haben. Das hätte noch gefehlt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Abg. Dr. Moser.
Nachfolgerin natürlich bemühen, seine Politik im Ausschuss konsensual weiterzuführen, danke ihm und wünsche ihm alles Gute auf seinem weiteren Lebensweg. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Abg. Dr. Moser.)
Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube nicht, dass der Kollege Kukacka jetzt schon Winterreifen oben hat!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster ist Herr Abgeordneter Dolinschek zu Wort gemeldet. Gewünschte Redezeit: 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube nicht, dass der Kollege Kukacka jetzt schon Winterreifen oben hat!)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Kraftfahrgesetz-Novelle ist eine – Herr Bundesminister, ich habe es im Ausschuss schon gesagt – Anlassgesetzgebung, weil gerade am 15. November das Schneechaos war. Die Medien haben darüber berichtet. Niemand hat reagiert: Die ASFINAG hat nicht reagiert, die Polizei hat nicht reagiert, das Chaos war perfekt. Hätte man den alten Vorstand bei der ASFINAG belassen, dann wäre das nicht passiert! (Beifall beim BZÖ.) – Und wenn es bei Ihrem Vorgänger passiert wäre, dann hätte man ihn auf Sonne, Mond und Sterne geschossen! Das muss ich Ihnen gleich einmal sagen. (Neuerlicher Beifall beim BZÖ.) – Das ist einmal das eine. Wie gesagt: Es handelt sich dabei um eine reine Anlassgesetzgebung.
Neuerlicher Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Kraftfahrgesetz-Novelle ist eine – Herr Bundesminister, ich habe es im Ausschuss schon gesagt – Anlassgesetzgebung, weil gerade am 15. November das Schneechaos war. Die Medien haben darüber berichtet. Niemand hat reagiert: Die ASFINAG hat nicht reagiert, die Polizei hat nicht reagiert, das Chaos war perfekt. Hätte man den alten Vorstand bei der ASFINAG belassen, dann wäre das nicht passiert! (Beifall beim BZÖ.) – Und wenn es bei Ihrem Vorgänger passiert wäre, dann hätte man ihn auf Sonne, Mond und Sterne geschossen! Das muss ich Ihnen gleich einmal sagen. (Neuerlicher Beifall beim BZÖ.) – Das ist einmal das eine. Wie gesagt: Es handelt sich dabei um eine reine Anlassgesetzgebung.
der Redner verliest den Antrag sehr, sehr schnell, was allgemeine Heiterkeit hervorruft
Deswegen bringe ich jetzt folgenden Antrag ein (der Redner verliest den Antrag sehr, sehr schnell, was allgemeine Heiterkeit hervorruft):
Beifall beim BZÖ.
(Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Heute hat die Frau Kollegin Fleckl ihre erste Rede als Verkehrssprecherin ihrer Fraktion gehalten. Ich wünsche ihr persönlich alles Gute. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.
Aber zuerst möchte ich mich vor allem noch einmal beim Kollegen Eder, ihrem Vorgänger in dieser Funktion, auch im Namen meiner Fraktion sehr herzlich bedanken, bedanken für die wirklich sehr gute und kollegiale Zusammenarbeit, die uns in all den Jahren verbunden hat, gleichgültig, ob wir uns als Regierung/Opposition gegenübergestanden haben oder ob wir in einer gemeinsamen Koalition waren. Kurt Eder hat sich immer, wie wir alle gesehen haben, als Politiker mit hoher Kompetenz gezeigt. Er war ein angesehener Experte, er war ein erfahrener Verhandler, und ich bin überzeugt, dass er uns mit seinem Sachverstand im Hohen Haus noch abgehen wird. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Allgemeiner Beifall.
Lieber Kurt, gerade diesen fairen Umgang miteinander und diese menschlichen Qualitäten habe ich ganz besonders an dir geschätzt. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute! (Allgemeiner Beifall.)
Heiterkeit bei der FPÖ.
Dann frage ich Sie noch etwas: Es fährt ein Auto aus Ungarn nach Österreich ein, bei trockener Fahrbahn mit Sommerreifen, weil er das laut Ihrem Gesetz darf. Dann fährt er nach Oberösterreich und Salzburg, und da beginnt es zu schneien. Dann hat er keine zusammenhängende Schneedecke, sondern nur Schneematsch. Aufgrund des Schneematsches darf er mit Sommerreifen nicht mehr fahren, die er aber drauf hat. Die Schneeketten darf er nicht benützen, weil keine zusammenhängende Schneedecke vorherrscht. (Heiterkeit bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Husch-Pfusch der Regierung!
Wenn Sie das wirklich ernst gemeint hätten und Rechtssicherheit schaffen wollten, dann hätten Sie die Winterreifenpflicht eingeführt, beginnend mit 1. November. Das hätte man an der Grenze kontrolliert, denn das betrifft ohnehin zum Großteil nur ausländische Fahrzeuge, die nach Österreich kommen, weil 90 Prozent der Österreicher ohnehin Winterreifen verwenden. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Haimbuchner: Husch-Pfusch der Regierung!)
Abg. Dr. Haimbuchner: Und auch Drogen am Steuer! Nicht nur Alkohol!
Nun, Herr Minister, Licht am Tag, das ist ja wirklich eine erleuchtende Diskussion über Jahre hinweg gewesen. Ich habe damals, als wir es im Ausschuss beschlossen haben, immer kritisch vermerkt, dass dringend eine Evaluierung notwendig ist, wenn wir schon dafür eintreten. Und ich habe damals auch, Herr Kollege Kukacka, immer gesagt, dass Licht am Tag maximal 25 bis 30 Menschenleben retten kann und auf der anderen Seite wir dringend im Verkehrssicherheitsbereich Maßnahmen zur besseren Einhaltung der angepassten Geschwindigkeit brauchen und effizientere Maßnahmen brauchen, um die Alkoholkontrollen und auch die Sanktionierung von Vergehen in Sachen Überschreitung der Promillegrenze zu verbessern. (Abg. Dr. Haimbuchner: Und auch Drogen am Steuer! Nicht nur Alkohol!)
Abg. Strache: Wissen Sie jetzt, was Sie wollen?
Ablehnung des Lichts am Tag gegenübersteht, und ich sage es Ihnen auch gerne, warum. (Abg. Strache: Wissen Sie jetzt, was Sie wollen?) – Ja, freilich!
Beifall bei den Grünen.
Aber wir tragen dieses Kraftfahrgesetz jetzt einmal in vorauseilendem Gehorsam konstruktiv mit. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ.
Bei der ganzen Diskussion zu der Änderung dieses Gesetzes sind zwei Dinge aufgefallen: Erstens einmal ist nicht vernünftig und ausreichend über telematische Leitsysteme diskutiert worden. Ein Punkt, der ganz, ganz wichtig ist, wo es darum geht, moderne Computertechnik einzusetzen, um den Verkehr zu regeln. Und der zweite Punkt: Die ganze Reglementierungswut bringt nichts, wenn man nicht die Polizei aufstockt, damit sie diese Regelungen auch umsetzen kann. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Gerhard Steier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Wir dürfen uns heute gemeinsam über die Abschaffung der Zählregel im Gelegenheitsverkehr freuen. Was 2001 vom Bundesminister Haupt verhindert wurde, was 2005 vom Bundesminister Grasser blockiert wurde, gelingt heute mit Bundesminister Faymann. Dafür ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wermutstropfen in dieser Auseinandersetzung bleibt der Kraftfahrlinienverkehr. Hier müssen wir gemeinsam trachten, in den nächsten Monaten die gezeigten Ansätze auch zu realisieren. Tatsache ist, dass zumindest eine Loslösung von den städtischen Ballungszentren im Überland-Kraftfahrlinienverkehr gelingen sollte – und damit auch eine Lösung für die Angleichung der nicht mehr zeitgemäßen Zählregel bei der Beförderung von Kindern. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abschließend möchte ich mich all jenen anschließen, die sich bei Kurt Eder für die gute Zusammenarbeit bedankt haben. Kollege Eder ist ein Beispiel für konstruktive und sachliche Diskussion und war immer ein Vorbild in der Diskussion der Verkehrssicherheit und Verkehrspolitik. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dem Herrn Kollegen Themessl kann ich sagen: Das ist ein Gesetz, das mit Hausverstand gelesen werden kann. Bei Schneefahrbahn fahren Sie in Zukunft ab dem 1. November mit Winterreifen, wie es jeder Österreicher tut. Wenn es keinen Schnee gibt, dann ohne, und Sie schauen, dass die Schneeketten die Straßen nicht kaputtmachen. Für einen Österreicher kein Problem! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Hohes Haus! Gesetzliche Maßnahmen sind aber immer nur so gut, wie deren Kontrolle, Durchsetzung und Umsetzung gewährleistet sind. Und ich halte es mit Herrn Kollegen Dipl.-Ing. Klement, der gemeint hat, dass es notwendig ist, die Zahl der Planposten bei der Polizei wieder auf das notwendige Maß zu erhöhen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich glaube, dass wir einiges aus diesem Chaos gelernt haben. Trotzdem werden wir, glaube ich, beim nächsten ersten Schnee wieder alle überrascht sein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Glaser, das Fehlen der Winterreifen kann eine Ursache sein. Aber die andere Ursache sind natürlich die schlecht ausgestatteten Lkws, die vor allem aus dem Ausland kommen. Wenn wir diese schrottreifen Lkws kontrollieren wollen, dann brauchen wir mehr Polizei. Das ist notwendig, um die Sicherheit auf unseren Straßen zu gewährleisten. Wenn jeder zehnte Lkw ein Schrott-Lkw ist, dann richten diese mehr an, als wenn 15 Lkws keine Winterreifen draufhaben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Summa summarum – es wurde heute ja schon vieles gesagt – muss ich sagen: Diese 29. Novelle zum Kraftfahrgesetz ist eine weitere Verbesserung der Sicherheit auf unseren Straßen, unseres Verkehrssystems. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Gewinner dieser Maßnahme, nämlich die Umwelt. Durch die Abschaffung von Licht am Tag sparen sich nicht nur die Autofahrer und Autofahrerinnen durchschnittlich 60 € pro Jahr aufgrund geringeren Spritverbrauchs, sondern wir schaffen es damit auch, ungefähr 250 000 Tonnen CO2 einzusparen. Das ist eine kleine, aber sehr feine und sehr erfreuliche Maßnahme für den Klimaschutz. Da kann ich nur sagen: Weiter so, das freut uns sehr! Wir werden alle sicher auf den Straßen unterwegs sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Schalle.
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Liebe KollegInnen! Ich darf die kurze Redezeit dazu nützen, mich recht herzlich bei unserem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses zu bedanken, und zwar nicht nur für seine menschliche Art – das war eine besondere Note, die er immer in die Ausschusssitzungen hineingebracht hat –, sondern auch für seine Kompetenz. Ein herzliches Danke dafür! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Schalle.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
vor. Aber im Sinne der Verkehrssicherheit werden wir dieser Gesetzesmaßnahme zustimmen. – Ein herzliches Dankeschön! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Im Übrigen möchte ich meinen Beitrag mit den Worten schließen: Kurt Eder, du wirst uns fehlen! Herzlichen Dank für deine Arbeit mit uns! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Auch ich gehöre zu jenen, die der Meinung sind, dass Licht am Tag keine so schlechte Maßnahme ist, wie es allgemein dargestellt wird. Ich hoffe sehr auf eine europäische Regelung, bei welcher es um Licht am Tag geht, das die Fahrzeuglenker und Passanten nicht blendet und das zur Sicherheit im Straßenverkehr beiträgt. Das sollte für uns ein Ziel in der Zukunft sein! – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Rasinger.
Erster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. 4 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Dr. Rasinger.)
Heiterkeit bei den Grünen
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Danke für die freundliche Begrüßung! – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich darf gleich zu Beginn meiner Ausführungen den Entschließungsantrag der Abgeordneten Gusenbauer, Cap, Genossinnen und Genossen einbringen, diesmal in der aktualisierten Form der Abgeordneten Pilz, Freundinnen und Freunde (Heiterkeit bei den Grünen):
Abg. Rädler: Verfolgungswahn!
Meine Damen und Herren! (Abg. Rädler: Verfolgungswahn!) Entschuldigen Sie bitte die etwas komplizierte Formulierung, sie stammt aus dem Klub der SPÖ. Inhaltlich sind
Beifall bei den Grünen.
wir Grünen mit dem Anliegen vollkommen einverstanden. Selbstverständlich sollen sämtliche Verträge im Zusammenhang mit der Eurofighter-Beschaffung dem österreichischen Nationalrat zur Kenntnis gebracht werden. Wir ersuchen deshalb alle Abgeordneten dieses Hauses, insbesondere diejenigen, die dem Bundeskanzler und seiner Regierung noch vertrauen, diesen Antrag zu unterstützen. Es ist wörtlich ein Antrag Gusenbauer, Cap. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist wichtig!
Warum müssen wir das einbringen und warum zu diesem Tagesordnungspunkt? – Der Grund ist ganz einfach. Wie sollen wir das Wehrgesetz 2001, wie sollen wir das Heeresdisziplinargesetz 2002, wie sollen wir das Heeresgebührengesetz 2001 und das Militärauszeichnungsgesetz 2002 diskutieren (Abg. Scheibner: Das ist wichtig!), wenn wir nicht wissen, ob das alles überhaupt finanzierbar ist? – Wir wissen erst dann, ob das finanzierbar ist, wenn wir wissen, was die Eurofighter-Beschaffung wirklich kostet. Es gibt viele Parteien in diesem Haus, die das wissen wollen. Es war an und für sich bis vor kurzer Zeit nur die Österreichische Volkspartei, die nicht wissen wollte, was die Eurofighter-Beschaffung wirklich kostet und was sich das österreichische Bundesheer an Reformen und an Auslandseinsätzen überhaupt noch leisten kann.
Beifall bei den Grünen.
Über die politische Verantwortung des Verteidigungsministers wird in diesem Haus noch zu sprechen sein. Jetzt geht es darum, in diesem Fall den Schaden für die Republik Österreich und die Europäische Union möglichst zu begrenzen – und das durch eine gemeinsame Haltung und Handlung von drei, vier, vielleicht auch fünf Parteien dieses Hauses. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Brosz: Von den Sozialdemokraten!
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Der Entschließungsantrag von den Sozialdemokraten hat damals seine Richtigkeit gehabt und war notwendig. Der jetzige, eingebracht von den Grünen (Abg. Brosz: Von den Sozialdemokraten!), ist in der Form nicht notwendig, da wir der Meinung waren, letztendlich der Bitte des Ministers für Landesverteidigung nachzukommen, das Parlament zu informieren. Es ging letztlich aber darum, einen Weg zu finden, um nicht die Verschwiegenheit auf eine Art und Weise zu verletzen, dass nicht der Republik Kosten entstanden wären (Abg. Scheibner: Das war aber vorher!), die dann allein auf dem Haupt des Ministers auszutragen gewesen wären bis hin zu einer persönlichen Haftung mit Gefängnis bis zu drei Jahren.
Abg. Scheibner: Das war aber vorher!
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Der Entschließungsantrag von den Sozialdemokraten hat damals seine Richtigkeit gehabt und war notwendig. Der jetzige, eingebracht von den Grünen (Abg. Brosz: Von den Sozialdemokraten!), ist in der Form nicht notwendig, da wir der Meinung waren, letztendlich der Bitte des Ministers für Landesverteidigung nachzukommen, das Parlament zu informieren. Es ging letztlich aber darum, einen Weg zu finden, um nicht die Verschwiegenheit auf eine Art und Weise zu verletzen, dass nicht der Republik Kosten entstanden wären (Abg. Scheibner: Das war aber vorher!), die dann allein auf dem Haupt des Ministers auszutragen gewesen wären bis hin zu einer persönlichen Haftung mit Gefängnis bis zu drei Jahren.
Beifall bei der SPÖ.
Sie wollten das nicht. Wir werden einen neuen, einen weiteren Weg, einen Vorschlag unterbreiten, Sie zu informieren, aber wenn Sie nicht willens sind, Information anzunehmen, dann sollten Sie auch nicht kritisieren, dass Sie sie nicht erhalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir haben gehört, es wird heute noch einen Misstrauensantrag – von der FPÖ eingebracht – geben. Ich darf Ihnen sagen, dieser Misstrauensantrag wird in Vergessenheit geraten, denn wenn das deutlich wird, was Sie meinen, dass nämlich 500 000 Menschen – Menschen, die unter unsäglichem Leid dahinvegetieren – nicht zu schützen sind, dass das für Sie keine Priorität hat, dann richtet sich das von selbst. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Als Abgeordnete des Hohen Hauses, die daran interessiert sind, dass wir zum einen eine sparsame öffentliche Gebarung haben, zum anderen aber auch die Luftraumüberwachung sicherstellen, ersuchen wir Sie, diesem Entschließungsantrag nachzukommen, beziehungsweise im Rahmen der Bundesregierung auch die anderen Ministerien, diesem Ersuchen nachzukommen. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Piloten eine solche Rechtsschutzversicherung abzuschließen. – Das wäre der Inhalt der Vorlage. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
(Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Schüssel: Das stimmt nicht! Das hat sie nicht gesagt!
Nächster Punkt: Ich bin der Auffassung, dass der Verteidigungsminister wohl auch durch die Außenministerin in das Szenario hineinmanövriert worden ist. Die Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten hat am 25. November 2007 Folgendes verlauten lassen: Wir können die militärische Lage im Tschad nicht einschätzen, aber den Einsatz verantworten. – Zitatende. (Abg. Dr. Schüssel: Das stimmt nicht! Das hat sie nicht gesagt!)
Abg. Dr. Schüssel: Das ist aber falsch! Das ist ein falsches Zitat!
Pardon! Ich habe eine kurze Redezeit, ich gehe nachher auf Ihre „Gespräche“ ein. (Abg. Dr. Schüssel: Das ist aber falsch! Das ist ein falsches Zitat!) – Vielleicht ist es ein falsches Zitat, aber es könnte so gewesen sein, denn der Geist, der dahinter ist, ist richtig!
Beifall bei der FPÖ.
Das ist ein Riesengebiet mit einer sich ständig verändernden Gefährdungslage, mit ungenügender Härtung und vielleicht ungenügendem Kampfauftrag. Das Hemd ist mir näher als der Rock. Der österreichische Soldat ist mir wichtiger als eine mögliche Gefährdungsbeendigung, die im französischen Einflussraum steht, daher die von mir eingebrachten Entschließungsanträge. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Was heißt das? Wieso? Was meinen Sie?
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Hohes Haus! Herr Präsident! Sehr geehrte Parlamentarierinnen und Parlamentarier! Ganz kurz vorweg: Nicht einmal alle, die mir dieses Misstrauen aussprechen wollen, sind hier. Da kann man sich auch ein Bild davon machen, wie das mit dem Misstrauen tatsächlich ausschaut, auch von Seiten der Freiheitlichen Partei. – Aber das sei nur am Beginn angemerkt. (Abg. Strache: Was heißt das? Wieso? Was meinen Sie?)
Abg. Dr. Bösch: Was soll das heißen?
Ich möchte auch außerhalb der Tagesordnung und des Protokolls kurz ... (Abg. Dr. Bösch: Was soll das heißen?) – Ich sehe hier nicht alle Abgeordneten der FPÖ. Wo ist zum Beispiel Herr Abgeordneter Kickl? Ich sage es jetzt nur, es ist aber völlig irrelevant. (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.) – Ich darf aber von meiner Seite hier auch meine Schlüsse zu Ihrem Antrag ziehen.
Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.
Ich möchte auch außerhalb der Tagesordnung und des Protokolls kurz ... (Abg. Dr. Bösch: Was soll das heißen?) – Ich sehe hier nicht alle Abgeordneten der FPÖ. Wo ist zum Beispiel Herr Abgeordneter Kickl? Ich sage es jetzt nur, es ist aber völlig irrelevant. (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.) – Ich darf aber von meiner Seite hier auch meine Schlüsse zu Ihrem Antrag ziehen.
Beifall bei der SPÖ.
Ich betone: Es ist ein ganz wichtiger Bestandteil unseres Rechtskonstrukts, dass das Personal des Rechtschutzbeauftragten des österreichischen Bundesheeres in Zukunft auch betreffend nachrichtendienstliche Aufklärungsaufgaben weisungsfrei sein wird. Das sollte man in diesem Hohen Haus zumindest fürs Protokoll anmerken. Das war bis jetzt nicht so. Das ist ein wichtiger Schritt. Wir haben damit ein Mehr an Transparenz und Rechtssicherheit und auch ein Mehr an Möglichkeiten hinsichtlich der Aufgaben dieses Rechtschutzbeauftragten geschaffen. Das Personal ist nicht mehr in der Verantwortung der Exekutive, sondern weisungsfrei, und das ist ein ganz wichtiger und qualitativ hochwertiger Schritt, wenn das auch offensichtlich niemanden in diesem Haus interessiert, da es bisher in noch keiner Rede zum Ausdruck gekommen ist. Ich meine aber, dass man das auch würdigen sollte, denn es ist ein ganz wichtiger Schritt, den die alte Regierung nicht gesetzt hat, den jedoch die neue Regierung gesetzt hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Rechtssicherheit, und ich appelliere an Sie, zuzustimmen. Ich habe auch im Landesverteidigungsausschuss gesehen, dass Ihre Zustimmung zur tatsächlichen Schaffung dieser Rechtssicherheit zu erwarten ist. Dafür bedanke ich mich ganz ausdrücklich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich sage das ganz bewusst im Hohen Haus, auch zu später Stunde. Ich weiß, dass das nicht auf die Resonanz stoßen wird, die wir brauchen würden, aber ich bitte Sie, doch in sich zu gehen und sich zu fragen, ob Ihre ablehnende Haltung gegenüber diesem Einsatz gerechtfertigt ist! Auf einer europaweiten Skala von 1 bis 5 liegt dieser Einsatz im Tschad bei 3, und es gibt gefährlichere Einsätze. So liegt beispielsweise in Afghanistan das Gefahrenpotenzial bei 5, dennoch hat Österreich im Jahr 2002 in diesem Haus einhellig diesen Afghanistan-Einsatz befürwortet. Da frage ich mich schon, welche Motive heute wirklich im Hintergrund stehen, wenn man unsere Bereitschaft für den Einsatz im Tschad nicht hinterfragt, sondern eigentlich nur schlecht macht! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.
Ich sage Ihnen in aller Offenheit: Die Diskussion, wie sie in Österreich geführt wird, entspricht nicht den Tatsachen! Die Diskussion, wie sie hier geführt wird, scheint losgelöst von der Diskussion aller anderen europäischen Staaten zu sein! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.) Wir haben in Europa einen einstimmigen Beschluss, Herr Peter Pilz! Glauben Sie wirklich, dass 26 andere Staaten, mit Österreich gemeinsam wären es 27, so verblendet sind, dass sie glauben, dass es sich um einen Einsatz handelt, der nur eine Kolonialmacht wie Frankreich stützen soll? Das glauben Sie doch selbst nicht!
Beifall bei der SPÖ.
Es gibt in keinem anderen europäischen Staat eine solche Diskussion, wie es sie in Österreich gibt! Es gibt eine solche Diskussion weder in Finnland noch in Schweden, es gibt diese Diskussion weder in Irland noch in Polen. Es wollen sich insgesamt 16 Staaten an dieser Mission beteiligen. Und ich sage Ihnen in aller Deutlichkeit: Ich stehe zu dieser Diskussion, und die Argumente, die Sie an den Tag gelegt haben, haben sich von Tag zu Tag geändert und halten einer wirklich realen Begutachtung nicht stand! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.
Zweiter Punkt: Sie haben gesagt, dass es kein entsprechendes Gerät gibt. – Die österreichischen Soldatinnen und Soldaten haben insgesamt das beste Gerät, das es für diesen Einsatz gibt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.) Herr Peter Pilz, ich bin jederzeit bereit, diese Diskussionen mit Ihnen zu führen!
Beifall bei der SPÖ.
Das beste Gerät, das das österreichische Bundesheer hat, wird in den Tschad mitgeführt! Ich schicke keine Soldatin und keinen Soldaten ohne das beste Gerät in den Tschad. Sie können sich darauf verlassen, dass dieses Gerät im Tschad auch eingesetzt wird und dass es sich hiebei um die beste Ausstattung handelt! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Niemals!
Die dritte Frage, die Sie angesprochen haben, ist die Parteilichkeit. Glauben Sie wirklich, dass Großbritannien, Deutschland oder andere Staaten in Europa einem Einsatz zustimmen würden, bei dem ein Funken von Parteilichkeit auf Seiten Frankreichs angedacht wird? (Abg. Strache: Niemals!)
Abg. Dr. Pilz: Sie wissen es!
Warum gibt es 27 Staaten in der Europäischen Union, die diesen Einsatz befürworten? (Abg. Dr. Pilz: Sie wissen es!) Es gibt 27 Staaten in Europa, die diesen Einsatz befürworten, weil sie wissen, dass es hier um einen humanitären Einsatz geht und dass wir als Europäische Union die verdammte Pflicht haben, endlich Farbe zu bekennen, Flagge zu zeigen und auch für Humanität außerhalb Europas zu sorgen.
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.
Ich sage Ihnen außerdem ganz offen: Es handelt sich hiebei nicht um ein Privatvergnügen des Verteidigungsministers, sondern um einen Einsatz, der in der Regierung einstimmig beschlossen wurde und der von der Frau Außenminister mitgetragen wird. Wir haben die Lage jeden Tag neu zu beurteilen. Allerdings sage ich den Grünen – auch wenn der Antrag jetzt von der Freiheitlichen Partei kommt – ganz offen: Argumentieren Sie nie wieder mit einem humanitären Einsatz! Kommen Sie mir nie wieder mit humanitären Elementen! Dieses Recht haben Sie verwirkt! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und FPÖ.)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Ich übernehme die Verantwortung für diesen Einsatz! Ich sage Ihnen: Unsere Soldatinnen und Soldaten sind bestens gerüstet. Wir haben 160 Soldaten und Soldatinnen, die in diesen Einsatz gehen werden. Und es haben sich mehr als 590 Soldatinnen und Soldaten freiwillig – freiwillig! – für diesen Einsatz gemeldet. Das sind keine Rekruten, wie es da und dort von gewissen Abgeordneten unter der Bevölkerung verbreitet wurde, sondern es sind Freiwillige, die wir in diesen Einsatz schicken. Dazu stehen wir. Ich stehe zu diesem Einsatz mit jeder Konsequenz, und ich glaube, dass es Österreich als neutralem Staat ganz besonders gut ansteht, diesen Einsatz zu begleiten! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich berichtige tatsächlich: Kein einziger der freiheitlichen Abgeordneten hat hier im Hohen Haus oder auch außerhalb des Hohen Hauses mit Ihnen ein diesbezügliches Gespräch mit diesem Inhalt geführt! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Richtig ist vielmehr, dass alle Gespräche, die Sie mit freiheitlichen Abgeordneten geführt haben, damit endeten, dass sie diesen Einsatz abgelehnt haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Parnigoni: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Man muss hinzufügen: Wenn Sie zu solchen Mitteln greifen, dass Sie nämlich zwar bei anderen Fraktionen Namen nennen, bei uns aber ganz einfach etwas in den Raum stellen, dann sieht man, dass Sie überfordert sind und in Ihrer Hilflosigkeit derart ... (Abg. Parnigoni: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Graf.
(Beifall bei der FPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Graf.)
Beifall beim BZÖ.
Ich habe aber – und das hat er vergessen – auch zur Bedingung gemacht, dass für diesen Einsatz die Kosten von zumindest 25 Millionen € zusätzlich zum ordentlichen Landesverteidigungsbudget budgetiert werden müssen, weil ich es – und das werfe ich Ihnen vor, Herr Bundesminister! – für unverantwortlich halte, dass das Bundesheer bei dem knappen Budget diesen Einsatz aus eigenem Budget finanzieren muss. Und diesbezüglich habe ich mich in unserer Fraktion sehr wohl durchgesetzt, und ich bedauere, dass wir aus diesem Grund diesen Einsatz ablehnen mussten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Parnigoni: Hat er gar nicht gesagt!
Das Erste war: Der Herr Minister hat gesagt, es seien schon 26 000 AU-Soldaten, Soldaten der Afrikanischen Union, in Darfur. – Diese Behauptung ist unrichtig. (Abg. Parnigoni: Hat er gar nicht gesagt!) Die AU versucht erst, genügend Soldaten für diesen Einsatz zu finden. (Abg. Parnigoni: Völlig unrichtig, was Sie sagen!)
Abg. Parnigoni: Völlig unrichtig, was Sie sagen!
Das Erste war: Der Herr Minister hat gesagt, es seien schon 26 000 AU-Soldaten, Soldaten der Afrikanischen Union, in Darfur. – Diese Behauptung ist unrichtig. (Abg. Parnigoni: Hat er gar nicht gesagt!) Die AU versucht erst, genügend Soldaten für diesen Einsatz zu finden. (Abg. Parnigoni: Völlig unrichtig, was Sie sagen!)
Bundesminister Mag. Darabos: Die Europäische Union hat ...!
Zum Zweiten hat der Herr Minister behauptet, dass dieser Einsatz in Europa einstimmig beschlossen worden sei. – Im Europaparlament war das nicht der Fall; dieser Beschluss dort war nicht einstimmig. Unter anderem haben die Grünen nicht zugestimmt, genau wegen der befürchteten nichtvorhandenen Unparteilichkeit (Bundesminister Mag. Darabos: Die Europäische Union hat ...!), weil Frankreich mit dem Diktator zusammenarbeitet und das auch auf die Europäische Union zurückfällt.
Abg. Parnigoni: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!
Genau wegen dieses dritten Punktes und der nichtvorhandenen militärischen Ausrüstung stimmt auch die dritte Behauptung nur teilweise, dass ich nämlich behauptet habe, die Grünen seien für Einsätze, zum Beispiel in Darfur. Das stimmt, aber unter politischen Bedingungen: dass sie nämlich neutral gegenüber einem Diktator sind, und das ist in diesem Punkt nicht der Fall. (Abg. Parnigoni: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!) Deswegen können wir dem nicht zustimmen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Parnigoni: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass! Nach diesem Motto machen Sie Politik!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Parnigoni: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass! Nach diesem Motto machen Sie Politik!
Genau wegen dieses dritten Punktes und der nichtvorhandenen militärischen Ausrüstung stimmt auch die dritte Behauptung nur teilweise, dass ich nämlich behauptet habe, die Grünen seien für Einsätze, zum Beispiel in Darfur. Das stimmt, aber unter politischen Bedingungen: dass sie nämlich neutral gegenüber einem Diktator sind, und das ist in diesem Punkt nicht der Fall. (Abg. Parnigoni: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!) Deswegen können wir dem nicht zustimmen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Parnigoni: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass! Nach diesem Motto machen Sie Politik!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Das gilt aber auch für die Regierungsbank! – Abg. Sburny: Ist die Regierung auch ...?
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Meine Damen und Herren, bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, darf ich alle Abgeordneten auffordern, trotz aller Emotionen wieder auf den Boden der Sachlichkeit zurückzukehren und auch von Bewegungen oder sonstigen Deutungen Abstand zu nehmen, die jemand anderen verletzen können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Das gilt aber auch für die Regierungsbank! – Abg. Sburny: Ist die Regierung auch ...?)
Abg. Öllinger: Wer ist „wir“?
„Sämtliche Unterlagen“ bedeutet in dieser Formulierung genauso, dass hier dem Nationalrat militärische Geheimnisse vorgelegt werden sollen. Dem können wir sicher nicht unsere Zustimmung geben. (Abg. Öllinger: Wer ist „wir“?) Das BZÖ wird hierzu nicht die Zustimmung geben. Wenn auch die Grünen und die FPÖ militärische Geheimnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen wollen, das BZÖ wird dem nicht zustimmen.
Beifall beim BZÖ.
Der dritte Punkt ist noch viel wesentlicher. Sie, Herr Minister, haben gesagt, Sie haben 370 Millionen € an Einsparungen herausverhandelt. Das werden wir erst sehen. Auf der anderen Seite verzichten Sie auf das Angebot des Finanzministers, die 370 Millionen für Ihr Landesverteidigungsbudget zu lukrieren. Das ist der nächste Punkt, bei dem wir sagen: Das darf ein Landesverteidigungsminister nicht machen! (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen
Der vierte und letzte Punkt in dieser Anhäufung von Punkten, die wirklich einen Misstrauensantrag rechtfertigen, ist Ihre oftmals bestätigte „alleinige Verantwortung“ für den für das österreichische Bundesheer nachteiligen Einsatz im Tschad. Nachteilig ist er aus dem wesentlichen Grund – das hat uns auch Herbert Scheibner gesagt (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen); Schlusssatz: –, dass die Kosten für diesen Einsatz absolut nicht absehbar sind und vorläufig mit 25 Millionen € budgetiert sind, die aus dem derzeitigen Landesverteidigungsbudget kommen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Der vierte und letzte Punkt in dieser Anhäufung von Punkten, die wirklich einen Misstrauensantrag rechtfertigen, ist Ihre oftmals bestätigte „alleinige Verantwortung“ für den für das österreichische Bundesheer nachteiligen Einsatz im Tschad. Nachteilig ist er aus dem wesentlichen Grund – das hat uns auch Herbert Scheibner gesagt (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen); Schlusssatz: –, dass die Kosten für diesen Einsatz absolut nicht absehbar sind und vorläufig mit 25 Millionen € budgetiert sind, die aus dem derzeitigen Landesverteidigungsbudget kommen. (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Im Kriegsgebiet!
Meine Damen und Herren, wir haben schon gehört, dass die EU vor einer großen Herausforderung und Österreich vor einer großen Solidaritätsaktion steht. Das österreichische Bundesheer steht vor einem wichtigen humanitären Einsatz. (Ruf bei der FPÖ: Im Kriegsgebiet!) Als eines der reichsten Länder der Welt, meine Damen und Herren, hat Österreich die Verpflichtung, sich an dieser humanitären Aktion für den Schutz von und die Hilfe für 250 000 Flüchtlinge zu beteiligen und die dort tätigen Hilfsorganisationen zu unterstützen.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist richtig, dass sich das neutrale Österreich an dieser Mission beteiligt. 157 Männer und drei Frauen werden an dieser Mission teilnehmen. Diese geplante Teilnahme des Heeres an der EUFOR-Mission im Tschad ist bestens vorbereitet, meine Damen und Herren, die Soldaten sind gut ausgerüstet und für diese Aktion bestens geeignet. Dass unser Bundesminister Darabos zu seiner Verantwortung steht, das hat er allemal bewiesen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Die Haltung der Opposition halte ich für beschämend, denn unsere Soldatinnen und Soldaten, unsere Helferinnen und Helfer hätten sich die Unterstützung aller Parteien verdient, meine Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, bei aller Wertschätzung für die Frau Außenministerin: Ich schätze sie wirklich sehr, und ich hoffe auch sehr, Herr Bundesminister, dass sie dich in dieser Situation unterstützt, aber: Momentan hört man wenig von ihr. Ich hätte mich gefreut, wenn sie heute hier Platz genommen hätte. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Wolfgang Schüssel (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Ehrlich gesagt, Frau Abgeordnete Pfeffer, ich verstehe nicht ganz, warum die Außenministerin beim Heeresdisziplinargesetz oder beim Wehrgesetz auf der Regierungsbank sitzen soll. Das ist mir nicht ganz einsichtig. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Es genügt, dass sie im Ministerrat und in der Öffentlichkeit den Tschad-Einsatz vollinhaltlich unterstützt. Ich glaube, das ist gelebte Solidarität, und dies ist auch selbstverständlich.
Beifall bei der ÖVP.
Das Zitat, das der Abgeordnete Fichtenbauer gebracht hat, ist frei erfunden; das ist nie von der Außenministerin gesagt worden! Es ist dreimal in der „Kronen Zeitung“, immer wieder mit Bild, gebracht worden. Dreimal hat das Außenministerium dementiert und es klarstellen wollen; das ist nie abgedruckt worden. Das gehört auch zu einem Stil, der mir persönlich nicht gefällt. Ich bin sehr dafür, dass man zu dem steht, was man sagt, aber dieser Satz und diese Aussage von der Außenministerin ist nie gefallen! Das sollte das Hohe Haus auch wissen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Dies alles rechtfertigt keinen Misstrauensantrag, meine Damen und Herren! Daher wird meine Fraktion aus diesen Argumenten, die hier gekommen sind, sicherlich diesem Misstrauensantrag nicht zustimmen. Der Minister hat unser Vertrauen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Klubobmann Schüssel! Ich freue mich zwar sehr darüber, dass die ÖVP den Misstrauensantrag nicht unterstützen wird, aber ich hätte mir schon erwartet, dass Sie hier diese Polemik unterlassen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Natürlich weiß jeder, dass es die Solidarität mit dem Verteidigungsminister nicht wegen des Wehrrechts geben soll, sondern wegen des Tschad-Einsatzes, den die Frau Außenministerin ja auch begrüßt. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Klubobmann Schüssel! Ich freue mich zwar sehr darüber, dass die ÖVP den Misstrauensantrag nicht unterstützen wird, aber ich hätte mir schon erwartet, dass Sie hier diese Polemik unterlassen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Natürlich weiß jeder, dass es die Solidarität mit dem Verteidigungsminister nicht wegen des Wehrrechts geben soll, sondern wegen des Tschad-Einsatzes, den die Frau Außenministerin ja auch begrüßt. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Eine Entschuldigung!
In der Zwischenzeit spreche ich zu Ihnen, bis sich diese Reihe wieder beruhigt hat. (Abg. Steibl: Eine Entschuldigung!) Drei Bemerkungen, meine sehr geehrten Damen und Herren, zum Thema. (Anhaltende lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltende lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
In der Zwischenzeit spreche ich zu Ihnen, bis sich diese Reihe wieder beruhigt hat. (Abg. Steibl: Eine Entschuldigung!) Drei Bemerkungen, meine sehr geehrten Damen und Herren, zum Thema. (Anhaltende lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Steibl: Eine Entschuldigung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die erste Bemerkung zum vorliegenden Gesetz: Sechs Monate sind genug – eine uralte SPÖ-Forderung, das hat schon Kreisky gefordert –, das wird jetzt unter Bundesminister Darabos umgesetzt, und zwar mit Rechtssicherheit. (Abg. Steibl: Eine Entschuldigung! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Bemerkung Nummer zwei zum Entschließungsantrag der Grünen: Die SPÖ und Bundesminister Darabos wären bereit gewesen, alle Unterlagen dem Unterausschuss vorzulegen. Das wäre die richtige Stelle, denn da sind Abgeordnete dabei, auch Sie, Herr Abgeordneter Pilz, auch Sie, Herr Abgeordneter Bösch. Es ist am Koalitionspartner gescheitert – und wahrscheinlich wird der Lärmpegel jetzt wieder steigen. (Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Bemerkung drei zum Tschad-Einsatz: Wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, was für eine Aufgabe das Bundesheer dort hat. Es geht um einen humanitären Einsatz, es geht darum, Flüchtlinge, Kinder und Frauen, zu schützen. Es geht darum, Flüchtlings-Camps zu sichern. Es geht darum, für Stabilität zu sorgen. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Steibl: ... ein Wahnsinn, was Sie sagen!
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (fortsetzend): Danke, Herr Präsident. (Abg. Steibl: ... ein Wahnsinn, was Sie sagen!) – Bemerkung Nummer drei zum Tschad-Einsatz: Es geht um einen humanitären Einsatz. Es geht darum, Flüchtlinge zu schützen – großteils Frauen und Kinder –, Camps zu sichern und für Stabilität zu sorgen. Dafür ist das Bundesheer bestens gerüstet, das wissen Sie, und dafür ist das Bundesheer kompetent. Im Verteidigungsministerium gibt es eine gute Vorbereitung, und die Entscheidung des Bundesministers ist kompetent und umsichtig.
Beifall bei der SPÖ.
Drei Bemerkungen zu drei Themen, drei Beweise für eine umsichtige, verantwortungsvolle Politik von Bundesminister Darabos! Der Misstrauensantrag ist daher ein kläglicher Versuch und ein unberechtigter Rundumschlag mangels sachlicher Argumente. – Vielen Dank, und jetzt können Sie sich wieder beruhigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Frau Kollegin Stadlbauer, ich denke, Ihre Aussagen haben sich selbst disqualifiziert. (Beifall bei der ÖVP.) Der Herr Klubobmann hat in sachlicher Art und Weise argumentiert, warum wir den Misstrauensantrag gegen den Verteidigungsminister nicht unterstützen. Ich glaube, es ist dieses Hohen Hauses nicht würdig, hier in einer derartigen Weise polemisch vorzugehen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) Ich erwarte mir eigentlich schon, dass es vielleicht vonseiten der Regierungsbank noch eine Stellungnahme dazu gibt.
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Frau Kollegin Stadlbauer, ich denke, Ihre Aussagen haben sich selbst disqualifiziert. (Beifall bei der ÖVP.) Der Herr Klubobmann hat in sachlicher Art und Weise argumentiert, warum wir den Misstrauensantrag gegen den Verteidigungsminister nicht unterstützen. Ich glaube, es ist dieses Hohen Hauses nicht würdig, hier in einer derartigen Weise polemisch vorzugehen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.) Ich erwarte mir eigentlich schon, dass es vielleicht vonseiten der Regierungsbank noch eine Stellungnahme dazu gibt.
Beifall bei der ÖVP.
Machen wir die Miliz weiter interessant, das ist ganz wichtig! Ich danke allen Milizsoldatinnen und -soldaten für ihren Einsatz. Herr Minister, bitte schauen Sie, dass auch hier die Attraktivität des Milizsystems weiter erhalten bleibt. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich glaube, wir sollten die Emotionen wieder herunterfahren. Ich möchte ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Moment; Kollege Murauer, bitte! Ich habe es ja nicht in Richtung ÖVP gesagt. Ich bitte allgemein, die Emotionen herunterzunehmen. – Danke.
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine deshalb, es gibt keine neutralitätspolitischen Bedenken. Wir sollten eigentlich dem österreichischen Bundesheer nicht in den Rücken fallen und sollten diese Soldaten, die sich freiwillig melden, vollinhaltlich unterstützen. Daher ist diese Begründung für den Misstrauensantrag gegen Norbert Darabos hinfällig, und wir werden ihn daher auch ablehnen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Ich verstehe mich mit dem Kollegen Murauer bestens!
Vielleicht vorweg noch zum Thema „Beruhigt“: Die Fraktion der Österreichischen Volkspartei ist immer beruhigt. Nur: Erklären Sie in Ihrer eigenen Fraktion, wie man mit dem Klima besser umgeht! Wenn unser Klubobmann die Situation beruhigen möchte (Abg. Parnigoni: Ich verstehe mich mit dem Kollegen Murauer bestens!) und dann eine Abgeordnete herausgeht und wieder einheizt, ist das sicher nicht richtig.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn wir schon mit Emotion reden, dann sollten wir uns vielleicht ganz kurz auch auf den Ausschuss rückbesinnen. Dort haben wir auch einen Bericht behandelt über die Parlamentarische Bundesheer-Beschwerdekommission, die sehr, sehr gut arbeitet, die über alle Fraktionen hinweg gut arbeitet für das Interesse unserer Soldaten beim Bundesheer. In dem Zusammenhang möchte ich vor allem auch den Dank an die Beamten aussprechen, die sich hier Mühe geben, auch an die beratenden Organe seitens des Bundesheeres, die ja immer wieder gute Beiträge haben, und möchte hier an dieser Stelle vor allem zwei Personen einen großen Dank aussprechen, die nicht mehr hier sitzen: Die eine ist Anton Gaál, in dessen Amtszeit diese Berichte fallen, der hier sehr gute Arbeit geleistet hat, und die andere ist Paul Kiss. Beide bringen diese Parlamentarische Bundesheer-Beschwerdekommission ganz gut über die Bühne und erreichen mit wenig Emotion sehr, sehr viel. Daran sollten wir uns in diesem Fall sicherlich ein Beispiel nehmen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Jawohl-Rufe und Beifall bei der ÖVP.
Abschließend zu den Aussagen der Kollegin Stadlbauer, die sich auf die sechs Monate bezogen haben: Das war vielleicht immer eine sozialistische Idee, umgesetzt und verwirklicht aber hat es die Österreichische Volkspartei. (Jawohl-Rufe und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Das glaube ich!
Zum Misstrauensantrag: Herr Verteidigungsminister Darabos! Dieser Misstrauensantrag wurde von uns reiflich überlegt. (Abg. Parnigoni: Das glaube ich!) Und ich sage Ihnen jetzt den Grund: Wenn Sie die Neutralität in dieser schäbigen Art und Weise mit Füßen treten, wie Sie das hier jetzt tun, dann ist das skandalös. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zum Misstrauensantrag: Herr Verteidigungsminister Darabos! Dieser Misstrauensantrag wurde von uns reiflich überlegt. (Abg. Parnigoni: Das glaube ich!) Und ich sage Ihnen jetzt den Grund: Wenn Sie die Neutralität in dieser schäbigen Art und Weise mit Füßen treten, wie Sie das hier jetzt tun, dann ist das skandalös. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn gerade ein Angehöriger jener Partei, die immer so großspurig von Neutralität redet, ein ehemaliger Zivildiener heute als Verteidigungsminister diese Neutralität abschießt, dann ist das wirklich skandalös. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Reheis: Sie machen falsche Behauptungen! Das ist ja unglaublich!
Man muss auch klar und deutlich sagen, wenn ein Verteidigungsminister sich in die Öffentlichkeit stellt und die Öffentlichkeit wissentlich mit falschen Behauptungen, mit falschen Darstellungen informiert, sodass sogar ein Bericht aus dem eigenen Landesverteidigungsministerium den Herrn Minister bloßgestellt hat, weil darin nämlich aufgedeckt worden ist, dass es bei der Ausrüstung hapert und fehlt, dass es an Wasserressourcen fehlen wird und auch die Ausrüstung und der Nachschub in diesem Bereich nicht sicherzustellen sind. (Abg. Reheis: Sie machen falsche Behauptungen! Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei der FPÖ.
Genau das ist ja in der internationalen Berichterstattung gang und gäbe: Es geht hier um Parteilichkeit für einen Präsidenten. Es geht hier also um einen Kampfeinsatz. Und da sage ich ganz bewusst: Ein Herr Bush stellt sich hin und artikuliert seine Begründung für den Kriegseinsatz im Irak unter dem schwammigen Titel „Terrorismusbekämpfung“. Unser Verteidigungsminister stellt sich her und findet einen neuen Begriff und sagt, es ist ein Krieg für Humanismus. – Es ist aber beides Krieg, und beides bedeutet Kampf und Kampfeinsatz und hat eben nichts mit den ursprünglichen UNO-Einsätzen unserer österreichischen Soldaten und Truppen zu tun. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genau das ist der entscheidende Unterschied! Und da erwarte ich, dass man die Wahrheit sagt, dass man unsere Truppen auch dementsprechend informiert. Und das sage ich auch: Ich stehe hinter unseren Soldaten und jedem einzelnen Soldaten, aber ich stehe nicht hinter Ihrer unverantwortlichen Entscheidung, die Sie hier in dieser Frage getätigt haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Militärgemeinschaft. Das sind wir nicht, und wir sind dort bis dato nicht beigetreten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es gibt keine optimale Ausrüstung. Wahrscheinlich wollen Sie als österreichischer Wüstenfuchs in die Geschichte eingehen, aber in Wirklichkeit sind Sie nichts anderes als eine Springmaus, die letztlich in allen Bereichen ihre Grundsätze verraten und verlassen hat. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.
Genau darum geht es, und deshalb haben wir uns auch diesen Misstrauensantrag ganz genau überlegt. Bei lebensgefährlichen Einsätzen, Kampfeinsätzen unter einem irischen Kommandeur und französischen Kommando haben unsere österreichischen Truppen nichts, in keinem Land der Welt etwas verloren. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Deshalb hat es auch diesen Misstrauensantrag gegen Sie gebraucht. Räumen Sie Ihren Ministersessel!
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Schieder: Das ist total überzogen!
Ich sage: Wir sind stolz auf unsere Neutralität, und die wollen wir nicht durch Sie permanent ausgehöhlt wissen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Schieder: Das ist total überzogen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Machen Sie eine Anfrage!
Abgeordneter Karl Freund (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Bevor ich mich mit dem eigentlichen Thema dieses Tagesordnungspunktes, der Änderung des Wehrgesetzes auseinandersetze, möchte ich doch noch darauf hinweisen, geschätzter Herr Bundesminister Mag. Darabos – Kollege Murauer hat bereits diesen Hinweis gemacht –, dass wir uns schon einen Vorschlag von Ihnen erwarten, wie Sie uns darüber informieren wollen, welche Vertragsänderungen Sie im Bereich des Eurofighter-Vertrages vorgenommen haben. Sie können nicht einfach sagen, wir hätten kein Interesse daran, diesen Vertrag zu sehen. Wir warten auf den Vorschlag einer geeigneten Form, wie Sie dem gesamten Hohen Haus diese Vertragsänderung vorlegen wollen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Machen Sie eine Anfrage!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Das österreichische Bundesheer ist eine unentbehrliche Einrichtung für unsere Gesellschaft, und wir bekennen uns dazu, weil es zum Schutz unserer Bevölkerung unverzichtbare Dienste für jeden von uns leistet, sei es im Katastropheneinsatz oder beim Grenzeinsatz oder bei der Sicherung des Luftraums. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Parteipolitik sollte hier keine Rolle spielen, sondern es geht um die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kukacka: Das liegt an der Geschäftsordnung, Herr Kollege!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich darf einmal eingangs eine kleine Verwunderung zum Ausdruck bringen. Es hat ja von uns im Unterausschuss des Landesverteidigungsausschusses das Angebot gegeben, dass der Eurofighter-Vertrag dort präsentiert wird, offengelegt wird, und es hat kein Interesse gegeben. Das wurde eigentlich von allen Parteien abgelehnt, und sie haben gesagt, dass sie den Vertrag gar nicht sehen wollen. Daher ist es dann eben nicht dazu gekommen, dass er dort präsentiert wurde. (Abg. Mag. Kukacka: Das liegt an der Geschäftsordnung, Herr Kollege!)
Ruf bei der ÖVP: Was? – Nein, nein, nein!
Mir geht es jetzt aber um ganz etwas anderes. Wir haben heute den Tag damit verbracht, unter anderem darüber zu diskutieren, ob wir jetzt einen Asylgerichtshof einführen oder ob wir keinen Asylgerichtshof einführen. Diese Frage war damit verbunden, wie man mit Asylsuchenden umgeht. Und das hängt irgendwo sehr wohl mit der Frage des Tschad-Einsatzes zusammen, denn die Probleme, die man dort vor Ort nicht löst – und das kann die Frage der Flüchtlinge sein, die dort in den Camps sind, das können die Kriege sein, die dort geführt werden und die teilweise Stellvertreterkriege sind, weil es um Rohstoffe geht, weil es um viele andere Dinge geht –, lassen jene Wanderungsströme entstehen, die dann von den Freiheitlichen, von (in Richtung ÖVP) manchen von Ihnen (Ruf bei der ÖVP: Was? – Nein, nein, nein!), sogar von manchen von uns beklagt werden.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Genau so ist es!
Dann wird dem Verteidigungsminister seitens der Freiheitlichen auch noch unterstellt, er wäre eine Art österreichischer „Wüstenfuchs“. Übersetzt heißt das, er sei ein Rommel, also quasi auf Eroberungskurs in Afrika. Ich finde das nicht anständig, denn es geht hier nicht darum, dass man Teile Afrikas erobert oder den Kolonialismus wiederbelebt, sondern simpel um die Verpflichtung mancher europäischer Länder, dafür zu sorgen, dass Menschen, die ein Recht auf Leben haben, dieses Leben dort auch ausüben können. Das, finde ich, ist die entscheidende Frage! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Bundeskanzler Dr. Gusenbauer: Genau so ist es!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn der Ausrüstungsstand des Bundesheeres hier als Argument vorgeschoben wird, so ist das ja das Allerbeste. Da gibt es durchaus einige, die in den letzten Jahren Verantwortung getragen haben für den Ausrüstungsstand des Bundesheeres. Herr Dr. Graf, Sie sind doch lange genug in diesem Haus, Sie werden sich durchaus noch daran erinnern können, als die Freiheitlichen, Ihre Vorgänger, aber diese Freiheitlichen und das BZÖ mit der ÖVP in der Regierung waren und hier jahrelang für die Ausrüstungspolitik des Bundesheeres Verantwortung getragen haben. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, man hätte die Eurofighter nicht gekauft und hätte das Geld in die vielen Ausrüstungsbereiche des Bundesheeres investiert. Vielleicht wäre das besser gewesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zum Schluss möchte ich noch auf die Grünen zu sprechen kommen, weil die Grünen hier immer wieder ein moralisches Monopol beanspruchen und wir uns ununterbrochen von den Grünen anhören können, wie unmenschlich unsere Politik in vielen dieser Fragen ist. Und heute höre ich plötzlich, nachdem eine grüne Abgeordnete sogar gesagt hat, man sollte eigentlich nach Darfur hinuntergehen – eine viel gefährlichere Gegend übrigens, Frau Kollegin Lunacek –, vorgeschobene Argumente, um hier nicht die Mitverantwortung übernehmen zu müssen. Das ist entscheidend: um hier nicht die Mitverantwortung übernehmen zu müssen! – Sie haben ab heute das moralische Monopol verspielt, denn Sie heulen mit den Wölfen, nur mit anderen Argumenten. Das sei Ihnen einmal wirklich ins Stammbuch geschrieben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Und ein Letztes: Ich blicke jetzt ein wenig zum Koalitionspartner hinüber. Ich sage jetzt nicht „Polemik“, ich verwende nicht das Wort „Polemik“. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) – Sie sind kein Koalitionspartner, Sie haben da ein bisschen die Zeitreihe verwechselt!
Beifall bei der SPÖ.
„Die Presse“ von morgen schreibt mit seherischer Qualität auf Seite 5, dass die Freiheitlichen einen Misstrauensantrag gegen Minister Darabos eingebracht haben und dieser abgelehnt wurde. Herr Klubobmann Schüssel, damit hat jeder gewusst, es wird heute einen Misstrauensantrag geben. Und es ist nicht verboten in einer Koalition, wenn das auch ein Minister, eine Ministerin liest, dass sie sagt: Aha, da wird es heute einen Misstrauensantrag gegen einen Minister einer Regierung geben, der ich auch angehöre, und ich habe den Antrag im Ministerrat eingebracht, ich, die Außenministerin. – Da wäre es doch eine gute Geste gewesen, wenn sie heute hier auf der Regierungsbank gesessen wäre. Mehr sage ich nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Und die Ausräumung der Führungsebene!
Zweitens: Herr Bundesminister für Landesverteidigung, Sie haben in Ihrer kurzen Amtszeit zwei Entscheidungen getroffen, die Entscheidung über Eurofighter und die Entscheidung über den Tschad-Einsatz. (Abg. Dr. Graf: Und die Ausräumung der Führungsebene!) Beide Entscheidungen sind fahrlässig und falsch getroffen worden.
Beifall bei den Grünen.
Zur ersten: Sie haben versucht, Ihren Eurofighter-Vertrag, den Vergleich in einem geheimen Keller des Parlaments vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Dieser Versuch ist gescheitert, auch weil die ÖVP hier bestimmte koalitionstaktische Interessen vertritt. Wenn es zum Nutzen des Parlaments ist, Herr Dr. Schüssel, warum nicht? Hauptsache, es kommt auf den Tisch, es kommt in den Landesverteidigungsausschuss. Sie sind dem Parlament und der Öffentlichkeit jetzt im Wort. Ich halte das für gut. Manchmal führt auch der Koalitionsstreit zu einem durchaus demokratieverträglichen Ergebnis. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Schelling.
Ich glaube, dass der politische Schluss aus allem, was wir wissen, aus heutiger Sicht nur lauten kann: Österreich muss aus dem Tschad-Mandat aussteigen, weil es nicht durchführbar ist und weil alles darauf hindeutet, dass wir kurz nach Beginn des Einsatzes schon vor dem Neutralitätsfall stehen können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Schelling.)
Ruf bei der ÖVP: UNO-Beschluss!
Österreich macht sich – und ich glaube, dass das keine politische Absicht war – zu einem Instrument der französischen Tschad-Politik. (Ruf bei der ÖVP: UNO-Beschluss!) Sie können heute niemandem erklären, wie sich Frankreich, das durch einen Vertrag zur Militärhilfe an den Tschad verpflichtet ist, wie sich das französische Streitkräftekommando im Tschad verhalten wird und wie österreichische Bundesheerangehörige, wie Ihre Offiziere, wie unsere Soldaten in Fällen, wo sie Befehle eigentlich nicht mehr befolgen dürften, weil sie eindeutig parteilich sind und eindeutig die Interessen der Diktatur im Tschad gegen andere vertreten, sich verhalten sollen. Es gibt keine Exitstrategie. Und wenn es keine militärische Exitstrategie gibt, dann muss es eine politische Exitstrategie des Nationalrates geben.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Trotzdem in aller Deutlichkeit: Die Art und Weise, wie die Freiheitliche Partei mit dem Tschad-Einsatz umgeht, einfach in einer auch in diesem Haus unüblichen Unverfrorenheit ganz klar zu sagen, dass es bestimmte Menschen und bestimmte Rassen gibt, die keinen Schutz verdienen, dass ein Unterschied gemacht wird, ob das Leben und die Existenz von Afrikanern oder Europäern bedroht wird, das ist ein Punkt, Herr Abgeordneter Strache, bei dem wir mit Sicherheit nie mit Ihnen in einem Boot sitzen! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Was soll diese freche Lüge von dem Rumpelpilzchen da draußen?
Wir vertreten eine andere Art der Schutzpolitik und der Menschenrechtspolitik. (Abg. Strache: Was soll diese freche Lüge von dem Rumpelpilzchen da draußen?) Ich halte aus vielen sachlichen Gründen einen Misstrauensantrag gegen Verteidigungsminister Darabos für gerechtfertigt, aber diesen so motivierten Antrag – wir alle in einem Boot, und kein Schutz für Menschen anderer Hautfarbe, sei es in Europa oder in Afrika –: mit Sicherheit nicht! Nein! (Abg. Strache: Sie sind ja lächerlich! Ein lächerlicher Lügner!) Und nur, um ein Zeichen zu setzen, werden wir trotz aller Kritik am Verteidigungsminister diesem Antrag hier und heute nicht zustimmen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Peinlicher Mauermacher des Kriegseinsatzes! Sie suchen eine peinliche Argumentation, um den Kriegseinsatz zu rechtfertigen! Die wahre Maske des Peter Pilz!)
Abg. Strache: Sie sind ja lächerlich! Ein lächerlicher Lügner!
Wir vertreten eine andere Art der Schutzpolitik und der Menschenrechtspolitik. (Abg. Strache: Was soll diese freche Lüge von dem Rumpelpilzchen da draußen?) Ich halte aus vielen sachlichen Gründen einen Misstrauensantrag gegen Verteidigungsminister Darabos für gerechtfertigt, aber diesen so motivierten Antrag – wir alle in einem Boot, und kein Schutz für Menschen anderer Hautfarbe, sei es in Europa oder in Afrika –: mit Sicherheit nicht! Nein! (Abg. Strache: Sie sind ja lächerlich! Ein lächerlicher Lügner!) Und nur, um ein Zeichen zu setzen, werden wir trotz aller Kritik am Verteidigungsminister diesem Antrag hier und heute nicht zustimmen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Peinlicher Mauermacher des Kriegseinsatzes! Sie suchen eine peinliche Argumentation, um den Kriegseinsatz zu rechtfertigen! Die wahre Maske des Peter Pilz!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Peinlicher Mauermacher des Kriegseinsatzes! Sie suchen eine peinliche Argumentation, um den Kriegseinsatz zu rechtfertigen! Die wahre Maske des Peter Pilz!
Wir vertreten eine andere Art der Schutzpolitik und der Menschenrechtspolitik. (Abg. Strache: Was soll diese freche Lüge von dem Rumpelpilzchen da draußen?) Ich halte aus vielen sachlichen Gründen einen Misstrauensantrag gegen Verteidigungsminister Darabos für gerechtfertigt, aber diesen so motivierten Antrag – wir alle in einem Boot, und kein Schutz für Menschen anderer Hautfarbe, sei es in Europa oder in Afrika –: mit Sicherheit nicht! Nein! (Abg. Strache: Sie sind ja lächerlich! Ein lächerlicher Lügner!) Und nur, um ein Zeichen zu setzen, werden wir trotz aller Kritik am Verteidigungsminister diesem Antrag hier und heute nicht zustimmen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Peinlicher Mauermacher des Kriegseinsatzes! Sie suchen eine peinliche Argumentation, um den Kriegseinsatz zu rechtfertigen! Die wahre Maske des Peter Pilz!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und daher abgelehnt. (Beifall bei der SPÖ.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Wimmer und Binder-Maier werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Wimmer und Binder-Maier werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, ich weiß, Sie sind skeptisch, was ein Mindestlohngesetz betrifft, weil die GewerkschafterInnen unter Ihnen die Sorge haben, ihre Tarifhoheit zu verlieren. – Das ist aber nicht so! Das ist nur ein Sockel nach unten. Bitte, bitte, überlegen Sie unseren Vorschlag genau! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich wünsche eine gute Nacht und freue mich schon, dass wir uns in wenigen Stunden wieder sehen werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)