Eckdaten:
Für die 159. Sitzung der 24. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 681 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von der Abgeordneten Mag. Rosa Lohfeyer
Petition betreffend „Schaffung einer Möglichkeit, die theoretische Ausbildung zur Fahrprüfung im Schulunterricht zu absolvieren“ (Ordnungsnummer 162) (überreicht von der Abgeordneten Mag. Rosa Lohfeyer)
überreicht von der Abgeordneten Anna Höllerer
Petition betreffend „Erhalt der Vertragsarztstelle in der Marktgemeinde Ruprechtshofen“ (Ordnungsnummer 163) (überreicht von der Abgeordneten Anna Höllerer)
überreicht vom Abgeordneten Ing. Norbert Hofer
Petition betreffend „Streichung der bisherigen Regelung zur Eugenischen Indikation“ (Ordnungsnummer 164) (überreicht vom Abgeordneten Ing. Norbert Hofer)
überreicht von den Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Bundesgesetz, mit dem ein Tierärztekammergesetz erlassen und das bestehende Tierärztegesetz geändert werden soll“ (Ordnungsnummer 165) (überreicht von den Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Beifall bei den Grünen.
Wenn wir es in die oberste Liga schaffen, dann ist das sicher ein Quantensprung, und wir werden, wir, die Grünen, in diesen Tagen, in den Verhandlungen rund um die legistischen Vorlagen – es ist eine Regierungsvorlage hier im Haus – darum kämpfen und dafür verhandeln, dass Österreich vom Schlusslicht zum besten Land in Europa wird, zumindest was die Gesetzeslage betrifft. Das ist genau Ihre Aufgabe hier, unsere Aufgabe hier. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Sie wissen ganz genau, dass die Vorstellungen, die Konzepte und die Punktationen, die wir schon eingebracht haben, auch die Gesetzespassagen, nämlich jene der Grünen, immer – und traditionell muss man schon fast sagen – am weitestgehenden im Zusammenhang mit der größtmöglichen Korruptionsbekämpfung und mit den größtmöglichen Offenlegungsbestimmungen sind. Das ist wichtig, wenn wir jetzt den Weg Richtung gläserne Parteikassen und Anti-Korruption antreten wollen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass uns hier etwas gelingen wird. Wir werden die Verhandlungen in diesem Sinne weiterführen, es wird aber auch an Ihnen liegen, diesen Neustart zu ermöglichen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Bundeskanzler, bitte! !
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer einleitenden Stellungnahme hat sich Herr Bundeskanzler Faymann zu Wort gemeldet. (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Bundeskanzler, bitte! !) Die Redezeit sollte 10 Minuten nicht übersteigen. – Bitte.
Abg. Kickl: lückenlose Biographie!
Transparenz und Scheinwerfer führen dazu, dass die, die sich überlegen, ob sie die eine oder andere Handlung setzen, sich selbst vorher damit konfrontieren, ob sie dazu stehen können. Das alleine ist ein wichtiger Prozess, weil er zu mehr Handlungsweisen führt, die unserem politischen Image nutzen. Daran habe ich als Bundeskanzler Interesse, daran hat aber auch jedes Regierungsmitglied und jeder Abgeordneter ein Interesse, denn wir gewinnen gemeinsam nichts in einer Demokratie, wenn junge Leute das Gefühl haben, die sind ja eh alle gleich. Wir sind eben nicht alle gleich, es gibt politische und ideologische Unterschiede – aber es gibt eben auch eine Gemeinsamkeit, nämlich zu sagen, wenn jemand sich nicht an die Regeln hält, dann muss man erstens rasch draufkommen und dementsprechend auch die Konsequenzen ziehen. (Abg. Kickl: lückenlose Biographie!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das ist wichtig. Dieses Gesetz und diese Rahmenbedingungen sollen mithelfen, ein Stück an Vertrauen zurückzugewinnen, das diese Demokratie notwendig hat und das wir alle notwendig haben in der Demokratie, denn dieses Gesellschaftsmodell ist nur so stark wie die Menschen, die daran glauben. Das betrifft alle Generationen, aber wenn man sich Kommentare, Analysen und Studien gerade über junge Leute ansieht, dann haben wir guten Grund, mit diesem Gesetz auch zu beweisen, dass wir die Kritik der Bevölkerung verstanden und Konsequenzen gezogen haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist nicht so, dass das Zentrum der Korruption in Österreich in den Parteien angesiedelt ist und sonst nirgends – falsch. Das geht weit darüber hinaus. Und es betrifft nicht alle, aber es betrifft Einzelne. Und worauf wir Wert legen müssen, ist, dass wir an einem System arbeiten, dass eben diese Einzelpersonen keine Chance mehr haben, ihr Unwesen zu treiben und den Ruf von uns allen hier in den Schmutz zu ziehen, und dazu gehört auch die Wirtschaft. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Dann sind wir nämlich wettbewerbsfähig auf europäischer Ebene, dann sind wir handlungsfähig, wenn es Krisen gibt, wie jetzt zum Beispiel die Finanz- und Wirtschaftskrise, und dann sind wir imstande, auch diesen Sozialstaat, diesen Wohlfahrtsstaat, diese funktionierende Marktwirtschaft in Österreich nicht nur zu verteidigen, sondern auch auszubauen. Und deswegen meine Bitte: Alle sollen mitwirken, damit dieses Gesetz wirksam und glaubwürdig ist, möglichst alle, die hier im Hause vertreten sind! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Kogler, wenn Sie einen OECD-Experten zitieren, der Österreich als Korruptionsoase bezeichnet haben soll, dann gehe ich davon aus, dass Sie seine Meinung teilen, sonst würden Sie ihn ja nicht zitieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich teile diese Meinung nicht, und wenn Sie mit den Experten von GRECO sprechen, also jener Kommission, die beim Europarat angesiedelt ist und genau diese Bereiche in den einzelnen Mitgliedsländern untersucht, dann sagen Ihnen diese Experten: Ja, es gibt auch in Österreich Korruption, insbesondere leider auch an der Schnittstelle von Politik und Wirtschaft, aber es gibt in Österreich – das sagen Ihnen diese Experten auch – nicht mehr und nicht weniger Korruption als in anderen, vergleichbaren, entwickelten Ländern. Und das halte ich Ihrem Zitat entgegen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Kogler, wenn Sie einen OECD-Experten zitieren, der Österreich als Korruptionsoase bezeichnet haben soll, dann gehe ich davon aus, dass Sie seine Meinung teilen, sonst würden Sie ihn ja nicht zitieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich teile diese Meinung nicht, und wenn Sie mit den Experten von GRECO sprechen, also jener Kommission, die beim Europarat angesiedelt ist und genau diese Bereiche in den einzelnen Mitgliedsländern untersucht, dann sagen Ihnen diese Experten: Ja, es gibt auch in Österreich Korruption, insbesondere leider auch an der Schnittstelle von Politik und Wirtschaft, aber es gibt in Österreich – das sagen Ihnen diese Experten auch – nicht mehr und nicht weniger Korruption als in anderen, vergleichbaren, entwickelten Ländern. Und das halte ich Ihrem Zitat entgegen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine Damen und Herren, es gibt dieses Problem, also brauchen wir es nicht wegzudiskutieren. Ich will es auch nicht wegreden, aber wir brauchen unser Land auch nicht schlechter zu machen, als es ist. Und das haben Sie indirekt getan. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und da bekenne ich mich, im Gegensatz zu Ihrer Bemerkung, Herr Kogler, durchaus zu einer dualen Finanzierung der Parteien, nämlich einer öffentlichen Finanzierung auf der einen Seite, aber auch einer privaten Finanzierungsschiene in Form von Spenden oder wirtschaftlicher Tätigkeit von Parteien auf der anderen Seite, denn wir wollen weder die voll von der Wirtschaft abhängigen Parteien, wir wollen aber auch nicht ausschließlich Staatsparteien. Diese Dualität sichert den Parteien die größtmögliche Unabhängigkeit, auch letzten Endes von der öffentlichen Hand. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es ist auch ein Recht der Bürger und damit ein Bürgerrecht, meine Damen und Herren, Parteien Geld spenden zu dürfen, also sich zu einer Partei nicht nur inhaltlich zu bekennen, sondern diese Partei auch finanziell zu unterstützen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist ein Bürgerrecht, meine Damen und Herren, und bis zu einer bestimmten Größenordnung haben diese Menschen auch ein Recht, anonym bleiben zu dürfen – aber natürlich nur bis zu jener Grenze, ab der man befürchten müsste, dass diese Menschen mit dieser Geldspende auch ein ganz bestimmtes Interesse verfolgen, nämlich sich irgendwo eine politische Gefälligkeit zu kaufen. Aber mit ein paar hundert Euro kann man das mit Sicherheit nicht. Darum ist es auch sinnvoll, und das sagen auch Experten wie Herr Dr. Sickinger, dass es so eine Grenze für die Anonymität von Spenden geben soll. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Zwischenrufe bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Strutz.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Zwischenrufe bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Strutz.
Es ist auch ein Recht der Bürger und damit ein Bürgerrecht, meine Damen und Herren, Parteien Geld spenden zu dürfen, also sich zu einer Partei nicht nur inhaltlich zu bekennen, sondern diese Partei auch finanziell zu unterstützen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist ein Bürgerrecht, meine Damen und Herren, und bis zu einer bestimmten Größenordnung haben diese Menschen auch ein Recht, anonym bleiben zu dürfen – aber natürlich nur bis zu jener Grenze, ab der man befürchten müsste, dass diese Menschen mit dieser Geldspende auch ein ganz bestimmtes Interesse verfolgen, nämlich sich irgendwo eine politische Gefälligkeit zu kaufen. Aber mit ein paar hundert Euro kann man das mit Sicherheit nicht. Darum ist es auch sinnvoll, und das sagen auch Experten wie Herr Dr. Sickinger, dass es so eine Grenze für die Anonymität von Spenden geben soll. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Zwischenrufe bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Strutz.)
Beifall bei der ÖVP.
ne an Parteien zu üben, sondern das Ziel muss sein, Korruption in Zukunft durch Transparenz zu verhindern. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Moser: Das sagt die Erfahrung!
Wir sind alle dafür, dieses Gesetz so rasch wie möglich in diesem Hohen Haus zu beschließen. Wir sind auch dafür, dass dieses Gesetz Bund, Länder und Gemeinden mit einschließt. Das hat uns auch diese Kommission des Europarates empfohlen. Aber, Herr Kogler, ein bisschen eine Anmaßung der Grünen und ein bisschen sehr selbstgerecht ist es schon, wenn Sie glauben, nur wenn die Grünen mitstimmen, dann hat dieses Gesetz ein Gütesiegel. (Abg. Dr. Moser: Das sagt die Erfahrung!) Dieses Gesetz würde auch ein sehr gutes Gesetz werden, wenn die Grünen nicht dabei wären, aber ich hätte Sie natürlich gerne dabei – aber nicht wegen des Gütesiegels. (Beifall bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir sind alle dafür, dieses Gesetz so rasch wie möglich in diesem Hohen Haus zu beschließen. Wir sind auch dafür, dass dieses Gesetz Bund, Länder und Gemeinden mit einschließt. Das hat uns auch diese Kommission des Europarates empfohlen. Aber, Herr Kogler, ein bisschen eine Anmaßung der Grünen und ein bisschen sehr selbstgerecht ist es schon, wenn Sie glauben, nur wenn die Grünen mitstimmen, dann hat dieses Gesetz ein Gütesiegel. (Abg. Dr. Moser: Das sagt die Erfahrung!) Dieses Gesetz würde auch ein sehr gutes Gesetz werden, wenn die Grünen nicht dabei wären, aber ich hätte Sie natürlich gerne dabei – aber nicht wegen des Gütesiegels. (Beifall bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das hat man ja gesehen !
Letzter Satz, Frau Präsidentin: Wir brauchen dieses Gesetz, aber, meine Damen und Herren, für das Handeln von uns Politikern kann ein Gesetz niemals der Maßstab sein. Die moralischen Ansprüche an unsere Tätigkeit, die müssen höher angesetzt sein als nur bei gesetzlichen Regelungen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das hat man ja gesehen !)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Der Herr hat zur Transparenz nichts zu sagen! – Zwischenruf des Abg. Kopf.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gestatten Sie mir am Beginn eine kurze Anmerkung, nämlich dass es bezeichnend ist für die Prioritätensetzung dieses Bundeskanzlers, dass er es in einer Phase, wo die europäische Währung, die uns immer als Rettungsinstrument und das Zukunftsvehikel schlechthin verkauft und aufgeschwatzt worden ist, de facto am Abgrund steht und wir gar nicht wissen, was in den nächsten paar Monaten sein wird, nicht der Mühe wert findet, mit einem Wort auf diese krisenhafte Entwicklung einzugehen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Der Herr hat zur Transparenz nichts zu sagen! – Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Ruf bei der SPÖ: Blöder geht’s nicht mehr!
Eines, meine Damen und Herren, ist interessant bei solchen Debatten. Man muss immer genau hinhören, was gesagt wird, und dann muss man aber auch genau hinhören, was nicht gesagt wird. (Ruf bei der SPÖ: Blöder geht’s nicht mehr!) Worüber bei keinem der Vorredner – und das kann kein Zufall sein – ein Wort verloren worden ist, ist die Frage der öffentlichen Parteienfinanzierung. Das war ja so ein wichtiger Punkt, der plötzlich in eine Materie, wo er eigentlich gar nicht drinnen sein sollte, hinein musste. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Jetzt spielt er plötzlich keine Rolle mehr, meine Damen und Herren.
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Eines, meine Damen und Herren, ist interessant bei solchen Debatten. Man muss immer genau hinhören, was gesagt wird, und dann muss man aber auch genau hinhören, was nicht gesagt wird. (Ruf bei der SPÖ: Blöder geht’s nicht mehr!) Worüber bei keinem der Vorredner – und das kann kein Zufall sein – ein Wort verloren worden ist, ist die Frage der öffentlichen Parteienfinanzierung. Das war ja so ein wichtiger Punkt, der plötzlich in eine Materie, wo er eigentlich gar nicht drinnen sein sollte, hinein musste. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Jetzt spielt er plötzlich keine Rolle mehr, meine Damen und Herren.
Beifall bei der FPÖ.
Und da lege ich die Ohren an und werde stutzig, denn das deutet doch auf eine Erhöhung dieser öffentlichen Parteienförderung hin. Die wollen Sie sich unter der Tuchent auspackeln, Rot und Grün, und das Drehbuch dafür wird in Wien geschrieben. So schaut es nämlich aus! – Die Freiheitliche Partei hat von Anfang an gesagt, dass es mit uns hier herinnen keinen Gesetzesbeschluss geben wird, wo unterm Strich auch nur ein Cent mehr an Kosten für die Bevölkerung aus den Mitteln der öffentlichen Parteienfinanzierung herauskommt – nicht einen Cent mehr. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
tungskeule auf die österreichische Bevölkerung niedergehen lässt, um in Europa angeblich irgendetwas zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Und jetzt laufen wir Ihnen, Herr Staatssekretär, seit Wochen hinterher, weil wir sagen, wir wollen eine amtliche Berechnung dieses Nullsummenspiels haben, etwas, das den Charakter eines Dokumentes hat, etwas mit Brief und Siegel, meine Damen und Herren! (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Ostermayer.) Am liebsten wollen wir eine Erklärung des Herrn Bundeskanzlers und des Herrn Vizekanzlers mit der Unterschrift, dass das den Bürger keinen Cent mehr kosten wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Krainer.
Das wird ja gar kein Problem sein, meine Damen und Herren! Wissen Sie, was ich dafür bekommen habe, vonseiten der Regierung? – Das ist das Originaldokument, inklusive der Abrisskante, die ist auch original. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Ein Kaszettel, meine Damen und Herren, der im Zuge der Verhandlungen irgendwo über den Tisch geschoben wird. Sieben Zeilen ohne Überschrift, das ist die Berechnung der Bundesregierung, wo man sich dann darauf verlassen können soll, dass das ein Nullsummenspiel ist, meine Damen und Herren. Na, wenn das Ihre Zugangsweise zur Frage der Parteientransparenz und zur Frage der Finanzierung aus öffentlichen Geldern ist, dann gute Nacht, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Ich bin deshalb so skeptisch, weil ich die Rechenkünste der SPÖ kenne. Da haben wir einen Verteidigungsminister, der sich die teuerste Variante beim Bundesheer, nämlich das Berufsheer, zurechtrechnet, so lange, bis es die billigste Variante geworden ist. Das ist eine Mogelpackung. Das Gleiche werden wir da erleben, ich prophezeie es Ihnen. Dann haben wir einen ORF-Generaldirektor, der sich die teuerste aller Varianten, nämlich den Umzug auf das St.-Marx-Gelände, so lange zurechtrechnet, bis es unterm Strich so ausschaut, als ob es die billigste Variante wäre. (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Beifall bei der FPÖ.
Mit im Boot, mit diesem Herrn ORF-Generaldirektor, ist der Herr Medienstaatssekretär Ostermayer, wo es dubiose Machenschaften rund um Grundstücksspekulationen auf diesem St.-Marx-Gelände gibt, wo die SPÖ im Boot sitzt mit irgendwelchen Briefkastenfirmen, die auf den Cayman Islands und auf den Kanalinseln angesiedelt sind, und wo man offensichtlich versucht, mit diesen dubiosen Firmen Geld zu waschen, und wo auch der Verdacht der Parteienfinanzierung in Richtung SPÖ naheliegt. Da ist doch Skepsis angebracht, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Der Herr Kickl kann mich nicht kränken!
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas zum Argument der Wahlkampfkostenbegrenzung, weil Sie immer sagen, die FPÖ ist dagegen, weil sie das überschreiten will. Es wird Sie vielleicht in Ihrer Ehre kränken, meine Damen und Herren von der SPÖ, aber wir brauchen keine 7 Millionen €, um Ihnen die Kanzlerschaft abzujagen. Das geht viel, viel billiger. Das kränkt Sie vielleicht, aber das ist eine Tatsache. (Abg. Mag. Gaßner: Der Herr Kickl kann mich nicht kränken!) Selbst wenn wir das Geld hätten und es keinen Deckel gäbe: Niemand von uns will 7 Millionen € ausgeben. Das ist gar nicht notwendig, um Sie in die Schranken zu weisen, meine Damen und Herren.
Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ
Sie sollten sich also nicht kränken, sondern Sie sollten eher beim Almdudlerpärchen (Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ) in Ihrer Bundesgeschäftsstelle einmal nachfragen, welche Einkaufspolitik die haben, dass das alles so teuer ist.
Beifall bei der FPÖ.
Was wir nicht haben wollen, ist diese Mogelpackung, die Sie präsentieren. 7-Millionen-Deckel heißt auch 7-Millionen-Deckel in den Bundesländern – in Wien, in Niederösterreich, in Oberösterreich, in allen neun Bundesländern 7-Millionen-Deckel Obergrenze. Das ist doch kein Beitrag zur Sparsamkeit, um nur ein Beispiel zu nennen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Keine Stiftung zur Parteienförderung!
tin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Gaßner: Aus ist es!) Das hat mit Sauberkeit, mit Ehrlichkeit und mit Sparsamkeit nichts zu tun. Und Mogelpackungen werden wir nicht beschließen, nur um Ihnen einen Gefallen zu tun. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Keine Stiftung zur Parteienförderung!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kopf.
Es mag vielleicht Länder mit weniger oder mehr Korruption als in Österreich geben – aber es gibt definitiv Länder mit mehr Rücktrittskultur als in Österreich, Herr Präsident Graf! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf.
Nein, nur ein bisschen darüber nachdenken, denn die Rücktrittskultur, so wie es sich die ÖVP vorstellt, ist eine, wo an den Anstand appelliert wird. Aber bei dem, was dann an Vorschlägen herauskommt, muss man zuerst einen Verfassungsbruch begehen und dann noch eine Haftstrafe ausfassen. Also ich würde den Level, wo man zurücktritt, etwas weiter unten anlegen, Herr Klubobmann. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Abg. Kickl: Das habe ich Ihnen gerade erklärt!
Die Wahlkampfkostenbegrenzung ist nicht nur eine Frage der Privatschatulle der Parteien, sondern da geht es auch um öffentliche Gelder. Da geht es auch darum, Sparsamkeit an den Tag zu legen und der Bürgerin und dem Bürger zu ersparen, dass man immer teurere, immer höher gerüstete Wahlkämpfe betreibt. Ich habe das in Kärnten gesehen: Da kamen manchmal Wochenzeitungen zweimal heraus, damit sich das bei Inseratschaltungen mit BZÖ und FPK, oder was auch immer das damals war, ausgeht. Die Bürgerin/der Bürger hat darauf keine Lust mehr. Und genau bei diesem Punkt der Verhandlungen, wo wir eigentlich die Wahlkampfkostenbegrenzung schon fix unter Dach und Fach hatten, gibt es jetzt wieder einzelne Versuche, überraschenderweise insbesondere von der FPÖ, in Tateinheit mit der ÖVP, das zu ändern, weil man diese Wahlkampfkostenbegrenzung nicht haben will. Und da frage ich mich: Warum eigentlich? (Abg. Kickl: Das habe ich Ihnen gerade erklärt!)
Abg. Kickl: Glauben Sie nicht, dass zu hoch sind?
(Abg. Kickl: Glauben Sie nicht, dass zu hoch sind?) Wir sind mit allem einverstanden, aber wir brauchen eine Wahlkampfkostenbegrenzung. Diese Summen sind nicht mehr akzeptabel! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
(Abg. Kickl: Glauben Sie nicht, dass zu hoch sind?) Wir sind mit allem einverstanden, aber wir brauchen eine Wahlkampfkostenbegrenzung. Diese Summen sind nicht mehr akzeptabel! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn etwas einmal falsch gelaufen ist, wenn man unter Umständen auch vorsätzlich etwas falsch gemacht hat, dann sind Rücktritte angesagt. Dann muss eine Partei, die sich als „Sauberkeitspartei“ beschreibt, auch einmal den Mut haben, einen Menschen zum Rücktritt zu zwingen, der sich tatsächlich in den Augen der Bevölkerung und von vielen Menschen als Dritter Nationalratspräsident komplett disqualifiziert hat! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Vom BZÖ hat!
Ernsthaftigkeit an den Tag legen, wenn es darum geht, diese Korruptionssümpfe in Österreich nicht nur ausfindig zu machen, sondern auch zu bekämpfen, denn das Bild, das die Bevölkerung in Österreich gegenwärtig (Abg. Kopf: Vom BZÖ hat!) zugegebenerweise auch von Teilen der Privatwirtschaft, aber vor allem von der Politik hat, ist, Herr Kopf und Herr Bundeskanzler, nicht nur mangelhaft, sondern katastrophal. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Ernsthaftigkeit an den Tag legen, wenn es darum geht, diese Korruptionssümpfe in Österreich nicht nur ausfindig zu machen, sondern auch zu bekämpfen, denn das Bild, das die Bevölkerung in Österreich gegenwärtig (Abg. Kopf: Vom BZÖ hat!) zugegebenerweise auch von Teilen der Privatwirtschaft, aber vor allem von der Politik hat, ist, Herr Kopf und Herr Bundeskanzler, nicht nur mangelhaft, sondern katastrophal. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Deshalb sind wir umso enttäuschter, dass es trotz schöner Worte und guter Absichten nicht gelingt, das auch in Taten umzusetzen. Sie reden nur ständig davon, dass alles beim Besten ist und dass man tolle Absichten hat, aber im Grunde genommen geht es Ihnen nicht wirklich darum. Ihnen geht es nämlich nach wie vor darum, so viel Geld wie möglich für Ihre Parteien einzusackeln und Postenschacher und Parteienproporz in Österreich zu betreiben, wie das ja tagtäglich der Fall ist. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Bundeskanzler! Dieses Bild geben wir gegenwärtig innerhalb der Europäischen Union ab! Da wundert es mich nicht, dass Sie in Brüssel unter dem Teppich ein und aus gehen müssen und sich nicht getrauen, auf den Tisch zu hauen und Ihre eigenen Positionen einmal auch zu vertreten. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Also gehen wir daran, die Parteienförderung zu senken, meine sehr geehrten Damen und Herren (Beifall beim BZÖ), und nicht Korridore zu erfinden und die Steuermillionen für die Parteien hier noch weiter in die Höhe zu schrauben, was in Wahrheit ja der Fall ist!
Beifall beim BZÖ.
Das empfinde ich in Anbetracht der wirtschaftlichen Situation, in Anbetracht der budgetären Situation, in Anbetracht der schlechter stellenden Situation der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land als einen Frevel, meine sehr geehrten Damen und Herren. Daher: Besinnen Sie sich zur Ernsthaftigkeit und zur verantwortungsvollen Politik in unserem Land und senken Sie die Parteienförderung! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren von der sozialdemokratischen Regierungsfraktion! Zum Herrn Bucher komme ich dann ein bisschen später. – Ich bin noch immer einigermaßen konsterniert von der Dreistigkeit des Herrn Kickl. Der verlangt doch hier allen Ernstes einen Geschäftsordnungsbruch des Bundeskanzlers, indem er sagt, er soll zu einem anderen Thema sprechen. – Sie sind ja völlig außer Rand und Band, meine Damen und Herren von der FPÖ! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Strache: die als Soziologin kandidiert hat!
Und wissen Sie, meine Damen und Herren von der FPÖ, welche Herrschaften zu dieser Zeit FPÖ-Generalsekretäre waren, die das unterzeichnet haben? – Der FPÖ-Generalsekretär Karl-Heinz Grasser beispielsweise, der FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger und der FPÖ-Generalsekretär Peter Westenthaler. Also da schließt sich immer wieder der Kreis, Herr Strache, und wir kommen immer wieder an die Wurzel der Skandale zurück. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Strache: die als Soziologin kandidiert hat!)
Abg. Neubauer: Blödsinn drinnen steht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Haben Sie das damals richtiggestellt, Herr Graf, oder Sie, Herr Strache? (Abg. Neubauer: Blödsinn drinnen steht! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 11 700 € Pension für Herrn Klima!
Na, danke schön! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: 11 700 € Pension für Herrn Klima!)
Abg. Ing. Westenthaler: Klima-Pension!
Selbstverständlich ist auch transparent zu machen, was ein Mitglied dieses Hohen Hauses sonst so geschäftlich macht. Und dass der Herr Graf versucht hat, den ORF-„Report“ zu verhindern, wo diese Schandtat transparent geworden und aufgedeckt worden ist, und zwar mit einer einstweiligen Verfügung – das ist ja ein Anschlag auf die Medienfreiheit! (Abg. Ing. Westenthaler: Klima-Pension!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Den ORF darf man nicht anrufen!
Und da haben Sie die Stirn, Herr Kickl, und nehmen das Wort „ORF“ in den Mund?! – Na, schämen Sie sich! Das ist ja ungeheuerlich, was Sie hier abgeliefert haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Den ORF darf man nicht anrufen!)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Schauen Sie, Herr Strache, ob diese „Stiftungs-Causa“ straf- oder zivilrechtlich letztendlich Folgen haben wird, ist gar nicht der Punkt. – Moral, Anstand und Respekt vor der älteren Generation: Das ist das Entscheidende! Und da hat sich die Bevölkerung ein abschließendes Bild gemacht. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Klima-Pension? 11 700 €!
Die Demokratie besteht halt einmal aus Parteien. Und die brauchen eine bestimmte Ausstattung. Das soll natürlich transparent sein. Das stärkt die Glaubwürdigkeit. Und da gibt es eben Einnahmen, die darzustellen sind, Ausgaben und Beteiligungen. Das braucht eine Verfassungsmehrheit im Kontrollbereich für die Bundesländer. Und ich bin sehr froh, dass die Grünen hier sehr konstruktiv herangehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Klima-Pension? 11 700 €!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Klima-Pension? Multimillionär Klima! Was ist mit dem Herrn Klima? Wieso sagen Sie zum Herrn Klima nichts? Oder zum Herrn Schieder? Der Herr Schieder bestellt sich ein neues Auto, einen BMW!
Weil ich hier die Zurufe vom BZÖ höre und auch ein bisschen die Anwürfe vom Herrn Bucher reflektiere: Man muss sich natürlich schon vor Augen halten, das BZÖ ist ja eigentlich keine Partei, das ist halt eine Gruppe Versprengter. Und die sagen natürlich leicht: Weg mit dem allen, das brauchen wir alles nicht! – Aber sorry!, auf ein 3-Prozent-Niveau begeben wir uns nicht. (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit der Klima-Pension? Multimillionär Klima! Was ist mit dem Herrn Klima? Wieso sagen Sie zum Herrn Klima nichts? Oder zum Herrn Schieder? Der Herr Schieder bestellt sich ein neues Auto, einen BMW!)
Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Herrn Klima, dem Multimillionär Klima, oder dem Staatssekretär Schieder, der sich ein neues Auto bestellt?
Na, wie stellen Sie sich das in Zukunft vor? Wollen Sie weiter für Einbürgerungen an den Bestbieter kassieren und dann mit diesem Geld Plakate affichieren, wo draufsteht: Raus mit den Ausländern!? (Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit dem Herrn Klima, dem Multimillionär Klima, oder dem Staatssekretär Schieder, der sich ein neues Auto bestellt?)
Abg. Kickl: Hallo! Hallo! Hallo! Jetzt bin ich neugierig, Frau Präsidentin!
Schauen Sie, meine Damen und Herren, wir versuchen jetzt hier Transparenz durchzusetzen, und das ist ein Weg, wo wir mühsam Stück für Stück Vertrauen zurückgewinnen. Aber das wird natürlich konterkariert, wenn es so gewissenslose, charakterlose und schamlose Vorgänge und Sesselkleber gibt, wie es der Herr Graf ist. (Abg. Kickl: Hallo! Hallo! Hallo! Jetzt bin ich neugierig, Frau Präsidentin!) Da werden alle Bemühungen für ein besseres Image der Politik zunichte gemacht. – Schämen Sie sich, Herr Graf, und auch Sie, Herr Strache! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Da schweigt die Präsidentin bei Beschimpfungen! Bei Beschimpfungen, die normalerweise zu einem Ordnungsruf führen, da schweigt die Frau Präsidentin aus parteipolitischen Grün-
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ob wir uns einen guten Dienst erweisen, wenn wir uns immer wieder gegenseitig Schamlosigkeit, Gewissenlosigkeit bis zu ich weiß nicht was alles vorwerfen, möchte ich bezweifeln. Richtig wäre es, wenn wir uns alle selbst am Riemen reißen, um hier zu gemeinsamen Regelungen zu kommen. Nur dann wird die Parteiendemokratie in Österreich wieder an Ansehen gewinnen – und nicht dann, wenn wir uns gegenseitig heruntermachen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ganz sicher nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deswegen gibt es 17 Millionen?
Da hat Österreich eine andere Tradition. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deswegen gibt es 17 Millionen?) Kollegin Glawischnig, eine positive Tradition hat Österreich, Parteien leisten in Österreich enorm viel. Wir reden viel zu wenig darüber! Von der Jugendarbeit beginnend (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Für 17 Millionen kann ich viel Bildungspolitik machen!) auch, Kollegin Glawischnig, was Frauen betrifft. Frauen bringen in den politischen Parteien sehr viel ein – bis hin zu den Senioren. Da übernehmen Parteien in Österreich vielfältige Aufgaben.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Für 17 Millionen kann ich viel Bildungspolitik machen!
Da hat Österreich eine andere Tradition. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deswegen gibt es 17 Millionen?) Kollegin Glawischnig, eine positive Tradition hat Österreich, Parteien leisten in Österreich enorm viel. Wir reden viel zu wenig darüber! Von der Jugendarbeit beginnend (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Für 17 Millionen kann ich viel Bildungspolitik machen!) auch, Kollegin Glawischnig, was Frauen betrifft. Frauen bringen in den politischen Parteien sehr viel ein – bis hin zu den Senioren. Da übernehmen Parteien in Österreich vielfältige Aufgaben.
Abg. Grosz: Von Ihnen fühlt sich keiner betreut! Ihr Wahlkreis ist ja kein Streichelzoo!
Auf der anderen Seite beklagen wir immer die mangelnde Bürgernähe. Wir denken darüber nach, wie wir die Bürger stärker in Entscheidungsprozesse einbinden können, etwa durch Volksbegehren und andere Möglichkeiten. Ja haben nicht Parteien auch eine ganz, ganz wesentliche Aufgabe, für diese Bürgernähe zu sorgen, dafür zu sorgen, dass in den Wahlkreisen die Wählerinnen und Wähler sich entsprechend betreut vorkommen? (Abg. Grosz: Von Ihnen fühlt sich keiner betreut! Ihr Wahlkreis ist ja kein Streichelzoo!)
Abg. Grosz: Ihr Wahlkreis ist ja kein Streichelzoo!
Wenn das unsere Auffassung ist, sehr geehrte Damen und Herren, wenn wir diesen direkten Kontakt zu den Wählerinnen und Wählern wollen, dann brauchen wir entsprechende Infrastrukturen für die Parteien. Doch entsprechende Infrastrukturen für Parteien verursachen natürlich auch Kosten. (Abg. Grosz: Ihr Wahlkreis ist ja kein Streichelzoo!) Und wenn Parteien mehr sein sollen als nur der Apparat, der das tagespolitische Geschäft erledigt, dann braucht es auch Mittel für politische Akademien, für Denkwerkstätten und natürlich auch für die notwendige Informationsarbeit.
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek
Der letzte und entscheidende Punkt sind nun klare Obergrenzen, was die Parteienförderung insgesamt betrifft. Und, Kollegin Glawischnig, weil Sie hier immer auftreten und den Anschein erwecken wollen, dass Sie so sehr für all das und für noch strengere Regelungen sind: Abgeschlossen wird dieser Prozess erst dann sein, wenn es uns gelingt, dass auch die Bundesländer gesetzlich diese Regelungen treffen. Sie sind in Wien in der Stadtregierung. Sie wissen es: Im letzten Bericht von GRECO ist niemand so kritisiert worden wie die Bundeshauptstadt (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) – niemand so kritisiert worden wie die Bundeshauptstadt! –, was die Höhe der Parteienförderung betrifft (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Na ja, Sie sind in der Regierung und haben ...!), aber auch die Transparenz betreffend.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Na ja, Sie sind in der Regierung und haben ...!
Der letzte und entscheidende Punkt sind nun klare Obergrenzen, was die Parteienförderung insgesamt betrifft. Und, Kollegin Glawischnig, weil Sie hier immer auftreten und den Anschein erwecken wollen, dass Sie so sehr für all das und für noch strengere Regelungen sind: Abgeschlossen wird dieser Prozess erst dann sein, wenn es uns gelingt, dass auch die Bundesländer gesetzlich diese Regelungen treffen. Sie sind in Wien in der Stadtregierung. Sie wissen es: Im letzten Bericht von GRECO ist niemand so kritisiert worden wie die Bundeshauptstadt (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) – niemand so kritisiert worden wie die Bundeshauptstadt! –, was die Höhe der Parteienförderung betrifft (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Na ja, Sie sind in der Regierung und haben ...!), aber auch die Transparenz betreffend.
Beifall bei der ÖVP.
Glaubwürdig sind Sie dann, wenn Sie das, was wir hier im Bund beschließen, auch in Wien durchsetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Ich ersuche Sie, künftig Ihre Ohren wirklich mehr zu spitzen, wenn Ihr Genosse Bundesgeschäftsführer hier über 5 Minuten hinweg zum Thema Transparenzpaket nichts anderes über die Lippen bringt als eine unqualifizierte Hassrede über den Dritten Präsidenten (Zwischenrufe bei der SPÖ) und dabei Worte fallen wie Schamlosigkeit und Gewissenlosigkeit – und Begriffe, die bei jedem anderen Parlamentarier zu Ermahnungen oder zu Ordnungsrufen führen, hier plötzlich auf einmal nicht gehört werden (Beifall bei der FPÖ), und Sie erst nach Protest gewillt sind, das Stenographische Protokoll nachzulesen.
Beifall bei der FPÖ
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Ich ersuche Sie, künftig Ihre Ohren wirklich mehr zu spitzen, wenn Ihr Genosse Bundesgeschäftsführer hier über 5 Minuten hinweg zum Thema Transparenzpaket nichts anderes über die Lippen bringt als eine unqualifizierte Hassrede über den Dritten Präsidenten (Zwischenrufe bei der SPÖ) und dabei Worte fallen wie Schamlosigkeit und Gewissenlosigkeit – und Begriffe, die bei jedem anderen Parlamentarier zu Ermahnungen oder zu Ordnungsrufen führen, hier plötzlich auf einmal nicht gehört werden (Beifall bei der FPÖ), und Sie erst nach Protest gewillt sind, das Stenographische Protokoll nachzulesen.
Zwischenruf der Abg. Binder-Maier
In Richtung Sozialdemokratie und vor allem die des Herrn Genossen und Bundesgeschäftsführers Kräuter möchte ich schon einiges sagen (Zwischenruf der Abg. Binder-Maier), obwohl ich meine Rede anders anlegen wollte: Wissen Sie, Ihnen rinnt so viel Butter über den Kopf, dass Sie bald als Salzburger Nockerl durchgehen würden. (Abg. Binder-Maier: Wer im Glashaus sitzt, ...!)
Abg. Binder-Maier: Wer im Glashaus sitzt, ...!
In Richtung Sozialdemokratie und vor allem die des Herrn Genossen und Bundesgeschäftsführers Kräuter möchte ich schon einiges sagen (Zwischenruf der Abg. Binder-Maier), obwohl ich meine Rede anders anlegen wollte: Wissen Sie, Ihnen rinnt so viel Butter über den Kopf, dass Sie bald als Salzburger Nockerl durchgehen würden. (Abg. Binder-Maier: Wer im Glashaus sitzt, ...!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim
Heute, wo wir über Transparenz reden, müssen wir einer Tageszeitung entnehmen, dass Ihr Genosse ehemaliger Vorsitzender aus Argentinien (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim) neben seinem VW-Manager-Bezug eine Politikerpension von 11 970 € beantragt. (Unruhe im Saal.) Ich kann nur mit dem Genossen Tucholsky fragen: Schämen Sie sich nicht, Herr Bundesgeschäftsführer? (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ.
Heute, wo wir über Transparenz reden, müssen wir einer Tageszeitung entnehmen, dass Ihr Genosse ehemaliger Vorsitzender aus Argentinien (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim) neben seinem VW-Manager-Bezug eine Politikerpension von 11 970 € beantragt. (Unruhe im Saal.) Ich kann nur mit dem Genossen Tucholsky fragen: Schämen Sie sich nicht, Herr Bundesgeschäftsführer? (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler
Wenn wir, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Sozialdemokratie, über das Thema Transparenz reden, dann sind auch Dinge wie fette Politpensionen transparent zu machen (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), und zwar nicht nur bei Ihrem Genossen Klima, sondern meiner Einschätzung nach müsste es auch beim Genossen Faymann so sein, dass er eine Politpension in fünfstelliger Höhe – ungefähr um die 10 000 € – nach dem alten System erhält. (Abg. Öllinger: Wie viel verdient der Kabas? Kabas?!) – Ich würde mir hier eine Klarstellung von Ihnen erwarten.
Abg. Öllinger: Wie viel verdient der Kabas? Kabas?!
Wenn wir, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Sozialdemokratie, über das Thema Transparenz reden, dann sind auch Dinge wie fette Politpensionen transparent zu machen (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler), und zwar nicht nur bei Ihrem Genossen Klima, sondern meiner Einschätzung nach müsste es auch beim Genossen Faymann so sein, dass er eine Politpension in fünfstelliger Höhe – ungefähr um die 10 000 € – nach dem alten System erhält. (Abg. Öllinger: Wie viel verdient der Kabas? Kabas?!) – Ich würde mir hier eine Klarstellung von Ihnen erwarten.
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Pensionen sind ein wesentlicher Vermögensbestandteil, der im Zuge einer ehrlichen Transparenz ebenfalls der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden muss. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Aber da sind Sie ja nicht transparent.
Abg. Mag. Muttonen: Wie ist das mit der Stiftung genau gewesen, mit der alten Dame?
Genauso wenig, Herr Kräuter, sind Sie transparent, wenn Ihr Genosse Schieder einen Luxus-BMW zu beantragen versucht, einen 740d mit allen Schikanen drinnen. (Abg. Mag. Muttonen: Wie ist das mit der Stiftung genau gewesen, mit der alten Dame?) Da ist es für die Sozialdemokratie nicht notwendig, aktiv an die Öffentlichkeit zu gehen und zu sagen: Ja, unser Genosse Finanzstaatssekretär verdient es, einen 740er BMW mit allen Schikanen drin zu fahren. – Bitte hören Sie auf, künftig hier irgendwo von Verteilungsgerechtigkeit zu reden, irgendwo von sozialer Gerechtigkeit zu reden! Sie tun so, als würden Sie für die Bezieher von Pensionen von 800 € kämpfen, und Ihre Chefs heben 10 000 €, 11 000 € und 12 000 € Pension ab. Das ist unanständig, Herr Genosse und Bundesgeschäftsführer Kräuter! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Genauso wenig, Herr Kräuter, sind Sie transparent, wenn Ihr Genosse Schieder einen Luxus-BMW zu beantragen versucht, einen 740d mit allen Schikanen drinnen. (Abg. Mag. Muttonen: Wie ist das mit der Stiftung genau gewesen, mit der alten Dame?) Da ist es für die Sozialdemokratie nicht notwendig, aktiv an die Öffentlichkeit zu gehen und zu sagen: Ja, unser Genosse Finanzstaatssekretär verdient es, einen 740er BMW mit allen Schikanen drin zu fahren. – Bitte hören Sie auf, künftig hier irgendwo von Verteilungsgerechtigkeit zu reden, irgendwo von sozialer Gerechtigkeit zu reden! Sie tun so, als würden Sie für die Bezieher von Pensionen von 800 € kämpfen, und Ihre Chefs heben 10 000 €, 11 000 € und 12 000 € Pension ab. Das ist unanständig, Herr Genosse und Bundesgeschäftsführer Kräuter! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger
Genauso wie in Griechenland eine Liste der Schande veröffentlicht wurde, wird es jetzt notwendig sein (Zwischenruf des Abg. Öllinger), eine Liste der roten Schande zu veröffentlichen.
Beifall bei der FPÖ.
Herr Öllinger, seien Sie ruhig! Reden wir über Vermögenswerte, reden wir über Transparenz: Welcher Abgeordnete dieses Hauses hockt denn in einer Gemeindewohnung? Wer ist es denn? Der Herr „Ich-fehle-heute-schon-wieder“ Pilz, der ist es! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Strache: 165 € zahlt er!
Und kommen Sie einmal heraus und sagen Sie, wie viel Miete der Herr Pilz zahlt! (Abg. Strache: 165 € zahlt er!) Laut den Informationen der Mieter ist die Miete, die der Herr Pilz zahlt, nämlich unter 100 €, während andere, sozial Bedürftige und Familien auf eine Gemeindewohnung warten. Schande über Sie, sage ich nur, und hören Sie auf, hier über Transparenz zu reden, wenn Sie sie selber nicht leben! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Und kommen Sie einmal heraus und sagen Sie, wie viel Miete der Herr Pilz zahlt! (Abg. Strache: 165 € zahlt er!) Laut den Informationen der Mieter ist die Miete, die der Herr Pilz zahlt, nämlich unter 100 €, während andere, sozial Bedürftige und Familien auf eine Gemeindewohnung warten. Schande über Sie, sage ich nur, und hören Sie auf, hier über Transparenz zu reden, wenn Sie sie selber nicht leben! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: Kabas?! Kabas?!
Und wenn wir über Transparenz reden (Abg. Öllinger: Kabas?! Kabas?!) – hören Sie jetzt zu! –, wenn wir also über Transparenz reden, müssen wir über alle reden, die in diesem Spiel der öffentlichen Debatte enthalten sind. Das sind auch Medienvertreter, die tagaus, tagein kommentieren und bewerten, ob hier zu viel oder zu wenig Transparenz, gute oder schlechte Transparenz geübt wird.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wie ist es denn beispielsweise mit den ORF-Moderatoren, mit einem Herrn Armin Wolf, der laut Bericht der Presse zwischen 140 000 € und 150 000 € im Jahr an Gehalt aus öffentlich-rechtlich eingehobenen Gebühren erhält? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Und dann sind wir im großen Graubereich, wenn es um Coachings geht, wenn es um Schulungen geht, wenn es um externe Moderationen der Herren ORF-Moderatoren geht, wo man für eineinhalb Stunden eines ORF-Moderators zwischen 5 000 € und 10 000 € zahlt. – Und das sind dann diejenigen, die jeden Tag bei uns Transparenz einfordern?
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
der Printmedien, die Presseförderung erhalten, umfasst! Denn es kann nicht sein, dass Herausgeber von Magazinen 26 000 € im Monat erhalten – 26 000 €! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – und jeden Tag mit dem Finger auf die Politik zeigen und sagen: Ihr verdient zu viel! (Abg. Strache: Die kriegen ja auch öffentliche Förderungen!)
Abg. Strache: Die kriegen ja auch öffentliche Förderungen!
der Printmedien, die Presseförderung erhalten, umfasst! Denn es kann nicht sein, dass Herausgeber von Magazinen 26 000 € im Monat erhalten – 26 000 €! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) – und jeden Tag mit dem Finger auf die Politik zeigen und sagen: Ihr verdient zu viel! (Abg. Strache: Die kriegen ja auch öffentliche Förderungen!)
Beifall bei der FPÖ.
So kann es doch nicht sein, auch da muss endlich Transparenz hinein! (Beifall bei der FPÖ.) Und diesbezüglich ersuche ich Sie von den Sozialdemokraten, Sie als Vertreter der Liste der roten Schande, aber auch alle anderen, hier eine umfassende Regelung nicht hintanzuhalten. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ)
Beifall bei der FPÖ
So kann es doch nicht sein, auch da muss endlich Transparenz hinein! (Beifall bei der FPÖ.) Und diesbezüglich ersuche ich Sie von den Sozialdemokraten, Sie als Vertreter der Liste der roten Schande, aber auch alle anderen, hier eine umfassende Regelung nicht hintanzuhalten. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ)
Abg. Vilimsky: Gemeindewohnung Pilz!
Abgeordneter Dieter Brosz, MSc (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Staatssekretär! Frau Bildungsministerin! Also ich glaube, man kann im Nachhinein feststellen, dass es keine besonders gute Idee war (Abg. Vilimsky: Gemeindewohnung Pilz!), die Frage der Parteienfinanzierung in ein Gesetz hineinzuschreiben, in dem es um öffentliche Transparenz geht, in dem es um die Frage geht, welche Gelder in das politische System eingespeist werden.
Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!
Da gibt es die offizielle Schiene über eine Parteienförderung, die wir bislang auch immer unterstützt haben. Die Grünen stehen für ein öffentliches Parteienförderungssystem, damit nämlich genau das nicht passiert, was unter anderem beim BZÖ im Jahr 2006 passiert ist, nämlich dass man Gutachten für die Lotterien erstellt – neun Seiten Gutachten um 300 000 € – und damit dann einen Wahlkampf finanziert, bei dem der Herr Westenthaler Spitzenkandidat war (Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!), damit das nicht passiert, was im U-Ausschuss klar geworden ist, nämlich das Beträge in einer Größenordnung von annähernd einer Million in den BZÖ-Wahlkampf geflossen sind, und zwar über Gelder, die in die Länder eingespeist worden sind.
Abg. Petzner: Das ist ein völliger Blödsinn, was Sie da verbreiten!
Und dann kann man hergehen und kann mit dem Herrn Stronach über Finanzierung verhandeln. – Das alles ist unsauber. (Abg. Petzner: Das ist ein völliger Blödsinn, was Sie da verbreiten!) Es geht darum, eine klare Parteienfinanzierung zu haben, und es geht darum, diese transparent und öffentlich zu machen. – Punkt eins. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und dann kann man hergehen und kann mit dem Herrn Stronach über Finanzierung verhandeln. – Das alles ist unsauber. (Abg. Petzner: Das ist ein völliger Blödsinn, was Sie da verbreiten!) Es geht darum, eine klare Parteienfinanzierung zu haben, und es geht darum, diese transparent und öffentlich zu machen. – Punkt eins. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Punkt zwei: Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die Frage der Erhöhung der Parteienfinanzierung, die jetzt auch – möglicherweise – kommen wird, nicht in dem Parteientransparenzgesetz ist, und das wird in dem Gesetz, dem die Grünen möglicherweise zustimmen werden, nicht drinnen sein. Dort wird es einen Korridor geben, der die bisherige Höhe festlegt, und wenn die Regierungsparteien der Meinung sind, dass sie Gelder, die in den Ländern, und das kann man mittlerweile sagen, auch nachvollziehbar eingespart werden, im Bund zuschlagen wollen, dann werden das ÖVP und SPÖ beschließen müssen. Die Grünen werden da nicht mitstimmen. Es ist auf jeden Fall so, dass wir das durchgesetzt haben, dass es mit diesem Gesetz mit der Zweidrittelmaterie keine Erhöhung geben wird. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Aber, Herr Kollege Kickl, wissen Sie, die Parteienfinanzierung steht im Bundesgesetz. Da steht eine Summe drinnen, und – ich glaube, die Bildungsstandards in der vierten Klasse etwa des Gymnasiums sind so – da steht x, also Anzahl der Wahlberechtigten x, mal der Summe, und dann kommt eine Zahl heraus. Und Sie sind offenbar – und das geht mir schon fürchterlich auf den Nerv – in jeder Verhandlung, wo wir dabei sind, nicht in der Lage, zwei Zahlen miteinander zu multiplizieren. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) 6,4 Millionen Wahlberechtigte mal der Summe pro Wahlberechtigtem, dann
Abg. Kickl: Und deshalb soll man um das von den Ländern mehr ausgeben können! Das soll ein Nullsummenspiel sein!
kommt das heraus. (Abg. Kickl: Und deshalb soll man um das von den Ländern mehr ausgeben können! Das soll ein Nullsummenspiel sein!) – Vielleicht rechnen Sie einmal nach, dann wissen Sie, was Sie machen.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl
Und Sie sind von Anfang an in die Verhandlungen gegangen und haben gesagt, wenn in den Ländern etwas eingespart wird, kann man das im Bund dazuschlagen. – Das war Ihre Verhandlungsposition (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl); unsere war das nicht. Wir haben gesagt, mit unseren Stimmen kommt im Bund nichts dazu. Die FPÖ hätte einer Erhöhung um das, was in den Ländern eingespart wird, zugestimmt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und Sie sind von Anfang an in die Verhandlungen gegangen und haben gesagt, wenn in den Ländern etwas eingespart wird, kann man das im Bund dazuschlagen. – Das war Ihre Verhandlungsposition (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl); unsere war das nicht. Wir haben gesagt, mit unseren Stimmen kommt im Bund nichts dazu. Die FPÖ hätte einer Erhöhung um das, was in den Ländern eingespart wird, zugestimmt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kickl: Das ist so ein ...! Sie wissen ja nicht, wie ein Wahlkampf funktioniert!
Und warum geht es denn da jetzt auch um Transparenz? Warum sind Sie so gegen die Wahlkampfkostenbeschränkung? – Ja, das wissen wir schon: weil Sie die Gelder, die Sie in Wien einnehmen, in den Bundeswahlkampf hinüberschieben werden und Wahlkämpfe planen, deren Kosten weit über den 7 Millionen liegen, die da angesiedelt sind. (Abg. Kickl: Das ist so ein ...! Sie wissen ja nicht, wie ein Wahlkampf funktioniert!)
Beifall bei den Grünen.
Und wenn man sich das anschaut: Herr Kollege Lopatka, was haben Sie im Jahr 2006 der APA gegenüber gesagt, was der ÖVP-Wahlkampf kosten wird? – Sie haben gesagt, der kostet 7 Millionen. Im Rechenschaftsbericht waren die Summen drinnen: 17 Millionen € hat die ÖVP bei dem Wahlkampf ausgegeben, 10 Millionen Überschreitung! – Diese Unehrlichkeit und Mogelpackungen, die Sie verkaufen, wollen wir nicht mehr, deshalb braucht es auch eine Wahlkampfkostenbeschränkung, die da drinnen steht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Petzner: Lopatka!
Herr Kollege Kopf, die ÖVP war Spezialist für – was haben Sie gesagt? – duale Parteienfinanzierung, glaube ich. (Der Redner hält nacheinander Kopien von Einschaltungen hoch.) Ich bringe das schon des Öfteren mit: Das war so der Schüssel-Wahlkampf. Da gab es dann solche Postwurfsendungen und Wahlkampfmaterialien, die verteilt worden sind. (Abg. Petzner: Lopatka!) Und die duale Finanzierung hat dann so ausgeschaut, dass auf jeder zweiten Seite Inserate drinnen sind – vorne: Schüssel-Wahlkampfpropaganda; hinten: finanziert von den Österreichischen Lotterien, finanziert von der Ersten, finanziert von der UNIQA, finanziert von Raiffeisen. – Das ist Ihre duale Finanzierung. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) – Ja und? – Okay, wenn Sie das machen, dann gibt es eine Herausforderung: Machen Sie öffentlich, wie viel Sie dafür bekommen haben! Machen Sie transparent, wie viel die ÖVP von den Banken, die ihr nahestehen, von Versicherungen, die ihr nahestehen, für Wahlkämpfe bekommen hat! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Herr Kollege Kopf, die ÖVP war Spezialist für – was haben Sie gesagt? – duale Parteienfinanzierung, glaube ich. (Der Redner hält nacheinander Kopien von Einschaltungen hoch.) Ich bringe das schon des Öfteren mit: Das war so der Schüssel-Wahlkampf. Da gab es dann solche Postwurfsendungen und Wahlkampfmaterialien, die verteilt worden sind. (Abg. Petzner: Lopatka!) Und die duale Finanzierung hat dann so ausgeschaut, dass auf jeder zweiten Seite Inserate drinnen sind – vorne: Schüssel-Wahlkampfpropaganda; hinten: finanziert von den Österreichischen Lotterien, finanziert von der Ersten, finanziert von der UNIQA, finanziert von Raiffeisen. – Das ist Ihre duale Finanzierung. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) – Ja und? – Okay, wenn Sie das machen, dann gibt es eine Herausforderung: Machen Sie öffentlich, wie viel Sie dafür bekommen haben! Machen Sie transparent, wie viel die ÖVP von den Banken, die ihr nahestehen, von Versicherungen, die ihr nahestehen, für Wahlkämpfe bekommen hat! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Kollege Kopf, die ÖVP war Spezialist für – was haben Sie gesagt? – duale Parteienfinanzierung, glaube ich. (Der Redner hält nacheinander Kopien von Einschaltungen hoch.) Ich bringe das schon des Öfteren mit: Das war so der Schüssel-Wahlkampf. Da gab es dann solche Postwurfsendungen und Wahlkampfmaterialien, die verteilt worden sind. (Abg. Petzner: Lopatka!) Und die duale Finanzierung hat dann so ausgeschaut, dass auf jeder zweiten Seite Inserate drinnen sind – vorne: Schüssel-Wahlkampfpropaganda; hinten: finanziert von den Österreichischen Lotterien, finanziert von der Ersten, finanziert von der UNIQA, finanziert von Raiffeisen. – Das ist Ihre duale Finanzierung. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) – Ja und? – Okay, wenn Sie das machen, dann gibt es eine Herausforderung: Machen Sie öffentlich, wie viel Sie dafür bekommen haben! Machen Sie transparent, wie viel die ÖVP von den Banken, die ihr nahestehen, von Versicherungen, die ihr nahestehen, für Wahlkämpfe bekommen hat! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Ein Inserat ist ja wohl kaum geheim!
Dafür werden wir kämpfen, dafür werden wir eintreten, und ohne das gibt es auch kein grünes Gütesiegel. Es wird keine verdeckte Parteienfinanzierung mit Stimmen der Grünen mehr geben. Es ist ja nicht illegitim, dass es Sponsoring gibt, das da drinnen ist, aber Sie kämpfen dafür, dass das nicht transparent wird. (Abg. Kopf: Ein Inserat ist ja wohl kaum geheim!) Sie kämpfen dafür, dass die Dinge, die die Telekom gesponsert
Abg. Kopf: Jetzt haben Sie es ja gerade hergezeigt, das Inserat! Mehr Öffentlichkeit geht ja wohl nicht mehr! – Zwischenruf des Abg. Kickl.
hat, auch in Zukunft da drinnen nicht öffentlich sein werden. Sie haben bisher nicht eingewilligt, dass Inserate veröffentlicht werden. Das ist noch ein ganz wichtiger Punkt, der kommt. (Abg. Kopf: Jetzt haben Sie es ja gerade hergezeigt, das Inserat! Mehr Öffentlichkeit geht ja wohl nicht mehr! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Beifall bei den Grünen.
Niemand kann nachvollziehen, was die UNIQA, die Erste Bank oder Raiffeisen an die ÖVP gezahlt hat. Niemand weiß das! Das scheint nirgends öffentlich auf, und das muss in das Gesetz hinein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Ich darf eingangs angesichts dieser Debatte vielleicht ausnahmsweise einmal die Frau Finanzministerin Fekter zitieren, die gesagt hat: Ich bin doch der einzige echte Mann in dieser Regierung! – Wenn ich mir das heute so anschaue, dann befürchte ich fast, meine Damen und Herren, dass die Frau Bundesministerin Fekter ausnahmsweise einmal recht hat, indem sie diese Aussage getroffen hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das findet nämlich statt, wenn man sich den aktuellen Verhandlungsentwurf anschaut, meine Damen und Herren: Es wird keine Reduktion der Parteienförderung geben, wie das versprochen wird, es wird auch nicht der Status quo in Sachen Parteienförderung einzementiert, sondern es wird unterm Strich, wenn man sich das genau ausrechnet, eine Erhöhung der Parteienförderung in Österreich geben. Und für diese Erhöhung, meine Damen und Herren, ist das BZÖ ganz sicher nicht zu haben. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Was reden Sie zusammen?), dass wir keine Erhöhung wollen, sondern dass wir eine Reduktion dieser zweithöchsten Parteienförderung weltweit haben wollen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner
Da waren wir die Einzigen! Denn wo die Grünen recht haben, ist, dass sowohl Grüne als auch FPÖ dem Wunsch der Regierung zugestimmt haben (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner), dass man die Parteienförderung aus diesem Verhandlungspaket wieder herausnimmt. (Abg. Kickl: Wo ist das abgestimmt worden? Wo denn?)
Abg. Kickl: Wo ist das abgestimmt worden? Wo denn?
Da waren wir die Einzigen! Denn wo die Grünen recht haben, ist, dass sowohl Grüne als auch FPÖ dem Wunsch der Regierung zugestimmt haben (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner), dass man die Parteienförderung aus diesem Verhandlungspaket wieder herausnimmt. (Abg. Kickl: Wo ist das abgestimmt worden? Wo denn?)
Abg. Mag. Kogler: Das ist doch ein völliger Unsinn! Schauen Sie, Sie ..., und so schaut es auch aus!
Wir haben immer bewusst gesagt, wir wollen das junktimiert haben, wir wollen, dass die Parteienförderung mit den Transparenzregeln junktimiert wird, weil das der einzige Hebel ist, nämlich die Zweidrittelmehrheit der Opposition, das einzige Druckmittel ist, um unterm Strich eine Reduktion zu erreichen (Abg. Mag. Kogler: Das ist doch ein völliger Unsinn! Schauen Sie, Sie ..., und so schaut es auch aus!) Und Sie, Herr Kollege Kogler, haben gemeinsam mit der FPÖ dieses Druckmittel aus der Hand gegeben und tragen damit auch die Verantwortung dafür, dass unterm Strich diese Erhöhung der Parteienförderung in Österreich herauskommt. (Beifall beim BZÖ.) Das muss man den Menschen auch sagen, so ehrlich müssen Sie sein.
Beifall beim BZÖ.
Wir haben immer bewusst gesagt, wir wollen das junktimiert haben, wir wollen, dass die Parteienförderung mit den Transparenzregeln junktimiert wird, weil das der einzige Hebel ist, nämlich die Zweidrittelmehrheit der Opposition, das einzige Druckmittel ist, um unterm Strich eine Reduktion zu erreichen (Abg. Mag. Kogler: Das ist doch ein völliger Unsinn! Schauen Sie, Sie ..., und so schaut es auch aus!) Und Sie, Herr Kollege Kogler, haben gemeinsam mit der FPÖ dieses Druckmittel aus der Hand gegeben und tragen damit auch die Verantwortung dafür, dass unterm Strich diese Erhöhung der Parteienförderung in Österreich herauskommt. (Beifall beim BZÖ.) Das muss man den Menschen auch sagen, so ehrlich müssen Sie sein.
Abg. Kickl: Ich bin schon gespannt, ob das BZÖ im Herbst um eine Förderung ansuchen wird! Ich bin wirklich schon neugierig!
Sie haben sich vor der Regierung auf den Bauch gelegt, und wir werden uns ganz genau anschauen, was am Ende des Tages von den vielen grünen Forderungen, die Sie gestellt haben, tatsächlich in diesem Transparenzpaket stehen wird. (Abg. Kickl: Ich bin schon gespannt, ob das BZÖ im Herbst um eine Förderung ansuchen wird! Ich bin wirklich schon neugierig!) Ich kann Ihnen jetzt schon sagen, es wird sehr, sehr wenig bis gar nichts sein, was von diesen grünen Forderungen übrig bleiben wird.
Beifall beim BZÖ.
Das BZÖ ist nicht käuflich! Das BZÖ ist der Anwalt der Steuerzahler und wird bei einer Erhöhung der Parteienförderung, die unterm Strich herauskommen wird, nie und nimmer mitmachen, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Kopf: Das ist ein Menschenrecht!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (ohne Klubzugehörigkeit): Frau Präsidentin! Hohes Haus! In der Diskussion ist aus meiner Sicht etwas ein bisschen untergegangen, und zwar die grundsätzliche Festlegung, ob eine politische Partei überhaupt Spenden braucht. Wir haben heute schon gehört – der Herr Kopf hat das gesagt –, das müsse so sein. – Aber ist das wirklich so? Braucht eine Partei in Österreich eine Spende? (Abg. Kopf: Das ist ein Menschenrecht!)
Abg. Großruck: Applaus! – Abg. Ing. Lugar: Danke schön!
Deshalb, Herr Kopf, gehen Sie von diesem Irrweg ab! Hören wir auf mit den politischen Spenden, hören wir auf mit den Parteispenden! Wir brauchen sie nicht. Die Parteien haben genug Geld, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Der Einzige, dem die Parteien verpflichtet sein sollten, ist der Wähler, und der zahlt ohnehin schon genug. – Vielen Dank. (Abg. Großruck: Applaus! – Abg. Ing. Lugar: Danke schön!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Im Gegensatz dazu hat die Arbeitslosigkeit vor allem in den von der Finanzkrise am stärksten betroffenen EU-Ländern beunruhigende Ausmaße angenommen. In Spanien ist die Situation mit 24,3 Prozent am dramatischsten, in Griechenland sind es über 21 Prozent und so weiter. Aber auch in den Vereinigten Staaten gab es eine Verdoppelung der Arbeitslosigkeit. Im Durchschnitt der Europäischen Union liegt die Arbeitslosenquote bei 10,3 Prozent, wohingegen sich für Österreich ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert um weitere 0,3 Prozentpunkte auf nunmehr 3,9 Prozent ergibt. Damit nehmen wir den 14. Monat in Folge den ersten Platz innerhalb der EU 27 ein. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Auch bei den Jugendlichen zeigt sich im internationalen Vergleich ein ähnliches Bild. In Spanien und Griechenland sind mehr als die Hälfte aller Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 arbeitslos, und im Durchschnitt der EU 27 sind es 22 Prozent. (Eine Klubmitarbeiterin versucht durch Rütteln am Redner-Mikrophon dessen Tonqualität zu verbessern, was zur Folge hat, dass sich das Mikro aus dem Stativ löst und auf das Pult fällt.) – Gut gemeint. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) – Ein Wahnsinn, gelt, Herr Grosz? Sensationell!
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
40 000 Über-50-Jährige mehr in Beschäftigung als vor zwölf Monaten! Das ist, glaube ich, auch eine Leistung, die man würdigen sollte. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Im europäischen Vergleich sind wir derzeit mit unseren Programmen ein Exportartikel. Nicht nur unsere Exportwirtschaft, sondern auch die sogenannten Soft Facts sind sehr gefragt. Das, was hinter den Programmen steht, bemüht man sich derzeit in ganz Europa, zu kopieren. Die neuesten Jugendbeschäftigungsinitiativen der Europäischen Kommission etwa sind alle schon einmal in Österreich getestet worden, in Österreich ausprobiert worden und werden nun auf die europäischen Länder ausgedehnt. – Ich danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Riepl: Ein Lob wäre angebracht von Ihnen für die gute Beschäftigungspolitik!
Der Herr Arbeits- und Sozialminister, meine Damen und Herren, tut mir heute fast ein wenig leid, dass er sich hier hinstellen und entgegen seiner sonst sehr lockeren Art etwas vom Blatt ablesen muss (Abg. Riepl: Ein Lob wäre angebracht von Ihnen für die gute Beschäftigungspolitik!); wahrscheinlich schon gleichgeschalten sozusagen, um eine Sprachregelung im Umgang mit unerfreulichen Phänomenen durchzudrücken. Er tut mir fast ein bisschen leid, dass er stellvertretend für die ganze Bundesregierung in die-
Beifall bei der FPÖ.
In Wahrheit bringt diese Regierung nichts Vernünftiges zustande, nichts, das in der Lage ist, zwei Parlamentstage einigermaßen anspruchsvoll zu füllen. Das ist das Problem, vor dem Sie stehen. Um dieses Problem zu lösen und um die ohnehin sehr, sehr dünne Suppe noch einmal zu strecken, müssen Sie irgendein Instrument einflicken, und dieses Instrument ist dann eine Erklärung eines Bundesministers. Es ist das jetzt ein zugegebenermaßen interessantes und wichtiges Thema, aber ich möchte schon sagen, wenn schon eine Erklärung des Bundesministers, dann wären wir zumindest der Meinung gewesen, dass in Tagen wie diesen, wo uns die internationalen Währungsexperten sagen, dass die Tage des Euro gezählt sind, wo die Lebenserwartung immer kürzer wird, wo der Kontinent den Bach hinunterzugehen droht, wo die Währung auseinanderbricht, vielleicht eher eine entsprechende Erklärung der Bundesregierung zu diesem wichtigen Thema hätte erfolgen sollen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das zweite Problem ist, dass das Thema, womit sich die Bundesregierung eigentlich beschäftigt – ich verweise auf den letzten Ministerrat –, auch nicht wirklich fernsehtauglich ist. Das hat zwar mit Beschäftigung und mit Wachstum zu tun, aber das kann man im Fernsehen nicht sagen, das ist nämlich rot-schwarzer Proporz und Postenschacher. Da geht es auch um Beschäftigung, und Wachstum ist auch ein Thema, allerdings nur das Wachstum der Einflusssphären entweder in die rote oder in die schwarze Richtung. (Beifall bei der FPÖ.) Das ist also auch nicht wirklich fernsehtauglich, scheidet also auch aus. Und da muss dann der Herr Hundstorfer herhalten.
Heiterkeit bei der FPÖ.
Das kann er aber deshalb nicht machen, meine Damen und Herren, weil der Herr Bundeskanzler nicht als Bundeskanzler dort war, sondern er war der einzige Privatmann, der dort geladen war. (Heiterkeit bei der FPÖ.) Sonst gibt es nämlich nur Expolitiker, aktive Politiker, Wirtschaftskapitäne. Das scheidet bei ihm ja aus. In den sieben Jahren wird er sich diese Qualifikation nicht erworben haben, sonst würde er offensiv damit umgehen, das scheidet also aus. Er war also der einzige Privatmann beim Bilderberger Treffen. Deswegen scheidet auch diese Erklärung aus.
Abg. Dr. Jarolim: Vor allem FPÖ pfui!
Was bleibt, sehen wir jetzt, meine Damen und Herren: die Erklärung des Herrn Sozialministers. Und wenn man genau zuhört und die Überschrift genau liest, fällt zumindest ein interessantes Faktum auf, nämlich dass das Thema „Wachstum“ jetzt im Zentrum der sozialdemokratischen Politik steht. Das ist der neue Lieblingsbegriff der SPÖ: Wachstum. Also es gilt jetzt die Devise „Berlin und Merkel pfui“ und „Paris und Hollande hui“. (Abg. Dr. Jarolim: Vor allem FPÖ pfui!) Das ist ein gewisser Paradigmenwechsel in der Politik der Sozialdemokratie, das muss man sagen. Bisher war die einzige französische Komponente in der Politik der SPÖ die Citroën-Limousine vor dem Tor 4 vom Klubobmann Cap. Das war bisher die einzige französische Komponente. Aber jetzt schaut alles nach Frankreich, und Wachstum ist das große Thema.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Dieses Wachstum der Arbeitslosigkeit ist kein kleiner Nebeneffekt, sondern das hat durchaus Dimensionen, die besorgniserregend sind: plus 4,4 Prozent bei der Arbeitslosigkeit gesamt, plus 7,4 Prozent bei den Schulungen. Wir stehen wieder bei über 300 000 Menschen in Österreich, die keine Arbeit haben. (Bundesminister Hundstorfer: Nein, das ist falsch!) Und während Sie da hergehen und sich dafür abfeiern, haben andere Länder wie Deutschland eine Entwicklung dergestalt, dass sie den niedrigsten Arbeitslosenstand seit 20 Jahren haben. Damit können wir nicht aufwarten, Herr Bundesminister! (Bundesminister Hundstorfer: O ja!) Und insofern ist bei Ihrer Erfolgsbilanz große Skepsis angebracht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Riepl: Das stimmt aber!
Schauen wir uns den europäischen Kontext an! Nicht im Großen und abstrakt. Schauen wir uns den europäischen Kontext an, wie er bei uns an der Ostgrenze gegeben ist! Interessant: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich ist überdurchschnittlich in Niederösterreich, im Burgenland und in der Steiermark. Aha! Da haben wir jetzt den europäischen Kontext. Und wenn ich den europäischen Kontext in die Alltagssprache übersetze, dann heißt das Osterweiterung und Ostöffnung des heimischen Arbeitsmarktes. Ist ja alles kein Problem, hat alles damit nichts zu tun, ist böse FPÖ-Propaganda! (Abg. Riepl: Das stimmt aber!)
Beifall bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ja, hallo, meine Damen und Herren! Entweder sind das jetzt alles miese Propagandisten und kriegen morgen den Parteiausschluss präsentiert – oder sie springen jetzt auf die FPÖ-Linie auf, weil sie sehen, dass alles andere nicht haltbar ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich komme schon zum Schluss. – Wenn Sie einen europäischen Kontext im Arbeitsmarkt haben wollen, dann brauchen Sie einen Kontext der Hartwährungsländer. Das sind Deutschland, Österreich und ein paar andere, und die stehen deshalb besser da, weil sie schon vor dem Euro gut dagestanden sind. Schauen Sie, dass zu retten ist, was noch zu retten ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der FPÖ
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geschätzte Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich glaube, Kollege Kickl hat den Ausführungen des Herrn Bundesministers nicht folgen können oder nicht aufmerksam zugehört (ironische Heiterkeit bei der FPÖ), denn es war klar und deutlich zu vernehmen, dass die Maßnahmen, die diese Bundesregierung gesetzt hat, sehr gute Maßnahmen waren und wir in der glücklichen Situation sind, sehr geschätzter Herr Kickl, dass wir in Österreich eine Arbeitslosenrate haben, die die geringste Arbeitslosenrate innerhalb der Europäischen Union darstellt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geschätzte Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich glaube, Kollege Kickl hat den Ausführungen des Herrn Bundesministers nicht folgen können oder nicht aufmerksam zugehört (ironische Heiterkeit bei der FPÖ), denn es war klar und deutlich zu vernehmen, dass die Maßnahmen, die diese Bundesregierung gesetzt hat, sehr gute Maßnahmen waren und wir in der glücklichen Situation sind, sehr geschätzter Herr Kickl, dass wir in Österreich eine Arbeitslosenrate haben, die die geringste Arbeitslosenrate innerhalb der Europäischen Union darstellt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kickl: Aber all das setzen Sie jetzt aufs Spiel mit Ihrer Politik!
Und das, sehr geschätzte Damen und Herren, kommt nicht von irgendwoher, sondern dafür muss etwas getan werden. Und diese Bundesregierung hat dafür etwas getan, auch wenn Sie sich das nicht merken wollen oder es nicht zur Kenntnis nehmen wollen. (Abg. Kickl: Aber all das setzen Sie jetzt aufs Spiel mit Ihrer Politik!) Und wir werden auch weiter dafür kämpfen, dass alle jene Menschen, die derzeit in Arbeitslosigkeit sind (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eine Schulung bekommen!), wieder dementsprechende Möglichkeiten finden werden, in den Arbeitsprozess zurückkehren zu können. Das beginnt bei gezielten Maßnahmen des AMS, das beginnt bei Geldern, die zur Verfügung gestellt worden sind im Zusammenhang mit dem Stabilitätspakt, um diesen Menschen Hilfestellung zu geben, damit sie wieder in eine Beschäftigung kommen. Und das ist auch nicht nichts, sehr geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eine Schulung bekommen!
Und das, sehr geschätzte Damen und Herren, kommt nicht von irgendwoher, sondern dafür muss etwas getan werden. Und diese Bundesregierung hat dafür etwas getan, auch wenn Sie sich das nicht merken wollen oder es nicht zur Kenntnis nehmen wollen. (Abg. Kickl: Aber all das setzen Sie jetzt aufs Spiel mit Ihrer Politik!) Und wir werden auch weiter dafür kämpfen, dass alle jene Menschen, die derzeit in Arbeitslosigkeit sind (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eine Schulung bekommen!), wieder dementsprechende Möglichkeiten finden werden, in den Arbeitsprozess zurückkehren zu können. Das beginnt bei gezielten Maßnahmen des AMS, das beginnt bei Geldern, die zur Verfügung gestellt worden sind im Zusammenhang mit dem Stabilitätspakt, um diesen Menschen Hilfestellung zu geben, damit sie wieder in eine Beschäftigung kommen. Und das ist auch nicht nichts, sehr geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und das, sehr geschätzte Damen und Herren, kommt nicht von irgendwoher, sondern dafür muss etwas getan werden. Und diese Bundesregierung hat dafür etwas getan, auch wenn Sie sich das nicht merken wollen oder es nicht zur Kenntnis nehmen wollen. (Abg. Kickl: Aber all das setzen Sie jetzt aufs Spiel mit Ihrer Politik!) Und wir werden auch weiter dafür kämpfen, dass alle jene Menschen, die derzeit in Arbeitslosigkeit sind (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Eine Schulung bekommen!), wieder dementsprechende Möglichkeiten finden werden, in den Arbeitsprozess zurückkehren zu können. Das beginnt bei gezielten Maßnahmen des AMS, das beginnt bei Geldern, die zur Verfügung gestellt worden sind im Zusammenhang mit dem Stabilitätspakt, um diesen Menschen Hilfestellung zu geben, damit sie wieder in eine Beschäftigung kommen. Und das ist auch nicht nichts, sehr geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kickl: Sie haben es noch immer nicht begriffen!
Im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit muss an vielen Rädern gedreht werden, unter anderem auch an Rädern im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Auswirkungen in der Europäischen Union. Und da gehören Sie immer zu denen, die wettern, dass man dort Millionen hinschiebt, da Millionen hinschiebt. Aber glauben Sie mir, sehr geschätzter Herr Kollege Kickl, wenn nicht Maßnahmen gesetzt werden, dass zum Beispiel Spanien Hilfestellung für die Banken bekommt, dann bedeutet das, dass dort die Situation entsteht (Abg. Kickl: Sie haben es noch immer nicht begriffen!) – ich habe das sehr wohl begriffen! –, dass die Blutzufuhr der Wirtschaft in Spanien eingefroren wird. (Abg. Kickl: Die Gesunden auch noch hinmachen, das ist das,
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Ich sehe Sie schon da draußen stehen und zurückrudern!
Also so einfach, wie Sie und Ihre Partei sich das machen, kann man sich das nicht machen. Es ist wichtig, notwendig und richtig, hier Hilfestellung zu geben (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Ich sehe Sie schon da draußen stehen und zurückrudern!), wichtig und richtig im Zusammenhang mit der Situation der Menschen dort im Land, aber langfristig gesehen natürlich auch im Zusammenhang mit der Situation der Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Kickl: Warten Sie ein paar Monate! Ein einziges Rückzugsgefecht!)
Abg. Kickl: Warten Sie ein paar Monate! Ein einziges Rückzugsgefecht!
Also so einfach, wie Sie und Ihre Partei sich das machen, kann man sich das nicht machen. Es ist wichtig, notwendig und richtig, hier Hilfestellung zu geben (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Ich sehe Sie schon da draußen stehen und zurückrudern!), wichtig und richtig im Zusammenhang mit der Situation der Menschen dort im Land, aber langfristig gesehen natürlich auch im Zusammenhang mit der Situation der Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Kickl: Warten Sie ein paar Monate! Ein einziges Rückzugsgefecht!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
ist notwendig, richtig und wichtig, dass auch innerhalb der Europäischen Union ein großer Schwerpunkt in Richtung Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gesetzt wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Warum sagen Sie nichts darüber, auch in Richtung Koalitionspartner, dass im Bereich des Leiharbeiter-, Zeitarbeitergesetzes nichts weitergeht, oder über die stockenden Kollektivvertragsverhandlungen im Tourismus, wo sich die Arbeitgeber gegen Mindestlöhne von 1 400 € wehren, Ruhezeiten verkürzen wollen et cetera? Warum nützen Sie das nicht, dass wir auch kritische Punkte heute hier einmal in einem ausführlicheren Rahmen thematisieren können? – Ich finde das schade. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
wirklich leben kann. Das ist nicht garantiert. Und das ist ein Problem! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Meine Damen und Herren, das ist der Maßstab, an dem wir den österreichischen Arbeitsmarkt messen sollen. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wir brauchen aber auch Perspektiven und Stabilität – und Anerkennung für unsere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Soziale Sicherheit zu fordern, das ist keine Sozialromantik. Das zu tun, das umzusetzen, soziale Sicherheit zu garantieren, das ist das, was die Leute von uns erwarten. Fixe Jobs, stabile Arbeitsverhältnisse, faire Rahmenbedingungen, so soll unser Arbeitsmarkt aussehen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
mit dem uns die Menschen hier herein gewählt haben. Und ich hoffe, Sie alle teilen dieses Anliegen, Sie sehen das auch so und wir gehen gemeinsam diese vielen Probleme an, die der österreichische Arbeitsmarkt hat – trotz der von Ihnen wieder präsentierten guten Statistiken –, wir gehen diese Probleme an, denn sie existieren, es gibt Berge von Problemen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ja, Frau Schatz, wir wollen, dass es den Menschen in Österreich gut geht, selbstverständlich. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Und die beste Grundlage dafür, dass es den Menschen gut gehen kann, ist Beschäftigung. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ja, Frau Schatz, wir wollen, dass es den Menschen in Österreich gut geht, selbstverständlich. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Und die beste Grundlage dafür, dass es den Menschen gut gehen kann, ist Beschäftigung. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Bucher: Das ist der Ausdruck der Bürokratie!
Österreich ist Beschäftigungseuropameister. So wichtig die Fußball-Europameisterschaft ist, aber das ist wohl wichtiger, deutlich wichtiger – das sage ich sogar als fanatischer Fußballer. Wir sind Beschäftigungseuropameister! Da brauchen wir nicht wegzudiskutieren, dass es trotzdem da oder dort auch noch strukturelle Probleme auf dem Arbeitsmarkt gibt, denn es gibt nichts, was nicht verbesserungswürdig und verbesserungsfähig wäre. Aber im Vergleich zu allen anderen europäischen Ländern haben wir auch diese strukturellen Probleme besser im Griff als die meisten anderen Länder. Wir haben die niedrigste Arbeitslosenrate und die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit in ganz Europa. Und das, Frau Schatz, ist natürlich nicht der Ausdruck und das Ergebnis von Zwangsmaßnahmen. (Abg. Bucher: Das ist der Ausdruck der Bürokratie!) Das ist das Ergebnis von Wirtschaftskraft. Das ist das Ergebnis von Rahmenbedingungen, die die Wirtschaft bei uns vorfindet, nicht zuletzt auch von uns in der Politik geschaffen. Das ist der Ausdruck unserer Gesamtsituation.
Beifall bei der ÖVP.
Und wenn ich sage Rahmenbedingungen – der Herr Sozialminister hat für diese Erklärung unter anderem im zweiten Teil den Titel „In Wachstum und Beschäftigung investieren“ gewählt –: Die beste Investition in Wachstum und Beschäftigung sind beste Rahmenbedingungen, ist Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft im Vergleich zu den anderen Volkswirtschaften. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Bucher: Das stimmt nicht! Die Wahrheit sagen!
Zu diesen wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen gehören auf der einen Seite eine geringe Verschuldung, eine hohe Forschungsquote, wenig Bürokratie und generell eine Kultur des Ermöglichens im Land und nicht des Verhinderns. Aber es gehören auch sozialer Friede und sozialer Ausgleich dazu. Auch das trägt zur Stabilität und zur Wettbewerbsfähigkeit bei, genauso wie hohe demokratische Standards in einem Land. Das kann man im Vergleich der Länder ablesen: Länder mit hohen demokratischen Standards sind auch wirtschaftlich erfolgreicher und damit in der Beschäftigung erfolgreicher als andere Länder. Österreich ist in fast allen dieser genannten Parameter Spitze. (Abg. Bucher: Das stimmt nicht! Die Wahrheit sagen!)
Beifall bei der ÖVP.
Eine kleine kritische Anmerkung zur Mindestsicherung, Herr Bundesminister: Wir brauchen jetzt dringend eine Evaluierung dieser Versorgungseinheit, zu der wir uns auch bekannt haben – wir haben sie mit beschlossen. Aber allein angesichts der Ungleichverteilung, wenn ich mir anschaue, wie viele Menschen in Wien Mindestsicherung beziehen und im gleich großen oder von der Einwohnerzahl her gleich großen Niederösterreich, meine ich, da kann etwas nicht stimmen, das riecht verdammt stark nach Dauerversorgung ohne Aktivierungsanspruch. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber noch einmal abschließend: Die beste Beschäftigungspolitik ist immer noch eine strukturelle Weiterentwicklung unserer Wettbewerbs- und Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, denn letzten Endes schafft die Arbeitsplätze immer noch die Wirtschaft und nicht die Politik. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin froh darüber, dass letztendlich doch noch der entscheidende Satz gekommen ist, dass die Wirtschaft die Arbeitsplätze sichert und nicht diese Bundesregierung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herren! (Beifall beim BZÖ.) Sie schrauben oft ihre eigenen Einkommen zurück, weil sie es sich einfach moralisch nicht leisten können, den einen oder anderen Mitarbeiter zum Arbeitsamt, zum AMS oder stempeln zu schicken. Und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, sollten wir den vielen Tausenden kleinen, mittelständischen Unternehmen in Österreich einmal danken und auch hoch anrechnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herren! (Beifall beim BZÖ.) Sie schrauben oft ihre eigenen Einkommen zurück, weil sie es sich einfach moralisch nicht leisten können, den einen oder anderen Mitarbeiter zum Arbeitsamt, zum AMS oder stempeln zu schicken. Und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, sollten wir den vielen Tausenden kleinen, mittelständischen Unternehmen in Österreich einmal danken und auch hoch anrechnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Und verschleiern wir nicht und wischen wir nicht vom Tisch, dass es in Österreich 300 000 arbeitssuchende Menschen gibt, 300 000! Und, Herr Bundesminister, die stehen nicht auf dem Stockerl, auf dem Siegerpodest, die haben gar nichts von diesem Europameistertitel, von dem da heute die Rede war, sondern die stehen in der Schlange beim AMS. – Und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, sollte eigentlich unser Auftrag sein: darüber nachzudenken, wie wir diesen 300 000 Menschen Mut zusprechen und eine Perspektive bieten, damit sie zukünftig eine Beschäftigung finden – und nicht in Eigenlob ersticken, so wie Sie das heute hier in einer beispiellosen, unverschämten Art und Weise gemacht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Mag. Schatz: Das stimmt nicht!
Das ist das Versäumnis der Bundesregierung, meine sehr geehrten Damen und Herren, und deshalb sind so viele Menschen auch auf Arbeitssuche. (Abg. Mag. Schatz: Das stimmt nicht!) Denn hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Wettbewerbsfähigkeit sind in diesem Umfeld der Rahmenbedingungen in Europa eine tödliche Kombination – bitte nehmen Sie das zur Kenntnis! – und nicht dazu angetan, für die nächsten Monate, die Ihnen bevorstehen, eine positive Perspektive zu zeichnen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist das Versäumnis der Bundesregierung, meine sehr geehrten Damen und Herren, und deshalb sind so viele Menschen auch auf Arbeitssuche. (Abg. Mag. Schatz: Das stimmt nicht!) Denn hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Wettbewerbsfähigkeit sind in diesem Umfeld der Rahmenbedingungen in Europa eine tödliche Kombination – bitte nehmen Sie das zur Kenntnis! – und nicht dazu angetan, für die nächsten Monate, die Ihnen bevorstehen, eine positive Perspektive zu zeichnen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!
Und da klammern Sie völlig aus, dass es auf europäischer Ebene eine Dauerbaustelle gibt, die nicht bearbeitet wird und wo Sie mit einer beispiellosen Ignoranz darüber hinwegsehen, dass da eigentlich eine völlig falsche Politik in Brüssel gemacht wird, die selbstverständlich ihre Auswirkungen hat, und zwar auf jeden Einzelnen dieser 300 000 Arbeitslosen in Österreich. (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel!)
Abg. Klikovits: Mach einmal einen Vorschlag! Wieso nicht?
Da können Sie nicht sagen, Österreich ist eine Insel der Seligen, wir machen für uns eine eigene Politik. – Nein, wir müssen das gemeinsam auch in der Europäischen Union sehen. (Abg. Klikovits: Mach einmal einen Vorschlag! Wieso nicht?)
Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel, Herr Pensionsminister!
Wie sehen Sie das beispielsweise, was da heute in den Zeitungen abgedruckt steht, dass Ihr Genosse Klima über 11 000 € Pension erhält? Sie sind ja der zuständige Pensionsminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel, Herr Pensionsminister!) Was sagen Sie als Sozialist Ihren Genossinnen und Genossen? (Abg. Ing. Westenthaler: Gewerkschafter!) Wie rechtfertigen Sie 11 700 €, die ab 1. Juli nach Buenos Aires überwiesen werden? Wie rechtfertigen Sie das?
Abg. Ing. Westenthaler: Gewerkschafter!
Wie sehen Sie das beispielsweise, was da heute in den Zeitungen abgedruckt steht, dass Ihr Genosse Klima über 11 000 € Pension erhält? Sie sind ja der zuständige Pensionsminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Pfui Teufel, Herr Pensionsminister!) Was sagen Sie als Sozialist Ihren Genossinnen und Genossen? (Abg. Ing. Westenthaler: Gewerkschafter!) Wie rechtfertigen Sie 11 700 €, die ab 1. Juli nach Buenos Aires überwiesen werden? Wie rechtfertigen Sie das?
Beifall beim BZÖ.
Ich erinnere Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, es war der Herr Klima, der uns die Suppe eingebrockt hat, dieses Euro-Schlamassel, in dem Österreich jetzt steckt. Das war dieser Herr, der jetzt sozusagen noch eine Belohnung in Form von 11 700 € an Pension im Monat nach Buenos Aires überwiesen bekommt. (Beifall beim BZÖ.) Das ist Ihre sozialistische Gesinnung. Das ist ja grauenhaft, meine sehr geehrten Damen und Herren! – Da hört man nichts von einem Herrn Kräuter. (Abg. Grosz:
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Machen Sie einen Vorschlag!
Herr Oberregierungsrat, Herr Kräuter, was ist?) Ja, da schlummert er vor sich hin. Das wollen Sie plötzlich nicht hören. Es ist Ihnen nicht angenehm, über diese Dinge zu reden. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Machen Sie einen Vorschlag!)
Beifall beim BZÖ
Wir brauchen jetzt eine klare Lösung auf europäischer Ebene, wie wir dieses Euro-Schlamassel endlich einmal beenden und aus diesem Desaster herauskommen! Das ist die Herausforderung, um die es geht, meine sehr geehrten Damen und Herren (Beifall beim BZÖ), aber nicht, sich in einer zweitägigen Plenarsitzung irgendwie eine Tagesordnung aus den Fingern herauszuzuzeln und den Herrn Sozialminister zu verdonnern, Arbeitsmarktdaten herunterzulesen. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, verstehe ich nicht unter Problemlösung. (Zwischenruf: Was ist Ihr Vorschlag?) Mein Vorschlag ist ein sofortiger Zahlungsstopp, was die EU-Mittel und ‑Hilfsgelder betrifft. Das ist mein Vorschlag. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf: Was ist Ihr Vorschlag?
Wir brauchen jetzt eine klare Lösung auf europäischer Ebene, wie wir dieses Euro-Schlamassel endlich einmal beenden und aus diesem Desaster herauskommen! Das ist die Herausforderung, um die es geht, meine sehr geehrten Damen und Herren (Beifall beim BZÖ), aber nicht, sich in einer zweitägigen Plenarsitzung irgendwie eine Tagesordnung aus den Fingern herauszuzuzeln und den Herrn Sozialminister zu verdonnern, Arbeitsmarktdaten herunterzulesen. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, verstehe ich nicht unter Problemlösung. (Zwischenruf: Was ist Ihr Vorschlag?) Mein Vorschlag ist ein sofortiger Zahlungsstopp, was die EU-Mittel und ‑Hilfsgelder betrifft. Das ist mein Vorschlag. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wir brauchen jetzt eine klare Lösung auf europäischer Ebene, wie wir dieses Euro-Schlamassel endlich einmal beenden und aus diesem Desaster herauskommen! Das ist die Herausforderung, um die es geht, meine sehr geehrten Damen und Herren (Beifall beim BZÖ), aber nicht, sich in einer zweitägigen Plenarsitzung irgendwie eine Tagesordnung aus den Fingern herauszuzuzeln und den Herrn Sozialminister zu verdonnern, Arbeitsmarktdaten herunterzulesen. Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, verstehe ich nicht unter Problemlösung. (Zwischenruf: Was ist Ihr Vorschlag?) Mein Vorschlag ist ein sofortiger Zahlungsstopp, was die EU-Mittel und ‑Hilfsgelder betrifft. Das ist mein Vorschlag. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Frau Mitterlehner und Frau Hundstorfer!
Wenn Sie schon keinen Zahlungsstopp machen können, dann verhandeln Sie aber sofort mit der nächsten griechischen Regierung über Sicherheiten! Das wollen Sie nämlich nicht hören. Das war nämlich ein Versäumnis Ihres „einzigen Mannes in der Bundesregierung“ (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Mitterlehner und Frau Hundstorfer!), ein Versäumnis des „einzigen Mannes in der Bundesregierung“, Sicherheiten zu verhandeln, was die Euro-Zahlungen betrifft. Jeder, der zur Bank geht und einen Euro in Form eines Kredites haben will, muss Sicherheiten anbieten. Aber ihr schleudert das hart verdiente Steuergeld der Bürgerinnen und Bürger beim Fenster hinaus! Und das ist der eigentliche Skandal, um den es geht und der den Menschen mittlerweile bis da her steht, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie schon keinen Zahlungsstopp machen können, dann verhandeln Sie aber sofort mit der nächsten griechischen Regierung über Sicherheiten! Das wollen Sie nämlich nicht hören. Das war nämlich ein Versäumnis Ihres „einzigen Mannes in der Bundesregierung“ (Abg. Ing. Westenthaler: Frau Mitterlehner und Frau Hundstorfer!), ein Versäumnis des „einzigen Mannes in der Bundesregierung“, Sicherheiten zu verhandeln, was die Euro-Zahlungen betrifft. Jeder, der zur Bank geht und einen Euro in Form eines Kredites haben will, muss Sicherheiten anbieten. Aber ihr schleudert das hart verdiente Steuergeld der Bürgerinnen und Bürger beim Fenster hinaus! Und das ist der eigentliche Skandal, um den es geht und der den Menschen mittlerweile bis da her steht, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Denken Sie einmal darüber nach, was die Bürgerinnen und Bürger wirklich quält und was sie wirklich drückt. Und dann werden Sie draufkommen, dass das diese Politiker sind, die da hinter mir sitzen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch, Herr Gewerkschafter! Was sagt er jetzt zum Kalmieren?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Katzian. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt liegt die Latte hoch, Herr Gewerkschafter! Was sagt er jetzt zum Kalmieren?)
Abg. Grosz: Sie sind Ihr halbes Leben schon im falschen Film!
Abgeordneter Wolfgang Katzian (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Meine Damen und Herren! Zeitweise ist es mir so vorgekommen, als ob ich im falschen Film wäre. (Abg. Grosz: Sie sind Ihr halbes Leben schon im falschen Film!) Beruhigen Sie sich! Melden Sie sich zu Wort, Herr Grosz. Sie können da alles machen. (Abg. Grosz: Sie sind Ihr halbes Leben schon im falschen Film! Sie sind ein sogenannter Schwarzseher!) – Das sagen gerade Sie, Herr Grosz? Da lache ich aber. (Ruf beim BZÖ: Bei der Klima-Pension sind wir auch im falschen Film! Jedes Monat 11 700 € im Kuvert! Abstreifer, Nadelstreifsozialist!)
Abg. Grosz: Sie sind Ihr halbes Leben schon im falschen Film! Sie sind ein sogenannter Schwarzseher!
Abgeordneter Wolfgang Katzian (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Meine Damen und Herren! Zeitweise ist es mir so vorgekommen, als ob ich im falschen Film wäre. (Abg. Grosz: Sie sind Ihr halbes Leben schon im falschen Film!) Beruhigen Sie sich! Melden Sie sich zu Wort, Herr Grosz. Sie können da alles machen. (Abg. Grosz: Sie sind Ihr halbes Leben schon im falschen Film! Sie sind ein sogenannter Schwarzseher!) – Das sagen gerade Sie, Herr Grosz? Da lache ich aber. (Ruf beim BZÖ: Bei der Klima-Pension sind wir auch im falschen Film! Jedes Monat 11 700 € im Kuvert! Abstreifer, Nadelstreifsozialist!)
Ruf beim BZÖ: Bei der Klima-Pension sind wir auch im falschen Film! Jedes Monat 11 700 € im Kuvert! Abstreifer, Nadelstreifsozialist!
Abgeordneter Wolfgang Katzian (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Meine Damen und Herren! Zeitweise ist es mir so vorgekommen, als ob ich im falschen Film wäre. (Abg. Grosz: Sie sind Ihr halbes Leben schon im falschen Film!) Beruhigen Sie sich! Melden Sie sich zu Wort, Herr Grosz. Sie können da alles machen. (Abg. Grosz: Sie sind Ihr halbes Leben schon im falschen Film! Sie sind ein sogenannter Schwarzseher!) – Das sagen gerade Sie, Herr Grosz? Da lache ich aber. (Ruf beim BZÖ: Bei der Klima-Pension sind wir auch im falschen Film! Jedes Monat 11 700 € im Kuvert! Abstreifer, Nadelstreifsozialist!)
Abg. Grosz: Ja, machen Sie sich selber ein Bild!
Meine Damen und Herren vor den Fernsehschirmen, machen Sie sich selber ein Bild! (Abg. Grosz: Ja, machen Sie sich selber ein Bild!) Ich kann nur sagen, uns geht es darum, Beschäftigung zu sichern (Abg. Grosz: Ihre eigene und die Pension des Herrn Klima!), Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und das Bestmögliche für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu tun. Und deswegen ist das Thema auf der Tagesordnung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was sicher ist, ist die Klima-Pension!)
Abg. Grosz: Ihre eigene und die Pension des Herrn Klima!
Meine Damen und Herren vor den Fernsehschirmen, machen Sie sich selber ein Bild! (Abg. Grosz: Ja, machen Sie sich selber ein Bild!) Ich kann nur sagen, uns geht es darum, Beschäftigung zu sichern (Abg. Grosz: Ihre eigene und die Pension des Herrn Klima!), Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und das Bestmögliche für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu tun. Und deswegen ist das Thema auf der Tagesordnung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was sicher ist, ist die Klima-Pension!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was sicher ist, ist die Klima-Pension!
Meine Damen und Herren vor den Fernsehschirmen, machen Sie sich selber ein Bild! (Abg. Grosz: Ja, machen Sie sich selber ein Bild!) Ich kann nur sagen, uns geht es darum, Beschäftigung zu sichern (Abg. Grosz: Ihre eigene und die Pension des Herrn Klima!), Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und das Bestmögliche für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu tun. Und deswegen ist das Thema auf der Tagesordnung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das Einzige, was sicher ist, ist die Klima-Pension!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Satz zum Klima! – Abg. Grosz: Sagen Sie etwas zum Klima-Schutz!
Während einzelne Redner die Gelegenheit nützen – weil ihnen zum Thema Beschäftigung und Arbeitslosigkeitsbekämpfung nichts einfällt –, hier andere Themen zu erörtern, hat der Herr Sozial- und Arbeitsminister heute eine beeindruckende Bilanz präsentiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Satz zum Klima! – Abg. Grosz: Sagen Sie etwas zum Klima-Schutz!) Und Teil dieser beeindruckenden Bilanz ist der höchste Beschäftigungsstand, den Österreich jemals hatte. Teil dieser Bilanz ist auch, dass Österreich in der Krise gegengesteuert hat, dass wir hier mit Konjunkturpaketen, mit Kurzarbeit, auch mit Kurzarbeitsmaßnahmen, in denen Qualifizierungsmaßnahmen für die Beschäftigten gesetzt wurden, einen wichtigen Beitrag geleistet und eine wichtige Weiterentwicklung zustande gebracht haben.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch der Sozialstaat hat – das haben mehrere Studien nachgewiesen – deutlich dazu beigetragen, dass Österreich wesentlich besser durch die Krise gekommen ist. Er hat einen wichtigen verteilungspolitischen Charakter, und daher ist es notwendig, den Sozialstaat zu erhalten und weiter auszubauen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens ein Satz, dass das nicht in Ordnung ist, dass der Klima !
Wir brauchen diese Aktivitäten, und wir brauchen in Europa einen Weg, der in Richtung Wachstum und Beschäftigung geht. Das ist nicht etwas, das wir jetzt erfunden haben, sondern das ist etwas – das kann man auch nachlesen –, das in allen Erklärungen und Aussagen in den letzten Wochen und Monaten von uns gesagt wurde. Daher erwarte ich mir von den Staats- und Regierungschefs am 28. und 29. Juli, dass es eine entsprechende Beschäftigungsoffensive insbesondere zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa gibt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenigstens ein Satz, dass das nicht in Ordnung ist, dass der Klima !)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Csörgits.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Arbeitsmarktdaten stellen Österreich schon ein gutes Zeugnis aus – natürlich in erster Linie den Unternehmerinnen und Unternehmern und den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, das ist klar; ihnen gilt es im Zuge dieser Debatte natürlich auch ein Dankeschön auszusprechen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Csörgits.) Insgesamt ist das aber schon auch ein gutes Zeugnis für die österreichische Politik.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt, es wird in Österreich insgesamt eine gute Arbeitsmarktpolitik gemacht, man versucht, die Menschen so schnell wie möglich wieder in Beschäftigung zu bringen. Und dass wir die niedrigste Arbeitslosenquote und die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit haben, bestätigt, dass dies der richtige Weg ist. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Ein Wort zur Propaganda – leider muss ich es so nennen – der FPÖ: Wo ist der Herr Kollege Kickl? – Wahrscheinlich schreibt er die nächste Strache-Rede. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Ich hätte ihm schon gerne eines mitgeteilt: Die FPÖ hat im vorigen Jahr im Rahmen der Ostöffnung plakatiert: Wir werden überschwemmt; der Arbeitsmarkt wird explodieren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das belegen die Zahlen!); wir werden nicht zurande kommen mit den Menschen aus diesen osteuropäischen Ländern, die in Österreich auf den Arbeitsmarkt drängen werden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das belegen die Zahlen!
Ein Wort zur Propaganda – leider muss ich es so nennen – der FPÖ: Wo ist der Herr Kollege Kickl? – Wahrscheinlich schreibt er die nächste Strache-Rede. (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Ich hätte ihm schon gerne eines mitgeteilt: Die FPÖ hat im vorigen Jahr im Rahmen der Ostöffnung plakatiert: Wir werden überschwemmt; der Arbeitsmarkt wird explodieren (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das belegen die Zahlen!); wir werden nicht zurande kommen mit den Menschen aus diesen osteuropäischen Ländern, die in Österreich auf den Arbeitsmarkt drängen werden.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit ist !
Wissen Sie, was die Wahrheit ist? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit ist !) – 27 000 Personen sind gekommen, wir haben eine Höchstzahl an Beschäftigten von rund 3,5 Millionen, und die Beschäftigtenzahl ist alleine um 55 000 Personen gestiegen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Von diesen Unkenrufen und von diesen unnötigen Zurufen, mit denen Sie die Bevölkerung nur auf Ihre populistische Art und Weise verunsichert haben, ist nichts eingetreten – Gott sei Dank nichts –, und es soll dort bleiben, wo Sie in Ihrer Propagandakiste immer wieder Themen wälzen. Es ist nicht eingetreten, das möchte ich festhalten. (Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wissen Sie, was die Wahrheit ist? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit ist !) – 27 000 Personen sind gekommen, wir haben eine Höchstzahl an Beschäftigten von rund 3,5 Millionen, und die Beschäftigtenzahl ist alleine um 55 000 Personen gestiegen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Von diesen Unkenrufen und von diesen unnötigen Zurufen, mit denen Sie die Bevölkerung nur auf Ihre populistische Art und Weise verunsichert haben, ist nichts eingetreten – Gott sei Dank nichts –, und es soll dort bleiben, wo Sie in Ihrer Propagandakiste immer wieder Themen wälzen. Es ist nicht eingetreten, das möchte ich festhalten. (Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Wissen Sie, was die Wahrheit ist? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Die Wahrheit ist !) – 27 000 Personen sind gekommen, wir haben eine Höchstzahl an Beschäftigten von rund 3,5 Millionen, und die Beschäftigtenzahl ist alleine um 55 000 Personen gestiegen. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Von diesen Unkenrufen und von diesen unnötigen Zurufen, mit denen Sie die Bevölkerung nur auf Ihre populistische Art und Weise verunsichert haben, ist nichts eingetreten – Gott sei Dank nichts –, und es soll dort bleiben, wo Sie in Ihrer Propagandakiste immer wieder Themen wälzen. Es ist nicht eingetreten, das möchte ich festhalten. (Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Es geht um die Krankheit, es geht um den Menschen und nicht um die Berufsgruppe – das muss festgehalten werden – bei der Reform der Invaliditätspension. Wenn jemand nicht mehr arbeiten kann, soll er diese Möglichkeit des Pensionsantritts haben, aber wir müssen auch vermeiden, dass dieses System ausgenutzt wird. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir sind jenen verpflichtet, die die Steuertöpfe füllen; das sind die UnternehmerInnen und die ArbeitnehmerInnen, und ihnen gilt unser Dankeschön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
vor allem der Klein- und Mittelbetriebe in Österreich. In kleinen Unternehmen ist es eben nicht so, wenn man den Arbeitnehmer persönlich sehr gut kennt, dass man sich sofort von ihm trennt, wenn es den ersten wirtschaftlichen Gegenwind gibt. Daher sind diese Betriebe für uns ganz besonders wichtig. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner
Herr Bundesminister! Gestern wurde Frau Sengstbratl vom Verwaltungsrat in ihrem Amt als Geschäftsführerin bestätigt. Das heißt wahrscheinlich – denn Sie haben ja auch ein bisschen Einfluss auf die Bestellung, kraft Ihrer Persönlichkeit und Ihrer großen Kompetenz und Ihrer Strahlkraft, die Sie zweifellos in vielen Fällen auch innerhalb des AMS aufweisen (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner), also werden Sie nicht ganz frei sein von Einfluss –, das beweist doch, dass Frau Sengstbratl offenbar nicht an der Misere auf dem Arbeitsmarkt schuld ist. Also wer ist daran schuld? (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Möglicherweise gibt es eine gewisse Teilschuld des verantwortlichen Ministeriums.
Zwischenruf des Abg. Kopf.
Herr Bundesminister! Gestern wurde Frau Sengstbratl vom Verwaltungsrat in ihrem Amt als Geschäftsführerin bestätigt. Das heißt wahrscheinlich – denn Sie haben ja auch ein bisschen Einfluss auf die Bestellung, kraft Ihrer Persönlichkeit und Ihrer großen Kompetenz und Ihrer Strahlkraft, die Sie zweifellos in vielen Fällen auch innerhalb des AMS aufweisen (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner), also werden Sie nicht ganz frei sein von Einfluss –, das beweist doch, dass Frau Sengstbratl offenbar nicht an der Misere auf dem Arbeitsmarkt schuld ist. Also wer ist daran schuld? (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Möglicherweise gibt es eine gewisse Teilschuld des verantwortlichen Ministeriums.
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, wenn Sie uns vorwerfen, Angst zu machen, dann sage ich nur: Das sind genau die Argumente, die aus Ihrer eigenen Partei kommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein
Das ist unser Europa, nicht irgendein ferner Kontinent – unser Europa! (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein) –, wo derzeit gerade die Lebensperspektiven junger Menschen verspielt werden, in die investiert wurde. Wir haben – jenseits von PISA – quer durch Europa derzeit sicher die bestausgebildete Jugend, und der müssen wir erklären: Keine Chance für euch, da habt ihr Pech gehabt, müsst ein paar Jahre warten!
Beifall bei den Grünen.
Selbstverständlich ist Effizienz in öffentlichen Haushalten gefragt. Das diskutieren wir in Österreich ja schon seit Jahren ohne Perspektive. Wir könnten schon längst einfachere Strukturen in manchen Bereichen der Verwaltung haben. – Da spießt es sich. Aber nur „sparen“ zu sagen, meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist angesichts dieser verweigerten Perspektiven für die junge Generation wirklich das Allerletzte. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Wöginger! Nicht Weninger! Wöginger!
Ich sage Ihnen auch, woran es noch mangelt. Es war schön, dass Kollege Weninger im Zusammenhang mit der Jugendarbeitslosigkeit das Beispiel Schweden gebracht hat (Abg. Grillitsch: Wöginger! Nicht Weninger! Wöginger!) – obwohl das gravierend ist: über 20, 23 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Kollege Weninger! (Rufe bei der ÖVP: Wöginger!) – Wöginger, Entschuldigung; ja, ich weiß, da gibt es noch einen anderen.
Rufe bei der ÖVP: Wöginger!
Ich sage Ihnen auch, woran es noch mangelt. Es war schön, dass Kollege Weninger im Zusammenhang mit der Jugendarbeitslosigkeit das Beispiel Schweden gebracht hat (Abg. Grillitsch: Wöginger! Nicht Weninger! Wöginger!) – obwohl das gravierend ist: über 20, 23 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Kollege Weninger! (Rufe bei der ÖVP: Wöginger!) – Wöginger, Entschuldigung; ja, ich weiß, da gibt es noch einen anderen.
Beifall bei den Grünen.
Austeritätspolitik im sozialen Bereich, meine sehr geehrten Damen und Herren, so wie sie gerne in einigen europäischen Ländern und eigentlich im Überschwang in den europäischen Ländern derzeit durchgeführt wird, ist der Tod der europäischen Zukunft, und es ist das, was die europäische Jugend am allerwenigsten brauchen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Der andere kommt gleich!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Bundesminister – zumindest jener für Wirtschaft ist noch da! Meine Damen und Herren! (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Der andere kommt gleich!) – Das ist schön, danke. Kollege Katzian ist momentan auch nicht mehr da, das heißt, das Interesse an der Debatte ist ein bisschen im Schwinden begriffen. Kollege Katzian hat ja der Opposition vorgehalten, wir würden das ein bisschen als Placebo-Diskussion kritisieren. Nun, wenn Sie selber diese Debatte um den – auch europäischen – Wirtschafts- und Arbeitsmarkt nicht ernst nehmen, dann sind Sie selber schuld. Das brauchen Sie uns aber nicht vorzuhalten, denn wenn man sich die Tagesordnung ansieht, dann kommt natürlich schon der Verdacht auf, dass man gesagt hat: Naja, wir haben keine Gesetzesbeschlüsse. – Meine Damen und Herren, in zwei Tagen zwei Gesetzesbeschlüsse, die leidige Passgeschichte und eine Waffengesetzänderung, das rechtfertigt zwei Parlamentstage?
Abg. Bucher: Postenschacher!
Sie können sich auf keine Gesetzesbeschlüsse mehr einigen; offensichtlich junktimieren Sie ja jede Personalentscheidung (Abg. Bucher: Postenschacher!) mit wichtigen Reformfortschritten, und deshalb stehen wir heute hier und müssen Ihre Pflichtübungen abdienen. Wenn Sie nämlich wirklich – und es wäre notwendig, und wir würden gerne darüber sehr intensiv diskutieren – der Meinung sind, dass Österreich in Österreich, aber auch in der Europäischen Union dazu beitragen muss, dass endlich dieses Prinzip, in Wachstum und Fortschritt und Beschäftigung zu investieren, gefördert wird und als Nummer eins gesehen wird, dann müsste man so eine Debatte auch aus Ihrer Sicht ein bisschen anders führen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Sie können sich auf keine Gesetzesbeschlüsse mehr einigen; offensichtlich junktimieren Sie ja jede Personalentscheidung (Abg. Bucher: Postenschacher!) mit wichtigen Reformfortschritten, und deshalb stehen wir heute hier und müssen Ihre Pflichtübungen abdienen. Wenn Sie nämlich wirklich – und es wäre notwendig, und wir würden gerne darüber sehr intensiv diskutieren – der Meinung sind, dass Österreich in Österreich, aber auch in der Europäischen Union dazu beitragen muss, dass endlich dieses Prinzip, in Wachstum und Fortschritt und Beschäftigung zu investieren, gefördert wird und als Nummer eins gesehen wird, dann müsste man so eine Debatte auch aus Ihrer Sicht ein bisschen anders führen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Für die Banken!
Das wären die wichtigen und notwendigen Dinge, und nicht jeder Initiative nachzulaufen! Ich meine, wenn man sich das anschaut: So ganz locker 100 Milliarden € – 100 Milliarden €! – für Spanien, aber nicht für das Land, nicht für die Menschen, nicht für die Kaufkraft in diesem Land (Abg. Grosz: Für die Banken!), nicht für die Betriebe, nicht für den Markt, der auch für Österreich wichtig ist. – Nein, das haben die Spanier auch selbst gesagt, diese 100 Milliarden € an europäischen – und damit auch an österreichischen – Steuergeldern dienen ausschließlich zur Rettung der Spekulationsbanken in diesem Land! (Abg. Grosz: Pfui!) 100 Milliarden €! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Pfui!
Das wären die wichtigen und notwendigen Dinge, und nicht jeder Initiative nachzulaufen! Ich meine, wenn man sich das anschaut: So ganz locker 100 Milliarden € – 100 Milliarden €! – für Spanien, aber nicht für das Land, nicht für die Menschen, nicht für die Kaufkraft in diesem Land (Abg. Grosz: Für die Banken!), nicht für die Betriebe, nicht für den Markt, der auch für Österreich wichtig ist. – Nein, das haben die Spanier auch selbst gesagt, diese 100 Milliarden € an europäischen – und damit auch an österreichischen – Steuergeldern dienen ausschließlich zur Rettung der Spekulationsbanken in diesem Land! (Abg. Grosz: Pfui!) 100 Milliarden €! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das wären die wichtigen und notwendigen Dinge, und nicht jeder Initiative nachzulaufen! Ich meine, wenn man sich das anschaut: So ganz locker 100 Milliarden € – 100 Milliarden €! – für Spanien, aber nicht für das Land, nicht für die Menschen, nicht für die Kaufkraft in diesem Land (Abg. Grosz: Für die Banken!), nicht für die Betriebe, nicht für den Markt, der auch für Österreich wichtig ist. – Nein, das haben die Spanier auch selbst gesagt, diese 100 Milliarden € an europäischen – und damit auch an österreichischen – Steuergeldern dienen ausschließlich zur Rettung der Spekulationsbanken in diesem Land! (Abg. Grosz: Pfui!) 100 Milliarden €! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Mag. Unterreiner.
Hier wurde heute beklagt, dass es in Spanien 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit gibt, aber kein Cent dieser 100 Milliarden €, die wir dort hinschicken, wird zur Verbesserung des Arbeitsmarktes geleistet, sondern nur für die Boni der Bankmanager. Das ist doch ein Skandal, meine Damen und Herren, und da muss man doch mit aller Kraft dagegen antreten! (Beifall beim BZÖ sowie der Abg. Mag. Unterreiner.) Wohin soll denn das noch führen?
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
schung und Entwicklung zu investieren, dann wird klar, da haben wir viele Hausaufgaben. Aber das Wichtigste wäre, dass in Österreich und in Europa endlich eine Europapolitik gemacht wird, die für die Menschen da ist und nicht für Konzerne, Banken und Spekulanten. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Welche Erfolge?! – Zwischenrufe beim BZÖ
Abgeordnete Dr. Sabine Oberhauser, MAS (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich kann mir schon vorstellen, Herr Abgeordneter Scheibner, dass es Ihnen nicht gefällt, wenn Minister Hundstorfer hier von Erfolgen in der Politik (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Welche Erfolge?! – Zwischenrufe beim BZÖ), vor allem was die Jugendarbeitslosigkeit betrifft, berichten kann.
Abg. Dolinschek: Na, na, na!
In Zeiten, als Schwarz-Blau-Orange an der Regierung war, hatte sich die Jugendarbeitslosigkeit verdoppelt. (Abg. Dolinschek: Na, na, na!) Da wurde nicht darüber gesprochen, und es wurde auch nichts getan. (Abg. Grosz: Sie haben ein eingeschränktes Wahrnehmungsvermögen, Frau Kollegin! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Diese Bundesregierung tut einiges dafür. Aber, meine Herren, wir sehen ja in der letzten Zeit, dass die Rache der Zeit mittlerweile die Stenographischen Protokolle sind. Vor knapp einem halben Jahr hat Rudi Hundstorfer hier zur europäischen Jugendarbeitslosigkeit gesprochen und die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung vorgestellt, und ich möchte Ihnen einige Zitate aus der damaligen Diskussion hier nicht vorenthalten.
Abg. Grosz: Sie haben ein eingeschränktes Wahrnehmungsvermögen, Frau Kollegin! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
In Zeiten, als Schwarz-Blau-Orange an der Regierung war, hatte sich die Jugendarbeitslosigkeit verdoppelt. (Abg. Dolinschek: Na, na, na!) Da wurde nicht darüber gesprochen, und es wurde auch nichts getan. (Abg. Grosz: Sie haben ein eingeschränktes Wahrnehmungsvermögen, Frau Kollegin! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Diese Bundesregierung tut einiges dafür. Aber, meine Herren, wir sehen ja in der letzten Zeit, dass die Rache der Zeit mittlerweile die Stenographischen Protokolle sind. Vor knapp einem halben Jahr hat Rudi Hundstorfer hier zur europäischen Jugendarbeitslosigkeit gesprochen und die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung vorgestellt, und ich möchte Ihnen einige Zitate aus der damaligen Diskussion hier nicht vorenthalten.
Abg. Ing. Hofer: Zu Frau Fekter schon!
Es war Herr Klubobmann Bucher, der gesagt hat, der Minister solle doch nicht so tun, „als ob die ganze Welt auf Österreich blicken würde“ (Abg. Ing. Hofer: Zu Frau Fekter schon!), und er mache „Politik an der Realität vorbei“. Und Christian Höbart hat gesagt, dass Rudi Hundstorfer ein Schönredner und ein „Trickser“ sei.
Abg. Grosz: Könnten Sie das wiederholen?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hat keiner verstanden! – Sie wollen gescheit sein! – Abg. Grosz: die intellektuelle Suppenschüssel zu verlassen! den intellektuellen Nachtscherm der SPÖ ! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Wenn man noch dazu bedenkt, dass, wie wir jetzt gesehen haben, auch der Abgeordnete Graf gesagt hat, dass „sich Hinz und Kunz“ schon „,Anwalt‘ nennen darf“, dann wissen wir, dass die Rache der Journalisten das Fotoarchiv ist, wie es eine „profil“-Reklame damals gezeigt hat, und die Rache der Zeit offensichtlich die Stenographischen Protokolle des österreichischen Parlaments sind. (Abg. Grosz: Könnten Sie das wiederholen?! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das hat keiner verstanden! – Sie wollen gescheit sein! – Abg. Grosz: die intellektuelle Suppenschüssel zu verlassen! den intellektuellen Nachtscherm der SPÖ ! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, das hier als Fehlpolitik und Fehlsteuerung anzukreiden, halte ich für polemisch. Und ich glaube, Sie wissen es besser, und würde auch bitten, dass man darauf weiterhin Bezug nimmt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie hören nicht nur zu, sondern sie versuchen auch, den österreichischen Weg nachzugehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP – Abg. Öllinger: Für Grasser! Für Grasser war es erfolgreich! – Abg. Mag. Gaßner: Für einige wenige war es erfolgreich!
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Oberhauser, zum Anfang ganz kurz: Die Zeit von 2000 bis 2006 unter Wolfgang Schüssel war eine Zeit einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik (Beifall bei der ÖVP – Abg. Öllinger: Für Grasser! Für Grasser war es erfolgreich! – Abg. Mag. Gaßner: Für einige wenige war es erfolgreich!), wo auch der Grund für viele internationale Auftritte gelegt wurde, nämlich auch für die Exportwirtschaft, wo wir einmalige Erfolge der österreichischen Wirtschaft erzielen konnten. Und eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik ist immer die Basis für eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Oberhauser, zum Anfang ganz kurz: Die Zeit von 2000 bis 2006 unter Wolfgang Schüssel war eine Zeit einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik (Beifall bei der ÖVP – Abg. Öllinger: Für Grasser! Für Grasser war es erfolgreich! – Abg. Mag. Gaßner: Für einige wenige war es erfolgreich!), wo auch der Grund für viele internationale Auftritte gelegt wurde, nämlich auch für die Exportwirtschaft, wo wir einmalige Erfolge der österreichischen Wirtschaft erzielen konnten. Und eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik ist immer die Basis für eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn man bei den Betriebsbesuchen durch die Betriebe geht, dann merkt man, dass auch die Stimmung bei den Unternehmen durchwegs optimistisch ist und dass man einfach feststellen kann, die österreichische Wirtschaft ist gut aufgestellt. Das ist vor allem dem guten Miteinander zwischen den Unternehmen und den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu verdanken, und man muss beiden dafür danken, dass sie mit ihrem Einsatz die Wirtschaft in Österreich zu den Erfolgen bringen, die wir täglich erleben dürfen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Dieses Miteinander ist auch im Hinblick auf die Arbeitsplätze entscheidend. Wenn man es sich genau anschaut, dann sieht man, die Arbeitsplätze schaffen nun einmal die Unternehmerinnen und Unternehmer. (Beifall bei der ÖVP.) Die Arbeitsplätze schafft nicht irgendein Politiker oder irgendeine Regierung, sondern sie werden ausnahmslos von den Unternehmerinnen und Unternehmern geschaffen. Und wenn man die Kooperation, die ausgezeichnete Kooperation zwischen Groß und Klein betrachtet, dann sieht man, dass diese 106 österreichischen Leitbetriebe mit über 95 000 klein- und mittelständischen Unternehmen kooperieren und über 400 000 Arbeitsplätze sichern. Und die KMUs, die ich gerade angesprochen habe, beschäftigen zwei Drittel der Arbeitnehmer in Österreich, bilden 100 000 Jugendliche aus und geben ihnen damit eine Zukunft und einen sicheren Arbeitsplatz. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Dieses Miteinander ist auch im Hinblick auf die Arbeitsplätze entscheidend. Wenn man es sich genau anschaut, dann sieht man, die Arbeitsplätze schaffen nun einmal die Unternehmerinnen und Unternehmer. (Beifall bei der ÖVP.) Die Arbeitsplätze schafft nicht irgendein Politiker oder irgendeine Regierung, sondern sie werden ausnahmslos von den Unternehmerinnen und Unternehmern geschaffen. Und wenn man die Kooperation, die ausgezeichnete Kooperation zwischen Groß und Klein betrachtet, dann sieht man, dass diese 106 österreichischen Leitbetriebe mit über 95 000 klein- und mittelständischen Unternehmen kooperieren und über 400 000 Arbeitsplätze sichern. Und die KMUs, die ich gerade angesprochen habe, beschäftigen zwei Drittel der Arbeitnehmer in Österreich, bilden 100 000 Jugendliche aus und geben ihnen damit eine Zukunft und einen sicheren Arbeitsplatz. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir können uns also nicht wie auf einer Insel der Seligen fühlen, aber Österreich – und das müssen wir schon auch einmal feststellen – steht im europäischen Vergleich sehr gut da. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mehr Spielraum durch Schuldenabbau, Steigerung der Leistungsfähigkeit unserer Betriebe durch beste Rahmenbedingungen, Investitionen in Forschung und Entwicklung, Entlastung der heimischen Unternehmen und weitere Strukturreformen. Und: Österreich – dieses Ziel sollten wir uns setzen – muss zum attraktivsten Wirtschaftsstandort in Europa werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die duale Ausbildung in Österreich ist ein Garant dafür, dass junge Menschen einen sicheren Arbeitsplatz haben. Ich bin dafür, dass wir diese duale Ausbildung weiter stärken. Aus ganz Europa kommen Politiker hierher, um sich dieses Modell anzuschauen, ein Erfolgsmodell der Marke Österreich. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Gaßner: Bürgermeister lesen nicht vom Blatt!
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Bundesminister Hundstorfer! Herr Bundesminister Hundstorfer hat uns ja heute sozusagen als Notnagel, als letztes Aufgebot der Regierung die Tagesordnung auffüllen müssen, indem er hier einen Bericht zur sozialen Lage gebracht hat. Ein bisschen angewidert hat er gewirkt, vom Blatt hat er gelesen – vielleicht war das auch schon seine Übung dafür, wenn er später einmal Wiener Bürgermeister wird. Da ist es ja traditionell so, dass der Bürgermeister nur vom Blatt liest. Vielleicht war das jetzt einfach nur schon das Vorüben (Abg. Mag. Gaßner: Bürgermeister lesen nicht vom Blatt!), denn auch im Wiener Landtag, in Wien wird ja ein Notnagel gesucht. Der Herr Bundesminister hat heute hier schon üben dürfen.
Beifall bei der FPÖ.
Das habe ich mir gedacht, dass das jetzt Ihr Hauptargument ist. Aber gleichzeitig, Herr Bundesminister, verschweigen Sie natürlich, dass selbstverständlich auch durch die Ostöffnung Menschen gekommen sind, die jetzt in irgendwelchen Beschäftigungsverhältnissen stehen, meist jedoch in atypischen Verhältnissen oder in irgendwelchen Dumping-Bereichen, wodurch die österreichischen Arbeitnehmer, die für dieses Geld nicht arbeiten können, durch die Finger schauen. Das verschweigen Sie! Das verleugnen Sie, weil Sie es hier so darstellen wollen, als wäre alles spitzenmäßig. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Gar nichts ist geschönt!
Jetzt möchte ich ein bisschen konkreter werden und auf mein Heimatbundesland Wien eingehen. In Wien ist die Situation ganz besonders interessant. In Wien gibt es jetzt, per 31. Mai 2012, ein Plus von 3,6 Prozent an Arbeitslosen. Wenn man sich die Zahlen genauer anschaut, dann sieht man, wir haben ein Plus von weit über 10 Prozent an Arbeitslosigkeit. Und diese Zahl ist nur deshalb geschönt, Herr Bundesminister, weil Sie in Wien plötzlich um ein Viertel mehr Personen in Schulungen gebracht haben. (Abg. Dr. Bartenstein: Gar nichts ist geschönt!) Also in Wien waren mit Ende Mai insgesamt über 9 000 Personen mehr arbeitslos als noch vor einem Jahr. Sie schicken aber fast 6 000 jetzt in Schulungen, zusätzlich zu jenen, die schon voriges Jahr drinnen waren, und sagen, dass in Wien die Situation eigentlich super ist, dass die Arbeitslosigkeit nur ganz leicht ansteigt. Das ist ein Trick, mit dem Sie hier arbeiten. Und dann stellen Sie sich hier her und sagen: Wir sind die Besten! Wir sind Europameister! (Bundesminister Hundstorfer: Ja, sind wir!)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
rum haben Sie es uns dann heute nicht gesagt? Warum haben Sie es den betroffenen Menschen draußen nicht gesagt? Sie hätten heute hier die Möglichkeit gehabt, und die Leute draußen warten darauf, Herr Bundesminister. Die hätten erwartet, dass Sie etwas dazu sagen, und Sie haben wieder nichts gemacht. Sie haben insgesamt heute keine Antworten gegeben. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der FPÖ.
Herr Bundesminister, von einem Sozialminister, der aktiv arbeitet, von einem Sozialminister, der für die Menschen da ist, und noch dazu von einem Sozialminister einer Partei, die sich die Partei der Arbeitnehmer nennt, hätte ich mir etwas mehr erwartet. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Die Durchlässigkeit der Berufe existiert nicht: einmal Tischler, immer Tischler; einmal Friseurin, immer Friseurin. Es gibt diese Durchlässigkeit nicht, es gibt diese Öffnung nicht, das fehlt. Das fehlt im europäischen und auch im österreichischen Kontext. Und das ist eine Bildungssackgasse, die fatal ist und fatal enden wird. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt Unmengen an Berichten, den Jugendbericht, den Männerbericht, den Frauenbericht, den Jugendbeschäftigungsbericht, all diese Berichte. Die Experten und Expertinnen sagen ganz klar, was zu tun ist. Sie haben es schwarz auf weiß vor sich liegen, Sie brauchen es nur mehr umzusetzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Was macht das AMS eigentlich? – Das AMS verwaltet – früher hat es „Arbeitsmarktverwaltung“ geheißen, und das AMS verwaltet heute noch. Es ist keine Servicestelle. Es sollte eigentlich eine Provision für jeden, den es auf einen Arbeitsplatz vermittelt, bekommen. So sollte es eigentlich sein. Das geschieht aber nicht. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn Sie auch dieser Meinung und damit auch der Meinung dieser Landtagsklubs sind, dann stimmen Sie dem zu, geschätzte Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
In einer Bewertung des Nationalen Reformprogramms 2012 und des Stabilitätsprogramms Österreichs, die von der Europäischen Kommission übermittelt wurde, steht auch, dass das Steuersystem, geschätzte Herren Bundesminister, endlich einmal umgestellt und die Arbeitskraft sozusagen entsteuert werden muss. Es heißt darin, dass innerhalb der EU die Belastung des Faktors Arbeit mit Steuern und Sozialabgaben in Österreich mit am höchsten ist. Und da gehört reagiert, geschätzte Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Man hat bei diesem überbetrieblichen Lehrlingsangebot mangelhafte Ausbildungsergebnisse und fehlende Berufskompetenz. Dies führt zwangsweise zu einer nachhaltigen Arbeitslosigkeit beziehungsweise zu kostenaufwendigen Nachqualifikationen. Ich kann das bestätigen, weil ich selbst als Lehrlingsausbildner tätig war und auch Leute aus überbetrieblichen Lehrlingswerkstätten übernommen habe, wie zum Beispiel aus dem ÖGB. Die Ausbildung dieser Lehrlinge hat einfach nicht den Erfordernissen entsprochen, nicht jener in den Betrieben. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall beim BZÖ.
Darauf muss ebenfalls reagiert werden, geschätzte Herren Bundesminister! Da ist noch einiges zu tun. Weg von der Lobhudelei, den Tatsachen ins Gesicht schauen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Was die Jugendbeschäftigung angeht: An den Coaching-Programmen, Sigisbert, die du angesprochen hast, arbeiten wir. Wir wissen, dass wir nicht in all die Bereiche hineingehen können und dass nicht mit fünf Berufen alles abgedeckt ist. Das erweitert sich. Aber der Widerspruch ist schon da, nur erinnern Sie sich offenbar nicht. Haben Sie nicht voriges Jahr behauptet – der Herr Strache hat es gesagt –, eine Million stehen an den Grenzen und werden uns überschwemmen? – 26 000 waren es! Also die Erinnerungslücken oder die Rechenlücken oder die Einschätzungslücken sollten Sie einmal selber aufarbeiten, und dann diskutieren wir über die eine oder andere Frage weiter. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Denn worum geht es im Endeffekt? – Nicht um die Schulden, nicht um anderes, sondern um das Vertrauen in die eigene Leistungsstärke, und die haben wir. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Hofer: Was ist eigentlich mit der Roma-Stiftung?
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein – das war die FPÖ-Abgeordnete, die kurz vorher geredet hat – hat etwas ganz Wichtiges gesagt: Sie hat dem Sozialminister vorgeworfen, er hätte keinen Plan zur Verhinderung jener tiefen Krise, zu der es kommen würde (Abg. Ing. Hofer: Was ist eigentlich mit der Roma-Stiftung?), wenn die Euro-Zone zerbrechen, wieder nationale Währungen kommen und das nachfolgende Chaos zu Hunderttausenden Arbeitslosen führen würden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Kein Mensch will das!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Kein Mensch will das!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Frau Abgeordnete Belakowitsch-Jenewein – das war die FPÖ-Abgeordnete, die kurz vorher geredet hat – hat etwas ganz Wichtiges gesagt: Sie hat dem Sozialminister vorgeworfen, er hätte keinen Plan zur Verhinderung jener tiefen Krise, zu der es kommen würde (Abg. Ing. Hofer: Was ist eigentlich mit der Roma-Stiftung?), wenn die Euro-Zone zerbrechen, wieder nationale Währungen kommen und das nachfolgende Chaos zu Hunderttausenden Arbeitslosen führen würden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Kein Mensch will das!)
Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.
Ich kenne in diesem Haus hier zwei Fraktionen, die permanent wollen, dass das stattfindet. Eine ist Ihre, Frau Kollegin! Kein Plenartag, an dem nicht Ihr Klubobmann Strache kommt und am liebsten heute den Euro abschaffen und morgen den Schilling einführen würde. (Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.) Kein Tag vergeht, an dem Sie nicht die Pakete zur Erhaltung unserer gemeinsamen Wirtschaftszone kritisieren, kein Plenartag, an dem die Kollegen vom BZÖ nicht mit irgendeiner Plakette herauskommen, nach dem Motto: Hören wir auf mit dem Erhalten unserer Europäischen Union mit den Möglichkeiten eines Gemeinsamen Binnenmarktes! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So einen Blödsinn habe ich überhaupt noch nicht gehört!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So einen Blödsinn habe ich überhaupt noch nicht gehört!
Ich kenne in diesem Haus hier zwei Fraktionen, die permanent wollen, dass das stattfindet. Eine ist Ihre, Frau Kollegin! Kein Plenartag, an dem nicht Ihr Klubobmann Strache kommt und am liebsten heute den Euro abschaffen und morgen den Schilling einführen würde. (Beifall des Abg. Dr. Bartenstein.) Kein Tag vergeht, an dem Sie nicht die Pakete zur Erhaltung unserer gemeinsamen Wirtschaftszone kritisieren, kein Plenartag, an dem die Kollegen vom BZÖ nicht mit irgendeiner Plakette herauskommen, nach dem Motto: Hören wir auf mit dem Erhalten unserer Europäischen Union mit den Möglichkeiten eines Gemeinsamen Binnenmarktes! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: So einen Blödsinn habe ich überhaupt noch nicht gehört!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist der Kickl Sozialminister?!
Sie haben recht, Frau Kollegin! Sie haben recht, dass das ein Chaos wäre, und Sie haben recht, dass die Konsequenz katastrophal für die Arbeitsmärkte wäre. Aber sagen Sie das nicht uns, sondern sagen Sie das Ihrem Klubobmann, dem Herrn Kickl und den anderen! Dazu müssen Sie uns nämlich unterstützen bei jenen Projekten, wo wir genau den Euro verteidigen, wo wir die Fortschritte der Europäischen Union verteidigen. Genau dann brauchen wir Ihre Unterstützung und nicht eine fast hasserfüllte Ablehnung der Europäischen Union. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ist der Kickl Sozialminister?!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie einen Plan B auch? – Nein!
Aber die beste Vorsorge, Frau Kollegin, das sage ich Ihnen nämlich auch, ist die, dass die Bundesregierung mitmacht bei den Solidaritätsprogrammen, die dafür sorgen, dass nicht aus dem Teil (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie einen Plan B auch? – Nein!) – Wir machen einmal den Plan A, nämlich dass die Eurozone erhalten bleibt, dass ein Land wie Österreich, das 70 Prozent Export hat, weiter Exportmärkte vorfindet. Sie wollen uns abschneiden davon, Frau Kollegin! Sie wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Betriebe, die in so großem Stil exportieren, auf der Straße als Arbeitslose sehen! Etwas anderes kann ja nicht das Ziel sein, denn sonst würden Sie uns ja unterstützen und nicht dagegenreden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das machen doch Sie! Sie haben doch überhaupt kein Konzept!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das machen doch Sie! Sie haben doch überhaupt kein Konzept!
Aber die beste Vorsorge, Frau Kollegin, das sage ich Ihnen nämlich auch, ist die, dass die Bundesregierung mitmacht bei den Solidaritätsprogrammen, die dafür sorgen, dass nicht aus dem Teil (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Haben Sie einen Plan B auch? – Nein!) – Wir machen einmal den Plan A, nämlich dass die Eurozone erhalten bleibt, dass ein Land wie Österreich, das 70 Prozent Export hat, weiter Exportmärkte vorfindet. Sie wollen uns abschneiden davon, Frau Kollegin! Sie wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Betriebe, die in so großem Stil exportieren, auf der Straße als Arbeitslose sehen! Etwas anderes kann ja nicht das Ziel sein, denn sonst würden Sie uns ja unterstützen und nicht dagegenreden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das machen doch Sie! Sie haben doch überhaupt kein Konzept!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was ist die Hälfte von „jeder Zweite“?
ist. Ganz genau das Gegenteil ist der Fall. Und das heißt, dass gute Betriebe mit guten Mitarbeiterinnen und guten Mitarbeitern die besten Rahmenbedingungen vorfinden. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was ist die Hälfte von „jeder Zweite“?)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was ist das Gegenteil von „jeder Zweite arbeitslos“?
Gegen Ihren Willen wurde die Steuerreform 2009 gemacht. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Was ist das Gegenteil von „jeder Zweite arbeitslos“?) Gegen Ihren Willen wurde das Infrastrukturprojekt gemacht. Gegen Ihren Willen haben wir mit gesichert, dass es unsere Absatzmärkte in der Europäischen Union gibt. Und: Völlig richtig haben wir gehandelt! Würde man handeln mit der Verkürzung mit dem orangen Button, dann hätten wir Hunderttausende Arbeitslose, dann wären wir im Mittelfeld oder am Ende in Europa und hätten bei uns die Katastrophe und nicht im Süden Europas.
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne sage ich ein Dankeschön an die handelnden Minister. Es waren die korrekten Rahmenbedingungen, und wir werden es im Dienste der Österreicherinnen und Österreicher weiter so machen. Und ich wünsche, dass die Weisheit der Wählerinnen und Wähler, die bei den Wahlen 2006 und 2007 eine sozialdemokratisch geführte Bundesregierung möglich gemacht hat, erhalten bleibt. Es hat dem Land gut getan. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und demonstrativer Beifall beim BZÖ.
Abgeordnete Adelheid Irina Fürntrath-Moretti (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Matznetter, Sie haben schon recht, aber nur: Ein bisschen weniger Bürokratie und niedrigere Steuern in Österreich wären schon sehr hilfreich für den Wettbewerb. (Beifall bei der ÖVP und demonstrativer Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.
Minister Hundstorfer hat es ja angesprochen: Es gibt knapp über 9 000 Lehrlinge, die in Lehrwerkstätten ausgebildet werden. Und da bin ich der Meinung des Herrn Abgeordneten Dolinschek: Diese Ausbildung ist nicht die, die wir wollen. Wir wollen eine gute, hochqualifizierte, praktische, fachliche Ausbildung, und die haben wir in den Unternehmen. (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.)
Beifall bei der ÖVP.
dürfen wir nicht vergessen, an alle Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrer, denn sie tun ihr Bestes dazu, dass dieses Modell in Österreich auch zu einem Erfolgsmodell wird oder geworden ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Da viele Damen und Herren hier Spanien angesprochen haben: Ich war in der Vorwoche in Fulda – für alle, die es nicht wissen, das ist in Hessen – und habe dort eine Konferenz von KMU-Unternehmerinnen und Handwerksunternehmerinnen auf europäischer Ebene geleitet, und natürlich stand das Thema Jugendarbeitslosigkeit an erster Stelle. Ich glaube, die Frau Kollegin Oberhauser hat gesagt, entscheidend ist die Ausbildung, und die Spanier sagen das auch. Es ist ganz wesentlich, dass wir zu einer fundierten Ausbildung der Jugendlichen kommen. Es hilft uns nichts, wenn es so wie in Spanien ist: 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit – viele davon sind Absolventen von Universitäten, viele haben auch keine Ausbildung. Wir müssen schauen, dass unser duales Ausbildungssystem, das wirklich weltweit eines der besten ist, auch in diese Länder getragen wird. Wir in Österreich bieten unsere Hilfe an. Auch die Deutschen haben dieses gute System. So, glaube ich, ja ich bin überzeugt davon, können wir es schaffen, die Jugendarbeitslosigkeit zurückzudrängen. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Also ein Vorteil, eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: Jugendliche werden in Unternehmen zu zukünftigen Fachkräften ausgebildet, Jugendliche bekommen eine Top-Ausbildung, und diese Fachkräfte wiederum sichern unseren Wirtschaftsstandort Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aufpassen! Da hat sich schon die Fekter verbrannt!
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Minister! Meine Damen und Herren! Gestern war es Griechenland, heute ist es Spanien, morgen ist es vielleicht Italien oder Zypern. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aufpassen! Da hat sich schon die Fekter verbrannt!) Die Hiobsbotschaften in Sachen Wirtschafts- und Finanzkrise reißen nicht ab. Und trotz der vielen Milliarden für die Rettung vor dem Bankrott verschärft sich die soziale Krise in diesen Ländern immer mehr. In Griechenland wurden zuletzt 21,7 Prozent Arbeitslosigkeit gemessen. Das ist das Doppelte des EU-Durchschnitts und ein Allzeithoch, das höchste, das je in Griechenland gemessen wurde.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren, das ist vorbildlich – nicht nur in Europa, ich glaube, das ist auch weltweit vorbildlich, was diese Regierung da leistet! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Das zeigt, meine Damen und Herren, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Dafür ein herzliches Dankeschön unseren beiden Ministern Hundstorfer und Mitterlehner! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Entscheidend ist aber, dass wir nicht nur in Richtung Arbeit denken, sondern auch in Richtung Kaufkraft der Bevölkerung und dass wir uns nach intelligenten Produkten ausrichten, weil wir nur diese auf den internationalen Märkten absichern können. Alles, was erzeugt und nicht verkauft ist, ist noch kein Wertbringer. Dort, glaube ich, haben wir uns auch in den letzten Jahren bemüht, und wir können sagen, die Entwicklung ist erfolgreich gewesen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Was die Menschen dort mit Begeisterung machen, das sollen wir ihnen auch in Zukunft ermöglichen. Manche Leute stört es sehr, dass, sehr oft parteipolitisch motiviert, gerade alles, was in Richtung Bauernschaft geht, kritisiert wird. Das macht keinen Sinn! Ich denke, der Arbeitsplatz Bauernhof ist nicht teurer und nicht billiger, er ist ein Arbeitsplatz wie jeder andere und soll auch so gewertet werden. Dies soll auch in Zukunft so von der gesamten Gesellschaft mitgetragen werden, leisten die Bauern doch eine große Aufgabe für uns alle und tragen sie doch auch dazu bei, dass sich unsere Volkswirtschaft weiter positiv entwickelt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne können wir, denke ich, die heutigen Berichte beruhigt zur Kenntnis nehmen und uns auf eine weitere gute Entwicklung freuen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Oberhauser: Was wollen Sie damit sagen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Christian Höbart (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Werte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Oberhauser – Sie schwirren gerade hinten herum –, vielleicht noch einmal ein paar Fakten zur Mindestsicherung, die Sie ja so euphorisch wieder als „Sprungbrett“ in die Arbeitswelt bezeichnen: Sie wissen, rund 80 Prozent der Mindestsicherungsbezieher in Wien haben, sagen wir einmal so, keine österreichischen Wurzeln. Das sollte doch ein Bild sein, das sich uns eröffnet, um endlich aufzuwachen. (Abg. Dr. Oberhauser: Was wollen Sie damit sagen? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Oberhauser: Was wollen Sie damit sagen?
Ein zweites Faktum, das ich Ihnen mitgeben möchte, ist eine ungefähr zwei Jahre alte Studie aus dem Ministerium von Bundesminister Mitterlehner, in der zum Beispiel steht – und das ist keine freiheitliche Studie –, dass ungefähr 30 bis 50 Prozent der ausländischen Jugendlichen oder der Jugendlichen mit Migrationshintergrund aus dem Bildungs- und Ausbildungssystem ausscheren. Auch das ist ein Faktum. Bezeichnen Sie das vielleicht auch als „Sprungbrett“ in die Produktivität, um hier etwas in unserer Republik zu leisten? – Das muss man diesen Damen und Herren endlich einmal ins Stammbuch schreiben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Oberhauser: Was wollen Sie damit sagen?)
Abg. Königsberger-Ludwig: ... keine Ahnung!
Allein der Titel dieses Berichts des Bundesministers: „Österreichs Arbeitsmarkt im europäischen Kontext – In Wachstum und Beschäftigung investieren“: Jetzt frage ich mich ganz offen, wie lange brauchen Sie eigentlich noch, um diesen Titel umzusetzen? – Das ist doch selbstverständlich, dass man in den Arbeitsmarkt ... (Abg. Königsberger-Ludwig: ... keine Ahnung!) Was heißt, ich habe keine Ahnung? – Wahrscheinlich 70, 80 Prozent in Ihren Reihen haben noch niemals auch nur einen Bleistift in der Wirtschaft gezogen! Das ist nämlich das Problem in diesem Hohen Haus. Das möchte ich Ihnen auch einmal sagen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Allein der Titel dieses Berichts des Bundesministers: „Österreichs Arbeitsmarkt im europäischen Kontext – In Wachstum und Beschäftigung investieren“: Jetzt frage ich mich ganz offen, wie lange brauchen Sie eigentlich noch, um diesen Titel umzusetzen? – Das ist doch selbstverständlich, dass man in den Arbeitsmarkt ... (Abg. Königsberger-Ludwig: ... keine Ahnung!) Was heißt, ich habe keine Ahnung? – Wahrscheinlich 70, 80 Prozent in Ihren Reihen haben noch niemals auch nur einen Bleistift in der Wirtschaft gezogen! Das ist nämlich das Problem in diesem Hohen Haus. Das möchte ich Ihnen auch einmal sagen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Oberhauser.
Letztendlich: Was gilt denn in der Regierungspolitik? – Das schreiben ja Leitmedien in dieser Republik, das ist auch keine freiheitliche Erfindung: Sie bezeichnen diese Politik der Regierung schon lang als inhaltsleer und als blutleer. (Zwischenruf der Abg. Dr. Oberhauser.) Das ist das Problem!
Abg. Dr. Oberhauser: Aber nicht unsere!
Ich möchte aber in den nächsten Minuten noch auf unsere Jugendlichen zu sprechen kommen. Wir wissen, diese sind besonders hart gebeutelt. Natürlich kann man jetzt wieder ein bisschen Schönrederei betreiben und sagen, Österreich sei besser als der europäische Durchschnitt. Aber wenn ich mir den „Spiegel“ zu Gemüte führe, dann sehe ich, dass dieser am 21. Mai dieses Jahres von der „verlorenen Generation“ geschrieben hat. (Abg. Dr. Oberhauser: Aber nicht unsere!) Da wird die Jugendarbeitslosigkeit als verheerend und vor allem die Lage in der EU als besorgniserregend eingestuft.
Abg. Dr. Oberhauser: Und Österreich?
Hier ein paar Daten und Fakten: Italien 30 Prozent, Slowenien 15 Prozent, Ungarn ... (Abg. Dr. Oberhauser: Und Österreich?) Ich komme gleich darauf zu sprechen, danke. – Ungarn 25 Prozent, Slowakei 33 Prozent. Spanien und Griechenland: 50 Prozent, jeder zweite Jugendliche ist dort arbeitslos.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Reden Sie einmal mit dem Herrn Landesrat! Vielleicht ist er in Ihrer Gunst schon gesunken, weil er Ihre Politik leider offenlegt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.
Jetzt fragen wir uns und als Jugendsprecher, meine ich, vollkommen zu Recht: Warum gibt es nicht noch mehr Ausbildungsinitiativen zwischen der Wirtschaft, um Jugendliche rasch und effizient zu Facharbeitskräften heranzubilden? – Da haben wir viel Aufholbedarf. Da brauche ich nicht großartig nach neuer Zuwanderung zu schreien, sondern da muss man einfach Facharbeiterausbildungsinitiativen setzen und weiter ausbauen. Ich sage ja nicht, dass es so etwas nicht schon gibt. (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.) Aber es muss noch mehr Anstrengungen geben.
Abg. Donabauer: Das war die Zeitung vor drei Wochen!
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Jugend wählt, und das wissen wir, aus gutem Grund freiheitlich. Die letzte Studie spricht von 17 bis 20 Prozent. Wie gesagt, die Jugend weiß es und ... (Abg. Donabauer: Das war die Zeitung vor drei Wochen!) Nein, nein – okay, vor drei Wochen: Vielleicht sind es jetzt schon 25 Prozent – danke, Herr Kollege! (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Jugend wählt, und das wissen wir, aus gutem Grund freiheitlich. Die letzte Studie spricht von 17 bis 20 Prozent. Wie gesagt, die Jugend weiß es und ... (Abg. Donabauer: Das war die Zeitung vor drei Wochen!) Nein, nein – okay, vor drei Wochen: Vielleicht sind es jetzt schon 25 Prozent – danke, Herr Kollege! (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Jugend wählt, und das wissen wir, aus gutem Grund freiheitlich. Die letzte Studie spricht von 17 bis 20 Prozent. Wie gesagt, die Jugend weiß es und ... (Abg. Donabauer: Das war die Zeitung vor drei Wochen!) Nein, nein – okay, vor drei Wochen: Vielleicht sind es jetzt schon 25 Prozent – danke, Herr Kollege! (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Das wird repräsentativ für die gesamte Bevölkerung sein!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Schwentner. – Bitte. (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Das wird repräsentativ für die gesamte Bevölkerung sein!)
Abg. Ing. Höbart: Das schauen wir uns an, ja!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Noch sind die Wahlen nicht geschlagen, Herr Höbart, und was die Jugend wählt, wird sich dann weisen. (Abg. Ing. Höbart: Das schauen wir uns an, ja!) Es gibt auch die Piraten, und das sind vielleicht auch Wähler, vor allem Wähler in dem Fall und nicht Wählerinnen, die Ihnen vielleicht in die Quere kommen. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Noch sind die Wahlen nicht geschlagen, Herr Höbart, und was die Jugend wählt, wird sich dann weisen. (Abg. Ing. Höbart: Das schauen wir uns an, ja!) Es gibt auch die Piraten, und das sind vielleicht auch Wähler, vor allem Wähler in dem Fall und nicht Wählerinnen, die Ihnen vielleicht in die Quere kommen. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Steibl: Ich glaube, Sie sind zu viel ...!
Wenn man dort hinschaut, dann trübt sich nämlich das heutige Bild um einiges. Die ganze Schönfärberei an Zahlen, die Sie heute präsentiert haben, dreht sich ein bisschen um, wenn man in die Steiermark schaut, wo die sogenannten – Sie können ruhig den Kopf schütteln, Frau Kollegin, es ist so – Reformpartner am Werk sind, die sogenannten Reformpartner. (Abg. Steibl: Ich glaube, Sie sind zu viel ...!) Dort ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu allen anderen Bundesländern dermaßen hoch, dass es wirklich, wirklich brenzlig wird! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn man dort hinschaut, dann trübt sich nämlich das heutige Bild um einiges. Die ganze Schönfärberei an Zahlen, die Sie heute präsentiert haben, dreht sich ein bisschen um, wenn man in die Steiermark schaut, wo die sogenannten – Sie können ruhig den Kopf schütteln, Frau Kollegin, es ist so – Reformpartner am Werk sind, die sogenannten Reformpartner. (Abg. Steibl: Ich glaube, Sie sind zu viel ...!) Dort ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu allen anderen Bundesländern dermaßen hoch, dass es wirklich, wirklich brenzlig wird! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Bartenstein: In Graz hat aber Grün mitregiert!
Das haben Sie von ÖVP und SPÖ zu verantworten! Ich finde es schon bemerkenswert, dass es heute noch kein einziges Wort dazu gegeben hat, wie es in der Steiermark aussieht und was die Steiermark diesbezüglich an sehr Betrüblichem vormacht. (Abg. Dr. Bartenstein: In Graz hat aber Grün mitregiert!) In Graz hat Grün mitregiert, aber in diesem Fall ist es die Reformpartnerschaft, die im Pflege- und Sozialbereich 25 Prozent eingespart hat. (Abg. Steibl: Aber es geht um Förderungen!) Damit haben die Grünen genau nichts zu tun, genau nichts! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Aber es geht um Förderungen!
Das haben Sie von ÖVP und SPÖ zu verantworten! Ich finde es schon bemerkenswert, dass es heute noch kein einziges Wort dazu gegeben hat, wie es in der Steiermark aussieht und was die Steiermark diesbezüglich an sehr Betrüblichem vormacht. (Abg. Dr. Bartenstein: In Graz hat aber Grün mitregiert!) In Graz hat Grün mitregiert, aber in diesem Fall ist es die Reformpartnerschaft, die im Pflege- und Sozialbereich 25 Prozent eingespart hat. (Abg. Steibl: Aber es geht um Förderungen!) Damit haben die Grünen genau nichts zu tun, genau nichts! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das haben Sie von ÖVP und SPÖ zu verantworten! Ich finde es schon bemerkenswert, dass es heute noch kein einziges Wort dazu gegeben hat, wie es in der Steiermark aussieht und was die Steiermark diesbezüglich an sehr Betrüblichem vormacht. (Abg. Dr. Bartenstein: In Graz hat aber Grün mitregiert!) In Graz hat Grün mitregiert, aber in diesem Fall ist es die Reformpartnerschaft, die im Pflege- und Sozialbereich 25 Prozent eingespart hat. (Abg. Steibl: Aber es geht um Förderungen!) Damit haben die Grünen genau nichts zu tun, genau nichts! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Steibl: Das kostet Zeit und Geld ...!
Sie können auch am Freitag hinschauen. Am Freitag gibt es vor dem Landtag – ich lade Sie ein – eine Mahnwache dazu. Da wird nämlich aufgezeigt, wie es den Menschen in den Bereichen in der Steiermark geht. (Abg. Steibl: Das kostet Zeit und Geld ...!) Das betrifft sehr, sehr viele Behinderte. Es ist mittlerweile so – und das hat die Regierung, zumindest der Grazer Menschrechtsbeirat, aufgezeigt –, dass da mittlerweile auch schon gegen die UNO-Menschenrechtskonvention verstoßen wird, gerade in den Bereichen, wo es um Assistenzleistungen von Behinderten geht.
Abg. Kößl: Reiner Populismus ist das!
Und was sind Assistenzleistungen? – Das sind in erster Linie Frauenjobs. (Abg. Kößl: Reiner Populismus ist das!) Von mir ist das nicht reiner Populismus. Was Sie da in der Steiermark aufführen, ist unverantwortlich, massiv unverantwortlich. Ich würde Ih- nen sehr empfehlen, da hinzuschauen und das zurechtzurücken, weil das ... (Abg. Steibl: ... auf Schulden kann man das nicht machen!) Auf Schulden kann man es nicht machen, aber das, was Sie machen, sind Arbeitslose: Arbeitslose produzieren ohne Ende!
Abg. Steibl: ... auf Schulden kann man das nicht machen!
Und was sind Assistenzleistungen? – Das sind in erster Linie Frauenjobs. (Abg. Kößl: Reiner Populismus ist das!) Von mir ist das nicht reiner Populismus. Was Sie da in der Steiermark aufführen, ist unverantwortlich, massiv unverantwortlich. Ich würde Ih- nen sehr empfehlen, da hinzuschauen und das zurechtzurücken, weil das ... (Abg. Steibl: ... auf Schulden kann man das nicht machen!) Auf Schulden kann man es nicht machen, aber das, was Sie machen, sind Arbeitslose: Arbeitslose produzieren ohne Ende!
Beifall bei den Grünen.
Wenn Frau Csörgits sagt, man muss die Arbeitslosen betreuen und es gibt genügend Hilfsangebote, dann würde ich meinen, es darf nicht so weit kommen. So weit, wie es in der Steiermark gekommen ist, darf es nirgends kommen! (Beifall bei den Grünen.) Das haben Sie mit zu verantworten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Frau Csörgits sagt, man muss die Arbeitslosen betreuen und es gibt genügend Hilfsangebote, dann würde ich meinen, es darf nicht so weit kommen. So weit, wie es in der Steiermark gekommen ist, darf es nirgends kommen! (Beifall bei den Grünen.) Das haben Sie mit zu verantworten. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Bartenstein: Die Steiermark ist ein Vorbild!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Kaufmann-Bruckberger. – Bitte. (Abg. Dr. Bartenstein: Die Steiermark ist ein Vorbild!)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: ... Matznetter sagen!
Wenn man das einmal so liest, dann glaubt man tatsächlich, die SPÖ meint das ernst. Aber, meine Damen und Herren – und das muss man schon immer wieder in Erinnerung rufen –, Sie waren es (Bundesminister Dr. Mitterlehner: ... Matznetter sagen!) – er ist leider nicht da –, Sie waren es, die ja erst vor Kurzem ein Belastungspaket beschlossen haben! Seitdem hat auch der Begriff Working Poor eine ganz neue Bedeutung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wenn man das einmal so liest, dann glaubt man tatsächlich, die SPÖ meint das ernst. Aber, meine Damen und Herren – und das muss man schon immer wieder in Erinnerung rufen –, Sie waren es (Bundesminister Dr. Mitterlehner: ... Matznetter sagen!) – er ist leider nicht da –, Sie waren es, die ja erst vor Kurzem ein Belastungspaket beschlossen haben! Seitdem hat auch der Begriff Working Poor eine ganz neue Bedeutung. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Frau Abgeordnete, schauen Sie sich an ...!
Meine Damen und Herren! Armut war früher einmal sehr leicht zu definieren. Früher hat man gesagt: Na ja, das sind die Arbeitslosen, das sind die obdachlosen Menschen. Mittlerweile gehören aber schon die Pensionisten und Pensionistinnen dazu, die Alleinverdiener und Allerverdienerinnen. Und eines muss man auch sagen: Armut ist ja nicht ein Problem des unteren Bevölkerungsrandes, sondern Armut ist mittlerweile schon zu einem gesellschaftlichen Problem geworden. Dazu sage ich auch nur mehr: Working Poor. (Abg. Dr. Bartenstein: Frau Abgeordnete, schauen Sie sich an ...!)
Beifall beim BZÖ.
Eines noch abschließend – und ich glaube, meine Damen und Herren, da sind wir uns alle einig –: Die Arbeitslosigkeit kann nicht gering genug sein, aber wir müssen auch die Armut bekämpfen! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
in Beschäftigung halten, und das machen wir in Österreich. – Besten Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.
Herr Abgeordneter Höbart, ich zahle nur 9 000 ÜBA-Plätze, also erklären Sie mir nicht dauernd, dass ich 40 000 zahle. Ich zahle sie nicht! Wir zahlen 9 000, 9 700 ÜBA-Plätze. (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.) Sie haben da behauptet, es seien 40 000. 80 Prozent davon sind auf ein Jahr, weil natürlich die betriebliche Berufsausbildung im Vordergrund steht, weil es natürlich darum geht, nach diesem Jahr sofort die Vermittlung in den Betrieb durchzuführen. Und das findet ja auch zu 90 Prozent statt, das ist überhaupt kein Thema. Und natürlich schauen wir, dass alles in die Betriebe hineinkommt. – Das ist der eine Punkt.
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Und damit wir uns auch darüber einmal im Klaren sind: Wir verheimlichen keine Schulungszahlen, überhaupt nicht! Seit ich Minister bin, bekommen Sie alle Zahlen gleichzeitig, das haben Sie vorher nicht bekommen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das wurde auch hier behauptet. Wir verheimlichen das nicht, wir sagen offen, was ist Schulung und was ist nur Arbeitslosigkeit.
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber es gibt mehr Arbeitslose!
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, ob es Ihnen gefällt oder nicht, die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit ist rückläufig. Wir haben rückläufige Arbeitslosenkarrieren. Die Verweildauer geht um zwei Tage zurück. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber es gibt mehr Arbeitslose!) Ja, es sind mehr geworden, weil wir natürlich auch einen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, unter anderem dadurch, dass die Frauen länger im Erwerbsprozess sind (Zwischenruf des Abg. Kickl), weil uns zum Beispiel die Frauen im Vorjahr auch geholfen haben, dass das Pensionsantrittsalter um 0,2 höher wird, weil die Frauen länger im Erwerbsprozess bleiben. Somit hat uns das geholfen. Wenn die Frauen länger im Erwerbsprozess bleiben, dann habe ich länger ältere Beschäftigte. Diese Einmaleins-Rechnung sollten Sie, Herr Kickl, doch beherrschen. (Abg. Riepl: Grundrechnungsarten!) Sie sollten wissen, dass das so ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Kickl
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, ob es Ihnen gefällt oder nicht, die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit ist rückläufig. Wir haben rückläufige Arbeitslosenkarrieren. Die Verweildauer geht um zwei Tage zurück. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber es gibt mehr Arbeitslose!) Ja, es sind mehr geworden, weil wir natürlich auch einen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, unter anderem dadurch, dass die Frauen länger im Erwerbsprozess sind (Zwischenruf des Abg. Kickl), weil uns zum Beispiel die Frauen im Vorjahr auch geholfen haben, dass das Pensionsantrittsalter um 0,2 höher wird, weil die Frauen länger im Erwerbsprozess bleiben. Somit hat uns das geholfen. Wenn die Frauen länger im Erwerbsprozess bleiben, dann habe ich länger ältere Beschäftigte. Diese Einmaleins-Rechnung sollten Sie, Herr Kickl, doch beherrschen. (Abg. Riepl: Grundrechnungsarten!) Sie sollten wissen, dass das so ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Riepl: Grundrechnungsarten!
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, ob es Ihnen gefällt oder nicht, die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit ist rückläufig. Wir haben rückläufige Arbeitslosenkarrieren. Die Verweildauer geht um zwei Tage zurück. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber es gibt mehr Arbeitslose!) Ja, es sind mehr geworden, weil wir natürlich auch einen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, unter anderem dadurch, dass die Frauen länger im Erwerbsprozess sind (Zwischenruf des Abg. Kickl), weil uns zum Beispiel die Frauen im Vorjahr auch geholfen haben, dass das Pensionsantrittsalter um 0,2 höher wird, weil die Frauen länger im Erwerbsprozess bleiben. Somit hat uns das geholfen. Wenn die Frauen länger im Erwerbsprozess bleiben, dann habe ich länger ältere Beschäftigte. Diese Einmaleins-Rechnung sollten Sie, Herr Kickl, doch beherrschen. (Abg. Riepl: Grundrechnungsarten!) Sie sollten wissen, dass das so ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, ob es Ihnen gefällt oder nicht, die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit ist rückläufig. Wir haben rückläufige Arbeitslosenkarrieren. Die Verweildauer geht um zwei Tage zurück. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Aber es gibt mehr Arbeitslose!) Ja, es sind mehr geworden, weil wir natürlich auch einen Zugang zum Arbeitsmarkt haben, unter anderem dadurch, dass die Frauen länger im Erwerbsprozess sind (Zwischenruf des Abg. Kickl), weil uns zum Beispiel die Frauen im Vorjahr auch geholfen haben, dass das Pensionsantrittsalter um 0,2 höher wird, weil die Frauen länger im Erwerbsprozess bleiben. Somit hat uns das geholfen. Wenn die Frauen länger im Erwerbsprozess bleiben, dann habe ich länger ältere Beschäftigte. Diese Einmaleins-Rechnung sollten Sie, Herr Kickl, doch beherrschen. (Abg. Riepl: Grundrechnungsarten!) Sie sollten wissen, dass das so ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben die Zahlen nicht erhalten!
Und auch das noch einmal zur Klarstellung: Die BMS ist und bleibt ein Sprungbrett, denn sonst hätten nicht schon 31 000 Leute Arbeit. Außerdem haben wir in Niederösterreich mehr Voll-BMS-Bezieher als in Wien. Es ist nur ein Problem, wie Statistiken zusammengestellt werden und wie gerechnet wird. Das ist halt eines der Themen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben die Zahlen nicht erhalten!) Frau Belakowitsch-Jenewein, das letzte Mal habe ich sie noch nicht gehabt, aber zwischenzeitlich kennen Sie ja die Qualität meines Hauses: Ich habe sie. Das ist ja vollkommen klar. Es wird auch die Evaluierung kommen, dann bekommen Sie das auch. Das ist auch vollkommen klar. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Super!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Super!
Und auch das noch einmal zur Klarstellung: Die BMS ist und bleibt ein Sprungbrett, denn sonst hätten nicht schon 31 000 Leute Arbeit. Außerdem haben wir in Niederösterreich mehr Voll-BMS-Bezieher als in Wien. Es ist nur ein Problem, wie Statistiken zusammengestellt werden und wie gerechnet wird. Das ist halt eines der Themen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben die Zahlen nicht erhalten!) Frau Belakowitsch-Jenewein, das letzte Mal habe ich sie noch nicht gehabt, aber zwischenzeitlich kennen Sie ja die Qualität meines Hauses: Ich habe sie. Das ist ja vollkommen klar. Es wird auch die Evaluierung kommen, dann bekommen Sie das auch. Das ist auch vollkommen klar. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Super!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Damit wir einander nicht missverstehen: Wir verstehen die BMS überhaupt nicht als Hängematte, sondern mit der BMS haben wir zum ersten Mal eine Konstruktion, die ein Sprungbrett ist, und es ist erstmals auch – und das möchte ich schon auch darstellen – möglich, einen Sozialhilfebezug zu kürzen. Das war bis vor zwei Jahren in diesem Land nicht möglich. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Die BMS ist die Mindestsicherung, Herr Mag. Stefan, das sollte doch klar sein. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Damit wir einander nicht missverstehen: Wir verstehen die BMS überhaupt nicht als Hängematte, sondern mit der BMS haben wir zum ersten Mal eine Konstruktion, die ein Sprungbrett ist, und es ist erstmals auch – und das möchte ich schon auch darstellen – möglich, einen Sozialhilfebezug zu kürzen. Das war bis vor zwei Jahren in diesem Land nicht möglich. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) Die BMS ist die Mindestsicherung, Herr Mag. Stefan, das sollte doch klar sein. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: In der Statistik verstecken Sie die Menschen!
Punkt zwei: Schauen Sie, Herr Höbart, jetzt sind wir genau beim Punkt: Wenn Sie dieser Bundesregierung unterstellen wollen, dass wir Menschen verstecken in einem freien, demokratischen Land, dann überlegen Sie sich, welche Wortwahl Sie hier treffen. Wir verstecken überhaupt niemanden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: In der Statistik verstecken Sie die Menschen!) Nein, auch nicht in der Statistik. Wir haben es nicht notwendig, dass wir falsche Angaben machen, so wie das in Ihrer Partei üblich ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Punkt zwei: Schauen Sie, Herr Höbart, jetzt sind wir genau beim Punkt: Wenn Sie dieser Bundesregierung unterstellen wollen, dass wir Menschen verstecken in einem freien, demokratischen Land, dann überlegen Sie sich, welche Wortwahl Sie hier treffen. Wir verstecken überhaupt niemanden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: In der Statistik verstecken Sie die Menschen!) Nein, auch nicht in der Statistik. Wir haben es nicht notwendig, dass wir falsche Angaben machen, so wie das in Ihrer Partei üblich ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Auch noch zu Ihren Programmen, Herr Bundesminister, weil Sie sie angesprochen und gesagt haben, diese Schulungen „Wie bewerbe ich mich richtig?“ sind abgestellt worden. – Das ist leider nicht so! 70 000 Jugendliche sind in Schulung. Und was wird dort eigentlich geschult? Sie selbst haben jetzt eine Verordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales herausgegeben für die Beschäftigung von ausländischen Fachkräften in Mangelberufen, das heißt in Mangelberufen, wo wir ausländische Fachkräfte dringend brauchen. Das sind Dachdecker, Schweißer, Bautischler, Bauspengler, Zimmermann, Schlosser, Bodenleger, Holzmaschinenbauer. Warum sind wir nicht in der Lage, in Ihrem Zuständigkeitsbereich, im AMS, in diesen Bereichen auszubilden und zu schulen, damit wir nicht ausländische Fachkräfte hereinholen müssen? (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ein letzter Punkt: Wenn es Ihnen wirklich ernst ist, dann verschieben Sie den Beschluss über den ESM, dann verschieben Sie den Beschluss über diesen Stabilitätspakt, denn das bedeutet, dass zukünftige Generationen auf Jahre hinaus belastet werden, dass wir keine Mittel haben, um die Beschäftigung in unserem Land anzukurbeln, um den Wohlstand des Landes zu sichern und um die Zukunft mit Ausbildung und sozialen Netzen für die Österreicher zu gewährleisten! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Ridi Maria Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Als letzte Rednerin dieses Vormittags versuche ich zusammenzufassen und kurz zu ergänzen. Ich möchte aber eingangs zur Kollegin Schwentner aus der Steiermark Folgendes sagen: Ihre Mahnwache sollten Sie dazu verwenden, besser zu rechnen. Das Sozialbudget hat in der Steiermark 2010 342 Millionen € betragen, 2011 360 Millionen € und 2012 339 Millionen €. Da frage ich Sie, wie Sie auf 25 Prozent weniger kommen. Also auch die Grünen sollten bei der Sache bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Aber nicht nur Teilzeitarbeit!
Familien in unserem Land sollen in gesicherten Verhältnissen leben können und ihr Leben so gestalten, wie sie es wollen, und nicht, wie der Staat es will. Dazu gehört auch Wahlfreiheit statt Vollzeitzwang. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Aber nicht nur Teilzeitarbeit!) Wahlfreiheit statt Vollzeitzwang! Teilzeitarbeit ist für eine gewisse Zeit ein wesentlicher Aspekt, um Vereinbarkeit zu ermöglichen. Eine Abschaffung der Jobangebote für Teilzeitarbeit, werte Frau Kollegin, kommt deshalb für uns von der ÖVP sicher nicht infrage. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Familien in unserem Land sollen in gesicherten Verhältnissen leben können und ihr Leben so gestalten, wie sie es wollen, und nicht, wie der Staat es will. Dazu gehört auch Wahlfreiheit statt Vollzeitzwang. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Wurm: Aber nicht nur Teilzeitarbeit!) Wahlfreiheit statt Vollzeitzwang! Teilzeitarbeit ist für eine gewisse Zeit ein wesentlicher Aspekt, um Vereinbarkeit zu ermöglichen. Eine Abschaffung der Jobangebote für Teilzeitarbeit, werte Frau Kollegin, kommt deshalb für uns von der ÖVP sicher nicht infrage. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Zusammenhang mit guter Arbeitsmarktpolitik wurde heute auch des Öfteren das Burgenland genannt, wo es darum gegangen ist, was die SPÖ-Abgeordneten vom Land dort alles sagen. Auch das Arbeitsmarktservice wurde angesprochen. Herr Bundesminister, ich habe von Vereinbarkeit für Frauen gesprochen, und ich möchte im Sinne der Solidarität mit Frauen Ihnen ein Danke dafür aussprechen, dass Sie mit Ihrem guten Geist und Ihrer Redegewandtheit nunmehr zumindest Frau Sengstbratl für eine weitere Periode bestellt haben. Ich glaube – wissend auch als Nachbarin aus der Steiermark –, dass hier gute Arbeit geleistet worden ist, und danke dafür. Ich wünsche der AMS-Chefin für die nächste Periode auch weiterhin viel Kraft und gute Arbeitsverhältnisse mit ihrem Team. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Insgesamt ist der Österreichische Baukulturreport ein wichtiges Dokument und in weiten Teilen auch eine zweckdienliche Handlungsanleitung für zukünftige baukulturelle Aktivitäten. Wir sollten sie annehmen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Maier.
Sehr geehrte Damen und Herren, der Baukulturreport 2011 beinhaltet meiner Ansicht nach wichtige Aussagen, listet Forderungen auf, die hoffentlich zu einer offenen Diskussion führen werden. Ich wünsche mir, dass dieser Bericht positive Auswirkungen auf die österreichische Baupraxis hat. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Maier.)
Abg. Dr. Bartenstein: „I bin’s, dei Präsident!“
Abgeordneter Bernhard Vock (FPÖ): Mein Präsident! Herr Staatssekretär! (Abg. Dr. Bartenstein: „I bin’s, dei Präsident!“) Der vorliegende Bericht ist eine umfassende Zusammenfassung über die Baukultur in Österreich. Gespannt kann man warten, ob die 45 Empfehlungen dieses Reports von der Bundesregierung auch berücksichtigt werden. Ansonsten wären nämlich die 178 600 € eine traurige Zahl – Geld, das wieder einmal verfließt, ohne dass etwas umgesetzt wird.
Beifall bei der FPÖ.
Abschließend sei daher gesagt: Es ist besser, Geld in die heimische Bauwirtschaft zu investieren, als zum Beispiel Zertifikate für Maßnahmen in China zu kaufen oder Rüstungsanschaffungen in Griechenland zu finanzieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Das alles, meine Damen und Herren, ist vor fünf Jahren auch schon im Baukulturreport gestanden. Wir haben damals dem Report zugestimmt. Wir stimmen heute auch wieder zu. Wir werden wahrscheinlich in fünf Jahren auch zustimmen. Aber der Report ist an die Regierung gewendet, und dort passiert nichts. Der Report ist für die Fische, wenn da nicht endlich was passiert! – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ablinger: Für die EURO reicht es!
wir wirklich täglich – Sie haben es richtig angesprochen, Herr Zinggl – 34 Fußballfelder umwidmen. Das ist unglaublich! Das ist eigentlich ein Wahnsinn! Dann brauchen wir uns nicht zu wundern, dass wir eine Zersiedelung haben, dass wir Straßen bauen müssen und so weiter und dass das Geld uns diesbezüglich unter den Fingern zerrinnt. (Abg. Ablinger: Für die EURO reicht es!) – Ja, genau, du hat recht: Was tun wir mit so vielen Fußballplätzen? Stimmt, absolut. – Aber Spaß beiseite. Das brauchen wir in Zukunft nicht. Das kostet alles viel Geld.
Beifall beim BZÖ.
Ich bin mir sicher, dass wir in fünf Jahren hier stehen werden und über einen Report reden werden, der günstiger und effizienter ist und zeigt, dass einige Punkte wirklich gut umgesetzt wurden. – Vielen Dank. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Kickl: Anfrage!
Ein letzter Punkt, der auch mit dem Bauen zu tun hat, der am Vormittag diskutiert wurde: Herr Abgeordneter Kickl hat hier sozusagen im Schutze der Immunität in den Raum gestellt oder behauptet, dass ich mit der Liegenschaft in St. Marx etwas zu tun hätte. (Zwischenruf des Abg. Kickl: Anfrage!) Ich sage es ganz direkt: Ich habe mit dieser Liegenschaft jetzt und in der Vergangenheit null zu tun.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Zum zweiten Punkt, zur Standortfrage. Ich sage das hier ganz dezidiert, ich habe es auch in der Öffentlichkeit schon gesagt: Ich erachte es nicht als meine Aufgabe als Medienstaatssekretär, mich in unternehmensinterne Dinge einzumischen. Die Standortfrage ist eine Frage, die die Geschäftsführung des ORF und der Stiftungsrat des ORF zu entscheiden haben. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher halte ich diese Deklaration der Baukulturstiftung für eine gute Anregung. Ich finde es gut, dass diese Stiftung sich das zum Anlass nimmt, entlang dieser Aufforderung Kommunikation als Partizipationspflichtprogramm zu Entwicklungsstandards zu setzen. – Ich danke herzlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich hoffe, dass die Diskussion nicht mit der Diskussion im Ausschuss und heute hier beendet wurde, sondern wir diese auch weiterführen werden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Schopf.
Abgeordneter Rupert Doppler (FPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Baukulturreport 2011 – ein sehr schönes Nachschlagewerk, gut und schön, da kann man eigentlich nicht dagegen sein. Nur geht aus diesem Report nicht hervor, an wen sich der Bericht richtet. Ist das eine Empfehlung von dieser Bundesregierung an sich selbst, an die Länder oder an die Gemeinden? (Zwischenruf des Abg. Schopf.) Ich habe mir diesen Baukulturbericht sehr genau angesehen – es ist nicht klar, an wen er gerichtet ist.
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, eine sehr gute Sache war sehr wohl der Sanierungsscheck für thermische Sanierung. Wünschenswert für die Bevölkerung, für unser Land und für die heimische Wirtschaft wäre, dem Sanierungsscheck in Zukunft vergleichbare positive Aktionen folgen zu lassen. Da ist das Geld allemal besser eingesetzt als bei den Spekulanten und den maroden Banken in der EU. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Es schaut verheerend aus. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.) Ich bin unlängst wieder einmal vorbeigegangen und habe mir angeschaut, was dort in Wien Mitte er-
Abg. Jakob Auer: Sparsam !
Wovon zehren wir denn jetzt in Wien? – Wir zehren von dem, was baukulturell in der Vergangenheit geschaffen wurde (Abg. Jakob Auer: Sparsam !), in der Zwischenkriegszeit, um 1900 et cetera. Ich stelle gar nicht in Abrede, dass in manchen Landgemeinden vorbildlich renoviert wird und auch sehr moderne Kindergärten errichtet werden, ich rede nur vom Beispiel Wien Mitte. (Abg. Jakob Auer: Wenn’s ein bisschen mehr kostet, dann schreit ihr wieder, dass es zu viel kostet!)
Abg. Jakob Auer: Wenn’s ein bisschen mehr kostet, dann schreit ihr wieder, dass es zu viel kostet!
Wovon zehren wir denn jetzt in Wien? – Wir zehren von dem, was baukulturell in der Vergangenheit geschaffen wurde (Abg. Jakob Auer: Sparsam !), in der Zwischenkriegszeit, um 1900 et cetera. Ich stelle gar nicht in Abrede, dass in manchen Landgemeinden vorbildlich renoviert wird und auch sehr moderne Kindergärten errichtet werden, ich rede nur vom Beispiel Wien Mitte. (Abg. Jakob Auer: Wenn’s ein bisschen mehr kostet, dann schreit ihr wieder, dass es zu viel kostet!)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte jetzt nur noch abschließen. Dieser Baukulturreport war Gegenstand der Diskussion im Bautenausschuss. Wir bräuchten dringend Bautenausschuss-Termine – Frau Kollegin Becher versinkt ja schon fast in ihrem Sessel –, um andere gravierende Probleme des Parlaments – ich nenne nur ein Stichwort: Mietrecht – auch einmal zu besprechen. Ich meine, der Bautenausschuss leidet sehr stark unter großkoalitionären Bedingungen, wo man zu keiner Entscheidung fähig ist. Entscheiden wir uns bitte wenigstens dafür, dass das, was da liegt, nämlich der Report mit seinen Empfehlungen, zur Umsetzung gelangt, und zwar auch mittels Anträgen in diesem Parlament. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Moser: Den brauche ich gar nicht zu lesen, den unterstütze ich gleich! – Allgemeine Heiterkeit.
Abgeordnete Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (BZÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Zunächst einmal an die Frau Kollegin Moser: Es wäre sehr nett, wenn Sie sich die Zeit nehmen würden, den Entschließungsantrag, den Kollege Markowitz eingebracht hat, einmal in Ruhe durchzulesen und ihn dann zu unterstützen. (Abg. Dr. Moser: Den brauche ich gar nicht zu lesen, den unterstütze ich gleich! – Allgemeine Heiterkeit.) – Noch besser, noch besser!
Beifall beim BZÖ.
Herr Staatssekretär, wenn Sie diesen Report ernst nehmen, dann freut es mich, dass wir jetzt einmal einen Vertreter in der Bundesregierung haben, der die Doppel- und Dreifachgleisigkeiten abstellen und vor allem auch die Verwaltungsreform vorantreiben wird, denn das ist auch ein zentrales Thema dieses Reports. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Eines möchte ich noch erwähnen, weil ich es auch immer wieder in den Gemeinden in meinem Bezirk erlebe: Die von uns im letzten Jahr beschlossene Erleichterung für Gemeindekooperationen ist ganz sicher ein wichtiger Impulsgeber dafür, Architektur- und Raumplanungspolitik auch auf dieser Ebene umzusetzen. Ich erlebe das immer häufiger auch bei mir im Bezirk. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Der Baukulturreport gibt dazu 45 Empfehlungen ab, und zwar durchaus überlegenswerte Empfehlungen, auf die wir uns in der Gesetzgebung in den Ländern und auf Bundesebene stützen sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich möchte zum Schluss noch eine Lanze für den ländlichen Raum dahin gehend brechen, dass gesetzliche Initiativen geschaffen werden, dass der ländliche Raum nicht nur Erholungsraum bleibt und wird, sondern dass er vor allem als Lebens- und Arbeitsraum in Zukunft bestehen bleibt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zum Thema!
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Baukultur und politische Kultur haben einiges gemeinsam: Beide liegen im Argen in diesem Haus. Herr Präsident Graf, im Zusammenhang mit der politischen Kultur: Für jemanden, der alte Omas aussackelt, der zu Unrecht Titel führt (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Zum Thema!), wäre es ganz einfach: Treten Sie zurück und Sie würden dem Ansehen des politischen Österreich einen großen Dienst erweisen!
Abg. Linder: Nicht einmal die eigene Fraktion klatscht!
Herr Staatssekretär, in Sachen Baukultur ist es ein bisschen schwieriger. Allerdings liegen auch da entsprechende Vorschläge vor. (Abg. Linder: Nicht einmal die eigene Fraktion klatscht!) Im Baukulturreport werden sehr viele Vorschläge gemacht. Wir harren dessen, dass man sie nun endlich umsetzt.
Beifall bei den Grünen.
Ich erinnere daran, dass derzeit eine ganze Reihe von Schulen renoviert werden muss. Die Renovierung von Schulen ist natürlich eine Möglichkeit, diesen neuen Zielsetzungen gerecht zu werden. Unsere Unterstützung hätten Sie dabei. Wir müssen es allerdings endlich angehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich meine, es würde sich lohnen, wenn wir alle unsere Möglichkeiten nützten, diesen Baukulturreport weiterzutragen, hinauszuschicken und das auch als Anlass zu nehmen, überall dort, wo sich Fragen stellen, helfend einzuschreiten, damit Schulen wirklich so gebaut werden, wie wir es uns alle wünschen. Eine Anleitung dazu haben wir. Dafür recht herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, dass wir im Sinne der jungen Generationen, denen wir ja die Zukunft nicht verbauen wollen, intensiv daran weiterarbeiten müssen, damit Maßnahmen so gesetzt werden, dass sie den Empfehlungen entsprechen. Eine davon wäre ein Vertrag zwischen Bund und Ländern. Eine zweite Empfehlung, die auch angeführt ist, wäre die Gründung einer Stiftung, damit die Baukultur in Österreich in Zukunft besser gefördert werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Sinne danke ich dem Bundeskanzleramt für diesen Report, ich danke auch den Autoren. Er ist sicherlich die Lektüre für alle Verantwortlichen, egal, ob Bund, Länder, Gemeinden, die man sich zur Brust nehmen soll, um in Zukunft eine gescheite Baupolitik in diesem Land zu machen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir all diese Faktoren berücksichtigen, wenn wir uns auch der Inhalte und der Vorgaben des Baukulturreports annehmen, dann, denke ich, werden wir sehr konstruktiv, auch bei den verschiedenen Voraussetzungen der einzelnen Regionen, der einzelnen Bundesländer, unsere Siedlungswirtschaft vorantreiben können. Der Baukulturreport bietet jedenfalls eine gute Grundlage dafür. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum Schluss, liebe Kolleginnen und Kollegen: Ich meine, es ist eine sehr wichtige Unterlage, und wir sind alle gut beraten, diesen Report zu studieren und auch in unsere Entscheidungen, wenn wir betroffen sind, diese Ergebnisse mit einzubeziehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich kann hier nur eines sagen: Ich muss mich herzlich bedanken bei allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern – nicht aus meinen Bezirken, sondern aus ganz Österreich –, dass sie diese neue Gestaltung machen, nämlich frisch für die ältere Generation zu bauen. Wir brauchen das. In diesem Sinn sage ich herzlichen Dank an alle, die sich da beteiligen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Ernest Windholz (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Zu Beginn darf ich die Freunde des BZÖ Steiermark, die sich auf der Galerie befinden, auf das Herzlichste hier willkommen heißen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Auch bei der Frage der Raumordnung, unsere Kollegin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger hat es schon angesprochen, darf man kritisch hinterfragen – Niederösterreich, Hochwasser –, wo überall umgewidmet wurde, ich würde meinen, das eine oder andere Mal durchaus aus nicht nachvollziehbaren Gründen. Klar bedeutet eine Umwidmung eine Preissteigerung, aber das hat sich bitter gerächt, und so manches Hochwasser hätte nicht zu diesen Schäden geführt, wäre man damals klug gewesen und hätte nicht aus parteipolitisch motivierten Gründen die Flächenwidmung geändert. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Riepl.
Zahllose redliche Bürger der Republik besitzen solche Objekte: Erinnerungsgaben, sonstige Dinge. (Zwischenruf des Abg. Riepl.) – Sie brauchen sich nicht aufgeregt zeigen, Herr Kollege! Wenn Sie den Text gelesen hätten, würden Sie meines Sinnes sein. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.) Hingegen ist es ein bedauerliches Maß parlamentarischer Usance, das oben beim Trichter Hereingeträufelte unten durchfließen zu lassen – ohne Sieb.
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Zahllose redliche Bürger der Republik besitzen solche Objekte: Erinnerungsgaben, sonstige Dinge. (Zwischenruf des Abg. Riepl.) – Sie brauchen sich nicht aufgeregt zeigen, Herr Kollege! Wenn Sie den Text gelesen hätten, würden Sie meines Sinnes sein. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.) Hingegen ist es ein bedauerliches Maß parlamentarischer Usance, das oben beim Trichter Hereingeträufelte unten durchfließen zu lassen – ohne Sieb.
Zwischenruf des Abg. Hornek.
Also es ist eine Geschichte, dass etwa seit dem Jahr 2003 durch die „Rechtskundigen“ – unter Anführungszeichen – des Bundesministeriums für Landesverteidigung – es betrifft nicht Sie, Herr Minister, denn im Jahr 2003 waren Sie es noch nicht – die Verwaltungspraxis (Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Ich war einmal Rechtsanwaltsanwärter. Das ist aber schon lange her. Ich war zwischen 1971 und 1975 Rechtsanwaltsanwärter. Auf diesem Gebiet kann mir keiner eine Lehre erteilen. (Zwischenruf des Abg. Riepl.) Es nützen auch Zwischenrufe nichts, die den Zwischenrufer seine eigene Zunge verschlucken lassen. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Riepl.
Also es ist eine Geschichte, dass etwa seit dem Jahr 2003 durch die „Rechtskundigen“ – unter Anführungszeichen – des Bundesministeriums für Landesverteidigung – es betrifft nicht Sie, Herr Minister, denn im Jahr 2003 waren Sie es noch nicht – die Verwaltungspraxis (Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Ich war einmal Rechtsanwaltsanwärter. Das ist aber schon lange her. Ich war zwischen 1971 und 1975 Rechtsanwaltsanwärter. Auf diesem Gebiet kann mir keiner eine Lehre erteilen. (Zwischenruf des Abg. Riepl.) Es nützen auch Zwischenrufe nichts, die den Zwischenrufer seine eigene Zunge verschlucken lassen. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.
Also es ist eine Geschichte, dass etwa seit dem Jahr 2003 durch die „Rechtskundigen“ – unter Anführungszeichen – des Bundesministeriums für Landesverteidigung – es betrifft nicht Sie, Herr Minister, denn im Jahr 2003 waren Sie es noch nicht – die Verwaltungspraxis (Zwischenruf des Abg. Hornek.) – Ich war einmal Rechtsanwaltsanwärter. Das ist aber schon lange her. Ich war zwischen 1971 und 1975 Rechtsanwaltsanwärter. Auf diesem Gebiet kann mir keiner eine Lehre erteilen. (Zwischenruf des Abg. Riepl.) Es nützen auch Zwischenrufe nichts, die den Zwischenrufer seine eigene Zunge verschlucken lassen. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Moser: Von wann?
Aber das Bundesministerium für Landesverteidigung hat erkannt, dass das ein Fehler ist und hat in seiner Stellungnahme (Abg. Dr. Moser: Von wann?) – die Geschäftszahl kann ich Ihnen vorlesen – vom 17.3.2011, betreffend den Entwurf eines Bundesgesetzes, mit dem das Kriegsmaterialgesetz geändert werden sollte, begrüßt, dass demilitarisiertes, also nachhaltig funktionsunfähiges Kriegsmaterial, in Zukunft ex lege seine rechtliche Eigenschaft als Kriegsmaterial verlieren soll.
Zwischenruf des Abg. Prähauser.
Was geschieht heute? – Das Gegenteil! Es soll nämlich deaktiviertes Kriegsmaterial noch einmal verpflichtend gekennzeichnet werden. Also dem Heer, das selbst tätig war, es zu deaktivieren, glaubt der eigene Bundesminister nicht mehr und sagt: Jetzt musst du aber zu einem befugten Gewerbsmann gehen, der muss einen Stempel draufhauen und sagen, dass es wirklich deaktiviert ist! (Zwischenruf des Abg. Prähauser.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
Also das Heer bewilligt, liefert ihm falsches und überzähliges Material und sagt dann: Ja du bist ein Schuft, du bist ein Verbrecher!, und man zeigt ihn an bei der Staatsanwaltschaft. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Die Staatsanwaltschaft konnte das nicht glauben. Aber weil man so etwas nicht glaubt, schaut man es ein paar Wochen an, und dann hat man es eingestellt.
Beifall bei der FPÖ.
Herr Scherer ist nicht verlässlich, weil ihm bescheidmäßig zugesprochen wurde, dass er vom Militär etwas bekommt, aber anstatt dessen etwas Falsches geliefert worden ist. – Das soll die Republik wissen, wenn sie daran denkt, mit welchen rechtlichen Dimensionen unter dem Management des Herrn Bundesministers, der da wahrscheinlich selber nicht federführend tätig ist – das konzediere ich; das Religionsprinzip „credo quia absurdum“ trifft in Ihrem Punkt wahrscheinlich nicht zu, aber Sie dürfen es nicht dulden –, vorgegangen wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Ich hoffe, Ihnen klargemacht zu haben, dass der Rückverweisungsantrag eine sehr große und intensive Berechtigung hat. Ich bin nicht dafür, dass man auf Nebenkriegsschauplätzen einander an die Gurgel geht. Vernünftig und lösungsorientiert der Sache zu dienen, das ist Aufgabe des Parlaments! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Also lassen wir uns nicht für persönliche Scharmützel missbrauchen! Versuchen wir gemeinsam, einen gangbaren Weg zu finden! Die Möglichkeit ist da. Das Ministerium hat in die Auslage gestellt, wie es geht. Es liegt an uns Politikern, entsprechend dafür zu sorgen, dass uns unsere Freunde im Süden besser verstehen. Dann könnten wir dieses Knäuel entwirren. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Kinder auf Panzern spielen zu lassen, ist schon äußerst kritisch zu betrachten – Stichwort: Jedes Jahr gibt es die jährliche Heeresleistungsschau am Wiener Heldenplatz –, aber dann auch noch Schusswaffen mit Munition dort bereitzustellen, ist schon noch ein Stück mehr von dem, was auf jeden Fall verhindert werden sollte. Und Sie, Herr Minister, tragen da ganz klar die Verantwortung! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher kann ich auch Ihnen, Herr Dr. Fichtenbauer, guten Gewissens empfehlen, dieser Gesetzesnovelle zuzustimmen, denn sie schafft Rechtssicherheit für Menschen, die derartiges Kriegsmaterial derzeit bei sich haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grosz: Der Herr Finanzminister fehlt! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Finanzminister fehlt! Wo ist der Herr Finanzminister? – Finanzministerin Dr. Fekter betritt soeben den Sitzungssaal. – Abg. Grosz: Ah, der Herr Finanzminister ist da! Der einzige Mann in dieser Regierung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Klubobmann Strache als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage, die gemäß § 93 Abs. 5 der Geschäftsordnung 20 Minuten nicht überschreiten darf, das Wort. (Abg. Grosz: Der Herr Finanzminister fehlt! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Herr Finanzminister fehlt! Wo ist der Herr Finanzminister? – Finanzministerin Dr. Fekter betritt soeben den Sitzungssaal. – Abg. Grosz: Ah, der Herr Finanzminister ist da! Der einzige Mann in dieser Regierung!) – Die Frau Bundesfinanzminister ist schon da.
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Finanzminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Dringli- che Anfrage richtet sich natürlich an die Frau Bundesminister für Finanzen – schön, dass Sie gekommen sind –, denn diese Dringliche Anfrage ist notwendig. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der FPÖ.
Also dramatische Schlagzeilen – dramatischer geht es gar nicht! –, aber diese Bundesregierung findet es bis heute nicht der Mühe wert, hier eine Erklärung dazu abzugeben. Und wenn wir heute keine Dringliche Anfrage stellen, dann verschweigt sie sich gänzlich und setzt ihre unehrliche und nicht transparente Politik fort. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist ja auch symptomatisch für den ganzen Umgang mit der Euro-Krise: Man ist bis dato nie ehrlich gewesen. Immer wieder wird nur ein Stückchen an Information preisgegeben. Wenn wir seit Jahren etwas aufzeigen, werden wir als Panikmacher dargestellt und als Hetzer beschimpft. Wir werden hingestellt als Politiker, die keine ökonomische Verantwortung tragen oder keine Ahnung hätten – und heute geben uns alle internationalen Ökonomen, die international darüber diskutieren, woran es in Österreich fehlt, in all diesen Analysen recht. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der FPÖ: Unglaublich!
Man weigert sich bis dato, das Übel an der Wurzel anzupacken, und Tatsache ist, wir in Europa haben ein massives Problem, nämlich in erster Linie ein Bankenproblem – das ist und war auch von Beginn an offensichtlich. Die Staaten der Europäischen Union büßen natürlich Kreditwürdigkeit ein, um die Banken am Leben zu erhalten. Und jetzt klopfen die spanischen Banken an, die wir retten sollen – unter anderem auch der spanische Bankia-Konzern, dessen Chef, dessen Bankmanager, dessen Oberchef kein Problem damit hat, mit Spekulationsgeschäften die Bank in die Miese geführt zu haben, aber mit 16 Millionen € Pensionsgage zu leben. (Ruf bei der FPÖ: Unglaublich!) – Wo ist die Verantwortlichkeit dieser Manager, die verantwortlich sind für ihre Spekulationsgeschäfte?
Zwischenruf des Abg. Petzner
Ja, schön! Das ist das sogenannte Geschäft, das wir schon unter dem ehemaligen Finanzminister Josef Pröll verkauft bekommen haben und teilweise leider auch von Ihnen, Frau Finanzminister Fekter (Zwischenruf des Abg. Petzner), nämlich das tolle Geschäft, das wir hier machen, indem wir Gelder für diesen Rettungsschirm zur Verfügung stellen und dann tolle, tolle Rückzahlungen mit Zinsen erhalten werden. – Genau das Gegenteil ist der Fall, und davor haben wir auch von Beginn an gewarnt!
Beifall bei der FPÖ.
Recht, das ist ein europäischer Sadomaso-Vertrag, der da geplant ist! (Beifall bei der FPÖ.) Und die Rollen, wer der Sadist sein soll und wer der Masochist sein soll, die stehen schon längst fest: Der Sadist soll offenbar die europäische Bürokratenelite sein und die Masochisten wir, die wir in Zukunft durch solche Mechanismen zwangsenteignet werden sollen.
Abg. Mag. Kogler: Hören Sie sich Ihren zukünftigen Koalitionspartner an, Frau Finanzministerin!
Was ist da geplant mit dem ESM? (Abg. Mag. Kogler: Hören Sie sich Ihren zukünftigen Koalitionspartner an, Frau Finanzministerin!) – Herr Kogler, was ist da geplant mit dem ESM? – Es ist ja zu befürchten, dass die Grünen da auch wieder umfallen werden, denn wenn es darum geht, in diesem Haus Zweidrittelmehrheiten gegen die österreichischen Interessen sicherzustellen, kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass man von Ihrer Seite Unterstützung erhält, wie auch in anderen Fragen – Verfassungsvertrag, Euratom-Verträge im Anhang et cetera. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Was ist da geplant mit dem ESM? (Abg. Mag. Kogler: Hören Sie sich Ihren zukünftigen Koalitionspartner an, Frau Finanzministerin!) – Herr Kogler, was ist da geplant mit dem ESM? – Es ist ja zu befürchten, dass die Grünen da auch wieder umfallen werden, denn wenn es darum geht, in diesem Haus Zweidrittelmehrheiten gegen die österreichischen Interessen sicherzustellen, kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass man von Ihrer Seite Unterstützung erhält, wie auch in anderen Fragen – Verfassungsvertrag, Euratom-Verträge im Anhang et cetera. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Ja bitte, was sind denn das für demokratiepolitisch gefährliche Entwicklungen? – Da müssen wir doch bitte rechtzeitig darauf hinweisen, so etwas nicht anzustreben, so etwas abzuwehren (Beifall bei der FPÖ), die Kompetenz und die Selbstbestimmung hier zu behalten und nicht abzutreten und solche Entwicklungen nicht zuzulassen!
Beifall bei der FPÖ
Seit Jahren hören wir immer wieder, Banken sind zu groß, um sie fallenzulassen. Und was hat man vor? – Sie noch größer zu machen, anstatt endlich zu überlegen, wie wir Banken auf ihr Kerngeschäft zurückzwingen können – Trennung der Kerngeschäfte und der Spekulationsgeschäfte –, wie wir Einheiten kleiner gestalten, um auch eine Bankenkonkursordnung sicherzustellen, damit eben nicht die unschuldigen Bürger als Steuerzahler permanent zum Handkuss kommen (Beifall bei der FPÖ) für irgendwelche Spekulanten oder andere Interessen, die Sie heute – letztlich gegen die Interessen der Österreicher – bedienen.
Abg. Mag. Muttonen: Ein so ein Blödsinn! Ablenkung!
Und ich sage, in diesem Zusammenhang ist ja auch durchaus die Aussage von Bundeskanzler Faymann zu sehen – er ist ja nicht Doktor, auch wenn immer wieder in manchen Magazinen oder auch in manchen Medien und in manchen Radiostationen oder sogar in der eigenen SPÖ-Korrespondenz in Wien Veranstaltungen mit „Dr. Faymann“ ausgeschrieben werden und er sich nicht dagegen gewehrt hat; ja er ist kein Akademiker, unser Bundeskanzler (Abg. Mag. Muttonen: Ein so ein Blödsinn! Ablenkung!), ja er hat nicht einmal einen Beruf erlernt.
Beifall bei der FPÖ
Frau Kollegin, er hat nicht einmal einen Beruf erlernt. Er hat ein sieben Jahre währendes schwarzes Loch in seiner Biographie nach dem Austritt aus der Schule, nach Beendigung seiner Schulzeit (Beifall bei der FPÖ) und keiner weiß, was er da gemacht hat. Aber am Ende, nach sieben Jahren Loch in der Biographie, ist er dann in einer roten Zentralsparkasse als Konsulent beschäftigt worden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Hochinteressant! Es wäre wirklich interessant, was er in den sieben Jahren gemacht hat.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Frau Kollegin, er hat nicht einmal einen Beruf erlernt. Er hat ein sieben Jahre währendes schwarzes Loch in seiner Biographie nach dem Austritt aus der Schule, nach Beendigung seiner Schulzeit (Beifall bei der FPÖ) und keiner weiß, was er da gemacht hat. Aber am Ende, nach sieben Jahren Loch in der Biographie, ist er dann in einer roten Zentralsparkasse als Konsulent beschäftigt worden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Hochinteressant! Es wäre wirklich interessant, was er in den sieben Jahren gemacht hat.
Beifall bei der FPÖ
Aber Faymann war jetzt bei der Bilderberg-Konferenz, das wissen wir. Er war als Privatperson bei der Bilderberg-Konferenz eingeladen. Toll! Ich frage mich, welche Befähigung – intellektuelle Befähigung oder was auch immer – er da mitgebracht hat, um privat eingeladen zu werden – ich frage mich das wirklich! –, aber eines steht fest – es ist ja auch keine Schande, dort eingeladen zu werden –: Faymann ist mit Sicherheit nicht als Privatperson eingeladen worden, sondern wenn, dann als Kanzler. Und dann hat er auch Transparenz zu leben und uns zu sagen, was die Hochfinanz dort besprochen hat und ob er dort wirklich Arbeitnehmerinteressen vertreten hat (Beifall bei der FPÖ) oder ganz andere Wünsche auf den Weg mitbekommen hat, die man in Folge umsetzen sollte.
Beifall bei der FPÖ.
Abgesehen davon: Wenn Faymann meint – in einem Interview hat er das gesagt –, dass er sich jetzt wünscht, in Europa strenge Regeln für Banken und die Finanzmärkte aufzustellen, da eine gemeinsame und unabhängige Bankenaufsicht sicherzustellen, und dann auch sagt, die muss so streng organisiert sein wie bei uns in Österreich die Finanzmarktaufsicht, dann lachen die Hühner. – Die ist wirklich streng aufgestellt! Die hat in allen Bereichen wirklich exzellent funktioniert: Bei der Kommunalkredit hat sie super nicht funktioniert, sie hat bei der BAWAG super nicht funktioniert und sie hat bei der Hypo super nicht funktioniert. Sie hat eigentlich nie wirklich gut funktioniert. – Aber so strenge Richtlinien will er jetzt auch auf der europäischen Ebene. Das ist eine gefährliche Drohung, sage ich! (Beifall bei der FPÖ.) Gnade uns Gott, wenn uns solche strengen Regeln in Zukunft vor solchen Entwicklungen bewahren sollen!
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, da liegt vieles im Argen. Und ich sage, wir brauchen Entwicklungen in unseren Bereichen, wie ich es vorher angesprochen habe – dass eben die Banken nicht noch größer werden –, und wir brauchen Entwicklungen, wo die Größe der Banken auch zurückgefahren wird, damit diese Mechanismen eben nicht weitergespielt werden können, wie wir sie strukturiert in den letzten Jahren erleben mussten, als ganze Volkswirtschaften in den Abgrund gezogen wurden, weil sich Banken zu Konzerngröße entwickelt haben, dadurch letztlich alles mitreißen und die Politiker teilweise auch zu Hampelmännern dieser Bank-Manager geworden sind. Ich sage, da braucht es auch wieder ein Denken dahin gehend, dass die Politik das Heft des Handelns übernimmt und sich eben nicht von Bank-Managern steuern und lenken lässt. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Sicher!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Lösungsansätze sind in Österreich unter dieser aktuell vorhandenen rot-schwarzen Bundesregierung aber leider nicht zu erkennen. Es sind dieselben Politiker, die es 1998 dahin gebracht haben, dass wir eine Euro-Währung aufgezwungen bekommen haben – ohne Volksabstimmung, ohne das Volk befragt zu haben –, die uns damals versprochen haben, der Euro wird eine unglaublich stabile Währung, er wird genauso stabil wie der Schilling und die D-Mark sein, das wird eine Währung, wo im Wesentlichen alles besser, günstiger werden wird, eine Währung, mit der die Preise sinken und die Arbeitsplatzentwicklung besser werden wird. (Ruf bei der ÖVP: Sicher!) – All das haben die Bürger schon noch im Ohr und in Erinnerung.
Beifall bei der FPÖ.
die Lebensmittelpreise an, wie die permanent steigen! Schauen Sie sich doch die Inflationsentwicklung an! (Beifall bei der FPÖ.) Schauen Sie sich doch an, wie heute Pensionisten mit Niedrigstpensionen leben müssen und ihr Leben nicht mehr fristen können, weil wir eine Preisexplosion haben! Leben Sie wirklich in der Realität? – Ja, Sie nicht! Sie haben Tausende Euro Monatsgage netto und haben offenbar jedes Gefühl für die Realität der einfachen Menschen verloren. (Beifall bei der FPÖ.) Sie wissen gar nicht, wie das ist, wie sich einfache Menschen heute durchschlagen müssen.
Beifall bei der FPÖ.
die Lebensmittelpreise an, wie die permanent steigen! Schauen Sie sich doch die Inflationsentwicklung an! (Beifall bei der FPÖ.) Schauen Sie sich doch an, wie heute Pensionisten mit Niedrigstpensionen leben müssen und ihr Leben nicht mehr fristen können, weil wir eine Preisexplosion haben! Leben Sie wirklich in der Realität? – Ja, Sie nicht! Sie haben Tausende Euro Monatsgage netto und haben offenbar jedes Gefühl für die Realität der einfachen Menschen verloren. (Beifall bei der FPÖ.) Sie wissen gar nicht, wie das ist, wie sich einfache Menschen heute durchschlagen müssen.
Zwischenruf des Abg. Eßl.
Da stößt es mir dann besonders übel auf, wenn dann in diesem Zusammenhang immer wieder der Begriff Solidarität missbraucht wird, wenn man permanent den Begriff Solidarität missbraucht und sagt: Wir sind solidarisch! (Zwischenruf des Abg. Eßl.) Ja, mit wem sind Sie denn solidarisch? – Sie sind solidarisch mit den Bankspekulanten, mit jenen Verfehlungen, die wir aufs Korn nehmen und abstellen müssen, nicht solidarisch mit dem Bürger, nicht solidarisch mit den Griechen oder Spaniern – die kriegen keinen Cent dieser Rettungspakete. Die sehen nichts davon, im Gegenteil: Das belastet diese Bürger dort nur noch mehr.
Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.
Jetzt geht man her und zahlt gesundes Geld in ein kaputtes System und ist nicht bereit zu erkennen und sich endlich einzugestehen, dass alle Fakten dafür sprechen, dass das Euro-System in der heutigen Form gescheitert ist und sich in einer Sackgasse befindet. Das muss man sich doch auch einmal eingestehen! Man redet von einem sicheren Euro, der alleine im letzten Jahr 14-mal gerettet werden musste. (Zwischenruf des Abg. Ing. Schultes.) Was ist denn daran sicher? In einem Jahr 14-mal Rettungsmaßnahmen! Alle bis hin zu Merkel reden davon, dass es in den nächsten drei Monaten passieren könnte, dass der Euro in der Form nicht Bestand hat. – Und da reden Sie von „sicherer“ Euro-Entwicklung?!
Beifall bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Jetzt will diese europäische Bürokratenelite letztlich auch noch undemokratische, rechtswidrige Aushebelungen der europäischen Verträge, der eigenen europäischen Verträge, worüber man in Österreich wieder nicht bereit ist, eine Volksabstimmung durchzuführen. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir die direkte Demokratie in diesem Land vorantreiben. (Beifall bei der FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltender Beifall bei der FPÖ.
Hier geht es – das ist mein Schlusssatz – um Kernaufgaben der Verfassung, und wir wollen sicherstellen, dass das österreichische Volk verbindlich in einer Volksabstimmung dazu zu befragen ist und Sie nicht eine weitere Enteignung mit einem ESM-Stabilitätspakt letztlich auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung vornehmen. (Anhaltender Beifall bei der FPÖ.)
Beifall und Bravoruf des Abg. Kickl.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: In Replik auf den heutigen Vormittag erteile ich Herrn Abgeordnetem Kräuter für den Ausdruck „gewissenlose, charakterlose () Sesselkleber“ einen Ordnungsruf. (Beifall und Bravoruf des Abg. Kickl.)
Rufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler: Herr Fekter! Herr Fekter!
Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesministerin für Finanzen Dr. Fekter, die sich (Rufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler: Herr Fekter! Herr Fekter!) – Wollen Sie auch gleich einen Ordnungsruf? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir zitieren die Frau Fekter! Sie sagt, sie ist „der einzige Mann“ in der Bundesregierung !)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir zitieren die Frau Fekter! Sie sagt, sie ist „der einzige Mann“ in der Bundesregierung !
Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesministerin für Finanzen Dr. Fekter, die sich (Rufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler: Herr Fekter! Herr Fekter!) – Wollen Sie auch gleich einen Ordnungsruf? (Abg. Ing. Westenthaler: Wir zitieren die Frau Fekter! Sie sagt, sie ist „der einzige Mann“ in der Bundesregierung !)
Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.
Frau Bundesministerin, Sie sind zur Abgabe einer Stellungnahme beziehungsweise zur Beantwortung der Anfrage zu Wort gemeldet. – Bitte. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Ing. Westenthaler.)
Abg. Grosz: Setzen Sie noch eine drauf!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Zu den Zwischenrufen möchte ich nur kurz Folgendes sagen: Ich bin am Montag als „Herr Fekter“ zum Editor’s Dinner eingeladen gewesen. Die Einladung lautete auf „Herr Fekter“, handschriftlich geschrieben. Auf diese – ich nenne es jetzt einmal – Peinlichkeit (Abg. Grosz: Setzen Sie noch eine drauf!) habe ich reagiert. Ihnen, Herr Westenthaler, passiert es nie, dass Sie als „Frau Westenthaler“ irgendwohin eingeladen werden, aber uns Frauen passiert es häufig, dass wir als „Herr“ eingeladen werden. (Abg. Grosz: Und wie ist das mit dem „Scheiterhaufen“?) Deshalb habe ich auf diese Peinlichkeit bei der Einladung mit diesem Sager reagiert. Ich wollte das nur einmal klargestellt haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Grosz: Mit Ihnen hätte der Sigmund Freud eine Freude!)
Abg. Grosz: Und wie ist das mit dem „Scheiterhaufen“?
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Zu den Zwischenrufen möchte ich nur kurz Folgendes sagen: Ich bin am Montag als „Herr Fekter“ zum Editor’s Dinner eingeladen gewesen. Die Einladung lautete auf „Herr Fekter“, handschriftlich geschrieben. Auf diese – ich nenne es jetzt einmal – Peinlichkeit (Abg. Grosz: Setzen Sie noch eine drauf!) habe ich reagiert. Ihnen, Herr Westenthaler, passiert es nie, dass Sie als „Frau Westenthaler“ irgendwohin eingeladen werden, aber uns Frauen passiert es häufig, dass wir als „Herr“ eingeladen werden. (Abg. Grosz: Und wie ist das mit dem „Scheiterhaufen“?) Deshalb habe ich auf diese Peinlichkeit bei der Einladung mit diesem Sager reagiert. Ich wollte das nur einmal klargestellt haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Grosz: Mit Ihnen hätte der Sigmund Freud eine Freude!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Grosz: Mit Ihnen hätte der Sigmund Freud eine Freude!
Bundesministerin für Finanzen Mag. Dr. Maria Theresia Fekter: Zu den Zwischenrufen möchte ich nur kurz Folgendes sagen: Ich bin am Montag als „Herr Fekter“ zum Editor’s Dinner eingeladen gewesen. Die Einladung lautete auf „Herr Fekter“, handschriftlich geschrieben. Auf diese – ich nenne es jetzt einmal – Peinlichkeit (Abg. Grosz: Setzen Sie noch eine drauf!) habe ich reagiert. Ihnen, Herr Westenthaler, passiert es nie, dass Sie als „Frau Westenthaler“ irgendwohin eingeladen werden, aber uns Frauen passiert es häufig, dass wir als „Herr“ eingeladen werden. (Abg. Grosz: Und wie ist das mit dem „Scheiterhaufen“?) Deshalb habe ich auf diese Peinlichkeit bei der Einladung mit diesem Sager reagiert. Ich wollte das nur einmal klargestellt haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Grosz: Mit Ihnen hätte der Sigmund Freud eine Freude!)
Abg. Petzner: Das haben wir für Griechenland auch gesagt! Das haben wir eh gesehen, was dabei rausgekommen ist!
Zweitens muss es für diese Hilfe auch eine Konditionalität geben. (Abg. Petzner: Das haben wir für Griechenland auch gesagt! Das haben wir eh gesehen, was dabei rausgekommen ist!) Das heißt, es werden Bedingungen festgelegt, unter welchen solche Hilfe geleistet werden. Insbesondere betrifft das dann die Umstrukturierung der Banken, deren Kapitalausstattung, Effizienzsteigerungen im Finanzsektor und geht vor allem im Hinblick auf die nicht lebensfähigen Banken bis hin auch zu einer Schließung von Banken. Auch das ist eine Möglichkeit.
Abg. Petzner: Das glauben Sie ja selber nicht!
Auch Österreich hat ihn noch nicht ratifiziert, weshalb ich das Hohe Haus ersuche, diesen Schutzmechanismus, den Stabilitätsmechanismus ESM so rasch wie möglich zu ratifizieren. Er ist das bessere Instrument, er schützt uns Österreicher besser als die EFSF. (Abg. Petzner: Das glauben Sie ja selber nicht!) Wir haben dort bevorzugten Gläubigerstatus, wir haben dort Regelungen für Umschuldungen, wir haben dort Möglichkeiten der geordneten Umschuldung, und vor allem gewährleistet er mehr Transparenz. Es wäre klug, dieses Instrument so rasch wie möglich ins Leben zu rufen, sprich zu ratifizieren, damit wir die spanische Hilfe unter Umständen bereits über dieses Instrument abwickeln können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch Österreich hat ihn noch nicht ratifiziert, weshalb ich das Hohe Haus ersuche, diesen Schutzmechanismus, den Stabilitätsmechanismus ESM so rasch wie möglich zu ratifizieren. Er ist das bessere Instrument, er schützt uns Österreicher besser als die EFSF. (Abg. Petzner: Das glauben Sie ja selber nicht!) Wir haben dort bevorzugten Gläubigerstatus, wir haben dort Regelungen für Umschuldungen, wir haben dort Möglichkeiten der geordneten Umschuldung, und vor allem gewährleistet er mehr Transparenz. Es wäre klug, dieses Instrument so rasch wie möglich ins Leben zu rufen, sprich zu ratifizieren, damit wir die spanische Hilfe unter Umständen bereits über dieses Instrument abwickeln können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
die Besten. Es ist es wert, bei der Jugendbeschäftigung das Ziel zu verfolgen, der Beste zu sein. Wir sind auf dem Weg dorthin. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Eine tolle Stabilität zusammengebracht!
Viele werden sich jetzt fragen: Warum tun wir das so gemeinsam, so solidarisch in Europa – Bankenkrisen, Schirme, Euro-Stabilisierung, Schulden-Stabilisierung (Abg. Strache: Eine tolle Stabilität zusammengebracht!) und Wachstumsstrategien? – Der Grund dafür ist, meine sehr geehrten Damen und Herren – auch weil junge Menschen dort oben auf der Galerie sitzen –: Europa ist unsere Friedensordnung, Europa ist unsere größere Heimat und dazu eine Schicksalsgemeinschaft. (Abg. Strache: Dazu braucht es aber keine Enteignung der Bürger und keine Aberkennung der demokratischen Grundrechte!) Wir wollen keine Nationalismen ausarten lassen. Das hatten wir schon einmal. Und wir wissen, dass wir das vermeiden müssen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Strache: Dazu braucht es aber keine Enteignung der Bürger und keine Aberkennung der demokratischen Grundrechte!
Viele werden sich jetzt fragen: Warum tun wir das so gemeinsam, so solidarisch in Europa – Bankenkrisen, Schirme, Euro-Stabilisierung, Schulden-Stabilisierung (Abg. Strache: Eine tolle Stabilität zusammengebracht!) und Wachstumsstrategien? – Der Grund dafür ist, meine sehr geehrten Damen und Herren – auch weil junge Menschen dort oben auf der Galerie sitzen –: Europa ist unsere Friedensordnung, Europa ist unsere größere Heimat und dazu eine Schicksalsgemeinschaft. (Abg. Strache: Dazu braucht es aber keine Enteignung der Bürger und keine Aberkennung der demokratischen Grundrechte!) Wir wollen keine Nationalismen ausarten lassen. Das hatten wir schon einmal. Und wir wissen, dass wir das vermeiden müssen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Viele werden sich jetzt fragen: Warum tun wir das so gemeinsam, so solidarisch in Europa – Bankenkrisen, Schirme, Euro-Stabilisierung, Schulden-Stabilisierung (Abg. Strache: Eine tolle Stabilität zusammengebracht!) und Wachstumsstrategien? – Der Grund dafür ist, meine sehr geehrten Damen und Herren – auch weil junge Menschen dort oben auf der Galerie sitzen –: Europa ist unsere Friedensordnung, Europa ist unsere größere Heimat und dazu eine Schicksalsgemeinschaft. (Abg. Strache: Dazu braucht es aber keine Enteignung der Bürger und keine Aberkennung der demokratischen Grundrechte!) Wir wollen keine Nationalismen ausarten lassen. Das hatten wir schon einmal. Und wir wissen, dass wir das vermeiden müssen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist heute die Märchenstunde der Frau Fekter!
Österreich hat den Weg aufgezeigt, wie man so etwas macht, wie man einen Konsolidierungspfad beschreitet, ohne das Wachstum zu bremsen. Wir haben bessere Zahlen als alle rund um uns herum. Wir haben bessere Zahlen, was die Beschäftigung betrifft. Wir haben eine sinkende Inflation. Die Maßnahmen, die wir angegangen sind, haben das Wachstum nicht gebremst, die Inflation nicht angeheizt, die Arbeitsplätze erhalten, und die Investoren sind im Land geblieben. So wie Österreich sein Paket aufgestellt hat, macht man das, und das werden wir auch in Europa vorantreiben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist heute die Märchenstunde der Frau Fekter!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Diese Solidarität ist notwendig, wir leben in einem gemeinsamen Währungsraum. Der Euro ist auch unsere Währung, und deshalb haben wir höchstes Interesse daran, dass er als stabile Währung bestehen bleibt. Niemand hat Interesse daran, irgendjemanden in die Pleite zu schicken, sondern alle Verantwortlichen in der Eurogruppe haben höchstes Interesse daran, dass solidarisch gehandelt wird. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Strache: Was ist mit dem Scheitern der Währungsunion? Frage 2 bitte beantworten!
Österreich hat bis Ende des Jahres 2011 bilaterale Finanzhilfen an Griechenland in Höhe von 1 Milliarde 554,94 Millionen, also 1 554 Millionen geleistet. (Abg. Strache: Was ist mit dem Scheitern der Währungsunion? Frage 2 bitte beantworten!)
Abg. Strache: Frau Minister, bitte die Frage 2! Die Frage 2 haben Sie nicht beantwortet!
Portugal und Irland konnten durch diese Maßnahmen weitestgehend stabilisiert werden. (Abg. Strache: Frau Minister, bitte die Frage 2! Die Frage 2 haben Sie nicht beantwortet!)
Abg. Strache: Sie haben die Frage 2 ausgelassen!
Zu den Fragen 4 und 5: Nein. (Abg. Strache: Sie haben die Frage 2 ausgelassen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Strache: Die Frage 2 haben Sie nicht beantwortet! – Abg. Grosz: Das sieht aber der Herr Monti anders!
Diese Einschätzung in Ihrer Frage habe ich entgegen Ihrer Frage nie getroffen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Strache: Die Frage 2 haben Sie nicht beantwortet! – Abg. Grosz: Das sieht aber der Herr Monti anders!)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.
Ich darf bei dieser Gelegenheit die 4. Klasse der Hauptschule Steinerkirchen aus Oberösterreich begrüßen und freue mich, dass noch mehr Landsleute unter uns sind. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wenn Sie immer wieder mit dem Totschlagargument kommen, die Europäische Union sei ein riesengroßes Friedensprojekt und jede Kritik an der Europäischen Union gefährde den Frieden, dann kann ich nur sagen, die Argumente sind äußerst schwach. Gerade die Sorge um unsere Steuerzahler und die Sorge um unsere Bevölkerung treibt uns letzten Endes dazu, dass wir auf diese Missstände hinweisen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Sie müssen der Bevölkerung die Wahrheit sagen: Wollen wir einen europäischen Bundesstaat? Das ist das, was letzten Endes dahintersteht. Wollen wir eine Wirtschaftsregierung? Wollen wir die Aufgabe unserer Souveränität? Wollen wir die Aufgabe der Budgethoheit? Wollen wir die Aufgabe der Steuerhoheit? Und wollen wir diesem ESM zustimmen, der nichts anderes bedeutet als ein Ermächtigungsgesetz? Wollen Sie das wirklich? Dann sagen Sie das der Bevölkerung und ermöglichen Sie auch eine Volksabstimmung darüber! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Krainer: Aus welchem Jahr sind die Zahlen?
Ja wie soll denn das funktionieren? – Es kann nur so funktionieren, dass es zu einem großen Transfer kommen wird, und da wird die Bevölkerung ... (Abg. Krainer: Aus welchem Jahr sind die Zahlen?) Heuer prognostiziert, Herr Professor! (Heiterkeit bei der FPÖ.) Unsere Steuerzahler werden zahlen, zahlen und noch einmal zahlen. Was wir tun, ist nichts anderes als gutes Geld schlechtem hinterherwerfen. Diese Voodoo-Ökonomie, die von bezahlten Ökonomen und von Bankern, die natürlich Angst um ihre Boni haben, unterstützt wird, wird uns absolut in einen Crash führen, und dieser Crash steht uns unmittelbar bevor.
Heiterkeit bei der FPÖ.
Ja wie soll denn das funktionieren? – Es kann nur so funktionieren, dass es zu einem großen Transfer kommen wird, und da wird die Bevölkerung ... (Abg. Krainer: Aus welchem Jahr sind die Zahlen?) Heuer prognostiziert, Herr Professor! (Heiterkeit bei der FPÖ.) Unsere Steuerzahler werden zahlen, zahlen und noch einmal zahlen. Was wir tun, ist nichts anderes als gutes Geld schlechtem hinterherwerfen. Diese Voodoo-Ökonomie, die von bezahlten Ökonomen und von Bankern, die natürlich Angst um ihre Boni haben, unterstützt wird, wird uns absolut in einen Crash führen, und dieser Crash steht uns unmittelbar bevor.
Beifall bei der FPÖ.
Daher erwarte ich mir, Frau Bundesminister, dass Sie vor allem die Frage 2 beantworten, denn die Frage 2 ist für unsere Zukunft und vor allem für unsere zukünftigen Generationen von essenzieller Bedeutung, und darauf haben Sie uns keine Antwort gegeben! (Beifall bei der FPÖ.)
demonstrativer Beifall der Abgeordneten Dr. Hübner und Ing. Höbart – Abg. Dr. Hübner: Genau darum geht es!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Wir sollten, wenn wir diese Debatte führen – und da geht es immerhin um Beschäftigung und das Schicksal von sehr vielen Menschen, um die Sicherheit, um Pensionssysteme, um Sozialsysteme eines Kontinents mit Hunderten Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern (demonstrativer Beifall der Abgeordneten Dr. Hübner und Ing. Höbart – Abg. Dr. Hübner: Genau darum geht es!) –, versuchen, sie in der entsprechenden Qualität zu führen, denn das bloße Beschreiben von Vorgängen, simple Anklagen oder simple Hinweise werden uns da nicht weiterbringen. Das Beste wäre, wenn wir hier herinnen versuchten, gemeinsam eine Lösungsstrategie oder etwas, was über die Analyse hinausgeht, zu entwickeln. (Abg. Neubauer: Vielleicht könnten Sie die Frage 2 beantworten! – Abg. Strache: Das heißt, Sie beantworten jetzt die Frage 2 für die Frau Finanzminister?) Das können und sollen auch Oppositionsparteien machen, und das muss nicht unbedingt eine Aufgabe ausschließlich derer sein, die tagtäglich unter dem Druck von Entscheidungen stehen.
Abg. Neubauer: Vielleicht könnten Sie die Frage 2 beantworten! – Abg. Strache: Das heißt, Sie beantworten jetzt die Frage 2 für die Frau Finanzminister?
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Wir sollten, wenn wir diese Debatte führen – und da geht es immerhin um Beschäftigung und das Schicksal von sehr vielen Menschen, um die Sicherheit, um Pensionssysteme, um Sozialsysteme eines Kontinents mit Hunderten Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern (demonstrativer Beifall der Abgeordneten Dr. Hübner und Ing. Höbart – Abg. Dr. Hübner: Genau darum geht es!) –, versuchen, sie in der entsprechenden Qualität zu führen, denn das bloße Beschreiben von Vorgängen, simple Anklagen oder simple Hinweise werden uns da nicht weiterbringen. Das Beste wäre, wenn wir hier herinnen versuchten, gemeinsam eine Lösungsstrategie oder etwas, was über die Analyse hinausgeht, zu entwickeln. (Abg. Neubauer: Vielleicht könnten Sie die Frage 2 beantworten! – Abg. Strache: Das heißt, Sie beantworten jetzt die Frage 2 für die Frau Finanzminister?) Das können und sollen auch Oppositionsparteien machen, und das muss nicht unbedingt eine Aufgabe ausschließlich derer sein, die tagtäglich unter dem Druck von Entscheidungen stehen.
Ah-Rufe bei der FPÖ.
Jetzt wissen wir alle miteinander, wahrscheinlich sind bei der Konstruktion dieser Eurozone viele Problemfelder nicht von Haus aus ganz erkannt worden. Wahrscheinlich – und das haben wir ja da schon einige Male festgestellt – hätte man ein bisschen genauer hinschauen sollen bei der Erweiterung der Eurozone. (Ah-Rufe bei der FPÖ.) Vielleicht hätte man durchaus auch bei der Erweiterung der Europäischen Union genauer hinschauen müssen. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Strache: Eine späte Einsicht! Eine sehr späte Einsicht!) Das ist ja unbestritten, das ist ja nichts Neues, ich habe das ja schon hundert Mal da gesagt.
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Strache: Eine späte Einsicht! Eine sehr späte Einsicht!
Jetzt wissen wir alle miteinander, wahrscheinlich sind bei der Konstruktion dieser Eurozone viele Problemfelder nicht von Haus aus ganz erkannt worden. Wahrscheinlich – und das haben wir ja da schon einige Male festgestellt – hätte man ein bisschen genauer hinschauen sollen bei der Erweiterung der Eurozone. (Ah-Rufe bei der FPÖ.) Vielleicht hätte man durchaus auch bei der Erweiterung der Europäischen Union genauer hinschauen müssen. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Strache: Eine späte Einsicht! Eine sehr späte Einsicht!) Das ist ja unbestritten, das ist ja nichts Neues, ich habe das ja schon hundert Mal da gesagt.
Abg. Strache: Rettungsschirmpakete sind keine wachstumsrelevanten Schulden!
Und jetzt kommt es darauf an, dass man sich fragt: Wo soll dieses Wachstum stattfinden, mit welcher Perspektive und mit welchem Einsatz von Mitteln? Ich plädiere nur für eine differenziertere Diskussion, auch bei jenen, die dauernd sagen: Wachstum durch Schulden? – Nein, nein, nein! Aber Schulden sind nicht gleich Schulden. Es kann durchaus ein wachstumsrelevantes Verschulden stattfinden. (Abg. Strache: Rettungsschirmpakete sind keine wachstumsrelevanten Schulden!) Es kann aber auch etwas sein, wo man sagt, Moment, da wird Geld der öffentlichen ohnehin immer knapper werdenden Haushalte vergeudet. Da kann man natürlich Sparprogramme entwickeln.
Abg. Strache: All das heißt: Finger weg vom ESM!
Schauen Sie, Italien ist ein armer Staat, hat aber reiche private Haushalte, Griechenland hat kein funktionierendes Steuereinhebungssystem und ist ein ganz schwacher Staat. Beides ist zwar historisch begründet und erklärbar, aber was wir jetzt brauchen, das sind Lösungen für die Länder, die in der Eurozone sind, zum Nutzen von uns allen und vor allem von Österreich, denn wir als ein Land mit achteinhalb Millionen Einwohnern sind ja davon abhängig, dass es diesen funktionierenden Wirtschaftsraum gibt. Eingebettet in diesen Wirtschaftsraum wollen wir wettbewerbsfähig sein mit China, mit den Vereinigten Staaten, mit anderen aufstrebenden Ländern auf anderen Kontinenten – unter Wahrung der sozialen Errungenschaften, unseres Sozialsystems, Pensionssystems, Bildungssystems, zugleich mit der Fähigkeit, Investitionen in Zukunftsbereiche zu tätigen. Das ist das Entscheidende. (Abg. Strache: All das heißt: Finger weg vom ESM!)
Abg. Strache: Wenn Sie das wirklich wollen, dann müssen Sie die Finger weglassen vom ESM!
Das sollte uns tragen bei dieser Debatte, und da, finde ich, macht die Bundesregierung im Moment das Richtige. Man kann vielleicht durchaus noch differenzierter darüber diskutieren, ob das eine oder andere noch mit einem anderen Akzent zu versehen ist, aber sie macht im Prinzip genau das Richtige, und wir hoffen, dass diese Perspektive sich auch niederschlägt. (Abg. Strache: Wenn Sie das wirklich wollen, dann müssen Sie die Finger weglassen vom ESM!)
Abg. Strache: Sie reden von wachstumsfördernder Politik und wollen die selbstentscheidende Gewalt aus der Hand geben! Das ist ja pervers! Ein Widerspruch jagt den anderen!
Aber wenn hier diskutiert wird über die Abgabe von Teilen von nationalen Souveränitäten mit der Perspektive, damit zu verhindern, dass man ganze Souveränitäten verliert, dann bin ich auch der Meinung, dass es sich lohnt, wenn man in bestimmte Bereiche vordringt, in Budgetdefizitverfahren hineinkommt, wenn es Problemfelder gibt, die es zu lösen gilt, dass wir das dann akzeptieren. (Abg. Strache: Sie reden von wachstumsfördernder Politik und wollen die selbstentscheidende Gewalt aus der Hand geben! Das ist ja pervers! Ein Widerspruch jagt den anderen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Petzner: Man merkt, dass Sie sich sehr schwertun, das alles zu erklären!
Übrigens, weil das auch eine Art Produktivfaktor ist: Wenn Menschen, Pensionisten, Arbeitnehmer, die einen Job haben, alle auch Geld in der Tasche haben, dann ist das etwas, womit natürlich auch die Wirtschaft in Bewegung gesetzt wird. Das trifft den ländlichen Raum, trifft alle Räume, das trifft den Mittelstand, die Mittelschichten, kleine, mittlere Unternehmer, große Unternehmer. Das ist ganz entscheidend! Diese Perspektive, glaube ich, muss man garantieren, die muss man wahren, und das ist die Aufgabe einer verantwortungsvollen Bundesregierung, und sie nimmt diese auch wahr. Das ist eigentlich auch Aufgabe der Opposition, wenn sie hier wirklich im nationalen Interesse mitwirken will und eine ernsthafte und faire Debatte hier in diesem Haus führen möchte. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Petzner: Man merkt, dass Sie sich sehr schwertun, das alles zu erklären!)
Abg. Strache: Herr Stummvoll! Rechnen Sie einmal volkswirtschaftlich durch: Haftungen auf der einen Seite, Exporte auf der anderen Seite!
Dem gegenüber steht ein Expertengutachten des deutschen Bundeskanzleramtes, das zum Ergebnis kommt, ein solches Konzept würde bedeuten, dass die Länder, die den starken Nordeuro haben, also Deutschland, Österreich, Holland wahrscheinlich, eine Währungsaufwertung von ungefähr 60 Prozent hätten. Bitte, bedenken Sie, was das für eine exportorientierte Wirtschaft bedeutet, was das für Österreich bedeutet, dessen Wohlstand zu 60 Prozent vom Export abhängt! (Abg. Strache: Herr Stummvoll! Rechnen Sie einmal volkswirtschaftlich durch: Haftungen auf der einen Seite, Exporte auf der anderen Seite!) Wissen Sie, was Sie da tun, Herr Kollege Strache? Das würde einen Dollar-Euro-Kurs von 1 : 1,8 bedeuten. Fragen Sie einmal unsere Wirtschaftsforscher, was das für unseren Tourismus und für unsere Exportwirtschaft bedeuten würde! (Abg. Strache: Rechnen Sie das einmal durch: Haftungen auf der einen Seite, Exporte auf der anderen Seite!)
Abg. Strache: Rechnen Sie das einmal durch: Haftungen auf der einen Seite, Exporte auf der anderen Seite!
Dem gegenüber steht ein Expertengutachten des deutschen Bundeskanzleramtes, das zum Ergebnis kommt, ein solches Konzept würde bedeuten, dass die Länder, die den starken Nordeuro haben, also Deutschland, Österreich, Holland wahrscheinlich, eine Währungsaufwertung von ungefähr 60 Prozent hätten. Bitte, bedenken Sie, was das für eine exportorientierte Wirtschaft bedeutet, was das für Österreich bedeutet, dessen Wohlstand zu 60 Prozent vom Export abhängt! (Abg. Strache: Herr Stummvoll! Rechnen Sie einmal volkswirtschaftlich durch: Haftungen auf der einen Seite, Exporte auf der anderen Seite!) Wissen Sie, was Sie da tun, Herr Kollege Strache? Das würde einen Dollar-Euro-Kurs von 1 : 1,8 bedeuten. Fragen Sie einmal unsere Wirtschaftsforscher, was das für unseren Tourismus und für unsere Exportwirtschaft bedeuten würde! (Abg. Strache: Rechnen Sie das einmal durch: Haftungen auf der einen Seite, Exporte auf der anderen Seite!)
Abg. Strache: Für die nächsten vier Wochen!
Das Problem ist auch, dass wir jetzt das vierte Jahr eine Abfolge von Krisen haben. Begonnen hat es mit der Subprime-Krise in den USA, übergeschwappt auf Europa. Darauf folgte die globale Finanzkrise. Darauf folgte die Wirtschaftskrise, dann die Staatsschuldenkrise und dann die Bankenkrise. Und Europa hat im Grunde immer noch vier Krisen: Das ist die Staatsschuldenkrise, das ist die Zahlungsbilanzkrise durch die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit, das ist die Bankenkrise, und schön langsam muss man sich fragen, ob es nicht auch eine politische Krise gibt, weil eine gemeinsame europäische Strategie eigentlich noch nicht sichtbar ist. Da kann man nur hoffen, dass die nächsten Entscheidungen eine gemeinsame Strategie Europas zeigen. (Abg. Strache: Für die nächsten vier Wochen!) Aber wenn ich mir nur anschaue, wie schwierig es ist, das umzusetzen, was wir vor sechs Jahren schon beschlossen haben, ein Allparteienbeschluss damals, nämlich eine Finanztransaktionssteuer – wir haben 27 EU-Staaten und 17 Euro-Staaten, und neun sind dafür; das heißt, ein Drittel aller EU-Staaten und nur die Hälfte aller Euro-Staaten sind für die Finanztransaktionssteuer –, dann zeigt das schon, wie schwierig es ist, hier eine gemeinsame europäische Strategie zu entwickeln.
Zwischenruf des Abg. Petzner.
Die zweite Ursache – das müssen wir ganz nüchtern feststellen – war ein Geburtsfehler des Euro. Ich habe wiederholt auch vom Rednerpult aus gesagt, der Euro ist ein historisches Experiment. Eine gemeinsame Währung ohne gemeinsame Fiskalpolitik war ein Experiment. Jetzt sagen wir rückblickend, es war eigentlich unglaublich blauäugig, unglaublich naiv, zu glauben, die Maastricht-Kriterien werden alleine die Stabilität des Euro sicherstellen. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) Das müssen wir heute
Abg. Strache: Erinnern Sie sich, als der Euro eingeführt wurde! Wie Sie da gesprochen haben, da haben Sie nicht von einem Experiment gesprochen!
sagen. (Abg. Strache: Erinnern Sie sich, als der Euro eingeführt wurde! Wie Sie da gesprochen haben, da haben Sie nicht von einem Experiment gesprochen!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werfen den anderen Ländern vor, sie sind nicht soweit. Auch wir haben noch Reformbedarf, auch wenn wir einen guten Weg gehen, auch wenn wir gut dastehen. Aber meine Frage lautet nie: Stehen wir gut da oder stehen wir schlecht da?, sondern meine Frage lautet: Warum sind wir nicht besser? Denn dieses kleine Land im Herzen Europas hat alle Chancen dieser Welt. Das ist meine Grundeinstellung, Herr Kollege. (Beifall bei der ÖVP.) Wir haben alle Chancen dieser Welt und wir sind gut unterwegs, aber ich glaube, wir können zweifellos noch zulegen.
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Die nächste Variante ist Teilung in harten Euro und in weichen Euro. Dazu habe ich früher schon gesagt, das ist in jenen Ländern, die einen starken Euro haben, eine Katastrophe für die Exportwirtschaft, für den Tourismus. (Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Abg. Bucher: Wie stehst du zu Eurobonds?
Wir müssen schauen, dass wir jene Ausgaben dämpfen, die nicht wachstumsrelevant sind, und jene Ausgaben stärken wie Forschung, Entwicklung, Wissenschaft, Bildung, die Wachstum erzeugen. Das ist letztlich die Lösung dieses Problems. Das ist sehr schwierig. Aber ich glaube, gerade Österreich ist ein Musterbeispiel dafür, dass man die Probleme lösen kann. Wir machen in unseren Stabilitätsgesetzen beides, wir machen eine restriktive Politik auf der Ausgabenseite, schaffen aber gleichzeitig offensive Impulse für Wachstum und Beschäftigung. (Abg. Bucher: Wie stehst du zu Eurobonds?)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinn bin ich durchaus zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, unsere Linie auch auf europäischer Ebene durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Strache: Das wäre der ehrliche Umgang!
Wie Sie wissen, bin ich seit drei Jahren der festen Überzeugung, dass Griechenland nicht dazu imstande sein wird. Es ist aber ein Unterschied, möchte ich hinzufügen, ob der Herr Strache das sagt, ob ich das sage oder ob die Frau Bundesministerin das sagt. Sie muss sich in so einem Fall verschweigen, sie muss sogar, finde ich, gegen ihre eigene Überzeugung sprechen, wenn sie öffentlich spricht. Denn wenn sie der Meinung sein sollte, unsere Bundesministerin Fekter, dass Griechenland das nicht zurückzahlen können wird, was wird dann sein? – Dann würden wir fragen: Ja und was heißt das, wer zahlt dann und was passiert dann, wo sind die Vorbilder? (Abg. Strache: Das wäre der ehrliche Umgang!) Das wäre ein ehrlicher, aber unprofessioneller Umgang. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Strache: Man muss also lügen, um professionell zu sein!) Sorry, das muss ich so sagen.
Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Strache: Man muss also lügen, um professionell zu sein!
Wie Sie wissen, bin ich seit drei Jahren der festen Überzeugung, dass Griechenland nicht dazu imstande sein wird. Es ist aber ein Unterschied, möchte ich hinzufügen, ob der Herr Strache das sagt, ob ich das sage oder ob die Frau Bundesministerin das sagt. Sie muss sich in so einem Fall verschweigen, sie muss sogar, finde ich, gegen ihre eigene Überzeugung sprechen, wenn sie öffentlich spricht. Denn wenn sie der Meinung sein sollte, unsere Bundesministerin Fekter, dass Griechenland das nicht zurückzahlen können wird, was wird dann sein? – Dann würden wir fragen: Ja und was heißt das, wer zahlt dann und was passiert dann, wo sind die Vorbilder? (Abg. Strache: Das wäre der ehrliche Umgang!) Das wäre ein ehrlicher, aber unprofessioneller Umgang. (Beifall bei Grünen und ÖVP. – Abg. Strache: Man muss also lügen, um professionell zu sein!) Sorry, das muss ich so sagen.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Hat die Frau Bundesministerin Fekter in diesem Fernsehinterview, „ZiB 2“ war das, glaube ich, muss gesagt? (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Moment, Herr Westenthaler. Wenn sie nicht muss gesagt hat, sondern eine andere Formulierung verwendet hat, etwa es könnte sein, dass, es ist wahrscheinlich, dass, es wird vielleicht nicht zu vermeiden sein, dass, und so weiter, dann ist ihre Antwort korrekt, dass sie diese Aussage nie so getroffen hat.
Bundesministerin Dr. Fekter nickt.
Eines würde mich allerdings interessieren, Frau Bundesministerin, das ist als Gedankenexperiment vielleicht auch für die Freiheitlichen nicht uninteressant. Sie haben gesagt, dass im Rahmen des Memorandum of Understanding und so weiter, dieser so genannten Conditionality, unter der die 100 Milliarden € dann vergeben werden, unter anderem ganz wichtig sei – und ich zitiere Sie jetzt, glaube ich, wörtlich –, dass die Schulden Spaniens nicht anwachsen dürfen. Stimmt das? (Bundesministerin Dr. Fekter nickt.) Ja, okay. Die Schulden Spaniens dürfen nicht anwachsen.
Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist richtig, Herr Professor!
Ich habe hier die Vorausschau des Internationalen Währungsfonds datiert von Juni 2012, also neuesten Datums. Danach steigt die General Government Debt, das ist die Staatsverschuldung im Sinne von Maastricht, von 40 Prozent des BIP 2008 auf 61 Prozent 2010, 79 Prozent des BIP 2012, 87 Prozent 2014, 91 Prozent 2016 – eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung. (Bundesministerin Dr. Fekter: Das ist richtig, Herr Professor!) Es ist eine Vorausschau, aber nehmen wir einmal an, das ist so.
Abg. Bucher: Genau das!
Wenn der ESM so wie die Griechenlandkredite dafür verwendet wird, Liquiditätshilfen an grundsätzlich insolvente Institutionen zu vergeben, dann ist das ein falscher Einsatz des Mittels. (Abg. Bucher: Genau das!) Und wir werden in zwei, drei Jahren genau so schlau dastehen wie jetzt. Die Märkte haben vorläufig auf die 100 Milliarden € in dem Sinn negativ reagiert, als der implizite Zins für spanische Anleihen, Sekundärmarktzins, hinaufgegangen ist. Was völlig ungewöhnlich ist, ist, dass die Zinsen für deutsche, französische und britische Anleihen ebenfalls hinaufgegangen sind. Normalerweise verändert sich das sozusagen spiegelverkehrt.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
In diesem Fall hat aber offenbar eine, wenn man so will, mäßige Kapitalflucht aus dem Eurosektor inklusive Deutschland stattgefunden. Das kann man nur so interpretieren, dass das Vertrauen der Finanzmärkte in diese Art von Lösung vorläufig gleich null ist. Ich hoffe, das bessert und ändert sich. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Bucher begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf mit der Aufschrift „GENUG GEZAHLT!“
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Klubobmann Bucher zu Wort. – Bitte. (Abg. Bucher begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf mit der Aufschrift „GENUG GEZAHLT!“)
Zwischenruf des Abg. Krainer.
Aber auch damals haben wir schon gesagt, das kann nicht gut gehen, wenn die österreichischen Banken so viele Kredite im Osten vergeben, über 300 Milliarden €, 350 Milliarden € sind es in der Zwischenzeit. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Das ist ja auch der Grund, warum jetzt neuerlich die Banken gerettet worden sind, weil das Risiko viel zu groß ist, weil dieses System nicht funktioniert und weil man bereits darü- ber hätte nachdenken müssen, dieses System zu verändern, auch dieses System der Staatsanleihen endlich wieder einmal auf geordnete Weise zu regeln. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Aber auch damals haben wir schon gesagt, das kann nicht gut gehen, wenn die österreichischen Banken so viele Kredite im Osten vergeben, über 300 Milliarden €, 350 Milliarden € sind es in der Zwischenzeit. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Das ist ja auch der Grund, warum jetzt neuerlich die Banken gerettet worden sind, weil das Risiko viel zu groß ist, weil dieses System nicht funktioniert und weil man bereits darü- ber hätte nachdenken müssen, dieses System zu verändern, auch dieses System der Staatsanleihen endlich wieder einmal auf geordnete Weise zu regeln. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ
Ja, da schweigt die Sozialdemokratie. Das ist aus meiner Sicht die pure unsoziale Haltung. Das ist die Fotze Europas, meine sehr geehrten Damen und Herren (Beifall beim BZÖ), die sich hier zeigt, unsozial und ungerecht. Das sollten Sie endlich auch einmal zur Kenntnis nehmen.
Abg. Krainer: Das hat es bei uns überhaupt nicht gegeben!
Frau Finanzministerin, warum klären Sie dieses Bankenunwesen auf europäischer Ebene nicht endlich einmal auf? Wir haben den Vorschlag gemacht, dieses Trennbankensystem auf europäischer Ebene wieder einzuführen, das bis in die achtziger Jahre so gut funktioniert hat. Das war hervorragend. (Abg. Krainer: Das hat es bei uns überhaupt nicht gegeben!) Natürlich hat es das auch bei uns gegeben.
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Sie fördern mit all diesen Hilfsmaßnahmen das Universalbankensystem, damit die Banken noch größer, damit die Banken noch prominenter, damit sie wirklich too big to fail werden und die Steuerzahler dafür wieder geradestehen müssen. Wir brauchen wieder ein gesundes Bankensystem in Österreich, wo wir die Investment- und Spekulationsbanken von den Geschäftsbanken trennen und wo der Steuerzahler nur mehr für die Geschäftsbanken haftet und nicht mehr für die Spekulanten in unserem Land. Das hat doch gut funktioniert. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Und jetzt kommt es zu einer Bankenunion auf europäischer Ebene. Das ist der nächste Schritt: der Zusammenschluss der Banken auf europäischer Ebene, Bankenfonds heißt das. Das heißt, die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler müssen für die Spareinlagen der Griechen, der Spanier, der Portugiesen haften. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das wollen die Menschen mit Sicherheit nicht! Reden Sie doch einmal mit den Bürgern, wie sie tatsächlich darüber denken! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Grosz
Ich meine, wo leben Sie? Da wird auf europäischer Ebene seit geraumer Zeit über Eurobonds diskutiert (Zwischenruf des Abg. Grosz), auch wir im Hohen Haus haben mit Ihnen schon über Eurobonds diskutiert, und Sie stellen sich hin und sagen: Diese Frage wurde noch nie gestellt.
Rufe beim BZÖ: Barolo, das sagte Gusenbauer!
Lesen Sie die „Welt online“ – nicht vor einem Monat, nicht vor zwei Monaten und auch nicht gestern, sondern heute, 13.28 Uhr. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Ein völlig unbedeutender Mann, den Sie wahrscheinlich nicht kennen, EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso (Rufe beim BZÖ: Barolo, das sagte Gusenbauer!) – nichts zu sagen, unbedeutend –, wissen Sie, was er gesagt hat?
Ruf bei der ÖVP: Ja, aber erst ab ! – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
„Euro-Bonds sind neben einer Bankenunion“ – was ich schon gesagt habe – „und einer Fiskalunion Bausteine des EU-Plans zu einer stärkeren Integration der Euro-Zone, mit dem die Schuldenkrise bekämpft werden soll.“ (Ruf bei der ÖVP: Ja, aber erst ab ! – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Beifall beim BZÖ.
Zum ersten Mal gehört, Eurobonds! Zum ersten Mal gehört, Frau Finanzministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist die Realität. Das wird vorbereitet. Die vereinigten Schulden Europas, meine sehr geehrten Damen und Herren, werden da vorbereitet, und Sie sagen, Sie haben noch nichts davon gehört? (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Modelle hin oder her – Nord-Euro, Süd-Euro, einzelstaatliche Währungen –: Es ist alles schon zu spät. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Strache – zu dem bereits hinter dem Rednerpult stehenden Abg. Ing. Höbart –: Warte, das Taferl musst wegräumen! – Abg. Ing. Höbart übergibt Abg. Bucher die Tafel mit der Aufschrift „GENUG GEZAHLT!“
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Ing. Höbart gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Strache – zu dem bereits hinter dem Rednerpult stehenden Abg. Ing. Höbart –: Warte, das Taferl musst wegräumen! – Abg. Ing. Höbart übergibt Abg. Bucher die Tafel mit der Aufschrift „GENUG GEZAHLT!“)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Frau Finanzministerin! Könnten Sie bitte den Reden hier im Plenum zuhören, das ist ja unglaublich! (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ich frage Sie nämlich weiter: Wir haben Ihnen in unserer Dringlichen Anfrage Fragen gestellt, die Sie nicht genügend beantwortet haben. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Daher frage ich Sie nochmals – unter Punkt 2 –: „Wie bereiten Sie Österreich auf ein mögliches Scheitern der Währungsunion vor?“ Das haben ja sämtliche Experten schon in Aussicht gestellt.
Zwischenruf des Abg. Kickl.
Frau Finanzministerin! Könnten Sie bitte den Reden hier im Plenum zuhören, das ist ja unglaublich! (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ich frage Sie nämlich weiter: Wir haben Ihnen in unserer Dringlichen Anfrage Fragen gestellt, die Sie nicht genügend beantwortet haben. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Daher frage ich Sie nochmals – unter Punkt 2 –: „Wie bereiten Sie Österreich auf ein mögliches Scheitern der Währungsunion vor?“ Das haben ja sämtliche Experten schon in Aussicht gestellt.
Beifall bei der FPÖ.
Sie haben das hier im Nationalrat nicht beantwortet. Ich ersuche Sie nochmals eindringlich, eine Antwort zu geben. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Das heißt, Sie konterkarieren die sogenannte scheinheilige Linie der ÖVP, sich für mehr direkte Demokratie einzusetzen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Da haben wir die ÖVP wieder einmal ertappt, dass sie die Dinge, die sie rausplappert, rausschreit, nicht ernst nimmt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das wissen die Bürger eh !)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das wissen die Bürger eh !
Das heißt, Sie konterkarieren die sogenannte scheinheilige Linie der ÖVP, sich für mehr direkte Demokratie einzusetzen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Da haben wir die ÖVP wieder einmal ertappt, dass sie die Dinge, die sie rausplappert, rausschreit, nicht ernst nimmt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strache: Das wissen die Bürger eh !)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Zur Frage 20 unserer Dringlichen Anfrage: „In welchen Staaten befindet sich das Gold der OeNB“ – ich betone: das ist Eigentum der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – „und wie hoch ist der Anteil an Goldforderungen an den gesamten Goldbeständen der OeNB?“ haben Sie ebenfalls die Auskunft verweigert. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ich stelle fest, dass da beispielsweise in Deutschland und in Belgien sehr wohl Auskunft gegeben wurde. Frau Finanzministerin! Ich bitte Sie eindringlich, auch diese Frage entsprechend zu beantworten. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Zur Frage 20 unserer Dringlichen Anfrage: „In welchen Staaten befindet sich das Gold der OeNB“ – ich betone: das ist Eigentum der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – „und wie hoch ist der Anteil an Goldforderungen an den gesamten Goldbeständen der OeNB?“ haben Sie ebenfalls die Auskunft verweigert. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Ich stelle fest, dass da beispielsweise in Deutschland und in Belgien sehr wohl Auskunft gegeben wurde. Frau Finanzministerin! Ich bitte Sie eindringlich, auch diese Frage entsprechend zu beantworten. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Mag. Schickhofer: Die Ungarn!
zession verfallen oder in eine Depression oder welche Zustände es auch immer gibt. (Abg. Mag. Schickhofer: Die Ungarn!)
Abg. Mag. Schickhofer: Aber Ungarn geht es auch nicht besser, oder? – Zwischenruf bei der FPÖ.
Das heißt, diese Geschichte, die Sie da ständig verbreiten, dass die Welt nur mit einem Euro funktionieren kann, die können Sie vielleicht Ihrer Oma erzählen, aber nicht mehr unserer Bevölkerung. (Abg. Mag. Schickhofer: Aber Ungarn geht es auch nicht besser, oder? – Zwischenruf bei der FPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Der „Euro ist in Explosion begriffen“. (Zwischenruf bei der ÖVP.) „Aus Nachbarn wurden Gläubiger und Schuldner“. – Das ist aber ein Faktum, das ist ein Faktum, Herr Kollege Bartenstein. Ich zitiere Professor Sinn: „Der Patient ist krank“, hat aber fröhlich mit billigem Geld Partys veranstaltet, mit den Jungs von der Wall Street gespielt. Nun bekommt er Opium, „er hat sich an das Opium gewöhnt, und wir geben es ihm immer weiter.“
Ruf bei der ÖVP: nicht der Sinn, das soll man schon auseinanderhalten!
Das ist die vielzitierte Voodoo-Ökonomie – also völliger Schwachsinn, zu welchen Konditionen und zu welchem Preis der Euro gerettet wird. (Ruf bei der ÖVP: nicht der Sinn, das soll man schon auseinanderhalten!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Geld für unsere Leut’ kennen wir aus dem Untersuchungsausschuss! Meischberger ! – Zwischenruf bei der FPÖ.
Wir sagen klipp und klar: Unser Geld für unsere Leut’ – statt Milliarden in der griechischen Ägäis zu versenken. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Matznetter: Geld für unsere Leut’ kennen wir aus dem Untersuchungsausschuss! Meischberger ! – Zwischenruf bei der FPÖ.)
Abg. Kickl: Wie hat denn die SPÖ gestimmt? Wie hat die SPÖ gestimmt?
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als Josef Cap vorhin gemeint hat, es war wahrscheinlich ein Fehler, die Währungsunion um Griechenland zu erweitern, da hat es quasi zustimmende Rufe bei den Freiheitlichen gegeben. Ich erinnere mich aber auch daran, welcher Finanzminister der Erweiterung zugestimmt hat, und das war der blaue Finanzminister im Juni 2000. (Abg. Kickl: Wie hat denn die SPÖ gestimmt? Wie hat die SPÖ gestimmt?) Im Juni 2000 hat der blaue Finanzminister der Erweiterung zugestimmt.
Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Strache: Also ich sitze in diesem Haus seit 2006 !
Ein Teil der Kritik, die geübt wird – zum Teil berechtigt –, ist an und für sich eine Kritik, die sich an Ihre eigene Vergangenheit oder an die Fehler Ihrer eigenen Vergangenheit wendet und nicht an die von anderen. (Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Strache: Also ich sitze in diesem Haus seit 2006 !) Es bringt uns aber keinen Schritt weiter, zu erklären, wer vor drei, vier, fünf Jahren welchen Fehler gemacht hat.
Abg. Strache: Ihr habt ja zugestimmt! Ihr habt ja zugestimmt in diesem Haus als SPÖ!
Ich sage auch ganz ehrlich: Wenn im Juni 2000 ein Sozialdemokrat Finanzminister gewesen wäre, bin ich mir ziemlich sicher, dass er der Erweiterung um Griechenland auch zugestimmt hätte. (Abg. Strache: Ihr habt ja zugestimmt! Ihr habt ja zugestimmt in diesem Haus als SPÖ!) – Zugestimmt hat der blaue Finanzminister, zumindest
Abg. Strache: Ich sitze seit 2006 hier im Haus, Herr Krainer, seit 2006 !
Wenn Sie über Ehrlichkeit und Redlichkeit sprechen, dann sollten Sie erstens einmal mit Ihrem Sitznachbarn, der fehlt, wenn es um diese Themen geht, reden, und zweitens sollten Sie dann auch einmal auf Ihre eigene Vergangenheit schauen – auf Ihre persönliche Vergangenheit und auf die Ihrer Partei (Abg. Strache: Ich sitze seit 2006 hier im Haus, Herr Krainer, seit 2006 !) – und zumindest da auch ehrlich sagen können: Ja, im Juni 2000 hat ein blauer Finanzminister der Erweiterung der Währungsunion um Griechenland zugestimmt. Das könnten Sie sagen. (Abg. Strache: Das hat der Bundeskanzler Klima noch unterschrieben!) – Im Juni 2000 kann das nicht geschehen sein. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Strache: Das hat der Bundeskanzler Klima noch unterschrieben!
Wenn Sie über Ehrlichkeit und Redlichkeit sprechen, dann sollten Sie erstens einmal mit Ihrem Sitznachbarn, der fehlt, wenn es um diese Themen geht, reden, und zweitens sollten Sie dann auch einmal auf Ihre eigene Vergangenheit schauen – auf Ihre persönliche Vergangenheit und auf die Ihrer Partei (Abg. Strache: Ich sitze seit 2006 hier im Haus, Herr Krainer, seit 2006 !) – und zumindest da auch ehrlich sagen können: Ja, im Juni 2000 hat ein blauer Finanzminister der Erweiterung der Währungsunion um Griechenland zugestimmt. Das könnten Sie sagen. (Abg. Strache: Das hat der Bundeskanzler Klima noch unterschrieben!) – Im Juni 2000 kann das nicht geschehen sein. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Wenn Sie über Ehrlichkeit und Redlichkeit sprechen, dann sollten Sie erstens einmal mit Ihrem Sitznachbarn, der fehlt, wenn es um diese Themen geht, reden, und zweitens sollten Sie dann auch einmal auf Ihre eigene Vergangenheit schauen – auf Ihre persönliche Vergangenheit und auf die Ihrer Partei (Abg. Strache: Ich sitze seit 2006 hier im Haus, Herr Krainer, seit 2006 !) – und zumindest da auch ehrlich sagen können: Ja, im Juni 2000 hat ein blauer Finanzminister der Erweiterung der Währungsunion um Griechenland zugestimmt. Das könnten Sie sagen. (Abg. Strache: Das hat der Bundeskanzler Klima noch unterschrieben!) – Im Juni 2000 kann das nicht geschehen sein. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.
Da stellt sich die Frage, ob die Regeln die richtigen waren. (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.) Man könnte ja heute auch draufkommen, dass es richtig war, sich nicht an Maastricht zu halten, und ein Fehler, sich an Maastricht zu halten. Ich glaube, es ist beides zu kurz gegriffen.
Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.
Der eine Weg ist: mehr Europa; das bedeutet aber natürlich mehr Solidarität untereinander. Das bedeutet zum Beispiel gemeinsame oder eine wesentlich harmonisiertere Steuerpolitik. Das muss natürlich mehr Demokratie auf europäischer Ebene bedeuten. Da gibt es Defizite. (Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.) Aber man kann ja etwas kritisieren und positive Vorschläge zu einer Weiterentwicklung bringen, was Sie allerdings nicht tun.
Zwischenruf des Abg. Bucher.
Sie kritisieren, und in Wirklichkeit ist der Weg, den Sie und auch Ihre blauen Brüder hier vorschlagen, ja ein ganz anderer: nämlich die Renationalisierung, weniger Europa. Das ist das, was Sie die ganze Zeit sagen, und das ist auch das, was die FPÖ sagt. (Zwischenruf des Abg. Bucher.) Und da sage ich: Nein, ich glaube daran, dass es richtig ist, mehr zu vertiefen, in Richtung mehr Europa zu gehen. Das bedeutet nicht, dass ich immer mit allem einverstanden bin, was auf europäischer Ebene geschieht.
Zwischenruf bei der FPÖ.
Als Wiener könnte ich sagen, jetzt muss ich die Kärntner durchfüttern wegen der Hypo – aber so denke ich halt nicht. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ich denke jetzt auch nicht darüber nach, ob die in Kärnten den Bärentaler einführen sollen, und ich denke nicht daran, dass ich mich von den anderen lossage. Auch wenn ich unter Schwarz-Blau der Meinung war, dass die Regierung, die Politik in Österreich schlecht war, war ich nicht der Meinung, dass Wien oder irgendein Bundesland austreten sollte (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Hübner und Mag. Stefan) –, sondern für Mehrheiten kämpfen für die richtige Entwicklung eines Landes, für Mehrheiten kämpfen für die richtige Politik in einem Land. Und das tue ich.
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Hübner und Mag. Stefan
Als Wiener könnte ich sagen, jetzt muss ich die Kärntner durchfüttern wegen der Hypo – aber so denke ich halt nicht. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Ich denke jetzt auch nicht darüber nach, ob die in Kärnten den Bärentaler einführen sollen, und ich denke nicht daran, dass ich mich von den anderen lossage. Auch wenn ich unter Schwarz-Blau der Meinung war, dass die Regierung, die Politik in Österreich schlecht war, war ich nicht der Meinung, dass Wien oder irgendein Bundesland austreten sollte (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Hübner und Mag. Stefan) –, sondern für Mehrheiten kämpfen für die richtige Entwicklung eines Landes, für Mehrheiten kämpfen für die richtige Politik in einem Land. Und das tue ich.
Ruf bei der FPÖ: Wie machen wir das?
Ich glaube, dass wir die Europäische Union weiterentwickeln müssen und dass es da eines Mehr an Europa bedarf und nicht dessen, was Sie wollen: weniger. (Ruf bei der FPÖ: Wie machen wir das?)
Beifall bei der SPÖ.
Was die FPÖ vorschlägt, das hat man schon probiert, das funktioniert nicht. Wir wollen einen anderen Weg gehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der FPÖ.
In Richtung FPÖ, damit da Dinge nicht in Vergessenheit geraten, sei schon auch erwähnt: Es war dann natürlich der FPÖ-Finanzminister Grasser, der den Euro vertreten und richtigerweise dann auch zum 1. Jänner 2002 den Euro herzlich begrüßt hat. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ich weiß schon, von ihm wollen Sie heute nichts mehr wissen, aber er war damals der von der FPÖ gestellte Finanzminister.
Zwischenruf des Abg. Petzner.
So gesehen ist das also ein neuer Höhepunkt der Krise in Europa rund um den Euro. Die Wahl in Griechenland am 17. Juni wird allemal spannend. Allerdings: Die Hoffnung stirbt zuletzt, meine Damen und Herren. Umfragen sagen nämlich, dass 80 Prozent der Griechen den Euro wollen. Vielleicht sind diese 80 Prozent dann auch der Meinung, ohne Sparpaket wird es nicht gehen, und wollen daher nicht die radikalen Anti-Europäer, sondern doch die beiden Parteien der Mitte, so viele Fehler sie auch gemacht haben. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) Griechenland war ja auch zum Zeitpunkt der Entscheidung für den Eintritt in die Eurozone in den späten neunziger Jahren sozialdemokratisch durch die PASOK regiert.
Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.
und das sollten wir wollen –, dann hat das letztlich mit einer Kompetenzübertragung nach Brüssel zu tun, die wir uns so in den letzten Jahren noch nicht vorgestellt haben. (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.)
Abg. Ing. Höbart: Aber die ist ja nicht mehr stabil! – Abg. Mag. Stefan: Die ist ja nicht mehr stabil!
Beides auf die Waagschale gelegt, sage ich Ihnen: Mir ist eine stabile Währungsunion mit einem Stück mehr Verantwortung in Brüssel (Abg. Ing. Höbart: Aber die ist ja nicht mehr stabil! – Abg. Mag. Stefan: Die ist ja nicht mehr stabil!) – und Brüssel sind letztlich wir, wir sind ein Mitgliedstaat, wir sind Europa – lieber, als wenn der Euro mit enormen Kosten und enormen Schäden den Bach hinuntergeht, wie Sie von der Freiheitlichen Partei das immer wieder provozieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Beides auf die Waagschale gelegt, sage ich Ihnen: Mir ist eine stabile Währungsunion mit einem Stück mehr Verantwortung in Brüssel (Abg. Ing. Höbart: Aber die ist ja nicht mehr stabil! – Abg. Mag. Stefan: Die ist ja nicht mehr stabil!) – und Brüssel sind letztlich wir, wir sind ein Mitgliedstaat, wir sind Europa – lieber, als wenn der Euro mit enormen Kosten und enormen Schäden den Bach hinuntergeht, wie Sie von der Freiheitlichen Partei das immer wieder provozieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stefan: Friedensinstrument?!
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Frau Präsident! Hohes Haus! (Der Redner platziert ein Schild mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“ vor sich auf dem Rednerpult.) Ich schließe bei meinem Vorredner Martin Bartenstein an: Wenn wir den Euro längerfristig auch – ich sage einmal – als Friedensinstrument (Abg. Mag. Stefan: Friedensinstrument?!) erhalten wollen, dann wird man darüber nachdenken müssen, wie man ihn in Zukunft strukturiert, welche Instrumente man einsetzt und wer vor allem dabei sein wird. Auch darüber müsste man ehrlicherweise nachdenken, um die Debatte zu versachlichen.
Beifall beim BZÖ.
Ich bin froh, dass wir jetzt, spät aber doch, am Nachmittag eine Debatte über die Eurokrise führen, denn in den Medien liest man eigentlich nur mehr etwas über die Postenbesetzungen der Regierung in der Nationalbank oder im Verfassungsgerichtshof oder über die Causa Graf. Aber das Problem in diesem Land, in diesem Europa ist eigentlich die Eurokrise, und darüber wird man ernsthaft reden müssen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
ler, als Nettozahler, als Bürgen, als Haftenden praktisch das Wort zu verbieten. Das wird es mit uns vom BZÖ mit Sicherheit nicht geben! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das heißt, der ESM ist in Wirklichkeit ein Knebelungsvertrag für alle europäischen Haushalte, für die nationalen Parlamente und in Wirklichkeit auch ohne Legitimität, denn es wurde darüber niemals abgestimmt – es gab keine Volksabstimmung, es wird keine geben. Es wird einfach gemacht, ohne zu fragen, ob die Bürger das wollen. Und die Bürger wollen das nicht, weil sie bereits genug gezahlt haben, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Daher verlangen wir, dass man über die Instrumente, die zur Anwendung kommen, nachdenkt. Wir glauben, dass dies die falschen Instrumente sind. Wir verlangen einen sofortigen Zahlungsstopp für diesen ESM, auch an Griechenland, denn es gibt ja auch keine Sicherheiten, wie sie zum Beispiel Finnland in diesem Bereich bereits geschaffen hat. Und wir sind der Meinung, dass wir das Geld für dringende Zukunftsinvestitionen – ob im Bereich der Wissenschaft, der Bildung oder der Forschung und Entwicklung – in diesem Land selbst brauchen, weil Österreich bereits genug gezahlt hat. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ
Das heißt, Abgeordneter Stummvoll hat hier sehr offen einen Fehler zugegeben – das ist nichts Schlechtes. Die Frage ist: Hat die ÖVP, hat diese Bundesregierung aus diesem Fehler gelernt? Werden Sie Ihren Weg, den von Ihnen eingeschlagenen Weg, den Sie heute hier als blauäugig bezeichnet haben, korrigieren oder werden Sie weitermachen? Wenn man die Antworten der Frau Bundesminister gehört hat, dann bin ich eher pessimistisch, dass Sie aus diesen Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Auch Martin Bartenstein ist ja hier herausgekommen und hat gemeint, es gebe keine Alternative. Wenn ich diese Aussage höre, dann stelle ich schon die Frage: Haben wir nicht einen Punkt erreicht, an dem man auch als Demokrat einmal über Alternativen zumindest nachdenken sollte (Beifall bei der FPÖ), einmal darüber nachdenken sollte, ob das, was man in der Vergangenheit getan hat, vielleicht doch falsch gewesen ist, vielleicht doch zu korrigieren gewesen ist, anstatt sich immer dem Diktat und den Vorgaben von Brüssel zu unterwerfen?
Beifall bei der FPÖ.
Die Freiheitlichen wollen weniger Europa. Genau das unterscheidet diese beiden politischen Gruppierungen. Sie von der SPÖ erfüllen in Wirklichkeit das Diktat aus Brüssel, Sie wollen noch mehr Rettungsschirme, Sie wollen noch mehr Steuergeld an die verschuldeten Staaten überantworten, während wir sagen: Weniger Europa! Weniger Hereinregieren in unsere Souveränität! Wir sagen: Mehr Österreich! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Das ist es auch, was wir Ihnen vorwerfen, Frau Bundesminister. Es liegen die Fakten auf dem Tisch, und Sie haben Angst vor der österreichischen Bevölkerung. Eine so weitreichende Entscheidung wie die Einführung des Europäischen Stabilitätsmechanismus, der unser demokratisches System de facto aushöhlt, weil wir Parlamentarier nicht mehr die Möglichkeit haben, über unseren Haushalt zu entscheiden, eine so grundlegende Änderung, ein so grundlegender Einschnitt in die österreichische Verfassung ist dem Volk vorzulegen! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Wir von der FPÖ wollen das nicht. Wir wollen, dass die österreichische Bevölkerung in diesen Bereich eingebunden wird. Und ich frage Sie: Wovor fürchten Sie sich? Auch wenn die österreichische Bevölkerung ein klares Nein zu diesem Weg sagt, so ist es Ihre Verantwortung und Ihr Auftrag als Minister, die Interessen der Österreicher zu vertreten und nicht jene der Bürokraten in Brüssel. (Beifall bei der FPÖ.)
Bundesministerin Dr. Fekter: Eben!
klaren frauenpolitischen Aussagen (Bundesministerin Dr. Fekter: Eben!) am Beginn der Debatte danken. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Die permanenten frauenverachtenden und sexistischen Aussagen von einigen Abgeordneten des BZÖ sind tiefste Schublade und dieses Hauses nicht würdig. Das möchte ich einfach hier sagen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fekter sagt, sie ist der einzige Mann in der Regierung, und Sie sagen, wir sind sexistisch?! – Abg. Mag. Wurm: Er hat es noch nicht begriffen!) – Es ist sinnlos beim Herrn Westenthaler. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
klaren frauenpolitischen Aussagen (Bundesministerin Dr. Fekter: Eben!) am Beginn der Debatte danken. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Die permanenten frauenverachtenden und sexistischen Aussagen von einigen Abgeordneten des BZÖ sind tiefste Schublade und dieses Hauses nicht würdig. Das möchte ich einfach hier sagen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fekter sagt, sie ist der einzige Mann in der Regierung, und Sie sagen, wir sind sexistisch?! – Abg. Mag. Wurm: Er hat es noch nicht begriffen!) – Es ist sinnlos beim Herrn Westenthaler. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fekter sagt, sie ist der einzige Mann in der Regierung, und Sie sagen, wir sind sexistisch?! – Abg. Mag. Wurm: Er hat es noch nicht begriffen!
klaren frauenpolitischen Aussagen (Bundesministerin Dr. Fekter: Eben!) am Beginn der Debatte danken. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Die permanenten frauenverachtenden und sexistischen Aussagen von einigen Abgeordneten des BZÖ sind tiefste Schublade und dieses Hauses nicht würdig. Das möchte ich einfach hier sagen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fekter sagt, sie ist der einzige Mann in der Regierung, und Sie sagen, wir sind sexistisch?! – Abg. Mag. Wurm: Er hat es noch nicht begriffen!) – Es ist sinnlos beim Herrn Westenthaler. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
klaren frauenpolitischen Aussagen (Bundesministerin Dr. Fekter: Eben!) am Beginn der Debatte danken. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.) Die permanenten frauenverachtenden und sexistischen Aussagen von einigen Abgeordneten des BZÖ sind tiefste Schublade und dieses Hauses nicht würdig. Das möchte ich einfach hier sagen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Fekter sagt, sie ist der einzige Mann in der Regierung, und Sie sagen, wir sind sexistisch?! – Abg. Mag. Wurm: Er hat es noch nicht begriffen!) – Es ist sinnlos beim Herrn Westenthaler. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.
Diese Daten machen noch einmal klar, wie wichtig es für uns ist, wie wichtig es für Österreich ist, dass der Euro erhalten bleibt und dass wir auch die EU als Gesamtes erhalten. Das heißt, es hilft nicht der Blick nach hinten, in die Vergangenheit, sondern es nützt nur ein klarer und nüchterner Blick nach vorne. (Präsident Neugebauer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren, daran arbeiten wir mit Nachdruck zum Wohle der Menschen in unserer Heimat. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Finanzministerin! Frau Innenministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Man sieht, wie wichtig Herrn Klubobmann Strache die heutige Dringliche Anfrage ist: Kaum hat er in einer marktschreierischen Art und Weise seinen Redebeitrag geleistet, ist er auch schon wieder weg! (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der FPÖ: Was haben Sie für ein Problem? Wo ist der Stummvoll?
Vielleicht kann Herr Kickl Herrn Klubobmann Strache einmal sagen, dass er nach seiner Rede hier bleiben soll, damit er hört, welche Argumente die anderen Fraktionen zu seiner Dringlichen Anfrage bringen. (Rufe bei der FPÖ: Was haben Sie für ein Problem? Wo ist der Stummvoll?)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist nicht mehr da!
Zum Thema Paranoia möchte ich Herrn Grosz fragen, welche Paranoia er damals gehabt hat, als er sich vom Kollegen Faul so verfolgt gefühlt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist nicht mehr da!) oder als er beispielswiese gesagt hat, dass er sich aus der Politik verabschiedet, wenn er in Graz beziehungsweise in der Steiermark nicht in den Landtag kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist weg!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist weg!
Zum Thema Paranoia möchte ich Herrn Grosz fragen, welche Paranoia er damals gehabt hat, als er sich vom Kollegen Faul so verfolgt gefühlt hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist nicht mehr da!) oder als er beispielswiese gesagt hat, dass er sich aus der Politik verabschiedet, wenn er in Graz beziehungsweise in der Steiermark nicht in den Landtag kommt. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Unterschied ist, Faul ist weg!)
Ruf: Sie auch!
Herr Kollege Grosz, Sie könnten und sollten, wenn es hier herinnen um ganz wichtige Dinge geht, bei der Sache bleiben, auch in Ihren Zwischenrufen (Ruf: Sie auch!), denn das tun wir auch in unseren Zwischenrufen und Debattenbeiträgen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Frau Tamandl, mit welcher Berufsbezeichnung auf der Wahlliste haben Sie kandidiert? – Abg. Ing. Westenthaler: Alles behandelt worden!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Frau Tamandl, mit welcher Berufsbezeichnung auf der Wahlliste haben Sie kandidiert? – Abg. Ing. Westenthaler: Alles behandelt worden!
Herr Kollege Grosz, Sie könnten und sollten, wenn es hier herinnen um ganz wichtige Dinge geht, bei der Sache bleiben, auch in Ihren Zwischenrufen (Ruf: Sie auch!), denn das tun wir auch in unseren Zwischenrufen und Debattenbeiträgen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Frau Tamandl, mit welcher Berufsbezeichnung auf der Wahlliste haben Sie kandidiert? – Abg. Ing. Westenthaler: Alles behandelt worden!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.
Aber zur Sache. Ich möchte noch einmal in Erinnerung rufen, dass wir, wenn wir uns in einer Gemeinschaft wie der Europäischen Union oder der Währungsunion befinden, mit den anderen solidarisch sein müssen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.) – Darüber können wir dann noch sprechen, Herr Kollege Kickl.
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Solidarität gegenüber den anderen Mitgliedstaaten, die hilfsbedürftig sind, bedeutet aber auch, dass man ganz einfach auch Bedingungen einhalten muss. (Zwischenruf des Abg. Grosz.) Dieselben, die sagen, wir dürfen die anderen Mitgliedstaaten nicht unterstützen, sagen, dass der Fiskalpakt so, wie er jetzt ist, auf keinen Fall umgesetzt werden kann, denn es sei ein Wahnsinn, dass man die Staaten dazu anhält, ihre Schulden abzubauen beziehungsweise keine neuen Schulden zu machen.
Abg. Kickl: Gut war es!
Ich meine, dass wir in Österreich – und wir haben das bewiesen; die Opposition hat dazu natürlich unterschiedliche Meinungen gehabt – unsere Hausaufgaben gemacht haben. Wir haben Reformen gemacht und Verantwortung gezeigt, beispielsweise auch was die Schuldenbremse betrifft. Keine der Oppositionsparteien hat der Schuldenbremse zugestimmt, sodass sie in die Verfassung oder in den Verfassungsrang hätte kommen können (Abg. Kickl: Gut war es!), weil Sie überhaupt nicht in der Lage sind, Verantwortung für dieses Land zu übernehmen. Sie wollen uns zwar immer wieder sagen, dass Sie für dieses Land und auch für die Bevölkerung Verantwortung übernehmen wollen, aber Sie tun es nicht!
Abg. Grosz: Sie greifen den Griechen nicht unter die Arme, sondern den Banken!
Eines muss ich schon fragen – weil heute gesagt wurde, dass die Griechen den Gips selbst ins Spital mitnehmen müssen, dass alles so fürchterlich ist, dass sie nicht behandelt werden, wenn sie nicht vorher das Geld abliefern –: Herr Kollege Bucher, glauben Sie, dass es, wenn wir den Griechen nicht unter die Arme greifen würden, besser wäre? (Abg. Grosz: Sie greifen den Griechen nicht unter die Arme, sondern den Banken!)
Abg. Grosz: Und das wissen wir erst seit zwei Jahren?
Glauben Sie, dass die Menschen nicht kapiert haben, dass das Land mit den Maßnahmen, die es in den letzten Jahrzehnten gesetzt hat, über seine Verhältnisse gelebt hat? – Steuereintreibung hat nicht stattgefunden. Die Millionäre sind in Steueroasen geflüchtet. Es hat überhaupt kein System gegeben, wonach die Leute gewusst hätten, sie müssen für das, was sie verdienen, auch Steuern zahlen. (Abg. Grosz: Und das wissen wir erst seit zwei Jahren?) Viele sprechen hier herinnen immer von Vermögenssteuern, aber die Griechen haben ja nicht einmal die Steuern bezahlt, die sie laut Gesetz zahlen müssen. (Abg. Grosz: Und das wissen wir erst seit zwei Jahren?)
Abg. Grosz: Und das wissen wir erst seit zwei Jahren?
Glauben Sie, dass die Menschen nicht kapiert haben, dass das Land mit den Maßnahmen, die es in den letzten Jahrzehnten gesetzt hat, über seine Verhältnisse gelebt hat? – Steuereintreibung hat nicht stattgefunden. Die Millionäre sind in Steueroasen geflüchtet. Es hat überhaupt kein System gegeben, wonach die Leute gewusst hätten, sie müssen für das, was sie verdienen, auch Steuern zahlen. (Abg. Grosz: Und das wissen wir erst seit zwei Jahren?) Viele sprechen hier herinnen immer von Vermögenssteuern, aber die Griechen haben ja nicht einmal die Steuern bezahlt, die sie laut Gesetz zahlen müssen. (Abg. Grosz: Und das wissen wir erst seit zwei Jahren?)
Abg. Mag. Stefan: Das wird sich jetzt „grundlegend“ ändern!
Nein, Herr Kollege Grosz, das wissen wir schon die ganze Zeit. Aus diesem Grund sagen wir ja auch, dass die Griechen nur dann Geld bekommen, wenn sie die Bedingungen erfüllen, die die Geldgeber stellen. (Abg. Mag. Stefan: Das wird sich jetzt „grundlegend“ ändern!) Aber es kann nicht so sein, wie Sie das immer wünschen, dass es nur heißt: die armen Griechen!
Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.
Zum Populismus Folgendes: Sowohl die FPÖ als auch das BZÖ betreiben eine Art von Populismus, die man auch bei der letzten griechischen Wahl genau gesehen hat, dass (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) – Bitte? (Abg. Mag. Stefan: Der Euro hat ja Griechenland kaputt gemacht!) – Ich möchte nur sagen, dass sich der Populismus bei den letzten griechischen Wahlen gezeigt hat. (Abg. Mag. Stefan: Das ist ja kein Populismus!) Jetzt gibt es dort nämlich eine Konstellation, dass dort wieder gewählt werden muss, weil die Menschen so verunsichert sind und nicht wissen, wie es weitergeht. (Abg. Mag. Stefan: Deren Exportwirtschaft ist zusammengebrochen!)
Abg. Mag. Stefan: Der Euro hat ja Griechenland kaputt gemacht!
Zum Populismus Folgendes: Sowohl die FPÖ als auch das BZÖ betreiben eine Art von Populismus, die man auch bei der letzten griechischen Wahl genau gesehen hat, dass (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) – Bitte? (Abg. Mag. Stefan: Der Euro hat ja Griechenland kaputt gemacht!) – Ich möchte nur sagen, dass sich der Populismus bei den letzten griechischen Wahlen gezeigt hat. (Abg. Mag. Stefan: Das ist ja kein Populismus!) Jetzt gibt es dort nämlich eine Konstellation, dass dort wieder gewählt werden muss, weil die Menschen so verunsichert sind und nicht wissen, wie es weitergeht. (Abg. Mag. Stefan: Deren Exportwirtschaft ist zusammengebrochen!)
Abg. Mag. Stefan: Das ist ja kein Populismus!
Zum Populismus Folgendes: Sowohl die FPÖ als auch das BZÖ betreiben eine Art von Populismus, die man auch bei der letzten griechischen Wahl genau gesehen hat, dass (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) – Bitte? (Abg. Mag. Stefan: Der Euro hat ja Griechenland kaputt gemacht!) – Ich möchte nur sagen, dass sich der Populismus bei den letzten griechischen Wahlen gezeigt hat. (Abg. Mag. Stefan: Das ist ja kein Populismus!) Jetzt gibt es dort nämlich eine Konstellation, dass dort wieder gewählt werden muss, weil die Menschen so verunsichert sind und nicht wissen, wie es weitergeht. (Abg. Mag. Stefan: Deren Exportwirtschaft ist zusammengebrochen!)
Abg. Mag. Stefan: Deren Exportwirtschaft ist zusammengebrochen!
Zum Populismus Folgendes: Sowohl die FPÖ als auch das BZÖ betreiben eine Art von Populismus, die man auch bei der letzten griechischen Wahl genau gesehen hat, dass (Zwischenruf des Abg. Mag. Stefan.) – Bitte? (Abg. Mag. Stefan: Der Euro hat ja Griechenland kaputt gemacht!) – Ich möchte nur sagen, dass sich der Populismus bei den letzten griechischen Wahlen gezeigt hat. (Abg. Mag. Stefan: Das ist ja kein Populismus!) Jetzt gibt es dort nämlich eine Konstellation, dass dort wieder gewählt werden muss, weil die Menschen so verunsichert sind und nicht wissen, wie es weitergeht. (Abg. Mag. Stefan: Deren Exportwirtschaft ist zusammengebrochen!)
Abg. Mag. Stefan: Die Löhne sind gestiegen, die sind nicht mehr konkurrenzfähig!
Herr Kollege Stefan! Warum hat uns der Euro so viel gebracht (Abg. Mag. Stefan: Die Löhne sind gestiegen, die sind nicht mehr konkurrenzfähig!), und warum sind wir in unserer Exportwirtschaft so gut aufgestellt? (Abg. Mag. Stefan: Aber deren Exportwirtschaft ist kaputt! Ich rede von Griechenland!) Warum hat uns das eine halbe Million Arbeitsplätze gebracht, und warum konnten die Griechen da nicht reüssieren? – Weil sie ganz einfach ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben (Zwischenrufe bei der FPÖ) und Dinge verschlafen haben in Bereichen, wo wir Österreicher Weltmeister sind.
Abg. Mag. Stefan: Aber deren Exportwirtschaft ist kaputt! Ich rede von Griechenland!
Herr Kollege Stefan! Warum hat uns der Euro so viel gebracht (Abg. Mag. Stefan: Die Löhne sind gestiegen, die sind nicht mehr konkurrenzfähig!), und warum sind wir in unserer Exportwirtschaft so gut aufgestellt? (Abg. Mag. Stefan: Aber deren Exportwirtschaft ist kaputt! Ich rede von Griechenland!) Warum hat uns das eine halbe Million Arbeitsplätze gebracht, und warum konnten die Griechen da nicht reüssieren? – Weil sie ganz einfach ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben (Zwischenrufe bei der FPÖ) und Dinge verschlafen haben in Bereichen, wo wir Österreicher Weltmeister sind.
Zwischenrufe bei der FPÖ
Herr Kollege Stefan! Warum hat uns der Euro so viel gebracht (Abg. Mag. Stefan: Die Löhne sind gestiegen, die sind nicht mehr konkurrenzfähig!), und warum sind wir in unserer Exportwirtschaft so gut aufgestellt? (Abg. Mag. Stefan: Aber deren Exportwirtschaft ist kaputt! Ich rede von Griechenland!) Warum hat uns das eine halbe Million Arbeitsplätze gebracht, und warum konnten die Griechen da nicht reüssieren? – Weil sie ganz einfach ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben (Zwischenrufe bei der FPÖ) und Dinge verschlafen haben in Bereichen, wo wir Österreicher Weltmeister sind.
Abg. Kickl: Eine Frage nur!
Herr Kollege Kickl, zu dem, was Sie vorher eingeworfen haben (Abg. Kickl: Eine Frage nur!) und zum Thema Wahlliste: Ich möchte Sie gerne auffordern, dass Sie mir auch die unterschriebene Erklärung des Herrn Kollegen Graf zeigen. Ich habe sie bei mir, meine ist richtig. Sie können sie mir dann auch gerne im Couloir zeigen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Widerspruch zwischen Homepage und Wahlzettel, eine ganze Liste! Sie stehen auch drauf!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Widerspruch zwischen Homepage und Wahlzettel, eine ganze Liste! Sie stehen auch drauf!
Herr Kollege Kickl, zu dem, was Sie vorher eingeworfen haben (Abg. Kickl: Eine Frage nur!) und zum Thema Wahlliste: Ich möchte Sie gerne auffordern, dass Sie mir auch die unterschriebene Erklärung des Herrn Kollegen Graf zeigen. Ich habe sie bei mir, meine ist richtig. Sie können sie mir dann auch gerne im Couloir zeigen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Widerspruch zwischen Homepage und Wahlzettel, eine ganze Liste! Sie stehen auch drauf!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich!
xismus-Vorwürfe geäußert. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich!) Habe ich das richtig gehört? Und Kollegin Tamandl meint, ich hätte Paranoia. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.) – Auch gut, fein.
Zwischenruf der Abg. Tamandl.
xismus-Vorwürfe geäußert. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich!) Habe ich das richtig gehört? Und Kollegin Tamandl meint, ich hätte Paranoia. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.) – Auch gut, fein.
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sexistisch!
Jetzt zitiere ich Ihnen – ich weiß nicht, vielleicht ist Ihnen das ja entgangen – die heutigen Titelseiten der österreichischen Tageszeitungen, „ÖSTERREICH“, „Kurier“, „Kleine Zeitung“, „Kronen Zeitung“. Dort wird diese Finanzministerin zitiert mit den Worten: „Ich bin doch der einzige Mann in dieser Regierung.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist sexistisch!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Kollegin Muttonen, vielleicht haben Sie das nicht gelesen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Die Vorgeschichte, gut. (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) Das erfüllt im Übrigen, weil ja Frau Kollegin Tamandl offenbar Hobbytherapeutin ist, den Vorwurf der Schizophrenie. Das ist nicht paranoid, denn Paranoia ist der Verfolgungswahn – das kommt im zweiten Teil des Satzes, denn es heißt weiter: „Ich weiß genau, wie viele mich auf den Scheiterhaufen wünschen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das muss dir einmal einfallen !)
Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.
Kollegin Muttonen, vielleicht haben Sie das nicht gelesen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Die Vorgeschichte, gut. (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) Das erfüllt im Übrigen, weil ja Frau Kollegin Tamandl offenbar Hobbytherapeutin ist, den Vorwurf der Schizophrenie. Das ist nicht paranoid, denn Paranoia ist der Verfolgungswahn – das kommt im zweiten Teil des Satzes, denn es heißt weiter: „Ich weiß genau, wie viele mich auf den Scheiterhaufen wünschen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das muss dir einmal einfallen !)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das muss dir einmal einfallen !
Kollegin Muttonen, vielleicht haben Sie das nicht gelesen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Die Vorgeschichte, gut. (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) Das erfüllt im Übrigen, weil ja Frau Kollegin Tamandl offenbar Hobbytherapeutin ist, den Vorwurf der Schizophrenie. Das ist nicht paranoid, denn Paranoia ist der Verfolgungswahn – das kommt im zweiten Teil des Satzes, denn es heißt weiter: „Ich weiß genau, wie viele mich auf den Scheiterhaufen wünschen.“ (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja unglaublich! Das muss dir einmal einfallen !)
Beifall beim BZÖ.
Also in dieser Republik wünscht jemand die Finanzministerin auf den Scheiterhaufen. Das ist ein schizophrenes Weltbild, nämlich der klassische Verfolgungswahn, sehr geehrte Damen und Herren! Also auch keine Erfindung von mir. (Beifall beim BZÖ.) Fragen Sie Herrn Rasinger, der soll seine Arztbücher hervorräumen und Ihnen den Unterschied zwischen Paranoia und Schizophrenie erklären.
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm
Aber ich glaube, wir sollten diese Debatte gar nicht mit diesen medizinischen Betrachtungen zusätzlich anreichern, es reicht eine Finanzministerin (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm), die in die Geschichte der Republik, aber auch Europas dadurch eingeht, dass sie öffentlich kundgetan hat, dass Herr Juncker Nierensteine hat. Die Finanzpolitik Österreichs ist: Herr Juncker hat Nierensteine!
Bundesministerin Dr. Fekter spricht mit Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner
Ich habe heute etwas mitgebracht (Bundesministerin Dr. Fekter spricht mit Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner) – Frau Finanzminister, vielleicht sind Sie so höflich und hören mir zu, auch wenn ich vielleicht zu einem Thema spreche, das Sie nur peripher tangiert –, das ist vom „Mittagsjournal“ vom 15. Juni 2011, wo Sie zitiert werden, im Übrigen im O-Ton: Die Griechenlandhilfe kostet Österreich keinen Cent.
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Das hat Ihnen, sehr geehrte Frau Finanzministerin, die Sie mir noch immer nicht zuhören – aber mag sein, das ist halt die Wertschätzung, die Sie dem österreichischen Parlament und den Parlamentariern entgegenbringen, aber auch der Bevölkerung. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Sie benehmen sich gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes ja auch nicht anders.
Abg. Tamandl: Schon länger !
Frau Kollegin Tamandl – jetzt sind Sie ja Gott sei Dank wieder da –, Sie stellen sich heute da heraus und sagen, Griechenland ist jetzt ein Problem, aber so nach dem Motto: Wer konnte das schon wissen? Meine Zwischenfrage: Seit wann wissen Sie das? (Abg. Tamandl: Schon länger !) Ja, schon seit Längerem. Das waren jetzt gerade Ihre Worte.
Beifall beim BZÖ.
Was Sie da gejault haben, sehr geehrte Damen und Herren von SPÖ und ÖVP! (Beifall beim BZÖ.) Sie haben Jörg Haider als Quacksalber, als Polemiker, als gefährliche Person beschimpft! Vor 19 Jahren hat Jörg Haider, der BZÖ-Gründer, das vorausgesehen, was jetzt eingetreten ist und was heute bestätigt wird: Der Euro ist in drei Monaten kaputt!
Abg. Hornek: Hat Haider da Kärnten gemeint?
„Warum sollen wir Österreicher, die wir uns sozusagen an Gesetz und Ordnung halten, mit unseren Nettozahlungen den Schlendrian und die Korruption im Süden finanzieren?“ (Abg. Hornek: Hat Haider da Kärnten gemeint?)
Beifall beim BZÖ
Diese Worte, diese Warnung haben Sie 19 Jahre nicht beherzigt und stehen heute vor dem Scherbenhaufen Ihrer eigenen untertänigen Politik (Beifall beim BZÖ), wo Sie 28 Milliarden € österreichisches Steuergeld in den Schuldenturm der Europäischen Union werfen und diesem Parlament vorgaukeln, das alles wäre noch ein Geschäft und koste uns keinen Cent. In wenigen Monaten werden Sie vor die Österreicherinnen und Österreicher treten müssen, um ihnen zu sagen, dass ihre Währung nichts mehr wert ist und Menschen in diesem Land nach 1930 ein zweites Mal vor den Ruinen einer sogenannten beinharten Währungsreform in diesem Land stehen.
Abg. Rädler: „Bären-Taler“ führen wir ein!
Und statt sich hier ins Parlament zu stellen und uns zu skizzieren, welche Pläne – das ist nämlich die Frage 2 des Dringlichen Antrages, des Anfragestellers – Sie haben, was Sie denn zu tun gedenken im September oder Oktober dieses Jahres, wenn diese europäische Währung tatsächlich den Bach hinuntergeht, ob Sie Essensmarken vorsehen, ob Sie den Schilling wieder einführen, verschweigen Sie sich heute einmal mehr und ziehen sich auf Pauschalstandpunkte zurück: Das ist alles ein Geschäft, ihr werdet schon sehen, gebt’s eine Ruh’!, und lächeln fleißig dabei. (Abg. Rädler: „Bären-Taler“ führen wir ein!)
Beifall beim BZÖ.
Einer Finanzministerin, die von einem Fettnapf in den anderen tritt und beim Vorübergehen gestern noch die Italiener, weil sie eine falsche Bemerkung macht, einige Millionen Euro kosten wird, also Italien aufgrund ihrer unvorsichtigen Äußerungen, die ich heute ohnehin schon zuhauf zitiert habe, Schaden zufügt, einer solchen Finanzministerin können wir in dieser Situation nicht vertrauen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Bartenstein: Innenressort, aber macht nichts! – Es sind nur Bundesministerin Dr. Fekter und Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner anwesend.
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin für Finanzen! Frau Bundesministerin für Justiz! (Abg. Dr. Bartenstein: Innenressort, aber macht nichts! – Es sind nur Bundesministerin Dr. Fekter und Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner anwesend.) Hohes Haus! Als Kaufmann muss ich sagen, eigentlich ist schade um die Zeit. Es nützt nämlich nichts: Was immer hier die Opposition an Vorschlägen einbringt, die Bundesregierung wird stur auf dem bisherigen Euro-Weg bleiben und nur das befolgen, was die Brüsseler Eurokraten anschaffen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin für Finanzen! Frau Bundesministerin für Justiz! (Abg. Dr. Bartenstein: Innenressort, aber macht nichts! – Es sind nur Bundesministerin Dr. Fekter und Bundesministerin Mag. Mikl-Leitner anwesend.) Hohes Haus! Als Kaufmann muss ich sagen, eigentlich ist schade um die Zeit. Es nützt nämlich nichts: Was immer hier die Opposition an Vorschlägen einbringt, die Bundesregierung wird stur auf dem bisherigen Euro-Weg bleiben und nur das befolgen, was die Brüsseler Eurokraten anschaffen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren, wir müssen mit aller Kraft dagegen aufbegehren, ehe es zu spät ist! Ziviler Widerstand ist in dieser Frage Bürgerpflicht. Deshalb verlangen wir eindringlich eine Volksabstimmung für Fiskalpaket und ESM. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Es sind in der Zwischenzeit nicht 1,2 Milliarden, sondern 6 Milliarden €! Um dieses Geld könnte man viele Kindergärten bauen, Schulen errichten, Pflegeplätze, das Bundesheer unterstützen und so weiter. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Also doch gutes Geld?
Das System Euro ist aus meiner Sicht tot. Wann, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP, hören Sie auf, die Bevölkerung falsch zu informieren?! Wann beenden Sie endlich die Geldverschwendung?! Wann werfen Sie unser gutes Geld nicht mehr in ein Fass ohne Boden?! (Abg. Dr. Matznetter: Also doch gutes Geld?)
Beifall bei der FPÖ.
Denn auch für diese 100 Milliarden, Herr Kollege, die wir für Spanien aufwenden, müssen wir 3 Milliarden Haftungen einsetzen. Geben Sie doch endlich zu, dass der Weg, den Sie bisher mit der Euro-Strategie beschritten haben, der falsche Weg ist und wir aus diesem Dilemma herausmüssen! Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, und unser Geld für unsere Leute! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Heiterkeit
Ich wollte nur ein paar Anmerkungen machen, nachdem sich ja heute der Kollege Grosz selbst zum Psychiater ernannt hat. Andere ernennen sich in Wahllisten zu Anwälten, Sie sind beim Psychiater angekommen. Ich wollte Sie nur vor einer Kleinigkeit warnen: Es ist schon manchmal der Fall, dass der Patient sich selbst für den Psychiater hält (Heiterkeit), aber nicht alle äußeren Erscheinungsbilder müssen ein Zeichen einer Störung sein. Der Grund, warum Ihnen niemand mehr zuhört, ist vielleicht nicht, weil Sie sich es nur einbilden, sondern es interessiert möglicherweise einfach niemanden mehr. Das ist ja auch eine denkbare Variante. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Sie haben aber sehr gut zugehört! Nachdem Sie sich mit mir beschäftigen, haben Sie mir gut zugehört!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Sie haben aber sehr gut zugehört! Nachdem Sie sich mit mir beschäftigen, haben Sie mir gut zugehört!
Ich wollte nur ein paar Anmerkungen machen, nachdem sich ja heute der Kollege Grosz selbst zum Psychiater ernannt hat. Andere ernennen sich in Wahllisten zu Anwälten, Sie sind beim Psychiater angekommen. Ich wollte Sie nur vor einer Kleinigkeit warnen: Es ist schon manchmal der Fall, dass der Patient sich selbst für den Psychiater hält (Heiterkeit), aber nicht alle äußeren Erscheinungsbilder müssen ein Zeichen einer Störung sein. Der Grund, warum Ihnen niemand mehr zuhört, ist vielleicht nicht, weil Sie sich es nur einbilden, sondern es interessiert möglicherweise einfach niemanden mehr. Das ist ja auch eine denkbare Variante. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Sie haben aber sehr gut zugehört! Nachdem Sie sich mit mir beschäftigen, haben Sie mir gut zugehört!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Aber nach den eher humoristischen oder traurigen Einlagen: Sie zitieren Jörg Haider aus 1994, aber ich weiß nicht, ob er so ein Italien-Spezialist oder Griechenland-Spezialist war. Das weiß ich nicht, das müsste man fragen. Im schlampigen Süden kennt er sich vielleicht aus, nur: Die Folgewirkungen des schlampigen Südens in Österreich waren nicht nur 28 Milliarden. Wir kiefeln hier an weitaus größeren Beträgen bei der Hypo Alpe Adria, und wir sind nicht am Überlegen, ob der – was hat er vorgeschlagen? – Bären-Taler oder vielleicht statt Maria-Theresien-Taler Dörfler oder Scheuchler kommt, sondern in Wirklichkeit zahlt der Rest von Österreich diese Dinge, die dort passiert sind, für die Schlamperei im Süden jenes Landeshauptmannes, den Sie vorher zitiert haben. Und vielleicht sollte man vor der eigenen Tür kehren, bevor man gegen Griechen und Sonstige opponiert. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP
Sie hat recht. Wenn das passierte, könnten die Folgewirkung Hunderttausende Arbeitslose mehr in unserem Land sein. Daher sind diese ganzen Ratschläge, wie sie da kommen, vom Blattl abgelesen: Beenden Sie den Transfer, stimmen Sie dem nicht zu!, und was noch alles da kam, absoluter volkswirtschaftlicher Wahnsinn (Beifall bei SPÖ und ÖVP), weil es – ich erkläre es ganz einfach – wirklich gutes Geld ist, Herr Kollege Gradauer. Und in dem Moment, in dem wir hergehen und die Grenzen dicht machen und den Schilling hier einsetzen, sind wir einer Spekulation ausgesetzt, die wir nicht mit
Abg. Neubauer: Aber keine Haftungen!
Hören Sie doch auf, diesen Unsinn zu schüren! Wir müssen gemeinsam versuchen, die Errungenschaften dieser Europäischen Union, des Binnenmarktes und der gemeinsamen Währung zu erhalten. Und ja, die Österreicherinnen und Österreicher haben 1994 zu zwei Drittel für eine Union gestimmt, die schon damals vorgesehen hat, vollkommen richtig, Zahlungen für Strukturverbesserungen in Südeuropa, aber auch in Osteuropa zu leisten. (Abg. Neubauer: Aber keine Haftungen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz – in Richtung SPÖ –: Vielleicht steht ihr noch auf für diese rhetorische Glanzleistung des Herrn Alt-Staatssekretärs?!
Also wo soll es stattfinden? – Auf einem Binnenmarkt. Und die österreichischen Firmen sind großteils KMUs, die können nicht ein Treasuring unterhalten und mit den Währungen spekulieren. Die sind nämlich bei einer kleinen Währung jeder Wechselkursänderung ausgeliefert. Sie haben das offenbar nie gehört, wie das ist. Für kleine Unternehmen war der Schilling eine Katastrophe! Er konnte keine Kurssicherung bewirken. In dem Moment, in dem der Betreffende über die Grenze gegangen ist mit einem Auftrag, war er dem Risiko eines Konkurses ausgesetzt. Denen hat die gemeinsame Währung so genützt, dass es wirklich das Dümmste wäre, diese gemeinsame Währung in Frage zu stellen. Und daher ist Ihr Beitrag hier kein besonders wertvoller. Da ist der Euro wertvoller. – Danke, Herr Gradauer. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Grosz – in Richtung SPÖ –: Vielleicht steht ihr noch auf für diese rhetorische Glanzleistung des Herrn Alt-Staatssekretärs?!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Van der Bellen ist nie substanzlos!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geschätzte Frau Bundesminister! Geschätzter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Heute haben wir die Gelegenheit zu einer Diskussion über den Euro, wie wir sie in der Qualität lange nicht hatten – die Frau Bundesminister in einer Klarheit und Prägnanz, dass man dankbar sein kann, dass wir sie haben, die Opposition in einer wirklich peinlichen Darbietung an Substanzlosigkeit, an fehlenden Vorschlägen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Van der Bellen ist nie substanzlos!) Und der wirklich interessante Punkt ist ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Van der Bellen substanzlos? Das ist ein Quatsch!) – Frau Glawischnig, warum regen Sie sich auf? Hören Sie mir einfach zu!
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Van der Bellen substanzlos? Das ist ein Quatsch!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geschätzte Frau Bundesminister! Geschätzter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Heute haben wir die Gelegenheit zu einer Diskussion über den Euro, wie wir sie in der Qualität lange nicht hatten – die Frau Bundesminister in einer Klarheit und Prägnanz, dass man dankbar sein kann, dass wir sie haben, die Opposition in einer wirklich peinlichen Darbietung an Substanzlosigkeit, an fehlenden Vorschlägen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Van der Bellen ist nie substanzlos!) Und der wirklich interessante Punkt ist ... (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Van der Bellen substanzlos? Das ist ein Quatsch!) – Frau Glawischnig, warum regen Sie sich auf? Hören Sie mir einfach zu!
Abg. Mag. Gaßner: Ach so?
gegeben, die heute nicht in Opposition war, sondern sehr klar das Gemeinsame mitgetragen hat. Und das wollte ich eigentlich nur sagen. Ich habe mich darüber gefreut, klare Worte vom Herrn Van der Bellen zu hören – nicht nur, weil er die Frau Bundesminister gelobt hat, was ihm sehr gut angestanden ist und auch der Frau Bundesminister, glaube ich, gutgetan hat, sondern einfach deswegen, weil das, was er in der Sache gesagt hat, durchaus von einer großen Weisheit getragen war und durchaus interessant war. Ich möchte darauf hinweisen, dass heute unser Kollege Cap eine Rede gehalten hat. Bis auf ein einziges Wort, das ich vielleicht anders formulieren würde, würde ich diese Rede unterschreiben. Das Wort „Gerechtigkeit“ war in diesem Zusammenhang vielleicht wenig hilfreich, ich hätte es durch „Leistung“ ersetzt. (Abg. Mag. Gaßner: Ach so?) Dann hätte ich die ganze Rede wirklich als sehr ordentlich empfunden.
Abg. Mag. Stefan: Das brauchen sie ja nicht mehr! Das ist der Systemwechsel, dem Sie zustimmen!
Das Spannende ist: Diese Debatte um den Euro zeigt uns, das ist ein sehr tiefgehendes, sehr wirkliches Thema, eine echte Herausforderung, die uns in der Substanz der parlamentarischen Arbeit fordert, dass das ordentlich diskutiert werden kann. Das wirklich Spannende an dieser europäischen Eurokrise ist für mich: Sind Länder imstande, die Entscheidungen für ihre eigene ökonomische, soziale, gesellschaftliche Zukunft so zu treffen, dass sie ohne Schulden ihre Leistungen auch im sozialen Bereich finanzieren können? (Abg. Mag. Stefan: Das brauchen sie ja nicht mehr! Das ist der Systemwechsel, dem Sie zustimmen!)
Abg. Mag. Stefan: Im Gegenteil, das vergessen Sie!
Das Problem für Griechenland ist, dass gerade da die Volksvertreter mit extremem Populismus vergessen haben, dass man zuerst erwirtschaften muss, was man ausgibt. (Abg. Mag. Stefan: Im Gegenteil, das vergessen Sie!) Das Problem ist, dass ganz offensichtlich auch jetzt bei dieser Wahl die links-linke Opposition, der totale Populismus gewählt wurde und damit klar war: Dieses Land steigt aus der Refinanzierbarkeit aus. Das ist den Menschen in Griechenland aufgefallen, und jetzt wird es wieder eine Wahl geben. Ich hoffe, es gibt eine genügende Zahl jener, die ihre Demokratie so stärken, dass sie auch Entscheidungen ermöglichen, die unangenehm sind.
Abg. Mag. Stefan: Wollen Sie die Transferunion?
Das wirklich große Herausfordernde für Europa ist: Werden wir gemeinsame Entscheidungen treffen können, die uns zurückführen zu dem, was wir aus eigener Kraft finanzieren, die uns genügsam sein lassen mit dem, was wir aus Leistung, aus Innovation, aus unserer Arbeitskraft und aus unseren technischen Leistungen finanzieren können? – Das bedeutet, dass wir zuerst einmal lernen müssen, mit weniger Schulden auszukommen. (Abg. Mag. Stefan: Wollen Sie die Transferunion?) Das bedeutet auch, dass wir dann unsere Investitionen so tätigen können, dass Wachstum möglich wird.
Abg. Mag. Stefan: Wollen Sie eine Transferunion? Finden Sie es richtig, wenn der eine für die Schulden des anderen bürgt?
Es ist eine gar nicht so schwere Kur, wenn man sie überlegt. Sie ist aber schwer, wenn man als populistische Oppositionspartei bei so einer gemeinschaftlichen Aktion dabei sein soll. (Abg. Mag. Stefan: Wollen Sie eine Transferunion? Finden Sie es richtig, wenn der eine für die Schulden des anderen bürgt?) Es ist bedauerlich, dass im österreichischen Parlament offensichtlich die Destruktion vor die gemeinsame und starke Zukunft in Europa gestellt wird.
Abg. Mag. Stefan: Was für einen Weg haben denn Sie verlassen mit der Transferunion?
Es ist eine Freude, dass die Parteien, die offensichtlich staatstragend und europatragend sind, in dieser Frage zeigen, dass sie ihren Wählern demokratische Reife zutrauen. Das ganz Entscheidende ist ja: Schaffen wir es, diese Veränderungen und Notwendigkeiten unseren Wählern zu erklären? – Denn eines ist ganz sicher: Wir werden nur weiterkommen, wenn der ESM tatsächlich ordentlich arbeiten kann. Wir werden nur weiterkommen, wenn wir die gemeinsamen Regeln und Ziele befolgen. Und wir werden wahrscheinlich erleben müssen, dass es auch Sanktionen und Einschränkungen gibt für die, die durch populistische Irrwege diese Wege verlassen wollen. (Abg. Mag. Stefan: Was für einen Weg haben denn Sie verlassen mit der Transferunion?)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Klare Worte in diesen Zeiten tun gut. Danke, Frau Bundesminister! Es ist auch gut für den einen oder anderen aus dem Ausland, zu hören, was über ihn gesagt wird. Wir haben gute Ziele, wir haben eine begründete Hoffnung, weil wir aus Verantwortung handeln. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Herr Abgeordneter Matznetter, Sie haben hier vom Rednerpult aus ein ganzes Bundesland, nämlich das Bundesland Kärnten, als – ich zitiere – den schlampigen Süden bezeichnet und das Bundesland Kärnten gleichgesetzt mit den Zuständen in Griechenland. Ich weise das im Sinne der Kärntner Bevölkerung auf das Entschiedenste zurück! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Beifall bei BZÖ und FPÖ.
Das ist eine Frechheit, Herr Abgeordneter Matznetter, eine Frechheit, eine Sauerei, eine Gemeinheit gegenüber den Kärntnern! Entschuldigen Sie sich endlich! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Steht alles im Protokoll! – Abg. Grosz: Haben Sie ja gemacht!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Der Abgeordnete Westenthaler hat eben von hier aus behauptet, ich hätte Kärnten als schlampigen Süden bezeichnet. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht alles im Protokoll! – Abg. Grosz: Haben Sie ja gemacht!)
Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!
Ich berichtige tatsächlich: Ich habe repliziert auf ein Zitat des verstorbenen Jörg Haider (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!), das Abgeordneter Grosz (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!) gebracht hat, über den schlampigen Süden (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien und nicht Kärnten!) und habe dann dazu ausgeführt, dass die 28 Milliarden nicht ausreichen für die Schulden der Hypo-Alpe-Adria. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der intellektuelle Nachtscherm der SPÖ ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Da klatschen sie noch, die Kärntner Abgeordneten! Pfui Teufel! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!
Ich berichtige tatsächlich: Ich habe repliziert auf ein Zitat des verstorbenen Jörg Haider (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!), das Abgeordneter Grosz (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!) gebracht hat, über den schlampigen Süden (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien und nicht Kärnten!) und habe dann dazu ausgeführt, dass die 28 Milliarden nicht ausreichen für die Schulden der Hypo-Alpe-Adria. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der intellektuelle Nachtscherm der SPÖ ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Da klatschen sie noch, die Kärntner Abgeordneten! Pfui Teufel! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien und nicht Kärnten!
Ich berichtige tatsächlich: Ich habe repliziert auf ein Zitat des verstorbenen Jörg Haider (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!), das Abgeordneter Grosz (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!) gebracht hat, über den schlampigen Süden (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien und nicht Kärnten!) und habe dann dazu ausgeführt, dass die 28 Milliarden nicht ausreichen für die Schulden der Hypo-Alpe-Adria. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der intellektuelle Nachtscherm der SPÖ ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Da klatschen sie noch, die Kärntner Abgeordneten! Pfui Teufel! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der intellektuelle Nachtscherm der SPÖ ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Da klatschen sie noch, die Kärntner Abgeordneten! Pfui Teufel! – Weitere Zwischenrufe.
Ich berichtige tatsächlich: Ich habe repliziert auf ein Zitat des verstorbenen Jörg Haider (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!), das Abgeordneter Grosz (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien!) gebracht hat, über den schlampigen Süden (Abg. Grosz: Über Griechenland und Italien und nicht Kärnten!) und habe dann dazu ausgeführt, dass die 28 Milliarden nicht ausreichen für die Schulden der Hypo-Alpe-Adria. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Der intellektuelle Nachtscherm der SPÖ ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Da klatschen sie noch, die Kärntner Abgeordneten! Pfui Teufel! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Westenthaler: Den nehme ich mit Stolz entgegen!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Westenthaler! Für diese bewusste Äußerung „Sauerei“ und „Frechheit“ erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Den nehme ich mit Stolz entgegen!)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Kurt List (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen Minister! Herr Landesverteidigungsminister! Hohes Haus! Zum Thema Deaktivierung von Schusswaffen: Dieses Gesetz ist völlig unausgegoren und lückenhaft erstellt. Trotzdem wurde es von den Damen und Herren von Rot und Schwarz im Ausschuss kommentarlos abgesegnet und durchgewinkt. Auch unsere Forderung, die Forderung des BZÖ, die Beratungen zu vertagen, um weitere Informationen als Beurteilungsgrundlage zu erhalten, wurde rasch abgewürgt. Das bestätigt wieder, dass die Abgeordneten von SPÖ und ÖVP nur klägliche Vollzugsgehilfen ihrer Minister sind. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Geschätzte Damen und Herren, diese Novelle hat schwere Mängel. Die Novelle widerspricht dem aktuellen Rechtszustand. Jetzt werden Besitzer von bereits ausgeschiedenen und deaktivierten Waffen aus Bundesheerbestand kriminalisiert. Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Diese gescheiterte Regierung belangt Personen mit überflüssigen Verwaltungsstrafen. Es werden die Besitzer von längst unbrauchbar gemachten, nicht mehr einsatzbereiten Schusswaffen gestraft. Das ist mehr als peinlich von dieser Regierung. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.
Von uns kommt ein klares Ja zum Bunkermuseum am Wurzenpass und die wiederholte scharfe Ablehnung falscher Regeln zur Deaktivierung von Schusswaffen. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Fichtenbauer.)
Abg. List: Es ist so!
Abgeordneter Peter Stauber (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege List! Diese Behauptungen, die du da am Anfang aufgestellt hast (Abg. List: Es ist so!), stimmen bei Weitem nicht, und die muss ich schärfstens zurückweisen, denn wir wollen mit der Novelle zu diesen beiden Gesetzen eine Rechtssicherheit herstellen, die es momentan nicht gibt. Das weißt du ganz genau, und da wollen wir nichts herumdeuteln. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Peter Stauber (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege List! Diese Behauptungen, die du da am Anfang aufgestellt hast (Abg. List: Es ist so!), stimmen bei Weitem nicht, und die muss ich schärfstens zurückweisen, denn wir wollen mit der Novelle zu diesen beiden Gesetzen eine Rechtssicherheit herstellen, die es momentan nicht gibt. Das weißt du ganz genau, und da wollen wir nichts herumdeuteln. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, ich bitte auch weiterhin um deine ausgestreckte Hand in dieser Causa, damit es so schnell wie möglich zu einer gütlichen Einigung kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das war die Kurzerörterung dieses Antrages. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich fordere alle hier im Haus anwesenden Abgeordneten auf, bei diesem Spielchen nicht mehr mitzutun und eine ordentliche Lösung herbeizuführen. Herr Bundesminister, Sie sind hier gefordert, mit Leadership, mit Führungskraft endlich eine Lösung für alle Beteiligten zu finden, die auch im Sinne des Bunkermuseums zu sein hat! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher meine Bitte: Wir sollten die Inhalte und diese Diskussion nicht überziehen. Lassen wir die Emotionen ein wenig draußen, verkomplizieren wir dieses Thema nicht, und verunsichern wir die Menschen draußen nicht! – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
der Redner hält ein Bild in Richtung Bundesminister Mag. Darabos
Ich möchte Ihnen da ein Bild aus 2010 geben (der Redner hält ein Bild in Richtung Bundesminister Mag. Darabos) und veranschaulichen, was sich da abspielt. Auf diesem Bild sind einerseits mehrere Bundesheersoldaten und auf der anderen Seite ein stolzer Ritterkreuz-Orden-Träger zu sehen. Als Historiker wissen Sie, was das Ritterkreuz ist. Das war ursprünglich der Orden, den Adolf Hitler selbst übergeben hat, später hat er das nicht mehr selbst getan, aber es war sozusagen der Orden von Adolf Hitler. So, die sind hier Seite an Seite.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Steinhauser überreicht Bundesminister Mag. Darabos das genannte Bild.
Ich darf Ihnen das Bild dalassen, denn ich glaube, das Bild veranschaulicht deutlich, wo das Problem liegt. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Steinhauser überreicht Bundesminister Mag. Darabos das genannte Bild.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer
Herr Dr. Fichtenbauer – ich schade uns jetzt wahrscheinlich beiden –, wir sind ideologisch und politisch ziemlich weit voneinander entfernt, so wie die Sonne von der Erde wahrscheinlich (Zwischenruf des Abg. Dr. Fichtenbauer), aber ich schätze Sie als Experten und als Vorsitzenden des Landesverteidigungsausschusses. Dennoch glaube ich, Sie irren heute.
Abg. Mag. Steinhauser: Dann gehen wir es an!
Bevor ich dann zu den Einzelheiten komme, ein Wort zu den Grünen. Herr Abgeordneter Steinhauser, ich teile Ihre Meinung, und jede Unterstützung Ihrerseits nehme ich gerne an. (Abg. Mag. Steinhauser: Dann gehen wir es an!) Was mich aber schon gestört hat – und deswegen bin ich etwas traurig, dass diese Debatte durch die Dringliche Anfrage zerrissen wurde, die natürlich legitim ist hier im Hohen Haus –, ist der Redebeitrag Ihrer Kollegin und ihr Vorwurf, ich würde nichts gegen neonazistische Umtriebe und gegen Sexismus im Bundesheer tun.
Zwischenruf des Abg. Klikovits.
Zweiter Punkt noch: Sicherheitsstrategie. Auch das wurde mir vorgeworfen. Entschuldigung, wir haben die Sicherheitsstrategie in der Regierung ausgearbeitet, wir haben sie in der Regierung einstimmig beschlossen, sie liegt im Parlament. Jetzt sind an und für sich Sie am Zug. Sie liegt nämlich seit über einem Jahr im Parlament, und es wäre schön, wenn wir die Sicherheitsstrategie zu einem Ende brächten, denn die jetzt gültige Sicherheitsstrategie aus dem Jahr 2001 – wobei man darüber streiten kann, ob sie überhaupt gültig ist, weil es (Zwischenruf des Abg. Klikovits.) – Das ist kein Koalitionsbruch, denn das ist mit der ÖVP so beschlossen in der Regierung, und ich nehme an, dass Herr Dr. Spindelegger, der Parteiobmann der ÖVP, auch für Sie, Herr Abgeordneter Klikovits, eine gewisse Bedeutung hat in der ÖVP und dass die Abgeordneten, die bei der Ausverhandlung dabei waren, und die Frau Innenministerin Mikl-Leitner, die das mitverhandelt hat, auch eine gewisse Rolle in der ÖVP spielen.
Abg. Dr. Fichtenbauer: Das ist nur die halbe Wahrheit!
Jetzt aber zum eigentlichen Gesetzentwurf. Wir schaffen mit diesem Gesetz eine gesicherte Rechtsgrundlage für Schießveranstaltungen des Bundesheeres mit zivilen Partnern – also Bürgerservice im besten Sinne –, wie zum Beispiel – und das ist eine Klientel, die durchaus auch von Ihrer Partei geschätzt wird – Schützenvereinen. Das ist eigentlich der Hintergrund dieses Gesetzentwurfes. (Abg. Dr. Fichtenbauer: Das ist nur die halbe Wahrheit!) Insofern verstehe ich die Kritik nicht ganz. Die Schießveranstaltungen werden weiter auf Bundesheerschießplätzen mit Waffen des Bundesheeres unter Anleitung und Aufsicht von Organen des Bundesheeres durchgeführt werden. Und das ist gut so.
Beifall des Abg. Krist.
Zweiter Punkt: Ich bin auch der Meinung, es ist unbestreitbar – egal, ob man es für gut oder schlecht hält –, dass es ein privates Interesse am rechtmäßigen Erwerb und Besitz von unbrauchbar gemachten Schusswaffen und bestimmten Arten von Kriegsmaterial – im Fachbegriff sogenannte Small Arms oder Light Weapons – gibt. Mit diesem Gesetz machen wir klar, dass das Recht so ausgestattet ist, dass Rechtssicherheit besteht, wenn man solche Waffen besitzt. (Beifall des Abg. Krist.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend gesagt: Ich freue mich, dass wir dieses Gesetz heute so beschließen können. Es gibt Rechtssicherheit für die Bürger, es gibt Bürgerservice für jene, die im zivilen Bereich mit dem Bundesheer zusammenarbeiten wollen, was Schießveranstaltungen betrifft. Insofern bedanke ich mich schon jetzt im Vorhinein für die Zustimmung zu diesem Gesetz. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich ersuche um Ihre Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Eigentlich wollte ich nur ganz kurz noch zusammenfassen, aber der Herr Minister hat mich doch ein bisschen aufgefordert, noch etwas zum Thema Sicherheitsstrategie zu sagen. Ich glaube, die Regierung hat ja nur den Analyseteil geliefert in der Beziehung, und es liegt schon an uns im Parlament, hier die Empfehlungen zu beschließen. Und wenn ich daran erinnern darf, so haben wir natürlich im Regierungsübereinkommen die Wehrpflicht festgeschrieben, und ich denke, dass wir auf dieser Basis auch hier die entsprechenden Beschlüsse fassen sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
In dieser Hinsicht: Zustimmung zu dieser Novelle des Waffengesetzes. Beim Thema Wehrpflicht bleiben wir jedoch auf unserer Linie. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzter Herr Bundesminister, ich weiß, dass du weiterhin um eine Lösung im Sinne aller Beteiligten bemüht bist, und hoffe, dass diese auch zustande kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Da meine ich, dass wir vielleicht ideologisch nicht so weit auseinander sind, wie Sie meinen. Beide sind wir auf die Verfassung und die Einhaltung der Gesetze angelobt. Dazu stehe ich, das ist mein Beruf seit 41 Jahren. Woher kommt also diese Disparität? Es ist unverantwortlich, dass aus einem Fehlverhalten, aufgrund einer unterschiedlichen Lieferung – anders als diejenige, die bescheidmäßig zugewiesen war, im Juristischen nennt man das eine Aliudlieferung – dem Empfänger eine Unverlässlichkeit angehängt wird. Das kann doch nicht wahr sein! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
In der Strategie werden wir schon noch sehen, wie es weitergeht, aber es geht weiter. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: Das ist gescheit!
Die Variante Nummer zwei wäre es gewesen, dass man nur mehr Diplomaten im engeren Sinn mit diesem Dokument ausstattet und sämtliche Politiker, das heißt insbesondere die Regierungspolitiker nicht mehr ausstattet. (Abg. Grosz: Das ist gescheit!)
Beifall bei der FPÖ.
Was mir von Beginn an überhaupt nicht gefallen hat, war das Ausspielen zwischen Regierung und Parlament. Da gab es Aussagen des Herrn Außenministers, die absolut nicht in Ordnung waren. Wenn er meint, dass Regierungsvertreter offiziell die Republik repräsentieren, aber Mandatare im Ausland nicht die Republik, sondern ihre Parteien vertreten, dann sage ich, das ist eine Aussage, die so nicht hinzunehmen ist und wo ich mir auch erwartet hätte, Herr Klubobmann Cap und Herr Klubobmann Kopf oder Frau Präsidentin, dass Sie hiezu im Interesse des Parlaments Klarstellungen machen. (Beifall bei der FPÖ.) Wir sind keine Parteienvertreter, wir sind alle 183 gewählte Volksvertreter. (Abg. Dr. Cap: Ich hab’s gesagt !)
Abg. Dr. Cap: Ich hab’s gesagt !
Was mir von Beginn an überhaupt nicht gefallen hat, war das Ausspielen zwischen Regierung und Parlament. Da gab es Aussagen des Herrn Außenministers, die absolut nicht in Ordnung waren. Wenn er meint, dass Regierungsvertreter offiziell die Republik repräsentieren, aber Mandatare im Ausland nicht die Republik, sondern ihre Parteien vertreten, dann sage ich, das ist eine Aussage, die so nicht hinzunehmen ist und wo ich mir auch erwartet hätte, Herr Klubobmann Cap und Herr Klubobmann Kopf oder Frau Präsidentin, dass Sie hiezu im Interesse des Parlaments Klarstellungen machen. (Beifall bei der FPÖ.) Wir sind keine Parteienvertreter, wir sind alle 183 gewählte Volksvertreter. (Abg. Dr. Cap: Ich hab’s gesagt !)
Beifall bei der FPÖ.
Beim Hohen Haus denke ich daran, dass das etwa für Wahlbeobachter, die für die OSZE in offizieller Mission unterwegs sind – ob in Kirgisistan, in Aserbaidschan, in entlegenen Winkeln dieser Region – Sinn haben mag. Wir haben aber eine Situation, wo genau diese Verteidigung nicht stattfindet, wo eine öffentliche Wahrnehmung hochgezüchtet wurde und weiter hochgezüchtet wird, wo man von „Luxus-Pässen“ redet, wo man von Upgrades redet, wo wir unterm Strich zu der Auffassung gekommen sind: Machen wir hier einen klaren Strich! Besser, wir verzichten alle darauf, als dass wir weiterhin in einer medialen Darstellung mit unrichtigen Fakten eine Situation haben, wo die Politik in Summe nur Schaden nimmt. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Grosz: Ja, aber Sie sind keine Diplomaten! Sind Sie ein Botschafter?!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Abgeordneter Vilimsky! Selbst beim besten Willen, Ihnen in Ihrer Argumentation zu folgen, tue ich mich jetzt schwer: Einerseits sind Sie dafür, dass Abgeordnete, die für die Republik im Ausland unterwegs sind, sehr wohl mit einem solchen Dokument ... (Abg. Grosz: Ja, aber Sie sind keine Diplomaten! Sind Sie ein Botschafter?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Cap sichert sich ! Lopatka wird ihm dankbar sein!
Kollege Grosz! Erstens ist die künstliche Erregung kein Beitrag zur Sache, zweitens bitte ich Sie, zur Kenntnis zu nehmen, dass ich jetzt den Kollegen Vilimsky angesprochen habe. Ich komme dann noch zum BZÖ. (Abg. Ing. Westenthaler: Cap sichert sich ! Lopatka wird ihm dankbar sein!)
Abg. Grosz: So ist es!
Ich darf es noch einmal auf den Punkt bringen: Entweder ist man dafür, dass diejenigen, die für die Republik dienstlich im Ausland unterwegs sind, diesen Schutz genießen, den Abgeordneter Vilimsky richtigerweise angesprochen hat, oder man ist dagegen. Wer dafür ist – und ich werde den Antrag jetzt auch noch einbringen –, der muss dieser Regelung zustimmen. Oder man vertritt eine Position wie das BZÖ, nämlich „gänzliche Abschaffung“ (Abg. Grosz: So ist es!), wie es in einer Aussendung des Parlamentsklub des BZÖ heißt. Darin heißt es:
Abg. Ing. Westenthaler: Völlig unnötig! – Abg. Grosz: So ist es!
„Dieses Dokument ist in der heutigen Zeit nicht mehr notwendig – ein unnützes Papierl, das in den 90er Jahren vielleicht noch seine Berechtigung hatte – aber heutzutage unnötig ist ().“ (Abg. Ing. Westenthaler: Völlig unnötig! – Abg. Grosz: So ist es!)
Abg. Grosz: Super! Was machen Sie bei einem Parteitag?
Jetzt sage ich Ihnen etwas, Herr Kollege Grosz und Kollege Westenthaler. Vielleicht können Sie mir einmal zwei Sätze lang zuhören, vielleicht gelingt es einmal. Ich war Anfang Dezember beim Parteitag (Abg. Grosz: Super! Was machen Sie bei einem Parteitag?) – Ich war Anfang Dezember beim Parteitag der Christdemokraten in Weißrussland – viele sagen, es sei die letzte Diktatur in Europa –, um dort eine demokratische Bewegung, die Christdemokraten, zu unterstützen, weil auch dort die Demokratie einkehren soll! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Grosz: Haben Sie Wahlen beobachtet oder waren Sie bei einem Parteitag?!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Grosz: Haben Sie Wahlen beobachtet oder waren Sie bei einem Parteitag?!
Jetzt sage ich Ihnen etwas, Herr Kollege Grosz und Kollege Westenthaler. Vielleicht können Sie mir einmal zwei Sätze lang zuhören, vielleicht gelingt es einmal. Ich war Anfang Dezember beim Parteitag (Abg. Grosz: Super! Was machen Sie bei einem Parteitag?) – Ich war Anfang Dezember beim Parteitag der Christdemokraten in Weißrussland – viele sagen, es sei die letzte Diktatur in Europa –, um dort eine demokratische Bewegung, die Christdemokraten, zu unterstützen, weil auch dort die Demokratie einkehren soll! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Grosz: Haben Sie Wahlen beobachtet oder waren Sie bei einem Parteitag?!)
Abg. Grosz: Das passiert bei ÖVP-Parteitagen !
Zweiter Punkt: Warum komme ich jetzt zum Diplomatenpass? – Bevor dieser Parteitag noch zu Ende geführt werden konnte, ist das Licht ausgegangen (Abg. Grosz: Das passiert bei ÖVP-Parteitagen !), und beim Weggehen sind dann die dort gewählten Vorstandsmitglieder angehalten worden, auch Abgeordnete, die keinen Diplomatenpass hatten, zum Beispiel aus Polen. Ich hatte das Glück, sage ich, einen Diplomatenpass zu haben, und bin nicht angehalten worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verkaufen die schon für blöd! Da brauchen Sie doch keinen Diplomatenpass für so was!) 1989, Kollege Westenthaler, bin ich am 20. April in Rumänien verhaftet worden. Nein, das ist nicht blöd.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie verkaufen die schon für blöd! Da brauchen Sie doch keinen Diplomatenpass für so was!
Zweiter Punkt: Warum komme ich jetzt zum Diplomatenpass? – Bevor dieser Parteitag noch zu Ende geführt werden konnte, ist das Licht ausgegangen (Abg. Grosz: Das passiert bei ÖVP-Parteitagen !), und beim Weggehen sind dann die dort gewählten Vorstandsmitglieder angehalten worden, auch Abgeordnete, die keinen Diplomatenpass hatten, zum Beispiel aus Polen. Ich hatte das Glück, sage ich, einen Diplomatenpass zu haben, und bin nicht angehalten worden. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie verkaufen die schon für blöd! Da brauchen Sie doch keinen Diplomatenpass für so was!) 1989, Kollege Westenthaler, bin ich am 20. April in Rumänien verhaftet worden. Nein, das ist nicht blöd.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (fortsetzend): Das ist der Unterschied zwischen der FPÖ und dem BZÖ: Die FPÖ nähert sich dem Thema von der sachlichen Seite, Sie (der Redner deutet in Richtung BZÖ) hingegen versuchen, billiges politisches Kleingeld zu sammeln. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind kein Diplomat!
Sie sehen es als Privileg an; ich sehe es nicht als Privileg an, wenn wir versuchen, demokratischen Bewegungen durch den Besuch von Parteitagen entsprechende moralische Unterstützung zu geben. Da geht es um den Schutz desjenigen, der dort vertreten ist; und eine Möglichkeit, hier einen besonderen Schutz zu haben, hat man eben durch dieses Dokument. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind kein Diplomat!)
Abg. Ing. Westenthaler: Der wollte was ändern!
Daher zusammenfassend von unserer Seite her: Der Außenminister hat hiezu eine sehr klare Regelung getroffen. (Abg. Ing. Westenthaler: Der wollte was ändern!) Es war in der Vergangenheit im Laufe der Zeit zu einer großzügigen Regelung gekommen, von der auch Sie, Kollege Westenthaler, und andere profitiert haben. Diese großzügige Regelung hat mit dem heutigen Tag ein Ende. Diese Regelung, die wir haben, gehört in Europa, sage ich Ihnen, zu den strengeren und nicht zu den lockeren.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Sie machen wirklich nur Politik für Diplomaten!
In diesem Sinn hoffe ich noch immer, dass wir zu einer größtmöglichen Zustimmung kommen zu einer Neuregelung, die klar und sachlich gerechtfertigt ist. Die großzügige Handhabung, die bisher war, ist somit durch diese Initiative des Außenministers mit dem heutigen Tag beendet. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Sie machen wirklich nur Politik für Diplomaten!)
Abg. Grosz: Wann haben Sie das das letzte Mal gemacht?
Das hat nichts mit einem Privileg zu tun, sondern das hat damit zu tun, dass Abgeordnete des Außenpolitischen Ausschusses einen Auftrag haben. Und der Auftrag lautet, auch mit Oppositionsabgeordneten aus Ländern, die leider nicht die demokratischen Standards wie wir haben, in Kontakt zu kommen und (Abg. Grosz: Wann haben Sie das das letzte Mal gemacht?)
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
Kollege, ich bin nicht Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses, ich werde auch keinen Diplomatenpass bekommen, und das ist richtig so, denn der grüne Justizsprecher braucht keinen! Aber der außenpolitische Sprecher oder die entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen werden mitunter in heiklen menschenrechtlichen Missionen unterwegs sein, und die sollen auch den Diplomatenpass haben, weil es richtig ist, in einer heiklen Situation (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.)
Beifall bei den Grünen.
Ja, ich weiß, ihr kommt über euren eigenen Wahlkreis nicht hinaus. Mir ist schon klar, ihr habt keine einzige Mission gehabt. (Beifall bei den Grünen.) Die Einzige, die mir einfällt, ist die von eurem Parteigründer nach Libyen. Ihr sitzt nämlich mit den Despoten am Tisch, und wir sitzen mit der Opposition in diesen Ländern am Tisch. Deswegen braucht ihr keinen Diplomatenpass, denn euch wird dort ohnehin der rote Teppich ausgerollt, wenn ihr Finanzquellen erschließen wollt. (Abg. Grosz: Tun Sie ruhig dem Pilz seinen Diplomatenpass verteidigen! Das ist alles live! Passt so! – Abg. Ing. Westenthaler: Verteidigt das Privileg!)
Abg. Grosz: Tun Sie ruhig dem Pilz seinen Diplomatenpass verteidigen! Das ist alles live! Passt so! – Abg. Ing. Westenthaler: Verteidigt das Privileg!
Ja, ich weiß, ihr kommt über euren eigenen Wahlkreis nicht hinaus. Mir ist schon klar, ihr habt keine einzige Mission gehabt. (Beifall bei den Grünen.) Die Einzige, die mir einfällt, ist die von eurem Parteigründer nach Libyen. Ihr sitzt nämlich mit den Despoten am Tisch, und wir sitzen mit der Opposition in diesen Ländern am Tisch. Deswegen braucht ihr keinen Diplomatenpass, denn euch wird dort ohnehin der rote Teppich ausgerollt, wenn ihr Finanzquellen erschließen wollt. (Abg. Grosz: Tun Sie ruhig dem Pilz seinen Diplomatenpass verteidigen! Das ist alles live! Passt so! – Abg. Ing. Westenthaler: Verteidigt das Privileg!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Lopatka.
Nein, unsere Aufgabe ist es, die demokratische Opposition zu stärken. – Das ist der eine Punkt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Lopatka.)
Abg. Grosz: Dass wir jetzt mehr haben als vorher! Gratuliere!
Jetzt haben wir eine sachliche Lösung. Die sachliche Lösung schaut so aus (Abg. Grosz: Dass wir jetzt mehr haben als vorher! Gratuliere!) – Nein, ich erkläre Ihnen die sachliche Lösung. Vermutlich haben Sie es sich nicht durchgelesen, weil Sie gar nicht mehr in der Lage sind, rational zu argumentieren. – Ich sage Ihnen, was die sachliche Lösung ist. Die sachliche Lösung ist, dass Familienmitglieder von Regierungsmitgliedern herausfallen. Die sind nicht in diplomatischer Mission unterwegs. Das wäre ein Privileg. Die Ex-Politiker fallen heraus. Die sind auch nicht mehr aktiv. Aber Parlamentarier des Außenpolitischen Ausschusses, die politisch aktiv sind, sind drinnen.
Beifall der Abgeordneten Dr. Moser und Mag. Johann Maier.
Letzter Satz – und das ist ein wichtiger Satz –: die ständige Abwertung des Parlaments. Das BZÖ ist da federführend. Ihr wollt den Mitgliedern des Außenpolitischen Ausschusses erklären, sie bräuchten keinen Diplomatenpass, weil ihr ihn offensichtlich nicht braucht, weil ihr ja über euren Wahlkreis nicht hinauskommt. Ihr wollt das Parlament um die Hälfte reduzieren. Zum Ersten: Euch wird der Wähler ohnedies am Wahltag reduzieren, nämlich auf null. (Beifall der Abgeordneten Dr. Moser und Mag. Johann Maier.) Wir müssen nur aufpassen: Wenn wir ständig erklären, alles sei ein Privileg, dann wird irgendwann einmal jemand sagen, wir brauchen das ganze Parlament nicht.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Ihr traut euch schlicht und einfach nicht! Das ist euer Problem und unsere Stärke! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: 26!
Aber ich bitte im Interesse der Abgeordneten selber: Führen wir doch nicht so eine Diskussion über ein so wichtiges Thema! Es hat eben aufgeschlagen – ich will das nicht wiederholen mit ehemaligen Politikern –, und es waren 3 300 und ein paar, die seinerzeit ausgegeben worden sind. Das ist jetzt in Wirklichkeit auf eine Handvoll zurückgeführt worden. (Abg. Ing. Westenthaler: 26!)
Abg. Ing. Westenthaler: Nein!
Das war auch alles euer Wunsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Dass du nicht glaubst, dass wir es vergessen. Wer hat den Antrag auf Vertagung gestellt und aus welchem Grund? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Minister!) – Alle waren dabei. Aufpassen! Antrag Westenthaler. Dass du nicht glaubst, wir waren auf einer anderen Hochzeit. Wir wissen schon, was dort gesagt wurde. Genau das ist seinerzeit debattiert worden, was hier jetzt im Wege des Abänderungsantrages eingebracht worden ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Minister!
Das war auch alles euer Wunsch. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein!) Dass du nicht glaubst, dass wir es vergessen. Wer hat den Antrag auf Vertagung gestellt und aus welchem Grund? (Abg. Ing. Westenthaler: Die Frau Minister!) – Alle waren dabei. Aufpassen! Antrag Westenthaler. Dass du nicht glaubst, wir waren auf einer anderen Hochzeit. Wir wissen schon, was dort gesagt wurde. Genau das ist seinerzeit debattiert worden, was hier jetzt im Wege des Abänderungsantrages eingebracht worden ist.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Notwendigkeiten von Reformen, ich glaube, hier zu sagen, dass das eine schlechte Lösung ist, ist die billigste Polemik, die es gibt! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr lasst euch von den Schwarzen legen! Die lachen sich ins Fäustchen!
Aber dann muss ich wenigstens so ehrlich sein, dass ich sage, das haben wir gemeinsam über Wochen besprochen. Und wir haben uns ja bemüht, dass wir zu einer Lösung kommen, dass wir hier gemeinsam zu einer Lösung kommen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr lasst euch von den Schwarzen legen! Die lachen sich ins Fäustchen!) – Na, das ist Populismus pur, Peter. Mach dir das mit dem Außenminister aus, aber nicht mit uns!
Abg. Ing. Westenthaler: Sicher nicht!
Ich glaube, mehr, eine größere Lösung und eine sauberere Lösung kann man nicht zusammenbringen. Ich lade euch noch einmal ein (Abg. Ing. Westenthaler: Sicher nicht!), diesem gemeinsamen Weg – das habt ihr alle selber formuliert – doch eure Zustimmung zu geben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube, mehr, eine größere Lösung und eine sauberere Lösung kann man nicht zusammenbringen. Ich lade euch noch einmal ein (Abg. Ing. Westenthaler: Sicher nicht!), diesem gemeinsamen Weg – das habt ihr alle selber formuliert – doch eure Zustimmung zu geben. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Du kannst uns einladen, wir kommen aber nicht!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Du kannst uns einladen, wir kommen aber nicht!)
Beifall beim BZÖ.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Also eines geht nicht, Herr Abgeordneter Pendl, ÖVP und SPÖ, vor allem Herr Klubobmann Cap: Sie stehen hier heute am Vormittag heraußen wie die Engerl und reden von Privilegienabbau, von Transparenz – alles Lippenbekenntnisse – und dann kommen Sie am späten Nachmittag, in der Tagesordnung verräumt in den Abend – das kommt ja noch dazu –, hier wieder heraus und zementieren genau diese Privilegien, die Sie am Vormittag als Lippenbekenntnisse formuliert haben, in einem Gesetz für sich selber ein, nämlich das Privileg eines Diplomatenpasses, den kein Mensch in dieser Republik mehr braucht außer die Diplomaten selber. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.
Wissen Sie, wer bisher gesetzlich einen Anspruch hatte? – Die drei Präsidenten des Nationalrates, sonst niemand! Vielleicht kann man jetzt noch sagen, es war Usus, dass auch noch die Klubobmänner einen hatten. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lapp.)
Abg. Dr. Lopatka: Wann denn?
Herr Kollege Lopatka, machen Sie sich keine Sorgen! Wissen Sie, wo mein Diplomatenpass ist? – Im Außenministerium, wahrscheinlich längst entwertet, denn im Gegensatz zu Ihnen habe ich ihn schon längst zurückgeschickt. (Abg. Dr. Lopatka: Wann denn?) Merken Sie sich das, Herr Lopatka! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Herr Kollege Lopatka, machen Sie sich keine Sorgen! Wissen Sie, wo mein Diplomatenpass ist? – Im Außenministerium, wahrscheinlich längst entwertet, denn im Gegensatz zu Ihnen habe ich ihn schon längst zurückgeschickt. (Abg. Dr. Lopatka: Wann denn?) Merken Sie sich das, Herr Lopatka! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Wer ist denn das? Schauen wir uns das einmal an! Das ist die Frau Petra Bayr. Gratuliere! (Bravoruf beim BZÖ.) Sie werden künftig mit einem roten Diplomatenpass – ganz wichtig! – im Auftrag der Republik ins Ausland fahren und brauchen sich auch nicht mehr zu fürchten wie der Herr Lopatka. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das ist doch eine Chuzpe! Das ist doch eine Verhöhnung der Bevölkerung, was Sie da betreiben, Herr Lopatka! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Das heißt, er kommt hier heraus und stellt für sich selbst den Antrag, dass er künftig einen Diplomatenpass bekommt, damit er wieder furchtlos ins Ausland fahren kann. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Das ist doch unglaublich, was Sie hier machen! Das ist nur das Einzementieren von Privilegien Marke ÖVP! Genieren Sie sich für diese Vorgangsweise, Herr Lopatka! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
Das heißt, er kommt hier heraus und stellt für sich selbst den Antrag, dass er künftig einen Diplomatenpass bekommt, damit er wieder furchtlos ins Ausland fahren kann. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Das ist doch unglaublich, was Sie hier machen! Das ist nur das Einzementieren von Privilegien Marke ÖVP! Genieren Sie sich für diese Vorgangsweise, Herr Lopatka! (Beifall beim BZÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Westenthaler!
Wissen Sie, wer da noch oben steht, wer künftig in den Genuss eines Diplomatenpasses kommt? – Vilimsky hat ganz richtig gesagt: Auslösendes Moment, warum überhaupt über Diplomatenpässe diskutiert worden ist, war, weil auch von der Staatsanwaltschaft verfolgte Ex-Politiker noch immer einen Diplomatenpass haben. (Ruf bei der ÖVP: Westenthaler!)
Abg. Grosz: Das ist ja unfassbar!
Wissen Sie, wer künftig einen Diplomatenpass bekommt? – Der Herr Ing. Kurt Gartlehner von der SPÖ, Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses, bekommt einen Diplomatenpass, den wir erst vor wenigen Wochen hier ausgeliefert haben, weil in der Causa Telekom ein Strafverfahren gegen ihn läuft. (Abg. Grosz: Das ist ja unfassbar!) Braucht der Herr Gartlehner einen Diplomatenpass zur Beratung des Herrn Hocheg-
Beifall beim BZÖ.
Kommen Sie heraus und sagen Sie, dass Sie darauf verzichten, Herr Klubobmann Cap! Dann nehme ich Sie wieder ernst. Aber nicht am Vormittag hier über Privilegienabbau reden und sich dann hier dieses Privileg sichern! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Grosz: Großer Außenpolitiker!
Der Herr Anton Heinzl, Vielleser von diesem Rednerpult, wird künftig auch im Ausland diplomatisch mit einem Pass seine Reden vorlesen. Wunderbar! (Abg. Grosz: Großer Außenpolitiker!)
Abg. Grosz: Auch eine große Außenpolitikerin!
Die Frau Christine Muttonen aus Kärnten bekommt künftig einen Diplomatenpass (Abg. Grosz: Auch eine große Außenpolitikerin!), der Herr Hannes Weninger und natürlich erste Reihe, fußfrei – Sie waren wahrscheinlich die Einflüsterin des Herrn Pendl –, auch die Frau Kollegin Wurm. Sie ist künftig eine privilegierte Abgeordnete, darf von Tirol aus in bunter Tracht überall mit ihrem Diplomatenpass hinfahren. Es ist wirklich ein Skandal, wie ihr eure Privilegien hütet! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Frau Christine Muttonen aus Kärnten bekommt künftig einen Diplomatenpass (Abg. Grosz: Auch eine große Außenpolitikerin!), der Herr Hannes Weninger und natürlich erste Reihe, fußfrei – Sie waren wahrscheinlich die Einflüsterin des Herrn Pendl –, auch die Frau Kollegin Wurm. Sie ist künftig eine privilegierte Abgeordnete, darf von Tirol aus in bunter Tracht überall mit ihrem Diplomatenpass hinfahren. Es ist wirklich ein Skandal, wie ihr eure Privilegien hütet! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Der Herr Wolfgang Großruck wird künftig seine Schüttelreime per Diplomatenpass im Ausland verbreiten. Gratuliere! Wunderbar! (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Und dann geht es weiter: der Herr Dr. Martin Bartenstein.
Beifall beim BZÖ.
Stimmen Sie ihm zu und hören Sie auf, dieses Privileg mit solchen fahrlässigen und fadenscheinigen Dokumenten, die der Herr Lopatka auf den Tisch legt, zu verteidigen! Hören Sie auf, die Leute so für dumm zu verkaufen! Die SPÖ heute: Viktor Klima 11 700 € Pension, Schieder beantragt einen BMW, und heute beantragen Sie per Antrag Ihre Diplomatenpässe. Das ist die Partei der kleinen Leute. Pfui Teufel! Gratuliere! (Beifall beim BZÖ.)
Heiterkeit beim BZÖ.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Exzellenzen! Sehr geehrte Damen und Herren Botschafter! (Heiterkeit beim BZÖ.) Die spricht man ja so an, Botschafter werden laut internationaler Gepflogenheit mit „Exzellenzen“ angesprochen. Also: Exzellenz, sehr geehrter Herr Botschafter Cap! Exzellenzen in der SPÖ, wie euer begnadeter Außenpolitiker Heinzl, der den Radius von St. Pölten außenpolitisch selten verlassen hat! Exzellenz, Herr Botschafter Lopatka, Kernölbotschafter aus dem fernen Hartberg! Sehr geehrte Damen und Herren! „Schmierenkomödie“ hat mein Vorredner, Abgeordneter Westenthaler zu Recht gesagt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Exzellenzen! Sehr geehrte Damen und Herren Botschafter! (Heiterkeit beim BZÖ.) Die spricht man ja so an, Botschafter werden laut internationaler Gepflogenheit mit „Exzellenzen“ angesprochen. Also: Exzellenz, sehr geehrter Herr Botschafter Cap! Exzellenzen in der SPÖ, wie euer begnadeter Außenpolitiker Heinzl, der den Radius von St. Pölten außenpolitisch selten verlassen hat! Exzellenz, Herr Botschafter Lopatka, Kernölbotschafter aus dem fernen Hartberg! Sehr geehrte Damen und Herren! „Schmierenkomödie“ hat mein Vorredner, Abgeordneter Westenthaler zu Recht gesagt. (Zwischenruf der Abg. Mag. Hakl.)
Abg. Dr. Jarolim: So ein Blödsinn!
Stimmt das, oder? Gut. Dann kommt der Kollege Lopatka mit seinen Reiseerfahrungen vom Parteitag der christlich-sozialen Demokraten aus Weißrussland zurück und sagt, sein Diplomatenpass habe ihn vor der Verhaftung geschützt. (Abg. Dr. Jarolim: So ein Blödsinn!) Jetzt frage ich mich: Was stimmt? Der eine sagt, das sei kein Diplomatenstatus. Der andere fürchtet sich auf einem ÖVP-Parteitag in Weißrussland. (Abg. Ing. Westenthaler: Fürchtet sich bis heute!) Da würde ich mich auch fürchten. Da geht oft das Licht aus bei solchen christlich-sozialen Parteitagen. Das letzte Mal in Italien bei den Christdemokraten. Da hat man dann aber auch alle verhaftet, sehr geehrter Herr Lopatka!
Abg. Ing. Westenthaler: Fürchtet sich bis heute!
Stimmt das, oder? Gut. Dann kommt der Kollege Lopatka mit seinen Reiseerfahrungen vom Parteitag der christlich-sozialen Demokraten aus Weißrussland zurück und sagt, sein Diplomatenpass habe ihn vor der Verhaftung geschützt. (Abg. Dr. Jarolim: So ein Blödsinn!) Jetzt frage ich mich: Was stimmt? Der eine sagt, das sei kein Diplomatenstatus. Der andere fürchtet sich auf einem ÖVP-Parteitag in Weißrussland. (Abg. Ing. Westenthaler: Fürchtet sich bis heute!) Da würde ich mich auch fürchten. Da geht oft das Licht aus bei solchen christlich-sozialen Parteitagen. Das letzte Mal in Italien bei den Christdemokraten. Da hat man dann aber auch alle verhaftet, sehr geehrter Herr Lopatka!
Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.
einen Dienstpass. Du erbringst zwar sicherlich einen Dienst für die Republik, aber im Dienst der Republik bist du noch lange nicht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Genauso ist die Titelschwindlerei auch bei dem Diplomatenpass. Sie schmücken sich mit einem Titel, der Ihnen nicht zusteht. Auf diesem Pass steht Diplomatenpass. Meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie sind viel, und mir fällt auch viel zu Ihnen jeweils ein, aber Sie sind keine Diplomaten! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ.
einen Dienstpass. Du erbringst zwar sicherlich einen Dienst für die Republik, aber im Dienst der Republik bist du noch lange nicht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Genauso ist die Titelschwindlerei auch bei dem Diplomatenpass. Sie schmücken sich mit einem Titel, der Ihnen nicht zusteht. Auf diesem Pass steht Diplomatenpass. Meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie sind viel, und mir fällt auch viel zu Ihnen jeweils ein, aber Sie sind keine Diplomaten! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Diplomatenpass vom Kollegen Westenthaler!
Und noch eines muss ich Ihnen auch sagen: Ist man denn ein schlechter Politiker, wenn man den lilafarbenen Reisepass der Republik Österreich hat? – eine Bevölkerung, ein Pass. Ist das ein schlechter Mensch? Wissen Sie, mir kommt langsam die Diskussion so vor – auch getrieben durch den Abgeordneten Kräuter, der das ja im Jänner losgetreten hat –: dann haben wir halt einen Diplomatenpass und kaschieren damit andere körperliche Defizite, die wir haben. (Abg. Dr. Jarolim: Diplomatenpass vom Kollegen Westenthaler!)
Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP.
Das gibt es auch beim Autofahren. Sie kennen den Spruch: Je länger das Auto, umso kürzer der Rest. Und so kommt mir das bei der Geschichte auch vor. Damit halt einige Abgeordnete und Politiker zeigen können, zu Hause: Schau Mutti, ich habe einen Diplomatenpass, ich bin ein ganz ein Wichtiger! (Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP.) Das machen Sie vielleicht auch noch, wenn Sie nach Kroatien auf Urlaub fahren und Ihre drei „Cres-Radeln“ schmuggeln, dass Sie den auch noch herzeigen können. Seht her, Republik Österreich, ich bin ein Diplomat, salutieren Sie denn anständig? Der Herr Pendl würde sagen, zu einem Wiener Polizisten: Schleich di, ich bin ein Diplomat! (Heiterkeit beim BZÖ.)
Heiterkeit beim BZÖ.
Das gibt es auch beim Autofahren. Sie kennen den Spruch: Je länger das Auto, umso kürzer der Rest. Und so kommt mir das bei der Geschichte auch vor. Damit halt einige Abgeordnete und Politiker zeigen können, zu Hause: Schau Mutti, ich habe einen Diplomatenpass, ich bin ein ganz ein Wichtiger! (Zwischenrufe bei BZÖ und ÖVP.) Das machen Sie vielleicht auch noch, wenn Sie nach Kroatien auf Urlaub fahren und Ihre drei „Cres-Radeln“ schmuggeln, dass Sie den auch noch herzeigen können. Seht her, Republik Österreich, ich bin ein Diplomat, salutieren Sie denn anständig? Der Herr Pendl würde sagen, zu einem Wiener Polizisten: Schleich di, ich bin ein Diplomat! (Heiterkeit beim BZÖ.)
Beifall und Zwischenrufe beim BZÖ. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Schauen Sie, sehr geehrte Damen und Herren, das haben die Menschen in dieser Republik satt, dass Sie sich weiterhin mit Privilegien schmücken, die Ihnen nicht zustehen, dass Sie sich Diplomaten schimpfen, obwohl Sie durchaus im einen oder anderen Fall ein ehrbarer Politiker sind. (Beifall und Zwischenrufe beim BZÖ. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Höfinger: Letztklassig!
Abgeordneter Lopatka, wann waren Sie denn das letzte Mal in Teheran oder in Bahrain? Hat es nur für den Parteitag nach Weißrussland von den Schwarzen dort gereicht? – Macht nichts. (Abg. Höfinger: Letztklassig!) Aber für die Buffets in Hartberg, die Sie abräumen, brauchen Sie auch keinen Diplomatenpass. Ich sage es nur, bei der Gelegenheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste Mal gibt es eine Dringliche zu dem Thema, Frau Minister! – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste Mal gibt es eine Dringliche zu dem Thema, Frau Minister! – Zwischenruf bei der ÖVP.
Abgeordneter Lopatka, wann waren Sie denn das letzte Mal in Teheran oder in Bahrain? Hat es nur für den Parteitag nach Weißrussland von den Schwarzen dort gereicht? – Macht nichts. (Abg. Höfinger: Letztklassig!) Aber für die Buffets in Hartberg, die Sie abräumen, brauchen Sie auch keinen Diplomatenpass. Ich sage es nur, bei der Gelegenheit. (Abg. Ing. Westenthaler: Das nächste Mal gibt es eine Dringliche zu dem Thema, Frau Minister! – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Lopatka hebt die Hand.
Nennen Sie mir ein Beispiel von Rot und Schwarz – ihr Privilegienritter, samt der Grünen, aber auf die komme ich noch –, wo ein österreichischer Politiker, seitdem es in Österreich Dienst- und Diplomatenpässe gibt, in der Zweiten Republik im Ausland verhaftet worden ist, bei ausländischen Missionen! Nennen Sie mir einen! Da gibt es einige Abgeordnete, die waren auf ausländischen Missionen in gefährlichen Ländern, da hat es Bundespräsidenten gegeben, die haben Geiseln befreit. Da hat es vieles gegeben. Nennen Sie mir bitte einen Abgeordneten, der verhaftet wurde! (Abg. Dr. Lopatka hebt die Hand.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.
Der Abgeordnete Lopatka, das kann aber bei der ÖVP öfter passieren, es werden laufend irgendwelche Abgeordnete von Ihnen verhaftet. Das liegt aber nicht an Ihrem Diplomatenpass, sondern einfach an der liederlichen Politik im Umgang mit Moral und Anstand der Österreichischen Volkspartei. Das hat nichts mit Ihrem Diplomatenpass zu tun, sehr geehrter Herr Lopatka. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Petzner: Kräuter, haben immer gesagt ! Haben groß angekündigt !
Im Jänner haben die Diskussion zwei Abgeordnete angezettelt, gemeinsam mit der Tageszeitung „Kurier“. Der Abgeordnete Kräuter, Oberregierungsrat Kräuter, im alten Politikerpensionssystem, heute in der dritten Reihe, seht her, ho, ho, und der Abgeordnete Pilz, der dieser Abstimmung überhaupt fernbleibt. (Abg. Petzner: Kräuter, haben immer gesagt ! Haben groß angekündigt !)
Zwischenruf des Abg. Weninger.
Wer bekommt den Diplomatenpass? – Der, der ihn am schärfsten kritisiert hat, das Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses Peter Pilz. Ich gratuliere den Grünen, und das, was mir jetzt einfällt, dürfte ich alles nicht sagen, weil mir sonst eine Suada von Ordnungsrufen nach meiner Rede blühen würde. Aber die Antwort, sehr geehrte Damen und Herren von den Grünen, die werdet ihr von den Bürgerinnen und Bürgern des Landes bekommen – dafür, dass ihr für den Abgeordneten Pilz, der eigentlich die Diplomatenpassregelung kritisiert hat, der jetzt auf diesem Antrag drauf ist, wieder ei- nen bekommt, dass ihr diese Privilegien für eure Mandatare schafft. (Zwischenruf des Abg. Weninger.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Hörl.
Wir sagen: Eine Bevölkerung, ein Pass, die Staatsbürgerschaft, der Reisepass ist ein hohes Gut – wir wissen es in anderen Fällen –, aber kein Missbrauch des Passes und kein Missbrauch der Diplomatenpässe für eitle Politiker, die ihr politisches Versagen damit kompensieren, dass sie schöne Visitkarten und einen Diplomatenpass auf Regimentskosten für ihre Urlaube haben. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Hörl.)
Abg. Grosz: Danke! – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Grosz! Für den Umstand, dass Sie dem Kollegen Pendl eine beschimpfende Bezeichnung in den Mund gelegt haben, erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Grosz: Danke! – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Ing. Westenthaler. – Bitte. (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Gaßner: Wir genieren uns für euch!
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Das Thema gibt ja einiges her. Nachdem ihr offenbar nicht mehr diskutieren wollt, ergreifen wir das Wort. Aber ich verstehe das schon, man geniert sich ein wenig. Wir auch, ehrlich gesagt, das ist ein bisschen ein Fremdgenieren. Es ist mir auch klar, dass das ein wenig passiert. Aber wir nutzen die Gelegenheit, keine Sorge. (Abg. Mag. Gaßner: Wir genieren uns für euch!)
Abg. Grosz: Ein Herr Androsch! Ein Herr Blecha!
Ich habe nur eine Gruppe vergessen, eine weitere Gruppe, die wir noch gar nicht besprochen haben, die ihr da auch privilegiert und wo ihr dem Missbrauch Tür und Tor aufmacht. Das sind diese lustigen Regierungsbeauftragten, die haben wir noch gar nicht besprochen. (Abg. Grosz: Ein Herr Androsch! Ein Herr Blecha!) Das ist nämlich auch in dem Gesetz drinnen. Da gibt es wirklich einen Paragraphen, wo Sie jeden, den die Regierung will, mit einem Diplomatenpass ausstatten können – jeden den Sie wollen.
Abg. Grosz: Vranitzky!
Also zum Beispiel schon bisher den Herrn Blecha, den Herrn Androsch (Abg. Grosz: Vranitzky!), wenn der Herr Androsch die chinesische Mauer besuchen und anschauen fährt, bekommt er einen Diplomatenpass von der Regierung, überhaupt kein Problem. Vranitzky nehme ich aus, denn ich habe gelesen, der war so anständig und hat ihn zurückgeschickt, ist in Ordnung. Aber es gibt ja noch Hunderte andere, sogenannte Regierungsbeauftragte, die überhaupt nichts tun, aber die bekommen halt auch einen Diplomatenpass. Und diesen Unsinn, den hätten Sie wenigstens abschaffen können!
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Kräuter: Gauner !
Das ist nämlich ein Hintertürl, ein Missbrauchstürl. Herr Kräuter, Sie waren einer der Ersten, der das kritisiert hat. Sie haben gesagt, weg mit den Diplomatenpässen, und heute sitzen Sie da und beschließen für Ihre Genossen Diplomatenpässe. Genieren Sie sich, Herr Kräuter! Ihre Glaubwürdigkeit ist endgültig zerstört. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Kräuter: Gauner !)
Zwischenruf des Abg. Grosz.
Der hat übrigens interessanterweise in der Erstfassung der Version keine Parlamentarier drinnen gehabt, wundersamerweise. Und jetzt fährt ihm die eigene Partei in die Parade, finde ich auch nicht schlecht. Der Spindelegger und ÖVP-Vorsitzende, der landauf, landab wochenlang den Medien mitgeteilt hat, es wird kein Mandatar mehr einen Diplomatenpass bekommen. Das schaut auf einmal ganz anders aus. Ihr kratzt daher auch an eurer eigenen Glaubwürdigkeit, aber das ist uns egal. (Zwischenruf des Abg. Grosz.)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Die Regierung umgeht die ordentliche parlamentarische Behandlung, räumt das Ding irgendwo auf 18.30, 19.00 Uhr, während Dänemark-Portugal, da, meinen Sie, hört ohnehin keiner mehr zu, und glaubt wirklich, das bleibt so hängen und das können Sie still und heimlich beschließen. Mitnichten! Ich kündige Ihnen heute an: mitnichten! (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Beifall beim BZÖ.
Kommen Sie zur Vernunft und beschließen Sie unseren Abänderungsantrag, wo wir sagen: Schluss mit dem Diplomatenpassunfug für Politiker! (Beifall beim BZÖ.)
Ruf beim BZÖ: Betretenes Schweigen! – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Präsident Fritz Neugebauer: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. Ich schließe daher die Debatte. (Ruf beim BZÖ: Betretenes Schweigen! – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Dr. Jarolim: Er hat mit seinem Pass geprotzt! – Abg. Grosz: Der Herr Gartlehner kriegt einen Diplomatenpass!
Gibt es eine Wortmeldung, Herr Doktor? (Abg. Dr. Jarolim: Er hat mit seinem Pass geprotzt! – Abg. Grosz: Der Herr Gartlehner kriegt einen Diplomatenpass!)
Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.
Da ist es eben ähnlich. Profiteure dieser Änderung des Abkommens sind unter anderem Länder in Zentralasien oder lateinamerikanische Staaten. (Präsident Dr. Graf übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt müssen wir, die Vertragsparteien, wie eben Österreich, diese Änderungen natürlich im Parlament abhandeln. Ich nehme an, dass es eine breite Zustimmung gibt. Es gibt nämlich keine personelle oder finanzielle Auswirkung auf den Staat Österreich, und ich rechne wirklich mit einer breiten Zustimmung. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, ein wichtiger Punkt, denn Wasser kennt natürlich keine Grenzen, und wenn es um den Schutz des Wassers geht, so betrifft dies den Schutz der gesamten Natur. In diesem Zusammenhang, meine Damen und Herren, ist es höchst an der Zeit, dass wir auch die Bienenvölker in Österreich schützen und wir zu Maßnahmen kommen, Herr Bundesminister, dass tatsächlich dem Bienensterben Einhalt geboten wird. Wir als Sozialdemokratie sind Mitstreiter für notwendige Regelungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb, Herr Minister, bitte ich Sie und fordere ich Sie auf, sorgen Sie dafür, dass alle Länder dazu stehen, dass diese Sache von allen Ländern ernst genommen wird! So, glaube ich, dass es eine ernst gemeinte, gute Sache ist, die international den Gewässern gut tut und wichtig ist. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ich halte das, ehrlich gesagt, für einen viel zu großen Zeitraum. Wir sollten hier in Zukunft über solche Fragen intensiv beraten. Wir werden es ja im Unterausschuss des Landwirtschaftsausschusses diese Woche auch machen. Herr Bundesminister, es wäre auch interessant, von Ihnen zu erfahren, ob Sie schon Pestizidreduktionspläne von den einzelnen Bundesländern erhalten haben. Da gibt es ja per Gesetz eine Frist per 30. April. Sie selbst sind ja verpflichtet, bis 31. Dezember 2012 einen entsprechenden Bericht an die Kommission zu liefern. Da wären wir sehr interessiert, ob es bereits ein Konzept Ihrerseits gibt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
die Isel, die wirklich das Herz der Hohen Tauern ist, einfach verbauen. Das kann es nicht sein! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir werden das aushalten, und ich denke mir, wir können dem Bundesminister wünschen, dass er diese gute Wasserpolitik weiterführt. Wir sind ihm dankbar dafür – und die Österreicher auch! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen einiges dazu tun und werden diesen Weg auch in Zukunft konsequent weitergehen. – Danke für die Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, das sollten wir in diesem Zusammenhang auch diskutieren, weil die Bauern nur dann die von ihnen erwarteten Leistungen, sprich: Landschaftsgestaltung und Produktion von Lebensmitteln in höchster Qualität, erbringen können beziehungsweise diese Erwartungen auch erfüllen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, ich möchte sagen: Schön langsam wachsen wir zusammen – aber das gentechnikfrei! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Abgeordneter Maximilian Linder (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Also auf das „Zusammenwachsen“ bin ich neugierig, wie sich das weiterentwickeln wird. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich glaube, da brauche ich gar keine Schere, das erledigt sich von selber, dass ihr wieder auseinanderkommt.
Beifall bei der FPÖ.
Deshalb, Herr Minister: Setzen Sie alles daran, dass die österreichische Linie beibehalten wird und dass wir weiterhin ein gentechnikfreies Gebiet bleiben! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Genau dagegen treten wir gemeinsam mit diesem Antrag an! In diesem Sinn ein gutes Zeichen österreichischer parlamentarischer Geschlossenheit. Wir werden, glaube ich, da gemeinsam Erfolge erzielen, wenn wir so konsequent weiterarbeiten. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall beim BZÖ.
Gentechnik ist ein Crashkurs, und Monsanto, BASF oder Konzerne wie Raiffeisen, die im Handel damit Millionen verdienen, haben nur das Interesse, Geld zu verdienen. Denen ist die Gesundheit der Menschen, die Gesundheit der Tiere völlig egal. (Beifall beim BZÖ.) Was mit den Bauern passiert, ist den Konzernen völlig egal.
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich glaube, da kann man nur unserer Politik folgen, nämlich einen harten, schnellen Kurs gehen, und so haben wir eine Chance, dass wir die Landwirtschaft und unsere Bevölkerung schützen. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. )
Abg. Dr. Pirklhuber: Niederlande und Belgien!
Große Länder unterstützen uns nicht. Das sind Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien. (Abg. Dr. Pirklhuber: Niederlande und Belgien!) Andere Staaten unterstützen uns nicht, und daher ist es darum gegangen, da jetzt eine qualifizierte Mehrheit zu bekommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich war in Kopenhagen und habe mit der dänischen ...!) – Herr Kollege! Ich sitze dort im Ministerrat, ich weiß, wie sich die Staaten verhalten. Sie können mir glauben, dass ich das Hohe Haus hier richtig informiere.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ich war in Kopenhagen und habe mit der dänischen ...!
Große Länder unterstützen uns nicht. Das sind Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien. (Abg. Dr. Pirklhuber: Niederlande und Belgien!) Andere Staaten unterstützen uns nicht, und daher ist es darum gegangen, da jetzt eine qualifizierte Mehrheit zu bekommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich war in Kopenhagen und habe mit der dänischen ...!) – Herr Kollege! Ich sitze dort im Ministerrat, ich weiß, wie sich die Staaten verhalten. Sie können mir glauben, dass ich das Hohe Haus hier richtig informiere.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich sehe das auch als eine Chance für die österreichische Landwirtschaft, hochqualitative Lebensmittel zu produzieren, die frei von Gentechnik sind, damit wir den Heimmarkt bedienen können, damit wir aber mit den hochqualitativen österreichischen Lebensmitteln auch am ausländischen Markt erfolgreich sind und unsere Lebensmittel auch auf dem europäischen Markt platzieren können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Ich habe mit dem spanischen Minister gesprochen! Die Spanier ...!
Es ist zwar eine Kleinigkeit, aber die Spanier, obwohl sie Gentechnik anbauen, sind nicht gegen den dänischen Vorschlag. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Ich habe mit dem spanischen Minister gesprochen! Die Spanier ...!)
in Richtung des Abg. Klikovits, der an der Regierungsbank stehend mit Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich spricht
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Geschätzter Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ja, wir haben es gehört: In Österreich gibt es eine breite Ablehnung der Bevölkerung betreffend den Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut: Über 80 Prozent der Bevölkerung lehnt das ab. Diesem Bedürfnis kommt die österreichische Bundesregierung eigentlich gut nach. Österreich ist mehr oder weniger gentechnikfrei, und Österreich, wir haben es gerade gehört, setzt sich auch seit Langem in der Debatte auf EU-Ebene für das Selbstbestimmungsrecht der Mitgliedstaaten ein. Vielleicht könnten Sie (in Richtung des Abg. Klikovits, der an der Regierungsbank stehend mit Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich spricht) das Gespräch nachher weiterführen?! – Das wäre sehr nett, danke.
Beifall bei der SPÖ.
Ich finde es schön, dass es die Einigung gibt. Ich würde mir wünschen, dass es auch bei anderen Themen, zum Beispiel – es ist schon angesprochen worden – beim Problem des Bienensterbens, eine so große Übereinstimmung in unserem Parlament gibt und vielleicht auch beim Bienensterben-Problem der Schadensvermeidung statt der Schadensbehebung gefolgt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Gaßner.
Es kann und darf einfach nicht sein, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass die Profitgier von großen Saatgutkonzernen über die Gesundheit der Menschen zu stellen ist. Wir von den Freiheitlichen lehnen solche Machenschaften massivst ab. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Gaßner.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Amon.
Wir in Österreich setzen auf ökologische, biologische Landwirtschaft, wir setzen auf unsere Genussregionen. Ich glaube, das ist ein richtiger, ein wichtiger Weg, um auch konkurrenzfähig zu bleiben, denn natürlich wird diese Gentechnik vor allem auch in Deutschland und in den anderen großen Agrarstaaten eingesetzt, um günstiger zu produzieren. Daher müssen wir mit Qualität punkten und diese auch in Richtung Konsumenten entsprechend kommunizieren, damit wir weiterhin keine gentechnisch veränderten Lebensmittel in Österreich haben und auf hochqualitative und gesunde Produkte setzen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Amon.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister, Sie haben sich bereits sehr erfolgreich eingesetzt und Sie sind auch weiterhin gefordert. Wir SozialdemokratInnen werden uns jedenfalls auch weiterhin für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Österreich einsetzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen unsere Forderungen realisieren und wir sollten diesbezüglich doch alle rechtlichen Mittel ausschöpfen und bis zum Europäischen Gerichtshof gehen. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Gaßner –: Aber jetzt sag nichts gegen den Walter!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als vorläufig letzter Redner zu diesem Tagesordnungspunkt ist Herr Abgeordneter Mag. Gaßner zu Wort gemeldet. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Gaßner –: Aber jetzt sag nichts gegen den Walter!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Kollege Jarolim, über die Landwirtschaft reden wir, nicht ihr Juristen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Natürlich ist noch eine Übermacht von Gegnern da, aber es war das kleine Österreich und es waren Sie, die diese Diskussion in Bewegung gebracht haben. Dafür danke ich Ihnen wirklich. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Das war eine ausgezeichnete Sache!
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ, Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Schatz.
Wir haben hervorragende Lebensmittel, wir wollen sie auch in Zukunft haben, und daher erhoffe ich mir von diesem Unterausschuss des Landwirtschaftsausschusses eine sehr umfassende, inhaltsvolle Diskussion und vielleicht den einen oder anderen Fünf-Parteien-Antrag, wenn es darum geht, Pestizide auszuschalten. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ, Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. Mag. Schatz.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben heute Vormittag von Klubobmann Strache gehört, dass in Österreich die Lebensmittel viel zu teuer sind, sich niemand mehr etwas leisten kann. Ich glaube, das ist die falsche Diskussion. Wenn wir wissen, dass 12 Prozent eines durchschnittlichen Haushaltseinkommens für Lebensmittel ausgegeben werden und es vor 30 Jahren immerhin noch 30 Prozent waren, dann, glaube ich, müssen wir in Zukunft schon eine andere Wertediskussion führen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen
Zweiter Punkt, den wir geändert haben wollen: Kontrolliert wird leider nur der Grundlohn. – Ein Punkt, der auch von Anfang an im Zentrum der Kritik stand. Wenn nur der Grundlohn und nicht alle Zulagen, die zum Beispiel im Baugewerbe bis zu 50 Prozent des Entgeltes betragen können, kontrolliert werden (Unruhe im Sitzungssaal) – ein bisschen Aufmerksamkeit wäre echt nett (Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen) –, dann wird sozusagen die eigentliche Gleichbehandlung der Arbeitnehmer, die ja mit dem Gesetz an und für sich intendiert worden ist, nicht garantiert.
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte noch betonen, dass auch in entsprechenden Aussagen des Bundesministers, des ÖGB, der Arbeiterkammer und des AMS ein Jahr nach Inkrafttreten festgehalten worden ist, dass genau diese Punkte dazu führen, dass dieses Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz nicht so effizient wirken kann, wie es vielleicht wirklich sinnvoll wäre. Ich bitte Sie um eine konstruktive Debatte und hoffe, dass wir im Interesse der Betroffenen etwas weiterbringen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Schatz.
Ich zitiere abschließend Otto Pendl und lade Sie wirklich allen Ernstes ein, weiter daran zu arbeiten, dieses Gesetz zu verbessern und vielleicht auch Beweglichkeit dahin gehend zustande zu bringen, dass in Österreich der Wettbewerb sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber noch fairer gestaltet wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Schatz.)
Beifall bei der ÖVP.
Man kann über alles diskutieren. Das sind nur einige Punkte; einige mehr könnte ich noch anbringen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ.
Deshalb gehört dieses Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz geändert und verbessert – im Sinne der österreichischen ArbeitnehmerInnen. (Beifall beim BZÖ.)