Eckdaten:
Für die 14. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 772 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren! Die Sitzung ist eröffnet. Ich bitte Sie, Platz zu nehmen und begrüße Sie alle herzlich. Besonders herzlich begrüße ich Herrn Bundespräsidenten Dr. Thomas Klestil, der, wie es Tradition ist, der Budgetrede des Finanzministers beiwohnt. Herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Öllinger: Tatsächlich?
Ihnen das Doppelbudget für die Jahre 2003 und 2004 zu präsentieren. (Abg. Öllinger: Tatsächlich?) In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei den Regierungskolleginnen und -kollegen sehr herzlich für die sehr erfolgreichen und sehr konstruktiven Budgetverhandlungen bedanken.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das Doppelbudget 2003 und 2004 ist ein Zukunftsbudget, es ist ein Reformbudget, und es ist ein entlastendes Budget. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir werden mit diesem Budget in die Zukunft unseres Landes investieren; wir werden Reformen zur nachhaltigen Sicherung unserer Sozialsysteme umsetzen; wir werden die Verwaltungsreform fortsetzen und die Steuerbelastung deutlich senken. Nur das ist der richtige Weg, um einen wirtschaftlichen Aufschwung aus eigener Kraft zu schaffen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: „Buchhaltungsskandale“? – Das sind Wirtschaftsskandale!
Führen wir uns einige der Ereignisse mit bedeutenden Auswirkungen auf die weltwirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre vor Augen: Auf der sicherheitspolitischen Seite ist da zunächst der grauenhafte Terroranschlag des 11. September 2001, dann der weltweite Kampf gegen den Terrorismus, der Krieg in Afghanistan, dann der Krieg im Irak, und auf der wirtschaftspolitischen Seite gibt es gleichzeitig massive Vertrauensverluste der Investoren und der Anleger durch Buchhaltungsskandale wie im Falle Enron. (Abg. Öllinger: „Buchhaltungsskandale“? – Das sind Wirtschaftsskandale!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn wir aber dieses Potential für einen Aufschwung – und damit für mehr Wohlstand, für mehr Arbeitsplätze – heben wollen, dann ist gerade jetzt Gemeinsamkeit gefragt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Frechheit!
Meine Damen und Herren! Wirtschaft – das müssen wir wissen – ist vor allem auch eine Frage der Psychologie. Und daher sollten wir alle in diesem Hohen Haus an die Repräsentanten der Gewerkschaft appellieren: Beendet eure Streiks gegen die Bundesregierung! Beschädigt nicht die gute wirtschaftliche Basis, die wir uns erarbeitet haben! Es ist unverantwortlich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Rufe bei der SPÖ: Frechheit!)
Abg. Öllinger: Nehmen Sie lieber Ihre Verantwortung wahr!
Es ist unverantwortlich, den Unternehmern und den Arbeitnehmern unseres Landes in einer schwierigen Situation zu schaden. (Abg. Öllinger: Nehmen Sie lieber Ihre Verantwortung wahr!) Kehren Sie – das ist mein Appell – zum Dialog und an den Verhandlungstisch zurück! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist unverantwortlich, den Unternehmern und den Arbeitnehmern unseres Landes in einer schwierigen Situation zu schaden. (Abg. Öllinger: Nehmen Sie lieber Ihre Verantwortung wahr!) Kehren Sie – das ist mein Appell – zum Dialog und an den Verhandlungstisch zurück! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Welche?
Dennoch – und das möchte ich betonen – hat die Bundesregierung immer diesen kleinen nationalen Spielraum, der der Wirtschaftspolitik in einer globalisierten Welt verbleibt, genutzt, um vernünftige Impulse und Anreize zu setzen – nicht durch große, schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme, sondern durch strukturell sinnvolle Konjunkturprogramme. (Rufe bei der SPÖ und den Grünen: Welche?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, um mich bei den vielen Österreicherinnen und Österreichern, bei den Hilfsorganisationen für ihre große, ja ich glaube, wir müssen wirklich sagen: für ihre sensationelle Spendenbereitschaft für die Opfer der Flutkatastrophe zu bedanken. Ich möchte mich bei den Ländern und Gemeinden für die gute Zusammenarbeit bei der Abwicklung dieser Hilfsprogramme bedanken. Wir haben bisher mehr als 210 Millionen € an Zuschüssen ausgezahlt. Wir konnten gemeinsam mehr als 30 000 Familien helfen. Man sieht: Im Notfall stehen wir zusammen! Die Initiative wurde von allen Fraktionen des Hohen Hauses unterstützt. Das ist Österreich! Das ist gelebte Solidarität! Wir sollten bei anderen Themen genauso vorgehen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das stimmt nicht! – Abg. Eder: Das stimmt wahrscheinlich überhaupt nicht, was da steht!
mit 4,1 Prozent die niedrigste Arbeitslosenrate ... (Abg. Öllinger: Das stimmt nicht! – Abg. Eder: Das stimmt wahrscheinlich überhaupt nicht, was da steht!), die drittniedrigste Arbeits-
Abg. Eder: Da können Sie nichts dafür!
dass die Exportleistungen unserer Unternehmen im Vorjahr mit 113 Milliarden € einen neuen Rekordwert erreicht haben (Abg. Eder: Da können Sie nichts dafür!),
Abg. Öllinger: Firmenpleiten!
Meine Damen und Herren! Das ist eine hervorragende Leistungsbilanz in einer schwierigen wirtschaftlichen Zeit (Abg. Öllinger: Firmenpleiten!), und ich möchte den tüchtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Unternehmerinnen und Unternehmern ganz herzlich danken und ihnen zu diesen herausragenden Leistungen gratulieren. So schnell macht uns das niemand nach! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist eine hervorragende Leistungsbilanz in einer schwierigen wirtschaftlichen Zeit (Abg. Öllinger: Firmenpleiten!), und ich möchte den tüchtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Unternehmerinnen und Unternehmern ganz herzlich danken und ihnen zu diesen herausragenden Leistungen gratulieren. So schnell macht uns das niemand nach! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Das haben Sie vor zwei Jahren auch erzählt!
Meine Damen und Herren! Die heimischen Wirtschaftsforscher gehen zurzeit davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in der ersten Jahreshälfte 2003 noch schwach bleibt. Für die zweite Jahreshälfte wird allerdings wiederum ein leichter Konjunkturaufschwung erwartet, der sich dann im Jahr 2004 deutlich beschleunigen sollte. (Abg. Eder: Das haben Sie vor zwei Jahren auch erzählt!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Meine Damen und Herren! Die Österreicherinnen und Österreicher wissen, dass nur eine leistungsstarke Wirtschaft Wohlstand und Arbeit schaffen und erhalten kann. Das bedeutet, dass wir unsere Wirtschaftspolitik an den Prinzipien der wirtschaftlichen Freiheit, der Leistung, des Wettbewerbs, der Nachhaltigkeit, aber natürlich auch an der sozialen Verantwortung orientieren. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.) Nur eine starke Wirtschaft, meine Damen und Herren, sichert den sozialen Zusammenhalt auf Dauer, denn – um mit Friedrich August von Hayek zu sprechen – „es ist eine grundlegende Illusion des Sozialismus, daß sich Armut durch Umverteilung des bestehenden Wohlstands beseitigen läßt“.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Immer mehr Arbeitslose!
Einzelnen wieder lohnt. Wir wollen daher weniger Staatseinfluss und mehr Markt. Wir wollen weniger Bürokratie und mehr Freiheit für den Einzelnen. Wir wollen weniger Arbeitslose und mehr Beschäftigung. Wir wollen eine nachhaltige Steuerentlastung – und damit mehr Chancen für Österreich! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Jarolim: Immer mehr Arbeitslose!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Da sich unsere Politik an liberalen und an sozialen Grundsätzen orientiert und Reformen rasch umsetzt, hat sich die Attraktivität des Standorts Österreich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Im World Competitiveness Scoreboard war Österreich 1999 noch auf Platz 18. Inzwischen sind wir auf Platz 13 vorgerückt, also sind wir weltweit der dreizehntwettbewerbsfähigste Wirtschaftsstandort. Im Institutional Investor lagen wir 1999 auf Platz 16, jetzt nehmen wir Platz 9 ein. Im Ranking der EU-Indikatoren belegen wir bereits den beachtlichen 5. Platz. Wir wissen, was wir wollen – und das zahlt sich aus für Österreich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ: Abfangjäger!
Meine Damen und Herren! Man sieht, wir haben viel erreicht! Österreich ist gut gerüstet, aber wir wollen noch mehr. (Rufe bei der SPÖ: Abfangjäger!) – Ich komme später dazu. – Die Bundesregierung hat vor kurzem eine Offensive gestartet, damit Österreich unter die drei besten Standorte in Europa aufsteigen kann. Wir haben also ein ganz klares Ziel: Wir wollen Top-3-Wirtschafts- und Arbeitsstandort in Europa werden, weil wir wissen, dass Standortsvorteile mehr Investitionen bringen. Investitionen sind Arbeitsplätze, Arbeitsplätze sind Einkommen, und Einkommen bedeutet Sicherheit und Lebenschancen für die Österreicherinnen und Österreicher. Und genau das wollen wir! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Man sieht, wir haben viel erreicht! Österreich ist gut gerüstet, aber wir wollen noch mehr. (Rufe bei der SPÖ: Abfangjäger!) – Ich komme später dazu. – Die Bundesregierung hat vor kurzem eine Offensive gestartet, damit Österreich unter die drei besten Standorte in Europa aufsteigen kann. Wir haben also ein ganz klares Ziel: Wir wollen Top-3-Wirtschafts- und Arbeitsstandort in Europa werden, weil wir wissen, dass Standortsvorteile mehr Investitionen bringen. Investitionen sind Arbeitsplätze, Arbeitsplätze sind Einkommen, und Einkommen bedeutet Sicherheit und Lebenschancen für die Österreicherinnen und Österreicher. Und genau das wollen wir! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Hohes Haus! Ein Eckpfeiler der österreichischen Wirtschaftspolitik ist unsere stabilitätsorientierte Budgetpolitik – eine grundvernünftige Budgetpolitik, die sich mit dem Nulldefizit, mit dem ausgeglichenen Haushalt über den Konjunkturzyklus ein sehr ambitioniertes Ziel gesetzt hat. Wir wollten das für die Bevölkerung nachvollziehbar und überprüfbar machen. Wir haben vor allem die Staatsausgaben deutlich reduziert und trotz schwieriger konjunktureller Lage erstmals seit mehr als 30 Jahren das Nulldefizit im Jahr 2001 erreicht. Diese Politik ist notwendig, sie ist erfolgreich, und wir werden sie auch in den nächsten Jahren fortsetzen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.
Vergleichen wir das Jahr 1999 und das Jahr 2002: Bei meinem Amtsantritt als Finanzminister im Februar 2000 musste ich ein gesamtstaatliches Defizit von 2,3 Prozent aus dem Jahr 1999 übernehmen; die Abgabenquote lag damals bei 44,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. – Trotz schwacher konjunktureller Entwicklung haben wir im vergangenen Jahr, also 2002, ein Defizit von 0,6 Prozent erreicht – ein international hervorragender Wert. Gleichzeitig ist die Abgabenquote auf 44,6 Prozent, also nur ganz leicht, angestiegen. Das heißt, wir haben das Defizit von 2,3 auf 0,6 Prozent reduziert, haben konsolidiert, und zwar um 1,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Nur 0,2 Prozent davon sind auf eine steigende Abgabenquote zurückzuführen, 1,5 Prozent, meine Damen und Herren, waren ausgabenseitig konsolidiert – und damit ist der überwiegende Teil der Defizitverbesserung ausgabenseitige Konsolidierung. Und diesen Weg, den wir von Beginn an angestrebt haben, werden wir fortsetzen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Widerspruch bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.
Entgegen den Beispielen anderer Länder – auch entgegen den Vorschlägen der Opposition – hat diese Bundesregierung ihren Kurs der stabilitäts- und reformorientierten Wirtschaftspolitik nie verlassen. Diese transparente und mutige Politik hat uns wirtschaftspolitisch Anerkennung gebracht: beim Internationalen Währungsfonds, bei der OECD, bei der Kommission der Europäischen Union, bei internationalen Rating-Agenturen, bei den Finanzmärkten, vor allem aber, meine Damen und Herren, bei der österreichischen Bevölkerung. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Österreicherinnen und Österreicher haben ganz klar erkannt, dass diese seriöse und stabilitätsorientierte Finanzpolitik wichtig für unser Land ist, weil sie eben wissen, dass solide Staatsfinanzen die notwendige Voraussetzung für eine nachhaltige und sozial gerechte Wirtschaftpolitik sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: O Gott, jetzt kommt das auch noch!
Jeder Haushalt, jedes Unternehmen hat eine Budgetbeschränkung. Niemand kann auf Dauer mehr Geld ausgeben als er einnimmt – das gilt selbstverständlich auch für die Republik Österreich. (Abg. Öllinger: O Gott, jetzt kommt das auch noch!) Dauerhafte Defizite, meine Damen und Herren – das hat sich immer wieder gezeigt –, führen zu höheren Staatsschulden. Höhere Staatsschulden führen zu höheren Zinsen auf diese Staatsschuld – und wir alle müssen diese Zinsen über höhere Steuern und Abgaben finanzieren. Das führt weiters zu weniger Investitionen, zu langsamerem Strukturwandel, zu geringerer internationaler Wettbewerbsfähigkeit und damit letztlich zu geringerem Wirtschaftswachstum bei steigender Arbeitslosigkeit. (Abg. Dr. Fischer: Darum macht er Schulden! – Abg. Öllinger: Ihre Politik schafft Arbeitslose!) Das ist das Modell der rot-grünen Koalition in Deutschland – und genau das Gegenteil ist unser Ziel! Wir wollen mehr Investitionen, mehr Wachstum, mehr Beschäftigung. Daher ist ein über den Zyklus ausgeglichenes Budget, das Nulldefizit, nicht numerisches Dogma, sondern ein grundvernünftiges wirtschaftspolitisches Konzept.
Abg. Dr. Fischer: Darum macht er Schulden! – Abg. Öllinger: Ihre Politik schafft Arbeitslose!
Jeder Haushalt, jedes Unternehmen hat eine Budgetbeschränkung. Niemand kann auf Dauer mehr Geld ausgeben als er einnimmt – das gilt selbstverständlich auch für die Republik Österreich. (Abg. Öllinger: O Gott, jetzt kommt das auch noch!) Dauerhafte Defizite, meine Damen und Herren – das hat sich immer wieder gezeigt –, führen zu höheren Staatsschulden. Höhere Staatsschulden führen zu höheren Zinsen auf diese Staatsschuld – und wir alle müssen diese Zinsen über höhere Steuern und Abgaben finanzieren. Das führt weiters zu weniger Investitionen, zu langsamerem Strukturwandel, zu geringerer internationaler Wettbewerbsfähigkeit und damit letztlich zu geringerem Wirtschaftswachstum bei steigender Arbeitslosigkeit. (Abg. Dr. Fischer: Darum macht er Schulden! – Abg. Öllinger: Ihre Politik schafft Arbeitslose!) Das ist das Modell der rot-grünen Koalition in Deutschland – und genau das Gegenteil ist unser Ziel! Wir wollen mehr Investitionen, mehr Wachstum, mehr Beschäftigung. Daher ist ein über den Zyklus ausgeglichenes Budget, das Nulldefizit, nicht numerisches Dogma, sondern ein grundvernünftiges wirtschaftspolitisches Konzept.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Mit dem heute vorgelegten Doppelbudget werden wir diesen Weg mit aller Konsequenz weitergehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Das sollen die Länder und Gemeinden zahlen!
Bei den Ländern, Städten und Gemeinden gehen wir im Sinne des innerösterreichischen Stabilitätspaktes 2003 von Gebarungsüberschüssen von 0,5 Prozent beziehungsweise 2004 von 0,7 Prozent aus. Das für die Finanz- und Wirtschaftspolitik relevante und wichtige gesamtstaatliche Defizit beträgt daher heuer 1,3 Prozent und im Jahr 2004 bereits sehr gute und international mehr als herzeigbare 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. (Abg. Eder: Das sollen die Länder und Gemeinden zahlen!)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen
An dieser Stelle, meine Damen und Herren, möchte ich betonen, dass in einer schwächeren konjunkturellen Phase, wie wir sie derzeit in Österreich haben, Defizite im Staatshaushalt durchaus sinnvoll sind (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen), denn sie entstehen in erster Linie durch höhere Ausgaben für die steigende Zahl der Arbeitslosen sowie durch geringere Steuerleistungen der Betriebe. (Abg. Mag. Wurm: Eine neue Rechnung!)
Abg. Mag. Wurm: Eine neue Rechnung!
An dieser Stelle, meine Damen und Herren, möchte ich betonen, dass in einer schwächeren konjunkturellen Phase, wie wir sie derzeit in Österreich haben, Defizite im Staatshaushalt durchaus sinnvoll sind (ironische Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen), denn sie entstehen in erster Linie durch höhere Ausgaben für die steigende Zahl der Arbeitslosen sowie durch geringere Steuerleistungen der Betriebe. (Abg. Mag. Wurm: Eine neue Rechnung!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diese Defizite stabilisieren vorübergehend die Konsum- und die Investitionsnachfrage, ohne dass sie – und das ist uns wichtig! – langfristig zu einem Anstieg der Staatsverschuldung führen. Entscheidend ist dabei allerdings, dass Defiziten in schwacher Konjunktur eben Überschüsse in guten Zeiten, in hochkonjunktureller Zeit folgen. Genau das ist der Unterschied, meine Damen und Herren, zwischen der Defizitpolitik der letzten 30 Jahre und der von uns erreichten neuen stabilitätsorientierten Finanzpolitik – und genauso werden wir weitergehen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In den ersten drei genannten Ländern sind – trotz hoher Defizite – die Arbeitslosenraten weit höher und stärker ansteigend als in Österreich. Das heißt, man macht massiv Schulden, man gibt sehr viel Geld diskretionär aus, trotzdem: Arbeitslosenraten viel höher, Wachstum schwächer als in Österreich. Insgesamt erhöhen diese drei Länder, die ich soeben genannt habe, ihren Schuldenstand allein im Jahr 2003 um mehr als 100 Milliarden €. Auch daran erkennt man, dass es gut war, dass wir rechtzeitig eine Wende in der Finanzpolitik erreicht haben. Ein verlässlicher Weg – und jeder weiß, woran er ist, und: Es zahlt sich aus für Österreich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Bildung?!
Hohes Haus! Wenn man die Ausgabenseite der vorgelegten Budgets für die Jahre 2003 und 2004 näher betrachtet, sieht man, dass sich darin zwei Schwerpunkte dieser Bundesregierung spiegeln. Erstens: Wir wollen passive Ausgabenkategorien, also Verwaltungskosten, Subventionen, Zinszahlungen verringern. Zweitens: Wir wollen zukunftsorientierte Ausgaben, wie etwa für Ausbildung, Forschung, Entwicklung, Höherqualifizierung, Technologieorientierung, Infrastruktur (Abg. Öllinger: Bildung?!), Bildung (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen) selbstverständlich erhöhen.
ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen
Hohes Haus! Wenn man die Ausgabenseite der vorgelegten Budgets für die Jahre 2003 und 2004 näher betrachtet, sieht man, dass sich darin zwei Schwerpunkte dieser Bundesregierung spiegeln. Erstens: Wir wollen passive Ausgabenkategorien, also Verwaltungskosten, Subventionen, Zinszahlungen verringern. Zweitens: Wir wollen zukunftsorientierte Ausgaben, wie etwa für Ausbildung, Forschung, Entwicklung, Höherqualifizierung, Technologieorientierung, Infrastruktur (Abg. Öllinger: Bildung?!), Bildung (ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen) selbstverständlich erhöhen.
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Österreich braucht – wie es der Herr Bundeskanzler in seiner Regierungserklärung betont hat – helle Köpfe. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Mit dem Übergang von der hierarchisch-strukturierten Industrie zur vernetzt-strukturierten Informationsgesellschaft entstehen völlig veränderte Anforderungen an die Qualifikationsmuster unserer Gesellschaft.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir müssen daher eine Politik verfolgen, die das Angebot für Bildung und Ausbildung laufend verbessert. Freiheit und Eigenverantwortung, meine Damen und Herren, bedeuten, dass die Menschen diese Chancen selbst nützen müssen. Unsere Aufgabe hingegen ist es, diese Chancen zu ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Genau da setzen wir mit den beiden vorliegenden Budgets ganz klare Prioritäten: Wir sehen für den Bundesvoranschlag 2003 über 8,2 Milliarden € für Bildung und Wissenschaft vor; 2004 werden diese Ausgaben sogar auf über 9 Milliarden € ansteigen. – Im Jahr 1999 waren das noch recht bescheidene 7,5 Milliarden €. Bundesministerin Gehrer hat damit erreicht, dass die Ausgaben für Universitäten und wissenschaftliche Einrichtungen zwischen 1999 und 2004 fast verdoppelt werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Durch ein bereits jetzt für die Jahre 2004 bis 2006 gesetzlich festgelegtes Budget für die Universitäten besteht hier auch etwas, was bisher nicht gegeben war, nämlich mittelfristig Planungssicherheit – ein wichtiger Fortschritt für die Universitäten. Die Ausgaben für die Fachhochschulen – das möchte ich besonders betonen – erhöhen wir für die beiden kommenden Jahre auf 107 Millionen €. Das ist im Vergleich zu 1999 mehr als eine Verdoppelung der Mittel, die wir für die Fachhochschulen einsetzen. Noch nie wurde finanziell so viel für den Bildungs- und Wissenschaftsbereich geleistet wie in diesen beiden Budgets. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir werden unsere Wissenschaftsministerin Liesl Gehrer, wir werden unseren Forschungsminister Hubert Gorbach, wir werden unseren Wirtschaftsminister Martin Bartenstein unterstützen, damit dieser Weg möglich wird. Das sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes, für mehr Wachstum, für mehr Innovation, für mehr Beschäftigung in Österreich – unsere gemeinsamen Ziele, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es gibt aber natürlich auch noch weitere Schwerpunkte, die wir in diesem Bundeshaushalt setzen, Schwerpunkte, die der Bundesregierung und sicher auch dem Hohen Haus ein ganz besonderes Anliegen sind. Der Vizekanzler und Sozialminister wird für die behinderten Menschen in Österreich heuer im Jahr der Behinderten mit 72 Millionen € deutlich mehr ausgeben als in den letzten Jahren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir werden die familienpolitischen Leistungen heuer mit 4,8 Milliarden € dotieren. Das Kinderbetreuungsgeld ist ein großer Erfolg. Die familienpolitischen Leistungen sind dem Bundeskanzler, sind dem Vizekanzler, sind Staatssekretärin Haubner, ja uns allen ein wichtiges Anliegen. Österreich wird daher auch in Zukunft das familienfreundlichste Land Europas bleiben. Wir sind stolz darauf. Die Kinder repräsentieren zwar nur 20 Prozent der Bevölkerung, aber sie repräsentieren 100 Prozent der Zukunft unseres Landes. Es ist der richtige Weg, in die Familien und Kinder zu investieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zur Landwirtschaft: Sepp Pröll hat das im Regierungsprogramm vorgesehene 3-Milliarden-€-Paket für die Landwirtschaft voll und ganz umgesetzt. Das ist wichtig, um die bodenverbundene kleinbetriebliche Landwirtschaft in Österreich zu unterstützen und die hohe Qualität ihrer Produkte auch tatsächlich zu erhalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Bei Sepp Pröll höre ich auf, bei Sepp Pröll fange ich an: Unser Umweltminister wird in den Jahren 2004 bis 2006, auch was die Erreichung des Kyoto-Ziels betrifft, ganz wichtige Signale und Initiativen setzen. Die Budgetmittel werden um 30 Millionen € im Jahr 2004, um 60 Millionen € 2005 und um 90 Millionen € zusätzlich im Jahr 2006 aufgestockt. Sie sehen, Umweltschutz, Ökologie sind uns ein großes Anliegen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Kriegsflugzeuge, Herr Minister!
Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch sagen: Uns ist bewusst, dass die Sicherheit unserer Bürger und unseres Landes nicht wenige Meter über dem Boden enden kann. Daher werden wir den im Regierungsübereinkommen vorgesehenen Ankauf von Luftraumüberwachungsflugzeugen auch durchführen. (Abg. Mag. Kogler: Kriegsflugzeuge, Herr Minister!) Ich darf Ihnen versichern, wir werden mit unseren Vertragspartnern hart und gut verhandeln, und die daraus entstehenden Gegengeschäfte werden wiederum wichtige Impulse für Forschung und Entwicklung bringen und werden für die Industrie, für die Klein- und Mittelbetriebe unseres Landes, für die Beschäftigung ganz wichtige Signale setzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch sagen: Uns ist bewusst, dass die Sicherheit unserer Bürger und unseres Landes nicht wenige Meter über dem Boden enden kann. Daher werden wir den im Regierungsübereinkommen vorgesehenen Ankauf von Luftraumüberwachungsflugzeugen auch durchführen. (Abg. Mag. Kogler: Kriegsflugzeuge, Herr Minister!) Ich darf Ihnen versichern, wir werden mit unseren Vertragspartnern hart und gut verhandeln, und die daraus entstehenden Gegengeschäfte werden wiederum wichtige Impulse für Forschung und Entwicklung bringen und werden für die Industrie, für die Klein- und Mittelbetriebe unseres Landes, für die Beschäftigung ganz wichtige Signale setzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Wurm: Geringfügig Beschäftigte!
Meine Damen und Herren! Der 1. Mai hat auch die Beschäftigtenzahlen des April gebracht. Im April haben wir 3 166 345 Beschäftigte in Österreich gehabt – im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 38 000 Beschäftigte (Abg. Mag. Wurm: Geringfügig Beschäftigte!), ein absoluter Rekord in der Geschichte der Zweiten Republik, was beschäftigte Menschen betrifft. Wir haben die Arbeitslosigkeit leicht zurückführen können. Das sind Zahlen, zu denen ich Arbeitsminister Martin Bartenstein nur ganz herzlich gratulieren kann, auch international gesehen hervorragende Werte der Beschäftigung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Der 1. Mai hat auch die Beschäftigtenzahlen des April gebracht. Im April haben wir 3 166 345 Beschäftigte in Österreich gehabt – im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 38 000 Beschäftigte (Abg. Mag. Wurm: Geringfügig Beschäftigte!), ein absoluter Rekord in der Geschichte der Zweiten Republik, was beschäftigte Menschen betrifft. Wir haben die Arbeitslosigkeit leicht zurückführen können. Das sind Zahlen, zu denen ich Arbeitsminister Martin Bartenstein nur ganz herzlich gratulieren kann, auch international gesehen hervorragende Werte der Beschäftigung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Hunderttausende Arbeitslose!
den letzten zehn Jahren. Das sind mehr als 25 Prozent zusätzlich im Vergleich zum Jahr 1999. (Abg. Mag. Wurm: Hunderttausende Arbeitslose!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Über eine Reform des Arbeitsmarktservice werden wir sicherstellen, dass wir Arbeitslose noch besser und noch schneller vermitteln können. Niemand, der arbeitslos ist, soll künftig im Durchschnitt länger als 90 Tage auf einen neuen Job warten. Über 50-Jährigen und unter 25-Jährigen geben wir einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung, wenn innerhalb von drei Monaten keine Jobvermittlung gelingt, weil wir wissen, meine Damen und Herren, dass die Qualifizierung von Arbeitslosen der Schlüssel zum Abbau der Arbeitslosigkeit ist. Wir können optimistisch sein. Die April-Zahlen zeigen uns, dass uns die Trendwende auf dem Arbeitsmarkt gelingen wird, ja vielleicht schon gelungen ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Gerade in diesem Bereich können wir auch jetzt die einmalige Chance – und darum ersuche ich Sie – einer parteiübergreifenden, einer gemeinsam getragenen Reformkoalition ergreifen. Deswegen haben wir den Österreich-Konvent – Präsident Khol, Präsident Fischer, Präsident Prinzhorn, Präsident Fiedler, der ihm vorstehen wird – mit dem Ziel eingerichtet, den Behördenaufbau zu überprüfen und eine neue Aufgabenteilung zwischen Europäischer Union und Bund, Ländern und Gemeinden in einer Verfassungsreform gemeinsam festzulegen. Bestehende Aufgaben sollen kritisch hinterfragt werden, teure Doppelgleisigkeiten sollen abgeschafft werden, Prozesse vereinfacht und beschleunigt werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Außerdem, meine Damen und Herren, muss es uns ein großes Anliegen sein, die Österreichischen Bundesbahnen grundlegend zu reformieren. Das Motto muss da lauten: Weniger Streik, mehr Effizienz und weniger Steuergeld! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden den Verwaltungsstaat alter Prägung in ein modernes Dienstleistungsunternehmen umwandeln. Meine Damen und Herren! Weg mit dem Speck! – Das ist unser Ziel in dieser Legislaturperiode. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Unter dem Beifall ihrer Fraktionskollegen entrollen SPÖ-Abgeordnete ein Transparent mit den Worten „SPÖ: Kein Pensionsraub für Abfangjäger“.
Hohes Haus! Ein wichtiges Thema: Österreich hat eines der besten staatlichen Pensionssysteme, eines der besten Pensionssysteme der Welt, zugleich aber auch eines der teuersten Pensionssysteme der Welt. Unser Pensionssystem, meine Damen und Herren, ... (Unter dem Beifall ihrer Fraktionskollegen entrollen SPÖ-Abgeordnete ein Transparent mit den Worten „SPÖ: Kein Pensionsraub für Abfangjäger“.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser (fortsetzend): Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Sie haben mir mit dem Hinweis auf das staatliche Pensionssystem ein Stichwort gegeben. Österreich hat – und darauf sind wir stolz – eines der besten staatlichen Pensionssysteme der Welt, zugleich aber auch eines der teuersten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Unser Pensionssystem kostet derzeit in Summe etwa 32 Milliarden €. Das sind knapp 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit sind die Pensionsausgaben in Österreich mit Abstand am höchsten in der gesamten Europäischen Union. Die durchschnittlichen Pensionsausgaben in der Union belaufen sich auf 10,4 Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts, in Österreich eben auf knapp 15 Prozent.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir wollen diesen Weg nicht gehen, wir werden diese Maßnahme selbstverständlich nicht setzen, aber genau deshalb muss eine verantwortungsvolle Bundesregierung jetzt eine große, grundlegende Pensionsreform umsetzen. Da gibt es keine Alternative. Wir müssen jetzt handeln. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Schämen Sie sich!
Meine Damen und Herren! Ich möchte schon beleuchten, wovon wir eigentlich sprechen. Ohne grundlegende Pensionsreform würde sich der über die Versicherungsbeiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hinausgehende Pensionszuschuss aus dem Budget von unser aller Steuergeld allein in dieser Legislaturperiode um 3,2 Milliarden € erhöhen. Zu den 32 Milliarden €, die jetzt schon ausgegeben werden, 3,2 Milliarden € zusätzlich! (Abg. Mag. Wurm: Schämen Sie sich!) Was wir mit unserer Pensionsreform jetzt tun, ist nichts anderes, als zu verhindern, dass dieses zusätzliche Geld, das allein in dieser Legislaturperiode notwendig wäre – also zusätzlich 3,2 Milliarden € –, ausgegeben werden muss. Wir tun damit nichts anderes, als das Wachstum der Ausgaben abzuschwächen und nicht 3,2 Milliarden € zusätzlich auszu-
Abg. Öllinger: Das ist ja ein Schmäh! Das stimmt alles nicht!
geben, sondern „nur“ – unter Anführungszeichen – 2,6 Milliarden € oben draufzugeben. (Abg. Öllinger: Das ist ja ein Schmäh! Das stimmt alles nicht!) Das heißt, meine Damen und Herren, wir reden nicht von einer Kürzung, sondern von einer Schwächung der zusätzlichen Ausgaben, und wir reden von 600 Millionen € weniger an zusätzlichen Ausgaben in einer Periode bei Gesamtausgaben von 32 Milliarden €. (Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!) Meine Damen und Herren! Wir reden über 2 Prozent der gesamten Pensionsaufwendungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!
geben, sondern „nur“ – unter Anführungszeichen – 2,6 Milliarden € oben draufzugeben. (Abg. Öllinger: Das ist ja ein Schmäh! Das stimmt alles nicht!) Das heißt, meine Damen und Herren, wir reden nicht von einer Kürzung, sondern von einer Schwächung der zusätzlichen Ausgaben, und wir reden von 600 Millionen € weniger an zusätzlichen Ausgaben in einer Periode bei Gesamtausgaben von 32 Milliarden €. (Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!) Meine Damen und Herren! Wir reden über 2 Prozent der gesamten Pensionsaufwendungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
geben, sondern „nur“ – unter Anführungszeichen – 2,6 Milliarden € oben draufzugeben. (Abg. Öllinger: Das ist ja ein Schmäh! Das stimmt alles nicht!) Das heißt, meine Damen und Herren, wir reden nicht von einer Kürzung, sondern von einer Schwächung der zusätzlichen Ausgaben, und wir reden von 600 Millionen € weniger an zusätzlichen Ausgaben in einer Periode bei Gesamtausgaben von 32 Milliarden €. (Abg. Öllinger: Das stimmt nicht!) Meine Damen und Herren! Wir reden über 2 Prozent der gesamten Pensionsaufwendungen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Ich sage Ihnen ehrlich: Uns geht es hier auch um die Glaubwürdigkeit der Politik. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Schon viel zu oft hat man gerade in dieser sensiblen Frage das Vertrauen der Bevölkerung missbraucht. Es geht um die Aufrechterhaltung des Generationenvertrags. Es geht um eine faire Verteilung der Lasten zwischen Generationen. So wie die Großeltern und Eltern immer nur das Beste für ihre Kinder und Enkelkinder wollen, genau so müssen wir für die junge Generation auch handeln. Wir dürfen die jungen Menschen von heute nicht überfordern. Warum sollen sie für die hohen Schulden, die man ihnen hinterlässt, und für unsere Pensionen geradestehen müssen? Entweder Schulden oder Pensionen, aber nicht beides. Wir müssen diese Politik der ungedeckten Schecks auf die Zukunft und der Belastung der nächsten Generationen beenden. Der Generationenvertrag ist abzusichern und wiederherzustellen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen ehrlich: Uns geht es hier auch um die Glaubwürdigkeit der Politik. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Schon viel zu oft hat man gerade in dieser sensiblen Frage das Vertrauen der Bevölkerung missbraucht. Es geht um die Aufrechterhaltung des Generationenvertrags. Es geht um eine faire Verteilung der Lasten zwischen Generationen. So wie die Großeltern und Eltern immer nur das Beste für ihre Kinder und Enkelkinder wollen, genau so müssen wir für die junge Generation auch handeln. Wir dürfen die jungen Menschen von heute nicht überfordern. Warum sollen sie für die hohen Schulden, die man ihnen hinterlässt, und für unsere Pensionen geradestehen müssen? Entweder Schulden oder Pensionen, aber nicht beides. Wir müssen diese Politik der ungedeckten Schecks auf die Zukunft und der Belastung der nächsten Generationen beenden. Der Generationenvertrag ist abzusichern und wiederherzustellen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Über die Fortschreibung der „Hackler-Regelung“ und die Schaffung eines neuen Dauerrechts für besonders schwer arbeitende Berufsgruppen haben wir ebenso Konsens erzielt (Zwischenrufe bei der SPÖ); ein neues Dauerrecht für schwer arbeitende Berufsgruppen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Über die Fortschreibung der „Hackler-Regelung“ und die Schaffung eines neuen Dauerrechts für besonders schwer arbeitende Berufsgruppen haben wir ebenso Konsens erzielt (Zwischenrufe bei der SPÖ); ein neues Dauerrecht für schwer arbeitende Berufsgruppen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
diese Pensionen. Das ist unser Verständnis von sozialer Gerechtigkeit: kein Eingriff in bestehende Pensionen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner – auf die Reihen der SPÖ weisend –: Da wird es gleich leiser da drüben!
In einem zweiten Schritt wird die Bundesregierung – und wir ersuchen darum – unter Einbindung der Sozialpartner, unter Einbindung der Länder, unter Einbindung der Pensionssicherungsreformkommission dem Parlament bis zum 1. Jänner nächsten Jahres einen budgetneutralen Entwurf für ein einheitliches Pensionsrecht für alle zuleiten und umsetzen. (Abg. Scheibner – auf die Reihen der SPÖ weisend –: Da wird es gleich leiser da drüben!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist eine ganz wichtige Strukturreform! Über 50 Jahre hat es niemand geschafft, ein einheitliches Pensionsrecht für alle vorzulegen. Wir werden es umsetzen: ein Pensionsrecht für alle, weil es mehr Gerechtigkeit, mehr Fairness für unsere Bevölkerung bringt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir haben unseren Beitrag geleistet, indem wir mit den Budgetbegleitgesetzen die Sozialversicherungsträger ermächtigen, von allen Versicherten einen sozial gestalteten Selbstbehalt einzuheben. Jetzt sind die Versicherungsträger, jetzt sind die Sozialpartner am Zug. Wir müssen außerdem natürlich die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit steigern. Nur so wird es gelingen, die hoch stehende medizinische Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger unabhängig vom Einkommen weiter zu gewährleisten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Wer hat das alles eingeführt? – Das waren Sie, Herr Minister!
Unsere Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat hat mit ihrem Staatssekretär wichtige Initiativen gesetzt. Die Ambulanzgebühr wird mit diesen Budgetbegleitgesetzen abgeschafft, die Krankenscheingebühr wird mit dem sozial gerechten Selbstbehalt abgeschafft. (Abg. Eder: Wer hat das alles eingeführt? – Das waren Sie, Herr Minister!) Ich bin sehr zuversichtlich, dass es gemeinsam gelingen wird, die hohe Qualität unseres Gesundheitssystems zu sichern und die Finanzierbarkeit nachhaltig sicherzustellen.
Abg. Öllinger: Sie haben eine Straßenphobie!
Der Bundeskanzler und der Vizekanzler haben die Sozialpartner und die Opposition mehrfach eingeladen, an den wichtigen Reformen unserer Sozialsysteme mitzuarbeiten. Wir alle wissen, dass politische Entscheidungen im Parlament fallen müssen. Dort ist in einer Demokratie der Platz, wo man sich einbringen sollte, und nicht auf der Straße. (Abg. Öllinger: Sie haben eine Straßenphobie!) Das ist auch eine gute Tradition in Österreich, und wir wünschen uns nichts mehr, als dass diese Tradition auch in Zukunft fortgesetzt werden kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Bundeskanzler und der Vizekanzler haben die Sozialpartner und die Opposition mehrfach eingeladen, an den wichtigen Reformen unserer Sozialsysteme mitzuarbeiten. Wir alle wissen, dass politische Entscheidungen im Parlament fallen müssen. Dort ist in einer Demokratie der Platz, wo man sich einbringen sollte, und nicht auf der Straße. (Abg. Öllinger: Sie haben eine Straßenphobie!) Das ist auch eine gute Tradition in Österreich, und wir wünschen uns nichts mehr, als dass diese Tradition auch in Zukunft fortgesetzt werden kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie haben eine Straßenphobie!
Gerade weil der Bundesregierung der soziale Frieden wirklich ein großes Anliegen ist, möchte ich betonen, dass wir erstens dem Druck der Straße nicht nachgeben werden und ich zweitens absolut kein Verständnis für die gestrigen politischen Streiks habe. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Sie haben eine Straßenphobie!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Dieser Streik gegen die österreichische Bundesregierung hat Österreich schwer geschadet. Mit dem Streik gefährdet die Gewerkschaft selbst Arbeitsplätze und verursacht zusätzliche Unsicherheit in einer wirtschaftlich ohnehin schwierigen Situation. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Allein gestern wurden durch den Streik Verluste an heimischer Wertschöpfung von schätzungsweise 100 Millionen € verursacht.
Abg. Parnigoni: Zwangspensionierungen!
Franz Olah sagt: „Die Ursünde wurde in den 80ern und 90ern begangen, als die Politiker die Schleusen geöffnet haben und die Krise der Verstaatlichten beheben wollten, indem sie Massen in die Frühpension geschickt haben. Eine Narretei! Dann die Feigheit, den Leuten nicht die Wahrheit zu sagen, dass das Fass überläuft. Damals hätte man noch korrigieren können.“ (Abg. Parnigoni: Zwangspensionierungen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Beenden Sie Ihre Rede, dann geht es uns wieder besser!
Meine Damen und Herren! Ein großer Österreicher, der große Einsicht und viel Verständnis für die Probleme unserer Zeit aufbringt. Deswegen möchte ich im Interesse Österreichs, im Interesse unseres Arbeits- und Wirtschaftsstandorts noch einmal an die Repräsentanten der Gewerkschaften appellieren: Beenden Sie diese Streiks gegen die Bundesregierung! Arbeiten Sie mit! Kehren Sie zum Verhandlungstisch zurück! Wir reichen Ihnen beide Hände zum Dialog! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Öllinger: Beenden Sie Ihre Rede, dann geht es uns wieder besser!)
Abg. Öllinger: Das ist so banal!
Unternehmer sein, selbständig sein, ist eine eigene Kultur! Unternehmerisches Handeln ist immer Handeln unter Unsicherheit. Man nimmt ganz bewusst Risiko in Kauf. Man trifft viele Entscheidungen, von denen man nicht mit Sicherheit weiß, wie sie sich in den nächsten Monaten und Jahren auswirken werden. Nur eine Gesellschaft, die noch willens ist, Risiken in Kauf zu nehmen, kann auch den Wachstumspfad nach oben beschreiten. (Abg. Öllinger: Das ist so banal!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm
Dahinter steht nämlich ein unbändiger Optimismus für die Zukunft. Es steht dahinter die Einstellung, Wandel und Veränderung als Chance zu begreifen. Wandel heißt, meine Damen und Herren, bereit sein (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm), den Status quo in Frage zu stellen,
Abg. Öllinger: ... zu verändern die Pensionsreform!
Ich sage das deshalb, weil ich zutiefst überzeugt davon bin: Wir brauchen in unserem Land mehr unternehmerische, also Chancen suchende und Chancen nutzende Kultur: die Osterweiterung als Chance, meine Damen und Herren, Steuersenkungen als Chance für eine große Mittelstandsoffensive, Wettbewerb als Chance für neue Produkte und Geschäftsfelder, ein flexibler Arbeitsmarkt als Chance für zusätzliche Beschäftigung und eine Pensionsreform als Chance für die nächste Generation. (Abg. Öllinger: ... zu verändern die Pensionsreform!)
Abg. Parnigoni: Die Regierung Schüssel – eine Chance für Österreich!
Unternehmertum ist dabei untrennbar mit Wettbewerb verbunden! Wettbewerb ist nichts anderes als ein Entdeckungsverfahren für bessere und innovativere Lösungen! (Abg. Parnigoni: Die Regierung Schüssel – eine Chance für Österreich!) Unternehmer sichern durch diesen ständigen Wettbewerb die Innovationskraft ihres Landes. Durch diesen Wettbewerb und durch die Innovationen schaffen sie Arbeitsplätze mit einem attraktiven Lohnniveau, und sie sichern damit auch die Kaufkraft unserer Bevölkerung.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir brauchen dieses innovative Unternehmertum. Deswegen, meine Damen und Herren, wollen wir diese Haltung fördern, und wir werden sie an den Schulen, an den Fachhochschulen und an den Universitäten fördern. Unsere Politik steht für diese Kultur: Veränderung als Chance, Chancen, die der Einzelne ergreifen kann, Chancen, die die Politik ermöglichen muss. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Hohes Haus! Ich glaube, dass Österreich auf seine Unternehmen stolz sein kann! Ich denke, es ist uns allen bewusst, dass die Klein- und Mittelbetriebe das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft darstellen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Auf sie entfallen 99,5 Prozent der Unternehmen des Produktions- und Dienstleistungsbereichs. Es sind die Klein- und Mittelbetriebe, die – das ist ganz wichtig – 1,5 Millionen Arbeitsplätze in unserem Land sichern. Sie erwirtschaften 60 Prozent der Wertschöpfung und einen großen Teil des Ertragsteueraufkommens.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Über diese wirtschaftlichen Vorteile für beide Seiten hinaus ist die Erweiterung der Union für den Kontinent einfach auch ein wirklich historischer Moment! Unser Land rückt von einer Randlage Europas in das Zentrum Europas. Es ist einfach ein visionäres Konzept mit einer ungeheuren Kraft eines vereinigten, eines friedlichen Europas. Dieses Konzept wird Wirklichkeit; ich denke, das sind viele gute Gründe, um die neuen Mitgliedstaaten mit großer Begeisterung in der Europäischen Union herzlich willkommen zu heißen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dobnigg: Verscherbeln!
Meine Damen und Herren! Wir haben immer gesagt, der Staat ist ein schlechter Unternehmer. Das hat die Geschichte der verstaatlichten Industrie in Österreich gezeigt. Wir haben daher in der letzten Legislaturperiode ein sehr gutes, sehr ambitioniertes und ehrgeiziges Privatisierungsprogramm umgesetzt. (Abg. Dobnigg: Verscherbeln!)
Abg. Eder: In Ihrem Interesse!
Wir haben wiederum für diese Periode ein ambitioniertes Privatisierungsprogramm. Die Ziele sind klar. Wir werden im österreichischen Interesse privatisieren. (Abg. Eder: In Ihrem Interesse!) Die Firmenzentralen und Forschungseinrichtungen sollen in Österreich bleiben, der Kapitalmarkt soll gestärkt werden, und wir werden es gegen Ende dieser Legislaturperiode schaffen, die ÖIAG aufzulösen und damit ein weithin sichtbares Zeichen für das Ende der Ära der verstaatlichten Industrie in Österreich zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben wiederum für diese Periode ein ambitioniertes Privatisierungsprogramm. Die Ziele sind klar. Wir werden im österreichischen Interesse privatisieren. (Abg. Eder: In Ihrem Interesse!) Die Firmenzentralen und Forschungseinrichtungen sollen in Österreich bleiben, der Kapitalmarkt soll gestärkt werden, und wir werden es gegen Ende dieser Legislaturperiode schaffen, die ÖIAG aufzulösen und damit ein weithin sichtbares Zeichen für das Ende der Ära der verstaatlichten Industrie in Österreich zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Brosz: Zwangsbeglückung mit Pensionen reduzieren!
Hohes Haus! Die Steuern- und Abgabenbelastung der österreichischen Unternehmen und Erwerbstätigen ist mit 44,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes deutlich zu hoch! Das müssen wir ändern! Hohe Steuern sind das Zeichen eines Wohlfahrtsstaates alter Prägung, wir aber wollen die Verfügungsgewalt der Menschen über ihr erarbeitetes Geld wieder erhöhen. Wir wollen die Zwangsbeglückung mit öffentlichen Gütern auf das zurückführen, was in einer modernen und solidarischen Gesellschaft notwendig ist. (Abg. Brosz: Zwangsbeglückung mit Pensionen reduzieren!) Darum heißt Steuern senken, Freiheit schenken! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Keine Zwangsbeglückung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Keine Zwangsbeglückung!
Hohes Haus! Die Steuern- und Abgabenbelastung der österreichischen Unternehmen und Erwerbstätigen ist mit 44,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes deutlich zu hoch! Das müssen wir ändern! Hohe Steuern sind das Zeichen eines Wohlfahrtsstaates alter Prägung, wir aber wollen die Verfügungsgewalt der Menschen über ihr erarbeitetes Geld wieder erhöhen. Wir wollen die Zwangsbeglückung mit öffentlichen Gütern auf das zurückführen, was in einer modernen und solidarischen Gesellschaft notwendig ist. (Abg. Brosz: Zwangsbeglückung mit Pensionen reduzieren!) Darum heißt Steuern senken, Freiheit schenken! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Keine Zwangsbeglückung!)
Abg. Öllinger: Das ist kein neoliberales Programm!
Hohe Steuern, meine Damen und Herren, führen in einer globalisierten Welt zu Standortnachteilen. (Abg. Öllinger: Das ist kein neoliberales Programm!) Unternehmen investieren dort, wo die Kostenbelastung gering ist. Steuern sind natürlich Bestandteil der Kosten. Hochqualifizierte, mobile Arbeitskräfte suchen dort Beschäftigung, wo ihre Leistungen und Verdienstmöglichkeiten nicht durch hohe Grenzsteuersätze beeinträchtigt werden. (Abg. Öllinger: Das ist ziemlich banal!) Auch im Steuerwettbewerb siegen die Schnellen und Guten über die Langsamen und Konzeptlosen.
Abg. Öllinger: Das ist ziemlich banal!
Hohe Steuern, meine Damen und Herren, führen in einer globalisierten Welt zu Standortnachteilen. (Abg. Öllinger: Das ist kein neoliberales Programm!) Unternehmen investieren dort, wo die Kostenbelastung gering ist. Steuern sind natürlich Bestandteil der Kosten. Hochqualifizierte, mobile Arbeitskräfte suchen dort Beschäftigung, wo ihre Leistungen und Verdienstmöglichkeiten nicht durch hohe Grenzsteuersätze beeinträchtigt werden. (Abg. Öllinger: Das ist ziemlich banal!) Auch im Steuerwettbewerb siegen die Schnellen und Guten über die Langsamen und Konzeptlosen.
Abg. Öllinger: Der Bürger soll sich das anhören!
Unser Motto ist daher: Leistung muss sich wieder lohnen, wir müssen den Menschen neue Perspektiven aufmachen, neue Chancen geben. Wir müssen Signale setzen, meine Damen und Herren: Es zahlt sich aus, in Österreich zu investieren! Einsatz und Leistungsbereitschaft zahlen sich aus. Menschen müssen wissen, wofür sie arbeiten. Es muss größere Anreize geben! (Abg. Öllinger: Der Bürger soll sich das anhören!) Wir müssen eine neue und faire Verteilung von Steuern und Einkommen schaffen. Es muss den Menschen in ihren Brieftaschen mehr übrig bleiben. Das ist unser Ziel für diese Legislaturperiode! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Unser Motto ist daher: Leistung muss sich wieder lohnen, wir müssen den Menschen neue Perspektiven aufmachen, neue Chancen geben. Wir müssen Signale setzen, meine Damen und Herren: Es zahlt sich aus, in Österreich zu investieren! Einsatz und Leistungsbereitschaft zahlen sich aus. Menschen müssen wissen, wofür sie arbeiten. Es muss größere Anreize geben! (Abg. Öllinger: Der Bürger soll sich das anhören!) Wir müssen eine neue und faire Verteilung von Steuern und Einkommen schaffen. Es muss den Menschen in ihren Brieftaschen mehr übrig bleiben. Das ist unser Ziel für diese Legislaturperiode! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Wenn wir das erreichen wollen, meine Damen und Herren, dann braucht es eine Systemveränderung, dann geht es nicht um kleine kosmetische Eingriffe in einem bestehenden System, sondern dann ist ein großer Wurf notwendig! Es geht um eine mittelfristige Konzeption großer, nachhaltiger, aber auch leistbarer Entlastung. Es geht nicht um die Fortsetzung des alten Wechselspiels – das möchte ich betonen! –: heute Sparpaket, morgen Steuerreform und übermorgen wieder ein Sparpaket. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Meine Damen und Herren,
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
das war Ihre Politik – das dürfen Sie getrost mitnehmen! Die Menschen müssen darauf vertrauen können, sie müssen sich darauf verlassen können, dass wir diese große Entlastung in mehreren Schritten ganz konsequent, Schritt für Schritt auch tatsächlich erreichen werden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Märchen-Heinzi!
Diese Entlastung, meine Damen und Herren, ist für die Zukunft unseres Landes ungeheuer wichtig. Sie wird Österreichs Standortattraktivität für Investitionen verbessern, sie wird die Kosten des Faktors Arbeit senken, sie wird umweltschonende Anreize geben, sie wird die Eigenkapitalbasis der Betriebe verbessern, sie wird das Steuersystem vereinfachen (Abg. Mag. Wurm: Märchen-Heinzi!), und sie wird unser Wachstumspotential erhöhen. Nicht mehr und nicht weniger als die größte Entlastung in der Geschichte der Zweiten Republik werden wir daher verwirklichen!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir senken die Steuern und Abgaben in zwei Schritten um 3 Milliarden €, und wir werden diesen Weg fortsetzen, bis wir 2010 eine Abgabenquote von 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht haben. Wir wollen damit bereits in dieser Legislaturperiode jedem Haushalt in Österreich im Durchschnitt 1 000 € pro Jahr mehr an Kaufkraft geben, und dabei werden wir unsere Politik des ausgeglichenen Haushalts über den Konjunkturzyklus beibehalten. Das ist ein sehr ehrgeiziger Weg. Wir werden ihn aber realisieren! Wir bekennen uns dazu! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Besonders wichtig ist uns dabei die Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen. Steuerpflichtige mit einem Bruttojahreseinkommen in der Höhe von bis zu 14 500 € werden in Zukunft in Österreich keine Steuern mehr zahlen müssen. Damit werden mehr als 200 000 Österreicherinnen und Österreicher, die heute noch Steuern zahlen, morgen jeden Euro ihres Einkommens behalten können. Damit werden mehr als 1,650 Millionen Arbeitnehmer, 730 000 Pensionisten, 60 000 Selbständige und Bauern, also in Summe mehr als 2,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher von dieser Maßnahme profitieren. Das erhöht die Kaufkraft vieler, vor allem aber der kleinen Einkommen und stützt die Wirtschaft zum richtigen Zeitpunkt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Lesen Sie den Armutsbericht!
Meine Damen und Herren! Ausreichendes Eigenkapital ist der Schlüssel (Abg. Mag. Wurm: Lesen Sie den Armutsbericht!) und die Voraussetzung für eine neue Dynamik und eine Offensive unserer Klein- und Mittelbetriebe. Eigenkapitalmangel ist nach wie vor die Insolvenzursache Nummer eins bei vielen Betrieben. Gleichzeitig ist eine ausreichende Eigenkapitalausstattung Grundvoraussetzung für eine rasches Unternehmenswachstum und damit auch für mehr Beschäftigung. Eigenkapital ist bisher gegenüber Fremdkapital in Österreich diskriminiert. Das hat auch zu einer unterdurchschnittlichen Eigenkapitalausstattung unserer Wirtschaft geführt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Deswegen, meine Damen und Herren, schlagen wir vor, dass erstmals ab Jänner 2004 nicht entnommene Gewinne in Österreich zum halben Durchschnittsteuersatz besteuert werden. Davon werden mehr als 200 000 Einzelunternehmer und Personengesellschaften profitieren. Es ist dies die massivste Eigenkapitalförderungsmaßnahme, die es bislang in Österreich gegeben hat. Sie wird Verbesserungen des ausgewiesenen Eigenkapitals von bis zu 10 Prozent in nur fünf Jahren ermöglichen. Damit stärken wir die Krisenfestigkeit dieser Unternehmen, wir erhöhen ihre Bereitschaft zu investieren, und wir lösen einen Wachstumsschub aus. Wir wollen Arbeitsplätze schaffen und stärken so die Wirtschaft zum richtigen Zeitpunkt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Oberhaidinger: Das ist eine reife Leistung! Genau recherchiert!
auszahlung abverlangt haben. Das war eine gewaltige Belastung der Liquidität mit 1,7 Milliarden €. (Abg. Oberhaidinger: Das ist eine reife Leistung! Genau recherchiert!) Wir haben mehrmals angekündigt, dass wir diese Ungerechtigkeit abschaffen werden, ich bin daher sehr glücklich, dass, wenn Sie unserem Vorschlag folgen, im Dezember 2002 diese 13. Umsatzsteuervorauszahlung das letzte Mal geleistet wurde. Schon heuer soll es also diese 13. Umsatzsteuervorauszahlung nicht mehr geben. Wir stärken damit die Wirtschaft zum richtigen Zeitpunkt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
auszahlung abverlangt haben. Das war eine gewaltige Belastung der Liquidität mit 1,7 Milliarden €. (Abg. Oberhaidinger: Das ist eine reife Leistung! Genau recherchiert!) Wir haben mehrmals angekündigt, dass wir diese Ungerechtigkeit abschaffen werden, ich bin daher sehr glücklich, dass, wenn Sie unserem Vorschlag folgen, im Dezember 2002 diese 13. Umsatzsteuervorauszahlung das letzte Mal geleistet wurde. Schon heuer soll es also diese 13. Umsatzsteuervorauszahlung nicht mehr geben. Wir stärken damit die Wirtschaft zum richtigen Zeitpunkt! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Schon lange Zeit reden wir über eine Ökologisierung unseres Steuersystems. Wir setzen sie im europäischen Gleichklang um. Wir beginnen mit einer Erhöhung der Besteuerung des Energieverbrauchs. Gleichzeitig senken wir die Lohnnebenkosten für ältere Arbeitnehmer. Das gibt wichtige Anreize für deren Beschäftigung. Die Belastung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen und die Entlastung der menschlichen Arbeitskraft schaffen Arbeitsplätze und entsprechen den ökosozialen Zielen der Europäischen Union. Sie sehen, Umwelt, Ökologie ist uns sehr wichtig. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Hohes Haus! Diese erste Etappe der Steuerreform wird ein Volumen von etwa 950 Millionen € bewegen. Sie wird zu einer Nettoentlastung von 500 Millionen € führen. Zusammen mit den beiden Konjunkturbelebungspaketen belaufen sich die Entlastungseffekte sogar auf 1 Milliarde €. Das sind substanzielle erste Schritte einer Entlastung. Die Entlastung kommt! Informieren wir die Bevölkerung umfassend und gemeinsam. Das sind wichtige Impulse, um auch die Stimmung zu heben. So stärken wir die Wirtschaft und tragen zu einer Erhöhung der Beschäftigung bei! (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Mag. Wurm: Flat-Tax!
Nach den sicher umfassenden Diskussionen und den Beschlüssen, die wir zu den Bundesvoranschlägen 2003 und 2004 und zu den Budgetbegleitgesetzen fassen werden, werden wir an die Erarbeitung des nächsten Entlastungsschrittes gehen. Es ist unser Ziel, mit 1. Jänner 2005 die zweite große Etappe der Steuerreform mit einem Nettoentlastungsvolumen von 2,5 Milliarden € in Kraft zu setzen. Eine große Tarifreform bei der Einkommensteuer beziehungsweise bei der Lohnsteuer wird deutliche Entlastungen für alle Erwerbstätigen, für die Beschäftigten, für die Arbeitnehmer, für die Angestellten bringen. (Abg. Mag. Wurm: Flat-Tax!)
Abg. Öllinger: Aber nicht Sie!
Meine Damen und Herren! Diese Steuerreform wird Österreich Flügel verleihen: Sie wird den privaten Konsum beflügeln, sie wird die Investitionen beflügeln, und sie wird das Innovations- und Wachstumstempo unserer Wirtschaft beflügeln. (Abg. Öllinger: Aber nicht Sie!) Wir wollen die notwendige Entlastung für eine gute und sichere Zukunft Österreichs gerecht und nachhaltig umsetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Diese Steuerreform wird Österreich Flügel verleihen: Sie wird den privaten Konsum beflügeln, sie wird die Investitionen beflügeln, und sie wird das Innovations- und Wachstumstempo unserer Wirtschaft beflügeln. (Abg. Öllinger: Aber nicht Sie!) Wir wollen die notwendige Entlastung für eine gute und sichere Zukunft Österreichs gerecht und nachhaltig umsetzen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das ist nicht neoliberal! Das ist ziemlich banal!
Standortattraktivität. (Abg. Öllinger: Das ist nicht neoliberal! Das ist ziemlich banal!) Das fördert Investitionen und bringt Beschäftigung, meine Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Banal und neoliberal!)
Abg. Öllinger: Banal und neoliberal!
Standortattraktivität. (Abg. Öllinger: Das ist nicht neoliberal! Das ist ziemlich banal!) Das fördert Investitionen und bringt Beschäftigung, meine Damen und Herren! (Abg. Öllinger: Banal und neoliberal!)
Abg. Mag. Wurm: Bla bla bla!
Fünftens – das ist wichtig –: Unsere Politik zielt ab auf bessere Chancen für die Jugend (Abg. Mag. Wurm: Bla bla bla!), auf mehr Unterstützung für die Familie, auf bessere Absicherung der wirklich Bedürftigen und der Behinderten, auf höhere Fairness zwischen den Generationen und damit insgesamt auf mehr soziale Gerechtigkeit. Dadurch stärken wir die soziale Verantwortung und den sozialen Zusammenhalt in unserem Land. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Fünftens – das ist wichtig –: Unsere Politik zielt ab auf bessere Chancen für die Jugend (Abg. Mag. Wurm: Bla bla bla!), auf mehr Unterstützung für die Familie, auf bessere Absicherung der wirklich Bedürftigen und der Behinderten, auf höhere Fairness zwischen den Generationen und damit insgesamt auf mehr soziale Gerechtigkeit. Dadurch stärken wir die soziale Verantwortung und den sozialen Zusammenhalt in unserem Land. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Anhaltender lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: So schlimm war es noch nie! – Abg. Dr. Fischer: Deprimierend! – Präsident Dr. Khol: Karl-Heinz! Das war eine brillante Rede!
Hohes Haus! Das sind die Eckpfeiler unseres österreichischen Erfolgmodells. Mit diesem wirtschaftspolitischen Programm und dem heute vorgelegten Doppelbudget lernen wir aus der Vergangenheit, wir agieren in der Gegenwart, und wir sichern die Zukunft Österreichs nachhaltig und sozial gerecht. Ich bitte Sie um Ihre Unterstützung und lade Sie ein, diesen Weg gemeinsam für Österreich zu gehen! – Vielen Dank. (Anhaltender lebhafter Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: So schlimm war es noch nie! – Abg. Dr. Fischer: Deprimierend! – Präsident Dr. Khol: Karl-Heinz! Das war eine brillante Rede!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Zusammenfassend kann man zu diesem Gesetz und zu diesen Novellen sagen: Österreich hat in den letzten Jahren bereits enorm viel für den Erhalt und für die Reparatur unserer Umwelt getan, aber das vorliegende Konzept ist ein weiterer Beweis dafür, dass wir auch in Hinkunft europaweit Vorbild sein werden und bleiben wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Unsere Politik, die Politik dieser Koalition, ist geprägt von Reformbereitschaft, von Reformkraft und Verantwortung auch für die künftigen Generationen. Diese Bundesregierung und diese Koalition betreiben nachhaltige Politik, und zwar nicht nur, wie Sie sehen können, bei der notwendigen Pensionssicherungsreform. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wenn Sie jetzt eine brillante Rede halten, sagen wir das auch, aber wir warten noch!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ein kurzer Satz sei mir an Ihre Adresse, Herr Präsident Dr. Khol, gestattet: Ich fand es sehr befremdlich, dass Sie nach Abschluss der Rede des Finanzministers die Bemerkung: „Karl-Heinz! Das war eine brillante Rede!“ ins Mikrophon posaunten. Ich erwarte mir schon vom Präsidenten des Nationalrates, dass er überparteilich agiert – und nicht solche Lobspendungen via Saalmikrophon nach einer Rede von sich gibt! Das kann ich wirklich nicht nachvollziehen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wenn Sie jetzt eine brillante Rede halten, sagen wir das auch, aber wir warten noch!)
Beifall bei der SPÖ.
Für das angebliche Umweltmusterland Österreich ist das eine ein bisschen matte Performance, muss ich sagen. Vor allem kommen in letzter Zeit sämtliche Vorgaben für Umweltgesetze hauptsächlich aus dem Bereich der Europäischen Union. Das heißt, es gibt in diesem Bereich wenig Ambitionen, selbst tätig zu werden. Man setzt hauptsächlich Richtlinien um, die von Seiten der EU vorgegeben werden. Das ist für eine ambitionierte Umweltpolitik, Herr Umweltminister, halt leider ein bisschen zu wenig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte an Sie appellieren, wenn Sie an einer konstruktiven Zusammenarbeit im Umweltausschuss interessiert sind – wir sind daran interessiert –, dann wenigstens so fair und demokratisch zu sein, über unsere Anträge zumindest abzustimmen. Die dauernden Vertagungen führen dazu, dass wir nie die Gelegenheit haben werden, unsere Anträge im Plenum zu diskutieren. Ich halte es schlicht und einfach für undemokratisch, wenn wir diese Möglichkeit nicht bekommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dass Sie mit den Mehrheitsverhältnissen, wie sie nunmehr sind, einfach so agieren, dass diese Anträge permanent vertagt werden, aber nie darüber abgestimmt wird, ist eine neue Praxis, die es in vielen Ausschüssen gibt. Diese Praxis lehne ich vehement ab. Ich möchte daher noch einmal an Sie appellieren: Wenn Sie konstruktiv zusammenarbeiten wollen, dann seien Sie wenigstens so fair, dass Sie über unsere Anträge zumindest abstimmen, dann haben Sie wenigstens die Stirn, unsere Anträge abzulehnen, wenn Sie nicht unserer Meinung sind, aber hören Sie endlich damit auf, alles zu vertagen, um damit einer Debatte hier im Plenum aus dem Weg zu gehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Oberhaidinger: Herr Kollege Wittauer! Das habt ihr der EU zu verdanken! Nichts gemacht!
Da wir schon beim Loben sind: Gerade diese Gesetzesvorlage, die heute zur Beschlussfassung ansteht, haben wir unserem Minister Gorbach und Minister Pröll zu verdanken. Die Umsetzung dieser Gesetzesvorlage erfolgt in sehr kurzer Zeit. Ich bedanke mich noch einmal dafür, denn das war ein Herzensanliegen der Freiheitlichen. Lob an der richtigen Stelle ist immer angebracht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Oberhaidinger: Herr Kollege Wittauer! Das habt ihr der EU zu verdanken! Nichts gemacht!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Dicke Luft in der SPÖ!
Ich weiß schon, die Empfindlichkeiten, aber auf das, was wir Ihnen von den Sozialdemokraten heute zu verdanken haben, werde ich schon noch zurückkommen – wie den Transitvertrag, durch den wir quasi geknebelt sind. Mit dem IG-Luft werden wir einige Dinge erreichen, die für unser Land gut sind. Deshalb stehe ich hier und bin stolz darauf, dass wir diese Gesetzesvorlage haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Dicke Luft in der SPÖ!)
Zwischenruf des Abg. Reheis.
Aber auch für mich als Freiheitlichen – ich komme jetzt wieder auf den eigentlichen Inhalt zurück – ist es ein Lob, wenn die Sozialdemokraten hier schimpfen, denn dann weiß ich, dass ich eine gute Politik gemacht habe. (Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Abg. Reheis: Und was haben wir jetzt? Gar nichts!
Dennoch sei mir als Tiroler gestattet, zunächst hauptsächlich über die Situation in meinem Bundesland zu sprechen. „Dank“ der falschen Zahlen des früheren Landeshauptmannes Weingartner und des Ex-Ministers Streicher von den Sozialdemokraten haben wir einen Transitvertrag, der Österreich wirklich Schaden zugefügt hat. (Abg. Reheis: Und was haben wir jetzt? Gar nichts!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Konkret bedeutet das, die Verursacher zu bekämpfen, die mit ihren Schadstoffen die Luftqualität in Tirol und auch in Österreich verschlechtern. In Tirol leiden die Menschen unter der Schadstoffbelastung, sie leiden aber genauso unter dem Lärm des Transits. Ich gehöre nicht zu jenen Politikern, die durch diese Belastung schwerhörig geworden sind, sondern ich höre auf die Österreicher, ich höre auf die Tiroler. Deswegen ist es mir wichtig, dass dieses Gesetz heute zur Umsetzung gelangt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube nicht, dass sofort eine Wirkung eintritt. Aber dieser Schritt bringt ein Gesetz zum Tragen, das tatsächliche eine Umsetzung gewährleistet, und das ist mir wichtig. Ich bitte trotz allem die Opposition, dieser Gesetzesvorlage zuzustimmen, mit uns gemeinsam diesen Weg in der Umweltpolitik zu gehen und weiter konsequent diesen Weg zu beschreiten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mittlerweile hat es hier ein Verfahren gegeben, denn die Kommission hat Österreich geklagt. Der letzte Umweltminister hat es noch als Wortklauberei bezeichnet, als wir darauf gedrängt haben, anhand dieses Verfahrens endlich EU-Recht umzusetzen, die Defizite einzubekennen und auf das bessere EU-System umzustellen. Nun tun wir es endlich. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir im EU-Umweltrecht nicht mehr Nachzügler sind, sondern dass wir diese Dinge offensiv angehen, dass wir Vorreiter sein wollen und es auch wieder werden, dass wir das mutig machen und dass wir daraus auch wirtschaftliche Vorteile schöpfen, wie es in der Vergangenheit im Bereich Luftreinhaltung schon oft der Fall war. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: So wie mit Ihnen vereinbart!
Wir haben schon damals kritisiert, dass das zu wenig ist. Wir wollten endlich die volle Finanzierung von den 90 Millionen €, die notwendig sind, die eine Frischzellenkur für die österreichische Wirtschaft darstellen – wie es viele Ökonomen auch immer sagen. Aber das ist jetzt wirklich der Gipfel: Schüssel I war besser als Schüssel II im Bereich Umweltschutz und Klimaschutz. (Abg. Mag. Molterer: So wie mit Ihnen vereinbart!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Soll ich es Ihnen zeigen? Frau Glawischnig! Ein kurzes Gedächtnis!
Sie halten mich, glaube ich, für nicht ganz intelligent, Herr Molterer, wenn Sie sagen, dass das mit uns so vereinbart war. Im Gegenteil: Sie wissen genau, dass wir viel bessere Zahlen vereinbart hatten! Sie halten mich wohl wirklich für blöd! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Soll ich es Ihnen zeigen? Frau Glawischnig! Ein kurzes Gedächtnis!)
Beifall bei den Grünen.
Es ist nicht nachvollziehbar, wie sich diese Faktenlage vom letzten Jahr auf heuer so verschlechtern konnte; und das auch angesichts der dramatischen Umweltkatastrophe, die es letztes Jahr in Österreich gab. Ich finde es zynisch, wenn sich ein Finanzminister bei der Bevölkerung für deren Spendenbereitschaft bedankt, aber in dem Bereich, in dem er etwas tun könnte, nämlich Finanzspritzen für den Klimaschutz zu geben und damit natürliche Vorsorge gegen solche Katastrophen zu betreiben, nichts tut. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Schadstoffe kennen keine Grenzen. Österreich sollte, was das Thema Umweltvorreiter, Umweltschutz und den wirklich progressiven, intelligenten Einsatz von solchen Instrumenten betrifft, auch keine Grenzen kennen und das zumindest in diesem Budget, wenn man sich schon verbal erstmals so offensiv zum Klimaschutz und zur ökosozialen Marktwirtschaft bekennt, in irgendeiner Weise auch sichtbar machen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
dert, unseren Beitrag zu leisten. Die Umwelt braucht es. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Das ist österreichische Höflichkeit! Sie kennen den Föderalismus nicht! Landeshauptmänner lassen sich nichts anschaffen! – Abg. Gradwohl: Leider!
Lassen Sie mich auf einige Kritikpunkte konkret betreffend Ozongesetz eingehen! Da ist zum einen § 13 Abs. 1, der für jene Ozon-Überwachungsgebiete, in denen es zu einer Überschreitung eines Zielwerts kommt, Programme vorsieht. Bezüglich dieser Programme werden die Landeshauptleute ersucht, Vorschläge für Maßnahmen zu machen. – Jetzt denke ich, es wäre doch durchaus möglich gewesen, da die Bundesländer etwas mehr in die Pflicht zu nehmen. (Abg. Großruck: Das ist österreichische Höflichkeit! Sie kennen den Föderalismus nicht! Landeshauptmänner lassen sich nichts anschaffen! – Abg. Gradwohl: Leider!) Ich glaube, dass es sehr schlau gewesen wäre, zu einem wirklich konkreten Mechanismus zu kommen, wie der Bund und die Länder miteinander arbeiten können, weil eine verbindliche Kooperation für einen sinnvollen und funktionierenden Ozonschutz durchaus notwendig ist. Ein reines Ersuchen ist meiner Meinung nach auch legistisch eine zu schwache Basis. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Lassen Sie mich auf einige Kritikpunkte konkret betreffend Ozongesetz eingehen! Da ist zum einen § 13 Abs. 1, der für jene Ozon-Überwachungsgebiete, in denen es zu einer Überschreitung eines Zielwerts kommt, Programme vorsieht. Bezüglich dieser Programme werden die Landeshauptleute ersucht, Vorschläge für Maßnahmen zu machen. – Jetzt denke ich, es wäre doch durchaus möglich gewesen, da die Bundesländer etwas mehr in die Pflicht zu nehmen. (Abg. Großruck: Das ist österreichische Höflichkeit! Sie kennen den Föderalismus nicht! Landeshauptmänner lassen sich nichts anschaffen! – Abg. Gradwohl: Leider!) Ich glaube, dass es sehr schlau gewesen wäre, zu einem wirklich konkreten Mechanismus zu kommen, wie der Bund und die Länder miteinander arbeiten können, weil eine verbindliche Kooperation für einen sinnvollen und funktionierenden Ozonschutz durchaus notwendig ist. Ein reines Ersuchen ist meiner Meinung nach auch legistisch eine zu schwache Basis. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich bin nicht gegen Studien – überhaupt nicht! –, ich halte diese für sehr sinnvoll, für eine gute Grundlage, aber ich glaube nur, dass in diesem Gesetz eine Klarheit bezüglich Verhältnismäßigkeit gänzlich fehlt – und das ist schade. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich finde es schade, dass der Herr Umweltminister mit dieser Vorlage eine Chance verpasst hat, nämlich die Chance, wirklich konsequent für den Umweltschutz in Österreich einzutreten. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.‑Ing. Josef Pröll: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Österreich ist in Europa punkto Umweltpolitik und punkto Umweltstandards Nummer eins. Das wäre nicht möglich, wenn wir nur immer eins zu eins Umweltvorgaben aus Europa umsetzten, sondern wir haben uns darüber hinaus in der Vergangenheit engagiert und werden das auch in Zukunft tun. Dieser Vorwurf geht also schlicht und einfach ins Leere, sonst hätten wir diesen Platz niemals erreichen können. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Das sehen Sie auch am zentralen Thema „Klimaschutzpolitik“. Während in Europa minus 8 Prozent als Ziel angepeilt werden, hat sich Österreich auf Basis des Jahres 1990 ein Reduktionsziel von minus 13 Prozent gesetzt. Auch das ist ein ambitionierteres Ziel, als es sich Europa im Schnitt vorgenommen hat. Wir werden mit den Maßnahmen, die wir setzen, und mit unserer Klimaschutzoffensive dieses Ziel zwischen 2008 und 2012 auch erreichen. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Glawischnig: 2002!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben dafür den Einsatz von Budgetmitteln in der Höhe von 30, 60 und 90 Millionen € bis ins Jahr 2006 vorgesehen. Sehr geehrte Frau Abgeordnete Glawischnig! Wenn Sie den Ministerratsvortrag 2003 (Abg. Dr. Glawischnig: 2002!), ich korrigiere: den Ministerratsvortrag 2002 zitieren, dann muss ich sagen: Sie haben vergessen, dass als Budgetziel für die 90 Millionen € das Jahr 2008 eingesetzt wurde. Wir werden diese Summe aber schon 2006 umsetzen – wie Sie das auch immer selbst angestrebt haben – und werden damit auch einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz und zur Erreichung dieses Zieles leisten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben dafür den Einsatz von Budgetmitteln in der Höhe von 30, 60 und 90 Millionen € bis ins Jahr 2006 vorgesehen. Sehr geehrte Frau Abgeordnete Glawischnig! Wenn Sie den Ministerratsvortrag 2003 (Abg. Dr. Glawischnig: 2002!), ich korrigiere: den Ministerratsvortrag 2002 zitieren, dann muss ich sagen: Sie haben vergessen, dass als Budgetziel für die 90 Millionen € das Jahr 2008 eingesetzt wurde. Wir werden diese Summe aber schon 2006 umsetzen – wie Sie das auch immer selbst angestrebt haben – und werden damit auch einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz und zur Erreichung dieses Zieles leisten. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Sima: Wir werden Sie daran erinnern!
Sehr geehrte Frau Kollegin Sima, Sie haben von mir eingefordert, nicht nur „blumige“ Gesetze vorzulegen, sondern auch Maßnahmen zu setzen, um die erwünschten Ziele zu erreichen. Sie können davon ausgehen, dass diese Bundesregierung die Ziele, die sie definiert, auch wirklich angeht und auch die notwendigen Maßnahmen setzt, um diese Ziele zu erreichen. Das trifft auch für die Umweltpolitik zu. (Abg. Mag. Sima: Wir werden Sie daran erinnern!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, dass wir mit dem Aktionsprogramm „saubere Luft“, mit der Entschwefelung der Treibstoffe und mit den vorliegenden Gesetzesmaterien, nämlich dem Emissionshöchstmengengesetz-Luft, dem Ozongesetz und dem Immissionsschutzgesetz-Luft, einen entscheidenden Beitrag zu einer besseren Umweltqualität in unserem Land leisten und damit die Lebensqualität in Österreich erhöhen. Daher bin ich froh darüber, dass im Ausschuss diesbezüglich Einstimmigkeit gegeben war und dass sich auch die Opposition diesem gemeinsamen Ziel angeschlossen hat. Wir sind jedenfalls bereit – davon können Sie ausgehen –, diese Vorhaben sukzessive und konsequent umzusetzen, und wir sind zuversichtlich, dass wir das bis 2010 erreichen werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Ihr habt in der Transitpolitik nichts zusammengebracht! Absolut nichts!
die in diesem Bereich notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen worden wären, für die wir jetzt sozusagen kämpfen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Glawischnig: Ihr habt in der Transitpolitik nichts zusammengebracht! Absolut nichts!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Sima.
Wir sprechen heute über das Emissionshöchstmengengesetz-Luft. Frau Kollegin Sima! Ich finde, es ist total komisch, und ich habe überhaupt noch nie erlebt, dass ein Abgeordneter sich wünscht, dass seine Anträge abgelehnt werden. Ich finde es „faszinierend“, dass Sie hier heraußen quasi sagen: Bitte lehnen Sie meine Anträge ab! – Irgendetwas kann da nicht ganz in Ordnung sein! (Zwischenruf der Abg. Mag. Sima.) Sie müssen Ihre Anträge – das habe ich Ihnen auch im Ausschuss gesagt – formal richtig stellen und mit einem guten Inhalt füllen, dann werden die Freiheitlichen bereit sein, Ideen von Ihnen zu unterstützen und auch mitzutragen. (Abg. Mag. Wurm: In Tirol erstickt man am Lärm und an den Abgasen!)
Abg. Mag. Wurm: In Tirol erstickt man am Lärm und an den Abgasen!
Wir sprechen heute über das Emissionshöchstmengengesetz-Luft. Frau Kollegin Sima! Ich finde, es ist total komisch, und ich habe überhaupt noch nie erlebt, dass ein Abgeordneter sich wünscht, dass seine Anträge abgelehnt werden. Ich finde es „faszinierend“, dass Sie hier heraußen quasi sagen: Bitte lehnen Sie meine Anträge ab! – Irgendetwas kann da nicht ganz in Ordnung sein! (Zwischenruf der Abg. Mag. Sima.) Sie müssen Ihre Anträge – das habe ich Ihnen auch im Ausschuss gesagt – formal richtig stellen und mit einem guten Inhalt füllen, dann werden die Freiheitlichen bereit sein, Ideen von Ihnen zu unterstützen und auch mitzutragen. (Abg. Mag. Wurm: In Tirol erstickt man am Lärm und an den Abgasen!)
Abg. Reheis: Fällt Ihnen etwas Gescheites auch ein? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Hier erstickt man Gott sei Dank nicht am Lärm, weil die Reihen der SPÖ so geleert sind, dass es gar nicht so laut sein kann. (Abg. Reheis: Fällt Ihnen etwas Gescheites auch ein? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) – Danke.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte Sie daher noch einmal bitten – das ist das, was ich Ihnen mit auf den Weg geben möchte –, hier konstruktiv daran zu arbeiten und nicht Polemik zu betreiben, denn mit Polemik ist keinem von uns geholfen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abschließend – die Vorredner aus meiner Fraktion haben es bereits gesagt –: Wir unterstützen diesen Gesetzentwurf. Wir werden dem Gesetzentwurf zustimmen. Es gibt in Bezug auf diese Gesetzesmaterie einen breiten Konsens, den ich sehr begrüße. Ich glaube, wir sollten auf diesem Weg bleiben beziehungsweise diesen Weg nicht verlassen und in Zukunft darauf achten, dass wir mehr und schnellere Schritte setzen, damit die Umweltpolitik in Österreich jenen Stellenwert behält, den sie momentan hat. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Molterer: Das stimmt!
Schon im Umweltausschuss ist die besondere Fähigkeit unseres Ministers, dass er sehr zuversichtlich ist, hervorgekommen; das finde ich schön. Zuversicht darf aber nicht mit Blauäugigkeit verwechselt werden. (Abg. Mag. Molterer: Das stimmt!) Er ist zuversichtlich, dass wir das Ziel bei der Reduktion der CO2-Emissionen erreichen werden. Das heißt, er ist zuversichtlich, dass wir von einem angenommenen Wert von 86 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent auf den angenommenen Wert von 68 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent herunterkommen, also eine Reduktion von 18 Millionen Tonnen erreichen werden, und das mit wenig Geld, denn die angenommene Unterstützung durch den Bundeshaushalt in der Höhe von 540 Millionen € ist ja auf 180 Millionen € zusammengeschrumpft, was ich erbärmlich finde. Damit sind wir wieder bei dem Problem, dass offensichtlich viele Leute in der Regierung davon ausgehen, dass Umweltschutz eine Art Orchideenthema ist, das heißt, dass Umweltschutz etwas ist, was zwar ganz nett ist, aber nichts kosten darf. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Haben Sie sich das Budget angeschaut?)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Haben Sie sich das Budget angeschaut?
Schon im Umweltausschuss ist die besondere Fähigkeit unseres Ministers, dass er sehr zuversichtlich ist, hervorgekommen; das finde ich schön. Zuversicht darf aber nicht mit Blauäugigkeit verwechselt werden. (Abg. Mag. Molterer: Das stimmt!) Er ist zuversichtlich, dass wir das Ziel bei der Reduktion der CO2-Emissionen erreichen werden. Das heißt, er ist zuversichtlich, dass wir von einem angenommenen Wert von 86 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent auf den angenommenen Wert von 68 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent herunterkommen, also eine Reduktion von 18 Millionen Tonnen erreichen werden, und das mit wenig Geld, denn die angenommene Unterstützung durch den Bundeshaushalt in der Höhe von 540 Millionen € ist ja auf 180 Millionen € zusammengeschrumpft, was ich erbärmlich finde. Damit sind wir wieder bei dem Problem, dass offensichtlich viele Leute in der Regierung davon ausgehen, dass Umweltschutz eine Art Orchideenthema ist, das heißt, dass Umweltschutz etwas ist, was zwar ganz nett ist, aber nichts kosten darf. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Haben Sie sich das Budget angeschaut?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Luft ist ja ein flüchtiger Stoff, den man nicht sieht, und da setzt sich offensichtlich das Sprichwort durch: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!“ – Heiß nicht, aber krank! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube daher, Herr Kollege von der SPÖ, es ist müßig, hier Zwischenrufe zu machen, sondern wir sollten gemeinsam alles tun, um eine Übergangslösung zu finden, die der Umwelt dient, die der Schadstoffreduktion dient und die Druck in Richtung einer Wegekostenrichtlinie macht, die auch Fleisch auf dem Knochen hat, wenn man so sagen will, nämlich, die auch Querfinanzierungen in Richtung Schiene möglich macht, die auch sektorale Fahrverbote möglich macht, die auch externe Kostenberechnung für die Maut-Berechnung und Ähnliches mehr möglich macht. Ich bitte dabei um Ihre Unterstützung! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP
Um die Luftschadstoffe aus dem Verkehrsbereich zu reduzieren, hat unser Umweltminister Dipl.-Ing. Josef Pröll, dessen Blauäugigkeit im Umweltbereich sich lediglich auf seine Augenfarbe beschränkt (Beifall bei der ÖVP), als eine seiner ersten Maßnahmen eine Vereinbarung mit der OMV unterzeichnet, die eine flächendeckende Verfügbarkeit von schwefelfreien Kraftstoffen sowohl für den Otto- als auch für den Dieselmotor vorsieht. Dies soll ab 1. Jänner 2004 sichergestellt sein. Weniger Feinpartikel aus den Dieselmotoren und weniger bodennahes Ozon sind das wichtigste Ziel.
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Bundesgesetz ist ein sinnvolles und effizientes Gesetz. Geschätzte Damen und Herren, ich bitte um Ihre Zustimmung! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte die Zusammenarbeit zwischen den Ländern, durch die spezifische, regionale Erfordernisse Berücksichtigung finden, für sehr wichtig. Es geht auch um die Zusammenarbeit bei der Frage, was zu geschehen hat, wenn eine Überschreitung der Grenzwerte gegeben ist. Darauf kommt es ja eigentlich an. Es geht dabei nicht nur um ein Vorschlagsrecht, sondern um die Zusammenarbeit mit den Ländern und dann letztlich auch um die Frage der tatsächlichen Vorgangsweise, im konkreten Fall bei den Aktionsprogrammen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da die Luftschadstoffe an den Landesgrenzen nicht Halt machen, wird Österreich von der europaweiten Richtlinie profitieren, weil ja eine beachtliche Menge an Schadstoffen aus den benachbarten Ländern nach Österreich importiert wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dipl.-Ing. Regler.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das vorliegende Gesetz ist sicherlich ein entscheidender Beitrag in der Umweltpolitik, da im Sinne der Umwelt konkrete Programme erarbeitet und Maßnahmen getroffen werden müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Dipl.-Ing. Regler.)
Abg. Wattaul: Ist das alles vom Hausbrand?
In Kärnten in Wolfsberg, St. Andrä, Klagenfurt und Völkermarkt, in Niederösterreich in St. Valentin, in Oberösterreich in Linz, in der Steiermark in Weiz, Hartberg und Köflach, in Graz praktisch im gesamten Stadtgebiet, in Tirol in Innsbruck, in Oberösterreich in Braunau, in Salzburg am Mirabellplatz, in Wien am Hietzinger Kai und in der Taborstraße gab es schon notorische Überschreitungen, die zu Maßnahmen veranlassen müssten. (Abg. Wattaul: Ist das alles vom Hausbrand?)
Abg. Wattaul: Völliger Unsinn! Sie müssen sie bei Nacht fahren lassen, die Belastung kommt nur durch den Stau ...!
Meine Damen und Herren! Haben Sie von irgendwelchen Maßnahmen gehört? – Die heiß umstrittenen Maßnahmenkataloge waren jene in Tirol in Bezug auf das Nachtfahrverbot und jetzt das in Diskussion befindliche sektorale Fahrverbot, das wir machen müssen, um die Belastungssituationen in unseren Bergtälern zu vermindern. (Abg. Wattaul: Völliger Unsinn! Sie müssen sie bei Nacht fahren lassen, die Belastung kommt nur durch den Stau ...!)
Abg. Wattaul: Sie müssen sie in der Nacht fahren lassen!
Wir sind hier vom Gesetz gefordert, und ich bin sehr zufrieden, dass diese Novelle jetzt auch eine Verkürzung der Zeiträume beinhaltet. (Abg. Wattaul: Sie müssen sie in der Nacht fahren lassen!)
Abg. Wattaul: 5 000 LKW am Brenner am Tag! – Abg. Neudeck: Sie können schon gehen, nur die Füße tun halt weh!
Meine Damen und Herren! Mit diesen Befristungen ist klar geworden, dass man schneller reagieren muss, und das geschieht jetzt auch. Aber wir haben noch immer das Problem, was denn konkret geschieht. Sie sehen an diesen Überschreitungen – und die Analysen der Daten zeigen es auch ganz klar –: Der Verursacher ist in erster Linie der Verkehr, und dabei natürlich der Schwerverkehr. (Abg. Wattaul: 5 000 LKW am Brenner am Tag! – Abg. Neudeck: Sie können schon gehen, nur die Füße tun halt weh!)
Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Wattaul! Der Hausbrand ist eine billige Ausrede, das sieht man, wenn man sich die Schadstoffverläufe anschaut. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Herr Kollege, ich kann es Ihnen im Detail dann privat erklären.
Beifall bei den Grünen
Sie, Herr Kollege Wattaul, als Freund des Schwerverkehrs verstehen, dass man hier Maßnahmen wird setzen müssen (Beifall bei den Grünen), und zwar gezielt auf den Verursacher bezogen. Ich kann ja auch nicht zum Zahnarzt gehen, wenn mir die Schuhe weh tun! (Abg. Wattaul: Sie wollen nur ein Feindbild schaffen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wattaul: Sie wollen nur ein Feindbild schaffen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie, Herr Kollege Wattaul, als Freund des Schwerverkehrs verstehen, dass man hier Maßnahmen wird setzen müssen (Beifall bei den Grünen), und zwar gezielt auf den Verursacher bezogen. Ich kann ja auch nicht zum Zahnarzt gehen, wenn mir die Schuhe weh tun! (Abg. Wattaul: Sie wollen nur ein Feindbild schaffen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Wattaul: Ich habe gar nicht gewusst, dass das eine Verkehrsdebatte ist!
Meine Damen und Herren! Es wurde angefangen vom Transitvertrag bis zu anderen Maßnahmen – etwa in Bezug auf den Hausbrand – alles Mögliche zitiert. Natürlich werden die Maßnahmen im Rahmen der Emissionskataster nicht ausreichen, um die Situation langfristig zu lösen. Das heißt, die Frage der Kosten des Verkehrs – und das betrifft wieder Sie, Herr Kollege Wattaul – werden wir lösen müssen! Aber da darf man halt nicht Angst vor der eigenen Courage haben und insgeheim ganz, ganz froh sein, wenn wir eine Ausrede benützen können, die uns die Europäische Union bietet. (Abg. Wattaul: Ich habe gar nicht gewusst, dass das eine Verkehrsdebatte ist!)
Zwischenruf des Abg. Wattaul
Im Klartext: Innerösterreichische Maßnahmen werden wir in verschiedensten Bereichen treffen müssen (Zwischenruf des Abg. Wattaul), und das Vorliegen einer Liste von Schadstoffüberschreitungen ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wattaul.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wattaul.
Im Klartext: Innerösterreichische Maßnahmen werden wir in verschiedensten Bereichen treffen müssen (Zwischenruf des Abg. Wattaul), und das Vorliegen einer Liste von Schadstoffüberschreitungen ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wattaul.)
Abg. Wattaul: Nein!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Kollege Wattaul, darf ich Sie in die Rednerliste eintragen? (Abg. Wattaul: Nein!) – Nein? Okay.
Abg. Scheibner: Aber die Pferde sind keine Alternative! Da kommen dann die Tierschützer! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (fortsetzend): Meine Herren Kollegen! Da Sie sich offensichtlich über das Thema amüsieren: Es gibt eine Liste von Grenzwertüberschreitungen in dieser Länge (die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe), und ich kann Ihnen sagen, die für die Jahre 2002 und 2003 wird leider noch länger sein. Das muss für uns eine Aufforderung sein, nicht nur auf das Pferd der IG-Luft-Regelungen zu setzen, sondern zusätzlich weitere Maßnahmen, zum Beispiel im Bereich der Kosten Schiene/Straße zu setzen. (Abg. Scheibner: Aber die Pferde sind keine Alternative! Da kommen dann die Tierschützer! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen.
Darum werden wir nicht herumkommen. Der Herr Minister hat ja sehr optimistisch gesagt, er werde um die Quersubventionierung kämpfen. Ich hoffe, er wird sich dabei auch gegen die ASFINAG durchsetzen, die ja keine große Begeisterung dafür hegt. Ich kann diese Maßnahme natürlich nur unterstützen. Wir fordern sie auch nachdrücklich, und ich bin sehr froh, dass einige unserer Forderungen langsam, aber sicher, doch Eingang in Programme finden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Öllinger: Das ist positiv! Öfter eine Arbeitsniederlegung! – Heiterkeit.
Gerade deshalb ist es wichtig, dieser Entwicklung mit Nachdruck entgegenzuwirken – und in diesem Zusammenhang möchte ich auch die gestrigen Streiks erwähnen. Die Österreicherinnen und Österreicher haben besonnen und klug auf diese Streiks reagiert! Viele haben Fahrgemeinschaften gebildet, andere sind auf das Fahrrad umgestiegen oder zu Fuß in die Arbeit gelangt. Wie jeder gestern in den Nachrichten hören konnte, wurde Wien zur „Fahrradhauptstadt“ Europas. Einer Umfrage zufolge gaben die Befragten an, auch in Zukunft vermehrt auf das Auto verzichten zu wollen. (Abg. Öllinger: Das ist positiv! Öfter eine Arbeitsniederlegung! – Heiterkeit.)
Beifall bei der ÖVP.
Genau diese Haltung muss man fördern! Damit würden vor allem im städtischen Bereich die Verkehrsstaus gemildert und damit die Ozongefahr verringert. (Beifall bei der ÖVP.) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dies ist aber auch der einzige positive Aspekt des gestrigen politischen Streiks.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neudeck: Müssen wir ihn angeloben? Nein!
Lieber Herr Bundesminister Pröll! Deinen Vorgänger haben wir auf Grund seiner hervorragenden Arbeit zum „Lebensminister“ für alle Österreicherinnen und Österreicher ernannt. Da du seine Nachfolge angetreten hast, übertrage ich dir hiermit dieses Prädikat! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Neudeck: Müssen wir ihn angeloben? Nein!)
Beifall bei der ÖVP.
Das Bemühen und die Verantwortung zur Erreichung des Kyoto-Ziels waren bei Willi Molterer in genauso guten Händen, wie sie es bei dir sein werden. Daher stimme ich dieser Gesetzesvorlage gerne zu! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Effekte wären mehr Kostenwahrheit im Verkehr, aber auch mehr Ertrag für unsere Umwelt. Wir müssen dem prognostizierten massiven Anstieg des LKW-Transitverkehrs vor allem in Ostösterreich durch wirksame Maßnahmen begegnen. Möglichst viel Schwerverkehr muss von der Straße auf die Schiene verlagert werden, damit unsere Umwelt lebenswert bleibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend weise ich noch einmal darauf hin, dass wir von der SPÖ dieser Regierungsvorlage zustimmen werden. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Verheiratet? Kinder?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Da auch ich heute zum ersten Mal hier stehen darf, möchte ich die Gelegenheit auch dazu nützen, um mich kurz vorzustellen. Ich bin Unternehmensberater, 44 Jahre alt und komme aus Leoben. Damit haben wir, glaube ich, einen guten Bezug zum Thema „gute Luft“. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Verheiratet? Kinder?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sind Sie verheiratet? Wie viele Kinder?
Es ist nämlich noch nicht allzu lange her, da war die Stahl- und Eisenindustrie in der Obersteiermark eher dafür berühmt, dreckige Luft zu produzieren, und ich kann mich noch gut an den Spruch erinnern: „Wenn die Kamine rauchen, dann haben die Menschen in der Obersteiermark Arbeit!“ (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sind Sie verheiratet? Wie viele Kinder?)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn Sie heute in die Obersteiermark kommen, dann sehen Sie direkt neben den Stahlwerken toll entwickelte städtische Zentren und ein toll entwickeltes Umfeld. Ich gebe Herrn Kollegen Bauer schon Recht: Um die Umweltpolitik und die Ergebnisse der Umweltpolitik zu bewerten, müssen wir uns das in einem weiteren Zeitraum anschauen. Wir haben heute in der Obersteiermark die Situation, dass es neben einem Stahlwerk einen Nationalpark gibt, und ich glaube, das ist der beste Beweis für eine gute Umweltpolitik. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ein wesentlicher Partner, auch das muss man sagen, ist die Industrie selbst. Wenn wir uns heute in der Obersteiermark umsehen – Kollege Dobnigg weiß das noch viel besser als ich; er ist ja Betriebsrat in der VA-Stahl –, dann sehen wir, es sind dort große Investitionen im Umweltschutzbereich getätigt worden. Ich denke etwa an die VA-Stahl, ich denke aber auch an Böhler-Uddeholm, und wir können durchaus mit Stolz vermelden, dass die saubersten und modernsten Stahlwerke der Welt heute in Österreich, in der Obersteiermark stehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin zuversichtlich, dass das „Lebensministerium“ bei Bundesminister Sepp Pröll in guten Händen ist, und werde dieser Gesetzesvorlage zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Erika Scharer (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich bin neu im Nationalrat und somit auch neu im Umweltausschuss. Ich komme aus einer touristischen Region, nämlich aus der Europa-Sportregion, aus dem Pinzgau. Erlauben Sie mir, etwas Persönliches zu sagen, etwas über mein Gefühl, über meinen Eindruck, den ich in der Sitzung des Umweltausschusses gewonnen habe. Es hat mich sehr erstaunt, dass sämtliche Anträge der Oppositionsparteien mehr oder weniger ignoriert wurden, dass man die Probleme, die auf uns zukommen werden, zum Beispiel mit den Einweggebinden und speziell in unseren touristischen Regionen, beiseite schiebt. Das erweckt für mich den Eindruck – und das sehe ich auch bei dem nun vorliegenden Gesetzentwurf so –, dass man zwar reagiert, weil es Vorgaben der EU gibt, aber nicht agiert. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer: Klimaschutz!
Umweltpolitik, das Thema Umwelt scheint derzeit eher ein politisches Randthema zu sein. Herr Finanzminister Grasser hat zwar dargestellt, dass mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, aber wir sind schon gespannt darauf, in welchen Bereichen wir diese finden werden. (Abg. Mag. Molterer: Klimaschutz!)
Beifall bei der SPÖ.
Ebenso anzuführen sind die hohen Zuwachsraten zum Beispiel im Straßengüterverkehr. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist in Österreich die Transportleistung auf der Straße um fast 120 Prozent gestiegen. In Salzburg zum Beispiel nahm der LKW-Transitverkehr in den Jahren 1988 bis 2000 jährlich um 14 Prozent zu. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass wir geeignete Maßnahmen setzen. Tempolimits, zeitliche und räumliche Verkehrseinschränkungen, Nachtfahrverbote und so weiter werden nicht ausreichen, um die Schadstoffbelastungen zu verringern. Wir sind gefordert, uns ehrgeizigere Ziele zu setzen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, die Autoindustrie muss gefordert werden, durchgängige technische Voraussetzungen für weniger Abgasbelastungen durch LKW und PKW zu schaffen. Um den Güterverkehr von der Straße vermehrt auf die Schiene zu verlagern, müssen kostengünstigere und vor allem raschere Beförderungsmöglichkeiten geschaffen werden. Außerdem muss eine Entlastung im Individualverkehr speziell in den ländlichen Regionen erfolgen. Wir brauchen in den ländlichen Regionen ein besser ausgebautes, ein besser organisiertes öffentliches Verkehrsnetz. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen den Mut haben, ausgetretene Pfade zu verlassen. Wir müssen zu klären versuchen, weshalb die öffentlichen Verkehrsmittel so wenig angenommen werden. An dieser Stelle ein Paradoxon zum Abschluss: Sehr viele, auch Kollegen hier, fahren mit dem PKW nach Salzburg und dann mit der Bahn nach Wien, weil sie nämlich spätabends die ländlichen Regionen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr erreichen können. Wir brauchen attraktive Alternativen speziell in den für den Tourismus wichtigen ländlichen Regionen zum Schutz der Bevölkerung, für die Gesundheit unserer Menschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Diese Maßnahmen müssen jetzt gesetzt werden und nicht erst dann, wenn uns die EU darauf aufmerksam macht! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Trinkl: Ein guter Beitrag!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich habe den Beitrag des Kollegen Kopf zu Beginn dieser Debatte gehört (Abg. Dr. Trinkl: Ein guter Beitrag!), und ich muss sagen, ich kann seinen Lobgesang auf die Bundesregierung, auf die beiden zuständigen Minister in keiner Weise nachvollziehen (Beifall bei der SPÖ), denn diese haben im Grunde genommen einfach nur EU-Richtlinien nachvollzogen – und das mit halbjähriger Verspätung. Also was an dieser Leistung so besonders sein soll, frage ich mich wirklich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich habe den Beitrag des Kollegen Kopf zu Beginn dieser Debatte gehört (Abg. Dr. Trinkl: Ein guter Beitrag!), und ich muss sagen, ich kann seinen Lobgesang auf die Bundesregierung, auf die beiden zuständigen Minister in keiner Weise nachvollziehen (Beifall bei der SPÖ), denn diese haben im Grunde genommen einfach nur EU-Richtlinien nachvollzogen – und das mit halbjähriger Verspätung. Also was an dieser Leistung so besonders sein soll, frage ich mich wirklich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich habe den Beitrag des Kollegen Kopf zu Beginn dieser Debatte gehört (Abg. Dr. Trinkl: Ein guter Beitrag!), und ich muss sagen, ich kann seinen Lobgesang auf die Bundesregierung, auf die beiden zuständigen Minister in keiner Weise nachvollziehen (Beifall bei der SPÖ), denn diese haben im Grunde genommen einfach nur EU-Richtlinien nachvollzogen – und das mit halbjähriger Verspätung. Also was an dieser Leistung so besonders sein soll, frage ich mich wirklich. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Rufe bei der ÖVP: Sommer!
Eine dieser Maßnahmen – das habe ich auch schon im Bundesvoranschlag nachgelesen – sollte die Einführung schwefelärmster Treibstoffe mit 1. Jänner 2004 sein. – Die Botschaft hör’ ich wohl, meine Damen und Herren, allein mir fehlt der Glaube. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich flächendeckend mit 1. Jänner 2004 umgesetzt werden kann. Aber selbst wenn es gelingt, muss ich sagen: Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Rufe bei der ÖVP: Sommer!) Okay, Sommer. Ob wir den angesichts der auf uns zukommenden Ozonbelastung noch erleben, werden wir erst sehen.
in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll
Meine Damen und Herren! Schon jetzt gibt es Regionen, die in der heißen Jahreszeit eine derart hohe Ozonkonzentration aufweisen, dass nicht einmal mehr die Ansiedelung neuer Industriebetriebe genehmigt wird; ich denke hier vor allem an das Unterinntal. Es ist bedauerlich, dass in einer Zeit, in der das möglich gewesen wäre, nämlich in der letzten Gesetzgebungsperiode, keine weiteren Maßnahmen zur Verringerung von Vorläufersubstanzen gesetzt worden sind – das trifft nicht Sie (in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll), aber Ihren Vorgänger; er sitzt hier, meine Damen und Herren (auf Abg. Mag. Molterer weisend) –, obwohl das bestehende Ozongesetz dies durchaus ermöglicht hätte. – So viel zur Regierungsvorlage.
auf Abg. Mag. Molterer weisend
Meine Damen und Herren! Schon jetzt gibt es Regionen, die in der heißen Jahreszeit eine derart hohe Ozonkonzentration aufweisen, dass nicht einmal mehr die Ansiedelung neuer Industriebetriebe genehmigt wird; ich denke hier vor allem an das Unterinntal. Es ist bedauerlich, dass in einer Zeit, in der das möglich gewesen wäre, nämlich in der letzten Gesetzgebungsperiode, keine weiteren Maßnahmen zur Verringerung von Vorläufersubstanzen gesetzt worden sind – das trifft nicht Sie (in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll), aber Ihren Vorgänger; er sitzt hier, meine Damen und Herren (auf Abg. Mag. Molterer weisend) –, obwohl das bestehende Ozongesetz dies durchaus ermöglicht hätte. – So viel zur Regierungsvorlage.
Beifall bei der SPÖ.
Die Regierungsparteien verstehen sich darauf zu beobachten. Ich frage Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien: Wie lange wollen Sie beobachten? So lange, bis wir in Österreich im Müll versinken? – Ich werde die dafür notwendige Geduld sicher nicht aufbringen, auch meine Fraktion nicht und, wie ich glaube, die Bevölkerung umso weniger! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Weshalb wurde dieser Antrag vertagt? Wollen wir vielleicht erst dann darüber reden, wenn bereits alles beschlossen ist und die Umsetzung in der Form erfolgt, wie wir sie nicht wollen? –Ich denke, meine Damen und Herren, wir sollten dieser Unsitte des Vertagens, die nun auch im Umweltausschuss immer mehr um sich greift, ein Ende bereiten. (Beifall bei der SPÖ.) Reden wir im Plenum über diese Themen, Sie können es ja ohnehin nicht verhindern!
Beifall bei der SPÖ.
Ich halte Ihre Vorgangsweise, gerade im Parlament Themen auszuklammern, über die Sie als Regierungsparteien nicht reden, sondern die Sie nur beobachten oder denen Sie zuschauen wollen, demokratiepolitisch für sehr, sehr bedenklich. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Uns allen ist der Tierschutz ein großes Anliegen. Wenn wir einander blockieren, haben die Tiere und auch die Menschen, die mit und von ihnen leben, überhaupt nichts davon. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Grillitsch: Schauen Sie nicht in die Vergangenheit! Schauen Sie in die Zukunft!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer, Ihren Appell höre ich wohl, aber das Wort „blockieren“ löst bei mir ganz andere Erinnerungen aus. Es gibt nämlich nur eine Fraktion, die seit vielen, vielen Jahren den Tierschutz in diesem Haus blockiert, und das ist Ihre Fraktion. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Grillitsch: Schauen Sie nicht in die Vergangenheit! Schauen Sie in die Zukunft!) – Ich schaue in die Zukunft, Herr Kollege, aber das Problem ist, dass das, was wir in der Vergangenheit im Tierschutzbereich erlebt haben, wirklich so deprimierend war, dass ich auch für die Zukunft nicht besonders große Hoffnungen habe, dass wir hier wirklich etwas weiterbringen. (Abg. Grillitsch: Sie reden doch ständig von der Vergangenheit! Sie sind noch zu jung, um von der Vergangenheit zu reden!) – Ich glaube, Sie kommen auch noch zu Wort (Abg. Grillitsch: Ja, so ist es!), dann können Sie ja ein bisschen von der Zukunft reden, wie Sie sich das vorstellen. Können wir uns jetzt darauf einigen?
Abg. Grillitsch: Sie reden doch ständig von der Vergangenheit! Sie sind noch zu jung, um von der Vergangenheit zu reden!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer, Ihren Appell höre ich wohl, aber das Wort „blockieren“ löst bei mir ganz andere Erinnerungen aus. Es gibt nämlich nur eine Fraktion, die seit vielen, vielen Jahren den Tierschutz in diesem Haus blockiert, und das ist Ihre Fraktion. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Grillitsch: Schauen Sie nicht in die Vergangenheit! Schauen Sie in die Zukunft!) – Ich schaue in die Zukunft, Herr Kollege, aber das Problem ist, dass das, was wir in der Vergangenheit im Tierschutzbereich erlebt haben, wirklich so deprimierend war, dass ich auch für die Zukunft nicht besonders große Hoffnungen habe, dass wir hier wirklich etwas weiterbringen. (Abg. Grillitsch: Sie reden doch ständig von der Vergangenheit! Sie sind noch zu jung, um von der Vergangenheit zu reden!) – Ich glaube, Sie kommen auch noch zu Wort (Abg. Grillitsch: Ja, so ist es!), dann können Sie ja ein bisschen von der Zukunft reden, wie Sie sich das vorstellen. Können wir uns jetzt darauf einigen?
Abg. Grillitsch: Ja, so ist es!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer, Ihren Appell höre ich wohl, aber das Wort „blockieren“ löst bei mir ganz andere Erinnerungen aus. Es gibt nämlich nur eine Fraktion, die seit vielen, vielen Jahren den Tierschutz in diesem Haus blockiert, und das ist Ihre Fraktion. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Grillitsch: Schauen Sie nicht in die Vergangenheit! Schauen Sie in die Zukunft!) – Ich schaue in die Zukunft, Herr Kollege, aber das Problem ist, dass das, was wir in der Vergangenheit im Tierschutzbereich erlebt haben, wirklich so deprimierend war, dass ich auch für die Zukunft nicht besonders große Hoffnungen habe, dass wir hier wirklich etwas weiterbringen. (Abg. Grillitsch: Sie reden doch ständig von der Vergangenheit! Sie sind noch zu jung, um von der Vergangenheit zu reden!) – Ich glaube, Sie kommen auch noch zu Wort (Abg. Grillitsch: Ja, so ist es!), dann können Sie ja ein bisschen von der Zukunft reden, wie Sie sich das vorstellen. Können wir uns jetzt darauf einigen?
Abg. Grillitsch: Aber jetzt kommt es!
Ich habe in Vorbereitung auf die Enquete-Kommission nachgesehen – Stichwort Vergangenheit –, wie viele Hearings, Enqueten, Ausschüsse, Unterausschüsse, Debatten es zum Thema „Tierschutz“ in diesem Haus bereits gegeben hat, und ich kann Ihnen sagen, die Liste war sehr, sehr lang. – Was wir aber immer noch nicht haben, ist ein einheitliches Bundestierschutzgesetz. Es ist mir eigentlich unverständlich, weshalb wir immer noch diskutieren müssen und weshalb dieses Gesetz noch immer nicht vorliegt. (Abg. Grillitsch: Aber jetzt kommt es!) – Ja, Herr Kollege, das sagen Sie uns schon länger. Ich warte darauf, dass es kommt. Ich möchte es aber zuerst einmal sehen, bevor ich mich dann wirklich darüber freue.
Abg. Grillitsch: Außer Spesen nichts gewesen!
Von SPÖ und Grünen liegt jetzt schon seit mehreren Jahren ein, wie ich glaube, sehr brauchbarer Antrag vor, den wir mit sehr vielen Experten und Tierschutzorganisationen diskutiert haben. Es gab einen Unterausschuss. – Es ist eine wirklich sehr lange Geschichte, die das Thema „Tierschutz“ jetzt schon schreibt. (Abg. Grillitsch: Außer Spesen nichts gewesen!)
Abg. Scheibner: Das ist aber keine Gruppe!
In Ihrem Antrag – und das ist auch mit ein Grund dafür, dass wir diesem Antrag nicht zustimmen konnten – steht, es werde eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Das kommt mir irgendwie bekannt vor: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis. (Abg. Scheibner: Das ist aber keine Gruppe!) Dieses Wahlversprechen ist im September oder Oktober letzten Jahres gegeben worden, und jetzt haben wir Mai. Jetzt im Mai fällt Ihnen ein, dass Sie eine Arbeitsgruppe einsetzen, die jetzt tagt und angeblich eventuell im Herbst etwas vorlegen wird?! Ich finde, das ist wirklich eine sehr matte Ansage. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
In Ihrem Antrag – und das ist auch mit ein Grund dafür, dass wir diesem Antrag nicht zustimmen konnten – steht, es werde eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Das kommt mir irgendwie bekannt vor: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis. (Abg. Scheibner: Das ist aber keine Gruppe!) Dieses Wahlversprechen ist im September oder Oktober letzten Jahres gegeben worden, und jetzt haben wir Mai. Jetzt im Mai fällt Ihnen ein, dass Sie eine Arbeitsgruppe einsetzen, die jetzt tagt und angeblich eventuell im Herbst etwas vorlegen wird?! Ich finde, das ist wirklich eine sehr matte Ansage. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Offensichtlich gibt es für diese Bundesregierung zwei Geschwindigkeiten. Wenn es darum geht, die Pensionen zu kürzen, legen Sie eine affenartige Geschwindigkeit vor. Die Kürzungen in diesem Bereich sind rasant vonstatten gegangen, aber beim Tierschutz muss man warten bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. – Das ist das Problem. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Trinkl: Das würden Sie sich wünschen!
Ich habe, ehrlich gesagt, wenig Vertrauen darauf, dass es im Herbst tatsächlich eine Regierungsvorlage geben wird – ich bin natürlich gerne bereit, mich überraschen zu lassen –, und das ist auch der Grund dafür, dass wir diesem Antrag nicht zustimmen können. Wir werden einen eigenen Antrag einbringen, denn wir meinen, dass zumindest bis Ende Juni eine Regierungsvorlage auf dem Tisch liegen sollte. Sie haben wirklich genügend Zeit gehabt, sich auf dieses Thema vorzubereiten. Ich rede jetzt nicht von den fünf oder sechs Jahren, die wir schon debattieren, sondern allein seit der letzten Wahl sind wirklich sehr viele Monate verstrichen. Bei anderen Themen schaffen Sie es ja auch im Rekordtempo, Vorlagen vorzulegen – ohne Begutachtung und ich weiß nicht was – und im Parlament zu beschließen. Nur beim Tierschutz bedarf es so langer Zeit? Wenn Sie in Ihrer Regierungsarbeit so weitermachen, dann haben wir wahrscheinlich Neuwahlen, bevor es eine Regierungsvorlage zum Tierschutz gibt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Trinkl: Das würden Sie sich wünschen!)
Abg. Wittauer: Braucht man nur die Bauern fragen, die wissen es besser!
Unser Vorschlag, den Sie ja bereits kennen, weil er, wie gesagt, seit drei Jahren vorliegt, hat einige Kernpunkte vor allem im Nutztierbereich. Unser Konzept ist es, einen Tiergerechtigkeitsindex einzuführen – das wurde von Wissenschaftlern entwickelt –, weil das gerade im Nutztierbereich die beste Art und Weise ist, vergleichend feststellen zu können, wie die Tiere behandelt werden. Er orientiert sich am Wohlbefinden des Tieres, es gibt einige Parameter und Faktoren – Stallklima, Bewegungsmöglichkeiten, Sozialkontakte, Bodenbeschaffenheit, Betreuungsintensität; all das wurde von Wissenschaftlern von der BOKU erarbeitet –, und wir meinen, es ist ein sehr gutes Konzept. Es wird über ein Punktesystem festgelegt ... (Abg. Wittauer: Braucht man nur die Bauern fragen, die wissen es besser!) – Herr Kollege Wittauer, ich warte noch auf den Vorschlag der Regierungsparteien. Wenn er besser und strenger ist, sind wir gerne bereit, uns anzuschließen. Unser Vorschlag als Diskussionsgrundlage liegt schon lange auf dem Tisch, wir warten nur auf Ihren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Unser Vorschlag, den Sie ja bereits kennen, weil er, wie gesagt, seit drei Jahren vorliegt, hat einige Kernpunkte vor allem im Nutztierbereich. Unser Konzept ist es, einen Tiergerechtigkeitsindex einzuführen – das wurde von Wissenschaftlern entwickelt –, weil das gerade im Nutztierbereich die beste Art und Weise ist, vergleichend feststellen zu können, wie die Tiere behandelt werden. Er orientiert sich am Wohlbefinden des Tieres, es gibt einige Parameter und Faktoren – Stallklima, Bewegungsmöglichkeiten, Sozialkontakte, Bodenbeschaffenheit, Betreuungsintensität; all das wurde von Wissenschaftlern von der BOKU erarbeitet –, und wir meinen, es ist ein sehr gutes Konzept. Es wird über ein Punktesystem festgelegt ... (Abg. Wittauer: Braucht man nur die Bauern fragen, die wissen es besser!) – Herr Kollege Wittauer, ich warte noch auf den Vorschlag der Regierungsparteien. Wenn er besser und strenger ist, sind wir gerne bereit, uns anzuschließen. Unser Vorschlag als Diskussionsgrundlage liegt schon lange auf dem Tisch, wir warten nur auf Ihren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.
Wenn ein Gesetz, wie vorhin gesagt, einer Verfassungsmehrheit bedarf, dann wird auch diese Zeit notwendig sein, um ein Gesetz auszuarbeiten. Und dazu brauchen wir alle Fraktionen, dazu brauchen wir die Sozialdemokraten! Ich kann auch garantieren, dass die Freiheitlichen unter unserem Vizekanzler Haupt immer für ein Tierschutzgesetz gekämpft haben. Wenn die Sozialdemokraten das heute so locker vom Hocker besprechen, dann darf ich daran erinnern: Vor sechs Jahren waren nicht wir in der Regierung, sondern es waren die Sozialdemokraten, die in der Regierung waren – und die auch ein solches Gesetz nicht umgesetzt haben, obwohl es die Freiheitlichen immer gefordert haben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.
Und jetzt auf einmal soll es wieder an formalen Dingen scheitern! Wiederum sagt die Sozialdemokratie hier: Wir brauchen ein Tierschutzgesetz, es ist wichtig und es soll endlich zur Umsetzung gelangen! – Sie von den Sozialdemokraten haben es versäumt, wir setzen es um. Und jetzt auf einmal wird das, was wir umsetzen wollen, von Ihrer Seite aus wieder blockiert! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Einem.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Da muss ich schon sagen: Wenn das die Politik wäre, die die Zukunft unseres Landes bestimmt, dann bin ich froh, dass Sie nicht in der Regierung sind, sondern dass wir die Regierungsparteien sind! Und wir werden auch dieses Tierschutzgesetz so anlegen, dass die Bevölkerung es als einen großen Wurf und als ein gutes Gesetz empfinden wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
und den Inhalt dieses Gesetzes diskutieren werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Brinek: Nein, ist nicht Geschmackssache! ... ein philosophisches Problem!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Die Humanität einer Gesellschaft lässt sich daran ablesen, wie sie mit dem – philosophisch gemeinten – jeweils Anderen umgeht, also mit dem, was nicht der eigenen Klasse, Kaste, Gruppe, wie immer Sie es nennen wollen, angehört. Im gegenständlichen Fall kann man mit Fug und Recht sagen – und das haben auch mehrere Fachleute bei der Enquete gesagt –: Die Humanität der Gesellschaft lässt sich daran ablesen, wie wir mit den Tieren umgehen, ob wir ihnen das Recht auf artgerechtes und tiergerechtes Leben zugestehen. Ob man dafür den Begriff „Würde“ wählen will oder nicht, ist dann Geschmackssache. (Abg. Dr. Brinek: Nein, ist nicht Geschmackssache! ... ein philosophisches Problem!)
Abg. Kopf: Der war nicht gut!
Dass wir heute eine ganze Reihe von Missständen vorliegen haben, dürfte bekannt sein. Ich rätsle zwar noch immer, ob der heutige Ausspruch des Finanzministers „Weg mit dem Speck!“ ein Aufruf zur Beseitigung der Missstände in der Schweinehaltung war (Abg. Kopf: Der war nicht gut!), aber es gibt jedenfalls ganz klare Bedürfnisse, einen effizienten und bundeseinheitlichen Tierschutz zu gewährleisten. (Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie diese Behauptung zurück?) Nur zur Erinnerung: Wir haben zurzeit 10 Gesetze, 36 Verordnungen, 600 Paragraphen (Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie die Behauptung zurück, Frau Kollegin?) – wenn Sie nicht einmal zwischen einer Behauptung und einer Überlegung, die ich mit offenem Fragezeichen anstelle (Abg. Jakob Auer: Nein, ... eine Behauptung!), unterscheiden können, sehe ich mich nicht veranlasst, irgendetwas zurückzunehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Dr. Fekter: ... eine Unterstellung! Das ist typisch!) – und eine Kompetenz auf acht Ministerien verteilt. Das ist absolut unbefriedigend!
Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie diese Behauptung zurück?
Dass wir heute eine ganze Reihe von Missständen vorliegen haben, dürfte bekannt sein. Ich rätsle zwar noch immer, ob der heutige Ausspruch des Finanzministers „Weg mit dem Speck!“ ein Aufruf zur Beseitigung der Missstände in der Schweinehaltung war (Abg. Kopf: Der war nicht gut!), aber es gibt jedenfalls ganz klare Bedürfnisse, einen effizienten und bundeseinheitlichen Tierschutz zu gewährleisten. (Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie diese Behauptung zurück?) Nur zur Erinnerung: Wir haben zurzeit 10 Gesetze, 36 Verordnungen, 600 Paragraphen (Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie die Behauptung zurück, Frau Kollegin?) – wenn Sie nicht einmal zwischen einer Behauptung und einer Überlegung, die ich mit offenem Fragezeichen anstelle (Abg. Jakob Auer: Nein, ... eine Behauptung!), unterscheiden können, sehe ich mich nicht veranlasst, irgendetwas zurückzunehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Dr. Fekter: ... eine Unterstellung! Das ist typisch!) – und eine Kompetenz auf acht Ministerien verteilt. Das ist absolut unbefriedigend!
Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie die Behauptung zurück, Frau Kollegin?
Dass wir heute eine ganze Reihe von Missständen vorliegen haben, dürfte bekannt sein. Ich rätsle zwar noch immer, ob der heutige Ausspruch des Finanzministers „Weg mit dem Speck!“ ein Aufruf zur Beseitigung der Missstände in der Schweinehaltung war (Abg. Kopf: Der war nicht gut!), aber es gibt jedenfalls ganz klare Bedürfnisse, einen effizienten und bundeseinheitlichen Tierschutz zu gewährleisten. (Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie diese Behauptung zurück?) Nur zur Erinnerung: Wir haben zurzeit 10 Gesetze, 36 Verordnungen, 600 Paragraphen (Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie die Behauptung zurück, Frau Kollegin?) – wenn Sie nicht einmal zwischen einer Behauptung und einer Überlegung, die ich mit offenem Fragezeichen anstelle (Abg. Jakob Auer: Nein, ... eine Behauptung!), unterscheiden können, sehe ich mich nicht veranlasst, irgendetwas zurückzunehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Dr. Fekter: ... eine Unterstellung! Das ist typisch!) – und eine Kompetenz auf acht Ministerien verteilt. Das ist absolut unbefriedigend!
Abg. Jakob Auer: Nein, ... eine Behauptung!
Dass wir heute eine ganze Reihe von Missständen vorliegen haben, dürfte bekannt sein. Ich rätsle zwar noch immer, ob der heutige Ausspruch des Finanzministers „Weg mit dem Speck!“ ein Aufruf zur Beseitigung der Missstände in der Schweinehaltung war (Abg. Kopf: Der war nicht gut!), aber es gibt jedenfalls ganz klare Bedürfnisse, einen effizienten und bundeseinheitlichen Tierschutz zu gewährleisten. (Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie diese Behauptung zurück?) Nur zur Erinnerung: Wir haben zurzeit 10 Gesetze, 36 Verordnungen, 600 Paragraphen (Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie die Behauptung zurück, Frau Kollegin?) – wenn Sie nicht einmal zwischen einer Behauptung und einer Überlegung, die ich mit offenem Fragezeichen anstelle (Abg. Jakob Auer: Nein, ... eine Behauptung!), unterscheiden können, sehe ich mich nicht veranlasst, irgendetwas zurückzunehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Dr. Fekter: ... eine Unterstellung! Das ist typisch!) – und eine Kompetenz auf acht Ministerien verteilt. Das ist absolut unbefriedigend!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Dr. Fekter: ... eine Unterstellung! Das ist typisch!
Dass wir heute eine ganze Reihe von Missständen vorliegen haben, dürfte bekannt sein. Ich rätsle zwar noch immer, ob der heutige Ausspruch des Finanzministers „Weg mit dem Speck!“ ein Aufruf zur Beseitigung der Missstände in der Schweinehaltung war (Abg. Kopf: Der war nicht gut!), aber es gibt jedenfalls ganz klare Bedürfnisse, einen effizienten und bundeseinheitlichen Tierschutz zu gewährleisten. (Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie diese Behauptung zurück?) Nur zur Erinnerung: Wir haben zurzeit 10 Gesetze, 36 Verordnungen, 600 Paragraphen (Abg. Jakob Auer: Nehmen Sie die Behauptung zurück, Frau Kollegin?) – wenn Sie nicht einmal zwischen einer Behauptung und einer Überlegung, die ich mit offenem Fragezeichen anstelle (Abg. Jakob Auer: Nein, ... eine Behauptung!), unterscheiden können, sehe ich mich nicht veranlasst, irgendetwas zurückzunehmen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Dr. Fekter: ... eine Unterstellung! Das ist typisch!) – und eine Kompetenz auf acht Ministerien verteilt. Das ist absolut unbefriedigend!
Abg. Steibl: Das ist eine gescheite Frau! Die hat gut gesprochen!
Ich bin daher mehr als verwundert über die Interpretation, die ich jetzt von Frau Abgeordneter Baumgartner-Gabitzer (Abg. Steibl: Das ist eine gescheite Frau! Die hat gut gesprochen!), aber auch von Abgeordnetem Wittauer gehört habe, was sie unter Konsens oder unter „alle sollen mitarbeiten“ verstehen. Wir haben einen Entschließungsantrag vorgelegt bekommen, zu dem die Grünen ihre Ideen beizusteuern versucht haben. In diesem Antrag ist einiges enthalten, was absolut brauchbar ist, aber auch anderes, bezüglich dessen wir gerne eine Veränderung besprochen hätten. Aber die Botschaft war: Kein Verhandlungsspielraum – wir reden nicht einmal darüber.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dann zu sagen, das sei die Einladung, die Sache gemeinsam anzugehen, gemeinsam zu arbeiten, gemeinsam zu diskutieren, halte ich für einen leichten Fall von Zynismus. Dass gleichzeitig gesagt wird: Als Strafe dafür oder als Folge davon, dass die Opposition sich weigert, einen Antrag, den die Regierung vorlegt, auf Punkt und Beistrich einfach so zu übernehmen und zuzustimmen, soll sie daher jetzt auch in der Arbeitsgruppe, die über das Tierschutzgesetz berät, nicht mehr vertreten sein! – im Übrigen ganz genauso wenig wie die Vertreterinnen und Vertreter des Tierschutz-Volksbegehrens selbst –, werte ich auch nicht gerade als eine Einladung zur Mitarbeit. Wenn Sie sich unter Mitarbeit vorstellen, dass die Opposition sagt: Ja, danke, wir ändern nicht einmal ein Komma, wir nehmen alles, wie es ist!, dann sind Sie eindeutig auf dem Holzweg. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Wer sagt denn das?
Es ist ganz offensichtlich angedacht – und das war auch schon im Umfeld der Enquete festzustellen –, dass es keine Tieranwaltschaft geben soll. (Abg. Wittauer: Wer sagt denn das?) Sie haben erwähnt, dass das Klima in der Enquete-Kommission sehr konstruktiv war, und ich denke, das war sehr typisch für die gesamte Diskussion: Hier herunten im Plenarsaal war das Klima sehr konstruktiv – das lag zum Teil auch daran, dass sich die ÖVP jeglicher inhaltlicher Aussagen und Vorgaben enthalten hat –, aber schon auf der Galerie – und ich habe die gesamte Enquete vom Anfang bis zum Ende auf der Galerie mitverfolgt – war das Klima in dem Eck, wo ich saß, und da waren offensichtlich einige Vertreter und Vertreterinnen der Landwirtschaftskammern angesiedelt, nicht mehr ganz so unkontroversiell, um es vorsichtig zu formulieren.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt, im Hintergrund schaut die Sache ganz anders aus. Da gibt es massive Widerstände dagegen, Dinge, die schon längst fällig wären – und zwar sowohl im Interesse des Tierschutzes als auch im Interesse des Konsumentenschutzes als auch im Interesse des langfristigen Planungs- und Investitionsschutzes für die Landwirtinnen und Landwirte –, anzugehen. Ich nenne als ein Beispiel die Legehennenhaltung: Wenn Sie als Landwirtinnen und Landwirte vernünftig investieren wollen, kann ich niemandem raten, jetzt in die nächste Generation von Käfigsystemen einzusteigen, weil die diesbezüglichen Bestimmungen in der EU bald wieder novelliert werden. Das einzig Kluge, wirtschaftlich Kluge, was man machen kann, ist, aus der Käfighaltung auszusteigen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Das erfordert eine Gesetzesvorlage!
Wenn Sie Tierschutz ernst nehmen wollen, dann müssen Sie eine Kontrollmöglichkeit und eine Möglichkeit zum Einfordern der Rechte des Tierschutzes einrichten. Das geht nicht dadurch, dass Sie sich auf dem Papier dazu bekennen, sondern das erfordert auch eine Umsetzungseinrichtung. (Abg. Wittauer: Das erfordert eine Gesetzesvorlage!) Mir ist nicht verständlich, warum man zwar Umweltanwaltschaften als erfolgreich beurteilen, gleichzeitig aber von vornherein den Standpunkt vertreten kann, dass es eine Tieranwaltschaft nicht geben soll! (Abg. Wittauer: Wer sagt denn das?) Warum behandeln Sie Tierschutz auf der Umsetzungsebene anders, als Sie Umweltschutz behandeln? – Das müssen Sie einmal erklären! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wittauer: Wer sagt denn das?
Wenn Sie Tierschutz ernst nehmen wollen, dann müssen Sie eine Kontrollmöglichkeit und eine Möglichkeit zum Einfordern der Rechte des Tierschutzes einrichten. Das geht nicht dadurch, dass Sie sich auf dem Papier dazu bekennen, sondern das erfordert auch eine Umsetzungseinrichtung. (Abg. Wittauer: Das erfordert eine Gesetzesvorlage!) Mir ist nicht verständlich, warum man zwar Umweltanwaltschaften als erfolgreich beurteilen, gleichzeitig aber von vornherein den Standpunkt vertreten kann, dass es eine Tieranwaltschaft nicht geben soll! (Abg. Wittauer: Wer sagt denn das?) Warum behandeln Sie Tierschutz auf der Umsetzungsebene anders, als Sie Umweltschutz behandeln? – Das müssen Sie einmal erklären! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Wenn Sie Tierschutz ernst nehmen wollen, dann müssen Sie eine Kontrollmöglichkeit und eine Möglichkeit zum Einfordern der Rechte des Tierschutzes einrichten. Das geht nicht dadurch, dass Sie sich auf dem Papier dazu bekennen, sondern das erfordert auch eine Umsetzungseinrichtung. (Abg. Wittauer: Das erfordert eine Gesetzesvorlage!) Mir ist nicht verständlich, warum man zwar Umweltanwaltschaften als erfolgreich beurteilen, gleichzeitig aber von vornherein den Standpunkt vertreten kann, dass es eine Tieranwaltschaft nicht geben soll! (Abg. Wittauer: Wer sagt denn das?) Warum behandeln Sie Tierschutz auf der Umsetzungsebene anders, als Sie Umweltschutz behandeln? – Das müssen Sie einmal erklären! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist eine Unterstellung, Frau Kollegin!
Es sei denn, Sie achten nicht darauf, was im Sinne der Sache, nämlich im Sinne der Sache des Tierschutzes klug ist, sondern hören mehr auf Lobbyisten aus Interessenvertretungen, die ihre – meinetwegen legitimen – Interessen artikulieren (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist eine Unterstellung, Frau Kollegin!), die aber deswegen noch lange nicht Kernpunkt eines Tierschutzgesetzes sein müssen. Nur zu sagen, Herr Abgeordneter Wittauer: Wir wollen ein Tierschutzgesetz!, das ist zu kurz gegriffen. Vielmehr muss es heißen: Wir wollen ein Tierschutzgesetz, das a) diesen Namen verdient und b) klare umsetzungsorientierte Richtlinien vorgibt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: In meiner Rede habe ich das alles klar gesagt!) Und: Wir wollen, dass dabei alle mitarbeiten dürfen, die dazu eine Berechtigung beziehungsweise die dafür ein Interesse nachweisen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: In meiner Rede habe ich das alles klar gesagt!
Es sei denn, Sie achten nicht darauf, was im Sinne der Sache, nämlich im Sinne der Sache des Tierschutzes klug ist, sondern hören mehr auf Lobbyisten aus Interessenvertretungen, die ihre – meinetwegen legitimen – Interessen artikulieren (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist eine Unterstellung, Frau Kollegin!), die aber deswegen noch lange nicht Kernpunkt eines Tierschutzgesetzes sein müssen. Nur zu sagen, Herr Abgeordneter Wittauer: Wir wollen ein Tierschutzgesetz!, das ist zu kurz gegriffen. Vielmehr muss es heißen: Wir wollen ein Tierschutzgesetz, das a) diesen Namen verdient und b) klare umsetzungsorientierte Richtlinien vorgibt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: In meiner Rede habe ich das alles klar gesagt!) Und: Wir wollen, dass dabei alle mitarbeiten dürfen, die dazu eine Berechtigung beziehungsweise die dafür ein Interesse nachweisen.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Daher würde ich mir erwarten, dass wir erstens bald eine Regierungsvorlage auf den Tisch bekommen. Es ist schon von Abgeordneter Sima darauf hingewiesen worden: Sie können sehr rasch eine der größten Pensionsreformen der Zweiten Republik auf den Tisch legen, aber Sie schaffen es nicht – obwohl Sie seit Jahren die Meinungen von Expertinnen und Experten dazu gehört haben –, eine Vorlage für ein Tierschutzgesetz auf den Tisch zu legen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Wieder eine Unterstellung!
Ich fordere Sie daher auf: Machen wir endlich – endlich! – Nägel mit Köpfen! Machen wir ein Tierschutzgesetz, das einen seriösen Tierschutz festschreibt, das sich auf modernem Standard bewegt, das sich in der EU sehen lassen kann, das die Niveaus der Bundesländer hält oder auf ein einheitliches hohes Niveau festschreibt – und nicht nach unten nivelliert, wie das vermutlich eine Intention Ihrerseits ist (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Wieder eine Unterstellung!) –, und lassen Sie Fachleute und Tierschützerinnen und Tierschützer mitreden und nicht nur Interessenvertreter der Landwirtschaft! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich fordere Sie daher auf: Machen wir endlich – endlich! – Nägel mit Köpfen! Machen wir ein Tierschutzgesetz, das einen seriösen Tierschutz festschreibt, das sich auf modernem Standard bewegt, das sich in der EU sehen lassen kann, das die Niveaus der Bundesländer hält oder auf ein einheitliches hohes Niveau festschreibt – und nicht nach unten nivelliert, wie das vermutlich eine Intention Ihrerseits ist (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Wieder eine Unterstellung!) –, und lassen Sie Fachleute und Tierschützerinnen und Tierschützer mitreden und nicht nur Interessenvertreter der Landwirtschaft! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Öllinger – in Richtung des Staatssekretärs Morak –: Sind Sie der Brieftauben-Experte?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zum Wort gemeldet hat sich Herr Staatssekretär Morak. – Bitte, Herr Staatssekretär. (Abg. Öllinger – in Richtung des Staatssekretärs Morak –: Sind Sie der Brieftauben-Experte?)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist das erklärte Ziel dieser Bundesregierung, beim Tierschutz innerhalb der EU eine Vorreiterrolle zu übernehmen. In diesem Sinne bin ich zuversichtlich, dass es trotz der auch heute noch zu Tage getretenen teilweise extrem divergierenden Meinungsunterschiede schlussendlich gelingen wird, ein qualitativ hochwertiges bundeseinheitliches Tierschutzgesetz hier in diesem Hause zu beschließen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Sechs Jahre zu spät!
Ich war tief beeindruckt vom konstruktiven Gesprächsklima anlässlich der Tierschutz-Enquete. Nachdem Bundeskanzler Wolfgang Schüssel vor der letzten Wahl die Initiative ergriffen hat und die Schaffung eines Bundestierschutzgesetzes angekündigt hat, haben wir dann am 20. Dezember bei der Konstituierung des Nationalrates gemeinsam einen Antrag für ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz eingebracht. Und es waren dann auch wir, die ÖVP unter Wolfgang Schüssel, die die Initiative zur Durchführung einer Tierschutz-Enquete ergriffen haben, um das auch einmal klar zu sagen. (Abg. Gradwohl: Sechs Jahre zu spät!)
Beifall bei der ÖVP.
Nicht immer zurückschauen, sondern in die Zukunft blicken, lieber Heinz Gradwohl! Das würde auch dir einmal gut tun. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Umso enttäuschter bin ich, meine Damen und Herren Abgeordneten von der SPÖ und von den Grünen, wenn ich sehen muss, wie Sie heute hier agieren und Behauptungen, Pauschalbehauptungen in den Raum stellen, dass es Missstände in der Schweinewirtschaft gibt. Dann nennen Sie doch diese Missstände, wenn es sie gibt! Dann haben Sie doch den Mut, diese Missstände hier zu nennen, anstatt Pauschalverurteilungen vorzunehmen, die weder Hand noch Fuß haben! Ich bitte Sie darum! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Bitte? – Der Einzige, der polemisiert, sind Sie!
Kehren Sie ab von dieser polemischen Parteipolitik (Abg. Öllinger: Bitte? – Der Einzige, der polemisiert, sind Sie!), wie Sie sie wieder zu betreiben versuchen, weil Sie wissen, dass Ihnen die Felle und das Vertrauen bei der Bevölkerung davonschwimmen. Kehren Sie zurück zu einem konstruktiven Klima, denn es geht letztlich – und das ist oberstes Gebot, auch für uns – um Konsumentenschutz! Hier zu behaupten, dass Menschen, die mit Tieren zu tun haben, von vornherein Tierquäler wären (Ruf bei der SPÖ: Das behauptet ja niemand! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer hat denn das gesagt, Kollege Grillitsch?) – manchmal habe ich auf Grund der Darstellungen so den Eindruck, als ob überall, ob in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung oder in der Heimtierhaltung, ausschließlich Tierquäler am Werk wären, meine Damen und Herren (Abg. Binder: Ist das jetzt Polemik, Herr Kollege?) –, das kann doch nicht der Weg sein, wie wir ein gemeinsames bundeseinheitliches Tierschutzgesetz zustande bringen!
Ruf bei der SPÖ: Das behauptet ja niemand! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer hat denn das gesagt, Kollege Grillitsch?
Kehren Sie ab von dieser polemischen Parteipolitik (Abg. Öllinger: Bitte? – Der Einzige, der polemisiert, sind Sie!), wie Sie sie wieder zu betreiben versuchen, weil Sie wissen, dass Ihnen die Felle und das Vertrauen bei der Bevölkerung davonschwimmen. Kehren Sie zurück zu einem konstruktiven Klima, denn es geht letztlich – und das ist oberstes Gebot, auch für uns – um Konsumentenschutz! Hier zu behaupten, dass Menschen, die mit Tieren zu tun haben, von vornherein Tierquäler wären (Ruf bei der SPÖ: Das behauptet ja niemand! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer hat denn das gesagt, Kollege Grillitsch?) – manchmal habe ich auf Grund der Darstellungen so den Eindruck, als ob überall, ob in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung oder in der Heimtierhaltung, ausschließlich Tierquäler am Werk wären, meine Damen und Herren (Abg. Binder: Ist das jetzt Polemik, Herr Kollege?) –, das kann doch nicht der Weg sein, wie wir ein gemeinsames bundeseinheitliches Tierschutzgesetz zustande bringen!
Abg. Binder: Ist das jetzt Polemik, Herr Kollege?
Kehren Sie ab von dieser polemischen Parteipolitik (Abg. Öllinger: Bitte? – Der Einzige, der polemisiert, sind Sie!), wie Sie sie wieder zu betreiben versuchen, weil Sie wissen, dass Ihnen die Felle und das Vertrauen bei der Bevölkerung davonschwimmen. Kehren Sie zurück zu einem konstruktiven Klima, denn es geht letztlich – und das ist oberstes Gebot, auch für uns – um Konsumentenschutz! Hier zu behaupten, dass Menschen, die mit Tieren zu tun haben, von vornherein Tierquäler wären (Ruf bei der SPÖ: Das behauptet ja niemand! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer hat denn das gesagt, Kollege Grillitsch?) – manchmal habe ich auf Grund der Darstellungen so den Eindruck, als ob überall, ob in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung oder in der Heimtierhaltung, ausschließlich Tierquäler am Werk wären, meine Damen und Herren (Abg. Binder: Ist das jetzt Polemik, Herr Kollege?) –, das kann doch nicht der Weg sein, wie wir ein gemeinsames bundeseinheitliches Tierschutzgesetz zustande bringen!
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Ich habe daher – ich sage das ganz offen – immer mehr den Eindruck, dass Sie aus wahltaktischen Gründen überhaupt kein Interesse am Zustandekommen eines bundeseinheitlichen Tierschutzgesetzes haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Daher: Kehren wir zurück zu diesem Konsens, zu diesem Dialog, wie wir ihn mit der Tierschutz-Enquete begonnen haben! Dann bin ich zuversichtlich, dass wir rasch ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz haben werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grillitsch: ... dass Sie aus dem Wahlkampffieber wieder zurückkommen! Wir haben eh gesehen, wie die Wahl ausgegangen ist!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Warum Kollege Grillitsch noch vom Wahlkampffieber geschüttelt wird, das bleibt mir verschlossen und ist auch nicht meine Sache. (Abg. Grillitsch: ... dass Sie aus dem Wahlkampffieber wieder zurückkommen! Wir haben eh gesehen, wie die Wahl ausgegangen ist!) Ich möchte lieber in die Zeit vor den letzten Nationalratswahlen zurückblenden. Kollege Grillitsch, da gab es zwei ganz besonders herausragende Ankündigungen von Bundeskanzler Schüssel: erstens, dass eine Wirtschaftsplattform die Abfangjäger finanziert, und zweitens, dass endlich ein Bundestierschutzgesetz kommt.
Abg. Wittauer: Wir haben jetzt keine Abfangjäger-Debatte! Wir reden jetzt über das Tierschutzgesetz!
Wie die Sache mit der Wirtschaftsplattform ausschaut, das wissen wir ja inzwischen, Kollege Scheibner (Abg. Wittauer: Wir haben jetzt keine Abfangjäger-Debatte! Wir reden jetzt über das Tierschutzgesetz!), denn es gibt ein Bundesgesetz über den Nachkauf von Luftraumüberwachungsflugzeugen, wonach einfach der Bundesminister für Finanzen für die Finanzierung zu sorgen hat. Und damit ist ja die Katze aus dem Sack (Abg. Scheibner: ... was das mit dem Tierschutzgesetz zu tun hat?): Es wird massive Kürzungen der Pensionen der Arbeitnehmer geben, brutal, rücksichtslos und ungerecht. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!) – So viel zur ersten Ankündigung des Herrn Bundeskanzlers. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!)
Abg. Scheibner: ... was das mit dem Tierschutzgesetz zu tun hat?
Wie die Sache mit der Wirtschaftsplattform ausschaut, das wissen wir ja inzwischen, Kollege Scheibner (Abg. Wittauer: Wir haben jetzt keine Abfangjäger-Debatte! Wir reden jetzt über das Tierschutzgesetz!), denn es gibt ein Bundesgesetz über den Nachkauf von Luftraumüberwachungsflugzeugen, wonach einfach der Bundesminister für Finanzen für die Finanzierung zu sorgen hat. Und damit ist ja die Katze aus dem Sack (Abg. Scheibner: ... was das mit dem Tierschutzgesetz zu tun hat?): Es wird massive Kürzungen der Pensionen der Arbeitnehmer geben, brutal, rücksichtslos und ungerecht. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!) – So viel zur ersten Ankündigung des Herrn Bundeskanzlers. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!)
Abg. Jakob Auer: Zur Sache!
Wie die Sache mit der Wirtschaftsplattform ausschaut, das wissen wir ja inzwischen, Kollege Scheibner (Abg. Wittauer: Wir haben jetzt keine Abfangjäger-Debatte! Wir reden jetzt über das Tierschutzgesetz!), denn es gibt ein Bundesgesetz über den Nachkauf von Luftraumüberwachungsflugzeugen, wonach einfach der Bundesminister für Finanzen für die Finanzierung zu sorgen hat. Und damit ist ja die Katze aus dem Sack (Abg. Scheibner: ... was das mit dem Tierschutzgesetz zu tun hat?): Es wird massive Kürzungen der Pensionen der Arbeitnehmer geben, brutal, rücksichtslos und ungerecht. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!) – So viel zur ersten Ankündigung des Herrn Bundeskanzlers. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!)
Abg. Jakob Auer: Zur Sache!
Wie die Sache mit der Wirtschaftsplattform ausschaut, das wissen wir ja inzwischen, Kollege Scheibner (Abg. Wittauer: Wir haben jetzt keine Abfangjäger-Debatte! Wir reden jetzt über das Tierschutzgesetz!), denn es gibt ein Bundesgesetz über den Nachkauf von Luftraumüberwachungsflugzeugen, wonach einfach der Bundesminister für Finanzen für die Finanzierung zu sorgen hat. Und damit ist ja die Katze aus dem Sack (Abg. Scheibner: ... was das mit dem Tierschutzgesetz zu tun hat?): Es wird massive Kürzungen der Pensionen der Arbeitnehmer geben, brutal, rücksichtslos und ungerecht. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!) – So viel zur ersten Ankündigung des Herrn Bundeskanzlers. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!)
Abg. Wittauer: Das stimmt ja gar nicht! – Rufe bei der ÖVP: 2003!
Zur zweiten Ankündigung – und das ist wirklich das Letzte –: Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, haben heute die Stirn, einen Entschließungsantrag für ein Bundestierschutzgesetz vorzulegen, durch den es auf das Jahr 2004 verschoben wird. (Abg. Wittauer: Das stimmt ja gar nicht! – Rufe bei der ÖVP: 2003!) Frau Kollegin Dr. Baumgartner-Gabitzer hat präzisiert und gesagt, der Herbst 2004 solle es sein. Herr Staatssekretär Morak sagt überhaupt, das Jahr 2004 sei eine Zielvorstellung. – Das, was Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, hier machen, ist ungeheuerlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zur zweiten Ankündigung – und das ist wirklich das Letzte –: Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, haben heute die Stirn, einen Entschließungsantrag für ein Bundestierschutzgesetz vorzulegen, durch den es auf das Jahr 2004 verschoben wird. (Abg. Wittauer: Das stimmt ja gar nicht! – Rufe bei der ÖVP: 2003!) Frau Kollegin Dr. Baumgartner-Gabitzer hat präzisiert und gesagt, der Herbst 2004 solle es sein. Herr Staatssekretär Morak sagt überhaupt, das Jahr 2004 sei eine Zielvorstellung. – Das, was Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, hier machen, ist ungeheuerlich! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Herr Kollege Grillitsch! Es ist blanker Zynismus, wenn Sie sagen, dass die ÖVP da die Initiative ergriffen hätte, denn – und ich weiß, wovon ich spreche, denn ich war Obmann des Unterausschusses – Sie haben Jahr für Jahr auch nur die kleinste parlamentarische Beratung verhindert. Der seinerzeitige Klubobmann und jetzige Präsident Khol hat sich damals in diesem Zusammenhang besonders hervorgetan. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Wittauer: Weil wir einen breiten Konsens haben wollen! – Weitere Zwischenrufe.
Wo ist dieses Papier, wo ist der Entwurf? Warum legen Sie dieses Papier nicht vor, meine Damen und Herren, das Khol angeblich in irgendeiner Nacht nach den Nationalratswahlen in Auftrag gegeben hat? (Abg. Wittauer: Weil wir einen breiten Konsens haben wollen! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Wittauer: Sie haben verweigert, in diese Arbeitsgruppe zu gehen ...!
Zu Ihrem Zuruf, lieber Kollege. (Abg. Wittauer: Sie haben verweigert, in diese Arbeitsgruppe zu gehen ...!) Ihr seinerzeitiger Finanzminister Grasser hat bereits am 5. November 2001 gesagt (Abg. Wittauer: Wie viele Vorschläge brauchst du noch?), dass wir ein Bundestierschutzgesetz brauchen – im Jahr 2001! (Abg. Grillitsch: Wir machen es jetzt eh! Wir machen es eh!) Am 22. November 2001 sagte Erwin Pröll: Tierschutz geht vor Politik! (Abg. Scheibner: Na also!) – Sie reden von 2004, Pröll von 2001. (Abg. Scheibner: Sie haben 30 Jahre nichts zusammengebracht!)
Abg. Wittauer: Wie viele Vorschläge brauchst du noch?
Zu Ihrem Zuruf, lieber Kollege. (Abg. Wittauer: Sie haben verweigert, in diese Arbeitsgruppe zu gehen ...!) Ihr seinerzeitiger Finanzminister Grasser hat bereits am 5. November 2001 gesagt (Abg. Wittauer: Wie viele Vorschläge brauchst du noch?), dass wir ein Bundestierschutzgesetz brauchen – im Jahr 2001! (Abg. Grillitsch: Wir machen es jetzt eh! Wir machen es eh!) Am 22. November 2001 sagte Erwin Pröll: Tierschutz geht vor Politik! (Abg. Scheibner: Na also!) – Sie reden von 2004, Pröll von 2001. (Abg. Scheibner: Sie haben 30 Jahre nichts zusammengebracht!)
Abg. Grillitsch: Wir machen es jetzt eh! Wir machen es eh!
Zu Ihrem Zuruf, lieber Kollege. (Abg. Wittauer: Sie haben verweigert, in diese Arbeitsgruppe zu gehen ...!) Ihr seinerzeitiger Finanzminister Grasser hat bereits am 5. November 2001 gesagt (Abg. Wittauer: Wie viele Vorschläge brauchst du noch?), dass wir ein Bundestierschutzgesetz brauchen – im Jahr 2001! (Abg. Grillitsch: Wir machen es jetzt eh! Wir machen es eh!) Am 22. November 2001 sagte Erwin Pröll: Tierschutz geht vor Politik! (Abg. Scheibner: Na also!) – Sie reden von 2004, Pröll von 2001. (Abg. Scheibner: Sie haben 30 Jahre nichts zusammengebracht!)
Abg. Scheibner: Na also!
Zu Ihrem Zuruf, lieber Kollege. (Abg. Wittauer: Sie haben verweigert, in diese Arbeitsgruppe zu gehen ...!) Ihr seinerzeitiger Finanzminister Grasser hat bereits am 5. November 2001 gesagt (Abg. Wittauer: Wie viele Vorschläge brauchst du noch?), dass wir ein Bundestierschutzgesetz brauchen – im Jahr 2001! (Abg. Grillitsch: Wir machen es jetzt eh! Wir machen es eh!) Am 22. November 2001 sagte Erwin Pröll: Tierschutz geht vor Politik! (Abg. Scheibner: Na also!) – Sie reden von 2004, Pröll von 2001. (Abg. Scheibner: Sie haben 30 Jahre nichts zusammengebracht!)
Abg. Scheibner: Sie haben 30 Jahre nichts zusammengebracht!
Zu Ihrem Zuruf, lieber Kollege. (Abg. Wittauer: Sie haben verweigert, in diese Arbeitsgruppe zu gehen ...!) Ihr seinerzeitiger Finanzminister Grasser hat bereits am 5. November 2001 gesagt (Abg. Wittauer: Wie viele Vorschläge brauchst du noch?), dass wir ein Bundestierschutzgesetz brauchen – im Jahr 2001! (Abg. Grillitsch: Wir machen es jetzt eh! Wir machen es eh!) Am 22. November 2001 sagte Erwin Pröll: Tierschutz geht vor Politik! (Abg. Scheibner: Na also!) – Sie reden von 2004, Pröll von 2001. (Abg. Scheibner: Sie haben 30 Jahre nichts zusammengebracht!)
Abg. Wittauer: Wenn man in den Ausschüssen 2003 verhandelt, wird es auch zur Umsetzung kommen!
Ich fasse zusammen: Meine Damen und Herren! Im Jahr 2000 haben ÖVP und FPÖ eine einzige Formalsitzung zugelassen. Im Jahr 2001 haben ÖVP und FPÖ wieder nur eine einzige Formalsitzung zugelassen. Im Jahr 2002 gab es die Wahlkampfansage des Bundeskanzlers, im Jahr 2003 ein Hearing, und das Jahr 2004 stellt für den Herrn Staatssekretär ein Zieldatum dar. – Das ist ungeheuerlich! Das, was Sie hier machen, ist einfach ungeheuerlich. (Abg. Wittauer: Wenn man in den Ausschüssen 2003 verhandelt, wird es auch zur Umsetzung kommen!)
Abg. Scheibner: Was haben Sie in 30 Jahren Ihrer Regierungsbeteiligung gemacht beim Tierschutz?
zweitens: Verschleppung, Verzögerung, Blockade (Abg. Scheibner: Was haben Sie in 30 Jahren Ihrer Regierungsbeteiligung gemacht beim Tierschutz?);
Abg. Wittauer: Das ist wohl eine Unterstellung ...!
drittens: hinter den Kulissen wird längst überlegt, welche Methode es gibt, um unter dem Deckmantel Tierschutz weitere Förderungen für die Landwirtschaft zu lukrieren (Abg. Wittauer: Das ist wohl eine Unterstellung ...!);
Beifall bei der SPÖ.
viertens wird – da braucht man auch nicht lange zu prognostizieren – eine Werbekampagne geplant werden, und die ÖVP wird sich auf Kosten der Steuerzahler als Tierschutzpartei feiern lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das ist uns schon klar, dass die Sozialdemokraten für die Landwirtschaft noch nie etwas übrig gehabt haben!
Meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! Für dieses Programm, das Sie hier umsetzen wollen, werden Ihnen die Wählerin und der Wähler die Rechnung präsentieren – dieser Tag wird kommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das ist uns schon klar, dass die Sozialdemokraten für die Landwirtschaft noch nie etwas übrig gehabt haben!)
Ruf bei den Freiheitlichen – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Scheuch –: Uwe, jetzt sag es ihnen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich bin heute auf konziliant aus!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Scheuch. – Bitte. (Ruf bei den Freiheitlichen – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Scheuch –: Uwe, jetzt sag es ihnen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich bin heute auf konziliant aus!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Die Schuldzuweisungen, die hier in der Diskussion zwischen ÖVP und SPÖ vorgenommen werden, sind für mich, muss ich sagen, eigentlich beispielgebend für eine äußerst dubiose Vergangenheitsbewältigung im Hohen Haus. Denn mir ist es relativ Wurscht, sage ich ganz ehrlich, ob es jetzt die SPÖ als Regierung nie zusammengebracht hat oder ob die ÖVP jahrelang blockiert hat. Ich denke aber, es ist an der Zeit, hier wirklich etwas zu verändern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Heinzl. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: 30 Jahre habt ihr nichts zusammengebracht!
Es steht außer Zweifel, dass es nicht die SPÖ war, die in der Zeit ihrer jahrzehntelangen Regierung beziehungsweise Regierungsbeteiligung etwas verändert hat – außer zum Schlechten. (Zwischenruf des Abg. Heinzl. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: 30 Jahre habt ihr nichts zusammengebracht!)
Beifall bei den Freiheitlichen
Für mich steht weiters ganz klar außer Zweifel, dass es unser Vizekanzler war, dass es Herbert Haupt war (Beifall bei den Freiheitlichen), der dieses bundeseinheitliche Tierschutzgesetz gefordert und auch, meine geschätzten Damen und Herren, zur Koalitionsfrage erklärt hat. Vizekanzler Herbert Haupt hat in den Koalitionsverhandlungen gefordert, dass es beschlossen und umgesetzt werden muss.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine lieben Kollegen von der SPÖ! Ich zitiere ungern, damit mir eben nicht auch so ein Fehler passiert wie Ihrem Kollegen, der den Frühling mit dem Sommer verwechselt hat, aber glauben Sie mir eines: Wer schreit, hat nicht Recht! – Es ist ein Faktum: Wer schreit, hat nicht Recht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig: Ach so?
Wir sollten nun zur Enquete-Kommission zurückkommen. Ich selbst hatte die Ehre, bei dieser Sitzung eine Stunde den Vorsitz zu führen, und ich kann die Aussagen meiner Vorredner bestätigen: Es war eine kontroversielle, eine interessante und sicherlich produktive Diskussion. Es war aber auch eine Diskussion – das möchte ich hier noch einmal erwähnen –, in der zum Teil über das Ziel geschossen wurde. (Abg. Dr. Glawischnig: Ach so?)
Abg. Dr. Glawischnig: Beim Tierschutz wird nicht geschossen!
Ich bin der Meinung, dass hier zum Teil mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird, und darf nur zwei, drei Dinge herausnehmen. (Abg. Dr. Glawischnig: Beim Tierschutz wird nicht geschossen!) – Okay, Frau Kollegin.
Abg. Dr. Glawischnig: Ein Fisch ist auch ein Vieh!
So hat zum Beispiel Frau Dr. Licek davon gesprochen, dass der Stress der Aquariumsfische nicht mehr tragbar ist. – Seien Sie mir bitte nicht böse, aber da muss ich anfangen nachzudenken. (Abg. Dr. Glawischnig: Ein Fisch ist auch ein Vieh!) Wenn wir in einer Zeit, in der wir wirklich andere Probleme haben, über den Stress der Aquariumsfische diskutieren, dann weiß ich nicht, ob wir auf dem richtigen Weg sind.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Der Verzetnitsch ist eh schon wieder streiken!
Herr Buchner, der von den „Vier Pfoten“ nominiert wurde, hat die Bauern kritisiert – massiv kritisiert; jene von Ihnen, die nicht anwesend waren, können das nachlesen –, er hat gesagt, dass wir Bauern da nur wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund stellen. – No na, da geht es doch um unseren Beruf! Die Bauern müssen wirtschaftlich denken, sonst wird mir Herr Buchner erklären müssen, was er mit den mehr als 200 000 Bäuerinnen und Bauern machen wird, ob er sie dann bei „Vier Pfoten“ anstellen wird oder ob sie vielleicht – als einzige Auswegmöglichkeit – vom Kollegen Verzetnitsch als Bauernakkordanten als Lohnstreiker angestellt werden, um das Land zu verändern. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Der Verzetnitsch ist eh schon wieder streiken!)
Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger.
Frau Mag. Weinzinger hat es, glaube ich, so treffend ins Kalkül gebracht: Sie fordert die Regierung und die Regierungsparteien auf, die anderen Organisationen, die NGOs und dergleichen mit einzubinden. Ich muss Ihnen ehrlich sagen, nachdem ich Ihnen hier zugehört habe: Ich bin wirklich froh, dass Sie nicht in der Regierung sind! Denn es kann doch nicht sein ... (Zwischenruf der Abg. Mag. Weinzinger.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Frau Kollegin, es kann doch nicht sein, dass wir bei jeder Gesetzwerdung alle, die es betrifft, einladen. Da müssten wir, wenn Sie Regierungsverantwortung hätten, beim nächsten Tagesordnungspunkt, bei dem wir über ein Sportgesetz sprechen, wahrscheinlich alle Fußballklubs Österreichs zur Diskussion einladen. – Das kann es nicht sein! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend: Wenn – und ich betone: wenn – es irgendwann einmal die allzu extremen linken Lobbyisten eines sehr massiven Tierschutzgesetzes bis ins Parlament oder vielleicht sogar bis in die Regierung schaffen sollten, dann können sie gerne die Gesetze nach ihrem Gutdünken verändern. Solange wir hier demokratisch gewählt dafür verantwortlich sind, werden wir mit den Tiergesetzen, mit dem Tierschutz und mit allen anderen Dingen verantwortungsvoll umgehen. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Rufe bei den Freiheitlichen: Nein!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Vizekanzler! Hohes Haus! Die Freiheitlichen haben sichtlich viele ihrer Prinzipien aufgegeben. (Beifall bei den Grünen. – Rufe bei den Freiheitlichen: Nein!) Es hat einmal eine Zeit gegeben, da haben die Freiheitlichen für sich in Anspruch genommen, für Menschen, für Gruppen, für Be-
Abg. Scheibner: Jetzt sprechen wir nicht nur davon, jetzt machen wir es auch!
troffene zu stehen und zu sprechen. (Abg. Scheibner: Jetzt sprechen wir nicht nur davon, jetzt machen wir es auch!) Dass Sie sich jetzt hinstellen und kritisieren, dass man da jeden irgendwie einbinden soll, der betroffen ist, ist das Gegenteil dessen, was Sie immer vorgegeben haben zu sein, nämlich Volksvertreter. (Ruf bei der SPÖ: Wendehälse!)
Ruf bei der SPÖ: Wendehälse!
troffene zu stehen und zu sprechen. (Abg. Scheibner: Jetzt sprechen wir nicht nur davon, jetzt machen wir es auch!) Dass Sie sich jetzt hinstellen und kritisieren, dass man da jeden irgendwie einbinden soll, der betroffen ist, ist das Gegenteil dessen, was Sie immer vorgegeben haben zu sein, nämlich Volksvertreter. (Ruf bei der SPÖ: Wendehälse!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Faire Pensionen für Fische!
Ich denke, es ist das Wichtigste überhaupt, den Kontakt zu den Gruppen, die bei der Gesetzgebung betroffen sind, nicht zu verlieren – siehe jetzt die Pensionsreform. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Faire Pensionen für Fische!)
Abg. Wittauer: Wir machen viel mehr!
Im heutigen „Standard“ ist ein sehr schöner Bericht über einen „Hightech-Schweinestall, in dem sich die Herde sauwohl fühlen soll“. „Österreichs größte Gruppenhaltung nimmt EU-Verordnung vorweg“. – Das ist interessant, weil hier oft argumentiert wird, dass das EU-Niveau das Maximum sei, was unsere Bauern machen dürfen, können, aus wirtschaftlichen Gründen. (Abg. Wittauer: Wir machen viel mehr!) Hier hat ein Schweinehalter, der massiv kritisiert worden ist, Hardegg, ein sehr großes gutes Projekt gemacht und nimmt eine EU-Verordnung vorweg. (Abg. Scheibner: Wie viele so große gibt es in Österreich?) Ich denke, Sie sollten das Argument einmal überdenken, überdenken, ob wirklich das EU-Mindestniveau der Maßstab für das Tierschutzgesetz sein soll. (Abg. Wittauer: Er macht es freiwillig, wir müssen ihn ja nicht zwingen!) Ihre Bauern sind teilweise schon besser als das, was Sie hier im Parlament vertreten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wie viele so große gibt es in Österreich?
Im heutigen „Standard“ ist ein sehr schöner Bericht über einen „Hightech-Schweinestall, in dem sich die Herde sauwohl fühlen soll“. „Österreichs größte Gruppenhaltung nimmt EU-Verordnung vorweg“. – Das ist interessant, weil hier oft argumentiert wird, dass das EU-Niveau das Maximum sei, was unsere Bauern machen dürfen, können, aus wirtschaftlichen Gründen. (Abg. Wittauer: Wir machen viel mehr!) Hier hat ein Schweinehalter, der massiv kritisiert worden ist, Hardegg, ein sehr großes gutes Projekt gemacht und nimmt eine EU-Verordnung vorweg. (Abg. Scheibner: Wie viele so große gibt es in Österreich?) Ich denke, Sie sollten das Argument einmal überdenken, überdenken, ob wirklich das EU-Mindestniveau der Maßstab für das Tierschutzgesetz sein soll. (Abg. Wittauer: Er macht es freiwillig, wir müssen ihn ja nicht zwingen!) Ihre Bauern sind teilweise schon besser als das, was Sie hier im Parlament vertreten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Er macht es freiwillig, wir müssen ihn ja nicht zwingen!
Im heutigen „Standard“ ist ein sehr schöner Bericht über einen „Hightech-Schweinestall, in dem sich die Herde sauwohl fühlen soll“. „Österreichs größte Gruppenhaltung nimmt EU-Verordnung vorweg“. – Das ist interessant, weil hier oft argumentiert wird, dass das EU-Niveau das Maximum sei, was unsere Bauern machen dürfen, können, aus wirtschaftlichen Gründen. (Abg. Wittauer: Wir machen viel mehr!) Hier hat ein Schweinehalter, der massiv kritisiert worden ist, Hardegg, ein sehr großes gutes Projekt gemacht und nimmt eine EU-Verordnung vorweg. (Abg. Scheibner: Wie viele so große gibt es in Österreich?) Ich denke, Sie sollten das Argument einmal überdenken, überdenken, ob wirklich das EU-Mindestniveau der Maßstab für das Tierschutzgesetz sein soll. (Abg. Wittauer: Er macht es freiwillig, wir müssen ihn ja nicht zwingen!) Ihre Bauern sind teilweise schon besser als das, was Sie hier im Parlament vertreten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Im heutigen „Standard“ ist ein sehr schöner Bericht über einen „Hightech-Schweinestall, in dem sich die Herde sauwohl fühlen soll“. „Österreichs größte Gruppenhaltung nimmt EU-Verordnung vorweg“. – Das ist interessant, weil hier oft argumentiert wird, dass das EU-Niveau das Maximum sei, was unsere Bauern machen dürfen, können, aus wirtschaftlichen Gründen. (Abg. Wittauer: Wir machen viel mehr!) Hier hat ein Schweinehalter, der massiv kritisiert worden ist, Hardegg, ein sehr großes gutes Projekt gemacht und nimmt eine EU-Verordnung vorweg. (Abg. Scheibner: Wie viele so große gibt es in Österreich?) Ich denke, Sie sollten das Argument einmal überdenken, überdenken, ob wirklich das EU-Mindestniveau der Maßstab für das Tierschutzgesetz sein soll. (Abg. Wittauer: Er macht es freiwillig, wir müssen ihn ja nicht zwingen!) Ihre Bauern sind teilweise schon besser als das, was Sie hier im Parlament vertreten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Lassen Sie die komische Frontstellung, die Sie da immer aufbauen, der Vergangenheit angehören, sie entspricht gar nicht mehr der Realität. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Nun zum Entschließungsantrag: Ein bisschen lustig ist das schon, denn es heißt da: „Der Nationalrat begrüßt“ – und der Nationalrat ist der Gesetzgeber! –, „dass im Bundeskanzleramt eine Arbeitsgruppe unter Einbeziehung“ von Parlamentariern eingerichtet wird. Und diese Parlamentarier sollen dann eine Regierungsvorlage erarbeiten. – Ich finde das wirklich bemerkenswert. Haben Sie sich einmal überlegt, dass wir auch ohne Bundeskanzler ein Gesetz erarbeiten könnten – einfach wir als Parlament, da wir ja der Gesetzgeber sind? (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Wir könnten hier ganz einfach den Text des Tierschutz-Volksbegehrens, das von den Freiheitlichen, den Grünen und von der SPÖ unterstützt wurde, das Sie dann zu einem Gesetz ausgearbeitet haben, als Basis nehmen für einen Initiativantrag. Und über diesen könnten wir dann in den Ausschüssen beraten. – Das ist Parlamentarismus, das ist Gesetzgebung! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.)
Beifall bei den Grünen.
Diese krausen Schüssel’schen Vorstellungen, im Bundeskanzleramt diese Arbeitsgruppe einzusetzen – wir könnten genauso die Bundesländer, NGOs und Experten einbeziehen, daran hindert uns niemand. Aber das wäre eigentlich, denke ich, noch eine alte FPÖ-Tradition im Parlament gewesen, oder? (Beifall bei den Grünen.) – Aber ich sehe es viel zu positiv, muss ich sagen.
Abg. Wittauer: Aber so schlecht ist er nicht, oder?
Zum Inhalt dieses Entschließungsantrages (Abg. Wittauer: Aber so schlecht ist er nicht, oder?) und zur Enquete-Kommission selbst: Bei der Enquete-Kommission war es von der Stimmung her sehr seltsam: Es war im Gegensatz zu heute unglaublich konsensual, heute ist es schon
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber nicht gesetzlich!
Worum geht es noch? – Eine EU-rechtskonforme Umsetzung. Darüber habe ich schon gesprochen. Warum sollen wir nicht EU-Richtlinien auch vorwegnehmen? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber nicht gesetzlich!) Das ist ein Wettbewerbsvorteil! Je früher wir EU-Recht vorwegnehmen, desto besser sind wir im Wettbewerb gegenüber den anderen Staaten, die das erst machen müssen; das ist ja einleuchtend, oder? (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wittauer. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt klatschen nicht einmal mehr die Roten, das ist bedenklich!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wittauer. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt klatschen nicht einmal mehr die Roten, das ist bedenklich!
Worum geht es noch? – Eine EU-rechtskonforme Umsetzung. Darüber habe ich schon gesprochen. Warum sollen wir nicht EU-Richtlinien auch vorwegnehmen? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber nicht gesetzlich!) Das ist ein Wettbewerbsvorteil! Je früher wir EU-Recht vorwegnehmen, desto besser sind wir im Wettbewerb gegenüber den anderen Staaten, die das erst machen müssen; das ist ja einleuchtend, oder? (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wittauer. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt klatschen nicht einmal mehr die Roten, das ist bedenklich!)
Abg. Wittauer: Aber das ist Tierquälerei, wenn Wattaul auf ein Pferd steigt!
Zum Abschluss noch ein paar inhaltliche Punkte: Wir überlegen uns natürlich schon etwas – wir sind ja nicht nur die bösen Tierschützer, die den Zierfischstress ernst nehmen –, und ich muss schon sagen: Tierschutz betrifft nicht nur jene Tiere, die lieb ausschauen, die man streicheln kann, bei denen man in den Mähnen wühlen kann, wie Kollege Wattaul das letzte Mal von seinem Pferd berichtet hat (Abg. Wittauer: Aber das ist Tierquälerei, wenn Wattaul auf ein Pferd steigt!), sondern alle Tiere. Einen Zierfisch kann man nicht streicheln, das ist schon klar (Abg. Wittauer: Aber das Pferd vom Kollegen Wattaul!), aber gerade die Haltungsbedingungen von Tieren in Heimen und in den Haushalten der Menschen muss man auch ansprechen; das ist natürlich auch ein Thema. Auch wenn er ein Fisch ist, ist er ein Tier, oder? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ja, aber Sie reden ja auch immer von den Kanarienvögeln in den Käfigen. (Abg. Grillitsch: Na geh, das stimmt ja nicht!) – Doch!
Abg. Wittauer: Aber das Pferd vom Kollegen Wattaul!
Zum Abschluss noch ein paar inhaltliche Punkte: Wir überlegen uns natürlich schon etwas – wir sind ja nicht nur die bösen Tierschützer, die den Zierfischstress ernst nehmen –, und ich muss schon sagen: Tierschutz betrifft nicht nur jene Tiere, die lieb ausschauen, die man streicheln kann, bei denen man in den Mähnen wühlen kann, wie Kollege Wattaul das letzte Mal von seinem Pferd berichtet hat (Abg. Wittauer: Aber das ist Tierquälerei, wenn Wattaul auf ein Pferd steigt!), sondern alle Tiere. Einen Zierfisch kann man nicht streicheln, das ist schon klar (Abg. Wittauer: Aber das Pferd vom Kollegen Wattaul!), aber gerade die Haltungsbedingungen von Tieren in Heimen und in den Haushalten der Menschen muss man auch ansprechen; das ist natürlich auch ein Thema. Auch wenn er ein Fisch ist, ist er ein Tier, oder? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ja, aber Sie reden ja auch immer von den Kanarienvögeln in den Käfigen. (Abg. Grillitsch: Na geh, das stimmt ja nicht!) – Doch!
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zum Abschluss noch ein paar inhaltliche Punkte: Wir überlegen uns natürlich schon etwas – wir sind ja nicht nur die bösen Tierschützer, die den Zierfischstress ernst nehmen –, und ich muss schon sagen: Tierschutz betrifft nicht nur jene Tiere, die lieb ausschauen, die man streicheln kann, bei denen man in den Mähnen wühlen kann, wie Kollege Wattaul das letzte Mal von seinem Pferd berichtet hat (Abg. Wittauer: Aber das ist Tierquälerei, wenn Wattaul auf ein Pferd steigt!), sondern alle Tiere. Einen Zierfisch kann man nicht streicheln, das ist schon klar (Abg. Wittauer: Aber das Pferd vom Kollegen Wattaul!), aber gerade die Haltungsbedingungen von Tieren in Heimen und in den Haushalten der Menschen muss man auch ansprechen; das ist natürlich auch ein Thema. Auch wenn er ein Fisch ist, ist er ein Tier, oder? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ja, aber Sie reden ja auch immer von den Kanarienvögeln in den Käfigen. (Abg. Grillitsch: Na geh, das stimmt ja nicht!) – Doch!
Abg. Grillitsch: Na geh, das stimmt ja nicht!
Zum Abschluss noch ein paar inhaltliche Punkte: Wir überlegen uns natürlich schon etwas – wir sind ja nicht nur die bösen Tierschützer, die den Zierfischstress ernst nehmen –, und ich muss schon sagen: Tierschutz betrifft nicht nur jene Tiere, die lieb ausschauen, die man streicheln kann, bei denen man in den Mähnen wühlen kann, wie Kollege Wattaul das letzte Mal von seinem Pferd berichtet hat (Abg. Wittauer: Aber das ist Tierquälerei, wenn Wattaul auf ein Pferd steigt!), sondern alle Tiere. Einen Zierfisch kann man nicht streicheln, das ist schon klar (Abg. Wittauer: Aber das Pferd vom Kollegen Wattaul!), aber gerade die Haltungsbedingungen von Tieren in Heimen und in den Haushalten der Menschen muss man auch ansprechen; das ist natürlich auch ein Thema. Auch wenn er ein Fisch ist, ist er ein Tier, oder? (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ja, aber Sie reden ja auch immer von den Kanarienvögeln in den Käfigen. (Abg. Grillitsch: Na geh, das stimmt ja nicht!) – Doch!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Super! Okay!
Zum Schluss noch zur Landwirtschaft einen Vorschlag: Einer unserer Ansätze war immer, den Konsumentinnen und Konsumenten das Leben dadurch zu erleichtern, dass sie gut informiert werden. Wissen ist Macht – das sage ich sehr oft –, Wissen ist Macht, denn dann kann man sich bewusster entscheiden. Und einer der Vorschläge, die schon lange auf dem Tisch liegen, ist, die Kennzeichnung bei tierischen Produkten zu verbessern. Ich glaube, das ist ein gemeinsames Interesse. Wir wollen, dass die Menschen bessere, artgerechtere Produkte kaufen, deswegen muss man die Kennzeichnung verbessern. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Super! Okay!) Okay. Und deswegen brauchen wir so etwas wie einen Tiergerechtheitsindex oder ein Gütesiegel oder etwas, wo man mit fünf Eiern, mit drei Eiern, mit zwei Hennen, mit vier Hennen oder was auch immer kennzeichnet, wie tiergerecht dieser Betrieb arbeitet (Abg. Wittauer: Das haben wir schon immer gefordert!), dieses Produkt hergestellt worden ist. Das fehlt. Wenn wir zumindest darin einig wären, hätten wir schon einen Konsens, der sowohl den KonsumentInnen als auch der Landwirtschaft enorm nützt.
Abg. Wittauer: Das haben wir schon immer gefordert!
Zum Schluss noch zur Landwirtschaft einen Vorschlag: Einer unserer Ansätze war immer, den Konsumentinnen und Konsumenten das Leben dadurch zu erleichtern, dass sie gut informiert werden. Wissen ist Macht – das sage ich sehr oft –, Wissen ist Macht, denn dann kann man sich bewusster entscheiden. Und einer der Vorschläge, die schon lange auf dem Tisch liegen, ist, die Kennzeichnung bei tierischen Produkten zu verbessern. Ich glaube, das ist ein gemeinsames Interesse. Wir wollen, dass die Menschen bessere, artgerechtere Produkte kaufen, deswegen muss man die Kennzeichnung verbessern. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Super! Okay!) Okay. Und deswegen brauchen wir so etwas wie einen Tiergerechtheitsindex oder ein Gütesiegel oder etwas, wo man mit fünf Eiern, mit drei Eiern, mit zwei Hennen, mit vier Hennen oder was auch immer kennzeichnet, wie tiergerecht dieser Betrieb arbeitet (Abg. Wittauer: Das haben wir schon immer gefordert!), dieses Produkt hergestellt worden ist. Das fehlt. Wenn wir zumindest darin einig wären, hätten wir schon einen Konsens, der sowohl den KonsumentInnen als auch der Landwirtschaft enorm nützt.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gott sei Dank ist das so!
Ein letzter Hinweis an den Bauernbund: Ich möchte Ihnen Folgendes zu überlegen geben: Im Lebensmittelbereich, das ist leider immer noch so, versorgen oft Frauen die Familien, kaufen Frauen ein. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gott sei Dank ist das so!) Sie sollten vielleicht auch bei Ihnen die Strukturen überdenken und Bäuerinnen in die höheren Funktionen lassen. Vielleicht kommen dann auch andere Ideen im Marketing. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf: Grillitsch, du schickst deine Frau ins Parlament! – Abg. Dr. Glawischnig: Es gibt eh keine Klubobfrau in der ÖVP, nur Männer!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf: Grillitsch, du schickst deine Frau ins Parlament! – Abg. Dr. Glawischnig: Es gibt eh keine Klubobfrau in der ÖVP, nur Männer!
Ein letzter Hinweis an den Bauernbund: Ich möchte Ihnen Folgendes zu überlegen geben: Im Lebensmittelbereich, das ist leider immer noch so, versorgen oft Frauen die Familien, kaufen Frauen ein. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gott sei Dank ist das so!) Sie sollten vielleicht auch bei Ihnen die Strukturen überdenken und Bäuerinnen in die höheren Funktionen lassen. Vielleicht kommen dann auch andere Ideen im Marketing. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf: Grillitsch, du schickst deine Frau ins Parlament! – Abg. Dr. Glawischnig: Es gibt eh keine Klubobfrau in der ÖVP, nur Männer!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich betreibe diesen Bauernhof gemeinsam mit meiner Familie, das heißt, ich habe eine Bäuerin geheiratet, und wir wohnen auf einem Biobergbauernhof auf 1 100 Meter Seehöhe – übrigens mit Kärntner-Blondvieh-Zucht; das ist eine Rinderrasse, die bereits vom Aussterben bedroht war, mittlerweile durch ein gezieltes Erhaltungsprogramm aber wieder im Aufbau befindlich ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Herr Abgeordneter, wir haben gemeinsam einen Entschließungsantrag!
Als Regionalentwickler stimmt es mich obendrein immer nachdenklich, wenn Länderkompetenzen beschnitten werden und die viel gepriesene so genannte Vielfalt der regionalen Eigenständigkeit im vereinten Europa oftmals zur Worthülse verkümmert. (Abg. Wittauer: Herr Abgeordneter, wir haben gemeinsam einen Entschließungsantrag!) Hier wünsche ich mir auch von unserem Koalitionspartner und von den anderen Fraktionen eine Zurücknahme der Forderungen bei weiteren Gesetzen. Ich weiß aber sehr wohl, dass gerade die EU-Normen nach einer bundeseinheitlichen Regelung verlangen, und die ÖVP mit Bundeskanzler Schüssel an der Spitze steht auch zu diesem Vorhaben.
Abg. Dr. Glawischnig: „Losgelassen“? – Abg. Grillitsch: „Losgelassen“ ist ein Kärntner Ausdruck!
Wir sollten bei jedem neuen Gesetz aber auch bedenken, dass wir im Grunde Verwaltungsvereinfachung wollen, damit der Vollzug besser gestaltet werden kann. Das heißt, wir brauchen auf der Vollzugsebene Menschen, die den artgemäßen Umgang mit Tieren verstehen. Es ist niemandem geholfen, wenn extreme Tierschützer etwa als Tieranwälte auf Bauern und Heimtierhalter gleichermaßen losgelassen werden. (Abg. Dr. Glawischnig: „Losgelassen“? – Abg. Grillitsch: „Losgelassen“ ist ein Kärntner Ausdruck!) Auch da sind Bewusstseinsbildung und gegenseitiges Aufeinanderzugehen enorm wichtig.
Abg. Dr. Glawischnig: Stimmt ja gar nicht!
Ein allzu strenges Tierschutzgesetz führt zwangsläufig zu Wettbewerbsverzerrung auf dem internationalen Markt und ist schlichtweg auch existenzgefährdend. (Abg. Dr. Glawischnig: Stimmt ja gar nicht!) Es gibt bereits genügend Beispiele dafür, dass jenseits unserer Staatsgrenze Betriebe entstehen, die keine dermaßen strengen Auflagen zu erfüllen haben und deren Waren auf unseren heimischen Märkten landen und von uns Österreichern gekauft werden. Es muss uns daher klar sein: Wir exportieren damit den Tierschutz und importieren Lebensmittel, von denen wir oftmals nicht einmal die Herkunft kennen. Und das haben unsere Bauern nicht verdient!
Abg. Dr. Glawischnig: Heute geht es ja um Tierschutz!
Die Spielregeln haben sich für unsere Bauern schon oft genug geändert und sind durchwegs härter geworden. (Abg. Dr. Glawischnig: Heute geht es ja um Tierschutz!) Die Bauern haben sich immer wieder angepasst und umgestellt, sie haben investiert und Einkommenseinbußen hinnehmen müssen; auch dann, wenn die Wirtschaftslage sie dazu gezwungen hat, ist das immer wieder passiert.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Also keines offensichtlich!
Die Österreichische Volkspartei und ich als bäuerlicher Abgeordneter fordern daher ein vernünftiges und vollziehbares Gesetz mit dem Anspruch auf Wettbewerbsfähigkeit unserer Bauern und Gleichbehandlung aller Tierhalter. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Also keines offensichtlich!)
Abg. Öllinger: Ich glaube, der Minister Haupt macht heute einen Bürostreik!
Abgeordnete Heidrun Walther (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! (Abg. Öllinger: Ich glaube, der Minister Haupt macht heute einen Bürostreik!) Auch für mich ist es hier die erste Rede, wiewohl ich schon bei der Tierschutz-Enquete einige Gedanken zum Ausdruck bringen durfte. Aber ich habe mit meinem Vorredner auch andere Gemeinsamkeiten: Auch ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, eine Bauerntochter aus der Südsteiermark. Mein Vater war zwar mehr ein Weinbauer, also der Hauptschwerpunkt unserer Landwirtschaft war der Weinbau, aber natürlich war es eine typische gemischte Landwirtschaft, wo es neben Kühen, Schweinen und Hühnern die Felderwirtschaft gab, es wurde alles Mögliche, was man in den fünfziger und sechziger Jahren zum Leben brauchte, angebaut.
Zwischenruf
Heute habe auch ich Tiere und betreue Tiere im landwirtschaftlichen Nebenerwerb. Auch ich habe – wie mein Vorredner – eine aussterbende Haustierrasse, und zwar das Waldschaf. Es kommt aus dem Böhmerwald und aus dem Bayerischen Wald (Zwischenruf) – keine Heidschnucken –, es gedeiht sehr prächtig, womit ich schon wieder zu einer sehr wichtigen Rolle unserer Bauern komme, zu der des Landschaftshegers und -pflegers, zu der Rolle im Zusammenhang mit der Erhaltung der Landschaft, mit Umweltschutz und Förderung des Tourismus und des Fremdenverkehrs. In eine Landschaft, die verwildert ist und deren Schönheiten nicht mehr gepflegt werden, wird der Tourist nicht so gerne kommen. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Eßl und Steindl.)
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Eßl und Steindl.
Heute habe auch ich Tiere und betreue Tiere im landwirtschaftlichen Nebenerwerb. Auch ich habe – wie mein Vorredner – eine aussterbende Haustierrasse, und zwar das Waldschaf. Es kommt aus dem Böhmerwald und aus dem Bayerischen Wald (Zwischenruf) – keine Heidschnucken –, es gedeiht sehr prächtig, womit ich schon wieder zu einer sehr wichtigen Rolle unserer Bauern komme, zu der des Landschaftshegers und -pflegers, zu der Rolle im Zusammenhang mit der Erhaltung der Landschaft, mit Umweltschutz und Förderung des Tourismus und des Fremdenverkehrs. In eine Landschaft, die verwildert ist und deren Schönheiten nicht mehr gepflegt werden, wird der Tourist nicht so gerne kommen. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Eßl und Steindl.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wittauer: ... Sie unseren Entschließungsantrag unterstützen!
Zurück zum bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz. Die Initiative für dieses bundeseinheitliche Tierschutzgesetz haben einige Leute hier im Hohen Haus und vor allem die vielen Tierschützer in unserem Land Österreich gesetzt, die, wie wir bei der Enquete-Kommission erfahren haben, auf eine über 100-jährige Tradition verweisen können. Sie haben sich dafür eingesetzt, und ich habe es sehr lähmend gefunden, dass es bei uns in puncto Tierschutz noch immer verschiedene Landesgesetze und verschiedene Standards gibt. Diese sind sehr unterschiedlich, gehen teilweise bis zur Tierquälerei – das muss man auch einmal sagen – und gehören vereinheitlicht und auf eine höhere Stufe gestellt, und zwar so, dass Österreich wirklich eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen kann. Die Forderungen, die, auch von Ihrer Seite, gestellt wurden, sind durchaus dazu angetan, dass wir eine solche Rolle spielen könnten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wittauer: ... Sie unseren Entschließungsantrag unterstützen!) – Dazu komme ich noch!
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.
Was ist eigentlich Sache? – Ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz – das ist offensichtlich außer Streit gestellt –, das dann auch höheren EU-Standards entspricht – das wird auch, glaube ich, außer Streit gestellt – und das nicht die niedrigsten Standards unserer Landesgesetze und unserer Landesverordnungen enthält. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie der Abgeordneten Wittauer und Lentsch.
Soll es so weit kommen, dass wir den niedrigsten Standards folgen, oder wollen wir Standards festlegen, die unsere Lebensmittelqualität und damit unsere Lebensqualität erhöhen? – Ich denke, wohl das Zweitere. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie der Abgeordneten Wittauer und Lentsch.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Wittauer.
Die vielen biologisch „landwirtschaftenden“ Bauern in unserem Land wären schlecht beraten gewesen, hätten sie nicht – trotz großen Drucks in Richtung Massentierhaltung – angefangen, biologisch zu wirtschaften. Und sie haben sich damit durchgesetzt! Sie alle wissen genauso gut wie ich, dass die großen Nahrungsmittelketten wie „Spar“ oder „Billa“ jetzt Bioprodukte wie „Ja natürlich“ und „Natur pur“ anbieten und damit auch noch ein gutes Geschäft machen. Die Landwirtschaft ist meiner Ansicht nach daher gut beraten, wenn sie qualitätvoll arbeitet und qualitätsmäßig hohe Standards setzt – auch in der Tierhaltung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Wittauer.) Damit ist nämlich durchaus etwas zu verdienen.
Beifall und Bravoruf des Abg. Reheis.
Es hätte sich ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz nicht verdient, jetzt als Werbegag für die ÖVP – so nach dem Motto: die ÖVP hat es durchgesetzt! – herhalten zu müssen. (Beifall und Bravoruf des Abg. Reheis.) Damit komme ich zu meinen einleitenden Bemerkungen zurück: Das haben sich wohl die Tierschützer verdient und auch all diejenigen, die sie dabei unterstützt haben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Es hätte sich ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz nicht verdient, jetzt als Werbegag für die ÖVP – so nach dem Motto: die ÖVP hat es durchgesetzt! – herhalten zu müssen. (Beifall und Bravoruf des Abg. Reheis.) Damit komme ich zu meinen einleitenden Bemerkungen zurück: Das haben sich wohl die Tierschützer verdient und auch all diejenigen, die sie dabei unterstützt haben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Gemäßigt bleiben ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer in Richtung der Abg. Dr. Glawischnig.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner hat sich Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber zu Wort gemeldet. (Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Gemäßigt bleiben ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer in Richtung der Abg. Dr. Glawischnig.)
Abg. Prinz: Das ist ein gutes Beispiel für die Struktur der österreichischen Betriebe!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Sie haben sich wohl darüber gewundert, Herr Kollege Molterer, dass artgerechte Tierhaltung auch in größeren Betrieben möglich ist. Das Beispiel, das Kollegin Glawischnig gebracht hat, zeigt, dass Tierschutz in allen Betrieben in Österreich möglich ist, auch in größeren Betrieben. (Abg. Prinz: Das ist ein gutes Beispiel für die Struktur der österreichischen Betriebe!)
Abg. Wittauer: Aber die Experten haben unterschiedlich argumentiert!
Verdrehen Sie also nicht die Tatsachen und versuchen Sie nicht, gleichzeitig mit dem Beschwören des Dialogs – Kollege Grillitsch ist leider nicht anwesend, richten Sie ihm das bitte aus, er soll damit aufhören –, Vorwürfe gegenüber Grünen und Tierschützern zu formulieren, die sich immer um diesen Dialog bemüht haben und nach wie vor bemühen. Man kann einen Dialog doch nur dann sinnvoll führen, wenn man bereit ist zuzuhören! Und ich halte es jetzt für geboten, zuzuhören und auch auf das zu hören, was die Expertinnen und Experten im Rahmen der Enquete-Kommission formuliert haben. (Abg. Wittauer: Aber die Experten haben unterschiedlich argumentiert!) – Das stimmt, Kollege Wittauer, sie haben verschiedene Positionen bezogen, aber zumindest in einem Punkt gab es eindeutig einen Konsens: Tiere sind leidensfähige Lebewesen, die artgerecht gehalten werden müssen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das unterschreibe ich! Ja! Das unterschreibe ich!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das unterschreibe ich! Ja! Das unterschreibe ich!
Verdrehen Sie also nicht die Tatsachen und versuchen Sie nicht, gleichzeitig mit dem Beschwören des Dialogs – Kollege Grillitsch ist leider nicht anwesend, richten Sie ihm das bitte aus, er soll damit aufhören –, Vorwürfe gegenüber Grünen und Tierschützern zu formulieren, die sich immer um diesen Dialog bemüht haben und nach wie vor bemühen. Man kann einen Dialog doch nur dann sinnvoll führen, wenn man bereit ist zuzuhören! Und ich halte es jetzt für geboten, zuzuhören und auch auf das zu hören, was die Expertinnen und Experten im Rahmen der Enquete-Kommission formuliert haben. (Abg. Wittauer: Aber die Experten haben unterschiedlich argumentiert!) – Das stimmt, Kollege Wittauer, sie haben verschiedene Positionen bezogen, aber zumindest in einem Punkt gab es eindeutig einen Konsens: Tiere sind leidensfähige Lebewesen, die artgerecht gehalten werden müssen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Wittauer: Das unterschreibe ich! Ja! Das unterschreibe ich!)
Abg. Wittauer: Wenn es Förderungen geben soll, dann ist das ohnehin eine Voraussetzung!
Werte Kolleginnen und Kollegen! Unsere Forderung, die auch im Rahmen dieser Enquete-Kommission von Experten mehrfach bekräftigt und bestätigt wurde, lautet daher: Es wäre als Folge dieser Diskussion sehr sinnvoll, eine Stelle einzurichten, die Stalleinrichtungen, Stallsysteme vorab auf ihre Artgerechtheit, auf ihre Tiergerechtheit prüft, damit Bauern und Bäuerinnen nicht zu Tölpeln werden, die auf Fehlberatungen von Firmen hin Investitionen tätigen, die ihnen nachher auf den Kopf fallen. Das ist uns ein ganz wichtiges Anliegen. (Abg. Wittauer: Wenn es Förderungen geben soll, dann ist das ohnehin eine Voraussetzung!) – Kollege Wittauer! Es gibt bereits Investitionsförderungen für besonders artgerechte Tierhaltung, aber es fehlt die grundsätzliche Prüfung von Stalleinrichtungen. Das ist aus Sicht der Grünen ein ganz wichtiger Punkt!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: In Tirol haben wir schon die Käfighaltung verboten! In Tirol ist es schon Standard!
Wenn Österreich im Bereich Ökologisierung der Landwirtschaft Vorreiter in Europa bleiben will, müssen wir hier nachziehen, müssen wir ein Tierschutzgesetz entwickeln, das diesen Standard ebenfalls einführt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: In Tirol haben wir schon die Käfighaltung verboten! In Tirol ist es schon Standard!) – Natürlich ist die Käfighaltung in Tirol und auch in anderen Bundesländern bereits verboten. Daher fordern wir ja zu Recht, dass diese Standards, die in einzelnen Bundesländern schon bestehen, nicht nach unten nivelliert werden
Beifall bei den Grünen.
Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass es natürlich notwendig sein wird, auch besonders artgerechte Tierhaltungssysteme zu kennzeichnen, also ein Tierschutz-Gütesiegel einzuführen, damit diese bäuerlichen Betriebe Chancen auf dem Markt haben. Mit einem guten Tierschutzsiegel wäre das möglich. Damit wäre auch eine Aufwertung des AMA-Gütesiegels denkbar, das habe ich schon mehrfach angesprochen. Die Basis für diese Weiterentwicklung ist ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Schlussendlich müssen auch die Träger der öffentlichen Einrichtungen, die öffentliche Hand im Rahmen des Beschaffungswesens auf diese Entwicklungen der bäuerlichen Produktion reagieren. So wie wir fordern, dass in derartigen Einrichtungen verstärkt Bioprodukte konsumiert werden, muss es selbstverständlich zum Prinzip werden, dass für den öffentlichen Sektor nur Produkte aus artgerechter Tierhaltung eingekauft werden. Dann ist es auch den Bauern gut vermittelbar, Kollege Grillitsch, und dann ist ein Dialog möglich: wenn man zuhört, wenn man die Chancen nutzt und wenn man die Möglichkeiten, die die Wissenschaft und die Technik heute bieten, endlich auch für die Landwirtschaft voll nutzt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die ÖVP wird hinter einem guten, auf das Einzeltier ausgerichteten Tierschutzgesetz stehen. Wir werden diesbezüglich auch unsere Überlegungen einbringen, und es wird im Sinne des Tieres zu einem relativ schnellen Abschluss kommen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Wittauer: Das war aber mit Ihrem Regierungspartner nicht abgesprochen!
send –, es geht also doch! (Abg. Wittauer: Das war aber mit Ihrem Regierungspartner nicht abgesprochen!)
Abg. Wittauer: Die ÖVP war damals Ihr Regierungspartner!
Aber spätestens ab diesem Zeitpunkt bis wenige Tage vor der Wahl 2002 war es einzig und allein die ÖVP, die einem Bundestierschutzgesetz nicht zustimmen wollte. (Abg. Wittauer: Die ÖVP war damals Ihr Regierungspartner!) Darüber hinaus versuchten Vertreter der ÖVP in den Jahren 1996 bis 2002 unentwegt, Gespräche und die Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen zu erschweren, zu verhindern, um so eine Entscheidung für die Anliegen des Tierschutz-Volksbegehrens zu hintertreiben. (Abg. Wittauer: Das ist jetzt eine Wiederholung!) Umso größer war daher dann die Überraschung für alle Tierfreundinnen und Tierfreunde in unserem Land, dass ausgerechnet der Bundeskanzler der ÖVP wenige Tage vor der Wahl mit dem Versprechen, einem Bundestierschutzgesetz zuzustimmen, an die Öffentlichkeit gegangen ist – das freilich mediengerecht dekoriert mit Hunderl und Katzerl.
Abg. Wittauer: Das ist jetzt eine Wiederholung!
Aber spätestens ab diesem Zeitpunkt bis wenige Tage vor der Wahl 2002 war es einzig und allein die ÖVP, die einem Bundestierschutzgesetz nicht zustimmen wollte. (Abg. Wittauer: Die ÖVP war damals Ihr Regierungspartner!) Darüber hinaus versuchten Vertreter der ÖVP in den Jahren 1996 bis 2002 unentwegt, Gespräche und die Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen zu erschweren, zu verhindern, um so eine Entscheidung für die Anliegen des Tierschutz-Volksbegehrens zu hintertreiben. (Abg. Wittauer: Das ist jetzt eine Wiederholung!) Umso größer war daher dann die Überraschung für alle Tierfreundinnen und Tierfreunde in unserem Land, dass ausgerechnet der Bundeskanzler der ÖVP wenige Tage vor der Wahl mit dem Versprechen, einem Bundestierschutzgesetz zuzustimmen, an die Öffentlichkeit gegangen ist – das freilich mediengerecht dekoriert mit Hunderl und Katzerl.
Zwischenruf des Abg. Wittauer.
Die Überraschung, meine Damen und Herren, dauerte allerdings nicht sehr lange. Wer gemeint hat, dass das Hohe Haus nun mit einem Entwurf für ein Bundestierschutzgesetz befasst wird, der seitens der Regierungsfraktionen eingebracht wurde, wird wiederum enttäuscht. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Stattdessen fängt die Bundesregierung unter Führung der Österreichischen Volkspartei wieder beim Jahr 1996 an. Am 10. April dieses Jahres wurde eine Enquete-Kommission im österreichischen Nationalrat eingesetzt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer), bei der wir – auch Sie, Herr Kollege – zahlreiche, hoch qualifizierte und engagierte Referate gehört haben. Nur die ÖVP/FPÖ-Regierung ... (Abg. Wittauer: Das wissen wir ja alle! ... 2003, Gesetz 2004!) – Sie waren ohnehin schon am Wort, ein bissel Geduld noch, ja? (Beifall bei der SPÖ.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer
Die Überraschung, meine Damen und Herren, dauerte allerdings nicht sehr lange. Wer gemeint hat, dass das Hohe Haus nun mit einem Entwurf für ein Bundestierschutzgesetz befasst wird, der seitens der Regierungsfraktionen eingebracht wurde, wird wiederum enttäuscht. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Stattdessen fängt die Bundesregierung unter Führung der Österreichischen Volkspartei wieder beim Jahr 1996 an. Am 10. April dieses Jahres wurde eine Enquete-Kommission im österreichischen Nationalrat eingesetzt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer), bei der wir – auch Sie, Herr Kollege – zahlreiche, hoch qualifizierte und engagierte Referate gehört haben. Nur die ÖVP/FPÖ-Regierung ... (Abg. Wittauer: Das wissen wir ja alle! ... 2003, Gesetz 2004!) – Sie waren ohnehin schon am Wort, ein bissel Geduld noch, ja? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wittauer: Das wissen wir ja alle! ... 2003, Gesetz 2004!
Die Überraschung, meine Damen und Herren, dauerte allerdings nicht sehr lange. Wer gemeint hat, dass das Hohe Haus nun mit einem Entwurf für ein Bundestierschutzgesetz befasst wird, der seitens der Regierungsfraktionen eingebracht wurde, wird wiederum enttäuscht. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Stattdessen fängt die Bundesregierung unter Führung der Österreichischen Volkspartei wieder beim Jahr 1996 an. Am 10. April dieses Jahres wurde eine Enquete-Kommission im österreichischen Nationalrat eingesetzt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer), bei der wir – auch Sie, Herr Kollege – zahlreiche, hoch qualifizierte und engagierte Referate gehört haben. Nur die ÖVP/FPÖ-Regierung ... (Abg. Wittauer: Das wissen wir ja alle! ... 2003, Gesetz 2004!) – Sie waren ohnehin schon am Wort, ein bissel Geduld noch, ja? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Überraschung, meine Damen und Herren, dauerte allerdings nicht sehr lange. Wer gemeint hat, dass das Hohe Haus nun mit einem Entwurf für ein Bundestierschutzgesetz befasst wird, der seitens der Regierungsfraktionen eingebracht wurde, wird wiederum enttäuscht. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Stattdessen fängt die Bundesregierung unter Führung der Österreichischen Volkspartei wieder beim Jahr 1996 an. Am 10. April dieses Jahres wurde eine Enquete-Kommission im österreichischen Nationalrat eingesetzt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wittauer), bei der wir – auch Sie, Herr Kollege – zahlreiche, hoch qualifizierte und engagierte Referate gehört haben. Nur die ÖVP/FPÖ-Regierung ... (Abg. Wittauer: Das wissen wir ja alle! ... 2003, Gesetz 2004!) – Sie waren ohnehin schon am Wort, ein bissel Geduld noch, ja? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Grillitsch: Beim Reden kommen die Leut’ zusammen!
Die ÖVP/FPÖ-Regierung tritt aber nach wie vor auf der Stelle und denkt in Wirklichkeit gar nicht daran, diesen Zustand über Lippenbekenntnisse hinaus zu verändern. Also gestehen Sie das doch endlich einmal ein! Ich bin der festen Überzeugung, dass die ÖVP-Bauernbundfunktionäre, die sich gerade sehr gut unterhalten (Abg. Grillitsch: Beim Reden kommen die Leut’ zusammen!), ihrer Klientel bei Gott nichts Gutes tun mit ihrer Hinhaltetaktik und ihrer Verweigerung. Viele Bauern haben von sich aus bereitwillig ihre Stalltüren geöffnet, und zwar nicht nur für Touristen, sondern auch für die Konsumentinnen und Konsumenten, und treten selbst ebenfalls für eine strengere und tierfreundlichere Tierschutzgesetzgebung ein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) – Das ist wirklich einen Applaus wert.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die ÖVP/FPÖ-Regierung tritt aber nach wie vor auf der Stelle und denkt in Wirklichkeit gar nicht daran, diesen Zustand über Lippenbekenntnisse hinaus zu verändern. Also gestehen Sie das doch endlich einmal ein! Ich bin der festen Überzeugung, dass die ÖVP-Bauernbundfunktionäre, die sich gerade sehr gut unterhalten (Abg. Grillitsch: Beim Reden kommen die Leut’ zusammen!), ihrer Klientel bei Gott nichts Gutes tun mit ihrer Hinhaltetaktik und ihrer Verweigerung. Viele Bauern haben von sich aus bereitwillig ihre Stalltüren geöffnet, und zwar nicht nur für Touristen, sondern auch für die Konsumentinnen und Konsumenten, und treten selbst ebenfalls für eine strengere und tierfreundlichere Tierschutzgesetzgebung ein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) – Das ist wirklich einen Applaus wert.
Abg. Wittauer: Das steht drin im Entschließungsantrag! Das kann man drin nachlesen!
Auch in meiner Heimat Weststeiermark kann ich stolz auf einige solcher Beispiele verweisen. Wir dürfen einfach nicht vergessen oder übersehen, dass durch die Haltung von Nutztieren Lebensmittel produziert werden, die auch von uns Menschen verzehrt werden. Tierschutz ist damit aktiver Konsumentenschutz. (Abg. Wittauer: Das steht drin im Entschließungsantrag! Das kann man drin nachlesen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Tierschutz ist für uns im Wesentlichen eine ethische, moralische Verpflichtung. In der Gesellschaft gibt es einen breiten Konsens über den Wert des Tierschutzes, und es wäre sehr schön, würde sich dieser Konsens auch in diesem Hohen Hause widerspiegeln. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Mainoni: 10 Minuten ist ein bisschen viel! – Abg. Wittauer: Verschone uns bitte mit Wiederholungen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner hat sich Herr Abgeordneter Gradwohl zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Mag. Mainoni: 10 Minuten ist ein bisschen viel! – Abg. Wittauer: Verschone uns bitte mit Wiederholungen!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt wird er gleich weinen!
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Kollege Wittauer, ich verschone dich mit Wiederholungen, aber ich kann dich nicht verschonen mit einem Vorwurf, nämlich dem, dass auch du zur Kenntnis nehmen musst (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt wird er gleich weinen!), dass sechsjähriges Erleben seine Narben und Wunden hinterlässt, und die kann man nicht einfach beiseite schieben und vergessen.
Abg. Donabauer: Zu Recht!
Sechs Jahre dauert nun die Diskussion über ein einheitliches Tierschutzgesetz in diesem Haus bereits an. Und, Kollege Grillitsch, es war nicht Bundeskanzler Schüssel, von dem du so tief beeindruckt bist (Abg. Donabauer: Zu Recht!), auch von dessen Initiativen du so tief beeindruckt bist, sondern es waren die Österreicherinnen und Österreicher auf eine demokratische Art und Weise: Auf der Straße und in den Gemeindeämtern wurden Unterschriften gesammelt und ein Tierschutz-Volksbegehren in dieses Haus eingebracht, über das wir diskutiert haben, Kollege Grillitsch.
Beifall bei der SPÖ.
In den Details haben wir – und das wurde in dieser Enquete-Kommission erwähnt – noch Diskussionsbedarf. Wir werden also noch diskutieren müssen, aber, geschätzte Kolleginnen und Kollegen von den Regierungsfraktionen, wenn wir diskutieren wollen, dann sollten wir, glaube ich, selbstbewusst genug sein, diese Diskussionen hier im Parlament durchzuführen, aber nicht Hände ringend und womöglich auf Knien die Regierung ersuchen, sie möge uns in ihrer Arbeitsgruppe mitarbeiten lassen, sie möge uns doch die Möglichkeit geben, dort dabei sein zu dürfen, und sie bitten, sie möge uns dann das, was wir dort beraten beziehungsweise mitberaten durften, hier im Hohen Haus vorlegen. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein als Gesetzgeber dieser Republik! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich darf vielleicht als ein vom Tierschutzgesetz Betroffener noch eine Bemerkung einbringen, die nichts mit der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung zu tun hat, Kollege Grillitsch. Ich bin seit einigen Jahren stolzer Besitzer eines reinrassigen Euroschäfermischlings, habe allerdings ein Problem: Wenn ich nämlich mit meinem Hund aus der Steiermark durch Niederösterreich nach Wien fahre, müsste ich eigentlich drei Tierschutzgesetze lesen, um zu wissen, in welchem Bundesland ich mich mit meinem Hund wie bewegen kann. Und das betrifft nicht nur mich, sondern 500 000 andere Hundehalterinnen und Hundehalter in Österreich, die das gleiche Problem haben. Diesbezüglich ist also Handlungsbedarf gegeben, und zwar schon seit Jahren und Jahrzehnten, Kollege Grillitsch, nicht erst seit gestern! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Der Hund kann nichts dafür, dass Sie solche Zwischenrufe machen, Herr Kollege Trinkl, wirklich nicht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Ich darf vielleicht als ein vom Tierschutzgesetz Betroffener noch eine Bemerkung einbringen, die nichts mit der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung zu tun hat, Kollege Grillitsch. Ich bin seit einigen Jahren stolzer Besitzer eines reinrassigen Euroschäfermischlings, habe allerdings ein Problem: Wenn ich nämlich mit meinem Hund aus der Steiermark durch Niederösterreich nach Wien fahre, müsste ich eigentlich drei Tierschutzgesetze lesen, um zu wissen, in welchem Bundesland ich mich mit meinem Hund wie bewegen kann. Und das betrifft nicht nur mich, sondern 500 000 andere Hundehalterinnen und Hundehalter in Österreich, die das gleiche Problem haben. Diesbezüglich ist also Handlungsbedarf gegeben, und zwar schon seit Jahren und Jahrzehnten, Kollege Grillitsch, nicht erst seit gestern! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Der Hund kann nichts dafür, dass Sie solche Zwischenrufe machen, Herr Kollege Trinkl, wirklich nicht! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
einer Beschlussfassung kommen – sofern die ÖVP es wollte und sofern Sie, Kollege Grillitsch, bereit wären, das umzusetzen, in dem Ihnen Ihre Bäuerinnen und Bauern schon weit voraus sind. Diese haben nämlich keine Angst vor einem bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz, die leben es Ihnen vor. Angst haben nur Sie als so genannter Interessenvertreter. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sowohl die Position des Sportes in Österreich als auch die Rolle Österreichs im internationalen Konzert wird durch diese internationalen Austragungen enorm gestärkt. Und wenn wir am 2. Juli dieses Jahres auch noch für Salzburg den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2010, dem größten Sportereignis der Welt erhalten, dann wird Österreich ein weiteres Mal im Mittelpunkt des Weltgeschehens stehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
In diesem Sinne: Es lebe der Sport! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Brinek: Mit dem Grabner kann er natürlich nicht mithalten! – Heiterkeit bei der ÖVP
Nichtsdestotrotz möchte ich hier aber folgende Kritik anbringen, eine, die man nicht vergessen darf – und ich bin da, glaube ich, sogar einer Meinung mit Herrn Sport-Staatssekretär Schweitzer –: Schade ist, dass der Herr Staatssekretär sein Gewicht als Regierungsmitglied da ein bisschen zu wenig einsetzt (Abg. Dr. Brinek: Mit dem Grabner kann er natürlich nicht mithalten! – Heiterkeit bei der ÖVP), um diese Regelung zu verhindern, die in den jetzigen Budgetbegleitgesetzen auftaucht, nämlich eine Freizeitunfallversicherung einzuheben, und zwar mit einem Ergänzungsbeitrag von 0,1 Prozent der Beitragsgrundlage. Mich wundert sehr, dass es da keinen Aufschrei des Herrn Sport-Staatssekretärs Schweitzer gibt, ist es doch gerade der Sport, der dem Gesundheitsbereich, eben auf Grund seiner präventiven Wirkung, Einsparungen in beachtlicher Höhe bringt.
Abg. Dr. Brinek: Es geht um Extremsportarten!
Es gibt eine Studie, wonach bei Sportunfällen ein Schaden von rund 305 Millionen € entsteht. Aber letztendlich erspart man sich im Gesundheitswesen durch Präventionsmaßnahmen in Bezug auf den Gesundheitsbereich, durch den Sport eben, 552 Millionen €. Das heißt, im Wesentlichen steht ein Positivum von 255 Millionen € auf der Seite der Sportler. (Abg. Dr. Brinek: Es geht um Extremsportarten!)
Abg. Dr. Brinek: Extremsportarten ...!
Daher ist es unverständlich, warum man jetzt noch einen Ergänzungsbeitrag zur Krankenversicherung für Freizeitunfälle einführen will. (Abg. Dr. Brinek: Extremsportarten ...!) Davon würden natürlich 30 Prozent auf die Sportler entfallen, und da ist es wirklich nicht einzusehen, warum der Sport, der dem Gesundheitswesen rund 255 Millionen € erspart, mit einem Ergänzungsbeitrag zur Unfallversicherung noch einmal zur Kasse gebeten wird! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) – Nein, das zahlen alle! Diese Beiträge sind von allen Pflichtversicherten zu entrichten – und das ist ausschließlich als Freizeitunfallversicherung gedacht! Lesen Sie das doch in Ihrem eigenen Entwurf nach, bevor Sie sich in diese Diskussion einmischen! Lesen Sie Ihren eigenen Gesetzentwurf! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Daher ist es unverständlich, warum man jetzt noch einen Ergänzungsbeitrag zur Krankenversicherung für Freizeitunfälle einführen will. (Abg. Dr. Brinek: Extremsportarten ...!) Davon würden natürlich 30 Prozent auf die Sportler entfallen, und da ist es wirklich nicht einzusehen, warum der Sport, der dem Gesundheitswesen rund 255 Millionen € erspart, mit einem Ergänzungsbeitrag zur Unfallversicherung noch einmal zur Kasse gebeten wird! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) – Nein, das zahlen alle! Diese Beiträge sind von allen Pflichtversicherten zu entrichten – und das ist ausschließlich als Freizeitunfallversicherung gedacht! Lesen Sie das doch in Ihrem eigenen Entwurf nach, bevor Sie sich in diese Diskussion einmischen! Lesen Sie Ihren eigenen Gesetzentwurf! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Daher ist es unverständlich, warum man jetzt noch einen Ergänzungsbeitrag zur Krankenversicherung für Freizeitunfälle einführen will. (Abg. Dr. Brinek: Extremsportarten ...!) Davon würden natürlich 30 Prozent auf die Sportler entfallen, und da ist es wirklich nicht einzusehen, warum der Sport, der dem Gesundheitswesen rund 255 Millionen € erspart, mit einem Ergänzungsbeitrag zur Unfallversicherung noch einmal zur Kasse gebeten wird! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) – Nein, das zahlen alle! Diese Beiträge sind von allen Pflichtversicherten zu entrichten – und das ist ausschließlich als Freizeitunfallversicherung gedacht! Lesen Sie das doch in Ihrem eigenen Entwurf nach, bevor Sie sich in diese Diskussion einmischen! Lesen Sie Ihren eigenen Gesetzentwurf! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Sinne hoffe ich auf ein gemeinsames und gutes Ergebnis rund um das Berufssportgesetz. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was mich am meisten freut, ist, dass wir uns gemeinsam der Sache annehmen und damit für den Sport wirklich etwas Gutes schaffen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte aber abgesehen davon, dass diese Notwendigkeit erkannt wird und dass allen bewusst ist, dass es nicht einfach sein wird, zu einem Berufssportgesetz zu kommen, auch in die aktuelle Debatte einsteigen, die sich durch den Wechsel im Sport-Staatssekretariat beziehungsweise durch den neuen Staatssekretär ergeben hat, und auf die Frage eingehen, wie die Budgeterhöhung im Bereich der Sportförderung gestaltet wird. Ich stehe nicht an, zu sagen, dass wir mit dem Staatssekretär darin in Übereinstimmung sind, dass es erstmals so sein wird, dass neue Mittel nicht automatisch nur in bestehende Strukturen kommen, sondern dass es hier auch neue Schwerpunkte geben wird. Ich möchte es insbesondere sehr begrüßen, dass geplant ist, dem Österreichischen Behindertensportverband erstmals eine Basisförderung zukommen zu lassen. Das ist eine langjährige Forderung der Grünen, und es wird uns freuen, wenn dies im Zuge der neuen Änderung zustande kommen wird. Da geht es um gar nicht so geringe Beträge, und es wird erstmals möglich sein, dass der Behindertensportverband auch außerhalb der normalen Strukturen zu Geld kommen wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Es stellt sich außerdem die Frage, ob Misswirtschaft oder eine sehr gute Wirtschaft in einzelnen Fachverbänden eine Auswirkung haben sollte. Wenn man sich anschaut, dass jetzt beispielsweise im Schwimmverband oder im Tischtennisverband relativ professionell und offenbar auch mit entsprechendem Erfolg gearbeitet wird, dies aber de facto auf die Finanzstruktur keine Auswirkungen hat, und dass es auf der anderen Seite in Verbänden wie dem Tennisverband momentan eigentlich überhaupt keine sinnvolle Jugendarbeit mehr gibt, dann sollte man, finde ich, schon die Frage stellen, ob denn nicht irgendwie auch das Ergebnis der Arbeit in den Verbänden einen Einfluss auf die Förderungsstrukturen haben sollte. Ich glaube, dass wir da eine Diskussion vor uns haben, die noch geführt werden muss. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich möchte bei Kollegem Brosz anschließen, der völlig zu Recht feststellt, dass es nicht ganz einzusehen ist, warum die Schwerpunktsetzung für den Behindertensport von anderen Sportfunktionären kritisiert wird. Es war für uns alle klar, das Jahr 2003, das Jahr der Behinderten, soll auch im Sport und in der Sportpolitik besondere Berücksichtigung finden. Deshalb war es für uns selbstverständlich, dass mehr an Förderungsmitteln insbesondere in den Behindertensport gegeben wird. Wir haben uns sehr bemüht und es geschafft, 527 000 € pro Jahr für den Behindertensportverband zusätzlich verfügbar zu machen und weitere Beträge für die Paralympics und Special Olympics zur Verfügung zu stellen – eine, wie ich glaube, gute Investition und nicht eine Investition, die man öffentlich kritisieren sollte mit der Argumentation: Damit bekommen andere Sportler weniger. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Grünen.
Ich glaube, dass es auch sehr vernünftig war, die Aufnahme der Behinderten in die Spitzensportförderung zu beschließen, weil jeder von uns, der die Behindertensportwettkämpfe verfolgt, sehen kann, dass es sich dabei um Spitzensport handelt und deshalb auch die Förderung aus dem Spitzensporttopf eine durchaus angebrachte ist. Es ist besonders wichtig auch für Sie, nicht nur zu wissen, sondern auch weiterzutransportieren, dass durch eine Einrichtung meiner Vorgängerin, nämlich die Rubbellos-Aktion, ein Fonds geschaffen werden konnte, aus dem jetzt jährlich 727 000 € in den Behindertensport fließen können, sodass damit endlich einmal eine langfristige Finanzierung des Behindertensports gesichert werden konnte. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Grünen.)
Widerspruch bei der SPÖ.
Aber in diesem Zusammenhang muss man natürlich auch über andere Menschen in unserer Gesellschaft diskutieren, die sich ganz bewusst einem erhöhten Risiko aussetzen und die bisher nicht mit höheren Beitragsleistungen zur Kasse gebeten werden. Dann diskutieren wir das ganz offen! Wie ist es mit denjenigen, die ganz bewusst und gegen den Rat aller behandelnden Ärzte gesundheitsgefährdendes Übergewicht in Kauf nehmen sowie die daraus resultierenden Krankheiten, die dann auch mit sehr viel Geld behandelt werden müssen? Ich glaube, Professor Grünewald könnte uns da als Fachmann einiges ... (Widerspruch bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Aber wenn diese Diskussion geführt wird, dann offen, umfassend und ohne irgendwelche Einschränkungen! Ich bin überzeugt davon, dass es eine lange Diskussion werden wird, doch wenn wir wollen, werden wir zu einem gemeinsamen Ergebnis für diese Gesellschaft kommen, und unter dem Strich steht ein durchschnittlich gesünderer Österreicher – davon bin ich überzeugt –, weil er dann mehr Sport betreibt, vernünftig Sport betreibt und wahrscheinlich auch gesünder lebt, sich nicht mehr so dem Risiko des Übergewichts, des überhöhten Alkoholgenusses und des Extremrauchens aussetzt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zum Berufssportgesetz – Herr Matznetter, es ist überhaupt kein Problem, wenn Sie glauben, dass Sie ein Recht darauf haben, zu rauchen, zu trinken oder Übergewicht zu haben. Dann teilen wir einfach Risikogruppen ein! Wer in diese Risikogruppe will, der zahlt eben den höheren Beitrag, weil er auf Grund der Daten, die dann bei diversen Gesundheitsuntersuchungen zur Verfügung stehen, einfach in eine Risikogruppe eingeteilt wird. Es bleibt ja dem Einzelnen überlassen, sich die Risikogruppe auszusuchen. Aber führen wir die Diskussion öffentlich! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.
Zum Berufssportgesetz. – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin froh darüber, dass wir hier Einstimmigkeit unter den Parteien erzielen konnten, sodass wir jetzt nicht nur darüber diskutieren, sondern endlich auch anfangen, Nägel mit Köpfen zu machen. Die Erarbeitung und Beschlussfassung eines Berufssportgesetzes ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.) – Herr Kollege Bauer, womit haben Sie denn das Problem? Mit dem Übergewicht, mit zu viel Rauchen oder mit dem Alkoholgenuss? Extremsportler sind Sie ja nicht, wie ich weiß. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zum Berufssportgesetz. – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin froh darüber, dass wir hier Einstimmigkeit unter den Parteien erzielen konnten, sodass wir jetzt nicht nur darüber diskutieren, sondern endlich auch anfangen, Nägel mit Köpfen zu machen. Die Erarbeitung und Beschlussfassung eines Berufssportgesetzes ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Bauer.) – Herr Kollege Bauer, womit haben Sie denn das Problem? Mit dem Übergewicht, mit zu viel Rauchen oder mit dem Alkoholgenuss? Extremsportler sind Sie ja nicht, wie ich weiß. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Damit wird innerhalb kürzester Zeit ein wesentlicher Meilenstein gesetzt werden, und etwas, was die Ausübung des österreichischen Sports auf besondere Grundlagen stellt, wird vorgelegt werden. Ich bedanke mich heute schon für die gemeinsamen Vorarbeiten, die bisher völlig im Einklang aller Beteiligten abgelaufen sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Herta Mikesch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Jugend, die heute so zahlreich zu uns gekommen ist! Jetzt bin ich Unternehmerin und führe mit meinem Mann einen Produktionsbetrieb. Ich komme aus einem kleinen Familienunternehmen, einem typischen Klein- und Mittelbetrieb, und freue mich, heute zum Berufssportgesetz zu reden, da meine Jugendzeit vom Spitzensport geprägt war. Ich kann auf einige Landesmeistertitel in Torlauf, Riesentorlauf und Abfahrt zurückblicken. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sind für uns die Dringlichen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Kennen Sie Power-Pausen? Power-Pausen sind Kurzübungen, die darauf abzielen, Geist und Körper wieder mehr konzentrieren zu können, sich mit einzubringen und gezielt auf ein Ziel loszugehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sind für uns die Dringlichen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Begeben Sie sich mit mir in die Startposition: Die Schistöcke nach vorne, die Zeit für das Berufssportgesetz läuft! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Rasinger: Nur ein bisschen?
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dass mir diese blau-schwarze Regierung einen Teil meiner Pension wegnehmen will, ist schon eine traurige Sache, aber dass ich jetzt auch noch für mein bisschen Übergewicht Strafe zahlen soll, lieber Herr Staatssekretär, das ist ein weiterer Beweis eurer Geisteshaltung. (Abg. Dr. Rasinger: Nur ein bisschen?) Ich halte das für eine ganz arge Bevormundung.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.
Lieber Staatssekretär! So viel könnte ich gar nicht laufen, dass ich einmal so dünn und leichtgewichtig werde wie du. Aber vielleicht gehörst auch du zu einer Risikogruppe. Ich will da jetzt gar nicht ansprechen, dass der Bauer Johnny gesagt hat, du sollst mit ihm in den Ring steigen, denn dann gehörtest du ohnehin höher versichert. Ich denke jedoch auch, dass auf Grund deiner intensiven sportlichen Betätigung deine Knie einmal mehr leiden werden. Auch wenn du ohne Helm mit deinem Rad auf unbefestigten Mountainbike-Strecken im Burgenland herumfährst, bist du extrem gefährdet. – Ich bin also der Meinung, dass du gleich viel bezahlen musst wie ich. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Lösung, Herr Staatssekretär, kann doch wohl nur die sein, dass den bestehenden Vereinen nichts weggenommen wird. Zusätzlich aufzunehmende Verbände brauchen zusätzliches Geld. Dein Finanzminister hat heute in seiner Budgetrede vollmundig davon gesprochen hat, wie er den österreichischen Sport fördern will. Fordere deinen gerechten Anteil von ihm ein! Fordere ein Sportbudget ähnlich dem Kulturbudget, fordere die Sportmilliarde ein! – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Auf jeden Fall sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Die Grundvoraussetzung ist aber sicherlich das Berufsbild Berufssportler. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Redezeit würde sogar noch reichen, um noch weitere Gründe aufzuzählen, aber ich denke, jeder ist sich dessen bewusst, wie notwendig ein solches Gesetz ist. Man kann diesen Antrag auf Ausarbeitung eines Berufssportgesetzes nur unterstützen, damit die erwähnten Grauzonen beseitigt werden und es zu einer weiteren Spezifizierung des Sports kommt. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Werter Kollege Staatssekretär! Ich könnte das ergänzen, denn es gibt noch eine weitere Risikogruppe, nämlich die Profisportler und die Berufssportler selbst. Ich denke beispielsweise an ausgezehrte Marathonläufer. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
zeitunfälle verhindert werden könnten. Aus diesem Grund ist Ihr Vorschlag mit allem Nachdruck abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Mehrzahl der Nicht-Arbeitsunfälle sind Haushaltsunfälle. Der Herr Staatssekretär hat gemeint: Wer sich einem erhöhten Risiko aussetzt, soll sich versichern! – Herr Staatssekretär! Wollen Sie jetzt verlangen, dass sich alle Hausfrauen versichern lassen? Nichts anderes können Sie mit Ihren Ausführungen gemeint haben. Daher kann ich nur sagen: Dieser Vorschlag, der von Ihnen kommt, ist abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Ich bekenne mich in diesem Zusammenhang zu einem strengen Lizenzierungsverfahren, aber nicht nur im Fußball, sondern bei allen Mannschaftssportarten. Ich bekenne mich dazu, dass auch entsprechend kontrolliert wird, denn ein Fall wie Innsbruck darf in Österreich nicht mehr passieren. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
In Innsbruck waren wir mit illegalen Praktiken, mit überzogenen Gehaltsforderungen von Sportlern konfrontiert, auch damit, dass infolge einer steuerrechtlichen Konstruktion in der Bundesrepublik Deutschland Steuern hinterzogen wurden. Mit einem Berufssportgesetz könnten wir klare Regelungen schaffen. Eine Voraussetzung dafür ist sicherlich die, dass Unternehmen, die im Sport auftreten, nicht mehr in Vereinsform auftreten können, sondern nur mehr als Kapitalgesellschaften. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Johann Maier (fortsetzend): Wir haben ein hervorragendes Programm, haben einen hervorragenden Report vom IOC bekommen, und wir hoffen, dass wir am 2. Juli um 17.15 Uhr den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2010 bekommen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: „Liebevoll“ ist übertrieben! Aufmunternd!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir uns über diese Frage der Abfangjäger – oder heißt es jetzt Kriegsflugzeuge oder Luftraumüberwachungsflugzeuge? – zu unterhalten haben. Wer heute die Budgetrede des Herrn Finanzministers verfolgt hat, wird gesehen haben, wie ein liebevoller Blick des ehemaligen Verteidigungsministers dem Finanzminister zugeworfen wurde (Abg. Scheibner: „Liebevoll“ ist übertrieben! Aufmunternd!), und dieser liebevolle Blick wurde vom Finanzminister auch erwidert.
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen
Überhaupt ist mir das ein bisschen wie bei einer Maturaveranstaltung vorgekommen, denn der Herr Finanzminister hat wirklich darauf geachtet, dass sein Mentor, sein Professor, der Vorsitzende der Matura-Kommission, Herr Dr. Schüssel, immer schön zufrieden ist mit dem, was er heute von sich gibt. Und er kann ja zufrieden sein – nicht mit dem Budget, aber mit dem, der dazu gesprochen hat – in seinem Sinn möglicherweise, denn der Finanzminister hat plötzlich einen Wechsel vorgenommen: Er hat heute nicht von Kriegsflugzeugen gesprochen, sondern – gerade dass er nicht gesagt hat: Luftraumtaxi, das wäre aber zu wenig beschreibend gewesen (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen) – er hat sich verstiegen zu der Erwartungshaltung Luftraumüberwachungsflugzeuge, um das zu verharmlosen und um nicht den wahren Hintergrund dieser Überlegungen darzustellen. (Abg. Scheibner: Den habt ihr erfunden, den Begriff! Das ist eine Erfindung der SPÖ, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Den habt ihr erfunden, den Begriff! Das ist eine Erfindung der SPÖ, Herr Kollege!
Überhaupt ist mir das ein bisschen wie bei einer Maturaveranstaltung vorgekommen, denn der Herr Finanzminister hat wirklich darauf geachtet, dass sein Mentor, sein Professor, der Vorsitzende der Matura-Kommission, Herr Dr. Schüssel, immer schön zufrieden ist mit dem, was er heute von sich gibt. Und er kann ja zufrieden sein – nicht mit dem Budget, aber mit dem, der dazu gesprochen hat – in seinem Sinn möglicherweise, denn der Finanzminister hat plötzlich einen Wechsel vorgenommen: Er hat heute nicht von Kriegsflugzeugen gesprochen, sondern – gerade dass er nicht gesagt hat: Luftraumtaxi, das wäre aber zu wenig beschreibend gewesen (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen) – er hat sich verstiegen zu der Erwartungshaltung Luftraumüberwachungsflugzeuge, um das zu verharmlosen und um nicht den wahren Hintergrund dieser Überlegungen darzustellen. (Abg. Scheibner: Den habt ihr erfunden, den Begriff! Das ist eine Erfindung der SPÖ, Herr Kollege!)
Widerspruch bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ich hab’ nicht geschummelt! Ich weiß nicht, wie du die Matura gemacht hast!
Aber wie es so ist bei der Matura – jeder von uns wird sich daran erinnern –: Nicht nur der Blick zum Mentor ist wichtig, sondern es wird auch viel geschummelt bei einer Matura, damit man eben irgendwie durchkommt. (Widerspruch bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ich hab’ nicht geschummelt! Ich weiß nicht, wie du die Matura gemacht hast!) So war das heute eigentlich auch. Ich hatte jedenfalls diesen Eindruck bei der Rede des Finanzministers. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe nicht geschummelt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Habe ich Sie ertappt? Haben Sie alle geschummelt bei der Matura, weil Sie so nervös sind? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe nicht geschummelt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Aber wie es so ist bei der Matura – jeder von uns wird sich daran erinnern –: Nicht nur der Blick zum Mentor ist wichtig, sondern es wird auch viel geschummelt bei einer Matura, damit man eben irgendwie durchkommt. (Widerspruch bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ich hab’ nicht geschummelt! Ich weiß nicht, wie du die Matura gemacht hast!) So war das heute eigentlich auch. Ich hatte jedenfalls diesen Eindruck bei der Rede des Finanzministers. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe nicht geschummelt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Habe ich Sie ertappt? Haben Sie alle geschummelt bei der Matura, weil Sie so nervös sind? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Aber wie es so ist bei der Matura – jeder von uns wird sich daran erinnern –: Nicht nur der Blick zum Mentor ist wichtig, sondern es wird auch viel geschummelt bei einer Matura, damit man eben irgendwie durchkommt. (Widerspruch bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ich hab’ nicht geschummelt! Ich weiß nicht, wie du die Matura gemacht hast!) So war das heute eigentlich auch. Ich hatte jedenfalls diesen Eindruck bei der Rede des Finanzministers. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe nicht geschummelt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Habe ich Sie ertappt? Haben Sie alle geschummelt bei der Matura, weil Sie so nervös sind? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
dort sitzen Bundeskanzler Dr. Schüssel und Bundesminister Dr. Bartenstein
Wenn ich mich jetzt zur Regierungsbank umdrehe (dort sitzen Bundeskanzler Dr. Schüssel und Bundesminister Dr. Bartenstein): Ich nehme an, zumindest diese beiden Regierungsmitglieder werden unseren Dringlichen Antrag genau studiert haben oder studieren lassen, vortragen lassen, sich Unterlagen geben lassen. Aber es ist die Anwesenheit dieser beiden Regierungsmitglieder doch ein gewisses Signal: Erstens ist es Chefsache, Sache des Bundeskanzlers also – er ist ja geradezu fixiert auf dieses Projekt und will es durchziehen –, und neben ihm sitzt zweitens der Wirtschaftsminister, und damit soll auch irgendwie signalisiert werden, dass dieses Projekt irgendwo auch einen wirtschaftlichen Sinn hätte.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Nun kann ich mich erinnern – das hat ja alles schon eine längere Geschichte –, dass Herr Minister Bartenstein seinerzeit, als der Beschluss gefasst wurde, die Eurofighter anzukaufen, in seinem Ministerium eine Kommission einrichten musste, die genau kontrolliert, ob die Gegengeschäfte auch wirklich Gegengeschäfte und nicht Schummelgeschäfte sind. Haben Sie, Herr Bundesminister, damals eigentlich nicht festgestellt: Drei Viertel der Gegengeschäfte, von denen wir alle in den Medien, im Radio und im Fernsehen, so locker vor uns hinplaudern, gibt es ja noch gar nicht! Also dürften wir nicht von Luftraumüberwachung sprechen, sondern korrekterweise müsste man hier von einem Luftgeschäft reden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.)
Abg. Mag. Molterer: Hoffentlich hat es etwas genützt, Herr Cap!
Was ist „xxxx“? Herr Minister Grasser versuchte heute, eine Art Vorlesung zu halten über Haushalte und wie sie zu führen sind, darüber, wie Unternehmungen zu führen sind (Abg. Mag. Molterer: Hoffentlich hat es etwas genützt, Herr Cap!) oder Klubs zu führen sind, Herr Klubobmann Molterer. Er sprach darüber, was ordentliche Kaufleute alles zu machen haben, dass sie immer schauen müssen: Was ist auf der Einnahmenseite, was ist auf der Ausgabenseite, und was ist der Preis? Was ist der Preis? Gehen Sie in das Autohaus Grasser (Abg. Mag. Posch: Das gibt’s ja nicht mehr!) und sagen Sie dort: Ich will jetzt ein Auto haben zum Preis xxxx? – Dort wird man Sie seltsam anschauen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Mag. Posch: Das gibt’s ja nicht mehr!
Was ist „xxxx“? Herr Minister Grasser versuchte heute, eine Art Vorlesung zu halten über Haushalte und wie sie zu führen sind, darüber, wie Unternehmungen zu führen sind (Abg. Mag. Molterer: Hoffentlich hat es etwas genützt, Herr Cap!) oder Klubs zu führen sind, Herr Klubobmann Molterer. Er sprach darüber, was ordentliche Kaufleute alles zu machen haben, dass sie immer schauen müssen: Was ist auf der Einnahmenseite, was ist auf der Ausgabenseite, und was ist der Preis? Was ist der Preis? Gehen Sie in das Autohaus Grasser (Abg. Mag. Posch: Das gibt’s ja nicht mehr!) und sagen Sie dort: Ich will jetzt ein Auto haben zum Preis xxxx? – Dort wird man Sie seltsam anschauen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Was ist „xxxx“? Herr Minister Grasser versuchte heute, eine Art Vorlesung zu halten über Haushalte und wie sie zu führen sind, darüber, wie Unternehmungen zu führen sind (Abg. Mag. Molterer: Hoffentlich hat es etwas genützt, Herr Cap!) oder Klubs zu führen sind, Herr Klubobmann Molterer. Er sprach darüber, was ordentliche Kaufleute alles zu machen haben, dass sie immer schauen müssen: Was ist auf der Einnahmenseite, was ist auf der Ausgabenseite, und was ist der Preis? Was ist der Preis? Gehen Sie in das Autohaus Grasser (Abg. Mag. Posch: Das gibt’s ja nicht mehr!) und sagen Sie dort: Ich will jetzt ein Auto haben zum Preis xxxx? – Dort wird man Sie seltsam anschauen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das ist Schleichwerbung! – Abg. Scheibner: Ihr nehmt alles sehr „ernst“!
Herr Bundeskanzler – und auch Herr Wirtschaftsminister, denn auch Sie sollten eigentlich ein ordentlicher Kaufmann sein, sonst dürften Sie gar nicht als Wirtschaftsminister da sitzen! Enträtseln Sie uns bitte diese „x“, und kommen Sie mir nicht mit XXXLutz, denn das ist ein Möbelhaus, das gilt nicht. (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das ist Schleichwerbung! – Abg. Scheibner: Ihr nehmt alles sehr „ernst“!) Wir wollen wissen: Was ist „xxxx“? Welche Zahlen stehen da dahinter?
Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Nein! Sie sind so ein Experte, da wundere ich mich nur!
Sie haben natürlich Probleme mit Zahlen. Da erinnere ich mich schon wieder – ich habe heute ein tolles Langzeitgedächtnis! –: Sie haben einmal gesagt, diese Kriegsflugzeuge werden 1,8 Milliarden € kosten. Dann hat „Die Presse“, ein „sehr“ linksradikales Blatt, wie wir alle wissen, geschrieben: Moment, das ist ja nur das „nackte“ Flugzeug! Es gibt in der Fachsprache „nackte“ Flugzeuge, und es gibt Flugzeuge, die schon ein bisschen aufgerüstet sind. – Herr Ex-Verteidigungsminister! Da fangen Sie gleich zu strahlen an, was da möglich ist, was man da alles an diversen Raketen und sonstigen Vorrichtungen hineinmontieren kann. (Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Nein! Sie sind so ein Experte, da wundere ich mich nur!) Da kommt das Ganze dann plötzlich auf 2,3 und 2,4 Milliarden €!
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Wenn Sie den Klubsekretär – Sie müssen ja den Klub ein bisschen modernisieren – zu einer Computerfirma schicken, können Sie ja auch nicht sagen: Wir brauchen 20 Computer! Ach was, 25! Nein, ich glaube, wir brauchen nur 18! Wir brauchen nur 18 Computer. – Super! Also wieder xxxx, und zwar, was die Anzahl angeht. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Jetzt sage ich etwas Grundsätzliches. Eigentlich wollen wir es nicht bezahlen und nicht bestellen – und eigentlich brauchen wir es gar nicht. Das ist überhaupt einmal der Einstieg! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal Ihren Genossen Androsch!
Also: Wirtschaftlich – da ja auch drei Viertel der Gegengeschäfte in der Luft gehangen sind, kein Mensch weiß, wie das abläuft, Sie eine eigene Kontrollkommission einrichten müssen –, so glaube ich, ist das abgehandelt, auch wenn Sie sich dann zu Wort melden und in blumigen Worten wieder versuchen, das zu erklären. Ich sehe es von den Gegengeschäften her und auch wirtschaftlich nicht so wie Sie. Das muss man einmal feststellen. (Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal Ihren Genossen Androsch!)
Abg. Scheibner: Fragen Sie den Abgeordneten Gaál, der kennt sich besser aus als Sie!
Aber das allein ist es ja auch nicht. Ist es die Sicherheitspolitik? Was ist es eigentlich? Oder ist es schlicht und einfach diese – wie soll ich sagen? – aus dem Bundesheer stammende Meinung, uns gibt es zu Lande, zu Wasser und in der Luft? – Zu Wasser leider nicht mehr, weil in Pula und in Triest sind wir nicht mehr. Ja, wenn Sie jetzt auch Donau-Monitore und ein Unterseeboot für die Donau wollen, müssen Sie diesen Wunsch bitte einbringen und zur Diskussion stellen. Ich sehe da keinen Sinn mehr, denn seit dort Schleusen eingebaut sind, hätten Unterseeboote einen etwas engen Radius. (Abg. Scheibner: Fragen Sie den Abgeordneten Gaál, der kennt sich besser aus als Sie!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Jetzt wird es einige geben, die sagen: Nein, aber es muss nicht nur zu Lande, ein bisschen im Wasser, sondern auch in der Luft etwas weiter geben, denn die Waffengattungen hat es eben immer schon gegeben. – Ich sage: Mit dieser Geisteshaltung – nämlich: Das hat es immer schon gegeben! – ist auch damals viel zu spät vom Vorderlader zum Hinterlader gewechselt worden, und deswegen haben wir die Schlacht bei Königgrätz 1866 verloren. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) – Das ist meine Schlussfolgerung aus der Geisteshaltung, die es da immer schon gegeben hat. (Abg. Scheibner: Das war aber eher ein Argument dafür, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Das war aber eher ein Argument dafür, Herr Kollege!
Jetzt wird es einige geben, die sagen: Nein, aber es muss nicht nur zu Lande, ein bisschen im Wasser, sondern auch in der Luft etwas weiter geben, denn die Waffengattungen hat es eben immer schon gegeben. – Ich sage: Mit dieser Geisteshaltung – nämlich: Das hat es immer schon gegeben! – ist auch damals viel zu spät vom Vorderlader zum Hinterlader gewechselt worden, und deswegen haben wir die Schlacht bei Königgrätz 1866 verloren. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) – Das ist meine Schlussfolgerung aus der Geisteshaltung, die es da immer schon gegeben hat. (Abg. Scheibner: Das war aber eher ein Argument dafür, Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Das sagen Sie den Österreichern, und dagegen sprechen wir uns aus. Eine solche Politik kann man doch der Bevölkerung gegenüber nicht vertreten! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Reden Sie ein bisschen etwas über die Pensionsreform, Herr Kollege! Wir warten die ganze Zeit, dass Sie uns etwas über die Pensionsreform sagen! Erzählen Sie uns was über Ihr Konzept!
Sie wissen ja: Ihre Pensionskürzungen werden sich à la longue zwischen 18 und 40 Prozent bewegen, und besonders betroffen von diesen Kürzungen werden die Frauen sein. Wir haben in dem Dringlichen Antrag, den zu studieren Sie ja jetzt Zeit hatten, einzelne Fallbeispiele aufgezählt, damit auch für Sie plastischer sichtbar wird, was diese „Pensionsreform“ in Wirklichkeit ist, nämlich eine Pensionskürzung. (Abg. Scheibner: Reden Sie ein bisschen etwas über die Pensionsreform, Herr Kollege! Wir warten die ganze Zeit, dass Sie uns etwas über die Pensionsreform sagen! Erzählen Sie uns was über Ihr Konzept!)
Abg. Dr. Fischer: Es war auch das Ziel, das Jahr 2003 zum Jahr der Ernte zu machen!
Auf der einen Seite also diese Pensionskürzungen, auf der anderer Seite die Verweigerung der Steuersenkung. – Ich habe heute genau zugehört: Der Finanzminister hat gesagt: Unser Ziel ist es, 2005 eine Steuersenkung anzustreben. – Unser Ziel! Na klar, das ist relativ. So, wie alles beliebig und relativ ist, Herr Bundeskanzler, ist es ... (Abg. Dr. Fischer: Es war auch das Ziel, das Jahr 2003 zum Jahr der Ernte zu machen!)
Abg. Scheibner: „Alter LEOPARD“? Sie leben in der Vergangenheit! Das modernste Gerät, das es gibt!
Und es kommt ja noch etwas dazu bei der Anschaffung dieser Kriegsflugzeuge: die Ausbildung der Piloten, der Ausbau der Flugplätze, Ersatzteile, die Wartung – das kostet ein Vermögen! Machen Sie sich doch einmal die Mühe, mit Experten aus dem Bundesheer darüber zu sprechen! Die werden nur den Kopf schütteln. Noch gibt es diese Solidarität zwischen den so genannten Waffengattungen, aber fragen Sie einmal diejenigen, die für den Transport, für die Kommunikation, für den Funk, für die Kasernen, für die Versorgung, für die Artillerie, für die Panzer zuständig sind, diejenigen, die mit den alten LEOPARD die Spargel im Marchfeld zerquetschen! (Abg. Scheibner: „Alter LEOPARD“? Sie leben in der Vergangenheit! Das modernste Gerät, das es gibt!) Fragen Sie einmal all jene, was sie dazu sagen, dass eine einzige Waffengattung – nur damit es uns weiter auch in der Luft gibt – so viel Geld kostet! Fragen Sie die einmal! – Unter der Hand werden diese Ihnen Sachen erzählen, dass Sie nur so den Kopf schütteln werden, Herr ehemaliger Verteidigungsminister! Herr Bundeskanzler, Sie wissen das sowieso, aber Ihnen ist das offensichtlich gleichgültig. – Ich zeige hier nur auf, welche Zusammenhänge es hier noch gibt.
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich rekapituliere: keine Steuersenkung, auch kein fixes Datum, Belastungen von 2004 bis 2007 in der Größenordnung von 2 Milliarden €, Pensionskürzungen wie noch nie in der Zweiten Republik – das erste Mal in dieser Form, wie sie sich jetzt darstellt –, und all das machen Sie primär, damit Sie diese Kriegsflugzeuge kaufen können. Und das noch dazu vor dem Hintergrund einer Rekordarbeitslosigkeit! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Den „Konsum“ gibt es nicht mehr!
Das wird auch Auswirkungen haben auf die Bereitschaft, in den Konsum zu gehen. (Abg. Großruck: Den „Konsum“ gibt es nicht mehr!) Sie verbreiten Ängste sondergleichen! Die Menschen haben Angst, weil sie nicht mehr ihr Leben planen können, weil sie sich auf Dinge verlassen haben, auf die sie sich jetzt nicht mehr verlassen können, weil der Vertrauensschutz für Sie nichts gilt. Erkundigen Sie sich in den Geschäften, in den Trafiken, in den Papierhandlungen, wo auch immer Sie sich herumtreiben (Ruf bei der ÖVP: Wir treiben uns nicht herum!): Wie ist die wirtschaftliche Situation? Und: Welche Auswirkungen hat das?
Ruf bei der ÖVP: Wir treiben uns nicht herum!
Das wird auch Auswirkungen haben auf die Bereitschaft, in den Konsum zu gehen. (Abg. Großruck: Den „Konsum“ gibt es nicht mehr!) Sie verbreiten Ängste sondergleichen! Die Menschen haben Angst, weil sie nicht mehr ihr Leben planen können, weil sie sich auf Dinge verlassen haben, auf die sie sich jetzt nicht mehr verlassen können, weil der Vertrauensschutz für Sie nichts gilt. Erkundigen Sie sich in den Geschäften, in den Trafiken, in den Papierhandlungen, wo auch immer Sie sich herumtreiben (Ruf bei der ÖVP: Wir treiben uns nicht herum!): Wie ist die wirtschaftliche Situation? Und: Welche Auswirkungen hat das?
Abg. Dr. Trinkl: Eine sehr gute!
Die Äußerung des Herrn Finanzministers, ein „nicht Zuviel an Pessimismus“ war verräterisch. Was heißt das: ein nicht Zuviel an Pessimismus? – Im Teletext steht es jetzt noch einmal. – Das heißt: Wir in der Regierung sind alle pessimistisch, weil wir mittlerweile begriffen haben, welche Wirtschaftspolitik wir machen. (Abg. Dr. Trinkl: Eine sehr gute!) Tiefer Pessimismus also. Sie alle sollten gesenkten Hauptes, mit einem Trauerblick hier sitzen. Das wäre angemessen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Die Äußerung des Herrn Finanzministers, ein „nicht Zuviel an Pessimismus“ war verräterisch. Was heißt das: ein nicht Zuviel an Pessimismus? – Im Teletext steht es jetzt noch einmal. – Das heißt: Wir in der Regierung sind alle pessimistisch, weil wir mittlerweile begriffen haben, welche Wirtschaftspolitik wir machen. (Abg. Dr. Trinkl: Eine sehr gute!) Tiefer Pessimismus also. Sie alle sollten gesenkten Hauptes, mit einem Trauerblick hier sitzen. Das wäre angemessen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Inne kann man nur halten!
Jetzt gehen Sie einmal inne – Sie alle, die Sie hier sitzen und freundlicherweise zuhören, und stellen Sie sich die Frage in Bezug ... (Abg. Scheibner: Inne kann man nur halten!) – Nein, nein! Sich im ÖVP-Klub und FPÖ-Klub gegenseitig zu erzählen, wie super Sie sind, ist keine Kunst! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Da kommt das allgemeine Nicken bei Ihnen – das ist keine Kunst! Gehen Sie hinaus in den Wahlkreis! Gehen Sie in Ihren Wahlkreis hinaus und stellen Sie sich dort einmal der Bevölkerung! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Jetzt gehen Sie einmal inne – Sie alle, die Sie hier sitzen und freundlicherweise zuhören, und stellen Sie sich die Frage in Bezug ... (Abg. Scheibner: Inne kann man nur halten!) – Nein, nein! Sich im ÖVP-Klub und FPÖ-Klub gegenseitig zu erzählen, wie super Sie sind, ist keine Kunst! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Da kommt das allgemeine Nicken bei Ihnen – das ist keine Kunst! Gehen Sie hinaus in den Wahlkreis! Gehen Sie in Ihren Wahlkreis hinaus und stellen Sie sich dort einmal der Bevölkerung! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Jetzt gehen Sie einmal inne – Sie alle, die Sie hier sitzen und freundlicherweise zuhören, und stellen Sie sich die Frage in Bezug ... (Abg. Scheibner: Inne kann man nur halten!) – Nein, nein! Sich im ÖVP-Klub und FPÖ-Klub gegenseitig zu erzählen, wie super Sie sind, ist keine Kunst! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Da kommt das allgemeine Nicken bei Ihnen – das ist keine Kunst! Gehen Sie hinaus in den Wahlkreis! Gehen Sie in Ihren Wahlkreis hinaus und stellen Sie sich dort einmal der Bevölkerung! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Seien Sie endlich einmal mutig! Kommen Sie doch endlich einmal! Stellen Sie sich den Bürgerversammlungen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Das machen Sie nicht. Sie verstecken sich in Ihrem politischen Reagenzglas (Abg. Steibl: Das ist eine Unterstellung!), in Ihrem Rexglas unten im Klub, anstatt sich der Bevölkerung zu stellen und zu sagen: Jawohl, es ist wirklich eine Gemeinheit, was wir ihr zutrauen, aber wir stehen zu der sozialen Gemeinheit. Wir stehen zu der sozialen Unausgewogenheit. Wir stehen zu dem Schröpfen, das die Regierung vorhat. – Seien Sie auch im Wahlkreis loyal! Hüpfen Sie nicht ins Bett unter die Tuchent und sagen Sie nicht: Ich weiß nichts, ich sehe nichts, ich höre nichts! Das ist zu wenig! So kann man Politik letztendlich nicht machen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Steibl: Das ist eine Unterstellung!
Seien Sie endlich einmal mutig! Kommen Sie doch endlich einmal! Stellen Sie sich den Bürgerversammlungen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Das machen Sie nicht. Sie verstecken sich in Ihrem politischen Reagenzglas (Abg. Steibl: Das ist eine Unterstellung!), in Ihrem Rexglas unten im Klub, anstatt sich der Bevölkerung zu stellen und zu sagen: Jawohl, es ist wirklich eine Gemeinheit, was wir ihr zutrauen, aber wir stehen zu der sozialen Gemeinheit. Wir stehen zu der sozialen Unausgewogenheit. Wir stehen zu dem Schröpfen, das die Regierung vorhat. – Seien Sie auch im Wahlkreis loyal! Hüpfen Sie nicht ins Bett unter die Tuchent und sagen Sie nicht: Ich weiß nichts, ich sehe nichts, ich höre nichts! Das ist zu wenig! So kann man Politik letztendlich nicht machen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Seien Sie endlich einmal mutig! Kommen Sie doch endlich einmal! Stellen Sie sich den Bürgerversammlungen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Das machen Sie nicht. Sie verstecken sich in Ihrem politischen Reagenzglas (Abg. Steibl: Das ist eine Unterstellung!), in Ihrem Rexglas unten im Klub, anstatt sich der Bevölkerung zu stellen und zu sagen: Jawohl, es ist wirklich eine Gemeinheit, was wir ihr zutrauen, aber wir stehen zu der sozialen Gemeinheit. Wir stehen zu der sozialen Unausgewogenheit. Wir stehen zu dem Schröpfen, das die Regierung vorhat. – Seien Sie auch im Wahlkreis loyal! Hüpfen Sie nicht ins Bett unter die Tuchent und sagen Sie nicht: Ich weiß nichts, ich sehe nichts, ich höre nichts! Das ist zu wenig! So kann man Politik letztendlich nicht machen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie könnten natürlich Ihre persönliche Lage außerdem noch dadurch verbessern, dass Sie überhaupt unsere Bürgerinitiative zur Abhaltung einer Volksabstimmung unterstützen. Ich sage Ihnen etwas: In Ihrem Wahlkreis würde Ihnen das etwas bringen. Und vergessen Sie nicht: Der nächste Wahltag kommt bestimmt! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es wird für Sie ein Zahltag sondergleichen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie könnten natürlich Ihre persönliche Lage außerdem noch dadurch verbessern, dass Sie überhaupt unsere Bürgerinitiative zur Abhaltung einer Volksabstimmung unterstützen. Ich sage Ihnen etwas: In Ihrem Wahlkreis würde Ihnen das etwas bringen. Und vergessen Sie nicht: Der nächste Wahltag kommt bestimmt! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es wird für Sie ein Zahltag sondergleichen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
In den ersten Reihen herrscht eher Stille. Ich kann Ihnen sagen, warum. – Die werden nach dem nächsten Wahltag sicher wieder hier sitzen. In den mittleren und oberen Rängen herrscht plötzlich so seltsame Aufregung. Ich kann Ihnen sagen, die Aufregung ist berechtigt, denn wenn diese Regierung so weitermacht, werden Sie da nicht mehr sitzen. Deswegen habe ich Ihnen gesagt, ich stehe Ihnen als Berater zur Verfügung. Verhindern Sie diese Politik! Stimmen Sie unserer Politik endlich einmal zu! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
mit Beifall durch die ÖVP begrüßt
Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel (mit Beifall durch die ÖVP begrüßt): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Der Dringliche Antrag, den Josef Cap formuliert hat, beschäftigt sich auf sechs von sieben Seiten mit dem angeblichen Pensionsraub und ist an die Bundesregierung gerichtet. – Herr Abgeordneter! Sie werden daher verstehen, dass ich mich als Chef der Bundesregierung angesprochen fühle und meine, hier einige Fakten zurechtrücken zu müssen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat in seiner Budgetrede heute eindrucksvoll bewiesen, dass sich diese Bundesregierung mit großer Umsicht, Energie und Sorgfalt den wirklichen Zukunftsproblemen des Landes zuwendet und widmet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir konsolidieren das Budget. Wir reduzieren die Verwaltungsausgaben und investieren gleichzeitig in einer schwierigen Konjunktursituation in jene Bereiche, die besonders wichtig sind: Bildung und Forschung, Infrastruktur und viele andere Bereiche. Nur einige Zahlen gefällig, falls sie Ihnen beim Zuhören während der Budgetrede entgangen sind: Im Jahr 1999 wurden für Bildung insgesamt 7,5 Milliarden € ausgegeben. Im Jahr 2004 werden wir über 9 Milliarden € ausgeben. Das ist genau der richtige Impuls für Konjunktur, für Qualität und damit für Zukunftssicherung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben in schwerer Zeit eine Entlastung in diesem Budget angekündigt. Es gibt bereits zwei Konjunkturprogramme, und mit der jetzt wirkenden Steuerentlastung ab 1. Jänner 2004 und dem Entfall der 13. Umsatzsteuervoranmeldung haben wir dauerhaft eine Milliarde € an Entlastung und dazu einmalig über den Umsatzsteuerwegfall 1,7 Milliarden €. – Also genau das richtige Signal in dieser Situation, in dieser Zeit, um für die Menschen in der Wirtschaft, an den Arbeitsplätzen wirklich etwas zu tun. Wir geben den Menschen Hoffnung und machen ihnen nicht Angst so wie Sie, Josef Cap. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das Ergebnis lässt sich auch sehen. Trotz der Schwierigkeiten, die wir haben, haben wir eigentlich eine sehr gute Beschäftigungslage. Vergessen Sie nicht: Am 1. Mai des Jahres 2003 – vielleicht ist Ihnen das bei den Maifeiern entgangen – hatten wir eine Rekordbeschäftigung. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Noch nie waren so viele Menschen, nämlich 3 166 Millionen Menschen, in Arbeit wie an diesem 1. Mai 2003. Dafür danken wir der Wirtschaft und der Innovationskraft der Mitarbeiter. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Ergebnis lässt sich auch sehen. Trotz der Schwierigkeiten, die wir haben, haben wir eigentlich eine sehr gute Beschäftigungslage. Vergessen Sie nicht: Am 1. Mai des Jahres 2003 – vielleicht ist Ihnen das bei den Maifeiern entgangen – hatten wir eine Rekordbeschäftigung. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Noch nie waren so viele Menschen, nämlich 3 166 Millionen Menschen, in Arbeit wie an diesem 1. Mai 2003. Dafür danken wir der Wirtschaft und der Innovationskraft der Mitarbeiter. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Sie träumen!
Wir haben zwar schwache Wachstumsraten, aber jedenfalls deutlich höhere als Deutschland, Italien, die Schweiz und die Niederlande. Das sind doch einige Länder, an denen wir uns sonst gerne gemessen haben. (Abg. Dr. Matznetter: Sie träumen!) – Das ist kein Traum, das ist Gott sei Dank gelebte Realität, Herr Abgeordneter, aufwachen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben zwar schwache Wachstumsraten, aber jedenfalls deutlich höhere als Deutschland, Italien, die Schweiz und die Niederlande. Das sind doch einige Länder, an denen wir uns sonst gerne gemessen haben. (Abg. Dr. Matznetter: Sie träumen!) – Das ist kein Traum, das ist Gott sei Dank gelebte Realität, Herr Abgeordneter, aufwachen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Genau das Gleiche gilt hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. So selbstverständlich ist es nicht, dass wir heute praktisch jeden zweiten Euro im internationalen Wettbewerb hervorragend erwirtschaften können. Und zum ersten Mal seit 1945 haben wir einen Handelsbilanzüberschuss, haben wir einen Leistungsbilanzüberschuss, und das kommt nicht von selbst. Natürlich sind dafür primär die Wirtschaft und jene verantwortlich, die auf den Märkten diese Erfolge zustande bringen. Aber dazu gehören auch die Rahmenbedingungen, die in Österreich eben besser sind als in anderen europäischen Ländern, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Offenkundig!
Wir haben ein Problem, und das ist der Generationenvertrag. Wissen Sie, ich bin dafür, dass wir versuchen, die Dinge mit Sachlichkeit auseinander zu klauben und einfach den Menschen das Problem zu schildern. Dieses Problem ist ja nicht politisch gewollt, um das auch einmal sehr klar zu sagen. (Ruf bei der SPÖ: Offenkundig!) – Herr Abgeordneter! Bitte hören Sie ein bisschen zu, dann können wir, wie ich meine, auch einen sachlichen Diskussionsprozess führen, den die Menschen auch von uns hier im Hohen Hause erwarten. Da soll nicht nur gestritten werden. Da sollen auch Argumente ausgetauscht werden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir haben ein Problem, und das ist der Generationenvertrag. Wissen Sie, ich bin dafür, dass wir versuchen, die Dinge mit Sachlichkeit auseinander zu klauben und einfach den Menschen das Problem zu schildern. Dieses Problem ist ja nicht politisch gewollt, um das auch einmal sehr klar zu sagen. (Ruf bei der SPÖ: Offenkundig!) – Herr Abgeordneter! Bitte hören Sie ein bisschen zu, dann können wir, wie ich meine, auch einen sachlichen Diskussionsprozess führen, den die Menschen auch von uns hier im Hohen Hause erwarten. Da soll nicht nur gestritten werden. Da sollen auch Argumente ausgetauscht werden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Prammer: Sehen Sie, da sind die großen Unterschiede!
Und dazu soll gesichert sein, dass mit einer zweiten und dritten Säule, die neben der erstklassigen staatlichen Pension angeboten wird, die steuerlich begünstigt wird, eine zusätzliche Möglichkeit gegeben wird, damit jeder Einzelne oder jeder Betrieb für seine Mitarbeiter etwas zusätzlich tun kann. (Abg. Mag. Prammer: Sehen Sie, da sind die großen Unterschiede!) Ich finde, das ist eine Sache, die eigentlich absolut vernünftig ist. Jetzt geht es um die entscheidende Frage, wann wir diese Systeme angleichen.
Abg. Öllinger – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Mit dem, Herr Bundeskanzler? Na servas! Wenn das eine Information ist!
Noch etwas, was aus meiner Sicht dazugehört: Wir sollten auch auf Grund der gestrigen Diskussionen und der gestrigen Proteste die offenkundige Verunsicherung der Menschen sehr ernst nehmen. (Abg. Öllinger – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Mit dem, Herr Bundeskanzler? Na servas! Wenn das eine Information ist!) Da bitte ich jetzt auch – und das sage ich jetzt noch nicht kritisch in eine Richtung, sondern ich meine, das ist ziemlich identisch mit der Information der Arbeiterkammer Vorarlberg –, Herr Abgeordneter Öllinger, mit den Worten etwas aufzupassen. Worte wie „Pensionsraub“, „Massenverelendung“ oder „Massenarmut“ tragen doch nicht zu weniger Verunsicherung bei! Sie sind unter Umständen, würde ich meinen, eher dazu angetan, dass sich noch mehr Menschen fürchten, als sie es vielleicht ohnedies schon auf Grund der gegebenen problematischen Generationen-, Vertrags- oder demographischen Lage tun müssen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Daher bitte auch Vorsicht bei der Sprache!
Zwischenruf bei der SPÖ.
Noch etwas, was aus meiner Sicht dazugehört: Wir sollten auch auf Grund der gestrigen Diskussionen und der gestrigen Proteste die offenkundige Verunsicherung der Menschen sehr ernst nehmen. (Abg. Öllinger – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Mit dem, Herr Bundeskanzler? Na servas! Wenn das eine Information ist!) Da bitte ich jetzt auch – und das sage ich jetzt noch nicht kritisch in eine Richtung, sondern ich meine, das ist ziemlich identisch mit der Information der Arbeiterkammer Vorarlberg –, Herr Abgeordneter Öllinger, mit den Worten etwas aufzupassen. Worte wie „Pensionsraub“, „Massenverelendung“ oder „Massenarmut“ tragen doch nicht zu weniger Verunsicherung bei! Sie sind unter Umständen, würde ich meinen, eher dazu angetan, dass sich noch mehr Menschen fürchten, als sie es vielleicht ohnedies schon auf Grund der gegebenen problematischen Generationen-, Vertrags- oder demographischen Lage tun müssen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Daher bitte auch Vorsicht bei der Sprache!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir sollten meiner Meinung nach mit Fakten antworten. Diese Fakten sind völlig klar und eindeutig: Österreich wird vor und nach der Reform das bestausgestattete Pensionssystem der Welt haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Was ist mit den Abfangjägern?
Die zehn Punkte, die ich hier nochmals ganz kurz darstellen will, die Eckpunkte dieser Reform sind, wie ich meine, bei den meisten Menschen unbestritten. (Ruf bei der SPÖ: Was ist mit den Abfangjägern?)
Beifall bei der ÖVP.
Erstens: Keine Eingriffe in die zwei Millionen bestehenden Pensionen. – Das ist, glaube ich, sehr wichtig, fair und gerecht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Da sage ich jetzt noch etwas dazu, weil Ihr Beispiel wiederum die berühmten 40 oder 50 Prozent minus bringt: Herr Abgeordneter Cap, ich finde das intellektuell nicht redlich. Sie wissen genauso gut wie wir, dass wir mit dem neuen individuellen Pensionskonto ein neues System wollen, das dann nach dieser Übergangszeit für die Deckelungen in Kraft treten soll. Ich habe aber überhaupt kein Problem, das auch in das Gesetz so hineinzuschreiben. Da wird es keine Lücke geben zwischen 2028 und dem individuellen Pensionskonto. So ist es gemeint, und so wird es auch exekutiert. Daher hören Sie auf mit diesen Beispielen mit minus 40 und minus 50 Prozent! Diese sind unseriös und entsprechen nicht der Realität! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Nein, das können Sie gar nicht!
Siebentens: Wer bis 2007 40 oder 45 Beitragsjahre hat, kann weiterhin mit 55 oder 60 Jahren in Pension gehen. Ab 2007 wird es für Schwerarbeiter in diesem Bereich sogar ein Dauerrecht geben. (Abg. Öllinger: Nein, das können Sie gar nicht!) Ich halte das für eine großartige Idee, die der Vizekanzler entwickelt hat, zu der wir zu 100 Prozent stehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Siebentens: Wer bis 2007 40 oder 45 Beitragsjahre hat, kann weiterhin mit 55 oder 60 Jahren in Pension gehen. Ab 2007 wird es für Schwerarbeiter in diesem Bereich sogar ein Dauerrecht geben. (Abg. Öllinger: Nein, das können Sie gar nicht!) Ich halte das für eine großartige Idee, die der Vizekanzler entwickelt hat, zu der wir zu 100 Prozent stehen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Soll!
Ich glaube, dieses Zehn-Punkte-Programm ist eines, über das man fair und offen hier im Hohen Haus diskutieren kann und diskutieren soll, meine Damen und Herren. (Ruf bei der SPÖ: Soll!) – Ja, soll, selbstverständlich. Daher bitte auch herauszukommen und hier zu reden!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir brauchen uns nicht gegenseitig zu beschimpfen. Das ist nicht der Stil, und das hat auch gar keinen Sinn. Aber ganz konkrete Argumente sind hier jederzeit willkommen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Gradwohl: McJobs!
Wir hatten in den Jahren 1996 bis 1999 immer höhere Arbeitslosenraten als derzeit. Es gibt insgesamt derzeit sogar 90 000 Arbeitsplätze mehr als im Jahr 1999. (Abg. Gradwohl: McJobs!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Ich garantiere aber, dass kein einziger Euro aus einem Sozialbudget etwa für die notwendigen Sicherungsaufgaben im Bereich des Bundesheeres oder der Exekutive verwendet werden wird. Das ist doch gar keine Frage, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Ruf bei der SPÖ: Ist vorbei!
Ich sage auch dazu: Im Lichte der Irak-Krise hat es sich geradezu (Ruf bei der SPÖ: Ist vorbei!) am Modellfall gezeigt, wie wichtig es ist, dass ein Land wie Österreich immerhin noch eine funktionierende Luftabwehr und Luftraumüberwachung hat. – Wir hatten seit dem 11. September 2001 84 Mal Alarm, es wurden viele Überwachungs- und Identifikationsflüge durchgeführt, die dringend notwendig waren.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube daher, wir sollten uns selbst nicht unterfordern. Es ist Aufgabe einer umfassenden Politik, darzustellen, dass wir viele Dinge gleichzeitig bewältigen können. Erstklassige Ausbildung für unsere Jugend, sichere Arbeitsplätze durch vernünftige Investitionen und Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, Sicherheitsmaßnahmen für Exekutive und Bundesheer, ein gutes Gesundheits- und Pensionssicherungssystem gehören dazu. Man soll nicht das eine gegen das andere ausspielen. Gute Politik muss überall erfolgreich sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich bin der Ansicht, dass der Vorgang richtig ist. Sobald die Verträge unterschriftsreif sind, wird der Nationalrat oder der Landesverteidigungsrat informiert werden. Sie bekommen alle relevanten Informationen. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler, ich bin ganz bei Ihnen, wenn Sie sagen, wir sollen das eine nicht gegen das andere ausspielen. Aber genau das ist die Politik, die Sie machen, Sie spielen nämlich immer die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu Lasten anderer Interessen aus. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Es kommt mir so vor – nicht nur, weil Sie hier erhöht sitzen oder vorher gestanden sind –, als wären Sie auf einer Bühne, denn Sie spüren die Realität und die Betroffenheit der Menschen nicht mehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Trinkl: Weil sie nicht kommen!
Herr Bundeskanzler! Sie sprechen von Umsicht, von zukunftsorientiert und von Dialog. Sie führen weder den Dialog mit den Sozialpartnern noch mit den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes (Abg. Dr. Trinkl: Weil sie nicht kommen!), wenn Ihre E-Mails als „ungelesen gelöscht“ zurückkommen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Ähnlich ist es auch hier im Haus, wenn wir vom Austausch der Argumente reden. Eine Pensionssicherungsreform, wie Sie sie wortgewaltig nennen, wird in einem Budgetbegleitgesetz behandelt und nicht einmal im dafür zuständigen Ausschuss. So seriös sehen Sie also den Dialog, so seriös ist der Austausch der Argumente aus Ihrer Sicht. – Herr Bundeskanzler! Das ist nicht unsere Politik. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wer sagt, dass die Notstandshilfe abgeschafft wird, Frau Kollegin? Wer sagt das?
Herr Bundeskanzler! Das ist blanker Zynismus, und das ist keine zukunftsorientierte Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wer sagt, dass die Notstandshilfe abgeschafft wird, Frau Kollegin? Wer sagt das?)
Abg. Scheibner: Das ist wirklich Angstmache, was Sie da betreiben! Sie wissen genau, dass das nicht stimmt, was Sie hier sagen!
Herr Bundeskanzler! Sie sprechen immer von Zukunft und vom Bereich Forschung und Bildung. (Abg. Scheibner: Das ist wirklich Angstmache, was Sie da betreiben! Sie wissen genau, dass das nicht stimmt, was Sie hier sagen!) Die Beamten sind auf einmal im Budget für Bildung und Forschung enthalten. (Abg. Scheibner: Sie verunsichern die Bevölkerung mit Ihren falschen Argumenten!)
Abg. Scheibner: Sie verunsichern die Bevölkerung mit Ihren falschen Argumenten!
Herr Bundeskanzler! Sie sprechen immer von Zukunft und vom Bereich Forschung und Bildung. (Abg. Scheibner: Das ist wirklich Angstmache, was Sie da betreiben! Sie wissen genau, dass das nicht stimmt, was Sie hier sagen!) Die Beamten sind auf einmal im Budget für Bildung und Forschung enthalten. (Abg. Scheibner: Sie verunsichern die Bevölkerung mit Ihren falschen Argumenten!)
Beifall bei der SPÖ.
Das sind keine Mehrkosten für Bildung und Forschung, sondern die Beamten sind in diesem Budget enthalten. Das ist wieder eine Mogelpackung, Herr Bundeskanzler! Das lassen wir so nicht im Raum stehen, das zeigen wir auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Es ist nicht nur eine Provokation, wenn Sie zeitgleich mit dem massivsten Sozialabbau in dieser Zweiten Republik betreffend die Pensionen und das Gesundheitswesen den Ankauf von sündteuren Abfangjägern beschließen, sondern das ist eine völlig abgehobene, eiskalte und menschenverachtende Politik. Dagegen wehren wir uns und mit uns auch viele Bürgerinnen und Bürger! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Zweytick
Herr Bundeskanzler! Sie haben wieder schönzureden versucht. Sie wissen ganz genau, die so genannte Hackler-Regelung – der Ausdruck gefällt uns nicht, aber der ist offensichtlich von der FPÖ geprägt (Zwischenruf des Abg. Zweytick) – hält bis 2006, ab 2007 gelten dann 56,5 beziehungsweise 61,5 Jahre. Ab dem Jahre 2007 kommen durch die Änderung des Steigerungsbetrages 11 Prozent und durch die Erhöhung der Abschläge auf 4,2 Prozent jedenfalls Verluste hinzu. (Abg. Scheibner: Dass das eine Dauerregelung ist, die „Hackler-Regelung“, das vergessen Sie!) All das ist eine Mogelpackung, Herr Bundeskanzler! Das sagen sogar Ihre eigenen Vertreter von ÖAAB und FCG. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Dass das eine Dauerregelung ist, die „Hackler-Regelung“, das vergessen Sie!
Herr Bundeskanzler! Sie haben wieder schönzureden versucht. Sie wissen ganz genau, die so genannte Hackler-Regelung – der Ausdruck gefällt uns nicht, aber der ist offensichtlich von der FPÖ geprägt (Zwischenruf des Abg. Zweytick) – hält bis 2006, ab 2007 gelten dann 56,5 beziehungsweise 61,5 Jahre. Ab dem Jahre 2007 kommen durch die Änderung des Steigerungsbetrages 11 Prozent und durch die Erhöhung der Abschläge auf 4,2 Prozent jedenfalls Verluste hinzu. (Abg. Scheibner: Dass das eine Dauerregelung ist, die „Hackler-Regelung“, das vergessen Sie!) All das ist eine Mogelpackung, Herr Bundeskanzler! Das sagen sogar Ihre eigenen Vertreter von ÖAAB und FCG. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Sie haben wieder schönzureden versucht. Sie wissen ganz genau, die so genannte Hackler-Regelung – der Ausdruck gefällt uns nicht, aber der ist offensichtlich von der FPÖ geprägt (Zwischenruf des Abg. Zweytick) – hält bis 2006, ab 2007 gelten dann 56,5 beziehungsweise 61,5 Jahre. Ab dem Jahre 2007 kommen durch die Änderung des Steigerungsbetrages 11 Prozent und durch die Erhöhung der Abschläge auf 4,2 Prozent jedenfalls Verluste hinzu. (Abg. Scheibner: Dass das eine Dauerregelung ist, die „Hackler-Regelung“, das vergessen Sie!) All das ist eine Mogelpackung, Herr Bundeskanzler! Das sagen sogar Ihre eigenen Vertreter von ÖAAB und FCG. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Auf 150!
Herr Bundeskanzler! Die Frauen werden von Ihnen überhaupt verschaukelt. Da heißt es großartig, die Bemessungsgrundlage für Kindererziehungszeiten wird bis 2028 um 150 Prozent angehoben. Ja, was heißt das? (Abg. Scheibner: Auf 150!) – Auf 150 Prozent, genau, noch besser! Genau das ist der wahre Grund. Es heißt nicht um 150, sondern nur auf 150 Prozent. Da sind wir bei ungefähr 1 000 € im Jahr 2028. (Abg. Scheibner: Wir wollen exakt sein, Frau Kollegin!) Dann sind wir genau bei dem Wert, den wir heute haben. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.) Das bewerten Sie als Verbesserung? – Das ist ungerecht, unfair und unsozial, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wir wollen exakt sein, Frau Kollegin!
Herr Bundeskanzler! Die Frauen werden von Ihnen überhaupt verschaukelt. Da heißt es großartig, die Bemessungsgrundlage für Kindererziehungszeiten wird bis 2028 um 150 Prozent angehoben. Ja, was heißt das? (Abg. Scheibner: Auf 150!) – Auf 150 Prozent, genau, noch besser! Genau das ist der wahre Grund. Es heißt nicht um 150, sondern nur auf 150 Prozent. Da sind wir bei ungefähr 1 000 € im Jahr 2028. (Abg. Scheibner: Wir wollen exakt sein, Frau Kollegin!) Dann sind wir genau bei dem Wert, den wir heute haben. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.) Das bewerten Sie als Verbesserung? – Das ist ungerecht, unfair und unsozial, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Herr Bundeskanzler! Die Frauen werden von Ihnen überhaupt verschaukelt. Da heißt es großartig, die Bemessungsgrundlage für Kindererziehungszeiten wird bis 2028 um 150 Prozent angehoben. Ja, was heißt das? (Abg. Scheibner: Auf 150!) – Auf 150 Prozent, genau, noch besser! Genau das ist der wahre Grund. Es heißt nicht um 150, sondern nur auf 150 Prozent. Da sind wir bei ungefähr 1 000 € im Jahr 2028. (Abg. Scheibner: Wir wollen exakt sein, Frau Kollegin!) Dann sind wir genau bei dem Wert, den wir heute haben. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.) Das bewerten Sie als Verbesserung? – Das ist ungerecht, unfair und unsozial, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Die Frauen werden von Ihnen überhaupt verschaukelt. Da heißt es großartig, die Bemessungsgrundlage für Kindererziehungszeiten wird bis 2028 um 150 Prozent angehoben. Ja, was heißt das? (Abg. Scheibner: Auf 150!) – Auf 150 Prozent, genau, noch besser! Genau das ist der wahre Grund. Es heißt nicht um 150, sondern nur auf 150 Prozent. Da sind wir bei ungefähr 1 000 € im Jahr 2028. (Abg. Scheibner: Wir wollen exakt sein, Frau Kollegin!) Dann sind wir genau bei dem Wert, den wir heute haben. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.) Das bewerten Sie als Verbesserung? – Das ist ungerecht, unfair und unsozial, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Da braucht man eine Stunde für die tatsächliche Berichtigung!
Gerade junge Menschen verlieren dramatisch wegen der unsozialen Durchrechnung. Wenn Sie sagen, im Jahr 2028 werde es das neue Pensionssystem geben, dann frage ich Sie, meine Damen und Herren (Abg. Neudeck: Da braucht man eine Stunde für die tatsächliche Berichtigung!), die Sie hier das offensichtlich beschließen wollen: Warum beschließen wir nicht im Herbst ein System, das gleich eine gesamte Pensionsreform ist, wenn die Maßnahmen ohnedies erst ab 2004 zum Tragen kommen? (Abg. Scheibner: Das können wir machen!) Wir hätten Zeit dazu. Aber Sie wollen es nicht. Warum wollen Sie es nicht? – Weil Sie das Geld aus dem ASVG-Bereich für Ihr Budget und die Abfangjäger brauchen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hören Sie einmal zu, wenn etwas gesagt wird! – Zwischenrufe der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Abg. Scheibner: Das können wir machen!
Gerade junge Menschen verlieren dramatisch wegen der unsozialen Durchrechnung. Wenn Sie sagen, im Jahr 2028 werde es das neue Pensionssystem geben, dann frage ich Sie, meine Damen und Herren (Abg. Neudeck: Da braucht man eine Stunde für die tatsächliche Berichtigung!), die Sie hier das offensichtlich beschließen wollen: Warum beschließen wir nicht im Herbst ein System, das gleich eine gesamte Pensionsreform ist, wenn die Maßnahmen ohnedies erst ab 2004 zum Tragen kommen? (Abg. Scheibner: Das können wir machen!) Wir hätten Zeit dazu. Aber Sie wollen es nicht. Warum wollen Sie es nicht? – Weil Sie das Geld aus dem ASVG-Bereich für Ihr Budget und die Abfangjäger brauchen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hören Sie einmal zu, wenn etwas gesagt wird! – Zwischenrufe der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hören Sie einmal zu, wenn etwas gesagt wird! – Zwischenrufe der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Gerade junge Menschen verlieren dramatisch wegen der unsozialen Durchrechnung. Wenn Sie sagen, im Jahr 2028 werde es das neue Pensionssystem geben, dann frage ich Sie, meine Damen und Herren (Abg. Neudeck: Da braucht man eine Stunde für die tatsächliche Berichtigung!), die Sie hier das offensichtlich beschließen wollen: Warum beschließen wir nicht im Herbst ein System, das gleich eine gesamte Pensionsreform ist, wenn die Maßnahmen ohnedies erst ab 2004 zum Tragen kommen? (Abg. Scheibner: Das können wir machen!) Wir hätten Zeit dazu. Aber Sie wollen es nicht. Warum wollen Sie es nicht? – Weil Sie das Geld aus dem ASVG-Bereich für Ihr Budget und die Abfangjäger brauchen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hören Sie einmal zu, wenn etwas gesagt wird! – Zwischenrufe der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Meine Damen und Herren! Sie schaffen die vorzeitige Alterspension bei Arbeitslosigkeit ab. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) 12 000 Menschen sind davon betroffen. Sie machen nichts! (Abg. Scheibner: Welcher Sekretär hat Ihnen das aufgeschrieben? Das soll ein Diskurs sein?!) Sie schaffen ein Altersarbeitsübergangsgeld. Das Altersarbeitsübergangsgeld ist keine Ersatzlösung, das wissen Sie ganz genau. Sie lassen diese Menschen im Stich, für die Sie vorher schon nichts getan haben. Das ist keine zukunftsorientierte Politik, und diese lehnen wir daher ab. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Welcher Sekretär hat Ihnen das aufgeschrieben? Das soll ein Diskurs sein?!
Meine Damen und Herren! Sie schaffen die vorzeitige Alterspension bei Arbeitslosigkeit ab. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) 12 000 Menschen sind davon betroffen. Sie machen nichts! (Abg. Scheibner: Welcher Sekretär hat Ihnen das aufgeschrieben? Das soll ein Diskurs sein?!) Sie schaffen ein Altersarbeitsübergangsgeld. Das Altersarbeitsübergangsgeld ist keine Ersatzlösung, das wissen Sie ganz genau. Sie lassen diese Menschen im Stich, für die Sie vorher schon nichts getan haben. Das ist keine zukunftsorientierte Politik, und diese lehnen wir daher ab. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Sie schaffen die vorzeitige Alterspension bei Arbeitslosigkeit ab. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) 12 000 Menschen sind davon betroffen. Sie machen nichts! (Abg. Scheibner: Welcher Sekretär hat Ihnen das aufgeschrieben? Das soll ein Diskurs sein?!) Sie schaffen ein Altersarbeitsübergangsgeld. Das Altersarbeitsübergangsgeld ist keine Ersatzlösung, das wissen Sie ganz genau. Sie lassen diese Menschen im Stich, für die Sie vorher schon nichts getan haben. Das ist keine zukunftsorientierte Politik, und diese lehnen wir daher ab. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Wurm und Scheibner.
Meine Damen und Herren! Die Menschen spüren die Absicht, die hinter Ihrer Politik steht. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Wurm und Scheibner.) Es geht nicht um Pensionssicherung, sondern um Sozialdemontage. Sie verabschieden sich zunehmend vom Sozialstaat, stattdessen investieren Sie in Kampfflugzeuge. Das ist Zynismus, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die Menschen spüren die Absicht, die hinter Ihrer Politik steht. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Wurm und Scheibner.) Es geht nicht um Pensionssicherung, sondern um Sozialdemontage. Sie verabschieden sich zunehmend vom Sozialstaat, stattdessen investieren Sie in Kampfflugzeuge. Das ist Zynismus, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Wie wahr, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Wurm: Für Sie!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Cap, der nächste Wahltag kommt bestimmt! (Abg. Mag. Wurm: Für Sie!) Aber das Wahlverhalten der Menschen wird von einem ganz besonders bestimmt werden, nämlich vom Faktor Vertrauen. Ich sage Ihnen: Vertrauen. (Ja-Ruf und demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Wurm.)
Ja-Ruf und demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Wurm.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Cap, der nächste Wahltag kommt bestimmt! (Abg. Mag. Wurm: Für Sie!) Aber das Wahlverhalten der Menschen wird von einem ganz besonders bestimmt werden, nämlich vom Faktor Vertrauen. Ich sage Ihnen: Vertrauen. (Ja-Ruf und demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Wurm.)
Abg. Öllinger: Ja, Grasser-Schüler! Sie können sich schon wieder setzen!
Sie haben vielleicht dem Herrn Finanzminister heute zugehört. Er hat in seiner hervorragenden Budgetrede (Abg. Öllinger: Ja, Grasser-Schüler! Sie können sich schon wieder setzen!) neben vielen anderen richtigen Punkten einen guten Satz geprägt, als er gesagt hat: „Vertrauen ist ungeheuer wichtig – im gesellschaftlichen, im wirtschaftlichen und im politischen Miteinander.“ (Abg. Öllinger: Wunderbar, schön, wiederholen!) „Vertrauen erwirbt man durch Handeln, wenn Handlungsbedarf besteht, und durch Festhalten an den gesteckten Zielen – manchmal auch gegen Widerstände.“ (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wunderbar!)
Abg. Öllinger: Wunderbar, schön, wiederholen!
Sie haben vielleicht dem Herrn Finanzminister heute zugehört. Er hat in seiner hervorragenden Budgetrede (Abg. Öllinger: Ja, Grasser-Schüler! Sie können sich schon wieder setzen!) neben vielen anderen richtigen Punkten einen guten Satz geprägt, als er gesagt hat: „Vertrauen ist ungeheuer wichtig – im gesellschaftlichen, im wirtschaftlichen und im politischen Miteinander.“ (Abg. Öllinger: Wunderbar, schön, wiederholen!) „Vertrauen erwirbt man durch Handeln, wenn Handlungsbedarf besteht, und durch Festhalten an den gesteckten Zielen – manchmal auch gegen Widerstände.“ (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wunderbar!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wunderbar!
Sie haben vielleicht dem Herrn Finanzminister heute zugehört. Er hat in seiner hervorragenden Budgetrede (Abg. Öllinger: Ja, Grasser-Schüler! Sie können sich schon wieder setzen!) neben vielen anderen richtigen Punkten einen guten Satz geprägt, als er gesagt hat: „Vertrauen ist ungeheuer wichtig – im gesellschaftlichen, im wirtschaftlichen und im politischen Miteinander.“ (Abg. Öllinger: Wunderbar, schön, wiederholen!) „Vertrauen erwirbt man durch Handeln, wenn Handlungsbedarf besteht, und durch Festhalten an den gesteckten Zielen – manchmal auch gegen Widerstände.“ (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Wunderbar!)
Abg. Dr. Wittmann: Sehr spärlich!
Meine Damen und Herren! Wenn Sie immer noch zu denen gehören, die glauben, dass wir keinen Handlungsbedarf haben (Abg. Dr. Wittmann: Sehr spärlich!), dann sei Ihnen noch einmal ganz kurz Folgendes in Erinnerung gerufen: Die Geburtenzahlen sind gesunken, nicht zuletzt in der Zeit, in der Sie Bundeskanzler und Sozialminister gestellt haben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Die Geburtenzahlen stagnieren und steigen erst wieder ganz leicht an, seitdem wir von ÖVP und FPÖ Familienpolitik machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie immer noch zu denen gehören, die glauben, dass wir keinen Handlungsbedarf haben (Abg. Dr. Wittmann: Sehr spärlich!), dann sei Ihnen noch einmal ganz kurz Folgendes in Erinnerung gerufen: Die Geburtenzahlen sind gesunken, nicht zuletzt in der Zeit, in der Sie Bundeskanzler und Sozialminister gestellt haben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Die Geburtenzahlen stagnieren und steigen erst wieder ganz leicht an, seitdem wir von ÖVP und FPÖ Familienpolitik machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn Sie immer noch zu denen gehören, die glauben, dass wir keinen Handlungsbedarf haben (Abg. Dr. Wittmann: Sehr spärlich!), dann sei Ihnen noch einmal ganz kurz Folgendes in Erinnerung gerufen: Die Geburtenzahlen sind gesunken, nicht zuletzt in der Zeit, in der Sie Bundeskanzler und Sozialminister gestellt haben. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.) Die Geburtenzahlen stagnieren und steigen erst wieder ganz leicht an, seitdem wir von ÖVP und FPÖ Familienpolitik machen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Matznetter: Daran sind wir auch schuld!
Die Lebensarbeitszeit beträgt inzwischen 37 Jahre, früher waren es 42 Jahre. (Abg. Dr. Matznetter: Daran sind wir auch schuld!) Die Pensionsbezugsdauer ist von 8,3 Jahre auf 20 Jahre gestiegen. Beim Pensionsantrittsalter sind wir inzwischen so weit, dass nur noch 3 Prozent der Bevölkerung überhaupt im Regelpensionsalter, zum gesetzlichen Pensionsalter von 65 oder 60 Jahren in Pension gehen. (Abg. Dobnigg: Jeder Zweite geht von der Arbeitslose oder vom Notstand in die Pension!)
Abg. Dobnigg: Jeder Zweite geht von der Arbeitslose oder vom Notstand in die Pension!
Die Lebensarbeitszeit beträgt inzwischen 37 Jahre, früher waren es 42 Jahre. (Abg. Dr. Matznetter: Daran sind wir auch schuld!) Die Pensionsbezugsdauer ist von 8,3 Jahre auf 20 Jahre gestiegen. Beim Pensionsantrittsalter sind wir inzwischen so weit, dass nur noch 3 Prozent der Bevölkerung überhaupt im Regelpensionsalter, zum gesetzlichen Pensionsalter von 65 oder 60 Jahren in Pension gehen. (Abg. Dobnigg: Jeder Zweite geht von der Arbeitslose oder vom Notstand in die Pension!)
Abg. Verzetnitsch: Für wen?
Wir müssen auch – das müssen wir uns eingestehen – inzwischen 5,5 Prozent des Bruttosozialprodukts aus dem Budgettopf nehmen (Abg. Verzetnitsch: Für wen?) als Kofinanzierung, als Zuzahlung zu den Pensionen. Auch dieser Wert ist zumindest in Europa Rekord. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Wir müssen auch – das müssen wir uns eingestehen – inzwischen 5,5 Prozent des Bruttosozialprodukts aus dem Budgettopf nehmen (Abg. Verzetnitsch: Für wen?) als Kofinanzierung, als Zuzahlung zu den Pensionen. Auch dieser Wert ist zumindest in Europa Rekord. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Was machen Sie, meine Damen und Herren? – Sie glauben, Vertrauen erringen zu können bei den Menschen, indem Sie diese Probleme verdrängen? Denken Sie nicht auch an die Folgen, die wir in zehn, in 20, in 25 Jahren auf Grund des Verdrängens und Nichthandelns zu tragen hätten? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Eder: Das ist lauter Unsinn!
Wir können es uns aussuchen, Herr Matznetter: Entweder verdoppelt sich der Bundeszuschuss bis 2030 oder die Beitragssätze steigen um 50 Prozent, oder die Pensionen sind um 45 Prozent zu kürzen, oder das Antrittsalter ist um elf Jahre anzuheben. Wollen Sie das? (Abg. Eder: Das ist lauter Unsinn!)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Ich könnte aber noch damit leben, meine Damen und Herren von der Opposition, wenn Sie nur das Problem verdrängen wollten und uns unsere Arbeit machen ließen. Aber Sie konterkarieren das, was wir zu tun haben, nämlich bei gegebenem Handlungsbedarf auch zu handeln, noch dadurch (Zwischenrufe bei der SPÖ), dass Sie Unwahrheiten verbreiten, den Menschen Angst machen, dass Sie den Wirtschaftsstandort schädigen und politische Streiks anzetteln und dass Sie auf sehr populistische Art und Weise polemisch einen Verteilungskampf um begrenzte Budgetmittel anzetteln.
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Da Sie es mir nicht glauben, bringe ich erstens einige Beispiele zu Unwahrheiten. Auf Seite eins Ihres Dringlichen Antrages behaupten Sie, dass die Pensionssicherungsreform für Personen mit 45 Beitragsjahren mindestens 18 Prozent weniger Pension bringe. Auf Seite zwei widerlegen Sie das selbst, da Sie ein Beispiel anführen, wonach jemand mit 45,5 Beitragsjahren nur 9 Prozent verliert. Ja, was stimmt jetzt? – Vermutlich beides nicht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Mag. Prammer: Das steht nicht drinnen! – Abg. Gradwohl: Wo steht das?
Zum Zweiten, meine Damen und Herren: Kollegin Silhavy behauptete vorhin, wir wollen die Notstandshilfe abschaffen. – Das ist eine Halbwahrheit! Tatsache ist, dass im Regierungsprogramm steht, dass sie umgewandelt werden soll. Tatsache ist aber auch, dass sie ohne materielle Verschlechterung für die Betroffenen umgewandelt werden soll. (Abg. Mag. Prammer: Das steht nicht drinnen! – Abg. Gradwohl: Wo steht das?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Ihr macht aus einer Versicherungsleistung eine Bittstellerleistung!
Das ist eine bewusst verwendete Halbwahrheit, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Ihr macht aus einer Versicherungsleistung eine Bittstellerleistung!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Das heißt, Sie gehen sogar noch her und sagen, wenn der, von dem ich das Lösegeld fordere, nicht bezahlt, dann verlange ich es von der Geisel. Das ist eine Unverschämtheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Ungeheuerlich!
Meine Damen und Herren! Sie gehen sogar noch weiter: Sie blockieren den Betrieb einer Abgeordnetenkollegin dieses Hohen Hauses mit dem Hinweis darauf, sie sei Mitglied einer Regierungspartei und vertrete diese Pensionsreform. Sie machen wirtschaftlichen Druck auf frei gewählte Abgeordnete. Das ist ein demokratiepolitischer Skandal ersten Ranges! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Ungeheuerlich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es gibt natürlich unterschiedlich populäre Staatsaufgaben, das gebe ich gerne zu. Die Verteidigung und die Sicherheitsaufgaben mögen nicht zu den populärsten, aber mit zu den notwendigsten gehören. Abgewandelt könnten Sie den Titel Ihres Dringlichen Antrags genauso gut „Pensionsreform für Bildung“, „Pensionsreform für Forschung“ oder „Pensionsreform für Infrastruktur“ nennen. Sie spielen damit notwendige Staatsaufgaben gegeneinander aus, und ich sage Ihnen Folgendes: Wir machen diese Pensionsreform nicht für Bildung, nicht für Abfangjäger, nicht für Infrastruktur, sondern für die Sicherheit der Pensionen. – Das ist es, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Zum Abschluss noch einmal einen Teil des erwähnten Zitats von Finanzminister Grasser: „Vertrauen erwirbt man durch Handeln, wenn Handlungsbedarf besteht.“ – Wir halten uns daran! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe schon sehr viele Dringliche Anträge in diesem Haus gehört, aber einen, der so unsachlich ist, der von solchen Falschinformationen unterlegt ist und der so aufhetzerisch ist, habe ich in diesem Haus noch nicht erlebt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Die Begründung des Antragstellers erfolgt dann auch noch in einer kabarettreifen Weise, die lustig sein soll, über die aber niemand lachen kann – pflichtgemäß lachen und applaudieren die Sozialdemokraten, aber sonst kann wirklich niemand lachen, denn mit einer derartigen Begründung verhöhnen Sie das Parlament und stellen selbst Ihren eigenen Antrag in Frage, Herr Abgeordneter Cap! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Der Staat, die Regierung hat verschiedene Aufgaben, unter anderem die Verteidigung, die Bildung, das Soziale und so weiter. Es geht ja auch nicht, dass morgen plötzlich jemand kommt und sagt, wir brauchen die Kultur nicht, wir brauchen die Staatsoper nicht, ersparen wir uns doch täglich eine Million Zuschuss an die Staatsoper und nehmen wir das Geld, um Sozialbelange oder sonst irgendetwas zu finanzieren! Lassen Sie das gegenseitige Aufrechnen bitte bleiben, es ist ganz einfach unseriös! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie ganz einfach politisches Kleingeld aus dieser Pensionssicherungsmaßnahme schlagen wollen, die für die Bevölkerung zwar schmerzhaft, aber notwendig ist. – Aber wahrscheinlich stimmt beides, und beides ist ganz einfach gleich verwerflich, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ihr habt euch zehn Jahre versteckt vor der Bevölkerung!
Sie haben – so wie wir alle – vom Finanzminister gehört, was ohnehin jeder weiß, was eigentlich eine Binsenweisheit ist: Niemand kann auf Dauer mehr ausgeben als einnehmen. Das gilt natürlich auch für den Staat. Was jeder für den privaten Haushalt weiß, das soll plötzlich für den Staat nicht mehr gelten? – Das muss man der Bevölkerung auch klarmachen. Ich bin überzeugt davon, dass das jeder versteht. Herr Abgeordneter Cap hat gesagt, wir sollen zu der Bevölkerung gehen und mit den Leuten reden. – Das tun wir ja auch, und die Leute sehen ein, dass es notwendig ist, einschneidende Maßnahmen zu treffen, weil sie während der letzten 20 Jahre nicht getroffen wurden. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ihr habt euch zehn Jahre versteckt vor der Bevölkerung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Was glauben Sie, wie lange das gut geht? Wie lange, glauben Sie, werden sich die dann arbeitenden Menschen das gefallen lassen, dass sie die Hälfte ihres Einkommens abliefern müssen, damit die Pensionisten zu ihrer Pension kommen? Dann wird der Generationenvertrag sicher auseinander brechen, und das wollen wir verhindern, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Das Einzige, was feststeht, sind die Abfangjäger!
Wie unseriös Ihr Dringlicher Antrag ist, das geht auch schon aus dem ersten Satz hervor. Sie schreiben, es werde eine massive Belastung für kranke Menschen geben, durch unsoziale Selbstbehalte. Das einzig Richtige an diesem Satz ist, dass es eine Ermächtigung für den Hauptverband der Sozialversicherungsträger gibt, einen Selbstbehalt einzuführen. Wie hoch er ist, in welcher Form er kommt, das steht überhaupt noch nicht fest (Abg. Mag. Kogler: Das Einzige, was feststeht, sind die Abfangjäger!), und Sie behaupten bereits jetzt, dass er unsozial sein wird, dass die kranken Menschen massiv belastet werden.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das ist Ihre Erfindung, und ich finde das eigentlich schäbig – ich weiß nicht, ob ich dafür einen Ordnungsruf erhalte, aber ich bekenne mich zu dieser Formulierung –, dass Sie eine derartige Verunsicherung hier im Parlament betreiben und das auch noch hinaustragen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Pfui!
Österreicher müsste bei einer Operation einen Selbstbehalt leisten. (Ruf bei den Freiheitlichen: Pfui!) – Kein Wort davon war wahr! Eine reine Erfindung! Nichts davon ist eingetreten. Herr Kostelka ist nicht davor zurückgeschreckt, die Bevölkerung derartig zu verunsichern. (Abg. Dr. Matznetter: Er hat sie richtig informiert!) Das ist wirklich absolut unseriös.
Abg. Dr. Matznetter: Er hat sie richtig informiert!
Österreicher müsste bei einer Operation einen Selbstbehalt leisten. (Ruf bei den Freiheitlichen: Pfui!) – Kein Wort davon war wahr! Eine reine Erfindung! Nichts davon ist eingetreten. Herr Kostelka ist nicht davor zurückgeschreckt, die Bevölkerung derartig zu verunsichern. (Abg. Dr. Matznetter: Er hat sie richtig informiert!) Das ist wirklich absolut unseriös.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Muttonen: Unterstellung!
Sie haben es seit damals beibehalten, falsch zu informieren. Wahrscheinlich stimmt das, was Herr Abgeordneter Cap gesagt: Man schwindelt sich durch bis zur Matura. Er hat es wahrscheinlich getan, die sozialdemokratischen Kollegen ebenfalls, deshalb stehen Sie dazu, dass man auch weiterhin die Bevölkerung anschwindelt, nur weil es einem halt in den Kram passt. Ihre politische Strategie ist es offensichtlich, die Bevölkerung zu verunsichern, aber weit sind Sie damit nicht gekommen, denn Ihre Oppositionspolitik wird nirgendwo gelobt. Jeder prangert sogar an, dass Sie eine schlechte Oppositionspolitik machen, was mich nicht wundert, weil Sie niemals mit einem konstruktiven Plan kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Muttonen: Unterstellung!)
Abg. Gaál: Es gibt keine „Hackler-Regelung“!
Dann möchte ich noch etwas zur „Hackler-Regelung“ sagen (Abg. Gaál: Es gibt keine „Hackler-Regelung“!): In Ihrem Dringlichen Antrag haben Sie gerade das ungünstigste Beispiel herausgepickt, das jetzt schon zu Ungerechtigkeiten beziehungsweise zu einschneidenden Maßnahmen führt, und jetzt behaupten Sie, generell würde die „Hackler-Regelung“ verschlechtert. – Bis 2007 gibt es diese „Hackler-Regelung“ unverändert, und dann gibt es eine Dauerregelung für Menschen, die wirklich schwer arbeiten. Das ist, finde ich, auch richtig. (Abg. Silhavy: Der Dolinschek hat gesagt, es ist ihm zu kurz bis 2007! – Abg. Dr. Bösch: Das ist ja zulässig!) Die Menschen, die schwer arbeiten, sollen auch pensionsrechtlich besser gestellt werden.
Abg. Silhavy: Der Dolinschek hat gesagt, es ist ihm zu kurz bis 2007! – Abg. Dr. Bösch: Das ist ja zulässig!
Dann möchte ich noch etwas zur „Hackler-Regelung“ sagen (Abg. Gaál: Es gibt keine „Hackler-Regelung“!): In Ihrem Dringlichen Antrag haben Sie gerade das ungünstigste Beispiel herausgepickt, das jetzt schon zu Ungerechtigkeiten beziehungsweise zu einschneidenden Maßnahmen führt, und jetzt behaupten Sie, generell würde die „Hackler-Regelung“ verschlechtert. – Bis 2007 gibt es diese „Hackler-Regelung“ unverändert, und dann gibt es eine Dauerregelung für Menschen, die wirklich schwer arbeiten. Das ist, finde ich, auch richtig. (Abg. Silhavy: Der Dolinschek hat gesagt, es ist ihm zu kurz bis 2007! – Abg. Dr. Bösch: Das ist ja zulässig!) Die Menschen, die schwer arbeiten, sollen auch pensionsrechtlich besser gestellt werden.
Abg. Mag. Mainoni: Nichts zusammengebracht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die größte Unverfrorenheit aber sehe ich darin, dass Sie der Regierung den Vorwurf machen, sie hätte jetzt kein gemeinsames Pensionsrecht durchgebracht. 50 Jahre lang haben die Sozialdemokraten fast durchwegs den Sozialminister gestellt – und sie haben es nicht zu Wege gebracht, da eine Harmonisierung durchzuführen! (Abg. Mag. Mainoni: Nichts zusammengebracht!) Und jetzt verlangen sie das von uns.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Verzetnitsch: Jetzt reduzieren sie es auf 52!
Sogar Herr Kollege Verzetnitsch hat zugeschaut, wie die ÖBB-Angestellten und -Arbeiter mit 54 Jahren in Pension gehen – und Sie haben alle während der letzten 50 Jahre nichts unternommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Verzetnitsch: Jetzt reduzieren sie es auf 52!) Und wir sollen jetzt in drei Jahren das komplette System reformieren.
Abg. Gaál: Wir haben es getan!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Spielen Sie sich bitte nicht so auf, als ob Sie die Bevölkerung schützen würden! (Abg. Gaál: Wir haben es getan!) In Wirklichkeit gehört die Bevölkerung vor Ihrer Verunsicherungskampagne geschützt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Spielen Sie sich bitte nicht so auf, als ob Sie die Bevölkerung schützen würden! (Abg. Gaál: Wir haben es getan!) In Wirklichkeit gehört die Bevölkerung vor Ihrer Verunsicherungskampagne geschützt! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das ist doch keine tatsächliche Berichtigung! Das ist ungeheuerlich! Missbrauch der Geschäftsordnung!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Kopf hat gerade vorhin behauptet, der Kauf von Abfangjägern sei eine notwendige Staatsaufgabe. – Diese Behauptung ist unrichtig! (Abg. Scheibner: Das ist doch keine tatsächliche Berichtigung! Das ist ungeheuerlich! Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, das war sicherlich keine tatsächliche Berichtigung. Das nächste Mal werde ich in so einem Fall einen Ordnungsruf erteilen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kopf.
Sie, Herr Bundeskanzler, sind wenigstens als Zeitzeuge bei der Bundesregierung und deren Scheitern in Bezug auf die Pensionsreform tätig gewesen. Aber ich hätte mir schon etwas mehr Ehrlichkeit erwartet, Herr Bundeskanzler, auch was die Haltung der ÖVP in diesen Jahren betrifft. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kopf.)
Abg. Dr. Fasslabend: Sicher! – Abg. Kopf: Ist schon vorgestellt! – Abg. Mag. Molterer: Jetzt haben Sie es noch immer nicht gelesen!?
Ja wo ist denn Ihr Konzept? Wo liegt denn Ihr Konzept über ein Pensionskonto vor? – Ich habe noch nichts von dem gesehen und gelesen, was Ihre Vorstellungen ab 2028 sind! (Abg. Dr. Fasslabend: Sicher! – Abg. Kopf: Ist schon vorgestellt! – Abg. Mag. Molterer: Jetzt haben Sie es noch immer nicht gelesen!?) Sie glauben doch wohl selbst nicht, dass das, was Sie jetzt mit dieser Pensionssicherungsreform beschreiben, bereits das Pensionskonto der Zukunft ist! Das schaut anders aus, und das müssen Sie auch sauber vorbereiten, meine Damen und Herren! Genau das tun Sie aber mit dieser Reform nicht! Das ist keine saubere Reform, sondern das ist eine Abzockerpartie! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ja wo ist denn Ihr Konzept? Wo liegt denn Ihr Konzept über ein Pensionskonto vor? – Ich habe noch nichts von dem gesehen und gelesen, was Ihre Vorstellungen ab 2028 sind! (Abg. Dr. Fasslabend: Sicher! – Abg. Kopf: Ist schon vorgestellt! – Abg. Mag. Molterer: Jetzt haben Sie es noch immer nicht gelesen!?) Sie glauben doch wohl selbst nicht, dass das, was Sie jetzt mit dieser Pensionssicherungsreform beschreiben, bereits das Pensionskonto der Zukunft ist! Das schaut anders aus, und das müssen Sie auch sauber vorbereiten, meine Damen und Herren! Genau das tun Sie aber mit dieser Reform nicht! Das ist keine saubere Reform, sondern das ist eine Abzockerpartie! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Fasslabend: Der Marin!
Herr Bundeskanzler, zweiter Punkt: Sie zitieren in Ihrer Stellungnahme Herrn Christopher Prinz, einen Pensionsexperten, der viele Expertisen gemeinsam mit Herrn Marin gemacht hat, und Sie zitieren ihn positiv, als Ihren Zeitzeugen beziehungsweise Kronzeugen. (Abg. Dr. Fasslabend: Der Marin!) Nur: Das ist auch nicht ganz sauber, denn der Kommentar im „Falter“, den Herr Prinz geschrieben hat, ist durchaus ambivalent. Er schreibt das auch so, der Herr Prinz – ich zitiere –:
Abg. Mag. Molterer: Das ist nicht korrekt übersetzt! „Ambivalent“ heißt etwas anderes!
„Eine Bewertung der Regierungsvorlage zur Pensionsreform muss ambivalent ausfallen.“ – Das heißt soviel wie „doppeldeutig“: einerseits, andererseits. (Abg. Mag. Molterer: Das ist nicht korrekt übersetzt! „Ambivalent“ heißt etwas anderes!) – Herr Molterer! „Ambivalent“, doppelwertig. Sind Sie zufrieden damit? (Abg. Mag. Molterer: Das ist schon etwas anderes!) – Aber das ist noch nicht exakt, und darum, glauben Sie mir, ich kann auch Latein ... (Abg. Mag. Molterer: Ich habe es nicht gelernt, aber ich kann’s!)
Abg. Mag. Molterer: Das ist schon etwas anderes!
„Eine Bewertung der Regierungsvorlage zur Pensionsreform muss ambivalent ausfallen.“ – Das heißt soviel wie „doppeldeutig“: einerseits, andererseits. (Abg. Mag. Molterer: Das ist nicht korrekt übersetzt! „Ambivalent“ heißt etwas anderes!) – Herr Molterer! „Ambivalent“, doppelwertig. Sind Sie zufrieden damit? (Abg. Mag. Molterer: Das ist schon etwas anderes!) – Aber das ist noch nicht exakt, und darum, glauben Sie mir, ich kann auch Latein ... (Abg. Mag. Molterer: Ich habe es nicht gelernt, aber ich kann’s!)
Abg. Mag. Molterer: Ich habe es nicht gelernt, aber ich kann’s!
„Eine Bewertung der Regierungsvorlage zur Pensionsreform muss ambivalent ausfallen.“ – Das heißt soviel wie „doppeldeutig“: einerseits, andererseits. (Abg. Mag. Molterer: Das ist nicht korrekt übersetzt! „Ambivalent“ heißt etwas anderes!) – Herr Molterer! „Ambivalent“, doppelwertig. Sind Sie zufrieden damit? (Abg. Mag. Molterer: Das ist schon etwas anderes!) – Aber das ist noch nicht exakt, und darum, glauben Sie mir, ich kann auch Latein ... (Abg. Mag. Molterer: Ich habe es nicht gelernt, aber ich kann’s!)
Abg. Mag. Mainoni: Dramatisch! Die Stimme wird gesenkt, die Spannung steigt!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist der Punkt (Abg. Mag. Mainoni: Dramatisch! Die Stimme wird gesenkt, die Spannung steigt!): Sie trauen sich, hier zu behaupten, wir liefern eine saubere Reform, obwohl diese Reform für die jüngeren Menschen ab 2028 keine Abfederungen mehr enthält! In der Ministerratsvorlage war noch enthalten: durchschnittlich 25 Prozent Verlust aus der Pension nach 2028. – Den Satz haben Sie herausgestrichen. (Abg. Dr. Fasslabend: Weil er falsch ist!) Sie haben aber das Ergebnis nicht herausstreichen können: 25 Prozent Verlust. Sie glauben wohl, durch das Herausstreichen von Sätzen diese Reform kaschieren zu können, die für die jüngeren Menschen, aber vor allem für die Frauen eine einzige Sauerei ist! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das ist der Stil! – Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.)
Abg. Dr. Fasslabend: Weil er falsch ist!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist der Punkt (Abg. Mag. Mainoni: Dramatisch! Die Stimme wird gesenkt, die Spannung steigt!): Sie trauen sich, hier zu behaupten, wir liefern eine saubere Reform, obwohl diese Reform für die jüngeren Menschen ab 2028 keine Abfederungen mehr enthält! In der Ministerratsvorlage war noch enthalten: durchschnittlich 25 Prozent Verlust aus der Pension nach 2028. – Den Satz haben Sie herausgestrichen. (Abg. Dr. Fasslabend: Weil er falsch ist!) Sie haben aber das Ergebnis nicht herausstreichen können: 25 Prozent Verlust. Sie glauben wohl, durch das Herausstreichen von Sätzen diese Reform kaschieren zu können, die für die jüngeren Menschen, aber vor allem für die Frauen eine einzige Sauerei ist! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das ist der Stil! – Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das ist der Stil! – Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist der Punkt (Abg. Mag. Mainoni: Dramatisch! Die Stimme wird gesenkt, die Spannung steigt!): Sie trauen sich, hier zu behaupten, wir liefern eine saubere Reform, obwohl diese Reform für die jüngeren Menschen ab 2028 keine Abfederungen mehr enthält! In der Ministerratsvorlage war noch enthalten: durchschnittlich 25 Prozent Verlust aus der Pension nach 2028. – Den Satz haben Sie herausgestrichen. (Abg. Dr. Fasslabend: Weil er falsch ist!) Sie haben aber das Ergebnis nicht herausstreichen können: 25 Prozent Verlust. Sie glauben wohl, durch das Herausstreichen von Sätzen diese Reform kaschieren zu können, die für die jüngeren Menschen, aber vor allem für die Frauen eine einzige Sauerei ist! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das ist der Stil! – Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: „Sauerei“ ist nicht am Rande!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, „Abzockerpartie“ war schon am Rande, „Sauerei“ ist auch am Rande. Würden Sie das bitte relativieren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: „Sauerei“ ist nicht am Rande!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Brosz.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter, ich erteile Ihnen den ersten Ordnungsruf dieser Legislaturperiode. (Demonstrativer Beifall des Abg. Brosz.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich bringe Ihnen eines Ihrer so genannten Beispiele. Während die Beispiele der SPÖ – und ich habe sie überprüft, ich bin bei jedem Beispiel misstrauisch – korrekt gerechnet waren, stimmen Ihre Beispiele hinten und vorne nicht. Da nehmen Sie einen Akademiker her, geboren 1961, mit 43 Beitragsjahren. Rechnen Sie doch bitte! Wenn der Akademiker schnell studiert hat, dann ist er mit 24 Jahren mit dem Präsenzdienst und dem Studium fertig. Da war er aber sehr schnell. Und „43 Beitragsjahre“ bedeutet, dass er bis 67 arbeiten muss. – Das bringen Sie als Beispiel dafür, dass jemand mit 65 nur knappe Nachteile hat?! Wissen Sie, dass Sie die Leute mit derartigen Unterlagen wirklich verschaukeln? Da stimmt ja hinten und vorne nichts! Das sind Ihre Beispiele. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Tancsits. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Situation hat sich aber nicht gebessert!
Frau Abgeordnete Partik-Pablé, auch Sie haben den Fehler gemacht und daraus zitiert, so wie Herr Grasser offensichtlich daraus zitiert hat: Er hat sich auf ein Flugblatt der Arbeiterkammer Vorarlberg bezogen, das irgendwann einmal ein Flugblatt war und sich auf eine Studie der EU-Kommission bezieht, die irgendwann einmal eine Studie war, nämlich genau im Jahr 1991. Bei diesen Angaben wurde in Bezug auf Beitragssätze noch um 53 Prozent erhöht beziehungsweise wurden Pensionen um 45 Prozent gekürzt oder wurde das Pensionsantrittsalter um elf Jahre erhöht. (Zwischenruf des Abg. Mag. Tancsits. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Situation hat sich aber nicht gebessert!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Es hat sich an den Bedingungen ja nichts geändert!
reformkommission studiert werden sollten, getan haben. – Darin kommt allerdings nichts davon vor! Darin wurde eigenständig die Entwicklung der Alterspensionen, Pensionslastquote et cetera gerechnet, und man kommt zu ganz anderen Ergebnissen als das alte Flugblatt, das sich auf eine Studie aus dem Jahr 1991 bezieht und mit dem Sie hausieren gehen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es hat sich an den Bedingungen ja nichts geändert!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal Sie wissen das, Frau Kollegin Silhavy!
Die Pensionsreformkommission sagt: Im schlimmsten Fall müsste der implizite Beitragssatz – also Beiträge plus Bundesbeitrag – von derzeit 31,3 Prozent auf 44,4 Prozent angehoben werden. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal Sie wissen das, Frau Kollegin Silhavy!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.
Sie wissen genauso gut wie ich, dass es genügend Wifo-Studien dazu gibt, Sie ignorieren jedoch dieses Wissen genauso wie alle Zurufe aus der Bevölkerung: Lasst uns über diese Pensionsreform nachdenken! Lasst uns Zeit nehmen! Lasst uns miteinander diskutieren! (Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Darum sage ich Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Bundesregierung: Zurück an den Start mit Ihnen im Hinblick auf diese Pensionsreform! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das finde ich wirklich extrem! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundeskanzler Dr. Schüssel: Öllinger redet von „Pöbel“ – und mir unterstellt er das! Das ist eine unglaubliche Zumutung!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gemeldet hat sich nunmehr Herr Abgeordneter Gaál. 6 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter, Sie gelangen zu Wort. (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Öllinger redet von „Pöbel“ – und mir unterstellt er das! Das ist eine unglaubliche Zumutung!)
Abg. Neugebauer: Wann ist das Wort „Pöbel“ vom Herrn Bundeskanzler gefallen? Bitte um Auskunft! Das ist keine angemessene Sprache! – Anhaltende lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! (Abg. Neugebauer: Wann ist das Wort „Pöbel“ vom Herrn Bundeskanzler gefallen? Bitte um Auskunft! Das ist keine angemessene Sprache! – Anhaltende lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind wirklich arm, dass die SPÖ Sie jetzt zum Rednerpult geschickt hat! Sie sind ja ein seriöser Politiker!
Abgeordneter Anton Gaál (fortsetzend): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Frau Dr. Partik-Pablé, ich will Sie jetzt nicht so fundamental angreifen, wie Sie es gerade uns gegenüber getan haben. Aber ich darf schon darauf hinweisen: Hier wird kein politisches Kleingeld gewechselt! Wir wollen niemanden verunsichern, das überlassen wir Ihrer Bundesregierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind wirklich arm, dass die SPÖ Sie jetzt zum Rednerpult geschickt hat! Sie sind ja ein seriöser Politiker!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
„Wenn es sich um elementare Fragen wie die Pensionsreform handelt und Hunderttausenden Menschen Unrecht getan werden könnte, muss im Zweifelsfall die Entscheidung zu Gunsten der Bürger und gegen die Existenz einer Regierung getroffen werden.“ (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ.
Gerade das, Frau Dr. Partik-Pablé, bezwecken auch wir mit unserem Dringlichen Antrag! Auch wir wollen nämlich, dass die Menschen in Würde und Sicherheit leben können. Sie aber gefährden mit Ihrer Politik den sozialen Frieden in diesem Land, und da haben Sie mit unserem Widerstand zu rechnen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat Ihnen denn diese Rede aufgesetzt? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Bundeskanzler! Zu Ihren Ausführungen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat Ihnen denn diese Rede aufgesetzt? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Nein! Ich habe Dr. Haider aus dem „Kurier“ zitiert. (Abg. Scheibner: Aber applaudiert habt ihr zu einem Zitat von Haider noch nie!) Wenn er Recht hat, hat er Recht, Herr Kollege Scheibner! Ich habe wiederholt dich als positives Beispiel in der Verteidigungspolitik zitiert, und ich werde es im Zuge des Budgets noch einmal tun, denn ich bin bemüht, der Wahrheit die Ehre zu geben, lieber Freund, im Gegensatz zu eurer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber applaudiert habt ihr zu einem Zitat von Haider noch nie!
Herr Bundeskanzler! Zu Ihren Ausführungen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat Ihnen denn diese Rede aufgesetzt? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Nein! Ich habe Dr. Haider aus dem „Kurier“ zitiert. (Abg. Scheibner: Aber applaudiert habt ihr zu einem Zitat von Haider noch nie!) Wenn er Recht hat, hat er Recht, Herr Kollege Scheibner! Ich habe wiederholt dich als positives Beispiel in der Verteidigungspolitik zitiert, und ich werde es im Zuge des Budgets noch einmal tun, denn ich bin bemüht, der Wahrheit die Ehre zu geben, lieber Freund, im Gegensatz zu eurer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Zu Ihren Ausführungen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat Ihnen denn diese Rede aufgesetzt? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Nein! Ich habe Dr. Haider aus dem „Kurier“ zitiert. (Abg. Scheibner: Aber applaudiert habt ihr zu einem Zitat von Haider noch nie!) Wenn er Recht hat, hat er Recht, Herr Kollege Scheibner! Ich habe wiederholt dich als positives Beispiel in der Verteidigungspolitik zitiert, und ich werde es im Zuge des Budgets noch einmal tun, denn ich bin bemüht, der Wahrheit die Ehre zu geben, lieber Freund, im Gegensatz zu eurer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Zu Ihrer Argumentation, dass wir aus staatspolitischen Gründen zur Luftraumüberwachung diese Eurofighter brauchen: Herr Bundeskanzler! Was Sie hier kaufen, hat nichts mit Luftraumüberwachung und schon gar nichts mit staatspolitischer Räson zu tun, denn diese Kampfflugzeuge sind für den Luftkampf konzipiert, und niemand in Österreich und in Europa braucht diese sündteuren Luxuskampfjets! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Zweytick.
Dieser Prototyp wurde nirgendwo erprobt und steht nirgendwo in Verwendung! (Zwischenruf des Abg. Zweytick.) Von einer Serienreife sind wir meilenweit entfernt. All das aber verlangen die Vergaberichtlinien. Die Ausschreibungskriterien und Vergaberichtlinien wurden diesfalls umgangen. (Abg. Scheibner: Das ist alles falsch!) Muss-Forderungen wurden nicht erfüllt, und das ist eine schwere Missachtung der Sorgfaltspflicht dieser Bundesregierung.
Abg. Scheibner: Das ist alles falsch!
Dieser Prototyp wurde nirgendwo erprobt und steht nirgendwo in Verwendung! (Zwischenruf des Abg. Zweytick.) Von einer Serienreife sind wir meilenweit entfernt. All das aber verlangen die Vergaberichtlinien. Die Ausschreibungskriterien und Vergaberichtlinien wurden diesfalls umgangen. (Abg. Scheibner: Das ist alles falsch!) Muss-Forderungen wurden nicht erfüllt, und das ist eine schwere Missachtung der Sorgfaltspflicht dieser Bundesregierung.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Herr Bundeskanzler! Wir werden in diesem Zusammenhang sicherlich mit Klagen zu rechnen haben. Die Gerichte werden sich mit dieser Sache zu beschäftigen haben. Es wird gewiss eine jahrelanger Rechtsstreit zu erwarten sein, und zwar zum Schaden der Republik und letztlich auch des österreichischen Bundesheers. Und daher sagen wir ein Nein zu diesem Beschaffungsvorgang. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundeskanzler! Sie kaufen etwas, was es nicht gibt, und kennen nicht einmal den Kaufpreis! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Österreich hat keine Garantie für den Wahrheitsgehalt des Angebotes. Der Unseriosität ist hier Tür und Tor geöffnet. Das ist Traumdeuterei, und dazu gibt es ein entschiedenes Nein! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Jetzt sage ich Ihnen: Wer Worte wie „Pensionsraub“ in den Mund nimmt und entsprechende Formulierungen trifft – es ist dies Teil des Titels des Dringlichen Antrages – oder wie Herr Abgeordneter Öllinger nicht nur von einer „Sauerei“ spricht, sondern dem Bundeskanzler auch unterstellt, von einem „Pöbel“ auf der Straße gesprochen zu haben – und das haben Sie getan –, der verunsichert nicht nur, sondern der verwendet eine Sprache, die dieses Hohen Hauses aus meiner Sicht nicht würdig ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Faul.
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein (fortsetzend): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Diskussion rund um diesen Dringlichen Antrag ist gekennzeichnet von Kritik, Kritik und Kritik an der Pensionssicherungsreform dieser Bundesregierung, ohne dass aber auch nur die Spur einer Alternative aufgezeigt wird. (Zwischenruf des Abg. Faul.)
Beifall bei der ÖVP.
Diejenigen, die sagen: Nehmen wir uns Zeit!, setzen in Wirklichkeit auf Zeitgewinn und auf Verzögern, Verwässern, Verhindern. – Das aber kann nicht das Prinzip in diesem Land sein und werden! Das ist nicht das Arbeitsprinzip der Bundesregierung unter Bundeskanzler Schüssel, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was Sie heute und in den Diskussionen dieser Tage an Horrorziffern gebracht haben, das entlarvt sich zum Teil selbst! Ich bin Karlheinz Kopf sehr dankbar, dass er die mangelnde Ernsthaftigkeit Ihrer Arbeit insofern aufgedeckt hat, als er Ihnen durch einen Vergleich von Seite 1 und Seite 2 Ihres Dringlichen Antrages bewiesen hat, dass Sie einmal von mindestens 18 Prozent weniger Pension für jemanden mit 45 Beitragsjahren reden, auf Seite 2 jedoch wiederum ein Beispiel anführen, bei dem es um 9 Prozent geht. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Besonders bemerkenswert finde ich, dass Sie die Jahre 2028 und 2030 hier quasi „an die Wand malen“, ganz abgesehen davon, dass der Bundeskanzler klargestellt hat, dass wir bis dahin auf dem Weg zu einem einheitlichen Pensionsrecht sind und es bis dahin das einheitliche Pensionskonto auch direkt anwendbar geben wird. Aber wer von Ihnen hat angeführt, was geschieht, wenn wir bis 2028 nichts täten? – Der große Crash kommt nicht in den Jahren 2004, 2005 oder 2006, wenn wir nichts tun und keine Pensionssicherungsreform umsetzen. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Im Jahr 2028 ist dieses System jedoch längst nicht mehr finanzierbar, wenn man so ignorant vorginge, wie Sie es vorschlagen, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Besonders bemerkenswert finde ich, dass Sie die Jahre 2028 und 2030 hier quasi „an die Wand malen“, ganz abgesehen davon, dass der Bundeskanzler klargestellt hat, dass wir bis dahin auf dem Weg zu einem einheitlichen Pensionsrecht sind und es bis dahin das einheitliche Pensionskonto auch direkt anwendbar geben wird. Aber wer von Ihnen hat angeführt, was geschieht, wenn wir bis 2028 nichts täten? – Der große Crash kommt nicht in den Jahren 2004, 2005 oder 2006, wenn wir nichts tun und keine Pensionssicherungsreform umsetzen. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Im Jahr 2028 ist dieses System jedoch längst nicht mehr finanzierbar, wenn man so ignorant vorginge, wie Sie es vorschlagen, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Silhavy: Wirklich nicht beeindruckend!
Von 32 Milliarden € Gesamtpensionsaufwand hat der Finanzminister heute Vormittag in seiner beeindruckenden Budgetrede gesprochen. (Abg. Silhavy: Wirklich nicht beeindruckend!) Von 700 Millionen € an Einsparungsvolumen brutto sprechen wir per 2006. Von 500 bis 600 Millionen netto hat der Herr Bundeskanzler vor einigen Minuten gesprochen. Das sind gerade einmal 2 Prozent dieser Summe!
Abg. Silhavy: Sie müssen nur rechnen!
Wie kann ich den diese 2 Prozent mit den von Ihnen in den Raum gestellten Horrorziffern von 30 bis 40 Prozent Pensionskürzung vereinbaren? – Das geht nicht, das wissen Sie! (Abg. Silhavy: Sie müssen nur rechnen!) Ich bitte Sie also im Interesse der Menschen in diesem Land um mehr Ernsthaftigkeit!
Abg. Silhavy: Das steht im Regierungsübereinkommen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich zum Schluss kommen und zum Thema Überführung der Notstandshilfe in eine „Sozialhilfe neu“ etwas sagen, weil Sie, Frau Abgeordnete Silhavy, so lapidar in den Raum geworfen haben, dass wir das abschaffen wollen. – Das stimmt überhaupt nicht! (Abg. Silhavy: Das steht im Regierungsübereinkommen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Der Vergleich macht uns sicher! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Gaál: Ich bin gegen die Kampfflugzeuge!
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Lieber Freund Anton Gaál! Je öfter ich – und das fällt mir jetzt direkt ein bisserl schwer – deine Artikel in der Zeitung gegen die Abfangjäger und gegen die Luftraumüberwachung lese, um so schwieriger wird es für mich, daran zu glauben, dass du Wehrsprecher bist. (Abg. Gaál: Ich bin gegen die Kampfflugzeuge!) Aber ich muss es leider Gottes zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Lieber Freund Anton Gaál! Je öfter ich – und das fällt mir jetzt direkt ein bisserl schwer – deine Artikel in der Zeitung gegen die Abfangjäger und gegen die Luftraumüberwachung lese, um so schwieriger wird es für mich, daran zu glauben, dass du Wehrsprecher bist. (Abg. Gaál: Ich bin gegen die Kampfflugzeuge!) Aber ich muss es leider Gottes zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Den Damen und Herren von der Opposition, von den Grünen und den Sozialisten, ist anscheinend jedes Mittel recht, um die Pensionssicherungsreform schlecht zu machen, die Menschen in unserem Land zu verunsichern und sie mit falschen Berechnungen, mit der Wahrheit sorglos umgehend und mit persönlichen Angriffen falsch zu informieren und zu sagen, dass wir sie der Pension berauben. – Dabei wird alles daran gesetzt, in diesem Staat die Pensionen zu sichern. Damit die Bundesbahnpensionisten zwar nicht weiterhin, aber jetzt ab 50 in Pension bleiben können, sind wir bereit, länger zu arbeiten. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Herr Dr. Cap, ich verstehe Sie in Ihrer Argumentation sicher nicht. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Sicherheit bedeutet für diese Bundesregierung, dass das Gesundheitssystem, dass die Ausbildung gesichert und dass der Arbeitsplatz gesichert ist. Wir haben gehört, dass wir Gott sei Dank eine hohe Beschäftigungsrate haben, dass die innere und äußere Sicherheit gewährleistet ist und dass wir in Frieden und in Freiheit leben können. Dazu ist es auch notwendig, Kollege Gaál, dass wir uns um die äußere Sicherheit kümmern.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Kampfflugzeuge!
Sicherheit nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft vorsieht. Wir haben uns auch in Fragen der Sicherheit nach dieser Verfassung zu richten! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Gaál: Kampfflugzeuge!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die Frage ist nicht: Sollen wir uns die Luftraumsicherung leisten? Sollen wir überlegen, ob wir überhaupt in der Lage sein sollen, das, was in unserem Luftraum geschieht, zu überprüfen? Sondern die Frage ist: Können wir es uns leisten, dass dieser unser eigenstaatlicher, souveräner Luftraum nicht gesichert ist, meine Damen und Herren und Kollege Gaál? Das ist die Frage! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Können wir es uns leisten, dass die Pensionen nicht gesichert sind, dass unser Land in Zukunft nicht gesichert ist? (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Meine Damen und Herren! Die Frage ist nicht: Sollen wir uns die Luftraumsicherung leisten? Sollen wir überlegen, ob wir überhaupt in der Lage sein sollen, das, was in unserem Luftraum geschieht, zu überprüfen? Sondern die Frage ist: Können wir es uns leisten, dass dieser unser eigenstaatlicher, souveräner Luftraum nicht gesichert ist, meine Damen und Herren und Kollege Gaál? Das ist die Frage! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Können wir es uns leisten, dass die Pensionen nicht gesichert sind, dass unser Land in Zukunft nicht gesichert ist? (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Abg. Mag. Kogler: Sie können das gar nicht wissen, weil ...!
Wir wissen auch, dass die Gegengeschäfte natürlich keine einfache Sache sind, aber das Angebot des Wirtschaftsministers, in dieser Frage entsprechend transparent vorzugehen, ist da. Selbstverständlich gibt es auch die Verpflichtung, dass der Rechnungshof das überprüft. Wir sind alle in Sitzungen des Rechnungshofausschusses gewesen und wissen, dass diese Überprüfungen stattgefunden haben und auch in Zukunft stattfinden werden. (Abg. Mag. Kogler: Sie können das gar nicht wissen, weil ...!) Sie dienen zu einem Teil unserer Wirtschaft, der Arbeitsplatzsicherung sowie der Forschung und Entwicklung.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler
Persönlich meine ich, wir sollten unsere Grenzen sichern (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler), sowohl am Boden – wie wir es selbstverständlich tun, Kollege Kogler – als auch in der Luft. Auch wenn Sie nicht einverstanden sind, sage ich, wir, die ÖVP, sind für die Sicherheit unseres Landes, und davon lassen wir uns nicht abbringen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Persönlich meine ich, wir sollten unsere Grenzen sichern (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler), sowohl am Boden – wie wir es selbstverständlich tun, Kollege Kogler – als auch in der Luft. Auch wenn Sie nicht einverstanden sind, sage ich, wir, die ÖVP, sind für die Sicherheit unseres Landes, und davon lassen wir uns nicht abbringen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Eder: Verunsicherung!
Meine Damen und Herren! Wenn vom sozialen Frieden gesprochen wird, so muss ich sagen: Der Generationskonflikt ist programmiert, wenn ein Arbeitnehmer, ein Berufstätiger einem Pensionisten die Pension zu zahlen hat, wenn also das Verhältnis 1 : 1 ist. (Abg. Eder: Verunsicherung!) Professor Marin, der sicher kein Mitarbeiter der Österreichischen Volkspartei ist, sagt, man werde die Pensionen selbstverständlich immer zahlen können, man könne dann eben andere Dinge nicht mehr bezahlen. Wir können dann keine Infrastrukturmaßnahmen (Zwischenrufe bei der SPÖ), keine Umweltförderungsmaßnahmen, keine Sozialmaßnahmen zusätzlich unterstützen (Abg. Gradwohl: Keine Kampfjets, Herr Kollege Murauer!), sondern haben ausschließlich oder mehrheitlich die Finanzmittel für die Pensionen aufzuwenden.
Zwischenrufe bei der SPÖ
Meine Damen und Herren! Wenn vom sozialen Frieden gesprochen wird, so muss ich sagen: Der Generationskonflikt ist programmiert, wenn ein Arbeitnehmer, ein Berufstätiger einem Pensionisten die Pension zu zahlen hat, wenn also das Verhältnis 1 : 1 ist. (Abg. Eder: Verunsicherung!) Professor Marin, der sicher kein Mitarbeiter der Österreichischen Volkspartei ist, sagt, man werde die Pensionen selbstverständlich immer zahlen können, man könne dann eben andere Dinge nicht mehr bezahlen. Wir können dann keine Infrastrukturmaßnahmen (Zwischenrufe bei der SPÖ), keine Umweltförderungsmaßnahmen, keine Sozialmaßnahmen zusätzlich unterstützen (Abg. Gradwohl: Keine Kampfjets, Herr Kollege Murauer!), sondern haben ausschließlich oder mehrheitlich die Finanzmittel für die Pensionen aufzuwenden.
Abg. Gradwohl: Keine Kampfjets, Herr Kollege Murauer!
Meine Damen und Herren! Wenn vom sozialen Frieden gesprochen wird, so muss ich sagen: Der Generationskonflikt ist programmiert, wenn ein Arbeitnehmer, ein Berufstätiger einem Pensionisten die Pension zu zahlen hat, wenn also das Verhältnis 1 : 1 ist. (Abg. Eder: Verunsicherung!) Professor Marin, der sicher kein Mitarbeiter der Österreichischen Volkspartei ist, sagt, man werde die Pensionen selbstverständlich immer zahlen können, man könne dann eben andere Dinge nicht mehr bezahlen. Wir können dann keine Infrastrukturmaßnahmen (Zwischenrufe bei der SPÖ), keine Umweltförderungsmaßnahmen, keine Sozialmaßnahmen zusätzlich unterstützen (Abg. Gradwohl: Keine Kampfjets, Herr Kollege Murauer!), sondern haben ausschließlich oder mehrheitlich die Finanzmittel für die Pensionen aufzuwenden.
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: ... 1959!
Mein Gott, dass Sie das nicht verstehen, dafür habe ich eigentlich Verständnis! Aber es wundert mich, dass das der Fall ist. (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: ... 1959!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ein wenig mehr Seriosität in der Sicherheitspolitik würde uns allen miteinander nicht schaden. Stellen Sie in der Sicherheitspolitik Ihre populistischen Interessen in den Hintergrund! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Das darf ja nicht wahr sein! – Ruf bei der ÖVP – in Richtung Grüne –: Überlegen Sie sich, was Sie sagen!
Für diese Unterstellung erteile ich Ihnen einen zweiten Ordnungsruf. (Abg. Öllinger: Das darf ja nicht wahr sein! – Ruf bei der ÖVP – in Richtung Grüne –: Überlegen Sie sich, was Sie sagen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Bravo, Parnigoni!
Meine Damen und Herren der SPÖ! Ihre Bundeskanzler, Ihre Verteidigungsminister, Ihre Abgeordneten hier im Parlament haben alle diese Beschlüsse mitgetragen. Sie waren ihrer Ansicht nach richtig. Ich kann Ihnen nur sagen, dass es auch der Abgeordnete Parnigoni, der jetzt Sicherheitssprecher ist, einmal auf den Punkt gebracht und treffend in einer Debatte vermerkt hat, dass er die Ankündigung des Ministers Krünes begrüße, die gelieferten Luftraumüberwachungsflugzeuge genauestens nach dem letzten Stand der Technik zu überprüfen, weil man den Vergleich nicht scheuen müsse und weil damit auch sichergestellt sei, dass unsere Soldaten zur Erfüllung ihrer Aufgaben taugliche Fluggeräte zur Verfügung haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Bravo, Parnigoni!)
Abg. Gradwohl: Sie müssen noch dazusagen, aus welchem Jahr und um welches Fluggerät es sich gehandelt hat! Um was ist es gegangen? Um Abfangjäger oder um ...?
Dieser wahren Aussage des Kollegen Parnigoni ist nichts mehr hinzuzufügen, meine Damen und Herren. (Abg. Gradwohl: Sie müssen noch dazusagen, aus welchem Jahr und um welches Fluggerät es sich gehandelt hat! Um was ist es gegangen? Um Abfangjäger oder um ...?) – Ja, das sage ich Ihnen ganz gerne. Das war im Jahr 1986 und das unterstützt meine Behauptung,
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
dass die SPÖ damals noch eine staatstragende Partei war. Heute ist sie das nicht mehr, heute spielt sie gerne Opposition und auch mit der Sicherheit der Bevölkerung dieses Landes, Herr Kollege. Das muss ich Ihnen leider sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Nicht einmal die formalen Voraussetzungen sind erfüllt!
Meine Damen und Herren! Der Beschluss, der jetzt im Budgetbegleitgesetz enthalten ist, ist eine rein formale Notwendigkeit, um überhaupt die weiteren Schritte setzen zu können. (Abg. Gradwohl: Nicht einmal die formalen Voraussetzungen sind erfüllt!) Sichergestellt ist, dass im Laufe dieser Legislaturperiode kein einziger Budget-Schilling in diese Anschaffung fließen wird. (Abg. Mag. Kogler: Die können eh nicht liefern!)
Abg. Mag. Kogler: Die können eh nicht liefern!
Meine Damen und Herren! Der Beschluss, der jetzt im Budgetbegleitgesetz enthalten ist, ist eine rein formale Notwendigkeit, um überhaupt die weiteren Schritte setzen zu können. (Abg. Gradwohl: Nicht einmal die formalen Voraussetzungen sind erfüllt!) Sichergestellt ist, dass im Laufe dieser Legislaturperiode kein einziger Budget-Schilling in diese Anschaffung fließen wird. (Abg. Mag. Kogler: Die können eh nicht liefern!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Meine Damen und Herren! Die Verhandlungen mit dem Hersteller sind noch nicht abgeschlossen. Der Herr Bundesminister wird das erst tun, und wir werden das im Rahmen der parlamentarischen Debatte auch begleiten können. Es hat ja einen Prüfbericht des Rechnungshofes gegeben, Herr Kollege Kogler, den wir schon auf dem Tisch liegen haben, und es ist ein Prüfbericht im Werden, den wir auch bald auf dem Tisch liegen haben werden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Der Abgeordnete der Grünen Pilz war es, der den Nationalen Sicherheitsrat hat tagen lassen, um die Frage an die Bundesregierung zu stellen, was sie denn gegen die illegalen Überflüge der US-Amerikaner im Laufe des Irak-Krieges befugt sei zu tun. – Ja, meine Damen und Herren, das ist doch unglaubwürdig par excellence! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Was soll eine Bundesregierung gegen illegale Überflüge anderes tun, als sich luftpolizeilich einzusetzen? – Sie widersprechen sich in Ihrer Argumentation, meine Damen und Herren der Oppositionsparteien, Sie von der SPÖ seit Jahrzehnten und Sie von den Grünen seit geraumer Zeit! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wichtig ist uns Freiheitlichen, dass diese beiden Themen nicht populistisch und ungerechtfertigt verknüpft werden. Wir weisen Ihre Vorschläge, die Sie auch im Rahmen dieses Dringlichen Antrages gemacht haben, zurück und werden die Regierung in beiden Bereichen unterstützen, nämlich sowohl in der Sicherung der Pensionen als auch in der Sicherung der Lufthoheit sowie der äußeren Situation Österreichs. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Da waren noch einige andere Bemerkungen!
Ich würde ja sowieso bei dieser Praxis der Ordnungsruferteilung dazu einladen, das alles nicht mehr ganz so ernst zu nehmen (Abg. Öllinger: Da waren noch einige andere Bemerkungen!), denn es erscheint mir einfach überhaupt nicht mehr nachvollziehbar, nach welchen Kriterien hier vorgegangen wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Rechtfertigen Sie Öllinger?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Rechtfertigen Sie Öllinger?
Ich würde ja sowieso bei dieser Praxis der Ordnungsruferteilung dazu einladen, das alles nicht mehr ganz so ernst zu nehmen (Abg. Öllinger: Da waren noch einige andere Bemerkungen!), denn es erscheint mir einfach überhaupt nicht mehr nachvollziehbar, nach welchen Kriterien hier vorgegangen wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Rechtfertigen Sie Öllinger?)
Ruf bei der SPÖ: Missbraucht!
Aber andererseits: Der Präsident hat die Hoheit über die Ordnungsruferteilung; das muss man anerkennen. Ich sehe nur dieses Instrument eben letztlich mit dieser Art von Doppelbehandlung ... (Ruf bei der SPÖ: Missbraucht!) – Nein, ich sage nicht „missbraucht“, ich sage einfach: irgendwie entwertet. – Wie dem auch sei. (Abg. Mag. Molterer: Sie distanzieren sich nicht von Öllinger? Gut!)
Abg. Mag. Molterer: Sie distanzieren sich nicht von Öllinger? Gut!
Aber andererseits: Der Präsident hat die Hoheit über die Ordnungsruferteilung; das muss man anerkennen. Ich sehe nur dieses Instrument eben letztlich mit dieser Art von Doppelbehandlung ... (Ruf bei der SPÖ: Missbraucht!) – Nein, ich sage nicht „missbraucht“, ich sage einfach: irgendwie entwertet. – Wie dem auch sei. (Abg. Mag. Molterer: Sie distanzieren sich nicht von Öllinger? Gut!)
Abg. Großruck: Sag das der Firma FACC in Ried! Tun Sie etwas für die Arbeiter!
wirklich einmal darstellen. (Abg. Großruck: Sag das der Firma FACC in Ried! Tun Sie etwas für die Arbeiter!) Das ist wirklich eine Bringschuld und keine Holschuld der Abgeordneten, deshalb wären auch Sie gut beraten, Herr Kollege Großruck, das einzufordern, damit Sie dann in Ihrem Wahlkreis Rede und Antwort stehen können und Ihnen nicht derselbe Lapsus passiert wie eben Kollegem Murauer. (Abg. Großruck: Ihr lebt nur von dem, was andere verdienen!)
Abg. Großruck: Ihr lebt nur von dem, was andere verdienen!
wirklich einmal darstellen. (Abg. Großruck: Sag das der Firma FACC in Ried! Tun Sie etwas für die Arbeiter!) Das ist wirklich eine Bringschuld und keine Holschuld der Abgeordneten, deshalb wären auch Sie gut beraten, Herr Kollege Großruck, das einzufordern, damit Sie dann in Ihrem Wahlkreis Rede und Antwort stehen können und Ihnen nicht derselbe Lapsus passiert wie eben Kollegem Murauer. (Abg. Großruck: Ihr lebt nur von dem, was andere verdienen!)
Abg. Großruck: Jedes Jahr können wir uns vom Defizit der Bahn 48 kaufen!
Das ist doch ein Riesenproblem. Die Kosten für diese Eurofighter explodieren ständig, und zwar bereits die Anschaffungskosten! Warten Sie auf die Betriebskosten! Wenn Sie dann noch Abgeordneter sein sollten, dann werden Sie sich an unsere Worte hier erinnern. (Abg. Großruck: Jedes Jahr können wir uns vom Defizit der Bahn 48 kaufen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn Sie uns dauernd erklären, dass Luftraumüberwachung nicht einen Meter über dem Boden aufhören darf – das kann ich schon nicht mehr hören, aber der Finanzminister hat es wieder gesagt –, dann ist das keine Legitimation dafür, dass finanzpolitische Verantwortung einen Meter unter die Erde vergraben wird. Das sollten Sie sich einmal merken! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Großruck: Das ist eh gut! Der Herrgott ist gerecht!
Ich habe das Ende meiner Redezeit erreicht, ich habe versprochen, nicht länger zu reden. (Abg. Großruck: Das ist eh gut! Der Herrgott ist gerecht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Herr Kollege Grillitsch! Sie können jetzt meine Wette mit Ihnen einlösen. Wo ist er denn? – Da ist er! Sehen Sie, Sie haben auch nicht aufgepasst! Dann müssen Sie im Wahlkreis wieder mit mir streiten, warum Sie diese unverantwortliche Entscheidung getroffen haben, und das ist nicht gut. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Stadlbauer. Sie will 6 Minuten sprechen. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Ellmauer: Falsch! Völlig falsch!
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Der Ministerrat vom 29. April hat wieder einmal sichtbar gemacht, wie egal Bundeskanzler Schüssel, wie egal dieser Regierung, wie egal ÖVP und FPÖ, wie egal Ihnen die Menschen in Österreich sind. (Abg. Ellmauer: Falsch! Völlig falsch!)
Abg. Großruck: Uns sind alle Menschen gleich!
Gerade die Debatten um die Pensionsreform und den Ankauf von Abfangjägern haben wirklich ganz eindrucksvoll bewiesen, wie die Bevölkerung ihre Stimme erhebt. (Abg. Großruck: Uns sind alle Menschen gleich!) Ich erinnere Sie nur an den gestrigen Tag, an dem über 500 000 Menschen auf die Straße gegangen sind, um ihren Unmut zu zeigen. Ich erinnere Sie aber auch an das Volksbegehren gegen den Ankauf von Abfangjägern, das über 600 000 Menschen in Österreich unterschrieben haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Gerade die Debatten um die Pensionsreform und den Ankauf von Abfangjägern haben wirklich ganz eindrucksvoll bewiesen, wie die Bevölkerung ihre Stimme erhebt. (Abg. Großruck: Uns sind alle Menschen gleich!) Ich erinnere Sie nur an den gestrigen Tag, an dem über 500 000 Menschen auf die Straße gegangen sind, um ihren Unmut zu zeigen. Ich erinnere Sie aber auch an das Volksbegehren gegen den Ankauf von Abfangjägern, das über 600 000 Menschen in Österreich unterschrieben haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Doch was machen Sie daraus? Wie gehen Sie damit um? – Sie fahren drüber! Sie nehmen die Menschen einfach nicht ernst! Und vor allem: Sie, Herr Bundeskanzler, tragen die Verantwortung für die sozialen Spannungen in Österreich. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie nehmen den Menschen ihre soziale Sicherheit weg, um damit in die militärische „Sicherheit“ – unter Anführungszeichen – zu investieren. Ich sage jetzt ganz ausdrücklich: Unsere Kritik richtet sich gegen den Ankauf von Abfangjägern, von Kampfjets, von Kriegsgerät! Das ist nämlich die richtige Bezeichnung dafür und nicht, wie es jetzt auf einmal verharmlosend heißt: Luftraumüberwachungsflugzeuge. Es sind Abfangjäger, es ist Kriegsgerät – das ist der richtige Ausdruck. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Tancsits: Sehr sachlich!
Na super! (Abg. Mag. Tancsits: Sehr sachlich!) Eben, sehr sachlich. Das würde ich auch sagen. Also kein einziges Argument! Da wird auch nur mit Unterstellungen gearbeitet. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Na super! (Abg. Mag. Tancsits: Sehr sachlich!) Eben, sehr sachlich. Das würde ich auch sagen. Also kein einziges Argument! Da wird auch nur mit Unterstellungen gearbeitet. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber nur, wenn sie nichts kostet!
Ich möchte hier an dieser Stelle ausdrücklich sagen, dass sich die SPÖ – hören Sie ganz genau zu, vor allem der Kollege Murauer, der das wieder in den Raum gestellt hat – eindeutig zur Landesverteidigung bekennt. (Abg. Scheibner: Aber nur, wenn sie nichts kostet!) Ein Nein zu diesen Abfangjägern bedeutet nicht ein Nein zur Landesverteidigung. Das möchte ich Ihnen
Beifall bei der SPÖ.
endlich einmal ins Stammbuch schreiben! (Beifall bei der SPÖ.) Aber auch da gilt wie in allen anderen Bereichen ein vernünftiger Einsatz der Ressourcen.
Beifall bei der SPÖ.
Nun komme ich zum Thema „Pensionen“. Apropos – Kind beim Namen nennen wie bei den Abfangjägern! Herr Kanzler! Sagen Sie doch den Menschen ehrlich, was Sie wollen! Sagen Sie doch, dass es dabei um eine Systemumstellung geht: weg von der staatlich garantierten Pension hin zu einer privaten Vorsorge für diejenigen, die es sich leisten können! Das wäre ehrlich, und da würde das Kind beim Namen genannt werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Daher der Vorschlag: Nehmen Sie die Anliegen der Frauen ernst! Respektieren Sie die Tatsachen des Lebens! Schaffen Sie Kinderbetreuungseinrichtungen! Werten Sie länger zurückliegende Zeiten auf! Geben Sie Frauen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt, und zwar nicht nur mit Teilzeitarbeitsplätzen, wo Sie immer wieder vorgaukeln, es wären so viele neue zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden. Schaffen Sie auch echte, bei denen man wirklich ein Einkommen hat, mit dem es auch ein Auskommen gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Voll wirksam!
Die einzige Verbesserung, die Sie so großartig angekündigt haben, sind die höheren Bemessungsgrundlagen für die Kindererziehung. Das wird allerdings erst 2028 wirksam. (Abg. Mag. Molterer: Voll wirksam!) Das heißt, da gilt sehr wohl der Grundsatz: lange Übergangszeiten, schrittweise Hinaufsetzung, bloß nicht zu schnell. Das heißt, Frauen können in diesem Fall schon sicher sein, dass die kleinste Verbesserung erst in 20 bis 30 Jahren wirksam wird. Aber die Verschlechterungen werden sofort wirksam, die kommen bereits nächstes Jahr. Da sind sie nicht so zimperlich.
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich gebe die Hoffnung trotzdem nicht auf, dass der eine oder die andere Abgeordnete von der ÖVP und von der FPÖ ein soziales Gewissen hat und das auch zeigt. Herr Kollege Neugebauer! Herr Kollege Walch! Wie wär’s? Sie hätten jetzt die Möglichkeit: Stimmen Sie unserem Antrag zu! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! In Wahrheit müsste man jetzt eine tatsächliche Berichtigung machen, denn das, was Sie, Frau Kollegin Stadlbauer, jetzt gesagt haben, geht wirklich weit an der Realität, an der Wahrheit oder der Vorgabe vorbei. Das entspricht nicht dem, was vorliegt, sondern das ist vielleicht etwas, was Sie in schlimmen Stunden geträumt haben. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ruf bei der SPÖ: O ja!
Aber mir geht es um etwas anderes: Wir führen hier in einer sehr ernst zu nehmenden Situation eine Diskussion, in welcher wir uns mit einer Dringlichen Anfrage der SPÖ befassen, aber der Antragsteller Dr. Cap ist beim Großteil der Debatte nicht anwesend. (Ruf bei der SPÖ: O ja!)
Abg. Dr. Cap, der in der letzten Reihe des SPÖ-Sektors sitzt, erhebt sich und hebt die Hand.
Wo ist er? (Abg. Dr. Cap, der in der letzten Reihe des SPÖ-Sektors sitzt, erhebt sich und hebt die Hand.) Ach Gott! Gut. (Abg. Neugebauer: Der hat Deckung notwendig!)
Abg. Neugebauer: Der hat Deckung notwendig!
Wo ist er? (Abg. Dr. Cap, der in der letzten Reihe des SPÖ-Sektors sitzt, erhebt sich und hebt die Hand.) Ach Gott! Gut. (Abg. Neugebauer: Der hat Deckung notwendig!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Lieber Herr Kollege Cap! Ich darf Ihnen sagen: Wenn Sie glauben, dass Sie mit Ihren kabarettistischen Auftritten hier staatspolitische Beiträge leisten, dann irren Sie! Das ist bereits eine Feststellung, die die Bürgerschaft draußen sehr deutlich macht! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zum Zweiten: Sie unterstellen uns hier, dass wir uns nicht der Diskussion draußen stellen. – Herr Kollege Cap, ich lade Sie ein, Sie können mit mir mitfahren! Fast jeden Abend bin ich draußen bei den Bürgern und diskutiere die Pensionssicherungsreform und das Budget und die Budgetbegleitgesetze, und die Leute haben Verständnis. Viele Leute sagen: Wir sind dankbar, dass wir nicht nur einseitig informiert werden, sondern dass wir auch eine ausgewogene, sachliche, inhaltlich klare Berichterstattung bekommen! – Das ist die Wahrheit, und darüber muss man reden! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Es gibt in diesem Plenarsaal den Herrn Abgeordneten Gaál, und er sagte zu dieser Zeit: „Es gibt keine Alternative zum Ankauf neuer Jets. Eine Lösung mit gebrauchten Maschinen ist abzulehnen. Wir bekennen uns zu einer umfassenden Landesverteidigung, und dazu gehört auch die Luftraumüberwachung.“ – Das hat Abgeordneter Gaál zu dieser Zeit klar gesagt. Ich bedanke mich bei ihm. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist die Wahrheit! Mit dieser Frage sollten Sie sich wirklich einmal auseinander setzen! Sie sollten diese Dinge auch manchmal von dieser Seite her sehen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Nun zu Ihrem Dringlichen Antrag. Wenn darin geschrieben wird, dass es eine „massive Belastung von kranken Menschen durch unsoziale Selbstbehalte“ gibt, dann bitte ich Sie, Ihre Erinnerungen wachzurufen: Alle Selbstbehalte, bis auf die Ambulanzgebühr, haben Sie eingeführt! Es sind dies Belastungen in der Größenordnung von 1,1 Milliarden €. Das haben Sie eingeführt! Natürlich waren die jeweiligen Koalitionsparteien mit dabei, aber in Anbetracht dessen sollten Sie der heutigen Regierung nicht unterstellen, dass sie hier eine unsoziale Maßnahme setzt. Als die Ambulanzgebühren diskutiert wurden, habe ich von Ihnen kein einziges Mal erlebt, dass Sie diejenigen in Schutz genommen haben, die schon immer Ambulanzgebühr bezahlt haben. Sie haben dieses Thema nur nebensächlich behandelt. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Hören Sie auf, so zu kämpfen! Sie schaden damit dem Staat, Sie schaden damit der Jugend, und Sie leisten damit keinen guten Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit, die von den Menschen auch morgen noch erwartet und von der Politik auch eingefordert wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: Dem ist nichts hinzuzufügen! Danke!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Viele Wege führen nach Rom. Tatsache ist aber, dass ... (Ruf bei der SPÖ: Dem ist nichts hinzuzufügen! Danke!) Wohl, wir haben schon etwas hinzuzufügen, Herr Kollege!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Opposition kritisiert die Pläne der Bundesregierung und spricht von einem „Pensionsraub“, sagt, dass alle etwas verlieren und niemand etwas gewinnen wird. Auch ich muss sagen: Wenn ich hergehen und sagen würde, dass es durch diese Pensionsreform möglich ist, dass irgendjemand etwas gewinnt, dann würde ich nicht die Wahrheit sagen, aber wir alle wissen, dass es in der jetzigen Situation notwendig ist, Pläne zu machen, wie die derzeitigen Pensionen zu sichern und wie zukünftige Pensionen zu garantieren sind. – Das wissen Sie genauso gut wie wir, geschätzte Kollegen von den Sozialdemokraten und von den Grünen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
SchwerarbeiterInnen bis zu 24 Prozent weniger und für junge Leute von heute in 25 Jahren bis zu 40 Prozent weniger. Dazu ist zu sagen: Das würde geschehen, würde nichts unternommen werden. Wir arbeiten daran, dass diese Pensionsreform die Pensionen auch in Zukunft sichert. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Frau Kollegin Silhavy, Sie schreiben in Ihrem Dringlichen Antrag, bei der „Hackler-Regelung“ würden von denjenigen, die wegen langer Versicherungsdauer in die vorzeitige Alterspension gehen können, nur rund 10 Prozent profitieren. Wir haben eine bestimmte Vorstellung von der „Hackler-Regelung“, und wir werden diese Materie noch weiter verhandeln. Ich bin Parlamentarier und bin es gewohnt, so lange zu verhandeln, bis es zu einer Beschlussfassung kommt, und wir werden bis zum 4. Juni verhandeln. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Ich werde mir das genau anschauen. Die Freiheitlichen haben eine bestimmte Vorstellung, und wir haben mit den Vertretern der ÖVP schon darüber gesprochen, dass wir Änderungen beziehungsweise weitere Verbesserungen bei der „Hackler-Regelung“ haben wollen. Wir wollen nicht, dass bei der „Hackler-Regelung“ von der Bruttopension abgerechnet wird, sondern wir wollen, dass jemand dann, wenn er oder sie 45 oder 40 Versicherungsjahre – dies gilt für Frauen – erreicht hat, ohne Abschläge, egal wie alt er oder sie ist, in Pension gehen kann (Beifall bei den Freiheitlichen), weil die Ausbildungszeit immer länger wird. Das durchschnittliche Ende der Ausbildungszeit liegt heute, wie Sie wissen, bei 21 Jahren. 21 plus 45 ergibt 66. Also können wir uns diesen Schmus sparen. Es ist begreifbar, für jeden verständlich: Hackler sollen mit 45 Versicherungsjahren oder, für Frauen geltend, mit 40 Versicherungsjahren ohne Abschläge in Pension gehen können. Das werden wir in Verhandlungen, in Gesprächen mit der ÖVP durchsetzen. Dann steht einem solchen Beschluss nichts mehr im Wege. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich werde mir das genau anschauen. Die Freiheitlichen haben eine bestimmte Vorstellung, und wir haben mit den Vertretern der ÖVP schon darüber gesprochen, dass wir Änderungen beziehungsweise weitere Verbesserungen bei der „Hackler-Regelung“ haben wollen. Wir wollen nicht, dass bei der „Hackler-Regelung“ von der Bruttopension abgerechnet wird, sondern wir wollen, dass jemand dann, wenn er oder sie 45 oder 40 Versicherungsjahre – dies gilt für Frauen – erreicht hat, ohne Abschläge, egal wie alt er oder sie ist, in Pension gehen kann (Beifall bei den Freiheitlichen), weil die Ausbildungszeit immer länger wird. Das durchschnittliche Ende der Ausbildungszeit liegt heute, wie Sie wissen, bei 21 Jahren. 21 plus 45 ergibt 66. Also können wir uns diesen Schmus sparen. Es ist begreifbar, für jeden verständlich: Hackler sollen mit 45 Versicherungsjahren oder, für Frauen geltend, mit 40 Versicherungsjahren ohne Abschläge in Pension gehen können. Das werden wir in Verhandlungen, in Gesprächen mit der ÖVP durchsetzen. Dann steht einem solchen Beschluss nichts mehr im Wege. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Sie haben in Ihrem Dringlichen Antrag Berechnungen drinnen, die nicht stimmen. Ich gebe Ihnen aber Recht, wenn Sie bekritteln, dass ohne Abfederungsmaßnahmen ein Absenken des Steigerungsbetrages von 2 auf 1,78 Prozent sofort eine Reduktion der Pensionen bewirkt. Da gebe ich Ihnen völlig Recht. Wenn Sie sagen, dass im Jahr 2007 der Verlust auf Grund dieser Maßnahmen zirka 10, 11 Prozent betragen wird, dann gebe ich Ihnen völlig Recht – wenn nichts geschieht, aber einen entsprechenden Vorschlag dazu habe ich schon gemacht. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Mag. Prammer: Sie machen es ja nicht!
Nun zu den schlechten Aufwertungsfaktoren in der Vergangenheit – und da waren die Sozialdemokraten gemeinsam mit der ÖVP in der Regierung –: Sie haben es verabsäumt, die schlechten Aufwertungsfaktoren bei den lang zurückliegenden Versicherungszeiten durch bessere Aufwertungsfaktoren zu ersetzen. Wenn wir diese schlechten Aufwertungsfaktoren, die nur zirka 60 Prozent des Tatsächlichen ausmachen, auf den Tariflohnindex erhöhen, dann verliert bei einer längeren Durchrechnung niemand etwas, sondern es profitieren die Arbeiter und die Frauen. Warum? (Abg. Mag. Prammer: Sie machen es ja nicht!) – Weil jemand mit 20 bis 35 Versicherungsjahren innerhalb dieser 15 Jahre fest gearbeitet und hohe Beiträge in der Hochkonjunktur gezahlt hat. Diese Gruppen sind auch durch das heutige System benachteiligt, weil sie nicht so bewertet werden, geschätzte Damen und Herren! In diese Richtung werden wir arbeiten. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Nun zu den schlechten Aufwertungsfaktoren in der Vergangenheit – und da waren die Sozialdemokraten gemeinsam mit der ÖVP in der Regierung –: Sie haben es verabsäumt, die schlechten Aufwertungsfaktoren bei den lang zurückliegenden Versicherungszeiten durch bessere Aufwertungsfaktoren zu ersetzen. Wenn wir diese schlechten Aufwertungsfaktoren, die nur zirka 60 Prozent des Tatsächlichen ausmachen, auf den Tariflohnindex erhöhen, dann verliert bei einer längeren Durchrechnung niemand etwas, sondern es profitieren die Arbeiter und die Frauen. Warum? (Abg. Mag. Prammer: Sie machen es ja nicht!) – Weil jemand mit 20 bis 35 Versicherungsjahren innerhalb dieser 15 Jahre fest gearbeitet und hohe Beiträge in der Hochkonjunktur gezahlt hat. Diese Gruppen sind auch durch das heutige System benachteiligt, weil sie nicht so bewertet werden, geschätzte Damen und Herren! In diese Richtung werden wir arbeiten. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen, der SPÖ und den Grünen.
Wichtig ist aber eine Harmonisierung der Pensionssysteme, ein Abbau der Privilegien, denn niemand wird es verstehen, dass es Leute gibt, die eine Ministerpension und nebenbei einen Abgeordnetenbezug kassieren. Das wird niemand verstehen! (Beifall bei den Freiheitlichen, der SPÖ und den Grünen.)
Jawohl-Rufe und demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Dort müssen wir anfangen! Ich bin völlig Ihrer Meinung, dass es da rigorose Maßnahmen und auch einen Solidaritätsbeitrag von jenen geben muss, die heute in Pension sind und eine Pension, die über der ASVG-Höchstpension liegt, erreichen. (Jawohl-Rufe und demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daran werden wir arbeiten! Wir werden unser Möglichstes tun. Sonst gibt es hier keine Zustimmung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Widerspruch bei der ÖVP.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Minister! Hohes Haus! Ich möchte, obwohl Herr Präsident Khol nicht mehr anwesend ist, noch ein Wort zu diesem letzten Ordnungsruf für Herrn Kollegen Öllinger sagen, weil ich fürchte, er ist einfach falsch interpretiert worden. (Widerspruch bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Gemeint war aus meiner Sicht einfach, dass die Regierung mit ihren ständigen Bemerkungen, dass sie dem Druck der Straße nicht nachgeben würde, die Menschen, die auf der Straße ihrer Sorge Ausdruck geben, verächtlich macht, nachdem sie ihnen vorher, vor den Wahlen, das Blaue vom Himmel versprochen hat. – Ich glaube, das war gemeint, so war das zu interpretieren, und ich persönlich finde diesen Ordnungsruf zumindest ungerecht. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Während Sie also auf der einen Seite eine Freizeitabgabe wegen hohen Risikos einführen, zwingen Sie uns auf der anderen Seite eine so genannte Pensionsreform auf, im Vergleich zu der jeder Hochrisikosport ein gemütlicher Spaziergang ist! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Das ist falsch!
Das heißt, die jungen Leute sind die Verlierer bei dieser Pensionsreform – ebenso wie die Frauen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Das ist falsch!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Anscheinend ist es das, was Sie wollen, den Bundeszuschuss auf nahe Null zu reduzieren, sonst wäre das laut Ihrer, auch von Ihnen geschätzten Reformkommission nicht notwendig. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Bundeskanzler! Sie haben vorhin gesagt: Wir geben den Leuten Hoffnung!, nämlich Sie von der Regierung. – Das werden, wie ich glaube, die meisten Menschen anders empfinden, wenn Sie mit falschen Zahlen, mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten die Menschen zusätzlich verunsichern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das Risiko, das Sie der Bevölkerung aufzwingen, ist aber ein ganz anderes, weil sehr viele Menschen in vielen Fällen eine nicht mehr existenzsichernde Pension haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien! Für dieses Ansinnen werden Sie die Sozialdemokraten nie bewegen können, das darf ich Ihnen hier garantieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das wäre nicht so dumm, Herr Kollege!
Wenn man den Ausführungen des Kollegen Murauer gefolgt ist – und ich habe mich bemüht, ihm zuzuhören –, dann musste man schon froh sein, dass er auf Grund der Auslegung der gesetzlichen Lage der Verfassung, wie er den Luftraum verteidigen will, nicht noch auf die Idee gekommen ist, Patriot-Raketen anzuschaffen, denn gegen Inter-Continental-Raketen ist auch der Eurofighter chancenlos, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Das wäre nicht so dumm, Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen
Die zitierten Aussagen zweier Herren – zum einen Schumpeter, der, wie wir wissen, ein gescheiterter Finanzminister war, der sich dann schmollend nach Graz zurückgezogen hat, zum anderen F. A. von Hayek, der 10 Prozent Arbeitslosigkeit in Kauf genommen hat, um die Wirtschaft in Schwung zu halten – haben gezeigt, was uns von dieser Regierung trennt (Beifall bei der SPÖ und den Grünen), nämlich die Sorge, dass die Menschen in diesem Land Beschäftigung haben und dass der soziale Friede gewährleistet ist.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ein Politiker, der jenem Ansinnen Folge leistet, das F. A. von Hayek formuliert hat, ist aus meiner Sicht der größte demokratiepolitische Irrtum der Zweiten Republik. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Werte Frau Minister! Werter Herr Minister! Hohes Haus! Eines ist bei diesem Dringlichen Antrag schon interessant: Ich hätte mir zumindest erhofft, dass die Opposition heute hier am Rednerpult steht und einmal sagt, wie es geht. Sie sagen immer, wie es nicht geht. Sagen Sie einmal, wie es geht in dieser Situation! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: „Angeblich?“ – Die waren dabei!
Ich frage mich das wirklich. Wie ich jetzt erfahren habe – da ich erst ganz kurz im Parlament bin –, hat es eine Pensionsreform-Kommission gegeben, und da sind angeblich auch die Arbeiterkammer und der ÖGB mit einbezogen gewesen. (Abg. Mag. Molterer: „Angeblich?“ – Die waren dabei!) – Die waren dabei! Jetzt frage ich mich: Reden eure Juristen überhaupt mit euch? Oder hat euch vorher nicht interessiert, was dort ausgehandelt worden ist? – Das würde mich sehr interessieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage mich das wirklich. Wie ich jetzt erfahren habe – da ich erst ganz kurz im Parlament bin –, hat es eine Pensionsreform-Kommission gegeben, und da sind angeblich auch die Arbeiterkammer und der ÖGB mit einbezogen gewesen. (Abg. Mag. Molterer: „Angeblich?“ – Die waren dabei!) – Die waren dabei! Jetzt frage ich mich: Reden eure Juristen überhaupt mit euch? Oder hat euch vorher nicht interessiert, was dort ausgehandelt worden ist? – Das würde mich sehr interessieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Schopf
Wenn sich heute Herr Kollege Cap hier herausstellt (Zwischenruf des Abg. Schopf) – Walter, du kommst auch gleich dran! – und erklärt, dass wir in Österreich eine Rekordarbeitslosigkeit haben, dann muss ich sagen: Erinnert euch einmal zurück, als ihr den Bundeskanzler gestellt habt! Ich kann mich noch sehr gut erinnern, da haben wir in Österreich nicht 300 000 Arbeitslose gehabt, sondern 360 000 bis 370 000! Für mich ist jeder Arbeitslose einer zu viel. Aber man kann sich nicht hier heraus ans Rednerpult stellen und mit Steinen werfen und dabei selbst im Glashaus sitzen. Da würde ich an Ihrer Stelle einmal vorsichtig sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn sich heute Herr Kollege Cap hier herausstellt (Zwischenruf des Abg. Schopf) – Walter, du kommst auch gleich dran! – und erklärt, dass wir in Österreich eine Rekordarbeitslosigkeit haben, dann muss ich sagen: Erinnert euch einmal zurück, als ihr den Bundeskanzler gestellt habt! Ich kann mich noch sehr gut erinnern, da haben wir in Österreich nicht 300 000 Arbeitslose gehabt, sondern 360 000 bis 370 000! Für mich ist jeder Arbeitslose einer zu viel. Aber man kann sich nicht hier heraus ans Rednerpult stellen und mit Steinen werfen und dabei selbst im Glashaus sitzen. Da würde ich an Ihrer Stelle einmal vorsichtig sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger – ein Inserat der Regierung in die Höhe haltend –: Ist das die Wahrheit?!
Ich darf auch ganz kurz auf die Demonstrationen zu sprechen kommen. Werte Kolleginnen und Kollegen! Eines möchte ich euch wirklich sagen: Ich glaube, wir im Parlament sind nicht dazu da, die Bevölkerung zu beunruhigen, ihr nicht die Wahrheit zu sagen, Demonstrationen zu machen, auf die Straße zu gehen, statt herzugehen und in diesem Haus gemeinsam – auch mit der Opposition – dieses Papier zu erarbeiten, Reformvorschläge einzubringen und durchzudiskutieren, so wie das die Freiheitlichen machen. (Abg. Öllinger – ein Inserat der Regierung in die Höhe haltend –: Ist das die Wahrheit?!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
keine Pension mehr bekommen. Ich habe gesagt: Nein, das ist nicht so! Damit ihr eine Pension bekommt, müssen wir eine Reform machen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Wir? – Sie haben keine Ahnung!
Da kann man sich jetzt nicht hier herausstellen und sagen: Ihr Bösen, was ihr da macht! – Ihr seid hundertprozentig mitverantwortlich für dieses System! (Abg. Öllinger: Wir? – Sie haben keine Ahnung!) Ich erinnere euch an eure Pflicht: Helft mit, dieses den ASVGlern gegenüber ungerechte System in Österreich in ein gerechtes umzuwandeln! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Wo man noch weniger bekommt als in der ASVG!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Wo man noch weniger bekommt als in der ASVG!
Da kann man sich jetzt nicht hier herausstellen und sagen: Ihr Bösen, was ihr da macht! – Ihr seid hundertprozentig mitverantwortlich für dieses System! (Abg. Öllinger: Wir? – Sie haben keine Ahnung!) Ich erinnere euch an eure Pflicht: Helft mit, dieses den ASVGlern gegenüber ungerechte System in Österreich in ein gerechtes umzuwandeln! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Wo man noch weniger bekommt als in der ASVG!)
Bravorufe und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir sind aber schon so weit, dass wir mit dieser Reform im Endstadium sind und jetzt nur noch einen kleinen Schliff machen müssen. Daher ersuche ich euch wirklich, nicht zu polemisieren. Wir sagen im Mühlviertel: Spucken wir in die Hände, gehen wir es an! Schaffen wir ein System, damit alle in Österreich, sowohl die vor der Pension Stehenden, aber auch die Jugendlichen, ein gesichertes Pensionssystem haben! – Danke. (Bravorufe und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Hohes Haus! Wir haben heute am Vormittag von Finanzminister Grasser gehört, es gibt zwei große, ausgestreckte Hände in dieser Pensionsdiskussion. – Ich habe in der ganzen Debatte nicht einmal einen ausgestreckten kleinen Finger bemerkt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Die parlamentarische Behandlung dieser großen Reform ist ein Witz! Das gibt es in keinem europäischen Land, dass eine so große Reform in solch einem Tempo durchgepeitscht wird! „Speed kills“ hat Österreich schon viel Schaden gebracht. Ich hoffe, dass in diesem Fall noch einmal die Vernunft einkehrt. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ
Ministerium in Ihrer Gegenwart in den Mund zu nehmen, und wollten es ersetzt haben durch „Herausforderung“. – Jetzt habe ich Sie herausgefordert mit zehn Fragen, und Sie scheinen damit ein Problem zu haben (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), weil Sie diese nicht sehr konkret, teilweise sehr oberflächlich beantwortet haben. Auf Grund dessen muss ich mich jetzt herausgefordert fühlen, und nun beißt sich die Katze in den Schwanz. Ich hoffe, dass wir das auflösen können.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wie konnte man die verärgerte FPÖ trösten, nachdem so viele ÖVPler und ÖVPlerinnen oder der ÖVP nahe stehende Personen nominiert wurden? Wirklich nur durch die Nominierung von Mitgliedern schlagender Burschenschaften? Ich weiß nicht, wie sehr Säbelschläge ins Gesicht und auf das Haupt das Denkvermögen erhöhen. Ich glaube eher, dass sie den zerebralen Stoffwechsel in den Keller fahren, und das halte ich nicht für günstig. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das wird der Reputation der österreichischen Universitäten im internationalen Kontext „ungeheuer“ gut tun! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
in Richtung der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Gehrer
Wer sich unter Burschenschaftern bewährt hat, wird Graf im „Spiegel“ zitiert, der wird es auch in der Politik schaffen. – Sie (in Richtung der auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministerin Gehrer) geben ihm Recht, Sie haben es in der Politik geschafft.
Abg. Dr. Van der Bellen: Langsam!
Jetzt werde ich Ihnen ganz kurz noch etwas über die „Olympia“ sagen. In einem Einladungsflugblatt steht geschrieben – jetzt versuche ich, schnell zu lesen, denn davon sollten Sie sich keinen Satz entgehen lassen (Abg. Dr. Van der Bellen: Langsam!), ja, langsam schnell –:
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Frau Minister Gehrer! Die Bundesregierung hat sich mit diesen Leuten eingelassen und sie eingelassen in die Universitäten und in die Räte. Die Universitäten haben protestiert, auch voran der Präsident der Rektorenkonferenz, auch die Forschungsfonds-Präsidenten haben gemeint, das werde unserer Reputation im Ausland nicht gut tun. – Wie weit wollen Sie noch gehen? Wie weit können Sie sich treu bleiben in einer Bundesregierung, die solche Türen aufstößt, die nicht so schnell wieder geschlossen werden können? Diese Räte sind nämlich für fünf Jahre nominiert, können Rektoren wählen, sie auch wieder absetzen und werden Ihre Legislaturperiode überdauern. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Jetzt besteht Erklärungsbedarf!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zur Abgabe einer Stellungnahme hat sich Frau Bundesministerin Gehrer zu Wort gemeldet. Die Redezeit soll bitte 10 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Frau Bundesministerin. (Abg. Dr. Jarolim: Jetzt besteht Erklärungsbedarf!)
Abg. Öllinger: Die haben sich selbst in Misskredit gebracht! – Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine schwache Antwort! – Abg. Dr. Trinkl: Jarolim, ...! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Die Stellungnahme des Herrn Abgeordneten Grünewald hat sich ausschließlich darauf bezogen, Menschen ob ihrer politischen Gesinnung in Misskredit zu bringen (Abg. Öllinger: Die haben sich selbst in Misskredit gebracht! – Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine schwache Antwort! – Abg. Dr. Trinkl: Jarolim, ...! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), hat sich ausschließlich darauf bezogen, jenen Menschen, die sich zu einer politischen Gesinnungsgemeinschaft bekennen, abzusprechen, dass sie im Universitätsbereich tätig sein können, dass sie als Universitätsräte tätig sein können. (Abg. Dr. Lichtenberger: Von der Ausschließlichkeit reden wir!) Ich lehne diese Meinung vehement ab. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Lichtenberger: Von der Ausschließlichkeit reden wir!
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Die Stellungnahme des Herrn Abgeordneten Grünewald hat sich ausschließlich darauf bezogen, Menschen ob ihrer politischen Gesinnung in Misskredit zu bringen (Abg. Öllinger: Die haben sich selbst in Misskredit gebracht! – Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine schwache Antwort! – Abg. Dr. Trinkl: Jarolim, ...! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), hat sich ausschließlich darauf bezogen, jenen Menschen, die sich zu einer politischen Gesinnungsgemeinschaft bekennen, abzusprechen, dass sie im Universitätsbereich tätig sein können, dass sie als Universitätsräte tätig sein können. (Abg. Dr. Lichtenberger: Von der Ausschließlichkeit reden wir!) Ich lehne diese Meinung vehement ab. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Die Stellungnahme des Herrn Abgeordneten Grünewald hat sich ausschließlich darauf bezogen, Menschen ob ihrer politischen Gesinnung in Misskredit zu bringen (Abg. Öllinger: Die haben sich selbst in Misskredit gebracht! – Abg. Dr. Jarolim: Das ist eine schwache Antwort! – Abg. Dr. Trinkl: Jarolim, ...! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen), hat sich ausschließlich darauf bezogen, jenen Menschen, die sich zu einer politischen Gesinnungsgemeinschaft bekennen, abzusprechen, dass sie im Universitätsbereich tätig sein können, dass sie als Universitätsräte tätig sein können. (Abg. Dr. Lichtenberger: Von der Ausschließlichkeit reden wir!) Ich lehne diese Meinung vehement ab. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich halte es für einen Vorzug in unserer Bürgergesellschaft, wenn Menschen bereit sind, sich zu engagieren, wenn Menschen bereit sind, sich für etwas einzusetzen. Ich würde mir von Ihnen wünschen, dass Sie mit genau derselben Akribie jene Universitätsräte überprüfen, die von den Universitäten benannt wurden, wie viele davon anderen Parteien als jenen, die Sie jetzt genannt haben, nahe stehen; da gibt es auch etliche. Ich hätte mir gerade von einem Grünen mehr Toleranz erwartet, wo sie doch immer von Frieden in unserer Gesellschaft reden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Posch: Sie sollen auch Gedichte schreiben!
Positionen in der Gesellschaft, insbesondere der Wissenschaft, der Kultur und der Wirtschaft, tätig sind oder waren und auf Grund ihrer hervorragenden Kenntnisse und Erfahrungen einen Beitrag zur Erreichung der Ziele und Aufgaben der Universität leisten können“. (Abg. Mag. Posch: Sie sollen auch Gedichte schreiben!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Dies ist die Zielsetzung bei der Auswahl der Universitätsräte. Ich habe mich noch dazu sehr bemüht – und habe dies auch geschafft – von 59 Universitätsräten 30 Frauen zu benennen. Die Grünen, die immer für Gender Mainstreaming sind, haben das mit keinem Wort gewürdigt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Was sagt der Rektor Winckler dazu? – Abg. Dr. Brinek: Das werden Sie schon sehen mit der Reform!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, hinter dem heutigen Wunsch nach der kurzen Besprechung dieser Anfragebeantwortung steckt etwas ganz anderes. Es sind Hochschülerschaftswahlen, Sie wollen dieses Thema wieder einmal zur Sprache bringen, und außerdem ist es Ihnen nicht Recht, dass die Universitätsreform so gut funktioniert. (Abg. Dr. Grünewald: Was sagt der Rektor Winckler dazu? – Abg. Dr. Brinek: Das werden Sie schon sehen mit der Reform!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen nämlich mitteilen: Die Universitätsräte arbeiten bestens, die Universitätsräte sind eine große Stütze für die Universitäten. Die Gründungskonvente sind von den Universitäten zeitgerecht bestellt worden. Die Universitätsräte sind zeitgerecht bestellt worden. Die Rektoren werden bereits gewählt; 10 von 21 Rektoren sind bereits gewählt. Das heißt, die Umsetzung der Universitätsreform funktioniert sehr gut, die Universitäten engagieren sich, arbeiten positiv mit. Das, was Sie wirklich stört, meine Damen und Herren von der Opposition, ist, dass das Universitätsgesetz 2002 europaweit und international Anerkennung findet. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das Universitätsgesetz funktioniert, die Universitäten arbeiten bestens, und ich danke allen, die sich positiv engagieren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Geschätzter Herr Kollege Grünewald, ich darf eines frei heraus sagen: Ihrer Anfrage liegt ein sehr spezifisches Verständnis von Demokratie zugrunde. Dieses ist geprägt von einem grundsätzlichen Misstrauen gegenüber den Parteien, obwohl Sie selbst auch nominiert sind von einer politischen Partei, die genauso anerkannt ist wie die hier in Diskussion stehende. – Nehmen Sie die repräsentative Demokratie ernst oder verabschieden Sie sich davon, aber dann verabschieden Sie sich auch bitte konsequent davon! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Mit welchem Recht, Herr Abgeordneter Grünewald, sagen Sie, die Kollegen aus dem Bereich der Universitäten seien weniger geeignet, weil sie das Kanzlerteam unterstützt haben, den Kanzler unterstützt haben, der ÖVP nahe stehen? Ist diesen Personen jetzt die Qualifikation abgesprochen? Wären sie bessere Universitätsräte, wenn sie im Team von Gusenbauer mitgearbeitet hätten? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Haben Sie das gehört?
Was sagen Sie, Herr Abgeordneter Grünewald? Sind denn die in der ersten Runde der Konstituierung des Fachhochschulrates von der SPÖ nominierten Räte weniger wert gewesen, weniger qualifiziert gewesen, weil sie der SPÖ nahe gestanden sind? (Abg. Dr. Grünewald: Haben Sie das gehört?) Ja, das habe ich in den Protokollen nachgelesen. Sie unterstellen den Personen, sie seien, nur weil sie ein Naheverhältnis zu einer legitimierten Partei, vertreten im österreichischen Parlament, hätten, nicht qualifiziert. (Abg. Mag. Prammer: Das hat er aber nicht gesagt! – Abg. Öllinger: Das hat er nicht gesagt!)
Abg. Mag. Prammer: Das hat er aber nicht gesagt! – Abg. Öllinger: Das hat er nicht gesagt!
Was sagen Sie, Herr Abgeordneter Grünewald? Sind denn die in der ersten Runde der Konstituierung des Fachhochschulrates von der SPÖ nominierten Räte weniger wert gewesen, weniger qualifiziert gewesen, weil sie der SPÖ nahe gestanden sind? (Abg. Dr. Grünewald: Haben Sie das gehört?) Ja, das habe ich in den Protokollen nachgelesen. Sie unterstellen den Personen, sie seien, nur weil sie ein Naheverhältnis zu einer legitimierten Partei, vertreten im österreichischen Parlament, hätten, nicht qualifiziert. (Abg. Mag. Prammer: Das hat er aber nicht gesagt! – Abg. Öllinger: Das hat er nicht gesagt!)
Beifall bei der ÖVP.
Allein das Ergebnis vom 24. November 2002 zeigt, dass wahrscheinlich mehr Menschen der ÖVP nahe stehen als den Grünen. (Beifall bei der ÖVP.) Es wird daher auch nicht so viele grüne Räte geben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Grünewald.
Herr Kollege, das zeigt Ihr problematisches Verhältnis zur Parteiendemokratie. Wenn Sie den Personen mangelnde Qualifikation vorwerfen, dann nennen Sie die Dinge beim Namen! Wenn Sie andere Vorwürfe vorzubringen haben, dann gehen Sie den Rechtsweg! Aber sprechen Sie ihnen nicht auf Grund ihrer Nähe zu einer Partei ihre Qualifikation ab! (Zwischenruf des Abg. Dr. Grünewald.) Hier steht es in Ihrer Anfrage.
Abg. Dr. Grünewald: Nein! Haben Sie seine Wortmeldung gehört?
Ich habe noch eine Frage an Sie, Herr Abgeordneter Grünewald! Sie sagen sinngemäß, ein von der FPÖ nominierter Experte im Rahmen der parlamentarischen Enquete zur Uni-Reform wäre für weitere Funktionen eigentlich nicht mehr geeignet, denn er wäre punziert. (Abg. Dr. Grünewald: Nein! Haben Sie seine Wortmeldung gehört?) – Herr Kollege Grünewald! Warum punzieren Sie denn damit den von Ihnen nominierten Experten Professor Schmidt-Dengler? (Abg. Dr. Grünewald: Er hat klüger gesprochen!) Sollte ihm auch – weil er von den Grünen nominiert wurde – ein für alle Mal die Qualifikation für eine Funktion im Rahmen der universitären Selbstverwaltung abgesprochen werden? Warum diskriminieren Sie, warum verunglimpfen Sie jene Personen, die sich der Regierung und dem Parlament mit ihren Expertisen zur Verfügung stellen, ohne qualitative Mängel anführen zu können? (Abg. Dr. Grünewald: Weil ich sie gehört habe!) Das ist Ihr eigenes Urteil, aber bitte begründen Sie auch, weshalb das eine schlechte oder nicht ausreichende Qualifikation sein soll! (Abg. Dr. Lichtenberger: In Ihrer Welt darf man nicht einmal mehr Fragen stellen!)
Abg. Dr. Grünewald: Er hat klüger gesprochen!
Ich habe noch eine Frage an Sie, Herr Abgeordneter Grünewald! Sie sagen sinngemäß, ein von der FPÖ nominierter Experte im Rahmen der parlamentarischen Enquete zur Uni-Reform wäre für weitere Funktionen eigentlich nicht mehr geeignet, denn er wäre punziert. (Abg. Dr. Grünewald: Nein! Haben Sie seine Wortmeldung gehört?) – Herr Kollege Grünewald! Warum punzieren Sie denn damit den von Ihnen nominierten Experten Professor Schmidt-Dengler? (Abg. Dr. Grünewald: Er hat klüger gesprochen!) Sollte ihm auch – weil er von den Grünen nominiert wurde – ein für alle Mal die Qualifikation für eine Funktion im Rahmen der universitären Selbstverwaltung abgesprochen werden? Warum diskriminieren Sie, warum verunglimpfen Sie jene Personen, die sich der Regierung und dem Parlament mit ihren Expertisen zur Verfügung stellen, ohne qualitative Mängel anführen zu können? (Abg. Dr. Grünewald: Weil ich sie gehört habe!) Das ist Ihr eigenes Urteil, aber bitte begründen Sie auch, weshalb das eine schlechte oder nicht ausreichende Qualifikation sein soll! (Abg. Dr. Lichtenberger: In Ihrer Welt darf man nicht einmal mehr Fragen stellen!)
Abg. Dr. Grünewald: Weil ich sie gehört habe!
Ich habe noch eine Frage an Sie, Herr Abgeordneter Grünewald! Sie sagen sinngemäß, ein von der FPÖ nominierter Experte im Rahmen der parlamentarischen Enquete zur Uni-Reform wäre für weitere Funktionen eigentlich nicht mehr geeignet, denn er wäre punziert. (Abg. Dr. Grünewald: Nein! Haben Sie seine Wortmeldung gehört?) – Herr Kollege Grünewald! Warum punzieren Sie denn damit den von Ihnen nominierten Experten Professor Schmidt-Dengler? (Abg. Dr. Grünewald: Er hat klüger gesprochen!) Sollte ihm auch – weil er von den Grünen nominiert wurde – ein für alle Mal die Qualifikation für eine Funktion im Rahmen der universitären Selbstverwaltung abgesprochen werden? Warum diskriminieren Sie, warum verunglimpfen Sie jene Personen, die sich der Regierung und dem Parlament mit ihren Expertisen zur Verfügung stellen, ohne qualitative Mängel anführen zu können? (Abg. Dr. Grünewald: Weil ich sie gehört habe!) Das ist Ihr eigenes Urteil, aber bitte begründen Sie auch, weshalb das eine schlechte oder nicht ausreichende Qualifikation sein soll! (Abg. Dr. Lichtenberger: In Ihrer Welt darf man nicht einmal mehr Fragen stellen!)
Abg. Dr. Lichtenberger: In Ihrer Welt darf man nicht einmal mehr Fragen stellen!
Ich habe noch eine Frage an Sie, Herr Abgeordneter Grünewald! Sie sagen sinngemäß, ein von der FPÖ nominierter Experte im Rahmen der parlamentarischen Enquete zur Uni-Reform wäre für weitere Funktionen eigentlich nicht mehr geeignet, denn er wäre punziert. (Abg. Dr. Grünewald: Nein! Haben Sie seine Wortmeldung gehört?) – Herr Kollege Grünewald! Warum punzieren Sie denn damit den von Ihnen nominierten Experten Professor Schmidt-Dengler? (Abg. Dr. Grünewald: Er hat klüger gesprochen!) Sollte ihm auch – weil er von den Grünen nominiert wurde – ein für alle Mal die Qualifikation für eine Funktion im Rahmen der universitären Selbstverwaltung abgesprochen werden? Warum diskriminieren Sie, warum verunglimpfen Sie jene Personen, die sich der Regierung und dem Parlament mit ihren Expertisen zur Verfügung stellen, ohne qualitative Mängel anführen zu können? (Abg. Dr. Grünewald: Weil ich sie gehört habe!) Das ist Ihr eigenes Urteil, aber bitte begründen Sie auch, weshalb das eine schlechte oder nicht ausreichende Qualifikation sein soll! (Abg. Dr. Lichtenberger: In Ihrer Welt darf man nicht einmal mehr Fragen stellen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Unterstellungen und Missbrauch im Sinne des ÖH-Wahlkampfes haben hier im Parlament eigentlich nichts zu suchen. An Ihrer Aufregung sehe ich – wie hat es heute geheißen? –: Wer schreit, hat Unrecht! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Öllinger: Schreiben Sie uns jetzt auch schon die Anfragen vor?
zuschreiben vergessen, dass der Frauenanteil bei den von der Universität zur Verfügung gestellten Mitgliedern nur 10 von 59 betragen hat. (Abg. Öllinger: Schreiben Sie uns jetzt auch schon die Anfragen vor?) Das ist ja das, was für Sie sonst immer so wichtig ist! – Das haben Sie in diesem Fall aber übersehen. Das hat Sie anscheinend nicht so sehr interessiert wie andere Dinge, die für Sie nur ideologisch ausgerichtet sind. (Abg. Sburny: Da kann die Ministerin ausnahmsweise nichts dafür!) Ah, da kann die Ministerin nichts dafür. Aber sie hat das, was da an den Universitäten sozusagen passiert ist, nämlich dass die Frauen hier nicht berücksichtigt wurden, ausgeglichen, indem eben durch sie von 59 Personen immerhin 30 Frauen nominiert wurden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Sburny: Da kann die Ministerin ausnahmsweise nichts dafür!
zuschreiben vergessen, dass der Frauenanteil bei den von der Universität zur Verfügung gestellten Mitgliedern nur 10 von 59 betragen hat. (Abg. Öllinger: Schreiben Sie uns jetzt auch schon die Anfragen vor?) Das ist ja das, was für Sie sonst immer so wichtig ist! – Das haben Sie in diesem Fall aber übersehen. Das hat Sie anscheinend nicht so sehr interessiert wie andere Dinge, die für Sie nur ideologisch ausgerichtet sind. (Abg. Sburny: Da kann die Ministerin ausnahmsweise nichts dafür!) Ah, da kann die Ministerin nichts dafür. Aber sie hat das, was da an den Universitäten sozusagen passiert ist, nämlich dass die Frauen hier nicht berücksichtigt wurden, ausgeglichen, indem eben durch sie von 59 Personen immerhin 30 Frauen nominiert wurden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
zuschreiben vergessen, dass der Frauenanteil bei den von der Universität zur Verfügung gestellten Mitgliedern nur 10 von 59 betragen hat. (Abg. Öllinger: Schreiben Sie uns jetzt auch schon die Anfragen vor?) Das ist ja das, was für Sie sonst immer so wichtig ist! – Das haben Sie in diesem Fall aber übersehen. Das hat Sie anscheinend nicht so sehr interessiert wie andere Dinge, die für Sie nur ideologisch ausgerichtet sind. (Abg. Sburny: Da kann die Ministerin ausnahmsweise nichts dafür!) Ah, da kann die Ministerin nichts dafür. Aber sie hat das, was da an den Universitäten sozusagen passiert ist, nämlich dass die Frauen hier nicht berücksichtigt wurden, ausgeglichen, indem eben durch sie von 59 Personen immerhin 30 Frauen nominiert wurden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Grünewald: Das interessiert uns sehr!
Dafür gab es nicht einmal ein lobendes Wort von Ihrer Seite. Das war ja auch nicht interessant, denn was die Universitäten betrifft, so interessiert Sie ja nur, dass man ein solches Gremium möglichst gut ideologisch auch von Ihrer Seite her besetzen kann. Da interessiert Sie nicht, dass es Kompetenz und Qualität gibt (Abg. Dr. Grünewald: Das interessiert uns sehr!) und dass diese auch für Besetzungen ausschlaggebend sein müssen. Für die linke Seite ist es nämlich undenkbar, dass es andere Persönlichkeiten gibt, die Kompetenz und fachliche Qualität haben, die nicht ihrer Ideologie angehören, denn das darf nicht sein – und schon gar nicht an den Universitäten! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.
Dafür gab es nicht einmal ein lobendes Wort von Ihrer Seite. Das war ja auch nicht interessant, denn was die Universitäten betrifft, so interessiert Sie ja nur, dass man ein solches Gremium möglichst gut ideologisch auch von Ihrer Seite her besetzen kann. Da interessiert Sie nicht, dass es Kompetenz und Qualität gibt (Abg. Dr. Grünewald: Das interessiert uns sehr!) und dass diese auch für Besetzungen ausschlaggebend sein müssen. Für die linke Seite ist es nämlich undenkbar, dass es andere Persönlichkeiten gibt, die Kompetenz und fachliche Qualität haben, die nicht ihrer Ideologie angehören, denn das darf nicht sein – und schon gar nicht an den Universitäten! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf bei den Grünen
Sie wollten sogar, dass die Landeshauptleute die Universitätsräte nominieren lassen (Zwischenruf bei den Grünen) – das war vielleicht nicht Ihr Vorschlag, aber ein Vorschlag der SPÖ –, um da eben auch wieder eine Einflussmöglichkeit zu haben.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Wer hat sie abgesagt? – Abg. Scheibner: Welche sind die Organisationen, die die Sicherheit gefährden?
Meine Damen und Herren! Wenn das das Demokratieverständnis ist, das an der Universität herrscht, dann sage ich: Danke schön! – So darf es doch wohl wirklich nicht sein, dass nur deshalb, weil linke Demonstrationen gegen eine Veranstaltung einer Organisation, die man nicht haben will, angesagt sind, diese Veranstaltungen abgesagt werden – nur deshalb, weil Demonstrationen befürchtet werden! Das, bitte, ist traurig für die Universität in Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Wer hat sie abgesagt? – Abg. Scheibner: Welche sind die Organisationen, die die Sicherheit gefährden?)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Der Universitätsrektor, Herr Professor Winckler, hat sie abgesagt. Ja, aber die Demonstrationen wurden von Ihrer Gruppierung auf der Universität, von Ihrer Vorfeldorganisation angesagt, das ist der Punkt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ach, diese kennen Sie nicht? – Entschuldigung, Ihre Studentenorganisationen kennen Sie nicht einmal! Ich kenne den Ring Freiheitlicher Studenten schon, und ich bin sehr wohl der Meinung: Wenn eine Veranstaltung geplant ist, dann sollte die Gruppierung, egal welcher ideologischen Ausrichtung, die Möglichkeit haben, diese Veranstaltung stattfinden zu lassen! Jede Gruppierung sollte in einer Demokratie die Möglichkeit haben, auch den entsprechenden Schutz zu erhalten, um diese Veranstaltung stattfinden zu lassen. (Abg. Öllinger: Nicht jede!) Dem RFS hat man ja nicht untersagt, aktiv zu sein, als Verein Veranstaltungen auf der Uni stattfinden zu lassen. Für mich zeugt die Vorgangsweise in diesem Fall daher wirklich von einem falschen Demokratieverständnis.
Abg. Öllinger: Nicht jede!
Der Universitätsrektor, Herr Professor Winckler, hat sie abgesagt. Ja, aber die Demonstrationen wurden von Ihrer Gruppierung auf der Universität, von Ihrer Vorfeldorganisation angesagt, das ist der Punkt! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ach, diese kennen Sie nicht? – Entschuldigung, Ihre Studentenorganisationen kennen Sie nicht einmal! Ich kenne den Ring Freiheitlicher Studenten schon, und ich bin sehr wohl der Meinung: Wenn eine Veranstaltung geplant ist, dann sollte die Gruppierung, egal welcher ideologischen Ausrichtung, die Möglichkeit haben, diese Veranstaltung stattfinden zu lassen! Jede Gruppierung sollte in einer Demokratie die Möglichkeit haben, auch den entsprechenden Schutz zu erhalten, um diese Veranstaltung stattfinden zu lassen. (Abg. Öllinger: Nicht jede!) Dem RFS hat man ja nicht untersagt, aktiv zu sein, als Verein Veranstaltungen auf der Uni stattfinden zu lassen. Für mich zeugt die Vorgangsweise in diesem Fall daher wirklich von einem falschen Demokratieverständnis.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
kratieverständnis hat, dass er einerseits Veranstaltungen auf Grund befürchteter Demonstrationen absagt und andererseits – so wie andere Personen hier in diesem Haus – Angst davor hat, dass es fachlich kompetente Persönlichkeiten an den Universitäten gibt, die nicht ihrer linkslinken Ideologie entsprechen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Nicht nur, wer laut spricht, hat Unrecht, man kann auch leise reden und nicht sehr Recht haben. Ich jedenfalls habe Frau Dr. Brinek einmal auf der Straße vor dem parlamentarischen Haus in der Schenkenstraße getroffen und sie gebeten, doch nicht auf jede meiner Aussendungen die Wahl einiger Universitätsräte betreffend mit inhaltsarmen Pflichtaussendungen zu antworten. Sie sagte: Wären Sie mit uns in einer Regierung, dann gäbe es andere Uni-Räte! – Da muss ich sagen: Es wäre es fast wert gewesen, wenn ich mir einige der Uni-Räte anschaue, die Sie bestellt haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ruf bei der SPÖ: Ein Skandal!
Herr Dr. Stefan schwärmt auch noch Jahrzehnte nach 1945 – ich lese es Ihnen kurz vor – wörtlich von einer „eindrucksvollen Feier im Konzerthaus anlässlich der Überführung der waffenstudentischen Korporationen“ – einer gehört er an, nämlich der heute schon mehrmals zitierten „Olympia“ – „in die Gliederungen der NSDAP“. (Ruf bei der SPÖ: Ein Skandal!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich, Frau Bundesminister, fühle mich nicht umerzogen, wenn mir die Verbrechen des Nationalsozialismus als Verbrechen dargestellt werden. Und ich will nicht glauben, dass wir hier im Parlament mit zweierlei Maß messen: dass wir an einem Tag applaudieren, wenn der Vorsitzende des Bundesrates, Herr Hösele, sagt: „Wehret den Anfängen!“, und zwei Tage später zusehen sollen, wie die Bundesregierung Menschen in öffentliche Ämter bringt, die die Anfänge des Nationalsozialismus in Österreich als „eindrucksvoll“ empfinden, auch heute noch. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Zufriedenheit ist bekanntlich eine Frage des Anspruches. Unser Anspruch, Frau Bundesminister, greift tiefer: Wir wollen nicht, dass Menschen, die im Alter von mehr als 60 Jahren immer noch haarscharf am NS-Verbotsgesetz vorbeischrammen, von Ihnen in öffentliche Ämter an den Universitäten geholt werden, in denen sie an der Ausbildung der Jugend mitwirken. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Bleckmann: Fragen Sie einmal die anderen Universitätsräte! Die wollten das alle!
Nun wissen alle interessierten Menschen in Österreich, dass Herr Krünes bis zum März 2002 stellvertretender Obmann der FPÖ-Niederösterreich war. (Abg. Dr. Bleckmann: Fragen Sie einmal die anderen Universitätsräte! Die wollten das alle!) – Also wenn wir jetzt in Österreich in einem Land sind, wo wir die Gesetze außer Kraft setzen, Frau Dr. Bleckmann, nur weil ein paar Leute das wollen, dann gute Nacht! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Nun wissen alle interessierten Menschen in Österreich, dass Herr Krünes bis zum März 2002 stellvertretender Obmann der FPÖ-Niederösterreich war. (Abg. Dr. Bleckmann: Fragen Sie einmal die anderen Universitätsräte! Die wollten das alle!) – Also wenn wir jetzt in Österreich in einem Land sind, wo wir die Gesetze außer Kraft setzen, Frau Dr. Bleckmann, nur weil ein paar Leute das wollen, dann gute Nacht! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Die Redezeit gilt für Sie auch!
Was aber sagt Frau Gehrer, konfrontiert mit dieser Sache, dazu? – Sie sagt uns: Das stimmt schon, aber er hat bei keiner Sitzung den Obmann vertreten. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Die Redezeit gilt für Sie auch!) Er hat die Funktion sozusagen nicht ausgeübt.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Abgeordneter Josef Broukal (fortsetzend): Das wäre so, als würde man sagen: Herr Haupt ist nicht Vizekanzler, weil bisher immer Herr Schüssel den Vorsitz im Ministerrat geführt hat. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Brinek: ...! Wie hätte denn eine andere Regierung gehandelt?
mand aus dem Ministerium in den Uni-Räten sitzen soll, weil man eine gewisse Unabhängigkeit gewährleisten wollte. Jetzt geht es gar nicht darum, dass das ein völlig politleerer Raum sein soll, aber Sie stellen sich tatsächlich hierher und argumentieren mit allem Enthusiasmus, dass es besonders sinnvoll ist, dass jemand, der aus dem Umkreis der ÖVP oder der FPÖ kommt, in diesen Uni-Räten drinnen sitzt. Und dann frage ich mich ... (Abg. Dr. Brinek: ...! Wie hätte denn eine andere Regierung gehandelt?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Kollegin Brinek! Ich möchte die bekannte Wissenschaftssprecherin der ÖVP zitieren. Diese hat vor fünf Minuten hier gesagt: „Wer schreit, hat Unrecht!“ – Vielleicht können wir das jetzt auch aufrechterhalten. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Wieso wissen Sie über die Haltung der Menschen so gut Bescheid?
Vielleicht können Sie einmal erklären, warum niemand von diesen 53 Nominierten irgendein distanziertes Verhältnis zu dieser Regierung hat! Heißt das, dass jeder, der in diesem Land die Regierung kritisiert, ungeeignet dafür ist, in einer Funktion als Uni-Rat tätig zu sein? – Das ist ja die Frage, die sich hier auftut. (Abg. Dr. Brinek: Wieso wissen Sie über die Haltung der Menschen so gut Bescheid?)
Abg. Dr. Brinek: Sie machen auch Zwischenrufe! Wer waren die Zwischenrufer von den Grünen?
Soll ich Sie noch einmal zitieren, oder gilt das, was Sie gesagt haben, nur dann, wenn jemand anderer redet? – Offenbar haben Ihre Zwischenrufe Ihrer Ansicht nach einen anderen Charakter. (Abg. Dr. Brinek: Sie machen auch Zwischenrufe! Wer waren die Zwischenrufer von den Grünen?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Das heißt also: Man nimmt aus den Globalbudgets die Ausgaben für die Beamten heraus, bucht sie um als Einnahmen und weist sie gleichzeitig bei den Ämtern wieder als Ausgaben aus. Ein Nullsummenspiel! 733 Millionen € als Nullsummenspiel, die Minister Grasser als zusätzliche Ausgaben für die Universitäten benennt! Und Sie lassen sich dafür feiern! – Ich finde es schön langsam wirklich beschämend, wie Sie Universitätspolitik betreiben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch ich stehe in meiner parlamentarischen Arbeit am Start, und ich gehe meiner Meinung nach mit einer guten Basis an Werten, Kreativität und konstruktiver Kritikfähigkeit an meine Aufgabe heran. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Beim Berufssportgesetz sind wir uns der Wichtigkeit voll bewusst, sind doch diese ambitionierten Menschen auch für viele von uns Vorbilder. Das ist gerade in Zeiten wie diesen wertvoll für alle Menschen, insbesondere für unsere Jugendlichen. Ich bin Mutter von vier Kindern und bemerke das Interesse meiner Jugendlichen am Sport. Gerade diese jungen Menschen brauchen Erfolg, Bestätigung, Gemeinschaft und Teamgeist – und nicht Aktionismus und Streiks! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Der Sport verbindet. Er verbindet Menschen und Länder. Ideologische oder gesellschaftliche Unterschiede, das Alter oder die Gesellschaftsschicht sind unwesentlich. In diesem Sinne dürfen wir, wenn wir schließlich gemeinsam nach konstruktivem Dialog am 1. März 2004 dieses Gesetz vorlegen und über die Ziellinie laufen, hoffentlich tief Luft holen, ausatmen und stolz sein auf unsere Leistung! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Hermann Krist (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist für mich erfreulich, bei meiner ersten Rede hier im Hohen Haus ein Thema ansprechen zu dürfen, bei dem offensichtlich alle vier Parteien an einem Strang ziehen. – Lassen Sie mich an diesen Strang anknüpfen: Ich hoffe, dass bis zum Ende, bis zur Finalisierung des Gesetzes alle am selben Ende des Stranges ziehen und dass wir zu einem positiven Ende kommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen den Dachverbänden und Vereinen eine gute finanzielle Basis und die notwendige Freiheit für eigenständiges Entscheiden ermöglichen – im Interesse ihrer Sportlerinnen und Sportler. Daher wäre es sehr vernünftig, in Zukunft im Bereich der Sportförderung längerfristiger und nachhaltiger zu planen, als dies derzeit der Fall ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Im Übrigen teile ich die Meinung des Herrn Staatssekretärs, der heute schon ausgeführt hat, dass die Einhebung der – ich nenne es einmal so – neuen Freizeit-Unfallsteuer nicht der Weisheit letzter Schluss ist und wirklich kein großer Wurf war, Herr Finanzminister. Betroffen sind davon natürlich hauptsächlich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Pensionisten, und das ist abzulehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Denken wir nicht nur an die Oberliga des österreichischen Sports, sondern auch an jene Sportlerinnen und Sportler, die sich auf dem Weg zum Spitzen-, sprich Berufssport bewegen, sich dorthin entwickeln. Erarbeiten wir gemeinsam ein vorbildliches Berufssportgesetz, es ist höchst an der Zeit. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sportstaatssekretär gelungen ist, das jährliche Sportbudget um 1,5 Millionen zu erhöhen. Dafür gilt unser Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Ganz so kann es nicht sein!
Mein besonderes Augenmerk gilt in diesem Zusammenhang der Sport- und Freizeitunfallversicherung, wie sie so schön heißt, die keine Strafsteuer ist – das möchte ich gleich vorweg festhalten, da mein Kollege Peter Wittmann dies sagte. Eine Versicherung bedeutet einfach, für den Notfall gerüstet zu sein. Sie ist also keine Strafsteuer (Abg. Gradwohl: Ganz so kann es nicht sein!), sondern ein notwendiges Regulativ der Eigenverantwortung, insbesondere jenen gegenüber, die im Sport verantwortungsvoll vorgehen; nämlich gegenüber jenen, die ohne Rücksicht übertreiben und der Allgemeinheit zur Last fallen.
Abg. Dr. Kräuter: Ein Tischtennisball ist billiger!
Ich kann Ihnen auch sagen, wie viel das im Jahr ausmacht: durchschnittlich 19 €. – Meine Damen und Herren! Wenn Sie schauen, welche Produkte es auf dem Sportgerätemarkt um 19 € gibt, werden Sie feststellen, dass es zu diesem Preis noch keine Sportgeräte und -artikel gibt – ich kenne keine! –, die sind alle teurer. (Abg. Dr. Kräuter: Ein Tischtennisball ist billiger!) Daher ist es, denke ich, gerechtfertigt – auch im Interesse des Sportlers –, diesen Betrag einzuheben, um auch künftig im Notfall – mit welchem Sportgerät auch immer ein Unfall geschehen mag – versorgt zu sein.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Den Sportverantwortlichen unserer Regierung – allen voran unserem Bundeskanzler, aber auch unserem Staatssekretär – wünsche ich für ihre Arbeit alles Gute, aber besonders: viel Erfolg für den Sport und die Bevölkerung in unserem Land. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Letztendlich dient so etwas dazu, den Vereinen die Möglichkeit zu geben, die Sportler heranzuziehen, vorzubilden, um dann den Spezialisten, den guten Trainern, die Möglichkeit zu geben, hervorragende Sportler, von denen einige Mitglieder unseres Parlaments sind, zu formen – zum Stolze Österreichs! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schasching begibt sich zum Rednerpult und legt dort einen Football vor sich auf das Rednerpult.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Schasching. – Bitte. (Abg. Schasching begibt sich zum Rednerpult und legt dort einen Football vor sich auf das Rednerpult.)
Abg. Kopf hält die Hände in Fanghaltung hoch
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren im Hohen Haus! Ich habe Ihnen hier einen Football mitgebracht, ganz bewusst, und zwar deshalb, weil wir heute das Berufssportgesetz diskutieren und weil ich (Abg. Kopf hält die Hände in Fanghaltung hoch) – Sie können ihn fangen? Das probieren wir nachher aus! Ich weiß nicht, ob der Herr Präsident damit einverstanden ist.
Allgemeine Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Absolut nicht! (Allgemeine Heiterkeit.)
Abg. Scheibner: Das steht nicht in der Geschäftsordnung!
Abgeordnete Beate Schasching (fortsetzend): Na eben! Ich würde mich zwar freuen, wenn es hier im Hohen Haus ein wenig sportlicher zuginge, aber das riskiere ich nicht, Herr Präsident. (Abg. Scheibner: Das steht nicht in der Geschäftsordnung!) Vielleicht dann anschließend draußen, Herr Kollege Kopf. (Abg. Neudeck: Das ist ein Kopf-Ball!)
Abg. Neudeck: Das ist ein Kopf-Ball!
Abgeordnete Beate Schasching (fortsetzend): Na eben! Ich würde mich zwar freuen, wenn es hier im Hohen Haus ein wenig sportlicher zuginge, aber das riskiere ich nicht, Herr Präsident. (Abg. Scheibner: Das steht nicht in der Geschäftsordnung!) Vielleicht dann anschließend draußen, Herr Kollege Kopf. (Abg. Neudeck: Das ist ein Kopf-Ball!)
die Rednerin ahmt die oben beschriebene Handbewegung des Abg. Kopf nach
Aber, Herr Kollege Kopf, gerade deshalb freut es mich, dass Sie so gezeigt haben (die Rednerin ahmt die oben beschriebene Handbewegung des Abg. Kopf nach), denn das Berufssportgesetz, das wir heute auf Antrag aller vier Parteien diskutieren, soll nämlich kein Fußballer-Gesetz werden (Abg. Neudeck: Aber Football ist nicht Fußball!), sondern ein Gesetz, das allen österreichischen Sportlerinnen und Sportlern und allen Sportarten gerecht wird. Daher bitte ich dich, Herr Staatssekretär, dein ganzes Gewicht – das heute schon ein paar Mal angesprochen wurde (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Das ist wenig!) – in die Waagschale zu werfen (Abg. Parnigoni: Leichtgewichtig!), damit die Arbeitsgruppe auch dahin gehend tätig wird und tatsächlich auf alle Bedürfnisse und alle Sportarten entsprechend Rücksicht nimmt.
Abg. Neudeck: Aber Football ist nicht Fußball!
Aber, Herr Kollege Kopf, gerade deshalb freut es mich, dass Sie so gezeigt haben (die Rednerin ahmt die oben beschriebene Handbewegung des Abg. Kopf nach), denn das Berufssportgesetz, das wir heute auf Antrag aller vier Parteien diskutieren, soll nämlich kein Fußballer-Gesetz werden (Abg. Neudeck: Aber Football ist nicht Fußball!), sondern ein Gesetz, das allen österreichischen Sportlerinnen und Sportlern und allen Sportarten gerecht wird. Daher bitte ich dich, Herr Staatssekretär, dein ganzes Gewicht – das heute schon ein paar Mal angesprochen wurde (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Das ist wenig!) – in die Waagschale zu werfen (Abg. Parnigoni: Leichtgewichtig!), damit die Arbeitsgruppe auch dahin gehend tätig wird und tatsächlich auf alle Bedürfnisse und alle Sportarten entsprechend Rücksicht nimmt.
Staatssekretär Mag. Schweitzer: Das ist wenig!
Aber, Herr Kollege Kopf, gerade deshalb freut es mich, dass Sie so gezeigt haben (die Rednerin ahmt die oben beschriebene Handbewegung des Abg. Kopf nach), denn das Berufssportgesetz, das wir heute auf Antrag aller vier Parteien diskutieren, soll nämlich kein Fußballer-Gesetz werden (Abg. Neudeck: Aber Football ist nicht Fußball!), sondern ein Gesetz, das allen österreichischen Sportlerinnen und Sportlern und allen Sportarten gerecht wird. Daher bitte ich dich, Herr Staatssekretär, dein ganzes Gewicht – das heute schon ein paar Mal angesprochen wurde (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Das ist wenig!) – in die Waagschale zu werfen (Abg. Parnigoni: Leichtgewichtig!), damit die Arbeitsgruppe auch dahin gehend tätig wird und tatsächlich auf alle Bedürfnisse und alle Sportarten entsprechend Rücksicht nimmt.
Abg. Parnigoni: Leichtgewichtig!
Aber, Herr Kollege Kopf, gerade deshalb freut es mich, dass Sie so gezeigt haben (die Rednerin ahmt die oben beschriebene Handbewegung des Abg. Kopf nach), denn das Berufssportgesetz, das wir heute auf Antrag aller vier Parteien diskutieren, soll nämlich kein Fußballer-Gesetz werden (Abg. Neudeck: Aber Football ist nicht Fußball!), sondern ein Gesetz, das allen österreichischen Sportlerinnen und Sportlern und allen Sportarten gerecht wird. Daher bitte ich dich, Herr Staatssekretär, dein ganzes Gewicht – das heute schon ein paar Mal angesprochen wurde (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Das ist wenig!) – in die Waagschale zu werfen (Abg. Parnigoni: Leichtgewichtig!), damit die Arbeitsgruppe auch dahin gehend tätig wird und tatsächlich auf alle Bedürfnisse und alle Sportarten entsprechend Rücksicht nimmt.
Abg. Scheibner: Debatte war das keine, das war ein ...!
Herr Schweitzer, wir wissen’s ganz genau: Eine höhere Dotierung für den gesamten Sport gibt es nicht – und das ist schade! Heute wurde hier ja unter anderem in der Diskussion über den Dringlichen Antrag auch eine Abfangjägerdebatte geführt (Abg. Scheibner: Debatte war das keine, das war ein ...!), und in dieser konnten wir hören, dass es da so genannte Kompensations-, also Gegengeschäfte geben soll. (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Zwischenruf des Abg. Murauer.
Herr Schweitzer, wir wissen’s ganz genau: Eine höhere Dotierung für den gesamten Sport gibt es nicht – und das ist schade! Heute wurde hier ja unter anderem in der Diskussion über den Dringlichen Antrag auch eine Abfangjägerdebatte geführt (Abg. Scheibner: Debatte war das keine, das war ein ...!), und in dieser konnten wir hören, dass es da so genannte Kompensations-, also Gegengeschäfte geben soll. (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Murauer: Sie kennen sich aber gut aus bei den Gegengeschäften!
Ich kann Ihnen sagen – der Herr Finanzminister ist jetzt leider nicht mehr anwesend –: Diese Gegengeschäfte stehen in den Sternen, sind vielleicht ein Märchen – aber vielleicht sind sie es auch nicht. (Abg. Murauer: Sie kennen sich aber gut aus bei den Gegengeschäften!) Was aber sicher ist, ist, dass jeder Euro, den der Finanzminister für den Sportbereich zur Verfügung stellt, doppelt zurückkommt: durch die Wirtschaft, durch den Tourismus und durch die Gesundheitsförderung der Bevölkerung. Und dazu, meine Damen und Herren, gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. All das ist wissenschaftlich belegt – im Gegensatz zu den Gegengeschäften im Zusammenhang mit dem Abfangjägerkauf! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen sagen – der Herr Finanzminister ist jetzt leider nicht mehr anwesend –: Diese Gegengeschäfte stehen in den Sternen, sind vielleicht ein Märchen – aber vielleicht sind sie es auch nicht. (Abg. Murauer: Sie kennen sich aber gut aus bei den Gegengeschäften!) Was aber sicher ist, ist, dass jeder Euro, den der Finanzminister für den Sportbereich zur Verfügung stellt, doppelt zurückkommt: durch die Wirtschaft, durch den Tourismus und durch die Gesundheitsförderung der Bevölkerung. Und dazu, meine Damen und Herren, gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. All das ist wissenschaftlich belegt – im Gegensatz zu den Gegengeschäften im Zusammenhang mit dem Abfangjägerkauf! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Schasching bejaht dies.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete Schasching, habe ich Sie richtig verstanden, dass der Antrag, von dem Sie gesprochen haben, ein selbständiger ist, der jetzt nicht zur Abstimmung gelangt? (Abg. Schasching bejaht dies.) – Okay.
Abg. Murauer: Die Gegengeschäfte hat sie drin ...!
Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Lunacek. – Bitte. (Abg. Murauer: Die Gegengeschäfte hat sie drin ...!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Steine-Werfen auch nicht!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Als mein Kollege Kurt Grünewald zuerst bei der Anfragebesprechung von den „Olympioniken“ sprach, dachte ich, er ist in der falschen „Besprechung“, beim falschen Thema. Als ich dann drauf kam, dass er nicht die Teilnehmer der Sportolympiade meinte, sondern die der Burschenschaft „Olympia“, war ich wieder beruhigt, denn zum Glück ist Mensur-Fechten keine olympische Disziplin – und wird es wohl auch in Zukunft nicht sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Steine-Werfen auch nicht!)
Abg. Großruck: Wenn sie gewinnen, kriegen sie es auch!
Etwas, was ich Sie, Herr Staatssekretär, fragen möchte, ist, ob Ihnen schon einmal aufgefallen ist, dass gerade die Spitzensportlerinnen da ziemlich benachteiligt sind. Es gibt Marathons, bei denen das Preisgeld für Frauen, für Spitzensportlerinnen um einiges geringer als das für die männlichen Spitzensportler ist. Beim Wien-Marathon sind das, glaube ich, an die 4 000 €, um die die Spitzensportlerinnen weniger bekommen als die Männer. (Abg. Großruck: Wenn sie gewinnen, kriegen sie es auch!) Und dieser Unterschied sollte ausgeglichen werden!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frauen das gleiche Geld für die Leistung im Marathon-Sport zu zahlen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Staatssekretär Mag. Schweitzer – in Richtung des Präsidenten Dr. Fischer –: Einen Satz!
Gerade weil es so ist, dass die Leistungen der Frauen auch im Spitzensport immer noch nicht dieselbe Anerkennung erhalten wie die der Männer, wäre das doch ein Betätigungsfeld für Sie, Herr Staatssekretär Schweitzer! Ich fordere Sie daher auf, diesbezüglich aktiv zu werden, gerade was die Marathons betrifft, an denen ja auch Sie persönlich teilnehmen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Staatssekretär Mag. Schweitzer – in Richtung des Präsidenten Dr. Fischer –: Einen Satz!)
Abg. Mag. Lunacek: Ich habe gesagt, Sie sollen sie auffordern!
In Wien ist der Veranstalter des am 25. Mai stattfindenden Marathonlaufs Herr Wolfgang Konrad. Dieser organisiert das gemeinsam mit den Sportverantwortlichen der Stadt Wien, die auch für die Preisgelder verantwortlich sind. (Abg. Mag. Lunacek: Ich habe gesagt, Sie sollen sie auffordern!) Das ist ein sozusagen Allgegenwärtiger im Wiener Sport, der über alles verfügt: Herr Podkowicz, gemeinsam mit Frau Vizebürgermeisterin Laska. (Abg. Mag. Lunacek: Fordern Sie sie auf, dass sie das ändern!) Wenn wir uns bemühen, positiven Einfluss zu nehmen, wird uns gesagt: Das ist alles Sache des Veranstalters, gemeinsam mit den Sportverantwortlichen der Stadt Wien. (Abg. Mag. Gaßner: Haben Sie sich schon bemüht?)
Abg. Mag. Lunacek: Fordern Sie sie auf, dass sie das ändern!
In Wien ist der Veranstalter des am 25. Mai stattfindenden Marathonlaufs Herr Wolfgang Konrad. Dieser organisiert das gemeinsam mit den Sportverantwortlichen der Stadt Wien, die auch für die Preisgelder verantwortlich sind. (Abg. Mag. Lunacek: Ich habe gesagt, Sie sollen sie auffordern!) Das ist ein sozusagen Allgegenwärtiger im Wiener Sport, der über alles verfügt: Herr Podkowicz, gemeinsam mit Frau Vizebürgermeisterin Laska. (Abg. Mag. Lunacek: Fordern Sie sie auf, dass sie das ändern!) Wenn wir uns bemühen, positiven Einfluss zu nehmen, wird uns gesagt: Das ist alles Sache des Veranstalters, gemeinsam mit den Sportverantwortlichen der Stadt Wien. (Abg. Mag. Gaßner: Haben Sie sich schon bemüht?)
Abg. Mag. Gaßner: Haben Sie sich schon bemüht?
In Wien ist der Veranstalter des am 25. Mai stattfindenden Marathonlaufs Herr Wolfgang Konrad. Dieser organisiert das gemeinsam mit den Sportverantwortlichen der Stadt Wien, die auch für die Preisgelder verantwortlich sind. (Abg. Mag. Lunacek: Ich habe gesagt, Sie sollen sie auffordern!) Das ist ein sozusagen Allgegenwärtiger im Wiener Sport, der über alles verfügt: Herr Podkowicz, gemeinsam mit Frau Vizebürgermeisterin Laska. (Abg. Mag. Lunacek: Fordern Sie sie auf, dass sie das ändern!) Wenn wir uns bemühen, positiven Einfluss zu nehmen, wird uns gesagt: Das ist alles Sache des Veranstalters, gemeinsam mit den Sportverantwortlichen der Stadt Wien. (Abg. Mag. Gaßner: Haben Sie sich schon bemüht?)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Aber ich darf Ihnen Folgendes dazu sagen – da ich auch schon in New York und in London gelaufen bin –: Auch dort starten Männer und Frauen gleichzeitig, eben nur anfangs auf zwei verschiedenen Bahnen, und deshalb gibt es da getrennte Bilder. Aber es ist noch immer so, dass der Schnellste auch als Erster im Ziel ist: egal, ob Mann oder Frau. Paula Radcliffe wird unter Umständen demnächst schneller sein als die schnellsten Männer – und dann wird eben eine Frau zuerst im Ziel sein. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.) – Paula Radcliffe bekommt übrigens – egal, ob sie in London gewinnt oder in New York – gleich viel wie die Männer. (Rufe bei der SPÖ: Ein Satz!)
Rufe bei der SPÖ: Ein Satz!
Aber ich darf Ihnen Folgendes dazu sagen – da ich auch schon in New York und in London gelaufen bin –: Auch dort starten Männer und Frauen gleichzeitig, eben nur anfangs auf zwei verschiedenen Bahnen, und deshalb gibt es da getrennte Bilder. Aber es ist noch immer so, dass der Schnellste auch als Erster im Ziel ist: egal, ob Mann oder Frau. Paula Radcliffe wird unter Umständen demnächst schneller sein als die schnellsten Männer – und dann wird eben eine Frau zuerst im Ziel sein. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.) – Paula Radcliffe bekommt übrigens – egal, ob sie in London gewinnt oder in New York – gleich viel wie die Männer. (Rufe bei der SPÖ: Ein Satz!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Lunacek: Es gibt auch andere Marathons in Österreich, bei denen das nicht so ist!
Vorbildern nacheifern würde. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Lunacek: Es gibt auch andere Marathons in Österreich, bei denen das nicht so ist!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
An Sie möchte ich appellieren: Nehmen Sie die Probleme, in der sich zurzeit die E-Wirtschaft und im Besonderen die Netzbetriebe befinden, nicht auf die leichte Schulter! Korrigieren wir, was uns vor einem Jahr oder noch früher nicht einsichtig oder einfach noch nicht möglich war! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Lieber Kollege Oberhaidinger, ich glaube in der Tat, dass das, was du zum Erdgasbeirat angesprochen hast, für uns ein Thema sein sollte. Wir haben hier – im Gegensatz zum Elektrizitätsbeirat – auch Vertreter der Bundesländer, des Städtebundes, des Gemeindebundes mit in dieses Gremium entsandt. Das ist per se nichts Schlechtes oder Nachteiliges. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Kurzum: Ich glaube, darüber kann man reden. Es ist meines Erachtens jetzt nicht besonders vordringlich, wir können es sicherlich mit den anderen von dir, Kollege Oberhaidinger, angeschnittenen Fragen in einem besprechen und möglicherweise gegen Jahresende zu einer Lösung kommen. Ich glaube, das gehört im Paket mit ein paar anderen Fragen mitbehandelt. Unsere Gesprächsbereitschaft ist an sich gegeben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Hinsichtlich der zeitlichen Abfolge glaube ich, dass nach einem bestimmten Beobachtungszeitraum eine Nachjustierung, eine Abänderung dort, wo wir die Erkenntnis gewinnen, dass Änderungen Sinn machen, durchaus angebracht ist und wir dann insgesamt eine Erledigung vornehmen sollten. Damit ist nicht gemeint, dass das am Sankt-Nimmerleins-Tag der Fall sein wird, sondern tatsächlich in absehbarer Zeit. Aber wir werden diesbezüglich sicherlich noch Gespräche führen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Oberhaidinger.
Es geht im Wesentlichen erstens um den Energiebericht, den ich für essenziell halte. Auch in einem liberalisierten Markt ist es notwendig, Grundsteine von Planung nach wie vor im Auge zu behalten, auch als Gesetzgeber. Dazu einen Bericht zumindest zweijährlich im Parlament zu haben, ist jedenfalls eine sehr gute Unterstützung. (Demonstrativer Beifall des Abg. Oberhaidinger.) Auch andere Länder, so zum Beispiel die Tschechische Republik, arbeiten im Moment an einem Energiekonzept, an einem Energieplan. Das ist auch sehr stark parlamentarisch abgesichert, und ich denke, das könnte für uns ein Vorbild sein. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Oberhaidinger.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Oberhaidinger.
Es geht im Wesentlichen erstens um den Energiebericht, den ich für essenziell halte. Auch in einem liberalisierten Markt ist es notwendig, Grundsteine von Planung nach wie vor im Auge zu behalten, auch als Gesetzgeber. Dazu einen Bericht zumindest zweijährlich im Parlament zu haben, ist jedenfalls eine sehr gute Unterstützung. (Demonstrativer Beifall des Abg. Oberhaidinger.) Auch andere Länder, so zum Beispiel die Tschechische Republik, arbeiten im Moment an einem Energiekonzept, an einem Energieplan. Das ist auch sehr stark parlamentarisch abgesichert, und ich denke, das könnte für uns ein Vorbild sein. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Oberhaidinger.)
Beifall bei den Grünen.
Ich würde mir wünschen, dass die großen Bausteine einer alternativen Energiepolitik auch im Rahmen eines solchen Energiekonzeptes einfließen könnten, nämlich: Energieeffizienz, der weitgehende Umstieg auf erneuerbare Energieträger, und vor allem, dezentrale Versorgungsanlagen zu unterstützen und zu fördern. (Beifall bei den Grünen.) Wir haben dies schon lange als Bausteine von grüner Energiepolitik formuliert, aber ich kenne auch einige in den Reihen von ÖVP und FPÖ, denen das ein Anliegen ist.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Österreich sollte sich bei diesen Liberalisierungsfragen auf der europäischen Ebene sehr intensiv und mit einer guten Position einbringen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Glawischnig: Gut! Sehr gut!
Herr Abgeordneter Oberhaidinger, du hast auch das Thema Energiebericht angeschnitten, ebenso Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. – Ein solcher Energiebericht ist in Ausarbeitung. Ich gehe davon aus, dass es noch im Jahre 2003, also im laufenden Kalenderjahr, möglich sein wird, dem Hohen Haus, wie gewünscht, einen Energiebericht als Diskussionsgrundlage für vieles zuzuleiten. (Abg. Dr. Glawischnig: Gut! Sehr gut!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Was mich noch mehr stört als diese Verdoppelung des Grundpreises, die im Übrigen auf der Wiener politischen Ebene bisher keinerlei Konsequenzen gehabt hat – das ist vielleicht auch ein Hinweis an die Abgeordneten, die aus der Bundeshauptstadt stammen –, ist, dass die Begründung, die Liberalisierung sei der Grund für die notwendige Erhöhung des Grundpreises, eine absolut missbräuchliche Kundeninformation darstellt. Das wird von mir in aller Deutlichkeit und Schärfe zurückgewiesen! Mit der Liberalisierung des Erdgasmarktes hat das aber schon überhaupt nichts zu tun, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.
Daher ist es unser Vorschlag – und Sie haben die Vorlage –, dass bei zukünftigen Abfragen im Zentralen Melderegister in jedem Einzelfall das rechtliche Interesse nachzuweisen ist. Ich ersuche Sie, diesen Antrag ohne Emotionen zu diskutieren, insbesondere unter dem Aspekt, ob seitens des Innenministeriums diese Abfrageberechtigungen rechtskonform vergeben wurden. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gabriela Moser.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren, das muss man einfach zur Kenntnis nehmen. Man kann das Ganze drehen und wenden, wie man will: Wir haben ein modernes Meldegesetz, und es steht überhaupt nicht zur Diskussion, bei diesem Meldegesetz irgendeine Änderung herbeizuführen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Johann Maier: Und was ist mit dem Datenschutzrat?
Wenn ein Praktiker wie Abgeordneter Kößl sagt, dass das Gesetz gut zu handhaben ist, dass der Datenschutz im Wesentlichen nicht gefährdet ist, so sagt das jemand, der genau weiß, wovon er spricht. (Abg. Mag. Johann Maier: Und was ist mit dem Datenschutzrat?) Ich bin nicht der Meinung, dass in den Bürotürmen des Konsumentenschutzes und der Arbeiterkammer die Situationen, wie sie sich in der Praxis abspielen, tatsächlich genau nachvollzogen werden können.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Deshalb gibt es aus unserer Sicht auch überhaupt keinen Grund, diesem Antrag der Sozialdemokraten in dieser ersten Lesung beizutreten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Ich finde, wir sollten bald darüber beraten, denn es ist gerade in einer Zeit, in der elektronische Medien immer mehr vernetzt werden, in der Zugriffe und Abfragen immer leichter möglich werden, notwendig, Datenschutzaspekte immer mehr zu betonen, in den Vordergrund zu stellen und auch rechtlich zu verankern. Darauf kommt es an! Wir wollen mit dem neuen Meldegesetz datenschutzmäßig genauso sicher unterwegs sein, wie wir es mit dem alten waren. Diesen Status gilt es, wieder herzustellen, und daher unterstütze ich dieses Anliegen. Ich hoffe, dass wir bald darüber beraten werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Das gilt auch für Private!
Meine Damen und Herren! Es ist nicht einzusehen, dass ein Beamter sehr genau dokumentieren muss, nicht nur wie er heißt, seine Dienstnummer und was weiß ich noch alles, also seine Identität preisgeben muss, sondern auch dokumentieren muss, warum und auf welche Art und Weise er die Erhebung durchführt und wofür er die Daten eigentlich ganz genau benötigt. (Abg. Kopf: Das gilt auch für Private!) Für Inkassobüros oder auch für Berufsdetekteien und andere, die online zugreifen – da wird zwar auch der Name erhoben, aber auch wenn der Betreffende derlei Daten zum Teil nicht angibt, kann er trotzdem ins System hinein –, gilt das jedoch nicht. Vor allem muss kein rechtliches Interesse nachgewiesen werden, und genau das ist der Punkt.
Abg. Mag. Mainoni: Aus der Praxis!
Kollege Mainoni, bei Ihnen sehe ich das ganz locker: Sie haben natürlich ein gewisses persönliches Interesse, dass diese Berufsgruppen Zugang erhalten. (Abg. Mag. Mainoni: Aus der Praxis!) Ich verstehe das, und das ist auch nichts Negatives, allerdings muss es dann im Gesetz auch rechtlich gedeckt sein. Unser Vorwurf ist, dass das nicht rechtlich gedeckt ist. Wenn man das jedoch will, dann muss man es rechtlich absichern. Darum geht es in dieser Diskussion. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Mainoni, bei Ihnen sehe ich das ganz locker: Sie haben natürlich ein gewisses persönliches Interesse, dass diese Berufsgruppen Zugang erhalten. (Abg. Mag. Mainoni: Aus der Praxis!) Ich verstehe das, und das ist auch nichts Negatives, allerdings muss es dann im Gesetz auch rechtlich gedeckt sein. Unser Vorwurf ist, dass das nicht rechtlich gedeckt ist. Wenn man das jedoch will, dann muss man es rechtlich absichern. Darum geht es in dieser Diskussion. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber, wie gesagt: Ich bin durchaus gerne bereit, auch einmal mit dem Herrn Innenminister zu reden, ob er Berechtigungen nicht zu Unrecht vergeben hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Wittmann –: Wollen Sie wirklich 10 Minuten lang sprechen? – Abg. Dr. Wittmann: Das ist nicht geplant! Man wird sehen, wie sich die Diskussion entwickelt! – Abg. Scheibner: Wir werden keine Zwischenrufe machen!
Das Wort erhält zunächst Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. – Die Uhr wird wunschgemäß auf 10 Minuten eingestellt, Herr Abgeordneter. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Wittmann –: Wollen Sie wirklich 10 Minuten lang sprechen? – Abg. Dr. Wittmann: Das ist nicht geplant! Man wird sehen, wie sich die Diskussion entwickelt! – Abg. Scheibner: Wir werden keine Zwischenrufe machen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ein weiterer Punkt, der mir persönlich sehr am Herzen liegt, ist die Senkung des Wahlalters auf das vollendete 16. Lebensjahr – dies insbesondere auch deswegen, weil die Erfahrung, die man sowohl bei den burgenländischen als auch bei den Kärntner und steiermärkischen Kommunalwahlen gewonnen hat, die ist, dass die Jugendlichen von ihrem Wahlrecht sehr massiv Gebrauch gemacht haben. Bei einer stichprobeweisen Überprüfung im Burgenland ist man bei den jungen Menschen auf eine Wahlbeteiligung von 87 Prozent gekommen. Das heißt, die Jugendlichen nehmen sehr wohl ihre Rechte wahr, wenn man sie ihnen zugesteht. Und es ist nicht einsichtig, dass man ihnen diese Rechte vorenthält. Die Jugendlichen sind sozial mehr eingebunden als früher, sie entscheiden über ihren Lebensweg selbständiger und früher selbständig. Ich meine, es wäre sinnvoll, auf Grund der gestiegenen Verantwortung auch die entsprechenden Rechte einzuräumen. Man hat damit im Burgenland gute Erfahrungen gemacht, man hat in Wien gute Erfahrungen gemacht, man hat in Kärnten gute Erfahrungen gemacht, und man hat in der Steiermark gute Erfahrungen gemacht: in Kärnten, Burgenland und Steiermark bei den Kommunalwahlen und in Wien auch darüber hinaus. Man hat auch in deutschen Bundesländern wie etwa Nordrhein-Westfalen mit der Herabsetzung des Wahlalters eine nicht unattraktive Erfahrung gemacht, sodass es also durchaus möglich wäre, das Recht der entsprechenden Verantwortung folgen zu lassen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Kurzer Rede langer Sinn: Es wäre zweckdienlich, das Wahlalter zu senken. Es wäre auch zweckmäßig, den Stichtag anzupassen, und es wäre durchaus auch eine gerechte Vorgangsweise, den Ausländern das aktive und passive Wahlrecht in den Interessenvereinigungen zuzugestehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Brosz.
Beim ersten Antrag sind wir etwas milder, beim zweiten Antrag, der Senkung des Wahlalters, sehen wir das anders. Zweifellos wird sich der Ausschuss damit befassen. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) – Herr Kollege Brosz, ich habe mir gedacht, Sie möchten keine Zwischenrufe, denn Sie haben das gerade bei meiner Kollegin Brinek gegeißelt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Beim ersten Antrag sind wir etwas milder, beim zweiten Antrag, der Senkung des Wahlalters, sehen wir das anders. Zweifellos wird sich der Ausschuss damit befassen. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) – Herr Kollege Brosz, ich habe mir gedacht, Sie möchten keine Zwischenrufe, denn Sie haben das gerade bei meiner Kollegin Brinek gegeißelt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Wurm: Wir könnten auch einmal Vorreiter sein!
Ich habe auch nachgegraben und nirgends ein Land gefunden, weder in Europa noch im außereuropäischen Raum, das bei Bundeswahlen ein Wahlalter unter 18 hätte. Österreich wäre da also der absolut erste Staat, der in dieser Frage vorprescht, wofür ich jedoch keinerlei Notwendigkeit sehe. (Abg. Mag. Wurm: Wir könnten auch einmal Vorreiter sein!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Bravo!
Herr Kollege Wittmann, ganz im Gegensatz dazu sehe ich die Notwendigkeit sehr wohl als gegeben an – und ich erwarte und erhoffe konstruktive Gespräche dazu –, endlich all denjenigen die Wahlmöglichkeit zuzugestehen, die laut Gesetz derzeit schon das Wahlrecht haben, und zwar durch die Briefwahl. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Bravo!)
Abg. Brosz: Was ist das Schlechte an Ausweitungen?
Das ist etwas, was wir schon lange fordern, was überfällig ist und wozu ich Sie sehr herzlich einlade. Ohne auf Ausweitungen abzuzielen, wäre das mit ganz einfachen Maßnahmen zu ermöglichen. (Abg. Brosz: Was ist das Schlechte an Ausweitungen?)
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Punkt, Herr Kollege Wittmann, sind wir europäisch gesehen Steinzeit. Bei der Mehrheit der europäischen Länder gibt es bereits die Möglichkeit zur Briefwahl, und es kommt auch den modernen Menschen, der Globalisierung, dem Reisebedürfnis der Leute wesentlich mehr entgegen, dass sie am Wahltag ganz einfach in Form der Briefwahl von ihrer Wahlmöglichkeit Gebrauch machen können. Ich empfehle Ihnen und appelliere an Sie, uns bei der Einführung der Briefwahl zu unterstützen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Wollen Sie vielleicht die Kinderarbeit, damit die früher wählen gehen können?
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Gleiche Pflichten, gleiche Rechte – darunter kann man unseren zweiten, die Senkung des Wahlalters betreffenden Antrag subsumieren. Wir leben in einem System, in dem wir mit sechs Jahren in die Schule kommen. Nach neun Pflichtschuljahren kann man arbeiten gehen, ist man alt genug, um Steuern zu zahlen – und da sollte man eigentlich auch alt genug sein, mitbestimmen zu können, was mit den Steuern geschieht und was mit dem Geld geschieht, das man in soziale Versicherungssysteme einbezahlt, et cetera. Wenn ich 6, 6,5 und 9 zusammenrechne, ergibt das 15, 15½. Dann wäre also 16 der Zeitpunkt, zu dem in unserem Land jeder vom Gesetz her arbeiten gehen könnte und zu dem in der Regel auch sehr viele arbeiten gehen und damit auch weit reichende ... (Abg. Neudeck: Wollen Sie vielleicht die Kinderarbeit, damit die früher wählen gehen können?)
Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist keine Frage der Demokratie!
Das ist natürlich auch eine Frage der Reife. Wenn Sie sagen, Sie hätten kein Land gefunden, in dem das möglich ist: Vor etwas mehr als 100 Jahren hätten Sie auch kein Land gefunden, in dem Frauen wählen hätten dürfen. Vielleicht war das damals auch ein Argument, das in der Diskussion vorgebracht wurde. Aber es hat sich dann doch gezeigt, dass da ein Land eben einmal vorangegangen ist, und es hat dann noch bis 1970 gedauert, bis auch die Schweiz in diesem Punkt nachgezogen hat. Ich weiß nicht, ob wir in dieser Frage Vorreiter sein wollen, ein Vorreiter in Sachen Demokratie – oder ein Nachzügler. (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das ist keine Frage der Demokratie!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Murauer: Und wie ist es bei der Briefwahl?
Die Frage ist weniger, ob die 16- und 17-Jährigen reif genug sind, um solche Entscheidungen zu treffen, sondern ob Sie reif genug sind, ihnen heute bereits diese Möglichkeit zu geben – oder ob wir noch ein paar Jahre warten müssen, bis auch Sie das einsehen und bereit sind, in diesem Punkt nachzugeben. Das wird kommen. Und wenn Sie heute noch nicht reif genug dafür sind – wir sind es! –, dann werden Sie es vielleicht in ein paar Jahren sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Murauer: Und wie ist es bei der Briefwahl?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Der erste Antrag ist also für jene gedacht, die noch nicht die Reife haben, die ganzen zwei Schritte auf einmal zu machen. Ihnen soll es zumindest leichter gemacht werden, ein bisschen über den eigenen Schatten zu springen, indem sie wenigstens dem ersten Antrag zustimmen. Ich denke, es gibt in Wirklichkeit überhaupt nichts dagegen zu sagen, dass der Stichtag so geregelt wird. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Kollege, ich glaube, gerade in einer ersten Lesung sollte es zulässig sein, ganz offen verschiedene Meinungen auszutauschen und nicht davon zu sprechen, gerade wenn man sich noch dazu in einer Debatte über das Wahlrecht befindet, dass jemand möglicherweise noch nicht reif ist, irgendeiner Vorlage, die Sie sich wünschen, zuzustimmen. – Ich denke, das ist keine Frage der Reife, sondern der politischen Meinung, und das sollten Sie, so meine ich, auch zur Kenntnis nehmen, auch seitens der Sozialdemokraten, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
erleichtern, nämlich so, dass bürokratische Hemmnisse dem Wahlrecht für alle österreichischen Staatsbürger wirklich nicht entgegenstehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Dafür, das Wahlrecht auf Bundesebene auf 16 Jahre zu reduzieren, habe ich persönlich durchaus Sympathie, schon seit meiner Zeit als Obmann unserer Jugendorganisation. Hier gibt es aber auch durchaus ernst zu nehmende Meinungen, dass das für die Bundesebene möglicherweise zu früh ist. Ich sage nicht, dass Leute, die das einwenden, „zu wenig reif“ sind, sondern ich möchte gerade auch mit diesen Menschen einen intensiven Diskurs eingehen, ob es sinnvoll ist, das Wahlrecht auf Bundesebene dahin gehend zu korrigieren. – Ich persönlich bin dafür offen, aber ich gehe davon aus, dass im Ausschuss und auch im Verfassungs-Konvent, den wir ja für solch grundlegende Fragen gegründet haben, ausreichend Gelegenheit besteht, eine umfassende positive Änderung des Wahlrechts in diese Richtung zu beschließen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Vorab möchte ich sagen: Natürlich unterstützen wir, dass das Wahlrecht für Wahlen zu den Vertretungskörpern für nicht-österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger kommen soll, kommen muss. Ein erster Erfolg in diese Richtung ist ja von der Liste „Gemeinsam“ in Vorarlberg schon erzielt worden, die beeinsprucht hat, dass türkische Mitbürgerinnen und Mitbürger zu den Arbeiterkammerwahlen in Vorarlberg nicht kandidieren durften. – Da gibt es ja mittlerweile einen Entscheid des EU-Gerichtshofes: sie dürfen! Ich denke, das ist ein Weg in die richtige Richtung, den wir auf jeden Fall auch unterstützen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Binder
Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind gefolgt (Zwischenruf der Abg. Binder) – und erfreulicherweise auch etliche Mitglieder der FPÖ. Es gibt ja viele Landesorganisationen – so auch in Vorarlberg –, die das Wahlalter 16 durchaus aktiv unterstützen. Man kann sehr wohl davon sprechen – auch wenn man es nicht „Zeit der Reife“ nennen will –, dass da ein politischer Prozess im Gange ist, der hoffentlich in diese Richtung weitergeführt wird.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir glauben, dass sie sehr wohl auch reif und bereit für die Verantwortung sind, das Wahlrecht wahrzunehmen. Ich denke, sie verdienen dieses Vertrauen, sie verdienen es, dass man ihnen das zutraut. Wir muten ihnen zum Teil sehr viel zu, und wir sollten ihnen daher auch zutrauen, dass sie diesen Weg gehen können. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich denke da gerade an den Sozialbereich, aber auch an den Umweltbereich. Wir dürfen diese Herausforderung nicht scheuen. Lassen Sie sich darauf ein! Es wäre sehr schön, wenn im Ausschuss eine einstimmige Beschlussfassung für das Wahlalter 16 erfolgen kann. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es geht einfach darum, junge Menschen nicht nur wählen zu lassen, um um ihre Wahlstimmen werben zu können, sondern: Echte Jugendmitbestimmung beginnt damit, dass man bei Gemeinderatswahlen, bei Landtagswahlen, aber auch bei Nationalratswahlen darauf Rücksicht nimmt, jungen Menschen Verantwortung zu übertragen und ihnen auch Vertrauen entgegenzubringen. Das ist gelebte und tatsächliche Einbindung der Jugend – und nur so kann auch die Sicht der Jugend mit eingebracht werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Heinisch-Hosek: Sie sagen das! – Abg. Öllinger: Die ÖVP hat das gesagt!
Ich glaube, dass da der Ansatz von gelebter Demokratie zu suchen ist, und nicht nur – aber auch – bei der Senkung des Wahlalters. Da stimme ich meiner Vorrednerin völlig zu, dass schon allein das demographische Argument eines ist, das es zu berücksichtigen gilt. Bei allen Wahlkämpfen wird aus meiner Sicht sowieso viel zu viel auf Pensionisten Rücksicht genommen. Man sieht es auch jetzt bei der Pensionsdiskussion wieder – klar, weil jede Partei schaut, wer ihre größte Zielgruppe ist. Das sind demographisch gesehen die Pensionisten. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie sagen das! – Abg. Öllinger: Die ÖVP hat das gesagt!) Dementsprechend versucht man, hier Zuckerln zu streuen, und bei den Jungen wird immer etwas abgeschnitten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, dass da der Ansatz von gelebter Demokratie zu suchen ist, und nicht nur – aber auch – bei der Senkung des Wahlalters. Da stimme ich meiner Vorrednerin völlig zu, dass schon allein das demographische Argument eines ist, das es zu berücksichtigen gilt. Bei allen Wahlkämpfen wird aus meiner Sicht sowieso viel zu viel auf Pensionisten Rücksicht genommen. Man sieht es auch jetzt bei der Pensionsdiskussion wieder – klar, weil jede Partei schaut, wer ihre größte Zielgruppe ist. Das sind demographisch gesehen die Pensionisten. (Abg. Heinisch-Hosek: Sie sagen das! – Abg. Öllinger: Die ÖVP hat das gesagt!) Dementsprechend versucht man, hier Zuckerln zu streuen, und bei den Jungen wird immer etwas abgeschnitten. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Trotzdem und vor allem deshalb glaube ich, dass man diese flächendeckende Herabsetzung des Wahlalters auf Gemeindeebene in allen Bundesländern in Angriff nehmen sollte. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Sofern das umgesetzt ist, kann man es evaluieren und darüber diskutieren, wie es auf Landes- und Bundesebene ausschaut. (Abg. Eder: In Wien gibt’s das schon, da war aber die ÖVP dagegen!)
Abg. Eder: In Wien gibt’s das schon, da war aber die ÖVP dagegen!
Trotzdem und vor allem deshalb glaube ich, dass man diese flächendeckende Herabsetzung des Wahlalters auf Gemeindeebene in allen Bundesländern in Angriff nehmen sollte. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Sofern das umgesetzt ist, kann man es evaluieren und darüber diskutieren, wie es auf Landes- und Bundesebene ausschaut. (Abg. Eder: In Wien gibt’s das schon, da war aber die ÖVP dagegen!)
Abg. Heinisch-Hosek: Nein, das stimmt doch überhaupt nicht!
Ich möchte noch eine eigene Studie der AKS – das ist die sozialistische Jugend- beziehungsweise Schülerorganisation – zitieren, die ein Ergebnis herausbringt, in dem 63 Prozent der AHS-, BHS- und Berufsschüler die Senkung des Wahlalters ablehnen. Ich glaube, dass man Bedürfnisse junger Menschen schon auch berücksichtigen muss. – Das ist eine von Ihnen in Auftrag gegebene Studie. (Abg. Heinisch-Hosek: Nein, das stimmt doch überhaupt nicht!) – Ich zitiere eine OTS-Meldung vom 14. Feber von der AKS.
Beifall bei der ÖVP.
Bezüglich „Stichtag gleich Wahltag“ kann ich nur sagen, dass das bereits eine Regelung war, auf die sich im Wahlkampf mündlich alle vier Parteien geeinigt haben. Dementsprechend sehe ich einer positiven Behandlung im Sinne der Jugend für Österreich nichts im Wege stehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Abgeordnete Fuhrmann hat aus ihrem Erfahrungsschatz von der Mitbestimmung an den Schulen gesprochen. Ich glaube auch, dass da einiges ausgebaut werden sollte. Andererseits hat es mich in der vergangenen Legislaturperiode nicht nur einmal geärgert, dass genau dort, wo wir ein sehr gutes Mitbestimmungsrecht haben, nämlich an den Universitäten – bei der Österreichischen Hochschülerschaft mit nahezu Drittelparität –, mit allen Mitteln versucht wurde, eben diese Mitbestimmungsmöglichkeiten zu beschneiden. Da haben Sie in Ihrer Partei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Zur Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre möchte ich mich äußern, weil auch ich als Vorsitzende des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen einen Antrag eingebracht habe, damit auch Bürgerinitiativen schon mit 16 Jahren eingebracht werden können, denn es ist sehr wichtig, dass die jugendliche Bevölkerung in unserem Land die Möglichkeit hat, dort, wo es sie betrifft, mitzugestalten. Das ist gelebte Staatsbürgerschaftslehre, das ist gelebte Demokratie, und das würde auch zur Harmonisierung beitragen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Zum letzten Punkt: Dass es eines Entscheides des Europäischen Gerichtshofes bedurft hat, dass das aktive und passive Wahlrecht zumindest für EU-Inländer, und wenn sie dem Assoziierungsübereinkommen der Türkei angehören, durchgesetzt wurde, ist beschämend. Ich bin dafür, dass alle Ausländer und Ausländerinnen Interessenvertretungen wählen und auch für sie kandidieren dürfen, wenn sie zum Beispiel hier in Österreich arbeiten. Das ist höchst an der Zeit! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich noch eine Bemerkung an Sie richten, Herr Klubobmann Scheibner. Sie haben ja auch schon das letzte Mal, als wir den Antrag bezüglich Bürgerinitiativen und Rechte der Volksanwaltschaft in erster Lesung diskutiert haben, Bezug auf den Konvent genommen und gesagt, wir sollten das dort behandeln. Bei einigen Gesetzesvorlagen könnten wir jedoch gleich handeln, zum Beispiel bei der Stichtagregelung, bei der es mehr oder weniger Konsens gibt, oder bei Bürgerinitiativen, bei Volksbefragungen und bei Volksabstimmungen. Da bräuchten wir nicht so lange zu warten, und dieser Konvent würde auch nicht so überladen. Wir könnten das gleich beschließen und würden den Bürgerinnen und Bürgern einen Dienst erweisen – und der direkten Demokratie auch. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es wäre mir wichtig, festzuhalten: Diesen Konsens gab es vor der Wahl – und ich hoffe, dass das nach wie vor gilt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)