Eckdaten:
Für die 55. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 878 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann
Petition betreffend „St. Georgen ein zweites Traiskirchen?“ (Ordnungsnummer 23) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
sionen „reformieren“; in Wirklichkeit war es ja eine reine Geldbeschaffungsaktion! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Abg. Silhavy: Na bravo!
Und das lässt sich noch weiter fortsetzen. Der Sozialminister hat im Vorjahr einen Entwurf zur Pensionssicherungsreform eingebracht, der Kürzungen bis zu 50 Prozent vorsah. Darauf antwortete der – wie ich glaube, bald anwesende – Nationalratsabgeordnete Max Walch, die Pensionsreform sei dank freiheitlicher Punkte sozial gestaltet. (Abg. Silhavy: Na bravo!)
Abg. Großruck: Guter Mann!
Dazu eine weitere Aussage: Es seien „bei weitem nicht alle Einkommensbezieher in der Lage, sich eine zweite Pensionssäule selbst aufzubauen.“ Es sei „zynisch, wenn wir sagen: Er soll vorsorgen. Ich frage mich: Mit welchem Geld?“ – Das war kein Sozialdemokrat. Das war kein Grüner. Das war auch kein Freiheitlicher, sondern das hat im Vorjahr der Landeshauptmann von Oberösterreich, Josef Pühringer gesagt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Großruck: Guter Mann!) Das soll in aller Deutlichkeit hier noch einmal in Erinnerung gerufen werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.) – Sie können auch unterschreiben, Herr Abgeordneter! Bis nächsten Montag haben Sie Zeit dazu, das Volksbegehren zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Danke, ich werde darüber nachdenken!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.
Dazu eine weitere Aussage: Es seien „bei weitem nicht alle Einkommensbezieher in der Lage, sich eine zweite Pensionssäule selbst aufzubauen.“ Es sei „zynisch, wenn wir sagen: Er soll vorsorgen. Ich frage mich: Mit welchem Geld?“ – Das war kein Sozialdemokrat. Das war kein Grüner. Das war auch kein Freiheitlicher, sondern das hat im Vorjahr der Landeshauptmann von Oberösterreich, Josef Pühringer gesagt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Großruck: Guter Mann!) Das soll in aller Deutlichkeit hier noch einmal in Erinnerung gerufen werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.) – Sie können auch unterschreiben, Herr Abgeordneter! Bis nächsten Montag haben Sie Zeit dazu, das Volksbegehren zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Danke, ich werde darüber nachdenken!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Danke, ich werde darüber nachdenken!
Dazu eine weitere Aussage: Es seien „bei weitem nicht alle Einkommensbezieher in der Lage, sich eine zweite Pensionssäule selbst aufzubauen.“ Es sei „zynisch, wenn wir sagen: Er soll vorsorgen. Ich frage mich: Mit welchem Geld?“ – Das war kein Sozialdemokrat. Das war kein Grüner. Das war auch kein Freiheitlicher, sondern das hat im Vorjahr der Landeshauptmann von Oberösterreich, Josef Pühringer gesagt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Großruck: Guter Mann!) Das soll in aller Deutlichkeit hier noch einmal in Erinnerung gerufen werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.) – Sie können auch unterschreiben, Herr Abgeordneter! Bis nächsten Montag haben Sie Zeit dazu, das Volksbegehren zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Danke, ich werde darüber nachdenken!)
Ruf bei der SPÖ: Keiner!
Es ist zudem keine Lösung für die Schwerarbeiter vorgesehen. Diese vertröstet man nach wie vor auf eine Lösung, die 45 Beitragsjahre bedeutet. Es sollte halt einmal jeder im eigenen Bereich schauen, welcher Schwerarbeiter diese 45 Beitragsjahre tatsächlich erbringen kann. (Ruf bei der SPÖ: Keiner!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Streuen Sie den Leuten nicht Sand in die Augen, sorgen Sie für eine gerechte Lösung für die Schwerarbeiter, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Skeptisch müssten Sie dann sein, würden wir irgendeine Zahl verwenden. Wir haben aber tatsächliche Pensionsbescheide hergenommen, und diese tatsächlichen Pensionsbescheide zeigen sehr deutlich auf, dass Sie den Leuten etwas versprochen haben, was Sie nicht halten können. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: Wahnsinn!
Ein weiterer Fall: ebenfalls eine Frau mit zwei Kindern, ebenfalls vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer, weil gekündigt und seit dem Jahr 2000 nicht mehr in Beschäftigung zu bringen. Ihre Bruttopension betrüge 1 012 € monatlich – nach der Reform aber nur 901 € monatlich, also ebenfalls ein Verlust von mehr als zehn Prozent; durch die Deckelung auf zehn Prozent reduziert macht das einen jährlichen Verlust von 1 417 € aus. (Ruf bei der SPÖ: Wahnsinn!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Fakten besagen somit klar und deutlich: Sie haben den Pensionsraub im Vorjahr aus budgetären Gründen gemacht und nicht, um tatsächlich eine faire Pensionsregelung in Angriff zu nehmen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Rufe bei der ÖVP: Vorschlag! Vorschlag!
Wir fordern Sie auf: Nehmen Sie die Pensionsreform 2003 zurück und setzen Sie wirklich Maßnahmen zur Harmonisierung! (Rufe bei der ÖVP: Vorschlag! Vorschlag!) Das ist der Punkt, um den es hier geht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir fordern Sie auf: Nehmen Sie die Pensionsreform 2003 zurück und setzen Sie wirklich Maßnahmen zur Harmonisierung! (Rufe bei der ÖVP: Vorschlag! Vorschlag!) Das ist der Punkt, um den es hier geht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo?
Und wenn ich da aus den Reihen der ÖVP wieder höre: „Vorschlag!“ – Ja, wo ist denn Ihr Harmonisierungsvorschlag? Wo ist Ihr Harmonisierungsvorschlag? Wir haben einen! (Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo?) Die SPÖ hat einen, der ÖGB hat einen, der jederzeit zu verhandeln ist. Wo sind Ihre Ankündigungen in Papierform?
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.
Sie haben keine Vorschläge. Legen Sie sie doch auf den Tisch, dann können wir darüber reden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.)
Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal nach!
Ich fordere, dass sowohl die ÖVP als auch die FPÖ ihre immer wiederkehrenden Ankündigungen, sie hätten Harmonisierungsvorschläge, erfüllen und diese endlich auf den Tisch legen. (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal nach!) Abgesehen vom Entschließungsentwurf haben Sie überhaupt nichts; außer dem Entschließungsentwurf liegt nichts vor – das ist eine Tatsache –, und nicht einmal an den halten Sie sich! (Abg. Scheibner: Können Sie nicht lesen oder wollen Sie nicht?)
Abg. Scheibner: Können Sie nicht lesen oder wollen Sie nicht?
Ich fordere, dass sowohl die ÖVP als auch die FPÖ ihre immer wiederkehrenden Ankündigungen, sie hätten Harmonisierungsvorschläge, erfüllen und diese endlich auf den Tisch legen. (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal nach!) Abgesehen vom Entschließungsentwurf haben Sie überhaupt nichts; außer dem Entschließungsentwurf liegt nichts vor – das ist eine Tatsache –, und nicht einmal an den halten Sie sich! (Abg. Scheibner: Können Sie nicht lesen oder wollen Sie nicht?)
Anhaltender lebhafter Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Daher der Wunsch an die österreichische Bevölkerung: Wer es mit der Harmonisierung ernst meint, der nutzt die Zeit bis kommenden Montag und unterschreibt das Volksbegehren! (Anhaltender lebhafter Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Ruf bei der SPÖ: Asozialminister!
Präsident Dr. Andreas Khol (das Glockenzeichen gebend): Für eine einleitende Stellungnahme hat sich Herr Bundesminister Mag. Haupt zu Wort gemeldet. Ich erteile ihm das Wort. Seine Redezeit soll 10 Minuten nicht überschreiten. – Herr Bundesminister, bitte. (Ruf bei der SPÖ: Asozialminister!)
Abg. Großruck: Des sozialistischen Gewerkschaftsbundes!
Bundesminister für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Mag. Herbert Haupt: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Herr Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (Abg. Großruck: Des sozialistischen Gewerkschaftsbundes!) und SPÖ-Abgeordnete Verzetnitsch hat zum wiederholten Male – und nicht verwunderlich in der Woche des Volksbegehrens – die Aufhebung der Pensionsreform 2003 verlangt.
Abg. Mag. Posch: ... weißt ja nicht, wovon du redest!
Ich sage das allen ÖsterreicherInnen wertfrei: Eine Aufhebung der Pensionsreform 2003 bedeutet, in den nächsten sechs Jahren, also am Ende der nächsten Legislaturperiode, den Menschen in Österreich mehr als 2 Milliarden € an zusätzlichem Einsparungspotential zuzumuten – ich glaube, vor allem eine Zumutung für die jungen Menschen in diesem Lande. Und ich bin der gleichen Meinung wie sehr viele Zeitungskommentatoren, nämlich dass jeder junge Mensch, der hingeht und dieses Volksbegehren unterschreibt (Abg. Mag. Posch: ... weißt ja nicht, wovon du redest!), damit unterschreibt, dass er in Zukunft keine beziehungsweise unzureichende Pensionen bekommt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich sage das allen ÖsterreicherInnen wertfrei: Eine Aufhebung der Pensionsreform 2003 bedeutet, in den nächsten sechs Jahren, also am Ende der nächsten Legislaturperiode, den Menschen in Österreich mehr als 2 Milliarden € an zusätzlichem Einsparungspotential zuzumuten – ich glaube, vor allem eine Zumutung für die jungen Menschen in diesem Lande. Und ich bin der gleichen Meinung wie sehr viele Zeitungskommentatoren, nämlich dass jeder junge Mensch, der hingeht und dieses Volksbegehren unterschreibt (Abg. Mag. Posch: ... weißt ja nicht, wovon du redest!), damit unterschreibt, dass er in Zukunft keine beziehungsweise unzureichende Pensionen bekommt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ruf: Schreien Sie nicht so!
Den Österreicherinnen und Österreichern muss zu den Beispielen, die Sie heute angeführt haben und die auch von der Arbeiterkammer immer wieder über die Öffentlichkeit den Menschen vor Augen geführt werden (Ruf: Schreien Sie nicht so!), auch klar gesagt werden, dass es sich hiebei ausschließlich um vorzeitige Alterspensionen und nicht um den Eintritt von Regelpensionen handelt, denn bei Regelpensionen, meine sehr geehrten Damen und Herren, haben Sie keine Einbußen, sehr wohl jedoch bei vorzeitigen Alterspensionen; aber dort sind die Pensionsverluste – auch auf Grund des Verhandlungsergebnisses meiner eigenen freiheitlichen Fraktion innerhalb dieses Hauses – mit zehn Prozent bleibend gedeckelt.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich halte daher auch hier und heute meine Einschätzung, die ich in der Öffentlichkeit gegeben habe, aufrecht, dass die Berechnungen der Arbeiterkammer, die damit 30 und 40 Prozent Verluste nachweisen will, schlicht und einfach falsch sind, denn mit einem Deckel bei 10 Prozent gleich bleibend über Jahre kann es keine Verluste von 30, 35 oder 40 Prozent geben. Das leuchtet jedem Österreicher und jeder Österreicherin ein – offensichtlich aber nicht den Funktionären der Arbeiterkammer, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy
Sehr geehrter Herr Kollege Verzetnitsch, man sollte Ihnen schon ins Stammbuch schreiben: Die goldene Formel der Sozialdemokratie – mit 65 Jahren 80 Prozent des Lebenseinkommens zu erhalten, wenn 45 Beitragsjahre als Grundlage vorhanden sind – bedeutet nichts anderes, als dass man gegenüber dem heutigen System mit 15 Jahren Durchrechnungszeitraum und den 15 besten Jahren erhebliche Verluste überhaupt in jenen Gruppen hinnehmen muss (Zwischenruf der Abg. Silhavy), wo es zu sehr hohem Einkommen in der Jugend und sehr geringem Einkommen im Alter kommt, wie etwa bei den von Ihnen zitierten Bauarbeitern.
Auf der Zuschauergalerie erheben sich über drei Sitzreihen verteilt nebeneinander sitzende Besucher von ihren Plätzen. Sie tragen weiße T-Shirts mit je einem Buchstaben auf der Vorderseite, sodass sich der Spruch „VOLKSBEGEHREN – UNTERSCHREIBEN – JETZT!“ ergibt. – Anhaltender lebhafter Beifall bei der SPÖ in Richtung Zuschauergalerie.
(Auf der Zuschauergalerie erheben sich über drei Sitzreihen verteilt nebeneinander sitzende Besucher von ihren Plätzen. Sie tragen weiße T-Shirts mit je einem Buchstaben auf der Vorderseite, sodass sich der Spruch „VOLKSBEGEHREN – UNTERSCHREIBEN – JETZT!“ ergibt. – Anhaltender lebhafter Beifall bei der SPÖ in Richtung Zuschauergalerie.)
lebhafte ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Bundesminister für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Mag. Herbert Haupt (fortsetzend): Ich danke den Zuschauern mit ihren Leiberln auf der Zuschauertribüne für ihre Aussage, denn genau das, was diese dort oben verlangen, hat diese Bundesregierung gemacht (lebhafte ironische Heiterkeit bei der SPÖ): eine Pensionsreform mit Augenmaß für die junge Generation da oben, die heute hier zuschaut. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundesminister für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Mag. Herbert Haupt (fortsetzend): Ich danke den Zuschauern mit ihren Leiberln auf der Zuschauertribüne für ihre Aussage, denn genau das, was diese dort oben verlangen, hat diese Bundesregierung gemacht (lebhafte ironische Heiterkeit bei der SPÖ): eine Pensionsreform mit Augenmaß für die junge Generation da oben, die heute hier zuschaut. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Jedem jungen Menschen, der unter 55 ist und hier oben auf der Tribüne steht, sage ich ins Stammbuch: Fürchten Sie sich davor, wenn die Sozialdemokratie ihre Pensionsreform wahr macht (Zwischenrufe bei der SPÖ) und die Pensionsreform 2003 außer Kraft setzt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Dann werden Sie nämlich am Ende der nächsten Legislaturperiode zusätzlich 2 Milliarden € einzusparen haben (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Reheis: Sie gehören abgewählt!) und bei Ihren Pensionen noch weniger bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Abtreten!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Jedem jungen Menschen, der unter 55 ist und hier oben auf der Tribüne steht, sage ich ins Stammbuch: Fürchten Sie sich davor, wenn die Sozialdemokratie ihre Pensionsreform wahr macht (Zwischenrufe bei der SPÖ) und die Pensionsreform 2003 außer Kraft setzt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Dann werden Sie nämlich am Ende der nächsten Legislaturperiode zusätzlich 2 Milliarden € einzusparen haben (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Reheis: Sie gehören abgewählt!) und bei Ihren Pensionen noch weniger bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Abtreten!)
anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Reheis: Sie gehören abgewählt!
Jedem jungen Menschen, der unter 55 ist und hier oben auf der Tribüne steht, sage ich ins Stammbuch: Fürchten Sie sich davor, wenn die Sozialdemokratie ihre Pensionsreform wahr macht (Zwischenrufe bei der SPÖ) und die Pensionsreform 2003 außer Kraft setzt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Dann werden Sie nämlich am Ende der nächsten Legislaturperiode zusätzlich 2 Milliarden € einzusparen haben (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Reheis: Sie gehören abgewählt!) und bei Ihren Pensionen noch weniger bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Abtreten!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Abtreten!
Jedem jungen Menschen, der unter 55 ist und hier oben auf der Tribüne steht, sage ich ins Stammbuch: Fürchten Sie sich davor, wenn die Sozialdemokratie ihre Pensionsreform wahr macht (Zwischenrufe bei der SPÖ) und die Pensionsreform 2003 außer Kraft setzt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Dann werden Sie nämlich am Ende der nächsten Legislaturperiode zusätzlich 2 Milliarden € einzusparen haben (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Reheis: Sie gehören abgewählt!) und bei Ihren Pensionen noch weniger bekommen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Abtreten!)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Herren und Damen von der linken Reichshälfte! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich bin mit Ihrem Sozialexperten Rürup einig: Wenn Sie 1995 das gemacht hätten, was Rürup von Ihnen als damals regierender Fraktion im Sozialministerium verlangt hat, hätten wir so manche Härten, die Frühpensionisten heute treffen, nicht in diesem Ausmaß umsetzen müssen. Sie haben sieben Jahre Zeit verloren! (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Sie sind umgefallen!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Sie sind umgefallen!
Meine Herren und Damen von der linken Reichshälfte! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich bin mit Ihrem Sozialexperten Rürup einig: Wenn Sie 1995 das gemacht hätten, was Rürup von Ihnen als damals regierender Fraktion im Sozialministerium verlangt hat, hätten wir so manche Härten, die Frühpensionisten heute treffen, nicht in diesem Ausmaß umsetzen müssen. Sie haben sieben Jahre Zeit verloren! (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Sie sind umgefallen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Reheis: ... Pensionsraub! Pensionsräuber sind Sie!
Das war Ihr Pensionsraubsystem mit dem berühmten Vranitzky-Brief des Jahres 1995, dem tatsächlich ein Pensionsraub gefolgt ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Reheis: ... Pensionsraub! Pensionsräuber sind Sie!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Pensionsraub – ja, aber in der Vergangenheit und Gott sei Dank nicht in der Zukunft, und zwar auf Grund der Reform dieser Bundesregierung, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Silhavy: ..., wo steht denn das?
Ab dem Jahre 2006 werden die Pensionen – und das ist heute Gesetz – mit der Inflation angehoben werden, jährlich und laufend. Die Menschen werden daher nicht so wie mit Ihrer Nettopensionsanpassung pro Jahr in der Pension 0,2, 0,3, 0,5 Prozent Kaufkraft verlieren, sondern sie werden mit der Inflationsanpassung ihre Pensionen und damit ihren Lebensstandard halten können. Es zahlt sich aus, die Pensionsreform mit dieser Bundesregierung mitzutragen, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Silhavy: ..., wo steht denn das?)
Abg. Silhavy: ... schon lange versprochen und nicht ...!
Sehr geehrte Damen und Herren von der Sozialdemokratie! Sie haben mit Ausnahme der Zeit von 1966 bis 1970 in der Zweiten Republik immer das Sozialressort innegehabt. Sie waren in dieser Zeit nicht in der Lage, dafür zu sorgen, dass die Arbeiter aus dem Bereiche des Baus und des Baunebengewerbes in die Frühpensionsregelungen gekommen sind. Und das werden wir abstellen! Wir werden mit der Schwerarbeiterregelung dafür sorgen, dass die Bauarbeiter endlich in eine für sie und ihre Arbeitsbelastung adäquate Pension gehen können. (Abg. Silhavy: ... schon lange versprochen und nicht ...!) Dafür werden wir in der Bundesregierung arbeiten, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren von der Sozialdemokratie! Sie haben mit Ausnahme der Zeit von 1966 bis 1970 in der Zweiten Republik immer das Sozialressort innegehabt. Sie waren in dieser Zeit nicht in der Lage, dafür zu sorgen, dass die Arbeiter aus dem Bereiche des Baus und des Baunebengewerbes in die Frühpensionsregelungen gekommen sind. Und das werden wir abstellen! Wir werden mit der Schwerarbeiterregelung dafür sorgen, dass die Bauarbeiter endlich in eine für sie und ihre Arbeitsbelastung adäquate Pension gehen können. (Abg. Silhavy: ... schon lange versprochen und nicht ...!) Dafür werden wir in der Bundesregierung arbeiten, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Scheibner: Jetzt wissen wir es!
Sehr geehrte Damen und Herren von der SPÖ, sagen Sie der österreichischen Bevölkerung auch, dass mit der Aufhebung der Pensionsreform 2003 für Sie als Politiker wieder eine Verbesserung Ihrer Politikerpension verbunden ist, weil damit auch der für Regierungsmitglieder (Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Scheibner: Jetzt wissen wir es!) und für Politiker in höheren Rängen geltende Selbstbehalt von 15 Prozent, das Senken der Politikerpensionen sowie die für Politiker in niederen Rängen geltenden Solidaritätsbeiträge von acht Prozent aufgehoben werden!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe bis heute von Ihnen von der Sozialdemokratie noch nicht gehört, dass die Politikerpensionen, die wir gesenkt haben, von der Regelung 2003 ausgenommen werden. Wenn Sie diese Regelung aufheben, so wie Sie, Herr Verzetnitsch, gesagt haben, dann werden auch die Politikerprivilegien wieder eingeführt. Herr Blecha wird sich freuen, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Eder: Scheinbar!
Noch eine Bemerkung zur Harmonisierung: Wir verhandeln seit Wochen über die Harmonisierung. Unsere Experten verhandeln diese Woche Tag für Tag. (Abg. Eder: Scheinbar!) Wir haben eine Liste von 26 Punkten, die die Experten aufgeschrieben haben. Mehr als 50 Prozent der Punkte, die kontroversiell waren, sind laut Experten bereits kongruent, harmonisch und passen zusammen. Wir von der Bundesregierung werden die Zeit aufbringen, um in einem breiten Konsens diese Harmonisierung umzusetzen. Wir werden uns von Ihren Aussagen, die Sie heute hier getätigt haben, Herr Kollege Verzetnitsch, nicht aus der Bahn bringen lassen. Wir werden weiter verhandeln!
Abg. Verzetnitsch: Beweisen!
Ich bin überzeugt davon, dass die Aufhebung der Pensionsreform 2003 für die Menschen in diesem Lande schlecht wäre. (Abg. Verzetnitsch: Beweisen!) Ich bin auch überzeugt davon, dass viele der Zahlen, die die Arbeiterkammer vorgelegt hat, die Österreicherinnen und Österreicher verwirren, weil dabei Arbeitsjahre und Versicherungsjahre vermischt werden und damit bei den Menschen der Eindruck erweckt wird, dass sie 45 Jahre gearbeitet haben, obwohl sie de facto 38 oder 26 oder 27 Jahre gearbeitet haben. Das ist Faktum, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin überzeugt davon, dass die Aufhebung der Pensionsreform 2003 für die Menschen in diesem Lande schlecht wäre. (Abg. Verzetnitsch: Beweisen!) Ich bin auch überzeugt davon, dass viele der Zahlen, die die Arbeiterkammer vorgelegt hat, die Österreicherinnen und Österreicher verwirren, weil dabei Arbeitsjahre und Versicherungsjahre vermischt werden und damit bei den Menschen der Eindruck erweckt wird, dass sie 45 Jahre gearbeitet haben, obwohl sie de facto 38 oder 26 oder 27 Jahre gearbeitet haben. Das ist Faktum, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Geh hör auf!
Junge Menschen nehmen ihre Ausbildungsmöglichkeiten wahr und steigen um sechs Jahre später in den Beruf ein. Das Beitragsvolumen für die Pensionen stagniert, der Pensionsaufwand steigt. Das ist eine klare logische Folge. Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, sind uns bis heute jeden konkreten Vorschlag schuldig geblieben (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Geh hör auf!), wie Sie langfristig das Auseinanderklaffen von massiv steigendem Pensionsaufwand und stagnierendem Pensionsbeitragsvolumen in Einklang bringen wollen. Zu jedem Reformschritt nein zu sagen, das ist keine Politik, und das ist auf jeden Fall zu wenig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Junge Menschen nehmen ihre Ausbildungsmöglichkeiten wahr und steigen um sechs Jahre später in den Beruf ein. Das Beitragsvolumen für die Pensionen stagniert, der Pensionsaufwand steigt. Das ist eine klare logische Folge. Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, sind uns bis heute jeden konkreten Vorschlag schuldig geblieben (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Geh hör auf!), wie Sie langfristig das Auseinanderklaffen von massiv steigendem Pensionsaufwand und stagnierendem Pensionsbeitragsvolumen in Einklang bringen wollen. Zu jedem Reformschritt nein zu sagen, das ist keine Politik, und das ist auf jeden Fall zu wenig. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Österreich setzt unter Sozialminister Herbert Haupt moderate Schritte, um unsere Vorbildfunktion in der Sozialpolitik, die wir heute schon in Europa innehaben, halten zu können. Es ist seit Jahren die Grundtendenz dieser Regierung, gerade auf jene Pensionsbezieher zu schauen, die unter dem Durchschnitt liegen. Ich werde Ihnen ein Beispiel dafür geben, und zwar anhand des Ausgleichszulagenrichtsatzes. In den Jahren 2000 bis 2004 ist unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel der Richtsatz der Mindestpension um 11 Prozent für Alleinstehende und um 21 Prozent für Ehepaare gestiegen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In den Jahren 1995 bis 1999, also unter der SPÖ-Regierung, hat die Erhöhung nur 5,2 Prozent betragen. Der Vorwurf, dass wir für kleine Pensionen nichts gemacht haben, stimmt daher absolut nicht. Mit der Steuerreform ab 1. Jänner 2005 zahlen mehr als 2,5 Millionen Österreicher überhaupt keine Steuer mehr, und darunter ist ein großer Teil von Pensionisten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich weiß aus vielen Gesprächen mit Senioren, dass gerade bei dieser Generation, die vor einem halben Jahrhundert aus dem Nichts ein gutes Land, ein stabiles Land wieder aufgebaut hat, eine ungeheure Solidarität für die Jungen vorhanden ist, die auch gelebt wird. Es geht nicht nur um das Finanzielle, sondern auch um Leistungen, die im Familienkreis oder für Freunde erbracht werden. Darüber wird kaum gesprochen, das macht nie eine Schlagzeile. Diese Generation konnte damals und kann heute gut mit Geld umgehen, und sie weiß auch, was es heißt, rechtzeitig zu handeln und rechtzeitig zu planen, damit unser Sozialsystem gesichert wird. In diesem Sozialsystem ist auch unser Gesundheitssystem, das weltweit eines der besten ist, beinhaltet. Auch darauf dürfen wir nicht vergessen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Trauen wir uns doch zu, meine Damen und Herren, dass wir in diesem Land, das ein Vorbild in Europa ist, rechtzeitige Schritte setzen, damit unser System der Pensionen und jenes für die Gesundheit für Jahre und Jahrzehnte gesichert bleiben. Unter dem Motto: Heute teile ich aus, und was morgen ist, interessiert mich nicht!, wird Österreich in keine gute Zukunft gehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sagt das der Arbeiterkammer, die mit Zwangsbeiträgen finanziert wird!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Herr Minister! Ich möchte Sie sehr dringend auffordern und einladen, bei der Wahrheit zu bleiben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sagt das der Arbeiterkammer, die mit Zwangsbeiträgen finanziert wird!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie reden von einem Einsparungspotential in den nächsten sechs Jahren. Ich frage mich, von welchem Einsparungspotential Sie sprechen. Sprechen Sie davon, dass der Finanzminister wieder Steueramnestie gewähren kann? – Das brauchen die Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich nicht, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Partei-Volksbegehren!
Ich fordere Sie auch auf, die demokratischen Rechte der Menschen in Österreich hier von der Ministerbank aus nicht einschränken zu wollen. Wenn Sie als Minister auf der Regierungsbank die Menschen auffordern, nicht zu einem Volksbegehren zu gehen, dann halte ich das für einen Skandal und für demokratiepolitisch höchst bedenklich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Partei-Volksbegehren!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Sie fragen, wo denn die Pensionistinnen und Pensionisten an der Armutsgrenze leben. Haben Sie Herrn Präsidenten Verzetnitsch nicht zugehört? Haben Sie sich die Beispiele nicht angeschaut? Ich meine nicht die theoretischen Durchrechnungsbeispiele, sondern jene von Pensionistinnen und Pensionisten, die jetzt in Pension gegangen sind. Ich erinnere Sie noch einmal an jene 56-jährige Frau, die 42 Jahre gearbeitet hat, bereits eine Pensionsvorschau im Jahr 2003 erhalten hat und jetzt Monat für Monat 133 € weniger bekommt. Das ist ein Skandal, Herr Minister! Das ist den Menschen, den älteren Menschen gegenüber ungerecht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sie regen sich auf über mögliche Nichtberücksichtigungen von Politikerinnen und Politikern. Wo ist denn Ihre Zustimmung zu einer Solidarabgabe? – Wir haben klar und deutlich gesagt, dass die Besserverdienenden – dazu gehören die Politiker – ihren Beitrag zu leisten haben. Dazu haben Sie aber ein klares Nein gesagt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Großruck: Wollen Sie das deutsche Modell?
Ich glaube, dass die Menschen vor Ort, zu Hause das ohnehin schon längst durchschaut haben. Sie reden immer wieder davon, die Opposition, der ÖGB hätten kein Modell, wüssten nicht, wohin es gehen soll. Herr Minister! Wenn wir Ihre Vorschläge nicht gutheißen (Abg. Großruck: Wollen Sie das deutsche Modell?), dann heißt das noch lange nicht, dass es keine konkreten Vorschläge gibt. Dieser Weg zeigt auch, wie undemokratisch die Regierungsparteien mit ganz konkreten Vorschlägen der Opposition umgehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, dass die Menschen vor Ort, zu Hause das ohnehin schon längst durchschaut haben. Sie reden immer wieder davon, die Opposition, der ÖGB hätten kein Modell, wüssten nicht, wohin es gehen soll. Herr Minister! Wenn wir Ihre Vorschläge nicht gutheißen (Abg. Großruck: Wollen Sie das deutsche Modell?), dann heißt das noch lange nicht, dass es keine konkreten Vorschläge gibt. Dieser Weg zeigt auch, wie undemokratisch die Regierungsparteien mit ganz konkreten Vorschlägen der Opposition umgehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.
Was mich als Frauenpolitikerin am allermeisten stört, ärgert und auch bedrückt, ist, wie Sie mit einer unglaublichen Oberflächlichkeit die Situation der Frauen ignorieren. Zunächst haben Sie die Frauen bei dieser so genannten Pensionsreform 2003 vergessen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.) Dann haben Sie einige schmückende Beiwerke dazugefügt. Das sind aber nur Überschriften, das sind Überschriften ohne konkrete Auswirkungen, denn sonst würde diese eine Frau, von der ich gerade gesprochen habe, nicht 133 € im Monat weniger erhalten.
Abg. Dr. Bleckmann: Die jetzt in der Pension sind, sind oft in der Armutsfalle!
Sie reden von der Erhöhung der Beitragszeiten bei der Kinderbetreuung. Sie sagen aber nicht dazu, dass das nur für all jene Frauen gilt, die bereits Kindergeld bezogen haben, dass das erst in 30 Jahren vielleicht Gültigkeit haben wird. Die vielen Frauen aber, die jetzt im Erwerbsleben stehen, die in den nächsten 20 Jahren, zehn Jahren, 15 Jahren in Pension gehen wollen, haben Sie restlos vergessen, aber Sie kürzen. (Abg. Dr. Bleckmann: Die jetzt in der Pension sind, sind oft in der Armutsfalle!)
Beifall bei der SPÖ.
Ein weiterer Punkt, bei dem Sie den Frauen Sand in die Augen zu streuen versuchen: Sie motivieren die Frauen, zu Hause zu bleiben, Sie motivieren die Frauen, in Teilzeit zu gehen, aber Sie setzen keine klaren Zeichen, wie diese Zeiten, diese reduzierten Arbeitszeiten, auch in der Pension berücksichtigt werden können. Wir haben die Vorschläge. Sie brauchen sie nur zu nehmen und morgen umzusetzen, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aus diesem Grund bin ich ganz fest davon überzeugt, dass die Frauen, ganz besonders die Frauen diese Woche die Gelegenheit nutzen werden, zum Gemeindeamt gehen und das Pensionsvolksbegehren unterschreiben werden – als klares Zeichen und als klare Antwort auf Ihre unsoziale Pensionspolitik. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Hör auf!
Frau Prammer, Sie haben jetzt gefragt, wo der Solidarbeitrag von Politikern bleibt. Daher muss ich Sie fragen: Seit wann sitzen Sie hier? Ist es Ihnen entgangen, dass wir über der ASVG-Höchstpensionsgrenze für Politiker einen Solidarbeitrag in der Höhe von 15 Prozent eingeführt haben? Ist Ihnen das entgangen? – Das wollen Sie jetzt mittels Volksbegehren zurücknehmen. (Abg. Öllinger: Hör auf!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
net wurden. Wir haben das endlich gleichgestellt, nun haben wir einen Gleichlauf bei den Nachkäufen von Beitragszeiten. Es gab ein unterschiedliches Zugangsalter, es gibt unterschiedliche Pensionshöhen und unterschiedliche Leistungen. Wir beseitigen das. Das ist bereits mit 2003 beseitigt worden, und wir arbeiten weiter daran! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir arbeiten an einer Harmonisierung der Pensionssysteme, das ist unser Anliegen. – Herr Präsident Verzetnitsch! Du bekrittelst die Schwerarbeiterregelung. Schaff’ endlich einmal Ordnung im Österreichischen Gewerkschaftsbund! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ihr wisst ja nicht, wohin ihr wollt! Auf der einen Seite bremst die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, die Gemeindebediensteten wollen keine Harmonisierung und zögern diese hinaus – und auf der anderen Seite forderst du hier eine Harmonisierung. Bitte setz das endlich einmal bei den Sozialpartnern, bei der Gewerkschaft um! Wir in der Koalition sind bereit, das umzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir arbeiten an einer Harmonisierung der Pensionssysteme, das ist unser Anliegen. – Herr Präsident Verzetnitsch! Du bekrittelst die Schwerarbeiterregelung. Schaff’ endlich einmal Ordnung im Österreichischen Gewerkschaftsbund! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ihr wisst ja nicht, wohin ihr wollt! Auf der einen Seite bremst die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, die Gemeindebediensteten wollen keine Harmonisierung und zögern diese hinaus – und auf der anderen Seite forderst du hier eine Harmonisierung. Bitte setz das endlich einmal bei den Sozialpartnern, bei der Gewerkschaft um! Wir in der Koalition sind bereit, das umzusetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Verzetnitsch: 45 Beitragsjahre!
In Zukunft sollen, so wie wir es wollen, Zeiten, in denen die Menschen unter körperlichen, psychischen und gesundheitlichen Belastungen arbeiten müssen, berücksichtigt werden. Das sind Leute, die im Baugewerbe, in Saisonbetrieben, in der Krankenpflege, in der Land- und Forstwirtschaft, beim Militär und bei der Exekutive arbeiten. Das soll besonders berücksichtigt werden. (Abg. Verzetnitsch: 45 Beitragsjahre!) – Versicherungsjahre, Herr Kollege, dafür werden wir schon sorgen. Du musst das genau lesen und darfst die Sachen nicht verdrehen, Herr Verzetnitsch!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP
Ich erinnere die SPÖ daran, dass sie im Jahr 1985 eine Ausdehnung von fünf auf zehn Jahre durchgeführt hat und 1988 auf 15 Jahre. Dann hat sie die Nettoanpassung beschlossen, und wenn die Nettoanpassung so geblieben wäre wie bisher, dann würden die Leute noch weniger Pension haben als jetzt. Wir haben nämlich die Pensionen für die bereits in Pension Befindlichen und auch für die zukünftigen Pensionisten gesichert, sodass die Leute in Zukunft darauf vertrauen können, eine staatliche Vorsorge zu erhalten (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP), und nicht Beiträge einzahlen, ohne darauf hoffen zu können, dass sie überhaupt einmal eine Pension bekommen werden.
Abg. Scheibner: Wir werden schauen, ob ihr mitstimmt!
Wir werden es Ihnen beweisen, und die Sozialdemokraten können in Kärnten beweisen, dass sie da mittun, indem sie gemeinsam mit der FPÖ eine Harmonisierung auf Länderebene durchführen (Abg. Scheibner: Wir werden schauen, ob ihr mitstimmt!), sodass ab einer Stichtagsregelung für alle dasselbe Pensionseintrittsalter, dieselben Beiträge und dieselben Leistungen gelten. Und das sollte möglichst bald geschehen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (fortsetzend): Die Formel lautet, Herr Verzetnitsch: 45 – 65 – 80. Und das steht bei allen Fraktionen außer Streit! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Jetzt drehen Sie alle ab! Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich fürchte, die Zuschauerinnen und Zuschauer werden nicht sehr begeistert davon sein, wenn wir die Pensionsdebatte schreiend führen. (Abg. Scheibner: Jetzt drehen Sie alle ab! Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.
Was wollten Sie diesen Menschen sagen, Herr Bundesminister? Dass das immer so schlimm war und dass es daher auch für Sie ein Recht gibt, dieses Spiel in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiter zu betreiben, nämlich dass man die jungen Menschen ruhig der Unsicherheit der Börse aussetzen kann, indem man sie dazu zwingt, an der Börse für ihre Altersversorgung zu spekulieren? – Das kann es doch nicht gewesen sein, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.)
Abg. Mag. Mainoni: So vergeht auch die Zeit!
Herr Bundesminister! Wenn Sie mir etwas zu sagen haben, bitte ich Sie, das lauter zu tun; dann kann ich es verstehen und vielleicht in meinen Redebeitrag aufnehmen. Oder Sie melden sich zu Wort. Es ist ziemlich ungut, wenn Sie mir von hinten hineinreden und ich nicht darauf reagieren kann, weil ich es nicht genau höre. Aber okay. (Abg. Mag. Mainoni: So vergeht auch die Zeit!)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Gedächtnisschwund – Steueramnestie für Steueramnesie. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Holla!, werden sich die Leute denken, das betrifft ja wieder nicht uns! Wir müssen ja die Steuern zahlen. Wen betrifft denn das?
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ja, das ist wichtig, denn wir Grüne wollen nicht, dass die jungen Menschen an der Börse ihre Pension erspekulieren sollen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wer hat denn damals mitgestimmt? Da waren wir die Einzigen, die dagegen waren! Wer hat das beschlossen, Herr Kollege? Sie waren das! Sie haben das beschlossen!
Ich sage Ihnen noch etwas: Das, was mich maßlos aufregt, ist, wenn Sie hier heraustreten und sagen, wir haben bei den Politikerpensionen alles, so wie bei den anderen Pensionen, gleichgemacht. – In wenigen Monaten geht ein Bundespräsident in Pension, der eine höhere Pension als den Aktivbezug erhalten wird. Die Leute registrieren das sehr wohl, sie bekommen das mit, dass trotz Ihrer Versprechungen, gleiche Anpassungen für Politikerpensionen, eine höhere Pension für den Bundespräsidenten – aber nicht nur für ihn, auch für viele andere, die in den nächsten Jahren in Pension gehen – herausschauen wird. (Abg. Scheibner: Wer hat denn damals mitgestimmt? Da waren wir die Einzigen, die dagegen waren! Wer hat das beschlossen, Herr Kollege? Sie waren das! Sie haben das beschlossen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die Leute werden zusammenzählen: Körperschaftsteuer, Steueramnestie, Politikerpensionen – für die einen wird von Ihnen alles gerichtet, für die anderen nicht. Das kann es nicht sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist nicht die Perspektive ...
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich finde es angesichts solcher Umstände richtig, dass das Volk auch einmal begehrt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Bundesminister Mag. Haupt: Sie haben es beschlossen, Herr Öllinger!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Tancsits. Redezeit: 5 Minuten. (Bundesminister Mag. Haupt: Sie haben es beschlossen, Herr Öllinger!)
Rufe bei der SPÖ: Falsch!
Meine Damen und Herren! Ich kann mich erinnern, vor nicht allzu langer Zeit hörten wir vom SPÖ-Vorsitzenden Vorschläge, die da lauteten: alle, künftige und bestehende, Pensionen um 10 Prozent kürzen (Rufe bei der SPÖ: Falsch!), Eingriffe in bestehende Pensionen. Ich muss Ihnen sagen, Sie haben wenigstens Problembewusstsein gezeigt – wir waren nie so weit, Ihnen bei solchen Radikalvorschlägen zu folgen –, Sie haben vor einem Jahr zumindest erkannt, dass es notwendig ist, bei den Pensionen Änderungen vorzunehmen. Heute hingegen bezeichnen Sie moderate Steigerungen mit der Inflationsrate als Pensionsraub.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! In Wirklichkeit sieht dieser „Pensionsraub“ so aus (der Redner stellt eine Tafel vor sich auf das Rednerpult mit dem Text „Gesamtsteigerung der Pensionsausgaben: + 490 Millionen € von 2003 auf 2004“, auf der außerdem Säulendiagramme zu sehen sind), dass die Ausgaben für die Pensionen vom Jahr 2003 auf das Jahr 2004 um insgesamt 490 Millionen € gestiegen sind. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Das haben Sie ...!
Meine Damen und Herren! Panikmache, Populismus und Realitätsverweigerung sind keine Antwort auf die Bevölkerungsentwicklung der letzten 30 Jahre. (Abg. Silhavy: Das haben Sie ...!) Sie können auch mit einem Volksbegehren nicht die Bevölkerungsentwicklung der letzten 30 Jahre zurückdrehen. Sie können damit nur – und das tun Sie – Stimmung machen gegen Junge und gegen heute Erwerbstätige. (Abg. Öllinger: Sie! – Abg. Sburny: Was machen Sie?) Was ich Ihnen besonders vorwerfe, ist, dass
Abg. Öllinger: Sie! – Abg. Sburny: Was machen Sie?
Meine Damen und Herren! Panikmache, Populismus und Realitätsverweigerung sind keine Antwort auf die Bevölkerungsentwicklung der letzten 30 Jahre. (Abg. Silhavy: Das haben Sie ...!) Sie können auch mit einem Volksbegehren nicht die Bevölkerungsentwicklung der letzten 30 Jahre zurückdrehen. Sie können damit nur – und das tun Sie – Stimmung machen gegen Junge und gegen heute Erwerbstätige. (Abg. Öllinger: Sie! – Abg. Sburny: Was machen Sie?) Was ich Ihnen besonders vorwerfe, ist, dass
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie auch der älteren Generation unisono die gleiche Hinter-uns-die-Sintflut-Mentalität unterstellen, wie sie die SPÖ heute an den Tag legt. Das haben unsere älteren Mitbürger nicht verdient. Das lehnen wir ab! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Cap: Was steht dort? Das ist so klein geschrieben!
Das sieht zur Veranschaulichung so aus (der Redner stellt eine zweite Tafel vor sich auf das Rednerpult mit dem Titel „Ausgleichszulagenrichtsatz 1995 – 2004“, auf der vier Säulendiagramme zu sehen sind): Es gibt deutlich mehr für Ausgleichszulagenbezieher. Ehepaare bekommen heute bei einer Ausgleichszulage deutlich mehr als 1 000 €. (Abg. Dr. Cap: Was steht dort? Das ist so klein geschrieben!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Können Sie es vorlesen?
Sie von der SPÖ verschweigen, dass parallel zur Pensionsreform, von Ihnen jahrzehntelang blockiert, dann mitgestimmt und heute wieder madig gemacht, für eine zweite und dritte Absicherung entsprechende Vorsorge getroffen wurde. (Abg. Dr. Gusenbauer: Können Sie es vorlesen?) Sie machen das heute madig, aber Sie verschweigen, dass deutlich über 800 000 Kolleginnen und Kollegen bereits in der neuen Mitarbeitervorsorge sind. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das kann keiner lesen!) Sie verschweigen weiters, dass über 300 000 Österreicherinnen und Österreicher die prämierte Zukunftsvorsorge nutzen.
Abg. Dr. Gusenbauer: Das kann keiner lesen!
Sie von der SPÖ verschweigen, dass parallel zur Pensionsreform, von Ihnen jahrzehntelang blockiert, dann mitgestimmt und heute wieder madig gemacht, für eine zweite und dritte Absicherung entsprechende Vorsorge getroffen wurde. (Abg. Dr. Gusenbauer: Können Sie es vorlesen?) Sie machen das heute madig, aber Sie verschweigen, dass deutlich über 800 000 Kolleginnen und Kollegen bereits in der neuen Mitarbeitervorsorge sind. (Abg. Dr. Gusenbauer: Das kann keiner lesen!) Sie verschweigen weiters, dass über 300 000 Österreicherinnen und Österreicher die prämierte Zukunftsvorsorge nutzen.
Abg. Verzetnitsch: Wer legt zurück? Wer treibt die alten Pensionen ein?
Noch etwas: Sie verlangen die Rücknahme der Pensionssicherungsreform 2003. Diese stellt aber mit der gleichen Durchrechnung für alle, mit dem Grundsatz „65 Jahre, 80 Prozent“ das Fundament der Harmonisierung dar. Man kann nicht das Fundament zuschütten und gleichzeitig verlangen, den ersten Stock schneller aufzubauen. (Abg. Verzetnitsch: Wer legt zurück? Wer treibt die alten Pensionen ein?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie sind also in Ihren Argumenten unlogisch, Sie verschweigen in Ihren Argumenten die soziale Absicherung, also die 10-Prozent-Deckelung und die Ausgleichszulage, und Sie errichten mit Ihren Argumenten und Ihrem Volksbegehren tatsächlich eine Armutsfalle – eine Armutsfalle für Junge, für jetzige Beitragszahler und für künftige Pensionsbezieher. – Das lehnen wir ab. Das ist unfair. Wir wollen den Jungen in diesem Land eine Chance geben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Tancsits, das Einzige, womit Sie in Ihrer Rede Recht haben, ist Ihre Kritik an der Politik dieser Bundesregierung. Sie haben Recht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die ständige Walze ist das!
Sie haben Recht, Kollege Tancsits: Mit Realitätsverweigerung und Populismus kann man keine Politik machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die ständige Walze ist das!)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist ein Skandal!
Herr Kollege Tancsits, weil Sie dieses Thema ansprachen, möchte ich Ihnen Folgendes sagen: Ich warte noch immer auf Ihre Entschuldigung gegenüber den älteren Menschen hinsichtlich Ihrer Äußerung, dass sonst der einzige Ausweg die Euthanasie wäre. Sie haben es heute wieder verabsäumt, sich zu entschuldigen. Das ist sehr bedauerlich. Sie sollten sich dafür schämen! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist ein Skandal!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Was mich aber am meisten entsetzt, Herr Bundesminister, ist Folgendes: Sie argumentieren, ohne die Pensionsreform 2003 würden die Menschen im Jahr 2006 mit 2 Milliarden € belastet werden und das könnten Sie gegenüber der Jugend nicht verantworten. – Herr Bundesminister! Wo bleibt Ihre soziale Verantwortung beim Ankauf der Eurofighter? Da geht es zufällig auch um genau 2 Milliarden €. Da haben Sie dieses soziale Gewissen offensichtlich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Es geht bei dieser Pensionssicherungsreform 2003 nicht um eine Reform und eine Pensionssicherung. Es geht um ein Umverteilungsprogramm zu Lasten mittlerer und kleinerer Einkommen und zugunsten derer, die sich das leisten können. Das ist eine falsche Politik, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Großruck: Das Kinderbetreuungsgeld!
Aber auch Frauen mit Kindern, die relativ rasch nach der Geburt ihrer Kinder wieder arbeiten gegangen sind, spüren Ihre Kürzungen in voller Härte. (Abg. Großruck: Das Kinderbetreuungsgeld!) Ich möchte dazu folgendes Beispiel anführen:
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Diese Pension macht 911 € aus. Finden Sie wirklich, dass es ein Luxus wäre, wenn diese Frau ihre Pension ungekürzt bekäme? – Ich muss Ihnen sagen, das ist eine Schande und ein Skandal! Das ist der direkte Weg in die Altersarmut. Das ist der falsche Weg. Dagegen wehren sich die Menschen mit Hilfe des Pensions-Volksbegehrens. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Das ist kein politisches Konzept, Herr Bundesminister! Das ist ein Weg zurück in die sozialpolitische Steinzeit! Mir erscheint dieses Vorgehen so, als ob jemand im Retourgang mit Vollgas Auto fährt, ohne zu sehen, was sich hinter ihm abspielt. Jedem Autofahrer, der so mit der Sicherheit anderer Menschen umgeht, würde die Lenkerberechtigung entzogen werden. Ihnen gehört für diese Politik auch eine rasche und klare Absage erteilt. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak. – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak. – Zwischenruf des Abg. Grillitsch.)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Ja, Herr Kollege Grillitsch, das Pensions-Volksbegehren tritt nämlich genau dagegen auf! Es will faire Chancen für die Jugend und es will faire Chancen für die älteren Menschen haben. (Zwischenruf des Abg. Murauer.) Die SPÖ hat als einzige Partei ein Harmonisierungsmodell vorgelegt. Der ÖGB hat als Interessenvertretung ein Modell vorgelegt. Wo bleibt denn das Modell der Bundesregierung? – Große Töne, Luftblasen, aber nichts dahinter! Dagegen wehren sich die Menschen in unserem Land. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ja, Herr Kollege Grillitsch, das Pensions-Volksbegehren tritt nämlich genau dagegen auf! Es will faire Chancen für die Jugend und es will faire Chancen für die älteren Menschen haben. (Zwischenruf des Abg. Murauer.) Die SPÖ hat als einzige Partei ein Harmonisierungsmodell vorgelegt. Der ÖGB hat als Interessenvertretung ein Modell vorgelegt. Wo bleibt denn das Modell der Bundesregierung? – Große Töne, Luftblasen, aber nichts dahinter! Dagegen wehren sich die Menschen in unserem Land. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie eine faire Harmonisierung haben wollen, die auch nachhaltig für die Jugend wirkt, dann setzen Sie jetzt ein Zeichen, indem Sie das Pensions-Volksbegehren unterschreiben! Ich nehme an, dass sich der Herr Minister getäuscht hat, als er sagte, die Bundesregierung hätte es bereits getan. Wenn doch, dann kann ich Ihnen dazu nur gratulieren. Es wäre einmal ein richtiger Schritt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (fortsetzend): Meine Damen und Herren! Weil der Mensch zählt – nehmen Sie die Chance wahr und unterschreiben auch Sie das Volksbegehren, und zwar jetzt! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Werte Damen und Herren! Liebe ZuhörerInnen und ZuseherInnen! Wenn man heute diese Diskussion verfolgt, so ist es interessant zu sehen, dass sich jene an das Rednerpult stellen, die genau dieses ungerechtfertigte System in Österreich geschaffen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Kollege Verzetnitsch, es würde mich interessieren, welche Berater du im ÖGB hast. Könnt ihr nicht zwischen Beitragsjahren und Versicherungsjahren unterscheiden? (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Du kannst es anscheinend nicht. Der Herr Sozialminister hat schon deutlich klargelegt, dass bei den Bauarbeitern bei der Schwerarbeiterregelung 45 Versicherungsjahre (Abg. Verzetnitsch: Wo steht das?) – aufpassen, sonst weißt du es morgen wieder nicht – und nicht Beitragsjahre gelten. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Verzetnitsch: Wo steht das?
Kollege Verzetnitsch, es würde mich interessieren, welche Berater du im ÖGB hast. Könnt ihr nicht zwischen Beitragsjahren und Versicherungsjahren unterscheiden? (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Du kannst es anscheinend nicht. Der Herr Sozialminister hat schon deutlich klargelegt, dass bei den Bauarbeitern bei der Schwerarbeiterregelung 45 Versicherungsjahre (Abg. Verzetnitsch: Wo steht das?) – aufpassen, sonst weißt du es morgen wieder nicht – und nicht Beitragsjahre gelten. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Kollege Verzetnitsch, es würde mich interessieren, welche Berater du im ÖGB hast. Könnt ihr nicht zwischen Beitragsjahren und Versicherungsjahren unterscheiden? (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) – Du kannst es anscheinend nicht. Der Herr Sozialminister hat schon deutlich klargelegt, dass bei den Bauarbeitern bei der Schwerarbeiterregelung 45 Versicherungsjahre (Abg. Verzetnitsch: Wo steht das?) – aufpassen, sonst weißt du es morgen wieder nicht – und nicht Beitragsjahre gelten. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Verzetnitsch, ich möchte Folgendes sagen: Ihr initiiert ein Volksbegehren. Ihr ruft die Bevölkerung auf, dieses Volksbegehren zu unterstützen. Aber welche Unwahrheiten ihr darin darlegt! Sagt doch der Bevölkerung – ich weiß schon, warum ihr jetzt Namensschilder tragt: weil euch niemand mehr kennen will! –, dass ihr mehrere ungerechtfertigte Systeme in Österreich geschaffen habt! (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Ihr von der SPÖ habt gesagt, den ASVG-Versicherten nehmen wir mehr weg (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) und den Politikern geben wir noch mehr. Das hat man ja gesehen. Und das wahre Gesicht habt ihr bei der Abstimmung gezeigt, als wir die Entgeltfortzahlung der Politiker gekürzt haben. Diejenige der Minister und Abgeordneten sollte um 50 Prozent und deren Bezug um 25 Prozent gekürzt werden. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Was hat die SPÖ gemacht? Auch Kollege Verzetnitsch?! – Sie riefen: Kommt nicht in Frage! Mein Geld will ich weiterhin haben! Das holen wir uns
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.
Ihr von der SPÖ habt gesagt, den ASVG-Versicherten nehmen wir mehr weg (ironische Heiterkeit bei der SPÖ) und den Politikern geben wir noch mehr. Das hat man ja gesehen. Und das wahre Gesicht habt ihr bei der Abstimmung gezeigt, als wir die Entgeltfortzahlung der Politiker gekürzt haben. Diejenige der Minister und Abgeordneten sollte um 50 Prozent und deren Bezug um 25 Prozent gekürzt werden. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kummerer.) Was hat die SPÖ gemacht? Auch Kollege Verzetnitsch?! – Sie riefen: Kommt nicht in Frage! Mein Geld will ich weiterhin haben! Das holen wir uns
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
bei den anderen! – So nicht, liebe Freunde! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Weiters möchte ich Folgendes anführen: Kollege Verzetnitsch, du bist nicht und der Kollege Driemer ist auch nicht der Vertreter der Bauarbeiter. Ihr seid nicht deren Vertreter! Ihr seid eine SPÖ-Parteizentrale im Gewerkschaftsbund, die nur die Arbeit für die SPÖ macht, und nicht ein überparteilicher Gewerkschaftsbund. Sonst hättest du damals nicht zustimmen dürfen, als die ungerechtfertigten Systeme beim Pensionssystem, als die Politikerprivilegien eingeführt wurden und vieles mehr. Die Selbstbehalte habt ihr und nicht wir eingeführt! Für die 2,2 Milliarden Schulden, die in Österreich gemacht wurden, seid ihr, du und der Österreichische Gewerkschaftsbund, mitverantwortlich! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Jetzt polemisiert ihr und veranlasst ein Volksbegehren, weil Arbeiterkammerwahlen vor der Tür stehen. Kehrt zuerst vor der eigenen Tür! Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Rufe bei der SPÖ: Frauenministerin!
Folgendes möchte ich zu den Ausführungen der Kollegin Prammer sagen: Sie war ja angeblich einmal in Österreich Familienministerin. (Rufe bei der SPÖ: Frauenministerin!) – Oder Frauenministerin. Zu ihrer Zeit gab es die größten Kürzungen für Familien. Als sie Ministerin war, wurde die Familienbeihilfe gekürzt. (Abg. Mag. Wurm: Bartenstein!) Weiters beschlossen die SPÖ und SPÖ-Minister, dass ab dem Jahr 2018 – passt vor den Fernsehschirmen bitte gut auf! – bis zum Jahr 2033 die Frauen in Etappen bis zum Alter von 65 Jahren arbeiten müssen. Das hat die SPÖ beschlossen! Das ist das wahre Gesicht der SPÖ!
Abg. Mag. Wurm: Bartenstein!
Folgendes möchte ich zu den Ausführungen der Kollegin Prammer sagen: Sie war ja angeblich einmal in Österreich Familienministerin. (Rufe bei der SPÖ: Frauenministerin!) – Oder Frauenministerin. Zu ihrer Zeit gab es die größten Kürzungen für Familien. Als sie Ministerin war, wurde die Familienbeihilfe gekürzt. (Abg. Mag. Wurm: Bartenstein!) Weiters beschlossen die SPÖ und SPÖ-Minister, dass ab dem Jahr 2018 – passt vor den Fernsehschirmen bitte gut auf! – bis zum Jahr 2033 die Frauen in Etappen bis zum Alter von 65 Jahren arbeiten müssen. Das hat die SPÖ beschlossen! Das ist das wahre Gesicht der SPÖ!
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Wir sind die Einzigen in Österreich, die eine Harmonisierung machen werden. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ihr verlangt sie, stimmt aber dagegen. Ihr stimmt ja ständig dagegen! Ihr habt gegen die erste Etappe der Steuerreform, gegen das Kindergeld und vieles mehr gestimmt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ihr wisst wirklich nicht mehr, wie ihr Oppositionspolitik machen sollt.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir sind die Einzigen in Österreich, die eine Harmonisierung machen werden. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Ihr verlangt sie, stimmt aber dagegen. Ihr stimmt ja ständig dagegen! Ihr habt gegen die erste Etappe der Steuerreform, gegen das Kindergeld und vieles mehr gestimmt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ihr wisst wirklich nicht mehr, wie ihr Oppositionspolitik machen sollt.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir Freiheitlichen werden in der Regierung mit der ÖVP in Österreich Gerechtigkeit herstellen, die Familien stärken, die Arbeitsplätze sichern und die Pensionen für alle – für Jung und Alt – sichern. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer – in Richtung des Abg. Walch –: Gott sei Dank hat er nicht eine Arbeiterkammerwahl ...! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Weinzinger. Redezeit: 5 Minuten. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer – in Richtung des Abg. Walch –: Gott sei Dank hat er nicht eine Arbeiterkammerwahl ...! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Weil Sie nie da sind!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr – falls überhaupt schon einmal – ein solch lautes politisches Pfeifen im Walde gehört. (Abg. Scheibner: Weil Sie nie da sind!) Zuerst habe ich mir ja gedacht: Beim Herrn Minister kann ich es ja noch verstehen ... (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Man kann zwischendurch auch wieder ruhig sein! Das tut nicht weh, ich verspreche es! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr – falls überhaupt schon einmal – ein solch lautes politisches Pfeifen im Walde gehört. (Abg. Scheibner: Weil Sie nie da sind!) Zuerst habe ich mir ja gedacht: Beim Herrn Minister kann ich es ja noch verstehen ... (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Man kann zwischendurch auch wieder ruhig sein! Das tut nicht weh, ich verspreche es! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr – falls überhaupt schon einmal – ein solch lautes politisches Pfeifen im Walde gehört. (Abg. Scheibner: Weil Sie nie da sind!) Zuerst habe ich mir ja gedacht: Beim Herrn Minister kann ich es ja noch verstehen ... (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Man kann zwischendurch auch wieder ruhig sein! Das tut nicht weh, ich verspreche es! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Wattaul: Zum Inhalt!
Noch eine kleine tatsächliche Berichtigung (Abg. Wattaul: Zum Inhalt!), eigentlich zwei. Für alle, die es nicht ganz erkennen konnten: Es sind keine Namensschilder, die die SPÖ-Abgeordneten tragen (Beifall bei der SPÖ – Abg. Dr. Puswald: Walch kann nicht lesen!), und ich kann nur mutmaßen, dass nicht nur die Politik der Regierungsparteien kurzsichtig ist! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ – Abg. Dr. Puswald: Walch kann nicht lesen!
Noch eine kleine tatsächliche Berichtigung (Abg. Wattaul: Zum Inhalt!), eigentlich zwei. Für alle, die es nicht ganz erkennen konnten: Es sind keine Namensschilder, die die SPÖ-Abgeordneten tragen (Beifall bei der SPÖ – Abg. Dr. Puswald: Walch kann nicht lesen!), und ich kann nur mutmaßen, dass nicht nur die Politik der Regierungsparteien kurzsichtig ist! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Noch eine kleine tatsächliche Berichtigung (Abg. Wattaul: Zum Inhalt!), eigentlich zwei. Für alle, die es nicht ganz erkennen konnten: Es sind keine Namensschilder, die die SPÖ-Abgeordneten tragen (Beifall bei der SPÖ – Abg. Dr. Puswald: Walch kann nicht lesen!), und ich kann nur mutmaßen, dass nicht nur die Politik der Regierungsparteien kurzsichtig ist! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Zweitens: Der Wahrheitsgehalt der Äußerungen meines Vorredners – den ich jetzt gerade nicht sehe; ich weiß nicht, ob er im Saal ist – misst sich an der Aussage, dass Frau Abgeordnete Prammer 1997 bis 1999 Familienministerin war. – Hier sind Sie ja. Einen schönen Gruß an den Herrn Abgeordneten dort hinten! Sie war Frauenministerin, auch wenn die Regierung heute nicht mehr zwischen Frauen- und Familienpolitik unterscheiden kann. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Noch ein kleiner Hinweis – ich würde ja wirklich gerne hören, wie Sie das jemandem erklären –: Sie haben vorhin gesagt, die Pensionsausgaben, das Volumen, sei sogar um 490 Millionen gestiegen. – Bitte, gehen Sie hinaus zu den Leuten, die heute auf ihrem Pensionszettel, ihrem Bescheid, ihrem Konto netto weniger haben, und erklären Sie ihnen, wie toll es ist, dass 490 Millionen mehr ausgegeben werden! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Nicht einmal eine Wurstsemmel kann man sich darum kaufen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Noch ein kleiner Hinweis – ich würde ja wirklich gerne hören, wie Sie das jemandem erklären –: Sie haben vorhin gesagt, die Pensionsausgaben, das Volumen, sei sogar um 490 Millionen gestiegen. – Bitte, gehen Sie hinaus zu den Leuten, die heute auf ihrem Pensionszettel, ihrem Bescheid, ihrem Konto netto weniger haben, und erklären Sie ihnen, wie toll es ist, dass 490 Millionen mehr ausgegeben werden! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Nicht einmal eine Wurstsemmel kann man sich darum kaufen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Was kaufen denn Sie ein?
Von den Aussagen, die allgemein gelten, haben Einzelpersonen nichts. Herr Klubobmann, ich nehme an, nicht einmal Sie können sich bei Ihrem beträchtlichen Einkommen um die Aussage allein etwas kaufen. (Abg. Mag. Molterer: Was kaufen denn Sie ein?)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt
Ich bin auch neugierig, wie es den vielen Menschen jetzt gehen wird, die nicht in einem gerade Wahl kämpfenden Bundesland leben, sich nicht der Almosenpolitik ihres Landeshauptmannes hingeben mussten, durften und sollten (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt), die aber trotzdem weniger Pension bekommen, und zwar nicht nur heuer, sondern auch in allen Folgejahren, denn das, was Sie gemacht haben, ist eine Pensionskürzungsreform, keine Pensionssicherungsreform, wie Sie behaupten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Öllinger hat immer „Pensionssicherungsreform“ gesagt!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Öllinger hat immer „Pensionssicherungsreform“ gesagt!
Ich bin auch neugierig, wie es den vielen Menschen jetzt gehen wird, die nicht in einem gerade Wahl kämpfenden Bundesland leben, sich nicht der Almosenpolitik ihres Landeshauptmannes hingeben mussten, durften und sollten (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt), die aber trotzdem weniger Pension bekommen, und zwar nicht nur heuer, sondern auch in allen Folgejahren, denn das, was Sie gemacht haben, ist eine Pensionskürzungsreform, keine Pensionssicherungsreform, wie Sie behaupten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Öllinger hat immer „Pensionssicherungsreform“ gesagt!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Besonders hart trifft das jene Gruppen, von denen Sie jetzt behaupten, sie würden von Ihrer Reform sogar profitieren, zum Beispiel die Frauen. Wenn Sie derart frauenbewusst und sozial eingestellt sind, was hindert Sie dann daran, eine eigenständige Alterssicherung für all jene Frauen, die diese heute nicht haben, vorzusehen? Wenn Sie so sozial engagiert sind, wer hindert Sie dann daran, eine Grundpension für alle Menschen einmal vorzustellen, damit jeder Mensch im Alter jedenfalls eine Existenzgrundlage hat, und zwar unabhängig von anderen Personen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Sie sie, was sie an staatlicher Pension zu bekommen glauben. Ich habe schon lange nicht mehr so viel Pessimismus bis Fatalismus erlebt, wie wenn man jungen Leuten die Frage stellt: Was, glaubst du, wird deine Pension vom Staat sein? – Sie rechnen schon mit gar nichts mehr, und das ist das „Verdienst“ – ich behaupte, auch die Absicht – Ihrer Politik. Sie wollen Leute in die private Vorsorge treiben, Sie betreiben eine Privatisierung der Sozialpolitik auf Kosten jener, die dringend eine Unterstützung bräuchten, und auf Kosten eines sozialen Systems, das sich Österreich hart erarbeitet hat. Das setzen Sie jetzt aufs Spiel und sagen: Das soziale Risiko trägt jeder allein! Jeder und jede soll vorsorgen – über die Vorsorgetipps mit dem reich heiraten gehe ich jetzt großzügig hinweg, das könnte für die Mehrheit der Bevölkerung ein bisschen schwierig werden. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
In jedem Fall aber betreiben Sie eine Politik, die zu Lasten der sozial Schwachen, der Frauen und der Jungen geht, und ich fordere Sie auf: Dienen Sie einmal nicht den Begehrlichkeiten Ihrer Klientel, sondern hören Sie auf das Begehren des Volkes! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner spricht, an der Regierungsbank stehend, mit Staatssekretärin Haubner und Bundesminister Mag. Haupt
Herr Abgeordneter Scheibner (Abg. Scheibner spricht, an der Regierungsbank stehend, mit Staatssekretärin Haubner und Bundesminister Mag. Haupt), wir kommen sogleich zur Abstimmung!
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Weinzinger, Frauen- und Familienpolitik sind Querschnittsmaterien, und wir von der Regierung unterscheiden sehr wohl, wann Frauen- und wann Familienpolitik notwendig ist. Jetzt sind wir bei einem Tagesordnungspunkt im Bereich der Familienpolitik, das möchte ich Ihnen nur mit auf den Weg geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Prammer: Sie wissen, wer damals Familienminister war?! Wer war Familienminister?
Sehr geehrte Damen und Herren! In diesem Zusammenhang möchte ich schon anmerken, dass diese Rückzahlungspflicht im Zuge des ersten Sparpakets unter einer von der SPÖ geführten Regierung, nämlich von Bundeskanzler Franz Vranitzky, und unter einem SPÖ-Finanzminister, und zwar Viktor Klima (Abg. Mag. Prammer: Sie wissen, wer damals Familienminister war?! Wer war Familienminister?) – es gehört in den Finanzbereich hinein –, eingeführt wurde. (Abg. Mag. Wurm: Bartenstein! Bartenstein!)
Abg. Mag. Wurm: Bartenstein! Bartenstein!
Sehr geehrte Damen und Herren! In diesem Zusammenhang möchte ich schon anmerken, dass diese Rückzahlungspflicht im Zuge des ersten Sparpakets unter einer von der SPÖ geführten Regierung, nämlich von Bundeskanzler Franz Vranitzky, und unter einem SPÖ-Finanzminister, und zwar Viktor Klima (Abg. Mag. Prammer: Sie wissen, wer damals Familienminister war?! Wer war Familienminister?) – es gehört in den Finanzbereich hinein –, eingeführt wurde. (Abg. Mag. Wurm: Bartenstein! Bartenstein!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.
Es ist hochinteressant, dass wir jetzt unter dieser Bundesregierung zwischen ÖVP und FPÖ diese Maßnahmen aus der SPÖ-Regierung wieder wettmachen. Ich glaube, dass die Rückzahlungspflicht ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.) – Man muss schon klar sagen, wer damals die Mehrheit hatte, wer damals Frauenministerin war (Abg. Mag. Wurm: Und wer Familienminister war!) – haben Sie das vergessen – und wer Bundeskanzler war. Der Erste gibt den Ton an, das ist überall so, das wissen Sie ganz genau! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Und wer Familienminister war!
Es ist hochinteressant, dass wir jetzt unter dieser Bundesregierung zwischen ÖVP und FPÖ diese Maßnahmen aus der SPÖ-Regierung wieder wettmachen. Ich glaube, dass die Rückzahlungspflicht ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.) – Man muss schon klar sagen, wer damals die Mehrheit hatte, wer damals Frauenministerin war (Abg. Mag. Wurm: Und wer Familienminister war!) – haben Sie das vergessen – und wer Bundeskanzler war. Der Erste gibt den Ton an, das ist überall so, das wissen Sie ganz genau! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist hochinteressant, dass wir jetzt unter dieser Bundesregierung zwischen ÖVP und FPÖ diese Maßnahmen aus der SPÖ-Regierung wieder wettmachen. Ich glaube, dass die Rückzahlungspflicht ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Haupt.) – Man muss schon klar sagen, wer damals die Mehrheit hatte, wer damals Frauenministerin war (Abg. Mag. Wurm: Und wer Familienminister war!) – haben Sie das vergessen – und wer Bundeskanzler war. Der Erste gibt den Ton an, das ist überall so, das wissen Sie ganz genau! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber es geht ja nicht um Zahlenspiele, sondern um die Tatsache, dass wir Familienmaßnahmen setzen, dass Frauenpolitik auch machbar ist. Wir haben in Österreich eine hohe Rate von berufstätigen Frauen, wir sind bei einer Frauenerwerbsquote von fast 63 Prozent angelangt, und ich möchte Ihnen sagen: Der Erfolg gibt uns Recht! Aber Sozialpolitik ist nicht allein Familienpolitik, nur im Gesamten und nur im Querschnitt werden wir noch einiges weiterbringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin froh darüber, dass es jetzt zu einer sauberen Regelung kommt. Wir hätten uns viel erspart, wenn schon damals auf unsere Vorschläge eingegangen worden wäre. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ein zweiter Antrag, der aus unserer Sicht in der Frage der Kinderbetreuung, der Familienpolitik sehr wichtig ist, der von Ihnen in der letzten Sitzung des Familienausschusses leider auch vertagt worden ist, betrifft die Idee eines Vaterschutzmonats, um jenen Vätern, welche die wichtigsten Wochen, die ersten Wochen des Kindes zu Hause verbringen wollen, die Partnerin unterstützen wollen, eine intensivere Beziehung zum Kind aufbauen wollen, auch die Gelegenheit dazu zu geben. Wir werden weiter Gelegenheit haben, diese Punkte zu diskutieren. Ich hoffe, dass Sie sich doch noch aufraffen werden, Ihre Positionen zu überdenken. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir stehen auf dem Standpunkt, dass man sich zuerst einen genauen Überblick über die Konsequenzen verschaffen muss. Dann kann man wirklich sorgfältig darüber diskutieren, welche Rahmenbedingungen noch verbessert oder auch geändert werden können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
50 Prozent sprechen sich für eine Teilzeitbeschäftigung aus, und – auch wenn Sie es nicht gerne hören – 42 Prozent der Frauen sagen: Ich möchte mein vorschulpflichtiges Kind gerne selbst betreuen und nicht berufstätig sein! – Das muss man zur Kenntnis nehmen. Ich fordere Sie auch auf, das nicht ständig schlecht zu machen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Kuntzl: Ich?
Ein Wort noch – auch das wurde diskutiert –: Selbstverständlich hat dies nach wie vor negative Konsequenzen für die eigene Alterssicherung, wenn ich mein Kind selbst betreue, aber die Konsequenz aus dieser Tatsache – Sie waren übrigens 30 Jahre lang jene, welche die Sozialminister gestellt haben (Abg. Mag. Kuntzl: Ich?) – kann ja nicht sein, dass ich sage: Keine Kindererziehung mehr!, sondern sie kann ja nur heißen: Kindererziehung muss im Pensionsrecht besser berücksichtigt werden.
Abg. Mag. Kuntzl: Das machen Sie!
Noch einmal: Das Grundprinzip muss die Wahlfreiheit sein. Ich fordere Sie wirklich auf, davon Abstand zu nehmen, Ihr ideologisches Konzept den Frauen aufzudiktieren. (Abg. Mag. Kuntzl: Das machen Sie!) – Ganz und gar nicht! Wir sagen: Jeder muss sich selbst entscheiden! Sie weisen ständig darauf hin, dass es eine Armutsfalle gäbe, eine Scheckfalle. Sie haben ein ganz schlechtes Verhältnis zu jenen Frauen, die sagen: Ich möchte meine Kinder selbst betreuen!, was im Interesse des gesamten Gemeinwesens ist. (Abg. Dr. Niederwieser: Sie haben keine Ahnung, was wir wollen!) Es ist günstig, eine intakte Familie zu haben, jeder weiß das, aber es geht immer noch, wenn Frauen und Kinder nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das ist das Minimalerfordernis! (Abg. Dr. Lichtenberger: Wo bleiben die Väter in dieser Debatte?)
Abg. Dr. Niederwieser: Sie haben keine Ahnung, was wir wollen!
Noch einmal: Das Grundprinzip muss die Wahlfreiheit sein. Ich fordere Sie wirklich auf, davon Abstand zu nehmen, Ihr ideologisches Konzept den Frauen aufzudiktieren. (Abg. Mag. Kuntzl: Das machen Sie!) – Ganz und gar nicht! Wir sagen: Jeder muss sich selbst entscheiden! Sie weisen ständig darauf hin, dass es eine Armutsfalle gäbe, eine Scheckfalle. Sie haben ein ganz schlechtes Verhältnis zu jenen Frauen, die sagen: Ich möchte meine Kinder selbst betreuen!, was im Interesse des gesamten Gemeinwesens ist. (Abg. Dr. Niederwieser: Sie haben keine Ahnung, was wir wollen!) Es ist günstig, eine intakte Familie zu haben, jeder weiß das, aber es geht immer noch, wenn Frauen und Kinder nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das ist das Minimalerfordernis! (Abg. Dr. Lichtenberger: Wo bleiben die Väter in dieser Debatte?)
Abg. Dr. Lichtenberger: Wo bleiben die Väter in dieser Debatte?
Noch einmal: Das Grundprinzip muss die Wahlfreiheit sein. Ich fordere Sie wirklich auf, davon Abstand zu nehmen, Ihr ideologisches Konzept den Frauen aufzudiktieren. (Abg. Mag. Kuntzl: Das machen Sie!) – Ganz und gar nicht! Wir sagen: Jeder muss sich selbst entscheiden! Sie weisen ständig darauf hin, dass es eine Armutsfalle gäbe, eine Scheckfalle. Sie haben ein ganz schlechtes Verhältnis zu jenen Frauen, die sagen: Ich möchte meine Kinder selbst betreuen!, was im Interesse des gesamten Gemeinwesens ist. (Abg. Dr. Niederwieser: Sie haben keine Ahnung, was wir wollen!) Es ist günstig, eine intakte Familie zu haben, jeder weiß das, aber es geht immer noch, wenn Frauen und Kinder nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das ist das Minimalerfordernis! (Abg. Dr. Lichtenberger: Wo bleiben die Väter in dieser Debatte?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich fordere Sie auf, davon Abstand zu nehmen, erstens Kinder lediglich als Erwerbshindernis zu sehen und zweitens konsequent die Interessen von Kindern gegen die Interessen von Müttern auszuspielen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Kollegin Rosenkranz! Kindererziehung im Pensionsrecht sichern, das ist ein frommer Wunsch von Ihnen. Ich frage mich nur: Warum tun Sie es eigentlich nicht? Sie haben gerade jetzt eine Pensionsreform verabschiedet, die – und das wissen Sie genauso gut wie ich – genau jenen Frauen voll auf den Kopf fällt, die zu Hause bei den Kindern waren, die viele Jahre der Kindererziehung gewidmet haben. Genau diese Frauen treffen Sie voll mit der Erhöhung des Durchrechnungszeitraumes auf 40 Jahre. Das ist Ihnen bewusst, das muss Ihnen bewusst sein, und trotzdem tun Sie es. Sprechen Sie, bitte, da heraußen nicht nur davon, dass Kindererziehung im Pensionsrecht gesichert werden muss, sondern tun Sie es! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte am Anfang meiner Rede auf ein Problem eingehen, das wir heute haben. Während wir hier im Plenarsaal über ein kinderrelevantes Thema debattieren, nämlich über die Rückzahlung beziehungsweise über die Aufhebung der Verpflichtung zur Rückzahlung des Karenzgeldes, wird um 11 Uhr eine Veranstaltung stattfinden, in deren Rahmen 25 000 Kinderwünsche dem Parlament oder den Jugendsprecherinnen und Jugendsprechern, den Klubobleuten präsentiert werden sollen. Ich wünsche mir, dass wir uns hier in diesem Hohen Haus die Zeit nehmen, in Ruhe Themen zu diskutieren, dass wir auch anwesend sein können, und nicht, dass parallel dazu Veranstaltungen stattfinden, wo es noch dazu um genau die gleiche Zielgruppe geht, wo es darum geht, dass Kinder ihre Wünsche bei uns deponieren. Ich möchte für beides Zeit haben und nicht parallel fahren und mit einem Ohr da und mit dem anderen dort sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Mag. Molterer.) – Sie sind nicht Kollegin Steibl, Herr Klubobmann, die sitzt hinter Ihnen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Da geht es um unzumutbare Regelungen, und, bitte, tun Sie nicht so, als hätte die ÖVP mit all dem nichts zu tun. Sie waren 1996 genauso in der Regierung, wie Sie es heute sind, und natürlich sind Sie voll mit verantwortlich für das, was 1996 beschlossen worden ist. Es ist nicht irgendeine auf Wolken schwebende SPÖ gewesen, sondern Sie waren genauso in der Regierungsverantwortung. Bitte, stehen Sie endlich einmal dazu und nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Gestern beschlossen Sie im Ministerrat eine Steueramnestie für all jene, die wissentlich Steuern nicht gezahlt haben. Da sagen Sie: Drücken wir ein Auge zu; 40 Prozent zahlt ihr uns, und gut gegangen! Doch all jenen, die einen Zuschuss zum Karenzgeld bekommen haben, haben Sie nicht gesagt, dass sie ihn zurückzahlen müssen, die haben keine Information bekommen. Da hat man eiskalt das Geld zurückgefordert, und zwar haben Sie es schon zurückgefordert. Sie haben es dann gestoppt. Karl Öllinger hat das Ende letzten Jahres vehement kritisiert. Sie haben es dann gestoppt. Aber grundsätzlich ist Ihre Vorgangsweise die gewesen, von jenen, die ohnehin schon sehr wenig Einkommen haben, sich das Geld völlig kalt, noch dazu mit Zinsen, zurückzuholen und jenen, die wissentlich Steuern nicht gezahlt haben, zu sagen: Kommt, wir bauen euch eine goldene Brücke, 40 Prozent, das passt, und wir sind wieder eins! Das kann keine gerechte Sozial- und Steuerpolitik in diesem Land sein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Steibl: Aber Sie wissen schon, dass es in Österreich um das Vielfache höher ist als zum Beispiel in Deutschland oder Frankreich!
wir machen die Grenze auf und überlassen es den Eltern in Eigenverantwortlichkeit, wie viel sie arbeiten wollen, wie viel sie zuverdienen wollen, auch wenn ihre Kinder klein sind und sie diesen Anspruch auf das Kinderbetreuungsgeld haben! (Abg. Steibl: Aber Sie wissen schon, dass es in Österreich um das Vielfache höher ist als zum Beispiel in Deutschland oder Frankreich!)
Abg. Steibl: Ich muss auch Politik in Richtung Kindeswohl machen! Das wissen Sie auch!
Aber, Frau Kollegin Steibl, ich mache doch nicht Politik, indem ich schaue, was bei uns vielleicht besser ist. (Abg. Steibl: Ich muss auch Politik in Richtung Kindeswohl machen! Das wissen Sie auch!) Ich und wir machen Politik, indem wir schauen, wo es Menschen gibt, die es besonders brauchen, wo gibt es Lücken, wo gibt es Verbesserungsnotwendigkeiten, und dort setzen wir an. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber, Frau Kollegin Steibl, ich mache doch nicht Politik, indem ich schaue, was bei uns vielleicht besser ist. (Abg. Steibl: Ich muss auch Politik in Richtung Kindeswohl machen! Das wissen Sie auch!) Ich und wir machen Politik, indem wir schauen, wo es Menschen gibt, die es besonders brauchen, wo gibt es Lücken, wo gibt es Verbesserungsnotwendigkeiten, und dort setzen wir an. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Weinzinger: Was ist mit den Männern?
Kollegin Weinzinger, gleich auch noch eine kurze Anmerkung zu deinen Ausführungen. Du hast auch heute wieder kritisiert, dass Frauen- und Familienpolitik von uns immer wieder miteinander verwechselt werden. – Gerade die Doppelaufgabe von Familie und Beruf führt zu einem großen Teil dazu, dass Frauen beruflich meist schlechter gestellt sind als Männer. Nur dann, wenn wir es schaffen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen zu erleichtern (Abg. Mag. Weinzinger: Was ist mit den Männern?) und auch die Männer entsprechend einzubeziehen, wird sich die Einkommensschere etwas schließen. Daher wird Frauenpolitik immer zu einem gewissen Teil auch Familienpolitik sein.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Spannend beim Thema Zuverdienstgrenze finde ich auch, dass gerade die SPÖ – Kollegin Kuntzl hat es vorhin wieder gesagt – eine völlige Aufhebung der Zuverdienstgrenze fordert. Dass eine solche Regelung natürlich auch deutliche Auswirkungen auf das Budget hätte, ist, glaube ich, allen bewusst und klar. Aber maßvolles und verantwortungsvolles Handeln und Haushalten mit dem Budget war leider halt noch nie Sache der SPÖ. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin Mandak hat darauf hingewiesen, dass Herrn Präsidenten Khol heute viele, viele Kinderwünsche überreicht werden. Ich hoffe, dass diese Wünsche gut aufgehoben sind bei Ihnen, Herr Präsident. Nur ist das natürlich zu wenig, denn ich bin davon überzeugt, dass wir die Wünsche der Kinder, die so zahlreich sind, sehr ernst nehmen und in unsere politische Arbeit mit einbeziehen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen
Umso bedauerlicher finde ich es, dass unsere beiden Anträge zur Verbesserung des Kinderbetreuungsgeldes und zur Einführung des Vaterschutzmonates zurückgestellt wurden. Ein Punkt aus dem Antrag betreffend das Kinderbetreuungsgeld – mein Lieblingsthema – ist der Ausbau der flächendeckenden und qualitätsorientierten Kinderbetreuungseinrichtungen (Beifall bei der SPÖ und den Grünen), denn nur das ist die Garantie dafür, dass zum einen Kinderbetreuungseinrichtungen auch Bildungseinrichtungen sind und dass zum anderen diese Einrichtungen Orte der Entwicklung und Förderung sind, dass auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen wird, dass die Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund stehen.
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne, meine Damen und Herren, ist noch viel zu tun – im Interesse der Kinder und auch im Interesse der Frauen und Männer, Mütter und Väter! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Frau Kollegin Binder, wenn Sie sagen, das Ziel beim Kinderbetreuungsgeld sei verfehlt, dann muss ich Ihnen antworten: In Wahrheit gehört das Kinderbetreuungsgeld weiter ausgebaut zu einem Elterngehalt. Ich höre sehr wohl all die Vorschläge, die jetzt auch verstärkt von den Arbeiterkammern kommen, wie vom Präsidenten Tumpel und so weiter, dass Hort- und Kindergartenplätze ausgebaut werden sollen. Ich bin auch dafür, dass die Betreuungsplätze ausgebaut werden, als Ersatz, wie Sie richtig gesagt haben, Frau Kollegin Binder, zum Elternhaus. Das muss alles sein. Aber wenn wir jetzt alle Kinder in diese Betreuungseinrichtungen stecken, strömen auch wieder mehr Frauen auf den Arbeitsmarkt, und dieser wird dadurch natürlich belastet. Dann sind 25 000 Frauen mehr auf dem Arbeitsmarkt, und das bedeutet natürlich eine Win-Win-Situation für die Wirtschaft. Die Löhne werden natürlich gedrückt, wenn mehr Leute da sind. Das ist dann wieder kontraproduktiv für die Frauen, für die Arbeitnehmer in diesem Bereich. Es ist zu hinterfragen, wie viele Frauen denn überhaupt auf den Arbeitsmarkt wollen oder lieber die Betreuung zu Hause vornehmen wollen. Frau Kollegin, die einzige Wahlfreiheit ist die, die durch das Kinderbetreuungsgeld geschaffen worden ist! Das ist eine Win-Win-Situation für die Eltern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abg. Binder.
Wenn es die Möglichkeit gibt, dass diese Frauen dann ihre Nachbarn bezahlen, dass diese die Kinder betreuen und sie von der Schule abholen, dann bleiben sie wenigstens im Ort, und es wird so auch der Abwanderung entgegengewirkt, Frau Kollegin. (Zwischenrufe der Abg. Binder.) Das alles müssen Sie berücksichtigen! Die Wahlfreiheit ist das einzig Wahre bei der Kinderbetreuung! Die Eltern müssen die Wahlfreiheit haben, wie ihre Kinder betreut werden – als Ergänzung zum Elternhaus. Natürlich sind dazu verschiedene Einrichtungen notwendig. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn es die Möglichkeit gibt, dass diese Frauen dann ihre Nachbarn bezahlen, dass diese die Kinder betreuen und sie von der Schule abholen, dann bleiben sie wenigstens im Ort, und es wird so auch der Abwanderung entgegengewirkt, Frau Kollegin. (Zwischenrufe der Abg. Binder.) Das alles müssen Sie berücksichtigen! Die Wahlfreiheit ist das einzig Wahre bei der Kinderbetreuung! Die Eltern müssen die Wahlfreiheit haben, wie ihre Kinder betreut werden – als Ergänzung zum Elternhaus. Natürlich sind dazu verschiedene Einrichtungen notwendig. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Anscheinend ist die Pressekonferenz interessant gewesen!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Sehr geehrte, liebe Frau Abgeordnete Steibl, Sie haben mich darauf hingewiesen, dass Ihnen der Unterschied zwischen Familien- und Frauenpolitik durchaus geläufig wäre, sofern ich mich richtig erinnere? Ich erinnere mich allerdings auch an eine Pressekonferenz, die Sie gemeinsam mit der – so genannten, muss ich ja schon sagen – Frauenministerin vor ein paar Wochen gegeben haben, wo Sie die wesentlichen frauenpolitischen Errungenschaften dieser Regierung gewürdigt haben, und die waren – ich versuche sie jetzt aus dem Gedächtnis aufzuzählen –: Kinderbetreuungsgeld, Pflegehospizkarenz, Anhebung der Zuverdienstgrenze und noch ein paar weiter familienpolitische Maßnahmen. Aber: Wo war denn die Frauenpolitik? – Ich habe sie nicht gefunden! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Steibl: Anscheinend ist die Pressekonferenz interessant gewesen!)
Ruf bei der ÖVP: Die ist jetzt auch möglich!
Korrektur Nummer eins beim Kinderbetreuungsgeld – im Unterschied zu der in diesem Punkt jedenfalls besseren Regelung des Karenzgeldes davor – ist der Kündigungsschutz. Wir haben jetzt einen Kinderbetreuungsgeldbezug, der deutlich länger dauern kann, als der Kündigungsschutz dauert. Das heißt: Sie machen es ganz gezielt, behaupte ich, den Frauen um so schwerer, danach in den Erwerbsjob zurückzugehen, weil ja die Kündigung durchaus möglich ist. (Ruf bei der ÖVP: Die ist jetzt auch möglich!) Das heißt: Eine Frau, die die Wahlfreiheit hat, sich für die gesamte Dauer der Kinderbetreuung zu widmen, bezahlt diese Wahlfreiheit womöglich mit dem Verlust ihres Jobs danach, weil Sie nicht imstande waren, in diesem Kinderbetreuungsgesetz auch einen entsprechenden Kündigungsschutz zu verankern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Korrektur Nummer eins beim Kinderbetreuungsgeld – im Unterschied zu der in diesem Punkt jedenfalls besseren Regelung des Karenzgeldes davor – ist der Kündigungsschutz. Wir haben jetzt einen Kinderbetreuungsgeldbezug, der deutlich länger dauern kann, als der Kündigungsschutz dauert. Das heißt: Sie machen es ganz gezielt, behaupte ich, den Frauen um so schwerer, danach in den Erwerbsjob zurückzugehen, weil ja die Kündigung durchaus möglich ist. (Ruf bei der ÖVP: Die ist jetzt auch möglich!) Das heißt: Eine Frau, die die Wahlfreiheit hat, sich für die gesamte Dauer der Kinderbetreuung zu widmen, bezahlt diese Wahlfreiheit womöglich mit dem Verlust ihres Jobs danach, weil Sie nicht imstande waren, in diesem Kinderbetreuungsgesetz auch einen entsprechenden Kündigungsschutz zu verankern. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ellmauer: Die Alleinerzieher genauso!
Das sieht man ja im Übrigen auch an der Steuerreform. In der Steuerreform stärken Sie ein einziges Familienmodell wirklich deutlich, nämlich den Alleinverdiener, wo der Absetzbetrag deutlich angehoben wird, und die Frau darf ein bisschen dazuverdienen. Die Frau ist im Modell als Dazuverdienerin vorgesehen. (Abg. Ellmauer: Die Alleinerzieher genauso!) Die allein erziehenden Frauen werden bei weitem nicht so prioritär behandelt, wie das notwendig wäre, aber Ihr Modell, Herr Abgeordneter, und das ist das Problem, ist: Es gibt den Mann, der das Geld nach Hause bringt, für den Unterhalt der Familie sorgt, Frau kümmert sich um die Kinder und verdient ein bisschen dazu. – Das entspricht einfach nicht mehr dem, wie Menschen heute leben wollen, wie viele Menschen heute leben wollen. Geben Sie denen doch die gleichen Wahlfreiheiten, die sie angeblich haben!
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Oder ich will sie am Nachmittag in den Kindergarten schicken, aber es gibt keinen, weil ich irgendwo auf dem Land lebe und dort die Kinderbetreuungseinrichtung nicht ausgebaut ist. Oder es gibt womöglich überhaupt keinen Kindergarten; das weiß man ja nicht. In Westösterreich gibt es ja nach wie vor ein Defizit. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Was ich in diesem Zusammenhang absurd finde, ist, dass es in der Regierung offensichtlich als Hauptanliegen im Rahmen der Kinderbetreuung den Streit darüber gibt, wie viele Plätze es denn vielleicht sein könnten, und Studien in Auftrag gegeben werden, ob es jetzt 90 000 oder doch nicht 90 000 sind. Ich flehe Sie an: Hören Sie auf, mit irgendwelchen Studien eine Hinhaltetaktik zu betreiben! Fangen Sie einfach an, Betreuungsplätze auszubauen! Ob wir dann 90 000 oder 80 000 in der Ausbaustufe am Schluss brauchen, ist jetzt nicht relevant. Jetzt ist einmal relevant: Schaffen Sie zumindest die ersten zehntausend Betreuungsplätze mehr! Das ist die Frage, der Sie sich stellen sollten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das fällt noch immer auf: Die Familienarbeit ist bei der Pensionsanrechnung dieser Regierung noch nicht einmal das wert, was ihr der Präsenzdienst wert ist! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Wenn Sie monieren, dass sich keiner auskennt, so sollte man klar sagen, auch weil sehr unterschiedliche Zahlen in der Öffentlichkeit kursierten: Die Zahlen, die im Ausschuss genannt worden sind, sind die richtigen Zahlen. Es hat 647 betroffene Personen in Österreich gegeben. Davon haben 229 ihre Nachzahlungen nicht entrichtet, und die restlichen Personen – das sind 418 Personen – werden ihre Beiträge wieder rückerstattet bekommen, die sie schon entrichtet haben. Auch das geht aus dem Gesetzestext klar hervor. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin dafür, dass verfassungsmäßige Aufgaben von den verfassungsmäßigen Organen wahrgenommen werden: Kinderbetreuungen und Kleinstkinderbetreuungen von den Ländern und jene Aufgaben, die dem Bund zustehen, vom Bund. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Verzetnitsch: Frau Kollegin! Das ist nicht die Wahrheit!
dass wir sparen müssen, holt die SPÖ den Rentenklau aus der Kiste. Den Grund kennen wir alle: Es geht um das Pensions-Volksbegehren, das eigentlich sehr verantwortungslos ist, denn wir wissen alle, dass die Menschen immer älter werden, dass die Jungen immer weniger werden und dass sich die Zahl derer, die in Arbeit stehen und einzahlen, bald mit jener der Pensionisten deckt. (Abg. Verzetnitsch: Frau Kollegin! Das ist nicht die Wahrheit!)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Pensions-Volksbegehren ist verantwortungslos und kostet den Steuerzahler nur eine Menge Geld. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn wir heute dieses vorliegende Gesetz beschließen, dann helfen wir wieder einer Gruppe von Vätern und Müttern, all jenen, die vor dem Jahr 2002 einen Zuschuss zum Karenzgeld aus sozialen Gründen erhalten haben und diesen nunmehr zurückzahlen müssten, was viele nicht können. Das ist noch ein Relikt aus dem Jahr 1996, und da waren Sie von der SPÖ dabei, auch wenn Sie sich noch so wehren. Diese Bundesregierung verzichtet damit auf 4 Millionen €, denn hier geht es wirklich um die Ärmsten der Armen. Von sozialer Kälte kann ich wieder einmal nichts verspüren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bin davon überzeugt, dass die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes das genauso sehen. Sie sehen, was wir tun. Wir sparen dort, wo es geht, und helfen den Menschen dort, wo sich die Menschen selbst nicht helfen können. Von sozialer Kälte kann ich wieder nichts spüren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Prinz: Ich bin neugierig, was der Städtebund sagt! Das ist die Probe für den Städtebund!
Meine Damen und Herren! Die schwarz-blaue Bundesregierung treibt seit ihrem Bestehen die finanzielle Aushungerung der Gemeinden voran. Die Bundesregierung muss endlich dazu kommen, die Bedürfnisse der Menschen in den Gemeinden nicht nur wahrzunehmen, sondern auch ernst zu nehmen. Die derzeit laufenden Verhandlungen zum Finanzausgleich bieten dafür den Wahrheitsbeweis. In diesen Verhandlungen muss für die Gemeinden ein wirklicher finanzieller Ausgleich geschaffen werden. (Abg. Prinz: Ich bin neugierig, was der Städtebund sagt! Das ist die Probe für den Städtebund!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir Kommunalpolitiker, von denen es im Nationalrat einige gibt, können für die Bürgerinnen und Bürger, für die Mütter und Väter in unseren Gemeinden nur dann optimale Bedingungen schaffen, wenn wir über die nötigen Mittel verfügen. Dazu gehören auch ausreichende Kinderbetreuungsangebote, die finanziert werden müssen. Das sind die eigentlichen Probleme, die zu lösen diese Regierung bisher nicht bereit und nicht imstande war. (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Mag. Haupt: Noch mehr!
Das hat natürlich erhebliche Probleme geschaffen – und nicht nur die Rückforderungsaktion, die man erst im Jahr 2003 eingeleitet hat, obwohl es den Zuschuss schon seit 1996 gibt. Man hat den Zuschuss für mehrere Jahre gleichzeitig eingefordert. Man hat Personen Vorschreibungen über 1 000, 2 000 € gemacht, die diese Personen ... (Bundesminister Mag. Haupt: Noch mehr!) – Noch mehr, sagt der Bundesminister. Jetzt habe ich es verstanden. Wenn Sie laut genug sprechen, Herr Bundesminister, dann geht es.
Bundesminister Mag. Haupt: Die Rückzahlung des Kinderbetreuungsgeldes war immer schon zinsenfrei!
Da bin ich schon bei dem Punkt, Herr Bundesminister, jenseits dieser Debatte: 15 Prozent Aufschlag gab es nach dem Karenzgeldzuschussgesetz und auch danach noch nach dem Karenzgeldgesetz. 15 Prozent Aufschlag gab es aber auch, wenn ich mich recht erinnere, nach einem Durchführungserlass zum Kinderbetreuungsgeld. Auch in den Durchführungsbestimmungen zum Kinderbetreuungsgeld war diese 15-Prozent-Regelung verankert. (Bundesminister Mag. Haupt: Die Rückzahlung des Kinderbetreuungsgeldes war immer schon zinsenfrei!) – Sei’s drum. Ich habe leider die Unterlage nicht dabei.
Abg. Wattaul: So wenig Geld können sie nicht haben, sonst hätten sie sich nicht die Voest kaufen wollen, oder?
Warum nicht auch in der Frage der Kinderbetreuung, Herr Bundesminister? – Die Länder alleine werden nicht herauskommen! Die Länder sind allein mit den Folgen der Steuerreform und mit den erhöhten Aufwendungen, die sie in verschiedenen Bereichen – nicht nur im Bereich Sozialleistungen – zu tätigen haben, genauso wie die Gemeinden – und die Gemeinden sogar noch mehr – belastet. (Abg. Wattaul: So wenig Geld können sie nicht haben, sonst hätten sie sich nicht die Voest kaufen wollen, oder?) Wenn diese ihre Aufgaben erfüllen sollen, dann wird man sich etwas überlegen müssen. Und irgendwann werden wir auch beim Thema Kinderbetreuung noch darüber diskutieren müssen, meine sehr geehrten Kollegen von FPÖ und ÖVP, ob diese Leistung wirklich mit diesen hohen Gebühren – egal in welchem Bundesland – belastet werden kann und soll.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wattaul – in Richtung des auf seinen Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Öllinger –: Und Sie wollen die Kinder von den Müttern weghaben, oder was? Das ist ja grotesk! – Abg. Öllinger: Was? – Abg. Wattaul: Da lass ich doch die Frauen auf die eigenen Kinder aufpassen!
Eine allerletzte Bemerkung: Das war eine schlimme Bemerkung des Kollegen Dolinschek, als er meinte, der Arbeitsmarkt werde belastet durch die Frauen, wenn sie, anstatt zu Hause bei den Kindern zu bleiben, in den Arbeitsmarkt kommen. Die Löhne würden dadurch sinken, und die Arbeitslosigkeit steige. – Das war das Argument, das man beim Verbot der Frauennachtarbeit ins Treffen geführt hat. Es hat damals nicht gestimmt, sondern es war ein Schutzargument, mit dem man die Frauen vom Arbeitsmarkt weg haben wollte, und es ist ganz offensichtlich auch jetzt wieder so, dass Ihre Position die ist, die Frauen zumindest vorübergehend, möglichst mehrere Jahre lang, vom Arbeitsmarkt „wegzukaufen“. – Das wird nicht aufgehen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wattaul – in Richtung des auf seinen Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Öllinger –: Und Sie wollen die Kinder von den Müttern weghaben, oder was? Das ist ja grotesk! – Abg. Öllinger: Was? – Abg. Wattaul: Da lass ich doch die Frauen auf die eigenen Kinder aufpassen!)
Abg. Öllinger: Wo?
Abgeordnete Barbara Riener (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren im Hohen Haus! Liebe Damen und Herren auf der Zuschauergalerie! Die Sozialoffensive in den letzten vier Jahren (Abg. Öllinger: Wo?) habe es ermöglicht, einige Leistungen zu überdenken und gewisse Missbräuche zu beseitigen, ohne den Sozialstaat zu gefährden. Die Verhandlungen seien auch deshalb sehr schwierig gewesen, weil das Sozialministerium oft mit Gruppenegoismen und Scheuklappenmentalität konfrontiert gewesen sei. Zudem erlaube das Gesetz eine äußerst flexible Handhabung bei der Einbringung des Zuschusses und der Zinsvorschreibung. Außerdem sehe er keine Probleme bei der Administrierbarkeit und es habe lange Gespräche mit der Finanzprokuratur gegeben. – Das stellte SPÖ-Sozialminister Hesoun im Budgetausschuss 1995 fest.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass es mühsam ist, immer wieder Fehler oder Nichthandeln aus der Zeit der SPÖ-Regierung korrigieren zu müssen. Aber auf eine Debatte im Plenum freue ich mich schon heute, nämlich auf jene, in der wir unseren Familien in Österreich über die für sie so wichtige, erfreuliche und zukunftsweisende Steuerreform berichten können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: ... einseitige Sicht! Auch die Opposition hat den Auftrag, der Bevölkerung die Wahrheit zu sagen!
Wir haben vorher über die Pensionen diskutiert – das alles muss ja im Zusammenhang gesehen werden: Sie lassen die Frauen bei den Pensionen im Stich, streuen ihnen zunächst einmal Sand in die Augen und sagen, sie sollen zu Hause bleiben. (Abg. Steibl: ... einseitige Sicht! Auch die Opposition hat den Auftrag, der Bevölkerung die Wahrheit zu sagen!) Und dann werden sie plötzlich alleine gelassen mit der Realität, dass sie auch bei den Pensionen die Verliererinnen sind.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Diese Ihre Politik zeigt sehr deutlich: Sie setzen auf ein konservatives Familienbild. Sie haben keine Anreize geschaffen, auch den jungen Vätern die Möglichkeit zu eröffnen, ihren Familienpflichten nachzukommen. Sie setzen alleine auf die Zweiteilung der Gesellschaft: Die Familie den Frauen und das Geld den Männern. – Das ist kein Zukunftsmodell, dieses Modell gehört in die Vergangenheit! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Hans Langreiter (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Frau Kollegin Schönpass und Frau Kollegin Prammer, wir Politikschaffenden in den Gemeinden sind natürlich auch darum bemüht, dass wir Betreuungsplätze haben und anbieten können – das ist überhaupt keine Frage. Aber reden wir doch, bevor wir über Betreuungsplätze reden, auch über Kinder – das ist ja das Entscheidende! Ich glaube, dass diese Bundesregierung es geschafft hat, mit familienpolitischen Maßnahmen den Mut zum Kind und zur Familie zu wecken. Das ist ja zunächst einmal das Entscheidende! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Binder: Woher nehmen Sie diese Erkenntnis?
Meine Damen und Herren! Es ist einer der Erfolge dieser Bundesregierung, dass auch die Opposition durchaus davon überzeugt worden ist, dass Familienpolitik etwas sehr Essentielles ist. Die Opposition hat damit auch umzugehen gelernt – ich sage das ganz offen –, wenngleich natürlich die Familie nach wie vor nicht in ihr Wert- oder auch Weltbild passt. (Abg. Binder: Woher nehmen Sie diese Erkenntnis?)
Abg. Mag. Mainoni: Da hätte der Schausberger auch was machen können! ...!
Ich bitte Sie, Herr Bundesminister, dass Sie diese 3 000 bis 4 000 Familien drohende Rückforderung zumindest verhindern beziehungsweise gemeinsam mit Ihrem Ministerkollegen, dem Justizminister, diese ungerechte Maßnahme vielleicht auch aus der Welt schaffen (Abg. Mag. Mainoni: Da hätte der Schausberger auch was machen können! ...!), denn letztendlich geht es dabei um finanzielle Auswirkungen, die die Familien betreffen.
Beifall bei der ÖVP.
Insgesamt, muss ich sagen, ist der Bundesregierung Familienpolitik einiges wert – und dazu auch mein Kompliment! (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Keck –: Herr Betriebsrat! ... Hochofen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Keck. – Bitte. (Ruf bei den Freiheitlichen – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Keck –: Herr Betriebsrat! ... Hochofen!)
Abg. Steibl: Bis zu!
„... es gibt die Möglichkeit für Eltern, zwei Wochen Pflegeurlaub in Anspruch zu nehmen.“ (Abg. Steibl: Bis zu!) „Will also ein Vater nach der Geburt seines Kindes zu Hause bleiben, kann er das ohnehin 14 Tage lang tun, indem er zuerst das Kind und dann die Mutter pflegt. Da kann kein Unternehmer etwas dagegen machen.“ – Kollege Mitterlehner, das wird für Sie ganz interessant sein!
Abg. Steibl: Schön, dass Sie sich damit auseinander gesetzt haben! Aber es heißt „bis zu“! Wenn ich kein Kind habe, kann ich kein Kind betreuen! Außerdem ist es in den Kollektivverträgen verankert: zwei bis drei ...!
Kollegin Steibl, wenn man ein Gesetz zitiert, dann sollte man es richtig machen. Das Pflegeurlaubsgesetz sagt nämlich zunächst einmal Folgendes aus: Ich kann das Pflegeurlaubsgesetz nur zur Pflege eines erkrankten nahen Angehörigen in Anspruch nehmen. Und: Ich habe grundsätzlich nur eine Woche Pflegeurlaub und kann die zweite Woche Pflegeurlaub nur für die neuerliche Pflege eines Kindes unter zwölf Jahren in Anspruch nehmen. – Das heißt, so wie Sie das zitiert haben, ist es schlichtweg falsch (Abg. Steibl: Schön, dass Sie sich damit auseinander gesetzt haben! Aber es heißt „bis zu“! Wenn ich kein Kind habe, kann ich kein Kind betreuen! Außerdem ist es in den Kollektivverträgen verankert: zwei bis drei ...!), und es ist aus meiner Sicht ein Aufruf zum Missbrauch des Pflegeurlaubsgesetzes. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Kollegin Steibl, wenn man ein Gesetz zitiert, dann sollte man es richtig machen. Das Pflegeurlaubsgesetz sagt nämlich zunächst einmal Folgendes aus: Ich kann das Pflegeurlaubsgesetz nur zur Pflege eines erkrankten nahen Angehörigen in Anspruch nehmen. Und: Ich habe grundsätzlich nur eine Woche Pflegeurlaub und kann die zweite Woche Pflegeurlaub nur für die neuerliche Pflege eines Kindes unter zwölf Jahren in Anspruch nehmen. – Das heißt, so wie Sie das zitiert haben, ist es schlichtweg falsch (Abg. Steibl: Schön, dass Sie sich damit auseinander gesetzt haben! Aber es heißt „bis zu“! Wenn ich kein Kind habe, kann ich kein Kind betreuen! Außerdem ist es in den Kollektivverträgen verankert: zwei bis drei ...!), und es ist aus meiner Sicht ein Aufruf zum Missbrauch des Pflegeurlaubsgesetzes. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn mit einer solchen Qualität, wie sie hinter dieser Aussage steckt, Kollegin Steibl, auch unser Antrag auf Einführung eines Vaterschutzmonats vertagt wurde, braucht man sich in Österreich über eine mögliche Politikverdrossenheit sicherlich nicht mehr zu wundern. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Vielleicht, Kollegin Steibl, sind auch die Regierungsparteien spät, aber doch noch zur Einsicht gelangt, betreffend das Thema „Babypause für die Väter“ etwas tun zu müssen. Aber weil der Antrag eben von uns gekommen ist, wisst ihr nicht, wie ihr damit umgehen sollt, und verlauft euch im falschen Zitieren von Gesetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Prammer: Das hilft ja nichts!
Wenn heute hier, unter anderen auch von Frau Kollegin Mandak, ausgeführt wurde, dass die Pensionssicherungsreform, so wie sie von dieser Bundesregierung verabschiedet wurde, nur zu Lasten der Frauen geht, dann muss ich sagen: Das stimmt nicht, denn der Durchrechnungszeitraum wird für die Zeiten der Kindererziehung um drei Jahre für jedes Kind gekürzt (Abg. Mag. Prammer: Das hilft ja nichts!) und auch die Zuverdienstgrenze, die heute ebenfalls schon andiskutiert wurde, ermöglicht es den Frauen, einen Fuß in der Tür zu ihrer Berufswelt zu haben. Das muss man unbedingt sagen! Die Zuverdienstgrenze ist so hoch, dass dies möglich ist.
Abg. Sburny: Das ist doch wohl ein Witz!
Zur Frau Kollegin Weinzinger, die hier über die Kinderbetreuung gesprochen und gemeint hat, dass es an Einrichtungen der Kinderbetreuung mangelt, möchte ich nur eines sagen: Sie soll sich als Niederösterreicherin doch einmal die Lage in Niederösterreich anschauen. Niederösterreich ist das einzige Bundesland, in welchem die Eltern auch die Öffnungszeiten der Kindergärten mitbestimmen können. (Abg. Sburny: Das ist doch wohl ein Witz!) – Das ist kein Witz! – Die Gemeinden sind, wenn drei Kinder am Nachmittag eine Betreuung brauchen, verpflichtet, diese anzubieten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Das ist ein Witz! Zu Mittag wird zugesperrt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Das ist ein Witz! Zu Mittag wird zugesperrt!
Zur Frau Kollegin Weinzinger, die hier über die Kinderbetreuung gesprochen und gemeint hat, dass es an Einrichtungen der Kinderbetreuung mangelt, möchte ich nur eines sagen: Sie soll sich als Niederösterreicherin doch einmal die Lage in Niederösterreich anschauen. Niederösterreich ist das einzige Bundesland, in welchem die Eltern auch die Öffnungszeiten der Kindergärten mitbestimmen können. (Abg. Sburny: Das ist doch wohl ein Witz!) – Das ist kein Witz! – Die Gemeinden sind, wenn drei Kinder am Nachmittag eine Betreuung brauchen, verpflichtet, diese anzubieten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Das ist ein Witz! Zu Mittag wird zugesperrt!)
Abg. Sburny: Das ist unglaublich!
Wir haben aber viele Kindergärten in den Gemeinden, die am Nachmittag geschlossen haben, weil eben Wahlfreiheit besteht (Abg. Sburny: Das ist unglaublich!) und weil die Eltern es als richtig empfinden, die Kinder in ihren ersten Lebensjahren am Nachmittag selbst zu betreuen.
Abg. Sburny: Deswegen sperren sie zu!
Die Bildungszeit am Vormittag wird kostenlos angeboten. Neu ist, dass die Gemeinden, wenn sie auch die Betreuung für Volksschulkinder anbieten wollen – und 15 Kinder diese Betreuung brauchen –, vom Land Niederösterreich finanziell unterstützt werden. (Abg. Sburny: Deswegen sperren sie zu!)
Abg. Sburny: Das ist eine unsagbare Unverfrorenheit!
Es wird in diesem Bereich sehr viel geleistet! (Abg. Sburny: Das ist eine unsagbare Unverfrorenheit!) Sehen Sie doch auch einmal das Positive! Sie stellen immer Ansprüche und sehen gar nicht, welcher Bedarf eigentlich gegeben ist. Also Sie sollten sich wirklich auch einmal bei den Ländern erkundigen, wie kompetent Kinderbetreuung umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Haben Sie schon einmal Kinderbetreuung in Anspruch genommen?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Haben Sie schon einmal Kinderbetreuung in Anspruch genommen?
Es wird in diesem Bereich sehr viel geleistet! (Abg. Sburny: Das ist eine unsagbare Unverfrorenheit!) Sehen Sie doch auch einmal das Positive! Sie stellen immer Ansprüche und sehen gar nicht, welcher Bedarf eigentlich gegeben ist. Also Sie sollten sich wirklich auch einmal bei den Ländern erkundigen, wie kompetent Kinderbetreuung umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Haben Sie schon einmal Kinderbetreuung in Anspruch genommen?)
Abg. Reheis: Sie kennen die Tatsachen gar nicht!
Sie sollten hier nicht Forderungen stellen, die nicht den Tatsachen entsprechen! (Abg. Reheis: Sie kennen die Tatsachen gar nicht!) Kinderbetreuung muss bedarfsgerecht angeboten werden und muss vor allem auch dem Kindeswohl dienen, denn das Wohlergehen unserer Kinder ist eigentlich das, was im Zentrum einer guten Familienpolitik stehen muss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie sollten hier nicht Forderungen stellen, die nicht den Tatsachen entsprechen! (Abg. Reheis: Sie kennen die Tatsachen gar nicht!) Kinderbetreuung muss bedarfsgerecht angeboten werden und muss vor allem auch dem Kindeswohl dienen, denn das Wohlergehen unserer Kinder ist eigentlich das, was im Zentrum einer guten Familienpolitik stehen muss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Aber ihr wart gegen das Kinderbetreuungsgeld!
Frau Abgeordnete Rosenkranz begann ihre Rede mit der Feststellung, die Wahlfreiheit sei eigentlich das Ziel der Freiheitlichen und so solle es auch sein. – Ich sehe da eigentlich keinen großen Unterschied zur Position der Sozialdemokratie, denn auch wir sagen, dass die Wahlfreiheit eigentlich das Ziel ist, das wir anstreben. (Abg. Scheibner: Aber ihr wart gegen das Kinderbetreuungsgeld!)
Abg. Scheibner: Das ist falsch! – Abg. Dolinschek winkt ab.
Aber interessant ist es dann geworden, als Herr Abgeordneter Dolinschek gemeint hat: Na, besser wäre es aber schon, wenn die Frauen zu Hause blieben, denn dann wäre die Belastung des Arbeitsmarktes mit 25 000 ... (Abg. Scheibner: Das ist falsch! – Abg. Dolinschek winkt ab.) Das Winken, Herr Abgeordneter Dolinschek, nützt jetzt auch nichts mehr! Das haben Sie hier gesagt. Außerdem meinten Sie, die Löhne würden sinken, wenn die Frauen wieder auf den Arbeitsmarkt kämen. Und so weiter und so fort. Darin zeigt sich eigentlich die wahre Haltung der Freiheitlichen.
Beifall bei der SPÖ.
Zwischen der Wahlfreiheit, die die Freiheitlichen meinen, und jener, die die Sozialdemokraten meinen, ist ein großer Unterschied. Ich glaube, das muss man deutlich machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden nicht aufhören mit unserer Kritik und werden unsere Vorschläge deswegen nicht zurückziehen, sondern wir werden noch weitere Vorschläge bringen, und zwar so lange, bis Sie so weit sind, sich mit diesen auseinander setzen zu wollen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Rahmenbedingungen schaffen, wie etwa nun die Änderung des Karenzurlaubsgeldgesetzes, aber die wesentlich größere Aufgabe – und das möchte ich besonders betonen –, die wir zu erfüllen haben, ist die, eine positive Grundhaltung zu schaffen, denn Kinder sind wohl das größte Glück, das wir haben. „Glück durch Kinder“ darf nicht nur ein Schlagwort sein. Arbeiten wir, bitte, alle daran! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: Na geh, da habt ihr nicht zugehört!
Bedauerlicherweise sind die Fragen, die wir in diesem Zusammenhang im Ausschuss gestellt haben, von Minister Bartenstein nicht zufrieden stellend beantwortet worden. (Abg. Steibl: Na geh, da habt ihr nicht zugehört!)
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Frau Kollegin Steibl, vielleicht können Sie mir das nachher sagen! Herr Minister Bartenstein hat beispielsweise gesagt, dass Saisonniers in Zukunft bei der Erstzulassung nur mehr für 24 Wochen genehmigt werden. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Herr Kollege Grillitsch, hören Sie mir zuerst zu, dann werden Sie vielleicht etwas davon verstehen! (Abg. Grillitsch: Ich nehme Nachhilfeunterricht bei Ihnen, Frau Kollegin!)
Abg. Grillitsch: Ich nehme Nachhilfeunterricht bei Ihnen, Frau Kollegin!
Frau Kollegin Steibl, vielleicht können Sie mir das nachher sagen! Herr Minister Bartenstein hat beispielsweise gesagt, dass Saisonniers in Zukunft bei der Erstzulassung nur mehr für 24 Wochen genehmigt werden. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Herr Kollege Grillitsch, hören Sie mir zuerst zu, dann werden Sie vielleicht etwas davon verstehen! (Abg. Grillitsch: Ich nehme Nachhilfeunterricht bei Ihnen, Frau Kollegin!)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Damit mit einer Verlängerung nach sechs Monaten nicht zwölf Monate erreicht werden, liebe Kollegin Steibl ... (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Kannst du mir das erklären? (Abg. Steibl: Nachher!) – Sehr gut, ich freue mich schon auf diese deine Erklärung.
Abg. Steibl: Nachher!
Damit mit einer Verlängerung nach sechs Monaten nicht zwölf Monate erreicht werden, liebe Kollegin Steibl ... (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Kannst du mir das erklären? (Abg. Steibl: Nachher!) – Sehr gut, ich freue mich schon auf diese deine Erklärung.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Ich werde mir das „zu Herzen nehmen“!
Da muss man sich wirklich einmal fragen: Wie wird die Gesetzgebung von dieser Bundesregierung behandelt? Und die Gesetzgebung seid auch ihr, liebe Kollegin Steibl! Über die Wertigkeit, die wir hier in diesem Hohen Hause haben, würde ich mir schon einmal Gedanken machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Ich werde mir das „zu Herzen nehmen“!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben aber einen Abänderungsantrag vorbereitet, der auch eingebracht wird. Wenn Ihnen an der Zustimmung einer großen Mehrheit in diesem Hohen Hause etwas liegt, dann werden Sie diesem Abänderungsantrag auch Ihre Zustimmung erteilen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Bundesminister Mag. Haupt begibt sich zu seinem zuvor eingetroffenen Ministerkollegen Dr. Strasser und reicht diesem die Hand.
In diesem Sinne ersuche ich das Hohe Haus, dieser Gesetzesvorlage zuzustimmen. – Und ich darf nunmehr Herrn Minister Strasser hier begrüßen, der die offizielle und verfassungsmäßige Vertretung seines Kollegen Bartenstein für die weitere Sitzung hier haben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Bundesminister Mag. Haupt begibt sich zu seinem zuvor eingetroffenen Ministerkollegen Dr. Strasser und reicht diesem die Hand.)
Abg. Scheibner: Da muss man aber schnell fahren!
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn ich bei meinem Wohnhaus aus den Fenstern blicke, schaue ich auf die Dächer von Preßburg in der Slowakei. Und wenige Kilometer davon entfernt ist die Grenze zu Ungarn; eine Autofahrt von einer Dreiviertelstunde davon entfernt die Grenze zu Tschechien. (Abg. Scheibner: Da muss man aber schnell fahren!)
Abg. Dr. Brinek: Unglaublich ist das!
Das, was ich dabei wirklich befremdlich finde, ist, dass die SPÖ auch diesmal wieder keine Linie findet. Aber das wundert einen langsam nicht mehr, wenn der SPÖ-Parteivorsitzende ein Spargelessen inszeniert, gleichzeitig sagt, der erste bei der Wahl solle Landeshauptmann werden, dann ohnehin über alle Vorgänge informiert wird, aber sobald diese Entscheidung wirklich getroffen wird, hinausgeht und sagt: Das war ein grober Fehler; das sollte nicht passieren! (Abg. Dr. Brinek: Unglaublich ist das!) Damit bringt der Parteivorsitzende doch ganz deutlich zum Ausdruck, dass diese Partei keine Linie hat, dass ihr Parteivorsitzender keine Führungsqualität hat! Und wie soll denn das dann bei ihm bei der Lösung von internationalen Problemen ausschauen?! (Abg. Sburny: Und wenn wer Dritter wird bei einer Wahl ...!)
Abg. Sburny: Und wenn wer Dritter wird bei einer Wahl ...!
Das, was ich dabei wirklich befremdlich finde, ist, dass die SPÖ auch diesmal wieder keine Linie findet. Aber das wundert einen langsam nicht mehr, wenn der SPÖ-Parteivorsitzende ein Spargelessen inszeniert, gleichzeitig sagt, der erste bei der Wahl solle Landeshauptmann werden, dann ohnehin über alle Vorgänge informiert wird, aber sobald diese Entscheidung wirklich getroffen wird, hinausgeht und sagt: Das war ein grober Fehler; das sollte nicht passieren! (Abg. Dr. Brinek: Unglaublich ist das!) Damit bringt der Parteivorsitzende doch ganz deutlich zum Ausdruck, dass diese Partei keine Linie hat, dass ihr Parteivorsitzender keine Führungsqualität hat! Und wie soll denn das dann bei ihm bei der Lösung von internationalen Problemen ausschauen?! (Abg. Sburny: Und wenn wer Dritter wird bei einer Wahl ...!)
Ruf bei der SPÖ: Mit Sicherheit!
Meine Frage an die Kollegen von der Sozialdemokratischen Partei: Glauben Sie wirklich, dass Sie mit dieser Führung in der Lage sein würden, die gravierenden Probleme unseres Landes zu lösen?! (Ruf bei der SPÖ: Mit Sicherheit!) Glauben Sie, dass man auf diese Art und Weise europäische Politik machen kann?! Geben Sie sich selbst eine Antwort! (Neuerlicher Zwischenruf bei der SPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf bei der SPÖ.
Meine Frage an die Kollegen von der Sozialdemokratischen Partei: Glauben Sie wirklich, dass Sie mit dieser Führung in der Lage sein würden, die gravierenden Probleme unseres Landes zu lösen?! (Ruf bei der SPÖ: Mit Sicherheit!) Glauben Sie, dass man auf diese Art und Weise europäische Politik machen kann?! Geben Sie sich selbst eine Antwort! (Neuerlicher Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: Was ist mit der Arbeitslosigkeit ...?
Wir werden jedenfalls dafür sorgen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Lande die Sicherheit haben, dass sie ihren Arbeitsplatz nicht verlieren. Für uns ist das Kämpfen um den Arbeitsplatz die wichtigste sozialpolitische Aufgabe überhaupt. Und wir werden uns dabei daher auch von Ihnen nicht beirren lassen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Silhavy: Was ist mit der Arbeitslosigkeit ...?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne: für Sicherheit und Wohlstand der Bürger Mitteleuropas! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Fasslabend, das war mir jetzt ein bisschen zu billig! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn man vom „Spargelessen“ spricht (Ruf: Waren Sie auch dabei?) – und darüber kann man durchaus reden –, dann soll man, ja muss man auch von den Porsche-Beifahrern reden; ebenso von jenen, die noch im Jahre 1999 gesagt haben, dass sie als Dritter bei einer Wahl nie Bundeskanzler werden würden. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.) – Auch solche Dinge, Herr Kollege Fasslabend, wären in einer gesamthaften Betrachtung notwendig!
Ruf: Waren Sie auch dabei?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Fasslabend, das war mir jetzt ein bisschen zu billig! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn man vom „Spargelessen“ spricht (Ruf: Waren Sie auch dabei?) – und darüber kann man durchaus reden –, dann soll man, ja muss man auch von den Porsche-Beifahrern reden; ebenso von jenen, die noch im Jahre 1999 gesagt haben, dass sie als Dritter bei einer Wahl nie Bundeskanzler werden würden. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.) – Auch solche Dinge, Herr Kollege Fasslabend, wären in einer gesamthaften Betrachtung notwendig!
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Fasslabend, das war mir jetzt ein bisschen zu billig! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn man vom „Spargelessen“ spricht (Ruf: Waren Sie auch dabei?) – und darüber kann man durchaus reden –, dann soll man, ja muss man auch von den Porsche-Beifahrern reden; ebenso von jenen, die noch im Jahre 1999 gesagt haben, dass sie als Dritter bei einer Wahl nie Bundeskanzler werden würden. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.) – Auch solche Dinge, Herr Kollege Fasslabend, wären in einer gesamthaften Betrachtung notwendig!
Abg. Dr. Brinek: Das stimmt doch nicht! Das ist nicht richtig!
Wir reden aber jetzt nicht über Spargel, nicht über Porsche-Fahrer, auch nicht über andere lustige Ereignisse, sondern wir sollten hier über etwas reden, was in rund einem Monat stattfinden wird. Rund einen Monat lang dauert es noch – und dann sind zehn Länder neue Mitgliedsländer der EU. Und das ist doch eigentlich ein erfreuliches Ereignis. Was aber tut man hier in Österreich? – Man fürchtet sich und sagt: Mit dem können wir nicht umgehen! (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt doch nicht! Das ist nicht richtig!) Bei uns heißt es, es würden geradezu „Horden von Arbeitskräften“ hereinkommen. (Abg. Dr. Brinek: Das ist doch falsch, was Sie da sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Das ist doch falsch, was Sie da sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir reden aber jetzt nicht über Spargel, nicht über Porsche-Fahrer, auch nicht über andere lustige Ereignisse, sondern wir sollten hier über etwas reden, was in rund einem Monat stattfinden wird. Rund einen Monat lang dauert es noch – und dann sind zehn Länder neue Mitgliedsländer der EU. Und das ist doch eigentlich ein erfreuliches Ereignis. Was aber tut man hier in Österreich? – Man fürchtet sich und sagt: Mit dem können wir nicht umgehen! (Abg. Dr. Brinek: Das stimmt doch nicht! Das ist nicht richtig!) Bei uns heißt es, es würden geradezu „Horden von Arbeitskräften“ hereinkommen. (Abg. Dr. Brinek: Das ist doch falsch, was Sie da sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Na selbstverständlich!
Sie, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien, sollten die Auseinandersetzung und Ihr Engagement für den Arbeitsplatz der Österreicherinnen und Österreicher einmal innerhalb der Koalition ausfechten, ob etwa die FPÖ – und vielleicht auch Sie von der ÖVP? – meint, dass die Frauen dieselben Rechte, dieselben Ansprüche auf dem Arbeitsmarkt wie die Männer geltend machen dürfen! (Abg. Dr. Brinek: Na selbstverständlich!) Das wäre schon einmal ein Beginn! (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Sie, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien, sollten die Auseinandersetzung und Ihr Engagement für den Arbeitsplatz der Österreicherinnen und Österreicher einmal innerhalb der Koalition ausfechten, ob etwa die FPÖ – und vielleicht auch Sie von der ÖVP? – meint, dass die Frauen dieselben Rechte, dieselben Ansprüche auf dem Arbeitsmarkt wie die Männer geltend machen dürfen! (Abg. Dr. Brinek: Na selbstverständlich!) Das wäre schon einmal ein Beginn! (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Zwischenrufe des Abg. Dr. Mitterlehner
Alle Länder, die einen gesetzlichen Mindestlohn eingeführt haben – das letzte diesbezügliche Land war Großbritannien –, haben positive Erfahrungen damit gemacht (Zwischenrufe des Abg. Dr. Mitterlehner), weil das eben einen Orientierungslohn darstellt. – Herr Kollege Mitterlehner, hören Sie mir genau zu! (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Mitterlehner.
Alle Länder, die einen gesetzlichen Mindestlohn eingeführt haben – das letzte diesbezügliche Land war Großbritannien –, haben positive Erfahrungen damit gemacht (Zwischenrufe des Abg. Dr. Mitterlehner), weil das eben einen Orientierungslohn darstellt. – Herr Kollege Mitterlehner, hören Sie mir genau zu! (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Widerspruch des Abg. Dr. Mitterlehner.
Aber genau das wollen Sie nicht! Sie von ÖVP und FPÖ wollen doch, dass das Lohnniveau auf dem Schwarzarbeitsmarkt in Konkurrenz steht mit jenem auf dem legalen Arbeitsmarkt! Und da frage ich mich schon: Was ist eigentlich Ihr Interesse? Sie drängen mit dieser Beschränkung für den gesetzlichen Arbeitsmarkt für die Erweiterungsländer diese Personengruppen ganz bewusst in den Schwarzarbeitsbereich hinein! Kann das wirklich Ihr Interesse sein? (Widerspruch des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Aber Sie tun’s! Sie sagen zwar nein, das ist nicht unser Interesse, schaffen aber mehrere Gruppen von Beschäftigten in unserem Lande, nicht jedoch die Möglichkeiten und Voraussetzungen, die dem Abhilfe schaffen würden.
Abg. Dr. Stummvoll: Redezeit!
Mit diesem EU-Erweiterungs-Anpassungsgesetz verpassen Sie jede Chance, eine solche Gleichstellung herzustellen! Sie fördern den Schwarzarbeitsmarkt, Sie fördern die Schwarzarbeitnehmer! (Abg. Dr. Stummvoll: Redezeit!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Herr Kollege Stummvoll, was regt Sie das Licht hier beim Rednerpult auf?! Das ist nicht Ihr Licht, und Sie sind auch nicht der Hüter dieses Lichtes! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.)
Abg. Dr. Stummvoll: Wir halten uns an die Redezeitbeschränkung, auch wenn sie freiwillig ist!
Eine Spezialinformation für Kollegen Stummvoll: Das ist eine freiwillige Redezeitvereinbarung. Und: Sie kosten mich jetzt Redezeit. Aber ich nehme das gerne in Kauf und informiere Sie darüber, Herr Kollege Stummvoll. (Abg. Dr. Stummvoll: Wir halten uns an die Redezeitbeschränkung, auch wenn sie freiwillig ist!)
Beifall bei den Grünen.
Ihrer nervösen Gestik entnehme ich, dass Sie offensichtlich höchst interessiert daran wären, dass ich endlich zu reden aufhöre; das ist Ihnen offensichtlich etwas unangenehm gewesen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Vorsicht!
Ich erinnere mich noch immer eher ungern an die Zeiten, als hier etliche FPÖ-Abgeordnete – das hat sich gebessert, Herr Kollege Scheibner – herinnen waren, die tatsächlich in ihrem Bereich, in dem sie Beschäftigung gegeben haben, auch mit Schwarzbeschäftigung zu tun hatten. Das hat es gegeben. (Abg. Scheibner: Vorsicht!) Soll ich Ihnen die Personen alle aufzählen? – Nein, Herr Kollege Scheibner, lassen wir die Vergangenheit sein! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich erinnere mich noch immer eher ungern an die Zeiten, als hier etliche FPÖ-Abgeordnete – das hat sich gebessert, Herr Kollege Scheibner – herinnen waren, die tatsächlich in ihrem Bereich, in dem sie Beschäftigung gegeben haben, auch mit Schwarzbeschäftigung zu tun hatten. Das hat es gegeben. (Abg. Scheibner: Vorsicht!) Soll ich Ihnen die Personen alle aufzählen? – Nein, Herr Kollege Scheibner, lassen wir die Vergangenheit sein! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber was ich Ihnen sagen und als Botschaft mitgeben möchte: Wenn Sie tatsächlich etwas für den Arbeitsmarkt, für einen geordneten Arbeitsmarkt tun wollen, dann trocknen Sie den Schwarzarbeitsmarkt aus! Dann schaffen Sie Bedingungen, mit denen das möglich ist. Aber durch diese Maßnahmen – EU-Erweiterungs-Anpassungsgesetz, Verbot des Zuganges zum österreichischen Arbeitsmarkt für unsere europäischen Mitgliedsländer in der Übergangsperiode – fördern Sie die Schwarzarbeit in Österreich. Das wissen Sie auch genau, und es ist Ihnen offensichtlich nicht einmal so unangenehm, dass Sie darauf verzichten. Aber diese Debatte – Herr Kollege Stummvoll, auch wenn meine Redezeit vorbei ist – führen wir gerne öffentlich weiter. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Nein!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Öllinger, wenn du auf der einen Seite von einem gesetzlichen Mindestlohn sprichst, auf der anderen Seite den gesetzlichen Mindestlohn als sinnvolles Instrumentarium zur Schwarzarbeitsbekämpfung heranziehst, dann verwechselst du wohl Äpfel mit Birnen. (Abg. Öllinger: Nein!) Ein gesetzlicher Mindestlohn gilt nur für jemanden, der gesetzlich angestellt ist, und nicht für einen Schwarzarbeiter – ein Schwarzarbeiter existiert eben nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Öllinger, wenn du auf der einen Seite von einem gesetzlichen Mindestlohn sprichst, auf der anderen Seite den gesetzlichen Mindestlohn als sinnvolles Instrumentarium zur Schwarzarbeitsbekämpfung heranziehst, dann verwechselst du wohl Äpfel mit Birnen. (Abg. Öllinger: Nein!) Ein gesetzlicher Mindestlohn gilt nur für jemanden, der gesetzlich angestellt ist, und nicht für einen Schwarzarbeiter – ein Schwarzarbeiter existiert eben nicht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger deutet in Richtung ÖVP-Klubvorsitz.
übliche Praxis ist. Nein, das könne in einem Rechtsstaat wie Österreich nicht sein, das gebe es nur unter totalitären Regimen, haben Sie da gesagt, das fällt nur der FPÖ ein, und so weiter, und so fort. Tatsache ist, wenn Sie die Schwarzarbeit wirklich bekämpfen wollen, dann müssen Sie auch jenen Personen, die das kontrollieren, die Legitimation geben. Wir setzen das nun um. (Abg. Öllinger deutet in Richtung ÖVP-Klubvorsitz.)
Abg. Öllinger: Nein, dort hinunter!
Sie brauchen jetzt nicht auf Mitterlehner hinzuzeigen. (Abg. Öllinger: Nein, dort hinunter!) Ich bin auch kein Verteidiger des Kollegen Mitterlehner – das kann er selbst tun –, aber wir wissen, dass die Unternehmen durch andere Unternehmen, die Schwarzarbeiter beschäftigen und Schwarzarbeit leisten, total unter Druck kommen und selbst bestrebt sind, dass dort die Schwarzarbeit wegkommt und nicht weiter existiert, keine Frage! (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.)
Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.
Sie brauchen jetzt nicht auf Mitterlehner hinzuzeigen. (Abg. Öllinger: Nein, dort hinunter!) Ich bin auch kein Verteidiger des Kollegen Mitterlehner – das kann er selbst tun –, aber wir wissen, dass die Unternehmen durch andere Unternehmen, die Schwarzarbeiter beschäftigen und Schwarzarbeit leisten, total unter Druck kommen und selbst bestrebt sind, dass dort die Schwarzarbeit wegkommt und nicht weiter existiert, keine Frage! (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Tausender mehr, jawohl! Lüge!
Ich bin auch froh darüber, dass die Bundesarbeitskammer hierzu kritische Anmerkungen anbringt, denn in der Vergangenheit war das ja nicht so. Als Österreich der EU beigetreten ist und bevor die österreichische Bevölkerung darüber abgestimmt hat, gab es gemeinsame Veranstaltungen der Sozialpartner – des Gewerkschaftsbundes, der Arbeiterkammer mit der Wirtschaftskammer, mit der Industriellenvereinigung –, da ist man hinein in die Betriebe gegondelt und hat den Arbeitnehmern das Blaue vom Himmel herunter erzählt. Das hat man ihnen erzählt, und Frau Ederer hat noch einen Punkt draufgegeben: Jeder wird um 1 000 S mehr im Sackl haben, pro Monat! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Tausender mehr, jawohl! Lüge!) Wo ist denn der Tausender? Ich frage alle Arbeitnehmer in Österreich, auch hier auf der Galerie: Haben Sie sich 1 000 S erspart? – Nein, Sie haben sich keine 1 000 S erspart, als Österreich der EU beigetreten ist! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bin auch froh darüber, dass die Bundesarbeitskammer hierzu kritische Anmerkungen anbringt, denn in der Vergangenheit war das ja nicht so. Als Österreich der EU beigetreten ist und bevor die österreichische Bevölkerung darüber abgestimmt hat, gab es gemeinsame Veranstaltungen der Sozialpartner – des Gewerkschaftsbundes, der Arbeiterkammer mit der Wirtschaftskammer, mit der Industriellenvereinigung –, da ist man hinein in die Betriebe gegondelt und hat den Arbeitnehmern das Blaue vom Himmel herunter erzählt. Das hat man ihnen erzählt, und Frau Ederer hat noch einen Punkt draufgegeben: Jeder wird um 1 000 S mehr im Sackl haben, pro Monat! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Tausender mehr, jawohl! Lüge!) Wo ist denn der Tausender? Ich frage alle Arbeitnehmer in Österreich, auch hier auf der Galerie: Haben Sie sich 1 000 S erspart? – Nein, Sie haben sich keine 1 000 S erspart, als Österreich der EU beigetreten ist! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Moscovici, wer ist denn das?
Österreich hat immer die Haltung eingenommen, dass wir Übergangsbestimmungen für neue Beitrittsländer brauchen. Andere Länder haben das nicht getan, und sie sind schon aufgezählt worden: Die Benelux-Länder oder die Bundesrepublik Deutschland waren immer für eine vollkommene Freizügigkeit, und das gilt auch für Frankreich. Ich frage mich jetzt: Was gilt denn bei der SPÖ? Wer ist dort der Obmann, Herr Dr. Gusenbauer oder Herr Dr. Häupl in Wien? Oder ist es Herr Moscovici aus Frankreich, von der Sozialistischen Internationale? – Denken Sie einmal darüber nach! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Moscovici, wer ist denn das?)
Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich glaube, Herr Abgeordneter Dolinschek, die 1 000 S hat seinerzeit, als wir der EU beigetreten sind, jeder irgendwo in seinem Taschl gespürt. (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Aber wissen Sie, was in den letzten vier Jahren noch mehr gespürt wurde? – Was Sie den Menschen weggenommen haben, das spüren die Leute! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist weit mehr als 1 000 S: Gebührenerhöhungen, die Pensionssicherungsreform ist eine -kürzungsreform, und, und, und. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Bleiben wir also bei den Fakten! (Abg. Wattaul: Das glaubst aber selber nicht!) Ich glaube, dieses Match gewinnen Sie von den Freiheitlichen nicht, wenn Sie so argumentieren. (Abg. Wattaul: Haben wir schon gewonnen!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich glaube, Herr Abgeordneter Dolinschek, die 1 000 S hat seinerzeit, als wir der EU beigetreten sind, jeder irgendwo in seinem Taschl gespürt. (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Aber wissen Sie, was in den letzten vier Jahren noch mehr gespürt wurde? – Was Sie den Menschen weggenommen haben, das spüren die Leute! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist weit mehr als 1 000 S: Gebührenerhöhungen, die Pensionssicherungsreform ist eine -kürzungsreform, und, und, und. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Bleiben wir also bei den Fakten! (Abg. Wattaul: Das glaubst aber selber nicht!) Ich glaube, dieses Match gewinnen Sie von den Freiheitlichen nicht, wenn Sie so argumentieren. (Abg. Wattaul: Haben wir schon gewonnen!)
Zwischenruf des Abg. Dolinschek.
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich glaube, Herr Abgeordneter Dolinschek, die 1 000 S hat seinerzeit, als wir der EU beigetreten sind, jeder irgendwo in seinem Taschl gespürt. (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Aber wissen Sie, was in den letzten vier Jahren noch mehr gespürt wurde? – Was Sie den Menschen weggenommen haben, das spüren die Leute! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist weit mehr als 1 000 S: Gebührenerhöhungen, die Pensionssicherungsreform ist eine -kürzungsreform, und, und, und. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Bleiben wir also bei den Fakten! (Abg. Wattaul: Das glaubst aber selber nicht!) Ich glaube, dieses Match gewinnen Sie von den Freiheitlichen nicht, wenn Sie so argumentieren. (Abg. Wattaul: Haben wir schon gewonnen!)
Abg. Wattaul: Das glaubst aber selber nicht!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich glaube, Herr Abgeordneter Dolinschek, die 1 000 S hat seinerzeit, als wir der EU beigetreten sind, jeder irgendwo in seinem Taschl gespürt. (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Aber wissen Sie, was in den letzten vier Jahren noch mehr gespürt wurde? – Was Sie den Menschen weggenommen haben, das spüren die Leute! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist weit mehr als 1 000 S: Gebührenerhöhungen, die Pensionssicherungsreform ist eine -kürzungsreform, und, und, und. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Bleiben wir also bei den Fakten! (Abg. Wattaul: Das glaubst aber selber nicht!) Ich glaube, dieses Match gewinnen Sie von den Freiheitlichen nicht, wenn Sie so argumentieren. (Abg. Wattaul: Haben wir schon gewonnen!)
Abg. Wattaul: Haben wir schon gewonnen!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich glaube, Herr Abgeordneter Dolinschek, die 1 000 S hat seinerzeit, als wir der EU beigetreten sind, jeder irgendwo in seinem Taschl gespürt. (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Aber wissen Sie, was in den letzten vier Jahren noch mehr gespürt wurde? – Was Sie den Menschen weggenommen haben, das spüren die Leute! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Das ist weit mehr als 1 000 S: Gebührenerhöhungen, die Pensionssicherungsreform ist eine -kürzungsreform, und, und, und. (Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Bleiben wir also bei den Fakten! (Abg. Wattaul: Das glaubst aber selber nicht!) Ich glaube, dieses Match gewinnen Sie von den Freiheitlichen nicht, wenn Sie so argumentieren. (Abg. Wattaul: Haben wir schon gewonnen!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter Fasslabend ist leider nicht mehr hier, daher möchte ich Herrn Abgeordneten Mitterlehner fragen, der ja, glaube ich, auf der Rednerliste steht: Wie sehen denn Sie das mit dem Kampf und den wichtigsten sozialpolitischen Aufgaben der ÖVP beim Kämpfen um die Arbeitsplätze? – Ich habe das Gefühl, diese politische Botschaft muss erst vor kurzem begonnen haben, weil man bisher nichts davon gemerkt hat. Die höchste Arbeitslosigkeit – das haben wir gemerkt, aber sonst nichts! (Beifall bei der SPÖ.) Hier in diesem Hohen Haus wird also so argumentiert, dass man eigentlich mehr richtig stellen muss, als man wirklich zur Materie reden kann. (Abg. Scheibner: Ist eh gescheiter!)
Abg. Scheibner: Ist eh gescheiter!
Herr Abgeordneter Fasslabend ist leider nicht mehr hier, daher möchte ich Herrn Abgeordneten Mitterlehner fragen, der ja, glaube ich, auf der Rednerliste steht: Wie sehen denn Sie das mit dem Kampf und den wichtigsten sozialpolitischen Aufgaben der ÖVP beim Kämpfen um die Arbeitsplätze? – Ich habe das Gefühl, diese politische Botschaft muss erst vor kurzem begonnen haben, weil man bisher nichts davon gemerkt hat. Die höchste Arbeitslosigkeit – das haben wir gemerkt, aber sonst nichts! (Beifall bei der SPÖ.) Hier in diesem Hohen Haus wird also so argumentiert, dass man eigentlich mehr richtig stellen muss, als man wirklich zur Materie reden kann. (Abg. Scheibner: Ist eh gescheiter!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Frage ist, was ihr macht, um Angst zu schüren!
Ob das so ist oder nicht, weiß ich nicht, aber da gibt es jetzt zwei Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit ist, dass die FPÖ mit solchen Aussagen – wie schon oft – Angst schürt, um politisches Kleingeld zu kassieren. Oder es stimmt, was da gesagt wird. Dann ist es aber für eine Regierungspartei ein Armutszeugnis von besonderer Qualität, wenn dies einige Tage vor der Erweiterung festgestellt werden muss. Es stellt sich also die Frage: Was hat die Regierung, was haben die Regierungsparteien getan, um der Bevölkerung in dieser Frage Angst zu nehmen? – Sichtlich kann man darauf nur mit „Nichts!“ antworten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die Frage ist, was ihr macht, um Angst zu schüren!)
Abg. Wittauer: ... von eurer Partei, dass ihr keine Übergangsregelung wollt, sondern gleich ...!
Es ist einfach zu wenig, wenn wir im Parlament mit großer Mehrheit oder gar einstimmig zur EU-Erweiterung stehen, aber ein großer Teil unserer Bevölkerung nicht oder noch nicht von der Richtigkeit dieses Schrittes überzeugt ist. (Abg. Wittauer: ... von eurer Partei, dass ihr keine Übergangsregelung wollt, sondern gleich ...!) Ich – und ich möchte das ganz persönlich ausdrücken, sehr verehrte Damen und Herren – fühle mich von der Bundesregierung allein gelassen, wenn es darum geht, Antworten zu geben und Ängste zu nehmen. Wir als sozialdemokratische Abgeordnete haben keine Gelegenheit ausgelassen, auf die Wichtigkeit dieser EU-Erweiterung hinzuweisen, aber oft sind wir allein gewesen, und es gibt nur eine Nicht-Aktivität der Bundesregierung.
Beifall bei der SPÖ.
Ich denke, in der Politik ist insbesondere in Richtung der Frau Außenministerin zu sagen: Lächeln ist zu wenig! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Da müssen Sie sich innerhalb der Koalition verständigen!
Wenn Sie hier der ÖVP unterstellen, dass wir die Beschäftigungspolitik jetzt „entdeckt“ hätten, dann muss ich Ihnen schon sagen: Die Beschäftigungspolitik ist abhängig von einer guten Standortpolitik. (Abg. Öllinger: Da müssen Sie sich innerhalb der Koalition verständigen!) Haben Sie eigentlich nicht erkannt oder haben Sie die Zahlen nicht gesehen, dass wir jetzt mehr als drei Millionen Beschäftigte haben, schon mehrere Jahre lang, und dass das eigentlich lauter Höchststände sind? Und das in einer Zeit, in der die Konjunktur eigentlich sehr, sehr schwierig gelaufen ist! Aber das passt nicht in Ihr Szenario, nicht in Ihr Bild, das wollen Sie nicht akzeptieren.
Abg. Öllinger: Am Schwarzarbeitsmarkt!
Wenn Sie jetzt gesetzlich eingreifen und einen Mindestlohn festlegen, und wenn dieser Mindestlohn über dem liegt, was am Markt zu erzielen ist – Sie werden ja nicht einen Mindestlohn wie in England, das Sie als Beispiel zitiert haben (Abg. Öllinger: Am Schwarzarbeitsmarkt!), weit unter 1 000 € festlegen –, dann werden Sie dadurch bewerkstelligen, dass mit der Festlegung des Mindestlohnes das Ausweichverhalten in den Schwarzarbeitsbereich größer, aber nicht kleiner wird! Daher gehen Sie hier ausgesprochen unlogisch vor. (Abg. Öllinger: Nein!) Ich kann das nur damit erklären, Herr
Abg. Öllinger: Nein!
Wenn Sie jetzt gesetzlich eingreifen und einen Mindestlohn festlegen, und wenn dieser Mindestlohn über dem liegt, was am Markt zu erzielen ist – Sie werden ja nicht einen Mindestlohn wie in England, das Sie als Beispiel zitiert haben (Abg. Öllinger: Am Schwarzarbeitsmarkt!), weit unter 1 000 € festlegen –, dann werden Sie dadurch bewerkstelligen, dass mit der Festlegung des Mindestlohnes das Ausweichverhalten in den Schwarzarbeitsbereich größer, aber nicht kleiner wird! Daher gehen Sie hier ausgesprochen unlogisch vor. (Abg. Öllinger: Nein!) Ich kann das nur damit erklären, Herr
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben jetzt einmal eine Übergangsregelung; ich hoffe, dass wir sie auch einigermaßen pragmatisch leben. Wir werden in unserer Wirtschaft, wenn sie wächst – das muss man auch sagen: sie wird in den nächsten Jahren hoffentlich wachsen –, dann auch die Arbeitskräfte brauchen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Nehmen Sie sich doch einmal ernst, meine Damen und Herren, denn es ist ja geradezu lächerlich, was hier der österreichischen und jetzt auch der neuen EU-Bevölkerung vorgemacht wird! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Warum reden Sie dauernd von Kärnten? Sie sollten auch nicht nur von Kärnten reden!
Ich bin davon überzeugt, dass die Kärntner sehr gut wissen, was sie machen, und ich würde mir auch wünschen, dass alle politischen Parteien, die hier im Hohen Haus vertreten sind, respektieren, dass in Kärnten eine Zusammenarbeit einer breiten Mehrheit geplant ist, die hoffentlich nächste Woche beginnen wird. Ich erwarte mir auch von allen Parteien hier eine ganz klare Haltung, dass Entscheidungen, die in Kärnten getroffen werden, zu respektieren sind, denn sie sind auf Basis demokratischer Wahlen erfolgt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Warum reden Sie dauernd von Kärnten? Sie sollten auch nicht nur von Kärnten reden!)
Abg. Öllinger: Ich habe geglaubt, Sie haben mitgeschrieben!
Herr Kollege Öllinger, weil Sie wortwörtlich davon gesprochen haben – ich habe ungefähr mitgeschrieben –, ab 1. Mai solle kein Arbeitnehmer und keine Arbeitnehmerin von Österreich fernbleiben dürfen, oder noch stärker ausgedrückt hat es geheißen, es dürfe nicht einmal jemand ferngehalten werden (Abg. Öllinger: Ich habe geglaubt, Sie haben mitgeschrieben!), da muss ich schon ganz ehrlich sagen, das ist eine Aussage, die man unter die breite Masse bringen sollte. Ich werde dafür sorgen oder ich werde mich zumindest bemühen, dass Ihre Aussagen auch ganz klar in der Öffentlichkeit kommuniziert werden. Es ist nämlich schon sehr bedenklich, wenn ein Abgeordneter des Hohen Hauses hier heraußen steht und fordert, den Arbeitsmarkt ohne Einschränkungen zu öffnen, und das in einer Zeit, in der Sie sonst immer kritisieren, dass wir sehr wohl eine kritische Situation am Arbeitsmarkt haben. Aber anscheinend ist das ein Zeichen von grüner Kernkompetenz in Sachen Arbeitsplatzpolitik, denn all die Leute, die ohne Beschränkungen hereinkommen, werden dann, um Ihrer Ideologie gerecht zu werden, vielleicht auch noch irgendwo sanfte Drogen verkaufen. Damit ist dann grüne Politik endlich 1 : 1 umgesetzt. (Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Kollege Öllinger, weil Sie wortwörtlich davon gesprochen haben – ich habe ungefähr mitgeschrieben –, ab 1. Mai solle kein Arbeitnehmer und keine Arbeitnehmerin von Österreich fernbleiben dürfen, oder noch stärker ausgedrückt hat es geheißen, es dürfe nicht einmal jemand ferngehalten werden (Abg. Öllinger: Ich habe geglaubt, Sie haben mitgeschrieben!), da muss ich schon ganz ehrlich sagen, das ist eine Aussage, die man unter die breite Masse bringen sollte. Ich werde dafür sorgen oder ich werde mich zumindest bemühen, dass Ihre Aussagen auch ganz klar in der Öffentlichkeit kommuniziert werden. Es ist nämlich schon sehr bedenklich, wenn ein Abgeordneter des Hohen Hauses hier heraußen steht und fordert, den Arbeitsmarkt ohne Einschränkungen zu öffnen, und das in einer Zeit, in der Sie sonst immer kritisieren, dass wir sehr wohl eine kritische Situation am Arbeitsmarkt haben. Aber anscheinend ist das ein Zeichen von grüner Kernkompetenz in Sachen Arbeitsplatzpolitik, denn all die Leute, die ohne Beschränkungen hereinkommen, werden dann, um Ihrer Ideologie gerecht zu werden, vielleicht auch noch irgendwo sanfte Drogen verkaufen. Damit ist dann grüne Politik endlich 1 : 1 umgesetzt. (Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Ja, so ist es!
Frau Kollegin Silhavy, es freut mich, dass Sie mir zuhören, denn genau Sie stehen als Nächste auf meiner Liste. Sie sind als Erste hier heraußen gestanden und haben uns kritisiert. Sie haben davon gesprochen, dass die Vorschläge der Bundesregierung keine konkreten Lösungsansätze haben, Sie haben davon gesprochen, dass dieser Regierungsvorschlag – wortwörtlich – viele Schönheitsfehler hat. Ich glaube, das waren Ihre Worte: viele Schönheitsfehler. (Abg. Silhavy: Ja, so ist es!) – Frau Kollegin, Gesetze sollte man nicht nach Schönheit beurteilen, Gesetze sollte man nach der Qualität beurteilen. Ich glaube, das wäre weit zielführender. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Silhavy, es freut mich, dass Sie mir zuhören, denn genau Sie stehen als Nächste auf meiner Liste. Sie sind als Erste hier heraußen gestanden und haben uns kritisiert. Sie haben davon gesprochen, dass die Vorschläge der Bundesregierung keine konkreten Lösungsansätze haben, Sie haben davon gesprochen, dass dieser Regierungsvorschlag – wortwörtlich – viele Schönheitsfehler hat. Ich glaube, das waren Ihre Worte: viele Schönheitsfehler. (Abg. Silhavy: Ja, so ist es!) – Frau Kollegin, Gesetze sollte man nicht nach Schönheit beurteilen, Gesetze sollte man nach der Qualität beurteilen. Ich glaube, das wäre weit zielführender. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Stimmen Sie unserem Abänderungsantrag zu?
Die Doppelbödigkeit, mit der die SPÖ argumentiert, ist für mich nicht ganz verständlich. Einerseits sprechen Sie von einer Erweiterung ohne Wenn und Aber, andererseits sprechen Sie davon, dass man die Rahmenbedingungen nicht genau genug macht. (Abg. Silhavy: Stimmen Sie unserem Abänderungsantrag zu?) Ich bin davon überzeugt, Sie sollten hier konstruktiver mitarbeiten, denn Wasser zu predigen und Wein zu trinken, mag zwar irgendwo im kulinarischen Genuss sehr reizvoll sein, in der Parteipolitik halte ich es für schwer bedenklich, und ich glaube einfach, die Bevölkerung wird Ihnen das nicht abnehmen. (Abg. Silhavy: Stimmen Sie unserem Abänderungsantrag zu?) Die Bevölkerung wird Ihnen das nicht abnehmen.
Abg. Silhavy: Stimmen Sie unserem Abänderungsantrag zu?
Die Doppelbödigkeit, mit der die SPÖ argumentiert, ist für mich nicht ganz verständlich. Einerseits sprechen Sie von einer Erweiterung ohne Wenn und Aber, andererseits sprechen Sie davon, dass man die Rahmenbedingungen nicht genau genug macht. (Abg. Silhavy: Stimmen Sie unserem Abänderungsantrag zu?) Ich bin davon überzeugt, Sie sollten hier konstruktiver mitarbeiten, denn Wasser zu predigen und Wein zu trinken, mag zwar irgendwo im kulinarischen Genuss sehr reizvoll sein, in der Parteipolitik halte ich es für schwer bedenklich, und ich glaube einfach, die Bevölkerung wird Ihnen das nicht abnehmen. (Abg. Silhavy: Stimmen Sie unserem Abänderungsantrag zu?) Die Bevölkerung wird Ihnen das nicht abnehmen.
Ironische Heiterkeit bei den Grünen.
Die FPÖ – und darauf bin ich stolz – war eigentlich die einzige Partei, die sich hier stets kritisch geäußert hat. Wir waren nie ablehnend, wir waren stets warnend, und wir haben eine klare Haltung verfolgt. Ich glaube, das zeichnet die Freiheitlichen aus. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Wir haben immer gesagt: Österreich zuerst! Für uns war Österreich primär, vorrangig und wichtig, und ich glaube, das sollte es auch in Zukunft bleiben. Diese feindliche Haltung, die uns hier sehr oft entgegengebracht wurde, werden, glaube ich, alle politischen Mitbewerber ablegen müssen, denn im Endeffekt wird es unsere Haltung sein, die sich am Ende des Tages durchsetzen wird. Diese erweiterte EU wird ganz sicherlich Probleme bringen, sie wird ganz sicherlich den Arbeitsmarkt belasten – davon sind alle Experten, nicht nur Parteipolitiker, sondern wirklich auch Wissenschafter und Experten überzeugt –, und sie birgt natürlich neben all den Chancen, über die ja zu anderer Zeit und zu einem anderen Thema bereits ausführlich diskutiert wurde, viel Gefahr und Risiko.
Abg. Mag. Mainoni: Du meinst die Polen?
Wenn man sich nur den Arbeitstourismus anschaut, wenn man weiß, dass heute wöchentlich Tausende Arbeitstouristen nach Österreich kommen, die statt einer Badehose die Maurerkelle und die Gummistiefel mit im Gepäck haben, so weiß man, dass hier massiver Handlungsbedarf besteht. (Abg. Mag. Mainoni: Du meinst die Polen?) – Nicht nur Polen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte an dieser Stelle wirklich alle politischen Verantwortungsträger auffordern, zu versuchen, im Interesse der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu reagieren und daher die Erweiterung, die als solches sicherlich ein großes Projekt ist, im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch mit einem gewissen Argusauge zu betrachten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Mitterlehner, es reicht auch nicht, zu sagen, dass wir eine hohe Beschäftigtenzahl haben, wenn Sie nicht dazusagen, dass die Mehrheit der Beschäftigten in Teilzeit beschäftigt ist, dass der Zuwachs bei den Beschäftigten vorwiegend im Zusammenhang mit der Erhöhung der Zahl der geringfügig und der atypisch Beschäftigten zu sehen ist. Das gehört auch dazugesagt, denn das stellt dann die Situation wieder in das richtige Licht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch gleich auf Kollegen Scheuch eingehen. Um in Ihrer Diktion zu bleiben: Ich habe Ihre Rede für nicht besonders „schön“ gehalten, ich habe sie auch nicht als besonders witzig empfunden, und inhaltlich war sie für mich eigentlich auch nichts sagend. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Ich möchte daher noch einmal probieren, Ihnen zu erklären, warum wir diesem Gesetzesvorschlag nicht zustimmen können. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) – Das war es auch nicht, auch wenn Sie es versucht haben. Das nur nebenbei! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Danke! Das ist sehr nett von Ihnen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Danke! Das ist sehr nett von Ihnen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.
Ich möchte daher noch einmal probieren, Ihnen zu erklären, warum wir diesem Gesetzesvorschlag nicht zustimmen können. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) – Das war es auch nicht, auch wenn Sie es versucht haben. Das nur nebenbei! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Danke! Das ist sehr nett von Ihnen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Ihr wollt ja noch mehr hereinlassen! Ihr wollt noch mehr Arbeitslose haben!
Darüber hinaus muss ich auch in aller Deutlichkeit sagen: Diese Bundesregierung hat keine Maßnahmen gesetzt, um den österreichischen Arbeitsmarkt auf die EU-Erweiterung vorzubereiten. Schauen Sie sich die Arbeitslosenzahlen an! Es sind die höchsten Arbeitslosenzahlen, die wir in der Zweiten Republik je hatten. (Abg. Wittauer: Ihr wollt ja noch mehr hereinlassen! Ihr wollt noch mehr Arbeitslose haben!) Dabei wäre es ge-
Abg. Wittauer: Ihr sagt, dass wir noch mehr Leute aus dem Ausland brauchen!
rade in diesem Zusammenhang notwendig, dass der österreichische Arbeitsmarkt auf die EU-Erweiterung vorbereitet worden wäre. (Abg. Wittauer: Ihr sagt, dass wir noch mehr Leute aus dem Ausland brauchen!) Aber das haben Sie, sehr geehrte Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, auch wenn Sie es nicht gerne hören, schlicht und ergreifend, wie vieles andere in diesem Land, verschlafen, Herr Kollege. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
rade in diesem Zusammenhang notwendig, dass der österreichische Arbeitsmarkt auf die EU-Erweiterung vorbereitet worden wäre. (Abg. Wittauer: Ihr sagt, dass wir noch mehr Leute aus dem Ausland brauchen!) Aber das haben Sie, sehr geehrte Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, auch wenn Sie es nicht gerne hören, schlicht und ergreifend, wie vieles andere in diesem Land, verschlafen, Herr Kollege. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Arbeitsmarktes wäre es zum Beispiel sehr notwendig gewesen und ist es jetzt noch notwendig, dass entsprechende Maßnahmen und Projekte gefördert werden, um eine Verbesserung der Arbeitsmarktchancen für inländische und ausländische ArbeitnehmerInnen in Österreich zu erreichen. Insbesondere wären hier auch Mittel der Arbeitsmarktverwaltung notwendig, die für Sonderprogramme eingesetzt werden, vor allem in jenen Bundesländern, die besonders davon betroffen sind. Das sollte gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice und dem Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft geschehen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), aber der Herr Bundesminister vergisst dabei wieder, dass er auch für die Arbeit zuständig ist, er denkt nur an die Wirtschaft.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich höre Ihnen zu! Aber schauen Sie einmal, wie viele von Ihnen anwesend sind! Schauen Sie in Ihre Reihen! Keine 20 Leute sind von Ihnen da!
Das Zweite, was in diesem Zusammenhang sehr kritisch zu bemerken ist – Kollege Scheuch, versuchen Sie, mir noch ein bisschen zuzuhören (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich höre Ihnen zu! Aber schauen Sie einmal, wie viele von Ihnen anwesend sind! Schauen Sie in Ihre Reihen! Keine 20 Leute sind von Ihnen da!) –, ist der Umstand, dass Sie die Saisonniers auch noch so bestrafen wollen, dass ganz einfach der Anspruch auf Arbeitslosengeld eingeschränkt wird.
Beifall bei der SPÖ.
(Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Die nun zu beschließende Übergangsregelung sehe ich im wahrsten Sinne des Wortes als Übergang und erwarte mir durchaus noch Änderungen vor allem in jenen Bereichen, die den heimischen Arbeitsmarkt wohl kaum belasten werden und in denen bei Arbeitsspitzen dringend zusätzliche Arbeitskräfte benötigt werden wie in den Bereichen Gesundheitswesen, Fremdenverkehr, Metall, Bau, Handel, Reinigung, Land- und Forstwirtschaft und nicht zu vergessen in den Bereichen Kunst, Unterhaltung und Sport. Die saisonalen Spitzen werden auch in Zukunft über Saisonniers aus benachbarten Ländern abgedeckt werden. Sollten wir auf diese Notwendigkeit nicht Rücksicht nehmen, würde das einen Wettbewerbsnachteil gegenüber unseren Nachbarländern bedeuten und eine Gefährdung der österreichischen Produktion von Obst und Gemüse zur Folge haben. Die österreichischen Konsumenten verlangen jedoch zu Recht auch österreichische Qualität. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.
Nicht vergessen sollten wir bei allem Respekt vor den Befürchtungen unserer Bürger eine Tatsache: Wir müssen die Einwohner der neuen Mitgliedstaaten als vollwertige Bürger betrachten, denn wir wünschen uns ein Europa der Bürger, Solidarität aller Europäer. Durch die Erweiterung Europas, die Ausweitung des Friedens, der Stabilität und des Wohlstands wird sich unser aller Lebensqualität verbessern. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Walch.)
Abg. Mag. Mainoni: Mir ist jedes Thema wichtig!
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Sehr verehrter Herr Minister! Hohes Haus! Liebe Jugendliche auf der Galerie! Das Thema, das wir gerade behandeln, ist mir persönlich sehr wichtig. (Abg. Mag. Mainoni: Mir ist jedes Thema wichtig!) Der Grund dafür ist, dass ich Abgeordneter des Bezirks Freistadt bin, der bekanntlich direkt an Tschechien grenzt. Sehr geehrte Damen und Herren! Die Be-
Beifall bei der SPÖ.
Doch wenn diese Bundesregierung ein grundsätzlich gutes und richtiges Vorhaben in die Hand nimmt, nämlich die Festschreibung von Übergangsregelungen, werden, und das ist schade, so viele unsinnige, ungerechte und unsoziale Details mit in die Gesetzesvorlage hineingeschrieben, dass das Gesamtpaket für gerecht und sozial empfindende Menschen, wie wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten es sind, unakzeptabel wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
So ist es leider auch bei dieser Vorlage. Zum Beispiel versteckt sich in Artikel 2 bei der Änderung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes eine für uns unakzeptable Bestimmung. Mit dieser Regelung wird der Anspruch auf Arbeitslosengeld für Arbeitnehmer, die im Rahmen von Kontingenten beschäftigt waren, eingeschränkt, und zwar auch dann, wenn diese Personen die Anwartschaft auf Arbeitslosengeld erfüllen und sich in der Republik Österreich aufhalten. Sie und ihre Arbeitgeber dürfen zwar brav in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, ausbezahlt soll dann jedoch im Falle der Arbeitslosigkeit an diese Arbeitnehmer nichts werden. Dabei geht es immerhin um einen Betrag von insgesamt 6 Prozent, denn 3 Prozent der Bruttolohn- beziehungsweise Bruttogehaltssumme zahlen die Arbeitgeber in diese Arbeitslosenversicherung und die Arbeitnehmer auch 3 Prozent, sehr geehrte Damen und Herren. Diese Situation ist skandalös, unanständig, ausbeuterisch und widerspricht auch der Rechtstradition der Republik Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auch zu wenig, einfach nur Übergangsfristen festzuschreiben. Vielmehr wäre es notwendig, Maßnahmen und Aktivitäten zu setzen, um den österreichischen Arbeitsmarkt auf die Erweiterung vorzubereiten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Der Schwarzarbeit!
Diese Warnungen erfolgen eben wirklich zu Recht. Wir sehen das auch in den Grenzbezirken Niederösterreichs. Dort ist die Arbeitslosigkeit im letzten Jahr um bis zu 13 Prozent gestiegen. Da besteht ein eindeutiger Zusammenhang: Je näher an der Grenze, desto größer die Steigerung der Arbeitslosigkeit. (Abg. Öllinger: Der Schwarzarbeit!) Es ist auch kein Wunder, dass jemand seine Chancen bei uns sieht: Das Lohngefälle zwischen Tschechien und Niederösterreich ist 1 : 6, selbst der am besten entwickelte Bezirk Znaim erreicht nur ein Drittel des Lohnniveaus. Die Arbeitslosigkeit ist mehr als dreimal so hoch. Es ist wirklich ganz banal, und niemand kann es anders sehen: Das muss zu einer intensiven Pendlerbewegung führen, keine Frage.
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Donabauer.
Ich denke auch, dass es notwendig wäre, Folgendes einmal ganz klar zu formulieren: Der Vorschlag, unsere Leute zu schulen, sie aus den Niedriglohnsektoren wegzubringen, klingt zwar sehr schön, ich denke aber, dass er unrealistisch ist und auch eine Missachtung der Handarbeit darstellt. Es gibt Leute – in jedem Gemeinwesen gibt es sie –, die einfach gut und gern gut arbeiten. Die sind sehr widerstandsfähig. Um ein Beispiel anzuführen: Selbst wenn Schneeregen kommt und es finster wird, stehen sie in der Künette und machen ihre Arbeit fertig. Die halten das aus, die sind nicht wehleidig, die tun das. Ein großer Wert! Ein großer Nutzen! Eine gute Eigenschaft! Aber diese Leute würden sich beispielsweise am Bürotisch nicht wohl fühlen. Was machen wir mit diesen Leuten? Es muss in jeder Volkswirtschaft auch für jene Leute einen Platz geben, und deshalb müssen wir darauf achten, dass auch diese Branchen und Bereiche nicht unter die Räder kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Donabauer.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Donabauer.
Wir Freiheitlichen haben in diesem Punkt immer eine klare Linie vertreten. Es ist das Verdienst freiheitlicher Minister, allen voran Herbert Haupt, dass es bei den Beitrittsverhandlungen dazu gekommen ist, dass wir nunmehr die Möglichkeit haben, diese Übergangsfristen zum Schutze der österreichischen Arbeitnehmer einzuräumen. Außer uns hat das so klar und offen und die Linie so klar verfolgend nur Bayern getan. Wir sind es auch, die ganz deutlich sagen: Die Übergangsfristen müssen so lange ausgeschöpft werden, solange der Arbeitsmarkt unter der Spannung leidet, in der er sich jetzt befindet. Wir denken nicht daran, sie früher aufzuheben, als es unbedingt notwendig sein wird. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Donabauer.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir sind den Interessen der österreichischen Arbeitnehmer verpflichtet. Mit diesem Gesetz wird die Grundlage dafür geschaffen, dass diese Interessen nicht am Altar der Osterweiterung zum Opfer gebracht werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Donabauer.
Daher möchte ich ein bisschen darauf eingehen, wie unwichtig Ihnen Sozialpolitik ist. Der Sozialausschuss hat seit seiner Konstituierung vor knapp einem Jahr nur viermal getagt. Wie unwichtig Sozialpolitik für Sie ist, zeigt weiters die Tatsache, dass der Verfassungsgerichtshof ... (Zwischenruf des Abg. Donabauer.) – Aber die Tagesordnung wird dann schon von allen vier Parteien festgelegt, Kollege Donabauer, und da sind Sie der Bremser gewesen. Das ist so klar, das braucht man ja eigentlich gar nicht zu erklären. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Donabauer. – Abg. Silhavy: Kollege Donabauer zeigt, wie unernst die Regierung die Sozialpolitik nimmt!) – So ist es. Genau auf diese Themen komme ich noch zurück, meine Damen und Herren! Was Sie hier gemeldet haben, ist weder witzig noch sonst etwas!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Donabauer. – Abg. Silhavy: Kollege Donabauer zeigt, wie unernst die Regierung die Sozialpolitik nimmt!
Daher möchte ich ein bisschen darauf eingehen, wie unwichtig Ihnen Sozialpolitik ist. Der Sozialausschuss hat seit seiner Konstituierung vor knapp einem Jahr nur viermal getagt. Wie unwichtig Sozialpolitik für Sie ist, zeigt weiters die Tatsache, dass der Verfassungsgerichtshof ... (Zwischenruf des Abg. Donabauer.) – Aber die Tagesordnung wird dann schon von allen vier Parteien festgelegt, Kollege Donabauer, und da sind Sie der Bremser gewesen. Das ist so klar, das braucht man ja eigentlich gar nicht zu erklären. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Donabauer. – Abg. Silhavy: Kollege Donabauer zeigt, wie unernst die Regierung die Sozialpolitik nimmt!) – So ist es. Genau auf diese Themen komme ich noch zurück, meine Damen und Herren! Was Sie hier gemeldet haben, ist weder witzig noch sonst etwas!
Beifall bei der SPÖ.
desminister Haupt jetzt für legistisch korrekte Gesetzentwürfe Prämien an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausschreibt, dann halte ich das für ein Zeichen von Amtsmüdigkeit des Herrn Sozialministers. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen eines: Die Bürgerinnen und Bürger wollen keine Politik der Risken wie Sie sie vornehmen, sie wollen eine Politik der Sicherheit und der Stabilität. Deswegen brauchen wir diese Woche auch das Pensionsvolksbegehren. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist schon eigenartig, wenn das EU-Anpassungsgesetz herhalten muss, damit man den Heizkostenzuschuss in Niederösterreich diskutieren kann. Also diese Phantasie in der Politik habe ich nicht. Ich denke, es wäre gut, wenn Sie zur Sache kämen, gnädige Frau. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Nürnberger: Das sieht man in Niederösterreich!
Wenn Sie uns hier dafür kritisieren, dass wir das Jugendausbildungs-Sicherungsgesetz nicht behandeln, darf ich Ihnen sagen: Lesen Sie oder beobachten Sie: Wir haben es in Begutachtung, die Sache ist auf guter Spur. Wir haben bis heute auf dem Gebiet erfolgreich gearbeitet. Das werden wir auch in Zukunft machen. Keine Frage. (Abg. Nürnberger: Das sieht man in Niederösterreich!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Der Weg nach Europa ist natürlich steinig, das ist keine Frage. Irgendwann werden Sie sich entscheiden müssen in den Oppositionsparteien: Wollen Sie den Weg gehen oder nicht? Denn eines ist nicht richtig, dass nämlich alles, was die Regierung macht, von Ihnen nur schlecht dargestellt wird. Wir können machen, was wir wollen, nichts findet Ihre Zustimmung. Gar nichts. Das kann doch nicht die Oppositionspolitik dieser Republik sein. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich denke, es wäre gut, wenn Sie sich auch einmal mit wesentlichen Materien beschäftigen würden. So zum Beispiel mit diesem Anpassungsgesetz, in dem diese Bundesregierung am Beginn ihrer Tätigkeit festgelegt hat, dass wir uns bemühen, den Zuzug von Arbeitskräften kontrolliert zu gestalten, damit sich nicht alle fürchten müssen, denn diese neue europäische Formation, diese Erweiterung bringt natürlich fraglos Vorteile, aber auch manche Sorgen – das ist nun einmal so.
Abg. Dr. Puswald: Nein, da können wir uns kein Beispiel nehmen!
Deshalb haben wir als Regierung, die dafür nicht nur Sinn hat, sondern sich auch einbringt, eine sehr intelligente und gute Lösung gefunden, nämlich eine „2-3-2-Lösung“: Wenn die ersten beiden Jahre vorbei sind, können wir prüfen, ob es die Konjunktur verlangt und ob es notwendig ist, diese Regelung zu erweitern, und dann haben wir noch einmal eine Erweiterungsmöglichkeit. Das müssen wir nicht mit den Gemeinschaftsorganen erledigen, sondern in einer freien Vereinbarung der Mitgliedstaaten. Das ist Politik, an der Sie sich ein Beispiel nehmen können! – Das sollten Sie irgendwann einmal anerkennen. Es täte Österreich gut. (Abg. Dr. Puswald: Nein, da können wir uns kein Beispiel nehmen!)
Abg. Dr. Puswald: Ihre Politik wollen wir nicht, das haben wir längst entschieden!
Irgendwann werden Sie sich einmal entscheiden müssen! Sie sagen immer, das eine wollen Sie und das andere nicht. (Abg. Dr. Puswald: Ihre Politik wollen wir nicht, das haben wir längst entschieden!) In Europa gibt es vier Grundfreiheiten: die Freiheit des Warenverkehrs, des Kapitalverkehrs, des Personen- und des Dienstleistungsverkehrs. – Das sind Grundelemente, die Sie auch in einer Parlamentsdebatte nicht wegdiskutieren können, sollen – ja, ich sage sogar: nicht wegdiskutieren dürfen! (Abg. Dr. Puswald: Wir dürfen alles!)
Abg. Dr. Puswald: Wir dürfen alles!
Irgendwann werden Sie sich einmal entscheiden müssen! Sie sagen immer, das eine wollen Sie und das andere nicht. (Abg. Dr. Puswald: Ihre Politik wollen wir nicht, das haben wir längst entschieden!) In Europa gibt es vier Grundfreiheiten: die Freiheit des Warenverkehrs, des Kapitalverkehrs, des Personen- und des Dienstleistungsverkehrs. – Das sind Grundelemente, die Sie auch in einer Parlamentsdebatte nicht wegdiskutieren können, sollen – ja, ich sage sogar: nicht wegdiskutieren dürfen! (Abg. Dr. Puswald: Wir dürfen alles!)
Rufe bei der SPÖ: Wo? Wo denn?
Wenn Sie mit den Arbeitsplätzen Probleme haben, sage ich Ihnen: Darüber denken wir schon lange sehr ernsthaft nach. Wir haben auch schon sehr engagierte und wirkungsvolle Beschäftigungsprogramme beschlossen, die ... (Rufe bei der SPÖ: Wo? Wo denn?) – Na geh, bitte! Schauen Sie sich das doch bitte an! (Abg. Heinisch-Hosek: Aber mehr Lehrstellen haben wir nicht!) – Na, dann sage ich Ihnen gleich etwas: Was unterscheidet Wien von Niederösterreich? – In Wien haben wir die höchsten Arbeitslosenzahlen – sie steigen nach wie vor –, und in Niederösterreich bauen wir ab und schaffen Beschäftigung. – Das ist Politik! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Aber mehr Lehrstellen haben wir nicht!
Wenn Sie mit den Arbeitsplätzen Probleme haben, sage ich Ihnen: Darüber denken wir schon lange sehr ernsthaft nach. Wir haben auch schon sehr engagierte und wirkungsvolle Beschäftigungsprogramme beschlossen, die ... (Rufe bei der SPÖ: Wo? Wo denn?) – Na geh, bitte! Schauen Sie sich das doch bitte an! (Abg. Heinisch-Hosek: Aber mehr Lehrstellen haben wir nicht!) – Na, dann sage ich Ihnen gleich etwas: Was unterscheidet Wien von Niederösterreich? – In Wien haben wir die höchsten Arbeitslosenzahlen – sie steigen nach wie vor –, und in Niederösterreich bauen wir ab und schaffen Beschäftigung. – Das ist Politik! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.
Wenn Sie mit den Arbeitsplätzen Probleme haben, sage ich Ihnen: Darüber denken wir schon lange sehr ernsthaft nach. Wir haben auch schon sehr engagierte und wirkungsvolle Beschäftigungsprogramme beschlossen, die ... (Rufe bei der SPÖ: Wo? Wo denn?) – Na geh, bitte! Schauen Sie sich das doch bitte an! (Abg. Heinisch-Hosek: Aber mehr Lehrstellen haben wir nicht!) – Na, dann sage ich Ihnen gleich etwas: Was unterscheidet Wien von Niederösterreich? – In Wien haben wir die höchsten Arbeitslosenzahlen – sie steigen nach wie vor –, und in Niederösterreich bauen wir ab und schaffen Beschäftigung. – Das ist Politik! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Abg. Heinisch-Hosek: Heizkostenzuschuss nicht bewilligt!
der mit Liese Prokop eine aktive Arbeitsmarktpolitik macht. (Abg. Heinisch-Hosek: Heizkostenzuschuss nicht bewilligt!) – Sehen Sie, das sind herzeigbare Produkte der Politik. Da können Sie sich aufregen, soviel Sie wollen. (Abg. Dr. Puswald: Warum ... dann Pröll von Schüssel? – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Dr. Puswald: Warum ... dann Pröll von Schüssel? – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
der mit Liese Prokop eine aktive Arbeitsmarktpolitik macht. (Abg. Heinisch-Hosek: Heizkostenzuschuss nicht bewilligt!) – Sehen Sie, das sind herzeigbare Produkte der Politik. Da können Sie sich aufregen, soviel Sie wollen. (Abg. Dr. Puswald: Warum ... dann Pröll von Schüssel? – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Dr. Puswald: Wir sind nur gegen Ihre Politik, sonst gegen gar nichts!
Ich denke, Sie sind auch aufgerufen und verpflichtet, in diesem Erweiterungsprozess, der in Wirklichkeit auch ein Friedenssicherungsprozess für uns alle sein muss, aktiv mitzuarbeiten und nicht immer gegen alles zu sein und überall einen Beistrich oder einen Nebensatz zu finden, der Ihnen nicht passt. (Abg. Dr. Puswald: Wir sind nur gegen Ihre Politik, sonst gegen gar nichts!) Gehen Sie engagiert einen Weg mit, der Österreich gut tut, und nehmen Sie sich auch ein Beispiel an dieser Regierung! – Auf der Regierungsbank sitzt der Herr Innenminister: Er hat diesen Erweiterungsprozess auch engagiert vorbereitet, indem er sich außerordentlich bemüht, die Sicherheitsfrage mit den neuen Mitgliedsländern schon im Vorhinein zu besprechen und ordentlich zu lösen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinisch-Hosek: Sie sind die Vertager, nicht wir! – Abg. Silhavy: Stimmen Sie dem Abänderungsantrag zu, dann ist das Gesetz wenigstens verfassungskonform! – Abg. Donabauer – das Rednerpult verlassend –: Bringt ihn einmal ein! – Abg. Silhavy: Kollege Donabauer hat während der Debatte geschlafen! – Abg. Donabauer: Nein, ich habe nicht geschlafen!
Das ist Regierungspolitik, auf die wir stolz sein können und die diesem Land gut tut. Gehen Sie mit, dann treffen Sie eine richtige Entscheidung! Ihre Opposition, Ihre Verweigerung und Ihre ständige Kritik bringen Österreich in keine gute Zukunft. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinisch-Hosek: Sie sind die Vertager, nicht wir! – Abg. Silhavy: Stimmen Sie dem Abänderungsantrag zu, dann ist das Gesetz wenigstens verfassungskonform! – Abg. Donabauer – das Rednerpult verlassend –: Bringt ihn einmal ein! – Abg. Silhavy: Kollege Donabauer hat während der Debatte geschlafen! – Abg. Donabauer: Nein, ich habe nicht geschlafen!)
Abg. Donabauer: Reden Sie von Wien und nicht von Österreich! Schauen Sie sich Wien an!
Was ich nicht verstehe – und deshalb werden wir dieser Regierungsvorlage sicher nicht zustimmen –, ist das Aufmachen der Kontingente durch die Hintertür. Schauen wir nicht immer ins Ausland, wie Herr Fasslabend das getan hat. Wenn Herr Donabauer, der sich da gerade in der ersten Reihe vergnügt, meint, Österreich habe eine positive Entwicklung zu verzeichnen, dann bekommt er, glaube ich, das ganze Umfeld in Österreich nicht mit. (Abg. Donabauer: Reden Sie von Wien und nicht von Österreich! Schauen Sie sich Wien an!)
Abg. Donabauer: In Niederösterreich legen wir zu, und in Wien bauen wir ab!
Durch Ihre verfehlte oder gar nicht vorhandene Arbeitsmarktpolitik hat sich in den letzten vier Jahren die Situation so dramatisch verändert – das kann man nicht wegwischen! –, dass wir, die Schulungsteilnehmer eingeschlossen, 331 000 Arbeitslose zu verzeichnen hatten. – Das ist ein Anstieg von 36,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2000! (Abg. Donabauer: In Niederösterreich legen wir zu, und in Wien bauen wir ab!) Man muss auch einmal darüber diskutieren, dass im Vorjahr – wenn auch nur einmal – 850 000 Arbeitslose in Österreich zu verzeichnen waren. Diese Zahlen bedürfen keiner Worte, denn sie zeigen auf, dass Sie, meine Damen und Herren, mit Ihrer Arbeitsmarktpolitik kläglich gescheitert sind! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Durch Ihre verfehlte oder gar nicht vorhandene Arbeitsmarktpolitik hat sich in den letzten vier Jahren die Situation so dramatisch verändert – das kann man nicht wegwischen! –, dass wir, die Schulungsteilnehmer eingeschlossen, 331 000 Arbeitslose zu verzeichnen hatten. – Das ist ein Anstieg von 36,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2000! (Abg. Donabauer: In Niederösterreich legen wir zu, und in Wien bauen wir ab!) Man muss auch einmal darüber diskutieren, dass im Vorjahr – wenn auch nur einmal – 850 000 Arbeitslose in Österreich zu verzeichnen waren. Diese Zahlen bedürfen keiner Worte, denn sie zeigen auf, dass Sie, meine Damen und Herren, mit Ihrer Arbeitsmarktpolitik kläglich gescheitert sind! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ellmauer: Erzählen Sie uns keine Märchen!
Das ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass es in Österreich eine Person ist, die dafür die Verantwortung trägt, die nämlich gleichzeitig Wirtschaftsminister und Arbeitsminister ist. (Abg. Ellmauer: Erzählen Sie uns keine Märchen!) Als Gewerkschafter kann ich mich nicht daran erinnern, dass es in den letzten vier Jahren nur ein einziges Gesetz gegeben hätte, das sich positiv für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgewirkt hätte. (Abg. Donabauer: Altersteilzeit!) – Es kann nicht sein, dass ausnahmslos die Interessen der Wirtschaft berücksichtigt werden und die Anliegen jener, die sich nicht wehren können, nämlich die der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, jederzeit mit den Füßen getreten werden.
Abg. Donabauer: Altersteilzeit!
Das ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass es in Österreich eine Person ist, die dafür die Verantwortung trägt, die nämlich gleichzeitig Wirtschaftsminister und Arbeitsminister ist. (Abg. Ellmauer: Erzählen Sie uns keine Märchen!) Als Gewerkschafter kann ich mich nicht daran erinnern, dass es in den letzten vier Jahren nur ein einziges Gesetz gegeben hätte, das sich positiv für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgewirkt hätte. (Abg. Donabauer: Altersteilzeit!) – Es kann nicht sein, dass ausnahmslos die Interessen der Wirtschaft berücksichtigt werden und die Anliegen jener, die sich nicht wehren können, nämlich die der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, jederzeit mit den Füßen getreten werden.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich gestehe Ihnen eines zu: Sie sichern trotz Ihrer arbeitnehmerfeindlichen Politik auf Grund der haarsträubenden, unsozialen und dilettantischen Politik einige wenige Arbeitsplätze in Österreich, nämlich jene der Verfassungsrichter. Dieses Gesetz ist nämlich verfassungsrechtlich mehr als bedenklich. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich als freiheitlicher Abgeordneter kläre auf. – Ihr polemisiert. Den Angstzuständen der Arbeitnehmer, wenn am 1. Mai die Grenze geöffnet wird, haben wir durch die siebenjährige Übergangsfrist einen Riegel vorgeschoben. Wir klären auf. – Ihr polemisiert. Beweis: das Pensionsvolksbegehren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das glaub’ ich!
Eines möchte ich sagen: Ich bin froh, dass die FPÖ und die ÖVP in der Regierung sind. (Abg. Öllinger: Das glaub’ ich!) Wir setzen die richtigen Maßnahmen zum Schutz der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der Sicherheit in Österreich, und daher würde ich euch ersuchen, noch einmal zu überlegen, diesem Antrag die Zustimmung zu erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Eines möchte ich sagen: Ich bin froh, dass die FPÖ und die ÖVP in der Regierung sind. (Abg. Öllinger: Das glaub’ ich!) Wir setzen die richtigen Maßnahmen zum Schutz der österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der Sicherheit in Österreich, und daher würde ich euch ersuchen, noch einmal zu überlegen, diesem Antrag die Zustimmung zu erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Nationalrats! Wenn Herrn Kollegen Dolinschek zur Schwarzarbeiterbekämpfung nichts anderes einfällt, als dass man von den ArbeitnehmerInnen Fingerabdrücke nehmen soll, dann ist das meiner Meinung nach reichlich wenig. – Da gibt es bessere Konzepte. Sie haben in der letzten Ausschusssitzung einen Antrag der SPÖ vertagt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Dolinschek, wenn Sie kurz vor der EU-Osterweiterung hauptsächlich von den niedrigen Löhnen in den Beitrittsländern und von den hohen Arbeitslosenzahlen sprechen und überhaupt keine Konzepte anbieten, wie man etwas dagegen machen kann, und wenn Sie, Herr Kollege Scheuch, wieder einmal in einer absolut unqualifizierten Weise alle AusländerInnen mit DrogenhändlerInnen gleichsetzen, dann wird das – so denke ich – nicht dazu beitragen, die zum Teil berechtigten Ängste und Sorgen der Österreicherinnen und Österreichern abzubauen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Jessas na!
Es ist nämlich unbestritten und deutlich zu erkennen, dass die Skepsis gegenüber der EU und deren Erweiterung in den letzten Wochen gestiegen ist. Das muss meiner Meinung nach für uns alle, die wir politische Verantwortung tragen, ein ernstes Zeichen sein, und es muss für uns alle ein Grund sein, dieser Skepsis vor allem mit Aufklärung und Bewusstseinsbildung entgegenzutreten, aber nicht mit Angstmache und Panikmache, wie es die Kollegen der FPÖ so gerne tun. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Jessas na!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das verbessert die Rede auch nicht!
Es muss vor allem Maßnahmen und Projekte und auch die entsprechenden Mittel geben, die zu einer Verbesserung der Arbeitsmarktchancen von inländischen und ausländischen ArbeitnehmerInnen führen können. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das verbessert die Rede auch nicht!) Was aber machen Sie? Was macht die Regierung in Österreich? – Unter dem Deckmantel der Standortsicherung senken Sie Steuern. Davon werden hauptsächlich die großen Unternehmen profitieren, und das, obwohl wir alle mittlerweile wissen – zumindest wissen sollten –, dass es vor allem die Klein- und Mittelbetriebe sind, die Arbeitsplätze schaffen und auch erhalten.
Abg. Zweytick: Wer arbeitet denn in diesen Betrieben? – In großen Betrieben arbeiten viele Menschen!
64 Prozent aller ArbeitnehmerInnen in Österreich sind in Klein- und Mittelbetrieben beschäftigt. Daher sind beschäftigungssichernde Maßnahmen genau in diese Richtung zu treffen und nicht Steuergeschenke an Großbetriebe zu verteilen. (Abg. Zweytick: Wer arbeitet denn in diesen Betrieben? – In großen Betrieben arbeiten viele Menschen!) Hohe Gewinne werden nämlich oft von Firmen erzielt, die wenig Arbeitsplätze bieten. Die großen Betriebe, die Gewinne erzielen, haben oft wenig Arbeitsplätze, und das steht für mich im Widerspruch zu der absolut großen Herausforderung der Zukunft, Anreize für Unternehmen zu bieten, die Arbeitsplätze schaffen und auch erhalten.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Dann stimmen Sie doch zu!
Durch das Steuerdumping kann es passieren, dass immer mehr Unternehmen aus den bisherigen EU-Ländern in die neuen EU-Länder abwandern, um dort noch mehr Gewinne zu schreiben. Herr Kollege Mitterlehner hat auch ein gutes Beispiel von der Firma Siemens gebracht. Daher muss es meiner Ansicht nach Maßnahmen auf europäischer Ebene geben, die helfen, das Abwandern der Betriebe zu verhindern. Lohndumping und Steuerdumping als Wirtschaftsinstrument sind dabei keine geeigneten Steuerungselemente, schon gar nicht in Hinblick auf eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Diese hätten wir aber angesichts der höchsten Arbeitslosigkeit seit 1945 bitter nötig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Dann stimmen Sie doch zu!)
Abg. Mag. Lunacek: Jetzt müssten Sie „Frau“ sagen, dann ist es gerecht!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Tancsits. – Bitte. (Abg. Mag. Lunacek: Jetzt müssten Sie „Frau“ sagen, dann ist es gerecht!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dieses Argument zählt also nicht, und ich warne Sie davor, das zum Grund für Ihre Ablehnung zu machen, denn das würde – noch einmal – bedeuten, dass am 1. Mai 2004 der österreichische Arbeitsmarkt völlig uneingeschränkt geöffnet wird. Für einen österreichischen Abgeordneten, der Arbeitsmarktpolitik verantwortungsvoll betreibt, kann es also nichts anderes geben, als dieser Vorlage zuzustimmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Das tut er nie!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst eine Bemerkung zu den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Donabauer, weil er sich so aufgeregt hat (Abg. Mag. Molterer: Das tut er nie!), dass Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek den nicht vorhandenen Heizkostenzuschlag in Niederösterreich kritisiert hat. Herr Abgeordneter Donabauer hat das sehr wortreich argumentiert und beklagt, Fakt ist jedoch – dem hat er nicht widersprochen –: Diejenigen, welche in Niederösterreich einen Heizkostenzuschlag brauchen, bekommen keinen, Herr Abgeordneter Donabauer! Und das ist das Unsoziale an dieser Situation! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst eine Bemerkung zu den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Donabauer, weil er sich so aufgeregt hat (Abg. Mag. Molterer: Das tut er nie!), dass Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek den nicht vorhandenen Heizkostenzuschlag in Niederösterreich kritisiert hat. Herr Abgeordneter Donabauer hat das sehr wortreich argumentiert und beklagt, Fakt ist jedoch – dem hat er nicht widersprochen –: Diejenigen, welche in Niederösterreich einen Heizkostenzuschlag brauchen, bekommen keinen, Herr Abgeordneter Donabauer! Und das ist das Unsoziale an dieser Situation! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Mit Wien solidarisch?
Da Sie wieder einmal die Arbeitsmarktsituation im Bundesland Wien erwähnt haben: Ich bin da sicherlich solidarisch, aber Fakten muss man mit aller Deutlichkeit auch einmal feststellen. (Abg. Mag. Molterer: Mit Wien solidarisch?) Wien hat 780 000 Beschäftigte, davon, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind 200 000 Pendler; und von diesen 200 000 Pendlern sind 140 000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. Daher: „Kehren“ Sie doch bitte einmal in der eigenen Landespolitik! Diese Menschen müssen noch Wien kommen, weil sie in Niederösterreich keinen Arbeitsplatz bekommen! Aber Gott sei Dank gibt es in Wien eine Politik, infolge derer diese Leute einen Arbeitsplatz bekommen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Burgenländer kommen auch!)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Burgenländer kommen auch!
Da Sie wieder einmal die Arbeitsmarktsituation im Bundesland Wien erwähnt haben: Ich bin da sicherlich solidarisch, aber Fakten muss man mit aller Deutlichkeit auch einmal feststellen. (Abg. Mag. Molterer: Mit Wien solidarisch?) Wien hat 780 000 Beschäftigte, davon, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind 200 000 Pendler; und von diesen 200 000 Pendlern sind 140 000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. Daher: „Kehren“ Sie doch bitte einmal in der eigenen Landespolitik! Diese Menschen müssen noch Wien kommen, weil sie in Niederösterreich keinen Arbeitsplatz bekommen! Aber Gott sei Dank gibt es in Wien eine Politik, infolge derer diese Leute einen Arbeitsplatz bekommen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Burgenländer kommen auch!)
Abg. Eder: Märchenstunde!
Herr Abgeordneter Walch! Wo ist er denn? Herr Abgeordneter Walch hat uns heute schon wieder einige Kostproben seiner Aussagen gegeben. (Abg. Eder: Märchenstunde!) Ich bin sehr dankbar dafür, dass er heute in der Aktuellen Stunde gesprochen hat und man das wieder live im Fernsehen sehen konnte. Er hat uns hier wieder einmal gemahnt, man solle doch die richtigen Maßnahmen zum Schutze der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer setzen, so wie es die FPÖ macht. Ich habe dann aber ein bisschen ein Problem, wenn ich mir anschaue, was denn das Erfolgsgeheimnis des Kollegen Walch ist, der uns da bei jeder Gelegenheit sagt, man solle sich an ihm ein Beispiel nehmen.
Abg. Walch: Seid froh, sonst hättet ihr verloren!
Es gab vor ganz kurzer Zeit Betriebsratswahlen in der Voest. – Dort hat er mit seiner Fraktion teilweise nicht einmal kandidieren können; dort, wo ihr kandidiert habt, habt ihr kein Mandat mehr. (Abg. Walch: Seid froh, sonst hättet ihr verloren!) Also bei der Voest gibt es euch nicht mehr! (Beifall bei der SPÖ.) – Das könnte aber, Kollege Walch, ein Einzelschicksal sein.
Beifall bei der SPÖ.
Es gab vor ganz kurzer Zeit Betriebsratswahlen in der Voest. – Dort hat er mit seiner Fraktion teilweise nicht einmal kandidieren können; dort, wo ihr kandidiert habt, habt ihr kein Mandat mehr. (Abg. Walch: Seid froh, sonst hättet ihr verloren!) Also bei der Voest gibt es euch nicht mehr! (Beifall bei der SPÖ.) – Das könnte aber, Kollege Walch, ein Einzelschicksal sein.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.
In der Arbeiterkammer Vorarlberg habt ihr neun Mandate gehabt. Und weil ihr ja die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer „so schützt“, habt ihr fünf, also mehr als die Hälfte verloren; da gibt es nur mehr vier Mandate für euch! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Walch: Wie viel habt ihr bei der CA verloren?
Aber ihr von der ÖVP braucht nicht hämisch über ihn zu lachen, denn ihr habt die absolute Mehrheit verloren. Euch ist es noch ärger ergangen als der FPÖ. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Walch: Wie viel habt ihr bei der CA verloren?)
Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Redners –: Rudi, nicht so laut!
Herr Kollege Walch, es gab in deiner Heimatgemeinde Wartberg, wo du ganz allein verantwortlich bist, Gemeinderatswahlen. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Redners –: Rudi, nicht so laut!) Du hast 24 Stunden vor der Wahl gesagt, es werde Überraschungen geben. Alle haben schon geglaubt, du wirst Bürgermeister von Wartberg werden. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Und dann hat er von 23 zu vergebenden Mandaten ein Mandat gemacht, ein Mandat! (Neuerliche Heiterkeit bei der SPÖ.) Es geht das Gerücht um, nicht einmal die eigenen Verwandten und Bekannten hätten dich gewählt, weil sie dich kennen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jakob Auer: 23 ist falsch!)
Heiterkeit bei der SPÖ.
Herr Kollege Walch, es gab in deiner Heimatgemeinde Wartberg, wo du ganz allein verantwortlich bist, Gemeinderatswahlen. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Redners –: Rudi, nicht so laut!) Du hast 24 Stunden vor der Wahl gesagt, es werde Überraschungen geben. Alle haben schon geglaubt, du wirst Bürgermeister von Wartberg werden. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Und dann hat er von 23 zu vergebenden Mandaten ein Mandat gemacht, ein Mandat! (Neuerliche Heiterkeit bei der SPÖ.) Es geht das Gerücht um, nicht einmal die eigenen Verwandten und Bekannten hätten dich gewählt, weil sie dich kennen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jakob Auer: 23 ist falsch!)
Neuerliche Heiterkeit bei der SPÖ.
Herr Kollege Walch, es gab in deiner Heimatgemeinde Wartberg, wo du ganz allein verantwortlich bist, Gemeinderatswahlen. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Redners –: Rudi, nicht so laut!) Du hast 24 Stunden vor der Wahl gesagt, es werde Überraschungen geben. Alle haben schon geglaubt, du wirst Bürgermeister von Wartberg werden. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Und dann hat er von 23 zu vergebenden Mandaten ein Mandat gemacht, ein Mandat! (Neuerliche Heiterkeit bei der SPÖ.) Es geht das Gerücht um, nicht einmal die eigenen Verwandten und Bekannten hätten dich gewählt, weil sie dich kennen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jakob Auer: 23 ist falsch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jakob Auer: 23 ist falsch!
Herr Kollege Walch, es gab in deiner Heimatgemeinde Wartberg, wo du ganz allein verantwortlich bist, Gemeinderatswahlen. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Redners –: Rudi, nicht so laut!) Du hast 24 Stunden vor der Wahl gesagt, es werde Überraschungen geben. Alle haben schon geglaubt, du wirst Bürgermeister von Wartberg werden. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Und dann hat er von 23 zu vergebenden Mandaten ein Mandat gemacht, ein Mandat! (Neuerliche Heiterkeit bei der SPÖ.) Es geht das Gerücht um, nicht einmal die eigenen Verwandten und Bekannten hätten dich gewählt, weil sie dich kennen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jakob Auer: 23 ist falsch!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Lieber Kollege Walch, ich wünsche dir jetzt wirklich eines von Herzen, ich wünsche dir von Herzen, dass du bei der Arbeiterkammerwahl Oberösterreich – da bist du Spitzenkandidat – wenigstens dein Mandat behältst, damit sichergestellt ist, dass man in der Vollversammlung der Arbeiterkammer auf deine Reden nicht verzichten muss, denn die sind immer lustig. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Zur Sache!
Nun aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, zwei, drei Sätze zu einem (Abg. Mag. Molterer: Zur Sache!) Thema, das wir mit dem vorliegenden Gesetzentwurf einer Lösung hätten zuführen können, was aber aus grundsätzlichen Überlegungen des Herrn Arbeitsministers nicht möglich war. Wir haben eine hohe Arbeitslosenrate (Abg. Dr. Fekter: In Wien!) – weit mehr als 300 000 in ganz Österreich –, trotzdem gibt es Branchen und Regionen, wo man für bestimmte Berufe und Maßnahmen keine Arbeitskräfte bekommt.
Abg. Dr. Fekter: In Wien!
Nun aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, zwei, drei Sätze zu einem (Abg. Mag. Molterer: Zur Sache!) Thema, das wir mit dem vorliegenden Gesetzentwurf einer Lösung hätten zuführen können, was aber aus grundsätzlichen Überlegungen des Herrn Arbeitsministers nicht möglich war. Wir haben eine hohe Arbeitslosenrate (Abg. Dr. Fekter: In Wien!) – weit mehr als 300 000 in ganz Österreich –, trotzdem gibt es Branchen und Regionen, wo man für bestimmte Berufe und Maßnahmen keine Arbeitskräfte bekommt.
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte daher fest: Wenn diese Betriebe in Zukunft in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen – die Gewerkschaft wäre flexibel gewesen, wir hätten Lösungen für dieses Problem angeboten. Es war leider nicht möglich, daher trägt die Verantwortung einzig und allein der Herr Arbeitsminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der ÖVP: Wo ist der Gusenbauer?
Ich ersuche jene Damen und Herren, die sich hiefür aussprechen, um ein Zeichen. – Es ist dies die Minderheit. Abgelehnt. (Rufe bei der ÖVP: Wo ist der Gusenbauer?)
Abg. Mandak: Das betrifft aber auch die Ladenöffnungszeiten, nicht nur den arbeitsfreien Sonntag!
In Oberösterreich zum Beispiel ist der arbeitsfreie Sonntag in der Landesverfassung verankert. (Abg. Mandak: Das betrifft aber auch die Ladenöffnungszeiten, nicht nur den arbeitsfreien Sonntag!) In Wien ist das leider nicht möglich. Der arbeitsfreie Sonntag ist Voraussetzung für viele gemeinsame kulturelle, religiöse und familiäre Aktivitäten. Diese unschätzbaren ideellen Werte lassen sich nicht mit Geld bewerten. Wir von
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mandak: Was ist mit den Ladenöffnungszeiten?
der ÖVP werden außerdem dafür Sorge tragen, dass die Ruhensbestimmungen für Sonn- und Feiertage auch in Zukunft aufrecht bleiben beziehungsweise arbeitnehmerfreundlich gestaltet werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mandak: Was ist mit den Ladenöffnungszeiten?)
Abg. Mandak: Das habt ihr aber mit der Gewerbeverordnung völlig aufgeweicht, Herr Kollege! – Zwischenruf des Abg. Reheis.
Vom Verbot der Sonntagsarbeit sind in Österreich nur rund 15 Prozent der Beschäftigten ausgenommen, die durch ihren Dienst unsere Gesundheit, unsere Sicherheit und unsere Wochenend- und Freizeitqualität sichern: Gesundheitsberufe, Sicherheitsexekutive, Verkehrsdienstleiter, Landwirte und Gärtner, Beschäftigte in Tourismus, Gastronomie und Kulturbetrieben. Diesen Menschen haben wir es zu verdanken, dass ein Großteil der Bevölkerung am Wochenende ausruhen und entspannen und zusätzlich sozusagen alle Annehmlichkeiten des Lebens genießen kann. (Abg. Mandak: Das habt ihr aber mit der Gewerbeverordnung völlig aufgeweicht, Herr Kollege! – Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte mich an dieser Stelle einmal bei all jenen, die auch an Sonn- und Feiertagen in ihrem Job stehen, ganz herzlich für diese hervorragenden Leistungen bedanken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit dieser Gesetzesanpassung wird ein weiterer Schritt der guten Arbeitnehmerpolitik dieser Bundesregierung fortgesetzt. Ich danke für Ihre Zustimmung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Schwierig! – Abg. Mandak: ... sieht er ja nicht!
die Möglichkeit, diese Botschaft auch an Herrn Minister Bartenstein zu übermitteln? (Abg. Öllinger: Schwierig! – Abg. Mandak: ... sieht er ja nicht!) Das wäre wahrscheinlich der einfachere Weg. Ich weiß schon, dass er heute nicht hier ist, aber Sie werden wohl ab und zu die Gelegenheit haben, ihm etwas mitzuteilen!
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich kann Ihnen noch etwas sagen: Sie sind herzlich eingeladen, die Gewerkschaften mit zu unterstützen, wenn es um Kollektivvertragsverhandlungen geht und darum, bessere Löhne und Gehälter auszuverhandeln, gerade auch für die jungen Menschen, für die jungen Beschäftigten. Dafür haben Sie jede Unterstützung von uns! Ich würde vorschlagen, Sie halten diese Rede noch einmal vor dem ÖVP-Parteivorstand. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir sind froh darüber, dass diese EU-Richtlinie endlich umgesetzt wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Wie bitte? – Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Prammer.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Zu einem EU-Anpassungsgesetz nach einer EU-Richtlinie ist von meinen Vorrednern schon einiges gesagt worden. (Abg. Öllinger: Wie bitte? – Ironische Heiterkeit der Abg. Mag. Prammer.) Es ist ganz wichtig, auch wenn es ein bisschen länger gedauert hat; ich glaube, es ist besser, etwas dauert ein bisschen länger und hat dafür dann Sinn. An und für sich halte ich von gewissen Änderungen des Arbeitszeitgesetzes oder Freipausen nichts, aber da in diesem Gesetz die Kollektivvertragspartner mit eingebaut sind beziehungsweise dieses Gesetz nur über den Kollektivvertrag geht, bekommt es natürlich auch unsere Zustimmung.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Kollege Nürnberger hat mich vorhin angegriffen – da ging es auch um Arbeitsrecht beziehungsweise Arbeitszeit. Kollege Nürnberger greift mich zuerst an, dann läuft er davon, das sind wir gewohnt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Jetzt wird er nach Hause gegangen sein. Er hat mich also wegen der Voest-Betriebsratswahlen angegriffen. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass ich in der Voest beschäftigt bin. Ich glaube, ich muss ihn einmal aufklären, oder er müsste auch einmal die in der Voest nach ihren Vorgangsweisen fragen. Wie mir die Kollegen erzählt haben, heißt es dort: Wenn du nicht Rot wählst, brauchst du zu uns überhaupt nicht mehr zu kommen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Kollege Nürnberger hat mich vorhin angegriffen – da ging es auch um Arbeitsrecht beziehungsweise Arbeitszeit. Kollege Nürnberger greift mich zuerst an, dann läuft er davon, das sind wir gewohnt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Jetzt wird er nach Hause gegangen sein. Er hat mich also wegen der Voest-Betriebsratswahlen angegriffen. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass ich in der Voest beschäftigt bin. Ich glaube, ich muss ihn einmal aufklären, oder er müsste auch einmal die in der Voest nach ihren Vorgangsweisen fragen. Wie mir die Kollegen erzählt haben, heißt es dort: Wenn du nicht Rot wählst, brauchst du zu uns überhaupt nicht mehr zu kommen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Noch etwas möchte ich aufklären: Ich begebe mich normalerweise nicht auf diese Stufe, stelle jedoch fest: In der Quelle Linz hat die SPÖ 12 Prozent an uns verloren, in der CA in Linz, jetzt vor einem Monat, ebenfalls 12 Prozent, beim Artweger in Bad Ischl hat die SPÖ 20 Prozent an die FPÖ verloren. – Freiheitliche Arbeitnehmerpolitik hat Wirkung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Kollege Nürnberger, bleib bei der Wahrheit! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Walch: Nürnberger hat es interessiert!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wäre fast ein Wunder, wenn es Kollegen Walch um die Sache gegangen wäre und nicht darum, in seiner Rede wieder irgendeine völlig sinnlose Polemik zu verbreiten. Kollege Walch! Es interessiert kaum jemanden, wie die Betriebsratswahlergebnisse da oder dort waren. (Abg. Walch: Nürnberger hat es interessiert!) Wir sprechen über die Arbeitszeitrichtlinie und deren Umsetzung.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich denke mir aber, dass man jenseits der Sonntagsrede des Kollegen Wöginger, die erbaulich war und uns Anlass geboten hat, auch nachzudenken, auch in der ÖVP – zumindest am Sonntag – bestimmte Dinge so ähnlich sieht wie die Oppositionsparteien. Ich hoffe, Herr Wöginger, Sie können, wenn ich Ihnen dieses Lob spende, in der ÖVP noch überleben. Aber kehren wir bitte trotz dieser erbaulichen Reden im Arbeitsrecht und bei den Arbeitsverhältnissen zur Realität zurück! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.
Abschließend kann man also sagen, dass richtig verstandener und gelebter Arbeitnehmerschutz und in unserem Fall die Einhaltung notwendiger Ruhebestimmungen eine wirkliche Win-Win-Situation auch für die Arbeitgeberseite bringen, denn nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ausgeruht und mit einem sicheren Gefühl ihre Arbeit leisten können, können einen guten Job machen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Mainoni.)
Abg. Öllinger: Nicht aufgepasst!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Öllinger, bei dir kenne ich mich bald nicht mehr aus. Auf der einen Seite sind die Grünen immer dafür eingetreten, den Arbeitsmarkt zu öffnen; jeder, der will, kann nach Österreich kommen, jeder soll hier arbeiten können, wir brauchen keine rigorosen Bestimmungen, wir brauchen keine großen Kontrollen. – Und jetzt bemängelst du Vorschriften und vermengst da alles! Es gibt europäisches Recht, und es gibt nationales Recht. (Abg. Öllinger: Nicht aufgepasst!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es ist notwendig, auch wenn es etwas verspätet ist, und wichtig für die Arbeitnehmer, die in Österreich beschäftigt sind, dass die Arbeitszeiten und Arbeitsruhezeiten gesetzlich geregelt sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Bundesminister Dr. Strasser: Was heißt „in diesem Fall“?
Diese Vorgangsweise und der tatsächliche Notstand, der entstanden ist, haben dazu geführt, dass es auf politischer Ebene zu Zusagen und Vereinbarungen gekommen ist. Der Bundesminister hat gesagt, es werde über Weihnachten keine obdachlosen Asylwerber geben. Und es war so. Sein Wort hat in diesem Fall gehalten. (Bundesminister Dr. Strasser: Was heißt „in diesem Fall“?)
Abg. Öllinger: Da ist nicht einmal eine Fuhrmann-Wurstsemmel drin!
Ich erkläre den Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht damit beschäftigt haben, nur ein Detail: In dieser Vereinbarung steht, dass ein Minderjähriger, der mittellos ist – mittellos heißt, er kann sich nichts kaufen, weil er nichts hat –, von der Republik pro Tag 2,60 € Unterstützung für Essen erhält. 2,60 €! Das gilt? (Abg. Öllinger: Da ist nicht einmal eine Fuhrmann-Wurstsemmel drin!) Frau Fuhrmann ist jetzt nicht da, aber vielleicht erfährt sie es trotzdem. Es sind exakt 2,62 € pro Tag, wenn man das auf den Monat rechnet. Und das gilt für den neugeborenen Säugling genauso wie für den jugendlichen Minderjährigen im Alter von 18 Jahren.
Bundesminister Dr. Strasser: Wo?
Ich könnte jetzt meine Kritik an der Artikel-15a-Vereinbarung mit etlichen Details fortsetzen, konzentriere mich aber auf jenen Punkt, der wesentlich ist, nämlich auf jenen, den ich Ihnen eingangs geschildert habe. Das Wort des Innenministers ist manchmal etwas wert, manchmal gibt es berechtigte Zweifel daran, ob es tatsächlich so ist (Bundesminister Dr. Strasser: Wo?), aber ich möchte mich als Bürgerin dieses Landes nicht und schon gar nicht als obdachloser mittelloser Asylwerber oder obdachlose mittellose Asylwerberin auf das Wort des Innenministers verlassen müssen, sondern möchte das Recht, den Rechtsanspruch, den die EU vorsieht, auch durchsetzen können.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist jetzt unabhängig von der Frage, was geregelt wird. Das ist nicht seriöser Parlamentarismus! – Das war mein erster und wesentlicher Einwand. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundesminister Dr. Strasser: Na!
Jetzt frage ich Sie, meine Damen und Herren: Wie werden jene Asylwerber, die – und dort war ich schon – im Bundesland Tirol, in Hochfilzen am Bürglkopf, sitzen, davon erfahren? Waren Sie dort schon einmal, Herr Bundesminister? (Bundesminister Dr. Strasser: Na!) – Na! Und da lachen Sie auch noch dazu? (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Fahren Sie dort einmal hin und schauen Sie sich an, wie auf 1 800 Meter Höhe Asylwerber bundesbetreut werden! (Bundesminister Dr. Strasser: Es ist niemand gezwungen, dort hinzufahren!) Das ist dort, wo man eine Dreiviertelstunde vom Tal mit dem Auto hinfahren muss, bis man endlich oben ist. (Bundesminister Dr. Strasser: Jeder freiwillig!)
Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Jetzt frage ich Sie, meine Damen und Herren: Wie werden jene Asylwerber, die – und dort war ich schon – im Bundesland Tirol, in Hochfilzen am Bürglkopf, sitzen, davon erfahren? Waren Sie dort schon einmal, Herr Bundesminister? (Bundesminister Dr. Strasser: Na!) – Na! Und da lachen Sie auch noch dazu? (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Fahren Sie dort einmal hin und schauen Sie sich an, wie auf 1 800 Meter Höhe Asylwerber bundesbetreut werden! (Bundesminister Dr. Strasser: Es ist niemand gezwungen, dort hinzufahren!) Das ist dort, wo man eine Dreiviertelstunde vom Tal mit dem Auto hinfahren muss, bis man endlich oben ist. (Bundesminister Dr. Strasser: Jeder freiwillig!)
Bundesminister Dr. Strasser: Es ist niemand gezwungen, dort hinzufahren!
Jetzt frage ich Sie, meine Damen und Herren: Wie werden jene Asylwerber, die – und dort war ich schon – im Bundesland Tirol, in Hochfilzen am Bürglkopf, sitzen, davon erfahren? Waren Sie dort schon einmal, Herr Bundesminister? (Bundesminister Dr. Strasser: Na!) – Na! Und da lachen Sie auch noch dazu? (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Fahren Sie dort einmal hin und schauen Sie sich an, wie auf 1 800 Meter Höhe Asylwerber bundesbetreut werden! (Bundesminister Dr. Strasser: Es ist niemand gezwungen, dort hinzufahren!) Das ist dort, wo man eine Dreiviertelstunde vom Tal mit dem Auto hinfahren muss, bis man endlich oben ist. (Bundesminister Dr. Strasser: Jeder freiwillig!)
Bundesminister Dr. Strasser: Jeder freiwillig!
Jetzt frage ich Sie, meine Damen und Herren: Wie werden jene Asylwerber, die – und dort war ich schon – im Bundesland Tirol, in Hochfilzen am Bürglkopf, sitzen, davon erfahren? Waren Sie dort schon einmal, Herr Bundesminister? (Bundesminister Dr. Strasser: Na!) – Na! Und da lachen Sie auch noch dazu? (Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Fahren Sie dort einmal hin und schauen Sie sich an, wie auf 1 800 Meter Höhe Asylwerber bundesbetreut werden! (Bundesminister Dr. Strasser: Es ist niemand gezwungen, dort hinzufahren!) Das ist dort, wo man eine Dreiviertelstunde vom Tal mit dem Auto hinfahren muss, bis man endlich oben ist. (Bundesminister Dr. Strasser: Jeder freiwillig!)
allgemeine Heiterkeit
All das regelt dieses neue Bundesbetreuungsgesetz nicht. Diese Lücken werden nicht beseitigt. Alle, die mich kennen – und Sie kennen mich inzwischen alle, denn ich rede hier oft genug (allgemeine Heiterkeit) –, wissen, dass ich eine leidenschaftliche Kämpferin bin beziehungsweise leidenschaftlich Partei nehme für jene, die es am notwendigsten brauchen. Das ist mein Job. Ich bin die Integrations- und Menschenrechtssprecherin der Grünen und bin für diese Bereiche zuständig. Ein Österreicher kann in Österreich kein Flüchtling sein, das heißt, ein Flüchtling in Österreich muss zwangsläufig ein Fremder sein, und für diesen setze ich mich ein.
Beifall bei den Grünen.
Diese Lücken betreffen beispielsweise die Obdachlosigkeit, das Elend und das Angewiesensein auf die Mildtätigkeit der Österreicherinnen und Österreicher – und da vor allem der kirchlichen, aber auch der nicht kirchlichen NGOs. Dieser Zustand wird prolongiert. Zu solch einer Vorgangsweise und zu solchen inhaltlichen Bestimmungen, Herr Bundesminister, können wir nicht ja sagen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie werden aller Voraussicht nach den Versuch unternehmen, das schönzureden und die Verantwortung auf die Bundesländer zu schieben. Das können Sie sich jedenfalls für heute sparen. Tun Sie das, was Sie so oft wollen: Suchen Sie den Dialog! Aber suchen Sie den Dialog mit allen: Dialog mit der Caritas, Dialog mit der Diakonie, Dialog mit dem UNHCR, Dialog auch mit der SPÖ – gerne – und Dialog auch mit den Grünen – gerne –, aber nicht – in dem Fall – an dreien vorbei und nur mit einem! Das ist unseriös. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Weinzinger: Das stimmt ja überhaupt nicht! Nachlesen!
erklärt hat, sind das Taschengeld. (Abg. Mag. Weinzinger: Das stimmt ja überhaupt nicht! Nachlesen!) Die Grundversorgung ist an und für sich gewährleistet. (Abg. Mag. Stoisits: Sie haben gar keine Ahnung!)
Abg. Mag. Stoisits: Sie haben gar keine Ahnung!
erklärt hat, sind das Taschengeld. (Abg. Mag. Weinzinger: Das stimmt ja überhaupt nicht! Nachlesen!) Die Grundversorgung ist an und für sich gewährleistet. (Abg. Mag. Stoisits: Sie haben gar keine Ahnung!)
Abg. Mag. Weinzinger: Das ist falsch!
Ich bitte Sie, klarzustellen, dass es hiebei um das Taschengeld und nicht um die Grundversorgung geht. (Abg. Mag. Weinzinger: Das ist falsch!) Es geht bei dieser Artikel-15a-Vereinbarung um die Sicherstellung der Grundversorgung. Das ist eine menschliche Verpflichtung, aber natürlich auch eine finanzielle Verantwortung für uns alle in Österreich. (Abg. Mandak: Taschengeld sind 40 €, Essensgeld sind 80 €!)
Abg. Mandak: Taschengeld sind 40 €, Essensgeld sind 80 €!
Ich bitte Sie, klarzustellen, dass es hiebei um das Taschengeld und nicht um die Grundversorgung geht. (Abg. Mag. Weinzinger: Das ist falsch!) Es geht bei dieser Artikel-15a-Vereinbarung um die Sicherstellung der Grundversorgung. Das ist eine menschliche Verpflichtung, aber natürlich auch eine finanzielle Verantwortung für uns alle in Österreich. (Abg. Mandak: Taschengeld sind 40 €, Essensgeld sind 80 €!)
Beifall bei der ÖVP.
Besonderer Dank gebührt an dieser Stelle vor allem Herrn Bundesminister Dr. Strasser und seinem Team im Kabinett, aber auch allen Mitarbeitern im Innenministerium, die diese Artikel-15a-Vereinbarung zustande gebracht haben. Das haben vor Strassers Amtszeit schon einige versucht, aber nie zur Umsetzung gebracht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Bundesbetreuung schließt eine gezielte Rückkehrberatung und Rückkehrhilfe mit ein. Ich möchte an dieser Stelle auch den zahlreichen Hilfsorganisationen danken, die sich mit großem Einsatz in diesem Bereich engagiert haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mandak: Wir haben das Gesetz geändert!
Es tut mir wirklich Leid, dass sich die Grünen im letzten Augenblick ausgeklinkt haben. (Abg. Mandak: Wir haben das Gesetz geändert!) Für die Asylwerber, Asylberechtigten und Vertriebenen erwarte ich mir durch diese Artikel-15a-Vereinbarung eine wesentliche Verbesserung der Situation. Das ist eine Verbesserung, die Bundesminister Dr. Strasser in Zusammenarbeit mit den Landeshauptleuten erreicht hat. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es tut mir wirklich Leid, dass sich die Grünen im letzten Augenblick ausgeklinkt haben. (Abg. Mandak: Wir haben das Gesetz geändert!) Für die Asylwerber, Asylberechtigten und Vertriebenen erwarte ich mir durch diese Artikel-15a-Vereinbarung eine wesentliche Verbesserung der Situation. Das ist eine Verbesserung, die Bundesminister Dr. Strasser in Zusammenarbeit mit den Landeshauptleuten erreicht hat. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Ausnahmetatbestände waren EU-rechtswidrig und standen auch mit der Grundversorgungsvereinbarung nicht im Einklang. Deshalb freuen wir uns, dass es uns im Innenausschuss mittels eines Selbständigen Antrags gelungen ist, ein Außerkrafttreten dieses § 2 Absatz 2 des Bundesbetreuungsgesetzes zu initiieren und mittels eines gemeinsamen Parteienantrags von SPÖ, ÖVP und FPÖ diese Widersprüche aus dem Bundesbetreuungsgesetz zu entfernen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir freuen uns wirklich und sagen herzlichen Dank dafür, dass auch das gelungen ist durchzusetzen, weil das im Sinne aller Asylwerber ein ganz großer Fortschritt ist. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Das ist aber schon argumentiert worden!
Es tut uns Leid, dass die Grünen nicht zustimmen. Ich kann die formalen Einwände bezüglich der Eile und des Procedere verstehen, aber nicht diejenigen bezüglich der Sache. Ich kann nicht verstehen, dass sie, nachdem sie im Ausschuss der Grundversorgungsvereinbarung zugestimmt haben, jetzt einem wesentlich weiteren Fortschritt, nämlich der Novelle des Bundesbetreuungsgesetzes, nicht die Zustimmung geben. Das kann ich der Sache nach nicht, sondern nur dem Procedere nach verstehen. (Abg. Öllinger: Das ist aber schon argumentiert worden!)
Beifall bei der SPÖ.
Nicht zuletzt freuen wir uns über den Artikel 7, über die Sonderbestimmungen für unbegleitete, minderjährige Fremde, Bestimmungen, die von uns ausdrücklich begrüßt werden. Wir haben diese Maßnahmen auch schon im Zusammenhang mit den Clearingstellen immer wieder gefordert und würden uns wünschen, dass es auch für weitere, besonders schützenswerte Gruppen solche Sonderbestimmungen gäbe, wie etwa für Behinderte, für ältere Menschen, für Schwangere, für Alleinerzieherinnen mit minderjährigen Kindern oder für Personen, die Folter, Vergewaltigung oder sonstige schwere Formen psychischer, physischer oder sexueller Gewalt erlitten haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Grundsätzlich möchte ich jedoch sagen, dass diese Grundversorgungsvereinbarung nach jahrelanger Diskussion ein positiver Schritt der Republik ist, sich ihrer hoheitsstaatlichen Verantwortung zu besinnen und nicht zu entziehen, weshalb wir unsere Zustimmung geben werden. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie auch immer, noch einmal mein Respekt gegenüber der demokratischen Entscheidung der Kärntner Sozialdemokraten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Dessen ungeachtet: Wir Freiheitliche werden dem vorliegenden Entwurf selbstverständlich gerne unsere Zustimmung geben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Februar 2000 hatten wir 2 300 Betreuungsplätze, jetzt, im März 2004, sind es 10 300. Wir können das erste Mal seit 19. Dezember 2003 sagen, dass alle, die bei uns um Asyl ansuchen, während des Asylverfahrens vollständig betreut werden. Damit sind wir wieder einmal Vorreiter in der Europäischen Union, denn diese Richtlinie gilt nicht seit 19. Dezember 2003, sondern erst ab 6. Februar 2005; wir sind mehr als ein Jahr früher dran, als die Europäische Union dies vorsieht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits.
Ich möchte mich herzlich bei den Vertragspartnern, den Ländern, bedanken. Ich bin der dritte Innenminister, der versucht hat, hier eine Regelung zustande zu bringen. Durch die gute partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Ländern ist das schlussendlich am 1. Dezember 2003 möglich geworden. Es wäre nicht möglich gewesen ohne die hervorragende Vorarbeit, Mitarbeit und Zuarbeit der Beamten des Hauses. Ich möchte mich bei den Beamten herzlich bedanken. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und der SPÖ sowie der Abg. Mag. Stoisits.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte mich auch bei jenen Fraktionen bedanken, die dieser Artikel-15a-Vereinbarung ihre Zustimmung geben. Ich möchte sehr anerkennend erwähnen, dass hier mit der großen Oppositionspartei in guten partnerschaftlichen Gesprächen ein gemeinsames Ergebnis gefunden wurde. Ich glaube, dass es auch bei anderen Punkten der Sicherheit sinnvoll wäre, solche Gespräche zu suchen. Ich werde das jedenfalls tun. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! So sieht gelungene und menschliche Asylpolitik aus: jenen, die Hilfe benötigen, Hilfe gewähren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Diskussion mit dem Gemeinde- und Städtebund sowie den NGOs sind der richtige Weg. Deshalb begrüße ich den Runden Tisch, der heute dazu tagen wird und bei dem Betreuungspflichten und die Ansprechpartner für die Gemeinden festgelegt werden. Engagement und Einsatz für die Schutzbedürftigen einerseits und das Zurückdrängen des Asylmissbrauchs andererseits, dafür steht die erfolgreiche Asylpolitik der ÖVP. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sehr geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir werden unseren erfolgreichen Kurs im Sinne der Flüchtlinge weiterfahren. Es wird eine Fortsetzung unserer erfolgreichen Asyl- und Betreuungspolitik im Sinne der Schutzbedürftigen geben. Diese Artikel-15a-Vereinbarungen sind ein weiterer Beweis dafür. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Seit wann?
Zweitens möchte ich zu den Ausführungen des Kollegen Ellmauer ganz klar festhalten: Die SPÖ ist immer für eine konstruktive Zusammenarbeit gewesen (Abg. Scheibner: Seit wann?), allerdings, meine Damen und Herren, war das früher offensichtlich bei den ÖVP-regierten Ländern nicht der Fall, und daher konnte viele Jahrzehnte hindurch keine Regelung zustande kommen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Das ist doch dein Erfolg als Vorsitzender!
Bislang war ja das Problem, dass eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Artikel-15a-Verträgen, die zur Behandlung stehen, und dem Bundesbetreuungsgesetz, das vorher in Kraft war, vor allem im Bereich des personellen Anwendungsbereiches bestanden hat; das konnte geändert werden. Und das darf man schon sagen: In diesem Bereich hat die Sozialdemokratie die Initiative ergriffen, und in harten Verhandlungen – das sei auch gesagt – konnte Bundesminister Strasser zur Einsicht bewogen werden, eine rechtstaatlich saubere Lösung zu akzeptieren. Ich bin darüber sehr froh und halte das für einen großen Durchbruch, der erzielt werden konnte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Das ist doch dein Erfolg als Vorsitzender!)
Abg. Mag. Mainoni: Beim Bundesminister auch!
Alles in allem eine erfreuliche Entwicklung, die wir hier sehen. Das ist jedenfalls eines der ganz seltenen Beispiele, wo Herr Bundesminister Strasser endlich einmal eingelenkt und sich auf eine gemeinsame und sinnvolle Basis begeben hat. Ich möchte mich daher ausdrücklich bei den Beamten seines Hauses und bei den Damen und Herren aus den Bundesländern bedanken (Abg. Mag. Mainoni: Beim Bundesminister auch!), vor allem aus Niederösterreich und Wien, die sich da sehr engagiert haben, sodass eben durch ihren Einsatz diese Regelungen zustande kommen konnten.
Abg. Mag. Molterer: Wir gratulieren diesem Innenminister!
Ich würde mich auch freuen, wenn die Grünen ihre Position hiezu noch einmal überdenken würden. Mir ist klar, dass in Bezug auf die Frage eines Begutachtungsverfahrens das Procedere durchaus wichtig ist, meine aber: Das Ergebnis, die Lösung, die nun in dem Gesetz und diesen Artikel-15a-Verträgen für die Betroffenen da ist, müsste eigentlich mehr zählen. Daher bitte ich um einen einstimmigen Beschluss. (Abg. Mag. Molterer: Wir gratulieren diesem Innenminister!) – Wir von der SPÖ werden dem unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich würde mich auch freuen, wenn die Grünen ihre Position hiezu noch einmal überdenken würden. Mir ist klar, dass in Bezug auf die Frage eines Begutachtungsverfahrens das Procedere durchaus wichtig ist, meine aber: Das Ergebnis, die Lösung, die nun in dem Gesetz und diesen Artikel-15a-Verträgen für die Betroffenen da ist, müsste eigentlich mehr zählen. Daher bitte ich um einen einstimmigen Beschluss. (Abg. Mag. Molterer: Wir gratulieren diesem Innenminister!) – Wir von der SPÖ werden dem unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger.
im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind, sondern dabei geht es um Menschen, die nach Österreich kommen, um hier eine bessere Zukunft zu finden – und die daheim wahrscheinlich ein schlechtes Leben haben; das gebe ich ja zu. Das Ganze ist ein Armutsproblem, aber, meine sehr geehrten Damen und Herren: Wir in Österreich können nicht das Armutsproblem der gesamten Welt lösen! Das muss uns auch einmal klar sein! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Gerade bei einer solchen Diskussion, Frau Abgeordnete Stoisits und Frau Abgeordnete Weinzinger, weil Sie jetzt irgendeinen Zwischenruf gemacht haben, sollten wir ehrlich sein und sagen: Alles, was die Österreicherinnen und Österreicher zahlen – von diesen genannten 40 000 ziehe ich von mir aus die Hälfte ab – für diese 20 000 Menschen, ist eine vollkommen freiwillige Leistung! Wir sind zu nichts verpflichtet, weil es sich dabei nicht um Menschen handelt, die Asylgründe nach der Genfer Konvention haben! Bitte erkennen Sie das doch einmal an! (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Frau Abgeordnete Stoisits hat gemeint, früher habe es keine Diskussion über die Unterbringung von Asylwerbern gegeben; da hätte es mehr Akzeptanz gegeben, hat Frau Abgeordnete Stoisits im Ausschuss gesagt. Sie hat dieser Regierung auch vorgeworfen, diese würde ein Klima aufbauen, das Angst vor dem Zusammenleben mit Asylwerbern erzeugt. – Dazu: Frau Abgeordnete Stoisits zieht einen völlig falschen Schluss, denn: Die Leute haben deshalb Bedenken, wollen deshalb nicht mit verschiedenen Asylwerbern zusammen leben, weil sie ... (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Was ist los?
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (fortsetzend): Die Österreicherinnen und Österreicher sind bereit, Leistungen für wirklich Verfolgte zu erbringen. Das haben sie in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, das tun sie in der Gegenwart – und werden das sicherlich auch in Zukunft tun. Aber bitte nicht für Menschen, die überhaupt keine Asylgründe haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das werde ich mir überlegen! Sie hätten mir sagen können, dass ich nur zwei Minuten habe, dann hätte ich mich vorher danach gerichtet!
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Abgeordnete Dr. Partik-Pablé, wollen Sie nach der Dringlichen Anfrage und der Fristsetzung noch einmal an das Rednerpult? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das werde ich mir überlegen! Sie hätten mir sagen können, dass ich nur zwei Minuten habe, dann hätte ich mich vorher danach gerichtet!) Liebe Frau Kollegin, da war Thomas Prinzhorn am Vorsitz. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann ist das an die Adresse von Thomas Prinzhorn gerichtet!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann ist das an die Adresse von Thomas Prinzhorn gerichtet!
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Abgeordnete Dr. Partik-Pablé, wollen Sie nach der Dringlichen Anfrage und der Fristsetzung noch einmal an das Rednerpult? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das werde ich mir überlegen! Sie hätten mir sagen können, dass ich nur zwei Minuten habe, dann hätte ich mich vorher danach gerichtet!) Liebe Frau Kollegin, da war Thomas Prinzhorn am Vorsitz. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dann ist das an die Adresse von Thomas Prinzhorn gerichtet!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Erstens: Terrorkommandos existieren und schlagen dann zu, wann sie es wollen. Das hat der 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten gezeigt, und das wurde am 11. März dieses Jahres in Madrid unter diesen Umständen zur traurigen Gewissheit. Wobei diese Terroranschläge eine neue Facette hinzugewinnen, die bisher noch nicht an den Tag gelegt wurde. Hinter diesen Anschlägen steht jetzt offensichtlich das Ziel, möglichst viele Menschen zu treffen. Nicht politische Motivationen, nicht religiöse Motivationen können da den Ausschlag geben, sondern es ist offenbar das einzige Ziel, möglichst viele Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit sind, die sich in einer Stadt aufhalten, zu töten und damit zu versuchen, in einem Land Chaos zu verursachen. Und das ist eine tragische Komponente der besonderen Art, weil wir damit mit einer Entwicklung konfrontiert sind, die Terror nicht mehr einschätzbar macht, sondern es notwendig macht, dass wir mit allen Mitteln des Rechtsstaates diesem Terror begegnen. Ich fordere alle in Österreich auf, das auch zu tun! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es muss der Auftrag von uns Demokraten sein, mit aller Härte dagegen vorzugehen. Das hat keine Demokratie verdient, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es ist uns daher in Österreich nicht fremd, dass es Terrorismus gibt, und daher haben wir in Österreich, auch wenn es uns jetzt unmittelbar nicht trifft, alle Mittel zu ergreifen und bereits im Vorfeld alle Gefahrenquellen zu orten, damit es gar nicht so weit kommt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir haben daher dieses Thema für die heutige Dringliche Anfrage gewählt, um mit dem Innenminister die Maßnahmen zu diskutieren, die jetzt auf europäischer und österreichischer Ebene zu setzen sind, denn wir alle wollen unterstreichen, dass wir vor einem Terror nicht weichen wollen, dass wir nicht in die Knie gehen wollen, sondern dass wir in Europa gemeinsam mit unseren Partnern diesen Terror bekämpfen wollen. Ich darf das noch einmal namens meiner Fraktion ausdrücklich bekräftigen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was wir aber gleich brauchen, ist, dass alle nationalen Informationen irgendwo zusammenlaufen und dass niemand mit irgendeiner Information aus nationalen Interessen hinter dem Berg hält, sondern diese offen legt, damit man gemeinsam gegen dieses Netzwerk vorgehen kann. Ich glaube daher, es ist jetzt höchst an der Zeit, dass der Antiterrorbeauftragte der Europäischen Union die Koordinationsstelle wird, wo die Informationen zusammenlaufen und von wo alles wieder retour geht, genau an die Stelle, die als besonderer Gefährdungspunkt zu sehen ist. Wir halten das für gut und richtig, und wir bestärken den Bundesminister darin, jetzt auf europäischer Ebene auch die nötigen Schritte dahin gehend zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Noch einen, einen Terrorkommissar!
Ich möchte in diesem Zusammenhang meine Kollegen von den Sozialdemokraten auch herzlich einladen, eine Linie dazu zu finden, denn das, was ich bisher gelesen habe, ist offenbar noch keine ausgereifte Linie. Kollege Cap schaut mich ganz ungläubig an. Ich habe heute gelesen, dass Sie vorschlagen, einen eigenen Kommissar in Brüssel dafür zu installieren, der sich mit Terrorbekämpfung beschäftigt. (Abg. Scheibner: Noch einen, einen Terrorkommissar!) Der neben Ihnen sitzende Kollege Parnigoni zum Beispiel hat uns über Monate heftigst kritisiert und gesagt, jede Art von Dienst ist abzulehnen, die es in diesem Zusammenhang gibt. Kollege Einem, der jetzt gar nicht da ist, hat uns vor einiger Zeit erklärt, er ist dafür, dass die Dienste gemeinsam kooperieren sollen. Ich frage nur nach einer Linie der SPÖ. (Abg. Parnigoni: Werden Sie hören!) Es würde mich freuen, wenn Sie mit uns darüber diskutieren und mit uns zu einer Linie finden. Ich darf Sie daher herzlich einladen, das zu berücksichtigen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Werden Sie hören!
Ich möchte in diesem Zusammenhang meine Kollegen von den Sozialdemokraten auch herzlich einladen, eine Linie dazu zu finden, denn das, was ich bisher gelesen habe, ist offenbar noch keine ausgereifte Linie. Kollege Cap schaut mich ganz ungläubig an. Ich habe heute gelesen, dass Sie vorschlagen, einen eigenen Kommissar in Brüssel dafür zu installieren, der sich mit Terrorbekämpfung beschäftigt. (Abg. Scheibner: Noch einen, einen Terrorkommissar!) Der neben Ihnen sitzende Kollege Parnigoni zum Beispiel hat uns über Monate heftigst kritisiert und gesagt, jede Art von Dienst ist abzulehnen, die es in diesem Zusammenhang gibt. Kollege Einem, der jetzt gar nicht da ist, hat uns vor einiger Zeit erklärt, er ist dafür, dass die Dienste gemeinsam kooperieren sollen. Ich frage nur nach einer Linie der SPÖ. (Abg. Parnigoni: Werden Sie hören!) Es würde mich freuen, wenn Sie mit uns darüber diskutieren und mit uns zu einer Linie finden. Ich darf Sie daher herzlich einladen, das zu berücksichtigen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte in diesem Zusammenhang meine Kollegen von den Sozialdemokraten auch herzlich einladen, eine Linie dazu zu finden, denn das, was ich bisher gelesen habe, ist offenbar noch keine ausgereifte Linie. Kollege Cap schaut mich ganz ungläubig an. Ich habe heute gelesen, dass Sie vorschlagen, einen eigenen Kommissar in Brüssel dafür zu installieren, der sich mit Terrorbekämpfung beschäftigt. (Abg. Scheibner: Noch einen, einen Terrorkommissar!) Der neben Ihnen sitzende Kollege Parnigoni zum Beispiel hat uns über Monate heftigst kritisiert und gesagt, jede Art von Dienst ist abzulehnen, die es in diesem Zusammenhang gibt. Kollege Einem, der jetzt gar nicht da ist, hat uns vor einiger Zeit erklärt, er ist dafür, dass die Dienste gemeinsam kooperieren sollen. Ich frage nur nach einer Linie der SPÖ. (Abg. Parnigoni: Werden Sie hören!) Es würde mich freuen, wenn Sie mit uns darüber diskutieren und mit uns zu einer Linie finden. Ich darf Sie daher herzlich einladen, das zu berücksichtigen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich darf auf eine zweite Maßnahme zu sprechen kommen, die uns am Herzen liegt. Wir werden morgen in diesem Hohen Haus eine Umsetzung des europäischen Haftbefehls beschließen. Dabei gibt es natürlich sensible Fragen zu beantworten. Unter den Gesichtspunkten, die wir jetzt nach diesem Anschlag in Madrid vorfinden, zeigt sich allerdings, dass man rasch reagieren muss, ohne auf nationale Eigenheiten im Zusammenhang mit Haftbefehlen, mit Auslieferungsabkommen Rücksicht nehmen zu können. Man muss da schnell und rasch agieren können. Es geht ja nicht um Einzelpersonen, sondern um ganze Netzwerke, denen man wirksam begegnen muss. Darum sind wir dafür und stehen dazu, dass wir das auch morgen hier im Plenum in die nationale Gesetzgebung umsetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber ich möchte auch hier die Kollegen von der SPÖ auffordern, zu einer Linie zu finden. Nur nein zu sagen zu einem europäischen Haftbefehl ist mit Sicherheit zu wenig. Wir brauchen heute wirksame Instrumente, um einem Terrornetzwerk wirksam begegnen zu können. Daher auch hier die Einladung: Reden Sie mit uns darüber, einigen Sie sich mit uns, denn wir alle wollen doch dem Terror wirklich wirksame Mittel entgegensetzen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte Sie als Sozialdemokraten in diesem Zusammenhang auch ersuchen, dass wir, wenn wir jetzt im Rahmen der Neuerungen in der Strafprozessordnung einen Rechtsschutzbeauftragten installieren wollen, der auch überprüft, ob die Exekutive in der richtigen Art vorgegangen ist, mit Ihrer Zustimmung rechnen können. Es ist mir bis heute schleierhaft, warum Sie das ablehnen, warum Sie hier die verfassungsrechtlich notwendige Mehrheit behindern, wo Sie doch selbst solche Rechtsschutzbeauftragte immer wieder fordern. Überdenken Sie daher bitte Ihre Linie, und gehen Sie mit uns in die richtige Richtung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte daher dazu kommen zu sagen: Wir brauchen heute auf dem Gebiet der Sicherheit ein Mehr an Europa und nicht ein Weniger. Wir werden das nicht alleine bewerkstelligen, wir brauchen eine Zusammenarbeit der Dienste, wir brauchen auch diesen europäischen Haftbefehl, und wir brauchen bei allen Maßnahmen darüber hinaus eine gute europäische Zusammenarbeit. Wir brauchen mehr Europa in diesem Zusammenhang, während wir auf der anderen Seite vielleicht weniger Europa brauchen. Dieses Weniger an Europa darf ich jetzt nur stilisieren unter dem Begriff: Die europäischen Moskovicis, die sich in unsere interne Angelegenheit einer Regierungsbildung einmischen, die brauchen wir nicht. Diese europäische Diskussion können wir uns ersparen, und auf diese Ratschläge können wir gerne verzichten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Das war der Europatag der Befreiung! – Gegenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Da stehen wir durchaus auf Seite der SPÖ. Es ist Ihre freie Entscheidung, eine Koalition auf Landesebene einzugehen. Da brauchen wir keine Ratschläge aus Europa. Und ich bin überzeugt, dass es dem Kollegen Gusenbauer heute schon Leid tut, wenn er daran denkt, wie er mit dem Herrn Moskovici in Paris champagnisiert hat. Das waren Dinge, die nicht nur ... (Abg. Dr. Matznetter: Das war der Europatag der Befreiung! – Gegenrufe bei der ÖVP.) Das tut wahrscheinlich dem Kollegen Gusenbauer heute Leid. (Abg. Dr. Matznetter: Der Tag der Befreiung Europas!) Herr Kollege, weil Sie sich gar so erregen: Es gibt ja immer neue Details. Wenn ich heute in der APA lese, dass der Landeshauptmann ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Dr. Matznetter: Der Tag der Befreiung Europas!
Meine Damen und Herren! Da stehen wir durchaus auf Seite der SPÖ. Es ist Ihre freie Entscheidung, eine Koalition auf Landesebene einzugehen. Da brauchen wir keine Ratschläge aus Europa. Und ich bin überzeugt, dass es dem Kollegen Gusenbauer heute schon Leid tut, wenn er daran denkt, wie er mit dem Herrn Moskovici in Paris champagnisiert hat. Das waren Dinge, die nicht nur ... (Abg. Dr. Matznetter: Das war der Europatag der Befreiung! – Gegenrufe bei der ÖVP.) Das tut wahrscheinlich dem Kollegen Gusenbauer heute Leid. (Abg. Dr. Matznetter: Der Tag der Befreiung Europas!) Herr Kollege, weil Sie sich gar so erregen: Es gibt ja immer neue Details. Wenn ich heute in der APA lese, dass der Landeshauptmann ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Meine Damen und Herren! Da stehen wir durchaus auf Seite der SPÖ. Es ist Ihre freie Entscheidung, eine Koalition auf Landesebene einzugehen. Da brauchen wir keine Ratschläge aus Europa. Und ich bin überzeugt, dass es dem Kollegen Gusenbauer heute schon Leid tut, wenn er daran denkt, wie er mit dem Herrn Moskovici in Paris champagnisiert hat. Das waren Dinge, die nicht nur ... (Abg. Dr. Matznetter: Das war der Europatag der Befreiung! – Gegenrufe bei der ÖVP.) Das tut wahrscheinlich dem Kollegen Gusenbauer heute Leid. (Abg. Dr. Matznetter: Der Tag der Befreiung Europas!) Herr Kollege, weil Sie sich gar so erregen: Es gibt ja immer neue Details. Wenn ich heute in der APA lese, dass der Landeshauptmann ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Oh-Rufe bei der ÖVP.
gehört – in einer APA-Aussendung, die ich zitieren darf –, dass er fünf Tage nach der Wahl vom 7. März ein Telefonat mit Herrn Gusenbauer geführt habe – ich zitiere wörtlich –: „,Die Haltung Gusenbauers war so eindeutig, dass wir ermuntert waren, einen Abschluss anzustreben‘, sagte Haider.“ (Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Jetzt wieder zur Sache, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Das ist Ihre Freiheit, natürlich, selbstverständlich, wir werden auch dafür kämpfen, dass Sie diese Freiheit behalten können. Wir brauchen in dieser Frage weniger Europa, aber in der Frage der Sicherheit brauchen wir mehr Europa, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Jetzt wieder zur Sache, Herr Kollege!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich darf daher zur Frage der Sicherheitsdiskussion in Europa, im Besonderen in Österreich, sagen, dass wir eine breite Zusammenarbeit anstreben, auch innerhalb dieses Hauses. Ich glaube, dass wir mit Bundesminister Ernst Strasser, der hier schon Maßnahmen auf europäischer Ebene vorgeschlagen hat, aber auch im Inland eine Struktur des Innenressorts vorgegeben hat, die darauf reagieren kann, einen sehr guten Ansprechpartner haben, denn dort ist nicht Panikmache an der Tagesordnung, sondern die schlichte Tagesprofessionalität, die man sich von einem Innenminister erwarten darf. Ich glaube daher, dass die Sicherheitsfrage bei ihm in sehr guten Händen ist, und freue mich auf die Diskussion, die wir jetzt führen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter begibt sich zu Abg. Dr. Spindelegger. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Bundesminister für Inneres Dr. Ernst Strasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, dass das, was der Anfragesteller am Beginn seiner Rede gesagt hat, für alle Institutionen der Republik gilt: Wir, egal, ob die Regierung, das Parlament, die Länder, die Gebietskörperschaften, haben alle Mittel zu ergreifen, alles zu tun, dass Österreich, dass Europa bestmöglich gegen Terror dieser Art geschützt ist. Wir wissen, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt. (Abg. Dr. Matznetter begibt sich zu Abg. Dr. Spindelegger. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir wissen, dass es in einer Zeit, in der der Terror auch nach Europa gekommen ist, keine hundertprozentige Sicherheit gibt, aber wir wollen alles Menschenmögliche unternehmen, dass sich die Landsleute und die Bürger, die in diesem Land wohnen, sicher fühlen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Da ist einmal die viel diskutierte, von manchen außerordentlich bekämpfte erweiterte Gefahrenforschung. Ja, das ist ein wichtiges Instrument dafür, dass bei einer Gefährdungsabschätzung im Vorhinein, selbstverständlich unter Beiziehung des Rechtsschutzbeauftragten, ermittelt werden kann. Ich darf mich bei den Abgeordneten dieses Hauses bedanken, die unseren Beamten die Möglichkeit gegeben haben. Wir können gut damit arbeiten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
36 Millionen € zusätzliches Geld für die österreichische Sicherheit bekommen haben. Das ist in alter Währung mehr als eine halbe Milliarde Schilling, in Zeiten, in denen gespart werden muss. Es ist eine außerordentliche Dotierung, die wir brauchen, damit wir in unsere Technik investieren können, damit wir in unsere Autos investieren können, damit wir in EDV investieren können, damit wir unsere Exekutive ausrüsten können dafür, dass sie erfolgreich diesen Kampf aufnehmen kann. Ich bedanke mich bei den Abgeordneten und bedauere, dass die Abgeordneten von SPÖ und Grünen diesem guten Vorschlag nicht zustimmen konnten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber selbstverständlich, meine sehr geehrten Damen und Herren, liegt es auch am Innenministerium selbst, dass wir dafür sorgen, dass unsere Mitarbeiter gut ausgestattet sind und ihre Arbeit tun können. Ich darf heute berichten, einen Tag nachdem wir weit vorangekommen sind in der Aufklärung dieses spektakulären Juwelenraubes in der Wiener Innenstadt und bei mehreren anderen derartigen Delikten, die in den letzten Monaten passiert sind, dass es gerade die Neuorganisation der Wiener Polizei, gerade die Neuorganisation des Bundeskriminalamtes und die hervorragende Arbeit der Beamten des Bundeskriminalamtes und des Kriminalamtes Wien ist, dass die Aufklärungsquote in Wien jetzt wieder steigt, zuletzt um mehr als 2 Prozent. Das ist ein Erfolg der Beamten, das ist aber auch ein Erfolg der neuen Organisation, die zu greifen beginnt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf: Tschechien!
Innerhalb der Europäischen Union haben wir einen neuen Verbund geschaffen, die so genannte Salzburger Gruppe, in der die Innenministerien der Länder Polen, Tschechei (Ruf: Tschechien!), Slowakei, Ungarn, Slowenien und Österreich intensiv zusammenarbeiten und mit einer Sprache, ähnlich wie die Benelux-Staaten, in Brüssel reden. Das erhöht unsere Möglichkeiten im Einwirken auf die Ergebnisse, das bringt mehr Sicherheit für den Osten der Europäischen Union, das bringt mehr Sicherheit auch für Österreich durch eine Verbesserung der Sicherheitssituation in unseren Nachbarländern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Innerhalb der Europäischen Union haben wir einen neuen Verbund geschaffen, die so genannte Salzburger Gruppe, in der die Innenministerien der Länder Polen, Tschechei (Ruf: Tschechien!), Slowakei, Ungarn, Slowenien und Österreich intensiv zusammenarbeiten und mit einer Sprache, ähnlich wie die Benelux-Staaten, in Brüssel reden. Das erhöht unsere Möglichkeiten im Einwirken auf die Ergebnisse, das bringt mehr Sicherheit für den Osten der Europäischen Union, das bringt mehr Sicherheit auch für Österreich durch eine Verbesserung der Sicherheitssituation in unseren Nachbarländern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber das genügt uns aus österreichischer Sicht nicht. Deshalb habe ich auch gemeinsam mit Bundesminister Schily aus der Bundesrepublik Deutschland angeregt, dass sich die G5-Innenminister, die Innenminister aus Deutschland, aus Frankreich, aus Italien, aus Spanien und aus England, mit der Salzburger Gruppe, mit den Innenministern der Salzburger Gruppe zusammensetzen. Und ich freue mich, dass ich heute hier im Parlament sagen kann, dass wir gemeinsam, Minister Schily und ich, für den 16. April die Innenminister dieser Länder nach Wien eingeladen haben, weil wir eine Koalition des guten Willens bilden wollen, die dafür sorgt, dass wir rascher, als es vielleicht manche in der Europäischen Union wollen, zu dieser Zusammenarbeit, zu dieser gemeinsamen Arbeit, zu dieser Vernetzung der Daten für mehr Sicherheit in diesen Ländern kommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich meine, wir tun gut daran, hier zusammenzustehen und gemeinsam die Dinge zu bearbeiten. Wenn das morgige „NEWS“ berichten wird, dass 56 Prozent der Österreicher Angst vor Terror haben, wenn gleichzeitig etwa 75 Prozent derselben Befragungsgruppe der Meinung sind, dass Großbritannien und Spanien mit einem Terroranschlag rechnen müssen, und nur 7 Prozent der Österreicher einen Terroranschlag für das österreichische Staatsgebiet befürchten, dann sind wir hier auf dem richtigen Weg – Regierung, Innenministerium und Parlament –, und diesen Weg sollten wir gemeinsam im Sinne der österreichischen Bevölkerung fortsetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin stolz darauf, Innenminister jenes Landes zu sein, das als einziges Land in ganz Europa nach dem 11. September 2001 die Bürgerrechte nicht um einen Millimeter geschmälert hat, sondern in vollem Ausmaß aufrechterhalten hat. Auch das ist ein Erfolg der gemeinsamen Arbeit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Europäische Rat vom 25. und 26. März wird ein umfassendes Maßnahmenpaket beschließen, welches am 19. März durch die Innenminister eingehend diskutiert und durch den Allgemeinen Rat abgesegnet wurde. Bis Ende Juni 2004 soll ein erster Umsetzungsbericht vorgelegt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Glawischnig.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Diese Dringliche oder der Inhalt dieser Dringlichen ist eigentlich permanent dringlich, meine Damen und Herren, und der Herr Innenminister ... (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Glawischnig.) Na lustig ist es nicht, Frau Kollegin, denn wir haben es leider ... (Abg. Dr. Glawischnig: „Permanent dringlich“!?)
Abg. Dr. Glawischnig: „Permanent dringlich“!?
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Diese Dringliche oder der Inhalt dieser Dringlichen ist eigentlich permanent dringlich, meine Damen und Herren, und der Herr Innenminister ... (Ironische Heiterkeit der Abg. Dr. Glawischnig.) Na lustig ist es nicht, Frau Kollegin, denn wir haben es leider ... (Abg. Dr. Glawischnig: „Permanent dringlich“!?)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Es ist deshalb permanent dringlich, weil es permanent aktuell ist, dass für Österreich vielleicht keine akute terroristische Gefahr besteht, aber eine potentielle Bedrohung. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Leider wird über diese Bedrohung aber nur dann diskutiert, Herr Kollege Parnigoni, wenn wieder etwas passiert ist – und diesmal auch mitten in Europa. (Abg. Parnigoni: Aber wir sind nicht in der Regierung!) Nein, aber Sie – und dazu komme ich noch – polemisieren auch dann, wenn es gerade nicht aktuell ist, sehr gerne über Sicherheitsmaßnahmen und wollen uns immer weismachen, was wir alles nicht brauchen im Sicherheitsbereich.
Abg. Parnigoni: Aber wir sind nicht in der Regierung!
Es ist deshalb permanent dringlich, weil es permanent aktuell ist, dass für Österreich vielleicht keine akute terroristische Gefahr besteht, aber eine potentielle Bedrohung. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Leider wird über diese Bedrohung aber nur dann diskutiert, Herr Kollege Parnigoni, wenn wieder etwas passiert ist – und diesmal auch mitten in Europa. (Abg. Parnigoni: Aber wir sind nicht in der Regierung!) Nein, aber Sie – und dazu komme ich noch – polemisieren auch dann, wenn es gerade nicht aktuell ist, sehr gerne über Sicherheitsmaßnahmen und wollen uns immer weismachen, was wir alles nicht brauchen im Sicherheitsbereich.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich sage Ihnen, wir brauchen Politiker, die klar auf den Tisch legen, was wir brauchen. Wir werden sicherlich keine hundertprozentige Sicherheit bekommen, das ist nicht möglich, aber es muss alles Mögliche unternommen werden, um die österreichische Bevölkerung vor dieser potentiellen Bedrohung in Schutz zu nehmen. Das ist gefragt, Herr Kollege Parnigoni! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
es geht, durch eine Vernetzung der Nachrichtendienste, Herr Kollege Parnigoni. Und es wurde heute schon gesagt, da gab es viel Skepsis auch in Ihren Reihen, wie denn das ist, ob denn der österreichische Nachrichtendienst, ob die Nachrichtendienste überhaupt auch international tätig sein können insofern, als man Daten austauscht, als man versucht auch zu kooperieren, um zu wissen, ob es in Österreich in Zukunft derartige terroristische Aktivitäten gibt, und sie, wenn möglich, auch zu verhindern. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich sage Ihnen, das ist unverantwortlich: Bereiche des Sozialstaates und andere Bereiche gegen Fragen und Notwendigkeiten der Sicherheit auszuspielen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wir müssen für die Sicherheit in unserem Lande das Notwendige tun und entsprechend umsetzen!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
schen Union auszunehmen. Das ist die Verantwortung von uns allen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das sind in Wahrheit die Lehren, die wir daraus ziehen sollten. Und das ist auch eine Aufgabe für Österreich, für die österreichische Außenpolitik: einmal mutig auch den Kommentar zu diesen aktuellen Dingen abzugeben und die Brücke zwischen Europa und den Krisenherden der Welt zu bilden. Wir sind nicht die großen Feldherren, das wollen wir auch nicht sein. Diese Konflikte sind auch nicht nur mit militärischen Maßnahmen zu bewältigen. Soldaten können Frieden schaffen, sie können Sicherheit geben, sie können Kriege beenden, aber sie können keine dauerhafte Perspektive für die Bevölkerung im wirtschaftlichen, im sozialen Bereich geben. Das ist aber die Grundlage für Sicherheit und für stabilen Frieden in der Welt, an dem wir ein großes Interesse haben, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Großruck: Wer ist da ausgerutscht? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Spindelegger, sehr ernst kann Ihnen die Debatte über die Bekämpfung des Terrors ja nicht gewesen sein, wenn Sie keine anderen Sorgen haben, als hier über Kärnten zu diskutieren. Aber ich will mich auf diesen Ausrutscher gar nicht besonders einlassen, denn das Thema ist ja viel zu wichtig ... (Abg. Großruck: Wer ist da ausgerutscht? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Vielleicht ist Herr Dr. Haider ein Sicherheitsrisiko für Sie, aber dann müssen Sie das unter sich diskutieren. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal das ist lustig!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal das ist lustig!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Spindelegger, sehr ernst kann Ihnen die Debatte über die Bekämpfung des Terrors ja nicht gewesen sein, wenn Sie keine anderen Sorgen haben, als hier über Kärnten zu diskutieren. Aber ich will mich auf diesen Ausrutscher gar nicht besonders einlassen, denn das Thema ist ja viel zu wichtig ... (Abg. Großruck: Wer ist da ausgerutscht? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Vielleicht ist Herr Dr. Haider ein Sicherheitsrisiko für Sie, aber dann müssen Sie das unter sich diskutieren. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal das ist lustig!)
Beifall bei der SPÖ.
Dieses Thema der Terrorbekämpfung ist ein ganz, ganz wichtiges, und ich glaube, es eignet sich nicht für Polemik und für parteipolitische Auseinandersetzung, sondern wir sollten hier wirklich versuchen, gemeinsam einen Konsens zu suchen und gemeinsam im Interesse aller Österreicherinnen und Österreicher alle nur erdenkbaren Schritte zu setzen, um unseren größtmöglichen Beitrag in Österreich, aber auch in Europa im Kampf gegen den Terrorismus zu leisten. Das halte ich für eine ganz, ganz wichtige Ausrichtung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Da bin ich schon der Meinung des Innenministers: Es muss möglich sein, dass man gegen den Terror kämpft und trotzdem die Bürgerrechte wahrt, die Grundrechte nicht anrührt, damit wir weiter eine rechtsstaatliche Gemeinschaft sind, damit wir weiter eine Gesellschaft sind, die stolz auf ihre demokratischen Errungenschaften ist. Das halte ich für eine ganz wesentliche Voraussetzung. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich würde schon ersuchen, zu erklären, was in diesem Zusammenhang Mainstream heißt. Meint die Frau Außenministerin, da ist nichts weitergegangen, und wenn die anderen nichts gegen die finanziellen Quellen des Terrors machen, dann machen wir eben auch nichts?! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Strasser.
Herr Innenminister Strasser, weil Sie so stolz darauf waren, dass Sie irgendwann 35 Millionen € mobilisiert haben ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Strasser.) – Ich würde Ihnen noch zusätzliches Geld vergönnen. Denken Sie ein-
Abg. Scheibner: Jetzt sind wir wieder bei der Polemik! Zuerst sagen Sie: keine Polemik, und jetzt sind Sie wieder mittendrin!
mal darüber nach, ob es wirklich notwendig ist, dass Österreich 75 Millionen € für diese Schweizer Schrottflugzeuge und 2,7 Milliarden € für die Eurofighter ausgibt, die in dieser Terrorismusbekämpfungsproblematik nicht wirklich einen Beitrag leisten können! (Abg. Scheibner: Jetzt sind wir wieder bei der Polemik! Zuerst sagen Sie: keine Polemik, und jetzt sind Sie wieder mittendrin!)
Beifall bei der SPÖ.
Da würden sehr viele zusätzliche Gelder frei, die man dazu verwenden könnte, den Kampf gegen den Terror in seiner Wirksamkeit zu verstärken. Sie wissen doch ganz genau, dass es da natürlich um moderne technische Einrichtungen und auch um Planstellen und Personen geht, die man dafür haben müsste. (Beifall bei der SPÖ.) Lieber Herr Minister, es wäre an der Zeit, sich auch dazu einmal zu äußern!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zu unserer Kritik – und damit schließe ich –: Ein EU-Koordinator ist höchstens ein Zeichen dafür, dass es da Bürokratisierung, dass es Doppelstrukturen und in Wirklichkeit Probleme mit der vernetzten Information gibt. Was wir brauchen, ist ein EU-Kommissar im Kampf gegen den Terror, ein Kommissar, der wirklich Kompetenzen hat, der in der EU-Kommission sitzt und einen tatsächlichen Beitrag zu Vernetzung und Koordinierung leistet. – In diesem Punkt haben Sie sich, Herr Innenminister, jedoch leider nicht durchgesetzt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Schieder.
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Ein Wort zu den Ausführungen meiner Vorredner: Wenn der SPÖ die Sicherheit tatsächlich etwas wert wäre, dann hätte sie auf jeden Fall diesen 35 Millionen € im Dezember vergangenen Jahres zugestimmt. Das wurde jedoch von Ihnen von der SPÖ abgelehnt, und deshalb: Das waren Worthülsen, die vom Kollegen Cap hier geäußert wurden – und nicht mehr! (Zwischenruf des Abg. Schieder.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
(Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Miedl: Weil es im Parlament einen Peter Pilz gibt!
Ich stelle Ihnen erstens eine kleine Gegenfrage: Warum ist diese Aufforderung nötig? Warum müssen Sie nach den Anschlägen in Madrid und nach allem, was passiert ist, einen einerseits derartig nichts sagenden, andererseits aber auch viel sagenden Entschließungsantrag hier einbringen? (Abg. Miedl: Weil es im Parlament einen Peter Pilz gibt!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.
Zweitens: Warum stellen Sie zehn dringliche Fragen an den Innenminister, deren Antworten Sie seit Tagen detailliert in jeder einzelnen Tageszeitung lesen können? Warum halten Sie mit derartigen Nona-Fragen den Innenminister einen ganzen Nachmittag von seiner Arbeit ab? (Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) Warum ermöglichen Sie ihm und seinen Beamten nicht, zu arbeiten, anstatt Nona-Fragen, die bereits in allen Zeitungen beantwortet sind, hier noch einmal zu beantworten, nur weil Sie nicht in der Lage sind, die Tageszeitungen zu lesen? (Abg. Mag. Molterer: Ist das Ihr Verständnis von Parlamentarismus? Herr Pilz, ich bitte Sie!) Warum wird er einen ganzen Nachmittag von der Koordinierung zur Bekämpfung des Terrorismus abgehalten? (Abg. Mag. Molterer: Weil das Parlament mit ihm diskutieren möchte!) Warum schaffen Sie Unsicherheit, indem Sie den Innenminister an seiner Arbeit hindern? (Abg. Mag. Molterer: Das ist aber ein seltsames Verständnis von Parlamentarismus!) Warum pflanzen Sie den Nationalrat mit einer vollkommen sinnlosen Dringlichen Anfrage, und warum machen Sie sich selbst damit lächerlich? – Das ist in diesem Zusammenhang meine letzte Frage. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Ist das Ihr Verständnis von Parlamentarismus? Herr Pilz, ich bitte Sie!
Zweitens: Warum stellen Sie zehn dringliche Fragen an den Innenminister, deren Antworten Sie seit Tagen detailliert in jeder einzelnen Tageszeitung lesen können? Warum halten Sie mit derartigen Nona-Fragen den Innenminister einen ganzen Nachmittag von seiner Arbeit ab? (Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) Warum ermöglichen Sie ihm und seinen Beamten nicht, zu arbeiten, anstatt Nona-Fragen, die bereits in allen Zeitungen beantwortet sind, hier noch einmal zu beantworten, nur weil Sie nicht in der Lage sind, die Tageszeitungen zu lesen? (Abg. Mag. Molterer: Ist das Ihr Verständnis von Parlamentarismus? Herr Pilz, ich bitte Sie!) Warum wird er einen ganzen Nachmittag von der Koordinierung zur Bekämpfung des Terrorismus abgehalten? (Abg. Mag. Molterer: Weil das Parlament mit ihm diskutieren möchte!) Warum schaffen Sie Unsicherheit, indem Sie den Innenminister an seiner Arbeit hindern? (Abg. Mag. Molterer: Das ist aber ein seltsames Verständnis von Parlamentarismus!) Warum pflanzen Sie den Nationalrat mit einer vollkommen sinnlosen Dringlichen Anfrage, und warum machen Sie sich selbst damit lächerlich? – Das ist in diesem Zusammenhang meine letzte Frage. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Weil das Parlament mit ihm diskutieren möchte!
Zweitens: Warum stellen Sie zehn dringliche Fragen an den Innenminister, deren Antworten Sie seit Tagen detailliert in jeder einzelnen Tageszeitung lesen können? Warum halten Sie mit derartigen Nona-Fragen den Innenminister einen ganzen Nachmittag von seiner Arbeit ab? (Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) Warum ermöglichen Sie ihm und seinen Beamten nicht, zu arbeiten, anstatt Nona-Fragen, die bereits in allen Zeitungen beantwortet sind, hier noch einmal zu beantworten, nur weil Sie nicht in der Lage sind, die Tageszeitungen zu lesen? (Abg. Mag. Molterer: Ist das Ihr Verständnis von Parlamentarismus? Herr Pilz, ich bitte Sie!) Warum wird er einen ganzen Nachmittag von der Koordinierung zur Bekämpfung des Terrorismus abgehalten? (Abg. Mag. Molterer: Weil das Parlament mit ihm diskutieren möchte!) Warum schaffen Sie Unsicherheit, indem Sie den Innenminister an seiner Arbeit hindern? (Abg. Mag. Molterer: Das ist aber ein seltsames Verständnis von Parlamentarismus!) Warum pflanzen Sie den Nationalrat mit einer vollkommen sinnlosen Dringlichen Anfrage, und warum machen Sie sich selbst damit lächerlich? – Das ist in diesem Zusammenhang meine letzte Frage. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Das ist aber ein seltsames Verständnis von Parlamentarismus!
Zweitens: Warum stellen Sie zehn dringliche Fragen an den Innenminister, deren Antworten Sie seit Tagen detailliert in jeder einzelnen Tageszeitung lesen können? Warum halten Sie mit derartigen Nona-Fragen den Innenminister einen ganzen Nachmittag von seiner Arbeit ab? (Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) Warum ermöglichen Sie ihm und seinen Beamten nicht, zu arbeiten, anstatt Nona-Fragen, die bereits in allen Zeitungen beantwortet sind, hier noch einmal zu beantworten, nur weil Sie nicht in der Lage sind, die Tageszeitungen zu lesen? (Abg. Mag. Molterer: Ist das Ihr Verständnis von Parlamentarismus? Herr Pilz, ich bitte Sie!) Warum wird er einen ganzen Nachmittag von der Koordinierung zur Bekämpfung des Terrorismus abgehalten? (Abg. Mag. Molterer: Weil das Parlament mit ihm diskutieren möchte!) Warum schaffen Sie Unsicherheit, indem Sie den Innenminister an seiner Arbeit hindern? (Abg. Mag. Molterer: Das ist aber ein seltsames Verständnis von Parlamentarismus!) Warum pflanzen Sie den Nationalrat mit einer vollkommen sinnlosen Dringlichen Anfrage, und warum machen Sie sich selbst damit lächerlich? – Das ist in diesem Zusammenhang meine letzte Frage. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zweitens: Warum stellen Sie zehn dringliche Fragen an den Innenminister, deren Antworten Sie seit Tagen detailliert in jeder einzelnen Tageszeitung lesen können? Warum halten Sie mit derartigen Nona-Fragen den Innenminister einen ganzen Nachmittag von seiner Arbeit ab? (Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) Warum ermöglichen Sie ihm und seinen Beamten nicht, zu arbeiten, anstatt Nona-Fragen, die bereits in allen Zeitungen beantwortet sind, hier noch einmal zu beantworten, nur weil Sie nicht in der Lage sind, die Tageszeitungen zu lesen? (Abg. Mag. Molterer: Ist das Ihr Verständnis von Parlamentarismus? Herr Pilz, ich bitte Sie!) Warum wird er einen ganzen Nachmittag von der Koordinierung zur Bekämpfung des Terrorismus abgehalten? (Abg. Mag. Molterer: Weil das Parlament mit ihm diskutieren möchte!) Warum schaffen Sie Unsicherheit, indem Sie den Innenminister an seiner Arbeit hindern? (Abg. Mag. Molterer: Das ist aber ein seltsames Verständnis von Parlamentarismus!) Warum pflanzen Sie den Nationalrat mit einer vollkommen sinnlosen Dringlichen Anfrage, und warum machen Sie sich selbst damit lächerlich? – Das ist in diesem Zusammenhang meine letzte Frage. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Pack: Haben Sie Angst?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auf dem Ernstniveau treffen Sie sich mit dem Innenminister: Der Innenminister hat neulich erklärt – und es war schwierig zu erklären –, warum wir im Kampf gegen den Terrorismus jetzt Videoüberwachungen vom Grazer Hauptplatz bis zum Calafattiplatz im Prater brauchen. Warum brauchen wir das? – Er hat es erklärt: Weil es das glorreiche Beispiel Island gibt. (Abg. Pack: Haben Sie Angst?) In Island werde die terrorismusgefährdete Bevölkerung von 400 Videokameras überwacht. In Island stehen 400 Videokameras Tag und Nacht gegen den Terrorismus im Einsatz, und Herr Innenminister Strasser hat vollkommen Recht: Island und Österreich sind derzeit in etwa demselben Maße vom internationalen Terrorismus gefährdet. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Seien wir froh, dass es noch so ist!
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auf dem Ernstniveau treffen Sie sich mit dem Innenminister: Der Innenminister hat neulich erklärt – und es war schwierig zu erklären –, warum wir im Kampf gegen den Terrorismus jetzt Videoüberwachungen vom Grazer Hauptplatz bis zum Calafattiplatz im Prater brauchen. Warum brauchen wir das? – Er hat es erklärt: Weil es das glorreiche Beispiel Island gibt. (Abg. Pack: Haben Sie Angst?) In Island werde die terrorismusgefährdete Bevölkerung von 400 Videokameras überwacht. In Island stehen 400 Videokameras Tag und Nacht gegen den Terrorismus im Einsatz, und Herr Innenminister Strasser hat vollkommen Recht: Island und Österreich sind derzeit in etwa demselben Maße vom internationalen Terrorismus gefährdet. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Seien wir froh, dass es noch so ist!
Abg. Mag. Molterer: Das ist Pilz!
Kurze Zeit später stellt sich heraus, dass das keine Dokumentation auf ARTE war, sondern ein satirischer Film, in dem isländische Schauspieler einen überwachungswütigen Polizeipräsidenten dargestellt haben! Eine Nachfrage des „Standard“ hat ergeben, dass Island etwa zwölf bis 15 Videokameras besitzt. – Ich frage Sie, Herr Innenminister: Ist eine Karikatur mit isländischen Schauspielern, die in ARTE ausgestrahlt wird, wirklich Ihr Vorbild zur Bekämpfung des Terrorismus in Österreich durch Überwachungsmaßnahmen? (Abg. Mag. Molterer: Das ist Pilz!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Orientieren Sie sich an einer Witzfigur im isländischen Fernsehen? Oder sind Sie nicht bereit, endlich uns und der österreichischen Bevölkerung zu erklären, warum man lückenlos vom Naschmarkt bis zum Platz vor dem Goldenen Dachl alles mit Videos überwachen muss, um dann auf den Filmen nur feststellen zu können, dass man die Leute, die man darauf sieht, nicht kennt?! Das ist nämlich alles! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Dazu sage ich: Das ist unseriöse Sicherheitspolitik! Sie ist auch deswegen unseriös, weil damit den Menschen suggeriert wird, dass alles, nur wenn man mehr überwacht und die Demokratie mehr einschränkt, gleich sicherer wird. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Innenminister Dr. Strasser! Vor Ihren Videokameras und vor Ihrer Sammlung von Fingerabdrücken fürchtet sich kein einziger Terrorist dieser Welt! Leider! Die Einzigen, die sich zu fürchten haben, sind die Menschen, denen die Institutionen des Rechtsstaates und der Demokratie zu Recht etwas wert sind. Alle Menschen, die unsere politische Kultur schätzen, haben etwas vor Ihnen zu befürchten, und deswegen ist es notwendig, den Rechtsstaat und die Demokratie gegen derartigen populistischen Missbrauch durch einen Innenminister und zwei Regierungsparteien zu schützen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Großruck: Eine Sicherheitspolitik à la Pilz?
Ich ersuche Sie wirklich, meine Damen und Herren, insbesondere von der sozialdemokratischen Fraktion: Machen Sie bei diesem Lizitieren nicht mit! Sorgen Sie dafür, dass es eine seriöse Sicherheitspolitik gibt! (Abg. Großruck: Eine Sicherheitspolitik à la Pilz?) Stärken wir die polizeiliche Zusammenarbeit, die in Europa bereits sehr, sehr gut funktioniert! Die Terrorismusbekämpfung scheitert in Europa längst nicht mehr am Datenaustausch. Dafür haben wir längst die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen, und da wird zum Glück sehr, sehr eng kooperiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das stimmt ja gar nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das stimmt ja gar nicht!
Ich ersuche Sie wirklich, meine Damen und Herren, insbesondere von der sozialdemokratischen Fraktion: Machen Sie bei diesem Lizitieren nicht mit! Sorgen Sie dafür, dass es eine seriöse Sicherheitspolitik gibt! (Abg. Großruck: Eine Sicherheitspolitik à la Pilz?) Stärken wir die polizeiliche Zusammenarbeit, die in Europa bereits sehr, sehr gut funktioniert! Die Terrorismusbekämpfung scheitert in Europa längst nicht mehr am Datenaustausch. Dafür haben wir längst die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen, und da wird zum Glück sehr, sehr eng kooperiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das stimmt ja gar nicht!)
Abg. Scheibner: Das ist schon einmal ein guter Anfang!
Ich bin froh, dass ich zumindest in diesem einen Punkt mit einem Redner der Freiheitlichen Partei zu einer gemeinsamen Darstellung komme und durchaus gemeinsam etwas kritisieren kann. (Abg. Scheibner: Das ist schon einmal ein guter Anfang!) Aber, Herr Kollege Scheibner, dazu gehört auch, dass man sich uneingeschränkt zum europäischen Prozess bekennt! Wenn es mehr polizeiliche Zusammenarbeit gibt, dann muss es auch mehr rechtsstaatliche und parlamentarische Kontrolle geben. (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Wiederaufbau zu tun!) Dann brauchen wir
Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Wiederaufbau zu tun!
Ich bin froh, dass ich zumindest in diesem einen Punkt mit einem Redner der Freiheitlichen Partei zu einer gemeinsamen Darstellung komme und durchaus gemeinsam etwas kritisieren kann. (Abg. Scheibner: Das ist schon einmal ein guter Anfang!) Aber, Herr Kollege Scheibner, dazu gehört auch, dass man sich uneingeschränkt zum europäischen Prozess bekennt! Wenn es mehr polizeiliche Zusammenarbeit gibt, dann muss es auch mehr rechtsstaatliche und parlamentarische Kontrolle geben. (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Wiederaufbau zu tun!) Dann brauchen wir
Abg. Scheibner: Wie kommen Sie darauf?
eine gemeinsame Verfassung! Zu jeder Überwachungsmaßnahme und zu jeder Fahndungsmaßnahme gehört ein Recht des Europäischen Parlaments, alles zu kontrollieren und festzustellen, dass es rechtsstaatlich zugeht. Das, Herr Kollege Scheibner, verhindert allerdings vor allem Ihre Partei in Österreich! (Abg. Scheibner: Wie kommen Sie darauf?) Werden Sie europäisch, damit es eine wirkliche europäische Alternative in der Sicherheitspolitik gibt! (Abg. Scheibner: Dass wir keine Kontrollrechte verlangen, das haben Sie aber aus dem Traumbuch!) Das wäre höchst an der Zeit! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Dass wir keine Kontrollrechte verlangen, das haben Sie aber aus dem Traumbuch!
eine gemeinsame Verfassung! Zu jeder Überwachungsmaßnahme und zu jeder Fahndungsmaßnahme gehört ein Recht des Europäischen Parlaments, alles zu kontrollieren und festzustellen, dass es rechtsstaatlich zugeht. Das, Herr Kollege Scheibner, verhindert allerdings vor allem Ihre Partei in Österreich! (Abg. Scheibner: Wie kommen Sie darauf?) Werden Sie europäisch, damit es eine wirkliche europäische Alternative in der Sicherheitspolitik gibt! (Abg. Scheibner: Dass wir keine Kontrollrechte verlangen, das haben Sie aber aus dem Traumbuch!) Das wäre höchst an der Zeit! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
eine gemeinsame Verfassung! Zu jeder Überwachungsmaßnahme und zu jeder Fahndungsmaßnahme gehört ein Recht des Europäischen Parlaments, alles zu kontrollieren und festzustellen, dass es rechtsstaatlich zugeht. Das, Herr Kollege Scheibner, verhindert allerdings vor allem Ihre Partei in Österreich! (Abg. Scheibner: Wie kommen Sie darauf?) Werden Sie europäisch, damit es eine wirkliche europäische Alternative in der Sicherheitspolitik gibt! (Abg. Scheibner: Dass wir keine Kontrollrechte verlangen, das haben Sie aber aus dem Traumbuch!) Das wäre höchst an der Zeit! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Erst wenn das in diesem Haus und in den Zentren der österreichischen Sicherheitspolitik verstanden wird und wenn nicht ein isländischer Witzfilm, sondern die europäischen Rechts- und Sicherheitskultur handlungsleitend werden, sehe ich eine Chance, dass Österreich einen ernsthaften und wirkungsvollen Beitrag zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus leistet. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Die Rede des Herrn Abgeordneten Pilz kommt mir wirklich grotesk vor, denn er macht uns den Vorwurf, dass wir den Minister von der Arbeit abhalten. Das Parlament ist dazu da, um über aktuelle Probleme zu diskutieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Wenn man nicht mehr über aktuelle Probleme reden und dazu den zuständigen Minister einladen darf, dann sperren wir das Parlament gleich zu! Das ist wirklich lächerlich!
Zwischenrufe bei den Grünen.
Herr Abgeordneter Pilz, wir kennen Ihre Art, über Probleme zu diskutieren, bereits. Sie ziehen nämlich alles ins Lächerliche. Ernst zu nehmende Probleme, die Sie nicht akzeptieren, gibt es für Sie ganz einfach nicht. Ich glaube aber nicht, dass es im Zusammenhang mit Terrorismus oder Terrorismusbekämpfung von der Bevölkerung goutiert wird, wenn man, so wie Sie, alles ins Lächerliche zieht. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Neudeck: Das zahlt sich gar nicht aus! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Herr Abgeordneter Pilz, ich möchte mich noch weiter mit Ihnen beschäftigen. (Abg. Neudeck: Das zahlt sich gar nicht aus! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Es stimmt schon, dass die Hebung des sozialen Standards, der Wirtschaft, des Bildungsniveaus und so weiter in den Ländern, in denen der Terrorismus entsteht, äußerst wichtig ist. Das ist die eine Seite. Die internationale Vernetzung und die Tätigkeit der internationalen Geheimdienste ist aber die zweite Seite. Und das funktioniert nicht, Herr Abgeordneter Pilz, ich weiß nicht, woher Sie Ihre Informationen haben! (Abg. Dr. Pilz: Von den Geheimdiensten! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pilz: Von den Geheimdiensten! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.
Herr Abgeordneter Pilz, ich möchte mich noch weiter mit Ihnen beschäftigen. (Abg. Neudeck: Das zahlt sich gar nicht aus! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Es stimmt schon, dass die Hebung des sozialen Standards, der Wirtschaft, des Bildungsniveaus und so weiter in den Ländern, in denen der Terrorismus entsteht, äußerst wichtig ist. Das ist die eine Seite. Die internationale Vernetzung und die Tätigkeit der internationalen Geheimdienste ist aber die zweite Seite. Und das funktioniert nicht, Herr Abgeordneter Pilz, ich weiß nicht, woher Sie Ihre Informationen haben! (Abg. Dr. Pilz: Von den Geheimdiensten! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Mag. Wurm: Da ist diese Regierung in Verzug!
Ebene der Europäischen Union. (Abg. Mag. Wurm: Da ist diese Regierung in Verzug!) Wir wissen ganz genau, dass EUROPOL irrsinnige Schwierigkeiten betreffend Zusammenarbeit hat. Da kann also sehr wohl noch etwas getan werden, und darüber muss sehr wohl noch sehr viel diskutiert werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ebene der Europäischen Union. (Abg. Mag. Wurm: Da ist diese Regierung in Verzug!) Wir wissen ganz genau, dass EUROPOL irrsinnige Schwierigkeiten betreffend Zusammenarbeit hat. Da kann also sehr wohl noch etwas getan werden, und darüber muss sehr wohl noch sehr viel diskutiert werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Wir haben sie eingeführt!
Ich habe schon erwähnt, dass es dringend notwendig ist, dass die Arbeitsbedingungen von EUROPOL verbessert werden. Und ich möchte jetzt auch auf das Thema Lauschangriff und Rasterfahndung zurückkommen: Wir haben in Österreich diese beiden Instrumente unter ganz strengen Rechtsschutzkriterien eingeführt. Ich glaube, die SPÖ hat sogar zugestimmt. (Abg. Mag. Wurm: Wir haben sie eingeführt!) Die Grünen haben der Rasterfahndung – kurzsichtigerweise – nicht zugestimmt. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich sage das jetzt nicht. Ich möchte nur sagen, dass gerade die Bader-Meinhof-Bande ausgehoben wurde, weil die Rasterfahndung eingeschaltet wurde, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das heißt, man hatte damit riesigen Erfolg.
Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich habe schon erwähnt, dass es dringend notwendig ist, dass die Arbeitsbedingungen von EUROPOL verbessert werden. Und ich möchte jetzt auch auf das Thema Lauschangriff und Rasterfahndung zurückkommen: Wir haben in Österreich diese beiden Instrumente unter ganz strengen Rechtsschutzkriterien eingeführt. Ich glaube, die SPÖ hat sogar zugestimmt. (Abg. Mag. Wurm: Wir haben sie eingeführt!) Die Grünen haben der Rasterfahndung – kurzsichtigerweise – nicht zugestimmt. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich sage das jetzt nicht. Ich möchte nur sagen, dass gerade die Bader-Meinhof-Bande ausgehoben wurde, weil die Rasterfahndung eingeschaltet wurde, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das heißt, man hatte damit riesigen Erfolg.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! All denjenigen, die fürchten, dass wir durch gewisse polizeiliche Maßnahmen unsere Freiheit verlieren könnten, sage ich: Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit. Das müssen wir zu unserem obersten Ziel machen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es ist daher auch richtig, und ich unterstütze jene Bemühungen, die dazu führen, dass EUROPOL als eine Informations- und Analyseplattform genutzt wird, wie sich das nunmehr in der europäischen Diskussion abzeichnet. Ich bin allerdings gegen einen eigenen EU-Geheimdienst, also eine eigene zusätzliche Struktur, so wie das nach meinem Empfinden am Anfang gedacht war. Das kann es wohl nicht sein! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Warum stimmt ihr dann nicht mit für die Unabhängigkeit? Warum nicht?
Wenn wir über den Rechtsschutz ... (Abg. Mag. Molterer: Warum stimmt ihr dann nicht mit für die Unabhängigkeit? Warum nicht?) – Moment! Das erkläre ich dir, Kollege Molterer: Weil wir ein anderes Rechtsschutzmodell haben wollen, und darüber wollen wir verhandeln und reden. (Abg. Mag. Molterer: Das habt ja ihr erfunden! Im Sicherheitspolizeigesetz habt ihr das erfunden! Das ist euer Modell! Das habt ihr ...!) Dabei geht es uns darum, dass wir eine Rechtsschutzinstitution haben wollen, die ähnlich wie der Rechnungshof organisiert ist, die für das Militärbefugnisgesetz, für das Sicherheitspolizeigesetz (Abg. Mag. Molterer: Genau! Dann stimmt zu!), für die Strafprozessordnung zuständig ist, die nicht dem Ministerium, sondern dem Parlament verantwortlich ist. Das aber ist etwas, worauf wir uns noch nicht einigen konnten! Wenn wir uns darauf einigen können, meinen Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, dann sind wir auch bereit, da mitzutun, weil der Verfassungsgerichtshof in Wirklichkeit genau das gefordert hat (Abg. Mag. Molterer: Das hat der Verfassungsgerichtshof eben nicht gefordert!) und daher die Bestimmungen in dieser Form eben aufgehoben hat. (Abg. Mag. Molterer: Nein, das stimmt nicht! Das ist eine schwache Argumentation!)
Abg. Mag. Molterer: Das habt ja ihr erfunden! Im Sicherheitspolizeigesetz habt ihr das erfunden! Das ist euer Modell! Das habt ihr ...!
Wenn wir über den Rechtsschutz ... (Abg. Mag. Molterer: Warum stimmt ihr dann nicht mit für die Unabhängigkeit? Warum nicht?) – Moment! Das erkläre ich dir, Kollege Molterer: Weil wir ein anderes Rechtsschutzmodell haben wollen, und darüber wollen wir verhandeln und reden. (Abg. Mag. Molterer: Das habt ja ihr erfunden! Im Sicherheitspolizeigesetz habt ihr das erfunden! Das ist euer Modell! Das habt ihr ...!) Dabei geht es uns darum, dass wir eine Rechtsschutzinstitution haben wollen, die ähnlich wie der Rechnungshof organisiert ist, die für das Militärbefugnisgesetz, für das Sicherheitspolizeigesetz (Abg. Mag. Molterer: Genau! Dann stimmt zu!), für die Strafprozessordnung zuständig ist, die nicht dem Ministerium, sondern dem Parlament verantwortlich ist. Das aber ist etwas, worauf wir uns noch nicht einigen konnten! Wenn wir uns darauf einigen können, meinen Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, dann sind wir auch bereit, da mitzutun, weil der Verfassungsgerichtshof in Wirklichkeit genau das gefordert hat (Abg. Mag. Molterer: Das hat der Verfassungsgerichtshof eben nicht gefordert!) und daher die Bestimmungen in dieser Form eben aufgehoben hat. (Abg. Mag. Molterer: Nein, das stimmt nicht! Das ist eine schwache Argumentation!)
Abg. Mag. Molterer: Genau! Dann stimmt zu!
Wenn wir über den Rechtsschutz ... (Abg. Mag. Molterer: Warum stimmt ihr dann nicht mit für die Unabhängigkeit? Warum nicht?) – Moment! Das erkläre ich dir, Kollege Molterer: Weil wir ein anderes Rechtsschutzmodell haben wollen, und darüber wollen wir verhandeln und reden. (Abg. Mag. Molterer: Das habt ja ihr erfunden! Im Sicherheitspolizeigesetz habt ihr das erfunden! Das ist euer Modell! Das habt ihr ...!) Dabei geht es uns darum, dass wir eine Rechtsschutzinstitution haben wollen, die ähnlich wie der Rechnungshof organisiert ist, die für das Militärbefugnisgesetz, für das Sicherheitspolizeigesetz (Abg. Mag. Molterer: Genau! Dann stimmt zu!), für die Strafprozessordnung zuständig ist, die nicht dem Ministerium, sondern dem Parlament verantwortlich ist. Das aber ist etwas, worauf wir uns noch nicht einigen konnten! Wenn wir uns darauf einigen können, meinen Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, dann sind wir auch bereit, da mitzutun, weil der Verfassungsgerichtshof in Wirklichkeit genau das gefordert hat (Abg. Mag. Molterer: Das hat der Verfassungsgerichtshof eben nicht gefordert!) und daher die Bestimmungen in dieser Form eben aufgehoben hat. (Abg. Mag. Molterer: Nein, das stimmt nicht! Das ist eine schwache Argumentation!)
Abg. Mag. Molterer: Das hat der Verfassungsgerichtshof eben nicht gefordert!
Wenn wir über den Rechtsschutz ... (Abg. Mag. Molterer: Warum stimmt ihr dann nicht mit für die Unabhängigkeit? Warum nicht?) – Moment! Das erkläre ich dir, Kollege Molterer: Weil wir ein anderes Rechtsschutzmodell haben wollen, und darüber wollen wir verhandeln und reden. (Abg. Mag. Molterer: Das habt ja ihr erfunden! Im Sicherheitspolizeigesetz habt ihr das erfunden! Das ist euer Modell! Das habt ihr ...!) Dabei geht es uns darum, dass wir eine Rechtsschutzinstitution haben wollen, die ähnlich wie der Rechnungshof organisiert ist, die für das Militärbefugnisgesetz, für das Sicherheitspolizeigesetz (Abg. Mag. Molterer: Genau! Dann stimmt zu!), für die Strafprozessordnung zuständig ist, die nicht dem Ministerium, sondern dem Parlament verantwortlich ist. Das aber ist etwas, worauf wir uns noch nicht einigen konnten! Wenn wir uns darauf einigen können, meinen Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, dann sind wir auch bereit, da mitzutun, weil der Verfassungsgerichtshof in Wirklichkeit genau das gefordert hat (Abg. Mag. Molterer: Das hat der Verfassungsgerichtshof eben nicht gefordert!) und daher die Bestimmungen in dieser Form eben aufgehoben hat. (Abg. Mag. Molterer: Nein, das stimmt nicht! Das ist eine schwache Argumentation!)
Abg. Mag. Molterer: Nein, das stimmt nicht! Das ist eine schwache Argumentation!
Wenn wir über den Rechtsschutz ... (Abg. Mag. Molterer: Warum stimmt ihr dann nicht mit für die Unabhängigkeit? Warum nicht?) – Moment! Das erkläre ich dir, Kollege Molterer: Weil wir ein anderes Rechtsschutzmodell haben wollen, und darüber wollen wir verhandeln und reden. (Abg. Mag. Molterer: Das habt ja ihr erfunden! Im Sicherheitspolizeigesetz habt ihr das erfunden! Das ist euer Modell! Das habt ihr ...!) Dabei geht es uns darum, dass wir eine Rechtsschutzinstitution haben wollen, die ähnlich wie der Rechnungshof organisiert ist, die für das Militärbefugnisgesetz, für das Sicherheitspolizeigesetz (Abg. Mag. Molterer: Genau! Dann stimmt zu!), für die Strafprozessordnung zuständig ist, die nicht dem Ministerium, sondern dem Parlament verantwortlich ist. Das aber ist etwas, worauf wir uns noch nicht einigen konnten! Wenn wir uns darauf einigen können, meinen Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, dann sind wir auch bereit, da mitzutun, weil der Verfassungsgerichtshof in Wirklichkeit genau das gefordert hat (Abg. Mag. Molterer: Das hat der Verfassungsgerichtshof eben nicht gefordert!) und daher die Bestimmungen in dieser Form eben aufgehoben hat. (Abg. Mag. Molterer: Nein, das stimmt nicht! Das ist eine schwache Argumentation!)
Abg. Murauer: Bitte?
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich glaube – und das wurde auch vom Kollegen Pilz, dem ich auch Recht gebe, gesagt –, dass man den Terrorismus gemeinsam bekämpfen muss. Daher sind auch die Regierung und der Innenminister im Wesentlichen gefordert, vor allem die finanziellen Ressourcen des Terrors auszutrocknen, denn eines ist ja keine Frage: Österreich steht heute ein wenig in dem Verdacht, Drehscheibe der Geldwäsche zu sein. Die Regierungsparteien stehen im Verdacht, zum Schutz von Steuerhinterziehern da nicht zu handeln (Abg. Murauer: Bitte?), wie wir in der aktuellen Diskussion bemerken (Abg. Murauer: Wer ist das? Wer steht im Verdacht? – Abg. Mag. Molterer: Wer denn?), und daher ist die Regierung dringendst aufgefordert, so wie im europäischen Maßnahmenkatalog gefordert, ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Finanzierung des Terrorismus zu betreiben. (Abg. Murauer: Jetzt musst du genauer werden! Nicht einen Allgemeinplatz: „steht im Verdacht“! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Murauer: Wer ist das? Wer steht im Verdacht? – Abg. Mag. Molterer: Wer denn?
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich glaube – und das wurde auch vom Kollegen Pilz, dem ich auch Recht gebe, gesagt –, dass man den Terrorismus gemeinsam bekämpfen muss. Daher sind auch die Regierung und der Innenminister im Wesentlichen gefordert, vor allem die finanziellen Ressourcen des Terrors auszutrocknen, denn eines ist ja keine Frage: Österreich steht heute ein wenig in dem Verdacht, Drehscheibe der Geldwäsche zu sein. Die Regierungsparteien stehen im Verdacht, zum Schutz von Steuerhinterziehern da nicht zu handeln (Abg. Murauer: Bitte?), wie wir in der aktuellen Diskussion bemerken (Abg. Murauer: Wer ist das? Wer steht im Verdacht? – Abg. Mag. Molterer: Wer denn?), und daher ist die Regierung dringendst aufgefordert, so wie im europäischen Maßnahmenkatalog gefordert, ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Finanzierung des Terrorismus zu betreiben. (Abg. Murauer: Jetzt musst du genauer werden! Nicht einen Allgemeinplatz: „steht im Verdacht“! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Murauer: Jetzt musst du genauer werden! Nicht einen Allgemeinplatz: „steht im Verdacht“! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Ich glaube – und das wurde auch vom Kollegen Pilz, dem ich auch Recht gebe, gesagt –, dass man den Terrorismus gemeinsam bekämpfen muss. Daher sind auch die Regierung und der Innenminister im Wesentlichen gefordert, vor allem die finanziellen Ressourcen des Terrors auszutrocknen, denn eines ist ja keine Frage: Österreich steht heute ein wenig in dem Verdacht, Drehscheibe der Geldwäsche zu sein. Die Regierungsparteien stehen im Verdacht, zum Schutz von Steuerhinterziehern da nicht zu handeln (Abg. Murauer: Bitte?), wie wir in der aktuellen Diskussion bemerken (Abg. Murauer: Wer ist das? Wer steht im Verdacht? – Abg. Mag. Molterer: Wer denn?), und daher ist die Regierung dringendst aufgefordert, so wie im europäischen Maßnahmenkatalog gefordert, ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Finanzierung des Terrorismus zu betreiben. (Abg. Murauer: Jetzt musst du genauer werden! Nicht einen Allgemeinplatz: „steht im Verdacht“! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Murauer: Das werde ich nicht „begreifen“, was du da erzählst!
Meine Damen und Herren – auch Kollege Murauer wird das einmal begreifen (Abg. Murauer: Das werde ich nicht „begreifen“, was du da erzählst!) –: Es darf Terrorangst nicht dazu benutzt werden, um tagespolitische Ziele zu erreichen. Ich kann nur sagen: Wenn der Herr Innenminister meint, dass er mit dieser Vorgabe ganz einfach etwa eine österreichweite Videoüberwachung einführen kann – so nach der Art jenes Science-Fiction-Films, den er gesehen hat, in dem es 400 und noch mehr Kameras gibt –, dann ist er sicherlich „schlecht gewickelt“. Das wird ihm nicht gelingen!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: „Blasphemie“ ist ein bisschen was anderes!
Immer nur von Sicherheit zu reden, Herr Bundesminister, und selbst für ein Ansteigen der Straftaten in diesem Land von 490 000 auf über 650 000, für ein dramatisches Absinken der Aufklärungsrate und für eine Verminderung des Personalstandes der Exekutive um über 3 000 Mitarbeiter verantwortlich zu sein, das ist natürlich in gewisser Weise Blasphemie! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: „Blasphemie“ ist ein bisschen was anderes!)
Abg. Parnigoni: Hier!
Herr Kollege Parnigoni! (Abg. Parnigoni: Hier!) Der Rechtsschutzbeauftragte ist etwas, was Ihrem Modell entspricht – das hat die SPÖ erfunden! Das können wir morgen beschließen (Abg. Parnigoni: Tun wir ja!), mit Ihrer Stimme, das ist fix und fertig! Wir können das machen! Das gilt auch für den Europäischen Haftbefehl: Wir können ihn morgen beschließen. Er ist fix und fertig, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Dann stimmen Sie zu!)
Abg. Parnigoni: Tun wir ja!
Herr Kollege Parnigoni! (Abg. Parnigoni: Hier!) Der Rechtsschutzbeauftragte ist etwas, was Ihrem Modell entspricht – das hat die SPÖ erfunden! Das können wir morgen beschließen (Abg. Parnigoni: Tun wir ja!), mit Ihrer Stimme, das ist fix und fertig! Wir können das machen! Das gilt auch für den Europäischen Haftbefehl: Wir können ihn morgen beschließen. Er ist fix und fertig, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Dann stimmen Sie zu!)
Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Dann stimmen Sie zu!
Herr Kollege Parnigoni! (Abg. Parnigoni: Hier!) Der Rechtsschutzbeauftragte ist etwas, was Ihrem Modell entspricht – das hat die SPÖ erfunden! Das können wir morgen beschließen (Abg. Parnigoni: Tun wir ja!), mit Ihrer Stimme, das ist fix und fertig! Wir können das machen! Das gilt auch für den Europäischen Haftbefehl: Wir können ihn morgen beschließen. Er ist fix und fertig, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Abg. Parnigoni –: Dann stimmen Sie zu!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir dürfen es uns nur nicht so leicht machen, Herr Kollege Pilz, dass dann, wenn das Parlament etwas will – und ich habe dazugehört –, wenn ich, wie in diesem Fall, vom Minister wissen will, was er vorhat, welche Strategien er sich überlegt, wenn ich mit ihm darüber diskutieren will, was das Gescheitere wäre, Sie hergehen und sagen, das Hohe Haus hält den Minister von der Arbeit ab. Sie nehmen die ganze Sache nämlich in Wirklichkeit nicht ernst! Sie versuchen immer, den Terrorismus und die Bedrohung ins Lächerliche zu ziehen! – Das ist der Hintergrund, Herr Kollege Pilz. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Wir reden vom Terror, nicht von der Drogenkriminalität!
Meine Damen und Herren von der grünen Fraktion! Da werden wir nicht mitspielen, und wir werden die Wahrheitsprobe verlangen – Herr Kollege Cap, Herr Kollege Parnigoni, von Ihnen allen! Wir haben heute ja die Grundlagen des Terrorismus besprochen, und unter anderem, sage ich Ihnen, ist eine der wesentlichsten Grundlagen die Drogenkriminalität. Herr Kollege Parnigoni hat das jetzt heruntergespielt, aber aus der Drogenkriminalität finanziert sich der Terrorismus in der Hauptsache. (Abg. Parnigoni: Wir reden vom Terror, nicht von der Drogenkriminalität!)
Abg. Sburny: Jetzt bringen Sie schon wieder alles durcheinander! Jetzt werfen Sie schon wieder alles in einen Topf!
Ich war heuer im Jänner in Washington und New York und habe mit den Spezialisten in Amerika – nicht nur mit den Polizeispezialisten, sondern darüber hinaus mit den Spezialisten aus Therapie und Sozialarbeit – sprechen können und gesprochen. Diese haben mir berichtet, dass im Jahr 2003 in Afghanistan Mohn in einer Menge angebaut wurde wie noch nie zuvor, meine Damen und Herren! Im Jahr 2004 wird Europa wahrscheinlich von Suchtmitteln überschwemmt werden. Und was machen Sie, wenn wir uns Strategien überlegen, wenn wir hier im Hohen Haus über die Drogenpolitik, über die Drogenproblematik diskutieren? – Ich höre ein permanentes Nein, meine Damen und Herren! Genau Sie von der grünen Fraktion, Frau Kollegin, genau ihr habt diesbezüglich eine Haltung, die mich immer erschaudern lässt. (Abg. Sburny: Jetzt bringen Sie schon wieder alles durcheinander! Jetzt werfen Sie schon wieder alles in einen Topf!)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen Strategien entwickeln – der Herr Bundesminister hat heute einige vorgestellt –, denn der Politterror kennt keine Grenzen, Sie wissen es ganz genau: Er kennt keine Grenzen, er kennt kein Gesetz, und er hat keine Hemmungen, wenn es um Menschenleben geht. Daher brauchen wir neue Strategien. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Wer hat den Geheimdienst vorgeschlagen?
Meine Damen und Herren! Ich habe ganz genau aufgepasst: Innenminister Strasser schlägt eine bessere Koordinierung der Nachrichtendienste vor. (Abg. Mag. Wurm: Wer hat den Geheimdienst vorgeschlagen?) Das ist notwendig, denn – Herr Kollege Parnigoni, Herr Sicherheitssprecher der SPÖ! – auf Grund welcher Grundlage wird denn die EUROPOL tätig, wenn sie keine Information vom Nachrichtendienst hat? – Sie haben gerade vorhin hier an dieser Stelle gesagt, Sie sind gegen einen europäischen Nachrichtendienst! Gerade vorhin haben Sie das gesagt. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Meine Damen und Herren! Ich habe ganz genau aufgepasst: Innenminister Strasser schlägt eine bessere Koordinierung der Nachrichtendienste vor. (Abg. Mag. Wurm: Wer hat den Geheimdienst vorgeschlagen?) Das ist notwendig, denn – Herr Kollege Parnigoni, Herr Sicherheitssprecher der SPÖ! – auf Grund welcher Grundlage wird denn die EUROPOL tätig, wenn sie keine Information vom Nachrichtendienst hat? – Sie haben gerade vorhin hier an dieser Stelle gesagt, Sie sind gegen einen europäischen Nachrichtendienst! Gerade vorhin haben Sie das gesagt. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Entschuldigung, Herr Kollege, aber da müssen wir etwas weiterentwickeln, da müssen wir etwas tun! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Was schlägt er vor? – Eine bessere Koordination und einen gemeinsamen Terrorbeauftragten! Und dazu sagen Sie nein, Herr Kollege. Und Herr Kollege Cap geht dann her und sagt: Wir brauchen einen Kommissar. – So kann es ja nicht sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Entschuldigung, Herr Kollege, aber da müssen wir etwas weiterentwickeln, da müssen wir etwas tun! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Was schlägt er vor? – Eine bessere Koordination und einen gemeinsamen Terrorbeauftragten! Und dazu sagen Sie nein, Herr Kollege. Und Herr Kollege Cap geht dann her und sagt: Wir brauchen einen Kommissar. – So kann es ja nicht sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Kollege Pilz, Sie meinen, es sei alles in Ordnung. Nichts ist in Ordnung, weil die Bedrohung evident ist! Und ich erwarte mir die Unterstützung auch der grünen Fraktion, wenn es darum geht, Menschenleben zu retten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Soll ich Ihnen etwas sagen? – Der Boden ist Ihnen in Wirklichkeit zu heiß. Sie betreiben ein Spiel auf Kosten der Sicherheit der Menschen. Sie getrauen sich nicht, sich hier herzustellen und zu sagen: Wir sind gegen die Maßnahmen, die der Minister vorschlägt!, denn dafür ist Ihnen der Boden zu heiß. Sie ziehen es lieber ins Lächerliche und sagen dann: Wir hätten für den Fall des Falles ohnedies mitgetan. – Aber im Justizausschuss, im Innenausschuss höre ich von Ihrer Seite permanent ein Nein. Und das soll auch einmal aufgezeigt werden und die Bevölkerung darüber informiert werden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Minister! Namens der ÖVP ersuche ich Sie, im Kampf gegen den Terror niemals aufzugeben. Sie werden in uns immer einen Partner finden, und ich werde immer auch ein persönlicher Partner sein wollen, nach dem Motto: So viel Freiheit in Österreich wie möglich, aber so viel Sicherheit wie nötig!, denn ohne Sicherheit ist die Freiheit nichts wert. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Was für „Konsorten“? Was heißt denn das schon wieder? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Aber wenn ich mir die Ausführungen des Herrn Kollegen Miedl und auch die des Herrn Kollegen Spindelegger und ihrer freiheitlichen Konsorten anhöre (Abg. Scheibner: Was für „Konsorten“? Was heißt denn das schon wieder? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) und wenn ich mir die Vergangenheit, die letzten Diskussionsbeiträge dieser Damen und Herren vergegenwärtige (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) – ich nehme das Wort „Konsorten“ gerne zurück und verwende ein anderes (Abg. Gahr: Es ist höchste Zeit!), wenn Sie das so sehr aufregt, denn es geht hier um wichtigere Inhalte –, dann, meine Damen und Herren, muss ich feststellen, dass Sie wahnsinnig schnell und sehr gern in einen Bereich hinein entgleisen (Abg. Murauer: Andere entgleisen!), in dem genau jene Grundwerte, auf denen unsere westliche, europäische Gesellschaft fußt, in Frage gestellt und relativiert werden. Und das darf nicht sein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Womit wird das in Frage gestellt? Das wäre interessant!)
anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Aber wenn ich mir die Ausführungen des Herrn Kollegen Miedl und auch die des Herrn Kollegen Spindelegger und ihrer freiheitlichen Konsorten anhöre (Abg. Scheibner: Was für „Konsorten“? Was heißt denn das schon wieder? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) und wenn ich mir die Vergangenheit, die letzten Diskussionsbeiträge dieser Damen und Herren vergegenwärtige (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) – ich nehme das Wort „Konsorten“ gerne zurück und verwende ein anderes (Abg. Gahr: Es ist höchste Zeit!), wenn Sie das so sehr aufregt, denn es geht hier um wichtigere Inhalte –, dann, meine Damen und Herren, muss ich feststellen, dass Sie wahnsinnig schnell und sehr gern in einen Bereich hinein entgleisen (Abg. Murauer: Andere entgleisen!), in dem genau jene Grundwerte, auf denen unsere westliche, europäische Gesellschaft fußt, in Frage gestellt und relativiert werden. Und das darf nicht sein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Womit wird das in Frage gestellt? Das wäre interessant!)
Abg. Gahr: Es ist höchste Zeit!
Aber wenn ich mir die Ausführungen des Herrn Kollegen Miedl und auch die des Herrn Kollegen Spindelegger und ihrer freiheitlichen Konsorten anhöre (Abg. Scheibner: Was für „Konsorten“? Was heißt denn das schon wieder? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) und wenn ich mir die Vergangenheit, die letzten Diskussionsbeiträge dieser Damen und Herren vergegenwärtige (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) – ich nehme das Wort „Konsorten“ gerne zurück und verwende ein anderes (Abg. Gahr: Es ist höchste Zeit!), wenn Sie das so sehr aufregt, denn es geht hier um wichtigere Inhalte –, dann, meine Damen und Herren, muss ich feststellen, dass Sie wahnsinnig schnell und sehr gern in einen Bereich hinein entgleisen (Abg. Murauer: Andere entgleisen!), in dem genau jene Grundwerte, auf denen unsere westliche, europäische Gesellschaft fußt, in Frage gestellt und relativiert werden. Und das darf nicht sein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Womit wird das in Frage gestellt? Das wäre interessant!)
Abg. Murauer: Andere entgleisen!
Aber wenn ich mir die Ausführungen des Herrn Kollegen Miedl und auch die des Herrn Kollegen Spindelegger und ihrer freiheitlichen Konsorten anhöre (Abg. Scheibner: Was für „Konsorten“? Was heißt denn das schon wieder? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) und wenn ich mir die Vergangenheit, die letzten Diskussionsbeiträge dieser Damen und Herren vergegenwärtige (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) – ich nehme das Wort „Konsorten“ gerne zurück und verwende ein anderes (Abg. Gahr: Es ist höchste Zeit!), wenn Sie das so sehr aufregt, denn es geht hier um wichtigere Inhalte –, dann, meine Damen und Herren, muss ich feststellen, dass Sie wahnsinnig schnell und sehr gern in einen Bereich hinein entgleisen (Abg. Murauer: Andere entgleisen!), in dem genau jene Grundwerte, auf denen unsere westliche, europäische Gesellschaft fußt, in Frage gestellt und relativiert werden. Und das darf nicht sein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Womit wird das in Frage gestellt? Das wäre interessant!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Womit wird das in Frage gestellt? Das wäre interessant!
Aber wenn ich mir die Ausführungen des Herrn Kollegen Miedl und auch die des Herrn Kollegen Spindelegger und ihrer freiheitlichen Konsorten anhöre (Abg. Scheibner: Was für „Konsorten“? Was heißt denn das schon wieder? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) und wenn ich mir die Vergangenheit, die letzten Diskussionsbeiträge dieser Damen und Herren vergegenwärtige (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) – ich nehme das Wort „Konsorten“ gerne zurück und verwende ein anderes (Abg. Gahr: Es ist höchste Zeit!), wenn Sie das so sehr aufregt, denn es geht hier um wichtigere Inhalte –, dann, meine Damen und Herren, muss ich feststellen, dass Sie wahnsinnig schnell und sehr gern in einen Bereich hinein entgleisen (Abg. Murauer: Andere entgleisen!), in dem genau jene Grundwerte, auf denen unsere westliche, europäische Gesellschaft fußt, in Frage gestellt und relativiert werden. Und das darf nicht sein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Womit wird das in Frage gestellt? Das wäre interessant!)
Widerspruch des Abg. Scheibner – Abg. Mag. Regler: Wer? Wo?
Gehen wir doch einmal auf die europäische Ebene: Sie sind sofort dabei, wenn es gilt, Freiheitsrechte, BürgerInnenrechte abzubauen (Widerspruch des Abg. Scheibner – Abg. Mag. Regler: Wer? Wo?) unter dem Argument des Terrorismus. Aber ich habe von Ihnen noch nie ein Wort davon gehört, dass das Grünbuch der Europäischen Union (Ruf bei der ÖVP: ... Allgemeinplätze! – anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP
Abg. Mag. Regler: Die Sicherheit!
und den Freiheitlichen – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), das Verfahrensgarantien, die für alle Bürgerinnen und Bürger notwendig sind, im Strafverfahren innerhalb der Europäischen Union vorsieht, endlich umgesetzt werden sollte. Meine Damen und Herren, Sie nützen diese Debatte unzulässigerweise, um ganz andere Interessen zu verfolgen! (Abg. Mag. Regler: Die Sicherheit!) Das schmerzt mich, weil es nämlich letzten Endes einen breiten Konsens verhindert und weil es ineffizient bis zum Gehtnichtmehr ist, wenn es darum geht, den Terrorismus wirklich zu bekämpfen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
und den Freiheitlichen – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), das Verfahrensgarantien, die für alle Bürgerinnen und Bürger notwendig sind, im Strafverfahren innerhalb der Europäischen Union vorsieht, endlich umgesetzt werden sollte. Meine Damen und Herren, Sie nützen diese Debatte unzulässigerweise, um ganz andere Interessen zu verfolgen! (Abg. Mag. Regler: Die Sicherheit!) Das schmerzt mich, weil es nämlich letzten Endes einen breiten Konsens verhindert und weil es ineffizient bis zum Gehtnichtmehr ist, wenn es darum geht, den Terrorismus wirklich zu bekämpfen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Sie haben nicht einmal ein Beispiel für diese Behauptungen! Kein einziges Beispiel für diese Behauptungen!
Das zeigt mir eben, dass es Ihnen in Wirklichkeit mit diesen Menschenrechten nicht mehr ernst ist. Und das macht mich traurig, denn diese Werte, meine Damen und Herren, müssen wir verteidigen (Abg. Mag. Molterer: Sie haben nicht einmal ein Beispiel für diese Behauptungen! Kein einziges Beispiel für diese Behauptungen!), und das ist die wahre Verteidigung auch gegen den Terrorismus. Nur damit können wir gegen diese Welt bestehen! Nur damit können wir wirklich auch einen anderen Pol, als Sie das planen, meine Damen und Herren, auf globaler Ebene darstellen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Kein einziges Beispiel!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Kein einziges Beispiel!
Das zeigt mir eben, dass es Ihnen in Wirklichkeit mit diesen Menschenrechten nicht mehr ernst ist. Und das macht mich traurig, denn diese Werte, meine Damen und Herren, müssen wir verteidigen (Abg. Mag. Molterer: Sie haben nicht einmal ein Beispiel für diese Behauptungen! Kein einziges Beispiel für diese Behauptungen!), und das ist die wahre Verteidigung auch gegen den Terrorismus. Nur damit können wir gegen diese Welt bestehen! Nur damit können wir wirklich auch einen anderen Pol, als Sie das planen, meine Damen und Herren, auf globaler Ebene darstellen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Kein einziges Beispiel!)
Abg. Miedl: Das hat ja miteinander zu tun, Frau Kollegin Lichtenberger!
Sie vermischen in der Debatte ununterbrochen Terror, Kriminalität, Drogenkriminalität (Abg. Miedl: Das hat ja miteinander zu tun, Frau Kollegin Lichtenberger!) und so weiter, ohne sich über die Mechanismen, über die Details Gedanken zu machen. Ja zu einem europäischen Datenaustausch – aber dann, meine Damen und Herren, müssen Sie sich zuerst einmal überlegen, welche Daten, die Sie dann weitergeben, wie erhoben werden. Ansonsten kommt es eben zu Situationen, in denen die „Mütter gegen Atomkraft“ unter Terrorvereinigungen subsumiert und irgendwohin weiter gemeldet werden. Leider hat es ja solche Vorfälle bereits gegeben, und das macht mich traurig.
Abg. Scheibner: Jetzt komme ich auch noch dran!
Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Jetzt komme ich auch noch dran!), in Ihrer Analyse kann ich Ihnen weitgehend zustimmen. Sie haben das gesagt, was auch Villepin in der Konferenz der Außenminister gesagt hat, nämlich dass Terrorismus nur dann bekämpft werden kann, wenn man sich auch seinen Wurzeln zuwendet. Sie haben das sozialpolitische Umfeld sehr genau geschildert. Nur, Herr Kollege Scheibner: Ich wundere mich, warum Sie nicht zu anderen Schlussfolgerungen kommen. (Abg. Scheibner: Wieso?) Wenn Sie zu dieser Analyse fähig sind, warum ziehen Sie daraus nicht die Konsequenzen und arbeiten gemeinsam an einer Sicherung unserer Freiheiten, unserer demokratischen Rechte und gegen den Terrorismus, der genau jene bedroht (Abg. Scheibner: Wieso mache ich das nicht? Wieso kommen Sie auf die Idee, dass ich das nicht tue?), und nicht gemeinsam an einem Missbrauch der gesamten Terrordebatte – das tut mir auch emotional weh – dafür, Überwachungsmechanismen einzuführen, die Sie gerne hätten? (Abg. Scheibner: Ich?)
Abg. Scheibner: Wieso?
Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Jetzt komme ich auch noch dran!), in Ihrer Analyse kann ich Ihnen weitgehend zustimmen. Sie haben das gesagt, was auch Villepin in der Konferenz der Außenminister gesagt hat, nämlich dass Terrorismus nur dann bekämpft werden kann, wenn man sich auch seinen Wurzeln zuwendet. Sie haben das sozialpolitische Umfeld sehr genau geschildert. Nur, Herr Kollege Scheibner: Ich wundere mich, warum Sie nicht zu anderen Schlussfolgerungen kommen. (Abg. Scheibner: Wieso?) Wenn Sie zu dieser Analyse fähig sind, warum ziehen Sie daraus nicht die Konsequenzen und arbeiten gemeinsam an einer Sicherung unserer Freiheiten, unserer demokratischen Rechte und gegen den Terrorismus, der genau jene bedroht (Abg. Scheibner: Wieso mache ich das nicht? Wieso kommen Sie auf die Idee, dass ich das nicht tue?), und nicht gemeinsam an einem Missbrauch der gesamten Terrordebatte – das tut mir auch emotional weh – dafür, Überwachungsmechanismen einzuführen, die Sie gerne hätten? (Abg. Scheibner: Ich?)
Abg. Scheibner: Wieso mache ich das nicht? Wieso kommen Sie auf die Idee, dass ich das nicht tue?
Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Jetzt komme ich auch noch dran!), in Ihrer Analyse kann ich Ihnen weitgehend zustimmen. Sie haben das gesagt, was auch Villepin in der Konferenz der Außenminister gesagt hat, nämlich dass Terrorismus nur dann bekämpft werden kann, wenn man sich auch seinen Wurzeln zuwendet. Sie haben das sozialpolitische Umfeld sehr genau geschildert. Nur, Herr Kollege Scheibner: Ich wundere mich, warum Sie nicht zu anderen Schlussfolgerungen kommen. (Abg. Scheibner: Wieso?) Wenn Sie zu dieser Analyse fähig sind, warum ziehen Sie daraus nicht die Konsequenzen und arbeiten gemeinsam an einer Sicherung unserer Freiheiten, unserer demokratischen Rechte und gegen den Terrorismus, der genau jene bedroht (Abg. Scheibner: Wieso mache ich das nicht? Wieso kommen Sie auf die Idee, dass ich das nicht tue?), und nicht gemeinsam an einem Missbrauch der gesamten Terrordebatte – das tut mir auch emotional weh – dafür, Überwachungsmechanismen einzuführen, die Sie gerne hätten? (Abg. Scheibner: Ich?)
Abg. Scheibner: Ich?
Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Jetzt komme ich auch noch dran!), in Ihrer Analyse kann ich Ihnen weitgehend zustimmen. Sie haben das gesagt, was auch Villepin in der Konferenz der Außenminister gesagt hat, nämlich dass Terrorismus nur dann bekämpft werden kann, wenn man sich auch seinen Wurzeln zuwendet. Sie haben das sozialpolitische Umfeld sehr genau geschildert. Nur, Herr Kollege Scheibner: Ich wundere mich, warum Sie nicht zu anderen Schlussfolgerungen kommen. (Abg. Scheibner: Wieso?) Wenn Sie zu dieser Analyse fähig sind, warum ziehen Sie daraus nicht die Konsequenzen und arbeiten gemeinsam an einer Sicherung unserer Freiheiten, unserer demokratischen Rechte und gegen den Terrorismus, der genau jene bedroht (Abg. Scheibner: Wieso mache ich das nicht? Wieso kommen Sie auf die Idee, dass ich das nicht tue?), und nicht gemeinsam an einem Missbrauch der gesamten Terrordebatte – das tut mir auch emotional weh – dafür, Überwachungsmechanismen einzuführen, die Sie gerne hätten? (Abg. Scheibner: Ich?)
Abg. Scheibner: Was für ein „Regime“?
Meine Damen und Herren! Solche Mechanismen wie Videoüberwachungen großen Ausmaßes, Speicherung derselben Daten ohne gescheite Beurteilung sind, wenn sie einmal bestehen, missbrauchbar, sie sind von einem anderen Regime missbrauchbar. (Abg. Scheibner: Was für ein „Regime“?) Diesen Missbrauchsmöglichkeiten müssen wir von vornherein gegensteuern. Hier müssen wir mit größter Vorsicht arbeiten, sonst gehen Sie offenen Auges in eine Welt hinein, in der sich die Menschen mit Ihren Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr identifizieren können, weil Sie ihnen alles wegnehmen, was Freiheit und BürgerInnenrechte in unseren Demokratien bedeutet haben und noch bedeuten.
Beifall bei den Grünen.
Ich stehe noch dazu – und ich stehe auch zu einem Kampf gegen den Terrorismus. Aber ich stehe nicht dazu, diese Debatte dafür zu missbrauchen, Maßnahmen einzuführen, die wahrscheinlich ganz andere Zielrichtungen haben, und damit das Ganze zu camouflieren. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wie wichtig diese Dringliche Anfrage heute ist, hat meine Vorrednerin wieder einmal bewiesen. Es gibt seltsamerweise Abgeordnete in diesem Hohen Haus, die nicht erkennen, dass die größte Gefahr für die demokratische Freiheit Europas dieser Terrorismus ist, mit dem wir es zu tun haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Umso seltsamer ist es, dass von Seiten der Grünen immer Einwände kommen, wenn andere Maßnahmen gegen diesen Terrorismus setzen wollen. Seltsam ist es, dass das immer ins Lächerliche gezogen wird und man immer darüber Witze macht. Ich möchte das hier einmal zurückweisen. Die Bundesregierung leistet hier ernsthafte Arbeit, sie beurteilt die Lage richtig, geht konsequent dabei vor und zieht die notwendigen Schlüsse daraus. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Pilz: „... der im Islam begründet ist.“ – Wissen Sie, was Sie da sagen?
dieser Irrationalismus ausgebrochen ist, auch Instrumente aufbauen, und das muss das Ziel unserer Politik sein. (Abg. Dr. Pilz: „... der im Islam begründet ist.“ – Wissen Sie, was Sie da sagen?)
Abg. Dr. Pilz – sich auf die Stirn greifend –: „Der im Islam begründet ist“!?
Ich weiß genau, was ich sage, Herr Kollege Pilz. Selbstverständlich! Viele dieser Terroristen begründen ihre Tat in ihrer Religion. Wissen Sie das nicht? (Abg. Dr. Pilz – sich auf die Stirn greifend –: „Der im Islam begründet ist“!?) Herr Kollege Pilz, dann sollten Sie einmal – Sie haben es den Regierungsparteien vorgeworfen – die Zeitung lesen, dann sollten Sie sich einmal mit den internationalen Berichten der Geheimdienste auseinander setzen! (Abg. Dr. Pilz: Lernen Sie einmal lesen!)
Abg. Dr. Pilz: Lernen Sie einmal lesen!
Ich weiß genau, was ich sage, Herr Kollege Pilz. Selbstverständlich! Viele dieser Terroristen begründen ihre Tat in ihrer Religion. Wissen Sie das nicht? (Abg. Dr. Pilz – sich auf die Stirn greifend –: „Der im Islam begründet ist“!?) Herr Kollege Pilz, dann sollten Sie einmal – Sie haben es den Regierungsparteien vorgeworfen – die Zeitung lesen, dann sollten Sie sich einmal mit den internationalen Berichten der Geheimdienste auseinander setzen! (Abg. Dr. Pilz: Lernen Sie einmal lesen!)
Abg. Schieder: Welche Islamisten sind es in Nordirland?
Zum Beispiel hieß es beim Anschlag in Madrid, Herr Kollege Pilz: „Marokkanische islamische Kampfgruppe“. Ich kann leider nichts dafür, das ist die Realität, der wir uns stellen müssen, Herr Kollege. Auch Sie, wenn Sie das ernst nehmen. Dass diese Leute ihre Religion für diese Terroranschläge missbrauchen, das ist klar, Herr Kollege Pilz, aber es ist auch Realität. (Abg. Schieder: Welche Islamisten sind es in Nordirland?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe, Herr Kollege Schieder, auch von kleinräumigen nationalen Konflikten gesprochen, denen wir uns in diesen Zeiten, in denen wir jetzt leben, stellen müssen, aber auch und besonders von diesem weltweiten Terrorismus, der sich im Wesentlichen im Islam begründet und ihn als Argumentation für seine Terroraktionen benutzt, missbraucht. Ich kann es nicht ändern. Wenn Sie das nicht sehen, dann leben Sie in einer anderen Welt als wir. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das sind Fakten, denen wir uns zu stellen haben, und diese Fakten müssen wir auf europäischer Ebene und auf nationaler Ebene ernst nehmen. Die Maßnahmen, die dagegen notwendig sind, müssen wir auch setzen. Niemand – und das hat auch keiner von uns, von Seiten der Regierungsparteien behauptet – kann alle Terroranschläge verhindern, aber jeder von uns kann sein Möglichstes tun, um es dem Terror möglichst schwer zu machen, und das ist unsere Herausforderung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir Freiheitlichen stützen und unterstützen deshalb die Bundesregierung, die mit Augenmaß zu agieren hat, aber auch dem Terror dort, wo er ausgebrochen ist, dort, wo er Faktum ist, mit Härte und Konsequenz entgegentreten muss. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Und wenn es kracht, ist es zu spät!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Bösch, was dem internationalen Terrorismus sicher nicht gelingen darf, das ist, zentrale Werte unserer Gesellschaft, nämlich Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und den Schutz der Menschenrechte, zugunsten eines Überwachungsstaates zu opfern. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Und wenn es kracht, ist es zu spät!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es ist ein Alarmsignal, wenn Herr Innenminister Strasser in seiner ersten Reaktion auf den fürchterlichen Terroranschlag in Madrid nach Überwachungsmaßnahmen ruft, die sicher nichts mit der Terrorbekämpfung zu tun haben. Die Videoüberwachung, Herr Innenminister, kann unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere in Menschenmengen, zur Bekämpfung von und als Prävention gegen Kleinkriminalität an manchen Orten sinnvoll sein, mit Sicherheit ist sie aber kein taugliches Mittel zur Terrorismusbekämpfung. Herr Minister, so blöd ist kein Terrorist, dass er einen Anschlag dort vorbereitet, wo ihn Videokameras überwachen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Wittauer: Wo hast du das gelesen? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Kollege Dr. Spindelegger hat am Beginn seiner Rede hier gesagt, es sollte hier einen nationalen Schulterschluss geben, die Bekämpfung des internationalen Terrorismus sei eine wichtige Sache. Dazu darf ich Ihnen sagen, Herr Dr. Spindelegger: Selbstverständlich sehen wir das auch so, aber es darf nicht auf Kosten des Rechtsstaates, auf Kosten der Freiheit der Menschen und auf Kosten der Grundrechte gehen. Da geht es darum, die entsprechende Rechtsgüterabwägung vorzunehmen (Abg. Wittauer: Wo hast du das gelesen? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), die Balance zwischen den Rechtsgütern der Sicherheit und der Rechtsstaatlichkeit zu finden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Dr. Spindelegger hat am Beginn seiner Rede hier gesagt, es sollte hier einen nationalen Schulterschluss geben, die Bekämpfung des internationalen Terrorismus sei eine wichtige Sache. Dazu darf ich Ihnen sagen, Herr Dr. Spindelegger: Selbstverständlich sehen wir das auch so, aber es darf nicht auf Kosten des Rechtsstaates, auf Kosten der Freiheit der Menschen und auf Kosten der Grundrechte gehen. Da geht es darum, die entsprechende Rechtsgüterabwägung vorzunehmen (Abg. Wittauer: Wo hast du das gelesen? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), die Balance zwischen den Rechtsgütern der Sicherheit und der Rechtsstaatlichkeit zu finden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Der hat auch Interessantes über die Sanktionen gesagt!
ausgeführt haben! (Abg. Scheibner: Der hat auch Interessantes über die Sanktionen gesagt!)
Abg. Wittauer: Gisela! Die Bundesregierung schärft ja!
„Wir kennen die Quellen und die Richtung, aus der die Gefahr kommt. Eine umfassende Debatte, die uns in den Überwachungsstaat führt, ist daher nicht notwendig. Es geht darum, jene Instrumente der Terrorbekämpfung zu schärfen, die wir schon haben.“ (Abg. Wittauer: Gisela! Die Bundesregierung schärft ja!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Gisela! Das tun wir ja!
Sehr geehrte Damen und Herren! Halten wir uns auch hier daran! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Gisela! Das tun wir ja!)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren! Ich begrüße sehr herzlich auf der Galerie das Staatsoberhaupt unseres befreundeten Nachbarlandes, des Fürstentums Liechtenstein, den Fürsten von und zu Liechtenstein Hans-Adam II. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Ich möchte aber mit gleicher Herzlichkeit den Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein Otmar Hasler und den Außenminister Regierungsrat Dr. Ernst Walch herzlich begrüßen. Willkommen im österreichischen Nationalrat! (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Geplant ist es!
Abgeordnete Astrid Stadler (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Liebe Kollegin Lichtenberger, Sie behaupten, bei uns in Österreich würden Grundwerte in Frage gestellt, wenn es darum geht, Maßnahmen der Sicherheit einzuführen. Sie behaupten, dass die Beschneidung von Bürgerrechten erfolgen würde. (Abg. Dr. Lichtenberger: Geplant ist es!) Ich darf Sie daran erinnern, dass Sie uns verwechseln: Ich glaube, dass Sie Deutschland gemeint haben, wo nämlich eine rot-grüne Koalition an der Regierung ist, nämlich Ihre Kollegen. Ihre Kollegen haben Einschränkungen der Bürgerrechte vorgenommen. Sie haben den falschen Adressaten genommen. Es tut mir Leid.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Instabilität ist ein Nährboden für terroristische Aktivitäten, daher ist Krisenprävention so wichtig und notwendig, und dies muss im nationalen Schulterschluss geschehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen von der Opposition! Ich bin sehr froh darüber, dass Sie heute alle versichert haben, nicht politisches Kleingeld auf Kosten der Sicherheit zu wechseln, denn dieses Thema ist viel zu sensibel und die Sicherheit ist viel zu wertvoll dafür. Sensibilisieren wir gemeinsam die Menschen in unserem Lande dahin gehend, dass ohne Sicherheit unsere gemeinsame Zukunft wertlos ist! Arbeiten wir gemeinsam daran, dass wir eine sichere Zukunft haben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Der Missbrauch, hat er gesagt!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ich muss zuerst doch noch ein paar Worte zum Herrn Bösch sagen, der hier gemeint hat, dass der Terrorismus im Islam begründet sei. (Abg. Scheibner: Der Missbrauch, hat er gesagt!) Herr Kollege, so wie Sie das formuliert haben ... (Abg. Scheibner: So hat er es nicht gesagt! Hören Sie einmal gut zu!) So wie ich das hier verstanden habe, hat es geheißen, dass ... (Abg. Scheibner: Reden Sie über etwas Gescheites! – Zwischenruf des Abg. Dr. Bösch.)
Abg. Scheibner: So hat er es nicht gesagt! Hören Sie einmal gut zu!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ich muss zuerst doch noch ein paar Worte zum Herrn Bösch sagen, der hier gemeint hat, dass der Terrorismus im Islam begründet sei. (Abg. Scheibner: Der Missbrauch, hat er gesagt!) Herr Kollege, so wie Sie das formuliert haben ... (Abg. Scheibner: So hat er es nicht gesagt! Hören Sie einmal gut zu!) So wie ich das hier verstanden habe, hat es geheißen, dass ... (Abg. Scheibner: Reden Sie über etwas Gescheites! – Zwischenruf des Abg. Dr. Bösch.)
Abg. Scheibner: Reden Sie über etwas Gescheites! – Zwischenruf des Abg. Dr. Bösch.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ich muss zuerst doch noch ein paar Worte zum Herrn Bösch sagen, der hier gemeint hat, dass der Terrorismus im Islam begründet sei. (Abg. Scheibner: Der Missbrauch, hat er gesagt!) Herr Kollege, so wie Sie das formuliert haben ... (Abg. Scheibner: So hat er es nicht gesagt! Hören Sie einmal gut zu!) So wie ich das hier verstanden habe, hat es geheißen, dass ... (Abg. Scheibner: Reden Sie über etwas Gescheites! – Zwischenruf des Abg. Dr. Bösch.)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie, Kollege Bösch, haben gesagt, es sei im Islam begründet, und haben das völlig undifferenziert dargestellt und haben gemeint, dass diese Terroristen den Islam missbrauchen oder gebrauchen. Sie sagten, das sei im Islam begründet. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Wir können uns das Protokoll dann anschauen. Ich und meine Fraktion haben das so verstanden, dass Sie behaupten, der Terrorismus sei im Islam begründet. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wittauer: Sie sollten bei der Wahrheit bleiben!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wittauer: Sie sollten bei der Wahrheit bleiben!
Sie, Kollege Bösch, haben gesagt, es sei im Islam begründet, und haben das völlig undifferenziert dargestellt und haben gemeint, dass diese Terroristen den Islam missbrauchen oder gebrauchen. Sie sagten, das sei im Islam begründet. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Wir können uns das Protokoll dann anschauen. Ich und meine Fraktion haben das so verstanden, dass Sie behaupten, der Terrorismus sei im Islam begründet. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wittauer: Sie sollten bei der Wahrheit bleiben!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Mit solch einer Aussage, Herr Abgeordneter Bösch, tragen Sie dazu bei, dass überhaupt erst ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Abg. Wittauer: Dann soll sie bei der Wahrheit bleiben!
Präsident Dr. Andreas Khol (das Glockenzeichen gebend): Herr Abgeordneter Wittauer, bitte! Am Wort ist Frau Abgeordnete Mag. Lunacek! (Abg. Wittauer: Dann soll sie bei der Wahrheit bleiben!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das hat auch der Bösch nicht gesagt! Das hat kein Mensch gesagt!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (fortsetzend): ... so etwas gedacht und gesagt werden kann. Es wundert mich, dass nicht die Ursachen, die Ihr Kollege Scheibner genannt hat, im Vordergrund stehen. Herr Kollege Scheibner, Ihr Klubobmann, hat kein Wort davon gesagt, dass der Islam daran schuld sei, sondern er hat genau jene Gründe angeführt, die im Bereich der Politik, im Bereich der Wirtschaft, im Bereich des Sozialen liegen, dort, wo der Nährboden tatsächlich da ist – aber nicht im Islam. Herr Bösch, ich fordere Sie auf, das zurückzunehmen und klarzustellen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das hat auch der Bösch nicht gesagt! Das hat kein Mensch gesagt!)
Ruf bei der ÖVP: Dann haben Sie es nicht gehört!
Es war schon sehr interessant, dass Sie in der Einleitung Ihres Vortrags, ja eigentlich in den ganzen 20 Minuten Ihrer Redezeit kein Wort davon erwähnt haben, was innerhalb der EU notwendig ist, nämlich eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. Sie erwähnten auch mit keinem Wort die Rolle der Vereinten Nationen dabei, sondern Sie haben sich vorrangig auf die Sicherheit in Österreich und in Europa bezogen. (Ruf bei der ÖVP: Dann haben Sie es nicht gehört!) Natürlich ist das ein wichtiger Aspekt, und da muss auch der Terrorismus bekämpft werden.
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Aber ich frage mich schon: Warum gehen Sie hier nicht auch auf jene Dinge ein, wo der Terrorismus auch bekämpft werden muss, und zwar langfristig? Die Maßnahmen und Ihr Konzept für die Sicherheit in Österreich und in Europa liegen vor allem in folgenden Aspekten: europäischer Terrorismuskoordinator, gemeinsame Geheimdienste, all das, was zum Teil auch in der EU vorgeschlagen wird. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mich hat es verwundert, dass im Text der Dringlichen Anfrage zwar die Terrorismusprävention groß drinnen steht, aber als einzige Maßnahme dabei die Verstärkung der geheimdienstlichen Informationen angedacht wird. Das ist einfach zu wenig. Nicht dass es hier nicht auch Handlungsbedarf gebe, aber es ist zu wenig. Da hätte ich mir von Ihnen als außenpolitischem Sprecher sehr wohl mehr erwartet. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Ist das Problem dann gelöst?
Manche von Ihnen – das kann ich mir lebhaft vorstellen – werden jetzt denken: Was will sie denn mit den Frauenrechten? Was hat das mit Terrorismus zu tun? (Abg. Wittauer: Ist das Problem dann gelöst?) – Schauen Sie sich doch an, wo Terrorismus wächst: in Ländern, in denen Frauen keine Rechte haben, in denen Frauen nicht gleichberechtigt sind, in denen es keine demokratischen Strukturen gibt. Das gilt nicht immer und überall, aber in eine gewisse Richtung geht es.
Beifall bei den Grünen.
Noch einmal: Terrorismusbekämpfung kann nur kurz- und langfristig sein. Das eine ohne das andere schafft die Sicherheit nicht, die wir alle uns wünschen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir sollen uns aber auch einig sein, dass Terrorbekämpfung und Menschenrechte, Terrorbekämpfung und Bürgerrechte keine Gegensätze sein dürfen. Würden wir zur Terrorbekämpfung Menschenrechte aufgeben, dann hätten die Terroristen schon damit ihren ersten Sieg erreicht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube viertens, es ist auch eine weltweite Aufgabe, den Grundwerten zum Durchbruch zu verhelfen und damit den Terroristen zumindest den Nährboden zu entziehen. In diesem Zusammenhang ist eine große Aufgabe – und hier sollten, glaube ich, die EU und auch Österreich noch stärker tätig sein – die Frage der Massenvernichtungswaffen. Ihre Existenz und die Proliferation plus Terroristen stellen eine besondere Gefährdung dar, und Massenvernichtungswaffen, ihre bloße Existenz und die Möglichkeit, sie – ob in richtigen oder falschen Händen – zu gebrauchen, stellen eine weitere Gefährdung dar. Dieses Kapitel darf in der Debatte nicht unbehandelt bleiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zweitens müssen wir uns national anschauen, ob die Argumentation gegen den Terrorismus, die notwendig ist, manchmal nicht auch benutzt wird – unbeabsichtigterweise –, um Vorurteile aufzubauen. Es ist dies eine Gefahr. Ich glaube, Islamophobie ist hier falsch am Platz und nicht hilfreich. Die größte Gefahr wären in diesem Zusammenhang Rassismus und Intoleranz, denn sie würden zu Helfern des Terrors werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Hier müsste man Verständnis dafür aufbringen, dass es in den Bereichen, in denen man eine Gesamthaltung, eine gemeinsame Haltung aller Fraktionen will, notwendig sein wird, Installation und Kontrolle von diesbezüglichen Einrichtungen nicht der Exekutive zu unterstellen, nicht einem Ministerium zuzuordnen, sondern die Rolle des Parlaments und damit aller Fraktionen zu stärken. Dann wird man auch leichter eine einheitliche Verhaltensweise bei den diesbezüglichen Abstimmungen erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ, der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Entschließungsantrag selbst ist eine Ansammlung von Selbstverständlichkeiten, die es sich aber trotzdem immer wieder zu betonen lohnt. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir heute hier ein Konsenssignal aussenden, dass wir gemeinsam daran interessiert sind, alles dafür zu tun, dass der Terrorismus bekämpft wird. Daher wird unsere Fraktion diesem Entschließungsantrag zustimmen. (Beifall bei der SPÖ, der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir werden diesem Entschließungsantrag aus vielen guten Gründen nicht zustimmen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Der wichtigste Grund ist, dass in diesem Entschließungsantrag offen damit gedroht wird, die jetzige Sicherheitspolitik des Innenministers fortzusetzen. Wir haben bereits bei Rasterfahndung, bei Lauschangriff und bei vielen anderen Eingriffen in verfassungsmäßige Rechte von Bürgerinnen und Bürgern gemerkt (Zwischenrufe bei der ÖVP), wie hier berechtigte Ängste der österreichischen Bevölkerung missbraucht werden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Rasterfahndung hat es nicht einmal gegeben!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Rasterfahndung hat es nicht einmal gegeben!
Der wichtigste Grund ist, dass in diesem Entschließungsantrag offen damit gedroht wird, die jetzige Sicherheitspolitik des Innenministers fortzusetzen. Wir haben bereits bei Rasterfahndung, bei Lauschangriff und bei vielen anderen Eingriffen in verfassungsmäßige Rechte von Bürgerinnen und Bürgern gemerkt (Zwischenrufe bei der ÖVP), wie hier berechtigte Ängste der österreichischen Bevölkerung missbraucht werden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Rasterfahndung hat es nicht einmal gegeben!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Darauf braucht ihr euch aber nichts einzubilden!
Im Gegensatz zur SPÖ möchten wir dieser Politik keinen Vorschub leisten und Demokratie und Rechtsstaat gegen diese Politik verteidigen. Wie in der Frage von Regierungsbildungen gilt auch hier: Nur Grün ist heute in der österreichischen Politik mit Sicherheit nicht blau! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Darauf braucht ihr euch aber nichts einzubilden!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn wir zum Beispiel darüber diskutieren, dass im Arbeitsmarktbereich Kürzungen vorgenommen werden oder dass wir nicht genügend finanzielle Mittel haben, dann sollten wir bedenken, dass das genau jene Mittel sind, die uns dann fehlen, um positive Beschäftigungsmaßnahmen setzen zu können. Es sind dies die Mittel, die Sie sozusagen bei Ihrem Pensionskürzungsprogramm einsparen müssen, weil wir angeblich das Geld nicht zur Verfügung haben. Aber wenn es um die Schwarzarbeit geht, dann lassen Sie das Geld auf der Straße liegen, weil Sie nichts dagegen tun. Dagegen sind wir, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.
Es ist unverständlich, dass Sie hier nichts tun wollen – der Herr Minister hat es auch offiziell im Ausschuss gesagt, nichts tun zu wollen –, dass Sie hier zuschauen, dass Sie eine Wettbewerbsverzerrung zulassen und dass Sie letzten Endes hier in diesem Hohen Haus Maßnahmen ergreifen müssen, die zu Leistungskürzungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer führen, weil Sie nicht einen Finger rühren wollen, weil Sie nichts gegen dieses Schwarzunternehmertum tun wollen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Beifall bei der SPÖ.
Union vorschreiben wird. Ergreifen Sie die Chance, jetzt zeitgerecht etwas zu tun, lassen Sie die Zeit nicht wieder tatenlos verstreichen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das habe ich auch nicht gesagt!
Ich möchte aber vor einem warnen, Frau Kollegin Silhavy: das Thema Schwarzarbeit als Thema des Klassenkampfes zu sehen (Abg. Silhavy: Das habe ich auch nicht gesagt!), und ein bisschen riecht es danach. Diesen Eindruck habe ich auch, wenn ich Ihren Antrag und Ihre heutige Begründung betrachte. Wir sind für die Bekämpfung der Schwarzarbeit, wir sind aber dagegen, Schwarzarbeit zum Klassenkampfthema werden zu lassen. Das möchte ich Ihnen heute hier deutlich sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte aber vor einem warnen, Frau Kollegin Silhavy: das Thema Schwarzarbeit als Thema des Klassenkampfes zu sehen (Abg. Silhavy: Das habe ich auch nicht gesagt!), und ein bisschen riecht es danach. Diesen Eindruck habe ich auch, wenn ich Ihren Antrag und Ihre heutige Begründung betrachte. Wir sind für die Bekämpfung der Schwarzarbeit, wir sind aber dagegen, Schwarzarbeit zum Klassenkampfthema werden zu lassen. Das möchte ich Ihnen heute hier deutlich sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Ich habe keine! Und wenn ich eine hätte, wäre sie angemeldet, Herr Kollege!
Jetzt möchte ich Sie etwas fragen. Ich habe also Ihren Antrag gelesen, und wieder vermeiden Sie die Definition der Schwarzarbeit. Nach Ihrer Definition, nach Ihrem Gesetzentwurf wären auch zu verfolgen: Lehrer, die regelmäßig Nachhilfestunden geben, genauso der Amtssachverständige, der private Gutachten macht, der Bauarbeiter, der am Wochenende einer Arbeitspartie zugehört, der Sportverein, der eine Kantine betreibt und das regelmäßig tut, die Hausgehilfin, die zwei- oder dreimal zu Ihnen kommt, Frau Kollegin Silhavy. (Abg. Silhavy: Ich habe keine! Und wenn ich eine hätte, wäre sie angemeldet, Herr Kollege!) Alle diese Bereiche sind durch Ihren Gesetzentwurf erfasst und wären daher auch entsprechend mit den höheren Strafen zu ahnden. Wollen Sie das tatsächlich, dann müssen Sie das hier auch so sagen. Wollen Sie das nicht, dann bitten wir Sie, den Weg mit der Regierung gemeinsam zu gehen. (Abg. Silhavy: Sie tun ja nichts!)
Abg. Silhavy: Sie tun ja nichts!
Jetzt möchte ich Sie etwas fragen. Ich habe also Ihren Antrag gelesen, und wieder vermeiden Sie die Definition der Schwarzarbeit. Nach Ihrer Definition, nach Ihrem Gesetzentwurf wären auch zu verfolgen: Lehrer, die regelmäßig Nachhilfestunden geben, genauso der Amtssachverständige, der private Gutachten macht, der Bauarbeiter, der am Wochenende einer Arbeitspartie zugehört, der Sportverein, der eine Kantine betreibt und das regelmäßig tut, die Hausgehilfin, die zwei- oder dreimal zu Ihnen kommt, Frau Kollegin Silhavy. (Abg. Silhavy: Ich habe keine! Und wenn ich eine hätte, wäre sie angemeldet, Herr Kollege!) Alle diese Bereiche sind durch Ihren Gesetzentwurf erfasst und wären daher auch entsprechend mit den höheren Strafen zu ahnden. Wollen Sie das tatsächlich, dann müssen Sie das hier auch so sagen. Wollen Sie das nicht, dann bitten wir Sie, den Weg mit der Regierung gemeinsam zu gehen. (Abg. Silhavy: Sie tun ja nichts!)
Abg. Verzetnitsch: Warum hat der Ministerrat dem zugestimmt, und der ÖAAB lehnt es bisher ab?
Wir haben im Ausländerbeschäftigungsprogramm und in der Ausländerbeschäftigungsfrage – das haben Sie hier selbst zugegeben und auch anerkennend gewürdigt – die ersten Schritte bereits gesetzt, und die Erfolge können sich sehen lassen. (Abg. Verzetnitsch: Warum hat der Ministerrat dem zugestimmt, und der ÖAAB lehnt es bisher ab?) Sie wissen, es gibt 49 Prozent mehr Untersuchungen, 42 Prozent mehr Aufgriffe, ebenso einen hohen Prozentsatz an Strafanträgen. Das heißt also, hier war die Regierung erfolgreich. Das war ein Teil des zweiten Konjunkturbelebungspaketes.
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
letztendlich auch ein großes Betrugsbekämpfungspaket im Rahmen der Steuerreform 2004/2005 vorgesehen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Sie wissen, dass das die größte Steuerreform dieser Zweiten Republik ist, dass insgesamt ein Rahmen von 3 Milliarden € bewegt wird. (Abg. Gradwohl: Werden Schwarzunternehmer auch amnestiert?) Diese 3 Milliarden € kommen kleinen und mittleren Einkommensbeziehern zugute, kommen vor allem Familien zugute – das wissen Sie –, und diese Steuerreform sichert auch den Wirtschaftsstandort Österreich. Wir können uns also mit dieser Steuerreform tatsächlich vor die Bevölkerung hinstellen, weil sie ein guter Weg für Österreich ist. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Gradwohl: Werden Schwarzunternehmer auch amnestiert?
letztendlich auch ein großes Betrugsbekämpfungspaket im Rahmen der Steuerreform 2004/2005 vorgesehen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Sie wissen, dass das die größte Steuerreform dieser Zweiten Republik ist, dass insgesamt ein Rahmen von 3 Milliarden € bewegt wird. (Abg. Gradwohl: Werden Schwarzunternehmer auch amnestiert?) Diese 3 Milliarden € kommen kleinen und mittleren Einkommensbeziehern zugute, kommen vor allem Familien zugute – das wissen Sie –, und diese Steuerreform sichert auch den Wirtschaftsstandort Österreich. Wir können uns also mit dieser Steuerreform tatsächlich vor die Bevölkerung hinstellen, weil sie ein guter Weg für Österreich ist. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
letztendlich auch ein großes Betrugsbekämpfungspaket im Rahmen der Steuerreform 2004/2005 vorgesehen. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Sie wissen, dass das die größte Steuerreform dieser Zweiten Republik ist, dass insgesamt ein Rahmen von 3 Milliarden € bewegt wird. (Abg. Gradwohl: Werden Schwarzunternehmer auch amnestiert?) Diese 3 Milliarden € kommen kleinen und mittleren Einkommensbeziehern zugute, kommen vor allem Familien zugute – das wissen Sie –, und diese Steuerreform sichert auch den Wirtschaftsstandort Österreich. Wir können uns also mit dieser Steuerreform tatsächlich vor die Bevölkerung hinstellen, weil sie ein guter Weg für Österreich ist. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Gradwohl: Werden die Schwarzunternehmer auch amnestiert?
Im Rahmen dieser Steuerreform, meine sehr geehrten Damen und Herren, wird auch die Frage der Steuerhinterziehungen, des Steuerbetruges entsprechend scharf und hart geahndet werden, und wir werden auch hier die entsprechenden Maßnahmen vorsehen. (Abg. Gradwohl: Werden die Schwarzunternehmer auch amnestiert?)
Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.
Wenn darüber hinaus – auch diese Überlegungen werden zurzeit in der Regierung angestellt – noch Maßnahmen notwendig sein werden, so werden wir sie gemeinsam hier diskutieren, lange und eingehend diskutieren, es wird kein Hüftschuss sein. Herr Kollege Verzetnitsch, Sie wissen, das ist mittlerweile der vierte oder fünfte Antrag betreffend Schwarzarbeitsbekämpfung. Zuerst hieß es Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetz, jetzt heißt es nur mehr Schwarzunternehmerbekämpfungsgesetz. (Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.) Das ist Klassenkampf, und den wollen wir in dieser Frage hier nicht führen, Herr Präsident. Sie können sicher sein, dass wir dieser Frage auch das entsprechende Gehör widmen werden (Abg. Silhavy: Dann stimmen Sie zu!) und dass die Beschlüsse im Rahmen der Steuerreform noch vor dem Sommer fallen werden. Ihr Fristsetzungsantrag geht daher ins Leere. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Dann stimmen Sie zu!
Wenn darüber hinaus – auch diese Überlegungen werden zurzeit in der Regierung angestellt – noch Maßnahmen notwendig sein werden, so werden wir sie gemeinsam hier diskutieren, lange und eingehend diskutieren, es wird kein Hüftschuss sein. Herr Kollege Verzetnitsch, Sie wissen, das ist mittlerweile der vierte oder fünfte Antrag betreffend Schwarzarbeitsbekämpfung. Zuerst hieß es Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetz, jetzt heißt es nur mehr Schwarzunternehmerbekämpfungsgesetz. (Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.) Das ist Klassenkampf, und den wollen wir in dieser Frage hier nicht führen, Herr Präsident. Sie können sicher sein, dass wir dieser Frage auch das entsprechende Gehör widmen werden (Abg. Silhavy: Dann stimmen Sie zu!) und dass die Beschlüsse im Rahmen der Steuerreform noch vor dem Sommer fallen werden. Ihr Fristsetzungsantrag geht daher ins Leere. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn darüber hinaus – auch diese Überlegungen werden zurzeit in der Regierung angestellt – noch Maßnahmen notwendig sein werden, so werden wir sie gemeinsam hier diskutieren, lange und eingehend diskutieren, es wird kein Hüftschuss sein. Herr Kollege Verzetnitsch, Sie wissen, das ist mittlerweile der vierte oder fünfte Antrag betreffend Schwarzarbeitsbekämpfung. Zuerst hieß es Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetz, jetzt heißt es nur mehr Schwarzunternehmerbekämpfungsgesetz. (Zwischenruf des Abg. Verzetnitsch.) Das ist Klassenkampf, und den wollen wir in dieser Frage hier nicht führen, Herr Präsident. Sie können sicher sein, dass wir dieser Frage auch das entsprechende Gehör widmen werden (Abg. Silhavy: Dann stimmen Sie zu!) und dass die Beschlüsse im Rahmen der Steuerreform noch vor dem Sommer fallen werden. Ihr Fristsetzungsantrag geht daher ins Leere. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Bei einem Entschließungsantrag?
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Ich bin fast geneigt, zu fragen: Wo sind die Regierungsmitglieder? (Abg. Mag. Molterer: Bei einem Entschließungsantrag?) Wir behandeln ein Thema, Herr Trinkl, von dem Sie gesagt haben, wie wichtig das alles für die ÖVP ist, aber es findet nicht einmal ein Mitglied der Bundesregierung dieses Thema für so wichtig, um sich hier herzusetzen. (Abg. Scheibner: Es gibt eine Geschäftsordnung! Das ist überhaupt nicht vorgesehen!) Ja, Herr Scheibner, wacheln Sie mit der Geschäftsordnung, da haben Sie schon Recht, doch es wäre schön, wenn bei solch einem wichtigen Thema ein Interesse bekundet würde. Ich nehme zur Kenntnis: Außer Zwischenrufen gibt es kein Interesse. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zuerst hat die Opposition gesagt, man soll keine Regierungsmitglieder von der Arbeit abziehen!)
Abg. Scheibner: Es gibt eine Geschäftsordnung! Das ist überhaupt nicht vorgesehen!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Ich bin fast geneigt, zu fragen: Wo sind die Regierungsmitglieder? (Abg. Mag. Molterer: Bei einem Entschließungsantrag?) Wir behandeln ein Thema, Herr Trinkl, von dem Sie gesagt haben, wie wichtig das alles für die ÖVP ist, aber es findet nicht einmal ein Mitglied der Bundesregierung dieses Thema für so wichtig, um sich hier herzusetzen. (Abg. Scheibner: Es gibt eine Geschäftsordnung! Das ist überhaupt nicht vorgesehen!) Ja, Herr Scheibner, wacheln Sie mit der Geschäftsordnung, da haben Sie schon Recht, doch es wäre schön, wenn bei solch einem wichtigen Thema ein Interesse bekundet würde. Ich nehme zur Kenntnis: Außer Zwischenrufen gibt es kein Interesse. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zuerst hat die Opposition gesagt, man soll keine Regierungsmitglieder von der Arbeit abziehen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zuerst hat die Opposition gesagt, man soll keine Regierungsmitglieder von der Arbeit abziehen!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Ich bin fast geneigt, zu fragen: Wo sind die Regierungsmitglieder? (Abg. Mag. Molterer: Bei einem Entschließungsantrag?) Wir behandeln ein Thema, Herr Trinkl, von dem Sie gesagt haben, wie wichtig das alles für die ÖVP ist, aber es findet nicht einmal ein Mitglied der Bundesregierung dieses Thema für so wichtig, um sich hier herzusetzen. (Abg. Scheibner: Es gibt eine Geschäftsordnung! Das ist überhaupt nicht vorgesehen!) Ja, Herr Scheibner, wacheln Sie mit der Geschäftsordnung, da haben Sie schon Recht, doch es wäre schön, wenn bei solch einem wichtigen Thema ein Interesse bekundet würde. Ich nehme zur Kenntnis: Außer Zwischenrufen gibt es kein Interesse. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zuerst hat die Opposition gesagt, man soll keine Regierungsmitglieder von der Arbeit abziehen!)
Abg. Dr. Trinkl: Es ist auch eine Menge passiert!
Die fadenscheinigen Argumente, die zur Ablehnung dieses Gesetzes und zum eigentlichen Nichtzustimmen zu dieser Materie führen, haben wir jetzt auch vom Herrn Kollegen Trinkl gehört. Wir haben keinen Vorschlag der Regierung. Wir werden, wir werden, wir werden, haben Sie gesagt, aber das hören wir schon seit fünf Jahren, Herr Trinkl: Wir werden, wir werden, wir werden. (Abg. Dr. Trinkl: Es ist auch eine Menge passiert!)
Abg. Scheibner: Das sagt man nicht nur in Ottakring!
Herr Mitterlehner sagte im Ausschuss, in der Wirtschaftskammer gibt es jetzt sogar einen Arbeitskreis, der sich damit beschäftigt. Das ist gut, Herr Mitterlehner, aber was bringt das? Die Mehrheit der Arbeitgeber beschwert sich bereits bei uns, bei der SPÖ, bei den Gewerkschaften, dass nichts weitergeht. Die kommen gar nicht mehr zu Ihnen, wahrscheinlich auch nicht in Ihren Arbeitskreis, weil sie in Wirklichkeit – ich sage es jetzt auf Ottakringerisch – „angefressen“ sind von dieser Art der Interessenvertretung (Abg. Scheibner: Das sagt man nicht nur in Ottakring!), die von Seiten der ÖVP, des Wirtschaftsbundes und auch von Seiten der Wirtschaftskammer gemacht wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Mitterlehner sagte im Ausschuss, in der Wirtschaftskammer gibt es jetzt sogar einen Arbeitskreis, der sich damit beschäftigt. Das ist gut, Herr Mitterlehner, aber was bringt das? Die Mehrheit der Arbeitgeber beschwert sich bereits bei uns, bei der SPÖ, bei den Gewerkschaften, dass nichts weitergeht. Die kommen gar nicht mehr zu Ihnen, wahrscheinlich auch nicht in Ihren Arbeitskreis, weil sie in Wirklichkeit – ich sage es jetzt auf Ottakringerisch – „angefressen“ sind von dieser Art der Interessenvertretung (Abg. Scheibner: Das sagt man nicht nur in Ottakring!), die von Seiten der ÖVP, des Wirtschaftsbundes und auch von Seiten der Wirtschaftskammer gemacht wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zu all den Einwänden, die Sie haben, hatten wir nicht einmal die Möglichkeit, uns entweder im Ausschuss oder in Parteienverhandlungen intensiv damit zu beschäftigen. Ich lade Sie ein: Reden wir darüber! Wenn Sie diese Einladung nicht annehmen, wissen wir, dass wir Recht haben, nämlich dass es Ihnen kein Anliegen ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr verehrte Damen und Herren! Wenn alle Unternehmer in unserem Land ihre Steuern und Sozialversicherungsbeiträge so pünktlich und korrekt zahlen würden wie die Arbeitnehmer und die Pensionisten, hätten wir einen riesengroßen Spielraum für den Ausbau unseres Sozialstaates und müssten uns nicht immer damit herumschlagen, dass Sie den Sozialstaat abbauen wollen. Stimmen Sie unserer Fristsetzung und unserem Antrag endlich zu! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Das tu ich ja nicht!
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Kollegin Silhavy, was Sie gesagt haben, kann ich hundertprozentig unterstützen. Ich weiß, wie es draußen zugeht, nur darf man nicht alle Betriebe in einen Topf hineinhauen. (Abg. Silhavy: Das tu ich ja nicht!) Wo ich nicht auf Ihrer Seite bin, ist Ihre Aussage, dass gar nichts gemacht worden ist. Der Kollege Riepl hat nämlich vorhin gesagt, seit fünf Jahren liegt das Ganze schon an. (Widerspruch bei der SPÖ.) Vor fünf Jahren, glaube ich, war auch die SPÖ – vor fünf Jahren, hat er gesagt; ich habe ganz genau aufgepasst, bei Zahlen bin ich gut –, da wart auch ihr noch in der Regierung. (Abg. Silhavy: Das ist ja durch den Ministerrat gegangen!)
Widerspruch bei der SPÖ.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Kollegin Silhavy, was Sie gesagt haben, kann ich hundertprozentig unterstützen. Ich weiß, wie es draußen zugeht, nur darf man nicht alle Betriebe in einen Topf hineinhauen. (Abg. Silhavy: Das tu ich ja nicht!) Wo ich nicht auf Ihrer Seite bin, ist Ihre Aussage, dass gar nichts gemacht worden ist. Der Kollege Riepl hat nämlich vorhin gesagt, seit fünf Jahren liegt das Ganze schon an. (Widerspruch bei der SPÖ.) Vor fünf Jahren, glaube ich, war auch die SPÖ – vor fünf Jahren, hat er gesagt; ich habe ganz genau aufgepasst, bei Zahlen bin ich gut –, da wart auch ihr noch in der Regierung. (Abg. Silhavy: Das ist ja durch den Ministerrat gegangen!)
Abg. Silhavy: Das ist ja durch den Ministerrat gegangen!
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Kollegin Silhavy, was Sie gesagt haben, kann ich hundertprozentig unterstützen. Ich weiß, wie es draußen zugeht, nur darf man nicht alle Betriebe in einen Topf hineinhauen. (Abg. Silhavy: Das tu ich ja nicht!) Wo ich nicht auf Ihrer Seite bin, ist Ihre Aussage, dass gar nichts gemacht worden ist. Der Kollege Riepl hat nämlich vorhin gesagt, seit fünf Jahren liegt das Ganze schon an. (Widerspruch bei der SPÖ.) Vor fünf Jahren, glaube ich, war auch die SPÖ – vor fünf Jahren, hat er gesagt; ich habe ganz genau aufgepasst, bei Zahlen bin ich gut –, da wart auch ihr noch in der Regierung. (Abg. Silhavy: Das ist ja durch den Ministerrat gegangen!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wo auch noch etwas passiert ist, das ist bezüglich der Kritik am Frächterskandal. Da, muss man sagen, hat sich unsere ehemalige Infrastrukturministerin, die Monika Forstinger, in Brüssel entsprechend eingesetzt und hat generell eine EU-Fahrerlizenz eingeführt. Ich glaube, das war auch eine sehr gute Sache. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daher werden wir dem Fristsetzungsantrag nicht zustimmen, aber gemeinsam über die Parteigrenzen hinaus auch im Ausschuss dann diskutieren, wenn dieser Vorschlag vom Justizminister vorliegt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Kollege Walch, auch wenn Justizminister Böhmdorfer mit strafrechtlichen Maßnahmen, egal, ob sie unter dem Delikt Sozialbetrug gefasst werden, hier in das Parlament kommen sollte, muss ich doch sagen, das entledigt uns nicht der Debatte über den Antrag der SPÖ, denn da geht es um ganz andere Maßnahmen, da geht es um Kontrolle, sonst kommen wir nämlich gar nicht zu einer Anklage wegen Sozialbetrugs. Da bin ich in bestimmten Fragen durchaus nicht der Meinung der SPÖ, weil hier schon sehr weitgehende Eingriffe vorgeschlagen werden. Trotzdem, denke ich mir, würden wir uns zusammensetzen. Dazu sitzen wir doch eigentlich im Parlament und auch im Sozialausschuss: um zu schauen, ob wir gemeinsam etwas herausbekommen können. Es ist eine Untugend des österreichischen Parlaments, dass man da zusammensitzt, um sich gegenseitig etwas an den Kopf zu werfen. Aber würden wir hier zusammensitzen, um gemeinsam Initiativen zu starten und den gemeinsamen Nenner festzumachen, dann wäre das Parlamentarismus und parlamentarische Arbeit. So ist es eine Fopperei. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Wenn Sie im Sozialausschuss das eine um das andere Mal sagen: Wir diskutieren nicht darüber, das wird vertagt!, dann, meine ich, tun Sie damit Maßnahmen gegen die Schwarzarbeit, ganz egal, ob diese von der SPÖ, der FPÖ, den Grünen oder der ÖVP kommen würden, nichts Gutes. Wir sollten über das Gemeinsame diskutieren! Aber Sie tun damit auch dem Parlamentarismus keinen guten Dienst. Darum hätte ich mir in der letzten Sitzung des Sozialausschusses gewünscht – und ich werde das gerne auch weiterverfolgen –, dass eine Sitzung des Sozialausschusses vom Fernsehen übertragen wird, so wie das bei der Sitzung des Nationalrates der Fall ist. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Dann würden dort alle sitzen und brav und aufrecht Maßnahmen vertreten. Wenn das Fernsehen draußen ist, dann fallen wir wieder zusammen. Aber so kann es nicht sein, Herr Kollege Walch. Das Zusammenfallen ist Ihre Politik! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Silhavy: Was ist, Kollege Walch?
Ich darf bitten, dass sich jene Damen und Herren, die diesem Fristsetzungsantrag zustimmen, von den Sitzen erheben. (Abg. Silhavy: Was ist, Kollege Walch?) – Der Antrag hat keine Mehrheit gefunden.
Beifall bei der ÖVP.
Auch die SPÖ-Landeshauptleute haben der Artikel-15a-Vereinbarung zugestimmt und tragen die Regierungsvorlage somit mit. Ich ersuche Sie, meine sehr geschätzten Damen und Herren, dieser Vorlage die Zustimmung zu geben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
in Richtung der sich ebenfalls zum Rednerpult begebenden Abg. Königsberger-Ludwig
Präsident Dr. Heinz Fischer: Als nächste Rednerin steht Frau Abgeordnete Weinzinger auf meiner Liste. Redezeit: 7 Minuten. – Bitte, Frau Kollegin Weinzinger. Frau Kollegin (in Richtung der sich ebenfalls zum Rednerpult begebenden Abg. Königsberger-Ludwig), Abgeordnete Weinzinger ist eine Kontra-Rednerin, und darum kommt sie jetzt dran.– Bitte, Frau Abgeordnete Weinzinger.
Rufe bei der ÖVP: Das Thema lässt Sie nicht mehr los! Nicht schon wieder!
Frau Abgeordnete Stoisits hat vorhin schon darauf hingewiesen, dass mit dieser Betreuungsvereinbarung die Verpflegungskosten für einen Minderjährigen, eine Minderjährige mit genau 2,64 € pro Tag festgelegt werden. Daraufhin gab es den mathematisch und auch juristisch nicht haltbaren Konter, das wäre gar nicht die Verpflegung, sondern das Taschengeld. Ich fordere Herrn Abgeordneten Kößl auf, einfach nachzurechnen: 2,63 mal 30 ergibt nicht 40 € Taschengeld – im Übrigen auch keine drei Wurstsemmeln. (Rufe bei der ÖVP: Das Thema lässt Sie nicht mehr los! Nicht schon wieder!) Das mit den Wurstsemmeln tut weh, ich weiß es. Frau Abgeordnete Fuhrmann ist gerade nicht hier, Sie dürfen stellvertretend für sie an den Wurstsemmeln leiden.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Wieso? Es gab doch die große Koalition!
Bemerkenswert sei auch – und man hat das vorhin als so großartig hervorgehoben –, dass es Herrn Minister Strasser endlich gelungen sei, mit den Ländern eine Vereinbarung zu schließen, was vorangegangenen Ministern nicht gelungen wäre. – Ja, natürlich! Aber man sollte in diesem Zusammenhang vielleicht doch auch die politische Arithmetik des Landes erwähnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass einem SPÖ-Minister eine Einigung mit mehrheitlich ÖVP-Landeshauptleuten und -Ländern gelingt, ist ungleich geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass einem ÖVP-Minister die Einigung mit den ÖVP-Landeshauptleuten in der Mehrheit der Länder gelingt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ellmauer: Wieso? Es gab doch die große Koalition!) Oder wollen Sie mir allen Ernstes klarmachen, Herr Minister, dass Ihre Gesprächsbasis mit dem niederösterreichischen Landeshauptmann eine ganz schwierige ist und Sie da wirklich ernorme Probleme hatten, eine Vereinbarung treffen zu können?
Bundesminister Dr. Strasser: Ist sie!
(Bundesminister Dr. Strasser: Ist sie!) – Na sicher! (Abg. Ellmauer: Es gibt ja auch sozialdemokratische und freiheitliche Landeshauptleute!)
Abg. Ellmauer: Es gibt ja auch sozialdemokratische und freiheitliche Landeshauptleute!
(Bundesminister Dr. Strasser: Ist sie!) – Na sicher! (Abg. Ellmauer: Es gibt ja auch sozialdemokratische und freiheitliche Landeshauptleute!)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Strasser.
Ich freue mich, dass Offenheit und Selbstkritik bei der SPÖ ausgeprägt sind. Die Vorgangsweise selbst würde ich aber trotzdem in Frage stellen. Und ich komme auch nicht ganz umhin, insbesondere da heute auch Würdigungen aus den Reihen der Freiheitlichen an die Kärntner Sozialdemokratie gerichtet worden sind, einmal laut und deutlich darüber nachzudenken, dass es da kurz nach Kärnten plötzlich einen Schulterschluss der SPÖ, der ÖVP und der FPÖ in der Asylpolitik gibt. – Mhmm! Mhmm! – Insbesondere weil da einiges an Kritik offen bleibt, auf die ich eingehen möchte. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Strasser.)
Bundesminister Dr. Strasser: Sie verwechseln da etwas!
Der Herr Minister murmelt mir gerade irgendwas vom „Vernünftigen“ in den Rücken. Ich denke nicht, dass er damit seine eigene Verordnung in den Detailbestimmungen meinen kann. Ich würde es für vernünftig halten, endlich den klaren Rechtsanspruch auf Bundesbetreuung zu regeln und auch endlich zu regeln, wie Bund und Länder hier kooperieren sollen. Wir haben aber eine Vereinbarung vorliegen, in der explizit drinnen steht, dass diese Vereinbarung keinen Rechtsanspruch für Fremde gemäß Artikel 2 begründet. – Haben Sie noch immer nicht zur Kenntnis nehmen können, was die Obersten Gerichte entschieden haben, dass es diesen Rechtsanspruch nämlich sehr wohl zu geben hat? (Bundesminister Dr. Strasser: Sie verwechseln da etwas!)
Beifall bei den Grünen.
Noch eine Bemerkung zum Schluss: Es ist durchaus kein Zufall, dass wir in den letzten zehn Jahren in diesem Bereich ein Kippen des Klimas erlebt haben, weil auch die politische Debatte so geführt wurde. Im Ausschuss musste ich von mehreren Rednern und Rednerinnen Sätze hören wie den, dass sich die Qualität der Asylwerber geändert hätte. Auch heute haben von diesem Rednerpult aus wieder Vorverurteilungen stattgefunden. Noch bevor man irgendein Verfahren hat abschließen können, wissen manche in diesem Haus schon, dass jemand nach der Genfer Konvention gar keinen Asylanspruch hat. Angesichts dessen kann ich Sie nur einladen, wirklich sehr dringlich dazu einladen, in sich zu gehen und zu überdenken, welches Klima die Politik hier schafft und welche Rechte sie missachtet. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wir dürfen aber auch nicht übersehen, wie viele Ressentiments und Vorverurteilungen seitens der Regierungsparteien gegenüber AsylwerberInnen bestehen und meiner Ansicht nach auch geschürt werden. Das hat Kollegin Partik-Pablé in ihrer Rede heute wieder einmal bewiesen, das tat auch Kollege Mainoni im Ausschuss, wo er doch tatsächlich davon gesprochen hat, dass die „Qualität der Asylwerber“ nachgelassen habe. Diese Aussage ist menschenverachtend, und sie zeigt deutlich den Zugang von Herrn Kollegem Mainoni diesen Menschen gegenüber. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Ellmauer: Welche? Nennen Sie die Namen!
meister dazu zu gewinnen, dass sie in ihren Gemeinden AsylwerberInnen aufnehmen? (Abg. Ellmauer: Welche? Nennen Sie die Namen!) Das kommt dann ohnehin noch.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich hoffe im Sinne der schutzbedürftigen Menschen, die nach Österreich kommen, dass die Vernunft und die Achtung vor den Menschen siegt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Reheis: Das ist mehr als peinlich!
Es wird untergebracht, verpflegt, mit Taschengeld ausgestattet und die medizinische Versorgung gewährleistet. Kosten für Bekleidung und für den Schulbesuch werden übernommen – eben Elementares fürs Leben. Ich finde, dazu sind wir auch verpflichtet. Mehr könnte es natürlich immer sein, nur, Frau Kollegin Stoisits – sie ist nicht da –: Die Kosten für Schikurse und Theaterbesuche gehen darüber hinaus. Auch österreichische Familien haben oftmals die Qual, ihren Kindern nicht alles bieten zu können, weil sie es sich einfach nicht leisten können. Welche Antworten geben wir diesen Familien, diesen Kindern? – Das wurde aber im Ausschuss und auch hier schon gesagt. (Abg. Reheis: Das ist mehr als peinlich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke, das, was Generationen von Innenministern vor Dr. Ernst Strasser nicht geschafft haben, hat jener in beeindruckender Art und Weise nun erledigt. Dieses positive Gestalten für unser Österreich hat in dieser Bundesregierung eben System. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Ellmauer: Als Grundversorgung!
Ich bin entsetzt über meinen Vorredner, der tatsächlich in Frage stellt, ob man Kindern von Asylwerbern unsere Kultur nahe bringen soll oder nicht. (Abg. Ellmauer: Als Grundversorgung!) Herr Kollege! Terrorismus bekämpft man bekanntlich in erster Linie über Kinder. (Abg. Ellmauer: Ich habe acht Jahre lang in meiner Gemeinde Flüchtlinge beherbergt! Keine Ahnung! – Zwischenruf des Abg. Ing. Kapeller.)
Abg. Ellmauer: Ich habe acht Jahre lang in meiner Gemeinde Flüchtlinge beherbergt! Keine Ahnung! – Zwischenruf des Abg. Ing. Kapeller.
Ich bin entsetzt über meinen Vorredner, der tatsächlich in Frage stellt, ob man Kindern von Asylwerbern unsere Kultur nahe bringen soll oder nicht. (Abg. Ellmauer: Als Grundversorgung!) Herr Kollege! Terrorismus bekämpft man bekanntlich in erster Linie über Kinder. (Abg. Ellmauer: Ich habe acht Jahre lang in meiner Gemeinde Flüchtlinge beherbergt! Keine Ahnung! – Zwischenruf des Abg. Ing. Kapeller.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich kann mir schon vorstellen, dass Sie sich jetzt über solch eine Forderung aufregen. Herr Minister! Ich kann und will mich nicht mit der Sprache der Regierungsparteien im Ausschuss und hier im Plenum abfinden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Ellmauer.
Die Landeshauptleute von der ÖVP waren immer dagegen, wenn es Überlegungen zu Fremden und Flüchtlingen im Zusammenhang mit diesen 15a-Vereinbarungen gegeben hat. (Zwischenruf des Abg. Ellmauer.) Herr Bundesminister! Umso mehr findet diese 15a-Vereinbarung unsere Zustimmung. Uns geht es auch darum, dass man die bisher an sich sehr unbefriedigende Situation wieder in den Griff bekommt und dass in Hinkunft die Versorgung von hilfsbedürftigen und schutzbedürftigen Fremden in Österreich sichergestellt wird.
Beifall bei der SPÖ.
Derzeit befinden sich immerhin 230 Personen in Betreuung, und auch die werden von dieser Regelung erfasst. Ich hoffe sehr, dass wir österreichweit Nachahmer finden, die diesem Beispiel Folge leisten können. Wir haben diese Artikel-15a-Vereinbarung auch von Wien aus vorangetrieben, und ich hoffe, dass das auch für das übrige Österreich Beispiel genug ist, damit wir in Zukunft ausreichend Plätze für die besonders schwer betroffenen Menschen zur Verfügung stellen können. Daher stimmen wir dieser Vereinbarung auch zu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Jugendlichen dieser Gemeinde haben diese Hetze zum Anlass genommen und werden dieser gesteuerten Fremdenfeindlichkeit entgegenwirken, indem sie gemeinsam mit der Bevölkerung Aufklärungsarbeit leisten werden. Meine Damen und Herren! So stelle ich mir die Zusammenarbeit vor, und nicht in Form einer Hetzkampagne! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In meinem Bezirk – im Bezirk Neusiedl –, in Gols, gibt es eine Unterbringungsstätte für 40 Asylwerber, die auch von der Bevölkerung akzeptiert wird, weil man in diesem Ort mit diesem Problem vernünftig umgeht. Meine Damen und Herren! Wir werden dieser Regierungsvorlage aber trotzdem unsere Zustimmung erteilen, weil sehr vernünftige Maßnahmen dadurch eingeleitet werden. Auf jeden Fall ist diese Vorlage eine Grundlage, dieses sensible Problem mit den Asylwerberinnen und Asylwerbern zu regeln. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister! Gesetze oder Teile von Gesetzespaketen novellieren zu lassen, bevor der Großteil überhaupt in Kraft getreten ist, zeugt jedoch nicht gerade von qualitativ hochwertiger Arbeit. Ich glaube, das sollte Ihnen über die Qualität der Arbeit, die Sie hier im Hohen Haus abliefern, zu denken geben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin sehr dankbar dafür, dass das Parlament sehr rasch auf die neue gesetzliche Grundlage durch die Vereinbarung mit den Ländern reagiert hat. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren – vor allem jene, die in den Gemeinden tätig sind! Hoffentlich werden wir nicht vor der Situation stehen, dass wir auf einmal bei einer Vereinbarung zwischen Bund und Ländern mitzahlen. Ich glaube, das sollte man klar ansprechen, und ich habe das auch im Ausschuss getan. Wenn man sich jahrelang in Wirklichkeit nur über die Finanzen nicht einigt und sich dann schließlich einigt, sollte man wenigstens so fair sein, das nicht zu Lasten Dritter zu machen. Das sage ich im Sinne der österreichischen Gemeinden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, es ist nicht nur fair und solidarisch, wenn ich Sie einlade – im Sinne der Gerechtigkeit! –: Helfen Sie hier im Interesse der Menschen! Nützen wir diese Chance, um jene, die in ihrer Not bei uns Zuflucht suchen, gerecht auf die Bundesländer und auf unsere Gemeinden und Städte aufzuteilen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Kößl, auf!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Antrag des Kollegen Pendl zustimmen, um ein Zeichen. (Abg. Parnigoni: Kößl, auf!) – Der Antrag hat nicht die Mehrheit des Nationalrates gefunden. Abgelehnt. (Ruf bei der SPÖ: Traurig, traurig!)
Ruf bei der SPÖ: Traurig, traurig!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Antrag des Kollegen Pendl zustimmen, um ein Zeichen. (Abg. Parnigoni: Kößl, auf!) – Der Antrag hat nicht die Mehrheit des Nationalrates gefunden. Abgelehnt. (Ruf bei der SPÖ: Traurig, traurig!)
Ruf bei der ÖVP: ... dich angerufen! – Heiterkeit.
Vor einigen Wochen stand in einer Zeitung folgende Quizfrage: Welcher der folgenden vier Staaten ist nicht Mitglied des EWR? Island, Liechtenstein, Norwegen oder Schweiz. – Ich bin überzeugt davon, dass ein großer Teil der Österreicherinnen und Österreicher entweder den 50 : 50-Joker oder den Publikumsjoker in Anspruch hätte nehmen müssen, um zu wissen, was die richtige Antwort ist. (Ruf bei der ÖVP: ... dich angerufen! – Heiterkeit.) – Danke.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne hoffe ich, dass das Hohe Haus dieser Ratifikation heute zustimmt, damit auch die noch verbliebenen EWR-Staaten gemeinsam mit den derzeitigen EU-Staaten und den zehn neu beitretenden Staaten einen starken europäischen Wirtschaftsraum bilden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mitterlehner und Dr. Spindelegger
Abgeordneter Mag. Hans Moser (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Nach dieser an Oswalt Kolle angelehnten jüngsten europäischen Integrationsgeschichte (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Mitterlehner und Dr. Spindelegger) möchte ich im Namen der Sozialdemokraten ein klares Bekenntnis zu einem zusammenwach-
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne: Es lebe der europäische Geist! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Nun erfolgt die Ratifikation durch die einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Bei uns wird sie, wie ich meine, sicherlich heute in dieser Plenarsitzung erfolgen, es ist damit ein weiterer Schritt zu einem gemeinsamen Europa getan! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Ist sie auch!
Ich halte diese Positionierung für äußerst problematisch, auch und vor allem für eine Partei, die sich immer als Europapartei darstellen möchte ... (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Ist sie auch!) – Das ist sie offenbar nicht. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Oja!) Das ist sie nicht, und ich werde gleich erklären, warum ich das so sehe.
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Oja!
Ich halte diese Positionierung für äußerst problematisch, auch und vor allem für eine Partei, die sich immer als Europapartei darstellen möchte ... (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Ist sie auch!) – Das ist sie offenbar nicht. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Oja!) Das ist sie nicht, und ich werde gleich erklären, warum ich das so sehe.
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Kroatien!
Diese Position ist ein Vorgriff auf eine Entwicklung, die überhaupt nicht absehbar ist. Ich möchte gerne wissen, wer fünf Jahre vor dem Fall der Mauer hätte glauben oder sich vorstellen können, dass das passiert. Und ich halte es für einigermaßen vermessen, heute zu sagen: In den nächsten zehn Jahren wird niemand von den Ländern, wie zum Beispiel Bulgarien und Rumänien, die jetzt schon im Beitrittsprozess sind (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Kroatien!), diese Kriterien erfüllen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Mitterlehner: Warum sagen Sie das uns?
(Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Mitterlehner: Warum sagen Sie das uns?) – Warum ich das Ihnen sage? – Weil Sie ... (Abg. Dr. Mitterlehner: Wir haben es ja nicht gesagt, oder?) – Weil Sie, zumindest habe ich das bisher geglaubt, auch zur ÖVP gehören, und wir uns zumindest in solchen Fragen mit unseren Landesorganisationen abstimmen.
Abg. Dr. Mitterlehner: Wir haben es ja nicht gesagt, oder?
(Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Mitterlehner: Warum sagen Sie das uns?) – Warum ich das Ihnen sage? – Weil Sie ... (Abg. Dr. Mitterlehner: Wir haben es ja nicht gesagt, oder?) – Weil Sie, zumindest habe ich das bisher geglaubt, auch zur ÖVP gehören, und wir uns zumindest in solchen Fragen mit unseren Landesorganisationen abstimmen.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Hoscher.
In diesem Sinne sollte die ÖVP, die sich immer als Europapartei bezeichnet, arbeiten, anstatt mit derartigen Anträgen zu signalisieren, dass sie die Erweiterung der Europäischen Union letztlich als Bedrohung empfindet. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Hoscher.)
Abg. Sburny: Lösen wir sie! Sie sagen, wir werden das in zehn Jahren nicht lösen!
Es gibt diesen Antrag, das ist richtig. Er geht aber in die Richtung, dass wir glauben, dass es absolut notwendig ist, die Beziehungen in der Europäischen Union zu vertiefen. Wir alle wissen, dass es durchaus noch Probleme mit Bulgarien, mit Rumänien, mit den Beitrittsländern zu lösen gilt, die auch zu lösen sind. Ob man da jetzt ein zeitliches Limit setzt oder nicht, das ist eine andere Frage. (Abg. Sburny: Lösen wir sie! Sie sagen, wir werden das in zehn Jahren nicht lösen!)
Beifall bei der ÖVP
Kollegin Sburny! Geschätzte Damen und Herren! Ich bekenne mich absolut zu einem gemeinsamen Europa, ebenso die gesamte ÖVP. Darüber, glaube ich, gibt es keine Diskussion (Beifall bei der ÖVP), aber offene Fragen müssen ganz einfach geklärt werden.
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Zum einen haben wir immer mehr Gemeinsamkeit, wir haben eine gemeinsame Sicherheitspolitik, eine gemeinsame Außenpolitik. Mit 1. Mai dieses Jahres findet die große Erweiterung statt, und wir werden, wenn auch nicht den größten, aber den wirtschaftlich stärksten Wirtschaftsraum auf der Welt haben. Zum anderen müssen wir auch sehen, dass es immer mehr Partikularinteressen gibt, die sich teilweise doch mit sehr viel Getöse und auch unterschiedlichster Art Gehör verschaffen. Ich meine, dass es sehr erfreulich ist, dass wir gerade mit diesem Übereinkommen zeigen können, dass sich eigenständige Interessen sehr harmonisch in diese europäische Gemeinsamkeit integrieren können. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Damit, meine sehr geehrten Damen und Herren, möchte ich auch schon schließen und feststellen, dass gerade in der Vielfalt Europas und in diesem gemeinsamen Wollen, es trotzdem gemeinsam zu gestalten, das Schöne und Bewundernswerte dieses Prozesses liegt. Deswegen werden wir diesem Antrag auch gerne unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Der Applaus ist spärlich!
Gemäß Artikel 2 sind genau 600 Millionen € für den Zeitraum 2004 bis 2009 vorgesehen, und obwohl das erfreulich ist, zeigt es meiner Ansicht nach doch eine der grundlegenden Problematiken dieses Erweiterungsprozesses. Ich glaube, dass noch immer, auch mit diesen 600 Millionen €, der Finanzmittelbedarf zur Verminderung oder sogar Ausgleichung der sozialen und wirtschaftlichen Disparitäten, die es in diesem großen gemeinsamen Wirtschaftsraum gibt, unterschätzt wird, und zwar sträflich unterschätzt wird. Ich bin der Meinung, dass die Europäische Union, gerade was die osteuropäischen Reformstaaten angeht, in den letzten zehn bis 15 Jahren den Finanzmittelbedarf viel zu gering angesetzt und ihre Hausaufgaben sträflich vernachlässigt hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grillitsch: Der Applaus ist spärlich!) – Wenn Sie das so auffassen! Das ist auch eine Möglichkeit, an dieses Thema heranzugehen, das zeigt aber genau, wie sich die ÖVP in Wirklichkeit mit diesem Thema auseinander setzt.
Beifall des Abg. Krainer.
Ich möchte noch kurz darauf eingehen, was Kollege Moser bezüglich des Lissabon-Prozesses gesagt hat. Ich glaube, auch da unterschätzen wir, was dieser Prozess bedeuten und was das Stoppen dieses Prozesses bedeuten könnte. Unter Umständen wird auf Grund von Partikularinteressen einzelner Länder die große Chance vergeben, ein eigenständiges europäisches und selbstbewusstes Wirtschaftsmodell und Sozialmodell anderen Modellen gegenüberzustellen. Und gerade da sollten wir ansetzen, gerade da sollten wir verstärkt tätig werden, denn je eher es uns im EWR und in der EU gelingt, diese sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten zu beseitigen, desto eher wird es uns gelingen, ein derartiges eigenständiges Modell zu entwickeln und etwa US-amerikanischen Modellen gegenüberzusetzen, denn wir sind der Ansicht, dass wir insbesondere im sozialpolitischen Bereich eine andere Auffassung von Gesellschaftspolitik haben. (Beifall des Abg. Krainer.)
Beifall bei der SPÖ.
Bei aller berechtigten Euphorie bezüglich dieses Erweiterungsprozesses sollten wir, so glaube ich, diese Problematik nicht aus den Augen verlieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Deshalb begrüßen wir aus unserer Sicht diesen Vertrag. Es ist heute vielleicht ein bisschen untergegangen: Es handelt sich hiebei um einen Staatsvertrag, der dem Nationalrat zur Beschlussfassung vorliegt, der gesetzesändernden beziehungsweise gesetzesergänzenden Charakter hat, aber keine Verfassungsänderung beinhaltet. Auch ist keine Regelung enthalten, die den selbständigen Wirkungsbereich der Länder betrifft, daher ist keine Zustimmung des Bundesrates erforderlich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit diesem Vertrag haben wir jetzt den letzten Schritt in Richtung EU-Erweiterung getan. Es ist jetzt unsere Aufgabe, unser aller Aufgabe auch hier im Hohen Haus, die Chancen zu nützen, aber auch alle damit verbundenen Probleme, die mit einer Erweiterung im Zusammenhang stehen, zu bewältigen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Die Europäische Union ist das größte Nachhaltigkeitsprojekt, das je in der Geschichte der Menschheit gestartet wurde, fest verankert auf den Säulen der Demokratie, der Solidarität mit den ärmeren Ländern und der Subsidiarität. Heißen wir daher die Beitrittsländer in unserem Wirtschaftsraum herzlich willkommen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
In meiner Region, der Europa-Sportregion, ist die Zahl der Urlauber aus diesen Ländern schon höher als die Zahl jener Urlauber, die aus Italien zu uns kommen. Gleichzeitig gilt es aber auch, den Leuten die Angst vor der Überflutung des österreichischen Arbeitsmarktes zu nehmen. Unsere Politik muss sein, die neuen Beitrittsländer zu unterstützen, damit sie in kürzester Zeit unsere Lebensqualität erreichen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Erweiterungsstopp zehn Jahre! Das ist Ihr Antrag!
Abgeordneter Johannes Schweisgut (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Auch ich möchte nicht nur im Namen meiner Tiroler Kollegen, sondern natürlich auch im Namen der gesamten ÖVP noch einmal Frau Sburny versichern, dass wir die Erweiterung nicht als Bedrohung sehen, sondern dass für uns die Erweiterung selbstverständlich ein immer gewünschtes Ziel war und ist. Die von Ihnen gewählte Formulierung ist sicher weder den Tatsachen entsprechend, noch beim besten Willen von Polemik erkennbar. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Erweiterungsstopp zehn Jahre! Das ist Ihr Antrag!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir freuen uns darüber und glauben, dass die Erweiterung für uns von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist. Wir sind der Überzeugung, dass es ein gegenseitiges Befruchten der Wirtschaft auch in Zukunft geben wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Außerdem wird das dazu führen, dass die österreichische Politik der Steueramnestie als Dauereinrichtung notwendig werden wird und nicht nur ganz kurzfristig für Onkel Grasser und Onkel Frank adaptiert werden muss. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne mein Appell an die Bundesregierung, in dieser Frage einen Kurswechsel vorzunehmen, damit dieser Erweiterungsprozess auch in Österreich so konsumiert werden kann und an diesem so partizipiert werden kann, wie wir alle uns das wünschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Jawohl!
Nächster Punkt: Alle anderen Elemente, die noch geregelt werden können, sind meines Erachtens nicht in der Form notwendig. Daher verstehe ich nicht, dass Sie dieses Gesetz nicht mittragen. Wir werden unsere Zustimmung dazu natürlich geben. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Jawohl!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Aus unserer Sicht ist es vielmehr so, dass große Büros sehr viel mehr Möglichkeiten haben, Posten abzuschreiben, sodass sie weniger Steuern zahlen müssen. Das heißt, dass eine Umsatzbindung tatsächlich Sinn machen würde, wenn man davon absieht, dass sich derzeit überhaupt die Frage stellt, ob in nächster Zeit noch irgendjemand Steuern zahlen wird, wenn man weiß, dass es ohnehin eine Amnestie gibt. Dann ist dieses Problem wieder Wurscht. Das gebe ich zu. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir werden uns noch genau ansehen, wie die Vorgangsweise sein wird und ob es diesbezüglich tatsächlich den Wunsch zu Gesprächen und zu einer gemeinsamen Einigung gibt oder ob Sie wie üblich einfach das durchziehen, was Sie vorhaben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Sburny: Welcher Mitglieder?
Frau Kollegin, grundsätzlich verstehe ich nicht, dass Sie hier gegen den Willen der Mitglieder Ihre Zustimmung verweigern. (Abg. Sburny: Welcher Mitglieder?) Es gibt einen Kammerbeschluss (Abg. Sburny: Der Mehrheit, oder?), und hier findet etwas statt, damit die rechtliche Grundlage dafür gegeben ist, überhaupt Pensionen auszuzahlen. Dass Sie einfordern, dass selbst ohne aufrechte Befugnis beziehungsweise mit ruhend gemeldeter Befugnis eine Wettbewerbsteilnahme möglich sein soll, ist tatsächlich damit gleichzusetzen, dass Sie die Möglichkeit, Schwarzarbeit zu verrichten, wünschen.
Abg. Sburny: Der Mehrheit, oder?
Frau Kollegin, grundsätzlich verstehe ich nicht, dass Sie hier gegen den Willen der Mitglieder Ihre Zustimmung verweigern. (Abg. Sburny: Welcher Mitglieder?) Es gibt einen Kammerbeschluss (Abg. Sburny: Der Mehrheit, oder?), und hier findet etwas statt, damit die rechtliche Grundlage dafür gegeben ist, überhaupt Pensionen auszuzahlen. Dass Sie einfordern, dass selbst ohne aufrechte Befugnis beziehungsweise mit ruhend gemeldeter Befugnis eine Wettbewerbsteilnahme möglich sein soll, ist tatsächlich damit gleichzusetzen, dass Sie die Möglichkeit, Schwarzarbeit zu verrichten, wünschen.
Abg. Sburny: Nicht unbedingt! Sie haben zum Beispiel jede Menge Frauen mit kleinen Kindern, die keinem anderen Beruf nachgehen, aber sehr wohl Interesse hätten, einen gewissen Standard aufrechtzuerhalten!
Hinterfragen Sie doch: Wer sind jene, die die Befugnis ruhend gemeldet haben? – Das sind jene, die die Ziviltechnikerprüfung abgelegt haben, aber in der Folge einem anderen Beruf, in dem sie auch versichert sind, nachgehen. (Abg. Sburny: Nicht unbedingt! Sie haben zum Beispiel jede Menge Frauen mit kleinen Kindern, die keinem anderen Beruf nachgehen, aber sehr wohl Interesse hätten, einen gewissen Standard aufrechtzuerhalten!)
Abg. Sburny: Die zahlen ja sowieso schon nichts mehr!
Völlig unverständlich, Frau Kollegin Sburny, ist für mich Ihre Forderung nach einer Regelung, wonach die Beiträge entsprechend dem Umsatz abgeliefert werden sollten. Was hieße das für ein großes Büro mit einem entsprechenden Umsatz? – Es gibt eine bestimmte Anzahl an Beschäftigten, um den Umsatz zu erreichen, und die sind nach dem ASVG versichert. Und was wäre die Konsequenz? – Jeder Ziviltechniker würde sich überlegen, ob er sich die Anzahl an Beschäftigten leistet, wenn er seinen Beitrag für die Wohlfahrtseinrichtung letztlich nach dem Umsatz zu leisten hätte. (Abg. Sburny: Die zahlen ja sowieso schon nichts mehr!)
Abg. Sburny: Das ist schon zu Ende gedacht, nur ein anderes Interesse!
Das ist, so sehe ich das jedenfalls, nicht zu Ende gedacht. (Abg. Sburny: Das ist schon zu Ende gedacht, nur ein anderes Interesse!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden Sorge dafür tragen, dass die rechtliche Grundlage für die Auszahlung der Pensionen auch ab 1. Juli 2004 gegeben ist, und sind grundsätzlich der Meinung, dass derartige Entscheidungen auch von den Zivilingenieuren selbst innerhalb ihrer Kammer zu treffen sind. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Während der heutigen Debatte gab es zahlreiche FPÖ-Abgeordnete, die hier gegenüber sozialdemokratischen Abgeordneten gemeint haben, sich verbal anbiedern zu müssen oder verbale Umarmungen tätigen zu müssen. Kollegen der FPÖ, ich fordere Sie auf, von diesen ziemlich peinlichen politischen „Grapschereien“ Abstand zu nehmen! Nicht nur ich, sondern viele andere auch legen Wert auf Distanz, Abstand und vor allem auf Haltung. Und ich bitte Sie, das zur Kenntnis zu nehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Man kann es „kurios“, „eigenartig“ oder „kreativ“ nennen, in Wirklichkeit jedoch ist das die in Worte gegossene Offenbarung der Unfähigkeit dieser Bundesregierung! Ich verweise da auch nicht auf den Khol-Begriff „Verfassungsbogen“. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir fordern Sie auf und laden Sie ein, die Opposition, die Grünen genauso wie die Sozialdemokratie, aber vor allem auch die Jungen, die so genannten Minderheitsmeinungshabenden, die IG Architektur, am neuen Ziviltechnikgesetz mitgestalten zu lassen, sie mitentscheiden zu lassen, dann käme es vielleicht einmal nicht zu einer Reparatur und einer Reform, die wieder reformbedürftig ist, sondern zu einer Reform, die auch Zukunft hat. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Hans Moser.
Viele Kammern haben von diesem „Opting out“ Gebrauch gemacht, unter anderen die Kammer der Ziviltechniker. Sie haben dann im Jahre 2000 ein Statut erlassen, so wie das vorgesehen ist, und dieses Statut wurde nunmehr vom Verfassungsgerichtshof mangels ausreichender Determinierung der Höchstbeitragsgrundlage – Sie wissen das – aufgehoben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Hans Moser.) Das ist die Wahrheit. Das ist der historische Abriss. Und wir sind heute hier aufgerufen, diesen Zustand zu reparieren. Es ist ein reiner Reparaturprozess, der materiell überhaupt keine Änderung mit sich bringt – auch das sollten Sie wissen.
Zwischenrufe der Abg. Mag. Trunk.
Daher, Herr Kollege Moser, ist es meiner Meinung nach völlig unzureichend und völlig unzutreffend, wenn Sie hier ein Versagen der schwarz-blauen Koalition beweinen und kritisieren. (Zwischenrufe der Abg. Mag. Trunk.) Kollege Moser hat das schon sehr weinerlich zum Ausdruck gebracht, denn für alles, was heute hier geschieht, ist natürlich diese Regierung verantwortlich. In diesem Fall aber gehen, wie gesagt, die Wurzeln zurück bis ans Ende der neunziger Jahre, und das sollten Sie bitte zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Daher, Herr Kollege Moser, ist es meiner Meinung nach völlig unzureichend und völlig unzutreffend, wenn Sie hier ein Versagen der schwarz-blauen Koalition beweinen und kritisieren. (Zwischenrufe der Abg. Mag. Trunk.) Kollege Moser hat das schon sehr weinerlich zum Ausdruck gebracht, denn für alles, was heute hier geschieht, ist natürlich diese Regierung verantwortlich. In diesem Fall aber gehen, wie gesagt, die Wurzeln zurück bis ans Ende der neunziger Jahre, und das sollten Sie bitte zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.
Eines wundert mich umso mehr. Wir haben soeben einen Fristsetzungsantrag der SPÖ zum Schwarzunternehmertum-Bekämpfungsgesetz diskutiert. Das war vor einer halben Stunde oder vor einer Stunde. Die SPÖ hat hier massive Verfolgung gefordert. In diesem Fall monieren Sie, dass Wettbewerbsteilnahme möglich sein soll ohne entsprechende Berechtigung. (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.) Sie müssen irgendwann konsequent sein und sich dann hier herstellen und Forderungen aufstellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines wundert mich umso mehr. Wir haben soeben einen Fristsetzungsantrag der SPÖ zum Schwarzunternehmertum-Bekämpfungsgesetz diskutiert. Das war vor einer halben Stunde oder vor einer Stunde. Die SPÖ hat hier massive Verfolgung gefordert. In diesem Fall monieren Sie, dass Wettbewerbsteilnahme möglich sein soll ohne entsprechende Berechtigung. (Zwischenruf der Abg. Mag. Trunk.) Sie müssen irgendwann konsequent sein und sich dann hier herstellen und Forderungen aufstellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich glaube, dass die Vorlage, so wie sie mit der Kammer ausgearbeitet ist, eine ausgewogene ist und daher unsere Zustimmung verdient, weil es sich, wie gesagt, um eine Reparatur handelt und mit Harmonisierung der Pensionssysteme vorläufig nichts zu tun hat. Das sollten Sie erkennen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.
Ich glaube aber, dass es gut ist, in Erinnerung zu bringen, was Herr Abgeordneter Mitterlehner hier vom Rednerpult aus gesagt hat. Er hat die Frage der Harmonisierung angesprochen, die wir verlangt haben, wobei wir gesagt haben, es wäre doch gescheit, wenn man bei der Harmonisierung der Pensionssysteme auch diese Frage mit diskutieren würde. Sie haben dann gesagt, bis Ende Juni wird sich die Harmonisierung nicht ausgehen. – Also von Ostern sind wir schon im Sommer. Es wird immer spannender: Zuerst war es Weihnachten, dann wird es Ostern, jetzt wird es der Sommer. (Zwischenrufe des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.)
Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Also Sie sind gegen die Auszahlung der Pensionen! Ist das richtig?
Ich habe den Eindruck, beide, Freiheitliche und ÖVP, haben überhaupt kein Interesse mehr an der Harmonisierung des Pensionssystems und versuchen nur, woanders Schuldige zu finden. (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Also Sie sind gegen die Auszahlung der Pensionen! Ist das richtig?) Aber das wird Ihnen auf keinen Fall gelingen, sehr verehrte Damen und Herren!
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben gerade gehört, dass es ein Opting out für diese Berufsgruppe gibt. Ich möchte daher die nächste Rednerin – Frau Abgeordnete Rossmann, glaube ich, steht auf der Rednerliste – fragen: Wie steht denn die Freiheitliche Partei dazu? Sollen Opting outs dann in der Harmonisierung eingefangen werden, oder sollen diese extra bleiben? Das würde mich interessieren. Vielleicht können Sie darauf eine Antwort geben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Gradwohl: Genau das ist ein Punkt: vernünftig!
auch Gespräche führen und zustimmen.“ (Abg. Gradwohl: Genau das ist ein Punkt: vernünftig!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zur Frage von Kollegen Riepl nach dem „Opting out“. Selbstverständlich, wir sind für alle Wege offen, aber letzten Endes muss die Forderung aus der Ziviltechnikerkammer selbst kommen. Die Probleme müssen dort erst einmal ausdiskutiert sein. Die Vorschläge, die dann auf den Tisch kommen, werden unsere Zustimmung finden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Dass wird diese Art der Politik nicht mittragen können, ist, wie ich meine, mehr als verständlich. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wir werden diesem Antrag zustimmen, weil wir der Meinung sind, dass diese Einbeziehung der Gruppen längst notwendig gewesen wäre und dass der Antrag inhaltlich auch unserer Vorstellung entspricht, auch wenn wir finden, dass der 4. Mai ein etwas „heftiger“ Termin ist. Aber da die Regierung auch permanent Termine vorgibt, die sie nicht einhält, werden wir eben aus inhaltlichen Gründen dem zustimmen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Pfusch!
Der zweite Punkt ist ein etwas ernsterer. Zu dem Vorwurf, der hier sowohl vom Kollegen Trinkl als auch, wie ich meine, schon vom Kollegen Mitterlehner gekommen ist, wir würden mit unserem Vorschlag, dass man bei ruhender Bewilligung Wettbewerbe mitmachen kann, der Schwarzarbeit Vorschub leisten. (Ruf bei der ÖVP: Pfusch!) Ich möchte schon klarstellen: Dies hat aber schon überhaupt nichts mit Schwarzarbeit zu tun, sondern sehr viel mehr mit Ihrem zünftischen Verständnis, dass Sie bestimmte Leute einfach nicht reinlassen wollen. Schwarzarbeit würde nämlich bedeuten, dass ich für etwas, was ich mache, auch Geld bekomme. Uns geht es darum, dass man an Wettbewerben teilnehmen können muss, und zwar genau deswegen, weil man keine Aufträge bekommt. Selbstverständlich wäre es dann, wenn jemand einen Zuschlag bekommt, notwendig, dass zuerst die Bewilligung wieder aufrecht gestellt wird. Das ist ja ohnehin selbstverständlich.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Aber Sie haben offenbar überhaupt keine Ahnung, wie sich das Architekten- und Architektinnenleben abspielt, sonst wüssten Sie nämlich, dass genau diese Bestimmung sehr vielen Leuten die Karriere komplett versaut – darf man, glaube ich, in diesem Haus nicht sagen –, aber zumindest unterdrückt. Deswegen sage ich, das ist zünftisches Denken, und das hat mit Schwarzarbeit aber absolut gar nichts zu tun. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Steibl: Das hätte uns auch sehr gewundert, wenn es anders wäre!
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich darf vorwegnehmen, dass wir den Bericht über den gemeinsamen Antrag des Unterausschusses an den Landwirtschaftsausschuss ablehnen und einen eigenen Entschließungsantrag einbringen werden. (Abg. Steibl: Das hätte uns auch sehr gewundert, wenn es anders wäre!) Denn weder Sie, Herr Bundesminister, noch die Kollegen der schwarz-blauen Regierungsfraktion haben uns bei der Erarbeitung der österreichischen Verhandlungsposition letztlich in die Vorbereitungsarbeiten ernsthaft mit einbezogen. Erst im Ausschuss wurde uns ein Bericht der Regierungsfraktionen vorgelegt.
Abg. Wittauer: Aber die Sozialdemokraten sind nicht die Vertreter der Landwirtschaft! Das ist etwas Neues!
Bauernbundpräsidenten Fritz Grillitsch, der alle wichtigen Eckpunkte zur nationalen Umsetzung dieser europäischen Agrarreform in Abstimmung mit dem Österreichischen Bauernbund als abgesegnet sah. Wer Fritz Grillitsch kennt, der weiß mit Sicherheit, dass er viele Funktionen hat, aber wir wissen auch mit Sicherheit, dass Fritz Grillitsch kein Hellseher ist. Insofern hat mich schon ein wenig verwundert, dass die Freunde von der FPÖ eigentlich auch so moniert haben, gegen eure lauwarme Wortmeldung nicht stärker zu opponieren. Das Einzige, was wir gemeinsam gefunden haben, Kollege Scheuch, war das, dass wir uns einig waren, dass die Position des Bauernbundes nicht unbedingt die Position der Abgeordneten im Nationalrat sein kann. (Abg. Wittauer: Aber die Sozialdemokraten sind nicht die Vertreter der Landwirtschaft! Das ist etwas Neues!) Das Ministerium war sich mit der Präsidentenkonferenz und letztlich mit dem Bauernbund einig, diese aus unserer Sicht sehr reformfeindliche, unsoziale und eigentlich zu wenig ökologische Agrarreform umzusetzen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Rufe bei der ÖVP: Was war das jetzt?
Sorgen Sie auch dafür, dass Ihre Bauern endlich einmal verbraucherorientiert beraten werden, wie das auch die kleinen und mittleren Unternehmen in Österreich tun wollen, dass sich Ihre Bauern langsam von der Kammer abnabeln und endlich mündig werden! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Rufe bei der ÖVP: Was war das jetzt?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Jawohl!
Das wird nicht gelingen. Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Das, was Bruno Kreisky gesät hat, werden Sie nicht ernten!, denn da wird die Vernunft der Bauern siegen. Sie wissen, dass sie geschlossen auftreten müssen, um auch in Zukunft ihre Interessen durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Jawohl!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Da sind wir in Österreich einen vorbildhaften Weg gegangen. Wir begrüßen, was Fischler hier macht. Das, was uns auszeichnet gegenüber anderen Fraktionen, ist unser Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Bauern (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), weil wir uns im Detail mit der Sache auseinander setzen. Hätten wir uns nicht so sehr damit auseinander gesetzt, hätten wir es genau so gemacht wie Sie, hätten wir es begrüßt, dass eine Modulierung um 20 Prozent stattfindet, über alle Betriebe gleich, im Vorschlag 2002. Das Ergebnis ist ein anderes, wie Sie wissen. Das Ergebnis ist: 3 bis 5 Prozent in den nächsten zwei, drei Jahren und eine Freimarge von 5 000 €.
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Wer hat denn in Berlin – weil das immer diskutiert wird und weil wir das auch im Rechnungshofunterausschuss erleben bezüglich Aufteilung der Agrarförderungen – beim Agrarministerrat eine Betriebsgrößendegression eingebracht? – Das waren Willi Molterer und Wolfgang Schüssel. Wer hat sie abgelehnt? – Die rot-grüne Fraktion des Deutschen Bundestages und die deutschen Politiker, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich lade die Konsumentinnen und Konsumenten auch von dieser Stelle aus ein, zu verhindern, dass Lebensmittel ständig als Lockartikel missbraucht werden. Daher bitte ich Sie: Gehen wir gemeinsam diesen Weg für die österreichischen Bauern, auch deshalb, damit sich die österreichischen Konsumenten auch in Zukunft auf eine sichere Lebensmittelproduktion verlassen können! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich mit einer Schautafel zum Rednerpult. – Abg. Wittauer: Zeig uns bitte das Plakat! – Abg. Dr. Pirklhuber: Kommt schon noch, alles mit der Ruhe!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich mit einer Schautafel zum Rednerpult. – Abg. Wittauer: Zeig uns bitte das Plakat! – Abg. Dr. Pirklhuber: Kommt schon noch, alles mit der Ruhe!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Hohes Haus! Wenn Sie, Herr Kollege Grillitsch, hier auftreten und der SPÖ vorwerfen, dass die Agrarpolitik bei der SPÖ keinen Stellenwert hätte, dann muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen: Ohne die Grünen gäbe es heute überhaupt keine Diskussion zur Agrarreform! Seit eineinhalb Jahren bemühen wir uns darum, dass die österreichische Agrarreform, die Umsetzung der EU-Beschlüsse hier in Österreich auch auf parlamentarischer Ebene ordnungsgemäß, inhaltlich intensiv diskutiert wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wittauer: Geh bitte!
Meine Damen und Herren! Es ist unglaublich, wenn ein Bauernbundpräsident hier behauptet: Die Vernunft der Bauern wird siegen. – Da frage ich gleich einmal: Was ist eigentlich mit den Bäuerinnen? (Abg. Wittauer: Geh bitte!) Wahrscheinlich sind die die Gescheiteren – zwar vielleicht nicht vernünftig in seinem Sinne, aber die Gescheiteren.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Aber die Agrarmarkt Austria lässt er los auf die Bauern, mit allen möglichen Unterlagen und Formularen! Da (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe) steht dann: Einheitliche Betriebsprämie 2005. – Auf welcher Basis, Herr Bundesminister, lassen Sie die Agrarmarkt Austria die Bäuerinnen und Bauern Formulare ausfüllen, jetzt, wo doch nichts klar ist, wo Sie nichts vorgelegt haben? Darauf würde ich heute wirklich eine Antwort von Ihnen erwarten, denn das ist eine Vorgangsweise, die ich in keinem anderen Wirtschaftssektor in Österreich kenne: dass Umsetzungsorgane der Republik Formulare an Bäuerinnen und Bauern aussenden, die diese auszufüllen und sogar bis 31. März zurückzusenden haben. Und es gibt keine gesetzliche Basis dafür. Das ist unglaublich und wirklich einzigartig, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Wie lange hast du denn Redezeit? – Heiterkeit.
Aber schauen wir uns die Details an und worum es momentan eigentlich geht! (Abg. Wittauer: Wie lange hast du denn Redezeit? – Heiterkeit.) – Offenbar mehr als die Regierungsfraktionen; das ist ganz klar. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Aber schauen wir uns die Details an und worum es momentan eigentlich geht! (Abg. Wittauer: Wie lange hast du denn Redezeit? – Heiterkeit.) – Offenbar mehr als die Regierungsfraktionen; das ist ganz klar. (Beifall bei den Grünen.)
der Redner spricht irrtümlich den neben Abg. Wittauer sitzenden Abg. Dipl.-Ing. Scheuch an – Heiterkeit
Für uns sind die Landwirtschaft und die Lebensmittelerzeugung ein Kernthema, Kollege Scheuch (der Redner spricht irrtümlich den neben Abg. Wittauer sitzenden Abg. Dipl.-Ing. Scheuch an – Heiterkeit), vielleicht im Unterschied zur FPÖ. Sie haben das vielleicht aufgegeben. Das kann schon sein. Sie werden es mir heute noch erläutern.
Abg. Wittauer: Der Minister sieht nichts!
Wenn Sie sich hier (der Redner hält ein Schaubild mit der Überschrift „Verteilung der Direktzahlungen 2002“ in die Höhe) die Graphiken bezüglich der Einkommensverteilung der Förderungen in Österreich anschauen, sehen Sie, dass derzeit 20 Prozent der Betriebe 54 Prozent der Fördermittel bekommen, während ein Drittel der Betriebe gerade 5,5 Prozent bekommen. 5,5 Prozent! (Abg. Wittauer: Der Minister sieht nichts!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll zeigt sich überrascht. – Heiterkeit.
Der Herr Minister hat es schon gesehen! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll zeigt sich überrascht. – Heiterkeit.) Ich habe es ihm natürlich schon gezeigt. Außerdem ist es von einer Bundesanstalt, einer nachgelagerten Dienststelle von ihm, und ich nehme ja doch an, dass er die Unterlagen seines Ministeriums kennt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Der Herr Minister hat es schon gesehen! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll zeigt sich überrascht. – Heiterkeit.) Ich habe es ihm natürlich schon gezeigt. Außerdem ist es von einer Bundesanstalt, einer nachgelagerten Dienststelle von ihm, und ich nehme ja doch an, dass er die Unterlagen seines Ministeriums kennt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
lage vorlegen, damit es zu einer sozialen und ökologischen Umsetzung der EU-Agrarreform kommen kann. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn man jetzt die Details der Reform Punkt für Punkt hinterfragen würde, bräuchte man wahrscheinlich noch viel länger, als man tatsächlich an Redezeit hat. Nur, Kollege Pirklhuber, wenn du sagst, wer länger redet, interessiert sich mehr für Agrarpolitik, werde ich schauen, dass ich länger heraußen stehe als du – und damit habe ich dann den Beweis angetreten, dass ich mich mehr für Agrarpolitik interessiere?! – Ich glaube, das ist der falsche Zugang. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Bäuerinnen und Bauern legen ja großen Wert darauf, Planungssicherheit zu haben, aber in Wirklichkeit haben wir mitten in der Periode gänzlich neue Voraussetzungen gehabt. Wenn man sich das heute anschaut – und ich habe ja das Privileg, sage ich einmal, nicht nur hier im Hohen Haus Agrarvertreter zu sein, sondern auch in der Kärntner Landwirtschaftskammer zu sitzen und dort als Vizepräsident das mitzuverfolgen –, muss man sagen, zum Teil sind ja auch die Organisationen zwar nicht überfordert, aber schon sehr schwer gefordert. Die Kammern müssen momentan ein gewaltiges Pensum bewältigen, und ich möchte an dieser Stelle auch einmal den Landwirtschaftskammern und hier vor allem nicht so sehr den politischen Vertretern, sondern vor allen Dingen dem arbeitenden Personal draußen in den Außenstellen, den verschiedenen Fachreferenten und Beratern von Seiten der freiheitlichen Bauernschaft einmal ein Dankeschön aussprechen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Wattaul deutet auf die Uhr.
Ich möchte aber, auch wenn das rote Licht schon lange leuchtet ... (Abg. Wattaul deutet auf die Uhr.) Ja, lieber Kollege Wattaul, Agrarpolitik ist eine wichtige Politik, und es kann doch nicht darauf ankommen, ob du fünf Minuten früher oder später zu deinem Wiener Schnitzel mit einem kleinen Bier kommst. (Allgemeine Heiterkeit.) Ich glaube, es zahlt sich aus, über Agrarpolitik zu diskutieren. (Abg. Dr. Glawischnig: Redezeit,
Allgemeine Heiterkeit.
Ich möchte aber, auch wenn das rote Licht schon lange leuchtet ... (Abg. Wattaul deutet auf die Uhr.) Ja, lieber Kollege Wattaul, Agrarpolitik ist eine wichtige Politik, und es kann doch nicht darauf ankommen, ob du fünf Minuten früher oder später zu deinem Wiener Schnitzel mit einem kleinen Bier kommst. (Allgemeine Heiterkeit.) Ich glaube, es zahlt sich aus, über Agrarpolitik zu diskutieren. (Abg. Dr. Glawischnig: Redezeit,
Abg. Grillitsch: Warum?
Abschließend: Es ist mir heute in der „Kronen Zeitung“ der Gastkommentar von Kollegen Grillitsch aufgefallen, der vom Inhalt her sicherlich gut gemeint war, nämlich die Konsumenten aufzurufen, die Bauern zu unterstützen. Gar keine Frage, das ist sicherlich etwas ganz Zentrales, etwas Wichtiges, da sind wir uns alle einig. Wir alle sind dafür, dass die bäuerlichen Betriebe nur dann, wenn die Österreicherinnen und Österreicher uns unterstützen, mehr Chancen bekommen werden. Nur: Die Aussagen in der ersten Spalte – ich will es jetzt nicht zitieren, das würde den Zeitrahmen vielleicht sprengen, es kann jeder die „Kronen Zeitung“ lesen – sind ein bissel eine Bankrotterklärung des Bauernbundes und der Agrarpolitik. (Abg. Grillitsch: Warum?) – Du schreibst: Die bevorstehende Erweiterung wird den Kampf auf den Höhepunkt treiben. Der Milchpreis ist am Tiefpunkt angelangt. (Abg. Grillitsch: Stimmt das nicht?) Viele Landwirte wollen angesichts der tristen Zukunftsaussichten zusperren.
Abg. Grillitsch: Stimmt das nicht?
Abschließend: Es ist mir heute in der „Kronen Zeitung“ der Gastkommentar von Kollegen Grillitsch aufgefallen, der vom Inhalt her sicherlich gut gemeint war, nämlich die Konsumenten aufzurufen, die Bauern zu unterstützen. Gar keine Frage, das ist sicherlich etwas ganz Zentrales, etwas Wichtiges, da sind wir uns alle einig. Wir alle sind dafür, dass die bäuerlichen Betriebe nur dann, wenn die Österreicherinnen und Österreicher uns unterstützen, mehr Chancen bekommen werden. Nur: Die Aussagen in der ersten Spalte – ich will es jetzt nicht zitieren, das würde den Zeitrahmen vielleicht sprengen, es kann jeder die „Kronen Zeitung“ lesen – sind ein bissel eine Bankrotterklärung des Bauernbundes und der Agrarpolitik. (Abg. Grillitsch: Warum?) – Du schreibst: Die bevorstehende Erweiterung wird den Kampf auf den Höhepunkt treiben. Der Milchpreis ist am Tiefpunkt angelangt. (Abg. Grillitsch: Stimmt das nicht?) Viele Landwirte wollen angesichts der tristen Zukunftsaussichten zusperren.
Abg. Grillitsch: Sag, dass das nicht stimmt!
Dazu muss ich sagen, ich erwarte mir von einem Agrarpolitiker... (Abg. Grillitsch: Sag, dass das nicht stimmt!) – Entschuldige, aber das ist die Bankrotterklärung der Agrarpolitik des Bauernbundes der letzten Jahre! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Wenn ich heute sage, der Überlebenskampf ist sinnlos geworden, dann ist das, glaube ich, der falsche Weg. Ich bin davon überzeugt, dass es nicht ausreichen wird, hier eine Bankrotterklärung abzugeben. Ich bin ja gar nicht heiß auf den Applaus von der Opposition, darum geht es mir überhaupt nicht. (Abg. Grillitsch: Du rechtfertigst den Milchpreis, das ist interessant!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dazu muss ich sagen, ich erwarte mir von einem Agrarpolitiker... (Abg. Grillitsch: Sag, dass das nicht stimmt!) – Entschuldige, aber das ist die Bankrotterklärung der Agrarpolitik des Bauernbundes der letzten Jahre! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Wenn ich heute sage, der Überlebenskampf ist sinnlos geworden, dann ist das, glaube ich, der falsche Weg. Ich bin davon überzeugt, dass es nicht ausreichen wird, hier eine Bankrotterklärung abzugeben. Ich bin ja gar nicht heiß auf den Applaus von der Opposition, darum geht es mir überhaupt nicht. (Abg. Grillitsch: Du rechtfertigst den Milchpreis, das ist interessant!)
Abg. Grillitsch: Du rechtfertigst den Milchpreis, das ist interessant!
Dazu muss ich sagen, ich erwarte mir von einem Agrarpolitiker... (Abg. Grillitsch: Sag, dass das nicht stimmt!) – Entschuldige, aber das ist die Bankrotterklärung der Agrarpolitik des Bauernbundes der letzten Jahre! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Wenn ich heute sage, der Überlebenskampf ist sinnlos geworden, dann ist das, glaube ich, der falsche Weg. Ich bin davon überzeugt, dass es nicht ausreichen wird, hier eine Bankrotterklärung abzugeben. Ich bin ja gar nicht heiß auf den Applaus von der Opposition, darum geht es mir überhaupt nicht. (Abg. Grillitsch: Du rechtfertigst den Milchpreis, das ist interessant!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nein, ich rechtfertige nicht den Milchpreis, aber ich halte nichts davon, die Landwirtschaft als bankrott zu erklären, denn ich bin davon überzeugt, dass jeder bäuerliche Betrieb in diesem Land eine Chance bekommen sollte. Hätten wir uns vor ein paar Jahren im Zuge der Erweiterung der EU ein bissel mehr Gedanken darüber gemacht – und da war der Bauernbund federführend daran beteiligt –, dann hätten wir uns vielleicht diese Misere heute erspart. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber auch Verschlechterungen!
Ich denke, dass wir – und das ist der Punkt, den man mit betrachten muss – gegenüber den ursprünglichen Kommissionsvorschlägen eklatante Verbesserungen erreichen konnten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber auch Verschlechterungen!) In nahezu allen Produktionsbereichen der europäischen und im Speziellen der österreichischen Landwirtschaft haben wir substantielle Verbesserungen erreichen können. Das gilt für die Produktionsbereiche Milch, Rinder, Getreide, nachwachsende Rohstoffe auf Stilllegungsflächen, ein Sektor, der viel Zukunft hat und in den ursprünglichen Vorschlägen nicht entsprechend sichergestellt wurde.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit unseren nationalen Programmen – ländliche Entwicklung, Umweltprogramm, Investprogramme – haben wir sehr, sehr ausgewogen auf Benachteiligungen oder Vorteile reagiert. Und es macht keinen Sinn, dieses ausgewogene System durch eine Umverteilungsdebatte in eine Schieflage zu bringen. Wir müssen richtige Antworten geben! Und die Frage der Entkoppelung auf historischem Zeitraum ist die richtige Antwort. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: Das kann doch nur ein Witz sein! Wo haben wir denn das diskutiert?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie sehen, das Konzept ist schlüssig. Wir haben darüber ausgiebig diskutiert: im Unterausschuss, in den Ausschüssen. Wir haben sehr intensiv diskutiert über die Ausrichtung und die Antworten aus der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik. (Abg. Gradwohl: Das kann doch nur ein Witz sein! Wo haben wir denn das diskutiert?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne sind wir auf dem richtigen Weg. Wir haben die richtigen Antworten und richtigen Konzepte, und das wird die bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich schlussendlich stärken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
In Anlehnung an Bruno Kreisky, der heute hier schon einmal zitiert wurde – so unter dem Aspekt: Lernen wir, was die Geschichte gezeigt und geschrieben hat! –, erinnere ich daran, dass 1927 erstmals ein Agrarprogramm geschrieben wurde, und zwar von den Sozialdemokraten. – Es wäre jedenfalls vernünftig gewesen, die Ideen Bruno Kreiskys fortzusetzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Sehr spannend fand ich im Ausschuss vor allen Dingen die Aussage des Kollegen Schultes, der meinte, die ländliche Bevölkerung, die Landwirte, die Bäuerinnen und Bauern haben sich Vertrauen, Berechenbarkeit und Sicherheit verdient. – Ich stimme dem zu, Kollege Schultes, nur: Das, was für die bäuerliche Bevölkerung gilt, gilt für die gesamte Bevölkerung in Österreich! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Wenn ich an die Geschehnisse der letzten drei Jahre hier und an Ihre Beschlüsse denke, muss ich sagen, dass von diesen Aspekten wahrlich wenig übrig geblieben ist.
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Meine Damen und Herren! Wir SozialdemokratInnen verstehen unter Nachhaltigkeit vor allem den sorgsamen Umgang mit Umwelt, Natur, Boden und Produkten. Landwirtschaft und Ernährung haben mit Leben und Lebewesen zu tun, und das berührt und betrifft uns alle. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) – Wir sind wieder bei Ihrem Herzensthema. Sie sind wieder stimmkräftig, Kollege Wittauer.
Beifall bei der SPÖ.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Auflagen gibt es überall, auch im Gewerbe und in der Industrie!
Mich wundert nicht, Herr Kollege Scheuch, wenn mancher Bauer sich fragt, welche Auflagen er noch erfüllen soll und muss. Er hat völlig Recht, wenn darauf hingewiesen wird ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Auflagen gibt es überall, auch im Gewerbe und in der Industrie!) Lieber Herr Kollege Pirklhuber! So weit solltest du dich auskennen, dass du weißt, dass in einem Gewerbe- und Industriegebiet jeder Betrieb, gleich welcher Art, produzieren kann, was immer er will, in diesem Bereich aber nicht ständig die Vorschriften geändert werden. Diese Betriebe erhalten im Rahmen der Betriebsanlagengenehmigung ihre Vorschriften, und diese gelten dann für die gesamte Dauer, während sich die Landwirtschaft seit 1995 x-fach umstellen musste. Das sollte einmal festgehalten werden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mich wundert nicht, Herr Kollege Scheuch, wenn mancher Bauer sich fragt, welche Auflagen er noch erfüllen soll und muss. Er hat völlig Recht, wenn darauf hingewiesen wird ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Auflagen gibt es überall, auch im Gewerbe und in der Industrie!) Lieber Herr Kollege Pirklhuber! So weit solltest du dich auskennen, dass du weißt, dass in einem Gewerbe- und Industriegebiet jeder Betrieb, gleich welcher Art, produzieren kann, was immer er will, in diesem Bereich aber nicht ständig die Vorschriften geändert werden. Diese Betriebe erhalten im Rahmen der Betriebsanlagengenehmigung ihre Vorschriften, und diese gelten dann für die gesamte Dauer, während sich die Landwirtschaft seit 1995 x-fach umstellen musste. Das sollte einmal festgehalten werden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein!
Kollege Pirklhuber hat Präsidentem Grillitsch vorgeworfen, dass bereits während des letzten Landwirtschaftsausschusses Presseaussendungen gemacht worden seien. – Was aber hat Kollege Pirklhuber heute gemacht? Er hat bereits zu Mittag eine Presseaussendung hinausgeschickt, in welcher er uns schon wissen ließ, was er uns jetzt, um 20.30 Uhr, vorhalten wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein!) Das ist genauso interessant, nicht? Soll ich es vorlesen? (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, bitte! Lesen Sie es vor!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, bitte! Lesen Sie es vor!
Kollege Pirklhuber hat Präsidentem Grillitsch vorgeworfen, dass bereits während des letzten Landwirtschaftsausschusses Presseaussendungen gemacht worden seien. – Was aber hat Kollege Pirklhuber heute gemacht? Er hat bereits zu Mittag eine Presseaussendung hinausgeschickt, in welcher er uns schon wissen ließ, was er uns jetzt, um 20.30 Uhr, vorhalten wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein!) Das ist genauso interessant, nicht? Soll ich es vorlesen? (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, bitte! Lesen Sie es vor!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, bitte!
Soll ich vorlesen, was alles darin steht? (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, bitte!) Mir fehlt jetzt leider ein bisschen die Zeit, aber, meine Damen und Herren, diese Presseaussendung wird im Grünen Klub ja noch vorhanden sein, in welcher ständig wiederholt wird, dass nicht ökologisch und nicht artgerecht gewirtschaftet und nicht gerecht verteilt wird und so weiter und so fort. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.
Soll ich vorlesen, was alles darin steht? (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, bitte!) Mir fehlt jetzt leider ein bisschen die Zeit, aber, meine Damen und Herren, diese Presseaussendung wird im Grünen Klub ja noch vorhanden sein, in welcher ständig wiederholt wird, dass nicht ökologisch und nicht artgerecht gewirtschaftet und nicht gerecht verteilt wird und so weiter und so fort. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.)
Zwischenruf des Abg. Gaál.
Damen und Herren, nennen Sie mir einen Gewerbebetrieb, beziehungsweise nehmen wir den Großbetrieb Voest: Glauben Sie, dieser würde sich mit derselben Förderung zufrieden geben wie ein kleiner Gewerbebetrieb mit zehn Beschäftigten? (Zwischenruf des Abg. Gaál.) Entschuldigung, es wird doch noch festgehalten werden dürfen, dass ein Grundbesitzer, wenn er eine bestimmte größere Fläche ordnungsgemäß unter bestimmten Auflagen bewirtschaftet, dann auch bezogen auf die Fläche Prämien und Ausgleichszahlungen erhalten soll und nicht pro Kopf! Das wird doch noch möglich sein, verehrte Damen und Herren!
Zwischenruf des Abg. Faul.
Noch etwas sei auch festgehalten, weil manchmal so getan wird, als ob die Bauern zu wenig kontrolliert werden würden. Die AMA wurde heute zitiert. Großartig! Auch mir ist die AMA manchmal mit zu vielen Kontrollen unterwegs. Das gestehe ich ganz offen. Vielleicht sollte man aber auch einmal prüfen, wer denn aller die AMA prüft! – Ich darf Ihnen zur Kenntnis bringen: Die AMA wird von der EU-Kommission, vom österreichischen Rechnungshof, vom Europäischen Rechnungshof, vom Bundesministerium, von neun Bundesländern, vom jeweiligen Landeskontrolldienst der neun Bundesländer, vom eigenen Prüfungsausschuss und von einem Wirtschaftsprüfer geprüft, wobei auch ein Testat verlangt wird. – Schön langsam frage ich mich: Was soll noch alles geprüft werden? (Zwischenruf des Abg. Faul.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege Faul! Sie meinten gerade in Ihrem Beitrag, die Landwirtschaftskammern seien das Problem. – Dazu darf ich Ihnen sagen: Es gab eine Urabstimmung. Die Bauern haben sich dazu bekannt, weil sie wissen, wo Qualität und ausgezeichnete Beratung gegeben ist. Genauso soll es einmal festgehalten werden! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Faul.
Ich bin mir bei der Arbeiterkammer nicht immer so sicher, ob bei dieser eine derart exzellente neutrale Bearbeitung, Behandlung und Beratung stattfindet wie in den österreichischen Landwirtschaftskammern! Bei Letzteren wird nicht nach der politischen Zugehörigkeit gefragt. Ich könnte Ihnen da von der oberösterreichischen Arbeiterkammer ein paar andere Dinge erzählen! (Zwischenruf des Abg. Faul.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich halte fest: Die Umsetzung der Agrarreform wird, wie es Herr Bundesminister Pröll angekündigt hat, nach bestem Wissen und Gewissen im Interesse der österreichischen Landwirtschaft, im Interesse der Konsumenten und im Interesse hervorragender Erzeugung von Qualitätsartikeln erfolgen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.
Das Zweite, was mir im Zusammenhang mit der Gemeinsamen Agrarpolitik auch total abgeht, ist der Entwurf eines Gesetzes, wie ihn Ministerin Künast in Deutschland vorgelegt hat. – Wir sehen nichts davon! Herr Minister! Vielleicht kennen Sie diesen noch nicht. Ich glaube, Sie könnten ihn mit Gewinn lesen! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Bei der Aufteilung der nationalen Reserve von 36 000 Tonnen wurden zirka 12 000 Betriebe berücksichtigt. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Herr Kollege Scheuch! Ich schließe an Ihre Kritik an! Vielleicht wollen Sie noch ein bisschen Munition dazubekommen, dann sollten Sie ein bisschen zuhören. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich höre immer zu, Frau Kollegin!) Während die Kammern von einem Zukauf von Milchquoten – wahrscheinlich auch Ihnen – mit der Warnung abgeraten haben, dass es unwirtschaftlich sei, haben einige wenige offensichtlich über Insiderinformationen verfügt, denn anders kann ich mir nicht erklären, dass sie trotz Warnung der Kammern zugeschlagen haben.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich höre immer zu, Frau Kollegin!
Bei der Aufteilung der nationalen Reserve von 36 000 Tonnen wurden zirka 12 000 Betriebe berücksichtigt. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Herr Kollege Scheuch! Ich schließe an Ihre Kritik an! Vielleicht wollen Sie noch ein bisschen Munition dazubekommen, dann sollten Sie ein bisschen zuhören. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich höre immer zu, Frau Kollegin!) Während die Kammern von einem Zukauf von Milchquoten – wahrscheinlich auch Ihnen – mit der Warnung abgeraten haben, dass es unwirtschaftlich sei, haben einige wenige offensichtlich über Insiderinformationen verfügt, denn anders kann ich mir nicht erklären, dass sie trotz Warnung der Kammern zugeschlagen haben.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie sind per Du? Eine grün-schwarze Liebschaft?
Da muss ich Kollegen Eßl fragen: Lieber Franz! Sagst du deinen Kollegen im Lungau auch, dass sie im Grünland keine Zukunft haben, dass die Kammern für sie keine Zukunft sehen? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie sind per Du? Eine grün-schwarze Liebschaft?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Da ist er!
Kollege Grillitsch, der jetzt nicht mehr herinnen ist ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Da ist er!) Entschuldigung! Kollege Grillitsch spricht in seinem Gastkommentar in einem Kleinformat vom „Kampfobjekt Milch“. Er beklagt, dass der Milchpreis jetzt schon auf dem Tiefpunkt angelangt ist. Gleichzeitig unterstützt er mit seiner Partei den Konzentrationsprozess in der Milchproduktion. (Abg. Grillitsch: Wer?) Herr Grillitsch! Sie! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Er beschwört uns, dass wir uns alle wehren sollen, und zwar jetzt! Wogegen sollen wir uns wehren, Herr Grillitsch? Gegen die Wettbewerbsverzerrung, die schon auf dem österreichischen Markt stattfindet?
Abg. Grillitsch: Wer?
Kollege Grillitsch, der jetzt nicht mehr herinnen ist ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Da ist er!) Entschuldigung! Kollege Grillitsch spricht in seinem Gastkommentar in einem Kleinformat vom „Kampfobjekt Milch“. Er beklagt, dass der Milchpreis jetzt schon auf dem Tiefpunkt angelangt ist. Gleichzeitig unterstützt er mit seiner Partei den Konzentrationsprozess in der Milchproduktion. (Abg. Grillitsch: Wer?) Herr Grillitsch! Sie! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Er beschwört uns, dass wir uns alle wehren sollen, und zwar jetzt! Wogegen sollen wir uns wehren, Herr Grillitsch? Gegen die Wettbewerbsverzerrung, die schon auf dem österreichischen Markt stattfindet?
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Kollege Grillitsch, der jetzt nicht mehr herinnen ist ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Da ist er!) Entschuldigung! Kollege Grillitsch spricht in seinem Gastkommentar in einem Kleinformat vom „Kampfobjekt Milch“. Er beklagt, dass der Milchpreis jetzt schon auf dem Tiefpunkt angelangt ist. Gleichzeitig unterstützt er mit seiner Partei den Konzentrationsprozess in der Milchproduktion. (Abg. Grillitsch: Wer?) Herr Grillitsch! Sie! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Er beschwört uns, dass wir uns alle wehren sollen, und zwar jetzt! Wogegen sollen wir uns wehren, Herr Grillitsch? Gegen die Wettbewerbsverzerrung, die schon auf dem österreichischen Markt stattfindet?
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das war jetzt aber eine Salzburger Interpretation!
Mit dieser Maßnahme jedenfalls wird der Strukturwandel in der Landwirtschaft beschleunigt. Wachse oder weiche! Das ist die Devise in der ÖVP: Kauf zu oder schleich dich! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das war jetzt aber eine Salzburger Interpretation!) Genau! Das war salzburgerisch abgewandelt!
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Immerhin stellt die ÖVP seit 1945 mit einer Unterbrechung in der Kreisky-Alleinregierung immer den Landwirtschaftsminister. Sie hat es aber mit immer höheren Förderungen offensichtlich nicht geschafft, dem Bauernsterben Einhalt zu gebieten. Wäre das in irgendeinem anderen Politikfeld der Fall, dann wäre etwas los! Dann würde die ÖVP genau untersuchen, was da eigentlich vor sich geht! (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Grillitsch! Sie sprechen immer davon, dass wir die Einheit unter den Bauern nicht zerstören sollen: Das wird den Bauern und Bäuerinnen schon ganz lange gesagt! Ich sage: An einem Strang ziehen ist gut, außer es steckt ein Kopf darin, nämlich der Kopf der kleinen und mittleren BäuerInnen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Rest-Hinterseer!
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Abgeordnete Hinterseer, mich wundert, dass ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Rest-Hinterseer!) Entschuldigung! Frau Kollegin Rest-Hinterseer! Ein Doppelname ist natürlich erlaubt! (Abg. Rest-Hinterseer: Danke!) Mich wundert, dass Sie gerade Kollegen Grillitsch vorwerfen, dass er die Bauerninteressen nicht vertrete! Er ist doch das beste Beispiel dafür! Er wurde ja dafür gewählt, dass er die Bauerninteressen vertritt.
Abg. Rest-Hinterseer: Danke!
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Abgeordnete Hinterseer, mich wundert, dass ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Rest-Hinterseer!) Entschuldigung! Frau Kollegin Rest-Hinterseer! Ein Doppelname ist natürlich erlaubt! (Abg. Rest-Hinterseer: Danke!) Mich wundert, dass Sie gerade Kollegen Grillitsch vorwerfen, dass er die Bauerninteressen nicht vertrete! Er ist doch das beste Beispiel dafür! Er wurde ja dafür gewählt, dass er die Bauerninteressen vertritt.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Aber natürlich muss man gewisse Bereiche aufzeigen, die vielleicht nicht ganz in die richtige Richtung laufen. Und wir sind als Bauernvertreter nicht dazu da, nur den „Kleinen“ – unter Anführungszeichen – zu vertreten, sondern wir müssen die gesamte Landwirtschaft vertreten. Und „gesamte Landwirtschaft“ bedeutet für mich auch, dass man nicht sagen kann: Der, der ein bisschen größer ist, ist ein schlechter Bauer, und der, der ein bisschen kleiner ist, ist ein besserer Bauer. Ich glaube, ich habe den gleichen Zugang dazu wie all die anderen, dass man nämlich schauen muss, dass wir unsere Landwirtschaft flächendeckend erhalten, und das beinhaltet auch die Einkommenssicherung. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir haben auch gesagt, dass die Reform durch die europäische Diskussion geprägt wird. Es ist dies eine europäische Reform, und der nationale Spielraum ist nicht so riesig. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Dieser Spielraum ist nicht so riesig. Man sollte dort aber zumindest die Chancen wahren! Ich bin auch nicht glücklich mit mancher Koppelung oder Entkoppelung, aber das ist eine Diskussion, die wir in Zukunft führen werden, und ich glaube, der Herr Minister wird dieser Diskussion offen gegenüberstehen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Als Freiheitlicher sehe ich, dass sehr wohl probiert wird, zukünftig die Politik auch dort für die Bauern zu machen. Für mich ist es eine neue Idee, dass sich die Sozialdemokraten und Grünen jetzt als Bauernvertreter fühlen und auf einmal diejenigen sein wollen, die zukünftig die Landwirtschaft gestalten. In der Vergangenheit habt ihr viel Zeit gehabt, Forderungen der Freiheitlichen umzusetzen! Das habt ihr nicht getan! Wenn Sie aber jetzt unsere Ideen nehmen und sagen: Die Regierung macht das falsch!, dann ist mir das ein bisschen zu wenig. Eigene Ideen wären gefragt, nicht aber, dass Sie den Huber-Plan der Freiheitlichen abschreiben und sagen: Das sind unsere Ideen für die Zukunft. – Das ist mir zu wenig! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Minister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ich glaube, aus der Geschichte sollten wir sehen – und das sollte meiner Meinung nach eigentlich zwischen allen Fraktionen unbestritten sein –, dass man in einer Region keinen einzelnen Berufsstand isoliert sehen kann. Entweder es geht einer Region gut, dann geht es dort auch den Bauern gut, oder es geht einer Region nicht gut, dann geht es auch den Bauern nicht gut. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Ich würde gern wissen, ob du einheimische Lebensmittel isst!
Meine Damen und Herren! Wir beziehungsweise, besser gesagt, Sie erzeugen eine neue Landflucht, und das kann es nicht sein! Wenn man sich die niederösterreichischen Zahlen, also die Zahlen unserer Heimat, Herr Minister, anschaut, dann stellt man fest, dass es seit 1995 ein Minus von 35 Prozent beim Bauernstand gegeben hat, und das ist eine Zahl, in deren Anbetracht wir sehr wohl nachdenken müssen, ob die Mittel, die uns national noch zur Verfügung stehen, tatsächlich optimal eingesetzt sind. (Abg. Wittauer: Ich würde gern wissen, ob du einheimische Lebensmittel isst!)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend noch eine Bitte: Auch in diesem Zusammenhang zitiere ich aus diesem Werk „Agrarpolitik 2002 bis 2003“: Aufrechterhaltung von regionalpolitischen Maßnahmen für die strukturschwachen Regionen für die Programmperiode ab 2007. Meine Damen und Herren! Auch mit dem Programm, das Sie ab 2005 umsetzen werden, wird es bei uns Regionen geben – Teile unserer Heimat, Herr Bundesminister, werden dazuzählen –, die 2007 nicht so weit sein werden, dass sie auf Förderungen als Ziel-2-Gebiet verzichten können. Ich bitte Sie, sich rechtzeitig dafür einzusetzen, dass diese Förderschiene erhalten bleibt! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben wir nur die Mitarbeiter gemeint, nicht die Funktionäre!
Große Unruhe kommt in die Höfe mit der GAP-Reform, und Sie wollen diese Unruhe schüren – es ist so. Wir sehen, dass wir mit unserer österreichischen Struktur tatsächlich diese Reform nur unter großen Anstrengungen umsetzen können. Wir wissen, dass unsere Beratungskräfte, unsere Vermarktungseinrichtungen, alle unsere gut funktionierenden Strukturen sehr gefordert werden, das umzusetzen, und ich freue mich, dass gerade Kollege Scheuch die Landwirtschaftskammern heute gelobt hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben wir nur die Mitarbeiter gemeint, nicht die Funktionäre!) Die Freiheitlichen waren ja da einmal ganz anderer Meinung und sind mit den Landwirt-
Widerspruch der Abgeordneten Dipl.-Ing. Kummerer und Gradwohl – Abg. Oberhaidinger: Wehleidig!
Das Einzige, was Sie tun, ist, den „Spaltungsspielraum“ zu nutzen, damit ihr die Bauern auseinander bringt, damit ihr die Leute auseinander bringt (Widerspruch der Abgeordneten Dipl.-Ing. Kummerer und Gradwohl – Abg. Oberhaidinger: Wehleidig!), damit ihr eure billigen Spielchen machen könnt. (Abg. Oberhaidinger: Wehleidig seid ihr!) – Ich weiß, es stört Sie, dass die Bauern hinter unserem Minister stehen. Es stört Sie, dass der Bauernbund geschlossen auftritt, und es stört Sie, dass wir ein klares, gutes Ziel und eine Perspektive haben. Unsere Österreicher wissen das, sie wissen das zu schätzen – und wir wissen, dass wir ein wunderbares Land haben, und werden dafür sorgen, dass es so bleibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Oberhaidinger: Wehleidig seid ihr!
Das Einzige, was Sie tun, ist, den „Spaltungsspielraum“ zu nutzen, damit ihr die Bauern auseinander bringt, damit ihr die Leute auseinander bringt (Widerspruch der Abgeordneten Dipl.-Ing. Kummerer und Gradwohl – Abg. Oberhaidinger: Wehleidig!), damit ihr eure billigen Spielchen machen könnt. (Abg. Oberhaidinger: Wehleidig seid ihr!) – Ich weiß, es stört Sie, dass die Bauern hinter unserem Minister stehen. Es stört Sie, dass der Bauernbund geschlossen auftritt, und es stört Sie, dass wir ein klares, gutes Ziel und eine Perspektive haben. Unsere Österreicher wissen das, sie wissen das zu schätzen – und wir wissen, dass wir ein wunderbares Land haben, und werden dafür sorgen, dass es so bleibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Einzige, was Sie tun, ist, den „Spaltungsspielraum“ zu nutzen, damit ihr die Bauern auseinander bringt, damit ihr die Leute auseinander bringt (Widerspruch der Abgeordneten Dipl.-Ing. Kummerer und Gradwohl – Abg. Oberhaidinger: Wehleidig!), damit ihr eure billigen Spielchen machen könnt. (Abg. Oberhaidinger: Wehleidig seid ihr!) – Ich weiß, es stört Sie, dass die Bauern hinter unserem Minister stehen. Es stört Sie, dass der Bauernbund geschlossen auftritt, und es stört Sie, dass wir ein klares, gutes Ziel und eine Perspektive haben. Unsere Österreicher wissen das, sie wissen das zu schätzen – und wir wissen, dass wir ein wunderbares Land haben, und werden dafür sorgen, dass es so bleibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo!
Abgeordnete Heidrun Walther (SPÖ): Herr Präsident! Herr Landwirtschaftsminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte schon sagen: Spalten wollen wir nicht, aber wir wollen verschiedene Umstände und Missstände aufzeigen, und das ist, glaube ich, unbedingt wichtig. Der wesentlichste Missstand ist der, dass wir noch immer keine Verordnung haben, die regelt, wie die Umsetzung der GAP-Reform für Österreich ausschauen soll, über die man diskutieren kann! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo!)
Abg. Grillitsch: Geh! Das ist ja schon 14 Tage her!
Ich meine, dass es auch einen Unterschied in der Vermittlung von Ergebnissen gibt, wenn wir einerseits zum Beispiel, wie im Landwirtschaftsausschuss geschehen, über die Presseagentur die Nachricht bekommen, dass der Landwirtschaftsausschuss den Großteil der Bauernbund-Forderung beschlossen hat, und wir noch gar nicht darüber geredet haben und wenn andererseits Herr Pirklhuber heute am Vormittag eine Presseaussendung herausgibt – das jetzt an Ihre Adresse, Herr Auer –, in der er mitteilt, was er heute hier sprechen wird. Im letzteren Fall ist das seine Meinung, die er da publiziert, während im ersteren Fall berichtet wird, der Landwirtschaftsausschuss habe etwas beschlossen, worüber wir noch nicht gesprochen haben! – Das nur zur Unterscheidung. (Abg. Grillitsch: Geh! Das ist ja schon 14 Tage her!)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Grillitsch und Gradwohl. – Abg. Grillitsch: Heute erzähle ich auch nicht über den Rechnungshof-Unterausschuss! Ich rede ja auch nicht über den Herrn Kräuter!
Ich möchte darüber sprechen, wie die ganze Entwicklung war. Die Entwicklung war so: Wir waren an und für sich ganz guten Mutes, als wir ... (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Grillitsch und Gradwohl. – Abg. Grillitsch: Heute erzähle ich auch nicht über den Rechnungshof-Unterausschuss! Ich rede ja auch nicht über den Herrn Kräuter!) – Gut, jetzt sollte ich eigentlich ein paar Sekunden abgerechnet bekommen, aber es scheint nicht so zu sein. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das geht technisch nicht!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das geht technisch nicht!
Ich möchte darüber sprechen, wie die ganze Entwicklung war. Die Entwicklung war so: Wir waren an und für sich ganz guten Mutes, als wir ... (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Grillitsch und Gradwohl. – Abg. Grillitsch: Heute erzähle ich auch nicht über den Rechnungshof-Unterausschuss! Ich rede ja auch nicht über den Herrn Kräuter!) – Gut, jetzt sollte ich eigentlich ein paar Sekunden abgerechnet bekommen, aber es scheint nicht so zu sein. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das geht technisch nicht!)
Abg. Grillitsch: Das ist eine Bestätigung für die Politik ...!
Ich finde es wirklich schlimm: Jetzt gibt es das große Aufheulen über den niedrigen Milchpreis, aber wie war denn das vor einigen Jahren? – Ich kann mich gut erinnern, dass in der Steiermark die Stainzer Molkerei brutalst abgewürgt wurde und nur das Interesse und das Engagement der Bediensteten der Stainzer Molkerei dazu geführt haben, dass der Betrieb erhalten geblieben ist und dass das wirklich eine Marke geworden ist. Das hat die Qualitätsschiene gestärkt, und das hat die Konsumentensicherheit gestärkt. (Abg. Grillitsch: Das ist eine Bestätigung für die Politik ...!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Das habt ihr nicht berücksichtigt, und insofern muss ich sagen: Das ist das Problem, vor dem wir stehen, dass Qualität, Konsumentenschutz, Tierschutz und all diese Dinge noch zu gering geachtet werden, nicht in eine Verordnung gegossen sind und dass auch der Faktor Arbeit bei den Grünlandbauern mehr Berücksichtigung finden müsste, denn diese müssen pro Hektar um acht Stunden mehr arbeiten als die Ackerbauern. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Nicht zuletzt haben wir im Vorjahr einen Vierparteienantrag zur Chancengleichheit im ländlichen Raum beschlossen. Damals haben alle Parteien zugestimmt. Offensichtlich kam es auch hier bei der SPÖ und den Grünen zu einem Gesinnungswechsel. Schade, dass Ihre konstruktive Haltung in dieser Frage nicht einmal ein Jahr lang gehalten hat. Wir bleiben auf Kurs für die Frauen und für den ländlichen Raum! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Auf Grund der knapp bemessenen Redezeit, die mir noch zur Verfügung steht, nur einige wenige Anmerkungen. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Kollege Grillitsch, du hast angeführt, wir würden versuchen, einen Keil in die Bauernschaft zu treiben. – Lieber Fritz Grillitsch, das ist gar nicht notwendig, denn das macht ohnehin ihr mit eurer Agrarpolitik, dass die Bauern untereinander streiten. Da brauchen wir eigentlich gar nichts mehr dazu beizutragen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Zweiter Punkt: Bruno Kreisky lässt grüßen. Lieber Fritz Grillitsch, du kommst wie ich aus einer gebirgigen Region, wo es zahlreiche kleine Bergbauern gibt. Ich kann mich noch daran erinnern, als zu jener Zeit, als ich noch ein junger Mensch war, damals über das Tabakgeld diskutiert worden ist. – Dieses brauchen wir nicht. Heute bist du froh, ist Kollege Schultes froh, ist Kollege Auer froh und ist vor allem Herr Bundesminister Pröll froh, denn dieser erzählt uns immer, wie „klass“ dieser Bergbauernzuschuss und diese Ausgleichszahlungen sind. Diese stammen aus dieser Zeit! Wenn Bruno Kreisky das damals nicht gemacht hätte, dann könntet ihr euch heute nicht auf die Brust klopfen, liebe Freunde von der ÖVP! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Grillitsch: Einstimmig, Herr Kollege! Einstimmig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da die Rede davon war, dass wir in drei Unterausschusssitzungen so wunderbar diskutiert haben, möchte ich die Frage stellen: Herr Bundesminister Pröll, wie oft waren Sie dort anwesend? – Einmal! Vorher haben Sie hervorragende Beamte geschickt, die uns hervorragend unterrichtet haben über das, was in der Vergangenheit war. Aber als es darum gegangen wäre, darüber zu diskutieren, was in der Zukunft sein soll und wie wir diese Gemeinsame Agrarpolitik nationalstaatlich umlenken, hat der Herr Vorsitzende Fritz Grillitsch gesagt: Aus, vorbei, wir machen einen Bericht! Ende des Unterausschusses! (Abg. Grillitsch: Einstimmig, Herr Kollege! Einstimmig!)
Abg. Ing. Schultes: „Salbungsvoll“ ist ein ... Wort!
Herr Bundesminister! Ich fordere jetzt im Namen der sozialdemokratischen Fraktion von Ihnen ein: Bringen Sie bitte das, was Sie heute hier salbungsvoll von der Regierungsbank aus verkündet haben (Abg. Ing. Schultes: „Salbungsvoll“ ist ein ... Wort!) – zu Ihnen komme ich auch noch, Kollege Schultes, das habe ich mir auch aufgeschrieben! (Abg. Scheibner: Geht nachher auf einen Kaffee!) – auch in Ordnung, Herbert Scheibner, ich nehme dich mit, ich lade dich ein! –, tatsächlich zu Papier und lassen Sie es einmal als Vorschlag hier herinnen im Parlament diskutieren! Bisher haben wir nämlich nur Worthülsen, nur Ankündigungen, aber keine konkreten Zahlen, Daten und Fakten. Und das, Herr Bundesminister, fordern wir ein im Hinblick auf Handelbarkeit, im Hinblick auf die Veränderungen, die heute alle schon diskutiert wurden.
Abg. Scheibner: Geht nachher auf einen Kaffee!
Herr Bundesminister! Ich fordere jetzt im Namen der sozialdemokratischen Fraktion von Ihnen ein: Bringen Sie bitte das, was Sie heute hier salbungsvoll von der Regierungsbank aus verkündet haben (Abg. Ing. Schultes: „Salbungsvoll“ ist ein ... Wort!) – zu Ihnen komme ich auch noch, Kollege Schultes, das habe ich mir auch aufgeschrieben! (Abg. Scheibner: Geht nachher auf einen Kaffee!) – auch in Ordnung, Herbert Scheibner, ich nehme dich mit, ich lade dich ein! –, tatsächlich zu Papier und lassen Sie es einmal als Vorschlag hier herinnen im Parlament diskutieren! Bisher haben wir nämlich nur Worthülsen, nur Ankündigungen, aber keine konkreten Zahlen, Daten und Fakten. Und das, Herr Bundesminister, fordern wir ein im Hinblick auf Handelbarkeit, im Hinblick auf die Veränderungen, die heute alle schon diskutiert wurden.
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Schultes, zum Abschluss: Sie haben gesagt, Österreich ist ein wunderbares Land. – Sie haben vollkommen Recht, Kollege: Österreich ist ein wunderbares Land – trotz der Politik des Bauernbundes! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
zu reden haben. Ich hoffe, dass Ihre Sorge auch dann noch vorhanden ist, wenn es um diese Sache geht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Aber dann führen wir sie doch!
Auch zum Hauptthema eine Anmerkung. Wir haben natürlich eine ungeheuer große Herausforderung vor uns: Die GAP-Reform bringt einen kompletten Systemwechsel mit sich, und das ist natürlich nicht ganz einfach. Wir haben auch die Osterweiterung vor uns. Ich bin überzeugt davon, wir werden auch das schaffen; wir haben ja bereits viele große Herausforderungen geschafft, nur: Es stört mich einiges an der Art und Weise, wie diese Debatte geführt wird. Was ist das Ziel? – Ziel muss es sein, fitte, zukunftsfähige Betriebe zu haben, die am Markt bestehen und von denen Familien leben können. Aber was diskutieren wir hier? – Wir führen hier keine Zukunftsdebatte darüber, wie sich diese Betriebe entwickeln sollen, sondern wir führen Verteilungsdebatten. Damit ist jedoch die Zukunft nicht gewinnbar! Groß-und-Klein-Debatten bringen nichts, auch eine Sozialdebatte nicht. Wir wollen hier keine Sozialdebatte, sondern eine Wirtschaftsdebatte führen! (Abg. Gradwohl: Aber dann führen wir sie doch!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kleinbetriebe!
Wenn wir schon über Groß und Klein debattieren, dann müssen wir sagen: Schauen wir in die USA (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kleinbetriebe!), schauen wir nach Kanada, schauen wir nach Südamerika (Zwischenruf der Abg. Rest-Hinterseer), schauen wir nach Neuseeland, schauen wir nach Australien, und schauen wir auch nach Europa! Das ist ja lachhaft, wenn wir von Österreich aus eine Klein-Groß-Debatte führen, auch in Europa! (Abg. Gradwohl: Es geht um unsere Familienbetriebe! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bergbauernbetriebe!) Wir haben in Österreich die ausgeprägteste kleinbetriebliche Struktur von ganz Europa. Wir liegen damit hinter Portugal und hinter Griechenland – Sie wissen schon: eine Kuh, zwei Ziegen, drei Olivenbäume. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht Agrarpolitik für die USA machen, oder?)
Zwischenruf der Abg. Rest-Hinterseer
Wenn wir schon über Groß und Klein debattieren, dann müssen wir sagen: Schauen wir in die USA (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kleinbetriebe!), schauen wir nach Kanada, schauen wir nach Südamerika (Zwischenruf der Abg. Rest-Hinterseer), schauen wir nach Neuseeland, schauen wir nach Australien, und schauen wir auch nach Europa! Das ist ja lachhaft, wenn wir von Österreich aus eine Klein-Groß-Debatte führen, auch in Europa! (Abg. Gradwohl: Es geht um unsere Familienbetriebe! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bergbauernbetriebe!) Wir haben in Österreich die ausgeprägteste kleinbetriebliche Struktur von ganz Europa. Wir liegen damit hinter Portugal und hinter Griechenland – Sie wissen schon: eine Kuh, zwei Ziegen, drei Olivenbäume. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht Agrarpolitik für die USA machen, oder?)
Abg. Gradwohl: Es geht um unsere Familienbetriebe! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bergbauernbetriebe!
Wenn wir schon über Groß und Klein debattieren, dann müssen wir sagen: Schauen wir in die USA (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kleinbetriebe!), schauen wir nach Kanada, schauen wir nach Südamerika (Zwischenruf der Abg. Rest-Hinterseer), schauen wir nach Neuseeland, schauen wir nach Australien, und schauen wir auch nach Europa! Das ist ja lachhaft, wenn wir von Österreich aus eine Klein-Groß-Debatte führen, auch in Europa! (Abg. Gradwohl: Es geht um unsere Familienbetriebe! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bergbauernbetriebe!) Wir haben in Österreich die ausgeprägteste kleinbetriebliche Struktur von ganz Europa. Wir liegen damit hinter Portugal und hinter Griechenland – Sie wissen schon: eine Kuh, zwei Ziegen, drei Olivenbäume. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht Agrarpolitik für die USA machen, oder?)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht Agrarpolitik für die USA machen, oder?
Wenn wir schon über Groß und Klein debattieren, dann müssen wir sagen: Schauen wir in die USA (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kleinbetriebe!), schauen wir nach Kanada, schauen wir nach Südamerika (Zwischenruf der Abg. Rest-Hinterseer), schauen wir nach Neuseeland, schauen wir nach Australien, und schauen wir auch nach Europa! Das ist ja lachhaft, wenn wir von Österreich aus eine Klein-Groß-Debatte führen, auch in Europa! (Abg. Gradwohl: Es geht um unsere Familienbetriebe! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bergbauernbetriebe!) Wir haben in Österreich die ausgeprägteste kleinbetriebliche Struktur von ganz Europa. Wir liegen damit hinter Portugal und hinter Griechenland – Sie wissen schon: eine Kuh, zwei Ziegen, drei Olivenbäume. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht Agrarpolitik für die USA machen, oder?)
Abg. Grillitsch – in Richtung SPÖ –: Ihr habt gesagt, ihr wollt es nicht!
Ein Allerletztes: Wir haben in Kürze – oder eigentlich laufend – das Tierschutzgesetz auf der Tagesordnung. Sie sagen immer, Sie möchten die Kleinen schützen und stützen. Da sind wir sehr dafür, da treffen wir uns sehr genau. (Abg. Grillitsch – in Richtung SPÖ –: Ihr habt gesagt, ihr wollt es nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Daher sage ich eines, was diese Debatten um das Tierschutzgesetz betrifft: Seien Sie sich bitte dessen bewusst: Wenn wir bei diesem Tierschutzgesetz nicht das richtige Maß finden, wenn wir Auflagen, wenn wir Investitionszwänge produzieren, die von diesen Betrieben nicht erfüllt werden können, dann werden genau die Kleinen zum Aufgeben gezwungen, weil die Kleinen übermäßig hohe, unverhältnismäßige Investitionen nicht erwirtschaften können. – Das möchte ich Ihnen gerne mitgeben, und darum geht es: dass diese kleinen Betriebe in Österreich eine Zukunft haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wittauer – zwischen den vorderen Bankreihen stehend –: Die Verbindung zu den Grünen muss her!
Abgeordneter Franz Eßl (ÖVP): Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Es wäre natürlich verlockend, zu diesem Thema, zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ... (Abg. Wittauer – zwischen den vorderen Bankreihen stehend –: Die Verbindung zu den Grünen muss her!)
Beifall bei der ÖVP.
Da brauchen wir erstens das Bündnis hier herinnen im Hohen Haus, dass wir den Bauern ein Regelwerk in die Hand geben, das praktikabel ist, dass sie anwenden können, und zweitens das Bündnis mit den Konsumenten, dass sie unsere Produkte auch entsprechend kaufen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Daher weht der Wind! Typische Politik von euch!
Darum finde ich diese Umverteilungsdebatte, wie sie stattfindet, eigentlich sinnlos und nicht gerechtfertigt. (Abg. Silhavy: Daher weht der Wind! Typische Politik von euch!)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Wir von der ÖVP hingegen wollen für die Bauern da sein. Wir wollen für die Bauern Politik machen, und das werden wir in der Zukunft auch entsprechend durchsetzen. Die Solidarität unter den Bauern ist auf alle Fälle gegeben. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.
Herr Kollege Gradwohl, Österreich ist ein schönes Land, und zwar wegen der Politik des Bauernbundes und der ÖVP! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Was soll das?
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber. 2 Minuten Redezeit sind gewünscht. – Sie sind am Wort, Herr Kollege. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Was soll das?)
Abg. Scheibner: Du hast eh schon einmal geredet!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es besteht offensichtlich großes Interesse beim Kollegen Scheibner, zu erfahren, was die Grünen hier noch weiter zu sagen haben. (Abg. Scheibner: Du hast eh schon einmal geredet!)
Abg. Grillitsch: Nein! Das ist falsch! Sagen Sie nichts Falsches!
Das, was die letzten zwei Redner der ÖVP hier geäußert haben, ist schon sehr bemerkenswert: zwei Vertreter von Landwirtschaftskammern, Präsident Eßl von der Salzburger Landwirtschaftskammer und Kollege Keuschnigg, Kammeramtsdirektor in Tirol. (Abg. Grillitsch: Nein! Das ist falsch! Sagen Sie nichts Falsches!)
Abg. Eßl: Ihr führt sie so!
Beide sind Vertreter der Grünlandbauern, der Bewirtschafter der Grünlandgebiete in Österreich, der Bergbäuerinnen und Bergbauern. Sie, Kollege Eßl, behaupteten hier, dass wir keine Sozialhilfeempfänger sein wollen. – Jetzt sage ich Ihnen einmal Folgendes: Diese Debatte so zu führen, das halte ich für grundfalsch (Abg. Eßl: Ihr führt sie so!), denn eines muss man ganz klar sagen und auf den Tisch legen: Derzeit bekommen die großen Marktfruchtbetriebe – das sind jene Betriebe in Österreich, die von großen Getreidebauern bewirtschaftet werden – 85 Prozent von ihrem Einkommen von der öffentlichen Hand.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Bundesminister, Sie wissen es, ich weiß es, und Sie, Kollege Eßl, sollten es auch wissen: Die Bergbauern erhalten im Durchschnitt 76 Prozent ihres Einkommens über Direktzahlungen. Das sind die Fakten, Kollege Eßl! Angesichts dieser Tatsache als Vertreter der Grünlandbauern nicht von einer sinnvollen Verteilungsdebatte zu reden, ist wirklich beschämend! Ich kann’s nicht anders sagen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Zum Zweiten zur Frage, die Kollege Keuschnigg in Bezug auf die Standards und den Tierschutz angesprochen hat: Da bin ich Ihrer Meinung! Natürlich ist es eine Herausforderung für die kleinen Betriebe. Diesbezüglich haben wir Grünen einen konstruktiven und offensiven Antrag gestellt, der im nächsten Landwirtschaftsausschuss – das hoffe ich zumindest – auf der Tagesordnung stehen wird. Darin geht es um Investitionsförderungen für die Kleinbetriebe. Und die Agrarreform, Herr Bundesminister, ermöglicht es ja, zusätzliche Fördermittel für den Tierschutz zu lukrieren, besonders für artgerechte Tierhaltung. Da hoffe ich dann auf Ihre Unterstützung unserer Anträge. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Falsch ist, dass Georg Keuschnigg Kammerangestellter ist, sondern er ist Bauernbunddirektor. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.
Ich stelle fest: So kennt sich Pirklhuber in der österreichischen Agrarpolitik aus! (Beifall bei der ÖVP. – Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen und der SPÖ.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Der letzte Satz war nicht geschäftsordnungskonform, Kollege Grillitsch! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Ich finde es, ehrlich gesagt, von der Opposition ein bisschen zu viel verlangt, einer Gesetzesvorlage zuzustimmen, dessen Kernstück nicht bekannt ist und das noch in Verhandlung steht. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Abg. Wittauer: Das Gesetz ist entscheidend!
Ich las in der APA, dass es heute mehrere Wortmeldungen zu dem Thema gibt, und dort heißt es, dass das noch nicht ... (Abg. Wittauer: Das Gesetz ist entscheidend!) Ja, das Gesetz ist fertig, aber wenn wir dem Gesetz zustimmen, ohne den Allokationsplan zu kennen, so ist das so, wie wenn wir die Katze im Sack kaufen würden – genauso wie beim Tierschutz. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich las in der APA, dass es heute mehrere Wortmeldungen zu dem Thema gibt, und dort heißt es, dass das noch nicht ... (Abg. Wittauer: Das Gesetz ist entscheidend!) Ja, das Gesetz ist fertig, aber wenn wir dem Gesetz zustimmen, ohne den Allokationsplan zu kennen, so ist das so, wie wenn wir die Katze im Sack kaufen würden – genauso wie beim Tierschutz. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Was ich bis jetzt davon gesehen habe, ist nicht wirklich ein Beitrag zum Klimaschutz, wie wir es uns vorstellen. Auch von Seiten der EU-Kommissarin Wallström ist eine ähnliche Kritik gekommen. Es wurde bereits Skepsis angemeldet, dass das ... (Zwischenruf des Abg. Amon.) Herr Kollege Amon, wissen Sie, ich glaube, Sie haben noch nicht einmal die Überschrift von diesem Gesetz gelesen. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.
Was ich bis jetzt davon gesehen habe, ist nicht wirklich ein Beitrag zum Klimaschutz, wie wir es uns vorstellen. Auch von Seiten der EU-Kommissarin Wallström ist eine ähnliche Kritik gekommen. Es wurde bereits Skepsis angemeldet, dass das ... (Zwischenruf des Abg. Amon.) Herr Kollege Amon, wissen Sie, ich glaube, Sie haben noch nicht einmal die Überschrift von diesem Gesetz gelesen. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich habe mich wirklich sehr intensiv damit auseinander gesetzt. Glauben Sie mir, ich weiß, warum wir nicht dafür sind! Das ist keine böse Unterstellung, sondern das ist eine realistische Unterstellung. Ich habe mich wirklich sehr lange und intensiv damit auseinander gesetzt, und ich glaube, ich brauche mich vor Ihnen nicht zu rechtfertigen und will meine kostbaren drei Minuten dafür nicht verschwenden. Also weiter zu den Inhalten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich habe das Gefühl, dass es bei diesem Emissionshandel drunter und drüber geht, und ein Ende ist nicht wirklich absehbar. Ich glaube nicht, dass man von uns verlangen kann, einer Gesetzesvorlage zuzustimmen, zu welcher es nicht mal in der Regierung Einigkeit gibt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Herr Präsident! Machen Sie ihn bitte nicht darauf aufmerksam!
Die 3 Minuten sind selbst gewählt, freiwillig, Sie können nach der Geschäftsordnung 20 Minuten reden. (Abg. Dr. Stummvoll: Herr Präsident! Machen Sie ihn bitte nicht darauf aufmerksam!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Liebe Frau Kollegin Sima, ich bin immer wieder erstaunt darüber, mit welcher Polemik und mit welch geringer Sachbezogenheit Sie dem Thema „Emissionshandel“ begegnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Es ist uns allen bewusst, dass die Klimabelastung durch Emissionen kein nationales Problem Österreichs ist, dass Emissionen nicht vor Staatsgrenzen Halt machen, und wenn wir uns zum Ziel gesetzt haben, die Emissionen zu minimieren, und dafür Geld in die Hand nehmen müssen – egal, ob das Geld aus dem Bereich der Wirtschaft ist, ob das staatliche Gelder sind, wie auch immer –, dann ist es doch eine legitime, wenn nicht geradezu verpflichtende Aufgabe, darüber nachzudenken, wie man mit einer bestimmten Summe Geldes möglichst viel an Emissionen reduzieren kann. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.)
Abg. Dr. Glawischnig: Das ist ein schlechtes Argument!
ziehen, was Sie hier an dieser Vorgangsweise kritisieren wollen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das ist ein schlechtes Argument!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir erreichen mit jedem eingesetzten Euro ein Vielfaches dessen, was wir im eigenen Land damit erreichen könnten. Der Mix an Maßnahmen, national und international, wird uns zur Erreichung dieses Kyoto-Zieles bringen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte alle Fraktionen um Zustimmung zu dieser Gesetzesvorlage mit dieser Abänderung. (Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Herr Kollege Kopf, also wenn das, was die Kollegin Sima hier ausgeführt hat, polemisch war, dann trinke ich nie wieder ein Glas Prosecco, das schwöre ich Ihnen. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Der hat keinen Grund ...!
Jetzt haben wir noch ein System, in dem genau das Gegenteil der Fall ist; es gibt keine Knappheit, sondern – im Gegenteil – es gibt Überfluss. Da möchte ich den deutschen Umweltminister zitieren, der heute im „Standard“ meinte, ein kleines Land, das sich als Transitland bezeichnet, glaubt offensichtlich, dass durch diesen Allokationsplan, der heute ausgeteilt und veröffentlicht worden ist, die gesamte Reduktion, die im Klimaschutz notwendig ist, im Bereich Verkehr stattfindet und de facto der gesamte Verkehr zum Erliegen kommt. – Das sind die Rückschlüsse des deutschen Umweltministeriums auf Basis unserer Daten, auf Basis dessen, was jetzt der Umweltminister vorgelegt hat. (Abg. Rädler: Der hat keinen Grund ...!)
Abg. Wittauer: Nein, 45!
Was ich nicht verstehe, ist, dass Sie dieses Prinzip der Knappheit, damit sich wirklich etwas Positives entwickeln kann, so sehr ablehnen und dass Sie es gut finden, dass wir jetzt nicht reduzieren, sondern der Industrie sogar Zuwächse zugestehen, nämlich plus 12 Prozent vom jetzigen Status. Ich frage Sie ernsthaft: Wie können Sie nur irgendwie daran denken, das Kyoto-Ziel zu erreichen, wenn wir im Verkehr Zuwachsraten von 1990 bis 2002 von plus 60 Prozent gehabt haben (Abg. Wittauer: Nein, 45!) und wenn jetzt Sie der Industrie noch plus 12 Prozent genehmigen? – Ich habe nicht die blasseste Vorstellung davon, wie Sie das Ziel noch irgendwie erreichen wollen.
Beifall bei den Grünen.
Ich frage mich auch, warum es nicht gelungen ist, im Zuge der Steuerreform – mit diesen großen Zugeständnissen, einer Körperschaftsteuersenkung von 1 Milliarde € im Jahr; nur eine Größenordnung zum Vergleich: alles, was der Emissionszertifikatehandel kosten wird, sind insgesamt 50 Millionen €, akkumuliert bis zum Jahr 2010 – mit der Industrie eine Vereinbarung zu treffen, dass man Klimaschutz einfach außer Streit stellt, dass man Klimaschutz einfach anstrebt und durchzieht und nicht bei jeder beliebigen Gelegenheit über Bord wirft. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich sehe hier den heutigen Tag als einen sehr traurigen Tag für die Umwelt- und auch für die Wirtschaftspolitik Österreichs, weil es nicht gelungen ist, aus dieser Chance, die vorgegeben war, etwas zu machen. Stattdessen tritt das Gegenteil ein, und wir können jetzt diesen ganzen, auch komplizierten Klimaschutz-Emissionszertifikatehandel et cetera in den Papierkorb werfen. Es wird dies keine einzige reduzierte Tonne CO2 mit sich bringen, und das ist traurig. (Beifall bei den Grünen.)
in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll
Noch etwas muss ich dazu sagen, da sollte auch Frau Abgeordnete Sima zuhören. Wenn Minister Bartenstein, wenn die Industrie und die Wirtschaft sich beschweren, dass sie schlecht behandelt worden sind, dann hat sich der Umweltminister durchgesetzt. Ich gratuliere (in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll) dir! – Du hat sich durchgesetzt. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Sonst würden sie doch sagen: Super, wir haben alles bekommen, was wir gebraucht haben! Das haben sie nicht bekommen, es ist also zielgerecht einsetzbar.
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Noch etwas muss ich dazu sagen, da sollte auch Frau Abgeordnete Sima zuhören. Wenn Minister Bartenstein, wenn die Industrie und die Wirtschaft sich beschweren, dass sie schlecht behandelt worden sind, dann hat sich der Umweltminister durchgesetzt. Ich gratuliere (in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll) dir! – Du hat sich durchgesetzt. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Sonst würden sie doch sagen: Super, wir haben alles bekommen, was wir gebraucht haben! Das haben sie nicht bekommen, es ist also zielgerecht einsetzbar.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir werden die Kyoto-Ziele erreichen. Diese Regierung wird darum kämpfen; ich kann Sie da beruhigen. Deshalb ist es zu früh, Trauer zu tragen. Warten wir ab, bis dieses Gesetz Wirkung zeigt, dann werden wir sicher auch den Erfolg gemeinsam genießen können! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Bayr bringt einen aufgeblasenen Luftballon, der einen Globus darstellt, mit zum Rednerpult. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Frau Abgeordnete Bayr wunschgemäß 3 Minuten. (Abg. Bayr bringt einen aufgeblasenen Luftballon, der einen Globus darstellt, mit zum Rednerpult. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Die Rednerin öffnet den Verschluss des Ballons, sodass die Luft zu entweichen beginnt. – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ihre Klimapolitik lässt unserer Erde die Luft ausgehen. (Die Rednerin öffnet den Verschluss des Ballons, sodass die Luft zu entweichen beginnt. – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das Emissionszertifikategesetz ist ein umweltpolitischer Kniefall vor der Wirtschaft. (Abg. Mag. Molterer – auf den schrumpfenden Luftballon deutend –: Ist das der Gusenbauer?) Was Bundesminister Pröll hier vorlegt, ist eher ein Klimakiller-Gesetz, und es entfernt uns von den Kyoto-Zielen viel stärker, als dass es irgendetwas dazu beitragen würde, die Umwelt oder die Ozonschicht zu schützen. (Abg. Mag. Molterer: Die Luft ist ausgegangen!) Das soll so sein, bravo! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Der SPÖ geht die Luft aus!)
Abg. Mag. Molterer – auf den schrumpfenden Luftballon deutend –: Ist das der Gusenbauer?
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ihre Klimapolitik lässt unserer Erde die Luft ausgehen. (Die Rednerin öffnet den Verschluss des Ballons, sodass die Luft zu entweichen beginnt. – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das Emissionszertifikategesetz ist ein umweltpolitischer Kniefall vor der Wirtschaft. (Abg. Mag. Molterer – auf den schrumpfenden Luftballon deutend –: Ist das der Gusenbauer?) Was Bundesminister Pröll hier vorlegt, ist eher ein Klimakiller-Gesetz, und es entfernt uns von den Kyoto-Zielen viel stärker, als dass es irgendetwas dazu beitragen würde, die Umwelt oder die Ozonschicht zu schützen. (Abg. Mag. Molterer: Die Luft ist ausgegangen!) Das soll so sein, bravo! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Der SPÖ geht die Luft aus!)
Abg. Mag. Molterer: Die Luft ist ausgegangen!
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ihre Klimapolitik lässt unserer Erde die Luft ausgehen. (Die Rednerin öffnet den Verschluss des Ballons, sodass die Luft zu entweichen beginnt. – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das Emissionszertifikategesetz ist ein umweltpolitischer Kniefall vor der Wirtschaft. (Abg. Mag. Molterer – auf den schrumpfenden Luftballon deutend –: Ist das der Gusenbauer?) Was Bundesminister Pröll hier vorlegt, ist eher ein Klimakiller-Gesetz, und es entfernt uns von den Kyoto-Zielen viel stärker, als dass es irgendetwas dazu beitragen würde, die Umwelt oder die Ozonschicht zu schützen. (Abg. Mag. Molterer: Die Luft ist ausgegangen!) Das soll so sein, bravo! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Der SPÖ geht die Luft aus!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Der SPÖ geht die Luft aus!
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ihre Klimapolitik lässt unserer Erde die Luft ausgehen. (Die Rednerin öffnet den Verschluss des Ballons, sodass die Luft zu entweichen beginnt. – Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das Emissionszertifikategesetz ist ein umweltpolitischer Kniefall vor der Wirtschaft. (Abg. Mag. Molterer – auf den schrumpfenden Luftballon deutend –: Ist das der Gusenbauer?) Was Bundesminister Pröll hier vorlegt, ist eher ein Klimakiller-Gesetz, und es entfernt uns von den Kyoto-Zielen viel stärker, als dass es irgendetwas dazu beitragen würde, die Umwelt oder die Ozonschicht zu schützen. (Abg. Mag. Molterer: Die Luft ist ausgegangen!) Das soll so sein, bravo! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Der SPÖ geht die Luft aus!)
Abg. Scheibner – auf den geschrumpften Luftballon deutend –: Geh, mach das noch einmal!
Register führen. (Abg. Scheibner – auf den geschrumpften Luftballon deutend –: Geh, mach das noch einmal!) Bei uns ist nicht einmal klar, ob das geschehen soll. (Abg. Scheibner: Könnten wir das noch einmal sehen? Gibt es eine Zeitlupe davon?)
Abg. Scheibner: Könnten wir das noch einmal sehen? Gibt es eine Zeitlupe davon?
Register führen. (Abg. Scheibner – auf den geschrumpften Luftballon deutend –: Geh, mach das noch einmal!) Bei uns ist nicht einmal klar, ob das geschehen soll. (Abg. Scheibner: Könnten wir das noch einmal sehen? Gibt es eine Zeitlupe davon?)
Abg. Wittauer: ... sind 20 Prozent! Wir müssen uns noch mehr anstrengen!
Als einst Minister Bartenstein das Kyoto-Protokoll für Österreich unterschrieben hat und sich und die Republik zu minus 13 Prozent an CO2 verpflichtet hat, war das eine Tat, die jetzt offensichtlich überhaupt nichts mehr zählt, denn nun sind wir bei plus 15 Prozent, einer CO2-Zunahme von 15 Prozent. Das lässt ihn jedoch offensichtlich völlig kalt. (Abg. Wittauer: ... sind 20 Prozent! Wir müssen uns noch mehr anstrengen!)
Abg. Großruck: Wer bricht ein Gesetz?
Lassen Sie mich bitte Ihnen und Herrn Minister Bartenstein ins Stammbuch schreiben: Auch internationale Verträge sind gesetzlich verbindlich! Das ist auch gut so. Nur deswegen, weil Sie jetzt diese Gesetze brechen, weil Sie mit Ihrer Klimakiller-Politik überhaupt nichts dazu beitragen (Abg. Großruck: Wer bricht ein Gesetz?), unsere Ozonschicht zu retten, werden sie nicht unverbindlicher.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Bitte, mach das noch einmal mit dem Luftballon!
Ich denke, dass sich Ihre Klimapolitik mit einem einzigen Wort zusammenfassen lässt, nämlich „Debakel“! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Bitte, mach das noch einmal mit dem Luftballon!)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Nächster Redner ist Herr Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll. Er hat das Wort. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist dies kein Tag der Trauer, und es besteht auch kein Anlass, jemandem die Luft auszulassen, sondern Sie beschließen heute mit dem Emissionszertifikategesetz ein Gesetz, mit dem in der Frage der Umwelt- und Wirtschaftspolitik neue Wege beschritten werden. (Beifall bei der ÖVP.) Wir werden damit die Grundlage schaffen zur Umsetzung eines neuen Handelssystems, in dem man mit wirtschaftlichen Anreizen ökologische Wirkung erzielt. Das ist unser Ziel auf Basis einer EU-Emissionshandelsrichtlinie.
Abg. Wittauer: Die Amerikaner nicht vergessen!
Es ist so, dass das, was in Kyoto beschlossen und dann von vielen Ländern unterschrieben wurde, auf internationaler Ebene ein Manko hat, dass nämlich Russland bis dato nicht ratifiziert hat. (Abg. Wittauer: Die Amerikaner nicht vergessen!) Es ist so, dass es diesbezüglich einen derzeitigen Stand von 120 Ländern gibt. Die Ukraine hat im Feber unterschrieben, das ist auch ein Hoffnungsschimmer dafür, dass Russland bald folgen soll. Wenn Russland ratifiziert, dann werden wir die geforderte Treibhausgasemission von insgesamt 55 Prozent überschreiten und die Regelung damit völkerrechtlich verbindlich machen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Und, sehr geehrte Frau Abgeordnete Glawischnig: Keine Rede davon, dass wir heiße Luft aus dem Ausland kaufen! Vorrangig setzen wir auf Aktionen im Inland. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Es gab Zeiten, da waren wir Spitze, Herr Minister!
Wie wird das Emissionszertifikategesetz wirken? – Start des EU-weiten Emissionshandels ist am 1. Jänner 2005. Wir müssen dem nationalen Allokationsplan, der auf Basis des heute zu beschließenden Gesetzes entwickelt werden muss und bis Ende März dieses Jahres der Europäischen Kommission vorzulegen ist, dann auf einzelbetrieblicher Ebene – das werden 224 Anlagen sein – die Emissions- oder die Verschmutzungsrechte zuordnen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, Österreich ist damit in Europa im guten Mittelfeld – und wird vermutlich eines der ersten Länder sein, die das in der Europäischen Union auf einer klaren Basis vorlegen. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Es gab Zeiten, da waren wir Spitze, Herr Minister!)
Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist keine Tangente, sondern eine Sekante, Herr Minister!
Das Umweltbundesamt hat in Monaten harter Arbeit jede Anlage geprüft und auf Daten und Fakten bezogen die Strategie entwickelt. Wir haben dann im Februar dieses Jahres im Ministerratsvortrag auch die Tangente festgelegt, nämlich auf der Basis der Emissionen plus einem Wachstumsszenario (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist keine Tangente, sondern eine Sekante, Herr Minister!) das in der Klimastrategie festgelegte Ziel von minus 1,6 Millionen Tonnen für die Periode von 2005 bis 2007 zu verwirklichen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Sinne wird auf Basis des Emissionshandelsgesetzes und mit dem nationalen Allokationsplan die Industrie einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung unseres Klimaschutzzieles liefern – einen wesentlichen Beitrag! Wir müssen auch im Verkehrsbereich und in Bezug auf die Raumwärme Antworten geben, und wir werden sie auch dort sehr effizient geben, um zwischen 2008 und 2012 unser ambitioniertes Ziel zu erreichen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Werden Sie von der SPÖ sich also unter sich einmal einig darüber, was Sie eigentlich wollen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, um ein Erreichen des Kyoto-Ziels zu ermöglichen. Mit den aufgezeigten Beispielen und der ständigen Vorlage kommen wir diesem Ziel einen großen Schritt näher. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Tangenten und Sekanten! – Abg. Dr. Lichtenberger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wir werden jetzt nicht über Tangenten und Sekanten reden!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Frau Abgeordnete Dr. Lichtenberger wunschgemäß 5 Minuten zu uns. – Bitte. (Abg. Scheibner: Tangenten und Sekanten! – Abg. Dr. Lichtenberger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wir werden jetzt nicht über Tangenten und Sekanten reden!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
einer blauen Abgeordneten. Das sollte man sich, glaube ich, für die Zukunft einfach merken. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da wird er aber jetzt ganz nervös werden!
Herr Kollege Mitterlehner, ich schaue Sie an und bin von Ihnen ganz besonders enttäuscht (Abg. Scheibner: Da wird er aber jetzt ganz nervös werden!), denn immer dann, wenn es darum geht, moderne Anreize für die Wirtschaft zu setzen, kann man sich auf eines verlassen: dass Sie und Ihre Gefährtinnen und Gefährten dagegen schießen, wo immer es geht.
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Da nun jemand gesagt hat, das Gesetz wird schon richtig sein, weil ja die Wirtschaft jammert: Da, meine Damen und Herren, liegen Sie falsch! Die Wirtschaft wird immer jammern. Wenn man den Unternehmern im Falle eines Steuerbetruges 60 Prozent der Steuern erlässt, dann wollen sie 80 Prozent erlassen haben. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) Auf dieses Gejammere kann man sich geradezu verlassen. Das wird in jedem Fall stattfinden, doch das kann kein Kriterium dafür sein, ob ein Gesetz gut, richtig oder schlecht ist.
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, Sie haben immer wieder die gleiche Strategie: Sie schicken dann Ihre Frontmen nach vorne, die noch eine Runde jammern, damit der Eindruck entsteht, es wäre sozusagen von beiden Seiten nicht ausgewogen, und das Resultat ist ein grottenschlechtes Gesetz, eine Gesetzesvorlage, der wir leider nicht zustimmen können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: ...berger! Lichtenberger! Leicht zu merken!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Lichtenegger! (Abg. Dr. Lichtenberger: ...berger! Lichtenberger! Leicht zu merken!) Wenn man über Klimaschutz redet, sollten man die Zukunft des Wirtschaftsstandortes und auch die Zukunft der Arbeitsplätze nicht vergessen. Eine verantwortungsvolle Umweltpolitik kann nur in einer Gemeinsamkeit gemacht werden – und nicht in einer Konfrontation zwischen Klimaschutz und Wirtschaft. Es muss ein Ausgleich gefunden werden, damit Klimaschutz und Wirtschaftsentwicklung gleichzeitig möglich sind, denn es kann kein Beitrag zum Klimaschutz sein, wenn man Betriebe verjagt, wenn diese gezwungen werden, die Produktion irgendwohin ins Ausland zu verlegen und wenn dann Produkte über Hunderte Kilometer herbeitransportiert werden müssen, was ja wieder zu einem vermehrten Ausstoß von CO2, von Treibhausgasen führt.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Die Industrie darf aber auch nicht jammern, dass sie zu wenig Zertifikate bekommt, denn nach der Aussage eines Universitätsprofessors, des Herrn Professors Schleicher aus Graz, ist der EU-Emissionshandel nicht nur durch Ziele der Klimapolitik motiviert, sondern soll auch Anstöße zur Innovation von Produkten und Prozessen in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklungsstruktur geben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren von der Opposition! Verantwortungsvolle Klimapolitik darf nicht mit Scheuklappen betrieben werden, und ich bin mir dessen sicher, dass es der schwarz-blauen Regierung gelingen wird, das notwendige Wirtschaftswachstum mit Zielen des Klimaschutzes zu verbinden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohe Potentiale für zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen sind, wie schon vorher von meinen Vorrednern erwähnt, im Verkehrsbereich und in der effizienten Gestaltung der österreichischen Gebäudesubstanz vorhanden. Ich will jetzt den Verkehr auslassen und bei der Gebäudesubstanz nur auf letzte Meldungen, die auch von ÖVP-Seite, bezogen auf die Wohnbauförderung, gefallen sind, eingehen. Wir sollten statt einer Reduktion beziehungsweise Aufgabe der Wohnbauförderung vielmehr dahin kommen, dass die Wohnbauförderungsmittel viel effizienter für Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt werden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Das Wort „dicke Luft“ erinnert an den Klimaschutz, aber sonst nichts in Ihrer Rede, Herr Kollege! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Oh ja! Sie müssen nur schauen!
Abgeordneter Johann Rädler (fortsetzend): Das hat sehr wohl etwas mit Klimaschutz zu tun, Herr Präsident, aber ich komme jetzt auch zu dem, was die Abgeordneten von SPÖ und Grünen hier vorgetragen haben. Frau Abgeordnete Sima ist jetzt leider nicht mehr da. (Abg. Eder: Oh ja! Sie müssen nur schauen!) Sie ist da; Entschuldigung! – Frau Abgeordnete Sima hat gemeint, dass dieses Gesetz keine Arbeitsplätze schafft. – Ich frage mich, wo Arbeitsplätze im Umweltbereich in den Ländern Wien oder Burgenland geschaffen werden. Wo ist da die Umweltpolitik? Weder eine funktionierende Umweltberatung noch Klimabündnisaktivitäten kann ich in Wien oder im Burgenland erkennen. (Abg. Eder: Natürlich gibt es Umweltschutzmaßnahmen in Wien!)
Abg. Eder: Natürlich gibt es Umweltschutzmaßnahmen in Wien!
Abgeordneter Johann Rädler (fortsetzend): Das hat sehr wohl etwas mit Klimaschutz zu tun, Herr Präsident, aber ich komme jetzt auch zu dem, was die Abgeordneten von SPÖ und Grünen hier vorgetragen haben. Frau Abgeordnete Sima ist jetzt leider nicht mehr da. (Abg. Eder: Oh ja! Sie müssen nur schauen!) Sie ist da; Entschuldigung! – Frau Abgeordnete Sima hat gemeint, dass dieses Gesetz keine Arbeitsplätze schafft. – Ich frage mich, wo Arbeitsplätze im Umweltbereich in den Ländern Wien oder Burgenland geschaffen werden. Wo ist da die Umweltpolitik? Weder eine funktionierende Umweltberatung noch Klimabündnisaktivitäten kann ich in Wien oder im Burgenland erkennen. (Abg. Eder: Natürlich gibt es Umweltschutzmaßnahmen in Wien!)
Abg. Dr. Cap: Haben Sie nicht eine falsche Krawatte?
Herr Abgeordneter Steier hat gemeint, dass die ökologische Wohnbauförderung ein wichtiges Instrument wäre. Seit 1. Jänner ist das in Niederösterreich – Herr Kollege, das sage ich Ihnen als Bürgermeister – bereits umgesetzt, sind die wichtigsten Kriterien der Wohnbauförderung nach ökologischen Richtlinien in Niederösterreich vollzogen. (Abg. Dr. Cap: Haben Sie nicht eine falsche Krawatte?) Die Krawatte stimmt schon. Ich bin Bürgermeister einer schwarzen Gemeinde, aber das war einmal eine rote Gemeinde, und die wählen mich auch. Darum brauche ich eine rote Krawatte, Herr Kollege Cap! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Sie, Kollege Cap, kennen diese Gemeinde ohnehin. Sie waren dort voriges Jahr bei der Mai-Feier, aber ich war leider nicht da, als Sie da waren. (Neuerliche Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Steier hat gemeint, dass die ökologische Wohnbauförderung ein wichtiges Instrument wäre. Seit 1. Jänner ist das in Niederösterreich – Herr Kollege, das sage ich Ihnen als Bürgermeister – bereits umgesetzt, sind die wichtigsten Kriterien der Wohnbauförderung nach ökologischen Richtlinien in Niederösterreich vollzogen. (Abg. Dr. Cap: Haben Sie nicht eine falsche Krawatte?) Die Krawatte stimmt schon. Ich bin Bürgermeister einer schwarzen Gemeinde, aber das war einmal eine rote Gemeinde, und die wählen mich auch. Darum brauche ich eine rote Krawatte, Herr Kollege Cap! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Sie, Kollege Cap, kennen diese Gemeinde ohnehin. Sie waren dort voriges Jahr bei der Mai-Feier, aber ich war leider nicht da, als Sie da waren. (Neuerliche Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Neuerliche Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Herr Abgeordneter Steier hat gemeint, dass die ökologische Wohnbauförderung ein wichtiges Instrument wäre. Seit 1. Jänner ist das in Niederösterreich – Herr Kollege, das sage ich Ihnen als Bürgermeister – bereits umgesetzt, sind die wichtigsten Kriterien der Wohnbauförderung nach ökologischen Richtlinien in Niederösterreich vollzogen. (Abg. Dr. Cap: Haben Sie nicht eine falsche Krawatte?) Die Krawatte stimmt schon. Ich bin Bürgermeister einer schwarzen Gemeinde, aber das war einmal eine rote Gemeinde, und die wählen mich auch. Darum brauche ich eine rote Krawatte, Herr Kollege Cap! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.) Sie, Kollege Cap, kennen diese Gemeinde ohnehin. Sie waren dort voriges Jahr bei der Mai-Feier, aber ich war leider nicht da, als Sie da waren. (Neuerliche Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da das rote Licht hier – meine Lieblingsfarbe, ersichtlich an der Krawatte – bereits leuchtet, darf ich zum Abschluss feststellen: Das ist gelebte öko-soziale Marktwirtschaft, was diese Bundesregierung mit diesem Gesetzentwurf hier vorgelegt hat, und ich hoffe, dass das auch die entsprechende Zustimmung seitens der SPÖ findet – auch wenn Kollege Gusenbauer nicht da ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Wittauer: Wir haben ja keinen Länderkampf!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wenn Kollege Rädler, mein Vorredner, nicht alles durch seine Parteibrille sehen würde, könnte er feststellen, dass wir in Oberösterreich mindestens so erfolgreich sind wie Niederösterreich, was Emissionseinsparungen anlangt. (Abg. Wittauer: Wir haben ja keinen Länderkampf!) Wind, Klimabündnisse und so weiter. Ich glaube, diese Aufrechnerei bringt überhaupt nichts. (Abg. Mag. Molterer: Oh ja, Wettbewerb belebt die Sinne!)
Abg. Mag. Molterer: Oh ja, Wettbewerb belebt die Sinne!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wenn Kollege Rädler, mein Vorredner, nicht alles durch seine Parteibrille sehen würde, könnte er feststellen, dass wir in Oberösterreich mindestens so erfolgreich sind wie Niederösterreich, was Emissionseinsparungen anlangt. (Abg. Wittauer: Wir haben ja keinen Länderkampf!) Wind, Klimabündnisse und so weiter. Ich glaube, diese Aufrechnerei bringt überhaupt nichts. (Abg. Mag. Molterer: Oh ja, Wettbewerb belebt die Sinne!)
Abg. Wittauer: Hast du ein Infrastrukturkonzept?
Völlig ausgeklammert bei den angesprochenen Maßnahmen ist der öffentliche Verkehr. Wir werden nicht umhin kommen, über die Rolle der Schifffahrt, über die Rolle der Bahn im Transportwesen zu reden, es wird darüber hinaus aber auch notwendig sein, die richtigen Maßnahmen zu setzen. (Abg. Wittauer: Hast du ein Infrastrukturkonzept?)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister, ich fordere Sie auf und ersuche Sie wirklich ganz konkret, die Artikel-15a-Vereinbarung endlich einmal zum Abschluss zu bringen, weil alleine mit dieser Maßnahme sehr, sehr viel zum Klimaschutz beigetragen werden kann. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Mir kommen die Tränen!
Dass dieses Gesetz betreffend den Handel mit Emissionszertifikaten, das wir heute beschließen, ein Gesetz ist, das gemeinsames Handeln voraussetzt, da sieht man, und das ist ein gutes Beispiel auch dieser Bundesregierung, dass aktive Umweltpolitik gemacht wird, die auch umsetzbar ist und die gelebt wird. (Abg. Dr. Lichtenberger: Mir kommen die Tränen!)
Beifall bei der ÖVP.
Die Bundesregierung hat sich da ein durchaus höheres Ziel gesetzt. Auch wenn der Wachstumsbereich etwas höher angesetzt ist, so ist das Einsparungspotential von 13 Prozent CO2-Reduktion in den nächsten Jahren auch etwas höher angesetzt, während die Europäische Union im Durchschnitt nur 8 Prozent einspart. Ich glaube, das ist auch ein Beispiel, an dem man ersieht, dass wir hier durchaus auch gemeinsam mit der Wirtschaft das Ziel des Umweltschutzes verfolgen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ein Beispiel möchte ich noch bringen, weil in den Gemeinden sehr viel Klimapolitik gemacht wird, weil auch in den Ländern sehr viel aktive Klimapolitik gemacht wird und weil Klimapolitik eine Materie ist, bei der wir einfach den Schulterschluss zwischen Gemeinden, Ländern und Staaten brauchen. Von den Klimabündnisgemeinden in Niederösterreich – meine Gemeinde ist auch eine Klimabündnisgemeinde – werden sehr viele Maßnahmen gesetzt. Das ersieht man gerade auch am Beispiel des Wohnbaus, des ökologischen Wohnbaus, wobei der Abgeordnete Gusenbauer auch gegen die Wohnbauförderung war. Das ist (in Richtung SPÖ) Ihre Politik, etwas abzuschaffen, nichts zu fördern! – Die Politik in Niederösterreich hingegen ist es, die Umweltpolitik aktiv mit einzubeziehen, eine ökologische Wohnbauförderung zu initiieren und dadurch Arbeitsplätze zu schaffen, den Wohnbau zu fördern und auch dem Klimaschutz gerecht zu werden. Ein gutes Beispiel, wie es funktionieren kann. Stimmen Sie daher dieser Gesetzesvorlage zu! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Umweltminister! Geschätzte Damen und Herren! (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Es geht um eine Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes, und zwar um eine Reparatur infolge eines VfGH-Erkenntnisses. Die Grünen können dieser Novelle aus zwei Gründen nicht zustimmen. Einerseits wird dem VfGH-Erkenntnis nicht Rechnung getragen. Es geht hiebei um die Frage Bescheid oder Verordnung bei der Frage Verlängerung für Deponien bezüglich der Lagerung von unbehandelten Abfällen. Ich als Juristin würde es als Frotzelei bezeichnen, wie man hier versucht, dem VfGH-Erkenntnis zu entsprechen. Es ist meiner Meinung nach überhaupt nicht ernst genommen worden, was hier mit drohendem Zeigefinger gegenüber dem Gesetzgeber von Seiten des Verfassungsgerichtshofs gerügt worden ist.
Beifall bei den Grünen.
Das Zweite ist eine Halbherzigkeit, die wir schon länger kritisieren, nämlich die Schieflage zwischen mechanisch-biologischen Anlagen und der Verbrennung, die durch diese Novelle einfach fortgeschrieben wird. Der Kritik an dieser Ungleichgewichtung, dass nämlich im einen Bereich unbehandelte Abfälle auf zwölf Jahre per Ausnahmeregelung gelagert werden können im anderen aber nicht, wurde überhaupt nicht Rechnung getragen. Deswegen werden die Grünen dieser Novelle nicht zustimmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Es geht nicht um Kläranlagen!
Abgeordnete Helga Machne (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Diese Änderung des Abfallwirtschaftsgesetzes ist nicht zuletzt deshalb notwendig, weil in einigen Bundesländern, so auch in Tirol, noch nicht flächendeckend Verbrennungs- oder mechanisch-biologische Kläranlagen vorhanden sind. (Abg. Dr. Lichtenberger: Es geht nicht um Kläranlagen!) Nein, Entschuldigung! Abfallbehandlungsanlagen. Richtig!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der nun vorliegende Antrag trägt somit nicht nur der Kritik des Verfassungsgerichtshofes Rechnung, sondern ermöglicht allen Ländern, individuelle Verordnungen zu erlassen. Daher werden wir auch im Sinne der Subsidiarität dieser Gesetzesänderung zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Das war der Wunsch der Bundesländer! Die machen das freiwillig!
Damit in dieser Gesetzesnovelle die Länder Tirol und Kärnten nicht so ganz einsam als Umweltsünder dastehen, hat man eben die Verordnung der Landeshauptleute von Vorarlberg, dem Burgenland und Wien ebenfalls mit aufgenommen, obwohl diese Länder schon genügend Behandlungskapazität haben. (Abg. Wittauer: Das war der Wunsch der Bundesländer! Die machen das freiwillig!)
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokraten werden dem vorliegenden Antrag daher nicht unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Schrei nicht so!
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Abgeordneter Heinzl, es ist schon eigenartig, dass Wien nicht erwähnt worden ist. Wien hat den Wunsch natürlich von sich aus geäußert, weil sie Versäumnisse haben. Und es handelt sich nicht nur um Wien, es handelt sich auch um Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg. Und ich sage Ihnen dazu: Natürlich hat das Parlament nicht die Aufgabe, die Versäumnisse der Bundesländer zu reparieren. (Abg. Parnigoni: Schrei nicht so!) Aber damals, 1990, wurde diese Verordnung gemacht, und das war ja nicht zu unserer Zeit. Und natürlich haben die Bundesländer das Recht auf Rechtssicherheit. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Abgeordneter Heinzl, es ist schon eigenartig, dass Wien nicht erwähnt worden ist. Wien hat den Wunsch natürlich von sich aus geäußert, weil sie Versäumnisse haben. Und es handelt sich nicht nur um Wien, es handelt sich auch um Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg. Und ich sage Ihnen dazu: Natürlich hat das Parlament nicht die Aufgabe, die Versäumnisse der Bundesländer zu reparieren. (Abg. Parnigoni: Schrei nicht so!) Aber damals, 1990, wurde diese Verordnung gemacht, und das war ja nicht zu unserer Zeit. Und natürlich haben die Bundesländer das Recht auf Rechtssicherheit. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Heinzl: Das stimmt nicht!
Wenn die Wiener ihre Angelegenheiten nicht regeln können und sich in diese neue gesetzliche Situation hineinreklamieren, da muss ich mich schon fragen, wie ein Sozialdemokrat da herauskommen und zu schimpfen anfangen kann, während die Wiener darum bitten, dass sie da dabei sein können. (Abg. Heinzl: Das stimmt nicht!) Bitte, bitte nehmen Sie sich selbst am eigenen Krawattl und heben Sie da nicht die Kärntner und Tiroler so hervor! Wien steht an vorderster Stelle bei den Versäumnissen, und das sollten Sie zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn die Wiener ihre Angelegenheiten nicht regeln können und sich in diese neue gesetzliche Situation hineinreklamieren, da muss ich mich schon fragen, wie ein Sozialdemokrat da herauskommen und zu schimpfen anfangen kann, während die Wiener darum bitten, dass sie da dabei sein können. (Abg. Heinzl: Das stimmt nicht!) Bitte, bitte nehmen Sie sich selbst am eigenen Krawattl und heben Sie da nicht die Kärntner und Tiroler so hervor! Wien steht an vorderster Stelle bei den Versäumnissen, und das sollten Sie zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Beim Müllverschieben!
wirtschaftsministeriums setzen keine Willkürakte, sondern leisten hervorragende Arbeit, und ich möchte mich dafür recht herzlich bedanken! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Beim Müllverschieben!)
Beifall bei der ÖVP.
Dieser Antrag trägt wieder dazu bei, dass die Selbstbestimmung der Länder unterstrichen wird und die Länder dadurch gestärkt werden. Ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Föderalismus, wie wir ihn in Österreich brauchen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben mit dem vorliegenden Abfallwirtschaftsgesetz eine vorbildliche Regelung, wobei das Prinzip der Abfallvermeidung im Vordergrund steht. Durch eine Beachtung des Kosten-Nutzen-Prinzips soll eine ökologisch sinnvolle Abfallverwertung unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit verstärkt umgesetzt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Ungeheuerlich! Unglaublich!
Herr Abgeordneter Heinzl, ich hätte mich jetzt nicht zu Wort gemeldet, wenn Sie nicht den Beamten meines Hauses Willkürakte unterstellt und gesagt hätten, sie seien „Müllverschieber“. (Rufe bei der ÖVP: Ungeheuerlich! Unglaublich!) Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, meine Beamten leisten hervorragende Arbeit nach den Maßgaben und Vorgaben der österreichischen Gesetzgebung, und ich lasse diesen Vorwurf nicht auf diesen Beamten sitzen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Manche sind hier. Überlegen Sie sich genau, welche Vorwürfe Sie in Zukunft hier im Hohen Haus machen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Von Ihnen werde ich mir nicht das Wort verbieten lassen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Heinzl, ich hätte mich jetzt nicht zu Wort gemeldet, wenn Sie nicht den Beamten meines Hauses Willkürakte unterstellt und gesagt hätten, sie seien „Müllverschieber“. (Rufe bei der ÖVP: Ungeheuerlich! Unglaublich!) Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, meine Beamten leisten hervorragende Arbeit nach den Maßgaben und Vorgaben der österreichischen Gesetzgebung, und ich lasse diesen Vorwurf nicht auf diesen Beamten sitzen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Manche sind hier. Überlegen Sie sich genau, welche Vorwürfe Sie in Zukunft hier im Hohen Haus machen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Von Ihnen werde ich mir nicht das Wort verbieten lassen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Von Ihnen werde ich mir nicht das Wort verbieten lassen!
Herr Abgeordneter Heinzl, ich hätte mich jetzt nicht zu Wort gemeldet, wenn Sie nicht den Beamten meines Hauses Willkürakte unterstellt und gesagt hätten, sie seien „Müllverschieber“. (Rufe bei der ÖVP: Ungeheuerlich! Unglaublich!) Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, meine Beamten leisten hervorragende Arbeit nach den Maßgaben und Vorgaben der österreichischen Gesetzgebung, und ich lasse diesen Vorwurf nicht auf diesen Beamten sitzen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Manche sind hier. Überlegen Sie sich genau, welche Vorwürfe Sie in Zukunft hier im Hohen Haus machen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Heinzl: Von Ihnen werde ich mir nicht das Wort verbieten lassen!)
Abg. Murauer: Wer soll das sonst beurteilen? Bischof Krenn vielleicht?
Mit dem vorliegenden Antrag soll jetzt auch per Verordnung die Umsetzung der in den einzelnen Bundesländern geplanten Beseitigungsanlagen für nicht gefährliche Abfälle ermöglicht werden. Und genau da, Herr Minister, setzt unsere Kritik an. Es liegt also in der Hand jedes einzelnen Landeshauptmannes oder Landeshauptfrau, festzustellen, ob es einen Kapazitätsmangel an Behandlungsanlagen gibt, die vor der Ablagerung des Abfalls zum Einsatz kommen, und ob die anfallenden Abfälle ordnungsgemäß beseitigt werden können. (Abg. Murauer: Wer soll das sonst beurteilen? Bischof Krenn vielleicht?)
Abg. Wittauer: Eure Wiener Freunde waren eingeladen!
Herr Bundesminister! Wir von der SPÖ wollen keine Ausweitung der Abfallwirtschaft. Unser Vorschlag wäre daher, die Ausnahme generell auf kommunale Siedlungsabfälle zu beschränken, und zwar ohne die getrennt gesammelten Altstoffe. Aber leider haben Sie auf unsere Vorschläge keinen Wert gelegt. Wir waren in die Verhandlungen gar nicht eingebunden. (Abg. Wittauer: Eure Wiener Freunde waren eingeladen!) Verhandelt wurde nur mit den Bundesländern und den Landeshauptleuten. Schade, wir wären nämlich zu einem Kompromiss bereit gewesen.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.
Der Gesetzesvorlage in dieser Form können wir aber nicht unsere Zustimmung erteilen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es liegt also nicht immer daran, dass man in der Abfallwirtschaft von heute auf morgen optimale Lösungen hat. Ich stelle aber fest und richtig, dass es gerade die Beamtenschaft, dass es gerade Österreichs Wirtschaft, aber auch die kommunalen Einrichtungen sind, welche in Österreich die Abfallwirtschaft geordnet, sauber und nachhaltig ablaufen lassen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kurz gesagt: Von diesem Gesetz profitiert die Umwelt, auch wenn die Opposition nicht mitstimmt. Offen gesagt, wir müssen noch mehr tun, wir können noch mehr tun, und diese Regierung wird das auch in Zukunft machen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Sag doch einfach, dass du nicht zustimmst, dann haben wir es auch erledigt!
Beim Deponieren entstehen überall Sickerwässer und daher Kosten, die der nächsten Generation überbürdet werden. Daher denke ich, dass die thermische Verwertung sicher eine bessere Lösung darstellt, obwohl mechanisch-biologische Anlagen auch einiges erfüllen können. Es ist meiner Meinung nach wichtig, einmal zu erkennen, dass man durchaus gute Modelle zur Verfügung hat. Niederösterreich hat jetzt eine neue, moderne Anlage; der Vollbetrieb wird 2004 sein. Einige Redner haben etwas negativ auf Wien hingewiesen, und das ist schon eigenartig: Die Wiener haben in den siebziger Jahren mit der thermischen Verwertung begonnen und haben vor kurzer Zeit ein Europa-Diplom für die beste Anlage bekommen. Es klingt daher etwas eigenartig, wenn man dann auf Wien als Umweltsünder hinweist, obwohl es von Europa ein Diplom bekommen hat. (Abg. Wittauer: Sag doch einfach, dass du nicht zustimmst, dann haben wir es auch erledigt!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Ich würde Sie bitten, entsprechende Kontrolleinrichtungen zu schaffen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)