Eckdaten:
Für die 116. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 807 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von der Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hosek
Petition betreffend „Für eine freie Wahl des Vornamens“ (Ordnungsnummer 67) (überreicht von der Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hosek)
Abg. Scheibner: Das ist eine Grippewelle! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Als verhindert gemeldet sind heute die Abgeordneten Dr. Einem, Mag. Kuntzl, Mag. Muttonen, Mag. Posch, Rossmann, Wittauer und Mag. Trunk. (Abg. Scheibner: Das ist eine Grippewelle! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das haben wir aber schon immer dürfen!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, Sie haben schriftlich eine Frage formuliert, und genau diese lesen Sie jetzt vor. Keine einleitenden Erklärungen et cetera. Diese Frage – und keine andere! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das haben wir aber schon immer dürfen!)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Vizekanzler! (Heiterkeit bei der ÖVP.) – Herr Bundesminister, bitte!
Abg. Mag. Weinzinger: Das ist reine Umschichtung!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Der in der Vorwoche durchgeführte Round Table auf Einladung der Frau Frauenministerin hat aus meiner Sicht recht gute Ergebnisse gebracht, unter anderem das auch von mir eingebrachte Projekt mit einem Volumen von 15 Millionen € für drei Jahre, um mehr Frauen in Technikberufe zu bringen. (Abg. Mag. Weinzinger: Das ist reine Umschichtung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und lassen Sie mich eine zweite Feststellung treffen: Das AMS gibt für Frauen deutlich mehr aus als für Männer. Sie können das hier verneinen, die Zahlen sind aber auf meiner Seite, sehr geehrte Frau Abgeordnete; das AMS hat das vielfach bestätigt. Es wird für Frauen und deren Integration in den und Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt relativ deutlich mehr ausgegeben als für Männer. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und noch einmal: Geld alleine macht es nicht. Es geht auch um Effizienz und um Qualität. Und die stimmt bei unserer Arbeitsmarktpolitik, die stimmt bei der Tätigkeit unseres AMS. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
gerade einmal 0,39 Prozent. – Wohlgemerkt: Das war, bevor wir Regierungsverantwortung übernommen haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Oja!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Ich weiß nicht, sehr geehrter Herr Abgeordneter, woher Sie Ihre Interpretation meiner Position nehmen. Ich habe mich nicht für eine Verlängerung von Arbeitszeiten ausgesprochen, weder hier im Hohen Haus noch sonst wo. (Abg. Öllinger: Oja!) Ganz abgesehen davon ist es auch nicht richtig, dass Österreich im internationalen Vergleich besonders lange Arbeitszeiten hätte. Es gibt Studien, wonach Österreich im Schnitt ... (Ein Mitarbeiter von Vizekanzler Gorbach steht – hinter Bundesminister Dr. Bartenstein – an der Regierungsbank.)
Ein Mitarbeiter von Vizekanzler Gorbach steht – hinter Bundesminister Dr. Bartenstein – an der Regierungsbank.
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Ich weiß nicht, sehr geehrter Herr Abgeordneter, woher Sie Ihre Interpretation meiner Position nehmen. Ich habe mich nicht für eine Verlängerung von Arbeitszeiten ausgesprochen, weder hier im Hohen Haus noch sonst wo. (Abg. Öllinger: Oja!) Ganz abgesehen davon ist es auch nicht richtig, dass Österreich im internationalen Vergleich besonders lange Arbeitszeiten hätte. Es gibt Studien, wonach Österreich im Schnitt ... (Ein Mitarbeiter von Vizekanzler Gorbach steht – hinter Bundesminister Dr. Bartenstein – an der Regierungsbank.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Neue Praktikerberufe werden eingeführt, und gerade gestern hat das Hohe Haus die Lehrlingsausbildungsprämie von 1 000 € pro Jahr und Lehrling verlängert. Es gibt also eine Fülle von Maßnahmen. Ich könnte noch einige mehr aufzählen, aber die Zeit verbietet es mir. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Was wichtig ist: Wir haben das jetzt auch für innerbetriebliche Bildungsaufwendungen eingeführt; begonnen wurde mit außerbetrieblichen, jetzt gilt das auch für innerbetriebliche Bildungsaufwendungen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, Herr Verkehrsminister, 68 Lehrlinge sind als Neuaufnahme für den eigentlichen ÖBB-Bedarf vorgesehen. Insgesamt, meine sehr verehrten Damen und Herren, werden es 440 Lehrlinge sein! 440 Lehrlinge werden die ÖBB – bei einem Eigenbedarf von 68 Lehrlingen – neu aufnehmen. Wir werden diesbezüglich finanziell zusammenstehen: das Verkehrsressort, die ÖBB und das AMS. Auch das ist – so denke ich – ein gutes Zeichen für die jungen Menschen in diesem Lande. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mandak: Das sind Leute, die einen Abschluss haben!
Abschlüssen im Rahmen von „Jobs4Youth“ steht hier völlig im Vordergrund. (Abg. Mandak: Das sind Leute, die einen Abschluss haben!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden es nicht bis zu einer Abdeckung von 100 Prozent schaffen, aber Ziel muss es sein, dass zumindest in allen wichtigen Zügen, in allen wichtigen Garnituren und Verbindungen Barrierefreiheit gegeben ist, sodass auch Behinderte, die den öffentlichen Verkehr benutzen wollen, die Möglichkeit haben, den öffentlichen Verkehr auch wirklich zu nutzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Nach Altersstufen gegliedert, bitte! – Heiterkeit der Abg. Lentsch.
Abgeordneter Ing. Erwin Kaipel (SPÖ): Herr Vizekanzler! Die Bahntarife wurden seit dem Jahr 2000 sechs Mal erhöht. Wie haben sich im Lichte dieser Tatsache die Fahrgastzahlen der burgenländischen Pendlerinnen und Pendler entwickelt? (Abg. Scheibner: Nach Altersstufen gegliedert, bitte! – Heiterkeit der Abg. Lentsch.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich darf abschließend feststellen, dass ich selbst einmal einen Pendlerzug besucht habe, um auch die Wünsche und Anregungen der Pendlerinnen und Pendler persönlich entgegenzunehmen. Das Attraktivieren gerade für diese Gruppe Berufstätiger, gerade im Burgenland, wo die sonstigen Verbindungen nicht so optimal sind, ist mir ein großes Anliegen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Zacharasiewicz beschreibt in seinem veröffentlichten Beitrag in einer Zeitschrift des Rings Freiheitlicher Jugend Europa wörtlich als Wiege der Weißen, und er bedauert, dass das Ziel, die ethnische Identität des eigenen Volkes zu bewahren, durch mehrere Tendenzen erschwert werde, wie zum Beispiel den Kulturverlust durch „Primitivkultur“ aus den USA. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Brosz: Das ist ein Mitarbeiter Ihres Büros!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Es ist nicht die Aufgabe des Vizekanzlers oder Verkehrs- und Infrastrukturministers, privat getätigte Aussagen (Abg. Brosz: Das ist ein Mitarbeiter Ihres Büros!), mündlich oder schriftlich, von Mitarbeitern zu kommentieren und zu bewerten. (Abg. Öllinger: Den haben Sie ausgesucht! – Abg. Brosz: Würden Sie Herrn Gudenus auch beschäftigen in Ihrem Büro?)
Abg. Öllinger: Den haben Sie ausgesucht! – Abg. Brosz: Würden Sie Herrn Gudenus auch beschäftigen in Ihrem Büro?
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Es ist nicht die Aufgabe des Vizekanzlers oder Verkehrs- und Infrastrukturministers, privat getätigte Aussagen (Abg. Brosz: Das ist ein Mitarbeiter Ihres Büros!), mündlich oder schriftlich, von Mitarbeitern zu kommentieren und zu bewerten. (Abg. Öllinger: Den haben Sie ausgesucht! – Abg. Brosz: Würden Sie Herrn Gudenus auch beschäftigen in Ihrem Büro?)
Abg. Öllinger: „Egal“ in welche!
Das wäre dann der Fall, wenn es strafrechtliche Relevanz hätte. Da stehen in einem Rechtsstaat selbstverständlich alle Wege frei. Ich würde diese auch keineswegs behindern. Aber bitte verstehen Sie, dass ich solche Meinungen – egal, in welche politische Ideologie sie gehen – nicht kommentieren werde. (Abg. Öllinger: „Egal“ in welche!)
Abg. Eder: Das merkt man aber nicht! Im Ausschuss waren Sie nicht, Herr Minister!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Wenn das Ihre Sorge ist, dann kann ich Sie ab sofort sorgenfrei machen. Gedanklich bin ich dort, wo momentan mein Hauptaugenmerk meiner politischen und überhaupt meiner Tätigkeit liegt, nämlich in der vielfältigen Bewältigung der Aufgaben als Infrastrukturminister (Abg. Eder: Das merkt man aber nicht! Im Ausschuss waren Sie nicht, Herr Minister!), insbesondere im Vorfeld der Präsidentschaft und der vielen Herausforderungen, die ich jetzt nicht anführen muss. (Abg. Eder: Im Verkehrsausschuss waren Sie nicht, Herr Minister!)
Abg. Eder: Im Verkehrsausschuss waren Sie nicht, Herr Minister!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Wenn das Ihre Sorge ist, dann kann ich Sie ab sofort sorgenfrei machen. Gedanklich bin ich dort, wo momentan mein Hauptaugenmerk meiner politischen und überhaupt meiner Tätigkeit liegt, nämlich in der vielfältigen Bewältigung der Aufgaben als Infrastrukturminister (Abg. Eder: Das merkt man aber nicht! Im Ausschuss waren Sie nicht, Herr Minister!), insbesondere im Vorfeld der Präsidentschaft und der vielen Herausforderungen, die ich jetzt nicht anführen muss. (Abg. Eder: Im Verkehrsausschuss waren Sie nicht, Herr Minister!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich habe angesichts dieser vielfältigen Aktivitäten keine Zeit für privatwirtschaftliche Überlegungen. Ich lese aber so wie Sie auch Zeitungen, und es tut jedem Politiker gut, wenn er in seinen Handlungen ein bisschen auch privatwirtschaftlich gelenkt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit Hilfe genauer Beobachtung und Gesprächen mit den zuständigen Leuten in den Bundesländern und wenn notwendig auch mittels neuerlicher Zurverfügungstellung von entsprechendem Fördergeld – das sage ich auch dazu – werde ich dafür sorgen, dass in diesem wichtigen Bereich Breitband Österreich nicht weiter zurückfällt, sondern wieder den Weg nach vorne schaffen wird. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Ich orientiere mich derzeit an den Empfehlungen und Vorgaben der WHO. Es ist unrichtig, wenn Sie sagen, dass wir, was Richtlinien betrifft, säumig sind. Der Bund ist da überhaupt nicht säumig. Wenn Sie von einzelnen Bundesländern sprechen, dann ist das eine andere Sache, da fühle ich mich nicht zuständig. Im Moment kämpfe ich in diesem Bereich darum, nicht eine neue Steuer, nämlich eine Handymastensteuer aufkommen zu lassen; das ist für mich ein ganz wichtiges Thema in diesem Zusammenhang. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Eder: Das ist falsch!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Frau Abgeordnete Hakl! Ich kann mitteilen, dass in den Jahren 2000 bis 2005 insgesamt zirka 7,5 Milliarden € in den Ausbau der Schieneninfrastruktur investiert wurden. Höhepunkt war das Jahr 2004 mit 1,436 Milliarden €, der Prognosewert für 2005 beträgt noch mehr, nämlich 1,565 Milliarden €, und bis zum Jahr 2010 werden laut Rahmenplan weitere 7 Milliarden € vorgesehen. Ich denke, dass wir – zusammenfassend – mit der Feststellung, dass noch nie so viel in den Ausbau der Schieneninfrastruktur investiert wurde wie in den letzten Jahren und derzeit und wie in Zukunft geplant ist, richtig liegen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Eder: Das ist falsch!)
Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Lentsch.
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Vizekanzler Hubert Gorbach: Versäumnisse früherer Regierungen kann ich nicht von heute auf morgen wieder gutmachen, aber ich bin dabei. Es ist unrichtig, wenn Sie sagen, ich unternahm nichts: Die Weichen sind richtig gestellt. Das ist, wie ich vorher ausgeführt habe, einer der Schwerpunkte im Schienenausbauprogramm. (Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Lentsch.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Damit sind alle Fragen der heutigen Fragestunde beantwortet. Ich bedanke mich beim Vizekanzler für die kurze Fragebeantwortung und beende damit die Fragestunde. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Das sage ich auch als Oppositionsabgeordnete, obwohl ich als Oppositionsabgeordnete mit der grünen Fraktion in den letzten Jahren, seit es Schwarz-Blau gibt, aber auch noch in der Zeit, in der es eine große Koalition gab, immer wieder unter jenen war, die auf mögliche Verfassungswidrigkeiten hingewiesen haben, die sich dann in der Regel auch bestätigt haben. Es ist aber trotzdem unangenehm, denn es ist die Pflicht und die Verantwortung von ParlamentarierInnen, Gesetze zu beschließen, die verfassungskonform, grundrechtskonform sind. Das ist unser Job! Das ist unsere Aufgabe hier! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Danke für das Lob, Frau Kollegin!
Der bloße Gesetzestext, ohne Erläuterungen und ohne Kommentierungen, umfasst 118 Seiten. Das ist nicht irgendetwas, meine Damen und Herren, sondern das ist die umfassendste Reform, die es im Bereich des Fremdenrechts in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. (Abg. Scheibner: Danke für das Lob, Frau Kollegin!) Das ist sozusagen der Schluss, den die zuerst schwarz-blaue und jetzt schwarz-orange Bundesregierung, die Schüssel-Haider-Regierung aus dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes: Bitte, korrigiert ein verfassungswidriges Asylgesetz!, gezogen hat, nämlich ein 118 Seiten dickes Fremdenrechtspaket, das nur so strotzt – ich sage es jetzt vorsichtig – vor bedenklichen Bestimmungen.
Beifall bei den Grünen.
Daher sind diese Materien, meine Damen und Herren, auch so sensibel, bei welchen man danach trachten muss, zwei Aspekte zu vereinen: erstens Grundrechte und Rechtsstaat zu wahren und zweitens die gesellschaftliche Akzeptanz für Maßnahmen, die auf diesem Gebiet getroffen werden, auch dafür zu bekommen. Aber keinesfalls – und das ist der wesentliche Punkt; das ist auch Gegenstand der Diskussion in Bezug auf das zu erwartende Stimmverhalten der sozialdemokratischen Fraktion hier im Plenum – eignen sich fremdenrechtliche Gesetze und Absichten auf legistischer Ebene dazu, rechtspopulistische Ansagen zu machen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Großruck.
Jeder Staat – auch wir, die wir den Staat als Abgeordnete repräsentieren – hat das Recht, sich gegen Missbrauch, der in seinem Staat passiert, zu wehren. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) Ja, selbstverständlich hat er das Recht dazu! Aber er hat gleichzeitig die Pflicht, diesen Missbrauch mit grundrechtskonformen Mitteln abzustellen. Das ist der Punkt, der bei diesem Fremdenrechtspaket so problematisch ist.
Abg. Scheibner: Warum ist das so?
Es wird hier eine Materie unter dem Titel „Asylmissbrauch“ geregelt. Ich möchte an dieser Stelle auch eine Begriffsklärung vornehmen. Was wird von dieser Regierung und leider auch von der SPÖ unter „Asylmissbrauch“ verstanden? – Die Tatsache, dass Menschen in Österreich einen Asylantrag stellen, jahrelang den Ausgang ihres Verfahrens hier in Österreich abwarten, und dann stellt sich am Ende dieses Verfahrens heraus, dass ihnen nicht Asyl zuerkannt wird. (Abg. Scheibner: Warum ist das so?) Denn die Anerkennungsquote jener, die bei uns einen Asylantrag stellen, beträgt nicht hundert Prozent. Und einer, der einen Asylantrag gestellt hat und bei dem sich dann herausstellt, dass bei ihm keine Fluchtgründe nach dem österreichischen Asylgesetz und nach der Genfer Flüchtlingskonvention vorliegen, weshalb er kein Asyl bekommt, hat dann das Asylrecht missbraucht. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Es wird hier eine Materie unter dem Titel „Asylmissbrauch“ geregelt. Ich möchte an dieser Stelle auch eine Begriffsklärung vornehmen. Was wird von dieser Regierung und leider auch von der SPÖ unter „Asylmissbrauch“ verstanden? – Die Tatsache, dass Menschen in Österreich einen Asylantrag stellen, jahrelang den Ausgang ihres Verfahrens hier in Österreich abwarten, und dann stellt sich am Ende dieses Verfahrens heraus, dass ihnen nicht Asyl zuerkannt wird. (Abg. Scheibner: Warum ist das so?) Denn die Anerkennungsquote jener, die bei uns einen Asylantrag stellen, beträgt nicht hundert Prozent. Und einer, der einen Asylantrag gestellt hat und bei dem sich dann herausstellt, dass bei ihm keine Fluchtgründe nach dem österreichischen Asylgesetz und nach der Genfer Flüchtlingskonvention vorliegen, weshalb er kein Asyl bekommt, hat dann das Asylrecht missbraucht. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine verfahrensrechtliche Sache!
In der Regel sind der Radar und die Polizei Ihnen mit Ihren Argumenten immer voraus, und Sie werden die Strafe, die Ihnen auferlegt wurde, zahlen müssen. Niemand von Ihnen käme auf die Idee zu sagen: Ich bin ein Verfahrensrechtsmissbraucher, weil ich mir erlaube, einen Einspruch zu machen gegen eine Verwaltungsstrafe für einen Gesetzesverstoß, den ich begangen habe. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine verfahrensrechtliche Sache!)
Beifall bei den Grünen.
bekämpfung, wo die Erfolge mäßig sind, sodass die Entwicklung im Bereich der Kriminalität eine negative ist. Es geht aber nicht an, das dann auf dem Rücken jener zu lösen, die ZuwanderInnen sind oder die in Österreich Schutz vor Verfolgung in ihrer Heimat suchen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
So schaut dieses Gesetz jetzt auch aus! Wäre die Haltung der Regierung eine andere, dann hätte sich etwas geändert, Frau Bundesministerin, dann gäbe es einen Unterschied zwischen dem, was Strasser im Dezember vertreten hat, und dem, was jetzt, im Juli 2005, hier vorliegt, dann sähe dieses Gesetzespaket mit den 118 Seiten anders aus, dann wäre in diesem Gesetzespaket nicht die Problematik der Traumatisierten enthalten, die über die Grenze zurückgeschoben werden, dann wären darin nicht Gebietsbeschränkungen für Asylsuchende am Beginn ihres Asylverfahrens enthalten, dann gäbe es nicht die Möglichkeit der Zwangsernährung für AsylwerberInnen, dann gäbe es keinen erhöhten Strafrahmen für Menschen, die nichts anderes tun, als Flüchtlingen beizustehen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist doch etwas ganz anderes, was Sie da vergleichen!
Menschen, die bis 1989 Auszeichnungen von der Republik bekommen haben, weil sie damals, als noch der Eiserne Vorhang bestanden hat, Fluchthelfer waren, macht dieses Gesetz heute zum Teil zu Schwerkriminellen, was den Strafrahmen betrifft. (Abg. Scheibner: Das ist doch etwas ganz anderes, was Sie da vergleichen!) Das ist der Geist, den diese Republik durch diese Bundesregierung verströmt (Abg. Scheibner: So kann man die Wahrheit umdrehen!) – leider mit Duldung der großen, angeblich antifaschistischen Oppositionspartei SPÖ! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: So kann man die Wahrheit umdrehen!
Menschen, die bis 1989 Auszeichnungen von der Republik bekommen haben, weil sie damals, als noch der Eiserne Vorhang bestanden hat, Fluchthelfer waren, macht dieses Gesetz heute zum Teil zu Schwerkriminellen, was den Strafrahmen betrifft. (Abg. Scheibner: Das ist doch etwas ganz anderes, was Sie da vergleichen!) Das ist der Geist, den diese Republik durch diese Bundesregierung verströmt (Abg. Scheibner: So kann man die Wahrheit umdrehen!) – leider mit Duldung der großen, angeblich antifaschistischen Oppositionspartei SPÖ! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Menschen, die bis 1989 Auszeichnungen von der Republik bekommen haben, weil sie damals, als noch der Eiserne Vorhang bestanden hat, Fluchthelfer waren, macht dieses Gesetz heute zum Teil zu Schwerkriminellen, was den Strafrahmen betrifft. (Abg. Scheibner: Das ist doch etwas ganz anderes, was Sie da vergleichen!) Das ist der Geist, den diese Republik durch diese Bundesregierung verströmt (Abg. Scheibner: So kann man die Wahrheit umdrehen!) – leider mit Duldung der großen, angeblich antifaschistischen Oppositionspartei SPÖ! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Mitte-rechts!
Ich sage Ihnen, meine Damen und Herren: Mich schmerzt das wirklich, weil es in meinem Kopf, in meiner Vorstellung auch einige Optionen, die es gibt, verbaut. Ich habe immer die Hoffnung, dass ich sagen kann, na gut, eine rechtsgerichtete Regierung macht rechtsgerichtete Politik, aber eine ... (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Mitte-rechts!) – Der Herr Bundeskanzler sagt „Mitte-rechts“. Herr Bundeskanzler! Wenn Sie dieses Gesetz lesen, dann können Sie nicht mehr guten Herzens behaupten, das sei Mitte-rechts. Herr Bundeskanzler, das ist ganz rechts! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Ganz recht, nicht ganz rechts!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Ganz recht, nicht ganz rechts!
Ich sage Ihnen, meine Damen und Herren: Mich schmerzt das wirklich, weil es in meinem Kopf, in meiner Vorstellung auch einige Optionen, die es gibt, verbaut. Ich habe immer die Hoffnung, dass ich sagen kann, na gut, eine rechtsgerichtete Regierung macht rechtsgerichtete Politik, aber eine ... (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Mitte-rechts!) – Der Herr Bundeskanzler sagt „Mitte-rechts“. Herr Bundeskanzler! Wenn Sie dieses Gesetz lesen, dann können Sie nicht mehr guten Herzens behaupten, das sei Mitte-rechts. Herr Bundeskanzler, das ist ganz rechts! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Ganz recht, nicht ganz rechts!)
Beifall bei den Grünen.
Frau Bundesministerin, Sie können zum wiederholten Male sagen, es sei nicht so. – Dieses Gesetz, das Sie heute hier beschließen werden, lässt das zu! Wir wollen, dass solche Dinge nicht möglich sind, nämlich dass Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche, die nichts angestellt haben – bitte, was können Säuglinge anstellen? –, die mit ihren Eltern Schutz vor Verfolgung suchen, in Österreich im Häfen landen. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Bundesministerin Prokop, der Beitrag der Grünen hat Sie nie interessiert. Über dieses wirklich schwerwiegende Paket hat es auf Ebene der Mitarbeiter des Kabinetts zwei Mal Besprechungen gegeben, und zwar noch lange vor der Regierungsvorlage, als es noch die Punktationen gab, und das war es. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Ja, ist es, ich formuliere ihn. ... dass Grundrechte von In- und von Ausländern unterschiedlich betrachtet werden und dass wir in diesem Land, was Grundrechte angeht, ein Zweiklassensystem bekommen. Wir machen da nicht mit! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Gabriela Moser.
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Frau Innenministerin! Frau Justizministerin! Frau Abgeordnete Stoisits, diese Bundesregierung macht richtige Politik, und das ist das Entscheidende, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Gabriela Moser.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben heute mit der Beschlussfassung des Asylgesetzes, des Fremdenpolizeigesetzes und des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes den klaren Nachweis für die Richtigkeit der Politik und der Maßnahmen. Und, Frau Abgeordnete Stoisits, die Österreichische Volkspartei, die Abgeordneten unserer Fraktion werden geschlossen für dieses Paket stimmen. Ich sage Ihnen auch, warum: weil wir uns mit diesem Paket eins mit der breiten Mehrheit der österreichischen Bevölkerung fühlen und auch sicher sind, dass wir mit dieser Entscheidung die überwiegende Mehrheit der Menschen in diesem Land hinter uns haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Gehabt!
Österreich hat eine lange und eine gute Tradition als Asylland. (Abg. Dr. Van der Bellen: Gehabt!) Uns als Regierungsparteien ist selbstverständlich bewusst, dass aus dieser Verantwortung als Asylland auch eine Verpflichtung erwächst, dass auch in Zukunft unser Land seiner Verpflichtung und Tradition treu bleiben kann. Wir sind uns dieser Verpflichtung bewusst. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Österreich hat eine lange und eine gute Tradition als Asylland. (Abg. Dr. Van der Bellen: Gehabt!) Uns als Regierungsparteien ist selbstverständlich bewusst, dass aus dieser Verantwortung als Asylland auch eine Verpflichtung erwächst, dass auch in Zukunft unser Land seiner Verpflichtung und Tradition treu bleiben kann. Wir sind uns dieser Verpflichtung bewusst. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
und Missstände beseitigen, dann schaden wir unserer Tradition als Asylland Österreich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Freies Mandat!
Das ist unsere Verpflichtung – das sei gerade den Grünen gesagt und auch jenen, die an dieser Abstimmung nicht teilnehmen; das ist eine Frage, die die einzelnen Abgeordneten selbst beantworten müssen, ob dieses Verhalten auch mit parlamentarischer Usance vereinbar ist (Abg. Mag. Wurm: Freies Mandat!) –, und wer die Augen vor den Missständen verschließt, meine Damen und Herren, handelt gegen die Sicherheit des Landes! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist unsere Verpflichtung – das sei gerade den Grünen gesagt und auch jenen, die an dieser Abstimmung nicht teilnehmen; das ist eine Frage, die die einzelnen Abgeordneten selbst beantworten müssen, ob dieses Verhalten auch mit parlamentarischer Usance vereinbar ist (Abg. Mag. Wurm: Freies Mandat!) –, und wer die Augen vor den Missständen verschließt, meine Damen und Herren, handelt gegen die Sicherheit des Landes! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das ist der Grund dafür, dass wir, weil wir für die Sicherheit Österreichs eintreten und uns der Verpflichtung bewusst sind, weil wir auch in Zukunft Menschen, die Asyl brauchen, Asyl geben wollen, konsequent handeln und den Missbrauch des Asylrechtes abstellen müssen. Wegschauen gilt nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Was ist denn eigentlich die Ausgangslage? Ich denke, dass die Bürgerinnen und Bürger auch wissen sollen, warum wir diesen Schritt in einem breiten Konsens gehen und machen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Sind wir jetzt in Deutschland? Ich glaube, Sie verwechseln Wien mit Berlin!
Die Grünen verstehe ich in dieser Frage überhaupt nicht, dass sie diese Bundesregierung kritisieren. Was ist denn dann der Grund dafür, dass eine rot-grüne Regierung, beispielsweise Schily, in Deutschland eine, wie ich sagen würde, sehr konsequente Politik macht, die immerhin genau zu diesem Ergebnis führt, das ich Ihnen jetzt geschildert habe? (Abg. Dr. Van der Bellen: Sind wir jetzt in Deutschland? Ich glaube, Sie verwechseln Wien mit Berlin!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Unglaublich!
Interessen der Sicherheit des Landes im Auge haben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Unglaublich!)
Abg. Murauer: Das kann es doch nicht sein!
Beispiel: Eine Frau, die bereits drei Mal rechtskräftig einen negativen Asylbescheid erhalten hat – drei Mal rechtskräftig! –, erreicht nun kurz vor der Abschiebung, die auch rechtskräftig ist und wo sogar das Zielland die Zustimmung gegeben, mit einem vierten Asylantrag, dass sie nicht abgeschoben wird. Sie ist neuerlich im Verfahren, es wird neuerlich keine Entscheidung herbeigeführt, und somit wird der illegale Aufenthalt einfach verlängert. (Abg. Murauer: Das kann es doch nicht sein!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden nicht zusehen, sondern wir werden handeln, weil für uns, meine Damen und Herren, und für die überwiegende Mehrheit der Menschen in diesem Land der Reformbedarf außer Streit steht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bei dieser Diskussion sind für uns drei Ziele im Vordergrund gestanden: Jeder Schutzbedürftige soll diesen Schutz bekommen, Missbrauch muss, dort, wo nötig, auch mit strafrechtlichen Mitteln, konsequent bekämpft werden, und die Verfahren müssen beschleunigt werden, den Behörden müssen Durchsetzungsmechanismen in die Hand gegeben werden, dass die Verfahrensbeschleunigung auch tatsächlich in die Realität umgesetzt wird. – Das sind unsere Ziele, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
selbstverständlich menschenrechts- und verfassungskonform, und es trifft die richtige Balance, weil es eine richtige Entscheidung ist in einem, ja, Frau Stoisits, Spannungsfeld. Wir haben diese Balance richtig getroffen – im Interesse der Sicherheit des Landes auf der einen Seite und aus den selbstverständlich gegebenen menschenrechtlichen Verpflichtungen auf der anderen Seite heraus. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Es gibt seit dem Jahr 1969 das Strafvollzugsgesetz, das selbstverständlich auch für den Vollzug der Schubhaft gilt, und im Fremdenpolizeigesetz ist eben die Heilbehandlung umgesetzt, damit wir auch die Möglichkeit haben, die Sicherheit zu gewährleisten und die Verhältnismäßigkeit abzusichern. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte mich ausdrücklich bedanken bei Ministerin Prokop, bei Ministerin Miklautsch und bei den Verhandlungspartnern, auch bei den Sozialdemokraten: Wir haben mit diesem Paket ein großes Stück Arbeit geleistet – eine große politische Leistung und ein Sicherheitsgewinn für Österreich! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Satz gleich zu Beginn, Frau Kollegin Stoisits, bei aller Wertschätzung: Die SPÖ ist keine angeblich antifaschistische Partei, sondern sie ist eine antifaschistische Partei, das hat sie in ihrer Geschichte bewiesen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Deswegen fahren sie alle zurück!
Wir verhandeln heute eine sehr sensible Materie. Die Frage des Flüchtlingswesens, des Asylbereichs ist mit einer großen, international anerkannten Tradition für Österreich verbunden. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die Rolle Österreichs, beispielsweise, neben anderen Fällen, im Jahr 1956, Ungarn-Aufstand, im Jahr 1968, ČSSR-Krise, im Jahr 1989, als es darum gegangen ist, am Beginn des Zerfalls des Kommunismus DDR-Flüchtlinge, die über Ungarn, über das Burgenland, mein Heimatbundesland, nach Österreich gekommen sind, aufzunehmen – Österreich hat damals eine Rolle eingenommen, die international anerkannt wurde –, bis ins Jahr 1991, Jugoslawien-Krise, Jugoslawien-Krieg, als Österreich im internationalen Vergleich und in Relation zu allen anderen europäischen Staaten eine sehr positive Rolle eingenommen hat, auch, das möchte ich dazusagen, eine starke Integrationsrolle eingenommen hat, wie man an den heutigen Zahlen erkennen kann. (Abg. Dr. Van der Bellen: Deswegen fahren sie alle zurück!)
Beifall bei der SPÖ.
Es steht für die SPÖ daher auch als Oppositionspartei, Herr Kollege Van der Bellen, außer Streit, dass wir versuchen, einen wichtigen und vernünftigen Beitrag zu leisten, um eine humane, menschengerechte Gesetzgebung im Asylbereich zu erreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mandak: Das tut es aber nicht!
Zweitens: Ein modernes Asylgesetz muss natürlich allen Punkten der Flüchtlingskonvention von Genf und den Menschenrechten entsprechen. (Abg. Mandak: Das tut es aber nicht!)
Abg. Dr. Van der Bellen: Eh, aber das soll man nicht verallgemeinern, und das tun Sie mit diesem Gesetz!
Viertens – auch das wurde schon angesprochen –: Ein gutes Asylgesetz darf auch nicht die Augen vor der Realität verschließen, muss daher Asylmissbrauch, den es in der Praxis gibt – Herr Kollege Van der Bellen, Sie haben das selbst vor einigen Wochen in der Öffentlichkeit gesagt –, hintanstellen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Eh, aber das soll man nicht verallgemeinern, und das tun Sie mit diesem Gesetz!) Und dass es Asylmissbrauch gibt, ist wohl unbestritten.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war ja auch nie bestritten!
Diese vier Prämissen waren die Verhandlungsgrundlage der SPÖ für dieses Gesetz, und wir haben keinen einzigen dieser vier Punkte verlassen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war ja auch nie bestritten!)
Abg. Scheibner: Das war auch gescheit!
Warum diskutieren wir diese Materie heute überhaupt? – Weil ÖVP-Minister Strasser ein Asylgesetz zu verantworten hatte, das vom Verfassungsgerichtshof in vielen sensiblen und wichtigen Punkten aufgehoben wurde, und weil der gleiche Minister sich entschlossen hatte, nicht die aufgehobenen Passagen zu reparieren, sondern ein neues Gesetz zu erarbeiten. (Abg. Scheibner: Das war auch gescheit!)
Abg. Dr. Lopatka: Das ist eine Märchenstunde!
Und damit sind wir beim entscheidenden Punkt: Dieses neue, von Strasser vorgelegte Konvolut entsprach in keinem der Eckpunkte, die ich angesprochen habe, unseren Vorstellungen, weder im Bereich der Menschenrechte (Abg. Dr. Lopatka: Das ist eine Märchenstunde!) noch im Bereich der Flüchtlingskonvention noch im Bereich der Verfassungsmäßigkeit noch im Bereich der Steigerung der Effizienz der Verfahren.
Beifall bei der SPÖ.
Auch da ein offenes Wort: Ich nehme Kritik zur Kenntnis und ernst, aber bei genauer inhaltlicher Betrachtung des heute zu verabschiedenden Gesetzes muss ich sagen, dass diese Kritik nicht standhält. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Geh bitte!
Was ist der SPÖ gelungen, und was haben wir gemeinsam erreicht? – Erstens – und das steht über allen anderen Argumenten –: Es ist uns gelungen, dass es zu einer rascheren Abwicklung der Verfahren kommt. (Abg. Dr. Van der Bellen: Geh bitte!) Durch eine Aufstockung des Personals in der ersten Instanz – über 100 Personen, Herr Kollege Van der Bellen! (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist Ihr Verdienst? Das wollten wir alle!) – und eine Aufstockung in der zweiten Instanz mit bis zu 20 zusätzlichen Senatsmitgliedern und Richtern ist gewährleistet (Abg. Dr. Van der Bellen: Das fordert Stoisits seit Jahren!), dass jeder Asylwerber in Österreich rasch Bescheid bekommt, ob er in Österreich Asyl bekommt oder nicht. Das ist ein großer Verhandlungserfolg, denn das war in der ersten Regierungsvorlage nicht enthalten. Zu dem stehen wir, und zu dem stehen wir ganz offensiv. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist Ihr Verdienst? Das wollten wir alle!
Was ist der SPÖ gelungen, und was haben wir gemeinsam erreicht? – Erstens – und das steht über allen anderen Argumenten –: Es ist uns gelungen, dass es zu einer rascheren Abwicklung der Verfahren kommt. (Abg. Dr. Van der Bellen: Geh bitte!) Durch eine Aufstockung des Personals in der ersten Instanz – über 100 Personen, Herr Kollege Van der Bellen! (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist Ihr Verdienst? Das wollten wir alle!) – und eine Aufstockung in der zweiten Instanz mit bis zu 20 zusätzlichen Senatsmitgliedern und Richtern ist gewährleistet (Abg. Dr. Van der Bellen: Das fordert Stoisits seit Jahren!), dass jeder Asylwerber in Österreich rasch Bescheid bekommt, ob er in Österreich Asyl bekommt oder nicht. Das ist ein großer Verhandlungserfolg, denn das war in der ersten Regierungsvorlage nicht enthalten. Zu dem stehen wir, und zu dem stehen wir ganz offensiv. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Das fordert Stoisits seit Jahren!
Was ist der SPÖ gelungen, und was haben wir gemeinsam erreicht? – Erstens – und das steht über allen anderen Argumenten –: Es ist uns gelungen, dass es zu einer rascheren Abwicklung der Verfahren kommt. (Abg. Dr. Van der Bellen: Geh bitte!) Durch eine Aufstockung des Personals in der ersten Instanz – über 100 Personen, Herr Kollege Van der Bellen! (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist Ihr Verdienst? Das wollten wir alle!) – und eine Aufstockung in der zweiten Instanz mit bis zu 20 zusätzlichen Senatsmitgliedern und Richtern ist gewährleistet (Abg. Dr. Van der Bellen: Das fordert Stoisits seit Jahren!), dass jeder Asylwerber in Österreich rasch Bescheid bekommt, ob er in Österreich Asyl bekommt oder nicht. Das ist ein großer Verhandlungserfolg, denn das war in der ersten Regierungsvorlage nicht enthalten. Zu dem stehen wir, und zu dem stehen wir ganz offensiv. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was ist der SPÖ gelungen, und was haben wir gemeinsam erreicht? – Erstens – und das steht über allen anderen Argumenten –: Es ist uns gelungen, dass es zu einer rascheren Abwicklung der Verfahren kommt. (Abg. Dr. Van der Bellen: Geh bitte!) Durch eine Aufstockung des Personals in der ersten Instanz – über 100 Personen, Herr Kollege Van der Bellen! (Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist Ihr Verdienst? Das wollten wir alle!) – und eine Aufstockung in der zweiten Instanz mit bis zu 20 zusätzlichen Senatsmitgliedern und Richtern ist gewährleistet (Abg. Dr. Van der Bellen: Das fordert Stoisits seit Jahren!), dass jeder Asylwerber in Österreich rasch Bescheid bekommt, ob er in Österreich Asyl bekommt oder nicht. Das ist ein großer Verhandlungserfolg, denn das war in der ersten Regierungsvorlage nicht enthalten. Zu dem stehen wir, und zu dem stehen wir ganz offensiv. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was hat das zu bedeuten, wie viele Asylanträge gestellt werden? Was haben Sie damit für ein Problem?
Der zweite Punkt – das ist für mich unumstößlich –: Wir müssen zur Kenntnis nehmen – auch das wurde vom Kollegen Molterer angesprochen –, dass Österreich im Jahr zirka 25 000 bis 30 000 Asylanträge zu bearbeiten hat. Deutschland hat mit einer zehnmal so großen Bevölkerungszahl maximal um 5 000 bis 6 000 Asylanträge mehr. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was hat das zu bedeuten, wie viele Asylanträge gestellt werden? Was haben Sie damit für ein Problem?)
Beifall bei der SPÖ.
Österreich hat eine Anerkennungsrate im Asylbereich – ich habe die Tradition schon angesprochen – von 25 bis 30 Prozent, Deutschland eine zwischen 2 und 8 Prozent. Die Slowakei, ein neues Mitglied der Europäischen Union, hat eine Anerkennungsrate im Asylbereich von 0,09 Prozent. Auch deshalb sollte man mit Vehemenz darangehen, auch hier im Hohen Haus und mit den Vertretern, die das auf europäischer Ebene ermöglichen können, dafür zu sorgen, dass die Asylgesetzgebung, dass das Asylrecht europäisiert wird. Das wäre eine lohnenswerte Aufgabe für die ohnehin imagegeschädigte Europäische Union. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Kein einziges Argument?
Es ist mir klar, es geht um eine grundsätzliche Debatte. Und es ist von meinen beiden Vorrednern, speziell von den Grünen, kein einziges Argument auf den Tisch gelegt worden, warum man diesem Gesetz nicht zustimmen kann. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Kein einziges Argument?) Es ist kein einziges Argument hier auf den Tisch gelegt worden. Ich möchte daher einige Punkte inhaltlich ansprechen.
Abg. Mag. Stoisits: Ja, sind wir auch dafür, aber wo ist es?
Die Regierung wollte ursprünglich – ich betone: ursprünglich – keinerlei Verbesserungen bei der Personalsituation im Asylbereich. Wir haben erreicht, dass es einen eigenen Asylgerichtshof geben soll, dass jeder Asylwerber in Österreich rasch Klarheit hat, ob er Asyl bekommt oder nicht. Bis zum Jahresende wird es diesen Asylgerichtshof geben. (Abg. Mag. Stoisits: Ja, sind wir auch dafür, aber wo ist es?) Das war unsere wichtigste Forderung und ist der wichtigste Verhandlungserfolg der Sozialdemokraten – im Sinne der Asylwerber. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Regierung wollte ursprünglich – ich betone: ursprünglich – keinerlei Verbesserungen bei der Personalsituation im Asylbereich. Wir haben erreicht, dass es einen eigenen Asylgerichtshof geben soll, dass jeder Asylwerber in Österreich rasch Klarheit hat, ob er Asyl bekommt oder nicht. Bis zum Jahresende wird es diesen Asylgerichtshof geben. (Abg. Mag. Stoisits: Ja, sind wir auch dafür, aber wo ist es?) Das war unsere wichtigste Forderung und ist der wichtigste Verhandlungserfolg der Sozialdemokraten – im Sinne der Asylwerber. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stoisits: 78!
Es soll mir jemand in diesem Haus zeigen, welcher Paragraph des Fremdenpakets Zwangsernährung ermöglicht. (Abg. Mag. Stoisits: 78!) § 78 Absatz 6 – ich habe mich damit beschäftigt – sagt klar und deutlich: Asylwerber, die einen Abschiebungsbescheid schon in Händen haben, deren Rückkehrmöglichkeit in ein Land, aus dem sie kommen, gegeben ist, können, wenn sie sich selbst Schaden zufügen, in eine medizinische Abteilung einer Justizanstalt überführt werden. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.
Es soll mir jemand in diesem Haus zeigen, welcher Paragraph des Fremdenpakets Zwangsernährung ermöglicht. (Abg. Mag. Stoisits: 78!) § 78 Absatz 6 – ich habe mich damit beschäftigt – sagt klar und deutlich: Asylwerber, die einen Abschiebungsbescheid schon in Händen haben, deren Rückkehrmöglichkeit in ein Land, aus dem sie kommen, gegeben ist, können, wenn sie sich selbst Schaden zufügen, in eine medizinische Abteilung einer Justizanstalt überführt werden. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Regierung hatte vor, mit dem § 69 im Strafgesetz Asylwerber, Schubhäftlinge mit Strafgefangenen gleichzustellen. Das wurde von der SPÖ herausverhandelt. Jeder, der hier Gegenteiliges behauptet, sagt die Unwahrheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Ich bin hier in guter Gesellschaft – nicht nur mit den Verfassungsrechtlern Öhlinger, Funk, Wegscheider, die wörtlich gesagt haben: Zwangsernährung ist in Österreich nicht möglich!, sondern auch mit dem Bundespräsidenten der Republik Österreich, Heinz Fischer, der gestern dezidiert festgestellt hat: Es gibt auf Grund dieses Gesetzes keine Möglichkeit, Schubhäftlinge zwangszuernähren. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können ja zustimmen, aber uns Seriosität abzusprechen bei ...!
Zur Frage der Schubhaft – ich bin offensichtlich der Einzige, der sich auch mit den Inhalten auseinander setzt –: Der Regierungsentwurf war, die Schubhaft soll in Österreich endlos dauern. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können ja zustimmen, aber uns Seriosität abzusprechen bei ...!) Jetzt ist die Vorlage, die wir heute zu beschließen haben, so formuliert, dass Schubhaft bis zu zehn Monate dauern darf.
Abg. Sburny: Ausnahme-Ausnahmefälle wie Zwangsernährung!
Monate dauern, nur in Ausnahmefällen sechs Monate und in Ausnahme-Ausnahmefällen zehn Monate. (Abg. Sburny: Ausnahme-Ausnahmefälle wie Zwangsernährung!) Ich glaube, dass es gerechtfertigt ist, dieser Regelung in dieser Form zuzustimmen.
Beifall bei der SPÖ.
Und ich stehe dazu: Wenn ein Facharzt – und das sollten Sie auch zur Kenntnis nehmen und in der öffentlichen Diskussion auch ehrlich so darstellen – feststellt, dass ein Asylwerber traumatisiert ist und dass durch diese Traumatisierung eine Abschiebung auch in ein sicheres Drittland nicht möglich ist, dann gibt es keine Abschiebung in ein sicheres Drittland! Ich würde bitten, dass wir in der Diskussion ehrlich miteinander umgehen. Das ist eindeutig so im Gesetz festgeschrieben, einer anderen Regelung hätte die SPÖ nie zugestimmt! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Brosz
Ich sage noch etwas zum Gesetz (Zwischenruf des Abg. Brosz): Es war für uns nicht einfach, noch einmal gesagt, mit der Regierung dieses Paktum auszuverhandeln, weil die ÖVP versucht hat, in dieses Fremdenpaket mehrere Punkte hineinzuverhandeln, auch die Frage des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes beispielsweise.
Zwischenruf des Abg. Großruck
Ich sage auch dazu ein offenes Wort: Wenn die SPÖ hier nicht Verhandlungsstärke bewiesen hätte (Zwischenruf des Abg. Großruck), dann hätte die ÖVP einfachgesetzlich mit dem Partner BZÖ oder FPÖ im Bereich des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes Dinge beschließen können, die beispielsweise dazu geführt hätten, in den §§ 60 und 62 des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes, dass Scheinselbständigkeit in Österreich möglich gewesen wäre (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz), dass bis zu 40 000 zusätzliche Personen auf den österreichischen Arbeitsmarkt gedrängt wären und über die Hintertür Lohndumping und Sozialabbau stattgefunden hätten. Schon allein deshalb kann ich sagen, dass wir von der SPÖ mit der Zustimmung zu diesem Gesetz einen guten und richtigen Schritt gesetzt haben, weil wir dadurch sehr viele Grausamkeiten verhindern konnten. (Beifall bei der SPÖ.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz
Ich sage auch dazu ein offenes Wort: Wenn die SPÖ hier nicht Verhandlungsstärke bewiesen hätte (Zwischenruf des Abg. Großruck), dann hätte die ÖVP einfachgesetzlich mit dem Partner BZÖ oder FPÖ im Bereich des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes Dinge beschließen können, die beispielsweise dazu geführt hätten, in den §§ 60 und 62 des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes, dass Scheinselbständigkeit in Österreich möglich gewesen wäre (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz), dass bis zu 40 000 zusätzliche Personen auf den österreichischen Arbeitsmarkt gedrängt wären und über die Hintertür Lohndumping und Sozialabbau stattgefunden hätten. Schon allein deshalb kann ich sagen, dass wir von der SPÖ mit der Zustimmung zu diesem Gesetz einen guten und richtigen Schritt gesetzt haben, weil wir dadurch sehr viele Grausamkeiten verhindern konnten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich sage auch dazu ein offenes Wort: Wenn die SPÖ hier nicht Verhandlungsstärke bewiesen hätte (Zwischenruf des Abg. Großruck), dann hätte die ÖVP einfachgesetzlich mit dem Partner BZÖ oder FPÖ im Bereich des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes Dinge beschließen können, die beispielsweise dazu geführt hätten, in den §§ 60 und 62 des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes, dass Scheinselbständigkeit in Österreich möglich gewesen wäre (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Brosz), dass bis zu 40 000 zusätzliche Personen auf den österreichischen Arbeitsmarkt gedrängt wären und über die Hintertür Lohndumping und Sozialabbau stattgefunden hätten. Schon allein deshalb kann ich sagen, dass wir von der SPÖ mit der Zustimmung zu diesem Gesetz einen guten und richtigen Schritt gesetzt haben, weil wir dadurch sehr viele Grausamkeiten verhindern konnten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das waren alles Sie?!
Das BKA, das Bundeskanzleramt, sein Verfassungsdienst, hat 50 Verfassungswidrigkeiten im Gesetz festgestellt oder zumindest Punkte, die verfassungsrechtlich bedenklich sind – jetzt sind sie draußen. (Abg. Scheibner: Das waren alles Sie?!)
Abg. Gaál: 50 Einwände!
Ich hätte nie einem Gesetz zugestimmt, das der Verfassung nicht entspricht. (Abg. Gaál: 50 Einwände!) Das ist kein Schielen sozusagen auf den Boulevard und die Meinungen der Menschen, aber ich fühle mich bestätigt, wenn 67 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sagen (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen – Abg. Scheibner: Das haben alles Sie herausverhandelt? Man muss Ihnen gratulieren!), die Zustimmung der SPÖ zu diesem Bereich ist richtig. Wir haben guten Gewissens entschieden, wir stehen zu diesem Gesetz und stimmen daher auch zu. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen – Abg. Scheibner: Das haben alles Sie herausverhandelt? Man muss Ihnen gratulieren!
Ich hätte nie einem Gesetz zugestimmt, das der Verfassung nicht entspricht. (Abg. Gaál: 50 Einwände!) Das ist kein Schielen sozusagen auf den Boulevard und die Meinungen der Menschen, aber ich fühle mich bestätigt, wenn 67 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sagen (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen – Abg. Scheibner: Das haben alles Sie herausverhandelt? Man muss Ihnen gratulieren!), die Zustimmung der SPÖ zu diesem Bereich ist richtig. Wir haben guten Gewissens entschieden, wir stehen zu diesem Gesetz und stimmen daher auch zu. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ.
Ich hätte nie einem Gesetz zugestimmt, das der Verfassung nicht entspricht. (Abg. Gaál: 50 Einwände!) Das ist kein Schielen sozusagen auf den Boulevard und die Meinungen der Menschen, aber ich fühle mich bestätigt, wenn 67 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sagen (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen – Abg. Scheibner: Das haben alles Sie herausverhandelt? Man muss Ihnen gratulieren!), die Zustimmung der SPÖ zu diesem Bereich ist richtig. Wir haben guten Gewissens entschieden, wir stehen zu diesem Gesetz und stimmen daher auch zu. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Stimmt überhaupt nicht! Ist ja völliger Unsinn!
Sie wollen, dass jeder nach Österreich einreisen kann (Abg. Dr. Van der Bellen: Stimmt überhaupt nicht! Ist ja völliger Unsinn!), dass er sich ohne Rechtsgrund hier aufhalten kann, dass er ausreisen kann, dass er arbeiten kann. Das ist Ihre Intention. Sie wollen in Wirklichkeit überhaupt keine Regelung haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Das ist völliger Unsinn!) – Frau Abgeordnete Stoisits, das geht ja aus all Ihren Debattenbeiträgen hervor!
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Das ist völliger Unsinn!
Sie wollen, dass jeder nach Österreich einreisen kann (Abg. Dr. Van der Bellen: Stimmt überhaupt nicht! Ist ja völliger Unsinn!), dass er sich ohne Rechtsgrund hier aufhalten kann, dass er ausreisen kann, dass er arbeiten kann. Das ist Ihre Intention. Sie wollen in Wirklichkeit überhaupt keine Regelung haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Das ist völliger Unsinn!) – Frau Abgeordnete Stoisits, das geht ja aus all Ihren Debattenbeiträgen hervor!
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ein angeblich algerischer Staatsbürger versucht im Februar 2004, über Italien illegal nach Österreich einzureisen – er wird nach Italien zurückgeschoben. Fünf Tage später: neuerliche Einreise aus Italien – er wurde in Innsbruck angehalten und in Schubhaft genommen wegen illegalen Aufenthaltes. Einen Monat später stellt er einen Asylantrag aus der Schubhaft, nach der Beratung durch eine Organisation. Er wird aus der Schubhaft entlassen wegen des Asylantrages. Noch in der Schubhaft hat er sich den Mund mit einem Draht zugenäht und ist in den Hungerstreik getreten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Im März 2004, also einen Monat später, bekommt er mehrere Anzeigen: Diebstahl, Körperverletzung, absichtliche schwere Körperverletzung, versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt, Geldfälschung, Suchtmitteldelikte. Im Juli stellt sich heraus, dass er schon in einem anderen Land einen Asylantrag gestellt hat. Daraufhin wird er nach Italien überstellt. Er kommt wieder nach Österreich zurück, wird wieder aufgegriffen, es wird wieder die Schubhaft verhängt, und so geht das weiter. – Und dann reden Sie davon, dass wir sagen, Missbrauch bestehe schon darin, dass jemand ein Rechtsmittel ergreift!?
Abg. Brosz: „Viele“ nähen sich den Mund zu!
Viele – ich würde nicht sagen alle, aber viele (Abg. Brosz: „Viele“ nähen sich den Mund zu!) – missbrauchen ganz einfach unsere Gesetze, und da ist eben Handlungsbedarf gegeben.
Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man kann heute eigentlich von einem Sieg der Vernunft sprechen (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek), denn fast alle Abgeordneten des Nationalrates werden diesem Gesetz zustimmen. Auf die SPÖ wird sicher durch die Wahlen ein gewisser Druck ausgeübt, sodass man sich besonnen hat und doch zustimmen wird, aber im Großen und Ganzen weiß natürlich jeder – das haben ja auch schon meine Vorredner gesagt, außer Frau Stoisits –, dass es in Österreich einen enormen Asylmissbrauch gibt. Jeder hier weiß, dass viele Menschen, die nach Österreich kommen, keine Gründe nach der Genfer Konvention haben, sondern ganz einfach hier einwandern wollen. Sie wollen sich hier sesshaft machen und wollen hier Aufenthalt finden.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das sind Missstände, und mit diesen müssen wir uns befassen, und als Politiker haben wir die Aufgabe, dem gegenzusteuern! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wie gesagt, diese Missbräuche sind evident. Interessanterweise leugnen allerdings die Grünen diese Missbräuche, die NGOs leugnen diese Missbräuche ebenfalls teilweise. Sie wollen glauben machen, dass bei uns nur jemand ansucht, der wirklich verfolgt ist, dass er dann, wenn wir ihn zurückschieben, der Folter ausgeliefert ist, der Todesstrafe und so weiter. Aber, wie gesagt, so ist es nicht! Ein Großteil, der hierher kommt, ist nicht verfolgt, sondern möchte nur seine Lebensgrundlage verbessern. Es ist sein gutes Recht, dass er es versucht, aber unser gutes Recht ist es, dass wir ihm klarmachen, dass das ganz einfach nicht geht. Wer zu uns kommt, muss nach den Einwanderungsgesetzen einwandern, und Asylmissbrauch wird strengstens geahndet. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Sie Ärmste!
Ganz empörend finde ich ja, dass jemand, der über die Missbräuche spricht und Maßnahmen verlangt, dann von Frau Stoisits, von den Grünen und von den NGOs an den Pranger gestellt wird. (Abg. Öllinger: Sie Ärmste!) Wir sind dann die Unmenschen, wir sind dann diejenigen, die die Menschenrechte missachten. Das stimmt doch überhaupt nicht, sondern wir sind diejenigen, die den Rechtsstaat achten. (Abg. Öllinger: Ja, ja!)
Abg. Öllinger: Ja, ja!
Ganz empörend finde ich ja, dass jemand, der über die Missbräuche spricht und Maßnahmen verlangt, dann von Frau Stoisits, von den Grünen und von den NGOs an den Pranger gestellt wird. (Abg. Öllinger: Sie Ärmste!) Wir sind dann die Unmenschen, wir sind dann diejenigen, die die Menschenrechte missachten. Das stimmt doch überhaupt nicht, sondern wir sind diejenigen, die den Rechtsstaat achten. (Abg. Öllinger: Ja, ja!)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, für uns und für mich ist wichtig, dass wir auch die Interessen jener vertreten, die mit der Situation befasst sind, die beispielsweise tagtäglich mit Drogendealern konfrontiert sind, von denen sich herausstellt, dass sie zum Großteil Asylwerber sind. Im Jahre 2004 sind 2 400 wegen Drogenhandel festgenommen worden, davon sage und schreibe 98 Prozent Asylwerber. Das sind nicht Asylanten, die hier sein wollen und hier ihr Asylverfahren abwarten, sondern das sind diejenigen, die von der organisierten Kriminalität nach Österreich geschickt werden und denen der Asylantrag die Möglichkeit gibt, sich hier aufzuhalten. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das sind eben viele, die nicht nur das Asylrecht, sondern auch das Gastrecht missbrauchen. Wir brauchen keine kriminellen Asylwerber! Wir müssen gegen die kriminellen Asylwerber entschieden vorgehen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben auch die so genannte Gebietsbeschränkung vorgenommen, das heißt, während des Zulassungsverfahrens darf der Asylwerber sich nur in einem bestimmten Bereich der Bezirkshauptmannschaft aufhalten und nicht woanders. Wir wollen damit die Drogenreisen verhindern, die von Traiskirchen aus nach Wien erfolgen. Das ist etwas, was ganz einfach nicht hingenommen werden kann und wo wir von der Bevölkerung ununterbrochen aufgefordert werden, zu handeln und das nicht anstehen zu lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Vorlesen!
Wenn Herr Abgeordneter Darabos gesagt hat, es gibt keine Zwangsernährung, dann meine ich, da machen Sie nichts anderes als eine Selbsthypnose, denn Sie suggerieren Ihren Abgeordneten, damit sie zustimmen, händeringend bitten Sie, doch zur Kenntnis zu nehmen, dass es die Zwangsernährung in Wirklichkeit nicht gibt. (Abg. Schieder: Vorlesen!)
Weitere Rufe bei der SPÖ: Vorlesen!
Herr Abgeordneter Darabos, wesentlich für ein funktionierendes Asylsystem ist nicht, was die SPÖ-Führung ihren Abgeordneten suggeriert, sondern es ist wesentlich, was im Gesetz steht, und im Gesetz steht, dass unter bestimmten Umständen die Zwangsernährung durchgeführt werden kann. Und wir bekennen uns dazu. (Weitere Rufe bei der SPÖ: Vorlesen!) Wissen Sie, es ist ja auch paradox, denn da gibt es ja auch einen Widerspruch. Herr Bundespräsident Fischer möchte von jedem Fall erfahren, und Sie wollen es leugnen. Schauen Sie, Sie können sich in die eigene Tasche lügen, das ist mir eigentlich völlig egal, wir haben das Gesetz, wir haben das wirklich durchgesetzt.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich kann Sie ja schon wieder beruhigen. Wir haben im Ausschuss auch den Verfassungsexperten Raschauer gehabt. Er hat gesagt, „nach Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention sei ein Staat verpflichtet, Personen, die in seinem Gewahrsam sind, am Leben zu erhalten“. Irgendetwas muss er machen, es geht nur um die Frage: wie. Und bitte ja nicht romantisch träumen von „die Alternative heißt Freilassen“, denn Freilassen ist keine Alternative, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das muss sich ändern, und das wird sich auch ändern! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bekenne mich dazu, Österreich wird weiterhin ein Asylland bleiben für diejenigen, die echt verfolgt sind, die Gründe nach der Genfer Konvention haben, aber Österreich wird sich sicher nicht den Missbrauch, der bisher geherrscht hat und nicht genügend bekämpft worden ist, gefallen lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Vor einer Woche ist die neue Polizei Realität geworden. Es ist die größte Modernisierung in der Geschichte der Exekutive, und heute sollen ein neues Asylgesetz, ein neues Fremdenpolizeigesetz, ein neues Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz durch den Nationalrat verabschiedet werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Ersten wollen wir möglichst menschliche Rahmenbedingungen schaffen, und da sind noch viele Maßnahmen notwendig. Vor allem möchte ich auch betonen: Eine Schubhaft kein „Häf´n“, sondern wir werden versuchen, Rückführungszentren so zu installieren, dass sie menschlich sind. (Beifall bei der ÖVP.) Es geht auch darum, dass wir rasch Hilfe geben.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich danke allen, die diesen Konsens mit erarbeitet haben: aus sicherheitspolitischer Notwendigkeit, aber auch um der Menschlichkeit zu dienen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist genau das, was die Menschen von uns, von der Politik erwarten, dass wir in grundlegenden Fragen gemeinsam Lösungen suchen und sie letztlich auch finden. Dieser parteiübergreifende Konsens ist auch eine Bestätigung dafür, dass wir mit Sorgfalt an die Sache herangegangen sind, um das Ziel in diesem neuen Gesetz, eine Übereinstimmung mit Verfassungsrecht, Menschenrecht und Völkerrecht, zu erreichen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Und da ist die Verantwortung der Politik gefragt, mit besonderer Sorgfalt und unter Abwägung all dieser Meinungen Entscheidungen zu treffen. Das ist unsere Aufgabe. Und wir werden nunmehr dann im Vollzug mit sehr viel Sensibilität, aber auch Transparenz darauf achten, dass das auch entsprechend vollzogen wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Da diese Materien so eng miteinander in Verbindung stehen, ist es umso wichtiger, auch eine inhaltliche Unterscheidung zwischen Asyl und Migration zu treffen. Wer diese beiden Bereiche inhaltlich vermischt, der schadet jenen, die wirklich Hilfe vor Verfolgung brauchen, und schadet auch dem berechtigten Sicherheitsbedürfnis unserer Bürgerinnen und Bürger. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Es ist mir daher wirklich gerade auch am heutigen Tag ein vom Herzen kommendes Bedürfnis, den Österreicherinnen und Österreichern für ihre Hilfsbereitschaft, aber auch für ihre Bereitschaft, Fremde aufzunehmen, zu danken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich hoffe nunmehr, dass wir bei der Umsetzung dieses Gesetzes diesen breiten Weg des Konsenses auch in Zukunft gehen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Das haben wir ja weiter vor! – Zwischenrufe des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Der grüne Klub zeigt Ihnen jetzt deswegen noch einmal diese Bilder, weil sie ein ganz, ganz wichtiges Prinzip in Demokratien beschreiben, nämlich dass man Verfolgten Schutz gewährt – ein antifaschistisches Prinzip, übrigens das antifaschistische Prinzip. (Abg. Neudeck: Das haben wir ja weiter vor! – Zwischenrufe des Abg. Scheibner.)
Beifall bei den Grünen.
Diese Menschen haben in anderen Ländern Schutz gefunden. Wir sollten diesen Ländern dankbar sein – und wir sollten diese Tradition als Basis für solche Gesetze, wie wir sie heute beschließen, nehmen, nicht aber andere Prinzipien. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Neudeck: Wann war denn das, dass diese Leute geflohen sind? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Von Seiten der ÖVP, vom Klubobmann der ÖVP war heute zu hören, es sei das ein guter Tag für die österreichische Sicherheit. Wenn man so ein Bild verwendet, es geht hier um die österreichische Sicherheit, kann ich nicht folgen. (Abg. Neudeck: Wann war denn das, dass diese Leute geflohen sind? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ich meine, wenn man über Sicherheitsinteressen debattiert, dann habe ich im Hintergrund im Kopf: Diskussion über Abfangjäger, Diskussion über militärische Bedrohungen, Kriminalität, aber ich habe nicht im Kopf Menschen, die vor Verfolgung geschützt werden wollen und deswegen nach Österreich kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Von Seiten der ÖVP, vom Klubobmann der ÖVP war heute zu hören, es sei das ein guter Tag für die österreichische Sicherheit. Wenn man so ein Bild verwendet, es geht hier um die österreichische Sicherheit, kann ich nicht folgen. (Abg. Neudeck: Wann war denn das, dass diese Leute geflohen sind? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ich meine, wenn man über Sicherheitsinteressen debattiert, dann habe ich im Hintergrund im Kopf: Diskussion über Abfangjäger, Diskussion über militärische Bedrohungen, Kriminalität, aber ich habe nicht im Kopf Menschen, die vor Verfolgung geschützt werden wollen und deswegen nach Österreich kommen. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe bei der ÖVP: Genau!
Herr Klubobmann Molterer, Sie haben heute gesagt: Wer gegen dieses Gesetz ist, wer dieses Gesetz heute nicht mitbeschließt, ist gegen die Sicherheit Österreichs. (Rufe bei der ÖVP: Genau!) – Das ist eine beispiellose Verdrehung und Verwirrung, beispiellos, weil Sie als Hintergrund, als Grundprinzip dieses Asylrechts, dieses Fremdenpaketes (Abg. Dr. Brinek: Verdrehen und vereinfachen!), das Bild haben, dass Menschen, die vor Verfolgung geschützt werden wollen und deswegen nach Österreich kommen, per se kriminell seien. Und das ist zutiefst verwerflich und einer christlichen Partei nicht würdig! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Sie vergleichen das demokratische Österreich mit dem Nazi-Regime?!)
Abg. Dr. Brinek: Verdrehen und vereinfachen!
Herr Klubobmann Molterer, Sie haben heute gesagt: Wer gegen dieses Gesetz ist, wer dieses Gesetz heute nicht mitbeschließt, ist gegen die Sicherheit Österreichs. (Rufe bei der ÖVP: Genau!) – Das ist eine beispiellose Verdrehung und Verwirrung, beispiellos, weil Sie als Hintergrund, als Grundprinzip dieses Asylrechts, dieses Fremdenpaketes (Abg. Dr. Brinek: Verdrehen und vereinfachen!), das Bild haben, dass Menschen, die vor Verfolgung geschützt werden wollen und deswegen nach Österreich kommen, per se kriminell seien. Und das ist zutiefst verwerflich und einer christlichen Partei nicht würdig! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Sie vergleichen das demokratische Österreich mit dem Nazi-Regime?!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Sie vergleichen das demokratische Österreich mit dem Nazi-Regime?!
Herr Klubobmann Molterer, Sie haben heute gesagt: Wer gegen dieses Gesetz ist, wer dieses Gesetz heute nicht mitbeschließt, ist gegen die Sicherheit Österreichs. (Rufe bei der ÖVP: Genau!) – Das ist eine beispiellose Verdrehung und Verwirrung, beispiellos, weil Sie als Hintergrund, als Grundprinzip dieses Asylrechts, dieses Fremdenpaketes (Abg. Dr. Brinek: Verdrehen und vereinfachen!), das Bild haben, dass Menschen, die vor Verfolgung geschützt werden wollen und deswegen nach Österreich kommen, per se kriminell seien. Und das ist zutiefst verwerflich und einer christlichen Partei nicht würdig! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Sie vergleichen das demokratische Österreich mit dem Nazi-Regime?!)
Abg. Dr. Mitterlehner: Mein Gott!
Wer heute für dieses Gesetz stimmt, nimmt in Kauf, dass Menschen, die unter Umständen Asylgründe nicht im richtigen Moment vorbringen können, abgeschoben werden können und letztendlich vor der Frage Leben oder Tod stehen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Mein Gott!) Das nehmen Sie mit diesem Gesetz in Kauf! Und die Tradition, die Sie hier so sehr loben, die Tradition von 1956, 1968, der siebziger Jahre, die hat Österreich einmal gehabt im Bereich Flüchtlingshilfe, aber diese Tradition ist spätestens mit dem heutigen Tag beendet. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ellmauer: Völlig falsch! Schauen Sie sich doch die Zahlen an!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Ellmauer: Völlig falsch! Schauen Sie sich doch die Zahlen an!
Wer heute für dieses Gesetz stimmt, nimmt in Kauf, dass Menschen, die unter Umständen Asylgründe nicht im richtigen Moment vorbringen können, abgeschoben werden können und letztendlich vor der Frage Leben oder Tod stehen. (Abg. Dr. Mitterlehner: Mein Gott!) Das nehmen Sie mit diesem Gesetz in Kauf! Und die Tradition, die Sie hier so sehr loben, die Tradition von 1956, 1968, der siebziger Jahre, die hat Österreich einmal gehabt im Bereich Flüchtlingshilfe, aber diese Tradition ist spätestens mit dem heutigen Tag beendet. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ellmauer: Völlig falsch! Schauen Sie sich doch die Zahlen an!)
Abg. Mag. Molterer schüttelt verneinend den Kopf.
Und noch einmal das Beispiel: Bis 1989 sind Menschen, die Nicht-Österreichern bei der Flucht aus ihrem Land geholfen haben, noch vom Landeshauptmann mit Ehrenurkunden ausgezeichnet worden. – Mit diesem Gesetz werden sie mit Tagsätzen, mit Straftagsätzen bis zu einem Jahr bestraft, kriminalisiert. (Abg. Mag. Molterer schüttelt verneinend den Kopf.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja keine Asylangelegenheit! Und Kriminelle haben wir selber genug!
Ist das nicht ein Unterschied zwischen Mensch und Mensch, den niemand mehr verstehen kann? Können Sie das in irgendeiner Weise verantworten?! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja keine Asylangelegenheit! Und Kriminelle haben wir selber genug!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber das stimmt ja nicht! Nicht einmal das stimmt! – Abg. Scheibner: Sie lesen das Gesetz nicht!
Frau Partik-Pablé, ein anderes Beispiel, das sich in diesem Gesetz findet. Ein anderes Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie sind eine bosnische Frau, Sie haben sexuelle Gewalt erlebt und müssen das in Österreich in erster Instanz alles nachweisen, alles vorbringen. Sie kommen in diesen Raum und wissen: Wenn ich es jetzt nicht sage, habe ich keine Chance mehr, Asyl zu bekommen. Sie sitzen drinnen, und Sie müssen dann einem Mann erklären, was Ihnen passiert ist. Sie haben kein Recht auf eine Frau als Dolmetscherin in Ihrer Sprache, die das übersetzt, was Ihnen passiert ist. Wie können Sie das vertreten? Können Sie sich in solche Frauen hineinversetzen? – Ich glaube nicht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber das stimmt ja nicht! Nicht einmal das stimmt! – Abg. Scheibner: Sie lesen das Gesetz nicht!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden lauter Blödsinn! Das ist falsch, was Sie sagen! Lesen Sie das Gesetz! Sie waren in keinem Ausschuss, Sie haben das Gesetz nicht gelesen!
Asylrecht, das bis jetzt gegolten hat. Diese Schutzklausel wird abgeschafft. Diese Menschen, Traumatisierte und Folteropfer, unterliegen keinem besonderen Schutz mehr. Wie können Sie das verantworten, Frau Partik-Pablé?! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden lauter Blödsinn! Das ist falsch, was Sie sagen! Lesen Sie das Gesetz! Sie waren in keinem Ausschuss, Sie haben das Gesetz nicht gelesen!) Nein, das sind alles Beispiele! Das ist nicht falsch! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Asylrecht, das bis jetzt gegolten hat. Diese Schutzklausel wird abgeschafft. Diese Menschen, Traumatisierte und Folteropfer, unterliegen keinem besonderen Schutz mehr. Wie können Sie das verantworten, Frau Partik-Pablé?! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reden lauter Blödsinn! Das ist falsch, was Sie sagen! Lesen Sie das Gesetz! Sie waren in keinem Ausschuss, Sie haben das Gesetz nicht gelesen!) Nein, das sind alles Beispiele! Das ist nicht falsch! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich möchte Ihnen noch ein paar Beispiele bringen. Kollege Molterer hat gesagt, dieses Gesetz sei garantiert konform mit der Genfer Flüchtlingskonvention. Das haben Sie das letzte Mal auch gesagt. Sie haben gesagt: Wir garantieren dafür, dass dieses Gesetz verfassungskonform ist! Wer soll Ihnen noch glauben, Herr Kollege Molterer?! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Großruck: Sie werden nie Parteiobfrau werden!
Stellen Sie sich vor, Herr Kollege Molterer, Sie sind ein freiheitsliebender und demokratiebewusster Kurde und wollen in Österreich dagegen auftreten, dass Ihre Bevölkerungsgruppe dort unterdrückt wird, ihre Sprache nicht sprechen kann, und Sie werden hier in Österreich aktiv, um Ihrer Verwandtschaft, Ihrer Familie, Ihren Volksgruppenangehörigen im Iran, im Irak, in Syrien und in der Türkei zu helfen. Sie werden hier aktiv und müssen deswegen, wenn Sie zurückkehren nach Syrien, Iran, Irak, Türkei, mit Verfolgung rechnen. (Abg. Großruck: Sie werden nie Parteiobfrau werden!) Das wird nicht mehr als Flüchtlingsgrund anerkannt. Sie können dort hinfahren und sich direkt ins Gefängnis setzen, vielleicht sogar der Todesstrafe ausgesetzt sein. Das verantworten Sie mit diesem Gesetz! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Aber warum haben Sie dem alten, guten Asylgesetz nicht zugestimmt?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Aber warum haben Sie dem alten, guten Asylgesetz nicht zugestimmt?
Stellen Sie sich vor, Herr Kollege Molterer, Sie sind ein freiheitsliebender und demokratiebewusster Kurde und wollen in Österreich dagegen auftreten, dass Ihre Bevölkerungsgruppe dort unterdrückt wird, ihre Sprache nicht sprechen kann, und Sie werden hier in Österreich aktiv, um Ihrer Verwandtschaft, Ihrer Familie, Ihren Volksgruppenangehörigen im Iran, im Irak, in Syrien und in der Türkei zu helfen. Sie werden hier aktiv und müssen deswegen, wenn Sie zurückkehren nach Syrien, Iran, Irak, Türkei, mit Verfolgung rechnen. (Abg. Großruck: Sie werden nie Parteiobfrau werden!) Das wird nicht mehr als Flüchtlingsgrund anerkannt. Sie können dort hinfahren und sich direkt ins Gefängnis setzen, vielleicht sogar der Todesstrafe ausgesetzt sein. Das verantworten Sie mit diesem Gesetz! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Aber warum haben Sie dem alten, guten Asylgesetz nicht zugestimmt?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal das Opfer von dem! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie nehmen einen Vergewaltiger in Schutz!
Die Schutzklausel für Traumatisierte und Folteropfer. – Sie wissen, was mit diesen Menschen passiert, wenn sie in Schubhaft sind? Wie kann man jemanden, der Schreckliches erlebt hat, in eine Einzelzelle stecken, wenn er dann vielleicht in einen Hungerstreik tritt? Und das Beispiel, das Sie genannt haben, das Beispiel des Menschen, der sich mit einem Draht den Mund zunäht, wo Sie geradezu anklagend sagen: Wie kann jemand so etwas machen? Wie kann uns jemand so etwas antun, dass er den Rechtsstaat erpresst? Sie fragen sich nicht, warum ein Mensch sich selber so was antut, was einem solchen Menschen widerfahren sein muss, dass er zu solchen Mitteln greift, zu solchen verzweifelten Mitteln greift, dass er so etwas tut! Fragen Sie sich das nicht? Was haben Sie dort, wo andere Menschen Mitgefühl haben?! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal das Opfer von dem! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie nehmen einen Vergewaltiger in Schutz!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Illegal eingewandert! Kriminell!
In anderen Ländern war man entsetzt darüber, dass das in Österreich ernsthaft diskutiert wird, bei Menschen, die nichts getan haben, die sich von uns nur dadurch unterscheiden, dass sie nicht österreichischer Staatsbürger sind. Die haben gegen kein Gesetz verstoßen, sind nicht kriminell geworden (Abg. Dr. Partik-Pablé: Illegal eingewandert! Kriminell!), sondern sie sollen abgeschoben werden. Sie sind keine Kriminellen, das ist etwas anderes. Und gegen diese Menschen wollen Sie solche
Beifall bei den Grünen.
drakonischen, brutalen Maßnahmen verhängen?! Ich finde das letztklassig, und ich finde, das ist genau der Unterschied, den es in Europa nie wieder geben darf, nämlich den Unterschied zwischen Mensch und Mensch, nur weil jemand nicht etwas in der Tasche hat, was wir in der Tasche haben, nämlich den österreichischen Reisepass. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Und ein Letztes noch. Kommentatoren haben vermutet, die SPÖ mache das, um hier eine Imagekorrektur, eine strategische Neupositionierung im Bereich Sicherheit vorzunehmen. Ich finde, der Bereich Grundrechte, Menschenrechte, Asylverfahren ist für eine Neupositionierung der völlig falsche Ort. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stoisits: Haben Sie nicht zugehört?
Abgeordneter Günter Kößl (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesminister für Inneres! Frau Bundesminister für Justiz! Geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich habe mir jetzt erwartet, dass einige Argumente kommen, warum die Grünen diesem Gesetz nicht zustimmen. – Es sind jedoch keine Argumente gekommen. (Abg. Mag. Stoisits: Haben Sie nicht zugehört?) Das, was gekommen ist, war nicht richtig.
Abg. Mag. Stoisits: Es gibt keine weiblichen Dolmetscher!
Das Nächste ist, dass Frau Kollegin Glawischnig erklärt hat, Frauen würden von Männern befragt. (Abg. Mag. Stoisits: Es gibt keine weiblichen Dolmetscher!) – Das ist ebenfalls nicht richtig! Man weiß ganz genau, dass Frauen von Frauen befragt und einvernommen werden. (Abg. Mag. Stoisits: Ja, und von Männern gedolmetscht! Das ist die Realität! Waren Sie schon einmal beim Bundesasylamt? – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Stoisits: Ja, und von Männern gedolmetscht! Das ist die Realität! Waren Sie schon einmal beim Bundesasylamt? – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Das Nächste ist, dass Frau Kollegin Glawischnig erklärt hat, Frauen würden von Männern befragt. (Abg. Mag. Stoisits: Es gibt keine weiblichen Dolmetscher!) – Das ist ebenfalls nicht richtig! Man weiß ganz genau, dass Frauen von Frauen befragt und einvernommen werden. (Abg. Mag. Stoisits: Ja, und von Männern gedolmetscht! Das ist die Realität! Waren Sie schon einmal beim Bundesasylamt? – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... verstehen nur etwas von der Polizei, sonst nichts! – Abg. Mag. Stoisits: Kein Wunder! Er ist ja auch der Sicherheitssprecher – und nicht der Menschenrechtssprecher!
Ich bitte Sie: Zeigen Sie nochmals die Bilder, die Sie jetzt in Händen haben, denn kein einziger der da abgebildeten Menschen ist irgendwo und irgendwann einmal kriminell geworden! Heute aber ist es erforderlich, ein neues Asylgesetz zu beschließen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... verstehen nur etwas von der Polizei, sonst nichts! – Abg. Mag. Stoisits: Kein Wunder! Er ist ja auch der Sicherheitssprecher – und nicht der Menschenrechtssprecher!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte von dieser Stelle aus allen Danke sagen, die einen konstruktiven Beitrag zum Zustandekommen dieses Asylgesetzes geleistet haben. Mein besonderer Dank gilt der Frau Innenministerin und ihrem Team: Sie haben da eine großartige Leistung erbracht! – Und es ist ja schon angeklungen, dass es eine Reform ist, die es im Innenressort wahrscheinlich noch nie gegeben hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Österreich bleibt auch mit dem neuen Asylgesetz eine Insel der Menschlichkeit in allen Belangen, und ich glaube, dass es in keiner Weise einen Grund dafür gibt, dieses Gesetz anzuzweifeln: weder nach der Genfer Flüchtlingskonvention noch nach der Menschenrechtskonvention oder nach unserer Bundesverfassung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zusammenfassend möchte ich festhalten: Ziel dieses neuen Asylgesetzes ist die Beschleunigung der Verfahren, die Verhinderung von Missbrauch und das konsequente Vorgehen gegen straffällige Asylwerber. Ich glaube – das möchte ich abschließend noch einmal betonen – , dass dieses Asylgesetz wirklich ein Gesetzeskonvolut ist, wo die Menschlichkeit im Vordergrund steht, wo der Asylwerber im Vordergrund steht, der tatsächlich Hilfe braucht, der unsere Unterstützung braucht – aber keinesfalls Asylwerber, die kriminelle Handlungen in Österreich gesetzt haben oder nach Österreich kommen, um kriminelle Handlungen zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Warum geht die SPÖ dann mit? Warum schwenkt die SPÖ dann auf Regierungslinie?
Erstens hat diese Regierung – noch unter Innenminister Strasser – trotz massiver Bedenken ein völlig vermurkstes Asylgesetz durchgedrückt, das vom Verfassungsgerichtshof, wie wir ja wissen, aufgehoben wurde. – Das ist übrigens eines der traurigen Beispiele für die Inkompetenz dieser Regierung. Und deshalb, Herr Klubobmann Molterer, ist Ihre Aussage, dass diese Regierung nur richtige Politik mache, einfach falsch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Warum geht die SPÖ dann mit? Warum schwenkt die SPÖ dann auf Regierungslinie?)
Abg. Dr. Spindelegger: Zuerst waren es gerade noch 50!
Allerdings war unsere Enttäuschung groß, als Sie, Frau Innenministerin, den ersten Entwurf vorgelegt haben. Der Aufschrei bei den NGOs, beim UNHCR war vollkommen berechtigt, und wir von der SPÖ konnten ja mehr als 40 – übrigens der Verfassungsdienst des BKA auch – Verfassungsverletzungen nachweisen. (Abg. Dr. Spindelegger: Zuerst waren es gerade noch 50!)
Abg. Scheibner: Dass ihr das einmal merkt!
Hohes Haus! Wir haben verantwortungsbewusst gehandelt. Andere, Herr Professor Van der Bellen, vornehmlich die Grünen, haben sich von vornherein auf eine Rolle der Besserwisser und der unkonstruktiven Kritiker festgelegt. (Abg. Scheibner: Dass ihr das einmal merkt!) Das ist die Rolle, die Sie selbst gewählt haben – und Ihre Taferldemonstration hat das ja eigentlich bewiesen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Weil Sie vergessen haben, wie das zugegangen ist!) Sie hätten lieber in Kauf genommen, meine Damen und Herren, dass alles so geblieben wäre, wie es in diesem Regierungsentwurf vorgeschlagen war: mit all den Verfassungswidrigkeiten und den Verschärfungen. Das war für uns keine Lösung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Weil Sie vergessen haben, wie das zugegangen ist!
Hohes Haus! Wir haben verantwortungsbewusst gehandelt. Andere, Herr Professor Van der Bellen, vornehmlich die Grünen, haben sich von vornherein auf eine Rolle der Besserwisser und der unkonstruktiven Kritiker festgelegt. (Abg. Scheibner: Dass ihr das einmal merkt!) Das ist die Rolle, die Sie selbst gewählt haben – und Ihre Taferldemonstration hat das ja eigentlich bewiesen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Weil Sie vergessen haben, wie das zugegangen ist!) Sie hätten lieber in Kauf genommen, meine Damen und Herren, dass alles so geblieben wäre, wie es in diesem Regierungsentwurf vorgeschlagen war: mit all den Verfassungswidrigkeiten und den Verschärfungen. Das war für uns keine Lösung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Hohes Haus! Wir haben verantwortungsbewusst gehandelt. Andere, Herr Professor Van der Bellen, vornehmlich die Grünen, haben sich von vornherein auf eine Rolle der Besserwisser und der unkonstruktiven Kritiker festgelegt. (Abg. Scheibner: Dass ihr das einmal merkt!) Das ist die Rolle, die Sie selbst gewählt haben – und Ihre Taferldemonstration hat das ja eigentlich bewiesen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Weil Sie vergessen haben, wie das zugegangen ist!) Sie hätten lieber in Kauf genommen, meine Damen und Herren, dass alles so geblieben wäre, wie es in diesem Regierungsentwurf vorgeschlagen war: mit all den Verfassungswidrigkeiten und den Verschärfungen. Das war für uns keine Lösung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher ist es ein Faktum, dass wir eine Aufstockung des unabhängigen Asylsenates um bis zu 20 unbefristete Richter erreichen konnten. Damit wird es zu einem schnelleren Abbau der etwa 28 000 offenen Verfahren kommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stoisits: Sechs Monate ...!
Hätten wir so wie Sie von den Grünen nichts getan, dann hätten wir in Kauf genommen, dass etwa die Schubhaft endlos gedauert hätte. (Abg. Mag. Stoisits: Sechs Monate ...!) So haben wir in den Verhandlungen zumindest erreicht, dass die Schubhaft grundsätzlich nicht länger als zwei Monate dauern darf.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... auf jeden Fall informiert werden will?
Meine Damen und Herren, wäre alles so geblieben, wie die Regierung es wollte, wäre Zwangsernährung für hungerstreikende Asylwerber möglich gewesen ‑ eine Gleichstellung mit Strafgefangenen. – Nach intensiven Verhandlungen ist Zwangsernährung gegen den Willen von Asylwerbern nicht möglich, und das hat auch der Herr Bundespräsident unmissverständlich klargestellt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... auf jeden Fall informiert werden will?) Und, liebe Frau Partik-Pablé, der Bundespräsident hat sich zu Recht ausgebeten, dass, wenn ein Fall von Gesetzesbruch in diesem Bereich bekannt wird, ihm das unverzüglich zu melden ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Hat er nicht gesagt!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Hat er nicht gesagt!
Meine Damen und Herren, wäre alles so geblieben, wie die Regierung es wollte, wäre Zwangsernährung für hungerstreikende Asylwerber möglich gewesen ‑ eine Gleichstellung mit Strafgefangenen. – Nach intensiven Verhandlungen ist Zwangsernährung gegen den Willen von Asylwerbern nicht möglich, und das hat auch der Herr Bundespräsident unmissverständlich klargestellt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... auf jeden Fall informiert werden will?) Und, liebe Frau Partik-Pablé, der Bundespräsident hat sich zu Recht ausgebeten, dass, wenn ein Fall von Gesetzesbruch in diesem Bereich bekannt wird, ihm das unverzüglich zu melden ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Hat er nicht gesagt!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Man kann es verbessern!
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Alleine anhand dieser punktuell genannten Veränderungen steht fest, dass die beiden Ministerinnen nicht immer Recht gehabt haben. Sie haben nämlich gemeint, es habe sich nichts geändert. Da stellt sich aber dann die Frage: Warum haben Sie nach dem Erstentwurf einen völlig neuen Regierungsentwurf im Parlament eingebracht? Warum hat es dann nach dem Expertenhearing und nach weiteren langen Verhandlungen einen Dutzend Seiten langen Abänderungsantrag gegeben? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Man kann es verbessern!) Warum hat es 15 Ausschussfeststellungen gegeben, die heute zum Beschluss vorliegen? – Ganz einfach, meine Damen hinter mir auf der Regierungsbank: Sie müssen
Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt hat er so angenehm geredet – und jetzt so ein Ende!
wider besseres Wissen behaupten, es habe sich wenig geändert, damit Ihr zerbröckelnder, chamäleon-artiger Koalitionspartner sein Gesicht nicht verliert. (Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt hat er so angenehm geredet – und jetzt so ein Ende!)
Abg. Scheibner: ... erst durch den Bürgermeister Häupl in den letzten zwei Tagen! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Die SPÖ hat es sich nicht leicht gemacht – da werden Sie mir zustimmen –, und das konnte man ja in den Medien in den letzten Tagen sehr deutlich nachvollziehen. (Abg. Scheibner: ... erst durch den Bürgermeister Häupl in den letzten zwei Tagen! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Wer hat denn verhandelt: der Häupl oder der Darabos? – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren! Schöne und pietätvolle Worte (Abg. Scheibner: Wer hat denn verhandelt: der Häupl oder der Darabos? – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen) sind natürlich immer sympathisch. Wir haben uns aber dazu entschlossen, mitzugestalten, weil für uns das Schicksal der betroffenen Menschen wichtig ist und weil wir im Interesse der Bevölkerung unseres Landes handeln. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Schöne und pietätvolle Worte (Abg. Scheibner: Wer hat denn verhandelt: der Häupl oder der Darabos? – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen) sind natürlich immer sympathisch. Wir haben uns aber dazu entschlossen, mitzugestalten, weil für uns das Schicksal der betroffenen Menschen wichtig ist und weil wir im Interesse der Bevölkerung unseres Landes handeln. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit der Abgeordneten Gaál und Mag. Gaßner – Abg. Dr. Niederwieser: „Bestens“?!
Abgeordneter Markus Fauland (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Parnigoni, es freut mich ja, dass Sie sich Sorgen machen über unseren innerparteilichen Zustand, aber ich kann Sie beruhigen: Es ist alles im Lot, und es funktioniert alles bestens (ironische Heiterkeit der Abgeordneten Gaál und Mag. Gaßner – Abg. Dr. Niederwieser: „Bestens“?!), wogegen ich bei Ihrer Partei derzeit nicht so ganz diesen Eindruck gewinnen kann, angesichts des Sinneswandels, den Sie da jetzt vollzogen haben: vom vormaligen Gegner des Asylgesetzes zum jetzt schon fast „Retter“ des Asylgesetzes, wie Sie sich hier darstellen, als ob Sie das jetzt im Sinne der Österreicher und Österreicherinnen gerettet hätten! – Ganz so ist es nicht, denn die Eckpfeiler wurden nicht verrückt, und die Eckpfeiler sind immer die Tragsäulen eines Gesetzes! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Markus Fauland (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Parnigoni, es freut mich ja, dass Sie sich Sorgen machen über unseren innerparteilichen Zustand, aber ich kann Sie beruhigen: Es ist alles im Lot, und es funktioniert alles bestens (ironische Heiterkeit der Abgeordneten Gaál und Mag. Gaßner – Abg. Dr. Niederwieser: „Bestens“?!), wogegen ich bei Ihrer Partei derzeit nicht so ganz diesen Eindruck gewinnen kann, angesichts des Sinneswandels, den Sie da jetzt vollzogen haben: vom vormaligen Gegner des Asylgesetzes zum jetzt schon fast „Retter“ des Asylgesetzes, wie Sie sich hier darstellen, als ob Sie das jetzt im Sinne der Österreicher und Österreicherinnen gerettet hätten! – Ganz so ist es nicht, denn die Eckpfeiler wurden nicht verrückt, und die Eckpfeiler sind immer die Tragsäulen eines Gesetzes! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Weiters von dieser Stelle aus auch die besten Genesungswünsche an die Kollegen, die heute nicht anwesend sind, denn es dürfte ja gestern in der Klubsitzung eine Epidemie ausgebrochen sein und ein Virus sozusagen die Runde gemacht haben. Wenn man hier in die leeren Reihen der SPÖ blickt, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass dies ja nur auf den Gesundheitszustand zurückzuführen sein kann, weil Sie ja doch so eine geschlossene Partei darstellen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nicht „nachdenkt“, das sie tatsächlich ...!
Ich will mich auch thematisch noch ein bisschen mit Ihren Ausführungen auseinander setzen, was ja bei Ihrer Rede doch nicht sehr einfach ist. Sie haben hier behauptet, dass Österreich das einzige Land sei, das über Zwangsernährung nachdenkt (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nicht „nachdenkt“, das sie tatsächlich ...!) oder Zwangsernährung einführt. – Das ist nicht ganz der Fall, denn in zahlreichen europäischen Ländern gibt es diese Möglichkeit, etwa in Deutschland (Abg. Mag. Stoisits: Nein! Das
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... in Deutschland ist das jemals getan worden?
ist falsch!) – da ist es aber länderspezifisch –, in Belgien, Norwegen, Ungarn, England, Dänemark, Portugal und Spanien. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... in Deutschland ist das jemals getan worden?) – Aber ich lasse mich dann sehr gerne auch eines Besseren belehren.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Gerade wir Freiheitlichen sehen es doch als unsere Hauptaufgabe an, als gewählte Mandatare der österreichischen Bevölkerung auch die Interessen der österreichischen Bevölkerung zu vertreten. Es ist hinlänglich bekannt und wurde heute auch schon angemerkt, dass die Interessen der Österreicher, was das Asyl betrifft, ganz klar definiert sind. Es gibt die Asylproblematik in der Bevölkerung, die Umfragen sind ganz klar: Die Österreicher sehen sich in gewisser Weise bedroht durch die Asylproblematik. Deswegen ist es an uns, diese Problematik in den Griff zu bekommen. Das wird sich mit diesem neuen Gesetz auch ermöglichen lassen. Es wird das ein Ende oder eine Einschränkung des Asyl-Tourismus und auch ein Ende des Asyl-Missbrauchs nach sich ziehen – und das sind wir auch unseren Wählerinnen und Wählern schuldig. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der zweite Teil, der aus meiner Sicht noch viel wichtiger ist, ist eine Einführung in den Bereich der Staatsbürgerschaftskunde, ein Kennenlernen der österreichischen Kultur, denn nur das bietet die Möglichkeit, solche Leute dann langfristig auch in unsere Gesellschaft zu integrieren. Ich glaube, dass die Erhöhung der Stundenanzahl von 100 auf 300 sehr zielführend ist und dass sich auch diese Integrationsverpflichtung dann bewähren wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Unter Bedachtnahme auf und vor allem in Kenntnis all dieser Materien ist es uns aus unserer Sicht trotzdem gelungen, ein treffsicheres und den Interessen der Österreicherinnen und Österreicher gerecht werdendes Gesetz zu schaffen. Es wird dazu beitragen, dass wir den Asylmissbrauch massiv einschränken, nur all jenen Asyl bieten, die es tatsächlich brauchen – und all jene, die es missbrauchen, auch langfristig daran hindern. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Österreich ist und bleibt aus unserer Sicht kein Einwanderungsland. Das heißt aber nicht, dass wir uns gegenüber Asylwerbern, die es wirklich benötigen, verschließen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Bundesministerin für Justiz Mag. Karin Miklautsch: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Regierungskollegen! Sehr geehrte Damen und Herren des hohen Nationalrates! Für mich ist es heute hier auf der Regierungsbank ein ganz besonderer Tag, nämlich deswegen, weil wir hier heute ein neues Fremdenrechtspaket beschließen werden, das einerseits vom Grundgedanken des Schutzes von Verfolgten nach der Genfer Flüchtlingskonvention geprägt ist, aber auf der anderen Seite auch mit aller Härte gegen Missbrauch des Systems und gegen Kriminalität vorgehen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dieses Gesetzespaket wird nunmehr dafür sorgen, dass Österreich diese Tradition als Asylland wird fortsetzen können – aber ich betone hier ausdrücklich: als Asylland für jene Flüchtlinge, die der Genfer Flüchtlingskonvention unterliegen und die die Voraussetzungen für die Anerkennung als Flüchtling erfüllen, nicht aber für jene Flüchtlinge, die über den Umweg des Asylsystems aus anderen, meist wirtschaftlichen Motiven nach Österreich einwandern wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ein weiterer, wesentlicher Punkt, der für mich mit der erwähnten Beschleunigung des Verfahrens verbunden ist, ist das Recht unserer Bevölkerung auf einen schonungsvollen und sparsamen Umgang mit den Steuermitteln, denn es ist der Aufenthalt von Asylwerbern, die in weiterer Folge kein Asyl in Österreich bekommen werden, ein sehr kostenintensiver Faktor. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Niederwieser: Was ...?
Weiters wird es wirkungsvollere Maßnahmen gegen das Freipressen aus der Schubhaft durch Hungerstreik geben; auch das wurde bereits mehrfach angesprochen. Es wird eine verstärkte Mitwirkungspflicht der Asylwerber geben, es wird Maßnahmen gegen das Untertauchen geben, und es sind noch zahlreiche, weitere Maßnahmen vorgesehen. (Abg. Dr. Niederwieser: Was ...?)
Abg. Mag. Stoisits: Wie kommen Sie auf die Idee, dass wir es nicht durchgelesen haben? Wie kommen Sie da oben auf diese Idee?
Vor allem und gerade aus den Reihen der Grünen hat es heftige Kritik an unserem neuen Asylpaket gegeben. – Ich hätte mir ehrlich gesagt gewünscht, Sie hätten dieses Asylpaket auch durchgelesen. (Abg. Mag. Stoisits: Wie kommen Sie auf die Idee, dass wir es nicht durchgelesen haben? Wie kommen Sie da oben auf diese Idee?) – Darf ich Ihnen sagen, wie ich auf diese Idee kommen? (Abg. Mag. Stoisits: Halten Sie sich ein bisschen zurück mit solchen Beurteilungen, Frau Minister! – Rufe bei der ÖVP: Mein Gott! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Frau Abgeordnete Stoisits, darf ich bitte weiter reden, dann kann ich Ihnen sagen, wie ich auf diese Idee komme.
Abg. Mag. Stoisits: Halten Sie sich ein bisschen zurück mit solchen Beurteilungen, Frau Minister! – Rufe bei der ÖVP: Mein Gott! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Vor allem und gerade aus den Reihen der Grünen hat es heftige Kritik an unserem neuen Asylpaket gegeben. – Ich hätte mir ehrlich gesagt gewünscht, Sie hätten dieses Asylpaket auch durchgelesen. (Abg. Mag. Stoisits: Wie kommen Sie auf die Idee, dass wir es nicht durchgelesen haben? Wie kommen Sie da oben auf diese Idee?) – Darf ich Ihnen sagen, wie ich auf diese Idee kommen? (Abg. Mag. Stoisits: Halten Sie sich ein bisschen zurück mit solchen Beurteilungen, Frau Minister! – Rufe bei der ÖVP: Mein Gott! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Frau Abgeordnete Stoisits, darf ich bitte weiter reden, dann kann ich Ihnen sagen, wie ich auf diese Idee komme.
Abg. Mag. Stoisits: Kein Recht auf einen weiblichen Dolmetscher hat!
Frau Abgeordnete Glawischnig hat ganz konkret ausgeführt, dass eine sexuell missbrauchte Frau, eine vergewaltigte Frau nach unserem Asylrecht (Abg. Mag. Stoisits: Kein Recht auf einen weiblichen Dolmetscher hat!) kein Anrecht auf eine gleichgeschlechtliche Einvernahme hat. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ich darf Sie darauf hinweisen, dass in § 20 Asylgesetz (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Dolmetscher“ habe ich gesagt!) ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass jeder selbstverständlich das Recht auf eine Einvernahme durch Menschen gleichen Geschlechtes hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Ja eh, das steht ja schon im jetzigen Asylgesetz! – Ruf bei der ÖVP: Nichts wissen, aber ...!)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Frau Abgeordnete Glawischnig hat ganz konkret ausgeführt, dass eine sexuell missbrauchte Frau, eine vergewaltigte Frau nach unserem Asylrecht (Abg. Mag. Stoisits: Kein Recht auf einen weiblichen Dolmetscher hat!) kein Anrecht auf eine gleichgeschlechtliche Einvernahme hat. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ich darf Sie darauf hinweisen, dass in § 20 Asylgesetz (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Dolmetscher“ habe ich gesagt!) ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass jeder selbstverständlich das Recht auf eine Einvernahme durch Menschen gleichen Geschlechtes hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Ja eh, das steht ja schon im jetzigen Asylgesetz! – Ruf bei der ÖVP: Nichts wissen, aber ...!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Dolmetscher“ habe ich gesagt!
Frau Abgeordnete Glawischnig hat ganz konkret ausgeführt, dass eine sexuell missbrauchte Frau, eine vergewaltigte Frau nach unserem Asylrecht (Abg. Mag. Stoisits: Kein Recht auf einen weiblichen Dolmetscher hat!) kein Anrecht auf eine gleichgeschlechtliche Einvernahme hat. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ich darf Sie darauf hinweisen, dass in § 20 Asylgesetz (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Dolmetscher“ habe ich gesagt!) ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass jeder selbstverständlich das Recht auf eine Einvernahme durch Menschen gleichen Geschlechtes hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Ja eh, das steht ja schon im jetzigen Asylgesetz! – Ruf bei der ÖVP: Nichts wissen, aber ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Ja eh, das steht ja schon im jetzigen Asylgesetz! – Ruf bei der ÖVP: Nichts wissen, aber ...!
Frau Abgeordnete Glawischnig hat ganz konkret ausgeführt, dass eine sexuell missbrauchte Frau, eine vergewaltigte Frau nach unserem Asylrecht (Abg. Mag. Stoisits: Kein Recht auf einen weiblichen Dolmetscher hat!) kein Anrecht auf eine gleichgeschlechtliche Einvernahme hat. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Mag. Stoisits. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Ich darf Sie darauf hinweisen, dass in § 20 Asylgesetz (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: „Dolmetscher“ habe ich gesagt!) ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass jeder selbstverständlich das Recht auf eine Einvernahme durch Menschen gleichen Geschlechtes hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Ja eh, das steht ja schon im jetzigen Asylgesetz! – Ruf bei der ÖVP: Nichts wissen, aber ...!)
Abg. Mag. Stoisits: Sie können ... lesen, aber verstehen das Gesetz nicht!
Ähnliches gilt auch für den mir als sehr eindrucksvoll in Erinnerung gebliebenen Fall von „Anton“ und „Ali“. (Abg. Mag. Stoisits: Sie können ... lesen, aber verstehen das Gesetz nicht!) Allerdings haben Sie darauf vergessen, auszuführen ... (Abg. Mag. Stoisits: Lesen Sie ! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Stoisits: Lesen Sie ! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ähnliches gilt auch für den mir als sehr eindrucksvoll in Erinnerung gebliebenen Fall von „Anton“ und „Ali“. (Abg. Mag. Stoisits: Sie können ... lesen, aber verstehen das Gesetz nicht!) Allerdings haben Sie darauf vergessen, auszuführen ... (Abg. Mag. Stoisits: Lesen Sie ! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Habe ich gesagt!
Sie haben sehr anschaulich geschildert, den Fall von „Anton“ und „Ali“, nur haben Sie vergessen, zu erwähnen, dass „Ali“ nur dann wieder in seine Heimat zurückgeschoben werden kann, wenn er eine Straftat begangen hat (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Habe ich gesagt!) und zu einer unbedingte Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren verurteilt wurde. (Abg. Mag. Stoisits: Das ist ein Österreicher! Der ist noch nie woanders gewesen!) – Das ist kein Österreicher! (Abg. Mag. Stoisits: Sie haben ... Vertreter ...! – Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, könnten Sie nicht einmal für Ruhe sorgen?)
Abg. Mag. Stoisits: Das ist ein Österreicher! Der ist noch nie woanders gewesen!
Sie haben sehr anschaulich geschildert, den Fall von „Anton“ und „Ali“, nur haben Sie vergessen, zu erwähnen, dass „Ali“ nur dann wieder in seine Heimat zurückgeschoben werden kann, wenn er eine Straftat begangen hat (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Habe ich gesagt!) und zu einer unbedingte Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren verurteilt wurde. (Abg. Mag. Stoisits: Das ist ein Österreicher! Der ist noch nie woanders gewesen!) – Das ist kein Österreicher! (Abg. Mag. Stoisits: Sie haben ... Vertreter ...! – Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, könnten Sie nicht einmal für Ruhe sorgen?)
Abg. Mag. Stoisits: Sie haben ... Vertreter ...! – Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, könnten Sie nicht einmal für Ruhe sorgen?
Sie haben sehr anschaulich geschildert, den Fall von „Anton“ und „Ali“, nur haben Sie vergessen, zu erwähnen, dass „Ali“ nur dann wieder in seine Heimat zurückgeschoben werden kann, wenn er eine Straftat begangen hat (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Habe ich gesagt!) und zu einer unbedingte Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren verurteilt wurde. (Abg. Mag. Stoisits: Das ist ein Österreicher! Der ist noch nie woanders gewesen!) – Das ist kein Österreicher! (Abg. Mag. Stoisits: Sie haben ... Vertreter ...! – Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, könnten Sie nicht einmal für Ruhe sorgen?)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: ... polemisieren ...! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Am Wort ist die Frau Bundesministerin! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: ... polemisieren ...! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Anhaltender lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen sowie Beifall bei der ÖVP.
Ich bin mir sicher, dass wir durch dieses Paket zum Wohle Österreichs einen wesentlichen Schritt in die richtige Richtung machen werden. – Danke. (Anhaltender lebhafter Beifall bei den Freiheitlichen sowie Beifall bei der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP, der Freiheitlichen und der Grünen sowie demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zuerst möchte ich diese Gelegenheit ergreifen, den vor den Fernsehgeräten sitzenden Abgeordneten der SPÖ gute Besserung zu wünschen! (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP, der Freiheitlichen und der Grünen sowie demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Ein Asylrecht, das keine solide Basis aus Menschenrechten hat, wird auch keine Sicherheit schaffen können! – Das ist eine alte Erfahrung aus gescheiterter und falsch verstandener freiheitlicher, sozialdemokratischer und auch volksparteilicher Sicherheitspolitik. – Und jetzt sind wir wieder dort! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie diesen politischen Fehler machen, dann werden Sie auch in aller Öffentlichkeit für diesen politischen Fehler geradestehen müssen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Reheis: Lesen Sie es nach! Glauben Sie sich selber!
Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, erklären, es gebe keine Zwangsernährung, die Regierungsvertreter aber sagen, es gebe sehr wohl eine Zwangsernährung. Ja, wer setzt das dann in die Praxis um? (Abg. Reheis: Lesen Sie es nach! Glauben Sie sich selber!) Wer ist die Regierungspartei, wer bestimmt wie das Gesetz umgesetzt wird? Welche Möglichkeit haben Sie als SPÖ, Zwangsernährung zu verhindern? Sie lassen sich nicht missbrauchen? – Sie bieten sich für den politischen Missbrauch durch die Regierungsparteien geradezu an! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Die Regierungsparteien missbrauchen niemanden, Herr Pilz!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Die Regierungsparteien missbrauchen niemanden, Herr Pilz!
Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, erklären, es gebe keine Zwangsernährung, die Regierungsvertreter aber sagen, es gebe sehr wohl eine Zwangsernährung. Ja, wer setzt das dann in die Praxis um? (Abg. Reheis: Lesen Sie es nach! Glauben Sie sich selber!) Wer ist die Regierungspartei, wer bestimmt wie das Gesetz umgesetzt wird? Welche Möglichkeit haben Sie als SPÖ, Zwangsernährung zu verhindern? Sie lassen sich nicht missbrauchen? – Sie bieten sich für den politischen Missbrauch durch die Regierungsparteien geradezu an! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Die Regierungsparteien missbrauchen niemanden, Herr Pilz!)
Abg. Gaál: Das waren falsche Kriminalbeamte! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Als Letztes, meine Damen und Herren, noch kurz zur Kriminalität. Ich habe die Frage des Missbrauchs des Asylrechtes in den letzten Monaten sehr oft mit Kriminalpolizisten besprochen. Und sogar die Kriminalpolizei warnt davor, dem Irrglauben anzuhängen, dass eine Verschärfung des Asylrechts bei der Bekämpfung des illegalen Drogenhandels helfen könnte. Die Kriminalpolizei sagt Ihnen ständig: Es helfen nur bessere Instrumente für die Kriminalpolizei und eine vernünftige, nicht populistische Drogenpolitik. (Abg. Gaál: Das waren falsche Kriminalbeamte! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen.
Und an genau diesem Punkt sind wir: Wir müssen das Asylrecht vor einer falsch verstandenen Sicherheitspolitik schützen, um Menschenrechte und Sicherheit in dieser Republik zu garantieren! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Matthias Ellmauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Innenministerin! Sehr geehrte Frau Justizministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zunächst einmal zu den Grünen. – Liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, bitte hören Sie auf damit, unser Heimatland Österreich immer schlecht zu reden! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
An die Kollegen von der SPÖ, die so plötzlich erkrankt sind: Ich wünsche Ihnen eine baldige Genesung! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei der ÖVP.
Es darf nicht sein, dass unsere Tradition der Hilfsbereitschaft ausgenützt wird. Die internationale Kriminalität und die Schlepperbanden müssen wissen, dass in unserem Land nur jene Menschen aufgenommen werden, die auch wirklich Schutz und Hilfe brauchen. Kriminelle Machenschaften, die mit dem Schicksal und der Not anderer Menschen ihr böses Spiel treiben, dürfen bei uns keine Chance haben. (Beifall bei der ÖVP.) Darum sieht das Fremdenpolizeigesetz strengere Strafen bei Scheinehen, Schlepperei und Schein-Adoption vor.
Demonstrativer Beifall des Abg. Prinz.
Die Prämisse des neuen Asylgesetzes ist, dass klar unterschieden wird zwischen jenen, die Hilfe brauchen, und jenen, die Hilfe missbrauchen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Prinz.) Für Letztere müssen wirkungsvolle gesetzliche Regelungen und Instrumente vorhanden sein, um dem Missbrauch durch falsche Angaben der Identität, der Staatsangehörigkeit oder durch Vorlage falscher Dokumente und dergleichen entschieden und in entsprechender Form entgegentreten zu können.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Für alle, die aus religiösen, sozialen, ethnischen oder politischen Gründen ihre Heimat verlassen mussten, soll die Asyltradition in Österreich weiterhin hochgehalten werden; es soll ihnen auf unkompliziertem und schnellem Weg Unterstützung und Asyl gewährt werden. Übrigens ist dies auch die Haltung unserer Bevölkerung; und für diese Haltung bedanke ich mich bei Österrreichs Bevölkerung ganz, ganz herzlich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Lebhafter Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich bedanke mich bei den beiden Ministerinnen für ihre hervorragende Arbeit und stimme gerne dem vorliegenden Fremdenrechtspaket zu. (Lebhafter Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Abgeordnete Dr. Elisabeth Hlavac (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Innenministerin! Frau Justizministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte meine Rede auf das Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz konzentrieren. Vorher gestatten Sie mir jedoch bitte, Frau Präsidentin, dass ich mein Entsetzen und meine Abscheu vor den Terrorakten in London zum Ausdruck bringe. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ebenso ist zu begrüßen, dass Angehörige im Falle des Todes des Partners oder Elternteils oder bei Scheidung oder bei Gewalt in der Familie einen eigenen Aufenthaltstitel erhalten. Das ist von den Interventionsstellen gegen Gewalt verlangt worden, das ist auch in der Petition, die uns überreicht worden ist, gefordert worden, und es freut mich, dass wir das erreichen konnten. Bis jetzt war es so, dass Frauen, die nicht mindestens fünf Jahre lang hier gelebt haben, abhängig waren von ihrem Ehemann, und wenn dieser gewalttätig war, dann konnten sie sich aus dieser Gewaltbeziehung nicht befreien. Wir halten das für sehr wichtig, dass das jetzt geändert wird, denn wir treten gegen jede Gewalt an Frauen ein – egal, von wem sie kommt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch beim Zuzug von Selbständigen wird es eine sehr strenge Regelung geben. Auch das schützt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich – egal, ob sie MigrantInnen oder österreichische StaatsbürgerInnen sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: „Schwarz-Rot“?
Leider gibt es aber Bereiche, wo Schwarz-Rot nicht bereit war, mit uns zu reden. (Abg. Scheibner: „Schwarz-Rot“?) Das trifft vor allem auf die Integrationsvereinbarung zu, die sogar noch verschärft wurde. Wir werden dieser Integrationsvereinbarung daher nicht zustimmen, da wir dieses Konzept für falsch halten. Wir stellen daher auch ein Verlangen auf getrennte Abstimmung zu diesen Paragraphen. Ich möchte diese Ablehnung kurz begründen.
Abg. Scheibner: Wie führt Wien das vor? Gar nicht!
Die SPÖ war immer schon gegen die bestehende Integrationsvereinbarung, weil wir nicht glauben, dass Zwang und Angstmache der richtige Weg zur Integration sind. Es ist für uns selbstverständlich, dass Migrantinnen und Migranten Deutsch lernen sollen; das haben wir auch immer betont. Aber es ist notwendig, dass das gemeinsam mit ihnen geschieht, und Wien führt in ausgezeichneter Weise vor, wie das geschehen soll. (Abg. Scheibner: Wie führt Wien das vor? Gar nicht!)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
2004 sind in Wien 3 000 TeilnehmerInnen an den Deutschkursen gefördert worden; 2005 werden es sogar 6 000 Kurse sein. Wien hat gemeinsam mit der Arbeiterkammer und dem Wiener ArbeitnehmerInnenfonds eine Reihe von weiteren Kursen gefördert. Und sehr, sehr viele der an diesen Kursen teilnehmenden Personen sind Frauen. Auch das ist uns sehr wichtig. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher: Wir wollen, dass der erfolgreiche Wiener Weg fortgesetzt wird. – Die Integrationsvereinbarung lehnen wir ab. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Gaál.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, ich kann Ihnen nicht folgen, wenn Sie sagen, gerade in Wien werde das vorbildhaft umgesetzt. Der Grund, warum wir dieses Gesetz hier ändern müssen ... (Zwischenruf des Abg. Gaál.) – Natürlich ist es eine Verpflichtung, und es soll auch eine Verpflichtung sein, denn wir wissen, dass diese Integrationsvereinbarung in der überwiegenden Zahl der Fälle nicht eingehalten worden ist, dass da alle möglichen Schlupflöcher genutzt wurden. Auch in Wien besteht dieses Problem und ist ungelöst.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Selbstverständlich ist das Erlernen der deutschen Sprache eine der wichtigsten Maßnahmen, um Integration erst zu ermöglichen. Und Sie wissen auch ganz genau, dass viele der Zugewanderten zwar diese Kurse besuchen wollen, es aber nicht dürfen, weil sie selbst in ihren Familien unter Druck gesetzt werden; das betrifft im Besonderen die Frauen. Deshalb ist es ein richtiges Signal, dass diese Verpflichtung ausgeweitet wird, und ich hoffe, dass Sie das doch noch unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Und das ohne Argumente!
Aber nun zurück zum Asylgesetz. Man kann jetzt dafür sein und dagegen, man kann seine Argumente haben, das ist alles in Ordnung. Die Grünen sind konsequent immer gegen Maßnahmen zur Behebung des Asylmissbrauchs gewesen (Abg. Dipl.-Ing. Hofmann: Und das ohne Argumente!), die SPÖ lange Zeit auch – auf Druck von
Abg. Gaál: Krank ist krank!
Bürgermeister Häupl ist das jetzt anders. Ich verstehe nur nicht, warum man nicht zugelassen hat, dass jene, die in Ihrer Fraktion nach wie vor dagegen sind, das auch hier mit ihrem Stimmverhalten zum Ausdruck bringen können und sie krank werden müssen; aber das ist Ihre Art der innerfraktionellen Demokratie. (Abg. Gaál: Krank ist krank!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Aber ich sage Ihnen eines, meine Damen und Herren von den Grünen: Man sollte, bei aller Zulässigkeit der Argumentation, schon aufpassen, welche Argumente man bringt und wie man sie hier positioniert. Wenn Sie hier Bilder von Kreisky und Einstein und anderen Verfolgten des Nazi-Regimes und der -Diktatur zeigen und Vergleiche zur Jetztzeit ziehen, so weise ich diese Vergleiche auf das Schärfste zurück! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) – Mich hat wirklich gewundert, dass das so ruhig zur Kenntnis genommen wurde.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Wieso machen Sie dann so ein Asylgesetz?
Österreich bekennt sich nicht nur zu seiner Tradition, sondern zum Prinzip, dass wir Menschen – wie damals Kreisky, Einstein und anderen –, deren Leben durch eine Diktatur gefährdet ist, Menschen, die verfolgt werden, alle notwendige Unterstützung und Aufnahme angedeihen lassen. Das haben wir in all den Jahrzehnten seit dem Zweiten Weltkrieg immer wieder unter Beweis gestellt; da brauchen wir nicht Ihre unpassenden Vergleiche. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Wieso machen Sie dann so ein Asylgesetz?)
Abg. Öllinger: Da ändert sich ja nichts!
Das sind die Fälle, meine Damen und Herren, die wir bewältigen wollen, die wir verhindern wollen in der Zukunft! (Abg. Öllinger: Da ändert sich ja nichts!) Wir wollen dafür sorgen, dass dieser Missbrauch in Zukunft in Österreich nicht mehr möglich ist, und das sollten Sie endlich einmal zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wie kommen denn die Österreicher dazu, die sehr wohl unterscheiden können, wer wirklich einen Asylgrund hat und wer nicht, dass sie Opfer von derartigen Straftätern werden!?
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das sind die Fälle, meine Damen und Herren, die wir bewältigen wollen, die wir verhindern wollen in der Zukunft! (Abg. Öllinger: Da ändert sich ja nichts!) Wir wollen dafür sorgen, dass dieser Missbrauch in Zukunft in Österreich nicht mehr möglich ist, und das sollten Sie endlich einmal zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Wie kommen denn die Österreicher dazu, die sehr wohl unterscheiden können, wer wirklich einen Asylgrund hat und wer nicht, dass sie Opfer von derartigen Straftätern werden!?
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Missbrauch begehen, sondern dann ist das leider fast die Regel. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Mit diesem Gesetz werden wir dafür sorgen, dass jenen, die Asyl brauchen, dieses auch zukommt, dass aber jenen, die es missbrauchen, ein Riegel vorgeschoben wird, damit auch der Glaube an den Rechtsstaat wiederhergestellt werden kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin, auch Sie werden mir bestätigen müssen, dass das nur heißen kann: Wenn ich als betroffene Frau dem im Regelfall männlichen Beamten gegenüber geltend gemacht habe, bei mir liegt der Asylgrund „Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung vor“, erst dann bekomme ich mein Recht auf eine Einvernahme durch eine Frau. Vielleicht sollten Sie selber das Gesetz einmal genauer anschauen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
hier tun, dass Sie Leute abschieben in Gegenden, die sie noch nie gesehen haben! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! – Abg. Ellmauer: Völlig falsch! – Abg. Miedl: So etwas von unwahr!
Wir haben das Problem, dass wir unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben. Was tut die Regierung mit diesen Minderjährigen, mit zum Teil Kindern? – Sie steckt sie in Schubhaft! Das ist die menschliche, die humane, die christlich-soziale Art, mit Kindern umzugehen, sie einzusperren wie in einem Gefängnis?! (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! – Abg. Ellmauer: Völlig falsch! – Abg. Miedl: So etwas von unwahr!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Was macht die SPÖ? – Sie stimmt zu! Ist ja nichts dabei, oder? (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Ich weiß schon, es tut weh, Herr Kollege Matznetter, aber Sie können es sich noch immer überlegen, ob Sie zustimmen oder nicht. (Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und der ÖVP.
Was macht die SPÖ? – Sie stimmt zu! Ist ja nichts dabei, oder? (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Ich weiß schon, es tut weh, Herr Kollege Matznetter, aber Sie können es sich noch immer überlegen, ob Sie zustimmen oder nicht. (Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und der ÖVP.)
Abg. Murauer: Damit er nicht stirbt!
Und schließlich haben wir den Fall der Zwangsernährung. Wenn ein Mensch derart verzweifelt ist ob seiner Bedingungen in der Schubhaft, ob der Aussichtslosigkeit seiner Lage, dass er in den Hungerstreik tritt, was macht diese Regierung womöglich mit ihm? – Sie schnallt ihn an Händen und Beinen fest auf ein Bett, fixiert ihn und führt ihm eine Sonde ein, damit sie ihn zwangsernähren kann. (Abg. Murauer: Damit er nicht stirbt!) – Da wird er nicht sterben, meinen Sie, das ist dabei Ihr einziges Bedenken. Ihr einziges Bedenken bei einer groben Menschenrechtsverletzung ist nur: stirbt er oder stirbt er nicht? (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Und schließlich haben wir den Fall der Zwangsernährung. Wenn ein Mensch derart verzweifelt ist ob seiner Bedingungen in der Schubhaft, ob der Aussichtslosigkeit seiner Lage, dass er in den Hungerstreik tritt, was macht diese Regierung womöglich mit ihm? – Sie schnallt ihn an Händen und Beinen fest auf ein Bett, fixiert ihn und führt ihm eine Sonde ein, damit sie ihn zwangsernähren kann. (Abg. Murauer: Damit er nicht stirbt!) – Da wird er nicht sterben, meinen Sie, das ist dabei Ihr einziges Bedenken. Ihr einziges Bedenken bei einer groben Menschenrechtsverletzung ist nur: stirbt er oder stirbt er nicht? (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ja, ich weiß, die Zwangsernährung ist ein Thema, das Ihnen zu Recht Bauchweh und Kopfweh macht. Vielleicht sollten Sie auch einen Krankenstand überlegen. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Silhavy: Ihre Antwort ist Polemik!
Was macht die SPÖ? – Sie sagt: Wir stimmen zu! Wir glauben eh nicht, dass es so weit kommen wird – Das ist Ihre Antwort auf ein Gesetzespaket (Abg. Silhavy: Ihre Antwort ist Polemik!), von dem Sie bis vor ein paar Wochen noch gesagt haben, es sei völlig inakzeptabel. Das müssen Sie aber mit sich selbst ausmachen. (Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Was macht die SPÖ? – Sie sagt: Wir stimmen zu! Wir glauben eh nicht, dass es so weit kommen wird – Das ist Ihre Antwort auf ein Gesetzespaket (Abg. Silhavy: Ihre Antwort ist Polemik!), von dem Sie bis vor ein paar Wochen noch gesagt haben, es sei völlig inakzeptabel. Das müssen Sie aber mit sich selbst ausmachen. (Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Murauer: Die Redezeit ist aus!
Die Regierung und die SPÖ haben dieses Gesetzespaket so verhandelt, dass sich absolut nichts von den Kernforderungen der SPÖ im Gesetzestext wiederfindet, nicht einmal das neue Gericht für Berufungsverfahren. Ja, man musste eigens noch Ausschussfeststellungen, so als Art Zusatzprotokoll, schreiben, weil all die Forderungen von der SPÖ nicht durchgesetzt werden konnten, wo wieder haarsträubende Dinge drinstehen. (Abg. Murauer: Die Redezeit ist aus!) Es steht zum Beispiel drinnen: In Österreich gilt schon als Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, wenn von irgendeiner Person angenommen werden kann, dass sie in der Zukunft die Wertvorstellung eines europäischen Staates in Wort, Bild oder Schrift kritisieren könnte. (Abg. Murauer: Redezeit!)
Abg. Murauer: Redezeit!
Die Regierung und die SPÖ haben dieses Gesetzespaket so verhandelt, dass sich absolut nichts von den Kernforderungen der SPÖ im Gesetzestext wiederfindet, nicht einmal das neue Gericht für Berufungsverfahren. Ja, man musste eigens noch Ausschussfeststellungen, so als Art Zusatzprotokoll, schreiben, weil all die Forderungen von der SPÖ nicht durchgesetzt werden konnten, wo wieder haarsträubende Dinge drinstehen. (Abg. Murauer: Die Redezeit ist aus!) Es steht zum Beispiel drinnen: In Österreich gilt schon als Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, wenn von irgendeiner Person angenommen werden kann, dass sie in der Zukunft die Wertvorstellung eines europäischen Staates in Wort, Bild oder Schrift kritisieren könnte. (Abg. Murauer: Redezeit!)
Abg. Dr. Spindelegger: Frau Präsidentin, gibt es eine Redezeit auch noch?
Das heißt, wenn irgendjemand findet, die Homosexuellen-Ehe in Spanien stört ihn, und er möchte ein Flugblatt dazu in der Zukunft machen, gefährdet er schon heute die öffentliche Sicherheit. Oder wenn jemand findet, der Mensch hat Recht, und er heißt gut, dass er so denkt, gefährdet er auch schon die öffentliche Sicherheit. (Abg. Dr. Spindelegger: Frau Präsidentin, gibt es eine Redezeit auch noch?)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Das ist reine Willkür, die sich auch gegen Österreicherinnen und Österreicher richtet, gegen jene Menschen, die Flüchtlingen geholfen haben und helfen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Denen stellen Sie jetzt das Strafgesetzbuch in Aussicht.
Beifall bei den Grünen.
Das kann nicht die Antwort Österreichs auf die Not von Menschen sein! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stoisits: Was wollen Sie uns damit sagen?
Abgeordneter Werner Miedl (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Innenministerin! Frau Justizministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Namens der ÖVP möchte ich mein tiefstes Bedauern über die dramatischen Vorfälle in London hier zum Ausdruck bringen und gleichzeitig auch darauf hinweisen, dass Sicherheit und Sicherheitspolitik niemals zum Experimentierfeld der österreichischen Innenpolitik werden dürfen. Ich sage Ihnen das angesichts dieser dramatischen Entwicklungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stoisits: Was wollen Sie uns damit sagen?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich komme dazu, Frau Kollegin. Ich habe nämlich enormes Bauchweh, wenn hier mit Bildern gearbeitet und Österreich in der Öffentlichkeit so dargestellt wird, als wäre es vergleichbar mit dem seinerzeitigen Nazi-Regime. Das ist schlicht und einfach unwahr! Sie arbeiten hier mit Emotionen, die weder der Sache gut tun noch zu einer Versachlichung dieses ohnedies schwierigen politischen Feldes beitragen, meine Damen und Herren von den Grünen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
„Eigenartig, wenn man eine 63-jährige Frau ohne Erfahrung in diesem Bereich als Ressortverantwortliche für einen derart wichtigen Bereich der österreichischen Politik bestellt.“ (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bravorufe bei der ÖVP.
Prokop zu ihrem Werken innerhalb der letzten sechs Monate! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bravorufe bei der ÖVP.) Frau Kollegin Glawischnig, Frau Kollegin Stoisits und Frau Kollegin Weinzinger! (Abg. Dr. Stummvoll – in Richtung Bundesministerin Prokop –: Tolle Performance!) Wir dürfen ganz einfach nicht darauf verzichten, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Ich möchte es ganz klar widerlegen, Frau Kollegin Weinzinger, wenn Sie hier herinnen mit Mitteln operieren und so tun, als ob Österreich nichts anderes vorhätte, als Schutz und Hilfe suchenden Asylwerbern etwas aufzuerlegen. (Abg. Mag. Weinzinger: ... ins Auge sehen können!)
Abg. Dr. Stummvoll – in Richtung Bundesministerin Prokop –: Tolle Performance!
Prokop zu ihrem Werken innerhalb der letzten sechs Monate! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bravorufe bei der ÖVP.) Frau Kollegin Glawischnig, Frau Kollegin Stoisits und Frau Kollegin Weinzinger! (Abg. Dr. Stummvoll – in Richtung Bundesministerin Prokop –: Tolle Performance!) Wir dürfen ganz einfach nicht darauf verzichten, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Ich möchte es ganz klar widerlegen, Frau Kollegin Weinzinger, wenn Sie hier herinnen mit Mitteln operieren und so tun, als ob Österreich nichts anderes vorhätte, als Schutz und Hilfe suchenden Asylwerbern etwas aufzuerlegen. (Abg. Mag. Weinzinger: ... ins Auge sehen können!)
Abg. Mag. Weinzinger: ... ins Auge sehen können!
Prokop zu ihrem Werken innerhalb der letzten sechs Monate! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bravorufe bei der ÖVP.) Frau Kollegin Glawischnig, Frau Kollegin Stoisits und Frau Kollegin Weinzinger! (Abg. Dr. Stummvoll – in Richtung Bundesministerin Prokop –: Tolle Performance!) Wir dürfen ganz einfach nicht darauf verzichten, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Ich möchte es ganz klar widerlegen, Frau Kollegin Weinzinger, wenn Sie hier herinnen mit Mitteln operieren und so tun, als ob Österreich nichts anderes vorhätte, als Schutz und Hilfe suchenden Asylwerbern etwas aufzuerlegen. (Abg. Mag. Weinzinger: ... ins Auge sehen können!)
Abg. Mag. Stoisits: Er ist trotzdem hier aufgewachsen!
Frau Kollegin, es ist einfach nicht wahr, wenn Sie sagen, dass wir Jugendliche nach Hause schicken, obwohl sie hier geboren sind. Wissen Sie, welche kriminelle Entwicklung ein Jugendlicher, der zwei Jahre unbedingt bekommen hat, hinter sich haben muss? – Da sind mehrere Raubüberfälle passiert (Abg. Mag. Stoisits: Er ist trotzdem hier aufgewachsen!), da sind möglicherweise Vergewaltigungen passiert. (Abg. Mag. Stoisits: Er ist trotzdem hier aufgewachsen!) Bis ein Jugendlicher überhaupt in unbedingte Strafhaft geht (Abg. Mag. Stoisits: Er hat trotzdem sein ganzes Leben hier verbracht), vergeht normalerweise einiges an Zeit, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stoisits: Seine Heimat ist trotzdem Österreich!)
Abg. Mag. Stoisits: Er ist trotzdem hier aufgewachsen!
Frau Kollegin, es ist einfach nicht wahr, wenn Sie sagen, dass wir Jugendliche nach Hause schicken, obwohl sie hier geboren sind. Wissen Sie, welche kriminelle Entwicklung ein Jugendlicher, der zwei Jahre unbedingt bekommen hat, hinter sich haben muss? – Da sind mehrere Raubüberfälle passiert (Abg. Mag. Stoisits: Er ist trotzdem hier aufgewachsen!), da sind möglicherweise Vergewaltigungen passiert. (Abg. Mag. Stoisits: Er ist trotzdem hier aufgewachsen!) Bis ein Jugendlicher überhaupt in unbedingte Strafhaft geht (Abg. Mag. Stoisits: Er hat trotzdem sein ganzes Leben hier verbracht), vergeht normalerweise einiges an Zeit, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stoisits: Seine Heimat ist trotzdem Österreich!)
Abg. Mag. Stoisits: Er hat trotzdem sein ganzes Leben hier verbracht
Frau Kollegin, es ist einfach nicht wahr, wenn Sie sagen, dass wir Jugendliche nach Hause schicken, obwohl sie hier geboren sind. Wissen Sie, welche kriminelle Entwicklung ein Jugendlicher, der zwei Jahre unbedingt bekommen hat, hinter sich haben muss? – Da sind mehrere Raubüberfälle passiert (Abg. Mag. Stoisits: Er ist trotzdem hier aufgewachsen!), da sind möglicherweise Vergewaltigungen passiert. (Abg. Mag. Stoisits: Er ist trotzdem hier aufgewachsen!) Bis ein Jugendlicher überhaupt in unbedingte Strafhaft geht (Abg. Mag. Stoisits: Er hat trotzdem sein ganzes Leben hier verbracht), vergeht normalerweise einiges an Zeit, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stoisits: Seine Heimat ist trotzdem Österreich!)
Abg. Mag. Stoisits: Seine Heimat ist trotzdem Österreich!
Frau Kollegin, es ist einfach nicht wahr, wenn Sie sagen, dass wir Jugendliche nach Hause schicken, obwohl sie hier geboren sind. Wissen Sie, welche kriminelle Entwicklung ein Jugendlicher, der zwei Jahre unbedingt bekommen hat, hinter sich haben muss? – Da sind mehrere Raubüberfälle passiert (Abg. Mag. Stoisits: Er ist trotzdem hier aufgewachsen!), da sind möglicherweise Vergewaltigungen passiert. (Abg. Mag. Stoisits: Er ist trotzdem hier aufgewachsen!) Bis ein Jugendlicher überhaupt in unbedingte Strafhaft geht (Abg. Mag. Stoisits: Er hat trotzdem sein ganzes Leben hier verbracht), vergeht normalerweise einiges an Zeit, meine Damen und Herren! (Abg. Mag. Stoisits: Seine Heimat ist trotzdem Österreich!)
Abg. Mag. Stoisits: Nein!
Sie operieren hier mit völlig falschen Zahlen, Frau Kollegin Stoisits. Und – ich habe es Ihnen auch schon im Ausschuss gesagt – Sie operieren hier mit falschen Annahmen. (Abg. Mag. Stoisits: Nein!) Das ist nicht richtig, was Sie tun! Sie emotionalisieren in einer Sache, in der Sachlichkeit geboten ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie operieren hier mit völlig falschen Zahlen, Frau Kollegin Stoisits. Und – ich habe es Ihnen auch schon im Ausschuss gesagt – Sie operieren hier mit falschen Annahmen. (Abg. Mag. Stoisits: Nein!) Das ist nicht richtig, was Sie tun! Sie emotionalisieren in einer Sache, in der Sachlichkeit geboten ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stoisits: Das wird es aber geben!
Zur nächsten Unwahrheit: Kinder in Schubhaft. – Das gibt es nicht! Es sind keine Kinder in Schubhaft, es gibt eine ganz klare Bestimmung, dass das nicht erlaubt ist. (Abg. Mag. Stoisits: Das wird es aber geben!) Auf Kinder, die abzuschieben wären, sind gelindere Mittel anzuwenden; da werden Wohnungen angemietet. Meine Damen und Herren, erwecken Sie doch nicht in der Öffentlichkeit den Eindruck, als ob wir Kinder einsperren, damit wir sie in Schubhaft nehmen können. Das ist nicht wahr! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zur nächsten Unwahrheit: Kinder in Schubhaft. – Das gibt es nicht! Es sind keine Kinder in Schubhaft, es gibt eine ganz klare Bestimmung, dass das nicht erlaubt ist. (Abg. Mag. Stoisits: Das wird es aber geben!) Auf Kinder, die abzuschieben wären, sind gelindere Mittel anzuwenden; da werden Wohnungen angemietet. Meine Damen und Herren, erwecken Sie doch nicht in der Öffentlichkeit den Eindruck, als ob wir Kinder einsperren, damit wir sie in Schubhaft nehmen können. Das ist nicht wahr! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Nein! ... die Dublin-Praxis sein!
Frau Kollegin Stoisits, Sie haben erwähnt, dass wir hergehen und einen Menschen, der in seiner Heimat mit der Todesstrafe bedroht wäre, abschieben wollen. – Genau für diese Fälle ist das Asylrecht geschaffen! Genau den Menschen, der in seiner Heimat mit dem Tod bedroht ist, werden wir nicht abschieben, denn genau dafür ist das Instrument des politischen Asyls geschaffen, meine Damen und Herren! Daher: Operieren Sie nicht permanent mit falschen Zahlen und mit falschen Annahmen! Das ist unseriös und unlauter, Frau Kollegin Stoisits! Das hätte ich mir nicht gedacht, dass Sie so operieren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stoisits: Nein! ... die Dublin-Praxis sein!)
Beifall bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Wir bekennen uns zu den Grundsätzen, dass diejenigen, die Hilfe brauchen, sie auch bekommen, und dass sie sie rasch bekommen! Das wäre ein Grundsatz, bei dem ich gerne gehabt hätte, dass Sie sich auch einmal dazu bekennen, Frau Kollegin Stoisits! (Beifall bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Österreich ist ein Asylland. Österreich hat in der Vergangenheit, in der Gegenwart und wird in der Zukunft jenen, die in Not sind, auch Hilfe gewähren. Dazu bekennen uns wir von der ÖVP, und das findet heute auch im Asylgesetz seinen Ausdruck. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte alle um Zustimmung zu diesem notwendigen Gesetz. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die SPÖ hat es sich nicht leicht gemacht, hier die Entscheidung zu treffen, diesem Fremdenrechtspaket zuzustimmen. Sicherlich nicht zugestimmt hätten wir Regelungen, wie sie in den beiden ersten Entwürfen enthalten waren. Es ist unseren Verhandlungsführern, Kollegen Darabos und Kollegen Parnigoni, zu verdanken, dass diese Bestimmungen entschärft wurden. – Herzlichen Dank, Norbert! Herzlichen Dank, Rudi! (Beifall bei der SPÖ.)
Oje-Rufe bei der ÖVP.
Ich verhehle nicht, dass ich einige Bestimmungen dieses Fremdenrechtspaketes als Jurist sehr kritisch sehe, insbesondere § 115, aber auch andere Bestimmungen. Ich kann Ihnen nur versichern: Wenn die Sozialdemokratische Partei wieder in der österreichischen Bundesregierung ist, werden diese Problembereiche beseitigt werden! (Oje-Rufe bei der ÖVP.) Wir stehen gegenüber bestimmten Problemen auch für eine andere Auslegung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stoisits: ... mit der ÖVP eine große Koalition!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stoisits: ... mit der ÖVP eine große Koalition!
Ich verhehle nicht, dass ich einige Bestimmungen dieses Fremdenrechtspaketes als Jurist sehr kritisch sehe, insbesondere § 115, aber auch andere Bestimmungen. Ich kann Ihnen nur versichern: Wenn die Sozialdemokratische Partei wieder in der österreichischen Bundesregierung ist, werden diese Problembereiche beseitigt werden! (Oje-Rufe bei der ÖVP.) Wir stehen gegenüber bestimmten Problemen auch für eine andere Auslegung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stoisits: ... mit der ÖVP eine große Koalition!)
Abg. Mag. Stoisits: Das ist ein „Erfolg“, wenn ich von sechs auf zehn Monate hinaufgehe? Was ist das für ein Erfolg?
Nur, um auch ganz klare Worte in Richtung der grünen Fraktion auszusprechen: Wir sehen hier Erfolge, denn, Kollegin Stoisits, wären diese Bestimmungen gekommen, wie sie im ersten Entwurf vorhanden waren, dann hätten wir dagegen gestimmt. Schubhaft endlos, das war vorgesehen, Frau Kollegin Stoisits – jetzt kann eine Schubhaft in der Dauer von zehn Monaten über zwei Jahre verhängt werden, immer unter besonderen Voraussetzungen. Ist das nicht ein Erfolg? (Abg. Mag. Stoisits: Das ist ein „Erfolg“, wenn ich von sechs auf zehn Monate hinaufgehe? Was ist das für ein Erfolg?)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Ich meine als Konsumentenschützer der SPÖ, nachdem sich der Datenschutzrat hier durch ein wirklich exzellentes Gutachten bewährt hat: Denken Sie darüber nach, ob diese Konfiguration eines Konsumentenschutzrates nicht ebenfalls Eingang in die österreichische Rechtsordnung finden könnte. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Und in Wien wird die Prostitution dann anerkannt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Für mich ist es nämlich nicht nachvollziehbar, wenn ich mir diesen Schlepperbericht des BMI ansehe (der Redner hält eine Broschüre mit dem Titel „Organisierte Schlepperkriminalität“ in die Höhe) und darin lese, was hier passiert und wie organisierte Kriminalität das Asylrecht in Österreich missbraucht, insbesondere im Bereich der Frauen, die aus Nigeria nach Österreich geschleppt werden und dann wiederum als Prostituierte am Straßenstrich in Graz und in Wien arbeiten. (Abg. Scheibner: Und in Wien wird die Prostitution dann anerkannt!)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist Menschenhandel. Das lehnen wir ab, und daher sind wir in diesem Bereich für eine Verschärfung. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden daher für dieses Gesetz, für dieses Gesamtpaket stimmen, weil auch in anderen Bereichen wie etwa dem Niederlassungsrecht Vorteile zu sehen sind. In der Gesamtbeurteilung sagen wir, dieses Gesetz entspricht der österreichischen Verfassung und sichert den Schutz für die Schutzbedürftigen, nämlich diejenigen, die tatsächlich Flüchtlinge sind und zu uns kommen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Justizministerin! Sehr geehrte Frau Innenministerin! Hohes Haus! Frau Kollegin Hlavac, Sie haben vorhin die verpflichtenden Deutschkurse angesprochen, die Frauen machen sollen. – Ich finde es sehr gut, dass gerade jene Frauen, die von den Ehemännern nicht die Erlaubnis dazu hatten – und da wissen wir, dass es einige waren –, nun die Möglichkeit haben, ihre Unabhängigkeit dadurch zu erreichen, dass sie verpflichtend Deutschkurse machen müssen und daher bessere Chancen haben, sich in Österreich integrieren zu können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Weinzinger, Sie beschäftigen sich immer sehr viel mit Frauenrechten. Etwas haben Sie heute nicht erwähnt, weil das etwas Positives ist; aber es ist für die Grünen natürlich schwer, in diesem Gesetz auch etwas Positives zu sehen. Gerade bei der Familienzusammenführung wird in Zukunft der völligen Abhängigkeit, die bis jetzt bestanden hat, entgegengewirkt, weil die Frauen ab sofort eine eigene Aufenthaltsmöglichkeit haben, auch dann, wenn der Mann strafbar wird. Das ist gerade dann wichtig, wenn Gewalt gegen die Frauen angewendet wird. Diese haben sich ja bis jetzt nicht getraut, irgendwo Anzeige zu erstatten, weil sie damit rechnen mussten, dass sie dadurch ihren Aufenthaltstitel verlieren. Gerade das ist ein positiver Punkt, der auch in Richtung jener Petition wirkt, die wir unter Tagesordnungspunkt 2 nun ebenfalls mit behandeln, dass wir nämlich alles tun, um der Gewalt gegen Frauen in der Familie entgegenzuwirken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsidentin Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren! Es kann nicht sein, dass Frauen in Österreich im 21. Jahrhundert – ganz egal, ob es Österreicherinnen oder Migrantinnen sind – männlicher Gewalt hilflos ausgeliefert sind. Es muss ganz einfach von allen Menschen zur Kenntnis genommen werden, dass die Zeit eines uneingeschränkten Patriarchats in Österreich (Präsidentin Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) ein für alle Mal der Vergangenheit angehört. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es kann nicht sein, dass Frauen in Österreich im 21. Jahrhundert – ganz egal, ob es Österreicherinnen oder Migrantinnen sind – männlicher Gewalt hilflos ausgeliefert sind. Es muss ganz einfach von allen Menschen zur Kenntnis genommen werden, dass die Zeit eines uneingeschränkten Patriarchats in Österreich (Präsidentin Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) ein für alle Mal der Vergangenheit angehört. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Abschließend darf ich sagen: Ich bin für ein humanes und vor allem schnelleres Asylverfahren, aber Missbrauch muss verhindert werden. Die Menschenrechte dürfen dabei nicht außer Acht gelassen werden, aber auch die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Lande darf nicht auf der Strecke bleiben. Ich danke der Frau Bundesminister für die Vorlage dieses ausgewogenen Fremdenrechtspakets, dem ich gerne meine Zustimmung gebe. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Es gibt also keine Begrenzung auf zwei Monate. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Besonders die Frau Innenministerin darf ich daran erinnern, dass die SPÖ immer wieder für ein eigenes Verwaltungsgericht für Asylverfahren plädiert hat. Wir halten diese Forderung weiterhin aufrecht, weil wir die Rechtsstaatlichkeit hier mehr denn je garantieren müssen. Daher ist alles zu unternehmen, alle Bemühungen zur Schaffung eines Asylgerichts müssen fortgesetzt werden. Daher hoffe ich auch, dass dieser gemeinsam zu beschließende Entschließungsantrag dann wirklich auch zum Tragen kommt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir treten für einen respektvollen Umgang mit allen Menschen ein! Und diesen Weg werden wir auch gemeinsam in Zukunft weitergehen. Wir werden darauf achten, dass gerade in diesem sensiblen Bereich des Fremdenrechts und Asylwesens die Gesetze im Geiste der Humanität und der Menschlichkeit vollzogen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Aber ein Schritt in die richtige Richtung ist es schon!
Auch das vorliegende Gesetz wird präsentiert, indem man behauptet: Jetzt haben wir das Problem gelöst! – Die Botschaft höre ich wohl, allein ich kenne die Gesetzesvorlage und erlaube mir daher, daran zu zweifeln, dass es diesmal gelingt. (Abg. Neudeck: Aber ein Schritt in die richtige Richtung ist es schon!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
schenhändlern, Schleppern, Extremisten und Terroristen wird es kein Zwinkern mit dem linken Auge geben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Glauben Sie wirklich, was Sie da sagen?
Und abschließend für die ewigen Realitätsverweigerer: Lassen Sie sich nicht belehren, aber lernen Sie dazu! Die jetzige Debatte gibt Ihnen noch die Möglichkeit dazu. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Glauben Sie wirklich, was Sie da sagen?)
Abg. Murauer: Bitte, Frau Kollegin, sprechen Sie doch nicht von „Folter“!
Meine Damen und Herren! Ein paar Worte noch zu der so genannten Zwangsernährung oder Heilbehandlung: Ich gebe ganz offen zu, das war beziehungsweise wäre auch für mich ein Problem gewesen. Diese Art von Lebenserhaltung kommt meiner Meinung nach einer Folter gleich. (Abg. Murauer: Bitte, Frau Kollegin, sprechen Sie doch nicht von „Folter“!)
Beifall bei der SPÖ.
Das vorliegende Gesetz, meine Damen und Herren, ist ein Kompromiss, der zwischen Regierung und SPÖ ausgehandelt worden ist. Nach Abwägung aller Pros und Kontras und unter Einbeziehung dieser wichtigen Aspekte werde ich diesem Gesetz meine Zustimmung geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Der Redner versucht, das Mikrophon einzurichten, was Rückkoppelungsgeräusche verursacht. – Ruf bei der SPÖ: Hände weg!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Stoisits hat gesagt: Jeder Staat hat das – Pardon – jeder Staat hat das Recht, ... (Der Redner versucht, das Mikrophon einzurichten, was Rückkoppelungsgeräusche verursacht. – Ruf bei der SPÖ: Hände weg!) Hände weg, ja. – Jeder Staat hat das Recht, sich gegen Missbrauch zu wehren.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Pendl: Die Asylwerber sind Ihnen Wurscht!
Hier ist Abhilfe zu schaffen. Die St. Georgener Bevölkerung hat sich das, wie ich meine, nicht verdient. Hier bedarf es dringend einer Änderung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Pendl: Die Asylwerber sind Ihnen Wurscht!)
Beifall bei der ÖVP.
Das Recht auf Leben haben wir zu erfüllen. Deswegen verstehe ich nicht, dass, wenn jemand sich entschieden hat, seine Interessen durch einen Hungerstreik durchsetzen zu wollen, und er dann knapp vor dem Verhungern lebensrettende Maßnahmen von uns bekommt, dies als Folter oder als etwas anderes bezeichnet wird, sondern ich denke, wir haben die Verpflichtung, Menschen in unserem Staat am Leben zu erhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich denke, es ist unterm Strich wirklich ein gutes, ein ausdiskutiertes, ein humanes Gesetz. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Dazu, meine geschätzten Damen und Herren der Regierungsparteien, lade ich Sie wirklich ein. Lassen Sie dem Ressort die notwendige Unterstützung zukommen, damit diese Personalaufstockungen auch vorgenommen werden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaál – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Pendl –: Bravo, Otto!
Ich lade Sie ein, diesem Abänderungsantrag im Sinne der Solidarität und der Menschlichkeit Ihre Zustimmung zu geben, und wünsche mir und hoffe, dass auch dieser von mir mitgetragene Kompromiss, ein wichtiger Schritt für die Menschen in unserer Heimat und für die in Not Suchenden, wenigstens in die richtige Richtung geht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaál – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Pendl –: Bravo, Otto!)
Beifall bei der ÖVP.
Zusammenleben braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Wir müssen – das steht uns allen hier gut an – die Menschen, die in diesem Land leben, ernst nehmen und ihre Befürchtungen ernst nehmen. Ich glaube, die kennen wir alle. Daher ist es ein gutes Gesetz, und daher sollten wir dem auch alle zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Regler: Das machen wir!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Hohen Hauses! Frau Kollegin Tamandl, ich glaube, wir müssen die Menschenrechte aller Menschen ernst nehmen. – Nur so viel zu Ihrer Rede. (Abg. Mag. Regler: Das machen wir!)
Beifall bei der SPÖ.
Das finde ich sehr schade. Ich finde, das ist keine ehrliche Diskussion, und ich finde, das geht auch – zumindest meinem Gefühl nach – an einem großen Problem der Asylproblematik vorbei, nämlich dass wir uns alle gemeinsam Gedanken darüber machen sollten, menschliche Schubhaftbedingungen zu schaffen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich würde mir wirklich von Herzen wünschen, dass wir viel mehr über ein anderes, über ein menschlicheres Mittel als die Schubhaft für unbescholtene AsylwerberInnen sprechen würden. Frau Bundesministerin Prokop hat es heute in ihrer Rede auch schon gesagt, dass man da Maßnahmen finden sollte. Die Frau Bundesministerin ist jetzt leider nicht da, aber vielleicht kann man es ihr ausrichten: Wir werden sie immer daran erinnern, denn das ist auch ein ganz großes Anliegen der sozialdemokratischen Fraktion. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir werden diesem Gesetz heute zustimmen, obwohl ich schon zugebe, dass auch ich Bedenken hatte und dass ich sehr viele Stunden über diesem Regierungsvorschlag gesessen bin. Ich finde, es ist eine ungeheuerliche Unterstellung von Kollegen Pilz, dass er meiner Fraktion und auch mir unterstellt, dass wir auf Grund von Umfragewerten diesem Gesetz heute zustimmen. Das ist für mich einfach ungeheuerlich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte den Kolleginnen und Kollegen der grünen Fraktion auch noch eines sagen: Sie wissen ganz genauso gut wie wir, dass die Regierungsparteien den Entwurf dieses Asylgesetzes auch alleine mit einfacher Mehrheit hätten durchbringen können. Warum wir uns entschlossen haben, mitzuverhandeln, war, ein verfassungskonformes, ein menschenrechtskonformes Asylgesetz zu beschließen, ein Asylgesetz zu beschließen, das vor allem die Verfahren beschleunigt. Ich glaube, das wollen wir alle. Das war unser Ziel, das haben wir erreicht, und deshalb stimmen wir diesem Gesetz heute auch zu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ
Ich hätte mir gewünscht, dass die Frau Bundesministerin in ihrem Beitrag vielleicht ein einziges Mal unsere Verhandler namentlich genannt hätte und sich auch bei ihnen bedankt hätte. Ich möchte mich bei Norbert Darabos und Rudi Parnigoni bedanken (Beifall bei der SPÖ) für ihre Hartnäckigkeit und ihre Verhandlungen, die es erst möglich gemacht haben, dass es heute ein Gesetz gibt, dem wir zustimmen können.
Beifall bei der SPÖ.
Erlauben Sie mir noch einen Schlusssatz. Ich möchte zum Schluss betonen, dass es mir persönlich sehr, sehr wichtig ist, dass wir alle, die wir hier gemeinsam in diesem Hohen Haus sitzen, dazu beitragen, dass in Österreich ein Klima herrscht, in dem Schutz und Würde der Menschen im Vordergrund stehen und nicht die Ängste gegenüber Fremden geschürt werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es ist gewiss, dass es sich hier um eine sehr sensible Materie handelt. In langen und intensiven Gesprächen wurden vielfach mildere, manchmal auch strengere Auslegungen des Verfahrens verlangt. Mit der vorliegenden Regierungsvorlage wurde ein guter und gangbarer Weg gefunden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das neue Asyl- und Fremdenpolizeigesetz härtet Österreichs Schutzdamm. Der Rechtsstaat muss in diesem Fall auch Stärke zeigen. Wird er zahnlos, kehrt das Gesetz des Dschungels zurück. Der nächtliche Park – die Verunsicherungen sind stark. Weltoffenheit ist Grundlage herausragender Leistungen. Den echten Flüchtlingen, die auf Hilfe angewiesen sind, reichen wir die Hand. Sie finden in Österreich Schutz, Asylbetrüger nicht. – Ich danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte unserer Frau Minister gemeinsam, ich glaube, mit über 80 Prozent unserer Bevölkerung für die hervorragende Gesetzesvorlage danken und werde dieser gerne zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Christoph Kainz (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Eingangs wünsche ich den Abgeordneten Posch, Trunk, Kuntzl, Muttonen und Einem baldige Besserung, die wahrscheinlich auf Grund der SPÖ-Klubsitzung ihre Krankheit bereits vor einigen Tagen verspürt haben. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Brosz: Was ist daran „Desinformation“?
Man sieht, dass die Regierung und die Mandatare der Regierung ihre Aufgaben zum Wohle der Bevölkerung wahrnehmen. Die Bilder am Beginn der Debatte zum heute vorliegenden Asylgesetz, auf denen die Grünen verfolgte Personen gezeigt haben, die Asyl bekommen haben, zeigen auch ihre bewusste Desinformation. (Abg. Brosz: Was ist daran „Desinformation“?)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Ich freue mich daher, dass dieses Asylgesetz heute mit großer Mehrheit beschlossen wird, und danke auch allen, quer durch die Parteien, die hiezu etwas beigetragen haben. (Zwischenruf des Abg. Brosz.)
in Richtung des Abg. Brosz
Ich möchte mich an dieser Stelle als Mandatar des Bezirkes Baden, so wie du (in Richtung des Abg. Brosz) auch einer bist, bei der Bevölkerung von Traiskirchen dafür bedanken, dass sie letztendlich auch die Last der Asylpolitik in den letzten Jahrzehnten getragen hat. Aber durch eine gezielte, vernünftige und praxisorientierte Asylpolitik ist diese Last für Traiskirchen in den letzten Jahren deutlich besser geworden. – Dafür danke!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Danke auch an die Frau Bundesminister dafür, dass sie hier solch einen praxisgerechten Gesetzestext mit erarbeitet hat. Danke allen, die heute zustimmen werden. Die Bevölkerung in Österreich weiß, was sie an diesem Hohen Haus und an jenen Mandataren hat, die heute zustimmen werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Wir reden aber von der Asylpolitik!
Den Kolleginnen und Kollegen von den Grünen darf ich noch Folgendes sagen: In der „Welt“ von vor vier Wochen hat die grüne Staatssekretärin Uschi Eid in Deutschland die Migrationspolitik ihrer Partei gerügt (Abg. Öllinger: Wir reden aber von der Asylpolitik!) und hat gesagt:
Abg. Öllinger: Wir reden von der Asylpolitik!
„Die Grünen müßten ,der Realität in die Augen sehen’ und ,glasklar’ deutlich machen, ,daß nur der in unser Land kommen und dort bleiben darf, der unsere Werte respektiert und das Grundgesetz achtet’ (...)“. (Abg. Öllinger: Wir reden von der Asylpolitik!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie verwechseln Einwanderung mit Asyl!
Was für die Grünen in Deutschland Gültigkeit hat, wo rigorosere Bestimmungen herrschen, das sollte auch Ihnen ein Denkanstoß sein. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie verwechseln Einwanderung mit Asyl!)
Abg. Prinz – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Weinzinger –: Begründen Sie, warum Sie nicht mitstimmen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Weinzinger. (Abg. Prinz – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Weinzinger –: Begründen Sie, warum Sie nicht mitstimmen!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Auf einige Vorredner eingehend, stelle ich mir die Frage, wenn es Ihnen, insbesondere den Bürgermeistern einiger Gemeinden, so ein Anliegen ist, Traiskirchen als Flüchtlingslager zu schließen: Vielleicht sagen Sie auch, was Sie mit den Flüchtlingen machen würden? – Wir Grüne würden vorschlagen, dass man für jeden Flüchtling eine menschengerechte Unterkunft und ausreichende Versorgung in jedem Fall sicherstellt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Dr. Puswald.
Dass man dann aber dazu übergeht und so klammheimlich in einen Entschließungsantrag hineinschreibt: „Insbesondere soll bei traumatisierten Personen keine Zurückschiebung erfolgen.“, während man gleichzeitig einem Gesetz zustimmt, in dem genau diese Schutzklausel für traumatisierte Personen gestrichen wird, das ist – im besten Falle – schizophren. Seien Sie mir nicht böse! Es fällt mir manchmal schwer, Ihr Bemühen ernst zu nehmen. Das kann nicht Ihr Ernst sein, sich das in einer Entschließung zu wünschen, aber gleichzeitig einem Gesetz zuzustimmen, mit dem das Abschieben von traumatisierten Personen erleichtert wird. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Silhavy und Dr. Puswald.)
Beifall bei den Grünen.
Wir werden diesem Entschließungsantrag trotzdem unsere Zustimmung geben, weil wir glauben, dass damit dringlich notwendige Dinge angesprochen werden. Und wir hoffen, dass Sie es damit ein bisschen ernster nehmen als mit Ihrer Kritik am Asylgesetz in den letzten Monaten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Silhavy: Kollegin Steibl!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Silhavy: Kollegin Steibl!) – Das ist die Minderheit. Damit abgelehnt. (Abg. Amon: Kollege Einem stimmt auch nicht mit!)
Abg. Amon: Kollege Einem stimmt auch nicht mit!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Silhavy: Kollegin Steibl!) – Das ist die Minderheit. Damit abgelehnt. (Abg. Amon: Kollege Einem stimmt auch nicht mit!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Darabos, ich brauche es Ihnen nicht noch hundertmal zu sagen, Sie haben es von Ihren Vorfeldorganisationen bis zu den gesamten Zivildienstvertretungsorganisationen ohnehin schon hundertmal gehört: Es gibt keine Rechtfertigung dafür, Herr Darabos, dass Sie neun Monaten zustimmen, und auch nicht für die Tatsache, dass Zivildiener auch in Zukunft gleich schlecht gestellt sind wie jetzt. Da haben Sie Erklärungsbedarf! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Darabos: Dann bleibt es bei zwölf Monaten!
Ich habe Ihnen das auch schon im Ausschuss gesagt. Dann sind Sie gekommen und haben gesagt: Na ja, wir wissen ohnehin, dass das alles nicht gut ist, aber was sollen wir denn tun? Es ist halt so, wir können nichts machen. – Ja selbstverständlich hätten Sie etwas machen können, Sie müssen ja nicht zustimmen! (Abg. Mag. Darabos: Dann bleibt es bei zwölf Monaten!) – Sie müssen nicht zustimmen! Wenn im Zivil-
Beifall bei den Grünen.
dienstgesetz alles so geblieben wäre, wie es jetzt ist, nämlich bei den zwölf Monaten, und Sie nur ein bisschen politisch geschickt wären, dann hätten Sie das ganze Desaster der ÖVP umgehängt, denn diese hätte nämlich verhindert, dass der Zivildienst verkürzt wird. Sie haben aber keine Forderungen gestellt! (Beifall bei den Grünen.)
Rufe bei der ÖVP: Ah! – Abg. Mag. Darabos: Das ist ja unglaublich!
Sie haben es nicht verlangt! Da brauchen Sie nicht zu erwarten, dass wir diesem Antrag zustimmen und damit mehr oder weniger Ihre – unter Anführungszeichen – „Suderei“ unterstützen, nur weil Sie nicht fähig sind, ordentlich zu verhandeln! (Rufe bei der ÖVP: Ah! – Abg. Mag. Darabos: Das ist ja unglaublich!) Das haben Sie verspielt! Das ist vorbei! Ich habe es Ihnen im Ausschuss noch einmal gesagt: Verhandeln Sie das noch ein, Sie haben noch die Möglichkeit! – Aber Sie haben die Zeit bis heute verstreichen lassen und haben gar nichts mehr gemacht. (Abg. Parnigoni: Theresia, das ist ungerecht!)
Abg. Parnigoni: Theresia, das ist ungerecht!
Sie haben es nicht verlangt! Da brauchen Sie nicht zu erwarten, dass wir diesem Antrag zustimmen und damit mehr oder weniger Ihre – unter Anführungszeichen – „Suderei“ unterstützen, nur weil Sie nicht fähig sind, ordentlich zu verhandeln! (Rufe bei der ÖVP: Ah! – Abg. Mag. Darabos: Das ist ja unglaublich!) Das haben Sie verspielt! Das ist vorbei! Ich habe es Ihnen im Ausschuss noch einmal gesagt: Verhandeln Sie das noch ein, Sie haben noch die Möglichkeit! – Aber Sie haben die Zeit bis heute verstreichen lassen und haben gar nichts mehr gemacht. (Abg. Parnigoni: Theresia, das ist ungerecht!)
Abg. Prinz: Die begründet nicht da sein kann!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bringe deshalb einen Abänderungsantrag ein, in dem wir noch einmal klarstellen, was sich die Grünen für Zivildienstleistende in Österreich erwarten: eine Verkürzung auf de facto sechs Monate und eine Erhöhung des täglichen Verpflegungsgeldes auf 11,60 € , so wie es die Frau Ministerin, die jetzt nicht da ist, bereits am 22. ... (Abg. Prinz: Die begründet nicht da sein kann!) – Bitte? Ja, ist ja Wurscht. Sie ist nicht da. (Abg. Prinz: Das hat auch eine Begründung!) – Ich habe ja nicht gesagt, dass es bösartig oder schlimm ist, ich habe nur gesagt, dass sie nicht da ist. Die Frau Ministerin hat am 22. Dezember der APA gegenüber bereits gesagt, dass es mindestens 11,60 € Verpflegungsgeld geben wird. Wo sind die denn? – Sie sind nicht da und es wird sie auch nicht geben.
Abg. Prinz: Das hat auch eine Begründung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bringe deshalb einen Abänderungsantrag ein, in dem wir noch einmal klarstellen, was sich die Grünen für Zivildienstleistende in Österreich erwarten: eine Verkürzung auf de facto sechs Monate und eine Erhöhung des täglichen Verpflegungsgeldes auf 11,60 € , so wie es die Frau Ministerin, die jetzt nicht da ist, bereits am 22. ... (Abg. Prinz: Die begründet nicht da sein kann!) – Bitte? Ja, ist ja Wurscht. Sie ist nicht da. (Abg. Prinz: Das hat auch eine Begründung!) – Ich habe ja nicht gesagt, dass es bösartig oder schlimm ist, ich habe nur gesagt, dass sie nicht da ist. Die Frau Ministerin hat am 22. Dezember der APA gegenüber bereits gesagt, dass es mindestens 11,60 € Verpflegungsgeld geben wird. Wo sind die denn? – Sie sind nicht da und es wird sie auch nicht geben.
Abg. Bures: Bei uns kann jeder auf der Rednerliste sein, der will!
Ich kann mich noch an Herrn Krainer erinnern, der heute nicht einmal auf der Rednerliste stehen darf, warum auch immer! (Abg. Bures: Bei uns kann jeder auf der Rednerliste sein, der will!) Das ist nicht mein Problem.
Abg. Mag. Darabos: Ja!
Ich erinnere Sie nur an den Minderheitenbericht, den wir in der Zivildienstreformkommission abgegeben haben. Wissen Sie noch, was da alles drinnen steht? Herr Darabos, wissen Sie noch, was da alles drinnen steht? (Abg. Mag. Darabos: Ja!) – Das wissen Sie noch. Und was haben Sie davon umgesetzt? (Abg. Mag. Darabos: Das werde ich Ihnen nachher sagen!) – Gar nichts, absolut nichts! (Abg. Parnigoni: Das ist eine falsche Interpretation!) Ich bin nicht dafür zuständig, wie Sie verhandeln, ob Sie es können oder nicht und wie gut und wie schlecht. Das ist nicht mein Problem. (Abg. Gaál: Sie sind so streng! – Abg. Parnigoni: Seien Sie nicht so streng!)
Abg. Mag. Darabos: Das werde ich Ihnen nachher sagen!
Ich erinnere Sie nur an den Minderheitenbericht, den wir in der Zivildienstreformkommission abgegeben haben. Wissen Sie noch, was da alles drinnen steht? Herr Darabos, wissen Sie noch, was da alles drinnen steht? (Abg. Mag. Darabos: Ja!) – Das wissen Sie noch. Und was haben Sie davon umgesetzt? (Abg. Mag. Darabos: Das werde ich Ihnen nachher sagen!) – Gar nichts, absolut nichts! (Abg. Parnigoni: Das ist eine falsche Interpretation!) Ich bin nicht dafür zuständig, wie Sie verhandeln, ob Sie es können oder nicht und wie gut und wie schlecht. Das ist nicht mein Problem. (Abg. Gaál: Sie sind so streng! – Abg. Parnigoni: Seien Sie nicht so streng!)
Abg. Parnigoni: Das ist eine falsche Interpretation!
Ich erinnere Sie nur an den Minderheitenbericht, den wir in der Zivildienstreformkommission abgegeben haben. Wissen Sie noch, was da alles drinnen steht? Herr Darabos, wissen Sie noch, was da alles drinnen steht? (Abg. Mag. Darabos: Ja!) – Das wissen Sie noch. Und was haben Sie davon umgesetzt? (Abg. Mag. Darabos: Das werde ich Ihnen nachher sagen!) – Gar nichts, absolut nichts! (Abg. Parnigoni: Das ist eine falsche Interpretation!) Ich bin nicht dafür zuständig, wie Sie verhandeln, ob Sie es können oder nicht und wie gut und wie schlecht. Das ist nicht mein Problem. (Abg. Gaál: Sie sind so streng! – Abg. Parnigoni: Seien Sie nicht so streng!)
Abg. Gaál: Sie sind so streng! – Abg. Parnigoni: Seien Sie nicht so streng!
Ich erinnere Sie nur an den Minderheitenbericht, den wir in der Zivildienstreformkommission abgegeben haben. Wissen Sie noch, was da alles drinnen steht? Herr Darabos, wissen Sie noch, was da alles drinnen steht? (Abg. Mag. Darabos: Ja!) – Das wissen Sie noch. Und was haben Sie davon umgesetzt? (Abg. Mag. Darabos: Das werde ich Ihnen nachher sagen!) – Gar nichts, absolut nichts! (Abg. Parnigoni: Das ist eine falsche Interpretation!) Ich bin nicht dafür zuständig, wie Sie verhandeln, ob Sie es können oder nicht und wie gut und wie schlecht. Das ist nicht mein Problem. (Abg. Gaál: Sie sind so streng! – Abg. Parnigoni: Seien Sie nicht so streng!)
Abg. Gaál: Seien Sie nicht so streng!
Herr Darabos, Sie lassen die Zivildiener im Regen stehen! Sie unterstützen es in Zukunft mit, Herr Darabos, dass Zivildiener ausgebeutet werden! Vor zwei Monaten hat der Herr Darabos noch so wie ich gesagt: Man darf Zivildiener nicht ausbeuten! Das waren seine Worte. Und jetzt ist er dabei, gesetzlich mit zu beschließen, dass Zivildiener selbstverständlich auch in Zukunft unter denselben Bedingungen ausgebeutet werden, so wie es bis jetzt der Fall war. (Abg. Gaál: Seien Sie nicht so streng!)
Beifall bei den Grünen.
Außer der Reduktion auf neun Monate, die sowieso durchgegangen wäre, weil es vom ersten Tag an klar war – das haben der Herr Vorsitzende und alle anderen nicht bestritten –, dass wir auf neun Monate reduzieren müssen, ist nichts herausgekommen. Sie haben eine wichtige Chance verspielt. Ich weiß nicht, warum Sie die Zivildiener geopfert haben. Sie brauchen es mir auch nicht zu erklären, aber Sie werden es anderen erklären müssen. Ich finde es nur schade, dass Sie die Zivildiener weiterhin ausbeuten, obwohl Sie es waren, der mit mir gesagt hat: Zivildiener dürfen nicht mehr ausgebeutet werden. Sie machen es aber auch in Zukunft. Das ist traurig. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Haidlmayr! Ihnen darf ich schon mitgeben: Heute ist ein guter Tag für den Zivildienst und vor allem auch für die österreichischen Zivildiener. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
kürzten wir den Zivildienst um die Hälfte, nämlich auf sechs Monate, würden wir nicht 10 000 Zivildiener, sondern 20 000 Zivildiener benötigen, damit wir unser Gesundheits- und Sozialsystem so aufrechterhalten können, wie es derzeit ist, und das wollen wir. Jeder, der die vier Grundrechnungsarten beherrscht, weiß, dass sich das rein rechnerisch einfach nicht ausgehen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein weiterer Punkt ist, dass vor allem bei den Rettungsorganisationen sehr lange Ausbildungszeiten bei den Zivildienern nötig sind, die bis zu zehn Wochen dauern. Es gibt auch von Blaulichtorganisationen Beschlüsse, die feststellen, dass es bei einer Zeit unter neun Monaten für sie undenkbar ist, Zivildiener zu nehmen. Darauf nehmen wir Rücksicht, weil wir wollen, dass der Zivildienst auch in Zukunft vor allem in diesen Organisationen verbleibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein Wort möchte ich noch zum SPÖ-Modell anfügen. Die SPÖ hat zum Schluss vorgeschlagen: sechs plus drei. Das heißt, jene, die den Zivildienst bei den Blaulichtorganisationen leisten, sollen neun Monate Dienst machen, alle anderen sechs. Meine sehr geehrten Damen und Herren, seien Sie mir nicht böse: Das ist eine Diskriminierung innerhalb der Zivildiener. Dem konnten wir beim besten Willen nicht zustimmen. Das geht nicht, das ist in der Praxis nicht durchführbar. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein sehr wichtiger Punkt und eine sehr wesentliche Verbesserung für unsere Zivildiener ist die Anhebung der Grundpauschale um 70 € auf 256 €. So wird mit den Präsenzdienern gleichgezogen. 70 € mehr pro Monat sollte man schon auch erwähnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das ergibt immerhin Mehrkosten von 8,8 Millionen €. Das heißt, dass dieser Bundesregierung und dem Staat Österreich der Zivildienst sehr wohl etwas wert ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Zivildienstserviceagentur wird ab 1. Oktober 2005 wieder ins Bundesministerium eingegliedert. Ich möchte mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der jetzigen Zivildienstverwaltungs-GmbH bedanken. Dort wird hervorragend gearbeitet. Es gibt eine sehr rasche und gute Beratung und Betreuung der Zivildiener. – Herzlichen Dank den Mitarbeitern der Zivildienstverwaltungs-, in Hinkunft Zivildienstserviceagentur. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haidlmayr: Auf was?
Ein sehr wichtiger Punkt ist, dass künftig auch die Praxis für die Zivildiener, die vor allem auch im Sozial- und Gesundheitsbereich tätig sind, angerechnet werden kann. (Abg. Haidlmayr: Auf was?) Es muss hier noch eine GuKG-Novelle folgen, das muss im Gesundheitsbereich noch angepasst werden. Ich habe bereits mit der Frau Ministerin gesprochen. Sie signalisiert diesbezüglich Zustimmung. Ich halte es für wichtig, dass den Zivildienern die Praxis angerechnet werden kann.
Beifall bei der ÖVP.
Ein strittiger Punkt, auf den Frau Kollegin Haidlmayr sehr intensiv eingegangen ist, ist der Punkt der Verpflegung. Wir wissen, dass es sehr unterschiedliche Situationen bei den Trägerorganisationen gibt. Viele Zivildiener werden verpflegt oder werden sehr kostengünstig verpflegt. Wir haben einen Entschließungsantrag, der aussagt: Sobald das Enderkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vorliegt, wird die Ministerin per Verordnung eine Mindestgrenze beim Verpflegungsgeld festlegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie wissen genau, dass das wegen Verfassungswidrigkeit aufgehoben wurde!
Die Zweidrittelmehrheit möchte ich noch erwähnen, weil uns angeboten wurde, dass wir sie aufheben sollten. Ich sage eines dazu: Sie ist mit gutem Recht im Jahre 1997 in Fragen des Zivildienstes – vor allem bei der Dauer – in den Verfassungsrang gehoben worden. Das gibt Sicherheit sowohl für die künftigen Zivildienstleistenden als auch für die vielen Hunderten Trägerorganisationen. Denn somit können sie planen, und sie wissen, was ihnen bevorsteht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie wissen genau, dass das wegen Verfassungswidrigkeit aufgehoben wurde!)
Rufe bei der ÖVP: Bravo! – Anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abschließend, meine sehr geehrten Damen und Herren, möchte ich mich ganz herzlich bei Frau Ministerin Prokop, bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch bei unseren Klubsekretären, allen Kollegen im Parlament und vor allem den Experten in der Reformkommission bedanken. Ich denke, alle waren um eine gute Lösung bemüht. Diese gute Lösung liegt mit wesentlichen Verbesserungen für die Zivildiener zur Abstimmung vor, und ich bitte um Ihre Zustimmung. (Rufe bei der ÖVP: Bravo! – Anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Steibl: Der war nicht für Sie! Der war für den August Wöginger!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Danke für den Applaus! (Abg. Steibl: Der war nicht für Sie! Der war für den August Wöginger!) – Der hat ihn nicht verdient! (Abg. Steibl: Seien Sie nicht so eingebildet! Jeder Applaus ist nicht für Sie!) Das werde ich jetzt im Detail noch ausführen.
Abg. Steibl: Seien Sie nicht so eingebildet! Jeder Applaus ist nicht für Sie!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Danke für den Applaus! (Abg. Steibl: Der war nicht für Sie! Der war für den August Wöginger!) – Der hat ihn nicht verdient! (Abg. Steibl: Seien Sie nicht so eingebildet! Jeder Applaus ist nicht für Sie!) Das werde ich jetzt im Detail noch ausführen.
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie alles zusammenzählen, dann sehen Sie, das ist ja kein billiger Pflegedienst, Krankentransportdienst und so weiter mehr, sondern ein ausgesprochen unsinniges und teures System. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Es wird nach Schengen II auch in Österreich zu einer ernsthaften Debatte über die Abschaffung der Wehrpflicht kommen. Wie die Bundesrepublik und viele andere Staaten der Europäischen Union wird auch Österreich früher oder später die Wehrpflicht abschaffen, und dann ist es mit dem Zivildienst automatisch vorbei, weil die Fortführung des Zivildienstes ohne Präsenzdienst menschenrechtskonventionswidrig wäre: Das wäre Zwangsarbeit nach der Menschenrechtskonvention, und das geht nicht. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Sie wissen ganz genau, dass wir mit der Änderung der europäischen Sicherheitspolitik auf einen offenen Pflegenotstand hinsteuern, weil es dann plötzlich keine Zivildiener mehr geben wird, und tun so, als ob das kein Problem wäre! (Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Abg. Dr. Mitterlehner: Finden Sie irgendwann einmal auch etwas Positives?
Dieses Problem ist absehbar! Mit der Abschaffung des Präsenzdienstes wird aus einem schleichenden und verschleierten Pflegenotstand ein akuter und offener Pflegenotstand. Die kranken, älteren und pflegebedürftigen Menschen haben sich aber etwas anderes verdient als eine kurzsichtige Volkspartei, eine kurzsichtige SPÖ und zwei kurzsichtige freiheitliche Parteien! Das ist der Punkt! (Abg. Dr. Mitterlehner: Finden Sie irgendwann einmal auch etwas Positives?)
Abg. Bures: Das sagt bei uns niemand!
Das Zweite: Das ist schon bald eine Selbstverständlichkeit. Ich sage es nur der Ordnung halber, weil ich das auch aus der SPÖ immer öfter höre, aber das ist ja zum Glück nicht unser Problem: Wenn man den Darabos in Verhandlungen schickt, dann kommt ein Problem zurück. (Abg. Bures: Das sagt bei uns niemand!)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Das war beim Asyl so, und das ist auch beim Zivildienst so. Überlegen Sie sich das! (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Das ist wirklich nicht unser Problem! Obwohl es uns lieber wäre, wenn die Opposition hier gemeinsam auftreten könnte! Was ist beim Zivildienst geschehen? – Die SPÖ gewinnt beim Verfassungsgerichtshof, verzichtet dann aber auf die Umsetzung der Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes, nützt nicht einmal ihre Zweidrittelmehrheitsbeschaffungsposition aus, gibt nach – vielleicht auf Grund schlechterer Nerven, vielleicht auf Grund irgendwelcher taktischer Kalküle, die Motive dafür sind mir verborgen geblieben – und lässt sich von der ÖVP unter
Abg. Dr. Mitterlehner: Sie zerbrechen sich immer den Kopf der anderen! Sie sollten sich einmal Ihren eigenen Kopf zerbrechen!
Da könnte man doch auch als Sozialdemokratie bei den Positionen nicht nur der eigenen Partei, sondern auch des Verfassungsgerichtshofes bleiben! Da hätten Sie mit gutem Gewissen hart bleiben können! Ich weiß nicht, welches politische Kalkül dahinter steckt, vom Asyl bis zum Zivildienst so öffentlichkeitswirksam umzufallen! (Abg. Dr. Mitterlehner: Sie zerbrechen sich immer den Kopf der anderen! Sie sollten sich einmal Ihren eigenen Kopf zerbrechen!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Faktum bleibt, dass wir in beiden Punkten – und das war vor Monaten noch nicht abzusehen – eine rot-schwarz-blau-orange Koalition haben, und das ist eine Koalition, die auf Kosten von Menschenrechten und auf Kosten der Qualität der Pflege geht und die auch auf Kosten der Zukunft der österreichischen Sicherheitspolitik geht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Parnigoni: Oje, oje, das wird in die Hose gehen!
Deswegen ist es sehr wichtig, dass wir Grüne viel stärker werden, damit all das endlich nicht mehr eine solche Rolle spielt. Dann wird alles in dieser Republik viel besser. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Parnigoni: Oje, oje, das wird in die Hose gehen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt fängt der Kampf an!
Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Darabos. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt fängt der Kampf an!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Pilz, Ihre Demagogie in Ehren, aber seien Sie mir nicht böse, wenn ich Ihnen sage: Sie wissen genau, dass Sie Unrecht haben! Sie haben – das sage ich Ihnen gleich am Beginn – nicht die Stärke im Parlament, um eine Zweidrittelmehrheit im Parlament zu verhindern. Es ist eben so, dass nur die Sozialdemokratie diese Stärke hat und dass die Sozialdemokratie deswegen auch für sich selbst abschätzt, wenn es um Zweidrittelmaterien geht, welchem Gesetzesbeschluss sie zustimmen und welchen Gesetzesbeschlüssen sie nicht zustimmen kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Ich sage Ihnen gleich am Beginn: Ich werde den Abänderungsantrag auch einbringen. Wissen Sie, wer im Ausschuss für sechs Monate Zivildienst gestimmt hat? – Die Sozialdemokratie! Die grüne Fraktion hat nicht für sechs Monate gestimmt! Das war eine interessante Vorgangsweise im Innenausschuss: Die einzige Partei in diesem Haus, die im Innenausschuss für sechs Monate gestimmt hat, war die Sozialdemokratie! (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Das heißt, dass die SPÖ in erster Linie für die Aufhebung der Zweidrittelmehrheit analog zum Wehrdienst ist und dass die SPÖ für sechs Monate Zivildienst ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Abg. Parnigoni: Genau!
Frau Kollegin Haidlmayr, ich bin ganz persönlich enttäuscht von Ihrer Rede! (Abg. Parnigoni: Genau!) Wir haben Seite an Seite ein halbes Jahr gekämpft. Wir haben ehrlich miteinander gekämpft. Wir haben es ermöglicht, dass es im Gegensatz zur Kommission fürs Bundesheer gemeinsam eine klare Minderheitsmeinung gegeben hat. Wir sind für diese sechs Monate eingetreten. Wir haben Organisationen auf unsere Seite gezogen, die gesagt haben, dass es für sie logistisch schwierig ist, diese sechs Monate durchzuziehen, aber ... (Abg. Haidlmayr: Sie sind umgefallen!) – Nein, wir sind nicht umgefallen! Wir stehen zu den sechs Monaten! Wir bringen das ja hier im Hohen Haus ein.
Abg. Haidlmayr: Sie sind umgefallen!
Frau Kollegin Haidlmayr, ich bin ganz persönlich enttäuscht von Ihrer Rede! (Abg. Parnigoni: Genau!) Wir haben Seite an Seite ein halbes Jahr gekämpft. Wir haben ehrlich miteinander gekämpft. Wir haben es ermöglicht, dass es im Gegensatz zur Kommission fürs Bundesheer gemeinsam eine klare Minderheitsmeinung gegeben hat. Wir sind für diese sechs Monate eingetreten. Wir haben Organisationen auf unsere Seite gezogen, die gesagt haben, dass es für sie logistisch schwierig ist, diese sechs Monate durchzuziehen, aber ... (Abg. Haidlmayr: Sie sind umgefallen!) – Nein, wir sind nicht umgefallen! Wir stehen zu den sechs Monaten! Wir bringen das ja hier im Hohen Haus ein.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Ich muss aber zur Kenntnis nehmen, dass neun Monate besser als zwölf Monate sind. Wer immer das nicht zur Kenntnis nimmt, sieht die Realitäten nicht. Das sage ich Ihnen ganz offen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Missethon.
Ich bin mit der ÖVP in dieser Frage nicht einer Meinung. Aber um Himmels willen, es muss doch jeder in Österreich verstehen, dass neun Monate besser sind als zwölf Monate! Das müssen Sie doch zur Kenntnis nehmen! Dass Sie als Partei, die keine Verfassungssperrminorität hat, so dieses Kleingeld wechseln wollen, das sehe ich ein! Es tut mir auch Leid, dass wir einander heute sozusagen ein Match Darabos und SPÖ gegen Grüne liefern! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Missethon.) Aber man muss doch in dieser Frage ehrlich sein!
Abg. Haidlmayr: Was?
Ich sage Ihnen auch ganz offen: Ich habe im Gegensatz zu dem, was Sie hier gesagt haben, mit der ÖVP Dinge ausverhandelt, die über das, was Sie hier einbringen und dem wir auch zustimmen werden, hinausgehen. (Abg. Haidlmayr: Was?) Sie haben in Ihrem Antrag beispielsweise 11,60 €. (Abg. Haidlmayr: Neun Monate, sonst nichts!)
Abg. Haidlmayr: Neun Monate, sonst nichts!
Ich sage Ihnen auch ganz offen: Ich habe im Gegensatz zu dem, was Sie hier gesagt haben, mit der ÖVP Dinge ausverhandelt, die über das, was Sie hier einbringen und dem wir auch zustimmen werden, hinausgehen. (Abg. Haidlmayr: Was?) Sie haben in Ihrem Antrag beispielsweise 11,60 €. (Abg. Haidlmayr: Neun Monate, sonst nichts!)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Wir haben mit Frau Minister Prokop ausgemacht – und ich verlasse mich auf die Handschlagqualität –, dass das Verfassungsgerichtserkenntnis festlegt, wie hoch die Verpflegung für Zivildiener sein wird. Das kann auch höher als 11,60 € sein, zumal Sie wie ich wissen, dass im letzten Verfassungsgerichtshoferkenntnis von13,60 € die Rede war. – Ich gehe davon aus, dass der Verfassungsgerichtshof im Herbst eine ähnliche Regelung verabschieden wird. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Abg. Haidlmayr: Das wäre sowieso nicht gekommen!
Zweiter Punkt: Wir haben in den Verhandlungen mit der ÖVP durchgesetzt – und Sie haben den Entwurf in Händen gehabt –, dass es keinen Zivildienst für Frauen gibt und dass es keinen Zivildienst für EWR-Bürgerinnen und EWR-Bürger gibt. (Abg. Haidlmayr: Das wäre sowieso nicht gekommen!) Das hätte nämlich geheißen, dass durch die Hintertür in diesem Bereich Sozialdumping um 400 € X eingeführt worden wäre, dass wir im Sozialbereich ungarische, slowakische, slowenische, polnische „Freiwillige“ – unter Anführungszeichen – in Österreich gehabt hätten. – Die Sozialdemokratie hat durchgesetzt, dass das im Gesetz nicht kommen kann, und darauf bin ich stolz und dazu stehe ich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zweiter Punkt: Wir haben in den Verhandlungen mit der ÖVP durchgesetzt – und Sie haben den Entwurf in Händen gehabt –, dass es keinen Zivildienst für Frauen gibt und dass es keinen Zivildienst für EWR-Bürgerinnen und EWR-Bürger gibt. (Abg. Haidlmayr: Das wäre sowieso nicht gekommen!) Das hätte nämlich geheißen, dass durch die Hintertür in diesem Bereich Sozialdumping um 400 € X eingeführt worden wäre, dass wir im Sozialbereich ungarische, slowakische, slowenische, polnische „Freiwillige“ – unter Anführungszeichen – in Österreich gehabt hätten. – Die Sozialdemokratie hat durchgesetzt, dass das im Gesetz nicht kommen kann, und darauf bin ich stolz und dazu stehe ich! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Haidlmayr: Dann stimmen Sie nicht mit!
Ich bin nicht zufrieden mit diesem Paket, das sage ich auch ganz offen. (Abg. Haidlmayr: Dann stimmen Sie nicht mit!) Wenn aber die Sozialdemokratie dagegen gestimmt hätte, dann würden Zivildiener ab dem 1. Jänner 2006 weiterhin zwölf Monate Zivildienst zu leisten haben. (Abg. Haidlmayr: Das ist die Schuld der ÖVP!)
Abg. Haidlmayr: Das ist die Schuld der ÖVP!
Ich bin nicht zufrieden mit diesem Paket, das sage ich auch ganz offen. (Abg. Haidlmayr: Dann stimmen Sie nicht mit!) Wenn aber die Sozialdemokratie dagegen gestimmt hätte, dann würden Zivildiener ab dem 1. Jänner 2006 weiterhin zwölf Monate Zivildienst zu leisten haben. (Abg. Haidlmayr: Das ist die Schuld der ÖVP!)
Beifall bei der SPÖ.
Unter diesen Voraussetzungen und Prämissen können wir diesem Kompromiss zustimmen. Er ist gut für die Zivildiener. Er ist gut für Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zweitens: Die Zeit des Zivildienstes soll als gewonnene Zeit für den Einzelnen erlebt werden. Seine persönlichen Erfahrungen, seine zusätzlichen Qualifikationen, vor allem hinsichtlich sozialer Kompetenz, sollen deutlich und klar dokumentiert werden. Das heißt, es sollen ein Kompetenznachweis und ein Praxisnachweis eingeführt werden. In Zukunft sollen – und daran müssen wir noch weiter arbeiten – die Kenntnisse und Fähigkeiten, die erworben wurden, dann auch im praktischen Leben Verwendung finden können. Wir sind diesbezüglich in Gesprächen mit den Ländern, aber auch mit dem Gesundheits- und Sozialministerium, um eine eventuelle Anrechnung für künftige Ausbildungen etwa im Sozial- und Behindertenbereich, in der Alten- und Krankenbetreuung zu erreichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Bravorufe und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Darüber hinaus wollen wir die Ableistung des Dienstes erleichtern. Wir streben flexiblere und zusätzliche Zuweisungstermine an, damit Beruf und Studium besser planbar werden und vor allem auch die freiwillige Verlängerung leichter wahrgenommen werden kann. (Bravorufe und Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte vor allem den Parlamentsfraktionen für die aktive Beteiligung an diesem Erneuerungsprozess ein Dankeschön sagen. Wir haben versucht, alle Meinungen ernsthaft zu prüfen, in den Entscheidungsprozess einzubinden und nach größter Machbarkeit auch umzusetzen. Der Zivildienst wird, wie es verfassungsgemäß vorgesehen ist, auf der Grundlage eines breiten parlamentarischen Konsenses verkürzt und gleichzeitig wesentlich attraktiver gestaltet. Damit glaube ich – und ich bin überzeugt davon –, dass ein wichtiger Beitrag für die soziale Sicherheit auch im Interesse der Zivildiener geleistet werden kann. Ich möchte noch einmal ein herzliches Danke für den breiten Konsens sagen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie glauben immer, Sie haben an den Grünen einen guten Freund gefunden. Herr Darabos bettelt fast, dass Frau Haidlmayr seinen Standpunkt versteht, aber das wird sie nie tun. Wie gesagt, Sie haben keinen Kumpel gefunden, der mit Ihnen durch dick und dünn geht, sondern Sie haben eine Partei gefunden, die nur ihre eigene sehr enge Sicht durchsetzen möchte und jeden anderen durch Sonne und Mond haut, der nicht mitgeht. Merken Sie sich das, mit uns haben Sie einen viel treueren Partner als mit den Grünen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich komme jetzt auch auf die Dauer zu sprechen, darauf, was von Seiten der Trägerorganisationen dazu gesagt wurde. Das Rote Kreuz und auch die Lebenshilfe haben gesagt, zwölf Monate waren ideal für sie, weil die Zivildiener eine außerordentlich wichtige Aufgabe erfüllen. Unser gesamtes Sozialsystem könnte ohne Zivildiener nicht existieren, das muss man zugeben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Zwölf Monate waren gerade ausreichend. Man darf nicht vergessen, diese Menschen müssen eingeschult werden, müssen sich eingewöhnen und so weiter. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.) – Frau Haidlmayr, Sie waren lange genug am Rednerpult, jetzt lassen Sie bitte mich einmal reden!
Abg. Parnigoni: Der Zivildiener auch nicht!
Sie reden immer wieder von der Verpflegung und verlangen einen Betrag, den der Präsenzdiener nur in Ausnahmefällen bekommt. Der Präsenzdiener bekommt 3,40 € pro Tag, also am Samstag und am Sonntag und so weiter. Wenn er sich auf Befehl von der Garnison entfernt, dann bekommt er das Vierfache, nämlich 13,6 €. Aber ich habe schon im Ausschuss gesagt, das Wort „Befehl“ würden Sie für einen Zivildiener nie akzeptieren. Der Präsenzdiener bekommt aber, wie gesagt, nur mehr Geld auf Befehl. Er geht nicht freiwillig weg von der Garnison (Abg. Parnigoni: Der Zivildiener auch nicht!), sondern nur auf Befehl, und dann bekommt er das Vierfache.
Abg. Gaál: Die Kirche kann nichts dafür!
Lassen Sie die Kirche im Dorf, und vergleichen Sie nicht Äpfel mit Birnen, sondern sehen Sie das Positive! (Abg. Gaál: Die Kirche kann nichts dafür!) Und bei der Verpflegung ist der Zivildiener noch immer besser gestellt als der Präsenzdiener.
Abg. Gaál: Er wirbt für den Wehrdienst!
Schließlich möchte ich noch etwas Positives erwähnen: Die Rechtsträger bezahlen eine monatliche Vergütung an das Bundesministerium. Und dabei ist uns etwas gelungen, was wirklich großartig ist, und dafür möchte ich mich auch bei der Frau Ministerin bedanken. Es geht nicht darum, dass es noch immer drei Stufen gibt. (Die Rednerin dreht sich um zur Ministerbank, auf der nur Bundesminister Platter sitzt.) – Sie sind jetzt da! (Abg. Gaál: Er wirbt für den Wehrdienst!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Ich unterstütze die Zivildiener!
zusammengesessen. Das ist jetzt ein Kompromiss, der tragbar ist. Frau Kollegin Haidlmayr! Machen Sie nicht wieder wie in Ihrer gewohnten Weise alles schlecht und alles kaputt, denn damit säen Sie nur Unfrieden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Ich unterstütze die Zivildiener!)
Beifall bei der ÖVP.
(Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich sage nur abschließend: Es war und ist ein vernünftiger Kompromiss, und diesem Zivildienstgesetz kann jederzeit zugestimmt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haidlmayr: Herr Parnigoni, Sie stimmen aber zu!
Meine Damen und Herren! Was mich noch erschüttert, ist – und das sei der ÖVP ins Stammbuch geschrieben – die Vorgangsweise bei der Schaffung der Zivildienstserviceagentur. In letzter Zeit hat die ÖVP mit ihrem willfährigen Partner einerseits Tausende Planstellen im öffentlichen Dienst und auch im Innenministerium eliminiert, man hat also Beamtendienststellen gestrichen, streicht auch in diesem Budgetjahr Beamtendienststellen und wird dies auch im Jahr 2006 tun, aber andererseits holt man für diese Zivildienstserviceagentur Mitarbeiter von außerhalb zur Erfüllung dieser Aufgabe in das Ministerium. Das ist in Wirklichkeit eine Desavouierung aller Beamtinnen und Beamten im Innenministerium, denen man de facto damit signalisiert, dass sie anscheinend unfähig sind, diese Aufgabe zu erfüllen. (Abg. Haidlmayr: Herr Parnigoni, Sie stimmen aber zu!)
Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Zum Schluss: Frau Kollegin Partik ist im Moment nicht da, aber ich möchte ihr schon – du richtest es ihr aus, danke – Folgendes sagen: Wir verhandeln natürlich auch mit den Grünen, und wir wollen auch die Grünen von unseren Standpunkten und unseren Positionen überzeugen. Aber es ist manchmal schwierig – Kollegin Partik kommt gerade in den Saal –, das möchte ich Ihnen schon sagen, Frau Kollegin Partik-Pablé ... (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) – Ja, ich habe es versucht!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Bucher: Was hat das mit dem Thema zu tun?
Ich möchte Ihnen sagen: Seit Sie mit der ÖVP mitklatschen, haben Sie Ihre Mandatszahl von 52 auf 18 minimiert, und nach den Meinungsumfragen tendiert das gegen null. Ob das eine besonders erfolgreiche Politik ist, wage ich auch zu bezweifeln. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Bucher: Was hat das mit dem Thema zu tun?)
Abg. Parnigoni: Das ist das demokratische Verständnis!
Abgeordneter Markus Fauland (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Kollege Parnigoni, es freut mich ja, dass Sie sich um uns Sorgen machen, aber Sie werden eines Besseren belehrt werden. (Abg. Parnigoni: Das ist das demokratische Verständnis!)
Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.
Was das Thema Ausschließen betrifft: Ich glaube, das ist mehr mit der SPÖ besetzt, denn wir sind dafür bekannt, mit jedem zu sprechen; Sie hingegen haben das, glaube ich, schon einmal etwas anders artikuliert. (Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Betroffenen sehen das ganz anders!
Nun aber zum eigentlichen Thema: Was den Zivildienst betrifft, so vergisst man immer wieder – und das ist auch in den heutigen Redebeiträgen zum Ausdruck gekommen –, woher sich der Zivildienst an sich ableitet: und zwar vom Wehrrecht. Er bietet eine Alternative für all jene jungen Österreicher, die sich gegen das Bundesheer und für den Zivildienst entscheiden. Nichtsdestotrotz liegt die Notwendigkeit der Existenz eines Zivildienstes im Wehrdienst begründet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Betroffenen sehen das ganz anders!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Gegen diesen Vorwurf verwahre ich mich absolut im Namen all jener, die sich freiwillig für den Dienst im Bundesheer entscheiden, denn das haben sich diese Leute nicht verdient! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
betrifft, um dem Hauptzweck nachzukommen – der Verteidigung des Landes im Rahmen des Wehrdienstes. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Regler.
Abgeordnete Silvia Fuhrmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Ich muss schon sagen, es ist für einen jungen Menschen eine große Freude, gerade während der letzten Tage und auch Wochen hier im Hohen Haus tätig zu sein. (Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Regler.) Wir haben erst jüngst den Präsenzdienst auf sechs Monate verkürzt, heute verkürzen wir den Zivildienst, und Ende der Woche besprechen wir noch große Bildungspunkte, die Auswirkungen für junge Menschen haben. – Da sieht man, dass das österreichische Parlament und diese Bundesregierung wirklich jugendgerechte Politik betreiben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete Silvia Fuhrmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Ich muss schon sagen, es ist für einen jungen Menschen eine große Freude, gerade während der letzten Tage und auch Wochen hier im Hohen Haus tätig zu sein. (Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Regler.) Wir haben erst jüngst den Präsenzdienst auf sechs Monate verkürzt, heute verkürzen wir den Zivildienst, und Ende der Woche besprechen wir noch große Bildungspunkte, die Auswirkungen für junge Menschen haben. – Da sieht man, dass das österreichische Parlament und diese Bundesregierung wirklich jugendgerechte Politik betreiben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Lackner: Das Gesetz wird evaluiert, nicht die Ministerin!
Nach drei Jahren wird evaluiert, und ich bin auch der Frau Ministerin sehr dankbar dafür, dass sie sich dieser Evaluierung unterzieht, denn ich glaube, erstens kann sich die Zeit bis dahin verändern, und zweitens muss man auch immer auf Verbesserungen und Neuigkeiten aus sein. (Abg. Lackner: Das Gesetz wird evaluiert, nicht die Ministerin!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
wichtig es ist, dass es jemanden in diesem Land gibt, der Politik für junge Menschen gestaltet. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Haidlmayr: Das hat der Herr Darabos gesagt! Das ist eine Aussage von Herrn Darabos!
Dem muss man Rechnung tragen und dem haben wir Rechnung getragen. Sie sind da sehr streng, Frau Haidlmayr, wenn Sie von Ausbeutung sprechen, denn es wurde heute immer wieder gesagt ... (Abg. Haidlmayr: Das hat der Herr Darabos gesagt! Das ist eine Aussage von Herrn Darabos!) – Da hat er Ihnen halt einmal nach dem Mund geredet, aber ich muss Ihnen ehrlich sagen, „Ausbeutung“ ist schon ein sehr hartes und strenges Wort.
Abg. Dipl.-Ing. Regler: Das ist schon im Gesetz!
Frau Bundesministerin, wir finden geänderte sicherheitspolitische Gegebenheiten in unserem Land vor: Die Bedrohung von außen fällt weg, und das wirkt sich eins zu eins auch auf das österreichische Bundesheer aus. Das war sicher auch mit ein Grund dafür, dass wir den Grundwehrdienst auf sechs Monate verkürzt haben – aber leider nur per Ministerweisung. Wir sind ja dafür eingetreten, das rechtlich zu verankern und mehr Rechtsicherheit zu schaffen. Das ist bis dato nicht gelungen. (Abg. Dipl.-Ing. Regler: Das ist schon im Gesetz!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Daher hoffe ich, dass wir uns künftig doch verstärkt in Richtung der sechs Monate bewegen werden. Wir halten unsere Forderungen aufrecht, betrachten diese neun Monate als ersten Schritt in die richtige Richtung und sehen in dem vorliegenden Kompromissvorschlag die Bemühungen um eine gemeinsame Lösung. Jetzt haben wir ein erstes Etappenziel erreicht und werden daher dem Gesetz zustimmen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall des Abg. Wöginger.
Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass die Zivildienstserviceagentur sehr massiv kritisiert wurde, als wir sie hier beschlossen haben. Aus der Praxis kann man nun behaupten und diese Kritik daher richtig stellen, dass die Zuweisungen sehr gut funktionieren und durch diese Eingliederung auch in Zukunft sehr gut funktionieren werden. (Beifall des Abg. Wöginger.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit dieser Novelle wurde ein lang gehegter Wunsch vieler junger Menschen umgesetzt. Ich freue mich natürlich als ÖVP-Abgeordneter auch mit der jungen Volkspartei darüber. Wir sichern 1 000 sozialen Einrichtungen in Österreich, dass sie zukünftig kostengünstig, punktgenau und leistbar soziale Dienstleistungen erbringen können. Es lebe ein fairer, gerechter und verlässlicher Zivildienst! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Haidlmayr: Sechs Monate!
Wir wollen Gleichheit und Gerechtigkeit. Sechs Monate für Grundwehrdiener, daher aliquot neun Monate für die Zivis. (Abg. Haidlmayr: Sechs Monate!) Das ist doch rechnerisch jeweils eine Verkürzung um ein Viertel und daher einwandfrei gerecht! Die Parität ist damit wieder gewährleistet, und die GWDs wie auch die Zivildiener können ihre hervorragende Arbeit einerseits im Sozialdienst und andererseits im Sicherheitsdienst tun. – Gewinner sind alle (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen): die Jungmänner, weil sie nun sechs beziehungsweise neun Monate ableisten müssen – die sind auch genug –, und unsere Bürgergesellschaft, weil beide Institutionen ungestört weiterarbeiten können und ihre Aufgabe hervorragend erfüllen werden.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Wir wollen Gleichheit und Gerechtigkeit. Sechs Monate für Grundwehrdiener, daher aliquot neun Monate für die Zivis. (Abg. Haidlmayr: Sechs Monate!) Das ist doch rechnerisch jeweils eine Verkürzung um ein Viertel und daher einwandfrei gerecht! Die Parität ist damit wieder gewährleistet, und die GWDs wie auch die Zivildiener können ihre hervorragende Arbeit einerseits im Sozialdienst und andererseits im Sicherheitsdienst tun. – Gewinner sind alle (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen): die Jungmänner, weil sie nun sechs beziehungsweise neun Monate ableisten müssen – die sind auch genug –, und unsere Bürgergesellschaft, weil beide Institutionen ungestört weiterarbeiten können und ihre Aufgabe hervorragend erfüllen werden.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Frau Haidlmayr, es ist doch alles in Ordnung, oder? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Bravorufe und Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Jochen Pack (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich muss meinem Kollegen August Wöginger auch einmal seitens der ÖVP-Fraktion und seitens der jungen ÖVP danken: für seine Arbeit und für seinen Einsatz im Rahmen der Zivildienstreformkommission! (Bravorufe und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Man kann es vielleicht auch so ausdrücken: Die Grünen behaupten, dass die SPÖ alles verspielt hat. Ich sage aber zu den Grünen: Diejenigen, die bei den Verhandlungen über eine der wichtigsten Einrichtungen, was die Unterstützung des Sozial- und Gesundheitssystems betrifft, von einem Spiel reden, haben sich eigentlich automatisch selbst disqualifiziert. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zu Herrn Abgeordnetem Pilz muss man sagen: Vor lauter – wie er es immer betont – Weit-Weit-Weitschauen hat sich mittlerweile der Blick der Grünen, was die Realität betrifft, sehr getrübt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinn muss ich sagen: Ich weiß wie auch alle anderen, die Militärdienst geleistet haben, was Kasernierung war, ich weiß, was Uniform war, ich kenne die juridische und militärische Disziplin und die gerichtlichen Sachen. Dafür besteht überall eine Notwendigkeit, aber auch für die heutige Zivildienstgesetz-Novelle. – Ich danke sehr. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend
Es wird eine öffentliche Veranstaltung organisiert, wo angeblich Daten und Fakten präsentiert werden – aber die Daten und Fakten, meine Damen und Herren, Hohes Haus, hat letztendlich der Rechnungshof vorgelegt (Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend), und die sind, Kollege Fasslabend, vernichtend. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.) Die Kritik ist vernichtend, und das sollten Sie und Ihre Partei endlich zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.
Es wird eine öffentliche Veranstaltung organisiert, wo angeblich Daten und Fakten präsentiert werden – aber die Daten und Fakten, meine Damen und Herren, Hohes Haus, hat letztendlich der Rechnungshof vorgelegt (Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend), und die sind, Kollege Fasslabend, vernichtend. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.) Die Kritik ist vernichtend, und das sollten Sie und Ihre Partei endlich zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es wird eine öffentliche Veranstaltung organisiert, wo angeblich Daten und Fakten präsentiert werden – aber die Daten und Fakten, meine Damen und Herren, Hohes Haus, hat letztendlich der Rechnungshof vorgelegt (Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend), und die sind, Kollege Fasslabend, vernichtend. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Fasslabend.) Die Kritik ist vernichtend, und das sollten Sie und Ihre Partei endlich zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Zinggl.
Meine Damen und Herren! Sie werden mir da doch wohl zustimmen, wenn ich sage: Das ist ein klassischer Entlassungsgrund. In jedem Unternehmen ist solch ein Geschäftsführer am selben Tag hinausgeschmissen. – Das ist die Realität! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Zinggl.)
Abg. Dr. Puswald: Selbstbedienungsladen!
Also, das ist eine „schöne“ Privatwirtschaft, die uns hier Herr Mitterlehner vorführt (Abg. Dr. Puswald: Selbstbedienungsladen!): offenbar eine des Selbstkontrahierens, des Fehlens von Bilanzen, des Fehlens von Spesennachweisen und des Hinaufschnalzens von Gehältern. – Dass so eine Privatwirtschaft sinnvoll ist, das kann ich mir nicht vorstellen!
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Zinggl.
Sie haben, Frau Ministerin, heute noch ein letztes Mal die Gelegenheit, hier die entsprechenden Worte zu finden und Konsequenzen zu ziehen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Zinggl.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Für mich persönlich hat sich das Bild so dargestellt: Nur der, der arbeitet, macht Fehler. Wer nicht arbeitet, der kann keine Fehler machen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Lapp: Wo?
Ja, es gab Kritik im kaufmännischen Bereich, aber es ist sehr viel Positives geschehen, das wird jedoch mit keiner Silbe erwähnt. (Abg. Mag. Lapp: Wo?) Direktor Seipel hat ja sehr vieles aufgeklärt, auch den Autokauf. Es ist ja ein Leasingvertrag. Es wurde auch die Frage in Bezug auf Staatssekretär Morak geklärt.
Abg. Mag. Lapp: Nein!
Generaldirektor Seipel und auch die Auskunftspersonen und die Mitglieder des Kuratoriums haben im Ausschuss sehr vieles aufgeklärt und sind sehr offen Rede und Antwort gestanden. Wer im Ausschuss dabei war, der wird bestätigen müssen (Abg. Mag. Lapp: Nein!), dass vieles von der Kritik nicht in dem Maße, wie sie geübt wurde, gerechtfertigt ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Generaldirektor Seipel und auch die Auskunftspersonen und die Mitglieder des Kuratoriums haben im Ausschuss sehr vieles aufgeklärt und sind sehr offen Rede und Antwort gestanden. Wer im Ausschuss dabei war, der wird bestätigen müssen (Abg. Mag. Lapp: Nein!), dass vieles von der Kritik nicht in dem Maße, wie sie geübt wurde, gerechtfertigt ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Neudeck. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich war schon im richtigen Ausschuss, und ich habe sehr intensiv an diesen Beratungen teilgenommen. Es hat zwar Kritikpunkte betreffend den finanztechnischen und den buchhalterischen Bereich gegeben, aber es gibt keine strafrechtlichen Tatbestände. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Der Eindeckungsgrad!
Es ist ein Pilotprojekt, wo man sagen kann: Trotz Fehler ist das Kunsthistorische Museum eine Erfolgsgeschichte. Es gab in fünf Jahren mehr als 100 Sonderausstellungen und 6,6 Millionen Besucher. Der Eigendeckungsgrad (Abg. Mag. Kogler: Der Eindeckungsgrad!) konnte von 37,3 Prozent auf 40,9 Prozent gesteigert werden, Kollege Kogler. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist ein Pilotprojekt, wo man sagen kann: Trotz Fehler ist das Kunsthistorische Museum eine Erfolgsgeschichte. Es gab in fünf Jahren mehr als 100 Sonderausstellungen und 6,6 Millionen Besucher. Der Eigendeckungsgrad (Abg. Mag. Kogler: Der Eindeckungsgrad!) konnte von 37,3 Prozent auf 40,9 Prozent gesteigert werden, Kollege Kogler. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Das Museum kann nichts dafür!
Wir nehmen die Kritik ernst und werden daraus unsere Schlüsse ziehen. Aber Tatsache ist, dass wir mit diesem Kunsthistorischen Museum, sehr geehrte Damen und Herren von der Opposition, in jedem Fall Österreich ein tolles und funktionierendes Museum bieten können. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Reheis: Das Museum kann nichts dafür!)
Abg. Hornek: Das ist ja unrichtig! Nehmen Sie das zurück!
Soll tatsächlich ein Direktor, dem wertvolle Kunstschätze anvertraut wurden und der die Möglichkeiten ausnützt, sich persönliche Vorteile zu verschaffen, der sich ein Auto selbst verkauft, der zu ägyptischen Grabbeigaben kommt – das kann er nur als Direktor eines Museums, sonst kann er das gar nicht persönlich an sich ziehen (Abg. Hornek: Das ist ja unrichtig! Nehmen Sie das zurück!); das steht so im Rechnungshofbericht! (Abg. Dr. Sonnberger: Wenn Dinge behauptet werden, sind sie deswegen nicht richtig!) –, ein Direktor, der hohe unbelegte Spesen hat, der hohe unbelegte Reisekosten verrechnet, der 20 Prozent an Leistungsprämie erhält, obwohl die Leistungen mehr als fraglich sind, ein Direktor, der eigentlich den Laden hinunterwirtschaftet und risikofreudig agiert, bis zum Abwinken, und damit den gesamten Besitz gefährdet, soll so ein „Verantwortlicher“ oder eigentlich, genau genommen, so ein Unverantwortlicher weitermachen dürfen, als wäre überhaupt nichts geschehen?
Abg. Dr. Sonnberger: Wenn Dinge behauptet werden, sind sie deswegen nicht richtig!
Soll tatsächlich ein Direktor, dem wertvolle Kunstschätze anvertraut wurden und der die Möglichkeiten ausnützt, sich persönliche Vorteile zu verschaffen, der sich ein Auto selbst verkauft, der zu ägyptischen Grabbeigaben kommt – das kann er nur als Direktor eines Museums, sonst kann er das gar nicht persönlich an sich ziehen (Abg. Hornek: Das ist ja unrichtig! Nehmen Sie das zurück!); das steht so im Rechnungshofbericht! (Abg. Dr. Sonnberger: Wenn Dinge behauptet werden, sind sie deswegen nicht richtig!) –, ein Direktor, der hohe unbelegte Spesen hat, der hohe unbelegte Reisekosten verrechnet, der 20 Prozent an Leistungsprämie erhält, obwohl die Leistungen mehr als fraglich sind, ein Direktor, der eigentlich den Laden hinunterwirtschaftet und risikofreudig agiert, bis zum Abwinken, und damit den gesamten Besitz gefährdet, soll so ein „Verantwortlicher“ oder eigentlich, genau genommen, so ein Unverantwortlicher weitermachen dürfen, als wäre überhaupt nichts geschehen?
Zwischenruf des Abg. Dr. Sonnberger.
Doch was passiert? – Es passiert überhaupt nichts. Es gibt nur leere Versprechungen. Es sind schon wieder einige Wochen vergangen, und Sie überlegen noch immer. Sie haben ein ganzes Jahr Zeit gehabt, zu überlegen, was denn alles geändert werden könnte, und wenn da jetzt nicht bald etwas passiert, verliert auch die Bevölkerung ihr Vertrauen in die Politik. (Zwischenruf des Abg. Dr. Sonnberger.)
Abg. Dr. Sonnberger: Das stimmt ja nicht!
Dass eine Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist, ist ohnehin klar, aber es ist ja auch die Zweckmäßigkeit in Frage zu stellen. Wenn die Eintritte auf das Doppelte steigen und gleichzeitig die Zahl der Besucher und Besucherinnen um 30 Prozent sinkt (Abg. Dr. Sonnberger: Das stimmt ja nicht!), dann kann man doch wirklich nicht von Zweckmäßigkeit reden.
Abg. Dr. Sonnberger: Es sind ja zwei Museen dazugekommen!
Auch die Sparsamkeit, meine Damen und Herren, ist in Frage zu stellen. Wenn die Personalaufwendungen ins Unendliche steigen und gleichzeitig der Direktor 20 000 € und mehr im Monat bekommt, dann ist das nicht sehr sparsam. (Abg. Dr. Sonnberger: Es sind ja zwei Museen dazugekommen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich fordere Sie noch einmal auf beziehungsweise bitte Sie, Frau Ministerin, die Konsequenzen in folgender Weise zu ziehen: erstens Ablöse des Direktors und zweitens neue Museumsgesetze, die derartige Geschehnisse nie wieder zulassen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Wenn nichts passiert!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Zinggl, niemand glaubt, dass jemand ungeschoren davonkommt, aber niemand soll glauben, dass man jetzt bis in alle Ewigkeit immer wieder an denselben Mängeln herumhacken kann. (Abg. Öllinger: Wenn nichts passiert!)
Abg. Öllinger: Mumien!
Sie haben angedroht, Sie werden Leichen ans Tageslicht fördern. (Abg. Öllinger: Mumien!) – Also bisher ist es Ihnen nicht gelungen, Leichen ans Tageslicht zu fördern. Sie bringen immer wieder dieselbe Leiche daher, das nennt man „ausbanln“. Das machen Sie: immer wieder dieselben Missstände aufzeigen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie haben angedroht, Sie werden Leichen ans Tageslicht fördern. (Abg. Öllinger: Mumien!) – Also bisher ist es Ihnen nicht gelungen, Leichen ans Tageslicht zu fördern. Sie bringen immer wieder dieselbe Leiche daher, das nennt man „ausbanln“. Das machen Sie: immer wieder dieselben Missstände aufzeigen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Aber, Frau Minister, generell glaube ich schon, dass man den Museumsdirektoren überhaupt klarmachen müsste, dass sie nicht ihr Privateigentum verwalten, sondern dass es sich dabei um öffentliches Eigentum handelt, weshalb sie besonders hohe Sorgfalt aufzuwenden haben. Das ist außerordentlich wichtig, dass man ihnen das klarmacht! (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Das trifft zu ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) – Hören Sie mir doch zu! Sie waren schon am Wort, warum lassen Sie jetzt nicht mich reden? (Abg. Scheibner: Unhöflich! Sehr unhöflich! Keine Manieren!) Sie können sich ja noch einmal zu Wort melden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Das trifft auf den ... (Abg. Dr. Puswald – nicht von seinem Sitzplatz aus –: ... Realitätsverweigerung!)
Abg. Scheibner: Unhöflich! Sehr unhöflich! Keine Manieren!
Das trifft zu ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) – Hören Sie mir doch zu! Sie waren schon am Wort, warum lassen Sie jetzt nicht mich reden? (Abg. Scheibner: Unhöflich! Sehr unhöflich! Keine Manieren!) Sie können sich ja noch einmal zu Wort melden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Das trifft auf den ... (Abg. Dr. Puswald – nicht von seinem Sitzplatz aus –: ... Realitätsverweigerung!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Das trifft zu ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) – Hören Sie mir doch zu! Sie waren schon am Wort, warum lassen Sie jetzt nicht mich reden? (Abg. Scheibner: Unhöflich! Sehr unhöflich! Keine Manieren!) Sie können sich ja noch einmal zu Wort melden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Das trifft auf den ... (Abg. Dr. Puswald – nicht von seinem Sitzplatz aus –: ... Realitätsverweigerung!)
Abg. Dr. Puswald – nicht von seinem Sitzplatz aus –: ... Realitätsverweigerung!
Das trifft zu ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) – Hören Sie mir doch zu! Sie waren schon am Wort, warum lassen Sie jetzt nicht mich reden? (Abg. Scheibner: Unhöflich! Sehr unhöflich! Keine Manieren!) Sie können sich ja noch einmal zu Wort melden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Das trifft auf den ... (Abg. Dr. Puswald – nicht von seinem Sitzplatz aus –: ... Realitätsverweigerung!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was hat er g’sagt?
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Puswald, ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was hat er g’sagt?) – Das ist ganz gleich. Beharrlich redet er in jede Diskussion, nicht von seinem Platz aus, drein. Ich habe Sie privat bereits dreimal verwarnt, Herr Abgeordneter! Das ist nicht der Stil dieses Hauses. (Abg. Dr. Puswald: Es gibt keine private Verwarnung!)
Abg. Dr. Puswald: Es gibt keine private Verwarnung!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Puswald, ich erteile Ihnen einen Ordnungsruf! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was hat er g’sagt?) – Das ist ganz gleich. Beharrlich redet er in jede Diskussion, nicht von seinem Platz aus, drein. Ich habe Sie privat bereits dreimal verwarnt, Herr Abgeordneter! Das ist nicht der Stil dieses Hauses. (Abg. Dr. Puswald: Es gibt keine private Verwarnung!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Am Wort ist Frau Abgeordnete Partik-Pablé! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (fortsetzend): Sie können sich zu Wort melden und mit mir reden. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Riepl: Dann ziehen Sie Konsequenzen!
Schauen Sie, ich schneide ja ein Thema an beziehungsweise ich fordere etwas, das wahrscheinlich auch Sie befürworten, nämlich: dass man den Generaldirektoren einmal klarmacht, dass sie nicht ihr eigenes Vermögen verwalten, sondern öffentliches Vermögen. (Abg. Riepl: Dann ziehen Sie Konsequenzen!)
Abg. Dr. Matznetter: Wo ist die „Saliera“, Frau Kollegin?
trotzdem verliehen worden sind. Der Bogen spannt sich über die Restaurierung jener Bilder, die Herr Direktor Schröder in die Schweiz geschickt hat und die offensichtlich nicht fachmännisch oder nicht genügend fachmännisch restauriert worden sind. (Abg. Dr. Matznetter: Wo ist die „Saliera“, Frau Kollegin?) Sie haben zwar gesagt, die Restauratoren im eigenen Haus haben sich positiv geäußert, aber das ist offensichtlich zu wenig. Man muss eben internationale Experten zu Rate ziehen, wenn man so wertvolle Dinge ins Ausland verleiht.
Abg. Dr. Wittmann: „Ein paar Belege“? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Frau Minister, ich glaube schon, dass man gerade in Bezug auf die Verleihfähigkeit darauf achten muss, dass sich die Direktoren an die Richtlinien halten, an die seinerzeit im Jahre 1971 mit dem Ministerium abgeschlossene Verordnung oder an den Erlass, in dem steht, dass eben bei besonders wertvollen Gemälden manche nicht verleihfähig sind und man in diesem Fall die Meinung der Restaurierungswerkstätte auch beachten soll. – Da müssen Sie eingreifen! Es ist wahrscheinlich wichtiger, auf die Kunstgegenstände aufzupassen, damit nichts passiert, als darauf, ob ein paar Belege vom Lipizzaner-Museum oder vom Völkerkunde-Museum fehlen. (Abg. Dr. Wittmann: „Ein paar Belege“? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Das glaube ich! Sie wissen schon, was das Ganze ist!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Grundsätzlich muss man natürlich die Kritik des Rechnungshofes ernst nehmen, aber man darf auch nicht das Ganze aus den Augen verlieren (Abg. Öllinger: Das glaube ich! Sie wissen schon, was das Ganze ist!), nämlich dass das Kunsthistorische Museum vom künstlerischen Standpunkt sehr gut geführt worden ist, dass es erstklassige Ausstellungen gegeben hat und dass Direktor Seipel ... (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Grundsätzlich muss man natürlich die Kritik des Rechnungshofes ernst nehmen, aber man darf auch nicht das Ganze aus den Augen verlieren (Abg. Öllinger: Das glaube ich! Sie wissen schon, was das Ganze ist!), nämlich dass das Kunsthistorische Museum vom künstlerischen Standpunkt sehr gut geführt worden ist, dass es erstklassige Ausstellungen gegeben hat und dass Direktor Seipel ... (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Riepl: Wenn Sie reden, sollten Sie auch etwas sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Präsident, Sie sind heute sehr nachsichtig! Ich kann fast nicht reden, weil ununterbrochen dreingeredet wird, und Sie sagen überhaupt nichts! Ich würde Sie bitten, dass Sie mir einmal ein bisschen Ruhe verschaffen! (Abg. Riepl: Wenn Sie reden, sollten Sie auch etwas sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Ich komme zum Schluss. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Sie sitzen auch nicht auf Ihrem Platz, Frau Kollegin Silhavy, und machen einen Zwischenruf. (Abg. Dr. Puswald: Frau Platzanweiserin! – Abg. Dr. Wittmann: Wer führt jetzt die Sitzung?)
Abg. Dr. Puswald: Frau Platzanweiserin! – Abg. Dr. Wittmann: Wer führt jetzt die Sitzung?
Ich komme zum Schluss. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Sie sitzen auch nicht auf Ihrem Platz, Frau Kollegin Silhavy, und machen einen Zwischenruf. (Abg. Dr. Puswald: Frau Platzanweiserin! – Abg. Dr. Wittmann: Wer führt jetzt die Sitzung?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Hören Sie jetzt endlich einmal auf, runterzumachen, sondern bekennen Sie sich dazu, dass wir weltweit anerkannte Museen in Österreich bieten können. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte gleich zu Beginn Folgendes feststellen: Es gibt im Kunsthistorischen Museum keine Misswirtschaft und keine Geldverschwendung! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Riepl: Welche?
Die Kritik des Rechnungshofes ist nicht wegmanipuliert worden, sondern sehr ernst genommen worden, und es sind Konsequenzen gezogen worden. (Abg. Riepl: Welche?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter
Der Herr Generaldirektor hat sich keine „persönlichen Vorteile verschafft“ (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter), er hat „den Laden“ nicht „heruntergewirtschaftet“ – ich wiederhole nur Ihre Anschuldigungen –, er ist keine „personelle Fehlbesetzung“ (Abg. Dr. Wittmann: Ziehen Sie endlich die Konsequenzen und schicken Sie den Seipel in die Wüste!), er ist kein „Wiederholungstäter“, und er baut nicht „einen Flop nach dem anderen“. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Was denn sonst?)
Abg. Dr. Wittmann: Ziehen Sie endlich die Konsequenzen und schicken Sie den Seipel in die Wüste!
Der Herr Generaldirektor hat sich keine „persönlichen Vorteile verschafft“ (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter), er hat „den Laden“ nicht „heruntergewirtschaftet“ – ich wiederhole nur Ihre Anschuldigungen –, er ist keine „personelle Fehlbesetzung“ (Abg. Dr. Wittmann: Ziehen Sie endlich die Konsequenzen und schicken Sie den Seipel in die Wüste!), er ist kein „Wiederholungstäter“, und er baut nicht „einen Flop nach dem anderen“. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Was denn sonst?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Was denn sonst?
Der Herr Generaldirektor hat sich keine „persönlichen Vorteile verschafft“ (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter), er hat „den Laden“ nicht „heruntergewirtschaftet“ – ich wiederhole nur Ihre Anschuldigungen –, er ist keine „personelle Fehlbesetzung“ (Abg. Dr. Wittmann: Ziehen Sie endlich die Konsequenzen und schicken Sie den Seipel in die Wüste!), er ist kein „Wiederholungstäter“, und er baut nicht „einen Flop nach dem anderen“. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Wittmann: Was denn sonst?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Der Rechnungshof hat sorgfältig und intensiv die buchhalterischen Vorgangsweisen, die Abrechnungen, alles genau geprüft – und jawohl, es ist genau so, wie es Frau Kollegin Partik-Pablé gesagt hat: Es sind Fehler passiert, es sind manche Sachen nicht richtig gemacht worden! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Wittmann: Oja, ich habe es gefordert! Oder gehen Sie?
Ich stelle nachdrücklich fest: Der Rücktritt des Generaldirektors ist nicht gefordert worden, auch wenn das noch so oft behauptet wird! (Abg. Dr. Wittmann: Oja, ich habe es gefordert! Oder gehen Sie?)
Abg. Mag. Kogler: Sind welche?
Die 18 Empfehlungen des Rechnungshofes, die bereits umgesetzt wurden (Abg. Mag. Kogler: Sind welche?), beinhalten zum Beispiel die Auflassung des Palais Harrach, die Kündigung von Versicherungen für Sammlungsobjekte, die Verbesserungen der Dokumentation bei Dienstreisen und Repräsentationsaufwendungen. (Abg. Mag. Kogler: Sind erst drei und nicht 18!)
Abg. Mag. Kogler: Sind erst drei und nicht 18!
Die 18 Empfehlungen des Rechnungshofes, die bereits umgesetzt wurden (Abg. Mag. Kogler: Sind welche?), beinhalten zum Beispiel die Auflassung des Palais Harrach, die Kündigung von Versicherungen für Sammlungsobjekte, die Verbesserungen der Dokumentation bei Dienstreisen und Repräsentationsaufwendungen. (Abg. Mag. Kogler: Sind erst drei und nicht 18!)
Abg. Riepl: Wieso? Sind schon wieder ein paar Dinge gefunden worden, die man vorher nicht gekannt hat? – Ruf bei der ÖVP: Sehr witzig!
Es ist genau so, wie Frau Abgeordnete Partik-Pablé gesagt hat: Es gibt Fehler, es gibt Versäumnisse, die ernst zu nehmen sind, es gibt aber eine enorm positive Entwicklung. (Abg. Riepl: Wieso? Sind schon wieder ein paar Dinge gefunden worden, die man vorher nicht gekannt hat? – Ruf bei der ÖVP: Sehr witzig!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte festhalten, dass ich sehr wohl die Erfolgsstory mit den bekannten Modulen vortragen werde, wie Herr Abgeordneter Zinggl sagt. Ich höre mir Ihre Module an, und ich nenne auch meine Module und schildere meine Sicht der Angelegenheit. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Riepl: Da gibt es jetzt aber schon Belege?!
Die österreichischen Museen haben seit 1995 eine enorm positive Entwicklung genommen: Die Besucherzahlen sind von 2,3 auf 3,5 Millionen jährlich gestiegen. Die Renovierung und Adaptierung der Museumsgebäude haben seit 1995 insgesamt 270 Millionen € erfordert. (Abg. Riepl: Da gibt es jetzt aber schon Belege?!) Die Museen sind in eine Teilrechtsfähigkeit übergeführt worden, nicht in eine Gesellschaft, sondern in wissenschaftliche Anstalten mit einem eigenen Gesetz, das Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, von der SPÖ, mitbeschlossen, mitverhandelt und mitentwickelt haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Die österreichischen Museen haben seit 1995 eine enorm positive Entwicklung genommen: Die Besucherzahlen sind von 2,3 auf 3,5 Millionen jährlich gestiegen. Die Renovierung und Adaptierung der Museumsgebäude haben seit 1995 insgesamt 270 Millionen € erfordert. (Abg. Riepl: Da gibt es jetzt aber schon Belege?!) Die Museen sind in eine Teilrechtsfähigkeit übergeführt worden, nicht in eine Gesellschaft, sondern in wissenschaftliche Anstalten mit einem eigenen Gesetz, das Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, von der SPÖ, mitbeschlossen, mitverhandelt und mitentwickelt haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Abg. Dr. Wittmann: Das kann selbst Seipel nicht verhindern!
„Das Kunsthistorische Museum fördert die Einbindung Wiens in ein globales kulturelles Beziehungsfeld durch die internationale Zusammenarbeit mit anderen Museen.“ (Abg. Dr. Wittmann: Das kann selbst Seipel nicht verhindern!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! So etwas entsteht nicht durch das Museum mit seinen Kunstgegenständen, so etwas entsteht durch Menschen – durch Menschen, die dort wirken, durch Menschen, die eine Ausstrahlung haben, durch Menschen, die dort positiv wirken. Dafür trägt Herr Generaldirektor Seipel auch die Verantwortung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Das Kunsthistorische Museum hat über 100 Sonderausstellungen in fünf Jahren gemacht – so etwas gibt es sonst überhaupt nicht –, das Kunsthistorische Museum hat einen enormen Eigenfinanzierungsgrad erwirtschaftet, und ich bitte Sie, auch zur Kenntnis zu nehmen, dass etliche Ausgaben, die im Kunsthistorischen Museum getätigt werden, privatwirtschaftlich erwirtschaftet worden sind. Es ist falsch, zu unterstellen, dass automatisch jede Ausgabe aus Steuergeldern finanziert wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Kunsthistorische Museum hat inzwischen seinen Eigenfinanzierungsgrad von 37,3 Prozent im Jahr 2001 auf 40,9 Prozent im Jahr 2004 erhöht. Das Kunsthistorische Museum hat im Jahr 2004 11,9 Millionen € selbst erwirtschaftet. – Das ist nur möglich durch das moderne Museumsgesetz, das wir haben, durch die Tätigkeit des Generaldirektors und aller seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Das ist ein enormer Erfolg, den wir auch zur Kenntnis nehmen und werten müssen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Ist doch „eh alles super“!
Meine Damen und Herren! Es gilt, nun weitere Verbesserungen anzubringen. (Abg. Mag. Kogler: Ist doch „eh alles super“!) Gemeinsam mit dem Kuratorium werden wir das Vier-Augen-Prinzip in den Museen verwirklichen, gemeinsam mit dem Kuratorium wird auch die innere Revision verbessert. Wir werden die Kommunikation untereinander verbessern, die Zielsetzungen genau definieren, und wir werden konstruktiv an der Weiterentwicklung der Museen arbeiten. Man wird peinlich genau darauf schauen, dass derartige Fehler, wie sie der Rechnungshof kritisiert hat, nicht mehr auftreten. Das ist, glaube ich, nämlich das Wichtige: dass man aus diesen Rechnungshofberichten lernt und dass derartige Fehler nicht mehr passieren!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Meinen Sie den Fehler mit dem Gehalt?
Das ist die Zukunft des Kunsthistorischen Museums. Ich glaube, dass das Kunsthistorische Museum mit Generaldirektor Seipel weiterhin einen sehr guten Weg gehen wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Meinen Sie den Fehler mit dem Gehalt?)
Abg. Neudeck: Aber noch immer nicht verstanden!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Rechnungshofpräsident! Hohes Haus! Die Beschwichtigungsrede der Frau Ministerin kennen wir bereits. Ich habe sie jetzt schon zum dritten Mal gehört (Abg. Neudeck: Aber noch immer nicht verstanden!), sie wird aber dadurch nicht besser. Es geht nämlich darum, dass hier ein Direktor am Werk ist, der mit den Kunstschätzen, die es seit Jahrhunderten in Österreich gibt, umgeht, als wären sie sein privater Besitz, und der nicht unterscheiden kann zwischen Mein und Dein und dem, was die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler bezahlt haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Rechnungshofpräsident! Hohes Haus! Die Beschwichtigungsrede der Frau Ministerin kennen wir bereits. Ich habe sie jetzt schon zum dritten Mal gehört (Abg. Neudeck: Aber noch immer nicht verstanden!), sie wird aber dadurch nicht besser. Es geht nämlich darum, dass hier ein Direktor am Werk ist, der mit den Kunstschätzen, die es seit Jahrhunderten in Österreich gibt, umgeht, als wären sie sein privater Besitz, und der nicht unterscheiden kann zwischen Mein und Dein und dem, was die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler bezahlt haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Kräuter: Darauf wollen wir eine Antwort hören!
Frau Ministerin! Sie haben sich überhaupt nicht geäußert zu der Geburtstagsparty für Herrn Staatssekretär Morak. Herr Direktor Seipel oder Herr Staatssekretär Morak sollten das Geld zurückzahlen, damit hier einmal klare Verhältnisse vorherrschen. (Abg. Dr. Kräuter: Darauf wollen wir eine Antwort hören!) Es gibt hier eine Feudalherrschaft, die Sie decken, die Sie unterstützen.
Abg. Neudeck: Also diese Meinung ist in der SPÖ nicht mehrheitsfähig!
Sie haben vorhin auf nonchalante Art und Weise gesagt: Wer arbeitet, der macht auch Fehler. – Sie haben Leute abgesetzt wie etwa Hauptverbandspräsidenten Sallmutter, der überhaupt keinen Fehler gemacht hat, der sich nichts hat zuschulden kommen lassen, der Ihnen einfach im Wege war (Abg. Neudeck: Also diese Meinung ist in der SPÖ nicht mehrheitsfähig!), aber bei jemandem, der mit Feudalherrschaft und mit Fehlern agiert, tun Sie überhaupt nichts! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben vorhin auf nonchalante Art und Weise gesagt: Wer arbeitet, der macht auch Fehler. – Sie haben Leute abgesetzt wie etwa Hauptverbandspräsidenten Sallmutter, der überhaupt keinen Fehler gemacht hat, der sich nichts hat zuschulden kommen lassen, der Ihnen einfach im Wege war (Abg. Neudeck: Also diese Meinung ist in der SPÖ nicht mehrheitsfähig!), aber bei jemandem, der mit Feudalherrschaft und mit Fehlern agiert, tun Sie überhaupt nichts! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das sind Ihre Antworten, die wir aber so nicht hinnehmen können. Wir wollen die Unterlagen! Herr Direktor Seipel hat gesagt, er liefert uns die Unterlagen – bis heute sind sie nicht gekommen. Das ist unerträglich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch gibt es keine Genehmigung der Nebentätigkeiten des Herrn Direktors Seipel. Es fügt sich hier ein Mosaikstein um den anderen zusammen: Es gibt eine Person, die unter dem Schutzmantel, unter der Schutzdecke der ÖVP liegt und die sich leisten kann, was immer sie will. – Das lehnen wir ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen
Abgeordneter Dr. Peter Sonnberger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Der Opposition möchte ich zunächst ein Buch von Murphy empfehlen: „Die Kraft des positiven Denkens“. Meine Damen und Herren, das brauchen Sie wirklich (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen), denn Sie sollten einmal die Leistungen des Kunsthistorischen Museums sehen, sehen, wie sich dieses Museum international positioniert hat.
Abg. Mag. Kogler: Welche? Welche?
ernst genommen, denn von 24 Beanstandungen betreffend das Museum wurden bereits 18 umgesetzt. (Abg. Mag. Kogler: Welche? Welche?) Das heißt, die Kritik des Rechnungshofes wurde sehr wohl ernst genommen.
Abg. Mag. Kogler: Welche 18?
Die Kontrollstruktur ist vorhanden. (Abg. Mag. Kogler: Welche 18?) Ein Kuratorium, das mit besten Fachleuten besetzt ist: Herr Generaldirektor Püspök, der Verfassungsrechtler Dr. Öhlinger, Sektionschef Dr. Wran, das sind Ehrenleute! Und wenn Sie im Rahmen Ihrer Kritik sagen, dass sie alle versagt hätten (Abg. Mag. Kogler: Haben sie ja!), dann stimmt das einfach nicht – das kann man auch nachweisen.
Abg. Mag. Kogler: Haben sie ja!
Die Kontrollstruktur ist vorhanden. (Abg. Mag. Kogler: Welche 18?) Ein Kuratorium, das mit besten Fachleuten besetzt ist: Herr Generaldirektor Püspök, der Verfassungsrechtler Dr. Öhlinger, Sektionschef Dr. Wran, das sind Ehrenleute! Und wenn Sie im Rahmen Ihrer Kritik sagen, dass sie alle versagt hätten (Abg. Mag. Kogler: Haben sie ja!), dann stimmt das einfach nicht – das kann man auch nachweisen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Basisabgeltung ist seit dem Jahr 1998 eingefroren und gleich geblieben, nämlich in der Höhe von 20 Millionen €. Ich bin überzeugt davon: Wenn irgendjemand von Ihnen das Museum geführt hätte, dann hätten wir schon Steigerungen von 30, 40, 50 Prozent. Das wäre Ihre Museumspolitik – und nichts hätte sich geändert! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Sie aber kritisieren diese Facts: 1,3 Millionen bis 1,4 Millionen Besucher pro Jahr. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Sie kritisieren das, obwohl es zu den bedeutendsten Museen gehört. Stellen Sie sich der Realität, der Wirklichkeit, und anerkennen Sie die tolle Arbeit der 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der Führung des Generaldirektors Dr. Seipel, sie haben sich solch eine Behandlung nicht verdient! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie aber kritisieren diese Facts: 1,3 Millionen bis 1,4 Millionen Besucher pro Jahr. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) Sie kritisieren das, obwohl es zu den bedeutendsten Museen gehört. Stellen Sie sich der Realität, der Wirklichkeit, und anerkennen Sie die tolle Arbeit der 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der Führung des Generaldirektors Dr. Seipel, sie haben sich solch eine Behandlung nicht verdient! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: Wieso „Generaldirektor“? Was kassiert der Herr?
Es hat auch Prüfvermerke gegeben. (Abg. Dr. Matznetter: Wieso „Generaldirektor“? Was kassiert der Herr?) Lesen Sie sich die Evaluierung der Bundesmuseen durch! Lesen Sie sich diesen Bericht durch, studieren Sie ihn, dann werden Sie sehen, dass die Bundesmuseumspolitik eine hervorragende ist (Abg. Dr. Matznetter: Was kassiert denn der Herr?) und die Vollrechtsfähigkeit und die Ausgliederung der richtige Schritt in die richtige Richtung waren.
Abg. Dr. Matznetter: Was kassiert denn der Herr?
Es hat auch Prüfvermerke gegeben. (Abg. Dr. Matznetter: Wieso „Generaldirektor“? Was kassiert der Herr?) Lesen Sie sich die Evaluierung der Bundesmuseen durch! Lesen Sie sich diesen Bericht durch, studieren Sie ihn, dann werden Sie sehen, dass die Bundesmuseumspolitik eine hervorragende ist (Abg. Dr. Matznetter: Was kassiert denn der Herr?) und die Vollrechtsfähigkeit und die Ausgliederung der richtige Schritt in die richtige Richtung waren.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Wir haben tolle Möglichkeiten der Kooperation mit den renommiertesten Häusern der Welt. Dieses Museum hat 2,41 Millionen Gegenstände. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Natürlich waren 150 000 nicht inventarisiert, nämlich 50 000 Münzen und 90 000 Briefe und Postkarten. Das ist die Wahrheit.
Abg. Faul – in Richtung Freiheitliche –: Das ist da drüben! Da müssen Sie den Neudeck fragen!
Sie reden von einem Auto, das der Herr Generaldirektor angeblich selbst gehabt hat. – Das stimmt überhaupt nicht. Es war ein Leasingvertrag, und dieser Leasingvertrag wurde im Zuge der Vollrechtsfähigkeit einfach vom Museum übernommen. Bei Ihrer Politik hätte man wahrscheinlich einen neuen Audi A8 gekauft, und das wäre dann auch noch richtig gewesen. (Abg. Faul – in Richtung Freiheitliche –: Das ist da drüben! Da müssen Sie den Neudeck fragen!) Das Museum hat ein altes Auto übernommen, und das war eine sparsame Maßnahme.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter
Sie wollen einfach immer nur das Schlechte sehen. Frau Bundesministerin! Wir von der ÖVP sind stolz auf diese Museumspolitik (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter) und auch auf das Kunsthistorische Museum mit seinem verantwortlichen Generaldirektor Seipel. Er hat sich Anerkennung verdient – und nicht das, was Sie immer behaupten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie wollen einfach immer nur das Schlechte sehen. Frau Bundesministerin! Wir von der ÖVP sind stolz auf diese Museumspolitik (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter) und auch auf das Kunsthistorische Museum mit seinem verantwortlichen Generaldirektor Seipel. Er hat sich Anerkennung verdient – und nicht das, was Sie immer behaupten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Frau Bundesministerin, diese Vorwürfe in diesem Dokument des Rechnungshofes zeigen ein Scheitern Ihrer Museums- und Ihrer Kulturpolitik. Das muss man hier ganz offen sagen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Grillitsch: Da kann die SPÖ keine Fehler machen!
Wenn Kollege Gahr hier argumentiert: Wer arbeitet, macht Fehler, wer nicht arbeitet, macht keine Fehler!, muss man angesichts dieser Dokumentation sagen (Abg. Grillitsch: Da kann die SPÖ keine Fehler machen!): Der Rechnungshofbericht zeigt, dass Herr Direktor Seipel eigentlich der Fehler schlechthin ist. (Zwischenruf des Abg. Gahr.) Und Fehler gehören beseitigt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Gahr.
Wenn Kollege Gahr hier argumentiert: Wer arbeitet, macht Fehler, wer nicht arbeitet, macht keine Fehler!, muss man angesichts dieser Dokumentation sagen (Abg. Grillitsch: Da kann die SPÖ keine Fehler machen!): Der Rechnungshofbericht zeigt, dass Herr Direktor Seipel eigentlich der Fehler schlechthin ist. (Zwischenruf des Abg. Gahr.) Und Fehler gehören beseitigt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wenn Kollege Gahr hier argumentiert: Wer arbeitet, macht Fehler, wer nicht arbeitet, macht keine Fehler!, muss man angesichts dieser Dokumentation sagen (Abg. Grillitsch: Da kann die SPÖ keine Fehler machen!): Der Rechnungshofbericht zeigt, dass Herr Direktor Seipel eigentlich der Fehler schlechthin ist. (Zwischenruf des Abg. Gahr.) Und Fehler gehören beseitigt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das, was Sie perfekt können, ist aussitzen, ignorieren und vertuschen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Aber es gibt Gott sei Dank, muss man sagen, den Rechnungshofbericht, der uns etwas anderes zeigt und ganz klar dokumentiert, wie diese Bundesregierung mit öffentlichem Eigentum umgeht.
Abg. Neudeck: Aber alle Minister haben ein Alibi, sie waren es nicht!
Da verschwindet eine Saliera – immerhin eine „Kleinigkeit“ von 50 Millionen € –, aber Sicherheitsvorkehrungen brauchen wir nicht, sie werden ignoriert. Es wird das vertuscht. Es gibt einfach dieses Problem nicht, nach dem Motto: Was nicht sein darf, ist nicht! (Abg. Neudeck: Aber alle Minister haben ein Alibi, sie waren es nicht!) – Das ist das Motto dieser Bundesregierung.
Beifall bei der SPÖ.
Weiters stellt der Rechnungshof fest, dass sich der Geschäftsführer zusätzlich jährlich, weil er so „arm“ ist, anlässlich des Weihnachtsfestes eine Geldaushilfe zwischen 73 und 80 € hat auszahlen lassen. Meine Damen und Herren! Das ist sensationell, denn nach diesem Bericht sind die 80 €, also Geldaushilfen gemäß den Bestimmungen des Gehaltsgesetzes nur auf Antrag an Personen, die unverschuldet in eine Notlage geraten sind, auszubezahlen. – Meine Damen und Herren! In dieser Notlage würden sich gerne einige befinden, die ein Mindestgehalt beziehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Wittmann: Habt ihr sie schon gefunden?
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Kollege, diesen Zwischenruf hast du das letzte Mal schon gemacht, oder jemand anderer von euch. (Abg. Dr. Wittmann: Habt ihr sie schon gefunden?) Ich habe damals gesagt – und zu dem stehe ich auch heute –: Wir haben zu viele Belege, vor allem zu viele im „profil“. (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Kollege, diesen Zwischenruf hast du das letzte Mal schon gemacht, oder jemand anderer von euch. (Abg. Dr. Wittmann: Habt ihr sie schon gefunden?) Ich habe damals gesagt – und zu dem stehe ich auch heute –: Wir haben zu viele Belege, vor allem zu viele im „profil“. (Heiterkeit.)
Abg. Dr. Wittmann: Vom Seipel kannst du noch etwas lernen! – Abg. Scheibner: Von dir nicht!
Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Zwischen dem Rechnungshofbericht und dem Jahresbericht des Museums spielt sich die Wirklichkeit ab. Ich möchte jetzt nicht in die große Verherrlichung des Generaldirektors Seipel einstimmen. Natürlich ist es ... (Abg. Dr. Wittmann: Vom Seipel kannst du noch etwas lernen! – Abg. Scheibner: Von dir nicht!) – Kollege Wittmann, ich beginne erst dann nachzudenken, wenn ich von dir etwas lernen kann. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Zwischen dem Rechnungshofbericht und dem Jahresbericht des Museums spielt sich die Wirklichkeit ab. Ich möchte jetzt nicht in die große Verherrlichung des Generaldirektors Seipel einstimmen. Natürlich ist es ... (Abg. Dr. Wittmann: Vom Seipel kannst du noch etwas lernen! – Abg. Scheibner: Von dir nicht!) – Kollege Wittmann, ich beginne erst dann nachzudenken, wenn ich von dir etwas lernen kann. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Matznetter: ... „Saliera“!
Meine Damen und Herren! Scherz beiseite, heute ist kein so lustiger Tag. – Natürlich: 150 000 Stücke, die nicht katalogisiert sind, sind ein Problem. Nur: Lassen Sie die Kirche im Dorf! Wie der Kollege vorher schon gesagt hat, sind das zum Großteil Marken. (Abg. Dr. Matznetter: ... „Saliera“!) Die „Saliera“ war katalogisiert, sonst wüssten wir heute nicht, dass sie gestohlen ist, Kollege Matznetter. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Scherz beiseite, heute ist kein so lustiger Tag. – Natürlich: 150 000 Stücke, die nicht katalogisiert sind, sind ein Problem. Nur: Lassen Sie die Kirche im Dorf! Wie der Kollege vorher schon gesagt hat, sind das zum Großteil Marken. (Abg. Dr. Matznetter: ... „Saliera“!) Die „Saliera“ war katalogisiert, sonst wüssten wir heute nicht, dass sie gestohlen ist, Kollege Matznetter. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Es ist typisch: Bis kurz vor Beginn der Rede ist Klubobmann Cap auf der Rednerliste gestanden, ich bin dann heruntergegangen, habe geglaubt, da ist Cap drinnen, aber Kräuter war da. Es distanziert sich die Führung also schon von Ihrer Kritik! (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Riepl: Kürzen soll man es, nicht diskutieren!
Sie werden in mir sofort einen Partner finden, wenn es darum geht, dass das Gehalt von Generaldirektor Seipel etwas ist, das man diskutieren muss und soll. (Abg. Riepl: Kürzen soll man es, nicht diskutieren!) Nur: Wenn wir ihn jetzt nach Hause schicken, so haben wir noch immer das Gehalt und den Ruhegenuss, haben dann aber vielleicht einen künstlerisch schlechteren Direktor. (Abg. Parnigoni: Aber anstellen kann er nichts mehr!) Ihn nur wegzuschicken und nicht arbeiten zu lassen, das ist keine Lösung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Abg. Parnigoni: Aber anstellen kann er nichts mehr!
Sie werden in mir sofort einen Partner finden, wenn es darum geht, dass das Gehalt von Generaldirektor Seipel etwas ist, das man diskutieren muss und soll. (Abg. Riepl: Kürzen soll man es, nicht diskutieren!) Nur: Wenn wir ihn jetzt nach Hause schicken, so haben wir noch immer das Gehalt und den Ruhegenuss, haben dann aber vielleicht einen künstlerisch schlechteren Direktor. (Abg. Parnigoni: Aber anstellen kann er nichts mehr!) Ihn nur wegzuschicken und nicht arbeiten zu lassen, das ist keine Lösung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Sie werden in mir sofort einen Partner finden, wenn es darum geht, dass das Gehalt von Generaldirektor Seipel etwas ist, das man diskutieren muss und soll. (Abg. Riepl: Kürzen soll man es, nicht diskutieren!) Nur: Wenn wir ihn jetzt nach Hause schicken, so haben wir noch immer das Gehalt und den Ruhegenuss, haben dann aber vielleicht einen künstlerisch schlechteren Direktor. (Abg. Parnigoni: Aber anstellen kann er nichts mehr!) Ihn nur wegzuschicken und nicht arbeiten zu lassen, das ist keine Lösung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Abg. Parnigoni: Ich habe mir gedacht, ihr seid von der Aufdeckerpartei!
Repräsentationen, Bewirtungen, all das sind Themen, die in Zukunft abgestellt werden. (Abg. Parnigoni: Ich habe mir gedacht, ihr seid von der Aufdeckerpartei!) Ja, aufgedeckt ist es ja. (Abg. Parnigoni: Jetzt seid ihr die Zudecker! Ihr seid die Zudecker!) – Kollege! Es wird ja nichts vertuscht, es ist aufgedeckt. Das, was Sie wollen, ist Rache. Aufgedeckt ist es – und Rache ist kein gutes Mittel! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Jetzt seid ihr die Zudecker! Ihr seid die Zudecker!
Repräsentationen, Bewirtungen, all das sind Themen, die in Zukunft abgestellt werden. (Abg. Parnigoni: Ich habe mir gedacht, ihr seid von der Aufdeckerpartei!) Ja, aufgedeckt ist es ja. (Abg. Parnigoni: Jetzt seid ihr die Zudecker! Ihr seid die Zudecker!) – Kollege! Es wird ja nichts vertuscht, es ist aufgedeckt. Das, was Sie wollen, ist Rache. Aufgedeckt ist es – und Rache ist kein gutes Mittel! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Repräsentationen, Bewirtungen, all das sind Themen, die in Zukunft abgestellt werden. (Abg. Parnigoni: Ich habe mir gedacht, ihr seid von der Aufdeckerpartei!) Ja, aufgedeckt ist es ja. (Abg. Parnigoni: Jetzt seid ihr die Zudecker! Ihr seid die Zudecker!) – Kollege! Es wird ja nichts vertuscht, es ist aufgedeckt. Das, was Sie wollen, ist Rache. Aufgedeckt ist es – und Rache ist kein gutes Mittel! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Faul: Das ist der Seipel und seine Brille!
Frau Bundesminister! Herr Rechnungshofpräsident! Zum Schluss eine Frage – bei PISA haben wir ja so schlecht abgeschnitten, und ich kann es mathematisch nicht lösen –: Es wird hier immer vom Vier-Augen-Prinzip gesprochen. Wie viele Menschen brauche ich für das Vier-Augen-Prinzip (Abg. Faul: Das ist der Seipel und seine Brille!), wenn ein paar nicht hinschauen und einige ein Auge zudrücken? – Diese Lösung hätte ich gerne. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Bundesminister! Herr Rechnungshofpräsident! Zum Schluss eine Frage – bei PISA haben wir ja so schlecht abgeschnitten, und ich kann es mathematisch nicht lösen –: Es wird hier immer vom Vier-Augen-Prinzip gesprochen. Wie viele Menschen brauche ich für das Vier-Augen-Prinzip (Abg. Faul: Das ist der Seipel und seine Brille!), wenn ein paar nicht hinschauen und einige ein Auge zudrücken? – Diese Lösung hätte ich gerne. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Jarolim: Das war aber sehr mäßig!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Schönpass. 3 Minuten Wunschredezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Das war aber sehr mäßig!)
Abg. Scheibner: Applaus, bitte! – Beifall bei der SPÖ.
Seipel ist als Generaldirektor nicht tragbar, so viel steht fest! (Abg. Scheibner: Applaus, bitte! – Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da sind Sie aber dann auch mitgefahren!
Ich sehe keine Erklärung dafür, wenn die Bundesregierung jemanden, der so wirtschaftet, und zwar mit Steuergeldern wirtschaftet, in dieser Spitzenposition belässt. Auf der Suche nach möglichen Gründen bin ich auf einen Eintrag im Gästebuch der „MS Mariandl“ gestoßen (Abg. Scheibner: Da sind Sie aber dann auch mitgefahren!) – die „MS Mariandl“ ist ein exklusives Schiff, das man für diverse Feierlichkeiten auf der Donau buchen kann. Eine solche Feierlichkeit war im vergangenen Jahr die Geburtstagsfeier von Herrn Generaldirektor Seipel. Sein Eintrag im Gästebuch lautet: Eine Geburtstagsfahrt mit lieben Freunden. – Eine „liebe Freundin“ war dabei: die für die Museen zuständige Bildungs- und Kulturministerin Elisabeth Gehrer! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was haben Sie auf der „Mariandl“ gemacht? – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was haben Sie auf der „Mariandl“ gemacht? – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich sehe keine Erklärung dafür, wenn die Bundesregierung jemanden, der so wirtschaftet, und zwar mit Steuergeldern wirtschaftet, in dieser Spitzenposition belässt. Auf der Suche nach möglichen Gründen bin ich auf einen Eintrag im Gästebuch der „MS Mariandl“ gestoßen (Abg. Scheibner: Da sind Sie aber dann auch mitgefahren!) – die „MS Mariandl“ ist ein exklusives Schiff, das man für diverse Feierlichkeiten auf der Donau buchen kann. Eine solche Feierlichkeit war im vergangenen Jahr die Geburtstagsfeier von Herrn Generaldirektor Seipel. Sein Eintrag im Gästebuch lautet: Eine Geburtstagsfahrt mit lieben Freunden. – Eine „liebe Freundin“ war dabei: die für die Museen zuständige Bildungs- und Kulturministerin Elisabeth Gehrer! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was haben Sie auf der „Mariandl“ gemacht? – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Schiffbruch, Frau Kollegin! Ein gelesener Witz geht immer unter!
Meine Damen und Herren, was lernen wir daraus? – Wer Ministerin Gehrer als „liebe Freundin“ hat, im selben Boot mit ihr sitzt, erleidet auch nach einem derart negativen Rechnungshofbericht nicht Schiffbruch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Schiffbruch, Frau Kollegin! Ein gelesener Witz geht immer unter!)
Abg. Scheibner: Was haben Sie auf der „Mariandl“ gemacht? – Abg. Neudeck: Mit wem haben Sie gefeiert auf dem Schiff? – Abg. Scheibner: Vielleicht weiß das der Herr Präsident!
haben (Abg. Scheibner: Was haben Sie auf der „Mariandl“ gemacht? – Abg. Neudeck: Mit wem haben Sie gefeiert auf dem Schiff? – Abg. Scheibner: Vielleicht weiß das der Herr Präsident!), feiern Mitglieder der Bundesregierung mit dem Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums luxuriöse Feiern. So wurde auch Herr Staatssekretär Morak von Seipel im Oktober zu einem aufwendigen Geburtstagsfest eingeladen, bei dem ihm auch noch – gut aufgepasst! – ein Geschenk in der Höhe von 5 700 € überreicht wurde, finanziert aus Steuergeldern! Super, was? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
haben (Abg. Scheibner: Was haben Sie auf der „Mariandl“ gemacht? – Abg. Neudeck: Mit wem haben Sie gefeiert auf dem Schiff? – Abg. Scheibner: Vielleicht weiß das der Herr Präsident!), feiern Mitglieder der Bundesregierung mit dem Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums luxuriöse Feiern. So wurde auch Herr Staatssekretär Morak von Seipel im Oktober zu einem aufwendigen Geburtstagsfest eingeladen, bei dem ihm auch noch – gut aufgepasst! – ein Geschenk in der Höhe von 5 700 € überreicht wurde, finanziert aus Steuergeldern! Super, was? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Müssen sich das die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler wirklich gefallen lassen? – Nein, danke. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Abg. Dr. Jarolim: Christian, sag wieder, was Sache ist!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! (Abg. Dr. Jarolim: Christian, sag wieder, was Sache ist!) – Danke, lieber Freund, ich sage es gerne.
Abg. Dr. Jarolim: Er hat einen Häcksler! Den Seipel-Häcksler!
Es gibt nämlich Menschen, die behaupten, er sei ein Pharisäer, nämlich Jörg Haider, weil er selbst der größte Spesen- und Privilegienritter sei. Im Sinne des Kollegen Detlev Neudeck muss man dann sagen: Er hat einen würdigen Lehrbuben gefunden, nämlich Direktor Seipel. Direktor Seipel hat ihm sogar eines voraus: Er sammelt nicht so viele Belege, die dann im „profil“ auftauchen könnten, sondern er sammelt gleich gar keine, gibt keine ab und kassiert trotzdem! (Abg. Dr. Jarolim: Er hat einen Häcksler! Den Seipel-Häcksler!) – Den Seipel-Häcksler.
Abg. Neudeck: Aber das heißt eigentlich, dass das mit dem Sallmutter richtig war!
Da muss man Detlev Neudeck, wenn er sagt, da müsste man ja Direktor Seipel weiter bezahlen, entgegenhalten: Es gibt ausreichend Gründe für eine Entlassung des Geschäftsführers. Wir sind ja bei einer GesmbH im Angestelltenrecht, Kollege Neudeck (Abg. Neudeck: Aber das heißt eigentlich, dass das mit dem Sallmutter richtig war!), wir wissen das, und da gibt es mit der Entlassung die Möglichkeit, ihn billig loszuwerden dafür, dass er Jahre hindurch die Collections-GmbH wirtschaftlich gegen die Wand gefahren hat, mit öffentlichem Steuergeld in das Kunsthistorische Museum übernommen hat und dort dann die Kunst zusammengebracht hat, im Kunsthistorischen Museum einen Einbruch um rund 30 Prozent zu erleiden, während die Frau Bundesministerin uns erzählt, dass sonst überall Publikumssteigerungen um 30 bis 50 Prozent eingetreten sind. Und für diesen Rückgang belohnt er sich selbst mit der zweieinhalbfachen Entlohnung.
Beifall bei der SPÖ.
Das wäre in der Privatwirtschaft ein ausreichender Grund, um sich eines solch untüchtigen Geschäftsführers allemal zu entledigen, ohne ihn weiter zu entlohnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
kann. Sie sagen ihm: Schauen Sie, Sie sind in 24 Punkten angeklagt worden, in 18 sind Sie eh freigesprochen worden, und wegen der letzten 6 Mordanklagepunkte müssen Sie halt leider lebenslänglich sitzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Frau Bundesministerin, ich habe während Ihrer Rede wirklich sehr genau zugehört, und ich habe mich gefragt: Wie unterscheiden sich Ihre Argumente von den Spesenaufzeichnungen des Dr. Seipel? – Ich habe herausgefunden: Gar nicht, beide sind nicht belegbar! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Kollege Neudeck das noch verteidigt, dann sage ich ihm: Du hast jeden Tag damit zu tun, dir muss das ja Gefallen bereiten, oder du bist es zumindest gewöhnt, in deiner Parteikasse das so zu führen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Sonnberger: Das stimmt ja nicht! Das ist ein Schwachsinn, Herr Kollege! Das ist eine Beleidigung!
Jetzt frage ich wirklich einmal – ich trete heran an die verantwortungsvollen Bürgermeister, an die Unternehmerinnen und Unternehmer, die bei euch in der Volkspartei sitzen, und frage Folgendes –: Was machen Sie mit einem Angestellten, der sich sein Gehalt ohne Ihr Wissen selbst verdoppelt, verdreifacht (Abg. Dr. Sonnberger: Das stimmt ja nicht! Das ist ein Schwachsinn, Herr Kollege! Das ist eine Beleidigung!), oder haben Sie es gewusst, Frau Bundesministerin?
Beifall bei der SPÖ.
Was machen Sie mit einem Angestellten, der sich, wenn er im Auftrag für den Staat Einkäufe tätigt, selbst mit bedient? Und bei uns – das ist überhaupt noch das Größte – erklärt er dann ganz weinerlich, dass er sich eh die schlechtesten Teile dieses Ankaufes genommen hat. Das heißt, wir müssen ihm noch dankbar sein dafür, dass er dem Staat die besseren Dinge hat zukommen lassen. Er hat sich die schlechteren Teile genommen. – Das schlägt ja dem Fass den Boden aus! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was machen Sie – ich möchte es gar nicht mehr wiederholen – mit Geschäftsführern, die ohne Spesenbelege Gelder kassieren und die die Frau auf Urlaubsreisen mitnehmen? Ich frage euch, Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, als Unternehmerinnen und Unternehmer. Ihr würdet diesen Mann auf der Stelle entlassen! Warum entlassen Sie ihn nicht als Abgeordnete, als verantwortungsvolle Abgeordnete? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Vranitzky! – Abg. Neudeck: Ist das ein Buch über „Arbeiter-Zeitung“ und „Konsum“?
Dir, lieber Peter Sonnberger, auch einen kleinen Buchtipp. Es gibt ein sehr interessantes Buch über glücklose Direktoren und Manager mit dem Titel „Nieten in Nadelstreifen“. Ich könnte dir empfehlen, das auch einmal zu lesen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Vranitzky! – Abg. Neudeck: Ist das ein Buch über „Arbeiter-Zeitung“ und „Konsum“?)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Bericht wurden Vorgänge aufgezeigt, die in jedem privatwirtschaftlichen Betrieb – das wurde schon mehrfach angeführt – sofort zur Freisetzung des dafür Verantwortlichen führen würden. Das geht von wundersamen Gehaltserhöhungen – das haben wir schon gehört – bis zu kuriosen Geschäften, von nicht nachvollziehbaren Reisekosten, von einem furchtbaren Durcheinander in den Inventarlisten, von nicht mehr auffindbaren Kunstgegenständen und Bildern bis hin zu üppigen Repräsentationsausgaben und so weiter und so weiter – eine schier endlos lange Liste an Kritikpunkten. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit beim Rechnungshof, beim Präsidenten und seine MitarbeiterInnen für die gewissenhafte und sicher nicht leichte Arbeit einmal herzlich bedanken. (Beifall bei der SPÖ.) Denn Rechnungsbelege aus dem Schüttcontainer im Keller des Museums heraussortieren zu müssen, ist wahrlich keine leichte Aufgabe.
Beifall bei der SPÖ.
Die berechtigte Kritik der rot-grünen Opposition – ich gebe gerne zu, dass auch Kollegin Partik-Pablé und Kollege Haupt sehr kritisch hinterfragt haben – wird immer weggewischt, wird nie ordentlich beantwortet und macht uns die Arbeit nicht wirklich leichter. Die ÖVP erstarrt in kultureller Ehrfurcht vor Direktor Seipel. Das ist absolut entbehrlich, denn es wäre allemal wichtiger, Konsequenzen aus dieser Unfähigkeit zu ziehen und Direktor Seipel als Leiter des Kunsthistorischen Museums sofort abzuberufen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Gabriele Binder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Ministerin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Auch ich probiere es positiv und sage, auch wir sind stolz auf unser Kunsthistorisches Museum. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Habsburg als „Kaiserliche Hoheit“ begrüßt hat. Privat und Staat dürfte Herr Seipel absolut nicht trennen können! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Ministerin, ich glaube, es ist an der Zeit, Konsequenzen zu ziehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Ing. Erwin Kaipel (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Präsident des Rechnungshofes! Frau Bundesministerin! Die Affäre rund um Direktor Seipel ist wohl symptomatisch für das Wesen dieser Bundesregierung. Den kleinen Beamten, den Arbeitern, den Angestellten, den Pensionisten wird rundum weggenommen, aber der Spitzenbeamte Seipel – Randbemerkung: Freund des Bundeskanzlers – wird rundum bedient. (Beifall bei der SPÖ.) Der Müll, den der Herr Direktor in großen Bergen produziert, wird prominent zugedeckt.
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie, Herr Kollege Gahr, all diese Missstände mit steigender Besucherzahl rechtfertigen wollen, dann ist das mehr als kühn. Wer also jetzt noch die Missstände leugnet, meine Damen und Herren, der kennt entweder den Bericht nicht oder möchte ganz bewusst die Öffentlichkeit in die Irre führen. Frau Bundesminister! Wer wegschaut, macht sich mitschuldig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrte Frau Minister! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Hohes Haus! 26 Prozent Minus in den Besucherzahlen rechtfertigen nicht eine Gage, die zweieinhalbmal höher ist als der Ausgangswert. Das ist Misswirtschaft pur! Seipel erhält jetzt ein Gehalt, das gleich hoch ist wie jenes des Bundeskanzlers. Das Einzige, was die beiden verbindet, ist, dass sie schlechte Arbeit machen, der eine für Österreich, der andere für das Kunsthistorische Museum. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber eines hat er verstanden: Er hat die 6 000 €, die er dem Morak für sein Geburtstagsfest zur Verfügung gestellt hat, wirklich gekonnt eingesetzt, denn alle, die eingeladen waren, verteidigen ihn jetzt – alle: die Frau Bundesminister, die anwesenden Abgeordneten. So wäscht eine Hand die andere. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Finden Sie das in Ordnung, wenn Sie, nur weil Sie eingeladen waren, diese 6 000 € rechtfertigen? Herr Bundeskanzler! Würden Sie es nicht in Ordnung finden, wenn er diese 6 000 € zurückzahlen würde, anstatt eine Geburtstagsfeier aus öffentlichen Geldern zu bezahlen? Das ist doch eine unglaubliche Vorgangsweise! Nur weil man Nutznießer davon war, verteidigt man ihn hier jetzt. Also das ist ja wirklich der Höhepunkt eines Sittenbildes dieser Regierung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bei 27 000 € Reisespesen kein Vorweis eines Belegs! Also du, Herr Kollege, hast seit der heutigen Pressekonferenz zu viele Belege in der FPÖ, die über das Geldausgeben Auskunft geben. Da hingegen gibt es keine Belege für die Reisekosten. Dann setzt man einen zweiten Geschäftsführer dazu, und die schauen sich dann mit vier Augen keine Belege an. Das ist ja eine absurde Situation! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wiener Neustadt!
Mit zwei Augen sieht er keinen Beleg, genauso gut sehen vier Augen keinen Beleg. Also, liebe Freunde, das ist doch eine unglaubliche Vorgangsweise und eine Misswirtschaft, die ihresgleichen sucht. (Abg. Scheibner: Wiener Neustadt!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Das ist letztklassig, entspricht keinem Management! Und dieser Mann bekommt so viel wie der Bundeskanzler. Als Bundeskanzler würde ich mich fragen: Wofür? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
dem Grundsatz der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit gehandelt hat. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Ich möchte in diesem Zusammenhang noch einmal dafür danken, dass der Bericht ernst genommen und auch im Ausschuss eingehend diskutiert wurde. Ich möchte mich auch bei den Mitarbeitern bedanken, die sehr viel an Einsatz gebracht haben und sich nicht abschrecken ließen. Im Endeffekt hat sich ihre Kompetenz auch durchgesetzt. – Ich danke. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Grünen.
Es hat so einen Bericht und so einen Befund noch nicht gegeben, und das ist, ohne die weiteren Verfehlungen näher zu betrachten, bereits ein klassischer Rücktrittsgrund. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Gradwohl: Oh!
Was dort passiert ist, ist ein eigener Punkt. Da werden Sprecher-Funktionen vergeben, obwohl sie nicht vorgesehen sind. Der eigentliche Kuratoriumsvorsitzende ist völlig überlastet und überfordert; der legt einmal vorsichtshalber während der Ausschussverhandlung das Amt nieder – immerhin ein nützlicher Vorgang –, und der Interimsvorsitzende hat eine Reihe von Nebentätigkeiten. (Ein voll beschriebenes A4-Blatt in die Höhe haltend:) Das sind nicht einmal alle (Abg. Gradwohl: Oh!); ich habe diese Liste aus dem Firmenbuch herausgeschrieben. Da ist es natürlich kein Wunder, wenn die Herrschaften keine Zeit haben, sich um ihre eigentlichen Aufgaben zu kümmern. Hauptsache, es regiert ein ÖVP-Konglomerat dort hinein, es darf nichts dazukommen, und da sitzen wir die Geschichte aus. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Was dort passiert ist, ist ein eigener Punkt. Da werden Sprecher-Funktionen vergeben, obwohl sie nicht vorgesehen sind. Der eigentliche Kuratoriumsvorsitzende ist völlig überlastet und überfordert; der legt einmal vorsichtshalber während der Ausschussverhandlung das Amt nieder – immerhin ein nützlicher Vorgang –, und der Interimsvorsitzende hat eine Reihe von Nebentätigkeiten. (Ein voll beschriebenes A4-Blatt in die Höhe haltend:) Das sind nicht einmal alle (Abg. Gradwohl: Oh!); ich habe diese Liste aus dem Firmenbuch herausgeschrieben. Da ist es natürlich kein Wunder, wenn die Herrschaften keine Zeit haben, sich um ihre eigentlichen Aufgaben zu kümmern. Hauptsache, es regiert ein ÖVP-Konglomerat dort hinein, es darf nichts dazukommen, und da sitzen wir die Geschichte aus. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Abschließend: Es zahlt sich eben aus, wenn man beharrlich bleibt. Sie werden da weiter mit uns rechnen müssen. Ich darf daran erinnern, dass Kollegin Glawischnig im Jahr 2002 begonnen hat, sich einmal dieser Sache anzunehmen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Sie hat eine Anfrage gestellt, und die Frist für die Beantwortung wurde damals schon mit Zustimmung des Präsidenten auf vier Monate verlängert – obwohl nachher wieder nichts drinnen gestanden ist –, nur weil auf Zeitgewinn gesetzt wurde. Es hat nichts geholfen. Auch weiteres Setzen auf Zeitgewinn und weiteres Vertuschen wird nicht nützen. Sie werden mit uns rechnen müssen! – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Unter diesen damals am Symposion Teilnehmenden war auch Richard Wadani, der auch heute hier ist und da oben am Balkon sitzt und den ich sehr herzlich begrüßen möchte. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Es ist der Beharrlichkeit jener, die sich hier eingesetzt haben, zu verdanken, dass auch die ASVG-Regelungen entsprechend geändert werden, die bis jetzt immer noch – das ist geltendes Recht, aber hoffentlich bald nicht mehr – Pensionsersatzzeiten für Wehrmachtsangehörige, selbst für jene, die der Waffen-SS angehört haben, vorsehen, aber nicht für Opfer der NS-Militärjustiz, wenn sie in Konzentrationslagern, in Lagern waren. Das wird jetzt – und da bin ich wirklich aus tiefstem Herzen dankbar, dass es gelungen ist, das umzusetzen – geklärt! (Beifall bei den Grünen.)
die Rednerin blickt in Richtung des Präsidenten Dr. Khol
Ich gehe davon aus, ja ich bin davon überzeugt, dass wir – jetzt spreche ich als Kuratoriumsmitglied des Nationalfonds – hier auch unseren Beitrag leisten. Ich schaue in diesem Zusammenhang zum Herrn Präsidenten (die Rednerin blickt in Richtung des Präsidenten Dr. Khol) als Kuratoriumsvorsitzenden.
Beifall bei den Grünen.
Das ist eine Diskussion, der wir uns überhaupt nicht verschließen. Es kann jemand Opfer des Nationalsozialismus gewesen sein und gleichzeitig auch Opfer des Krieges. Aber es gibt viele, die Opfer des Krieges und nicht unmittelbar Opfer des Nationalsozialismus waren. Diese Differenzierung ist uns wichtig. Diese Differenzierung ist auch für die Diskussionen im Gedenkjahr 2005 ganz wesentlich. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Nur unter dieser Regierung ist es möglich gewesen, zu entschädigen! – Abg. Neudeck: Was wir machen, ist alles zu wenig für Sie!
Wenn ich mir nämlich den Entschließungsantrag, den die Parteien dann eingebracht haben, ansehe, wo drübergefahren wird über die Opfergruppen und über die dunklen Zeiten des vorigen Jahrhunderts, wo es keine Differenzierung gibt, Herr Großruck, zwischen nationalsozialistischer Ära und der Zeit zwischen 1945 und 1955, kann ich nur sagen: Nicht mit mir, nicht mit uns! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Nur unter dieser Regierung ist es möglich gewesen, zu entschädigen! – Abg. Neudeck: Was wir machen, ist alles zu wenig für Sie!)
Beifall bei den Grünen.
Und das sollten auch Sie tun, meine Damen und Herren. Dann könnten wir sagen, das wäre ein wahrhaft wesentlicher Beitrag zum Gedankenjahr 2005. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wehrmachtsdeserteure haben, wie in der Moskauer Deklaration festgelegt, selbstverständlich einen Beitrag dazu geleistet, dass Österreich vom Nationalsozialismus befreit wurde. Daher sind Wehrmachtsdeserteure, liebe Terezija, unabhängig davon, ob sie wegen einer Desertion von der NS-Militärjustiz verurteilt wurden, in unserem Artikel I § 2 des derzeit debattierten Gesetzes erfasst. Sie sind bereits erfasst! (Beifall bei der ÖVP.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.
„Der Nationalrat bezeugt mit diesem Bundesgesetz“ – und ich zitiere hier den § 2 – „den Opfern derartiger Unrechtsurteile, insbesondere auch der Urteile der nationalsozialistischen Militärjustiz, und anderer nationalsozialistischer Unrechtsakte, den Opfern der politischen Verfolgung, den aus ihrer Heimat Vertriebenen, allen Opfern des vom nationalsozialistischen Regime zu verantwortenden Krieges und jenen, die zu dessen Beendigung und zur Befreiung Österreichs beigetragen haben, insbesondere den Personen im österreichischen Widerstand, und ebenso deren Familien Achtung und Mitgefühl.“ (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben hier, 60 Jahre nach dem Krieg, einen sehr weiten Opferbegriff gewählt. Und es ist nicht gerechtfertigt, liebe Terezija, einzelnen Opfergruppen diese Achtung und das Mitgefühl zu verweigern oder es zu trennen oder zu differenzieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das ist ja unfassbar!
entgegengetreten sind, ebenso Respekt bekundet wie jenen Opfern, die vom Nationalsozialismus und den Untaten des NS-Regimes aus ihrer Heimat in die Emigration gezwungen wurden. (Abg. Öllinger: Das ist ja unfassbar!) Mit ihrer Vertreibung ist nicht nur für sie selbst, sondern auch für Österreich ein nicht wieder gutzumachender Verlust verbunden. (Abg. Öllinger: Das ist unfassbar!)
Abg. Öllinger: Das ist unfassbar!
entgegengetreten sind, ebenso Respekt bekundet wie jenen Opfern, die vom Nationalsozialismus und den Untaten des NS-Regimes aus ihrer Heimat in die Emigration gezwungen wurden. (Abg. Öllinger: Das ist ja unfassbar!) Mit ihrer Vertreibung ist nicht nur für sie selbst, sondern auch für Österreich ein nicht wieder gutzumachender Verlust verbunden. (Abg. Öllinger: Das ist unfassbar!)
Abg. Öllinger: Der Kniefall vor dem deutschnationalen Lager ist das!
Achtung und Mitgefühl gilt insbesondere unmittelbaren Opfern, die das verbrecherische Wüten der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft vielfach nicht überlebt haben (Abg. Öllinger: Der Kniefall vor dem deutschnationalen Lager ist das!), und ihren Familien, die noch immer darunter leiden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Achtung und Mitgefühl gilt insbesondere unmittelbaren Opfern, die das verbrecherische Wüten der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft vielfach nicht überlebt haben (Abg. Öllinger: Der Kniefall vor dem deutschnationalen Lager ist das!), und ihren Familien, die noch immer darunter leiden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Das – noch dazu in einem Gedenkjahr – halte ich für unverantwortlich! Ich glaube auch, Herr Bundeskanzler, dass das für die Geschicke unseres Landes sicherlich nicht gut ist. Gerade jetzt vor dem Schritt in die Europäische Präsidentschaft hätte ich mir gewünscht, dass da mit mehr staatlichem Format agiert wird. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren, es gibt da schon – und das ist das Bedauerliche – ein Kokettieren, würde ich sagen, mit dem rechtsextremen Rand dieses Landes, ein ihm Entsprechen (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), dass plötzlich, bevor es zu einer Beschlussfassung kommt, ein seit Jahren in der Diskussion stehendes Thema sozusagen plötzlich verräumt wird. Anders ist das wirklich nicht erklärbar. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, es gibt da schon – und das ist das Bedauerliche – ein Kokettieren, würde ich sagen, mit dem rechtsextremen Rand dieses Landes, ein ihm Entsprechen (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), dass plötzlich, bevor es zu einer Beschlussfassung kommt, ein seit Jahren in der Diskussion stehendes Thema sozusagen plötzlich verräumt wird. Anders ist das wirklich nicht erklärbar. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer
Sie haben noch Zeit (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer), hier eine Entscheidung zu finden. Ich glaube halt nur, dass man sagt: Es gibt eine ganz kleine Splittergruppe ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Nein, es kann nicht anders erklärt werden! Es war immer im Text, und seit 14 Tagen ist es nicht mehr im Text. (Abg. Dr. Fekter: Unpassend! Unpassend!)
Zwischenruf bei der ÖVP.
Sie haben noch Zeit (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer), hier eine Entscheidung zu finden. Ich glaube halt nur, dass man sagt: Es gibt eine ganz kleine Splittergruppe ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Nein, es kann nicht anders erklärt werden! Es war immer im Text, und seit 14 Tagen ist es nicht mehr im Text. (Abg. Dr. Fekter: Unpassend! Unpassend!)
Abg. Dr. Fekter: Unpassend! Unpassend!
Sie haben noch Zeit (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer), hier eine Entscheidung zu finden. Ich glaube halt nur, dass man sagt: Es gibt eine ganz kleine Splittergruppe ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Nein, es kann nicht anders erklärt werden! Es war immer im Text, und seit 14 Tagen ist es nicht mehr im Text. (Abg. Dr. Fekter: Unpassend! Unpassend!)
Abg. Scheibner: Sie sind überhaupt nicht staatsmännisch!
Ich muss schon sagen, ich halte das für unerträglich. Ich hätte mir gewünscht, dass wir hier eine staatsmännische, angemessene Lösung – gerade im Gedenkjahr – finden (Abg. Scheibner: Sie sind überhaupt nicht staatsmännisch!), aber nicht so eine scheinheilige, völlig verwaschene und letztlich die Deserteure, um die es eigentlich gegangen ist, auf die Seite schiebende Scheinlösung.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Rufe bei der ÖVP: Unpassend und unredlich!
Das kommt den Interessen des Landes nicht zugute, und schon gar nicht im Gedenkjahr und schon gar nicht vor der Präsidentschaft in Europa! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Rufe bei der ÖVP: Unpassend und unredlich!)
Abg. Dr. Puswald – auf einem Platz in der zweiten Bankreihe sitzend –: Das war vor Jörg Haider wahrscheinlich!
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen das sozusagen ein Standard-Ordnungsruf in diesem Hause war – und das bei weniger belasteten Debatten (Abg. Dr. Puswald – auf einem Platz in der zweiten Bankreihe sitzend –: Das war vor Jörg Haider wahrscheinlich!) und bei Debatten, Herr Kollege, die im Thema fortgeführt worden sind. (Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Puswald –: Setz dich auf deinen Platz, sonst kriegst du gleich wieder einen Ordnungsruf! Wir können nichts dafür, dass du so weit hinten sitzt!)
Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Puswald –: Setz dich auf deinen Platz, sonst kriegst du gleich wieder einen Ordnungsruf! Wir können nichts dafür, dass du so weit hinten sitzt!
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen das sozusagen ein Standard-Ordnungsruf in diesem Hause war – und das bei weniger belasteten Debatten (Abg. Dr. Puswald – auf einem Platz in der zweiten Bankreihe sitzend –: Das war vor Jörg Haider wahrscheinlich!) und bei Debatten, Herr Kollege, die im Thema fortgeführt worden sind. (Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Puswald –: Setz dich auf deinen Platz, sonst kriegst du gleich wieder einen Ordnungsruf! Wir können nichts dafür, dass du so weit hinten sitzt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es richtet sich selbst, wenn jemand staatstragendes Wesen einfordert – und es nicht schafft, eine Rede über die Bühne zu bringen, die ohne Verbalinjurien im Sinne eines Ordnungsrufes abläuft. Aber das ist Ihre Angelegenheit, Herr Kollege Jarolim, und auch die Angelegenheit der Frau Präsidentin. In früheren Zeiten war das Hohe Haus bei Debatten ein staatstragenderes Niveau gewohnt, und so sollte man das auch in aller Ruhe hier feststellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben, Herr Kollege Jarolim und Frau Kollegin Stoisits, tatsächlich einen großen Unterschied in unseren Auffassungen: dass nämlich Opfer und das Leid der Angehörigen mit den Opfern und die Trauer um die Angehörigen, die Opfer geworden sind, für uns unteilbar sind, während Sie offensichtlich ideologische Schranken haben und hier Opfer erster, zweiter und dritter Wahl vorsehen. Das wollen wir nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube daher, dass dieser Entwurf aus gutem Grund von den Regierungsparteien mitgetragen und verabschiedet wird. Ich hätte mir gewünscht, dass wir alle Artikel gemeinsam verabschiedet hätten. Wir haben uns redlich darum bemüht, aber die unterschiedliche Sicht, die Opfer in Gruppen getrennt zu betrachten und nicht die Opfer als Opfer zu betrachten, war schlussendlich der Grund, warum manche Punkte aus meiner Sicht, Herr Kollege, nicht gemeinsam verabschiedet werden können. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber sie hält sie nicht ein!
Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Stoisits zu Wort gemeldet. – Frau Abgeordnete, Sie kennen die Bestimmungen (Abg. Scheibner: Aber sie hält sie nicht ein!): 2 Minuten; zunächst den zu berichtigenden, dann den berichtigten Sachverhalt. – Bitte.
Abg. Steibl: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung, das ist ein Redebeitrag!
heißt, widmet. (Abg. Steibl: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung, das ist ein Redebeitrag!) Und deshalb bitte ich Sie, die akademische Sorgfalt auch zu ehren! – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner – zu der auf ihren Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Mag. Stoisits –: Das geht so nicht! – Ich habe gewusst, dass Sie die Bestimmungen zwar kennen, aber nicht einhalten!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner – zu der auf ihren Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Mag. Stoisits –: Das geht so nicht! – Ich habe gewusst, dass Sie die Bestimmungen zwar kennen, aber nicht einhalten!
heißt, widmet. (Abg. Steibl: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung, das ist ein Redebeitrag!) Und deshalb bitte ich Sie, die akademische Sorgfalt auch zu ehren! – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner – zu der auf ihren Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Mag. Stoisits –: Das geht so nicht! – Ich habe gewusst, dass Sie die Bestimmungen zwar kennen, aber nicht einhalten!)
Abg. Dr. Jarolim: Ja, genau!
Ich verstehe dies deswegen nicht, weil Sie, wie Sie, Frau Abgeordnete Stoisits und Herr Abgeordneter Jarolim, sehr anschaulich dargestellt haben, das de facto an einer Nichtnennung des Begriffes „Wehrmachtsdeserteure“ aufhängen. (Abg. Dr. Jarolim: Ja, genau!)
Abg. Mag. Stoisits: Das heißt Rehabilitierungsgesetz!
Darf ich Sie bitte darauf hinweisen, dass weder der § 21a-Antrag der Frau Abgeordneten Stoisits und Freunden noch jener Abänderungsantrag, der auf dem neuen Gesetzesvorschlag des von mir sehr geschätzten Professors Moos basiert, weder in der Überschrift noch im Text dezidiert den Begriff „Wehrmachtsdeserteure“ enthält (Abg. Mag. Stoisits: Das heißt Rehabilitierungsgesetz!), sondern es heißt hier – so wie es auch in unserem Anerkenntnisbeschluss heißt – „Vorschlag für ein Bundesgesetz zur Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz“. – Und auch diesen Opfern wollen wir mit diesem Anerkennungsgesetz 2005 die Rehabilitierung ermöglichen, aber auch Respekt und Anerkennung zollen.
Abg. Mag. Stoisits: Mein Gesetz wäre ... besser gewesen!
So gesehen ist es schade, dass Sie hier offensichtlich nicht mitstimmen wollen. (Abg. Mag. Stoisits: Mein Gesetz wäre ... besser gewesen!) Ich sehe es aber trotzdem als wesentlichen Punkt dieser Regierung an, dass wir allen Opfern dieses grauenhaften Kriegsregimes unseren Respekt und unsere Anerkennung zollen wollen, obwohl wir uns sehr wohl dessen bewusst sind, dass es unterschiedliche Opfer gibt, dass es Opfer gibt, die unmittelbar betroffen waren, und zwar durch Verfolgungshandlungen des NS-Regimes, insbesondere auch der NS-Justiz. Das soll hier nicht geschmälert werden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Aus diesem Grund haben wir den Gesetzesvorschlag in der derzeitigen Form ausgearbeitet. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Lentsch: Der war lange Präsident ...!
Herr Abgeordneter, Sie kennen auch diese Bestimmungen: Sie haben zunächst den persönlichen Bezug auf die tatsächliche Berichtigung und danach den Sachverhalt darzulegen. – Bitte. (Abg. Lentsch: Der war lange Präsident ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich darf also daher, falls ich da einen falschen Eindruck erweckt habe, die Wissenschaftlichkeit und die Kritik als solche insofern relativieren, dass ich den Wissenschaftern nicht ihre Wissenschaftlichkeit absprechen will, aber ich möchte, gleich wie Sie, Kollegen Jarolim darauf hinweisen, dass das Gesetz nicht „entdeckt“ worden ist, sondern tatsächlich bekannt war. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Es geht nicht darum, verschiedene Opfergruppen einzuführen oder einführen zu wollen oder nicht über den ideologischen Schatten springen zu können, sondern es geht darum, klar aufzuzeigen, wer welchen Beitrag geleistet hat. Und es haben nun einmal Wehrmachtsdeserteure einen aktiven Beitrag zur Befreiung Österreichs vom Nationalsozialismus geleistet, das müssen wir eindeutig anerkennen! Es ist nur gerecht, das auch extra zu erwähnen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie greifen ja heute ganz schön in die Demagogen-Kiste!
Ich nehme zur Kenntnis, dass Ministerin Miklautsch, seitdem sie ein neues Amt bei einer rechten Partei innehat, ihre Ansichten schön kleinweise verändert und das liberale Deckmäntelchen ziemlich bröckelt. (Abg. Scheibner: Sie greifen ja heute ganz schön in die Demagogen-Kiste!) Also: Warum nennen Sie diese Gruppe nicht einfach beim Namen?
Abg. Großruck: Wieso hat das die SPÖ-Regierung nicht gemacht? Gar nichts haben Sie gemacht!
Was Sie hier betreiben, ist eine gefährliche Diskussion, eine gefährliche Symbolik. Es ist der Versuch, Geschichte umzudeuteln; es ist auch der Versuch, Geschichte zu verfälschen, zu verwässern, zu verharmlosen. Und das ist einfach unverantwortlich! Das ist unwürdig, wenn es um die Aufarbeitung der Geschichte Österreichs geht. (Abg. Großruck: Wieso hat das die SPÖ-Regierung nicht gemacht? Gar nichts haben Sie gemacht!) Dass das die FPÖ macht, sind wir gewohnt, dass sich die ÖVP dafür hergibt, ist wirklich sehr bemerkenswert! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Neudeck: Das ist eine Parteitagsrede!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Neudeck: Das ist eine Parteitagsrede!
Was Sie hier betreiben, ist eine gefährliche Diskussion, eine gefährliche Symbolik. Es ist der Versuch, Geschichte umzudeuteln; es ist auch der Versuch, Geschichte zu verfälschen, zu verwässern, zu verharmlosen. Und das ist einfach unverantwortlich! Das ist unwürdig, wenn es um die Aufarbeitung der Geschichte Österreichs geht. (Abg. Großruck: Wieso hat das die SPÖ-Regierung nicht gemacht? Gar nichts haben Sie gemacht!) Dass das die FPÖ macht, sind wir gewohnt, dass sich die ÖVP dafür hergibt, ist wirklich sehr bemerkenswert! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Neudeck: Das ist eine Parteitagsrede!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Diese Frauen waren Opfer! Und es ist mir ganz wichtig, das an dieser Stelle zu betonen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Dr. Jarolim: Abgedreht haben Sie das!
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Minister! Meine Damen und Herren! Wir haben nun ein umfangreiches Anerkennungspaket für NS-Opfer, 60 Jahre nach Kriegsende. Und ich finde es persönlich bedauerlich, dass dieses Anerkennungspaket, obwohl sehr lange und sehr kompromissgetragen verhandelt, von den Oppositionsparteien nicht mitgetragen werden kann (Abg. Dr. Jarolim: Abgedreht haben Sie das!), weil man es sich offensichtlich aus taktischen Gründen nicht leisten kann (Abg. Öllinger: Sie waren nicht einmal bereit, das zu diskutieren im Sozialausschuss!), eine über Jahre erarbeitete, scheinbare moralische Überlegenheit in allen Fragen der Historie aufzugeben.
Abg. Öllinger: Sie waren nicht einmal bereit, das zu diskutieren im Sozialausschuss!
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Minister! Meine Damen und Herren! Wir haben nun ein umfangreiches Anerkennungspaket für NS-Opfer, 60 Jahre nach Kriegsende. Und ich finde es persönlich bedauerlich, dass dieses Anerkennungspaket, obwohl sehr lange und sehr kompromissgetragen verhandelt, von den Oppositionsparteien nicht mitgetragen werden kann (Abg. Dr. Jarolim: Abgedreht haben Sie das!), weil man es sich offensichtlich aus taktischen Gründen nicht leisten kann (Abg. Öllinger: Sie waren nicht einmal bereit, das zu diskutieren im Sozialausschuss!), eine über Jahre erarbeitete, scheinbare moralische Überlegenheit in allen Fragen der Historie aufzugeben.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
Schade wegen der Anerkennung der Opfer! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Abg. Öllinger: Sie haben nicht einmal diskutiert, im Sozialausschuss! Seit Jahren haben Sie sich der Diskussion verweigert!
Ich möchte mich vor allem auf die Bereiche des Sozialpolitischen beschränken, die in diesem Anerkennungspaket enthalten sind. (Abg. Öllinger: Sie haben nicht einmal diskutiert, im Sozialausschuss! Seit Jahren haben Sie sich der Diskussion verweigert!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.
nicht wegen der Aussagen der HOSI und des Herrn Krickler, sondern trotz dieser Aussagen zustimme, weil es, glaube ich, wichtig ist, dass kein Angehöriger dieses Hauses zu einem bestimmten Abstimmungsverhalten erpresst werden kann. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich halte es gerade auch im Zusammenhang mit den NS-Opfern und dem Anerkennungspaket für wichtig, einer politischen Gruppe beziehungsweise einer Gruppe, die glaubt, ihre politische Strategie zur Durchsetzung ihrer Ziele auf persönliche Diffamierung und auf gerade noch verbale Gewalt aufbauen zu können, ein deutliches Nein und „Verhindert die Anfänge!“ entgegenzusetzen. Gerade das kann zur notwendigen Sensibilisierung in politischen Dingen und in politischer Radikalität, wie wir es allen NS- und Kriegsopfern schuldig sind, beitragen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Donnerbauer: Wir schon! Das ist der Unterschied!
Es ist manchmal schon sehr viel, wenn man mittrauern kann. Nur: Das ist nicht der Punkt, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir trauern nicht um alle Toten, die es gegeben hat. (Abg. Mag. Donnerbauer: Wir schon! Das ist der Unterschied!) Wir trauern, und wir haben einen Auftrag, hier – Herr Kollege passen Sie auf, Vorsicht! Wir setzen uns mit einer konkreten geschichtlichen Periode, nämlich mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander.
Abg. Mag. Donnerbauer: Das stimmt ja nicht!
Trotzdem gehen Sie im Ganzen gesehen wieder hinter den Konsens von 1995 zurück. (Abg. Mag. Donnerbauer: Das stimmt ja nicht!) – Ich erzähle Ihnen, wo Sie zurückgehen. 1995 hat es zwischen allen Parteien eine Debatte, eine, glaube ich, hoch stehende Debatte gegeben. Sie können sie nachlesen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Und Sie (in Richtung SPÖ) und Sie (in Richtung ÖVP) haben beide gewusst, warum Sie dem nicht nachgeben – und zwar nicht deshalb, weil die ÖVP hartherzig war, weil die SPÖ hartherzig war, sondern weil das in dieser geschichtlichen Situation – und wir sind heute nicht weit davon entfernt – undenkbar war, und undenkbar ist, dass man Opfer und Täter in einem zusammenfasst und sie zu direkten und indirekten Opfern des Nationalsozialismus erklärt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Sie haben also damit eine Situation geschaffen, wo Opfer und Täter in einem Boot sitzen. Das ist unverzeihbar, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Diese politische Hygiene halten Sie nicht ein, und deshalb kann es von uns keine Zustimmung geben. Entschuldigen Sie, aber das sind die Realitäten. Die Verantwortung dafür, dass es diese Vermischung gibt, die tragen Sie! Und darum wird es auch nicht so sein können, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass es, wie Sie das in der Ausschussentschließung versucht haben, einen endgültigen Schlussstrich unter die Auswirkungen des NS-Regimes mit dem, was Sie heute hier beschließen, geben wird. Den gibt es nicht – und mit diesen gesetzlichen Regelungen ganz sicher nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Wir haben heute ein Gesetz vorliegen, das im heurigen Gedenkjahr dafür sorgt, dass endlich an jene Frauen gedacht wird, die für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg in einem großen Maße mitverantwortlich waren. All jene stille Heldinnen werden auf Initiative der Sozialministerin Ursula Haubner ein symbolisches Dankeschön in Form einer Einmalzahlung von 300 € erhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Fekter: Ungeheuerlich!
Wir Abgeordnete von den Regierungsparteien sind stolz auf diese Frauen, die durch ihre Arbeit den Grundstein für unsere Wohlstandsgesellschaft gelegt haben. Deswegen bin ich schon ziemlich verwundert, wenn gerade die Frauen der SPÖ in der Debatte zu dieser Gesetzesvorlage von Almosenempfängerinnen sprechen oder ein SPÖ-Kollege sogar davon spricht, dass es sich hier nur um ein „fiskalisches Mutterkreuz“ handelt. (Abg. Mag. Fekter: Ungeheuerlich!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja ungeheuerlich! – Gegenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Sehr geehrte Damen und Herren! Für diese Frauen sind es keine Almosen, diese Frauen freuen sich und sagen, es ist wirklich sehr positiv, dass auf sie in diesem Jahr nicht vergessen wird. Eine Aussage vom Präsidenten des SPÖ-Pensionistenverbandes finde ich extrem unglaublich: Er hat gesagt, dass diese Aktion für die „Trümmerfrauen“ eine Geldverschwendung bedeutet. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja ungeheuerlich! – Gegenruf der Abg. Heinisch-Hosek.)
Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Dr. Puswald.
werden lassen? Das ist die Frage, die ich Ihnen jetzt hier ganz offiziell stelle. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Heinisch-Hosek und Dr. Puswald.) – Frau Kollegin, Sie kommen eh noch dran, Sie werden mir dann darauf antworten können!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich denke, wir haben allen Grund, uns zu freuen, dass erstmals – und ich betone: erstmals! – in der Zweiten Republik diesen Frauen Achtung und Anerkennung zuteil wird und dass diese „Trümmerfrauen“ das symbolische Dankeschön bekommen, das sie redlich verdienen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Einen Spitzenmann!
Eine zweite Klarstellung: Auch Minister außer Dienst können irren. Herr Minister außer Dienst Haupt war offenbar nicht früh genug in den Verhandlungen des Justizausschusses, denn dann wüsste er, dass wir noch zu Zeiten des Justizministers Böhmdorfer im Justizausschuss um dieses Gesetz, das wir heute verhandeln, gerungen haben. Und niemand hat dieses Bundesgesetz aus 1946 erwähnt, bis zu dem Zeitpunkt, als der damalige Herr Justizminister Böhmdorfer in den Justizausschuss gekommen ist und uns mitgeteilt hat, dass wir glücklicherweise über einen Topbeamten im Ministerium verfügen, Herrn Mag. Grünewald (Abg. Dr. Jarolim: Einen Spitzenmann!), einen Spitzenmann, wie Kollege Jarolim zu Recht sagt (Abg. Mag. Fekter: Er ist eh anwesend!) – ich danke ihm auch auf diesem Wege herzlich für seine erfolgreiche Suche –, der sozusagen in der untersten Schublade dieses Gesetz aus 1946 gefunden hat.
Abg. Mag. Fekter: Er ist eh anwesend!
Eine zweite Klarstellung: Auch Minister außer Dienst können irren. Herr Minister außer Dienst Haupt war offenbar nicht früh genug in den Verhandlungen des Justizausschusses, denn dann wüsste er, dass wir noch zu Zeiten des Justizministers Böhmdorfer im Justizausschuss um dieses Gesetz, das wir heute verhandeln, gerungen haben. Und niemand hat dieses Bundesgesetz aus 1946 erwähnt, bis zu dem Zeitpunkt, als der damalige Herr Justizminister Böhmdorfer in den Justizausschuss gekommen ist und uns mitgeteilt hat, dass wir glücklicherweise über einen Topbeamten im Ministerium verfügen, Herrn Mag. Grünewald (Abg. Dr. Jarolim: Einen Spitzenmann!), einen Spitzenmann, wie Kollege Jarolim zu Recht sagt (Abg. Mag. Fekter: Er ist eh anwesend!) – ich danke ihm auch auf diesem Wege herzlich für seine erfolgreiche Suche –, der sozusagen in der untersten Schublade dieses Gesetz aus 1946 gefunden hat.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Wir fordern Sie auf, endlich einmal Mut zu haben und auch die Dinge beim Namen zu nennen, wenn Sie nicht Gefahr laufen wollen, mit Ihrem rechtsrandlastigen Regierungspartner in einen Topf geworfen zu werden. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Steibl: Steht auch in einer Presseaussendung!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Danke, Frau Präsidentin! – Frau Kollegin Achleitner hat in ihrer Wortmeldung soeben behauptet, dass der Präsident des Pensionistenverbandes Karl Blecha gesagt hätte, dass die Zuwendung an die „Trümmerfrauen“ Geldverschwendung sei. – Das ist unrichtig! (Abg. Steibl: Steht auch in einer Presseaussendung!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie können es nachlesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Dann sagen Sie ordentlich danke!
Das Jahr 2005 – es wurde schon gesagt – ist ein Gedenkjahr: Wir begehen heuer 60 Jahre Zweite Republik und 50 Jahre Staatsvertrag. Und ich denke, dass man mit ruhigem Gewissen sagen kann, das ist ein Grund, allen, die an dem Wiederaufbau unseres Landes mitgewirkt haben, ein schon längst fälliges Danke zu sagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Dann sagen Sie ordentlich danke!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Insgesamt: Es war das ein schwieriger Prozess, jedoch ist das eine notwendige Geste, eine Anerkennung für jene Menschen, die in schwierigsten Zeiten unseren Wohlstand aufgebaut haben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Dass dann diese Gruppen – eben angesichts einer Argumentation der Regierungsfraktionen hier in diesem Hohen Hause, die sowohl deren Anerkennung als auch Gleichstellung immer nur aufschieben, aufschieben und aufschieben – darauf emotional reagieren, ist doch nur verständlich, Herr Kollege Tancsits! Genauso wie Ihre Reaktion darauf emotional verständlich ist. Das heißt aber nicht, dass ich Ihre Argumentation für verständlich halte. Die war es nämlich nicht. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch in diesem Sinne ist diese Anerkennung daher ganz notwendig – abgesehen von der Tatsache, dass Lesben und Schwule in der NS-Zeit massiv verfolgt, ins KZ gesperrt und umgebracht wurden, und das nur, weil sie Menschen gleichen Geschlechts geliebt haben beziehungsweise ihnen das oft nur vorgeworfen wurde –: als Chance und Möglichkeit, dass sich heutzutage Menschen weniger davor fürchten müssen, ihre sexuelle Orientierung auch öffentlich und offen zu leben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die besonders belastet war!
Zum einen geht es Ihnen nicht um alle Frauen, die in der Zeit nach dem Krieg am Wiederaufbau gearbeitet haben, sondern es geht Ihnen nur um die Mütter. Das halte ich schon für sehr bedenklich, dass eine Frau in dieser Zeit ein Kind geboren haben muss. (Abg. Scheibner: Die besonders belastet war!) Eine Frau, die kein Kind haben wollte oder konnte und wahrscheinlich trotzdem mitgeholfen und mitgearbeitet hat (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber die haben schon Besonderes geleistet!), bekommt das nicht (Abg. Scheibner: Die besondere Belastung hatten sie!), sondern nur diejenigen, die ein Kind geboren haben. Dann hätten Sie es doch wenigstens das „Trümmermüttergesetz“ genannt. Das wäre eine Möglichkeit gewesen (Abg. Scheibner: Hätten Sie dann zugestimmt?), dass die anderen Tausenden von Frauen, die keine Kinder hatten, keine wollten oder keine bekommen konnten, oder deren Männer vielleicht noch in Kriegsgefangenschaft waren oder wie auch immer, diese Anerkennungszahlung auch hätten bekommen können.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber die haben schon Besonderes geleistet!
Zum einen geht es Ihnen nicht um alle Frauen, die in der Zeit nach dem Krieg am Wiederaufbau gearbeitet haben, sondern es geht Ihnen nur um die Mütter. Das halte ich schon für sehr bedenklich, dass eine Frau in dieser Zeit ein Kind geboren haben muss. (Abg. Scheibner: Die besonders belastet war!) Eine Frau, die kein Kind haben wollte oder konnte und wahrscheinlich trotzdem mitgeholfen und mitgearbeitet hat (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber die haben schon Besonderes geleistet!), bekommt das nicht (Abg. Scheibner: Die besondere Belastung hatten sie!), sondern nur diejenigen, die ein Kind geboren haben. Dann hätten Sie es doch wenigstens das „Trümmermüttergesetz“ genannt. Das wäre eine Möglichkeit gewesen (Abg. Scheibner: Hätten Sie dann zugestimmt?), dass die anderen Tausenden von Frauen, die keine Kinder hatten, keine wollten oder keine bekommen konnten, oder deren Männer vielleicht noch in Kriegsgefangenschaft waren oder wie auch immer, diese Anerkennungszahlung auch hätten bekommen können.
Abg. Scheibner: Die besondere Belastung hatten sie!
Zum einen geht es Ihnen nicht um alle Frauen, die in der Zeit nach dem Krieg am Wiederaufbau gearbeitet haben, sondern es geht Ihnen nur um die Mütter. Das halte ich schon für sehr bedenklich, dass eine Frau in dieser Zeit ein Kind geboren haben muss. (Abg. Scheibner: Die besonders belastet war!) Eine Frau, die kein Kind haben wollte oder konnte und wahrscheinlich trotzdem mitgeholfen und mitgearbeitet hat (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber die haben schon Besonderes geleistet!), bekommt das nicht (Abg. Scheibner: Die besondere Belastung hatten sie!), sondern nur diejenigen, die ein Kind geboren haben. Dann hätten Sie es doch wenigstens das „Trümmermüttergesetz“ genannt. Das wäre eine Möglichkeit gewesen (Abg. Scheibner: Hätten Sie dann zugestimmt?), dass die anderen Tausenden von Frauen, die keine Kinder hatten, keine wollten oder keine bekommen konnten, oder deren Männer vielleicht noch in Kriegsgefangenschaft waren oder wie auch immer, diese Anerkennungszahlung auch hätten bekommen können.
Abg. Scheibner: Hätten Sie dann zugestimmt?
Zum einen geht es Ihnen nicht um alle Frauen, die in der Zeit nach dem Krieg am Wiederaufbau gearbeitet haben, sondern es geht Ihnen nur um die Mütter. Das halte ich schon für sehr bedenklich, dass eine Frau in dieser Zeit ein Kind geboren haben muss. (Abg. Scheibner: Die besonders belastet war!) Eine Frau, die kein Kind haben wollte oder konnte und wahrscheinlich trotzdem mitgeholfen und mitgearbeitet hat (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber die haben schon Besonderes geleistet!), bekommt das nicht (Abg. Scheibner: Die besondere Belastung hatten sie!), sondern nur diejenigen, die ein Kind geboren haben. Dann hätten Sie es doch wenigstens das „Trümmermüttergesetz“ genannt. Das wäre eine Möglichkeit gewesen (Abg. Scheibner: Hätten Sie dann zugestimmt?), dass die anderen Tausenden von Frauen, die keine Kinder hatten, keine wollten oder keine bekommen konnten, oder deren Männer vielleicht noch in Kriegsgefangenschaft waren oder wie auch immer, diese Anerkennungszahlung auch hätten bekommen können.
Abg. Dr. Partik-Pablé: ... an den Haaren herbeigezogen!
Das ist mit ein Grund (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... an den Haaren herbeigezogen!), warum wir diesem Gesetz nicht zustimmen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Vielleicht nicht gerecht, aber Ihr Argument ist kleinlich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Vielleicht nicht gerecht, aber Ihr Argument ist kleinlich!
Das ist mit ein Grund (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... an den Haaren herbeigezogen!), warum wir diesem Gesetz nicht zustimmen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Vielleicht nicht gerecht, aber Ihr Argument ist kleinlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Ich verstehe die Kritik nicht ganz. Heute ist in allen Parteien die Doppelbelastung von Beruf und Familienarbeit unbestritten. Daher verstehe ich diese Kritik bei diesem Gesetz an und für sich überhaupt nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren! Ich darf Sie um Zustimmung zu diesem Antrag und zu diesem Gesetz bitten, denn es ist dies sicherlich ein verdientes Danke an unsere Wiederaufbaugeneration! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Der Dank der Republik gilt besonders jenen Personen, die im österreichischen Widerstand unter höchstem persönlichen Risiko, unter höchster persönlicher Lebensgefahr für die Wiedererrichtung eines freien und unabhängigen Österreichs gekämpft haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sich seiner Verantwortung zu stellen und einen Schlussstrich zu ziehen: einen Schlussstrich unter das Verhalten der Vergangenheit, das dem Leid der Opfer nicht immer gerecht wurde, einen Schlussstrich unter alte Verhaltensweisen, aber auf keinen Fall einen Schlussstrich im Sinne des Vergessens! Wir werden uns immer daran erinnern, dass die Zweite Republik auch auf dem Verständnis eines „Nie wieder!“ aufgebaut wurde. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Vor 60 Jahren gingen die Gräuel des Zweiten Weltkrieges zu Ende. Doch mit dem Ende dieser Gräuel, mit dem Ende der Nazi-Herrschaft und des schrecklichen Krieges war für viele Menschen das Leid noch nicht ausgestanden. Aus den Trümmern der zerbombten Häuser, aus zertrümmerten Existenzen musste neu aufgebaut werden. Hier waren es vor allem Frauen, die entscheidend dazu beitrugen, dass unser Land wieder etwas geworden ist, worin wir heute in Frieden leben können. Sie haben unter großen persönlichen und gesundheitlichen Entbehrungen in größter Not an diesem Wiederaufbau mitgewirkt. Wir sagen diesen Frauen heute erstmals offiziell danke, danke auch in Form einer symbolischen finanziellen Zuwendung. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe vor einigen Tagen mit zehn Frauen, die wir frei ausgewählt haben, ohne Zuordnung zu irgendeiner Organisation oder zu irgendeiner Partei, gesprochen. Ich habe Frauen kennen gelernt, die mir ihre Geschichte erzählt haben: was sie damals erlebt haben, wo sie allein mit ihren Kindern mitgearbeitet haben, mit ihren eigenen Händen, was sie aufgebaut haben, wie sie Trümmer weggeräumt haben – und wie sie trotz allem eigentlich ein positives und zufriedenes Leben hatten. Sie haben mir auch erzählt, dass sie sich sehr darüber freuen, dass das offizielle Österreich erstmals auch an sie denkt und dass sie erstmals eine späte, aber doch richtige Anerkennung bekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Mit diesem Paket, mit diesen vorliegenden Gesetzentwürfen setzen wir ein klares Zeichen für Gerechtigkeit, aber vor allem auch für politische Verantwortung. Wir setzen ein Zeichen der Dankbarkeit, ein Zeichen der Achtung für die ältere Generation, eine Generation, die sehr viel für Freiheit und für Demokratie gekämpft hat, die für Freiheit und Demokratie ihr Leben eingesetzt hat und Entbehrungen in Kauf genommen hat, weil sie immer an dieses Österreich geglaubt hat. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Mehrere!
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Es soll heute ein Gesetz beschlossen werden (Abg. Neudeck: Mehrere!), das sich mit einer einmaligen Zuwendung für Frauen als Anerkennung für ihre besonderen Leistungen beim Wiederaufbau der Republik Österreich befasst. Meine Damen und Herren, was steht in diesem Gesetzestext? – Schauen wir uns § 1 an. Da steht drin:
Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?
„Als Anerkennung für ihre besonderen Leistungen beim Wiederaufbau der Republik Österreich kann“ – also wirklich: kann! – „Frauen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind, vor dem 1. Jänner 1951 mindestens ein Kind in Österreich zur Welt gebracht oder ein vor diesem Zeitpunkt geborenes Kind in Österreich erzogen haben (Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?) und österreichische Staatsbürgerinnen sind (Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung! Sie sind hinter dem letzten Stand!), nach Maßgabe der vorhandenen Mittel eine einmalige Zuwendung gewährt werden, wenn sie oder ihre Ehegatten eine Ausgleichszulage aus der gesetzlichen Sozialversicherung, eine einkommensabhängige Leistung nach dem Opferfürsorgegesetz ... oder dem Kriegsopferversorgungsgesetz ..., eine Dauerleistung zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach einem der Sozialhilfegesetze der Bundesländer ... beziehen.“ (Abg. Steibl: Was haben wir jetzt? Eine Lesestunde? Oder wie ist das?)
Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung! Sie sind hinter dem letzten Stand!
„Als Anerkennung für ihre besonderen Leistungen beim Wiederaufbau der Republik Österreich kann“ – also wirklich: kann! – „Frauen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind, vor dem 1. Jänner 1951 mindestens ein Kind in Österreich zur Welt gebracht oder ein vor diesem Zeitpunkt geborenes Kind in Österreich erzogen haben (Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?) und österreichische Staatsbürgerinnen sind (Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung! Sie sind hinter dem letzten Stand!), nach Maßgabe der vorhandenen Mittel eine einmalige Zuwendung gewährt werden, wenn sie oder ihre Ehegatten eine Ausgleichszulage aus der gesetzlichen Sozialversicherung, eine einkommensabhängige Leistung nach dem Opferfürsorgegesetz ... oder dem Kriegsopferversorgungsgesetz ..., eine Dauerleistung zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach einem der Sozialhilfegesetze der Bundesländer ... beziehen.“ (Abg. Steibl: Was haben wir jetzt? Eine Lesestunde? Oder wie ist das?)
Abg. Steibl: Was haben wir jetzt? Eine Lesestunde? Oder wie ist das?
„Als Anerkennung für ihre besonderen Leistungen beim Wiederaufbau der Republik Österreich kann“ – also wirklich: kann! – „Frauen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind, vor dem 1. Jänner 1951 mindestens ein Kind in Österreich zur Welt gebracht oder ein vor diesem Zeitpunkt geborenes Kind in Österreich erzogen haben (Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?) und österreichische Staatsbürgerinnen sind (Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung! Sie sind hinter dem letzten Stand!), nach Maßgabe der vorhandenen Mittel eine einmalige Zuwendung gewährt werden, wenn sie oder ihre Ehegatten eine Ausgleichszulage aus der gesetzlichen Sozialversicherung, eine einkommensabhängige Leistung nach dem Opferfürsorgegesetz ... oder dem Kriegsopferversorgungsgesetz ..., eine Dauerleistung zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach einem der Sozialhilfegesetze der Bundesländer ... beziehen.“ (Abg. Steibl: Was haben wir jetzt? Eine Lesestunde? Oder wie ist das?)
Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Was heißt dieser § 1? – Er ist auf drei Kriterien aufgebaut (Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung, Herr Kollege!): zwei Stichtagsregelungen und ein anderes Kriterium. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Stichtagsregelung eins: nur Frauen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind. (Abg. Steibl: Ist ja falsch!) Das ist die erste Stichtagsregelung, meine Damen und Herren, und diese Stichtagsregelung ... (Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?) – Hören Sie zu, Kollegin Steibl, dann werden Sie merken, worauf ich hinaus will. (Abg. Scheibner: Sie hätten zuhören sollen!)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Meine Damen und Herren! Was heißt dieser § 1? – Er ist auf drei Kriterien aufgebaut (Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung, Herr Kollege!): zwei Stichtagsregelungen und ein anderes Kriterium. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Stichtagsregelung eins: nur Frauen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind. (Abg. Steibl: Ist ja falsch!) Das ist die erste Stichtagsregelung, meine Damen und Herren, und diese Stichtagsregelung ... (Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?) – Hören Sie zu, Kollegin Steibl, dann werden Sie merken, worauf ich hinaus will. (Abg. Scheibner: Sie hätten zuhören sollen!)
Abg. Steibl: Ist ja falsch!
Meine Damen und Herren! Was heißt dieser § 1? – Er ist auf drei Kriterien aufgebaut (Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung, Herr Kollege!): zwei Stichtagsregelungen und ein anderes Kriterium. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Stichtagsregelung eins: nur Frauen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind. (Abg. Steibl: Ist ja falsch!) Das ist die erste Stichtagsregelung, meine Damen und Herren, und diese Stichtagsregelung ... (Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?) – Hören Sie zu, Kollegin Steibl, dann werden Sie merken, worauf ich hinaus will. (Abg. Scheibner: Sie hätten zuhören sollen!)
Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?
Meine Damen und Herren! Was heißt dieser § 1? – Er ist auf drei Kriterien aufgebaut (Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung, Herr Kollege!): zwei Stichtagsregelungen und ein anderes Kriterium. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Stichtagsregelung eins: nur Frauen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind. (Abg. Steibl: Ist ja falsch!) Das ist die erste Stichtagsregelung, meine Damen und Herren, und diese Stichtagsregelung ... (Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?) – Hören Sie zu, Kollegin Steibl, dann werden Sie merken, worauf ich hinaus will. (Abg. Scheibner: Sie hätten zuhören sollen!)
Abg. Scheibner: Sie hätten zuhören sollen!
Meine Damen und Herren! Was heißt dieser § 1? – Er ist auf drei Kriterien aufgebaut (Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung, Herr Kollege!): zwei Stichtagsregelungen und ein anderes Kriterium. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Stichtagsregelung eins: nur Frauen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind. (Abg. Steibl: Ist ja falsch!) Das ist die erste Stichtagsregelung, meine Damen und Herren, und diese Stichtagsregelung ... (Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?) – Hören Sie zu, Kollegin Steibl, dann werden Sie merken, worauf ich hinaus will. (Abg. Scheibner: Sie hätten zuhören sollen!)
Abg. Scheibner: Deshalb gibt es einen Abänderungsantrag! – Ruf bei der SPÖ: Zuhören!
Diese Stichtagsregelung haben wir im Familienausschuss heftigst kritisiert und Ihnen erklärt, dass sehr, sehr viele Frauen auf Grund diese Stichtagsregelung diese Zuwendungen nicht bekommen werden. (Abg. Scheibner: Deshalb gibt es einen Abänderungsantrag! – Ruf bei der SPÖ: Zuhören!) Wir glauben, dass Sie diese Kritik, die wir im Familienausschuss eingebracht haben, zur Kenntnis genommen haben, diese Kritik aufgenommen und deshalb heute hier diesen Abänderungsantrag zu dieser ersten Stichtagsregelung gestellt haben. (Abg. Scheibner: Dafür brauchen Sie so lange?) Das ist gut so, Sie haben unsere Kritik angenommen.
Abg. Scheibner: Dafür brauchen Sie so lange?
Diese Stichtagsregelung haben wir im Familienausschuss heftigst kritisiert und Ihnen erklärt, dass sehr, sehr viele Frauen auf Grund diese Stichtagsregelung diese Zuwendungen nicht bekommen werden. (Abg. Scheibner: Deshalb gibt es einen Abänderungsantrag! – Ruf bei der SPÖ: Zuhören!) Wir glauben, dass Sie diese Kritik, die wir im Familienausschuss eingebracht haben, zur Kenntnis genommen haben, diese Kritik aufgenommen und deshalb heute hier diesen Abänderungsantrag zu dieser ersten Stichtagsregelung gestellt haben. (Abg. Scheibner: Dafür brauchen Sie so lange?) Das ist gut so, Sie haben unsere Kritik angenommen.
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
dem 1. Jänner 1951 ein Kind geboren haben müssen. – Meine Damen und Herren, was heißt denn das? Was heißt denn das für Frauen, die vielleicht in der Nazi-Zeit zwangssterilisiert worden sind? Was heißt denn das für Frauen, die aus anderen gesundheitlichen Gründen vielleicht kein Kind bekommen konnten? Was heißt denn das für Frauen, deren Männer im Krieg gefallen sind und die vielleicht aus diesem Grund kein Kind bekommen konnten? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Kollegin Achleitner, auch diese Frauen haben Steine geschleppt, auch diese Frauen haben Stahlträger geschleppt, auch diese Frauen haben besondere Leistungen zum Wiederaufbau der Republik Österreich erbracht, und nicht nur Frauen, die Kinder bekommen haben, Kollegin Steibl! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich kann nur sagen, meine Kollegin Heinisch-Hosek wird einen Abänderungsantrag einbringen, der all diese Kritikpunkte, die ich jetzt angebracht habe, ändern soll. Sie sind gut beraten, diesen Abänderungsantrag zu unterstützen, damit alle Frauen, die Leistungen zum Wiederaufbau der Republik Österreich erbracht haben, wirklich unterstützt werden können und diese Zuwendungen erhalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Öllinger: Ich habe da mehrere Gründe gehört!
Darum verwundert es mich heute und tut es mir irgendwie auch Leid, dass in dieser Diskussion Grün und Rot beim Anerkennungsgesetz nicht mitstimmen können, und das nur aus einem einzigen Grund: weil ein Wort, das sie offensichtlich über Jahre auf Ihre Fahnen geheftet haben – das mag Ihnen ja nicht verübelt werden –, nämlich die Desertion oder die Deserteure hier nicht vorkommt. (Abg. Öllinger: Ich habe da mehrere Gründe gehört!) Sie sind natürlich enthalten, auch das wurde heute schon mehrmals belegt und gesagt.
Abg. Dr. Puswald: Sie haben damit ein Problem mit Ihrem Regierungspartner!
Ich habe aber den Eindruck – und das tut mir wirklich Leid bei diesem sensiblen Thema –, dass es um einen kleinlichen politischen Urheberrechtsstreit darüber geht, weshalb Sie das Wort Desertion oder Deserteure unbedingt auch explizit im Text stehen haben wollen. Sie meinen offenbar, hier eine Zielgruppe zu haben und denen mit diesem einen Wort beweisen zu müssen, dass Sie sich durchgesetzt haben. (Abg. Dr. Puswald: Sie haben damit ein Problem mit Ihrem Regierungspartner!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich denke, Sie sollten sich das noch einmal überlegen, weil es wirklich um ein sensibles Thema geht, es aber auch ganz, ganz wichtig wäre, dass wir den Opfern dieses Unrechtsregimes, dieses Terrorregimes gemeinsam unsere Achtung und unser Mitgefühl bezeugen. Ich darf Sie nochmals einladen, dabei mitzutun. Vielleicht kann Sie Bürgermeister Häupl überzeugen, der im morgigen „Kurier“ in Richtung des SPÖ-Klubs sagt, dass die anderen die Tore schießen und er diesem Klub Gott sei Dank nicht angehört. Wenn Sie heute hier mitstimmen, können Sie Bürgermeister Häupl vielleicht auch überzeugen. – Danke sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe erklärt, dass die Mittel für die Zuwendungen an die Frauen der Nachkriegszeit aus zwei Fonds stammen. Der eine ist ein spezieller Hochwasserfonds für Menschen mit Behinderungen gewesen, gebunden an die Hochwasserkatastrophe im Jahr 2002. Diese Mittel wurden nicht voll ausgeschöpft. Der zweite ist ein Härtefonds für Pensionisten in der Höhe von 10 Millionen €, und der wurde im Vorjahr, 2004, ebenfalls nicht voll ausgeschöpft, weil weniger Anträge als vorgesehen gekommen sind. Ich hätte daher die übrig bleibenden Gelder dem Finanzministerium zurückzahlen müssen. Dadurch, dass wir hier eine Leistung für Frauen der Nachkriegsgeneration geschaffen haben, sind die Mittel im Sozialministerium verblieben und haben für den Bereich Sozialpolitik Verwendung gefunden. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Beschämend ist das, was Sie sagen!
Diese Trennung in Mütter und andere – ob die anderen jetzt die Schlechteren sind, will ich überhaupt nicht in den Raum stellen; ich wage es gar nicht, weil ich Ihnen das auch nicht unterstellen möchte –, ist Grund genug, zu sagen, dass wir nicht zustimmen können. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Beschämend ist das, was Sie sagen!) Wir haben daher einen Abänderungsantrag formuliert, den wir auch schon im Ausschuss mit Ihnen diskutiert haben. Er würde im Wesentlichen vier Verbesserungen beziehungsweise vier Änderungen beinhalten, und ich möchte nur ganz kurz darauf eingehen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Stimmen Sie diesem Abänderungsantrag zu, dann können wir alle, auch Sie meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen ruhigen Gewissens sagen: Wir zollen den Frauen Respekt, die am Wiederaufbau Österreichs mitgewirkt haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
stimmen trotzdem nicht zu. Das ist eine Tatsache. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Genau!
Ich verstehe auch nicht, wieso Sie das jetzt alles so negativ darstellen, als Almosen-Politik hinstellen wollen. Sie hätten jahrelang unter der Leitung von SPÖ-Bundeskanzlern irgendetwas in diese Richtung tun können. Sie haben es nicht getan. (Abg. Scheibner: Genau!) 15 Millionen € zusätzlich für Frauen in dem Bereich – Sie haben nichts getan, und jetzt stellen Sie sich hierher und kritisieren unsere Arbeit. Ich verstehe das nicht ganz. Ich denke, dass wir hiemit eine ganz wichtige Maßnahme setzen.
Abg. Steibl: Wer war das? Kollege Puswald!
Ich möchte auch noch darauf zurückkommen, was im Familienausschuss diskutiert wurde. Ich lehne ganz entschieden ab und weise zurück, was dort von Seiten eines Oppositionsredners gesagt wurde, der diese Maßnahme, diese 15 Millionen € als fiskalisches Mutterkreuz bezeichnet hat. Ich halte das für eine ganz ungeheuerliche Entgleisung. (Abg. Steibl: Wer war das? Kollege Puswald!) Daran sieht man nämlich Ihre Einstellung den Müttern und Frauen gegenüber, die hier wirklich wichtige Arbeit geleistet haben – und unsere Wertschätzung haben sie in jedem Fall!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich denke, dass das eine ganz wichtige Maßnahme gerade in diesem Jubiläumsjahr ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Ihr stimmt ohnehin nicht mit!
Es freut mich, dass sich ÖVP und FPÖ beziehungsweise BZÖ heute doch wieder einmal zu einigen positiven sozialpolitischen Maßnahmen durchringen konnten. (Abg. Dr. Fekter: Ihr stimmt ohnehin nicht mit!) Es gibt aber doch sehr viele Punkte gerade im Sozial- und Pensionsbereich, an denen von Seiten dieser Bundesregierung und ihren Abgeordneten leider schon lange Zeit gemauert wird und somit finanzielle Verbesserungen verhindert werden. Ich denke da beispielsweise nur an die permanente Nichtvalorisierung des Pflegegeldes; da warten in Österreich rund 300 000 Menschen. Ich denke weiters an die Blockierung der Erhöhung der Mindestpension um 15 € pro Monat beziehungsweise wenigstens deren Anhebung zur Armutsgrenze. Auch da zeigen Sie von den Koalitionsparteien Ihre soziale Kälte.
Beifall bei der SPÖ.
Angesichts dieser Ihrer Versäumnisse in Fragen der Sozialpolitik sind die meisten Ihrer Ankündigungen vielfach nur lauwarme Luft. Beschlüsse wie die heutigen können Ihnen da nicht einmal als soziales Alibi dienen. Unter dem Strich betreiben Sie Sozialabbau und produzieren, so wie es Ihnen im Sozialbericht schwarz auf weiß bestätigt wurde, Armut in Österreich. Das ist, werte Kolleginnen und Kollegen von den Regierungsparteien, beschämend! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP): Geschätzte Frau Präsidentin! Geschätzte Regierungsmitglieder! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Dobnigg, Sie und Ihre Partei haben Jahrzehnte Politik auf Kosten der nächsten Generationen gemacht. Das ist tatsächlich unsoziale Politik. – Wir hingegen wollen Politik so gestalten, dass auch die nächsten Generationen entsprechende Ressourcen und finanzielle Möglichkeiten haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Einmalzahlung von 300 € aus überschüssigen Fondsmitteln ist, gemessen an den Leistungen, natürlich nur ein bescheidener Betrag. Daher sollte Geld vor allem jenen Müttern zur Verfügung stehen, die nach wie vor finanziell unter diesen Belastungen zu leiden haben, denn gerade wegen der Kindererziehung konnten viele dieser Frauen nicht genügend Versicherungszeiten für eine entsprechende Pension erwerben. Müttern mit einer Mindestpension ist daher unbedingt der Vorzug zu geben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Wer ist denn damals hier gesessen?
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Frau Präsidentin! Werte Ministerinnen! Meine Damen und Herren! Ja, Herr Kollege Prinz, Österreich hat viel geleistet, aber auch sehr viel Schuld auf sich geladen. Das dunkelste Kapitel in der Geschichte unseres Landes wurde nur zu oft verdrängt und mangelhaft aufgearbeitet. Besonders diejenigen, denen unser Land am meisten verdankt, sind in der Geschichtsbetrachtung nur zu oft im Schatten gestanden. (Abg. Scheibner: Wer ist denn damals hier gesessen?) Ich meine damit vor allem jene, Herr Kollege Scheibner, die sich aktiv gegen das Unrechtsregime des Nationalsozialismus gestellt und damit ihr Leben riskiert oder gar verloren haben.
Beifall bei der SPÖ.
Da ist es mir ganz unerklärlich, warum Sie so ein großes Problem mit klaren Bezeichnungen haben. Hier auf der Opferseite und im anderen Fall auf der Täterseite beziehungsweise auf der Täterinnenseite, wenn es um die Einmalzahlungen an die Frauen des Wiederaufbaus geht, die selbstverständlich nur jenen Frauen gewährt werden sollen, die sich am Wiederaufbau und nicht an der Zerstörung unseres Landes beteiligt haben, denn alles andere, meine sehr geehrten Damen und Herren, wäre ein Affront gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie Abgeordneten der Grünen.
Unsere Sorge, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist es, dass die Parteien, die dieses Land derzeit regieren, die sich während des Gedenkjahres ununterbrochen selbst feiern, solche Hemmungen haben, Täter und Opfer des Nationalsozialismus klar und unmissverständlich zu bezeichnen. (Beifall bei der SPÖ sowie Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abschließend möchte ich sagen, dass alle Opfer – ich betone ausdrücklich: alle Opfer – unsere Achtung und unser Mitgefühl verdienen, und ich bin froh darüber, dass wir hier einen sehr weit gefassten Opferbegriff gewählt haben. – Schade, dass die Opposition mit diesem Begriff nicht mitgehen kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Sollen wir jetzt alle unsere Mütter herzeigen?
Wenn im Ausschuss ein SPÖ Abgeordneter von einem „fiskalischen Mutterkreuz“ faselt, so ist das eine Beleidigung für diese ganze Frauengeneration. Das hat mich sehr betroffen gemacht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Sollen wir jetzt alle unsere Mütter herzeigen?) Es zeigt aber auch auf, dass nicht nur einige wenige Bundesräte Probleme mit der Vergangenheit haben, sondern auch Abgeordnete hier im Nationalrat. (Abg. Sburny: Na, hallo! Hallo! Wollen Sie uns sagen, welche Abgeordnete Sie meinen!)
Abg. Sburny: Na, hallo! Hallo! Wollen Sie uns sagen, welche Abgeordnete Sie meinen!
Wenn im Ausschuss ein SPÖ Abgeordneter von einem „fiskalischen Mutterkreuz“ faselt, so ist das eine Beleidigung für diese ganze Frauengeneration. Das hat mich sehr betroffen gemacht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Sollen wir jetzt alle unsere Mütter herzeigen?) Es zeigt aber auch auf, dass nicht nur einige wenige Bundesräte Probleme mit der Vergangenheit haben, sondern auch Abgeordnete hier im Nationalrat. (Abg. Sburny: Na, hallo! Hallo! Wollen Sie uns sagen, welche Abgeordnete Sie meinen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Sagen Sie uns, wen Sie meinen!
können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Sagen Sie uns, wen Sie meinen!) Eine, einen. (Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich verstehe kein Wort. (Abg. Sburny: Sagen Sie uns, wen Sie mit Gudenus und Kampl vergleichen!)
Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Sagen Sie uns, wen Sie meinen!) Eine, einen. (Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich verstehe kein Wort. (Abg. Sburny: Sagen Sie uns, wen Sie mit Gudenus und Kampl vergleichen!)
Abg. Sburny: Sagen Sie uns, wen Sie mit Gudenus und Kampl vergleichen!
können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Sburny: Sagen Sie uns, wen Sie meinen!) Eine, einen. (Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich verstehe kein Wort. (Abg. Sburny: Sagen Sie uns, wen Sie mit Gudenus und Kampl vergleichen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In Wien – und dort bin ich gewesen im Mai 1945 –, da gab es ganz, ganz wenig. Keinen Strom, kein Wasser, sehr, sehr wenig Nahrung, manchmal gar keine, und für viele auch keine Wohnung. Und es ist klar, dass sich zwar erwachsene Einzelpersonen diese Lage, die Not erklären konnten, aber wie erklärt eine Mutter, wenn sie Kinder hat, dass sie für sie kein Essen und keine Schlafstelle hat. Deshalb finde ich es auch richtig, dass man diese schwierigeren Situationen honoriert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir danken heute jenen Frauen, denn sie haben uns damals – und das ist ein Bild, das sich sehr eingeprägt hat bei mir – ein Bild vermittelt, dass es immer weitergeht, dass sie alles können, dass sie alles meistern. Ich glaube, das hat auch mich in meiner Jugend ganz entscheidend mit geprägt: Es geht. Frauen können das. Sie blicken in die Zukunft, sie jammern nicht. Und ich danke in diesem Augenblick diesen Vorbildern. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Vor einem Monat ist der Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes, Stefan Knafl, gestorben. Es muss hier unbedingt erwähnt werden, dass gerade er es war, der sich für die Anerkennung und Leistungen jener Frauen in der Nachkriegszeit jahrelang eingesetzt hat. Kurz vor seinem Tod hat er noch erfahren, dass Sozialministerin Ursula Haubner diese Einmalzahlung von 300 € für etwa 50 000 Frauen zur Verfügung stellen wird, also 15 Millionen €. Diese Forderung von Stefan Knafl – und ich denke, es war ihm eine Herzensangelegenheit – geht damit in Erfüllung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dass dieser Regierung damit ein großer Wurf gelungen ist, und ich bin froh darüber, dabei zu sein, für die Opfer dieses Gesetz mitbeschließen zu können, – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordnete Anna Höllerer (ÖVP): Werte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen Ministerinnen! Werte Damen und Herren! Ich kann Ihnen versichern: Mein voller Respekt gebührt allen Frauen, die in der Nachkriegszeit die Wiederaufbauarbeit unserer Republik Österreich geleistet haben. Aber wenn wir heute davon sprechen, dass Haushalt, Beruf und Kinderbetreuung eine Mehrfachbelastung für die Frauen sind, dann müssen Sie doch zugestehen, dass es für die Frauen, die damals unter schwierigsten Umständen an diesem Österreich gebaut haben, besonders belastend gewesen sein muss, auch noch für ihre Kinder zu sorgen. Darum gebührt auch meine besondere Hochachtung diesen Frauen, die in schwierigster Situationen für diese Arbeit ihr Leben eingesetzt haben – und das im wahrsten Sinne des Wortes. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Ich bin sehr betroffen, wenn ich in einer Aussendung des Präsidenten des SPÖ-Pensionistenverbandes lese, dass diese Anerkennung, die hier gegeben wird, „unwürdig“ sei. Und wenn er auch davon spricht, dass die Frauen aus der Landwirtschaft nicht am Aufbau beteiligt gewesen sein sollen und ebenfalls in den Genuss dieser Leistung kommen, dann muss ich hier schon anmerken, dass ich aus dem Waldviertel komme, das in der russischen Besatzungszone gelegen ist und dass in dieser Zeit die Frauen im ländlichen Raum und die Frauen in der Landwirtschaft Unvorstellbares geleistet haben (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen), dass sie sich und ihre Kinder auf
Abg. Öllinger: Aber sie werden nicht anerkannt!
Auch diese Frauen haben sich höchste Anerkennung verdient. (Abg. Öllinger: Aber sie werden nicht anerkannt!) Es ist ein symbolischer Betrag, den sie jetzt bekommen, aber dafür möchte ich auch an dieser Stelle der Frau Ministerin und auch ihren Beamten sehr, sehr herzlich danken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch diese Frauen haben sich höchste Anerkennung verdient. (Abg. Öllinger: Aber sie werden nicht anerkannt!) Es ist ein symbolischer Betrag, den sie jetzt bekommen, aber dafür möchte ich auch an dieser Stelle der Frau Ministerin und auch ihren Beamten sehr, sehr herzlich danken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, wir sollten hier im Hohen Haus versuchen, Signale und Akte der Versöhnung zu setzen. Und mit diesem Anerkennungspaket machen wir das in der richtigen Weise. – Danke noch einmal. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Verneigung vor dem rechten Rand!
nungen. Ich glaube, diesen allgemeinen Konsens haben jetzt einige vergessen in dieser Debatte, wenn ich mir vergegenwärtige, was da so gekommen ist: Sauerei, Zynismus – das war, glaube ich, Herr Jarolim –, von einer „Mutterkreuz-Politik“ haben wir heute schon gehört. Das sind ja eher „Trümmermütter“, das ist ein rechtes Gesetz, da schielt man wieder an den rechten Rand, den es irgendwo gibt. „Rechten Bodensatz bei Wahlen“ habe ich noch im Ohr. (Abg. Dr. Jarolim: Verneigung vor dem rechten Rand!) Ja, „Verneigung vor dem rechten Rand“. Danke, Herr Jarolim.
Abg. Dr. Puswald: Jörg Haider sieht darin seine Handschrift!
Das alles bitte bei einem Gesetz, bei einem Paket, bei dem es darum geht, noch einmal festzuhalten ... (Abg. Dr. Puswald: Jörg Haider sieht darin seine Handschrift!) – Sie sollten zuhören und sich ein bisschen schämen, Herr Kollege, denn von Ihnen sind diese Ausdrücke auch zum Teil! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das alles bitte bei einem Gesetz, bei einem Paket, bei dem es darum geht, noch einmal festzuhalten ... (Abg. Dr. Puswald: Jörg Haider sieht darin seine Handschrift!) – Sie sollten zuhören und sich ein bisschen schämen, Herr Kollege, denn von Ihnen sind diese Ausdrücke auch zum Teil! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Gegenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von den Oppositionsparteien, ist das in Ihren Augen ein „Schielen auf den den rechten Rand“ oder auf irgendwelchen „Bodensatz“? Meinen Sie das wirklich ernst?! Oder ist das nur der Ausdruck des schlechten Gewissens, dass es 60 Jahre gedauert hat, bis derartige Festlegungen geschaffen wurden und Sie in diesen 60 Jahren in der Mehrheit der Jahre in der Bundesregierung gewesen sind? (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie Gegenrufe bei den Freiheitlichen.) Ist es das vielleicht, was Sie daran hindert, das heute hier voll und ganz zu loben und dem zuzustimmen?
Abg. Öllinger: Nicht einmal das stimmt!
Wenn Sie die Kriegsgefangenenentschädigung kritisieren oder die „Trümmerfrauen“ – ich erinnere: „Trümmermütter“, „Mutterkreuz-Politik“ –: Ja, selbstverständlich hätten wir uns auch gewünscht und könnte man sich vorstellen, dass man allen Frauen, die in der schwierigen Nachkriegszeit am Wiederaufbau unseres Landes alleine gearbeitet haben, eine entsprechende Entschädigung gewährt. Aber wir haben gesagt: Wenigstens jenen Frauen, die noch dazu kleine Kinder aufziehen mussten (Abg. Öllinger: Nicht einmal das stimmt!) – Sie schütteln den Kopf Herr Kollege Öllinger –, denen wollen wir zumindest einen symbolischen Beitrag geben, vor allem dann, wenn sie zu den sozial Schwächsten gehören.
Abg. Öllinger: Nicht einmal das stimmt! Ihre Argumentation stimmt nicht!
Und wenn Sie das so abwimmeln – ich gehöre Gott sei Dank, so wie Sie ... (Abg. Öllinger: Nicht einmal das stimmt! Ihre Argumentation stimmt nicht!) Ja, stimmt nicht. Es ist mir egal, ob es stimmt in Ihren Augen oder nicht. Aber wenn ich mir Bilder aus dieser Zeit ansehe, Herr Kollege Öllinger, Bilder von Frauen, die damals die Säuglinge auf dem Rücken getragen haben oder in den Kinderwägen transportiert und zehn, 15 oder 20 Kilometer etwa aus dem großstädtischen Bereich hinaus aufs Land gefahren sind, um dort zu einem Hungerlohn in der Landwirtschaft zu arbeiten, die Holz geklaubt haben und wieder zehn, 15 oder 20 Kilometer in die Städte zurückgekommen sind, wo sie in feuchten Kellern versucht haben, mit ihren Kindern zu überleben, da ist kein Kopfschütteln am Platz! (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Da können wir nur dankbar sein. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Und wenn Sie das so abwimmeln – ich gehöre Gott sei Dank, so wie Sie ... (Abg. Öllinger: Nicht einmal das stimmt! Ihre Argumentation stimmt nicht!) Ja, stimmt nicht. Es ist mir egal, ob es stimmt in Ihren Augen oder nicht. Aber wenn ich mir Bilder aus dieser Zeit ansehe, Herr Kollege Öllinger, Bilder von Frauen, die damals die Säuglinge auf dem Rücken getragen haben oder in den Kinderwägen transportiert und zehn, 15 oder 20 Kilometer etwa aus dem großstädtischen Bereich hinaus aufs Land gefahren sind, um dort zu einem Hungerlohn in der Landwirtschaft zu arbeiten, die Holz geklaubt haben und wieder zehn, 15 oder 20 Kilometer in die Städte zurückgekommen sind, wo sie in feuchten Kellern versucht haben, mit ihren Kindern zu überleben, da ist kein Kopfschütteln am Platz! (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Da können wir nur dankbar sein. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Und wenn Sie das so abwimmeln – ich gehöre Gott sei Dank, so wie Sie ... (Abg. Öllinger: Nicht einmal das stimmt! Ihre Argumentation stimmt nicht!) Ja, stimmt nicht. Es ist mir egal, ob es stimmt in Ihren Augen oder nicht. Aber wenn ich mir Bilder aus dieser Zeit ansehe, Herr Kollege Öllinger, Bilder von Frauen, die damals die Säuglinge auf dem Rücken getragen haben oder in den Kinderwägen transportiert und zehn, 15 oder 20 Kilometer etwa aus dem großstädtischen Bereich hinaus aufs Land gefahren sind, um dort zu einem Hungerlohn in der Landwirtschaft zu arbeiten, die Holz geklaubt haben und wieder zehn, 15 oder 20 Kilometer in die Städte zurückgekommen sind, wo sie in feuchten Kellern versucht haben, mit ihren Kindern zu überleben, da ist kein Kopfschütteln am Platz! (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.) Da können wir nur dankbar sein. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Sburny: Sie tun das ja!
Politik“ zu agieren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Sburny: Sie tun das ja!)
Abg. Öllinger: Nein! Ist es nicht!
Meine Damen und Herren von der SPÖ, wenn Sie noch einen Abänderungsantrag einbringen, in dem steht, dass von dieser Zuwendung Frauen ausgeschlossen sind, die gemäß § 4 Verbotsgesetz 1945 als Nationalsozialistinnen registriert worden sind, dann frage ich mich, ob das wirklich das Ziel trifft. Selbstverständlich bekennen wir uns dazu, meine Damen und Herren, dass man schon unterscheiden soll, dass jene, die damals wirklich aktiv und in verbrecherischer Art und Weise tätig waren, von dieser Anerkennung, von dieser symbolischen Anerkennung ausgeschlossen sind. Das ist auch im Gesetz so umfasst, und Sie wissen das, meine Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Nein! Ist es nicht!)
Abg. Öllinger: Der Herr Gross ist auch nicht rechtskräftig verurteilt!
Auch in der Erklärung, die diese Frauen unterzeichnen müssen, steht, dass sie nicht rechtskräftig nach dem Verbotsgesetz oder nach anderen Gesetzen verurteilt wurden und dass sie kein Verhalten in Wort oder Tat gesetzt haben dürfen, das mit den Gedanken und Zielen eines freien und demokratischen Österreichs unvereinbar ist. (Abg. Öllinger: Der Herr Gross ist auch nicht rechtskräftig verurteilt!)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Meinen Sie den Friedrich Peter?
Das ist das aktive Tun, das wir nicht fördern wollen, aber, meine Damen und Herren, das, was Sie wollen, ist, dass auch jede Frau, die, aus welchen Gründen auch immer, in einer verurteilenswerten Organisation – keine Frage! – einfaches Mitglied geworden ist, heute, 60 Jahre danach, von dieser kleinen Zuwendung ausgeschlossen wird. Sie wissen aber ganz genau, dass es kein Problem war, dass schwer belastete Nationalsozialisten in der Zweiten Republik Mitglieder dieses Hauses werden konnten, Mitglieder von Bundesregierungen werden und Tausende Euro an Pension beziehen konnten – und vielleicht auch heute noch beziehen. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Meinen Sie den Friedrich Peter?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist skandalös!
Das war kein Problem, aber 300 € möchte man Frauen und Müttern verweigern, die damals zwar Mitglied einer verbrecherischen Organisation, aber ohne verbrecherische Handlungen gewesen sind. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist skandalös!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kollege Böhmdorfer war entsprechend mit einer Idee dabei, dass wir eine Entschließung dahin gehend eingebracht haben, dass die Bundesregierung ersucht wird, noch vorhandene Lücken bei der Entschädigung von Opfern aus dieser furchtbaren Zeit aufzuarbeiten und dort, wo solche auftreten, diese zu schließen. Wir wollen wirklich allen Opfern aus dieser Zeit, solange es noch geht, solange sie am Leben sind, entsprechende Entschädigung und Genugtuung geben – und das werden wir auch tun, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ihre Ablehnung für dieses Gesetz ist für mich unverständlich. Die Argumentation, die Sie gebracht haben, ist beschämend! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Dann müsst ihr zustimmen!
Abgeordnete Heidrun Walther (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerinnen! Ich möchte tatsächlich berichtigen: Herr Abgeordneter Scheibner hat gesagt, es gehe uns darum, dieses Geld den Frauen und den Müttern zu verwehren. – Das ist unrichtig! (Abg. Neudeck: Dann müsst ihr zustimmen!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Es geht uns darum, dieses Geld auch kinderlosen Frauen zukommen zu lassen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es geht uns darum, dieses Geld auch kinderlosen Frauen zukommen zu lassen. (Rufe bei den Freiheitlichen: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: Diesen Redebeitrag, Frau Abgeordnete, hätten Sie ohneweiters wirklich als Redebeitrag halten können. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puswald: Was ist das für eine Bemerkung?
Wer hiefür eintritt, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. – Nachdem Herr Abgeordneter Heinzl auch aufgestanden ist, ist das einstimmig angenommen. (Abg. Dr. Puswald: Was ist das für eine Bemerkung?)
Abg. Dr. Puswald: Warum?
Bevor wir zu den Punkten 10 bis 14 der Tagesordnung kommen, darf ich die Damen und Herren Abgeordneten, weil wir jetzt alle hier sind, darauf aufmerksam machen, dass ich die morgige Sitzung um 9.15 Uhr, nicht um 9 Uhr, sondern um 9.15 Uhr eröffnen werde (Abg. Dr. Puswald: Warum?), da es davor ein Sonderjournal des ORF gibt und daher die Fernsehübertragung der Nationalratssitzung erst um 9.15 Uhr beginnt. Begänne ich um 9 Uhr, kämen die Abgeordneten der Opposition, welche die Debatte einleiten, in der TV-Übertragungszeit nicht zu Wort. Daher: Beginn um 9.15 Uhr! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bevor wir zu den Punkten 10 bis 14 der Tagesordnung kommen, darf ich die Damen und Herren Abgeordneten, weil wir jetzt alle hier sind, darauf aufmerksam machen, dass ich die morgige Sitzung um 9.15 Uhr, nicht um 9 Uhr, sondern um 9.15 Uhr eröffnen werde (Abg. Dr. Puswald: Warum?), da es davor ein Sonderjournal des ORF gibt und daher die Fernsehübertragung der Nationalratssitzung erst um 9.15 Uhr beginnt. Begänne ich um 9 Uhr, kämen die Abgeordneten der Opposition, welche die Debatte einleiten, in der TV-Übertragungszeit nicht zu Wort. Daher: Beginn um 9.15 Uhr! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Wir gelangen nun zu den Punkten 10 bis 14 der Tagesordnung, worüber die Debatte unter einem durchgeführt wird. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Ich bitte, den allgemeinen Geräuschpegel zu senken! (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.) – Bitte, auch auf der Regierungsbank, das stört ungemein! Ich bitte, Ihre Begrüßungsfreuden (in Richtung von Bundesministerin Mag. Miklautsch, Bundesministerin Haubner, Bundesminister Mag. Grasser und Staatssekretär Dr. Finz) et cetera in den Gang zu verlegen! Frau Ministerin Miklautsch: Könnte sich bitte die Regierungsbank der ernsthaften Arbeit widmen?!
Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Wir gelangen nun zu den Punkten 10 bis 14 der Tagesordnung, worüber die Debatte unter einem durchgeführt wird. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Ich bitte, den allgemeinen Geräuschpegel zu senken! (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.) – Bitte, auch auf der Regierungsbank, das stört ungemein! Ich bitte, Ihre Begrüßungsfreuden (in Richtung von Bundesministerin Mag. Miklautsch, Bundesministerin Haubner, Bundesminister Mag. Grasser und Staatssekretär Dr. Finz) et cetera in den Gang zu verlegen! Frau Ministerin Miklautsch: Könnte sich bitte die Regierungsbank der ernsthaften Arbeit widmen?!
in Richtung von Bundesministerin Mag. Miklautsch, Bundesministerin Haubner, Bundesminister Mag. Grasser und Staatssekretär Dr. Finz
Präsident Dr. Andreas Khol: Wir gelangen nun zu den Punkten 10 bis 14 der Tagesordnung, worüber die Debatte unter einem durchgeführt wird. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Ich bitte, den allgemeinen Geräuschpegel zu senken! (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.) – Bitte, auch auf der Regierungsbank, das stört ungemein! Ich bitte, Ihre Begrüßungsfreuden (in Richtung von Bundesministerin Mag. Miklautsch, Bundesministerin Haubner, Bundesminister Mag. Grasser und Staatssekretär Dr. Finz) et cetera in den Gang zu verlegen! Frau Ministerin Miklautsch: Könnte sich bitte die Regierungsbank der ernsthaften Arbeit widmen?!
Abg. Rädler – auf leere Bankreihen der SPÖ und der Grünen weisend –: Die Opposition aber auch!
Abgeordneter Mag. Johann Moser (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nachdem sich die Regierung hier durch Verabschiedung schon halb aufgelöst hat (Abg. Rädler – auf leere Bankreihen der SPÖ und der Grünen weisend –: Die Opposition aber auch!), möchte ich folgende Aussage treffen: Wir von der SPÖ werden von diesen fünf Tagesordnungspunkten dreien zustimmen, das sind die Tagesordnungspunkte 10, 13 und 14, weil es sich dabei überwiegend um Umsetzungen von EU-Verordnungen, EU-Richtlinien handelt, weil es auch um Verbesserungen des Anlegerschutzes, der Vereinheitlichungen von Prospekten und der Anpassungen an die wirtschaftlichen Entwicklungen des rechtlichen Umfeldes geht und weil es sich in einem Fall um ein ganz normales Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Rumänien und Österreich handelt.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist keine Fragestunde!
Dort, wo wir aber nicht zustimmen werden, das ist bei den Immobilienveräußerungen und bei der Errichtung einer solchen Gesellschaft. Herr Minister, ich frage Sie in diesem Zusammenhang (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist keine Fragestunde!): Warum ist die Errichtung einer strategischen Immobilien Verwertungs-, Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft, der so genannten SIVBEG notwendig?
Zwischenruf des Abg. Grillitsch.
Ich frage mich: Was ist an dieser Gesellschaft strategisch? Die Antwort darauf möchte ich auch gerne wissen. Und warum soll diese Gesellschaft Tochtergesellschaften gründen? – Das ist ein wichtiger Punkt. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch.) – Ich verstehe das schon, lieber Kollege, ich habe in solchen Bereichen gearbeitet.
Abg. Neudeck: Na geh!
Warum gelten eigentlich Ihre gepredigten Worte nicht mehr? Es drängt sich da für uns schon der Verdacht auf, dass hier wieder beinharte CV-Personalpolitik angesagt ist; es drängt sich der Verdacht auf, dass hier wiederum Günstlinge versorgt werden sollen. (Abg. Neudeck: Na geh!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Minister, Sie predigen hier Wein und trinken Schampus. Wir Sozialdemokraten treten gegen diese Täuschung an. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.
Ich sage daher eines. (Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.) – Herr Kollege Moser, nein, ich glaube, dass sich jeder normale Mensch fragt, ob es notwendig ist, dass man eine derartige neue Gesellschaft errichtet und ob das sinnvoll ist. Da bin ich absolut bei Ihnen.
Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Ich ersuche Sie daher, bei dieser Vorlage mitzugehen und mit einem Ja mitzustimmen. (Beifall bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei der SPÖ.
Die Antworten sind offen; ich erwarte sie mir heute. Die Zeit ist ohnehin vorbei, und Sie werden jetzt meinen Redebeitrag beendet finden. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin sehr glücklich darüber, dass sich alle vier Parteien dieser Formulierung anschließen und auch das Ziel verfolgen, den Kapitalmarkt Österreich auf diesem Wege zu unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Das bedeutet letztlich, dass diese Gelder zusätzlich zu schlechteren Bedingungen aufgenommen werden, als die Republik das könnte. Das heißt, in jedem Fall ist es ein schlechtes Geschäft für den Steuerzahler, und daher wird das von uns abgelehnt. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Oh doch!
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! In zwei Minuten kann man zwar reden, aber nicht wirklich sehr viel sagen. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Rufe bei der SPÖ: Oh doch!) Daher werde ich mich auf einen Aspekt konzentrieren. Da hat Herr Kollege Bucher schon gute Vorarbeit geleistet, und ich werde das gerne noch ergänzen beziehungsweise pointieren.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Diese Bundesregierung hat es mit ihren bisherigen Initiativen geschafft, dass die Börse Wien, die sich lange Zeit in einem Dornröschenschlaf befunden hat, nicht nur die Traumgrenze von 3 000 ATX-Punkten durchstoßen hat, sondern die best-performende Börse in ganz Europa ist! Wie der Volksmund sagt: Von nichts kommt nichts! – Damit es noch ein bisschen besser wird, haben wir heute dieses Gesetz vorgelegt und sind froh darüber, dass in diesem Fall auch die Opposition erkannt hat, welche Verantwortung sie trägt und daher diesem Gesetz zustimmt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Ich denke, es ist das eine überlegte Angelegenheit und Sie sollten im Sinne der Kapitalzuführung für das Bundesheer Ihre Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Das ist nicht „einig’gangen“, Herr Präsident!
Ich bin der Meinung, dass dieser Abänderungsantrag bedeutend besser ist als das ursprüngliche Vorhaben, bei dem 1 900 000 m² aus dem Besitz der Veterinärmedizinischen Universität ihres heutigen Bestandes aus dem Hochschulgut an umliegende Grundeigentümer hätten verkauft werden sollen (Abg. Neudeck: Das ist nicht „einig’gangen“, Herr Präsident!) und damit die Forschungstätigkeit im Bereich der Großtierpraxispraxis und der Großtierforschung in Österreich eindeutig nicht mehr hätte stattfinden können.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich bin dafür auch dem Herrn Kollegen Stummvoll dankbar, dass es in letzter Minute möglich war, diesen sinnvollen Antrag einzubringen. Ich bitte auch die Opposition, diesen Teil zu unterstützen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herr Kollege Moser, Herr Kollege Bauer, ich glaube, dass dies ein modernes Gesetz ist, das ein Vehikel beinhaltet, Fehler, die bei bisherigen Verkäufen passiert sind, zu verhindern. Ich ersuche auch Sie von Ihrer Fraktion, im Sinne einer positiven Entwicklung des Heeresbudgets für Zustimmung zu diesem Gesetz zu werben. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
Auf Grund eines Abänderungsantrages zu einer Regierungsvorlage, in der unbewegliches Bundesvermögen veräußert wird, und zwar das der Bundesversuchsanstalten, die jedoch nicht in der Lage sein werden, diese Gelder aufzubringen, und man dort nicht den vernünftigen Weg gewählt hat, diese Grundstücke zu übertragen und damit die Lebensfähigkeit auch dort zu gewährleisten, können wir allerdings diesem Abänderungsantrag, da er nicht getrennt abgestimmt wird, nicht die Zustimmung geben, obwohl wir möchten. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Das, meine sehr geehrten Damen und Herren, tut mir eigentlich Leid.
Beifall bei der SPÖ.
Es tut mir das ehrlich Leid, denn diesem Abänderungsantrag, Herr Kollege Haupt, hätten wir gerne unsere Zustimmung gegeben. Da er allerdings an eine Regierungsvorlage angehängt ist, die nicht unseren Intentionen entspricht, ist das leider nicht möglich. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Herr Kollege Gradwohl, Sie wollten dem zustimmen, stimmen aber nicht zu und haben keine getrennte Abstimmung verlangt! (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) – Haben Sie nicht. Ich habe es so verstanden. (Abg. Gradwohl: Wenn es möglich wäre, hätte ich gerne eine beantragt!) – Jetzt nicht mehr. (Rufe bei der ÖVP: Jetzt nicht mehr!)
Abg. Gradwohl: Wenn es möglich wäre, hätte ich gerne eine beantragt!
Herr Kollege Gradwohl, Sie wollten dem zustimmen, stimmen aber nicht zu und haben keine getrennte Abstimmung verlangt! (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) – Haben Sie nicht. Ich habe es so verstanden. (Abg. Gradwohl: Wenn es möglich wäre, hätte ich gerne eine beantragt!) – Jetzt nicht mehr. (Rufe bei der ÖVP: Jetzt nicht mehr!)
Rufe bei der ÖVP: Jetzt nicht mehr!
Herr Kollege Gradwohl, Sie wollten dem zustimmen, stimmen aber nicht zu und haben keine getrennte Abstimmung verlangt! (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) – Haben Sie nicht. Ich habe es so verstanden. (Abg. Gradwohl: Wenn es möglich wäre, hätte ich gerne eine beantragt!) – Jetzt nicht mehr. (Rufe bei der ÖVP: Jetzt nicht mehr!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dass wir Forschung, Entwicklung und Innovation in diesem Land erleichtern und damit verstärken, ist ein weiterer wichtiger Impuls, weil das zweifellos ein unglaublich dynamischer Wachstums- und Beschäftigungsfaktor ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit dieser Novelle schaffen wir es, dieses Modell zu verwirklichen, das heißt, wir schaffen entsprechende Anreize, und der Einzelne hat die Wahlmöglichkeit, wofür er diese Anreize verwendet. Das ist für mich ordnungspolitisch ein Durchbruch, ein neuerlicher Quantensprung im Bereich der Förderung von Eigeninitiative, Eigenvorsorge und Eigenverantwortung. Ich stimme mit Freude diesem Gesetzespaket zu. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Die Wegzeit ist mit eingerechnet!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Herr Abgeordneter Matznetter. Wunschredezeit: 4 Minuten. (Abg. Neudeck: Die Wegzeit ist mit eingerechnet!) – Herr Kollege, Sie sind am Wort.
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Wir haben im ersten Quartal 2005 eine katastrophale Wirtschaftswachstumssituation. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) – Herr Kollege, das ist genau jene Einstellung, die uns dorthin führt! Statt dass wir hier ernsthaft darüber diskutieren, was wir tun sollten, beschränken Sie sich auf Schönreden und Zwischenrufe quasi in der Art: Was erzählt ihr denn?
Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.
Das Problem, dass wir nur 0,2 Prozent Wachstum haben, bedeutet nämlich, Herr Kollege, dass wir weiter steigende Arbeitslosenzahlen haben. Seit dem Jahr 1998 hatten wir jetzt im letzten Monat die höchste Arbeitslosigkeit. (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Abg. Dr. Stummvoll: Nennen Sie Zahlen für ein ganzes Jahr!
Herr Kollege, ich sage Ihnen auch, was vor allem ärgerlich ist. – Kollege Stummvoll sagt, dass das Wachstum hier zum Glück noch höher als in Deutschland ist. Wissen Sie, wie hoch das Wachstum im ersten Quartal war, Herr Kollege? (Abg. Dr. Stummvoll: Nennen Sie Zahlen für ein ganzes Jahr!) Das sind die einzigen Zahlen, die wir haben! Das Wachstum war in Deutschland dreimal so hoch wie in Österreich, und diese Quartalszahl allein zeigt die Wirkung Ihrer Steuerreform: Mit 0,2 Prozent Wachstum sind wir Schlusslicht in der Europäischen Union! (Zwischenruf des Abg.
Beifall bei der SPÖ.
Mag. Ikrath.) In den ersten Monaten, in denen sich die Wirkung der Steuerreform zeigen soll, ist der Ergebnisbefund unzureichend! (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.
Aber ich möchte an dieser Stelle gleich zu dem Paket kommen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Ikrath.)
Abg. Bucher: Das stimmt ja nicht!
Es heißt immer wieder, dass man nichts auf Pump machen soll. Ich frage Sie: Was ist denn das bitte anderes? Ärgerlich daran ist noch dazu, dass alle am 1. Mai hören: Jetzt wird eine Milliarde € als Forschungsanleihe sofort zur Verfügung gestellt. (Abg. Bucher: Das stimmt ja nicht!) Was stellt sich jedoch jetzt heraus, wenn Sie das vorlegen? – Sie erfolgt stückerlweise! Und noch dazu wissen wir, dass die ÖIAG diese in dieser Form, die jetzt hergestellt wird, nicht durchführen können wird. Es hätte nämlich die Republik das notwendige Geld aufzunehmen und sofort einzusetzen gehabt. – Das war leider zu kurz gegriffen und zu wenig!
Beifall bei der SPÖ.
Jetzt haben Sie leider nicht mehr Recht, aber vielleicht kommt eine anders geführte Regierung, dann können Sie weitermachen, Herr Kollege, dann ist es wieder richtig! – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Das habe ich mir fast gedacht! Aber ich bin so autoritätsgläubig! – Heiterkeit.
Nein, entschuldigen Sie, Herr Kollege Kogler! Herr Abgeordneter Bucher gelangt vor Ihnen zu Wort! (Abg. Mag. Kogler: Das habe ich mir fast gedacht! Aber ich bin so autoritätsgläubig! – Heiterkeit.)
Abg. Mag. Kogler: Den schenke ich dem Grasser!
Kommen Sie herauf zu mir, Sie bekommen 1 €! (Abg. Mag. Kogler: Den schenke ich dem Grasser!)
Abg. Mag. Wurm: Matznetter!
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Mein Vorredner Stummvoll hat schon darauf hingewiesen, dass diese Bundesregierung immer zeitgerecht auf die Konjunkturschwächen reagiert hat. Ich bin aber nicht der Ansicht des Kollegen Matzenetter. (Abg. Mag. Wurm: Matznetter!) Entschuldigung! Ich bin nicht der Ansicht Matznetters, dass diese Maßnahmen zu wenig greifen.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diese Maßnahmen und vor allem dieses Gesetz werden dafür sorgen, dass auch wesentliche Konjunkturwachstumstendenzen im Bereich von 0,3 Prozent des BIP zum Tragen kommen werden. Wir sind der Überzeugung, dass dieses Wachstumspaket wichtig und richtig ist für die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler: 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei den Grünen.
Ich wollte nur abschließend sagen: Wenn Sie am 1. Mai Nachschau halten, was der von allen apostrophierte Aiginger gesagt hat, dann werden Sie draufkommen, dass das nicht nur Ihre Agenda ist, sondern in weiten Teilen sogar die grüne, und dann sollten Sie einmal auch in diesem Bereich entsprechend vorgehen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ich sage Ihnen auch, ich wünsche mir, dass Deutschland – Sie meinten, das Wachstum betrage dort 1,5 Prozent, 2 Prozent – mehr Prozent an Wachstum machen könnte, ich würde mir wünschen, dass das möglich ist, denn das ist nach wie vor unser wichtigster Handelspartner. Das heißt, Österreich würde davon profitieren. Wenn wir bei der Einschätzung aller bekannten Institute, auch der deutschen Wirtschaftsforscher, bleiben, dann wissen wir, dass die Schätzungen für Deutschland irgendwo bei einem Prozent liegen, dass sich Italien in der Rezession befindet und dass die Schweiz bei ungefähr einem Prozent liegt. Das sind unsere wichtigsten Handelspartner. Und Österreich liegt nach der konservativsten Schätzung bei 1,8 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das heißt, ich halte einmal fest, meine Damen und Herren, Österreich wächst wesentlich schneller als die Eurozone, deren Wachstum auf 1,5 Prozent geschätzt wird, ist besser als die anderen elf Länder der Wirtschafts- und Währungsunion. Wir wachsen wesentlich schneller, was für eine kleine offene Volkswirtschaft durchaus beachtenswert ist. Und es sollte uns stolz machen auf unsere Unternehmen, auf unsere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, dass es uns gelingt, besser zu sein als unsere wichtigsten Nachbarländer und Handelspartner. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
haben – meine Damen und Herren, das ist bemerkenswert –, für das Jahr 2005 ein zusätzliches Wachstum – kumuliert durch all diese Pakete – in der Höhe von 0,6 Prozent zu erreichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben 0,6 Prozent zusätzliches Wachstum in Österreich erreicht, und wir haben für das Jahr 2006, für das die Prognosen noch wesentlich besser sind, ein zusätzliches Wachstum von einem ganzen Prozentpunkt geschafft. Das heißt, wir haben ein Prozent zusätzliches Wachstum durch diese fünf Pakete erreicht, die die Bundesregierung vorgeschlagen und die Mehrheit des Nationalrates mitgetragen und verabschiedet hat. Ich glaube, das zeigt, dass wir in der Wirtschaftspolitik auf dem richtigen Weg sind, nämlich hin zu mehr Wachstum und mehr Beschäftigung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Broukal.
Wenn hier vom Herrn Abgeordneten Matznetter erwähnt wird, das sei stückerlweise gemacht, dann muss ich ihm sagen, das ist gescheit gemacht, denn wenn wir jetzt eine Milliarde € aufnehmen und das Geld irgendwo liegen lassen und veranlagen, dann zahlen wir mehr Kreditzinsen, als wir in der Veranlagung bekommen, und schädigen damit den Steuerzahler. (Zwischenruf des Abg. Broukal.) Was macht es für einen Sinn, Liquidität liegen zu haben, die wir nicht ausgeben. Ich glaube, das wäre eine kontraproduktive Maßnahme für den Steuerzahler gewesen. (Abg. Dr. Matznetter: Das Schlimme ist, dass Sie das Geld nicht umsetzen!) Wir machen es klug, wir holen uns das Geld dann, wenn wir es für die Forschung brauchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Das Schlimme ist, dass Sie das Geld nicht umsetzen!
Wenn hier vom Herrn Abgeordneten Matznetter erwähnt wird, das sei stückerlweise gemacht, dann muss ich ihm sagen, das ist gescheit gemacht, denn wenn wir jetzt eine Milliarde € aufnehmen und das Geld irgendwo liegen lassen und veranlagen, dann zahlen wir mehr Kreditzinsen, als wir in der Veranlagung bekommen, und schädigen damit den Steuerzahler. (Zwischenruf des Abg. Broukal.) Was macht es für einen Sinn, Liquidität liegen zu haben, die wir nicht ausgeben. Ich glaube, das wäre eine kontraproduktive Maßnahme für den Steuerzahler gewesen. (Abg. Dr. Matznetter: Das Schlimme ist, dass Sie das Geld nicht umsetzen!) Wir machen es klug, wir holen uns das Geld dann, wenn wir es für die Forschung brauchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn hier vom Herrn Abgeordneten Matznetter erwähnt wird, das sei stückerlweise gemacht, dann muss ich ihm sagen, das ist gescheit gemacht, denn wenn wir jetzt eine Milliarde € aufnehmen und das Geld irgendwo liegen lassen und veranlagen, dann zahlen wir mehr Kreditzinsen, als wir in der Veranlagung bekommen, und schädigen damit den Steuerzahler. (Zwischenruf des Abg. Broukal.) Was macht es für einen Sinn, Liquidität liegen zu haben, die wir nicht ausgeben. Ich glaube, das wäre eine kontraproduktive Maßnahme für den Steuerzahler gewesen. (Abg. Dr. Matznetter: Das Schlimme ist, dass Sie das Geld nicht umsetzen!) Wir machen es klug, wir holen uns das Geld dann, wenn wir es für die Forschung brauchen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Auch Abgeordnete haben ein Privatleben!
Wenn wir im Jahre 1999 eine Forschungsquote in der Höhe von in etwa 1,8 Prozent hatten und die Statistik Austria sagt, wir liegen jetzt im Jahr 2005, noch bevor wir diese Maßnahmen gesetzt haben, bei 2,35 Prozent Forschungsquote, dann, glaube ich, ist es sehr realistisch, zu sagen, dass es uns im nächsten Jahr gelingen wird, die 2,5 Prozent zu erreichen, und dass wir bis zum Jahr 2010 – ich habe die Signale verstanden, ich bedanke mich sehr, das Hohe Haus möchte sich dann zurückziehen – eine 3-prozentige Forschungsquote tatsächlich schaffen werden. (Abg. Neudeck: Auch Abgeordnete haben ein Privatleben!) – Da das Paket wichtig ist, gestatten Sie mir noch ein paar Minuten.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Auftragsforschung ist ein ganz grundlegender und wichtiger Schritt. Wenn es uns gelingen soll, in Richtung 3 Prozent zu kommen, dann wird es nur dann gehen, wenn wir es schaffen, die breite Masse der Klein- und Mittelbetriebe für die Forschung zu gewinnen. Wir wissen, dass die Klein- und Mittelbetriebe das Rückgrat unserer Wirtschaft sind, sowohl bei der Beschäftigung, beim Wachstum als auch beim Bezahlen der Steuern. Und daher ist es ein ganz grundlegendes Anliegen, den Klein- und Mittelbetrieben zu sagen, es zahlt sich auch für euch aus, in die Forschung zu investieren. Daher ist die Auftragsforschung ein ganz wichtiger Schritt. Laut IHS wird auf Grund der Forschungsinitiative mit 7 000 Dauerarbeitsplätzen zusätzlich gerechnet. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall des Abg. Scheibner.
Fünfter Punkt: Genehmigungsboom Ökostrom. Es ist eine Verlängerung der Frist für die verpflichtende erstmalige Einspeisung von Ökostrom aus bereits genehmigten Anlagen um eineinhalb Jahre auf den 31. Dezember 2007 vorgesehen – 3 000 zusätzliche Dauerarbeitsplätze. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Bures: Das haben Sie schon voriges Jahr gesagt!
Meine Damen und Herren! Ich möchte hier die Zusage der Bundesregierung, jedem Jugendlichen, der heuer im Herbst keine Lehrstelle finden sollte, einen Lehrplatz zur Verfügung zu stellen, bekräftigen, weil es uns ein Anliegen ist, dass jeder Lehrling einen Lehrplatz hat. (Abg. Bures: Das haben Sie schon voriges Jahr gesagt!)
Abg. Bures: Jedes Jahr kündigen Sie das an! Jedes Jahr versprechen Sie das!
Ich lade Sie ein, Frau Abgeordnete ... (Abg. Bures: Jedes Jahr kündigen Sie das an! Jedes Jahr versprechen Sie das!) – Natürlich wollen wir das mit Lehrlingsentschädigung machen. Ich glaube, es ist ein gemeinsames Anliegen, dass wir es schaffen, dass jeder Lehrling tatsächlich eine Lehrstelle hat. Das sollte uns einen und eher zu Applaus einladen, Frau Abgeordnete, denn zu Kritik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Bures: Jeder Lehrling kommt zu Ihnen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Bures: Jeder Lehrling kommt zu Ihnen!
Ich lade Sie ein, Frau Abgeordnete ... (Abg. Bures: Jedes Jahr kündigen Sie das an! Jedes Jahr versprechen Sie das!) – Natürlich wollen wir das mit Lehrlingsentschädigung machen. Ich glaube, es ist ein gemeinsames Anliegen, dass wir es schaffen, dass jeder Lehrling tatsächlich eine Lehrstelle hat. Das sollte uns einen und eher zu Applaus einladen, Frau Abgeordnete, denn zu Kritik. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Bures: Jeder Lehrling kommt zu Ihnen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Daher ist das in Summe ein gutes Paket, das zwischen 0,25 und 0,3 Prozent zusätzliches Wachstum bringt, das kurzfristig 15 000 zusätzliche Arbeitsplätze laut IHS und Bundesministerium für Finanzen bringen wird, das mittelfristig sogar 20 000 neue Jobs bringen wird und daher ein gutes Paket für Wachstum und Beschäftigung ist. Ich bedanke mich im Vorhinein für Ihre Zustimmung. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es war auch von der Forschung die Rede. Es ist wichtig, die Forschung so extrem zu dotieren. Im Verhältnis zu früheren Budgets können wir uns das auf unsere Fahnen schreiben, denn nur mit neuen Produkten entstehen neue Arbeitsplätze, und das ist die entscheidende Frage. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Matznetter.
Herr Bundesminister, Sie haben zu Recht auch auf die Breitbandoffensive hingewiesen. Ich würde bitten, darüber nachzudenken, ob die steuerliche Absetzbarkeit nicht verlängert werden könnte, denn es gibt Bundesländer, die nicht die Chance hatten, innerhalb des Rahmens, in dem es Absetzmöglichkeiten gibt, die technischen Voraussetzungen zu schaffen. Und dann, wenn es sie gibt, ist ein Ungleichgewicht vorhanden. Man sollte nicht zwischen den Bundesländern Modernisierungsverlierer unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Zur Verfahrensbeschleunigung: Manches Mal frage ich mich schon, ob eine Kolonie von Käfern oder sonstigen Kleintieren wichtiger ist als der Ausbau der Infrastruktur. Wir sollten gerade zur Sicherung der Beschäftigten entsprechende Maßnahmen setzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.
Wenn der Herr Minister hier sagt, dass das jetzige Wirtschafts- und Beschäftigungsgesetz kurzfristig 15 000 Beschäftigte auslöst, im Ausschuss noch von langfristig 15 000 spricht, gleichzeitig sagt, es komme zu einer Steigerung des Wachstums von 0,25 Prozent, dann, muss ich sagen, verstehe ich die ökonomischen Zusammenhänge nicht mehr. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.) Wenn uns Aiginger und Felderer – Max, hör zu! – sagen, dass es erst Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt bei einem Wachstum in der Höhe von 2,5 Prozent aufwärts gibt, wir aber 1,8 Prozent haben, dann, muss ich sagen, gibt es keinen Zusammenhang. Diesen Zusammenhang müssen Sie mir ökonomisch erklären.
Abg. Dr. Mitterlehner: Das heißt das Fünfeck!
Es ist aus meiner Sicht schon eine dramatische Situation, dass, obwohl all das so gut ist, die Arbeitslosigkeit steigt, die Inflation steigt und das Wirtschaftswachstum zurückgeht. Man kommt also vom magischen Dreieck zum tragischen Dreieck dieser Bundesregierung. (Abg. Dr. Mitterlehner: Das heißt das Fünfeck!) Es gibt auch ein magisches Fünfeck und ein Vieleck und so weiter, aber das Klassische war das Dreieck.
Zwischenrufe bei der ÖVP.
möglich, denn diese Regierung hat sämtliche Ertrag bringenden Unternehmen verkauft. Eine Milliarde € hat sie beim Verkauf liegen gelassen. Sie hat 3,5 Milliarden an Unternehmenswerten an die Privaten, an internationale Investmentgesellschaften verschenkt. Das ist nicht mehr verfügbar. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Was bleibt jetzt? – Jetzt können wir nicht mehr so finanzieren, daher besteht der Druck, dass die Post AG und die Telekom veräußert werden müssen. Da schlittern wir in das nächste industriepolitische Chaos. Auch da werden wieder Arbeitsplätze abgebaut, wie es bisher der Fall war. Und dann wundert man sich, dass die Konjunkturprogramme nicht greifen. Aus unserer Sicht hat auch dieses Konzept keine Zukunft. Daher haben wir am 1. Mai im Österreichvertrag für Arbeit und Wachstum unsere Vorstellungen dargelegt, wonach wir zusätzliche Wachstumsraten in der Höhe von 1 bis1,5 Prozent hätten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Bures: Die Republik hat sich dieses Wirtschaftsprogramm verdient, Herr Tancsits!
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Moser hat uns gerade erklärt (Abg. Bures: Die Republik hat sich dieses Wirtschaftsprogramm verdient, Herr Tancsits!), dass die Regierung die Gewinn bringenden Unternehmen verkauft hat und dabei eine Milliarde € liegen gelassen hat.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Er hat uns die Pointe der Geschichte nicht verraten: Es handelt sich um die Wiener Landesregierung, die eine Milliarde € beim Aktientausch mit der HVB liegen gelassen hat – eine Milliarde € der österreichischen Steuerzahler! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Das ist ein Skandal, und solche Leute soll man nicht an die wirtschaftliche Lenkung eines Landes lassen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Kollege Stummvoll hat schon darauf hingewiesen, dass wir die Wahlmöglichkeiten der Eigenvorsorge damit erhöhen. Mit dieser Eröffnung, ab 1. September dieses Jahres Bauspardarlehen auch für Pflegevorsorge oder für Bildungsvorsorge verwenden zu können, machen wir, glaube ich, einen wesentlichen Schritt in Richtung Zukunftssicherung. – Man kann diesem Gesetz guten Gewissens zustimmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich hoffe, dass auch Sie alle hier im Haus das heute unterstützen, dass jetzt, wo es Schulabgänger gibt, wo es zigtausend junge Menschen gibt – mittlerweile 15 000 noch immer vom letzten Jahr –, die einen Lehrlingsausbildungsplatz brauchen, sie diesen tatsächlich auch bekommen und nicht nur auf die Floskeln irgendeines Regierungsmitglieds angewiesen sind. – Das ist der erste Punkt, den ich erwähnen möchte. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Stummvoll: Zu Recht!
Der zweite Punkt: Herr Kollege Stummvoll! Sie bejubeln hier ein Wachstums- und Beschäftigungsprogramm und Maßnahmen. (Abg. Dr. Stummvoll: Zu Recht!)
Abg. Dr. Stummvoll: Aber besser als im Ausland!
Erstens: Die Wachstumsprognosen in Österreich sind sinkend, weil Sie eine völlig falsche Wirtschaftspolitik machen. (Abg. Dr. Stummvoll: Aber besser als im Ausland!)
Abg. Dr. Stummvoll: Halb so viel wie bei Rot-Grün!
Zweitens: Die Arbeitslosigkeit, die Sie zu verantworten haben, ist die höchste der Zweiten Republik. Es hat in Österreich noch nie so viele arbeitslose Menschen gegeben als seit dem Zeitpunkt, seit dem Sie verantwortlich sind. (Abg. Dr. Stummvoll: Halb so viel wie bei Rot-Grün!) Das ist die Bilanz, mit der die Österreicher konfrontiert sind, und die haben von Ihren schönen Reden nichts! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Neudeck: Von Ihren Kampfreden auch nicht! )
Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Neudeck: Von Ihren Kampfreden auch nicht!
Zweitens: Die Arbeitslosigkeit, die Sie zu verantworten haben, ist die höchste der Zweiten Republik. Es hat in Österreich noch nie so viele arbeitslose Menschen gegeben als seit dem Zeitpunkt, seit dem Sie verantwortlich sind. (Abg. Dr. Stummvoll: Halb so viel wie bei Rot-Grün!) Das ist die Bilanz, mit der die Österreicher konfrontiert sind, und die haben von Ihren schönen Reden nichts! (Beifall bei der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP. – Abg. Neudeck: Von Ihren Kampfreden auch nicht! )
Widerspruch bei der ÖVP.
Kollegen Tancsits und dieser Bundesregierung ist der Zynismus ins Gesicht geschrieben, wenn sie davon reden, dass Menschen nicht Vorsorge für Bildung und Pflegeleistungen bekommen sollen, sondern die sollen sich einen Kredit aufnehmen. Sie sollen sich Darlehen aufnehmen, damit sie überhaupt dafür sorgen können, dass sie im Alter auch noch Pflege erfahren. – Das ist Ihr Ziel! (Widerspruch bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Sie müssen gar nichts!
Die sollen sich Bauspardarlehen aufnehmen müssen, damit sie sich überhaupt der Fortbildung und Weiterbildung widmen können. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie müssen gar nichts!) – Wissen Sie, Herr Kollege Stummvoll, das ist der Zynismus, der Ihnen und dieser Bundesregierung ins Gesicht geschrieben ist, und daher lehnen wir Sie ab. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Die Regierung oder das Gesetz?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Die Regierung oder das Gesetz?
Die sollen sich Bauspardarlehen aufnehmen müssen, damit sie sich überhaupt der Fortbildung und Weiterbildung widmen können. (Abg. Dr. Stummvoll: Sie müssen gar nichts!) – Wissen Sie, Herr Kollege Stummvoll, das ist der Zynismus, der Ihnen und dieser Bundesregierung ins Gesicht geschrieben ist, und daher lehnen wir Sie ab. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Die Regierung oder das Gesetz?)
Abg. Felzmann: Da hat er Recht!
Vielleicht schauen Sie einmal in die eigenen Reihen, denn ich muss sagen, Herr Kollege Moser, ich schätze Sie sonst sehr und kann eigentlich sagen, es ist vieles richtig, aber wenn man dann sagt, das sei ein konjunkturpolitischer und wirtschaftspolitischer Bastard, dann ist das doch irgendwie eine eigenartige Diktion. (Abg. Felzmann: Da hat er Recht!)
Abg. Mag. Wurm: Reinrassig?
Ich knüpfe einmal daran an und muss sagen, man sollte die Politik an ihrem Ergebnis messen: Ich finde, das ist eine reinrassige Konjunkturpolitik, die tadellos ist. (Abg. Mag. Wurm: Reinrassig?) Es gab bis jetzt vier Konjunkturpakete, und schauen Sie sich die Fakten an! (Abg. Mag. Wurm: Reinrassig haben Sie gesagt! Apropos Sprache! Das ist aber eine interessante Diktion!)
Abg. Mag. Wurm: Reinrassig haben Sie gesagt! Apropos Sprache! Das ist aber eine interessante Diktion!
Ich knüpfe einmal daran an und muss sagen, man sollte die Politik an ihrem Ergebnis messen: Ich finde, das ist eine reinrassige Konjunkturpolitik, die tadellos ist. (Abg. Mag. Wurm: Reinrassig?) Es gab bis jetzt vier Konjunkturpakete, und schauen Sie sich die Fakten an! (Abg. Mag. Wurm: Reinrassig haben Sie gesagt! Apropos Sprache! Das ist aber eine interessante Diktion!)
Abg. Mag. Wurm: Reinrassig!
Die EU hat in diesem Jahr ein Wachstum von 1,5 zu erwarten, wir von 1,8. Wir hätten gerne mehr, aber es ist die richtige Linie. Wir haben im Investitionsbereich mit diesen konjunkturpolitischen Programmen die richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit getroffen. (Abg. Mag. Wurm: Reinrassig!) – Das kennen Sie wahrscheinlich nicht. (Abg. Mag. Wurm: Was? – Abg. Mag. Hoscher: Können Sie das näher erläutern?)
Abg. Mag. Wurm: Was? – Abg. Mag. Hoscher: Können Sie das näher erläutern?
Die EU hat in diesem Jahr ein Wachstum von 1,5 zu erwarten, wir von 1,8. Wir hätten gerne mehr, aber es ist die richtige Linie. Wir haben im Investitionsbereich mit diesen konjunkturpolitischen Programmen die richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit getroffen. (Abg. Mag. Wurm: Reinrassig!) – Das kennen Sie wahrscheinlich nicht. (Abg. Mag. Wurm: Was? – Abg. Mag. Hoscher: Können Sie das näher erläutern?)
Abg. Mag. Hoscher: Können Sie das näher erläutern: „reinrassig“? – Bitte? (Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte zu den beiden Punkten kommen, die mir wichtig sind: Wichtig ist mir, dass die Auftragsforschung entsprechend umgesetzt wird – nicht als Mitnahmeeffekt bei den Forschungseinrichtungen, sondern als Anreiz bei den Klein- und Mittelbetrieben. (Abg. Mag. Hoscher: Können Sie das näher erläutern: „reinrassig“? – Bitte? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (fortsetzend): Wir setzen deutliche und klare Maßnahmen im Bereich der Konjunkturpolitik. Herr Kollege, wenn Sie nicht draufkommen, dass ich damit ironischerweise auf den komischen Vergleich des Herrn Kollegen Moser eingehen wollte, dass der Begriff „Bastard“ in einer Diskussion nichts zu suchen hat, dann tun Sie mir in der ganzen Diskussion sehr Leid. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das war die Folgerung von dem, was da angefangen worden ist, und nicht meine Erfindung. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Das sieht Ihnen ähnlich.
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (fortsetzend): Wir setzen deutliche und klare Maßnahmen im Bereich der Konjunkturpolitik. Herr Kollege, wenn Sie nicht draufkommen, dass ich damit ironischerweise auf den komischen Vergleich des Herrn Kollegen Moser eingehen wollte, dass der Begriff „Bastard“ in einer Diskussion nichts zu suchen hat, dann tun Sie mir in der ganzen Diskussion sehr Leid. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das war die Folgerung von dem, was da angefangen worden ist, und nicht meine Erfindung. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) – Das sieht Ihnen ähnlich.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Damit zum Schluss, meine Damen und Herren! Ich kann Ihnen sagen: Mit diesem Konjunkturpaket sind die richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit beschlossen worden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Angesichts dieser sehr kleinen Schritte des vorliegenden Entwurfs denke ich daher, dass es wichtig wäre (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – ich glaube, es ist eine freiwillige Beschränkung –, den wirtschaftspolitischen Diskurs rasch und eingehend weiterzuführen. Wir stehen dafür jedenfalls – offensichtlich im Gegensatz zu Ihnen – gerne zur Verfügung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Angesichts dieser sehr kleinen Schritte des vorliegenden Entwurfs denke ich daher, dass es wichtig wäre (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – ich glaube, es ist eine freiwillige Beschränkung –, den wirtschaftspolitischen Diskurs rasch und eingehend weiterzuführen. Wir stehen dafür jedenfalls – offensichtlich im Gegensatz zu Ihnen – gerne zur Verfügung. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zum Dritten ist mir die Bausparkasse wichtig. Meine Damen und Herren! Die Bausparkassen haben es nicht verdient, jetzt mit irgendeiner linkischen Bewegung so abgetan zu werden. Das sind letztlich Einrichtungen, die in Österreich viel Eigentum geschaffen und zu einem Wohnungsstandard geführt haben, der wirklich beachtlich ist. Dass man ihnen jetzt neue Aufgabenfelder zuordnet, ist durchaus in unser aller Interesse. Ich glaube eher, dass Ihre Skepsis darin begründet liegt, dass das etwas mit Eigentumsbildung zu tun hat, und da sind Sie nicht so ganz einer Meinung mit uns. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Deshalb sollen die, die schon zwei Wohnungen haben, weiter bausparen?
Das hat den einfachen Grund, dass zum Beispiel Direktor Lugger, bekannt als Generaldirektor der „Neuen Heimat“ in Tirol, feststellt, dass in Österreich noch immer 80 000 Wohnungen fehlen und dass die Kosten der Wohnungen enorm steigen, während die Einkommen der Bevölkerung sinken. – Das ist hier nachzulesen. (Abg. Neudeck: Deshalb sollen die, die schon zwei Wohnungen haben, weiter bausparen?) Lugger sagt, allein bis 2021 werden in Tirol jährlich 5 000 neu gebaute Wohnungen benötigt, davon 700 alleine in Innsbruck.
Abg. Neudeck: Die Logik tut weh!
Bausparkassen-Generaldirektor Josef Schmidinger meint, dass die Wohnkosten im Vorjahr deutlich zugenommen haben. Sie stiegen unter anderem durch höhere Energiekosten von durchschnittlich 16 Prozent des Haushaltseinkommens auf 20 Prozent und so weiter. (Abg. Neudeck: Die Logik tut weh!) – Kollege Neudeck! Was hat aber die FPÖ im Jahr 2000 plakatiert, um auf die Wende, die Kollege Stummvoll zitiert hat,
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch telefoniert mit seinem Handy.
zurückzukommen? – Sie haben plakatiert, Mieten werden billiger, Energiekosten werden billiger. Ich kann mich noch an diese schönen blauen Plakate erinnern. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch telefoniert mit seinem Handy.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch verlässt den Sitzungsaal.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Scheuch! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch verlässt den Sitzungsaal.)
Abg. Bucher: Nein! Sonst wäre er ja nicht gewählt worden!
Abgeordneter Kurt Eder (fortsetzend): Daneben waren die Plakate „Einfach ehrlich, einfach Jörg“. An all das können wir uns noch gut erinnern. Fünf Jahre später: Mieten so hoch wie noch nie, Wohnungen fehlen, Energiepreise so hoch wie noch nie. (Abg. Bucher: Nein! Sonst wäre er ja nicht gewählt worden!) – Das sind Ihre Wahlversprechen, und die hat die Bevölkerung durchschaut. Es ist nichts übriggeblieben von dem, was Sie den Leuten versprochen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: In Wien! Landessache, lieber Freund!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: In Wien! Landessache, lieber Freund!
Abgeordneter Kurt Eder (fortsetzend): Daneben waren die Plakate „Einfach ehrlich, einfach Jörg“. An all das können wir uns noch gut erinnern. Fünf Jahre später: Mieten so hoch wie noch nie, Wohnungen fehlen, Energiepreise so hoch wie noch nie. (Abg. Bucher: Nein! Sonst wäre er ja nicht gewählt worden!) – Das sind Ihre Wahlversprechen, und die hat die Bevölkerung durchschaut. Es ist nichts übriggeblieben von dem, was Sie den Leuten versprochen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: In Wien! Landessache, lieber Freund!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich werde natürlich jetzt in der kurzen Zeit nicht auf alle Anpassungen eingehen können, stelle aber fest, dass die Änderungen einen Wirtschaftsimpuls geben können und werden und daher gut für die Menschen in unserem Land sind. Ich darf mich dafür recht herzlich bei den Verantwortlichen in der Regierung und bei meinen Kollegen, die diesem Gesetz zustimmen werden, bedanken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir wollten eine Einigung über Steuergerechtigkeit herstellen, aber der Herr Finanzminister hat diese Einigung gebrochen. Das ist sehr schade für die Menschen in den ländlichen Regionen. Wir werden den Menschen das auch sagen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter
Dass Kollege Matznetter mit einem Quartalsergebnis argumentiert (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter), ist – mit Verlaub! – entweder unseriös oder einfach nicht ernst zu nehmen. Jeder von uns weiß nämlich, dass Quartalsergebnisse nicht einmal Indikationen sind, aber jedenfalls nichts Endgültiges aussagen, weil sie atypische Effekte in sich tragen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Dass Kollege Matznetter mit einem Quartalsergebnis argumentiert (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter), ist – mit Verlaub! – entweder unseriös oder einfach nicht ernst zu nehmen. Jeder von uns weiß nämlich, dass Quartalsergebnisse nicht einmal Indikationen sind, aber jedenfalls nichts Endgültiges aussagen, weil sie atypische Effekte in sich tragen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter
selt, lässt nicht weiter verwundern, denn es ist ja diese Partei, die offensichtlich auf Grund einer solchen Wirtschaftskompetenz (anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter) vom Milliardengrab der Verstaatlichten bis zum „Konsum“-Desaster alles zu verantworten hat.
Zwischenruf der Abg. Bures.
Lassen Sie mich meine Ausführungen mit folgender Klarstellung schließen: Wir wollen auch bei Bausparkassen eine zusätzliche Möglichkeit eröffnen, und zwar gerade für jene Menschen, die nicht so begütert sind, und das in den Feldern Pflege und Bildung. (Zwischenruf der Abg. Bures.) Das ist eine zusätzliche Möglichkeit. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Bures. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Jeder kann, aber muss sie nicht in Anspruch nehmen. Nur: Wir wollen eben ordnungspolitisch Vielfalt statt Einfalt. Da unterscheiden wir uns grundlegend voneinander!
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Bures. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Lassen Sie mich meine Ausführungen mit folgender Klarstellung schließen: Wir wollen auch bei Bausparkassen eine zusätzliche Möglichkeit eröffnen, und zwar gerade für jene Menschen, die nicht so begütert sind, und das in den Feldern Pflege und Bildung. (Zwischenruf der Abg. Bures.) Das ist eine zusätzliche Möglichkeit. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Bures. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Jeder kann, aber muss sie nicht in Anspruch nehmen. Nur: Wir wollen eben ordnungspolitisch Vielfalt statt Einfalt. Da unterscheiden wir uns grundlegend voneinander!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden uns auch durch die Opposition nicht beirren lassen, das zu tun, was die Menschen in unserem Land von uns erwarten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Bundesregierung setzt mit dieser Regierungsvorlage und auch mit dem Reformdialog ihren erfolgreichen Kurs fort. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Bundesminister Grasser meint, für jeden Lehrplatzwilligen soll es einen Lehrplatz geben, dann muss ich sagen: Das haben wir schon einmal gehört, aber schöne Reden sind einfach zu wenig! Die Fakten sprechen eine andere Sprache: Es gibt 6 000 Lehrplatzsuchende. Es sind 16 000 Jugendliche ohne Arbeitsstelle. Darauf gibt aber dieses Maßnahmenpaket keine Antwort, meine sehr geschätzten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Aber ein sehr großes Problem, meine sehr geschätzten Damen und Herren, sehen wir bei der Neuordnung der Rechtsverhältnisse der ÖIAG. Zusätzliche Mittel für die Forschung sind unabdingbar und enorm wichtig, aber diese sollen nicht durch Privatisierungserlöse aufgebracht werden. Doch dorthin geht der Weg, wie wir aus der Vorlage entnehmen können. Wir glauben, dass das der falsche Weg ist, und daher werden Sie uns bei diesem Punkt nicht als Partner haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn wir wissen, dass mit jeder dieser Anlagen Hunderte, ja Tausende Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden können, zum einen in der Produktion, zum anderen aber auch in der Herstellung der Anlagen, dann können wir, glaube ich, sagen: Das ist eine Maßnahme, die beispielgebend ist dafür, wie diese Regierung auch für den ländlichen Raum entsprechende Maßnahmen setzt und dazu beiträgt, dass die Strukturen im ländlichen Raum entsprechend verbessert und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Ich sage Ihnen, Herr Staatssekretär: Wichtig wäre gewesen eine Zweckwidmung der Wohnbauförderungsgelder in Richtung Althaussanierung, in Richtung Kyoto-Zielsetzung, in Richtung Energiesparmaßnahmen und in Richtung Bau. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Auch in Richtung Verbesserung der Mietsubstanz. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Neudeck.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Neudeck.
Ich sage Ihnen, Herr Staatssekretär: Wichtig wäre gewesen eine Zweckwidmung der Wohnbauförderungsgelder in Richtung Althaussanierung, in Richtung Kyoto-Zielsetzung, in Richtung Energiesparmaßnahmen und in Richtung Bau. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Auch in Richtung Verbesserung der Mietsubstanz. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Neudeck.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ellmauer.
Dann hätten wir wirklich Konjunktureffekte, die wir dringend brauchen, neben dem zweiten großen Punkt, nämlich der Steuerreform, in Richtung Stärkung der Konsumkraft. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Ellmauer.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Ich zitiere weiter: „Österreich katapultierte sich damit bezüglich der Defizitquote auf die Schlusslichtposition unter den EU-Mitgliedsländern.“ – Das Schlusslicht ist rot. Ja, das ist natürlich Ihre Farbe! Aber es ist wirtschaftlich nicht gut, Kollege Matznetter. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
„Vor wenigen Wochen haben IWF und OECD bei ihren regelmäßigen Beurteilungen ...“ (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
„...bei ihren regelmäßigen Beurteilungen der österreichischen Wirtschaftspolitik die beachtlichen Reformerfolge sehr gewürdigt.“ (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Kollege Matznetter, hören Sie zu!
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.
„Eine Fortsetzung des eingeschlagenen Reformkurses“ – das heißt, diese Regierung soll so weitermachen ... (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Matznetter, bitte nicht am Ende des Tages in den Dialog von der letzten Bank aus treten! Melden Sie sich erneut zu Wort! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Dem Kollegen Eder möchte ich etwas sagen. Kollege Eder, die Erweiterung der Bausparkassenmöglichkeiten bedeutet erstens keine Pflicht, für Bildung und Pflege einen Kredit aufzunehmen, wie es Kollegin Bures gesagt hat. Das ist keine Pflicht! (Zwischenruf des Abg. Eder.)
Abg. Eder nickt bejahend mit dem Kopf.
Kollege Eder, du weißt natürlich ganz genau, dass den Bausparkassen die Bauspardarlehen nicht verboten werden, aber es sollen Leute bei Bausparkassen weiter sparen, und zwar auch für ... (Abg. Eder nickt bejahend mit dem Kopf.) Gut, das heißt, du hast es verstanden, du stimmst mit. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Kollege Eder, du weißt natürlich ganz genau, dass den Bausparkassen die Bauspardarlehen nicht verboten werden, aber es sollen Leute bei Bausparkassen weiter sparen, und zwar auch für ... (Abg. Eder nickt bejahend mit dem Kopf.) Gut, das heißt, du hast es verstanden, du stimmst mit. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben zur Kenntnis genommen, dass auch in der Exportförderung ökologische Argumente zu berücksichtigen sind, und ich gehe davon aus, Sie, Frau Kollegin Lunacek, haben zur Kenntnis genommen, dass zwischen Exportförderung und Entwicklungspolitik doch ein kleiner Unterschied ist. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Bucher.
Versuchen wir, bis zur nächsten Verlängerung der Ausfuhrförderung in fünf Jahren die Unternehmen so weit zu bringen, CSR zu akzeptieren, wenn sie für alle gilt. Eine öffentliche Förderung – wenn wir ein Regel-System vorgeben, auch wenn es freiwillig ist – sollte irgendwann gebunden sein an die Einhaltung dieser Standards. Ich appelliere daran – bei aller Liebe zur Freiwilligkeit bei CSR-Maßnahmen –: Trachten wir danach, dass CSR Wirklichkeit für alle Unternehmen wird! – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Bucher.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen sowie der ÖVP.
MuseumsQuartier auf einen Kaffee aufhält. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen sowie der ÖVP.)
Beifall des Abg. Dr. Stummvoll.
Es stimmt uns alle sehr glücklich – mich nicht zuletzt deshalb, weil Kollege Posch auch ein Landsmann von mir ist –, dass er wieder bei Kräften ist und sich voller Gesundheit erfreut. Hoffentlich verfolgt er unsere Diskussionsbeiträge zu mehr Beschäftigung und Entwicklung in Österreich – wenn schon nicht hier im Hohen Haus, so zumindest über eine Fernleitung, die er ins MuseumsQuartier hinübergelegt bekommen hat. (Beifall des Abg. Dr. Stummvoll.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das Ausfuhrförderungsgesetz stellt einen wichtigen Grundstein für unsere Exportentwicklung in Österreich dar. Ich freue mich, dass es Übereinstimmung gibt, was die Zielbestimmungen für die Zukunft betrifft, dass die Unternehmen auch in Zukunft stark gefördert werden in ihren Exportbemühungen und dass ökologisch sinnvolle Maßnahmen und Zielbestimmungen ergriffen worden sind, auch beschäftigungspolitische, auch sozialpolitische Zielsetzungen, die in Zukunft den Unternehmen als Basis vorgegeben werden, um ihre Exportentwicklungen entsprechend entfalten zu können. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Lunacek – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ein bisschen mehr sind es noch!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Frau Abgeordnete Mag. Lunacek 2 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Mag. Lunacek – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ein bisschen mehr sind es noch!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir haben in langen Gesprächen sehr wohl und auch gerne zur Kenntnis genommen, dass es hier Bewegung gegeben hat, die in diesem Zusammenhang wirklich einmalig und erstmalig ist. Das nehme ich zur Kenntnis, das nehmen wir zur Kenntnis und werden deshalb in zweiter Lesung unserem Abänderungsantrag zustimmen, dem anderen nicht, in der dritten Lesung aber dem gesamten Gesetz zustimmen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher ist es wichtig, dass dieses wichtige Instrumentarium, die Übernahme von Haftungen, die Exportfinanzierung, in der Form im wesentlichen Kern erhalten bleibt und nicht überfrachtet wird mit anderen Zielvorgaben. Ich bin froh, wenn diese beiden Gesetzesvorlagen heute angenommen werden, aber bitte darum, dass im Kern die Exportförderung als wichtiges Instrumentarium für die heimische Wirtschaft auch wirklich erhalten bleibt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Mehr als 50 Prozent des BIP hängen letztlich vom Export ab. Durch die Haftung werden in etwa 7 Prozent des Exportes abgesichert. Bei dieser Gelegenheit sollten wir auch einmal danke sagen den über hundert Außenhandelsstellen der Wirtschaftskammer, vor allem den Außenhandelsdelegierten, die unwahrscheinlich wichtige Botschafter im Hinblick auf Exportmöglichkeiten sind! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Alles in allem ein hervorragendes Zeugnis österreichischer Wirtschaftsleistung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bitte, daran weiter zu arbeiten; das sind wir auch dem Steuerzahler schuldig. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
grundsätzlich daran arbeiten, dass in Deutschland eine politische Veränderung herbeigeführt wird, damit dort bürgerliche Mehrheiten entstehen und vielleicht auch die Leistungsbilanz und die Handelsbilanz ein bisschen verbessert werden können. Das dient unseren Standorten und insbesondere natürlich auch unseren Arbeitsplätzen. – Daran arbeiten wir. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Josef Bucher (fortsetzend): Ich darf um Ihre Zustimmung werben. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Bitte machen Sie das, damit nicht irrwitzige Steuern entstehen, die zwar den Gemeinden kurzfristig helfen, der Bevölkerung aber langfristig schaden und vor allem wirtschaftspolitisch unsinnig sind. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Haupt- und Nebenkeulen
die Abstrahlrichtungen (Haupt- und Nebenkeulen) und nicht zuletzt
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bin sehr froh darüber, dass Vizekanzler Hubert Gorbach das auch so sieht – und entsprechende Gutachten bereits in Arbeit sind. Wir hoffen, dass man von dieser Unsinnigkeit Abstand nehmen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)