Eckdaten:
Für die 14. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 513 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
im Zusammenhang mit der Rede des Abgeordneten Dr. Jörg Haider
Feststellung des Präsidenten Dr. Heinz Fischer betreffend Reihenfolge der Redner (im Zusammenhang mit der Rede des Abgeordneten Dr. Jörg Haider) 104
im Zusammenhang mit der Feststellung des Präsidenten Dr. Heinz Fischer
Wortmeldung des Abgeordneten Mag. Johann-Ewald Stadler betreffend Rede des Abgeordneten Dr. Jörg Haider sowie Erteilung von Ordnungsrufen (im Zusammenhang mit der Feststellung des Präsidenten Dr. Heinz Fischer) 104
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Man muß feststellen, daß hinter diesem Konsolidierungsansatz eine gewaltige politische und administrative Leistung liegt. Ich möchte daher namens meiner Fraktion all jenen danken, die an diesen schwierigen Verhandlungen mitgewirkt haben. Das gilt für das Verhandlungsteam unter der Führung von Kanzler Vranitzky und dem bewährten "Finanz-Duo" Klima und Ditz, das gilt aber genauso für alle Beamtinnen und Beamten, die da wirklich mit großem Einsatz gearbeitet haben. Ich meine, das sollten wir Parlamentarier mit Dank anerkennen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Widerspruch bei der ÖVP
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was die Form der Budgetdebatte betrifft – und das wird ja heute auch noch diskutiert werden –, so sind wir sicherlich im heurigen Jahr in einer Sondersituation, einer Sondersituation, die nicht zuletzt bedingt ist durch die Neuwahl im Jahr 1995, – meines Erachtens aus nicht sehr notwendigen Gründen –, einer Neuwahl, wodurch wir das Budget 1996 nicht beschließen konnten (Widerspruch bei der ÖVP) und es natürlich auch zu gewissen Verzögerungen gekommen ist.
Abg. Böhacker: Alle Jahre wieder!
Im gesamtwirtschaftlichen Interesse akzeptieren wir, daß das jetzt aus wirtschaftlichen Überlegungen nicht anders durchführbar ist. Es ist uns aber klar, daß das kein Muster für künftige Budgeterstellungen und künftige Gesetzgebungsverfahren sein kann, und ich bin der Überzeugung, daß die parlamentarische Ebene in diesem Zusammenhang wieder jenes starke – ja noch stärkeres! – Gewicht bekommen wird, das ihm nach der Verfassung zusteht. (Abg. Böhacker: Alle Jahre wieder!) Eben nicht "alle Jahre wieder"! Wir befinden uns eben in einer Sondersituation, und diese muß im Interesse des Landes berücksichtigt werden, aber es soll eine Sondersituation bleiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im gesamtwirtschaftlichen Interesse akzeptieren wir, daß das jetzt aus wirtschaftlichen Überlegungen nicht anders durchführbar ist. Es ist uns aber klar, daß das kein Muster für künftige Budgeterstellungen und künftige Gesetzgebungsverfahren sein kann, und ich bin der Überzeugung, daß die parlamentarische Ebene in diesem Zusammenhang wieder jenes starke – ja noch stärkeres! – Gewicht bekommen wird, das ihm nach der Verfassung zusteht. (Abg. Böhacker: Alle Jahre wieder!) Eben nicht "alle Jahre wieder"! Wir befinden uns eben in einer Sondersituation, und diese muß im Interesse des Landes berücksichtigt werden, aber es soll eine Sondersituation bleiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube daher, daß es uns mit diesem Budget gelungen ist, den Österreicherinnen und Österreichern, aber auch den ausländischen Investoren eine sehr klare Perspektive, Sicherheit in bezug auf wichtige Grundlagen der österreichischen Wirtschaftsentwicklung zu geben. Und es ist erfreulich, daß die meisten Menschen in Österreich das auch so sehen, wie uns ja Ergebnisse von Meinungsumfragen bestätigen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rosenstingl .
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In diesem Zusammenhang muß man mit aller Nüchternheit feststellen, daß das, was wir bis jetzt seitens der Oppositionsparteien gehört haben, eigentlich keine wirklich sinnvollen ökonomischen Alternativen waren. (Zwischenruf des Abg. Rosenstingl .) Wir lassen uns gerne überraschen, wenn Sie heute hier anderes einbringen. Bis jetzt ist es so – man muß sagen, das gilt für alle drei Oppositionsparteien, aber speziell für die Freiheitlichen, Sie melden sich jetzt zu Recht –, daß es zwar eine Fülle von Vorschlägen gibt, die sich gegen Einnahmenerhöhungen wenden, eine Fülle von Vorschlägen, die sich gegen Ausgabenkürzungen wenden, aber nicht bedacht wird, daß das alles zusammen ein höheres Budgetdefizit bedeuten würde. – Und genau das ist es, was wir für Österreich nicht wollen, was aber mit Ihren Vorschlägen verbunden wäre. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In diesem Zusammenhang muß man mit aller Nüchternheit feststellen, daß das, was wir bis jetzt seitens der Oppositionsparteien gehört haben, eigentlich keine wirklich sinnvollen ökonomischen Alternativen waren. (Zwischenruf des Abg. Rosenstingl .) Wir lassen uns gerne überraschen, wenn Sie heute hier anderes einbringen. Bis jetzt ist es so – man muß sagen, das gilt für alle drei Oppositionsparteien, aber speziell für die Freiheitlichen, Sie melden sich jetzt zu Recht –, daß es zwar eine Fülle von Vorschlägen gibt, die sich gegen Einnahmenerhöhungen wenden, eine Fülle von Vorschlägen, die sich gegen Ausgabenkürzungen wenden, aber nicht bedacht wird, daß das alles zusammen ein höheres Budgetdefizit bedeuten würde. – Und genau das ist es, was wir für Österreich nicht wollen, was aber mit Ihren Vorschlägen verbunden wäre. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Der erste Aspekt: Der Bund muß, wenn er Gesetze erläßt, die Gesamtkosten nicht nur für den Bund, sondern auch für die Länder, für die Gemeinden und natürlich auch für die Steuerzahler und Staatsbürger insgesamt berücksichtigen. Ich möchte Sie darauf hinweisen, daß die Sozialdemokratische Partei als eine der ersten Initiativen in diesem Parlament einen Antrag auf Einführung eines parlamentarischen Haushaltsausschusses gestellt hat, und wir hoffen sehr, daß das ein sinnvolles Instrument ist, um die tatsächliche Gesamtkostenentwicklung, die mit einzelnen Gesetzen verbunden ist, rechtzeitig in den Griff zu bekommen. Ich möchte daher an alle hier im Haus appellieren, diesen Vorschlag entsprechend zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Haupt: Nein!
Die zweite Frage ist: Wie ist der einzelne betroffen? – Diesbezüglich hat es eine Diskussion gegeben, ausgehend von einer Stellungnahme des Präsidenten der Tiroler Arbeiterkammer, der gemeint hat, es sei aber doch so: je höher das Einkommen, desto geringer prozentual der Beitrag, den der einzelne für dieses Sparpaket leisten muß. Diese Ausage ist insofern falsch, als sie unvollständig ist. (Abg. Mag. Haupt: Nein!) Sie berücksichtigt nur die Tarifeffekte, die sich unmittelbar ergeben. Wir haben aber gerade in diesem Sparpaket eine Reihe von Maßnahmen, etwa in bezug auf Verlustabschreibungsgesellschaften, in bezug auf steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten, die besonders hohe Einkommensgruppen betreffen, und wenn man das mitberücksichtigt, dann kommt man zu einem Belastungsverlauf, der sehr wohl so gestaltet ist, daß Bezieher hoher Einkommen prozentuell auch einen höheren Beitrag leisten, wie es sich ja auch bei einer Belastung nach ökonomischer Leistungsfähigkeit gehört.
Beifall bei der SPÖ.
Wir können daher deutlich feststellen: Dieses Sparpaket ist einerseits ökonomisch wirksam, es ist aber auch sozial ausgeglichen, und das war für uns ein ganz wichtiger Punkt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das sind die Zwecke, die wir mit diesem Konsolidierungsprogramm erreichen wollen. Diese Zwecke werden mit den zwei Budgetvoranschlägen erfüllt, und daher werden wir diesen Budgetvoranschlägen von unserer Seite her unsere Zustimmung geben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Meischberger: Aber Pepi! Da geht es ja um das Budget!
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Meischberger: Aber Pepi! Da geht es ja um das Budget!) Wir haben erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik zwei Budgets, nämlich für das Jahr 1996 und das Jahr 1997, gemeinsam zu debattieren, weil wir uns in einer außerordentlichen Situation befinden. Und die Politik ist dann gefordert, wenn außerordentliche Herausforderungen an die Politik herangetragen werden. Wir sind bereit, diese Herausforderungen anzunehmen, Lösungen anzubieten und sie auch umzusetzen. Das erwarten die Österreicher von einer soliden, einer seriösen Regierung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Ing. Meischberger: Aber Pepi! Da geht es ja um das Budget!) Wir haben erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik zwei Budgets, nämlich für das Jahr 1996 und das Jahr 1997, gemeinsam zu debattieren, weil wir uns in einer außerordentlichen Situation befinden. Und die Politik ist dann gefordert, wenn außerordentliche Herausforderungen an die Politik herangetragen werden. Wir sind bereit, diese Herausforderungen anzunehmen, Lösungen anzubieten und sie auch umzusetzen. Das erwarten die Österreicher von einer soliden, einer seriösen Regierung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Politik heißt nicht, vor Problemen zu flüchten. Politik heißt nicht, eine Vogel-Stauß-Haltung einzunehmen: nichts sehen, nichts hören, nichts fühlen, und das Unheil wenige Jahre später auf sich hereinbrechen zu lassen, sondern Politik heißt, rechtzeitig Schwierigkeiten festzustellen und ihnen mit einer klaren Antwort zu begegnen. Das, was wir mit dieser Konsolidierung 1996/97 vorschlagen, ist die klare Antwort, und ich glaube, die klare Antwort wird auch von der Mehrheit der Österreicher als sinnvoll, als verantwortungsbewußt betrachtet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Vor allem vor den Wahlen!
Ich sage sehr offen: Diese Herausforderungen haben wir von der Volkspartei bereits im vergangenen Jahr klar gesehen (Abg. Scheibner: Vor allem vor den Wahlen!) und diese Neuwahlen sind deswegen notwendig geworden, weil eben beide Koalitionsgruppierungen das nicht gemeinsam als Herausforderung gesehen haben. Die Volkspartei aber wollte auf diese Herausforderung eine klare Antwort geben, während in der Koalition damals keine Einigung auf diese klare Antwort bestanden hat. (Abg. Wabl: Jahrelang haben Sie Schwindelbudgets gedeckt!) Es soll auch die Geschichte der letzten Monate klargestellt sein.
Abg. Wabl: Jahrelang haben Sie Schwindelbudgets gedeckt!
Ich sage sehr offen: Diese Herausforderungen haben wir von der Volkspartei bereits im vergangenen Jahr klar gesehen (Abg. Scheibner: Vor allem vor den Wahlen!) und diese Neuwahlen sind deswegen notwendig geworden, weil eben beide Koalitionsgruppierungen das nicht gemeinsam als Herausforderung gesehen haben. Die Volkspartei aber wollte auf diese Herausforderung eine klare Antwort geben, während in der Koalition damals keine Einigung auf diese klare Antwort bestanden hat. (Abg. Wabl: Jahrelang haben Sie Schwindelbudgets gedeckt!) Es soll auch die Geschichte der letzten Monate klargestellt sein.
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben diese Antwort gemeinsam gefunden. Wir stehen dazu, und wir werden unsere Vorhaben nicht nur auf dem Papier beschließen, sondern sie auch verwirklichen. Das ist eine Antwort, die von der Volkspartei gemeinsam mit dem Koalitionspartner heute gegeben wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich lade die Oppositionsparteien ein, von ihrer Nur-Kritik-Haltung endlich abzugehen, von mir aus Lösungsvorschläge alternativ vorzulegen, aber endlich auch Verantwortung zu übernehmen. Alles andere ist unverantwortlich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Haigermoser: Pepi! Ich habe überhaupt nichts gesagt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte dem Herrn Haigermoser (Abg. Haigermoser: Pepi! Ich habe überhaupt nichts gesagt!) beziehungsweise seinen Kollegen folgendes klar sagen: Das, was hier an Konsolidierung gemacht wird, was an Sparpolitik vorgesehen ist, ist nicht etwas, was Selbstzweck darstellt. Sparen ist kein Selbstzweck, sondern Sparen ist ein Mittel, um klare, übergeordnete Ziele zu erreichen.
Abg. Haigermoser: Wie viele, Pepi?
Mit dieser konsolidierten, mit dieser gesundeten Haushaltspolitik wollen wir erreichen, daß vorhandene Arbeitsplätze wieder gesichert sind und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. (Abg. Haigermoser: Wie viele, Pepi?) Wir wollen nicht in eine Richtung gehen, wo wir durch immer mehr Schulden ein immer höheres Ausmaß an Belastungen, an höheren Steuern den Österreichern in den kommenden Jahren zumuten müssen. Wir wollen nicht, daß wir durch das Zahlen vom immer mehr Zinsen immer weniger Möglichkeiten für produktive Investitionen haben. Wir wollen nicht die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft, der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber gefährden und schließlich und endlich das nicht gefährden, was wir in jahrzehntelanger partnerschaftlicher Arbeit aufgebaut haben, nämlich ein System der sozialen Marktwirtschaft, in der ein hohes Maß an Sicherheit für den einzelnen gegeben ist. Das ist unser Ziel: Wir wollen Sicherheit geben und nicht verunsichern. Das ist eine klare Zielrichtung der Österreichischen Volkspartei. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mit dieser konsolidierten, mit dieser gesundeten Haushaltspolitik wollen wir erreichen, daß vorhandene Arbeitsplätze wieder gesichert sind und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. (Abg. Haigermoser: Wie viele, Pepi?) Wir wollen nicht in eine Richtung gehen, wo wir durch immer mehr Schulden ein immer höheres Ausmaß an Belastungen, an höheren Steuern den Österreichern in den kommenden Jahren zumuten müssen. Wir wollen nicht, daß wir durch das Zahlen vom immer mehr Zinsen immer weniger Möglichkeiten für produktive Investitionen haben. Wir wollen nicht die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft, der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber gefährden und schließlich und endlich das nicht gefährden, was wir in jahrzehntelanger partnerschaftlicher Arbeit aufgebaut haben, nämlich ein System der sozialen Marktwirtschaft, in der ein hohes Maß an Sicherheit für den einzelnen gegeben ist. Das ist unser Ziel: Wir wollen Sicherheit geben und nicht verunsichern. Das ist eine klare Zielrichtung der Österreichischen Volkspartei. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir diskutieren seit langem, wie wir die Gründung von kleinen und mittleren Betrieben schneller, besser, zielgerichteter fördern können. Das werden wir nun verwirklichen, indem wir viele kleine Betriebe fördern, und damit werden wir auch Arbeitsplätze schaffen, weil jeder neugegründete Betrieb im Durchschnitt drei bis fünf Arbeitsplätze in den ersten paar Jahren schafft. Wir sagen ein klares Ja zu mehr Betrieben, weil es dann ein Mehr an Arbeitsplätzen gibt, und damit wird auch das, was wir als Beschäftigungsoffensive benötigen, verwirklicht werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Haupt: Das ist Sozialabbau in Reinkultur! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Weil heute Meldungen gekommen sind, daß die ÖVP plötzlich für ein Mehr an Arbeitszeit eintrete, sage ich Ihnen sehr offen: Wir wollen und werden nicht die Arbeitszeit verlängern, sondern wir sagen ein klares Ja zu mehr Verfügbarkeit des einzelnen Arbeitnehmers über seine Arbeitszeit, zu mehr Einteilungsmöglichkeiten für den Arbeitnehmer, und wir sagen ein klares Nein zu einer Verlängerung der Arbeitszeit! Das ist ein klarer Standpunkt, den wir haben und den wir auch Hinkunft vertreten werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Haupt: Das ist Sozialabbau in Reinkultur! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Dr. Josef Höchtl (fortsetzend): Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen von der freiheitlichen Partei! Ich erwarte mir, daß der nächste von Ihnen, der hier herunterkommt, endlich einmal eine sinnvolle Idee, eine verantwortungsbewußte Idee der Konsolidierung bringt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Oberlehrer!
Das Dazwischenschreien, das Krakeelen, das Heruntermachen von Vorschlägen, die wir bringen, ist nicht Politik, sondern das ist destruktives Verhalten. Das erwarten nicht die Österreicher von verantwortungsbewußten Politikern. Das lassen Sie sich heute einmal gesagt haben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Oberlehrer!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir haben ein klares Bekenntnis zu diesen Budgets 1996 und 1997 insofern gegeben, als daß wir Herausforderungen sehen. 100 Milliarden Schilling an Konsolidierungsbedarf sind viel. Aber wir wissen dadurch, daß sich keiner ausgenommen fühlt, daß alle ihren Beitrag leisten, wenn. Und auch der ehemalige Finanzminister Androsch kann diesmal nicht hergehen und sagen: Ich bin von den Sparmaßnahmen nicht betroffen! Also das gibt es dieses Mal nicht: Die Zielgenauigkeit ist erreicht worden, jeder leistet nach seinen Leistungsfähigkeiten seinen Beitrag. So können wir die Lasten gerecht verteilen und den Menschen die Zukunft sichern. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner – Beifall spendend: Bravo! Das ist gut!
Ich komme zum Schluß, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Abg. Scheibner – Beifall spendend: Bravo! Das ist gut!) Politik ist nicht nur Bewältigung vorhandener Probleme der Gegenwart, sondern Politik ist auch die Vorbereitung der Gestaltung der Zukunft. Ich bin überzeugt davon, daß wir, wenn wir 1996 und 1997 diese Gesundung durchführen, aufgrund der Entwicklung des Steueraufkommens der darauffolgenden Jahre auch wieder Hoffnung dadurch vermitteln können, daß wir mit der kommenden Steuerreform mehr an Gerechtigkeit für Familien und eine Entlastung des einzelnen Steuerzahlers erreichen können. Das ist etwas, was der einzelne erwartet. Wir können mit einer Gesundung des Haushaltes, mit einer Beschäftigungsoffensive und der In-Aussicht-Stellung dessen, daß wir durch ein Mehr an Steuereinnahmen die Chance haben, auch wieder Steuerreduktionen vorzunehmen (Abg. Böhacker: Das ist die Höhe!), das schaffen, was wir glauben als Zukunftsfundament für Österreich schaffen zu müssen.
Abg. Böhacker: Das ist die Höhe!
Ich komme zum Schluß, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Abg. Scheibner – Beifall spendend: Bravo! Das ist gut!) Politik ist nicht nur Bewältigung vorhandener Probleme der Gegenwart, sondern Politik ist auch die Vorbereitung der Gestaltung der Zukunft. Ich bin überzeugt davon, daß wir, wenn wir 1996 und 1997 diese Gesundung durchführen, aufgrund der Entwicklung des Steueraufkommens der darauffolgenden Jahre auch wieder Hoffnung dadurch vermitteln können, daß wir mit der kommenden Steuerreform mehr an Gerechtigkeit für Familien und eine Entlastung des einzelnen Steuerzahlers erreichen können. Das ist etwas, was der einzelne erwartet. Wir können mit einer Gesundung des Haushaltes, mit einer Beschäftigungsoffensive und der In-Aussicht-Stellung dessen, daß wir durch ein Mehr an Steuereinnahmen die Chance haben, auch wieder Steuerreduktionen vorzunehmen (Abg. Böhacker: Das ist die Höhe!), das schaffen, was wir glauben als Zukunftsfundament für Österreich schaffen zu müssen.
Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Dr. Nowotny.
Die Budgets 1996 und 1997 und die zusätzlichen politischen Maßnahmen geben die Gewähr, daß wir uns auf einem guten Zukunftsweg befinden. Wir von der Österreichischen Volkspartei sagen ja zu diesem Weg. (Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Dr. Nowotny. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe angenommen, daß nach der letztwöchigen Regierungserklärung beziehungsweise nach der gestrigen Budgetrede des Neo-Finanzministers die Märchenstunde vorbei ist. Aber zu dem, was heute hier Herr Kollege Höchtl als Erstredner der "Wirtschaftspartei" Österreichische Volkspartei aufgeführt hat, kann ich wirklich nur das eine sagen: nicht einmal ignorieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! Wir haben keine Budgetwunder hier erwartet. Aber wir haben etwas anderes erwartet – und das ist das mindeste, was man hier im Hohen Haus erwarten kann –, daß Sie nämlich endlich einmal die Wahrheit über die Budgetzahlen offenlegen und nicht eine Fortschreibung der Schwindelbudgets der letzten zehn Jahre hier betreiben. Das ist das mindeste, auf das das Hohe Haus Anspruch hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Drei Premieren haben wir diesmal beim Budget erlebt: Es war das die erste Budgetrede des Finanzministers Klima, erstmals wurden zwei Budgets gleichzeitig verhandelt, weil man nicht in der Lage war, ein Budget 1996 zustande zu bringen – man hat fast über ein Jahr dafür und eine Neuwahl gebraucht –, und erstmals verlangt man von den Bürgern, daß sie ein Belastungspaket mittragen. Es wäre wirklich höchst an der Zeit gewesen, den Bürgern einmal die volle Wahrheit über die Budgetlage, die volle Wahrheit über die Staatsverschuldung zu sagen, und wie es mit der Wirtschaftsentwicklung in den nächsten Jahren weitergehen soll. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber statt dessen hat ein Feuerwerk der groben Skizzen seine ungebrochene Fortsetzung gefunden – neuerlich begleitet von den für diese große Koalition symptomatischen partiellen Realitätsverweigerungen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kostelka spricht mit Bundesminister Dr. Klima.
Es gehört ein wirklich gerüttelt Maß an Unverfrorenheit dazu, bei den ausgabenseitigen Budgetmaßnahmen Positionen anzuführen – wie beispielsweise Lizenzeinnahmen für die Post, Körperschaftssteuervorauszahlungen für die Post, Kommunalsteuer für die Post, Gewinnabschöpfung für die Post. Das sind bei Ihnen Ausgabeneinsparungen – Ausgabeneinsparungen in einer Größenordnung von 13,5 Milliarden Schilling für die Jahre 1996 und 1997. Weitere Positionen bei den "Ausgabeneinsparungen" sind für Sie die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge für die Bauern und für die Selbständigen in der Größenordnung von 1,3 Milliarden. Wenn Sie allein diese beiden Zahlen abziehen von den 64 Milliarden, die Sie ausgabenseitig einsparen wollen ... (Abg. Dr. Kostelka spricht mit Bundesminister Dr. Klima. ) – Es wäre aber ganz angenehm, Herr Finanzminister, wenn Sie mir zuhören würden. Ich finde das eigentlich schon ein bißchen unfair, daß Sie sich hier mit dem Klubobmann der sozialistischen Partei unterhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Das ist eine Unsitte!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Das ist eine Unsitte!
Es gehört ein wirklich gerüttelt Maß an Unverfrorenheit dazu, bei den ausgabenseitigen Budgetmaßnahmen Positionen anzuführen – wie beispielsweise Lizenzeinnahmen für die Post, Körperschaftssteuervorauszahlungen für die Post, Kommunalsteuer für die Post, Gewinnabschöpfung für die Post. Das sind bei Ihnen Ausgabeneinsparungen – Ausgabeneinsparungen in einer Größenordnung von 13,5 Milliarden Schilling für die Jahre 1996 und 1997. Weitere Positionen bei den "Ausgabeneinsparungen" sind für Sie die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge für die Bauern und für die Selbständigen in der Größenordnung von 1,3 Milliarden. Wenn Sie allein diese beiden Zahlen abziehen von den 64 Milliarden, die Sie ausgabenseitig einsparen wollen ... (Abg. Dr. Kostelka spricht mit Bundesminister Dr. Klima. ) – Es wäre aber ganz angenehm, Herr Finanzminister, wenn Sie mir zuhören würden. Ich finde das eigentlich schon ein bißchen unfair, daß Sie sich hier mit dem Klubobmann der sozialistischen Partei unterhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Haider: Das ist eine Unsitte!)
Der Redner deutet auf die Sitzreihen der SPÖ. – Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Es ist eigenartig, daß hier im Hohen Haus, die dummen Bemerkungen meistens nur von einer Ecke kommen, nämlich von Ihrer. (Der Redner deutet auf die Sitzreihen der SPÖ. – Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Tychtl spricht mit Bundesminister Mag. Klima. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Gehen Sie doch raus, wenn ein SPÖ-Redner spricht!
Herr Finanzminister! Laut dem Finanzausgleichsgesetz ergibt sich in den Budgetjahren 1996 und 1997 ein zusätzliches Steueraufkommen aus dem Budgetjahren 1996/97 von 79,9 Milliarden Schilling. Mit den richtig verbuchten 15 Milliarden Schilling kommen Sie daher auf eine einnahmenseitige Belastung von 95 Milliarden Schilling. (Abg. Ing. Tychtl spricht mit Bundesminister Mag. Klima. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Gehen Sie doch raus, wenn ein SPÖ-Redner spricht!) Aber ich nehme an, das interessiert Sie nicht.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bei den Einsparungen auf der Ausgabenseite kommen Sie daher nicht auf 66,7 Milliarden, sondern bestenfalls auf rund 50 Milliarden Schilling. – Das ist Ihre "Budgetwahrheit". Sie wollen der österreichischen Bevölkerung weismachen: ein Drittel einnahmenseitige, zwei Drittel ausgabenseitige Budgetsanierung – das Verhältnis ist aber genau umgekehrt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Feiheitlichen.
Das heißt, auch bei Ihnen ist es so wie bei Ihrem Vorgänger Lacina – Staribacher hat ja kein Budget zusammengebracht –: Die übliche Schere zwischen Budgetrede und Wirtschaftsrealität wird immer größer! (Beifall bei den Feiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Vorgangsweise hatten wir von einem Mann wie Ihnen, Herr Finanzminister, der Sie aus der Wirtschaft kommen, nicht erwartet. Von Ihnen hatte ich mir erwartet, daß Sie ein bißchen mehr Realitätssinn haben, daß Sie nicht Märchenstunden halten wie andere. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wohin soll das denn führen? Wenn Sie in einer Zeit, in der es ein Wirtschaftswachstum gibt, keine Budgetkonsolidierung zustande bringen, wie wollen Sie diese dann in einer Zeit der Rezession zustande bringen? Den Bürgern sagen Sie: Das wird schon gehen! – Da befinden Sie sich wirklich auf dem falschen Weg! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Statt weniger Belastungen nach dem von dieser Bundesregierung verkündeten Gewaltakt zur Budgetsanierung ist also die nächste Belastungswelle offensichtlich leider schon beschlossene Sache. Alle Warnungen der Experten, der Wirtschaftsforscher werden in den Wind geschlagen; unter dem Deckmantel der Vranitzkyschen Worthülsenpolitik werden neue Belastungen erfunden, statt strukturelle Fehler zu beseitigen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Sonja Moser spricht mit Bundesminister Mag. Klima. – Ruf bei den Freiheitlichen: Der hört überhaupt nicht zu! – Abg. Scheibner: Laß ihn eimal ausreden, du störst den Minister bei seinem Gespräch!
Es ist auch bezeichnend, wie leichtfertig diese Regierung Vranitzky V, vor allem Neo-Finanzminister Klima, mit dem Thema Insolvenzen umgeht. (Abg. Dr. Sonja Moser spricht mit Bundesminister Mag. Klima. – Ruf bei den Freiheitlichen: Der hört überhaupt nicht zu! – Abg. Scheibner: Laß ihn eimal ausreden, du störst den Minister bei seinem Gespräch!)
Abg. Mag. Posch: Das ist eh im Stenographischen Protokoll nachzulesen, was Sie sagen! Sie sind so anerkennungssüchtig!
Ich möchte den Herrn Minister wirklich nicht stören, aber ich meine, Sie sitzen immerhin in einer Regierung, Herr Minister, und da können Sie wirklich auf eine anderen Art und Weise darüber reden. (Abg. Mag. Posch: Das ist eh im Stenographischen Protokoll nachzulesen, was Sie sagen! Sie sind so anerkennungssüchtig!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe Ihnen schon gesagt, woher diese Bemerkungen meistens kommen: aus Ihrer Ecke – das paßt zu Ihnen, Herr Posch. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Ich glaube, hinsichtlich Ihrer Person, Herr Kollege Posch, gibt es auch eine schöne Liste von Privilegien. Daraus sollte man vielleicht zitieren, aber vielleicht macht das dann ein Nachredner von mir. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. )
Abg. Edler: Schattenminister!
Herr Finanzminister Klima! Sie sollten sich etwas einfallen lassen, wie man den sozialen Folgen von Konkursen beziehungsweise Ausgleichen entgegentritt. (Abg. Edler: Schattenminister!) Die Bundesregierung ist in den letzten zehn Jahren daran gescheitert – sie wird auch in den nächsten Jahren immer wieder daran scheitern –, diese Folgen auszugleichen beziehungsweise abzuschwächen. Das einzige, das Ihnen immer wieder eingefallen ist, sind Steuererhöhungen, neue Geldquellen durch Quersubventionen, außerbudgetäre Finanzierungen – die solventen Fonds sollen jetzt angeknabbert werden –, aber diese Bundesregierung ist nicht in der Lage, einen tiefen strukturellen Schnitt vorzunehmen. Ihnen ist es viel lieber, kurzfristig Löcher zu stopfen und so die Politik Vranitzky – Schüssel – Ditz – Klima in den nächsten Jahren fortzusetzen.
Zwischenruf des Abg. Edler.
Genau dieser Weg führt aber in die falsche Richtung, und zwar deshalb, weil Sie damit bewirken werden, daß es zu einer Verschärfung der Rezession kommt – weil der Insolvenzentgeltausgleichsfonds pleite ist, weil die Sockelarbeitslosigkeit durchschnittlich 7 Prozent und mehr betragen wird und weil der freie Handlungsspielraum für zukünftige Budgets immer geringer wird. (Zwischenruf des Abg. Edler. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Machen Sie einen Vorschlag.
Der freie Handlungsspielraum wird immer geringer – das stellt auch der Direktor des Instituts für Höhere Studien fest. Prof. Felderer sagte: Bisher war es so, daß das Milliarden-Füllhorn der öffentlichen Förderungen immer in die Industrie gegangen ist. Man hat die starke kleine und mittelständische Wirtschaft, die sehr viel für die Bereitstellung von Arbeitsplätzen gemacht und viel aus eigenem Engagement und Risiko in Österreich betrieben hat, vernachlässigt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Edler: Machen Sie einen Vorschlag.)
Abg. Dr. Nowotny: Zusperr-Strategie!
Hätte man diese Förderungen nicht nach dem Gießkannenprinzip nur der Industrie gegeben, um dann "Industriefriedhöfe" zu erhalten, sondern mittleren und kleineren Betrieben übelassen, wäre eine Struktur entstanden, wodurch man in der Lage gewesen wäre, den Konkurrenzanpassungsdruck seit dem EU-Beitritt zu bewältigen. Aber Sie haben diese Unternehmen nur vor Probleme gestellt. (Abg. Dr. Nowotny: Zusperr-Strategie!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Es ist trotzdem nicht richtig! – Abg. Dr. Haider: Herr Nowotny lernt ja nichts mehr dazu!
Das ist keine Zusperr-Strategie! – Das, was ich soeben gesagt habe, kommt nicht nur von seiten einer Oppositionspartei, sondern auch vom IHS, von Herrn Dr. Felderer, der immerhin der Leiter dieses Instituts ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Es ist trotzdem nicht richtig! – Abg. Dr. Haider: Herr Nowotny lernt ja nichts mehr dazu!)
Abg. Ing. Meischberger: Warum glaubt du das?
Professor Smekal ist sicher kein Freiheitlicher; er ist eher, glaube ich, der ÖVP-Reichshälfte zuzuordnen. (Abg. Ing. Meischberger: Warum glaubt du das?) Ich glaube, mit dem sollten Sie sich eher auseinandersetzen. – Warum ich das glaube? Weil Smekal einer derjenigen aus der Österreichischen Volkspartei ist, die nicht mehr mit anschauen können, daß diese Partei ständig Schwindelbudgets mitträgt, weil er der Meinung ist, daß es so nicht mehr weitergehen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Professor Smekal ist sicher kein Freiheitlicher; er ist eher, glaube ich, der ÖVP-Reichshälfte zuzuordnen. (Abg. Ing. Meischberger: Warum glaubt du das?) Ich glaube, mit dem sollten Sie sich eher auseinandersetzen. – Warum ich das glaube? Weil Smekal einer derjenigen aus der Österreichischen Volkspartei ist, die nicht mehr mit anschauen können, daß diese Partei ständig Schwindelbudgets mitträgt, weil er der Meinung ist, daß es so nicht mehr weitergehen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima: Oja!
Gestern haben Sie in der Budgetrede erwähnt, es handle sich nur um 4,7 Milliarden Schilling an Privatisierungserlösen. Auf der anderen Seite sagen Sie aber, Sie wollen die CA, den Flughafen Wien und die Bundesanteile an der Bank Austria privatisieren. Das hat nichts mit Vorsicht zu tun. (Bundesminister Mag. Klima: Oja!) Was tun Sie denn mit dem Geld? (Bundesminister Mag. Klima: Spielraum!) Erklären Sie das einmal. Werden zuerst Schulden ausgegliedert, die Sie dann mit der Privatisierung refundieren wollen? Was machen Sie da? Wir hätten schon ein Anrecht darauf, daß Sie uns hier die Wahrheit sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima: Spielraum!
Gestern haben Sie in der Budgetrede erwähnt, es handle sich nur um 4,7 Milliarden Schilling an Privatisierungserlösen. Auf der anderen Seite sagen Sie aber, Sie wollen die CA, den Flughafen Wien und die Bundesanteile an der Bank Austria privatisieren. Das hat nichts mit Vorsicht zu tun. (Bundesminister Mag. Klima: Oja!) Was tun Sie denn mit dem Geld? (Bundesminister Mag. Klima: Spielraum!) Erklären Sie das einmal. Werden zuerst Schulden ausgegliedert, die Sie dann mit der Privatisierung refundieren wollen? Was machen Sie da? Wir hätten schon ein Anrecht darauf, daß Sie uns hier die Wahrheit sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Gestern haben Sie in der Budgetrede erwähnt, es handle sich nur um 4,7 Milliarden Schilling an Privatisierungserlösen. Auf der anderen Seite sagen Sie aber, Sie wollen die CA, den Flughafen Wien und die Bundesanteile an der Bank Austria privatisieren. Das hat nichts mit Vorsicht zu tun. (Bundesminister Mag. Klima: Oja!) Was tun Sie denn mit dem Geld? (Bundesminister Mag. Klima: Spielraum!) Erklären Sie das einmal. Werden zuerst Schulden ausgegliedert, die Sie dann mit der Privatisierung refundieren wollen? Was machen Sie da? Wir hätten schon ein Anrecht darauf, daß Sie uns hier die Wahrheit sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das erwartet hingegen die Bevölkerung! Sie will nicht nur sinnlose, sture Steuererhöhungen, sondern die Bevölkerung ist offen für Strukturänderungen, für Perspektiven für die Zukunft. Die Bevölkerung wäre jetzt dazu bereit, aber sie wird 1998 nicht mehr dazu bereit sein, wenn sie das Gefühl hat, daß sie eineinhalb Jahre lang wiederum nur angelogen wurde. – Daß die Bevölkerung aber angelogen wird, zeigen ja Aussagen mehrerer Wirtschaftspolitiker. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Haupt: Und der Herr Minister Graf!
Der frühere Wirtschaftsminister Schüssel und der jetzige Wirtschaftsminister Ditz haben ständig bekundet: Die Rahmenbedingungen sollen erleichtert werden. (Abg. Mag. Haupt: Und der Herr Minister Graf!) Es soll strukturelle Veränderungen geben. Schon Minister Graf hat das immer gesagt. Richtig, Herr Kollege Haupt. Aber passiert ist gar nichts.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ortner schreibt weiter: So wie die Regierung an diese Sache herangeht, ist das eher zu vergleichen mit dem Tempo einer fußversehrten Schildkröte unter dem Einfluß einer beachtlichen Menge von Rohypnol. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Das heißt, Sie wollen nach dem Motto vorgehen: "Keine Reformen durchgehen lassen, nur das System erhalten."
Abg. Dr. Haider: Das ist ein Faktum!
Allein die Bestimmungen des Investitionsfreibetrages haben Sie in den letzten fünf Jahren viermal geändert! (Abg. Dr. Haider: Das ist ein Faktum!) Es ist doch kein Vertrauen mehr da! Was soll denn ein Investor, der in Österreich investiert, von Österreich halten, wenn Sie die Rahmenbedingungen ständig ändern? – Er wird natürlich nicht mehr in Österreich investieren.
Ruf bei den Freiheitlichen: Und die ÖVP macht mit!
Aber nicht nur die Steuerkontinuität ist gefährdet. Sie wollen jetzt mit diesen Strukturanpassungsgesetzen die Bundesverfassung so behandeln, daß diese im Hinblick auf die Budgeterstellung keine Gültigkeit mehr hat. Denn anders ist es nicht zu erklären, daß gerade im Einkommensteuergesetz 20 Maßnahmen beschlossen werden sollen, von denen die Kammer der Wirtschaftstreuhänder der Überzeugung ist, daß diese verfassungswidrig sind. Sie sollen, wie der Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder kritisierte, als Verfassungsbestimmungen beschlossen und so der nachfolgenden Kontrolle durch den Verfassungsgerichtshof entzogen werden. Diese Vorgangsweise veranlaßt Herrn Kammerpräsidenten Klaus Hübner – wörtlich! –, "alle demokratisch Gesinnten, denen an den Grundprinzipien unseres Staates gelegen ist, aufzurufen, sich deutlich gegen diese Vorgangsweise auszusprechen". (Ruf bei den Freiheitlichen: Und die ÖVP macht mit!)
Zwischenruf des Abg. Edler. – Abg. Dr. Haider: Du hörst nicht zu, das ist dein Problem! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edler.
Sie wollen das umgehen. Der Gesetzgeber will vor allen Dingen das Prinzip des Rückwirkungsverbots von Gesetzen umgehen, denn wenn Sie keine Verfassungsbestimmung machen, dann können Sie die Gesetze nicht rückwirkend einführen – und das würde Ihren Griff in die Steuersäckel der österreichischen Bürger beziehungsweise Bürgerinnen wieder arg unterminieren. (Zwischenruf des Abg. Edler. – Abg. Dr. Haider: Du hörst nicht zu, das ist dein Problem! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edler. )
Abg. Edler: Herr Kollege Trattner! Machen Sie Vorschläge!
Herr Finanzminister! Daß es so nicht weitergehen kann, sagte Präsident Hübner auch, indem er ausführte: Wir sind zwar miteingebunden gewesen in die Gespräche über die Maßnahmen für dieses Sparpaket, aber es war nicht davon die Rede, daß es rückwirkende, verfassungswidrige Maßnahmen gibt. (Abg. Edler: Herr Kollege Trattner! Machen Sie Vorschläge!) Da gibt es ein völlig kontraproduktives Verhalten Ihrerseits!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mit dieser Budgetpolitik, Herr Finanzminister, verwalten Sie Österreich leider zu Tode, und mit der zu erwartenden Beschlußfassung der vorliegenden Bundeshaushalte verlegen Sie leider den "Patienten Österreich" in die Intensivstation für praktisch hoffnungslose Fälle. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haselsteiner bringt die Regierungsvorlagen betreffend Strukturanpassungsgesetz mit zum Rednerpult. – Rufe bei der FPÖ: Einen Träger! – Abg. Dr. Haider: Das ist das erste Mal in deinem Leben, daß du selber arbeitest!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Haselsteiner. Er hat das Wort. (Abg. Dr. Haselsteiner bringt die Regierungsvorlagen betreffend Strukturanpassungsgesetz mit zum Rednerpult. – Rufe bei der FPÖ: Einen Träger! – Abg. Dr. Haider: Das ist das erste Mal in deinem Leben, daß du selber arbeitest!) Wenn Sie uns das zeitgerecht gesagt hätten, hätten wir natürlich einen Mitarbeiter zur Verfügung gestellt, damit Sie sich nicht plagen müssen. (Abg. Dr. Khol: Kollege Haselsteiner! Sie brauchen es nicht vorzulesen, wir haben es ja erarbeitet! – Abg. Dr. Haselsteiner: Ich komme darauf zu sprechen!)
Abg. Dr. Khol: Kollege Haselsteiner! Sie brauchen es nicht vorzulesen, wir haben es ja erarbeitet! – Abg. Dr. Haselsteiner: Ich komme darauf zu sprechen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Haselsteiner. Er hat das Wort. (Abg. Dr. Haselsteiner bringt die Regierungsvorlagen betreffend Strukturanpassungsgesetz mit zum Rednerpult. – Rufe bei der FPÖ: Einen Träger! – Abg. Dr. Haider: Das ist das erste Mal in deinem Leben, daß du selber arbeitest!) Wenn Sie uns das zeitgerecht gesagt hätten, hätten wir natürlich einen Mitarbeiter zur Verfügung gestellt, damit Sie sich nicht plagen müssen. (Abg. Dr. Khol: Kollege Haselsteiner! Sie brauchen es nicht vorzulesen, wir haben es ja erarbeitet! – Abg. Dr. Haselsteiner: Ich komme darauf zu sprechen!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Freiheitlichen. – Rufe bei den Freiheitlichen: Das ist Verhöhnung!
Meine Damen und Herren! Jetzt müssen wir uns doch einmal darüber unterhalten, wie denn eine solche Einladung zu konstruktiver Mitarbeit verstanden werden soll? (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Freiheitlichen. – Rufe bei den Freiheitlichen: Das ist Verhöhnung!)
Abg. Mag. Haupt: Richtig!
Ich, Herr Bundesminister, kann das nur als Hohn oder als Floskel verstehen. (Abg. Mag. Haupt: Richtig!) Ernstgemeint kann eine solche Einladung nicht sein – nicht für einen Oppositionspolitiker, und darüber hinaus, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, auch für Sie nicht! Höchstens für eine Handvoll von Ihnen, die sich im Vorfeld des Entstehens dieses Papiers bereits mit dieser Materie beschäftigen konnten, und die vielleicht aufgrund der einen oder anderen persönlichen Beziehung zu den Denkenden und daran Arbeitenden hiefür einen Vorsprung an Wissen und Kenntnis hatten.
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Das ist doch gar nicht wahr!
Alle übrigen – auch Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! – sind, so wie die Oppositionspolitiker, lediglich Statisten dieses Hauses – und sonst gar nichts mehr! (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Das ist doch gar nicht wahr!)
Beifall beim Liberalen Forum, bei den Freiheitlichen und bei den Grünen.
Ich glaube, Herr Bundesminister, Sie haben nicht umsonst die beklagten Eingriffe und die beklagten Rückgriffe auf verfassungsändernde Bestimmungen, auf rückwirkende Gesetze gewählt: Sie hätten das sonst selbst nicht zustandegebracht und diese Wirkung nicht erzielt. Darin steckt ja die gesamte Problematik: Wenn wir glaubhaft in diesem Parlament Politik machen wollen, dann dürfen wir uns diese Vorgangsweise nicht unwidersprochen gefallen lassen! (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Freiheitlichen und bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Mit dem doppelten Zeitdruck!
Heute machen Sie dasselbe mit dem doppelten Volumen und in der halben Zeit. (Abg. Scheibner: Mit dem doppelten Zeitdruck!) Ich muß sagen: Das geht nicht! Sie überfordern uns, Sie überfordern aber letztendlich auch Ihre eigenen Kollegen, und Sie überfordern das Parlament und damit die Qualität der österreichischen Politik! (Beifall beim Liberalen Forum sowie Beifall des Abg. Blünegger. )
Beifall beim Liberalen Forum sowie Beifall des Abg. Blünegger.
Heute machen Sie dasselbe mit dem doppelten Volumen und in der halben Zeit. (Abg. Scheibner: Mit dem doppelten Zeitdruck!) Ich muß sagen: Das geht nicht! Sie überfordern uns, Sie überfordern aber letztendlich auch Ihre eigenen Kollegen, und Sie überfordern das Parlament und damit die Qualität der österreichischen Politik! (Beifall beim Liberalen Forum sowie Beifall des Abg. Blünegger. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie nicht nur Sozialpartner sind, sondern zu Ihrem Abgeordnetenmandat – am echten Machtpol dieser Republik – stehen, dann können Sie hier nur schweigend mit dem Kopf nicken – oder Ihr Mandat zurücklegen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Dr. Vranitzky hat – auch nicht überraschend – dazugesagt: Oppositionelle Änderungswünsche werden in diesem Parlament keine Mehrheit finden. – Das ist die wahre "Einladung" zur Zusammenarbeit, meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Sie sollten nur den Mut haben, das auch so und nicht anders auszudrücken. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Jetzt sagt der Herr Bundesminister für Finanzen, das sei gar nicht so schlimm, denn pro einem Verfehlen von 0,3 Prozent in der Einschätzung des Wirtschaftswachstums sei das Nettodefizit nur mit 0,06 Prozent beeinflußt, und das wäre sozusagen verkraftbar. Herr Bundesminister! Ich glaube, Sie, Ihre Experten und Ihre Beamten wissen, daß diese 0,06 Prozent nicht stimmen werden. Wenn wir das Wirtschaftswachstum tatsächlich um einen Prozentpunkt verfehlen – und das ist durchaus realistisch, das ist keine Panikmache, meine Damen und Herren, sondern das ist eine Feststellung, und ich glaube, es ist immer gut, wenn man der Realität ins Auge sieht, sich darauf einstellt und sich nicht in einer Sicherheit wiegt, die nicht gegeben ist –, wenn wir 1996, also im ersten Budgetjahr, einen Rückgang des Wirtschaftswachstums von 1 Prozent haben werden, dann werden Sie mit mindestens 0,3 bis 0,4 Prozent Defizitsteigerung rechnen müssen. Da Sie aber so knapp daranliegen, macht es sehr wohl etwas aus, denn Sie haben Ihren vielbeschworenen Spielraum nicht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Bundesminister Mag. Klima: Beides!
Aber wenn Sie sie schon hineingeben, Herr Bundesminister, dann müssen wir uns auch darüber unterhalten, was Sie damit tun. Denn eines ist ja ganz klar, meine Damen und Herren: Privatisierungserlöse sind einmalige Erscheinungen. Sie gleichen dem Verkauf des Familiensilbers oder des Hauswaldes. Den kann man einmal schlagen, dann muß man 30 Jahre warten, und dann hat man vielleicht wieder ein Familiensilber. Aber was tun Sie damit? – Sie sagen in Ihrer Budgetrede richtig: Ich mache einen Technologiefonds. Forschung und Technologie: Das wäre ein an und für sich von uns geteilter richtiger Denkansatz. Aber auf einer anderen Seite sagen Sie: Das dient mir ja zur Reserve, zur Abdeckung des Budgetdefizits, sollte wider Erwarten das Wirtschaftswachstum nicht 1,6 Prozent betragen. Was gilt denn jetzt, Herr Bundesminister? (Bundesminister Mag. Klima: Beides!) – Ja, Herr Bundesminister, beides, das ist leicht gesagt. Sie meinen, dann, wenn Sie es nicht für die Abdeckung des Budgetdefizits brauchen, nehmen Sie es für die Forschung und für die Technologie. Ich sage Ihnen: Sie werden es brauchen, und daher wird für Forschung und die Technologie nichts – aber auch schon gar nichts! – übrigbleiben! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber wenn Sie sie schon hineingeben, Herr Bundesminister, dann müssen wir uns auch darüber unterhalten, was Sie damit tun. Denn eines ist ja ganz klar, meine Damen und Herren: Privatisierungserlöse sind einmalige Erscheinungen. Sie gleichen dem Verkauf des Familiensilbers oder des Hauswaldes. Den kann man einmal schlagen, dann muß man 30 Jahre warten, und dann hat man vielleicht wieder ein Familiensilber. Aber was tun Sie damit? – Sie sagen in Ihrer Budgetrede richtig: Ich mache einen Technologiefonds. Forschung und Technologie: Das wäre ein an und für sich von uns geteilter richtiger Denkansatz. Aber auf einer anderen Seite sagen Sie: Das dient mir ja zur Reserve, zur Abdeckung des Budgetdefizits, sollte wider Erwarten das Wirtschaftswachstum nicht 1,6 Prozent betragen. Was gilt denn jetzt, Herr Bundesminister? (Bundesminister Mag. Klima: Beides!) – Ja, Herr Bundesminister, beides, das ist leicht gesagt. Sie meinen, dann, wenn Sie es nicht für die Abdeckung des Budgetdefizits brauchen, nehmen Sie es für die Forschung und für die Technologie. Ich sage Ihnen: Sie werden es brauchen, und daher wird für Forschung und die Technologie nichts – aber auch schon gar nichts! – übrigbleiben! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist machbar, das ist legitim, aber Sie sollten es auch dokumentieren. Ein Unternehmer müßte hier einen Hinweis in seiner Bilanz machen. Sie waren lange genug Finanzvorstand in einem namhaften österreichischen Industrieunternehmen. Sie wissen das, Herr Minister! In diesem Punkt entspricht Ihre Vorgangsweise nicht der wünschenswerten Offenheit und Korrektheit, insbesondere nicht gegenüber diesem Haus, sonst hätten Sie eine Fußnote gemacht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf der Abg. Mag. Ederer.
Sie haben seinerzeit nach dem Gießkannenprinzip verteilt; wir haben das beklagt. Aber heute kürzen Sie mit dem Rasenmäher. Diesen Vorwurf müssen Sie sich gefallen lassen! Er ist richtig, und er kommt nicht nur von der Opposition, sondern von jedem, der sich mit Ihrer Sozialpolitik auseinandersetzt. Sie spüren es auch, Sie merken es, daß das nicht sozial ausgewogen ist, Frau Ederer! Leider Gottes! Und wir spüren das mit Ihnen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf der Abg. Mag. Ederer. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir wollen ein sozial ausgewogenes Paket, sozial ausgewogene Maßnahmen. Wir laden Sie zum wiederholten Male ein, unser Transfermodell zu studieren, festzustellen, daß es wohldurchdacht, schlüssig und verfassungskonform ist und vor allem sozialer Ausgewogenheit entgegenkommt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Hier, meine Damen und Herren, haben wir es mit einem Produkt des Mittelmaßes zu tun. Es ist einiges drinnen, Herr Bundesminister, von dem ich sagen kann: Jawohl, da habt ihr euch etwas getraut, verschiedene Punkte habt ihr angeknabbert, aber in toto ist es ein Produkt des Mittelmaßes. Wir werden aber mit Produkten des Mittelmaßes diese Republik nicht erneuern, wir werden sie nicht fit machen, wir werden nicht erreichen, was Sie selbst als Ihre fünf Ziele formulieren. Hiezu brauchen wir kein Mittelmaß, sondern hiefür bräuchten wir Innovation, und die, meine Damen und Herren, wird Ihnen mit diesem System der Sozialpartnerschaft, mit diesem ewigen Kompromissesuchen nicht gelingen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Tichy-Schreder schüttelt den Kopf.
Das, meine Damen und Herren, sind unsere Probleme. Bei den Strukturreformen sind Sie steckengeblieben. Dasselbe gilt aber auch für die Gewerbeordnung. Das, was Sie, Herr Dr. Stummvoll und Kollegen, an "Gewerbereform" zusammengebracht haben, ist es einfach nicht wert, Strukturreform genannt zu werden. Ein bißchen da, ein bißchen dort! (Abg. Tichy-Schreder schüttelt den Kopf.) Es tut mir leid, Frau Tichy-Schreder, daß es so ist. Sie sollten es auch wenigstens nicht allzu vehement bestreiten, sonst verlieren Sie an Glaubwürdigkeit. (Abg. Tichy-Schreder: Ich werde es Ihnen zeigen! – Abg. Dr. Schmidt: Sie haben es sich nicht einmal vorgenommen!)
Abg. Tichy-Schreder: Ich werde es Ihnen zeigen! – Abg. Dr. Schmidt: Sie haben es sich nicht einmal vorgenommen!
Das, meine Damen und Herren, sind unsere Probleme. Bei den Strukturreformen sind Sie steckengeblieben. Dasselbe gilt aber auch für die Gewerbeordnung. Das, was Sie, Herr Dr. Stummvoll und Kollegen, an "Gewerbereform" zusammengebracht haben, ist es einfach nicht wert, Strukturreform genannt zu werden. Ein bißchen da, ein bißchen dort! (Abg. Tichy-Schreder schüttelt den Kopf.) Es tut mir leid, Frau Tichy-Schreder, daß es so ist. Sie sollten es auch wenigstens nicht allzu vehement bestreiten, sonst verlieren Sie an Glaubwürdigkeit. (Abg. Tichy-Schreder: Ich werde es Ihnen zeigen! – Abg. Dr. Schmidt: Sie haben es sich nicht einmal vorgenommen!)
Abg. Dr. Schmidt: Sie wollen es ja nicht einmal!
Sie haben keine Gewerbereform durchgebracht, und Sie – nämlich Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, die Sie das vielleicht leichter vertreten können – werden sie auch nicht durchbringen, denn so wie bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit das Njet kommt, wird das Njet auch bei der Gewerbeordnung kommen. (Abg. Dr. Schmidt: Sie wollen es ja nicht einmal!) Das kommt darüber hinaus noch dazu: daß Sie es nur predigen, aber nicht wirklich wollen.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Haider nickt mit einer gewissen Skepsis.
Daher müssen Sie nicht stolz sein auf einen Finanzausgleich, den Sie jetzt für vier Jahre verlängert haben. Sie müssen sich schämen, denn Sie haben ein ganz wesentliches Kriterium in dieser Republik wieder nicht angegangen, und dieses Kriterium wäre, auch die Landeshauptleute und auch die Bürgermeister zum Sparen zu verpflichten. Der schönste Job in diesem Land ist der eines Landeshauptmannes. Das wird sogar Herr Dr. Haider bestätigen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Haider nickt mit einer gewissen Skepsis.) Das ist der schönste Job in diesem Land, denn über den Finanzausgleich bekommst du die "Marie" – und dann verteilst du nach eigenem Gutdünken. Und es schert keinen Menschen, daß wir in Kärnten 14 Beamte auf 100 Einwohner haben, obwohl wir es mit acht auch schaffen könnten.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Herr Kollege Haselsteiner! Sie wissen schon, daß die Länder- und Gemeindebudgets auch einbezogen sind!
Da sind die Widerstände, gegen die Sie sich nicht zu stellen wagen, da sind die Gruppeninteressen, da sind die Parteiinteressen verankert. Und wenn Sie die nicht aufbrechen, dann werden Sie dieses Land nicht in eine neue Zukunft führen können! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Herr Kollege Haselsteiner! Sie wissen schon, daß die Länder- und Gemeindebudgets auch einbezogen sind!) Lieber Andreas, ich glaube, ich weiß das fast so gut wie du, auch wenn ich nicht Professor in Innsbruck bin. (Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das scheint aber nicht durchzukommen!)
Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das scheint aber nicht durchzukommen!
Da sind die Widerstände, gegen die Sie sich nicht zu stellen wagen, da sind die Gruppeninteressen, da sind die Parteiinteressen verankert. Und wenn Sie die nicht aufbrechen, dann werden Sie dieses Land nicht in eine neue Zukunft führen können! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Herr Kollege Haselsteiner! Sie wissen schon, daß die Länder- und Gemeindebudgets auch einbezogen sind!) Lieber Andreas, ich glaube, ich weiß das fast so gut wie du, auch wenn ich nicht Professor in Innsbruck bin. (Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das scheint aber nicht durchzukommen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn ich dem jetzt entgegne und sage: Sehr geehrter Herr Bundesminister, jawohl, damit werden Sie einen Teil der in der Zwischenzeit verlorengegangenen 50 000 Arbeitsplätze wiederherstellen können, was sagen Sie denn dazu? Denn daß wir jetzt permanent Arbeitsplätze verlieren, das können Sie nachlesen, und zwar nicht nur in der Zeitung, sondern auch an den Indikatorenkann man das ablesen. Das, was Sie hier an beschäftigungsrelevanten Maßnahmen vorsehen, stellt bestenfalls wieder jenen Zustand her, den wir vor dieser bedauerlichen Krise, die in Ihrer Verantwortung liegt, hatten. Das ist nichts, worauf man stolz sein kann. Das ist die Mindestaufgabe, der Sie sich stellen müssen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube, die Unterschutzstellung der über Fünfzigjährigen ist nicht notwendig. Wir über Fünfzigjährigen brauchen keine Unterschutzstellung, wir wollen auch keine Unterschutzstellung. Wir wollen nicht stigmatisiert werden! Herr Stummvoll, ich glaube, da sollten Sie einen anderen Weg gehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube, wir sollten uns vielmehr darauf konzentrieren, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, daß wir mit großen Innovations- beziehungsweise Forschungsetats ausgestattete Offensiven nach Österreich locken können. Das werden Sie aber nicht zustande bringen können, wenn Sie rückwirkend Gesetze ändern und beliebig Verfassungsbestimmungen einführen, denn damit erschüttern Sie die Glaubwürdigkeit der österreichischen Finanzpolitik, das Vertrauen in die Kontinuität und in die Berechenbarkeit dermaßen, daß Sie jahrelang daran zu kauen haben werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Selbst wenn zurzeit die Bedingungen dafür günstig sind, da die Stärkung im Dienstleistungssektor in der volkswirtschaftlichen Entwicklung die Neugründung kleiner Unternehmungen mit wenig Arbeitskräften tendenziell fördert, darf man diese doch nicht durch 50 000 S an Mindestkörperschaftsteuer im Jahr der Gründung gleich wieder umbringen, Herr Minister, denn sonst hat man nichts davon! (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Sie sollten uns und auch die österreichische Bevölkerung darauf vorbereiten, daß das tendenziell ein Schritt in die richtige Richtung ist, der aber nicht mehr als die Qualität eines Notprogrammes hat und daß alles andere erst zu folgen hat. Sie sollten nicht denselben Fehler machen wie bei der EU-Debatte, wo Sie eine überwältigende Zustimmung bekommen haben und hinterher dann die volle Wahrheit stückerlweise zugeben mußten und zur entsprechenden Frustration der österreichischen Bevölkerung beigetragen haben. Diesen Fehler sollten Sie nicht noch einmal begehen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube, daß es viele Abgeordnete hier im Hause gibt und daß es auch viele Menschen in diesem Land gibt, die Vogel Strauß spielen wollen. Wenn der Herr Abgeordnete Höchtl gesagt hat: Wir von der Österreichischen Volkspartei spielen nicht mehr Vogel Strauß!, dann muß ich ihm sagen: Ja, aber die Augen sind noch vom Sand zugeklebt. Sie haben doch die Wahrheit noch nie gesehen, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bestreite vehement, daß es Ihnen gelungen ist, mit diesem Paket den Handlungsspielraum für öffentliche Leistungen in künftigen Budgets zu vergrößern. Das glaube ich Ihnen einfach nicht, und ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir das bei irgendeiner Gelegenheit vorrechnen würden. Ich sage: Sie kratzen, Sie schrammen gerade an den Vernunftgrenzen von Maastricht vorbei. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube, Sie haben mit diesem Paket, aber vor allem mit der Art und Weise des Zustandekommens und im Vorfeld dieses Pakets die Glaubwürdigkeit der österreichischen Politik nachhaltig beeinträchtigt, sonst müßten Sie sagen: Nein, alles geht, nur nicht rückwirkend und nur nicht mit dem Drüberfahren mit dem Verfassungsknüppel, denn jetzt haben wir die drei Stimmen. Ich darf dich neuerlich daran erinnern, Herr Klubobmann Khol: Gewöhne dich nicht an diese Mehrheit, du wirst sie auch wieder los werden! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen.
Was wir jetzt bräuchten, wäre eine große Strukturreform – vor allem eine ökologische Strukturreform – und nicht ein unter dem Druck der Maastricht-Kriterien, die bis 1997 erfüllt sein müssen, rasch, rasch zusammengeschustertes Budget. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es finden sich auch kleine Details im Umfeld dieser Budgetberatungen, die den Geist der Regierungsarbeit deutlich illustrieren. Wie ergeht es jetzt den Aktivistinnen und Aktivisten, die seinerzeit im Ennstal demonstriert haben? – Wir wissen, daß das Recht auf ihrer Seite war; der Verfassungsgerichtshof hat eindeutig entschieden: Das ist ein Schwarzbau, der dort errichtet wurde! Das Land Steiermark hatte nicht die erforderlichen Genehmigungen! Wie wird jetzt reagiert? – Sie lassen die Finanzprokuratur auf diese Studentinnen und Studenten los und belangen sie mit sechsstelligen Schadenersatzforderungen. Das ist die antiökologische Haltung, die im kleinen wie im großen aus diesen Budgets hervorleuchtet. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Das heißt, in Zeiten, in denen in manchen Bereichen ums Überleben gerungen wird, bei den Universitäten etwa um 1 Milliarde Schilling, deren Entfall dort zu dramatischen Schnitten führen würde, nehmen Sie ohne weiteres mehr als 1 Milliarde Schilling Zuwachs bei den Arbeitslosenunterstützungen in Kauf, statt daß Sie wirklich kreativ neue Wege suchen, um eine Umverteilung der Arbeitszeit auf mehr Menschen zu realisieren, statt daß Sie den Versuch unternehmen, mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen. Das ist ein dramatisches Versagen! Wie gesagt, wir werden uns am Ende des Jahres darüber zu unterhalten haben. Ich bin davon überzeugt, daß Ihre Zahlen nicht halten werden. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
All das bedeutet: Belastungen für die Familien von Studierenden und die Studierenden selbst, Belastungen für den Mittelbau – einmal mehr auch dort! –, Aufbau neuer Hierarchien und die Tatsache, daß die Frauen an den Universitäten von diesem Paket stärker betroffen werden als die Männer. Beispiel Universität Innsbruck: Frauen stellen bei den halbtags beschäftigten Vertragsassistenten einen Anteil von 37,3 Prozent, bei den habilitierten Assistenten hingegen einen Anteil von nur 8,8 Prozent. – Auch da gilt: Sie tun es versteckt und etwas zugedeckt, aber die Frauen- und Bildungsfeindlichkeit zieht sich durch das ganze Paket wie ein roter Faden! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mühlbachler: Dank der Grünen! – Abg. Großruck: Weil Sie die Bevölkerung aufgehetzt haben! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, daß die Studierenden von einem "volkswirtschaftlichen Wahnsinn" sprechen. Und die Art und Weise, wie Sie in den letzten Tagen das Parlament abriegeln mußten, wie Sie auch hier offenbar wirklich nur mehr ganz wenige Leute bis auf die Galerie vorlassen, spricht Bände. Das ist die erste Budgetberatung, bei der Sie dieses Haus vor der österreichischen Bevölkerung praktisch verschlossen halten – und das ist ein Skandal an sich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Mühlbachler: Dank der Grünen! – Abg. Großruck: Weil Sie die Bevölkerung aufgehetzt haben! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Koppler: Nur dann, wenn es Ihnen paßt!
Nicht "dank der Grünen", sondern dank dieser Ihrer unökologischen, unsozialen, unausgewogenen und unwirtschaftlichen Sparpolitik! Sie werden in Österreich die Demokratie nicht abschaffen! Und Demokratie heißt, daß Menschen ihren berechtigten Unmut auch zum Ausdruck bringen können – so wie Sie hier auch frei reden können! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Koppler: Nur dann, wenn es Ihnen paßt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Wir haben einen Rechtsstaat!
Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, haben für Ihre Klientel, für eine viel kleinere Bevölkerungsgruppe, der ich auch berechtigte Anliegen zugestehe, am Ballhausplatz mit einer Demonstration von Landwirten mit Traktoren – wie gesagt: berechtigte Anliegen! – über 1 Milliarde Schilling erfochten. Für diejenigen aber, die jetzt auch ihre berechtigten Anliegen anmelden, wollen Sie am liebsten nur Zäune errichten und Polizisten mit Schlagstöcken auftreten lassen! Das ist wider den Geist der Demokratie! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Wir haben einen Rechtsstaat!) – Da frage ich Sie: Wo war der Rechtsstaat bei den Demonstrationen der Landwirtinnen und Landwirte? (Abg. Großruck: Gestehen Sie Ihre Wahlniederlage ein! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wir sind in der zweiten Republik und nicht im Ständestaat!)
Abg. Großruck: Gestehen Sie Ihre Wahlniederlage ein! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wir sind in der zweiten Republik und nicht im Ständestaat!
Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, haben für Ihre Klientel, für eine viel kleinere Bevölkerungsgruppe, der ich auch berechtigte Anliegen zugestehe, am Ballhausplatz mit einer Demonstration von Landwirten mit Traktoren – wie gesagt: berechtigte Anliegen! – über 1 Milliarde Schilling erfochten. Für diejenigen aber, die jetzt auch ihre berechtigten Anliegen anmelden, wollen Sie am liebsten nur Zäune errichten und Polizisten mit Schlagstöcken auftreten lassen! Das ist wider den Geist der Demokratie! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Wir haben einen Rechtsstaat!) – Da frage ich Sie: Wo war der Rechtsstaat bei den Demonstrationen der Landwirtinnen und Landwirte? (Abg. Großruck: Gestehen Sie Ihre Wahlniederlage ein! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wir sind in der zweiten Republik und nicht im Ständestaat!)
Beifall bei den Grünen.
Eine einfache Rechnung zeigt es: 37,5 Beitragsjahre werden vom Pensionsantrittsalter abgezogen, das ergibt: 55 minus 37,5 ist gleich 17,5. Das heißt, alle Frauen, die eine etwas höhere Qualifikation haben, die über das Alter von 17 1/2 Jahren hinaus in Ausbildung stehen, können das gesetzliche Pensionsalter nicht mehr ausschöpfen! Das heißt, Sie haben auf kaltem Weg das Gleichbehandlungspaket entsorgt und damit gebrochen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundesminister! Ich ersuche Sie, uns hier zu erklären, weshalb Sie diese 200 Millionen Schilling Mehrkosten in Kauf nehmen und damit die Möglichkeiten der Republik Österreich für ökologische Überprüfungen schwächen! – Ich habe dafür kein Verständnis. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Damit haben Sie keine Sicherheit mehr, daß ökologische Ziele verfolgt werden. Gerade bei den Bundesforsten ist in der Vergangenheit sehr viel passiert. Ich vermisse jede kritische Haltung, wenn mit den Bundesforsten in derselben Art und Weise wie mit den Anteilen an irgendeiner Bank vorgegangen wird. – Der Wald ist nicht irgendeine Bank oder irgendeine Versicherungsanstalt oder irgendein Reisebüro! Da geht es um ein Zukunftskapital für Österreich – auch für künftige Generationen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Das Leben kostet Geld!
Wieder liegen dem keine Berechnungen der Grünen zugrunde, sondern Berechnungen der Wirtschaftsuniversität, des Wifo und ähnlicher Einrichtungen. Verkehrsunfälle zum Beispiel sind schwer zu beziffern. Die Wirtschaftsuniversität gibt einen approximativen Wert von 40 Milliarden Schilling an, das ist viel mehr als das ganze Wissenschaftsbudget, um gut ein Viertel mehr! Oder das Waldsterben ... (Abg. Großruck: Das Leben kostet Geld!) – Ja, man kann aber auch so leichtfertig damit umgehen, wie das heute im Straßenverkehr passiert. Man kann leichtfertig Hunderte Tote beziehungsweise Schwerverletzte in Kauf nehmen. Wir werden es nicht ganz vermeiden können, da gebe ich Ihnen schon recht, aber wir tun viel zu wenig, und dabei könnten wir gerade in diesem Bereich überaus sozial, ökologisch und vor allem human sparen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wieder liegen dem keine Berechnungen der Grünen zugrunde, sondern Berechnungen der Wirtschaftsuniversität, des Wifo und ähnlicher Einrichtungen. Verkehrsunfälle zum Beispiel sind schwer zu beziffern. Die Wirtschaftsuniversität gibt einen approximativen Wert von 40 Milliarden Schilling an, das ist viel mehr als das ganze Wissenschaftsbudget, um gut ein Viertel mehr! Oder das Waldsterben ... (Abg. Großruck: Das Leben kostet Geld!) – Ja, man kann aber auch so leichtfertig damit umgehen, wie das heute im Straßenverkehr passiert. Man kann leichtfertig Hunderte Tote beziehungsweise Schwerverletzte in Kauf nehmen. Wir werden es nicht ganz vermeiden können, da gebe ich Ihnen schon recht, aber wir tun viel zu wenig, und dabei könnten wir gerade in diesem Bereich überaus sozial, ökologisch und vor allem human sparen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich ersuche daher dringend – eigentlich sind Sie, Herr Finanzminister, aufgrund des Gesetzes, aufgrund des Bundeshaushaltsrechts auch dazu verpflichtet –, diese Kosten, diese Prognoseberechnungen, die Kosten einer unterlassenen, besseren Legistik, einer unterlassenen, besseren Administration zu berechnen. Und ich fordere Sie dringend auf, daß Sie sich gemeinsam mit diesem Haus, mit dem Budgetausschuß an die Arbeit machen und eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung auf eine neue Grundlage stellen. Was wir für Österreich brauchen, ist eine ökologische volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, und zwar eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, die sich vor allem dem Ziel verpflichtet fühlt, Schäden gar nicht erst entstehen zu lassen, denn dann werden wir uns in Zukunft derart dramatische, unsoziale und unausgewogene Sparpakete hoffentlich ersparen können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Daß dies freilich nicht ohne Opfer abgeht, ist klar. Jeder einzelne muß das Seine dazu beitragen, um diesen Grundkonsens nicht zu gefährden. Jeder einzelne muß etwas hergeben, um später auch etwas zu bekommen. Letztendlich muß jeder einzelne bereit sein, zum Wohle des Staatsganzen ein wenig zurückzustecken. Das ist hart, speziell für die Arbeitnehmer – keine Frage! Als Gewerkschafter weiß ich, meine sehr geehrten Damen und Herren, wovon ich spreche, doch genauso gut weiß ich, daß sich die Österreicherinnen und Österreicher zu jeder Zeit ihrer Verantwortung bewußt waren. Dafür möchte ich ihnen von dieser Stelle aus einmal meinen aufrichtigen Dank aussprechen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Den von Zukunftssorgen Geplagten wiederum muß ich klipp und klar sagen: Es braucht niemand Angst um unser Sozialsystem zu haben, es ist nicht, wie viele Berufspessimisten täglich zu wissen glauben, am Ende, sondern ganz im Gegenteil: Mit dem vorliegenden Konsolidierungsprogramm ist es nicht zuletzt uns Sozialdemokraten gelungen, das System der sozialen Sicherheit aufrechtzuerhalten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das soziale Netz hält und läßt nach wie vor keinen durchfallen, der tatsächlich Hilfe braucht. Durch die heute gesetzten Maßnahmen werden keineswegs die lang und hart erkämpften sozialen Errungenschaften von gestern untergraben oder abgeschafft, sondern vielmehr für morgen abgesichert. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber auch die vielerorts heftig diskutierte Anhebung der Anwartschaftzeiten von 26 auf 28 Wochen für einen neuerlichen Anspruch auf Arbeitslosengeld gibt es in Sparzeiten wie diesen nicht. Dies ist zweifellos ein Erfolg der Gewerkschaften, die dies entschieden abgelehnt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Nun zu einem zweiten Bereich, nämlich jenem der Pensionen. Wie Sie alle wissen, sind wir Sozialdemokraten in der letztjährigen Wahlauseinandersetzung dafür eingetreten, daß es zu keinem Eingriff in bestehende Pensionen kommen darf. Dieses Versprechen haben wir gehalten, denn unser Pensionssystem wird durch zeitgemäße Reformen sogar weiterhin abgesichert. Das gesetzliche Pensionsantrittsalter bleibt auch für die Frühpension mit 55 beziehungsweise 60 Jahren unverändert. Durch überschaubare Übergangsregelungen konnten wir abrupte Änderungen vermeiden. Und letztendlich wird durch die stärkere Berücksichtigung der Versicherungs- und Beitragsmonate ein Mehr an Gerechtigkeit im System erreicht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Gemeint ist damit allerdings oft die Flexibilisierung nach unten: Lohnkosten sollen gesenkt werden, Regelarbeitszeiten auch auf Wochenenden ausgeweitet werden, vielen Unternehmern geht es letztendlich um Kostensenkungsprogramme auf Kosten der Arbeitnehmer. Gestern hat der ÖAAB mit seinem Obmann Höchtl das Zauberwort "Flexibilisierung" entdeckt, doch anscheinend vergessen, daß der Zug "Flexibilisierung" seit langem auf Schienen steht, daß vieles geschehen ist, daß der Zug schon lange aus dem Bahnhof draußen ist. Wahrscheinlich schaut der ÖAAB jetzt noch, daß er den letzten Puffer erwischt und mitaufspringen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Es kann auch ein Arbeitnehmer wirtschaftliche Interessen vertreten!
Ich habe sehr genau die Meinungen und die Presseaussendung gelesen, aber Vorteile für die Arbeitnehmer habe ich als Interessenvertreter der Arbeitnehmer nicht feststellen können. Diese Aussendung, die Kollege Höchtl gemacht hat, hätte ohne weiteres – und da hätte ich es akzeptiert! – von Kollegen Dr. Stummvoll kommen können. (Abg. Schwarzenberger: Es kann auch ein Arbeitnehmer wirtschaftliche Interessen vertreten!) Dann sollte er einmal die Presseaussendung seines Fraktionskollegen Neugebauer lesen, und dann soll er sich mit dem Kollegen Neugebauer in dieser Frage auseinandersetzen, der teilt nämlich diese Aussage nicht, diese Presseaussendung, so glaube ich, ist nachzulesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe sehr genau die Meinungen und die Presseaussendung gelesen, aber Vorteile für die Arbeitnehmer habe ich als Interessenvertreter der Arbeitnehmer nicht feststellen können. Diese Aussendung, die Kollege Höchtl gemacht hat, hätte ohne weiteres – und da hätte ich es akzeptiert! – von Kollegen Dr. Stummvoll kommen können. (Abg. Schwarzenberger: Es kann auch ein Arbeitnehmer wirtschaftliche Interessen vertreten!) Dann sollte er einmal die Presseaussendung seines Fraktionskollegen Neugebauer lesen, und dann soll er sich mit dem Kollegen Neugebauer in dieser Frage auseinandersetzen, der teilt nämlich diese Aussage nicht, diese Presseaussendung, so glaube ich, ist nachzulesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber eines sage ich Ihnen zum wiederholten Male, ohne meine Grundsatzposition und die Position der Gewerkschaften insgesamt zum Thema Flexibilisierung zu wiederholen: Ein "Njet" zu Ihren Vorstellungen, wie Sie sich die Flexibilisierung vorstellen, wird es geben. Es wird nämlich nur dann eine Flexibilisierung geben, wenn es Vorteile für beide Seiten, vor allem klar erkennbare Vorteile für die Arbeitnehmer gibt. Aber diese sehe ich bei Ihren Vorschlägen nicht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch all diesen Forderungen werden wir eine klare Absage erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Erst soziale Sicherheit gewährleistet wirtschaftliche Erfolge. Diese Maxime bewährt sich immer wieder. Auch jene Länder, die versuchen, mit liberalen Regelungen zum Erfolg zu kommen, werden das früher oder später zur Kenntnis nehmen müssen. Deshalb bin ich darüber erfreut, daß es bei uns zu keinem Rückbau des Sozialstaates nach dem Muster Englands oder Frankreichs gekommen ist. Auch wenn viele das immer wieder fordern. Make jobs: hire and fire!, und die Klasse der Working poor wird es bei uns nicht geben. Die Gewerkschaften in diesem Lande waren und bleiben Garant dafür. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Koppler: Wie wenn es ausgemacht wäre!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet ist nunmehr Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. – Bitte, Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort. (Abg. Koppler: Wie wenn es ausgemacht wäre!)
Abg. Nürnberger: Das wäre schlecht!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es schadet gar nicht, wenn die Abfolge eine gewisse sozialpartnerschaftliche Achse, Herr Kollege Nürnberger, hier zum Ausdruck bringt. Auch wenn wir nicht in allen Details einer Meinung sind (Abg. Nürnberger: Das wäre schlecht!) , so glaube ich doch, daß uns der Grundkonsens eint. Und ich glaube, das ist gut so. Das ist gut für den sozialen Frieden und die Stabilität in diesem Land, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es schadet gar nicht, wenn die Abfolge eine gewisse sozialpartnerschaftliche Achse, Herr Kollege Nürnberger, hier zum Ausdruck bringt. Auch wenn wir nicht in allen Details einer Meinung sind (Abg. Nürnberger: Das wäre schlecht!) , so glaube ich doch, daß uns der Grundkonsens eint. Und ich glaube, das ist gut so. Das ist gut für den sozialen Frieden und die Stabilität in diesem Land, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Dann haben Sie schlecht aufgepaßt, Herr Kollege!
In diesem Zusammenhang muß ich schon eines sehr deutlich sagen: Ich habe bei allen Oppositionsrednern sehr gut aufgepaßt. Die Oppositionsreden waren für mich ein Beweis dafür, meine Damen und Herren, daß es im Grunde keine realistische Alternative zu diesem Paket gibt. (Abg. Ing. Reichhold: Dann haben Sie schlecht aufgepaßt, Herr Kollege!)
Abg. Meisinger: Wie war das in Tirol?
Das ist auch der klassische Unterschied zwischen Regierungspolitik und Oppositionspolitik. Die Opposition zeigt auf (Abg. Meisinger: Wie war das in Tirol?), kritisiert, was alles schlecht ist, was alles nicht geht, zum Teil mit einer Arroganz... (Abg. Dr. Haselsteiner: Die Sie auch an den Tag legen!) Herr Kollege Haselsteiner! Sie wissen, ich schätze Sie als erfolgreichen Unternehmer, aber bei der Arroganz (Abg. Dr. Haselsteiner: Das sind Sie, Herr Kollege!), die aus Ihren Worten spricht, müßte man annehmen, daß Sie im Besitz der absoluten Wahrheit und Weisheit sind. Seien Sie doch so ehrlich: In diesem Besitz sind Sie nicht, Herr Kollege Haselsteiner. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Sie und der Nürnberger, Sie besitzen sie!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Die Sie auch an den Tag legen!
Das ist auch der klassische Unterschied zwischen Regierungspolitik und Oppositionspolitik. Die Opposition zeigt auf (Abg. Meisinger: Wie war das in Tirol?), kritisiert, was alles schlecht ist, was alles nicht geht, zum Teil mit einer Arroganz... (Abg. Dr. Haselsteiner: Die Sie auch an den Tag legen!) Herr Kollege Haselsteiner! Sie wissen, ich schätze Sie als erfolgreichen Unternehmer, aber bei der Arroganz (Abg. Dr. Haselsteiner: Das sind Sie, Herr Kollege!), die aus Ihren Worten spricht, müßte man annehmen, daß Sie im Besitz der absoluten Wahrheit und Weisheit sind. Seien Sie doch so ehrlich: In diesem Besitz sind Sie nicht, Herr Kollege Haselsteiner. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Sie und der Nürnberger, Sie besitzen sie!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Das sind Sie, Herr Kollege!
Das ist auch der klassische Unterschied zwischen Regierungspolitik und Oppositionspolitik. Die Opposition zeigt auf (Abg. Meisinger: Wie war das in Tirol?), kritisiert, was alles schlecht ist, was alles nicht geht, zum Teil mit einer Arroganz... (Abg. Dr. Haselsteiner: Die Sie auch an den Tag legen!) Herr Kollege Haselsteiner! Sie wissen, ich schätze Sie als erfolgreichen Unternehmer, aber bei der Arroganz (Abg. Dr. Haselsteiner: Das sind Sie, Herr Kollege!), die aus Ihren Worten spricht, müßte man annehmen, daß Sie im Besitz der absoluten Wahrheit und Weisheit sind. Seien Sie doch so ehrlich: In diesem Besitz sind Sie nicht, Herr Kollege Haselsteiner. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Sie und der Nürnberger, Sie besitzen sie!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Sie und der Nürnberger, Sie besitzen sie!
Das ist auch der klassische Unterschied zwischen Regierungspolitik und Oppositionspolitik. Die Opposition zeigt auf (Abg. Meisinger: Wie war das in Tirol?), kritisiert, was alles schlecht ist, was alles nicht geht, zum Teil mit einer Arroganz... (Abg. Dr. Haselsteiner: Die Sie auch an den Tag legen!) Herr Kollege Haselsteiner! Sie wissen, ich schätze Sie als erfolgreichen Unternehmer, aber bei der Arroganz (Abg. Dr. Haselsteiner: Das sind Sie, Herr Kollege!), die aus Ihren Worten spricht, müßte man annehmen, daß Sie im Besitz der absoluten Wahrheit und Weisheit sind. Seien Sie doch so ehrlich: In diesem Besitz sind Sie nicht, Herr Kollege Haselsteiner. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Sie und der Nürnberger, Sie besitzen sie!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Na, die haben Sie!
Es war auch nicht im Sinne der Glaubwürdigkeit der Politik, Herr Kollege. (Abg. Dr. Haselsteiner: Na, die haben Sie!) – ich hätte das nicht gesagt, wenn Sie nicht ständig dazwischenrufen würden –, hier herzugehen, einen Stoß Papier herzulegen und einerseits zu erklären, es bleibe keine Zeit, das durchzuschauen, andererseits aber so zu tun, als hätten Sie alles peinlichst genau durchgesehen. Das war eine Doppelmühle, die Sie sich selbst aufgemacht haben. Entweder haben Sie es durchgearbeitet, dann konnten Sie hier reden und kritisieren – oder Sie haben es nicht durcharbeiten können, dann haben Sie von etwas gesprochen, was Sie gar nicht wissen. Entscheiden Sie sich für eine der beiden Varianten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es war auch nicht im Sinne der Glaubwürdigkeit der Politik, Herr Kollege. (Abg. Dr. Haselsteiner: Na, die haben Sie!) – ich hätte das nicht gesagt, wenn Sie nicht ständig dazwischenrufen würden –, hier herzugehen, einen Stoß Papier herzulegen und einerseits zu erklären, es bleibe keine Zeit, das durchzuschauen, andererseits aber so zu tun, als hätten Sie alles peinlichst genau durchgesehen. Das war eine Doppelmühle, die Sie sich selbst aufgemacht haben. Entweder haben Sie es durchgearbeitet, dann konnten Sie hier reden und kritisieren – oder Sie haben es nicht durcharbeiten können, dann haben Sie von etwas gesprochen, was Sie gar nicht wissen. Entscheiden Sie sich für eine der beiden Varianten! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Da muß ich sagen, das ist Arroganz!
Herr Kollege Haselsteiner! Ich weiß, es muß nicht jeder erfolgreiche Unternehmer auch ein erfolgreicher Politiker sein. Das weiß ich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Da muß ich sagen, das ist Arroganz!) Herr Kollege Haselsteiner! Gerade, weil Sie Unternehmer sind (Abg. Dr. Haselsteiner: Es ist Arroganz, einem erfolgreichen Unternehmer die Politikfähigkeit abzusprechen!), wissen Sie, daß es eine Reihe von Entwicklungen gibt... (Abg. Dr. Haselsteiner: Und das von einem Generalsekretär einer Kammer, wo ich Pflichtmitglied bin!) Gerade, weil Sie Unternehmer sind, wissen, daß es eine Reihe von Entwicklungen gibt (Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist Arroganz, Herr Stummvoll!), die sich dem Einfluß der Regierungspolitik entziehen.
Abg. Dr. Haselsteiner: Es ist Arroganz, einem erfolgreichen Unternehmer die Politikfähigkeit abzusprechen!
Herr Kollege Haselsteiner! Ich weiß, es muß nicht jeder erfolgreiche Unternehmer auch ein erfolgreicher Politiker sein. Das weiß ich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Da muß ich sagen, das ist Arroganz!) Herr Kollege Haselsteiner! Gerade, weil Sie Unternehmer sind (Abg. Dr. Haselsteiner: Es ist Arroganz, einem erfolgreichen Unternehmer die Politikfähigkeit abzusprechen!), wissen Sie, daß es eine Reihe von Entwicklungen gibt... (Abg. Dr. Haselsteiner: Und das von einem Generalsekretär einer Kammer, wo ich Pflichtmitglied bin!) Gerade, weil Sie Unternehmer sind, wissen, daß es eine Reihe von Entwicklungen gibt (Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist Arroganz, Herr Stummvoll!), die sich dem Einfluß der Regierungspolitik entziehen.
Abg. Dr. Haselsteiner: Und das von einem Generalsekretär einer Kammer, wo ich Pflichtmitglied bin!
Herr Kollege Haselsteiner! Ich weiß, es muß nicht jeder erfolgreiche Unternehmer auch ein erfolgreicher Politiker sein. Das weiß ich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Da muß ich sagen, das ist Arroganz!) Herr Kollege Haselsteiner! Gerade, weil Sie Unternehmer sind (Abg. Dr. Haselsteiner: Es ist Arroganz, einem erfolgreichen Unternehmer die Politikfähigkeit abzusprechen!), wissen Sie, daß es eine Reihe von Entwicklungen gibt... (Abg. Dr. Haselsteiner: Und das von einem Generalsekretär einer Kammer, wo ich Pflichtmitglied bin!) Gerade, weil Sie Unternehmer sind, wissen, daß es eine Reihe von Entwicklungen gibt (Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist Arroganz, Herr Stummvoll!), die sich dem Einfluß der Regierungspolitik entziehen.
Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist Arroganz, Herr Stummvoll!
Herr Kollege Haselsteiner! Ich weiß, es muß nicht jeder erfolgreiche Unternehmer auch ein erfolgreicher Politiker sein. Das weiß ich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Da muß ich sagen, das ist Arroganz!) Herr Kollege Haselsteiner! Gerade, weil Sie Unternehmer sind (Abg. Dr. Haselsteiner: Es ist Arroganz, einem erfolgreichen Unternehmer die Politikfähigkeit abzusprechen!), wissen Sie, daß es eine Reihe von Entwicklungen gibt... (Abg. Dr. Haselsteiner: Und das von einem Generalsekretär einer Kammer, wo ich Pflichtmitglied bin!) Gerade, weil Sie Unternehmer sind, wissen, daß es eine Reihe von Entwicklungen gibt (Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist Arroganz, Herr Stummvoll!), die sich dem Einfluß der Regierungspolitik entziehen.
Abg. Dr. Haselsteiner: Sie sollten das Wort "Arroganz" nicht in den Mund nehmen!
Wir haben heute die Billigkonkurrenz aus Osteuropa (Abg. Dr. Haselsteiner: Sie sollten das Wort "Arroganz" nicht in den Mund nehmen!), die Globalisierung des Wettbewerbs, und das ist kein Ergebnis einer Regierungspolitik, da müssen wir neue Rahmenbedingungen schaffen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Sie sollten das Wort "Arroganz" nicht in den Mund nehmen!) Schauen Sie, mit der Lautstärke steigt nicht die Stärke Ihrer Argumente, Herr Kollege Haselsteiner! Auch das sollte man einmal sehr deutlich sagen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Sie sollten das Wort "Arroganz" nicht in den Mund nehmen!
Wir haben heute die Billigkonkurrenz aus Osteuropa (Abg. Dr. Haselsteiner: Sie sollten das Wort "Arroganz" nicht in den Mund nehmen!), die Globalisierung des Wettbewerbs, und das ist kein Ergebnis einer Regierungspolitik, da müssen wir neue Rahmenbedingungen schaffen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Sie sollten das Wort "Arroganz" nicht in den Mund nehmen!) Schauen Sie, mit der Lautstärke steigt nicht die Stärke Ihrer Argumente, Herr Kollege Haselsteiner! Auch das sollte man einmal sehr deutlich sagen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben heute die Billigkonkurrenz aus Osteuropa (Abg. Dr. Haselsteiner: Sie sollten das Wort "Arroganz" nicht in den Mund nehmen!), die Globalisierung des Wettbewerbs, und das ist kein Ergebnis einer Regierungspolitik, da müssen wir neue Rahmenbedingungen schaffen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Sie sollten das Wort "Arroganz" nicht in den Mund nehmen!) Schauen Sie, mit der Lautstärke steigt nicht die Stärke Ihrer Argumente, Herr Kollege Haselsteiner! Auch das sollte man einmal sehr deutlich sagen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Tun Sie das!
Ich glaube, wir sollten hier ehrlich und sachgerecht diskutieren. (Abg. Dr. Haselsteiner: Tun Sie das!) Das ist keine Plattform für Tageshickhack, für Tiraden und für leere Worthülsen. Wir haben bis Ende April Zeit (Abg. Dr. Haselsteiner: Aber bitte ohne Pauschalurteile!), dieses Paket zu diskutieren. Dazu ist das Parlament da.
Abg. Dr. Haselsteiner: Aber bitte ohne Pauschalurteile!
Ich glaube, wir sollten hier ehrlich und sachgerecht diskutieren. (Abg. Dr. Haselsteiner: Tun Sie das!) Das ist keine Plattform für Tageshickhack, für Tiraden und für leere Worthülsen. Wir haben bis Ende April Zeit (Abg. Dr. Haselsteiner: Aber bitte ohne Pauschalurteile!), dieses Paket zu diskutieren. Dazu ist das Parlament da.
Abg. Dr. Haselsteiner: Sie werden mir doch nicht das Arbeiten beibringen wollen!
Herr Kollege Haselsteiner! Zu Ihren Aussagen: Ich war überrascht, wie wehleidig Sie hier davon gesprochen haben, wieviel Arbeit uns bevorsteht. Wir sind vom Volk dazu gewählt, daß wir hier arbeiten, und nicht, um nur Wirtshaustischpolitik zu betreiben (Abg. Dr. Haselsteiner: Sie werden mir doch nicht das Arbeiten beibringen wollen!) und Worthülsen von uns zu geben. Das ist harte Arbeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Haselsteiner! Zu Ihren Aussagen: Ich war überrascht, wie wehleidig Sie hier davon gesprochen haben, wieviel Arbeit uns bevorsteht. Wir sind vom Volk dazu gewählt, daß wir hier arbeiten, und nicht, um nur Wirtshaustischpolitik zu betreiben (Abg. Dr. Haselsteiner: Sie werden mir doch nicht das Arbeiten beibringen wollen!) und Worthülsen von uns zu geben. Das ist harte Arbeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist eine Auseinandersetzung von arroganten "Argumenten"!
Ich gebe zu, das ist harte Arbeit. Wir haben auch in den letzten Wochen oft bis vier Uhr früh verhandelt, und wir haben Samstag gearbeitet, wir haben Sonntag gearbeitet. (Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist eine Auseinandersetzung von arroganten "Argumenten"!) Das steht Ihnen noch bevor. Wir scheuen uns nicht zuzugeben: Das ist harte Arbeit. Das sind auch schmerzhafte Maßnahmen. Gar keine Frage! (Abg. Dr. Frischenschlager: Sie verhöhnen das Parlament!) Sie haben überhaupt keinen konstruktiven Vorschlag vorgelegt.
Abg. Dr. Frischenschlager: Sie verhöhnen das Parlament!
Ich gebe zu, das ist harte Arbeit. Wir haben auch in den letzten Wochen oft bis vier Uhr früh verhandelt, und wir haben Samstag gearbeitet, wir haben Sonntag gearbeitet. (Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist eine Auseinandersetzung von arroganten "Argumenten"!) Das steht Ihnen noch bevor. Wir scheuen uns nicht zuzugeben: Das ist harte Arbeit. Das sind auch schmerzhafte Maßnahmen. Gar keine Frage! (Abg. Dr. Frischenschlager: Sie verhöhnen das Parlament!) Sie haben überhaupt keinen konstruktiven Vorschlag vorgelegt.
Abg. Dr. Frischenschlager: Sie hocken in der Kammer! Sie verhöhnen das Parlament!
Meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Frischenschlager: Sie hocken in der Kammer! Sie verhöhnen das Parlament!) Das ist der Unterschied zwischen Sachpolitik als Zukunftssicherung und Tageshickhack, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Frischenschlager: Ohne Ihre Bürokraten wären Sie nichts!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Frischenschlager: Ohne Ihre Bürokraten wären Sie nichts!
Meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Frischenschlager: Sie hocken in der Kammer! Sie verhöhnen das Parlament!) Das ist der Unterschied zwischen Sachpolitik als Zukunftssicherung und Tageshickhack, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Frischenschlager: Ohne Ihre Bürokraten wären Sie nichts!)
Abg. Dr. Frischenschlager: Gar nicht! Überhaupt nicht!
Warum sind Sie denn so aufgeregt? ( Abg. Dr. Frischenschlager: Gar nicht! Überhaupt nicht!) So aufgeregt kann man nur sein, wenn man glaubt, im Besitz der absoluten Weisheit zu sein. (Abg. Dr. Frischenschlager: Aber Sie haben sie!) Dann ist man natürlich konsterniert, wenn man erfährt, man ist nicht im Besitz der absoluten Weisheit, Herr Kollege Frischenschlager! (Abg. Dr. Haselsteiner: Die Weisheit haben doch schon Sie! Die Abgeordneten, die Unternehmer sind, sollen ja hier möglichst den Mund halten!) Herr Kollege Haselsteiner! Sie kennen mich lang genug, ich bin der letzte, der hier Schönfärberei betreibt.
Abg. Dr. Frischenschlager: Aber Sie haben sie!
Warum sind Sie denn so aufgeregt? ( Abg. Dr. Frischenschlager: Gar nicht! Überhaupt nicht!) So aufgeregt kann man nur sein, wenn man glaubt, im Besitz der absoluten Weisheit zu sein. (Abg. Dr. Frischenschlager: Aber Sie haben sie!) Dann ist man natürlich konsterniert, wenn man erfährt, man ist nicht im Besitz der absoluten Weisheit, Herr Kollege Frischenschlager! (Abg. Dr. Haselsteiner: Die Weisheit haben doch schon Sie! Die Abgeordneten, die Unternehmer sind, sollen ja hier möglichst den Mund halten!) Herr Kollege Haselsteiner! Sie kennen mich lang genug, ich bin der letzte, der hier Schönfärberei betreibt.
Abg. Dr. Haselsteiner: Die Weisheit haben doch schon Sie! Die Abgeordneten, die Unternehmer sind, sollen ja hier möglichst den Mund halten!
Warum sind Sie denn so aufgeregt? ( Abg. Dr. Frischenschlager: Gar nicht! Überhaupt nicht!) So aufgeregt kann man nur sein, wenn man glaubt, im Besitz der absoluten Weisheit zu sein. (Abg. Dr. Frischenschlager: Aber Sie haben sie!) Dann ist man natürlich konsterniert, wenn man erfährt, man ist nicht im Besitz der absoluten Weisheit, Herr Kollege Frischenschlager! (Abg. Dr. Haselsteiner: Die Weisheit haben doch schon Sie! Die Abgeordneten, die Unternehmer sind, sollen ja hier möglichst den Mund halten!) Herr Kollege Haselsteiner! Sie kennen mich lang genug, ich bin der letzte, der hier Schönfärberei betreibt.
Abg. Dr. Frischenschlager: Wollen wir nicht arrogant sein! – Abg. Dr. Haselsteiner: Wenn Sie die Unternehmer der Politikunfähigkeit bezichtigen...!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Meine Damen und Herren! Wenn man die Aufregung auf den heutigen Tag gleichmäßig verteilt, dann kommen wir ganz gut aus. (Abg. Dr. Frischenschlager: Wollen wir nicht arrogant sein! – Abg. Dr. Haselsteiner: Wenn Sie die Unternehmer der Politikunfähigkeit bezichtigen...!) – Herr Dr. Stummvoll, Sie sind am Wort! – Bitte.
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (fortsetzend): Ich wiederhole noch einmal, damit es hier keine Mißverstände gibt, ich mache aber keine tatsächliche Berichtigung. Ich habe gesagt: Nicht jeder erfolgreiche Unternehmer muß ein erfolgreicher Politiker sein. Dazu gibt es Beispiele aus der Geschichte aller Länder. Mehr habe ich nicht gesagt. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und beim Liberalen Forum!
Meine Damen und Herren! Ich muß noch ein Letztes im Sinne meiner eigenen Glaubwürdigkeit sagen: Natürlich enthält dieses Paket auch Maßnahmen, die mir nicht gefallen. Natürlich vertrete ich die Auffassung, wir müssen auch noch einen Feinschliff in den Ausschüssen durchführen. So ist es ja nicht, wie manche glauben. Es steht uns Ausschußarbeit bevor. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und beim Liberalen Forum!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich sage, Herr Minister, zum Beispiel: Alle jene Bestimmungen, die de facto rückwirkenden Charakter haben, sind schädigend für das Image des Wirtschaftslandes Österreich. Da müssen wir einen Feinschliff und Klarstellungen im Ausschuß noch durchführen – auch wenn wir insgesamt zum Paket stehen und nicht daran denken, das Paket noch einmal aufzuschnüren. Denn dieses Paket, meine Damen und Herren, ist Zukunftssicherung für unser Land und Zukunfssicherung für die Arbeitsplätze in Österreich. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gelangt nunmehr Herr Abgeordneter Dr. Haider. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Rufe und Gegenrufe bei der ÖVP und beim Liberalen Forum. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Aber gestatten Sie, Herr Kollege Stummvoll, Ihnen das auch zurückzugeben: Es muß wirklich nicht jeder Kammerbürokrat auch geeignet sein, den Unternehmern Ratschläge zu geben (Beifall bei den Freiheitlichen), denn Sie sind es letztlich, die in diesem Land einen Zustand herbeigeführt haben, daß wir, weil die Wirtschaft unter die Käseglocke des Kammerapparates, sowohl der Arbeiterkammer als auch der Bundeswirtschaftskammer, gestellt wurde, in zehn Jahren 700 Milliarden Schilling mehr Schulden zu bedienen haben und die Wirtschaft am Boden liegt,
Beifall bei den Freiheitlichen.
Erklären Sie mir, Herr Dr. Stummvoll, was von diesen Punkten in die neuen Regierungsmaßnahmen eingeflossen ist, die Sie mit Ihrer Stimme unterstützen und wozu Sie ja gesagt haben? – Kein einziger Punkt ist hier eingeflossen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall und Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.
Daher sage ich auch: Man soll die Leute nicht für blöd verkaufen, aber das Gegenteil wird gemacht. Die Bundeskammer macht eine Unterschriftenaktion gegen die Getränkesteuer – aber im Haus stimmen Sie für die Beibehaltung der Getränkesteuer, Herr Dr. Stummvoll! Das ist die Realität! (Beifall und Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall und Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.
Die Bundeskammer verlangt eine Senkung der Mehrwertsteuersätze zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit – aber hier im Haus stimmen Maderthaner und Stummvoll gegen die Senkung der Mehrwertsteuer. Das ist die Realität! So machen Sie Politik! (Beifall und Oh-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man kann nicht auf die Dauer mit gespaltener Zunge sprechen. Unsere Aufgabe wird es sein, wenn Sie die Leute vor der Wahl erfolgreich angelogen haben, Ihnen zu beweisen, daß Sie mit dieser Methode nicht lange erfolgreich Politik machen können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Zwischen Wirtschaftskammer und Bundesregierung ist ein kleiner Unterschied!
Meine Damen und Herren! Nicht nur die Bundeskammer, auch die Gewerkschaft, auch die Arbeiterkammer richten dringende Briefe an das Parlament und an die Abgeordneten, so etwa der Kärntner Präsident der Arbeiterkammer Josef Quantschnigg. Er ist auch ein Sozialpartner. Er schreibt uns jetzt, wir mögen uns dafür einsetzen, daß diese Mißstände bei der geplanten Maut abgestellt, daß die Wettbewerbsnachteile für einzelne Bundesländer beseitigt werden. Jetzt kenne ich mich nicht mehr aus: Da loben die Sozialpartnervertreter, wie das alles funktioniert, da werden die Leute mit einem Bundeswirtschaftskammer-Wirtschaftsprogramm hinters Licht geführt, das jedoch in Ihre Politik überhaupt nicht mehr einfließt. Oder sind Sie in den Verhandlungen untergegangen? – Normalerweise müßten Sie heute im Adamskostüm hier stehen – und nicht den Bundeskanzler so publizieren! So hat man Sie offenbar bei den Verhandlungen über den Tisch gezogen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Zwischen Wirtschaftskammer und Bundesregierung ist ein kleiner Unterschied!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister Klima! Bei allem Verständnis: Halten Sie uns bitte nicht für so naiv, daß wir Ihnen das abnehmen, daß 79,9 Milliarden Schilling an neuen Belastungen ein Drittel ist und daß zwei Drittel 66 Milliarden Schilling sind! – Ich weiß nicht, in welche Schule Sie gegangen sind. Sie haben ja angeblich 32 Semester studiert. Vielleicht haben Sie einen Ausbildungslehrgang noch nicht abgeschlossen. Erklären Sie uns, welche neue Rechenart Sie in Österreich einführen wollen, damit das stimmt, was Sie uns hier vorgegeben haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold .
Aber wir brauchen Chancengleichheit, meine Damen und Herren! Das sind Strukturänderungen, um die es geht, für die wir kämpfen, weil wir Chancengleichheit auf allen Ebenen für die Bürger dieses Landes sichergestellt wissen wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold .)
Abg. Dr. Nowotny: Wieder nicht verstanden! Es ist genau das Gegenteil!
Meine Damen und Herren! Wie ernst halten Sie es mit den Aussagen auf Ihrem Flugblatt? – Da sind Sie die Kämpfer für die Überstundenzuschläge der Arbeitnehmer. Jetzt sagen Sie: Wir gleichen das mit mehr Freizeit aus. – Das ist eine Doppelstrategie, die nicht aufgehen wird, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Nowotny: Wieder nicht verstanden! Es ist genau das Gegenteil!) – Sie verstehen nie etwas. Sie verstehen nie etwas (Abg. Dr. Nowotny: Besser als
Abg. Dr. Nowotny: Sie sind schlecht informiert!
Sie können nicht sagen: Wir kämpfen für Überstundenzuschläge!, und jetzt auf einmal sagen Sie: Nein, das alles ist nicht mehr so wichtig, jetzt machen wir ein Zeitausgleichsbudget! – Das mag vernünftig oder unvernünftig sein. Aber tun Sie nicht so, als würden Sie Arbeitnehmerinteressen vertreten und schützen, wenn Sie gleichzeitig 14 Tage nach der Wahl die Verhandlungen beginnen, um Überstundenzuschläge in Zukunft in Frage zu stellen. (Abg. Dr. Nowotny: Sie sind schlecht informiert!)
Beifall den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Sie müssen sich informieren!
Ich stehe auf dem Standpunkt, daß Überstundenzuschläge etwas sehr Sinnvolles sind, und zwar deshalb, weil jene Arbeitnehmer, die sich anstrengen, gefälligst auch etwas verdienen dürfen sollen. Und wer etwas verdienen darf, wird auch ein guter Konsument sein. Denn die fleißigen Leute in diesem Lande schaffen etwas: Sie bauen Häuser, richten Wohnungen ein, kaufen sich Konsumgüter mit dem, was sie verdient haben. Sie drehen ihnen das jetzt ab und sagen: Ihr dürft zwar täglich mehr arbeiten, zehn Stunden, zwölf Stunden, bekommt einen Zeitausgleich, aber ihr verdient nicht mehr! – Das heißt, bei mehr Arbeitszeit weniger verdienen. Und dann soll ich mehr Freizeit haben?! – Das ist eine Sache, die nicht funktionieren wird, Herr Ökonom, Herr Professor Nowotny, denn das ist ein hanebüchener Unsinn! (Beifall den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Nowotny: Sie müssen sich informieren!)
Abg. Dr. Nowotny: Das stimmt nicht, was Sie da sagen!
Das ist Ihr einziges Argument, das Sie haben. Sie schütteln dann den Kopf, weil Sie es gewohnt sind, daß Ihre Studenten nicht widersprechen dürfen. Aber hier sollten Sie einmal eine Ausbildung nehmen... (Abg. Dr. Nowotny: Das stimmt nicht, was Sie da sagen!) – Na klar, Sie haben Ihr fixes Einkommen. Das ist kein Problem. Sie sind ein pragmatisierter Beamter. Ihnen ist das letztlich kein Anliegen mehr. (Abg. Dr. Kostelka: Das müssen Sie dem sagen, der solche Ideen hat!) Ihr macht das ja! Ihr verhandelt das! Sie lesen die Zeitung nicht, Kollege Kostelka! Heute läßt Herr ÖGB-Präsident Verzetnitsch uns ausrichten und vor 14 Tagen bereits der Herr Sallmutter – nachzulesen in der Tageszeitung "Die Presse" –, es wird in Zukunft keine Überstundenzuschläge mehr geben, sondern die tägliche Arbeitszeit wird auf zehn Stunden und mehr ausgedehnt werden, und die Menschen bekommen ein Zeitbudget. (Abg. Dr. Kostelka: Warum informieren Sie sich nicht, was wirklich die jeweilige Meinung der Partei ist!) Das ist euch unangenehm, weil damit sichtbar wird, daß Ihr die Leute vor der Wahl einmal mehr angelogen habt, einmal mehr hinters Licht geführt habt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny .)
Abg. Dr. Kostelka: Das müssen Sie dem sagen, der solche Ideen hat!
Das ist Ihr einziges Argument, das Sie haben. Sie schütteln dann den Kopf, weil Sie es gewohnt sind, daß Ihre Studenten nicht widersprechen dürfen. Aber hier sollten Sie einmal eine Ausbildung nehmen... (Abg. Dr. Nowotny: Das stimmt nicht, was Sie da sagen!) – Na klar, Sie haben Ihr fixes Einkommen. Das ist kein Problem. Sie sind ein pragmatisierter Beamter. Ihnen ist das letztlich kein Anliegen mehr. (Abg. Dr. Kostelka: Das müssen Sie dem sagen, der solche Ideen hat!) Ihr macht das ja! Ihr verhandelt das! Sie lesen die Zeitung nicht, Kollege Kostelka! Heute läßt Herr ÖGB-Präsident Verzetnitsch uns ausrichten und vor 14 Tagen bereits der Herr Sallmutter – nachzulesen in der Tageszeitung "Die Presse" –, es wird in Zukunft keine Überstundenzuschläge mehr geben, sondern die tägliche Arbeitszeit wird auf zehn Stunden und mehr ausgedehnt werden, und die Menschen bekommen ein Zeitbudget. (Abg. Dr. Kostelka: Warum informieren Sie sich nicht, was wirklich die jeweilige Meinung der Partei ist!) Das ist euch unangenehm, weil damit sichtbar wird, daß Ihr die Leute vor der Wahl einmal mehr angelogen habt, einmal mehr hinters Licht geführt habt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny .)
Abg. Dr. Kostelka: Warum informieren Sie sich nicht, was wirklich die jeweilige Meinung der Partei ist!
Das ist Ihr einziges Argument, das Sie haben. Sie schütteln dann den Kopf, weil Sie es gewohnt sind, daß Ihre Studenten nicht widersprechen dürfen. Aber hier sollten Sie einmal eine Ausbildung nehmen... (Abg. Dr. Nowotny: Das stimmt nicht, was Sie da sagen!) – Na klar, Sie haben Ihr fixes Einkommen. Das ist kein Problem. Sie sind ein pragmatisierter Beamter. Ihnen ist das letztlich kein Anliegen mehr. (Abg. Dr. Kostelka: Das müssen Sie dem sagen, der solche Ideen hat!) Ihr macht das ja! Ihr verhandelt das! Sie lesen die Zeitung nicht, Kollege Kostelka! Heute läßt Herr ÖGB-Präsident Verzetnitsch uns ausrichten und vor 14 Tagen bereits der Herr Sallmutter – nachzulesen in der Tageszeitung "Die Presse" –, es wird in Zukunft keine Überstundenzuschläge mehr geben, sondern die tägliche Arbeitszeit wird auf zehn Stunden und mehr ausgedehnt werden, und die Menschen bekommen ein Zeitbudget. (Abg. Dr. Kostelka: Warum informieren Sie sich nicht, was wirklich die jeweilige Meinung der Partei ist!) Das ist euch unangenehm, weil damit sichtbar wird, daß Ihr die Leute vor der Wahl einmal mehr angelogen habt, einmal mehr hinters Licht geführt habt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny .)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny .
Das ist Ihr einziges Argument, das Sie haben. Sie schütteln dann den Kopf, weil Sie es gewohnt sind, daß Ihre Studenten nicht widersprechen dürfen. Aber hier sollten Sie einmal eine Ausbildung nehmen... (Abg. Dr. Nowotny: Das stimmt nicht, was Sie da sagen!) – Na klar, Sie haben Ihr fixes Einkommen. Das ist kein Problem. Sie sind ein pragmatisierter Beamter. Ihnen ist das letztlich kein Anliegen mehr. (Abg. Dr. Kostelka: Das müssen Sie dem sagen, der solche Ideen hat!) Ihr macht das ja! Ihr verhandelt das! Sie lesen die Zeitung nicht, Kollege Kostelka! Heute läßt Herr ÖGB-Präsident Verzetnitsch uns ausrichten und vor 14 Tagen bereits der Herr Sallmutter – nachzulesen in der Tageszeitung "Die Presse" –, es wird in Zukunft keine Überstundenzuschläge mehr geben, sondern die tägliche Arbeitszeit wird auf zehn Stunden und mehr ausgedehnt werden, und die Menschen bekommen ein Zeitbudget. (Abg. Dr. Kostelka: Warum informieren Sie sich nicht, was wirklich die jeweilige Meinung der Partei ist!) Das ist euch unangenehm, weil damit sichtbar wird, daß Ihr die Leute vor der Wahl einmal mehr angelogen habt, einmal mehr hinters Licht geführt habt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Nowotny .)
Abg. Dr. Brinek: Durchrechnungszeitraum!
An die Adresse der ÖVP: Seid nicht so empfindlich und sagt jetzt nicht, ihr habt das mit der Flexibilisierung der Arbeitszeit alles nicht gesagt. (Abg. Dr. Brinek: Durchrechnungszeitraum!) Nein, heute dementiert die Frau Ridi Steibl das bereits. Aber in der heutigen Ausgabe der "Kleinen Zeitung" steht drinnen, daß Sie diese Frage bereits im Sommer 1995 zwischen ÖAAB und Wirtschaftsbund akkordiert haben. (Abg. Dr. Kostelka: Das ist aber keine SPÖ-Organisation!) Kollege Höchtl, der heute gesagt hat, das komme nicht in Frage, muß sich jetzt die Frage gefallen lassen: Wer lügt jetzt: die Frau Steibl oder er? Hat er die Unwahrheit gesagt heute oder die Frau Steibl in der Zeitung, die gesagt hat, schon im Sommer 1995 haben wir uns ausgemacht, daß täglich mehr gearbeitet wird, aber keine Überstunden mehr bezahlt werden. – Eine feine Politik, die sich da anbahnt, bei der man sich nicht einmal zuzugeben traut, wie man den Kurs in diesem Lande ändern will.
Abg. Dr. Kostelka: Das ist aber keine SPÖ-Organisation!
An die Adresse der ÖVP: Seid nicht so empfindlich und sagt jetzt nicht, ihr habt das mit der Flexibilisierung der Arbeitszeit alles nicht gesagt. (Abg. Dr. Brinek: Durchrechnungszeitraum!) Nein, heute dementiert die Frau Ridi Steibl das bereits. Aber in der heutigen Ausgabe der "Kleinen Zeitung" steht drinnen, daß Sie diese Frage bereits im Sommer 1995 zwischen ÖAAB und Wirtschaftsbund akkordiert haben. (Abg. Dr. Kostelka: Das ist aber keine SPÖ-Organisation!) Kollege Höchtl, der heute gesagt hat, das komme nicht in Frage, muß sich jetzt die Frage gefallen lassen: Wer lügt jetzt: die Frau Steibl oder er? Hat er die Unwahrheit gesagt heute oder die Frau Steibl in der Zeitung, die gesagt hat, schon im Sommer 1995 haben wir uns ausgemacht, daß täglich mehr gearbeitet wird, aber keine Überstunden mehr bezahlt werden. – Eine feine Politik, die sich da anbahnt, bei der man sich nicht einmal zuzugeben traut, wie man den Kurs in diesem Lande ändern will.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir sagen Ihnen daher: Die Wirtschaft muß wieder Optimismus bekommen! Daher die Linie: degressive Transferleistungen. Je besser einer verdient, umso weniger Zuschüsse braucht er vom Staat. Das wäre ein neuer Ansatz gewesen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ein Ansatz für eine Reform des öffentlichen Dienstes wäre es etwa, auch hier eine Kostenrechnung einzuführen, so wie wir das in Kärnten gemacht haben, etwa in der Bauabteilung – nachweisbar. Wir sparen mit der Kostenrechnung, die unter freiheitlichen Referenten eingeführt worden ist – Herr Minister, schauen Sie sich’s an –, 70 Millionen allein in einer kleinen Abteilung jährlich an Sach- und Personalaufwand. Jährlich! Und wenn Sie das österreichweit machen und eine Kostenrechnung allein im Dienstleistungsbereich der öffentlichen Hand einführen, wo jeder seine Kostenstellen kennt, wo jeder weiß, was er ausgeben darf, wo jeder weiß, welches Budget er verwalten darf, dann sparen Sie unter Garantie – aber ohne daß Sie den Menschen die Arbeitsplätze streitig machen. Sie erzielen damit eine effizientere Organisation des Betriebes, und auch der öffentliche Dienst wird plötzlich wissen, was Kosten, was Wettbewerb und was Einsparungspotentiale sind. – Das muß die Richtung sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sagen Sie bitte einmal vor dem Parlament, daß Sie einen solchen Unfug stoppen werden und EU-weit dafür sorgen werden, daß so, wie die klein- und mittelständische Wirtschaft, die treu und korrekt ihre Steuern bezahlt, auch diese großen internationalen Konzerne dort die Steuern zu zahlen haben, wo die Gewinne, wo die Erträgnisse entstehen. Sonst werden wir nämlich schön langsam ein Verschiebebahnhof für Gewinninteressen, wo die Arbeitsplätze flötengehen und wir nicht mehr wissen, wie wir alles finanzieren können. All das, meine Damen und Herren, sind Dinge, die der Praxis entnommen sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Fekter
Die Österreicher sind seit 1. Jänner 1995 bei der EU und haben vom ersten Tag an pflichtbewußt europaweit ausgeschrieben (ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Fekter ) – Sie lachen! –, mit dem Ergebnis, daß heute die SGP die Leute gekündigt hat und keine Aufträge hat, mit dem Ergebnis, daß sich die Jenbacher aus diesem Geschäft überhaupt zurückziehen müssen, neue Geschäftsfelder ... (Bundesminister Mag. Klima : Das ist eine einzige ausländische Lokomotive!) – Eine einzige ausländische Lokomotive! Der Kollege Blünegger wird Ihnen heute etwas anderes erzählen, der arbeitet nämlich in einem solchen Betrieb. Herr Minister, lassen Sie sich nicht immer von Ihren Bürokraten etwas erzählen, was in Wirklichkeit ganz anders ausschaut! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima : Das ist eine einzige ausländische Lokomotive!
Die Österreicher sind seit 1. Jänner 1995 bei der EU und haben vom ersten Tag an pflichtbewußt europaweit ausgeschrieben (ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Fekter ) – Sie lachen! –, mit dem Ergebnis, daß heute die SGP die Leute gekündigt hat und keine Aufträge hat, mit dem Ergebnis, daß sich die Jenbacher aus diesem Geschäft überhaupt zurückziehen müssen, neue Geschäftsfelder ... (Bundesminister Mag. Klima : Das ist eine einzige ausländische Lokomotive!) – Eine einzige ausländische Lokomotive! Der Kollege Blünegger wird Ihnen heute etwas anderes erzählen, der arbeitet nämlich in einem solchen Betrieb. Herr Minister, lassen Sie sich nicht immer von Ihren Bürokraten etwas erzählen, was in Wirklichkeit ganz anders ausschaut! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Österreicher sind seit 1. Jänner 1995 bei der EU und haben vom ersten Tag an pflichtbewußt europaweit ausgeschrieben (ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Fekter ) – Sie lachen! –, mit dem Ergebnis, daß heute die SGP die Leute gekündigt hat und keine Aufträge hat, mit dem Ergebnis, daß sich die Jenbacher aus diesem Geschäft überhaupt zurückziehen müssen, neue Geschäftsfelder ... (Bundesminister Mag. Klima : Das ist eine einzige ausländische Lokomotive!) – Eine einzige ausländische Lokomotive! Der Kollege Blünegger wird Ihnen heute etwas anderes erzählen, der arbeitet nämlich in einem solchen Betrieb. Herr Minister, lassen Sie sich nicht immer von Ihren Bürokraten etwas erzählen, was in Wirklichkeit ganz anders ausschaut! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima : Außer sie lösen es auf! Investiv!
Wenn Sie aber jetzt in zehn Jahren 10 Millionen Schilling Mietzinsreserve ansparen und dann versteuern müssen, gehen einmal 5 Millionen Schilling in die Steuer, aber Sie müssen den Mietern dann 10 Millionen Schilling präsentieren. (Bundesminister Mag. Klima : Außer sie lösen es auf! Investiv!) Dann muß der Betreffende sozusagen aus der Substanz 5 Millionen Schilling aufbringen. Das wird nicht funktionieren! Das ist eine Enteignung, aber keine sinnvolle Besteuerung, lieber Herr Minister! Das ist nicht etwas, was zu mehr Investitionen führen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie aber jetzt in zehn Jahren 10 Millionen Schilling Mietzinsreserve ansparen und dann versteuern müssen, gehen einmal 5 Millionen Schilling in die Steuer, aber Sie müssen den Mietern dann 10 Millionen Schilling präsentieren. (Bundesminister Mag. Klima : Außer sie lösen es auf! Investiv!) Dann muß der Betreffende sozusagen aus der Substanz 5 Millionen Schilling aufbringen. Das wird nicht funktionieren! Das ist eine Enteignung, aber keine sinnvolle Besteuerung, lieber Herr Minister! Das ist nicht etwas, was zu mehr Investitionen führen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es tut mir sehr leid, daß Sie uns solche Angriffsflächen bieten. Es wäre mir lieber, ich müßte als Angehöriger der Opposition mehr nachdenken, wo wir die Kritik placieren könnten. Sie machen es uns wirklich zu leicht, und außerdem geht das alles leider auf Kosten der Arbeitsplätze und der wirtschaftlichen Zukunft dieses Landes. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
In Wirklichkeit wollen Sie ja das Parlament gar nicht damit befassen. Es genügt Ihnen, daß Sie sich in Ihren sozialpartnerschaftlichen Gremien geeinigt haben. Sie wollen uns Oppositionspolitiker zu Statisten degradieren, damit Sie Ihre parlamentarischen Usancen über die Bühne bringen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum
Diese Politik der Versprechungen hat letztlich die Investitionspolitik vernachlässigt. Wir haben ein Defizit an Infrastrukturen – denken Sie an den Telekommunikationsbereich, denken Sie an den Verkehrsbereich: Nach 50 Jahren Zweite Republik ist es diesem Land nicht gelungen, sein hochrangiges Straßennetz fertigzubauen. Wir haben zwar 78 Milliarden Schilling Schulden im ASFINAG-Bereich, aber das hochrangige Straßennetz ist immer noch nicht fertig. Unser Baubudget ist zur Gänze damit abgedeckt, daß wir die Annuitäten der ASFINAG zu bezahlen haben. Wir können nicht einmal neue Autobahnen reparieren, nein, wir müssen jetzt eine Maut einführen (Beifall beim Liberalen Forum), eine Maut, die in Österreich keine Tradition hat, die in Deutschland keine Tradition hat, die in Holland keine Tradition hat, die es aber sehr wohl im romanischen Sprachraum als allgemeine Autobahnmaut gibt.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich weiß schon: Sie gehen dann zum Bundeskammertag und erzählen dort genau das Gegenteil. Ihre Wendigkeit bewundere ich immer, aber sagen Sie doch einmal in Ihren Kammerversammlungen, daß Sie das alles hier im Hohen Haus mitbeschlossen haben und daß die ganzen Bürokratieaufwendungen, die wir in den Betrieben haben, die ganzen Regulierungen mit den Stimmen der Österreichischen Volkspartei hier im Hohen Haus beschlossen wurden! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Der dritte Fehler, dessen wir uns für die Zukunft bewußt sein sollen, ist das Festhalten am Wohlfahrtsstaat. Der Wohlfahrtsstaat hat die Grenzen seiner Finanzierbarkeit schon lange überschritten. Das soziale Netz ist für uns Liberale der wichtigste Beitrag zur politischen Kultur dieses Landes. Jemand, der sozial nicht sicher ist, kann nicht frei sein. Wer nicht frei sein kann, kann nicht kreativ sein, und wer nicht kreativ ist, kann nicht produktiv sein. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Der vierte Punkt, meine Damen und Herren – geben Sie es doch endlich einmal zu, auch die Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei; zumindest haben Sie in den letzten Jahren eine Politik in diese Richtung gemacht –: Sie haben ein zutiefst gestörtes Verhältnis zu Eigenkapital. Es gibt in Österreich keine Eigenkapitalpolitik; es gibt keinen Risikokapitalmarkt. Alle Förderungspolitiken, die Sie ausgerichtet haben, die Sie bei jeder Rede stolz verkünden, sind Fremdkapitalförderungen und damit indirekte Bankenförderungen. Eine wirkliche Eigenkapitalkultur existiert in Österreich nicht. Exportoffensive ist ein Schlagwort, Unternehmensgründung ist ein Schlagwort, wenn das nicht auf der Basis von Risiko- und Eigenkapital funktioniert. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Es muß auch gelingen, die Länder stärker in die Steuerverantwortung miteinzubinden. Es geht auf Dauer nicht an, daß die Länder das Geld ausgeben, das der Bund einnimmt. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Haider: Sie haben doch einen wachsenden Wohnbedarf!
Also es muß bei der Wohnbauförderung darüber zu reden sein, ob ein Abbau der automatischen Dynamik möglich ist. (Abg. Dr. Haider: Sie haben doch einen wachsenden Wohnbedarf!) Noch, ja. (Abg. Dr. Haider: Doch!) Aber das wird auf die Dauer nicht so weitergehen. – Ich sage nur: Das Geld ist da, aber ich glaube, wir verwenden es tendenziell falsch.
Abg. Dr. Haider: Doch!
Also es muß bei der Wohnbauförderung darüber zu reden sein, ob ein Abbau der automatischen Dynamik möglich ist. (Abg. Dr. Haider: Sie haben doch einen wachsenden Wohnbedarf!) Noch, ja. (Abg. Dr. Haider: Doch!) Aber das wird auf die Dauer nicht so weitergehen. – Ich sage nur: Das Geld ist da, aber ich glaube, wir verwenden es tendenziell falsch.
Abg. Eder: Das geschieht ja!
Natürlich muß es möglich sein, über stärkere ökologische Kriterien in der Wohnbauförderung zu reden, um Folgekosten zu vermeiden. (Abg. Eder: Das geschieht ja!) Das geschieht teilweise, aber zu langsam, zu langsam. Wir haben nicht ewig Zeit.
Abg. Schwarzenberger: Das haben Sie sogar verlangt!
Eine weitere gefährliche Drohung bei diesem Budgetprogramm ist, daß es ja einerseits zur Hälfte in Wahrheit aus Abgabenerhöhungen besteht. Das allein könnte man ja noch hinnehmen. (Abg. Schwarzenberger: Das haben Sie sogar verlangt!) Natürlich! Wir haben in unserem Budgetprogramm vom Herbst, Herr Kollege, gesagt: Reformen brauchen Zeit. Man muß vernünftige Vorarbeiten machen. Bis zur Wirksamkeit vergeht Zeit. Und für diese Übergangszeit werden Steuererhöhungen unumgänglich sein. Das haben wir gesagt, das war eine realistische Einschätzung. Belohnt worden bei den Wahlen sind wir für diese realistische Einschätzung nicht.
Bundesminister Mag. Klima: Einsparen müssen die auch!
Von den 100 Milliarden rede ich, genau. Dem Bürger ist das vollkommen egal, ob seine Steuern steigen, weil ein Teil dem Bund zufließt oder weil ein Teil den Ländern und Gemeinden zufließt. Zahlen müssen es die Bürger! (Bundesminister Mag. Klima: Einsparen müssen die auch!) Hoffen wir! Hoffen wir, daß es zu den Einsparungen der Länder überhaupt kommt, Herr Bundesminister!
Beifall bei den Grünen.
Ich sage aber noch einmal, ceterum censeo: Ich persönlich – und ich kann das gut begründen, nur werde ich es nicht hier und jetzt tun – bin für die Währungsunion sofort – "sofort" natürlich unter Anführungszeichen, da gibt es gewisse technische Übergangsprobleme –, aber gegen die beiden fiskalischen Maastricht-Kriterien. Diese machen ökonomisch keinen Sinn, sie sind schädlich und treiben Europa in eine Rezession, die nicht notwendig gewesen wäre. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn es nicht gelingt, im Sinne einer neuen Wegekosten-Richtlinie die Kosten des Straßengüterverkehrs etwas anzuheben, werden auch die Benützungsgebühren für Bahnen nicht steigen können, was weiter heißen würde, daß wir keine privatwirtschaftlichen Finanzierungsmodelle für den so notwendigen transeuropäischen Ausbau der Eisenbahnnetze finden. – Sie sehen an diesem Beispiel, wie vernetzt die Dinge sind. Wir sollten daher alle Anstrengungen unternehmen, das, was die Bundesregierung hier vorgelegt hat – einerseits das Konsolidierungsprogramm und andererseits das Offensivprogramm –, zum Leben zu erwecken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Jetzt auf einmal?
Natürlich ist es wichtig, daß die gesamte öffentliche Verschuldung (Abg. Dr. Haider: Jetzt auf einmal?) – na selbstverständlich! – von Ländern und Gemeinden gleichfalls durch Sparmaßnahmen und durch zusätzliche Mittel, die im Rahmen des Finanzausgleichs zur Verfügung gestellt werden, reduziert wird. Warum? – Weil die Länder und Gemeinden sich schon verpflichtet haben, zum Beispiel das Maßnahmenpaket in bezug auf den öffentlichen Dienst auch auf ihren Personalaufwand anzuwenden.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Das haut uns den Tourismus noch mehr zusammen!
Was ist es denn, wenn nach über 100 Jahren Postoffizials nun ein Poststrukturgesetz vorgelegt wird, mit dem die Post erstmals zu einem selbständigen, marktnahen Unternehmen, zu einer Aktiengesellschaft gemacht wird? Ist das keine Strukturveränderung? Was ist es denn zum Beispiel, wenn ein neues, intelligentes Modell zur Schieneninfrastruktur-Finanzierung vorgelegt wird? Ist das keine Strukturveränderung? Was ist denn das neue Mautgesetz, bei dem klargestellt ist, daß die Vignette nur eine Übergangslösung ist, daß es das politische Ziel der Regierungsparteien ist, im Jahre 1998 so rasch wie möglich für LKWs und nach dem Jahr 2000 auch für PKWs ein gerechtes, entfernungsabhängiges Wegekostensystem einzuführen, wie es in Italien, wie es in Frankreich der Fall ist, und all diese Dinge mehr? – Eine ganz wesentliche Strukturreform! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Das haut uns den Tourismus noch mehr zusammen!)
Abg. Böhacker: Das weiß die Frau Petrovic!
Sie beklagen weiters das Zurückgehen der Vermögensteuer auf 0,37 Prozentpunkte. Richtig! Aber in diesem Zusammenhang müssen Sie auch die Kapitalertragsteuer sehen, die ja als Ausgleich dazu eingeführt wurde. Der Ertrag aus der Vermögensteuer ist natürlich von 8 Milliarden auf fast null Schilling zurückgegangen, aber jener aus der Kapitalertragsteuer ist von 7 auf 24 Milliarden Schilling angestiegen. Sie ist nur nicht in dieser Rubrik drinnen, sondern auf der nächsten Seite. (Abg. Böhacker: Das weiß die Frau Petrovic!) Ich bitte also um eine sachliche Diskussion.
Abg. Dr. Haider: Wie ist es bei den Behinderten?
Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Sie haben die Arbeitsmarktpolitik beklagt. Diesbezüglich gibt es ein Wachstum von 56 auf 60 Milliarden Schilling, obwohl – und das sage ich ganz bewußt – für die EU-Rückflüsse für arbeitspolitische Maßnahmen, die 1996 etwa 1 Milliarde Schilling und 1997 etwa 1,6 Milliarden Schilling betragen werden, nur 1 000 S als Merkpost enthalten sind, weil wir im Jahr 1995 schon 0,5 Milliarden bekommen haben, aber für 1996 und 1997 aufgrund der Programmabhängigkeit nicht viel eingesetzt ist. (Abg. Dr. Haider: Wie ist es bei den Behinderten?)
Abg. Dr. Haider: Die Regierung sind ja Sie, nicht wir!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Dr. Haider! Mit Ihren Modellen für ein Wirtschaftsprogramm, die Sie heute vorgestellt haben, haben wir uns schon einmal bei einer Fernsehdiskussion auseinandergesetzt, und sie sind, glaube ich, seitdem nicht besser geworden. (Abg. Dr. Haider: Die Regierung sind ja Sie, nicht wir!)
Abg. Dr. Haider: Das habe ich nur nebenbei bemerkt! Seien Sie nicht so empfindlich!
Eine Bemerkung möchte ich noch machen. Sehr geehrter Herr Abgeordneter Dr. Haider! Ich habe bisher, weil es meine Privatangelegenheit ist, den Kommentaren der Studenten zur Dauer meiner Studienzeit nicht widersprochen. (Abg. Dr. Haider: Das habe ich nur nebenbei bemerkt! Seien Sie nicht so empfindlich!) Sollen sie! Aber wenn das ein Abgeordneter hier in diesem
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Ich habe es gelesen!
Sehr geehrter Dr. Haider! Den Studenten nehme ich das nicht übel. Ich habe es nicht einmal dementiert, weil ich kann nicht alles dementieren und will es auch nicht; das ist mein Privatbereich. Aber wenn Sie das hier im Hohen Haus wiederholen, muß ich Ihnen sagen: Seien Sie mir nicht böse, aber ein bißchen mehr Qualität wäre erfreulich gewesen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Ich habe es gelesen!)
Abg. Dr. Haider: Andere Umfragen sagen, 58 Prozent nicht! IMAS sagt das!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition! Ich glaube, Sie sollten sich doch ein Beispiel an der österreichischen Bevölkerung nehmen. 61 Prozent der österreichischen Bevölkerung halten dieses Konsolidierungsprogramm für richtig. (Abg. Dr. Haider: Andere Umfragen sagen, 58 Prozent nicht! IMAS sagt das!) Die österreichische Bevölkerung ist klug und weise. Ich danke dafür. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition! Ich glaube, Sie sollten sich doch ein Beispiel an der österreichischen Bevölkerung nehmen. 61 Prozent der österreichischen Bevölkerung halten dieses Konsolidierungsprogramm für richtig. (Abg. Dr. Haider: Andere Umfragen sagen, 58 Prozent nicht! IMAS sagt das!) Die österreichische Bevölkerung ist klug und weise. Ich danke dafür. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Sie sind ein sehr guter Beobachter!
Als es um das Absaugen von Gewinntransfers gegangen ist – internationale Konzerne betreiben das ja gerne heftig und sehr intensiv auch in Österreich –, wurde ich vor einem Jahr von meinem freiheitlichen Nachredner Dr. Schreiner hier eigentlich gezüchtigt – der leibhaftige Karl Marx hätte da gesprochen und dergleichen mehr. Ich frage mich aber, ob die FPÖ, nachdem Dr. Schreiner nicht mehr da ist, jetzt in eine unkontrollierte Marxismus-Phase verfällt (Abg. Schwarzenberger: Sie sind ein sehr guter Beobachter!), da Dr. Haider heute einen derartigen Vorschlag gebracht hat. (Abg. Böhacker: Das heißt, Sie reden der Gewinnverschiebung ins Ausland das Wort? Wollen Sie das?) Nein!
Abg. Böhacker: Das heißt, Sie reden der Gewinnverschiebung ins Ausland das Wort? Wollen Sie das?
Als es um das Absaugen von Gewinntransfers gegangen ist – internationale Konzerne betreiben das ja gerne heftig und sehr intensiv auch in Österreich –, wurde ich vor einem Jahr von meinem freiheitlichen Nachredner Dr. Schreiner hier eigentlich gezüchtigt – der leibhaftige Karl Marx hätte da gesprochen und dergleichen mehr. Ich frage mich aber, ob die FPÖ, nachdem Dr. Schreiner nicht mehr da ist, jetzt in eine unkontrollierte Marxismus-Phase verfällt (Abg. Schwarzenberger: Sie sind ein sehr guter Beobachter!), da Dr. Haider heute einen derartigen Vorschlag gebracht hat. (Abg. Böhacker: Das heißt, Sie reden der Gewinnverschiebung ins Ausland das Wort? Wollen Sie das?) Nein!
Abg. Dr. Krüger: Das ist ja bei euch kein Schimpfwort! Bei uns auch nicht!
Ich habe nur daran erinnert, Herr Kollege Böhacker, daß Ihr Kollege, Ihr Wirtschaftssprecher mich in der vergangenen Gesetzgebungsperiode deshalb als "Marxist" bezeichnet hat, als "leibhaftigen Karl Marx", weil ich das voriges Jahr selbst vorgeschlagen habe. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ja bei euch kein Schimpfwort! Bei uns auch nicht!) Ich habe damit kein Problem. Ich denke mir nur, daß ihr damit ein Problem haben müßtet, aber ich werde damit fertig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe nur daran erinnert, Herr Kollege Böhacker, daß Ihr Kollege, Ihr Wirtschaftssprecher mich in der vergangenen Gesetzgebungsperiode deshalb als "Marxist" bezeichnet hat, als "leibhaftigen Karl Marx", weil ich das voriges Jahr selbst vorgeschlagen habe. (Abg. Dr. Krüger: Das ist ja bei euch kein Schimpfwort! Bei uns auch nicht!) Ich habe damit kein Problem. Ich denke mir nur, daß ihr damit ein Problem haben müßtet, aber ich werde damit fertig. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Böhacker: Ist es auch!
Grundlegende sozialdemokratische Positionen sind eingeflossen und haben dieses Sparpaket im wesentlichen sozial gerecht gemacht. Wer mehr verdient, der soll mehr dazu beitragen. Die Berücksichtigung dieser sozialdemokratischen Forderungen hat letztlich auch dazu geführt, daß es eine doch sehr hohe Akzeptanz dieses Sparpaketes gibt und daß die Menschen in Österreich das Paket so auch mittragen. Ich meine, daß die Ausführungen des Kollegen Trattner, der natürlich als Oppositionspolitiker hier verschärft formulieren muß und das ein "Schwindelbudget" genannt hat, nicht zutreffen. (Abg. Böhacker: Ist es auch!)
Abg. Aumayr: Das hat der Schüssel gesagt! Ist das richtig?
Es ist vielmehr so, daß es ein mit Vorsicht erstelltes Budget ist (Abg. Aumayr: Das hat der Schüssel gesagt! Ist das richtig?) – der hat es auch einmal gesagt, ja! –, daß diverse Unwägbarkeiten bei der Budgetplanung sehr stark berücksichtigt und sehr vorsichtig gehandhabt wurden. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es ist vielmehr so, daß es ein mit Vorsicht erstelltes Budget ist (Abg. Aumayr: Das hat der Schüssel gesagt! Ist das richtig?) – der hat es auch einmal gesagt, ja! –, daß diverse Unwägbarkeiten bei der Budgetplanung sehr stark berücksichtigt und sehr vorsichtig gehandhabt wurden. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin daher überzeugt davon, meine Damen und Herren, daß diese Koalitionsregierung mit den vorliegenden Budgets, dem Strukturanpassungsgesetz und dem Finanzausgleich über die nächsten vier Jahre ein sehr homogenes und sehr rundes Paket vorgelegt hat. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es war heute fast bezeichnend, als Kollege Haselsteiner sein Unterlagenpaket mühselig hierher schleppte, erklärte, daß er dieses große Paket genau durchstudiert hätte, aber beim Rückgang nicht mehr in der Lage war, das Paket, mitzunehmen. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.) Also ist dieses Paket, das Strukturreformen und zwei Budgets enthält, dieser Opposition zu schwer, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es war heute fast bezeichnend, als Kollege Haselsteiner sein Unterlagenpaket mühselig hierher schleppte, erklärte, daß er dieses große Paket genau durchstudiert hätte, aber beim Rückgang nicht mehr in der Lage war, das Paket, mitzunehmen. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.) Also ist dieses Paket, das Strukturreformen und zwei Budgets enthält, dieser Opposition zu schwer, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich gestehe einem Oppositionsredner durchaus zu, daß er pointiert, scharf und kritisch alle Dinge beleuchtet, daß er durchaus nicht zimperlich ist in der Auswahl der Sprache, aber eines habe ich festgestellt: wie empfindsam man reagiert, wenn mit der gleichen Sprache, mit den gleichen Fakten zurückgezahlt wird – dann ist Wehleidigkeit am Platz, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hans Helmut Moser: Sie müssen zuhören, wenn die Opposition redet! Vorschläge haben wir immer gemacht!
Herr Bundesminister Klima hat uns gestern zwei Bundeshaushalte vorgelegt, den Finanzausgleich, Hunderte Budgetbegleitgesetze und einige bedeutende Strukturgesetze. Von der Notwendigkeit gemeinsamer Arbeit im Zusammenwirken von Bund, Ländern und Gemeinden und von einem Konsolidierungsprogramm, das mutig und sozial ausgewogen ist, wurde gesprochen. Ich verstehe durchaus, daß hier die Opposition aufschreit, daß sie Zielgruppenprobleme aufzeigt, punktuelle Benachteiligungen findet. Es ist das gute Recht der Opposition, daß sie aufzeigt, wo eventuelle Schwächen, wo eventuelle Probleme gegeben sind. Warum auch nicht? Aber es wäre dann auch die Pflicht der Opposition, bessere Vorschläge darzulegen. Die haben mir bis heute gefehlt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hans Helmut Moser: Sie müssen zuhören, wenn die Opposition redet! Vorschläge haben wir immer gemacht!) – Herr Möchtegern-Pensionist Moser! Ich bitte um ein wenig Zurückhaltung. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Frühpensionist!)
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Frühpensionist!
Herr Bundesminister Klima hat uns gestern zwei Bundeshaushalte vorgelegt, den Finanzausgleich, Hunderte Budgetbegleitgesetze und einige bedeutende Strukturgesetze. Von der Notwendigkeit gemeinsamer Arbeit im Zusammenwirken von Bund, Ländern und Gemeinden und von einem Konsolidierungsprogramm, das mutig und sozial ausgewogen ist, wurde gesprochen. Ich verstehe durchaus, daß hier die Opposition aufschreit, daß sie Zielgruppenprobleme aufzeigt, punktuelle Benachteiligungen findet. Es ist das gute Recht der Opposition, daß sie aufzeigt, wo eventuelle Schwächen, wo eventuelle Probleme gegeben sind. Warum auch nicht? Aber es wäre dann auch die Pflicht der Opposition, bessere Vorschläge darzulegen. Die haben mir bis heute gefehlt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Hans Helmut Moser: Sie müssen zuhören, wenn die Opposition redet! Vorschläge haben wir immer gemacht!) – Herr Möchtegern-Pensionist Moser! Ich bitte um ein wenig Zurückhaltung. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Frühpensionist!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist richtig!
Meine Damen und Herren! Jedem von uns steht es zu, die Problemkreise kritisch zu hinterfragen, nicht alles zu glauben, was gesprochen, versprochen wird (Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist richtig!); das habe ich auch nicht gemacht. Ich glaube weniger der Opposition, und ich glaube auch nicht alles, was von den Ministerien gesagt wird. Aber, meine Damen und Herren, ich will jemand Objektiven zitieren, nämlich den Herausgeber der "Finanznachrichten". In diesen steht zu lesen:
Abg. Mag. Trattner: Wer sagt das?
Die politische Entscheidung, die Budgetkonsolidierung primär ausgabenseitig anzugehen, ist richtig. Sie ist auch insbesondere deshalb richtig, weil jede Begründung dafür fehlt, daß die Staatsausgaben proportional, geschweige denn überproportional ansteigen. Über größere Zeiträume betrachtet, liegt das Niveau der Staatsausgaben in den neunziger Jahren zwar über jenen der fünfziger, sechziger und siebziger Jahre, hingegen um genau einen Prozentpunkt unter jenem der achtziger Jahre. Es kann daher von einer unkontrollierten Ausgabenentwicklung – das ist wortwörtlich hier zu lesen – vor dem Hintergrund dieser Daten in seriöser Weise nicht gesprochen werden. (Abg. Mag. Trattner: Wer sagt das?) – Professor Horst Knapp, Herausgeber der "Finanznachrichten", besser gesagt, seine Nachfolger.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Sie sind ein Märchenerzähler!
Also, Herr Kollege Trattner, Sie können Ihre stumpfen Waffen, die Sie heute auf den Tisch gelegt haben, einpacken. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Sie sind ein Märchenerzähler!) Nicht ich sage das, Sie können das in den "Finanznachrichten" nachlesen, die Sie ja sonst immer zitieren und als seriöse Grundlage darzustellen bemüht sind. Aber wenn einmal etwas drinsteht, was Ihrer Oppositionsstrategie widerspricht, dann hinterfragt man es kritisch.
Abg. Mag. Trattner: Ist das ein Budgetspiel?
Meine Damen und Herren! Ich zitiere noch etwas: Wenn die Koalitionsregierung ihr Budgetziel oder, besser gesagt, das Ausgabenziel erreicht, dann ist nicht nur eine Stabilisierung der Ausgabenentwicklung sondern ein Roll back der Staatsausgaben geschehen. (Abg. Mag. Trattner: Ist das ein Budgetspiel?)
Abg. Mag. Trattner: Was sagen Sie dazu, daß die Abgabenquote von 41,1 auf 43,4 Prozent steigt?
Dieses ehrgeizige Budgetprogramm der nächsten Jahre ermöglicht auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Oberösterreich investiert – weil hier die gemeinsame Arbeit von Bund, Ländern und Gemeinden angesprochen wurde – in Telearbeitsplätze. Bis zum Jahr 2001 sollen in Oberösterreich 5 Prozent der oberösterreichischen Erwerbstätigen Telearbeiter sein, also zumindest einige Tage in der Woche zu Hause ihre Arbeit verrichten. Das würde zur Folge haben, daß es um 25 000 Pendler weniger gibt und 100 Millionen Kilometer weniger gefahren werden müssen. (Abg. Mag. Trattner: Was sagen Sie dazu, daß die Abgabenquote von 41,1 auf 43,4 Prozent steigt?) Das ist, meine Damen und Herren, eine Investition in die Zukunft, die sehr positiv zu sehen ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses ehrgeizige Budgetprogramm der nächsten Jahre ermöglicht auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Oberösterreich investiert – weil hier die gemeinsame Arbeit von Bund, Ländern und Gemeinden angesprochen wurde – in Telearbeitsplätze. Bis zum Jahr 2001 sollen in Oberösterreich 5 Prozent der oberösterreichischen Erwerbstätigen Telearbeiter sein, also zumindest einige Tage in der Woche zu Hause ihre Arbeit verrichten. Das würde zur Folge haben, daß es um 25 000 Pendler weniger gibt und 100 Millionen Kilometer weniger gefahren werden müssen. (Abg. Mag. Trattner: Was sagen Sie dazu, daß die Abgabenquote von 41,1 auf 43,4 Prozent steigt?) Das ist, meine Damen und Herren, eine Investition in die Zukunft, die sehr positiv zu sehen ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wieso reden Sie von Rechtsstaat?
Das zweite ist: Ich verstehe es nicht, Herr Bundesminister Einem, daß in Lambach auf der Kraftwerksbaustelle nicht endgültig und ein für allemal dafür gesorgt wird, daß verschiedene Veranstaltungen so abgeführt werden können, daß der Rechtsstaat auch Rechtsstaat bleiben kann, und daß man, so wie es bisher geschehen ist, immer wieder verschämt die Augen verschließt vor den tatsächlichen Problemen. Das wird so nicht gehen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Wieso reden Sie von Rechtsstaat?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe, daß die Exekutive bei ihrer Arbeit nicht weiter behindert wird, daß der Rechtsstaat Rechtsstaat bleibt, daß die ungesetzliche Blockade und die Demonstrationen beendet werden, damit die rechtsgültigen Bescheide in diesem Bereich umgesetzt werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Insgesamt hat Herr Bundesminister Klima stellvertretend für die neue Regierung ein ehrgeiziges Programm vorgestellt, und wir unterstützen dieses sehr gern. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Haben Sie die "Finanznachrichten" gelesen, Herr Kollege?
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Finanzminister! Hohes Haus! (Abg. Dr. Khol: Haben Sie die "Finanznachrichten" gelesen, Herr Kollege?) Herr Kollege Stummvoll hat in seiner Rede gemeint, das vorliegende Doppelbudget mit den Begleitgesetzen sei dazu angetan, die Zukunftsprobleme zu lösen. – Herr Kollege Stummvoll, diese Meinung teile ich nicht!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Stummvoll! Dieses Doppelbudget mit den Begleitgesetzen ist nichts anderes als der gescheiterte Versuch, zehn Jahre rot-schwarzer Mißwirtschaft zu vertuschen. – Nicht mehr und nicht weniger ist es. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kukacka: Du fälscht immer deine Statistiken? Jetzt wissen wir es!
Herr Kollege Auer! Ich habe Herrn Professor Knapp, solange er noch unter den Lebenden weilte, immer sehr geschätzt. Er war ein blendender Statistiker. Aber, Herr Kollege Auer: Zitier nie eine Statistik, die du nicht selber gefälscht hast! – Das einmal vorweg. (Abg. Mag. Kukacka: Du fälscht immer deine Statistiken? Jetzt wissen wir es!)
Bundesminister Mag. Klima: Ich bin gewohnt, meine Versprechungen zu halten!
Der Chefredakteur der "Salzburger Nachrichten" und Wirtschaftsjournalist Ronald Barazon hat es heute auf den Punkt gebracht, wenn er schreibt – ich zitiere –: Viktor Klima fällt auf. Noch kein Finanzminister vor ihm hat in einer Budgetrede vergleichbare Wunder versprochen. (Bundesminister Mag. Klima: Ich bin gewohnt, meine Versprechungen zu halten!)
Bundesminister Mag. Klima: So ist es!
Herr Kollege! Sie halten sich wahrscheinlich an das Sprichwort: Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger. (Bundesminister Mag. Klima: So ist es!) Wir werden daher noch sehr lange darauf warten müssen, daß das Budget saniert ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sie haben gestern auch gesagt, 1996 werde es "nur" – unter Anführungszeichen – 96 Milliarden Schilling Defizit geben. Wie Sie dazu kommen, hier von "nur" zu sprechen, das müssen Sie diesem Hohen Haus noch erklären. (Beifall bei den Freiheitlichen.) 96 000 Millionen Schilling Defizit – das bezeichnen Sie mit "nur".
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Es wäre ein wirklicher Systemwechsel angesagt. Ich verstehe, daß das nicht in wenigen Tagen oder in wenigen Wochen zu machen ist und daß man froh war, überhaupt ein konsensfähiges Paket zwischen den beiden Regierungsparteien gefunden zu haben, auf das man einen Rütlischwur geleistet hat, aber es hätte doch möglich sein müssen, folgendes zu sagen: Wir ziehen das bis Ende April durch, und am 1. Mai setzen wir uns zusammen und reden darüber, wie es wirklich weitergehen soll, welche Reformen wir wirklich machen! – Wir hätten Verständnis gehabt dafür, daß man zuerst löscht und sich dann über die neue Architektur unterhält. Aber jetzt zu löschen und gleichzeitig zu behaupten, daß die Brandruine, die entsteht, die man notdürftig wieder eindeckt, eine neue Architektur sei, ist eine Verspottung des Parlaments, eine Verspottung der Öffentlichkeit, eine Verspottung der Wähler – sie werden das spätestens dann, wenn einige der Maßnahmen, die eindeutig unsozial sind, zu greifen beginnen, bemerken. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.
Ich hoffe, daß am 1. Mai die Arbeit beginnt – bis zum 1. Mai werden wir ein Pseudotheater von Scheinparlamentarismus haben, und das tut mir sehr leid, denn das ist nicht der Zugang der Liberalen zum Parlamentarismus. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Dr. Van der Bellen. )
Bundesminister Mag. Klima: 7,2 im Jahr 1997!
Herr Minister! Sie gehen im wesentlichen – wir wissen das (Bundesminister Mag. Klima: 7,2 im Jahr 1997!) – von 6,8 Prozent Arbeitslosigkeit im Jahr 1996 (Bundesminister Mag. Klima: Ja!) und 7,2 Prozent im Jahr 1997 aus. Das sind Daten, die nicht haltbar sind! (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Mag. Klima: Ja!
Herr Minister! Sie gehen im wesentlichen – wir wissen das (Bundesminister Mag. Klima: 7,2 im Jahr 1997!) – von 6,8 Prozent Arbeitslosigkeit im Jahr 1996 (Bundesminister Mag. Klima: Ja!) und 7,2 Prozent im Jahr 1997 aus. Das sind Daten, die nicht haltbar sind! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister! Sie gehen im wesentlichen – wir wissen das (Bundesminister Mag. Klima: 7,2 im Jahr 1997!) – von 6,8 Prozent Arbeitslosigkeit im Jahr 1996 (Bundesminister Mag. Klima: Ja!) und 7,2 Prozent im Jahr 1997 aus. Das sind Daten, die nicht haltbar sind! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima.
Es gibt selbstverständlich auch schon Berechnungen von den Wirtschaftsforschungsinstituten, und diese besagen, daß die für 1996 prognostizierten Arbeitslosenzahlen von 6,8 Prozent in keiner Weise halten werden. Natürlich wissen die Wirtschaftsforscher und auch Sie, Herr Minister – seien wir uns doch ehrlich! –, daß die Arbeitslosenzahlen in diesem Jahr schon darüber liegen, nur: Die geänderten Prognosen werden erst nach Ablauf unserer Budgetberatungen veröffentlicht werden, vermute ich. (Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima. ) Am
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Ich denke, das ist eine völlig kontraproduktive Maßnahme, das ist eine sozialpolitisch obszöne Maßnahme, das ist wirklich die 1 : 1-Übernahme eines Konzepts, das vermutlich nicht einmal die Freiheitlichen in seiner Konsequenz genau durchdacht haben (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), das aber an unrühmliche Zeiten erinnert – das sei auch hier gesagt, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei den Grünen.) Für den Fall, daß Sie das jetzt noch nicht kapiert haben: Das ist mehr oder minder das Anknüpfen an Konzepte, wie wir sie aus der Zeit des Dritten Reiches kennen.
Beifall bei den Grünen.
Ich denke, das ist eine völlig kontraproduktive Maßnahme, das ist eine sozialpolitisch obszöne Maßnahme, das ist wirklich die 1 : 1-Übernahme eines Konzepts, das vermutlich nicht einmal die Freiheitlichen in seiner Konsequenz genau durchdacht haben (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), das aber an unrühmliche Zeiten erinnert – das sei auch hier gesagt, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei den Grünen.) Für den Fall, daß Sie das jetzt noch nicht kapiert haben: Das ist mehr oder minder das Anknüpfen an Konzepte, wie wir sie aus der Zeit des Dritten Reiches kennen.
Abg. Verzetnitsch: Genau deswegen haben wir das ja gemacht!
Ich bringe Ihnen ein Beispiel: Das, was Sie in bezug auf die Werkverträge beschlossen haben, fördert den sozialen Mißbrauch. Herr Kollege Verzetnitsch, du weißt ganz genau, was damit verbunden ist. Es wurde damit – offensichtlich ohne jegliche Debatte, ohne daß die gewerkschaftliche Öffentlichkeit beziehungsweise die allgemeine Öffentlichkeit damit befaßt wurde – eine neue Kategorie von Arbeitnehmern geschaffen: Arbeitnehmer zweiter Ordnung, das sind die Werkvertragnehmer. Die kommen billiger, keine Frage. Daß das aber die Perspektive ist, die ihr euch gewünscht habt, das wage ich zu bezweifeln. (Abg. Verzetnitsch: Genau deswegen haben wir das ja gemacht!) – Nein, das ist die falsche Richtung, die mit diesem Gesetz eingeschlagen wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Verzetnitsch: Das ist notwendig!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Verzetnitsch: Das ist notwendig!
Ich bringe Ihnen ein Beispiel: Das, was Sie in bezug auf die Werkverträge beschlossen haben, fördert den sozialen Mißbrauch. Herr Kollege Verzetnitsch, du weißt ganz genau, was damit verbunden ist. Es wurde damit – offensichtlich ohne jegliche Debatte, ohne daß die gewerkschaftliche Öffentlichkeit beziehungsweise die allgemeine Öffentlichkeit damit befaßt wurde – eine neue Kategorie von Arbeitnehmern geschaffen: Arbeitnehmer zweiter Ordnung, das sind die Werkvertragnehmer. Die kommen billiger, keine Frage. Daß das aber die Perspektive ist, die ihr euch gewünscht habt, das wage ich zu bezweifeln. (Abg. Verzetnitsch: Genau deswegen haben wir das ja gemacht!) – Nein, das ist die falsche Richtung, die mit diesem Gesetz eingeschlagen wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Verzetnitsch: Das ist notwendig!)
Abg. Leikam: Genau das ist geschehen!
Natürlich wäre es notwendig. Ich bin der Meinung, daß es notwendig ist, hinsichtlich von Werkverträgen Maßnahmen zu setzen, die dazu dienen, den Mißbrauch, der damit betrieben werden kann, einzudämmen. (Abg. Leikam: Genau das ist geschehen!) Nur: Wenn man da etwas verbessern will, dann darf man die Debatte darüber nicht nur über einen Monat oder einen halben Monat, sondern muß sie über ein Jahr oder zwei Jahre öffentlich führen. Man muß sich die Stellungnahmen, die berechtigten Einwände von den verschiedenen Verbänden und Organisationen anhören und die Debatte öffentlich führen. (Abg. Verzetnitsch: Wie lange ist denn die
Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
Es ist natürlich Ihr gutes Recht mit Ihrer Zweidrittelmehrheit, in allen Bereichen – auch in sozialpolitischen Belangen – drüber hinwegzufahren und Maßnahmen zu setzen, die tatsächlich kontraproduktiv für den Sozialstaat sind. Natürlich haben Sie jetzt diese Möglichkeit. Sie dürfen sich aber nicht wundern, wohin das in den nächsten Jahren führen wird; Beispiel Pflichtarbeit. Sie werden sehen, welche Richtung Sie damit eingeschlagen haben, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch. )
Abg. Verzetnitsch: Wer redet von Zwangsarbeit?
Das sind die Konsequenzen, die Sie in den nächsten Jahren zu tragen haben, die auch, lieber Kollege Verzetnitsch, der ÖGB mitzuverantworten hat, wenn er die Arbeitnehmer und die Arbeitslosen faktisch im Stich läßt und sie in Zwangsarbeitskonzeptionen verpflichtet. (Abg. Verzetnitsch: Wer redet von Zwangsarbeit?) Meine Damen und Herren! Das ist falsch. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das sind die Konsequenzen, die Sie in den nächsten Jahren zu tragen haben, die auch, lieber Kollege Verzetnitsch, der ÖGB mitzuverantworten hat, wenn er die Arbeitnehmer und die Arbeitslosen faktisch im Stich läßt und sie in Zwangsarbeitskonzeptionen verpflichtet. (Abg. Verzetnitsch: Wer redet von Zwangsarbeit?) Meine Damen und Herren! Das ist falsch. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Einige konkrete Punkte betreffend die Sicherheitspolitik in diesem Konsolidierungspaket und in den Begleitgesetzen (Zwischenruf des Abg. Scheibner ): Es ist Klarheit bei der Schaffung des Grenzdienstes geschaffen worden (Abg. Scheibner: Wo denn?) – eine ganz wesentliche und wichtige Maßnahme, Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Wo denn?
Einige konkrete Punkte betreffend die Sicherheitspolitik in diesem Konsolidierungspaket und in den Begleitgesetzen (Zwischenruf des Abg. Scheibner ): Es ist Klarheit bei der Schaffung des Grenzdienstes geschaffen worden (Abg. Scheibner: Wo denn?) – eine ganz wesentliche und wichtige Maßnahme, Kollege Scheibner.
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Was ist mit der Doppelmaut?
Bei den Verhandlungen war manches unklar, das gebe ich gerne zu, aber jetzt besteht Klarheit darüber, wie künftighin der Grenzdienst, der Grenzschutz an den österreichischen EU-Außengrenzen aussehen sollte: kombiniert mit der Exekutive, mit der Zollwache. Es gibt auch die klare Aussage, daß das Bundesheer bis zum Jahr 2000 weiterhin Assistenzdienst an der EU-Außengrenze leisten wird. Das ist eine sehr wichtige Maßnahme, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Was ist mit der Doppelmaut?) Dazu könnte ich auch einiges sagen: Ich könnte aber auch einiges darüber sagen, was der Kärntner Wirtschaft mehr geschadet hat: die Rülpser des freiheitlichen Parteiobmannes, die manchen Betrieb davon abhalten, nach Kärnten zu kommen, oder die soeben ausverhandelte Frage der Finanzierung per Maut.
Abg. Ing. Reichhold: Der Vorstand der Kärntner Arbeiterkammer Quantschnig hat gesagt, wir sollen uns einsetzen gegen die Doppelmaut!
Immerhin haben wir noch ein sehr beträchtliches Stück Lückenschluß bei der Autobahn auch in Kärnten zu meistern; das könnte mit diesem Geld fertiggestellt werden. Es ist Aufgabe der Interessenvertretung, sich dafür massiv einzusetzen, das ist überhaupt keine Frage! (Abg. Ing. Reichhold: Der Vorstand der Kärntner Arbeiterkammer Quantschnig hat gesagt, wir sollen uns einsetzen gegen die Doppelmaut!)
Beifall bei der SPÖ.
Nach mühevollen Verhandlungen – darauf habe ich schon hingewiesen – ist es dieser Bundesregierung gelungen, beim Grenzdienst klare Verhältnisse zu schaffen. Die Verunsicherung bei den einzelnen Wachkörpern – bei den Gendarmen, bei den Zollwachebeamten, beim Bundesheer, das Assistenzleistung an der burgenländischen Grenze erbringt – ist mit dieser klaren Festlegung beseitigt, und es wird möglich sein, bis Ende 1999 Schengener Standard an Österreichs EU-Außengrenzen zu erreichen. Damit wird auch ein wichtiger Schritt zur besseren Abwicklung an den Binnengrenzen gesetzt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Daher sollte ohne großes tagespolitisches Gezänk zur Umsetzung, zur Erhaltung der guten Sicherheitsverhältnisse in unserem Land beigetragen werden. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Waren Sie auch bei der Dohnal-Partei?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In der Zeit um den 8. März hat es heftige Debatten bezüglich Frauenpolitik gegeben. Wir haben uns der Demonstration nicht angeschlossen, weil nicht klar erkennbar war, wohin die Reise geht. (Abg. Scheibner: Waren Sie auch bei der Dohnal-Partei?) Zuerst hat es geheißen, es geht um die Alleinerzieher. Doch nur wenige Monate trennen uns von dem Zeitpunkt, als wir die Differenzierung von verheirateten und unverheirateten Frauen hinsichtlich des erhöhten Karenzgeldes abgeschafft haben, weil wir gewußt haben, daß das ein Instrumentarium des Mißbrauchs ist. Es wäre daher unklug, die gleiche Situation in einem anderen Bereich herzustellen, obwohl – das muß ich sagen, und dazu bekenne ich mich – ich Verständnis für diese Situation habe und glaube, daß wir in Zukunft gerade jenen Frauen sehr wohl helfen und sie unterstützen müssen.
Beifall bei der ÖVP.
Was mir besonders wichtig ist: Es bleibt auch die Rechtssituation gewahrt. Obwohl das letzte halbe Karenzjahr nicht bezahlt wird, sofern nicht der Mann in die Karenzzeit eintritt, hat die Frau aber das Recht, trotzdem erst nach zwei Jahren in den Beruf zurückzukehren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es wird daher auch an uns liegen, dort, wo Härten auftreten, Maßnahmen zu setzen und einzugreifen. Im Bereich der Studentinnen haben wir zum Beispiel durchgesetzt, daß die Studienzeit im Fall, daß die Studentin ein Kind bekommt, um zwei Jahre verlängert wird. (Beifall bei der ÖVP.) Nicht gelungen ist uns – und das hätte ich auch gerne gehabt –, daß bei den Studenten die Höhe des Betrages der Zuverdienstklausel angehoben wird, weil sie dann die Möglichkeit gehabt hätten, mehr zu verdienen als 3 600 S. Es sollten 5 400 S möglich sein.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich aber noch etwas sagen: Vernünftigen Gründen und letztendlich dem Ziel dieser Budgetkonsolidierung, den Staatshaushalt in Ordnung zu bringen, neue Beschäftigung zu bewirken, neue Arbeitsplätze, qualifiziertere Arbeitsplätze zu schaffen, können wir Frauen uns nicht verschließen. Ich glaube auch, daß wir uns nichts Gutes damit tun – ich höre das jetzt schon seit Jahren –, Frauenpolitik hier immer als so eine Art Minderheitenpolitik darzustellen, Trauerreden zum Thema Frauen zu halten, wie schrecklich es ist, eine Frau zu sein. Ich hätte gerne, trotz unserer unterschiedlichen Lebensumstände und der Tatsache, daß es Frauen gibt, die in wirklich ärmlichen Verhältnissen leben, daß wir dieses Problem anders betrachten. Altersarmut ist gestern von Frau Kollegin Schaffenrath angesprochen worden. Natürlich ist dort ein Ansatzpunkt zu finden, aber ein Kampfmittel gegen diese Altersarmut war gerade die Anerkennung der Erziehungszeiten für die Pension. Wenn es jetzt vielleicht noch mehr Frauen mit geringer Pension gibt, dann hat das wahrscheinlich auch den Grund, daß viele überhaupt erst durch diese Anrechnung der Erziehungszeiten eine Pension bekommen haben – wenn es auch nicht viel ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wissen, daß eine gute Beschäftigung, daß eine adäquate, der Ausbildung entsprechende Beschäftigung die beste Lebensgrundlage für Frauen ist. Wir bekennen uns dazu, wir wissen es, ich habe es schon einige Male gesagt: Heutzutage ist eine Ehe kaum mehr ein Auffangnetz oder eine Garantie fürs Leben, sondern die Frauen wollen mehr: Sie wollen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Sie wollen nicht Almosenempfänger durch den Staat werden. Man kann die Lebensqualität der Frauen auf die Dauer nicht durch Transferleistungen – obwohl ich mich dazu bekenne –, aber auch nicht allein durch Verfassungsregelungen sichern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da jedoch jeder Mensch ein Recht auf Familie hat, sollten die Rahmenbedingungen für alle Frauen so sein, daß das Leben, das sie sich wünschen, für sie auch lebbar, durchsetzbar und verwirklichbar ist. Dafür sind wir zuständig, und dafür lohnt es sich auch zu kämpfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Höchtl: Du warst auch schon ein bisserl gescheiter in deiner Argumentation!
Abgeordneter Peter Rosenstingl (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Höchtl! Es war zwar rührend, wie du heute theatralisch die Interessen der Arbeitnehmer zu verteidigen versucht hast. Aber von Stunde zu Stunde wird es für die ÖVP immer peinlicher, weil jetzt erwiesen ist, daß ihr natürlich überhaupt keine Arbeitnehmerinteressen vertretet und du auf einsamer Flur in deiner Fraktion bist. (Abg. Dr. Höchtl: Du warst auch schon ein bisserl gescheiter in deiner Argumentation!)
Abg. Steibl: Waren Sie dabei?
Es wird peinlich, wenn Frau Kollegin Steibl jetzt meint, sie ist mißverstanden worden, das ist ja alles nicht so gewesen und so weiter. Das meinte sie um 13.17 Uhr. (Abg. Steibl: Waren Sie dabei?) Nein, Frau Kollegin! Ich bringe Ihnen zur Kenntnis, sollten Sie es nicht kennen, was der ORF zu Ihrem Auftritt sagt. Sie glauben, Sie kommen jetzt gut drüber, aber Sie haben sich nur ein Eigentor geschossen. (Abg. Steibl: Das ist eine Frechheit!)
Abg. Steibl: Das ist eine Frechheit!
Es wird peinlich, wenn Frau Kollegin Steibl jetzt meint, sie ist mißverstanden worden, das ist ja alles nicht so gewesen und so weiter. Das meinte sie um 13.17 Uhr. (Abg. Steibl: Waren Sie dabei?) Nein, Frau Kollegin! Ich bringe Ihnen zur Kenntnis, sollten Sie es nicht kennen, was der ORF zu Ihrem Auftritt sagt. Sie glauben, Sie kommen jetzt gut drüber, aber Sie haben sich nur ein Eigentor geschossen. (Abg. Steibl: Das ist eine Frechheit!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Höchtl: Sie sind taub, Herr Rosenstingl!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist offensichtlich: Sie stellen sich hier in diesem Haus gegen die Arbeitnehmer und sind schon lange, genauso wie die Sozialdemokraten, weil diese werden ja in dieser Sache mittun, als Arbeitnehmervertreter abgetreten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Höchtl: Sie sind taub, Herr Rosenstingl!)
Abg. Dr. Brinek: Sind Sie der Anwalt vom Haselsteiner?
Es ist wirklich ungeheuerlich, Herr Präsident, daß der Generalsekretär der Wirtschaftskammer erstens einmal die Unternehmer überhaupt nicht, in keiner Weise in seiner Rede hier im Haus vertreten hat. Aber was ich noch ungeheuerlicher finde, obwohl es keinen Kollegen von den Freiheitlichen getroffen hat, ist, daß er in einer Art, die wirklich das Letzte war, was ich jemals in diesem Haus gehört habe, die Unternehmer in der Politik abqualifiziert hat! Das weise ich, Herr Präsident Maderthaner, aufs Schärfste zurück! (Abg. Dr. Brinek: Sind Sie der Anwalt vom Haselsteiner?) Sie sollten als Präsident Ihren Generalsekretär zur Ordnung rufen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist wirklich ungeheuerlich, Herr Präsident, daß der Generalsekretär der Wirtschaftskammer erstens einmal die Unternehmer überhaupt nicht, in keiner Weise in seiner Rede hier im Haus vertreten hat. Aber was ich noch ungeheuerlicher finde, obwohl es keinen Kollegen von den Freiheitlichen getroffen hat, ist, daß er in einer Art, die wirklich das Letzte war, was ich jemals in diesem Haus gehört habe, die Unternehmer in der Politik abqualifiziert hat! Das weise ich, Herr Präsident Maderthaner, aufs Schärfste zurück! (Abg. Dr. Brinek: Sind Sie der Anwalt vom Haselsteiner?) Sie sollten als Präsident Ihren Generalsekretär zur Ordnung rufen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima: Das kann man doch nicht mit einem Gesetz machen! Das sollen die Manager tun!
Herr Bundesminister! Das Gesetz, das jetzt vorgelegt wurde im Rahmen der Strukturanpassungsgesetze, ist nichts anderes als ein Gesellschaftsvertrag und eine Regelung der gesellschaftsrechtlichen Verhältnisse und der Dienstverhältnisse bei der Post. Das ist keine Strukturreform! In einem Betrieb muß man etwas anderes reformieren, wenn man etwas verbessern will. Da nützt es nichts, daß Sie dem ganzen eine andere Rechtsform geben. (Bundesminister Mag. Klima: Das kann man doch nicht mit einem Gesetz machen! Das sollen die Manager tun!)
Bundesminister Mag. Klima: O ja!
Sie müssen endlich zur Kenntnis nehmen, Herr Bundesminister, daß durch Steuererhöhungen kein investitionsfreundliches Klima in Österreich geschaffen wird. (Bundesminister Mag. Klima: O ja!) Sie werden nur die Unternehmer vertreiben. Das sagen Ihnen auch schon die Wirtschaftstreuhänder, die meinen, daß dieses Steuerpaket in manchen Bereichen so belastend ist, daß es viele Betriebe schlicht umbringt, Herr Bundesminister! Sie sollten diesen Fachleuten trauen, die in der Wirtschaft arbeiten, die wissen, was in der Wirtschaft los ist, und Sie sollten endlich
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Mertel: Ist Dr. Khol kein guter Frauensprecher?
Abgeordnete Maria Schaffenrath (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ich finde es ja geradezu überraschend, daß sich Frau Abgeordnete Bauer als Frauenchefin der ÖVP heute überhaupt zu Wort meldet, denn in den vorangegangenen Diskussionen, in denen es um die Belange der Frau gegangen ist, hat sie sich nur durch Stillschweigen ausgezeichnet. Und die Position des Frauensprechers hat Klubobmann Khol in einer recht bedauerlichen, aber doch lauten Weise übernommen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Mertel: Ist Dr. Khol kein guter Frauensprecher?) Darüber läßt sich wirklich diskutieren, gelt? Ehefrauensprecher ist meine Bezeichnung für ihn, Ehefrauensprecher, aber nicht Sprecher für Frauen im allgemeinen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Kollegin Bauer – sie ist jetzt leider nicht mehr hier – hat in Ihrer Rede gleich einleitend einmal mehr vom drohenden Mißbrauch der Regelung durch Frauen gesprochen. Ich möchte ihr einfach mit einer Frage antworten: Sieht sie auch Mißbrauchsgefahr, wenn eine Haftstrafe des Vaters nicht als Verhinderungsgrund für die Karenz angesehen wird? Ich möchte sie einfach fragen, ob sie nicht erkennt, daß damit ein Kind bestraft wird und daß es dafür einen Ausdruck gibt, nämlich Sippenhaftung. Ich hatte an und für sich gehofft, daß wir über diese Zeit bereits hinaus sind. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich habe mir diese Gesetze, soweit es möglich war, wirklich durchgesehen. Über die De-facto-Kürzung der Karenzzeit wurde schon gesprochen. Sie, Herr Minister, sprachen in Ihrer Budgetrede die Hoffnung aus, daß sich aufgrund der neuen Regelung mehr Männer an der Erziehungsarbeit beteiligen würden. Ich befürchte sehr, daß Ihre Hoffnung nicht erfüllt werden kann, weil es keinerlei gesellschaftspolitische Ansätze in diesen Gesetzen, in diesen Anpassungsgesetzen gibt, die ein realistisches Splitting der Karenz zwischen Mann und Frau überhaupt zulassen würden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn die Generalsekretärin der ÖVP noch eine Studie braucht, um bestätigt zu bekommen, daß es eventuell Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen geben könnte, dann möchte ich ihr raten, eine der von der Frauenministerin bereits in Auftrag gegeben Studie oder einfach nur den Sozialbericht zur Hand zu nehmen. Dann kann sie sich diese Studie sparen! Ihre als Einkommensausgleich für Frauen vorgeschlagene Lösung werden Sie, Herr Finanzminister, wahrscheinlich nicht finanzieren können. Mir wäre ohnehin weitaus lieber, wenn wirksame Maßnahmen gesetzt würden, um die Einkommensschere zwischen Männer- und Fraueneinkommen endlich einmal zu verringern. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Finanzminister! Bei Ihrer Offensive kommen Frauen kaum vor. In Ihrer Budgetrede ist das Wort "Bildung" überhaupt nicht ein einziges Mal verwendet worden! – Ich danke Ihnen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Ing. Tychtl: 600 Millionen!
Es ist auch von meiner Vorrednerin schon erwähnt worden, aber ich möchte und muß es hier noch einmal erwähnen, daß dem sozusagen der zweite Haken auf dem Fuß folgt. Denn was fängt eine Frau damit an, die diese Karenzzeit nun in Anspruch nimmt, die aber durch die Kürzung der Sondernotstandshilfe nicht die Möglichkeit hat, ihre Kinder wirklich betreuen zu können, weil sie darauf angewiesen ist, in einen Beruf zurückzukehren, wieder einen Beruf auszuüben, wenn wir gleichzeitig wissen, daß Sie die berühmte Kindergartenmilliarde, die Sie seit langem versprochen, aber nie zur Verfügung gestellt haben, erst auf massiven Druck dann doch mit 600 000 S eingesetzt haben? (Abg. Ing. Tychtl: 600 Millionen!) 600 Millionen Schilling! Ja, Entschuldigung.
Beifall bei den Grünen.
Zuletzt lassen Sie mich noch einmal wiederholen, was ich immer wieder nur sagen kann: Das Ganze spiegelt halt auch ein Stück Realität wider. Wenn wir darauf zurückkommen, welchen frauenpolitischen Akzent Ihre Politik und Ihr Bundesvoranschlag haben, so, muß ich sagen, spiegelt das Ganze halt nur dieses Stück Realität wider, das sich auch hier zeigt. Denn in welchem Ausmaß sind denn hier in Ihren Reihen die Frauen wirklich vertreten? – In einem Ausmaß von 20 oder 25 Prozent. Das liegt weit unter dem, was Sie sich seit Jahren selbst vornehmen und proklamieren, weit unter dem, womit Sie in Wahlkampfzeiten hausieren gehen. Würden Sie einmal dieses Versprechen einlösen, dann würden vermutlich auch Koalitionsabkommen und Budgetprogramme völlig anders ausschauen und ein anderes Gesicht und eine andere Gestalt haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Sozialpartner rechnen damit, daß sich in Summe aus den genannten Maßnahmen ein arbeitsmarktpolitischer Effekt von bis zu 80 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen ergeben kann. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich bin überzeugt davon, daß wir in den Ausschußberatungen – vielleicht auch noch hier– Gelegenheit haben werden, darüber zu sprechen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Nunmehr bedarf es der gemeinsamen und konstruktiven Anstrengung aller, die Interesse daran haben, daß unser Land auch in Zukunft den in den vergangenen Jahrzehnten eingeschlagenen erfolgreichen Weg weiter fortsetzen kann. – Ich danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Versprochen und gebrochen – das ist das Muster!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Alles, was wir hier in diesem Plenarsaal, die Zuschauer auf der Galerie und die Leute vor dem Fernsehschirm heute und in den letzten Wochen zu hören bekamen, scheint nach einem gewissen Muster gestrickt zu sein. Um auch hier bei den Gegensätzen zu bleiben, bezeichne ich es als schwarzweißes Muster. (Abg. Dr. Graf: Versprochen und gebrochen – das ist das Muster!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner.
Die Opposition hat nichts Besseres zu tun, als alles zu kritisieren und alles ins Negative zu verkehren. Wir als Vertreter der Koalitionsparteien sind natürlich anderer Meinung. (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. ) Herr Kollege Trattner! Sie haben sich wenigstens eine Arbeit mitgenommen. Sie können somit studieren, was Sie in Zukunft hier erzählen werden. Ich habe gar nichts dagegen einzuwenden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Die Opposition hat nichts Besseres zu tun, als alles zu kritisieren und alles ins Negative zu verkehren. Wir als Vertreter der Koalitionsparteien sind natürlich anderer Meinung. (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. ) Herr Kollege Trattner! Sie haben sich wenigstens eine Arbeit mitgenommen. Sie können somit studieren, was Sie in Zukunft hier erzählen werden. Ich habe gar nichts dagegen einzuwenden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Er hat noch versprochen und gehalten!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Daher möchte ich meine Rede mit einem Zitat von Leopold Figl beginnen, der einmal gesagt hat: Tun wir zusammenhalten, zusammenarbeiten und zusammenstehen. (Abg. Dr. Graf: Er hat noch versprochen und gehalten!) Ich glaube, daß dieses Zitat heutzutage viel eher seine Berechtigung hat und realisiert werden sollte. Wir sind zwar heute nicht in einer so schwierigen Situation wie damals, aber wir sind nicht mehr bereit, auf irgend etwas in unserer Gesellschaft zu verzichten. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Herr Kollege, ich komme schon noch zu euch.
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Daher möchte ich meine Rede mit einem Zitat von Leopold Figl beginnen, der einmal gesagt hat: Tun wir zusammenhalten, zusammenarbeiten und zusammenstehen. (Abg. Dr. Graf: Er hat noch versprochen und gehalten!) Ich glaube, daß dieses Zitat heutzutage viel eher seine Berechtigung hat und realisiert werden sollte. Wir sind zwar heute nicht in einer so schwierigen Situation wie damals, aber wir sind nicht mehr bereit, auf irgend etwas in unserer Gesellschaft zu verzichten. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Herr Kollege, ich komme schon noch zu euch.
Abg. Mag. Barmüller: Dann hätte es ihn nicht gegeben!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein praktisches Beispiel: Was wäre aus Bill Gates, dem Microsoft-Chef, dem Softwaremulti aus den USA, geworden, wenn seine erste Betriebsstätte eine Garage irgendwo in Österreich gewesen wäre? (Abg. Mag. Barmüller: Dann hätte es ihn nicht gegeben!) Er hätte wohl bald das Handtuch geworfen. Da haben Sie völlig recht. Bill Gates hätte wahrscheinlich als erstes Probleme mit der Gewerbebehörde bekommen. In dem Moment, in dem er sein Tor geöffnet, den ersten Arbeitnehmer angestellt hätte, wäre der Arbeitsinspektor da gewesen, und der Betrieb wäre wahrscheinlich geschlossen worden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Was ist mit der Mindestkörperschaftsteuer? – Abg. Dr. Graf: Was ist mit der Getränkesteuer?
Wer weiß, wie viele Bill Gates es in der heutigen Zeit gibt, wie vielen Bill Gates wir durch unsere Vorschriften, durch unsere Verordnungen, durch unsere Erlässe das Leben schwer gemacht haben? Dafür haben wir, meine sehr verehrten Damen und Herren, letzten Endes die Verantwortung zu tragen. Machen wir von dieser Verantwortung für den Wirtschaftsstandort Österreich Gebrauch! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Was ist mit der Mindestkörperschaftsteuer? – Abg. Dr. Graf: Was ist mit der Getränkesteuer?)
Abg. Dr. Graf: Wir brauchen einen Puttinger! Name bürgt für Qualität!
Wir brauchen – das ist heute schon öfters gesagt worden – ein neues Klima, eines, das die Unternehmensgründungen fördert. Wir brauchen ein Klima, das tüchtigen Arbeitgebern zugute kommt. (Abg. Dr. Graf: Wir brauchen einen Puttinger! Name bürgt für Qualität!) Ich darf euch eines sagen: Ich habe lieber einen Koalitionspartner, wo ich beim Verhandeln einmal einen roten Kopf bekomme, als daß ich euren Wunsch erfülle und mich bei euren Zwischenreden rot und blau ärgere. Darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren. (Beifall bei der ÖVP.) Produktiv arbeiten ist gescheiter als hineinreden.
Beifall bei der ÖVP.
Wir brauchen – das ist heute schon öfters gesagt worden – ein neues Klima, eines, das die Unternehmensgründungen fördert. Wir brauchen ein Klima, das tüchtigen Arbeitgebern zugute kommt. (Abg. Dr. Graf: Wir brauchen einen Puttinger! Name bürgt für Qualität!) Ich darf euch eines sagen: Ich habe lieber einen Koalitionspartner, wo ich beim Verhandeln einmal einen roten Kopf bekomme, als daß ich euren Wunsch erfülle und mich bei euren Zwischenreden rot und blau ärgere. Darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren. (Beifall bei der ÖVP.) Produktiv arbeiten ist gescheiter als hineinreden.
Zwischenrufe.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir brauchen ein Klima, das die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe verbessert. Wir brauchen ein Klima, in dem die Unternehmer wieder das Gefühl bekommen, daß es sich lohnt, am Wirtschaftsstandort Österreich zu arbeiten, und wir brauchen ein Klima, in dem wir unsere Exporte wieder fördern können. (Zwischenrufe.)
Heiterkeit – Ruf bei der ÖVP: Ein Verehrer!
Hohes Haus! Zu diesem positiven Klima (Heiterkeit – Ruf bei der ÖVP: Ein Verehrer!) , das der Unternehmer gerade in schwierigen Zeiten braucht, werden die Budgets 1996 und 1997 beitragen. Die ÖVP-Vertreter der Wirtschaft werden jedoch beim neuen Finanzminister vorstellig werden, um auch all das von ihm einzufordern, was jetzt im Budget nicht drinnen ist, was also nicht budgetwirksam ist. Ich denke zum Beispiel an Pauschalierungsverordnungen, an die Vereinfachung des Arbeitszeitrechtes. Ich denke etwa an die Jugendbeschäftigung, an die Folgekosten der Gesetze. Ich denke an die Eigenkapitalbildung im Hinblick auf Beteiligungsgesellschaften, an Verwaltungsvereinfachungen, an Vereinfachungen der Lohnverrechnung, an Dinge, die heute nicht unbedingt budgetwirksam sind, von denen wir aber annehmen können, daß wir sie gemeinsam – Koalition, aber auch Opposition – verwirklichen werden können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Was habt ihr denn gemacht?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Was habt ihr denn gemacht?
Hohes Haus! Zu diesem positiven Klima (Heiterkeit – Ruf bei der ÖVP: Ein Verehrer!) , das der Unternehmer gerade in schwierigen Zeiten braucht, werden die Budgets 1996 und 1997 beitragen. Die ÖVP-Vertreter der Wirtschaft werden jedoch beim neuen Finanzminister vorstellig werden, um auch all das von ihm einzufordern, was jetzt im Budget nicht drinnen ist, was also nicht budgetwirksam ist. Ich denke zum Beispiel an Pauschalierungsverordnungen, an die Vereinfachung des Arbeitszeitrechtes. Ich denke etwa an die Jugendbeschäftigung, an die Folgekosten der Gesetze. Ich denke an die Eigenkapitalbildung im Hinblick auf Beteiligungsgesellschaften, an Verwaltungsvereinfachungen, an Vereinfachungen der Lohnverrechnung, an Dinge, die heute nicht unbedingt budgetwirksam sind, von denen wir aber annehmen können, daß wir sie gemeinsam – Koalition, aber auch Opposition – verwirklichen werden können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Was habt ihr denn gemacht?)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die ÖVP ist ein Garant für eine verantwortungsvolle Budgetpolitik. (Beifall bei der ÖVP.) Mit ihr ist die Stabilität des Wirtschaftsstandortes Österreich gewährleistet und der starke Schilling nicht in Gefahr. Sie hätten es ja einmal beweisen können, daß Sie mitarbeiten und mit Ihren Ideen auch durchkommen wollen. Sie stellen nur Forderungen: 40 Milliarden Schilling, und sagen dann: Ihr habt nicht mitgestimmt. Dabei habe ich heute noch nichts gehört. Es tut mir schrecklich leid, euch nicht besser bedienen zu können.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich schließen mit einem Zitat von Wilhelm Röpke, dem Vordenker der sozialen Marktwirtschaft. Er hat am Beginn der sechziger Jahre als unentbehrliche Voraussetzungen für wirtschaftlichen Aufschwung folgende Eigenschaften formuliert: "Selbstdisziplin, Gerechtigkeitssinn, Ehrlichkeit, Fairneß, Gemeinschaftssinn und Achtung vor der Menschenwürde des anderen." All das fordere ich in diesem Haus hier ein. Wenn wir in Österreich Stabilität sichern wollen, wenn wir in Österreich einen dazu führenden Weg gehen wollen, dann haben wir diese Bedingungen auch zu erfüllen. Nur so können wir es erreichen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich appelliere noch einmal an Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren: Laßt uns etwas unternehmen und überlassen wir das Unterlassen – das gilt auch für die Opposition – jemand anderem. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher wäre es mein Wunsch – eine Idee, eine Anregung, die ich nirgends sehe, in keinem Koalitionsübereinkommen –, daß da klare Strukturen geschaffen werden, daß da auch die Länder mehr Kompetenzen erhalten, um endlich die Doppelgleisigkeiten zu beseitigen und zu einer größeren Effizienz und zu einer Einsparung zu kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber ich habe jetzt Sorge – diese befällt mich, wenn ich Ihre Budgetrede und Ihre Aussagen analysiere –, daß Sie Gefahr laufen, auch in die allgemein politische Phrasiologie zu verfallen, wo man den Fehler macht, daß man die wirklich heißen Eisen nicht anpackt. Ich befürchte, daß Sie, so wie Ihre Vorgänger, einen Bogen um die heißen Eisen machen werden – dies deshalb, weil entweder die Zeit noch nicht reif ist, um darüber zu diskutieren, oder man vielleicht in der Partei nicht den entsprechenden Rückhalt hat, um diese wichtigen Strukturreformen letztlich auch durchzuziehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! So lange Macht und Versorgungsdenken im Vordergrund stehen und die Beamten geschröpft, aber die Politgünstlinge geschützt werden, so lange können wir Freiheitliche einem derartigen Budgetentwurf und einem derartigen Belastungspaket nicht zustimmen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima: ... die Abgaben gesenkt! Das gleicht sich aus!
Oder: Sie sprachen von der Ansiedelung von Betrieben. Wie sollen wir denn in Kärnten mit diesem Wettbewerbsnachteil leben? Natürlich prüft jeder, der heute einen Betrieb ansiedelt, die Kosten des Standortes. Natürlich! (Bundesminister Mag. Klima: ... die Abgaben gesenkt! Das gleicht sich aus!) Ja schon, Herr Minister! Aber Sie können nicht leugnen, daß diese Doppelmaut ein Kärntner Spezifikum darstellt. Es ist kein Wunder, daß die Kärntner Arbeiterkammer dagegen massiv protestiert. Alle Abgeordneten, die heute hier sitzen und sich verschweigen – wie etwa der Herr Abgeordnete Leikam –, leisten in Kärnten heilige Schwüre, daß Sie gegen diese Doppelmaut auftreten werden. Daß die Kärntner Landesregierung Beschlüsse faßt, das zu verhindern, daß der Kärntner Landtag in Resolutionen auch an uns Abgeordnete und sicher auch an Sie herantritt, den Wirtschaftsstandort Kärnten mit dieser Maßnahme nicht weiter zu belasten, nützt gar nichts, trotzdem stoßen wir da offenbar auf taube Ohren. Ihr Kammerpräsident, Ihr Parteifreund hat in Kärnten in einem Pressedienst gesagt, diese Forderungen seien in Wien vom Tisch gefegt worden und es gebe eine unglaubliche Ignoranz, die uns in Wien entgegengebracht wird.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich würde Sie bitten, Herr Finanzminister Klima, daß Sie auch unsere wirklich gut gemeinten Reformvorschläge aufnehmen, ernst nehmen und daß Sie – und das ist mir ein besonderes Anliegen – den Wirtschaftsstandort Kärnten nicht vergessen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Bundesminister Mag. Klima: 800 Millionen Schilling für energiesparende Maßnahmen!
Zu den Appellen, die hier vom Rednerpult aus insbesondere an die Opposition gerichtet werden, man möge doch bitte dieses Sparpaket mittragen, man möge doch verstehen, daß das wichtig ist, daß das für Österreich wichtig ist – ich beziehe mich da insbesondere auf den Herrn Abgeordneten Puttinger –, ist eines ganz klar zu sagen: Meine Damen und Herren, diese Koalition, die jetzt wieder an der Regierung ist, ist ja nicht erst seit gestern an der Regierung, diese große Koalition zwischen SPÖ und ÖVP war es doch auch schon in den letzten Jahren, und diese Koalition war es, die dieses Ergebnis in Österreich verursacht hat. Sich jetzt herzustellen und so quasi die Verantwortung mit der Opposition teilen zu wollen, aber während dieser ganzen Zeit nicht bereit gewesen zu sein, auf Vorschläge für Änderungen einzugehen, das ist eine doppelte Moral, meine Damen und Herren, die zutiefst abzulehnen ist! (Beifall beim Liberalen Forum. – Bundesminister Mag. Klima: 800 Millionen Schilling für energiesparende Maßnahmen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Eine höhere Energiebesteuerung in Österreich einzuführen, das ist offensichtlich – das haben Sie mit diesem Regierungsprogramm bewiesen – eine Frage des politischen Willens. Die Ausgestaltung dieser Steuer wäre aber eine Frage des politischen Weitblicks, und den kann man in diesem Zusammenhang nur vermissen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Bundesminister Mag. Klima: Es geht um die Deckelung!
Noch einmal, Herr Bundesminister: Sie wollen keine Änderung. Die Liberalen haben schon vernommen, daß auch die Diskussion im Hause nicht erwünscht ist. Aber wir werden trotzdem versuchen, jene Punkte, von denen wir überzeugt sind, daß sie nicht einer nachhaltigen Entwicklung Österreichs dienen, weiterhin kritisch aufzuzeigen. Ich verweise noch einmal darauf, daß es vor der Wahl geheißen hat: Energiebesteuerung im Alleingang ist nicht durchführbar, ist schlecht für unsere Wirtschaft. – Jetzt machen Sie es. (Bundesminister Mag. Klima: Es geht um die Deckelung!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! So wie wir Ihnen noch einmal hier im Hohen Haus sagen, daß wir im Ausschuß noch einmal darüber diskutieren wollen, wäre es angemessen, daß Sie mit der gleichen Bereitschaft nicht nur Appelle an uns richten, sondern jetzt schon sagen, daß Sie auf unsere Vorschläge zumindest diskussionsmäßig eingehen werden! – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Puttinger: Auch eine Frau am Herd kann glücklich sein! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Minister hört Ihnen gar nicht zu, weil er mit Herrn Barmüller redet!
Wir alle wissen: Wer mit 17 1/2 Jahren zu arbeiten anfangen muß, um überhaupt jemals seine Pension konsumieren zu können, ist gezwungen, nur im Bereich von Hilfsarbeiterjobs zu arbeiten. Vielleicht kann man noch eine Lehre machen – mehr ist für Frauen nicht drinnen. Daß Sie Frauen bereits mit 17 1/2 Jahren in den Arbeitsprozeß zwingen, zeigt ganz deutlich auf, daß Sie die Zahl weiblicher Arbeitskräfte reduzieren und mit dieser Maßnahme auch ihren Zugang zu Studien und zu höheren Ausbildungen unterbinden wollen. Sie wollen die Frauen an den Herd zurückdrängen, diese sollen dort ihre Erfüllung sehen. (Abg. Dr. Puttinger: Auch eine Frau am Herd kann glücklich sein! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Der Minister hört Ihnen gar nicht zu, weil er mit Herrn Barmüller redet!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Aber die Zeiten sind schon lange vorbei, in denen sich Frauen hinter den Herd haben drängen lassen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Sie können dann nach mir sprechen, dann werden wahrscheinlich alle verstehen, was Sie sagen möchten! Auch ich verstehe Sie nicht, ich habe nämlich ein Hörgerät. Sie können sich das ersparen. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Aber die Zeiten sind schon lange vorbei, in denen sich Frauen hinter den Herd haben drängen lassen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Sie können dann nach mir sprechen, dann werden wahrscheinlich alle verstehen, was Sie sagen möchten! Auch ich verstehe Sie nicht, ich habe nämlich ein Hörgerät. Sie können sich das ersparen. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Bei Puttinger ist es umgekehrt! Da steht er hinterm Herd! – Abg. Dr. Puttinger: Das ist die alleinige Meinung des Kollegen Schwarzenberger! – Allgemeine Heiterkeit.
Ihnen ist es doch nur wichtig, daß Sie die Frauen wieder entmündigen, daß Sie die Frauen wieder in die Abhängigkeit von Männern bringen. Dann hätten Sie nämlich wieder das erreicht, worum es Ihnen eigentlich immer geht: Frauen sollen nur schön abhängig bleiben, und das Sagen hat der Mann, das Sagen hat der Herr im Haus. Wer in der Familie das Sagen hat, das hängt immer davon ab, wer das Geld heimbringt. So ist es eben. Wenn Frauen nichts mehr verdienen können, dann sind sie von Männern abhängig, das ist unbestritten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Bei Puttinger ist es umgekehrt! Da steht er hinterm Herd! – Abg. Dr. Puttinger: Das ist die alleinige Meinung des Kollegen Schwarzenberger! – Allgemeine Heiterkeit.)
Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima.
Sie haben auch die behinderten Menschen – ich habe das schon einige Male erwähnt – nicht nur zur Kasse gebeten, sondern durch Ihr Sparpaket so stark geschädigt, sodaß diese wirklich keine Chance mehr haben, selbstbestimmt zu leben, ihr Leben selbst einzurichten. (Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima. )
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Die Betonung liegt auf "angekündigt"!
Herr Minister! Sie brauchen jetzt nicht den Kopf zu schütteln – es ist ganz einfach so. Sie geben behinderten Menschen keine Chance mehr, zu studieren. Es ist finanziell nicht möglich. Sie geben behinderten Menschen nicht einmal mehr die Chance, in die Regelschule gehen zu können. Denn es ist bereits klar, daß für behinderte Menschen eine Integration in Zukunft nur mehr dann möglich sein wird, wenn es sogenannte Restplätze gibt. Da kann man dann ein paar Behinderte hineinsetzen. Aber grundsätzlich wollen Sie uns das Recht auf Integration nicht nur erst ab der Schule, sondern bereits ab dem Kindergarten wieder vermiesen, und zwar dadurch, daß die angekündigte "Kindergartenmilliarde", bei der es auch um Integrationsplätze für Behinderte ging, auf 600 Millionen Schilling reduziert wurde. Das geht auf Kosten von Integrationsplätzen für behinderte Kinder! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Die Betonung liegt auf "angekündigt"!)
Abg. Dr. Graf: Neues Ministerium! Er hat nicht gewußt, wo er sitzt!
Herr Minister! Ich bin schon erstaunt: Wir haben Ihnen vor fünf, sechs Wochen einen Brief geschrieben, in dem wir Sie genau auf diese Dinge aufmerksam gemacht und in dem wir bereits aufgezeigt haben, was die Folgen Ihres wirklich unmenschlichen Sparpaketes, welches besonders auf Kosten von behinderten und alten Menschen geht, sein werden. Wir haben aber bis heute keine Antwort darauf bekommen. Ich glaube, wir werden auch keine mehr bekommen. (Abg. Dr. Graf: Neues Ministerium! Er hat nicht gewußt, wo er sitzt!)
Bundesminister Mag. Klima: Frau Kollegin! Herr Sozialminister Hums hat das ausführlich mit den Behindertenverbänden verhandelt! Ich habe nicht verhandelt.
Wir haben auch keine Antwort von Bundeskanzler Vranitzky, von Vizekanzler Schüssel oder von Sozialminister Hums bekommen. Wir haben bis heute keine Antwort auf die Frage bekommen, wie es in Zukunft mit behinderten Menschen weitergehen soll. (Bundesminister Mag. Klima: Frau Kollegin! Herr Sozialminister Hums hat das ausführlich mit den Behindertenverbänden verhandelt! Ich habe nicht verhandelt.)
Abg. Dr. Graf: Sozialminister Hums hat Sie über den Tisch gezogen!
Herr Minister Klima! Auch das stimmt nicht – das muß ich Ihnen sagen! –, sondern Sie haben versucht, die Behindertenorganisationen – Sie meinen damit ganz konkret die ÖAR – über den Tisch zu ziehen (Abg. Dr. Graf: Sozialminister Hums hat Sie über den Tisch gezogen!), aber Sie haben mit ihnen nicht verhandelt. (Bundesminister Mag. Klima: Ich habe darüber mit gar niemandem verhandelt.)
Bundesminister Mag. Klima: Ich habe darüber mit gar niemandem verhandelt.
Herr Minister Klima! Auch das stimmt nicht – das muß ich Ihnen sagen! –, sondern Sie haben versucht, die Behindertenorganisationen – Sie meinen damit ganz konkret die ÖAR – über den Tisch zu ziehen (Abg. Dr. Graf: Sozialminister Hums hat Sie über den Tisch gezogen!), aber Sie haben mit ihnen nicht verhandelt. (Bundesminister Mag. Klima: Ich habe darüber mit gar niemandem verhandelt.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen!
Sie haben wahrscheinlich vermutet, daß wir nicht so klug sind und noch nicht so gut rechnen können, daß wir eins und eins zusammenzählen können! – Glauben Sie uns: Diese Zeiten sind schon lange vorbei! Wir können schneller eins und eins zusammenrechnen, als Sie das vielleicht für möglich halten! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der Freiheitlichen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Frau Ederer kann das wahrscheinlich! – Bundesminister Mag. Klima: Welche Maßnahme ist das? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist eine Gemeinheit, die da passiert! Eine große Gemeinheit!
Aber das war noch nicht das Schlimmste, es kommt noch ärger. – Ich meine, wenn es nicht so traurig wäre, wäre es schon wieder lustig. – Sie versuchen nämlich jetzt auch noch, auf Kosten von behinderten Menschen – mit deren Eigenmitteln, die praktisch sowieso schon auf Null gestellt sind – noch zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen, die wir behinderte Menschen zahlen sollen. Sie versuchen das konkret dadurch, daß Sie sagen, wenn sich heute jemand nicht mehr "ins Heim biegen" läßt – das heißt, nicht zwangseinweisen läßt beziehungsweise sich mit allen Mitteln dagegen wehrt, in eine stationäre Einrichtung zu kommen –, dann soll er sich zumindest einen Assistenten anstellen. – Ja wie stellen Sie sich das vor? – Glauben Sie, daß Sie mit 2 000 S Pflegegeld heute jemanden anstellen und sozialversicherungsrechtlich absichern können? – Das ist doch völlig unmöglich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Frau Ederer kann das wahrscheinlich! – Bundesminister Mag. Klima: Welche Maßnahme ist das? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist eine Gemeinheit, die da passiert! Eine große Gemeinheit!)
Abg. Dr. Graf: Weltfremd!
Ich zeige es Ihnen! Ich kann Ihnen jetzt vorlegen, was die Länder aus Ihrem Vorschlag zur Anstellung von Assistenten bereits gemacht haben. Oberösterreich zum Beispiel: Amateurpfleger sollen Profis werden. – Da steht ganz konkret: Wer sich durch nichtprofessionelle Hilfe betreuen lassen will – wobei nicht behinderte Menschen feststellen, was Professionalität ist und was nicht, das muß man sich auch einmal vorstellen! –, zu denen soll eine sogenannte Pflegepolizei kommen, um festzustellen, ob sie auch wirklich gepflegt sind. (Abg. Dr. Graf: Weltfremd!) Das heißt also konkret: Bei mir marschiert dann alle drei, vier Wochen – ich weiß nicht, in welchem Intervall – irgend jemand bei der Wohnungstür herein und schaut, ob ich gut gepflegt, gehätschelt und gepudert bin. Ich denke, so kann es nicht gehen!
Beifall bei den Grünen und den Freiheitlichen.
Wie meine Pflege für mich am besten ist, das weiß nur ich, und ich brauche keine Polizei! Ich brauche nicht die Polizei vom Bund und ich brauche nicht die Polizei vom Land. Ich trage Eigenverantwortung, und Sie können mir glauben: Ich werde nicht versauen und verdrecken und verkommen, ich werde mein Pflegegeld auch nicht aufs Sparbuch legen – ich habe nämlich keines –, sondern ich werde schauen, daß ich meine Lebensqualität mit meinem Pflegegeld verbessere! Und nicht nur ich werde das für mich machen, sondern alle behinderten und pflegebedürftigen Menschen haben versucht, mit dem derzeitigen Pflegegeld, das wir hatten, ihre Lebensqualität zu verbessern. Und diese Lebensqualität wird uns jetzt wieder massiv eingeschränkt. (Beifall bei den Grünen und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die saugen alles ab! Beinhart saugen sie alles ab!
Ihre Sparpolitik geht zielgerade in die falsche Richtung, und die Folgekosten wenn Sie das jetzt durchziehen, werden Ihnen in zwei Jahren auf den Kopf fallen, sodaß Sie wirklich nicht mehr wissen werden, woher Sie einen Schilling nehmen. Von uns können Sie nichts mehr absaugen, denn wir haben ohnehin nichts mehr. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die saugen alles ab! Beinhart saugen sie alles ab!)
Abg. Meisinger: Das ist ja logisch!
Abgeordnete Anna Huber (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin nun seit etwas über fünf Jahren in diesem Hohen Haus, und ich muß sagen, an der Inszenierung der Budgetdebatte hat sich nicht viel geändert, auch die Rollenverteilung ist wie gehabt. (Abg. Meisinger: Das ist ja logisch!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Bei aller Betroffenheit: Die Opposition hat kein gutes Haar am vorgelegten Budget gelassen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), und die Vertreter der Regierungsparteien streichen natürlich die Positivstrategie der Budgetzahlen hervor. (Abg. Dr. Graf: Jubelmeldungen!)
Abg. Dr. Graf: Jubelmeldungen!
Bei aller Betroffenheit: Die Opposition hat kein gutes Haar am vorgelegten Budget gelassen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), und die Vertreter der Regierungsparteien streichen natürlich die Positivstrategie der Budgetzahlen hervor. (Abg. Dr. Graf: Jubelmeldungen!)
Abg. Dr. Graf: Sparen und belasten!
Dieses vorgelegte Doppelpackbudget hat zwei zentrale Schwerpunkte, die sich in fast allen Bereichen durchziehen, als oberste Priorität (Abg. Dr. Graf: Sparen und belasten!): erstens die Stabilität der Währung und damit die Stabilität und die Berechenbarkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich als wichtigste Voraussetzung und zweitens die Sicherung der Beschäftigung und die Schaffung von Arbeitsplätzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dieses vorgelegte Doppelpackbudget hat zwei zentrale Schwerpunkte, die sich in fast allen Bereichen durchziehen, als oberste Priorität (Abg. Dr. Graf: Sparen und belasten!): erstens die Stabilität der Währung und damit die Stabilität und die Berechenbarkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich als wichtigste Voraussetzung und zweitens die Sicherung der Beschäftigung und die Schaffung von Arbeitsplätzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Dazu gehört – an die Adresse aller Fraktionen in diesem Haus gerichtet –, daß dringend notwendige verkehrstechnische Verbesserungen nicht blockiert werden, wie zum Beispiel der für die Wirtschaft der Obersteiermark so dringend notwendige Semmering-Basistunnel. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puttinger: Sind Sie für das duale Ausbildungssystem?
Dazu gehört auch, daß die Lehrlingsausbildung endlich an die Anfordernisse der Zeit angepaßt wird. Ich appelliere an die Wirtschaft, die Bremsklötze wegzunehmen und endlich einer zukunftsorientierten Lehrlingsausbildung zuzustimmen. Lehrlinge sind nicht billige Hilfskräfte, sondern sie sind das Kapital für unsere Zukunft. Ich denke, hier glaubt wohl keiner, daß ein Industrie- oder Wirtschaftsstandort Österreich ohne hochqualifizierte Facharbeiter möglich ist. (Abg. Dr. Puttinger: Sind Sie für das duale Ausbildungssystem?) Wir sind sehr für das duale Ausbildungssystem. Weil dem Bereich Forschung und Entwicklung zentrale Bedeutung zukommt und eine höhere Dotierung der Forschungsförderung vorgesehen ist, wird es aber ganz dringend notwendig sein, ja gelingen müssen, die Barriere zwischen Forschungseinrichtungen und den Produzierenden auf der Werkbank zu eliminieren. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Denn innovativer Geist – Sie können sich ja dann hier melden und Ihre lichtvollen Ausführungen hier zum besten geben – könnte zu mehr Erfolg und damit zu mehr Beschäftigung führen. Für Einsparungen haben nämlich dann alle mehr Verständnis, wenn die elementarsten Bedürfnisse, nämlich ein sicherer Arbeitsplatz und ein sicheres Einkommen, auch erfüllt sind.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Dazu gehört auch, daß die Lehrlingsausbildung endlich an die Anfordernisse der Zeit angepaßt wird. Ich appelliere an die Wirtschaft, die Bremsklötze wegzunehmen und endlich einer zukunftsorientierten Lehrlingsausbildung zuzustimmen. Lehrlinge sind nicht billige Hilfskräfte, sondern sie sind das Kapital für unsere Zukunft. Ich denke, hier glaubt wohl keiner, daß ein Industrie- oder Wirtschaftsstandort Österreich ohne hochqualifizierte Facharbeiter möglich ist. (Abg. Dr. Puttinger: Sind Sie für das duale Ausbildungssystem?) Wir sind sehr für das duale Ausbildungssystem. Weil dem Bereich Forschung und Entwicklung zentrale Bedeutung zukommt und eine höhere Dotierung der Forschungsförderung vorgesehen ist, wird es aber ganz dringend notwendig sein, ja gelingen müssen, die Barriere zwischen Forschungseinrichtungen und den Produzierenden auf der Werkbank zu eliminieren. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Denn innovativer Geist – Sie können sich ja dann hier melden und Ihre lichtvollen Ausführungen hier zum besten geben – könnte zu mehr Erfolg und damit zu mehr Beschäftigung führen. Für Einsparungen haben nämlich dann alle mehr Verständnis, wenn die elementarsten Bedürfnisse, nämlich ein sicherer Arbeitsplatz und ein sicheres Einkommen, auch erfüllt sind.
Beifall bei der SPÖ.
Ich hoffe daher sehr, daß all die beschäftigungssichernden und arbeitsplatzschaffenden Impulse dieses Budgets auch wirken, und ich erwarte, daß diese Impulse in dem Budget – die Förderungsprogramme zur Qualifikation, die Programme für Betriebsansiedlungen, für Forschung und Entwicklung – zu mehr Betrieben und damit auch zu mehr Beschäftigte führen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Aumayr: Was haben die Bauern davon gehabt?
So stieg etwa die soziale Wohlfahrt von 135 Milliarden Schilling 1990 auf 213 Milliarden Schilling 1995. Das heißt, innerhalb von fünf Jahren gab es eine 50prozentige Steigerung. (Abg. Aumayr: Was haben die Bauern davon gehabt?) – Dazu komme ich auch noch. Der Familienlastenausgleichsfonds etwa war im Jahr 1990 mit 41,8 Milliarden Schilling und im Jahr 1995 mit 55,7 Milliarden Schilling dotiert. Das ist immerhin auch eine Steigerung von 30 Prozent. Oder eine Einzelmaßnahme, bei der es besonders stark ins Auge fällt, ist die im Jahr 1992 erfolgte Maßnahme des zweiten Karenzjahres und die Teilzeitbeihilfe. Das Karenzgeld war 1990 mit 3,7 Milliarden und im Jahr 1995 mit 11,5 Milliarden Schilling veranschlagt. – Eine Ausweitung
Abg. Aumayr: Ihr spart nur für die Maastricht-Kriterien, Herr Kollege!
Es ist daher zuwenig, wenn sich die Opposition nur gegen die Sparmaßnahmen ausspricht, gleichzeitig aber Steuersenkung verlangt und dann noch die hohe Verschuldung kritisiert. Das ist ein gordischer Knoten, der nicht zu lösen ist. (Abg. Aumayr: Ihr spart nur für die Maastricht-Kriterien, Herr Kollege!)
Abg. Aumayr: Das Belastungspaket ist nur, weil Sie das Geld für Brüssel brauchen!
Wenn wir die Vorschläge der Opposition im Budget einbauen würden (Abg. Aumayr: Das Belastungspaket ist nur, weil Sie das Geld für Brüssel brauchen!), so hätten wir im heurigen Jahr einen Budgetabgang in der Höhe von 200 Milliarden Schilling. (Abg. Aumayr: Sie sanieren nichts, Kollege Schwarzenberger! Das geht alles nach Brüssel!)
Abg. Aumayr: Sie sanieren nichts, Kollege Schwarzenberger! Das geht alles nach Brüssel!
Wenn wir die Vorschläge der Opposition im Budget einbauen würden (Abg. Aumayr: Das Belastungspaket ist nur, weil Sie das Geld für Brüssel brauchen!), so hätten wir im heurigen Jahr einen Budgetabgang in der Höhe von 200 Milliarden Schilling. (Abg. Aumayr: Sie sanieren nichts, Kollege Schwarzenberger! Das geht alles nach Brüssel!)
Beifall bei der ÖVP – Abg. Aumayr: 30 Milliarden für Brüssel!
Frau Abgeordnete Aumayr! Sie sollten wissen, daß der Bund nur so viel verteilen kann, soviel die Steuerzahler einbezahlen (Beifall bei der ÖVP – Abg. Aumayr: 30 Milliarden für Brüssel!) beziehungsweise die Kreditaufnahmen ausmachen, die Sie dann mit Zinsen und Zinseszinsen zurückzahlen müssen, die auch dann von den Steuerzahlern, wahrscheinlich aber erst von der nächsten Generation, bezahlt werden. (Abg. Aumayr: Die Schulden, die Sie angehäuft haben, sind für drei Generationen!)
Abg. Aumayr: Die Schulden, die Sie angehäuft haben, sind für drei Generationen!
Frau Abgeordnete Aumayr! Sie sollten wissen, daß der Bund nur so viel verteilen kann, soviel die Steuerzahler einbezahlen (Beifall bei der ÖVP – Abg. Aumayr: 30 Milliarden für Brüssel!) beziehungsweise die Kreditaufnahmen ausmachen, die Sie dann mit Zinsen und Zinseszinsen zurückzahlen müssen, die auch dann von den Steuerzahlern, wahrscheinlich aber erst von der nächsten Generation, bezahlt werden. (Abg. Aumayr: Die Schulden, die Sie angehäuft haben, sind für drei Generationen!)
Abg. Aumayr: Nach Brüssel!
Wir leben nicht so schlecht in Österreich, daß wir unsere jetzigen Probleme an die nächste Generation übertragen, sondern wir sollten versuchen, in den nächsten Jahren sparsam zu sein. (Abg. Aumayr: Nach Brüssel!) Sie können sich dann zu Wort melden. Ich habe nur eine beschränkte Redezeit zur Verfügung. Sie können sich nicht in die erste Bank setzen, nur Zwischenrufe machen und sich bei der Debatte nicht zu Wort melden! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir leben nicht so schlecht in Österreich, daß wir unsere jetzigen Probleme an die nächste Generation übertragen, sondern wir sollten versuchen, in den nächsten Jahren sparsam zu sein. (Abg. Aumayr: Nach Brüssel!) Sie können sich dann zu Wort melden. Ich habe nur eine beschränkte Redezeit zur Verfügung. Sie können sich nicht in die erste Bank setzen, nur Zwischenrufe machen und sich bei der Debatte nicht zu Wort melden! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Gerade auf internationaler Ebene kommen auch auf Österreichs Bauern große Herausforderungen zu. Es ist dies etwa die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik, es ist dies aber auch die zumindest in den nächsten Jahrzehnten prognostizierte Osterweiterung der EU. Es ist dies aber auch eine neuerlich Diskussion über eine Weiterentwicklung des Welthandelsabkommens. Bei all diesen Verhandlungen ist aber – und das verlangen wir hier – auf die regionale Situation Österreichs mit seiner klein- und mittelbäuerlichen Struktur Rücksicht zu nehmen. Wir wollen auch in Zukunft unsere bäuerlichen Familienbetriebe erhalten und einer ökologischen Wirtschaftsweise das Wort reden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind deshalb der Auffassung: Wenn die Budgets 1996 und 1997 im Rahmen der vorgelegten Höhe – es wird natürlich bei den Ausschußberatungen gewisse Veränderungen geben können – umgesetzt werden, dann werden wir die Stabilität unserer Wirtschaft und unseres Schillings erhalten können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall des Abg. Mag. Steindl .
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Hohes Haus! Ich möchte es nicht versäumen, mich bei Kollegen Schwarzenberger zu bedanken. Herr Kollege Schwarzenberger! Es war erstmals eine offene und ehrliche Rede. (Beifall des Abg. Mag. Steindl .) Sie haben nämlich in Ihrer Rede zugegeben, warum wir dieses Budgetdesaster haben. – Sie haben sich in den letzten Jahren verrechnet, Kollege Schwarzenberger! Sie haben ja gesagt, all die Maßnahmen, die Sie in den letzten Jahren gesetzt haben (Abg. Schwarzenberger: Es hat eine Reihe von sozial- und familienpolitischen Maßnahmen gegeben!), kosten mehr, als Sie geglaubt haben. Sie haben ja auch zugegeben, daß Sie es nicht geschafft haben, echte Strukturreformen in Angriff zu nehmen, und deshalb gibt es jetzt diese einschneidenden Maßnahmen auf dem Rücken aller Österreicherinnen und der Österreicher! Vielen Dank für diese Offenheit! Ich hoffe, mehr solche Reden zu hören, in denen Sie endlich einmal zugeben, warum wir heute hier über diese Belastungspakete diskutieren müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Es wäre schön, wenn Sie so ehrlich wären!)
Abg. Schwarzenberger: Es hat eine Reihe von sozial- und familienpolitischen Maßnahmen gegeben!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Hohes Haus! Ich möchte es nicht versäumen, mich bei Kollegen Schwarzenberger zu bedanken. Herr Kollege Schwarzenberger! Es war erstmals eine offene und ehrliche Rede. (Beifall des Abg. Mag. Steindl .) Sie haben nämlich in Ihrer Rede zugegeben, warum wir dieses Budgetdesaster haben. – Sie haben sich in den letzten Jahren verrechnet, Kollege Schwarzenberger! Sie haben ja gesagt, all die Maßnahmen, die Sie in den letzten Jahren gesetzt haben (Abg. Schwarzenberger: Es hat eine Reihe von sozial- und familienpolitischen Maßnahmen gegeben!), kosten mehr, als Sie geglaubt haben. Sie haben ja auch zugegeben, daß Sie es nicht geschafft haben, echte Strukturreformen in Angriff zu nehmen, und deshalb gibt es jetzt diese einschneidenden Maßnahmen auf dem Rücken aller Österreicherinnen und der Österreicher! Vielen Dank für diese Offenheit! Ich hoffe, mehr solche Reden zu hören, in denen Sie endlich einmal zugeben, warum wir heute hier über diese Belastungspakete diskutieren müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Es wäre schön, wenn Sie so ehrlich wären!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Es wäre schön, wenn Sie so ehrlich wären!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Hohes Haus! Ich möchte es nicht versäumen, mich bei Kollegen Schwarzenberger zu bedanken. Herr Kollege Schwarzenberger! Es war erstmals eine offene und ehrliche Rede. (Beifall des Abg. Mag. Steindl .) Sie haben nämlich in Ihrer Rede zugegeben, warum wir dieses Budgetdesaster haben. – Sie haben sich in den letzten Jahren verrechnet, Kollege Schwarzenberger! Sie haben ja gesagt, all die Maßnahmen, die Sie in den letzten Jahren gesetzt haben (Abg. Schwarzenberger: Es hat eine Reihe von sozial- und familienpolitischen Maßnahmen gegeben!), kosten mehr, als Sie geglaubt haben. Sie haben ja auch zugegeben, daß Sie es nicht geschafft haben, echte Strukturreformen in Angriff zu nehmen, und deshalb gibt es jetzt diese einschneidenden Maßnahmen auf dem Rücken aller Österreicherinnen und der Österreicher! Vielen Dank für diese Offenheit! Ich hoffe, mehr solche Reden zu hören, in denen Sie endlich einmal zugeben, warum wir heute hier über diese Belastungspakete diskutieren müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Es wäre schön, wenn Sie so ehrlich wären!)
Abg. Donabauer: Hören Sie doch auf mit dem Unsinn!
Herr Kollege Schwarzenberger! Nur ein Beispiel bezüglich Krankenvorsorge: Im größten Spital Österreichs, im Allgemeinen Krankenhaus, kostet das Spitalsbett – nur das Bett – pro Tag 10 000 S! Die Krankenkasse bezahlt nicht einmal 2 000 S dafür. (Abg. Donabauer: Hören Sie doch auf mit dem Unsinn!) Herr Kollege, 8 000 S pro Tag zahlt man im Wiener Allgemeinen Krankenhaus nur für das Bett! (Abg. Donabauer: Lesen Sie das doch nach! Das ist doch lauter Unsinn!) Ich bin selbst eine Woche drinnengelegen. Ich weiß das – im Gegensatz zu Ihnen, Kollege! 8 000 S bezahlt der Steuerzahler. Wenn dieser Patient privat versichert ist, dann zahlt es natürlich die Privatversicherung.
Abg. Donabauer: Lesen Sie das doch nach! Das ist doch lauter Unsinn!
Herr Kollege Schwarzenberger! Nur ein Beispiel bezüglich Krankenvorsorge: Im größten Spital Österreichs, im Allgemeinen Krankenhaus, kostet das Spitalsbett – nur das Bett – pro Tag 10 000 S! Die Krankenkasse bezahlt nicht einmal 2 000 S dafür. (Abg. Donabauer: Hören Sie doch auf mit dem Unsinn!) Herr Kollege, 8 000 S pro Tag zahlt man im Wiener Allgemeinen Krankenhaus nur für das Bett! (Abg. Donabauer: Lesen Sie das doch nach! Das ist doch lauter Unsinn!) Ich bin selbst eine Woche drinnengelegen. Ich weiß das – im Gegensatz zu Ihnen, Kollege! 8 000 S bezahlt der Steuerzahler. Wenn dieser Patient privat versichert ist, dann zahlt es natürlich die Privatversicherung.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das wären die Strukturmaßnahmen, die notwendig sind, um in Zukunft den Staatshaushalt finanzieren zu können. Sie aber machen nur Belastungen. Sie haben gesagt: einnahmen- und ausgabenseitig. Durch Einnahmen und Ausgaben belasten Sie die Bevölkerung gleichermaßen. – Strukturmaßnahmen wären notwendig gewesen, damit nämlich endlich auch in diesen Bereichen eingespart wird und auch für die Zukunft positive Effekte zu erzielen sind. Das würden wir uns von einer aktiven Regierung erwarten! Aber Ihnen ist es doch gar nicht darum gegangen; auch das ist heute schon einige Male zum Ausdruck gekommen. Sie machen jetzt für 1996 und für 1997 ein Budget, 1998 werden Sie dann versuchen, noch einmal eine Keule draufzusetzen. Aber ich bin sicher, daß es soweit gar nicht kommen wird, denn spätestens 1998 wird Ihnen der Wähler dann für diese Belastungspakete endgültig die Rechnung ausstellen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir wollten insgesamt mehr Zeit für die Beratungen für diese Materie, vor allem auch deswegen, weil Sie praktisch auch das Begutachtungsverfahren unterlaufen haben, weil nämlich eine Zeit zwischen zwei und acht Tagen – viel mehr war nicht zur Verfügung – gar nicht ausreichen kann, um tatsächlich zu jenen Vorlagen Stellung zu nehmen, die Sie ausgeschickt haben. Deswegen werden Sie zu diesem Fristsetzungsantrag eine Zustimmung der Liberalen bestimmt nicht bekommen, denn die Verantwortung für diesen Wahnwitz übernehmen Sie gefälligst selber, und zwar mit Ihrer Zweidrittelmehrheit, auf die Sie so stolz sind! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Schmidt: Das tut kein Mensch!
Frau Dr. Schmidt! Ich nehme Ihr angekündigtes Stimmverhalten als den ersten Akt des Dissenses, der bei Budgetgesetzen zwischen Regierung und Opposition stets besteht. Es bedarf nicht vieler Phantasie, vorherzusagen, wie Sie und die anderen Fraktionen in Budgetangelegenheiten abstimmen werden. Sie werden nein sagen, das gehört vielleicht – ich verstehe es nicht so – zum Geschäft der Opposition, aber eine Einigung in der Präsidiale in Frage zu stellen (Abg. Dr. Schmidt: Das tut kein Mensch!) , gehört nicht zu der Gemeinsamkeit, die dieses Haus bisher stets ausgezeichnet hat.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir sind bereit, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Wir haben ohne Präjudizien diesen Zeitplan gemeinsam erarbeitet, und ich appelliere jetzt nur an Sie: Erkennen Sie an, was Ergebnis der gemeinsamen Arbeit in der Präsidiale war! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Sieben Wochen lang hat das Verhandlungsteam zwischen den beiden Regierungsparteien gebraucht, um dieses große Reformpaket – zwei Budgets und das Strukturanpassungsgesetz – zu entwickeln. Wir setzen uns heute eine Frist von sechs Wochen, um die notwendigen Beschlüsse im Nationalrat zu fassen. Ich glaube, es ist von uns allen nicht zuviel verlangt, daß wir genauso Tag und Nacht arbeiten, wie es die Regierungsparteien getan haben, und daß wir jetzt die Beschlüsse fassen, auf die die Republik wartet. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Ich habe nun einmal blaue Augen!
Frau Dr. Schmidt! Ich muß Ihnen folgendes sagen: Seien Sie bitte nicht so blauäugig (Abg. Dr. Schmidt: Ich habe nun einmal blaue Augen!) und mißverstehen Sie nicht den Fristsetzungsantrag. Sie wissen doch sehr genau – die letzten Tage haben es doch gezeigt (Abg. Dr. Frischenschlager: Sechs Tage!) –, daß, wenn es in der Geschäftsordnung Möglichkeiten gibt, die von jemandem genützt werden können, um einen Stock in die Speichen des Rades hineinzustecken, diese Möglichkeiten immer genützt wurden.
Abg. Dr. Frischenschlager: Sechs Tage!
Frau Dr. Schmidt! Ich muß Ihnen folgendes sagen: Seien Sie bitte nicht so blauäugig (Abg. Dr. Schmidt: Ich habe nun einmal blaue Augen!) und mißverstehen Sie nicht den Fristsetzungsantrag. Sie wissen doch sehr genau – die letzten Tage haben es doch gezeigt (Abg. Dr. Frischenschlager: Sechs Tage!) –, daß, wenn es in der Geschäftsordnung Möglichkeiten gibt, die von jemandem genützt werden können, um einen Stock in die Speichen des Rades hineinzustecken, diese Möglichkeiten immer genützt wurden.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Im übrigen – seien wir bitte nicht so wehleidig –: Der Stoß Papier, der hier aufgebreitet wurde, wurde von unseren Bereichssprechern in zwei Tagen durchgearbeitet. Sie haben so wie wir parlamentarische Mitarbeiter, Sie haben so wie wir hervorragende Mitarbeiter im Klub, die Ihnen helfen werden, dieses Gesetzgebungswerk, das in zirka zwölf große Materien zerfällt, zu studieren und zu durchdringen. Wir sind ein Arbeitsparlament, man erwartet von uns Arbeit, also arbeiten wir, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Frischenschlager: Aus sechs Tagen werden bei Khol sechs Wochen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der nächste Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Haider. Er hat das Wort. (Abg. Dr. Frischenschlager: Aus sechs Tagen werden bei Khol sechs Wochen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Dr. Jörg Haider (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Es ist richtig, wie die Klubobmänner der SPÖ und der ÖVP festgestellt haben, daß es eine Vereinbarung über einen Zeitplan in der Präsidialkonferenz gibt. Wenn der Fraktionschef der Österreichischen Volkspartei aber jetzt hinzufügt, man müsse eine Befristung einführen, weil die Gelegenheit Diebe macht, dann unterstellt er, daß seine Vertragspartner von der Opposition politische Diebe sind, die hier Obstruktion ausüben und nicht im Sinne der Kontrolle tätig werden. Dann müssen Sie sich aber auch gefallen lassen, daß wir den Verdacht haben, daß es Ihnen nicht nur darum geht, dieses Budget über die Runden zu bringen, dessen verspätete Erledigung ja nicht unsere Sache ist. – Sie haben ja die Neuwahlen vom Zaun gebrochen und nicht die Opposition! (Beifall bei den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie wollen in Wirklichkeit drüberfahren und wollen auch unsere Bedenken gegen die einzelnen rückwirkenden Verfassungsgesetze im Zusammenhang mit der Steuerpolitik ad absurdum führen, indem Sie sagen: Trotzdem fahren wir mit unserer Zweidrittelmehrheit drüber! – Das wird es also nicht geben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Verwahrlost ist der Andreas! Verwahrloster Khol!
Noch dazu teilt selbst im Begutachtungsverfahren die etwa unter einem ÖVP-Landeshauptmann in Kärnten stehende Landesregierung mit, daß die Gesetze, die Sie jetzt im Zusammenhang mit dem Budget durchpeitschen wollen, zu einer Verwahrlosung der österreichischen Gesetzeskultur führen! Zu einer Verwahrlosung der österreichischen Gesetzeskultur! (Abg. Haigermoser: Verwahrlost ist der Andreas! Verwahrloster Khol!)
Lebhafte Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Das heißt, diese Verfassungsbestimmungen, die Sie durchpeitschen wollen, sind im Grunde genommen, meine Damen und Herren, nichts anderes als das Frühlingserwachen autoritär-faschistischer Denkungsart in den Staatsämtern. (Lebhafte Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) Das ist genau jene Vorstellung, um die es hier geht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das heißt, diese Verfassungsbestimmungen, die Sie durchpeitschen wollen, sind im Grunde genommen, meine Damen und Herren, nichts anderes als das Frühlingserwachen autoritär-faschistischer Denkungsart in den Staatsämtern. (Lebhafte Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) Das ist genau jene Vorstellung, um die es hier geht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Was?
Ein Beispiel: Heute vormittag berichtet der ORF, daß sich in den Begleitgesetzen auch die Absicht befindet, die tägliche Arbeitszeit durch eine ÖVP-Initiative auf zehn Stunden auszudehnen. (Ruf bei der ÖVP: Was?) – Das stimmt nicht, jawohl. Das wird von Kollegen Feurstein sofort dementiert. Sozialsprecher Feurstein dementiert laut APA, daß seine Partei einen solchen Antrag vorbereitet habe oder auch nur plane – oder auch nur plane! Es ist richtig, Sie dementieren. Trotzdem – ich habe einen Antrag von Ihnen hier in Händen. (Ui-Rufe bei den Freiheitlichen.) Ich habe hier einen Antrag der Abgeordneten Ridi Steibl und Dr. Feurstein; darin
Ui-Rufe bei den Freiheitlichen.
Ein Beispiel: Heute vormittag berichtet der ORF, daß sich in den Begleitgesetzen auch die Absicht befindet, die tägliche Arbeitszeit durch eine ÖVP-Initiative auf zehn Stunden auszudehnen. (Ruf bei der ÖVP: Was?) – Das stimmt nicht, jawohl. Das wird von Kollegen Feurstein sofort dementiert. Sozialsprecher Feurstein dementiert laut APA, daß seine Partei einen solchen Antrag vorbereitet habe oder auch nur plane – oder auch nur plane! Es ist richtig, Sie dementieren. Trotzdem – ich habe einen Antrag von Ihnen hier in Händen. (Ui-Rufe bei den Freiheitlichen.) Ich habe hier einen Antrag der Abgeordneten Ridi Steibl und Dr. Feurstein; darin
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie mißachten das Parlament und belügen die Leute, die hier sitzen! Ganz bewußt sagen Sie hier die Unwahrheit. Und jetzt wollen Sie mit Ihrer Gesetzesmaschinerie, mit Ihrer Zweidrittelmehrheit drüberfahren, indem Sie in der Öffentlichkeit anders reden, als Sie es dann den Österreichern präsentierten. – Dafür steht die Opposition nicht zur Verfügung! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist nicht die Demokratie, die wir uns vorstellen. Wir werden uns gegen diese Form des Mißbrauchs der parlamentarischen Demokratie wehren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Wir lassen uns nicht als Diebe beschimpfen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Erstens hat es gestern aufgrund einer Geschäftsordnungsmeldung eine kurze Debatte darüber gegeben, welchen Sinn es hat, Pro- und Kontra-Wortmeldungen vorzunehmen. Kollege Dr. Haider war als Pro-Redner eingeteilt. Wenn er als Kontra-Redner eingeteilt gewesen wäre, wäre die Rednerreihenfolge eine andere. (Abg. Dr. Haider: Wir lassen uns nicht als Diebe beschimpfen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Leikam: Ein absoluter Mißbrauch! – Abg. Dr. Haider: Sie haben als Präsident nicht meine Rede zu bewerten, sondern nur zu prüfen, ob ich mich an die Geschäftsordnung halte! – Weitere heftige Zwischenrufe.
Zweitens möchte ich ganz ausdrücklich von dieser Stelle aus den Ausdruck "autoritärfaschistische Denkungsart" zurückweisen. Ich kann das nicht akzeptieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Leikam: Ein absoluter Mißbrauch! – Abg. Dr. Haider: Sie haben als Präsident nicht meine Rede zu bewerten, sondern nur zu prüfen, ob ich mich an die Geschäftsordnung halte! – Weitere heftige Zwischenrufe.)
Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Zur Geschäftsordnung!
Ich bitte Frau Abgeordnete Langthaler, mir mitzuteilen, ob sie Pro- oder Kontra-Rednerin ist. (Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Zur Geschäftsordnung!) – Eines nach dem anderen. Sind Sie Pro- oder Kontra-Rednerin? (Abg. Ing. Langthaler: Pro-Rednerin!) – Pro-Pednerin.
Abg. Ing. Langthaler: Pro-Rednerin!
Ich bitte Frau Abgeordnete Langthaler, mir mitzuteilen, ob sie Pro- oder Kontra-Rednerin ist. (Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Zur Geschäftsordnung!) – Eines nach dem anderen. Sind Sie Pro- oder Kontra-Rednerin? (Abg. Ing. Langthaler: Pro-Rednerin!) – Pro-Pednerin.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Johann-Ewald Stadler (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung ): Herr Präsident! Zunächst bitte ich, zur Kenntnis zu nehmen, daß zum Zeitpunkt der Wortmeldung durch unseren Ordner die Wortmeldung des Kollegen Khol noch nicht bekannt war und daher nicht auf die Wortmeldung des Kollegen Khol ex ante eingegangen werden konnte und wir während der Rede des Kollegen Khol den Inhalt der Rede meines Kollegen und Klubobmannes Dr. Haider fixiert haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Nowotny: Sehr schwache Verteidigung! – Abg. Dr. Haider: Bisher ist das immer verweigert worden!
Zweitens, Herr Präsident, ersuche ich Sie um Mitteilung darüber, warum über mehrfaches Verlangen unserer Fraktion bei ähnlichen Vorwürfen, wie sie heute erhoben wurden – und wofür ein Ordnungsruf erteilt wurde –, bei mehrfachen Vorkommnissen dieser Art jedesmal ein Ordnungsruf verweigert wurde, während heute beim Verlangen des sozialdemokratischen Klubobmannes ein derartiger Ordnungsruf sofort erteilt wurde. (Abg. Dr. Nowotny: Sehr schwache Verteidigung! – Abg. Dr. Haider: Bisher ist das immer verweigert worden!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Mehrere!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Kollege Stadler! Sie werden mir kaum ein Beispiel aus dieser Gesetzgebungsperiode nennen können, wo es bei meinem Vorsitz der Fall war, daß ich einen solchen Ausdruck nicht geahndet hätte. (Rufe bei den Freiheitlichen: Mehrere!) Außerdem führe ich den Vorsitz nicht im Dialog.
Abg. Mag. Stadler: Da haben wir uns an Sie angepaßt!
Abgeordnete Ing. Monika Langthaler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir wissen alle, daß der Klubobmann der Freiheitlichen, der Chef der "F"-Bewegung in seiner Wortwahl nicht gerade zimperlich ist (Abg. Mag. Stadler: Da haben wir uns an Sie angepaßt!) und daß von seiner Seite immer wieder Formulierungen kommen, die man natürlich, gerade wenn es von dieser Seite kommt und gerade was diese Tendenz betrifft, zurückweisen soll. Aber in der Sache und in der Art, wie hier über das Parlament "drübergefahren" wird, wo wir doch angeblich hier die Budgethoheit haben, hat er sicherlich in einigen Dingen recht.
Beifall bei den Grünen.
Natürlich ist es absurd – und das war es in den letzten Jahren bisher schon: bei einer im Vergleich aber noch nicht so dramatischen Situation des Budgets –, wie mit dem Parlament umgegangen wird. Es gab auch bisher schon eine Mißachtung des Hohen Hauses, und zwar in der Form, daß seitens der Regierung bei den Budgeterstellungen einfach "drübergefahren" wurde. Und es ist mir bis heute unverständlich, wie wenig ernst sich die einzelnen Abgeordneten hier in diesem Haus gerade bei der Budgeterstellung nehmen, gerade dann, wenn es angeblich um Strukturmaßnahmen geht, und wie wenig ernst sie dieses Haus nehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt eine Einigung in der Präsidiale, aber es ist völlig unnötig, hier einen Fristsetzungsantrag beschließen zu lassen. Möglicherweise gibt es hier innerhalb der großen Koalition ein Mißtrauen, weil Sie das offenbar noch einmal notifizieren müssen. Das ist gänzlich unangebracht, und Sie nehmen damit diesem Haus nur noch ein Stück mehr an notwendiger Souveränität weg. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Diese Arbeit wurde im November 1994 vorgestellt. Was folgte, war ein Aufschrei aus den Ländern. Es kam wieder zu keiner Einigung, es blieb wieder alles beim alten. Hier möchte ich auch festhalten, daß es auch an der Uneinsichtigkeit der Landesfürsten und deren Finanzreferenten gescheitert ist, daß es gesamtösterreichisch gesehen bisher zu keiner Einigung der anstehenden Probleme im Gesundheitswesen gekommen ist. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Bei diesen verzweigten, kompetenzüberschreitenden Strukturen kann ich den Wunsch nach einem verbindlichen Krankenanstaltenplan und einer Strukturkommission verstehen. Aber dieser Wunsch bleibt ein frommer. Herr Minister, ich kann Ihnen heute den Vorwurf nicht ersparen, daß im Koalitionsabkommen wieder einmal die Kompetenzregelung zwischen Bund und Ländern und zwischen den Bundesministerien für Gesundheit und Soziales nicht erfolgte. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Herr Kollege Haselsteiner sollte sich beim Herrn Brünner erkundigen, denn der kennt wirklich alle Löcher im Budget. Der kennt sich dort wirklich sehr gut aus, da sollten Sie Anleihe nehmen. Und, Frau Kollegin Schmidt, Sie sollten wirklich dem Herrn Brünner sagen, er soll das Geld zurückgeben, weil diese Art der Heuchelei, diese Art der Schlitzohrigkeit ist mir nicht einmal noch bei der ÖVP und bei der SPÖ untergekommen. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Ist das eine tatsächliche Berichtigung? Das ist ja eine Rede!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Lieber Kollege Wabl, wie dir sicherlich von deinem Namenskollegen Wabl in der Steiermark erzählt worden ist, ist nicht die Parteienförderung vor der Wahl gekürzt worden, sondern ist die Wahlkampfkostenrückvergütung für jene Parteien gestrichen worden, die in den Landtag kommen; eine an sich sehr sinnvolle Maßnahme. (Abg. Schwarzenberger: Ist das eine tatsächliche Berichtigung? Das ist ja eine Rede!)
Abg. Schwarzenberger: Der Schwemlein macht so etwas nicht! – Abg. Schwemlein: Nein!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Schwemlein. Er hat das Wort. (Abg. Schwarzenberger: Der Schwemlein macht so etwas nicht! – Abg. Schwemlein: Nein!)
Abg. Dr. Lukesch: Das stimmt nicht, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich kurz ein paar Bemerkungen zur Verkehrspolitik anbringen. Wir müssen unbedingt in naher Zukunft Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit setzen, und ich meine, daß zum Beispiel die Einführung des Punkteführerscheins ein ganz wesentlicher Beitrag dazu wäre, muß sich doch Österreich wegen seiner Unfallstatistik in Europa eher schämen. (Abg. Dr. Lukesch: Das stimmt nicht, Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist daher dringend notwendig, möglichst rasch das Road-Pricing für LKW einzuführen. Darum müssen wir uns bemühen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Zusammengefaßt können wir feststellen, daß wir auch im Verkehrsbereich sehr wohl gefordert sind. Wir schaffen budgetär richtige, wesentliche, richtungsweisende Rahmenbedingungen. Gehen wir die Lösung der Probleme gemeinsam an – die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes erwarten das von uns. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dkfm. Mag. Josef Mühlbachler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich halte es für unangebracht, daß die heutige Diskussion vom Finanzsprecher der SPÖ, von Herrn Professor Nowotny, mit einem Hinweis auf die Dezemberwahlen und deren "Überflüssigkeit" eingeleitet wurde. Ich meine, daß die Wahlen vom Dezember 1995 sehr wohl notwendig waren, um überhaupt eine Budgetwahrheit in diesem Lande herbeizuführen und auch die entsprechenden Reformen, die daraus zu resultieren haben, in die Wege zu leiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Tychtl: Mea culpa! Mea maxima culpa!
Ich möchte kein weiteres Repetitorium darüber abhalten, weil ich glaube, daß derartige Seitenhiebe – sei es jetzt auf die ÖVP oder auch von unserer Seite auf die SPÖ – hinkünftig einfach entbehrlich sind. (Abg. Ing. Tychtl: Mea culpa! Mea maxima culpa!) Faktum ist, wir sind in einer Koalition, und trotz Auffassungsunterschieden haben wir uns zum Ziel gesetzt, in der Zukunft für Österreich zusammenzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte kein weiteres Repetitorium darüber abhalten, weil ich glaube, daß derartige Seitenhiebe – sei es jetzt auf die ÖVP oder auch von unserer Seite auf die SPÖ – hinkünftig einfach entbehrlich sind. (Abg. Ing. Tychtl: Mea culpa! Mea maxima culpa!) Faktum ist, wir sind in einer Koalition, und trotz Auffassungsunterschieden haben wir uns zum Ziel gesetzt, in der Zukunft für Österreich zusammenzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Madl: Das stimmt nicht!
Da möchte ich jetzt auf ein Ereignis von vorgestern hinweisen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Landeshauptmann von Oberösterreich ist von sogenannten Umweltschützern attackiert worden. (Abg. Madl: Das stimmt nicht!) Das kann man so nicht im Raum stehenlassen: Frau Kollegin Madl! Wieso sagen Sie, das stimmt nicht? Lesen Sie bitte den Kommentar in den "Salzburger Nachrichten"! Natürlich ist Ihnen das nicht recht, wenn es so kommt, daß Sie auf einmal auch nicht mehr auf der Seite jener stehen, die recht haben. (Abg. Madl: Ein märtyrerhaftes Verhalten!)
Abg. Madl: Ein märtyrerhaftes Verhalten!
Da möchte ich jetzt auf ein Ereignis von vorgestern hinweisen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Landeshauptmann von Oberösterreich ist von sogenannten Umweltschützern attackiert worden. (Abg. Madl: Das stimmt nicht!) Das kann man so nicht im Raum stehenlassen: Frau Kollegin Madl! Wieso sagen Sie, das stimmt nicht? Lesen Sie bitte den Kommentar in den "Salzburger Nachrichten"! Natürlich ist Ihnen das nicht recht, wenn es so kommt, daß Sie auf einmal auch nicht mehr auf der Seite jener stehen, die recht haben. (Abg. Madl: Ein märtyrerhaftes Verhalten!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage Ihnen folgendes, Frau Kollegin Madl: Ich bedaure es zutiefst, daß es auch hier im Parlament Kräfte gibt, die sich hinter jene stellen, die Umweltschutz vorgeben – tatsächlich aber rohe Gewalt ausüben. Und das ist ein Skandal! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Eines muß hier doch einmal ausgesprochen werden: Da ist der Innenminister gefordert, die öffentliche Sicherheit in Österreich zu gewährleisten, und da sind die Grünen gefordert, zu erklären, wie sie es denn halten mit der Radikalisierung von Umweltschützern. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Kukacka: Vorgestern!
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Mühlbachler hat soeben behauptet, daß gestern (Abg. Mag. Kukacka: Vorgestern!) Landeshauptmann Pühringer von Umweltschützern attackiert worden ist. Das stimmt nicht. (Abg. Mag. Kukacka: Wieso wissen Sie das?) Es konnte nicht bewiesen werden – lassen Sie mich ausreden –, daß der Herr Landeshauptmann attackiert wurde, denn es gibt für diesen Vorfall erstens keine Zeugen (Widerspruch bei der ÖVP) , zweitens wäre es ... (Anhaltender Widerspruch bei der ÖVP.) Nein, selbst sechs Gendarmeriebeamte, die ihn umringt hatten, konnten nicht aussagen, daß der Landeshauptmann attackiert wurde. Es steht lediglich fest, daß der
Abg. Mag. Kukacka: Wieso wissen Sie das?
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Mühlbachler hat soeben behauptet, daß gestern (Abg. Mag. Kukacka: Vorgestern!) Landeshauptmann Pühringer von Umweltschützern attackiert worden ist. Das stimmt nicht. (Abg. Mag. Kukacka: Wieso wissen Sie das?) Es konnte nicht bewiesen werden – lassen Sie mich ausreden –, daß der Herr Landeshauptmann attackiert wurde, denn es gibt für diesen Vorfall erstens keine Zeugen (Widerspruch bei der ÖVP) , zweitens wäre es ... (Anhaltender Widerspruch bei der ÖVP.) Nein, selbst sechs Gendarmeriebeamte, die ihn umringt hatten, konnten nicht aussagen, daß der Landeshauptmann attackiert wurde. Es steht lediglich fest, daß der
Widerspruch bei der ÖVP
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Mühlbachler hat soeben behauptet, daß gestern (Abg. Mag. Kukacka: Vorgestern!) Landeshauptmann Pühringer von Umweltschützern attackiert worden ist. Das stimmt nicht. (Abg. Mag. Kukacka: Wieso wissen Sie das?) Es konnte nicht bewiesen werden – lassen Sie mich ausreden –, daß der Herr Landeshauptmann attackiert wurde, denn es gibt für diesen Vorfall erstens keine Zeugen (Widerspruch bei der ÖVP) , zweitens wäre es ... (Anhaltender Widerspruch bei der ÖVP.) Nein, selbst sechs Gendarmeriebeamte, die ihn umringt hatten, konnten nicht aussagen, daß der Landeshauptmann attackiert wurde. Es steht lediglich fest, daß der
Anhaltender Widerspruch bei der ÖVP.
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Mühlbachler hat soeben behauptet, daß gestern (Abg. Mag. Kukacka: Vorgestern!) Landeshauptmann Pühringer von Umweltschützern attackiert worden ist. Das stimmt nicht. (Abg. Mag. Kukacka: Wieso wissen Sie das?) Es konnte nicht bewiesen werden – lassen Sie mich ausreden –, daß der Herr Landeshauptmann attackiert wurde, denn es gibt für diesen Vorfall erstens keine Zeugen (Widerspruch bei der ÖVP) , zweitens wäre es ... (Anhaltender Widerspruch bei der ÖVP.) Nein, selbst sechs Gendarmeriebeamte, die ihn umringt hatten, konnten nicht aussagen, daß der Landeshauptmann attackiert wurde. Es steht lediglich fest, daß der
Abg. Dr. Khol: Das war ja eine tatsächliche Beschwichtigung, keine tatsächliche Berichtigung!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Partik-Pablé. Sie hat das Wort. (Abg. Dr. Khol: Das war ja eine tatsächliche Beschwichtigung, keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese grundsätzlichen Systemreformen, meine sehr geehrten Damen und Herren, die vermissen wir völlig. Das haben wir auch immer wieder gesagt. In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder diese Strukturmaßnahmen gefordert. Und jetzt – fünf vor zwölf ist es ja bereits geworden – verpassen Sie der Bevölkerung ein Gürtel-enger-schnallen-Programm, daß es nicht mehr ärger geht. Sie haben aber die entscheidenden Reformen, die von Experten, von Politikern gefordert werden, nach wie vor nicht in Angriff genommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Auer: Es geht ja auch ums Budget und nicht um die Gesamtverschuldung!
Aber Sie vergessen dabei, meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr geehrter Herr Minister, daß dieses Konsolidierungsbudget in Wirklichkeit gar kein Konsolidierungsbudget ist, denn die Gesamtverschuldung wird nicht einmal um einen Schilling gemindert. Sie verringern ja nur die Neuverschuldung, das heißt, Sie machen weniger Schulden. Aber vom bisherigen Schuldenberg wird durch Ihr sogenanntes Konsolidierungsbudget kein einziger Schilling abgebaut! (Abg. Auer: Es geht ja auch ums Budget und nicht um die Gesamtverschuldung!) Ich glaube, das müssen Sie sich viel stärker bewußt machen, denn dann würden Sie vielleicht eher einsehen, wie dringend notwendig Strukturmaßnahmen sind.
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Sie haben das Pflegegeld angeführt, Herr Kollege Mühlbachler. Dazu möchte ich Ihnen sagen: Sie brauchen sich überhaupt nicht zu rühmen, denn kaum ist das Pflegegeld eingeführt worden, sind schon Töne laut geworden, daß es wieder abgeschafft werden soll. Frau Ederer hat großartig erklärt, nur derjenige soll mehr Pflegegeld in Anspruch nehmen dürfen, der auch eine qualifizierte Pflegeperson angestellt hat, die ungefähr 200 S in der Stunde kostet, und 50 S bleiben ihm vielleicht beim Pflegegeld. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger .
Herr Kollege Mühlbachler ist leider nicht da. Ich werde ihm dann Privatunterricht geben, wie das wirklich ausschaut mit dem Taschengeld für Behinderte. 550 S erhalten die Behinderten jetzt vom Pflegegeld, und er sagt, sie haben zusätzlich die Pension. (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger .) Seien Sie jetzt einmal ruhig, und lassen Sie sich das erklären, Herr Abgeordneter!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Offensichtlich nicht!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Frau Abgeordnete, entschuldigen Sie, aber Sie sind doch stark genug! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Offensichtlich nicht!) Ich werde Ihnen in Zukunft gerne helfen. – Bitte, Herr Abgeordneter Schwarzenberger, Zurückhaltung! (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Frau Abgeordnete, entschuldigen Sie, aber Sie sind doch stark genug! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Offensichtlich nicht!) Ich werde Ihnen in Zukunft gerne helfen. – Bitte, Herr Abgeordneter Schwarzenberger, Zurückhaltung! (Heiterkeit.)
Abg. Schwarzenberger: Er kriegt Sozialhilfe!
Wenn beispielsweise ein 18jähriger verunglückt, der niemals gearbeitet hat, der niemals eine Waisenrente bezogen hat, hat er kein Einkommen. Wenn jemand von Kindheit an behindert ist und seine Eltern nicht gearbeitet haben, hat er nichts. (Abg. Schwarzenberger: Er kriegt Sozialhilfe!) Der kann mit 20 Jahren von 550 S leben! Stellen Sie sich das einmal vor!
Abg. Schwarzenberger: Ich habe fünf Kinder!
Ich weiß nicht, ob Sie Kinder haben. (Abg. Schwarzenberger: Ich habe fünf Kinder!) Können Sie sich vorstellen, daß eines Ihrer Kinder behindert ist und mit 550 S auskommen muß? – Da können Sie noch lachen dazu, weil Sie genug Geld haben! Das ist ja das allertraurigste: daß Sie sich überhaupt nicht mehr in die Lage von Behinderten und Minderverdienenden hineinversetzen können. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Sie polemisieren, und wenn ich Zwischenrufe mache, suchen Sie Hilfe beim Präsidenten!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Sie polemisieren, und wenn ich Zwischenrufe mache, suchen Sie Hilfe beim Präsidenten!
Ich weiß nicht, ob Sie Kinder haben. (Abg. Schwarzenberger: Ich habe fünf Kinder!) Können Sie sich vorstellen, daß eines Ihrer Kinder behindert ist und mit 550 S auskommen muß? – Da können Sie noch lachen dazu, weil Sie genug Geld haben! Das ist ja das allertraurigste: daß Sie sich überhaupt nicht mehr in die Lage von Behinderten und Minderverdienenden hineinversetzen können. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Sie polemisieren, und wenn ich Zwischenrufe mache, suchen Sie Hilfe beim Präsidenten!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Mein Sohn hat Zivildienst in einem Behindertenheim geleistet!
Ich polemisiere nicht! Ich führe Ihnen die tragische Realität vor Augen, aber Sie lachen nur dazu. Gehen Sie einmal mit Kollegen Feurstein in ein Behindertenheim, dann werden Sie sehen, welch tragische Fälle es gibt, und dann werden Sie endlich aufhören, immer wieder gegen das Pflegegeld zu räsonieren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Mein Sohn hat Zivildienst in einem Behindertenheim geleistet!) Mich interessiert nicht, was Ihr Sohn macht, glauben Sie mir das.
Abg. Kiermaier: Das ist unglaublich!
Aber ich komme wieder zurück zu den Strukturmaßnahmen, die so notwendig sind. Beispielsweise haben Sie im gesamten ... (Abg. Kiermaier: Das ist unglaublich!) Was ist unglaublich? Daß es mich nicht interessiert, was sein Sohn macht? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Herr Kollege, der Antrag ist bei mir von den Behinderten eingebracht worden. Sie haben im Jahr 1986 60 000 Unterschriften gesammelt. Vor der Parlamentsrampe haben sie mir diese übergeben. Ich habe mich während all der Jahre dafür eingesetzt, daß dieses Pflegegeld durchgesetzt wird. Das können Sie in allen Protokollen nachlesen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Aber ich komme wieder zurück zu den Strukturmaßnahmen, die so notwendig sind. Beispielsweise haben Sie im gesamten ... (Abg. Kiermaier: Das ist unglaublich!) Was ist unglaublich? Daß es mich nicht interessiert, was sein Sohn macht? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Herr Kollege, der Antrag ist bei mir von den Behinderten eingebracht worden. Sie haben im Jahr 1986 60 000 Unterschriften gesammelt. Vor der Parlamentsrampe haben sie mir diese übergeben. Ich habe mich während all der Jahre dafür eingesetzt, daß dieses Pflegegeld durchgesetzt wird. Das können Sie in allen Protokollen nachlesen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber ich komme wieder zurück zu den Strukturmaßnahmen, die so notwendig sind. Beispielsweise haben Sie im gesamten ... (Abg. Kiermaier: Das ist unglaublich!) Was ist unglaublich? Daß es mich nicht interessiert, was sein Sohn macht? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Herr Kollege, der Antrag ist bei mir von den Behinderten eingebracht worden. Sie haben im Jahr 1986 60 000 Unterschriften gesammelt. Vor der Parlamentsrampe haben sie mir diese übergeben. Ich habe mich während all der Jahre dafür eingesetzt, daß dieses Pflegegeld durchgesetzt wird. Das können Sie in allen Protokollen nachlesen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Auer: An vierter Stelle in der EU!
Ich wundere mich aber auch über den blauäugig-heuchlerischen Redebeitrag des Herrn Kollegen Höchtl, der gesagt hat: Das Sparpaket ist notwendig, damit wir geordnete finanzielle Verhältnisse haben. – Ich meine, Sie lügen den Staatsbürgern ja wirklich in den Sack, denn wir werden auch nach dem Sparpaket keine geordneten finanziellen Verhältnisse haben. Wenn die Staatsschulden nur zurückgezahlt werden könnten, indem jeder Staatsbürger mit mindestens 100 000 S überschuldet wird, dann ist es ganz einfach nicht so, daß wir geordnete Verhältnisse haben. Wir sind mit über 1,5 Billionen Schilling total überschuldet! Da kann man doch wirklich nicht davon reden, daß das geordnete Verhältnisse sind. (Abg. Auer: An vierter Stelle in der EU!)
Abg. Schwarzenberger: Nur in Wien!
Sie lassen auch die Frage unbeantwortet, wie das Gesundheitssystem je reformiert werden soll. Mein Kollege Scheibner hat es schon gesagt: 9 000 S kostet ein Platz im Spital. (Abg. Schwarzenberger: Nur in Wien!) Sie haben überhaupt keine Vorschläge, wie man da vorgehen soll.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ihr Programm ist kein Konsolidierungsprogramm. Ihr Programm ist das Programm von Parteien, die es gewohnt sind, mit dem Rasenmäher überall drüberzufahren. In Wirklichkeit gibt es einen dramatischen Handlungsbedarf, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima: Das war nicht in der "Pressestunde"!
Ursprünglich – noch vor einigen Monaten – war das ja, wenn ich mich recht erinnere, ein 200-Milliarden-Paket oder jedenfalls eine 200-Milliarden-Idee. Sie sind, glaube ich, bei Ihrem Koalitionspartner nicht auf sonderlich hohe Bereitschaft gestoßen, das zu akzeptieren. Sie konnten auch in der "Pressestunde" im Fernsehen keine Erklärung abgeben, wofür Sie diese Beträge eigentlich wirklich verwenden wollen, wie viele Sondergesellschaften Sie noch planen, wer als Partner für diese Private Public Partnerships zur Verfügung steht, welche Ausfallshaftungen der Bund übernehmen wird. (Bundesminister Mag. Klima: Das war nicht in der "Pressestunde"!) Doch, das war in einer "Pressestunde", Herr Minister; Sie erinnern sich sicher. Es war vor etwa sechs Monaten.
Abg. Auer: Wer weiß!
Ich sage Ihnen, Herr Bundesminister: Ihre Behauptung von damals wird sich nicht bewahrheiten, und Ihre Absicht, die anscheinend auch hinter dem Budget steckt, nämlich ebenfalls keine Ausfallhaftungen abgeben zu müssen, wird sicher nicht aufgehen. (Abg. Auer: Wer weiß!) Ja, wer weiß! Aber ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich muß Ihnen aber darauf sagen: Bevor das Parlament mit dieser Angelegenheit befaßt ist, bevor wir Parlamentarier nicht genau wissen, was Sie damit wirklich bewerkstelligen wollen, welche Projekte angegangen werden, sollte dieses Parlament nicht zulassen, daß es dafür eine Genehmigung gibt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es gibt jede Menge Studien, Pilotprojekte und hervorragende Einzelergebnisse in der Theorie, aber was nützen uns letzten Endes diese Studien, wenn die Ergebnisse so vor sich "hinmarodeln" und nicht umgesetzt werden können? – Sie, Herr Bundesminister, sollten nicht zulassen, daß diese Konzepte in der Schublade verschimmeln. Sie sollten uns besser erklären, welche Innovationsschritte in diesem Bereich durchgeführt werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Sie sollten auch nicht zulassen, daß die österreichische Post vor die Hunde geht. Den Entwurf Ihres Poststrukturgesetzes, die weitere finanzielle Aushöhlung – ich möchte Sie nur daran erinnern, daß noch etliche Milliardenbeträge in Richtung Finanzminister fließen – und das Vorhaben, die gesamte Post in einem an die Börse zu bringen, halte ich für völlig untaugliche Mittel, die Post zu sanieren. Ich sage das ganz bewußt, weil ich in Sorge um die österreichische Post bin. Ich habe kein Interesse daran, daß die Post ein Sanierungsfall wird. Wir hatten in der Vergangenheit, meine Damen und Herren, schon zu viele und zu teure Sanierungsfälle, wir brauchen uns nicht mit Gewalt einen neuen heranzuzüchten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist legitim, nur soll man die Wahrheit sagen, daß Sie sich in diesem Fall nicht durchgesetzt haben. Ich glaube nämlich selbst nicht, daß Sie das ernst meinen, daß man mit so einem Konglomerat, mit einer maroden gelben Post, die man mit vier, fünf Milliarden Schilling erst einmal herrichten muß, an die Börse gehen kann. In den Voranschlägen für die Jahre 1996 und 1997 habe ich keine Privatisierungserlöse gefunden, ich nehme an, daß die Privatisierung und der Börsegang 1998 stattfinden werden. Ich bin sehr gespannt, wie das wirklich gehen wird, aber ich trete auch dafür ein, daß man die Wahrheit sagt und mit der Wahrheit nicht erst im allerletzten Moment oder scheibchenweise herausrückt. Ich bin dafür, daß man dem Publikum, den möglichen Interessenten, der Öffentlichkeit und auch diesem Parlament die Wahrheit sagt. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Derzeit spießt es sich vor allem beim Verkehrsprotokoll, weil Deutschland und Italien gegen die österreichische Position Stellung beziehen. Aber, meine Damen und Herren, eines muß für uns hier in diesem Haus klar sein: Neue alpenquerende Transitrouten auf den Straßen kommen für uns nicht in Frage. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen aber auch im Bereich der Energie Vorsorge treffen, daß es im Sommer nicht wieder zu höheren Werten beim bodennahen Ozon kommt. So müssen die Typengenehmigungen für Kleinfeuerungsanlagen, die Einhaltung der regelmäßigen Wartung von Heizanlagen, der NOx-Grenzwerte für alle Arten von Feuerungen überprüft werden. Und wir brauchen auch für die landwirtschaftlichen Betriebe eine Fernwärmeförderung. Wir sollten uns ein Beispiel an Wien nehmen, wo in den letzten Monaten Fernwärme den Erwerbsgärtnern zur Verfügung gestellt wurde, und das zu einem kostengünstigen Preis, damit auch die Produkte kostengerecht auf den Markt gebracht werden können und es zu keiner Wettbewerbsverzerrung kommt. Ich glaube, eine Fernwärmeförderung wäre auch für den landwirtschaftlichen Bereich von hohem Nutzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Güterwege in der Steiermark!
Den zweiten Schritt haben wir am 1. Mai 1995 mit einer Erhöhung der Mineralölsteuer auf Treibstoffe und Heizöle um 60 Groschen gesetzt. (Abg. Parnigoni: Güterwege in der Steiermark!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, daß die nächsten vier Jahre der Umweltpolitik genug Chancen geben, eine Politik zu machen, die es den Menschen ermöglicht, in einer gesunden Umwelt zu leben. Ich glaube, mit dem vorgeschlagenen Maßnahmen sind wir auf einem guten Weg in unserem Österreich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Das einzige Ziel, das wir erreichen müssen, ist, daß wir die Vorgriffe auf die Zukunft eindämmen, um den Spielraum für die Zukunft zu sichern. Wir können nicht heute unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen alles wegnehmen. Wir müssen auch auf sie Rücksicht nehmen und ihnen entsprechende Handlungsfähigkeit sichern. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Reichhold: In dein Mitteilungsblatt schreibst du aber etwas ganz anderes!
All die Leistungen, die wir heute haben und für so wichtig erklären, können wir nur sichern, wenn die Wirtschaft insgesamt in Ordnung ist. (Abg. Ing. Reichhold: In dein Mitteilungsblatt schreibst du aber etwas ganz anderes!) Du schreibst gar nichts, weil du nichts zum Schreiben hast, weil dir nichts einfällt. (Abg. Dr. Höchtl: Weil er nicht schreiben kann, oder wie? – Heiterkeit.)
Abg. Dr. Höchtl: Weil er nicht schreiben kann, oder wie? – Heiterkeit.
All die Leistungen, die wir heute haben und für so wichtig erklären, können wir nur sichern, wenn die Wirtschaft insgesamt in Ordnung ist. (Abg. Ing. Reichhold: In dein Mitteilungsblatt schreibst du aber etwas ganz anderes!) Du schreibst gar nichts, weil du nichts zum Schreiben hast, weil dir nichts einfällt. (Abg. Dr. Höchtl: Weil er nicht schreiben kann, oder wie? – Heiterkeit.)
Abg. Böhacker: Steuererhöhungen!
Wir müssen also davon ausgehen, daß sich Dinge ändern müssen, daß wir Arbeit sichern müssen und die Wirtschaft absichern müssen. Wenn wir nicht Erträge erwirtschaften, dann können wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf keinen Fall diese Leistungen erbringen. Ich meine, daß sowohl Herr Bundesminister Ditz als auch Herr Bundesminister Klima klare Vorgaben gemacht haben, daß wir – wie ich glaube – intelligente Ansätze haben (Abg. Böhacker: Steuererhöhungen!) und daß der 17. Dezember deshalb ein wichtiger Tag war, weil ein Umdenken in der gesamten Gesellschaft und auch in der Politik stattgefunden hat – dieses müssen wir entsprechend fortsetzen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Da hast du meine Rede heute nicht gehört!
Meine Damen und Herren! Was mich stört, sind nicht Ihre kritischen Anmerkungen, sondern daß Sie keine tauglichen Vorschläge einbringen. Daran fehlt es. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Da hast du meine Rede heute nicht gehört!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Leichtfertige Kritik wie "Schwindelbudget" oder "sozialer Kahlschlag" sind Schlagworte, die Sie sich für Ihre eigenen Parteiveranstaltungen aufheben können, die brauchen Sie dem Hohen Haus hier nicht zu erklären. Das können Sie für sich behalten! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Bei Schüssel und Ditz können Sie lernen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.
Leichtfertige Kritik wie "Schwindelbudget" oder "sozialer Kahlschlag" sind Schlagworte, die Sie sich für Ihre eigenen Parteiveranstaltungen aufheben können, die brauchen Sie dem Hohen Haus hier nicht zu erklären. Das können Sie für sich behalten! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Bei Schüssel und Ditz können Sie lernen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Du schreibst in deinem Mitteilungsblatt das Gegenteil!
Meine Damen und meine Herren! Erkundigen Sie sich diesbezüglich! Wenn es anders wäre, könnten Sie es hier behaupten. – Sie haben somit hier eine unrichtige Darstellung gebracht! (Abg. Ing. Reichhold: Du schreibst in deinem Mitteilungsblatt das Gegenteil!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Arbeitslosigkeit ist sicher etwas, was jeden Menschen schwer trifft. Wenn es in diesem Bereich Umbaumaßnahmen gibt, dann nur deshalb, weil das System, so gut es gemeint war, und die Ansätze, so richtig sie auch waren, auch zu Fehlentwicklungen geführt haben. Und diese einzugrenzen, ist unsere Aufgabe, ist die Herausforderung. Dafür treten wir ein, und deshalb verändern wir auch die Zielsetzungen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Scheibner: Nein, ich habe gesagt: im Allgemeinen Krankenhaus, Herr Kollege!
Herr Kollege Scheibner! Sie haben hier gesagt, Sie kennen eine Spitalsabrechnung, die 10 000 S pro Tag ausmacht, bei der die gesetzliche Sozialversicherung aber nur 2 000 S bezahlt hätte. Lieber Herr Kollege Scheibner! Sie müssen schon, wenn Sie hier stehen, die Wahrheit sagen! – Es kann schon sein, daß das stimmt, aber dann waren Sie in einem Privatspital. Das ist Ihre private Entscheidung, das können Sie machen. (Abg. Scheibner: Nein, ich habe gesagt: im Allgemeinen Krankenhaus, Herr Kollege!) Wenn die gesetzliche Sozialversicherung auch Leistungen in Privatspitälern bezahlt, ist das bestimmt nicht schlecht. (Abg. Scheibner: Das ist kein Privatspital, das sollten Sie wissen, und nicht hier Unwahrheiten sagen!)
Abg. Scheibner: Das ist kein Privatspital, das sollten Sie wissen, und nicht hier Unwahrheiten sagen!
Herr Kollege Scheibner! Sie haben hier gesagt, Sie kennen eine Spitalsabrechnung, die 10 000 S pro Tag ausmacht, bei der die gesetzliche Sozialversicherung aber nur 2 000 S bezahlt hätte. Lieber Herr Kollege Scheibner! Sie müssen schon, wenn Sie hier stehen, die Wahrheit sagen! – Es kann schon sein, daß das stimmt, aber dann waren Sie in einem Privatspital. Das ist Ihre private Entscheidung, das können Sie machen. (Abg. Scheibner: Nein, ich habe gesagt: im Allgemeinen Krankenhaus, Herr Kollege!) Wenn die gesetzliche Sozialversicherung auch Leistungen in Privatspitälern bezahlt, ist das bestimmt nicht schlecht. (Abg. Scheibner: Das ist kein Privatspital, das sollten Sie wissen, und nicht hier Unwahrheiten sagen!)
Abg. Ing. Reichhold: Aber du schreibst das Gegenteil in deinen Mitteilungen!
Ich glaube, im Gesundheitswesen müssen wir freiwillige Leistungen zurücknehmen, damit wir die Grundleistungen, die gesetzlichen Leistungen auch für die Zukunft sichern können. Das ist eine Herausforderung, der wir uns engagiert gegenüberstellen müssen. (Abg. Ing. Reichhold: Aber du schreibst das Gegenteil in deinen Mitteilungen!)
Abg. Leikam: Er muß immer das letzte Wort haben!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter Ing. Reichhold hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Herr Abgeordneter! Bitte beginnen Sie mit der Darstellung des Sachverhaltes, den Sie berichtigen wollen. (Abg. Leikam: Er muß immer das letzte Wort haben!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: "Staatsnotstand" hat er auch gesagt!
Diese geistige Urheberschaft beanspruchen nicht die Freiheitlichen, sondern der Vizekanzler und ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei den Freiheitlichen: "Staatsnotstand" hat er auch gesagt!)
Bundesminister Mag. Klima spricht mit Abg. Eder
Ich kann Ihnen nur sagen, Herr Bundesminister (Bundesminister Mag. Klima spricht mit Abg. Eder ) – auch wenn Sie mir nicht zuhören; es steht dann zumindest im Protokoll –: Die Signale, die diese Regierung mit diesen Budgets gesetzt hat, sind einfach falsch! Sie sind ein Riesenschritt weg von der anzustrebenden Chancengleichheit für alle Bürger auf allen Ebenen!
Bundesminister Mag. Klima: Hoffentlich!
Daß das ein falsches Signal für die österreichischen Familien ist, sagen nicht nur wir Freiheitlichen, sondern das beweist vor allem ein Brief der Frau Dipl.-Ing. Angela Lindner, der auch dem Herrn Bundeskanzler zugegangen ist. Frau Lindner – sie hat den Brief noch von einigen anderen Personen unterzeichnen lassen – hat selbst zwei Kinder und wird jetzt kein drittes mehr haben wollen – dokumentiert! Das hat nichts mit uns Freiheitlichen zu tun. (Bundesminister Mag. Klima: Hoffentlich!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Eigentlich war es die ÖVP, die immer die Familienpolitik groß auf ihre Fahnen geschrieben hat. Spätestens die heutige Vorstellung einiger ÖVP-Abgeordneten hier heraußen war ein Schuldeingeständnis dafür, daß sie für diese Budgets wirklich nur als Mehrheitsbeschaffer gedient hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei der ÖVP
Ich erinnere an die holprige Ausdrucksweise einer Rosemarie Bauer, die sonst hier am Rednerpult immer sehr forsch auftritt. Ich erinnere an die Purzelbäume, die Frau Ridi Steibl heute geschlagen hat; sie hat sich jetzt nicht getraut, vor mir ans Rednerpult zu gehen (ironische Heiterkeit bei der ÖVP), sie hat getauscht mit dem Kollegen Donabauer. – Das kann doch kein Zufall sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ist es Zufall, daß Frau Kollegin Steibl nicht herausgegangen ist? Ich fordere sie auf, dazu Stellung zu nehmen! (Abg. Schwarzenberger: Frau Haller! Sie überschätzen sich sehr! – Abg. Dr. Höchtl: Ein ein bißchen seriöseres Argument!) Das ist ein Schuldeingeständnis auf breitester Ebene.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich erinnere an die holprige Ausdrucksweise einer Rosemarie Bauer, die sonst hier am Rednerpult immer sehr forsch auftritt. Ich erinnere an die Purzelbäume, die Frau Ridi Steibl heute geschlagen hat; sie hat sich jetzt nicht getraut, vor mir ans Rednerpult zu gehen (ironische Heiterkeit bei der ÖVP), sie hat getauscht mit dem Kollegen Donabauer. – Das kann doch kein Zufall sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ist es Zufall, daß Frau Kollegin Steibl nicht herausgegangen ist? Ich fordere sie auf, dazu Stellung zu nehmen! (Abg. Schwarzenberger: Frau Haller! Sie überschätzen sich sehr! – Abg. Dr. Höchtl: Ein ein bißchen seriöseres Argument!) Das ist ein Schuldeingeständnis auf breitester Ebene.
Abg. Schwarzenberger: Frau Haller! Sie überschätzen sich sehr! – Abg. Dr. Höchtl: Ein ein bißchen seriöseres Argument!
Ich erinnere an die holprige Ausdrucksweise einer Rosemarie Bauer, die sonst hier am Rednerpult immer sehr forsch auftritt. Ich erinnere an die Purzelbäume, die Frau Ridi Steibl heute geschlagen hat; sie hat sich jetzt nicht getraut, vor mir ans Rednerpult zu gehen (ironische Heiterkeit bei der ÖVP), sie hat getauscht mit dem Kollegen Donabauer. – Das kann doch kein Zufall sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ist es Zufall, daß Frau Kollegin Steibl nicht herausgegangen ist? Ich fordere sie auf, dazu Stellung zu nehmen! (Abg. Schwarzenberger: Frau Haller! Sie überschätzen sich sehr! – Abg. Dr. Höchtl: Ein ein bißchen seriöseres Argument!) Das ist ein Schuldeingeständnis auf breitester Ebene.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben ganz bewußt nur auf kurzfristige Einsparungen gesetzt. Spätestens nach eineinhalb Jahren treten durch diese Verkürzung des Karenzgeldes gewaltige Mehrbelastungen, aber eben in anderen Budgettöpfen, auf. Das kann doch nicht der Sinn einer Sparmaßnahme sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima spricht mit Abg. Eder.
Ich erinnere nur an die seit Jahren im Familienbereich laufende Diskussion über die Sanierung, die Reform des Familienlastenausgleichsfonds. Diese Diskussion ist jetzt gänzlich gestorben. (Bundesminister Mag. Klima spricht mit Abg. Eder. ) Ich sehe, Herr Bundesminister, daß Sie der Familienbereich nach wie vor nicht sehr interessiert. Ich finde es verantwortungslos, wenn Sie sich in Ihrer Position nicht mit diesen Dingen wirklich eingehend auseinandersetzen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich erinnere nur an die seit Jahren im Familienbereich laufende Diskussion über die Sanierung, die Reform des Familienlastenausgleichsfonds. Diese Diskussion ist jetzt gänzlich gestorben. (Bundesminister Mag. Klima spricht mit Abg. Eder. ) Ich sehe, Herr Bundesminister, daß Sie der Familienbereich nach wie vor nicht sehr interessiert. Ich finde es verantwortungslos, wenn Sie sich in Ihrer Position nicht mit diesen Dingen wirklich eingehend auseinandersetzen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist der Unterschied!
Es wurde nichts gestrichen, sondern es wurde korrigiert. Das wollen Sie ganz einfach nicht anerkennen. Es ist aber so. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das ist der Unterschied!)
Abg. Böhacker : Das möchte ich jetzt wissen!
Korrekturen werden selbstverständlich auch im steuer- und steuertechnischen Bereich durchgeführt, zum Beispiel hinsichtlich der Veräußerungsgewinne. Alle Gewinne wurden insofern verändert – auch die Veräußerungsgewinne –, als sie nun so versteuert werden, wie alle anderen auch. (Abg. Böhacker : Das möchte ich jetzt wissen!) Nur: Bis jetzt konnten sie aufgrund der Steuertechnik sehr elegant umschifft werden. (Abg. Böhacker : Nein, das stimmt nicht!) Das ist aber abgestellt worden, und das wird jetzt natürlich auch wieder kritisiert. Dieses Schließen von Steuerlücken durch diese Bundesfinanzgesetze wird in einem Artikel der heutigen Ausgabe der "Oberösterreichischen Nachrichten" als ein Verstoß gegen Treu und Glauben bezeichnet. (Abg. Böhacker : So ist es!)
Abg. Böhacker : Nein, das stimmt nicht!
Korrekturen werden selbstverständlich auch im steuer- und steuertechnischen Bereich durchgeführt, zum Beispiel hinsichtlich der Veräußerungsgewinne. Alle Gewinne wurden insofern verändert – auch die Veräußerungsgewinne –, als sie nun so versteuert werden, wie alle anderen auch. (Abg. Böhacker : Das möchte ich jetzt wissen!) Nur: Bis jetzt konnten sie aufgrund der Steuertechnik sehr elegant umschifft werden. (Abg. Böhacker : Nein, das stimmt nicht!) Das ist aber abgestellt worden, und das wird jetzt natürlich auch wieder kritisiert. Dieses Schließen von Steuerlücken durch diese Bundesfinanzgesetze wird in einem Artikel der heutigen Ausgabe der "Oberösterreichischen Nachrichten" als ein Verstoß gegen Treu und Glauben bezeichnet. (Abg. Böhacker : So ist es!)
Abg. Böhacker : So ist es!
Korrekturen werden selbstverständlich auch im steuer- und steuertechnischen Bereich durchgeführt, zum Beispiel hinsichtlich der Veräußerungsgewinne. Alle Gewinne wurden insofern verändert – auch die Veräußerungsgewinne –, als sie nun so versteuert werden, wie alle anderen auch. (Abg. Böhacker : Das möchte ich jetzt wissen!) Nur: Bis jetzt konnten sie aufgrund der Steuertechnik sehr elegant umschifft werden. (Abg. Böhacker : Nein, das stimmt nicht!) Das ist aber abgestellt worden, und das wird jetzt natürlich auch wieder kritisiert. Dieses Schließen von Steuerlücken durch diese Bundesfinanzgesetze wird in einem Artikel der heutigen Ausgabe der "Oberösterreichischen Nachrichten" als ein Verstoß gegen Treu und Glauben bezeichnet. (Abg. Böhacker : So ist es!)
Abg. Böhacker : Was wurde geändert, Frau Kollegin?
Ja, aber bitte, wenn darin ein Wirtschaftstreuhänder beklagt (Abg. Böhacker : Was wurde geändert, Frau Kollegin?), daß seine Kanzlei seit Jahren – und die Betonung liegt auf "seit Jahren" – den Verkauf eines Unternehmens vorbereitet, Verträge sind ausgearbeitet (Abg. Böhacker : Das ist richtig!), und plötzlich beträgt der Veräußerungsgewinn nicht mehr 25 Prozent, sondern eben 50 Prozent, das aber auf fünf Jahre verteilt ... (Abg. Böhacker : Nicht der Veräußerungsgewinn, sondern die Steuern! – Zitieren Sie richtig! – Abg. Dkfm. Holger Bauer : Schuster, bleib bei deinem Rappen!)
Abg. Böhacker : Das ist richtig!
Ja, aber bitte, wenn darin ein Wirtschaftstreuhänder beklagt (Abg. Böhacker : Was wurde geändert, Frau Kollegin?), daß seine Kanzlei seit Jahren – und die Betonung liegt auf "seit Jahren" – den Verkauf eines Unternehmens vorbereitet, Verträge sind ausgearbeitet (Abg. Böhacker : Das ist richtig!), und plötzlich beträgt der Veräußerungsgewinn nicht mehr 25 Prozent, sondern eben 50 Prozent, das aber auf fünf Jahre verteilt ... (Abg. Böhacker : Nicht der Veräußerungsgewinn, sondern die Steuern! – Zitieren Sie richtig! – Abg. Dkfm. Holger Bauer : Schuster, bleib bei deinem Rappen!)
Abg. Böhacker : Nicht der Veräußerungsgewinn, sondern die Steuern! – Zitieren Sie richtig! – Abg. Dkfm. Holger Bauer : Schuster, bleib bei deinem Rappen!
Ja, aber bitte, wenn darin ein Wirtschaftstreuhänder beklagt (Abg. Böhacker : Was wurde geändert, Frau Kollegin?), daß seine Kanzlei seit Jahren – und die Betonung liegt auf "seit Jahren" – den Verkauf eines Unternehmens vorbereitet, Verträge sind ausgearbeitet (Abg. Böhacker : Das ist richtig!), und plötzlich beträgt der Veräußerungsgewinn nicht mehr 25 Prozent, sondern eben 50 Prozent, das aber auf fünf Jahre verteilt ... (Abg. Böhacker : Nicht der Veräußerungsgewinn, sondern die Steuern! – Zitieren Sie richtig! – Abg. Dkfm. Holger Bauer : Schuster, bleib bei deinem Rappen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker : Um Gottes willen, Sie haben wirklich keine Ahnung, Frau Kollegin!
Treu und Glaube, daß sich nie etwas verändert, gibt es nirgendwo auf der Welt. Man müßte dem Wirtschaftstreuhänder eben sagen: Hätte er schneller gehandelt, hätte er seine Verhandlungstaktik besser angelegt, bräuchte er jetzt nicht zu jammern. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Böhacker : Um Gottes willen, Sie haben wirklich keine Ahnung, Frau Kollegin!)
Ruf bei der SPÖ: Genau! – Zwischenruf des Abg. Böhacker .
So viel Ahnung habe ich auch, daß ich weiß, daß man mit der Steuertechnik sehr viel machen hat können. Jetzt jammern natürlich die Wirtschaftstreuhänder, weil sie nicht mehr entsprechend ihrem Geschäft werken können – und das ist richtig so! (Ruf bei der SPÖ: Genau! – Zwischenruf des Abg. Böhacker .)
Abg. Parnigoni : Herr Kollege Böhacker! Sie hat völlig recht!
Die Bundesfinanzgesetze stehen drittens für Innovationen. (Abg. Parnigoni : Herr Kollege Böhacker! Sie hat völlig recht!) Die Innovationen sind unter dem Gesichtspunkt zu sehen, daß auch Unternehmensgründungen unterstützt und erleichtert werden. Das heißt, es werden Vereinfachungen im Verwaltungsbereich herbeigeführt.
Abg. Böhacker : Das ist ein Unsinn!
Zum Beispiel: Es kann doch wohl bei uns in Österreich nicht angehen, daß jemand, der sich im Bereich des betreuten Radtourismus selbständig machen will, zur Wirtschaftskammer geht und nachfragt, welche Bedingungen er dafür erbringen muß, sich dort sagen lassen muß, eine uneingeschränkte Reisebürokonzession sei notwendig. (Abg. Böhacker : Das ist ein Unsinn!) Nein, das ist so! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni : Frau Kollegin! Das ist doch Wurscht, was der Böhacker sagt!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni : Frau Kollegin! Das ist doch Wurscht, was der Böhacker sagt!
Zum Beispiel: Es kann doch wohl bei uns in Österreich nicht angehen, daß jemand, der sich im Bereich des betreuten Radtourismus selbständig machen will, zur Wirtschaftskammer geht und nachfragt, welche Bedingungen er dafür erbringen muß, sich dort sagen lassen muß, eine uneingeschränkte Reisebürokonzession sei notwendig. (Abg. Böhacker : Das ist ein Unsinn!) Nein, das ist so! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni : Frau Kollegin! Das ist doch Wurscht, was der Böhacker sagt!)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte nur etwas korrigieren: Die Kollegin von der "F"-Fraktion, Abgeordnete Dr. Partik-Pablé, hat behauptet, wir seien total verschuldet. Ich möchte sie fragen, wie es sich damit verhält, daß wir im internationalen Vergleich zu den wohlhabendsten Staaten der Welt zählen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni : Sie will 24 Stunden arbeiten! – Ruf bei der ÖVP: Bei dir wären 24 Stunden notwendig! – Abg. Steibl: Ich arbeite oft 24 Stunden, wie Sie wahrscheinlich auch! – Abg. Böhacker: Sie bringen Licht ins Dunkel!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nunmehr hat sich Frau Abgeordnete Steibl zu Wort gemeldet. – Ich erteile Ihnen das Wort. (Abg. Parnigoni : Sie will 24 Stunden arbeiten! – Ruf bei der ÖVP: Bei dir wären 24 Stunden notwendig! – Abg. Steibl: Ich arbeite oft 24 Stunden, wie Sie wahrscheinlich auch! – Abg. Böhacker: Sie bringen Licht ins Dunkel!)
Abg. Böhacker : Aha, jetzt kommt’s!
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Eingangs möchte ich etwas klarstellen (Abg. Böhacker : Aha, jetzt kommt’s!) : Es gibt keinen Antrag zum Arbeitszeitgesetz im Rahmen der Budgetbegleitgesetze von Feurstein und Steibl, wie Herr Dr. Haider festgestellt hat, sondern es gibt ein Arbeitspapier, wie auch Sie wahrscheinlich derer viele haben, weil Sie ja sicher auch gute Parlamentarier sind. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben das aber schon im ORF gesagt, oder stimmt das nicht? – Zwischenrufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni : Ridi, verwende deine Zeit für deine Rede!)
Abg. Mag. Stadler: Sie haben das aber schon im ORF gesagt, oder stimmt das nicht? – Zwischenrufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni : Ridi, verwende deine Zeit für deine Rede!
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Eingangs möchte ich etwas klarstellen (Abg. Böhacker : Aha, jetzt kommt’s!) : Es gibt keinen Antrag zum Arbeitszeitgesetz im Rahmen der Budgetbegleitgesetze von Feurstein und Steibl, wie Herr Dr. Haider festgestellt hat, sondern es gibt ein Arbeitspapier, wie auch Sie wahrscheinlich derer viele haben, weil Sie ja sicher auch gute Parlamentarier sind. (Abg. Mag. Stadler: Sie haben das aber schon im ORF gesagt, oder stimmt das nicht? – Zwischenrufe und Gegenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Parnigoni : Ridi, verwende deine Zeit für deine Rede!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich weiß nicht, ob Sie richtig zugehört haben. Ich glaube, daß hier an dieser Stelle einmal gesagt werden soll, daß man aufpassen muß, mit welchen Killerphrasen manche Medien arbeiten. Man sollte sich fragen, ob das wirklich zum Wohle unseres Staates ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Koppler : Bravo!
Meine Damen und Herren! Arbeitszeitregelung ist unter anderem Sozialpartnersache. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Koppler : Bravo!) Der Nationalrat kann nicht ohne vorherige sozialpartnerschaftliche Einigung einfach über die Rechte der Arbeitnehmer drüberfahren. Das sind Aussagen, die heute in den Zeitungen stehen und auch oft wiederholt wurden – und das stimmt auch. Natürlich ist die Flexibilisierung auch ein Teil der kollektivvertraglichen Regelungen, somit sind die Sozialpartner zuständig. Aber eines muß ich schon sagen: Meines Wissens diskutieren wir über dieses Thema schon sehr lange; es gibt aber wenig Ergebnisse.
Abg. Schwarzenberger : 1996!
Ich glaube, daß es auch die Aufgabe der Politik ist, Anstöße zu geben. Vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt, aber es ist eben die Frage, ob wir alle, die wir hier sitzen, immer den richtigen Zeitpunkt wählen. Ich wollte mich nicht profilieren, sondern ich habe – wie Sie auch das eine oder andere Mal – eben ein Hintergrundgespräch geführt, und ich habe versucht, Kollegen innerhalb unserer Arbeitsgemeinschaft einen Anstoß zu geben im Hinblick auf das, was auch im Arbeitsübereinkommen der Regierung von 1966 auf Seite 10 steht (Abg. Schwarzenberger : 1996!) – 1996! –, vielleicht ist es schon seit 1966 ein Wunsch, in dieser Richtung weiterzukommen.
Beifall bei der ÖVP.
Hier steht unter anderem: Weiterentwicklung der Arbeitszeitregelungen, mehr Arbeitsplätze statt Überstunden, Einkommen ist verstärkt gegen Freizeit zu tauschen. Dazu muß ich sagen, daß wir beziehungsweise ich keine Erhöhung der Arbeitszeit gefordert und auch gar nicht daran gedacht haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ofner : Wo? Wo gibt es das?
Der ÖGB listet in einem Papier auf mehreren Seiten verschiedene Flexibilisierungsmodelle auf – sei es im Bereich Handel, im Bereich der Schichtarbeit, im Bereich der Dekadenarbeit. Es ist sogar schon so weit – und darüber freue ich mich auch –, daß der ÖGB beziehungsweise die ÖGB-Frauen jetzt auch in Richtung Teilzeitarbeit offen sind. Das Arbeitsmarktservice in der Steiermark hat jetzt sogar ein Teilzeitarbeitsmodell in Auftrag gegeben: Über EU-Förderungen, über regionale Förderungen sollen gemeinsam mit der Wirtschaft bessere Teilzeitarbeitsplätze geschaffen werden. (Abg. Dr. Ofner : Wo? Wo gibt es das?) Das gibt es in der Steiermark, in Graz und Umgebung. (Abg. Koppler : Das gibt es schon lange!) Da bin ich aber wirklich sehr dankbar, daß es das schon lange gibt. Hoffentlich hört man das in ganz Österreich.
Abg. Koppler : Das gibt es schon lange!
Der ÖGB listet in einem Papier auf mehreren Seiten verschiedene Flexibilisierungsmodelle auf – sei es im Bereich Handel, im Bereich der Schichtarbeit, im Bereich der Dekadenarbeit. Es ist sogar schon so weit – und darüber freue ich mich auch –, daß der ÖGB beziehungsweise die ÖGB-Frauen jetzt auch in Richtung Teilzeitarbeit offen sind. Das Arbeitsmarktservice in der Steiermark hat jetzt sogar ein Teilzeitarbeitsmodell in Auftrag gegeben: Über EU-Förderungen, über regionale Förderungen sollen gemeinsam mit der Wirtschaft bessere Teilzeitarbeitsplätze geschaffen werden. (Abg. Dr. Ofner : Wo? Wo gibt es das?) Das gibt es in der Steiermark, in Graz und Umgebung. (Abg. Koppler : Das gibt es schon lange!) Da bin ich aber wirklich sehr dankbar, daß es das schon lange gibt. Hoffentlich hört man das in ganz Österreich.
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte zum Schluß noch einmal festhalten, daß es keine Ausweitung beziehungsweise Anhebung der Normalarbeitszeit geben wird. Aber über eine Flexibilisierung der Arbeitszeit müssen wir sehr wohl sprechen, sonst wäre das, was im Arbeitsübereinkommen der Regierung steht, für mich nicht glaubhaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger : Aber der ist nie eingebracht worden! – Abg. Mag. Stadler : Sie behaupten die Unwahrheit! Lügen haben kurze Beine!
Daher hat Frau Kollegin Ridi Steibl sehr wohl einen Antrag schriftlich konzipiert, der mehr als Hintergrundgespräche wiedergibt, und darin ist eindeutig eine Ausdehnung der Arbeitszeit vorgesehen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger : Aber der ist nie eingebracht worden! – Abg. Mag. Stadler : Sie behaupten die Unwahrheit! Lügen haben kurze Beine!)
Zwischenrufe.
Abgeordneter Dr. Alois Pumberger (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Sparpaket ist geschnürt, der Widerstand in der Bevölkerung wird von Tag zu Tag größer, und während sich auf den Straßen die Studenten zusammenrotten, um ihren Unmut auszudrücken, setzt sich der Bundeskanzler ins ferne sozialistische China ab. Er fühlt sich dort, im sozialistischen China, offensichtlich ganz besonders wohl, denn dort gibt es schon seit vielen Jahren keine Studentenproteste mehr. (Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Er würde ihr für ihr bisheriges Verhalten in der Gesundheitspolitik – sie ist ja gelernte Lehrerin, muß ich hinzufügen –, für diese Arbeit einen glatten Fünfer geben und ihr außerdem oberlehrerhaftes Aufführen attestieren. Wenn er die Gesundheitspolitik der SPÖ, die er so lange mitgetragen hat, verfolgt, verfiele er in tiefe Depressionen. – Wahrscheinlich ist er gerade deswegen momentan nicht anwesend. Er wird vielleicht die erste psychotherapeutische Sitzung absolvieren, wenn er weiß, daß diese Art von Gesundheitspolitik nun fortgesetzt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima: Und mit den Ländern verbindlich abgeschlossen?
Sie haben in einem 32-Seiten-Papier der Gesundheitspolitik ganze 17 Zeilen gewidmet. In diesen 17 Zeilen schreiben Sie, daß man einen verbindlichen Krankenanstaltenplan erstellen soll. Herr Bundesminister! Ein verbindlicher Krankenanstaltenplan wurde vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheit bereits 1985 fertiggestellt, vor 11 Jahren (Bundesminister Mag. Klima: Und mit den Ländern verbindlich abgeschlossen?) , und nun neuerlich, Herr Kollege – Herr Bundesminister. – Sie sind ja in dem Fall nicht Kollege.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sind jetzt am Drücker, Sie sind der Finanzminister. Sie haben eine maßgebliche Funktion in der Sozialistischen Partei und in der Koalitionsregierung! Sorgen Sie dafür, daß er durchgesetzt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Reform der Sozialversicherungen bringt 2,5 Milliarden Schilling. Die Einführung des leistungsorientierten Krankenanstalten-Finanzierungsystems bringt sofort, im ersten Jahr, 7,5 Milliarden Schilling. LKF-forte und nicht LKF-light nach Dr. Rasinger fordern wir Freiheitlichen. Soforteinführung! Das ist schon längst überfällig, das müßten wir einführen. Allein durch diese zwei Reformen würden wir 10 Milliarden Schilling sparen und jede weitere Belastung der Bürger. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen sind nicht für eine Kürzung des Taschengeldes der Pflegeheim-Patienten, sondern wir treten für ein würdiges Leben unserer kranken und alten Mitmenschen auch in den Pflegeheimen ein und lassen es nicht zu, daß man ihnen das Taschengeld jetzt auf 569 S halbiert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Mediziner bezeichnen einen kurzzeitigen Lichtblick, wie ihn Kollege Rasinger nach dem Bruch der großen Koalition hatte, als Lucidum intervallum. Dieses luzide Intervall hat mir gezeigt, daß er eigentlich schon etwas von der Gesundheitspolitik versteht. Ich biete ihm an, den koalitionsfreien Raum nicht nur auf die Denkmalpflege und die Abfallwirtschaft zu beschränken, sondern auch die Gesundheitspolitik in den koalitionsfreien Raum aufzunehmen, mit uns Freiheitlichen unsere Anträge zu unterstützen, eine Mehrheit zu bilden und die Reform im Gesundheitswesen voranzutreiben. Ich bin überzeugt davon, daß dann über das Jahr 2000 hinaus eine konstruktive Gesundheitspolitik gewährleistet ist, die den Weiterbestand des hohen Qualitätsstandards unseres Gesundheitswesens gewährleistet und die auch die weitere Finanzierbarkeit unseres Gesundheitswesens ermöglicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In diesem Sinne glaube ich, daß die Schule, die Bildung mit dem vorgelegten Bundesfinanzgesetz leben kann und daß entscheidende Schritte für die Zukunft vorgenommen wurden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Heute kam Frau Abgeordnete Madl zu einer tatsächlichen Berichtigung hier heraus. Wenn Sie Charakter haben, Frau Abgeordnete Madl, dann entschuldigen Sie sich nachher vom Rednerpult aus in aller Form bei unserem Landeshauptmann Dr. Pühringer für das, was Sie tatsächlich berichtigt haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frau Madl! Sie haben hier unwahr tatsächlich berichtigt. Es ist nämlich aktenkundig, daß es eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft gibt. Es gibt Aussagen von Ihnen, daß es keine Zeugen gebe. Tatsächlich gibt es zwei namentlich bekanntgegebene Zeugen, die den Vorfall bestätigen können. Und wenn der Vorfall nicht so ernst und nicht so traurig wäre, dann könnte man fast sagen: Der Schelm denkt so, wie er ist, Frau Madl! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Madl: Nein! – Abg. Mag. Haupt: "Kronen-Zeitung", Seite 14!
Frau Madl, ich appelliere an Sie: Widerrufen Sie Ihre Berichtigung! Entschuldigen Sie sich bei unserem Landeshauptmann, denn das hat er nicht verdient! Er setzt sich für den Rechtsstaat ein. Er tut nichts anderes, als einen Regierungsbeschluß des Landes Oberösterreich zu exekutieren, er schaut, daß der Rechtsstaat in Ordnung ist, und dann muß er sich vorwerfen lassen, daß er etwas vortäuscht, was er selbst erlebt hat. Wenn Sie mit ihm geredet haben, dann berichtigen Sie, was er zu Ihnen gesagt hat, aber ich nehme an, Ihr Wissen haben Sie aus der Zeitung oder aus anderen Medienberichten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Madl: Nein! – Abg. Mag. Haupt: "Kronen-Zeitung", Seite 14!)
Abg. Mag. Haupt: Lesen Sie einmal die Seite 14 der "Kronen-Zeitung"! Keine Anzeige vom Bürgermeister!
Herr Präsident Haupt! Wenn Sie Ihr Wissen aus der "Kronen-Zeitung" haben, dann wundert mich so manches nicht mehr. (Abg. Mag. Haupt: Lesen Sie einmal die Seite 14 der "Kronen-Zeitung"! Keine Anzeige vom Bürgermeister!) Das mag schon sein, daß Ihnen das ungelegen kommt, aber dann erkundigen Sie sich beim Landeshauptmann persönlich. Ich glaube, daß er besser weiß, was vorgefallen ist und was er gemacht hat, als der Redakteur der "Kronen-Zeitung". (Abg. Mag. Haupt: Warum soll sie etwas korrigieren? Es steht auf Seite 14 in der "Kronen-Zeitung" von heute! – Weitere Rufe bei der ÖVP und Gegenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Haupt: Warum soll sie etwas korrigieren? Es steht auf Seite 14 in der "Kronen-Zeitung" von heute! – Weitere Rufe bei der ÖVP und Gegenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Herr Präsident Haupt! Wenn Sie Ihr Wissen aus der "Kronen-Zeitung" haben, dann wundert mich so manches nicht mehr. (Abg. Mag. Haupt: Lesen Sie einmal die Seite 14 der "Kronen-Zeitung"! Keine Anzeige vom Bürgermeister!) Das mag schon sein, daß Ihnen das ungelegen kommt, aber dann erkundigen Sie sich beim Landeshauptmann persönlich. Ich glaube, daß er besser weiß, was vorgefallen ist und was er gemacht hat, als der Redakteur der "Kronen-Zeitung". (Abg. Mag. Haupt: Warum soll sie etwas korrigieren? Es steht auf Seite 14 in der "Kronen-Zeitung" von heute! – Weitere Rufe bei der ÖVP und Gegenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Koppler: Das glaubst du wohl selber nicht!
Herr Bundesminister! Sie haben gestern eine interessante Budgetrede gehalten, und inhaltlich, muß ich sagen, kann ich mich voll damit identifizieren, denn das ist fast die Übernahme des Schüssel-Ditz-Kurses im Maßstab eins zu eins (Abg. Koppler: Das glaubst du wohl selber nicht!) , und zwar deshalb, meine Damen und Herren, weil es keine andere Möglichkeit und keine andere Alternative gibt, den Staatshaushalt zu sanieren. Deshalb sind die Maßnahmen, die in diesen beiden Budgets beschlossen werden, notwendig und wichtig.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Trenk: Für Pensionen brauchen wir Arbeitsplätze!
Herr Minister! Ich komme zum Pensionssystem. Es geht in diesem Maßnahmen- und Sparpaket auch um die Aufrechterhaltung der Pensionen. Dabei geht es nicht um eine philosophische oder ideologische Betrachtungsweise, sondern wir sind es der älteren Generation schuldig, daß wir ihr das Gefühl vermitteln, daß die Pensionen gesichert sind und daß sie nicht um ihre Pensionen bangen muß. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Trenk: Für Pensionen brauchen wir Arbeitsplätze!) Gerade deshalb, meine Damen und Herren, gerade um das Pensionssystem auch in Zukunft absichern zu können, sind die geplanten Reformen notwendig (Abg. Trenk: Dazu brauchen wir Arbeitsplätze!) , denn eins und eins ist nicht drei, wie Sie glauben, sondern ist nur zwei. Wenn die demographischen Daten stimmen – und sie stimmen –, dann wird es im Jahr 2010, 2020 so sein, daß auf einen Pensionisten ein Aktiver kommt. Derzeit ist es so, daß zwei Aktive einen Pensionisten erhalten.
Abg. Trenk: Dazu brauchen wir Arbeitsplätze!
Herr Minister! Ich komme zum Pensionssystem. Es geht in diesem Maßnahmen- und Sparpaket auch um die Aufrechterhaltung der Pensionen. Dabei geht es nicht um eine philosophische oder ideologische Betrachtungsweise, sondern wir sind es der älteren Generation schuldig, daß wir ihr das Gefühl vermitteln, daß die Pensionen gesichert sind und daß sie nicht um ihre Pensionen bangen muß. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Trenk: Für Pensionen brauchen wir Arbeitsplätze!) Gerade deshalb, meine Damen und Herren, gerade um das Pensionssystem auch in Zukunft absichern zu können, sind die geplanten Reformen notwendig (Abg. Trenk: Dazu brauchen wir Arbeitsplätze!) , denn eins und eins ist nicht drei, wie Sie glauben, sondern ist nur zwei. Wenn die demographischen Daten stimmen – und sie stimmen –, dann wird es im Jahr 2010, 2020 so sein, daß auf einen Pensionisten ein Aktiver kommt. Derzeit ist es so, daß zwei Aktive einen Pensionisten erhalten.
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, das ist verantwortungsvolle Politik, und dazu ist auch die Regierung angetreten: Maßnahmen und Strukturmaßnahmen zu treffen, damit die Pensionen auch in Zukunft gesichert und gewährleistet sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Zweitens habe ich gesagt, daß es bewiesen ist, daß er auf einer Stufe des Gemeindeamtes gestrauchelt ist. Das ist bewiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dolinschek spricht auf dem Weg zum Rednerpult noch mit Zwischenrufern.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dolinschek. (Abg. Dolinschek spricht auf dem Weg zum Rednerpult noch mit Zwischenrufern.) Bitte, Herr Abgeordneter, Sie sind am Wort, Sie können vom Pult aus reden. (Heiterkeit und weitere Zwischenrufe.)
Heiterkeit und weitere Zwischenrufe.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dolinschek. (Abg. Dolinschek spricht auf dem Weg zum Rednerpult noch mit Zwischenrufern.) Bitte, Herr Abgeordneter, Sie sind am Wort, Sie können vom Pult aus reden. (Heiterkeit und weitere Zwischenrufe.)
Abg. Kiss: Was in der "Kronen-Zeitung" steht, ist richtig! Keine Frage!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich glaube, alle Redner der Österreichischen Volkspartei haben heute das Thema verfehlt. Für sie geht es um Landeshauptmann Pühringer, und Herr Kollege Großruck hat hier sehr emotional agiert. Herr Kollege Großruck, lesen Sie doch auf der Seite 4 der "Kronen-Zeitung" nach, da steht ausführlich drinnen, was wirklich passiert ist. (Abg. Kiss: Was in der "Kronen-Zeitung" steht, ist richtig! Keine Frage!) Im übrigen, Herr Kollege Großruck, debattieren wir heute das Belastungspaket, das Budget für 1996 und 1997. (Abg. Kiss: Die "Kronen-Zeitung" – das Zentralorgan der Freiheitlichen! – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Kiss: Die "Kronen-Zeitung" – das Zentralorgan der Freiheitlichen! – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich glaube, alle Redner der Österreichischen Volkspartei haben heute das Thema verfehlt. Für sie geht es um Landeshauptmann Pühringer, und Herr Kollege Großruck hat hier sehr emotional agiert. Herr Kollege Großruck, lesen Sie doch auf der Seite 4 der "Kronen-Zeitung" nach, da steht ausführlich drinnen, was wirklich passiert ist. (Abg. Kiss: Was in der "Kronen-Zeitung" steht, ist richtig! Keine Frage!) Im übrigen, Herr Kollege Großruck, debattieren wir heute das Belastungspaket, das Budget für 1996 und 1997. (Abg. Kiss: Die "Kronen-Zeitung" – das Zentralorgan der Freiheitlichen! – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Koppler: Red über die Privilegien der Notare! Red einmal darüber!
Ebenso ist es bei den EVUs, den Sozialversicherungsanstalten oder bei den Kammern. Es ist noch immer keine Rede vom Zusammenlegen der Sozialversicherungsanstalten, und die Privilegien beim Nachkauf von Versicherungszeiten, wobei eben die Angestellten der Sozialversicherungsanstalt weiterhin bevorzugt werden gegenüber anderen, sind nach wie vor aufrecht. (Abg. Koppler: Red über die Privilegien der Notare! Red einmal darüber!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich als Sozialpolitiker freue mich natürlich auch, daß wir gewisse soziale Errungenschaften haben, aber es muß natürlich auch so sein, daß den Mißständen nicht Tür und Tor geöffnet wird, sondern daß die Sozialleistungen jenen Leuten zukommen, die dieser bedürfen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Feurstein: Haider sagt etwas anderes als Sie! Nicht mehr arbeiten, sondern weniger arbeiten!
Und nun zur flexiblen Arbeitszeit: Verzetnitsch und Sallmutter sagen, flexible Arbeitszeit und Ausdehnung der täglichen Arbeitszeit nur mit Zeitausgleich und unter Wegfall des Überstundenzuschlages. Sehr geehrte Damen und Herren, das bedeutet nichts anderes als eine Arbeitszeitverkürzung und weniger Verdienst. Wieso will denn heute jemand Überstunden machen? Wieso nimmt jemand eine längere Arbeitszeit in Kauf? – Weil er mehr verdienen, weil er sich etwas leisten will, weil er sich etwas anschaffen will zum Einrichten der Wohnung, zum Häuselbauen und so weiter. Das wollen Sie durch die erhöhte Überstundenbesteuerung diesen Leuten auch noch wegnehmen! (Abg. Dr. Feurstein: Haider sagt etwas anderes als Sie! Nicht mehr arbeiten, sondern weniger arbeiten!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Vertreter der Wirtschaftskammer sitzen nämlich voll auf der Gewerbeordnung, die ein letzter Ausläufer der Zünfte ist. Die Gewerbeordnung müßte endlich liberalisiert werden, damit die Leute sich eben leichter selbständig machen können, denn heutzutage ist es ja so, daß jener, der in der Wirtschaftskammer sitzt, darüber bestimmt, ob er einen Konkurrenten zuläßt. Darauf ist natürlich niemand neugierig, und das müßte dringendst geändert werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Der Herr Bundeskanzler hat sich im Zuge der Wahlwerbung und bis heute eigentlich demaskiert und als Märchenerzähler entpuppt. Er hat gesagt: Frauenrechte dürfen nicht angetastet werden! – Was ist jetzt mit der Streichung der Geburtenbeihilfe und mit der Kürzung des Karenzgeldes, sehr geehrte Damen und Herren? Es ist ein Einschnitt in die Frauenrechte. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. )
Beifall bei der SPÖ.
In der gegenwärtigen Situation, wie wir sie jetzt haben, kommt der Budgetkonsolidierung eine Schlüsselfunktion bei der künftigen Erreichung der wichtigsten wirtschaftspolitischen Zielsetzungen zu: Sicherung der gesamtwirtschaftlichen Stabilität, der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Österreichs, der langfristigen Finanzierung des Sozialstaates sowie der Verbesserung der Beschäftigungslage durch engagierte Beschäftigungsprogramme. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Bundesfinanzgesetze für die Jahre 1996 und 1997 sind ein unumgänglicher, daher mutiger und sicherlich nicht leicht zu tragender Entschluß zum Sparen. Natürlich sind Einsparungsmaßnahmen unpopuläre Maßnahmen, und manche empfinden diese als ungerechtfertigt. Einige Interessenvertretungen protestieren gegen dieses Sparpaket und empfinden es als Belastungspaket. Wenn ich die Diskussionen der unterschiedlichen sozialen Bevölkerungsschichten verfolge, dann spüre ich, daß der Bürger aber gerade jetzt Halt und Vertrauen sucht und benötigt. Da helfen keine Angstparolen. Nur durch Solidarität und verantwortungsvolle Politik werden wir gemeinsam die Zukunft Österreichs formen. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Oft höre ich, und zwar vor allem von seiten der Opposition, das Konsolidierungsprogramm sei für die öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen wegen der Maastricht-Kriterien geschnürt worden. Da muß ich widersprechen, denn die Bundesfinanzgesetze für 1996 und 1997, wie sie jetzt vorliegen, sichern die erforderlichen Spielräume für den Bundeshaushalt. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Die bestehende und künftige Hauptaufgabe des Staates ist meiner Meinung nach die langfristige Finanzierung des Sozialstaates, denn nur so ist sozialer Friede gewährleistet. Ich sehe es als meine Hauptaufgabe und rufe Sie alle auf, nicht Resignation und Angst zu verbreiten, sondern optimistisch und stärkend auf unsere Mitbürger einzuwirken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich betone noch einmal zum Schluß, meine Damen und Herren: Es müssen neue, unkonventionelle und mutige Wege gegangen werden. Ich bin überzeugt, die Bundesfinanzgesetze für die Jahre 1996 und 1997 schaffen die notwendigen Rahmenbedingungen für eine hoffnungsvolle und positive Zukunft Österreichs. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und bei der SPÖ.
Abgeordneter Johann Schuster (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Bundesminister! Meine Damen und Herren! Kollegin Tegischer von den Sozialdemokraten hat es verstanden, mit ihrer Rede eine Klimaverbesserung in dieses Hohe Haus zu bringen. Nicht nur der Bundesfinanzminister heißt Klima, sondern auch dieser Stil ist gefragt. Ich beglückwünsche sie zu dieser gelungenen Rede zur Klimaverbesserung. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wie für einen verantwortungsbewußten Familienvater gilt auch für den Staat und für den Bundesfinanzminister, daß er nicht mehr ausgeben darf, als er hat. Fragen wir uns doch: Muß es immer noch ein bißchen mehr sein? Ist das das Ziel der Demokratie, in der wir leben, uns selbst immer weiter hinaufzulizitieren? Es darf einmal darüber diskutiert werden, daß es nicht immer noch ein Mehr geben muß. Denn nicht das Mehr macht glücklich und zufrieden, sondern wesentlich andere Werte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Und mit einem Zitat möchte ich schließen: Es ist klar, die Opposition hat ihr Recht und ihren Anspruch, die Regierungsparteien haben ihr Recht und ihren Anspruch, ihre Meinung zu sagen. Aber Erfolg ist, wenn man um eine Idee besser ist, meine Damen und Herren, und die Regierungsparteien sind eben um diese eine Idee besser. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
In Anbetracht dieser Fakten ist es daher völlig an den Haaren herbeigezogen, wenn, wie dies Frau Abgeordnete Haller tat, von einem "Antiösterreichpaket" gesprochen wird. Genau das Gegenteil ist richtig: Mit diesem Budget setzt Österreich international anerkannte Standards! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Man sollte auf der Zunge zergehen lassen auch die Art der Argumentation, die heute Abgeordneter Haider hier an den Tag gelegt hat. Er hat nahezu in jedem dritten Satz gesagt: "die Dinge wieder in Ordnung bringen". Ja was heißt denn das: "die Dinge wieder in Ordnung bringen"? Das unterstellt doch die Möglichkeit der Wiedergewinnung einer scheinbar glorreichen Vergangenheit, einer Vergangenheit wohlgemerkt, die, als sie Gegenwart war, immer wieder von der FPÖ als unzulänglich gegeißelt wurde. Jetzt, wo diese Gegenwart eine Vergangenheit ist, wird sie auf einmal von der FPÖ glorifiziert. Das ist die Doppelbödigkeit Ihrer Politik, die auf die realen Probleme der österreichischen Bevölkerung keine Antwort gibt! Aber die Antwort der Bevölkerung auf diese Doppelbödigkeit haben Sie zum Glück am 17. Dezember erhalten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der gemeinsame Nenner ist – und dieser zieht sich durch alle Debattenbeiträge –, daß ein konsolidierter Staatshaushalt die Grundlage für besseres Wirtschaften und für mehr Beschäftigung ist. Das ist, meine Damen und Herren, aber nicht der kleinste gemeinsame Nenner. Auf diesen dürfen wir stolz sein, denn der kleinste gemeinsame Nenner ist – zumindest im Bruchrechnen – der stärkste Faktor. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes und zur Schaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten wären eine Offensive für den Mittelstand und eine Verbesserung der Verkehrsstruktur im ländlichen Raum äußerst notwendig. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Sigl: Bravo!
Wenn man bedenkt, daß der LKW-Schwerverkehr am Grenzübergang Suben im Vergleich Jänner 1996 zu Jänner 1995 um 46 Prozent gestiegen ist und bereits mehr als 1,2 Millionen Schwerfahrzeuge jährlich die Grenze überqueren, dann erscheint der Bahnausbau, um den LKW-Verkehr dorthin zu verlagern, dringend notwendig. (Abg. Sigl: Bravo!)
Beifall des Abg. Ing. Maderthaner.
Im Budget sind 11 Milliarden Schilling für den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur vorgesehen, was ich sehr begrüße. Eine zeitgemäße Abwicklung des Regionalverkehrs im Raum Ried und Braunau wäre eine wichtige Maßnahme für Betriebe und Beschäftigte. (Beifall des Abg. Ing. Maderthaner. ) Auch der Straßenausbau im Salzburger Raum ist eine dringende Notwendigkeit, und die Innkreis Autobahn braucht eine neuerliche Sanierung der Oberfläche.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne beinhaltet der vorliegende Budgetentwurf wichtige Maßnahmen, die zur Stabilisierung in unserem Land einen großen Beitrag leisten, damit die Zukunft positiv gestaltet werden kann. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Für gut und notwendig halte ich das Umweltprogramm. Es bringt einen Ausgleich für den Verzicht auf ertragssteigernde Mittel, berücksichtigt aber auch Steilflächenbewirtschaftung und die Almwirtschaft. Dieses Programm soll weiter ausgebaut werden, besonders im Berggebiet, weil es den behutsamen Umgang mit unseren Lebensgrundlagen, nämlich mit Luft, Wasser und Erde, berücksichtigt und damit ein Programm der nachhaltigen Bewirtschaftung ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Hormoneinsatz als Wachstumsförderer und gentechnische Veränderungen bei der Lebensmittelproduktion sind weiterhin absolut abzulehnen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die durchschnittliche österreichische Familie hat 1,5 Kinder, die Bauernfamilie 2,4 Kinder. Darüber hinaus haben Bauernkinder beste Voraussetzungen, sich zu lebensbejahenden Menschen zu entwickeln. Sie haben genug Raum, um sich entfalten zu können. Sie sehen Vater und Mutter gemeinsam arbeiten. Sie sehen, daß nur derjenige ernten kann, der auch gesät hat. Und die Kinder wachsen oft mit Geschwistern und mehreren Generationen zusammen auf, und sie erleben am Hof noch Geburt und Tod von Mensch und Vieh als etwas Natürliches. – Und wir müssen wieder mehr lernen, die Welt mit den Augen der Kinder zu sehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich hoffe nur, daß sich der wirkliche Stellenwert der Landwirtschaft in einer späteren Regierungserklärung in einem besseren Platz niederschlägt! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Ist das der Dr. Salzl? – Abg. Kopf: Ja!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich finde es grotesk, wenn sich heute hier rote und schwarze Abgeordnete für dieses Belastungspaket auch noch bedanken. Es ist ein Belastungspaket, Herr Finanzminister, denn die Belastungen machen weitaus mehr als die Einsparungen aus. Nicht die Abgeordneten sollten sich hier bedanken, meine sehr geehrten Damen und Herren! Bedanken – aber ganz anders, als Sie sich das vorstellen – werden sich die vielen Österreicherinnen und Österreicher, vor allem jene, meine sehr geehrten Damen und Herren, denen jetzt so unverschämt in die Tasche gegriffen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Ist das der Dr. Salzl? – Abg. Kopf: Ja!)
Abg. Schwarzenberger: Wer ist das? Guggenbichler haben wir keinen!
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, Abgeordneter Guggenbichler (Abg. Schwarzenberger: Wer ist das? Guggenbichler haben wir keinen!) kann sich ja eine Reduktion auf einen Zeitraum von einem Jahr vorstellen – eine Reduktion auf unter ein Jahr komme für ihn nicht in Frage, sagt er. Eine moderate Beitragserhöhung wäre für ihn eine angemessene Lösung. – Das heißt, es wird bereits über Beitragserhöhungen zur Sozialversicherung nachgedacht!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das sind die Probleme, um die es hier geht. Es müssen rasch umfangreiche Weichenstellungen erfolgen, sonst wird es 1998 ein böses Erwachen für viele Österreicherinnen und Österreicher geben – vor allem aber auch für unsere Wirtschaft –, und wir werden beim Budget 1998 die gleiche Problematik vorfinden, wie wir sie heute haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kiss: Bitte kurz!
Abgeordneter Dr. Alfred Brader (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Am Ende eines langen Tages mit vielen Pro- und Kontrareden ist es mir sehr angenehm, zu einem Thema sprechen zu dürfen, zu dem ich eigentlich nur positive Beiträge erwarte. (Abg. Kiss: Bitte kurz!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Schneller!
Auch wenn bei uns von den unzähligen Opfern der Sowjetherrschaft kaum gesprochen wird – was ich, nebenbei gesagt, für ein sehr eigenartiges Phänomen halte –, so muß uns doch allen klar sein, daß gewaltige Wunden geblieben sind – Wunden, die nicht so schnell heilen. Gerade deswegen muß man die Einhaltung der Minderheitenrechte auch in diesen baltischen Ländern sehr genau beachten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Schneller!)
Beifall bei der ÖVP.
Diese erfreulichen Entwicklungen werden durch dieses Abkommen noch unterstützt. Die technische Hilfe, der Austausch von Experten, die Hilfe für Klein- und Mittelbetriebe, all das sind Maßnahmen, die helfen werden, die Wirtschaft in diesen Ländern weiterzubringen, und ich bitte Sie daher, diesem Abkommen zuzustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Das ist der Höhepunkt des heutigen Tages!
Präsident Mag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Kammerlander. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Khol: Das ist der Höhepunkt des heutigen Tages!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Dieses Europaabkommen, das wir heute beschließen, ersetzt die Freihandelszonen der baltischen Staaten, und das Europäische Parlament – das möchte ich Ihnen sagen – hat grundsätzlich keine Einwände gegen dieses Abkommen, kritisiert aber – ich muß schon hinzufügen, daß das, wovon mein Vorredner so euphorisch gesprochen hat, nämlich daß diese Staaten auf dem Weg nach Europa, auf dem Weg zur Europäischen Union sind, nicht stimmt –, daß die Wirtschaften dieser Länder keineswegs in der Lage sind, innerhalb dieses Zeitraumes, der immer wieder ins Auge gefaßt wird, nämlich nach der Regierungskonferenz – Genaueres gibt es nicht –, die Kriterien zu erfüllen, allen voran die Konvergenzkriterien der Wirtschafts- und Währungsunion. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) – Nicht ich setze das an.